08.09.2025

Gazas drohende Krebsepidemie

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aber Jehad Badwan via Wikimedia


uncutnews.chSeptember 8, 2025, Joshua Frank
Die vielen Arten, wie Bomben töten


Eine Woche nach den Hamas-Angriffen am 7. Oktober 2023 vernichtete eine große Explosion einen Parkplatz in der Nähe des geschäftigen Al-Ahli Arab Hospital in Gaza-Stadt und tötete mehr als 470 Menschen. Es war eine grauenhafte, chaotische Szene. Verbrannte Kleidung lag verstreut umher, ausgebrannte Fahrzeuge stapelten sich übereinander, und verkohlte Gebäude umgaben die Einschlagstelle. Israel behauptete, die Explosion sei durch eine fehlgeleitete Rakete palästinensischer Extremisten verursacht worden. Eine Untersuchung von Forensic Architecture deutete jedoch später darauf hin, dass das Geschoss höchstwahrscheinlich von Israel abgefeuert worden war – nicht aus Gaza.

In den ersten Tagen des Angriffs war noch nicht klar, dass die Auslöschung des gesamten Gesundheitssystems Gazas Teil des israelischen Plans sein könnte. Schließlich ist allgemein bekannt, dass das gezielte Bombardieren oder Zerstören von Krankenhäusern einen Verstoß gegen die Genfer Konventionen darstellt und ein Kriegsverbrechen ist. Es bestand also noch Hoffnung, dass die Explosion in Al-Ahli ein Unfall war. Und genau dieses Narrativ sollten die israelischen Behörden in den fast zwei Jahren des Todes und Elends, die folgten, weiter aufrechterhalten.

Doch einen Monat nach Beginn der Offensive in Gaza stürmten Soldaten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) das indonesische Krankenhaus im Norden Gazas und legten das Dialysezentrum lahm – ohne jede Erklärung, warum lebensrettende medizinische Geräte ins Visier genommen wurden. (Nicht einmal Israel behauptete, die Hamas habe Nierenprobleme.) Im Dezember 2023 wurde dann auch das Al-Awda-Krankenhaus im Norden getroffen, wobei mindestens ein Arzt von israelischen Scharfschützen erschossen wurde, die sich draußen positioniert hatten. Das grausamste Bildmaterial stammte jedoch aus dem Al-Nasr-Kinderkrankenhaus: Dort wurden Säuglinge tot und in einem leeren Intensivzimmer verwesend aufgefunden. Evakuierungsbefehle waren erteilt worden, das medizinische Personal war geflohen – es konnte die Babys nicht mitnehmen.

Für Beobachter zeichnete sich ein tödliches Muster ab, und Israels Ausreden für dieses böswillige Verhalten verloren bereits an Glaubwürdigkeit.

Kurz nachdem Israel Mitte Januar 2024 die Evakuierung des Al-Quds-Krankenhauses in Gaza-Stadt angeordnet hatte, beschossen israelische Truppen das Gebäude mit Raketen und zerstörten die letzten funktionsfähigen medizinischen Geräte. In der Folge wurden immer mehr Kliniken attackiert. Im Januar wurde ein jordanisches Feldlazarett beschossen – und im August erneut. Im Dezember 2023 wurde das Yafa-Krankenhaus bombardiert. Der Nasser-Medizinische Komplex in Khan Younis im Süden Gazas wurde im Mai 2024 beschädigt und im August erneut angegriffen, als das Krankenhaus und ein Krankenwagen getroffen wurden – 20 Menschen starben, darunter fünf Journalisten.

Obwohl Menschenrechtsorganisationen wie der Internationale Strafgerichtshof, die Vereinten Nationen und das Rote Kreuz Israel für solche Angriffe verurteilten, zerstörten seine Truppen weiterhin medizinische Einrichtungen und Hilfsstationen. Gleichzeitig behaupteten die israelischen Behörden, sie würden lediglich Hamas-Kommandozentren und Waffenlager angreifen.

Der Tod von Gazas einzigem Krebszentrum

Anfang 2024 begannen IDF-Bataillone mit dem Abriss des Türkisch-Palästinensischen Freundschaftskrankenhauses, das im Oktober 2023 erstmals getroffen und im November desselben Jahres geschlossen worden war. Ein im Februar von Middle East Eye veröffentlichtes Video zeigte einen lachenden israelischen Soldaten, der auf TikTok ein Video von sich teilte, wie er mit einem Bulldozer durch das Krankenhaus fuhr und dabei eine Betonwand einriss. „Das Krankenhaus ist versehentlich kaputtgegangen“, spottete er. Die Beweise für Israels Verbrechen häuften sich – viele lieferte die IDF selbst.

Das Türkisch-Palästinensische Freundschaftskrankenhaus, eröffnet 2018, entwickelte sich rasch zum führenden und bestausgestatteten Krebszentrum Gazas. Mit Beginn der Covid-19-Pandemie 2020 wurden sämtliche onkologische Behandlungen dorthin verlagert, um in anderen Kliniken Platz zu schaffen – das machte es zum einzigen Krebszentrum für mehr als zwei Millionen Einwohner.

„Dieses Krankenhaus wird den Gesundheitssektor verändern“, erklärte Palästinas Gesundheitsminister Jawad Awwad kurz vor der Eröffnung. „[Es] wird Menschen helfen, die durch extreme Schwierigkeiten gehen.“

Doch nur wenige Jahre später sollten Krebspatienten in Gaza von einer Katastrophe ungekannten Ausmaßes heimgesucht werden. Im März 2025 wurde das Krankenhaus endgültig dem Erdboden gleichgemacht – jede Spur von Gazas einstiger Hoffnung auf moderne Krebsbehandlung ausgelöscht.

Vor dem 7. Oktober 2023 waren Brust- und Darmkrebs die häufigsten Krebsarten unter Palästinensern in Gaza. Die Überlebensraten lagen jedoch weit unter denen in Israel, aufgrund der eingeschränkten Ressourcen und der von Israel auferlegten Beschränkungen. Zwischen 2016 und 2019 stiegen die Fallzahlen in Gaza an – doch mit dem türkisch finanzierten Krankenhaus gab es Hoffnung auf dringend benötigte Vorsorgeuntersuchungen, die zuvor nicht verfügbar waren.

„Die Folgen des aktuellen Konflikts für die Krebsversorgung in Gaza werden wahrscheinlich noch jahrelang zu spüren sein“, schrieb die medizinische Fachzeitschrift Cureus im November 2023. „Die unmittelbaren Probleme mit Medikamenten, beschädigter Infrastruktur und dem eingeschränkten Zugang zu spezialisierter Behandlung haben langfristige Konsequenzen für die Gesundheitsergebnisse der heutigen Patienten.“

Mit anderen Worten: Der Mangel an medizinischer Versorgung und die Verschlechterung der Krebsraten werden Gazaner weiterhin ungleich härter treffen als Israelis – und die Bedingungen werden sich zweifellos noch erheblich verschlechtern. Und dabei ist die Tatsache, dass Krieg selbst Krebs verursacht, noch gar nicht berücksichtigt.

Der Fall Falludscha

Als die zweite Schlacht um Falludscha, Teil des amerikanischen Krieges im Irak, im Dezember 2004 endete, war die Stadt ein toxisches Kriegsgebiet – kontaminiert durch Munition, abgereichertes Uran (DU) und giftigen Staub aus eingestürzten Gebäuden. In den Folgejahren stiegen die Krebsraten dort fast explosionsartig an.

In dem Jahrzehnt nach Ende der Kämpfe schossen die Leukämieraten in der Bevölkerung um schwindelerregende 2.200 % in die Höhe – der größte jemals nach einem Krieg verzeichnete Anstieg, weit mehr als die 660 % in Hiroshima über einen längeren Zeitraum. Eine Studie stellte später eine Vervierfachung aller Krebsarten fest, bei Kinderkrebs sogar eine Verzwölffachung.

Hauptursache waren vermutlich das Gemisch aus Uran, Baumaterialien und zurückgebliebenen Waffen. Forscher stellten fest, dass das Leben in oder nahe den kontaminierten Gebieten Auslöser für den sprunghaften Anstieg war.

„Unsere Untersuchungen in Falludscha zeigten, dass die Mehrheit der Familien in ihre bombardierten Häuser zurückkehrte oder darauf wieder aufbaute“, erklärte Dr. Mozghan Savabieasfahani, Umwelttoxikologin. „Oft wurden auch Baumaterialien aus zerstörten Gebäuden wiederverwendet. Solche Praktiken tragen dazu bei, dass Menschen auch Jahre nach dem Bombardement kontinuierlich giftigen Metallen ausgesetzt sind.“

Die Internationale Atomenergiebehörde schätzte, dass die USA zwischen 170 und 1.700 Tonnen panzerbrechende Munition im Irak abfeuerten, darunter möglicherweise bis zu 300.000 DU-Geschosse. Abgereichertes Uran ist nur schwach radioaktiv, aber bei dauerhafter Exposition reichert es sich im Körper an und kann Krebs wie Leukämie auslösen.

Mit 300.000 Einwohnern wurde Falludscha praktisch als Testgelände für Munition missbraucht – ähnlich wie Gaza heute. Allein zwischen dem 19. März und dem 18. April 2003 wurden über 29.000 Bomben auf den Irak abgeworfen, darunter mehr als 19.000 Präzisionswaffen und 1.276 Streubomben. Die Folgen waren verheerend: Über 60 Moscheen wurden zerstört, von 50.000 Gebäuden mehr als 10.000 pulverisiert und 39.000 beschädigt. Mit den Trümmern kam eine Flut von Giftstoffen. Ein Bericht der Brown University (März 2025) stellte fest: „Wir fanden heraus, dass die Umweltbelastung durch Kriegshandlungen und die Anwesenheit von Schwermetallen sowohl im menschlichen Körper als auch im Boden langanhaltend und weit verbreitet ist.“

Die Exposition gegenüber Schwermetallen ist klar mit Krebsrisiken verbunden. „Langfristige Exposition kann Haut-, Lungen- und Nierenkrebs auslösen“, so eine Studie 2023 in Scientific Studies. „Selbst geringe Mengen reichern sich im Körper an, stören Zellfunktionen und erhöhen das Krankheitsrisiko.“

Doch nicht nur Krebs breitete sich aus – auch schwere Geburtsfehler nahmen zu. Eine Studie von 2010 zeigte, dass Herzkrankheiten bei Neugeborenen 13-mal und Nervenschäden 33-mal häufiger auftraten als in Europa. „Wir sehen Defekte aller Art, die man sich kaum vorstellen kann“, sagte Dr. Samira Alani, Kinderärztin am Falludscha-Krankenhaus. „Viele Babys kommen mit multiplen Fehlbildungen zur Welt – Herz, Nervensystem, Skelett – alles auf einmal.“

Noch heute, so die Forscher des Costs of War Project, meldet Falludscha extrem hohe Raten an Krebs und Geburtsfehlern.

Krebs als Waffe

Luftbilder und Satellitenaufnahmen aus Gaza sind grauenvoll: Israels US-gestützte Kriegsmaschine hat ganze Viertel in Schutt und Asche gelegt. Gaza ist, in jeder Hinsicht, ein Land unermesslichen Leidens. Während palästinensische Kinder am Rande des Hungertodes stehen, wirkt es fast zynisch, über ihre künftigen Gesundheitsprobleme zu sprechen – falls sie überhaupt überleben.

Doch die Daten sprechen eine klare Sprache: Bis 2025 wurden fast 70 % aller Straßen zerstört, 90 % aller Häuser beschädigt oder ausgelöscht, 85 % der landwirtschaftlichen Flächen verwüstet und 84 % aller Gesundheitseinrichtungen vernichtet. Israels Angriffe haben mehr als 50 Millionen Tonnen Trümmer, Leichen und Giftstoffe hinterlassen – die toxischen Zutaten einer künftigen Krebsepidemie.

Zwischen Oktober 2023 und April 2024 wurden über 70.000 Tonnen Sprengstoff auf Gaza abgeworfen – laut Euro-Med Human Rights Monitor das Äquivalent zu zwei Atombomben. Der Europäische Gerichtshof warf Israel sogar den Einsatz von abgereichertem Uran vor. Fast alle Bomben enthalten Schwermetalle wie Blei, Antimon, Wismut, Kobalt und Wolfram – sie verseuchen Boden und Grundwasser und gefährden so Nahrung und Wasser für Jahrzehnte.

„Die toxikologischen Wirkungen von Metallen und Explosivstoffen auf Mikroorganismen, Pflanzen und Tiere sind vielfältig … oft zeigen sich Krebsrisiken oder Mutationen erst Jahre später“, warnt ein Bericht von 2021 (Guide to Explosive Ordnance Pollution of the Environment).

Die Häuser in Gaza waren überwiegend aus Beton und Stahl gebaut. Der Staub, der aus ihren Trümmern aufsteigt, kann Lungen-, Darm- und Magenkrebs verursachen.

Während gegenwärtige Krebspatienten qualvoll sterben, ohne Behandlungsmöglichkeiten, wird Israels Zerstörungswut künftig weitere Opfer hervorbringen.

„Etwa 2.700 Gazaner in fortgeschrittenen Krankheitsstadien warten derzeit ohne Hoffnung auf Behandlung“, warnte der Palestinian Centre for Human Rights im Mai 2025. „Wir machen Israel verantwortlich für den Tod von Hunderten von Krebspatienten und dafür, dass es jegliche Chance auf Behandlung zerstört hat. Das fällt unter das andauernde Verbrechen des Völkermords.“

Israels systematische Vernichtung in Gaza hat viele Formen: Bombardierungen ziviler Viertel und Krankenhäuser, das Vorenthalten von Nahrung, Wasser und medizinischer Versorgung. Schon bald könnte auch Krebs gezielt als Waffe dienen – in einem Krieg, der längst nicht mehr nur auf dem Schlachtfeld, sondern im Körper der Menschen fortgesetzt wird.

Krebs wird, kurz gesagt, eine weitere Waffe in Israels stetig wachsendem Arsenal sein.

Quelle: Gaza’s Looming Cancer Epidemic


Tipp/Must read/Topthema/Aktuell


Info: https://uncutnews.ch/gazas-drohende-krebsepidemie/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

08.09.2025

Schweiz: e-ID-Zwängerei

seniora.org, 8. September 2025, 08.09.2025 Von Regina Castelberg* - übernommen von schweizer-standpunkt.ch

Wer nicht Organe spenden will, muss e-ID vorzeigen


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Regina Castelberg. (Bild zvg)


(Red.) Wir von seniora.org haben bereits mit NEIN abgestimmt und hoffen sehr, dass das Volk diesmal wieder eidgenössisches Rückgrat zeigt, damit die Zwängerei der Classe politique eine deutliche Abfuhr erlebt.(ww)


Eidgenössische Volksabstimmung vom 28. September

(5. September 2025) (CH-S) Pass und Identitätskarte müssen in der Schweiz bis heute nur vorgelegt werden, wo dies gesetzlich verlangt wird   – zum Beispiel bei der Eröffnung eines Bankkontos oder der Abholung eines eingeschriebenen Briefes auf der Post. Im Alltag kommt dies selten vor. In der eidgenössischen Volksabstimmung vom 28. September 2025 entscheiden wir als Schweizer Bürgerinnen und Bürger darüber, ob neu neben der physischen auch eine «elektronische Identität» (e-ID) geschaffen werden soll.

Der folgende Artikel nennt eines von vielen Beispielen, wo gemäss Mitteilung des «Bundesamt für Gesundheit» vom 14. August in einem sensiblen, jeden Menschen betreffenden Bereich diese elektronische Identität zwingend verlangt werden soll.

***

Mit der künftigen Widerspruchsregelung bei der Organspende steht in der Schweiz nicht nur ein Paradigmenwechsel in der Transplantationspolitik an   – sie wird auch zum Türöffner für die umstrittene staatliche e-ID. Wer den Organentnahmeplänen widersprechen will, muss dies in einem zentralen Register eintragen lassen, dessen Nutzung ohne digitale Identität nicht möglich sein wird. Damit verknüpfen sich zwei politisch heikle Projekte, deren gemeinsame Umsetzung weitreichende Folgen für Datenschutz und Selbstbestimmung haben könnte.

Am 15. Mai 2022 hat das Schweizer Stimmvolk dem Übergang von der bisherigen Zustimmungs- zur erweiterten Widerspruchsregelung bei der Organspende zugestimmt. Das bedeutet: Zukünftig gilt eine Person als potenzielle Organspenderin, sofern sie zu Lebzeiten nicht aktiv widersprochen hat. Wer keine Organe oder Gewebe spenden möchte, muss diesen Wunsch künftig ausdrücklich festhalten. So weit, so (un)gut. Vielen ist schon der Gedanke unangenehm, sich erneut in irgendein Register eintragen zu lassen und dies nur, um sich der hochumstrittenen Organspende-Industrie entziehen zu können. Dass so ein Register bisher noch nicht aufgebaut wurde, hatte offenbar einen unschönen Hintergrund: Es scheint, man will Menschen, die bewusst mit sich und ihrem Körper nicht alles machen lassen wollen, praktisch zur e-ID zwingen.

e-ID: Freiwilligkeit nicht einmal nur vordergründig

Der Bundesrat passt dafür derzeit das Verordnungsrecht an. Konkrete Details, wie die Einführung der Widerspruchsregelung praktisch erfolgen soll, werden aktuell überarbeitet. Zu den Plänen schreibt das BAG auf seiner Website1 das Folgende:

«Die Widerspruchsregelung kann frühestens Anfang 2027 eingeführt werden. Der genaue Zeitpunkt ist noch nicht bekannt. Er hängt davon ab, wann die e-ID (staatlich anerkannter elektronischer Identifikationsnachweis) in der Schweiz zur Verfügung stehen wird. Die e-ID wird benötigt für die Registrierung im Organ- und Gewebe-Spenderegister. In diesem elektronischen Register wird man festhalten können, ob man nach dem Tod Organe und Gewebe spenden möchte oder nicht.»

Abstimmung im September: Wichtiger Weichensteller

Die neue Widerspruchsregelung bei der Organspende in der Schweiz soll also künftig eng mit der staatlichen elektronischen Identität verknüpft werden. Bürgerinnen und Bürger sollen ihren Entscheid   – Zustimmung oder Ablehnung zur Organspende   – digital in einem nationalen Register hinterlegen können. Die e-ID dient dabei als angeblich sichere Authentifizierung, um den Willen eindeutig einer Person zuzuordnen und Missbrauch verhindern zu können. So werde der Widerspruch oder die Zustimmung rechtlich verbindlich und für Spitäler im Notfall schnell abrufbar. Es sind also die üblichen Argumente, wie Sicherheit und Bequemlichkeit, welche die Menschen in Richtung totale Überwachung treiben soll   – und mit diesem Kniff über die Organspende sollen nun auch die Freiheitsliebenden dazu genötigt werden.

Die Abstimmung am 28. September über die Einführung der e-ID, welche das Schweizer Volk eigentlich bereits schon einmal abgelehnt hat, wird also entscheidend sein, wie gläsern wir in Zukunft sein müssen, damit wir im Notfall nicht gegen unseren Willen ausgeweidet werden.

* Regina Castelberg arbeitet in der Redaktionsleitung und Moderation für HOCH2 Medien Schweiz.

Quelle: https://hoch2.tv/beitrag/freiwilligkeit-der-e-id-gilt-nicht-fuer-jene-die-keine-organe-spenden-wollen/, 14. August 2025

1 https://www.bag.admin.ch/de/revisionspaket-1-einfuehrung-der-widerspruchsregelung-bei-der-organspende, (archiviert 14.8.25)

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Quelle: Schweizer Standpunkt - Mit freundlicher Genehmigung übernommen

https://schweizer-standpunkt.ch/news-detailansicht-de-schweiz/e-id-zwaengerei.html



Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acym&ctrl=fronturl&task=click&urlid=274&userid=3998&mailid=2847


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08.09.2025

Geschichtsfälscher: Aus Geheimdokumenten über die Vorgeschichte des 2. Weltkrieges    (I von III)

kommunistische-organisation.de, vom 01.09.2025, Themen: Faschismus



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Vorwort zur Neuausgabe 2025 


Die Vorgeschichte der Veröffentlichung der Dokumente


I. Wie die Vorbereitung der deutschen Aggression begann


II. Nicht Kampf gegen die deutsche Aggression, sondern eine Politik der Isolierung der UdSSR


III. Die Isolierung der Sowjetunion — Der sowjetisch-deutsche Nichtangriffspakt


Als PDF (https://kommunistische-organisation.de/wp-content/uploads/2025/08/geschichtsfaelscher-neuausgabe-2025-digital.pdf)


Vorwort zur Neuauflage 2025


Die vorliegende Broschüre erschien 1948 erstmalig in der Sowjetunion und wurde anschließend in deutscher Übersetzung beim Dietz Verlag in der DDR veröffentlicht. Dem vorausgegangen war eine Veröffentlichung der USA, Frankreichs und Großbritanniens mit dem Titel Nazi-Soviet-Relations 1939-1941. Darin veröffentlichten die Westmächte verschiedene Dokumente des deutschen Außenministeriums von 1939 bis 1941 – die dieser Phase vorangegangenen Jahre blieben jedoch unerwähnt. Die Westmächte versuchten so, die eigene Verantwortung für das Erstarken des deutschen Kriegskurses zu relativieren und die herausragende Rolle der Sowjetunion im Sieg über den Faschismus herunterzuspielen. Darauf reagierte das sowjetische Informationsbüro, das den hier vorliegenden Text verfasste und ihm den treffenden Titel Geschichtsfälscher. Aus Geheimdokumenten über die Vorgeschichte des 2. Weltkrieges gab.

In der DDR und Sowjetunion war die vorliegende Broschüre zentral für die Befassung mit der eigenen Geschichte. Sie war die Entgegnung auf den Versuch der westlichen Imperialisten, die Geschichte umzudeuten und die eigene Unterstützung des deutschen Kriegskurses zu vertuschen. Seit 1990 konnte sich dieser Geschichtsrevisionismus dann jedoch fast unwidersprochen durchsetzen.

So manifestierte das EU-Parlament 2019 beispielsweise diese Geschichtsfälschung mit der Resolution Bedeutung der Erinnerung an die europäische Vergangenheit für die Zukunft Europas. Darin heißt es, „[…] dass der Zweite Weltkrieg, der verheerendste Krieg in der Geschichte Europas, als unmittelbare Folge des auch als „Hitler-Stalin-Pakt“ bezeichneten berüchtigten Nichtangriffsvertrags zwischen dem nationalsozialistischen Deutschen Reich und der Sowjetunion vom 23. August 1939 und seiner geheimen Zusatzprotokolle ausbrach, in deren Rahmen die beiden gleichermaßen das Ziel der Welteroberung verfolgenden totalitären Regime Europa in zwei Einflussbereiche aufteilten“ (Hervorhebung durch KO).[1]Polen sei zunächst „von Hitler und zwei Wochen später von Stalin überfallen“ worden. Die Sowjetunion habe „1939 einen Angriffskrieg gegen Finnland“ begonnen und „1940 Teile Rumäniens besetzt und annektiert […] und sich die unabhängigen Republiken Litauen, Lettland und Estland einverleibt“. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wären einige europäische Länder „von der Sowjetunion besetzt oder unter direktem sowjetischem Einfluss – und ihnen [blieben] Freiheit, Souveränität, Würde, Menschenrechte und sozioökonomische Entwicklung weiterhin versagt“.   

Diese Ausführungen, die an Geschichtsrevisionismus kaum zu überbieten sind, bilden das Fundament einer Erzählung, die seit 1945 vom Westen betrieben und insbesondere nach 1990 noch einmal massiv ausgeweitet wurde. Unter dem Schlagwort des Totalitarismus wird eine Gleichsetzung von Faschismus und Sozialismus/Kommunismus betrieben, die Sowjetunion, die in Wahrheit Opfer der faschistischen Aggressionspolitik war, zum Täter umgedichtet, während die imperialistischen Länder des Westens ihrer Verantwortung durch offene Unterstützung und Zusammenarbeit mit Nazi-Deutschland entlastet werden. 

In der vorliegenden Broschüre werden die Entwicklungen vor und während des Zweiten Weltkrieges eingeordnet und erklärt. Mit zahlreichen Belegen wird die enge Verflechtung insbesondere zwischen dem US-amerikanischen und deutschen Kapital nachgewiesen, die den Aufbau der deutschen Rüstungsindustrie erst möglich machte. Außerdem verfolgt eine gut aufbereitete Chronologie die zwischenstaatlichen Verträge europäischer Mächte mit Hitlerdeutschland. Vom Deutsch-Polnischen Nichtangriffsvertrag 1934, über das deutsch-englische Flottenabkommen 1935, bis zum Münchner Abkommen 1938 zwischen Deutschland, England, Frankreich und Italien, die der deutschen Besatzung der Tschechoslowakei den Weg bereitete. Zudem werden die von März bis Juli 1939 andauernden Beratungen zwischen Frankreich, England und der Sowjetunion geschildert, wobei die Westmächte nicht zu gleichberechtigten Garantien bereit waren und ein Abkommen scheiterte. Es wird erklärt, wie die Politik Großbritanniens und Frankreichs die Strukturen kollektiver Sicherheit Europas zersetzt, die Sowjetunion zunehmend isoliert und die deutschen Aggressionspläne nach Osten kanalisiert haben. Es ergibt sich ein deutliches Bild der Appeasementpolitik der Westalliierten gegenüber dem faschistischen Deutschland, das wohl am eindringlichsten in den Worten von Harry S. Truman selbst ausgedrückt wurde: 

„Wenn wir sehen, daß Deutschland gewinnt, so sollten wir Rußland helfen, und wenn Rußland gewinnt, so sollten wir Deutschland helfen, sollen sie nur auf diese Weise möglichst viele totschlagen.“[2]

Seit 1990 werden in Osteuropa unter der Losung der „Dekommunisierung“ Denkmäler, die an den Vernichtungskrieg der Nazis erinnern, zerstört, der antifaschistische Widerstand der Roten Armee als Aggression umgedichtet und kommunistische Symbole und Parteien verboten. Es handelt sich um Geschichtspolitik, nicht Geschichtswissenschaft. Nicht historische Tatsachen, sondern die Vermittlung einer bestimmten Position über die Geschichte ist ihr Zweck. Das beweist allein schon, dass es das EU-Parlament, wie auch nationale Parlamente sind, die mittels Resolutionen und Gesetzen Urteile über die Geschichte sprechen. Schulbücher, Lehrpläne, Gedenkstätten und finanziell umfangreich ausgestattete Projekte zur politischen Bildung sorgen für die nötige Verbreitung und ständige Wiederholung der antikommunistischen Geschichtsbilder. Es ist einer über Jahrzehnte hollywoodähnlichen Verzerrung (z. B. über die Landung der US-Streitkräfte in der Normandie) zu verdanken, dass nach Umfragen im Westen entweder den USA oder Großbritannien der größte Anteil am Sieg über Nazideutschland zugesprochen wird.[3] 

Damals wie heute verfolgt diese Art Geschichtserzählung bestimmte politische Ziele. Es geht darum, die Ursachen und Hintergründe des Zweiten Weltkrieges zu vernebeln, die jeweils nationale historische Rolle aufzupolieren und jegliche Alternativen zur weltweiten westlichen Vorherrschaft und zum Kapitalismus zu delegitimieren. Mehr noch: Es wird eine aktive Täter-Opfer-Umkehr betrieben. Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg war diese Geschichtspolitik für die Westmächte nötig, weil sie die Legitimationsgrundlage ihrer aggressiven Haltung gegen die Sowjetunion und das sozialistische Lager bildete.  

Aber auch heute ist das Umschreiben der Geschichte notwendig, da die NATO den direkten Krieg gegen Russland vorbereitet und diesen bereits auf dem Rücken der Ukraine austragen lässt. So wie der Sowjetunion damals, muss heute Russland eine imperiale, aggressive Absicht „nachgewiesen“ werden, um die eigene Bevölkerung und die Weltöffentlichkeit glauben zu lassen, man befinde sich in einer gerechten Verteidigung des liberalen Westens gegen die Aggression autokratischer Regime von außen. Auch eine Geschichtsklitterung über den Zweiten Weltkrieg bleibt für den gegenwärtigen Konflikt der NATO mit Russland entscheidend. Der 8. Mai wird vom Tag der Befreiung vom Faschismus (wie es 1985 der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker noch formuliert hatte) vermeintlich neutral zum „Kriegsende“ umbenannt. Gedenkveranstaltungen werden mit repressiven Mitteln politisch kontrolliert und im Sinne der Kriegspolitik gegen Russland instrumentalisiert.

Nicht zuletzt ist das Umschreiben der Geschichte des Zweiten Weltkrieges deshalb zentral, weil in der Ukraine offen denjenigen Kräften zur Macht verholfen wurde, die sich selbst in direkter Kontinuität der ukrainischen Nazikollaborateure stellen. Die stehenden Ovationen für den ukrainisch-kanadischen Veteranen der Waffen-SS im kanadischen Parlament 2023 stehen dafür beispielhaft. Der Bandera-Faschismus wurde in der Ukraine nach 2014 zur Staatsräson und die ukrainischen Faschisten im Westen zu patriotischen Verteidigern gegen Russland erklärt. Die Kriegsmobilisierung gegen Russland geht in der Ukraine wie im Westen und insbesondere in Deutschland Hand in Hand mit einer Rehabilitierung des Faschismus.  Zusätzlich wiederholen sich die Mechanismen der Geschichtsfälschung auch mit Blick auf die konkrete Vorgeschichte des Krieges in der Ukraine: Entkontextualisierung, willkürliche Auswahl einzelner Fakten, Halbwahrheiten und Lügen. Eine Erklärung der Ursachen und der Blick auf konkrete Interessen unterbleibt zugunsten eines simplifizierten Gut-Böse-Schemas. 

Die Motivation, die Broschüre Geschichtsfälscher. Aus Geheimdokumenten über die Vorgeschichte des 2. Weltkrieges neu herauszugeben, geht insofern unmittelbar von der gegenwärtigen Kriegspolitik Deutschlands und der NATO gegen Russland aus. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) äußerte im April 2025: „Russland wird immer ein Feind für uns bleiben.“[4] Der Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) orientiert auf deutsche Kriegstüchtigkeit bis 2029, 90 Jahre nach dem Überfall Hitlerdeutschlands auf Polen. Sich dieser aggressiven Kriegspolitik der Bundesrepublik und ihrer westlichen Partner entgegenzustellen, ist die Aufgabe der Stunde. Die Geschichte zu kennen, ist dabei unerlässlich.

Die Originalausgabe wurde für die Neuauflage entsprechend der neuen deutschen Rechtsschreibung lektoriert. Wir haben zudem zur Illustration thematisch passende Zeichnungen des sowjetischen Karikaturisten Boris Jefimow sowie eine aus der ägyptischen Zeitschrift Al-Ithnayn wa al-Dunya im Text eingefügt.

Kommunistische Organisation, August 2025


Die Vorgeschichte der Veröffentlichung der Dokumente

Ende Januar 1948 veröffentlichte das Staatsdepartement der USA unter Mitwirkung des englischen und des französischen Außenministeriums eine Sammlung von Berichten und verschiedenen Tagebuchaufzeichnungen diplomatischer Beamter Hitlers und versah sie mit der geheimnisvollen Überschrift „Nazi-Soviet Relations 1939—1941“ (Nazistisch-sowjetische Beziehungen 1939—1941). 

Wie aus dem Vorwort zu diesem Sammelband hervorgeht, kamen die Regierungen der USA, Großbritanniens und Frankreichs schon im Sommer 1946 überein, die von den amerikanischen und englischen Militärbehörden in Deutschland beschlagnahmten Archivmaterialien des deutschen Auswärtigen Amtes aus den Jahren 1918—1945 zu veröffentlichen. Dabei fällt der Umstand auf, dass die veröffentlichte Sammlung nur Materialien enthält, die sich auf die Jahre 1939—1941 beziehen. Dagegen hat das Staatsdepartement Materialien, die auf die vorhergehenden Jahre, insbesondere auf die Münchener Periode Bezug haben, nicht in seinen Sammelband aufgenommen, also der Weltöffentlichkeit vorenthalten. Das ist natürlich kein Zufall und geschieht in einer Absicht, die mit objektiver und gewissenhafter Einstellung zur historischen Wahrheit nichts gemein hat.

Um die Veröffentlichung dieser einseitigen Sammlung ungeprüfter und willkürlich ausgewählter Aufzeichnungen von Hitlerbeamten auch nur irgendwie vor der Weltöffentlichkeit zu rechtfertigen, setzte die englische und amerikanische Presse die frei erfundene Behauptung in Umlauf, „die Russen hätten den Vorschlag des Westens, gemeinsam einen vollständigen Bericht über die Nazidiplomatie zu veröffentlichen, abgelehnt“.

Diese Erklärung englischer und amerikanischer Kreise entspricht nicht den Tatsachen.

In Wirklichkeit verhielt sich die Sache folgendermaßen. Als im Sommer 1945 in der Auslandspresse Meldungen auftauchten, in England werde mit Vorbereitungen zur Veröffentlichung in Deutschland erbeuteter Dokumente begonnen, da wandte sich die Sowjetregierung an die Regierung Großbritanniens und drang darauf, dass sowjetische Sachverständige zur gemeinsamen Sichtung und Herausgabe der von den englischen und amerikanischen Truppen erbeuteten deutschen Dokumente herangezogen werden. Die Sowjetregierung erachtete die Herausgabe solcher Dokumente ohne gegenseitiges Einvernehmen für unzulässig und konnte außerdem die Verantwortung für die Veröffentlichung von Dokumenten ohne sorgfältige und objektive Prüfung nicht übernehmen, da eine Publikation der erwähnten Materialien ohne diese elementare Voraussetzung die Beziehungen zwischen den Mitgliedstaaten der Antihitlerkoalition nur verschlechtern könnte. Das Foreign Office jedoch lehnte den Sowjetvorschlag ab, wobei es sich darauf berief, die Sowjetregierung habe den Austausch von Kopien der erbeuteten Nazidokumente verfrüht angeregt.

Bekannt ist auch, dass die amerikanische Delegation dem Politischen Direktorat des Kontrollrats für Deutschland am 6. September 1945 einen Entwurf von Direktiven für die Behandlung der deutschen Archive und Dokumente unterbreitete. Dieses Projekt sah vor, dass ein für ganz Deutschland einheitliches Verfahren bei der Sammlung und Aufbewahrung der Archivdokumente festgelegt werde und dass die Vertreter der Mitgliedstaaten der Organisation der Vereinten Nationen das Recht erhielten, Einblick in diese zu nehmen. Außerdem war die Möglichkeit vorgesehen, Kopien von den Dokumenten anzufertigen und sie zu veröffentlichen. Dieser Antrag wurde in vier Sitzungen des Politischen Direktorats erörtert, aber auf Ersuchen der Engländer und Amerikaner zurückgestellt unter dem Vorwand, ihnen lägen keine Anweisungen vor. Nachdem dann der Vertreter der USA erklärt hatte, die US-Regierung arbeite an einem neuen Vorschlag und bitte, das eingereichte Projekt als ungültig zu betrachten, wurde die Frage von der Tagesordnung des Politischen Direktorats abgesetzt.

Die Behauptung, die Sowjetregierung habe eine Beteiligung an den Vorbereitungen zur Veröffentlichung der deutschen Archivmaterialien abgelehnt, ist demnach eine Unwahrheit.

Gleichzeitig mit der Veröffentlichung der erwähnten Sammlung setzte in den USA und den von ihnen abhängigen Ländern wie auf ein Zauberwort eine neue Hetze und zügellose Verleumdungskampagne ein, die den 1939 zwischen der UdSSR und Deutschland abgeschlossenen Nichtangriffspakt, der sich angeblich gegen die Westmächte gerichtet hatte, zum Gegenstand hat. 

Somit kann kein Zweifel darüber aufkommen, welchen Zweck man in den USA mit der Veröffentlichung von Dokumenten über die Beziehungen zwischen der UdSSR und Deutschland in den Jahren 1939—1941 in Wirklichkeit verfolgte. Man will die Ereignisse nicht objektiv darstellen, will vielmehr ein entstelltes Bild der wirklichen Ereignisse liefern, Lügen und Verleumdungen über die Sowjetunion verbreiten und dem internationalen Einfluss, den sie als wahrhaft demokratische und aufrechte Kämpferin gegen die aggressiven und antidemokratischen Kräfte genießt, Abbruch tun.

Dieses perfide Vorgehen entspringt Anschauungen über das Wesen der interalliierten Beziehungen, wie sie für die regierenden Kreise der angelsächsischen Länder typisch sind. Diesen Anschauungen gemäß wird, anstatt ehrliche und aufrichtige Beziehungen zwischen den Verbündeten zu pflegen, anstatt gegenseitiges Vertrauen zu hegen und einander Beistand zu leisten, eine Politik betrieben, in deren Rahmen alle Mittel einschließlich der Verleumdung angewandt werden, um den Bundesgenossen zu schwächen, ihn egoistisch auszunutzen und die eigene Position auf seine Kosten zu stärken.

Nicht unbeachtet bleiben darf auch das Bestreben der regierenden US-Kreise, mit Hilfe ihrer Verleumdungskampagne gegen die UdSSR den Einfluss der progressiven Elemente im eigenen Lande, die für eine Verbesserung der Beziehungen zur UdSSR eintreten, zu untergraben. Der gegen die progressiven Elemente in den USA geführte Schlag hat zweifellos auch den Zweck, ihren Einfluss im Hinblick auf die im Herbst 1948 stattfindenden Präsidentenwahlen zu schwächen. Die Sammlung enthält eine Fülle von Dokumenten, die von den diplomatischen Beamten Hitlers in den geheimsten Gemächern der deutschen diplomatischen Kanzlei fabriziert wurden. Allein schon dieser Umstand hätte eine Warnung sein müssen vor einer einseitigen Verwendung und Veröffentlichung dieser Dokumente, die selbst höchst einseitig und tendenziös sind, die Ereignisse vom Standpunkt der Hitlerregierung darstellen und den Zweck haben, diese Ereignisse in einem für die Hitlerfaschisten günstigen Licht erscheinen zu lassen. Darum eben war die Sowjetregierung seinerzeit gegen eine einseitige Veröffentlichung der deutschen Beutedokumente ohne sorgfältige gemeinsame Prüfung. Selbst die amtliche französische Presseagentur France Presse musste zugeben, dass die Art und Weise, wie die Materialien von den drei Regierungen ohne Wissen der Sowjetunion veröffentlicht worden sind, „nicht völlig der normalen diplomatischen Prozedur entspricht“.

Trotz alledem war die englische Regierung damit nicht einverstanden. Die amerikanische, englische und französische Regierung schreckten, als sie sich auf die einseitige Veröffentlichung deutscher Dokumente einließen, nicht vor einer Geschichtsfälschung zurück, um die Sowjetunion, die die Hauptbürde des Kampfes gegen die Hitleraggression getragen hat, zu verleumden. Diese Regierungen haben damit die volle Verantwortung für die Folgen einer derart einseitigen Handlungsweise auf sich geladen. Unter solchen Umständen hält sich die Sowjetregierung für berechtigt, ihrerseits Geheimdokumente über die Beziehungen zwischen Hitlerdeutschland und den Regierungen Englands, Frankreichs und der USA zu veröffentlichen, die in die Hände der Sowjetregierung gelangt sind und die die genannten Regierungen der Öffentlichkeit vorenthalten haben. Sie halten diese Dokumente versteckt und wollen sie nicht veröffentlichen. Wir aber sind der Meinung, dass sie nach allem, was vorgefallen ist, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden müssen, damit es möglich wird, der historischen Wahrheit wieder zu ihrem Recht zu verhelfen. Die Sowjetregierung verfügt über wichtige Dokumente, die von den Sowjettruppen bei der Niederwerfung Hitlerdeutschlands erbeutet worden sind. Ihre Veröffentlichung wird dazu beitragen, den Verlauf der Vorbereitungen und der Entwicklung der Hitleraggression sowie des zweiten Weltkrieges ins rechte Licht zu rücken. 

Derselben Aufgabe dient auch die vom Informationsbüro der Sowjetunion beim Ministerrat der UdSSR veröffentlichte historische Richtigstellung „Geschichtsfälscher“. Die diesbezüglichen Geheimdokumente werden in allernächster Zeit veröffentlicht werden.

I. Wie die Vorbereitung der deutschen Aggression begann

Die amerikanischen Fälscher und ihre englisch-französischen Helfershelfer versuchen den Eindruck zu erwecken, als hätte die Vorbereitung der deutschen Aggression, die in den zweiten Weltkrieg ausmündete, erst im Herbst 1939 begonnen. Wer aber, außer absolut naiven Menschen, die jeder aufgebauschten Sensation ein williges Ohr leihen, kann heutzutage auf diese Angel anbeißen? Wer wüsste nicht, dass Deutschland mit der Vorbereitung des Krieges sofort nach dem Machtantritt Hitlers begann? Wer wüsste ferner nicht, dass das Hitlerregime von den deutschen Monopolistenkreisen mit voller Billigung des in Großbritannien, Frankreich und den USA regierenden Lagers errichtet wurde?

Um zum Kriege rüsten und sich die neuesten Waffen verschaffen zu können, musste Deutschland seine Schwerindustrie, vor allem das Hüttenwesen und die Rüstungsindustrie des Ruhrgebiets, wiederherstellen und weiterentwickeln. Nach seiner Niederlage im ersten imperialistischen Krieg konnte Deutschland, dem das Joch des Versailler Vertrages auferlegt war, dies nicht in kurzer Frist mit eigenen Kräften bewerkstelligen. Die Vereinigten Staaten von Amerika leisteten dem deutschen Imperialismus hierbei weitgehende Unterstützung.

Wer wüsste nicht, dass die amerikanischen Banken und Trusts mit vollem Einverständnis der Regierung in der Zeit nach Versailles Milliarden von Dollar in der deutschen Wirtschaft anlegten, bzw. sie Deutschland in Form von Krediten gewährten, die zur Wiederherstellung und Weiterentwicklung des deutschen Kriegspotentials verwendet wurden?

Die Periode nach Versailles brachte in Deutschland bekanntlich ein ganzes System von Maßnahmen, die darauf abzielten, die deutsche Schwerindustrie, insbesondere das deutsche Kriegspotential wiederherzustellen. Eine große Rolle spielte hierbei der sogenannte Dawes-Reparationsplan für Deutschland, mit dessen Hilfe die USA und England die deutsche Industrie von den amerikanischen und britischen Monopolen abhängig zu machen gedachten. Der Dawesplan ebnete den Weg für den verstärkten Zufluss ausländischen — vorwiegend amerikanischen — Kapitals und seine Verankerung in der deutschen Industrie. Das Ergebnis war, dass schon 1925 ein Aufschwung der deutschen Wirtschaft einsetzte, der durch den intensiven Prozess der Neuausrüstung des Produktionsapparates bedingt war. Gleichzeitig erfolgte ein starkes Ansteigen des deutschen Exports, der 1927 den Stand von 1913 erreichte, während er, was Fertigwaren anbelangt, diesen Stand (in Preisen des Jahres 1913) sogar um 12 Prozent überschritt. In sechs Jahren, von 1924—1929, flossen 10—15 Milliarden Mark langfristige und über 6 Milliarden Mark kurzfristige ausländische Kapitalanlagen nach Deutschland. Einigen Quellen zufolge war der Umfang der Kapitalinvestitionen noch bedeutend größer. Dies führte zu einer gigantischen Verstärkung der deutschen Wirtschaftsmacht, besonders des Kriegspotentials. Von ausschlaggebender Bedeutung waren hierbei die amerikanischen Kapitalanlagen, die nicht weniger als 70 Prozent der Summe aller langfristigen Anleihen ausmachten.

Man kennt sehr wohl die Rolle, die bei der Finanzierung der deutschen Schwerindustrie, bei der Anknüpfung und Ausgestaltung engster Verbindungen zwischen der amerikanischen Industrie und der deutschen Industrie die amerikanischen Monopole spielten, an deren Spitze die Familien DuPont, Morgan, Rockefeller, Lamont und andere Industriemagnaten der USA stehen. Die führenden amerikanischen Monopole waren mit der Schwerindustrie, den Rüstungskonzernen und den Banken Deutschlands aufs engste verbunden. Der führende amerikanische Chemiekonzern DuPont de Nemours, der einer der größten Aktionäre des Automobiltrusts General Motors war, und die Imperial Chemical Industries, der britische Chemietrust, standen in engen industriellen Beziehungen zu dem deutschen Chemiekonzern IG-Farbenindustrie, mit dem sie 1926 ein Kartellabkommen über die Aufteilung der Weltmärkte für den Absatz von Schießpulver abschlossen. Präsident des Vorstands der Firma Rohm & Haas in Philadelphia (USA) war vor dem Krieg ein Kompagnon des Chefs derselben Firma in Darmstadt. Nebenbei gesagt, treibt der ehemalige Direktor dieses Konzerns, Rudolf Müller, jetzt in „Bizonien“ sein Wesen und spielt eine bedeutende Rolle in den führenden Kreisen der Christlich-Demokratischen Union (CDU). Von 1931 bis 1939 kontrollierte der deutsche Kapitalist Schmitz, Vorsitzender der IG-Farbenindustrie und Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Bank, die amerikanische Firma General Dyestuff Corporation. Nach der Münchner Konferenz von 1938 schloss der amerikanische Petroleumtrust Standard Oil einen Vertrag mit der IG-Farbenindustrie, durch den diese an den Profiten aus dem in den USA produzierten Flugzeugbenzin beteiligt wurde, wofür sie leichten Herzens darauf verzichtete, ihr synthetisches Benzin, von dem Deutschland damals für Kriegszwecke Vorräte anlegte, aus Deutschland auszuführen. Solche Verbindungen sind nicht nur für die kapitalistischen Monopole der USA kennzeichnend. Engste wirtschaftliche Beziehungen, die nicht nur von kommerzieller, sondern auch von militärischer Bedeutung waren, bestanden z. B. unmittelbar vor dem Krieg zwischen der Federation of British Industries (Vereinigung britischer Industrien) und der deutschen Reichsgruppe Industrie. Vertreter dieser beiden Monopolverbände veröffentlichten 1939 in Düsseldorf eine gemeinsame Erklärung, in der es u. a. hieß, der Zweck des Abkommens sei, „die möglichst vollständige Zusammenarbeit zwischen den Industriesystemen ihrer respektiven Länder zu gewährleisten“. Das geschah zu einer Zeit, da Hitlerdeutschland bereits die Tschechoslowakei verschlungen hatte. Kein Wunder, dass die Londoner Zeitung „Economist“ aus diesem Anlass schrieb: „Liegt nicht etwas in der Düsseldorfer Luft, was vernünftige Menschen von Sinnen bringen könnte?“[5]

Ein kennzeichnendes Beispiel der engen Verflechtung zwischen amerikanischem — aber auch englischem — und deutschem Kapital bietet die bekannte Schröderbank, in der der deutsche Stahltrust, die von Stinnes, Thyssen und anderen Industriemagnaten des Ruhrgebiets gegründete Vereinigte Stahlwerke AG, die führende Rolle spielte und die ihre Zentralen in New York und London hatte. In den Geschäften dieser Bank sprach Allen Dulles, der Direktor der Londoner, Kölner und Hamburger Schröders in New York — der Firma J. Henry Schröder Banking Corporation — ein entscheidendes Wort. Eine führende Rolle in der New-Yorker Zentrale dieser Bank spielte die bekannte Anwaltsfirma Sullivan & Cromwell, die von John Foster Dulles, dem jetzigen Hauptberater des Herrn Marshall, geleitet wird. Die Firma ist eng verbunden mit dem Rockefeller-Weltpetroleumtrust Standard Oil sowie mit der größten Bank der USA, der Chase National Bank, die in der deutschen Industrie riesige Kapitalien anlegten.

Sobald in Deutschland, in der Periode nach Versailles, der Inflation Einhalt geboten und die Mark stabilisiert worden war, ergoss sich, wie in dem 1947 in New York erschienenen Buch von R. Sasuly betont wird, buchstäblich ein Strom von Auslandsanleihen nach Deutschland. Von 1924 bis 1930 stieg die Auslandsschuld Deutschlands um mehr als 30 Milliarden Mark.

Mit Hilfe von ausländischem — hauptsächlich amerikanischem — Kapital wurde die deutsche Industrie, besonders die Vereinigte Stahlwerke AG, weitgehend rekonstruiert und modernisiert. Einige Anleihen flossen unmittelbar solchen Firmen zu, die bei der Neuaufrüstung die Hauptrolle spielten.[6]

Neben der englisch-deutsch-amerikanischen Schröder-Bank spielte bei der Finanzierung der Vereinigten Stahlwerke in diesen Jahren eine der größten New-Yorker Banken — Dillon, Read & Co. — zu deren Direktoren mehrere Jahre lang der jetzige USA-Verteidigungsminister Forrestal gehörte, eine führende Rolle.[7]

Eben dieser goldene Regen amerikanischer Dollars befruchtete die Schwerindustrie Hitlerdeutschlands, insbesondere die Rüstungsindustrie. Diese von den transatlantischen Monopolen in der Rüstungswirtschaft Hitlerdeutschlands angelegten Milliarden amerikanischer Dollar stellten das deutsche Kriegspotential wieder her und gaben dem Hitlerregime die Waffe in die Hand, die es zur Durchführung seiner Aggression nötig hatte.

In einer kurzen Zeitspanne schuf Deutschland, gestützt auf die finanzielle Hilfe hauptsächlich der amerikanischen Monopole, wieder eine starke Rüstungsindustrie, die imstande war, kolossale Mengen erstklassiger Kriegsmaterialien, viele tausende Panzer, Flugzeuge, Geschütze, Kriegsschiffe und andere Waffenarten von neuestem Typus herzustellen.

All das möchten die Geschichtsfälscher nicht mehr wahrhaben. Sie versuchen, sich vor der Verantwortung für ihre Politik zu drücken, die die Hitleraggressoren bewaffnete, den zweiten Weltkrieg entfesselte und zu einer in der Geschichte beispiellos dastehenden Kriegskatastrophe führte, die die Menschheit Millionen und aber Millionen Opfer gekostet hat. Es darf also nicht vergessen werden, dass die erste und wichtigste Voraussetzung der Hitleraggression die Wiedergeburt und Erneuerung der Schwerindustrie und der sonstigen Rüstungsindustrie Deutschlands war, die ihrerseits nur durch die direkte und weitgehende Finanzhilfe der herrschenden Kreise der Vereinigten Staaten von Amerika möglich wurde.

Aber das ist noch nicht alles.

Ein anderer entscheidender Umstand, der die Entfesselung der Hitleraggression förderte, war die Politik der regierenden Kreise Englands und Frankreichs, die als Politik der „Befriedigung“ Hitlerdeutschlands, als eine Politik der Abkehr von kollektiver Sicherheit bekannt ist. Heute muss es jedermann klar sein, dass eben diese Politik der regierenden Kreise Englands und Frankreichs, verkörpert in der Abkehr von kollektiver Sicherheit, in der Weigerung, der deutschen Aggression entgegenzutreten, in der Begünstigung der aggressiven Forderungen Hitlerdeutschlands, zum zweiten Weltkrieg geführt hat. 

Wenden wir uns den Tatsachen zu.

Schon bald nach Hitlers Machtantritt wurde dank der Bemühungen der Regierungen Englands und Frankreichs im Jahre 1933 in Rom ein „Pakt des Einvernehmens und der Zusammenarbeit“ (Pact of Accord and Co-operation) von vier Mächten — Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Italien — unterzeichnet. Dieser Pakt bedeutete einen Kuhhandel der englischen und der französischen Regierung mit dem deutschen und dem italienischen Faschismus, die schon damals aus ihren Aggressionsabsichten kein Hehl machten. Gleichzeitig bedeutete dieser Pakt mit den faschistischen Staaten die Abkehr von der Politik einer Festigung der Einheitsfront der friedliebenden Mächte gegen die aggressiven Staaten. Auf der damals tagenden Abrüstungskonferenz stand der sowjetische Antrag, einen Nichtangriffspakt und einen Pakt über die Definition des Angreifers zu schließen, zur Erörterung. Indem Großbritannien und Frankreich unter Umgehung der übrigen, an dieser Abrüstungskonferenz beteiligten Mächte, ihren Schacher mit Deutschland und Italien abschlossen, führten sie einen Schlag gegen die Sicherheit der Völker und die Erhaltung des Weltfriedens.

Bald darauf, im Jahre 1934, halfen England und Frankreich Hitler, die feindselige Einstellung des mit ihnen alliierten Polens der Barone zur UdSSR auszunutzen, wodurch der deutsch-polnische Nichtangriffspakt zustande kam, der eine bedeutsame Etappe in der Vorbereitung der deutschen Aggression war. Hitler brauchte diesen Pakt, um die Anhänger der kollektiven Sicherheit in Verwirrung zu bringen und an diesem Beispiel zu zeigen, dass Europa nicht kollektiver Sicherheit, sondern zweiseitiger Abkommen bedürfe. Dies ermöglichte es den deutschen Aggressoren, selbst darüber zu entscheiden, mit wem und wann sie ein Abkommen schließen und wen und wann sie überfallen wollen. Zweifellos war der deutsch-polnische Pakt die erste ernsthafte Bresche im Gebäude der kollektiven Sicherheit.

Dreister geworden, ergriff Hitler eine Reihe von Maßnahmen zur offenen Wiederherstellung der deutschen Streitkräfte, was bei den englischen und französischen Machthabern auf keinerlei Gegenwehr stieß. Im Gegenteil, schon bald, im Jahre 1935, wurde in London, wo Ribbentrop zu diesem Zweck eingetroffen war, ein englisch-deutsches Flottenabkommen geschlossen, worin Großbritannien der Wiederherstellung der deutschen Seestreitkräfte in einem Umfang zustimmte, der der französischen Kriegsmarine fast gleichkam. Außerdem erhielt Hitler das Recht, U-Boote mit einer Gesamttonnage zu bauen, die 45 Prozent der britischen U-Boot-Flotte gleichkam. In den gleichen Zeitraum fallen auch die einseitigen Akte Hitlerdeutschlands, die auf die Beseitigung aller anderen im Versailler Vertrag festgelegten Beschränkungen für das Anwachsen der Streitkräfte Deutschlands gerichtet waren und die bei England, Frankreich und den USA keinerlei Widerstand begegneten.

Die faschistischen Aggressoren wurden, angesichts der offenkundigen Vorschubleistung durch die USA, Großbritannien und Frankreich mit jedem Tage unersättlicher. Es ist selbstverständlich kein Zufall, dass Deutschland und Italien bei ihren militärischen Interventionen in Abessinien und Spanien damals leichtes Spiel hatten.

Nur die Sowjetunion betrieb konsequent und entschlossen ihre Friedenspolitik und verfocht die Prinzipien der Gleichberechtigung und Unabhängigkeit Abessiniens, das überdies Mitglied des Völkerbundes war, sowie das Anrecht der legitimen republikanischen Regierung Spaniens auf Unterstützung durch die demokratischen Länder in ihrem Kampf gegen die deutsch-italienische Intervention.

W. M. Molotow führte auf der Tagung des Zentralen Exekutivkomitees der UdSSR am 10. Januar 1936 anlässlich des italienischen Überfalls auf Abessinien Folgendes aus:

„Die Sowjetunion hat im Völkerbund ihre Treue für dieses Prinzip, das Prinzip staatlicher Unabhängigkeit und nationaler Gleichberechtigung aller Staaten, am Beispiel eines der kleinen Länder — Abessiniens — demonstriert. Die Sowjetunion hat außerdem ihre Beteiligung am Völkerbund dazu ausgenutzt, um ihre gegen den imperialistischen Aggressor gerichtete Linie praktisch durchzuführen.“[8]

„Der italienisch-abessinische Krieg zeigt, dass die Gefahr eines Weltkrieges immer größer wird, dass sie Europa immer mehr ergreift.“[9]

Was aber taten zu dieser Zeit die Regierungen der USA, Großbritanniens und Frankreichs, vor deren Augen die faschistischen Räuber immer frecher und frecher mit ihren Opfern aufräumten? Sie rührten keinen Finger, um den deutschen und den italienischen Aggressor zu bändigen, um die mit Füßen getretenen Rechte der Völker zu verteidigen, um den Frieden zu wahren und den herannahenden zweiten Weltkrieg aufzuhalten.

Nur die Sowjetunion tat alles, was im Bereich der Möglichkeit lag, um den faschistischen Aggressoren den Weg zu versperren. Die Sowjetunion trat als Initiatorin und Vorkämpferin der kollektiven Sicherheit auf. Schon am 6. Februar 1933 schlug der Vertreter der Sowjetunion, M. M. Litwinow, in der Allgemeinen Abrüstungskommission vor, eine Deklaration anzunehmen, in der Aggression und Angreifer definiert werden. Bei ihrem Vorschlag, den Angreifer zu definieren, ging die Sowjetunion von der Notwendigkeit aus, im Interesse der allgemeinen Sicherheit und leichterer Verständigung über maximale Abrüstung den Begriff der „Aggression“ möglichst genau zu definieren, um „jedwedem Vorwand zu ihrer Rechtfertigung vorzubeugen“. Unter der Führung Englands und Frankreichs lehnte die Konferenz jedoch zu Nutz und Frommen des deutschen Aggressors diesen Vorschlag ab.

Allgemein bekannt ist der beharrliche und langwierige Kampf, den die Sowjetunion und ihre Völkerbundsdelegation unter Leitung M. M. Litwinows für die Aufrechterhaltung und Stärkung der kollektiven Sicherheit geführt haben. Während der ganzen Vorkriegszeit trat die Sowjetdelegation im Völkerbund für das Prinzip der kollektiven Sicherheit ein. Fast in jeder Sitzung, in jedem Ausschuss des Völkerbundes erhob sie ihre Stimme zur Verteidigung dieses Prinzips. Wie bekannt, blieb die Sowjetunion aber ein Rufender in der Wüste. Die ganze Welt kennt die Vorschläge der Sowjetdelegation über Maßnahmen zur Stärkung der kollektiven Sicherheit, die im Auftrag der Sowjetregierung Herrn Avenol, dem Generalsekretär des Völkerbundes, am 30. August 1936 mit dem Ersuchen unterbreitet wurden, sie im Völkerbund zur Erörterung zu stellen. Bekannt ist aber auch, dass diese Vorschläge in den Archiven des Völkerbundes begraben wurden, ohne dass irgendetwas unternommen worden wäre.

Es ist klar, dass England und Frankreich, die damals im Völkerbund die Führung hatten, den kollektiven Widerstand gegen eine deutsche Aggression ablehnten. Sie taten es, weil ihnen die kollektive Sicherheit bei der Durchführung ihrer neuen Politik der „Befriedung“ des deutschen Aggressors, einer Politik der Konzessionen gegenüber der Hitleraggression, hinderlich war. Natürlich musste eine solche Politik Deutschland noch aggressiver machen, aber die regierenden Kreise Englands und Frankreichs hielten das für ungefährlich, da man glaubte, die Hitleraggression, nachdem man Hitler durch Konzessionen im Westen befriedigt hatte, nach Osten lenken und sie als Waffe gegen die Sowjetunion gebrauchen zu können.

In seinem Rechenschaftsbericht an den XVIII. Parteitag der KPdSU(B) vom März 1939 sagte J. W. Stalin, als er die Ursachen für die Intensivierung der Hitleraggression erläuterte:

„Die wichtigste Ursache besteht darin, dass sich die meisten nichtaggressiven Länder und vor allem England und Frankreich von der Politik der kollektiven Sicherheit, von der Politik der kollektiven Abwehr der Aggressoren losgesagt haben, dass sie die Position der Nichteinmischung, die Position der Neutralität‘ bezogen haben.“[10]

Um den Leser irrezuführen und gleichzeitig die Sowjetregierung zu verleumden, behauptet der amerikanische Korrespondent Neal Stanford, die Sowjetregierung sei gegen die kollektive Sicherheit gewesen, M. M. Litwinow sei seines Postens als Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten enthoben und durch W. M. Molotow ersetzt worden, weil er eine Politik betrieben habe, die auf Stärkung der kollektiven Sicherheit abzielte. Etwas Törichteres als diese fantastische Behauptung ist kaum denkbar. Selbstverständlich hat M. M. Litwinow nicht seine private Politik, sondern die Politik der Sowjetregierung durchgeführt. Andererseits ist der Kampf für die kollektive Sicherheit allgemein bekannt, den die Sowjetregierung und ihre Vertreter, darunter auch M. M. Litwinow, während der ganzen Vorkriegszeit geführt haben.

Was die Ernennung W. M. Molotows zum Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten betrifft, so ist völlig klar, dass in der damaligen komplizierten Situation, als die faschistischen Aggressoren den zweiten Weltkrieg vorbereiteten und hierbei von Großbritannien und Frankreich, hinter denen die Vereinigten Staaten von Amerika standen, direkt gefördert und zum Krieg gegen die Sowjetunion angetrieben wurden, auf dem so verantwortungsvollen Posten des Volkskommissars für auswärtige Angelegenheiten ein Politiker stehen musste, der erfahrener war und größere Popularität im Lande genoss als M. M. Litwinow.

Es war kein Zufall, dass die Westmächte einen Pakt über kollektive Sicherheit ablehnten. Damals entspann sich ein Kampf zwischen zwei Richtungen der internationalen Politik. Die eine Richtung war die des Kampfes für den Frieden, für die Organisierung der kollektiven Sicherheit und für die Abwehr der Aggression durch die vereinten Kräfte der friedliebenden Völker. Diese Richtung vertrat die Sowjetunion, die konsequent und standhaft die Interessen aller großen und kleinen friedliebenden Völker wahrnahm. Die andere Richtung lehnte die Organisierung der kollektiven Sicherheit und den Widerstand gegen die Aggression ab, was die faschistischen Länder unvermeidlich zu noch aggressiverer Tätigkeit anspornte und damit die Entfesselung des neuen Krieges begünstigte.

Aus alledem geht hervor, dass die historische Wahrheit in folgendem besteht: Die Hitleraggression wurde möglich, erstens, weil die USA Deutschland halfen, in kurzer Zeit eine militärische und ökonomische Basis für die deutsche Aggression zu schaffen und auf solche Weise diese Aggression bewaffneten, und zweitens, weil die regierenden Kreise Englands und Frankreichs durch ihre Abkehr von kollektiver Sicherheit die Reihen der friedliebenden Länder desorganisierten, die Einheitsfront dieser Länder gegen die Aggression zersetzten, der deutschen Aggression den Weg bereiteten und Hitler halfen, den zweiten Weltkrieg zu entfesseln.

Was wäre geschehen, wenn die USA nicht die Schwerindustrie Hitlerdeutschlands finanziert und wenn England und Frankreich sich nicht von der kollektiven Sicherheit abgewandt, sondern, im Gegenteil, gemeinsam mit der Sowjetunion eine kollektive Abwehr gegen die deutsche Aggression in die Wege geleitet hätten?

Hitler hätte dann für seine Aggression keine ausreichenden Waffen gehabt. Die Raubpolitik Hitlers wäre von einem Regime der kollektiven Sicherheit in die Zange genommen worden. Die Chancen der Hitlerfaschisten auf eine erfolgreiche Entfesselung des zweiten Weltkrieges wären auf ein Minimum zusammengeschrumpft. Hätten aber die Hitlerfaschisten, trotz dieser für sie so ungünstigen Bedingungen, sich doch zur Entfesselung des zweiten Weltkrieges entschlossen, dann wären sie schon im ersten Kriegsjahr geschlagen worden.

Dies ist aber leider nicht geschehen, und zwar infolge der verderblichen Politik, die die USA, England und Frankreich während der ganzen Vorkriegszeit betrieben.

Eben sie sind daran schuld, wenn die Hitlerfaschisten den zweiten Weltkrieg, der fast sechs Jahre dauerte und Millionen Opfer verschlang, nicht ohne Erfolg entfesseln konnten.

II. Nicht Kampf gegen die deutsche Aggression, sondern eine Politik der Isolierung der UdSSR

Die weitere Entwicklung der Ereignisse zeigte noch deutlicher, dass die regierenden Kreise Englands und Frankreichs durch ihre Konzessionen und Vergünstigungen an die faschistischen Staaten, die sich 1936 zu dem als „Achse Berlin-Rom“ bekannten militärischen und politischen Block zusammengeschlossen hatten, Deutschland nur ermunterten und auf den Weg der Annexionen drängten.

England und Frankreich, die sich von der Politik kollektiver Sicherheit losgesagt hatten, bezogen die Position der sogenannten Nichteinmischung, von der J. W. Stalin sagte, man könnte:

„…die Politik der Nichteinmischung wie folgt charakterisieren: Jedes Land möge sich gegen die Aggressoren verteidigen, wie es will und wie es kann, wir scheren uns nicht darum, wir werden sowohl mit den Aggressoren als auch mit ihren Opfern Handel treiben. In Wirklichkeit bedeutet jedoch die Politik der Nichteinmischung eine Begünstigung der Aggression, die Entfesselung des Krieges und folglich seine Umwandlung in einen Weltkrieg.“[11] Dabei wies J. W. Stalin darauf hin, dass „das große und gefährliche politische Spiel, das die Anhänger der Nichteinmischungspolitik begonnen haben, für sie mit einem ernsten Fiasko enden kann.“ [12]

Schon im Jahre 1937 war es absolut klar, dass die Ereignisse einem von Hitler mit direkter Vorschubleistung Großbritanniens und Frankreichs angezettelten großen Krieg entgegentrieben. Die von den Sowjettruppen nach der Niederwerfung Deutschlands erbeuteten Dokumente des deutschen Auswärtigen Amtes enthüllen das wahre Wesen der Außenpolitik, die Großbritannien und Frankreich damals trieben. Wie aus den Dokumenten ersichtlich, bestand das Wesen der englischen und französischen Politik nicht im Zusammenschluss der Kräfte der friedliebenden Staaten zum gemeinsamen Kampf gegen die Aggression, sondern in Versuchen, die UdSSR zu isolieren und die Hitleraggression nach dem Osten, gegen die Sowjetunion zu lenken, wobei Hitler als Werkzeug für ihre eigenen Zwecke ausgenutzt werden sollte. 

Die Machthaber Englands und Frankreichs kannten sehr wohl die Hauptrichtung der hitlerfaschistischen Außenpolitik, die von Hitler wie folgt definiert worden war:

„Wir Nationalsozialisten ziehen bewusst einen Strich unter die außenpolitische Richtung unserer Vorkriegszeit. Wir setzen dort an, wo man vor sechs Jahrhunderten endete. Wir stoppen den ewigen Germanenzug nach dem Süden und Westen Europas und weisen den Blick nach dem Land im Osten. Wir brechen endlich mit der Kolonial- und Handelspolitik der Vorkriegszeit und gehen über zur Bodenpolitik der Zukunft. Wenn wir aber heute in Europa von neuem Grund und Boden reden, können wir in erster Linie nur an Rußland und die ihm untertanen Randstaaten denken. Das Schicksal selbst scheint uns hier einen Fingerzeig geben zu wollen.“[13]

Bis zur letzten Zeit pflegte man anzunehmen, dass die gesamte Verantwortung für die Münchener Verratspolitik den regierenden Kreisen Englands und Frankreichs, den Regierungen Chamberlains und Daladiers, zufällt. Die Tatsache, dass die USA-Regierung die Veröffentlichung der deutschen Archivmaterialien unternommen hat und die auf das Münchener Abkommen bezüglichen Dokumente aus ihrer Sammlung ausschloss, zeugt davon, wie sehr die Regierung der USA daran interessiert ist, die Helden des Münchener Verrats weiß zu waschen und dabei den Versuch zu machen, die Schuld auf die UdSSR abzuwälzen.

Auch früher war schon zur Genüge klar, worin der Sinn der Münchener Politik Englands und Frankreichs in der Hauptsache bestand. Die in den Händen der Sowjetregierung befindlichen Dokumente aus dem Archiv des deutschen Auswärtigen Amtes liefern jedoch zahlreiche zusätzliche Tatsachenangaben, die den wirklichen Sinn der Diplomatie der Westmächte in der Vorkriegszeit enthüllen und zeigen, wie mit dem Schicksal der Völker gespielt wurde, wie unverfroren man fremde Territorien verschacherte, wie die Weltkarte heimlich umgemodelt wurde, wie man die Hitleraggression anspornte und welche Anstrengungen aufgeboten wurden, um diese Aggression nach dem Osten, gegen die Sowjetunion, zu lenken.

Ein beredtes Beispiel dafür ist ein deutsches Dokument, worin ein Gespräch zwischen Hitler und dem britischen Minister Halifax, das in Gegenwart des deutschen Außenministers von Neurath am 19. November 1937 in Obersalzberg stattfand, aufgezeichnet ist.

Halifax erklärte, dass

„er (Lord Halifax) und andere Mitglieder der englischen Regierung davon durchdrungen wären, dass der Führer nicht nur in Deutschland selbst Großes geleistet habe, sondern dass er auch durch die Vernichtung des Kommunismus im eigenen Lande diesem den Weg nach Westeuropa versperrt habe und dass daher mit Recht Deutschland als Bollwerk des Westens gegen den Bolschewismus angesehen werden könne.“[14]

Im Namen des englischen Premierministers Chamberlain erklärte Halifax, es bestehe absolut die Möglichkeit, eine Lösung selbst für schwierige Probleme zu finden, wenn es Deutschland und England gelänge, eine Verständigung auch mit Frankreich und Italien zu erzielen.

Halifax sagte:

„Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass die Achse Berlin-Rom oder das gute Verhältnis London-Paris durch eine deutsch-englische Einigung in Mitleidenschaft gezogen würde. Nachdem durch eine deutsch-englische Einigung der Boden vorbereitet sei, müssten die vier großen westeuropäischen Mächte[15]gemeinsam die Grundlage schaffen, auf der ein dauernder europäischer Friede errichtet werden könne. Auf keinen Fall dürfe eine der vier Mächte aus dieser Zusammenarbeit herausgelassen werden, da in diesem Fall der bestehende Zustand der Unsicherheit kein Ende finden könne.“[16]

Halifax bot Hitler also schon 1937 im Namen der britischen Regierung den Anschluss Englands und zugleich auch Frankreichs an die „Achse Berlin-Rom“ an.

Hitler beantwortete diesen Vorschlag jedoch mit der Erklärung, es erscheine ihm sehr leicht, ein solches Viermächteabkommen zustande zu bringen, wenn von gutem Willen und liebenswürdiger Haltung zueinander die Rede sei, die Sache kompliziere sich jedoch, wenn Deutschland nicht als ein Staat behandelt werden solle, „der nicht mehr das moralische oder materielle Stigma des Versailler Vertrages an sich trage.“[17]

Der Aufzeichnung zufolge entgegnete Halifax hierauf:

„Die Engländer seien ein Volk der Realitäten und seien vielleicht mehr als andere davon überzeugt, dass die Fehler des Versailler Diktats richtiggestellt werden müssten. England habe ja auch in der Vergangenheit stets seinen Einfluss in diesem realistischen Sinne geltend gemacht. Er weise auf Englands Rolle bei der vorzeitigen Rheinlandräumung, bei der Lösung der Reparationsfrage ebenso wie bei der Wiederbesetzung des Rheinlandes hin.“[18]

Aus der Niederschrift der Unterredung zwischen Hitler und Halifax ersieht man weiter, dass die britische Regierung Hitlers Plänen, Danzig, Österreich und die Tschechoslowakei zu „erwerben“, billigend gegenüberstand. Nachdem Halifax mit Hitler über Fragen der Abrüstung und des Völkerbundes gesprochen und bemerkt hatte, diese Fragen bedürften weiterer Erörterung, erklärte er:

„Alle anderen Fragen könne man dahingehend charakterisieren, dass sie Änderungen der europäischen Ordnung beträfen, die wahrscheinlich früher oder später eintreten würden. Zu diesen Fragen gehöre Danzig und Österreich und die Tschechoslowakei. England sei nur daran interessiert, dass diese Änderungen im Wege friedlicher Evolution zustande gebracht würden und dass Methoden vermieden würden, die weitergehende Störungen, wie sie weder der Führer noch andere Länder wünschten, verursachen könnten.“ [19]

In dieser Unterredung wurde, wie man sieht, nicht einfach das Gelände sondiert, nicht bloß dem Gesprächspartner auf den Zahn gefühlt, wie die politische Notwendigkeit das zuweilen mit sich bringt, sondern ein Spiel abgekartet, eine geheime Verständigung der englischen Regierung mit Hitler über die Befriedigung der Annexionsgelüste Hitlers auf Kosten dritter Länder herbeigeführt.

In diesem Zusammenhang verdient die von dem englischen Minister Simon am 21. Februar 1938 im Parlament abgegebene Erklärung beachtet zu werden, dass Großbritannien niemals besondere Garantien für die Unabhängigkeit Österreichs gegeben habe. Dies war eine bewusste Lüge, da derartige Garantien in den Verträgen von Versailles und St. Germain gegeben worden waren. Auch der britische Premierminister Chamberlain erklärte damals, Österreich könne nicht auf irgendeinen Schutz von Seiten des Völkerbundes rechnen. Er sagte:

„Wir dürfen nicht versuchen, uns selbst irrezuführen, und noch weniger dürfen wir kleine Nationen zu dem Glauben verleiten, sie würden vom Völkerbund gegen Aggression verteidigt, und zu entsprechenden Handlungen verleiten, wo wir doch wissen, dass nichts dergleichen zu erwarten ist.“[20]

So munterten die Leiter der britischen Politik Hitler zu seinen annexionistischen Handlungen auf. In dem von den Sowjettruppen in Berlin erbeuteten deutschen Archiv findet sich ferner eine Niederschrift des Gesprächs, das Hitler und Henderson, der britische Botschafter in Deutschland, in Anwesenheit Ribbentrops am 3. März 1938 hatten.[21] Von allem Anfang an betonte Henderson in dieser Unterredung deren vertraulichen Charakter und schickte voraus, dass der Inhalt der Unterredung weder den Franzosen noch den Belgiern, weder den Portugiesen noch den Italienern mitgeteilt werden solle, denen nur gesagt werden sollte, die Unterredung sei die Fortsetzung der Unterhandlungen zwischen Halifax und Hitler gewesen und habe sich auf Fragen bezogen, die Deutschland und England beträfen. Henderson, der in dieser Unterredung im Namen der britischen Regierung auftrat, betonte,

„es handle sich um kein Handelsgeschäft, sondern um einen Versuch, die Grundlage für eine wahrhafte und herzliche Freundschaft zu Deutschland herzustellen, beginnend mit einer Besserung der Atmosphäre und endend mit der Schaffung eines neuen Geistes der freundschaftlichen Verständigung“[22]

Ohne gegen Hitlers Forderung, „Europa ohne Rußland zu vereinigen“, Einwände zu erheben, erwähnte Henderson, Halifax, der inzwischen Außenminister geworden war, habe sich bereits mit den territorialen Veränderungen, die Deutschland in Europa durchzuführen beabsichtige, einverstanden erklärt, und sagte:

„An einer solchen vernünftigen Regelung mitzuhelfen, sei das Ziel des englischen Vorschlags.“

Wie es in der Niederschrift heißt, erklärte Henderson in der gleichen Unterredung, dass Chamberlain „großen Mut bewiesen habe, indem er rücksichtslos internationale Phrasen wie kollektive Sicherheit und dergleichen demaskiert hätte…“

Henderson fügte hinzu: 

„Daher erkläre England seine Bereitschaft zur Bereinigung der Schwierigkeiten und richte an Deutschland die Frage, ob es auch seinerseits bereit sei.“[23]

Als Ribbentrop in die Unterredung eingriff, indem er Hendersons Aufmerksamkeit darauf hinlenkte, dass der englische Gesandte in Wien sich von Papen gegenüber in „dramatischer“ Form über die Ereignisse in Österreich geäußert habe, da beeilte sich Henderson, von der Erklärung seines Kollegen abzurücken und daran zu erinnern, „wie oft er, Sir Neville Henderson, selbst für den Anschluss eingetreten sei“.

Eine solche Sprache führte die englische Diplomatie in der Vorkriegszeit.

Gleich nach diesem Übereinkommen, am 12. März 1938, besetzte Hitler Österreich, ohne bei England und Frankreich irgendeinen Widerstand zu finden. Zu diesem Zeitpunkt erhob nur die Sowjetunion ihre warnende Stimme und rief abermals dazu auf, die Unabhängigkeit der von der Aggression bedrohten Länder durch kollektive Maßnahmen zu schützen. Schon am 17. März 1938 richtete die Sowjetregierung an die Mächte eine Note, worin sie ihrer Bereitschaft Ausdruck gab, „unverzüglich im Völkerbund oder außerhalb des Völkerbundes praktische Maßnahmen mit anderen Mächten zu erörtern“, die „das Ziel haben würden, der weiteren Entwicklung der Aggression Einhalt zu tun und die verstärkte Gefahr eines neuen Weltgemetzels zu beseitigen.“[24] Die Antwort der englischen Regierung auf die Sowjetnote zeugt davon, dass die englische Regierung nicht gewillt war, diesen Plänen der Hitleraggression Hindernisse in den Weg zu legen.

In der Antwort hieß es, eine Konferenz zwecks „koordinierter Aktion gegen Aggression würde nach Ansicht der Regierung Seiner Majestät nicht notwendigerweise eine so günstige Wirkung auf die Perspektiven des europäischen Friedens haben.“[25]

Das nächste Glied in der Kette der deutschen Aggression und der Vorbereitung zum Krieg in Europa war die Besetzung der Tschechoslowakei durch Deutschland. Auch dieser überaus wichtige Schritt zur Entfesselung des Krieges in Europa konnte von Hitler nur mit direkter Unterstützung Englands und Frankreichs getan werden.

Schon am 10. Juli 1938 meldete Dirksen, der deutsche Botschafter in London, nach Berlin, England habe

„den Ausgleich mit Deutschland zu einem seiner wesentlichsten Programmpunkte gemacht; es bringt darum Deutschland das Höchstmaß an Verständnis entgegen, das unter allen für die Kabinettsbildung in Frage kommenden Kombinationen englischer Politiker aufzubringen ist.“[26]

Dirksen schrieb, dass die englische Regierung

„sich in wesentlichen Punkten den von Deutschland vertretenen Leitsätzen angenähert hat: der Ausschaltung der Sowjetunion aus der Mitbestimmung der Geschicke Europas; der Ausschaltung des Völkerbundes bei derselben Aufgabe; der Zweckmäßigkeit zweiseitiger Verhandlungen und Verträge…“[27]

Dirksen teilte ferner nach Berlin mit, dass die englische Regierung bereit sei, für die „Befriedigung anderer gerechter Forderungen Deutschlands“ große Opfer zu bringen. 

Es hatte sich also tatsächlich zwischen der englischen Regierung und Hitler in ihren außenpolitischen Plänen ein weitgehendes Einvernehmen herausgebildet, worüber Dirksen in seiner Meldung nach Berlin so vielsagend berichtete.

Es erübrigt sich, an allbekannte Tatsachen zu erinnern, die sich bereits unmittelbar auf die Münchner Abmachung beziehen. Man darf aber nicht vergessen, dass am 19. September 1938, das heißt vier Tage nach dem Zusammentreffen Hitlers mit Chamberlain, der zu diesem Zweck per Flugzeug nach der Hitlerresidenz Berchtesgaden gekommen war, Vertreter der britischen und der französischen Regierung die tschechoslowakische Regierung aufforderten, Deutschland die hauptsächlich von Sudetendeutschen bewohnten tschechoslowakischen Gebiete abzutreten. Sie motivierten diese Aufforderung damit, es sei sonst unmöglich, den Frieden aufrechtzuerhalten und die Lebensinteressen der Tschechoslowakei zu wahren. Die britischen und französischen Gönner der Hitleraggression suchten ihren Verrat durch das Versprechen internationaler Garantien für die neue Grenze des tschechoslowakischen Staates zu bemänteln und als einen „Beitrag zur Befriedung Europas“ hinzustellen.[28]

08.09.2025

Geschichtsfälscher: Aus Geheimdokumenten über die Vorgeschichte des 2. Weltkrieges    (II von III)

Am 20. September beantwortete die tschechoslowakische Regierung die Vorschläge Englands und Frankreichs. Sie erklärte, „die Annahme solcher Vorschläge käme einer freiwilligen und völligen Verstümmelung des Staates in allen Richtungen gleich“. Die tschechoslowakische Regierung machte die englische und französische Regierung darauf aufmerksam, dass „eine Lähmung der Tschechoslowakei tiefgreifende politische Änderungen in ganz Mittel- und Südosteuropa zur Folge haben“ würde. 

Die tschechoslowakische Regierung erklärte in ihrer Antwort:

„Das Gleichgewicht der Kräfte in Mitteleuropa und in Europa überhaupt wäre zunichte gemacht; das würde weitgehende Folgen für alle anderen Staaten, besonders aber für Frankreich nach sich ziehen.“

Die tschechoslowakische Regierung wandte sich an die Regierungen Englands und Frankreichs „mit dem letzten Appell“, ihren Standpunkt zu revidieren, und hob hervor, dass dies nicht nur im Interesse der Tschechoslowakei läge, sondern auch im Interesse ihrer Freunde, im Interesse „des gesamten Friedenswerkes und einer gesunden Entwicklung Europas“.

Die Machthaber Englands und Frankreichs aber blieben unerbittlich. Am nächsten Tag richtete die englische Regierung eine Antwortnote an die tschechoslowakische Regierung, worin sie dieser nahelegte, ihre Antwort auf die ursprünglichen Vorschläge Englands und Frankreichs zurückzunehmen und „die Sache rasch und ernstlich zu erwägen“, ehe sie eine Situation schaffe, für die die englische Regierung keine Verantwortung übernehmen könne. Weiter hob die englische Regierung hervor, sie glaube nicht, dass das von der Tschechoslowakei angeregte Schiedsverfahren jetzt annehmbar sei. Sie könne nicht annehmen, hieß es in der britischen Note weiter, dass „die deutsche Regierung glaube, die Situation lasse sich im Wege eines Schiedsverfahrens bereinigen, wie die tschechoslowakische Regierung es vorschlägt“.

Zum Schluss enthält die britische Note die drohende Mitteilung an die tschechoslowakische Regierung, im Falle einer Ablehnung des britischen Ratschlages würde es ihr „freistehen, beliebige Maßnahmen zu ergreifen, die sie in einer sich später ergebenden Situation eventuell für angemessen erachtet.“ Eine Beratung Hitlers, Chamberlains, Mussolinis und Daladiers, die am 29. und 30. September 1938 in München stattfand, brachte den schmachvollen Handel zum Abschluss, der schon vorher von den Hauptbeteiligten am Komplott gegen den Frieden restlos abgekartet war. Über das Geschick der Tschechoslowakei wurde entschieden, ohne dass sie irgendwie zugezogen wurde. Vertreter der Tschechoslowakei wurden nur zu dem Zweck nach München berufen, die Ergebnisse der Verhandlungen zwischen den Imperialisten demütig abzuwarten.

Das ganze Verhalten Englands und Frankreichs ließ keinen Zweifel darüber aufkommen, dass der unerhörte Verrat der Regierungen Englands und Frankreichs am tschechoslowakischen Volke und an seiner Republik durchaus keine zufällige Erscheinung in der Politik dieser Staaten, sondern ein höchst wichtiges Kettenglied dieser Politik darstellte, die das Ziel verfolgte, die Hitleraggression gegen die Sowjetunion zu lenken.

Der wahre Sinn des Münchner Abkommens wurde gleich damals von J. W. Stalin aufgedeckt, der sagte, „man habe den Deutschen Gebiete der Tschechoslowakei als Kaufpreis für die Verpflichtung gegeben, den Krieg gegen die Sowjetunion zu beginnen.“[29] Das Wesen dieser damals von den regierenden Kreisen Englands und Frankreichs betriebenen Politik wurde von J. W. Stalin auf dem XVIII. Parteitag der KPdSU(B) im März 1939 mit folgenden Worten dargelegt:

„In Wirklichkeit bedeutet jedoch die Politik der Nichteinmischung eine Begünstigung der Aggression, die Entfesselung des Krieges und folglich seine Umwandlung in einen Weltkrieg. In der Politik der Nichteinmischung macht sich das Bestreben, der Wunsch geltend, die Aggressoren bei der Ausführung ihres dunklen Werkes nicht zu hindern, zum Beispiel Japan nicht zu hindern, sich in einen Krieg gegen China, noch besser aber gegen die Sowjetunion einzulassen, zum Beispiel Deutschland nicht zu hindern, sich in die europäischen Angelegenheiten zu verstricken, sich in einen Krieg gegen die Sowjetunion einzulassen, alle Kriegsteilnehmer tief in den Morast des Krieges versinken zu lassen, sie im Stillen dazu anzuspornen, dazu zu bringen, dass sie einander schwächen und erschöpfen, dann aber, wenn sie genügend geschwächt sind, mit frischen Kräften auf dem Schauplatz zu erscheinen und, natürlich, „im Interesse des Friedens“ aufzutreten, um den geschwächten Kriegsteilnehmern die Bedingungen zu diktieren.“[30]

Die demokratischen Kreise verschiedener Länder, darunter der USA, Großbritanniens und Frankreichs, nahmen das Münchner Abkommen mit Entrüstung und entschiedener Missbilligung auf. Wie diese Kreise auf den Münchner Verrat der Machthaber Englands und Frankreichs reagierten, geht schon aus Äußerungen hervor, wie sie zum Beispiel in einem in den USA erschienenen Buch „Die große Verschwörung“ von Sayers und Kahn enthalten sind. Die Verfasser schrieben in diesem Buch über München:

„Die Regierungen des nazistischen Deutschlands, des faschistischen Italiens, Großbritanniens und Frankreichs unterzeichneten das Münchner Abkommen. Die sowjetfeindliche Heilige Allianz, von der die Weltreaktion seit 1918 träumte, war endlich erreicht…

Nach Abschluss dieses Paktes stand die Sowjetunion ohne Bundesgenossen da. Das französisch-sowjetische Abkommen, der Grundpfeiler der europäischen kollektiven Sicherheit, war bedeutungslos geworden. Die tschechischen Sudetenländer wurden dem Deutschen Reich einverleibt. Das Tor nach dem Osten stand der Wehrmacht weit offen.“[31]

Die Sowjetunion war die einzige Großmacht, die in allen Phasen der tschechoslowakischen Tragödie als aktive Verteidigerin der Unabhängigkeit und der nationalen Rechte der Tschechoslowakei auftrat. Um sich vor der Öffentlichkeit zu rechtfertigen, erklärten die Regierungen Englands und Frankreichs voll Heuchelei, sie wüssten nicht, ob die Sowjetunion ihren sich aus dem Beistandsvertrag mit der Tschechoslowakei ergebenden Verpflichtungen nachkommen werde. Sie sprachen aber wissentlich die Unwahrheit, denn die Sowjetregierung hatte sich in aller Öffentlichkeit bereit erklärt, zugunsten der Tschechoslowakei gegen Deutschland vorzugehen, im Einklang mit den Vertragsbedingungen, die ein gleichzeitiges Vorgehen Frankreichs zum Schutz der Tschechoslowakei vorsahen. Frankreich aber weigerte sich, seine Pflicht zu erfüllen. 

Ungeachtet dessen erklärte die Sowjetregierung unmittelbar vor Abschluss des Münchner Abkommens erneut, sie wünsche die Einberufung einer internationalen Konferenz zwecks praktischer Unterstützung der Tschechoslowakei und praktischer Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Friedens. 

Als die Besetzung der Tschechoslowakei zu einer Tatsache geworden war und die Regierungen der imperialistischen Länder eine nach der anderen diese vollzogene Tatsache anerkannten, brandmarkte die Sowjetregierung in ihrer Note vom 18. März die Besetzung der Tschechoslowakei durch Hitlerdeutschland unter Beihilfe Englands und Frankreichs als einen Akt der Willkür, Gewalt und Aggression. In derselben Note betonte die Sowjetregierung, die Handlungsweise Deutschlands habe eine akute Gefahr für den allgemeinen Frieden geschaffen, sie habe „die politische Stabilität in Mitteleuropa verletzt, die Elemente der bereits vorher in Europa geschaffenen Unruhe verstärkt und die Völker in ihrem Sicherheitsgefühl erneut erschüttert.“[32]

Es blieb aber nicht bei der Preisgabe der Tschechoslowakei an Hitler. Die Regierungen Englands und Frankreichs unterzeichneten um die Wette weitgehende politische Abmachungen mit Hitlerdeutschland. Am 30. September 1938 unterzeichneten Chamberlain und Hitler in München eine Deklaration Englands und Deutschlands, in der es heißt:

„Wir haben heute eine weitere Besprechung gehabt und sind uns in der Erkenntnis einig, dass die Frage der deutsch-englischen Beziehungen von allererster Bedeutung für beide Länder und für Europa ist. Wir sehen das gestern Abend unterzeichnete Abkommen und das deutsch-englische Flottenabkommen als symbolisch für den Wunsch unserer beiden Völker an, niemals wieder gegeneinander Krieg zu führen. Wir sind entschlossen, auch andere Fragen, die unsere beiden Länder angehen, nach der Methode der Konsultation zu behandeln und uns weiter zu bemühen, etwaige Ursachen von Meinungsverschiedenheiten aus dem Wege zu räumen, um auf diese Weise zur Sicherung des Friedens Europas beizutragen.“[33]

Das war eine englisch-deutsche gegenseitige Nichtangriffsdeklaration.

Am 6. Dezember 1938 unterzeichneten Bonnet und Ribbentrop eine der englisch-deutschen ähnlichen französisch-deutsche Deklaration. In dieser Deklaration hieß es, die deutsche und die französische Regierung seien sich in der Erkenntnis einig, dass friedliche und gutnachbarliche Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Konsolidierung der Verhältnisse in Europa und für die Aufrechterhaltung des allgemeinen Friedens seien und dass beide Regierungen alles daransetzen würden, um solche Beziehungen zwischen ihren Ländern aufrechtzuerhalten. In der Deklaration wurde konstatiert, dass es zwischen Frankreich und Deutschland keinerlei territoriale Streitfragen mehr gebe und dass die bestehende Grenze zwischen ihren Ländern endgültig sei. Zum Schluss heißt es in der Deklaration, beide Regierungen seien fest entschlossen, unbeschadet ihrer speziellen Beziehungen zu dritten Mächten in allen ihre Länder betreffenden Fragen miteinander Fühlung zu halten und für den Fall, dass diese Fragen in ihrer weiteren Entwicklung zu internationalen Komplikationen führen sollten, miteinander zu Rate zu gehen.

Dies war eine französisch-deutsche gegenseitige Nichtangriffsdeklaration.

Im Grunde hatten sowohl England als auch Frankreich durch den Abschluss dieser Vereinbarungen Nichtangriffspakte mit Hitler unterzeichnet.

In diesen Vereinbarungen mit Hitlerdeutschland tritt ganz klar das Bestreben der englischen und der französischen Regierung zutage, die Gefahr einer Hitleraggression von sich abzuwenden, in der Hoffnung, das Münchner und ähnliche Abkommen hätten der Hitleraggression bereits das Tor nach dem Osten, nach der Sowjetunion, geöffnet.

Auf diese Weise wurden die für eine „Einigung Europas ohne Rußland“ erforderlichen politischen Voraussetzungen geschaffen. Die Ereignisse trieben einer vollständigen Isolierung der Sowjetunion entgegen.

III. Die Isolierung der Sowjetunion — Der sowjetisch-deutsche Nichtangriffspakt

Nach der Besetzung der Tschechoslowakei begann das faschistische Deutschland, sich ganz offen, vor den Augen der ganzen Welt, zum Kriege vorzubereiten. Von England und Frankreich ermuntert, ließ Hitler alle Rücksicht fallen und hörte auf, sich als Anhänger einer friedlichen Regelung der europäischen Probleme aufzuspielen. Die bewegtesten Monate der Vorkriegszeit brachen an. Schon damals war es klar, dass jeder Tag die Menschheit einer beispiellosen Kriegskatastrophe näherbrachte.

Wie war damals die Politik der Sowjetunion einerseits und die Politik Großbritanniens und Frankreichs andererseits beschaffen?

Der von den Geschichtsfälschern in den USA unternommene Versuch, einer Antwort auf diese Frage auszuweichen, zeugt lediglich von ihrem schlechten Gewissen.

Die Wahrheit ist die, dass England und Frankreich mit Unterstützung der regierenden US-Kreise auch in dem schicksalsschwangeren Frühjahr und Sommer 1939, als der Krieg vor der Tür stand, an ihrer früheren politischen Linie festhielten. Diese ihre Politik bestand in einer provokatorischen Aufhetzung Hitlerdeutschlands gegen die Sowjetunion, sie wurde zu betrügerischen Zwecken nicht nur mit pharisäischen Phrasen über die Bereitschaft, mit der Sowjetunion zusammenzuarbeiten, sondern auch mit mancherlei simplen diplomatischen Manövern verbrämt, durch die der wahre Charakter des gesteuerten politischen Kurses vor der öffentlichen Meinung der Völker verborgen werden sollte.

Zu diesen Manövern gehörten vor allem die Verhandlungen, die England und Frankreich 1939 mit der Sowjetunion anzubahnen beschlossen. Um die Öffentlichkeit zu täuschen, wollten die regierenden Kreise Englands und Frankreichs diese Verhandlungen als einen ernsthaften Versuch zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung der Hitleraggression hinstellen. Der spätere Gang der Ereignisse ließ jedoch ganz klar erkennen, dass England und Frankreich diese Verhandlungen von allem Anfang an nur als einen neuen Schachzug in ihrem Doppelspiel betrachteten.

Das war auch der Führung Hitlerdeutschlands klar, der der Sinn der von den Regierungen Englands und Frankreichs mit der Sowjetunion gepflogenen Verhandlungen selbstverständlich nicht verborgen blieb. Wie nämlich aus den von der Sowjetarmee bei der Niederwerfung Hitlerdeutschlands erbeuteten Dokumenten hervorgeht, schrieb zum Beispiel Dirksen, der deutsche Botschafter in London, über diese Verhandlungen in einem Bericht an das deutsche Auswärtige Amt am 3. August 1939:

„…hier war wohl das Gefühl vorherrschend, daß gegenüber einem wirklichen Ausgleich mit Deutschland die in den letzten Monaten ins Leben gerufenen Bindungen mit anderen Mächten nur Behelfsmittel seien, die hinfällig werden, wenn das allein wichtige und erstrebenswerte Ziel der Einigung mit Deutschland einmal wirklich erreicht sei.“

Diese Meinung wurde von allen deutschen Diplomaten, die die Situation in London beobachteten, entschieden geteilt. In einem anderen Geheimbericht nach Berlin schrieb Dirksen:

„England will sich durch Rüstungen und durch Bundesgenossen stark und der Achse ebenbürtig machen, aber es will gleichzeitig im Verhandlungsweg einen Ausgleich mit Deutschland suchen.“[34]

Die Verleumder und Geschichtsfälscher suchen diese Dokumente geheim zu halten, da diese die Situation in den letzten Vorkriegsmonaten schlaglichtartig beleuchten. Ohne eine richtige Beurteilung dieser Situation aber ist es unmöglich, die Vorgeschichte des Krieges, wie sie wirklich war, zu verstehen. Als England und Frankreich Verhandlungen mit der Sowjetunion anbahnten und Polen, Rumänien und einigen anderen Staaten Garantien gewährten, spielten sie mit Unterstützung der regierenden US-Kreise ein Doppelspiel, das auf eine Verständigung mit Hitlerdeutschland berechnet war, um dessen Aggression nach Osten, gegen die Sowjetunion zu lenken. Die Verhandlungen zwischen England und Frankreich einerseits und der Sowjetunion andererseits begannen im März 1939 und dauerten etwa vier Monate.

Wie der gesamte Verlauf dieser Verhandlungen mit aller Klarheit zeigte, strebte die Sowjetunion ein umfassendes und auf Gleichberechtigung fußendes Abkommen mit den Westmächten an, das Deutschland wenigstens noch im letzten Moment von der Entfesselung eines Krieges in Europa abhalten konnte, während die Regierungen Englands und Frankreichs, gestützt auf die Hilfe, die sie in den USA fanden, sich völlig andere Ziele steckten. Die regierenden Kreise Englands und Frankreichs, die es gewohnt sind, sich von anderen die Kastanien aus dem Feuer holen zu lassen, bemühten sich auch diesmal, der Sowjetunion Verpflichtungen aufzuzwingen, die der UdSSR bei der Abwehr einer eventuellen Hitleraggression die ganze Bürde der Opfer aufgehalst hätten, während England und Frankreich sich durch keinerlei Verpflichtungen gegenüber der Sowjetunion gebunden hätten.

Wäre den Machthabern Englands und Frankreichs dieses Manöver geglückt, dann wären sie der Verwirklichung ihres Hauptziels, Deutschland und die Sowjetunion möglichst rasch zu einem Zusammenstoß zu treiben, ein gut Stück nähergekommen. Die Sowjetregierung durchschaute aber diese Absicht. Sie stellte in allen Phasen der Verhandlungen den diplomatischen Tricks und Winkelzügen der Westmächte ihre offenen und klaren Vorschläge gegenüber, die nur einem einzigen Ziel dienen sollten, nämlich dem Schutz des Friedens in Europa.

Es erübrigt sich, an alle Wechselfälle dieser Verhandlungen zu erinnern. Nur einige ganz wichtige Momente müssen wieder ins Gedächtnis gerufen werden. Es genügt, auf die Bedingungen zurückzukommen, die die Sowjetregierung in diesen Verhandlungen stellte: Abschluss eines effektiven Paktes über gegenseitige Hilfe gegen die Aggression zwischen England, Frankreich und der UdSSR; Garantien Englands, Frankreichs und der Sowjetunion für die Staaten Zentral- und Osteuropas, einschließlich sämtlicher europäischer Nachbarstaaten der UdSSR; Abschluss eines konkreten Militärabkommens zwischen England, Frankreich und der UdSSR über Formen und Ausmaße einer unverzüglichen und wirksamen Hilfe, die im Falle des Überfalls von Aggressoren gegenseitig sowie den eine Garantie erhaltenden Staaten zu leisten ist.[35]

Auf der dritten Tagung des Obersten Sowjets der UdSSR am 31. Mai 1939 führte W. M. Molotow aus, dass einige während dieser Verhandlungen gemachte englisch-französische Vorschläge das elementare Prinzip der Gegenseitigkeit und gleicher Verpflichtungen vermissen lassen, das für alle auf Gleichberechtigung fußenden Vereinbarungen unerlässlich ist.

„Die Engländer und Franzosen“, sagte W. M. Molotow, „die sich gegen einen direkten Angriff der Aggressoren durch Pakte über gegenseitige Hilfe untereinander und mit Polen Garantien verschafften und sich die Hilfe der UdSSR im Falle eines Angriffs der Aggressoren auf Polen und Rumänien zu sichern suchten, ließen die Frage offen, ob die UdSSR ihrerseits auf die Hilfe dieser Länder im Falle eines direkten Angriffs der Aggressoren auf die UdSSR rechnen könne, wie sie auch die andere Frage offenließen, ob sie bereit seien, an der Garantierung der an die UdSSR angrenzenden, im Nordwesten der Sowjetunion gelegenen kleinen Staaten teilzunehmen, wenn diese nicht in der Lage sein sollten, ihre Neutralität gegen den Überfall der Aggressoren zu behaupten. Es ergab sich somit eine benachteiligte Lage für die UdSSR.“

Selbst als die Vertreter Englands und Frankreichs vorgaben, sich für den Fall eines direkten Angriffs des Aggressors mit dem Prinzip der gegenseitigen Hilfe Englands, Frankreichs und der UdSSR unter der Bedingung der Gegenseitigkeit einverstanden erklären zu wollen, knüpften sie daran eine Reihe von Vorbehalten, die diese Zustimmung illusorisch machten. Außerdem sahen die Vorschläge Englands und Frankreichs die Hilfe der UdSSR für diejenigen Länder vor, denen sie Garantieversprechungen gegeben hatten, sie ließen jedoch nichts über ihre eigene Hilfe für die Länder an der Nordwestgrenze der UdSSR, die baltischen Staaten, bei einem Überfall des Aggressors verlauten. Von diesen Erwägungen ausgehend, erklärte W. M. Molotow, die Sowjetunion könne keine Verpflichtungen hinsichtlich einer Gruppe von Ländern übernehmen, ohne dass den Ländern an der Nordwestgrenze der Sowjetunion dieselben Garantien gegeben werden.

Es sei noch an folgendes erinnert: Als Seeds, der britische Botschafter in Moskau, am 18. März 1939 beim Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten anfragte, wie sich die Sowjetunion im Falle einer Hitleraggression gegen Rumänien verhalten werde, über deren Vorbereitung den Engländern Meldungen vorlagen, und als die Sowjetunion die Gegenfrage stellte, was England unter solchen Umständen zu tun gedenke, wich Seeds einer Antwort aus und bemerkte, geographisch gesehen läge Rumänien der Sowjetunion näher als England. Vom ersten Schritt an trat also ganz klar das Bestreben der regierenden Kreise Englands zutage, die Sowjetunion durch bestimmte Verpflichtungen zu binden, sich selbst aber abseits zu halten. Diese simple Methode wurde dann während der ganzen Verhandlungen systematisch immer wieder angewandt. In Beantwortung der britischen Anfrage schlug die Sowjetregierung vor, eine Beratung von Vertretern der meistinteressierten Länder — nämlich Großbritanniens, Frankreichs, Rumäniens, Polens, der Türkei und der Sowjetunion — einzuberufen. Nach Ansicht der Sowjetregierung hätte eine solche Beratung die besten Möglichkeiten geboten, die wirkliche Sachlage zu klären und den Standpunkt aller Beteiligten festzustellen. Die britische Regierung antwortete jedoch, sie halte den Sowjetvorschlag für verfrüht.

Statt eine Konferenz einzuberufen, die es ermöglicht hätte, sich über konkrete Maßnahmen zur Bekämpfung der Aggression zu einigen, schlug die britische Regierung der Sowjetregierung am 21. März 1939 vor, gemeinsam mit ihr sowie mit Frankreich und Polen eine Deklaration zu unterzeichnen, in der sich die Signatarregierungen verpflichten sollten, „einander darüber zu konsultieren, welche Schritte unternommen werden sollten, um gemeinsamen Widerstand zu leisten“ im Falle einer Gefahr für die „Unabhängigkeit irgendeines europäischen Staates“. Der britische Botschafter suchte die Annehmbarkeit seines Vorschlags nachzuweisen und legte besonderen Nachdruck auf den Umstand, dass die Deklaration recht unverbindlich formuliert sei. Es war völlig klar, dass eine solche Deklaration nicht als ernsthaftes Mittel zur Bekämpfung der von Seiten des Aggressors drohenden Gefahr dienen konnte. Die Sowjetregierung war jedoch der Meinung, selbst eine so wenig versprechende Deklaration könne einen gewissen Fortschritt in der Zügelung des Aggressors darstellen, und erklärte sich mit dem englischen Vorschlag einverstanden. Aber schon am 1. April 1939 teilte der britische Botschafter in Moskau mit, England sei der Meinung, dass eine gemeinsame Deklaration nicht mehr in Frage komme. Nach weiteren zweiwöchigen Verzögerungen machte der britische Außenminister Halifax der Sowjetregierung durch den Botschafter in Moskau den neuen Vorschlag, die Sowjetregierung solle erklären, dass

„im Falle eines Aggressionsaktes gegen irgendeinen europäischen Nachbar der Sowjetunion, der Widerstand leisten würde, auf den Beistand der Sowjetregierung, falls er erwünscht sein sollte, gerechnet werden könne“.

Der Kernpunkt dieses Vorschlags war, dass die Sowjetunion im Falle eines deutschen Aggressionsaktes gegen Lettland, Litauen, Estland und Finnland verpflichtet sein sollte, diesen Ländern Hilfe zu leisten, ohne dass England irgendwelche Beistandsverpflichtungen übernahm, das heißt, die Sowjetunion sollte sich allein in einen Krieg mit Deutschland einlassen. Was Polen und Rumänien betrifft, denen England Garantien gegeben hatte, so sollte die Sowjetunion auch ihnen gegen den Aggressor Hilfe leisten. Aber auch in diesem Falle wollte England keinerlei Verpflichtungen gemeinsam mit der Sowjetunion übernehmen, es behielt sich freie Hand vor und sicherte sich einen Spielraum für beliebige Manöver, ganz zu schweigen davon, dass Polen und Rumänien sowie die baltischen Randstaaten diesem Vorschlag zufolge keinerlei Verpflichtungen gegenüber der UdSSR übernehmen sollten.

Die Sowjetregierung wollte jedoch keine einzige Möglichkeit ungenutzt lassen, um eine Vereinbarung mit anderen Mächten über den gemeinsamen Kampf gegen eine Hitleraggression zu erzielen. Ohne die geringste Verzögerung machte sie der britischen Regierung einen Gegenvorschlag. Dieser Gegenvorschlag bestand darin, dass die Sowjetunion, England und Frankreich sich erstens gegenseitig verpflichten sollten, einander unverzüglich jeden, auch militärischen, Beistand zu leisten, falls gegen einen dieser Staaten eine Aggression unternommen wird; dass die Sowjetunion, England und Frankreich sich zweitens verpflichten sollten, den zwischen der Ostsee und dem Schwarzen Meer gelegenen, an die Sowjetunion grenzenden Staaten Osteuropas im Falle einer Aggression gegen diese Staaten jeden, auch militärischen, Beistand zu leisten. Schließlich und drittens sollten die Sowjetunion, England und Frankreich sich verpflichten, in kurzer Frist Ausmaße und Formen des militärischen Beistands festzulegen, die jedem dieser Staaten in den beiden erwähnten Fällen zu leisten wären.

Das waren die wichtigsten Punkte des Sowjetvorschlags. Man erkennt unschwer den grundlegenden Unterschied zwischen dem Vorschlag der Sowjetunion und demjenigen Großbritanniens, da ja der Sowjetvorschlag tatsächlich wirksame Maßnahmen zum gemeinsamen Vorgehen gegen die Aggression enthielt.

Im Verlauf von drei Wochen traf keinerlei Antwort der englischen Regierung auf diese Vorschläge ein. Da dies in England zunehmende Beunruhigung hervorrief, sah die englische Regierung sich schließlich genötigt, ein neues Manöver zur Täuschung der Öffentlichkeit zu ersinnen. 

Am 8. Mai traf in Moskau die britische Antwort, genauer gesagt, der britische Gegenvorschlag ein. Wieder wurde der Sowjetregierung vorgeschlagen, eine einseitige Erklärung abzugeben, in der sie

„die Verpflichtung übernehmen würde, dass im Falle von Feindseligkeiten Großbritanniens und Frankreichs, die sich aus der Erfüllung dieser Verpflichtung“ (gegenüber Belgien, Polen, Rumänien, Griechenland und der Türkei) „ergibt, der Beistand der Sowjetregierung, falls erwünscht, unverzüglich greifbar sein und in evtl. zu vereinbarender Weise bzw. unter evtl. zu vereinbarenden Bedingungen gewährt werden würde“.

Auch in diesem Vorschlag handelt es sich um einseitige Verpflichtungen der Sowjetunion. Sie sollte sich zur Hilfeleistung an England und Frankreich verpflichten, die ihrerseits der Sowjetunion gegenüber absolut keinerlei Verpflichtungen im Hinblick auf die baltischen Republiken übernahmen. England schlug somit vor, die Sowjetunion in eine benachteiligte Lage zu versetzen, wie sie für jeden unabhängigen Staat unannehmbar und untragbar ist. Es ist leicht zu begreifen, dass der englische Vorschlag nicht so sehr für Moskau wie für Berlin bestimmt war. Man forderte Deutschland auf, die Sowjetunion zu überfallen, und gab zu verstehen, dass England und Frankreich neutral bleiben würden, vorausgesetzt, dass der deutsche Überfall über das Baltikum erfolgt.

Noch komplizierter wurden die Verhandlungen zwischen der Sowjetunion, England und Frankreich am 11. Mai durch die Erklärung Grzibowskis, des polnischen Botschafters in Moskau, dass „Polen es nicht für möglich hält, mit der UdSSR einen Beistandspakt abzuschließen…“

Selbstverständlich konnte der Vertreter Polens eine solche Erklärung nur mit Wissen und Billigung der regierenden Kreise Englands und Frankreichs abgeben. Die Vertreter Englands und Frankreichs führten sich während der Verhandlungen in Moskau derart provokatorisch auf, dass sich selbst im regierenden Lager der Westmächte Leute fanden, die ein so plumpes Spiel scharf kritisierten. So schrieb Lloyd George im Sommer 1939 in der französischen Zeitung „Ce Soir“ einen schroffen Artikel gegen die Leiter der englischen Politik. Hinsichtlich der Ursachen der endlosen Scherereien, in denen die Verhandlungen Englands und Frankreichs mit der Sowjetunion versackt waren, schrieb Lloyd George, hier gebe es nur die Feststellung:

„Neville Chamberlain, Halifax und John Simon wünschen kein Übereinkommen mit Rußland.“

Was Lloyd George klar war, das war selbstverständlich den Führern Hitlerdeutschlands nicht minder klar, die sehr wohl begriffen, dass die Westmächte an eine ernsthafte Übereinkunft mit der Sowjetunion gar nicht dachten, sondern ein ganz anderes Ziel verfolgten, nämlich Hitler zum baldigsten Überfall auf die Sowjetunion anzutreiben. Man setzte ihm gewissermaßen einen Preis für diesen Angriff aus, indem man für den Fall eines Krieges mit Deutschland die Sowjetunion in die ungünstigste Lage versetzte. Zudem zogen die Westmächte die Verhandlungen mit der Sowjetunion endlos in die Länge und suchten die wesentlichen Fragen in einem Sumpf belangloser Zusatzanträge und zahlloser Varianten untergehen zu lassen. Jedes Mal, wenn von irgendwelchen realen Verpflichtungen die Rede war, gaben sich die Vertreter dieser Mächte den Anschein, als ob sie nicht begriffen, worum es sich handele.

Ende Mai machten England und Frankreich neue Vorschläge, die die frühere Variante in einigen Beziehungen verbesserten, aber die für die Sowjetunion wesentlich wichtige Frage einer Garantie für die drei an der Nordwestgrenze der Sowjetunion liegenden baltischen Republiken nach wie vor offenließen. Somit setzten die Machthaber Englands und Frankreichs, obgleich sie unter dem Druck der öffentlichen Meinung ihrer Länder in Worten gewisse Konzessionen machten, ihre frühere Linie fort und knüpften an ihre Vorschläge Vorbehalte, die diese Vorschläge, wie sie sehr wohl wussten, für die Sowjetunion unannehmbar machten.

Die Haltung der Vertreter Englands und Frankreichs während der Moskauer Verhandlungen war so ungeziemend, dass W. M. Molotow am 27. Mai 1939 dem britischen Botschafter Seeds und dem französischen Geschäftsträger Payart erklären musste, der von ihnen vorgelegte Entwurf eines Abkommens über gemeinsamen Widerstand gegen den Aggressor in Europa enthalte keinen Plan eines effektiven gegenseitigen Beistands der UdSSR, Englands und Frankreichs und zeuge nicht einmal von ernster Interessiertheit der britischen und der französischen Regierung an einem entsprechenden Pakt mit der Sowjetunion. Hierbei wurde geradeheraus gesagt, der englisch-französische Vorschlag lege den Gedanken nahe, dass den Regierungen Englands und Frankreichs weniger an einem Pakt selbst gelegen sei als vielmehr an Gesprächen über ihn. Es sei möglich, dass England und Frankreich diese Gespräche für irgendwelche Zwecke nötig hätten. Der Sowjetregierung seien diese Zwecke unbekannt. Die Sowjetregierung sei nicht an Gesprächen über einen Pakt interessiert, sondern am Zustandekommen eines wirksamen gegenseitigen Beistands der UdSSR, Englands und Frankreichs gegen eine Aggression in Europa. Die Vertreter Englands und Frankreichs wurden darauf aufmerksam gemacht, dass die Sowjetregierung nicht die Absicht habe, sich an Gesprächen über einen Pakt zu beteiligen, deren Zweck die UdSSR nicht kenne, und dass die britische und die französische Regierung solche Gespräche mit Partnern führen könnten, die sich hierzu besser eignen als die UdSSR.

Die Moskauer Verhandlungen zogen sich endlos hin. Die Ursachen dieser unstatthaften Verschleppung der Verhandlungen wurden in der Londoner „Times“ ausgeplaudert, in der geschrieben stand:

„Ein rasch und entschlossen zustande kommendes Bündnis mit Rußland könnte anderen Verhandlungen hinderlich sein…“[36]

Wenn die „Times“ von „anderen Verhandlungen“ sprach, so hatte sie offenbar die Verhandlungen im Auge, die der britische Überseehandelsminister Robert Hudson mit Dr. Helmut Wohlthat, einem Wirtschaftsberater Hitlers, über die Möglichkeit einer sehr großen englischen Anleihe an Hitlerdeutschland führte, von der noch die Rede sein wird. 

Außerdem führte bekanntlich, einer Pressemeldung zufolge, an dem Tage, als die Hitlerwehrmacht in Prag einmarschierte, eine Delegation der Federation of British Industries (Vereinigung der britischen Industrien) in Düsseldorf Verhandlungen über den Abschluss eines weitgehenden Abkommens mit der deutschen Großindustrie. 

Auffällig war auch der Umstand, dass Großbritannien mit der Führung von Verhandlungen in Moskau zweitrangige Personen beauftragte, wohingegen zu den Verhandlungen mit Hitler Chamberlain selbst, und das mehrmals, von England nach Deutschland gereist war. Wichtig ist weiter die Feststellung, dass Sir William Strang, der von England zu Verhandlungen nach der UdSSR geschickt worden war, keine Vollmacht besaß, irgendein Abkommen mit der Sowjetunion zu unterzeichnen.

Da die Sowjetunion verlangte, dass zu konkreten Verhandlungen über Kampfmaßnahmen gegen einen eventuellen Aggressor übergegangen werde, mussten die Regierungen Englands und Frankreichs sich bereit erklären, Militärmissionen nach Moskau zu entsenden. Diese Missionen waren jedoch ungewöhnlich lange nach Moskau unterwegs, und als sie eintrafen, da zeigte es sich, dass sie aus zweitrangigen Personen bestanden, die überdies nicht die Vollmacht besaßen, irgendein Abkommen zu unterzeichnen. Unter diesen Umständen waren die militärischen Verhandlungen ebenso fruchtlos wie die politischen. Die Militärmissionen der Westmächte gaben sofort zu erkennen, dass sie nicht gewillt waren, ernsthaft über Mittel und Wege eines gegenseitigen Beistands im Falle einer deutschen Aggression zu sprechen. Die sowjetische Militärmission ging davon aus, dass die UdSSR, da sie keine gemeinsame Grenze mit Deutschland besaß, England, Frankreich und Polen im Falle eines Kriegsausbruchs nur unter der Voraussetzung beistehen könne, dass den Sowjettruppen der Durchmarsch durch polnisches Territorium gestattet werde. Die polnische Regierung erklärte jedoch, sie werde eine militärische Hilfe der Sowjetunion nicht annehmen, und zeigte damit, dass sie eine Stärkung der Sowjetunion mehr fürchtete als die Hitleraggression. Polens Stellungnahme wurde sowohl von der englischen als auch von der französischen Mission unterstützt.

Im Verlauf der militärischen Unterhandlungen wurde ferner die Frage der zahlenmäßigen Stärke der Streitkräfte aufgeworfen, die von den Paktteilnehmern im Falle einer Aggression sofort eingesetzt werden sollten. Die Engländer nannten hierbei eine lächerliche Zahl: sie erklärten, dass sie fünf Infanteriedivisionen und eine mechanisierte Division ins Feld stellen könnten. Und diesen Vorschlag machten die Engländer in einem Augenblick, wo die Sowjetunion sich bereit erklärte, an der Front gegen den Aggressor 136 Divisionen, 5000 mittlere und schwere Geschütze, an die 10 000 Panzer und Kleinkampfwagen, mehr als 5000 Kampfflugzeuge usw. einzusetzen! Hieraus ersieht man, wie wenig die englische Regierung die Verhandlungen über den Abschluss eines militärischen Abkommens mit der UdSSR ernst nahm.

Die vorstehenden Angaben genügen, um die Schlussfolgerungen zu bestätigen, die sich von selbst ergeben. Sie lauten:

Die Sowjetregierung war während der ganzen Verhandlungen mit außerordentlicher Geduld bemüht, ein Übereinkommen mit England und Frankreich über gegenseitigen Beistand gegen den Aggressor auf Grundlage der Gleichberechtigung zustande zu bringen, und zwar unter der Bedingung, dass der gegenseitige Beistand wirklich effektiv sei, das heißt, dass neben einem politischen Vertrag eine Militärkonvention unterzeichnet werde, in der die Ausmaße, Formen und Fristen des Beistands festgelegt werden, weil der gesamte vorherige Gang der Ereignisse genügend klar gezeigt hatte, dass nur ein solches Abkommen effektiv sein könnte und geeignet wäre, den hitlerfaschistischen Aggressor, der durch seine völlige Straflosigkeit und durch die Vorschubleistung der Westmächte viele Jahre lang verwöhnt worden war, zur Vernunft zu bringen;

die Haltung Englands und Frankreichs während der Verhandlungen mit der Sowjetunion bestätigte restlos, dass sie an ein ernstes Abkommen mit der UdSSR gar nicht dachten, da die Politik Englands und Frankreichs durch andere Ziele bestimmt war, die mit den Interessen des Friedens und des Kampfes gegen Aggression nichts gemein hatten;

die heimtückische Absicht der englisch-französischen Politik bestand darin, Hitler zu verstehen zu geben, die UdSSR habe keine Verbündeten, die UdSSR sei isoliert, Hitler könne die UdSSR überfallen, ohne zu riskieren, bei England und Frankreich auf Widerstand zu stoßen.

Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, dass die britisch-französisch-sowjetischen Verhandlungen mit einem Fiasko endeten. Dieses Fiasko war natürlich kein Zufall. Es wurde immer offensichtlicher, dass die Vertreter der Westmächte in ihrem Doppelspiel von vornherein das Scheitern der Verhandlungen beabsichtigt hatten. Die Sache war die, dass neben den offen geführten Verhandlungen mit der UdSSR die Engländer hinter den Kulissen Verhandlungen mit Deutschland pflogen und diesen Verhandlungen unvergleichlich größere Bedeutung beimaßen. 

Während die regierenden Kreise der Westmächte mit ihren Verhandlungen in Moskau vor allem danach strebten, die Öffentlichkeit ihrer Länder in Sicherheit zu wiegen und die Völker, die in den Krieg geschleift wurden, zu täuschen, waren die Verhandlungen mit den Hitlerfaschisten ganz anders geartet.

Das Programm der englisch-deutschen Verhandlungen war hinreichend klar formuliert worden durch den britischen Außenminister Halifax, der zu einer Zeit, wo seine Beamten die Verhandlungen in Moskau fortsetzten, an Hitlerdeutschland unzweideutige Aufforderungen richtete. Am 29. Juni 1939, in seiner Rede auf einem Bankett im Royal Institute of International Affairs, sprach Halifax die Bereitschaft aus, sich mit Deutschland über alle Fragen, „die heutzutage der Welt Besorgnis einflößten“, zu verständigen. Er sagte:

„In einer solchen neuen Atmosphäre könnten wir das Kolonialproblem, die Frage der Rohstoffe, der Handelsschranken, die Bereitstellung von ‚Lebensraum‘, die Einschränkung der Rüstungen und viele andere die Europäer betreffenden Streitfragen erörtern.“[37]

Erinnert man sich, wie die Halifax nahestehende konservative „Daily Mail“ schon 1933 das Problem des „Lebensraums“ behandelt hatte, als sie den Hitlerfaschisten vorschlug, der UdSSR „Lebensraum“ zu entreißen, so bleibt nicht der geringste Zweifel über den wirklichen Sinn der Halifaxschen Erklärung bestehen. Es war der offene Vorschlag an Hitlerdeutschland, sich über die Aufteilung der Welt und der Einflusssphären zu verständigen, der Vorschlag, alle Fragen ohne die Sowjetunion und hauptsächlich auf Kosten der Sowjetunion zu lösen. Noch im Juni 1939 begannen Vertreter Englands streng geheime Verhandlungen mit Deutschland, vertreten durch Wohlthat, den in London eingetroffenen Bevollmächtigten Hitlers für den Vierjahresplan; der britische Überseehandelsminister Hudson und der nächste Berater Chamberlains, G. Wilson, hatten mit ihm Unterredungen. Der Inhalt dieser Juniverhandlungen ist vorläufig noch in den Geheimfächern der diplomatischen Archive begraben. Im Juli jedoch machte Wohlthat in London einen neuen Besuch, und die Verhandlungen wurden wieder aufgenommen. Der Inhalt dieser zweiten Verhandlungsrunde ist jetzt bekannt aus den der Sowjetregierung zur Verfügung stehenden erbeuteten deutschen Dokumenten, die bald veröffentlicht werden sollen.

Hudson und Wilson machten Wohlthat und später auch dem deutschen Botschafter in London, Dirksen, den Vorschlag, geheime Verhandlungen über ein weitgehendes Abkommen einzuleiten, das auch Vereinbarungen über die Aufteilung der Einflusssphären in der ganzen Welt und über die Ausschaltung der Möglichkeit, sich „auf den gemeinschaftlichen Märkten totzukonkurrieren“, enthalten würde. Hierbei wurde vorgesehen, Deutschland den vorherrschenden Einfluss in Südosteuropa zuzugestehen. Dirksen teilte dem deutschen Auswärtigen Amt in seinem Bericht vom 21. Juni 1939 mit, dass von Wohlthat und Wilson erörterte Programm sich auf politische, militärische und wirtschaftliche Leitsätze erstrecke. Unter den politischen Fragen wurde neben einem Nichtangriffspakt auch einem Nichteinmischungspakt besondere Beachtung geschenkt, der die „Abgrenzung der Großräume der Hauptmächte, insbesondere also Englands und Deutschlands, in sich schließen solle“.[38]

Bei Besprechung der mit dem Abschluss dieser beiden Pakte zusammenhängenden Fragen versprachen die Vertreter Großbritanniens, ihre Regierung werde, falls diese Pakte unterzeichnet werden, die soeben Polen gewährten Garantien zurückziehen. Falls das englisch-deutsche Abkommen abgeschlossen werden sollte, seien die Engländer bereit, es den Deutschen zu überlassen, die Danziger Frage ebenso wie die Frage des Polnischen Korridors allein mit Polen zu entscheiden, und wollten sich verpflichten, in die Lösung dieser Frage nicht einzugreifen. Weiter bestätigte Wilson, wie aus den in Kürze zu veröffentlichenden Berichten Dirksens ebenfalls dokumentarisch hervorgeht, dass mit der englischen Garantiepolitik, falls die obengenannten Pakte zwischen England und Deutschland zum Abschluss kämen, faktisch Schluss gemacht werden würde. Dirksen bemerkte zu dieser Frage in seinem Bericht:

„Dann wäre Polen gewissermaßen mit Deutschland allein gelassen.“

Alles das bedeutete, dass die Machthaber Englands bereit waren, Polen von Hitler zerfleischen zu lassen, als auf dem Schriftstück mit den britischen Garantien für Polen die Tinte noch nicht getrocknet war.

Gleichzeitig wäre mit dem Abschluss des englisch-deutschen Abkommens das Ziel erreicht worden, das England und Frankreich sich gesteckt hatten, als sie Verhandlungen mit der Sowjetunion begannen, und es wäre noch leichter geworden, schnell einen Zusammenstoß zwischen Deutschland und der UdSSR herbeizuführen. Schließlich sollte das politische Abkommen zwischen England und Deutschland durch ein Wirtschaftsabkommen ergänzt werden, das eine geheime Abmachung über Kolonialfragen, die Verteilung der Rohstoffe, die Aufteilung der Märkte sowie eine große englische Anleihe für Deutschland enthalten sollte.

Den Machthabern Englands schwebte somit die lockende Aussicht vor, zu einem dauerhaften Abkommen mit Deutschland zu gelangen und die deutsche Aggression, wie man gern sagte, nach Osten zu „kanalisieren“, gegen Polen, das von ihnen soeben „Garantien“ erhalten hatte, und gegen die Sowjetunion.

Ist es danach verwunderlich, dass die Verleumder und Geschichtsfälscher diese Tatsachen sorgfältig verschweigen und zu unterschlagen suchen, Tatsachen, die von entscheidender Bedeutung für das Verständnis der Situation sind, in der somit der Krieg unausbleiblich wurde?

Zu dieser Zeit konnte nicht mehr daran gezweifelt werden, dass England und Frankreich nicht nur keine ernste Absicht hatten, irgendetwas zu unternehmen, um Hitlerdeutschland an der Entfesselung des Krieges zu hindern, sondern dass sie, im Gegenteil, alles taten, was in ihren Kräften stand, um durch geheime Verabredungen und Abmachungen und durch alle möglichen Provokationen Hitlerdeutschland auf die Sowjetunion zu hetzen.

Es wird keinem Falschmünzer gelingen, sei es in der Geschichte, sei es im Bewusstsein der Völker, die entscheidende Tatsache zu verdunkeln, dass die Sowjetunion unter diesen Umständen die Wahl hatte:

entweder zum Zwecke des Selbstschutzes den von Deutschland vorgeschlagenen Abschluss eines Nichtangriffsvertrags anzunehmen und dadurch der Sowjetunion noch für eine bestimmte Zeit den Frieden zu sichern, der vom Sowjetstaat für eine bessere Vorbereitung seiner Kräfte zur Abwehr eines eventuellen Aggressorenüberfalls ausgenutzt werden konnte,

oder den von Deutschland vorgeschlagenen Nichtangriffspakt abzulehnen und es dadurch den Kriegsprovokateuren aus dem Lager der Westmächte zu ermöglichen, die Sowjetunion sofort, in einer für sie unvorteilhaften Situation, in der sie völlig isoliert gewesen wäre, in einen bewaffneten Konflikt mit Deutschland hineinzuhetzen.

In dieser Situation sah sich die Sowjetregierung gezwungen, ihre Wahl zu treffen und einen Nichtangriffspakt mit Deutschland abzuschließen. Diese Wahl war in der damals entstandenen Situation ein umsichtiger und kluger Schritt der sowjetischen Außenpolitik. Dieser Schritt der Sowjetregierung entschied von vornherein in hohem Maße über den für die Sowjetunion und alle anderen freiheitliebenden Völker günstigen Ausgang des zweiten Weltkrieges.

Es wäre eine grobe Verleumdung, wenn man behaupten wollte, dass der Abschluss eines Paktes mit den Hitlerfaschisten zum außenpolitischen Plan der UdSSR gehört hat. Im Gegenteil, die UdSSR war dauernd bestrebt gewesen, zu einem Abkommen mit den nichtaggressiven Weststaaten gegen die deutschen und italienischen Aggressoren zu gelangen, um auf der Grundlage der Gleichheit die kollektive Sicherheit zu verwirklichen. Ein Abkommen aber ist ein Akt der Gegenseitigkeit. Während die UdSSR ein Abkommen über die Bekämpfung der Aggression anstrebte, lehnten England und Frankreich ein solches systematisch ab, da sie es vorzogen, eine Politik der Isolierung der UdSSR, eine Politik der Konzessionen an die Aggressoren, eine Politik der Ablenkung der Aggression nach dem Osten, gegen die Sowjetunion, zu treiben. Die Vereinigten Staaten von Amerika unterließen es nicht nur, einer solchen verhängnisvollen Politik entgegenzuwirken, sondern ließen ihr, im Gegenteil, jede Unterstützung angedeihen. Was die amerikanischen Milliardäre anbelangt, so legten sie auch weiter ihre Kapitalien in der deutschen Schwerindustrie an, halfen den Deutschen bei der Entwicklung ihrer Rüstungsindustrie und bewaffneten somit die deutschen Aggressoren, als ob sie sagen wollten: „Führt nur getrost Krieg, ihr Herren Europäer, führt Krieg mit Gottes Hilfe, indessen wir bescheidenen amerikanischen Milliardäre an eurem Krieg verdienen und Hunderte Millionen Dollar Extraprofit einstecken.“

Man begreift, dass der Sowjetunion angesichts einer solchen Sachlage in Europa nur der eine Ausweg blieb, den von den Deutschen vorgeschlagenen Pakt zu akzeptieren. Dies war von allen denkbaren Auswegen immerhin der beste. Wie die Sowjetunion 1918 infolge der feindseligen Politik der Westmächte gezwungen war, mit den Deutschen den Frieden von Brest-Litowsk abzuschließen, so sah sich die Sowjetunion genauso diesmal, im Jahre 1939, zwanzig Jahre nach dem Brester Frieden gezwungen, angesichts der gleichen feindseligen Politik Englands und Frankreichs einen Pakt mit den Deutschen abzuschließen.

Das Gerede aller möglichen Verleumder, die UdSSR hätte es sich trotzdem nicht erlauben dürfen, auf einen Pakt mit den Deutschen einzugehen, kann nur als lächerlich bezeichnet werden. Weshalb durfte Polen, das England und Frankreich zu Verbündeten hatte, 1934 mit den Deutschen einen Nichtangriffspakt abschließen, während die Sowjetunion, die sich in einer weniger günstigen Lage befand, 1939 einen solchen Pakt nicht abschließen durfte? Weshalb durften England und Frankreich, die den herrschenden Machtfaktor in Europa darstellten, 1938 gemeinsam mit den Deutschen eine Nichtangriffsdeklaration unterzeichnen, während die Sowjetunion, die infolge der feindseligen Politik Englands und Frankreichs isoliert war, sich auf einen Pakt mit den Deutschen nicht einlassen durfte?

Ist es denn nicht Tatsache, dass die Sowjetunion unter allen nichtaggressiven Großmächten Europas die letzte war, die sich zu einem Pakt mit den Deutschen bereit erklärte?

Gewiss, Geschichtsfälscher und sonstige Reaktionäre sind unzufrieden damit, dass es der Sowjetunion gelang, den sowjetisch-deutschen Pakt geschickt zum Ausbau ihrer Landesverteidigung auszunutzen, dass es ihr gelang, ihre Grenzen weit nach Westen vorzuverlegen und dem unbehinderten Vormarsch der deutschen Aggressoren nach Osten den Weg zu versperren, dass die Hitlertruppen ihre Offensive nach Osten nicht von der Linie Narwa—Minsk—Kiew beginnen konnten, sondern von einer Hunderte Kilometer weiter westlich gelegenen Linie, dass die UdSSR im Vaterländischen Krieg nicht verblutete, sondern aus dem Kriege als Sieger hervorging. Aber diese Unzufriedenheit gehört bereits in das Kapitel der ohnmächtigen Wut gescheiterter Politiker. Die wutschnaubende Unzufriedenheit dieser Herren kann nur als eine Demonstration der unbestreitbaren Tatsache aufgefasst werden, dass die Politik der Sowjetunion eine richtige Politik war und bleibt.

IV. Die Schaffung der ,,Ost“-Front, der Überfall Deutschlands auf die UdSSR, die Antihitlerkoalition und die Frage der interalliierten Verpflichtungen

Als die Sowjetunion im August 1939 den sowjetisch-deutschen Nichtangriffspakt abschloss, zweifelte sie keinen Augenblick daran, dass Hitler über kurz oder lang die UdSSR überfallen werde. Diese Überzeugung erwuchs der Sowjetunion aus der politischen und militärischen Grundeinstellung der Hitlerfaschisten. Die praktische Tätigkeit der Hitlerregierung in der gesamten Vorkriegsperiode bestätigte diese Gewissheit.

Daher bestand die erste Aufgabe der Sowjetregierung darin, eine „Ostfront“ gegen die Hitleraggression zu schaffen, eine Verteidigungslinie an den westlichen Grenzen Bjelorußlands und der Ukraine anzulegen und auf diese Weise eine Barriere gegen den ungehinderten Vormarsch der deutschen Truppen nach dem Osten zu errichten. Zu diesem Zwecke war es notwendig, das westliche Bjelorußland und die westliche Ukraine, die von dem Polen der Barone 1920 annektiert worden waren, wieder mit Sowjetbjelorußland und der Sowjetukraine zu vereinigen und Sowjettruppen dorthin zu legen. Damit durfte nicht gezögert werden, denn die schlecht ausgerüsteten polnischen Truppen erwiesen sich als widerstandsunfähig, die polnische Armeeführung und die polnische Regierung befanden sich bereits auf der Flucht; und da die Hitlertruppen keinem ernsten Widerstand begegneten, hätten sie die bjelorussischen und ukrainischen Gebiete besetzen können, bevor noch die Sowjettruppen dort angelangt wären.

Am 17. September 1939 überschritten Sowjettruppen auf Befehl der Sowjetregierung die sowjetisch-polnische Vorkriegsgrenze, besetzten das westliche Bjelorußland und die westliche Ukraine und begannen dort mit dem Bau von Verteidigungsstellungen

längs der Westgrenze der ukrainischen und bjelorussischen Gebiete. Diese Linie war im Wesentlichen identisch mit der auf der Versailler Konferenz der Alliierten festgesetzten, in der Geschichte als „Curzonlinie“ bekannten Linie.

Einige Tage später schloss die Sowjetregierung gegenseitige Beistandspakte mit den baltischen Staaten. Es war vorgesehen, nach Estland, Lettland und Litauen Garnisonen der Sowjetarmee zu legen und in diesen Ländern sowjetische Flugplätze und Flottenstützpunkte zu schaffen.

Auf diese Weise wurde das Fundament der „Ost“-Front geschaffen.

Es war nicht schwer zu begreifen, dass die Schaffung der „Ost“-Front ein bedeutsamer Beitrag nicht nur zur Sicherung der UdSSR, sondern auch zu der gemeinsamen Sache der friedliebenden Staaten war, die gegen die Hitleraggression kämpften. Nichtsdestoweniger beantworteten die englisch-französisch-amerikanischen Kreise in ihrer überwiegenden Mehrheit diesen Schritt der Sowjetregierung, den sie als Aggression qualifizierten, mit einer wütenden Antisowjetkampagne. Es fanden sich allerdings auch Politiker, die genügend Scharfblick besaßen, um den Sinn der sowjetischen Politik zu begreifen und die Schaffung der „Ost“-Front als richtig anzuerkennen. Unter diesen steht an erster Stelle Herr Churchill, der damals noch Marineminister war. Am 1. Oktober 1939 erklärte dieser in einer Rundfunkrede nach verschiedenen unfreundlichen Ausfällen gegen die Sowjetunion:

„Dass die russischen Armeen auf dieser Linie stehen, ist für die Sicherheit Rußlands gegen die deutsche Gefahr absolut notwendig. Jedenfalls sind die Stellungen bezogen und die Ostfront ist geschaffen, die anzugreifen das nazistische Deutschland nicht wagt. Als Herr v. Ribbentrop in der vorigen Woche nach Moskau gerufen wurde, da geschah das, damit er von der Tatsache erfahre und Notiz nehme, dass den Absichten der Nazis auf die baltischen Staaten und die Ukraine ein Ende gesetzt werden muss.“

Während es an den westlichen Grenzen der UdSSR, in beträchtlicher Entfernung von Moskau, Minsk und Kiew, um die Sicherheit der UdSSR mehr oder minder befriedigend bestellt war, ließ sich von der Nordgrenze der UdSSR nicht das gleiche sagen. Hier standen, kaum 32 Kilometer von Leningrad entfernt, finnische Truppen, deren Offizierkorps in seiner Mehrheit auf Hitlerdeutschland orientiert war. Die Sowjetregierung wusste sehr wohl, dass die mit den Hitlerfaschisten eng verbundenen und in der finnischen Armee sehr einflussreichen faschistischen Elemente der führenden Kreise Finnlands danach trachteten, sich Leningrads zu bemächtigen. Man konnte es nicht als Zufall betrachten, dass Hitlers Generalstabschef Halder schon im Sommer 1939 nach Finnland reiste, um die Spitzen der finnischen Armee zu instruieren. Es war schwerlich daran zu zweifeln, dass die führenden Kreise Finnlands mit den Hitlerfaschisten verbündet waren und dass sie Finnland zu einem Aufmarschgebiet für den Überfall Hitlerdeutschlands auf die UdSSR machen wollten.

Kein Wunder deshalb, dass alle Versuche der UdSSR, sich mit der finnischen Regierung über eine Verbesserung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu verständigen, erfolglos blieben. Die Regierung Finnlands lehnte alle freundschaftlichen Vorschläge der Sowjetregierung, durch die die Sicherheit der UdSSR, insbesondere Leningrads, gewährleistet werden sollte, einen nach dem anderen ab, obgleich die Sowjetunion sich bereit zeigte, Finnlands legitime Interessen zu berücksichtigen. Die finnische Regierung verwarf den Vorschlag der UdSSR, die finnische Grenze auf der Karelischen Landenge um einige Dutzend Kilometer zurückzuverlegen, obgleich die Sowjetregierung sich bereit erklärte, Finnland als Gegenleistung ein doppelt so großes Gebiet Sowjetkareliens abzutreten. Die finnische Regierung verwarf ferner den Vorschlag der UdSSR, einen gegenseitigen Beistandspakt abzuschließen, und zeigte damit, dass die Sicherheit der UdSSR von Seiten Finnlands nicht gewährleistet war.

Durch diese und ähnliche feindseligen Handlungen und durch Provokationen an der sowjetisch-finnischen Grenze entfesselte Finnland den Krieg mit der Sowjetunion. Die Resultate des sowjetisch-finnischen Kriegs sind bekannt. Die Grenzen der UdSSR im Nordwesten, insbesondere im Raum Leningrads, wurden vorverlegt, und die Sicherheit der UdSSR wurde gefestigt. Dies spielte eine wichtige Rolle bei der Verteidigung der Sowjetunion gegen die Hitleraggression, da Hitlerdeutschland und seine finnischen Helfershelfer ihre Offensive im Nordwesten der UdSSR nicht unmittelbar vor Leningrad starten konnten, sondern auf einer Linie beginnen mussten, die fast 150 Kilometer nordwestlich davon lag. 

W. M. Molotow erklärte in seiner Rede auf der Tagung des Obersten Sowjets der UdSSR am 29. März 1940, dass

„die Sowjetunion, die die finnische Armee geschlagen hatte und die volle Möglichkeit besaß, ganz Finnland zu besetzen, dies nicht tat und keinerlei Kontribution als Entschädigung für ihre Kriegsausgaben verlangte, wie das jede andere Macht getan hätte, sondern ihre Wünsche auf ein Minimum beschränkte…Wir haben uns außer der Gewährleistung der Sicherheit Leningrads, der Stadt Murmansk und der Murmansker Eisenbahn keinerlei andere Ziele in dem Friedensvertrag gestellt.“

Bemerkt werden muss, dass die englisch-französischen Dirigenten des Völkerbundes, obgleich die regierenden Kreise Finnlands durch ihre gesamte Politik gegenüber der UdSSR Hitlerdeutschland in die Hände arbeiteten, sofort auf die Seite der finnischen Regierung traten, die UdSSR durch den Völkerbund zum „Aggressor“ erklären ließen und dadurch den von den finnischen Machthabern begonnenen Krieg gegen die Sowjetunion offen billigten und unterstützten. Der Völkerbund, der die Schmach auf sich geladen hatte, die japanischen, deutschen und italienischen Aggressoren begünstigt und angespornt zu haben, stimmte auf Befehl der englisch-französischen Machthaber gehorsam für eine gegen die Sowjetunion gerichtete Resolution, durch die die UdSSR demonstrativ aus dem Völkerbund „ausgeschlossen“ wurde.

Damit nicht genug, ließen England und Frankreich der finnischen Militärkamarilla in dem von den finnischen Reaktionären entfesselten Krieg gegen die Sowjetunion jede mögliche Unterstützung zuteilwerden. Die regierenden Kreise Englands und Frankreichs hörten nicht auf, die finnische Regierung zur Fortsetzung der Kriegshandlungen aufzuhetzen. Die englisch-französischen Machthaber belieferten Finnland systematisch mit Waffen und rüsteten energisch zur Entsendung einer 100.000 Mann starken Expeditionsarmee nach Finnland. In den drei Monaten, die seit dem Ausbruch des Krieges verstrichen waren, lieferte England, wie Chamberlain am 19. März 1940 im Unterhaus erklärte, Finnland 101 Flugzeuge, über 200 Geschütze, Hunderttausende Granaten, Fliegerbomben und Panzerabwehrminen. Gleichzeitig teilte Daladier der Deputiertenkammer mit, Frankreich habe Finnland 175 Flugzeuge, etwa 500 Geschütze, über 5000 Maschinengewehre, 1 Million Granaten und Handgranaten und verschiedene andere Kriegsmaterialien zukommen lassen.

Man kann die damaligen Pläne der britischen und der französischen Regierung nach einem Memorandum beurteilen, das die Engländer am 2. März 1940 den Schweden überreichten und worin es hieß:

„Die alliierten Regierungen erkennen, dass Finnlands militärische Lage verzweifelt wird. Nach sorgfältiger Erwägung aller Möglichkeiten sind sie zu dem Schluss gelangt, dass die Entsendung alliierter Truppen das einzige Mittel ist, Finnland effektive Hilfe zu leisten, und sie sind bereit, solche Truppen zu schicken, sobald Finnland darum ersucht.“[39]

Wie Chamberlain am 19. März 1940 im englischen Parlament erklärte, wurden damals

„die Vorbereitungen für die Expedition mit höchster Geschwindigkeit betrieben, und die Expeditionsarmee war Anfang März abfahrbereit… zwei Monate vor dem Termin, den Feldmarschall Mannerheim für ihre Ankunft angesetzt hatte.“

Chamberlain fügte hinzu, dass diese Truppen 100.000 Mann stark waren. Gleichzeitig bereitete auch die französische Regierung ein erstes Expeditionskorps in Stärke von 50.000 Mann vor, das über Narvik nach Finnland gesandt werden sollte. Und diese kriegerische Aktivität entfalteten die englisch-französischen Machthaber in dem Augenblick, als England und Frankreich an der Front gegen Hitlerdeutschland keinerlei Aktivität zeigten und dort der sogenannte „komische Krieg“ geführt wurde!

Die militärische Unterstützung Finnlands gegen die Sowjetunion war aber nur Teil eines weiterreichenden Plans der englisch-französischen Imperialisten. Das schon erwähnte „Weißbuch“ des schwedischen Außenministeriums enthält ein Dokument, das von dem schwedischen Außenminister Günther stammt. In diesem Dokument heißt es, „die Entsendung dieses Truppenkontingents gehörte zum Gesamtplan des Überfalls auf die Sowjetunion“ und dieser Plan „wird am 15. März gegen Baku und noch früher über Finnland in Aktion treten.“[40]

In seinem Buche „De Gaulle dictateur“ (Der Diktator de Gaulle) schrieb Kerillis über diesen Plan Folgendes:

„Entsprechend diesem Plan, dessen Grundzüge mir M. Paul Reynaud[41] in einem kurzen Brief, den ich aufbewahrt habe, entwickelte, würde ein motorisiertes Expeditionskorps, das über Norwegen in Finnland gelandet werden sollte, es bald zuwege gebracht haben, die desorganisierten Horden Rußlands über den Haufen zu werfen und auf Leningrad zu marschieren…“[42]  

Dieser Plan wurde in Frankreich von de Gaulle und General Weygand ausgearbeitet, der damals die französischen Truppen in Syrien kommandierte und prahlerisch erklärte, er werde „mit einigen Verstärkungen und 200 Flugzeugen den Kaukasus besetzen und in Rußland eindringen wie das Messer in die Butter‘“.

08.09.2025

Geschichtsfälscher: Aus Geheimdokumenten über die Vorgeschichte des 2. Weltkrieges    (III von III)

Bekannt ist auch der von dem französischen General Gamelin 1940 ausgearbeitete Plan für Kriegshandlungen der Engländer und Franzosen gegen die UdSSR, worin auf Bombenangriffe gegen Baku und Batum besonderer Wert gelegt wurde. Die Vorbereitung der englisch-französischen Machthaber zum Überfall auf die UdSSR war in vollem Gange. In den Generalstäben Englands und Frankreichs wurde eifrig an Plänen für einen solchen Überfall gearbeitet. Diese Herren wollten, anstatt gegen Hitlerdeutschland Krieg zu führen, einen Krieg gegen die Sowjetunion vom Zaun brechen.

Diese Pläne sollten jedoch keine Verwirklichung finden. Finnland wurde zu diesem Zeitpunkt von den Sowjettruppen niedergeworfen und zur Kapitulation gezwungen, trotz aller Bemühungen Englands und Frankreichs, seine Kapitulation zu verhindern.

Am 12. März 1940 wurde der Friedensvertrag zwischen der Sowjetunion und Finnland unterzeichnet. Damit war die Sache der Landesverteidigung der UdSSR gegen die Hitleraggression auch im Norden, im Raum Leningrads, verbessert und die Verteidigungslinie um 150 Kilometer nordwärts Leningrads bis einschließlich Wiborg vorverlegt.

Aber das bedeutete noch nicht, dass die Bildung einer „Ost“-Front von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer bereits beendet war. Mit den baltischen Staaten waren Pakte abgeschlossen, aber dort befanden sich noch keine Sowjettruppen, die die Verteidigung übernehmen konnten. Das Moldaugebiet und die Bukowina wurden formell wieder mit der UdSSR vereinigt, aber auch dort standen noch keine Sowjettruppen, die die Verteidigung übernehmen konnten. Mitte Juni 1940 rückten Sowjettruppen in Estland, Lettland und Litauen ein. Am 27. Juni des gleichen Jahres hielten Sowjettruppen auch in der Bukowina und im Moldaugebiet, die Rumänien dem Sowjetland nach der Oktoberrevolution entrissen hatte, ihren Einzug.

Auf diese Weise wurde die Bildung der gegen die Hitleraggression gerichteten „Ost“-Front von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer vollendet.

Die führenden Kreise Englands und Frankreichs, die die UdSSR wegen der von ihr geschaffenen „Ost“-Front auch weiterhin als Aggressor beschimpften, schienen sich keine Rechenschaft darüber abzulegen, dass die Schaffung dieser „Ost“-Front einen einschneidenden Umschwung in der Entwicklung des Krieges gegen die Hitlertyrannei und zugunsten des Sieges der Demokratie bedeutete.

Sie begriffen nicht, dass es sich nicht um Beeinträchtigung oder Nichtbeeinträchtigung der nationalen Rechte Finnlands, Litauens, Lettlands, Estlands und Polens handelte, sondern darum, durch Organisierung des Sieges über die Hitlerfaschisten die Verwandlung dieser Länder in eine rechtlose Kolonie Hitlerdeutschlands zu verhindern. 

Sie begriffen nicht, dass es sich darum handelte, dem Vormarsch der deutschen Truppen überall, wo das nur möglich war, Schranken zu setzen, starke Verteidigungsstellungen anzulegen und dann zum Gegenangriff überzugehen, die Hitlertruppen zu schlagen und dadurch diesen Ländern eine freie Entwicklung zu ermöglichen.

Sie begriffen nicht, dass es andere Wege zum Sieg über die Hitleraggression nicht gab.

Handelte die englische Regierung richtig, als sie während des Krieges ihre Truppen nach Ägypten schickte, obwohl die Ägypter protestierten und manche Elemente in Ägypten sogar Widerstand leisteten? Sie handelte unbedingt richtig! Dies war ein höchst wichtiges Mittel, um der Hitleraggression den Weg nach dem Suezkanal zu verlegen, Ägypten vor Anschlägen Hitlers zu schützen, den Sieg über Hitler zu organisieren und damit zu verhindern, dass Ägypten eine Hitlerkolonie wurde. Nur Feinde der Demokratie oder Verrückte können behaupten, dass diese Handlungen der englischen Regierung in diesem Falle eine Aggression darstellten.

Handelte die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika richtig, als sie ihre Truppen in Casablanca landen ließ, obwohl die Marokkaner protestierten und die Petainregierung in Frankreich, deren Gewalt sich auch auf Marokko erstreckte, direkten militärischen Widerstand leistete? Sie handelte unbedingt richtig! Dies war ein überaus wichtiges Mittel, einen Widerstandsstützpunkt gegen die deutsche Aggression in unmittelbarer Nähe Westeuropas zu schaffen, den Sieg über die Hitlerwehrmacht zu organisieren und damit die Voraussetzung für die Befreiung Frankreichs von dem hitlerfaschistischen Kolonialjoch zu schaffen. Nur Feinde der Demokratie oder Verrückte konnten diese Handlungen der amerikanischen Truppen als Aggression bezeichnen.

Das Gleiche muss von den Handlungen der Sowjetregierung gesagt werden, die bis Sommer 1940 die „Ost“-Front gegen die Hitleraggression organisierte und ihre Truppen möglichst weit nach Westen von Leningrad, Moskau und Kiew verlegte. Dies war das einzige Mittel, dem ungehinderten Vormarsch der deutschen

Truppen nach dem Osten den Weg zu verlegen, starke Verteidigungsstellungen zu schaffen und dann zum Gegenangriff überzugehen, um gemeinsam mit den Verbündeten die Hitlerwehrmacht zu schlagen und damit zu verhindern, dass die friedliebenden Länder Europas, darunter Finnland, Estland, Lettland, Litauen und Polen, zu Hitlerkolonien wurden. Nur Feinde der Demokratie oder Verrückte konnten diese Handlungen der Sowjetregierung als Aggression qualifizieren.

Daraus folgt jedoch, dass Chamberlain, Daladier und ihre Umgebung, die diese Politik der Sowjetregierung als Aggression qualifizierten und den Ausschluss der Sowjetunion aus dem Völkerbund bewirkten, wie Feinde der Demokratie bzw. wie Verrückte handelten.

Daraus folgt ferner, dass die jetzigen Verleumder und Geschichtsfälscher, die in Gemeinschaften mit den Herren Bevin und Bidault ihr Wesen treiben und die Schaffung der „Ostfront“-Verteidigungslinie gegen Hitler als Aggression qualifizieren, ebenfalls wie Feinde der Demokratie bzw. wie Verrückte handeln.

Was wäre geschehen, wenn die UdSSR nicht schon vor dem Überfall Deutschlands, weit westlich von den alten Grenzen der UdSSR, eine Verteidigungslinie geschaffen hätte, wenn diese Front nicht auf der Linie Wiborg-Kaunas-Bialystok-Brest-Litowsk-Lwow verlaufen wäre, sondern längs der alten Grenze Leningrad-Narva-Minsk-Kiew?

Das hätte der Hitlerwehrmacht die Möglichkeit gegeben, Hunderte Kilometer Raum zu gewinnen und die deutsche Front um 200 bis 300 Kilometer Leningrad, Moskau, Minsk und Kiew näher zu rücken, es hätte den Vormarsch der Deutschen in das Innere der UdSSR bedeutend beschleunigt, den Fall Kiews und der Ukraine schneller herbeigeführt, die Besetzung Moskaus durch die Deutschen zur Folge gehabt, zur Besetzung Leningrads durch die vereinten Kräfte der Deutschen und der Finnen geführt und die UdSSR gezwungen, zu einer langwierigen Verteidigung überzugehen, sodass die Deutschen die Möglichkeit erhalten hätten, im Osten etwa 50 Divisionen für eine Landung auf den britischen Inseln und zur Verstärkung der deutsch-italienischen Front im Raum Ägyptens freizubekommen. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass die englische Regierung dann nach Kanada hätte evakuiert werden müssen und dass Ägypten und der Suezkanal unter Hitlers Herrschaft geraten wären. Aber das ist noch nicht alles. Die UdSSR wäre gezwungen gewesen, einen großen Teil ihrer Truppen von der mandschurischen Grenze an die „Ostfront“-Verteidigungslinie zu verlegen, um ihre Verteidigung zu verstärken, und dies hätte es den Japanern ermöglicht, in der Mandschurei an die 30 Divisionen freizubekommen und sie gegen China, gegen die Philippinen, gegen Südostasien überhaupt und schließlich gegen die amerikanischen Streitkräfte im Fernen Osten einzusetzen.

All das hätte dazu geführt, dass der Krieg mindestens zwei Jahre länger gedauert hätte und dass der Zweite Weltkrieg nicht 1945, sondern erst 1947 oder noch etwas später beendet worden wäre.

So war es um die Frage der „Ost“-Front bestellt.

Inzwischen nahmen die Ereignisse im Westen ihren Lauf. Im April 1940 besetzten die Deutschen Dänemark und Norwegen. Mitte Mai drangen die deutschen Truppen in Holland, Belgien und Luxemburg ein. Am 21. Mai stießen die Deutschen bis zum Ärmelkanal vor und riegelten die Alliierten in Flandern ab. Ende Mai räumten die englischen Truppen Dünkirchen, verließen Frankreich und begaben sich nach England. Mitte Juni fiel Paris. Am 22. Juni kapitulierte Frankreich vor Deutschland. Hitler hatte somit alle und jegliche gemeinsam mit Frankreich und England abgegebenen Nichtangriffsdeklarationen in den Staub getreten. Das war der völlige Bankrott der Befriedungspolitik, der Politik der Abkehr von kollektiver Sicherheit, der Politik der Isolierung der UdSSR.

Es war klargeworden, dass England und Frankreich durch die Isolierung der UdSSR die Einheitsfront der freiheitshebenden Länder zerschlagen hatten, schwächer geworden waren und nun selbst isoliert dastanden.

Am 1. März 1941 besetzten die Deutschen Bulgarien.

Am 5. April unterzeichnete die UdSSR einen Nichtangriffspakt mit Jugoslawien.

Am 22. Juni des gleichen Jahres überfiel Deutschland die UdSSR.

Italien, Rumänien, Ungarn und Finnland traten auf Seiten Deutschlands in den Krieg gegen die Sowjetunion ein.

Die Sowjetunion begann den Freiheitskrieg gegen Hitlerdeutschland.

Die verschiedenen Kreise Europas und Amerikas nahmen eine unterschiedliche Haltung zu diesem Ereignis ein.

Die von Hitler unterjochten Völker atmeten erleichtert auf, weil sie erkannten, dass Hitler sich zwischen zwei Fronten, der Westfront und der „Ostfront“, das Genick brechen werde.

Die regierenden Kreise Frankreichs waren schadenfroh und zweifelten nicht daran, dass „Rußland in kürzester Frist geschlagen werden“ würde.

Ein prominentes Mitglied des US-Senats, der jetzige US-Präsident Herr Truman, erklärte am Tage nach dem Überfall Deutschlands auf die UdSSR:

„Wenn wir sehen, dass Deutschland gewinnt, so sollten wir Rußland helfen, und wenn Rußland gewinnt, so sollten wir Deutschland helfen, sollen sie nur auf diese Weise möglichst viele totschlagen.“[43]

Eine ähnliche Erklärung gab 1941 in Großbritannien der damalige Minister für Flugzeugindustrie, Moore Brabazon, ab, der sich dahin äußerte, soweit Großbritannien in Betracht komme, wäre der beste Ausgang des Kampfes an der Ostfront die gegenseitige Erschöpfung Deutschlands und der UdSSR, wodurch England die Möglichkeit erhalten würde, die dominierende Stellung einzunehmen. Diese Äußerungen waren ohne Zweifel bezeichnend für die Stellungnahme der reaktionären Kreise der USA und Großbritanniens. Aber die ganz überwiegende Mehrheit der Völker Englands und Amerikas war für die UdSSR und forderte gemeinsame Sache mit der Sowjetunion zum erfolgreichen Kampf gegen Hitlerdeutschland. Als Ausdruck dieser Gesinnung ist die Erklärung des britischen Premierministers, Herrn Churchill, zu betrachten, der am 22. Juni 1941 erklärte:

„Die Gefahr für Rußland ist auch eine Gefahr für uns und für die Vereinigten Staaten, ebenso wie die Sache jedes Russen, der für Heim und Herd kämpft, die Sache der freien Menschen und der freien Völker in jedem Teil des Erdballs ist.“

Den gleichen Standpunkt gegenüber der UdSSR bezog die Regierung Roosevelts in den USA. Damit war der Grundstein gelegt für die englisch-sowjetisch-amerikanische Koalition gegen Hitlerdeutschland. Die Antihitlerkoalition steckte sich das Ziel, das Hitlerregime zu zerschlagen und die von Hitlerdeutschland unterjochten Völker zu befreien. Trotz der Verschiedenheit in der Ideologie und dem Wirtschaftssystem der einzelnen verbündeten Staaten wurde die englisch-sowjetisch-amerikanische Koalition zu einem mächtigen Bündnis der Völker, die ihre Kräfte im Befreiungskampf gegen den Hitlerfaschismus vereinigten. Natürlich gab es auch damals, während des Krieges, in einigen Fragen Meinungsverschiedenheiten zwischen den Verbündeten. Bekannt ist zum Beispiel, von welcher Bedeutung die Meinungsverschiedenheiten in so wichtigen Fragen waren wie die Eröffnung der zweiten Front, die Verpflichtungen der Verbündeten, die Frage ihrer moralischen Pflichten voreinander.

Die Geschichtsfälscher und alle möglichen Verleumder klammern sich an diese Meinungsverschiedenheiten, um entgegen sonnenklaren Tatsachen zu „beweisen“, dass die UdSSR im Kampf gegen die Hitleraggression kein treuer und aufrichtiger Verbündeter war noch sein konnte. Aber da der gemeinsame Kampf gegen Hitlerdeutschland und die Haltung der UdSSR in diesem Kampf keinerlei Unterlagen für eine solche Beschuldigung bieten, so wenden sie sich der Vergangenheit — der Vorkriegszeit — zu und behaupten, die Vertreter der Sowjetunion hätten sich 1940 bei den Berliner „Verhandlungen“ mit Hitler unehrenhaft und nicht wie Verbündete benommen. Sie versichern, bei den Berliner „Verhandlungen“ seien ruchlose „europäische Teilungspläne“, territoriale Ansprüche der Sowjetunion „südlich der Sowjetunion in Richtung Indischer Ozean“, „Pläne“ hinsichtlich der Türkei, Irans, Bulgariens und andere „Probleme“ zur Sprache gekommen und entschieden worden. Die Verleumder bedienen sich zu diesem Zweck der Berichte deutscher Botschafter und anderer Hitlerbeamter, aller möglichen Notizen und deutschen Entwürfe irgendwelcher „Protokolle“ und ähnlicher „Dokumente“.

Was aber ist in Wirklichkeit in Berlin vor sich gegangen? Es muss gesagt werden, dass die sogenannten „Berliner Verhandlungen“ von 1940 in Wirklichkeit nichts anderes waren als eine Antwortvisite W. M. Molotows auf die beiden Besuche Ribbentrops in Moskau. Die Unterhandlungen betrafen hauptsächlich die Beziehungen zwischen der Sowjetunion und Deutschland. Hitler bemühte sich, sie zur Grundlage eines weitreichenden Abkommens zwischen Deutschland und der Sowjetunion zu machen. Die Sowjetunion umgekehrt nutzte sie dazu aus, die Einstellung Deutschlands zu sondieren und auf den Zahn zu fühlen, ohne die Absicht zu haben, irgendein Abkommen mit den Deutschen zu schließen. In diesen Unterredungen meinte Hitler, die Sowjetunion sollte sich einen Ausgang nach dem Persischen Meerbusen verschaffen, indem sie Westiran und die iranischen Erdölfelder der Engländer an sich brächte. Er sagte ferner, Deutschland würde der Sowjetunion behilflich sein können, ihre Ansprüche an die Türkei zu regulieren, eine Korrektur des Meerengenvertrages von Montreux eingeschlossen, wobei er die Interessen Irans absolut ignorierte, die Interessen der Türkei dagegen angelegentlich verteidigte, offensichtlich weil er diese als seinen gegenwärtigen oder doch jedenfalls künftigen Verbündeten betrachtete. Was die Balkanländer und die Türkei anbelangt, so betrachtete Hitler diese als eine Einflusssphäre Deutschlands und Italiens.

Aus diesen Unterhaltungen zog die Sowjetregierung folgende Schlüsse: Deutschland legt keinen Wert auf Beziehungen zu Iran; Deutschland ist nicht mit England verbunden und hat auch nicht die Absicht, eine solche Bindung einzugehen — folglich kann die Sowjetunion an England einen verlässlichen Verbündeten gegen Hitlerdeutschland finden; die Balkanstaaten sind entweder bereits gekauft und in Satelliten Deutschlands verwandelt (Bulgarien, Rumänien, Ungarn) oder unterjocht, wie die Tschechoslowakei, oder aber sie stehen vor ihrer Unterjochung, wie Griechenland; Jugoslawien ist das einzige Balkanland, auf das man als künftigen Verbündeten des Antihitlerlagers rechnen kann; die Türkei ist entweder schon durch enge Bande mit Hitlerdeutschland verbunden oder hat doch die Absicht, eine solche Bindung einzugehen. Nach diesen nützlichen Schlussfolgerungen pflegte die Sowjetregierung keinerlei Unterredungen mehr über die dargelegten Fragen, obgleich Ribbentrop die Sache wiederholt in Erinnerung brachte. Wie man sieht, sondierte die Sowjetregierung die Stellungnahme der Hitlerregierung, fühlte ihr auf den Zahn, ohne dass diese Schritte zu irgendeinem Abkommen führten oder führen konnten.

Ist es zulässig, dass friedliebende Staaten den Standpunkt eines Gegners in dieser Weise sondieren? Das ist unbedingt zulässig. Es ist sogar nicht nur zulässig, sondern zuweilen auch eine direkte politische Notwendigkeit. Notwendig ist nur, dass die Sondierung mit Wissen und Zustimmung der Verbündeten geschieht und dass die Resultate der Sondierung den Verbündeten mitgeteilt werden. Die Sowjetunion hatte damals jedoch keine Verbündeten, sie war isoliert und deshalb leider nicht in der Lage, die Resultate der Sondierung den Verbündeten mitzuteilen.

Bemerkt werden muss, dass eine ähnliche, wenn auch anrüchige Sondierung des Standpunkts Hitlerdeutschlands von Vertretern Englands und der USA unternommen wurde, als der Krieg bereits im Gange war, als die Antihitlerkoalition, bestehend aus England, den Vereinigten Staaten von Amerika und der UdSSR, bereits geschlossen war. Das geht aus Dokumenten hervor, die von den Sowjettruppen in Deutschland erbeutet worden sind. Aus diesen Dokumenten ist zu ersehen, dass im Herbst 1941 sowie in den Jahren 1942 und 1943 in Lissabon und in der Schweiz hinter dem Rücken der UdSSR Verhandlungen zwischen Vertretern Englands und Deutschlands und später zwischen Vertretern der USA und Deutschlands über die Frage eines Friedensschlusses mit Deutschland gepflogen wurden.

In einem dieser Dokumente- einer Beilage zu einem Bericht Ernst Weizsäckers, Staatssekretär im deutschen Auswärtigen Amt- wird der Verlauf solcher Verhandlungen dargelegt, die in Lissabon im September 1941 gepflogen wurden. Aus diesem Dokument ersieht man, dass am 13. September ein Sohn Lord Beaverbrooks, Max Aitken, ein Offizier der englischen Armee, der später Mitglied des englischen Parlaments wurde, als Vertreter Englands mit dem Ungarn Gustav von Köver, der im Auftrag des deutschen Außenministeriums operierte, zusammentraf, wie aus einem Schreiben W. Krauels, des deutschen Generalkonsuls in Genf, an Weizsäcker hervorgeht.

Bei diesen Unterhandlungen stellte Aitken rundheraus die Frage:

„Wäre es nicht möglich, den bevorstehenden Winter und das Frühjahr dazu zu benutzen, um hinter den Kulissen die Möglichkeiten eines Friedens zu erörtern?“

ndere Dokumente sprechen von Verhandlungen zwischen Vertretern der Regierungen der USA und Deutschlands, die im Februar 1943 in der Schweiz stattfanden. Für die USA führte diese Verhandlungen der Sonderbeauftragte der USA-Regierung, Allen Dulles (der Bruder John Foster Dulles), der unter dem Decknamen „Bull“ figurierte und „unmittelbare Aufträge und Vollmachten des Weißen Hauses“ hatte. Sein Gesprächspartner von deutscher Seite war Fürst M. Hohenlohe, der den regierenden Kreisen Hitlerdeutschlands nahestand und unter dem falschen Namen „Pauls“ als Vertreter Hitlers fungierte. Das Dokument, worin diese Verhandlungen dargelegt sind, verwahrte der hitlerfaschistische Sicherheitsdienst (SD).

Wie aus diesem Dokument ersichtlich, wurden in der Unterredung wichtige Fragen berührt, die Österreich, die Tschechoslowakei, Polen, Rumänien, Ungarn und, was besonders wichtig ist, einen Friedensschluss mit Deutschland betrafen. A. Dulles (Bull) erklärte in dieser Unterredung:

„Nie wieder dürften Nationen wie Deutschland durch Not und Unrecht zu verzweifelten Experimenten und Heroismus getrieben werden. Der deutsche Staat müsste als Ordnungs- und Aufbaufaktor bestehen bleiben, eine Aufteilung desselben oder Loslösung Österreichs käme nicht in Frage.“

Hinsichtlich Polens erklärte Dulles (Bull), 

„durch eine Vergrößerung Polens nach dem Osten hin und die Erhaltung Rumäniens und eines starken Ungarns einen sicheren Riegel gegen den Bolschewismus und den Panslawismus befürworten zu müssen.“[44]

Weiter wird in der Niederschrift dieser Unterredung bemerkt:

„Er (Bull) ging mehr oder weniger auf eine staatliche und industrielle europäische Großraumordnung ein und sah in einem föderativen Großdeutschland (ähnlich den USA) und mit einer an dieses angelehnten Donaukonföderation den besten Garanten für Ordnung und Aufbau in Zentral- und Osteuropa.“ [45]

Dulles (Bull) erklärte außerdem, er erkenne die Ansprüche der deutschen Industrie auf die führende Rolle in Europa vollauf an. Man kann nicht umhin, zu bemerken, dass die Engländer und die Amerikaner diese Sondierung ohne Wissen und Zustimmung ihres Verbündeten, der Sowjetunion, unternahmen und dass die Sowjetregierung nicht einmal nachträglich über die Resultate dieser Sondierung informiert wurde. 

Das konnte bedeuten, dass die Regierungen der USA und Englands in diesem Fall versuchten, Verhandlungen mit Hitler über einen Separatfrieden anzubahnen. Es ist klar, dass eine solche Haltung der Regierungen Englands und der USA nur als Verstoß gegen die elementarsten Anforderungen an die Pflichten und Obliegenheiten von Verbündeten betrachtet werden kann.

Es ergibt sich also, dass die Geschichtsfälscher, die der UdSSR „Unaufrichtigkeit“ vorwerfen, hier ihre eigene Schuld anderen in die Schuhe zu schieben versuchen. 

Es kann keinen Zweifel darüber geben, dass den Geschichtsfälschern und anderen Verleumdern diese Dokumente bekannt sind. Wenn sie nun diese Dokumente der öffentlichen Meinung vorenthalten und sich in ihrer Verleumdungskampagne gegen die UdSSR über sie ausschweigen, so geschieht das, weil sie die historische Wahrheit wie die Pest fürchten. 

Was die Meinungsverschiedenheiten über die Eröffnung der zweiten Front anbelangt, so zeigte sich hier, wie verschieden die Verbündeten die Verpflichtungen auffassen, die ihnen aus ihren gegenseitigen Beziehungen erwachsen. Das Sowjetvolk ist der Meinung, dass man einem Verbündeten, wenn er in Not gerät, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln beistehen muss, dass man den Verbündeten nicht als zeitweiligen Gefährten behandeln darf, sondern ihn als Freund behandeln, sich über seine Erfolge und sein Erstarken freuen muss. Die Vertreter der Engländer und Amerikaner teilen diese Meinung nicht, sondern halten eine solche Moral für eine Naivität. Sie gehen davon aus, dass ein starker Verbündeter gefährlich ist, dass ein Erstarken des Verbündeten nicht in ihrem Interesse liegt, dass man besser mit einem schwachen Verbündeten als mit einem starken zu tun hat, und dass man, wenn er dennoch erstarkt, Maßnahmen ergreifen muss, um ihn zu schwächen.

Jedermann weiß, dass die Engländer und die Amerikaner in dem englisch-sowjetischen Kommuniqué bzw. in dem sowjetisch-amerikanischen Kommuniqué vom Juni 1942 die Verpflichtung übernahmen, die zweite Front in Europa noch im Jahre 1942 zu eröffnen. Dies war ein feierliches Versprechen, wenn man will ein Schwur, der pünktlich eingehalten werden musste, um den Truppen der Sowjetunion, die in der ersten Periode des Krieges die ganze Last der Abwehr des deutschen Faschismus zu tragen hatten, Erleichterung zu verschaffen. Bekannt ist aber auch, dass dieses Versprechen weder 1942 noch auch 1943 eingelöst wurde, obgleich die Sowjetregierung wiederholt erklärte, die Sowjetunion könne sich mit einem Aufschub der zweiten Front nicht abfinden.

Die Politik des Aufschubs der zweiten Front war keinesfalls zufälliger Natur. Diese Politik wurde genährt durch die Bestrebungen der reaktionären Kreise Englands und der USA, die im Krieg mit Deutschland ihre eigenen, mit den Befreiungsaufgaben des Kampfes gegen den deutschen Faschismus nicht zu vereinbarenden Ziele verfolgten. Die völlige Zerschlagung des deutschen Faschismus gehörte nicht zu ihren Plänen. Sie waren daran interessiert, Deutschlands Macht zu untergraben, vor allem Deutschland als einen gefährlichen Konkurrenten auf dem Weltmarkt auszuschalten, wobei sie von ihren engstirnigen, eigennützigen Zielen ausgingen. Es gehörte dagegen durchaus nicht zu ihren Absichten, Deutschland und andere Länder von der Herrschaft der reaktionären Kräfte zu befreien, die ständige Träger der imperialistischen Aggression und des Faschismus sind, ebenso wie durchgreifende demokratische Umgestaltungen nicht zu ihren Absichten gehörten.

Gleichzeitig spekulierten sie auf eine Schwächung der UdSSR, sie hofften darauf, dass die UdSSR sich weißbluten, durch den zermürbenden Krieg für lange Zeit ihre Bedeutung als große und starke Macht einbüßen und nach dem Kriege von den USA und Großbritannien abhängig werden würde. Man begreift, dass die Sowjetunion eine derartige Haltung zu einem Verbündeten nicht als normal ansehen kann. Das gerade Gegenteil dieser Politik ist die von der UdSSR in den Beziehungen zu ihren Verbündeten befolgte Politik. Diese Politik zeichnet sich durch unverändert uneigennützige, konsequente und ehrliche Erfüllung der übernommenen Verpflichtungen und durch die Bereitschaft aus, seinem Verbündeten stets kameradschaftliche Hilfe zu erweisen. Die Sowjetunion hat im vergangenen Krieg Beispiele einer solchen echten Haltung gegenüber anderen Verbündeten, ihren Waffengefährten im Kampf gegen den gemeinsamen Feind, geliefert.

Hier ein Beweis.

Bekanntlich unternahmen die Hitlertruppen Ende Dezember 1944 an der Westfront, im Raum der Ardennen, eine Offensive, durchbrachen die Front und brachten die englisch-amerikanischen Truppen schwer in die Klemme. Nach der Behauptung der Alliierten wollten die Deutschen durch einen Schlag gegen Lüttich die erste amerikanische Armee zerschlagen, bis Antwerpen vorstoßen, die neunte amerikanische, die zweite britische und die erste kanadische Armee abschneiden und den Alliierten ein zweites Dünkirchen bereiten, um England zum Ausscheiden aus dem Krieg zu veranlassen. 

In diesem Zusammenhang richtete W. Churchill am 6. Januar 1945 an J. W. Stalin ein Schreiben folgenden Inhalts:

„Die Schlacht im Westen ist sehr schwer, und vom Oberkommando können jederzeit weitreichende Entschlüsse verlangt werden. Sie selbst wissen aus Ihrer eigenen Erfahrung, wie sehr besorgniserregend die Lage ist, wenn man nach vorübergehendem Verlust der Initiative eine sehr breite Front zu verteidigen hat. Für General Eisenhower ist es sehr erwünscht und notwendig, in allgemeinen Zügen zu erfahren, was Sie zu tun gedenken, weil sich das naturgemäß auf alle seine und unsere wichtigsten Entscheidungen auswirken wird. Laut einer eingelaufenen Meldung befand sich unser Emissär, Hauptmarschall der Luftstreitkräfte Tedder, gestern Abend, durch die Witterungsverhältnisse aufgehalten, in Kairo. Seine Reise hat sich sehr verzögert, nicht durch Ihre Schuld. Wenn er noch nicht bei Ihnen eingetroffen ist, so wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie mir mitteilen könnten, ob wir im Januar auf eine große russische Offensive an der Weichselfront oder an irgendeiner anderen Stelle rechnen können, und ebenso beliebige andere Momente, die Sie möglicherweise zu erwähnen wünschen. Ich werde diese streng vertrauliche Information außer Feldmarschall Brooke und General Eisenhower niemand mitteilen, und auch das nur unter Einhaltung strengster Diskretion. Ich betrachte die Sache als dringend.“

Am 7. Januar 1945 ließ J. W. Stalin an W. Churchill folgende Antwort ergehen:

„Am 7. Januar abends erhielt ich Ihr Schreiben vom 6. Januar 1945.

Leider ist der Herr Hauptmarschall der Luftstreitkräfte Tedder noch nicht in Moskau eingetroffen.

Es ist sehr wichtig, die Überlegenheit unserer Artillerie und Luftstreitkräfte gegen die Deutschen auszunutzen. Nur ist hierfür klares Wetter für die Luftstreitkräfte und das Ausbleiben von Bodennebeln erforderlich, die das Zielfeuer der Artillerie stören. Wir bereiten eine Offensive vor, aber das Wetter ist für unsere Offensive augenblicklich ungünstig. In Anbetracht der Lage unserer Verbündeten an der Westfront hat das Hauptquartier des Oberkommandos jedoch beschlossen, die Vorbereitungen in forciertem Tempo zu beendigen und spätestens in der zweiten Januarhälfte ohne Rücksicht auf das Wetter an der gesamten Zentralfront großangelegte Offensivoperationen gegen die Deutschen zu beginnen. Sie brauchen nicht daran zu zweifeln, dass wir alles tun werden, was nur getan werden kann, um den wackeren Truppen unserer Verbündeten zu helfen.“

In seinem Antwortbrief an J. W. Stalin schrieb W. Churchill am 9. Januar: 

„Ich bin Ihnen für Ihr ergreifendes Schreiben sehr verbunden. Ich habe es an General Eisenhower ausschließlich zu seiner persönlichen Kenntnisnahme weitergeleitet. Möge Ihr edles Beginnen von vollem Erfolg begleitet sein!“

In dem Wunsch, die Unterstützung der alliierten Truppen im Westen zu beschleunigen, beschloss das Oberkommando der Sowjettruppen, den Zeitpunkt der Offensive gegen die Deutschen an der sowjetisch-deutschen Front vom 20. Januar auf den 12. Januar vorzuverlegen. Am 12. Januar begann an der breiten Front von der Ostsee bis zu den Karpaten eine große Offensive der Sowjettruppen. Es wurden 150 Sowjetdivisionen mit gewaltigen Mengen Artillerie und Flugzeugen in Bewegung gesetzt, die die deutsche Front durchbrachen und die deutschen Truppen Hunderte Kilometer zurückwarfen. Am 12. Januar stellten die deutschen Truppen an der Westfront, darunter die fünfte und sechste Panzerarmee, die zu einem neuen Vorstoß antreten sollten, ihre Offensive ein; sie wurden im Laufe von 5-6 Tagen von der Front zurückgenommen und nach dem Osten, gegen die angreifenden Sowjettruppen, geworfen. Die Offensive der deutschen Truppen im Westen war zum Scheitern gebracht.

Am 17. Januar 1945 schrieb W. Churchill an J. W. Stalin:

„Ich bin Ihnen sehr verbunden für Ihr Schreiben und außerordentlich froh, dass Luftmarschall Tedder auf Sie einen so günstigen Eindruck gemacht hat. Im Namen der Regierung Seiner Majestät und aus tiefstem eigenen Herzen möchte ich Ihnen unseren Dank und unsere Glückwünsche aussprechen anlässlich der gigantischen Offensive, die Sie an der Ostfront begonnen haben. Ihnen ist jetzt zweifellos bekannt, welche Pläne General Eisenhower verfolgt und in welchem Maße ihre Verwirklichung durch die Störungsoffensive Rundstedts aufgehalten wurde. Ich bin gewiss, dass die Kämpfe an unserer ganzen Front ununterbrochen weitergehen werden. Die britische 21. Heeresgruppe unter dem Befehl Feldmarschall Montgomerys ist heute im Raum südlich Roermond zum Angriff angetreten.“

In dem an die Sowjettruppen gerichteten Befehl J. W. Stalins vom Februar 1945 heißt es über diese Offensive der Sowjettruppen:

„Im Januar dieses Jahres hat die Rote Armee an der ganzen Front von der Ostsee bis zu den Karpaten auf den Feind einen Schlag von beispielloser Wucht niedersausen lassen. An einer 1200 Kilometer breiten Front zerbrach sie die starken Verteidigungsstellungen der Deutschen, an denen diese mehrere Jahre lang gearbeitet hatten. Im Verlauf ihrer Offensive warf die Rote Armee den Feind durch rasche und meisterhafte Operationen weit nach Westen zurück.

Die Erfolge unserer Winteroffensive haben vor allem dazu geführt, dass sie die Winteroffensive der Deutschen, die sich die Besetzung Belgiens und des Elsaß zum Ziel setzten, zum Scheitern gebracht und es den Armeen unserer Verbündeten ermöglicht haben, ihrerseits zur Offensive gegen die Deutschen überzugehen und damit ihre Offensivoperationen im Westen mit den Offensivoperationen der Roten Armee im Osten zu verbinden.“

So handelte J. W. Stalin.

So handeln wahre Verbündete im gemeinsamen Kampf.

Das sind die Tatsachen.

Natürlich heißen die Geschichtsfälscher und Verleumder eben deshalb Fälscher und Verleumder, weil sie vor den Tatsachen keinen Respekt haben. Sie ziehen es vor, mit Klatsch und Verleumdungen zu tun zu haben. Es besteht jedoch kein Grund, daran zu zweifeln, dass diese Herren schließlich doch gezwungen sein werden, die allgemein bekannte Wahrheit einzusehen, dass Klatschereien und Verleumdungen vergehen, Tatsachen aber bestehen.

SOWJETISCHES INFORMATIONSBÜRO


[1]                Entschließung des Europäischen Parlaments vom 19. September 2019 zur Bedeutung des europäischen Geschichtsbewusstseins für die Zukunft Europas.

[2]                Zitiert nach vorliegender Broschüre, Seite XXX.

[3]                YouGov: „Who did the most to defeat the Nazis?“, April 2025.

[4]                Thomas Fasbender: „Künftiger Außenminister Wadephul: ‘Russland wird immer ein Feind für uns bleiben’“, 28.04.2025, Berliner Zeitung.

[5]                Zitiert nach Corwin D. Edwards, Economic and Political Aspects of International Cartels (Ökonomische und politische Aspekte der internationalen Kartelle), 1947.

[6]                Richard Sasuly, „IG Farben “, Boni and Gaer, New York 1947, S. 80.

[7]                Vergleiche Stock Exchange Year Book, London 1925; Who’s Who in America; Who’s Who in American Finance, Banking and Insurance; Moody’s Manual of Railroads and Corporation Securities; Poor’s Manual, 1924—1939.

[8]                W. M. Molotow, Artikel und Reden 1935/1936, S. 176, russ.

[9]                Ebenda, S. 177.

[10]              J. Stalin, Fragen des Leninismus, Dietz Verlag, Berlin 1961, S. 687.

[11]              Ebenda.

[12]              Ebenda, S.690.

[13]              A. Hitler, „Mein Kampf“, München 1936, S. 742. 

[14]              „Dokumente und Materialien aus der Vorgeschichte des zweiten Weltkrieges“, Bd. I, Moskau 1948, S.17/18.

[15]              Gemeint sind Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien.

[16]              Ebenda, S. 18/19.

[17]              Ebenda, S. 19/20.

[18]              Ebenda, S. 23.

[19]              Ebenda, S. 34/35.

[20]              „Times“ vom 23. Februar 1938, S. 8. 

[21]              Vergleiche „Dokumente und Materialien aus der Vorgeschichte des zweiten Weltkrieges“, Bd. I. 

[22]              Ebenda, S. 53. 

[23]              Ebenda. 

[24]              „Iswestija“ vom 18. März 1938.

[25]              Note des Foreign Office vom 24. März 1939.

[26]              „Dokumente und Materialien aus der Vorgeschichte des zweiten Weltkrieges“, Bd. II, Moskau 1948, S. 31. 

[27]              Ebenda.

[28]              Correspondence respecting Czechoslovakia (Korrespondenz betr. Die Tschechislowakei), September 1938, London 1938, cmd 5847, S. 8/9.

[29]              J. Stalin, „Fragen des Leninismus“, S. 690.

[30]              Ebenda, S. 687/688.

[31]              Michael Sayers/Albert E. Kahn, „Die große Verschwörung“, Berlin 1949, S. 316/317.

[32]              „Iswestija“ vom 20. März 1939.

[33]              „Dokumente und Materialien aus der Vorgeschichte des zweiten Weltkrieges“, Bd. I, S. 291/292. 

[34]              „Dokumente und Materialien aus der Vorgeschichte des zweiten Weltkrieges“, Bd. II, S. 181. 

[35]              Siehe „Geschichte der Diplomatie“, Bd. III, Moskau 1947, S. 780.

[36]              Siehe Michael Sayers/Albert E. Kahn „Die große Verschwörung“, S. 320/321.

[37]              Halifax, E.F., „Speeches on Foreign Policy“ (Reden über Außenpolitik), London 1940, S. 296.

[38]              „Dokumente und Materialien aus der Vorgeschichte des zweiten Weltkrieges“, Bd. II, S. 67.

[39]              Note der britischen Gesandschaft vom 2. März 1940. Svenska Utrikes Departementets Vita Bok (Weißbuch des schwedischen Außenministeriums), Stockholm 1947, S. 120. 

[40]              „Aide-memoire Günthers vom 2. März 1940“, ebenda, S. 119.

[41]              Damals Mitglied der französischen Regierung. 

[42]              Henri de Kerillis, „De Gaulle dictateur“, Montreal 1945, S. 363/364. 

[43]              „New York Times“ vom 24. Juni 1941.

[44]              „Unterredung Pauls- Mr. Bull“, aus den deutschen Archivdokumenten.

[45]              Ebenda.


Info: https://kommunistische-organisation.de/broschueren/geschichtsfaelscher-aus-geheimdokumenten-ueber-die-vorgeschichte-des-2-weltkrieges/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

08.09.2025

Klingbeil und die Brandstifter: Die Agendapolitik von Schröder war feige, Wiederholung ist tödlich 

Relevante Ökonomik

relevante-oekonomik.com, 8. September 2025von

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(Dieser Artikel erscheint heute auch im Overton-Magazin)

Lars Klingbeil hat die Agendapolitik seines Vorgängers Schröder „mutig“ genannt. Welch ein Irrtum! Nein, die Agendapolitik von Rot-Grün war nicht mutig, sondern feige. Zudem war sie falsch, weil sie Deutschland auf ein Gleis geschoben hat, das sich spätestens jetzt als Abstellgleis erweist. Für die SPD war sie desaströs, weil sie aus ihr eine 15 Prozent Partei gemacht hat.

An diesem Irrtum des SPD-Vorsitzenden wird Deutschland noch lange zu knabbern haben. In der CDU formieren sich die radikal-neoliberalen Kräfte und die SPD glaubt an die Wiederholung von „Reformen“, die schon vor 20 Jahren nichts anderes waren als das Einknicken vor dem neoliberalen Mainstream und damit die Kapitulation vor der Aufgabe, eine rationale Wirtschaftspolitik zu versuchen. Gute Nacht Deutschland. 


Die Agenda war Mainstream in Reinform


Die Agendapolitik von Schröder war nur insofern „mutig“, als sie die vollständige Abkehr von dem Programm markierte, das die SPD vor dem historischen Wahlsieg von 1998 den Wählern in Deutschland versprochen hatte und wofür sie mit einem ganz außergewöhnlichen Wahlsieg belohnt wurde. Die Wahlversprechen gegen den ökonomischen Mainstream in Deutschland und gegen die Lobbyisten der Arbeitgeber durchzusetzen, das wäre wirklich mutig gewesen. Sich dem Mainstream zu ergeben und das abzukupfern, was die Vordenker des Mainstreams schon jahrelang gefordert hatten, war feige, billig und banal. 

Aber die SPD wäre nicht die SPD, wenn sie nicht wieder in die Falle laufen würde, die sie sich regelmäßig selbst stellt. Einerseits wollen die SPD-Mitglieder gerne zu den Gutmenschen gehören, die sich Gedanken über die Ärmsten in der Gesellschaft machen, die den Arbeitern eine geistige Heimat geben und den Reichen auch einmal zeigen, was eine Harke ist. Andererseits ist ihnen die Wirtschaft jedoch fremd. Sie wollen einfach nicht in die Niederungen der Ökonomik hinabsteigen, wo man sich mit den wirklich Mächtigen in diesem Land streiten müsste. 

Die Sozialdemokraten sind ja Sozialdemokraten geworden, weil sie kein anderes System wollen. Sie wollen ja die Marktwirtschaft und Marktwirtschaft heißt nun mal, dass die Unternehmer am besten wissen, was Sache ist. Die Vorstellung, die Unternehmen könnten das marktwirtschaftliche System fundamental missverstehen (wie hier gezeigt), ist dem Sozialdemokraten so fremd wie der Mars. Man muss mit den Unternehmern über Gehaltsprozente streiten, man muss ihnen ab und an mit höheren Steuern drohen, man muss von ihnen menschliche Arbeitsbedingungen fordern, aber mit den Unternehmern und ihren Verbänden darüber diskutieren, wie die Wirtschaft funktioniert, das ist abwegig. Das wissen die doch allemal besser als wir!


Die SPD kann die Volkswirtschaft nicht verstehen


Deswegen sind ernsthafte Volkswirtschaftslehre und die Sozialdemokratie dieses Jahrhunderts ein natürlicher Widerspruch. Und wehe, es verläuft sich mal einer von ihnen auf diesem Minenfeld (es gab mal einen Vorsitzenden, der es kurz vor der Jahrhundertwende wagte), dem kann niemand helfen, der ist einfach nicht zu retten. Mutig fühlt sich die SPD, wenn sie das Wort „Reichensteuer“ in die Runde wirft oder zu absonderlichen Vorschlägen der Konservativen „Bullshit“ sagt. Damit ist aber auch genug des Mutes. Wenn es zur Sache geht, dann muss man als Sozialdemokrat „vernünftig“ sein, dann muss man mal fünfe gerade sein lassen und akzeptieren, dass die Unternehmer und ihre liberal-konservativen Truppen die Führung im Felde übernehmen. 

Dass es jetzt zur Sache geht, ist keine Frage. Die Bundeswirtschaftsministerin hat sich eine Beratergruppe zusammengestellt, die dem Kettensägenmann aus Argentinien zur Ehre gereichen würde. Das Handelsblatt nennt das eine „Kampfansage“ an die SPD, aber die will das nicht einmal zur Kenntnis nehmen. Max Frischs Biedermann weiß, wie man mit so etwas umgeht: „Wenn man jedermann für einen Brandstifter hält, wo führt das hin? Man muss auch ein bisschen Vertrauen haben, Babette, ein bisschen Vertrauen“. Markus Linnemann will eine Agenda 2030, wie soll die SPD sich da widersetzen, es war doch (scheinbar) ihre geniale Idee, mit der Agenda 2010 Deutschland zu retten.

Jetzt rächt sich, dass die Partei in den vergangenen 20 Jahren niemals versucht hat, den eigenartigen Erfolg ihrer Agenda 2010 zu verstehen. Hätte man auch nur einmal ernsthaft darüber nachgedacht, wüsste man jetzt ganz genau, dass sich eine solche Operation nicht wiederholen lässt. Nur weil gerade die Europäische Währungsunion gegründet worden war, konnte man die europäischen Partner mit einer (relativen) Lohnsenkung überrumpeln. Die USA waren nach 9/11 ausschließlich auf die Bekämpfung des islamischen Terrorismus fokussiert und dachten nicht im Traum daran, die wenigen Freunde, die sie in der Welt hatten, wegen wirtschaftlicher Fragen zu kritisieren. 


Eine Wiederholung ist mehr als riskant


Nun ist alles anders. Zwar faselt man in Brüssel unter einer geistlosen (deutschen) Führung weiterhin von Wettbewerbsfähigkeit, aber Frankreich geht gerade jetzt in die Knie, weil es, anders als Deutschland, in den vergangenen zwanzig Jahren nicht das Ventil eines Leistungsbilanzüberschusses hatte, der es ihm erlaubt hätte, schwarze Nullen im Staatshaushalt zu produzieren (wie hier zuletzt gezeigt). Wohin will man das Land (und in ähnlicher Weise Italien) noch treiben, wenn das politische System schon jetzt dem Bersten nahe ist?

Trumps fact sheet, man muss es wiederholen, weil es in Deutschland von der Politik und den Medien total verdrängt wurde und wird, hat sogar explizit auf das deutsche Lohndumping abgestellt: „Länder wie China, Deutschland, Japan und Südkorea haben eine Politik verfolgt, die den Binnenkonsum ihrer eigenen Bürger unterdrückt, um die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Exportprodukte künstlich zu steigern. Zu dieser Politik gehören regressive Steuersysteme, niedrige oder nicht durchgesetzte Strafen für Umweltzerstörung und Maßnahmen, die darauf abzielen, die Löhne der Arbeitnehmer im Verhältnis zur Produktivität zu drücken“.

Wer heute sagt, das interessiert uns nicht, wir machen es einfach noch einmal, ist blind oder total skrupellos. Die SPD muss sich jetzt schnell entscheiden, wohin sie gehen will. Ihr Untergang ist vermutlich nicht mehr abzuwenden, aber sie könnte dem deutschen Volk noch einen Dienst tun, indem sie die Brandstifter einfach Brandstifter nennt.  


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Info: https://www.relevante-oekonomik.com/2025/09/08/klingbeil-und-die-brandstifter-die-agendapolitik-von-schroeder-war-feige-wiederholung-ist-toedlich/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


unser weiterer Kommentar: Was hier als Verriss Heiner Flassbecks erscheint, ist nur die bitterböse Bilanz einer bereits in der Vergangenheit gescheiterten Realpolitik, auf die jetzt erneut alle sozialdemokratische Hoffnung gesetzt werden soll.

08.09.2025

Die politische Woche in Europa Das russische Fernsehen über „Mückenzucht“ und den „Eunuchenchor“ der EU

nachdenkseiten.de, 8. September 2025 11:00 Uhrvon Anti-Spiegel

Der Rückblick auf die politische Woche in Europa fiel im russischen Fernsehen dieses Mal so ironisch und kopfschüttelnd aus, wie wohl nur selten zuvor. Und dafür haben die EU-Politiker viele gute Gründe geliefert.

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Ich weise fast jeden Sonntag darauf hin, dass der Beitrag, den der Deutschland-Korrespondent zum wöchentlichen Nachrichtenrückblick des russischen Fernsehens beisteuert, für mich immer ein Highlight der Sendung ist. Oft erfahre ich, wie beispielsweise letzte Woche, in seinen Beiträgen etwas über Vorgänge in Deutschland und der EU, über die deutsche und europäische Medien nicht berichten. Außerdem berichtet er über viele Details, über die ich im Laufe der Woche nicht berichtet habe, weil ich den Anti-Spiegel im Ein-Mann-Betrieb führe und daher aus Zeitgründen oft nicht über alles schreiben kann, worüber ich gerne schreiben würde.

An diesem Sonntag gab es in dem russischen Bericht aus Deutschland und der EU viele solche Meldungen, beispielsweise das, was der Korrespondent als „Mückenzucht“ im Baltikum bezeichnet hat. Da die Politik in Europa für denkende Menschen immer unverständlicher wird, hat der russische Korrespondent an ironischen Formulierungen nicht gespart und das war nur eines von vielen Beispielen aus seinem Bericht, den ich natürlich übersetzt habe, weil dieser Bericht in meinen Augen einer seiner besten und treffendsten Berichte war.

Beginn der Übersetzung:

Warum sich die Wünsche der „Koalition der Willigen“ nicht erfüllen

Diese Woche hat der französische Präsident Macron in Paris eine Gruppe mit dem absurden Namen „Koalition der Willigen“ versammelt. Was „Willige“ bedeutet, ist unklar und wird nicht näher erläutert. Die Wünsche der „Willigen“ sind vage. So sehr, dass manche, die einst willig waren, nun weniger willig sind und man daher eine „Koalition der Unwilligen“ gründen musste.

Deutschland, Italien, Rumänien und Bulgarien haben jedenfalls bereits ihre Weigerung angekündigt, Truppen in die Ukraine zu schicken. Nach Putins Worten, Russland werde ausländische Truppen in der Ukraine einfach vernichten, dürfte die „Koalition der weniger Willigen“ wieder größer werden. Diese Worte Putins an die Adresse der „Koalition der Willigen“ kann man, zur Erinnerung, sogar wiederholen.

In Wladiwostok sagte Putin: „Zu möglichen Militärkontingenten in der Ukraine. Die Ukraine in die NATO zu ziehen, ist einer der Hauptgründe. Sollten dort Truppen auftauchen, insbesondere jetzt während dort Kampfhandlungen stattfinden, gehen wir davon aus, dass sie legitime Ziele zur Vernichtung sind. Und wenn Entscheidungen getroffen werden, die zu Frieden, zu einem langfristigen Frieden führen, sehe ich einfach keinen Sinn in ihrer Präsenz in der Ukraine, das ist alles. Wenn Vereinbarungen getroffen werden, braucht niemand daran zu zweifeln, dass Russland diese vollständig umsetzen wird. Wir werden die Sicherheitsgarantien respektieren, die natürlich sowohl für Russland als auch für die Ukraine entwickelt werden müssen. Allerdings hat mit uns bisher niemand ernsthaft darüber gesprochen.“

Überhaupt ist schon der Name „Koalition der Willigen“ falsch. „Koalition der Fähigen“ würde viel stärker klingen. Aber hier sind nicht die Fähigen, sondern nur die „Willigen“, die Träumenden, die Gequälten. Oder „Koalition der Fantasiebesessenen“. Ja, was? Das wäre genauer, wenn auch etwas sanft. Die Berliner Zeitung ist deutlich weniger mitfühlend: „Wenn man die Lage nüchtern betrachtet und Starmer, Merz und Macron zuhört, die unterwürfig im Weißen Haus vor dem US-Präsidenten sitzen, klingen ihre Reden keineswegs nach Siegesfanfaren. Vielmehr ähneln diese Staatschefs einem Chor alter Eunuchen.“

Betrachtet man die tatsächlichen Ergebnisse der „Koalition der Willigen“, ist das eine Katastrophe. Der norwegische Publizist Paul Steigan stellte mit marxistischer Schärfe fest: „Es gibt in der EU keine wirklichen Kräfte, die stark genug wären, um dieses Gebilde am Leben zu erhalten. Die Bürokratie mit all ihren Plänen und Richtlinien ist zwar umfangreich, aber ohne eine solide wirtschaftliche Basis ist sie praktisch machtlos. Die EU-Kommission hat ein wahres Meisterwerk geschaffen, indem sie sich mit allen wichtigen Blöcken der Welt angelegt hat. Allen voran natürlich mit Russland, ihrem natürlichen Partner, zuverlässigen Energielieferanten und wichtigen Absatzmarkt, aber seit einiger Zeit auch mit den USA und China.“

Und so drückte der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy in seiner kalten Rationalität aus: „Man muss feststellen, dass Europa auf der internationalen Bühne isolierter ist als Russland. Das ist ein enormes Risiko für den Westen. Wir sind dabei, diesen politischen Konflikt zu verlieren.“

Ja, der aktivste außenpolitische Vektor der EU ist der Usurpator Wladimir Selensky. Er wird bis zur Unanständigkeit liebkost. Auf den Aufnahmen vom Treffen der „Koalition der Willigen“ in Paris sitzen er und Macron wie Braut und Bräutigam am Kopfende des Tisches.

Überhaupt könnte man sich kaum einen schlechteren Ort für dieses Treffen aussuchen. In Frankreich herrschen Regierungs-, Wirtschafts-, Finanz- und alle möglichen anderen Krisen. Macrons Beliebtheitswerte liegen bereits unter 15 Prozent. So schlecht waren sie noch nie. Macron ist eine tragikomische Figur.

Der ehemalige französische Präsident Sarkozy lacht ihn bereits aus: „Kurz gesagt, ich aß mit ihm zu Mittag, und der Präsident fragte mich: ‚Sagen Sie mir, was ich tun soll‘ Ich antwortete: ‚Das werde ich Ihnen nicht sagen, denn Sie werden das Gegenteil tun.‘ Sie fragen mich seit acht Jahren um Rat, und dann machen Sie praktisch alles anders. So war unser Gespräch. Ich verließ den Élysée-Palast um 15:45 Uhr. Länger habe ich es nicht ausgehalten. Dann sagte er mir etwas, das mich wirklich beunruhigte. Er sagte: ‚Ich glaube, Sie haben Recht.‘ Da war ich sicher, dass er genau das Gegenteil tun wird.“

Und wie steht es mit Europa? Als Macron Selensky und die „Koalition der Willigen“ in Paris empfing, wirkte er nach außen hin noch entschlossener als sonst. Aber das war keinen Cent wert, europäische Politiker und Militärs haben wahrhaft gigantische Arbeit geleistet. Macron beschrieb es so: „Diese Arbeit erlaubt es mir, Ihnen heute zu sagen, dass wir Europäer bereit sind, der Ukraine und den Ukrainern am Tag der Unterzeichnung eines Friedensabkommens Sicherheitsgarantien zu geben.“

Die Sicherheitsgarantien, die die europäischen Sponsoren Kiew geben wollen, bestehen in der Finanzierung, Ausbildung und Wiederbewaffnung der ukrainischen Armee, das ist das Wichtigste. Und zweitens geht es um die Entsendung irgendeines „Demonstrations“-Kontingents in die Westukraine.

Die genaue Zahl der Truppen wurde noch nicht festgelegt oder zumindest nicht bekannt gegeben, doch die dahinter stehenden Ziele sind klar: die Organisation von Ausbildungslagern für Kämpfer, die Terroranschläge in Russland verüben sollen. In dem wirtschaftlich und sozial zerstörten Land wird es reichlich Menschenmaterial geben.

Es gibt jedoch ein Problem: Der gesamte Friedensplan von Macron&Co. wird nur mit Deckung der USA funktionieren. Bei Tusk klang das so: „Alle wollten in erster Linie, dass die Amerikaner sehen, dass Europa bereit ist, seinen Verpflichtungen nachzukommen und diese Truppen bereitzustellen. Damit das auch die amerikanischen Partner dazu bewegen würde, den Druck auf Putin zu erhöhen.“

Am Donnerstag in Paris waren sie sich sicher, US-Präsident Trump die Erfüllung ihres Teils des Abkommens zu demonstrieren, das sie angeblich während ihrer Gruppenreise nach Washington unmittelbar nach dem russisch-amerikanischen Gipfel in Alaska vereinbart haben. Allerdings zeigte sich, dass es kein Abkommen gibt.

Sie hatten allen Grund zur Nervosität, als Steve Witkoff, Trumps „Kreml-Kontakt“, statt Keith Kellogg, des gewohnten Sondergesandten des amerikanischen Präsidenten für die Ukraine, nach Frankreich flog. Er saß 20 Minuten mit ihnen zusammen und ging dann, um dem US-Präsidenten den Wunsch der Europäer mitzuteilen, mit ihm zu telefonieren.

Das Gespräch fand statt. Glaubt man der Bild-Zeitung, die als erste über die Details berichtete, wäre es besser gewesen, sie hätten nicht angerufen. Die Unterstützer der Ukraine waren wegen Trump unzufrieden und enttäuscht. Auch nach dem Telefonat am Donnerstag glauben die Europäer nicht, dass Trump Sanktionen gegen Russland beschließen wird.

Sie meinen, den richtigen Moment abgepasst zu haben, denn Trump war wegen der Bilder und dem Inhalt des SOZ-Gipfels verärgert. Der richtige Moment, um das Weiße Haus zu Sanktionen gegen Russland und seine wichtigsten Handelspartner zu provozieren.

Doch diese primitive Manipulation hat nicht funktioniert, denn Trump erwies sich als schwieriger als sie dachten, als sie auf eine sofortige Reaktion setzten. Stattdessen blieb der US-Präsident dem Paradigma „Das sind nicht Amerikas Probleme“ treu und schlug den Europäern vor, sie solten selbst einen Handelskrieg mit China und Indien beginnen und Russland endgültig die Öllieferungen kappen. Ohne Garantien von Trumps Seite.

Natürlich war Selensky der Einzige, der von dieser Aussicht wirklich begeistert war, der damit so etwas wie einen Vorwand für Terroranschläge auf die transeuropäische Energieinfrastruktur hatte. Konkret auf die Druschba-Ölpipeline in die Slowakei und nach Ungarn – er nannte das seine „Sanktionen“.

Deshalb hat die Ukraine diese Art von Sanktionen erfunden. Aber es war natürlich erfreulich, dass die USA heute, indem sie diese Länder beim Namen nennen und von ihnen sagen, dass sie die russische Militärmaschinerie unterstützen, ganz offen sagen, dass dies gestoppt werden müsse.

Am Freitag äußerte sich der slowakische Ministerpräsident Fico bei einem Treffen in Uschgorod nicht allzu scharf gegen Selensky. Offenbar wollte er in Brüssel nicht noch mehr Unmut auslösen, als er bereits durch seinen Auftritt auf dem SOZ-Gipfel ausgelöst hatte. Dafür wurde man in Budapest sehr konkret: Ohne russisches Öl in Ungarn wird es keine Ukraine in der EU geben

Selensky ist nach eigenen Angaben überrascht, dass Ungarn gegen eine Mitgliedschaft der Ukraine in der EU ist, Russland jedoch offenbar nicht. Das kommentiert der ungarische Außenminister Péter Szijjártó so: „Selensky ist wieder in seinem alten Stil. Aber im Gegensatz zu ihm wird unsere Position nicht im Ausland formuliert. Die Meinung Moskaus ist uns egal. Uns interessiert die Meinung der ungarischen Bürger, und die haben deutlich gemacht: Sie wollen die Ukraine nicht in der EU sehen.“

Natürlich ist jedem klar, dass der Beitritt der Ukraine zur EU der Todesstoß für die europäische Bürokratie und die nationalen Eliten ist. Er würde von einem solchen Bauernkrieg begleitet, dass er die politische Ordnung und Integrität der EU in Frage stellen wird. Und es liegt eine grausame Ironie darin, dass der schlimmste Feind der EU nicht Russland, nicht China und nicht Trumps Amerika ist.

Vor ihrer Reise nach Paris EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mehrere Tage im Baltikum und in Osteuropa, die sie als „Frontstaaten“ bezeichnete. Der litauische Präsident Nauseda zeigte ihr vom Hubschrauber aus den Bau von Verteidigungslinien und die Gebiete, die seine Militärstrategen wieder überfluten und versumpfen wollen, um den Vormarsch der russischen Panzer zu stoppen. Das Programm wird von Europa finanziert, denn das Pentagon hat gerade angekündigt, die Militärhilfe für die an Russland grenzenden Länder zu kürzen, sodass von der Leyen nun das Geld für die Mückenzucht suchen muss. Doch es war nicht dieser Hubschrauberflug der „Brüsseler Walküre“, der diese Woche die Aufmerksamkeit aller auf sich zog.

Die GPS-Navigation des Flugzeugs mit von der Leyen an Bord war gestört. Die Piloten mussten zur Landung Papierkarten verwenden. Die bulgarischen Behörden machten Russland für den Vorfall verantwortlich und die Schlagzeilen lauteten „Die Russen haben die Navigation des Flugzeugs abgeschaltet“, „Die Piloten mussten mit Papierkarten landen“, „Das Flugzeug kreiste eine Stunde länger in der Luft“.

Flightradar zeigte jedoch, dass der Flug nur neun Minuten Verspätung hatte und dass es entlang der Route keine ungewöhnlichen Kursabweichungen gab. Doch was haben sich die europäischen Medien nicht alles einfallen lassen, um den eindeutig negativen Hintergrund von von der Leyens gesamter Bulgarienreise zu entkräften?

Vorsitzende der bulgarischen Partei „Renaissance“, Kostadin Kostandinow, sagte: „Unter der Führung von Ursula von der Leyen rasselt die EU mit den Waffen gegen Russland. 80 Prozent, wenn nicht sogar 90 Prozent der bulgarischen Bevölkerung sehen Russland nicht als Feind. Die Bulgaren sehen den Feind in der Politik der EU, sie sehen den Feind in Ursula, sie sehen den Feind in der Politik der NATO.“

Aber gut, was will man auch von der bulgarischen Opposition erwarten. Allerdings zeigte sich auch die bulgarische Regierung, die Brüssel gegenüber loyal ist, angesichts der Vorwürfe gegen Russland offen fassungslos. Auf die Frage, ob das GPS-Signal gestört worden sei, antwortete der stellvertretende bulgarische Ministerpräsident und Minister für Verkehr und Kommunikation Grosdan Karadschow wie folgt: „Den empirischen Daten, den Daten Funküberwachung und den Daten unserer Behörden zufolge – ich betone: der zivilen Luftfahrt, der Luftwaffe sowie der Regulierungskommission für Kommunikation, einer unabhängigen Behörde, die das Spektrum der Funkfrequenen überwacht – gibt es keine einzige Tatsache, die diese Aussage bestätigt.“

Aber Fakten wurden längst durch Fakes ersetzt, denn ihre die gesamte ideologische Struktur beruht auf ihnen. Die Risse treten darin genau dann zutage, wenn es politisch sinnvoll ist, die Wahrheit zu sagen.

Nachdem Nawrocki, Andrzej Dudas Nachfolger als polnischer Präsident Polens, offensichtlich nicht nur die Beziehungen zu Deutschland – die Frage der Reparationen für den Zweiten Weltkrieg steht wieder auf der Tagesordnung –, sondern auch die polnisch-ukrainische Freundschaft überdenken will, erzählte Duda von einer Episode aus dem Herbst 2022. Damals flog eine ukrainische Luftabwehrrakete, die vom Kurs abgekommen war, nach Polen und tötete zwei Landmaschinenführer. Selensky rief damals an und wollte Duda überreden, Russland die Schuld für alles zu geben.

„Waren Sie damals schockiert?“, fragte ihn der Journalist Bohdan Rymanowski.

„Nein“, antwortete Duda.

„Haben Sie das nicht als Versuch wahrgenommen, Polen in den Krieg hineinzuziehen?“, fragte der Journalist nach.

„Doch.“

„Und was haben Sie ihm gesagt?“

„Nichts. Sie haben von Anfang an versucht, alle in den Krieg hineinzuziehen. Es ist offensichtlich, dass das in ihrem Interesse liegt, und im Idealfall könnten sie die NATO-Staaten in den Krieg hineinziehen.“

Und man kann ja nicht sagen, dass dieser Plan überhaupt nicht funktioniert hätte. Zumindest ist es zu früh, einen Schlussstrich zu ziehen, wenn man bedenkt, dass er auf den internen Ressourcen der NATO beruht, wo sich ein großer Club völlig verrückter Leute gebildet hat, aus dem man schwer einen Anführer herauszupicken kann, denn sie sind alle durchgeknallt.

NATO-Generalsekretär Rutte will nichts hören. Ein Journalist des Spiegel fragte ihn: „Sie haben mehrfach betont, wie wichtig es ist, die zu entsendenden Truppen bekannt zu geben, um diese Garantien zu gewährleisten. Bitte erklären Sie, warum Sie so darauf bestehen, obwohl Russland unmissverständlich klargestellt hat, dass es der Stationierung von NATO-Truppen auf ukrainischem Gebiet in absehbarer Zeit nicht zustimmen wird.“

„Warum interessiert Sie die Meinung Russlands zu NATO-Truppen in der Ukraine? Das ist ein souveräner Staat. Das kann nicht Russland entscheiden!“, antwortete Mark Rutte.

Der ehemalige niederländische Premierminister hat den Moment immer noch nicht verstanden, in dem es einfach gefährlich geworden ist, Russlands Meinung zu ignorieren, weil Russland sich nicht mehr für die Meinung von Leuten wie Rutte interessiert, obwohl er sich doch bereits alles so schön ausgedacht hat. In Europa gibt es keine sicheren Orte, gab der NATO-Generalsekretär letzte Woche zu. Also bedeutet das, dass sie bereit sind, es zu riskieren.

Wenn es nur ihre Köpfe wären, das wäre kein großer Verlust, denn darin ist in der Regel überhaupt nichts. Früher schien die ehemalige deutsche Außenministerin Annalena Baerbock der „intellektuelle Tiefpunkt“ zu sein, doch dann klopfte EU-Chefdiplomatin Kallas von unten an, als sie erklärte: „Russland wandte sich an China und sagte: ‚Russland und China haben im Zweiten Weltkrieg gekämpft, wir haben den Zweiten Weltkrieg gewonnen, wir haben den Nationalsozialismus besiegt‘, und ich dachte: ‚Okay, das ist etwas Neues‘. Wenn man die Geschichte kennt, wirft das viele Fragen auf. Heutzutage lesen oder erinnern sich die Menschen nicht mehr so viel an Geschichte. Anscheinend glauben sie an diese Narrative.“

Die derzeitige EU-Chefdiplomatin glaubt offenbar, dass die Deutschen die Denkmäler in Berlin für sowjetische Soldaten ohne ersichtlichen Grund selbst errichtet haben. Oder dass das Außerirdische waren.

Für sie ist Chinas Beteiligung nicht nur am Krieg gegen das militaristische Japan, sondern auch an der Anti-Hitler-Koalition „etwas Neues“. Für sie sind das keine Tatsachen, sondern ein Narrativ, also die politische Interpretation einer Tatsache. Sie leben nur von Narrativen, was in einer sich verändernden Welt für viel Turbulenz sorgt.

Einige von ihnen versuchen, sich an die neue Realität anzupassen, in der die USA keine Quelle der Hoffnung und Unterstützung mehr sind. So sagte der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski nun: „Ich möchte der Ukraine nicht vorschreiben, was sie tun soll, aber ich glaube, dass die Ukraine innerhalb der Grenzen bleiben sollte, die sie verteidigen kann, und die Möglichkeit haben sollte, sich in den Westen zu integrieren.“

Der polnische Außenminister Sikorski wiederholt im Wesentlichen die bereits zuvor geäußerte Idee des finnischen Präsidenten Stubb, der glaubt, sein Land habe die Sowjetunion 1944 „besiegt“, weil es trotz des Verlusts seiner Gebiete die Möglichkeit zur souveränen Entwicklung behielt.

Natürlich verdreht auch Stubb hier die Geschichte durch ein Narrativ, denn Finnland blieb erhalten, weil es mit der Erlaubnis von Genosse Stalin 79 Jahre lang ein neutraler, blockfreier Staat war. Das ist eine Tatsache, ebenso wie die Tatsache, dass das kleine und dünn besiedelte nordische Land in der gegenwärtigen Realität im Westen überproportional an Gewicht gewonnen hat – aber nur, weil sein Präsident mit Trump Golf spielt.

Und andere, allen voran die Anführer der „Koalition der Willigen“, verlieren vor unseren Augen an Gewicht. Und das nicht nur, weil sie kein Golf mitspielen. Am Montag wird Macron mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine weitere Regierung verlieren, was Frankreich nicht vor der schrecklichen Schuldenkrise und ihn selbst nicht vor den anhaltenden Forderungen nach seinem vorzeitigen Rücktritt retten wird.

Die Umbildung im britischen Kabinett wird die britischen Autofahrer nicht davon abhalten, den Aufforderungen auf Plakaten zu folgen und zu hupen, wenn sie Starmer für einen Exzentriker halten, allerdings stand da ein anderes Wort für ihn, das ich nicht übersetzen möchte. Seine Regierung wird Großbritannien nicht vor der beschämenden Notwendigkeit bewahren, sich an den IWF zu wenden, und auch nicht davor, in einen Bürgerkrieg zwischen gebürtigen Briten und Migranten abzugleiten. Labour und die Konservativen werden nicht vom Anwachsen rechter Stimmungen bewahrt, die Nigel Farages „Reformpartei“ zum Aufstieg verhelfen könnten. Farage sagte auf einer Veranstaltung: „Diese Regierung steckt in einer tiefen Krise. Ein Jahr nach dem Sieg bei den Parlamentswahlen hat sie an Popularität verloren. Uns allen ist klar geworden, dass dieses Kabinett aus unqualifizierten Leuten besteht. Sie sind nicht fähig, zu regieren.“

Während die britische Labour-Partei innerhalb eines Jahres an Popularität verlor, gelang das den Christdemokraten in Deutschland in kürzerer Zeit. Hundert Tage nach der dramatischen Wahl von Merz im zweiten Wahlgang als Kanzler unterstützen 22 Prozent der Wähler seine Koalitionsregierung, während 77 Prozent sie überhaupt nicht mögen.

Hier muss man sich daran erinnern, dass das Ende der vorherigen Regierung von Olaf Scholz zu einem Zeitpunkt erfolgte, als das Vertrauen in sie noch bei 14 Prozent lag. Das heißt, wenn das derzeitige Tempo anhält, hat Merz alle Chancen, noch in diesem Jahr eine weitere politische Krise zu erleben. Wie man es auch dreht und wendet, es sind schlechte Zeiten für einen Kanzler mit seinen Ambitionen. Von der „wirtschaftlichen Erschöpfung Russlands“ bis zu völliger Frustration und Melancholie hat es nur ein paar Tage, den SOZ-Gipfel und ein Gespräch mit Trump gebraucht.

In einem Interview gestand Merz ein: „Wir können nicht genug Druck auf Putin machen, um diesen Krieg zu beenden. Wir sind auf amerikanische Hilfe angewiesen. Wir sehen, dass China, Indien, Brasilien und andere Länder der Welt sich Russland gegenüber öffnen. Und im Rahmen des sogenannten Shanghai-Formats entsteht dort eine neue Partnerschaft. Ich bin besorgt und, das gebe ich zu, traurig, dass wir Europäer in der Welt nicht die Rolle spielen, die wir spielen wollen.“

Dieses Asche aufs Haupt streuen ist äußerst interessant und symptomatisch: Wie kann man mit so einer Stimmung Truppen in die Ukraine schicken?

Die Erkenntnis, dass ihre gesamte Fixierung auf die Konfrontation mit Russland ausschließlich gegen sie selbst arbeitet, wird Merz und anderen wohl – wenn überhaupt – nicht so bald kommen. Doch das Wichtigste ist auch ihnen bereits klar: Politik wird manchmal als „Kunst des Möglichen“ bezeichnet, und die europäische Politik hat ihre eigenen Möglichkeiten derzeit bei weitem überschritten.

Ende der Übersetzung


Info: https://anti-spiegel.ru/2025/das-russische-fernsehen-ueber-mueckenzucht-und-den-eunuchenchor-der-eu/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

08.09.2025

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nachdenkseiten.de, 08. September 2025 um 10:00 Ein Artikel von Gábor Stier

Die europäischen Sicherheitsgarantien für die Ukraine entpuppen sich zusehends als ein durchschaubares Täuschungsmanöver. Aufgrund fehlender militärischer Kapazitäten scheint es weniger um tatsächliche Unterstützung als vielmehr um eine gezielte Provokation zu gehen. Indem Europa die Entsendung von Truppen in den Raum stellt, soll eine russische Ablehnung provoziert werden, die wiederum eine härtere Linie von Donald Trump gegenüber Moskau erzwingen soll. Auch Kiew ist sich der geringen Substanz dieser Zusagen bewusst. Es macht das europäische Spiel mit, spielt aber gleichzeitig auch sein eigenes. Von Gábor Stier, aus dem Ungarischen übersetzt von Éva Péli.


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Im Falle eines Friedensschlusses würden die „Willigen“ in Europa die Pläne für Sicherheitsgarantien an die Ukraine unterstützen. Der technische Teil dieser Pläne soll angeblich bereits fertig sein, auch wenn unklar bleibt, was dies wirklich bedeutet. Während die Entsendung von Soldaten vorerst nur ein Gesprächsthema ist, werden weiterhin Waffen in die Ukraine geliefert. Nun haben die Europäer beschlossen, der Ukraine auch Langstreckenraketen zur Verfügung zu stellen.

Am Donnerstag berieten 33 Staats- und Regierungschefs sowie NATO und EU mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über Details dieser Garantien. Das Hauptziel der Europäer ist dabei, die Unterstützung der USA für ihre Vorstellungen von einem Waffenstillstand und Frieden zu gewinnen. „Wir Europäer sind bereit, der Ukraine Sicherheitsgarantien zu geben, sobald sie einen Friedensvertrag unterzeichnet“, erklärte der französische Präsident, der Gastgeber des Treffens. Gleichzeitig zweifelte er an der Aufrichtigkeit Russlands auf dem Weg zum Frieden.

Medienberichten zufolge zeigen momentan nur Frankreich, Großbritannien und Belgien die Bereitschaft, nach einem Waffenstillstand Soldaten in die Ukraine zu entsenden. Andere Großmächte, wie Deutschland, sind der Ansicht, dass eine europäische Militärbeteiligung die Einbindung der USA erfordert. Eine klare Zusage von Donald Trump gab es jedoch nicht. Italien und Polen haben eine Truppenentsendung kategorisch abgelehnt. Nach Macrons Aussagen brachte das Treffen der „Koalition der Willigen“ somit nicht das gewünschte Ergebnis: eine definitive Einbindung der USA.

Der französische Präsident kündigte an, dass die Rolle der USA bei den Garantien in den kommenden Wochen geklärt werde. Ohne diese Zusage sind die Erklärungen der Europäer nach dem Treffen jedoch wertlos, da die ihre Truppen nur mit der ausdrücklichen Unterstützung der USA entsenden würden. Laut Macron verschob der Präsident der USA die Entscheidung, wie so oft, um „zwei bis drei Wochen“. In einem angespannten Gespräch soll er die Europäer gefragt haben, warum sie den Krieg durch den Import russischen Öls und Gases finanzieren. Während Macron und andere auf Ungarn und die Slowakei verwiesen, meinte Trump wohl eher die Heuchelei der indirekten Ölimporte und den Anteil von fast 20 Prozent russischen LNGs am europäischen Gasimport.

Ein weiterer entscheidender Faktor für die Truppenentsendung ist die Zustimmung Russlands. Sollte Moskau dies verweigern, wird der Westen keine Truppen schicken, solange er nicht bereit ist, selbst einen direkten Krieg mit Russland zu führen. Eine solche Bereitschaft ist derzeit nicht erkennbar. Russland hat auf verschiedenen Ebenen klargemacht, dass eine ausländische Truppenbeteiligung inakzeptabel ist. Marija Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, erklärte am Donnerstag in Wladiwostok, dass Russland Verhandlungen über eine mögliche ausländische Intervention in der Ukraine ablehnt.

Auf dem Östlichen Wirtschaftsforum betonte Sacharowa, dass Moskau eine „von Natur aus inakzeptable und jegliche Sicherheit untergrabende ausländische Einmischung in der Ukraine“ unter keinen Umständen und in keinem Format diskutieren werde.

Sie fügte hinzu, man müsse dem Westen klarmachen, dass Russlands Position hierzu unwiderruflich sei. „Wenn sie das nächste Mal über dieses Thema nachdenken, sollen sie einen klaren Bezugspunkt haben – in Form der Position Russlands“, so Sacharowa.

Sacharowa bezeichnete Selenskyjs Forderungen nach Sicherheitsgarantien als inakzeptabel und als bloße Kopie der Initiativen „europäischer Sponsoren und der europäischen Kriegspartei“. Sie seien nicht dazu gedacht, die Sicherheit der Ukraine zu garantieren, sondern um das Land als „Brückenkopf für Terrorismus und Provokationen“ gegen Russland zu nutzen, was eine Gefahr für den gesamten europäischen Kontinent darstelle.

Aus all dem lässt sich ableiten, dass die laute Idee des Westens, eine 30.000 Mann starke „Friedenstruppe“ zu entsenden, gescheitert ist. Wie die britische Zeitung The Telegraph berichtet, wird aktuell lediglich über die Entsendung einer kleinen Ausbildungseinheit in den Westen des Landes verhandelt. Ähnliche Informationen verbreitet auch die Washington Post. Demnach planten die Europäer, Truppen lediglich zu demonstrativen Zwecken in die Ukraine zu verlegen – als eine Art symbolisches Element, das weitab der Front stationiert werden soll.

Es scheint, als sei sich die Ukraine bewusst, dass sie sich auf europäische Garantien nicht wirklich verlassen kann. Daher nutzt Selenskyj das schlechte Gewissen der Europäer, um das Maximum aus der aktuellen Lage herauszuholen.

Er argumentiert, dass eine starke ukrainische Armee der entscheidende Faktor für die Gewährleistung der Sicherheit sein werde, und fordert daher Waffen sowie die Finanzierung der ukrainischen Eigenproduktion. Zusätzlich drängt der Präsident der Ukraine auf eine Beschleunigung der europäischen Integration. Er betrachtet die EU-Mitgliedschaft als eine weitere, unerlässliche Sicherheitsgarantie.

Unter den Sicherheitsgarantien, die wir in Betracht ziehen, stellt die Mitgliedschaft in der Europäischen Union für uns eine zwingende wirtschaftliche, politische und geopolitische Garantie dar“, erklärte Selenskyj. „Deshalb ist dies in unserer Herangehensweise ein wesentlicher Punkt, den wir gesondert hervorheben.“

Ein ähnliches Doppelspiel betreiben auch die „Willigen“. Die aktuellen Gespräche zwischen den Europäern und Kiew über eine mögliche Truppenentsendung zielen in Wirklichkeit darauf ab, den US-Präsidenten zur Unterstützung des Plans zu bewegen. Dieser Plan soll dann Russland angeboten werden, das ihn erwartungsgemäß ablehnen wird, woraufhin die Verhandlungen scheitern. Die Europäer sind sich dessen bewusst und spekulieren darauf, dass Trump als Reaktion darauf harte Sanktionen gegen Russland verhängen wird. Es ist jedoch anzunehmen, dass Trump selbst dieses Kalkül durchschaut und sich deshalb mit einer Antwort Zeit lässt.

Der Beitrag ist auf Ungarisch auf dem Portal moszkvater.com erschienen.


Titelbild: Shutterstock / Natallia Ustsinava


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Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik Audio-Podcast Europapolitik


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Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=138627


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08.09.2025

Sommerserie: Haben Merz und von der Leyen ihre „letzte Chance“ genutzt?

lostineu.eu, vom 8. September 2025

In unserer Sommerserie sind wir den Herausforderungen für Deutschland und die EU nachgegangen. Nun ist es Zeit für ein vorläufiges Fazit: Was haben EU-Chefin von der Leyen und Kanzler Merz aus ihrer „letzten Chance“ gemacht?

Fast ein Jahr nach Amtsantritt der EU-Kommission und mehr als 100 Tage nach dem Start der neuen Bundesregierung ist klar: Die Lage in Deutschland und der EU ist nicht besser geworden. Im Gegenteil: Kanzler Merz und Kommissionschefin von der Leyen stehen mit dem Rücken zur Wand. 

Das ist nicht allein ihre Schuld. Russland hat den Krieg gegen die Ukraine eskaliert, US-Präsident Trump hat die EU erpresst und einen unfairen Handelsdeal erzwungen. Die Europäer hatten versprochen, sich zu wehren. “This is Europe’s Moment”, erklärte VdL im März. Sie hat ihn nicht genutzt. 

Das Ergebnis: Die EU hat ausgerechnet in ihrer wirtschaftspolitischen Domäne, dem Handel, eine bittere Niederlage erlitten, die sie auf Jahre hinaus schwächen und von den USA abhängig machen wird. Auch die Ukraine steht schlechter da denn je – und die Aussichten auf Frieden schwinden. 

Um das Klima sieht es auch nicht gut aus. Das Klimaziel von Paris, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, ist schon passé. Deutschland und die EU haben eingestanden, daß sie Klimaneutralität nur mithilfe von Tricks erreichen werden. Der „Green Deal“ wird abgeschwächt und ausgehebelt.

Ungelöste Probleme, neue Risiken

Die Demokratie ist in der Krise. Von der Leyen mußte sich einem Misstrauensvotum stellen; ihre politische „Plattform“ bröckelt. Merz verliert Rückhalt in den eigenen Reihen, seine „kleine Koalition“ wirkt zerstritten wie die Ampel in ihrer Endphase. Wichtige Wahlversprechen wurden gebrochen.

Nur in der Asyl- und Migrationspolitik zeichnet sich die angekündigte Wende ab – allerdings um den hohen Preis der Grenzschließung und Abschottung. Deutschland und die EU gefährden damit nicht nur das von Schengen-System der Reisefreiheit; sie rütteln auch an den eigenen Grundwerten.  

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass von der Leyen und Merz ihre Ziele verfehlt haben. Statt Probleme zu lösen, wurden neue Risiken eingegangen, was die Lage noch instabiler macht. Dies gilt vor allem für die Aufrüstung, die EUropa über Jahre hinaus belasten wird und die Kriegsgefahr steigert.

Gesamtnote: ungenügend

Eine Übersicht über (verpasste) Chancen und (neue) Risiken sowie eine vorläufige Bewertung enthält diese Tabelle (Stand: Anfang September 2025).


Von der Leyen / EUBewertungMerz / DeutschlandBewertungGesamtbewertung
KlimaBrüssel ist in Verzug geratenChance nicht genutztWeniger Europa, mehr MarktChance teilweise genutzt5 von 10 – Ausgang ungewiß
UkraineBrüssel rüstet für KriegChancen verspielt, neue RisikenMerz folgt TrumpChance verspielt, enorme Kosten0 von 10 – neue Risiken und Kosten
MigrationAlle folgen MeloniTrendwende eingeleitetWir schaffen das nicht mehrChance teilweise genutzt6 von 10 – Aussicht auf Besserung
DemokratieDas Europaparlament versagtChancen verspieltMerz erschüttert das VertrauenChancen verspielt2 von 10 – die Lage verschlechtert sich
WirtschaftVon der Leyen kapituliertChancen verspielt, neue RisikenMerz läßt Trump gewährenChancen verspielt, neue Risiken3 von 10 – neue Risiken


Bei der Bewertung haben wir jeweils bis zu 5 Punkte vergeben. Bei der Klimapolitik gab es z.B. zwei von fünf Punkten für die EU und drei für Deutschland. In der Summe kommen wir auf 16 von 50 möglichen Punkten – das ist nicht einmal ausreichend. Die meisten Aufgaben wurden nicht bewältigt!

Heißt das, dass die „letzte Chance“ verspielt wurde? Das kommt darauf an, wie man sie definiert. Wenn man eine enge Definition zugrunde legt – „die Mitte hält“ in Brüssel und „die etablierten Parteien bleiben an der Macht“ in Berlin – dann geht noch was, bis zum AfD-Verbot…

Wenn man hingegen den radikalen Kurswechsel in der Wirtschafts- und in der Sicherheitspolitik betrachtet, der im Sommer vollzogen wurde, dann sieht es anders aus. Die EU hat die wohl letzte Chance, ihre historische Mission zu erfüllen – Frieden sichern und Wohlstand mehren – verspielt. 

Das Ende der guten, alten EU

Die Aufrüstung gegen Russland und der Handelsdeal mit den USA markieren das Ende der guten, alten EU. Sie will keine „Soft Power“ mehr sein, sondern setzt auf „Hard Power“, wie „Wiederbewaffnung“ und Wirtschaftskrieg zeigen. Im Handel ordnet sie sich den USA unter – eine Kapitulation! 

In Deutschland erleben wir keine Zeitenwende, sondern einen historischen Bruch. Der Anspruch, zur größten Militärmacht aufzusteigen, wurde seit dem 3. Reich nicht mehr erhoben. Merz ist dafür nicht gewählt worden. Die Agenda wurde ausgewechselt, die Sprache ist kriegerisch geworden. 


Vom Kurs abgekommen 


Allerdings geht dieser Kurswechsel nicht ohne Friktionen ab. So zeigt die Debatte über mögliche Truppenentsendungen in die Ukraine große Meinungsverschiedenheiten zwischen Merz und von der Leyen. Es sieht so aus, als sei der Machtkampf zwischen Berlin und Brüssel voll entbrannt.

Diesmal geht es allerdings nicht um das übliche Gerangel um Geld und Posten. Hier geht es um den “harten” Kern staatlicher Macht – das Militär. Und es geht um die Frage, wer im Ernstfall das Sagen hat: Die Brüsseler Bürokratie oder der Bundestag und die Bundesregierung.

Es geht um Krieg und Frieden und es geht um die Demokratie – also ums Ganze…

Alle Folgen der Sommerserie stehen hier. Wer wissen möchte, wie von der Leyen ihre Bilanz sieht, sollte hier vorbeischauen: “From promise to progress: first year in office(externer Link)

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Info: https://lostineu.eu/sommerserie-haben-merz-und-von-der-leyen-ihre-letzte-chance-genutzt/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres: 




Zwei dystopische Meldungen aus Brüssel und Paris


lostineu.eu, 7. September 2025

Schlimmer geht (n)immer: Aus Brüssel und Paris erreichen uns zwei dystopische Meldungen, die (wieder mal) nach Krieg riechen – und an amerikanische Verhältnisse erinnern.

Die erste Meldung: Die belgische Regierung erwägt, Soldaten auf die Straßen der Hauptstadt Brüssel zu schicken, um den außer Kontrolle geratenen Drogenhandel zu bekämpfen.

Der Vorschlag kommt vom “liberalen” Innenminister Quintin; der Verteidigungsminister arbeitet schon an der Umsetzung, wie “Le Soir” meldet. Er plant gemischte Patrouillen – mit Soldaten und Polizisten.

Zuletzt hatte es Schießereien in der Innenstadt gegeben, in der Nähe der auch bei Touristen beliebten Börse. Der Plan erinnert an US-Präsident Trump – auch er läßt Soldaten in der Hauptstadt Washington aufmarschieren.

Bisher hat man darüber in Europa herablassend gelächelt und Trump diktatorisches Gebaren vorgeworfen. Nun könnte es bald auch in der “Hauptstadt der EU” so weit sein – der Drogenkrieg wird ernst…

Die zweite Meldung hat direkt mit der EU-Politik zu tun: Die Noch-Regierung in Paris hat die Krankenhäuser und das Gesundheitspersonal aufgerufen, sich auf ein “bedeutendes Engagement” vorzubereiten.

Gemeint ist offenbar ein Krieg in Europa, wie der “Canard Enchainé” schreibt – wobei offen bleibt, ob französische Truppen in die Ukraine geschickt werden oder die Kämpfe auf EU-Gebiet stattfinden.

Auf Anordnung des Premierministers, der sich mit dem Militär abgesprochen hat, sollen medizinische Versorgungsstellen in der Nähe der Häfen, Flughäfen und Bahnhöfe eingerichtet werden, um Verwundete zu versorgen.

Der “Clou”: Anders als in Deutschland, wo es ähnliche Pläne gibt, nennt die Regierung einen Termin: bis März 2026 soll alles einsatzbereit sein. Offenbar glaubt man nicht an den Erfolg der Friedensbemühungen…

Siehe auch “Willige” wollen Truppen und Sanktionen – doch Frieden bringen sie nicht

9 Comments

  1. Arthur Dent
    7. September 2025 @ 22:59

    Sind wir 2026 schon kriegstüchtig? Deutschland sprengt schon selbst seine Steinkohlekraftwerke weg, zumindest die Kühltürme. Straßen, Brücken, Bahn, Schulen sind marode. Das Stromnetz immer kurz vom Kollaps. Die Industrie haut auch ab. Fachkräftemangel weil 25 Prozent der Beschäftigten in prekären Verhältnissen arbeitet. Die Regierung will die nächste Jahre den halben Haushalt für Kanonenkugeln ausgeben.

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  • umbhaki
    7. September 2025 @ 21:59

    Bekanntlich sind nicht nur in Frankreich die Krankenhäuser aufgerufen, sich „auf ein “bedeutendes Engagement” vorzubereiten“. Ähnliche Töne wurden auch in Deutschland schon gespuckt.

    Gerade heute lese ich in der lokalen Sonntagszeitung, dass es vom nächsten Dienstag bis Donnerstag eine „nationale taktische Überprüfung (TacEval national) des in meiner näheren Umgebung befindlichen Taktischen Luftwaffengeschwaders 31 geben wird. Da wird überprüft, ob beim Geschwader auch alles fit für den Krieg ist, am Boden und in der Luft. Wir sollen mit deutlich erhöhtem Flugbetrieb rechnen. Juhuu, kann ich mir den Strom fürs Radio mal wieder sparen, kann man eh nix mehr verstehen.

    So weit so schlecht, aber nichts neues in unserer Gegend. Neu ist allerdings folgendes, ich zitiere die Zeitung:
    „Ein weiteres zentrales Übungselement ist dabei die Bewältigung eines Großschadenereignisses mit einer Vielzahl an simulierten Verwundeten. Hierbei arbeiten militärische Kräfte auch eng mit der zivilen Rettungskette zusammen. Neben Ärzten, Krankenwagen, Rettungshubschraubern werden auch umliegende Krankenhäuser in diese simulierte Großschadenlage eingebunden …“
    Wir sollen uns in den Krankenhäusern auf den Anblick schwerverletzter Uniformträger gefasst machen. Das wären dann aber bloß „aufwendig präparierte“ Leute, um den Übungsteilnehmern ein möglichst realistisches Bild zu liefern. Der Bund scheint auch Maskenbildner zu beschäftigen.

    An so etwas kann ich mich aus der Vergangenheit nicht erinnern, bisher haben die ihre Spielchen immer bloß auf ihrem eigenen Spielplatz, genannt „Fliegerhorst“ (warum eigentlich Horst, und nicht Fliegerboris?), gespielt.

    Sie machen jetzt zunehmend Ernst. Selbstverständlich sind in einem tatsächlichen Kriegsfall auch die zivilen Rettungskräfte an der Versorgung von Verwundeten beteiligt. Dass man das jetzt konkret übt, weist hin auf was man plant.

    Antworten

  • Lynkeus
    7. September 2025 @ 20:53

    Naja, der canard enchainé ist ein Satiremagazin. Sowas wie Der Postillon in D.

    Antworten

    • ebo
      7. September 2025 @ 22:45

      Keineswegs. Der Canard wird von allen Politikern in Paris gelesen, weil er nicht nur Satire, sondern auch Insider-Infos und Enthüllungen bringt. Verlässliche. Die Meldung wurde auch nicht dementiert!

      Antworten

  • KK
    7. September 2025 @ 18:46

    In dem inzwischen weitgehend unregierbaren Frankreich wird offenbar eskaliert, um Neuwahlen zu verhindern. Ein Krieg wäre da ein probates Mittel… in Belgien wird ja ständig neu gewählt, da soll das Militär wohl schon mal den Häuserkampf in der Hauptstadt trainieren, falls es den Bürgern damit irgendwann zu viel werden sollte.

    Antworten

  • Guido B.
    7. September 2025 @ 18:30

    Europa ist jetzt ein Kriegsprojekt.

    Und das alles, weil die Ukraine es 2022 ablehnte, den bei ihrer Unabhängigkeitserklärung festgeschriebenen Neutralitätsstatus beizubehalten, um sich als antirussische Söldnerarmee der NATO und der Banderisten zu verdingen.

    Kann man den Ukrainern die Schuld am bevorstehenden Atomkrieg geben? Nein. Sie sind nur käufliche Handlanger. Die Schuld für die kommende Katastrophe trägt allein der kollektive Westen mit seinen mafiösen Eliten und kriegstollen Propagandamedien.

    Dieses Europa ist dem Tode geweiht.

    Antworten

    • KK
      7. September 2025 @ 18:51

      Der Ukraine, insbesondere den nationalistischen Westukrainern, würde ich eine Mitschuld nicht absprechen wollen – die haben schon vor 2008 provoziert, zB bezgl. Gastransit, und ab 2013 eben auch zunehmend gewaltaffin. Klar hat der Westen, allen voran die USA, das gefördert – allerdings kann man nur fördern, was schon als Keim vorhanden ist.

      Antworten

    • Guido B.
      7. September 2025 @ 19:34

      Sachliche Präzisierung: Der Neutralitätsstatus wurde 2014 nach dem Euromaidan und der Sezession der Krim aufgegeben. Nach dieser Wende eskalierte der Konflikt zwischen dem Westen und Russland. Die antirussische NATOfizierung der Ukraine konnte Russland nicht hinnehmen. Nun eskaliert der Ukrainekrieg zum europäischen Krieg.

      Antworten


  • Info: https://lostineu.eu/zwei-dystopische-meldungen-aus-bruessel-und-paris/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    08.09.2025

    Nachrichten von Pressenza: Ist die Wissenschaft ein Problem?

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 8. September 2025, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 08.09.2025


    Ist die Wissenschaft ein Problem?


    Versuch einer Rückführung Von Bobby Langer „Den jeweiligen Unsinn im Kopf daran zu hindern, über die Lippen zu kommen, ist der schnellste Weg, klüger zu werden.“ Alfred Paul Schmidt Was für ein Thema habe ich mir da aufgehalst! Es sieht&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/09/ist-die-wissenschaft-ein-problem/


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    «Wir schaffen das» – und was aus Merkels Satz geworden ist


    Der Satz der damaligen deutschen Bundeskanzlerin war richtig. Aber ihr fehlte der Plan. Ein Kommentar von Heribert Prantl für die Online-Zeitung INFOsperber   Angela Merkel war nicht die Kanzlerin der großen Worte und nicht die Parteichefin der großen Reden. Aber mit&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/09/wir-schaffen-das-und-was-aus-merkels-satz-geworden-ist/


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    Gute Fahrt, Rebellen! – Logbuch der Global-Sumud-Flotilla


    Im Morgengrauen kam das Boot des Schamanen Fulvio aus Genua an. Es war ein besonderes Bild, denn der Motor funktionierte nicht und das Wetter war schlecht. Also segelte das Boot mit vollen Segeln in den sizilianischen Hafen, in dem wir&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/09/gute-fahrt-rebellen-logbuch-der-global-sumud-flotilla/


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    Verteidigungs-Illusion und das Recht zum Krieg / Bedrohungen und Verteidigung &#8211; Anmerkungen zur Verteidigungs-Illusion (Teil 2)


    In weiser Voraussicht haben die Verfassungsmütter und -Väter am 23. Mai 1949 klarstellend grundgesetzlich fixiert. In unserer Demokratie teilen sich der Bundeskanzler und der Verteidigungsminister die Befehlsgewalt über die Streitkräfte. Im Grundgesetz ist geregelt, wer wann die Befehls- und Kommandogewalt&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/09/verteidigungs-illusion-und-das-recht-zum-krieg-bedrohungen-und-verteidigung-anmerkungen-zur-verteidigungs-illusion-teil-2/


     -----------------------


    Mietpreisbremse für alle: Regierung greift erstmals in freie Mieten ein


    Bereits im Frühjahr hat die Regierung die Mieten im geregelten Bereich eingefroren. In den meisten Altbau-, Genossenschafts- und Gemeindewohnungen sind damit die Mieten heuer nicht gestiegen. Im Herbst soll nun die Ausweitung der Mietpreisbremse kommen: 2026 darf auch bei freien&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/09/mietpreisbremse-fuer-alle-regierung-greift-erstmals-in-freie-mieten-ein/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


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    08.09.2025

    Video: 11. September 2001. „Der globale Krieg gegen den Terrorismus“

    michelchossudovsky.substack.com, 08 Sep 2025, Michel Chossudovsky

    Von Prof. Michel Chossudovsky und Drago Bosnic


    [Dieses Interview wurde zuerst von Global Research veröffentlicht. Sie können es hier sehen.]

    24 Jahre später: das Gedenken an 9/11. Eines der bedeutsamsten und tragischsten Ereignisse in der Geschichte Amerikas.

    Diese Videoproduktion konzentriert sich auf die unbeantworteten Fragen von 9/11. Welche Rolle spielten Al Qaida und der angebliche „Kriegsakt“ Afghanistans gegen die Vereinigten Staaten von Amerika am Morgen des 11. September 2001?

    Osama bin Ladens Aufenthaltsort war bekannt. Er wurde am 10. September 2001 ins Krankenhaus eingeliefert, einen Tag vor den Anschlägen vom 11. September. (CBS Report, Dan Rather)

    Wie um alles in der Welt hätte er die Angriffe von seinem Krankenhausbett in einem schwer bewachten pakistanischen Militärkrankenhaus in Rawalpindi aus koordinieren können?

    ***

    Unser Ziel ist es, Menschen weltweit zu erreichen.

    Untertitel in 12 Sprachen.

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    Video https://www.globalresearch.ca/video-september-11-2001-the-global-war-on-terrorism/5899827 Dauer 46:06 Min.


    Screenshot_2025_09_09_at_02_36_17_11._September_2001_Der_globale_Krieg_gegen_den_Terrorismus_MICHEL_CHOSSUDOVSKY_DRAGO_BOSNI_

    Video https://rumble.com/v6ymep6-11.-september-2001-der-globale-krieg-gegen-den-terrorismus-michel-chossudov.html?e9s=src_v1_cbl%2Csrc_v1_ucp_a  Dauer 46:06 Min.


    Klicken Sie hier, um das Video mit Untertiteln in 12 Sprachen anzusehen.

    https://www.globalresearch.ca/video-september-11-2001-the-global-war-on-terrorism/5899827


    Info: https://michelchossudovsky.substack.com/p/video-september-11-2001-global-war-terrorism


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    Weiteres: 




    Video: 11. September 2001. „Der globale Krieg gegen den Terrorismus“


    globalresearch.ca,  08. September 2025, Von Prof. Michel Chossudovsky und Drago Bosnic

    Region:


    Thema:


    Ausführlicher Bericht:

    24 Jahre später. Das Gedenken an den 11. September. Eines der folgenschwersten und tragischsten Ereignisse in der Geschichte Amerikas. 

    Diese Videoproduktion konzentriert sich auf die unbeantworteten Fragen zum 11. September. Welche Rolle spielte Al-Qaida und der angebliche „Kriegsakt“ Afghanistans gegen die Vereinigten Staaten von Amerika am Morgen des 11. September 2001? 

    Osama bin Ladens Aufenthaltsort war bekannt. Er wurde am 10. September 2001, einen Tag vor den Anschlägen vom 11. September, ins Krankenhaus eingeliefert. (CBS-Bericht, Dan Rather)

    Wie um alles in der Welt hätte er die Angriffe von seinem Krankenhausbett in einem schwer bewachten pakistanischen Militärkrankenhaus in Rawalpindi aus koordinieren können?


    Screenshot_2025_09_09_at_02_49_52_Video_11._September_2001._Der_globale_Krieg_gegen_den_Terrorismus_Global_ResearchGlobal_Research_Zentrum_f_r_Globalisierungsforschung

    Video https://rumble.com/v6ymep6-11.-september-2001-der-globale-krieg-gegen-den-terrorismus-michel-chossudov.html?e9s=src_v1_cbl%2Csrc_v1_ucp_a Dauer 46:06 Min.


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    08.09.2025

    Vollständiger Text der Reden von Xi Jinping auf dem Treffen der „Shanghai Cooperation Organization Plus“

    Screenshot_2025_09_09_at_00_06_59_Seniora.org_Vollst_ndiger_Text_der_Reden_von_Xi_Jinping_auf_dem_Treffen_der_Shanghai_Cooperation_Organization_Plus_

    Präsident Xi Jinping am 1. September 2025


    seniora.org, 8. September 2025, 1. September 2025 Rede von Xi Jinping - übernommen von gov.cn

    (Red.) Die meist abfälligen Kommentare der westlichen Medien über das Treffen der „Shanghai Cooperation Organization Plus“ am 1. September 2025 in Tianjin und die Gedenkfeier zum 80. Jahrestag des Sieges des chinesischen Volkskrieges gegen die japanische Aggression und des Weltkrieges gegen den Faschismus am 5. September 2025 in Peking sind die Hetzpropaganda eines Westens, der noch immer in der Kreuzritter-Mentalität des Mittelalters verhaftet ist. Er ist weder Willens noch in der Lage, den Geist zu erfassen oder gar zu würdigen, der sich in diesen beiden Reden ausdrückt. Der Grund dafür ist der grundlegende Unterschied des Menschenbildes, das diese beiden „Lager“ trennt.
    Auf der westlichen Seite überwiegt ein atavistisches, längst überwunden gehörtes Menschenbild, das dem Menschen primitive Eigenschaften zuschreibt, die eigentlich schon verschwunden sein könnten: Der Mensch sei dem Menschen ein Wolf   – nur gewaltsam könne man gesellschaftlich Ordnung halten   – nur durch die westliche Kulturmission könne die Welt genesen.
    Auf der Gegenseite klingt das so: „Ich freue mich darauf, mit allen Ländern für ein gerechteres und ausgewogeneres globales Governance-System zusammenzuarbeiten und auf eine Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft für die Menschheit hinzuarbeiten.“ Und so: „Wir werden uns weiterhin für den Weg der friedlichen Entwicklung einsetzen und gemeinsam mit allen Völkern der Welt eine Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft für die Menschheit aufbauen.“

    Unsere Propaganda will uns weismachen, das seien nur Lügenmärchen von Autokraten. SCO und BRICS und deren Partner seien eine Gefahr für den Westen. In Wahrheit handelt es sich dabei um eine klassische Projektion: Man unterstellt dem Anderen zu Unrecht die schlechten Absichten, die man selbst hat.
    Der Mensch ist ein soziales Wesen. Die moderne Evolutionspsychologie weiss, dass die Ungleichheits-Aversion und die gegenseitige Hilfe zentrale Elemente der menschlichen Natur sind, die das Überleben der Art überhaupt erst ermöglicht haben. Weil das so ist und weil die Menschen dies weltweit in allen Kulturen immer wieder versuchen umzusetzen, fühlen sie sich von den von Xi Jinping ausformulierten Gedanken verstanden und sind gerne bereit, ihnen zu folgen   – wenn sie sich den nötigen Spielraum dafür erkämpfen können.
    Wie Xi Jinping es zutreffend formuliert: „Die edle Sache des Friedens und der Entwicklung der Menschheit wird sich durchsetzen!“(am)


    Der chinesische Präsident Xi Jinping leitet das Treffen der „Shanghai Cooperation Organization (SCO) Plus“ und hält eine Rede mit dem Titel „Die Kräfte der Shanghai Cooperation Organization bündeln, um die globale Governance zu verbessern“ in Tianjin, Nordchina, am 1. September 2025. [Foto/Xinhua]


    Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

    in diesem Jahr begehen wir den 80. Jahrestag des Sieges im Zweiten Weltkrieg und der Gründung der Vereinten Nationen. Dies ist ein Meilenstein, der uns dazu veranlasst, uns an die Vergangenheit zu erinnern und gemeinsam eine bessere Zukunft zu gestalten. Vor achtzig Jahren hat die internationale Gemeinschaft aus den beiden Weltkriegen tiefgreifende Lehren gezogen und die Vereinten Nationen gegründet, wodurch ein neues Kapitel in der globalen Governance aufgeschlagen wurde. Achtzig Jahre später sind die historischen Trends von Frieden, Entwicklung, Zusammenarbeit und gegenseitigem Nutzen zwar unverändert geblieben, doch die Mentalität des Kalten Krieges, Hegemonialismus und Protektionismus verfolgen die Welt weiterhin. Neue Bedrohungen und Herausforderungen haben nur zugenommen. Die Welt befindet sich in einer neuen Phase der Turbulenzen und des Wandels. Die globale Governance steht an einem neuen Scheideweg.

    Die Geschichte lehrt uns, dass wir in schwierigen Zeiten an unserem ursprünglichen Bekenntnis zum friedlichen Miteinander festhalten, unser Vertrauen in eine für alle Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit stärken, im Einklang mit dem Trend der Geschichte voranschreiten und im Einklang mit der Zeit gedeihen müssen.

    Zu diesem Zweck möchte ich die Global Governance Initiative (GGI) vorschlagen. Ich freue mich darauf, mit allen Ländern für ein gerechteres und ausgewogeneres globales Governance-System zusammenzuarbeiten und auf eine Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft für die Menschheit hinzuarbeiten.

    Erstens sollten wir uns an die souveräne Gleichheit halten. Wir sollten daran festhalten, dass alle Länder, unabhängig von ihrer Größe, Stärke und ihrem Reichtum, gleichberechtigte Teilnehmer, Entscheidungsträger und Nutznießer der globalen Governance sind. Wir sollten mehr Demokratie in den internationalen Beziehungen fördern und die Vertretung und Stimme der Entwicklungsländer stärken.

    Zweitens sollten wir uns an die internationale Rechtsstaatlichkeit halten. Die Ziele und Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen und andere allgemein anerkannte Grundnormen der internationalen Beziehungen müssen umfassend, vollständig und in ihrer Gesamtheit beachtet werden. Das Völkerrecht und internationale Regeln sollten gleich und einheitlich angewendet werden. Es sollte keine Doppelmoral geben, und die Hausregeln einiger weniger Länder dürfen anderen nicht aufgezwungen werden.

    Drittens sollten wir Multilateralismus praktizieren. Wir sollten die Vision einer globalen Governance mit umfassender Konsultation und gemeinsamen Beiträgen zum gegenseitigen Nutzen aufrechterhalten, Solidarität und Koordination stärken und Unilateralismus ablehnen. Wir sollten den Status und die Autorität der Vereinten Nationen entschlossen verteidigen und ihre unersetzliche, zentrale Rolle in der globalen Governance sicherstellen.

    Viertens sollten wir einen menschenzentrierten Ansatz vertreten. Wir sollten das System der globalen Governance reformieren und verbessern, um sicherzustellen, dass die Menschen aller Nationen Akteure und Nutznießer der globalen Governance sind, damit die gemeinsamen Herausforderungen der Menschheit besser bewältigt, die Kluft zwischen Nord und Süd besser verringert und die gemeinsamen Interessen aller Länder besser gewahrt werden können.

    Fünftens sollten wir uns darauf konzentrieren, konkrete Maßnahmen zu ergreifen. Wir sollten einen systematischen und ganzheitlichen Ansatz verfolgen, globale Maßnahmen koordinieren, verschiedene Ressourcen vollständig mobilisieren und uns um sichtbarere Ergebnisse bemühen. Wir sollten die praktische Zusammenarbeit verstärken, um zu verhindern, dass das Regierungssystem hinterherhinkt oder fragmentiert wird.

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    Die Gründungserklärung und die Charta der Shanghai Cooperation Organization haben von Anfang an deutlich gemacht, dass wir eine demokratischere, gerechtere und ausgewogenere internationale politische und wirtschaftliche Ordnung fördern sollten. In den letzten 24 Jahren hat sich die SCO getreu dem Shanghai-Geist der gegenseitigen Vertrauenswürdigkeit, des gegenseitigen Nutzens, der Gleichheit, der Konsultation, der Achtung der Vielfalt der Zivilisationen und des Strebens nach gemeinsamer Entwicklung gehalten. Wir haben gemeinsam regionale Angelegenheiten diskutiert, gemeinsam Plattformen und Mechanismen aufgebaut und gemeinsam von der Zusammenarbeit profitiert. Wir haben auch viele neue Konzepte der globalen Governance initiiert und in die Praxis umgesetzt. Die SCO ist zunehmend zu einem Katalysator für die Entwicklung und Reform des globalen Governance-Systems geworden.

    Angesichts der sich weltweit immer schneller vollziehenden Veränderungen, wie sie nur einmal in einem Jahrhundert vorkommen, sollte die SCO eine führende Rolle übernehmen und bei der Umsetzung der GGI mit gutem Beispiel vorangehen.

    Wir sollten einen Beitrag zur Wahrung des Weltfriedens und der Stabilität leisten. Mit einer Vision für gemeinsame Sicherheit haben die SCO-Mitgliedstaaten den Vertrag über langfristige gute Nachbarschaft, Freundschaft und Zusammenarbeit unterzeichnet, eine wirksame Sicherheitszusammenarbeit durchgeführt und die allgemeine Stabilität in der Region aufrechterhalten. Wir sollten weiterhin die Grundsätze der Nicht-Allianz, der Nicht-Konfrontation und der Nicht-Ausrichtung gegen Dritte hochhalten. Wir sollten unsere Anstrengungen zur Bewältigung verschiedener Bedrohungen und Herausforderungen bündeln, das neu eingerichtete SCO-Zentrum zur Bekämpfung von Sicherheitsherausforderungen und -bedrohungen sowie das SCO-Zentrum zur Drogenbekämpfung voll ausschöpfen und eine Gemeinschaft der gemeinsamen Sicherheit in der Region aufbauen. Wir sollten eine Kraft der Stabilität in dieser unbeständigen Welt bleiben.

    Wir sollten uns verstärkt für eine offene Zusammenarbeit auf globaler Ebene einsetzen. Die Mitgliedstaaten der SCO verfügen über reichhaltige Energieressourcen, große Märkte und starke interne Triebkräfte, und wir tragen in zunehmendem Maße zum weltweiten Wirtschaftswachstum bei. Wir sollten weiterhin Mauern abbauen, statt neue zu errichten; wir sollten Integration anstreben, statt Entkopplung. Wir sollten eine hochwertige Zusammenarbeit im Rahmen der Belt and Road Initiative vorantreiben und uns für eine für alle Seiten vorteilhafte und inklusive wirtschaftliche Globalisierung einsetzen.

    China wird die Chancen seines riesigen Marktes gerne teilen und den Aktionsplan für eine hochwertige Entwicklung der wirtschaftlichen und handelspolitischen Zusammenarbeit innerhalb der SCO-Familie weiter umsetzen. China wird drei große Plattformen für die Zusammenarbeit zwischen China und der SCO in den Bereichen Energie, grüne Industrie und digitale Wirtschaft einrichten und drei große Kooperationszentren für wissenschaftliche und technologische Innovation, Hochschulbildung sowie berufliche und technische Bildung schaffen. Wir werden mit den anderen SCO-Ländern zusammenarbeiten, um die installierte Leistung von Photovoltaik und Windkraft in den nächsten fünf Jahren um jeweils 10 Millionen Kilowatt zu erhöhen. Wir sind bereit, gemeinsam mit allen Seiten das Kooperationszentrum für künstliche Intelligenz aufzubauen und die Dividenden des Fortschritts im Bereich der KI zu teilen. Wir begrüßen alle Parteien, die das Beidou-Satellitennavigationssystem nutzen möchten, und laden Länder mit entsprechenden Kapazitäten ein, sich am Projekt der internationalen Mondforschungsstation zu beteiligen.

    Wir sollten mit gutem Beispiel vorangehen, indem wir uns für die gemeinsamen Werte der Menschheit einsetzen. Unter den SCO-Mitgliedstaaten gibt es zahlreiche Höhepunkte im kulturellen Austausch, die zwischenmenschlichen Beziehungen sind intensiv und robust, und die verschiedenen Zivilisationen strahlen ihre einzigartige Pracht aus. Wir sollten den Austausch und das gegenseitige Lernen zwischen den Zivilisationen weiter fördern und glänzende Kapitel des Friedens, der Freundschaft und der Harmonie zwischen Ländern schreiben, die sich in ihrer Geschichte, Kultur, ihrem Sozialsystem und ihrem Entwicklungsstand unterscheiden.

    China wird das Forum der politischen Parteien der SCO, das Forum für grüne und nachhaltige Entwicklung der SCO und das Forum für traditionelle Medizin der SCO ausrichten und für deren Erfolg sorgen. In den nächsten fünf Jahren wird China 500 Patienten mit angeborenen Herzfehlern behandeln, 5.000 Kataraktoperationen durchführen und 10.000 Krebsvorsorgeuntersuchungen für andere SCO-Länder durchführen.

    Wir sollten uns für die Verteidigung der internationalen Fairness und Gerechtigkeit einsetzen. In Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Gerechtigkeit und Fairness haben sich die SCO-Mitgliedstaaten konstruktiv in internationale und regionale Angelegenheiten eingebracht und die gemeinsamen Interessen des Globalen Südens vertreten. Wir sollten uns weiterhin unmissverständlich gegen Hegemonialismus und Machtpolitik aussprechen, echten Multilateralismus praktizieren und als Stütze für die Förderung einer multipolaren Welt und mehr Demokratie in den internationalen Beziehungen auftreten.

    China unterstützt die SCO dabei, die Zusammenarbeit mit anderen multilateralen Institutionen wie den Vereinten Nationen, der ASEAN, der Eurasischen Wirtschaftsunion und der Konferenz über Interaktion und vertrauensbildende Maßnahmen in Asien auszubauen, um gemeinsam die internationale Wirtschafts- und Handelsordnung aufrechtzuerhalten und die globale und regionale Governance zu verbessern.

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    Ein alter chinesischer Philosoph sagte über die Bedeutung von Prinzipien: „Halte dich an das große Prinzip, und die Welt wird dir folgen.“ In zwei Tagen wird China feierlich den 80. Jahrestag des Sieges des chinesischen Volkskrieges gegen die japanische Aggression und des weltweiten antifaschistischen Krieges begehen. Viele Kolleginnen und Kollegen werden sich uns in Peking anschließen. Wir sind bereit, gemeinsam mit allen Parteien mutig das große Prinzip und das Gemeinwohl der Welt hochzuhalten, eine korrekte historische Perspektive auf den Zweiten Weltkrieg zu fördern, die Früchte unseres Sieges im Krieg entschlossen zu verteidigen und durch die Reform des globalen Governance-Systems und den Aufbau einer Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft für die Menschheit mehr Vorteile für die gesamte Menschheit zu erzielen.

    Vielen Dank.

    ____________________________________________

    5. September 2025

    Vollständiger Wortlaut der Rede von Präsident Xi Jinping anlässlich der Gedenkfeier zum 80. Jahrestag des Sieges des chinesischen Volkskrieges gegen die japanische Aggression und des Weltkrieges gegen den Faschismus am 5. September 2025

    Screenshot_2025_09_09_at_00_09_08_Seniora.org_Vollst_ndiger_Text_der_Reden_von_Xi_Jinping_auf_dem_Treffen_der_Shanghai_Cooperation_Organization_Plus_Der chinesische Präsident Xi Jinping, zugleich Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas und Vorsitzender der Zentralen Militärkommission, hielt am Mittwoch eine Rede auf einer großen Gedenkveranstaltung auf dem Tian&apos;anmen-Platz in Peking zum 80. Jahrestag des Sieges des chinesischen Volkskrieges gegen die japanische Aggression und des weltweiten antifaschistischen Krieges.


    Liebe Landsleute in ganz China,

    Exzellenzen, Staats- und Regierungschefs sowie Vertreter internationaler Organisationen,

    verehrte Gäste,

    alle Offiziere und Soldaten, die an der Parade teilnehmen,

    Genossen und Freunde,

    Heute versammeln wir uns hier, um feierlich den 80. Jahrestag des Sieges des chinesischen Volkskrieges gegen die japanische Aggression und des weltweiten antifaschistischen Krieges zu begehen. Dies ist für uns eine Gelegenheit, uns an die Geschichte zu erinnern, gefallene Helden zu ehren, den Frieden zu schätzen und eine bessere Zukunft zu gestalten.

    Im Namen des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh), des Nationalen Volkskongresses, des Staatsrats, des Nationalen Komitees der Politischen Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes und der Zentralen Militärkommission spreche ich unseren Veteranen und Kameraden, Patrioten und Offizieren, die im Widerstandskrieg gegen die japanische Aggression gekämpft haben, sowie den chinesischen Staatsangehörigen im In- und Ausland, die einen wichtigen Beitrag zu unserem Sieg geleistet haben, meine hohe Anerkennung aus. Ich bedanke mich aufrichtig bei den ausländischen Regierungen und Freunden, die das chinesische Volk bei der Abwehr der Aggression unterstützt und unterstützt haben. Ich heiße auch unsere Gäste aus aller Welt, die heute bei uns sind, herzlich willkommen.

    Genossen und Freunde,

    Der Widerstandskrieg des chinesischen Volkes gegen die japanische Aggression war ein großer Krieg, der mit Hartnäckigkeit und Tapferkeit geführt wurde. Unter dem Banner der nationalen Einheitsfront gegen die japanische Aggression, die auf Initiative der KPCh gegründet wurde, stellte sich das chinesische Volk mit eisernem Willen dem mächtigen Feind entgegen, bildete eine große Mauer aus Fleisch und Blut, um die Nation zu verteidigen, und errang schließlich den ersten vollständigen Sieg im Widerstand gegen ausländische Aggression in der Neuzeit.

    Der Widerstandskrieg des chinesischen Volkes gegen die japanische Aggression war ein wichtiger Teil des weltweiten antifaschistischen Krieges. Mit enormen nationalen Opfern leistete das chinesische Volk einen wichtigen Beitrag zur Rettung der menschlichen Zivilisation und zur Wahrung des Weltfriedens.

    Die Geschichte lehrt uns, dass die Menschheit gemeinsam aufsteigt und fällt. Nur wenn alle Länder und Nationen einander als gleichberechtigt behandeln, friedlich koexistieren und sich gegenseitig unterstützen, können wir die gemeinsame Sicherheit aufrechterhalten, die Ursachen des Krieges beseitigen und die Wiederholung historischer Tragödien verhindern.

    Genossinnen und Genossen, liebe Freunde,

    Die chinesische Nation ist eine große Nation, die sich niemals von Tyrannen einschüchtern lässt, stets Wert auf Unabhängigkeit legt und entschlossen voranschreitet. In der Vergangenheit hat sich das chinesische Volk angesichts entscheidender Kämpfe zwischen Gut und Böse, Licht und Dunkelheit, Fortschritt und Reaktion zusammengeschlossen, um sich dem Feind zu widersetzen. Es kämpfte für das Überleben des Landes, für die Wiederbelebung der chinesischen Nation und für Gerechtigkeit für die gesamte Menschheit. Heute muss die Menschheit erneut zwischen Frieden und Krieg, Dialog und Konfrontation, Win-Win-Kooperation und Nullsummenspiel wählen. Das chinesische Volk steht fest auf der richtigen Seite der Geschichte und des Fortschritts der menschlichen Zivilisation. Wir werden uns weiterhin für den Weg der friedlichen Entwicklung einsetzen und gemeinsam mit allen Völkern der Welt eine Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft für die Menschheit aufbauen.

    Die Volksbefreiungsarmee Chinas war und ist eine heldenhafte Streitkraft, auf die sich die Partei und das Volk voll und ganz verlassen können. Alle Soldaten sollten ihre heilige Pflicht treu erfüllen, den Aufbau einer Weltklasse-Armee beschleunigen und die Souveränität, Einheit und territoriale Integrität Chinas entschlossen verteidigen. Alle Soldaten sollten die große Wiederbelebung der chinesischen Nation strategisch unterstützen und einen größeren Beitrag zum Frieden und zur Entwicklung der Welt leisten.

    Die Geschichte trägt das Erbe der Vergangenheit und inspiriert die Zukunft. Auf dem neuen Weg in die neue Ära sollten alle ethnischen Gruppen des chinesischen Volkes unter der starken Führung der KPCh dem Marxismus-Leninismus, den Gedanken Mao Zedongs, der Theorie Deng Xiaopings, der Theorie der drei Vertretungen* und der wissenschaftlichen Sichtweise der Entwicklung folgen und die Gedanken zum Sozialismus mit chinesischer Prägung für die neue Ära vollständig umsetzen. Wir sollten fest auf dem Weg des Sozialismus mit chinesischen Merkmalen bleiben und den großen Geist des Widerstandskrieges weiterführen. Wir sollten mit Unternehmungsgeist und Entschlossenheit voranschreiten und in Einheit die Sache vorantreiben, China in allen Bereichen zu einem großen Land aufzubauen und durch die Modernisierung Chinas die große nationale Wiederbelebung zu verwirklichen.

    Die große Wiederbelebung der chinesischen Nation ist unaufhaltsam! Die edle Sache des Friedens und der Entwicklung der Menschheit wird sich durchsetzen!

    _________________________

    * Erläuterung des Übersetzers: Die „Theorie der drei Vertretungen“ ist ein Konzept, das im Jahr 2000 von Jiang Zemin, dem damaligen Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas, formuliert wurde. Sie wurde 2002 offiziell in die Parteiverfassung aufgenommen.

    Der Inhalt des Konzepts beinhaltet, dass die KPCh stets folgendes repräsentieren solle:

    1. die Entwicklungsrichtung der fortschrittlichen Produktivkräfte, d.h. die Partei soll die Modernisierung der Wirtschaft, technologischen Fortschritt und Innovation anführen.
    2. die Orientierung der fortschrittlichen Kultur, d.h. die Partei soll nicht nur ökonomisch, sondern auch kulturell führend wirken, „geistige“ Modernisierung und gesellschaftliche Werte fördern.
    3. die fundamentalen Interessen der überwältigenden Mehrheit des Volkes. D.h. die Partei beansprucht, nicht nur Arbeiter und Bauern, sondern alle gesellschaftlichen Gruppen zu vertreten, einschließlich Unternehmer und Intellektuelle.

    Mit diesem Konzept wurde der Partei-Begriff erweitert: Nicht nur Proletariat und Bauern, sondern auch die wachsende Privatwirtschaft und Unternehmer konnten sich mit der KPCh identifizieren. Es markierte eine Anpassung an die wirtschaftliche Liberalisierung und Öffnungspolitik seit Deng Xiaoping. Vorher verstand sich die KPCh als Avantgarde des Proletariats. Das Konzep der drei Vertretungen erlaubte es, Unternehmer als „fortschrittliche Kräfte“ in die Partei aufzunehmen. Heute gilt sie als eine der „führenden Ideen“ neben Mao Zedong-Ideen, Deng Xiaoping-Theorie, Wissenschaftlicher Entwicklung und Xi Jinpings Sozialismus chinesischer Prägung für eine neue Ära.

    Quelle: https://english.cctv.com/2025/09/05/ARTIBslIPwuRthKnZhjqTUIg250905.shtml?utm_source=chatgpt.com

    Quelle: Regierung der Volksrepublik China - Die Übersetzung besorgte Andreas Mylaeushttps://english.www.gov.cn/news/202509/01/content_WS68b584acc6d0868f4e8f53c8.html?utm_source=chatgpt.com



    Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acym&ctrl=fronturl&task=click&urlid=275&userid=3998&mailid=2848


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    08.09.2025

    E-ID: Raus aus dem digitalen Menschenpark!

    freischwebende-intelligenz.org, Sept. 08, 2025, Milosz Matuschek

    Ihre digitalen Papiere, bitte!? Warum wir das Recht auf analoges Leben verteidigen müssen.

    ∙ Bezahlt

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    Die Asymmetrie der Welt: Wenige wissen alles über viele (Grafik: KI)


    Ich lebe in der Schweiz und möchte mich über die anstehende Abstimmung zur e-ID informieren. Also gehe ich zum Zeitungskiosk und sage: „Bitte einmal die NZZ.“ – „Kann ich zuerst Ihren Ausweis sehen?“ fragt der Verkäufer.
    Ist es wirklich schon so weit? Muss ich mich ausweisen, um eine Zeitung zu kaufen? Noch nicht – zumindest nicht im Print. Das Beispiel ist fiktiv. Online jedoch ist es Realität. Will ich den Artikel über die e-ID lesen, in dem mir die NZZ das digitale Paradies verspricht, muss ich Cookies akzeptieren.

    Dahinter stehen hunderte Werbetreibende und Datenfirmen weltweit, von den USA bis Israel. Sie wollen wissen, wann ich mich einlogge, von welcher IP-Adresse, vielleicht wie sich meine Maus bewegt. Sie ziehen Rückschlüsse: Welchen Tagesrhythmus hat dieser Mensch? Welche Inhalte klickt er? So entsteht ein Bewegungs- und Persönlichkeitsprofil – das Datengold, hinter dem heute alle her sind. Am Ende landet es bei Konzernen wie Palantir oder bei Regierungen, die alles auslesen können.

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    Da scrollt man ein Weilchen (Screenshot/Nzz.ch)


    Orwell ist überholt

    „Big Brother is watching you“ von Orwell ist längst überholt. Heute gilt: „Big Brother is everywhere”. Er ist da, auch im Schlaf und kann theoretisch Puls, Herzschlag, Schlafqualität live beobachten; er extrahiert, kombiniert und fusioniert Daten.

    Die Menschenwürde-Garantie besagt, dass der Mensch nicht zum Objekt gemacht werden darf. Im Digitalkapitalismus jedoch ist der Mensch vor allem ein Datenträger – ein wandelndes Bergwerk, aus dem peu à peu das Gold geschürft wird. Privatheit ist der Boden, auf dem Menschenwürde wurzelt. Freie Entfaltung ist nur im unbeobachteten, nur uns gehörigen Raum, möglich. Wer sich bei allem beobachtet fühlen muss, dem wird das Recht auf Authentizität genommen. Dann sind wir im Menschenpark angekommen, im Streichelzoo für Humanoide, wo Regierungen und Datenkotzerne (sic!) wie Palantir dem digital eingezäunten Menschen ein wenig beim Leben zuschauen.


    (Quelle. Facebook, (https://www.facebook.com/benu.luvomi), “Das war vor 15 Jahren”)


    Heute zahle ich bereits mit Daten, wenn ich einen Artikel lesen will. Was später damit geschieht, weiß niemand.

    Was, wenn ich mich künftig nur noch per eID einloggen kann? Die gesetzliche Möglichkeit für diesen Quasi-Zwang ist im Gesetz bereits gelegt, Art. 25. Die Freiwilligkeitspflicht gilt nur für öffentliche Stellen. Schon einmal hat die Schweiz die digitale Identität abgelehnt. Nun kommt das Vorhaben erneut vors Volk. Wieder sollen die Bürger entscheiden, ob sie sich an die digitale Leine legen lassen wollen.

    Das Versprechen: Alles wird einfacher, schöner, magischer. Angeblich ist alles open source, dezentral und datensparsam – freiwillig natürlich. Die Realität: Kontrollpunkte entstehen, Misstrauen wächst. Um die e-ID zu erhalten, muss man sich bei der Bundespolizei Fedpol registrieren und die ID mit dem Handy verknüpfen, das zu einer Art Schlüssel für den digitalen und wohl auch analogen Raum wird. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis Medienhäuser, Webshops und Mobilfunkanbieter aus der „Freiwilligkeit“ eine Pflicht machen.

    Aus scheinbarer Freiwilligkeit wurde und wird schnell Zwang. Niemand muss die eID nutzen. Aber niemand muss dann Zugang zu einem Service erhalten, der nur noch über die e-ID funktioniert. Zuerst profitieren die Unternehmen, angelockt von Datenbergen. Der Staat aber sitzt am längeren Hebel: Er beobachtet, greift ab, kontrolliert. Am Ende machen beide – Staat und Wirtschaft – die Daten des Bürgers zur Beute.

    Schon die Erinnerung an die Einführung der Impfpässe wirkt unheimlich. Mit der e-ID lassen sich Bevölkerungen weiter segmentieren. Über digitale Mobilität kann so auch die physische Bewegungsfreiheit gesteuert und dosiert werden. Dann gilt nicht mehr der Vorrang der Freiheit, sondern der Vorrang des privilegierten Zugangs zu Freiheit.


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    Video https://youtu.be/yFc1QPUTDD8 Dauer 51:44 Min.


    Die Schweizer e-ID fällt nicht vom Himmel. Sie ist Teil einer globalen Entwicklung: WHO-Impfpässe, internationale Gesundheitsvorschriften, die Einschränkung von Privatheit, Fernmeldegeheimnis und Freizügigkeit. In Großbritannien heißt es „oneID“, in Deutschland „digitale Brieftasche“. Und über Artikel 32 des Schweizer Gesetzes gibt es ein völkerrechtliches Hintertürchen, mit dem eine e-ID indirekt eingeführt werden könnte.


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    Das wirkt orchestriert – und ist es auch. Das Gesetz ist längst in trockenen Tüchern. Die Zustimmung des Volks gilt als Formalie. Politik funktioniert hier wie ein Sperrklinken-Mechanismus: immer nur in eine Richtung – mehr Kontrolle, weniger Freiheit. Ob es schneller oder langsamer geht, ist dann gar nicht so wichtig, solange es nur voran geht.

    In diese Richtung wird es noch viele Abstimmungen und Gesetzesvorhaben geben. Doch jedem Einzelnen muss klar sein: Digitale Selbstermächtigung bedeutet zu allererst, auf ein Kontrollnetz zu verzichten, das einen jederzeit aussperren kann – so wie der Computer HAL 9000 in 2001: Odyssee im Weltraum: „Entschuldige, ich kann dich nicht mehr reinlassen.“

    Das Recht auf analoges Leben verteidigen

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    Aus dem IGV in Deutschland


    Info: https://www.freischwebende-intelligenz.org/p/e-id-raus-aus-dem-digitalen-menschenpark


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    08.09.2025

    Der Bericht von Chris Hedges: Israels Krieg gegen die UNO

    consortiumnews.com, 2. September 2025, Der Bericht von Chris Hedges, (übersetzt aus dem Englischen mit beta, unkorrigiert)

    Mara Kronenfeld, Exekutivdirektorin des UNRWA USA, deckt Israels Krieg gegenüber den Vereinten Nationen auf und wie die Zerstörung der UNWRA-Infrastruktur ein Angriff auf das gesamte zivile Leben in Gaza ist.

    Foder Millionen von Palästinensern, das Hilfswerk der Vereinten Nationen (UNRWA) ist mehr als nur eine humanitäre Organisation - es ist eine Rettungsleine. Seit 75 Jahren bietet sie entscheidende Infrastrukturunterstützung und unterstützt eine Bevölkerung, die auf Geheiß Israels mit starker Repression konfrontiert ist. In den vergangenen 22 Monaten hat sich die Organisation inmitten des Völkermords als so wichtig erwiesen wie eh und je.

    Das UNRWA und seine Einrichtungen haben Schulen, Krankenhäuser, Cafeterien und mehr für Palästinenser zur Verfügung gestellt, als keine andere Hilfe bestand. Gerade weil es manchmal die einzige Einheit ist, die die Palästinenser am Leben hält, nimmt Israel sie ins Visier und hat 310 Mitarbeiter in Gaza getötet.

    In dieser Folge des Chris Hedges Reports wird Gastgeber Chris Hedges von Mara Kronenfeld, Geschäftsführer des UNRWA USA, begleitet. Kronenfeld beschreibt die Angriffe auf das UNRWA durch das zionistische Gebilde, von den brutalen Bombenanschlägen auf Schulen und Unterkünfte in Gaza bis hin zu den absurden Rechtsstreitigkeiten, die in den Vereinigten Staaten gegen sie geführt werden.

    "Wenn es Versuche gibt, das UNRWA in Gaza auszurotten, beseitigt es nicht nur die Helfer, die wichtigsten humanitären Helfer... sie zerstören die Erzieher... [und] weiteren Schaden an jeder kommerziellen Aktivität zufügen, die Fähigkeit der Menschen, für diese Güter und Dienstleistungen zu bezahlen, die dringend benötigt werden, wenn sie heute hungern“, sagt Kronenfeld.

    Gast: Chris Hedges

    Produzent: Max Jones

    Intro: Diego Ramos

    Crew: Diego Ramos, Sofia Menemenlis und Thomas Hedges

    Transkript: Diego Ramos

    Transkript:

    Chris Hedges: Israel hat systematisch alle Institutionen zerstört, die die Zivilgesellschaft in Gaza erhalten. Schule. Universitäten. Zivilverwaltung. Gerichte. Polizeireviere. Krankenhäuser. Wasseraufbereitungsanlagen. Museen. Aber sein wichtigstes Ziel bei der systematischen Zerstörung der Zivilgesellschaft und der Infrastruktur, die es aufrechterhält, ist das Hilfswerk der Vereinten Nationen oder das UNRWA.

    Das UNRWA, das nach dem Krieg von 1948 gegründet wurde, der Israel schuf, bietet etwa 5 Millionen palästinensischen Flüchtlingen in Gaza und im Westjordanland sowie im Libanon, Jordanien und Syrien grundlegende Dienstleistungen.

    Israels langer Animus gegenüber dem UNRWA erreichte nach den von der Hamas geführten Angriffen am 7. Oktober eine neue Intensität. Israelische Beamte beschuldigten UNRWA-Mitarbeiter der Zusammenarbeit mit Hamas-Aktivisten bei dem Angriff, eine Anklage, die zu einer internen Untersuchung durch die UN-Agentur und der Entlassung von neun ihrer 13.000 Mitarbeiter führte.

    Die Anklage sah vor, dass die Vereinigten Staaten und andere Gebernnationen die Finanzierung des UNRWA aussetzten, obwohl die meisten Nationen, mit Ausnahme der Vereinigten Staaten, später ihre Beiträge wieder aufnahm. Im Jahr 2023 stellten die Vereinigten Staaten dem UNRWA 371 Millionen Dollar zur Verfügung, etwa 30 Prozent seiner jährlichen Betriebskosten.

    Aber Israel war nicht fertig. Das israelische Parlament oder die Knesset verkündeten im Oktober 2024 zwei Gesetze, um die UN-Agentur effektiv zu verbieten. Das erste Gesetz verbietet israelischen Beamten, irgendeinen Kontakt mit dem UNRWA oder einer Einzelperson oder Agentur zu haben, die in ihrem Namen handelt.

    Die zweite verbietet dem UNRWA, eine Vertretung zu betreiben, Dienstleistungen zu erbringen oder Aktivitäten direkt oder indirekt in Israel durchzuführen. Im Januar wurde das UNRWA aus Gaza, Ostjerusalem und dem Westjordanland verbannt.

    Das UNRWA ist seit dem 2. März nicht mehr erlaubt, humanitäre Hilfe nach Gaza zu bringen, einschließlich Medikamente, medizinischer Versorgung und Nahrungsmitteln. Die Lagerhäuser des UNRWA in Ägypten und Jordanien verfügen über genügend gelagerte Lebensmittel, Medikamente und Hygiene, um 6.000 Lastwagen zu füllen.

    Der Krieg gegen die UNWRA, zu dem seit Beginn des Völkermords durch Israel die Tötung von 360 UNWRA-Mitarbeitern durch Israel gehörten, wurde von Nahrungsmittelknappheit in Gaza begleitet, die zu weit verbreiteter Unterernährung und Hunger geführt haben. Mindestens 100 Kinder sind in den letzten Wochen Unterernährung und Hunger erlegen.

    Gleichzeitig hat Israel die humanitäre Stiftung Gaza (GHF) gegründet, die dürftige Lebensmittelpakete verwendet, um hungrige Palästinenser in den südlichen Gazastreifen zu locken, wo sie in Konzentrationslagern festgehalten werden, die vom israelischen Militär überwacht werden.

    Das chaotische Gerangel um ein Lebensmittelpaket von einem der vier Verteilungspunkte - UNRWA hatte früher 400 Lebensmittelzentren - hat fast 2.000 Palästinenser getötet und Tausende von israelischen Soldaten und US-Söldnern verletzt, die die humanitäre Unterstützung von Gaza leiten.

    Neben mir, um über Israels orchestrierten Hunger, den Angriff auf die Zivilgesellschaft und den Krieg gegen das UNRWA zu diskutieren, ist Mara Kronenfeld, Geschäftsführerin des UNRWA. Also Mara, fangen wir einfach mit der Bedeutung des UNRWA an. Und natürlich habe ich viel Zeit in Gaza und im Westjordanland verbracht.

    Sie betreiben die Schulen, vor allem in Gaza seit der Wahl der Hamas im Jahr 2006, wurden die Grenzen streng von Israel kontrolliert. Wir können nicht betonen, wie wichtig das UNRWA ist, also legen Sie einfach dar, was UNRWA tut, und dann können Sie vielleicht ein wenig verstärken, warum Israel die Organisation so sehr hasst.

    Mara Kronenfeld: Sicher, danke, Chris, und danke, dass Sie mich haben und zusätzliches Licht auf dieses sehr wichtige Thema werfen, besonders jetzt, wie Sie bereits erwähnt haben, die Tötungsmaschine zu beobachten, die GHF in Gaza ist, und UNRWA ist wirklich das moralische Gegenteil von GHF.

    Bis zu diesen Gräueltaten der letzten 22 Monate fungierte das UNRWA im Wesentlichen de facto, wie Sie erwähnten, Ministerium für Bildung, und bildete mehr als 60% der jungen Menschen aus, Kindergarten bis zur neunten Klasse, de facto Gesundheitsministerium in vielen Aspekten, weil so viele der primären und sekundären Gesundheitskliniken vom UNRWA betrieben wurden.

    Es gibt ein Netzwerk von Gesundheitskliniken in Gaza und dann ein Ministerium für Zivilangelegenheiten. Obwohl das UNRWA nicht lief, die Flüchtlingslager nicht besaß, war das UNRWA sicherlich für die zivile Infrastruktur des Baus neuer Unterkünfte zuständig, Reparatur von Unterkünften, die jedes Mal beschädigt wurden, wenn eine israelische Bombe in die Viertel in Gaza geschleudert wurde.

    Das UNRWA war fast, neben der Regierungspartei der Hamas, fast eine Art Regierungsoperation in der Breite ihrer Dienste und in der Tiefe ihrer Dienste, wie viele Menschen, denen das UNRWA diente, fast eine Art Regierungsoperation. Gut über 60% der Bevölkerung vor dem 7. Oktober waren Flüchtlinge und das Mandat des UNRWA ist natürlich für Flüchtlinge.


    Vertriebene Palästinenser in Deir el-Balah, im Gazastreifen, stehen Schlange, um Lebensmittel zu erhalten, die von gemeinnützigen Organisationen zur Verfügung gestellt werden. (UNRWA/Wikimedia Commons/CC BY 4.0)


    Jetzt, leider, wie wir alle gesehen haben, ist die gesamte Bevölkerung von Gaza Flüchtlinge. Das UNRWA führt ähnliche Dienste in Ostjerusalem, im Westjordanland, in Jordanien, in Syrien und im Libanon durch, aber Gaza war der Ort, der die größte Anzahl von UNRWA-Mitarbeitern hatte und immer noch hat.

    Von den 33.000 Mitarbeitern, die am UNRWA an den fünf von mir erwähnten Außenstellen gearbeitet haben, arbeiteten 12-13 000 von ihnen in Gaza, und es gibt immer noch 12.000 UNRWA-Mitarbeiter heute vor Ort.

    Und während das, was Sie gesagt haben, absolut wahr ist, hat Israel das UNRWA verboten, was vielen nicht klar ist, und eines der Dinge, die ich klären möchte, ist, dass UNRWA-Mitarbeiter, die selbst Palästinenser sind, immer noch vor Ort sind und immer noch eine Menge wichtiger wichtiger Arbeit leisten.

    Und ich werde weiter erläutern, während wir dieses Gespräch fortsetzen. Aber in Bezug auf Israels Animus gegenüber dem UNRWA ist es schon lange da.

    Sicherlich wollte Israel nicht für die Nahrung und Pflege und die Schulbildung dieser Bevölkerung verantwortlich sein. Sie ließen das UNRWA, offensichtlich eine UN-Agentur, diese Arbeit mit der Unterstützung der Weltgemeinschaft leisten, sowohl über ein Mandat bei den Vereinten Nationen, das alle paar Jahre erneuert wurde, als auch über die Unterstützung, die bilaterale Unterstützung, die von Nationen auf der ganzen Welt kam. Und wie Sie bereits erwähnt haben, sind die USA unter ihnen primär.

    Die USA haben das UNRWA im Laufe des Lebens des UNRWA etwa 7 Milliarden Dollar finanziert. Und in Gaza hatte das UNRWA die längste Nahrungsmitteloperation, im Grunde 76 Jahre der Versorgung von Menschen in Not, der längsten Nahrungsmittel, die längste Nahrungsmittel, die jemals auf dem Planeten zu waren.

    Das Problem mit dem UNRWA, wenn es um Israel geht, ist also, dass das UNRWA das sogenannte Rückkehrrecht zu vertreten schien, bei dem Flüchtlinge ein Recht hätten, auf dieses Land zurückzukehren, von dem sie gewaltsam vertrieben wurden.

    Und in Wirklichkeit wird dieses Recht außerhalb der Frage eingeführt, ob es das UNRWA gibt oder nicht, aber das UNRWA schien den Menschen, dieses Recht aufrecht zu erhalten, und das ist einer der Gründe, warum UNRWA angegriffen wurde.

    Und dann hasse ich es, es zu sagen, aber wie wir heute kommen, und ich beobachte die Massentötung von Zivilisten durch die israelischen Behörden, durch das israelische Militär und die Tötungsmaschine, die GHF ist, ist es sehr klar, dass das UNRWA nicht für die Tatsache gemocht wurde, dass es die Tatsache, dass es die Palästinenser hält und gehalten hat und weiterhin die Palästinenser am Leben erhalten hat.

    "Es ist sehr klar, dass das UNRWA für die Tatsache, dass es sich aufhält und die Palästinenser am Leben gehalten hat, nicht gemocht hat."

    Chris Hedges: Nun, sie haben auch UNRWA-Installationen außerhalb von Gaza in Ostjerusalem angegriffen, ich glaube, wo sein Hauptquartier war, richtig? Und dann las ich auch nur in Jenin und im Westjordanland.

    Mara Kronenfeld: Ja, sie sind und in Ostjerusalem, wenn man sich vorstellen kann, auch mit den Knesset-Gesetzen, war UNRWA immer noch, UNRWA Lehrer, die Primäroperation in Ostjerusalem waren Schulen. Und UNRWA-Lehrer unterrichteten immer noch, die Schüler gingen immer noch dorthin, bis vor ein paar Monaten die Armee und einige städtische Akteure die Schulen überfielen und die lebendige Hölle aus jungen Schulkindern erschreckten.

    Jetzt gehen diese Schulkinder in Ostjerusalem nicht zur Schule, weil ja, sie haben die Lehrer und die Schüler gewaltsam von den UNRWA-Schulen entfernt.

    Chris Hedges: Die ausländischen Mitarbeiter mussten Gaza vom UNRWA verlassen, obwohl Sie, wie Sie bereits erwähnt, 12 oder 13.000 palästinensische Mitarbeiter haben, die Gehälter erhalten. Und das ist ein sehr wichtiger Punkt, der vielen Menschen verloren geht, die wirtschaftlichen Auswirkungen des UNRWA. Vielleicht können Sie das erklären.

    Mara Kronenfeld: Ja, das UNRWA war im Wesentlichen der größte Arbeitgeber und ist heute, da bin ich mir sicher, natürlich nicht viel von einem kommerziellen Sektor, jetzt in Gaza. Das UNRWA war im Wesentlichen der größte nichtstaatliche Arbeitgeber in Gaza. Und ja, ein großer Teil der Wirtschaft hing von den Gehältern ab, die UNRWA-Mitarbeiter erhielten, und von ihrer Fähigkeit, Waren und Dienstleistungen mit diesen Gehältern zu kaufen.

     


    Palästinensische Schulkinder besuchen Mathematikunterricht in einer Klasse in UNRWA Gaza Grundschule in Gaza, Mai 2010. (Suhair Karam, IRIN, Flickr, CC BY-NC-ND 2.0)


    Wenn es also Versuche gibt, das UNRWA in Gaza auszurotten, ist es nicht nur die Ausrottung der Helfer, die wichtigsten Humanisten, es ist nicht nur die Ausrottung der Erzieher, die Menschen, die 600.000 Studenten pro Jahr mit diesen Studenten, die einen höheren Abschluss gemacht haben, ihre Abschlussquoten waren unter dem UNRWA weit höher und die Hochschulabsolventen waren unter dem UNRWA weit höher.

    Sie zerstören also die Erzieher, sie versuchen, die Helfer, die humanitären Helfer zu zerstören, aber sie richten auch weiteren Schaden an jeder kommerziellen Aktivität, der Fähigkeit der Menschen, für diese Waren und Dienstleistungen zu bezahlen, die heute dringend von hungernden Menschen benötigt werden. Es ist eine der einzigen Möglichkeiten, wie die Menschen in Gaza in diesem Moment ein reguläres Gehalt erhalten.

    Chris Hedges: Und mit diesem Angriff, dem Schnitt von Hilfe, meine ich, nach diesen Anschuldigungen, die es uns klar sagen, hat Israel nie irgendwelche Beweise vorgelegt, um diese Anschuldigungen zu unterstützen, was ziemlich üblich ist, lassen Sie uns ein wenig darüber sprechen, was Sie tun können und wie effektiv Israel in der Lage war, Ihre Operationen zu lähmen.

    Mara Kronenfeld: Ja, also bieten diese 12.000 Mitarbeiter in Gaza derzeit immense Unterstützung. Egal, wie viele Lastwagen ein- oder nicht, und wie Sie erwähnt haben, hat das UNRWA das Äquivalent von 6.000 Lastwagen Nothilfe, von Medikamenten, von Hygienematerialien.

    Wohlgemerkt, die Israelis haben seit Monaten keine Damenbinden mehr in Gaza gelassen. Es gibt eine stille Epidemie von etwa 700.000 jungen Frauen, die keinen Zugang zu Damenbinden haben. Auch hier könnte in Gaza gerade ein weiteres Detail, das völlig über das blasse hinausgeht, warum Damenbinden in Gaza gefährlich sein.

    Das UNRWA stellt also vor Ort die primäre Gesundheitsversorgung zur Verfügung, weil das Krankenhaussystem in Gaza so systematisch angegriffen und fast zerstört wurde. Das UNRWA bietet derzeit 60% aller medizinischen Konsultationen an. Das sind also die Ärzte und Krankenschwestern und Gesundheitshelfer, die wirklich die Front der medizinischen Versorgung sind, wenn man es so nennen kann, gerade jetzt in Gaza.

    Und dann reinigen diese Arbeiter auch den giftigen Abfall, der sich im Wesentlichen überall in Gaza angesammelt hat. Und das ist umso wichtiger, als die Temperaturen so hoch sind. Wir sehen durch Wasser übertragene Krankheiten, Menschen, die Hautausschläge haben. Die Reinigung giftiger Abfälle ist also unerlässlich. Und UNRWA-Mitarbeiter sind die Personen, die Ingenieure mit dem Wissen, wie man die Wasserbrunnen repariert, wenn sie beschädigt wurden, damit die Bevölkerung nach Möglichkeit Wasser bekommen und auch die Entsalzungspumpen betreiben kann.

    Wissen Sie, ein großer Teil dieser Arbeit, sollte ich sagen, ist jedoch von Treibstoff abhängig, und das ist eine andere Sache, die die Israelis nicht hereinlassen und wann sie hineingehen, nur in Dribs und Drabs. Und schließlich ist das UNRWA die vorderste Linie der Traumaunterstützung für Kinder, die versuchen, jedes Gefühl der Normalität in einer unbeschreiblichen, unerträglichen Situation zu vermitteln, dass ich jedes Mal schaudere, wenn ich wirklich darüber nachdenke, was es wäre, ein Kind, ein Elternteil, jeder in Gaza zu sein.

    Chris Hedges: Als der Völkermord begann, war eines der Dinge, die wir sahen, dass Israel UNRWA-Einrichtungen, Schulen und Lagerhäuser ins Visier nahm. Und lassen Sie uns klar sein, Israel bombardiert einzelne Brunnen, um sie zu zerstören. Aber das war ein Hinweis darauf, wohin wir gingen. UNRWA und natürlich, wie ich bereits erwähnt, wurden 360 Mitarbeiter getötet, viele von ihnen bei gezielten Attentaten. Die Angriffe, der Versuch, das UNRWA zu demontieren, begann also fast sofort.

    Mara Kronenfeld: Ja, absolut. Und wohlgemerkt, es ist sehr klar vom Himmel, zumindest wurde mir gesagt, und ich glaube sicherlich, dass jedes UN-Gebäude, jedes UNRWA-Gebäude die blaue UN-Flagge auf dem Dach des Gebäudes hat. Das israelische Militär wusste also sehr gut, was es ins Visier nahm und die Gebäude, die es zerstörte. Und der sehr traurigere und teuflische Aspekt dabei ist, dass es nicht nur das UNRWA selbst ins Visier nahm, obwohl das ein Hauptziel war.

    Diese Gebäude, die von den frühen Tagen nach dem 7. Oktober bombardiert wurden, waren Unterstände. So waren die Grundbauten, die zerstört oder beschädigt, schwer beschädigt wurden, tatsächlich UNRWA-Schulen. Schulen waren immer wieder zu Unterkünften in Zeiten geworden, in denen Gaza von Israel bombardiert wurde. Und diese Schulen waren während der vielen verschiedenen Bombenangriffe zu sicheren Orten geworden.

    Und dann zerstörte Israel effektiv so viele dieser Unterkünfte nach dem Oktober 2023. Und das ist einer der Gründe, warum wir etwas haben, was noch nie in Gaza passiert ist, was eine große Anzahl von Menschen ist, einschließlich Frauen und Kinder, die auf der Straße schlafen.

    Das ist absolut etwas, was nicht in Gaza stattgefunden hat. Und es ist nur noch schlimmer geworden und warum die Menschen auf der Straße schlafen und nicht einmal in provisorischen Lagern ein weiteres Angebot ist, das Israel nicht hereingelassen hat, sind Zelte und Zeltstangen. Auch hier ist es teuflisch, Menschen dazu zu zwingen, unter solchen Bedingungen im Freien zu sein. Nur teuflisch.

    Chris Hedges: Sprechen Sie über die humanitäre Stiftung in Gaza. Sie haben es erwähnt. Was macht sie? Natürlich argumentieren die Vereinigten Staaten und Israel, dass dies der Ersatz des UNRWA sein wird.

    Mara Kronenfeld: Es ist, wie ich am Anfang sagte, die moralische und operative Kehrseite des UNRWA. Wie Sie bereits erwähnt haben, hatte das UNRWA 400 Standorte, von denen sie Hilfe an bedürftige Menschen verteilten. Die Hilfslieferung des UNRWA basierte auf Prinzipien der Neutralität, der Transparenz, der Würde der Begünstigten.

    Und UNRWA, der Grund, warum es 400 Standorte gibt, ist, dass die Notwendigkeit, Hilfe dorthin zu bringen, wo Menschen sind und das Wissen, dass nicht jeder und besonders die Schwächsten in der Bevölkerung zu Hilfsstellen reisen können.

    Und so war eines der größten Probleme und wirklich, glaube ich, absichtliche operative Realitäten der so genannten Gaza Humanitarian Foundation nur ein paar Standorte zu haben, und, wie Sie bereits erwähnt haben, die sich im Süden sehr nahe der ägyptischen Grenze befinden, und dies bedeutete, dass die einzigen Leute, die die neun bis zwölf Kilometer wirklich reisen konnten, nicht die neun bis zwölf Kilometer waren.

    Und dann haben wir gesehen, dass diese Leute Hilfe suchen, diese verzweifelten Menschen, die dann beschossen werden. Und nicht nur von Arbeitern, den Söldnern, den amerikanischen Söldnern, die bei der GHF arbeiten, sondern auch von der IDF sowie in Schlange stehen Schlange. Sie können diese Linien nicht nennen, das sind Käfige, wie Tiere, und ich werde über die Modalität sprechen. Man kann die Modalität nicht nennen, wie sie Hilfe verteilen. Man kann nicht sagen, dass die Verteilung. Ich komme in einer Sekunde dazu.

    Aber was ich zurückgeben möchte, ist, dass die Menschen, die diese Hilfe nicht erhalten, die keinen Zugang zu dieser Hilfe haben, Behinderte sind, die Witwen, die sich um ihre Kinder kümmern müssen, die Waisen sind, die Alten sind. Die Bedürftigsten in Gaza sind also derzeit nicht in der Lage, diese Hilfe zu erhalten.

    Und dann, wenn Sie in der Lage sind, diese 9-12 Kilometer hungern zu lassen, belagert, stehen Sie in der Schlange und dann im Grunde sagen jemand und wie ein echtes Leben Squid Games, haben Sie Leute, die in einen offenen Bereich rasen, um die ersten zu sein, die Essen geworfen und sammeln und andere Menschen bekämpfen.

    Wir haben von Leuten gehört, die Messer mitbringen, um zu versuchen, das erste zu diesem Essen zu sein, und dann haben wir auch gesehen, dank des tapferen, mutigen Zeugnisses von Anthony Aguilar, dem 25-jährigen Armeeveteranen und ehemaligen Green Beret, wir wissen, dass die Leute beschossen werden, während sie versuchen, Hilfe zu suchen.

    Er erwähnt Kriegsverbrechen nach Kriegsverbrechen in diesem Umfeld. Er spricht von einem kleinen Jungen, der gekommen ist, um ihm dafür zu danken, dass er Teil der Bereitstellung einiger Hilfe war. Und dann wurde dieser Junge von der IDF vor seinen eigenen Augen erschossen.

    Also bitte ich jeden, der zuhört, der irgendwie denkt, dass diese Tötungsmaschine nicht stattfindet, bitte hören Sie sich das Zeugnis von Anthony Aguilar an. Wenn Sie Zweifel haben, hören Sie bitte zu.

    "[W]e wissen, dass die Menschen beschossen werden, während sie versuchen, Hilfe zu suchen."

    Es ist ein wesentliches Zeugnis, und es ist eines, das ich sagen muss, dass ich aus vielen Quellen gehört habe, dass unsere Regierung sich jetzt weigert, zu hören und sogar zuzuhören, nur so zu tun, als gäbe es sie nicht.

    Chris Hedges: Nun, es ist nur Köder. Es lockt die Menschen nach Süden. Sie wollen sie in beringten Konzentrationslagern bringen, die von der Sicherheit umgeben sind, überprüften alle. Und natürlich versuchen sie, die Hamas oder junge Militante daran zu hindern, sie zu betreten und von den Militanten zu trennen. Die Hilfe wird oft um zwei Uhr morgens verteilt, nur für eine Stunde.

    Was ist das Ziel? Wo sehen Sie das? Und natürlich beobachten wir jetzt, wie Israel Reservisten aufruft, um Gaza-Stadt zu besetzen und auszulöschen, zu löschen, zu zerstören.

    Mara Kronenfeld: Yeah, well, I can absolutely say it is not humanitarian in its goal. If this was a humanitarian operation, the dignity of the beneficiaries would be front and center. If this was a humanitarian operation, we wouldn’t only be talking about the delivery of food.

    And mind you, we have heard that the food is lentils and rice and things that require water, which in and of themselves, water is hard to get. So these are not necessarily the materials you would be providing a population that has trouble accessing water and that is facing malnutrition and starvation. This wouldn’t be the first thing they should necessarily eat.


    A 4-year-old Palestinian girl, lost her life due to malnutrition and lack of treatment in Gaza.  (UNRWA: United Nations Relief and Works Agency)


    If this were a humanitarian operation, it wouldn’t just be food, it would be medicine. It wouldn’t just be food, would be medicine and would be shelter items. If this was a humanitarian operation, trying to corral people into what they’re also called so-called humanitarian cities in the south, there would be plans for education of the children.

    There would be plans outside of simply feeding people. There would be talk about setting up medical clinics. None of that has been part of the GHF plan.

    And when you ask about the ultimate goal, you know, the Israeli government, this extremist government, Kahanist government has said the quiet part out loud. They consistently, if only people in the U.S. would listen to their own words, [Bezalel] Smotrich, Minister Smotrich himself said that our goal is to take the population to the south and then hope, make life so horrible for them that they will either leave on their own accord out of Gaza and into Egypt, and/or they would be forcibly displaced, essentially ongoing ethnic cleansing to remove them from Gaza.

    They’ve said that out loud. So it’s no surprise to any of us who are paying attention to their own words. And mind you, they’ve also called Gaza’s children animals, children of darkness, snakes, that there are no innocent children. It should not be surprising to any of us what GHF, this Israel and U.S.-backed GHF is doing given the words of Israeli leaders themselves.

    Chris Hedges: And the response of the international community and the UN.

    Mara Kronenfeld: Yeah, UNRWA has been very clear. Most of the U.N. has been very clear that this is not how humanitarian aid is done. This is really, you know, the war crimes that somebody like Anthony Aguilar has witnessed that many, I hate to even focus on him because how many Palestinians have been saying this but have not been believed.

    But I think it’s really important to note that this is a new era. If we’re talking about for-profit aid distribution, we’re talking about weaponized aid distribution, actually before that even weaponized hunger on purpose, starvation of a population to make them so weak and terrified and beleaguered that the hope is, from the Israeli side, that they leave.

    Das ist wirklich neu, und das ist etwas, das leider im Sudan modelliert werden könnte, es könnte an andere Orte gebracht werden. Und wir sehen eine Art Ende einer internationalen, einer Idee, dass es auch im Krieg Regeln und eine Art Ideologie nach dem Zweiten Weltkrieg gibt, dass es auch im Krieg Regeln gibt, dass es ein Verständnis für internationale Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit gibt.

    So im Allgemeinen war die internationale Gemeinschaft dagegen. Aber weißt du, Chris, ich weiß nicht, was ich sonst sagen soll, außer es eine Art böses Seil-ein-Dope zu nennen. Es versucht, über Hilfe zu sprechen, um die Leute an Bord zu holen. Jetzt hast du diese Art von, du hast die GHF sagen, Hey, willst du den Leuten nicht helfen? In der Zwischenzeit können sie genau die Bedingungen schaffen, unter denen Menschen leiden und getötet werden. Es ist also nur ein böses Seil-a-Dope.

    And now we have other humanitarian organizations having to make a decision: do I do the moral and the right thing, which is not give any credence to this organization or work anywhere near them, or do I do what they may think is the moral thing and just flood the zone, even if it means working with such an entity as GHF? I think that’s what some of the international community are contending with at this very moment.

    Chris Hedges: Does UNRWA have any stockpiles of food left in Gaza?

    Mara Kronenfeld: They have very little. I do know that some of the aid that is in those, that’s 6,000 trucks worth of aid, some of it is getting in through partners from what I understand. So there is some aid getting in, but it’s a drop in the bucket.

    Wir brauchen 500 bis 600 Lastwagen pro Tag, nur um die Grundbedürfnisse der Bevölkerung zu bewältigen, geschweige denn alle kommerziellen Bedürfnisse und Dinge, die den Preis für Grundgüter jetzt senken würden, die Mehl sind, 22 Dollar pro Kilo, einfach für jeden dort unerschwinglich.

    Chris Hedges: Und sprechen wir über die internationale Gemeinschaft. Sie haben Geräusche gemacht, [Großbritanniens Premierminister Keir] Starmer als andere, über die Anerkennung eines palästinensischen Staates, aber niemand schneidet Israel die Waffen ab.

    Mara Kronenfeld: Ja, als UNRWA, mein Fokus wirklich, und als UNRWA USA sollte ich sagen, ist wirklich auf der humanitären Seite. Unsere Rolle war also wirklich nicht auf der politischen Seite. Und so kann ich aus dieser Perspektive nicht kommentieren, aber als Einzelperson, der nur meinen persönlichen Hut aufsetzt, tut es, haben Sie eine sehr wichtige Frage gestellt. Und es ist eine Frage, die ich mir jeden Tag stelle.

    Und ja, das ist alles, was ich sagen kann. Ich habe die gleiche Frage, Chris.

    Chris Hedges: Und die Angriffe sind unerbittlich. Sie haben nicht aufgehört. Und jetzt stehen Sie vor diesen Klagen, die von Zionisten eingereicht werden, die die Organisation beschuldigen, Sie können die Details angeben, im Wesentlichen Hamas-Front oder so etwas zu sein. Erklären Sie, was sie tun.

    Mara Kronenfeld: Ja, also haben wir, in etwa, ich glaube Januar 2024 oder Februar, vielleicht haben wir eine Klage verbüßt. Und die Klage ist von Überlebenden oder Familienmitgliedern vom 7. Oktober, die ich vermute, dass ich die amerikanische Staatsbürgerschaft habe und es eine völlig leichtfertige Klage ist. Es ist Teil einer Geschichte von leichtfertigen Klagen gegen jene Organisationen, die Palästinenser oder palästinensische Rechte unterstützen.

    Center for Constitutional Rights has done a whole expose on the attempt to silence Palestinian support and civil society supporting Palestine through lawfare, through a really deliberate attempt to bring frivolous claims. This is one of them. And the claim was somehow that because UNRWA USA gave funds to UNRWA that we somehow knowingly gave funds to Hamas.

    I mean, it’s utterly ridiculous and luckily, the judge in the Delaware District Court saw the ridiculousness of it and threw out the lawsuit.

    Chris Hedges: Well, give me some examples, because you had mentioned to me before in the courtroom what they were saying. I mean, it was absurd.

    Mara Kronenfeld: Yeah, there was absurdities. I think in this setting, and I’m not a lawyer, I should say, but in this setting, in a civil liability, you’re not arguing the facts, you’re arguing within the four corners of the lawsuit, is there enough there? And you’re looking at precedents and other things.

    So essentially in that setting, they could kind of say what they want. And so imagine, and mind you, I have to just preface that I mean, this shouldn’t matter at all, but just to give you some color, I happen to be Jewish.

    My lawyer, one of our lawyers is Jewish. And then we have this beautiful community of Methodists who are supporting Palestine who had worked with me in different times come to the gallery at the courthouse to give moral support at this time.

    So this beautiful crowd of people from so many different walks of life. So I felt all this support in the courtroom, which is amazing. But the plaintiff’s lawyer said, the judge asked, so you’re saying that UNRWA is basically Hamas and something crazy, I mean, absurd, that UNRWA contributed in building of tunnels, which is just fantastically false.

    And she said, yeah. And the judge said you’re telling me that UNRWA USA knew about this. She’s like, yes. And the judge said, you’re suggesting there’s evidence like emails and she said, yes, I believe that there are emails that UNRWA USA wrote to UNRWA talking about Hamas tunnels.

    I mean, this is utterly false, fanciful, ridiculous. It’s an example of the kind of propaganda that we don’t see that’s going around all different places, talking about UNRWA.

    Und ich denke, dieses Jahr, wirklich, sorry, 2024, am Ende des Jahres zahlte die israelische Regierung für hasbara, Propaganda, auf Plakaten, im Grunde ein Bild eines UNRWA-Mitarbeiters und dann wie ein grünes Hamas-Bandana auf sie setzen und im Grunde gesagt, dass das UNRWA die Hamas ist.

    Ich meine, es ist so schockierend und Google-Anzeigen zu platzieren. Google erlaubte der Regierung Israels, für Anzeigen zu bezahlen, Propaganda gegen eine UN-Organisation zu setzen. Ich meine, in welcher Welt leben wir? Es ist nur schockierend, wie es Propagandalügen gibt, Dinge, die man sagen könnte, dass Billboard-Unternehmen ihre Werbetafeln auf ihre Werbetafeln lassen werden, dass Google in einer bezahlten Anzeige von einer Regierung gehen wird.

    Stellen Sie sich vor, sie lassen die russische Regierung für Anzeigen mit Propaganda über die Ukraine bezahlen. Es ist nur schockierend, was mit, wieder, wie Sie sagten, keine Beweise geschehen durften.

    Chris Hedges: And they’re suing for damages. They want money. They want to extract money.

    Mara Kronenfeld: They want money, although we don’t have. All our money goes to people in need. So we don’t have any money. Sorry guys, we got no money. But it’s also to gum up your work, right? And to wear you down. And I will say it is exhausting. So bravo to those who… it is exhausting.

    Wir müssen uns auf den Kampf gegen leichtfertige Klagen konzentrieren, während unser ausschließlicher Fokus darauf liegen sollte, Leben zu retten und Gelder zu sammeln, um Leben zu retten. Wohlgemerkt, wir hören nicht für eine Minute auf, aber es ist, uns zu zermürben, uns zu erschrecken.

    Chris Hedges: Nun, der Richter in Delaware warf es hinaus und sie starteten sofort einen anderen, nicht wahr?

    Mara Kronenfeld: Es gibt eine weitere Klage mit genau dem gleichen Argument. Es wird also nirgendwo hingehen. Und einer der Anwälte ist derselbe Anwalt, es gibt einen Anwalt, der in beiden Fällen ist. Also ja, sie sind definitiv miteinander verbunden. Also, nur mehr Anwälte Zeit, mehr Zeit meiner Zeit, von der Zeit unseres Vorstands.

    Aber Sie haben auch einige der erstaunlichsten Anwälte, die das Richtige tun, wer weiß, was Propaganda ist, die die ultimativen Ziele von Klägern wie diesen kennen, um uns zu zermürben, um zu versuchen, uns aus dem Geschäft zu bringen, um uns aus dem Geschäft zu erschrecken.

    Und wenn Ihre Arbeit auf der Seite der Engel steht, wenn Sie transparente Arbeit für alle tun, um zu sehen, wenn Sie Menschen am Leben erhalten, die niedergemäht werden, das ist es, was Sie am Laufen hält, das Richtige zu tun, die ethische Sache, das Wahre.

    Sie gehen nicht von dieser essentiellen Arbeit inmitten einer von Menschen verursachten Hungersnot, einem Völkermord, ab. Es gibt keine Möglichkeit, diese Arbeit zu stoppen, wenn Zivilisten massenhaft getötet werden.

    Chris Hedges: Du bist ein arabischer Redner, du hast lange Erfahrung in der Region. Das muss einen emotionalen Tribut gefordert haben. Was hat all das bewirkt, nicht nur auf Sie, sondern auf alle, die diese Art von Arbeit tun?

    Mara Kronenfeld: Ja, ich meine, was auch immer wir fühlen, ist natürlich nichts. Es gibt keinen Vergleich mit dem, was die Menschen vor Ort haben. Ich denke, wir hatten einen vorderen Sitz, sicherlich nicht wie, wieder, wie die in Gaza, aber wir sind Tag für Tag dabei, die Gräueltaten zu sehen.

    Und ich denke, was mich am Laufen hält, ist, wie ich sagte, zu wissen, dass unsere Arbeit auf der Seite der Engel steht und absolut notwendig ist. Und diese Idee, dass mein Großvater aus Nazi-Deutschland und der Familie seiner Schwester entkam, wurde von den Nazis ermordet. Und er sagte nie wieder. Und er meinte für jeden, egal welche Religion oder Hintergrund. Und deshalb mache ich die Arbeit, die ich heute mache.

    Und wenn ich diese Arbeit nicht machen würde, würde ich gegen alles, was ich von meinem Großvater und auch meinen Eltern in Bezug auf das Richtige in der Welt gelernt habe. Aber ich denke, dass ich nicht bröckeln kann und der Grund, warum ich nicht bröckeln kann, ist mein Kollege Hani Almadhoun, der unsere Spendenaktionen leitet, unser leitender Direktor des Fundraisings, er hatte 180, ich denke, es sind mehr als 200, Familienmitglieder, die in Gaza getötet wurden. Zwei seiner Brüder wurden ins Visier genommen und getötet.

    Und er steht immer wieder auf und macht diese wichtige Arbeit. Er sammelt weiterhin Spenden nicht nur für das UNRWA USA, sondern auch für die Gaza-Suppenküche, die Zehntausende von Menschen im Norden von Gaza ernähren. Seine Eltern stehen an vorderster Front dabei und halten eine Gemeinschaft am Leben. Jeden Tag hört er von einem Cousin verletzt. Er hatte gerade einen Cousin gehabt, der getötet wurde, als er versuchte, Hilfe bei der GHF zu suchen.

    Er steht immer wieder auf und macht seine Arbeit und behält eine Charakterstärke und eine Ruhe, die niemand sonst, ich wäre nicht in der Lage, wenn ich mit denselben Bedingungen konfrontiert wäre. Wenn also Hani nicht bröckelt, werde ich nicht. Also bleiben wir weiter und hoffen nur, dass es einen Waffenstillstand gibt, der Tötungsstopps und die Moral herrscht und die Menschheit siegt.

    Chris Hedges: Und wenn die Leute an das UNRWA in die UNRWA oder die [Gaza] Soup Kitchen spenden wollen, wie machen sie das?

    Mara Kronenfeld: Ja, damit Sie unter unrwausa.org/donate spenden können. Wir könnten unbedingt alle Beiträge gebrauchen und wir bekommen das Geld aus der Tür. Deshalb haben wir kein Geld, weil wir es so schnell wie möglich aus der Tür bekommen. Und etwas, das mAe Hoffnung gegeben hat, nur in all dieser Dunkelheit, das Schönste außerhalb des Personals, das wir haben, das erstaunlich ist und unser Vorstand, ist 160.000, eigentlich sind es jetzt 170.000, ich habe gerade vor dem Anruf überprüft, 171.000 Spender, neue Spender seit Oktober 2023.

    Und das sind Amerikaner, 95 Prozent Amerikaner aus jedem Staat in diesem Land mit jedem wirtschaftlichen Hintergrund, jedem religiösen Hintergrund. Die durchschnittliche Spende beträgt etwa 280 Dollar. Das meiste davon ist also die Basis. Natürlich haben wir sehr viele Mittel, die auch mit sechsstelligen Spenden unterstützen. Wirklich, das amerikanische Volk hat sich verstärkt, während unsere Regierung zurückgetreten ist.

    Unsere Regierung hat die Finanzierung des UNRWA eingefroren. Und durch das amerikanische Volk konnten wir seit Oktober 2024 68 Millionen Dollar für Hilfe in Gaza schicken.

    Also jeder Beitrag, für den wir dankbar sind, und wir werden dies auch weiterhin in die Hände derer bringen, die medizinische Hilfe vor Ort leisten, den Menschen in Not Wasser geben, Abfall und den giftigen Müll auf den Straßen säubern und die Frontlinie der Traumaversorgung für Gazas Kinder sind. Wir sind also sehr dankbar für Ihre Unterstützung.

    Und ja, Hani wird auf jeden Fall auch in der Gaza-Suppenküche Unterstützung erhalten. Und aufgrund dieser Unterstützung konnten sie diese astronomisch preisgünstigen Obst und Gemüse, Mehl, was auch immer verfügbar ist, kaufen. Sie können die 50 Dollar für Mehl oder was auch immer ausgeben und zumindest einige dieser Leute in den Umgebungen füttern, in denen sie in der Lage sind, ihre Suppenküchen zu machen, hauptsächlich im Norden von Gaza.

    Chris Hedges: Und kennen Sie den Link dafür?

    Mara Kronenfeld: Ich schaue eigentlich nicht, sondern schaue auf Gaza Soup Küche, ich kenne den Link nicht. Unser Link ist unrwausa.org/donate.

    Chris Hedges: Großartig. Danke Mara. Und ich möchte Diego [Ramos], Victor [Padilla], Sofia [Menemenlis], Thomas [Hedges] und Max [Jones] danken, die die Show produziert haben. Sie finden mich bei ChrisHedges.Substack.com.

    Chris Hedges ist ein mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneter Journalist, der 15 Jahre lang Auslandskorrespondent für die New York Times war, wo er als Chef des Nahost-Büros und Leiter des Balkanbüros für die Zeitung tätig war. Zuvor arbeitete er im Ausland für The Dallas Morning News, The Christian Science Monitor und NPR. Er ist der Moderator von The Chris Hedges Report.

    Dieser Artikel stammt von Scheerpost.

    HINWEIS ZU READERS: Es gibt jetzt keine Möglichkeit mehr, eine wöchentliche Kolumne für ScheerPost zu schreiben und meine wöchentliche Fernsehshow ohne Ihre Hilfe zu produzieren. Die Mauern schließen sich, mit erstaunlicher Schnelligkeit, im unabhängigen Journalismus, wobei die Eliten, einschließlich der Eliten der Demokratischen Partei, nach mehr und mehr Zensur schreien. Bitte, wenn Sie können, melden Sie sich unter chrishedges.substack.com an, damit ich weiterhin meine Montagskolumne auf ScheerPost veröffentlichen und meine wöchentliche Fernsehsendung "The Chris Hedges Report" produzieren kann.

    Dieses Interview stammt von Scheerpost, für das Chris Hedges eine regelmäßige Kolumne schreibt. Klicken Sie hier, um sich für E-Mail-Benachrichtigungen anzumelden.

    Ansichten, die in diesem Artikel geäußert werden, können die der Consortium News widerspiegeln oder auch nicht.


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    2 Kommentare zu „Der Chris Hedges Report: Israels Krieg gegen die UNO ”

    1. Jackson

      3. September 2025 um 21:51 Uhr

      Chris und Mara, Kann UNRWA ein FOIA ein FOIA einreichen, ist NJAC, Mark Goldfeder, ein GHF-Investor? Der ultimative BuyOneGetOne-Genozid? Werde bezahlt, um das UNRWA und das "Profit" aus dem Hungertod in Gaza zu schließen.

      +Mark Goldfeders Kommentare NACH der Definanzierung des UNRWA - Hassermittlung, c-span, SEPTEMBER 17, 2024:

      "...DER TEIL ÜBER DIE PARTICULAR MORAL FAILURE IST, DAS WIR ANGEBOT ÜBER DIE MIDDLE OF PALESTINIANS ACTUELL STARVING MIT GAZA SOZA SIE EINEN EINEM SENSTWICH FÜHLTE UND YET WIR WIR WIR WIR MÜHLEN EINEN WERDEN UND EINZIGEN DEN DEN FUNDEN UND ZU DEN DEN DEN DEN ERÖSSE WIR brauchen, um UNRWA zu WERDEN...“

      + Ein weiterer „Wasserscheide“ für Mark Goldfeder / NJAC–>>“ DIE CHARGES WERE FALSE“

      + Ist Mark aufgeregt über alle Kinder, die er verhungert hat, und wie blättert das mit westlichen Prinzipien und Werten?

  • Diane Kruger

    2. September 2025 um 16:09

    Vor etwa zwei Jahren stand ich in Kontakt mit einem Reporter namens Hani. Während es viele namens Hani gibt, frage ich mich, ob dies derselbe Reporter sein könnte. Ich habe ein paar kleine Spenden gemacht. Ich habe mich mehrmals über ihn gewundert.



  • Info: https://consortiumnews.com/2025/09/02/the-chris-hedges-report-israels-war-on-the-un/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    08.09.2025

    Demonstration am 3. Oktober in Berlin und Stuttgart / Mobilisierung / Mitfahrmöglichkeiten / Redner u.a.

    aus e-mail von <newsletter@nie-wieder-krieg.org>, 8. September 2025, 12:06 Uhr


    [Im Browser öffnen](https://f06qo.r.sp1-brevo.net/mk/mr/sh/1t6AVsd2XFnIG8WYbilPULCCH27zZ2/1Wc_HHq0EhXX)


    [Newsletter als PDF-Datei downloaden](https://f06qo.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/1t6Af4OiGsDg0YsuevHwjk4U9RElFw/LVTq0WmH2xlm)



    **Newsletter Nr. 10/2025**



    **Inhalt:** Unterstützende Gruppen der Demo am 3. Oktober / Aktionen der Friedensbewegung / Rednerinnen und Redner sowie Künstler / Mitfahrmöglichkeiten / Werbematerial / Spenden für den 3. Oktober / Webinar am 18. September



    **Nie wieder kriegstüchtig! **

    ==============================



    **Stehen wir auf für Frieden!**

    ===============================



    **Bundesweite Demonstration am 3. Oktober **

    **in Berlin und Stuttgart**



    Liebe Freundinnen und Freunde, 



    ein breites Bündnis aus Friedensinitiativen und -organisationen drängt am 3. Oktober 2025 auf die Straße. Weit über 300 Organisationen, Initiativen und Parteien rufen zur Demonstration in Berlin und Stuttgart auf. Gemeinsam werden wir ein deutliches Zeichen für Frieden, gegen Hochrüstung und Kriege, gegen die Stationierung neuer US-Mittelstreckenwaffen, für die Beendigung des Völkermords an den Palästinenserinnen und Palästinensern, gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht und die Militarisierung von Bildung, Hochschulen und Gesundheitswesen sowie die damit verbundenen Kürzungen im Sozialbereich setzen.



    Unterstützt wird unsere Demonstration inzwischen von zahlreichen lokalen und bundesweiten Friedensinitiativen, gewerkschaftlichen und christlichen Initiativen, Bündnissen gegen die Wehrpflicht, Jugendverbänden sowie Parteien, darunter die Parteivorstände der Linken, des BSW und der DKP. Aus der SPD u.a. die Arbeitsgemeinschaft AG 60 plus und der Erhard-Eppler-Kreis. Auch Initiativen aus der Palästina-Solidarität rufen zu unserer Demo auf.



    **Hier findet ihr eine Auflistung aller bisher unterstützenden Organisationen: **



    [**Unterstützende Gruppen für die Demonstration am 3. Oktober 2025**](https://f06qo.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/1t6Af4OiGsE8LH5L3HNru08JXGDUy0/VEQSggmRbUYl)



    **Aktionen der Friedensbewegung**



    Wir blicken zurück auf die Aktivitäten der Friedensbewegung zum **Antikriegstag (Weltfriedenstag)**. In weit über 200 Städten fanden Demonstrationen, Kundgebungen, Veranstaltungen und Aktionen statt. Fast überall konnte eine Steigerung in den Teilnehmerzahlen erreicht werden. Zuvor gab es am 30. August in Frankfurt am Main die große **Solidaritätsdemonstration gegen den Völkermord in Gaza**. Die Bundesregierung, die sich nach wie vor weigert, die politische, ökonomische und militärische Zusammenarbeit mit der rechtsextremen Regierung in Israel endlich einzustellen, trägt eine Mitschuld, nach wie vor. 



    Weitere Aktivitäten stehen für den **13. September** und den **27. September** in Berlin an. Für den 13. September ruft ein Personenbündnis unter der Überschrift: [**„Stoppt den Völkermord in Gaza – Keine Waffen in Kriegsgebiete – Frieden statt Wettrüsten“**](https://f06qo.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/1t6Af4OiGsEafzHlRdTn4GC8v5CEg4/0l8pW7w_t0Qj) zu einer Kundgebung vor dem Brandenburger Tor auf. Für den 27. September findet vor dem Reichstag ein großes Solidaritätskonzert unter dem Motto [**„All eyes on Gaza“**](https://f06qo.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/1t6Af4OiGsF30hUBpzZiEWFyIuAyO8/M3WGgB4Gx82p) statt. Dem ist ab 14:30 Uhr noch eine Demonstration vorweggeschaltet, die unter dem Motto [**„Zusammen für Gaza“**](https://f06qo.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/1t6Af4OiGsFVLPgcELfdOmJngj9i6C/VADWWcennIxv) stattfindet.



    Wie sich diese unterschiedlichen Aktivitäten politisch ergänzen, haben wir euch in einem Artikel auf unserer Webseite zusammengefasst:



    [**Heißer Herbst**](https://f06qo.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/1t6Af4OiGsFxg7t2chlYZ2Nd4Y8RoG/3UVFjLNhJ9aK)



    **Demonstration am 3. Oktober**



    Unsere Demonstration am 3. Oktober bildet den Höhepunkt dieser und zahlreicher weiterer friedenspolitischer Aktivitäten.



    Die **Auftaktkundgebungen am 3. Oktober beginnen jeweils um 13 Uhr. In Berlin auf dem Bebelplatz, in Stuttgart auf dem Schlossplatz**. Es folgt eine Demonstration. Die Abschlusskundgebungen enden gegen 17 Uhr.



    Hier findet ihr dazu noch mal unseren Aufruf und zudem einen Bündnisaufruf:



    [**Aufruf zur Demonstration am 3. Oktober**](https://f06qo.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/1t6Af4OiGsGQ0q5T13rTjIRSSN7BWK/UYL1lKjo0ub3)



    **Rednerinnen und Redner**



    Für die Kundgebungen in Berlin und in Stuttgart haben sich bereits zahlreiche Rednerinnen und Redner angekündigt. Per Live-Stream werden an beiden Orten Redebeiträge von **Jeffrey Sachs** (ehemaliger Sonderberater von drei UN-Generalsekretären), Wirtschaftswissenschaftler, Columbia University) und von **Dr. Ghassan Abu-Sittah** (Plastischer Chirurg, Universität Glasgow, leistete medizinische Hilfe in Gaza für „Ärzte ohne Grenzen“), übertragen werden.



    Für **Berlin** haben unter anderem bereits zugesagt: **Özlem Demirel** (MdEP, Die Linke), **Christian Leye** (Generalsekretär des BSW), **Andrea Hornung** (Bündnis „Nein zur Wehrpflicht“, SDAJ-Bundesvorsitzende). Wir freuen uns für Berlin über musikalische Unterstützung u.a. von **Vizzion** und **Masur**(Rapper), **Strom&Wasser** (Ska-Punk-Polka-Randfiguren-Walzer-Rock) und **Tino Eisbrenner** (Songpoet, Friedensberichterstatter, Liedermacher).



    Für Stuttgart haben sich u.a. angekündigt: **Margot Käßmann** (ehem. EKD-Ratsvorsitzende), **Ulrike Eifler** (Gewerkschaftssekretärin), **Lothar Binding** (Bundesvorsitzender der SPD AG 60 plus), **Sevim Dağdelen** (BSW) und **Alev Bahadir** (DIDF). Dazu kommen **Rihm Hamdan** (Palästinenserin aus München), **Vincent Leuze** (Ver.di Jugend), **Ronja Fröhlich** (Bündnis „Nein zur Wehrpflicht“, SDAJ München) und **Anthony Cipriano** (VVN/BdA BaWü).



    Über **weitere Rednerinnen und Redner** informieren wir auf unserer Webseite:



    [**Einzelheiten der Demonstration in Berlin und Stuttgart **](https://f06qo.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/1t6Af4OiGsGsLYHtPPxOtYVHqC5vEO/H6-VbShlvYMB)



    **Organisiert Mitfahrmöglichkeiten**



    Für einige Städte haben Aktive bereits Mitfahrmöglichkeiten für die Demonstration am 3. Oktober organisiert. Bitte werdet diesbezüglich auch selbst aktiv und teilt uns dies bitte mit:



    [**Mitfahrmöglichkeiten zur Demonstration am 3. Oktober**](https://f06qo.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/1t6Af4OiGsHKgGUJnm3K3oZ7E14ewS/dZeYkcU3Eae9)



    **Mobilisiert für die Demonstration**



    Mobilisiert und werbt für diese große Demonstration. Zentrale **Plakate und Flyer** können hier bestellt werden::



    [**Werbematerial für die Demo am 3. Oktober**](https://f06qo.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/1t6Af4OiGsHn0ygkC89FE4cwbq3OeW/CfYSD0Y8rcb9)



    **Finanzierung der Veranstaltung**



    Die Durchführung unserer Demonstration am 3. Oktober ist mit einem erheblichen finanziellen Aufwand verbunden.**Wir bitten unterstützende Initiativen, Organisationen, Parteien und Zusammenschlüsse daher um einen Zuschuss für die damit verbundenen Kosten**. Näheres dazu haben wir euch in einem Brief zusammengestellt, den ihr hier lesen könnt:



    [**Spendenbrief der AG Finanzen**](https://f06qo.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/7nVU1aA2nfsZpYgJeYAxYPt5FEz0dDc/xWmZk593lJEK)



    **Einzelpersonen und weitere Gruppen bitten wir ebenfalls um eine Spende** auf das Konto der Friedens- und Zukunftswerkstatt bei der Frankfurter Sparkasse:



    **IBAN: DE20 5005 0201 0200 0813 90.**



    Wichtig: **Bitte im Verwendungszweck '3. Oktober' eingeben.**


    Da die Friedens- und Zukunftswerkstatt als gemeinnützig anerkannt ist, können Spenden steuerlich geltend gemacht werden.



    **Webinar: Überfällt der Russe uns?**



    Die Begründung für Hochrüstung und die militaristische Durchseuchung aller gesellschaftlichen Bereiche steht und fällt mit der Behauptung, Russland würde uns angreifen.



    Schon lange vor dem Ukrainekrieg hat eine dämonisierende Feindbildpropaganda gegen alles Russische eingesetzt. Sie knüpft an unselige historische Traditionen an, die sich vom Ersten Weltkrieg über die Nazipropaganda gegen die angebliche „jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung“ bis zum Kalten Krieg zieht und jetzt wieder voll im Schwange ist.



    Sie dient dazu, in der Bevölkerung mentale Kriegstüchtigkeit zu erzeugen und Einschnitte in Soziales und den Abbau demokratischer Rechte hinzunehmen.



    Wenn die Friedensbewegung erfolgreich sein will, muss sie gründlich mit dem Feindbild Russland aufräumen.



    Dazu führen wir ein Webinar durch mit ***Hannes Hofbauer***(Wien), Osteuropaexperte und Autor von: „Feindbild Russland - Geschichte einer Dämonisierung“ – Moderation: Peter Wahl.



    **18. September, 19:00 Uhr**



    Wer an dieser Veranstaltung teilnehmen möchte, muss sich dafür anmelden / registrieren. Unmittelbar danach wird euch ein individueller Zugangslink übermittelt, über den ihr euch am 18. September kurz vor 19 Uhr einwählen könnt.



    [**Anmelde- und Registrationslink 18. September**](https://f06qo.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/7nVU1aA2nfuSp5Bcd7PPamCtPbTnNA8/JULREcU-v_BR)


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    08.09.2025

    Erst bei Trump und dann bei Papst Leo XIV. – Netzwerke des neuen polnischen Präsidenten

    7 Sep. 2025 21:07 Uhr, Von Felicitas Rabe

    Die Polen haben einen EU-freundlichen Premier und einen neuen Präsidenten, der die EU-Politik ablehnt. Kurz hintereinander besuchte Karol Nawrocki den US-Präsidenten und den Papst. Welche Rolle spielt Polen bei der multipolaren Neuordnung der Welt? Kann man im Verwirrspiel entscheidende Akteure ausmachen?


    Quelle: www.globallookpress.com © Vatican Media / Keystone Press Agency


    Der polnische Präsident Karol Nawrocki mit Papst Leo XIV. im Vatikan, Rom, 5. September 2025


    Der neue polnische Präsident Karol Nawrocki scheint sich schon vier Wochen nach Amtsantritt über eine hohe Beliebtheit unter den führenden Mächten dieser Welt zu erfreuen. Nachdem er am dritten September bei US- Präsident Donald Trump auf Staatsbesuch gewesen war, reiste er nur zwei Tage später, am 5. September, zu einer Audienz bei Papst Leo XIV. im Vatikan.

    Gemäß einer Meldung auf Vaticannews vom Freitag habe Nawrocki in Rom neben dem katholischen Kirchenoberhaupt auch Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und den vatikanischen Sekretär für Beziehungen zu Staaten und internationalen Organisationen, Paul Richard Gallagher, getroffen. Bei den Gesprächen sei es um internationale Themen gegangen, mit einem "besonderen Schwerpunkt auf dem Konflikt in der Ukraine und der Sicherheit Europas", hieß es auf Vaticannews.


    Truppenentsendung: "Koalition der Willigen" bringt Polen in eine Zwickmühle




    Analyse

    Truppenentsendung: "Koalition der Willigen" bringt Polen in eine Zwickmühle






    Außerdem habe man sich über die "soziopolitische Lage Polens" unterhalten. Die Werte der polnischen Gesellschaft machen es zu einer besonderen Herausforderung, einen notwendigen Konsens zu erzielen. Vaticannews informierte, dass "insbesondere auf die Werte, auf denen die polnische Gesellschaft basiert, und die Notwendigkeit, angesichts der Herausforderungen, denen sie sich stellen muss, einen Konsens zu erzielen, Bezug genommen wurde".

    Bereits zwei Tage zuvor, bei ihrem ersten Treffen seit der Wahl von Karol Nawrocki zum polnischen Präsidenten, hätten Nawrocki und US-Präsident Trump die Beständigkeit ihrer engen Verteidigungsbeziehungen betont, berichtet Euronews am Mittwoch. Dem Artikel zufolge hätten beim Treffen der beiden Präsidenten im Weißen Haus ebenfalls Sicherheits- und Verteidigungsfragen im Kontext des Ukraine-Kriegs im Mittelpunkt der Gespräche gestanden. Des Weiteren seien Energie- und Wirtschaftsfragen besprochen worden. Genauere Details über die Treffen wurden nicht bekannt gegeben.

    Polen arbeite in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung seit Langem eng mit den Vereinigten Staaten zusammen. Zudem gebe es auch eine polnische Millionengemeinde in den USA. Bei dem bilateralen Treffen erklärte Trump: "Wir stehen voll und ganz an der Seite Polens und werden Polen helfen, sich zu verteidigen." Die polnischen Verteidigungsausgaben seien im Verhältnis zum BIP die höchsten in der NATO. Dem US-Präsidenten zufolge würden die 10.000 in Polen stationierten US-Soldaten auch weiterhin dort bleiben.

    Gleichzeitig betonte Nawrocki die starke Verbindung zwischen beiden Ländern. Polen werde die Anwesenheit amerikanischer Soldaten auf polnischem Gebiet unterstützen. Schließlich berief sich der polnische Präsident auch schon bei seinem Treffen mit Trump auf die Bedeutung von Werten in der starken Beziehung zueinander. Bezog er sich damit generell auf Werte wie Tradition und Familie, die in der zumeist konservativen polnischen Bevölkerung eine große Rolle spielen?


    Warschau: Nawrocki spricht mit Trump über Ukraine und US-Truppen in Polen





    Warschau: Nawrocki spricht mit Trump über Ukraine und US-Truppen in Polen






    Der US-Präsident veröffentlichte zwei Tage vor der offiziellen Verkündung des neuen Papstes ein KI-Foto von sich als Papst. Als habe er gewusst und als wolle er andeuten, dass der neue Papst erstmals ein US-amerikanischer Papst würde. In seinem diesbezüglichen Bericht erinnerte der Spiegel daran, dass Nawrocki schon bei seiner Antrittsrede auf Konfrontationskurs zum amtierenden polnischen Premierminister Donald Tusk gegangen sei. Beobachter erwarten, dass Nawrocki die Vorhaben der proeuropäischen Regierung von Donald Tusk blockieren wolle.

    Polen sei einer der wichtigsten politischen und militärischen Unterstützer der Ukraine im Krieg gegen Russland, so der Spiegel. Das Land fungiere auch als logistische Drehscheibe für die Militärhilfe des Westens für Kiew. Zudem fühle sich Polen von Russland bedroht und rüste daher massiv auf. Daher sei es wenig überraschend, dass Nawrockis Aussagen zur Aufrüstung und Unterstützung des US-Militärs in Polen dem US-Präsidenten gefallen würden, kommentierte die Wochenzeitschrift. 


    Putin telefoniert mit dem Papst





    Putin telefoniert mit dem Papst







    Ob es reiner Zufall ist, dass Nawrocki schon kurz nach seinem Besuch bei Trump eine Audienz beim Papst erhielt? So wenig wie ausgeführt wird, um welche gemeinsamen Werte es sich in den Gesprächen zwischen Trump und Nawrocki drehte, so wenig erfährt man über die Wertediskussion im Vatikan zwischen Nawrocki und den Kirchenvertretern.

    Aus ein paar bunten Puzzleteilen von einem mutmaßlich friedenswilligen US-Präsidenten, einem neuen polnischen Präsidenten, der die EU-Anhänglichkeit seines polnischen Premiers ablehnt, und einem US-amerikanischen Papst, von dem man nicht weiß, wie dieser sich und sein Netzwerk im geopolitischen Machtkampf positioniert, versucht man, ein Bild zu bekommen. Um die Verwirrung komplett zu machen: Zuletzt soll Trump Nawrocki angeblich deswegen nicht mit den anderen EU-Staatschefs ins Weiße Haus eingeladen haben, weil ihm der polnische Präsident zu russophob sei. Trotz angeblicher gemeinsamer Werte mit Trump, soll also Nawrocki am Ende noch russophober sein als Merz?

    Nawrocki war vor seiner Wahl im Mai schon einmal bei Trump zu Besuch. Damals prophezeite ihm der US-Präsident, dass er die Wahl zum polnischen Präsidenten gewinnen werde. "You will win", habe Trump ihm zum Abschied mitgeteilt


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    Mehr zum ThemaPolens neuer Präsident Nawrocki geht auf Konfrontationskurs mit Brüssel


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    Video  https://rumble.com/v6yj4uo-der-kampf-beginnt-donald-trump-fordert-george-soros-heraus.html Dauer 12:34 Min.


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    08.09.2025

    Medien: EU will neue Sanktionen gegen Russland vorlegen – Slowakei und Ungarn stellen sich quer

    freedert.online, 8 Sep. 2025 10:38 Uhr

    Die Arbeit der EU an einem neuen Sanktionspaket gegen Russland scheint sich auf einen Abschluss zuzubewegen, wenn man Politico glauben will. Indes wurde der Widerstand seitens Ungarn und der Slowakei nicht ausgeräumt. Dort befürchtet man, ohne Energie zu bleiben.


    Quelle: www.globallookpress.com © Alicia Windzio/dpa


    Symbolbild: Sitz der EU-Kommission. Brüssel, 28. Juli 2025.


    Ende dieser Woche könnte die Europäische Kommission einen offiziellen Vorschlag für das 19. Paket antirussischer Sanktionen vorlegen. Dies berichtet der europäische Zweig des US-Blattes Politico unter Berufung auf zwei europäische Diplomaten.

    Demnach habe Brüssel bereits Beratungsgespräche mit EU-Botschaftern über neue Restriktionen gegen Moskau aufgenommen. Quellen von Politico zufolge könnte ein offizieller Vorschlag jedoch erst im Laufe dieser Woche vorgelegt werden, eher gegen Ende der Woche.


    Zum SOZ-Gipfel: Europas Niedergang als abschreckendes Beispiel





    Meinung

    Zum SOZ-Gipfel: Europas Niedergang als abschreckendes Beispiel





    Es wird darauf hingewiesen, dass Ungarn und die Slowakei die Einführung neuer Sanktionen ablehnen. Bratislava machte vergangene Woche gegenüber anderen EU-Hauptstädten deutlich, dass es dem Abkommen in seiner jetzigen Form nicht zustimmen wird und am 3. Juli einen Besuch der Europäischen Kommission erwartet, um die Einzelheiten des Abkommens zu besprechen.

    Politico zufolge möchte Bratislava eine Reihe von Zugeständnissen von Brüssel erhalten. Es gehe um Garantien, dass die Unternehmen des Landes nicht wegen Vertragsverletzungen mit russischen Partnerfirmen durch diese verklagt werden. Auch will die Slowakei Garantien der Erstattung von Transitgebühren und schließlich, dass einer Verabschiedung des Sanktionsplans durch die Kommission unbedingt die ausdrückliche Unterstützung von Bratislava vorauszugehen habe.

    Zuvor hatte der slowakische Premierminister Robert Fico erklärt, dass der russische Erdgaskonzern Gazprom eine Klage auf 20 Milliarden Euro einreichen könnte, sollte die Republik ab Januar 2028 kein Gas aus Russland mehr beschaffen. Bratislava werde einem neuen Sanktionspaket gegen Russland erst zustimmen, wenn alle Fragen im Zusammenhang mit der Energieversorgung des Landes geklärt seien. Er erklärte außerdem, er sei weiterhin ein Befürworter der fortgesetzten Energielieferungen aus Russland an die Europäische Union, da sich deren Stopp negativ auf die Kosten für Energierohstoffe und die europäische Wettbewerbsfähigkeit auswirken würde.


    Alice Weidel: "Europa geht es nur gut mit Russland" – Ukraine hat den Krieg bereits verloren





    Alice Weidel: "Europa geht es nur gut mit Russland" – Ukraine hat den Krieg bereits verloren





    In dem im Frühjahr 2022 veröffentlichten REPowerEU-Plan skizzierten die EU-Länder das Ziel, die Gaslieferungen aus Russland über Pipelines in den Jahren 2027 bis 2028 schrittweise einzustellen. Gleichzeitig hat sich die Struktur der russischen Gasimporte seitdem geringfügig verändert: Der Anteil von Flüssigerdgas stieg von etwa einem Drittel auf 40 Prozent, während der Anteil von Pipelinegas von etwa 70 Prozent auf 60 Prozent sank.

    Anfang Mai legte die Europäische Kommission einen Fahrplanentwurf für die Beendigung der Importe russischer Energieressourcen in die EU bis Ende 2027 vor. Russland hatte zuvor erklärt, der Westen habe mit seiner Weigerung, Kohlenwasserstoffe aus Russland zu kaufen, einen schwerwiegenden Fehler begangen. Aufgrund der höheren Preise würde der Westen in eine neue, stärkere Abhängigkeit geraten und diejenigen, die sich weigerten, würden russisches Öl und Gas weiterhin teuer über Zwischenhändler kaufen.

    In dem Politico-Artikel heißt es: "Das Paket wird wahrscheinlich nicht unter der polnischen Präsidentschaft verabschiedet und muss endgültig von den Dänen gebilligt werden, die am Dienstag den Staffelstab übernehmen werden."

    Moskau weist wiederholt auf den rechtswidrigen und illegitimen Charakter der gegen Russland verhängten einseitigen Sanktionen hin und betont, dass diese vor allem den Urhebern dieser Maßnahmen schaden.


    Mehr zum Thema – Sind die EU-Sanktionen gegen Russland vom Völkerrecht gedeckt?


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    Video https://rumble.com/v6yi2no-stliches-wirtschaftsforum-russland-trotz-sanktionen-im-fokus-asiatischer-in.html Dauer 6:39 Min.


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    08.09.2025

    Liveticker Ukraine-Krieg – Peskow: Europäischer Militarismus erschwert Konfliktlösung

    freedert.online, 8 Sep. 2025 08:01 Uhr

    Russland führt gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine Militäroperation in der Ukraine durch. Der Westen reagiert mit immer neuen Waffenlieferungen an die Ukraine und beispiellosen Sanktionen gegen Russland. Lesen Sie hier die neuesten Entwicklungen.


    Quelle: TASS © Alexander Kasakow

    Liveticker Ukraine-Krieg – Peskow: Europäischer Militarismus erschwert Konfliktlösung   





    • 8.09.2025 11:12 Uhr

    11:12 Uhr

    Flugabwehr zerstört ein Dutzend Drohnen über der Krim

    Einheiten der russischen Flugabwehr haben zwölf unbemannte Flugzeuge über der Teilrepublik Krim zerstört, berichtet das Verteidigungsministerium in Moskau. Eine weitere Drohne wurde vom Himmel über dem Schwarzen Meer geholt. Alle Ziele wurden zwischen 8:00 und 11:00 Uhr Moskauer Zeit zerstört.

  • 11:00 Uhr

    Ukraine greift Energodar im Gebiet Saporoschje mit mehreren Drohnen an

    Ukrainische Truppen haben am Montag einen Drohnenangriff auf die Stadt Energodar im Gebiet Saporoschje unternommen. Laut Bürgermeister Maxim Puchow wurden bislang drei Drohnen zerstört. Zwei unbemannte Flugzeuge wurden von einer Anlage der Elektronischen Kampfführung ausgeschaltet.

    Der Luftangriff dauert an, warnt Puchow.

  • 10:43 Uhr

    US-Interview Selenskij: Trumps Gipfeltreffen in Alaska "gab Putin, was er wollte"

    Der ukrainische Präsident erklärte in einem Interview mit dem US-Sender ABC, dass der Kreml mit den USA "Spielchen spiele". Das Gespräch fand im "Westen der Ukraine" statt, laut dem Sender in einer zerstörten Fabrik in US-Besitz.

    Lesen Sie dazu mehr hier auf unserer Webseite.

  • 10:15 Uhr

    Bericht: Mehr als 90 US-Söldner in der Ukraine ums Leben gekommen

    Seit dem Jahr 2022 sind laut einem Bericht der New York Times (NYT) mehr als 1.000 US-Staatsbürger als freiwillige Soldaten in die Ukraine gekommen. Nach unabhängigen Einschätzungen könnte sich die Zahl der Söldner aus den USA auf mehrere Tausend belaufen.

    Die Zeitung macht darüber hinaus auf Angaben des Nationalen Museums der Geschichte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg aufmerksam. Das in Kiew ansässige Museum berichte im Rahmen einer dem Konflikt mit Russland gewidmeten Ausstellung über mehrere Tausend Freiwillige aus den USA. Mindestens 92 von ihnen seien im Laufe der Kampfhandlungen ums Leben gekommen.

    Um jeden Verdacht auf eine direkte Konfrontation mit Russland zu vermeiden, leiste die US-Regierung den Freiwilligen fast keine Hilfe, fügt die NYT hinzu. Stattdessen würden die Söldner von Nonprofit-Organisationen unterstützt, die unter anderem die sterblichen Überreste der Gefallenen in die Heimat entsandten.

  • 09:22 Uhr

    Selenskij: Sieg der Ukraine bedeutet ihr Überleben

    Ein Sieg für die Ukraine bedeutet das Überleben, erklärt Präsident Wladimir Selenskij in einem Interview für ABC News. Nach seiner Ansicht setzt sich das russische Staatsoberhaupt Wladimir Putin die Kontrolle über die ganze Ukraine zum Ziel. Wenn Putin dabei scheitere, würde die Ukraine gewinnen:

    "Deshalb ist es ein Sieg für uns, zu überleben. Da wir mit unserer Identität, unserem Land und unserer Unabhängigkeit überleben."

    Selenskij kommentiert außerdem Putins Vorschlag, ein bilaterales Treffen in Moskau durchzuführen, als Verzögerungstaktik:

    "Das ist dasselbe, als ob ich sagen würde, er muss nach Kiew kommen. Es ist verständlich, dass er das tut, um das vereinbarte Treffen nochmals zu verschieben."

  • 08:54 Uhr

    Trump kündigt baldiges Telefonat mit Putin an

    In einem Gespräch mit Journalisten kündigt US-Präsident Donald Trump ein baldiges Telefonat mit seinem Amtskollegen Wladimir Putin an.

    Zu den Angriffen der russischen Armee auf Kiew am 7. September erklärt Trump, er sei mit dem Stand des Ukraine-Konfliktes unzufrieden. Der Präsident zeigt sich jedoch zuversichtlich, dass der Krieg beigelegt werde.

    Außerdem gibt Trump bekannt, dass mehrere europäische Staats- und Regierungschefs nach Washington kommen werden, um über die Lösung des Konfliktes zu diskutieren. Die Besuche würden am Montag oder Dienstag erwartet.

  • 08:23 Uhr

    Russische Flugabwehr zerstört mehrere Drohnen in der Nacht

    In der vergangenen Nacht haben Einheiten der russischen Flugabwehr sieben unbemannte Flugzeuge des Gegners abgefangen und zerstört. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden die Ziele über folgenden Regionen Russlands zum Absturz gebracht:

    • drei über dem Gebiet Tula,
    • zwei über dem Gebiet Smolensk,
    • je eine über den Gebieten Brjansk und Rjasan.
  • 08:00 Uhr

    Peskow: Europäischer Militarismus erschwert Konfliktlösung

    Der europäische Militarismus erschwert die Beilegung des Ukraine-Konfliktes, meint Kremlsprecher Dmitri Peskow. In einem Interview am Rande des Östlichen Wirtschaftsforums weist der Beamte auf den Aufruf der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hin, die Ukraine "in ein Stachelschwein aus Stahl" zu verwandeln. TASS zitiert Peskow mit den Worten:

    "Was ist das? Wenn wir ein Klischee aus der Zeit des Kalten Krieges verwenden, ist das ungezügelter europäischer Militarismus. Diese Haltung der Europäer trägt nicht zum Beilegungsprozess bei, sondern erschwert ihn."

  • 7.09.2025 21:00 Uhr

    21:00 Uhr

    Damit beenden wir für heute den Live-Ticker zur Lage im Ukraine-Konflikt. Morgen früh ab 7 Uhr geht es mit der Berichterstattung weiter. Wir wünschen unseren Lesern trotz aller Spannungen in der Welt eine gute Nacht!

  • 20:57 Uhr

    Ständiger Vertreter Russlands: IAEO-Position veranlasst Kiew, Nuklearanlagen anzugreifen

    Laut Michail Uljanow, dem ständigen Vertreter Russlands bei internationalen Organisationen in Wien, ist Moskau mit der Position des IAEA-Sekretariats in Bezug auf die ukrainischen Angriffe auf AKW Saporoschje sowie auf die Region Kursk nicht vollständig zufrieden, und die derzeitige Position der Behörde trage nur dazu bei, dass Kiew seine rücksichtslosen Angriffe auf Nuklearanlagen fortsetze. Darüber berichtet die Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Wie Uljanow weiter feststellt, "verschließt man die Augen vor den Verbrechen, die von der ukrainischen Seite begangen wurden". Er betont:

    "Ich würde nicht sagen, dass Rafael Grossi Partei ergreift. Er versucht, einen gleichmäßigen, mehr oder weniger gleichmäßigen Abstand zwischen dem Sekretariat und Moskau auf der einen Seite und Kiew auf der anderen Seite zu wahren. Aber im Grunde genommen scheinen er und das Sekretariat zu versuchen, die Ukraine zu schützen und ihre Verbrechen zu ignorieren. Und Rafael hat nie öffentlich erklärt, dass die Ukraine für die Angriffe auf das AKW Saporoschje verantwortlich ist. Er weiß ganz genau, dass es die Ukrainer waren, weigert sich aber, dies öffentlich zu sagen. Natürlich wird eine solche Haltung die Ukraine nur dazu veranlassen, ihre rücksichtslosen Angriffe auf Nuklearanlagen fortzusetzen."

  • 20:35 Uhr

    Patruschew: "Nord Stream" von einem Team erfahrener Ostsee-Saboteure gesprengt

    In einem Kommentar der Zeitung Kommersant zum Verlauf der Ermittlungen zum Terroranschlag auf die Nord-Stream-Pipeline kritisierte der Berater des russischen Präsidenten und Vorsitzende des Seegerichtshofs Russlands, Nikolai Patruschew, die Version, wonach die Gaspipeline von Ukrainern gesprengt worden sei. Seinen Worten zufolge stellen sich dazu für kompetente Personen viele Fragen, die sie zu der Annahme veranlassen, dass der Terroranschlag unter Beteiligung hochprofessioneller Vertreter der NATO-Sonderdienste vorbereitet und durchgeführt wurde. Bei weitem nicht jede Armee oder jeder Sonderdienst der Welt verfügt über Taucher, die in der Lage sind, eine solche Aktion kompetent und vor allem heimlich durchzuführen, betonte er. Patruschew merkte an:

    "Es handelt sich eindeutig um einen Sabotageakt, der auf sehr professionellem Niveau durchgeführt wurde. Die Zerstörung eines Abschnitts einer Unterwasserpipeline ist an sich schon eine ziemlich komplexe Aufgabe … Im Fall von Nord Stream wurde diese Aufgabe offensichtlich von einem hochkarätigen Team von Saboteuren gelöst, die über große Erfahrung in der Arbeit in erheblichen Tiefen und unter den schwierigen hydrologischen Bedingungen der Ostsee verfügen."

    "Einer der Geheimdienste, der diese Aufgabe erfüllen kann, ist der berühmte britische Special Boat Service. Dabei handelt es sich um eine der ältesten militärischen Sabotageeinheiten, die sich während des Zweiten Weltkriegs einen Namen gemacht hat."

  • 20:14 Uhr

    Europa sucht nach "Kanonenfutter" für die ukrainische Armee

    Wird Europa gegen Russland Krieg führen? Die Idee, reguläre europäische Truppen in die Ukraine zu entsenden, ist äußerst umstritten. Die Europäer setzen jedoch darauf, weltweit "Kanonenfutter" für die ukrainischen Streitkräfte zu finden. Sie hoffen, mit deren Hilfe die Front halten zu können und Russland zu einem für es ungünstigen Frieden zu zwingen.

    Mehr dazu in diesem Meinungsartikel von Wadim Truchatschjow auf unserer Website.

  • 19:56 Uhr

    Region Kursk: Wohnhäuser und Lagerhaus in Rylsk durch ukrainischen Angriff beschädigt

    Die ukrainischen Streitkräfte haben Rylsk im Gebiet Kursk beschossen, wobei Mehrfamilienhäuser, Privathäuser und ein Lagerhaus beschädigt wurden. Dies teilte der amtierende Gouverneur der Region, Alexander Chinstein, mit. Auf seinem Telegram-Kanal schrieb er:

    "Heute Nachmittag wurde die Stadt Rylsk vom Feind beschossen. Vorläufigen Angaben zufolge wurden Mehrfamilienhäuser, Privathäuser und ein Lagerhaus beschädigt. Es liegen keine Informationen über Opfer vor. Die Einsatzkräfte sind vor Ort im Einsatz. Die Daten über die Folgen des Angriffs der ukrainischen Streitkräfte werden derzeit präzisiert."

  • 19:28 Uhr

    Experte: Übergabe von russischen Aktiva an Kiew ändert nichts an der Frontlinie

    Die Übertragung der Erträge aus eingefrorenen russischen Vermögenswerten durch London an Kiew wird die Lage nicht ändern, die russischen Truppen werden weiter vorrücken und die ukrainischen sich weiter zurückziehen. Diese Meinung äußerte der Militäranalyst und Chefredakteur der Zeitschrift Nazionalnaja Oborona (Nationale Verteidigung), Igor Korotschenko, gegenüber der Nachrichtenagentur TASS. Er erklärte, dass die ukrainische Armee unterbesetzt und ihre Motivation stark untergraben sei. Dennoch, so Korotschenko weiter, wehre sich der Feind, "aber die russische Armee erzielt entlang der gesamten Front taktische Erfolge und rückt unaufhaltsam vor." Der Experte merkte an:

    "An der Frontlinie selbst wird es keine Veränderungen geben, da die strategische Initiative vollständig in den Händen des russischen Militärs liegt. Die ukrainischen Streitkräfte ziehen sich zurück. Und wir werden weiterhin vorrücken, während sich die ukrainischen Streitkräfte zurückziehen."

  • 18:57 Uhr

    Ukraine meldet schwersten Angriff seit Kriegsbeginn


    In der vergangenen Nacht soll Russland die Ukraine mit einer Rekordzahl an Drohnen angegriffen haben. Wie die ukrainische Luftwaffe behauptet, habe das russische Militär 805 Kampfdrohnen, neun Marschflugkörper vom Typ Iskander-K und vier ballistische Raketen vom Typ Iskander-M eingesetzt. Das Regierungsgebäude in der Hauptstadt Kiew sei dabei zu Schaden gekommen.

    Das russische Verteidigungsministerium erklärte, dass nur Industrieunternehmen und Logistikzentren in Kiew angegriffen wurden. Unter den getroffenen Zielen erwähnt die russische Militärbehörde auch das Rüstungswerk Kiew-67 am westlichen Rand der ukrainischen Hauptstadt und die Logistikbasis des Unternehmens STS-Grupp am südlichen Rand von Kiew. Andere Objekte in der ukrainischen Hauptstadt habe das russische Militär nicht angegriffen, präzisiert die russische Militärbehörde.

    Ein Video dazu finden Sie hier auf unserer Webseite

  • 18:30 Uhr

    Syrski: Richtung Pokrowsk ist eine der schwierigsten

    Der Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine, Alexander Syrski, bezeichnete den Abschnitt der Front bei Krasnoarmejsk (ukrainisch: Pokrowsk) auf dem von Kiew kontrollierten Gebiet der Donezker Volksrepublik als den für Kiew schwierigsten. Auf seinem Telegram-Kanal schrieb er:

    "Die Richtung Pokrowsk bleibt eine der schwierigsten."

  • 17:58 Uhr

    Fico zu Selenskij: "Man kann seine Interessen nicht schützen indem man anderen schadet"


    Am Freitag sind Robert Fico und Wladimir Selenskij zu Gesprächen zusammengekommen. In einem Interview am Samstag gab der slowakische Premier Einblicke in das Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten. Er sagte, dass durchaus Interesse an gutnachbarschaftlichen Beziehungen bestehe.

    Allerdings könne Selenskij seine eigenen nationalen Interessen nicht schützen, indem er anderen schadet. Die Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur schaden auch der Slowakei, so Fico.

    Ein Video dazu finden Sie hier auf unserer Webseite.

  • 17:29 Uhr

    Sumy: Für seine Kritik an den Sicherheitskräften bekannter ukrainischer Journalist ermordet

    Medien berichten, dass der ukrainische Journalist Alexander Tachtai, bekannt für seine Ermittlungen zu Korruption beim Bau von Verteidigungsanlagen in der Ukraine und seine Kritik an den ukrainischen Sicherheitskräften, in der Stadt Sumy ermordet wurde. Russische Sicherheitsbehörden teilten dazu der Agentur TASS mit:

    "Der ukrainische Investigativjournalist Alexander Tachtai, der die Regierung und die Sicherheitskräfte kritisiert hatte, wurde in Sumy ermordet. Vor einem Monat war bereits ein Attentat auf ihn verübt worden. Tachtai hatte Ermittlungen gegen Führungskräfte der Verwaltung von Sumy, der Polizei und der ukrainischen Armee durchgeführt."

  • 16:58 Uhr

    Expertin: Kiew zielte auf kulturellen Völkermord im Gebiet Kursk ab

    Die Leiterin des Nationalen Zentrums für historisches Gedächtnis des Präsidenten Russlands, Jelena Malyschewa, sprach in einem Interview mit der Nachrichtenagentur TASS am Rande des Östlichen Wirtschaftsforums über den geplanten kulturellen Völkermord durch die ukrainischen Streitkräfte in der Region Kursk. Sie kommentierte damit den derzeit laufenden Prozess der Erstellung eines Verzeichnisses von Kulturgütern, die im Zuge der groß angelegten Invasion der ukrainischen Truppen verloren gingen oder beschädigt wurden. Sie merkte an, dass sich bei der Analyse der beschädigten Kulturdenkmäler ein "interessantes Puzzle" ergeben habe – es sei deutlich geworden, dass Kiew in der Region Kursk gezielt Objekte zerstört habe, die zum russischen Kulturcode und zum historischen Gedächtnis des Volkes gehörten. Malyschewa betonte:

    "Das ist natürlich ein kultureller Völkermord. Sie zerstörten Denkmäler, die historischen Persönlichkeiten gewidmet waren. Zweitens zerstörten sie das sogenannte unmittelbare Gedächtnis. Das ist alles, was mit dem sowjetischen Erbe, mit sowjetischen Staatsmännern, bestimmten Ereignissen und Fakten zu tun hat. Sie versuchten, die Verbindung zwischen den Generationen zu kappen. An dritter Stelle waren Bildungseinrichtungen bedroht. Schulen, Universitäten und Institute, die gerade den nationalen Code, nämlich den Bildungscode, verkörpern, wurden zerstört. Kulturinstitutionen und Vereine wurden ebenfalls vernichtet. All das, worauf wir in architektonischer Hinsicht stolz sind, war bedroht. Das sind die Schlösser, die Bauten, die Bauwerke großer Architekten, die ebenfalls ein Gegenstand des Stolzes unseres Landes und unserer Gesellschaft sind. Und natürlich alles, was mit dem Glauben zu tun hat. Alles, was mit dem Heiligsten für die russische Gesellschaft verbunden ist, nämlich die Kirchen."

  • 16:19 Uhr

    Ukrainische Armee setzt vermehrt Antipersonenminen aus NATO-Ländern ein

    Wie der Nachrichtenagentur RIA Nowosti von Aufklärern des russischen Truppenverbands Dnjepr berichtet wurde, setzt die ukrainische Armee vermehrt Antipersonenminen aus NATO-Ländern ein und kombiniert diese mit verschiedenen Arten von Sprengsensoren. Die Zahl der von den ukrainischen Truppen eingesetzten westlichen Antipersonenminen nehme stetig zu, so die russischen Militärs weiter. Dazu erklärten sie unter anderem:

    "Es war interessant, ihre Vorbereitungen zur Minensprengung zu beobachten. Die Minen und Sprengschnüre, die sie gegen uns eingesetzt haben. Das waren Minen vom amerikanischen Typ MON-50 … Wir haben zunächst sogar versucht, sie zu zählen, aber dann haben wir aufgehört, weil dort einfach alles dermaßen übersät war, dass es sinnlos war, zu zählen … Der Feind befestigt Sensoren an ihnen. Bewegungssensoren, Metallsensoren, Durchfahrtsensoren, Kippsensoren. Diese Minen werden dann damit aktiviert. Jede Mine ist schwer zu entschärfen, aber bei solchen Minen muss man vor allem die Besonderheiten jeder Minenart kennen und aus der Ferne versuchen zu bestimmen, welcher Sensor daran angebracht ist."

  • 15:42 Uhr

    Russland weist Attacke auf Regierungsgebäude in Kiew zurück: Angriff galt nur Militärzielen

    Russlands Verteidigungsministerium teilt auf Telegram Einzelheiten über seinen jüngsten Luftangriff auf Objekte in der Ukraine mit. Demnach habe man bei dem "massiven Schlag" am 7. September hochpräzise Waffen und Kampfdrohnen eingesetzt. Die Attacke habe Orten gegolten, an denen der Gegner unbemannte Luftfahrzeuge hergestellt, zusammengebaut, repariert und gelagert habe. Außerdem habe man Drohnenbasen und Luftstützpunkte im Zentrum, Süden und Osten der Ukraine anvisiert.

    Unter den getroffenen Zielen erwähnt die russische Militärbehörde auch das Rüstungswerk Kiew-67 am westlichen Rand der ukrainischen Hauptstadt und die Logistikbasis des Unternehmens STS-Grupp am südlichen Rand von Kiew.         

    Alle anvisierten Objekte seien getroffen worden. Andere Objekte in der ukrainischen Hauptstadt habe das russische Militär nicht angegriffen, präzisiert die russische Militärbehörde offenbar mit Blick auf das Regierungsgebäude in Kiew, das bei der Attacke am Sonntagmorgen in Brand geraten war.

  • 15:13 Uhr

    Österreich fordert mehr Sanktionsdruck auf Russland

    Österreichs Außenministerium hat auf der Plattform X die jüngsten russischen Luftangriffe auf die Ukraine verurteilt. Die Attacke wurde als "brutal" bezeichnet. Mit Blick auf die zivilen Opfer forderte die Regierung in Wien die internationale Gemeinschaft dazu auf, Russland noch stärker unter Druck zu setzen – unter anderem mit Sanktionen.

  • 14:38 Uhr

    Selenskij zu Fico: Angriffe auf Energieinfrastruktur Russlands möglich


    Der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij hat in einem Gespräch mit dem slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico erneut damit gedroht, die russische Energieinfrastruktur anzugreifen. Fico warnte, dass ukrainische Angriffe auf russische Energienetze auch der Slowakei Schaden zufügen. Er verwies dabei auf Attacken gegen die Druschba-Ölpipeline, die bereits zu zeitweisen Lieferausfällen geführt hatten.

    Das Video gibt es hier auf unserer Website zu sehen.

  • 14:05 Uhr

    Bericht: Von USA geschulte Spezialeinheiten des ukrainischen Grenzschutzes nach Woltschansk verlegt

    Wie die Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf Quellen in den russischen Sicherheitskräften berichtet, wurde eine Spezialeinheit des ukrainischen Grenzschutzes aus dem 10. Grenzkommando in Richtung Woltschansk verlegt, wo derzeit heftige Kämpfe stattfinden. Russische Behörden teilten Journalisten außerdem mit, dass die Einheit von amerikanischen Ausbildern trainiert worden sei und der ehemalige US-Außenminister Anthony Blinken den Kommandeur persönlich getroffen habe. Es wurde angemerkt:

    "Die Verlegung der Spezialeinheit Dosor des ukrainischen Grenzschutzes, die zum 10. Grenzschutzkommando in Odessa gehört, in Richtung Woltschansk ist bestätigt. Die Ausbildung der Einheit wurde noch vor Beginn der russischen Sonderoperation von US-amerikanischen Ausbildern durchgeführt, und der Kommandeur der Einheit traf sich persönlich mit dem ehemaligen US-Außenminister Blinken."

  • 13:36 Uhr

    RT DE-Exklusiv: Drohnen-Innovation im Donbass – Teamarbeit an der Front


    Während die Front weiter vorrückt, arbeiten russische Soldaten an der Weiterentwicklung ihrer Drohnen, um deren Kampfeigenschaften zu verbessern. Dabei spielt Teamarbeit eine entscheidende Rolle.

    Unser Korrespondent Iwan Poljanskij hat zwei Frontabschnitte im Donbass besucht und berichtet nun exklusiv über die Details. Das Video gibt es hier auf unserer Website zu sehen. 

  • 13:10 Uhr

    Russisches Militär: Ortschaft Choroscheje im Gebiet Dnjepropetrowsk befreit

    Russlands Verteidigungsministerium meldet weitere Erfolge bei der militärischen Sonderoperation in der Ukraine innerhalb der letzten 24 Stunden. Wie die Behörde am Sonntag auf Telegram schreibt, habe der Truppenverband Nord ukrainische Einheiten im Raum der Ortschaften Alexejewka, Malaja Rybiza und Junakowka im Gebiet Sumy sowie Tschugunowka, Loschakowo, Ambarnoje und Woltschansk im Gebiet Charkow getroffen. Dabei seien mehr als 175 ukrainische Armeeangehörige getötet oder verletzt worden. Der Gegner habe darüber hinaus zwei gepanzerte Gefechtsfahrzeuge, 13 Wagen, zwei Geschütze, drei Anlagen zur elektronischen Kampfführung und zwei Lager mit Militärzubehör verloren.

    Der Truppenverband West habe günstigere Positionen bezogen, indem er in der Nähe der Ortschaften Senkowo, Borowskaja Andrejewka und Smorodkowka im Gebiet Charkow Personal und Technik der ukrainischen Streitkräfte getroffen habe. Der Gegner habe bis zu 230 Kämpfer verloren. Das russische Militär habe zudem fünf gepanzerte Gefechtsfahrzeuge, 24 Wagen, einen Mehrfachraketenwerfer, vier Geschütze, ein Artillerieaufklärungsradar, fünf Anlagen der elektronischen Kampfführung und sieben Munitionslager zerstört.

    Auch der Truppenverband Süd habe seine taktische Position verbessert und nahe den Siedlungen Nikiforowka, Konstantinowka, Sewersk, Stepanowka, Minkowka und Tscherwonoje in der DVR gegnerische Einheiten getroffen. Das Ministerium in Moskau beziffert die ukrainischen Personalverluste auf mehr als 265 Soldaten. Der Gegner habe außerdem drei gepanzerte Gefechtsfahrzeuge, vier Wagen, sechs Geschütze, eine Anlage zur elektronischen Kampfführung, drei Munitionslager und vier Lager mit Militärzubehör verloren.

    Der Truppenverband Mitte setze seinen Vormarsch fort, indem er Personal und Technik der ukrainischen Streitkräfte unweit der Ortschaften Rubeschnoje, Wessjoloje, Nowonikolajewka, Artjomowka, Krasnoarmeisk, Wladimirowka und Kutosowka in der DVR getroffen habe. Dabei habe der Gegner bis zu 460 Soldaten verloren. Drei Kampfpanzer, zwei gepanzerte Gefechtsfahrzeuge, acht Wagen, zwei Geschütze und eine Anlage der elektronischen Kampfführung seien außer Gefecht gesetzt worden.

    Der Truppenverband Ost habe auf seinem Vormarsch die Ortschaft Choroscheje im Gebiet Dnjepropetrowsk unter seine Kontrolle gebracht und ukrainische Einheiten im Raum der Ortschaften Doroschnjanka, Uspenowka, Tscherwonoje im Gebiet Saporoschje sowie Nowopawlowka und Alexejewka im Gebiet Dnjepropetrowsk getroffen. Die russische Militärbehörde beziffert die gegnerischen Personalverluste auf bis zu 200 Armeeangehörige. Es seien vier gepanzerte Gefechtsfahrzeuge, sieben Wagen, drei Geschütze und ein Lager mit Militärzubehör zerstört worden.

    Der Truppenverband Dnjepr habe ukrainische Einheiten nahe den Ortschaften Otradokamenka, Tjaginka und Antonowka im Gebiet Cherson getroffen. Dabei habe der Gegner bis zu 60 Kämpfer verloren. Zudem habe das russische Militär ein Geschütz, sieben Anlagen der elektronischen Kampfführung, ein Munitionslager und ein Lager mit Militärzubehör zerstört.

    Ferner meldet das russische Ministerium erfolgreiche Luft-, Drohnen-, Raketen- und Artillerieangriffe auf Rüstungsunternehmen, Waffenlager, Militärflugplätze, Transportinfrastrukturen, Drohnenwerke, Drohnenbasen, zwei Radaranlagen und 149 Standorte mit ukrainischen Soldaten und ausländischen Söldnern. Ihrerseits habe die russische Luftabwehr in den letzten 24 Stunden drei Lenkbomben, drei HIMARS-Geschosse und 210 unbemannte Luftfahrzeuge abgefangen.

    Nach russischen Angaben habe die Ukraine seit dem Beginn der Sonderoperation am 24. Februar 2022 insgesamt 666 Flugzeuge, 283 Hubschrauber, 82.250 Drohnen, 627 Flugabwehrraketenkomplexe, 24.992 Kampfpanzer und andere Panzerfahrzeuge, 1.590 Mehrfachraketenwerfer sowie 29.337 Geschütze und Mörser verloren.

  • 12:39 Uhr

    Gouverneur meldet drei Tote und fünf Verletzte bei Angriffen auf 30 Ortschaften im Gebiet Belgorod

    Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow veröffentlicht jeden Tag auf Telegram Statistiken über ukrainische Angriffe auf Siedlungen im russischen Grenzgebiet Belgorod. Aus dem heutigen Eintrag geht hervor, dass das ukrainische Militär in den vergangenen 24 Stunden 30 Ortschaften in acht Bezirken angegriffen hat. Der Gegner habe mindestens 40 Geschosse abgefeuert und 129 Drohnen eingesetzt, von denen 75 abgefangen worden seien.

    In der Statistik beklagt der Politiker mehrere Todesopfer und Verletzte unter der Zivilbevölkerung. So seien in der Siedlung Grusskoje zwei Männer verletzt worden. Eine ukrainische Drohne habe auf der Autostraße Kasinka – Possochowo einen Dienstbus angegriffen. Der Fahrer sei ums Leben gekommen, der Beifahrer habe Verletzungen erlitten. Ein Zivilist sei bei einem Drohnenangriff auf sein Fahrzeug in der Nähe der Ortschaft Borki schwer verletzt worden. Bei einem Drohnenangriff auf einen Kleintransporter sei unweit der Siedlung Massytschewo ein Mann ums Leben gekommen. Eine Einwohnerin der Siedlung Dunaika habe infolge der Detonation einer Drohne Verletzungen erlitten. Ein Einwohner der Siedlung Nowaja Tawolschanka sei getötet worden, als eine ukrainische Drohne explodiert sei.      

    Gladkow meldet darüber hinaus zahlreiche Sachschäden. Demnach seien in den vergangenen 24 Stunden 15 Einfamilienhäuser, ein Verwaltungsgebäude, eine soziale Einrichtung, ein Lagerhaus, drei Stromleitungen, ein Bus, ein Lkw, zwei Kleintransporter und zwölf Autos zerstört oder beschädigt worden.

  • 12:01 Uhr

    Ungarns Außenminister: Diese Heuchler kaufen selber weiterhin russisches Öl


    Der ungarische Außenminister Péter Szijjártó bezeichnete diejenigen, die Ungarn dazu auffordern, den Kauf von russischem Öl einzustellen, als "Heuchler". Szijjártó erklärte, dass auch andere europäische Länder russisches Öl weiterhin kaufen – aber über indirekte Kanäle.

    "Sie kaufen heimlich russisches Öl, weil es billiger ist."

    Das Video gibt es hier auf unserer Website zu sehen.

  • 11:34 Uhr

    Nächtliche Angriffe auf Westukraine: Polen versetzt seine Luftwaffe in Alarmbereitschaft

    Wegen der russischen Luftangriffe auf den Westen der Ukraine hat Polen in der Nacht zum Sonntag seine Luftwaffe in Alarmbereitschaft versetzt, um die Sicherheit des eigenen Luftraums zu gewährleisten. Das EU- und NATO-Land entsandte seine Kampfflugzeuge an die Grenze. Beteiligt waren auch Kampfjets der Verbündeten. Das operative Kommando der polnischen Streitkräfte teilte auf der Plattform X mit, es handele sich um "präventive Maßnahmen", die auf die Sicherung des Luftraums und den Schutz der Bevölkerung gerichtet seien.

    In einem späteren Eintrag erklärte die Behörde den Einsatz für beendet und dankte den Niederlanden für die Unterstützung. Der NATO- und EU-Partner habe zur Sicherung des Luftraums mit seinen F-35-Kampfflugzeugen beigetragen. Polen überwache weiterhin die Lage in der Ukraine genau und sei allzeit bereit, seine eigene Sicherheit zu gewährleisten.

  • 11:00 Uhr

    Ukraine meldet schwersten Angriff seit Kriegsbeginn

    In der vergangenen Nacht soll Russland die Ukraine mit einer Rekordzahl an Drohnen angegriffen haben. Wie die ukrainische Luftwaffe behauptet, habe das russische Militär 805 Krampfdrohnen, neun Marschflugkörper vom Typ Iskander-K und vier ballistische Raketen vom Typ Iskander-M eingesetzt.

    Ministerpräsidentin Julia Swiridenko bestätigt auf der Plattform X, dass das Regierungsgebäude in der Hauptstadt Kiew zu Schaden gekommen sei. Sie belegt dies mit Aufnahmen. Die Welt müsse auf die Zerstörungen reagieren, der Sanktionsdruck müsse erhöht werden, vor allem gegen russisches Öl und Gas, forderte die Politikerin.

    Der ukrainische Zivilschutz berichtet über zahlreiche Opfer unter der Zivilbevölkerung in verschiedenen Landesteilen. In der Hauptstadt Kiew sollen laut Bürgermeister Vitali Klitschko drei Menschen ums Leben gekommen sein – darunter ein Säugling. Unter den Verletzten sei auch eine schwangere Frau. Außerdem vermeldet der Politiker mehrere beschädigte Wohnhäuser.

    Örtliche Medien haben zudem über Explosionen in den Städten Odessa, Charkow, Dnjepropetrowsk, Saporoschje und Kriwoi Rog berichtet.

  • 10:35 Uhr

    Kadyrow für Fortsetzung der Sonderoperation: Ukraine muss eine Region Russlands werden

    Ramsan Kadyrow, das Oberhaupt der Teilrepublik Tschetschenien, hat sich im Gespräch mit der Nachrichtenagentur RIA Nowosti für die Fortsetzung der militärischen Sonderoperation Russlands in der Ukraine ausgesprochen. Seine Haltung begründete er mit der jetzigen Situation auf dem Schlachtfeld.  

    "Ich bin der Meinung, dass es für uns nicht vorteilhaft ist, jetzt die Kampfhandlungen einzustellen."

    Man habe die Ziele und die Aufgaben der Sonderoperation eigentlich nicht aus der Luft gegriffen, fügte Kadyrow hinzu. Sie seien eine Garantie für die Sicherheit der Russischen Föderation.

    "An unseren Grenzen ist Frieden erst dann möglich, wenn die Ukraine eine Region oder ein Bezirk Russlands ist."

  • 10:08 Uhr

    Beschuss auf Siedlungen im Gebiet Cherson: 46 Geschosse aus Ukraine abgefeuert

    Die Behörden im von Russland kontrollierten Teil des Gebietes Cherson melden andauernde Angriffe auf Siedlungen am linken Dnjepr-Ufer. Den Angaben zufolge habe die ukrainische Artillerie im Laufe des 6. September 23 Geschosse auf fünf Ortschaften abgefeuert. Die Zahl der eingeschlagenen Geschosse listen die Behörden wie folgt auf:

    • Aljoschki – 6,
    • Golaja Pristan – 3,
    • Staraja Sburjewka – 4,
    • Bechtery – 3,
    • Nowaja Kachowka – 7.

    Wie die Behörden weiter mitteilen, habe der Beschuss auch in der Nacht zum Sonntag angedauert. Auf zivile Infrastrukturen der von Russland kontrollierten Ortschaften Kachowka, Nowaja Majatschka, Staraja Majatschka und Aljoschki seien insgesamt 23 Geschosse abgefeuert worden.

    Eine 70-jährige Einwohnerin der Ortschaft Golaja Pristan sei bei einem Drohnenangriff tödlich verletzt worden, heißt es.

  • 09:37 Uhr

    DVR meldet zehn ukrainische Angriffe binnen 24 Stunden

    Die Behörden in Donezk haben innerhalb der vergangenen 24 Stunden zehn Angriffe durch ukrainische Truppen registriert. Demnach wurden auf das Territorium der Volksrepublik zwölf Geschosse abgefeuert. Bei den Angriffen in der Zeitspanne von 0 Uhr am 6. September bis 0 Uhr am 7. September (Ortszeit) wurden drei zivile Personen verletzt. Durch den Beschuss kamen drei Linienbusse zu Schaden.

    Am Vortag hatten die Behörden von Donezk 20 Angriffe aus der Ukraine vermeldet, es wurden keine Opfer unter der Zivilbevölkerung bekannt gegeben. Berichte über Infrastrukturschäden lagen ebenfalls nicht vor.

  • 09:02 Uhr

    "Bullsh*t" – Medwedew über Sicherheitsgarantien für die Ukraine


    Nachdem Emmanuel Macron am Donnerstag gesagt hatte, 26 Staaten der "Koalition der Willigen" hätten sich verpflichtet, Sicherungstruppen auf Land, See oder in der Luft bereitzustellen, um die Ukraine nach einem Waffenstillstand zu "schützen", erklärte Dmitri Medwedew, stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates, diese Pläne auf Englisch zu "Bullshit".

    Das Video gibt es hier auf unserer Website zu sehen. 

  • 08:30 Uhr

    Zivilist bei Drohnenattacke auf Gebiet Woronesch verletzt

    Gouverneur Alexander Gussew gibt auf Telegram bekannt, dass die russische Luftabwehr über dem Gebiet Woronesch ungefähr 20 unbemannte Luftfahrzeuge abgefangen habe. Von der nächtlichen Attacke seien fünf Bezirke, darunter Liski, Rossosch und Anna, betroffen worden. Der Politiker meldet ein Opfer. Bei diesem handele es sich um einen Mitarbeiter einer Farm im Bezirk Anna. Der Mann habe schwere Verletzungen erlitten und werde aktuell auf der Intensivstation behandelt.

    Gussew berichtet zudem über Sachschäden. So seien drei Einfamilienhäuser und eine Stromleitung beschädigt worden. Darüber hinaus habe eine Scheune Feuer gefangen.

  • 08:04 Uhr

    Drohnenattacke auf Region Krasnodar: Erdölraffinerie gerät in Brand

    In der Nacht zum Sonntag hat es erneut einen massiven Drohnenangriff auf die südrussische Region Krasnodar gegeben. Das Verteidigungsministerium in Moskau berichtete am Morgen auf Telegram über 21 abgeschossene ukrainische Drohnen.

    Der Krisenstab der Region Krasnodar meldete ebenfalls auf Telegram einen Brand auf dem Gelände einer Erdölraffinerie in der Siedlung Ilski. Das Feuer sei durch herabstürzende Drohnenteile verursacht worden und habe eine Anlage beschädigt, hieß es. Von den Flammen sei eine Fläche von einigen Quadratmetern ergriffen worden. Man habe den Brand schnell gelöscht.

    Die Behörden vermeldeten weder Todesopfer noch Verletzte. Das Betriebspersonal sei evakuiert worden. Weitere Einzelheiten wurden nicht bekannt gegeben. In den sozialen Medien tauchten Videos auf, die den Brand in der Erdölraffinerie Ilski zeigen sollen.

  • 07:32 Uhr

    Russische Luftabwehr zerstört in der Nacht 69 ukrainische Drohnen

    Russlands Verteidigungsministerium meldet am Sonntagmorgen auf der Plattform Telegram weitere Versuche der ukrainischen Streitkräfte, Objekte in Russland mit Drohnen anzugreifen. Demnach habe die russische Luftabwehr im Zeitraum von 23 Uhr MESZ am Samstag bis 5:30 Uhr MESZ am Sonntag 69 unbemannte Luftfahrzeuge des Gegners abgeschossen. Die Zahl der zerstörten Drohnen listet die Behörde wie folgt auf:

    • Region Krasnodar – 21,
    • Gebiet Woronesch – 13,
    • Gebiet Belgorod – 10,
    • Gebiet Astrachan – 7,
    • Gebiet Wolgograd – 6,
    • Asowsches Meer – 4,
    • Gebiet Rostow – 3,
    • Gebiet Brjansk – 2,
    • Gebiet Kursk – 1,
    • Gebiet Rjasan – 1,
    • Republik Krim – 1.

    Weitere Einzelheiten teilt das Ministerium nicht mit.

  • 07:03 Uhr

    Luftangriffe auf Ukraine – Brand in Regierungsgebäude in Kiew

    Die Ukraine meldet erneut schwere Luftangriffe aus Russland. In der Nacht seien Städte in nahezu allen Landesteilen mit Kampfdrohnen und Marschflugkörpern attackiert worden, berichten örtliche Medien. Es gebe Dutzende Verletzte.

    Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko vermeldete auf Telegram ein Feuer im ukrainischen Regierungsgebäude. Den Brand sollen herabstürzende Drohnenteile verursacht haben. Zudem gab er Schäden an etlichen Wohngebäuden bekannt. Ein Kleinkind und zwei weitere Zivilisten seien bei den nächtlichen Angriffen getötet worden. Mindestens 18 Menschen hätten Verletzungen erlitten.

    Explosionen wurden auch aus den Städten Odessa, Charkow, Dnjepropetrowsk, Saporoschje und Kriwoi Rog gemeldet.

    Ein Kommentar des russischen Verteidigungsministeriums lag zunächst nicht vor.

  • 6.09.2025 21:00 Uhr

    21:00 Uhr

    Damit beenden wir für heute den Live-Ticker zur Lage im Ukraine-Konflikt. Morgen früh ab 7 Uhr geht es mit der Berichterstattung weiter. Wir wünschen unseren Lesern trotz aller Spannungen in der Welt eine gute Nacht!

  • 20:49 Uhr

    Kiew greift Ausbildungszentrum des AKW Saporoschje an

    Die ukrainischen Streitkräfte haben das Ausbildungszentrum des Atomkraftwerkes Saporoschje mit unbemannten Flugzeugen angegriffen. Laut dem Pressedienst des Atommeilers trafen die Drohnen das Dach eines der Gebäude des Zentrums, das 300 Meter vom Kraftblock entfernt ist. Ein Brand und schwere Schäden konnten verhindert werden.

    Mit diesem Angriff setzte Kiew seine Strategie fort, Druck auf Mitarbeiter des AKW auszuüben, heißt es vom Pressedienst. Dabei nehme die Ukraine nicht nur das Kraftwerk, sondern auch die nächstgelegene Stadt Energodar immer wieder ins Visier.

  • Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
    Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
    Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.

    Info: https://freedert.online/international/131481-liveticker-ukraine-krieg/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    08.09.2025

    Unter Berlusconis Kontrolle    Italienische Konzerne schwächen mit zwei Übernahmen – einer vollendeten, einer partiellen – den Standort Deutschland. Berlusconi-Medienkonzern MFE erwirbt ProSiebenSat.1, will mit „paneuropäischer“ Mediengruppe US-Konzerne herausfordern.

    german-foreign-policy.com, 8. September 2025

    ROM/BERLIN (Eigener Bericht) – Mit zwei Übernahmen auf dem Banken- und auf dem Mediensektor bringen italienische Unternehmen zwei einflussreiche deutsche Konzerne unter ihre Kontrolle und schwächen den Standort Bundesrepublik. Die italienische Großbank Unicredit hat ihre Anteile an der zweitgrößten deutschen Bank, der Commerzbank, auf gut 26 Prozent aufgestockt und könnte das Kreditinstitut perspektivisch komplett übernehmen. Die Bundesregierung sperrt sich noch dagegen; käme die Commerzbank ganz in italienischen Besitz, wäre das ein herber Schlag für den Finanzplatz Deutschland. Zusammenschlüsse auf dem Bankensektor gelten allerdings als Voraussetzung dafür, dass sich die EU-Branche gegen die US-Konkurrenz behaupten kann. Schon vollzogen ist die Übernahme von ProSiebenSat.1; die Mehrheit am zweitgrößten deutschen Privat-TV-Konzern hat der Berlusconi-Konzern Media For Europe (MFE, Ex-Mediaset) erworben. Konzernchef Pier Silvio Berlusconi, Sohn des italienischen Ex-Ministerpräsidenten, schließt eine politische Karriere nach dem Vorbild seines Vaters nicht aus – und lobt Italiens ultrarechte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Seine Mediengruppe positioniert er als „paneuropäischen“ Rivalen zu US-Konzernen.


    Zitat: Unicredit vs. Commerzbank

    Die italienische Großbank Unicredit hatte im September vergangenen Jahres zunächst etwa neun Prozent der Anteile an der Commerzbank übernommen – rund die Hälfte davon auf dem Aktienmarkt, die andere Hälfte aus Verkäufen der Bundesregierung. Diese war im Jahr 2009 in der globalen Finanzkrise zur Rettung des Kreditinstituts mit 25 Prozent der Anteile bei ihm eingestiegen und begann nun, sie langsam wieder abzustoßen. Die Unicredit hat ihre Anteile an der Commerzbank im Lauf des vergangenen Jahres dann weiter aufgestockt und im August 26 Prozent erreicht; sie will ihre Zukäufe fortsetzen und bis Jahresende 29,9 Prozent kontrollieren. Auch eine Übernahme hält sich Unicredit-Chef Andrea Orcel explizit offen; sie wäre möglich, wenn die italienische Bank ihre Anteile auf 30 Prozent steigerte und genug Aktionäre dem dann fälligen Übernahmeangebot zusprächen.[1] Aktuell plant Orcel dies aber nach eigener Aussage noch nicht. Grund ist zum einen, dass der Commerzbank-Kurs stark gestiegen ist und die Kosten für eine Übernahme damit heute sehr hoch wären. Zum anderen gibt Orcel an, vor einem etwaigen Übernahmeangebot mit der Bundesregierung darüber sprechen zu wollen.[2] Diese lehnt die Übernahme ab. Das haben inzwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil explizit bestätigt.[3]


    „Europa stärken“

    Hintergrund ist die Schwächung der deutschen Bankenbranche, die bei einer Übernahme der Commerzbank durch die Unicredit zu erwarten wäre. Die Unicredit hatte bereits im Jahr 2005 die HypoVereinsbank (HVB) und damit die damals zweitgrößte deutsche Geschäftsbank übernommen.[4] Mit der Commerzbank käme sie in Besitz der heute zweitgrößten deutschen Bank nach der Deutschen Bank. Ihr Ziel ist es, im Rahmen der erwarteten Konzentration der Bankenbranche in Europa eine führende Stellung einzunehmen. Diese Konzentration sei erforderlich, um sich gegen die Konkurrenz aus den Vereinigten Staaten zu behaupten, erklärt Orcel; derzeit seien US-Großbanken den europäischen überlegen und sogar „die einzigen, die aktuell in Europa Marktanteile gewinnen“.[5] Dies bestätigt auch Christoph Schalast, ein an der Frankfurt School of Finance and Management lehrender Übernahmespezialist. „Wir brauchen größere europäische Banken, die mit den amerikanischen Instituten auf Augenhöhe agieren können“, urteilt Schalast; Fusionen seien „notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu sichern“.[6] Zwar würde, sollte die Unicredit die Commerzbank übernehmen, „der Finanzplatz Deutschland ... geschwächt“; zugleich jedoch „würde ein Zusammenschluss den Finanzplatz Europa stärken“: „Für Europa wäre es ein Gewinn.“


    MFE vs. ProSiebenSat.1

    Schon realisiert hat in der vergangenen Woche der italienische Medienkonzern MFE (Media For Europe, einst: Mediaset) die Übernahme des zweitgrößten deutschen Privat-TV-Konzerns ProSiebenSat.1. Zuvor hatte die tschechisch-niederländische Holding PPF angekündigt, die Übernahme von ProSiebenSat.1 ihrerseits nicht mehr anzustreben und ihren Anteil von 15,7 Prozent an dem deutschen Medienunternehmen an die MFE zu verkaufen, die bereits rund 43 Prozent an ihm hielt.[7] Seit Donnerstag vergangener Woche ist der Deal endgültig unter Dach und Fach. MFE, einst gegründet von Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi und heute geführt von dessen ältestem Sohn Pier Silvio Berlusconi, ist der größte private Rundfunkkonzern Italiens; ihm gehören unter anderem die Fernsehsender Canale 5, Italia 1 und Rete 4 sowie diverse Radiosender, darunter der Nachrichtensender Tgcom24. Insgesamt kommt MFE in Italien auf einen Marktanteil von gut 37 Prozent.[8] Der Konzern ist bereits seit Jahren auch in Spanien aktiv, wo er unter anderem den Sender Telecinco kontrolliert und auf einen Marktanteil von 24,5 Prozent kommt – etwas weniger als die im Besitz von RTL und Planeta befindliche Atresmedia (25,9 Prozent), aber deutlich mehr als die öffentlich-rechtliche RTVE (14,3 Prozent).[9]


    Meloni nahe

    Die Übernahme ist politisch brisant, weil Pier Silvio Berlusconi in Italien über erheblichen politischen Einfluss verfügt und eine politische Karriere nach dem Vorbild seines Vaters nicht ausschließt. Über die einst von diesem gegründete Partei Forza Italia (FI) heißt es, in ihr gehe „ohne die stille Zustimmung (und das Geld) von Pier Silvio und seiner älteren Schwester Marina“, die zur Zeit „im Medienimperium der Berlusconis das Verlagsgeschäft unter dem Dach des Hauses Mondadori“ führe, „nichts“.[10] Einerseits habe Pier Silvio Berlusconi kürzlich erklärt, „derzeit“ wolle er sich nicht in die Politik begeben, könne aber nichts über die Zukunft sagen: „Mein Vater war 58, als er in die Politik ging. Ich bin jetzt 56.“ Andererseits habe er sich verhalten bis kritisch über FI-Chef Antonio Tajani geäußert, der zur Zeit als Außenminister fungiert, während er Ministerpräsidentin Giorgia Meloni gelobt habe – sie führe das Land „mit Kompetenz und Entschlossenheit“, und ihre Regierung sei „eine der besten in Europa“. Dies habe, heißt es, „wie das perfekte Bewerbungsprofil für einen Ministerposten mit Portfolio für Wirtschaft oder Finanzen in einem zweiten Kabinett Meloni“ nach den für Herbst 2027 geplanten nächsten Parlamentswahlen in Italien geklungen.[11]


    Rechtswende möglich

    Pier Silvio Berlusconi hat erklärt, MFE werde nach der Übernahme von ProSiebenSat.1 nicht in die redaktionelle Tätigkeit eingreifen; die politische Unabhängigkeit des Unternehmens sei gewährleistet.[12] Es gehe lediglich darum, mit gemeinsamen Technologieplattformen die Kosten zu senken sowie gemeinsam die Werbeindustrie anzusprechen, um Synergieeffekte zu erzielen. Allerdings gibt es dafür keine Garantie. Dies zeigt die Entwicklung bei dem spanischen Ableger, Mediaset España. Dort brachte MFE im April 2022 den Unternehmer Borja Prado auf den Präsidentenposten, der dabei einen Sozialdemokraten ablöste und dessen Amtsantritt von Beobachtern als scharfe Rechtswende eingestuft wurde.[13] MFE hat diese Wende zumindest vorläufig rückgängig gemacht und Borja Prado Anfang 2024 durch Cristina Garmendia ersetzt, eine ehemalige Ministerin unter dem sozialistischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero.[14] Ein erneuter Kurswechsel aber wäre jederzeit möglich; Ähnliches ist auch in Deutschland nicht ausgeschlossen.


    „Paneuropäische Mediengruppe“

    Berlusconi hat der Bundesregierung sein Anliegen mit der Ankündigung schmackhaft gemacht, er wolle durch die Übernahme von ProSiebenSat.1 „eine paneuropäische Rundfunk- und Mediengruppe“ schaffen, die im Grundsatz „in der Lage“ sei, „sich gegen die globalen Technologiegiganten zu behaupten und mit ihnen im Wettbewerb zu bestehen“. Gemeint sind die US-Tech-Konzerne von Facebook über Amazon bis zu Netflix mit ihrem weltweit dominanten Einfluss.[15] Über ProSiebenSat.1 hätte das deutsche Establishment in dem entstehenden „paneuropäischen“, mit US-Tech-Giganten rivalisierenden Konzern eine starke Stimme, allerdings nicht die Kontrolle. Diese läge bei der italienischen Rechten.

     

    [1] Michael Maisch, Andreas Kröner: Orlopp sorgt sich über wachsenden Einfluss von Unicredit. handelsblatt.com 03.09.2025.

    [2] Jakob Blume, Andreas Kröner: Orcel hält sich Commerzbank-Übernahme offen. handelsblatt.com 04.09.2025.

    [3] Hanno Mußler, Christian Schubert: Unicredit rückt in der Commerzbank vor. Frankfurter Allgemeine Zeitung 26.08.2025.

    [4] UniCredito kauft HypoVereinsbank. manager-magazin.de 12.06.2005.

    [5] Jakob Blume, Andreas Kröner: Orcel hält sich Commerzbank-Übernahme offen. handelsblatt.com 04.09.2025.

    [6] „Es droht ein echtes Vakuum“. Frankfurter Allgemeine Zeitung 30.08.2025.

    [7] Christian Schubert, Henning Peitsmeier: Der Weg ist frei für das Berlusconi-Fernsehen. Frankfurter Allgemeine Zeitung 29.08.2025.

    [8] Matthias Rüb: Wie tickt Pier Silvio Berlusconi? Frankfurter Allgemeine Zeitung 15.08.2025.

    [9] Christian Schubert, Henning Peitsmeier: Der Weg ist frei für das Berlusconi-Fernsehen. Frankfurter Allgemeine Zeitung 29.08.2025.

    [10], [11] Matthias Rüb: Wie tickt Pier Silvio Berlusconi? Frankfurter Allgemeine Zeitung 15.08.2025.

    [12] Unabhängig in München. Frankfurter Allgemeine Zeitung 03.09.2025.

    [13] Mediaset culmina su derechización. elsiglodeuropa.es 29.05.2023.

    [14] Quino Petit: La exministra Cristina Garmendia, nueva presidenta de Mediaset España. elpais.com 22.05.2024.

    [15] Unabhängig in München. Frankfurter Allgemeine Zeitung 03.09.2025.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10106


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    07.09.2025

    Alice Weidel: "Europa geht es nur gut mit Russland" – Ukraine hat den Krieg bereits verloren

    freedert.online, 7 Sep. 2025 19:58 Uhr

    AfD-Chefin Alice Weidel betont im Gespräch mit Roger Köppel, dass Europas Sicherheit nur mit Russland gewährleistet sei. Sie warnt vor Illusionen westlicher Politiker wie Macron und Merz. Europa müsse eigenständig handeln und Russland als unverzichtbaren Partner in die Sicherheitsordnung einbinden.


    © Markus Arnitz


    Weidel: 'Europa ohne Russland nicht denkbar'


    In einem Gespräch mit dem Schweizer Publizisten Roger Köppel für die Weltwoche hat AfD-Fraktionschefin Alice Weidel die sicherheitspolitische Rolle Russlands für Europa hervorgehoben.
























    Sie erklärte, dass Deutschland und Europa nur in Kooperation mit Moskau eine stabile Zukunft hätten. "Deutschland und Europa geht es nur gut mit Russland und nicht ohne Russland", so Weidel. Sie betonte, dass es dabei nicht um Sympathien oder persönliche Einschätzungen gehe, sondern um eine nüchterne strategische Analyse:

    "Russland, egal was man über Russland denkt, aber man muss das sicherheitspolitisch denken. Russland muss in eine europäische Sicherheits und Verteidigungsarchitektur miteingebunden werden, weil ohne Russland wird es nicht geben.

    Was glauben wir denn? Die, so ein Macron oder ein Friedrich Merz, was glauben die denn?"

    Besonders kritisch äußerte sich Weidel gegenüber europäischen Politikern wie Emmanuel Macron und Friedrich Merz, die ihrer Ansicht nach die sicherheitspolitische Realität ignorieren. Die AfD-Chefin positioniert sich gegen den in Berlin und Brüssel dominierenden kriegerischen Kurs gegenüber Moskau.

    Statt auf Abschreckung und Sanktionen setzt sie auf pragmatische Kooperation: Europa muss unabhängiger von den USA werden und realistisch mit Russland zusammenarbeiten, um Stabilität und Wohlstand zu sichern – eine Haltung, die in großen Teilen der Bevölkerung auf Zuspruch stößt.


    Mehr zum Thema – Berliner Polizeischule wird zum Sprachkurs: Weidel kritisiert steigenden Migrantenanteil


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