03.06.2024

Nachrichten von Pressenza: Europawahl 2024: Ein Offener Brief an Frau Dr. Strack-Zimmermann – Zwischen Krieg, Frieden und politischer Verantwortung

aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 3. Juni 2024, 7:30 Uhr


Nachrichten von Pressenza - 03.06.2024


Europawahl 2024: Ein Offener Brief an Frau Dr. Strack-Zimmermann – Zwischen Krieg, Frieden und politischer Verantwortung


Die Europawahl 2024, die zwischen dem 6. und dem 9. Juni stattfindet, ist die zehnte Direktwahl zum Europäischen Parlament. Gewählt werden in den 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union 720 Abgeordnete und damit 15 mehr als 2019, Deutschland hat 96 Sitze&hellip;

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Weltmilchtag am 1. Juni: Wie natürlich und gesund ist Milch?


Der Weltmilchtag wurde von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und dem Internationalen Milchwirtschaftsverband (International Dairy Federation) 2001 ins Leben gerufen und wird in über 30 Ländern veranstaltet. Er findet einmal jährlich meist am 1. Juni statt, um&hellip;

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Auftaktveranstaltung des 3. Weltmarschs für Frieden und Gewaltfreiheit in Berlin und Hamburg


Angesichts der aktuellen globalen Situation ist es dringend notwendig, den Stimmen mehr Gehör zu verschaffen, die auf allen Kontinenten eine Welt ohne Krieg und Gewalt fordern. Zu diesem Zweck führt die Organisation &#8222;Welt ohne Kriege und Gewalt&#8220; den 3. Weltmarsch&hellip;

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Todesstrafe: Eine Schreckens-Bilanz


Der aktuelle Report von Amnesty International zur weltweiten Anwendung der Todesstrafe der weltweiten Hinrichtungen dokumentiert für 2023 mindestens 1.153 Hinrichtungen. – die höchste Anzahl seit 2015. Von Helmut Ortner Erhängen, Enthaupten, Giftinjektion oder Erschießen: mindestens 1.153 Menschen in 16 Ländern&hellip;

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Klima-Urteil: KlimaSeniorinnen weisen fehlerhafte Erklärung zurück und fordern vom Bund eine unabhängige Analyse des CO2-Budgets


Nach dem Klima-Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) muss die Schweiz ihre Klimaziele überarbeiten sowie stärkere Massnahmen zur Begrenzung der Klimaerwärmung ergreifen. Angesichts der besorgniserregenden Entwicklung in der Rechtskommission des Ständerats fordern die KlimaSeniorinnen das Parlament und den Bundesrat&hellip;

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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

03.06.2024

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Info:


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03.06.2024

Die Erweiterung des Schlachtfelds    Berlin erlaubt Kiew Angriffe mit deutschen Waffen auf russisches Territorium. Die Ukraine hat jüngst Teile des russischen Frühwarnsystems gegen Atomangriffe attackiert; auf solche Attacken behält Moskau sich nukleare Reaktionen vor.

german-foreign-policy.com, 3. Juni 2024

BERLIN/KIEW/MOSKAU (Eigener Bericht) – Russland kündigt eine Antwort auf die Erlaubnis für die Ukraine an, russisches Territorium mit westlichen – auch mit deutschen – Waffen beschießen zu dürfen. Man werde „asymmetrisch, aber empfindlich“ reagieren, teilte Ende vergangener Woche der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses der Duma mit. Zuvor hatte die Bundesregierung es den ukrainischen Streitkräften ausdrücklich gestattet, Stellungen auf russischem Hoheitsgebiet, von denen aus Russland die Region Charkiw attackiert, mit Waffen anzugreifen, die Deutschland geliefert hat; dazu zählen etwa die Panzerhaubitze 2000 oder auch der Mehrfachraketenwerfer MARS II. Für westliche Marschflugkörper mit einer Reichweite von mehreren hundert Kilometern gilt die Genehmigung Berichten zufolge noch nicht; allerdings hat die französische Regierung angekündigt, dies ändern zu wollen. Die ukrainischen Streitkräfte haben erst kürzlich zwei Radaranlagen weit entfernt auf russischem Territorium angegriffen, die Teil des russischen Frühwarnsystems gegen Atomangriffe sind. Ein Angriff auf solche Anlagen kann nach einem russischen Präsidialdekret eine nukleare Reaktion der russischen Streitkräfte auslösen.


Zitat: Beschuss mit deutschen Waffen

Die Bundesregierung gestattet der Ukraine ab sofort den Einsatz deutscher Waffen für Angriffe auf russisches Territorium. Das hat ein Sprecher der Bundesregierung am Freitag bestätigt. Demnach bezieht sich die Erlaubnis auf ukrainische Versuche, sich gegen Angriffe zu wehren, die Russland „insbesondere im Raum Charkiw von Stellungen aus dem unmittelbar angrenzenden russischen Grenzgebiet heraus“ vorbereitet und führt; „dazu“ darf die Ukraine in Zukunft auch deutsche Waffen nutzen.[1] Der Beschuss von Zielen auf russischem Territorium jenseits der Stellungen, von denen aus die Ukraine attackiert wird, fällt nicht unter diese Formulierung. Allerdings bietet die Erlaubnis, Stellungen angreifen zu dürfen, an denen russische Angriffe vorbereitet werden, großen Interpretationsspielraum. Hinzu kommt die Ungewissheit, ob die Erlaubnis die einzige ist, die Berlin erteilt hat. Erst vor wenigen Tagen bestätigte Verteidigungsminister Boris Pistorius, Vereinbarungen zur Nutzung deutscher Waffen seien prinzipiell „nicht für die Öffentlichkeit bestimmt“: Er halte nichts davon „klarzulegen, was wir dulden oder nicht dulden“.[2] Für die nun offiziell erlaubten Angriffe wären etwa die Panzerhaubitze 2000 und der Mehrfachraketenwerfer MARS II geeignet. Die Panzerhaubitze hat eine Reichweite von 30 bis 40 Kilometern und kann diese mit spezieller Munition auf bis zu 70 Kilometer steigern.


Raketen und Marschflugkörper

Das MARS II-System verfügt über eine Reichweite von gut 100 Kilometern und kann sie sogar auf bis zu 300 Kilometer steigern; dafür benötigt es allerdings die US-amerikanischen ATACMS-Raketen. Washington hat der Ukraine am vergangenen Freitag gleichfalls die Nutzung seiner Waffen für Angriffe auf Ziele in Russland erlaubt, dies aber – wie Berlin – offiziell auf Angriffe auf diejenigen russischen Stellungen eingeschränkt, von denen aus die Region Charkiw beschossen wird oder werden soll. US-Regierungsmitarbeiter wurden am Freitag zudem mit der Aussage zitiert, die Genehmigung schließe ATACMS- oder andere weitreichende US-Raketen explizit nicht ein.[3] Demnach stünden diese nach offiziellem Stand für Attacken auf russisches Hoheitsgebiet mit dem deutschen MARS II-System nicht zur Verfügung. Noch mit Einschränkungen versehen ist laut einem Bericht des Londoner Guardian auch der Einsatz britischer Marschflugkörper vom Typ Storm Shadow, die zwar bereits – wie auch die französischen SCALP-Marschflugkörper – gegen russische Ziele auf der Krim eingesetzt wurden; Kiew beansprucht die Krim weiter als sein Territorium. Eine umfassende Genehmigung für Angriffe mit dem Storm Shadow auf Territorium, das bereits vor 2014 zu Russland gehörte, hat die britische Regierung der Ukraine demnach nicht – respektive noch nicht – erteilt.[4]


Weit auf russisches Territorium

Allerdings deutet sich auch bei Raketen bzw. Marschflugkörpern mit einer Reichweite von mehreren hundert Kilometern ein Kurswechsel an. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich schon am Dienstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Olaf Scholz dafür ausgesprochen, den Beschuss alten russischen Territoriums auch mit solchen Waffen freizugeben.[5] Macron wollte das lediglich auf Stellungen beschränkt wissen, von denen aus die Ukraine beschossen worden sei. Um solche Angriffe zu ermöglichen, will Paris nun Militärausbilder in die Ukraine entsenden, die dort die Programmierung der Ziele begleiten sollen – offiziell, um das „Risiko von Fehlschlägen“ zu reduzieren.[6] Faktisch aber geht es mutmaßlich darum, die Abschüsse der SCALP-Marschflugkörper zu kontrollieren. Dass Großbritannien genauso vorgeht und inoffiziell längst Soldaten in die Ukraine geschickt hat, deren Aufgabe es ist, den Abschuss von Storm Shadow-Marschflugkörpern strikt unter Kontrolle zu halten, ist aus der von russischen Geheimdiensten mitgeschnittenen und geleakten Videokonferenz vierer deutscher Luftwaffenoffiziere vom 19. Februar bekannt, in der Luftwaffen-Generalinspekteur Ingo Gerhartz berichtete, „die Engländer“ hätten ein „paar Leute vor Ort“. Es ging um Militärs, die mit dem Abschuss von Marschflugkörpern durch ukrainische Truppen befasst waren.[7]


Angriff in Zentralasien

Welche Eskalationsgefahr in der Freigabe westlicher Marschflugkörper für den Beschuss russischen Territoriums steckt, zeigen zwei ukrainische Angriffe auf russische Radaranlagen am 23. und am 26. Mai. Bei den Radaranlagen handelt es sich um sogenannte Over The Horizon (OTH) – Ultra High Frequency (UHF) Radare, die genutzt werden, um anfliegende ballistische Raketen bereits in großer Entfernung von horizontal bis zu 6.000 und vertikal bis zu 8.000 Kilometern zu entdecken.[8] Eine der zwei Anlagen befindet sich in Armawir in der südwestrussischen Region Krasnodar, die zweite bei Orsk an der Grenze zu Kasachstan. Kiew behauptet, Moskau nutze beide Anlagen, um Operationen der ukrainischen Streitkräfte aufzuklären. Experten halten dies im Fall der Anlage bei Orsk für eindeutig falsch: Diese werde verwendet, um mögliche Angriffe aus dem Mittleren Osten oder aus Richtung China aufzuspüren, berichtet etwa die Washington Post.[9] Mit Blick auf die Anlage in Armawir sind sich Spezialisten weithin einig, dass sie nicht taugt, Angriffe mit Drohnen zu entdecken. Bezüglich Angriffen mit ATACMS-Raketen gehen die Meinungen auseinander. Allerdings habe Russland dafür eigentlich „andere Radarsysteme“ zur Verfügung, stellt Markus Reisner fest, ein Offizier des österreichischen Bundesheeres, der mit seinen detaillierten Analysen zum Kriegsgeschehen in der Ukraine bekannt geworden ist.[10]


Russlands Frühwarnsystem

Die offenkundig vorgeschobene Kiewer Behauptung, man habe mit dem Angriff auf die beiden Radaranlagen lediglich russische Operationen im Ukraine-Krieg verhindern wollen, wiegt deshalb besonders schwer, weil es sich bei den Anlagen um Teile des russischen Frühwarnsystems gegen Angriffe mit Nuklearwaffen handelt. Werden sie beschädigt und in ihrer Funktion eingeschränkt, dann könnte Russland auf einen etwaigen Atomangriff unter Umständen nicht rechtzeitig reagieren. Das ist der Grund dafür, dass es in einem Moskauer Präsidialerlass vom 2. Juni 2020 ausdrücklich heißt, eine „feindliche Einwirkung auf wesentliche staatliche oder militärische Einrichtungen der Russischen Föderation, deren Ausschaltung die Antwortmaßnahmen der Nuklearstreitkräfte vereiteln würde“, könne eine Reaktion mit russischen Atomwaffen auslösen.[11] „Der Angriff auf Armawir“, stellte Reisner in der vergangenen Woche fest, könne diese „Bedingungen erfüllen“.[12]


Das eigentliche Ziel

Der Angriff auf die Radaranlagen hat zu Spekulationen Anlass gegeben, ob er mit Wissen Washingtons geschah und die russischen Reaktionen austesten sollte oder ob Kiew dabei im Alleingang gehandelt hat. Für letzteren Fall besagen die Spekulationen, womöglich spiele Kiew mit dem Gedanken, einen russischen Militärschlag zu provozieren, auf den die NATO antworten müsse; in einer Situation wie der gegenwärtigen, in der die Ukraine vor einer militärischen Niederlage stehe, könne sich das als ein letztes Mittel erweisen, um das Ruder noch herumzureißen. Belastbare Belege für die Spekulationen liegen nicht vor. Ähnliche Erwägungen waren allerdings bereits im April laut geworden, als das Kernkraftwerk Saporischschja, das von Russland kontrolliert wird, mit Drohnen attackiert wurde. Moskau wirft Kiew vor, für den Angriff verantwortlich zu sein; Kiew streitet dies ab, wenngleich nicht ersichtlich ist, wieso Russland ein von ihm kontrolliertes Kernkraftwerk gezielt mit Drohnen angreifen sollte. Tatsache ist, dass für den Fall einer absichtsvoll hervorgerufenen nuklearen Verseuchung der Ukraine durch Russland über ein Eingreifen der NATO in den Krieg diskutiert worden ist.[13]


Asymmetrische Antworten

Unabhängig von all diesen Erwägungen kündigt Moskau für Angriffe auf altes russisches Territorium mit westlichen Waffen scharfe Reaktionen an. So wurde bereits am Freitag der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses in der Staatsduma, Andrej Kartapolow, mit der Aussage zitiert: „Wir werden antworten. Asymmetrisch, aber empfindlich.“[14] Laut bisher noch nicht bestätigten Berichten sind am Wochenende bei ukrainischen Angriffen auf die russische Stadt Belgorod erstmals westliche Waffen zum Einsatz gekommen. Trifft dies zu, dann ist in absehbarer Zeit mit der angekündigten asymmetrischen Antwort Moskaus zu rechnen.


Soldaten ins Kriegsgebiet

Zusätzlich verschärft wird die Lage dadurch, dass Frankreich ankündigt, in Kürze eigene Soldaten offiziell in das ukrainische Kriegsgebiet zu entsenden; sie sollen dort militärische Aufgaben übernehmen. german-foreign-policy.com berichtet in Kürze.

 

[1] Zum Einsatz gelieferter Waffen an die Ukraine. bundesregierung.de 31.05.2024.

[2] Peter Carstens, Eckart Lohse: Zurückschießen erlaubt. Frankfurter Allgemeine Zeitung 01.06.2024.

[3] Lara Jakes: The Weapons That Ukraine Might Use to Shoot Into Russia. nytimes.com 31.05.2024.

[4] Katharine Viner, Luke Harding, Shaun Walker, Nick Hopkins: Volodymyr Zelenskiy: Russian troops are laughing at and ‘hunting’ Ukrainians. theguardian.com 31.05.2024.

[5] Pressekonferenz von Bundeskanzler Scholz und Präsident Macron zum 24. Deutsch-Französischen Ministerrat am 28. Mai 2024 in Meseberg.

[6] Thomas Gutschker, Friedrich Schmidt, Michaela Wiegel, Matthias Wyssuwa: Der Westen löst die Fesseln. Frankfurter Allgemeine Zeitung 31.05.2024.

[7] S. dazu Das Kriegskriterium.

[8] Drei Fragen zum Angriff auf das russische Atomraketen-Frühwarnsystem: Oberst Reisner antwortet. bundesheer.at 26.05.2024.

[9] Ellen Nakashima, Isabelle Khurshudyan: U.S. concerned about Ukraine strikes on Russian nuclear radar stations. washingtonpost.com 29.05.2024.

[10] Drei Fragen zum Angriff auf das russische Atomraketen-Frühwarnsystem: Oberst Reisner antwortet. bundesheer.at 26.05.2024.

[11] Erfolge, die Biden Sorgen bereiten. Frankfurter Allgemeine Zeitung 01.06.2024.

[12] Drei Fragen zum Angriff auf das russische Atomraketen-Frühwarnsystem: Oberst Reisner antwortet. bundesheer.at 26.05.2024.

[13] British Lawmaker: Nuclear Accident Could Draw NATO Allies into War. voanews.com 20.08.2022.

[14] Russland droht mit „asymmetrischer“ Reaktion. n-tv.de 31.05.2024.


Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9573


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02.06.2024

Doctorow: Erstschlagfähig: Warum es Russland gleichgültig ist, ob die eine oder andere bodengestützte Radaranlage beschädigt wird

seniora.org, 02. Juni 2024, Von Gilbert Doctorow 01.06.2024 - übernommen von gilbertdoctorow.com


Meine Damen und Herren, lassen Sie mich diese Diskussion mit einer unkonventionellen Erklärung dafür beginnen, warum Russland sich nach der Zerstörung einer seiner Frühwarnradaranlagen im Süden des Landes und der unbestimmten Beschädigung einer weiteren Anlage in der vergangenen Woche offenbar zurückhält. Dies, während die westlichen Mainstream-Medien von einer schwerwiegenden Beeinträchtigung der russischen Verteidigung sprechen und einige Militärexperten in den USA die Regierung Biden dafür anprangern, dass sie das Land einem nuklearen Angriff aus Russland aussetzt, weil ihre Monitore in den letzten Minuten eines vermeintlichen Angriffs falsch positive Signale anzeigen, weil es kein geeignetes Bodenradar gibt, um zu überprüfen, was das unzureichende russische Satellitenwarnsystem sagt.

Das grundsätzliche Problem wurde meines Erachtens schon vor langer Zeit angesprochen, als Präsident Putin sagte, dass Russland auf alle Herausforderungen, die die USA und die verbündeten Streitkräfte darstellen, asymmetrisch reagiert. Als Washington unter George W. Bush aus dem ABM-Vertrag ausstieg und damit die Grundlagen der nuklearen Abschreckung untergrub, machten sich die Russen auf den Weg, um eine verheerende Gegenmaßnahme zu finden und umzusetzen.

Wie sich herausstellt, haben die russischen IT-Genies, die in den Jelzin-Jahren ins Ausland gingen, um Google und andere wunderbare und mächtige Unternehmen im Silicon Valley zu gründen, die vor allem dem Verbrauchersektor dienen, Russland nicht um seine Intelligenz gebracht. Tatsächlich blieben mehr als genug patriotische IT-Genies im Lande, um Herrn Putin und das Land insgesamt mit einem angemessenen Talentpool zu versorgen, um das zu entwickeln und zu produzieren, was wir 22 Jahre später als weltbeste russische Verteidigungssysteme anerkennen.

Niemand im Westen spricht über die Auswirkungen dessen, was die Russen entwickelt haben, und insbesondere darüber, was es im gegenwärtigen Kontext der Sorge bedeutet, dass die armen, verblendeten Russen keine Frühwarnung vor einem Atomangriff erhalten. Lassen Sie es mich laut sagen: Die Russen sind dank ihrer neu eingeführten Sarmat-Raketen, die kleinere, unaufhaltsame Hyperschallraketen als Nutzlast tragen, zum nuklearen Erstschlag fähig. Eine voll beladene Sarmat kann ein Land von der Größe des Vereinigten Königreichs dem Erdboden gleichmachen; mehrere Sarmat-Raketen können die USA ziemlich sicher von der Landkarte tilgen. Darüber hinaus verfügen die Russen über Hyperschallraketen mit kurzer bis mittlerer Reichweite, die von Fregatten 400 km vor Amerikas Küsten gestartet werden können. Und sie arbeiten an einem Atomtorpedo (Poseidon), der allein durch die von ihm ausgelösten Tsunamis ganze Städte auslöschen kann.

Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass die Russen, wenn es hart auf hart kommt, wenn ihre Geheimdienste beispielsweise die Konzentration von atomar bewaffneten Kreuzfahrt- und ballistischen US-U-Booten im Arabischen Golf melden, wenn ihre Satelliten sie über Raketenkonzentrationen in West-, Mittel- und Osteuropa informieren, die eine unheilvolle Botschaft enthalten, mit einem verheerenden Erstschlag gegen die USA drohen und diesen möglicherweise auch durchführen werden, die, wie sie offen sagen, nicht nur in der Ukraine, sondern in ganz Westeuropa der Marionettenspieler sind.

Das zweite Argument dafür, dass wir das russische Militär nicht von oben herab betrachten sollten, weil es nicht über ein dem US-Raketenabwehrsystem entsprechendes System verfügt, sind die Investitionen, die die Russen in den Bau ihrer eigenen Version von Iron Domes getätigt haben, um Großstädte und vermutlich auch wichtige militärische Infrastrukturen vor einem US-Atomangriff zu schützen.

Vor zwei Tagen wurde mir klar, was das bedeutet, als ich dem Moderator von Great Game, Wjatscheslaw Nikonow, zugehört habe, der über die Angriffe sprach, die am Vortag (29. Mai) mit US-amerikanischen ATACMS-Langstreckenraketen von der Ukraine aus auf das Gebiet der Brücke von Kertsch und andere Ziele tief in Russland abgefeuert wurden.

Sehen Sie die ersten Minuten dieses 46-minütigen Programmteils: https://rutube.ru/video/ef8865c657153655c76030b72c5ae5ac/

Beachten Sie, dass diese Angriffe einen Tag vor der offiziellen Ankündigung von Präsident Biden stattfanden, dass die USA die Absicht Kiews, innerhalb Russlands zuzuschlagen, billigen. Das Biden-Team versicherte, dass die Waffen ausschließlich gegen militärisch wertvolle Ziele eingesetzt würden. Die Brücke von Kertsch zur Krim ist natürlich jetzt eine rein zivile Infrastruktur, da alle russischen Militärlieferungen an die Front seit langem auf landgestützte Eisenbahnlinien umgelenkt wurden, die parallel zum Asowschen Meer verlaufen und die die Russen im vergangenen Jahr ausgebaut haben.

Nikonov wies darauf hin, dass alle diese Raketen von russischen Luftabwehrsystemen abgeschossen wurden. Ein eingeladener Experte teilte dem Publikum mit, dass die amerikanischen Raketen ihre Schwachstellen haben, die die Russen erforschen und ausnutzen, um sie in der Luft zu zerstören.

Dies bedeutet nicht, dass die russische Luftabwehr zu 100 % zuverlässig ist. Aber es bedeutet, dass sie in Bezug auf Raketen aller Art hervorragende Arbeit leistet. Dies steht natürlich im Gegensatz zur Verteidigung gegen die viel schwieriger zu findenden kleineren und wendigeren Drohnen, die beim ukrainischen Angriff auf die russischen Radaranlagen die Waffe der Wahl waren. Aber Drohnen zerstören keine Städte und töten Hunderttausende, wenn nicht Millionen von Menschen. Das tun Raketen.

Am selben Tag wurden vier bis sechs unbemannte britische Kutter im Wert von je sechs Millionen Dollar, die gegen russische Schiffe im Schwarzen Meer eingesetzt wurden, von der russischen Seite zerstört.

Diese jüngsten US-amerikanischen und britischen Angriffe gelten als Beweis dafür, dass der von den USA geführte Westen inzwischen genau weiß, dass der Ukraine eine Niederlage droht, und dass er alles tut, um den Einsatz zu erhöhen. Die F16, die bald in den Konflikt eingeführt werden sollen, werden eine weitere große Eskalation des Westens darstellen. Sie werden von Russland als eine atomar bewaffnete NATO-Eingreiftruppe zur Eindämmung Russlands betrachtet werden. Die von Frankreich angeführten Bemühungen, eine Koalition von Ausbildern vor Ort in der Ukraine zusammenzustellen, sind eine weitere Dimension der sehr gefährlichen Eskalation.

Anmerkung: Nikonov und seine Diskussionsteilnehmer erörterten diese existenziellen Bedrohungen in ruhiger und überlegter Weise. Niemand weiß, wie der Kreml auf einen erfolgreichen Angriff reagieren wird, der nominell von der Ukraine ausgeht, de facto aber vom Westen gesteuert wird. Vielleicht wird es einen massiven russischen Angriff auf die Stadt Kiew geben.

                                                                  *****

Ich frage mich wirklich, welchen Nutzen eine 15-minütige Vorwarnung vor einem eintreffenden Raketenangriff hat, wenn, wie es mit 100-prozentiger Sicherheit der Fall ist, ein automatischer „Dead Hand“-Abschuss bereits geplant ist. Welchen Sinn hätte es außerdem, den Hörer eines roten Telefons in Washington abzuheben, um mit....wem zu sprechen? Biden, Sullivan oder einem anderen der Lügner und Betrüger, die die obersten Ränge der US-Bundesregierung bevölkern? Unter ihnen gibt es nicht eine vertrauenswürdige Person, mit der Sie das Schicksal Ihrer Nation riskieren würden.

Die wichtigste Botschaft, die ich vermitteln möchte, ist, dass die Amerikaner ihre alte Volksweisheit vergessen haben, dass es „viele verschiedene Wege gibt, eine Katze zu häuten“. Experten in Amerikas dissidentem Untergrund können genauso wenig bereit sein zu begreifen, dass die Russen nicht schwach und dumm sind, wie amerikanische Generäle und ihre Lakaien in der Presse sagten, als sie Russlands erste Schritte in seiner speziellen Militäroperation anprangerten, weil sie nicht das taten, was Amerika in solchen Fällen tut: eine „Shock and Awe“-Kampagne durchführen, um jeden zu ermorden und alles in seinem Weg zu zerstören.

Quelle: https://gilbertdoctorow.com/
Mit freundlicher Genehmigung von Gilbert Doctorow
Die Übersetzung besorgte Andreas Mylaeus


Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acymailing&ctrl=url&subid=3998&urlid=5884&mailid=2208


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


unser weiterer Kommentar: Erstschlagsfähigkeit, was für ein Dummsinn, wenn sich die Antagonisten doch im gleichen kleinergewordenen Gefäß quasi im gleichen Nest befinden, wenn sie agieren.
02.06.2024

Die Farce mit der „Zivilcourage“, „Meinungsfreiheit“ und „Würde des Menschen“ Von Evelyn Hecht-Galinski

sicht-vom-hochblauen.de, vom 30. Mai 2024 Evelyn Hecht-Galinski Kommentar vom Hochblauen, Kommmentar vom Hochblauen primär

Kommentar vom Hochblauen

Die Farce mit der „Zivilcourage“, „Meinungsfreiheit“ und „Würde des Menschen“

Von Evelyn Hecht-Galinski

 

Als am 23. Mai 2024 75 Jahre Grundgesetz gefeiert wurde, dachte ich mir, wie kann man so verlogen und geschichtsverleugnend „feiern“? Mich verbindet mit dem Grundgesetz besonders, dass es im selben Jahr geboren wurde wie ich, und der prägende Satz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ und der Satz „Freiheit, Gleichheit und Menschenwürde“. Nicht das Grundgesetz, diese vorbildliche Verfassung ist das Problem, sondern es ist die Nichteinhaltung wichtiger Aussagen dieser Verfassung. Werden uns nicht in dem Fundament unserer Rechtsordnung individuelle Freiheiten wie Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit garantiert?

 

Was für eine Zeitenwende!

 

Da hielt Bundespräsident Steinmeier eine seiner „schwülstigen Kampfreden“, die nichts offen ließen von kommenden Plänen deutscher Politik. Steinmeier machte wie bei ihm nicht unüblich Außen- und Sicherheitspolitik, um deutsche Bürger auch von oberster Stelle, „auf die Bedrohung, die von Russland für uns ausgeht“, einzuschwören und mit. „Und niemand weiß, wann Putins Machthunger gestillt ist“ zu krönen. Für Steinmeier ist es daher zwingend, mehr in unsere Verteidigung zu investieren und für die Sicherheit zu tun. Er versuchte, deutsche Bürger und ausgesuchte Zuhörer ganz auf „Putin- und Hamas-Hass“ einzuschwören. Putin als Bedrohung und die „Hamas und ihr Terror“, als Kriegsverursacher im Nahen Osten. Wenn Steinmeier solche Sprüche führt wie „wer die Freiheit liebt, darf vor dem Aggressor nicht weichen. Das gilt auch für uns. Und niemand weiß, wann Putins Machthunger gestillt ist.“, sind das Sätze die in eine solche Rede eines Staatsoberhaupts gehören? Ich sage nein und halte diese Verdrehung und Nichtberücksichtigung grundsätzlicher Fakten, von Ursache und Wirkung für völlig unpassend. Unser Bündnis stärken, was für mich heißt, noch mehr Waffen zu kaufen, den USA in ihrer gefährlichen Konfrontationspolitik zu folgen. Wenn er von starker Gesellschaft spricht, die es dazu braucht, heißt das im Umkehrschluss: „Kriegshaushalt“ bezahlt von „starken Bürgern“. Was für eine Zeitenwende!

 

Beängstigend auch, wenn kurz vor der Fußball-Europameisterschaft ein Waffenlieferant wie Rheinmetall Sponsor von Borussia Dortmund wird. Was für ein gewolltes Zusammenspiel von Politik und Sport, um die „Kriegstüchtigkeit“ mitten in die Gesellschaft zu bringen. Wo doch Reporter inzwischen nur noch von „Kugel“ sprechen, wenn sie den Ball meinen. Was kommt wohl als nächstes ins Spiel der „Zeitenwende“?

 

Wie diese Zeitenwende aussieht, erleben wir täglich. Die freie Meinungsäußerung hört immer auf, wenn es Russland oder Palästina betrifft. Wo bleibt die so oft bemühte „Zivilcourage“, wenn es um Erfüllung dieser Grundgesetz-Garantien geht? Zivilcourage heißt auch, einzustehen für eine Gesellschaft, die politisch und demokratisch gestützt wird und nicht von oben auf kriegstauglich eingeschworen wird. Nur weil ich auch die Meinung vertrete, dass nicht die Ukraine sondern Russland unser Partner ist, und weil ich weder kriegstüchtig oder noch einmal alte faschistischen Bande und Allianzen erleben möchte, und dafür meine Zivilcourage zeige, stehe ich voll auf dem Boden des Grundgesetzes. Es macht mir Angst, wenn ich in einen Topf geworfen werde mit AfD-Anhängern, die gegen alles Fremde sind, aber fest an der Seite des „jüdischen Staats“ stehen. Tatsächlich haben AfD und Israel so viel gemeinsam!

 

Netanjahu nach Den Haag ausliefern?

 

Ich erinnere mich noch allzu gut daran, wie ich ausgebuht wurde, als ich nach Gründung der AfD vor dieser Partei warnte. Heute, nachdem die Politik so viel rechte Parolen der AfD in die „Mitte“ holte, wird die AfD massiv bekämpft, als gefährlicher Konkurrent, nachdem viele Bürger beschlossen, doch das „Original“ rechter Parolen zu wählen. Es scheint das Ventil des fehlerhaften Versagens deutscher Politik zu sein, endlich ablenken zu können von dem, was durch diese „Zeitenwende“-Politik in Zukunft noch auf uns zukommt. Übrigens schließt man inzwischen auch pro-palästinensische Demonstranten bei anti-AfD Demonstrationen aus, weil, und das scheint wichtig, gegen die AfD zu demonstrieren, lange noch nicht heißt, auch gegen ein rechtsextremes Regime in Israel zu sein, dafür aber für ein freies Palästina. Das Gift der Propaganda hat schon gewirkt, gegen die AfD zu sein, ist erwünscht, aber für ein freies Palästina zu sein ist antisemitisch. Wir, die wir uns dafür einsetzen, sind gegen Faschismus, leiden aber unter faschistischen Tendenzen. So einfach und gefährlich ist das inzwischen.

 

Wenn deutsche Politiker vom Präsidenten bis zum Kanzler immer wieder von „Nie wieder“ schwadronieren, während sie fleißig Waffen und Milliarden an einen mehr als zweifelhaften, korrupten Staat wie die Ukraine und an einen völkermordenden Besatzungsstaat Israel liefern, dann erfordert es Zivilcourage, dafür zu demonstrieren, diese Politik sofort zu beenden.

 

Werden wir demnächst erleben, dass Netanjahu nach einem ICC-Haftbefehl – sollte er die Dreistigkeit an den Tag legen und Deutschland besuchen – hier, wie es sich gehört, verhaftet und nach Den Haag ausgeliefert werden? Wohl kaum, schließlich steht Deutschland unverbrüchlich an der Seite des „jüdischen Staats“, und Scholz sieht – hört man seine Aussagen – Israel immer noch mit seinem Gaza-Vorgehen im Rahmen des Völkerrechts. Deutsche „Herrschaftsmedien“ lassen „Experten“ dafür plädieren, dass Deutschland Netanjahu nicht ausliefern dürfte.

 

Keine Auszeichnung für Kriegsrhetorik!

 

Was aber geschieht? Deutsche – sicher wohlmeinende – Bürger werden aufgerufen, für die Demokratie und gegen die AfD zu demonstrieren. Das ist an Verlogenheit nicht zu überbieten. Schließlich empfingen wir rechtsextreme und faschistische Politiker von Netanjahu bis Meloni. Und die EU-Kommissionspräsidentin scheut sich nicht, für eine Zusammenarbeit und Unterstützung mit rechtsextremen Regierungen Bündnisse abzuschließen. Kriterium: sie sind gegen Russland und für die Ukraine. Diese Präsidentin von der Leyen ist eine Gefahr für Europa und will um jeden Preis ihren Machterhalt, was hoffentlich im EU-Parlament noch vereitelt wird. Während Präsident Macron anlässlich seines Staatsbesuchs den Friedenspreis der Stadt Münster bekam, mit der fast „poetischen Kriegsrhetorik “-Begründung: „Macron wird für seine Bemühungen geehrt, Putin vom Einmarsch in die Ukraine abzubringen“. Was für ein Paradox in Zeiten von Ukraine-Krieg und alles anderer als friedlicher Politik Macrons.

 

Ebenso die Karlspreis Verleihung an den Chef der Europäischen Rabbinerkonferenz Pinchas Goldschmidt und die jüdischen Gemeinschaften in Europa. Was für ein fatales Zeichen, den in der Schweiz geborene ehemaligen Oberrabbiner von Russland zu ehren, der forderte die „Werte der Freiheit“ und die russische Opposition zu unterstützen der russischen Juden zur Ausreise aus Russland riet! Bei seiner Dankesrede sprach er von einem „entfesselten“ Judenhass seit dem 7. Oktober 2023, anstatt den „entfesselten“ Hass des Netanjahu-Regime gegen Gaza und die Folgen zu benennen. Wo er doch „Probleme mit Israels Regierung habe, aber nur die Hamas habe den Schlüssel mit der Freilassung der Geiseln in der Hand. Kein Wort über Besatzung, dafür aber von „islamistischen“ Fundamentalismus und Antizionismus der sich hinter Antisemitismus verberge. Wird er geehrt für seine Bemühungen, die Israelis in ihrem “Bemühen“, palästinensischen Widerstand gegen die Besatzung zu unterstützen? Was für ein Preisträger und was für eine Preisverleihung! Ein weiteres Paradox! Wenn Deutschland wirklich an die freie Meinungsäußerung glaubt und den Versammlungsrecht-Paragrafen einhält, dann würde es danach handeln.

 

Schlimmer noch die Vorkommnisse bei und nach dem Verbot der Berliner Palästina-Konferenz, mit einem Polizeiangriff auf das Versammlungsrecht, von oberster Berliner Seite veranlasst und gesteuert! Sie haben gezeigt, wie es darum bestellt ist. Juden, Aktivisten, Mitglieder der Jüdischen Stimme werden verfolgt. Der neue Antisemitismus ist die neue Gefahr und hat den alten abgelöst. Es macht mir Angst, wenn ich lese, wie Konten jüdischer Aktivisten und der Jüdischen Stimme gekündigt wurden und nur dank deutscher Gerichte zum Teil wieder aufgehoben wurden. Ein unhaltbarer Zustand! Warum wohl werden Pro-Palästina-Proteste schon so lange diskriminiert und mit Gewalt verhindert? Wir sollten uns einmal fragen, ob nicht die wahren Antisemiten im Berliner Senat sitzen, wenn sie so gegen Palästina-Demonstrationen und jüdische Aktivisten vorgehen?

 

Heuchlerische Feiern zum Grundgesetz-Jubiläum

 

Müssen Juden, die sich für Palästina einsetzen, demnächst auch Deutschland wieder verlassen? Haben ihre Familien das nicht schon einmal erlebt? Will die deutsche Politik wirklich wieder eine „symbolische Rampe einrichten“ für die Selektion von guten „Israel liebenden Juden“ und „Pro-Palästina-Juden“- (antisemitischen und islamistischen“)? Deutsche Unterstützer von Russland wie Journalisten erlebten das gleiche. Vielen von ihnen blieb keine andere Möglichkeit, als Deutschland zu verlassen.

 

Ich kann es nur immer wieder betonen: solange Palästina Kongresse, Pro-Palästina-Demonstrationen, Nakba-Gedenkfeiern unter dem Vorwurf des Antisemitismus unterdrückt werden – Symbol der verbindenden Kraft für Palästinenser über Generationen hinweg und dem Symbol der gemeinsamen Geschichte der Verfolgung und des Kampfes für Gerechtigkeit und Selbstbestimmung – solange es willkürliche Einreiseverbote für Zeugen der Gaza-Massaker gibt, solange die Rede- und Versammlungsfreiheit nicht alle gilt, zeigt Deutschland, dass die Feiern zum Grundgesetz-Jubiläum heuchlerisch sind.

 

Ebenso ist es keine Volksverhetzung, wenn „From the River to the Sea – Palestine will be free“ gerufen wird. Ich empfehle dazu einmal das Studium der Geschichte dieses Slogans, der zurückgeht auf die Staatsgründung des „jüdischen Staats“, bei dem Hunderttausende Palästinenser aus ihren Häusern und ihrem Land vertrieben wurden und sie Palästina als unteilbares Heimatland betrachteten. Während Zionisten ein „Groß-Israel from the River to the Sea“ errichten wollten und wollen. Während die Aufstachlung zu Kriegsverbrechen und Vertreibungen von damals bis heute nicht verboten wurden, solange sie von israelischen Politikern kommen, solange zeigt die Politik ihre heuchlerische Doppelmoral. Jeder getötete Ukrainer wird gemeldet und betrauert, während der Völkermord des Netanjahu-Regimes an den Palästinensern als „Selbstverteidigung“ hingenommen wird. Wie lange noch? Bis die zionistische „Endlösung“ vollbracht ist?

 

Was für eine Schande! Wieder klebt Blut an deutschen Händen!

 

Es ist eine beängstigend feindliche Atmosphäre, wenn Palästinenser mit Palästina-Symbolen wie Keffiyeh und Hidschab, dem palästinensischen Kopftuch, Plakaten oder Flaggen mit Repressalien, Razzien konfrontiert sind – eine Art von Racial Profiling, die nicht nur Palästinenser und ihre Verbündeten sondern auch Juden betrifft. Während Davidstern und Ukraine-Flagge von öffentlichen Gebäuden wehen, ist die Palästina-Flagge ebenso wie die russische zum Feindesobjekt geworden. Was für eine Schande!

 

Deutschland steht doch so auf die Fata Morgana der Zwei-Staatenlösung, verweigerte aber die Anerkennung eines Staates Palästina als Symbol für die Freiheit und Selbstbestimmung – zusammen mit anderen europäischen Staaten. Mit diesem Veto, ganz im Sinne der USA und Israel, bewies Deutschland erneut seine Komplizenschaft an Besatzungsverbrechen, ganz zu schweigen von der Komplizenschaft am Gaza-Völkermord. Solange die Staatsräson erhalten bleibt, solange Waffenlieferungen und Kooperationen nicht sofort gestoppt werden, solange klebt wieder Blut an deutschen Händen.

 

Auch der Druck auf Universitäten, Gaza-Proteste und -Camps zu verbieten, auf Veranstalter und Vermieter pro-palästinensischer Veranstaltungen, auf Sender und Presse, Ausstellungen und Konferenzen entspricht nicht dem Grundgesetz, würde es denn nicht nur gefeiert, sondern ernst genommen.

 

Menschenwürde auch für Palästinenser und kritische Juden!

 

Ich wehre mich gegen eine neue deutsche, politisch gesteuerte philosemitisch-zionistisch-extremistische Vergesellschaftung. Mit dieser Art der falschen „Holocaustisierung“, der traumatisierten Scham, nachdem das säkulare Judentum ausgelöscht wurde, versucht man selbstgerecht und fatal diese Schuld mit einer Schuldzuweisung an Palästinenser zu kompensieren, die allerdings nicht den Holocaust betrieben haben, sondern die heutigen Opfer sind.

 

Mit Zivilcourage muss eine gespaltene Linke und eine eingeschüchterte Zivilgesellschaft aufgerüttelt werden, für das Recht auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit. Die Würde des Menschen gilt ebenso für Palästinenser wie für kritische Juden.

 

 

Elegie im Kriege

Von Erich Mühsam

 

Lieder sing ich, seit ich denke,

weil mein Herz empfindsam ist

und den Spender der Geschenke

im Genießen nicht vergißt.


Doch sie haben mich vergessen,

denen ich mein Lied beschert.

Niemand lebt auf Erden, dessen

Seele meines Sangs noch wert.


Heldentaten zu vollbringen

ist kein Lob in dieser Zeit:

Disziplin heißt sie vollbringen,

Angst gebiert die Tapferkeit.

Liebe, die das Herz beseligt,

zupft an keiner Leier mehr.


Haß ersetzt sie. Haß befehligt.

Haß ist Heil und Pflicht und Wehr.

Niemals kehrt die Freude wieder

und das Licht, das uns umgab.

Still versinken auch die Lieder

in der Menschheit Massengrab.

 

 

In der Neuen Rheinischen Zeitung (NRhZ) veröffentlicht in Ausgabe 831 vom 31.05.2024 unter http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=29105

 

Evelyn Hecht-Galinski, Tochter des ehemaligen Zentralratsvorsitzenden der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, ist Publizistin und Autorin. Ihre Kommentare für die NRhZ schreibt sie regelmäßig vom “Hochblauen”, dem 1165 m hohen “Hausberg” im Badischen, wo sie mit ihrem Ehemann Benjamin Hecht lebt. (http://sicht-vom-hochblauen.de/) 2012 kam ihr Buch “Das elfte Gebot: Israel darf alles” heraus. Erschienen im tz-Verlag, ISBN 978-3940456-51-9 (print), Preis 17,89 Euro. Am 28. September 2014 wurde sie von der NRhZ mit dem vierten “Kölner Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik” ausgezeichnet.


Info: https://www.sicht-vom-hochblauen.de/die-farce-mit-der-zivilcourage-meinungsfreiheit-und-wuerde-des-menschen-von-evelyn-hecht-galinski


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

02.06.2024

Wird jemals ein deutscher Politiker an einem russischen Grab knien?

globalbridge.ch, vom 01. Juni 2024 Von: in Allgemein, Geschichte, Medienkritik, Politik

Annalena Baerbock macht es vor: Sie legt Kränze nur dort nieder und gedenkt nur dort, wo Menschen angeblich durch die Schuld von Stalin oder Putin starben, am Holodomor-Denkmal in Kiew oder in Butscha. Der deutsche Botschafter Graf Lambsdorff legte zwar im Januar zum 80. Jahrestag des Endes der Hungerblockade von Leningrad einen Kranz auf dem größten Friedhof der Stadt nieder. Aber die Bundesregierung weigert sich, die Blockade von Leningrad als Völkermord anzuerkennen und alle Überlebenden zu entschädigen. Russland bezeichnet die Blockade von Leningrad als Genozid. Die FAZ schreibt, diese Bezeichnung  sei „eine geschichtspolitische Wahnidee.“  Warum ist heute nicht möglich, was 1970 möglich war, als der damalige Bundeskanzler Willy Brandt in Warschau am Ehrenmal für die Helden des Warschauer Ghettos niederkniete?  

Fast jede Familie auf dem Territorium der ehemaligen Sowjetunion hat im von Deutschland begonnenen Zweiten Weltkrieg Angehörige verloren. Insgesamt starben 27 Millionen Sowjetbürger, darunter 15 Millionen Zivilisten. 

Und nun schickt Deutschland Waffen in die Ukraine. Ein Teil dieser Waffen – Leopard- und Marder-Panzer – stehen jetzt als Kriegstrophäen zusammen mit anderer von Russland erbeuteter, westlicher Kriegstechnik im Park „Verneigungshügel“, westlich des Moskauer Stadtzentrums. Täglich kommen Tausende Schaulustige, an Wochenenden sogar Zehntausende, um sich das erbeutete und zum Teil beschädigte Kriegsgerät anzugucken. Die Menschen in Russland sind von Deutschland enttäuscht. Viele sind wütend.


„Für uns oder gegen uns?“

Schon Anfang 2015 merkte ich, dass sich der Wind in Russland gedreht hatte. Ich war Teilnehmer der Talkshow „Politika“ im „Ersten“ russischen Fernsehkanal. Es ging um die Sanktionen des Westens gegen Russland. Als ich darauf hinwies, dass der griechische Regierungschef Aleksej Tsipras die westlichen Sanktionen gegen Russland kritisiert, wurde mir von einem der beiden Moderatoren bissig entgegengeschleudert, Griechenland habe bisher alle Sanktionen gegen Russland unterstützt. 

Ich war verblüfft. Diese harten Konter hatte ich nicht erwartet. Aber er war typisch für die Stimmung 2015 in Russland. Einen großen Teil der russischen Gesellschaft beschäftigte nur noch eine Frage: Wer ist für uns, wer ist gegen uns? 

Der Großteil der Russen war empört, dass sich die großen deutschen Medien nicht sonderlich für den von ukrainischen Ultranationalisten gelegten Brand im Gewerkschaftshaus in Odessa, am 2. Mai 2014, bei dem 42 Menschen starben, interessierten. Auch die Beschießung von Wohngebieten in den Gebieten Donezk und Lugansk durch rechtsradikale ukrainischen Freiwilligenbataillone und die ukrainische Armee, die im Sommer 2014 begann, war für den deutschen Mainstream nur ein Randthema.


Empörung unterschätzt

Wenn selbst ich – mit damals 23 Jahren Russland-Erfahrung – die Entrüstung der Russen über die westliche Ignoranz unterschätzt hatte, wie war es dann erst um die „kritischen Intellektuellen“ in Deutschland bestellt, die sich 1968 politisiert hatten und später die Partei «Die Grünen» aufbauten? 2015 stellte ich mit Schrecken fest, dass Leute, die von sich behaupten, sie hätten 1968 das „kritische Denken“ gelernt und das sei ein Kulturgewinn, auf den man stolz sein könne, es nicht für nötig hielten, die Lage in der Ukraine wirklich gründlich und von allen Seiten zu analysieren. 

Wie war das möglich, dass die 1968er, für die kritisches Denken erste Bürgerpflicht war, in die Stereotypen ihrer Väter, die gegen die Sowjetunion gekämpft hatten, zurückfielen? War es die geschickte Integration der Revolutionäre von 1968 über beruflichen Aufstieg, das monatliche Salär, was auf dem Konto einging, die Angst, alleine zu sein in einer Gesellschaft, die sich wie gewohnt gegen Russland stellte?


„Die Gliedmaßen bewegten sich noch“

2015 gab es für mich noch ein zweites Schlüsselerlebnis. Ich hatte im April zusammen mit der Korrespondentin einer angesehenen deutschen Tageszeitung an einer Podiumsdiskussion in einer Universität im Westen Russlands teilgenommen. Auf der Veranstaltung ging es um die Prinzipien journalistischer Arbeit. 

Spätabends ging ich mit der Korrespondentin und einer Vertreterin der Friedrich-Ebert-Stiftung, die die Podiumsdiskussion organisiert hatte, durch die Straßen der Stadt. Wir kamen auf den Zweiten Weltkrieg zu sprechen und plötzlich begann die deutsche Kollegin zu erzählen, ihr Vater sei dabei gewesen, als im Zweiten Weltkrieg sowjetische Zivilisten von deutschen Soldaten in einer Scheune bei lebendigem Leib verbrannt wurden. Die Gliedmaßen hätten sich während der Verbrennung noch bewegt, habe der Vater erzählt. 

Mein Herz blieb fast stehen. Das Bild der Verbrennung tauchte vor mir auf. Ich hatte es im Defa-Film „Komm und sieh“ gesehen. Ich drehte mich um. Ich wollte das Gesicht der Kollegin sehen. Aber ich sah es nur schemenhaft. Es war zu dunkel. Aber ich wunderte mich. In der Stimme der Erzählerin war keine Empörung. Oder war sie einfach nur gefasst? Sie erzählte wie Jemand, der eine Gruselgeschichte erzählt. 

Doch was mich im Nachhinein noch mehr wunderte, war, dass ich von der Kollegin keinen einzigen Artikel über die Verbrechen der Wehrmacht gegen die Zivilbevölkerung in der Sowjetunion fand. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit waren stattdessen Artikel über die sogenannte „Beutekunst“, also antike Bilder und Möbel, welche die Rote Armee in Deutschland beschlagnahmt hatte. 

Die Kollegin schrieb sich auch die Finger wund, als am Kursker Bahnhof in Moskau ein Anfang der 1950er Jahre entfernter Schriftzug wiederhergestellt wurde. Der hatte folgenden Inhalt: „Stalin hat uns zur Treue gegenüber dem Volk, zur Arbeit erzogen und uns zu Heldentaten inspiriert.“ Die Kollegin geißelte die Wiederherstellung des Schriftzuges als Zeichen des Rückfalls in den Stalinismus. 

Anfang der 1990er Jahre hatte ich die Artikel der Kollegin noch mit großem Interesse gelesen. Sie schrieb in einem interessanten Reportage-Stil über in Moskau neu eröffnete Galerien mit moderner Kunst. Aber 1999 schockte sie mich mit einem Artikel, in dem sie behauptete, es gäbe in Russland faktisch keine eigenen Erfindungen. Alles sei mehr oder weniger vom Westen abgekupfert. 

Ich war verblüfft und empört. Der erste Weltraumflug eines Menschen um die Erde, vom Westen abgekupfert? Und was war mit der Tabelle des Chemikers Dmitri Mendelejew, der 1869 als erster Forscher eine Tabelle mit 63 chemischen Elementen veröffentlichte, mit der die Abhängigkeit der chemischen Eigenschaften vom Atomgewicht dargestellt wurde? 


Der Vater war Scharfschütze

Ich weiß noch von einem anderen Kollegen, übrigens kein Russland-Hasser, der für ein deutsches Leitmedium mehrere Jahre in Moskau tätig war. Sein Vater war Scharfschütze bei der Wehrmacht und an der Kaukasus-Front im Einsatz. Er hatte also Rotarmisten aufgelauert, die ihre Heimat verteidigten. Ich wagte nicht, den Kollegen über die genaue Tätigkeit seines Vaters zu befragen und von sich aus erzählte er auch nichts. Aber auch dieser Kollege schrieb nichts zum Thema Verbrechen der Wehrmacht. Eigentlich merkwürdig. Versuchen Journalisten nicht auch über das zu schreiben, was sie persönlich bewegt?

Und ich selbst? Auch mein Vater war am Überfall auf die Sowjetunion beteiligt gewesen. Mit seiner Aufklärungseinheit war er bis auf 140 Kilometer vor Moskau gekommen. Wie er mir nach langem Bohren erzählte, war er an der Erschießung von Gefangenen beteiligt. 

Ich machte nur wenig Versuche, das Thema Verbrechen der Wehrmacht deutschen Redaktionen anzubieten. Dafür brauchte es Mut und einen aktuellen Anlass. Für Mainstream-Zeitungen, für die ich hauptsächlich arbeitete, gab es immer wichtigere Themen. Ich ahnte warum. Themen zu den Verbrechen der Wehrmacht in der Sowjetunion hätte „russischen Altkommunisten“ oder dem „Putin-Regime“ genützt. So ungefähr dachte man in vielen Redaktionen.

Immerhin gelang es mir im Juni 2011, einen Bericht über eine von deutschen Gedenkstätten in Moskau organisierte Ausstellung über sowjetische Zwangsarbeiter, die nach Deutschland verschleppt worden waren, im Internetportal des Russland-freundlichen Korrespondenten Gisbert Mrozek zu veröffentlichen. 

Dass es überhaupt zu dieser Zwangsarbeiter-Ausstellung in Moskau gekommen war, hing wohl damit zusammen, dass es in der Ausstellung nicht nur um die Verschleppung von Sowjetbürgern nach Deutschland ging, sondern auch um sowjetische Filtrationslager, in denen die Zwangsarbeiter nach ihrer Rückkehr in die Sowjetunion politisch überprüft wurden.


An Aufarbeitung kein Interesse

Was es in Westdeutschland nicht gab, waren Filme, welche das Thema Verbrechen der Wehrmacht in der Sowjetunion in künstlerischer Weise darstellten, so wie der 1979 im deutschen Fernsehen das erste Mal gezeigte US-Film „Holocaust“, der russische Film „Komm und sieh!“ (Elem Klimow, 1985) oder der DDR-Film „Die Abenteuer des Werner Holt“ (Joachim Kunert, 1965). Filme über die Verbrechen der Wehrmacht hätten helfen können, die Verbrechen unserer Großväter aufzuarbeiten. Aber so lange die noch lebten, gab es dafür keine politische Unterstützung der politischen Elite in Westdeutschland. 

Als die Großväter tot waren, konnten die Grünen das Werk der Großväter fortsetzen. Wo legte Frau Baerbock im Februar 2022 einen Kranz nieder? Ach ja, in Kiew am Denkmal zum Holodomor, der großen Hungersnot, die angeblich von Stalin ausgelöst wurde, um „das ukrainische Volk zu vernichten“.


„Die Sowjets benutzen sogar Kinder!“

Die Erinnerung an Verbrechen der eigenen Soldaten war in Westdeutschland nie ein öffentliches Thema. Stattdessen erregte man sich in Westdeutschland an der Gedenkkultur der Sowjetunion und später Russlands. Ich erinnere mich noch gut an die 1970er Jahre, als man in Westdeutschland kritisierte, dass in der Sowjetunion Kinder an Gefallenen-Denkmälern als Ehrenwache stehen.

Als dann ab 2012 Hunderttausende Angehörige von Rotarmisten mit Bildern ihre Vorfahren am 9. Mai durch die Straßen Russlands zogen, war man in Deutschland wieder nicht zufrieden. Deutsche Nachwuchs-Historiker krähten etwas von „militaristischem Spektakel“.

Die Westdeutschen – so mein Eindruck – wollten den Sowjetbürgern und später den Russen vorschreiben, wie man „richtig“ der Toten gedenkt. Militärparaden auf dem Roten Platz wurden von westdeutschen Zeitungen als „zu protzig“ runtergemacht. Man vergoss Krokodilstränen über russische Kriegsveteranen, die in Russland immer noch auf eine eigene Wohnung warteten. Aber selbst machte man keinen Finger krumm, um der 27 Millionen getöteten Sowjetbürger zu gedenken oder wenigstens allen Überlebenden der Hunger-Blockade von Leningrad und den noch lebenden sowjetischen Kriegsgefangenen eine Entschädigung zu zahlen. 

Wäre es eigentlich nicht wünschenswert gewesen, dass deutsche Politiker, wie Willy Brandt 1970 in Warschau, auch auf dem Territorium der ehemaligen Sowjetunion an Gräbern der im Kampf gegen die Wehrmacht gefallenen Sowjetsoldaten niederknien? Hätte das nicht geholfen, eine Diskussion in der Gesellschaft in Gang zu bringen und das Verhältnis zu den Völkern der ehemaligen Sowjetunion von Grund auf zu verbessern?


Schuldgefühle will man in Kriegsbereitschaft umwandeln

Schmerz und Schuldgefühle schlummern noch in mancher deutschen Brust. Doch auch für dieses Gefühl gibt es in der deutschen Elite Verwendung. Man versucht es für ein militärisches Auftreten gegen Serbien und Russland zu instrumentalisieren. 1999 behauptete Joschka Fischer, man müsse „ein zweites Auschwitz“ in Jugoslawien verhindern. Heute behaupten Politiker der Grünen, man müsse die Ukraine als Opfer von Hitler und Stalin gegen „den neuen Stalin im Kreml“ militärisch schützen.

Die Bereitschaft, für „unsere Werte“ zu sterben, ist in Deutschland bisher nicht groß. Damit das so bleibt, braucht es noch viel Aufklärungsarbeit.

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Von Ulrich Heyden erschien 2024 das Buch „Mein Weg nach Russland. Erinnerungen eines Reporters“, Verlag Promedia (Wien)


Info: https://globalbridge.ch/wird-jemals-ein-deutscher-politiker-an-einem-russischen-grab-knien


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

02.06.2024

RUSSLAND – UND WIE WEITER? Mit der Journalistin und Publizistin Frau Prof. Dr. Krone-Schmalz

youtube.com, vom 02.05.2024 

In unserer letzten Vortragsveranstaltung durften wir Frau Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz begrüßen. Für alle, die den Vortrag verpasst haben oder ihn gerne noch einmal erleben möchten, haben wir die Aufzeichnung auf YouTube und als Podcast verfügbar gemacht. Nutzen Sie diese Gelegenheit, um sich einen tieferen Einblick in dieses brisante Thema zu verschaffen. Zwischen Russland und dem Westen herrscht Eiszeit. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 sind die ohnehin abgekühlten Beziehungen auf einem historischen Tiefpunkt angelangt und scheinen auf lange Sicht irreparabel zu sein. Eine neue europäische Friedensordnung ist erforderlich, welche auch Russland als Teil unseres Kontinents einschließt


Video  Dauer 48:43 Min

Info: https://m.youtube.com/watch?v=Ii5akrtwVPI&si=RtTHfq4z1UZZn2YR


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


unser Kommentar: Zitat daraus: Diplomatie ist das Kerngeschäft von Politik, Waffenlieferungen ist eher eine Bankrotterklärung derselben. Zitatende (siehe auch Zusammenhang ab 16:37 Min)

02.06.2024

Eskalation in der Ukraine, neue Sorgen für VDL – und Downgrade für Macron

lostineu.eu, vom 1. Juni 2024

Die Watchlist EUropa vom 01. Juni 2024 – heute mit der Wochenchronik.

Diese Woche wurde eine weitere „rote Linie“ im Krieg um die Ukraine überschritten. Nach US-Präsident Biden hat auch Kanzler Scholz der Nutzung westlicher Waffen für Militärschläge in Russland zugestimmt.

Italien sträubt sich zwar noch gegen diese neue Linie. Doch dahinter stehen sowohl Nato-Generalsekretär Stoltenberg als auch EU-Chefdiplomat Borrell. Sie wollen den Krieg endgültig und massiv nach Russland tragen.

Wenn es dabei nur um Verteidigung ginge, und nur um das von Russland angegriffene Charkiw, könnte man das nachvollziehen. Doch die Ukraine greift längst Belgorod, russische Öldepots und neuerdings sogar strategische Frühwarnsysteme an.

Einer Eskalation auf beiden Seiten ist damit Tür und Tor geöffnet. Präsident Selenskyj kann seine Angriffe auf Russland ausweiten – der CDU-Politiker Kieswetter hat schon Ministerien in Moskau als mögliche „legitime“ Ziele ausgemacht.

Kremlchef Putin wiederum könnte all jene Länder ins Visier nehmen, die mit ihren Waffen in Russland angreifen bzw. angreifen lassen. Wer was tut ist nicht ganz klar, da die USA die Zieldaten liefern und die Nato die Angriffe koordiniert.

Wo soll das alles enden? Nicht wenige Experten warnen vor dem Abgleiten in den 3. Weltkrieg – z.B. hier und hier. Denkbar ist aber auch, dass die westliche Offensive doch noch von diplomatischen Bemühungen begleitet wird.

Brüssel hat keinen Plan

Auf jeden Fall nimmt der Krieg nun einen anderen Charakter an. Es kommt zur Ausweitung der Kampfzone auf Russland, der Stellvertreter-Krieg um die Ukraine wird größer und europäischer.

Die EU hat aber immer noch keinen Plan, weder militärisch noch politisch. Die Ukraine müsse souverän entscheiden, wie weit sie geht und wann sie verhandeln will, heißt es in Brüssel.

Wir legen unser Schicksal damit in die Hand eines einzigen Mannes – Wolodimyr Selenskyj. Russland erkennt ihn nicht mehr als legitimen Führer an, da sein Mandat ohne Neuwahlen abgelaufen ist.

Was kann da schon schief gehen?

Mehr zum Krieg um die Ukraine hier

Was war noch? EU-Kommissionschefin von der Leyen muß sich Sorgen um ihre „Wiederwahl“ – besser: zweite Amtszeit – machen. Zum einen gibt es neue Vorwürfe wegen ihrer Israel-Politik – wir berichteten hier.

Zum anderen ist Kanzler Scholz auf Distanz gegangen, weil die CDU-Politikerin immer offener die Rechte umwirbt. Bei seinem Treffen mit Präsident Macron in Meseberg dürften Berlin und Paris ihre Strategie abgestimmt haben.

Last not least schwelt die „Pfizergate“-Affäre weiter. Ein Kläger hat einen Brief an alle Staats- und Regierungschefs der EU geschickt, in dem er sie auffordert, VDL sofort von ihrem Amt zu entbinden.

Das wird zwar nicht geschehen – doch beim EU-Gipfel Ende Juni könnte der ein Chef (z.B. Orban) diesen Brief herauskramen und Bedenken gegen VDL erheben. Schließlich ermittelt ja auch noch die Europäische Staatsanwaltschaft!

Wichtig ist auch das Downgrade für Frankreich. Erstmals seit 2013 hat die Ratingagentur Standard & Poor’s die Kreditwürdigkeit des Landes herabgestuft. Es ist eine weitere Schlappe für Macron…

Mehr Newsletter hier.

Die meistgelesenen Beiträge der Woche:


Ungarn warnt vor 3. Weltkrieg – Borrell scherzt 27. Mai 2024

Wortgefecht beim Treffen der EU-Außenminister: Ungarn warnte vor dem 3. Weltkrieg und einer angeblich drohenden europäischen Wehrpflicht – doch der EU-Außenvertreter Borrell wiegelte ab.

Mehr


Von der Leyen muß bangen – Scholz geht auf Distanz 26. Mai 2024

Bundeskanzler Scholz ist auf Distanz zur EVP-Spitzenkandidatin von der Leyen gegangen. Ihre Chancen auf eine zweite Amtszeit sinken.

Mehr


Ukraine-Krieg: Nato will Angriffe auf Russland erlauben 25. Mai 2024

Noch bis vor kurzem undenkbar, nun offiziell: Nato-Generalsekretär Stoltenberg hat sich dafür ausgesprochen, Russland mit Waffen der Alliierten anzugreifen. Natürlich nur zur Verteidigung ????

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4 Kommentare

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Kleopatra

17 Stunden zuvor

Völkerrechtlich kann die Ukraine ohnehin Ziele auf dem gesamten russischen Territorium bis einschließlich Vladivostok angreifen, vorausgesetzt, sie sind irgendwie militärisch. Nur bei von westlichen Mächten gelieferten Waffen(systemen) können die Lieferanten der Ukraine weitere Einschränkungen aufnötigen. Und bitte hören Sie auf, darauf herumzuhacken, dass die Ukraine mitten in einem Krieg keine Wahlen abhält. Das ist international absolut die Norm und würde nebenbei gesagt auch in Deutschland gelten.

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WBD

21 Stunden zuvor

Grade auf einem ‚Feindsender‘ Kanal gelesen: vdL will Ungarn für seine Aufsässigkeit damit bestrafen, daß die nächsten ungarischen EU-Kommissare keine wichtigen Dinge zu tun haben werden (‚Hol schon mal den Wagen, Orban‘) :-;

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Info: https://lostineu.eu/eskalation-in-der-ukraine-neue-sorgen-fuer-vdl-und-downgrade-fuer-macron


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02.06.2024

Nachrichten von Pressenza: Internationaler Hurentag 2. Juni 2024: „Das Sexkaufverbot ist ein Papiertiger“

aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 2. Juni 2024, 7:30 Uhr


Nachrichten von Pressenza - 02.06.2024


Internationaler Hurentag 2. Juni 2024: „Das Sexkaufverbot ist ein Papiertiger“


Aus Anlass des Internationalen Hurentags 2024 fordert Juanita Henning, Sprecherin von Doña Carmen e.V., Verein für soziale und politische Rechte von Prostituierten, mehr Rechte statt Repression für die rund 90.000 in der Prostitution tätigen Sexarbeiter*innen. Mit Blick auf parteipolitische Debatten&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/06/internationaler-hurentag-2-juni-2024-das-sexkaufverbot-ist-ein-papiertiger/


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Nein zur Eskalation des Westens im Ukraine-Krieg – es ist dringend notwendig, jetzt zu protestieren


Angesichts der dramatischen Verschärfung des Stellvertreterkrieges der NATO in der Ukraine und die sich immer schneller drehende Eskalationsspirale durch die Angriffe auf die russischen Atomwaffen Frühwarnsysteme, die eine nukleare Konfrontation in Europa und eine weitere Eskalation bis zu einem Weltkrieg&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/06/nein-zur-eskalation-des-westens-im-ukraine-krieg-es-ist-dringend-notwendig-jetzt-zu-protestieren/


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Atomwaffen für die Europäische Union &#8211; ein Verstoß gegen geltendes Recht


Einige Politiker- und Expertenkreise haben im Vorfeld der Wahl des Europäischen Parlaments eine Diskussion um „Atomwaffen für die EU“ angestoßen. Was immer der Hintergrund dafür sein mag, IALANA betont, dass derartige Pläne. nicht nur moralisch fragwürdig sind, sondern auch geltendem&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/06/atomwaffen-fuer-die-europaeische-union-ein-verstoss-gegen-geltendes-recht/


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25 Jahre und kein Ende in Sicht: Freihandel zwischen Mercosur und der EU


Es ist kaum ein Jahr her: Als im Januar 2023 Brasiliens Luiz Inácio Lula da Silva zum dritten Mal als Präsident des größten Landes Südamerikas vereidigt worden war, hatten es die politischen Protagonisten der Bundespolitik plötzlich ganz eilig, ihm ihre&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/06/25-jahre-und-kein-ende-in-sicht-freihandel-zwischen-mercosur-und-der-eu/


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Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

02.06.2024

Stolz auf Scholz! – Medien und "Experten" bejubeln weiteren Schritt zum Dritten Weltkrieg

freedert.online, 1 Juni 2024 15:03 Uhr, Von Wladislaw Sankin

Noch vor wenigen Tagen wollte der Bundeskanzler Scholz eine Eskalation des Ukraine-Kriegs vermeiden. Heute ist das bereits vergessen. Kaum ein deutsches Medium nimmt den Politiker beim Wort. Im Gegenteil, das Eskalationspotenzial des jüngsten Beschlusses wird massiv heruntergespielt.


Quelle: www.globallookpress.com


Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz am 30. Mai zu Gast bei der "Thüringer Allgemeinen" in Erfurt. Zu diesem Zeitpunkt scheint er die Entscheidung für den erweiterten Einsatz deutscher Waffen bereits getroffen zu haben. Am nächsten Tag gab sein Sprecher die Entscheidung bekannt.


Die Bundesregierung mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) an der Spitze hat der Ukraine am Freitag zum ersten Mal seit der Eskalation des Ukraine-Konflikts Februar 2022 offiziell erlaubt, mit deutschen Waffen "altes" russisches Territorium zu beschießen. Auch wenn sich die Freigabe zunächst auf die von Deutschland gelieferte Panzerhaubitze 2000 und den Raketenwerfer Mars II beschränkt, deren Reichweite lediglich einige Dutzend Kilometer beträgt, ist diese Entscheidung ein Meilenstein. Wie die Erfahrung zeigt, kann sie als zwischenzeitlicher Tabubruch zum "Türöffner" für weitere Lockerungen bei der deutschen Beteiligung am Ukraine-Konflikt werden.


Medienberichte: Bundesregierung erlaubt Ukraine Angriffe auf Ziele in Russland mit deutschen Waffen





Medienberichte: Bundesregierung erlaubt Ukraine Angriffe auf Ziele in Russland mit deutschen Waffen





Die deutschen Medien, die die härtesten Kriegsfalken vom Schlage Roderich Kiesewetters und Marie-Agnes Strack-Zimmermanns in den letzten Jahren täglich haben zu Wort kommen lassen, gehören zu den ständigen Begleitern des deutschen Alltags. Erwartungsgemäß wurde daher die Entscheidung des Kanzlers bejubelt und nahegelegt, dass diese bereits überholt sei und zu halbherzig ausfalle. Denn noch immer sträubt sich der Kanzler, auch Taurus-Raketen in die Ukraine zu liefern.

Im Hinblick auf eine mögliche militärische Reaktion vonseiten Russlands haben die Deutschen wiederum nichts zu befürchten, meint das ZDF. Im Gegenteil: Der Militärexperte Gustav Gressel darf im ZDF die Behauptung verbreiten, dass Russland zu sehr in der Ukraine eingebunden sei und keine Kapazitäten habe, zugleich auch gegen die NATO kämpfen zu können. Die russischen Warnungen vor dem Einsatz westlicher Waffen für Angriffe auf Russland hält er nur für eine "verbale russische Show". Gressel fordert daher Waffen mit größerer Reichweite, denn auch mit der Entscheidung des Kanzlers sei Deutschland "nur Zaungast". Im Vergleich zu wem? Wohl zu den Polen, Franzosen und Esten, die bereits ihren eigenen Einmarsch in die Ukraine vorbereiten; oder eben zu den US-Amerikanern, die nun ebenfalls bereit sind, ATACMS-Raketen auch gegen "altes" russisches Territorium einzusetzen. 

Für Experten wie Gressel scheint keine atomare russische Doktrin zu existieren, die den Einsatz von Atomwaffen bei akuter Gefahr für die Staatlichkeit vorsieht. Obwohl gerade die Konfrontation mit der vielfach stärkeren NATO mit konventionellen Waffen eben eine solche Gefahr darstellen würde! Moskau wird nicht müde, auf diese Gefahr hinzuweisen. Offenbar sollen die Russen ohne jegliche Vorwarnung, mit allem, was sie haben, sofort losschlagen, um Politikwissenschaftler wie Gustav Gressel endlich beeindrucken zu können.


"Schlimmstes Szenario" – Medwedew droht mit Atomangriff wegen NATO-Waffen auf Ziele in Russland





"Schlimmstes Szenario" – Medwedew droht mit Atomangriff wegen NATO-Waffen auf Ziele in Russland






Obwohl einige Medien durchaus in der Lage sind zu erkennen, dass die Entscheidung zumindest das Risiko in sich birgt, zur "Rutschbahn in einen Dritten Weltkrieg" zu werden (Tagesspiegel), beschränken sich die kritischen Töne auf das bloße Zitieren der Kritiker dieser Entscheidung, die zumeist bei den Linken, beim BSW und der AfD zu finden sind. Die Journalisten sprechen in aller Regel CDU- und Ampelpolitikern aus dem Herzen, etwa dem bekannten antirussischen Falken Norbert Röttgen. Dieser bewertete die Entscheidung des Bundeskanzlers bereits als richtig, sodass sie Unterstützung verdiene. 

Und sie unterstützen sie in der Tat, die Schreibtischtäter, die in ihren Redaktionsstuben davon träumen, Putin endlich zeigen zu können, dass wir wieder "wer" sind. Auf Scholz sind sie stolz: "Scholz beraubt Putin der Sicherheit im Hinterland" (n-tv). Für sie ist der Ukraine-Konflikt offenbar nur ein Spiel, in dem es darum geht, den russischen Bären mit jedem Mittel aus der Reserve zu locken. Folgen wir der Argumentation eines Spiegel-Artikels ("Das Ende des Zynismus"): 

"Mittlerweile ist klar, dass Putin zumindest zum jetzigen Zeitpunkt kein Interesse daran hat, sich mit der gesamten Nato anzulegen. Es hätte für ihn mittlerweile genügend mögliche Vorwände gegeben, doch er hat sie nicht genutzt. Es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass er es jetzt tut, wenn deutsche Geschosse ein paar Kilometer hinter der russischen Grenze landen."

Die Bundesregierung hat die Nachricht aus Washington abgewartet, ehe sie selbst grünes Licht für den erweiterten Einsatz deutscher Waffen gab. Den Beschluss ließ das Kanzleramt an die Presse durchsickern, während Scholz am 30. und 31. Mai Erfurt besucht hat. Foto: Bei der "Thüringer Allgemeinen".www.globallookpress.com


Na also, Putin ist, entgegen der Propaganda-Behauptung, kein blutrünstiger Irrer, denn er lasse sogar die von der NATO selbst gelieferten Vorwände für eine weitere Eskalation unbeachtet. Und ganz nebenbei räumt der Spiegel beiläufig ein, dass die NATO derartige Vorwände bereits geliefert hat. Wer also provoziert hier wen? Was ist mit der alarmistischen Drohkulisse, die der deutsche Militär- und Rüstungskomplex vor uns, vor allen im Land lebenden Menschen seit Monaten aufbaut? "Wir werden von einem aggressiven Russland bedroht, die Bedrohung ist real und wir müssen wieder (!) kampffähig sein", sagte der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, am 29. Mai bei einem hochrangigen NATO-Treffen.


Waffeneinsatz gegen Russlands Territorium: Sind Olaf Scholz und Joe Biden eingeknickt?





Waffeneinsatz gegen Russlands Territorium: Sind Olaf Scholz und Joe Biden eingeknickt?







Deutschland macht gegen Russland mobil und die Medien bilden die Speerspitze. Die russischen Pipelines aus russischem Stahl, die Deutschland mit Gas versorgt haben, wurden mit Rückendeckung der Medien weggesprengt. Die Pipeline, ein Garant für den friedlichen Handel beider Länder, existiert nicht mehr, dies auch dank der bereitwilligen Mitwirkung der Medien. Nun findet deutscher Stahl den Weg nach Russland, aber er kommt nicht in friedlicher Absicht. Er trägt Sprengstoff in sich, die Energie der Zerstörung. Die Erfahrung mit anderen westlichen Waffen zeigt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis deutsche Waffen auch Zivilisten im russischen Hinterland töten.

Doch reden wir nicht allein von Deutschland. Die "Waffenwende" (was für ein stolzes Wort!) von Olaf Scholz ist, wie auch alles Andere, ein Resultat der "Abstimmung mit unseren Verbündeten" (im Klartext: eines US-Befehls). Denn noch vor sechs Tagen behauptete Scholz höchstpersönlich, er wolle keine Eskalation zulassen. Nun lässt er seinen Sprecher in trockenem Bürokratendeutsch mitteilen, dass die gelieferte Waffen in "Übereinstimmungen mit internationalen rechtlichen Verpflichtungen" eingesetzt werden. Und erneut ist der Wähler veräppelt und an der Nase herumgeführt worden und hat sich jetzt mit der Tatsache vertraut zu machen, dass sich Deutschland mit Russland im Krieg befindet. 

Und Russland? Was soll's, ein paar "im Völkerrecht verbriefte" deutsche Geschosse hinter die russische Grenze sind ja nicht weiter schlimm, das werdet ihr doch aushalten. Macht kein Theater, liebe Russen, wir wissen doch schließlich, wer der Aggressor ist! So stellen sich die Hasardeure in deutschen TV-Studios offenbar die "erwünschte" Reaktion in Moskau vor. "Die Stimmen derjenigen, die argumentieren, dass Moskau auch dieses Mal den westlichen Ländern keinen direkten militärischen Schaden zufügen wird, werden immer lauter", stellt der russische Politikwissenschaftler Dmitri Suslow fest und kommt zu dem Schluss, dass diesem Glauben nun endlich ein Ende gesetzt werden muss. Denn diese Logik führe unweigerlich in einen Dritten Weltkrieg. 

"Wenn die weitere Einmischung des Westens in den Konflikt in der Ukraine jetzt nicht gestoppt wird, ist ein umfassender 'heißer' Krieg zwischen Russland und der NATO unvermeidlich. Aufgrund der Überlegenheit der USA und ihrer 31 NATO-Mitglieder auf dem Gebiet der konventionellen Waffen wird dieser Krieg unweigerlich auf die nukleare Ebene übergehen", schreibt der Experte in einem RT-Gastbeitrag. 

Um diese "katastrophale Entwicklung" der Ereignisse zu verhindern, sei Moskau gut beraten, die Politik der Abschreckung und Einschüchterung drastisch zu verschärfen.


Dmitri Suslow: Es ist Zeit für Russland, eine Atombombe abzuwerfen




Meinung

Dmitri Suslow: Es ist Zeit für Russland, eine Atombombe abzuwerfen






Moskau solle offiziell erklären, dass erstens: im Falle eines Angriffs des russischen Territoriums beispielsweise US-amerikanische Militärstützpunkte überall auf der Welt angegriffen werden; zweitens: dass im Falle eines nichtnuklearen Angriffs der USA/NATO auf russisches Territorium Moskau mit dem Einsatz von Atomwaffen reagieren kann, und zwar in voller Übereinstimmung mit den "Grundsätzen der russischen Staatspolitik auf dem Gebiet der nuklearen Abschreckung"; und drittens: dass es wünschenswert wäre, zusätzlich zu den derzeitigen Übungen für den Einsatz taktischer Waffen auch Übungen für den Einsatz strategischer Nuklearwaffen durchzuführen.

Als letztes Mittel sollte Russland seinen Feinden den atomaren Schrecken vor Augen führen und dafür eine echte Atomexplosion erwägen. Seit dem Jahr 1990 hat Russland dies nicht mehr getan. Die politische und psychologische Wirkung eines Atompilzes, der live auf allen Fernsehkanälen in der Welt übertragen wird, wird den westlichen Politikern und Journalisten hoffentlich jene verloren gegangene Furcht zurückgeben, die Kriege zwischen den Großmächten nach 1945 verhindert hat: die Furcht vor einem Atomkrieg. 

Über die Mittel, seinen bisherigen Warnungen mehr Gewicht zu verleihen, verfügt Moskau also durchaus. Es sollte nur sicherstellen, dass das ZDF, der Spiegel und die übrigen Kriegstreiber ebenso wie der Experte Gressel zu der Vorführung eine Extraeinladung bekommen. Für die Aufklärung jener Ungläubigen sollten in den Zuschauerreihen die besten Plätze bereitgehalten werden!


Mehr zum Thema ‒ Nukleare Abschreckung: In Russland sucht man nach Wegen, sie wieder glaubhaft werden zu lassen


RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

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Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.

Info: https://freedert.online/meinung/207747-stolz-auf-scholz-medien-und


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

02.06.2024

Macron in Deutschland

aus e-mail von Doris Pumphrey, 2. Juni 2024, 00:08 Uhr


*Scott Ritter: Macron versteht nicht, dass Russland nicht blufft


*In einem Interview für den US-amerikanischen Moderator Andrew

Napolitano sprach der Militärexperte Scott Ritter über die Möglichkeit

der westlichen Mächte, ihr Verbot für einen Beschuss des russischen

Territoriums mit ihren Waffen aufzuheben. Laut Ritter würde das einen

Weltkrieg nach sich ziehen.

/Video:/https://odysee.com/@RTDE:e/Scott-Ritter--Macron-versteht-nicht,-dass-Russland-nicht-blufft:0



_RT DE 1.6.2024


_*Macron in Deutschland – Bilanz eines Staatsbesuchs

*Von Pierre Lévy


Paris und Berlin waren um demonstrative Einigkeit während der

dreitätigen offiziellen Visite des französischen Präsidenten bemüht. Die

Inszenierung war alles in allem gelungen, und die Bilder "stimmten".

Doch die deutsch-französischen Beziehungen dürften weiterhin kompliziert

bleiben.


Der französische Präsident beendete am 28. Mai seinen dreitägigen

Staatsbesuch in Deutschland. Eine solche diplomatische Initiative, die

protokollarisch auf höchstem Niveau angesiedelt ist, stellt ein

wichtiges politisches Ereignis dar. Der jüngste vormalige Besuch eines

französischen Staatsoberhauptes in Deutschland fand bereits im Jahr 2000

statt, als Jacques Chirac noch im Élysée-Palast residierte.


Macrons Visite fand in einem Kontext statt, der durch zwei Merkmale

gekennzeichnet ist. Zum einen haben sich in den deutsch-französischen

Beziehungen in den letzten Jahren und vor allem in den letzten Monaten

die Widersprüche und Divergenzen vervielfacht. Und das, während die

Beziehungen zwischen den Regierenden in Paris und Berlin traditionell

als der "Motor" angesehen werden, der für das Funktionieren und den

"Fortschritt" der Europäischen Union notwendig ist.


Das zweite Element im Kontext dieses Besuchs ist die momentan erkennbare

Schwächung sowohl von Emmanuel Macron als auch des deutschen

Bundeskanzlers in ihren jeweiligen Ländern. Die makroökonomischen

Rückschläge Frankreichs (Schulden, Defizite ...) werden von den

EU-Granden in Brüssel angeprangert, weshalb in Kürze ein Verfahren wegen

übermäßiger Defizite eingeleitet werden dürfte. Die Bundesregierung von

Olaf Scholz ihrerseits muss sich drastischen Haushaltskürzungen

unterziehen, da das Verfassungsgericht in Karlsruhe vor kurzem einige

strenge Regeln in diesem Bereich Scholz ins Gedächtnis zurückgerufen

hat. Das wirtschaftliche Wachstum in Deutschland, das ohnehin schon sehr

schwach ist, wird sich also so schnell kaum wieder erholen können.


Darüber hinaus verfügt das Lager des französischen Präsidenten über

keine solide parlamentarische Mehrheit und muss behutsam "auf Sicht

fahren". Und in Berlin stützt sich der Bundeskanzler auf eine Koalition

aus drei Parteien, die sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Prioritäten

in vielen Fragen immer wieder in die Haare geraten. Darüber hinaus

scheinen die gesellschaftlichen Strömungen, aus denen die beiden Männer

stammen – die "liberale Renaissance" für Macron, die deutsche

Sozialdemokratie für Scholz – bei den künftigen Wahlen unterzugehen: Die

Umfrageinstitute rechnen für sie am 9. Juni mit nicht mehr als 15

Prozent der Wählerstimmen.


Welche Bilanz kann man vor diesem Hintergrund nach der Reise des

französischen Präsidenten auf das andere Ufer des Rheins ziehen? Drei

Punkte lassen sich festhalten: erstens eine bewusste Einmischung in die

laufenden Wahlkämpfe für die Europawahlen, zweitens die Verleihung eines

"internationalen Friedenspreises" an Emmanuel Macron und drittens die

Abhaltung eines deutsch-französischen Verteidigungsrates, der eine

Beschleunigung der euro-atlantischen Rüstungsperspektiven fordert.


Der erste Punkt zeigte sich auf dem sogenannten "Fest der Demokratie",

zu dem der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier seinen

Amtskollegen eingeladen hatte. Der französische Staatspräsident

prangerte die "illiberalen Versuchungen" an, die sich seiner Meinung

nach in der gesamten Europäischen Union immer stärker bemerkbar machen

würden. Später, als er zum "Europafest" in Dresden eingeladen war,

versuchte er das noch zu dramatisieren, indem er implizit an die Zeit in

Europa vor dem Zweiten Weltkrieg erinnerte und mit den feierlichen

Worten schloss: "/Wachen wir auf!/"


An die junge Generation gewandt sagte er: "/Europa aufzubauen ist eine

ständige Aufgabe, ich zähle auf euch, genauso wie ihr auf mich zählen

könnt./" Der deutsche Bundespräsident Steinmeier, auch ein

Sozialdemokrat wie Scholz, erklärte seinerseits in Berlin: "/Wir haben

eine ganz bestimmte Botschaft, die wir mit diesem Staatsbesuch

vermitteln wollen: Sagt "Ja" zu Europa, geht am 9. Juni wählen!/" In

diesem Moment verwandelte sich der Staatsbesuch, der eigentlich eine

feierliche Etappe in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern

markieren sollte, in eine plumpe Wahlveranstaltung zweier Politiker, die

über den Absturz ihrer jeweiligen Parteien zu Recht besorgt sind.


Was den auf beiden Seiten des Rheins und anderswo angekündigten Aufstieg

der extremen Rechten betrifft – ein Sammelbegriff, der sehr heterogene

Gruppen zusammenfasst, der aber der herrschenden Ideologie sehr nützlich

ist –, so wird er eine spezifische Analyse verdienen, die auf die

Verantwortung der europäischen Integration hinweist.


Das zweite Element wäre fast schon lustig, wenn es nicht so dramatische

Themen betreffen würde: Der Herr im Élysée-Palast wurde in Münster mit

großem Pomp mit dem "Internationalen Preis des Westfälischen Friedens"

ausgezeichnet. Für diese Auszeichnung, die alle zwei Jahre verliehen

wird, hatten die Organisatoren vor achtzehn Monaten Emmanuel Macron

ausgewählt, zu einem Zeitpunkt, als dieser versuchte, sich als

Schirmherr einer Versöhnung zwischen Kiew und Moskau aufzuspielen, und

glaubte, mit seinem Charme Druck auf Wladimir Putin ausüben zu können.


Seitdem hat Emmanuel Macron seine Haltung geändert und gehört nun zu den

kriegslüsternsten unter den westlichen Führern. Im Februar schloss er

die Entsendung von französischen Bodentruppen zur militärischen

Unterstützung der ukrainischen Regierung "nicht aus" und löste damit

einen Aufschrei innerhalb der NATO, insbesondere auch in Berlin, aus.

Und erst kürzlich plädierte er dafür, dass die Ukrainer westliche Waffen

gegen das Territorium Russlands selbst einsetzen dürften. Damit hat er

ja zweifellos einen Friedenspreis verdient!


In diesem Fall ist es der "Westfälische Friedenspreis", der 1998 zum

350. Jahrestag des gleichnamigen Vertrags ins Leben gerufen wurde.

Dieser Vertrag wird oft als historischer Gründungsakt des Konzepts der

staatlichen Souveränität in der internationalen Ordnung bezeichnet.

Genau dieses Konzept wird von der europäischen Integration im Grundsatz

angegriffen.


Der dritte Punkt, den man sich nach diesem Staatsbesuch merken sollte,

betrifft die gemeinsamen Erklärungen der beiden Regierungen. Da ist

zunächst der Text mit dem hochtrabenden Titel "Eine neue Agenda zur

Förderung von Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum in der Europäischen

Union", der die Arbeit der künftigen Europäischen Kommission befruchten

solle.


Darin findet man die Bestätigung eines im Jahr 2023 ausgearbeiteten

Plans zur Verringerung der Formalitäten für Unternehmen. Emmanuel Macron

hatte dafür plädiert, das Volumen des nächsten EU-Haushalts zu

verdoppeln – ein Vorschlag, der in Berlin auf Widerstand stieß.

Letztendlich wurde in der gemeinsamen Erklärung nur noch festgehalten:

"/Wir werden dafür sorgen, dass der EU-Haushalt für die Zukunft

angepasst wird./"


Außerdem fand der "Deutsch-Französische Verteidigungsrat" statt. Daran

nahmen neben Macron und Scholz auch Minister beider Länder teil, und das

Resultat der Beratung war von einer substanziellen gemeinsamen Erklärung

geprägt.


Neben der wiederholten Bereitschaft, "/so lange wie nötig/" militärisch

zur Unterstützung der Ukraine beizutragen, weil der "/Angriffskrieg

Russlands/ /die europäische Sicherheit bedroht/", betonten beide Seiten

die "/europäische und im weiteren Sinne euro-atlantische Sicherheit,

insbesondere durch starke und glaubwürdige europäische

Verteidigungsfähigkeiten/".


Der Text spiegelt einerseits die Priorität in Paris wider, die

"/Stärkung der industriellen und technologischen Basis der europäischen

Verteidigung/" anzustreben, und anderseits die Betonung der

Bundesregierung in Berlin, "/den europäischen Pfeiler innerhalb der NATO

als Grundlage unserer kollektiven Verteidigung zu stärken/".


Sowohl bei der nuklearen Abschreckung als auch bei den

Rüstungsprogrammen der Zukunft stellten beide Seiten ihre Positionen in

dem gemeinsamen Text nebeneinander dar. Einzig im Bereich eines

möglichen künftigen Raketenabwehrschildes erkannten einige Analysten

einen möglicherweise kleinen Fortschritt in der Entwicklung. Paris

scheint offener zu sein, das von Berlin vorgeschlagene Projekt "European

Sky Shield Initiative" (auch mit US-amerikanischen und israelischen

Modulen) zu tolerieren. Rund 20 europäische Länder haben sich

mittlerweile diesem System angeschlossen, während Frankreich und Italien

ihr eigenes System SAMP/T (Système sol-air moyenne portée_terrestre)

bevorzugen.


In allen Bereichen wurden also die strittigen Themen nicht geglättet.

Dazu gehören etwa die Energieversorgung, insbesondere die Nutzung der

Kernenergie, die öffentlichen Finanzen, wo Berlin noch immer nicht die

Nichteinhaltung der EU-Haushaltsregeln durch Frankreich akzeptiert und

die Differenzen über den reformierten Stabilitätspakt bestehen bleiben

sowie der internationale Handel, wo Deutschland immer noch für die

Ratifizierung des Freihandelsabkommens mit dem Mercosur plädiert und den

Handel mit China fördern will.


Auch Macrons Drängen auf eine neue große Gemeinschaftsanleihe zur

Finanzierung von Investitionen in die "Verteidigungsindustrie" oder den

"grünen Übergang" stößt auf eine grundsätzliche Ablehnung in Berlin. Ob

Staatsbesuch oder nicht – die Liste der Meinungsverschiedenheiten bleibt

lang.


Der "deutsch-französische Motor", der die EU antreiben sollte, ist nicht

wie erhofft wieder angesprungen. Ist der nächste Termin wieder in 24

Jahren zu erwarten?


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

02.06.2024

Ausgewähltes in Kürze ...

aus e-mail von Doris Pumphrey, 2. Juni 2024, 00:08 Uhr


*Mearsheimer: Ukraine gewinnt nicht einmal mit Bodentruppen des Westens

*Mehrere Staats- und Regierungschefs sowie andere Politiker westlicher
Staaten haben eine Erlaubnis für das ukrainische Militär gefordert, mit
der bisher vom Westen gelieferten Artillerie auch Ziele in Russland
angreifen zu dürfen. Dies schließt auch jene Gebiete ein, die der Westen
nicht zu Russland zählt. Die Erlaubnis soll aber auch für Ziele gelten,
die ausdrücklich nicht auf der Krim, in den russischen Gebieten Cherson
und Saporoschje oder den Volksrepubliken Donezk und Lugansk liegen. Dies
würde die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine stärken, erklärte zum
Beispiel Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, ein lauter Verfechter
derartiger Forderungen.

Doch selbst mit dieser Erlaubnis wird die Ukraine bald den Krieg
verlieren – mehr noch: nicht einmal westliche Bodentruppen auf dem
Schlachtfeld würden ihr zum Sieg verhelfen. Diese Ansicht äußert
immerhin John Mearsheimer, renommierter US-Politikwissenschaftler.

Argumente hierfür führt der Experte für Innen-, Außen- und
internationale Politik reichlich an. Ausgehend von der bisherigen
Geschichte des Ukraine-Konflikts seit Februar 2022 sowie der
wirtschaftlichen und demographischen Lage Russlands, der Ukraine und des
Westens ordnet er die Geschehnisse in dem Konflikt in eine
Eskalationsspirale ein.
Möglichkeiten für einen Sieg der Ukraine sieht der Politologe nicht. Und
selbst für ein im westlichen Verständnis für die Ukraine günstiges
Friedensabkommen mit Russland sieht Mearsheimer kaum Chancen.
/Siehe Video:
/https://odysee.com/@RTDE:e/Mearsheimer--Ukraine-gewinnt-nicht-einmal-mit-Bodentruppen-des-Westens:0_


RT DE 1.6.2024

_*Russischer Angriffsplan? – Strack-Zimmermann will 900.000 deutsche
Reservisten aktivieren
*
Wegen eines möglichen "russischen Angriffsplans" erklärt die
FDP-Spitzenkandidatin für die "Europa-Wahlen" Marie-Agnes
Strack-Zimmermann, sie sei alarmiert. Deshalb rief sie dazu auf, nun die
900.000 Reservisten in Deutschland zu aktivieren.

Die FDP-Spitzenpolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die Mitglied
des Deutschen Bundestags und dort seit 2021 Vorsitzende des
Verteidigungsausschusses ist, hat dazu aufgerufen, die 900.000
Reservisten in Deutschland zu aktivieren und diese zunächst
baldmöglichst zu registrieren. Die Bundeswehr habe Soldaten und
Soldatinnen, die aus dem aktiven Dienst ausgeschieden sind, seit
Jahrzehnten nicht mehr erfasst. "Wenn wir nur die Hälfte davon mit ihrer
entsprechenden Expertise als Reservisten gewinnen könnten, wäre das ein
unglaubliches Pfund", sagte Strack-Zimmermann. Die FDP-Politikerin
appellierte an Unternehmen, den Reservisten unter ihren Angestellten ein
gewisses Zeitvolumen für diese Aufgaben einzuräumen, auch das sei Teil
der Zeitenwende.

Als Begründung für ihre Forderung nannte die FDP-Politikerin mögliche
"Angriffspläne Russlands" gegen den Westen. Gegenüber den Zeitungen der
/Funke/ /Mediengruppe/ sagte Strack-Zimmermann am Samstag: Russlands
Präsident Wladimir Putin "trimmt sein Volk auf Krieg und bringt es in
Stellung gegen den Westen. Daher müssen wir so schnell wie möglich
verteidigungsfähig werden".

Zu Russland sagte Strack-Zimmermann, dieses Land produziere "nur noch
Waffen". Es würden Schulbücher gedruckt, die Deutschland als Aggressor
darstellten, zudem würden Grundschulkinder an der Waffe
ausgebildet, behauptete die FDP-Politikerin. Das sei "beängstigend".

Auch der Präsident des Verbands der Reservisten der Deutschen
Bundeswehr, der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg,
hatte vor einigen Wochen bereits vorgeschlagen, alle ehemaligen
Bundeswehrangehörigen systematisch mit ihrem Gesundheitsstatus und ihrer
Verfügbarkeit zu erfassen, um sie im Heimatschutz und in der Landes- und
Bündnisverteidigung einplanen und schrittweise auch wieder üben lassen
zu können. Als Reservisten zählen alle ehemaligen Wehrdienstleistenden
und länger verpflichteten Soldaten der Bundeswehr. Nicht dazu zählen
allerdings ehemalige Soldaten der Volksarmee der DDR, die nach dem
Anschluss der DDR an die Bundesrepublik noch niemals in der Bundeswehr
gedient haben.


_RT DE Liveticker-Ukraine-Krieg

_*Lawrow: USA erlauben der Ukraine alles, da sie als Werkzeug gegen
Russland dient*

Die USA und Europa verzeihen Kiew alles, einschließlich der Einführung
einer offen nazistischen Ideologie und eines nazistischen Regimes –
einfach weil die Ukraine als Instrument im Kampf gegen Russland sehr
praktisch ist. Das erklärte der russische Außenminister Sergei Lawrow in
einem Interview für das Bildungsprojekt über Nazi-Kriegsverbrechen /Ohne
Verjährung/. Er bezog sich dabei vor allem auf die antirussischen und
offen nazistischen Gesetze und Initiativen des Kiewer Regimes:

/"Kein einziges Gesetz zum Verbot der Sprache, der Medien und der
russischsprachigen Kultur oder ähnliche Stellungnahmen haben im Westen
irgendeine Reaktion hervorgerufen, obwohl wir ständig
Sonderuntersuchungen von der OSZE, dem Europarat und dem UN-Ausschuss
für die Beseitigung der Rassendiskriminierung gefordert haben. Sie
werden bei jedem bedeutenden oder/ /bemerkenswerten Anlass durchgeführt,
wenn es nur um die Untersuchung von Vorwürfen gegen Russland geht.
Verlogenheit und Komplizenschaft mit ihren Untergebenen, denen sie alles
verzeihen, einschließlich dieser eklatanten Akte der Einführung von
Nazi-Theorie und -Praxis, sind nur deshalb alltäglich geworden, weil
diese Leute dem Westen und den Vereinigten Staaten als Werkzeug im Kampf
gegen Russland passen."/


*NATO-Beamter: Microsoft half der Ukraine bei Vorbereitung des Krieges
mit Russland*

Wie sich nun herausstellt, kam der "plötzliche Einmarsch" Russlands in
die Ukraine keineswegs unerwartet – Kiew hatte sich im Vorfeld
sorgfältig auf einen militärischen Konflikt mit dem Nachbarland
vorbereitet, unter anderem mit aktiver Hilfe des US-amerikanischen
Tech-Konzerns Microsoft. Admiral Rob Bauer, Leiter des
NATO-Militärausschusses, machte überraschend ein solches Geständnis. Er
sagte, Microsoft habe der Ukraine bei der Vorbereitung auf einen
Konflikt mit Russland geholfen, indem es die Übertragung digitaler Daten
ukrainischer Behörden von ukrainischen Trägern auf verschiedene
Cloud-Speicher im Februar des Jahres 2022 unterstützt habe. Bauer
schilderte: /"Die ukrainische Regierung hat mithilfe von Microsoft
sieben Tage vor Beginn des Konflikts mit der Migration von Daten in
viele verschiedene Clouds begonnen, was einen schnellen Neustart der
Datenspeicherung ermöglicht und die digitale Stabilität der Ukraine
bewahrt hat."/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
01.06.2024

Ukraine-Krieg: Deutsche Waffen gegen Russland – wer stoppt uns?

aus e-mail von 1. Juni 2024, 23:46 Uhr

Olaf Scholz erlaubt der Ukraine, deutsche Waffen gegen Ziele in Russland einzusetzen. Was für eine Torheit nach zwei Weltkriegen. Lernen wir nie? Ein Kommentar.


Thomas Fasbender


31.05.2024 19:13 Uhr


Welche Konsequenzen können Angriffe auf russisches Territorium mit deutschen Waffen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs haben?


Kai Pfaffenbach/REUTERS/dpa


Schon die Lateiner wussten: Fiat iustitia et pereat mundus. Sorge für Gerechtigkeit, und wenn die Welt dabei zugrunde geht. Was scheren uns die Folgen, wenn wir nur der Ordnung zu ihrem Recht verhelfen?


Schließlich war der russische Angriffskrieg von Anfang an völkerrechtswidrig. Der Kriegsschuldige steht also schon vor Kriegsausbruch fest. Und dieses Wissen, im Recht zu sein und recht zu haben, lässt uns alle Vorsicht vergessen. Den gesunden Menschenverstand und vor allem die historische Erfahrung. Zwei große Kriege gegen Russland haben wir Deutsche in hundert Jahren vom Zaun gebrochen; eigentlich müssten wir wissen, wie dieser Gegner kämpfen und leiden kann. Und so unvergleichbar die Umstände und das Personal 1914 und 1941 jeweils waren – ohne deutsche Überheblichkeit und deutschen Größenwahn wäre es nicht so weit gekommen.


Das wird beim dritten Mal nicht anders sein. Nur dass unser Größenwahn und unsere Überheblichkeit inzwischen nicht mehr bösartig sind – den nächsten Krieg gegen Russland kämpfen wir im Namen der Moral, der Werte und des Rechts. Im Namen des Guten.


Sie meinen, es sei noch nicht so weit? Weil wir nur ein kleines bisschen eskalieren, weil es keinen großen Unterschied macht? Es sei nur gerecht, wenn die Ukraine sich verteidigen dürfe? Auch mit westlichen Waffen, die auf russisches Territorium feuern?


In der Tat, das ist alles gerecht und rechtens. Nur ist Gerechtigkeit vielleicht nicht alles. Gab es nicht die vier Kardinaltugenden: Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mäßigung und Klugheit?


Trunken vor Gerechtigkeit, maßlos tapfer und ach so klug (glauben wir) werfen wir unsere Waffen in die ukrainische Schlacht. Jetzt darf Kiew sie gegen grenznahe russische Gebiete einsetzen. Als nächstes kann man die Gebiete ausweiten; eine mögliche Flugverbotszone über der Westukraine wird bereits diskutiert. Auch die ließe sich ausweiten. Der Westen kann auch zulassen, dass die Ukraine die Brücke von Kertsch zerstört. Er kann auch Taurus- Marschugkörper liefern. Der Westen hat noch manches Ass im Ärmel.


31.05.24, 20:10 Ukraine-Krieg: Deutsche Waffen gegen Russland – wer stoppt uns?


Anders Russland. Russland hat riesige Räume, 140 Millionen Menschen – und jede Menge Atombomben in allen Größen. Und Russland will diesen Krieg nicht verlieren. Als Napoleon 1812 im Kreml saß, waren die französischen Generäle felsenfest überzeugt: Jetzt schickt der Zar seine Emissäre. Jetzt werden sie verhandeln. Stattdessen brannten die Russen ihre eigene Hauptstadt nieder. Sind wir wirklich so vermessen zu glauben, es wäre heute anders?


Wie wird Russland auf unsere Salami-Eskalation reagieren? Rhetorisch, klar. Das geht zwei- oder dreimal. Übungen zum Einsatz taktischer Nuklearwaffen hat Wladimir Putin schon vor Wochen angeordnet. Aus seiner Sicht ist das Signal gegeben.


Wir mögen glauben, unser Handeln diene der Verteidigung von Recht und Ordnung. Russland hingegen (die Elite und ein Großteil der Bevölkerung) glaubt, wir wollten es in die Knie zwingen.


Es gibt eine lehrreiche Anekdote aus Putins Kinderjahren. Im Treppenhaus der elterlichen Wohnung in Leningrad drängt er eine Ratte in die Ecke; schließlich springt sie ihn todesmutig an und ieht in die Freiheit. Dem Tier gilt sein lebenslanger Respekt.


Kämpfe rund um den Ort Wowtschansk stehen derzeit im Mittelpunkt des Ukrainekrieges.


Institute for the Study of War


Wenn es ein Land gibt, das Russland als Feind und Gegner kennengelernt hat, dann Deutschland. Wir Deutsche müssten jetzt aufstehen und rufen: Halt! Leider haben wir so viel politisches Rückgrat wie ein nasser Schwamm. Wir sind besoffen vor Stolz, im Westen und im 21. Jahrhundert „angekommen“ zu sein; auf dem Weg dahin haben wir alles Eigene, auch die eigenen Erfahrungen, mit frohem Mute hergeschenkt. Wie Hans im Glück stehen wir da und sind nur noch gut. Wollt ihr den gerechten Krieg?


Ich wünsche uns allen einen friedlichen Sommer und Ihnen ein erholsames Wochenende!


Ihr Thomas Fasbender, Ressortleiter Geopolitik


Dieser Artikel wurde auf berliner-zeitung.de <http://berliner-zeitung.de/> veröffentlicht.


https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/ukraine-krieg-deutsche-waffen-gegen-russland-wer-stoppt-uns-li.2220529 <https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/ukraine-krieg-deutsche-waffen-gegen-russland-wer-stoppt-uns-li.2220529> 3/4


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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


unser weiterer Kommentar: Es liegt in unserer Verantwortung den 2+4 Vertrag nicht eingehalten zu haben und folglich, wenn dann die Russen nun wieder den Osten Deutschlands  besetzen.

01.06.2024

Antworten auf Medienfragen nach dem Besuch von Präsident Putin in Usbekistan   (I von II)

seniora.org, 01. Juni 2024, 28.05.2024 - en.kremlin.ru

Wladimir Putin beantwortete Fragen der russischen Medien nach seinem Staatsbesuch in der Republik Usbekistan. Die Pressekonferenz fand am Flughafen von Taschkent statt.


Russischer Präsident Wladimir Putin:

Guten Tag. Worüber werden wir heute sprechen? Bitte beginnen Sie mit Ihren Fragen.

Yegor Piskunov:

Guten Tag, Herr Präsident. Jegor Piskunow, Fernsehsender Russia Today.

Ihr Besuch in Taschkent war in Bezug auf das dicht gedrängte Programm ein absolutes Novum. Sie haben zwei Nächte hier verbracht, und einige von uns dachten, Sie könnten noch eine dritte Nacht bleiben. Sie hatten ein langes persönliches Gespräch mit dem usbekischen Präsidenten. Was sind Ihre Eindrücke? Welche Erwartungen haben Sie an die Zusammenarbeit mit Taschkent, insbesondere in Handels- und Wirtschaftsfragen? Und wie sind die Aussichten Usbekistans, an den Integrationsstrukturen im postsowjetischen Raum teilzunehmen? Ich danke Ihnen.

Wladimir Putin:

Wie Sie wissen, kam ich am Sonntagabend hier an, so dass wir an diesem Tag außer den offiziellen Veranstaltungen   – einer Blumenniederlegung am Unabhängigkeitsdenkmal   – nichts auf dem Programm hatten. Das war alles für diesen Tag. Aber der nächste Tag war vollgepackt mit allen möglichen offiziellen Kontakten, Treffen und Gesprächen. Das alles geschah am Montag, und wir arbeiteten bis spät in den Abend hinein. Das ist wahr. Die Gastgeber haben unseren Besuch auf diese Weise geplant.

Es war das erste Mal, dass wir an einem Treffen der Regionen teilnahmen. Wissen Sie, warum dieser Besuch so erfolgreich war? Die Zusammensetzung unserer Delegation war beeindruckend: Sie umfasste fast die Hälfte der russischen Regierungsmitglieder, alle wichtigen Minister. Es versteht sich von selbst, dass ein Treffen, an dem die Leiter der Regionen und die Kabinettsminister beider Seiten teilnahmen, zu einer umfassenden und erfüllenden Diskussion führte. Ich beziehe mich dabei nicht einmal auf die Zahl der unterzeichneten Dokumente, sondern auf den tatsächlichen persönlichen Kontakt zwischen Menschen, die zusammenarbeiten wollen und wissen, wie das geht. Russland hat ein echtes Interesse am Ausbau unserer Beziehungen zu Usbekistan.

Erstens ist Usbekistan derzeit nach Russland das zweitbevölkerungsreichste Land im postsowjetischen Raum. Heute leben dort 37 Millionen Menschen, und jedes Jahr kommen eine Million hinzu. Auf diese Weise wächst die Bevölkerung Usbekistans.

Das Land verfügt über eine pulsierende, schnell wachsende Wirtschaft, die erheblich an Dynamik gewonnen hat. Im vergangenen Jahr stieg das BIP Usbekistans um sechs Prozent, was im Vergleich zu anderen Ländern der Welt eine große Leistung darstellt. Der Präsident Usbekistans hat einen effektiven Regierungsrahmen und ein wachstumsorientiertes Wirtschaftsmodell eingeführt.

Wir haben viele gemeinsame Pläne in den Bereichen industrielle Zusammenarbeit, Energie und Infrastruktur, wie Sie wahrscheinlich gesehen und gehört haben.

Usbekistan steht vor einigen Problemen, weil es ein Binnenland ist und keinen Zugang zum Meer oder Ozean hat. In diesem Zusammenhang können wir und andere regionale Partner Maßnahmen ergreifen, um unseren Freunden in Usbekistan bei der Lösung dieser logistischen Aufgabe zu helfen und wesentliche Voraussetzungen für den Zugang zu externen Märkten zu schaffen. Wir haben hier eine Menge zu besprechen. Es gibt also sehr viele Fragen, und es gibt ein großes Volumen an potenziellen Projekten.

Wie Sie wissen, haben wir einen 500-Millionen-Dollar-Fonds für die Durchführung gemeinsamer Arbeiten eingerichtet, und die russische Seite hat davon 400 Millionen US-Dollar beigesteuert. Das bedeutet nicht, dass wir mehr Geld haben, sondern dass wir große Interessen in diesem Teil Asiens haben, und wir sehen, dass es möglich ist, diese zu verwirklichen, wenn das politische System stabil ist und die Bedingungen für Investitionen in die usbekische Wirtschaft stimmen. Ich wiederhole, wir sind sehr interessiert, und das erklärt diese intensiven Kontakte.

Was die Integrationsprozesse betrifft, so bestehen wir nie auf etwas. Um ehrlich zu sein, hatte Nursultan Nasarbajew, der erste Präsident Kasachstans, diese Integrationsprozesse eingeleitet, wenn Sie die EAEU meinen (wir sprechen natürlich vor allem über die Wirtschaft). Diese Organisation hat eine beträchtliche Dynamik entwickelt und bringt für alle Beteiligten echte Ergebnisse hervor. Es steht jedoch jedem souveränen Staat frei, sich für oder gegen eine Teilnahme zu entscheiden; diese Entscheidung wird durch bestimmte Interessen, vor allem wirtschaftliche Interessen, und wirtschaftliche Zweckmäßigkeit motiviert. Wir haben unterschiedliche Niveaus der wirtschaftlichen Entwicklung und der Entwicklung des Finanzsystems. Wenn eine bestimmte Regierung eine relevante Entscheidung über die Teilnahme (oder Nichtteilnahme) an einem bestimmten Integrationsverband trifft, geht sie in erster Linie von diesen Überlegungen aus.

Wenn eine Volkswirtschaft wie die usbekische der Assoziation beitritt, dann glaube ich, dass die Assoziation davon nur profitieren wird. Aber auch die usbekische Wirtschaft sollte davon profitieren. Das ist ein ziemlich komplizierter Verhandlungsprozess, denn bei der Gründung der EAEU haben wir viele Tage und Nächte darüber debattiert, welche konkreten verbindlichen Bedingungen und gegenseitigen Verpflichtungen sich ergeben würden. Es handelt sich also um einen stetigen und reibungslosen Prozess.

Unsere Volkswirtschaften nähern sich an und entwickeln sich, und es entstehen zahlreiche gemeinsame Projekte. Wir werden schrittweise unsere gemeinsamen Interessen im Bereich der späteren Zusammenarbeit und der Beteiligung an Integrationsverbänden festlegen.

Pavel Zarubin:

Guten Abend,

Pavel Zarubin, Rossiya TV Channel. Es tut mir leid, aber ich habe zwei Fragen, und beide sind umfangreich.

Hier ist die erste. Sie sind nach Taschkent gereist und wir sind zusammen mit Ihnen angekommen, praktisch direkt aus Minsk. Seitdem sind wir an diesem Thema interessiert: In Minsk haben Sie auf eine Frage nach der Legitimität von Zelensky geantwortet und mit wem man Gespräche führen sollte, falls und wenn sie möglich werden. Sie sagten, man müsse in der Verfassung der Ukraine nachsehen, welche Regierungsbehörden ohne Wahlen agieren können. Aber wenn man von der Verfassung der Ukraine ausgeht, ist die Werchowna Rada das einzige Organ, das jetzt arbeiten kann. Kein Wort wird über die Erweiterung der Befugnisse des Präsidenten verloren. Zelensky scheint weiterhin ausschließlich auf der Grundlage des Kriegsrechts im Amt zu bleiben. Sie sagten, es sei eine rechtliche Analyse erforderlich. Werden wir diese Analyse durchführen? Mit wem werden wir reden, wenn wir das tun?

Darf ich Ihnen gleich eine zweite Frage stellen?

Wladimir Putin:

Nur zu, bitte. Was immer Ihnen am besten passt.

Pavel Zarubin:

Von hohen westlichen Podien aus werden immer mehr kriegerische Erklärungen abgegeben. Jetzt heißt es sogar, man solle Kiew erlauben, mit westlichen Waffen tief in russisches Gebiet einzudringen. Der EU-Verteidigungsminister hat sich heute zu diesem Thema geäußert, und der NATO-Generalsekretär sagte Folgendes: Wir geben Kiew Waffen und betrachten sie von diesem Moment an als ukrainisch, so dass die Ukraine mit diesen Waffen machen kann, was sie will, zum Teil auch auf russischem Gebiet zuschlagen, wo sie es für nötig hält.

Ich danke Ihnen vielmals.

Wladimir Putin:

Die erste Frage war die nach der Legitimität der ukrainischen Macht. Es ist in der Tat notwendig, eine ernsthafte, tiefgreifende Analyse dieser Frage durchzuführen.

Der erste Punkt liegt an der Oberfläche und wurde von meinen Kollegen erwähnt. Es geht um Folgendes. Die Verfassung der Ukraine erweitert nur die Befugnisse der Rada. Sie sagt nichts über die Ausweitung der Befugnisse des Präsidenten aus. Das ist der erste Punkt.

Zweitens. Das Gesetz der Ukraine über die Rechtsstellung, die Rechtslage und das Kriegsrecht besagt in der Tat, dass während des Kriegsrechts keine Präsidentschaftswahlen stattfinden. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie [Entscheidungsbefugnisse] verlängert werden. Sie werden nicht abgehalten, aber wer hat gesagt, dass sie verlängert werden müssen? In der Verfassung steht dazu nichts. In Artikel 111 der ukrainischen Verfassung heißt es jedoch, dass in diesem Fall die Befugnisse der obersten Gewalt, d.h. die Befugnisse des Präsidenten, auf den Parlamentspräsidenten übertragen werden. Dies gilt umso mehr, als die Befugnisse des Parlaments während des Kriegszustands erweitert werden. Dies ist eine vorläufige Analyse. Wir sollten uns eingehender mit dieser Frage befassen.

Einige Fachleute sagen, dass es Widersprüche zwischen der Verfassung, die nur die Ausweitung der Befugnisse der Rada während des Kriegsrechts vorsieht, und dem Gesetz gibt, das ich gerade erwähnt habe   – ich denke, es ist das Gesetz von 2016, das den rechtlichen Status des Kriegsrechts definiert. Wie ich bereits sagte und wiederhole, sieht dieses Gesetz vor, dass die Präsidentschaftswahlen nicht abgehalten werden, aber es wird nichts über die Verlängerung [der Regierungsbefugnisse] gesagt, und das ist ein Problem.

Was ist der Punkt? Es geht darum, dass die ukrainische Staatlichkeit im Wesentlichen auf der Idee der parlamentarisch-präsidialen Republik und nicht der Präsidialrepublik beruht. Die wichtigsten Hebel der Macht sind in der repräsentativen Staatsgewalt konzentriert. Daher ist es nur logisch, dass die Verfassung selbst und andere auf ihrer Grundlage erlassene Rechtsakte auf diese Weise ausgelegt werden.

Streng genommen bleiben also   – ich spreche hier nur von einer vorläufigen Einschätzung   – das Parlament und der Präsident der Rada die einzige legitime Macht. Wenn sie also Präsidentschaftswahlen abhalten wollten, hätten sie damals einfach das Kriegsrecht aufheben und Wahlen abhalten müssen. Aber das wollten sie aus einer Reihe von Gründen nicht tun.

Ich denke, und das hat nichts mit der Verfassung zu tun, dass die derzeitigen Chefs der Ukraine, die sich im Ausland befinden, vielleicht alle unpopulären Entscheidungen der derzeitigen Exekutive aufbürden wollen. Dazu gehört auch die Verabschiedung eines weiteren Beschlusses zur weiteren Senkung des Wehrpflichtalters. Bisher waren es 27 Jahre, jetzt sind es 25 Jahre und demnächst vielleicht 23 Jahre oder sogar 18 Jahre.

Ich glaube, dass nach diesen und anderen unpopulären Entscheidungen diejenigen, die heute als Vertreter der Exekutive fungieren, durch Personen ersetzt werden, die nicht für die unpopulären Entscheidungen verantwortlich sind. Diese Vertreter werden einfach im Handumdrehen ausgetauscht. Wenn dies die Idee ist, ist die Logik im Prinzip verständlich. Warten wir ab, was als nächstes passiert.

Aber wie ich in Minsk gesagt habe, sollte das letzte Wort das politische und rechtliche System der Ukraine haben. Es sollte formulieren und erklären, was in der Ukraine geschieht. Ich glaube, das ist in der Tat nicht allzu schwierig. Ich wiederhole zum dritten Mal, dass das Gesetz von 2016 die Durchführung von Präsidentschaftswahlen unter Kriegsrecht verbietet, aber nichts über die Ausweitung dieser Befugnisse gesagt wird. Also, was nun? Siehe Artikel 111 der Verfassung   – alle Befugnisse werden dem Präsidenten des Parlaments übertragen.

Was die Militärschläge anbelangt, so bin ich mir, offen gesagt, nicht sicher, wovon der NATO-Generalsekretär spricht. Als er noch norwegischer Ministerpräsident war, haben wir miteinander kommuniziert und schwierige Fragen im Zusammenhang mit der Barentssee und anderen Themen erörtert, und im Allgemeinen waren wir in der Lage, uns zu einigen, und ich bin sicher, dass er damals nicht an Demenz litt. Wenn er davon spricht, das russische Territorium möglicherweise mit Präzisionswaffen mit großer Reichweite anzugreifen, dann sollte er als Leiter einer militärisch-politischen Organisation, auch wenn er wie ich ein Zivilist ist, wissen, dass Präzisionswaffen mit großer Reichweite nicht ohne weltraumgestützte Aufklärung eingesetzt werden können. Das ist mein erster Punkt.

Mein zweiter Punkt ist, dass die endgültige Zielwahl und der so genannte Abschussauftrag nur von hochqualifizierten Spezialisten vorgenommen werden kann, die sich auf diese Aufklärungsdaten, die technischen Aufklärungsdaten, stützen. Bei einigen Angriffssystemen, wie Storm Shadow, können diese Startmissionen automatisch durchgeführt werden, ohne dass ukrainisches Militär eingesetzt werden muss. Wer macht das? Diejenigen, die diese Angriffssysteme herstellen und diejenigen, die sie angeblich an die Ukraine liefern, tun es. Dies kann und wird ohne die Beteiligung des ukrainischen Militärs geschehen. Der Start anderer Systeme, wie z.B. ATACMS, beruht ebenfalls auf Weltraumaufklärungsdaten. Die Ziele werden identifiziert und automatisch an die entsprechenden Besatzungen übermittelt, die möglicherweise nicht einmal wissen, was genau sie da tun. Eine Besatzung, vielleicht sogar eine ukrainische Besatzung, gibt dann den entsprechenden Startauftrag ein. Allerdings wird die Mission von Vertretern der NATO-Länder zusammengestellt, nicht vom ukrainischen Militär.

Die Vertreter der NATO-Staaten, insbesondere der europäischen Staaten, vor allem der kleinen europäischen Staaten, sollten sich also darüber im Klaren sein, was auf dem Spiel steht. Sie sollten bedenken, dass es sich um kleine und dicht besiedelte Länder handelt, was ein Faktor ist, mit dem man rechnen muss, bevor man anfängt, tief in das russische Hoheitsgebiet einzudringen. Es handelt sich um eine ernste Angelegenheit, die wir zweifelsohne sehr genau beobachten.

Das Hauptaugenmerk liegt auf den Entwicklungen in den Außenbezirken von Charkow. Aber sie waren es, die diese Ereignisse provoziert haben. Ich habe öffentlich klargestellt, ich glaube, das war vor sechs Monaten, dass wir einen Sicherheitsbereich schaffen müssen, wenn sie weiterhin Wohnviertel angreifen. Es ist noch nicht lange her, dass wir damit begonnen haben, das zu tun, was ich damals gesagt habe.

Zuerst haben sie uns im Donbass provoziert. Acht Jahre lang haben sie uns an der Nase herumgeführt und uns glauben gemacht, dass sie das Problem friedlich lösen würden, und uns schließlich dazu gebracht, den Frieden mit Hilfe der Streitkräfte wiederherzustellen. Dann haben sie uns während des Verhandlungsprozesses getäuscht und beschlossen, dass sie uns auf dem Schlachtfeld besiegen würden, indem sie Russland eine strategische Niederlage zufügten. Wir haben sie davor gewarnt, in unser Territorium einzudringen und Belgorod und die angrenzenden Gebiete zu beschießen, da wir sonst gezwungen wären, eine Sicherheitszone zu schaffen.

Schauen Sie sich an, was Ihre westlichen Kollegen berichten. Niemand spricht davon, Belgorod oder andere angrenzende Gebiete beschossen werden. Sie reden nur davon, dass Russland eine neue Front eröffnet und Charkow angreift. Kein einziges Wort. Warum ist das so? Sie haben es mit ihren eigenen Händen gemacht. Nun, sollen sie doch die Früchte ihres Einfallsreichtums ernten. Dasselbe kann passieren, wenn die Präzisionswaffen mit großer Reichweite, nach denen Sie gefragt haben, eingesetzt werden.

Allgemeiner ausgedrückt, kann diese nicht enden wollende Eskalation ernste Folgen haben. Wenn Europa mit diesen ernsten Konsequenzen konfrontiert würde, was würden die Vereinigten Staaten angesichts unserer strategischen Waffengleichheit tun? Das ist schwer zu sagen.

Sind sie auf einen globalen Konflikt aus? Ich denke, sie wollten sich auf strategische Waffen einigen, aber wir sehen nicht, dass sie wirklich darauf erpicht sind, dies zu tun. Sie reden zwar darüber, tun aber nicht viel, um es zu verwirklichen. Wir werden abwarten und sehen, was als nächstes passiert.

Viktor Sineok:

Herr Präsident, mein Name ist Viktor Sineok, Iswestija.

Mehrere Monate vor Ihrem Besuch kamen Delegationen des US-Finanzministeriums und anderer Behörden, die das Sanktionsregime umsetzen, in die zentralasiatischen Länder, einschließlich Usbekistan. Auf die zentralasiatischen Hauptstädte wurde ein noch nie dagewesener Druck ausgeübt, um alle Möglichkeiten und Aussichten für eine Zusammenarbeit mit Russland auszuschließen und zu ersticken. Was halten Sie von diesem Verhalten? Kann Russland diesen Druck auf die zentralasiatischen Länder, einschließlich Usbekistan, ausgleichen?

Wenn Sie gestatten, möchte ich ganz kurz eine zweite Frage stellen. Es wurde bekannt, dass Russland die Möglichkeit in Betracht zieht, die Taliban von der Liste der terroristischen Organisationen zu streichen. Wie ist diese Entscheidung zustande gekommen und warum? Wie wird sich dies auf unsere Beziehungen zu Afghanistan auswirken, und wann wird sie in Kraft treten?

Wladimir Putin:

Ich werde mit dem zweiten Teil beginnen.

Darüber wird ständig diskutiert, und ich werde mich jetzt nicht dazu äußern, weil die Beziehungen zu den Taliban und Afghanistan ständig diskutiert werden. Es lässt sich nicht leugnen, dass es in Afghanistan Probleme gibt. Jeder weiß das sehr gut.

Wie können wir unsere Beziehungen zu dem derzeitigen Regime aufbauen? Das ist eine ganz andere Frage. Aber wir müssen es tun. Das sind die Leute, die das Land und sein Territorium kontrollieren; sie sind heute die Macht in Afghanistan. Wir müssen von der Realität ausgehen und die Beziehungen entsprechend aufbauen.

Wir stehen in Kontakt mit vielen Partnern, auch mit vielen Partnern in der zentralasiatischen Region. Wir berücksichtigen die Meinung jedes Partners und Freundes und werden diese Position gemeinsam formulieren.

Was den ersten Teil Ihrer Frage angeht, so ist das nichts Neues. Ich meine die Reisenden, die in der ganzen Welt herumfliegen, sei es in Lateinamerika oder in Afrika oder im Osten, und alle bedrohen. Das sind Elemente eines imperialen Verhaltens. Amerikanische politische Beobachter und Analysten sagen direkt, dass die Vereinigten Staaten ein Imperium sind, und dass ihre imperialen Ambitionen in hohem Maße mit innenpolitischen Ereignissen verbunden sind. Die Präsidentschaftswahlen stehen kurz bevor, und die derzeitigen Machthaber wollen ihren Status als Imperium bestätigen. Vielen in den Vereinigten Staaten gefällt das nicht, sie wollen kein Imperium sein und die imperiale Last tragen. Sie wollen keine Verantwortung übernehmen, wollen ihr Land keinen Gefahren aussetzen und es nicht in eine schwierige Lage bringen.

Was ist mit Zentralasien? Usbekistan ist nicht nur das größte Land in Zentralasien. Es ist nach Russland das zweitgrößte Land in Zentralasien   – 37 Millionen Einwohner. Aber die Reisenden aus den USA fliegen in alle Teile der Welt. Wie Sie wissen, besuchte die Finanzministerin vor kurzem, so glaube ich, auch China. Worüber hat sie gesprochen? Ich glaube, ich habe mich auch in Minsk daran erinnert. Sie sagte, die Chinesen würden zu viele Autos produzieren. Sie sprachen über die Überproduktion von Autos. Ich glaube nicht, dass die US-Finanzministerin eine ungebildete Person ist. Das ist einfach nur ein Jonglieren mit Fakten.

Was ist Überproduktion? Wenn wir unter Marktbedingungen leben, regelt der Markt, ob es sich um Überproduktion handelt oder nicht. Wenn die Menschen Produkte kaufen und sie mit Gewinn produziert werden, gibt es keine Überproduktion. Und wie sonst kann man ein anderes Land zwingen, die Produktion verschiedener Güter einzustellen? Durch Gewaltanwendung? Mit Sanktionen? Und das ist eine der Varianten der Gewaltanwendung, und so versuchen sie überall auf der Welt zu handeln.

Schwache, unsichere Länder, vor allem solche mit Dutzenden von NGOs, die sich von der amerikanischen Hand ernähren, picken sich natürlich das heraus, was ihnen gegeben wurde, und natürlich ist es in diesen Ländern leichter, das öffentliche Bewusstsein zu manipulieren, leichter, die amtierenden Behörden unter Druck zu setzen. Aber die Länder, in denen sich die Behörden sicher fühlen, in denen sie ihre gesamte Tätigkeit der Stärkung der Souveränität, der Interessen ihres Volkes und ihres Landes widmen, reagieren nicht auf diese zwingenden Befehle von jenseits des Ozeans. Dies gilt für große Länder und kleine Staaten, wenn sie unabhängig und würdevoll sind.

Wir wissen, dass auch auf Zentralasien Druck ausgeübt wurde. Bisher habe ich noch keine Menschen gesehen, die auf Knien bereit sind, blindlings irgendwelchen Erlassen von jenseits des Ozeans zu gehorchen.

Sie   – die Amerikaner und die Europäer   – unternehmen sicherlich bestimmte Schritte, die unseren Partnern schaden, aber letztlich ist dies auch eine souveräne Entscheidung eines jeden Landes, wie es seine Politik gestaltet, ob es für seine Souveränität kämpft oder nicht, ob es Souveränität als Wert betrachtet oder nicht und so weiter.

Ich denke, sie stellt einen Wert dar. Denn wenn ein Land erfolgreich sein will, muss es souverän sein, auch auf sozioökonomischer Ebene. Wenn es erfolgreich sein will, muss es souverän sein. Andernfalls werden andere Staaten es immer unter Druck setzen und fremden Interessen unterwerfen   – so wie sie es jetzt mit China bei den Autos versuchen.

Sie werden dasselbe mit Düngemitteln, Chemikalien, Flugzeugen   – was auch immer   – tun. Wir sind damit konfrontiert. Ja, wir sehen das, und es ist nichts Gutes dabei. Dies schadet sowohl der internationalen Sicherheit als auch der Weltwirtschaft.

Konstantin Panyushkin:

Guten Tag, Herr Präsident. Mein Name ist Konstantin Panyushkin, Channel One.

Gestern wurde berichtet, dass der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Alexander Syrsky, den Einsatz von französischen Söldnerausbildern, die als Militärs bezeichnet werden können, auf dem Gebiet der Ukraine genehmigt hat. Nun ist es offiziell und wurde endlich öffentlich gemacht. Außerdem hofft Syrsky, dass auch die anderen Partner des Kiewer Regimes dem französischen Beispiel offiziell folgen werden. Was denken Sie darüber und wie weit kann das gehen?

Erlauben Sie mir bitte, im Anschluss an die Frage der Legitimität noch eine kleine Klarstellung vorzunehmen. Aus Ihrer Antwort geht klar hervor, dass Sie in der Ukraine praktisch niemanden haben, mit dem Sie reden können, solange die westlichen Handlanger Zelensky in Kiew nicht ablösen. Aber ich wollte fragen: Hat Alexander Lukaschenko Ihnen das ukrainische Militär als Gesprächspartner angeboten?

Wladimir Putin:

Wen? Das Militär?

Konstantin Panyushkin:

Ja, das Militär.

Wladimir Putin:

Leider hat Herr Lukaschenko noch nicht das Kommando über das Militär in der Ukraine. Wenn er das hätte, hätten wir diesen Konflikt schon längst und zur beiderseitigen Zufriedenheit beendet. Wir hätten eine Lösung für die Ukraine gefunden, wenn die Ukraine jetzt von Menschen geführt würde, die sich von nationalen Interessen leiten ließe und nicht von den Interessen ihrer Herren in Europa oder in Übersee.

Was die Tatsache betrifft, dass es in der Ukraine möglicherweise Söldner gibt, so ist uns das durchaus bekannt, das ist nichts Neues. Die Tatsache, dass die Militärs in der Ukraine jetzt sagen, dass sie [die Franzosen] kommen könnten, liegt daran, dass sie schon seit langem dort sind. Wir hören Englisch, Französisch oder Polnisch im Funkverkehr. Wir wissen, dass diese Söldner dort sind. Aber unter dem Deckmantel der Söldner gibt es dort auch Spezialisten.

Es wurde eine Frage zu den Präzisionswaffen mit großer Reichweite gestellt. Und wer kontrolliert und wartet diese Waffen? Natürlich die gleichen Ausbilder, die als Söldner getarnt sind. Es gibt sie und sie erleiden Verluste. Vielleicht wurde diese Aussage gemacht, weil es für sie offenbar immer schwieriger wird, diese Verluste zu verbergen. Vielleicht ist es deshalb an der Zeit, zu zeigen, dass es sie offiziell gibt, so dass diese Verluste realistisch und legal ausgewiesen werden können. Ich weiß es nicht. Vielleicht.

Was die verschiedenen Kontingente betrifft, so habe ich bereits darüber gesprochen. Die polnischen Behörden sagen, sie seien bereit, ihre Kontingente zu schicken. Wir können die polnische Sprache hören, also gibt es viele Söldner aus Polen. Wenn einige Kontingente aus europäischen Ländern zusammen mit den Polen in die [Ukraine] einreisen, werden andere später wieder abreisen, während die Polen das nie tun werden. Das ist offensichtlich, zumindest für mich. Ich könnte mich irren, aber ich bezweifle das.

Daher ist dieser Vorwand, „einige ukrainische Einheiten an der Grenze freizulassen, sie freizulassen, um sie auf das Schlachtfeld zu schicken, sie an den Grenzen zu behalten, um ihre Sicherheit zu gewährleisten“, Unsinn. Wenn sie dort sind, dann sind sie auch im Einsatzgebiet unserer Streitkräfte.

Ich glaube nicht, dass dies die richtige Entscheidung oder ein guter Ausweg ist. Das ist eine Eskalation und ein weiterer Schritt in Richtung eines großen Konflikts in Europa und weltweit. Brauchen sie das? Sie sind willkommen. Wir werden weiterhin das tun, was wir für richtig halten, unabhängig davon, wer sich auf dem Territorium der Ukraine befindet. Und das ist es, was sie sich merken müssen.

Alexei Golovko:

Alexej Golowko, Fernsehsender Rossija.

In der westlichen Presse wurde berichtet, dass die westlichen Länder nach der Schweizer Konferenz über die Ukraine angeblich eine weitere Konferenz in Saudi-Arabien abhalten und Russland offiziell dazu einladen wollen, um Moskau eine angeblich konsolidierte Position zu zeigen und eine Art von Gesprächen zu beginnen.

Herr Präsident, wenn wir einen solchen Vorschlag erhalten, wird Russland an dieser Konferenz teilnehmen? Wenn ja, unter welchen Bedingungen?

Wladimir Putin:

Ich habe jetzt keine Antwort, weil ich nicht weiß, wovon Sie sprechen. Sie sagen, dass sie jetzt nicht bereit sind, Russland einzuladen, und später werden sie es sein. Wir haben ihnen nie eine Absage erteilt: weder jetzt, noch später, noch vor einem Jahr. Wir haben gesagt, wir sind bereit.

Es waren nicht wir, die die Gespräche abgebrochen haben. Uns wurde gesagt: Das war's, wir werden keine Gespräche mehr mit euch führen. Sie hätten auch sagen können, dass wir mit den in Istanbul getroffenen Vereinbarungen nicht zufrieden sind. Die Gespräche wurden in Minsk eingeleitet und in Istanbul abgeschlossen und zu einem gewissen Abschluss gebracht. Sie hätten dies sagen können, wenn der Leiter des ukrainischen Verhandlungsteams die Zusammenfassung der Vereinbarung, die wir als Entwurf vorbereitet hatten, nicht unterzeichnet hätte.

Er hat es paraphiert, was bedeutet, dass es der Ukraine passt. Sie sollten es in den Mülleimer werfen und versuchen, Russland auf dem Schlachtfeld zu schlagen, ihm eine strategische Niederlage beizubringen. Aber er hat direkt und öffentlich gesagt: Hätte man uns nicht aus dem Ausland (in diesem Fall aus Großbritannien, d.h. aus den USA   – was dasselbe ist) befohlen, hätten die Feindseligkeiten schon vor anderthalb Jahren aufgehört. Er hat dies gesagt.

Wir haben uns nie geweigert, auf dieser Grundlage zu sprechen, und wir sind bereit, den Verhandlungsprozess fortzusetzen. Aber wir wissen nicht, was und wer uns angesichts der Legitimität der ukrainischen Vertreter in einigen anderen Phasen anbieten wird. Daher habe ich keine Antwort auf diese Frage.

Ich bin immer wieder erstaunt über die Eskapaden unserer „Freunde“ und Partner, die behaupten, Russland lehne Gespräche ab. Ich habe das schon tausendmal gesagt, aber anscheinend haben sie keine Ohren. Nein, wir lehnen die Gespräche nicht ab. Die Ukraine hat sie öffentlich abgelehnt. Sie hat das Abkommen paraphiert und es abgelehnt, um uns auf dem Schlachtfeld zu besiegen. Das ist ihnen nicht gelungen. Jetzt sind sie bereit. Nun, wenn Sie bereit sind, kommen Sie zurück. Wo liegt das Problem?

Sie wollen etwas malen, den Anschein weltweiter Unterstützung für das erwecken, was sie aus freien Stücken, ausgehend von ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen, gemalt haben, und dies als konsolidierte Position der internationalen Gemeinschaft darstellen. Das wird ihnen nicht gelingen. Das zeigt, dass sie sich nicht einigen wollen, sondern immer noch versuchen, etwas zu erreichen und das Blatt auf dem Schlachtfeld zu wenden, aber alles vergeblich. Je mehr Versuche sie unternehmen werden, desto mehr Verluste wird es geben, und diese Verluste werden keineswegs zu Gunsten der Streitkräfte der Ukraine ausfallen.

Warum ist das so? Die derzeitigen Machthaber der Ukraine haben kein Mitleid mit diesen Menschen. Sie betrachten sie nicht als ihr eigenes Volk. Das ist der Kern des Problems und der Tragödie der Ukraine heute. Sie betrachten dieses Volk nicht als ihr eigenes Volk. Sie schützen die Interessen des ukrainischen Volkes heute nicht. Ich hoffe, dass die Menschen das irgendwann doch noch begreifen werden.

Quelle: http://en.kremlin.ru/events/president/news/74132
Die Übersetzung besorgte Andreas Mylaeus

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http://en.kremlin.ru/events/president/news/74132

May 28, 2024

Answers to media questions following the visit to Uzbekistan

Vladimir Putin answered questions from the Russian media following his state visit to the Republic of Uzbekistan. The press availability took place at Tashkent Airport.

President of Russia Vladimir Putin:

Good afternoon. What will we discuss today? Please go ahead with your questions.

Yegor Piskunov:

Hello, Mr President. Yegor Piskunov, Russia Today TV channel.

Your visit to Tashkent was absolutely unprecedented in terms of its packed agenda. You spent two nights here, and some of us thought you might stay for the third. You had a lengthy face-to-face conversation with the President of Uzbekistan. What are your impressions? What are your expectations for cooperation with Tashkent, especially in trade and economic matters? And what are Uzbekistan’s prospects for taking part in integration structures in the post-Soviet space? Thank you.

Vladimir Putin:

As you know, I arrived here on Sunday evening, so we did not have anything on our agenda for that day except for the official events   – a flower-laying ceremony at the Independence Monument. That was it for the day. But the next day was packed with all kinds of formal contacts, meetings and talks. It all happened on Monday, and we worked late into the evening. This is true. The hosts scheduled our visit this way.

This was the first time we attended a meeting of the regions. Do you know why this visit was so effective? The composition of our delegation was impressive; it included nearly half of the Russian Government members, all the key ministers. Naturally, a meeting that involved heads of regions and Cabinet ministers from both sides featured a wide-ranging and fulfilling discussion. I am not even referring to the number of documents signed, but to the actual face-to-face contact between people who want to work together and know how to do it. Russia has a genuine interest in expanding our relations with Uzbekistan.

First, Uzbekistan is currently the second most populated country in the post-Soviet space, after Russia. Today, it is home to 37 million people, and it adds one million every year. That is how Uzbekistan’s population is growing.

It has a vibrant, fast-growing economy which has gathered substantial momentum. Last year, Uzbekistan’s GDP increased by six percent, which is a major achievement compared to other countries of the world. The President of Uzbekistan has implemented an effective governance framework and a growth-driven economic model.

We have a lot of joint plans in terms of industrial cooperation, energy, and infrastructure, as you have probably seen and heard.

Uzbekistan faces some problems because it is a landlocked country with no access to the sea or ocean. In this connection, we and other regional partners can take action to help our friends in Uzbekistan resolve this logistics task and create essential conditions for entering external markets. We have a lot to discuss here. So, there are very many issues, and there is a large volume of potential projects.

As you know, we have established a US$500 million fund for conducting joint work, and the Russian side has contributed US$400 million of this amount. This does not mean that we have more money, this is because we have major interests in this part of Asia, and we can see that it is possible to realise them, given the stability of the political system and specific terms for investing in Uzbekistan’s economy. I repeat, we are very much interested, and this explains such intensive contacts.

Speaking of integration processes, we never insist on anything. To be honest, Nursultan Nazarbayev, the first President of Kazakhstan, had initiated these integration processes, if you mean the EAEU (above all, we are talking about the economy, of course). This organisation has gained considerable momentum, and it is yielding real results for all participants. However, any sovereign state is free to decide whether to take part or not; this decision is motivated by specific interests, primarily economic interests, and economic expediency. We have different levels of economic development and financial system development. When any particular government makes a relevant decision on taking (or not taking) part in any specific integration association, it proceeds from these considerations, in the first place.

On the whole, if such an economy as that of Uzbekistan joins the association, then I believe the association would only benefit from this. However, Uzbekistan’s economy should also benefit. This amounts to a rather complicated negotiating process because while establishing the EAEU, we had debated for many days and nights on what specific mandatory terms and mutual obligations would arise. Consequently, this is a steady and smooth process.

Our economies are aligning and developing, and numerous joint projects are emerging. We will gradually chart our mutual interests in the sphere of subsequent cooperation and involvement in integration associations.

Pavel Zarubin:

Good evening,

Pavel Zarubin, Rossiya TV Channel. I am sorry but I have two questions and both are extensive.

Here is the first one. You went to Tashkent and we arrived together with you, practically right from Minsk. Since then we have been interested in this issue: In Minsk you replied to a question about Zelensky’s legitimacy and with whom to hold talks if and when they become possible. You said it was necessary to look up in the Constitution of Ukraine what government authorities can operate without elections. But proceeding from the Constitution of Ukraine, the Verkhovna Rada is the only body that can work now. Not a word is said about extending the powers of the president. Zelensky seems to continue to stay in office exclusively on the basis of martial law. You said a legal analysis is needed. Are we conducting this analysis? Who are we going to talk to if we do?

Can I ask you a second question right away?

Vladimir Putin:

Go ahead, please. Whatever suits you best.

Pavel Zarubin:

More and more bellicose statements are made from high Western rostrums. Now they are even saying that Kiev should be allowed to strike deep into Russian territory with Western weapons. The EU Defence Minister spoke about this issue today, and the NATO Secretary General said this: We are giving weapons to Kiev and consider them Ukrainian from this moment, so Ukraine can do whatever it wants with these arms, in part, strike at Russian territory where it deems necessary.

Thank you very much.

Vladimir Putin:

The first question was about the legitimacy of the Ukrainian power. Indeed, it is necessary to conduct a serious, deep analysis of this.

The first point is on the surface and is mentioned by my colleagues. This is what it is about. The Constitution of Ukraine only extends the powers of the Rada. It says nothing about extending the powers of the president. This is the first point.

Second. Indeed, the law of Ukraine on the legal status, legal position and martial law reads that presidential elections are not held during martial law. However, this does not mean that they are extended. They are not held but who said that they must be extended? The Constitution says nothing about this. But Article 111 of the Constitution of Ukraine reads that in this case the powers of the supreme authority, actually the presidential powers are transferred to the Speaker of Parliament. All the more so since the powers of parliament are extended during martial law. This is a preliminary analysis. We should take a deeper look into this issue.

Some specialists say that there are contradictions between the Constitution that provides only for the extension of the Rada’s powers under martial law and the law I have just mentioned   – I think it is the 2016 law that defines the legal status of martial law. As I already said and repeat, this law stipulates that the presidential elections are not held but nothing is said about the prolongation, and this is a problem.

What is the point? The point is that in essence, the Ukrainian statehood is based on the idea of the parliamentary-presidential republic rather than the presidential republic. The main levers of power are concentrated in the representative state body. Therefore, it is quite logical that the Constitution itself and other legal acts adopted on its basis are construed in such a way.

Therefore, speaking strictly, in a tentative estimate   – I am just talking about a tentative estimate   – the parliament and the Rada Speaker remain the only legitimate power. And so, basically, if they wanted to hold presidential elections, they should have simply repealed martial law at that time and held elections. But they did not want to do this for a number of reasons.

I think, and this is not linked with the Constitution in any way, that maybe the current bosses of Ukraine, who are overseas, would like to place the burden of making all unpopular decisions on the current executive branch. This includes the adoption of yet another decision to further lower the conscription age. It was 27 years, now it is 25 and next it may be 23 years or even 18 years.

I believe that after this and other unpopular decisions are made, those who are acting today as representatives of executive government would be replaced with people who would not be responsile for the unpopular decisions made. These representatives will be simply replaced in a snap. If this is the idea, the logic is understandable in principle. Let’s see what happens next.

But as I said in Minsk, the final say should be made by the political and legal system of Ukraine. It should formulate and explain what is happening in Ukraine. I believe, this is not too difficult, indeed. I will repeat for the third time that the 2016 law prohibits holding presidential elections under martial law but nothing is said about extension of these powers. So, what? See Article 111 of the Constitution   – all power is transferred to the Speaker of Parliament.

With regard to the strikes, frankly, I am not sure what the NATO Secretary General is talking about. When he was the Prime Minister of Norway, we communicated and addressed challenging issues concerning the Barents Sea and other issues, and generally, we were able to come to terms, and I am positive he was not suffering from dementia back then. If he is talking about potentially attacking Russia’s territory with long-range precision weapons, he, as a person who heads a military-political organisation, even though he is a civilian like me, should be aware of the fact that long-range precision weapons cannot be used without space-based reconnaissance. This is my first point.

My second point is that the final target selection and what is known as launch mission can only be made by highly skilled specialists who rely on this reconnaissance data, technical reconnaissance data. For some attack systems, such as Storm Shadow, these launch missions can be put in automatically, without the need to use Ukrainian military. Who does it? Those who manufacture and those who allegedly supply these attack systems to Ukraine do. This can and does happen without the participation of the Ukrainian military. Launching other systems, such as ATACMS, for example, also relies on space reconnaissance data, targets are identified and automatically communicated to the relevant crews that may not even realise what exactly they are putting in. A crew, maybe even a Ukrainian crew, then puts in the corresponding launch mission. However, the mission is put together by representatives of NATO countries, not the Ukrainian military.

So, these officials from NATO countries, especially the ones based in Europe, particularly in small European countries, should be fully aware of what is at stake. They should keep in mind that theirs are small and densely populated countries, which is a factor to reckon with before they start talking about striking deep into the Russian territory. It is a serious matter and, without a doubt, we are watching this very carefully.

The focus is on the developments on the outskirts of Kharkov. But they were the ones to provoke those events. I made it clear publicly, I think it was six months ago, that if they continue to target residential neighbourhoods, we will have to create a security area. Not long ago, we started doing what I said back then.

First, they provoked us in Donbass. For eight long years they have been pulling the wool over our eyes and making us believe that they were going to resolve the issue peacefully and eventually made us try to restore peace by using the armed forces. Then, they deceived us during the negotiating process and decided that they would defeat us on the battlefield by inflicting a strategic defeat on Russia. We warned them against making incursions into our territory, shelling Belgorod and neighbouring areas, or else we will be forced to create a security area.

Look at what your Western colleagues are reporting. No one is talking about shelling Belgorod or other adjacent territories. The only thing they are talking about is Russia opening a new front and attacking Kharkov. Not a word. Why is that? They did it with their own hands. Well, let them reap the fruits of their ingenuity. The same thing can happen in case the long-range precision weapons which you asked about is used.

More broadly, this unending escalation can lead to serious consequences. If Europe were to face those serious consequences, what will the United States do, considering our strategic arms parity? It is hard to tell.

Are they looking for a global conflict? I think they wanted to agree upon strategic arms, but we do not really see them being really eager to do so. They are talking about it but are not doing much to make it happen. We will wait and see what happens next.

Viktor Sineok:

Mr President, my name is Viktor Sineok, Izvestiya.

For several months before your visit, delegations from the US Treasury and other agencies implementing the sanctions regime were coming to Central Asian countries, including Uzbekistan. Unprecedented pressure was put on the Central Asian capitals in order to exclude and strangle all the possibilities and prospects for cooperation with Russia. How do you find this behaviour? Can Russia redress this pressure for the Central Asian countries, including Uzbekistan?

If I may, I would like to ask a second question very quickly. News came out that Russia was considering the possibility of removing the Taliban from the list of terrorist organisations. How has this decision been made and why? How will it affect our relations with Afghanistan, and when will it take effect?

Vladimir Putin:

I will begin with the second part.

This is constantly being discussed, and I will not comment on it now, because relations with the Taliban and Afghanistan are constantly being discussed. It cannot be denied that there are problems in Afghanistan. Everyone known this very well.

How can we build our relations with the current regime? It is a different question altogether. However, we have to do it. These are the people controlling the country, its territory; they are the power in Afghanistan today. We must proceed from reality and build relations accordingly.

We stay in contact with many partners, including with many partners in the Central Asian region. We take into account each partner’s and friend’s opinion and will formulate this position together.

As for the first part of your question, there is nothing new about it. I mean the voyagers flying all around the world, be it Latin America, or Africa, or the East, threatening everybody. These are elements of imperial behaviour. American political observers and analysts say directly that the United States is an empire, and its imperial ambitions are connected with internal political events to a large extent. Presidential election is coming soon, and the current authorities want to confirm their status as an empire. Many in the United States do not like this, do not want to be an empire and bear the imperial burden. They do not want responsibility, and do not want to expose their country to any dangers or get it into a difficult position.

What about Central Asia? Uzbekistan is not only the biggest country in Central Asia. It is second after Russia in terms of population   – 37 million. But voyageurs from the US are flying to all parts of the world. As you know, quite recently, the Secretary of the Treasury, I believe, also visited China. What did she talk about? I think I also recalled this in Minsk. She said the Chinese produce too many cars. They talked about overproduction of cars. I don’t think that the US Secretary of the Treasury is an illiterate person. This is simply juggling with facts.

What is overproduction? If we live in the market conditions, the market regulates whether this is overproduction or not. If people buy products and they are produced with a profit, there is no overproduction. And how else do you force another country to stop the production of different goods? By using force? Sanctions? And this is one of the variants of using force, and this is how they are trying to act all over the world.

Of course, countries that are weak, insecure, especially those with dozens of NGOs that feed off the American hand, are pecking at what they have been given, and, of course, it is easier to manipulate public consciousness in these countries, easier to pressure incumbent authorities. But the countries where the authorities feel confident, where they devote all their activities to strengthening sovereignty, the interests of their people and their country, do not respond to these peremptory orders from across the ocean. This is the case with large countries and small states if they are self-sufficient and dignified.

We know that pressure was exerted on Central Asia as well. So far I haven’t seen people kneeling ready to blindly obey any edicts from across the ocean.

They   – the Americans and the Europeans   – certainly take certain steps that deal damage to our partners but eventually this is also a sovereign choice of any country of how to create its policy, fight for its sovereignty or not, consider sovereignty a value or not and so on.

I think it represents a value. This is because if a country wants to be successful, it must be sovereign, even on the socioeconomic plane. If it wants to be successful, it must be sovereign. Otherwise, other states will always pressure it and subjugate it to foreign interests   – like what they are now trying to do with China regarding cars.

They will do the same with fertiliser, chemicals, aircraft   – you name it. We are facing this. Yes, we are seeing this and there is nothing good in it. This is damaging both international security and the global economy.

Konstantin Panyushkin:

Good afternoon, Mr President. My name is Konstantin Panyushkin, Channel One.

Yesterday, Commander-in-Chief of the Armed Forces of Ukraine Alexander Syrsky was reported to have approved the deployment of French mercenary instructors, who can be called the military, on the territory of Ukraine. Now it is official and was finally made public. Moreover, Syrsky says he hopes that the Kiev regime’s other partners will also officially follow the French example. What do you think about this and how far can it go?

Please allow me to add a bit of clarification as a follow up on the question of legitimacy. It is clear from your answer that, until Western handlers replace Zelensky in Kiev, you have virtually no one to talk to in Ukraine. But I wanted to ask: did Alexander Lukashenko offer you the Ukrainian military as the ones to talk to?

Vladimir Putin:

Who? The military?

Konstantin Panyushkin:

Yes, the military.

Vladimir Putin:

Unfortunately, Mr. Lukashenko does not command the military in Ukraine yet. If he did, we would have ended this conflict long ago, and to mutual satisfaction. We would have found a solution on Ukraine if Ukraine were now managed by people guided by national interests, and not by the interests of their masters in Europe or overseas.

As for the fact that there may be mercenaries in Ukraine, we are well aware of that, there is nothing new about it. The fact that the military in Ukraine are now saying that they [the French] may come is because they have been there for a long time. We hear English, French, or Polish on the radio. We know that these mercenaries are there. But there are specialists there under the guise of mercenaries.

There was a question about long-range precision weapons. And who controls and maintains these weapons? Of course, the same instructors who are disguised as mercenaries. They exist and they suffer losses. Perhaps this statement has been made because it is apparently increasingly hard for them to conceal these losses. Therefore, perhaps the time has come to show that they are officially there, so that these losses can be shown realistically, legally. I do not know. Maybe.

As for various contingents, I have already spoken about it. The Polish authorities say they are ready to send their contingents. We can hear Polish language, so there are many mercenaries from Poland. If some contingents from European countries enter [Ukraine] together with the Poles, others will later leave whereas the Poles will never do. This is obvious, at least for me. I might be wrong but I doubt that.

Therefore, this pretext of “freeing some Ukrainian units along the border, releasing them so as to send them to the battlefield, keeping them along the borders to ensure their safety” is nonsense. If they are there, then they will also be in the engagement area of our Armed Forces.

I do not think that this is the right decision or a good way out. This is escalation and yet another step towards a large conflict in Europe and globally. Do they need it? They are welcome. We will continue to do as we see fit, regardless of who is on the territory of Ukraine. And this is what they must remember.

01.06.2024

Antworten auf Medienfragen nach dem Besuch von Präsident Putin in Usbekistan   (II von II)

Alexei Golovko:

Alexei Golovko, Rossiya TV channel.

There have been reports in Western press that Western countries allegedly want to hold another conference in Saudi Arabia after the Swiss conference on Ukraine, and officially invite Russia there in order to show Moscow a purportedly consolidated position and begin some kind of talks.

Mr President, if we receive such a proposal, will Russia attend this conference? If yes, on what conditions?

Vladimir Putin:

I do not have an answer now, because I do not know what you are talking about. They say that now they are not ready to invite Russia, and later they will be. We never refused them: not now, nor later, nor a year ago. We have said that we are ready.

It wasn’t us who stopped the talks. We were told: that’s it, we will no longer have talks with you. They could have said we are not satisfied with the agreements that were reached in Istanbul. The talks were launched in Minsk and were completed, brought to a certain stage in Istanbul. They could have said this this had it not been for the signature of the head of the Ukrainian negotiating team on the digest of the agreement that we had prepared as a draft.

He initialled this which means it suited Ukraine. They were ordered to throw it into a rubbish can and try to beat Russia on the battlefield, to inflict strategic defeat on it. But he said directly and publicly   – had we not been ordered from abroad (from Britain in this case, that is, from the US   – the same thing), the hostilities would have stopped a year and a half ago. He did say this.

We have never refused to talk on this basis and we are ready to continue the negotiating process. But we do not know what and who will offer us at some other stages, in view of the legitimacy of Ukrainian representatives. Therefore, I do not have an answer to this question.

I am always looking with surprise at some antics of our “friends” and partners that are saying that Russia is rejecting talks. I have said a thousand times but it seems they don’t have ears. No, we are not rejecting talks. Ukraine rejected them in public. They initialled the agreement and rejected it with a view to beating us on the battlefield. They are not succeeding in this. Now they are ready. Well, if you are ready, come back. What’s the problem?

 They want to paint something, to create a semblance of global support for what they have painted on their own free will, proceeding from their own wants and wishes and present this as a consolidated position of the international community. They won’t succeed. This shows that they do not want to come to terms but are still wishing to get something and turn the tide on the battlefield but all in vain. The more attempts they will make, the more losses there will be, and these losses will by no means be in favour of the Armed Forces of Ukraine.

Why is this happening? The current rulers of Ukraine do not feel sorry for these people. They do not consider them their own people. This is the gist of Ukraine’s problem and tragedy today. They do not consider these people their own people. They do not protect the interests of the Ukrainian people today. I am hoping that people will still realise this eventually.

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01.06.2024

Prof. Marandi über Gaza und Iran (engl. Literatur/Orientalism)

aus e-mail von Irene Eckert, 1. Juni 2024, 22:41 Uhr


Prof. Marandi wir interviewt von Danny Haiphong, ein junger US-Amerikaner

mit vietnamesischen Wurzeln. Sie sprechen über GAZA, Irans internationale

Solidarität, Unterstützung von Widerstandsbewegung zur natoinalen Befreiung

weltweit, die auch  Cuba und  Nicaragua einschließt, den ANC in Südafrika,

Kampf gegen Apartheid und natürlich  in Westasien. Iran wird in seiner

positiven Rolle in der Weltpolitik insbesondere bei sich als links

einstufenden Menschen weitgehend unterschätzt.  Unbegriffen bleibt, warum

der Iran eigentlich so massiv sanktioniert und verfemt wird, eben genau

wegen seinem Widerstand gegen die unheilvollen Kräfte im Westen, deren

Lieblingskolonie Israel ist. Israel hängt vollkommen am Tropf und nicht

umgekehrt wie manche irriger Weise  meinen. Das Land und die

Nation Iran wird angefeindet  wegen seiner prinzipiellen ethischen

Unbeugsamkeit und Klarheit in der außenpolitischen Linienführung.  Ich

verfolge Prof. Sayed Mohammad Morandis Beiträge aus Teheran seit Jahren und

schätze seine ruhige, freundliche, kenntnisreiche Art zu sprechen. Er weist

auch auf die Bedeutung der BRICS Mitgliedschaft und Shanghai Kooperation

hin und gibt allen Skeptikern zu bedenken, wieviel Millionen Menschen ihre

Trauer um den Tod des tragisch ums Leben gekommenen  Präsidenten Raisis und

seiner Mitarbeiter u.a, dem Außenminister (!) öffentlich bekundet haben.

Marandis  Englisch ist sehr gut und leicht verständlich.

https://www.youtube.com/watch?v=mSYji4EH1m8:


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01.06.2024

Netanyahu abuses Bible to impress US evangelicals

electronicintifada.net, vom 7 November 2023, Donald Wagner The Electronic Intifada


Screenshot_2024_06_01_at_22_36_34_Netanyahu_abuses_Bible_to_impress_US_evangelicals

Shaking hands on genocide? Antony Blinken meets Benjamin Netanyahu on 3 November. Ben Gershom Polaris


In his press briefing on 27 October, Israeli Prime Minister Netanyahu cited a biblical reference to “Amalek” in the context of the “destruction of Hamas” and to “eradicate this evil from the world.”

This pseudo-religious spin may have confused all but his ultra-right religious followers, both Jewish and Christian Zionists. Netanyahu continued: “We remember, and we are fighting … our soldiers are part of a legacy of Jewish warriors that goes back 3,000 years.”

What appeared bizarre to many was a highly intentional religious justification for Israel’s ethnic cleansing of Gaza’s Palestinian men, women, and children.

The “annihilate Amalek” theme invokes support from the divine in this modern crusade to exterminate the Amalekites, interpreted today as every Palestinian. Netanyahu’s base of political support among militant settlers finds inspiration from these violent biblical texts.

Another base of Netanyahu’s support is the international Christian Zionist movement, rising in the Global South, southeast Asia, and North America. Netanyahu can count on these friends to provide political, economic and media support despite a dramatic decline in his popularity at home and abroad.

Shortly after the 7 October attacks, a letter of support for Israel’s war on Gaza was issued by 60 conservative evangelical leaders in the United States, including two former presidents of the Ethics and Religious Liberty Commission – Russell Moore, now editor of Christianity Today, and Richard Land.

Several pastors from the Southern Baptist Convention, the largest evangelical Christian denomination in the United States, signed the letter. Many of the supporters, but not all, embrace the “annihilate Amalek” war mentality, while others draw on just war theory.

The letter was delivered to the White House and every Congressional office on Capitol Hill, lending support for the Israeli aggression on Gaza.


Eternal enmity

What is the source of the eternal enmity between the Amalekites and the Jewish people?

The first biblical reference to enmity between the Hebrew tribes and the Amalekites, which may be more mythical than historical, is found in the book of Exodus (17:8-16). The passage refers to a clash between the Amalekite tribe and the Hebrew tribes who were leaving the Sinai peninsula and entering Canaan.

Moses told his chief of staff Joshua to lead the battle while Moses stood on a hill lifting up his arms as he did when the waters parted and his people crossed the Red Sea on dry land.

When Moses became tired and lowered his arms, the Amalekites prevailed, clearly a reenactment of the Exodus narrative. When he lifted his arms, the Hebrew tribes prevailed.

The passage ends with this: “the Lord will have war with Amalek from generation to generation.”

A second incident is recorded in 1 Samuel 15:1-35, where the prophet Samuel told Israel’s new king Saul to attack the Amalekites as a test of his loyalty. In this gruesome narrative, Samuel’s instructions are: “Now go and attack Amalek, and utterly destroy all that they have; do not spare them, but kill both man and woman, child and infant, ox and sheep, camel and donkey.”

However, King Saul did not complete the massacre of every Amalekite. Instead, he spared their king and took some sheep and cattle for himself.

The passage concludes with the Prophet Samuel rejecting Saul because he spared the king and some livestock.

From that moment the divine blessing fell from King Saul. The passage ends with the Prophet Samuel hacking the Amalekite king to death.

It is highly unlikely these primitive, mythic stories are grounded in history. They should be dismissed for their perpetuation of the cycles of violence and what the biblical scholar Walter Wink calls “the myth of redemptive violence.”

While the Zionist movement and its Christian Zionist supporters have utilized the narratives of redemptive violence since Zionism emerged at the end of the 19th century, they are not alone in their embrace of the “annihilate Amalek” tradition.

The first governor of the Puritans in the so-called “new world” used the Amalek theme and applied it to the native Americans who endured a genocidal war of settler colonialism for the next 300 years.

The Tutsis invoked the Amalek mythology in their genocide of the Hutus in Rwanda. And today we find fundamentalist Christians, Jewish Zionists and moderate Democrats embracing various narratives of the myth of redemptive violence when applied to the Palestinian people.


What’s the end game?

Benjamin Netanyahu may be the longest serving prime minister in Israel’s history but his future is fragile and his reign could end as soon as hostilities end.

Prior to 7 October, Netanyahu was already facing massive demonstrations against his leadership in the wake of his move to weaken the Israeli high court. Israel’s image as the only democracy in the Middle East vanished as more moderate Israelis and the Jewish diaspora in the West expressed their opposition.

And while large demonstrations against his takeover of the Israeli judiciary were dissipating, Netanyahu’s popularity continued to decline after the 7 October attacks.

Israel’s security lapses were exposed and Netanyahu’s concern for the captives seemed weak to nonexistent. Political analysts have continued to wonder if Netanyahu had an end game in the Gaza hostilities.

Reports surfaced in late October pointing to a possible end game that was just beginning to see the light after a few weeks of the assault on Gaza. There is nothing new in these reports as the ideas have been discussed for several decades, but the timing is a matter of serious concern.

Israel’s Ministry of Intelligence, an official government institution though not in direct charge of any intelligence agency, produced a report suggesting an end game that could be under discussion with the Netanyahu government and US officials. According to the document, leaked to the online Israeli + 972 Magazine, the current hostilities provide the perfect political cover for the expulsion of Gaza’s Palestinians into the Sinai desert.

The report has credence in as much as the intelligence ministry is headed by Gila Gamaliel, a member of Netanyahu’s Likud Party. It also suggests some Palestinians can be settled in Canada, Spain, North Africa and Greece.

A report from the Israeli think tank, the Misgav Institute, headed by Amir Weitzmann, a close associate of Netanyahu, had already emerged. The subtitle of the report made its intentions clear: “There is at the moment a unique and rare opportunity to evacuate the whole Gaza Strip in coordination with the Egyptian government.”

The expulsion plan proposes to send the Palestinians of Gaza to new buildings in Egypt for which the Israeli government will pay the Egyptian government. The report estimates the cost of this to be in the billions of dollars, offering an “innovative, cheap and viable solution.”

This comes as the Biden administration is requesting the US Congress for $106 billion to be largely divided between Ukraine and Israel. It includes $9.15 billion for Israeli, Palestinian, and Ukrainian civilians impacted by recent hostilities.

A portion of this package could be used to resettle Palestinians in the Sinai. Various Arab governments will no doubt be solicited to pay for the balance.

The intelligence ministry report has been verified by independent Israeli sources. It recommends three phases to the Gaza campaign, two of which match the war cabinet’s declared strategies – intense bombing and destruction of northern Gaza; an intensive ground war in the north while driving the remaining Palestinians from the north to southern Gaza.

These phases should be understood as ethnic cleansing operations. They constitute genocide and war crimes.

The final stage, which could be the exit strategy for Netanyahu and the Biden administration, is emptying Gaza of all Palestinians and declaring they will never return. The suggested rationale for the horrific genocide is its necessity.

As the report states, an ” immediate, realistic and sustainable plan for the resettlement and humanitarian rehabilitation of the entire Arab population in the Gaza Strip is required which aligns well with the economic and geopolitical interests of Israel, Egypt, the USA and Saudi Arabia.”

While not discussed in this document, one can assume a plan already exists for the violent expulsion of Palestinians from East Jerusalem and elsewhere in the West Bank into Jordan, Lebanon, Iraq, and Syria as evidenced by the settler violence against Palestinians that has been ongoing and intensifying for months.


Grassroots hope

The above strategy may appear to be highly speculative and conspiratorial but we need to be reminded that this scenario happened just 75 years ago in the Nakba, the 1947-9 ethnic cleansing of Palestine. When the lessons of history are not learned, history will repeat itself.

Israel seems to have the unqualified military, political, and economic support of the Biden administration and the US Congress, which stand ready to support whatever Netanyahu proposes.

Hopefully, cooler heads will prevail in the United States, the European Union, and Israel, but, with a few minor exceptions, we have seen no evidence of this. A regional war involving Hizballah and other militias from Syria, Iraq and Yemen could delay the expulsion of the Gaza Palestinians or it could elevate the plan, depending on how the war plays out.

There is some hope on the horizon, but it may take too long for it to make a difference. I refer to the rising resistance from the grassroots, spreading across cities from New York to London, Paris, Ramallah, Amman, and even to southeast Asia.

The power of mass protests, civil disobedience, and citizens demanding a ceasefire and end to the ethnic cleansing of Palestine has put the Palestine case at center stage, much to the chagrin of Netanyahu, Biden, and the “moderate” Arab regimes. Palestine is once again front and center in the public eye where it belongs.

Will mass protests impact decision makers in Washington and Israel? We are at the crossroads for a response to that question.

If the mobilization of civil society takes more aggressive strategies demanding Israel (and the US) pay a political and financial price for this genocidal war, we may see changes in US policy regarding Palestinian justice. However, it took the movement against the Vietnam War at least seven years to have an impact and the anti-apartheid movement even longer to end the white supremacist South African regime.

In each case, the United States was the last country to change position.

If there is renewed demand for sanctions on Israel, including countries withdrawing financial aid and isolating Israel, then we may see political change begin in the United States. If the emerging coalition of Jewish, Muslim, Christian, secular, Black and brown justice movements increases its demands and impact, including cutting US military aid to Israel, only then will there be meaningful change on the ground in Palestine.

Massive demonstrations must lead to civil disobedience and various forms of nonviolent direct action, including disruption of the supply chains of weapons, tanks, fighter jets and other delivery systems.

Another important political strategy in the United States is to organize Arab and Muslim voters, alongside progressive Jewish and Christian voters, to withhold their vote for Joe Biden and moderate Democrats in 2024, until they (we) see significant policy changes in relation to US military and economic support for Israel.

This too will be a long journey and an increasingly urgent one if the Israeli and US endgame is the genocidal forced expulsion of the Palestinians. If the “annihilate Amalek” vengeance continues to be the guiding vision for the present leadership in Israel and the United States, the world will witness another genocide as it unfolds day by day in the Gaza Strip.

The Palestine case can be a turning point for justice in the Middle East or a lost opportunity for everyone.

A wise sage once said: “Where there is no vision, the people will perish” (Proverbs 29:18).

How long will we put up with leaders who offer no vision while the people of Gaza perish before our very eyes?

Rev. Dr. Don Wagner is a retired member of the Presbyterian clergy, professor and a human rights activist. He is the author of the memoir Glory to God in the Lowest: Journeys to an Unholy Land (Interlink, 2022).


Info: https://electronicintifada.net/content/netanyahu-abuses-bible-impress-us-evangelicals/40061


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.





Weiteres:




Netanjahu missbraucht Bibel, um US-Evangelikalen zu beeindrucken


electronicintifada.net, vom 7 November 2023, Donald Wagner The Electronic Intifada, (übersetzt mit beta, unkorrigiert)


Den Völkermord in die Hände schütteln? Antony Blinken trifft am 3. November auf Benjamin Netanyahu. Ben Gershom Polaris


In seinem Pressebriefing am 27. Oktober zitierte der israelische Ministerpräsident Netanjahu einen biblischen Verweis auf „Amalek“ im Kontext der „Vernichtung der Hamas“ und „dieses Übel aus der Welt zu löschen“.

Dieser pseudoreligiöse Spin mag alle außer seinen ultrarechten religiösen Anhängern, sowohl jüdische als auch christliche Zionisten, verwirrt haben. Netanjahu fuhr fort: „Wir erinnern uns, und wir kämpfen ... unsere Soldaten sind Teil eines Vermächtnisses jüdischer Krieger, das 3.000 Jahre zurücklängt."

Was vielen bizarr erschien, war eine höchst beabsichtigte religiöse Rechtfertigung für Israels ethnische Säuberung der palästinensischen Männer, Frauen und Kinder in Gaza.

Das Thema „vernichtet Amalek“ ruft die Unterstützung des Göttlichen in diesem modernen Kreuzzug zur Ausrottung der Amalekites hervor, die heute als jeden Palästinenser interpretiert werden. Netanjahus Basis der politischen Unterstützung unter militanten Siedlern lässt sich von diesen gewalttätigen biblischen Texten inspirieren.


Eine weitere Basis von Netanjahus Unterstützung ist die internationale christlich-zionistische Bewegung, die im globalen Süden, Südostasien und Nordamerika aufsteigt. Netanjahu kann sich darauf verlassen, dass diese Freunde trotz eines dramatischen Rückgangs seiner Popularität im In- und Ausland politische, wirtschaftliche und mediale Unterstützung bieten.


Kurz nach den Anschlägen vom 7. Oktober wurde ein Unterstützungsschreiben für Israels Krieg gegen Gaza von 60 konservativen evangelikalen Führern in den Vereinigten Staaten herausgegeben, darunter zwei ehemalige Präsidenten der Ethik- und Religionsfreiheitskommission - Russell Moore, jetzt Herausgeber von Christianity Today, und Richard Land.

Mehrere Pastoren der Southern Baptist Convention, der größten evangelikalen christlichen Konfession in den Vereinigten Staaten, unterzeichneten den Brief. Viele der Anhänger, aber nicht alle, umarmen die „vernichtete Amalek“-Kriegsmentalität, während andere auf nur Kriegstheorie zurückgreifen.

Der Brief wurde an das Weiße Haus und jedes Kongressbüro auf dem Capitol Hill übergeben und unterstützte die israelische Aggression gegen Gaza.


Ewige Feindschaft

Was ist die Quelle der ewigen Feindschaft zwischen den Amalekiten und dem jüdischen Volk?

Der erste biblische Hinweis auf die Feindschaft zwischen den hebräischen Stämmen und den Amalekitern, die eher mythisch als historisch sein mag, findet sich im Buch Exodus (17:8-16). Die Passage bezieht sich auf einen Zusammenstoß zwischen dem Stamm der Amalekite und den hebräischen Stämmen, die die Sinai-Halbinsel verließen und in Kanaan eindrangen.


Moses sagte seinem Stabschef Joshua, er solle die Schlacht führen, während Moses auf einem Hügel stand und seine Arme hochhob, wie er es tat, als sich das Wasser trennte und sein Volk das Rote Meer auf dem Trockenen überquerte.

Als Moses müde wurde und seine Arme senkte, überwurog die Amalekiter, eindeutig eine Nachstellung der Exodus-Erzählung. Als er seine Arme hob, herrschten die hebräischen Stämme.

Die Passage endet damit: „Der Herr wird Krieg mit Amalek von Generation zu Generation haben.“

Ein zweiter Vorfall ist in 1 Samuel 15:1-35 aufgezeichnet, wo der Prophet Samuel Israels neuem König Saul sagte, er solle die Amalekiter als Test seiner Loyalität angreifen. In dieser grauenhaften Erzählung sind Samuels Anweisungen: "Jetzt gehen Sie und greifen Sie Amalek an und zerstören Sie alles, was sie haben; verschonieren Sie sie nicht, sondern töten Sie sowohl Mann als auch Frau, Kind und Kind, Ochse und Schafe, Kamel und Esel."

König Saul hat jedoch nicht das Massaker an jeder Amalekite abgeschlossen. Stattdessen verschonte er ihren König und nahm Schafe und Rinder für sich.

Die Passage endet damit, dass der Prophet Samuel Saul ablehnte, weil er den König und einige Vieh verschonte.

Von diesem Moment an fiel der göttliche Segen von König Saul. Die Passage endet damit, dass der Prophet Samuel den König von Amalekite zu Tode hackt.

Es ist höchst unwahrscheinlich, dass diese primitiven, mythischen Geschichten in der Geschichte begründet sind. Sie sollten wegen ihrer Verewigung der Zyklen der Gewalt und dem, was der Bibelgelehrte Walter Wink „den Mythos der erlösenden Gewalt“ nennt, entlassen werden.

Während die zionistische Bewegung und ihre christlich-zionistischen Anhänger die Erzählungen von erlöslicher Gewalt seit dem Zionismus Ende des 19. Jahrhunderts verwendet haben, sind sie nicht allein in ihrer Umarmung der „vernichtenden Amalek“-Tradition.

Der erste Gouverneur der Puritaner in der sogenannten „neuen Welt“ benutzte das Amalek-Thema und wendete es auf die Ureinwohner Amerikas an, die in den nächsten 300 Jahren einen völkermörderischen Krieg des Siedlerkolonialismus erduldeten.


Die Tutsis beriefen sich auf die Amalek-Mythologie in ihrem Völkermord an den Hutus in Ruanda. Und heute finden wir fundamentalistische Christen, jüdische Zionisten und gemäßigte Demokraten, die verschiedene Erzählungen des Mythos von erlöslicher Gewalt annehmen, wenn sie auf das palästinensische Volk angewendet werden.


Was ist das Endspiel?

Benjamin Netanjahu mag der am längsten amtierende Ministerpräsident in der Geschichte Israels sein, aber seine Zukunft ist zerbrechlich und seine Herrschaft könnte enden, sobald die Feindseligkeiten enden.


Vor dem 7. Oktober sah sich Netanjahu bereits massiven Demonstrationen gegen seine Führung im Zuge seines Schritts zur Schwächung des israelischen Obersten Gerichtshofs ausgesetzt. Israels Image als einzige Demokratie im Nahen Osten verschwand, als gemäßigtere Israelis und die jüdische Diaspora im Westen ihre Opposition zum Ausdruck brachten.


Und während sich große Demonstrationen gegen seine Übernahme der israelischen Justiz auflösten, sank Netanjahus Popularität nach den Anschlägen vom 7. Oktober weiter.


Israels Sicherheitslücken wurden aufgedeckt und Netanjahus Sorge um die Gefangenen schien nicht existent zu sein. Politische Analysten haben sich weiterhin gefragt, ob Netanjahu ein Endspiel in den Feindseligkeiten in Gaza hatte.


Ende Oktober tauchten Berichte auf, die auf ein mögliches Endspiel hinwiesen, das nach einigen Wochen des Angriffs auf Gaza gerade erst das Licht sah. Es gibt nichts Neues in diesen Berichten, da die Ideen seit mehreren Jahrzehnten diskutiert werden, aber der Zeitpunkt ist eine ernste Angelegenheit.


Israels Geheimdienstministerium, eine offizielle Regierungsinstitution, obwohl sie nicht direkt für einen Geheimdienst verantwortlich ist, erstellte einen Bericht, der auf ein Endspiel hindeutet, das mit der Netanjahu-Regierung und US-Beamten diskutiert werden könnte. Laut dem Dokument, das dem israelischen Online-Magazin + 972 zugespielt wurde, bieten die aktuellen Feindseligkeiten den perfekten politischen Deck zur Vertreibung der Palästinenser aus Gaza in die Wüste Sinai.


Der Bericht hat ebenso viel zugesagt wie das Geheimdienstministerium von Gila Gamaliel, einem Mitglied von Netanjahus Likud-Partei. Es deutet auch darauf hin, dass einige Palästinenser in Kanada, Spanien, Nordafrika und Griechenland angesiedelt werden können.


Ein Bericht des israelischen Think Tanks, des Misgav-Instituts, unter dem Titel Amir Weitzmann, ein enger Mitarbeiter von Netanjahu, war bereits aufgetaucht. Der Untertitel des Berichts machte seine Absichten deutlich: „Im Moment gibt es eine einzigartige und seltene Gelegenheit, den gesamten Gazastreifen in Abstimmung mit der ägyptischen Regierung zu evakuieren.“


Der Ausweisungsplan sieht vor, die Palästinenser von Gaza an neue Gebäude in Ägypten zu schicken, für die die israelische Regierung die ägyptische Regierung bezahlen wird. Der Bericht schätzt die Kosten dafür auf Milliarden von Dollar und bietet eine „innovative, billige und praktikable Lösung“.

Dies kommt, als die Biden-Regierung den US-Kongress um eine weitgehende Aufteilung zwischen der Ukraine und Israel bittet. Es enthält 9,15 Milliarden Dollar für israelische, palästinensische und ukrainische Zivilisten, die von den jüngsten Feindseligkeiten betroffen sind.


Ein Teil dieses Pakets könnte verwendet werden, um Palästinenser auf dem Sinai umzusiedeln. Verschiedene arabische Regierungen werden zweifellos dazu erbeten, für den Restbetrag zu bezahlen.


Der Bericht des Geheimdienstministeriums wurde von unabhängigen israelischen Quellen überprüft. Sie empfiehlt drei Phasen des Gaza-Gesamtes, von denen zwei mit den erklärten Strategien des Kriegskabinetts übereinstimmen - intensive Bombardierungen und Zerstörungen des nördlichen Gazastreifens; ein intensiver Bodenkrieg im Norden, während die restlichen Palästinenser vom Norden in den südlichen Gazastreifen gefahren werden.


Diese Phasen sollten als ethnische Säuberungsoperationen verstanden werden. Sie sind Völkermord und Kriegsverbrechen.


Die letzte Phase, die die Ausstiegsstrategie für Netanjahu und die Biden-Regierung sein könnte, ist die Entleerung des Gazastreifens aller Palästinenser und erklärt, dass sie nie zurückkehren werden. Die vorgeschlagene Begründung für den schrecklichen Völkermord ist seine Notwendigkeit.

Wie es im Bericht heißt, ist ein „unmittelbarer, realistischer und nachhaltiger Plan für die Umsiedlung und humanitäre Rehabilitation der gesamten arabischen Bevölkerung im Gazastreifen erforderlich, der gut mit den wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen Israels, Ägyptens, der USA und Saudi-Arabiens übereinstimmt.“


Obwohl man nicht in diesem Dokument diskutiert wird, kann man davon ausgehen, dass bereits ein Plan für die gewaltsame Vertreibung von Palästinensern aus Ostjerusalem und anderswo im Westjordanland nach Jordanien, in den Libanon, den Irak und Syrien existiert, wie die seit Monaten andauernde und intensivierte Gewalt gegen Palästinenser zeigt.


Hoffnung an der Basis

Die obige Strategie mag sehr spekulativ und konspirativ erscheinen, aber wir müssen daran erinnert werden, dass dieses Szenario erst vor 75 Jahren in der Nakba, der ethnischen Säuberung Palästinas 1947-9, geschah. Wenn die Lektionen der Geschichte nicht gelernt werden, wird sich die Geschichte wiederholen.


Israel scheint die uneingeschränkte militärische, politische und wirtschaftliche Unterstützung der Biden-Regierung und des US-Kongresses zu haben, die bereit sind, alles zu unterstützen, was Netanjahu vorschlägt.


Hoffentlich werden sich kühlere Köpfe in den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union und Israel durchsetzen, aber mit einigen kleinen Ausnahmen haben wir keine Beweise dafür gesehen. Ein regionaler Krieg mit der Hisbollah und anderen Milizen aus Syrien, dem Irak und dem Jemen könnte die Vertreibung der Palästinenser in Gaza verzögern, oder er könnte den Plan erhöhen, je nachdem, wie der Krieg ausgeht.


Es gibt einige Hoffnungen am Horizont, aber es kann zu lange dauern, bis es einen Unterschied macht. Ich beziehe mich auf den wachsenden Widerstand der Basis, der sich über Städte von New York bis London, Paris, Ramallah, Amman und sogar nach Südostasien ausbreitet.

Die Macht der Massenproteste, des zivilen Ungehorsams und der Bürger, die einen Waffenstillstand und ein Ende der ethnischen Säuberung Palästinas fordern, hat den Palästina-Fall in den Mittelpunkt gestellt, sehr zum Leidwesen von Netanjahu, Biden und den „gemäßigten“ arabischen Regimen. Palästina steht wieder im Mittelpunkt der Öffentlichkeit, wo es hingehört.

Werden Massenproteste die Entscheidungsträger in Washington und Israel beeinflussen? Wir stehen am Scheideweg, um auf diese Frage zu reagieren.

Wenn die Mobilisierung der Zivilgesellschaft aggressivere Strategien einnimmt, die Israel (und die USA) einen politischen und finanziellen Preis für diesen Völkermordkrieg fordern, könnten wir Veränderungen in der US-Politik in Bezug auf die palästinensische Justiz sehen. Es bedurfte jedoch mindestens sieben Jahre, bis die Bewegung gegen den Vietnamkrieg andauere einen Einfluss hatte, und die Anti-Apartheid-Bewegung noch länger, um das weiße, suprematistische südafrikanische Regime zu beenden.


In jedem Fall waren die Vereinigten Staaten das letzte Land, das ihre Position änderte.

Wenn es eine erneute Forderung nach Sanktionen gegen Israel gibt, einschließlich der Länder, die finanzielle Hilfe abziehen und Israel isolieren, dann könnten wir einen politischen Wandel in den Vereinigten Staaten sehen. Wenn die aufkommende Koalition aus jüdischen, muslimischen, christlichen, säkularen, schwarzen und braunen Gerechtigkeitsbewegungen ihre Forderungen und Auswirkungen erhöht, einschließlich der Kürzung der US-Militärhilfe für Israel, wird es nur dann zu einem sinnvollen Wandel vor Ort in Palästina kommen.


Massive Demonstrationen müssen zu zivilem Ungehorsam und verschiedenen Formen gewaltfreier direkter Aktionen führen, einschließlich der Unterbrechung der Lieferketten von Waffen, Panzern, Kampfjets und anderen Liefersystemen.


Eine weitere wichtige politische Strategie in den Vereinigten Staaten ist es, arabische und muslimische Wähler zu organisieren, zusammen mit progressiven jüdischen und christlichen Wählern, um ihre Stimme für Joe Biden und gemäßigte Demokraten im Jahr 2024 zurückzuhalten, bis sie (wir) signifikante politische Veränderungen in Bezug auf die militärische und wirtschaftliche Unterstützung der USA für Israel sehen.


Auch dies wird eine lange Reise und eine immer dringlichere sein, wenn das israelische und US-Endspiel die völkermörderische Zwangsvertreibung der Palästinenser ist. Wenn die „vernichtende Amalek“-Berachung weiterhin die führende Vision für die gegenwärtige Führung in Israel und den Vereinigten Staaten ist, wird die Welt einen weiteren Völkermord erleben, während sie sich Tag für Tag im Gazastreifen entfaltet.


Der Fall Palästina kann ein Wendepunkt für die Gerechtigkeit im Nahen Osten oder eine verpasste Chance für alle sein.

Ein weiser Weise sagte einmal: „Wo keine Vision ist, werden die Menschen umhersehen“ (Sprüche 29:18).


Wie lange werden wir Führungspersönlichkeiten ablegen, die keine Vision bieten, während die Menschen in Gaza vor unseren Augen umgehen?


Rev. Dr. Don Wagner ist pensioniertes Mitglied des presbyterianischen Klerus, Professor und Menschenrechtsaktivist. Er ist der Autor der Memoiren Glory to God in the Lowest: Journeys to an Unholy Land (Interlink, 2022).



Info: https://electronicintifada.net/content/netanyahu-abuses-bible-impress-us-evangelicals/40061


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


unser weiterer Kommentar: Wenn man jetzt noch den Einfluss bedenkt den okkulte und vom Endzeitwahn umjubelte Pseudochristen und Pseudojuden inzwischen auf das weltpolitische Geschehen ausüben, dann muss einem schon das Gruseln kommen. -  Und das passiert wirklich.


Wollen die Menschen wirklich wieder zurück zum alttestamentarischen Rachegott, so als hätte es die Aufklärung seit Jesus Christus Zeiten nie gegeben?




Weiteres:




Der Präsident und die Evangelikalen: Trumps wichtigste Wählergruppe

US-Präsident Donald Trump während einer Ansprache vor Evangelikalen anlässlich eines Dinners im Weißen Haus. (Archivfoto)


rnd.de, 14.09.2020, 11:26 Uhr

Wenn im November in den USA gewählt wird, sind sie eine der wichtigsten Stützen des amtierenden Präsidenten. Evangelikale Wähler haben Donald Trump 2016 entscheidend zum Wahlsieg verholfen. Auch bei der Wahl 2020 dürften viele wieder für ihren Präsidenten stimmen. Wieso?


Washington. “Jesus ist mein Retter, Trump ist mein Präsident”, steht auf T-Shirts, die gerne von weißen Evangelikalen in den USA getragen werden. Rund 80 Prozent der weißen evangelikalen Wähler haben vor vier Jahren für Donald Trump gestimmt. Auch in diesem Jahr halten wohl die meisten bei der Wahl zum Präsidenten. Ungeachtet persönlicher Verfehlungen gilt ihnen Trump als Beschützer des Christentums und als Verfechter einer traditionellen Lebensweise. Der rechtschristliche Verband “Faith and Freedom Coalition” investiert im Wahlkampf nach eigenen Angaben 40 Millionen Dollar. Der Verband will rund fünf Millionen potenzielle Wähler persönlich kontaktieren und Neuwähler registrieren.


“Gebetsmarsch” in Washington

In Las Vegas (Nevada) lobte der Pastor der Freikirche "Free Chapel", Jentezen Franklin, bei einer "Evangelikale für Trump"-Veranstaltung, noch nie habe ein Präsident so viel für Lebensschutz, Religionsfreiheit und den Staat Israel getan. Gott habe Trump zum Präsidenten erhoben, zitierte die Zeitung "Las Vegas Review-Journal" den Redner, Pastor Tony Suarez.


Anfang September versammelten sich Trump-Wähler in der "City Church" in Huntersville in North Carolina, wie ein Fernsehsender berichtete. Die Demokraten seien die Partei der Atheisten, warnte Präsidentensohn Eric Trump. Ende September plant der Baptistenprediger und Trump-Verbündete Franklin Graham einen "Gebetsmarsch" in der Hauptstadt Washington.


Trump hält erste Massenkundgebung seit Juni abZum ersten Mal seit Juni jubelten dem US-Präsidenten Tausende Menschen in einer Halle zu. Trump beleidigte Biden als Tier und warf ihm vor, Drogen zu nehmen.


Quelle: Reuters


Evangelikale in den USA: Weiß und konservativ

Wer die Evangelikalen sind, ist eine komplexe Frage. In religiöser Hinsicht sind Evangelikale Christen, die Bekehrung erlebt haben und in einer "persönlichen Beziehung" zu Jesus Christus stehen. Sie verspüren den Auftrag, Nicht-Gläubigen das Evangelium zu vermitteln. Evangelikale lehnten bis in die 70er Jahre die weltliche Politik ab. Der Baptist Jimmy Carter war der erste moderne evangelikale Präsident. Der demokratische Politiker verlor seine Glaubensbrüder an den Republikaner Ronald Reagan und neue konservative Verbände wie die legendäre "Moralische Mehrheit".


Im politischen Kontext meint man in den USA mit Evangelikalen weiße konservative Christen. Die konservative evangelikale Bewegung ist überwiegend weiß. In ihr lebe Vorstellung eines verschwundenen "goldenen christlichen Zeitalters", schreibt der Historiker John Fea von der christlichen Messiah-Universität in Pennsylvania.


Video-Blog zur US-Wahl: Warum Trumps Anhänger zu ihm haltenWerden die Berichte zu Trumps abfälligen Äußerungen über gefallene US-Soldaten die Wahl beeinflussen? US-Korrespondent Karl Doemens ist da skeptisch.

Quelle: RND


Auch Trump-Gegner unter evangelikalen Pastoren

Häufig werden pfingstkirchlich orientierte Christen zu den Evangelikalen gezählt. Trumps geistliche Beraterin, die Predigerin Paula White, kommt aus diesem Milieu. Sie ist eine Vertreterin des “Wohlstandsevangeliums”. Gott wolle, dass Gläubige im Wohlstand leben. White sagte Anfang des Jahres in ihrem Fernsehprogramm, sie sei in den himmlischen “Thronsaal” entrückt worden. Gott habe sie zurück auf die Erde an “bestimmte Orte” gebracht, darunter das Weiße Haus.


Manche Pastoren sind aber auch besorgt über die Verbindung der Evangelikalen mit Trump. Der evangelikale Theologe Ronald Sider hat ein Buch mit Aufsätzen von 30 Evangelikalen über die machtpolitisch verlockende, spirituelle Gefahr publiziert, die von Trump ausgehe. Der Präsident des Exekutivkomitees des Südlichen Baptistenverbandes, der größten protestantischen Kirche in den USA, hat vor wenigen Tagen Zerwürfnisse unter Evangelikalen beklagt. Er höre zornige und beleidigende Aussagen von Christen.


Nutzt Trump evangelikale Wähler als Machtinstrument?

Was Trump selber glaubt, weiß man nicht. In Interviews hat er anerkennend über den 1993 gestorbenen Selbsthilfe-Autor und Pastor Norman Vincent Peale gesprochen, der berühmt ist für seine Lehre von der "Kraft des positiven Denkens".


US-Demokrat Bernie Sanders.

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In einem Vorabdruck der Erinnerungen von Trumps früherem Rechtsanwalt Michael Cohen, den die “Washington Post” veröffentlichte, soll folgende Passage zu lesen sein: Bei einem Treffen zwischen Trump und Evangelikalen wurde für Trump gebetet und ihm wurden Hände aufgelegt. Trump habe hinterher gesagt: “Kannst Du diesen Bullshit glauben? Kannst Du glauben, dass jemand diesen Bullshit glaubt?” Das Weiße Haus hat Cohens Buch als “Lüge” zurückgewiesen.

RND/epd


Info: https://www.rnd.de/politik/donald-trump-und-evangelikale-wer-sind-sie-und-warum-halten-sie-zum-prasidenten-FQJAUMWOWFCFRQ2NVASWKZRAEA.html


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

01.06.2024

Berlin: Gaza-Kundgebung heute

aus e-mail von Ingrid Rumpf, 1. Juni 2024, 15:27 Uhr


Heute in Berlin beim Käthe-Kollwitz-Mahnmal an der "Neuen Wache". Es

werden die Namen von 15.000 in Gaza ermordeten Kindern verlesen. Infos

auch unter:


Info: https://www.instagram.com/p/C6HNVxnspAC/?gsh=MzRIODBiNWFIZA==

 

unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

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