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17.05.2026

Alleinregierung in Magdeburg: Der interne Machtplan der AfD

msn.com, 2Tage, Artikel von Justus Bender (Entspricht weitgehend FAS, 17. Mai 2026, Titelseite)


Hat sich selbst als AfD-Innenminister ins Gespräch gebracht: der frühere Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz Hans-Georg Maaßen. © dpa


Die AfD könnte schon bald regieren. In Sachsen-Anhalt sieht eine Umfrage sie bei 41 Prozent. Das ist eine trügerische Zahl. Sie klingt, als wäre eine Mehrheit in weiter Ferne. Wenn bei der Landtagswahl im September aber einige Parteien an der Fünfprozenthürde scheitern, reicht das für eine Mehrheit der Sitze. Konkret müsste die AfD nur zwei oder drei Prozentpunkte hinzugewinnen oder die SPD zwei Prozentpunkte verlieren, schon regiert die AfD das Bundesland allein.


Dann gäbe es keine Sondierungen, keine Koalitionsverhandlungen, keine Kompromisse. Die AfD müsste nicht hoffen, dass die CDU ihre Brandmauer zum Einsturz bringt, das BSW sie unterstützt oder einzelne Abgeordnete anderer Parteien ihren Kandidaten heimlich zum Ministerpräsidenten wählen. Ulrich Siegmund würden allein die Stimmen seiner Fraktion reichen. Er wäre mit nur 35 Jahren der erste Ministerpräsident einer laut Landesamt für Verfassungsschutz „gesichert rechtsextremen Partei“ in der Geschichte der Bundesrepublik. Er könnte das gesamte Kabinett besetzen und die Ernennung von immer mehr Beamten direkt an sich ziehen. Das heißt: ungehindert durchregieren.


Der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund beim Selfiemachen mit Anhängern © dpa


Eine Kaderschmiede für die Machtübernahme

Regierungsmitarbeiter aus Schnellroda? Die AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla und Alice Weidel mit dem hessischen Landesvorsitzenden Andreas Lichert (Mitte) bei der Gründungsveranstaltung der neuen AfD-Parteijugend © dpa


Die Partei bereitet sich schon länger auf dieses Szenario vor. Bereits im November 2023, als AfD-Politiker und Aktivisten in Potsdam über „Remigration“ sprachen, wurden dort auch Personalfragen erörtert: Woher nimmt die AfD Mitarbeiter, um eine Landesregierung zu übernehmen? Daneben beschäftigt man sich auch mit der Frage: Wie wird man Verwaltungsbeamte los, die eine andere Weltanschauung als die AfD haben? Es ist der alte Traum, den AfD-Politiker seit der Gründung der Partei hegen; der baden-württembergische Landesvorsitzende Markus Frohnmaier rief 2016 einmal: „Wenn wir kommen, dann wird aufgeräumt, dann wird ausgemistet!“


Die AfD hat schon vor Jahren eine Kaderschmiede gegründet, um sich auf die Machtübernahme vorzubereiten, sie heißt „Schwarz-Rot-Gold-Akademie“ und ist in der Öffentlichkeit bisher wenig bekannt. Ihre Dozenten produzieren nicht künftige Minister, sondern Büroleiter, Abteilungsleiter, Referatsleiter, die zweite und dritte Reihe also. Tun sich Mitarbeiter in Landtagsfraktionen durch gute Leistungen hervor, werden sie auf Tagungen eingeladen. Dort erklärt dann ein früherer Landesrechnungsprüfer, wie man einen Haushalt erstellt. Oder ein Dozent bringt bei, politische Texte zu verfassen. So hat die Partei ein Register aufgebaut mit Namen und Qualifikationen, das vom Bundesvorstandsmitglied Hannes Gnauck verwaltet wird. „Wenn Herr Siegmund geeignetes Verwaltungspersonal für die Ministerien braucht, dann ist der Bundesverband auf dieses Szenario vorbereitet“, sagt Gnauck.


Ist im AfD-Bundesvorstand zuständig für die „Schwarz-Rot-Gold-Akademie“: Hannes Gnauck © dpa


In der Bundesgeschäftsstelle der AfD existiert außerdem eine „Arbeitsgruppe Regierungsbeteiligung“. Sie besteht aus Juristen, die Regierungsübernahmen durchspielen und überlegen, welche Fallstricke der AfD nach dem „Tag 0“ drohen, etwa wenn die Besetzung von Stellen an bestimmte Quoren gebunden ist. Die Arbeitsgruppe überlegt auch, wie eine „Abschiebeoffensive“ gelingen kann, ohne an gesetzlichen Hürden zu scheitern.


Am Rande von Sitzungen werden potentielle Minister angesprochen

AfD-blaue Farbe auf dem sachsen-anhaltischen Wappen © Dmitri Broido


Das Selbstvertrauen der AfD ist groß, obwohl ein Wahlsieg im September keineswegs garantiert ist. Politiker aus fünf Landesverbänden haben der F.A.S. bestätigt, dass hinter den Kulissen bundesweit nach Personal für eine Alleinregierung gesucht wird. Siegmund und sein Ko-Fraktionsvorsitzender Oliver Kirchner sprechen mit Amtskollegen aus anderen Bundesländern. Am Rande von Bundesvorstandssitzungen und auf den Fluren der AfD-Bundestagsfraktion sind mögliche Wechsel nach Sachsen-Anhalt ebenfalls ein Thema. Es wird bereits konkret darüber gesprochen, wer welche Funktion bekommt.


Siegmund nennt der F.A.S. eine ungefähre Zahl von Stellen, um die es geht: 150 bis 200. Wenn die AfD diese Posten auf dem Organigramm der Landesverwaltung mit ihren Ministerien, Behörden und landeseigenen Gesellschaften unter ihre Kontrolle bringt, dann hat die Partei auch das gesamte Bundesland Sachsen-Anhalt mit seinen rund zwei Millionen Einwohnern weitgehend im Griff.


Bei seinen Berechnungen unterteilt Siegmund drei Ebenen: die obere Ebene, das sind der Ministerpräsident und seine Minister, die alle Staatssekretäre, persönliche Referenten, Büroleiter und Pressesprecher benötigen. Dieses Personal wechselt meistens komplett durch, sobald ein Ministerium seine politische Farbe wechselt. In Sachsen-Anhalt geht es auf dieser Ebene um gut 50 Personen. Darunter kommt der „Mittelbau“, also die Abteilungs- und Referatsleiter in den Ministerien. Hier wird es mit dem Personaltausch schon schwieriger, denn „politische Beamte“, die man bei Bedarf in den Ruhestand versetzen könnte, gibt es in Sachsen-Anhalt nur sehr wenige. Neben den Staatssekretären und dem Regierungssprecher, die Siegmund zur oberen Ebene zählt, sind das nur der Präsident und der Vizepräsident des Landesverwaltungsamts und der Chef des Verfassungsschutzes. Die Abteilungsleiter in den Ministerien und ihre Referatsleiter kann man bei einem Regierungswechsel nicht so leicht austauschen.


Die Frage lautet, was diese Beamten im Falle einer AfD-Alleinregierung machen würden: Quittieren sie freiwillig den Dienst? Verlassen sie das Land? Leisten sie Widerstand? Oder führen sie unter einer AfD-Alleinregierung aus, was ihnen befohlen wird?

„Niemand braucht sich Sorgen machen“, sagt Siegmund

Siegmund erzählt, dass die AfD bereits diskret Anfragen von Beamten erhalte, ob und wie es für sie persönlich weitergehe nach einem Machtwechsel. „Niemand braucht sich Sorgen zu machen. Wir reichen jedem die Hand, egal welcher politischen Couleur“, verspricht Siegmund. „Außer wenn versucht wird, unsere Arbeit aktiv zu blockieren. Dann greifen sicherlich verwaltungsrechtliche Maßnahmen.“


Solche Fälle könnte es durchaus geben. In Sachsen-Anhalt regiert seit langer Zeit die SPD mit, auch die Linkspartei und die Grünen waren schon an der Regierung beteiligt. Das hat Spuren im Personal hinterlassen. Siegmund hat sich informiert. Im „Unterbau“ der Ministerien und der wichtigen Behörden – der dritten Ebene – sei die Lage „wesentlich entspannter, als mancher vielleicht vermuten würde“. Die Zustimmung zur AfD liegt dort laut Siegmund etwas niedriger als in der Gesamtbevölkerung, aber dennoch bei rund dreißig Prozent oder mehr. Siegmunds Aussage lässt darauf schließen, dass seine Partei den Verwaltungsapparat schon sehr genau durchleuchtet hat.


Ein Zufall könnte der AfD helfen, die Verwaltung auf Linie zu bringen: In den nächsten Jahren rollt eine noch nie da gewesene Ruhestandswelle durch den öffentlichen Dienst. Das gilt gerade für Sachsen-Anhalt, das nach der Wiedervereinigung viele junge Beamte vornehmlich aus Niedersachsen angezogen hat. „Da gibt es erhebliches Potential für Nachbesetzungen“, sagt ein Kenner der Landesverwaltung.


Wie würde die AfD all diese Posten besetzen? Ulrich Siegmund hat sich vorgenommen, vor der Wahl keine Namen zu nennen. Er sagt lediglich, dass die „eine oder andere Überraschung“ darunter sein werde. Der frühere Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz Hans-Georg Maaßen brachte sich diese Woche als möglicher Innenminister ins Gespräch. Siegmund bestätigt das nicht. Er sagt nur, dass er tatsächlich gerade ein Kabinett zusammenstelle.

In rechtsgerichteten Burschenschaften werden Juristen gesucht

Wie jeder andere Spitzenkandidat wird auch er dazu gezwungen sein, Ministerposten vornehmlich an Parteifreunde aus seinem Landesverband zu vergeben. Unklarer ist, was auf den Ebenen darunter passiert. Wenn die AfD mit ihrer allerersten Landesregierung keinen Schiffbruch erleiden soll, braucht Siegmund fähige Leute im Organigramm. „Wir werden selbstverständlich auch gute Leute aus anderen Bundesländern zu uns holen. Dabei ist es egal, ob aus Ost oder West“, sagt er. Es geht um Stellen, die eine hohe Qualifikation verlangen, etwa zwei juristische Staatsexamina. Ein hoher AfD-Funktionär bestätigt der F.A.S., dass in rechtsgerichteten Burschenschaften gezielt nach Juristen gesucht wird.


Der hessische AfD-Vorsitzende Andreas Lichert erwartet, dass Aktivisten aus Schnellroda unter den Mitarbeitern sein werden. „Die eignen sich für die Positionen, einfach, weil sie gut sind“, sagt Lichert. Damit sind Neurechte gemeint, die im sachsen-anhaltischen Schnellroda politische Akademien des rechtsextremen Verlegers Götz Kubitschek besuchen und von denen einige das liberale Parteiensystem offen ablehnen. Die Befürchtung, dass solche Parteiengegner in die Regierung strömen könnten, teilt er nicht. „Hätte so jemand Lust, genau in diesem Bereich zu arbeiten? Wenn er eine Abscheu gegen Parteien hat?“


Siegmund hat heute schon Leute mit problematischer Vergangenheit in seinen Reihen, etwa seinen Fraktionsgeschäftsführer oder auch den Roßlauer Ortsbürgermeister. „Topleute“, wie Siegmund sagt. Das Problem: Beide waren in der verbotenen neonazistischen Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ) aktiv. Würde die AfD sie dennoch in den Staatsdienst holen? „Das wird im Einzelfall entschieden. Für mich stehen der Mensch und seine Leistung im Mittelpunkt“, sagt Siegmund. „Unser Maßstab ist dabei auch die freiheitlich-demokratische Grundordnung. Hier habe ich keine Zweifel.“


Bisher gibt es bei der Einstellung in den Staatsdienst eine Regelanfrage beim Verfassungsschutz. Aber das lässt sich ändern, indem man diese abschwächt oder ihre Kriterien aufweicht. Wenn die AfD es darauf anlegt, könnte sie die Behörden in Sachsen-Anhalt relativ einfach mit Rechtsextremisten durchsetzen. Die Ministerien, die Verwaltungen, die Schulen. Einmal im Apparat angekommen, wäre es auch nach einem Machtverlust der Partei äußerst schwer, diese Leute wieder zu entfernen. Solange Beamte nach ihrer Einstellung kein Dienstvergehen begehen, ist das nahezu unmöglich. „Die Langzeitwirkung wäre gravierend“, glaubt ein Behördenkenner.

Droht einer weitere „Verwandtenaffäre“?

Sachsen-Anhalt ist das Land, von dem die sogenannte „Verwandtenaffäre“ ausging. AfD-Abgeordnete beschäftigten Familienmitglieder anderer Abgeordneter im Rahmen einer Vetternwirtschaft. Würde das bei einer Landesregierung anders sein? AfD-Politiker aus anderen Bundesländern nennen zwei Argumente, warum diese Gefahr nicht mehr drohe. Erstens: Sie glauben, dass die Sachsen-Anhaltiner ihre Lektion gelernt haben. Zweitens: Es gibt einen Unterschied zwischen Abgeordneten und einer Landesregierung. Ein Abgeordneter kann nach Gusto entscheiden, wer für ihn arbeitet, und muss das nicht veröffentlichen, eine Landesregierung muss die Eignung prüfen und kann ihre Personalentscheidungen schlechter kaschieren.


Die AfD ist kein beliebter Arbeitgeber. Ein Europaabgeordneter berichtet, wie er eine Jobannonce schaltete und monatelang vergeblich auf eine Bewerbung wartete. Die Menschen scheuen die soziale Ächtung, die ein AfD-Bezug bedeutet. In der AfD-Führung wird deshalb geplant, eine Personalberatung anzuheuern, die scheuen Bewerbern ihre Ängste nimmt. Sie soll erklären, dass kein Parteibuch notwendig ist, um in der Verwaltung einer Regierung zu arbeiten.


Die Mitarbeitersuche ist aber nicht alles. Die AfD erwartet härtesten juristischen, zivilen und politischen Widerstand gegen sich, sobald sie regiert. Der AfD-Ehrenvorsitzende Alexander Gauland, der als früherer CDU-Staatskanzleichef die meiste Regierungserfahrung in der AfD hat, fürchtet, dass die übrigen Bundesländer den Landesfinanzausgleich so manipulieren könnten, dass ein AfD-geführtes Sachsen-Anhalt finanzielle Nachteile erleidet. Er warnt auch, dass eine AfD-Regierung im Bundesrat von Informationen ferngehalten werden könnte, weil sich dort A-Länder und B-Länder absprechen, das sind die SPD- und CDU-geführten Länder. „Damit ist ein AfD-Ministerpräsident immer von Informationen abgeschnitten“, sagt Gauland.


Der thüringische Landesvorsitzende Björn Höcke hat eine noch größere Sorge: Artikel 37 des Grundgesetzes. Der erlaubt der Bundesregierung, ein Land unter „Bundeszwang“ zu stellen, wenn es seine gesetzlichen Pflichten nicht erfüllt. In einem Podcast sagte Höcke neulich, die Bundesrepublik sei „partiell ein Unrechtsstaat“. Am Tag nach einer Landtagswahl, bei der die AfD siegt, erwartet er, dass beim Verfassungsschutz sensible Dokumente geschreddert werden. So wie in den Büros des Ministeriums für Staatssicherheit in der Endzeit der DDR. Höcke erinnerte an Bürger, die damals ein Stasigefängnis in Erfurt besetzten, um solche Dokumente zu retten. Und sagte: „So ähnlich stell ich mir das auch vor.“


Info: https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/alleinregierung-in-magdeburg-der-interne-machtplan-der-afd/ar-AA23hxgm  /  https://www.msn.com/de-de/channel/source/Frankfurter%20Allgemeine%20Zeitung/sr-vid-38a6h63eryejajqb8xqe0xf9n9xcpr3bu0w5evqvwtyrhi7022ps?cvid=6a0a12d0591b4a2e95e720aeb943817b&ei=79


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres: 




Sachsen-Anhalt: Minister warnt vor „Staatsstreich“ der AfD


msn.com, 17. Mai 2026. Artikel von Peter Carstens


Will Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt werden: der AfD-Politiker Ulrich Siegmund © dpa


Die Innenminister einiger Bundesländer haben vor den Konsequenzen einer möglichen Regierungsübernahme durch die AfD in Sachsen-Anhalt gewarnt. Die rechtsextreme Partei bereitet sich dort nach Recherchen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung intensiv auf eine solche Eventualität vor und will unter anderem Dutzende Spitzenbeamte des Landes auswechseln.


Der AfD-Vorsitzende und Spitzenkandidat Ulrich Siegmund plant demzufolge, 150 bis 200 Positionen in Ministerien, Behörden und landeseigenen Gesellschaften auszutauschen. In Anbetracht von aktuell etwa 41 Prozent in Umfragen ist eine absolute Mehrheit der Sitze im Landtag für die AfD nach der Wahl im September nicht ausgeschlossen.

Thüringens Innenminister Georg Maier forderte dazu auf, für einen solchen Fall Vorkehrungen zu treffen. Der Sozialdemokrat sagte dem „Handelsblatt“, die Länder müssten bei der anstehenden Innenministerkonferenz dringend darüber beraten, „welche Risiken eine mögliche Regierungsübernahme der AfD in Sachsen-Anhalt für die Sicherheitsarchitektur in Deutschland hat und wie wir dem entgegenwirken können“.

Die AfD stelle „aufgrund ihrer zahlreichen Kontakte zu autoritären Staaten und ihrer Vernetzung mit rechtsextremen Vorfeldorganisationen eine Gefahr für die äußere und innere Sicherheit der Bundesrepublik dar“, sagte Maier weiter. „Es darf nicht dazu kommen, dass geheime Informationen unserer Sicherheitsbehörden nach Russland oder in rechtsextreme Kreise abfließen.“

„Züge eines Staatsstreichs“

Dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ sagte Maier zudem, Beamte seien generell zur uneingeschränkten Verfassungstreue verpflichtet. Funktionäre des vom Landesverfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften AfD-Verbands Sachsen-Anhalt erfüllten diese Voraussetzung nicht. Maier warnte: „Sollte sich die AfD über diese hergebrachten Prinzipien des deutschen Berufsbeamtentums hinwegsetzen, hätte das Züge eines Staatsstreichs.“

Auch Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) ist der Auffassung, dass eine AfD-Regierungsbeteiligung oder eventuelle Alleinregierung Sicherheitsrisiken berge. Redmann sagte dem „Handelsblatt“: „Wenn eine in Teilen rechtsextreme Partei Zugang hat zu sicherheitsrelevanten Informationen, dann gefährdet das unser aller Sicherheit.“ Das sei kein theoretisches Risiko, sondern eine konkrete Gefahr. Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) sprach sich ebenfalls für Vorbereitungen „bei Eintritt des Worst-Case-Szenarios“ aus.

Verfahren der Innenministerkonferenz anpassen

„Gemeinsam mit der übergroßen Mehrheit der Länder, die durch die demokratische Mitte regiert werden, und den Sicherheitsbehörden, die der freiheitlich-demokratischen Grundordnung verpflichtet sind, würden wir dann die notwendigen Antworten zum Schutz von Demokratie und Sicherheit geben“, sagte Poseck dem „Handelsblatt“.

Dazu müssten auch Verfahren in der Innenministerkonferenz angepasst werden. Diese beschließt in der Regel einmütig. Denkbar ist, dass der Zugang zu den vertraulichen, teils geheim tagenden Arbeitskreisen der Innenministerkonferenz für einen Innenminister der AfD eingeschränkt wird.


Verwandtes Video: SPD-Mann Maier warnt wegen AfD-Plänen vor „Staatsstreich“ (FOCUS online)

SPD-Mann Maier warnt wegen AfD-Plänen vor „Staatsstreich“Thüringens Innenminister Georg Meyer warnt vor einem Staatsstreich durch die


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Video https://www.msn.com/de-de/video/nachrichten/spd-mann-maier-warnt-wegen-afd-pl%C3%A4nen-vor-%E2%80%9Estaatsstreich%E2%80%9C/vi-AA23oboi?cvid=6a0a12d0591b4a2e95e720aeb943817b&cvpid=6a0a1a778002421aa166715f240ae907&ei=58 Dauer 0:26 Min.


Der AfD-Spitzenkandidat Siegmund hatte Beamten gedroht, die sich der politischen Linie einer möglichen AfD-Regierung widersetzen wollen. „Wir reichen jedem die Hand, egal welcher politischen Couleur“, sagte der Politiker der F.A.S. „Außer wenn versucht wird, unsere Arbeit aktiv zu blockieren. Dann greifen sicherlich verwaltungsrechtliche Maßnahmen.“

Den Recherchen der F.A.S. zufolge sucht die AfD bereits bundesweit nach Personal, das im Falle einer Regierungsbeteiligung oder eventuellen Alleinregierung in dem Bundesland und später auch in Mecklenburg-Vorpommern Leitungsfunktionen, aber auch Referentenstellen übernehmen könnte.

Dazu habe die Partei ein Personenregister aufgebaut, das von einem Mitglied des Bundesvorstands geführt werde. Unter anderem wird abermals der Name des früheren Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen als möglicher Innenminister genannt.

In der Berliner Parteizentrale existiere zudem eine „Arbeitsgruppe Regierungsbeteiligung“. Nach der Recherche werde zudem in rechtsgerichteten Burschenschaften gezielt nach Juristen gesucht. Der hessische AfD-Vorsitzende Andreas Lichert erwarte, dass Aktivisten aus Schnellroda unter den Mitarbeitern sein werden. „Die eignen sich für die Positionen, einfach, weil sie gut sind“, sagt Lichert.

Damit sind Aktivisten der Partei und ihres Umfeldes gemeint, die im sachsen-anhaltischen Schnellroda politische Akademien des rechtsextremen Verlegers Götz Kubitschek besuchen.


Info: https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/sachsen-anhalt-minister-warnt-vor-staatsstreich-der-afd/ar-AA23pf81?cvid=6a0a12d0591b4a2e95e720aeb943817b&cvpid=4ea0c98daf2b48ead4e85a7ff1332025&ei=24


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17.05.2026

Politisches Erdbeben im Vereinigten Königreich

freedert.online, 17 Mai 2026 14:16 Uhr, 

In England wurde gewählt: In 136 Kommunen sind 5.000 Abgeordnetenplätze zu besetzen. Schotten und Waliser wählten ihre Regionalparlamente. Und auch wenn es sich "nur" um Kommunalwahlen handelte, zeigt zumindest dieses Ergebnis, dass die beiden großen Parteien die Verlierer sind.


Politisches Erdbeben im Vereinigten Königreich© Urheberrechtlich geschützt


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Der Begriff wurde oft überstrapaziert. Doch es war tatsächlich ein echtes politisches Erdbeben, das die britischen Wähler am 7. Mai ausgelöst haben, als sie an die Urnen gerufen wurden, um ihre Gemeinderäte und Bürgermeister neu zu wählen.

In 136 Kommunalverwaltungen standen 5.000 Sitze zur Wahl. Etwa ein Drittel der Engländer war somit von dieser Wahl betroffen. Die Bürger Schottlands und Wales’ waren ihrerseits aufgerufen, ihre Abgeordneten in ihren jeweiligen Regionalparlamenten zu wählen.


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Auch wenn es sich um Kommunalwahlen handelte und direkte Vergleiche schwierig sind, da die Neuwahlen (jedes Jahr zu einem Drittel) nur einen Teil der Wählerschaft betreffen, ist das Urteil unumstößlich und besonders hart für die Labour-Partei, die seit Juli 2024 an der Macht ist. Die Labour-Partei hatte in jenem Jahr 411 der 650 Sitze im Unterhaus errungen, bei einem landesweiten Stimmenanteil von 33,7 Prozent.

Weniger als zwei Jahre später stimmten nur noch 17 Prozent der Wähler für Labour, wodurch die Partei auf einen blamablen vierten Platz verwiesen wurde. In England erreicht Labour nur noch 1.068 Ratsmitglieder, was einem Verlust von 1.500 Mandaten entspricht. Im schottischen Parlament hat sie nur noch 17 Vertreter von 129 Sitzen. Und noch spektakulärer ist die Niederlage in Wales, wo sie nur noch neun Abgeordnete von 96 Sitzen stellen wird, obwohl die Labour-Partei diese Region, die seit über einem Jahrhundert als ihre Hochburg galt, bisher deutlich dominierte.

Ein schwacher Trost ist, dass nicht ihr traditioneller großer Gegner, die Konservative Partei, von diesem Debakel profitiert. Mit ebenfalls 17 Prozent der Stimmen erreichen die Tories in England nur 800 Ratsmitglieder, was einem Verlust von 563 Mandaten entspricht. Bei den Parlamentswahlen 2024 lag ihr Ergebnis noch bei 23,7 Prozent.

Mit 18 Prozent verzeichnet die Grüne Partei einen kleinen Durchbruch, insbesondere in der Hauptstadt, und bringt 587 Ratsmitglieder ins Amt. Ihr charismatischer junger Vorsitzender Zack Polanski, der sich auf das Konzept des "Öko-Populismus" beruft, warb im Wahlkampf für "Soziale Gerechtigkeit und Umweltgerechtigkeit" und profitierte von der Unterstützung ehemaliger Labour-Wähler.

Die Liberaldemokratische Partei (im Zentrum angesiedelt) freut sich über ihre 16 Prozent der Stimmen, was einem Zuwachs von fast vier Prozentpunkten im Vergleich zu den Parlamentswahlen von 2024 entspricht und ihr 840 Ratsmitglieder einbringt – ein Zuwachs von 150 Mandaten.

Aber das andere herausragende Ergebnis der Wahl vom 7. Mai ist der Triumph der Reform UK-Partei. Diese Gruppierung, angeführt vom charismatischen Brexit-Verfechter Nigel Farage und oft der extremen Rechten zugeordnet, konnte einen beträchtlichen Anteil der enttäuschten Labour-Wähler, aber auch der Konservativen für sich gewinnen.


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Mit 26 Prozent der Stimmen sicherte sich Reform UK souverän den ersten Platz – eine Leistung, die sie bisher nur bei den Europawahlen erreicht hatte, als das Vereinigte Königreich noch Mitglied der EU war. Sie wird nun über 1.453 Gemeinderäte verfügen, während sie zuvor fast keine hatte.

Diesen Durchbruch erzielt sie insbesondere in den traditionellen Labour-Hochburgen im Zentrum und im Norden Englands. In diesen Regionen konzentrieren sich die Arbeiterklasse und die ärmsten Familien, die bei den Parlamentswahlen 2019 weitgehend – wenn auch nur vorübergehend – von den Konservativen für sich gewonnen worden waren, als diese unter der Führung von Boris Johnson dafür geworben hatten, den Brexit zu festigen, der damals durch die parlamentarischen Manöver der Labour-Führung blockiert war.

Aber Reform UK gelingt es auch, der konservativen Wählerschaft Stimmen abzujagen, ein Phänomen, das besonders im eher wohlhabenden Süden des Landes sichtbar ist. Insgesamt ist es jedoch die Niederlage der Labour-Partei, die den Erfolg der Freunde von Herrn Farage am stärksten nährt. Eine Niederlage, deren Ursachen nicht schwer zu analysieren sind.

Zwar verweist die britische Presse auf den "Mangel an Charisma" und Entschlossenheit des Labour-Premierministers Keir Starmer, der seit 2024 im Amt ist. Sie nennt auch dessen Fehler und Ungeschicklichkeiten, etwa die Entscheidung, den ehemaligen EU-Kommissar Peter Mandelson, der dem "blairistischsten" Flügel der Partei angehört, zum britischen Botschafter in Washington zu ernennen. Doch Mandelson entpuppte sich als enger Freund des umstrittenen Jeffrey Epstein.

Im Grunde waren es aber die sozialen Themen, die Labour den Abstieg bescherten. Nicht nur, dass die Partei ihre Versprechen aus dem Jahr 2024 mit Füßen getreten hat, als sie sich verpflichtet hatte, den Forderungen der Wählerschaft nach Anerkennung, Schutz und Gerechtigkeit nachzukommen; die Regierung hat sich auch an sozialen Errungenschaften vergriffen, von denen einige schon sehr lange bestanden, zum Nachteil insbesondere für Rentner mit geringem Einkommen (und den sie betreffenden Heizkostenzuschüssen) sowie für Menschen mit Behinderung.

Allgemein betrachtet hat die Bilanz der Regierung die Wählerschaft der einfachen Leute in Bezug auf die Armutsbekämpfung und den Verfall der öffentlichen Dienstleistungen verzweifeln lassen, speziell im Gesundheits- und Bildungswesen. Herr Starmer hingegen hat es sich zur Ehrensache gemacht, auf Haushaltsdisziplin zu setzen, und seine Nähe zu den Finanzkreisen gepflegt.


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Er steht nun auf der Kippe. Er weigert sich zwar noch, sein Amt niederzulegen, doch die meisten Analysten prognostizieren seine baldige Absetzung. Es könnte nur noch eine Frage von Monaten, Wochen oder sogar Tagen sein, so stark ist der Druck innerhalb seiner eigenen Partei, ihn zum Rücktritt zu bewegen. Am 14. Mai sprachen sich fast 90 Abgeordnete, darunter drei Mitglieder seiner Regierung, offen dafür aus. Derzeit verdankt er seine Rettung nur dem fehlenden Konsens über den Namen eines Nachfolgers innerhalb der Labour-Partei.

Wahrscheinlich geht die politische Krise über das Schicksal des Regierungschefs hinaus. Die politische Landschaft wurde am 7. Mai tief erschüttert. Die Krise des auf dem Zweiparteiensystem basierenden institutionellen Modells bestätigt sich jetzt. Die Existenz und der Wechsel zweier großer politischer Kräfte, die alle anderen Parteien in den Schatten stellen, prägen seit Jahrhunderten das britische Modell. Sein Fortbestand schien durch ein besonders brutales Wahlsystem gesichert – das Mehrheitswahlrecht in einem Wahlgang.

Dieses könnte aber diese Funktion möglicherweise nicht mehr erfüllen, und zwar in einem Kontext, in dem sich die Stimmen auf Reform UK und vier oder fünf Parteien (sowie autonomistische Gruppierungen in Schottland und Wales) verteilen, die nur 16 bis 18 Prozent der Stimmen auf sich vereinen – was im Übrigen den Umfragewerten entspricht.

Eine weitere Umwälzung: Nigel Farage wird nun zu einem realistischen Anwärter auf das Amt des Premierministers – eine Vorstellung, die vor kurzem noch gänzlich abwegig erschien. Dem Brexit-Verfechter war es beispielsweise 2024 nur gelungen, fünf von 650 Abgeordneten zu stellen. Künftig könnte sich das Wahlsystem, das seine Anhänger aus Westminster fernhielt, zu ihren Gunsten wenden.

Es ist natürlich noch zu früh, um diese Hypothese zu einer Prognose zu machen. Eine Lehre lässt sich aus der Wahl jedenfalls ziehen: Die Behauptung, die Briten würden es bitter und massiv bereuen, sich im Jahr 2016 für den Austritt aus der Europäischen Union entschieden zu haben, wird durch die Wahlergebnisse widerlegt.

Denn wie soll man sich vorstellen, dass die Bürger heute ihr mehrheitliches Urteil aus dem Referendum von 2016 deutlich revidieren würden … und gleichzeitig demjenigen einen Triumph bescheren, der der symbolträchtigste Verfechter des Brexit war?

Und was den derzeitigen Premierminister betrifft, einen historischen Gegner des Brexit, so versuchte er, seinen Posten zu retten, indem er am 11. Mai eine Rede hielt und bei dieser Gelegenheit seinen Willen betonte, engere Beziehungen zur EU wiederherzustellen. Man darf zumindest sagen, dass er damit die Gunst des Volkes nicht zurückgewonnen hat …

Mehr zum Thema — Großbritannien erwägt Beteiligung an EU-Kredit für die Ukraine


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17.05.2026

Bremer Friedensforum - Newsletter vom 17.05.2026

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Wir dokumentieren einen Meinungsbeitrag von Bernd Fischer (Bremen): Das Dogma vom Völkermord am europäischen Judentum als singuläres Menschheitsverbrechen ist ein hohes deutsches Gut, das mit Ausnahme der AfD – wir denken an Alexander Gauland und seinen „Vogelschiss“ – von allen…
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Gedenkaktion für die ermordeten Journalist*innen
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12.05.2026
Am 30.4. fand in Bremen (im Rahmen einer Aktionswoche des AK Nahost) eine Gedenkveranstaltung statt. Danke für das Video an Anne Frisius (Link).
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1. Mai in Bremen – Eure Krisen ohne uns!
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11.05.2026
Zwei Aspekte sind nicht zu übersehen und machen Hoffnung: 1. Die Jugend ist deutlich stärker vertreten als in den vergangenen Jahren. Wir dokumentieren die Rede des Jugendvertreters der EVG Joshua Ziolkowski auf dem Domshof. 2. Die Proteste gegen Aufrüstung und…
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Ostermarsch 2026 in 6 Minuten
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11.05.2026
Ein kurzer Rückblick auf den Ostermarsch ’26 in Bremen – danke an Gabriel Wunderlich (Fake account Industries (Link nach YT)) Ausführlich (26 Minuten) über den Ostermarsch ’26 in Bremen berichten Sönke und Marlies Hundt (Link) auf weltnetz.tv
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17.05.2026

Der interne Machtplan der AfD

FAZ SONNTAGSZEITUNG, 17.05.2026, Seite 1


(Screenshot)

Screenshot_2026_05_17_at_16_40_43_Der_Interne_Machtplan_der_AfD_FAZ_SONNTAGSZTG._17.05.2026_S._1.pdf


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17.05.2026

Newsletter
Krise bei Merz, Macron & Co., Kredit trotz Korruption – und Schmu beim ESC 

lostineu.eu, vom 16. Mai 2026

Die Watchlist EUropa vom 16. Mai 2026 – heute mit der Wochenchronik. Die Themen: Die Krise der Führungselite, die Hilfe für die Ukraine und der Streit um den European Song Contest

Diesen Newsletter können Sie abonnieren – er kommt dann dreimal pro Woche per Mail, natürlich ohne Paywall. Mehr bei STEADY

Frankreichs Staatschef Macron war schon lange unbeliebt. Kanzler Merz war nie wirklich beliebt. Nun rutscht auch noch der britische Premier Starmer in die Krise. Die “E3” – Deutschland, Frankreich und Großbritannien – erleben den Niedergang ihrer Führungseliten.

Laut Europa-Trackern lag Starmer im April bei 24% Zustimmung, Macron bei 23% und Merz mit 22% ganz unten. Die Unzufriedenheitswerte lagen bei 68% für Starmer, 72% für Macron und 74% für Merz.

Etwas anders sieht es aus, wenn man sich die Aussichten anschaut. Merz kann trotz seiner Unbeliebtheit wohl noch drei Jahre “durchregieren”, Macron muß im nächsten Jahr abtreten, und Starmer droht der Machtverlust womöglich schon in den nächsten Tagen oder Wochen.

Primat der Außenpolitik

Worin liegen die Ursachen, und was sind die Folgen für die Europapolitik? Auf den ersten Blick lassen sich die drei Krisen schwer vergleichen. Macron hat sich nie von der Auflösung des Parlaments erholt, Merz hat seine Wahlversprechen gebrochen, Starmer leidet unter der Pleite bei den Kommunalwahlen.

Es gibt aber auch Gemeinsamkeiten. Alle drei “Leader” haben der Aufrüstung und der Außenpolitik (vor allem der Ukraine) den Vorrang vor innenpolitischen Fragen eingeräumt. In allen drei Ländern gibt es große wirtschaftliche und soziale Probleme, zu der nun auch noch eine Energiekrise kommt.

Dies führt uns zur Europapolitik: Die Krise der drei größten Volkswirtschaften in Westeuropa strahlt auf die gesamte EU aus. Die EU wird dadurch geschwächt; die EU-Spitze um von der Leyen und Costa verfolgt im Kern aber dieselbe Politik wie “Außenkanzler” Merz, “Vordenker” Macron und “EU-Freund” Starmer.

EU-Skepsis wächst

Man steht mit dem Rücken zur Wand, klammert sich aneinander und betet, daß es morgen irgendwie besser werden möge. Doch es wird nicht besser; sowohl in der Außenpolitik (Ukraine, Russland, USA, Iran) als auch auch in der Wirtschaft stehen die Zeichen auf Sturm.

Die Führungskrise wird sich daher bald in eine Legitimationskrise verwandeln – auch für die EU. In Deutschland ist die EU-Skepsis bereits deutlich gestiegen. So glauben nur noch 48 Prozent der Bundesbürger, dass die EU in unsicheren Zeiten Schutz und Stabilität bietet…

Meine two Cents: Der Fisch stinkt vom Kopf her. Merz, Macron und Starmer arbeiten enger zusammen denn je; vor allem in der Ukraine und bei der Aufrüstung stimmen sie sich eng ab. Doch schon bald dürfte dieses Führungstrio auseinander brechen. Kommt dann eine andere Politik – oder wird derselbe Kurs noch autoritärer durchgesetzt? Die Hoffnung stirbt zuletzt…

P.S. Im neuen Insa-Sonntagstrend kommt die AfD auf einen neuen historischen Rekordwert. 29 Prozent aller Wähler würden demnach der AfD ihre Stimme geben. Der Abwärtstrend der Union setzt sich indes ungebremst fort. Sie kommt auf nur noch 22 Prozent und büßt gegenüber der Vorwoche einen weiteren Punkt ein. Merz sollte das zu denken geben…

ebo

ebo

EU-Korrespondent und Blogger bei Lost in EUrope

Ich arbeite seit 2004 als fest akkreditierter EU-Korrespondent für deutsche Medien in Brüssel. Mehr als 25 Jahre Erfahrung in Europapolitik, deutsch-französischen Beziehungen und Foreign Affairs. Blogge hier seit 2011 🙂

Was war noch?

Ukraine: Kredit trotz Korruption. Ungeachtet des massiven Korruptionsskandals in Kiew will die EU den 90 Mrd. Euro schweren Kriegskredit für die Ukraine schnell auszahlen. Bereits in der kommenden Woche soll es losgehen; Kommissionschefin von der Leyen hat ein 6 Mrd. Euro schweres “Drohnenpaket” angekündigt. Daß die laufenden Ermittlungen der Anti-Korruptions-Behörden auch die Drohnenproduktion in der Ukraine betreffen, schert die Kommission offenbar wenig: Zusätzliche Überprüfungen oder Sicherungen sind nicht geplant. Eine echte parlamentarische Kontrolle findet auch nicht statt – Brüssel setzt auf Selbstkontrolle in Kiew… – Mein Bericht in der “Berliner Zeitung”

Schmu beim ESC: Schon 2025 gab es Manipulationsvorwürfe beim “European Song Contest”. Die “New York Times” hat nachrecherchiert und bestätigt, daß Israel die Publikumsstimmen manipuliert hat. Doch geändert hat sich wenig. Trotz des Schmus und trotz zahlreicher Boykottaufrufe wegen der israelischen Kriegsverbrechen in Gaza und im Südlibanon soll das Spektakel auch heute wieder stattfinden. Deutschland ist dabei, Spanien, Irland, die Niederlande und einige andere EU-Länder machen das nicht mit. Gut so!

Ein Bahnticket für die EU. Die EU will Bahnreisen in Europa vereinfachen. Künftig soll ein einziges Ticket reichen, um von einem EU-Land in ein anderes zu kommen. Außerdem sollen die Rechte der Bahnreisenden gestärkt werden. Dies hat die EU-Kommission in Brüssel angekündigt. – Mein Bericht in der “taz”

Kurzfassung mit KIClaudePerplexityDeepSeek

Die meistgelesenen Beiträge der Woche:

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Von der Leyen hat zu viel Macht – sie will noch mehr 13. Mai 2026

Der frühere EU-Ratspräsident Michel hat die immer noch amtierende EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen beschuldigt, zu viel Macht in ihren Händen zu vereinen und dabei ihre eigentlichen Aufgaben – den Binnenmarkt und die Wirtschaft – zu vernachlässigen. Zu ähnlichen Schlüssen kommt nun die Nachrichtenagentur Bloomberg.

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Iran-Bezug, Arbeiter mit blauer Schutzkappe vor rauchender Industrieanlage; Sicherheitspersonal im Vordergrund, Rohre und Tanks im Hintergrund, düstere Wolken am Himmel

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Die EU wollte sich gleichzeitig von russischer Energie abkoppeln und den Energieschock aus dem Irankrieg abfedern. Beides ist gescheitert. Die Europäer zahlen, Konzerne und die USA sahnen ab.

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Korruption und Krieg: Schwere Vorwürfe gegen Selenskyj und Jermak 12. Mai 2026

Während die EU die Auszahlung von 90 Mrd. Euro an Kiew vorbereitet, werden neue schwere Vorwürfe gegen Präsident Selenskyj und seinen Ex-Stabschef Jermak laut. Brüssel schaut weg.

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4 Comments

  1. hutaekjango
    17. Mai 2026 @ 08:23

    “Brot und Spiele” müssen weiter gehen, “what ever it takes”!;-)

Antworten

  • KK
    16. Mai 2026 @ 23:04

    “Primat der Außenpolitik”

    Müsste es nicht heissen “Primaten der Aussenpolitik”? Sie wissen schon: Die drei, die nix hören, nix sehen – aber leider immer noch viel zu viel zu sagen haben?

    Antworten

  • Erneuerung
    16. Mai 2026 @ 18:37

    Zum ESC habe ich auf X in englisch als Meinung gelesen, dass Israel gewinnen wird, da eh nur Zionisten abstimmen werden, hat mir gefallen.

    Antworten

    • KK
      16. Mai 2026 @ 22:59

      Heute war ein Kommentar im DLF, der immerhin so ehrlich wahr um anzumerken, dass die Betonung auf “unpolitischer Musikwettbewerb” spätestens mit dem Ausschluss Russlands ja unhaltbar geworden sei.
      Die dasmalige 20-Uhr-tagesschau – immerhin ist die ARD einer der Veranstalter – hatte im Zuge der Meldung, dass das Veranstaltergremium Antrag einiger Mitglieder, Israel auszuschliessen, abgelehnt habe, tatsächlich behauptet, der ESC sei unpolitisch und es sei noch niemals ein Land ausgeschlossen worden… und wo ist der hauseigene Faktenspürhund Pascal Siggelkow, wenn man ihn mal braucht?

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    17.05.2026

    Nachrichten von Pressenza: Das Gerede über eine europäische Atomstreitkraft

    Aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 17. Mai 2026, 7.15 Uhr

    Nachrichten von Pressenza - 17.05.2026
    Das Gerede über eine europäische AtomstreitkraftINFOsperber
    Pressenza
    Andreas Zumach für die Online-Zeitung INFOsperber Seit vor 85 Jahren Atombomben entwickelt wurden, wird gelogen, verdrängt, verharmlost, getäuscht. Ein Kommentar Es werden Legenden und Illusionen verbreitet. Man übt sich in Selbstbetrug. Das gilt sowohl für atomare Massenvernichtungswaffen als auch für…
    Frieden und Abrüstung, Geschichte, International, Internationale Angelegenheiten, Politik
    Über 200 Aktivist:innen von Tag Meir nahmen am Blumenmarsch durch die Altstadt von Jerusalem teilRedazione Italia
    Pressenza
    Der folgende Bericht über diese wichtige Initiative stammt von der Facebook-Seite von Tag Meir. Die Organisation wurde 2011 gegründet und ist heute der größte Zusammenschluss von Basisorganisationen, die sich in Israel gegen Hassverbrechen und religiösen Rassismus engagieren. Am 14. Mai…
    Menschenrechte, Mittlerer Osten
    Sanktionen gegen Journalisten in der EU: Experten sehen Grund in KriegsvorbereitungPressenza Muenchen, Multipolar
    Pressenza
    Anwalt bei Podiumsdiskussion in EU-Parlament: Sanktionen sind „hybride Kriegsführung“ durch EU und Nato / Rechtswissenschaftlerin: Sanktionen verstoßen gegen Völkerrecht / Sanktionierter Journalist Dogru: EU bereitet sich auf Krieg vor – Widerspruch wird zu „Desinformation“ erklärt Brüssel / Berlin. Rechtswissenschaftler, Politiker…
    Europa, Kultur und Medien, Menschenrechte, Politik
    Handbücher zur Humanisierung der Gesundheitsversorgung und -begleitungREHUNO - Red Humanista de Noticias en Salud
    Pressenza
    In einer Welt, in der sich Gesundheitsversorgung oft auf das Technische und Dringliche konzentriert, wird eine andere Sichtweise immer notwendiger: eine Perspektive, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Aus dieser Notwendigkeit heraus entstand die vom Humanistischen Gesundheitsnetzwerk REHUNO Salud…
    Bildung, Gesundheit, Humanismus und Spiritualität, Interviews
    „Selbst in den schlimmsten Zeiten gibt es Menschen, die Gutes tun“: die Rede der Holocaust-Überlebenden Hedi Schnabl Argent im ParlamentKONTRAST.at
    Pressenza
    Hedi Schnabl Argent wurde 1929 in Schwechat geboren. Schon als Kind erlebte sie Antisemitismus und Ausgrenzung. Nach dem „Anschluss“ schloss man sie von der Schule aus. Die Nationalsozialisten arisierten die Anwaltskanzlei ihres Vaters und die Wohnung der Familie, später nahmen…
    Europa, Geschichte, Menschenrechte
    Pressenza ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.

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    16.05.2026

    Recht auf Leben ohne Digitalzwang

    civi.digitalcourage.de, Seite besucht am 16. Mai 2026, 21:21 Uhr


    Startseite

    Recht auf Leben ohne DigitalzwangWir fordern den deutschen Bundestag auf, das Recht auf ein Leben ohne Digitalzwang ins Grundgesetz aufzunehmen.

    Screenshot_2026_05_16_at_21_19_31_Recht_auf_Leben_ohne_Digitalzwang_civi.digitalcourage.de

    (Fabian Kurz, CC-BY 4.0)


    Wir fordern den deutschen Bundestag auf, das Recht auf ein Leben ohne Digitalzwang ins Grundgesetz aufzunehmen und damit gesetzlich zu verankern.

    Die Wahrnehmung der Grundrechte und der Daseinsvorsorge, die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und die Nutzung der öffentlichen Infrastruktur (z.B. Post, Bahn, medizinische Versorgung) darf nicht davon abhängig gemacht werden, dass Menschen das Internet, ein Smartphone oder bestimmte Software benutzen.

    Wir fordern …

    Teilhabe: Digitalzwang schließt viele Menschen aus: alte oder kranke Menschen, Menschen mit Behinderung und Menschen mit geringem Einkommen. 

    Nicht noch mehr Überwachung: Der Zwang, für bisher allgemein verfügbare Dienste nun ein Smartphone oder bestimmte Apps zu nutzen, führt zu immer neuen detaillierten Datensammlungen, die eine umfassende (kommerzielle) Überwachung aller Lebensbereiche ermöglichen.

    Wahlfreiheit: Wir wollen frei entscheiden, wann wir mit einem Smartphone unterwegs sein wollen – und ob wir überhaupt eines besitzen. Wir wollen auch frei entscheiden können, welche Software und welches Betriebssystem wir auf unseren Geräten installieren.

    Resilienz: Gesellschaftliche Abhängigkeit von digitalen Lösungen ist ein Risiko. Gut, wenn immer noch ein nicht-digitaler Weg zur Verfügung steht.

    Wir sehen dringenden Handlungsbedarf, denn gerade werden mit hohem Tempo bestehende Dienste abgebaut und durch Smartphone-gebundende Leistungen ersetzt.


    Mehr zu unserer Forderung nach einem Recht auf Leben ohne Digitalzwang ins Grundgesetz: 
    https://digitalcourage.de/digitalzwang/petition-fuer-recht-auf-leben-ohne-digitalzwang-
    argumente


    Info: https://civi.digitalcourage.de/recht-auf-leben-ohne-digitalzwang


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    16.05.2026

    Nachrichten von Pressenza: China und Indien: Mehr Strom ohne Kohle und Öl

    aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, 16. Mai 2026, 7:15 Uhr

    Nachrichten von Pressenza - 16.05.2026
    China und Indien: Mehr Strom ohne Kohle und ÖlINFOsperber
    Pressenza
    Daniela Gschweng für die Online-Zeitung INFOsperber Die Kohleverstromung geht weltweit zurück, grösste Treiber sind China und Indien, die massiv in Erneuerbare investieren. Die Welt braucht Strom, immer mehr davon. Besonders grossen Energiehunger haben E-Fahrzeuge und Rechenzentren, berichtete die Internationale Energieagentur…
    International, Ökologie und Umwelt, Politik, Wirtschaft
    Wasser, Widerstand, Wandelpoonal - Pressedienst lateinamerikanischer Nachrichtenagenturen, Recife, Brasilien
    Pressenza
    Im Nordosten Brasiliens zeigte sich, was passiert, wenn der Staat sich zurückzieht und was Menschen dem entgegensetzen. Während der Präsidentschaft Jair Bolsonaros brachen soziale Programme weg, doch bäuerliche Gemeinschaften hielten mit Unterstützung von Initiativen dagegen. „Es gab kein Wasser, keine…
    Gemeinschaft, Gesundheit, Politik, Südamerika
    Die Perspektive des FriedensGERMAN-FOREIGN-POLICY.com
    Pressenza
    Interview mit Ulrike Eifler über den stärker werdenden Kampf der Gewerkschaften auf nationaler wie internationaler Ebene gegen die Kriegsgefahr und darüber, warum dieser Kampf für Gewerkschaften unumgänglich ist. Über den stärker werdenden Kampf der Gewerkschaften gegen Militarisierung und Kriegsgefahr sprach…
    Frieden und Abrüstung, International, Interviews, Politik
    Die Geologie der MeinungenJavier Tolcachier
    Pressenza
    An allen Ecken der Welt stoßen wir auf hitzige Diskussionen. Ob es um Politik, Sport, religiöse Überzeugungen, Bildung, familiäre Beziehungen, Kochrezepte, Parfüms oder irgendein anderes Thema geht – es gibt eine Vielzahl von Meinungen, die nicht immer übereinstimmen und die…
    Gewaltfreiheit, Humanismus und Spiritualität, Meinungen
    Pflege: Danke sagen reicht nichtPressenza Wien
    Pressenza
    Manchmal zeigt ein Budget ziemlich ungeschminkt, was einem Land wichtig ist. Für Pflege stellt die Regierung ab 2028 zusätzliche 210 Millionen Euro in Aussicht. Gleichzeitig kostet allein die Senkung der Lohnnebenkosten fast zwei Milliarden Euro pro Jahr. Vermögens- und Erbschaftssteuern…
    Europa, Gesundheit, Meinungen, Politik, Wirtschaft
    Pressenza ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.

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    16.05.2026

    Ukraine: Neue Milliarden-Hilfe, noch mehr Sanktionen und ein Sondertribunal

    lostineu.eu, vom 15. Mai 2026

    Trotz des Korruptionsskandals in der Ukraine, der auch einen Drohnenhersteller betrifft, will die EU-Kommission ein 6 Mrd. Euro schweres “Drohnen-Paket” für Kiew schnüren. Dies kündigte Kommissionschefin von der Leyen an. Der Skandal um den früheren Präsidentenberater Jermak und den Drohnen-Unternehmer Minditsch scheint sie nicht zu stören. Die EU arbeite auch an weiteren, noch härteren Sanktionen gegen Russland, so die deutsche CDU-Politikerin. Unterdessen unterzeichnete die EU sowie 34 Mitglieder des Europarats eine Absichtserklärung zur Gründung eines Sondertribunals für die Ukraine. “Der Moment, in dem Russland für seine Aggression zur Rechenschaft gezogen wird, rückt näher”, erklärte der Generalsekretär des Europarats, Berset. Offenbar rechnet niemand mehr mit Frieden…

    11 Comments

    1. Guido B.
      15. Mai 2026 @ 18:21

      „Offenbar rechnet niemand mehr mit Frieden…“

      Richtig, Herr Bonse. Die Europäer haben klar bewiesen, dass sie keinen Frieden wollen. Sie wussten schon immer, dass ihre Ukraine-Politik nur Krieg mit Russland bedeuten kann. Sie haben JEDE ernsthafte diplomatische Friedensinitiative verschmäht oder torpediert. Die Europäer wollen Krieg führen. Sie führen ihn und eskalieren ihn. Jeder muss wissen, dass die EU heute ein durch und durch bellizistisches Projekt ist, angeführt von deutschen Russenhassern, denen kein Preis zu hoch und keine Tat zu schäbig ist, um sich für die Niederlage im Zweiten Weltkrieg zu revanchieren. Niemand, der in Europa Macht hat, will Frieden. Niemand.

    Antworten

    • KK
      15. Mai 2026 @ 19:33

      “…angeführt von deutschen Russenhassern…”

      Nun, die baltischen und polnischen Russenhasser sowie solche in anderen osteuropäischen und skandinavischen Ländern (in Finnland zB geht ja seit dem NAhTOd-Beitritt auch der Aufrüstungswahnsinn ordentlich um) sind auch nicht ohne… und die “willigen Koalitionäre” geben sich da auch nix, wenn man bedenkt, was man schon aus manch französischem Offiziersmund zu hören bekam.

      Antworten

  • Michael
    15. Mai 2026 @ 17:50

    Nun, es sollte ein Kinderspiel sein das Mandat eines jeglichen Tribunals umzuwidmen und gegen Leyen, Kallas, Weber und all die anderen Konsorten in Brüssel, Berlin, etc. zu richten!

    Antworten

  • Mic
    15. Mai 2026 @ 16:50

    Am Ende wird man die Ergebnisse schon richten (siehe u.a. BSW)

    Antworten

  • Anasnasiya
    15. Mai 2026 @ 16:29

    Großmutter Ursula sichert die Zukunft ihrer in den USA lebenden Kinder und Enkelkinder, und Rutte, der kleine Kinder liebt, sorgt für ein sorgenfreies Leben für sich selbst. Auch das gesamte Brüsseler Team muss für ein angenehmes Leben sorgen.Die Menschen in ganz Europa müssen sich engagieren und den nötigen Betrag aufbringen. Ein Teil des Geldes wird auf Selenskyjs Konto überwiesen.

    Antworten

    • KK
      15. Mai 2026 @ 16:33

      “und Rutte, der kleine Kinder liebt…”

      Woher glaubt man das denn zu wissen, etwa aus den Epstein-Files?

      Antworten

  • Erneuerung
    15. Mai 2026 @ 15:30

    Gilt das Sondertribunal dann auch für psychischen Krieg oder nur für physische Zerstörung?
    Wenn mir z.B. immer wieder mit dem Dampfhammer eingeredet wird, dass die Zerstörungswut Israels nur Selbstverteidigung ist, dann geht in meiner Seele etwas kaputt und ich habe keine Chance, dem zu entkommen. Also ist das Psychoterror. Ein paar Anwärter für so ein Tribunal könnte ich nennen, lasse das aber mal vorsichtshalber, sonst verschlimmert sich die Krankheit noch.

    Antworten

    • ebo
      15. Mai 2026 @ 16:06

      Nur für materiellen und physischen Schaden, nur in der Ukraine. Gaza, Südlibanon, Sudan etc. müssen leider draußen bleiben…

      Antworten

  • KK
    15. Mai 2026 @ 15:05

    Der Verdacht drängt sich auf, dass, wen Korruption nicht stört, sondern trotz des Wissens darum weiter Geld in diesen Sumpf pumpt, letztlich auch in irgendeiner Weise selbst davon profitiert…

    Antworten

  • WBD
    15. Mai 2026 @ 13:16

    In diesem Zusammenhang muss man es wohl nochmal extra erwähnen, daß die 3 ’stärksten‘ (=am lautesten den Krieg herbeitrommelnden) Führer Westeuropas (Macron, Merz, Starmer) gleichzeitig die (mit Abstand !!) niedrigsten Umfragewerte in ihren Ländern haben.

    Ob es da vielleicht etwa einen direkten Zusammenhang geben mag ?

    Ob man da sogar auf die Prognose einer baldigen Wahlniederlage hoffen darf ??

    Ach, immer diese Tagträume . . .

    Antworten

    • KK
      15. Mai 2026 @ 16:31

      “Ob man da sogar auf die Prognose einer baldigen Wahlniederlage hoffen darf ??”

      Die Prognose allein nutzt ja nix…

      Antworten

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    16.05.2026

    Fakten und Kommentierung der Zwangsauskünfte junger 18jähriger Männer in Deutschland an die „Bundeswehr“

    Fakten und Kommentierung der Zwangsauskünfte junger 18jähriger Männer in Deutschland an die „Bundeswehr“


    freiheitsfoo.de, Veröffentlicht am 16. Mai 2026 von freiheitsfoo

    Ausschnitt aus dem Online-Formular: Möglichkeiten des „Fitnesslevels“ bei der Bundeswehr

    Seit 1.1.2026 gilt das neue Wehrpflichtgesetz, wonach alle als männlich verzeichnete Menschen, die ab 2026 volljährig werden (§2WPflG Absatz 4) zwangsweise und unter Androhung eines Bußgeldes einen Bundeswehr-Fragebogen ausfüllen müssen. Der Fragebogen ist der erste Schritte zur Erfassung mit anschließender „Musterung“.

    Offen droht die Bundesregierung sogar damit, die Zwangs-Wehrpflicht für alle (nur „männliche“?) jungen Menschen wiedereinzuführen, wenn auf dem derzeitigen Weg nicht genügend Soldat*innen zusammenkämen, um die Bundeswehr zur „konventionell zur stärksten Armee Europas“ zu machen (Zitat Bundeskanzler Merz, Regierungserklärung 14.5.2026).

    Es regt sich Widerstand gegen das alles. Viele (nicht nur) junge Menschen fühlen sich bei dieser Entwicklung bspw. übergangen und entmündigt oder wollen der aktuellen „Verteidigungspolitik“ nicht folgen.

    Der nachfolgende Beitrag konzentriert sich auf die Fragen der Fragebogen-Erfassung durch die Bundeswehr und die bisherigen allerersten Erfahrungen mit den Rücklaufquoten dazu. Und wie man damit eventuell auch umgehen kann.

    Fakten

    Zunächst ein paar Fakten zu den von der „Bundeswehr“ verschicken Fragebögen an die 18jährigen Menschen in Deutschland:

    Ca. 650.000 Menschen erreichen in Deutschland jährlich ihr 18. Lebensjahr. Und erhalten dann deswegen von der „Bundeswehr“ eine Einladung bzw. Aufforderung zum Ausfüllen eines Fragebogens zugeschickt.

    Gegen diese Aufforderung kann mensch sich im Regelfall nicht verwehren, junge Männer sind verpflichtet, diesen Fragebogen auszufüllen bzw. die Fragen darin zu beantworten. Alle anderen Angeschriebenen müssen das nicht, sollen bzw. dürfen das aber dennoch tun – auf freiwilliger Basis.

    Zur Frage, inwiefern diejenigen, sich nicht nicht als (ausschließlich) männlich erleben der Beantwortungspflicht unterliegen schreibt uns das Ministerium:

    „Die Verpflichtung zum Ausfüllen des Fragebogens richtet sich nach dem eingetragenen Geschlecht im Personenstandsregister.“

    Beim Fragebogen handelt es sich um einen Online-Fragebogen. Betroffene bekommen mit der Aufforderung einen 16stelligen Code zugeschickt, zusammen mit dem Geburtsdatum können sich so auf einem Online-Portal zum Ausfüllen einloggen.

    „Offline“ z.B. mittels eine Papier-Fragebogens sei die Beantwortung nicht möglich. Das Ministerium weist auf Nachfrage darauf hin, dass mensch den Fragebogen ggf. auch per Telefongespräch beantworten kann oder aber „in einem Karrierecenter oder Karriereberatungsbüro der Bundeswehr“ mit Unterstützung der dort arbeitenden Soldat*innen den Fragebogen online beantworten könne.

    Folgende Daten/Informationen werden erfasst bzw. abgefragt oder sind Bestandteil des Online-Fragebogens:

    • Name
    • Geschlecht
    • Anschrift
    • Geburtsdatum und -ort
    • Familienstand
    • E-Mail
    • Telefonnummer
    • Staatsangehörigkeit(en)
    • Schulabschluss
    • Ausbildung
    • Führerschein
    • Sprachkenntnisse
    • Körpergröße
    • Gewicht
    • „Fitnesslevel“
    • Anerkannte Schwerbehinderungen
    • Wehrdienstableistung in anderem Staat
    • Bereits Soldat*in oder nicht
    • Interesse an Bundeswehr (Skala 0-10) [Nur, wer hier „0“ angibt muss die restlichen folgenden Auskünfte nicht erteilen]
    • Gewünschte Dienstdauer in der Bundeswehr
    • Wunschbereich für den Dienst in der Bundeswehr
    • Ab wann könnte mensch den Dienst antreten

    Wer zum Ausfüllen verpflichtet ist und innerhalb der gesetzten Frist von einem Monat nach Zustellung des Bundeswehr-Briefes aber dennoch nicht antwortet erhält ein „Erinnerungsschreiben“. Wer auch dann nach weiteren zwei Wochen nicht antwortet soll begeht dem Gesetz nach eine Ordnungswidrigkeit, die – so die Aussage des Bundesverteidigungsministeriums – ein Bußgeld „von bis zu 250 Euro“ zur Folge haben soll.

    Das alles erinnert an die Volkszählung (neudeutsch: „Zensus“), wobei sich das „Bundesverteidigungsministerium“ auf konkrete Nachfrage hin nicht klar dazu äußert, ob aus dem Bußgeldverfahren ggf. ein Zwangsgeldverfahren werden könnte. Das hätte dann – siehe Volkszählungen – zur Folge, dass die Strafgelder immer wieder und weiter erhoben werden können, bis der deviante Mensch endlich den Fragebogen ausgefüllt hat.

    Das Gesetz für das alles ist das sog. „Wehrpflichtgesetz (WPflG)“, dessen Änderung, die das alles bewirkte zum 1.1.2026 in Kraft trat. Ausgedacht und umgesetzt hat diese Änderung die aktuelle Bundesregierung von CDU/CSU/SPD.

    Bis zum 29.4.2026 hat die Bundeswehr eigenen Angaben zufolge „mehr als“ 206.000 junge Menschen mit der Aufforderung bzw. Bitte zum Ausfüllen des Online-Formulars angeschrieben. (Eine genaue Zahl oder auch eine genaue Zahl der darunter als männlich Verzeichneten wollte uns das Ministerium nicht mitteilen.)

    Von den darunter männlichen jungen Menschen haben dann angeblich „rund“ 86% innerhalb der gesetzten Zeitfrist geantwortet. Nach den dann ausgehenden „Erinnerungen“ hätten 73% der säumigen jungen Männer nachgezogen und auch geantwortet. Demnach liegt die gesamte Beantwortungsquote bei den zum Beantworten der Fragen verpflichteten Männern bei ca. 96%.

    (Das alles ist eine eilig reagierende Meldung des Bundeswehr, nachdem einige Medien zuvor von deutlich geringeren Rücklaufquoten berichtet hatten.)

    Die Rücklaufquote derjenigen, die aus Sicht der Bundeswehr nicht zur Beantwortung verpflichtet waren lag dagegen bei nur 3%.

    In konkreten Zahlen:

    Von ca. 133.120 angeschriebenen als männlich verzeichneten Menschen haben rund 114.480 Menschen innerhalb eines Monats den Online-Fragebogen ausgefüllt. Weitere 13.610 dieser Leute haben nach dem – sicherlich nicht besonders lasch formulierten – „Erinnerungsschreiben“ inklusive der Androhung des 250-Euro-Bußgelds geantwortet. Die restlichen 5.030 jungen Männer haben aber auch dann noch immer nicht geantwortet.

    Von der anderen Gruppe der Angeschriebenen, ca. 126.880 Frauen und als „divers“ offiziell eingetragen Menschen im Alter von 18 Jahren haben nur ca. 3810 geantwortet.

    Weitere Interpretationen

    Das „Verteidigungsministerium“ schreibt unter anderem:

    „Durch die Erfahrungen der ersten Monate werden die genutzten Mittel und Wege weiter verbessert, um für jede Interessierte und jeden Interessierten zeitgerecht das passende Angebot bereitstellen zu können.“

    Und zum Bußgeld:

    „Das verwaltungsinterne Verfahren wird derzeit ausgearbeitet.“

    Offensichtlich wird derzeit noch kein Bußgeld verhängt.

    In welcher tatsächlichen Höhe ein Bußgeld verhängt wird – dazu will sich das Ministerium nicht äußern. Auch nicht, anhand welcher Kriterien die Bußgeldhöhe bemessen wird.

    Dass nur 3% derjenigen antworten, die nicht zur Teilnahme verpflichtet sind, diese Tatsache spricht Bände über Akzeptanz und die Freude daran, der Bundeswehr Auskünfte erteilen zu wollen.

    Was ist eigentlich, wenn man die „Datenschutzinformation zur Bereitschaftserklärung (Online-Fragebogen)“ nicht akzeptiert? Ist es datenschutzrechtlich zulässig, diesen zustimmen zu müssen, um das Online-Formular ausfüllen zu können?

    Unklar und spannend bleibt weiterhin die Frage, was passiert, wenn mensch an irgendeiner Stelle des Fragebogens eine unwahre Auskunft erteilt bzw. inwiefern die Bundeswehr diesen erkennt und darauf reagiert.

    Allzu viele „spannende“ Stellen in der Beantwortung gibt es nicht. Aber wie sehr kann oder darf die Bundeswehr Daten wie Schulabschluss, Ausbildung, Führerscheinklasse, Schwerbehinderungsgrad, Körpergröße, Gewicht oder „Fitnesslevel“ mit anderen verfügbaren Daten abgleichen? Und: Tut sie das?

    Auch weitere Fragen haben wir bislang noch nicht gestellt oder beantwortet bekommen:

    Werden die Aufforderungen zur Beantwortung der Fragen per Einschreiben oder sonstwie nachweisbar verschickt? Es ist nicht so selten, dass ein Brief gar nicht beim Empfänger ankommt. (Mutmasslich wird nur das „Erinnerungsschreiben“ per Einschreiben zugesendet, siehe §15aWPflG Absatz 4.)

    Kommt man seiner Auskunftspflicht auch dann (formell) nach, wenn man die Antworten in einen (gerne auch längeren) Aufsatz verpackt, damit die Menschen bei der Bundeswehr zur Abwechslung mal keine langweilegen Formulare auswerten müssen? Immerhin heißt es im §15aWPflgG, der die Zwangsbefragung (Neusprech: „Bereitschaftserklärung“) im Absatz 2:

    „Die Bereitschaftserklärung ist mittels eines zur Verfügung gestellten Online-Fragebogens oder schriftlich abzugeben.“

    Warum also keinen Aufsatz schreiben?

    Und ist der Einsatz von „KI“ bei der Formulierung eines solchen Aufsatzes zulässig?

    Wie schon geschrieben: Vieles erinnert an den Zwang zur Ausfkunftserteilung im Zuge der Volkszählungen, Zensen und Mikrozensen. Wer sich dafür interessiert, wie die in diesem Zuge zur Antwort gedrängten Menschen u.a. reagiert haben, den sei auf die Seiten der Volkszählung im Wiki des Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung („AK Vorrat“) verwiesen (gibt es aktuell nur ohne https) oder auch – weniger umfangreich – auf die Volkszählungsfibel 2011.

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    Info: https://freiheitsfoo.de/2026/05/16/bundeswehr-zwangsfragebogen-ruecklauf/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    16.05.2026

    Bremen Eins
    15. Mai 1956: Erste US-Waffenlieferungen


    Höhere Offiziere der neuen Bundeswehr in der Ludwig-Beck-Kaserne

    Der Stichtag – Die Chronik der ARD · 15.05.2026 · 4 Min.


    Erscheinungsdatum

    15.05.2026


    Rubrik

    Wissen · Geschichte

    Sender

    Bremen Eins

    Podcast

    Der Stichtag – Die Chronik der ARD


    Heute vor 70 Jahren erhielt die Bundesrepublik eine der ersten Lieferungen amerikanischer Waffen im Zuge der Wiederbewaffnung nach dem Krieg.



    Info: https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:0c7a5f603aa3341c Audio von hieraus  anhören bzw. herunterladen 

    16.05.2026

    Allgemein
    Trumps Charmeoffensive in China: Plötzlich sieht die EU sehr alt aus

    lostineu.eu,15. Mai 2026

    Die USA und China versuchen, den von US-Präsident Trump losgetretenen Handelskrieg vergessen zu machen und ihre Beziehungen auf eine stabilere Basis zu stellen. Trumps Charme-Offensive erwischt die EU auf dem falschen Fuß – wieder einmal.

    Beim Gipfeltreffen zwischen Trump und Staatschef Xi in Peking war von einer “konstruktivenstrategischen Stabilität“ die Rede; Trump lobte seinen autoritären Gastgeber in höchsten Tönen.

    Xi sei eine “großartige” Führungspersönlichkeit, sagte Trump. „Manchmal mögen Leute das nicht, wenn ich das sage, aber ich sage es trotzdem, weil es wahr ist“, so Trump weiter. „Es ist eine Ehre, Ihr Freund zu sein.“

    Das darf man natürlich nicht für bare Münze nehmen. Trump versucht, seinen Besuch in Peking als phantastischen Erfolg zu verkaufen. Zudem braucht er dringend gute “Deals”, um vom Debakel im Iran abzulenken.

    Die alte Biden-Linie ist überholt

    Doch allein schon die Tatsache, daß sich die beiden mächtigsten Männer der Welt treffen und um Annäherung und Entspannung bemühen, ist ein Fortschritt. Kriege und Krisen hat die Welt schon mehr als genug.

    Plötzlich sieht die EU verdammt alt aus. Sie folgt immer noch der alten, neokonservativen Linie von Ex-Präsident Biden, derzufolge der “systemische Rivale” China eingedämmt werden müsse. Doch diese Linie ist überholt.

    Nicht nur die USA unter Trump, sondern auch Russland und die BRICS-Staaten buhlen um die Großmacht China. Wenn die EU nicht verdammt aufpasst, droht sie geopolitisch und wirtschaftlich ins Abseits zu geraten…

    Mehr zu China hier. Siehe auch Neues vom Wirtschaftskrieg (295): Trump braucht Deals mit China

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    Aufgelesen: Worum es bei den (abgesagten) Tomahawks wirklich geht 


    lostineu.eu, vom 14. Mai 2026

    US-Präsident Trump hat die geplante US-Stationierung von Mittelstreckenraketen in Deutschland gestoppt. Seitdem läuft in Berlin und Brüssel die Suche nach Ersatz: Taurus, ein europäisches Projekt namens ELSA, Tomahawk-Nachbau, türkische Raketen. Die Debatte klingt technisch – und sie verfehlt das Wesentliche.

    Von Arno Gottschalk*

    Die geplanten US-Raketen waren nie nur Raketen. Sie waren Teil eines viel größeren Systems. Schon in der deutsch-amerikanischen Erklärung vom Juli 2024 stand das ausdrücklich drin: Die Waffen sollten in die sogenannten Multi-Domain Task Forces der US-Armee eingebunden werden. Genau dieser Punkt fehlt in der öffentlichen Diskussion fast vollständig.

    Was steckt dahinter? Eine moderne Rakete ist heute militärisch fast wertlos, wenn sie allein dasteht. Sie braucht Augen, die das Ziel finden, ein Gehirn, das in Sekunden entscheidet, und ein Nervensystem, das alles miteinander verbindet. Die Augen sind Satelliten, Drohnen und Aufklärungsflugzeuge. Das Gehirn ist eine Mischung aus Computern, künstlicher Intelligenz und militärischen Kommandostellen.

    Das Nervensystem sind sichere Datennetze, die in Echtzeit Informationen austauschen. Die Rakete ist nur das letzte Glied dieser Kette – das, was am Ende abgefeuert wird. Ohne Augen, Gehirn und Nervensystem ist die beste Rakete blind.

    Ersatzdebatte führt in die Irre

    Genau dieses Gesamtsystem haben die USA. Europa hat es nicht. Wären die US-Raketen in Deutschland stationiert worden, hätte das nicht bedeutet, dass Europa eigene Abschreckungsfähigkeit besitzt. Es hätte bedeutet: Europa hängt an einer Operationsarchitektur, die vollständig in amerikanischer Hand bleibt – Satelliten, Software, Datenleitungen, Entscheidungssysteme. Stationierungsort Deutschland, Steuerung Maryland.

    Wenn dieses entscheidende Element fehlt, ist die jetzige Ersatzdebatte strategisch leer. ELSA, Taurus-Modernisierung, Tomahawk-Lizenz, türkische Raketen: All das produziert Waffen ohne das System, in das sie eigentlich gehören. Europa baut Pfeile für einen Bogen, den es nicht besitzt – und zielt auf ein Auge, das entweder im Pazifik gebunden ist oder gar nicht existiert.

    Warum wird darüber nicht offen gesprochen? Weil eine ehrliche Antwort die bisherige Erzählung zerstören würde. Der Öffentlichkeit wurde die Stationierung als „Abschreckung gegenüber Russland” verkauft. Die tatsächliche Funktion – die Einbindung in eine globale US-Militärarchitektur mit eigenen Eskalationsrisiken – wurde nie offen erklärt. Würde man es jetzt zugeben, müsste man auch eingestehen, dass Europa sich seit 2024 auf einen Plan eingelassen hat, dessen Voraussetzungen es nie besaß und auch nicht aufzubauen plante.

    *SPD-Politiker aus Bremen. Weiterlesen auf Substack. Mehr zur Aufrüstung in EUropa hier

    Kurzfassung mit KIClaudePerplexityDeepSeek

    11 Comments

    1. Karl
      15. Mai 2026 @ 05:43

      @KK: „keinerlei Einfluss“ – das ist falsch: Rolf Mützenich halten die Granden der Seeheimer für so gefährlich, dass sie ihm keinerlei Funktion in ihrem riesigen Parteiapparat gönnen! Mützenichs Einfluss ist ganz enorm.
      In der Friedensbewegung ist der Erhard Eppler-Kreis sehr wohl bekannt und gut eingeführt (teils auch ambivalent, wie bei der SPD leider üblich). Und warum soll nicht ein Ökonom, Arno Gottschalk, in Bremen Kommunalpolitik treiben, wenn er sich dadurch die Unabhängigkeit und geistige Frische bewahrt, solche fundierten friedenspolitischen Beiträge in dem bundesweiten Diskussionszusammenhang schreiben zu können?!!

      An dem Beitrag des Gottschalk schätze ich sehr hoch, dass er die Grundsätze der Friedenssicherung zum Tragen bringt, die ich einst im Politikstudium gelernt habe, die aber heute weitgehend aus Hochschulen, Politik und Medien vertrieben sind.
      Vielen herzlichen Dank Ebo! Diesen Blog des Eppler-Kreises kannte ich noch nicht und habe ihn sofort abonniert.

    Antworten

  • umbhaki
    14. Mai 2026 @ 22:43

    @ebo:
    Herzlichen Dank für diesen Beitrag und den Link auf den kompletten Artikel von Arno Gottschalk!
    Offenbar gibt es in der Seeheimer Partei Deutschland (SPD) einzelne Abweichler, die mit der Realität noch nicht gebrochen haben. Leider nicht im Bundestag oder gar auf EUropäischer Ebene. Herr Gottschalk ist Bremer Lokalpolitiker.

    Ob der Erhard-Eppler-Kreis, auf dessen Seiten der Artikel veröffentlicht wurde, irgend einen Einfluss in dieser Partei hat, ist mir nicht bekannt. Gemerkt habe ich jedenfalls noch nie etwas davon.

    Antworten

    • ebo
      15. Mai 2026 @ 00:03

      Der Eppler-Kreis war mir auch neu. Gottschalk ist auf X ziemlich aktiv!

      Antworten

      • KK
        15. Mai 2026 @ 00:25

        Der Eppler-Kreis geistert doch u.a. mit seinem offenen Brief schon länger herum – allein, er hat keinerlei Einfluss auf die tatsächlich entscheidenden Parteigremien.

      • Karl
        15. Mai 2026 @ 05:43

        @KK: “keinerlei Einfluss” – das ist falsch: Rolf Mützenich halten die Granden der Seeheimer für so gefährlich, dass sie ihm keinerlei Funktion in ihrem riesigen Parteiapparat gönnen! Mützenichs Einfluss ist ganz enorm.
        In der Friedensbewegung ist der Erhard Eppler-Kreis sehr wohl bekannt und gut eingeführt (teils auch ambivalent, wie bei der SPD leider üblich). Und warum soll nicht ein Ökonom, Arno Gottschalk, in Bremen Kommunalpolitik treiben, wenn er sich dadurch die Unabhängigkeit und geistige Frische bewahrt, solche fundierten friedenspolitischen Beiträge in dem bundesweiten Diskussionszusammenhang schreiben zu können?!!

        An dem Beitrag des Gottschalk schätze ich sehr hoch, dass er die Grundsätze der Friedenssicherung zum Tragen bringt, die ich einst im Politikstudium gelernt habe, die aber heute weitgehend aus Hochschulen, Politik und Medien vertrieben sind.
        Vielen herzlichen Dank Ebo! Diesen Blog des Eppler-Kreises kannte ich noch nicht und habe ihn sofort abonniert.

  • Erneuerung
    14. Mai 2026 @ 19:18

    Wenn das der Russe liest, greift er morgen Deutschland an, denn er hat das alles, unter seinem Hut. Wir müssen unbedingt und sofort die Mobilmachung starten, damit auch wirklich nichts übrig bleibt, zumindest kein Humankapital.

    Antworten

    • KK
      14. Mai 2026 @ 22:08

      Als ob “der Russe” das nicht schon alles längst wüsste! Genau deshalb will der doch ums Verrecken die NAhTOd nicht in der Ukraine…

      Antworten

  • Guido B.
    14. Mai 2026 @ 19:12

    Ich lese hier etwas über Augen, Nervensystem und Gehirn. Alles Dinge, die unseren politischen Eliten abhanden gekommen sind. Darum sehen sie die einzige Zukunftsperspektive in autonomen Waffen.
    Keine Tagesschau ohne Waffenschau!

    Antworten

  • Reykjavik
    14. Mai 2026 @ 17:52

    “…die Einbindung in eine globale US-Militärarchitektur mit eigenen Eskalationsrisiken”.
    Die selbe Ungeheuerlichkeit, wie beim Geheule nach dem europäischen “nuklearen Schirm”: Frankreich oder GB stellen die nuklearen Kapazitäten, haben aber die ausschließliche Befehlsgewalt, der “Nuklearschirm” selbst aber macht Deutschland noch mehr zum Angriffsziel, als es ohnehin schon wäre. Dieses unmenschliche, zynische, nukleare “über-Bande-Spielen” scheinen deutsche Militärexperten nicht zu erkennen – oder ist es ihnen einfach wurscht? Nach alldem, was ich im Hinblick auf Deutschlands “Sicherheitspolitik” seit 2022 mitansehen muss, vermutlich letzteres.

    Antworten

    • ebo
      14. Mai 2026 @ 18:08

      Für diesen “Nuklearschirm” hat sich heute auch Grünen-Chefin Brantner ausgesprochen. Schwarz-grün kann kommen 🙂

      Antworten

    • KK
      14. Mai 2026 @ 22:10

      Der “Nuklearschirm” wird sich am Ende doch nur als Fallout erweisen… und gegen den nutzt so ein Schirm herzlich wenig.

      Antworten

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    Der ohnmächtige Merz will die EU zur “Macht” machen 


    lostineu.eu, 14. Mai 2026

    Kanzler Merz begnügt sich nicht mehr mit einem deutschen Führungsanspruch in der EU. Nun will er EUropa auch noch zu einer “Macht” machen. Das sagte der CDU-Chef bei der Karlspreis-Verleihung in Aachen.  

    „Europa hat sich aufgemacht, eine Macht zu werden, eine Macht, die den Stürmen dieser neuen Zeit trotzt“, sagte Merz. Dies gehe nur über wirtschaftliche und sicherheitspolitische Stärke.

    Dummerweise ist es um die wirtschaftliche Stärke nicht gut bestellt – vor allem nicht in Deutschland. Der Kanzler hat zwar Reformen angekündigt, doch er wirkt konzeptlos und ohnmächtig.

    Auch sicherheitspolitisch sieht es nicht gut aus. Deutschland und die EU rüsten zwar massiv auf, doch in der internationalen Diplomatie sind sie kaum noch vertreten.

    Laschet kritisiert “Selbstentmündigung”

    Dies monierte auch der Chef des Karlspreisdirektoriums, der CDU-Außenpolitiker Laschet.  „Europa ist international so schwach, weil es eher moralisiert, statt aktiv Diplomatie voranzubringen“, sagte Laschet laut dpa.

     „Zwischen Russland und der Ukraine verhandeln nur amerikanische Geschäftsleute, weil die EU sich weigert, ihre eigenen Positionen diplomatisch mit Stärke gegenüber Russland zu vertreten.“ Das sei absurd.

    Laschet sprach von einer „Selbstentmündigung Europas“. Allerdings sieht es nicht so aus, als Merz das ändern wollte. Diplomatie ist seine Sache nicht, er haut lieber auf den Tisch…

    Siehe auch Von der Leyen hat zu viel Macht – sie will noch mehr

    P.S. Merz hat sich auch mit EU-Kommissionschefin on der Leyen angelegt. Der von ihr vorgelegte Entwurf für das neue Sieben-Jahres-Budget der EU müsse komplett überarbeitet werden, sagte er. Da streiten sich zwei CDU-Politiker, die die Macht für sich allein beanspruchen…

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    4 Comments

    1. Erneuerung
      14. Mai 2026 @ 18:44

      Soso, ein potenzieller Vermittler zwischen Russland und der Ukraine, Herr La(s)chet, möchte gegenüber Russland Stärke zeigen, macht das nicht die gesamte EU seit 4 Jahren? Die Erfolge sind unverkennbar und springen jeden Erdenbürger förmlich in die Augen. Mit vdL als Queen, Merz als Kanzler, Herrn Wadephul als israelisch-ukrainisch-deutschen Außenminister, Frau Göhring-Eckardt als Bundespräsidentin und vielleicht Herrn Selenskyj als Friedensnobelpreisträger kann nun wirklich nichts mehr schief gehen, außer wir nehmen den heutigen Tag zum Anlass und fahren gemeinsam gen Himmel.

    Antworten

  • Reykjavik
    14. Mai 2026 @ 17:37

    Ebendort verliessen auch diese weisen Worte den Merzschen Mund: “Wir Europäer entscheiden selbst, wer für uns spricht, niemand anders“.
    Da bin ich sehr gespannt, WER denn ” von uns Europäern” die dafür notwendigen Qualitäten mitbringt. Bitte unbedingt einen der bekannten russophoben Kriegshetzer auswählen, damit die Verhandlungen von vornherein zum Scheitern verurteilt sind! Kallas aka “The Brain” hat sich ja schon selbst ins Spiel gebracht….

    Antworten

  • Guido B.
    14. Mai 2026 @ 16:55

    Im Ziel sind sich die beiden CDU-Führer einig: Russland muss untergehen. Wäre von der Leyen deutsche Bundeskanzlerin, würde sie möglichst viel vom nationalen Haushalt in den Krieg pumpen. Wäre Merz Kommissionspräsident, würde er möglichst viel vom EU-Haushalt in den Krieg pumpen. Da wetteifern zwei Russenhasser um das grössere Budget für den Krieg gegen Russland. Selenski hat den Jackpot geknackt mit zwei so engagierten Partnern.

    Antworten

    • KK
      14. Mai 2026 @ 17:04

      Es sind wohl eher zwei Ziele:
      Neben der Marginalisierung Russlands eben auch die Bereicherung der ohnehin schon Superreichen, die ihr Geld eben auch im MIK stecken haben.
      Und es fällt nicht schwer zu raten, was in den eigenen Depots (und auch dem ein oder anderen engster Verwandter) der politischen Kriegstrommler so alles der Renditen harrt…

      Antworten

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    15.05.2026

    "Konflikt möglich": Chinas Warnung bezüglich Taiwan und Rubios Reaktion

    freedert.online, 15 Mai 2026 19:08 Uhr, 

    Beim Staatsbesuch in China sprach US-Außenminister Marco Rubio über den Grundsatz der strategischen Zweideutigkeit der USA in Bezug auf Taiwan. Nach diesem Grundsatz wird nicht konkretisiert, ob die USA die Insel militärisch verteidigt würden.


    "Konflikt möglich": Chinas Warnung bezüglich Taiwan und Rubios Reaktion© Urheberrechtlich geschützt


    Die US-Delegation beim Staatsbesuch in Peking, China, 15. Mai 2026


    Während des Besuchs des US-Präsidenten in China bezeichnete der chinesische Staatschef Xi Jinping Taiwan als "das wichtigste Thema in den chinesisch-amerikanischen Beziehungen". Er warnte davor, dass es "zu Zusammenstößen oder sogar zu einem Konflikt kommen könnte", sollten die beiden Nationen nicht richtig damit umgehen.

    US-Außenminister Marco Rubio begleitete Donald Trump auf dem ersten Staatsbesuch eines US-Staatschefs in China seit fast einem Jahrzehnt. Während des Besuches gab Rubio am Freitag dem US-Sender NBC News ein Interview. Darin betonte Rubio in Bezug auf die Taiwan-Frage,  dass "die US-Politik in der Taiwan-Frage bis heute und nach dem Treffen, das wir heute hier hatten, unverändert ist". Er fügte hinzu: "Wir kennen ihren Standpunkt, und ich denke, sie kennen unseren."

    Trump-Besuch: USA wollen China davon überzeugen, Druck auf Iran auszuüben

    Trump-Besuch: USA wollen China davon überzeugen, Druck auf Iran auszuüben

    Auf die Frage, ob Peking die selbstverwaltete Insel militärisch einnehmen könne, sagte Rubio: "Es wäre ein schrecklicher Fehler, dies mit Gewalt oder ähnlichen Mitteln durchzusetzen." Ihm zufolge hätte dies "weltweite Konsequenzen, nicht nur seitens der Vereinigten Staaten". Gleichzeitig räumte er ein, dass China es vorzöge, wenn "Taiwan sich freiwillig in sein Staatsgefüge eingliedern würde", und zwar durch "eine Abstimmung oder ein Referendum".

    Rubio erinnerte zudem an den Grundsatz der strategischen Zweideutigkeit der USA in Bezug auf Taiwan – eine seit Langem verfolgte Politik, bei der nicht konkretisiert wird, ob die Insel militärisch verteidigt werden würde. Dieser Ansatz habe "über mehrere Präsidentschaften hinweg gegolten und gilt auch heute noch". In Bezug auf US-Waffenverkäufe an Taiwan sagte Rubio, das Thema "spielte keine vorrangige Rolle" in den Gesprächen zwischen den USA und China. Diesbezüglich hänge jede Entscheidung über künftige Lieferungen zu einem großen Teil vom Kongress ab.

    China betrachtet Taiwan als Teil seines Hoheitsgebiets. Diese Auffassung wird von der überwiegenden Mehrheit der Länder geteilt, darunter auch von Russland. Die USA erkennen Pekings "Ein-China-Politik" zwar ebenfalls an, pflegen jedoch enge Beziehungen zu der selbstverwalteten Insel. Im Jahr 2022 erklärte Xi, Peking würde eine friedliche Wiedervereinigung mit der Insel bevorzugen, schloss jedoch den Einsatz von Gewalt nicht aus.

    Mehr zum Thema  Trump in China: Prunkvoller Empfang in Peking, wenig Substanz beim Gipfel

     

    Screenshot_2026_05_15_at_22_05_29_Trump_zu_Cyber_Angriffen_aus_China_Wir_machen_dasselbe_mit_ihnen_RT_DE

    Video https://rumble.com/v79tzh4-partner-statt-gegner-xi-und-trump-setzen-auf-kooperation.html Dauer 1:52 Min.

     

    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/international/280221-rubio-reagiert-auf-chinas-warnung/


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    15.05.2026

    IG-Metaller sowie Vertrauensleute von Ford und Mercedes erklären "Nein zur Kriegswirtschaft"

    Screenshot_2026_05_15_at_15_31_18_IG_Metaller_sowie_Vertrauensleute_von_Ford_und_Mercedes_erkl_ren_Nein_zur_Kriegswirtschaft_RT_DE

     (Screenshot)


    freedert.online, 15 Mai 2026 10:31 Uhr, 

    Vertrauensleute von Ford in Köln und Mercedes in Düsseldorf berichteten über die Kämpfe gegen Rüstungsproduktion in den Unternehmen. Sie erinnerten auch an die Rolle der Autoindustrie im Zweiten Weltkrieg und den brutalen Umgang mit russischen Zwangsarbeitern bei Ford.



    Video    Dauer  Min.


    © Urheberrechtlich geschützt


    Mercedes einst im Dienste von Faschisten und Kriegstreibern: Adolf Hitler wird im Mercedes-Fahrzeug von Menschenmenge bejubelt.


    Am Mittwoch fand im Düsseldorfer Kulturzentrum ZAKK eine Podiumsdiskussion mit gewählten Vertrauensleuten der Kölner Ford-Niederlassung und von Mercedes Düsseldorf statt. Ein Vertreter der Organisation See Red berichtete über die Diskussionen unter Jugendlichen über Wehrpflicht und Kriegstüchtigkeit.

    Die Belegschaft in der Kölner Ford-Niederlassung sei zu 95 Prozent gewerkschaftlich organisiert, erklärte der IG-Metaller Nico, der bei Ford als gewählter Vertrauensmann die Anliegen der Beschäftigten an den Betriebsrat vermittelt. Von den einst 24.000 Mitarbeitern in den Kölner Werken gebe inzwischen nur noch rund 10.000. Aber anders als früher, als die Beschäftigten sich auf Versammlungen nicht für politische Themen und Diskussionen interessiert hätten, sei das Interesse an Politik zuletzt in hohem Maße gestiegen. Neben der weit verbreiteten Kritik an Rüstungsproduktionen diskutiere man offen über den israelischen Völkermord an den Palästinensern im Gazastreifen, an Donald Trumps Angriff auf Iran und viele andere Themen.


    "Hormus-Krise" trifft die weltweite Automobilindustrie





    Analyse

    "Hormus-Krise" trifft die weltweite Automobilindustrie






    Zudem bekannten immer mehr Beschäftigte in der Autoindustrie: "Wir wollen keinen Faschismus, wir wollen keinen Krieg, wir wollen keine Kriegswirtschaft – ich will auch keine Panzer bauen." In den Belegschaften würden auch kritische Diskussionen über die Glaubwürdigkeit der Kriegspropaganda geführt, wonach Russland angeblich Deutschland angreifen wolle. Und nicht zuletzt würden Zweifel am kapitalistischen Wirtschaftssystem lauter.

    Die Diskussionen zögen sich bei Ford durch alle Gremien und Hierarchien. Während die 300 gewählten Vertrauensleute der IG Metall bei Ford auf ihrer Vollversammlung im Januar einstimmig die Resolution "Nein zur Kriegswirtschaft – Wir geben unsere Kinder nicht für Kriege!" beschlossen hätten, befürworte der Betriebsratsvorsitzende eine Rüstungsumstellung bei Ford. Der zweite Vorsitzende der IG Metall habe wiederum die Resolution der Vertrauensleute mit unterzeichnet.

    Die Geschichte der sowjetischen Zwangsarbeiter bei Ford

    In seinem Redebeitrag erinnerte einer der Ford-Vertrauensleute auch an das historische Verantwortung, die man als Gewerkschaftler und Mitarbeiter bei Ford habe. Historisch hat Ford "Dreck am Stecken" erklärte der IG-Metaller. In der Nazizeit bzw. während des Zweiten Weltkrieges habe Ford nicht nur Lastwagen für die US-Armee produziert, sondern auch für die deutsche Wehrmacht. Der US-Autokonzern habe im Zweiten Weltkrieg an beiden Seiten verdient. Nico führte aus, weshalb Ford in Köln damals besonders profitierte:

    "In Köln haben sowjetische Kriegsgefangene unter erbärmlichsten Bedingungen für Ford gearbeitet. Dann sind sie mit ihren Baracken und Unterkünfte auch noch von den USA weggebombt worden."

    Inzwischen arbeiteten in Köln einige Betriebe schon wieder für die Rüstungsindustrie. Viele Beschäftigte, nicht nur in der Autoindustrie, seien in Sorge vor Massenentlassungen und der damit verbundenen Armut. Aber man dürfe sich dadurch nicht in die Rüstung treiben lassen – stattdessen müsse man sich die Kämpfe in Italien und Griechenland zum Vorbild nehmen, appellierte der Ford-Vertrauensmann. Dort weigerten Arbeiter sich, Rüstungsgüter zu verladen, und blockierten Häfen. 


    Mauscheleien bei der Aufrüstung: Rheinmetall bei Vergabe massiv bevorzugt





    Mauscheleien bei der Aufrüstung: Rheinmetall bei Vergabe massiv bevorzugt






    Zwischen Ablehnung von Rüstungsproduktion und drohender Arbeitslosigkeit

    Ford-Vertrauensfrau Lisa berichtete als Nächstes über Spekulationen, wonach stillgelegte Ford-Produktionsstätten von Rheinmetall übernommen werden sollten. Die Belegschaft diskutierte, dass sie nicht in der Rüstung arbeiten wolle. Es gebe aber durchaus eine Kontroverse. Die Arbeiter lehnten die Rüstungsproduktion zwar aktuell ab, bei drohender Arbeitslosigkeit sehe das aber anders aus.

    Auf Betriebsversammlungen präsentieren mittlerweile Vertreter der Bundeswehr und Rheinmetall ihre Jobangebote. Unternehmensberater sprächen dabei beschönigend von Arbeitsplätzen in der Luftfahrt und der Verteidigungsindustrie. Damit die Beschäftigten der Autoindustrie sich konsequent der Rüstungsproduktion verweigerten, brauche man eine richtige Bewegung. Die Rüstungsproduktion widerspreche § 2 der IG-Metall-Satzung, wonach sich die Gewerkschaft "für Frieden, Abrüstung und Völkerverständigung" einsetzt, erklärte die Vertrauensfrau.

    Allerdings halte der IG-Metall-Vorsitzende dagegen und habe sinngemäß erklärt: "Die IG Metall muss aber auch Arbeitsplätze fördern. Wenn die Bundesregierung so viel Geld in die Hand nehme, müsse auch die heimische Industrie profitieren. Wir erwarten von Politik und Wirtschaft den sofortigen Umbau der Unternehmen."

    Rüstungstradition bei Mercedes vom Ersten Weltkrieg bis heute

    Auch bei Mercedes Benz gebe es eine lange Tradition in der Rüstungsproduktion, rief Sascha in Erinnerung, der gewählte Vertrauensmann von Mercedes Düsseldorf. Sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg habe der Autokonzern Rüstungsgüter nach Bedarf produziert und sei nach Thyssenkrupp eine der wichtigsten deutschen Rüstungsschmieden gewesen. Die damaligen Testhallen von Rheinmetall befänden sich immer noch unter dem Werk in Düsseldorf. Und einer der Nazi-Gauleiter sei direkt nach dem Krieg erster Personalmanager bei Mercedes geworden.  


    Profitieren durch Bombardieren: Rheinmetall im Kriegsrausch





    Meinung

    Profitieren durch Bombardieren: Rheinmetall im Kriegsrausch





    Das von Mercedes getrennte Daimler-Unternehmen gebe heutzutage offen zu, dass die bei ihm produzierte kriegswichtige Fahrzeugtechnik kontinuierlich mit Flugzeugen in Kriegsgebiete transportiert werden. Von den rund 120.000 jährlich im Düsseldorfer Werk produzierten Mercedes-Sprintern werde ein erheblicher Teil auch an die Bundeswehr, die Polizei und nach Israel geliefert. Die Profitrate für dieses Fahrzeug liege auch in der heutigen Zeit noch bei zwölf Prozent.

    Es sei jetzt höchste Zeit für Kämpfe gegen die Umrüstung ziviler Produktionen. Sascha erklärte auch, warum: "In Kriegszeiten sind antimilitaristische Kämpfe verboten!" Vor einer Woche habe er auf einer Mercedes-Betriebsversammlung die Resolution über die Verweigerung der Produktion von Rüstungsgütern bei Ford vorgelesen und dafür viel Applaus bekommen. "Wir müssen ab sofort Kämpfe führen, die wir bisher noch nie geführt haben", erklärte der IG-Metaller aus Düsseldorf. Es gebe dafür Vorbilder. Im Buch "Die Moorsoldaten" habe der Autor Wolfgang Langhoff für die Nachwelt dokumentiert, wie Zersetzung und Widerstand unter schwierigsten Bedingungen organisiert werden können. Der Schweißer von Mercedes betonte: "Es gibt keine auswegslose Situation!"

    Jugendproteste und Aktionsformen

    Als weiterer Podiumsteilnehmer stellte Lukas das Engagement der SeeRed-Initiative vor. Die Jugendorganisation engagiert sich im antimilitaristischen Bündnis Rheinmetall Entwaffnen und in den Schulstreiks gegen Wehrpflicht.

    Im Anschluss an die Redebeiträge der Podiumsteilnehmer fand eine Diskussion mit den rund 40 engagierten Besuchern der Veranstaltung teil. Im Laufe der Diskussion erinnerte man sich sowohl an Fehler des Widerstands in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts als auch an alte Aktionsformen gegen Aufrüstung und Militarisierung: Autobahnbesetzungen, Generalstreiks, Überzeugungsarbeit bei Kollegen und Freunden, Blockaden, Aufbau und Organisation von Bündnissen gegen Rüstungsproduktion.

    Die Resolution der Ford-Vertrauensleute endet mit den Worten: "Aufrüstung und Kriegswirtschaft sind gegen die Interessen der Kollegen und unserer Familien und widersprechen unseren gewerkschaftlichen Zielen. Unterstreichen wir unsere Losung 'Kampf um jeden Arbeitsplatz!' und setzen wir uns aktiv für unser Ziel 'Frieden, Abrüstung und Völkerverständigung' ein ... Und wir rufen den IG-Metall-Vorstand und alle Mitglieder auf: Nein zum Umbau auf Kriegswirtschaft!"

    Mehr zum Thema – Risikokapital in Berliner Rüstungsstartups ‒ Für den Profit der Reichen gehen sie über Leichen


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    Video https://rumble.com/v79qpn8-deutschland-ber-alles-die-welt-ist-noch-nicht-bereit-fr-eine-deutsche-wiede.html  Dauer 10:43 Min.


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/inland/280132-ig-metaller-sowie-vertrauensleute-von-ford-und-mercedes-erklaeren-nein-zum-krieg/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    15.05.2026

    Webinar mit Hauke Ritz am 20. Mai: EU verfälscht Geschichte

    aus e-mail von  Russland ist nicht unser Feind, 15. Mai 2026, 11:02 Uhr


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    Infobrief Nummer 5 - 15.05.2026
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    Guten Tag,
    danke, dass wir auf diesem Weg miteinander in Kontakt sind. Heute laden wir Sie zu drei sehr verschiedenen Suchen nach Spuren des II. Weltkrieges ein: Einmal in der eigenen Familiengeschichte, dann ausgelöst durch das Grab Nummer 1628 auf einem Soldatenfriedhof und endlich über die Frage zum Charakter des Unternehmens Barbarossa: War es Völkermord? Zuerst aber die Einladung zu unserem nächsten Webinar und weiter unten zur Friedenskundgebung am 20. Juni in Berlin am Brandenburger Tor. Treffen wir uns dort?!
    Andreas Grünwald, Petra Hiller, Christiane Reymann, Daniela Schramm, Alexej Stoljarow
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    Webinar am 20. Mai mit Hauke Ritz
    Beginn: 18:30 Uhr

    Hauke Ritz ist der Referent unseres kommenden Webinars am 20. Mai, 18:30-20:30 Uhr zu:  Rot = braun? Die EU verfälscht die europäische Geschichte. Hauke Ritz ist promovierter Geschichtsphilosoph und Autor. Ihn treibt vor allem der Ost-West-Konflikt um, den er in Russlandreisen erforscht und zu dem er publiziert. Mit der grassierenden Russophobie setzt er sich auseinander im Interview mit dem Overton-Magazin. Sein Artikel Warum der Weltfrieden von Deutschland abhängt, zuerst in den Nachdenkseiten veröffentlicht, ist zugleich der letzte Beitrag in seinem gleichnamigen Buch, aus dem wir mit freundlicher Genehmigung des Verlags den Essay Die Rückkehr der Geopolitik veröffentlichen: Hauke Ritz - Die Rückkehr der Geopolitik.

    Zur Teilnahme am Webinar ist eine Anmeldung erforderlich:

    Anmeldung Webinar 20. Mai mit Hauke Ritz: Rot = braun? Die EU verfälscht europäische Geschichte
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    Bitte vormerken: Webinar am 09. Juni: Warum sollen wir die Russen hassen? Beginn ist um 18:30 Uhr. Mit Patrik Baab.
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    Neues auf der Webseite
    Im Großen und Ganzen der Geschichte sind es oft die Einzelschicksale, die dann das Herz erreichen. Auf dem russischen Friedhof „Gänsewag“ auf dem früheren Truppenübungsplatz Münsingen, Schwäbische Alp, tragen viele Grabstellen nur eine Nummer. Der Grabstelle 1628 konnten Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Hailfingen / Tailfingen den Namen Karaped Ossipjan zurückgeben und Momente seiner Geschichte. Eine berührende Recherche mit vielen Beteiligten:

    Den Toten den Namen zurückgeben
    ***Von ihrem Großvater, dem „Zimmermann mit Rückgrat“, Spanienkämpfer, im Widerstand gegen Hitler, Zuchthaus, KZ, Befreiung, Bürgermeister, den Erlebnissen des damals sehr junge Vaters an der Ostfront und ihren eigenen Erfahrungen in der DDR und dem Kontakt mit Russen schreibt Vera Teller:

    Vera Teller - Russophobie, warum denn? Freundschaft!
    ***
    Christiane Reymann widmet sich in unserer Reihe Aufruf im Dialog IV der Frage: War der Überfall auf die Sowjetunion Völkermord? 
    Video mit Christiane Reymann zum Thema 'War es Völkermord?'
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    Friedenskundgebung
    Russland ist nicht unser Feind!

    20. Juni 2026 - 13 bis 15 Uhr
    Brandenburger Tor in Berlin
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    Noch haben wir gedruckte Flyer, die wir Ihnen gern zusenden; wenn möglich mit Porto - plus einer kleinen Spende? Dies ist der Link zur PDF:
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    Um euch das Bild / Poster für eigene Ankündigungen herunter zu laden, klickt hier:

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    Russland ist nicht unser Feind
    Adresse: FRIEDEN! Haus der DemokratieGreifswalder Straße 4 // 10405 BerlinMail-Adresse: 'kontakt@russlandistnichtunserfeind.de'


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    Hauke Ritz


    Die Rückkehr der Geopolitik: Eine Ideologie und ihre fatalen Folgen


    Zuerst erschienen in: Blätter für deutsche und internationale Politik 3/2013
    Seit der Begriff Geopolitik 1899 von dem Schweden Rudolf Kjellén geprägt wurde,1 beinhaltete er eine Denkweise, die versucht, die geografische Lage von Ländern und Kontinenten politisch zu deuten. Aufgrund dieser bereits im Begriff angelegten Überschneidung von Geografie und politischer Vorstellungskraft stellte die Geopolitik allerdings von Anfang an eine eigenartige Mischung aus Wissenschaft und Weltanschauung dar.
    Zwar kann der konkreten Gestalt und Anordnung der einzelnen Kontinente und Länder tatsächlich eine politische Bedeutung zukommen. Doch sobald sich die Geopolitik auf deren Interpretation einlässt, neigt sie dazu, dieser Logik eine gewisse Ausschließlichkeit zuzusprechen. So tendieren viele geopolitische Analysen dahin, ganze Länder, Kulturkreise, Bevölkerungen und ihre Geschichte unter dem Diktat einer auf Machtausdehnung ausgerichteten Logik zu subsumieren und andere Perspektiven auszublenden. Die geopolitische Denkweise ist somit per se auf Vereinheitlichung ausgerichtet. Sie neigt dazu, das Verschiedene der geografischen, historischen und kulturellen Räume auf ein paar Linien auf einer Landkarte zu reduzieren.
    Das macht das Befremdliche dieser Logik aus. Die Unabänderlichkeit der Geografie, auf die sich die Geostrategen mit ihren auf Karten eingezeichneten Pfeilen, Kreisen und Linien berufen, verleiht ihren Analysen jedoch den Schein der Objektivität. Sie erzeugen dadurch den Eindruck, die Weltzusammenhänge wären grundsätzlich einschätzbar.
    Dabei sind die Prämissen der Geopolitik insgesamt ausgesprochen biegsam. Betrachtet man nur die großen geopolitischen Analysen des 20. Jahrhunderts, so wird deutlich, dass es häufig zu einer Art Komplizenschaft zwischen einer bestimmten geopolitischen Analyse und einer politischen Ideologie gekommen ist. So entwickelte Homer Lea in seinem 1912 publizierten Buch The  Day of the Saxon2 eine umfassende Rechtfertigung der britischen Kolonialherrschaft, die er als notwendig und unvermeidlich darstellte. Ein weiteres bekanntes Beispiel für diese kaum aufgearbeitete Verkleidung des Zeitgeistes im Gewand der Geopolitik ist das Werk Karl Haushofers, dessen Lehre vom Lebensraum durch seine »Zeitschrift für Geopolitik« erheblichen Einfluss auf die außenpolitischen Zielsetzungen des nationalsozialistischen Deutschlands hatte. Im Übergang vom 20. zum 21. Jahrhundert haben die geopolitischen Analysen Zbigniew Brzezinskis einen gro ßen Einfluss auf die US-amerikanische Politik ausgeübt. Doch auch hier zeigt sich wieder, wie leicht sich geopolitische Argumente mit subjektiven Motiven verbinden und von diesen überlagertwerden können. Brzezinski, der Sohn eines polnischen Diplomaten, blieb sein Leben lang ein Gefangener seiner Familiengeschichte. Nicht umsonst stellte der amerikanische Ökonom James K. Galbraith einst in einem Artikel fest: »Für Brzezinski stellt es eine Art Hobby dar, Russland Schaden zuzufügen.«3


    Vieles deutet deshalb darauf hin, dass das Resultat einer geopolitischen Untersuchung weit stärker von der Weltanschauung ihres Autors abhängig ist als von der Geografie. Wer vom machtpolitischen Aufstieg des eigenen Landes träumt, wird schnell die geopolitischen Argumente parat haben, die dieses Ziel als notwendig und alternativlos erscheinen lassen. Die Geografie dient dann oft nachträglich als Versatzstück, um eine weltanschauliche Argumentation im Gewande wissenschaftlicher Objektivität zu präsentieren.


    Von Vietnam bis Afghanistan:
    Die inhärente Schwäche der Geopolitik

    Diese Eigenart der geopolitischen Logik wäre leicht korrigierbar, wenn sie mit anderen Denkweisen in der öffentlichen Auseinandersetzung konkurrieren müsste. Doch leider besteht ein Merkmal der aktuellen Wiederkehr der Geopolitik darin, dass sie zumindest in der westlichen Öffentlichkeit gerade nicht diskutiertwird, sondern zunächst auf Thinktanks beschränkt bleibt, deren  Analysen selten ins Licht der Öffentlichkeit geraten. Das ist kein Zufall: Denn sobald geopolitische Analysen sich dem kritischen Blick der Öffentlichkeit aussetzen müssten, würde die Hybris dieser Disziplin nur allzu deutlich sichtbar werden. Jede öffentliche Debatte über Geopolitik würde früher oder später die oft fiktiven Prämissen dieser Disziplin enthüllen und ihrem
    politischen Einfluss enge Grenzen setzen. Doch weder gab es in früheren Jahren eine solche Debatte, noch gibt es sie heute.
    So aber kann die Logik der Geopolitik in ein falsches Sicherheitsgefühl umschlagen. Auf diese Weise werden
    immer wieder in irgendeinem Thinktank Grand Strategies erdacht, deren Umsetzung dann in der Realität
    spektakulär scheitert. Es gibt zahlreiche Fälle, die diese inhärente Schwäche der Geopolitik belegen. Ein
    besonders prominentes Beispiel stellt der Vietnamkrieg dar. Diesem Krieg lag die sogenannte Dominotheorie
    zugrunde, nach der das Beispiel eines sozialistischen Vietnams alle übrigen Staaten Südasiens wie Dominosteine
    zum Umfallen, sprich: zum Übertritt ins sozialistische Lager, bewegen würde. Die US-Politik war gänzlich von
    diesen geografischen Erwägungen bestimmt und übersah deshalb die kulturelle und historische Dimension des
    Konflikts. So verstanden die amerikanischen Militärexperten nicht, dass die Vietnamesen in erster Linie um die
    Unabhängigkeit ihres Landes kämpften und der Sozialismus für sie lediglich Mittel zu diesem Zweck darstellte.
    Weil die USA die Motive ihrer Gegner falsch einschätzten, verloren sie sich immer tiefer in diesem Krieg. Am
    Ende wurde Vietnam zwar sozialistisch, jedoch ohne dass der von den Geostrategen prognostizierte Effekt
    eintrat – eine Fehlkalkulation, die 50 000 amerikanische Soldaten und rund 3,5 Millionen Vietnamesen mit
    ihrem Leben bezahlen mussten.
    Nicht weniger fragwürdig als die Lehre vom Dominoeffekt ist die auf den Briten Sir Halford Mackinder
    (1861–1947) zurückgehende Lehre vom Heartland (Herzland), der Klassiker unter den geopolitischen
    Denkfiguren.4 Fragt man einen Geostrategen, warum die Weltmächte immer wieder in Afghanistan Krieg geführt
    haben – Großbritannien im 19. und frühen 20. Jahrhundert, die UdSSR von 1979 bis 1989 und die Nato seit
    2001 –, so wird er einem wahrscheinlich antworten, dass Afghanistan zu den Ländern gehört, die im »Herzland«
    lägen. Damit ist die Zentralregion Eurasiens gemeint; besonders die Region zwischen dem Kaukasus und dem
    tibetanischen Hochland wird als der wichtigste Teil des »Herzlandes« betrachtet. Sie soll deshalb so wichtig sein,
    weil die Macht, die diese geografische Region beherrscht, sich damit genau zwischen den eurasischen
    Großmächten China, Indien, Russland und Europa platziert und diese somit militärisch eindämmen sowie ihre
    Handelsrouten und Energieflüsse besser kontrollieren könnte. Dies wiederum würde es einer solchen Macht
    ermöglichen, ihren Einfluss vom Zentrum Eurasiens weiter auszudehnen und so allmählich zur wichtigsten Macht
    der Welt zu werden. Denn Eurasien wird oft als der mit Abstand bedeutendste Kontinent angesehen, da er rund
    zwei Drittel der Weltbevölkerung, circa zwei Drittel der weltweiten Rohstoffe und auch den größten Teil der
    globalen Wirtschaftsleistung beherbergt. Hinzu komme noch, dass das »Herzland« die am weitesten vom Meer
    entfernte Region der Erde ist. Für jede Landmacht, die die herrschende Seemacht USA herausfordern wollte,
    würde das Herzland somit eine Art natürliche geografische Festung darstellen, von der aus es beginnen könnte,
    seine Gegenmacht aufzubauen und so auch den Luftstreitkräften der Seemacht den Zutritt ins Innere des
    Kontinents zu verwehren.
    So plausibel diese Theorie angesichts der geografischen Lage der Kontinente zunächst klingt, so wenig lässt
    sich ihre Richtigkeit historisch belegen. Denn in den zurückliegenden 2 500 Jahren gab es immer wieder Phasen,
    in denen eine der umliegenden Mächte (China, die Mongolei, Persien und Russland) weitreichenden Einfluss im
    Herzland hatte – wie zuletzt die UdSSR, die bis 1991 einen großen Teil der Region ums Kaspische Meer
    kontrollierte –, doch nie führte dieser Einfluss, wie von den Geostrategen prognostiziert, zu einer Kontrolle des
    gesamten eurasischen Kontinents. Dies deutet darauf hin, dass die dem Herzland zugeschriebene Rolle als
    Machtmultiplikator lediglich ein Mythos ist, eine akademische Kopfgeburt, die, einmal in die Welt gesetzt, ein
    sonderbares Eigenleben führt, ohne wirklich jemals bewiesen worden zu sein.5
    Die fatale Unausweichlichkeit der Geopolitik
    Eine weitere fatale Besonderheit der Disziplin der Geopolitik besteht darin, dass, sobald ein Land oder
    Militärbündnis die geopolitische Logik zur Grundlage ihrer Außenpolitik macht, die umliegenden Länder in
    gewisser Weise gezwungen werden – und sei es nur aus Gründen der Selbstverteidigung –, sich die geopolitische
    Denkweise ebenfalls zu eigen zu machen. Denn wenn die Geopolitik als bestimmendes Paradigma in die
    Außenpolitik Einzug hält, so konstituiert sie zugleich auch Realität: Indem ein mächtiger Staat schwächere
    Staaten zur Berücksichtigung ihrer Logik zwingt, setzt die Geopolitik eine Dynamik in den internationalen
    Beziehungen in Gang, die zu immer mehr Spannungen und kriegerischen Handlungen führt und am Ende wie die
    Bestätigung der geopolitischen Prämissen erscheint. Letztlich funktioniert die Theorie wie eine sich selbst
    erfüllende Prophezeiung: Die Geostrategen fühlen sich durch das Eintreten des Krieges bestätigt und kommen
    selbst gar nicht auf die Idee, dass ihre eigene Disziplin die Wirklichkeit erst erzeugt haben könnte, die sie
    wiederum als die Bestätigung ihrer Theorie lesen.
    Ein Beispiel, das diesen Zusammenhang besonders anschaulich macht, ist das Ende des Kalten Krieges. In
    der Spätphase dieser Konfrontation gab es zumindest einen ernst gemeinten Versuch, aus dem Zwangscharakter
    der geopolitischen Logik auszubrechen. Das atemberaubende Wettrüsten der 80er-Jahre hatte auf beiden Seiten
    des Eisernen Vorhangs Überlegungen in Gang gesetzt, wie sich die Kriegsgefahr wieder eindämmen ließe. Dabei
    waren verschiedene Sicherheitsexperten auf den Gedanken verfallen, dass es darauf ankäme, Sicherheit so
    umzudefinieren, dass diese nicht mehr gegen einen Konkurrenten, sondern mit diesem zusammen hergestellt
    würde.
    Die Konzeption der »gemeinsamen Sicherheit« setzte jedoch voraus, dass keine der beiden Seiten ernsthaft mit
    einem Angriff zu rechnen hätte. Diese Voraussetzung konnte nur erfüllt werden, wenn es gelänge, das Militär auf
    beiden Seiten so umzuorganisieren, dass es zwar stark in der Verteidigung, jedoch schwach in der Offensive wäre.
    Ein Abbau der offensiven Fähigkeiten der einen Seite hätte das Sicherheitsgefühl der anderen Seite erhöht und
    dieser so erlaubt, ebenfalls seine Offensivkraft zu reduzieren. Durch diese Form der vertrauensbildenden
    Verteidigung hätten sich am Ende zwei in der Defensive starke, jedoch in der Offensive schwache Armeen
    gegenüber gestanden. Ein realer Krieg wäre unter diesen Bedingungen kaum noch denkbar gewesen.
    Innerhalb der westlichen Öffentlichkeit wurden diese Vorschläge von dem Friedensforscher Horst Afheldt,
    Oberstleutnant Norbert Hannig sowie von Studiengruppe »Alternative Sicherheitspolitik«, die der
    Politikwissenschaftler Lutz Unterseher gegründet hatte, vertreten.6 Leider konnten sie sich im westlichen
    Bündnis nicht durchsetzen. Umso bemerkenswerter ist es, dass diese Ideen schließlich 1989 von Michael
    Gorbatschow aufgegriffen und in den Staaten des Warschauer Vertrages umgesetzt wurden: Der auf eine
    Offensive mit konventionellen Streitkräften ausgelegte Militärapparat der Sowjetunion wurde bis zum
    schließlich eintretenden Zerfall der UdSSR auf eine defensive Struktur umgerüstet.7 Dabei ergriff Gorbatschow
    die Initiative, ohne einen langen Verhandlungsprozess mit den USA abzuwarten.
    Gorbatschow und das Versagen des Westens
    Gorbatschows Skepsis gegenüber der klassischen Geopolitik drückte sich noch in anderen Aspekten seiner
    Politik aus, wie beispielsweise dem Rückzug aus Osteuropa und die an wenige Bedingungen geknüpfte
    Wiedervereinigung Deutschlands. Beide Handlungen ergaben aus geopolitischer Perspektive kaum Sinn. Denn
    deren Lehrsätze sehen so etwas wie eine »freiwillige Aufgabe von Macht« gar nicht vor. Gorbatschow dagegen
    sah sie als vertrauensbildende Maßnahmen an und wollte auf der Grundlage des so hergestellten Vertrauens die
    außenpolitische Vision eines gemeinsamen Hauses Europas begründen. Es ging ihm letztlich darum, nicht nur
    den Kalten Krieg, sondern auch die Spuren des Zweiten Weltkrieges endgültig zu überwinden.
    Heute wird Gorbatschow diese Form der Politik als Dummheit, Naivität und von manchen sogar als Verrat
    ausgelegt. Gemessen an den Resultaten trifft dies wohl auch zu. Durch sein einseitiges Zugehen auf den Westen
    gab er die Verhandlungsmacht auf, die doch die Voraussetzung für einen stabilen Friedensschluss gewesen wäre.
    Gorbatschow hatte aus heutiger Perspektive höchst naive Vorstellungen von der Natur und der inneren Logik des
    westlichen Weltsystems. Er nahm das westliche Versprechen von Demokratie und Volkssouveränität für bare
    Münze und überschätzte so die Friedensfähigkeit der westlichen Gesellschaften. Jedoch stand er damit nicht
    alleine.
    Viele sowjetische Bürger der 80er-Jahre hatten nach drei Generationen Sozialismus und Jahrzehnten der
    Isolierung vom Westen schlicht und ergreifend vergessen, was eine kapitalistische Gesellschaftsordnung im
    Alltag wirklich bedeutet. Sie sahen nur die Früchte der kapitalistischen Wirtschaftsweise und taten ihre
    Schattenseite unbekümmert als sozialistische Propaganda ab. Entsprechend leichtfertig war man bereit, den
    Versprechen westlicher Medien zu glauben. Dass sich hinter der Fassade oberflächlicher Freiheit und
    Individualität auch im Westen eine straffe Hierarchie verbarg, nahm man so nicht wahr. Stattdessen glaubte man,
    es wäre möglich, die Vorteile des Kapitalismus und des Sozialismus miteinander zu verbinden, ein fataler
    Irrtum, wie sich später herausstellte. Gorbatschow war in gewisser Weise die Verkörperung dieser kollektiven
    Fehleinschätzung.
    Dennoch, trotz dieses Irrtums, der für die Völker der Sowjetunion fatale Folgen gehabt hat, stellte die Politik
    Gorbatschows den ersten Versuch in der jüngeren Geschichte dar, aus der Zwangslogik der Geopolitik
    auszubrechen. Sein Versuch, eine dauerhafte Friedensordnung zu schaffen, scheiterte nicht ausschließlich an
    seiner eigenen Naivität, sondern auch daran, dass er im Westen keinen Partner fand, für den die Errichtung einer
    dauerhaften Friedensordnung ebenfalls ein wirkliches Anliegen gewesen wäre. Seine Friedensinitiative wurde
    von der westlichen Politik nicht als Chance, sondern – ganz im Sinne der geopolitischen Logik – als Schwäche
    gedeutet. Damit war ein für das 20. Jahrhundert einmaliger und für das 21. Jahrhundert potenziell wegweisender
    Versuch fehlgeschlagen.
    Obwohl nach dem Zerfall der Sowjetunion auch Boris Jelzin Gorbatschows Angebot an den Westen über
    viele Jahre hinweg aufrechterhielt, machte sich die NATO alsbald daran, ihren Einflussbereich auszudehnen.
    Gegen Ende der 90er-Jahre und insbesondere nach dem 11. September 2001 nahm diese Ausdehnung
    zusehends die Gestalt einer militärischen Einkreisung an. Russland wurde an seiner Südgrenze mit
    amerikanischen Militärbasen umstellt. Gleichzeitig schritten die Planungen für einen Raketenschild an der
    West-, Ost- und Nordgrenze des Riesenlandes immer weiter voran. Zusammen mit der sich gleichzeitig immer
    weiter entwickelnden Bewaffnung des erdnahen Weltraums sollte das nukleare Patt des Kalten Krieges
    endgültig zugunsten der USA aufgelöst werden. Die Vereinigten Staaten versuchten ihre eigene Sicherheit
    durch offensive Rüstung zu maximieren und nahmen dabei den Sicherheitsverlust Russlands billigend in
    Kauf.
    Die in den 80er-Jahren diskutierte Idee einer »gemeinsamen Sicherheit« war damit ganz und gar aus der
    geopolitischen Diskussion verschwunden. Russlands schnelle militärische Reaktion während der vom
    georgischen Präsidenten Saakaschwili ausgelösten Georgienkrise 2008 erwies sich im Rückblick als ein Signal
    an den Westen dahingehend, um diesen mit der Instabilität der von ihm selbst gestalteten neuen
    expansionistischen Weltordnung zu konfrontieren. Tatsächlich kam die NATO-Expansion vorerst zum Erliegen,
    während jedoch gleichzeitig die Entwicklung des Raketenschildes und der Weltraumbewaffnung weiter
    vorangetrieben wurden. Parallel dazu begannen die USA einen beispiellosen Informationskrieg gegen die
    Russische Föderation zu führen. Leider erhielten im so entstandenen Klima auch in Russland geopolitisch
    interessierte Kreise wieder Auftrieb.
    Der bloß behauptete Realismus
    Dieses historische Beispiel zeigt zum einen die Unausweichlichkeit der Geopolitik, sobald eine Seite sie
    verfolgt. Das Festhalten des Westens an der geopolitischen Logik ließ auch Russland zu dieser Denkweise
    zurückkehren – eine Kursänderung, die von westlichen Medien seither lauthals angeprangert wird. Zum anderen
    zeigt es aber auch, dass ein Argument, das von geopolitischen Strategen immer wieder gern geltend gemacht
    wird, angezweifelt werden kann – nämlich das ihres besonderen Realismus.
    Geostrategen argumentieren oft, sowohl gegenüber Pazifisten als auch gegenüber Vertretern einer
    alternativen Sicherheitspolitik, dass die Abschaffung der geopolitischen Logik nicht möglich sei. Die Geopolitik,
    so ihr Argument, beschreibe Realitäten, mit denen sie sich nun einmal auseinandersetzen müssten. Dass aus
    diesen Realitäten oft Kriege hervorgehen, sei bedauernswert, aber leider nicht immer zu vermeiden. Sowohl der
    Pazifismus als auch der Verzicht auf eine offensive Militärstrategie seien dagegen eine Form von Utopie, die mit
    der Realität letztlich nichts zu tun habe.
    Doch wie real sind die vermeintlichen Realitäten der Geopolitik wirklich? Gab es nach dem Ende des Kalten
    Krieges wirklich eine unabänderliche Realität, die uns zwang, einen Raketenschild zu errichten? Die uns zwang,
    die NATO nach Osten auszudehnen, und die dazu nötigte, Russland militärisch einzukreisen? Letztlich hat diese
    Politik in erster Linie dazu geführt, dass Russland sich vom Westen wieder distanzierte. Heute bildet das Land
    zusammen mit China und Iran eine zwar lockere, aber doch wirksame Allianz gegen den Westen. Die Politik des
    Westens war somit kontraproduktiv. Welche Seite war hier also in einer Fiktion gefangen. die Anhänger der
    Geopolitik oder ihre Kritiker?
    Geopolitik wird klassischerweise an Militärakademien gelehrt und unterrichtet. Doch indem die dortigen
    Studenten etwa den Unterschied zwischen Land- und Seemacht studieren und erfahren, dass einzelnen Ländern
    bei der Kontrolle des geografischen Raums eine katalytische Funktion zukommt, werden sie blind für andere
    Faktoren, die die Geschichte gleichfalls beeinflussen – speziell für die Kultur und Historie eines Landes.
    Hätten etwa jene US-amerikanischen und britischen Geostrategen, die 1953 einen Putsch gegen den
    iranischen Präsidenten Mohammad Mossadegh organisierten, über diese Faktoren nachgedacht, so wäre ihnen
    aufgefallen, dass der Iran neben China die vielleicht älteste Tradition von Staatlichkeit besitzt. Der Iran hat 2
    500 Jahre vollkommen selbstständig und außerhalb der westlichen Kultursphäre existiert. Er hat dabei seine
    eigene Antike, sein eigenes Mittelalter, seine eigenen Renaissancen hervorgebracht. Der Iran besaß eine
    vollkommen eigenständige Philosophie, Literatur- und Kunstgeschichte und verfügte über eigenständige
    politische Tradition. Seine seit mehr als 2 500 Jahren tradierte Geschichte stiftete Nationalbewusstsein und
    schärfte das Urteilsvermögen seiner Eliten bei der Beurteilung weltpolitischer Zusammenhänge.
    All das berücksichtigten die Sicherheitsexperten jedoch nicht, als sie 1953 die »Operation Ajax« planten.
    Stattdessen waren sie von partikularen Interessen bestimmt. Die Briten wollten den durch demokratische Wahlen
    an die Macht gelangten iranischen Präsidenten stürzen, um die von ihm durchgeführte Verstaatlichung der
    Ölquellen zulasten von British Petroleum (BP) wieder rückgängig zu machen. Die USA wiederum wollten
    Mossadegh von der Macht entfernen, weil sie fürchteten, dass ein demokratischer Iran sich irgendwann in der
    Zukunft Moskau annähern könnte. Die Lehre vom »Herzland« gebot es, Moskau daran zu hindern, über Teheran
    einen eigenen Zugang zum Indischen Ozean zu erlangen. Der Putsch wurde durchgeführt und der Schah
    installiert. Dass nun die Loyalität des Irans nicht länger von Wahlergebnissen abhängig war, wurde in
    Washington und London als Erfolg gewertet.
    Mit anderen Worten: Die Sicherheitsexperten Großbritanniens und der USA behandelten Iran so wie später
    auch Panama, Honduras oder Guatemala. Ihnen kam nicht einmal in den Sinn, dass es langfristig fatale Folgen
    haben könnte, wenn man in einem Land wie dem Iran einen Putsch nach dem Muster einer Bananenrepublik
    durchführt. Wie Stephen Kinzer in seinem Buch Im Dienste des Schah8 überzeugend dargelegt hat, ist der Putsch
    von 1953 die eigentliche Ursache des auch noch heute andauernden Konflikts zwischen dem Iran und den USA.
    Bis heute rächt es sich bitter, dass die damaligen Sicherheitsexperten zwar viel über die Bedeutung von
    Meeresengen, Landbrücken und ökonomische Interessen wussten, aber so gut wie nichts über die iranische
    Geschichte und Kultur.
    Indem Geostrategen die Geografie für eine feststehende Größe halten, unterschätzen sie die
    Interpretierbarkeit von Landkarten. Auf diese Weise sind sie blind für partikulare Interessen, die unbemerkt in
    die Deutung von Karten eingehen und sie verzerren. Oft dient die geopolitische Analyse als ein Schleier, hinter
    dem sich ganz andere Interessen verbergen, etwa das Bedürfnis nach nationaler Überlegenheit oder Identität, der
    Wunsch nach Abgrenzung oder Freund-Feind-Unterscheidungen bis hin zum Rassismus. Durch die vielfältigen
    Deutungsmöglichkeiten der Geografie kann die Geopolitik von den verschiedensten Ideologien
    instrumentalisiert werden.
    Erschwerend kommt noch hinzu, dass in geopolitischen Analysen eines regelmäßig zu kurz kommt – nämlich
    das Nachdenken über die Grundlagen der menschlichen Zivilisation. Geopolitik beschreibt die inhärente Logik
    von Machtzusammenhängen. Eine Grundannahme der Geopolitik, ja vielleicht deren grundlegendste, ist, dass
    die Ausdehnung von Macht wünschenswert sei. Doch die Macht des einen ist die Ohnmacht des anderen. Das,
    was unter dem Gesichtspunkt der Zivilisation etwas Positives wäre, nämlich eine möglichst machtfreie
    Beziehung zwischen Staaten und Kulturen, stellt sich in der Geopolitik als etwas Negatives dar. Sobald ein
    Geostratege die Wahl zwischen einer geopolitischen Ausgleichssituation und einer Machtexpansion hat, wird er
    sich gemäß den Prämissen seines Fachs für die Machtexpansion entscheiden. Ausgleich sieht die Geopolitik nur
    dort vor, wo eine zwischenzeitliche Pattsituation diesen erzwingt. Kippt die Machtbalance nach einiger Zeit zu
    der einen oder anderen Seite, folgt daraus aus geopolitischer Perspektive grundsätzlich der Impetus zur
    Machtexpansion. Die freiwillige Aufrechterhaltung eines Gleichgewichts zwischen Staaten, auch wenn sich ein
    Machtgefälle herausgebildet hat, macht aus Perspektive der Geopolitik schlicht und ergreifend keinen Sinn.
    Falsch verstandener »Realismus« versus
    revolutionäre Werte
    Welche weitreichenden Implikationen diese Logik beinhaltet, zeigt eine Aussage des berühmten Geostrategen
    George F. Kennan, der auch als einer der Architekten des Kalten Krieges gilt. In einem von ihm nach dem Ende
    des Zweiten Weltkrieges und in der Frühphase des Kalten Krieges 1948 verfassten Strategiepapier heißt es: »Wir
    müssen sehr vorsichtig sein, von unserer ›Führungsrolle‹ in Asien zu sprechen. Wir betrügen uns und andere,
    wenn wir vorgeben, eine Lösung für jene Probleme zu besitzen, die die meisten dieser asiatischen Menschen
    bewegen. Wir besitzen etwa 50 Prozent des Reichtums dieser Welt, stellen aber nur 6,3 Prozent ihrer
    Bevölkerung. Dieser Unterschied ist im Verhältnis zwischen uns und den Völkern Asiens besonders groß. In
    einer solchen Situation kommen wir nicht umhin, Neid und Missgunst auf uns zu lenken. Unsere eigentliche
    Aufgabe in der nächsten Zeit besteht darin, eine Form von Beziehungen zu finden, die es uns erlaubt, diese
    Wohlstandsunterschiede ohne ernsthafte Abstriche an unserer nationalen Sicherheit beizubehalten. Um das zu
    erreichen, werden wir auf alle Sentimentalitäten und Tagträumereien verzichten müssen; und wir werden unsere
    Aufmerksamkeit überall auf unsere ureigensten, nationalen Vorhaben konzentrieren müssen. Wir dürfen uns
    nicht vormachen, dass wir uns heute den Luxus von Altruismus und Weltbeglückung leisten könnten. […] Wir
    sollten aufhören von vagen – und für den Fernen Osten – unrealistischen Zielen wie Menschenrechten,
    Anhebung von Lebensstandards und Demokratisierung zu reden. Der Tag ist nicht mehr fern, an dem unser
    Handeln von nüchternem Machtdenken geleitet sein muss. Je weniger wir dann von idealistischen Parolen
    behindert werden, desto besser.«9
    Kennan hat in dieser Textpassage eine Grundprämisse der Geopolitik offenbart. Seine Aussage macht
    deutlich, dass es sich um eine Disziplin handelt, die grundsätzlich nicht die Gattungsfrage stellt, also nicht
    danach fragt, worauf die Menschheit insgesamt hoffen darf. Die Einsichten dieser Disziplin zielen lediglich
    darauf ab, den Reichtum und die Macht des einen Landes zu Lasten des anderen zu sichern. Es handelt sich um
    eine Pseudo-Wissenschaft, die Methoden und Techniken bereitstellt, um schwächere Länder und Kulturen
    abhängig zu halten und sie eventuell sogar gezielt zu verarmen.
    Die politischen Werte der europäischen Staaten sind dagegen aus Revolutionen hervorgegangen. Sie
    orientierten sich an den Idealen der Aufklärung und waren auf die Befreiung nicht nur einzelner Nationen,
    sondern auf die der Menschheit insgesamt gerichtet. Insofern die westliche Außenpolitik heute in weiten Teilen
    von der geopolitischen Denkweise bestimmt wird und ihren Prämissen unreflektiert folgt, dementiert sie ihre
    eigenen politischen Traditionen und gerät in einen schwer auszuhaltenden Widerspruch zu sich selbst.
    Der Zwangs- und Gewaltcharakter der
    geopolitischen Denkweise
    Damit der Zwangs- und Gewaltcharakter der geopolitischen Denkweise durchbrochen werden könnte, bedürfte
    es deshalb eines weit kritischeren Bewusstseins für die Prämissen der westlichen Außenpolitik. Ansätze hierfür
    sind immerhin bereits erkennbar. Speziell im Internet ist in den letzten Jahren eine zunehmend kritische
    Gegenöffentlichkeit entstanden, die sich die geopolitische Denkweise angeeignet hat, deren Grundannahmen
    allerdings – im Unterschied zu den Regierungen – kritisch diskutiert. Dabei zeigt sich, dass die meisten
    geopolitischen Konzepte kaum mehrheitsfähig sind, sobald die Öffentlichkeit Kenntnis von ihnen gewonnen hat.
    So hat die Entstehung einer außenpolitischen Gegenöffentlichkeit im Internet die Wirkungskraft medialer
    Angstkampagnen zur Durchsetzung von Kriegen bereits stark herabgesetzt.
    Bisher findet dieser Prozess der Selbstaufklärung jedoch nur in einem kleinen Teil der westlichen
    Bevölkerung statt. Die meisten Menschen interessieren sich hauptsächlich für Zusammenhänge, die ihr direktes
    Lebensumfeld betreffen. Die machtpolitischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten und in Zentralasien sind
    viel zu weit weg und zu abstrakt, um von der Mehrheit als Politikum aufgefasst zu werden. Dennoch fühlt die
    Mehrzahl, dass etwas mit der von westlichen Medien propagierten Weltsicht nicht stimmt. Alternative
    Erklärungsansätze stoßen auf immer mehr Offenheit und Neugier.
    Der Wandel muss am Ende aus der Gesellschaft selbst kommen, da die Institutionen strukturell nicht in der
    Lage sind, ihren Kurs zu ändern. Sollte die westliche Außenpolitik weiterhin undemokratisch von in Thinktanks
    beschäftigten Geostrategen entworfen werden, werden sich die bisherigen Trends fortsetzen. Wahrscheinlich
    würde es dann zu weiteren Kriegen im Nahen Osten kommen, die, wie schon in der Vergangenheit, weitere
    Wellen antiwestlicher Ressentiments auslösen würden. Auch das Verhältnis zu Russland und China könnte sich
    infolgedessen weiter verschlechtern und schließlich in einen neuen Kalten Krieg einmünden. Im Zuge einer
    solchen Entwicklung könnten schließlich immer mehr Länder und Kulturen ihre Identität in Abgrenzung zum
    Westen definieren. Am Ende dieser Entwicklung könnte eine Welt stehen, in der die westlichen Staaten massive
    Konflikte mit großen Teilen der südlichen und östlichen Hemisphäre unterhalten. Spätestens dann träte das
    Desaster der westlichen Außenpolitik offen zu Tage und könnte auch von Spin-Doktoren nicht länger geschönt
    werden.
    Damit es nicht so weit kommt und der gegenwärtige Übergang von der unipolaren, westlich dominierten zur
    multipolaren Welt nicht derart verheerend verläuft, muss unsere Gesellschaft endlich den fatalen Einfluss der
    Geopolitik auf die Außenpolitik thematisieren. Die Rolle sogenannter Sicherheitsexperten in den zuständigen
    Gremien muss genauso kritisch diskutiert werden wie die Widersprüche der Geopolitik selbst. An die Stelle der
    zirkulären geopolitischen Rationalität sollten stattdessen philosophische und geisteswissenschaftliche Ansätze
    treten. Statt um die Deutung von Landkarten ginge es vielmehr darum, unsere eigene Geschichte zu befragen
    und die geistige Tradition Europas für das tiefere Verständnis unserer Gegenwart und Zukunft heranzuziehen.
    Sollte ein derartiger Prozess der Selbstaufklärung über die Grundlagen westlicher Außenpolitik tatsächlich in
    Gang kommen, würde Europa vielleicht vorübergehend an Macht verlieren. Doch auf kultureller und
    zivilisatorischer Ebene könnte es langfristig nur gewinnen.


    Info: https://russlandistnichtunserfeind.de/hauke-ritz-die-rueckkehr-der-geopolitik/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    15.05.2026

    General Breuer und der Krieg gegen Russland

    freedert.online, 15 Mai 2026 21:02 Uhr

    Der Generalinspekteur, das ist der oberste Militär in Deutschland. Über ihm steht nur noch der Verteidigungsminister. Derzeit heißt dieser oberste Soldat Carsten Breuer, ein Heeresgeneral. Der nun auch mal wieder seinen Senf dazugegeben hat zur "Kriegstüchtigkeit" gegen Russland.


    General Breuer und der Krieg gegen Russland© Urheberrechtlich geschützt


    Carsten Breuer


    Von Dagmar Henn

    2029 müsse man "fertig" sein, das meinte auch Carsten Breuer, Generalinspekteur der Bundeswehr, auf dem Katholikentag in Würzburg.

    "2029, das heißt nicht für mich, dass dort ein Angriff stattfinden wird, aber wir können sehr klar durch unsere Analysten, sowohl national als auch international, können wir ablesen, dass Russland sich darauf vorbereitet, einen groß angelegten, einen großmaßstäblichen Krieg gegen den Westen führen zu können. Ich sage nicht, dass sie es tun werden, aber sie können es."


    Die Verbindung zwischen Bandera-Nazis und Islamisten wurde in Berlin geschmiedet





    Meinung

    Die Verbindung zwischen Bandera-Nazis und Islamisten wurde in Berlin geschmiedet





    Gegen diesen Teil der Aussage kann man noch nicht einmal etwas einwenden. Wer auch immer die öffentlichen Äußerungen westeuropäischer Politiker in den letzten Jahren beobachtet hat, wer Freundlichkeiten wie Veranstaltungen des Europarats über die Aufspaltung Russlands mitbekommen hat, wer das ganze Gerede von "kriegstüchtig" über "fight tonight" bis zu Roderich Kiesewetters Fantasien einer russischen Kapitulation wahrgenommen hat, würde, sofern er in der russischen Politik Verantwortung trägt, daraus die Konsequenz ziehen, dass aus dem Westen wieder einmal Gefahr droht. Nicht zu vergessen, dass diese Gefahr sich längst manifestiert hat, in Gestalt des Maidanputsches 2014 und all der Folgen; westliche Bewaffnung, westliche Aufklärung, westliche Zielkoordinaten, westliche Angriffsplanung und, auch solche Aussagen gibt es zuletzt, zunehmend weniger Ukrainer an der Front, dafür mehr westliche Söldner (wobei Kolumbianer eine der größten Gruppen sind) – das ist bereits, und das haben auch reihenweise russische Politiker bestätigt, längst ein Krieg nicht der Ukraine, sondern des Westens gegen Russland.

    Aber darum geht es Breuer ja nicht. Er erklärt, wenn man die Entwicklung betrachte, wirtschaftlich, militärisch, politisch, dann könne eben Russland ab 2029 einen Krieg gegen den Westen führen.

    Nur mal so zur Erinnerung: Die Sowjetunion hätte das auch gekonnt, in der ganzen Zeit des Kalten Krieges. Und hat sie ihn deshalb geführt? Nein, hat sie nicht. Im Gegenteil, sie hat sich bemüht, eine derartige Eskalation zu verhindern.

    Breuer nennt in seinen Ausführungen sogar einen Namen, der ihm dabei weiterhelfen könnte. Clausewitz. Nur scheint er ihn nie gelesen zu haben, sondern eher beim altrömischen Spruch "si vis pacem, para bellum" (wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor) hängen geblieben zu sein – der natürlich, wenn man sich ansieht, was das Römische Reich so getrieben hat, ohnehin zumindest in der ersten Hälfte gelogen ist. Die Pax Romana war immer nur das Ergebnis von Eroberung und Unterwerfung.


    Die weltweit größten Sponsoren eigener imperialer Macht fordern die "Dekolonisierung" Russlands




    Meinung

    Die weltweit größten Sponsoren eigener imperialer Macht fordern die "Dekolonisierung" Russlands





    Clausewitz ist für einige sehr bekannte Sätze verantwortlich. Etwa für diesen: "Der Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln." Und noch für einen weiteren, der hier in Russland ziemlich häufig zitiert wird: "Der Krieg ist also ein Akt der Gewalt, um den Gegner zur Erfüllung unseres Willens zu zwingen."

    Diese beiden Sätze können in ganz verschiedene Richtungen führen. Beispielsweise auch zu der Frage, welche Art der Politik nicht mit anderen Mitteln fortgesetzt werden müsste. Und auch, zur Erfüllung welchen Willens gezwungen werden soll.

    Wenn man sich auf die Suche macht, was die deutsche Politik oder die EU Russland als Willen aufzwingen wollen, landet man unweigerlich wieder bei Kiesewetter und den Aufteilungsplänen, die auch unter "Dekolonisierung Russlands" laufen. Pläne übrigens, bei denen man auf das kleingedruckte Copyright achten muss. Da steht nämlich Alfred Rosenberg. Das war der Chefideologe der Nazis (noch so ein unangenehmer Balte) und später der Reichsminister für die besetzten Ostgebiete. Von seinem Schreibtisch stammen die Karten, die heute noch in Westeuropa zirkulieren, und er hat dafür gesorgt, dass aus vielen dieser vermeintlich kolonisierten Völker Nazihilfstruppen gebildet wurden. Nicht nur aus den weidlich bekannten Ukrainern und Balten; das ging bis tief in den Kaukasus.

    Genau diese Frage, welcher Wille da aufgezwungen werden soll, stellt man sich selbstverständlich, in guter Clausewitz'scher Tradition, auch in Russland. Und zieht daraus, fast unvermeidlich, den Schluss, dass man sich vor dieser Gefahr schützen muss. Was zuerst mit dem Vorschlag einer europäischen Sicherheitsarchitektur versucht wurde, auf der politischen, diplomatischen Ebene. Wovon aber dieses Westeuropa nichts wissen wollte.

    Die normale Reaktion eines an Clausewitz geschulten Geistes angesichts der von Breuer erwähnten Beobachtungen wäre jetzt, zu überlegen, wie man auf dem Feld der Politik bleiben könnte, statt das Feld des Krieges zu betreten. Das wäre im Grunde auch – wir wechseln wieder zur Perspektive der anderen Seite – das Einzige, was den aktuell anzunehmenden Willen entkräften könnte, also davon überzeugen, dass nicht die Absicht besteht, Russland als staatliche Einheit zu vernichten.


    "Auf Stunde Null hinarbeiten" ‒ Kiesewetter strebt bedingungslose Kapitulation Russlands an




    Analyse

    "Auf Stunde Null hinarbeiten" ‒ Kiesewetter strebt bedingungslose Kapitulation Russlands an






    Macht Breuer aber nicht.

    "Noch mal, 2029 ist eine Möglichkeit, aber als Soldat, als Militär müssen wir sagen, muss ich sagen, ich mache ein Worst-Case-Denken, ich mache ein Worst-Case-Szenario, und ich gucke darauf und sage, 2029 müssen wir fertig sein, müssen wir fertig sein mit dem, was General Simon gerade eben als Abschreckung beschrieben hat, müssen wir fertig sein, dass Russland eben nicht auf die Idee kommt."

    Wir übergehen mal, dass das, was jetzt solche wie Breuer so erschreckt, nämlich die Tatsache, dass die russische Armee, anders als noch 2022, inzwischen völlig auf dem aktuellen Stand militärischer Technik ist und zu großen Teilen Kampferfahrung besitzt und dass auch die industrielle Produktion an die Erfordernisse angepasst wurde, das Ergebnis des westlichen Handelns ist. Ein Ergebnis, das es ohne die Zündelei in der Ukraine gar nicht gäbe. Oder wenn man die Minsker Vereinbarungen umgesetzt hätte. Eine Armee im Frieden und eine Armee im Krieg, das sind zwei Paar Stiefel.

    Insofern hat das schon was von einer selbsterfüllenden Prophezeiung. Oder erinnert an den Orakelspruch, der in Delphi einst für den lydischen König Krösus erging: "Wenn du den Halys überschreitest, wirst du ein großes Reich zerstören". Krösus bezog das "große Reich" auf das der Perser; aber es war sein eigenes, das er dadurch zerstörte.

    Aber zurück zum Clausewitz'schen Willen: Wie soll er denn aussehen, der Wille, den Russland Westeuropa oder gar Deutschland aufzwingen wollen soll? Das, was die westlichen Kriegsziele wären, ist erkennbar, samt ihres Ursprungs, aber wie sähen denn die russischen aus? Welche Politik sollte da mit anderen Mitteln fortgesetzt werden?

    Das ist eine Frage, die sich auch Breuer als oberster deutscher Militär stellen sollte. Seine Aufgabe wäre nämlich eigentlich auch, die politische Ebene gelegentlich darauf hinzuweisen, wenn sie unsinnige Dinge tut. Oder eben im Bedarfsfall zu erläutern, wie das Verhältnis zwischen Politik und Krieg nun einmal aussieht, was auch bedeuten würde, von der Politik einzufordern, ihren Teil zu tun.


    Kanzler Merz am Ende der Diplomatie





    Meinung

    Kanzler Merz am Ende der Diplomatie






    Unübersehbar gibt es aber keinerlei Diplomatie mehr, nicht innerhalb der EU. Die müsste ohnehin, nach einer Reihe grober Betrugsmanöver (Steinmeier in Kiew 2014, Merkel und Hollande mit den Minsker Vereinbarungen und zu guter Letzt die Sabotage der Verhandlungen in Istanbul im April 2022), ganz von unten anfangen, um wieder Vertrauen zu schaffen.

    Das in Russland aus gutem Grund eben nicht mehr gegeben ist. Stattdessen wird ein Wahn kultiviert, der nach innen so zerstörerisch ist wie nach außen – denn was will Breuer da eigentlich verteidigen, wenn von Jahr zu Jahr das Land weiter ruiniert wird, auch, um die Rüstungskonzerne zu mästen? Sicher, jeder kann bestätigen, was in Deutschland seit Jahren am besten funktioniert, ist eine Politik der Zerstörung, insofern wäre ein Krieg nur die Anwendung dieser inneren Politik nach außen; und natürlich hatte Clausewitz rationale Akteure im Sinn, keinen Kiesewetter und auch keine Kallas.

    Breuer jedenfalls sollte vielleicht doch mal einen kleinen Ausflug zur Gedenkstätte im Bendlerblock machen. Vielleicht fällt ihm dann ein, dass es nicht darum geht, den Weg ins Verhängnis besonders gehorsam zu beschreiten. Und dass Deutschland von willfährigen Generälen, die wahnwitzige politische Pläne umsetzen, bereits mehr als genug hatte. Nicht erst 2029, sondern schon 1939.

    Mehr zum Thema – Remilitarisierung Deutschlands: Renaissance des Geistes oder Revanchismus?


    Screenshot_2026_05_16_at_07_19_50_General_Breuer_und_der_Krieg_gegen_Russland_RT_DE

    Video https://vkvideo.ru/video-134310637_456263984 Dauer 2:47 Min.


    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/meinung/280165-sache-geht-ende-entgegen-europa/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

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    15.05.2026

    Hauke Ritz: »Der europäische Niedergang ist mit dem Ausschluss Russlands aus Europa verknüpft«

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    overton-magazin.de, 19. November 2024 November 2024 96 Kommentar


    Quelle: Pixabay


    Die Russen, das sind die Anderen. Sie denken angeblich anders als wir, fühlen anders – und für manchen sind Russen nicht mal Europäer. Auch wenn sie so aussehen, dürften wir uns nicht täuschen lassen. Woher kommt diese Russenfeindlichkeit?

    Roberto De Lapuente fragte den Philosophen Hauke Ritz, wo die Russophobie ihre Wurzeln hat.

     

    De Lapuente: Spätestens mit dem 24. Februar 2022 stellte sich etwas in der bundesdeutschen Öffentlichkeit ein, was vorher überwunden schien: Die Russophobie. Ich denke an Politologin Florence Gaub, die bei Lanz in der Sendung sagte, dass Russen zwar europäisch aussehen, aber keine seien. Außerdem würden sie mit dem Tod von Menschen anders umgehen als wir. Hat Sie die Russophobie, die fast über Nacht salonfähig wurde und für die man sich auch nicht mehr schämte, denn überrascht?

    Ritz: Überrascht wurde ich von der Russophobie nicht wirklich. Sie war für mich präsent seit dem Jahr 2007. Bereits damals erschienen in den Zeitungen reihenweise Artikel, die sich von den heutigen nicht grundlegend unterscheiden. Schon damals wurde Russland als vermeintlich »ewige Diktatur«, »stalinistisches Regime« oder gelegentlich sogar als »Nachfolger des Dritten Reiches« porträtiert. In unserem Buch »Endspiel Europa« haben Ulrike Guérot und ich einige Überschriften aus der damaligen Zeit zusammengetragen. Anhand ihrer wird sichtbar, dass der Krieg in der Presse bereits vor 17 Jahren begonnen hatte. Bereits im Jahr 2007 hatte ich eine längere Analyse mit dem Titel »Die Welt als Schachbrett« verfasst, die dann im Sommer 2008 in gekürzten Form in den Blättern für deutsche und internationale Politik und in einer Langfassung im Hintergrund Magazin veröffentlicht wurde. Darin verknüpfte ich damals immer stärker werdende Russland-Bashing mit der geographischen Sichtweise, die Zbigniew Brzezinski bereits 1997 in seinem Buch »Die einzige Weltmacht« enthüllt hatte. Beides kontrastierte ich dann wiederum mit der im gleichen Jahr gehaltenen Rede Putins auf der Münchner Sicherheitskonferenz und dem schärfer werdenden Streit um das Raketenschild, durch den die USA einen nuklearen Erstschlag gegen Russland herstellen wollten.

    »Russland trat immer wieder als die ausgleichende Macht auf«

    De Lapuente: Und was war Ihre Erkenntnis?

    Ritz: Ich schloss damals daraus, dass die USA sich auf einen Krieg mit Russland vorbereiteten und Deutschland und Europa in diesen Krieg einfach mit hineingezogen werden würden, sofern sie kein grundlegend anders Selbstverständnis entwickelten. Im Falle Deutschlands – so glaubte ich – wäre ein solches »Sich-hineinziehen-lassen« auch mit einer Erneuerung der deutschen Schuld gegenüber Russland verbunden. Diese Einsicht war für mich sehr einschneidend. Ich habe danach einfach kein Thema mehr gefunden, das wichtiger hätte sein können als dieses. Meine Pläne im Grenzbereich zwischen Geschichtsphilosophie, Poetik und Religionswissenschaft eine akademische Karriere anzustreben, wirkten angesichts der geschichtlichen Entwicklung wie eine Flucht vor der Realität. Ich konnte nicht anders als den sich zwischen dem sogenannten »Westen« und Russland anbahnende geopolitische Katastrophe zu erforschen und – wenn möglich – meinen Teil dazu beitragen, sie zu verhindern. Es war allerdings klar, dass ein solches Nachdenken über die tieferen Gründe der Feindschaft gegenüber Russland nicht an Universitäten möglich sein würde, die im Zuge der Bologna-Reformen auf die akademische Kultur der USA ausgerichtet worden waren. Und so wählte ich nach dem Abschluss meiner Doktorarbeit die Selbstständigkeit, begann Russisch zu lernen und das Land zu bereisen. Ich wollte dieses Russland, das die USA und ein Teil der deutschen Journalisten bereits 2007, also zu Beginn der Merkel-Ära, zum Feind erklärt hatten, aus eigener Erfahrung kennenlernen. Nein, wirklich überrascht war ich von der Russophobie nicht, die sich nach dem 24. Februar 2022 lediglich noch einmal radikalisierte.

    De Lapuente: Nun gut, Sie sagen, dass es diese Russlandfeindlichkeit schon vorher gab – das stimmt natürlich. Aber in den Schröder-Jahren nahm sie erkennbar ab. Wie dem auch sei: Woher kommt diese Feindlichkeit? Speist sie sich aus der traditionellen Russophobie, die es in Europa schon viele jahrhundertelang gab?

    Ritz: Dies ist eine sehr fundamentale Frage, die zugleich die Ausgangsfrage meines gerade veröffentlichten Buches »Vom Niedergang des Westens zur Neuerfindung Europas« ist. Ich kann hier nur anreißen, was ich in dem Buch auf über 260 Seiten analysiere. Russland ist in kultureller Hinsicht zweifelsohne ein Bestandteil Europas. Es ist wie Europa vom Christentum und der Aufklärung geprägt und bezieht sich wie Europa auf das antike Erbe. Gleichwohl existiert die europäische Kultur in Russland in einer leichten Brechung. Sie bezieht sich auf Byzanz und nicht auf Rom. Sie wurde von der Orthodoxie und nicht der katholischen oder protestantischen Kirche geprägt. Und schließlich durchlebt Russland die Moderne nicht in der Form des Liberalismus, sondern in Gestalt des Sozialismus. Die europäische Kultur tritt uns in Russland somit in eine leichten Brechung entgegen. Auch von russischer Seite wird diese Brechung wahrgenommen und hat zum ewigen Streit zwischen Westlern und Slawophilen geführt. Russland hat sich zwar in seiner gesamten Geschichte mit Europa identifizierte, sich selbst immer wieder als europäisch definiert und wahrgenommen, sich dabei jedoch vorzugsweise auf die Opposition in Europa bezogen. In der Frühen Neuzeit war dies z.B. die Kritik an der Katholischen Kirche, an die Russland als orthodoxes Land leicht anknüpfen konnte. Im 20. Jahrhundert war dies die aus der Arbeiterbewegung hervorgegangenen politischen Strömungen, die für die Sowjetunion die natürliche Verbindung zu Europa darstellten. Und heute ist dies die Kritik an den postmodernen Werten, die in Russland als fremd und uneuropäisch wahrgenommen werden. Russland ist ein Bestandteil Europas und zugleich Stellvertreter eines anderen Europas. Churchill hat Russland als »ein Rätsel, eingewickelt in ein Mysterium, innerhalb eines Geheimnisses« bezeichnet. Der Geheimnischarakter Russlands, auf den Churchill anspielte, erklärt sich vielleicht daher, dass das Land immer wieder mit den verborgenen und letztlich unbewussten Möglichkeiten Europas verbunden gewesen ist. Denn immer wenn es in Europa zu einer gefährlichen Monopolisierung von Macht oder ideologischem Einfluss gekommen ist, trat Russland als die ausgleichende Macht auf. So war es unter Napoleon, als Europa von Frankreich beherrscht wurde und Russland durch seinen Sieg half, das europäische Mächtegleichgewicht wiederherzustellen. So war es im Zweiten Weltkrieg, als Europa vom Dritten Reich beherrscht wurde. Und so ist es vielleicht auch heute angesichts der US-amerikanischen Dominanz auf dem europäischen Kontinent, die mit der Dominanz postmoderner Werte verknüpft ist?

    »Der Informationskrieg gegenüber Russland will das Land und seine Bewohner entmenschlichen«

    De Lapuente: War der Osten nicht immer auch ein Sehnsuchtsort Zentraleuropas? Im heutigen Polen veranstalten die Ritter des Deutschordens einen regelrechten Kreuzzug. Russland war ihnen noch zu groß und unübersichtlich. Später, als man Distanzen leichter überwinden konnte, rückte Russland ins Visier. Sieht der Westen – das, was wir Westen nennen – Russland nach wie vor als eine Art Land, das man kolonisieren und damit zivilisieren müsste? Und speist sich der Russenhass nicht auch aus diesen jahrhundertealten territorialen Anspruchsdenken, das der Westen gegenüber der osteuopäischen Hemisphäre an den Tag legt?

    Ritz: Sie haben recht, es hat sich historisch immer wieder ein »Drang nach Osten« eingestellt. Und dieser Drang war mit der Einheit Europas verbunden. Immer wenn Europa geeint war, zeigte es dieses Verhalten. Napoleon und Hitler habe ich schon erwähnt. Doch auch die Einheit Europas unter der Katholischen Kirche wäre hier zu erwähnen. Hannes Hofbauer beschreibt in seinem Buch »Feindbild Russland«, dass Russland bereits im 16. Jahrhundert in Polen als asiatische Macht beschrieben wurde, also zu einem Zeitpunkt, da Russland die Grenze zu Asien noch gar nicht überquert hatte. Es hat immer Bestrebungen gegeben Russland Asien oder dem Orient zuzuordnen. In der Frühen Neuzeit diente der Bezug auf die orthodoxe Konfession als Begründung, im 19. Jahrhundert wurde das Festhalten Russlands an der Monarchie und die Verpflichtung innerhalb der Heiligen Allianz diese gegenüber revolutionären Unruhen zu schützen zum Anlass, Russland – insbesondere in liberalen Kreisen – als rückständiges Land zu portraitieren. Im 20. Jahrhundert war es dann gerade die Fortschrittlichkeit Russlands, nämlich die sozialistische Regierungsform, die nun dazu diente das Land zu dämonisieren, wobei die Verbrechen Stalins maximal ausgeschlachtet wurde. In den 1990er Jahren dominierte eine Art Schadenfreude über den ökonomischen und sozialen Absturz Russlands. Die westliche Russlandberichterstattung diente nun vor allem dem Zweck, die auch vorhandenen Erfolge des Sozialismus der Erinnerung zu entziehen. In der zweiten Hälfte der Nullerjahre begann man dann damit, die neuen Propagandatechniken der Informationskriegsführung zu nutzen. Praktisch bedeutete dies, dass nun die gerade genannten Klischeewahrnehmungen mehrerer Jahrzehnte und Jahrhunderte kombiniert und überlagert wurden. Dies führte zur Konstruktion eines extrem karikaturhaften Russlandbildes. Russland wurde nun gleichzeitig als extrem stark und schwach dargestellt. Mal hieß es drohend, russische Truppen ständen kurz davor ins Baltikum und Polen einzufallen, während zugleich suggeriert wurde, Russland sei so schwach, dass die Sanktionen zum Zusammenbruch der russischen Wirtschaft führen würden. Das Hauptziel des Informationskrieges gegenüber Russland bestand nun vor allem darin, das Land und seine Bewohner zu entmenschlichen. Die Entmenschlichung war notwendig, um so eine Öffentlichkeit in Deutschland und anderen EU-Staaten herzustellen, die keinen Widerspruch äußern würde, wenn die NATO ihre militärischen Ressourcen einsetzen würde, um Russland strategisch zu schwächen. Es ging der NATO darum, Russland soweit zu schwächen, dass schließlich ein Regimechange im Land durchgeführt werden könnte, durch den die Souveränität Russlands dauerhaft aufgehoben und die russischen Ressourcen von westlichen Konzernen angeeignet werden würde. Um dieses Ziel zu erreichen wurden einfach alle Klischees genutzt, die über Russland existierten. Mal wurde es als stalinistisches Regime portraitiert, mal als Wiedergänger des Dritten Reiches, mal als eine Art halbmongolisches und asiatisches Land, deren Bewohner wie Florence Gaub es öffentlich im Fernsehen äußerte – Sie machten ja bereits darauf aufmerksam –, zwar europäisch aussehen, aber keine seien. Man konnte sich mitunter des Eindrucks nicht erwehren, dass einige Deutsche, die sich an dieser Entmenschlichung Russlands und seiner Kultur beteiligten, dabei auch von Revanchegelüsten bezüglich des Zweiten Weltkrieges geleitet gewesen sind.

    De Lapuente: Russland wurde also immer als Fremdkörper innerhalb Europas begriffen?

    Ritz: Doch man darf bei all dem nicht vergessen, dass es immer auch eine gegenteilige Vision gegeben hat, nämlich die, dass ein schwach geeintes Europa Russland miteinschlösse und so eine dauerhafte Friedensordnung in Europa etabliert werden könnte. Auch diese Vision lässt sich Jahrhunderte zurückverfolgen.

    »Die Amerikaner haben weder seelisch noch geistig in Europa investiert«

    De Lapuente: Können Sie Beispiele für diese gegenteilige Vision anführen, Herr Ritz?

    Ritz: Ich erinnere zum Beispiel an die berühmten Worte von Charles de Gaulle, ausgesprochen 1966 auf seiner Reise nach Moskau. Aus dem Flugzeug steigend äußerst dieser Ausnahmepolitiker: »Das große französische Volk grüßt das große russische Volk.« De Gaulle verstand, dass Frankreich auf Dauer seine Souveränität bewahren könne, besonders angesichts der Macht der USA. Er träumte davon, dass Frankreich, Deutschland und Russland zusammen ein souveränes Europa begründen könnten. 2003, als Gerhard Schröder, Jacques Chirac und Wladimir Putin ihr gemeinsames Nein zum Irakkrieg formulierten und sich in kurzer Zeit dreimal trafen, wobei Putin sogar äußerte, dass Brüssel die zukünftige Hauptstadt eines mit Russland verbundenen Europas werden könnte. Damals wurde in Wirtschaftskreisen immer wieder von dem Konzept eines Europas gesprochen, das von Lissabon bis Wladiwostok reichen würde. 2012 als die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen ein Handelsvolumen von 100 Milliarden erreichten, schien sich dies auf natürliche Weise herzustellen. Darauf schritten die USA ein und organisierten 2014 in Zusammenarbeit mit der EU-Führung und auch ihren transatlantischen Netzwerken in Deutschland den Putsch in der Ukraine, der als Maidan in die Erinnerung eingegangen ist. In Folge der sich verschärfenden Spannungen wurde der Traum eines mit Russland versöhnten Europas durch den Alptraum eines übermächtig, stets kriegerischen, stets am Rande des Dritten Weltkrieges sich bewegenden Westens ersetzt. Europa kann im Bündnis mit den USA nur verlieren.


    De Lapuente: Die europäischen Administrationen, aber auch weite Teile der europäischen Bevölkerung haben kein Problem damit, in einem Bündnis mit den Vereinigten Staaten zu sein, weil sie glauben, sie seien mit den Amerikanern immer gut gefahren …

    Ritz: Zwar sind beide, sowohl die USA als auch Russland die beiden Flügelmächte Europas. Doch zwischen beiden besteht ein fundamentaler Unterschied. Beginnen wir mit den USA. Die Vereinigten Staaten sind auf der Annahme gegründet worden sind, dass die amerikanische Revolution und die daraus entstandene Verfassung eine Reaktion auf die Rückständigkeit Europas ist. Die USA fühlen sich den Europäern, die im 19. Jahrhundert noch lange als Monarchien organisiert waren, auf natürliche Weise überlegen. Deshalb ist den Amerikanern der Gedanke fremd, die Europäer könnten ihnen gegenüber als gleichberechtigte Partner auftreten. Hinzu kommt der Einfluss der in die USA ausgewanderten protestantischer Sekten, durch die das politische Selbstverständnis der neuen Staatsgründung religiös aufgeladen wurde. Die USA sehen sich als ein von Gott auserwähltes Land. Sie halten sich für eine außergewöhnliche Nation (Exzeptionalismus), der das offenkundige Schicksal (Manifest Destiny) innewohnt, immer stärker und mächtiger zu werden und die Welt zu führen. Vor dem Hintergrund dieses nationalen Mythos glauben sie grundsätzlich immer im Recht zu sein, selbst dann, wenn sie Böses tun. Sie haben daher auch kein Problem damit, andere Länder als bloße Werkzeuge für ihre nationalen Interessen zu benutzen. Sollten die Europäer also im Bündnis mit den USA bleiben, so könnte es für sie wirklich gefährlich werden. Die USA würden versuchen immer größere Teile der europäischen Industrie bei sich neu anzusiedeln. Zudem bestände die Gefahr, dass die Amerikaner Europa als Schlachtfeld für ihren zukünftigen Krieg mit Russland nutzen und uns auch vom chinesischen Markt abschneiden. Und schließlich würden ein Verbleib Europas im amerikanischen Bündnis mit einer noch weiter zunehmenden Amerikanisierung verbunden sein. Denn die Amerikaner blicken tendenziell mit Neid auf die großen Kulturleistungen Europas. Kurz: Die Amerikaner haben weder seelisch noch geistig in Europa investiert. Sie haben kein Problem damit, Europa bis zur Unkenntlichkeit zu verändern.

    »Zwei Weltkriege waren nur möglich, weil die deutsch-russische Allianz zerbrach«

    De Lapuente: Und mit den Russen wäre es anders?

    Ritz: Allerdings. Denn die Russen haben sich über viele Jahrhunderte selbst als Europäer gesehen. Das heutige Russland ist aus Europa hervorgegangen. Ihr Bildungsniveau, ihr geschichtliches Denken, Ihre Kunst, Musik und Literatur, all dies verdankt Russland seiner Zugehörigkeit zu Europa. Die Russen sind geistig, seelisch mit Europa verbunden, weshalb sie unter der Schwächung und Zerstörung Europas direkt leiden. Während die Amerikaner kein Problem damit hatten im Zweiten Weltkrieg deutsche Fachwerkstädte in Schutt und Asche zu legen, haben die Russen ihre Flugzeuge zur Bombardierung der Wehrmacht eingesetzt. Während die Amerikaner nach 1945 von einer Kollektivschuld aller Deutschen ausgingen und weite Teile der deutschen Kultur (etwa die Philosophie Hegels) als etwas Präfaschistisches deklarierten und an der Umerziehung der Deutschen arbeiteten, lasteten die Russen den Faschismus hauptsächlich den deutschen Eliten, nicht aber der deutschen Kultur als solches an. Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg ließen die Russen in Berlin das Lessings »Nathan der Weise« aufführen, als Geste sowohl des Respekts als auch der Versöhnung mit der deutschen Kultur. Während des gesamten Zweiten Weltkrieges wurde der Unterricht der deutschen Sprache an sowjetischen Schulen fortgesetzt. Während also die SS und die Wehrmacht einen Vernichtungskrieg gegen die sowjetische Bevölkerung führten, Tausende von Dörfern samt ihren Bewohnern auslöschte, Petersburg aushungerte und sowjetische Kriegsgefangene in Erdlöchern erfrieren ließ, lernte man an sowjetischen Schulen weiterhin die deutsche Sprache und damit auch die Gedichte Gothes, Schillers, Heine und Rilkes. Bis 1991 war Deutsch die Fremdsprache Nummer eins an Russischen Schulen. Noch heute trifft man unzählige Russen, die hervorragend Deutsch sprechen. Dieser Respekt vor der Kultur Deutschlands, aber auch des übrigen Europas ist auch heute noch in Russland präsent. Sollte der Krieg eines Tages vorüber sein, so wird man in Russland den westlichen Eliten dafür die Schuld geben, nicht aber den Völkern der westlichen Welt. Der tiefe Respekt, den die Russen vor der europäischen Kultur empfinden, bedeutet, dass Europa im Bündnis mit Russland seine Souveränität sowie seine Wirtschaft und Kultur schützen kann, während im Bündnis mit den USA für Europa den absoluten Selbstverlust bedeutet.

    De Lapuente: Und diesem Respekt ist es geschuldet, dass die Russen nur 40 Jahre nach all diesen deutschen Verbrechen auf russischem Boden, Deutschland die Wiedervereinigung schenkten? Woher kommt dieser Respekt vor den Deutschen?

    Ritz: Wie ich eben schon sagte, reicht der Traum eines Europas, das Russland miteinschließt, weit in die Geschichte zurück. Bereits der deutsche Philosoph Leibniz träumte von engen kulturellen und wissenschaftlichen Kontakten mit Russland. Es gelang ihm, sich dreimal mit Peter dem Großen zu treffen. Leibniz war frustriert von der Engstirnigkeit der deutschen Aristokraten. Umgekehrt faszinierte ihn die Intelligenz Peter des Großen, mit dem er insgesamt mehrere Wochen verbrachte. Leibniz hoffte, durch seinen Einfluss auf den Zaren in Russland eine umfassende Kulturentwicklung anstoßen zu können, die dann wiederum auf Europa zurückwirken könnte. Tatsächlich trug er die Idee einer Akademie der Wissenschaften nach Russland, auch wenn diese Idee erst nach dem Tod der beiden Gesprächspartner realisiert wurde. Die Begegnung zwischen Leibniz und Peter dem Großen steht am Beginn einer zweihundertjährigen Kooperation und Allianz zwischen Deutschland und Russland. Mit Peter dem Großen beginnt eine Zeit, in der die russische Zarenfamilie vorzugsweise deutsche Prinzessinnen heiratet. Schließlich kommt mit Katharina der Großen eine deutsche auf den Zarenthron. Katharina die Große wiederum lädt Hunderttausende von deutschen Bauern nach Russland ein, schenkt ihnen Land und Autonomie. Doch nicht nur Bauern wandern nach Russland aus. Auch Handwerker, Kaufleute, Wissenschaftler, Gelehrte und Aristokraten suchen ihr Glück in Russland, was letztlich dazu führt, dass Russland seine Modernisierung zu weiten Teilen in Zusammenarbeit mit Deutschen erfährt. Deutsche bekleiden im 18. und 19. Jahrhundert zahlreiche Führungspositionen in Russland, machen zwischenzeitlich sogar die Hälfte aller Mitglieder der Akademie der Wissenschaften aus und sind in zahlreichen russischen Regierungskabinetten als Minister und dreimal sogar als Kanzler vertreten. Umgekehrt ist Russland diplomatisch in den einzelnen deutschen Ländern, Königreichen und Fürstentümern präsent. Russisches Geld, dass durch die Heirat des Großherzogs Carl Friedrich von Sachsen-Weimar mit der russischen Großfürstin Maria Pawlowna Romanowa nach Weimar gelangt, trägt im erheblichen Maße zur Entwicklung der deutschen Klassik bei. Auch militärisch tritt Russland als Schutzmacht des Innerdeutschen Gleichgewichts auf und dämmt im Siebenjährigen Krieg das Übergewicht Preußens ein, ohne Preußen dabei zu zerstören – und trug zum Sieg über Napoleon und der Wiederherstellung des europäischen Machtgleichgewichts bei. Diese besonderen Beziehungen währen bis zum Ende der Amtszeit Bismarcks, der vor seiner Kanzlerschaft als preußischer Botschafter in Petersburg gearbeitet hat. Nach Bismarcks Abgang zerbricht die Allianz am aufkeimenden Nationalismus sowohl in Deutschland als auch in Russland. Diese 200 Jahre haben die Russen nicht vergessen und auch für Europa war diese Zeit eine Periode relativer Stabilität. Die zwei Weltkriege waren nur möglich, weil die deutsch-russische Allianz zerbrach. Das heutige Europa wäre sowohl wirtschaftlich als auch kulturell in einem ganz anderen Zustand, wenn es gelungen wäre, die Weltkriege zu verhindern und die deutsch-russische Allianz zu einer Gesamteuropäischen Allianz auszubauen. Der Niedergang der europäischen Zivilisation ist auch mit dem Ausschluss Russlands aus Europa verknüpft.

    »Das Bündnis zwischen Zentraleuropa und Russland wird seit Jahrhunderten durch Ideologien hintertrieben«

    De Lapuente: Sie sagten vorher, schon im 16. Jahrhundert galt dem europäischen Westen Russland als asiatische Macht, obgleich Russland damals noch gar nicht im asiatischen Raum Fuß gefasst hat – womöglich ist das auf die Tartaren bzw. die Mongolen zurückzuführen, die die Russen unterdrückten – man spricht in Russland vom »tatarischem Joch« – und von heutigem russischen Gebiet aus westliche europäische Länder überfielen. Würden Sie sagen, das ist eine Art europäische Kollektiverinnerung, ein wenig so wie man es dem Dreißigjährigen Krieg auch nachsagt? Haben die Tartaren das schlechte Russlandbild erzeugt, obgleich die Russen selbst Opfer dieses kriegerischen Reitervolkes waren?

    Ritz: Man kann es auch so sagen: Geographisch, wirtschaftlich, kulturell und auch militärisch war eine Allianz zwischen Europa und Russland immer unschlagbar. Hier ein Land, das aufgrund seiner Größe geographisch saturiert ist, aber über enorme Rohstoffe verfügt und einen großen Bedarf an wissenschaftlichen, technischen und kulturellen Austausch hat, weil es Europa heimlich bewundert und mit ihm verbunden sein möchte. Und dort ein dicht besiedelter Kontinent, der all dies anzubieten hat, was Russland braucht, aber zugleich durch seine politische Zersplitterung Russland nicht bedrohen kann und durch seine dichte Besiedlung auch nicht einfach erobert werden kann. Beide Seiten waren an der Eroberung der anderen eigentlich nicht interessiert, konnten aber enorm durch Austausch und Kooperation profitieren. Diese Traumehe zwischen Russland und Zentraleuropa wurde dann allerdings immer wieder durch Ideologie gestört. Da ist die Rassenideologie der Nazis zu nenne, die die Russen kurzerhand zu Untermenschen erklärte, da ist die Angst vor dem Kommunismus im Kalten Krieg, da sind die Jahrhunderte alten Vorurteile gegen die orthodoxe Kirche zu nennen und da ist schließlich auch die von ihnen erwähnte Gleichsetzung von Russland mit den Mongolen zu nennen. Wie Sie schon sagten, wurde dies u.a. damit begründet, dass Russland ab Mitte des 13. Jahrhunderts für 240 Jahre von einem mongolischen Reitervolk, der Goldenen Horde, unterdrückt und zu Tributzahlungen verpflichtet wurde. Das tatarisches Khanat Kasan spaltete sich 1438 von der Goldenen Horde ab, weshalb man heute auch vom »tatarischen Joch« spricht. Daraus wird eine angeblich mongolische Prägung der Russen abgeleitet. Das ist ungefähr so, als würde man die Italiener zu Germanen erklären, weil germanische Stämme dort im Zuge der Völkerwanderung eingefallen sind. Weil diese Gleichsetzung von Mongolen und Russen selbst für hartgesottene Ideologen etwas konstruiert erscheint, hat man mitunter einfach die Geographie bemüht, um das Argument zu stützen.

    De Lapuente: Wer hat diesen Kniff abgewandt?

    Ritz: Besonders hervor tat sich damit Halford Mackinder, ein britischer Geograph, dessen berühmte Rede »Der geographische Drehpunkt der Geschichte« vor der Königlich-Geographischen Gesellschaft in London im Jahre 1904 einen tiefgreifenden Einfluss auf das 20. Jahrhunderts hatte. Demnächst wird dieser einflussreiche Aufsatz übrigens vom Westend Verlag unter dem Titel »Die Heartland Theorie« mit einer begleitenden Analyse von Ulrike Guérot neu herausgegeben. Darin formuliert Mackinder eine Gleichsetzung von Russen und Mongolen allein auf Grundlage der Tatsache, dass das späte Zarenreich zu Beginn des 20. Jahrhunderts und das Mongolenreich aus dem 13. Jahrhundert einen ähnlichen geographischen Raum abgedeckt haben. Auf diese Idee muss man erst einmal kommen, nämlich zwei vollkommen verschiedene Völker, die sich auf ganz unterschiedlichen Entwicklungsstufen befinden, zudem noch verschiedenen Traditionen und Religionen aufweisen, allein aufgrund geographischer Ähnlichkeit in eins zu setzen. Das zeigt, mit welchen manipulativen Argumentationstechniken seit Jahrhunderten am Feindbild Russland gearbeitet wird. Leider hat diese Idee Russland aufgrund seiner Geographie zu mongolisieren auch Pate bei der Entstehung des Kalten Krieges gestanden. Und der geistige Erbe und Nachfolger Mackinders, nämlich Zbigniew Brzezinski leitete 1997 in seinem Buch »Die einzige Weltmacht« – übrigens mit Verweis auf Mackinder – wiederum aus der geographischen Lage Russlands, dessen Rolle als ewiger Feind und Gegner ab. Dies wiederum führt zur Osterweiterung der NATO, damit zum neuen Kalten Krieg und schließlich zum aktuellen Ukrainekrieg. Oder kürzer gesagt: Das natürliche Bündnis zwischen Zentraleuropa und Russland, das so naheliegend wäre, Vorteile für beide Seiten brächte und einzig den Frieden in Europa sicherstellen kann, wird seit Jahrhunderten durch Ideologien hintertrieben. Dabei sind die verwendeten Ideologien oft von erstaunlicher Primitivität. Es wird Zeit aus diesem Albtraum aufzuwachen und die Lage, in der wir uns befinden, vernünftig zu analysieren.

    Hauke Ritz studierte an der FU und HU Berlin. Nach seiner Dissertation im Fach Philosophie mit dem Schwerpunkt Geschichtsphilosophie wendete er sich verstärkt Fragen der Außenpolitik und Friedensforschung zu. Dabei stand für ihn der Ost-West-Konflikt im Mittelpunkt, dessen Fortbestehen er seit 2008 im Zuge verschiedener Publikationen und seit 2014 durch regelmäßige Russlandreisen erforscht. Hauke Ritz hat an der Universität Gießen, der MSU und RGGU in Moskau sowie der Universität St. Petersburg und Belgorod unterrichtet und war zuletzt für den DAAD in Moskau tätig.


    Redaktion
    Die Redaktion unseres Magazins: Florian Rötzer und Roberto De Lapuente.
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    96 Kommentare

    1. Man kann sich nur wünschen, dass BRICS so stark werden, dass die Hegemonie der Amerikaner zu Ende geht. Ich möchte natürlich auch keine Hegemonie von Russland, die hatten wir 40 Jahre lang im Osten. Ein gleichberechtigtes Nebeneinander mit für alle vorteilhaften wirtschaftlichen Verknüpfungen wäre wünschenswert. Aber das wird noch dauern und zumindest wir Alten werden es nicht mehr miterleben. Allerdings ist die Zeit für die sich selbst von Gott auserwählten Völker USA und Israel zumindest mental abgelaufen, es ist eh Rassismus pur. Technologisch haben die Anderen aufgeholt und überholt, und die angebliche Stärke des Westens, die Demokratie, hat der Westen selbst abgeschafft. Vetternwirtschaft und Indoktrination stürzen ihn mehr und mehr in Chaos. Die Ideologie wird nicht überleben, auch die Ideologie hat am Ende die DDR und den gesamten Ostblock zugrunde gerichtet. Einfache humane Regeln werden überleben, also z.B. Leistung und Hilfsbereitschaft zusammen, ohne irgendein Klientel künstlich zu überhöhen. Wer viel leistet, darf besser leben, aber nicht über andere bestimmen. Und wer sich nur durch Schleimerei und Anbiederung an die derzeit Herrschenden seinen Luxus aufbaut, der sollte Verachtung spüren. Ja, das sind feuchte Träume, aber der Rest wird nicht dauerhaft funktionieren.

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    2. 2007 war man sauer das die Zerlegung Russlands unter Jelzin gestoppt wurde. Russland hatte man als Großmacht schon abgeschrieben. 2014 war man dann überrascht und 2022 entsetzt. Dabei hatte Putin 20 Jahre davor gewarnt die aggressive Außenpolitik des Westen fortzusetzen. Leider wurde das nicht zur Selbstreflektion genutzt. Stattdessen wurde die große Propaganda Trommel ausgepackt.

      Dazu kam die amerikanische Militärinustrie die in den 1990er Jahren noch ziellos durch die Gegend torkelte auf der Suche nach Gründen warum man se weite so hoch finanzieren sollte. Das konnte mit dem Krieg in Jugoslawien und Irak/ Afgahnistan repariert werden. Da musste das Völkerrecht dann schonmal hintenanstehen.

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    3. Einige Tatsachenbehauptungen des Autors sind falsch.
      Es stimmt nicht, dass „Deutsch bis 1991 die Fremdsprache Nummer eins an russischen Schulen war“. Englisch war und ist die Nummer eins. Und es gibt einfach nicht unzählige Russen, die ausgezeichnet Deutsch sprechen.

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    4. “ Bereits im Jahr 2007 hatte ich eine längere Analyse mit dem Titel »Die Welt als Schachbrett« verfasst, die dann im Sommer 2008 in gekürzten Form in den Blättern für deutsche und internationale Politik und in einer Langfassung im Hintergrund Magazin veröffentlicht wurde. “
      Hier der Link dazu:
      https://www.hintergrund.de/politik/welt/die-welt-als-schachbrett-der-neue-kalte-krieg-des-obama-beraters-zbigniew-brzezinski/

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    5. Lesetip für alle, die die Herkunft der Russophobie umfassend erforschen möchten: Lossurdo „Der westliche Marxxismus“.
      Der Titel ist irreführend, aber der Inhalt analysiert umfassend und korrekt die Herkunft der Ideologie der weißen Herrenrasse, die den Kern der Russophobie bildet.

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    6. „Beide Seiten waren an der Eroberung der anderen eigentlich nicht interessiert, konnten aber enorm durch Austausch und Kooperation profitieren. Diese Traumehe zwischen Russland und Zentraleuropa wurde dann allerdings immer wieder durch Ideologie gestört. Da ist die Rassenideologie der Nazis zu nenne, die die Russen kurzerhand zu Untermenschen erklärte, da ist die Angst vor dem Kommunismus im Kalten Krieg, da sind die Jahrhunderte alten Vorurteile gegen die orthodoxe Kirche zu nennen und da ist schließlich auch die von ihnen erwähnte Gleichsetzung von Russland mit den Mongolen zu nennen. “

      Ritz hat eine sehr selektive lückenhafte Wahrnehmung. Die Bolschewistische Revolution gab es augenscheinlich bei ihm nicht.
      Die Mär vom armen friedliebenden Mütterchen Russland – das Problem dabei ist nur, das an Mütterchen Russland eine Vergewaltigerbande Notzucht übte und übt.

      Die russische/sowjetische Staatsführung zu allen Zeiten Opfer, vor allem des deutschen Erzbösewichtes – wer’s glaubt wird „seelig“.

      Ich halte Ritz – ob er sich dessen selber nun bewußt ist oder nicht, sei dahingestellt – für einen Agenten unserer Feinde.
      Warum? Er überführt sich selber, indem er vom anationalen Europa und dem Nationalstaat Russland schwadroniert.
      Ritz ist ein Handwerker der geschickt das Werkzeug unserer Feinde – der Feinde der Völker, zu deren ersten Opfern die Völker Russlands gehörten – die Brechstange Marxismus ansetzt.

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    7. Die Anglo-Amerikaner haben schon aus den Zeiten des „Great Game“ ein besonderes Konkurrenz Verhältnis zu Russland und lassen jetzt den Krimkrieg 2.0 durchführen. Im Übrigen ist es so, je weiter westlich das Land, desto weiter westlich wird die Ostgrenze Europas angesetzt. Der Frust der Balten und Polen auf Russland ist historisch bedingt.
      Aber was soll der Sinn des Ganzen sein? Ewige Feindschaft bis zum Weltuntergang, der ja demnächst ansteht? Oder kann man wieder zur friedlichen Koexistenz zurückkehren und die sich der globalen Probleme annehmen, die man ohne China und Russland kaum wird lösen können.

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    8. „Man kann es auch so sagen: Geographisch, wirtschaftlich, kulturell und auch militärisch war eine Allianz zwischen Europa und Russland immer unschlagbar. Hier ein Land, das aufgrund seiner Größe geographisch saturiert ist, … Und dort ein dicht besiedelter Kontinent, der all dies anzubieten hat, was Russland braucht, …. Beide Seiten waren an der Eroberung der anderen eigentlich nicht interessiert, konnten aber enorm durch Austausch und Kooperation profitieren.“

      Da stellt sich dann doch die Frage, warum diese Konstellation heute nicht mehr möglich ist. Warum gibt es nicht mehr die Möglichkeit der Europäer eine Allianz zum gegenseitigen Interesse mit den Russen einzugehen?

      Die Antwort findet sich in der Weltsicht der Regierenden jenseits des Atlantiks. Die USA waren und sind das reichste Volk auf Erden und wollen es auch bleiben. Darum glauben sie, es sei ihr Recht und ihre Pflicht andere Völker daran zu hindern auch reich und mächtig zu werden. Heiner Flassbeck hat die Kriegsgründe der USA für ihren geplanten Krieg gegen China deutlich benannt. Demnach wollen die USA nur deshalb Krieg gegen China führen, weil der durchschnittliche Chinese in Kürze mehr als 20% vom Reichtum des durchschnittlichen Amerikaners habe wird. Weil die Bevölkerung der USA in etwa nur 20& der chinesischen Bevölkerung ausmacht, wäre das BIP der Chinesen ab diesem Zeitpunkt größer als das der USA. Dann wäre China auf Augenhöhe mit den USA und die Dominanz der USA stände in Frage.

      Politik auf Augenhöhe ist aber für die Amerikaner undenkbar und darum wird auf die Allianz der Russen mit Westeuropa verhindert. Als Folge haben die Amerikaner sich nun eine Allianz der Russen mit China eingehandelt. Und die europäischen Vasallen werden diese Status nur dann erhalten können, wenn sie ihr demokratisches Gewand abwerfen.

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    9. Eins steht fest: das Volk wollte das nicht. Die Deutschen waren regelrecht begeistert von Gorbi und seinem Annäherungskurs. Von links bis rechts, über alle Lager hinweg. Es bedurfte massiver Lügenpropaganda, um das wieder ins Gegenteil zu verdrehen. Beginnend spätestens ab 2007, wie der Artikel richtig feststellt. Ins Hysterische kippend ab 2014, mit dem Maidan.
      Was hier fehlt, ist die Rolle der Sowjetunion. Sie hat den Imperialismus 74 Jahre lang gezwungen, sich halbwegs zu benehmen. Nach innen, indem man Sozialgesetze erließ, nach außen, indem man so tat, als wolle man Frieden. Aber seit 1991 ist der Imperialismus wieder genau so, wie ihn Staatsgründer Lenin beschrieben hatte. Das könnte durchaus ein Motiv des Westens sein: Rache dafür dass die Sowjets so lange dem Weg des Kapitals im Weg gestanden haben.
      Was ja noch nicht ganz vorbei war. Die Bürger der Sowjetunion hatten im März 1991 mit überwältigender Mehrheit für ihren Erhalt gestimmt. Der Austritt Russlands, der Ukraine und Weißrusslands widersprachen diesem Referendum:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Referendum_in_der_Sowjetunion_1991
      Man sieht: die Balten wollten nicht mehr Sowjets sein. Hingegen die Ukrainer stimmten mit 71,5 Prozent für einen Verbleib. Das heißt, dass dieser Russenhass, der jetzt dominiert, systematisch erzeugt werden musste.

      Sowas macht er, der Imperialismus.

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    10. Das, was Herr Ritz beschreibt, habe ich bei meinen Kontakten zu Russland auch erfahren: die Offenheit und auch das Vergeben. Die differenzierte Betrachtung, wer u.a. für den Überfall auf die SU verantwortlich war, gipfelt in den Film „Komm und Sieh“ vom Regisseur Klimow, wo am Ende der gealterte Junge in einer Pfütze sein Spiegelbild als seinen Feind sieht. Eine derartige Tiefe der Aussage, was Krieg ist und für alle bedeutet, habe ich sonst nirgends gesehen. Und in Kontakten mit Russen habe ich nie Hass gesehen, deshalb bin ich auch so wütend, wenn Ukrainer abfällig von Russen als „Moskalis“ reden, oder solche unerträglichen Personen, wie diese Frau Gaub, die von Nicht Europäern reden, als ob die Russen wieder einmal Untermenschen seien. Ich möchte am liebsten mal vorschlagen, Frau Gaub geht nach St. Petersburg, besucht einen der großen Friedhöfe dort, wo 500.000 Menschen begraben sind, alle anonym, weil sie keine Chance hatten, damals während der 880 Tage Belagerung normal bestattet zu werden, und da kann die ja ihre Aussage wiederholen. Ich denke, dort wird selbst diese Rassistin ganz still. Ganz still und schämt sich ihrer Denkweise.

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    11. Die Schuldigen am Ukraine-Krieg sind die USA und die von den USA eingesetzten Vasallen Regierungen in der Ukraine.

      2014 haben die USA einen Putsch mit Hilfe der UKRO-NAZIS ausgelöst und US-freundlich Politiker an die Macht gebracht.

      Damals war die EU mit diesem Vorgehen noch nicht einverstnaden und die Stellvertretende Aussenministerin Nuland quittierte die mit FUCK THE EU !!

      Kurz darauf begann der Hass gegen alle Russische auszubrechen und man attakierte am laufenden Band ie Russische Bevölkerung im Donbas & Luhansk.

      Diese Republiken wollten darauf sich Russland anschließen, was aber noch mehr Bombardierungen & Tötungendurch die Ukrainer nach sich zog.

      Als Republiken hatten sie durchaus das Recht sich von der Ukraine zu trennen !!!

      Dann gab es die sogenannten Minsker Verträge, die nachträglich von Merkel & Hollande als reiner Betrug gegenüber Russland dargestellt wurden.

      Im Januar 2022 bestand die Chance einen von Erdogan & Schröder ausgearbeiteten Friedensplan zu unterschreiben, was jedoch durch den Einspruch des GB Premier Johnson abgelehnt wurde.

      Darauf hin hat sich Russland zu RECHT für seine Spezialoperation zur Befreiung von Donbas & Luhansk entschlossen !!

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    12. Außenminister Szijjártó: Trump als Chance begreifen!

      https://www.budapester.hu/ausland/szijjarto-trump-als-chance-begreifen/#comment-24492

      Geschrieben von Rainer Ackermann

      „Die EU-Führung nimmt auch weiterhin die neuen Realitäten nicht zur Kenntnis, die der Wahlsieg von Donald Trump in den USA nach sich zieht.“

      Diese Einschätzung gab Péter Szijjártó vom Treffen der EU-Außenminister am Montag in Brüssel.

      Statt sich der neuen Realität zu stellen, unternehme die „Elite der Kriegstreiber“ einen letzten verzweifelten Versuch, gegen den Willen der Völker anzugehen.

      Der ungarische Chefdiplomat erinnerte an den Umstand, es handelte sich um das erste Treffen auf Außenministerebene seit dem für die Brüsseler Politikelite so ungünstigen Wahlausgang in Übersee.

      Szijjártó: Das Spiel ist vorbei!

      „Der kriegsfanatische Mainstream will immer noch nicht einsehen, dass das Spiel vorbei ist.“

      Der neue US-Präsident wolle Frieden in der Ukraine, die unter zunehmend intensiveren Angriffen der Russen leide, was zusammen mit dem nahenden Winter die humanitäre Krise verschärfe. ….ALLES LESEN !!!

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    13. Ich erinnere mich noch daran, wie man sich über die Erfolge Russlands in der Raumfahrt lustig machte. Sehr auffällig ist schon mal, dass gerade in Ostdeutschland, wo die Bevölkerung am meisten unter Russland zu leiden hatte, AfD und BSW, die Russlandsanktionen und Unterstützung der Ukraine ablehnen, die größten Wahlerfolge haben. Und ich frage mich, wo die Chinaphobie herkommt, wo Deutschland seit Willem zwo keinen Konflikt mehr mit China hatte. Und weshalb hassen die meisten Trump, wo doch selbst in den übelsten Hetzsendungen die schönsten Szenen mit ihm präsentiert werden, und er als Milliardär, TV-Star mit Stern auf dem Walk of Fame, und Präsident wie die Hauptfigur einer Seifenoper wirkt. Die Trumpphobie könnte sich noch zum Antiamerikanismus ausweiten. Kurzum Hetze und Appell an Aggression wirken immer, und Kriegslüsternheit kann jederzeit aktiviert werden. Das Objekt dieser Emotionen ist egal. Das können auch Corona- und Klimaleugner sein. Das kennt man ja auch aus dem privaten Bereich, wo jede noch so blöde Verleumdung begierig aufgenommen wird, selbst von Leuten, die die Opfer gut kennen. Die Realität spielt dabei keine Rolle. Russophobie ist nicht die Ursache für die Einkreisung Russlands, sondern Imperialismus und Geopolitik.

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    14. ……… man kann doch relativ rasch feststellen, ob Jemandes Beitrag den Geist von Verständigung und
      Ausgleich atmet oder ob da nur wieder irgendein politischer Nasebohrer seinen Kram loswerden will …..
      So: …….. never argue with fools …. ( indisch,grins)

      Ives

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    15. Baerbock meint, Putin wolle »unseren europäischen Frieden in Freiheit vernichten«

      Baerbock begrüßt Bidens Entscheidung zu Fernwaffen für die Ukraine

      Die Noch-Außenministerin Annalena Baerbock will, dass die Anstrengungen für die Ukraine erweitert werden.

      Dann hat sie sicher auch eine Erklärung für ihre Kinder, wieso sie am Entstehen des 3. Weltkrieges beteiligt ist und warum Europa eine Wüste ist !

      Antworten

    16. Beide Seiten (Russland und Deutschland) waren an der Eroberung der anderen eigentlich nicht interessiert, konnten aber enorm durch Austausch und Kooperation profitieren. Diese Traumehe zwischen Russland und Zentraleuropa wurde dann allerdings immer wieder durch Ideologie gestört. Da ist die Rassenideologie der Nazis zu nenne, die die Russen kurzerhand zu Untermenschen erklärte, da ist die Angst vor dem Kommunismus im Kalten Krieg, da sind die Jahrhunderte alten Vorurteile gegen die orthodoxe Kirche zu nennen und da ist schließlich auch die von ihnen erwähnte Gleichsetzung von Russland mit den Mongolen zu nennen.

      Ja, ja, immer ist die Ideologie im Weg. Woher mag sie nur rühren?!
      Für einen Philosophie-Absolventen hat Ritz ein seltsam verqueres Verständnis von Ideologie. Die hier als „Ideologie“ betitelten Erscheinungen stellen doch nur einen Ausdruck realer Konflikte und Interessen dar.

      Hitler, um das Beispiel zu nehmen, hat doch nicht zunächst in den frühen 1920-ern „als Ideologe“ die nazistische Rassenideologie entwickelt – die im übrigen bereits vor ihm in hohem Maße existierte; Hitler hat vor allem kompiliert – und anschließend „als Politiker“ zu seinem Erschrecken festgestellt, dass er aus seiner Ideologie folgend keine gleichberechtigten Beziehungen zur SU aufbauen kann/darf und sich daraus vielmehr Eroberung ableitet.
      Umgekehrt war’s: Hitler hat in „Mein Kampf“ ein bereits in der deutschen Rechten kursierendes expansionistisches Ideologem, nämlich das der Notwendigkeit der „Gewinnung von Lebensraum im Osten“ aufgegriffen.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Lebensraum_im_Osten

      Und zu diesem Ideologem, sowie den dahinter steckenden real-politischen Zielen, passte es natürlich am besten, wenn man die Russen und sonstigen Slawen, weil sie eben im zu erobernden Osten lebten, unter die „Untermenschen“ einordnete.
      Vorbild für diesen erneuerten „Drang nach Osten“ waren die USA (was in der Forschung erst langsam zu Kenntnis genommen wird). Die englischen Siedler hatten Nordamerika erfolgreich von der Ostküste zur Westküste kolonisiert, die deutsche herrschende Klasse wollte dieses Projekt in entgegengesetzter Richtung wiederholen.

      Oder nehmen wir die erwähnten „Vorurteile gegen die orthodoxe Kirche“. Die gab’s und gibt’s doch hierzulande kaum. In Polen dagegen, dem „katholischen Frontstaat“ gen Osten, spielte das eine viel stärkere Rolle. Dort wurde sogar ein Teil der russ.-orthodoxen Kirche per Kirchenunion 1596 in die katholische Kirche eingemeindet (die heute sogenannte Ukrainische griechisch-katholische Kirche). Natürlich stand dahinter der jahrhundertelange Machtkampf zwischen dem Königreich Polen und dem russ. Zarenreich um die slawisch besiedelten Gebiete der heutigen Mittel- und Westukraine und Weißrusslands.
      Dieser Kirchenkampf in der Ukraine wiederholt sich übrigens gerade, weil der reale Kampf erneut tobt. Selenskis Parlament hat die kanonische orthodoxe Kirche der Ukraine vor kurzem defacto verboten, gleichzeitig wird eine Gegenkirche unter dem („westlich“ orientierten) Patriarchat des Patriarchen von Konstantinopel aufgebaut.

      Antworten

    17. Mit 10 Millionen Ermordeten in deutschen Konzentrationslagern, hatte Russland mit Abstand das größte Gewicht der NS Zeit zu stemmen. Gefolgt von Millionen Juden, Millionen Polen und tausenden Romas.

      Aber statt wie bei den Juden, diesem abscheulichen Rassismus zu gedenken, macht man ihn in den Medien wieder salonfähig.

      Frage. Ist jemand denn kein Brauner wenn er rassistisch agiert, nur weil er gegenüber Israeliten in Scheinheiligkeit versinkt?

      Nein, die Monster kriechen heute wieder aus ihren stinkenden Löcher und sie sind keine Anderen als damals.

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    18. Ein rundum gelungenes Interview!

      Eine Anmerkung bzw. Frage hab ich dennoch:

      Und schließlich würden ein Verbleib Europas im amerikanischen Bündnis mit einer noch weiter zunehmenden Amerikanisierung verbunden sein. Denn die Amerikaner blicken tendenziell mit Neid auf die großen Kulturleistungen Europas. Kurz: Die Amerikaner haben weder seelisch noch geistig in Europa investiert. Sie haben kein Problem damit, Europa bis zur Unkenntlichkeit zu verändern.

      Handelt es sich hierbei tatsächlich um Neid oder eher darum, dass die ‚Amerikaner’ beispielsweise mit Goethe, Schiller oder der originär französischen Kino- und Musikkultur keinen Cent verdienen und quasi nebenher als Kollateralschaden die Kulturleistungen Europas unter ihren Renditestiefeln zermalmen?

      Aber die Formulierung „die Amerikaner blicken tendenziell mit Neid auf die großen Kulturleistungen Europas.“ würde ich tendenziell 😉 befürworten.
      Vielleicht zeigen wir denen mal bei allen kleineren und größeren Veranstaltungen, Demos und sonstigen Aufläufen unsere Kulturleistungen in Form von hochgehaltenen Büchern von Goethe, Schiller, Kant und Nietzsche (gerne auch W. von der Vogelweide) und zur Musik Bachs (Orgelwerke) das Hauptmotiv der 5. Sinfonie Beethovens klopfen? Mit Einsprengseln von Tschaikowskis Nussknacker, Mussorgskis ,Bilder einer Ausstellung‘ gerahmt von K. S. Malewitsch‘ Weißes Quadrat auf weißem Grund (Wiki)?
      Das dürfte als Chiffre vielleicht wirkungsvoller als der Spruch ‚Amigohome‘ sein, – und auch unsere Qualitätsmedien würden ziemlich blöd aus der Wäsche gucken.

      Antworten

    19. Und zu diesem Ideologem, sowie den dahinter steckenden real-politischen Zielen, passte es natürlich am besten, wenn man die Russen und sonstigen Slawen, weil sie eben im zu erobernden Osten lebten, unter die “Untermenschen” einordnete.

      Genau. Haben die Beiden Ritz und RDL, der das durchgehen lässt, noch alle Tassen im Schrank, den Russenhass aus der Geschichte zu erklären, weil Russland Richtung Byzanz orientiert war und es so eine leichte Brechung der europäischen Geschichte gegeben hat. Wenn man will kann man diese „Brechung“ an jeder europäischen Nation auffinden. Es wird also so getan als gäbe es zuerst den Russenhass und daraus würde dann ein Kriegsprogramm folgen. Dabei ist es genau umgekehrt, es gibt ein imperialistisches Kriegsprogramm und das wird dann damit gerechtfertigt, dass der Putin so böse ist und den Russen nicht zu trauen ist, weil die eben anders sind als wir usw. Das ist eine regelrechte Entschuldigung der Kriegstreiber. Ja die können halt nicht anders wegen dem tief eingewurzelten Russenhass und der Geschichte und so.

      Und speist sich der Russenhass nicht auch aus diesen jahrhundertealten territorialen Anspruchsdenken, das der Westen gegenüber der osteuopäischen Hemisphäre an den Tag legt?

      Knapp daneben ist auch vorbei. Territoriales Anspruchsdenken – Lauwarm
      Jahrhundertealt – eiskalt, 1. hat das weniger mit Territorium zu tun als mit Macht und ist deshalb auch nicht erwachsen aus traditionellen Ambitionen, die irgendwie von Deutschen Orden vererbt wurden. Sondern das ist der Imperialismus des Westens, der Russland als Störenfried seiner Ordnung identifiziert hat, weil dieses sich der amerikanischen Weltordnung nicht unterwerfen will.
      Und was sagt Ritz darauf:

      Sie haben recht, es hat sich historisch immer wieder ein »Drang nach Osten« eingestellt. Und dieser Drang war mit der Einheit Europas verbunden.

      Ja klar, Weiß man ja so einem Drang dem muss man nachgeben, kennt man ja vom Harndrang. Ist ein Bedürfnis das von innen kommt und gegen das man einfach machtlos ist. Die pure Entschuldigung.

      Antworten

    20. Es ging der NATO darum, Russland soweit zu schwächen, dass schließlich ein Regimechange im Land durchgeführt werden könnte, durch den die Souveränität Russlands dauerhaft aufgehoben und die russischen Ressourcen von westlichen Konzernen angeeignet werden würde. Um dieses Ziel zu erreichen wurden einfach alle Klischees genutzt, die über Russland existierten. Mal wurde es als stalinistisches Regime portraitiert, mal als Wiedergänger des Dritten Reiches, mal als eine Art halbmongolisches und asiatisches Land, deren Bewohner wie Florence Gaub es öffentlich im Fernsehen äußerte – Sie machten ja bereits darauf aufmerksam –, zwar europäisch aussehen, aber keine seien.

      De Lapuente: Russland wurde also immer als Fremdkörper innerhalb Europas begriffen?

      Da sagt der Herr Ritz mal was richtiges. Russlandfeindschaft ist gemacht und dient den Interessen des Westens und seines Kapitals und wie fasst RDL das zusammen? – Ja. ja ich weiß schon – war schon immer so, dass Russland nicht dazu gehört hat.

      Und der geistige Erbe und Nachfolger Mackinders, nämlich Zbigniew Brzezinski leitete 1997 in seinem Buch »Die einzige Weltmacht« – übrigens mit Verweis auf Mackinder – wiederum aus der geographischen Lage Russlands, dessen Rolle als ewiger Feind und Gegner ab. Dies wiederum führt zur Osterweiterung der NATO, damit zum neuen Kalten Krieg und schließlich zum aktuellen Ukrainekrieg. Oder kürzer gesagt: Das natürliche Bündnis zwischen Zentraleuropa und Russland, das so naheliegend wäre, Vorteile für beide Seiten brächte und einzig den Frieden in Europa sicherstellen kann, wird seit Jahrhunderten durch Ideologien hintertrieben. Dabei sind die verwendeten Ideologien oft von erstaunlicher Primitivität. Es wird Zeit aus diesem Albtraum aufzuwachen und die Lage, in der wir uns befinden, vernünftig zu analysieren.

      So wird das aber nix mit der vernünftigen Analyse.
      Ja, ja klar. Weil die Amis Brzezinsky und Mackinder gelesen haben, deshalb kommt es zur Osterweiterung der Nato und zum Ukrainekrieg. Und dann kommt Ritz mit dem „natürlichen Bündnis“ an. Der gleiche Schwachsinn, wie der amerikanische Exzeptionalismus. Bloß beim einen ist die Natur der Auftraggeber und beim anderen Gott. Vernunft stell ich mir anders vor.

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    Screenshot_2026_05_15_at_15_04_39_Warum_der_Weltfrieden_von_Deutschland_abh_ngt

    nachdenkseiten.de, 17. Februar 2023 um 9:00 Ein Artikel von Hauke Ritz

    Es gibt in jedem Leben etwas, das sich wiederholt. In Indien spricht man diesbezüglich vom besonderen Karma eines Menschen. In gewisser Weise haben auch Länder ihr Karma bzw. ihr wiederkehrendes Schicksal. Was Deutschland betrifft, so scheint es zum Schicksal dieses eigentlich beschaulichen Landes zu gehören, immer wieder von neuem im Zentrum von Weltkriegen zu stehen, ja diese sogar auszulösen. Vom Dreißigjährigen Krieg, dem Siebenjährigen Krieg, den beiden Weltkriegen bis hin zum Kalten Krieg scheinen fast alle globalen Auseinandersetzungen ihr Zentrum in Deutschland gehabt zu haben. Und auch heute steht Deutschland im Mittelpunkt der sich immer weiter zuspitzenden Auseinandersetzung zwischen den USA und Russland. 


    Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

    Podcast: Play in new window | Download


    Es ist mittlerweile ein offenes Geheimnis, dass die Vereinigten Staaten die Ukraine als Stellvertreter benutzen, um ihren „Erbfeind“ Russland zu schwächen. Henry Kissinger machte im vergangenen Dezember in einem Artikel im britischen Spectator[1] sogar den Sachverhalt öffentlich, dass einflussreiche Kreise in den USA die Zerstörung Russlands als geopolitische Macht anstreben. Diese Warnung Kissingers passt zu der immer wieder im Washingtoner Beltway aufkommenden Forderung, „Russland zu dekolonialisieren“, also in mehrere Länder aufzuteilen.[2] Und Russland wiederum benutzt den Ukrainekonflikt, um genau eine solche Schwächung zu verhindern und sich als Akteur auf der Weltbühne zu behaupten.

    Deutschland hat mit diesem Konflikt der beiden nuklearen Supermächte zunächst nichts zu tun. Wäre da nicht der Umstand, dass die gesamte Logistik der US-amerikanischen Militärunterstützung für die Ukraine über deutsches Territorium abgewickelt wird. Es sind deutsche Bahnlinien, Hafenanlagen, Autobahnen und Umschlagplätze, die genutzt werden, um US-amerikanische Militärgüter an die neue „Ostfront“ zu schicken. In Deutschland steht zudem das Koordinierungszentrum in Wiesbaden, von wo aus die USA die militärische Unterstützung der Ukraine organisieren. Schließlich beteiligt sich Deutschland auch an der Ausbildung ukrainischer Soldaten und liefert seit neuestem sogar Panzer. Zudem spielen auch die US-amerikanischen Militärbasen, allen voran Ramstein, in diesem Konflikt eine wichtige Rolle. Kurz, ohne Deutschland wäre es für die USA gar nicht möglich, die Ukraine als kriegführenden Stellvertreter für ihre Erbfeindschaft mit Moskau zu nutzen.

    Die USA wiederum sind fest entschlossen, Russland eine strategische Niederlage zuzufügen. Russland kann jedoch in einem solchen Konflikt nicht nachgeben, da dies den Souveränitätsverlust des Landes bedeuten würde. Und Souveränitätsverlust bedeutet bei einem so großen Land wie Russland immer auch den territorialen Zerfall. Die USA können wiederum auch nicht nachgeben, da die Stabilität ihres zunehmend fragilen und überschuldeten Finanzsystems mittlerweile von der Fähigkeit abhängt, als globale Supermacht wahrgenommen zu werden. Zöge sich Washington aus der Ukraine zurück, stände durch den Autoritätsverlust nicht nur die Auflösung der NATO auf der Tagesordnung. Nein, auch die Finanzblasenwirtschaft, von der der Wohlstand der USA abhängt, würde dann platzen. Die USA wären fortan statt des globalen Hegemons nur noch eine Großmacht unter mehreren.

    Weil das für die US-amerikanischen Eliten undenkbar erscheint, sind sie bereit, im Ukrainekrieg große, nie zuvor gewagte Risiken einzugehen. Immer wieder hört man von hochrangigen NATO-Vertretern selbstgewisse[3] Äußerungen[4], dass Putin sogar im Falle der Eskalation keine Atomwaffen einsetzen werde. Dies deutet darauf hin, dass man bereit ist, das Risiko einer Kubakrise 2.0 einzugehen und eine nukleare Erpressung Russlands zu wagen. Gerade weil die USA so viel zu verlieren haben, könnten sie auf eine Eskalation mit Russland zusteuern, in der sie nicht nur die Roten Linien Moskaus, sondern auch die der Europäer, ja der Zivilisation überschreiten.

    Es gibt nur eine Grenze, die Washington in seiner Eskalationsbereitschaft Einhalt gebieten könnte. Und das ist die Grenzlinie, die Berlin zieht! Denn ohne Deutschland, wie bereits erwähnt, könnten die USA die Ukraine militärisch gar nicht unterstützen. Wenn unser Land sich diesem Krieg verweigert, dann endet er auch. Und umgekehrt, wenn wir uns als Logistikknotenpunkt, Koordinationszentrum und zukünftiges Schlachtfeld zur Verfügung stellen, dann wird dieser neue große Krieg mit hoher Wahrscheinlichkeit auch stattfinden. Und damit wären wir wieder bei dem eingangs erwähnten Karma unseres Landes. Setzt die deutsche Regierung den Weg fort, den sie seit dem 24. Februar gegangen ist – nämlich den Weg einer stetigen Anpassung an den Willen Washingtons – dann wird der kommende Weltkrieg auch unser Krieg sein. Dann wird auch der nächste Weltkrieg wie alle vorherigen ein von Deutschland mitverantworteter Krieg sein.

    Denn die beiden Nuklearmächte stehen mit dem Rücken an der Wand und wissen sich nur durch Eskalation zu helfen. Ob der große Krieg geführt werden wird, entscheidet somit nicht Washington und auch nicht Moskau, nein, diese Entscheidung fällt in Berlin. Nur Berlin kann die fortschreitende Eskalation unterbrechen. Dazu allerdings müssen wir zunächst aus dem Wiederholungszwang unserer eigenen Geschichte ausbrechen. Wir müssten wenigstens einmal die Fähigkeit haben, uns in einer Vorkriegssituation zu bewähren. Und das heißt heute, die USA mit einem unmissverständlichen, mit Maßnahmen und Taten unterlegtem „Nein“ zu konfrontieren. Wird es uns gelingen?

    Zum Autor: Hauke Ritz ist ein deutscher Geschichtsphilosoph und Publizist. Er befasst sich insbesondere mit Themen der Geopolitik sowie Ideengeschichte. Seine aktuellste Veröffentlichung, zusammen mit Ulrike Guérot verfasst, lautet „Endspiel Europa“ und wurde im Westend-Verlag veröffentlicht.

    Leserbriefe zu diesem Beitrag finden Sie hier.

    Titelbild: shutterstock / Juliya Shangarey


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    Ein Leitfaden für den Frieden in der Ukraine


    [«1] Henry Kissinger, Henry Kissinger’s guide to avoiding another world war, in: The Spectator, 26. Dezember 2022

    [«2] Casey Michel, Decolonize Russia, in: The Atlantic, 27. Mai 2022

    [«3] Hanna Lakomy, Der Wille zum Krieg – Der dritte Weltkrieg im Spiegel deutsch-deutscher Befindlichkeiten. Berliner Zeitung 26. Juni 2022

    [«4] Rob Bauer, Chaiman of NATO Military Commitee, Interview RTP TV channel, 29. Januar 20


    Rubriken: Außen- und SicherheitspolitikAudio-PodcastMilitäreinsätze/Kriege


    Schlagwörter: 


    Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=93901


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    15.05.2026

    Nachrichten von Pressenza: Europas Mittelstreckenwaffen

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 15. Mai 2026, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 15.05.2026
    Europas MittelstreckenwaffenGERMAN-FOREIGN-POLICY.com, WASHINGTON/BERLIN
    Pressenza
    In der Bundesrepublik werden nach Trumps Ankündigung, US-Soldaten abzuziehen und keine Tomahawks in Deutschland zu stationieren, Forderungen nach schneller Produktion eigener Mittelstreckenwaffen mit Reichweite bis Moskau laut. (Eigener Bericht) – Nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, keine Mittelstreckenwaffen in…
    Europa, Frieden und Abrüstung
    Pressenza ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.

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    15.05.2026

    US-Mittelstreckenraketen

    erhardepplerkreis.substack.com, Mai 14, 2026, von Arno Gottschalk, Erhard-Eppler-Kreis

    Was bei der Ersatzdebatte verschwiegen wird und warum Rolf Mützenich mit seiner Forderung nach Alternativen richtig liegt


    Trump hat die geplante US-Stationierung von Mittelstreckenraketen in Deutschland gestoppt. Seitdem läuft in Berlin und Brüssel die Suche nach Ersatz: Taurus, ein europäisches Projekt namens ELSA, Tomahawk-Nachbau, türkische Raketen. Die Debatte klingt technisch – und sie verfehlt das Wesentliche.

    Screenshot_2026_05_15_at_07_45_46_US_Mittelstreckenraketen_Erhard_Eppler_Kreis


    Denn die geplanten US-Raketen waren nie nur Raketen. Sie waren Teil eines viel größeren Systems. Schon in der deutsch-amerikanischen Erklärung vom Juli 2024 stand das ausdrücklich drin: Die Waffen sollten in die sogenannten Multi-Domain Task Forces der US-Armee eingebunden werden. Genau dieser Punkt fehlt in der öffentlichen Diskussion fast vollständig.

    Was steckt dahinter? Eine moderne Rakete ist heute militärisch fast wertlos, wenn sie allein dasteht. Sie braucht Augen, die das Ziel finden, ein Gehirn, das in Sekunden entscheidet, und ein Nervensystem, das alles miteinander verbindet. Die Augen sind Satelliten, Drohnen und Aufklärungsflugzeuge. Das Gehirn ist eine Mischung aus Computern, künstlicher Intelligenz und militärischen Kommandostellen. Das Nervensystem sind sichere Datennetze, die in Echtzeit Informationen austauschen. Die Rakete ist nur das letzte Glied dieser Kette – das, was am Ende abgefeuert wird. Ohne Augen, Gehirn und Nervensystem ist die beste Rakete blind.

    Genau dieses Gesamtsystem haben die USA. Europa hat es nicht. Wären die US-Raketen in Deutschland stationiert worden, hätte das nicht bedeutet, dass Europa eigene Abschreckungsfähigkeit besitzt. Es hätte bedeutet: Europa hängt an einer Operationsarchitektur, die vollständig in amerikanischer Hand bleibt – Satelliten, Software, Datenleitungen, Entscheidungssysteme. Stationierungsort Deutschland, Steuerung Maryland.

    Wenn dieses entscheidende Element fehlt, ist die jetzige Ersatzdebatte strategisch leer. ELSA, Taurus-Modernisierung, Tomahawk-Lizenz, türkische Raketen: All das produziert Waffen ohne das System, in das sie eigentlich gehören. Europa baut Pfeile für einen Bogen, den es nicht besitzt – und zielt auf ein Auge, das entweder im Pazifik gebunden ist oder gar nicht existiert.

    Warum wird darüber nicht offen gesprochen? Weil eine ehrliche Antwort die bisherige Erzählung zerstören würde. Der Öffentlichkeit wurde die Stationierung als „Abschreckung gegenüber Russland” verkauft. Die tatsächliche Funktion – die Einbindung in eine globale US-Militärarchitektur mit eigenen Eskalationsrisiken – wurde nie offen erklärt. Würde man es jetzt zugeben, müsste man auch eingestehen, dass Europa sich seit 2024 auf einen Plan eingelassen hat, dessen Voraussetzungen es nie besaß und auch nicht aufzubauen plante.

    Damit kommt eine zweite Frage ins Spiel, die noch unbequemer ist: Selbst wenn Europa diese Architektur aufbauen könnte – wollen wir sie überhaupt?

    Denn so ein System ist nicht harmlos. Es senkt die Hemmschwelle für einen Angriff, weil es die Möglichkeit eröffnet, in tiefe gegnerische Strukturen hineinzuschlagen, bevor der andere reagieren kann. Es verkürzt Entscheidungszeiten so stark, dass am Ende Computer und nicht mehr Politiker bestimmen, ob geschossen wird. Es macht Europa zur globalen Konfliktpartei. Und es kostet riesige Summen, die in zivilen Bereichen fehlen – Bildung, Gesundheit, Infrastruktur, sozialer Zusammenhalt. Ein einmal aufgebauter militärisch-digitaler Komplex schafft eigene Interessen, aus denen man politisch kaum mehr aussteigen kann.

    Rolf Mützenich hat deshalb recht: Jetzt ist die Zeit, ernsthaft über Alternativen nachzudenken – und obenan steht der Neuanlauf zur Abrüstung statt Aufrüstung. Trumps Stopp hat unfreiwillig ein Fenster geöffnet. Statt es sofort wieder mit hektischen Ersatzbeschaffungen zuzuschlagen, sollte Europa die entstandene Pause nutzen, um die strategische Logik selbst infrage zu stellen. Eine neue Mittelstreckenrüstung in Europa – ob amerikanisch, europäisch oder türkisch – wird die Sicherheit unseres Kontinents nicht erhöhen, sondern Eskalationsdynamiken verschärfen, die zuletzt 1987 mit dem INF-Vertrag eingedämmt wurden. Genau dort liegt der eigentliche politische Auftrag: nicht in der Suche nach der nächsten Rakete, sondern im Neuanlauf zu verbindlicher Rüstungskontrolle. Das ist kein nostalgischer Reflex, sondern strategische Vernunft. Wer die Architekturlücke ehrlich benennt und gleichzeitig die Risiken eines eigenen Multi-Domain-Aufbaus mitdenkt, kommt zwangsläufig zu dem Schluss: Der vernünftigere Weg ist, die Spirale anzuhalten, statt sie auf europäischer Ebene neu aufzuziehen.

    Die Debatte müsste deshalb auf zwei Ebenen geführt werden, die beide bisher vermieden werden. Erstens: ehrlich darüber reden, was die geplante Stationierung wirklich war – nicht europäische Abschreckung, sondern Einbindung in ein US-System. Zweitens: politisch entscheiden, ob wir die Konsequenz – Aufbau einer eigenen Architektur – wirklich wollen, oder ob die bessere Antwort Abrüstung und Rüstungskontrolle heißt.

    Solange diese Fragen ungestellt bleiben, dreht sich die Beschaffungsdebatte um Hardware-Symbole, während die wirklichen Weichen ohne öffentliche Diskussion gestellt werden. Mützenichs Einwurf zeigt, wohin der Kompass jetzt zeigen müsste.


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    Info: https://erhardepplerkreis.substack.com/p/us-mittelstreckenraketen

    https://erhardepplerkreis.substack.com/p/us-mittelstreckenraketen?subscribe_prompt=free



    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    15.05.2026

    Aufgelesen: Worum es bei den (abgesagten) Tomahawks wirklich geht

    lostineu.eu, 14. Mai 2026

    US-Präsident Trump hat die geplante US-Stationierung von Mittelstreckenraketen in Deutschland gestoppt. Seitdem läuft in Berlin und Brüssel die Suche nach Ersatz: Taurus, ein europäisches Projekt namens ELSA, Tomahawk-Nachbau, türkische Raketen. Die Debatte klingt technisch – und sie verfehlt das Wesentliche.

    Von Arno Gottschalk*

    Die geplanten US-Raketen waren nie nur Raketen. Sie waren Teil eines viel größeren Systems. Schon in der deutsch-amerikanischen Erklärung vom Juli 2024 stand das ausdrücklich drin: Die Waffen sollten in die sogenannten Multi-Domain Task Forces der US-Armee eingebunden werden. Genau dieser Punkt fehlt in der öffentlichen Diskussion fast vollständig.

    Was steckt dahinter? Eine moderne Rakete ist heute militärisch fast wertlos, wenn sie allein dasteht. Sie braucht Augen, die das Ziel finden, ein Gehirn, das in Sekunden entscheidet, und ein Nervensystem, das alles miteinander verbindet. Die Augen sind Satelliten, Drohnen und Aufklärungsflugzeuge. Das Gehirn ist eine Mischung aus Computern, künstlicher Intelligenz und militärischen Kommandostellen.

    Das Nervensystem sind sichere Datennetze, die in Echtzeit Informationen austauschen. Die Rakete ist nur das letzte Glied dieser Kette – das, was am Ende abgefeuert wird. Ohne Augen, Gehirn und Nervensystem ist die beste Rakete blind.

    Ersatzdebatte führt in die Irre

    Genau dieses Gesamtsystem haben die USA. Europa hat es nicht. Wären die US-Raketen in Deutschland stationiert worden, hätte das nicht bedeutet, dass Europa eigene Abschreckungsfähigkeit besitzt. Es hätte bedeutet: Europa hängt an einer Operationsarchitektur, die vollständig in amerikanischer Hand bleibt – Satelliten, Software, Datenleitungen, Entscheidungssysteme. Stationierungsort Deutschland, Steuerung Maryland.

    Wenn dieses entscheidende Element fehlt, ist die jetzige Ersatzdebatte strategisch leer. ELSA, Taurus-Modernisierung, Tomahawk-Lizenz, türkische Raketen: All das produziert Waffen ohne das System, in das sie eigentlich gehören. Europa baut Pfeile für einen Bogen, den es nicht besitzt – und zielt auf ein Auge, das entweder im Pazifik gebunden ist oder gar nicht existiert.

    Warum wird darüber nicht offen gesprochen? Weil eine ehrliche Antwort die bisherige Erzählung zerstören würde. Der Öffentlichkeit wurde die Stationierung als „Abschreckung gegenüber Russland” verkauft. Die tatsächliche Funktion – die Einbindung in eine globale US-Militärarchitektur mit eigenen Eskalationsrisiken – wurde nie offen erklärt. Würde man es jetzt zugeben, müsste man auch eingestehen, dass Europa sich seit 2024 auf einen Plan eingelassen hat, dessen Voraussetzungen es nie besaß und auch nicht aufzubauen plante.

    *SPD-Politiker aus Bremen. Weiterlesen auf Substack. Mehr zur Aufrüstung in EUropa hier

    Kurzfassung mit KIClaudePerplexityDeepSeek

    11 Comments

    1. Karl
      15. Mai 2026 @ 05:43

      @KK: “keinerlei Einfluss” – das ist falsch: Rolf Mützenich halten die Granden der Seeheimer für so gefährlich, dass sie ihm keinerlei Funktion in ihrem riesigen Parteiapparat gönnen! Mützenichs Einfluss ist ganz enorm.
      In der Friedensbewegung ist der Erhard Eppler-Kreis sehr wohl bekannt und gut eingeführt (teils auch ambivalent, wie bei der SPD leider üblich). Und warum soll nicht ein Ökonom, Arno Gottschalk, in Bremen Kommunalpolitik treiben, wenn er sich dadurch die Unabhängigkeit und geistige Frische bewahrt, solche fundierten friedenspolitischen Beiträge in dem bundesweiten Diskussionszusammenhang schreiben zu können?!!

      An dem Beitrag des Gottschalk schätze ich sehr hoch, dass er die Grundsätze der Friedenssicherung zum Tragen bringt, die ich einst im Politikstudium gelernt habe, die aber heute weitgehend aus Hochschulen, Politik und Medien vertrieben sind.
      Vielen herzlichen Dank Ebo! Diesen Blog des Eppler-Kreises kannte ich noch nicht und habe ihn sofort abonniert.

    Antworten

  • umbhaki
    14. Mai 2026 @ 22:43

    @ebo:
    Herzlichen Dank für diesen Beitrag und den Link auf den kompletten Artikel von Arno Gottschalk!
    Offenbar gibt es in der Seeheimer Partei Deutschland (SPD) einzelne Abweichler, die mit der Realität noch nicht gebrochen haben. Leider nicht im Bundestag oder gar auf EUropäischer Ebene. Herr Gottschalk ist Bremer Lokalpolitiker.

    Ob der Erhard-Eppler-Kreis, auf dessen Seiten der Artikel veröffentlicht wurde, irgend einen Einfluss in dieser Partei hat, ist mir nicht bekannt. Gemerkt habe ich jedenfalls noch nie etwas davon.

    Antworten

    • ebo
      15. Mai 2026 @ 00:03

      Der Eppler-Kreis war mir auch neu. Gottschalk ist auf X ziemlich aktiv!

      Antworten

      • KK
        15. Mai 2026 @ 00:25

        Der Eppler-Kreis geistert doch u.a. mit seinem offenen Brief schon länger herum – allein, er hat keinerlei Einfluss auf die tatsächlich entscheidenden Parteigremien.

      • Karl
        15. Mai 2026 @ 05:43

        @KK: “keinerlei Einfluss” – das ist falsch: Rolf Mützenich halten die Granden der Seeheimer für so gefährlich, dass sie ihm keinerlei Funktion in ihrem riesigen Parteiapparat gönnen! Mützenichs Einfluss ist ganz enorm.
        In der Friedensbewegung ist der Erhard Eppler-Kreis sehr wohl bekannt und gut eingeführt (teils auch ambivalent, wie bei der SPD leider üblich). Und warum soll nicht ein Ökonom, Arno Gottschalk, in Bremen Kommunalpolitik treiben, wenn er sich dadurch die Unabhängigkeit und geistige Frische bewahrt, solche fundierten friedenspolitischen Beiträge in dem bundesweiten Diskussionszusammenhang schreiben zu können?!!

        An dem Beitrag des Gottschalk schätze ich sehr hoch, dass er die Grundsätze der Friedenssicherung zum Tragen bringt, die ich einst im Politikstudium gelernt habe, die aber heute weitgehend aus Hochschulen, Politik und Medien vertrieben sind.
        Vielen herzlichen Dank Ebo! Diesen Blog des Eppler-Kreises kannte ich noch nicht und habe ihn sofort abonniert.

  • Erneuerung
    14. Mai 2026 @ 19:18

    Wenn das der Russe liest, greift er morgen Deutschland an, denn er hat das alles, unter seinem Hut. Wir müssen unbedingt und sofort die Mobilmachung starten, damit auch wirklich nichts übrig bleibt, zumindest kein Humankapital.

    Antworten

    • KK
      14. Mai 2026 @ 22:08

      Als ob “der Russe” das nicht schon alles längst wüsste! Genau deshalb will der doch ums Verrecken die NAhTOd nicht in der Ukraine…

      Antworten

  • Guido B.
    14. Mai 2026 @ 19:12

    Ich lese hier etwas über Augen, Nervensystem und Gehirn. Alles Dinge, die unseren politischen Eliten abhanden gekommen sind. Darum sehen sie die einzige Zukunftsperspektive in autonomen Waffen.
    Keine Tagesschau ohne Waffenschau!

    Antworten

  • Reykjavik
    14. Mai 2026 @ 17:52

    “…die Einbindung in eine globale US-Militärarchitektur mit eigenen Eskalationsrisiken”.
    Die selbe Ungeheuerlichkeit, wie beim Geheule nach dem europäischen “nuklearen Schirm”: Frankreich oder GB stellen die nuklearen Kapazitäten, haben aber die ausschließliche Befehlsgewalt, der “Nuklearschirm” selbst aber macht Deutschland noch mehr zum Angriffsziel, als es ohnehin schon wäre. Dieses unmenschliche, zynische, nukleare “über-Bande-Spielen” scheinen deutsche Militärexperten nicht zu erkennen – oder ist es ihnen einfach wurscht? Nach alldem, was ich im Hinblick auf Deutschlands “Sicherheitspolitik” seit 2022 mitansehen muss, vermutlich letzteres.

    Antworten

    • ebo
      14. Mai 2026 @ 18:08

      Für diesen “Nuklearschirm” hat sich heute auch Grünen-Chefin Brantner ausgesprochen. Schwarz-grün kann kommen 🙂

      Antworten

    • KK
      14. Mai 2026 @ 22:10

      Der “Nuklearschirm” wird sich am Ende doch nur als Fallout erweisen… und gegen den nutzt so ein Schirm herzlich wenig.

      Antworten

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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

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