Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien sowie zur Militarisierung in Deutschland ( II von II)
10. DPG: Das Völkerrecht kennt keine Staatsräson
Offener Brief an CDU/CSU & SPD anlässlich der Koalitionsverhandlungen
Palästina / Israel
Das Völkerrecht kennt keine Staatsräson
Offener Brief an CDU/CSU & SPD anlässlich der Koalitionsverhandlungen
Seit mehr als 17 Monaten erleben wir eine erschütternde Eskalation an
Gewalt, Leid und Rechtlosigkeit in ganz Palästina, in Gaza und im
Westjordanland, im Libanon, in Syrien und in Israel.
Wir erleben zugleich, dass die politische Debatte in Deutschland sowie
politische Entscheidungen zu einer fundamentalen Erosion
völkerrechtlicher Standards beitragen und die von politi- schen
Entscheidungsträger:innen angewandten Doppelstandards im Umgang mit
den Rechts- brüchen Israels zu einer nachhaltigen Schwächung der
Glaubwürdigkeit deutscher Außen- politik in der Welt führen.
Im Kontext der Palästina-Solidarität erleben wir darüber hinaus
Polizeigewalt sowie massive Eingriffe in die Meinungs- und
Versammlungsfreiheit, eine problematische Politisierung der
Antisemitismusdebatte und eine Kriminalisierung von legitimen Protesten.
Als Organisationen und Initiativen, die sich für einen gerechten
Frieden in Palästina und in Israel einsetzen, wenden wir uns an Sie
als Verhandler:innen eines möglichen Koalitionsvertrags und
appellieren in aller Dringlichkeit, im Koalitionsvertrag zentrale
völker- und menschenrechtliche Leitplanken mit Blick auf Palästina und
Israel festzuschreiben.
Als Organisationen der Zivilgesellschaft werden wir diese Anliegen und
Forderungen auch in der kommenden Legislaturperiode in die
Öffentlichkeit und auf die Straße tragen.
Völker- und menschenrechtliche Leitplanken in den Koalitionsvertrag:
● Bekennen Sie sich uneingeschränkt zur grundgesetzlich verankerten
Geltung des in- ternationalen Rechts und seiner Institutionen, vor
allem des Internationalen Gerichtshofs (IGH) und des Internationalen
Strafgerichtshofs (IStGH), und bekennen Sie sich dazu, deren
Entscheidungen, Urteile, Haftbefehle und andere Maßnahmen vollstän-
dig und unverzüglich umzusetzen.
● Respektieren Sie das Gutachten des Internationalen Gerichtshofs vom
19. Juli 2024 und die zugehörige Resolution der UN-Generalversammlung
und verpflichten Sie sich im Koalitionsvertrag konkret, auf ein
unverzügliches Ende der illegalen Besatzung, des völkerrechtswidrigen
Siedlungsbaus und der Vertreibung der palästinensischen Bevöl- kerung
im Westjordanland einschließlich Ostjerusalem hinzuarbeiten.
● Verankern Sie im Koalitionsvertrag explizit die Anerkennung des
Rechts auf kollektive Selbstbestimmung, und zwar nicht nur für
Jüd:innen, sondern auch für die Palästinen- ser:innen. Dieses Recht
stellt ein zentrales Prinzip und Fundament des Völkerrechts dar.
Versuchen, das kollektive Selbstbestimmungsrecht der
Palästinenser:innen zu negieren, muss die Bundesregierung entschlossen
entgegentreten.
● Bekennen Sie sich zur Unterstützung der deutschen Bundesregierung
für Organisatio- nen der palästinensischen und israelischen
Zivilgesellschaft (NGOs), die sich für Menschenrechte, das
internationale Recht und für einen gerechten Frieden einsetzen. Die
deutsche Bundesregierung muss Bestrebungen der Kriminalisierung, der
Diskreditie- rung und der unzulässigen Einschränkung der Spielräume
dieser Organisationen durch die israelische Regierung und auch durch
die palästinensischen Behörden entschlossen entgegentreten. Sie darf
diese nicht durch das Vorenthalten von außenpoliti- schen
Unbedenklichkeitsbescheinigungen oder durch die Streichung
öffentlicher Mittel mittragen.
● Verankern Sie im Koalitionsvertrag ein Bekenntnis zur Unterstützung
der Vereinten Nationen einschließlich des UN-Hilfswerks der Vereinten
Nationen für Palästina-Flücht- linge im Nahen Osten (UNRWA). Die
Arbeit der UNRWA in Palästina, im Libanon, in Jordanien und in
Syrien ist unverzichtbar. Den seit Jahren andauernden Versuchen
israeli- scher Regierungen, die Arbeit der UNRWA, aber auch der
Vereinten Nationen insgesamt zu diskreditieren, zu behindern und
schließlich zu verbieten, muss sich Deutschland mit einem klaren
Bekenntnis zu den VN entgegenstellen.
● Verpflichten Sie sich, auch bei allen Verträgen und
Kooperationsvereinbarungen mit Israel, sowohl bilateral als auch auf
EU-Ebene, die Einhaltung von Menschenrechten und völkerrechtlichen
Standards einzufordern.
● Verpflichten Sie sich, sämtliche – direkten und indirekten –
Transfers von Waffen, Munition und anderer militärischer Ausrüstung
an Israel einzustellen, weil das eindeutige Risiko besteht, dass sie
zu schwerwiegenden Verletzungen der Menschenrechte und des humanitären
Völkerrechts, einschließlich Völkerrechtsverbrechen, beitragen.
Einschränkungen von Meinungsfreiheit klar entgegentreten Wir erleben
seit geraumer Zeit ein erschütterndes und nicht hinnehmbares Maß an
Diskreditierung und pauschaler Kriminalisierung
Palästina-solidarischer Akteure und Äußerungen und damit einhergehend
einen immer enger werdenden Raum für eine kritische Auseinan-
dersetzung mit israelischer Regierungspolitik und insbesondere für
eine klare Benennung und Verurteilung von Völkerrechts- und
Menschenrechtsverletzungen durch Israel.
Wir appellieren in aller Dringlichkeit an Sie:
● Verankern Sie im Koalitionsvertrag das Bekenntnis,
zivilgesellschaftliche, wissen- schaftliche und künstlerische Räume
für kritische Meinungsäußerungen offen zu halten und zu schützen. Die
Grundrechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit müs- sen gewahrt
bleiben, auch und gerade, wenn Themen gesellschaftlich und politisch
divers und kontrovers diskutiert werden.
● Legen Sie im Koalitionsvertrag den Grundstein dafür, den Einsatz
gegen Rassismus, An- tisemitismus und alle Formen von Diskriminierung
zu verstärken. Sorgen Sie dafür, dass dieses wichtige politische Ziel
nicht dazu benutzt wird, Minderheiten gegeneinander aus- zuspielen und
das Grundrecht auf Meinungsfreiheit einzuschränken. Eine Strafrechts-
verschärfung, die zur politischen Verfolgung von
Palästina-solidarischen Stimmen miss- braucht werden kann, darf nicht
eingeführt werden.
Unterzeichnende Organisationen:
Allianz für Kritische und Solidarische Wissenschaft (KriSol) • Amnesty
International Deutschland • Arbeitskreis Palästina Brühl-Battir •
Bremer Friedensforum • Bundesweite Arbeitsgruppe Globalisierung und
Krieg • Bündnis für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern
(BIP) • Café Palestine Colonia • ChanceMaker Foundation •
Deutsch-Palästinensische Gesellschaft (DPG) • EYE4PALESTINE –
Palästina Stimme • Flüchtlingskinder im Libanon e. V. • Frauen wagen
Frieden • Freunde von Sabeel Deutschland • Humanistische Union •
Internationale der Kriegsdienstgegner*innen (IDK) • Israelisches
Komitee gegen Hauszerstörungen (ICAHD) • Lebenshaus Schwäbische Alb –
Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie • medico
internatio- nal • Nahostgruppe Mannheim • Netzwerk Friedenskooperative
• 4neukoellnplusberlin e. V. • Palästina Initiative Region Hannover •
Partnerschaftsverein Bonn-Ramallah • pax christi, Deutsche Sektion •
pax christi – Kommission Nahost • Pegah Wuppertal e. V. • SALAM SHALOM
Arbeitskreis Palästina-Israel e.V. München • Terre des Hommes
Deutschland • Wuppertaler Friedensforum
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11. Budrich-Journals: Ontologische Dissonanz:
Die deutsche Überforderung mit dem Israeldiskurs seit dem 07.10.
https://www.budrich-journals.de/index.php/gwp/article/view/45707
Ontologische Dissonanz:
Die deutsche Überforderung mit dem Israeldiskurs seit dem 07.10.
Peter Lintl
(…)
Abschließende Betrachtungen
Dan Diner hat einmal glücklich formuliert, dass in den
deutsch-israelischen Beziehungen die „Kernbestände des jeweils eigenen
Selbstverständnis[ses] aufgerufen“ (Diner, 2015) werden. Dies kann man
in der dieser deutschen Debatte sicherlich erkennen.
Der verheerende Terroranschlag hat in Deutschland die Unmittelbarkeit
deutscher Verantwortung für Israel und Jüdinnen und Juden
hervorgerufen. Die israelische Kriegsführung und die katastrophale
Situation in Gaza haben dazu geführt, dass deutsche Politik sich –
spät – gezwungen sah, das israelische Vorgehen vor dem Hintergrund
menschenrechtlicher und völkerrechtlicher Überlegungen zu kritisieren.
Verschärft wurde diese Spannungslage durch den Vorwurf und dann auch
die völkerrechtliche Klage, Israel begehe einen Genozid. Stärker
können historische Verantwortung und völkerrechtliche Überzeugungen
kaum in Konflikt miteinander gebracht werden. Parallel dazu zeigt sich
der deutsche Diskurs zunehmend polarisiert und wird begleitet von
einem zunehmenden Antisemitismus, aber auch Fragen, ob das Verständnis
von israelbezogenen Antisemitismus nicht zu weit reicht.
Diese Gemengelage führt zu einer Situation, in der sich grundlegende
Werte staatlicher Identität nicht nur konfliktiv gegenüberstehen,
sondern auch in Anschlag gebracht werden. Es zeichnet ein Bild, das
dieser Essay als ontologische Dissonanz bezeichnen will: Es scheint
kaum mehr möglich zu sein, allen fundierenden Werten gleichermaßen
gerecht zu werden, sondern Deutschland findet sich in einer Situation,
in der eine Positionierung entweder den partikularen oder den
universalistischen Aspekt deutscher Israelpolitik – und damit
deutscher Identität – verletzt.
Um dieser komplexen, moralisch sensiblen wie auch emotional
angespannten Situation zu begegnen, muss offensiver eine Debatte
geführt werden, wie man historische Verantwortung und universelle
Werte, sowie Antisemitismustheorie und Realkonflikt zusammen denken
kann. Eine der größten Herausforderungen wird darin bestehen, wie in
den partikularen Blickwinkeln der historischen Verantwortung Israel
als Konfliktakteur stärker wahrgenommen und reflektiert werden kann.
Zudem muss auf gesellschaftlich-innenpolitischer Ebene das Verhältnis
von Antisemitismus zum realen Konflikt besser bestimmt werden (vgl.
Lintl/Ullrich 2024). In diesem Kontext muss auch stärker debattiert
werden, welchen Platz palästinensische Positionen in Deutschland
finden können.
Dazu müssen einerseits die politischen Realitäten anerkannt werden,
aber auch ausbuchstabiert, wie sich Deutschland auf Grund der
historischen Verantwortung positioniert.
Letztlich muss eine deutsche Regierung in der Lage sein, die eigene
außenpolitische Position zu vertreten und auch zu erklären. Ansonsten
verliert Deutschland nicht nur Glaubwürdigkeit weltweit, sondern auch
an eigener Integrität.
Dies gilt gleichermaßen für die deutschen innenpolitischen Debatten.
Das ist der letzten Regierung – aber auch der Opposition – nur
unzureichend gelungen
——
Zur Militarisierung:
12. Freitag: Alter Bundestag stimmt Grundgesetzänderung zu: Zum Aufrüsten verdammt
Alter Bundestag stimmt Grundgesetzänderung zu: Zum Aufrüsten verdammt
Union, SPD und Grüne bringen ihre Grundgesetzänderung durch den alten
Bundestag – und damit die Möglichkeit zu grenzenlosen
Rüstungsausgaben. Ein schwarzer Tag für die Demokratie, deren
Verteidigung dies dienen soll
Von Sebastian Puschner
18.03.2025
Immerhin spricht er noch nicht wie ein Feldherr. Obwohl Friedrich Merz
nun alle Mittel in der Hand hat für das Werk eines solchen. Der 20.
Deutsche Bundestag hat mit 512 zu 206 Stimmen und damit der nötigen
Zwei-Drittel-Mehrheit einer weitreichenden Änderung der Verfassung zugestimmt.
CDU, CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen haben vor allem dafür gesorgt,
dass eine Bundesregierung fortan unbegrenzt Geld ausgeben kann für
Soldaten, Waffen, Geheimdienste und Militärhilfe für andere Staaten:
„Whatever it takes“. (…)
————
13. Funke: Der Operationsplan Deutschland (OPLAN DEU) - eine gesamtstaatliche und gesamtgesellschaftliche Aufgabe
https://fachtagung-funke.de/wp-content/uploads/2025/02/Schaus_A._Funke-2025.pdf
Der Operationsplan Deutschland (OPLAN DEU) - eine gesamtstaatliche und gesamtgesellschaftliche Aufgabe
FUNKE – Bevölkerungsschutz 360°
München, 8. Februar 2025
Oberst i.G. Armin Schaus
Abteilungsleiter J9 (Zivil-militärische Zusammeanarbeit)
Operatives Führungskommando der Bundeswehr
——
siehe auch:
https://www.feuerwehrverband.de/app/uploads/2024/09/BFK-2024-A.-Schaus-Oplan-DEU_Booklet.pdf
OPERATIONSPLAN DEUTSCHLAND
Eine gesamtstaatliche und gesamtgesellschaftliche Aufgabe
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14. SWR: Pistorius informiert sich in Mayen über psychologische Kriegsführung
Besuch im Zentrum Operative Kommunikation der Bundeswehr
Pistorius informiert sich in Mayen über psychologische Kriegsführung
Stand 16.4.2024, 18:04 Uhr Mike Roth
Bundesverteidigungsminister Pistorius hat am Dienstag das Zentrum für
operative Kommunikation der Bundeswehr in Mayen besucht. Er
informierte sich über psychologische Kriegsführung.
Die Spezialisten für psychologische Kriegsführung sollen künftig den
Bundeswehreinsatz in Litauen an der Grenze zu Russland unterstützen.
(…)
Nach Angaben eines Sprechers sollen die Experten aus Mayen ab
kommendem Jahr die Bundeswehr beim Einsatz in Litauen beraten und
unterstützen. Die Bundeswehr wird dort im Auftrag der NATO die
litauische Grenze zu Russland schützen. Einzelne Experten aus Mayen
seien bereits aktuell bei Übungen und Manövern in Litauen im Einsatz,
so der Sprecher. Zu ihren Aufgaben könnten aber auch mögliche
Kampf-Einsätze gehören.
Die Methoden der psychologischen Kriegsführung
Pistorius ließ sich einige der Methoden der psychologischen
Kriegsführung bei seinem Besuch in Mayen demonstrieren. Soldaten der
so genannten "taktischen Direktkommunikation" schilderten dem Minister
zum Beispiel, wie sie über Lautsprecherdurchsagen oder persönliche
Gespräche gezielt feindliche Truppen oder die Bevölkerung "lenken,
täuschen oder demoralisieren" können.
Zu den Methoden gehören auch Lautsprecheranlagen. Sie spielen aus
großer Entfernung Geräusche von Panzern oder Drohnen ab, um Angst zu
erzeugen. Außerdem können die Spezialisten vor Ort Flugblätter drucken
und sie mit Ballons aus großer Höhe zielgenau auf Städte oder kleine
Inseln abwerfen.
Taktische Methoden im Internet bleiben geheim
Neben solchen eher herkömmlichen Methoden der psychologischen
Kriegsführung führten die Soldaten des Zentrums operative
Kommunikation Minister Pistorius modernste Anwendungen der
Kriegsführung in den Sozialen Medien und im Internet vor. "Ich habe
einiges gesehen, was geheim bleibt", sagte Pistorius im Anschluss.
Medienarbeit informiert über Einsatz der Bundeswehr
Dem Zentrum Operative Kommunikation gehören etwa 1.000 Menschen an. Es
unterstützt unter anderem auch die Bundeswehr im Auslandseinsatz mit
selbst produzierten Medieninhalten. Es betreibt unter anderem den
Soldatensender Radio Andernach und den Fernsehsender Bundeswehr-TV.
Mit seiner Medienarbeit informiert das Zentrum aber auch die
Bevölkerung über den Einsatz der Bundeswehr, wie in der Vergangenheit
in Afghanistan.
——
15. SWR: Kriegstüchtige Friedensbotschafter – Militärseelsorge in der Zeitenwende
Glauben
Kriegstüchtige Friedensbotschafter – Militärseelsorge in der Zeitenwende
Stand 27.1.2025, 9:00 Uhr
Jasper Riemann
„Geistlicher Operationsplan Deutschland“: Die evangelische
Militärseelsorge will auf das Schlimmste vorbereitet sein.
Kann die Kirche Krieg?
Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine scheint plötzlich
möglich, dass die Nato angegriffen werden könnte. Deutsche Soldatinnen
und Soldaten wären im Krieg, es gäbe täglich zahlreiche Tote und Verletzte.
Die evangelische Militärseelsorge will auf so einen Fall vorbereitet
sein - mit einer Art "Geistlichem Operationsplan Deutschland". Denn
gerade in Zeiten existenzieller Not käme es auf seelischen Beistand an.
Doch nicht allen ist wohl dabei, wenn sich Christinnen und Christen
für den Kriegsfall rüsten. Sie fragen: Wo bleibt da die Arbeit für den
Frieden?
Das Manuskript zur Sendung <https://www.swr.de/swrkultur/leben-und-gesellschaft/glauben-2025-02-16-manuskript-100.pdf>
Sendung vom So., 16.2.2025 12:04 Uhr, Glauben, SWR Kultur
——
16. Domradio: Papst schickt aus der Klinik Brief über Abrüstung - "Worte können verbinden oder trennen"
https://www.domradio.de/artikel/papst-schickt-aus-der-klinik-brief-ueber-abruestung
18.03.2025
Papst schickt aus der Klinik Brief über Abrüstung
"Worte können verbinden oder trennen"
Die italienische Tageszeitung "Corriere della Sera" hat einen von
Papst Franziskus unterzeichneten Brief aus der Gemelli-Klinik
veröffentlicht. Zentrales Thema ist die Abrüstung als Weg zur
Überwindung des Krieges.
Wörtlich heißt es in dem Schreiben an den Chefredakteur Luciano
Fontana, das am Dienstag veröffentlicht wurde: "Wir müssen das Reden
abrüsten, das Denken abrüsten, die ganze Erde abrüsten." Der
Journalist hatte dem Papst schriftliche Genesungswünsche geschickt.
In der Antwort mit der auf den 14. März datierten Papstunterschrift
heißt es weiter, für den Frieden brauche es "Nachdenken, innere Ruhe
und einen Sinn für die Komplexität".
Der Krieg zerstöre Gesellschaften und die Umwelt und bringe keine
Lösung für Konflikte. Stattdessen müssten die Diplomatie und die
internationalen Organisationen neu belebt werden.
Der Papst wiederholt in dem Brief seine Aussage, wonach ihm der Krieg
in der Situation eines Erkrankten noch absurder erscheine als sonst.
"Die menschliche Zerbrechlichkeit macht uns noch hellsichtiger in
Bezug auf die Dinge, die bleiben und jene, die vergänglich sind. Und
in Bezug auf das, was Leben fördert und was tötet."
Alle, die im Bereich der Kommunikation arbeiten, ermahnte er, auf die
Wirkung von Worten zu achten: "Worte können verbinden oder trennen,
können der Wahrheit dienen oder sie ausnutzen."
——
18. Friedenskooperative: Zeitungsanzeige zum Ostermarsch 2025: Kriege stoppen - Frieden und Abrüstung jetzt!
https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2025/zeitungsanzeige
Zeitungsanzeige zum Ostermarsch 2025:
Kriege stoppen - Frieden und Abrüstung jetzt!
Mit unserer Zeitungsanzeige eine Woche vor Ostern wollen wir die
Mobilisierung zu den Ostermärschen 2025 unterstützen.
Die Anzeige soll noch einmal deutlich machen, warum es
aktuell so wichtig ist aktiv zu werden.
Die Anzeige erscheint am 12. April 2025 in der "taz" und kann sowohl
von Einzelpersonen, als auch von Organisationen und Gruppen
unterschrieben werden. Die Frist für die Unterschriften ist der 6.
April. Unter der Zeitungsanzeige in der "taz" werden alle
Unterzeichner*innen mit Vor-, Nachname und Wohnort genannt.
Um die Anzeige zu finanzieren, bitten wir um eine Spende von
mindestens 25 Euro für Einzelpersonen sowie 50 Euro für Organisationen
und Gruppen. Höhere Spenden zur Finanzierung unserer Ostermarscharbeit
sind herzlich willkommen!
Auch können wir dann Menschen eine Unterzeichnung ermöglichen, die
sich 25 Euro nicht ohne Weiteres leisten können. Zudem ist es uns
durch mehr Spenden möglich, größer zu planen und die Anzeige in
weitere Zeitungen zu bringen, wie z.B. in „Die Zeit“ und „Neues
Deutschland“!
+++ Text der Zeitungsanzeige +++
Ostermärsche 2025 vom 17.-21. April
Wir fordern: Kriege stoppen – Frieden und Abrüstung jetzt!
Die Welt rüstet auf, tausende Menschen sterben in Kriegen und die
Gefahr eines Atomkrieges ist weiterhin nicht gebannt. Jetzt soll
Deutschland kriegstüchtig gemacht werden. Abschreckung durch Stärke
und Militär ist aktuell die einzige Lösung, die unsere Regierenden
kennen. Doch Aufrüstung und Militarisierung werden uns dem Frieden
nicht näherbringen.
Wo sind die friedenspolitischen Alternativen? Wo bleiben Diplomatie,
Kooperation und Dialogbereitschaft?
Wir nehmen die neue Bundesregierung in die Pflicht und fordern von ihr:
Beenden Sie Kriege! Stärken Sie diplomatische Initiativen für Frieden
in der Ukraine, in Israel und Palästina, im Sudan, in der DR Kongo und
überall auf der Welt!
Stehen Sie für internationales Recht und Kooperation ein! Verurteilen
Sie Verstöße gegen das Völkerrecht und setzen Sie sich für deren
Aufarbeitung ein. Völkerrecht muss für alle gleichermaßen gelten.
Erteilen Sie nationalen Egoismen eine klare Absage.
Entwickeln Sie einen Friedensplan für Europa! Wir brauchen eine neue
Friedensordnung, die auf gemeinsamer Sicherheit basiert, der Ukraine
Frieden garantiert und Russland langfristig miteinschließt.
Zeigen Sie sich solidarisch mit den Opfern von Kriegen! Gewähren Sie
Menschen Schutz und Asyl, die vor Kriegen fliehen oder sich diesen
entziehen wollen.
Rüsten Sie ab! Sozialabbau oder neue Schulden für militärische
Aufrüstung auf Kosten von u. a. Bildung, Klimaschutz und dringend
benötigten Investitionen, die unser Leben verbessern, sind
inakzeptabel.
Verhindern Sie die Stationierung von Mittelstreckenwaffen! Setzen Sie
sich stattdessen für neue internationale Abrüstungsverträge ein.
Setzen Sie sich für eine atomwaffenfreie Welt ein! Sorgen Sie für den
Abzug der US-Atombomben aus Büchel und treten Sie dem
UN-Atomwaffenverbotsvertrag bei. Erteilen Sie Überlegungen für
EU-Atombomben eine klare Absage.
Führen Sie die Wehrpflicht nicht wieder ein! Junge Menschen sollten
Frieden lernen, nicht den Krieg üben.
Beschließen Sie ein restriktives Rüstungsexportkontrollgesetz!
Rüstungsexporte müssen massiv reduziert werden und strengsten Regeln
unterliegen. Gemeinsam setzen wir zu Ostern ein Zeichen für Frieden,
Abrüstung und Völkerverständigung. „Nie wieder Krieg! Nie wieder
Faschismus!“ ist und bleibt für uns handlungsleitend.
Dafür gehen wir auf die Straße. Mach auch du mit und beteilige dich an
einem der über 100 Ostermärsche!
Infos und Termine findest du unter www.friedenskooperative.de <http://www.friedenskooperative.de/>
Ostermärsche finden u. a. in folgenden Städten statt:
[Hier erscheinen die Termine der Ostermärsche chronologisch und alphabetisch.]
Wir fordern Friedensfähigkeit statt Kriegstüchtigkeit und setzen uns dafür ein:
[Hier erscheinen die Unterzeichner*innen in alphabetischer Reihenfolge]
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Mit freundlichen Grüßen
Clemens Ronnefeldt
Referent für Friedensfragen beim deutschen
Zweig des internationalen Versöhnungsbundes
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


Quelle: AP © Carolyn Kaster



© Andreas Schwarzkopf, CC BY-S



