Iran-Konflikt: Russland bereit und aktiv, um zur Regulierung der Situation beizutragen
freedert.online, 4 Mär. 2026 10:31 Uhr,
Die Staaten des Persischen Golfs, welche die Stationierung von US-amerikanischen Stützpunkten auf ihrem Gebiet zugelassen haben, wurden nach dem Angriff der USA und Israels auf Iran in den Konflikt hineingezogen. Indessen ist Russland bereit, neue Brücken zwischen den Ländern des Nahen Ostens zu schlagen.
Archivbild: Russlands Präsident Wladimir Putin begrüßt eine Delegation aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Moskau, 7. August 2025.
Vor dem Hintergrund der Aggression Israels und der USA gegen Iran und der raschen Ausweitung des Konflikts auf das Territorium der Golfstaaten hat Russlands Präsident am 2. März eine Reihe von Telefonaten mit den Oberhäuptern der nahöstlichen Staaten – Bahrain, Katar, Vereinigte Arabische Emirate und Saudi-Arabien – geführt.
Wladimir Putin besprach die Lage mit dem Präsidenten der VAE, Muhammad bin Zayid Al Nahyan. Die Gesprächspartner verwiesen auf "beispiellose tragische Ereignisse" und betonten die Notwendigkeit eines schnellstmöglichen Waffenstillstands und einer Rückkehr zur politisch-diplomatischen Regulierung des Konflikts. Putin betonte zudem den gemeinsamen Beitrag von Moskau und Abu Dhabi zur friedlichen Lösung von Angelegenheiten im Zusammenhang mit dem iranischen Atomprogramm.
Der Kreml hob hervor, dass "vorhandene Errungenschaften durch den Akt der unprovozierten bewaffneten Aggression gegen einen souveränen Mitgliedsstaat der UNO" zunichte gemacht worden seien. Der Präsident der VAE verwies seinerseits darauf, dass der Konflikt sein Land bereits erfasst habe und Zivilisten bedrohe, wobei die VAE "nicht als Aufmarschplatz für Angriffe gegen Iran" genutzt würden. Putin äußerte die Bereitschaft, die vorhandenen Signale an Iran zu übermitteln.
Ein weiterer Dialog fand mit dem Emir von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani statt. Die Gesprächspartner äußerten gemeinsam ihre Sorgen bezüglich des Risikos der Einbeziehung von Drittstaaten in den Konflikt. Zudem dankte Katars Emir Moskau für die Unterstützung der Staaten der Region in der gegenwärtig schwierigen Lage.
Außerdem führte Putin ein Gespräch mit dem König von Bahrain, Hamad bin Isa Al Chalifa. Moskau und Manama erklärten, dass die gegenwärtige Lagenentwicklung eine direkte Sicherheitsbedrohung für zahlreiche arabische Staaten darstelle, die mit Russland durch freundschaftliche Beziehungen verbunden sind. In diesem Zusammenhang bekräftigte Putin seine Bereitschaft, alle vorhandenen Möglichkeiten zur Stabilisierung der Lage in der Region zu nutzen.
In einer ähnlichen Tonalität verlief das Gespräch mit dem Erbprinzen von Saudi-Arabien, Mohammed bin Salman Al Saud: nach dessen Meinung könne Russland "in diesen Tagen eine positive stabilisierende Rolle im Hinblick auf seine freundschaftlichen Beziehungen sowohl zu Iran, als auch zu den Ländern des Persischen Golfs" spielen.
Für eine Deeskalation und eine Rückkehr zum politisch-diplomatischen Prozess sprach sich auch Russlands Außenministerium aus. Der stellvertretende Leiter der Behörde, Georgi Borissenko, traf sich mit dem Botschafter Irans in Moskau, Kazem Dschalali. Zentrales Thema des Gesprächs war die Lage im Nahen Osten. Darüber hinaus verurteilte Moskau kategorisch den Mord an Irans Oberhaupt, Ajatollah Ali Chamenei.
Die gemeinsame Aggression der USA und Israels gegen Iran hatte am 28. Februar begonnen. Das Ziel der Operation bestehe nach Washingtons Behauptungen nicht nur in einer Verhinderung der Weiterentwicklung des iranischen Atomprogramms, sondern auch in einem Regime Change. US-Präsident Donald Trump forderte iranische Militärangehörige auf, die Waffen niederzulegen, und die Bürger des Landes, auf die Straße zu gehen und "das Joch der Tyrannei" abzuschütteln. Durch die Angriffe kamen Hunderte Menschen ums Leben, darunter ein bedeutender Teil der Führung der Islamischen Republik: Irans Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei, der Verteidigungsminister Aziz Nassirzadeh und der Kommandeur des Korps der Islamischen Revolutionsgarde, Mohammad Pakpour.
Als Reaktion auf die Luftangriffe führte Iran mehrere Wellen von Raketen- und Drohnenangriffen gegen US-amerikanische Militärobjekte in der Region durch. Zu Explosionen kam es in Dubai und Abu Dhabi in den VAE, im katarischen Doha, in Bahrains Hauptstadt Manama, in Kuwait-Stadt in Kuwait sowie in Erbil im irakischen Kurdistan. Zudem wurden die größten Öl- und Gasobjekte der Region angegriffen. Das katarische Staatsunternehmen QatarEnergy unterbrach die Produktion von Flüssiggas, und die Ölraffinerie von Saudi Aramco in Saudi-Arabien stellte ihren Betrieb teilweise ein. Die Straße von Hormuz, über die ein bedeutender Teil der weltweiten Energieträgerlieferungen läuft, steht unter der Gefahr einer vollständigen Sperrung, und der Luftraum über der Region ist für zivile Flugzeuge geschlossen – der Verkehr kollabiert faktisch. Dabei kündigte Trump am Abend des 2. März eine neue Welle von Angriffen gegen Iran an.
Nach Ansicht von Experten hat der demonstrative Angriff der USA und Israels gegen Iran unmittelbar während der Verhandlungen praktisch den gesamten Nahen Osten destabilisiert und Washington der Möglichkeit beraubt, sich hinter der Maske eines "Friedensstifters" in der Region zu verstecken. Dabei zeigte Moskaus Reaktion auf den Angriff, dass Russland sowohl das Vertrauen Irans, als auch der Golfstaaten genieße und bereit sei, seine gesamte Autorität zur Regulierung der Krise zu nutzen.
Der Orientologe Kirill Semjonow merkt an:
"Moskau versucht, das vorhandene diplomatische Kapital maximal einzusetzen, um die Bemühungen der Staaten der Region zur Regulierung der Situation zu unterstützen. Selbstverständlich ist die Lage äußerst schwierig: die Aktionen der USA haben zu einer umfassenden Krise geführt, die weiter anwächst. Die Länder des Nahen Ostens kennen Russland als einen zuverlässigen Partner, der niemals Eskalation und ausländische Einmischung in Angelegenheiten souveräner Staaten unterstützt hat. Aktuell bleibt Moskau faktisch der einzige Akteur, der das Geschehen zumindest irgendwie positiv beeinflussen kann."
Der Experte hebt die Angespanntheit des Moments hervor:
"Als Antwort auf die Aktionen der USA greift Iran weiterhin die benachbarten Monarchien an, auf deren Territorium US-amerikanische Militärobjekte stationiert sind. Die Lage ist äußerst angespannt. Doch Russland versucht, seinen Partnern zu helfen. Es ist wichtig, zu verstehen, dass die Reihe von Telefongesprächen mit den Oberhäuptern der Golfstaaten nur ein erster Schritt auf dem Wege zur Stabilisierung war."
Es sei zu noch zu früh, zu vermuten, inwieweit die Bemühungen der Diplomaten zum Erfolg führen, doch einen positiven Effekt werde es sicher geben. Semjonow betont:
"Ob es gelingt, den Konflikt auf diese Weise zu stoppen, ist sehr fraglich. Doch dieser Schritt Moskaus wird unbedingt Früchte tragen: Im Nahen Osten wird allein schon die Absicht zur Unterstützung der Partner geschätzt. Im Gegensatz zu den USA nimmt Russlands Ansehen in der Region zu."
"Der Präsident der USA hat das ohnehin wacklige Bild von sich als Friedensstifter nunmehr vollständig zerstört. Seine diplomatischen Aktivitäten erwiesen sich als äußerst fragwürdig: Es ist schwierig, zu sagen, dass die von ihm regulierten Konflikte endgültig und unumkehrbar gelöst seien. Doch im Fall Irans haben die Vereinigten Staaten sich selbst übertroffen – das ist ein eklatanter Akt der Aggression."
Der Politologe Pawel Danilin stimmt dieser Ansicht zu:
"Vor dem Hintergrund dieser waghalsigen Aktionen tritt Russlands Auftreten als eine diplomatische Macht besonders deutlich zu Tage. Gegenwärtig tritt Moskau praktisch als der einzige mögliche Vermittler auf. Uns ist es gelungen, feste und stabile Beziehungen zu allen Teilnehmern der laufenden Konfrontation aufrechtzuerhalten.
Wir haben hervorragende Arbeitskontakte zu den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Katar. Unser Dialog mit diesen Staaten ist immer konkret und freundschaftlich. Dabei ist Iran, ein historischer Opponent der arabischen Welt, ebenfalls unser strategischer Partner."
Der Politologe erinnert daran, dass Russland Arbeitskontakte auch zu den Staaten unterhält, die Iran überfallen haben. Die Verbindungen zu Israel blieben relativ eng, und es gebe "viele kulturhistorische Gemeinsamkeiten". Was die Vereinigten Staaten angehe, so sei im vergangenen Jahr der Dialog zwischen Moskau und Washington ins Rollen gekommen, damit "die erneuerten Beziehungen einen stabilen Charakter erhalten." Danilin schlussfolgert:
"Somit wurde Russland zu einer Art 'Sammelstelle' für dieses nahöstliche Puzzle. Ein besserer Vermittler ist meiner Ansicht nach nicht zu finden. Unsere Diplomatieschule war schon immer für die Fähigkeit berühmt, selbst in schwierigsten Lagen nach Kompromissen zu suchen. Und wir verfügen noch immer über die heutzutage so seltene Fähigkeit, anderen zuzuhören."
Übersetzt aus dem Russischen. Zuerst erschienen bei der Zeitung "Wsgljad" am 2. März 2026.
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10.03.2026
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10.03.2026
Pro Memoria: Concierto de Aranjuez - Joaquín Rodrigo II. Adagio / Pablo Sáinz-Villegas - LIVE
seniora.org, 10. März 2026
Wir wiederholen diesen kleinen Beitrag zur Stärkung unseres Immunsystems in unruhiger Corona-Zeit und heute wieder zu Zeiten der barbarischen Kriegswirre
Geschätzte Seniora-Leserin, geschätzter Seniora-Leser, gönnen Sie sich in der Hektik [der damaligen bedrückenden Corona-Zeit und] der derzeitigen irritierenden Nachrichten, die mit dem barbarischen Irankrieg einen neuen Höhepunkt erreichen ... ... 12 Minuten der Ruhe und lauschen Sie den wunderbaren Klängen des Aranjuez Konzerts... Wir tun damit etwas für's Gemüt, die Seele, für die Psyche und stärken so auch ein wenig unser Immunsystem, das wir heute mehr denn je kräftigen sollen. Alles Gute! Margot und Willy Wahl
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Die Geschichte hinter dem Concierto de Aranjuez:
1933 verbrachten Joaquín Rodrigo und seine Frau, die türkische Pianistin Victoria Kamhi, ihre Flitterwochen in Aranjuez (daher der Name Concierto de Aranjuez). Einige Zeit später zogen sie nach Deutschland. Dort erwarteten sie ihr erstes Kind. Das Kind wurde tot geboren und seine Frau wäre beinahe gestorben. Im zweiten Satz hinterfragt Joaquín Gott (Orchester) wegen der Fehlgeburt seiner Frau, dem Verlust seines Kindes und fleht darum, dass seine Frau am Leben bleibt; dies wird durch den Puls der Gitarre (am Anfang des zweiten Satzes) ausgedrückt, der ein schlagendes Herz darstellt. Der Satz ist voller Trauer, Wut und Verzweiflung. Am Ende, beim Höhepunkt der Gitarre und des Orchesters (das Gott repräsentiert), „hört Joaquín Rodrigo Gott“ und endlich kommt es zur Kapitulation oder realistische Einsicht und Akzeptanz der Tatsachen, bis Joaquín Rodrigo den so sehr ersehnten Frieden findet (Ende des Konzerts).
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Die Watchlist EUropa vom 10. März 2026– Heute mit Nachrichten und Analysen zueiner außenpolitischen Grundsatzrede der EU-Präsidentin, den militärischen Plänen des französischen Staatschefs und den bizarren Vorwürfen gegen einen Schweizer Bestsellerautor
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Die Chefin der EU-Kommission ist keine gute Rednerin. Von der Leyens Reden werden meist aus Stichworten und Wunschlisten zusammengestoppelt, die an die CDU-Politikerin herangetragen wurden.
Gern greift sie Buzzwords wie “Unabhängigkeit”, “Souveränität oder “strategische Autonomie” auf, um “Europas Moment” zu beschwören und sich neue Kompetenzen und Machtbefugnisse anzueignen.
Bisher gehörte auch die “regelbasierte Ordnung” zu ihrem Repertoire. Doch damit ist es vorbei: In einer Rede vor den EU-Botschaftern in Brüssel ist VdL davon abgerückt; sie setzt nun vor allem auf Macht.
Auf Geopolitik folgt Machtpolitik
Europa könne nicht länger ein Hüter der alten Weltordnung sein, sagte VdL. Diese Welt gehöre der Vergangenheit an und werde nicht mehr zurückkehren, erklärte sie angesichts des Irankriegs.
“Wir werden das regelbasierte System, das wir gemeinsam mit unseren Verbündeten aufgebaut haben, immer verteidigen “, betonte sie wahrheitswidrig – denn gegen die USA und Israel verteidigt sie gar nichts.
In ihren Reden erwähnt von der Leyen die Urheber des neuen Irankrieges nicht einmal – offenbar aus Angst, es sich mit US-Präsident Trump zu verscherzen und ihre Ukraine-Politik zu gefährden.
Sie beugt sich der Macht – und will selbst mehr davon. Dazu will sie auch die EU ummodeln. Als “geopolitischer Akteur” könne man sich nicht nur auf Konsens und Kompromiss verlassen, sagte sie.
Es geht vor allem um ihre Macht
Das ist zwar richtig. Doch wenn es die Chefin der EU-Kommission sagt, die die EU-Regeln schützen soll, ist es fatal. Und wenn es eine Frau wie VdL sagt, die von Machthunger getrieben wird, umso mehr.
In Brüssel regt sich denn auch Widerspruch. Es ist zwar kein offener Widerstand, wie einige Medien berichten. Doch in Frankreich und im Europarlament wächst der Unmut über die deutsche EU-Chefin….
Meine two Cents: Ganz neu ist das alles nicht. Von der Leyen hat sich längst von den EU-Regeln verabschiedet und das Konsensprinzip aufgegeben. Sie hat die EU auch bereits massiv aufgerüstet. Mehr Macht hat sie dennoch nicht – im Irankrieg sind die EUropäer nur hilflose Zuschauer…
Macrons Größenwahn: Nun will er EUropa verteidigen. Frankreich verlegt zur Unterstützung seiner Verbündeten im Nahost-Konflikt rund ein Dutzend Kriegsschiffe ins Mittelmeer und das Rote Meer. Zu dem Verband gehöre auch der Flugzeugträger “Charles de Gaulle”, sagte Präsident Macron bei einem Besuch auf Zypern. “Wenn Zypern angegriffen wird, wird Europa angegriffen”, betonte er. Ziel des Einsatzes sei eine rein defensive Haltung, um die Freiheit der Schifffahrt zu gewährleisten. Macron stellt zudem in Aussicht, Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu eskortieren, sobald die intensivste Phase des Konflikts vorüber sei. – Was soll das? Will Macron nun EUropa im Alleingang verteidigen? Mit seinem Größenwahn droht er, uns alle in diesen völkerrechtswidrigen Krieg zu ziehen!
Rechte Mehrheit setzt harte Rückführungs-Regeln durch. Die Grundlage für sog. Rückkehrzentren („Return Hubs“) außerhalb der EU für abgelehnte Asylbewerber hat eine Hürde im Europaparlament genommen. Abgeordnete im zuständigen Ausschuss für Inneres votierten mit rechten und rechtsextremen Stimmen für einen entsprechenden Gesetzesvorschlag. – Die Rechten jubeln.„Heute ist ein historischer Tag für die AfD und ein Wendepunkt der europäischen Migrationspolitik. Die bisherige Politik der offenen Grenzen ist gescheitert. Mit dieser Abstimmung ist klar: Es gibt jetzt eine rechte Mehrheit für eine echte Migrationswende in Europa, erklärte M. Khan von der AfD…
EUropa rüstet auf wie noch nie. Europäische Staaten haben in den letzten fünf Jahren ihre Waffenimporte mehr als verdreifacht. Damit sind sie weltweit auf Platz eins bei der Aufrüstung vorgerückt. Dies meldet das Friedensforschungsinstitut SIPRI in Stockholm. Bei den Exporten rückte Deutschland vom fünften auf den vierten Platz vor und überholte China. – Mehr hier
Das Letzte
Neues von J. Baud.Der von der EU sanktionierte Schweizer Bestsellerautor J. Baud hat der Schweizer Zeitung “Zeitgeschehen im Fokus” ein Interview gegeben. Darin äußert er sich erstmals zu den Vorwürfen, auf die die EU ihre Strafe wegen angeblicher russischer Desinformation stützt. Sie beziehen sich laut Baud nicht etwa auf Originaltexte aus seiner Feder – sondern auf neun Presseartikel und Interviews. Die Autoren hätten seine Bücher nicht gelesen und völlig Falsches über ihn geschrieben, klagt Baud. Ein weiterer Vorwurf beziehe sich auf eine Person, die ihn kennt. Dabei teile er deren Ansichten nicht. Bauds Fazit: “Dahinter steckt die gleiche Mentalität wie 1948 bei den Prager Prozessen.” – Ein harter Vorwurf, den wir gern überprüfen würden. Doch die EU-Dokumente sind geheim und dürfen nicht der Presse gezeigt werden…
Ich arbeite seit 2004 als fest akkreditierter EU-Korrespondent für deutsche Medien in Brüssel. Mehr als 25 Jahre Erfahrung in Europapolitik, deutsch-französischen Beziehungen und Foreign Affairs. Blogge hier seit 2011 🙂
„Gott hat den Krieg erschaffen, damit die Amerikaner Geografie lernen.“ Die Lernunwilligkeit der westlichen Hegemonialmacht mit dem größten Haufen an Kriegsgerät aller Art und der längsten Liste an Angriffskriegen, mittels derer sie skrupellos eigene Machtansprüche vom Militär durchsetzen lassen, wird die Menschheit noch einen verdammt hohen Blutzoll kosten!
…Wir brauchen euren Schutz nicht. “Wir wollen lediglich, dass ihr eure Finger von uns lasst.“… Und genau das erlaubt die “hands on”-Politik dieser gierschlauen (notfalls auch “hands on” Eier und Muschis) Verschwörungspraktiker (siehe Epstein-Files) eben NICHT. Sie können niemanden in Ruhe lassen, solange es ihrer Meinung nach “noch was zu holen gibt”. Egal wie viel man schon hat, egal wie wenig man braucht, Hauptsache haben. Und zwar exklusiv und exzessiv. Whatever it takes.
Was sie am nötigsten brauchen: Handelspartner von denen sie billig für ihre verarmten Unterschichten Konsumgüter kaufen können. Und im Gegengeschäft international (dumme) Abnehmer für die “Waren” ihrer -gegenseitig sich “befruchtenden”- CashCows, den MIK für ihre Waffen und den Sicherheitsindustriekomplex, sowie das digitale Sicherheits – und Analysegeschäft mit der automatisierten Datenauswertung. “Dumm” weil die Käufer immer weniger davon autonom nutzen können, da sie von den USA abschaltbar sind (z.B. grounden von Flugzeugen ect.), und weil das Digitale ihre Staatsmacht untegräbt, indem es den Politikern als einzige Antwort auf Fragen nur ein “Computer sagt Ja” oder “Computer sagt Nein” übrig lässt. (vgl. die Fernsehserie Little Britain). KI als große BlackBox, von der niemand außer den privaten Herstellern die Grundannahmen kennt, nach denen deren Risikologik programmiert wurde. Die aber die “Sicherheitspolitik” bestimmt.
Noch dümmer als dumm haben sich die Poltiker in den USA selbst komplett von ihren Techoligarchen abhängig machen lassen, die mit ihren Firmengeheimnissen rund um ihre Algorithmen den Politikern ebenso eine BlackBox vorsetzen. Noch hat die Politik formal die Hebel in der Hand, sie könnte noch versuchen, den “Stecker zu ziehen”. Ich bin aber, was Deutschland und Europa betrifft, beim derzeitigen Personalbestand skeptisch, ob sie die Kurve noch kriegen. Denn sie sehen anscheinend nicht einmal die Kurve.
@Monika Sehr gut! FACK! „Gott hat den Krieg erschaffen, damit die Amerikaner Geografie lernen.“ und “Wir wollen lediglich, dass ihr eure Finger von uns lasst.“ gehen in meine Sammlung ein. Thx.
Die Militärpolitik Frankreichs stellt heute German-Foreign Policy anders dar: Die Golfstaaten wechseln die Seite! Sie leiden unter dem Krieg und sind sehr unzufrieden mit den USA. Frankreich hat sich, anders als die EU-Vasallen, bereits auf die Seite der Golfstaaten geschlagen. Siehe: „Eine inakzeptable Aggression“ — https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10333 Daraus: Frage von der Golfküste an die USA: „Wer hat Ihnen die Erlaubnis gegeben, unsere Region in ein Schlachtfeld zu verwandeln?“ (Al Habtoor, Inner Circle der Emirate-Herrscher) – Auf die Aussage von US-Senator Lindsey Graham (Neokon Frontmann), die Emirate seien auf die USA angewiesen, antwortete Al Habtoor: „Wir brauchen euren Schutz nicht. Wir wollen lediglich, dass ihr eure Finger von uns lasst.“
Ergänzend: “Warum der Iran den Krieg bereits gewonnen hat” – ein gut informierter Artikel über den Iran, eine echte Perle, von dem Schweizer Iranologen Patrick Ringgenberg: – https://globalbridge.ch/warum-der-iran-den-krieg-bereits-gewonnen-hat/ „Gott hat den Krieg erschaffen, damit die Amerikaner Geografie lernen.“ (mit diesem Zitat von Mark Twain geht es los!)
“VdL … setzt nun vor allem auf Macht.” Das hat ihr doch der Lange Fritz eingeflüstert, oder aufgeschrieben, oder so!?
“Auf Geopolitik folgt Machtpolitik” Was soll das denn jetzt, man denkt: “abhängig von den USA” und muss dann zur Kenntinis nehmen: “souverän und stark genug für Machtpolitik”? Schon wieder der Lange Fritz. Weiß Röschen denn was sie da so vor sich hin schwätzt?
Die Aussagen von den Laiens bieten in der Tat nix Neues. Das Muster: — Man positioniert sich selbst als “emissary of pity, and science, and progress” (Joseph Conrad, Heart of Darkness). — Man verweist auf die Muskeln, die man nicht hat. — Man schimpft über die Taten der Schurken, denen sich die EU überlegen fühlt. — Man deutet die Schweinereien der Schurken, von denen die EU abhängig ist, in Heldentaten um.
VON DER LEYEN und die Brüsseler Sanktionsfabrik misshandeln die europäische Bevölkerung ohne den geringsten Skrupel, wobei sie fundamentale Werte der Zivilisation missachten. VON DER LEYENS Auftritte und das Schicksal von Jacques Baud sind der beste Beweis, wie bösartig, toxisch und menschenverachtend das System EU geworden ist. Diese Insititution und ihre Führer stehen so offenkundig auf der falschen Seite der Geschichte, dass man nur noch entsetzt und zutiefst beunruhigt sein kann. Die übelsten Bösewichte sind VON DER LEYEN, MERZ und TRUMP, das Trio Infernale der menschenverachtenden Tyrannei. Wobei zu ergänzen ist, dass NETANJAHU die Bösartigkeit des Trio Infernales locker um Faktor 10 übertrifft.
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Katar warnt vor einer Weltwirtschaftskriseals Folge des Angriffs auf Iran.Der Ölpreis explodiert, deshalb gibt es eine Krisensitzung der G-7. Und die USA erlauben Indien den Kauf von russischem Öl.
Katar warnt vor Weltwirtschaftkrise. Qatar has warned that the US-Israeli war on Iran could “bring down” the world’s economies. The country’s energy minister said the Israeli-US attacks in the region and Iran’s retaliation could shut down all Gulf energy exporters within days and drive oil to $150 a barrel. “This will bring down the economies of the world,” Saad al-Kaabi told the Financial Times. “If this war continues for a few weeks, GDP growth around the world will be impacted. Everybody’s energy price is going to go higher. There will be shortages of some products and there will be a chain reaction of factories that cannot supply.” (Middle East Eye) – Die Warnung ist berechtigt, wie die Marktpanik und die Reaktion der G-7 zeigt (siehe unten). In Asien wurden bereits Notmaßnahmen verhängt, wie das “Handelsblatt” meldet.
Ölpreis explodiert, Krisensitzung der G-7. Der Iran-Krieg hat die Ölpreise über die Marke von 100 US-Dollar katapultiert und schürt Sorgen vor Rückschlägen beim Wirtschaftswachstum. Für Entspannung sorgte ein Bericht, wonach die G7-Gruppe der führenden westlichen Industriestaaten erwägen, ihre nationalen Erdölreserven einzusetzen, um den Preisanstieg am Ölmarkt zu bremsen (dpa). Der Anstieg der Ölpreise über 100 Dollar löste einen Ausverkauf an den Börsen aus – insbesondere an den asiatischen Börsen. Anleger sind besorgt, dass die Inflation steigt und die Konjunktur leidet, sollte sich der Ölpreis länger auf dem hohen Niveau bewegen.
USA erlauben Indien Kauf von russischem Öl. Die USA erlauben indischen Raffinerien für einen begrenzten Zeitraum den Kauf von russischem Öl. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte auf der Plattform X, sein Ministerium habe eine 30-tägige Ausnahmegenehmigung erteilt, damit weiterhin genügend Öl auf den Weltmarkt gelangt. Die Maßnahme gilt nur für Lieferungen, die bereits auf Tanker verladen worden sind, aber noch nicht ausgeliefert wurden (Berliner Zeitung). – Die EU schweigt dazu. Statt ihrerseits Energie-Sanktionen zu lockern, behauptet die EU-Kommission, es gebe keine Anzeichen für eine Krise…
P.S. Die G7-Staaten haben eine Freigabe ihrer Ölreserven vorerst abgelehnt. “Wir sind noch nicht soweit”, sagte der französische Finanzminister Lescure nach einer Videokonferenz mit seinen Amtskollegen aus Deutschland, den USA, Japan, Kanada, Großbritannien und Italien. In den kommenden Wochen sei eine Freigabe aber denkbar.
…Blutsauger zum Teufel zu jagen und den ganzen militärischen Schrott mitzunehmen. Wir brauchten uns dann auch nicht fürchten, Ziel von Erst- und Enthauptungsschlägen zu werden… Dann brauchen wir uns noch vor dem Furor der wildgewordenen Hegemonialmacht zu fürchten, denn die bombt uns im Zweifel gründlich in Grund und Boden, allein schon um der Achse der “Verachtenswerten” (o-ton Rubio) das Geschäft zu versauen. Merke: den Führern der USA geht es schlichterdings nur um Macht und eigene Geschäfte, nicht um “Menschlichkeit” oder ein gedeihliches Nebeneinander. Einzig gültiges Prinzip ihrer US-Strategie lautet “the winner takes it all”. Dabei ist es aus psychologischer Sicht völlig unerheblich, ob das “all” noch brauchbar ist oder nicht. Hauptsache kein anderer kann Nutzen ziehen. Das sind keine Blutsauger (selbst die achten ja auf ihre Nahrungsquellen) sondern blindwütige — da fehlt mir ein passender sprachlicher Ausdruck…
Warum lassen wir uns ausgerechnet von den Verantwortlichen und Auslösern der meisten Krisen und Kriegen auf der Welt immer noch am Nasenring durch die Manege ziehen? Es ist höchste Zeit die Blutsauger zum Teufel zu jagen und den ganzen militärischen Schrott mitzunehmen. Wir brauchten uns dann auch nicht fürchten, Ziel von Erst- und Enthauptungsschlägen zu werden. Wir könnten dann auch wieder genügend preisgünstige Energie und Geld für Wichtigeres als Rüstungsgüter haben. Der Verkäufer der Energie hätte sicher keinen Bock, seinen Kunden anzugreifen.
Wo kämen wir denn da hin, wenn die Verantwortlichen mal pragmatisch und vernünftig entscheiden würden? Dann hat uns Uncle Sam doch nicht mehr lieb!
Über NordStream Gas aus Russland beziehen dürfen wir erst wieder, wenn die Pipeline den USA gehört und diese einen saftigen Aufschlag kassieren können! Nachdem sie auf Kosten der EUropäer repariert worden ist, natürlich.
Staatseigene Unternehmen haben auf Befüllung umgestellt, da sie dank langfristiger Verträge vorerst weiterhin Gas zum aktuellen Preis beziehen können. Zudem pumpen Länder russisches Gas in unterirdische Gasspeicher.
Die Befüllung europäischer Speicher stagniert bei 29 %. Witterungsfenster ermöglichen es den EU-Ländern, ihre Reserven wieder aufzufüllen. Laut GIE betrug die Gasentnahme am 7. März 163 Millionen Kubikmeter, die Einspeisung hingegen 147 Millionen Kubikmeter.
Deutsche Staatsunternehmen beziehen erhebliche Gasmengen im Rahmen langfristiger Verträge, die eine Preiserhöhung bis zum nächsten Monat ausschließen. Dies betrifft auch den Vertrag mit Yamal LNG, der von der deutschen SEFE gehalten wird. Die Bundesregierung verstaatlichte dieses Unternehmen, damals noch Gazprom Germania, im April 2022, stellte die Gaskäufe von Yamal jedoch nicht ein. Die vertraglichen Verpflichtungen belaufen sich auf 4 Milliarden Kubikmeter LNG pro Jahr, die das deutsche Unternehmen über Terminals in Frankreich und den Niederlanden bezieht.
Hoffentlich verhalten sich die G7 nicht so kriecherisch wie sonst und fordern die Beendigung dieses völkerrechtswidrigen Kriegs. Glaube ich zwar nicht, aber genau das müsste passieren. Mit Sanktionsandrohung gegen die USA und Israel.
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Zum Angriffskrieg gegen Iran schweigt die EU-Außenbeauftragte Kallas. Umso eifriger preist sie den Internationalen Frauentag – als Gelegenheit für Frauen, zur Waffe zu greifen.
Mit der “feministischen Außenpolitik” ist es so eine Sache. Von Thatcher über Albright bis hin zu Baerbock nahm sie immer wieder aggressive und sogar militaristische Züge an.
Im Gaza-Krieg verteidigte die frühere Außenministerin Baerbock die Angriffe der israelischen Armee auf Flüchtlingslager. “Dann können auch zivile Orte ihren Schutzstatus verlieren, weil Terroristen das missbrauchen”,erklärte sie.
Auch jetzt erweist sich die Außenpolitik der Frauen als schwierig. So hat es die EU-Außenbeauftragte Kallas nicht für nötig befunden, sich zur tödlichen US-Attacke auf eine Mädchenschule in Teheran zu äußern.
Stattdessen hielt sie eine Sondersitzung der EU-Außenminister mit Vertretern der Golfstaaten ab, um die Gegenschläge des Iran zu kritisieren. Die meisten Golfstaaten werden von alten Phallokraten regiert!
Eine Einladung zum Kriegsdienst?
Immerhin ließ Kallas ihren Auswärtigen Dienst nun ein Video zum Internationalen Frauentag produzieren. Merkwürdigerweise sieht man darin aber fast nur Frauen in Uniform – einige sogar im Einsatz im Nahen Osten.
Der Clip wirkt wie eine Einladung zum Kriegsdienst, der Frauentag sieht aus wie eine Militärübung. Angesichts der flagranten Militarisierung der EU und ihrer Außenpolitik ist das nicht wirklich eine Überraschung.
Doch was will uns Kallas damit sagen? Daß Frauen besser Krieg führen können als Männer? Daß es keine Sicherheit gibt ohne Frauen am Gewehr? Dass die Haubitze besser ist als der heimische Herd?
Das suggerieren die Bilder und die begleitenden Texte. Von Diplomatie hingegen, der eigentlichen Aufgabe von Frau Kallas, ist keine Rede. Dabei wäre gerade jetzt eine “feministische Diplomatie” gefragt…
From negotiation tables to EU missions on the ground, women play a vital role in building peace and security.
On International Women's Day, we recognise their indispensable contribution to lasting peace. Research shows peace agreements are more likely to endure when women take… pic.twitter.com/MGhkKLfsZa
— European External Action Service – EEAS 🇪🇺 (@eu_eeas) March 8, 2026
Wenn ich die permanenten einseitigen Zuweisungen schlechter Eigenschaften gegenüber Russland, Iran und dazu die geradezu hasserfüllten, kriegsbetonten Einstellungen von Kallas, vdL, Dröge, Brugger, Hasselmann, Baerbock u.s.w. sehe und höre, habe ich große Zweifel, ob Frauen per se wirklich die besseren Verfechter für den Weltfrieden sind.
Nicht nur das. Wer die Epstein files verfolgt, bekommt hautnah mit wie oft auch Muetter aktiv involviert waren und ihre Kinder zu Diensten angeboten haben.
Wenn ich mit unserem ExpertInnen fuer ADP (Alcohol and Drugs Prevention) gesprochen habe, kam oft der Satz “We need to talk about abusive mothers.”
Wem das dann noch nicht reicht, Der lese das Buch “Die gepruegelte Generation”
Feministinnen werden dies damit entschuldigen, dass die Frauen keine Wahl hatten, keine freien Willen, und wie immer irgendein Mann daran Schuld ist. Oder das Patriarchate schlechthin.
Ich bin weder Feministin noch kann ich mit dem Frauentag etwas anfangen, demzufolge auch nichts mit von der Leyen, Kallas, Baerbock und Konsorten. Der Feminismus, den wir leben, ist in meinen Augen der Zwilling des Kapitalismus in Reinstform, weil er in keinster Weise auf die unterschiedlichen Lebensphasen, Bedürfnisse und Aufgaben von Frauen eingeht. Im Vordergrund steht die wirtschaftliche und auch körperliche Verwurstung (z.B. durch social egg freezing, gern bezahlt vom Arbeitgeber). Ich bin da eher auf der Seite von Louise Perry und Mary Harrington zu finden.
Ansonsten finde ich, dass der Grips, die Ausbildung und die Erfahrung außerhalb der Politik entscheiden sollte, ob jemand in eine bestimmte Position kommt. Aber heute im Zeitalter des Nettwörkings, entscheidet nicht, was man kann, sondern wen man kennt. Das merkt man. Auch bei den Männern übrigens. Man klopft sich gegenseitig so lange auf die Schulter, bis man auf dem Posten angelangt ist, wo man hinwollte.
Und der Frauentag? Geschenkt. Das ist genau so eine Farce wie der Muttertag. Ich weiß nicht, ob es im letzten oder vorletzten Jahr war, als eine Vorzeige-Transfrau in Deutschland ganz entzückt fand, dass doch jeder Tag Frauentag sein sollte. Na denn.
Frauen in die Bundeswehr? Pflichtdienst an der Waffe gibt es noch nicht, aber der wird noch kommen. Der Gleichberechtigung wegen, verstehste 😉
Ich habe auf tiktok ca. 1300 ! Accounts blockiert, in denen junge israelische Frauen in Tarnanügen tanzten, zu einer Zeit, in der das Ausmaß der Kindertötungen bekannt wurde. Auch eine Neujustierung der Interessen half nicht, schon allein das Blockieren veranlasste vermutlich die Software, mir immer wieder so etwas zu präsentieren. Perversitäten sind “in”. Per Staatsräson könnten genau diese Frauen als Vorbild für Europs dienen. Europa schafft sich a
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
10.03.2026
Nachrichten von Pressenza: Über 50.000 Schüler:innen bundesweit im Streik gegen die Wehrpflicht
Pressenza ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.
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10.03.2026
„Eine inakzeptable Aggression“Aus den inneren Machtzirkeln der Vereinigten Arabischen Emirate werden schwere Vorwürfe gegen die USA wegen des Iran-Kriegs laut. Europäische Staaten forcieren eine eigenständige Machtpolitik in Mittelost.
german-foreign-policy.com, 10. März 2026
ABU DHABI/BERLIN/WASHINGTON (Eigener Bericht) – Vorwürfe aus den inneren Machtzirkeln der Vereinigten Arabischen Emirate gegenüber den USA werfen ein Schlaglicht auf die Positionierung der europäischen Staaten im Iran-Krieg. Bereits in der vergangenen Woche kritisierte der emiratische Milliardär Khalaf Ahmad al Habtoor mit Blick auf Schäden, die iranischer Beschuss in seinem Land verursacht, die Trump-Administration habe die Länder der Arabischen Halbinsel „ins Zentrum einer Gefahr“ gebracht, „die sie nicht gewählt haben“: „Wer hat Ihnen die Erlaubnis gegeben, unsere Region in ein Schlachtfeld zu verwandeln?“ Die Emirate seien trotz der erwähnten Schäden nicht bereit, in den Krieg gegen Iran einzutreten. Letzteres bestätigen nicht namentlich genannte Regierungsmitarbeiter aus den Emiraten, die erklären, in der Zeit nach dem Krieg werde man einen neuen Ausgleich mit Teheran suchen. Al Habtoor, dem emiratischen Machtzentrum nahestehend, hält in Richtung USA fest: „Wir brauchen euren Schutz nicht.“ Paris, sich als Alternative zu Washington inszenierend, hat sich in den Emiraten an der Abwehr iranischen Beschusses beteiligt und entsendet nun weitere Kriegsschiffe in die Region. Bundeskanzler Friedrich Merz geht vorsichtig auf Distanz zu Washington.
Zitat: Auf der Suche nach StabilitätDer Iran-Krieg hat die Staaten der Arabischen Halbinsel in ein strategisches Dilemma gestürzt. Sie sind dabei, sich auf die postfossile Ära vorzubereiten, und arbeiten daher am Aufbau eigener High-Tech-Industrien. Dazu benötigen sie in jeder Hinsicht Stabilität. Dies hat sie in den vergangenen Jahren veranlasst, ihre Beziehungen zu Iran systematisch zu verbessern. Ziel war es, einen wenn schon nicht konflikt-, so doch wenigstens kriegsfreien Mittleren Osten zu schaffen, der die erforderliche Stabilität garantieren könnte. Dabei griffen Saudi-Arabien und Iran, die beiden wichtigsten Mächte in der Region, spätestens seit 2023 unter anderem auf politische Vermittlung durch China zurück (german-foreign-policy.com berichtete [1]). Das Bemühen um Ausgleich überstand schwere Erschütterungen, die sich aus dem Gaza-Krieg ergaben. Vor Beginn des Iran-Kriegs waren die arabischen Golfstaaten bis zuletzt bemüht, die USA vom Überfall auf das Land abzuhalten. Gleichzeitig gaben sie bekannt, ihren Luftraum nicht für Angriffsoperationen zur Verfügung zu stellen. Saudi-Arabiens De-facto-Machthaber Muhammad bin Salman etwa bestätigte Ende Januar mit Blick auf die offen zutage liegenden US-Kriegspläne, aus Sicht Riads sei jegliche „Aggression“ gegen Iran „inakzeptabel“.[2]
Irans wichtigstes Druckmittel
Der Versuch der arabischen Golfstaaten, den Krieg gegen Iran zu verhindern, scheiterte; die Trump-Administration setzte sich umstandslos über ihre Interessen hinweg. Nun verursachen auf ihren Territorien die Trümmer iranischer Drohnen und Raketen, die auf dem Weg zu US-Militärbasen abgefangen werden, menschliche Opfer und Sachschäden. Zudem attackiert Iran Teile ihrer Energieinfrastruktur und sperrt faktisch die Straße von Hormuz. All dies dient dem Ziel, Irans mächtigstes Druckmittel zur Geltung zu bringen – die Drohung, eine Fortsetzung des Krieges durch die USA und Israel gefährde die Energieversorgung der westlichen Welt. Dass diese Gefahr real ist, tritt aktuell offen zutage. Ein Großteil des arabischen Öls und das gesamte Erdgas Qatars – ein Fünftel des global produzierten Flüssiggases – fallen seit der vergangenen Woche auf dem Weltmarkt aus. Der Ölpreis der Sorte Brent lag am gestrigen Montag bei 100 US-Dollar pro Fass und damit um 50 Prozent über dem Preis unmittelbar vor Kriegsbeginn. Der Referenzwert TTF für den Flüssiggaspreis in Europa notierte bei rund 60 Euro und damit doppelt so hoch wie Ende Februar. All das trifft nicht nur Privatkonsumenten, sondern auch die Wirtschaft nicht zuletzt in Europa und in Nordamerika. Damit erhöht Iran den Druck auf die transatlantischen Machtzentren in der Tat empfindlich.
„Letztlich sind wir Nachbarn“
Den Staaten der Arabischen Halbinsel brocken die Schädigung ihrer Öl- und Gasproduktion sowie die Blockade ihrer Ausfuhren Milliardenschäden ein. Vor die Wahl gestellt, deshalb an der Seite der USA in den Krieg gegen Iran einzutreten oder aber passiv zu bleiben und sich für die Zeit nach dem Krieg ein etwaiges Wiederanknüpfen an den Ausgleich mit Iran im Grundsatz offenzuhalten, haben sie sich bisher für Letzteres entschieden. Als die Vereinigten Arabischen Emirate am 1. März aus Protest gegen iranischen Beschuss ihre Botschaft in Teheran schlossen, startete Russlands Präsident Wladimir Putin einen Vermittlungsversuch, der offenbar erfolgreich verlief: Abu Dhabi verweigert weiterhin seine Beteiligung am Krieg gegen Iran.[3] Am Wochenende ließen sich emiratische Regierungsmitarbeiter mit der Aussage zitieren, man setze alles daran, „den Krieg einzudämmen“ und nicht „auszudehnen“. Irans Angriffe hätten zwar „eine große Vertrauenslücke“ zwischen den beiden Ländern entstehen lassen.[4] Es werde lange dauern, sie zu überwinden. Dies bedeute aber nicht, dass die Beziehungen zwischen Abu Dhabi und Teheran nicht wieder auf ihr ehemaliges Niveau zurückgeführt werden könnten: „Letztendlich sind wir Nachbarn.“ Von einer künftigen „aktiven Vermittlung“ zwischen den Emiraten und Iran war die Rede.
„Wir brauchen euren Schutz nicht“
In dieser Lage ist in den vergangenen Tagen der emiratische Milliardär Khalaf Ahmad al Habtoor mit ungewohnt deutlichen Warnungen an die Vereinigten Staaten hervorgetreten. Al Habtoor, der einst mit Donald Trump Geschäfte machte, dies aber einstellte, als Trump 2015 erklärte, er werde als Präsident Muslimen die Einreise in die USA verwehren, kritisierte in einem Post auf X, die Entscheidung, Iran zu überfallen, sei „gefährlich“ gewesen: Trump habe die arabischen Staaten am Persischen Golf „ins Zentrum einer Gefahr“ gebracht, „die sie nicht gewählt haben“.[5] Die Frage stelle sich: „Wer hat Ihnen die Erlaubnis gegeben, unsere Region in ein Schlachtfeld zu verwandeln?“ Mit Blick darauf, dass vier Golfstaaten Trumps sogenanntem Board of Peace [6] beigetreten sind, erklärte Al Habtoor, sie hätten „Milliarden Dollar beigetragen, um Stabilität und Entwicklung zu unterstützen“; nun dürften sie fragen: „Finanzieren wir Friedensinitiativen oder einen Krieg, der uns selbst gefährdet?“ Wenig später bekräftigte Al Habtoor, der dem Herrscherzirkel der Emirate nahesteht: „Wir werden nicht in diesen Krieg eintreten, um den Interessen anderer zu dienen.“[7] Auf die Aussage von US-Senator Lindsey Graham, die Emirate seien auf die USA angewiesen, antwortete Al Habtoor: „Wir brauchen euren Schutz nicht. Wir wollen lediglich, dass ihr eure Finger von uns lasst.“
Investitionen in Frage gestellt
Die Äußerung ist nicht nur deshalb interessant, weil sie Ansichten widerspiegelt, die, wie Korrespondenten es bestätigen, „von Geschäftsleuten in der Region im Privaten regelmäßig geäußert werden“.[8] Sie wirft auch ein Schlaglicht auf Berichte, laut denen drei der vier großen arabischen Golfstaaten – die vier sind Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait sowie Qatar – bereits zugesagte Investitionen in den Vereinigten Staaten in Frage stellen. Äußerer Anlass ist, wie die Financial Times unter Berufung auf Insider schreibt, dass die dramatischen Einbußen in der Energiebranche, beim sonstigen Export, auf dem Tourismussektor und in der Luftfahrt sowie die teure Luftabwehr die Haushalte sogar der reichen Länder auf der Arabischen Halbinsel empfindlich belasten. Im vergangenen Jahr hätten die Golfstaaten Investitionen in den USA in Höhe hunderter Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt, ruft die Zeitung in Erinnerung. Drei der vier großen Länder der Region zögen nun deren Absage in Betracht – unter Berufung auf „höhere Gewalt“.[9] Gemeint ist der Iran-Krieg, mit dem die USA ihren arabischen Kooperationspartnern die erwähnten Verluste eingebrockt haben. Die Trump-Administration misst den Investitionen, da sie große Summen ins Land bringen, große Bedeutung bei. Ihre Absage wäre ein deutliches Signal.
Militärpräsenz in Mittelost
In dieser Situation weitet Frankreich seine militärischen Aktivitäten in Nah- und Mittelost energisch aus. Bereits Anfang vergangener Woche hat Paris zusätzliche Rafale-Kampfjets in die Vereinigten Arabischen Emirate entsandt – offiziell, um die mehr als 700 Soldaten, die auf seinem dortigen Militärstützpunkt stationiert sind, zu schützen. Wie das emiratische Außenministerium bestätigt, nehmen die französischen Jets an gemeinsamen Patrouillen mit den Luftstreitkräften der Emirate teil und tragen erheblich dazu bei, Drohnen und Raketen aus Iran abzufangen.[10] Am Montag hat Präsident Emmanuel Macron an Bord des Flugzeugträgers Charles de Gaulle, der ins östliche Mittelmeer entsandt wurde, angekündigt, Frankreich werde unter anderem die EU-Operation Aspides im Roten Meer verstärken und ziehe einen EU-Einsatz zum Schutz von Schiffen in der Straße von Hormuz in Betracht, sobald der Iran-Krieg seine intensivste Phase überwunden habe.[11] Mit dem Ausbau seiner Militärpräsenz in Nah- und Mittelost bietet sich Paris als mögliche Alternative zur Trump-Administration an, der gegenüber der Unmut in der arabischen Welt wächst.
„Kein endloser Krieg“
In dieser Situation hat sich nun auch Bundeskanzler Friedrich Merz gegen Trump gestellt – und erklärt, „ein endloser Krieg“ sei „nicht in unserem Interesse“; zudem beinhalte er „Risiken“ für „unsere[…] Partner in der Region“, „insbesondere am Golf“.[12] Damit nähert sich Merz auch der Position der Staaten der Arabischen Halbinsel an. Ein Schwenk der Golfstaaten in Richtung Europa scheint langfristig nicht ausgeschlossen.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
10.03.2026
Friedens - Oster - Grüße
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10.03.2026
gewerkschaftsforum.de / neue artikel
aus e-mail von Laurenz Nurk, 10. März 2026, 14:12 Uhr
Ein Forum für Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, die etwas zu sagen haben
Mittlerweile gibt es bei uns eine ganze Generation von Menschen, die es nicht anders kennen, dass arme Leute bei den Tafeln um Lebensmittel anstehen.Sie denken, eine Tafel ist Teil des Sozialsystems und gehört eben für die „Verlierer der sozialen Marktwirtschaft“ einfach dazu.Erzählt man den Menschen dieser jüngeren Generation davon, dass McKinsey, die weltweite Unternehmensberatung, auch der Initiator der „Tafelbewegung“ bei uns ist und unzählige Unternehmen und Einzelpersonen in sein Tafelkonzept eingebunden hat, mit seinen unzähligen ehrenamtlichen Beschäftigten, bekommt man ungläubige Blicke. Doch die Idee der Tafeln ist ein fester Bestandteil der neoliberalen Politik. Sie soll zeigen, dass „Privat vor Staat“ funktioniert und gleichzeitig ein billiges Konzept für die Abfallbeseitigung für die Lebensmittelunternehmen ist.Die riesige Organisation mit ihren rund 1.000 Ausgabestellen, eingebettet in permanenten Finanznöten, trotz üppiger Spenden, scheint ihren Zenit überschritten zu haben.Das Tafelkonzept ist nicht nur an seine Grenzen gestoßen, sondern das gesamte Modell wird mittlerweile in Frage gestellt, neuerdings auch von den Tafeln selbst. weiterlesen →-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Von Orhan AkmanEs ist etwas anderes zu sagen »Wir haben ein Ergebnis« als beispielsweise »Wir haben den Tarifabschluss erkämpft!« Allein durch diese Wortwahl, mit der die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am 14. Februar den Abschluss der Tarifrunde der Länder (TVL) bekanntgab, wird den Kennern solcher Verhandlungen schnell klar, dass das erzielte Ergebnis kein Gutes sein kann, zumindest für Beschäftigte. Gestartet war Verdi im November mit der Forderung von sieben Prozent und mindestens 300 Euro mehr im Monat für eine Laufzeit von 12 Monaten, »um die unteren Lohngruppen zu stärken«. Herauskamen im Wesentlichen 5,8 Prozent und mindestens 100 Euro für eine Laufzeit von 27 Monaten! Verdi kommentierte den Abschluss auf ihrer Facebook-Seite und in anderen Medien mit den Worten: »Damit halten die Länderbeschäftigten Anschluss an die Tarifentwicklung bei Bund und Kommunen – ein wichtiger Schritt für faire Bezahlung, bessere Arbeitsbedingungen und die Gewinnung von Personal im öffentlichen Dienst der Länder.«Die fünf Nullmonate im Tarifergebnis werden vom Verdi-Bundesvorstand in den öffentlichen Statements verschwiegen. Erwähnt wird auch nicht die Diskrepanz zwischen Forderung und Ergebnis in Bezug auf die Laufzeit. Über die vorangegangen drei Verhandlungsrunden sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied und -Verhandlungsführerin Christine Behle in Kurzvideos auf Social-Media-Kanälen: »(…) die waren nicht nur anstrengend, sondern sie waren erfolgreich, das will ich deutlich sagen. Wir haben Anschluss gehalten an die Entwicklung im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen« (TVÖD). »Das war unser Ziel. (…)« Tatsächlich aber fällt der Abschluss nicht nur hinter den letzten TVÖD-Abschluss zurück, sondern vertieft auch die Kluft zwischen TVL und TVöD, was tarifpolitisch nicht erklärbar ist. Zum notwendigen Ziel die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Länder sowie des Bundes und der Kommunen strategisch gemeinsam zu verhandeln, hat der Verdi-Bundesvorstand angeblich nichts zu sagen. Dabei sind gemeinsame Tarifrunden im öffentlichen Dienst (ÖD) dringend nötig. weiterlesen →--------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Zum 1. Januar 2026 stieg der gesetzliche Mindestlohn von 12,82 Euro auf 13,90 Euro pro Stunde. 2027 ist eine weitere Erhöhung auf 14,60 Euro geplant.Für die Beschäftigten, die bei uns für den Mindestlohn tätig sind, bedeutet die Minianhebung ein weiteres Jahr mit sinkenden Reallöhnen, wenn sie denn den Mindestlohn überhaupt ausgezahlt bekommen.Nach Erkenntnissen des Zolls verletzen Tausende Betriebe die Vorgaben zum gesetzlichen Mindestlohn.Wie das Bundesfinanzministerium auf eine Anfrage der Linken mitteilte, überprüfte die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls 2025 bundesweit 25.765 Mal Unternehmen. In 6.121 Fällen wurden Verfahren eingeleitet. Das ist nur die Spitze des Eisberges, denn laut einer aktuellen Erhebung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) werden zwischen 750.000 und mehr als drei Millionen Beschäftigte um ihren Mindestlohn betrogen. Die Spanne ist so breit, weil illegale Aktivitäten schwer zu erfassen sind. Hinzu kommt, dass seit Einführung des Mindestlohns die Zahl der Arbeitsplätze in den Niedriglohnbranchen sogar zugenommen hat. Es trifft vor allem Minijobber, Studierende, Rentner sowie Menschen, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind. weiterlesen →--------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Nach den ICE-Morden in den USA ist das Abgrenzungsbedürfnis in Europa groß. Dabei ist die Migrationsabwehr der EU keineswegs humaner – der Unterschied ist nur, dass die rechtlose Gewalt ins Mittelmeer und nach Nordafrika ausgelagert wird.Von Bafta SarboIn den vergangenen Wochen waren alle Augen auf die USA und die Gewalt ihrer Einwanderungs- und Zollbehörde ICE gerichtet. Die eskalierende Gewalt in Großstädten wie Chicago und Minneapolis führte dazu, dass zwei US-Staatsbürger von der Behörde auf offener Straße erschossen wurden. Das erzeugte eine Welle der Empörung, die auch in Europa die Forderung nach Abgrenzung nach sich zog.Nachdem Trump verkündete, zu den Olympischen Winterspielen in Mailand ICE-Beamte entsenden zu wollen, stellten die Vorsitzenden der Linksfraktion im Europäischen Parlament, Martin Schirdewan und Manon Aubry, einen Antrag an Ursula von der Leyen, Kaja Kallas und Antonio Costa: Beamte der ICE sollten nicht in die EU einreisen dürfen.Doch die Mitgliedsstaaten der EU sind selbst nicht besser. weiterlesen →------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Von Daphne WeberDie „alternative Gewerkschaft“ Zentrum ist ein auf Betriebe ausgerichtetes Projekt mit Verbindungen zur extremen Rechten, insbesondere zur AfD und rechtsextremen Netzwerken. Es richtet sich gezielt gegen die DGB-Gewerkschaften. Im Kern der Kommunikation steht die strategische Inszenierung von Nähe zu Arbeiter:innen in Opposition zur IG Metall, während strukturelle Fragen und Transformationsdynamik des Automobilsektors ignoriert werden.Der Blick auf die Kampagnenstrategien zeigt die gezielte Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, die strategisch auf emotionale Ansprache, Wiederholung und schleichende Normalisierung rechtsextremen Gedankenguts im Betrieb setzt. Die Studie analysiert die Kampagnen zur Betriebsratswahl 2018 und 2022 sowie die Bundestagswahlkampagne der AfD 2024/25 im Hinblick auf arbeits-, sozial- und gewerkschaftspolitische Themen. weiterlesen →------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Von Jürgen WagnerEs war ein denkwürdiger Auftritt, als US-Vizepräsident JD Vance auf der letzten Münchner Sicherheitskonferenz mit heruntergeklapptem Visier zum Frontalangriff auf die Europäer geblasen hatte. Seither haben sich die transatlantischen Konflikte bis zu einem Grad zugespitzt, dass insbesondere in der heikelsten Phase der Auseinandersetzungen um Grönland der Fortbestand der NATO ernsthaft in Frage gestellt wurde. Vor diesem Hintergrund waren besonders die Auftritte von Bundeskanzler Friedrich Merz und von US-Außenminister Marco Rubio bei der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz vom 13. bis zum 15. Februar mit besonderer Spannung erwartet worden.Beide waren vor allem im Ton sichtlich darum bemüht, die transatlantischen Wogen ein wenig zu glätten. Unter der Oberfläche und in den Kernbotschaften war es aber unübersehbar, dass es ungeachtet aller Treueschwüre mächtig gärt im europäisch-amerikanischen Verhältnis – von „vergifteten Liebeserklärungen“ und dergleichen war zurecht in der Presse zu lesen.1 Daher das Zwischenfazit unter den Eindrücken der Sicherheitskonferenz: Auch wenn sie nicht unmittelbar aufhören wird zu existieren, ist die NATO schwer angeschlagen und selbst wenn sie die aktuelle Krise zumindest für die nächsten Jahre wohl überleben wird, wird sie fortan nicht mehr länger dieselbe sein. Als Konsequenz aus den Konflikten forderte Merz eine – deutschgeführte – Militarisierung Europas, die es in sich hat. weiterlesen →
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10.03.2026
Zum Tod von Joe McDonaldWofür wir kämpfen9. März 2026, 14:01 Uhr|
aus e-mail von Friedensbüro Hannover, vom 9. März 2026, 14:01 Uhr|
Country Joe McDonald, Sänger, amerikanischer Patriot, Kommunist und Fan von Meinungsfreiheit und wilden Flüchen, ist tot.
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10.03.2026
Ausarbeitung Fragen zum Haber-Verfahren des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat
bundestag.de, Seite besucht am 10. März 2026, 18:58 Uhr
Überprüfung von Nichtregierungsorganisationen durch den Verfassungsschutz
Die Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages unterstützen die Mitglieder des Deutschen Bundestages bei ihrer mandatsbezogenen Tätigkeit. Ihre Arbeiten geben nicht die Auffassung des Deutschen Bundestages, eines seiner Organe oder der Bundestagsverwaltung wieder. Vielmehr liegen sie in der fachlichen Verantwortung der Verfasserinnen und Verfasser sowie der Fachbereichsleitung. Arbeiten der Wissenschaftlichen Dienste geben nur den zum Zeitpunkt der Erstellung des Textes aktuellen Stand wieder und stellen eine individuelle Auftragsarbeit für einen Abgeordneten des Bundestages dar. Die Arbeiten können der Geheimschutzordnung des Bundestages unterliegende, geschützte oder andere nicht zur Veröffentlichung geeignete Informationen enthalten. Eine beabsichtigte Weitergabe oder Veröffentlichung ist vorab dem jeweiligen Fachbereich anzuzeigen und nur mit Angabe der Quelle zulässig. Der Fachbereich berät über die dabei zu berücksichtigenden Fragen.
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09.03.2026
USA Den Truppen wurde gesagt, dass der Iran-Krieg für „Armageddon“ ist, Rückkehr von Jesus
jonathanlarsen.substack.com, vom 03. März 2026, Jonathan Larsen, (übersetzt aus dem Englischen mit beta, unkorrigiert)
Die Interessenvertretung berichtet von Kommandeuren, die ähnliche Nachrichten an mehr als 30 Installationen in jedem Zweig des Militärs abgeben
Um meine Berichterstattung zu unterstützen und sie für alle kostenlos zu halten, können Sie ein bezahlter Abonnent werden. Danke. Danke.
Ein Kommandeur der Kampfeinheit sagte den Unteroffizieren bei einem Briefing am Montag, dass der Iran-Krieg Teil von Gottes Plan sei und dass Pres. Donald Trump wurde "von Jesus gesalbt, um das Signalfeuer im Iran zu entzünden, um Armageddon zu verursachen und seine Rückkehr zur Erde zu markieren", heißt es in einer Beschwerde eines Unteroffiziers.
Von Samstagmorgen bis Montagabend waren mehr als 110 ähnliche Beschwerden über Kommandeure in jedem Zweig des Militärs von der Military Religious Freedom Foundation (MRFF) protokolliert worden.
Die Beschwerden kamen von mehr als 40 verschiedenen Einheiten, die auf mindestens 30 Militäreinrichtungen verteilt waren, sagte mir der MRFF am Montagabend.
Der MRFF hält die Beschwerdeführer anonym, um Vergeltung durch das Verteidigungsministerium zu verhindern. Das Pentagon reagierte nicht sofort auf meine Bitte um Stellungnahme.
Ein Beschwerdeführer identifizierte sich als Unteroffizier (NCO) in einer Einheit, die sich derzeit außerhalb der iranischen Kampfzone befindet, aber im Bereitschaftsstatus, der jederzeit eingesetzt werden kann. Die NCO sagte, sie seien Christen und schickten der MRFF im Namen von 15 Soldaten eine E-Mail, darunter mindestens 11 Christen, ein Muslim und ein Jude. (Vollständige E-Mail unten gedruckt.)
Der NCO schrieb an die MRFF, dass ihr Kommandant „uns drängte, unseren Truppen zu sagen, dass dies alles Teil von Gottes göttlichem Plan war“ und er bezog sich ausdrücklich auf zahlreiche Zitate aus dem Buch der Offenbarung, die sich auf Armageddon und die bevorstehende Rückkehr Jesu Christi bezogen.
Das ist keinePaywall. Meine Berichterstattung ist für alle kostenlos, weil einige Leser meine Arbeit unterstützen, indem sie bezahlte Abonnenten werden. Sie können hier ein kostenloser oder bezahlter Abonnent werden:
Verteidigungsminister Pete Hegseth hat das evangelische Christentum auf den obersten Ebenen des US-Militärs verankert und monatliche Gebetstreffen im gesamten Pentagon ausgestrahlt. Letztes Jahr bestätigte mir das Pentagon, dass Hegseth an einer wöchentlichen Bibelstudie des Weißen Hauses teilnimmt. Es wird von einem Prediger geführt, der sagt, dass Gott Amerika befiehlt, Israel zu unterstützen.
In der E-Mail des NCO vom Montag hieß es, dass die Bemerkungen ihres Kommandanten "die Moral und den Zusammenhalt der Einheit zerstören und gegen die Eide verstoßen, die wir geschworen haben, die [Constitution] zu unterstützen".
MRFF-Präsident und Gründer Mikey Weinstein, ein Veteran der Luftwaffe und des Weißen Hauses Reagan, sagte mir, dass, seit die USA und Israel den Iran am frühen Samstagmorgen angegriffen haben, der MRFF mit ähnlichen Beschwerden "überschwemmt" wurde:
Diese Aufrufe haben eine verdammte Sache in verdammter Zukunft; unsere MRFF-Kunden [Servicemitglieder, die MRFF-Hilfe suchen] berichten von der uneingeschränkten Euphorie ihrer Kommandanten und Befehlsketten, wie dieser neue "biblisch sanktionierte" Krieg eindeutig das unbestreitbare Zeichen für den zügigen Ansatz der fundamentalistischen christlichen "Endzeit" ist, wie im Neuen Testamentsbuch der Offenbarung anschaulich beschrieben.
Viele ihrer Kommandanten sind besonders erfreut darüber, wie grafisch dieser Kampf sein wird, wie blutig all dies werden muss, um zu erfüllen und in 100% Übereinstimmung mit dem fundamentalistischen christlichen Ende der Welt Eschatologie zu sein.
Weinstein zitierte Verfassungs- und Uniform Code of Military Justice (UCMJ) Verbote, religiöse Überzeugungen in offizielle militärische Anweisungen oder Botschaften zu injizieren.
Er sagte: "Jedes Militär, das versucht, seine Untergebenen auszunutzen, indem sie ihre blutgetränkten, christlich-nationalistischen Feuchtträume auf die Flammen dieses jüngsten nicht vom Kongress sanktionierten Angriffs gegen den Iran bringen, sollte schnell, aggressiv und sichtbar strafrechtlich verfolgt werden."
Weinstein fügte hinzu, dass die MRFF ähnliche Beschwerden über christliche Eschatologie - die Ende der Welt Theologie - erhält, "wann immer diese Scheiße mit Israel im Nahen Osten explodiert."
Nach dem Okt. 7, 2023, Hamas-Angriff auf Israel, zum Beispiel, berichtete die MRFF eine Beschwerde über einen Luftwaffenkommandeur, der bei einem Briefing sagte: "Der Krieg zwischen Israel und der Hamas wurde alle durch das Buch der Offenbarung im Evangelium Jesu Christi vorhergesagt und niemand kann etwas dagegen tun."
Nach 9/11, Pres. George W. Bush bezog sich auf den amerikanischen „Kreuzzug“ gegen den Terrorismus und rief die uralten Zusammenstöße zwischen christlichen Kreuzfahrern und Muslimen hervor. Bushs Sprache wurde als potenziell inspirierende Muslime angesehen, zu den Waffen gegen die USA zu greifen, wenn sie sich selbst zu einer christlichen Armee erklärte, die Krieg gegen den Islam führt.
Der französische Außenminister Hubert Vedrine sagte: "Man muss vermeiden, in diese riesige Falle zu geraten, diese monströse Falle", die von Al-Qaida mit den Anschlägen vom 11. September aufgestellt wurde. Bush ließ den Begriff „Kreuzzug“ fallen.
Während der christliche Nationalismus seit Jahrzehnten im Militär brodelt, hat Hegseth sogar den Vorwand der offiziellen Intoleranz dafür beendet. Auch Trump hat sich als Verfechter des christlichen Exzeptionalismus bezeichnet und ihn in die Spaltungen der Exekutive eingebettet.
Wie ich letztes Jahr enthüllt habe, sponsert Hegseth die wöchentliche Bibelstudie des Weißen Hauses, die Unterstützung für Israel predigt.
Einige Christen behaupten, dass die biblische Prophezeiung von Israel verlangt, dass Jesus zurückkehrt. Aber Hegseths Bibelstudienleiter, der Prediger Ralph Drollinger, lehrt, dass der Grund, Israel zu unterstützen, darin besteht, dass Gott immer noch Israels Verbündete segnet und Israels Feinde verflucht, obwohl Israel Jesus getötet hat (dieser Abstrich, die historische Wurzel des Antisemitismus, wurde von jeder großen Religion abgelehnt).
Nach dem israelischen Angriff auf den Iran im vergangenen Jahr widmete Drollinger zwei Wochen Unterricht der Predigt von der Unterstützung für Israel. Seine Lektionen gingen an die Kabinettsmitglieder des Weißen Hauses und Mitglieder des Kongresses, obwohl auch Israel Lobbyarbeit für das Engagement der USA leistete.
Video Dauer 1:18 Min.
Hegseth hat auch monatliche Gebetssitzungen initiiert, zuletzt mit Doug Wilson, dem rechtsextremen christlichen Nationalisten. Er hat auch andere Prediger aus seinem persönlichen Kreis geholt und jeden Versuch abgelehnt, die Treffen ökumenisch zu machen.
Hegseth selbst spricht auch bei diesen Treffen und missioniert seine persönlichen religiösen Überzeugungen. "Das ist ... ich denke, genau dort, wo wir als Nation sein müssen, in diesem Moment", sagte Hegseth Berichten zufolge, "im Gebet, auf gebeugtem Knie, um die Vorsehung unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus zu erkennen."
Während die MRFF in der Vergangenheit in der Lage war, das Pentagon dazu zu bringen, christliche Einfälle in das Militär zu schlagen, ist die Trump-Regierung offen verächtlich gegenüber militärischen Normen und Gesetzen. Es bleibt abzuwarten, ob und wie die umfassende Christianisierung des Iran-Krieges von Beamten innerhalb des Pentagons oder politischen und rechtlichen Befürwortern säkularer Werte außerhalb des Pentagons abgelehnt wird.
NCO E-Mail an MRFF
Wie von MRFF geschwärzt:
Von:(Active Duty Military NCO und MRFF Clients E-Mail-Adresse zurückgehalten) Betrifft: Unit Fight Readiness Briefing und Armageddon Datum: 2. März 2026 um 13:02:53 Uhr MST An: Informationen Weinstein < mikey@militaryreligiousfreedom.org >
Herr, Herr. Weinstein danke, dass Sie meine Anrufe und die Anrufe einiger meiner Kollegen angenommen haben, was heute Morgen mit unserer Kampfeinheit passiert ist.
Bitte schützen Sie meine Identität und die Identität derer, für die ich spreche, wie wir besprochen haben.
Unsere Einheit befindet sich derzeit nicht in der Kampfzone AOR in Bezug auf die iranischen Angriffe, aber wir befinden uns in einer "Ready-Support" -Funktion, in der wir jederzeit dort eingesetzt werden könnten, um die Kampfhandlungen als Teilnehmer anzuschließen und zu verstärken.
Ich bin ein (NCONCO-Rang zurückgehalten) in unserer Einheit. Heute Morgen eröffnete unser Kommandant das Briefing zur Kampfbereitschaft, indem er uns aufforderte, keine „Angst“ darüber zu haben, was gerade mit unseren Kampfhandlungen im Iran geschieht. Er forderte uns auf, unseren Truppen zu sagen, dass dies „alles Teil von Gottes göttlichem Plan“ sei, und er bezog sich ausdrücklich auf zahlreiche Zitate aus dem Buch der Offenbarung, die sich auf Armageddon und die bevorstehende Rückkehr Jesu Christi bezogen. Er sagte: "Präsident Trump wurde von Jesus gesalbt, um das Signalfeuer im Iran zu entzünden, um Armageddon zu veranlassen und seine Rückkehr zur Erde zu markieren." Er hatte ein großes Grinsen im Gesicht, als er all dies sagte, was seine Botschaft noch verrückter erscheinen ließ. Unser Kommandant würde wahrscheinlich als „Christian First“-Unterstützer bezeichnet werden. Er ist schon sehr lange so und macht deutlich, dass er wünscht, dass wir alle unter ihm wie er als Christ werden. Aber was er heute Morgen tat, war so giftig und über die Linie, dass es viele von uns schockierte, als wir an der Briefings der Operationen teilnahmen. Neben mir selbst wende ich mich im Namen von 15 Mitstreitern an MRFF. Ich weiß, Sie haben mich nach den religiösen Ansichten unserer Gruppe gefragt, die Hilfe von der MRFF angefordert hat. Ich kann euch nur sagen, dass ich Christ bin und mindestens 10 der anderen auch Christen sind. Einer der anderen ist Jude und einer ist Muslim. Ich kenne den religiösen oder nicht-religiösen Status der anderen drei zu diesem Zeitpunkt nicht.
Ich und meine Mitstreiter wissen, dass es völlig falsch ist, durch das, was unser Kommandeur heute gesagt hat, leiden zu müssen. Es ist nicht nur die Trennung von Kirche und Staat, wie wir Mr. Weinstein. Es ist die Tatsache, dass unser Kommandant das Gefühl hat, dass er vollständig von der gesamten (den Namen der Kampfeinheit zurückgehaltenen) Befehlskette unterstützt und gerechtfertigt wird, um seinen Armageddon-Ansichten über unseren Angriff auf den Iran denen von uns unter ihm in der Befehlskette zuzufügen.
Ich hoffe, indem ich Ihnen diese E-Mail sende, dass dies dazu beitragen wird, diese falschen Handlungen aufzudecken, die die Moral und den Zusammenhalt zerstören und gegen die Eide verstoßen, die wir geschworen haben, die Verfassung zu unterstützen.
Vollständige Erklärung von MRFF-Präsident Mikey Weinstein
„Seit Beginn des unprovozierten amerikanischen und israelischen Krieges gegen den Iran am vergangenen Samstagmorgen wurde die Military Religious Freedom Foundation buchstäblich mit verzweifelten Hilferufen von Militärangehörigen in allen Zweigen, Organisationen und MOS/AFSC/SFSC-Bezeichnungen (Militärberufsbereiche) überschwemmt. Weit über 100 Anrufe sind bereits eingegangen und weitere kommen.
Diese Aufrufe haben eine verdammte Sache in verdammter Zukunft; unsere MRFF-Kunden berichten von der uneingeschränkten Euphorie ihrer Kommandanten und Befehlsketten darüber, wie dieser neue "biblisch sanktionierte" Krieg eindeutig das unbestreitbare Zeichen des zügigen Ansatzes des fundamentalistischen Christen "Endzeiten" ist, wie er im Buch der Offenbarung des Neuen Testaments anschaulich beschrieben wird.
Viele ihrer Kommandanten sind besonders erfreut darüber, wie grafisch dieser Kampf sein wird, wie blutig all dies werden muss, um zu erfüllen und in 100% Übereinstimmung mit dem fundamentalistischen christlichen Ende der Welt Eschatologie zu sein.
Die Military Religious Freedom Foundation fordert, dass sich alle Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums (nicht „Krieg“) daran erinnern und vollständig verinnerlichen, dass die Eide, die sie schwören, nicht auf den narzisstischen, soziopathischen, orangenen, POS tRump oder auf den kleinen Petey „Kegseth“ oder auf Jesus Christus gerichtet sind. Im Gegenteil, ihr Eid ist AUSSCHLIESSLICH auf die Verfassung der Vereinigten Staaten ausgerichtet, die sowohl eine vollständige Trennung von Kirchen- und Staatsmandat im ersten Verfassungszusatz als auch die NO-Etablierung irgendeiner Art von geschickter "religiöser Prüfung" in Artikel VI Abschnitt 3 umfasst. "
Alle Militärangehörigen, die ihre Untergebenen ausnutzen wollen, indem sie ihre blutgetränkten, christlich-nationalistischen Feuchtträume auf die Flammen dieses jüngsten nicht vom Kongress sanktionierten Angriffs gegen den Iran bringen, sollten schnell, aggressiv und sichtbar für zahlreiche Verstöße gegen das Militärstrafgesetzbuch, das als Einheitliches Gesetzbuch der Militärjustiz bekannt ist, strafrechtlich verfolgt werden.
Sie wissen, genau das gleiche Strafgesetzbuch, das Sekretär ‚Kegseth‘ versucht, den Senator von Arizona, Mark Kelly, zu verfolgen, weil er Militärangehörigen einfach geraten hat, illegalen Befehlen nicht zu gehorchen; Sie wissen, dass sie ansonsten hilflose, militärische Untergebene befehlen, anzuerkennen, dass der Iran-Krieg von der fundamentalistischen christlichen nationalistischen Version unseres Herrn und Erlösers und des Neuen Testaments in besonderer Reihenfolge sanktioniert wurde, um das Ende der Welt herbeizuführen.
Ich bin ein unabhängiger Journalist, dessen Berichterstattung durch die Unterstützung der Leser ermöglicht wird. Als ehemaliger ausführender Produzent bei MSNBC half ich bei der Gründung von Up mit Chris Hayes und war zuvor ein leitender Produzent von Countdown mit Keith Olbermann. Ihr bezahltes Abonnement hilft mir, weiter zu berichten.
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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
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09.03.2026
Iran und die Psychopathologie der weißen Vorherrschaft
seniora.org, 9. März 2026, 04. 03. 2026 Von Ajamu Baraka* - über nommen von blackagendareport.comDie westlichen Drohungen gegen den Iran und andere Nationen belegen das Fortbestehen der rassistischen Ideologie.
Verteidigungsminister Pete Hegseth und der Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs, Dan Caine, sprechen während einer Pressekonferenz im Pentagon.
Der aufrichtige Glaube, die sadistische Brutalisierung des palästinensischen Volkes würde dessen Verbindung zu seinem Land kappen; eine sechzigjährige Belagerung Kubas würde dessen Bevölkerung zwingen, ihre Revolution aufzugeben; oder die Ermordung der revolutionären und spirituellen Führung Irans würde das Land dazu zwingen, seine Souveränität an seine historischen Peiniger in den Vereinigten Staaten und dem zionistischen Nationalstaat Israel abzutreten – all dies sind nicht bloß politische Fehlkalkulationen. Sie sind Ausdruck dessen, was ich die Psychopathologie der weißen Vorherrschaft nenne .
Diese Psychopathologie lässt sich nicht auf individuelle Vorurteile reduzieren. Es handelt sich um eine rassistisch geprägte, narzisstische kognitive Störung, die in der ideologischen und institutionellen Architektur westlicher Macht verankert ist. Sie stellt Europa und seine Siedlungsgebiete als Höhepunkt menschlicher Entwicklung dar und macht ihre Anhänger unfähig, die objektive Realität angesichts nichteuropäischen Widerstands wahrzunehmen. Obwohl sie in der historischen Erfahrung Europas und seinen Begegnungen mit nichteuropäischen Völkern während der Expansion europäischer Macht wurzelt, kann sie jeden betreffen, der innerhalb der ideologischen und kulturellen Mechanismen des paneuropäischen Kolonialprojekts sozialisiert wurde.
Als immaterielles Konzept hat es dennoch materielle Konsequenzen. Seit dem ersten dauerhaften Kontakt zwischen den aufstrebenden europäischen Mächten und der außereuropäischen Welt prägt diese Denkweise Politiken, die Gesellschaften, Kulturen und Millionen von Menschenleben zerstört haben. Sie führt dazu, dass westliche Entscheidungsträger im Umgang mit außereuropäischen Völkern immer wieder Strategien entwickeln, die selbst ihren eigenen langfristigen Interessen zuwiderlaufen.
Die verhängnisvolle Entscheidung, Iran anzugreifen und den Konflikt zu eskalieren, verdeutlicht diese Dynamik. Sie spiegelt Arroganz und Überheblichkeit wider, die aus Jahrhunderten vermeintlicher Überlegenheit erwachsen und durch kurzfristige taktische Erfolge anderswo, etwa in Venezuela, nur noch verstärkt wurden. Doch diese Haltung ignoriert tiefgreifende globale Machtverschiebungen. Westliche Entscheidungsträger sind nicht in der Lage – oder nicht willens – zu erkennen, dass die Bedingungen, die es ihnen einst ermöglichten, ihren Willen einseitig durchzusetzen, nicht mehr existieren. Sie verhalten sich, als sei die Welt in der unmittelbaren Nachkriegszeit des Kalten Krieges erstarrt, als die US-Hegemonie unangefochten schien.
Diese kognitive Verzerrung ist untrennbar mit der Ideologie der weißen Vorherrschaft verbunden, die ideologisch und strukturell wirkt. Ideologisch geht die weiße Vorherrschaft davon aus, dass die Nachkommen Europas die höchste Stufe der Zivilisation repräsentieren und ihre Institutionen, Religionen und Gesellschaftssysteme von Natur aus überlegen sind. Strukturell manifestiert sie sich in globalen Institutionen und Strukturen, die die westliche Dominanz reproduzieren: dem Internationalen Währungsfonds, der Weltbank, der Welthandelsorganisation, der NATO, dem globalen Bankensystem und der Dollar-Hegemonie. Diese Institutionen dienen als materielle Instrumente zur Aufrechterhaltung der globalen weißen Macht.
Nach dem Zweiten Weltkrieg bekräftigten die Nürnberger Prinzipien und die Charta der Vereinten Nationen, dass alle Völker das Recht auf Frieden, Souveränität und Selbstbestimmung besitzen. Staaten sollten sich nicht in die inneren Angelegenheiten anderer einmischen. Diese Verpflichtungen wurden als Fortführung des liberalen Gedankenguts der Aufklärung verstanden. Doch für jene, die kolonialer Eroberung und rassistischem Kapitalismus unterworfen waren, widersprachen diese Ideale stets der Praxis. Der liberale Universalismus proklamierte Gleichheit, während die koloniale Moderne Hierarchien etablierte. Dennoch hielt sich der Mythos der westlichen moralischen Überlegenheit hartnäckig – insbesondere unter den westlichen Eliten, ihren kolonisierten Mittelsmännern und privilegierten Teilen der weißen Arbeiterklasse, die materiell vom imperialen Raub profitierten.
Gaza hat den letzten Schleier der Unschuld zerrissen. Das Schauspiel der Massenvernichtung, rationalisiert und verteidigt im Namen der „Zivilisation“, legt die moralischen Widersprüche offen, die seit Langem in der westlichen politischen Kultur verankert sind. Solange sich die westlichen Mächte gezwungen sahen, den Anschein humanitärer Zurückhaltung zu wahren, gab es zumindest rhetorische Grenzen für ihr Handeln. In der gegenwärtigen Ära des offen gesetzlosen globalen Faschismus unter Führung der Vereinigten Staaten und Israels sind diese selbst auferlegten Beschränkungen verschwunden.
Wir dürfen uns keinerlei Illusionen über das Wesen westlicher Macht oder deren krankhaftes Festhalten an der Aufrechterhaltung weißer Vorherrschaft hingeben. Dieses Festhalten ist klassenübergreifend. Die Entmenschlichung nicht-europäischer Völker diente stets als ideologische Rechtfertigung für Versklavung, die Eroberung Amerikas durch Siedler, die Festigung kolonialer Herrschaft in Afrika und Asien sowie für zeitgenössische Doktrinen wie den amerikanischen Exzeptionalismus. Dieselbe biblische Bildsprache, die in Gaza bemüht wird, erinnert an die Rhetorik des Manifest Destiny. Die Logik ist schlüssig: Das Leben von Nicht-Europäern ist im Dienste einer zivilisatorischen Mission, die von einem weißen christlichen Gott gesühnt wird, entbehrlich.
Die rassistische Dimension imperialer Aggression wird in Fällen wie Iran, Venezuela und Kuba besonders deutlich. Diese Länder sind nicht bloß geopolitische Rivalen; sie sind Ziele rassistisch geprägter Narrative von Irrationalität, Autoritarismus und politischem Fanatismus. Narrative, die nicht nur von rechten Kräften konstruiert, sondern auch von Kräften übernommen werden, die sich selbst als links und antiimperialistisch definieren. Der Widerstand der Kräfte des globalen Südens stellt nicht nur die strategischen Interessen der USA in Frage, sondern auch den Mythos der Unentbehrlichkeit des Westens in seinen linken wie rechten Ausprägungen.
Iran und Venezuela haben gemeinsam mit ihren BRICS-Partnern Mechanismen entwickelt, um Sanktionen durch alternative Handelsabkommen und digitale Währungen zu umgehen. Sie haben bewiesen, dass ressourcenreiche Nationen einen Wirtschaftskrieg überstehen können. Venezuela verfügt über die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt; Iran zählt zu den drei größten. Auch der Irak nimmt eine Schlüsselposition ein. Die Kontrolle über Energieressourcen bleibt zentraler Bestandteil der US-Strategie, insbesondere im Verhältnis zu China. In diesem Konflikt geht es nicht nur um regionalen Einfluss, sondern auch darum, die Entstehung einer multipolaren Weltordnung zu verhindern, die die Dollar-Dominanz und damit den globalen Einfluss der USA schwächen würde.
Die Dollar-Hegemonie war grundlegend für das US-Wirtschaftswachstum der Nachkriegszeit und die Fähigkeit des Landes, massive Defizite zu tragen. Angesichts der beispiellosen Höhe der Staatsverschuldung und der explodierenden jährlichen Defizite ist die Kontrolle über die Energiemärkte und der Status als Reservewährung keine Option, sondern strukturell und sogar existenziell für die westliche, weiße Hegemonie unter Führung der USA. Was also als Sicherheitsdoktrin präsentiert wird, ist in Wirklichkeit ein wirtschaftliches Gebot.
Die in der nationalen Sicherheitsstrategie der USA formulierte Doktrin der „umfassenden Dominanz“ zielt darauf ab, den Aufstieg jeglicher Regionalmacht zu verhindern, die die Vorherrschaft der USA in Frage stellen könnte. Diese Doktrin erklärt den anhaltenden Druck auf den Iran in Westasien und Venezuela in Amerika. Sie verdeutlicht auch die US-Interventionen in Afrika, einschließlich der Destabilisierungsbemühungen, die die Unterordnung regionaler Mächte gewährleisten sollen.
Sicherheitspolitische Narrative – Terrorismusbekämpfung, Drogenbekämpfung, Grenzsicherung – dienen als ideologische Deckung. Doch dahinter verbirgt sich eine tiefere Krise des westlichen Kapitalismus. Mit der Verschärfung dieser Krise tritt die faschistische Umstrukturierung immer deutlicher zutage. Widerstand gegen imperialistische Politik wird kriminalisiert. Die Überwachung wird ausgeweitet. Anti-Terror- und Ordnungsgesetze werden instrumentalisiert. Im Inland werden indigene, afrikanische/schwarze, Migranten- und Arbeiterbewegungen als Sicherheitsbedrohung dargestellt. International fungieren Sanktionsregime als Kollektivstrafe und versetzen ganze Bevölkerungsgruppen in einen Zustand der Belagerung.
Die Psychopathologie der weißen Vorherrschaft treibt diesen Prozess an. Unfähig, Grenzen zu akzeptieren, verschärfen westliche Eliten den Zwang. Doch gerade diese Übergriffigkeit birgt einen Widerspruch in sich. Indem sie die globalen Realitäten falsch einschätzen und die Entschlossenheit der betroffenen Nationen unterschätzen, beschleunigen westliche Mächte ihren eigenen strategischen Niedergang. Jede gescheiterte Intervention untergräbt die Legitimität. Jede Sanktion, die Nationen zu alternativen Finanzsystemen drängt, schwächt die Architektur der Dollar-Dominanz.
Für alle, die sich für soziale Gerechtigkeit und radikale Kämpfe einsetzen, werfen diese Entwicklungen dringende Fragen auf. Kann Gerechtigkeit im Inland erreicht werden, ohne die imperialistische Macht international zu konfrontieren? Können Bewegungen die rassistischen Grundlagen des globalen Kapitalismus ignorieren und gleichzeitig Reformen innerhalb seiner Strukturen anstreben? Die Festigung des Faschismus im Ausland und die Repression im Inland sind keine voneinander getrennten Phänomene; sie verstärken sich gegenseitig.
Die erneute US-Dominanz, angestrebt durch Militarismus und Wirtschaftskrieg, verändert das Schlachtfeld grundlegend. Sie verengt den demokratischen Raum, verschärft die Polarisierung und erfordert Klarheit. Eine wirksame Oppositionspolitik, die sich weigert, die ideologischen und materiellen Folgen der normalisierten weißen Vorherrschaft anzugehen, ist unmöglich. Antirassismus, losgelöst vom Antiimperialismus, verliert an Substanz. Antiimperialismus, der die Rassenhierarchie ignoriert, ist unvollständig und reaktionär.
Die Psychopathologie der weißen Vorherrschaft könnte paradoxerweise ihr eigener Untergang sein. Indem sie die Wahrnehmung verzerrt, treibt sie eine Politik voran, die den Niedergang des „kollektiven Westens“ beschleunigt. Indem sie anderen die Menschlichkeit abspricht, stärkt sie deren Entschlossenheit. Iran, Kuba, Venezuela und Palästina zeigen, dass Souveränität nicht durch Bombenangriffe oder Sanktionen ausgelöscht werden kann. Widerstand entlarvt die Grenzen des paneuropäischen, kolonialen/kapitalistischen, patriarchalischen Systems weißer Vorherrschaft.
Radikale Bewegungen stehen vor einer entscheidenden Wahl. Entweder wir stellen uns dem Faschismus – im In- und Ausland – entgegen und stellen die ihn stützenden Strukturen infrage, oder wir arrangieren uns mit ihm und werden zu Komplizen unserer eigenen Unterwerfung. Die Geschichte lehrt uns, dass Imperien selten freiwillig auf Macht verzichten. Sie müssen durch organisierten, prinzipienfesten Widerstand dazu gezwungen werden, der auf einer unerbittlichen Analyse der Machtverhältnisse beruht.
Das Zeitalter der Illusionen ist vorbei. Was jetzt gefragt ist, ist Klarheit – und die Verantwortung zu handeln.
Keine Kompromisse, kein Rückzug!
*Ajamu Baraka ist Redakteur und Kolumnist des Black Agenda Report. Er ist Direktor des Nord-Süd-Projekts für menschenzentrierte Menschenrechte und Mitglied des Exekutivausschusses des US-Friedensrats sowie des Führungsgremiums der in den USA ansässigen United National Anti-War Coalition (UNAC).
Quelle: Black Agenda Report - Automatische Übersetzung
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Kriegsminister Pete Hegseth gab am Mittwoch im Pentagon eine seiner Signatur-Tiraden "Ich habe keinen kleinen Penis", die über die große, mächtige, männliche Kriegsmaschinerie schimpfte und schwärmte, die derzeit Tod und Zerstörung auf die Menschen im Iran regnet.
Kriegsminister Pete Hegseth gab am Mittwoch im Pentagon eine seiner Signatur-Tiraden "Ich habe keinen kleinen Penis", die über die große, mächtige, männliche Kriegsmaschinerie schimpfte und schwärmte, die derzeit Tod und Zerstörung auf die Menschen im Iran regnet.
"Wir werden den ganzen Tag fliegen, die ganze Nacht, Tag und Nacht finden, reparieren und die Raketen und die industrielle Verteidigung des iranischen Militärs fertigstellen, ihre Führer und ihre Militärführer finden und reparieren, über Teheran fliegen, über den Iran fliegen, über ihre Hauptstadt fliegen, iranische Führer aufblicken und sehen nur US-amerikanische und israelische Luftmacht jede Minute von jedem Tag, bis wir entscheiden, dass es vorbei ist", sagte Hegseth und sagte, dass es "B-2" geben wird
"Das sollte nie ein fairer Kampf sein, und es ist kein fairer Kampf. Wir schlagen sie, während sie unten sind, was genau so ist, wie es sein sollte ", spuckte der Kriegsminister.
Dies wäre derselbe Pete Hegseth, der kürzlich in einem Artikel von Jonathan Larsen mit dem Titel „U.S. Truppen wurden gesagt, dass der Iran-Krieg für "Armageddon" ist, Rückkehr von Jesus ", die berichtet, dass US-Militärkommandeure amerikanischen Soldaten sagen, dass sie auf einer Mission von Gott sind, um eine biblische Prophezeiung zu erfüllen und das Ende der Welt herbeizuführen.
"Verteidigungsminister Pete Hegseth hat das evangelische Christentum auf den obersten Ebenen des US-Militärs verankert und monatliche Gebetstreffen im gesamten Pentagon ausgestrahlt", berichtet Larsen und sagt: "Im vergangenen Jahr hat mir das Pentagon bestätigt, dass Hegseth an einer wöchentlichen Bibelstudie des Weißen Hauses teilnimmt. Es wird von einem Prediger geführt, der sagt, dass Gott Amerika befiehlt, Israel zu unterstützen.
Larsen berichtet, dass die Military Religious Freedom Foundation mit Beschwerden von jedem Zweig des US-Militärs überschwemmt wurde, dass ihren Führern die Truppen gesagt werden, dass Präsident Trump "von Jesus gesalbt wurde, um das Signalfeuer im Iran anzuzünden, um Armageddon zu verursachen und seine Rückkehr zur Erde zu markieren", und ähnliche Aussagen.
Dann haben Sie den Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, der die Rhetorik des Religionskriegs ausspuckt und behauptet, die Iraner seien von einer "fehlgeleiteten Religion" zum Bösen geführt worden.
"Der größte staatliche Sponsor des Terrorismus, der Iran und seine Stellvertreter, haben mehr Amerikaner getötet als jedes andere terroristische Regime auf der Erde", sagte Johnson am Mittwoch. "Sie sind dem gewidmet. Das waren sie, und sie sagen die leisen Teile laut. Sie wollten Israel vom Antlitz der Erde tilgen, und sie möchten uns auch ausschalten. Wir sind der große Satan in ihrer Analogie und ihrer fehlgeleiteten Religion.“
Als ob wir nicht genug Probleme hätten, um damit fertig zu werden, stellt sich heraus, dass die Welt von einem atomar bewaffneten Armageddon-Kult regiert wird.
Das US-Imperium ist die böseste, zerstörerischste und gefährlichste Machtstruktur auf diesem Planeten. Es wird von Psychopathen betrieben und von dementierten religiösen Eifer geleitet. Diese Freaks wären nicht glaubwürdig als Bösewichte in einer Kinder-Cartoon-Show.
Dies sind die Leute, die behaupten, die moralische Autorität zu haben, zu entscheiden, wer der Führer einer souveränen Nation auf der anderen Seite des Planeten sein sollte. Dies sind die mächtigen Individuen, deren Entscheidungen den Weg bestimmen, den unsere Spezies in die Zukunft gehen wird.
Sie sind alles, was sie dem Iran vorwerfen. Sie sind gefährliche religiöse Fanatiker. Man kann ihnen Atomwaffen nicht anvertrauen. Sie sind die Tyrannen. Sie sind die Monster.
Das ist nicht nachhaltig. Die Jungs müssen gehen. Das US-Imperium muss fallen. Die Menschheit hängt davon ab.
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Wer selber schon im Iran war und dort verschiedene Städte besucht hat, der weiß, wie wichtig dort auch die Geschichte des Landes ist. Das Bild zeigt das Mausoleum des Iman Reza in Mashhad. (Foto Patrick Ringgenberg)
(Red.) Es gibt ihn, den Schweizer Wissenschaftler, der den Iran und seine über tausendjährige Geschichte wirklich kennt und versteht – und der zu Recht darüber besorgt ist, dass in der internationalen Politik Leute entscheiden, die vom wahren Charakter des Iran keine Ahnung haben – nicht zuletzt natürlich die US-Amerikaner. Im hier folgenden, ausführlichen Text erklärt er, warum Israel und die USA ihren Krieg gegen den Iran nicht gewinnen werden, auch mit andauernden Bombenangriffen nicht. In Anbetracht des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges Israels und der USA, der (negative) Auswirkungen auf fast die ganze Welt haben wird, lohnt es sich, die Ausführungen des Iran-Spezialisten Patrick Ringgenberg aufmerksam zu lesen. (cm)
„Gott hat den Krieg erschaffen, damit die Amerikaner Geografie lernen.“ (Mark Twain)
Seit Beginn des Konflikts am Samstag, dem 28. Februar, haben Analysten wie Alastair Crooke, Larry C. Johnson, Douglas Macgregor, John Mearsheimer, Scott Ritter oder Lawrence Wilkerson die Herausforderungen und Probleme des laufenden Krieges bereits gut charakterisiert. Die USA können ihn nicht gewinnen, der Iran kann ihn nicht verlieren; aber die Folgen des Konflikts werden alle Länder der Region zu Verlierern machen, ganz zu schweigen von der Weltwirtschaft, die in unterschiedlichem Maße unter den Spannungen im Persischen Golf und darüber hinaus leiden wird. Es wurde viel über den Wahnsinn dieses Krieges gesprochen, der auf einer kaum glaubwürdigen Unkenntnis des Iran beruht: das Fehlen klarer Ziele, eine plan- und gesetzlose Aggression, eine beunruhigende militärische Unvorbereitetheit, eine Flucht nach vorn ohne Ausweg. Die Lügen, mit denen der Angriff auf den Iran gerechtfertigt wurde, dem fälschlicherweise vorgeworfen wurde, eine unmittelbare Gefahr darzustellen und kurz vor der Beschaffung von Atomwaffen zu stehen, erinnern unmittelbar an diejenigen, die 2003 die amerikanische Invasion im Irak begründet hatten und die Region in eine bis heute andauernde Instabilität stürzten. Der Unterschied ist jedoch bemerkenswert: Der Iran ist nicht der Irak, und der Kontrast zwischen der Realität des Krieges und den rhetorischen Kunstgriffen von Präsident Donald Trump und seinem Umfeld erreicht ein in der jüngeren Geschichte beispielloses Maß an Schizophrenie. Im weiteren Sinne ist dieser Konflikt ein bemerkenswerter Indikator für eine globale Krise der Diplomatie, eine zerbrochene internationale Ordnung und ein dysfunktionales oder toxisches Mediensystem.
Für jeden Kenner des Iran ist dieser Krieg das Ergebnis jahrzehntelanger Fehlinterpretationen und Unkenntnis der Lage im Iran. Der zwölf Tage dauernde Krieg (13.-24. Juni 2025) hatte bereits gezeigt, dass die Niederlage Israels, das zu einem Waffenstillstand gezwungen war, weniger mit seinen militärischen Fähigkeiten zu tun hatte als vielmehr mit mangelnder Kenntnis der soziokulturellen Bedingungen des Iran und dessen militärischer Stärke. Man hätte meinen können, dass die Lehren aus diesem Krieg, den der Unterzeichner in Teheran miterlebt hat, beherzigt würden. Das war jedoch nicht der Fall. Die Medien und sogar „Experten” verbreiten weiterhin eine Reihe von Vorurteilen, die seit Jahrzehnten zu hören sind und die jeder seriöse Iranologe leicht widerlegen oder korrigieren kann: „Der Iran ist geschwächt”, „das Mullah-Regime ist am Ende”, „die Islamische Republik hat keine Legitimität mehr”, „die iranische Gesellschaft will ein freies und säkulares Land”.
Vor dem Hintergrund, dass die westlichen Akteure des Konflikts in der Regel eine alarmierende historische Unkenntnis an den Tag legen, soll dieser Artikel die wesentlichen Elemente für ein Verständnis des Iran aufzeigen.
Das „Regime der Mullahs“ und andere Vorurteile
Zunächst einmal sind die Iraner keine Araber. Sie sind ursprünglich Indoeuropäer, wie die westlichen Völker, sodass die modernen Iraner den Westlern näher stehen als den Arabern oder Türken. Die Indoeuropäer, die Vorfahren der iranischen Völker (Medier, Perser) kamen zwischen dem Ende des 2. Jahrtausends und dem Beginn des 1. Jahrtausends v. Chr. auf das iranische Plateau. Seit der Gründung des Achämenidenreichs durch Kyros im 6. Jahrhundert v. Chr. sind die Iraner die dominierende Kultur im Nahen Osten, der seit jeher ein Mosaik aus Völkern, Religionen und Kulturen ist.
Als Ergebnis einer tausendjährigen Geschichte hat der heutige Iran eine dreifache Identität: · zunächst die iranische Identität, die bis in die Antike zurückreicht und den modernen Nationalismus nährt; · seit dem 7. Jahrhundert muslimisch, seit dem 16. Jahrhundert schiitisch; · vor allem seit dem 19. Jahrhundert westlich, als der europäische Einfluss immer stärker wurde.
Diese kulturelle Komplexität spiegelt sich auf allen Ebenen wider. Über die von der Pahlavi-Dynastie (1925-1979) begründete nationale Einheit hinaus ist der Iran ein zutiefst multiethnisches und multikulturelles Land. Während etwa die Hälfte der Bevölkerung aus Persern besteht, setzt sich die andere Hälfte aus verschiedenen türkischen oder türkischsprachigen Gruppen, Arabern oder Völkern zusammen, die entfernt mit den Iranern verwandt sind, wie die Kurden oder Belutschen. Der Iran lebt nach drei Kalendern (iranisch, muslimisch, westlich). Die Alltagskultur ist eine Mischung aus iranischen Traditionen, muslimischen Werten und westlichen kulturellen Elementen. Selbst die Islamische Republik ist ein hybrides System: gleichzeitig ein Nationalstaat und eine Demokratie westlicher Prägung, eine Republik, die aus der konstitutionellen Revolution von 1906 hervorgegangen ist, eine imperiale Macht, die in einer jahrtausendealten Regierungstradition verwurzelt ist, und ein System religiöser Führung (Imamokratie statt Theokratie) mit alten Wurzeln.
Seit dem 16. Jahrhundert sind die Iraner mehrheitlich Schiiten, aber der iranische Islam ist aufgrund seiner Geschichte vielschichtig und in seiner Ausübung vielfältig. Die muslimischen Praktiken befinden sich an der Schnittstelle zwischen Schiismus, mystischen Strömungen und Sufismus, deren Ideen sich über Jahrhunderte in der persischen Poesie (Nezami, ‚Attar, Rumi, Sa’di, Hafez, Djami) ausgebreitet haben, einem vom Staat geförderten militanten und ideologischen Islam sowie den je nach Region und ethnischer Zugehörigkeit unterschiedlichen Wechselwirkungen zwischen Religion und Kultur. Entgegen säkularisierenden und projektiven Vorurteilen ist die Präsenz der Religion im politischen Leben eine jahrhundertealte, ja sogar tausendjährige Tradition und bildet einen politischen Archetyp des Iran: Die Islamische Revolution von 1979 hat in dieser Hinsicht lediglich ein altes strukturelles Prinzip in einer modernen politischen Architektur formalisiert.
Dennoch ist es ein Irrtum, die Islamische Republik auf ein „Mullah-Regime” zu reduzieren, denn auch wenn Geistliche auf verschiedenen Ebenen der Macht vertreten sind, knüpft die Politik vor allem an eine imperiale Tradition an. Seit der Achämenidenzeit (6. Jahrhundert v. Chr.) ist der Iran die Macht in der Region und hat sich über Jahrhunderte hinweg auf einer politischen und imperialen Grundlage aufgebaut. Selbst nach der Ankunft des Islam im 7. Jahrhundert waren es iranische Wesire, die an der Seite der abbasidischen Kalifen oder türkischen Sultane die Verwaltung der Reiche oder Königreiche sicherstellten. Daraus resultieren Regierungstraditionen, die nach der Islamischen Revolution teilweise islamisiert werden konnten, in Wirklichkeit jedoch in einer vormodernen oder sogar vorislamischen Regierungsform, Strategie und Identität verwurzelt sind. In vielerlei Hinsicht ist die Politik der Islamischen Republik weniger von der Religion beeinflusst als in Israel, wo ultraorthodoxe Juden koloniale Ambitionen mit historischen Mythen und Messianismus rechtfertigen, oder in den USA, deren derzeitige pro-israelische Politik vom zionistischen Messianismus der Evangelikalen durchdrungen ist.
Der Iran hat in der Tat ebenso alte militärische Traditionen, die zudem von religiösen (das Martyrium von Imam Hossein in Kerbala) oder heroischen (das Epos des Buches der Könige von Ferdowsi) Werten geprägt sind. Die 1979 zur Sicherung der jungen Islamischen Republik gegründeten Revolutionsgarden haben im Laufe der Jahrzehnte ein multidimensionales Fachwissen in Bezug auf Revolution oder Konterrevolution, klassischen Krieg oder asymmetrischen Krieg erworben.
Historisch gesehen war der Iran in der islamischen Epoche die zentrale Kultur des Nahen Ostens, die bis nach Zentralasien und Nordindien reichte. Es ist daher nicht verwunderlich, dass der Iran von allen Ländern der Region, mit Ausnahme der Türkei, über das reichste, vielfältigste und darüber hinaus noch immer lebendige und prägende kulturelle Erbe verfügt. Die starke Hybridität des Landes ist zwar Quelle identitärer Spannungen oder politischer Krisen, aber auch seiner Stärke und einer der Gründe für seine kulturelle Vorherrschaft in der Region. Gerade wegen der kulturellen Komplexität des Iran ist die iranische Gesellschaft kulturell ebenso vielfältig wie politisch gespalten. Dies war während der Islamischen Revolution 1979 der Fall und ist auch heute noch so. Während viele den Tod des Obersten Führers betrauern, machen andere ihn für die politische Stagnation des Iran in den letzten Jahren, für die kulturelle Zensur und für geopolitische Entscheidungen verantwortlich, die zu einer internationalen Marginalisierung des Landes geführt haben. Es gibt auch eine Kluft zwischen den Eliten und der Bevölkerung, die vielfältige Ursachen hat. Es gab schon immer eine gewisse Distanz zwischen den Regierungen (die jahrtausendelang königlich waren) und einer stark familienorientierten, korporatistischen oder stammesorientierten Gesellschaft. Wie jeder moderne Staat kennt auch der Iran eine relative Kluft zwischen dem Volk und den Eliten, auch wenn es der Islamischen Republik im Gegensatz zur Pahlavi-Monarchie, die die alleinige Macht eines einzigen Mannes festgeschrieben hatte, gelungen ist, die Bevölkerung besser in die politischen Prozesse und den Aufbau der Nation einzubeziehen.
Der Nationalismus ist jedoch die Kraft, die die Iraner über alle Spaltungen hinweg vereint. Dies war während des Iran-Irak-Krieges (1980-1988) der Fall, als sich die Iraner über die soziopolitischen Meinungsverschiedenheiten hinweg, die zu einem Bürgerkrieg hätten führen können, zusammenschlossen, um ihr angegriffenes Land zu verteidigen. Auch heute bilden die Iraner eine gemeinsame Front gegen einen aufgezwungenen Krieg.Nationalismus, religiöse Motive, imperiale Stärke, das Ideal des Widerstands: Angesichts dieser mentalen Infrastruktur, die ebenso wichtig ist wie ballistische Raketen, haben Israel und die USA den Krieg bereits verloren und laufen sogar Gefahr, niemals Frieden gewinnen zu können. (Hervorhebung durch die Redaktion.)
Warum die Idee eines „Regimewechsels” keinen Sinn macht
Experten aller Couleur haben bereits ausführlich darauf hingewiesen, dass Bombenangriffe, abgesehen von der Illegitimität der israelisch-amerikanischen Aggression, noch nie einen politischen Regimewechsel bewirkt haben. Schlimmer noch, im Falle des Iran wird die kleinliche und unverantwortliche Ermordung von Ayatollah Khamenei nur den antiamerikanischen Nationalismus im ganzen Land und die souveränistische und antiwestliche Entschlossenheit im Herzen des iranischen Systems verstärken und die Wut der Schiiten und der Muslime im Allgemeinen gegen den Westen in der islamischen Welt schüren.
Man kann auch feststellen, dass die Tötung eines Mannes, selbst wenn es sich um den Obersten Führer handelt, kein System und noch weniger eine politische Idee tötet; dass Ali Khamenei, der im Alter von 86 Jahren starb, bereits seit mehr als zehn Jahren die Frage seiner Nachfolge angesprochen hatte und dass eine Machtvakanz de facto undenkbar war; dass der Oberste Führer nicht isoliert ist, sondern von einer Galaxie von mehr oder weniger offensichtlichen und verdeckten Gefolgsleuten und Persönlichkeiten umgeben ist, die einen tiefgreifenden Apparat mit weitreichenden Verzweigungen bilden; dass die Ermordung von Ali Khamenei ihn zu einem Märtyrer und einer Ikone gemacht hat, sodass sein Tod ihn noch mächtiger gemacht hat als seine Lebzeit. Wie kann man sich schließlich auch nur eine Sekunde lang vorstellen, dass tödliche und zerstörerische Bombardierungen eine iranische Regierung hervorbringen könnten, die den skrupellosen Angreifern nicht feindlich gegenübersteht? Wie kann man sich vorstellen, dass eine Bevölkerung von mehr als 90 Millionen Menschen nach einem Krieg, dessen erster Akt das Massaker an Schülerinnen war, mit einem vom Ausland aufgezwungenen Regime zusammenarbeiten würde?
Die politische Organisation des Iran ist sowohl ein vertikales Organigramm als auch ein Mandala. Die republikanische Funktionsweise, hierarchisch gegliedert in Parlament, Minister und Präsident, wird vom Obersten Führer, einer religiösen Autorität, überragt, der auch das sichtbare Gesicht des tiefen Staates, der wesentlichen und zentralen Achse der Macht, darstellt. Letztere entspricht der imperial-religiösen Tradition des Iran, die in Bezug auf politische und administrative Praktiken bis in die Antike und in Bezug auf die derzeitige Verbindung zwischen einer vertikalen Macht und einem hierarchischen und polyzentrischen Klerus bis in die Safawiden-Zeit (16. Jahrhundert) zurückreicht.
A priori und rückblickend erscheinen die Pahlavis als eine modernisierende und säkulare Episode in der Zeitgeschichte. Die Islamische Revolution wurde als fundamentalistische Rückkehr zum Islam interpretiert, obwohl sie vor allem eine Neugewichtung gegenüber der einseitig westlich orientierten und iranfreundlichen Politik der Pahlavi darstellt. So wenig wie die Pahlavi den Iran vollständig verwestlichen konnten, so wenig konnte die Islamische Republik das Land vollständig islamisieren. Mehr noch, die von den Pahlavis eingeleitete Verwestlichung setzte sich unter der Islamischen Republik auf vielfältige Weise indirekt fort, trotz der Islamisierungsbestrebungen und manchmal sogar entgegen den revolutionären politischen Zielen. Für diejenigen, die nur mit dualistischen historischen Schemata arbeiten, mag es paradox erscheinen, ist der Iran der Islamischen Republik heute moderner als zu Zeiten der Pahlavi-Dynastie, als eine oberflächliche Amerikanisierung einem weitgehend archaischen diktatorischen Regime einen pseudomodernistischen Anstrich verlieh.
Aus diesem Grund ist der Nationalismus, der während der Revolution verboten wurde, da er dem transnationalen Ideal der ummah (der Gemeinschaft der Muslime) widersprach, zum Bindemittel der Iraner geworden. Selbst die Revolutionsgarden werden seit Jahren nicht mehr als Prätorianergarde dargestellt, die eine revolutionäre Ideologie oder ein revolutionäres Ideal verteidigt, sondern als nationale Kraft, die die iranische Nation schützt. Dieser Nationalismus ist zwar historisch gesehen neu und europäisch inspiriert, er hat in Wirklichkeit alte und sogar antike Vorläufer: Es ist die Iranität, die auf einem Gebiet basiert, das die Iraner seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. politisch und kulturell beherrschen.
Man kann die Islamische Revolution als einen Bruch betrachten, aber in Wirklichkeit hat sie in vielerlei Hinsicht die Pahlavi-Ära fortgesetzt und sich gleichzeitig in eine politische Identität eingefügt – imperial, religiös – in eine säkulare Identität. Die Islamische Republik hat die von den Pahlavis begonnene Entwicklung der Industrie, der Infrastruktur, der Schulen und Universitäten fortgesetzt. Auch wenn sie in bestimmten Stellungnahmen und strategischen Ausrichtungen eine muslimische Agenda verfolgt, ist die Politik des Iran in der Praxis eher imperial als ideologisch, eher nationalistisch als panislamisch, eher pragmatisch als ideologisch. Nach der Islamischen Revolution wurde die Politik etwa zehn bis fünfzehn Jahre lang von religiösen und revolutionären Idealen dominiert, doch heute positioniert sich die Islamische Republik im Wesentlichen auf einer nationalistisch-imperialistischen Achse, die das Hauptmerkmal der Pahlavi-Periode war und tatsächlich die wesentliche Kontinuität einer iranischen Präsenz seit der Antike darstellt.
Das macht die Idee eines Regimewechsels problematisch. Will man die Führungskräfte austauschen? Diese werden dann entsprechend den im politischen System vorgesehenen Regelungen (Wahlen oder Ernennungen) ersetzt. Will man das System selbst ändern? Man kann sicherlich diese oder jene Bestimmung im Organigramm oder dieses oder jenes Instrument der politischen Funktionsweise ändern, aber man kann nicht am tiefen Staat rütteln, an der grundlegenden Struktur der iranischen Macht, die in der Geschichte verwurzelt ist. Wollen wir mehr Demokratie im Iran? Man muss sich nicht die Rückkehr eines Königs oder von Oppositionellen vorstellen, die sicherlich um ein riesiges und heterogenes Land zu kontrollieren, genauso autoritär sein werden wie die vorherigen Regime. Wäre es nicht angemessener und würde es nicht eher den sozialen Entwicklungen und Debatten im Iran selbst entsprechen, eine Stärkung des Republikanismus der Islamischen Republik anzustreben, indem man den politischen Einfluss nicht gewählter Institutionen einschränkt und die Vorrechte des Obersten Führers eher in moralischer als in politischer Hinsicht neu definiert? Wünschen wir uns eine liberalere Gesellschaft, die weniger der öffentlichen Zensur unterliegt? Seit der Zeit des Reformpräsidenten Khatami und mit dem Aufkommen neuer Generationen, dank des Internets und infolge der Bewegung „Frau, Leben, Freiheit” (2022), gibt es im Iran eine – oft nur halbherzige und unstete, aber dennoch reale – Liberalisierung, die heute jedoch durch die durch den Krieg und seine Folgen bedingten Sicherheitsverstärkungen gefährdet ist.
Man sollte sich jedoch nichts vormachen: Der Iran wird zweifellos noch lange Zeit ein „starkes” und hierarchisches politisches System haben, da diese Regierungsform in der patriarchalischen Struktur der iranischen Familien, dem traditionalistischen Mosaik des Landes und dem Prinzip einer religiösen oder mystischen Führung verwurzelt ist. Autoritäre Tendenzen sind übrigens über das gesamte politische Spektrum hinweg verbreitet, von den Reformern bis zu den Konservativen, die gerne „von oben” nationalistische, populistische, entwicklungsorientierte oder islamistische Programme durchsetzen wollten.
Denjenigen, die die westliche liberale Demokratie als Endziel und „Ende der Geschichte” betrachten, muss man übrigens ins Gedächtnis rufen, dass die Liberalen im Iran eine Minderheit sind und immer waren und dass der liberale Diskurs vor allem einer iranischen Diaspora eigen ist, die zu sehr verwestlicht ist, um ein Land zu verstehen, das sie oft nur sehr wenig kennt und das sich nicht auf die schicken Viertel im Norden Teherans beschränkt. Für viele iranische Bevölkerungsgruppen, die übrigens gegenüber der Islamischen Republik kritisch eingestellt sein können, ist nicht unbedingt oder nicht immer unser westliches Verständnis von Freiheit und unsere Wertschätzung des Liberalismus entscheidend, sondern traditionelle, kulturelle, religiöse und identitätsstiftende Werte. Im Übrigen ist die Freiheit im Westen relativ, und die Westler, die mit Mainstream-Medien und kommerziellen Algorithmen überschüttet werden, sind sich gar nicht bewusst, wie bedingt ihre Freiheit ist und wie sehr ihre Sicht der Dinge formatiert ist. Der Fortbestand der Islamischen Republik beruht in der Tat auf einer Kombination aus sozialer Transformation und kultureller Wiederherstellung: Sie ermöglichte den sozialen Aufstieg von Personen und sozialen Gruppen, die in der Pahlavi-Ära ausgegrenzt oder marginalisiert waren und heute das politische, administrative und intellektuelle Gerüst des Landes bilden; sie verteidigte auch Werte, mit denen sich soziale Gruppen, die sich mit dem selektiven Westlertum und Modernismus der Pahlavis nicht identifizieren konnten, besser identifizieren konnten.
Was Reza Pahlavi, den mutmaßlichen Thronfolger, betrifft, so hat er weder politisches Gewicht noch Netzwerke im Iran, noch gar Kompetenz. Für ihn wird ein Szenario ins Spiel gebracht, das von König Juan Carlos in Spanien oder Ayatollah Khomeini im Jahr 1979 inspiriert ist. In beiden Fällen ist der Vergleich jedoch völlig irrelevant. Juan Carlos sorgte für einen demokratischen Übergang in Spanien, da Franco gestorben war und die Frage der politischen Zukunft offen war. Im Iran sind alle noch am Leben. Der Oberste Führer Ali Khamenei wurde getötet, aber ein Rat ersetzt ihn vorübergehend, bis die Expertenversammlung einen Nachfolger benennt. Wenn der Präsident stirbt, ersetzt ihn der Vizepräsident, bis durch Volkswahlen ein neuer Präsident gewählt wird (Das ist mittlerweile geschehen, Ali Khameneis Nachfolger wird sein Sohn Mojtaba Khamenei, Red.)
Andererseits konnte Khomeini 1979 dank eines Netzwerks von Geistlichen im Iran, eines bereits 1970 definierten politischen Projekts und eines Charismas, das im Gegensatz zu der nepotistischen Geschäftemacherei des Pahlavi-Hofes stand, die Macht übernehmen. Reza Pahlavi hat den Iran vor 47 Jahren verlassen, sodass er und sein Umfeld ihr Land buchstäblich nicht mehr kennen. Noch schwerwiegender in den Augen vieler Iraner ist, dass Reza Pahlavi mit einem US-Imperialismus in Verbindung gebracht wird, der den Iran unterwerfen und zu einem Satelliten der israelisch-amerikanischen Interessen machen will. Die Zusammenarbeit mit ausländischen Mächten ist gewissermaßen Teil des Schicksals der Pahlavi: Reza Schah kam dank der Briten an die Macht; 1941 wurde er von den Alliierten abgesetzt, die seinen Sohn Mohammad-Reza auf den Thron setzten; dieser verdankte seine Rückkehr an die Macht nach dem Staatsstreich gegen Mossadegh 1953 den USA und den Briten. Im Gegensatz zu seinem Großvater und seinem Vater, die den Iran auf heilsame Weise in eine notwendige industrielle Modernisierung geführt hatten, wünschte sich Reza Pahlavi einen Krieg gegen seine Mitbürger, um einen israelisch-amerikanischen Ehrgeiz zu befriedigen, dessen bloßer Handlanger er ist.
Schließlich darf man nicht vergessen, auf die kulturelle Kluft zwischen den Iranern im Iran und den Iranern in der Diaspora hinzuweisen. Es gibt zwar einen Austausch, aber aufgrund ihrer unterschiedlichen Lebenswege sprechen sie zwar dasselbe Idiom, aber nicht (unbedingt) die selbe Sprache. Es wäre eine gefährliche Illusion anzunehmen, dass die Iraner im Iran, die jahrzehntelang gelitten haben, eine Diaspora mit offenen Armen empfangen würden, die im Gefolge einer vom Ausland aufgezwungenen Marionettenregierung ihre Posten und Positionen einnehmen und ihnen eine politisch-kulturelle Neuausrichtung aufzwingen würde.
Der Erfolg der Islamischen Revolution, der sich an der seit mehr als vier Jahrzehnten bestehenden Feindseligkeit der USA gegenüber dem Iran messen lässt, besteht darin, ein Land geschaffen zu haben, das gegen ausländische Einmischungen gewappnet ist. Zugegeben, die Islamische Republik hat dafür einen hohen Preis bezahlt: intern durch oft lähmende ideologische und politische Spannungen zwischen Isolationisten, die die diplomatischen Beziehungen so weit wie möglich einschränken und auf den wirtschaftlichen oder wissenschaftlichen Austausch beschränken wollen, und Realisten, die die internationalen Beziehungen zum Westen normalisieren wollen; extern durch den Druck Israels und der USA, die den Iran mit allen Mitteln in einen Zustand (geo-)politischer Vasallenschaft zurückversetzen wollen.
Ein erweitertes Großes Spiel
Das Große Spiel war die Rivalität zwischen Großbritannien und Russland in Zentralasien. Die aktuelle Situation lädt dazu ein, den Blickwinkel auf Eurasien und Asien zu erweitern. Um dies zu verstehen, muss man bis ins 16. Jahrhundert zurückgehen. Die Spanier und Portugiesen begannen mit der Errichtung europäischer Kolonialreiche, und die Portugiesen kamen 1507 in den Persischen Golf. Im folgenden Jahrhundert errichteten die Engländer, Franzosen und Holländer ihrerseits Kolonialreiche, und die Engländer vertrieben die Portugiesen zu Beginn des 17. Jahrhunderts aus dem Persischen Golf. Persien (der Iran) wurde nach und nach zu einem Schauplatz ausländischer Einmischungen, vor allem durch England und Russland, die sich im 19. Jahrhundert noch verstärkten. 1907 teilten sich die Engländer und Russen sogar ihren Einfluss auf den Iran auf, wobei sich die Engländer den Süden und die Russen den Norden sicherten.
Mit der westlich geprägten Herrschaft der Pahlavi erlangte der Iran eine gewisse Souveränität, wenn auch nur relative: Die Engländer behielten bis zum Zweiten Weltkrieg einen erheblichen Einfluss, dann waren es die Amerikaner, die sich bis 1979 stark in die Verwaltung und sogar in die Politik von Mohammad-Reza Pahlavi einmischten. Der Sturz von Premierminister Mossadegh im Jahr 1953 durch die CIA bleibt für die Iraner das Symbol für die konfiskatorische Machtübernahme der USA über den Iran. Der Anti-West-Kurs der Islamischen Revolution zielte darauf ab, sich von den politischen, wirtschaftlichen und sogar kulturellen Einmischungen der westlichen Mächte seit mindestens Beginn des 19. Jahrhunderts zu befreien. Diese souveränistische Ausrichtung bildet den Kern des iranischen Systems und ist der Grund für eine protektionistische und unabhängigkeitsorientierte Politik: Die Regierungen können sich ändern, nicht jedoch diese strukturelle Determinante.
Die Dämonisierung des Iran durch den Westen seit 1979 kann daher auch als Fortsetzung einer imperialistischen Politik und Vision gelesen werden, die, da sie den Iran nicht mehr wie zuvor beeinflussen kann, eine bestimmte Erzählung (den Iran als negative Kraft) kontrollieren und Maßnahmen (Sanktionen, Druck, Subversionsoperationen, Krieg) rechtfertigen will, um ihn in Schach zu halten. Daher kann der Wunsch, das iranische Atomprogramm zu kontrollieren, das auf Mohammad-Reza Pahlavi zurückgeht, auch als Fortsetzung einer jahrhundertealten imperialistischen Politik in der Region verstanden werden, die ein von Natur aus verzerrtes diplomatisches Spiel etabliert hat. In diesem Sinne ist das iranische Atomprogramm nur ein Vorwand: Die Verhandlungselemente und Spielregeln sind verzerrt, und die europäischen Diplomaten sind entweder durch ihren Westzentrismus und ihre Unkenntnis der Geschichte geblendet oder Komplizen oder werden durch israelisch-amerikanische Manipulationen instrumentalisiert. Die Sensibilität des Iran für die Palästinafrage, die westliche Länder aus Voreingenommenheit auf Ideologie reduzieren wollen, ist Teil des ausgeprägten Bewusstseins für den westlichen Imperialismus, unter dem der Iran seit mehr als zwei Jahrhunderten leidet.
Andererseits ist der Iran seit dem ersten Jahrhundert v. Chr. ein wichtiger Knotenpunkt der sogenannten „Seidenstraßen“, der Landverbindungen zwischen dem Mittelmeerraum und dem Fernen Osten. Geografisch gesehen bleibt er ein wichtiges Bindeglied der 2013 ins Leben gerufenen neuen chinesischen Seidenstraßen. In einer globalisierten Welt ist der Iran auch hier das Ziel eines US-amerikanischen Neoimperialismus, der einen fünf Jahrhunderte alten imperialistischen Willen des Westens wiederbelebt und mindestens sechs wesentliche Ergebnisse erzielen will:
· Kontrolle über den Nahen Osten durch Destabilisierung und Schwächung des zentralen Teils des regionalen geopolitischen Puzzles, da der Iran als Erbe eines Imperiums das einzige sichere und stabile Land in der Region ist;
· Wahrung der finanziellen Interessen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Saudi-Arabien, die den USA unterworfen sind, durch Schwächung des einzigen Landes – Iran –, das einen entscheidenden Rivalen darstellen und eine Vormachtstellung einnehmen könnte, die alle Länder und Volkswirtschaften am Persischen Golf marginalisiert;
· Die Ost-West-Verbindung (Mittelmeer-Asien) und die Nord-Süd-Verbindung (Russland-Iran-Indien) unterbrechen, indem das Land – der Iran – angegriffen wird, das den Knotenpunkt und die grundlegende Verbindungsstelle bildet;
· Chinesische Interessen angreifen, indem ein wichtiger Ölversorger und ein entscheidendes Glied der chinesischen Handelswege angegriffen wird.
· Den russischen Einfluss zu untergraben, indem ein Partner geschwächt wird, der in der neuen, von den BRICS-Staaten vorangetriebenen geopolitischen Ordnung eine entscheidende Rolle spielt.
· Die Ressourcen eines Landes zu kontrollieren, das über immense Öl- (3. größte nachgewiesene Reserven weltweit) und Gasvorkommen (2. größte nachgewiesene Reserven weltweit) verfügt.
Was uns die alte Geschichte für die Gegenwart lehrt, ist, dass der Iran die säkulare Regionalmacht der Region war: Er ist es immer noch und wird es auch weiterhin sein. Als der Islam im 7. Jahrhundert Einzug hielt, war das iranische Plateau durch mehr als ein Jahrtausend iranischer Reiche (Achämeniden, Parther, Sassaniden) iranisiert worden. Im islamisierten Orient setzte sich die iranische Kultur als zentrale, maßgebliche und einflussreiche Kultur durch, auch wenn die Herrscher überwiegend Araber oder Türken waren. Die Islamische Revolution vermittelte den Eindruck eines turbulenten oder fragilen Landes, aber das könnte eine optische Täuschung sein: Die Revolution hat die Machtstrukturen verändert, ohne die politischen Archetypen, die jahrhundertealten Machtgewohnheiten und die wesentlichen Identitätsachsen zu verändern. Die politisch-religiöse Struktur der iranischen Macht ist in ihrer Form modern, in ihrem Wesen jedoch alt: Seit der Antike stützt sich die königliche Macht auf eine religiöse Autorität.
Die säkularisierte Herrschaft der Pahlavi ist eine relative Ausnahme, denn Mohammad-Reza Pahlavi hatte eine mystische Sensibilität, die vielen iranischen Herrschern gemeinsam war.
Daher wird der Iran, eine zentrale Zivilisation des Nahen Ostens, nicht zusammenbrechen. Er ist zum einen zu groß, um zu fallen. Zum anderen verfügt er über eine grundlegende Identität: Unabhängig von politischen Veränderungen oder Palastrevolutionen bildet sein Kern eine jahrtausendealte Kontinuität und garantiert den Fortbestand des Iran (Spiritualität, Machtpraktiken, Familie, traditionelle Überlieferungen usw.). Schließlich ist der Iran seit 2600 Jahren Herrscher und Souverän in seiner Region. Das einzige Land, das mit ihm konkurrieren kann, ist die Türkei, Erbin eines Reiches (des Osmanischen Reiches), aber mit einer geringeren Tradition. Die Türken ließen sich ab dem 11. Jahrhundert n. Chr. in Kleinasien nieder, während die Indoeuropäer bereits im 2. Jahrtausend v. Chr. auf das iranische Plateau kamen. Wenn man auf die Zukunft eines Landes wetten muss, dann sicherlich auf dasjenige, das die ältesten Wurzeln und die stärkste kulturelle Überlieferung hat. Mit Ausnahme der Türkei sind alle anderen Länder der Region neu entstanden und daher durch chronische Instabilität oder strukturelle Schwächen gekennzeichnet. (Hervorhebung durch die Redaktion.)
Warum der Westen den Iran nicht versteht
Jeder Kenner des Iran ist beeindruckt von der Unangemessenheit, Sterilität oder Unintelligenz der westlichen Diplomatie gegenüber dem Iran. Gewiss hat die Islamische Revolution Misstrauen, Missverständnisse und sogar systemische Feindseligkeiten zwischen dem Iran, den europäischen Ländern, den USA und Israel hervorgerufen. 47 Jahre nach dieser Revolution, obwohl sich die iranische Gesellschaft und sogar bestimmte politische Aspekte der Islamischen Republik tiefgreifend verändert haben, sehen die Westler den Iran immer noch durch eine Reihe von Vorurteilen, die bestenfalls unangemessen, schlimmstenfalls sogar aberwitzige sind. Abgesehen von der Ära des Reformpräsidenten Khatami (1997-2005) war die einzige nennenswerte Ausnahme der Zeitraum von 2015 bis 2017, als die Unterzeichnung des JCPOA die Aussicht auf lukrative Investitionen im Iran bot. Die europäischen Medien gaben damals für eine Weile ihre Dämonisierung oder karikaturistische Darstellung des Iran auf und würdigten stattdessen das Land, seine Kultur und sein Potenzial, um den Weg für eine wirtschaftliche Annäherung zu ebnen.
Der Fall Iran ist beispielhaft, um zu verstehen, wie die Medien eine von der Realität losgelöste Wirklichkeit konstruieren, aber auch, um die epistemologischen Grenzen akademischer Studien oder diplomatischer Analysen zu untersuchen. Tatsächlich sind Studien, die den Iran in seiner Vielfalt betrachten und eine ausgewogene, multilaterale und unvoreingenommene Sichtweise bieten, äußerst selten. Ein so komplexes Land wie der Iran erfordert jedoch eine multidisziplinäre und „ganzheitliche Sichtweise”, während die Analysen von Think Tanks, diplomatischen Kreisen und sogar Universitäten in unterschiedlichem Maße von Unilateralismus, Korporatismus, Fachbereichsisolation oder Ideologie geprägt sind.
Vereinfacht gesagt wird der westliche Blick auf den Iran von drei Ebenen vorgefasster Meinungen dominiert:
· Orientalistische Vorurteile, die Edward Said für die arabische Welt treffend beschrieben hat und die auch für den Iran weitgehend zutreffen. Sie haben sich im Bewusstsein der Bevölkerung und der Medien festgesetzt und zeichnen ein verächtliches Bild von orientalischen Völkern als irrational, lügnerisch, grausam, kriegerisch, faul und außerhalb der Geschichte stehend.
· Eine Islamophobie, die ihre Wurzeln im Mittelalter hat und den Islam als religiöse, kulturelle und militärische Gefahr betrachtet, die stets darauf aus ist, die Welt zu erobern und den „großen Austausch” der Christen durch Muslime zu vollziehen.
· Eine Iranophobie, die durch die Islamische Revolution ausgelöst und seitdem von den Gegnern der Islamischen Republik (Royalisten, Mudschaheddin usw.), den israelischen Lobbys und den amerikanischen Politikern, die noch immer von der Geiselnahme in der amerikanischen Botschaft (4. November 1979 – 20. Januar 1981) geprägt sind, geschürt wird.
Zu diesen drei Vorurteilen kommt noch ein neokolonialistisches oder neoimperialistisches Paradigma hinzu, das die Geschichte der Entkolonialisierung im 20. Jahrhundert völlig ignoriert und davon ausgeht, dass westliche oder westlich geprägte Länder in der globalen Ordnung einen zivilisatorischen Maßstab darstellen und über Gut und Böse entscheiden. Ländern, die dieses Paradigma nicht teilen wollen, wird die Legitimität abgesprochen, ihre Souveränität wird herabgesetzt, ihnen wird eine vollwertige Stimme und ein vollwertiger Status verweigert. Diese Asymmetrie ist in den Verhandlungen zwischen dem Iran und den westlichen Ländern seit den 2010er Jahren offensichtlich. Donald Trump tritt aus dem Abkommen von 2015 (JCPOA) aus, und die Europäer halten sich nicht an dieses Abkommen, obwohl sie bekräftigt hatten, es aufrechterhalten zu wollen. Schließlich wird der Iran 2025 und 2026 militärisch angegriffen: Dennoch wird der Iran systematisch beschuldigt, seine Verpflichtungen zu verraten, Verhandlungen zu verweigern und destabilisierend zu wirken.
Die über ein Land gesammelten Daten sind nur ein Gerüst, das mit praktischem und kontinuierlichem Wissen über die Lage vor Ort gefüllt werden muss. So zahlreich sie auch sein mögen, Informationen nützen nichts, wenn man nicht über die richtigen Schlüssel zu ihrer Interpretation verfügt. Es nützt nichts, Persisch zu können, wenn man nicht versteht, was gesagt und angedeutet wird. Leider gibt es heute nur sehr wenige Iran-Experten, die im Iran leben oder über direkte, langjährige und vielfältige Erfahrungen mit dem Land verfügen. Diese Experten finden zudem nur wenig Gehör oder werden sogar aus den großen Medien verdrängt, da sie Politikern und Lobbyisten, die mehr an ihren Fantasien als an der Realität interessiert sind, ein Dorn im Auge sind. Studien und Berichte über den Iran werden in der Regel von Menschen verfasst, die das Land nicht aus eigener Erfahrung kennen oder nur eine rein theoretische oder veraltete Sichtweise haben, oder von westlich orientierten Iranern, die eine „neo-orientalistische” Sichtweise auf ihr Land vertreten. Die iranische Diaspora präsentiert uns gerne die Klischees eines „diktatorischen und unabsetzbaren Regimes der Mullahs”. Soziologisch gesehen besteht diese Diaspora jedoch aus Royalisten, Oppositionellen, Flüchtlingen und Wirtschaftsmigranten, die oft aus unterschiedlichen Gründen eine kritische Haltung gegenüber einem Land einnehmen, das sie in Wirklichkeit nur sehr unvollständig kennen, von dem sie sich ein idealisiertes und manchmal realitätsfernes Bild machen und das sie gerne nur anhand ihrer eigenen, zwangsläufig persönlichen Erfahrungen beurteilen. In den Medien oder der Populärkultur werden immer wieder Werke zitiert, wie Reading Lolita in Tehran von Azar Nafisi (2003) oder die Graphic Novels Persepolis von Marjan Satrapi (2000-2003), die jedoch vom Iran der 1980er oder frühen 1990er Jahre handeln, als hätte sich der Iran in dreißig Jahren nicht verändert.
Das Ergebnis ist ein Land, über das alle reden, das aber niemand außerhalb des Iran wirklich kennt. Die Folgen einer solchen Unwissenheit sind gravierend, und der Sieg des Iran im Zwölf-Tage-Krieg ist auch eine Niederlage des israelisch-amerikanischen Geheimdienstes und ganz allgemein der kulturellen Kenntnis des Iran. Vier grundlegende Fehler zwangen Israel schließlich dazu, ein Ende des Konflikts zu fordern:
· militärisch: Unterschätzung der iranischen Macht und ihrer organisatorischen Stärke, was einen westlich geprägten Stolz offenbart, der die Fähigkeiten der Anderen herabsetzt oder bagatellisiert;
· strategisch: Die Iraner zögerten nicht, mit Nachdruck und einer bemerkenswert durchdachten und fundierten strategischen Logik zurückzuschlagen, was ebenfalls eine „orientalistische” Geringschätzung offenbart, die den Gegner unterschätzt;
· politisch: Der iranische Staat ist nicht zusammengebrochen, entgegen den Prognosen, die die tiefgreifenden Strukturen des Iran ignorierten;
· kulturell: Die Iraner haben sich gegen den Feind gestellt, anstatt gegen ihre Regierung zu revoltieren, was eine Unkenntnis der im Land wirksamen psychokulturellen Mechanismen offenbart.
Der derzeitige Krieg offenbart, wie bereits gesagt, genau dieselben Fehler, und man kann sich fragen, ob Geschichte und Erfahrung nicht wie eine Laterne sind, die hinter unserem Rücken hängt: Sie beleuchtet nur das, was wir vergessen haben, nicht die Realität vor unseren Augen. Dasselbe Unverständnis liegt dem Embargo gegen den Iran zugrunde, einem regelrechten Wirtschaftskrieg, der seit 47 Jahren geführt wird.
Seit der Islamischen Revolution unterliegt der Iran einem Sanktionsregime, das im Laufe der Jahrzehnte immer massiver und prägnanter geworden ist. Auch wenn die iranische Wirtschaft leidet und sich vor allem in den letzten zwei Jahrzehnten kontinuierlich verschlechtert hat, hat das Embargo den iranischen Staat weder zu Fall noch ins Wanken gebracht. Es stimmt, dass Embargos im Wesentlichen eine Frage der politischen Kommunikation und des Marketings sind und oft wenig mit diplomatischer Effizienz oder einer tatsächlichen Kenntnis der Lage zu tun haben. Sie dienen dazu, die öffentliche Meinung oder Lobbygruppen zufrieden zu stellen, haben aber den Nachteil, dass sie nicht mit einer effizienten oder kompetenten Politik einhergehen.
Das Embargo gegen den Iran ist vor allem ein Ballett der Heuchelei und ein zynisches Spiel. Die USA haben sich über Scheinfirmen Ausnahmeregelungen gewährt, während sie anderen Ländern (in Europa oder Asien) den Handel mit dem Iran verbieten. Die ungesunde Wirkung des Embargos trifft zudem die Bevölkerung und nicht die Regierung oder die Eliten, die weiterhin Zugang zu Öl-, Gas- oder Zollressourcen haben. Es schafft auch eine perverse Form der Solidarität zwischen den Isolationisten innerhalb des iranischen Staates, die alle Beziehungen zum Westen abbrechen wollen, und den westlichen Lobbys oder Politikern, die den Iran auf internationaler Ebene isolieren wollen. Es festigt auch eine interessengeleitete Komplizenschaft zwischen staatlichen oder halbstaatlichen Organisationen , die dank des Embargos den Schwarzmarkt und eine Schattenwirtschaft kontrollieren, und vor allem US-amerikanischen Geschäftskreisen, die dank paralleler Kanäle und von Sanktionen ausgenommener Unternehmen, die mit dem Iran Handel treiben, diskret Vermögen anhäufen. Schließlich hat das Embargo bei den Iranern eine Mentalität geschaffen, die sie dazu zwingt, zu umgehen, zu lügen oder zu betrügen, um Zugang zu Dienstleistungen zu erhalten, die ihnen verweigert werden, und zwar sowohl auf individueller als auch auf staatlicher Ebene. Diese seit Jahrzehnten bestehenden Gewohnheiten werden im Falle einer zukünftigen wirtschaftlichen Normalisierung zwischen dem Iran und den westlichen Ländern nur sehr schwer auszurotten sein. (Hervorhebung durch die Redaktion.)
Einige Schlussfolgerungen (bis zum Ende des Krieges)
47 Jahre Druck, Krieg und Propaganda gegen die Islamische Republik Iran haben letztendlich nur Ergebnisse hervorgebracht, die den frommen Wünschen des Westens zuwiderlaufen. Sie haben die isolationistische und ultra-konservative Achse in der iranischen Regierung gestärkt, die Macht zum Nachteil einer politischen Diversifizierung militarisiert, selbst die Gemäßigten radikalisiert, nationale Einigungen in einem politisch stark gespaltenen Land herbeigeführt, die Wirtschaft zum Nachteil der Bevölkerung zugunsten von Schwarzmärkten und quasi-mafiösen Wirtschaftskreisläufen geschwächt und eine iranische Bevölkerung, die der westlichen Kultur im Allgemeinen positiv gegenübersteht und sogar meist westlich geprägt ist, gegen den Westen aufgebracht.
Dem Iran wurde auch nie Zeit gegeben, sich in einem friedlichen Umfeld zu entwickeln. Indem er den Iran 2002 in eine „Achse des Bösen” einordnete, untergrub Präsident George W. Bush die Politik des Reformpräsidenten Khatami und stärkte die Kräfte im Iran, die weder eine Normalisierung noch diplomatische Kontakte zum Westen wünschen. Die ohne Erklärung erfolgte Beendigung des Atomabkommens JCPOA durch Donald Trump im Jahr 2018 ruinierte die Wirtschaftspolitik von Präsident Rohani und zwang den Iran, sich China und Russland zuzuwenden, wodurch er sich noch tiefer in diese geopolitische Neugestaltung einfügte, die sich im Aufstieg der BRICS-Staaten widerspiegelt. Im Juni 2025 und dann im Februar dieses Jahres wurde der Iran angegriffen, obwohl Verhandlungen im Gange waren.
Diese rechtlich illegalen, moralisch perfiden und militärisch feigen Angriffe haben in Verbindung mit Erklärungen wichtiger westlicher Länder (Deutschland, Frankreich, Vereinigtes Königreich), die die Lügen der USA und die Verstöße gegen das Völkerrecht bestätigen, jede Möglichkeit eines Dialogs und sogar jede Aussicht auf eine Lösung auf lange Sicht zunichte gemacht.
Der derzeitige Krieg wird im Iran nur eine antiwestliche Haltung verstärken, einen souveränistischen Nationalismus verschärfen und die nach 2018 eingeschlagene Orientierung nach Osten (Russland, China) endgültig besiegeln. Er wird die Iraner auch dazu veranlassen, die Herstellung oder den Erwerb von Atomwaffen in Betracht zu ziehen, auch wenn die iranische Abschreckungsdoktrin dies nicht erfordert: Raketen gewährleisten eine ausreichende und angemessene Reaktion auf einen Angriff, aber wie das Beispiel Nordkoreas zeigt, kann die Atomwaffe schon allein durch ihre Existenz von einem Angriff abschrecken. (Hervorhebung durch die Redaktion.)
Im Jahr 2003 wurde die US-Invasion im Irak durch eine staatliche Lüge motiviert, die von den mitwirkenden Medien verbreitet wurde – den angeblichen Besitz von Massenvernichtungswaffen durch Saddam Hussein. Die darauf folgende amerikanische Sackgasse wurde weniger durch einen Mangel an militärischen Ressourcen verursacht als durch eine strukturelle Unfähigkeit, die Geschichte und Kultur anderer zu verstehen und eine Politik an dieses Verständnis anzupassen. Das Ergebnis war, dass der Iran aus dieser Situation Kapital schlagen konnte und es ihm dank der Fehler der USA gelang, praktisch alle Ebenen des irakischen Establishments neu zu besetzen. Daraus lässt sich ableiten, dass es auch bei diesem Krieg so sein wird: Der Iran wird als Sieger hervorgehen, die Amerikaner aus dem Persischen Golf vertreiben und den blockfreien Ländern (Globaler Süden, BRICS) ein Modell des Widerstands und der Gegenmacht zum westlichen Neoimperialismus bieten und eine geopolitische Neugewichtung im Nahen Osten durchsetzen, die die kommenden Jahrzehnte prägen wird. Zweifellos wird dieser Krieg in bestimmten iranischen Kreisen, die sich seit langem auf diese Konfrontation vorbereiten, auch als Glücksfall angesehen, um eine neue geopolitische Ordnung im Nahen Osten zu etablieren. Die Fehler Israels und der USA erscheinen als „göttliche Fügung” für eine Neubestätigung des imperialen Iran, indem sie ihm die Gelegenheit bieten, mit allen (offenen oder verdeckten) Akteuren der Region abzurechnen.
Wenn in jedem Konflikt der Vorteil von einem Gleichgewicht der Kräfte und des Wissens abhängt, kann man bereits feststellen, dass die westlichen Länder Opfer ihres militärischen Überlegenheitskomplexes und ihres Westzentrismus geworden sind. Voller Selbstzufriedenheit aufgrund der Feuerkraft Israels und der USA können und wollen sie nicht sehen, dass es ihre Welt und ihre Weltanschauung sind, die gerade untergehen. Es handelt sich nicht nur um ein diplomatisches Versagen, sondern auch um ein politisches, akademisches und sogar epistemologisches Versagen. Die europäische und westliche Diplomatie wurde von einem amerikanischen geostrategischen Paradigma geblendet, das für das Verständnis nicht-westlicher Gesellschaften ungeeignet ist. Universitäten beschäftigen sich zwar mit dem Iran, aber ihr Wissen hat offensichtlich keinen Einfluss auf politische Entscheidungen, was eine gefährliche Kluft zwischen Fachwissen und politischer Entscheidungsfindung offenbart. Das Problem liegt auch bei bestimmten akademischen Kreisen und Forschungsinstituten, die zwischen prahlerischen Behauptungen und anekdotischen Arbeiten nicht in der Lage sind, eine relevante und multidimensionale Sicht auf den Iran zu vermitteln, oder ihn nur anhand veralteter, unangemessener oder begrenzter Analyseraster wahrnehmen, oder, was noch schlimmer ist, nur parteipolitischen Agenden und ideologischen Vorgaben folgen.
Wir leben in einer paradoxen Zeit. Nie zuvor wurde so viel über Intelligenz (künstlich oder nicht) gesprochen, und nie zuvor standen uns so viele Daten und Informationen zur Verfügung. Gleichzeitig waren in den meisten westlichen Ländern die politischen und militärischen Führer, ihre Berater und Diplomaten noch nie so gefährlich ignorant, unbewusst und unverantwortlich. Selten zuvor hat der Hass auf ein Land – den Iran –, der durch jahrzehntelange, als Information getarnte Propaganda geschürt wurde, das Urteilsvermögen so sehr getrübt und Medien und Politiker in eine Art Irrationalität getrieben. Das Kräfteverhältnis und eine außergewöhnliche Konstellation (der Nahe Osten nach dem 7. Oktober 2023, die Nachahmung der israelischen Politik durch Donald Trump) haben die aktuellen Ereignisse ermöglicht. Zuvor wäre es jedoch besser gewesen, wenn die verschiedenen Akteure ihrer moralischen Verantwortung gerecht geworden wären: eine ausgewogene und pluralistische Sichtweise auf die Realitäten im Iran im Besonderen und im Nahen Osten im Allgemeinen zu entwickeln, die die Grundlage jeder wissenschaftlichen Herangehensweise bildet; das Völkerrecht zu achten, was grundsätzlich die Pflicht jedes Staates ist, der an einer bestimmten Weltordnung teilhat; eine verantwortungsvolle Diplomatie zu bevorzugen, die auf der Grundlage umfassender und relevanter Kenntnisse handelt, was eine zentrale Anforderung in den internationalen und interkulturellen Beziehungen ist. (Hervorhebung durch die Redaktion.)
Krieg ist in diesem Fall nicht die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln (Carl von Clausewitz), sondern lediglich das tragische Ergebnis menschlichen Versagens. Das können wir aus der jahrhundertealten iranischen Kultur lernen, insbesondere aus Ferdowsis „Buch der Könige“, dem iranischen Epos aus dem 11. Jahrhundert: Nichts ist schlimmer als die Verdunkelung der Intelligenz; Wissen ist ohne Weisheit wertlos; wer leben will, muss sterben können; und die Welt kann ohne Gerechtigkeit nicht überleben.
Zum Autor: Patrick Ringgenberg ist Assoziierter Forscher, IHAR, an der Universität Lausanne in der Schweiz
Zum französischen Original dieses Beitrags hier, zur englischen Ausgabe hier.
Der Iran grenzt an sieben andere Staaten und an zwei Meere und ist auch als Verbindungsland weltwirtschaftlich von Bedeutung. (Im Dreiländereck Iran/Turkmenistan/Afghanistan die Stadt Maschhad, aus der das Bild oben stammt.)
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.