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27.11.2025

Warum Kallas keinen Frieden will, Chatkontrolle light & ein Chip für Hunde

lostineu.eu, 27. November 2025

Die Watchlist EUropa vom 27. November 2025 – Heute mit Nachrichten und Analysen zur befremdlichen Ukrainepolitik der europäischen Außenbeauftragten, zur “freiwilligen” Überwachung auf unseren Handys und zu neuen Methoden im Tierschutz 

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Nun ist die Katze aus dem Sack: Europas “Chefdiplomatin”, die EU-Außenbeauftragte Kallas, will keinen Frieden mit Russland – jedenfalls nicht jetzt, und schon gar nicht im Krieg um die Ukraine. Dies hat sie auf einer bemerkenswerten Pressekonferenz in Brüssel deutlich gemacht.

“Wir wollen alle Frieden”, hob Kallas an – um dann wortreich zu begründen, warum er unmöglich sei. Russland wolle nämlich gar nicht verhandeln: “Wir müssen weg von einer Situation, wo Russland nur zu verhandeln VORGIBT – und dahin kommen, daß es verhandeln MUSS.”

Dafür soll nicht nur die EU mehr Druck machen – mit noch mehr Waffen und noch mehr Sanktionen. Auch die Ukraine soll Russland die Stirn bieten – und weiter das militärische “Stachelschwein” spielen. Dafür muß der Krieg weitergehen – Kallas spricht wie Präsident Selenskyj von zwei Jahren.

“Russland soll Truppen abbauen”

Frieden kommt in diesen Phantasien nicht vor – weshalb Kallas es auch nicht für nötig hält, auf die diversen Friedenspläne der letzten Tage (Trumps alter 28-Punkte-Plan, der neue amerikanisch-ukrainische 19-Punkte Plan, die zahlreichen Forderungen der EUropäer) einzugehen.

Stattdessen dreht sie kurzerhand den Spieß um und behauptet entgegen jeder Evidenz, nicht die Ukraine müsse Konzessionen machen, sondern Russland. Präsident Putin, dessen Sommeroffensive “gescheitert” sei, müsse gezwungen werden, seine Truppen abzubauen!

Das ist natürlich “wishful thinking”, doch Kallas geht noch weiter: “Wir müssen sicherstellen, daß Russland niemals mehr angreift“. Das ist offenbar ihr persönliches, finales Kriegsziel. Zur Begründung behauptet sie, Russland habe in hundert Jahren schon 19 Länder überfallen.

Kallas ist zunehmend isoliert

Welche Länder das sein sollen, sagt die Estin nicht. Vielleicht hat sie den 2. Weltkrieg, den Überfall Hitler-Deutschlands auf die Sowjetunion und die sowjetische Gegenoffensive zur Befreiung Europas von den Nazis mitgezählt? Da käme in der Tat einiges zusammen…

Geschichte ist offenbar Kallas’ Sache nicht – genauso wenig wie Diplomatie. Auf die zentralen und ungelösten Knackpunkte der laufenden Gespräche – Gebietsansprüche, Sicherheitsgarantien und Reparationszahlungen – geht sie gar nicht erst ein. Warum auch? Sie will keinen Frieden, jedenfalls nicht jetzt…

Einziger Trost: Kallas ist in Brüssel zunehmend isoliert. Sie spricht weder für die Mehrheit der Außenminister, wie es ihr Amt eigentlich fordert, noch für die EU-Kommission, der sie zugeordnet ist. Dort hat Behördenchefin von der Leyen längst auch die Außenpolitik an sich gerissen…

Meine Meinung: Anschlussfähig ist Kallas mit diesem Auftritt eigentlich nur bei den Falken in Osteuropa und Kriegstreibern aus dem Nato-Milieu, die mittlerweile schon die Entsendung europäischer Truppen in die Ukraine fordern. In Brüssel und Washington nimmt sie kaum noch jemand ernst, US-Außenminister Rubio will sie offenbar nicht einmal mehr empfangen

Siehe auch Europas diplomatischer Blitzkrieg: Der Frieden kann warten und Ukraine: Es gibt doch einen EU-Plan – er zeugt von Realitätsverlust

News & Updates

Chatkontrolle light. Die umstrittene Chatkontrolle soll nun doch kommen – allerdings zunächst nur freiwillig und auch nicht flächendeckend. Darauf haben sich die 27 EU-Staaten am Mittwoch in Brüssel geeinigt. Die so genannte CSA-Verordnung baut auf einer bereits bestehenden Interims-Regelung auf. Messenger-Dienste wie WhatsApp oder Signal sollen demnach selbst entscheiden, welche Kontrollen sie einführen, um die Verbreitung von Kinderpornografie einzudämmen. – Für die zunächst geplante Pflicht fand sich in der EU keine Mehrheit, auch Berlin war dagegen.Mein Artikel in der taz

Streit um NGO-Kontrolle. Die Konservativen im Europaparlament haben einen Ausschuss eingesetzt, der Nichtregierungs-Organisationen (NGO) auf die Finger schauen soll. Damit reagieren sie auf Berichte über Unregelmäßigkeiten bei EU-Subventionen. Dies führt nun zu Streit. Nach den Grünen haben auch Sozialdemokraten und Liberale angekündigt, die Arbeit zu boykottieren. – Derweil weitet die EVP ihre Zusammenarbeit mit dem rechten Lager aus. Am Mittwoch wurde auch die Entwaldungs-Verordnung mit Stimmen der Rechten zurechtgestutzt.

Sanktionen treffen Serbien. Nach Verhängung von US-Sanktionen gegen den russischen Mehrheitseigentümer der einzigen serbischen Raffinerie NIS in Pancevo bei Belgrad musste diese ihre Produktion vorerst einstellen. Wenn sich die Situation nicht bald ändere, müsste die Raffinerie wohl dauerhaft eingemottet werden, erklärte Präsident Vučić. – Serbien ist zwar Beitrittskandidat, doch die EU wird es nicht stören. Sie setzt Energie ja selbst immer öfter als Waffe gegen Länder ein, die nicht spuren...

Das Letzte

Ein Chip für Hunde. Die EU ist für alles zuständig, warum nicht auch für das Wohlbefinden der Hunde? Unterhändler von Parlament und EU-Staaten einigten sich jetzt in Straßburg unter anderem darauf, dass alle in der EU gehaltenen Hunde und Katzen durch einen Mikrochip identifizierbar sein müssen. Doch während Händler sich schon in vier Jahren umstellen sollen, gewährt Brüssel den Hunden eine Schonfrist von 10 und für Katzen von 15 Jahren. Ist das nicht nett?Die BILD-Zeitung findet es offenbar ganz toll: “Hundemafia soll endlich gestoppt werden” titelte das Springer-Blatt in freudiger Erwartung der guten Nachricht aus Brüssel…

Eric Bonse

Eric Bonse

EU-Korrespondent und Blogger bei Lost in EUrope

Ich arbeite seit 2004 als fest akkreditierter EU-Korrespondent für deutsche Medien in Brüssel. Mehr als 25 Jahre Erfahrung in Europapolitik, deutsch-französischen Beziehungen und Foreign Affairs. Blogge hier seit 2011 ????

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2 Comments

  1. Stef
    27. November 2025 @ 09:09

    Wir haben in Europa sowie in Deutschland ein sehr ernstes Problem, wir haben keine Diplomaten mehr. Nach jahrelangem Missbrauch der wichtigsten Außenämter durch Personen wie Kallas, Baerbock und Maas, die Ihre Aufgabe mehr in gelungenen Poses als in der Substanz der politischen Kommunikation sehen und deren diplomatische Fähigkeiten irgendwo auf Grundschulniveau stecken geblieben sind, wird das jetzt überdeutlich. Das ist sowohl ein politisches Problem (die Spitzenpositionen werden zuverlässig nur noch mit US-Vasallen besetzt) als auch ein operativ/professionelles (echte Diplomaten haben bei solchen Spitzenkräften keine Chance mehr). Durch einen Haufen fehlgeleiteter Politdarsteller ist eine jahrhundertealte Tradition europäischer Diplomatie mal eben beerdigt worden. Die wird m.E. in dem bestehenden System nicht einfach wieder nachwachsen. Dazu wird es eines fundamentalen Neuanfangs bedürfen.

    Hinzu kommt leider ein noch viel schlimmeres Problem, das ebo hier gekonnt aufdeckt: Auch der Realitätssinn ist verloren gegangen.

Antworten

  • Thomas Damrau
    27. November 2025 @ 08:43

    Inzwischen bin ich mir sicher, dass es sie gibt. Anders kann ich mir das Wiedererblühen von reichlich angestaubten Narrativen nicht erklären. Das muss doch langsam auch anderen auffallen.

    Ich rede von Zeitmaschinen. Irgendeine physikalische Singularität hat an ein Wurmloch angedockt und die Welt wieder ins Jahr 2023 zurückkatapultiert. Während wir gestern noch
    — über die Gefahr diskutiert haben, dass die ukrainische Front zusammenbricht,
    — und uns darüber empört haben, dass Donald J. den Krieg mit der Brechstange beenden will,
    weht heute in den Köpfen der EU-Politiker die EU-Fahne über der Brücke von Kertsch – bevor diese von den siegreichen Westliche-Werte-Truppen mit einem großen (Doppel-)Wumms in die Luft gejagt werden wird.

    Ich habe meine eigene Zeitmaschine angeworfen und in meinen Aufzeichnungen geblättert und dort die Fragen wiedergefunden, die 2023 im Raum standen:
    — Wie viel militärischen Wumms braucht man, um die russische Front zu durchbrechen?
    — Assuming … die Russen werden aus der Ostukraine vertrieben: Wie viel Aufwand erfordert eine Invasion der Krim über die schmalen Landbrücken zum Festland?
    — Assuming … die westlichen Truppen stehen in Kertsch: Wird Putin dann sagen: “Na gut, hat halt nicht geklappt – vergessen wir die Sache”.

    In eine zweite Zeitmaschine hat sich der CDU-Politiker Röttgen gesetzt, als er im Interview mit dem DLF (https://www.deutschlandfunk.de/neue-zeitenwende-durch-us-plan-interview-norbert-roettgen-cdu-aussenpolitiker-100.html) schon mal an Dolchstoßlegenden strickt (“Wenn der Westen nur … hätte”), falls das mit Kertsch doch nicht klappen sollte.

    “Und täglich grüßt das Murmeltier” (https://de.wikipedia.org/wiki/Und_t%C3%A4glich_gr%C3%BC%C3%9Ft_das_Murmeltier): Dieser Film ist allerdings witziger als die Zeitschleifen, die wir im Augenblick durchlaufen.

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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    Ukraine: Hardliner fordern europäische (Kampf-)Truppen


    lostineu.eu, vom 26. November 2025

    Nachdem der Friedensplan von US-Präsident Trump “erfolgreich” abgeblockt wurde, verspüren die Hardliner wieder Oberwasser. Sie fordern, europäische Truppen in die Ukraine zu schicken.

    Am krassesten äußerte sich ‘mal wieder der frühere Nato-Generalsekretär Rasmussen. Er fordert, 20.000 Soldaten hinter die Frontlinie in der Ukraine zu schicken, 150 Kampfjets für einen “Luftschild” bereitzustellen – und das in Belgien festgesetzte russische Vermögen “freizugeben”, also einzukassieren.

    Man dürfe nicht länger auf US-Präsident Trump warten, so Rasmussen auf X.. Ganz ähnlich sieht dies der frühere Nato-Oberkommandierende Breedlove.

    Bei einer Veranstaltung des “Atlantic Council”sprach er sich für eine Blockade der russisch besetzten Krim, Angriffe auf die Kertsch-Brücke und die Rückeroberung der Halbinsel aus. Nach Lage der Dinge könnte das nur mit europäischer Hilfe (und dem deutschen Taurus) gelingen.

    Noch einen Schritt weiter geht der Militärexperte Gady in der “Süddeutschen”: “Europa muss seine Hausaufgaben machen und sich der fundamentalen Frage stellen: Wären wir bereit, für die Ukraine in den Krieg zu ziehen? “ Alle anderen Sicherheitsgarantien seien demgegenüber “nichtig, würden keinen Effekt erzielen.”

    Beim französischen Präsidenten Macron stößt er offenbar auf offene Ohren: Der hat gerade seine Absicht bekräftigt, nach einem Waffenstillstand französische und britische Truppen in die Ukraine zu schicken.

    Erstmal nur zu “Rückversicherung”, als Friedenswächter. Aber wer weiß, was danach kommt?

    11 Comments

    1. Niko
      27. November 2025 @ 10:34

      Man hätte es sich viel einfacher mit dem 28-Punkte-Plan machen können, wenn man die Wahrheit gesagt hätte, “WIR WOLLEN KEINEN FRIEDEN”
      Solange diese Kriegstreiber am Ruder sind, bzw. von den Medien auch noch hochgejubelt werden, kann es keinen Frieden geben.

    Antworten

  • Titi
    27. November 2025 @ 09:43

    Alle 100 Jahre wieder vom Militarismus-und Kriegsbegeisterung-Virus befallen zu sein und seine Selbstzerstörung in Kauf nehmen, das wird fortan das Schicksal Europas sein. Außer, man ändert sich grundlegend bis zu den Wurzeln.

    Antworten

  • hg
    27. November 2025 @ 08:57

    Sie wollen s einfach drauf anlegen und.m Vabanque spielen! Wo soll das hinführen, zu unendlichem Leid?!

    Antworten

  • Arthur Dent
    26. November 2025 @ 23:57

    Sind Breedlove, Gady und Rasmussen denn schon im Tarnfleck an der Front – oder führen sie den Krieg doch lieber daheim vom bequemen Sofa aus?
    Und natürlich: zur Hölle mit dem Völkerrecht, wenn es uns im Weg steht!

    Thyssenkrupp wird indisch, Media-Markt chinesisch, Covestro arabisch, Commerzbank italienisch, Deutsche Bank gehört Blackrock und den Kataris, Daimler gehört Blackrock und den Kuwaitis – da bleibt ja schon in Deutschland nicht mehr viel zu verteidigen. Also für mich…

    Antworten

  • KK
    26. November 2025 @ 19:25

    „Beim französischen Präsidenten Macron stößt er offenbar auf offene Ohren: Der hat gerade seine Absicht bekräftigt, nach einem Waffenstillstand französische und britische Truppen in die Ukraine zu schicken.“

    Seit wann schickt ein französischer Präsident britische Truppen irgendwo hin?

    Antworten

    • Eric Bonse
      26. November 2025 @ 20:21

      Fair enough. Aber Macron “führt” die “Willigen” gemeinsam mit dem britischen Premier Starmer, und beide wollen Truppen schicken.

      Antworten

  • Michael
    26. November 2025 @ 19:23

    Gibt es schon Evakuierungspläne für Berlin, Paris, London, etc.!?

    Antworten

    • jjkoeln
      27. November 2025 @ 09:49

      Wie willst Du in 5 Minuten evakuieren?
      Das ist in etwa die Flugzeit einer Mittelstreckenrakete.

      Antworten

      • Niko
        27. November 2025 @ 10:38

        vielleicht schafft es Merz noch mit seinem Jet rechtzeitig abzuhauen. Er hat ja auch genügend Kohle um irgendwo auf der Welt gut leben zu können.

      • Michael
        27. November 2025 @ 13:01

        Eben darauf wollte ich hinaus … ! Quasi ne rhetorische Frage!

  • Erneuerung
    26. November 2025 @ 17:31

    Sie werden Geschichte schreiben für die absichtliche Herbeiführung des 3. Weltkrieges, der Europa, und nur Europa, vollständig zerstören wird.
    3 Chancen auf Frieden wurden torpediert, die Amis können sich hinstellen und sagen, sie hätten es versucht. Die Europäer versuchen gar nichts, sondern unterstützen unweigerlich und mit eigener Zerstörung das Faschistenregime in Kiew, also sind sie selbst Faschisten, die ganz tief in der Korruption mit drin stecken. Die Welt wird nach der Zerstörung Europas eine andere sein. Eine Saalrunde bitte an die im Artikel genannten sowie alle ihnen nahestehenden Personen, die, wie es Vance gesagt hat, an Realitätsverweigerung leiden.


  • Info: https://lostineu.eu/ukraine-hardliner-fordern-europaeische-kampf-truppen/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.





    Weiteres: 





    Europas diplomatischer Blitzkrieg: Der Frieden kann warten


    lostineu.eu, vom 26. November 2025

    Donald Trump hatte es eilig. Bis zum Thanksgiving müsse Präsident Selenskyj in den mit Russland vereinbarten Friedensplan einwilligen, sonst würde er der Ukraine die amerikanische Unterstützung entziehen. Das Blutvergießen müsse ein Ende haben, forderte Trump.

    Doch er hat die Rechnung ohne die EUropäer gemacht. In einer diplomatischen Anstrengung ohnegleichen setzten sie – noch dazu von Afrika aus – alle Hebel in Bewegung, um Trumps 28-Punkte-Plan zu korrigieren und zu revidieren. Das Ergebnis: Ein schneller Frieden ist nicht mehr in Sicht.

    „Frieden in der Ukraine gibt es nicht über Nacht“, sagte Kanzler Merz nach einem EU-Sondergipfel zum Ukraine-Krieg in Angolas Hauptstadt Luanda. Man habe den Text erfolgreich überarbeitet und die von Trump gesetzte Deadline aufgeschoben. Der Frieden kann und soll warten.

    Das ist in mehrerer Hinsicht bemerkenswert. Zum einen scheint es Merz nicht zu stören, daß sich die militärische, politische und finanzielle Lage in der Ukraine täglich verschlechtert. Dem Land steht der bisher härteste Kriegs-Winter bevor, im Frühjahr droht die Pleite. Doch Eile scheint nicht geboten.

    Eilig haben es die EUropäer offenbar nur, wenn es darum gilt, Trump “im Boot” zu halten und die eigenen Ansprüche zu verteidigen. Dann kann alles ganz schnell gehen, dann spricht man sogar wieder die Sprache der Diplomatie. Die EU kann “es” also noch – aber nur, wenn es ans Eingemachte geht.

    Und was sind nun die Essentials? Folgt man den Erklärungen der letzten Tage, so kämpft die EU nicht nur um die territoriale Integrität der Ukraine und deren “Recht” auf einen Nato-Beitritt, was angesichts der Vorgeschichte (Kosovo-Krieg, Streit um die Nato-Osterweiterung) bizarr anmutet.

    Laut “Euronews” haben die EUropäer auch für die 200 Mrd. Euro schweren russischen Assets und “ihre” Sanktionen gestritten. Sie wollen die Kontrolle behalten. Verständlich – denn das ist die einzige Verhandlungsmasse, die sie in mögliche Gespräche einbringen können.

    Allerdings hat die EU nicht etwa angeboten, selbst in Verhandlungen mit Russland einzutreten.

    Weiterlesen hier (Paywall). Siehe auch “Warum Kallas keinen Frieden will”

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    3 Comments

    1. Der Skeptiker
      27. November 2025 @ 10:07

      Unsere Politiker führen vorsätzlich eine Katastrophe für die europäische Bevölkerung herbei. Diese Katastrophe ist finanzieller Art, kann aber auch in einen Weltkrieg führen, indem zumindest von Deutschland nichts übrig bleibt. Die innenpolitischen Probleme werden vom “Außenkanzler” bewusst ignoriert. VdL, Scholz, Habeck und er haben die deutsche Wirtschaft in Grund und Boden gerichtet. Es ist an der Zeit, die, die durch die Wirtschaftskrise ihre Jobs verlieren, in Arbeit zu bringen und nicht dafür zu sorgen, dass Rentner ihnen die verbleibenden Jobs wegnehmen. Wir brauchen russisches Gas um überleben zu können. Als wäre eine Abhängigkeit von den USA besser. Von wegen, wenn jemand die Abhängigkeit ausnutzt, dann sind es die USA. Eine Rückkehr der Neocons ändert wirtschaftlich gar nichts. Es werden nur neue Kriege angefangen, um die amerikanische Hegemonie, die nicht haltbar ist, zu halten. Der Westen hat den Krieg in der Ukraine verloren. Wir werden dafür gemolken. Es reicht!

    Antworten

  • Arthur Dent
    27. November 2025 @ 09:02

    Es stört ja auch niemanden, dass die politische und finanzielle Lage in Deutschland täglich bröckelt.

    Antworten

  • Erneuerung
    26. November 2025 @ 19:44

    Die Taktik der Europäer ist so klar wie deren Scheitern. Man spekuliert auf eine Machtübernahme der Nuland-Partei und versucht solange irgendwie durchzuhalten. Es wird scheitern, und zwar mit jeder absichtlichen Verlängerung heftiger für Europa. Mir tun unsere Kinder und Enkel leid, aber wir können nichts mehr tun. Es wird in 10 Jahren ein anderes Europa geben, mit mehr oder weniger Zivilisation.


  • Info: https://lostineu.eu/europas-diplomatischer-blitzkrieg-der-frieden-kann-warten/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


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    27.11.2025

    Nachrichten von Pressenza: Neuer EU-Haushalt forciert Aufrüstung: 800 Organisationen fordern Ablehnung im EU-Parlament

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 27. November 2025, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 27.11.2025


    Neuer EU-Haushalt forciert Aufrüstung: 800 Organisationen fordern Ablehnung im EU-Parlament


    Pressemitteilung vom 25.11.2025 Attac und Versöhnungsbund: „Wir brauchen Sicherheit, die den Menschen dient – nicht den Rüstungskonzernen.“ Der Europäische Rat und das EU-Parlament präsentieren heute den EU-Haushalt 2026. Darin sind erneut massive Aufstockungen der Militärausgaben vorgesehen. Sie sollen auf 2,8 Milliarden Euro&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/11/neuer-eu-haushalt-forciert-aufruestung-800-organisationen-fordern-ablehnung-im-eu-parlament/


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    Die humanitäre Krise in Somalia verschärft sich – Dürre trifft Millionen


    Seit Langem angekündigt, nun bittere Realität: Die humanitäre Krise infolge der anhaltenden Dürre in Somalia spitzt sich weiter zu – und die internationale Gemeinschaft reagiert bislang weitgehend gleichgültig. In der vergangenen Woche hat die somalische Regierung den nationalen Notstand ausgerufen.&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/11/die-humanitaere-krise-in-somalia-verschaerft-sich-duerre-trifft-millionen/


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    Merci, liebe Reiche, merci, dass ihr bleibt und uns beschenkt


    Man kann zur Erbschaftssteuer stehen, wie man will. Aber die «Tagi»-Chefredaktorin hat da etwas nicht begriffen. Marco Diener   für die Online-Zeitung INFOsperber Meine Frau und ich haben dieses Jahr rund 20’000 Franken verschenkt. Das Geld ging grösstenteils an den&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/11/merci-liebe-reiche-merci-dass-ihr-bleibt-und-uns-beschenkt/


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    Das Recht auf Leben – und wie es uns geraubt wird


    Bevor ich auf das Thema eingehe, möchte ich mit einer tiefen und kontroversen Frage beginnen: Ist das Recht auf Leben heilig? von Münker Odabaşı Ich nehme an, Sie würden „ja“ sagen. Die meisten Menschen wissen oder glauben, dass das Recht&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/11/das-recht-auf-leben-und-wie-es-uns-geraubt-wird/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    26.11.2025

    Schlagzeile






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    26.11.2025

    Schlagzeile






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    26.11.2025

    Neues vom Wirtschaftskrieg (284) – Russlands Ölexporte brechen ein

    lostineu.eu, 26. November 2025

    US-Finanzminister Bessent kritisiert EU-Sanktionen – “sie haben versagt”. Der Ölpreisdeckel ist tot, sagt ein Insider. Und Russlands Ölexporte brechen ein, die US-Sanktionen zeigen Wirkung.

    • Russlands Ölexporte brechen ein. Seit die USA im Oktober Rosneft und Lukoil – Russlands zwei größte Ölkonzerne – auf die Sanktionsliste setzten, bricht der Export von Erdöl auf dem Seeweg ein. Wie Bloomberg berichtet, sanken die Lieferungen bereits seit fünf Wochen. Seit Mitte Oktober sollen es immerhin 530.000 Barrel pro Tag weniger sein. (…) Der Preis für russisches Rohöl der Sorte Ural aus dem Baltikum fiel auf nur noch 46,37 US-Dollar pro Barrel. Gleichzeitig mussten Exporteure indischen Raffinerien Angebote machen, die so günstig waren wie seit mindestens zwei Jahren nicht mehr. (telepolis) – US-Präsident Trump hat offenbar einen für Russland schmerzhaften Hebel gefunden. Er beschneidet Russlands Einnahmen aus dem Ölgeschäft und sichert den US-Multis neue lukrative Geschäfte. Die Folge: Russland klammert sich noch mehr an China…
    • Der Ölpreisdeckel ist tot. If the EU, UK and the US are serious about curtailing Russian revenue, it’s time they drop the Oil Price Cap. What was conceived as a mechanism to constrict Russia’s war funds has been superseded by more compelling measures – such as the US sanctions against Lukoil and Rosneft. Rather than relying on half-measures like the OPC, Ukraine’s allies should simply ban G7 services for Russian oil. (Euractiv)


    Wenn es der EU, Großbritannien und den USA ernst damit ist, die Einnahmen Russlands zu schmälern, ist es an der Zeit, dass sie die Ölpreisobergrenze aufheben. Was als Mechanismus zur Einschränkung der Kriegsfinanzierung Russlands konzipiert wurde, ist inzwischen durch wirksamere Maßnahmen ersetzt worden – wie beispielsweise die US-Sanktionen gegen Lukoil und Rosneft. Anstatt sich auf halbherzige Maßnahmen wie die OPC zu verlassen, sollten die Verbündeten der Ukraine einfach G7-Dienstleistungen für russisches Öl verbieten. (Euractiv)
    Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)


     – Die EU würde das nie eingestehen, denn dann müßte sie ja auch ihre Maßnahmen gegen die Schattenflotte für gescheitert erklären. Diese Maßnahmen wurden im letzten Sanktionspaket erneut verschärft. Sie werden gebraucht, um die Ostsee zu überwachen – übrigens auch von der Nato…
    • US-Finanzminister kritisiert EU-Sanktionen. In einem Interview mit NBC News sprach US-Finanzminister Scott Bessent über die aktuelle wirtschaftliche Lage der Vereinigten Staaten, den Ukraine-Krieg und die Sanktionen der EU, die er als Fehlentscheidung bezeichnete. „Die Europäer sagen mir: ‚Oh, wir machen unser 19. Sanktionspaket.‘ In meinen Augen, wenn man es schon 19-mal macht, hat man versagt“, erklärte Bessent. Stattdessen lobte er Trumps Wirtschaftssanktionspaket gegen Indien, das russisches Öl ins Visier nahm. (Berliner Zeitung) – Bessent wurde in Brüssel nicht erhört: Die EU plant schon das 20. Sanktionspaket – die EU-Kommission glaubt, dass sie so “den Druck erhöht”…

    Mehr zum Wirtschaftskrieg hier

    5 Comments

    1. Arthur Dent
      26. November 2025 @ 13:06

      Es ist noch nicht lange her, da kauften die Amis selbst russisches Öl. Naja, die haben ja noch Venezuela als Reserve.
      In Europa kann ja überall mit Strom fahren, wenn man will.
      Ohne Erdöl gibt’s auch keine Kunststoffe – unverzichtbar z.B. in der modernen Medizin.
      Da wird demnächst wieder gejammert werden in der EU.
      Dann wird man wieder versuchen, eigene Lieferketten aufzubauen…
      Aber nur mit dem Mund.

    Antworten

    • KK
      26. November 2025 @ 16:29

      Frei nach Marie-Antoinette:
      Wer kein Erdöl hat, soll halt mit Frittenfett fahren ????

      Antworten

  • Erneuerung
    26. November 2025 @ 11:34

    Wer 20 Sanktionspakete erlässt und fetstellen muss, dass die vorrangig die eigene Wirtschaft schädigen, der sollte nochmal zur Schule gehen, Mathematik 1. Klasse. Natürlich schadet es Russland, wenn es sein Öl nicht verkaufen kann, aber es schadet auch den Wertewesten, und wie es scheint, deutlich mehr, zumindest wenn man den Frontverlauf und die westlichen Wirtschaften betrachtet, incl. Staatsverschuldung,….

    Antworten

  • Monika
    26. November 2025 @ 11:13

    Trump, Bessent und Co. verfahren ganz nach dem Motto: Nicht lieben, sondern fürchten sollen sie uns… HoHoHo.
    Da kommt Krampus Trump mit der Zollrute und züchtigt weltweit alle “bösen Buben”. Den braven Uschis bringt er vergiftete Geschenke und am Ende des Jahres stehen allein die US-Multis in verstrahlter Schönheit auf dem Börsenparkett….Was für eine liebenswerte Jahresendzeit-Tradition.
    All die soft power,die sich die USA nach dem Krieg in Europa aufgebaut haben, werfen sie gerade mit beiden Händen und in hohem Bogen mit größter Begeisterung an sich selbst in den Dreck. Sie fühlen sich so dermaßen “sicher” in ihren Kostümen, dass eine Entzauberung ihrer Rollen für sie einfach unvorstellbar ist. Dass desillusionierte Untertanen zwar noch eine zeitlang unter Kuratel gehalten werden können, aber nie wieder “richtig funktionieren”, das entgeht ihnen in ihrer Selbstüberschätzung.

    Antworten

  • Helmut Höft
    26. November 2025 @ 10:16

    Okay, okay, der Reihe nach:
    1. Botschaft an die €U: „Sanktioniert mal schön“ – wir halten uns erstmal weitgehend raus, es geht ja gegen euch(!)
    2. Uiui, Russland ist ein währungssouveräner Staat, hat alles und zahlt alles im Inland mit Rubel (wer hätte das gedacht – das bisschen Chips, die der Iwan braucht gibt’s beim Dealer umme Ecke)
    3. Jetzt wird’s dem Obernarziss dann doch zu bunt (nicht vergessen, er ist [ziemlich] sicher in Putins Hand, Tapes, Files, Dokumente …), zagthaft geht er jetzt vor: Einerseits Lukoil & Rosneft – und Indien, die können sich schlecht wehren – und andererseits: „Schau, Wladimir, isser nicht schön, mein maßgeschneiderter Friedensplan für dich?“ Wer wettet 50 €urocent auf Trumps Frieden?

    Schlussfrage (für einen Freund): Führt Russland tatsächlich Krieg gegen die Ukraine mit USD? Das hat nix mit MMT zu tun, das hat Michał Kalecki schon in den 1940-igern dieser vorweggenommen! Beispiel: https://de.wikipedia.org/wiki/Micha%C5%82_Kalecki#Wege_zur_Vollbesch%C3%A4ftigung

    c.c.: Der Böse muss ignoriert werden – schickt die Bösen nach Hause, sofort! Diese €U ist aufzulösen und durch eine republikanische EU zu ersetzen! Die Folgen sind vom Bürger zu tragen, so oder so!



  • Info: https://lostineu.eu/neues-vom-wirtschaftskrieg-284-russlands-oelexporte-brechen-ein/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    “Ehe für alle” soll EU-weit gelten – auch da, wo sie nicht gilt


    lostineu.eu, vom 25. November 2025

    Die “Ehe für alle” – also auch für Homosexuelle – gibt es längst nicht in allen EU-Staaten. Dennoch soll sie überall gelten. Das entschied der EuGH in Luxemburg. Ein EU-Staat müsse die Ehe zweier gleichgeschlechtlicher EU-Bürger anerkennen, wenn diese ihre Ehe rechtmäßig in einem anderen EU-Land geschlossen haben, so die Richter. Es ging um den Fall zweier polnischer Männer, die in Deutschland geheiratet hatten und ihre Ehe anschließend in Polen registrieren lassen wollten. Die polnischen Behörden lehnten dies ab, weil dort Ehen zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren nicht erlaubt sind. Doch das ist nun egal – offenbar genügt schon ein Land, damit die “Ehe für alle” EU-weit gilt. – Wenn das Schule macht, können alle nationalen Regeln ausgehebelt werden, nun auch im bürgerlichen Recht…

    P.S. Dieses Urteil könnte auch den Hochzeits-Tourismus ankurbeln – vielleicht wollen noch mehr Osteuropäer in Deutschland heiraten (während die Deutschen immer weniger heiraten)?

    ????????high court ruled today EU countries must recognise same-sex marriages conducted by other member states in their national law.

    Big implications to the ruling, which could mean that gay people living in Eastern EU simply need to have a ceremony in the west to be married at home. pic.twitter.com/jmZfJFaZCu

    — Dave Keating (@DaveKeating) November 25, 2025

    13 Comments

    1. Txaman
      27. November 2025 @ 17:48

      Die Ehe ist nicht für jeden der richtige Weg – und das ist völlig in Ordnung. Andere wiederum träumen ihr ganzes Leben davon, diesem besonderen Menschen das Jawort zu geben. Und genau dann sollte allein eines zählen: dass zwei Herzen füreinander schlagen. Wen man letztlich an seiner Seite hat, mit wem man die Trauringe tauscht, spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass es glücklich macht – tief, ehrlich und von ganzem Herzen.

    Antworten

  • KK
    26. November 2025 @ 01:25

    Dann wird es ratsam sein, in den Ländern, in denen solche Hochzeiten geschlossen werden können, schon mal Reis zu bunkern, der könnte knapp werden :-)))

    OK, Erweitern wir das auf ggf. bald irgendwo erlaubte Polygamie, weil vielleicht dort Männer oder Frauen knapp sind – was wäre damit?

    Oder: in manchen EU-Mitgliedsstaaten ist zB das Waffenrecht recht lax – heisst dass, wenn ich dort legal eine Waffe erworben hätte, dürfte ich sie dann in der ganzen EU legal besitzen? Wo fängt das an, wo hört das auf?

    Antworten

    • Eric Bonse
      26. November 2025 @ 10:07

      Die Richter folgen EU-Recht. Entscheidend ist daher, was die EU-Kommission will. Die Richter sorgen dann bei Klagen dafür, dass es überall gilt – selbst wenn es gegen die Sitten und Gebräuche in diversen, z.B. katholischen, EU-Ländern verstößt. Nennt sich “Einheit in Vielfalt” ????

      Antworten

      • Monika
        26. November 2025 @ 10:18

        Grübel … werter Ebo muss es nicht heissen „Vielheitige Einfalt“ ?

      • KK
        26. November 2025 @ 14:25

        @ ebo:
        “Entscheidend ist daher, was die EU-Kommission will. Die Richter sorgen dann bei Klagen dafür, dass es überall gilt”

        Will heissen, dass die EU-Richter eben nicht nur an Recht und Gesetz, sondern in erster Linie an den Willen der Kommission gebunden sind? Ist das noch Rechtstaatlichkeit?

  • Arthur Dent
    25. November 2025 @ 23:56

    Die Zusammenarbeit der Länder innerhalb der EU beruht auf Gleichberechtigung und Freiwilligkeit – lang ist es her. (Kann man schon irgendwo seinen Goldfisch heiraten)?

    Antworten

    • KK
      26. November 2025 @ 01:26

      “Kann man schon irgendwo seinen Goldfisch heiraten”

      Nur, wenn Sie einen Finger am Goldfisch finden, dem sie den Ring anstecken können ????

      Antworten

  • Michael
    25. November 2025 @ 18:13

    Irgendwie habe ich immer öfter das Gefühl die Heteros seien eine kleine Minderheit!? Können nicht Hetero und LGBTQI+ ganz einfach Mainstream sein und damit dieses ewige Geschwätz und Getue aufhören!?

    Antworten

    • Eric Bonse
      25. November 2025 @ 18:52

      Da Problem sind nicht die LGBTQ+, sondern EU-Politiker und Richter, die versuchen, nationales Recht auszuhebeln. In der Slowakei soll das (neue, immer extensiver ausgelegte) EU-Recht sogar die Verfassung ausstechen, in der schlicht und einfach festgehalten ist, daß es Männlein und Weiblein gibt und keine weiteren Geschlechter…

      Antworten

      • Monika
        26. November 2025 @ 10:24

        Aber ts-s-s, ebo, sie dürfen doch nicht die GÖTTER vergessen, die das EU-Recht schafft! Die müssen über jedem geschlechtlichen Gedöns stehen. Die sind als direkte Abkömmlinge des Kapitals selbstredend „neutral“ und damit über jede politische oder gesellschaftliche Polarität erhaben…

      • Helmut Höft
        26. November 2025 @ 10:51

        Ja, das ist das Problem, und schon seit Jahrzehnten: Eine neoliberale Agenda wird von hinten durch die Brust ins Auge vorangetrieben!! ????

  • Erneuerung
    25. November 2025 @ 17:37

    Aus „Deutschland schafft sich ab“ wird „Europa schafft sich ab“, nicht nur in dieser Sache. Selbstverständlich hat jeder Mensch das Recht, sich seinen Lebenspartner auszusuchen, aber eine Ehe ist eine Verbindung zwischen Mann und Frau mit der natürlich gegebenen Option, eigenen Nachwuchs zu zeugen. Aber ja, Nachwuchs wird ja nicht mehr gebraucht, den kann man importieren, da braucht es auch keine Förderung mehr. Dass viele Fachkräfte der Vergangenheit ihre Leistungsfähigkeit in funktionierenden Familien mit Mann, Frau und Kind(ern) erworben haben, spielt keine Rolle mehr. Ohne das Haus einer Familie mit unterschiedlichen Geschlechtern aufwachsende Kinder können sicher genauso leistungsfähig sein, ist die Agenda. Das mag im Einzelfall stimmen, das bewährte Familienbild abschaffen, wie es auch die Medien und Brüssel aktiv tun, halte ich für kontraproduktiv.

    Antworten

    • KK
      26. November 2025 @ 01:32

      Eine Ehe ist vor allem ein Konstrukt mit weitreichenden rechtlichen, gesellschaftlichen und letztlich auch fiskalischen Folgen – warum sollte ein Land darüber nicht selbst bestimmen können, wem es diese Rechte und Pflichten einräumen bzw. zumuten möchte? Wenn man das konsequent weiterstrickt wird sich das letztlich auch auf das Adoptionsrecht in diesen Ländern auswirken müssen.



  • Info: https://lostineu.eu/ehe-fuer-alle-soll-eu-weit-gelten/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    Botenga vs. Glucksmann: Harter Schlagabtausch zur Aufrüstung


    lostineu.eu, vom 25. November 2025

    Das Europaparlament hat über das EU-Rüstungsprogramm EDIP abgestimmt – und “Ja” gesagt. Der Beschluss sieht auch Ausnahmen von den Arbeitszeitregeln für Beschäftigte von Waffenschmieden vor. Deshalb kam es zu einem harten Schlagabtausch.

    Der belgische Abgeordnete M. Botenga von der “Partei der Arbeiter” PTB warf der EU einen frontalen Angriff auf die Arbeiterrechte vor – und wandte sich danach direkt an den französischen Sozialisten R. Glucksmann.

    Glucksmann trage die Maßnahmen mit und verrate damit einmal mehr die Arbeiterklasse, sagte Botenga in einer verbalen Attacke, die an die Wortgefechte zwischen Kommunisten und Sozialisten vor dem 1. Weltkrieg erinnert.

    Nach dem neuen Rüstungsplan, für den Glucksmann der parlamentarische Berichterstatter war, müssten die Beschäftigten in Waffenfabriken mehr als 13 Stunden pro Tag und mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten, so Botenga.

    Dabei sei die Aufrüstung jetzt schon ein “Jackpot” für die Unternehmen und ihre Aktionäre – dank des Krieges um die Ukraine. “Was für ein Verrat, Hand in Hand mit den Rechten”, griff Botenga an französischen Sozialisten an.

    “Warum attackieren Sie die Arbeiter, warum gehen Sie nicht selbst in den Krieg”, schloß er seine Tirade. So etwas habe ich in 20 Jahren in Brüssel noch nicht erlebt…

    P.S. Nicht nur der linksradikale – manche sagen auch: kommunistische – PTB, sondern auch die Gewerkschaften wehren sich gegen den Angriff auf die Arbeitnehmerrechte. Mehr dazu hier

    10 Comments

    1. Monika
      26. November 2025 @ 11:48

      Was ist der eklatante Unterschied zwischen Kommunisten und Sozialisten?
      Die Kommunisten meinen es -zunmindest theoretisch- ernst mit der Vergesellschaftung von Volksvermögen, Boden und Bodenschätzen sowie der Gleichwertigkeit der Menschen. Während der Sozialist immer den “Dritten Weg” sucht und damit die Besserstellung Weniger über die Vielen. Aus “besten Absichten” heraus natürlich und nur “zum Besten” der Unbedarften, die auf Grund ihrer Unbedarftheit eben nicht zu viel Zugriff auf die “gemeinsam” erwirtschafteten Kapitalia haben dürfen.

    Antworten

  • Erneuerung
    26. November 2025 @ 08:43

    Ich bin in der DDR aufgewachsen und Honecker war insgeheim mein Feind, da eine Agenda gegen die Menschen durchgesetzt wurde, was natürlich der größte Fehler war, China macht es anders.
    Ein Satz von Honecker kurz vor seinem Ende allerdings hat sich in mein Gehirn eingebrannt: „Der Sozialismus kommt wieder“.
    Wenn die geistig minderbemittelten Euroführer so weiter machen, geht das schneller, als sie ihr Koksröhrchen weglegen können, denn was bleibt denn noch im Wertewesten erstrebenswert, wenn das Leben nur noch aus Arbeit und Krieg besteht?

    Antworten

  • KK
    26. November 2025 @ 01:37

    „…die an die Wortgefechte zwischen Kommunisten und Sozialisten vor dem 1. Weltkrieg erinnert.“

    Warum sollte es vor dem 3. Weltkrieg anders sein als vor dem 1.?
    Alles wiederholt sich!
    Alles wiederholt sich!

    Antworten

  • Arthur Dent
    25. November 2025 @ 23:49

    Man muss Mörder Mörder nennen und Blutsauger Blutsauger! Kapitalistische Blutsauger und neoliberales Gesindel.
    Ich hab mittlerweile die Hoffnung, dass der Plan, in den die Europäer wieder mit „hineinverhandeln“, gar nicht der eigentliche Plan ist. Der eigentliche Friedensplan wird vielleicht ganz woanders verhandelt. Der andere war nur Beschäftigungstherapie für die kriegstüchtigen Europäer.

    Antworten

  • Thomas Damrau
    25. November 2025 @ 18:51

    Das bestätigt mal wieder meinen (möglicherweise paranoiden) Eindruck, dass die EU Putin insgeheim dankbar ist, dass er mit seiner „völkerrechtswidrigen Vollinvasion der Ukraine” eine Zeitenwende – oder präziser eine Prioritätenwende – herbeigeführt hat.
    (Den Begriff “Vollinvasion” habe ich beim DLF aufgeschnappt, ohne ihn zu verstehen. Hat jemand eine Idee?)

    Seit Februar 2022 wird nicht nur zurückgeschossen. Es entsteht auch Kollateralnutzen:
    — Die hirntote NATO (Macron) weiß wieder, wozu sie gut sein könnte, wenn Trump nicht ständig für Verunsicherung sorgen würde …
    — Lästige Themen, wie Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit oder Wohnungsnot scheinen angesichts des lauernden russischen Bären Petitessen – Themen, für die die EU-Regierungen eh keine Lösung entwickeln wollen und gegen das Finanzkapital auch nicht können.
    — Das (implizit) verhängte Kriegsrecht erlaubt es, einige Schweinereien durchzuziehen, die unter normalen Umständen einen Sturm der Entrüstung entfesselt hätten. Dazu gehören die im Artikel beschriebene Schleifung des Arbeitsrechts, weiterer Sozialabbau, Goodys für die Kumpels in der Rüstungsindustrie etc.
    — Man hat wieder eine Zukunftsvision: Panzer hat PKW.

    Also eine klassische Win-Win-Lose-Situation (Regierung – Aktionäre – Bevölkerung).

    Antworten

    • Helmut Höft
      26. November 2025 @ 10:43

      “Vollinvasion”? Besoffen in die Haustüre fallen? Oder so ähnlich …?

      Apropos “lästige Nebenthemen”, z. B. die Rente nach 2031: Jetzt wissen wir auch, warum die Politniki und die NATO versprechen: “2029 kommt Putin!” danach geht’s dann nur noch um Kriegswaisenrenten, Kriegerwitwenrente, Kriegerversehrtenbrente …

      Soll mal einer sagen, die Politik hätte keine Strategie … Mist, jetzt hab’ ich die Tastatur vollgek

      Antworten

    • Monika
      26. November 2025 @ 11:37

      Lieber Thomas: VOLLinvasion … Das ist gegenüberzustellen der SOFTinvasion, nicht etwa der “TEILinvasion”.
      Während die gemeine Vollinvasion sozusagen eine Operation ohne Betäubung darstellt, ist die Softinvasion wesentlich schonender und gründlicher. Solange die Narkose des intravenösen Geldflusses anhält, spürt der auserkorene Staat das dicke Ende der Invasion noch nicht. Dafür umso bitterer dann die Erkenntnis ganz “klassisch” imperialistisch der “Seele” und des “Herzens” beraubt worden zu sein.

      Antworten

      • Thomas Damrau
        26. November 2025 @ 19:54

        @Monika
        Danke für die Erklärung – klingt schlüssig …

  • Pjotr
    25. November 2025 @ 18:48

    „… warum gehen Sie nicht selbst in den Krieg”
    Das sage ich inzwischen auch allen geschichtsvergessenen Bellizisten.

    Antworten

  • Michael
    25. November 2025 @ 14:48

    Warum nur bin ich in keinster Weise überrascht?



  • Info: https://lostineu.eu/botenga-gegen-glucksmann-harter-schlagabtausch-zur-aufruestung/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    26.11.2025

    Nachrichten von Pressenza: Orange the World: Wenn Städte orange leuchten, um ein Schweigen zu brechen

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 26. November 2025, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 26.11.2025


    Orange the World: Wenn Städte orange leuchten, um ein Schweigen zu brechen


    Zwischen dem 25. November und dem 10. Dezember steht jedes Jahr ein Thema im Zentrum, das oft lieber verdrängt wird: Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Die weltweite Kampagne „Orange the World“ nutzt diese 16 Tage, um dieses Schweigen zu brechen.&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/11/orange-the-world-wenn-staedte-orange-leuchten-um-ein-schweigen-zu-brechen/


     -----------------------


    Das Wettern der Woche: Tango korrupti


    Endlich mal einen Minister verführen? 80.000. Oder nur ein Tête-à-tête mit einer Staatssekretärin im Verteidigungsfall für 50.000? Oder doch alles nur ein großes Missverständnis zwischen Recht und Links? „Dass so einer nicht freiwillig zurücktritt, gehört zum System“, weiss meine Omi&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/11/das-wettern-der-woche-tango-korrupti/


     -----------------------


    „Strukturelle Gewalt braucht strukturelle Lösungen“ – Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen


    Gewalt gegen Frauen und Mädchen hat System. Sie ist fest verwurzelt in unseren Gesellschaftsstrukturen, die auf einer hierarchischen Geschlechterordnung fußen und Gewalt legitimieren. Das Ergebnis: Weltweit sind jeden Tag unzählige Frauen und Mädchen von geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen. Die alle zehn Minuten&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/11/strukturelle-gewalt-braucht-strukturelle-loesungen-internationaler-tag-gegen-gewalt-an-frauen-und-maedchen/


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    Wiederaufnahme deutscher Waffenexporte – nur wenige Tage nach Klageabweisung von Palästinensern durch Verwaltungsgericht Berlin wegen angeblich fehlender Wiederholungsgefahr


    Nur fünf Tage nach der Abweisung ihrer Klage gegen deutsche Waffenexporte nach Israel sehen sich vier Kläger aus Gaza erneut mit einer politischen Entscheidung konfrontiert, die ihr Leben unmittelbar bedroht: Die Bundesregierung kündigte gestern an, den im August teilweise verhängten&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/11/wiederaufnahme-deutscher-waffenexporte-nur-wenige-tage-nach-klageabweisung-von-palaestinensern-durch-verwaltungsgericht-berlin-wegen-angeblich-fehlender-wiederholungsgefahr/


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    Widerstand auf Zelluloid: Das 4. Uranium Film Festival in der Navajo Nation


    Die vierte Ausgabe des International Uranium Film Festivals (IUFF) in Window Rock im Navajo Nation Museum wurde durch die Anwesenheit der Filmschaffenden Shonie De La Rosa, Ella Warnick, Guy Morgan, Jeff Gipe und Lynda Williams, der Produzentin Sunny Dooley sowie&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/11/widerstand-auf-zelluloid-das-4-uranium-film-festival-in-der-navajo-nation/


     -----------------------


    Streit um den 28-Punkte-Plan


    Deutschland, Frankreich und Großbritannien suchen in Verhandlungen mit den USA in Genf zentrale Elemente des 28-Punkte-Plans für einen Waffenstillstand zu verändern – im Interesse nicht zuletzt ihrer Rüstungsindustrie. Deutschland, Frankreich und Großbritannien suchen in Verhandlungen mit den USA in Genf&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/11/streit-um-den-28-punkte-plan/


     -----------------------


    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    26.11.2025

    Eingefrorene russische Assets
    Wie sich Europa im Ukraine-Krieg alle Optionen offen hält

    makronom.de, vom 25. November 2025, ALEXANDER KOROLEV,  Europa

    Die EU kommt bei der Entscheidung über die Verwendung eingefrorener russischer Vermögenswerte nicht voran. Der Grund dafür dürfte nicht nur reine Unentschlossenheit sein – sondern ein strategisches Kalkül.


    Bild: Max Kukurudziak via Unsplash


    Während Russland seine zermürbende Offensive fortsetzt und sich die Ukraine auf einen weiteren Kriegswinter vorbereitet, bleibt die Europäische Union bei einer scheinbar einfachen Entscheidung gelähmt: Soll sie 140 Milliarden Euro an eingefrorenen russischen Vermögenswerten zur Unterstützung Kiews einsetzen?

    Offiziell geht es bei der Verzögerung um juristische Bedenken und finanzielle Haftung. Aber unter der Oberfläche kommt eine unangenehmere Wahrheit zum Vorschein: Einige EU-Staats- und Regierungschefs glauben wohl nicht mehr daran, dass die Ukraine den Krieg gewinnen kann.

    Hier geht es nicht um öffentliche Rhetorik. Die meisten europäischen Staatschefs bekräftigen nach wie vor ihre Unterstützung für die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine. Betrachtet man jedoch das strategische Verhalten – insbesondere das Zögern, risikoreiche Finanzinstrumente einzusetzen, wie beispielsweise die Verwendung der eingefrorenen Vermögenswerte Russlands in Europa –, so lassen sich Anzeichen für eine realistische Neukalibrierung erkennen. Die Debatte über die eingefrorenen russischen Assets ist zu einem Lackmustest für das Vertrauen der EU in die langfristige Überlebensfähigkeit der Ukraine geworden.

    Welche Bedenken werden vorgebracht?

    Belgien hält den Großteil der eingefrorenen Vermögenswerte Russlands in Höhe von etwa 210 Milliarden Euro in einem Finanzinstitut namens Euroclear. Die EU-Finanzminister haben darüber diskutiert, diese Vermögenswerte als Darlehen an die Ukraine zu verwenden, das nur zurückgezahlt werden müsste, wenn Russland nach dem Krieg Reparationen leisten würde.

    Die belgische Regierung besteht auf rechtlichen Garantien, bevor die Gelder freigegeben werden. Es fordert außerdem eine kollektive Haftungsschutzklausel von anderen EU-Staaten und begründet dies mit Russlands Klagen  und finanziellen Risiken. Es gibt auch ein Reputationsrisiko, wenn andere Länder wie China oder Indien beginnen, europäische Banken nicht mehr als zuverlässigen Ort für die Geldanlage anzusehen.

    Parallel dazu hat der slowakische Ministerpräsident Robert Fico die Militärhilfe für die Ukraine ausgesetzt und erklärt, das Ziel seines Landes sei nicht die Niederlage Russlands, sondern „die schnellstmögliche Beendigung des Krieges“.  Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán ging noch weiter und sagte, die Ukraine könne „auf dem Schlachtfeld nicht gewinnen“.

    Obwohl Fico und Orbán pro-russischer sind als andere EU-Staats- und Regierungschefs, spiegeln sie eine wachsende Unterströmung realistischen strategischen Denkens innerhalb der Union wider. Selbst unter den Staaten, die eine größere Unterstützung leisten, wächst die Skepsis. Frankreich und Deutschland unterstützen die Ukraine weiterhin, legen jedoch zunehmend Wert auf Diplomatie und „realistische Erwartungen“. Und während Polen und die baltischen Staaten die Verwendung der eingefrorenen russischen Vermögenswerte am lautesten befürworten, haben Deutschland, Frankreich und Italien eine vorsichtigere Haltung eingenommen oder von der Ukraine verlangt, sich zur Verwendung der Vermögenswerte für den Kauf europäischer Waffen zu verpflichten – eine Forderung, gegen die sich Kiew wehrt.

    Auch strategische Positionierungen finden statt

    Es ist unvermeidlich, dass die Verwendung der eingefrorenen Vermögenswerte nicht nur finanzieller Natur ist – es ist auch eine geopolitische Wette. Sie jetzt einzusetzen bedeutet, auf den Sieg der Ukraine zu setzen. Eine Verzögerung bedeutet, sich Flexibilität zu bewahren, falls Russland sich durchsetzt oder der Krieg in einer Pattsituation endet.

    Im Jahr 2022 wurde die Unterstützung der Ukraine als moralischer Imperativ dargestellt. Ende 2025 sehen einige darin nun eine strategische Belastung. Wie immer in der internationalen Politik weichen moralische Bestrebungen strategischen Erfordernissen, wenn es geopolitisch darauf ankommt. Angesichts der zunehmenden europäischen Kriegsmüdigkeit fragen sich viele Ukrainer, ob Europa sich noch für sie interessiert.

    Diese Sorgen werden durch die Verschiebung des Kriegsschauplatzes noch verstärkt: Die wichtige Transitstadt Pokrowsk im Osten der Ukraine wird belagert, und russische Truppen rücken in Huljajpole im Süden vor. Die Energieinfrastruktur der Ukraine wird durch russische Drohnenangriffe systematisch zerstört.

    Dies erklärt auch die Zurückhaltung der EU-Staats- und Regierungschefs hinsichtlich der Freigabe eingefrorener russischer Vermögenswerte. Abgesehen von rechtlichen Bedenken werden zunehmend Fragen zum weiteren Verlauf des Krieges laut. Könnte die EU Milliarden Euro für eine aussichtslose Sache riskieren und gleichzeitig ihren Einfluss in den Nachkriegsverhandlungen verlieren?

    Aus geopolitischer Sicht ist die wachsende Kluft zwischen Ethik und zwischenstaatlichen Beziehungen weder neu noch überraschend: Staaten handeln in ihrem Eigeninteresse, und nicht im Dienste von Idealen. Die eingefrorenen Vermögenswerte werden nicht als Hilfe, sondern als Verhandlungsmasse behandelt – sie sollen nur dann eingesetzt werden, wenn die Ukraine die Lage auf dem Schlachtfeld stabilisiert oder wenn Russland zu Zugeständnissen gedrängt werden kann.

    Durch die Verzögerung einer Entscheidung über die eingefrorenen Vermögenswerte behält sich die EU Optionen offen. Wenn die Ukraine wieder Boden gutmacht, können die Vermögenswerte mit einer stärkeren Rechtfertigung eingesetzt werden. Wenn Russland letztendlich die Oberhand gewinnt, vermeidet die EU, als Architekt einer gescheiterten finanziellen Intervention angesehen zu gelten.

    Diese Zweideutigkeit ist keine Unentschlossenheit, sondern eine strategische Haltung. Die EU sichert sich ab und bereitet sich still und leise auf verschiedene Szenarien vor. Je länger der Krieg dauert, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Einheit bröckelt und Realismus den Idealismus verdrängt.

    Keine perfekten Lösungen

    Eine endgültige Entscheidung über die Vermögenswerte wird für Dezember erwartet. Aber selbst wenn eine Verwendung genehmigt würde, könnten die Mittel in vorsichtigen Tranchen ausgezahlt werden, abhängig von den Entwicklungen auf dem Schlachtfeld und der politischen Lage, wodurch die Ukraine in die gnadenlose Kalkulation der Großmachtkonkurrenz zwischen Russland und dem Westen eingebunden würde. Die EU lässt die Ukraine nicht im Stich, sondern passt ihr Risikoengagement neu an. Diese Neukalibrierung basiert auf strategischen Zweifeln, da die EU-Staats- und Regierungschefs nicht mehr sicher sind, dass die Ukraine gewinnen kann – auch wenn sie dies nicht laut sagen. Dies gilt insbesondere, nachdem die USA ihren Plan zur Beendigung des Krieges vorgestellt haben.

    Letztendlich bleiben die Aussichten für die Ukraine düster, unabhängig davon, ob die Vermögenswerte eingesetzt werden oder nicht, es sei denn, Russland und der Westen finden einen Weg, ihre Nullsummenrivalität in der Region zu deeskalieren. Eine künftige Einigung wird wahrscheinlich nicht optimal sein und die Ukrainer enttäuschen. Die aktuelle Herausforderung besteht jedoch nicht darin, perfekte Ergebnisse anzustreben, denn diese gibt es nicht mehr. Sondern unter allen unvollkommenen Optionen den Weg zu wählen, der den geringsten Schaden verursacht, um den Krieg zu beenden.

     

    Zum Autor:

    Alexander Korolev ist Senior Lecturer in Politics and International Relations an der UNSW Sydney.

    Hinweis:
    The Conversation
    Dieser Artikel wurde zuerst von The Conversation in englischer Sprache veröffentlicht und von der Makronom-Redaktion unter Zustimmung von The Conversation und des Autors ins Deutsche übersetzt.



    Info: https://makronom.de/wie-sich-europa-still-und-leise-im-ukraine-krieg-absichert-50263?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=wie-sich-europa-still-und-leise-im-ukraine-krieg-absichert


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


    unser weiterer Kommentar: Darauf zu warten, dass "das weiche Wasser den Stein bricht", ist eher geologisches als politisches Denken. Dennoch wird Diplomatie beidem eher gerecht als Kriegswirtschaft, die gemeinsame Zeitfenster verschließen und zerstören kann. 

    Während Investitionen in Kriegswirtschaft vergleichsweise Strohfeuer und keine Ausgaben für die Zukunft sind.

    Und hierfür jährlich bald ein ein Drittel des Bundeshaushaltes und bald ein Zehntel nur allein für Zinszahlungen ausgeben?  Bitte addiert Rüstungsausgaben und Kapitaldienste, wobei auch die angemessene Schuldentilgung dazugehört.


    Konkrete Klimawandelprobleme, Demogafieprobleme, Bildungsmisere, weitergeführte Stellvertreterkriege,  Ausverkauf unserer Real- an die intern. Finanzwirtschaft seit Jahrzehnten, sämtliche Kapitaldienste und weiteres, das alles soll unsere Volkswirtschaft künftig stemmen? 


    Wenn jetzt noch Geldklau, wenn auch vorgeblich zweckgebunden, offen legitimiert wird, nähern wir uns weiter dem Faustrecht d. h. der völligen Gesetzlosigkeit an. 


    Zitat: Die belgische Regierung besteht auf rechtlichen Garantien, bevor die Gelder freigegeben werden. (Zitatende) Solche Garantien, auch für eine geopolitische Wette, wären ein Oxymoron!


    Zitat: Durch die Verzögerung einer Entscheidung über die eingefrorenen Vermögenswerte behält sich die EU Optionen offen. (Zitatende) Welch Aberwitz des Wahnsinns wäre eine "Neukalibrierung" und eine "strategische Haltung" durch Technokrat*innen, bereits auf diesem Hintergrund! 


    Auch an Hannah Arendt`s kluges Denken zur "Banalität des Bösen", sei hierbei erinnert.

    mehr lesen
    26.11.2025

    Der Lobito-Korridor   EU-Afrika-Gipfel soll die geschwächte Position Berlins und Brüssels auf dem afrikanischen Kontinent stärken und den Zugriff auf Rohstoffe verbessern. Die EU greift dazu auf eine alte Kolonialbahn aus Südkongo nach Angola zurück.

    german-foreign-policiy.com, 26. November 2025

    LUANDA/BRÜSSEL (Eigener Bericht) – Deutschland und die EU haben sich auf dem EU-Afrika-Gipfel um stärkeren Zugriff auf afrikanische Rohstoffe bemüht. „Wir wollen nicht anderen den Kontinent überlassen“, teilte Bundeskanzler Friedrich Merz anlässlich des siebten Gipfeltreffens beider Seiten seit 2000 mit, das am Dienstag in Angolas Hauptstadt Luanda zu Ende ging. Merz, der sich kürzlich noch abfällig über die nordbrasilianische Metropole Belém geäußert hatte, in die er zur UN-Klimakonferenz COP30 gereist war, war diesmal erkennbar bemüht, seine angolanischen Gastgeber nicht gleichfalls zu beleidigen. Vielmehr erklärte er, die EU solle Afrikas größter Handelspartner „bleiben“. In Wirklichkeit geht der Wirtschaftseinfluss Deutschlands und der EU auf dem Kontinent kontinuierlich zurück. In Angola haben Berlin, Brüssel und Washington vor allem den sogenannten Lobito-Korridor im Visier, einen Transportkorridor, der aus den Rohstoffgebieten des Südkongos bzw. Sambias an Angolas Atlantikküste führt. Dort soll eine aus der Kolonialära stammende Eisenbahn instandgesetzt werden, um insbesondere Kobalt- und Kupfervorräte, die aktuell vor allem von China kontrolliert werden, dem Westen zuzuschlagen.


    Zitat: Im Abstieg

    In der Gesamtbilanz ist der Wirtschaftseinfluss der Staaten Europas auf dem afrikanischen Kontinent in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Zwar liegen die ehemaligen Kolonialmächte beim Bestand an Auslandsinvestitionen in Afrika bis heute vorn, da ihr einst exklusiver kolonialer Einfluss sich bis heute auswirkt. Großbritannien etwa kann auf einen Bestand an Investitionen in Afrika von 58 Milliarden US-Dollar verweisen, Frankreich auf einen Investitionsbestand von 53 Milliarden US-Dollar. Zwischen ihnen liegen die USA (56 Milliarden US-Dollar), hinter ihnen weit abgeschlagen Deutschland (14 Milliarden US-Dollar).[1] China hat in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten rasant aufgeholt, liegt bei einem Investitionsbestand von 42 Milliarden US-Dollar und konnte seine Investitionen im vergangenen Jahr um netto 3,37 Milliarden US-Dollar steigern, während die Vereinigten Staaten ein Nettominus von 2,02 Milliarden US-Dollar hinnehmen mussten.[2] Bei der Abnahme afrikanischer Exporte ist der Durchschnittsanteil der EU von 47,8 Prozent in den 1990er Jahren auf 26,8 Prozent von 2014 bis 2023 gefallen, während der Anteil Asiens von 4,5 Prozent auf 26 Prozent stieg. Bei Afrikas Importen liegt Asien mit einem Anteil von 32,9 Prozent längst vor der EU mit 21 Prozent.[3]


    Kontinentaler Freihandel

    Um den eigenen Geschäftsanteil auf dem afrikanischen Kontinent wieder zu stärken, schlägt BusinessEurope, ein in Brüssel ansässiger Lobbyverband, in dem 42 Wirtschaftsverbände aus 36 Ländern zusammengeschlossen sind, eine Fokussierung auf das gesamtafrikanische Freihandelsabkommen AfCFTA (African Continental Free Trade Area) vor. Dieses wird seit dem 1. Januar 2021 angewandt. Es soll die innerafrikanischen Handelshürden abbauen, um so den kontinentalen Handel zu steigern. Dazu ist außerdem ein Ausbau der Infrastruktur notwendig, die bisher vor allem von den Rohstoffgebieten zu Häfen verlief und Interessen der alten Kolonialmächte bediente. Allerdings ist das Potenzial für eine Ausweitung des Handels immens; Experten verweisen darauf, dass der kontinentale Handel sich in Afrika vor dem Start von AfCFTA auf lediglich 16 Prozent des gesamten Außenhandels belief, während er in Asien 59 Prozent und in Europa sogar 68 Prozent erreichte.[4] Gelänge es, den Freihandel der afrikanischen Staaten untereinander zu steigern, dann winkten auf dem riesigen Markt mit über 1,4 Milliarden Menschen immense Profite, heißt es bei BusinessEurope.[5] Im Hinblick darauf sei es für die EU ratsam, die – noch schleppende – Umsetzung des AfCFTA aktiv zu unterstützen.


    Koloniale Rohstoffplünderung

    Konkret hatte die EU bei dem heute in Luanda zu Ende gehenden Gipfeltreffen mit den Staaten Afrikas freilich vor allem Rohstoffe im Blick – und insbesondere den sogenannten Lobito-Korridor. Bei diesem handelt es sich um einen Verkehrskorridor, der aus den reichen Ressourcengebieten im Süden der Demokratischen Republik Kongo sowie im Nordwesten Sambias in Richtung Westen nach Angola verläuft und bei Lobito an der angolanischen Atlantikküste endet. Die Hafenstadt Lobito wurde gegen Mitte des 19. Jahrhunderts von den portugiesischen Kolonialisten gegründet; sie war mit ihrem Hafen später der Endpunkt einer Eisenbahnverbindung, die Rohstoffe aus dem Südkongo abzutransportieren und sodann zu verschiffen half. Dabei handelte es sich vor allem um Kupfer und später auch Uran aus Kongos Provinz Haut-Katanga, wobei Letzteres meistens in die Vereinigten Staaten geliefert wurde.[6] Die USA nutzten das Uran aus der Mine Shinkolobwe in Haut-Katanga zum Bau ihrer ersten Atombomben. Andere, in Belgien eingelagerte Uranvorräte aus dem Kongo wurden 1940 von den deutschen Besatzern beschlagnahmt, die sie für ihre letztlich erfolglosen Bemühungen zum Bau von Kernwaffen verwendeten.


    Ressourcen für den Westen

    Das neue Interesse am Lobito-Korridor geht auf Bestrebungen der Vereinigten Staaten und der EU zurück, Chinas starke Stellung auf dem afrikanischen Rohstoffsektor zu erschüttern. Im Süden der DR Kongo und im Nordwesten Sambias gilt ihr Interesse nicht nur den dortigen Kupfer-, sondern vor allem auch den Kobaltvorkommen. Laut Berichten stammen gut zwei Drittel des weltweit gehandelten Kobalts aus dem Kongo, wo chinesische Firmen in der Rohstoffförderung sehr aktiv sind. Zudem werden rund 75 Prozent der globalen Kobalt-Aufbereitung in China getätigt. Durch die Instandsetzung der Eisenbahnverbindung nach Lobito soll es möglich werden, Kupfer, Kobalt und andere Rohstoffe nach Westen zu bringen und sie in westlichen Ländern aufbereiten zu lassen. Die USA und die EU haben dazu auf dem G7-Gipfel im September 2023 in New Delhi vereinbart, das Projekt im Rahmen der G7-Initiative Partnership for Global Infrastructure and Investment (PGII) zu fördern. Die EU will es zudem im Rahmen ihrer Global Gateway-Infrastrukturinitiative unterstützen.[7] China hat seinerseits angekündigt, die alte Eisenbahnverbindung aus Sambia an die Küste Tansanias instandsetzen zu wollen – ebenfalls zum Rohstofftransport.[8] Der Bau der Tanzania-Zambia Railway (Tazara) war ab Ende der 1960er Jahre eins der größten Entwicklungsprojekte der Volksrepublik.


    „Kontinent der Chancen“

    Bundeskanzler Friedrich Merz ist bemüht, die Chancen der EU auf dem afrikanischen Kontinent durch eine gewisse Distanzierung von den Vereinigten Staaten zu verbessern. So ließ sich Merz nicht nur mit der lobenden Aussage zitieren, Afrika sei „ein Kontinent der Chancen“, dessen „Potenzial … ganz offensichtlich“ sei; die EU insgesamt sei noch größter Handelspartner Afrikas, und „das wollen wir bleiben“.[9] Bereits am Sonntag hatte er im Anschluss an den G20-Gipfel im südafrikanischen Johannesburg ausdrücklich auf den Boykott des Treffens durch die Vereinigten Staaten verwiesen. Die US-Administration hatte ihre Teilnahme an dem Gipfel abgesagt und bereits dessen Vorbereitung torpediert, um Südafrika damit Schaden zuzufügen. Das gelang nicht; der Gipfel konnte relativ erfolgreich beendet werden. Es sei „keine gute Entscheidung der amerikanischen Regierung“ gewesen, „hier zu fehlen“, erklärte Merz: „Aber das muss die amerikanische Regierung selbst wissen. Für uns war es gut, dass wir hier waren.“[10]


    In den Tod gekürzt

    Ob der Versuch gelingt, Deutschland auf dem afrikanischen Kontinent gegenüber den USA zu profilieren, ist freilich ungewiss. An einer für Afrika ungemein schädlichen Maßnahme der westlichen Staaten – der dramatischen Kürzung der Entwicklungshilfe – beteiligt sich auch die Bundesrepublik, wenngleich nicht ganz so exzessiv wie die USA, die so gut wie ihre gesamte Unterstützung für die Entwicklungsländer eingestampft haben. Allein die Kürzungen der Trump-Administration könnten bis nächstes Jahr 5,7 Millionen Bürger afrikanischer Staaten in extreme Armut stürzen, heißt es in einer Untersuchung des Institute for Security Studies (ISS) aus Südafrika.[11] Das Africa Centre for Disease Control and Prevention aus Addis Abeba wiederum sagt voraus, die Kürzung der westlichen Entwicklungshilfe insgesamt könne dazu führen, dass – durch Krankheiten und Hunger – jährlich zwei bis vier Millionen Afrikaner zusätzlich sterben.[12]

     

    [1] Linda Calabrese: Who holds the biggest foreign investments in Africa? Not China. odi.org 10.07.2025.

    [2] Deborah Brautigam: Has the US Overtaken China in African Investment? chinaafricarealstory.com 17.11.2025. Im Jahr 2023 hatten die US-Investitionen in Afrika diejenigen aus China zum ersten Mal seit mehr als einem Jahrzehnt deutlich übertroffen. Dabei handelte es sich jedoch offenbar um einen Einmaleffekt.

    [3] BusinessEurope outlook on EU-Africa relations. Brussels, September 2025.

    [4] Nelly Nyagah: A five-year review of the AfCFTA through a trade union lens. tradeunionsinafcfta.org 04.07.2025.

    [5] BusinessEurope outlook on EU-Africa relations. Brussels, September 2025.

    [6] Colette Braeckman: Angola-DRC. The ‘Lobito corridor’ at the heart of rivalries between China and the West. afriquexxi.info 25.11.2024.

    [7] Elie Dumas, Alexandra Gerasimcikova: The Lobito Corridor: Europe’s neocolonial vision for plundering Africa. counter-balance.org 03.12.2024.

    [8] Jevans Nyabiage: China to bring Tanzania-Zambia railway back to full speed with US$1 billion boost. scmp.com 03.10.2024.

    [9] Europa und Afrika wollen Partnerschaft vertiefen. zdfheute.de 24.11.2025.

    [10] Thomas Spickhofen: Zufrieden – auch ohne die USA. tagesschau.de 23.11.2025.

    [11] Jakkie Cilliers: Data modelling reveals the heavy toll of USAID cuts on Africa. issafrica.org 28.02.2025.

    [12] Kerry Cullinan: Africa CDC: Aid Cuts Will Result in Millions More African Deaths. healthpolicy-watch.news 20.03.2025.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10214


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    26.11.2025

    Peskow zu geplanten Sicherheitsgarantien: Teilnahme der Europäer wird "irgendwann" nötig sein

    freedert.online, 25 Nov. 2025 20:53 Uhr

    Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, informierte die Journalisten über den aktuellen Stand der Verhandlungen im Ukraine-Konflikt. Aus seiner Sicht beinhaltet der von den USA vorgelegte Plan auch wichtige Vorschläge zur Sicherheit auf dem europäischen Kontinent.


    Peskow zu geplanten Sicherheitsgarantien: Teilnahme der Europäer wird "irgendwann" nötig seinQuelle: Sputnik


    Dmitri Peskow gibt eine Pressekonferenz im Flugzeug, 25. November 2025.


    Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, hat mit den Spekulationen über eine Beteiligung Russlands bei der Ausarbeitung des 28 Punkte umfassenden US-Friedensplans aufgeräumt. Auf die Frage eines Journalisten, ob der Leiter des Russischen Fonds für Direktinvestitionen (RDIF), Kirill Dmitrijew, tatsächlich an dem neuen amerikanischen Dokument mitgearbeitet habe, sagte der Kreml-Sprecher, dass der Friedensplan für die Ukraine ein Entwurf der amerikanischen Seite sei, er sei nicht konkret ausgearbeitet worden. Das Gespräch mit den Journalisten fand am Dienstag im Flugzeug des Präsidenten auf dem Weg nach Kirgisistan statt. 

    Das Dokument habe Russland auf "inoffiziellem Wege" erreicht. Der Kreml erwarte, dass Moskau die in den Verhandlungen mit der Ukraine geänderte Fassung des Entwurfs demnächst von den USA überreicht wird – am besten über offizielle Kanäle. Sonstige Informationen über den Stand der Verhandlungen seien einem "Medienchaos" geschuldet, er wolle sie nicht kommentieren. Ob Russlands Vertreter sich aktuell mit den US-Kollegen in Abu Dhabi träfen, wollte er nicht bestätigen. Gleichzeitig räumte der russische Außenminister Sergei Lawrow ein, dass Russland mit der US-Seite im diplomatischen Austausch sei.


    Liveticker Ukraine-Verhandlungen – Peskow: Forderungen nach Entlassung Witkoffs sind Sabotage





    Liveticker Ukraine-Verhandlungen – Peskow: Forderungen nach Entlassung Witkoffs sind Sabotage





    Peskow bewertete den diskutierten Entwurf des US-Präsidenten positiv, da er im Wesentlichen im "Geiste Anchorages" verfasst sei. Er sehe darin nicht nur ein Dokument zur Beilegung des Ukraine-Konflikts, sondern auch eine Grundlage für Gespräche über die europäische Sicherheitsarchitektur. "Natürlich" sei darin auch vom System der Sicherheit in Europa die Rede. Es sei schwierig, ohne die Teilnahme der Europäer über Sicherheitsgarantieren zu sprechen, "praktisch unmöglich. Zu irgendeinem Zeitpunkt wird das nötig sein", sagte Peskow. Aber substanziell sei im Moment das US-Projekt, "das Projekt von Trump". Es könnte eine gute Grundlage für Verhandlungen sein.

    "Die Zeit wird kommen, und wir werden uns konkret damit befassen", sagte der Pressesprecher. Ähnlich äußerte sich am selben Tag auch der russische Außenminister, Sergei Lawrow. Lawrow erklärte, Moskau habe nur die ursprüngliche 28-Punkte-Version des Plans erhalten, warte aber noch auf eine Version, "die sie als Zwischenversion in der Phase der Abstimmung mit Europa und der Ukraine betrachten." Er deutete an, dass Moskau den gekürzten Plan ablehnen könnte, wenn dieser nicht mehr dem "Geist von Anchorage" entsprechen sollte. Laut Lawrow sei Russland "bereit, konkrete Formulierungen zu diskutieren", aber "wenn der Geist und der Wortlaut von Anchorage in allen wichtigen Vereinbarungen, die festgelegt wurden, entfernt werden, dann wäre das eine grundlegend andere Situation."

    In den westlichen Medien wurde der 28 Punkte umfassende US-Entwurf als "Wunschliste Moskaus" bezeichnet und die Frage nach Beteiligung Russlands an der Ausarbeitung des Dokuments aufgeworfen. Solche und ähnliche Spekulationen nannte Peskow "Bacchanalien" im Informationsraum.

    Vor allem die Punkte zwei bis vier des US-Plans sind für Moskau von besonderer Bedeutung. Sie decken sich im Wesentlichen mit der seitens Russlands immer wieder geäußerten Forderung, die Ursachen des Ukraine-Konflikts zu beseitigen und eine gemeinsame europäische Sicherheitsarchitektur unter Beteiligung Russlands zu schaffen.


    Die Rückkehr der Barbaren: Westeuropas Wille zum ewigen Krieg




    Meinung

    Die Rückkehr der Barbaren: Westeuropas Wille zum ewigen Krieg






    So sollte laut Punkt zwei zwischen Russland, der Ukraine und Europa ein umfassendes Nichtangriffsabkommen geschlossen werden. Gemäß Punkt drei werde Russland nicht in seine Nachbarländer einmarschieren, und die NATO werde nicht weiter expandieren. Auch sollte zwischen Russland und der NATO unter Vermittlung der USA ein Dialog organisiert werden (Punkt vier), um alle Sicherheitsfragen zu klären und Bedingungen für eine Deeskalation, den Ausbau der Möglichkeiten der Zusammenarbeit und die künftige wirtschaftliche Entwicklung zu schaffen.

    Deutschland, Frankreich und Großbritannien hatten sich am Wochenende mit der Ukraine zusammengetan und mit den USA über diesen Plan verhandelt. Bundesaußenminister Wadephul hat die Genfer Ukraine-Gespräche als großen Fortschritt für die Berücksichtigung europäischer Interessen bezeichnet. So seien in den Verhandlungen mit den USA die Sorgen der Europäischen Union und der Ukraine gehört worden, sagte er im Deutschlandfunk. Die USA würden Europa bei einer möglichen Friedenslösung in der Ukraine einbinden.

    Den in den Medien vorgestellten europäischen Plan, der alternativ zum US-Projekt von den Teilnehmern der "Koalition der Willigen" vorgeschlagen wurde, hat Russland bereits abgelehnt. Dazu sagte der Putin-Berater Juri Uschakow am Montag:

    "Es gibt viele andere Pläne, die zirkulieren. Heute Morgen erfuhren wir von dem europäischen Vorschlag, der auf den ersten Blick völlig unkonstruktiv ist und uns nicht zusagt."

    Offenbar liegt der Zeitpunkt, zu dem neben US-Diplomaten auch Vertreter Europas mit Russland direkte Verhandlungen über die Zukunft des Kontinents führen, noch in weiter Ferne. Europa sollte nicht erwarten, dass die Russische Föderation sich mit ihm an den Verhandlungstisch setze, sagte Lawrow in einem Interview für den YouTube-Kanal der Vereinigung "Französisch-Russischer Dialog", das am Dienstag veröffentlicht wurde. Er merkte an, dass "niemand auf die europäische Linie in der Ukrainefrage hört", weil die europäischen Eliten nach wie vor überzeugt seien, dass Russland eine "strategische Niederlage" zugefügt werden müsse. Die europäischen Behörden hätten vor dem Ukraine-Konflikt nur so getan, als seien sie wohlwollend, aber in Wirklichkeit wollten sie Russland immer "Schaden und Unglück" zufügen, sagte Lawrow. 


    Mehr zum Thema - Ursula von der Leyens Bedingungen für Frieden in der Ukraine


    Screenshot_2025_11_26_at_21_15_46_Tschechien_Razzia_deckt_Korruption_bei_Drohnenhandel_mit_Ukraine_auf_RT_DE

    Video https://rumble.com/v727x0s-uschakow-trumps-friedensplan-knnte-grundlage-fr-beilegung-des-konflikts-sei.html Dauer 2:12 Min. 


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/europa/263022-tschechien-razzia-deckt-korruption-bei/


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    25.11.2025

    Screenshot_2025_11_26_at_20_27_16_Europa_will_von_Frieden_nichts_wissen_Land_muss_bereit_sein_seine_Kinder_zu_verlieren_und_Luftwaffe_soll_Siegf_higkeit_mitbringen

    nachdenkseiten.de, 25. November 2025 um 9:00 Kommentar vonMarcus Klöckner

    Die deutsche Luftwaffe muss „Siegfähigkeit“ mitbringen. Das sagte der Luftwaffenchef am Wochenende. In Frankreich meldet sich ein General zu Wort, der meinte: „Das Land muss bereit sein, seine Kinder zu verlieren.“ Und der Spiegel echauffiert sich in einem Leitartikel darüber, dass Trump seinen Friedensplan mit der „Brechstange durchsetzen“ will. Während hinter den Kulissen gerade über Frieden verhandelt wird, fokussiert man in Europa lieber auf Krieg. 


    Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

    Podcast: Play in new window | Download


    „Die Luftwaffe muss für den Verteidigungsfall auf Siegfähigkeit ausgerichtet werden“ – so lautet die Überschrift eines Spiegel-Interviews mit dem neuen Luftwaffeninspekteur Holger Neumann. Veröffentlicht wurde das Interview mit einem Foto, dass den Luftwaffenchef in Uniform vor einem Kampfjet stehend zeigt. Im Hintergrund sind Bäume und ein Haus zu sehen. Das Militär, visuell eingebettet nicht in ein Schlachtfeld, sondern in ein Stück Natur. An dieser Stelle geht das Problem schon los und springt einem förmlich aus der Überschrift in das Gesicht.

    Da ist also die Rede von „Verteidigungsfall“ und von „Siegfähigkeit“.

    Verteidigungsfall? Von welchem Verteidigungsfall ist hier die Rede? Wer soll einen NATO-Staat oder gar Deutschland angreifen? Wäre Journalismus bei einem solchen Interview handlungsleitend: Schon diese Fragen würden alles, was dann an Antworten zu erwarten ist, zum Zusammenstürzen bringen. Doch es geht weiter. Da ist auch von „Siegfähigkeit“ die Rede.

    Siegfähigkeit? Was denn für eine Siegfähigkeit? Wer soll denn „besiegt“ werden?

    Jeder, der das Gerede von der angestrebten deutschen Kriegstüchtigkeit mitbekommen hat, weiß, worum es geht. Natürlich geht es nicht um einen Angriff von Marokko oder darum, im Falle eines Angriffs von Thailand „siegfähig“ zu sein. Die Leinwand, auf der ein solches Interview gezeichnet wird, ist jene Leinwand, auf der auch die Mär vom „gefährlichen“ Russland zu finden ist.

    Allein schon der Ausdruck „Siegfähigkeit“: Da gebraucht ein hochrangiger deutscher Militär einen Begriff, als ginge es um irgendein Spiel, bei dem man eben „verlieren“ oder „gewinnen“ kann. In Anbetracht des unermesslichen Leids, das Kriege mitbringen, „siegt“ bei einem Krieg niemand – auch nicht die deutsche Luftwaffe. Ist es denn von militärischen Verantwortungsträgern wirklich zu viel verlangt – nach all dem, was diese Welt an Kriegen gesehen hat –, zu erkennen, dass eine solche Sprache bereits den Weg in den Abgrund bedingen kann?

    Im Wettlauf um den Feindbildaufbau liefern sich europäische Länder ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Gerade stürmt Frankreich sogar etwas vor.

    Das „Land muss bereit sein, seine Kinder zu verlieren“, sagte gerade der französische Generalstabschef im Hinblick auf einen möglichen Kriegsausbruch. Die Aussage sorgte für Empörung. Richtig so!

    Auch hier wird die Sprache zum Zeugnis einer militärischen Denkweise, die unendlich viel Leid über diesen Planeten gebracht hat. Pathosgeschwängert spricht Fabien Mandon von einem „Land“, das „bereit“ sein müsse, „seine Kinder zu verlieren“.

    Nur: Ein Land kann nichts verlieren. Menschen, Bürger, Mitbürger, die in einem Land leben, die können etwas verlieren – aber gewiss nicht ihre Kinder in einem Krieg, denn in einem Krieg werden keine Kinder „verloren“. Sondern: Auf Befehl der Politik werden im Kriegsfall Söhne und Töchter auf die Schlachtfelder geschickt, um zu kämpfen. Und diese Söhne und Töchter werden dann auf grauenvolle Weise ermordet. In so einem Fall haben Eltern nicht ihre Kinder „verloren“, sondern die Politik hat sie in den Tod geschickt.

    Immerhin: Ein Teil der Bevölkerung und der Oppositionspolitik scheint das begriffen zu haben.

    „Sind 51.000 Gedenkstätten für die Toten der Weltkriege in unseren Kommunen nicht genug?“, fragte etwa der linke Politiker Fabien Roussel in Frankreich. Das ist eine mehr als berechtigte Frage. Leider scheinen zu viele Funktionsträger vergessen zu haben, was es mit den Gedenkstätten für die Toten der Weltkriege auf sich hat.

    Und da ist – mal wieder – auch der Spiegel. Gerade schreibt das Blatt in einem Leitartikel unter der Überschrift „Jetzt soll Europa für Trumps Probleme büßen“, dass der US-Präsident seinen 28 Punkte umfassenden Friedensplan „mit der Brechstange durchsetzen“ möchte.

    Da geht die Zahl der getöteten, verstümmelten und traumatisierten Soldaten längst in die Millionen, und den Spiegel erzürnt es, dass ein Friedensplan mit Nachdruck forciert werden soll?

    Das ist der Geist, der den Ukraine-Krieg, der mit einer echten Friedenspolitik niemals ausgebrochen wäre, erst hat entstehen lassen. In Europa fokussiert man lieber auf Krieg als auf Frieden – natürlich nur um des Friedens willen. Doch nein, so geht kein Frieden.


    Titelbild: The Art of Pics/shutterstock.com


    Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik Audio-Podcast Kampagnen/Tarnworte/Neusprech Medienkritik


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    Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=142589


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    "USA haben sich auf die Seite Putins geschlagen" – Norbert Röttgen über Friedensplan "erschüttert"


    freedert.online, 25 Nov. 2025 16:03 Uhr

    Norbert Röttgen, laut "Zeit"-Redaktion "einer der wichtigsten Transatlantiker", erklärt im Interview seine Ablehnung des US-Friedensplans für die Ukraine. Bei Röttgen wäre noch "die Erschütterung" zu den Inhalten des Papiers zu spüren gewesen. Es sei daher laut dem CDU-Politiker eine "Zeitenwende II" nötig.


    "USA haben sich auf die Seite Putins geschlagen" – Norbert Röttgen über Friedensplan "erschüttert"© Urheberrechtlich geschützt


    Politiker Norbert Röttgen, laut Wahrnehmung der "Zeit"-Redaktion "einer der wichtigsten Transatlantiker in der CDU", hier als Ukraine-Erklärer bei der "ARD"


    Der Politiker Norbert Röttgen, seit Mai 2025 stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag und zuständig für die Bereiche Auswärtiges und Verteidigung, konnte der Zeit-Redaktion ausführlich seinen Unmut über den Friedensplan seitens Washington darlegen. Der Artikel erklärte einleitend, dass der von den USA vorgelegte 28-Punkte-Plan zu einem möglichen Ende des Ukrainekriegs demnach "Schockwellen ausgelöst" habe. Diese seien auch dem langjährigen CDU-Außenpolitiker und Transatlantiker weiterhin anzumerken.

    Einleitend erklärt Röttgen zu seiner persönlichen Wahrnehmung nach Erstbetrachtung des veröffentlichten Plans in den Medien, dass "ganz offensichtlich" sei, dass die vorgestellten 28 Punkte "zwischen Geschäftsleuten, nämlich Kirill Dmitrijew auf der russischen und Steve Witkoff auf der amerikanischen Seite", ausgehandelt wurden. Allein diese Wahrnehmung sei "schon erschütternd genug" gewesen.


    Liveticker Ukraine-Verhandlungen – Peskow: Forderungen nach Entlassung Witkoffs sind Sabotage




    Liveticker Ukraine-Verhandlungen – Peskow: Forderungen nach Entlassung Witkoffs sind Sabotage






    Nach persönlicher Auswertung würde sich daher folgendes Gesamtbild für den stellvertretenden Vorsitzenden der amerikanisch-deutschen Initiative Atlantik-Brücke abzeichnen:

    "Die USA [werden] sich auf die Seite Putins schlagen und sowohl die Souveränität der Ukraine als auch die Sicherheit Europas verkaufen. Die bisherige Annahme von einer transatlantischen Allianz mit und einer Sicherheitsgarantie durch die USA ist damit nicht mehr vereinbar." 

    Deutschland müsse daher seine Außenpolitik nun neu ausrichten, da "wir nicht mehr in der Welt leben, die es bis hierhin gab". Für Röttgen sei nur schwer zu ertragen – "so deutlich muss man das sagen" – dass Washington sich rein im Eigeninteresse nun gegen die EU richtet. Dazu erklärt er:

    "Aber jetzt hat man sich eindeutig russische Forderungen zu eigen gemacht, mit dem Motiv, selbst Kasse zu machen. Die Amerikaner verlangen etwa, dass die in der EU eingefrorenen russischen Milliarden nicht etwa der Verteidigung der Ukraine zugutekommen, sondern in einen Fonds fließen, dessen Gewinne am Ende zur Hälfte an die USA gehen. Noch einmal: Das hätte ich mir nicht vorstellen können." 

    Der CDU-Politiker unterstütze die aktuelle Außenstrategie des Kanzleramts, die Politik von Friedrich Merz "war absolut richtig", um erneut zu betonen und weiter auszuführen:

    "Das muss man so deutlich sagen. Das ist jetzt die zweite Zeitenwende. Die Zeitenwende I war die Rückkehr des Krieges nach Europa durch Russland. Die Zeitenwende II ist die Entscheidung der USA, sich bei Fragen der europäischen Sicherheit auf die Seite des Krieg führenden Diktators zu schlagen."


    Siegesplan statt Friedensplan: Deutschland und EU wollen Verlängerung des Ukraine-Kriegs




    Siegesplan statt Friedensplan: Deutschland und EU wollen Verlängerung des Ukraine-Kriegs






    Das politische Berlin müsse sich daher in der Außenpolitik "grundsätzlich neu orientieren", darum sei jetzt aktuell "wieder politische Führung gefragt, die Bevölkerung mitzunehmen, anders geht es nicht", so der enttäuschte Transatlantiker erläuternd. Dazu erklärt Röttgen:

    "Wir müssen unsere Sicherheit umfassender denken, etwa die Fähigkeiten unserer Geheimdienste ausweiten. Wir können uns die Selbstbeschneidung des Bundesnachrichtendienstes nicht mehr leisten, weil wir uns ja auch da immer nur auf andere, wie zum Beispiel die USA, verlassen. So werden wir erpressbar."

    Der CDU-Politiker sei sich zudem sicher, dass "jede Sicherheitsgarantie für die Ukraine seitens der USA durch das aktuelle amerikanische Verhalten unglaubwürdig geworden ist". Seine Empfehlung samt Mutmaßung lautet wörtlich:

    "Das Land [die Ukraine] muss zum Stachelschwein hochgerüstet werden, so abschreckend daherkommen, dass jeder weitere Angriff für Russland hoffnungslos erscheint. Wir müssen es der Ukraine erlauben, sich so auszurüsten, wie es nötig ist (...) Ich kann mir nicht vorstellen, dass in Putins Kopf in nächster Zeit überhaupt der Gedanke besteht, diesen Krieg zu beenden."

    Für Röttgen zeige der US-Friedensplan, dass durch "das Zerwürfnis, das jetzt zwischen den USA und Europa entstanden ist", sich die politische Gegenwart für den russischen Präsidenten als "ein gigantischer politischer Erfolg" darstellen würde. 

    Diese Realität würde Wladimir Putin "in seinem Kriegskurs noch einmal bestätigen", so das mehrfache Kuratoriumsmitglied, unter anderem bei den Stiftungen Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. und der Denkfabrik European Council on Foreign Relations (ECFR).


    Mehr zum Thema – Ursula von der Leyens Bedingungen für Frieden in der Ukraine


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    Video  https://rumble.com/v7270h2-us-friedensplan-fr-die-ukraine-welche-rolle-spielt-die-eu-in-diesem-verhand.html Dauer 5:37 Min.


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/inland/262980-vor-grossdemo-gegen-afd-in/


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    25.11.2025

    Friedensplan und EU

    aus e-mail von, Doris Pumphrey, 25. November 2025, 18:04 Uhr


    *Die EU ist waffenlos: Der Westen kann den Krieg nicht mehr durchhalten –

    Ray McGovern

    */Siehe Video:/https://www.youtube.com/watch?v=KdANwaP7Nz8



    _RTDE 25.11.2025


    _*Sacharowa kritisiert von der Leyens EU-Bedingungen für Frieden in Ukraine


    *Die offizielle Vertreterin des russischen Außenministeriums, Maria

    Sacharowa, hat die Bedingungen der Europäischen Union für die Erreichung

    des Friedens in der Ukraine, die von der Präsidentin der Europäischen

    Kommission, Ursula von der Leyen, erklärt wurden, massiv kritisiert. Die

    russische Diplomatin äußerte

    <https://t.me/MariaVladimirovnaZakharova/11779> ihre Meinung auf Telegram.


    Am Rande des G20-Gipfels in Südafrika gab von der Leyen am Sonntag eine

    Erklärung zum Friedensabkommen mit der Ukraine ab. Die wichtigsten

    Bedingungen für den Frieden lauteten wie folgt:

    ● "Erstens lassen sich Grenzen nicht mit Gewalt verschieben."

    ● "Zweitens darf es für die Ukraine als souveräne Nation keine

    Beschränkungen für ihre Streitkräfte geben, die das Land künftigen

    Angriffen aussetzen und auch die europäische Sicherheit untergraben würden."

    ● "Drittens muss die zentrale Rolle der EU bei der Sicherung des

    Friedens für die Ukraine vollumfänglich berücksichtigt werden."


    Die Vertreterin des russischen Außenministeriums wies darauf hin, dass

    die Bedingung, dass Grenzen nicht mit Gewalt verändert werden dürften,

    im Kosovo nicht eingehalten worden sei. "Es war der Westen, der Serbiens

    Grenzen gegen den Willen des serbischen Volkes einseitig mit Gewalt

    verändert hat."


    Was den zweiten Punkt zur Unmöglichkeit einer Beschränkung der

    ukrainischen Armee betrifft, stellte Sacharowa die Frage, ob von der

    Leyen "dem souveränen Staat die Möglichkeit verweigert, über seine

    eigenen Streitkräfte zu entscheiden". Sacharowa erinnerte an den

    Zwei-plus-Vier-Vertrag aus dem Jahr 1990, der die Beschränkung der

    deutschen Streitkräfte vorsieht. "Als deutsche Staatsangehörige sollte

    sie wenigstens die Geschichte ihres Landes kennen", schrieb die Diplomatin.


    Darüber hinaus kritisierte Sacharowa auch die Aussage über "die zentrale

    Rolle der EU bei der Gewährleistung des Friedens". Sie erinnerte an die

    Ereignisse aus dem Jahr 2014, als "der Westen den Maidan initiierte, der

    zu einem verfassungswidrigen Staatsstreich führte". Infolge dieser

    Ereignisse seien jene Kräfte an die Macht gekommen, die nun "im Auftrag

    Brüssels die russische Sprache verbieten und Terroranschläge verüben",

    so Sacharowa.


    In ihrer Rede vom Sonntag erinnerte die Präsidentin der EU-Kommission

    auch daran, "dass die Ukraine einen europäischen Weg eingeschlagen habe

    und frei bleiben müsse, um über ihre eigene Zukunft zu entscheiden".

    Diese Behauptung bezeichnete Sacharowa als absurd. "Wir alle erinnern

    uns sehr gut daran, dass der rechtmäßig gewählte Präsident der Ukraine,

    Wiktor Janukowitsch, erklärte, dass das Land […] das Abkommen über die

    europäische Integration aussetzte, da 'die ukrainische Wirtschaft und

    Gesetzgebung für eine Assoziierung mit der Europäischen Union nicht

    bereit seien'", kommentierte Sacharowa.



    *_RTDE Liveticker Ukraine Verhandlungen 24.11.2025_*_


    _*Von der Leyen: "Ukraine hat sich für ein europäisches Schicksal

    entschieden"*

    Die EU-Kommissionspräsidentin, Ursula von der Leyen, hat am Sonntag, dem

    23. November, am Rand des südafrikanischen G20-Gipfels, den von Donald

    Trump vorgelegten Friedensplan kritisiert und die Bedingungen für einen

    für die EU akzeptablen Frieden aufgezählt.

    Die ehemalige Verteidigungsministerin der BRD rief de facto dazu auf,

    für die Ukraine den Zustand des Landes vor Februar 2022

    wiederherzustellen – samt potenzieller Mitgliedschaft in der EU- und

    NATO, um "das Land künftigen Angriffen nicht auszusetzen und damit auch

    die europäische Sicherheit nicht zu untergraben".

    Zeitgleich fanden sich EU-Vertreter bei den von den USA vermittelten

    Friedensverhandlungen in Genf ein – mit der Absicht, die US-Gesandten

    von diesen europäischen roten Linien zu überzeugen. Stattdessen sollen

    sie mit ihren Kiewer Kollegen weitgehend von diesem Prozess

    ausgeschlossen worden sein.



    *Vollständiger Text des überarbeiteten US-Friedensplans

    seitens Deutschlands, Frankreichs und Großbritannien*

    Am gestrigen Sonntag veröffentlichte die Agentur "Reuters" den

    vollständigen Text des europäischen Gegenvorschlags zum

    28-Punkte-Friedensplan der Vereinigten Staaten.

    /RT DE/ dokumentiert unkommentiert zitierend die vollständige

    modifizierte Version der 28 Punkte des US-Friedensvertrags. Dazu heißt

    es einleitend seitens /Reuters:/

    /"Der Gegenvorschlag, der von den europäischen E3-Mächten

    Großbritannien, Frankreich und Deutschland ausgearbeitet wurde, basiert

    auf dem US-Plan, geht diesen jedoch Punkt für Punkt durch und enthält

    Änderungs- und Streichungsvorschläge."

    /Der vollständige Gegenvorschlag ist hier nachzulesen

    <https://freedert.online/europa/262721-vollstaendiger-text-ueberarbeiteten-us-friedensplans/>



    *Europäische Parlamentarier: Europa wird nie russische

    Sicherheitsinteressen akzeptieren*

    Die Vorsitzenden der Auswärtigen Ausschüsse einer Reihe europäischer

    Länder haben eine gemeinsame Erklärung verfasst

    <https://x.com/n_roettgen/status/1992968597937791183>, in der sie im

    Kern jede Friedensregelung ablehnen.

    "Europa wird nie eine Vorstellung russischer 'Sicherheitsinteressen' als

    legitim akzeptieren, die über seine Grenzen hinausreichen oder das Recht

    beanspruchen, Europas Sicherheitsordnung zu gestalten." Weiter unten

    heißt es: "Die Ukraine darf nicht Gegenstand irgendwelcher Begrenzungen

    ihrer Streitkräfte oder Beschränkungen ihrer Außen- und Innenpolitik

    werden, während Russland keinen unterliegt." Nicht nur eine Maximalgröße

    der ukrainischen Armee wird also abgelehnt, sondern mit der Formulierung

    "Beschränkungen der Innenpolitik" sogar die Anforderung, die Vorgaben

    der EU im Umgang mit nationalen Minderheiten zu erfüllen.

    "Als Minimum muss Russland seine Truppen aus den besetzten Gebieten

    zurückziehen und mit internationalen Institutionen zusammenarbeiten, um

    Rechenschaft jener sicherzustellen, die für Gräueltaten verantwortlich

    sind."

    Unterzeichnet ist dieses Schreiben von den Vorsitzenden der Auswärtigen

    Ausschüsse in Estland, Tschechien, Dänemark, Island, Italien (beide

    Kammern), Luxemburg, Polen (beide Kammern), Spanien (beide Kammern),

    Ukraine, EU-Parlament, Finnland, Irland, Lettland, Niederlande,

    Frankreich, Litauen, Portugal, Schweden und Großbritannien. Ausnahmen:

    In Belgien unterschrieb der Stellvertreter, in Norwegen nur ein

    konservativer Abgeordneter.

    Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, Armin

    Laschet, hat bisher nicht unterzeichnet; aber auch sein Stellvertreter,

    Norbert Röttgen, nicht, obwohl dieser auf X erklärte: "Ich stimme völlig

    mit dieser gemeinsamen europäischen Erklärung überein."


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    25.11.2025

    Europa verspielt Vertrauen in Afrika

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 25. November, 18:04 Uhr


    Berliner Zeitung 25.11.2025

    <https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/u-afrika-gipfel-china-russland-li.10007152>


    *Europa verspielt Vertrauen in Afrika –

    China und Russland nutzen das Vakuum


    *Raphael Schmeller


    Die Beziehungen zwischen Afrika und Europa sind angespannt. Brüssel will

    das siebte Gipfeltreffen zwischen der EU und der Afrikanischen Union

    (AU) in Angolas Hauptstadt Luanda nun nutzen, um verloren gegangenes

    Vertrauen zurückzugewinnen. Zwei Tage lang beraten die Staats- und

    Regierungschefs über Handel, Migration, Sicherheit und die Nutzung

    strategischer Rohstoffe.


    EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident

    António Costa sprachen am Montag in einer gemeinsamen Erklärung von

    einer „multipolaren Zusammenarbeit“ als Antwort auf eine „multipolare

    Welt“. Herausforderungen wie Klimawandel, Migration und Konflikte

    machten nicht an Grenzen halt, sagten sie zum Auftakt des EU-Afrika-Gipfels.


    *Afrika sucht neue Partner


    *Doch hinter den diplomatischen Formulierungen steht eine klare

    Erkenntnis: Europa hat in Afrika an Einfluss verloren. In den

    vergangenen Jahren hat sich die geopolitische Landschaft Afrikas

    drastisch gewandelt. Wo Europa einst dominierte, treten heute vor allem

    China und Russland hervor. China ist inzwischen für mehr als 30

    afrikanische Staaten der wichtigste Handelspartner. Peking finanziert

    Straßen, Häfen und Solarparks, liefert Kredite und Technologie – und

    verzichtet dabei auf politische Belehrungen. Russland wiederum

    exportiert Getreide, Waffen und Militärhilfe, etwa in die Sahel-Staaten.


    Der Westen hingegen hat viel Vertrauen verspielt. Frankreich, vor

    wenigen Jahren noch politische und militärische Macht in Westafrika,

    wurde aus mehreren Sahel-Staaten – darunter Mali, Niger und Burkina Faso

    – vertrieben. Anfang des Jahres sorgte Präsident Emmanuel Macron in

    diesem Zusammenhang für Empörung, als er sich in herablassender Weise

    über die „Undankbarkeit“ Afrikas äußerte.


    „Afrika wartet nicht auf neue Ankündigungen, sondern auf glaubwürdige,

    umsetzbare Zusagen“, mahnte nun AU-Sprecher Nuur Mohamud Sheekh am

    Montag in Luanda – ein Satz, der die Stimmung vieler afrikanischer

    Delegationen widerspiegelt.


    Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bemühte sich in Angola um Zuversicht.

    Afrika sei „ein Kontinent der Chancen“, sagte er. Elf der 20 am

    schnellsten wachsenden Volkswirtschaften weltweit lägen dort. „Das

    Potenzial ist ganz offensichtlich.“ Europa sei weiterhin Afrikas

    wichtigster Handelspartner – „und das wollen wir bleiben“.


    Doch Beobachter äußern Skepsis. Europa habe in der Vergangenheit bereits

    zahlreiche große Versprechen gemacht, die in afrikanischen Hauptstädten

    folgenlos blieben. Infrastrukturvorhaben, Energieinvestitionen,

    Programme zur Industrieförderung – vieles davon blieb auf dem Papier.

    Gleichzeitig wollen die Europäer die Migration immer weiter eindämmen

    und fordern die Regierungen in Afrika auf, ihnen dabei zu helfen. Diese

    empfinden dies jedoch zunehmend als westliche Bevormundung.


    *USA rüsten nach – doch auch Washington hinkt hinterher


    *Während Europa um Glaubwürdigkeit ringt, haben auch die USA ihren Kurs

    gegenüber Afrika neu bewertet. Nach Jahren der Vernachlässigung – Donald

    Trump hatte den Kontinent während seiner ersten Amtszeit vollständig

    gemieden – will Washington den wachsenden Einfluss Chinas und Russlands

    eindämmen.


    Ein sichtbares Zeichen dieses Kurswechsels ist die geplante

    Neuaufstellung des US-Afrika-Kommandos (AFRICOM), das künftig unabhängig

    vom Europa-Kommando operieren soll. Marokko gilt als wahrscheinlicher

    Standort des neuen Hauptquartiers. US-General Dagvin Anderson spricht

    von Afrika als einem „Schauplatz strategischer Konkurrenz“.


    Doch der Strategiewechsel kommt spät. Viele afrikanische Staaten haben

    sich bereits neu orientiert – politisch wie wirtschaftlich. Burkina Faso

    etwa hat nach dem Putsch 2022 französische Truppen ausgewiesen, mehrere

    Goldminen verstaatlicht und angekündigt, die „neokolonialen Strukturen“

    zu beenden.


    *Europa droht den Anschluss zu verlieren


    *Für Europa steht mehr auf dem Spiel als nur wirtschaftlicher Einfluss.

    Afrika ist reich an Lithium, Kobalt und Seltenen Erden, also Rohstoffen,

    die für die digitale Transformation unverzichtbar sind. Doch die Zeiten,

    in denen europäische Diplomatie und Entwicklungsgelder automatisch

    politische Nähe erzeugten, sind vorbei.


    Während China langfristige Verträge abschließt und Infrastruktur

    schafft, verstrickt sich die EU

    <https://www.berliner-zeitung.de/topics/eu> in internen Krisen und

    moralischer Rhetorik. Der EU-AU-Gipfel soll neue Impulse setzen. Ob das

    gelingt, ist fraglich. Zu groß scheint der Vertrauensverlust, zu stark

    die Konkurrenz.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    25.11.2025

    DPG Zur Sache VII 2025

    aus e-mail von Karin Gerlich, 25. November 2025, 15:49 Uhr


    Liebe Kolleginnen und Kollegen,


      hier wieder Informationen aus der DPG euch zur Kenntnis  und weitere

    Informationen zu GAZA im Anhang,   ein Video Libanon mit der Bitte, um

    Weiterleitung.


    https://youtu.be/bi6W03v5RFM?si=a9URz5Vb6vHcb3gk


      Zusätzlich: Nun wurde die erste Studie

    <https://pophealthmetrics.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12963-025-00422-9

    veröffentlicht, die ein deutsches Institut erstellt hat: das Rostocker

    Max-Planck-Institut für demografische Forschung. Dort wurde nun ein

    weiterer statistischer Ansatz verfolgt, unter dem Titel "Accounting for

    uncertainty in conflict mortality estimation: an application to the Gaza

    War in 2023-2024", auf Deutsch: "Berechnungen für Ungewissheiten bei der

    Schätzung der Sterblichkeit in Konflikten: eine Anwendung auf den

    Gaza-Krieg 2023-2024". Diese Studie kommt auf eine Spanne von 99.997 bis

    125.915; also im Kern auf mindestens 100.000 Tote oder beinahe 50

    Prozent mehr, als das palästinensische Gesundheitsministerium meldet.

    Das stimmt recht gut mit dem Ergebnis einer neueren Untersuchung von

    Haushalten in Gaza überein, die ebenfalls ergab, dass die offiziellen

    Zahlen annähernd 35 Prozent unter dem Ergebnis der Befragung lagen.


    Außerdem schätzt diese Studie die aktuelle Lebenserwartung in Gaza ab

    Geburt. Die Entwicklung der Lebenserwartung ist ein recht sensibler

    Indikator für soziale Verhältnisse. Die Veränderung in Gaza dürfte

    allerdings selbst für Kriegszeiten extrem sein. Die Lebenserwartung lag

    vor dem Krieg für Frauen bei 77 Jahren und für Männer bei 74; 2024 war

    sie auf 46 Jahre für Frauen und 36 Jahre für Männer gesunken.


    Ein weiteres Merkmal, das die Studie auswertete, war die Alters- und

    Geschlechterverteilung der Opfer, und hier findet sich in der

    Kurzzusammenfassung der eine Satz, der die vielleicht schärfste Aussage

    enthält: "Das Muster aus Alter und Geschlecht der Toten aus dem

    Gaza-Konflikt passt zu den Profilen der UN-IGME [einer

    organisationsübergreifenden Gruppe der Vereinten Nationen zur

    Sterblichkeitsschätzung] aus vergangenen Genoziden."

    Ein interessantes Ergebnis, wenige Tage vor einer Reise von

    Bundeskanzler Friedrich Merz nach Israel.


      Grüße Karin Gerlich



    -------- Weitergeleitete Nachricht --------

    Betreff: DPG Zur Sache VII 2025

    Datum: Mon, 24 Nov 2025 21:13:38 +0100

    Von:

    An: schatzmeister@dpg-netz.de




    Deutsch-Palästinensische Gesellschaft e.V.


    Sehr geehrte Mitglieder der DPG e.V., liebe Leserin, lieber Leser,


    heute erhalten Sie unsere Ausgabe  „Zur Sache –VII - 2025“ mit den Themen:


    ·Israels unterirdisches Gefängnis, in dem Palästinenser ohne Anklage

    festgehalten werden und niemals Tageslicht sehen


    ·Im Westjordanland sind die Flüchtlingslager unbewohnbar geworden. Die

    Vertreibung palästinensischer Flüchtlinge durch Israel wird von Human

    Rights Watch als „Kriegsverbrechen“ eingestuft.


    Ausführliches hierzu siehe Anlage.


    Mit freundlichen Grüßen


    *DR. R I B H I  Y O U S E F*


    Schatzmeister

    Vizepräsident Deutsch-Palästinensische Gesellschaft e.V.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    25.11.2025

    Entdeckung einsatzbereiter ukrainischer Chemiewaffen:

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 25. November 2025, 15:12 Uhr


    _RTDE 25.11.2025


    _*Entdeckung einsatzbereiter ukrainischer Chemiewaffen: Ein Weckruf für

    die zivilisierte Welt


    */Von Rainer Rupp/


    Laut /TASS <https://tass.com/emergencies/2047229> /wurde in dem von

    ukrainischen Kämpfern genutzten Unterstand ein Versteck mit versiegelten

    Behältern mit chemischen Kampfstoffen und selbst gefertigter

    Drohnenmunition sowie hochtoxischen Substanzen entdeckt. Laut dem FSB

    enthielt das Versteck versiegelte Röhrchen mit Chlorpikrin – einem

    verbotenen chemischen Kampfstoff – sowie Plastiksprengstoff und mit

    Benzin gefüllte Behälter, die bei Detonation Phosgen erzeugen, eine

    durch Ersticken tödlich wirkende Substanz. Weitere Ermittlungen hätten

    ergeben:


    "Dass die Anweisungen zur Herstellung und zum Einsatz chemischer Waffen

    gegen russische Streitkräfte vom Kommandeur des 108. Sturm-Bataillons

    der 59. selbstständigen motorisierten Infanterie-Brigade der

    ukrainischen Armee, Sergej Filimonow, erteilt wurden."


    Vom schnellen Vormarsch der Russen überrascht, hatten die ukrainischen

    Spezialtruppen anscheinend keine Zeit mehr, den Inhalt des Lagers

    verschwinden zu lassen oder die Waffen gegen die Russen einzusetzen,

    ohne die eigenen Leute zu gefährden.


    Unter den im Lager gefundenen Waffen befanden sich drohnengestützte

    Sprengladungen, die mit dem Erstickungsmittel Chlorpikrin versetzt

    waren, dessen Einsatz unter das internationale Chemiewaffenverbot fällt.


    Erste Reaktion aus dem Westen war – wie üblich, wenn die schlechte

    Nachricht nicht ins Narrativ über die makellose Ukraine passt –

    Ungläubigkeit. Oder die ganze Sache wird als russische Propaganda

    abgetan. In BRICS-Ländern, wie z. B. in Indien und anderen Ländern des

    Globalen Südens, wurde die Nachricht von Wladimir Selenskijs

    Chemiewaffen, die mit Drohnen verteilt und bei Explosion das hochgiftige

    Phosgen verbreiten, umgehend veröffentlicht. In NATO-Hauptstädten und

    westlichen Medien will man vom ukrainischen Chemiewaffen-Skandal jedoch

    noch nichts wissen. Man darf gespannt sein, wie lange es dauert, bis

    Entschuldigungen für die Vorbereitung von Selenskijs Chemiewaffeneinsatz

    aufgetischt werden.


    Dafür wurden offensichtlich die drohnengestützten Explosivladungen

    entwickelt, die mit Chlorpikrin versetzt sind. Das ist in der

    Chemiewaffenkonvention (CWC) von 1993 strikt untersagt. Chlorpikrin,

    auch bekannt als Trichlornitromethan, verursacht schwere Reizungen der

    Atemwege und Erbrechen und kann in hohen Dosen tödlich wirken. Es wurde

    bereits im Ersten Weltkrieg als Kampfgas eingesetzt und gilt als

    Vorläufer für noch gefährlichere Stoffe.


    Noch besorgniserregender sind laut russischen Quellen die im geheimen

    Lager der ukrainischen Armee gefundenen Systeme, die Phosgen produzieren

    können. Phosgen, ein farbloses Gas mit dem chemischen Namen

    Carbonylchlorid, ist ein hochgiftiger Kampfstoff, der die Lungen

    angreift und zu einem qualvollen Erstickungstod führt. Es wurde bereits

    im Ersten Weltkrieg eingesetzt und ist international geächtet. Die

    Tatsache, dass diese Systeme für die Verteilung mit Drohnen ausgelegt

    sind, deutet auf eine geplante offensive Nutzung hin. Drohnen könnten

    diese Stoffe über russischen Stellungen abwerfen, um ganze

    Frontabschnitte lahmzulegen. Dies würde nicht nur die russischen Truppen

    gefährden, sondern auch Zivilisten in der Nähe, da chemische Agenzien

    unkontrollierbar sind und der Wind sie verbreitet.


    Die Tatsache, dass die Geräte zur Verteilung der Giftgase speziell für

    den Einsatz durch Drohnen entwickelt wurden, impliziert eine

    systematische Vorbereitung auf chemische Angriffe für den Fall, dass die

    konventionelle Verteidigung zusammenbricht. Die Ukraine, die sich gern

    als unschuldiges Opfer darstellt, scheint nun bereit, zu Mitteln zu

    greifen, die als schwere Kriegsverbrechen gelten. Die

    Chemiewaffenkonvention, die von fast allen Staaten ratifiziert wurde,

    verbietet nicht nur den Einsatz, sondern auch die Entwicklung,

    Produktion und Lagerung solcher Waffen.


    Die Entdeckung in Krasnoarmeisk wirft daher ein grelles Licht auf Kiews

    Verzweiflung: Nach Misserfolgen in konventionellen Kämpfen sucht

    Selenskijs Regime nun nach asymmetrischen Vorteilen, die die Regeln des

    Krieges brechen. Statt den russischen Vormarsch zu stoppen, bestätigt

    diese Entdeckung etwas Dunkleres: Selenskijs Kräfte greifen nun zu

    chemischen Terror-Taktiken, weil der konventionelle Krieg bereits

    gescheitert ist. Während Moskau voranschreitet, versinkt Kiew in Panik.


    Westliche Analysten, die einst einen ukrainischen Sieg versprochen

    haben, sind plötzlich stumm. Denn Russlands Durchbruch im

    Schlüsselbereich der Front bei Pokrowsk hat den strategischen

    Zusammenbruch des ukrainischen, weitgehend von NATO-Offizieren

    konzipierten Kriegsplans aufgedeckt. Am Boden ziehen russische

    Artillerie und Sturmgruppen den Ring um die verbleibenden ukrainischen

    Garnisonen enger. Versorgungswege in den nördlichen Distrikt von

    Pokrowsk sind abgeschnitten, und zurückweichende Einheiten lassen

    schwere Ausrüstung zurück, um zu entkommen. Berichte vom Schlachtfeld

    beschreiben die ukrainischen Kräfte als fragmentiert, erschöpft und

    zunehmend unwillig, selbstmörderische Positionen zu halten.


    Das Momentum und die Dynamik auf dem Schlachtfeld, nicht nur bei

    Pokrowsk, sondern entlang der gesamten über 1.000 Km langen Front ist

    entscheidend russisch. Der endgültige Fall des bereits zu 75 Prozent

    eroberten Pokrowks ist unabwendbar und nur noch in Tagen zu zählen. Dann

    steht Selenskij für die ganze Welt sichtbar vor seiner verheerendsten

    politischen Niederlage seit Kriegsbeginn. Zugleich wird dem Westen die

    Grenze der NATO-Unterstützung aufgezeigt, wie es deutlicher nicht sein

    könnte. Das westliche Narrativ der ukrainischen Gegenoffensive ist

    ohnehin nur noch eine Luftnummer.


    Strategisch gesehen war der Kampf um die Kontrolle von Pokrowsk von

    Anfang an mehr als nur eine Schlacht um eine Stadt. Die Kontrolle des

    Knotenpunkts Pokrowsk wurde vielmehr von beiden Seiten als Wendepunkt

    gesehen, der den weiteren Verlauf des gesamten Kriegs in der Ukraine

    militärisch neu definieren würde und aufgrund jüngster Entwicklungen

    schon bald für die Ukraine als militärische Katastrophe enden wird. Und

    jetzt kommt auch noch die Entdeckung des versteckten ukrainischen mit

    einsatzbereiten chemischen Waffen in Krasnoarmeisk hinzu, was für die

    Ukraine eine weitere, nämlich eine internationale politische Katastrophe

    darstellt.


    Man stelle sich nur vor, es wäre zu einem größeren Einsatz dieser

    Chemiewaffen durch ukrainische Kräfte gekommen:


    Drohnen, beladen mit Chlorpikrin- oder Phosgen-Containern, fliegen über

    russische Linien und verteilen die Gase in einem Radius von mehreren

    Kilometern. Die Auswirkungen wären verheerend: Soldaten würden husten,

    erblinden und ersticken, während Zivilisten in umliegenden Dörfern

    kollateralen Schaden erleiden. Solche Angriffe hätten zweifellos den

    Konflikt eskaliert und Russland zu adäquaten Gegenmaßnahmen gezwungen,

    womöglich mit einer anderen, begrenzten Massenvernichtungswaffe, was

    wahrscheinlich eine weitere Internationalisierung des Kriegs zur Folge

    gehabt hätte.


    Die Entdeckung ukrainischer Chemiewaffen ist ein Weckruf: Verzweiflung

    treibt zu Verbotenem. Die Welt muss wachsam sein, während Russland den

    Frieden diktiert.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    25.11.2025

    Mindestens 100.000 Tote in Gaza / Straflosigkeit treibt Israel an

    aus e-mail von Doris Pumphrey, von 25. November 2025, 15:12 Uhr


    _RTDE 25.11.2025

    _

    *Deutsche Studie: Mindestens 100.000 Tote in Gaza


    *Wie viele Menschen kostete der israelische Krieg in Gaza bisher das

    Leben? In der Ruinenlandschaft des besetzten Gebiets lässt sich das nur

    schwer schätzen. Jetzt gibt es eine Berechnung deutscher

    Wissenschaftler, die im Fazit einen klaren Begriff gebraucht: Genozid.


    Im Verlauf des Gaza-Kriegs gab es bereits mehrere Studien, die

    versuchten, die tatsächliche Zahl der Opfer zu ermitteln. Auch wenn die

    deutschen Medien überwiegend noch die Zahlen des palästinensischen

    Gesundheitsministeriums so wiedergeben, als seien sie unglaubwürdig,

    haben unter anderem mehrere Aufsätze, die in der britischen

    Medizinzeitschrift /The Lancet/ veröffentlicht wurden, begründet

    dargelegt, dass die reale Zahl der Opfer deutlich höher sein dürfte.

    Aktuell geht das Gesundheitsministerium von 67.173 Todesopfern des

    israelischen Angriffs aus.


    Nun wurde die erste Studie

    <https://pophealthmetrics.biomedcentral.com/articles/10.1186/s12963-025-00422-9

    veröffentlicht, die ein deutsches Institut erstellt hat: das Rostocker

    Max-Planck-Institut für demografische Forschung. Dort wurde nun ein

    weiterer statistischer Ansatz verfolgt, unter dem Titel "Accounting for

    uncertainty in conflict mortality estimation: an application to the Gaza

    War in 2023-2024", auf Deutsch: "Berechnungen für Ungewissheiten bei der

    Schätzung der Sterblichkeit in Konflikten: eine Anwendung auf den

    Gaza-Krieg 2023-2024". Diese Studie kommt auf eine Spanne von 99.997 bis

    125.915; also im Kern auf mindestens 100.000 Tote oder beinahe 50

    Prozent mehr, als das palästinensische Gesundheitsministerium meldet.

    Das stimmt recht gut mit dem Ergebnis einer neueren Untersuchung von

    Haushalten in Gaza überein, die ebenfalls ergab, dass die offiziellen

    Zahlen annähernd 35 Prozent unter dem Ergebnis der Befragung lagen.


    Außerdem schätzt diese Studie die aktuelle Lebenserwartung in Gaza ab

    Geburt. Die Entwicklung der Lebenserwartung ist ein recht sensibler

    Indikator für soziale Verhältnisse. Die Veränderung in Gaza dürfte

    allerdings selbst für Kriegszeiten extrem sein. Die Lebenserwartung lag

    vor dem Krieg für Frauen bei 77 Jahren und für Männer bei 74; 2024 war

    sie auf 46 Jahre für Frauen und 36 Jahre für Männer gesunken.


    Ein weiteres Merkmal, das die Studie auswertete, war die Alters- und

    Geschlechterverteilung der Opfer, und hier findet sich in der

    Kurzzusammenfassung der eine Satz, der die vielleicht schärfste Aussage

    enthält: "Das Muster aus Alter und Geschlecht der Toten aus dem

    Gaza-Konflikt passt zu den Profilen der UN-IGME [einer

    organisationsübergreifenden Gruppe der Vereinten Nationen zur

    Sterblichkeitsschätzung] aus vergangenen Genoziden."

    Ein interessantes Ergebnis, wenige Tage vor einer Reise von

    Bundeskanzler Friedrich Merz nach Israel.



    https://www.jungewelt.de/artikel/512903.libanon-straflosigkeit-treibt-israel-an.html

    25.11.2025


    *Straflosigkeit treibt Israel an


    */Von Karin Leukefeld

    /

    Libanon: Armee greift Beirut an und tötet hochrangigen

    Hisbollah-Kommandeur. Die Organisation erwägt »alle Optionen« als Reaktion

    /

    /Haret Hreik ist ein dichtbewohnter Vorort im Süden Beiruts. Bei einem

    israelischen Beschuss zweier Wohnungen in einem Hochhaus in dem Bezirk

    sind am Sonntag fünf Personen getötet und mindestens 28 verletzt worden.

    Das teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Es handelte sich

    um den fünften gezielten Angriff Israels auf die südlichen Vororte von

    Beirut, seitdem am 27. November 2024 eine Waffenruhe zwischen Libanon

    und Israel in Kraft getreten war.


    Laut Hisbollah wurde der hochrangige Kommandeur Haitham Ali Al-Tabatabai

    (Sajid Abu Ali) durch den »hinterhältigen israelischen Anschlag«

    getötet. Mit ihm starben vier weitere Kämpfer der Hisbollah. Tabatabai

    hatte nach Auskunft der Organisation seit den frühen 1990er Jahren eine

    führende militärische Rolle gegen die israelischen Besatzungstruppen

    inne, die 1982 in die libanesische Hauptstadt Beirut einmarschiert

    waren. Die Invasion hatte zur Gründung der Hisbollah geführt. Unter dem

    Druck von zahlreichen Guerillaaktionen nach 1990 zogen sich die

    israelischen Truppen schließlich im Jahr 2000 aus dem Libanon zurück.

    Tabatabai hielt in diesen Jahren führende Positionen im Südlibanon und

    gehört zu den Mitbegründern der Hisbollah-Eliteeinheit Radwan.


    Nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur /AFP/ war der gezielte

    Angriff vom israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu

    angeordnet worden. Angeblich sei Tabatabai »führend am Wiederaufbau und

    an der Wiederbewaffnung der Hisbollah« beteiligt gewesen. Ein Vertreter

    des Politischen Rates der Hisbollah sagte gegenüber dem katarischen

    Nachrichtensender /Al-Dschasira/, dass »alle Optionen auf dem Tisch«

    seien. Israel habe eine »rote Linie« überschritten, die Partei werde nun

    beraten, wie darauf reagiert werde. Er forderte die libanesische

    Regierung auf, die »nationale Sicherheit des Landes zu garantieren«.


    Vermittelt worden war die Waffenruhe vom November 2024 von den USA und

    Frankreich, Israel hat der Vereinbarung nie offiziell zugestimmt. Nach

    US-amerikanischen und israelischen Angaben hat Washington der Regierung

    in Tel Aviv »grünes Licht« für Angriffe gegeben, sollte es sich vom

    Verhalten der Hisbollah bedroht sehen. Belege für seine Behauptungen, es

    werde bedroht, werden von Israel weder vorgelegt noch werden sie von den

    USA oder Frankreich, die die »Waffenruhe« angeblich überwachen sollen,

    eingefordert. Auch der UN-Sicherheitsrat schweigt trotz Hunderten von

    Beschwerden der libanesischen Regierung.


    Die anhaltende Straflosigkeit ermuntert Israel täglich zu neuen

    Angriffen, extralegalen Hinrichtungen, Menschenrechtsverletzungen und

    Verwüstungen – nicht nur im Libanon. Mit anhaltenden Geld- und

    Waffenlieferungen aus den USA und Deutschland, dem zweitgrößten

    Waffenlieferanten an Israel, kann das Land seine täglichen Verbrechen

    gegen die Menschheit in den arabischen Nachbarstaaten fortsetzen.


    Seit Inkrafttreten der »Waffenruhe« attackiert die israelische Luftwaffe

    fast täglich Gebiete im Südlibanon, in der Bekaa-Ebene, Nabatija, Sidon

    und Tyre mit Kampfjets und Drohnen. Nach Angaben des libanesischen

    Gesundheitsministeriums wurden bei den Angriffen mindestens 331 Personen

    getötet, und mindestens 945 wurden verletzt. Keiner der Getöteten waren

    offiziellen Angaben zufolge bewaffnet oder unmittelbar in bewaffnete

    Aktionen involviert. Die Menschen wurden gezielt auf Motorrädern, in

    Autos, in Häusern und Wohnungen getötet.


    In einem Bericht von Amnesty International von August 2025 heißt es,

    dass zwischen Oktober 2024 und Januar 2025 mehr als 10.000

    Gebäudestrukturen ganz oder teilweise von der israelischen Armee

    zerstört worden seien. Allein in den Gemeinden Yarin, Dheira und Bustan

    habe das Militär mehr als 70 Prozent aller Gebäude zerstört – zu einem

    Zeitpunkt, als sie diese Gebiete besetzt hielt und kontrollierte. Das

    weise darauf hin, so Amnesty, dass die Zerstörung außerhalb aktiver

    Kampfhandlungen erfolgt sei. Die NGO habe im Juni 2025 einen

    Fragenkatalog zu dem Vorgehen an die zuständigen israelischen Behörden

    gesandt, aber bis zum Erscheinen des Berichts im August keine Antwort

    erhalten.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    25.11.2025

    Gedenken als Widerstand gegen Kriegstreiberei und Geschichtsfälschung

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    Ein Ausschnitt von einem der Porträt-Transparente an den Gräberfeldern für sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter auf dem Nürnberger Südfriedhof (alle Fotos bis auf zwei: Tilo Gräser)


    transition-news.org, 25. November 2025 von TG.

    80 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges wird die Rolle der Sowjetunion zunehmend verschwiegen oder falsch dargestellt. Das trifft auch das Erinnern an den Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher. Eine Veranstaltung in Nürnberg hat sich dagegen gewandt. Tilo Gräser war dabei.
    Vor 80 Jahren, am 20. November 1945, begann im Saal 600 des Nürnberger Justizpalastes der erste Prozess gegen die deutschen faschistischen Kriegsverbrecher. Das Internationale Militärtribunal begann an dem Tag seine Arbeit und fällte am 30. September und 1. Oktober 1946 seine Urteile gegen 21 führende Vertreter des faschistischen Dritten Reiches.


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    Die Urteilsverkündung durch die Richter des Militärtribunals (Foto: National Archives, College Park, MD, USA)


    Eigentlich hatte der Prozess schon zwei Tage zuvor, am 18. November in Berlin, begonnen, wo die alliierten Anklagebehörden gemeinsam die Anklageschrift öffentlich vorstellten und die acht Richter aus der Sowjetunion, den USA, Großbritannien und Frankreich vereidigten. Das Verfahren wurde dann im Ostflügel des Nürnberger Justizpalastes durchgeführt, der inmitten der weitgehend zerbombten fränkischen Stadt erhalten geblieben war.

    80 Jahre später erinnerte eine Veranstaltung der Gesellschaft für Deutsch-Russische Freundschaft (GDRF) in Nürnberg an den Prozess, seine Hintergründe sowie an die Lehren daraus. Dabei ging es auch darum, dass die Geschichte des 2. Weltkrieges und der Folgen derzeit im Westen umgeschrieben wird, insbesondere mit Blick auf die Rolle der Sowjetunion.

    Die Regionalgruppe Bayern der Freundschaftsgesellschaft hatte zu der Veranstaltung eingeladen, die Catrin Heidecker, Leiterin der Gruppe, organisierte. Zum Programm gehörte neben einer Kranzniederlegung an den Gräbern der mehr als 5.000 sowjetischen Kriegsgefangenen auf dem Nürnberger Südfriedhof einschließlich einer kurzen Andacht des russisch-orthodoxen Erzpriesters Pjotr Stepanow und einer Diskussionsrunde zum Thema auch die Vorführung des russischen Spielfilmes «Nürnberg» von Regisseur Nikolai Lebedew aus dem Jahr 2023 nach dem gleichnamigen Roman von Alexander Swjagintsew. Er berichtete danach per Videoschaltung von seiner Arbeit an dem Material für den Film.

    Auf dem Friedhof in Nürnberg liegen neben Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern aus mehreren europäischen Ländern auch jene, die aus der Sowjetunion verschleppt wurden und fern ihrer Heimat starben. Auf dem Gelände erinnern Stelen und Namenstafeln an den Gräberfeldern an die Opfer der deutschen Faschisten.


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    Eines der Transparente mit den Fotos der sowjetischen Opfer an deren Gräbern auf dem Nürnberger Südfriedhof


    Sind die Namen und Daten der meist jungen Opfer schon beeindruckend, so wird der bewegende Eindruck noch erhöht durch die Fotos der Ermordeten, Verhungerten und an Krankheit Gestorbenen. Das Russisch-Deutsche Kulturzentrum in der Stadt hat ihre Porträts auf Transparenten zu den jeweiligen Stelen gestellt. Die Aufnahmen hatten die deutschen Faschisten von ihren Opfern gemacht, oftmals ist nicht einmal der Name dabei, nur die Gefangenennummer.

    Dank für Mut und Verantwortung

    An diese Menschen, die den Deutschen nichts getan hatten und nur versuchten, ihre Heimat zu verteidigen, bevor sie fern von ihr sterben mussten, erinnerte Oleg Krasnitskiy in einer Ansprache. Er ist der Generalkonsul Russlands in Bonn, wo das letzte Generalkonsulat des Landes in Deutschland ist, nachdem die anderen auf deutschen Druck geschlossen wurden. Der Diplomat dankte den deutschen Organisatoren und Teilnehmern:

    «In der Realität der heutigen Zeit ist das nicht selbstverständlich, dass solche gemeinsamen Aktionen möglich sind. Das erfordert auch Mut, das erfordert Verantwortung, das setzt voraus, dass Leute an ihre fairen Ziele und Überzeugungen glauben.»

    Es sei wichtig, diese Kontakte zu pflegen und offen zu sein für den Dialog sowie die «Diskussion über die heutige schwierige Zeit». Der Diplomat sagte, er sei zuversichtlich, dass diese Kontakte helfen, die deutsch-russischen Beziehungen in Zukunft wieder besser zu gestalten. Mit Blick auf die sowjetischen Opfer des deutschen Faschismus betonte er:

    «Diese Gräber sind Zeitzeugen der Naziverbrechen. Diese Gräber sind auch Banner für jetzige und zukünftige Generationen, dass der Frieden bewahrt werden muss. Diese Gräber bestätigen auch, dass gegen das Sowjetvolk, gegen Sowjetmenschen, ein Genozid verübt worden war.»

    Moskau bemühe sich darum, dass der faschistische Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion von 1941 bis 1945 international als Völkermord anerkannt wird. Das war auch bei den Nürnberger Prozessen, die als Beginn des modernen Völkerrechts gelten, nicht geschehen, bei denen nur die Vorbereitung und Durchführung eines Angriffskrieges einer der Anklagepunkte war.


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    Die Anlage auf dem Nürnberger Südfriedhof mit den Gräbern der Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter


    Er sehe in Deutschland keine Feindschaft gegen Russland, so Krasnitskiy, die es umgekehrt auch in seiner Heimat nicht gebe. Die aktuelle politische und mediale Russlandfeindschaft werde nur «künstlich erzeugt, um gewisse politische Ziele zu verfolgen, um von der Verantwortung für die wirtschaftlichen Folgen des Konfrontationskurses in Europa abzulenken». Der Konflikt in der Ukraine könne nur gelöst werden, wenn die Sicherheitsinteressen aller Staaten berücksichtigt werden, sagte der russische Diplomat mit Blick auf die Gegenwart.

    Erinnerung und Mahnung

    Ähnlich beschrieb es Kirill Dragun, Generalkonsul der Republik Belarus in München, in seiner kurzen Ansprache auf dem Friedhof. Auch er befand, «dass diese Veranstaltung unter den heutigen Umständen, der heutigen geopolitischen Situation in Europa, als präzedenzloses Beispiel für den bürgerlichen Mut der Organisatoren und ihr Engagement für die Ideale des Humanismus und Antifaschismus gelten kann».

    Er erinnerte daran, dass jeder dritte Einwohner der damaligen Belorussischen Sowjetrepublik durch den Krieg der Faschisten ums Leben kam. «Die Erinnerung an diesen Krieg ist uns heilig», erklärte der Diplomat und fügte hinzu:

    «Am wichtigsten ist es, die Erinnerung an die wahren Folgen des Zweiten Weltkrieges zu bewahren und diese Erinnerung durch Veranstaltungen wie diese an zukünftige Generationen weiterzugeben. Das ist unsere Pflicht, unsere Aufgabe, unsere Mission, die wir nur gemeinsam erfüllen können.»

    Zuvor hatte Organisatorin Catrin Heidecker darauf hingewiesen, dass Nürnberg als «Stadt der Reichsparteitage» die Stadt ist, in der die Parteitage der NSDAP stattfanden, «in der das Ungeheuerliche ideologisch geplant und vorbereitet wurde». Sie sei «aber auch mit den Prozessen, in denen die Hauptverantwortliche dieser Unmenschlichkeit zur Verantwortung gezogen wurden, in die Weltgeschichte eingegangen».

    «Nürnberg steht somit nach der Nacht des Faschismus auch für das Licht der Gerechtigkeit.»

    Der Kalte Krieg habe später verhindert, dass die Einigkeit zwischen den Alliierten aus dem Kampf gegen den Faschismus hilft, die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. «Schlimmer noch, heute rüstet Deutschland zum dritten Mal wieder für einen Krieg – wieder gegen den Osten, wieder gegen Russland», bedauerte Heidecker. Deutschland solle «kriegstüchtig» und mit Aufrüstung und Militarisierung aller Bereiche gegen den Feind auch «siegfähig» gemacht werden.

    Die Gesellschaft für Deutsch-Russische Freundschaft fordert nach den Worten ihrer bayrischen Regionalleiterin «ein Ende des Hasses, der Kriegsunterstützung und der erneuten Kriegsvorbereitung!»

    «Das sind wir den Millionen Opfern, derer wir heute und hier gedenken, sowie den künftigen Generationen schuldig. Jeder hat die Pflicht, Völkermord zu verhindern! Das ist unsere Verpflichtung aus Nürnberg!»

    Gerechtigkeit und Würde

    Zu den insgesamt 120 Teilnehmern auf dem Friedhof sowie bei der Veranstaltung am Nachmittag gehörte Hans Bauer. Er war stellvertretender Generalstaatsanwalt der DDR und ist Vorsitzender der Gesellschaft zur rechtlichen und humanitären Unterstützung (GRH). Auf dem Nürnberger Friedhof erinnerte er daran, dass eigentlich insgesamt 13 alliierte Prozesse gegen deutsche Kriegsverbrecher geplant waren, aber nur einer zustande kam.

    Der Anstoß dazu sei von der Sowjetunion gekommen, die erste Prozesse dieser Art bereits 1943 durchführte, so in Charkow. Es sei darum gegangen, «Gerechtigkeit zu üben, die Würde der Opfer wiederherzustellen. Einer gerechten Strafe zuzuführen.» Das Besondere des Nürnberger Prozesses und die Lehre bis heute sei, «dass einzelne Personen, die einen ganzen Staat missbraucht haben, ein ganzes Volk missbraucht haben, zur Verantwortung gezogen werden».

    Bauer ging in seiner Ansprache wie später in der Diskussion nach der Filmvorführung auf die aktuelle Geschichtsverfälschung ein. So wurde in einer aktuellen Dokumentation des Senders Arte zum Nürnberger Prozess zwar viel über die faschistische Judenvernichtung gesprochen, aber der faschistische Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion mit seinen 27 Millionen Toten nur beiläufig erwähnt – obwohl es sich um einen der Hauptgründe für das Verfahren vor 80 Jahren handelte.

    Es sei kaum zu glauben, so der Jurist, dass die Geschichte so gefälscht werde, dass das EU-Parlament in einer Erklärung behauptete, die Sowjetunion trage Mitschuld am Zweiten Weltkrieg. In Deutschland werde diskutiert, die Denkmäler und Ehrenhaine für sowjetische Soldaten zu verändern oder gar abzureißen, warnte er vor einer «neuen Erinnerungskultur», die das Gedenken an die sowjetischen Opfer auslöscht.

    Die Freundschaft mit Russland ist für Bauer nicht nur ein «Gebot der Vernunft», sondern kommt aus «dem tiefsten Herzen», wie er bei der Kranzniederlegung sagte. Nach dem Film berichtete er, dass er auch eine persönliche Beziehung zu dem Hauptkriegsverbrecherprozess von Nürnberg habe. So hat er nach seinen Angaben als DDR-Jurist den sowjetischen Hauptankläger Roman Rudenko bei einem Vortrag erlebt und einen der Journalisten kennengelernt, die damals von Nürnberg berichteten: Markus Wolf, den späteren Aufklärungschef der DDR.

    Fehlstellen und Unterschiede

    Er habe als Staatsanwalt bewundert, wie es vor 80 Jahren gelang, innerhalb kurzer Zeit den Prozess vorzubereiten, und wie die vier beteiligten Staaten trotz unterschiedlicher Rechtssysteme und Sichten dabei zusammenarbeiteten, erklärte Bauer. Zwar sei damals eine ganze Reihe faschistischer Organisationen als «verbrecherische Organisation» eingestuft worden, so die SS, die NSDAP-Führung und die Gestapo. Aber die deutsche Wehrmacht sei als «etwas Ehrenhaftes» ausgespart worden.

    Doch ohne die Wehrmacht hätte der faschistische Vernichtungskrieg gar nicht stattfinden können, stellte Bauer klar und fügte hinzu: «Das war doch eigentlich die Hauptmacht dabei.» Nach dem Nürnberger Prozess habe der schon zuvor begonnene Kalte Krieg mit seiner antisowjetischen Stoßrichtung die Oberhand gewonnen.

    Bauer ging auch darauf ein, wie unterschiedlich die in Folge des Zweiten Weltkriegs entstandenen beiden deutschen Staaten BRD und DDR versuchten, die faschistischen Verbrechen zu ahnden. In der alten Bundesrepublik seien etwa 7.000 Kriegsverbrecher verurteilt worden – und oftmals bald wieder aus der Haft entlassen worden –, in der DDR dagegen 13.000.


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    Die Hauptangeklagten vor dem Militärtribunal in Nürnberg (Foto: National Archives, College Park, MD, USA)


    Es gebe eine niederländische Untersuchung über den unterschiedlichen Umgang der beiden deutschen Staaten mit den faschistischen Verbrechern, berichtete Bauer. Das Gemeinsame sei demnach gewesen: Beide gingen nach dem «Unsere Leute»-Prinzip vor. In der DDR seien «unsere Leute» die Opfer der Faschisten und die Widerstandskämpfer gewesen, für die BRD-Politiker dagegen «die Nazis, die wieder eingegliedert wurden».

    Der Jurist verwies auf das Beispiel Hans Globke, engster Vertrauensmann des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer. Dessen Vergangenheit hatte ein 1963 in der DDR geführter Prozess gegen ihn aufgedeckt: Der spätere Staatssekretär des Bundeskanzlers hatte im Dritten Reich als Fachjurist maßgeblichen Anteil an der Ausarbeitung der Nürnberger Rassengesetze und verfasste später einen Kommentar zu diesen Gesetzen. Globke zählte damit zu den geistigen Wegbereitern der späteren «Endlösung der Judenfrage».

    Auf diesen und ähnlichen Fälle machte 1965 auch das in der DDR veröffentlichte «Braunbuch. Kriegs- und Naziverbrecher in der Bundesrepublik» aufmerksam, auf das Bauer ebenso wie auf dessen Wiederveröffentlichung 2012 aufmerksam machte. Darin hatte ein internationales Autorengremium 1.200 Kurzbiografien von einflussreichen Stützen des deutschen Faschismus zusammengefasst, die nach 1945 in der Bundesrepublik Deutschland nicht nur weitgehend straflos ausgingen, sondern hohe und höchste Positionen einnahmen (Minister, Staatssekretäre, Generale und Admirale, Justizbeamte, Staatsanwälte, Richter, leitende Beamte des Auswärtigen Amtes, der Polizei und des Verfassungsschutzes).

    Notwendige Erinnerung

    Nikita Rajewski, Kultur-Referent der Russischen Botschaft in Deutschland, überbrachte zuvor ein Grußwort von Botschafter Sergej Netschajew. Die Urteile des Nürnberger Tribunals seien «ein zentrales Element des Bewusstseins für die tragischen Lehren der Geschichte, deren Aufarbeitung und rechtliche Bewertung sowie für die Gestaltung des völkerrechtlichen Ordnungsrahmens der modernen Welt», hieß es darin.

    «In der gegenwärtigen Realität, wo in einer Reihe von europäischen Staaten die neonazistische Ideologie wieder auflebt, Märsche der SS-Veteranen stattfinden, Kollaboratoren heroisiert werden, Versuche zur Umschreibung und Fälschung der Geschichte zunehmen, Denkmäler für die sowjetischen Befreier abgerissen, Gräber geschändet und Symbole des großen Sieges verboten werden, ist es sehr wichtig, daran zu erinnern, welche enormen Opfer für den Sieg gebracht wurden.»

    Den Teilnehmern wurde eine Ausstellung präsentiert, die dem Genozid am sowjetischen Volk während des Großen Vaterländischen Krieges 1941 bis 1945 gewidmet ist. Die Botschafts- und Konsulatsvertreter hatten das Material mitgebracht, das vom Nationalen Zentrum für historische Erinnerung beim Präsidenten der Russischen Föderation erarbeitet worden war.

    Unter den Teilnehmern der Veranstaltung am Samstag war auch der Friedens- und Menschenrechtsaktivist Thomas Ulherr aus Nürnberg. Es sei für ihn ein wichtiges Anliegen, an die Geschichte zu erinnern, erklärte der 63-Jährige im Gespräch. Das sei gerade jetzt wichtig, wo sich Nürnberg mit dem Titel «Stadt der Menschenrechte» schmücke und behaupte, «Stadt des Friedens» zu sein.


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    Der historische Saal 600 des Nürnberger Justizpalastes heute; links standen die Bänke mit den angeklagten Faschisten


    Er bedauerte, dass die Stadt nach der kurzfristigen Absage durch den ersten Veranstaltungsort – aus Angst vor Problemen mit der ukrainischen Gemeinschaft – nicht das Rathaus dafür zur Verfügung stellte. Für ihn sind die Nürnberger Prozesse das «Fundament des modernen Völkerrechts», auf dessen Grundlage die Nationen zusammenleben müssten, «damit sie eben ihre Konflikte nicht militärisch, sondern anderweitig lösen, wie wir es im Zivilleben auch tun».

    Es gebe in Nürnberg auch eine ganze Reihe offizieller Veranstaltungen zum Beginn des Hauptkriegsverbrecherprozesses vor 80 Jahren. Aber dabei werde die Rolle der Sowjetunion weitgehend ausgeblendet und kämen russische Vertreter kaum zu Wort, kritisierte Ulherr. Das sei aber gewissermaßen eine bundesdeutsche Kontinuität, wobei sich die Stadt in ihrer Erinnerungsarbeit schon offener gezeigt habe.

    Lehren und Verdrängtes

    Für ihn ist die Lehre aus dem Faschismus, «dass man Unrecht nicht duldet, dass man Tyrannei nicht duldet, dass man die Dinge, die jetzt passieren, eigentlich nicht duldet». Aber gegenwärtig würden «viel zu große Teile unserer Gesellschaft das sehr wohl dulden und nicht nur dulden, sondern aktiv mitmachen».

    «Wir haben jetzt in Hessen Meldestellen für Gesinnungsvergehen, für Denkverbrechen. Das muss man sich ja vorstellen, und aufgrund der Meldungen dieser Meldestellen wird sogar dann die Staatsanwaltschaft und die Polizei aktiv. Vollkommen wahnsinnig.»

    Er sei «sehr skeptisch» sagte er auf die Frage, ob er Hoffnung auf eine positive Veränderung habe. Auch die Intellektuellen würden erneut versagen, stellte der Friedensaktivist fest und sagte, das gelte auch für die gesellschaftlichen Organisationen wie die Kirchen und die Gewerkschaften. Er hoffe dennoch, «dass der Rest der Bevölkerung doch irgendwie zur Besinnung kommt».

    Aaron Lorenz, Jahrgang 1978, aus dem thüringischen Brotterode war nach Nürnberg zu der Veranstaltung gekommen, «weil ich gegen Krieg bin». Sein Opa habe ihm erzählt, wie es im Krieg war. Im Pflegeheim, wo er arbeitete, habe er viele Menschen gesehen, «die das ihren Lebtag lang verdrängt haben, aber zum Ende ihrer Tage sich dann doch befreien wollten». Er habe erlebt, wie manche an ihrem Lebensende daran zerbrochen sind. Und:

    «Ich wurde in der Nachtschicht mit Socken beworfen, weil sie dachten, die Russen kommen, und Granaten fallen. So war das in diesen Köpfen und in den Herzen eingebrannt.»

    Lorenz hat sich intensiv mit der Geschichte beschäftigt und auch viel darüber gelesen, wie er sagte. Für ihn ist es wichtig, «bei der Wahrheit zu bleiben, die Realität zu betrachten, mir nichts einreden zu lassen, mein Wissen und mein Handeln danach auszurichten, was der Realität entspricht, und nicht diesen Lügen», erklärte er mit kritischem Blick auf Politik und Medien.


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    Eine Anzeigentafel im Nürnberger Hauptbahnhof – Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander


    Der Prozess vor 80 Jahren sei wichtig gewesen, aber heute «wird alles unter den Teppich gekehrt und hingenommen». Er verwies auf das Beispiel des gegenwärtigen israelischen Völkermordes an den Palästinensern. Das Treiben des israelischen Premiers Benjamin Netanjahu werde nicht verfolgt, während beim Ukraine-Krieg Russland ein «Vernichtungskrieg» vorgeworfen werde und jeder Tote mehr zähle als die ermordeten palästinensischen Kinder und die anderen Opfer im Gaza-Streifen.

    Beitrag gegen Einseitigkeit

    Der Thüringer machte damit auf etwas aufmerksam, was sich auch in der multimedialen Installation zeigt, welche die Besucher des historischen Saales 600 des Nürnberger Justizpalastes zu sehen bekommen. Dabei wird die Geschichte mit der Gegenwart verknüpft, aber die zahllosen Verbrechen der Kriege des Westens, vor allem der USA, werden ausgelassen. Da werden Ruanda ebenso wie die jugoslawischen Zerfallskriege erwähnt und es wird dazu aufgefordert, Kriegsverbrechen und Völkermord zu ahnden.

    Wenig überraschend wird auch Russland wegen des Ukraine-Krieges in der Liste aufgeführt. Am Ende ist die bekannte Menschenrechtsanwältin Amal Clooney zu sehen, die sagt: «Das ist Ihr Nürnberg-Moment, Ihre Chance, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen.» Es wird dabei nicht angegeben, dass sie das 2019 vor dem UN-Sicherheitsrat sagte, als sie forderte, sexuelle Gewalt in Konflikten mit Hilfe eines internationalen Strafgerichts aufzuarbeiten.


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    Der Ostflügel des Nürnberger Justizpalastes, Ort des Hauptkriegsverbrecherprozesses vor 80 Jahren


    Diese einseitige Propaganda sehen täglich Hunderte Besucher des «Memoriums», wie das Museum heißt, das an die Nürnberger Prozesse erinnert. Auch an dem Sonntag nach der Veranstaltung kamen viele zum Nürnberger Justizpalast, um sich über das Geschehen vor 80 Jahren zu informieren.

    Am Vortag wurde der wichtige und notwendige Versuch unternommen, an das zu erinnern, was heute ausgelassen wird, wenn es darum geht, was geschah und zum Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess führte. Es war ein notwendiger Beitrag gegen die einseitige Darstellung und Neuschreibung der Geschichte, die heute von jenen betrieben wird, die wieder gegen Russland hetzen und von der eigenen Gesellschaft «Kriegstüchtigkeit» statt Friedensfähigkeit einfordern.

     

    Kommentare

    25. November, 04:50, von goalive

     Russland hat ein vitales, berechtigtes und sehr aktuelles Interesse daran, seine Rollen in den damaligen Geschehnissen aus seiner Sicht in Erinnerung zu bringen - manches geschönt, das meiste nicht.
     Es sind die Sichten eines Alliierten, der heute vom Westen tendenziell nun selbst gerne zum autokratischen Monster erklärt wird und daran erinnert, dass er selbst einst am Monster der Vergangenheit zu leiden hatte.
     Es geht um die Deutungsmacht, wo sich denn nun grade aktuell das Monster befindet und wie man es verhindert.
     Das Monster ist der Mensch, stellvertretend der Deutsche. Das erstere finden Sie bei Paulus in der Bibel, das letztere in den Gründungsurkunden der UNO: sie bilden die Rechtfertigung, eine Weltregierung aufzusetzen.
    https://en.wikipedia.org/wiki/Declaration_of_St_James%27s_Palace
    (Anmerkung zu Bauer: das Tribunal war 4 Jahre lang geplant worden, also nicht "schnell aufgesetzt’, wie er glaubt.)
     Jeder Mensch, wenn er einmal gezwungen ist durch Umstände, sein Selbstbild aufzugeben, ohne umgehend eine attraktivere Variante zur Verfügung zu haben, wird auch das Monster in sich finden müssen. Es geht nicht darum, es zu verleugnen, sondern darum es kennen.
     Federführend haben damals die Amerikaner und deren Sozialwissenschaftler und Psychiater die deutsche Umerziehung im Westen gesteuert. Ich empfehle wärmstens Jeffrey K. Olicks Buch "In the House of the hangman", zusammen mit seinem "The Sins of the fathers", das den Umgang der deutschen Politik der Nachkriegszeit akribisch untersucht, das Beste, was ich dazu finden konnte. Als ich letzteres durchgearbeit hatte, musste ich laut lachen, denn es was klar, dass der Umgang keine aufrichtige Beschäftigung damit war - und zwar noch nie!
     Zentraler Sargnagel einer echten Aufarbeitung ist die Implementierung einer Scham-, und eben gerade NICHT einer Schuldkultur, wie von Rechts gerne behauptet wird.
     Schuld, bedeutet, den Täter so gut zu verstehen, dass man WEISS, was seine Motive waren und weshalb er es tat und man so die Chance hat, zu begreifen und der Falle zu entkommen. Verstehen ist nicht Verständnis, das begreift eine Schamkultur nicht.
     Scham ist das Gegenteil von Schuld, sie will nicht begreifen, sondern verdrängen. Scham macht ein Denkmal und behauptet damit nichts zu tun zu haben. Die Anthropologin Ruth Benedict hat damals für die Amerikanischen Umerziehungsbehörden zur Scham/Schuld einen Report geschrieben, der als "Chrysanthemum and the sword" später auch als Buch veröffentlicht worden ist.
     Schamkultur ist, was implemtentiert wurde, was wir haben mit diesen Gedenkveranstaltungen. In Ritualen wird den alten Taten abgeschworen, von denen "man" sich freilich distanziert. So wird aber Schuld, verewigt, weil sie unverstanden bleiben muss. Sie wird zum Denkmal, versteinert, unerlöst, angebetet. Egal, wer dazu die Reden hält.

    Info: https://transition-news.org/gedenken-als-widerstand-gegen-kriegstreiberei-und-geschichtsfalschung


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    25.11.2025

    Der Brown New Deal, Teil II

    Screenshot_2025_11_25_at_10_36_01_Der_Brown_New_Deal_Teil_II


    forumgeopolitica.com, Mo. 24 Nov 2025

    Als Trump die UNO warnte, dass Länder, die am „grünen Betrug“ festhalten, bankrott gehen würden, hätte Europa darauf hören sollen. Die europäischen Staats- und Regierungschefs weigern sich, ihr Scheitern einzugestehen, und sind vom „Green New Deal“ zum „Brown New Deal“ übergegangen.


    Als Trump vor der UN sagte: „Wenn ihr diesen grünen Betrug nicht beendet, wird euer Land scheitern“, log er natürlich. Wenn „euer Land“ Teil der EU ist, dann gibt es kein Entrinnen vor diesem „grünen Betrug“: Das Geld wurde bereits verschwendet und die Energieinfrastruktur ist bereits ruiniert. Russland hat den europäischen Energiemarkt bereits aufgegeben und seine Energieexporte nach Osten verlagert. Für die EU ist eine rasante Deindustrialisierung nun unausweichlich. Trumps Aussage lässt sich daher auf „Euer Land wird scheitern“ verkürzen.

    Aber das wollten Europas Staats- und Regierungschefs nicht hören. Einzugestehen, dass Trump Recht hat, käme einem freiwilligen Rücktritt gleich, und das wollten sie nicht. Statt zurückzutreten (was ehrenhaft gewesen wäre), gaben sie grünes Licht für einen neuen, größeren und besseren Betrug, den ich den „Braunen New Deal“ nennen möchte.

    Anders als Grün ist Braun stark mit negativen Assoziationen behaftet. Es ist die typische Farbe von Verwelken: Grüne Blätter nehmen beim ersten Frost unzählige schöne Farben an, sinken sanft zu Boden und färben sich nach den Herbstregen unweigerlich braun. Braun war auch die Farbe der Hemden der SA, des paramilitärischen Flügels (Sturmabteilung) der deutschen NSDAP, deren gewalttätiges und widerwärtiges Verhalten Hitler zur Macht verhalf. Braun ist somit auch die Farbe verfallender Nationen. Es ist auch die Farbe von Exkrementen, dank der Pigmentierung durch Bilirubin, einem Abbauprodukt des Häms alter roter Blutkörperchen, das in der Leber produziert und ausgeschieden wird. Bilirubin verleiht Galle und Fäkalien ihre Farbe. Schließlich ist es die Hautfarbe der indigenen Bevölkerung in tropischen Ländern; hier sind es Rassisten, die ihr die negative Bedeutung verleihen.

    Ich möchte hier nicht alles über einen Kamm scheren und alles braun darstellen; Es gibt schließlich einige braune Dinge, die durchaus ihren Reiz haben. Da wären natürlich Schokolade und brauner Zucker, die keiner Werbung bedürfen. Dann gibt es die braune Farbe des „starken“, tanninhaltigen Wassers, das von Seeleuten früherer Zeiten geschätzt wurde. Dieses Wasser wurde aus den Mündungen von Flüssen, die Wälder und Sümpfe entwässern, oberhalb der Gezeiten entnommen und in Fässern an Deck von Segelschiffen gelagert. Es dauerte viel länger, bis es „lebendig“ (also grün) wurde. In diesem Fall war, entgegen der Intuition, braunes Wasser trinkbar (wenn auch bitter), während grünes Wasser mit Sicherheit Durchfall verursachte. Und schließlich: Was würden Architekten, Innenarchitekten, Modedesigner, Trumps Make-up-Team und diverse andere Künstler und Handwerker ohne die verschiedenen Beige-, Braun-, Siena-, Umbra-, Taupe- und Rehbrauntöne tun?

    Abgesehen von solchen vereinzelten Ausnahmen sind die gebräuchlichsten Assoziationen mit „braun“ Verwesung, Nazis, „Schwarze“ (falls man zufällig ein Nazi ist) und Kot. Diese Fülle an Assoziationen macht Braun zu einer guten Wahl als Farbe der sich auflösenden grünen Bewegung, nachdem deren öffentliches Verblendungsprogramm namens „anthropogener Klimawandel“, die Ablehnung von Kohlenwasserstoffimporten per Pipeline und die üppigen öffentlichen Subventionen für Windkraftanlagen und Solaranlagen eine Ära finanzieller, politischer und wirtschaftlicher Zusammenbrüche in ganz Europa eingeläutet haben. Das neue öffentliche Verblendungsprogramm ist die „russische Aggression“, und die Reaktion darauf erfordert enorme öffentliche Ausgaben für verschiedene Verteidigungsprogramme.

    Der Komfort, die Gesundheit und die Sicherheit der städtischen Bevölkerung (55 % der Weltbevölkerung) stehen in direktem Verhältnis zum Pro-Kopf-Energieverbrauch: Eine sinkende Energieverfügbarkeit pro Kopf verringert unmittelbar den Zugang zu ausreichend beheizten und klimatisierten Wohnungen sowie zu Annehmlichkeiten wie Toiletten mit Wasserspülung und fließend warmem und kaltem Wasser, zu Bildung und Gesundheitsversorgung, Sicherheit, Strafverfolgung und den meisten anderen Errungenschaften der Zivilisation. Städte sind für den Betrieb der meisten stationären Anlagen auf Strom und Erdgas und für die meisten beweglichen Fahrzeuge auf Diesel und Benzin angewiesen. Strom kann für den öffentlichen Nahverkehr und den Schienengüterverkehr genutzt werden, ist aber für den Großteil des Straßengüterverkehrs und den gesamten Wassertransport ausgeschlossen. Die Stromerzeugung basiert auf Kernenergie und Kohle zur Deckung der Grundlast und auf Erdgas zum Ausgleich der tageszeitlichen Schwankungen des Strombedarfs. Es ist eine bittere Tatsache, dass ein hoher Pro-Kopf-Energieverbrauch nicht durch den Umstieg auf Wind- und Solarenergie aufrechterhalten werden kann.

    Die Folge des Green New Deal ist ein stetig sinkender Lebensstandard in ganz Europa, der auf die eigentliche Ursache – die sinkende Energieerschwinglichkeit pro Kopf – zurückzuführen ist. Es sind eher die angeblich stabilen, sich aber in Wahrheit stetig verschlechternden Lebensbedingungen als eine akute Krise, die die Bevölkerung zum Aufstand und zum Sturz ihrer herrschenden Eliten treiben. Die herrschenden Eliten Europas wissen das, wollen nicht in ganz Europa an den Pranger gestellt werden und versuchen daher, die Schuld zumindest von sich zu weisen oder, noch besser, eine akute Krise zu inszenieren, die sie dann heldenhaft zu bewältigen vortäuschen können.

    Ihre bevorzugte, künstlich erzeugte Krise ist der völlig fiktive, aber unmittelbar bevorstehende Angriff der Russischen Föderation auf die Europäische Union. Die lächerliche Lüge, mit der dieses Argument untermauert werden soll, lautet: Sollte die ukrainische Armee besiegt und das illegitime und korrupte Kiewer Regime gestürzt werden, würden russische Panzer durch Europa rollen – genau wie 1945! Die heikle Frage, warum Russland überhaupt an einem solchen Abenteuer interessiert sein sollte, wird durch irrationalen antirussischen Fanatismus umgangen: Die bloße Tatsache, dass die Russen Russen sind, wird als ausreichend angesehen, um ihre Neigung zu solch wahnsinnigem und selbstzerstörerischem Verhalten zu garantieren. Aber da wir keine irrationalen, antirussischen Fanatiker sind, werden wir uns die Zeit nehmen, diese Frage zu beantworten, die wir als Nächstes behandeln werden.


    Europa Analyse

    10 Kommentare zu
    «Der Brown New Deal, Teil II»


    C.A.E.N. Mo. 24 Nov 2025, 17:36

    ,, Das Abenteuer ,,Russische Panzer vor Cottbus - Russische Drohnen über Berlin ,, findet in kranken GEHIRNPUDDINGS der Politkaste statt,,

    Die Probleme die wir hier vor Ort haben will sich ein Fuchs Wladimirowitsch Putin bestimmt nicht zu eigen machen.

    Der gut gebildete Bürger Soldat russischer Provenienz leidet wie sein westliches Pendant ,, an der Handykrankheit ,,kann Krimsekt u Kamtschatka Garnelen nicht widerstehen ,,die unsrigen ,,Aldisekt u Surimi in Garnelenform.
    ABER wenn es darauf ankommt kann er kämpfen UND er weiß das er für sein Vaterland kämpfen wird weil er eines hat

    Mein Vaterland ist im Giftschrank ,Schlüssel verlustig .

    Auf diesen Kommentar antworten

    Antwort auf Heiko Mo. 24 Nov 2025, 19:50

    Der Ukrainekonflikt dient vor allem auch dem gesellschaftlichen Klärungsprozess in Russland. Seit Chrustschow ist hier eine gesellschaftliche Orientierungslosigkeit ausgebrochen, die zum intellektuellen Untergang durch die Unterwerfung unter westliche Narrative geführt hat. Deshalb ist die russische Führung auch nicht unbedingt an einem schnellen Sieg interessiert, denn dieser Reinigungs- und Erkenntnisprozess ist immer noch im Gange. Putin hat nicht die Möglichkeiten, die ein Stalin hatte, aber die Aufgabe ist die Gleiche. Das jetzt bitte nicht mit dem Terror verwechseln, den Jeschow entfesselte und der von Stalin beendet wurde.

    Auf diesen Kommentar antworten

    Antwort auf Herbert Di. 25 Nov 2025, 9:40

    Putin ist ein top Stratege. Je langsamer er bei der Befreiung des Donbass vorgeht,um so mehr verarmt Europa. Und die schlauen Politiker in Europa legen es als Schwäche aus!

    Auf diesen Kommentar antworten

    Antwort auf johann strempfl Mo. 24 Nov 2025, 20:19

    Danke an ,,FG,, für diesen Bericht, ebenfalls danke an ,,C.A.E.N.,, für seine Analyse. /
    Alle (insbesonders) ,,WESTEUROP.,, Empfehlungen sollten mit Vorsicht zur Kenntnis genommen werden wie,
    A)- The Green New Deal und die in Verbindung stehende ,,Energiewende,, mit Slogan wie, - ,,die Sonne ist Gratis,, - ,,der Wind kostet nicht´s,, - mit dem Ergebnis, - ,,Deutschland,, hat die höchsten Strompreise Europas (IST DIES NICHT KOMMISCH) !
    B)- der vom Westen inszenierte Putsch in 2014 am Maidan, mit Aussicht und Versprechen, erhalt westl. Standard und westl. Niveau, EU-Beitritt & Co
    C)- die westl. Schirmherrschaft von MINSK-I + MINSK-II, diese Täuschung war unter anderem auch Hauptverantwortlich für den Konfliktauslöser ! !
    MINSK-II hätte die Ukrainische Souveränität gesichert ! ! !
    D)- die im Frühjahr 2022 blockierten Istanbuler Vereinbarungen, ein so Gutes Angebot zu solchen Konditionen bekommt die Ukraine ,,NIE MEHR,, ! !
    E)- mit dem westl. Versprechen an die Kiewer ,,Junta,, - Unterstützung so lange als nötig -
    wurde das Kiewer Regime zum weitermachen gezwungen.
    F)- der ständige westl. Slogan, - ,,WAFFEN SCHAFFT FRIEDEN,, ! !
    G)- die ständige Aufmunterung - ,,sie (Ukraine) verdeitigen unser Werte ! !
    H)- im Sommer 2025, USA-Angebot zum erhalt von ,,Frieden,, wurde neuerlich verworfen und seitens den Europäern sabotiert
    I)- jetzig vorliegendes 28-Pkte - Friedenspapier, wiederum zeigen sich die westl. Europäer als ,,Saboteure,, (Kriegstreiber) !
    J)- der Westen, insbesonders die Europäer (bis auf wenige Ausnahmen) kapieren nicht,
    ,,DER SIEGER BESTIMMT DIE REGELN,,
    K)- sollte die jetzige ,,28-Pkte - Gelegenheit,, seitens der Ukraine vertan werden, ist das Gebiet bis einschl. Odessa auch Geschichte, wobei durchaus die Möglichkeit besteht, dass dieses Gebiet auch über ein Referendum in Richtung RU geht, kann mir gut Vorstellen, dass die Sache ,,Referendum,, in den Verhandlungspapieren auftaucht, denn solches Vorgehen ist im prinzip die demokratischste Lösung !

    RESÜMEE: Alle, insbesonders von den Europäern gemachten Empfehlungen haben der Ukraine viel mehr geschadet als geholfen ! !
    Kenne viele Ukrainer die dieses kapieren und verstehen, jedoch die Kiewer Eliten vertreten halt auch andere Interessen.
    PS: Habe in der Ukraine ein Sprichwort gehört, was man mit Geld nicht erledigen kann, kann man mit viel Geld erledigen ! !

    Auf diesen Kommentar antworten

    Antwort auf C.A.E.N. Mo. 24 Nov 2025, 22:18

    # J.Strempfl

    Referendum richtig Russland,,,,,,??
    Östlich des Dnepr vielleicht zu Ru

    Meine alten Atlanten ( 1792 –––1945 )sagen westlich des Dnepr warten Polen ,Ungarn,Rumänien und Litauen auf Beute ( K u K Austria scheidet wohl aus )
    Wenn sich jeder seinen Brocken geholt hat ist die Ukraine automatisch in der Brüssel EU u in der NATO .
    Die früheren Allierten , heute die Willingen , nehmen es nicht so genau mit dem Länder Monopoly

    PS: Es gab schon mal ein 14 Punkte Plan von Wilson ( Donald hat verdoppelt )
    Was die Alt Willingen 1919 draus gemacht haben führte in ein Meer aus Blut

    Passende Literatur
    Der erzwungene Krieg , David L Hoggan 1961
    Wer Hitler mächtig machte ,G.G. Preparata 2005
    Es gibt noch viel mehr ….

    Wenn die aktuellen Willingen fertig haben und man folgt der Aritmetik der Geschichte wird das Schwarze Meer , in zwei Dekaten ,zum Blutmeer ( das Rote Meer gibt es ja schon )

    Auf diesen Kommentar antworten

    Antwort auf johann strempfl Di. 25 Nov 2025, 7:12

    @C.A.E.N. - Danke, ihr Kommentar hat einiges an Aussagekraft. / Odessa, die Stadt der ,,Katherina der II,, ist die eigentlich ,,Russischste - Stadt,, in der Ukraine.
    Egal ob die Stadt, erzwungen durch Gewalt oder Referendum, nach meinem Gefühl wird Sie nach RU heimkehren. Wie ja bekannt, dort leben ja in etwa an 90% RU-sprachige Bevölkerung.
    Weiters, in den westl. MSM + ÖRR total vernachlässigt, dort gibt es bereits aktiven ,,Untergrund,, ! ! Nahezu alle RU Raketenangriffe in diese Region passieren auf ,,Untergr. Koordinaten,, ! !
    Ausserdem, wie auch aus Ihrem Bericht gut heraus zu lesen, das ,,Fressen,, in der UA ist noch nicht vorbei, im Hintergrund warten schon die westl. Hyänen, zeigen und spielen sich als grosse Helfer und Lieferanten auf, in Wirklichkeit ist denen die UA völlig egal, was sich jetzt auch zeigt im 28-Pkte - Papier in Ihrer Einmischung, es geht nur um RU zu schwächen, am Besten, RU in Stücke aufzuteilen, damit der Zugang besser und wirksamer bewerkstelligt werden kann.

    Zur Erinnerung - Winston Churchill Zitat: ,,wir haben das falsche Schwein geschlachtet,, ! !
    Danke für Ihre Literatur - Tipps, bin leider so nebenbei noch mit Arbeit eingedeckt, womit ich mir meine kostbare Zeit genau einteilen muss, trotzdem vielen Dank und Grüsse aus Graz.

    Auf diesen Kommentar antworten

    Heiko Mo. 24 Nov 2025, 19:44

    Dieser "grüne Betrug", vor dem Trump da warnt, ist doch ein Projekt des US-Finanzkapitals. Da alle westeuropäischen Spitzenpolitiker aus den Labors für politische Retortenbabies dieses Finanzkapitals kommen, kann man von ihnen nicht erwarten, in Trumps Worten eine sinnvolle Warnung zu hören.
    Das ist ja das große Problem, dass die meisten Menschen nicht wissen oder wissen wollen, warum bestimmte Politiker in bestimmten Positionen sind und andere nicht. Leider klären auch die, die es wissen müssten, wie z.B. Frau Wagenknecht, die Masse nicht darüber auf. So wird die Politik als etwas Genuines und Primäres hingestellt, was es nicht ist und niemals war. Das Kapital hat seine Hausaufgaben gemacht.

    Auf diesen Kommentar antworten

    Herbert Di. 25 Nov 2025, 9:36

    Interessant wäre es auch mal zu untersuchen wie viele Aktien die grössten 3 Kriegstreiber,(F,D,GB) von der Waffenindustrie erhalten haben.Alle 3 haben ja auch grosse Probleme in ihrem eigenen Land.

    Auf diesen Kommentar antworten

    Antwort auf C.A.E.N. Di. 25 Nov 2025, 10:00

    Moin Herbert,
    D ist erst seit es sich in der Brüssel EU sicher fühlt zum Kriegstreiber geworden
    F hat gerne immer gezündelt ,hat sich aber nach 1870 nicht mehr alleine getraut
    UK der Kriegstreiber schlecht hin
    USA geht gerne Kriege ein ,wenn es ein Deal ist/wird

    Obige Darstellung sehr Plakativ aber leicht zuverstehen

    Die Konstrukte der drei großen Europäischen Kriege

    WW I
    WW II
    Ukrainekrieg

    Sind fast immer gleich ,,die Deal‘s ,,sind so offensichtlich

    Die geplanten Verlierer ( aus WWI + WWII )wurden nie in einen Friedensprozess eingebunden
    ( die damaligen Willingen haben das so beschlossen)
    Der geplante Verlierer aus dem aktuellen Krieg , Russland, ist aus EU Sicht auch nicht eingebunden .

    In welcher Stadt wird demnächst Nürnberg stattfinden mit der Anklage RU

    Auf diesen Kommentar antworten

    roberto Di. 25 Nov 2025, 10:06

    Always great to read Dmitry!



    Info: https://forumgeopolitica.com/de/artikel/der-brown-new-deal-teil-ii


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    25.11.2025

    Der Frieden soll warten, Rosskur in Belgien – und Tsipras tritt nach

    lostineu.eu, 25. November 2025

    Die Watchlist EUropa vom 25. November 2025 – Heute mit News und Analysen zum diplomatischen “Blitzkrieg” gegen Trumps 28-Punkte-Plan, der schweren Krise im Kernland der EU und den Memoiren eines legendären früheren griechischen Premierministers.

    Diesen Newsletter können Sie abonnieren – er kommt dann dreimal pro Woche per Mail, natürlich ohne Paywall. Mehr bei STEADY

    Donald Trump hatte es eilig. Bis zum Thanksgiving am Donnerstag müsse Präsident Selenskyj in den mit Russland vereinbarten Friedensplan einwilligen, sonst würde er der Ukraine die amerikanische Unterstützung entziehen. Das Blutvergießen müsse ein Ende haben, forderte Trump.

    Doch er hat die Rechnung ohne die EUropäer gemacht. In einer diplomatischen Anstrengung ohnegleichen setzten sie – noch dazu von Afrika aus – alle Hebel in Bewegung, um Trumps 28-Punkte-Plan zu korrigieren und zu revidieren. Das Ergebnis: Ein schneller Frieden ist nicht mehr in Sicht.

    „Frieden in der Ukraine gibt es nicht über Nacht“, sagte Kanzler Merz nach einem EU-Sondergipfel zum Ukraine-Krieg in Angolas Hauptstadt Luanda. Man habe den Text erfolgreich überarbeitet und die von Trump gesetzte Deadline aufgeschoben. Der Frieden kann und soll warten.

    Auf Kosten der Ukraine

    Das ist in mehrerer Hinsicht bemerkenswert. Zum einen scheint es Merz nicht zu stören, daß sich die militärische, politische und finanzielle Lage in der Ukraine täglich verschlechtert. Dem Land steht der bisher härteste Kriegs-Winter bevor, im Frühjahr droht die Pleite. Doch Eile scheint nicht geboten.

    Eilig haben es die EUropäer offenbar nur, wenn es darum gilt, Trump “im Boot” zu halten und die eigenen Ansprüche zu verteidigen. Dann kann alles ganz schnell gehen, dann spricht man sogar wieder die Sprache der Diplomatie. Die EU kann “es” also noch – aber nur, wenn es ans Eingemachte geht.

    Und was sind nun die Essentials? Folgt man den Erklärungen der letzten Tage, so kämpft die EU nicht nur um die territoriale Integrität der Ukraine und deren “Recht” auf einen Nato-Beitritt, was angesichts der Vorgeschichte (Kosovo-Krieg, Streit um die Nato-Osterweiterung) bizarr anmutet.

    Diplomatischer “Blitzkrieg”

    Laut “Euronews” haben die EUropäer auch für die 200 Mrd. Euro schweren russischen Assets und “ihre” Sanktionen gestritten. Sie wollen die Kontrolle behalten. Verständlich – denn das ist die einzige Verhandlungsmasse, die sie in mögliche Gespräche einbringen können.

    Allerdings hat die EU nicht etwa angeboten, selbst in Verhandlungen mit Russland einzutreten. Sie will auch keine Sanktionen lockern oder “eingefrorenes” Vermögen freigeben, um einen Anreiz für eine Friedenslösung zu schaffen. Der “diplomatische Blitzkrieg” verfolgt ein anderes Ziel.

    Die EUropäer wollen Trump ausbremsen und Putin abschrecken. Über Frieden möchten sie erst reden, wenn sie – gemeinsam mit der Ukraine – selbst die Bedingungen diktieren können. Doch wann soll das sein? Zu Thanksgiving, so viel steht fest, wird es nicht mehr klappen…

    Meine Meinung: EUropa hat sich zurück ins Spiel gekämpft – aber um welchen Preis? Die EU weckt nicht nur den fatalen Eindruck, daß ihr Frieden letztlich nicht so wichtig ist. Sie riskiert auch, sich bei einem Scheitern der Verhandlungen allein wiederzufinden. Wenn Trump seine Unterstützung entzieht, dürfte der Krieg schnell außer Kontrolle geraten, die Kosten auch…

    Siehe auch Der ehemalige Westen verhandelt mit sich selbst

    P.S. Der Kreml lehnt den europäischen Gegenvorschlag ab. Der Plan sei “völlig unkonstruktiv” und funktioniere für Moskau nicht, sagte der außenpolitische Berater J. Uschakow. Derweil zog der ukrainische Parlamentspräsident Stefantschuk erneut „rote Linien“. Damit rückt Frieden wieder in weite Ferne…

    News & Updates

    Rosskur in Belgien. Das Kernland der EU, Sitz der wichtigsten europäischen Institutionen, rutscht immer tiefer in die Krise. Während die Gewerkschaften einen dreitägigen Streik gegen die Austeritätspolitik begonnen haben, hat sich die Regierung auf neue Einschnitte im Sozialsystem geeinigt. Nach den Renten sollen nun auch die Löhne gekürzt bzw. nicht mehr automatisch an die Inflation angepasst werden. Zudem gibt es tiefe Schnitte im Gesundheitssystem. – Einzig “gute” Nachricht: Premier De Wever bleibt, eine Regierungskrise und Neuwahlen wurden abgewendet. Der flämische Nationalist hatte mit Rücktritt gedroht und ein Ultimatum bis Weihnachten gesetzt…Mein Bericht in der “taz”

    USA machen Druck. Die USA haben eine Änderung der EU-Digitalregeln zur Bedingung für niedrigere Stahlzölle gemacht. US-Handelsminister Lutnick forderte die EUropäer auf, einen “ausgewogenen Ansatz zu finden”, der für die USA “funktioniert”. Erst dann werde Washington “die Stahl- und Aluminiumfragen angehen”. EU-Handelskommissar Sefcovic erklärte sich promot bereit, die Forderungen zu prüfen. – Er knickt also schon wieder ein. In vorauseilendem Gehorsam hatte Brüssel schon der vergangenen Woche eine Lockerung ihrer Digitalgesetze vorgeschlagen…

    EU umwirbt Afrika. Die EU hat auf einem Gipfel mit der Afrikanischen Union in Angola um eine stärkere Zusammenarbeit geworben. “Afrika ist ein Kontinent der Chancen”, sagte Bundeskanzler Merz. Elf der 20 weltweit am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften lägen in Afrika, sagte Merz. “Das Potenzial ist ganz offensichtlich.” Kommissionschefin von der Leyen warb für eine Freihandelszone. – Doch der europäische Einfluß in Afrika schwindet. Frankreich muß sich aus seinem ehemaligen Kolonien zurückziehen, China und sogar Russland sind auf dem Vormarsch…

    Das Letzte

    Tsipras tritt nach. Er war ein Star der Linken, dann machte ihm der deutsche Finanzminister Schäuble den politischen Garaus: Zehn Jahre nach der Schuldenkrise in Griechenland und dem Beinahe-Rauswurf aus dem Euro hat der frühere Premier Tsipras seine Memoiren veröffentlicht. Folgt man “Politico”, so sucht er die Schuld für das Scheitern vor allem bei seinem damaligen Finanzminister Varoufakis. Der sei “mehr Star als Ökonom” gewesen und habe alle gegen sich aufgebracht – nicht nur Schäuble und die Eurogruppe, sondern am Ende auch sein eigenes Ministerium. Allerdings war es Tsipras, der Varoufakis zum Finanzminister machte. Tsipras war es auch, der nach dem Referendum im Sommer 2015 und dem “Nein” zu den Auflagen aus Berlin eine brutale Kehrtwende hinlegte – und die deutschen Vorgaben schluckte. Danach ist es still um ihn geworden. Varoufakis hingegen ist weiter politisch aktiv…


    Eric Bonse

    Eric Bonse

    EU-Korrespondent und Blogger bei Lost in EUrope

    Ich arbeite seit 2004 als fest akkreditierter EU-Korrespondent für deutsche Medien in Brüssel. Mehr als 25 Jahre Erfahrung in Europapolitik, deutsch-französischen Beziehungen und Foreign Affairs. Blogge hier seit 2011 ????

    Mehr Newsletter hier. Mehr News & Updates hier

    3 Comments

    1. WBD
      25. November 2025 @ 09:18

      ebo: “Derweil zog der ukrainische Parlamentspräsident Stefantschuk erneut „rote Linien“. Damit rückt Frieden wieder in weite Ferne…”
      im russischen Telegram-Kanal ‘Slavyangrad’ werden diese roten Linien so zitert – mit der Quelle ‘Ukrinform’ aus der Ukraine:
      “Crimea is Ukraine, part of the Ukrainian state, and the war will end when Crimea is returned to the territorial integrity of Ukraine,” Stefanchuk’s words are reported by the correspondent of “Ukrinform.”
      Friede? NEVER !

    Antworten

  • Thomas Damrau
    25. November 2025 @ 08:46

    Heute früh reitet die deutsche Politik wieder auf dem Narrativ “Wir haben eingegriffen und das Schlimmste verhindert”. Das Hineinverhandeln eigener Positionen ist einerseits Teil des Prozesses. (Und das ist bei einem US-Präsidenten, dessen aktuelle Meinung stark von der Qualität des Frühstücks und vom jeweils letzten Gesprächspartner formatiert wird, durchaus möglich.)

    Andererseits höre ich aus den Zielvorstellungen deutscher PolitikerInnen die zwei Positionen heraus, auf die Russland mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht eingehen wird:
    — erst Waffenstillstand und dann im Detail verhandeln
    — Sicherheitsgarantien für die Ukraine, die auf eine halbe NATO‑Mitgliedschaft hinauslaufen

    Ein solches Vorgehen kann schnell nach hinten losgehen. Wenn die US-Administration die überarbeiteten Positionen nach Moskau schickt und sich ein Njet einhandelt, könnte Trump sehr schnell die Schuld bei den “stupid Europeans” suchen.

    Antworten

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    Weiteres: 




    Drei Tage Streik in Belgien – De Wever antwortet mit neuen Sozialkürzungen


    lostineu.eu, 24. November 2025

    Das hat Belgien seit den wilden 80er Jahren nicht mehr erlebt: Die Gewerkschaften haben nicht einen, sondern gleich drei Tage „grève nationale“, also einen landesweiten Streik, ausgerufen.

    Mit den Protesten, die am Montag begannen und bis Mittwoch dauern sollen, wollen die Arbeitnehmervertreter gegen die Austeritätspolitik der rechtsliberalen Regierung um Premier De Wever (N-VA, flämische Nationalisten) protestieren.

    De Wever quittierte den historischen Streik auf seine Art: mit noch mehr Zumutungen.

    Wenige Stunden, nachdem Eisenbahner, Bus- und Metrofahrer und andere öffentlich Bedienstete die Arbeit niedergelegt hatten, verkündete der Premier eine Einigung im wochenlangen Budgetstreit.

    Sie sieht Einsparungen in Höhe von 9,2 Mrd. Euro vor. Die Maßnahmen, die bis 2029 umgesetzt werden sollen, bringen weitere soziale Einschnitte und Härten.

    So sollen zwei Milliarden im Gesundheitswesen gekürzt werden. Die so genannte „Arizona“-Regierung will auch 100.000 Langzeitpatienten wieder in Lohn und Brot bringen, um noch mehr Geld zu sparen…

    1 Comment

    1. KK
      24. November 2025 @ 21:53

      Wer aufmuckt, bekommt die Knute. Wie einst im Feudalismus.



    Info: https://lostineu.eu/drei-tage-streik-in-belgien-de-wever-antwortet-mit-neuen-sozialkuerzungen/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


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    Weiteres: 





    Auch beim Handel macht Trump wieder Druck


    Screenshot_2025_11_25_at_10_18_46_Lost_in_EUrope_Update


    lostineu.eu, vom 24. November 2025

    Die EU läuft US-Präsident Trump nicht nur in der Ukrainepolitik hinterher. Auch beim Handel muß sie betteln – immer noch.

    Nur wenige Wochen nach dem ungleichen Handelsdeal mit Trump, der zulasten EUropas geht, sind immer noch nicht alle Probleme gelöst.

    Bei einem Treffen mit US-Handelsminister Lutnick und dem US-Handelsbeauftragten Greer in Brüssel hat die EU auf eine Senkung der US-Stahlzölle gedrungen.

    “Es liegt noch Arbeit vor uns, vor allem bei Stahl und Stahlderivaten”, sagte EU-Handelskommissar Sefcovic. Eine Einigung erwarte er bei der Sitzung allerdings nicht.

    “Heute geht es nicht um Verhandlungen, sondern um eine Bestandsaufnahme”, so Sefcovic.

    Alles andere könnte nämlich Trump verärgern – und die europäischen Korrekturen an seinem Ukraine-Friedensplan in Frage stellen…

    Mehr zur Handelspolitik hier

    P.S. Die USA haben eine Änderung der EU-Digitalregeln zur Bedingung für niedrigere Stahlzölle gemacht. US-Handelsminister Lutnick forderte die EUropäer auf, einen “ausgewogenen Ansatz zu finden”, der für die USA “funktioniert”. Erst dann werde Washington “die Stahl- und Aluminiumfragen angehen”. Handelskommissar Sefcovic erklärte sich bereit, die Forderungen zu prüfen. Er knickt also schon wieder ein…

    3 Comments

    1. Michael
      24. November 2025 @ 13:21

      Vasallen betteln nicht. Vasallen bekommen ein Lehen und bei guter Führung ab und zu einen Obulus.

    Antworten

    • KK
      24. November 2025 @ 21:52

      Oder ist die EU statt eines Vasallen nicht doch eher bloß noch ein devoter Köter, der winselt, dass ihm sein Herr einen Knochen in den Zwinger wirft?

      Antworten

      • Karl
        25. November 2025 @ 08:35

        @ KK: Nein, Vasallen können wie Sklaven oder Köter oder Nichtsnutze behandelt werden. Das hängt von der Laune des Zwingherren ab. Der Vasall ist eine Rechtsfigur des Feudalismus (= der tiefsten Rückständigkeit Europas).
        Natürlich würden Vasallen besser behandelt, wenn der Zwingherr fürchten müsste, dass sie wegen ihres politischen Gewichts sich unabhängig machen könnten und/oder ihre Dienste verschiedenen Herren anbieten könnten.


    Info: https://lostineu.eu/auch-beim-handel-muss-die-eu-bei-trump-betteln/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    25.11.2025

    Nachrichten von Pressenza: „Ich habe dieses Foto für die Abschlussfeier gemacht, nicht für eine Beerdigung“

    aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, 25. November 2025, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 25.11.2025


    „Ich habe dieses Foto für die Abschlussfeier gemacht, nicht für eine Beerdigung“


    „Ich habe dieses Foto für die Abschlussfeier gemacht, nicht für eine Beerdigung – Zu Beginn der umfassenden Invasion (so wird der Krieg mit der Russischen Föderation, der im Februar 2022 begann, in Abgrenzung zum 2014 ausgebrochenen Krieg um die Hoheit&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/11/ich-habe-dieses-foto-fuer-die-abschlussfeier-gemacht-nicht-fuer-eine-beerdigung/


     -----------------------


    Ungarn: Ins Gefängnis für die Pride? Ein Interview mit Organisator Géza Buzás-Hábel


    Zum ersten Mal in der Geschichte der EU wird ein Mensch strafrechtlich verfolgt, weil er eine Pride organisiert hat: Géza Buzás-Hábel ist Pädagoge aus Südungarn, ein Rom, offen queer und seit Jahren als Menschrechtsaktivist aktiv. Für die Planung der Pécs-Pride&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/11/ungarn-ins-gefaengnis-fuer-die-pride-ein-interview-mit-organisator-geza-buzas-habel/


     -----------------------


    Gratwanderung der Demokratie: Tschechien zwischen dem Willen des Volkes und präsidialer Kontrolle


    Die politische Lage in Tschechien nach den jüngsten Wahlen scheint paradox und stellt die Grundlagen der Demokratie infrage. Der klare Sieg der Partei ANO (Tschechisch für «Ja») unter der Führung von Andrej Babiš zusammen mit zwei weiteren verbündeten Parteien hat&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/11/gratwanderung-der-demokratie-tschechien-zwischen-dem-willen-des-volkes-und-praesidialer-kontrolle/


     -----------------------


    Der Spannungsfall


    Leitmedien treiben die Debatte über die Ausrufung des „Spannungsfalls“ voran, einer Vorstufe zum „Verteidigungsfall“. Er wäre mit erheblichen Einschränkungen grundlegender Rechte verbunden. Deutsche Leitmedien treiben die Debatte über die Ausrufung des „Spannungsfalls“, einer Vorstufe zum „Verteidigungsfall“, voran. Am Mittwoch begründete&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/11/der-spannungsfall/


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    Indira-Gandhi-Preis für Frieden, Abrüstung und Entwicklung geht an Chiles Ex-Präsidentin Michelle Bachelet


    Es ist der 19. November, Geburtstag der Eisernen Lady und stärksten ehemaligen Premierministerin Indiens, der verstorbenen Indira Gandhi. Die ehemalige Kongresspräsidentin Sonia Gandhi, Vorsitzende des Indira Gandhi Memorial Trust, überreicht den Indira-Gandhi-Preis für Frieden, Abrüstung und Entwicklung für das Jahr 2024 an Ihre Exzellenz Frau&hellip;

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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    25.11.2025

    Nakba-Gedenken

    medico.de, vom 14.05.2025, #gaza  Transit Tantura





     

     


     


     

    Eines der wenigen noch existierenden Häuser von Tantura, heute: Dor Beach Resort, südlich von Haifa. (Foto: Dr. Avishai Teicher, CC BY 2.5) 


    In Haifa setzen sich medico-Partner:innen für eine Offenlegung der Verbrechen im Zuge der israelischen Staatsgründung und für eine Veränderung des Umgangs damit ein.

    Von Riad Othman

    Jedes Jahr gedenken Palästinenser:innen in Israel, in Palästina und weltweit am 15. Mai der ethnischen Säuberung von etwa 750.000 Menschen aus dem Gebiet, das im Krieg von 1948 zu Israel wurde. Palästinenser:innen bezeichnen das Ereignis als Nakba (arabisch: Katastrophe).

    In Haifa arbeiten mehrere medico-Partnerorganisationen gegen die Entrechtung der palästinensischen Bevölkerung in der Gegenwart, aber auch gegen ein Verschweigen und ein Vergessen des Leids. Sie setzen sich für eine Offenlegung der Verbrechen im Zuge der israelischen Staatsgründung und für einen anderen Umgang damit ein.

    Auf dem Weg nach Haifa machen wir einen Stopp an einem Strand in der Nähe des Kibbuz Nahsholim, etwas abseits der Autobahn, die entlang der Mittelmeerküste nach Norden führt: dem Strand des Moshav Dor. Bis 1948 existierte hier das palästinensische Fischerdorf Tantura, in dem die Alexandroni-Brigade der Haganah, die es auch heute noch unter dem gleichen Namen in der israelischen Armee gibt, in der Nacht vom 22. auf den 23. Mai 1948 ein Massaker an Dorfbewohner:innen verübte. Die Überlebenden wurden vertrieben: nach Syrien, ins Westjordanland und zum kleinen Teil in eine andere palästinensische Ortschaft, unweit von Tantura. Ihr Dorf wurde in der Folge über mehrere Jahre zerstört, bis 1956 fast nichts mehr davon übrig war. Seine Bewohner:innen wurden an der Rückkehr gehindert – selbst diejenigen, die sich nach dem Waffenstillstand von 1949 innerhalb des neu gegründeten Staates Israel nur wenige Kilometer weit entfernt befanden.

    Unter dem Parkplatz, der heutzutage Besucher:innen des Strandressorts dient, befindet sich ein Massengrab. Ein Hinweis darauf, dass hier Menschen, entwaffnete palästinensische Kämpfer ebenso wie Zivilist:innen, ermordet und verscharrt worden sind, findet sich nirgends. Das änderte sich auch nicht, nachdem die medico-Partnerorganisation Adalah aus Haifa am 23. Mai 2023 im Auftrag von elf Vertriebenen aus dem Dorf und des Tantura-Komitees „sofortige Maßnahmen zur Markierung, Einfriedung und Beschilderung der Massengräber und Friedhöfe von Tantura“ von israelischen Behörden gefordert hatte. 

    Eine ebenfalls von Adalah in Auftrag gegebene Untersuchung des Massakers durch die in Großbritannien ansässige Organisation Forensic Architecture hatte Indizien auf weitere Massengräber in Tantura geliefert. Die Kolleg:innen von Forensic Architecture, mit denen auch medico immer wieder zusammenarbeitet, dokumentierten dies sowohl in einem Bericht als auch in einem 17-minütigen Kurzfilm:

    Dies ist ein YouTube Video. Wenn Sie auf dieses Video klicken, stimmen Sie der Datenschutzerklärung & Nutzungsbedingungen von Google zu. Außerdem stimmen Sie unserer Datenschutzrichtlinie zu.

    In Israel dauert die jahrzehntelange Leugnung der in Tantura und zahlreichen anderen palästinensischen Dörfern und Städten begangenen Verbrechen an. Das Nakba-Gesetz von 2011 soll das Schweigen im Land unter Androhung von Sanktionen fortschreiben. Von den rund 14 Millionen Akten, die sich in den Archiven der israelischen Armee und des Sicherheitsestablishments befinden, sind gerade mal 50.000 der Öffentlichkeit zugänglich. Das sind 0,4 Prozent der Akten, wie die auf solche Fragen spezialisierte medico-Partnerorganisation Akevot sagt.

    Während im Gazastreifen, kaum zwei Autostunden von Tantura, so viele Menschen aus ihren Häusern vertrieben und ermordet worden sind wie selbst im Krieg von 1948 nicht, können wir heute, am Nakba-Tag, nicht nur der Opfer der historischen Verbrechen gedenken, sondern müssen uns dafür einsetzen, dass der Genozid, der in Gaza in der Gegenwart stattfindet, endlich aufhört.


    Postkarte. Spendenaufruf für Gaza.

    Vor aller Augen geht das Töten in Gaza weiter. Wer die Menschenrechte dort nicht verteidigt, wird sie auch hier verlieren. Sprechen Sie darüber. Nicht eines Tages. Jetzt.

    #gaza 

    Riad Othman











    Riad Othman arbeitet seit 2016 als Nahostreferent für medico international von Berlin aus. Davor war er medico-Büroleiter für Israel und Palästina.

    Twitter: @othman_riad


    Info: ttps://www.medico.de/blog/transit-tantura-20068


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

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