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11.03.2025

Pandemievorbereitung: Verhaltensforscher entwickeln Maßnahmen zur Bekehrung von Impfgegnern

freedert.online, 11 Mär. 2025 06:00 Uhr

Aktuell warnen Wissenschaftler vor dem Ausbruch einer Vogelgrippe-Pandemie. Industrie und Behörden sollten sich auf eine schnelle Impfstoffentwicklung vorbereiten. Verhaltensforscher werden beauftragt, wirksame Maßnahmen und Reaktionen gegen Impfskeptiker zu entwickeln.


Pandemievorbereitung: Verhaltensforscher entwickeln Maßnahmen zur Bekehrung von Impfgegnern© Felicitas Rabe



Protest gegen Pharmalobbyismus am Tag der Menschenrechte, 12. Dezember 2023 in Karlsruhe


Das H5N1-Virus soll die Artenschranke überwunden haben. Neben seinem ursprünglichen Wirt, Vögeln und Geflügel, seien mittlerweile auch Säugetiere, einschließlich Milchvieh davon betroffen. Infolgedessen habe sich das Virus weltweit ausgebreitet. Inzwischen seien auch Menschen an der Vogelgrippe erkrankt, mit milden Verläufen bis zu schweren Erkrankungen. Wissenschaftler forderten in einer Publikation im Fachmagazin Science dringende Maßnahmen, um im Falle einer Pandemie darauf reagieren zu können.


Eierlose Ostern? In Deutschland droht Eier-Rationierung





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In ihrem Beitrag vom vergangenen Donnerstag appellierten die Autoren, dass Lücken in der Pandemievorbereitung geschlossen werden müssten. Zu den vordringlichsten Maßnahmen gehöre die zeitnahe Entwicklung von passenden Impfstoffen. Dafür müssten in Industrie und Behörden Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass pandemische Influenza-Impfstoffe in großem Umfang produziert werden könnten. Diesmal müssten die Impfungen auch für Menschen in Entwicklungsländern finanziert werden. In der Fachzeitung hieß es dazu:

"Erstens sollten bei der Entwicklung schnell skalierbarer Impfstoffe gegen eine Vogelgrippepandemie (aufbauend auf Modellen wie Operation Warp Speed) die Industrie, Regierungen, Regulierungsbehörden und die wissenschaftliche Gemeinschaft einbezogen werden – wobei ein gerechter Impfstoffzugang durch einen finanzierten globalen Rahmen gewährleistet werden sollte."

Außerdem sollen mit wissenschaftlicher Hilfe Maßnahmen entwickelt werden, mit denen man auf Impfgegner reagieren könne. Dazu werde ein Verhaltenforschungsprogramm aufgelegt. Mit dessen Hilfe wolle man "Impfbedenken besser verstehen", um dann auch besser erforschen zu können, mit welchen Maßnahmen man Impfgegnern beikommen könne. Wortwörtlich schrieben die Autoren:

"Zweitens sollte ein umfassendes, von den Verhaltenswissenschaften unterstütztes Informations- und Kommunikationsprogramm dazu beitragen, die Bedenken gegenüber Impfungen besser zu verstehen und darauf zu reagieren und das Vertrauen in die öffentliche Gesundheit wiederherzustellen."

Mit welcher Art von Maßnahmen Psychologen und Verhaltensforscher experimentieren sollen, um den Impfgegnern beizukommen, wird in dem aktuellen Science-Beitrag nicht beschrieben. In einem Beitrag im Deutschen Ärzteblatt vom Freitag begrüßte man die angekündigte Pandemievorbereitung. Dadurch würden Gesellschaft und Wirtschaft geschont:

"Jetzt die Vorbereitungen zu verstärken, könne Leben retten und die negativen Folgen für Gesellschaft und Wirtschaft verringern."

Im Ärzteblatt wurde allerdings auch über die Interessenskonflikte der Science-Autorengruppe berichtet: Demnach ist Hauptautor Jesse L. Goodman zum einen der Direktor des Center on Medical Product Access, Safety and Stewardship (Forschungsabteilung für den Zugang zu medizinischen Produkten, Sicherheit und Verantwortung) der Georgetown-Universität. Gleichzeitig ist er aber auch im Vorstand und im wissenschaftlichen Beirat bei dem Pharmaunternehmen GSK. Mitautoren arbeiten bei einer Pharmaberatungsfirma und der Koalition für Innovationen in der Epidemievorbeugung (CEPI).


Mehr zum Thema - Psychoforschung für die Impflobby – Neue Manipulationsmethoden bei Impfskepsis


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Info: https://freedert.online/international/239150-pandemievorbereitung-verhaltensforschung-entwickelt-massnahmen-zur


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11.03.2025

BND-Chef Kahl: Ein Blinder, der die Blinden führt

freedert.online, 11 Mär. 2025 06:30 Uhr, von Dagmar Henn

Im Gegensatz zu dem, was die meisten Agentenfilme verbreiten, hat dieser Herr es mit einem weitgehend nüchternen Gewerbe zu tun. In einem Interview lässt er aber erkennen, dass ihm genau diese Eigenschaft abgeht. Kahl ist ein Gläubiger, und das ist verheerend.


BND-Chef Kahl: Ein Blinder, der die Blinden führt

Bruno Kahl; Screenshot aus dem Interview


Es ist ein wirklich seltsames Interview, das BND-Präsident Bruno Kahl vor einigen Tagen mit der Deutschen Welle führte. Schon an sich eine Seltenheit, weil der Job des Chefs des Auslandsnachrichtendienstes wenig damit zu tun hat, in der Öffentlichkeit aufzutreten, auch wenn Kahl in letzter Zeit öfter als Sprechpuppe zur Verfügung stand, und das auch noch zu Themen, die gar nicht in seine Zuständigkeit fallen.

Aber dieses Interview hatte noch andere Besonderheiten. Das beginnt mit der Interviewerin, Rosalia Romaniec, einer gebürtigen Polin. Die das gesamte Interview mit sehr manipulativen Fragen führte und zum Teil eher eine polnische Sicht vertrat.


Die Deutschen bereiten das zweite "Unternehmen Barbarossa" vor





Analyse

Die Deutschen bereiten das zweite "Unternehmen Barbarossa" vor





Die erste Frage lautete beispielsweise: "Wie besorgt sind sie über die amerikanisch-russische Annäherung?" Ein typischer Fall einer Frage, die bereits die Richtung der Antwort impliziert. An anderen Stellen aber gab sie dann sogar selbst in Polen umstrittene Positionen wieder:

"Ziehen Sie auch in Betracht, dass es da einen Zusammenhang zwischen Russland und dieser islamistischen Gefährdung geben könnte?" ist da noch das harmlose Beispiel, wenn auch himmelweit entfernt von allem, was man über islamistische Terroristen wissen kann, deren große Zeit damals in Afghanistan begann, als die USA Gestalten wie einen gewissen Osama bin Laden als Gegner der Sowjetunion aufbauten und bewaffneten.

Die Passage, die im Mainstream besonders gern zitiert wird – seine Aussage, Russland wolle austesten, ob der Artikel 5 der NATO noch halte –, ist übrigens ein weiterer Fall, bei dem ihm die Interviewerin die Richtung vorgegeben, ja, im Grunde die Aussage geradewegs in den Mund gelegt hat (auf seine Antwort gehe ich weiter unten noch ein). Es geht aber noch irrer:

"Die irreguläre Migration ist aber ein Instrument der Destabilisierung, der politischen Destabilisierung. In Polen wurde ganz klar die Migration zum Beispiel aus Belarus als Teil des hybriden Krieges definiert. Gilt das eigentlich auch für Deutschland?"

Diese Stelle ist der Höhepunkt der Übernahme einer Sicht aus polnischer Propaganda, was ja als Position einer polnischen Journalistin dennoch legitim wäre – nur tritt sie hier als Vertreterin der Deutschen Welle auf, des staatlich finanzierten deutschen Auslandssenders, dessen Aufgabe darin besteht, die deutsche Sicht auf die Welt zu verbreiten. In diesem Zusammenhang wird das eigenartig. Einer der Vorgänger Kahls, August Hanning, hatte Polens Regierung für den Anschlag auf die Nord-Stream-Pipeline zumindest mitverantwortlich gemacht und die Tat als "Staatsterrorismus" bezeichnet.

Nun ist es ein offenes Geheimnis, dass es trotz des polnischen Jubels damals eher die Vereinigten Staaten als Polen waren, die den Anschlag betrieben haben; aber dennoch würde man davon ausgehen, dass der Präsident des BND zumindest eine gewisse Skepsis Polen gegenüber wahrt. Schließlich gibt es außer dem Jubel des heutigen Außenministers Radosław Sikorski nach der Zerstörung von Nord Stream noch diverse andere Punkte, an denen man zumindest festhalten muss, dass das deutsch-polnische Verhältnis zuletzt von der polnischen Seite aus nicht unbedingt freundlich war.


Zwischen Austin Powers und Reinhard Heydrich: Von der Leyens "EU-CIA"




Meinung

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Egal, beide, Romaniec und Kahl, feiern eine Vereinbarung über die engere Zusammenarbeit des BND mit dem polnischen Geheimdienst. Das Problem dabei: Oftmals führt eine derartige Zusammenarbeit dazu, dass man fast ganz auf eigene Erkenntnisse verzichtet und sich auf die Informationen des "Partners" verlässt. Was in diesem Zusammenhang nicht wirklich angeraten wäre. Erst recht nicht zu einem Zeitpunkt, da Polen anstrebt, eine der größten Armeen Europas zu schaffen, und dort noch dazu zuletzt die Vorstellung auftauchte, man wolle eigene Atomwaffen.

Kahl wiederum bedient vollständig die Erzählung von der Bedrohung aus dem Osten, auch wenn ihm die rabiate Polin an manchen Stellen zu weit geht, die unter anderem andeutet, unter einer US-Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard müsse man ja eigentlich die Zusammenarbeit mit den US-Diensten einstellen, weil Gabbard zu "russlandfreundlich" sei.

"Wir haben hybride Einflussnahmen gesehen, auch während der Wahlen, die in Europa stattgefunden haben, bis hin zu Sabotagehandlungen, auf deutschem Gebiet, auf dem anderer europäischer Staaten, die doch in einer robusten Art und Weise ausgeführt werden, die ohne Beispiel ist in der letzten Vergangenheit."

Wer immer genau betrachtet, was in den vergangenen Jahren alles als "russische Sabotage" gehandelt wurde, hat daran ausgeprägte Zweifel. Sowohl im analogen als auch im digitalen Raum. Beispielsweise die Geschichte mit den so gefährlichen "Doppelgänger"-Seiten, die sich schon rein quantitativ als absoluter Flop erwies. Aber das ist ja noch nicht einmal Kahls Zuständigkeit – das mit dem Ausland in Auslandsnachrichtendienst ist überaus ernst gemeint. Deutschland ist kein Arbeitsgebiet für den BND, Spionageabwehr ebenfalls nicht, obwohl Kahl, auch wenn er sich andernorts zur "Bedrohung" äußert, sich nie auf Erkenntnisse aus dem Ausland bezieht.


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Meinung

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Die "russischen Aktivitäten", so Kahl, gingen "über das gewöhnliche Maß von Spionage weit hinaus". Das ist eine interessante Feststellung, vor allem angesichts der Tatsache, dass die Spionage der US-Dienste in Deutschland extrem umfangreich ist, man erinnere sich nur an das abgehörte Handy von Angela Merkel. Eine Geschichte, an die sich auch Kahl noch erinnern können müsste. Was also ist das "gewöhnliche Maß von Spionage"? Das Problem dabei ist nicht nur, dass Kahl selbst dies nur mit weitaus friedlicheren Zeiten vergleichen kann, als noch keine westlichen Raketen auf russisches Gebiet abgeschossen wurden, sondern außerdem in den Zeiten des Kalten Krieges die Zuständigkeiten recht klar verteilt waren: Die Bundesrepublik war das Spielfeld der Hauptabteilung Aufklärung der DDR. Übrigens, in früheren Jahrzehnten hätte jeder Mitarbeiter der Kahlschen Behörde neidlos eingestanden, dass diese ein paar Qualitätsstufen besser war als der damalige Pullacher Laden.

Jedenfalls ist es ein wenig schwierig, dieses "gewöhnliche Maß an Spionage" zu definieren. Immerhin, der BND war Anfang der 1990er massiv daran beteiligt, die Banderisierung der Ukraine einzuleiten. Kein Wunder, da die OUN schon seit Ende der 1950er über den BND und nicht die CIA oder den MI6 geleitet wurde und nicht aus reinem Versehen in München saß. Das sollte Kahl eigentlich wissen können. Vor allem, da er selbst neben seinem Jurastudium in Bonn an der katholischen Journalistenschule in München studiert hat, ihm die Gegend also alles andere als fremd sein dürfte.

Kahl war viele Jahre ein enger Mitarbeiter von Wolfgang Schäuble, und er hat zuvor über einen Mann promoviert, von dem Schäuble bekanntlich sehr angetan war: Das Thema war Elemente des katholischen Denkens in der politischen Theorie von Carl Schmitt, dem staatsrechtlichen Vordenker der Nazis.

Die Journalistenschule übrigens wurde, das nur für jene, die mit innerkatholischen Auseinandersetzungen vertraut sind, von einem Jesuiten gegründet. Was etwas irritiert, da die in dem Interview spürbare Nähe zu Polen dann eher auf Opus Dei verweist, den schärfsten Gegner der Jesuiten (und weitaus kompatibler zu Carl Schmitt).


In "bester" Tradition: Die Rückkehr der deutschen Kommissköpfe




Meinung

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Da gibt es übrigens noch eine ganz alte Geschichte – die ukrainischen Nationalisten waren in den ersten Anfängen, noch lange vor den Zeiten von Bandera, eng mit dem vatikanischen Geheimdienst verbunden, der sie dann später an die Nazis gewissermaßen abtrat.

Aber zurück zu Kahl. Er hat zwanzig Jahre lang unter Wolfgang Schäuble gearbeitet. Schäuble war ein beinharter Reaktionär, und, wenn man sich an sein Verhalten in der Eurokrise erinnert, historisch gesehen keine angenehme Gestalt. Aber dumm war er mit Sicherheit nicht.

Auch Kahl ist nicht dumm. An den Stellen des Interviews, an denen er der von Romaniec vorgegebenen Richtung ausweicht, wird das erkennbar. Und aus seiner Biografie lässt sich ersehen, dass er Russisch gelernt hat, noch in seiner Zeit bei der Bundeswehr. Wie erklärt sich dann seine Aussage in dieser Passage?

"Meine Aufgabe ist es ja, aufzuklären, was sich im Ausland tut an Bedrohung, und in der Tat habe ich darauf hingewiesen, dass es in Russland Überlegungen gibt, den Artikel 5 zu testen in seiner Zuverlässigkeit. Und in der Tat hat es in der jüngsten Zeit außerhalb der Nachrichtendienste ganz konkrete Stimmen gegeben, in den normalen Medien, aus Russland, die gesagt haben, der Artikel 5 hält nicht mehr. Wir hoffen sehr, dass das nicht stimmt und dass wir nicht in die Verlegenheit kommen, dass es getestet wird, aber dass es Russland will, uns testen, die Einheit des Westens auf die Probe zu stellen, davon müssen wir ausgehen."

Es hat "Stimmen gegeben, in den normalen Medien, aus Russland"? Das wäre akzeptabel, wenn das irgendein Politiker aus dem, sagen wir mal, niedersächsischen Hinterland sagt, aber ein BND-Chef? Der Kern seiner Aufgabe ist nicht nur das Sammeln, sondern auch die Bewertung von Informationen. Was bedeutet – wenn etwas in einer Zeitung steht, sagt das erst einmal gar nichts, außer, dass es in der Zeitung steht. Welche Rolle spielt diese Zeitung, welche Rolle der Autor, und wie ist die Bedeutung dieser Aussage im Kontext der Gesamtdebatte? In Russland wird weit mehr Bandbreite zugelassen als derzeit in Deutschland; da ist die Bewertung einfach, da ohnehin in so gut wie allen Medien das Gleiche steht, einzig der Grad der Kriegslüsternheit unterscheidet sich noch.


Ukrainische Ex-Ministerpräsidentin Timoschenko empört über Aussage von BND-Chef





Ukrainische Ex-Ministerpräsidentin Timoschenko empört über Aussage von BND-Chef





Diese Aussage ist so ungenau, so pauschal, dass es für sie nur zwei Erklärungen gibt. Die erste wäre, der Mann ist dumm und hat keine Ahnung, auch handwerklich nicht. Das ist im Grunde ausgeschlossen. Er ist nicht dumm, er hat mit Sicherheit schon in seiner Zeit an der Journalistenschule gelernt, dass es nicht allein auf das Faktum einer einzelnen Aussage ankommt, sondern auf ihren Kontext, und er wäre sogar imstande, sich selbst ein Bild zu verschaffen.

Damit bleibt nur die zweite Erklärung: Er spricht aus Überzeugung und gegebenenfalls auch wider besseres Wissen. Die Agenda ist wichtiger als die Erkenntnis. Das ist ein Problem, weil das, was der BND liefert, eine Entscheidungsgrundlage für die Politik darstellt. Wenn die Informationen, die ein Nachrichtendienst am Ende liefert, der propagandistischen Vorgabe einer Agenda folgen, sind sie nutzlos, weil sie ihre entscheidende Funktion, Fehlentscheidungen zu verringern, nicht mehr erfüllen können.

Gehen wir jetzt zu der Passage, in der er womöglich mehr verraten hat, als er wollte. Romaniec liefert auch hier das Stichwort, treu den NATO-Vorgaben, und fragt:

"Also sprechen wir von dieser Zeitperspektive 2030, 2029, gehen Sie davon aus, dass das tatsächlich die Zeitspanne ist, über die wir sprechen?"

Diese "Zeitperspektive" entstammt den NATO-Planungen; sie findet sich immer wieder, auch in den zumindest teilweise öffentlich gewordenen Plänen der Bundeswehr (samt all ihren oft extrem unrealistischen Annahmen). Zu diesem Zeitpunkt wird immer wieder behauptet, soll Russland "die NATO" angreifen wollen. Es wird im Grunde nie erklärt, zu welchem Zweck es das eigentlich wollen soll; Romaniec stellt diese Vorstellungen natürlich nicht in Frage, sondern will von Kahl nur eine Bestätigung abrufen. Die Antwort ist allerdings durchaus interessant:

"Diese Zeitspanne ist gegründet auf ganz fundierten Daten, aber sie ist natürlich auch abhängig von zeitlichen Entwicklungen. Also wenn eine kriegerische Auseinandersetzung in der Ukraine früher zum Stillstand kommt, dann sind natürlich all die Mittel, sowohl die technischen wie materiellen Mittel, wie Rüstung, als auch die personellen Mittel, wie Rekrutierung, sehr viel früher in der Lage, eine Drohkulisse gegen Europa abzugeben, und dann kann es auch sein, dass eine konkrete Gefährdung, eine Erpressung vielleicht von russischer Seite gegenüber den Europäern früher stattfindet, als wir das früher berechnet haben. … Ein frühes Kriegsende in der Ukraine befähigt die Russen, ihre Energie dort einzusetzen, wo sie sie eigentlich haben wollen, nämlich gegen Europa."


BND-Chef verrät: Krieg in der Ukraine sollte bis 2029 dauern






BND-Chef verrät: Krieg in der Ukraine sollte bis 2029 dauern






Eine Zeitspanne, die auf "ganz fundierten Daten" beruht? Und jetzt ist da das Problem, dass diese Zeitspanne nicht mehr stimmt? Wer hat diese Berechnungen durchgeführt, auf Grundlage welcher Daten, und vor allem, wann haben sie stattgefunden?

Für jeden, der den Beginn des Ukraine-Kriegs im Jahr 2014 kennt und nicht an das Märchen vom "unprovozierten russischen Angriffskrieg" glaubt, sondern weiß, dass – von westlicher Seite – der Angriff auf den Donbass für einen Zeitpunkt im Frühjahr 2022 geplant und vorbereitet war, ist das keine unwichtige Frage. Die vergleichsweise schnelle und uniforme Reaktion des Westens im Februar/März 2022 wie auch die Sabotage der Verhandlungen in Istanbul im April 2022 deuten darauf hin, dass die Planungen mit langem Vorlauf stattgefunden hatten. Nichts an dieser Reaktion war spontan, das war ein Drehbuch. Inzwischen wurde ja sogar eingestanden, das Ziel des ganzen Gemetzels sei nie ein Sieg der Ukraine gewesen, sondern immer eine Schwächung Russlands; eine Berechnung, in der einige gravierende Fehler nicht mehr verleugnet werden können.

Jedenfalls ist die Bemerkung, der Krieg in der Ukraine sollte eigentlich bis 2029 oder 2030 andauern, ein weiteres Eingeständnis. Das mit der Erpressung ist Quatsch, da liefert er Propaganda; aber der Zynismus dieser Planungen, der sich in Kahls Aussage zeigt, ist wirklich atemberaubend. 2029 oder 2030, das hieße tatsächlich "bis zum letzten Ukrainer", und vermutlich müsste dann noch nachgelegt werden, mit Rumänen beispielsweise. Und dann kommt der böse Donald Trump und bringt den ganzen Zeitrahmen durcheinander, den man sich so schön ausgedacht hatte, in dem man in einer ersten Angriffswelle die Slawen verheizt, um dann …

Das ist das große Problem dabei. Es gibt unzählige Hinweise darauf, dass die russische Position grundsätzlich defensiv ist, angefangen mit der Architektur sowjetischer Anlagen. Auch die starke Betonung der Luftabwehr ist ein Beispiel für eine im Kern defensive Orientierung. Die alte Legende des Kalten Krieges, die Sowjetunion wolle den Westen überfallen, hatte nie einen wahren Kern.

Kahl müsste als BND-Chef die Geschichte seiner eigenen Behörde kennen und wissen, dass die Unterlagen, die einst ein gewisser Reinhard Gehlen des Nazi-Militärgeheimdienstes Fremde Heere/Ost den Amerikanern andrehte (womit er sich und tausende Kriegsverbrecher ans sichere Ufer beförderte) Fälschungen waren. Die Bedrohung durch die Sowjetunion, die als Begründung für den Kalten Krieg diente, war eine Erfindung.


Der "Nachkriegskonsens" als neue Geschichtslüge





Meinung

Der "Nachkriegskonsens" als neue Geschichtslüge






Weshalb jemand, der dem Apparat vorsteht, den ebendieser Reinhard Gehlen in der Folge aus vielen dieser Kriegsverbrecher geschaffen hat, derartigen Erzählungen gegenüber besonders skeptisch sein sollte. Außer natürlich, da ist eine eigene Überzeugung, die dazu drängt, unpassende Wahrheiten zu ignorieren. Um die Rettung eines Haufens von Kriegsverbrechern kann es diesmal jedenfalls nicht gehen.

Kahl kann es nicht nur, er muss es besser wissen. Er lügt aus Überzeugung. Vielleicht hat ihm ja Schäuble, immer ein entschiedener Vertreter von Deutschropa, den Floh ins Ohr gesetzt, und er folgt nur weiter einem Plan, der auf eine deutsche Dominanz in Westeuropa abzielt; allerdings dürfte sich auch der erledigt haben, wenn die Industrie weiter in diesem Ausmaß geopfert wird, woran selbst der irrwitzige Rüstungsplan des Herrn Merz wenig ändert. Woher er auch immer seine feste Überzeugung nimmt, Russland habe nichts Besseres zu tun, als Westeuropa anzugreifen, für die derzeit eigentlich lebenswichtige Aufgabe, den Wahn vieler Politiker durch nüchterne Fakten zu korrigieren, ist er unübersehbar völlig untauglich. Nicht mangels Fähigkeit, sondern mangels Willen. Ein Nachrichtendienstchef, der auf diesen Wahn noch einen drauflegt und auf mehr Krieg in kürzerer Zeit drängt, ist der falsche Mann an dieser Stelle, sofern man die Interessen der Deutschen im Blick hat.


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Weiteres:




Kahl: Schutz der Ukraine "gemeinsame Aufgabe des Westens"


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dw.com, vom 8. März 2025 von Rosalia Romaniec, PolitikDeutschland

Trotz des außenpolitischen Kurswechsels durch US-Präsident Trump setzt Bruno Kahl, Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), auf weitere Zusammenarbeit mit den USA. Im DW-Interview sprach Kahl außerdem über den Krieg in der Ukraine sowie Bedrohungen Europas durch Russland und islamistischen Terror.


Info: Video https://www.dw.com/de/kahl-schutz-der-ukraine-gemeinsame-aufgabe-des-westens/video-71864739 Dauer 19:01 min

11.03.2025

Zwischen Wahlerfolg und Krise
Selbststrangulation der Linken

Die Partei „Die Linke“ bewegt sich in einem Zirkel der Gewissheit. Sie sieht sich auf der richtigen Seite und bekämpft alle, die anderer Meinung sind als sie. Dass sie sich dabei auf der Seite der Herrschenden wiederfindet und keine eigene Vorstellung einer neuen Gesellschaft mehr entwickeln kann, fällt dieser Linken nicht auf. Eine Analyse im Angesicht der Bundestagswahl, die aber weit darüber hinaus geht.


Von ARMIN BERNHARD | Veröffentlicht am 03.03.2025 in: Zeitfragen


Wie oben auf: Die Spitze der Linkspartei nach der Bundestagswahl. Aber wo geht es hin? Wo ist

das eigene Profil?

Martin Heinlein / Die Linke, Lizenz: CC BY, Mehr Infos (Bild)


Eine neue politische Kraft muss den „Geist des Bruchs und der Unterscheidung“ (Gramsci) der eigenen politischen Position entwickeln. Diese Aufgabe einer neuen politischen Kraft, die eine Alternative zur bestehenden Gesellschaft sein will, hat Antonio Gramsci im faschistischen Kerker formuliert (Gramsci 1993/5, S. 1052). Es gelte in der Folge, diese in der Gesellschaft zu verbreiten, um Allianzen gegen den herrschenden Block zu bilden. Eines der grundlegenden Probleme der Linkspartei besteht genau in der fehlenden Ausarbeitung eines derartigen Geistes. Sie setzte in den letzten Jahren stattdessen auf Anschlussfähigkeit, die Regierungsreife und Regierungsbereitschaft dokumentieren sollte. Der Preis dieses Strebens nach Anschlussfähigkeit war der Verlust eines eigenständigen politischen Profils und besiegelte die Anpassung an etablierte Regierungsparteien. Es ist zu befürchten, dass sich dieser Trend nach der Bundestagswahl im Februar 2025 ungemindert fortsetzen wird.

In sämtlichen Großkonflikten wie dem Ukraine-Konflikt, der ‚Corona-Krise‘, der Migration hat die Linkspartei kläglich versagt (vgl. Brie 2024; Lieberam 2024a). Wo sie an Regierungen beteiligt war, wie etwa in Berlin, hat sie eine katastrophale neoliberale Politik unterstützt. Eine eindeutig friedenspolitische Position ist nicht mehr erkennbar, stattdessen wurde und wird immer wieder eine sukzessive Annäherung an die NATO empfohlen, steht doch die Forderung nach einem Austritt aus dieser Militärorganisation einer möglichen Regierungsbeteiligung im Wege. Man erinnere sich daran, dass Linke wie Katja Kipping oder Christoph Spehr diese Forderung nach einem NATO-Austritt torpedieren, die NATO gar als notwendigen Bestandteil einer internationalen Friedensordnung (Spehr) sehen! Die Linke trifft das gleiche ‚Schicksal‘ wie einst die Grünen, die nach der Entsorgung ihres ökosozialistischen Flügels sich immer stärker und rasanter an die bestehende Gesellschafts- und Herrschaftsordnung anpassten. Anstatt eigene gesamtgesellschaftliche Alternativen zu entwickeln, klebt die Linkspartei bis heute wie eine Klette an rot-grüner Ideologie, unterscheidet sich kaum noch von den Konzepten der Regierenden. Deren Schlagwörter wie frühkindliche Bildung, Inklusion, Klimaneutralität, sozialökologische Umbau, Nachhaltigkeit, gendergerechte Sprache, um nur einige wenige zu nennen, werden nicht mehr auf ihre Herkunft untersucht, sondern kritiklos angeeignet und in die eigene Programmatik übernommen. Die erste und größte Baustelle: Es fehlt dieser Linken jegliche politische Vision, eine reale Utopie, eine Idee, die über die Grenzen der bestehenden Gesellschaft hinausführen könnte. Sie verfügt nicht über einen Geist des Bruchs und der Unterscheidung!

In die politische Sackgasse führen auch – die zweite Baustelle – die ständigen, fast schon an Glaubensbekenntnisse erinnernden Abgrenzungsrituale gegen ‚rechts‘ (siehe schon Lieberam 2024b), ohne dass freilich einmal definiert würde, wer unter diese Kategorie fällt. Es ist wohlfeil, gegen ‚rechts‘ zu sein in einer Zeit, in der die Regierenden selbst gegen ‚rechts‘ mobilisieren, um von der eigenen desaströsen Politik abzulenken. Mit Zivilcourage hat dies wenig zu tun, noch weniger mit Antifaschismus, ein großes Wort, das viele sich stolz ans Revers heften, ohne einen Begriff von diesem Wort zu haben. Ein sich links einordnender, älterer Kollege erzählte mir vor Kurzem stolz, er sei gegen die Rechten auf die Straße gegangen. „Ah, ja, also gegen die Neoliberalen und gegen die Grünen?“, fragte ich, woraufhin er mir verlegen antwortete: „Nein, gegen die richtigen Rechten.“ Auf die Frage, ob es denn ‚richtige‘ und ‚falsche‘ Rechte gebe, kam er in die Bredouille, und er konnte darauf keine Antwort geben. Der Inhalt dieser Anekdote ist symptomatisch für große Teile des linken Spektrums: mangelndes Differenzierungsvermögen. Zu oft wird pauschal geurteilt. Wer die Corona-Maßnahmen kritisch sieht, ist rechts, wer gegen Waffenlieferungen an die Ukraine ist, ist rechts, zumindest aber Putinist, wer der EU imperiale Motive unterstellt, ist rechts! Das Etikett ‚rechts‘ ersetzt in der Linken oftmals die differenzierte Analyse und vor allem: die politische Auseinandersetzung. Dabei wäre es für die politische Strategie doch nicht unerheblich, genauer zu unterscheiden, was ‚rechts‘ bedeutet: Trifft die Etikettierung schon zu, wenn jemand traditionsbewusst bzw. konservativ eingestellt ist, oder erst, wenn man von reaktionären, völkischen, rassistischen oder faschistischen Einstellungen sprechen kann? Wäre diese Unterscheidung nicht wichtig, wenn es darum geht, im bürgerlichen Lager Menschen von den eigenen Ideen zu überzeugen, anstatt mit martialischer Rhetorik nur Abwehrhaltungen zu provozieren?

Die Rechte als Fetisch der Linken

Aus einer Außenperspektive muss man den Eindruck gewinnen, dass links nur das ist, was nicht rechts ist. Eine rein negative, äußerst schwammige Bestimmung! Damit aber werden die Zuordnungen ‚links‘ und ‚rechts‘ völlig wertlos. Anstatt die eigene Position inhaltlich zu entwickeln, werden Energien damit verschwendet, gegen Parteitage und Kundgebungen der AfD zu mobilisieren, ungeachtet des zu erwartenden Bumerangeffektes dieser Aktionen. Hätte es nach den Anschlägen in Magdeburg und Aschaffenburg nicht erst einmal eines reflektierenden Innehaltens und Nachdenkens bedurft, anstatt reflexhaft, ohne Sinn und Verstand, unmittelbar danach sich an Demos ‚gegen rechts‘ zu beteiligen? Es zeugt keineswegs von moralischer Überlegenheit der Linken, obwohl sie diese doch immer wieder für sich reklamiert, wenn der rechten Instrumentalisierung dieser Anschläge eine linke Instrumentalisierung entgegengesetzt wird. Macht es die Linke nicht misstrauisch, wenn ausgerechnet ein kommerzielles Protestunternehmen wie Campact Demonstrationen gegen ‚rechts‘, den „Aufstand der Anständigen“, organisiert? Und wenn die Regierenden dazu Beifall klatschen? Und wenn die Energie der Empörung auf rechtspopulistische Bewegungen gelenkt und damit der Zusammenhang zu denjenigen politisch-gesellschaftlichen Verhältnissen und Strukturen aufgelöst wird, denen Nationalismus, Rassismus und Rechtsextremismus ihre Entstehungsbedingungen verdanken? Die Rechte in Form der AfD ist der Fetisch, den die Linke pflegt, und während sie diesen pflegt, vergisst sie, was ihre Hauptaufgabe wäre: die Kritik der Herrschenden und Regierenden (Žižek 2018).


Der Regenbogen ist in Mode und steht für „Vielfalt“. Die Linkspartei auch.


Foto: DIE LINKE NRW / Irina Neszeri, Lizenz: CC BY-SA, Mehr Infos


Äußerst ungünstig auf die Entwicklung der Linkspartei wirkt sich eine seit Jahrzehnten an den Hochschulen beobachtbare Tendenz aus: Die Preisgabe des Terrains kritischer Sozialphilosophie und Gesellschaftstheorie in den Sozialwissenschaften. Diese Tendenz lässt sich symptomatisch in der Konzentration von linken Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf scheinbar unverbundene Einzelphänomene ablesen (wie z. B. Diversität; sexuelle Identität; Inklusion), in deren Folge das Denken in übergreifenden gesellschaftlichen Zusammenhängen verlorenging. Weitgehend gekappt wurde die Verbindung mit den theoretischen Wurzeln von Gesellschaftskritik: mit Theorien des utopischen Sozialismus mit der Philosophie von Marx und seiner Kritik der Politischen Ökonomie, mit den ökonomischen Schriften Rosa Luxemburgs, den Gefängnisheften Antonio Gramscis und den Philosophen und Ökonomen der frühen Kritischen Theorie. Befördert wurde diese Tendenz ausgerechnet durch eine Stiftungsarbeit, die nur den Namen, nicht aber den Geist Rosa Luxemburgs trägt. Wo die Gedankengänge, Instrumente und Begriffe dieser Traditionslinie aber nicht mehr bemüht, gegenwartsrelevant aufbereitet und fortentwickelt werden, fehlt der theoretische Kompass, aus dem die Linke Schlussfolgerungen für ihre politische Programmatik und für das politische Handeln ziehen könnte.

Insbesondere an den Universitäten hat sich ein links-grünes akademisches Milieu herausgebildet, das die großen Gesellschaftsfragen aus dem Blick verloren hat und sich von Forschungsgegenständen ködern lässt, die in der Linie einer herrschaftsförmigen Forschungslandschaft liegen. Der Druck auf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Drittmittel einzuwerben und nur noch in bestimmten wissenschaftlichen Zeitschriften zu publizieren, verstärkt diese Tendenz. Sich als politisch links einstufende Ansätze haben sich in der Folge dieser mehr oder weniger bewusst vollzogenen Distanzierung weit von der Analyse und Diskussion globaler Gesellschaftsfragen und der Thematisierung des Problems der Herrschaftsstrukturen entfernt.1 Dies schlägt sich bis in die Gegenwart hinein in den begrifflichen Formulierungen gravierend nieder: Soziales Milieu statt Gesellschaftsklasse, Macht statt Herrschaft, Kultur statt Ökonomie, Heterogenität statt gesellschaftlicher Ungleichheit, Diversität statt Orientierung an Gemeinsamkeit, Identitätspolitik statt Gesellschaftspolitik, Diskurs statt Klassenkampf. Diese Tendenz bildet sich auch im Wahlaufruf für die Linkspartei „Warum Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Linke wählen“ vom Februar 2025 ab, in der noch nicht einmal das kapitalistische Wirtschaftssystem oder die globale Friedensfrage Erwähnung fanden. Kein Wort in diesem Aufruf zur Kriegsgefahr in Europa, kein Wort zur katastrophalen Außenpolitik der Grünen! Kein Wort zur Notwendigkeit einer Friedenspolitik!

Gesellschaftliche Fragestellungen werden zunehmend jenseits der ökonomischen Konstruktion der Gesellschaft, der Klassenfrage, der Herrschafts- und Ausbeutungsstrukturen bearbeitet. Eine schwindende „Oppositionsfähigkeit“ (Leisewitz/Lütten 2018, S. 37) der jungen, sich links verstehenden akademischen Gruppierungen ist die Folge. Damit entfallen Forschungs- und Theoriearbeiten, die für das Profil einer handlungsfähigen Linken unverzichtbar sind.

Identität statt Alltagsprobleme

Die US-amerikanische Soziologin Nancy Fraser hat unter dem Begriff des progressiven Neoliberalismus die politischen Folgen der Liaison von neuen sozialen, linken Bewegungen und Finanzmarktökonomie für die USA in beeindruckender Weise herausgearbeitet (vgl. Fraser 2017). Mit den notwendigen Veränderungen dürften einige Einsichten von Frasers Studien auf deutsche Verhältnisse anwendbar sein. Durch die unkritische ‚linke‘ Adaption herrschaftlich vorgegebener Diskurse wird Gesellschaftskritik völlig entschärft und in ihr Gegenteil verkehrt: „Die pseudolinke Politik – mit ihrem Fokus auf Hautfarbe, Nationalität, Geschlecht und sexuelle Neigungen – trägt mittlerweile entscheidend dazu bei, Opposition gegen den Kapitalismus zu unterbinden, indem sie den Begriff der Klasse als wesentliche gesellschaftliche Kategorie zurückweist, stattdessen auf individuelle ‚Identität‘ und ‚Lifestyle‘ setzt und imperialistische Interventionen und Kriege im Namen der ‚Menschenrechte‘ legitimiert.“ (North 2016, S. 11 f.) Postmodernistische und konstruktivistische Positionen werden von der akademischen Linken begierig aufgegriffen, weil jene nicht mehr auf die gesellschaftlichen Grundwidersprüche fokussieren: Michel Foucault statt Karl Marx, Judith Butler statt Rosa Luxemburg, Gilles Deleuze statt Antonio Gramsci. Die bestehenden Produktions-, Eigentums- und Besitzverhältnisse lösen sich in der Folge der klammheimlichen Distanzierung von kritischer Gesellschaftstheorie „in ein unbestimmtes Nebeneinander von diskriminierenden, menschenfeindlichen Ideologien, Denkformen und kulturellen Praktiken“ auf (Leisewitz/Lütten 2018, S. 39).

In praktischer Hinsicht ist eine weitere, vierte Baustelle zu nennen: die fehlende Brücke vieler, sich als links einstufender Gruppierungen zu den Alltagsproblemen und den sozialemotionalen Stimmungslagen der in diesem Land heimischen Menschen. Es fehlt das unerlässliche Differenzierungsvermögen hinsichtlich der in den Menschen sedimentierten Weltanschauungen, ihrem Alltagsbewusstsein. Die Unfähigkeit (oder der Unwille?), die sozialemotionale Grundlage und die Denkmuster dieses Alltagsbewusstseins als Ausgangspunkt für eine kritische Bildungsarbeit wahrzunehmen, zieht sich vom Beginn der sozialistischen Arbeiterbewegung bis in große Teile der gegenwärtigen politischen Linken. So prominente Vertreter wie Antonio Gramsci, Max Adler oder Otto Felix Kanitz haben – offensichtlich vergeblich – immer wieder darauf hingewiesen, dass Überzeugungsarbeit nur dann erfolgreich sein kann, wenn die Menschen in ihren Gemütsverfassungen und in ihren Alltagsvorstellungen ernst genommen werden. Mit ihrer penetranten Ignoranz gegenüber der Erfahrung, dass ein kritisches Bewusstsein nur dann initiiert und aufgebaut werden kann, wenn die in der Bevölkerung verbreiteten Weltbilder, Einstellungen und Gefühlsstimmungen als zentrale Bezugspunkte von Bildungsarbeit respektiert werden, entziehen sich große Teile der Linken der Aufgabe, tatsächliche Bewusstseinsbildungsprozesse anzuregen.

Dieses Defizit dürfte einer der wichtigen Gründe für die „Entfremdung der LINKEN von der lohnarbeitenden Klasse“ (Brie 2024, S. 11) sein. Aus einer Position der vermeintlichen geistigen Überlegenheit, der Selbstgerechtigkeit, gar der Verachtung gegenüber alltagsweltlichen Vorstellungen kann jedoch keine Gesellschaftskritik entfaltet werden. Die emotionalen und intellektuellen Blockierungen im Hinblick auf die Anbahnung veränderter Denk- und Handlungsweisen können weder mit dem weit verbreiteten linksintellektuellen Maulheldentum noch mit paternalistisch den Menschen aufgezwungenen ‚Diskurs‘- und Sprachregeln der Political Correctness (vgl. Buttkereit 2023) aufgebrochen werden. Dieses künstliche, aufgenötigte, nicht aus den Lebensverhältnissen organisch entstandene Neusprech, eine intellektuelle Kunstsprache, beraubt die Menschen ihrer eigenen Ausdrucksmöglichkeiten und wird in seiner Unwahrhaftigkeit intuitiv wahrgenommen. Diese Kunstsprache provoziert nur Abwehrhaltungen, aber keine Denkanstöße. Das kann jedoch wohl nicht das Ziel einer Politik sein, die sich emanzipatorische Zielsetzungen auf die Fahnen geschrieben hat! Gesellschaftskritik setzt im Gegenteil Zuwendung zu menschlichen Angelegenheiten, die Achtung vor Andersdenkenden und ihren sozialisierten Einstellungen, voraus. Erfahrungen können nur verändert werden, wenn, wie Gramsci betont, die Bereitschaft besteht, sie aufzugreifen und sie in ihrer emotionalen Verankerung intellektuell und gefühlsmäßig nachzuvollziehen. Auf diese Weise erst entsteht die Möglichkeit, jene mit Reflexionen anzureichern, die das Denken und Handeln der Menschen in emanzipatorischer Hinsicht umgestalten können (vgl. Gramsci 1994/6, S. 1490). Das grundlegende Defizit an sozialer Sensitivität und Phantasie stellt eine chronische Behinderung der praktischen Wirksamkeit einer jeden Aufklärungsarbeit dar, die nicht in links-grünen Klimbim-Formulierungen und Begriffs-Wortblasen ihre Erfüllung findet, sondern tatsächliche Provokationen zum Denken und Weiterdenken freizusetzen versucht.

Respekt ist notwendig

Eine letzte Baustelle darf nicht unerwähnt bleiben: Die „Fähigkeit zur Unmenschlichkeit“, von der Rosa Luxemburg einmal sprach, findet sich durchaus auch im linken Spektrum. Eine Linke muss jedoch menschlicher sein als die Kräfte, die sie bekämpft, muss eine bessere Welt in ihrem Handeln zumindest ansatzweise repräsentieren. Auch eine intolerant agierende Antifa, die den Begriff des Antifaschismus in sein Gegenteil zu verkehren droht, ist mit diesem Grundsatz nicht vereinbar. Nur über einen Vorschuss an Humanität und Antiautoritarismus sind solidarische Gesellschaftsverhältnisse entwickelbar. Dies gilt auch für den Umgang mit dem politischen Gegner. Ja, es geht um einen antiquiert erscheinenden Begriff: um Respekt gegenüber Andersdenkenden, aber auch um Respekt im internen linken Spektrum. Eine Linke, die in ihren eigenen Reihen diese Prinzipien nicht ansatzweise vorlebt, kann keinerlei Anspruch auf die Initiierung von Emanzipationsprozessen erheben. Sie bleibt unglaubwürdig.

Der linke Mainstream bewegt sich oftmals in einem „Zirkel der Gewissheit“ (Freire 1973, S. 28), der nur der selbstgerechten Bestätigung der eigenen Position dient. In diesem Zirkel der Gewissheit, den man an konservativen Positionen gerne kritisiert, aber selbst ungeniert praktiziert, existiert eine Unfülle von Tabus, Denkverboten und Glaubenssätzen, die diesen Zirkel abdichten, die linksinterne Debattenkultur verengen und damit die solidarische Weiterentwicklung extrem behindern – eine Form der Selbststrangulation. Diejenigen, die es wagen, den Zirkel zu durchbrechen, werden in Reaktionen, die an einen Konditionierungsvorgang erinnern, sofort als ‚rechts‘ oder ‚rechtsoffen‘ diffamiert. Ihnen droht die Exkommunizierung. Sahra Wagenknecht ist diesbezüglich der prominenteste Fall. Als Beispiele für diese Tabuisierungen seien die Themen der Corona-Aufarbeitung, der Migration, des Verhältnisses zur EU und der Inklusion genannt. Denn in ihnen wirkt der erkenntnisverhindernde Zirkel der Gewissheit am stärksten. Wie ist es aber um die linksinterne Demokratie bestellt, wenn schon die Forderung nach einer Corona-Aufarbeitung auf Unverständnis stößt oder die Benennung von Problemen der Migration unmittelbar den Vorwurf nach sich zieht, rechtem Gedankengut aufgesessen zu sein?

Ungeschminkt muss angesichts dieser nur unvollständigen Auflistung von Baustellen von einem linken Desaster gesprochen werden. Daran ändern auch die Zugewinne bei der letzten Bundestagswahl nichts. Linke Häme angesichts des Scheiterns des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW) an der Fümfprozentklausel verbietet sich, sind für die Linke durch die selbstverschuldete Abspaltung doch herausragende kritische Köpfe wie Sevim Dağdelen, Andrej Hunko, Fabio de Masi, Amira Mohamed Ali, Sahra Wagenknecht etc. verloren gegangen. Ungewiss bleibt, auf welche Weise die skizzierten Baustellen, von denen einige durchaus hausgemacht sind, aufgehoben werden können. Die Rückbesinnung auf die klassischen Themen linker Politik: der Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit, die krassen Gegensätze von arm und reich, Armut und Unterernährung, der Antagonismus zwischen Kapitalismus und Ökologie wäre eine Bedingung. Eine konsequente Friedenspolitik gegen Kriegsertüchtigung, Waffenexporte und Feindbildkonstrukte die andere. Der „Geist des Bruchs und der Unterscheidung“ müsste wieder deutlich werden. Insbesondere wäre die erwähnte Entfremdung von der lohnabhängigen Bevölkerung zu überwinden und eine vernünftige Migrationspolitik anzustreben, die den sozialen Verwerfungen den Boden entzieht. Als allererstes aber wäre der Zirkel der Gewissheit aufzubrechen, weil nur durch die Überwindung seiner Barrikaden die Linke wieder entwicklungsfähig werden kann.


Fußnote

1 Hinzu kommt eine Geschichtsvergessenheit, die gerade im Hinblick auf die nach vorne gerichtete Verarbeitung der Niederlagen der Linken, als Voraussetzung neuer Versuche der Befreiung, kontraproduktiv ist (siehe die Arbeit von Traverso 2019).


Literatur

Brie, Michael (2024): Linksliberal oder dezidiert sozialistisch? Zur aktuellen Situation der Linken. In: Sozialismus. H. 3, S. 10-13

Buttkereit, Helge (2023): Ein Buch als Ausdruck des Niedergangs (Rezension des Buches von Sven Brajer zur Krise der Linkspartei), Hintergrund.de: https://www.hintergrund.de/feuilleton/literatur/ein-buch-als-ausdruck-des-niedergangs/

Fraser, Nancy (2017): Vom Regen des progressiven Neoliberalismus in die Traufe des reaktionären Populismus. In: Geiselberger, Heinrich (Hrsg.): Die große Regression. Berlin: Suhrkamp, S. 77-91

Freire, Paulo (1973): Pädagogik der Unterdrückten, Reinbek: Rowohlt

Gramsci, Antonio (1992 ff.): Gefängnishefte. Berlin u. Hamburg: Argument

Leisewitz, André/John Lütten (2018): Neue Klassendiskussion. Anmerkungen zu Klassentheorie, Klassenverhältnissen und zur linken Strategiekrise. In: Z – Zeitschrift für marxistische Erneuerung. Nr. 116, S. 26-39

Lieberam, Ekkehard (2024a): Umbruch im linken Parteienspektrum: Das BSW als letzter Ausweg? In: Der Hintergrund. H. 5-6, S. 22. 38-41

Lieberam, Ekkehard (2024b): Kriegsvorbereitung, Faschismusgefahr und Demokratiefrage. In: Der Hintergrund. 22. 8. 2024

North, David (2016): Die Frankfurter Schule, die Postmoderne und die Politik der Pseudolinken. Essen: Mehring Verlag

Traverso, Enzo (2019): Linke Melancholie. Über die Stärke einer verborgenen Tradition. Münster: Unrast Verlag

Žižek, Slavoj (2018): Die Linke pflegt ihre Fetische statt die Mächtigen zu kritisieren. In: Neue Züricher Zeitung. 5. 2. 2018


Der Autor

Armin Bernhard, Erziehungswissenschaftler, von 2003-2023 Professor für Allgemeine Pädagogik an der Universität Duisburg-Essen. Letzte Veröffentlichungen: Pädagogik des Widerstands. Impulse für eine pädagogisch-politische Friedensarbeit, 2017; Die inneren Besatzungsmächte. Fragmente einer Theorie der Knechtschaft, 2021; Praxisphilosophische Pädagogik. Ein materialistisch-humanistisches Projekt gegen die Enthumanisierung der Gesellschaft, 2024.



Info: https://www.hintergrund.de/feuilleton/zeitfragen/selbststrangulation-der-linken/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

11.03.2025

Die EU zwischen Einigkeit und Spaltung

freedert.online, vom 10 Mär. 2025 21:25 Uhr,Von Pierre Levy

Der Europäische Rat steht vor einer Zerreißprobe: Während die Staats- und Regierungschefs versuchen, ein Bild der Einheit zu wahren, spalten geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Herausforderungen die EU. Der Plan zur "Wiederbewaffnung Europas" soll die Verteidigungsfähigkeit stärken, doch interne Differenzen und die unsichere Zukunft der Unterstützung für die Ukraine werfen Fragen auf.


Quelle: www.globallookpress.com © Philipp von Ditfurth/dpa


von der Leyen und Orbán im EU-Parlament, 09.10.2024


Oft sind die Versammlungen des Europäischen Rates vor allem eine Inszenierung. Die siebenundzwanzig Staats- und Regierungschefs, die am 6. März in Brüssel zusammenkamen, hatten – zumindest die meisten von ihnen – das Ziel, den Anschein von Einheit zur Schau zu stellen. Zwei Punkte standen, untrennbar miteinander verbunden, auf ihrer Tagesordnung: die "Wiederbewaffnung Europas" und die Verstärkung der Unterstützung für Kiew.

Dieses Bild der Einheit war schon im Februar 2022 in Brüssel das Hauptanliegen, als russische Truppen in die Ukraine einmarschierten. Doch inzwischen hat sich die Landschaft radikal verändert, insbesondere seit Donald Trump ins Weiße Haus zurückgekehrt ist. Innerhalb weniger Wochen trafen die schlimmsten Albträume der europäischen Staats- und Regierungschefs ein.


Kickl: "EU-Kriegstreiber sitzen jetzt zwischen allen Stühlen"





Kickl: "EU-Kriegstreiber sitzen jetzt zwischen allen Stühlen"







Zunächst bestätigte Washington, dass es jegliche Präsenz US-amerikanischer Truppen in der Ukraine sowie jegliche Aussicht auf einen NATO-Beitritt dieses Landes ausschließt. Kurz darauf erklärte der Vizepräsident der Vereinigten Staaten in München einem verblüfften Publikum, dass die Bedrohung "unserer Werte" nicht von Moskau oder Peking ausgehe, sondern von Europa – insbesondere in Bezug auf die Meinungsfreiheit. Zehn Tage später stimmte die US-Diplomatie mit den Russen gegen eine von den Europäern (außer Ungarn) unterstützte UN-Resolution, die Moskau verurteilte.

In der Zwischenzeit wurde den Europäern bei dem hochrangigen Treffen zwischen Russen und Amerikanern in Riad klar, dass sie nicht einmal einen Platz am Katzentisch bekommen werden, wenn Friedensverhandlungen beginnen. Zudem bezeichnete Präsident Trump seinen ukrainischen Amtskollegen als "Diktator" und machte ihn für den Ausbruch des Konflikts verantwortlich.

Einige Tage später wurde Wladimir Selenskij im Oval Office des Weißen Hauses öffentlich gedemütigt, in einer Szene, die um die Welt ging und eine Premiere in den diplomatischen Annalen darstellte: Herr Trump und Herr Vance warfen ihm vor, mit der Aussicht auf einen dritten Weltkrieg zu spielen, und machten ihm klar, dass die Niederlage Kiews die einzige Perspektive sei, wenn sich die ukrainische Führung nicht den amerikanischen Forderungen unterwerfe.

Und um seine Worte zu untermauern, setzte Washington im Anschluss jegliche militärische und finanzielle Hilfe für Kiew aus, sogar die Bereitstellung von Informationen über die Situation an der Front – ein zusätzlicher schwerer Schlag für die ukrainische Armee.


Von der Leyen: Erst geheime Pharma-Mails, jetzt Rüstungsmilliarden




Meinung

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Die Liste ist nicht vollständig, aber all dies wurde von den völlig desorientierten westlichen Führern als "Verrat" und "Bündnisbruch" bezeichnet. Und was die Aussicht betrifft, dass die Europäische Union den Wegfall der US-Unterstützung für Kiew kompensieren würde, so erwies sich diese schnell als unrealistisch. Die EU und ihre Mitgliedstaaten haben seit 2022 135,4 Milliarden Euro gezahlt, davon 49,2 Milliarden Euro für militärische Unterstützung, und haben bereits geplant, die Gebote in diesem Jahr um 30 Milliarden zu erhöhen.

Inmitten dieser panikartigen Aufregung berief der französische Präsident am 17. Februar ein Mini-Gipfeltreffen mit einigen "wichtigen" Staats- und Regierungschefs der EU-Länder ein. Dies führte zu Spannungen, insbesondere mit denjenigen, die nicht eingeladen worden waren (Tschechische Republik, Rumänien usw.). Eine Nachbesprechung wurde am übernächsten Tag in einer neuen Konfiguration organisiert, die Länder außerhalb der EU einbezog, was die Frustrationen jedoch in keiner Weise beruhigte.

Ein weiteres Treffen fand am 2. März in London statt, diesmal auf Initiative des Vereinigten Königreichs – eines Landes außerhalb der EU – mit Kanada und der Türkei, was die Verwirrung noch verstärkte. Und es bestätigte, was einige europäische Politiker und Experten vermutet hatten: In Verteidigungsfragen kann die Europäische Union kein gültiger Rahmen sein.

Zumal sich Budapest innerhalb der EU den Analysen Washingtons und Moskaus näher zeigt als denen Brüssels. Die Slowakei verhält sich halblaut ähnlich. Die Italienerin Giorgia Meloni wiederum pflegt weiterhin ihre privilegierte Beziehung zur Trump-Administration. Und schließlich finden in diesem Jahr Wahlen in Rumänien und der Tschechischen Republik statt, die diese Länder in Richtung der Positionen von Budapest kippen lassen könnten. Ministerpräsident Viktor Orban behauptet immer wieder, dass es "keine Lösung auf dem Schlachtfeld gibt", was seine Amtskollegen verärgert.


Der große Bluff: Wie die EU aufrüsten will





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Vor diesem Hintergrund tagte am 6. März der Europäische Rat. Als ersten Punkt bestätigte dieser den zwei Tage zuvor von der Präsidentin der Europäischen Kommission vorgestellten Plan mit dem Titel "Europa wiederbewaffnen".

Die Staats- und Regierungschefs wollen einerseits die nationalen Lagerbestände an Material und Munition wieder auffüllen, die durch die großzügigen Lieferungen an die Ukraine geleert wurden. Außerdem zeigte sich ihre Angst, im Falle eines schweren Schlags ohne die militärische Unterstützung der USA dastehen zu müssen. Viele von ihnen folgen nun dem kriegerischen Diskurs von Emmanuel Macron, der die "strategische Autonomie Europas" zu seinem vorrangigen Ziel gemacht hat. Eine These, die nun – eine noch vor wenigen Wochen unvorstellbare Wende – von dem wahrscheinlich zukünftigen deutschen Bundeskanzler aufgegriffen wurde, der bisher der Vasallenschaft gegenüber Uncle Sam verpflichtet war.

Genauer gesagt, Ursula von der Leyen hat die enorme Summe von 800 Milliarden Euro (über fünf Jahre) für diese Aufrüstung angekündigt. Davon würden 150 Milliarden von Brüssel in Form von Darlehen an die Mitgliedstaaten vergeben, wobei dieser Fonds selbst durch eine von der Kommission auf den Finanzmärkten aufgenommene Anleihe gebildet wird. Die Verteilung dieses Geldsegens soll die Länder dazu ermutigen, gemeinsam Waffen zu kaufen, anstatt Einzelbestellungen aufzugeben.

Die restlichen 650 Milliarden würden direkt aus den Finanzen der Mitgliedstaaten stammen. Diese würden insbesondere durch einen Mechanismus, der die Rüstungsausgaben von der Berechnung der Defizite ausschließt, zu Rüstungsausgaben gedrängt. Mit anderen Worten: Brüssel würde den Staaten mit einem übermäßigen Defizit keine Sanktionen mehr androhen, wenn es für den guten militärischen Zweck ist...

Es liegen auch andere Optionen auf dem Tisch, um die europäischen Hauptstädte zu veranlassen, "Geld für Verteidigung und Abschreckung auszugeben, auszugeben, auszugeben", wie es die dänische Regierungschefin formulierte – ein Land, das bisher traditionell sehr wachsam in Bezug auf öffentliche Defizite war.


Fico: Nur Putin hat Plan für Ukraine





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Sogar Deutschland – im Rat noch durch Olaf Scholz vertreten, aber im Einvernehmen mit seinem wahrscheinlichen Nachfolger – überraschte mit dem Vorschlag, die Anforderungen an die Haushaltsdisziplin noch weiter zu lockern. Eine Stellungnahme, die das Ausmaß der laufenden Umwälzungen verdeutlicht. Unter den Ländern, die traditionell als "geizig" bezeichnet werden, sind nur die Niederlande und Österreich noch besorgt über diese möglichen Ausgabenorgien.

Zu den anderen vom Europäischen Rat genannten Möglichkeiten gehört die den Mitgliedstaaten vorgeschlagene Möglichkeit, die "Kohäsionsfonds", die theoretisch den armen Regionen zum Aufholen ihres Rückstands zugewiesen werden, für Militärhaushalte zu verwenden. Ebenso wird die Europäische Investitionsbank, die theoretisch für die Vergabe von Krediten für zivile Projekte zuständig ist, dazu angehalten, ihren Interventionsbereich zu erweitern. Und schließlich könnten private Ersparnisse mobilisiert werden, insbesondere durch zukünftige Garantien, wenn die Projekte der "Kapitalmarktunion" voranschreiten.

Wenn der Rat in diesem ersten Punkt einen Konsens über die Grundsätze erzielt hat, so versteckt sich der Teufel im Detail. Beispielsweise sind die Aussichten, Kohäsionsfonds ihrem ursprünglichen Zweck zu entfremden, für viele osteuropäische Länder, einschließlich Polen, nicht sehr verführerisch, ebenso wenig wie für Italien. Viele weitere Vorbehalte werden mehr oder weniger diskret geäußert.

Und es bestehen weiterhin erhebliche Spannungen zwischen Ländern, angeführt von Frankreich, die Aufträge an europäische Firmen bevorzugen; und solchen, die wie Polen sofort verfügbare Ausrüstung wollen, die oft von US-amerikanischen Herstellern angeboten wird. So sehr, dass auf einem neuen Gipfel am 20. und 21. März erneut über diese Themen beraten wird. Darüber hinaus werden die europäischen Führer hinter den Kulissen zweifellos weiterhin über die Ausweitung des von Emmanuel Macron vorgeschlagenen französischen Nuklearschirms sprechen.


Elon Musk:  Europäische Staats- und Regierungschefs wollen "ewigen Krieg" in der Ukraine





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Die Finanzierungsfrage ist also nicht geklärt; aber die 27 haben schon eine vorrangige "Einkaufsliste" erstellt: Luftverteidigung und Raketenabwehr; Artilleriesysteme; Raketen und Munition; Drohnen und Anti-Drohnen-Systeme; strategische Mittel, inklusive für den Weltraum und den Schutz kritischer Infrastrukturen; militärische Mobilität; Cyberbereich; künstliche Intelligenz; elektronische Kriegsführung...

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung betraf die Unterstützung für Kiew. Der ungarische Ministerpräsident distanzierte sich davon. Seine Kollegen betonten hingegen, dass es notwendig sei, "Frieden mit Gewalt" zu erreichen und daher "die Ukraine vor, während und nach den Verhandlungen zur Beendigung des Krieges in die bestmögliche Position zu bringen." Und sie bekräftigten ihren Willen, Luftabwehrsysteme, Munition und Raketen zu liefern sowie ukrainische Brigaden auszubilden und auszurüsten.

Auch wenn die europäischen Führer hartnäckig versuchen, ein Bild der Einheit zu präsentieren, erscheint diese mehr denn je als prekär. Aber sie stehen vor einem noch größeren Problem: Wie können sie ihre Bevölkerungen davon überzeugen, soziale Opfergänge im Namen des Kampfes gegen die Staatsdefizite zu akzeptieren, und gleichzeitig die Schleusen zur Finanzierung der Kriegsanstrengungen hemmungslos zu öffnen?

Ein Problem, bei dem Frankreich unter Emmanuel Macron, das mit erheblichen Defiziten belastet ist, an vorderster Front steht. So sehr, dass einige beginnen, eine Verschärfung der Rentenreform anzusprechen, um ... sich gegen die "russische Bedrohung" zu bewaffnen. Eine Bedrohung, die nach den Worten des Meisters des Élysée-Palasts "existentiell und von langer Dauer" sei.

Diese Behauptung wird von den Mainstream-Medien aufgegriffen und wiederholt. Auch wenn sie nicht belegt ist, trägt sie dazu bei, die Aktienkurse von Safran (Flugmotoren und -ausrüstung), Airbus (Flugzeuge und Raketen) oder Thales (Bord- und Verteidigungselektronik) erheblich anzukurbeln, deren Aktien um 65 Prozent gestiegen sind. Der deutsche Konzern Rheinmetall (Waffen, Panzer) verzeichnet einen ähnlichen Erfolg.

Ganz offensichtlich ist diese Zeit also nicht für alle deprimierend.


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11.03.2025

Kultur - Der Aufstieg der Linken

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Die Themen der "Kulturzeit" vom 10.03.2025: Der Aufstieg der Linken, Frauke Rostalski zu Schulden, NGOs, Boualem Sansal, Anselm Kiefer.


Gregor Gysi Interview Zitate daraus:

Der Zeitgeist will mehr Aufrüstung.

Er geht davon aus, wir müssen genügend Abschreckungspotential haben um nicht angegriffen zu werden.

Ich glaube, dass der Weg falsch ist.

Ich glaube wenn wir weltweit nur noch aufrüsten, dann führt das nicht zu mehr Frieden, sondern zu weniger Frieden.

Aber was ist jetzt unsere Aufgabe,  zu versuchen den Zeitgeist zu ver..n.


Info: https://www.3sat.de/kultur/kulturzeit


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11.03.2025

Zur Neuausrichtung der Linkspartei
Putsch von oben

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Gregor Gysi kennt keine Parteien mehr. „Zunächst einmal müssen wir uns – von der CSU bis zur Linken, aber auch mit Gewerkschaften, Kirchen, Unternehmerverbänden, Künstlern und Wissenschaftlern – darauf verständigen, dass wir unsere Grundfesten von Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit gemeinsam verteidigen“, führte er vor kurzem im Interview mit der Wochenzeitung „Das Parlament“ aus. Die Formierung der Gesellschaft als Zweck linker Politik? Ja, aber nur widerwillig, wenn man Gysi glaubt. Nachdem US-Präsident Donald Trump das „westliche System praktisch aufgekündigt“ habe, befinde man sich in einem erzwungenen Kampf „sowohl gegen innere als auch äußere Bedrohungen“. Von der kommenden Regierung wünscht sich die Silberlocke, dass sie den „Mut“ hat, „die eigenen Ziele klar zu benennen“ – auch im Ausland. „Das gab es in der DDR nicht, weil die So­wjet­union einen großen Einfluss hatte“, und auch in der BRD sieht Gysi Nachholbedarf, schließlich musste „man immer Rücksicht auf die drei Siegermächte nehmen“. „Aber ich finde, das sollte nun endlich vorbei sein.“

Nach all den Jahren des Kampfes gegen den fortschrittlichen Flügel seiner Partei kann Gysi endlich den Geist von 1914 atmen. Und er ist nicht allein. Mit dem Erfolg bei der Bundestagswahl sehen die kursbestimmenden Kreise in der „Linken“ den Moment gekommen, um sich endgültig von unnötigem Ballast wie Friedenspolitik und Klassenfrage zu befreien. Da wird auch der kommenden Merz-Regierung schon einmal die Hand ausgestreckt. „Wenn wir uns jetzt darauf einigen – und da ist die Linke immer mit dabei – die Schuldenbremse kommt weg, dann braucht es gar keine Sonderschulden“, erklärte „Cheffriedenstaube“ Jan van Aken erst kürzlich dem „Rundfunk Berlin-Brandenburg“.

Wer schlau ist, stellt sich dumm. So wundert es auch nicht, dass die Führungsriege der Linkspartei den Eindruck erwecken will, eben nur für die Abschaffung der Schuldenbremse, aber nicht für die Aufrüstung zu sein. Man wolle „Investitionen in die soziale und zivile In-frastruktur ermöglichen“, heißt es in einer Erklärung des Parteivorstands. Nur dass diese sozialen Reformen beim besten Willen nicht zu erwarten sind. „Die Linke“ kann Friedrich Merz den Schlüssel zum Bundeshaushalt in die Hand drücken, aber – und das weiß auch Jan van Aken – nicht über die Verteilung des Geldes mitentscheiden. Was soll da herauskommen bei einer Regierung, die schon vor ihrer Inthronisierung täglich nach neuen Fantastilliarden für die Hochrüstung schreit?

Anstatt den außerparlamentarischen Widerstand gegen die Kriegspolitik zu stärken, arbeitet „Die Linke“ an der Illusion, sie könnte den vermeintlichen Finanznotstand der Kriegstreiber ausnutzen, um sozialen Fortschritt durchzusetzen. Damit fällt die Führung um van Aken auch den eigenen Mitgliedern in den Rücken, die sich beim letzten Parteitag für eine Unterstützung des Berliner Appells ausgesprochen haben. Das Vorpreschen der Gysis und van Akens ist ein Putsch von oben – und es ist zu befürchten, dass er erfolgreich ist. In der neuesten Erklärung zum Ukraine-Krieg hat die Mehrheit des Parteivorstandes schon nachgezogen und nicht nur Russland die Alleinschuld am Krieg zugeschustert, sondern auch noch gefordert, dass ausgerechnet die imperialistische EU als „Friedensmacht“ auftreten soll.

Einen Platz an der Sonne bekommt man nicht durch Nörgelei. Wer den linken Flügel des NATO-Lagers bilden möchte, muss sich zusammenreißen. „Natürlich wird die Linke auch künftig gegen Anträge der Regierung stimmen, wenn sie falsch sind“, lautet der letzte Satz der Erklärung des Parteivorstandes. Mehr Opposition ist gerade nicht drin.


Info: https://www.unsere-zeit.de/putsch-von-oben-4801054


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres:




Der Aufstieg der Linken


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Die Themen der "Kulturzeit" vom 10.03.2025: Der Aufstieg der Linken, Frauke Rostalski zu Schulden, NGOs, Boualem Sansal, Anselm Kiefer.


Screenshot_2025_03_11_at_11_44_11_Kulturzeit_3sat_Mediathek


Gregor Gysi Interview Zitate daraus:

Der Zeitgeist will mehr Aufrüstung.

Er geht davon aus, wir müssen genügend Abschreckungspotential haben um nicht angegriffen zu werden.

Ich glaube, das der Weg falsch ist.

Ich glaube wenn wir weltweit nur noch aufrüsten, dann führt das nicht zu mehr Frieden, sondern zu weniger Frieden.

Aber was ist jetzt unsere Aufgabe, zu versuchen den Zeitgeist zu ver..n.


Info: Video https://www.3sat.de/kultur/kulturzeit/der-aufstieg-der-linken-sendung-vom-10-03-2025-100.html Dauer 36:29 min  (https://www.3sat.de/kultur/kulturzeit )


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

11.03.2025

Zu den Waffen, Bürger, der Frieden greift an!

aus e-mail von Doris Pumphrey, 11. März 2025, 9:23 Uhr


https://publikumskonferenz.de/blog/zu-den-waffen-buerger-der-frieden-greift-an/

10.3.2025


*Zu den Waffen, Bürger, der Frieden greift an!

  Deutschlands polit-mediale Mafia kontra Aufklärung und „den Mut, sich

des eigenen Verstandes zu bedienen“*


/Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam/


/Die Tagesschau referiert den „DeutschlandTrend“

<:" rel="noopener">https://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend/deutschlandtrend-3468.html>: 

„Angesichts der Bedrohungen unserer Freiheit und des Friedens auf

unserem Kontinent … wollen CDU, CSU und SPD Ausnahmen bei der …

Schuldenbremse durchsetzen. … 66 Prozent (finden) eine Erhöhung der

Ausgaben für Verteidigung und Bundeswehr richtig.“ Das

„ZDF-Politbarometer“

<https://www.zdf.de/nachrichten/politik/politbarometer-sondervermoegen-bundeswehr-aufruestung-100.html

bietet mehr: „Rund drei Viertel der Befragten (76 Prozent) … befürworten

eine Aufstockung der finanziellen Mittel für Verteidigung.“ Obacht

bitte: Die Rede ist von mehreren hundert Milliarden Euro neuen

Staatsschulden, sprich: „Sondervermögen“. Wer hat noch nicht, wer will

nochmal? Da muss man hineingetreten sein!


/Der weltweit geachtete Sprachwissenschaftler Noam Chomsky stellte schon

vor 30 Jahren fest: /„Die Mehrheit der gewöhnlichen Bevölkerung versteht

nicht, was wirklich geschieht. Und sie versteht noch nicht einmal, dass

sie es//nicht versteht/ </.“/" rel="noopener">https://chomsky.info/prosperous01/>/.“/


Verantwortlich für diesen Zustand sind hierzulande die Redakteure der

öffentlich-rechtlichen Zentralen für Massenverblödung:

/ARD-Tagesschau-Deutschlandfunk-ZDF-heute/. Sie liefern

gleichgeschalteten Ramsch, verpackt als Nachrichten. Leider bleiben sie

dafür nicht nur straffrei. Sie beziehen fette Gehälter. Für

widerspruchslose Weitergabe und Verstärkung politischer „Narrative“ wie

– Morgen überfällt uns der Russe.

– Die NATO ist ein Verteidigungsbündnis. Sie schützt unsere Freiheit.


Unser Gemeinwesen ist indessen fundamental bedroht von wirtschaftlichem

Niedergang, Firmenpleiten, Arbeitsplatzverlust, Kinder- und Altersarmut

sowie vom allgemeinen Zerfall seiner Infrastruktur. Man fasst es nicht,

doch konnte hier trotzdem ein Multimillionär Merz, mit

/BlackRock/-Hintergrund

<https://www.wiwo.de/politik/deutschland/bundestagswahl/gehalt-lebenslauf-und-politische-laufbahn-friedrich-merz-das-ist-deutschlands-mutmasslich-naechster-kanzler-/30204878.html>,

mit Immobilien in Spitzenlage („Haus Sauvigny

<“" rel="noopener">https://www.wp.de/lokales/altkreis-brilon/article401529208/elternhaus-von-friedrich-merz-in-brilon-nun-vor-dem-verkauf.html>“ 

im Sauerland und einer Villa

<im" rel="noopener">https://www.bild.de/regional/muenchen/muenchen/ausverkauf-im-tal-der-reichen-46897998.bild.html>im 

“Tal der Reichen“ am Tegernsee) sowie zwei Privatflugzeugen

<https://www.stern.de/politik/deutschland/hat-friedrich-merz-wirklich-zwei-flugzeuge--8467946.html

Kanzlerkandidat der Elenden werden. Er durfte ungehindert und x-mal den

obszön verlogenen Schwachsinn von der „russischen Bedrohung“ über Funk

und Fernsehen verbreiten. Ohne beweispflichtig gemacht oder aufgefordert

zu werden, sich gefälligst vom Hof zu trollen.


Soviel Mumm haben eben öffentlich-rechtlich tätige journalistische

Schlappschwänze nicht.


*Offiziöse Volksverhetzung*


Unseren „Hoheitsmedien <“" rel="noopener">https://bachheimer.com/theorien-und-konzepte>“ 

und tonangebenden Polit-Eliten ist es gelungen, mit Lügen, Manipulation

und Russenhass-Propaganda die deutsche Bevölkerung zu spalten. Wer im

gekünstelten Kontext /„Russland bedroht unsere Freiheit“/ Umfragen

veranstalten lässt, ob mehr Geld „für Verteidigung“ ausgegeben werden

solle, der betreibt eine Variante von Volksverhetzung. Natürlich nicht

zweckfrei: So lenkt die Bundesregierung von ihrem Rundum-Totalversagen

ab. Mit dem Schüren von Kriegsangst wird zugleich versucht, jeden

Widerspruch gegen den fortgesetzten sozialen Kahlschlag abzuwürgen.

Schlagworte: Kanonen statt Butter. Hurra-Patriotismus.


Die gehässige Fantasterei „Russland bedroht uns“ mündet ins

gesellschaftliche Einvernehmen mit der Pistorius-Idiotie /„Wir müssen

//bis 2029 kriegstüchtig sein/

</“/" rel="noopener">https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw23-de-regierungsbefragung-1002264>/“/.

Aus „kriegstüchtig“ wird dann „kriegswillig“. Von den Hoheitsmedien in

Auftrag gegebene Meinungsumfragen führen traditionell zur erforderlichen

/ gewünschten Mehrheitsmeinung. Schillers poetisches Fragment „Die

Bluthochzeit zu Moskau

<“:" rel="noopener">https://www.planetlyrik.de/lyrikkalender/friedrich-schillers-gedicht-was-ist-die-mehrheit-mehrheit-ist-der-unsinn/>“:


/„Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn./

/Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen./

/Man soll die Stimmen *wägen* und nicht *zählen*./

/Der Staat muss untergeh‘n, früh oder spät,/

/wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet.“/


Als wichtigste Komponenten des allgegenwärtigen Propagandadrucks

erwiesen sich folgende Vorgänge:

*–* Kriminalisierung von unliebsamen, regierungskritischen

Meinungsäußerungen zum Ukraine-Krieg („Billigung von Straftaten

<“" rel="noopener">https://www.planetlyrik.de/lyrikkalender/friedrich-schillers-gedicht-was-ist-die-mehrheit-mehrheit-ist-der-unsinn/>“),

*–* Einseitige und irreführende politische Berichterstattung der

Massenmedien in Kombination mit dem Verbot russischer

Nachrichtenangebote

<https://www.rtr.at/medien/aktuelles/neuigkeiten/2022/EU-Sanktionen_im_Medienbereich_verlaengert.de.html

und Gegeninformationen

*–* Kritiklose Darstellung einer zutiefst korrupten und repressiven

Ukraine

<https://www.eca.europa.eu/Lists/ECADocuments/INSR21_23/INSR_fight-against-grand-corruption-in-Ukraine_DE.pdf

als „Verteidiger der westlichen Demokratie“

*–* Hemmungslose Heroisierung des autoritären

<https://www.welt.de/politik/ausland/plus249801824/Selenskyj-Wie-es-wirklich-um-die-ukrainische-Demokratie-bestellt-ist.html

Schmierenkomödianten <https://www.youtube.com/watch?v=oua0Puihrkc> und

nunmehr korruptionsverdächtigen

<https://www.newsweek.com/ukraine-zelensky-corruption-problem-1863644

Präsidenten Selenskyj

*–* Eine ausschließlich auf Vermutungen und Bezichtigungen basierende

Behauptung, Russland stelle eine imperialistische Gefahr dar

<https://www.klassegegenklasse.org/ist-russland-imperialistisch/>.


*Realitätsverweigerung*


Am 16./17 Februar 2022 (s. Tagesbulletin der OSZE-Beobachtermission

<https://reliefweb.int/report/ukraine/osce-special-monitoring-mission-ukraine-smm-daily-report-372022-issued-17-february

in der Ukraine) setzte die von den USA hochgepäppelte ukrainische

Selenskyj-Armee zur Erstürmung der spärlichen Überreste der

„Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk an. Unsere medialen Leithammel

blökten zwar mit der Regelmäßigkeit einer Schwarzwälder Kuckucksuhr, die

beiden Entitäten seien „international nicht anerkannt“. Das

Selbstbestimmungsrecht in Kapitel 1 der UN-Charta

<https://unric.org/de/charta/#kapitel1> fordert jedoch gar keine

„Anerkennung“ durch Dritte, wenn sich eine Gemeinschaft zur Abspaltung

und Eigenstaatlichkeit entschließt. Die Ausrufung steht für sich und

genügt, wie das Beispiel Kosovo zeigt. Kiews Versuch, sich die

„abtrünnigen“ Republiken gewaltsam wieder einzuverleiben, kann hingegen

als Völkerrechtsbruch gewertet werden.


Nach dem von den USA unterstützten

<https://www.freitag.de/autoren/konrad-ege/fuck-the-eu-victoria-nuland-ist-zurueck

Maidan-Putsch <https://archive.ph/GRvVg> hatten die ukrainische Armee

und vor allem deren integrierte neonazistische Freikorps im Donbass

bereits 14000 russisch-stämmige vormalige Landsleute massakriert

<–" rel="noopener">https://www.infosperber.ch/politik/welt/ukraine-chronik-der-westlichen-einmischung/>– 

vom Westen weitgehend toleriert, wenn nicht gar aktiv unterstützt. Der

Westen war es, der die Donbass-Republiken in Russlands Arme trieb

<https://www.infosperber.ch/politik/welt/ein-genauer-blick-auf-die-annexion-des-donbas/>.

Davor verschlossen die meisten deutschen Politiker und ihre medialen

Liebediener aber krampfhaft die Augen. Und was sie nicht erkennen

wollten, sollte auch die deutsche Öffentlichkeit nicht erkennen dürfen.


Am 24. Februar 2022 folgte bekanntlich der Einmarsch der russischen

Armee. Er wurde dem deutschen Publikum von den hiesigen Massenmedien als

„/brutaler völkerrechtswidriger russischer Angriffskrieg“/ ins

Bewusstsein gedengelt. Die von den Kanzlern Willy Brandt, Helmut Schmidt

und Helmut Kohl gesuchte und gepflegte Verständigungsbereitschaft mit

Russland schlug in neuerlichen Russenhass um. Aggressive Russophobie ist

wieder deutsche Staatsräson.


Die russische Regierung berief sich auf das Selbstverteidigungsrecht

<nach" rel="noopener">https://zeitschrift-osteuropa.de/blog/vladimir-putin-ansprache-am-fruehen-morgen-des-24.2.2022/>nach 

Art 51 der UN-Charta. Die UN-Generalversammlung widersprach am 2. März

2022 mit überwältigender Mehrheit und beschuldigte Russland (mit 141 von

193) Stimmen der „Aggression“. Unmissverständlich, jedoch nicht

völkerrechtlich bindend. Nur Resolutionen des UN-Sicherheitsrates sind

völkerrechtlich wirksam.


*Putin zum Jelzin zurechtkneten*


Die Europäische Union hatte ihre russlandfeindlichen Aktionen allerdings

schon Ende Februar 2014 geplant

<und" rel="noopener">https://www.consilium.europa.eu/de/policies/sanctions-against-russia/timeline-sanctions-against-russia/>und 

vorbereitet, in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Maidan-Putsch. Die

aggressiven Pläne und die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und

Russland

<https://www.smu.edu/dedman/research/institutes-and-centers/center-for-presidential-history/cmp/us-russian-relations-under-bush-and-putin

resultierten aus dem jahrelangen Misserfolg des Werte-Westens, den

legitimen russischen Präsidenten Putin auf das Zwergformat seines

versoffenen Amtsvorgängers Jelzin zurückzustutzen.

Hasstiraden wie Baerbocks /„Das wird Russland //ruinieren/

</“/" rel="noopener">https://www.n-tv.de/politik/EU-friert-Vermoegen-von-Putin-und-Lawrow-ein-article23155552.html>/“/

und Joe Bidens /„Um Gottes willen, dieser Putin darf nicht an der Macht

//bleiben/

</“/" rel="noopener">https://www.kut.org/news/2022-03-26/biden-says-of-putin-for-gods-sake-this-man-cannot-remain-in-power>/“/

unterstrichen die westliche Erfolglosigkeit.


Ob die „militärische Sonderoperation

<“" rel="noopener">https://mdz-moskau.eu/die-sonderoperation-und-ihre-ziele-nach-einem-jahr/>“ 

Russlands gegen die Ukraine völkerrechtswidrig war oder nicht, muss eine

Streitfrage bleiben: Erst der dazu von Kiew angerufene Internationale

Gerichtshof in Den Haag ist als letzte Instanz dazu berufen, darüber zu

urteilen. Bis es dazu kommt, können noch Jahre vergehen

<https://www.tagesschau.de/ausland/europa/igh-zu-ukraine-101.html>.

Zuvor geäußerte Meinungen – auch die der Bundesregierung in Berlin –

sind dem Wortsinne nach nichts anderes als Vor-Urteile. Wenn solche

Vor-Urteile in strafbewehrte Gesetze

<https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__140.html> gefasst werden und

wenn auf dieser Grundlage jeder belangt wird, der öffentlich

widerspricht

<https://seniora.org/erziehung/schule-bildung/ich-habe-da-mal-eine-frage>,

dann kennzeichnet das einen eklatanten Mangel an

demokratisch-freiheitlicher Rechtsstaatlichkeit.


Es mag zutreffen, dass Russland mit dem Einmarsch gegen Grundsätze des

Völkerrechts verstieß. In diesem Fall wird man neben der objektiven Tat

aber auch das subjektive Motiv zu bewerten haben. Vor allem Russlands

Beweggrund: kein imperiales Machtstreben, sondern die Weigerung,

tatenlos dabei zuzusehen, wie das ukrainische Militär und seine darin

integrierten Neonazi-Verbände

<https://www.focus.de/politik/ausland/das-bataillon-asow-schmutziger-kampf-in-der-ukraine-neonazis-im-dienst-der-regierung_id_4058717.html

die russisch-stämmigen Ostukrainer abschlachteten ,(„Asow

<“" rel="noopener">https://www.oe24.at/welt/ukraine-krieg/regiment-asow-wer-sind-die-ukrainischen-neonazis/513150260>“,

„Aidar <“" rel="noopener">https://de.wikipedia.org/wiki/Bataillon_Ajdar>“ u.a.). Putin hat

sich nicht von Ungefähr auch auf das UN-Konzept /Internationale

Schutzverantwortung/

<https://dgvn.de/veroeffentlichungen/publikation/einzel/das-konzept-der-schutzverantwortung-responsibility-to-protect

berufen. Aus dem Vorgehen besagter Milizen schlossen qualifizierte

Zeitzeugen, dass das Selenskyj-Regime in Kiew den Krieg mit Russland

herbeizwingen wollte

<https://tkp.at/2025/02/05/die-ukraine-wollte-den-krieg-mit-russland/>.


Und diesen Krieg wollten auch die USA, namhafte US-Autoren bezeugen

<https://sputnikglobe.com/20250302/scott-ritter-us-had-its-fingers-in-every-aspect-of-ukrainian-pie-1121613955.html

es. Ebenso der vormalige EU-Kommissar Verheugen: /„Die der Ukraine

zugedachte Rolle hatte ein US-Demokrat, Adam Schiff, Vorsitzender des

Geheimdienstausschusses des Kongresses, bereits 2020 … auf die Formel

gebracht: ‚Die Vereinigten Staaten helfen der Ukraine und ihren

Menschen, damit wir dort gegen Russland kämpfen können und nicht hier

gegen Russland kämpfen //müssen/

</.“/" rel="noopener">https://braunschweig-spiegel.de/ex-eu-kommissar-verheugen-spd-der-lange-weg-zum-krieg-in-der-ukraine-buch-rezension/>/.“/


*Kriegsprovokateur USA*


Ein anno 2019 in Auftrag gegebener Bericht der regierungsfinanzierten

RAND Corporation mit dem Titel /„Ausdehnung nach Russland: Wettbewerb

auf günstigem Terrain“/ (Original:/„Extending Russia: Competing on

Favorable Ground

<“)/" rel="noopener">https://www.rand.org/pubs/research_reports/RR3063.html>“)/ stellte das

strategische Konzept vor, Moskau zu provozieren, sich militärisch oder

wirtschaftlich zu übernehmen und innen- und außenpolitisch an Einfluss

zu verlieren:

/„Die Bereitstellung tödlicher Hilfe für die Ukraine würde Russlands

größte externe Verwundbarkeit ausnutzen. Aber jede Aufstockung in

US-Militärwaffen und Ratschlägen an die Ukraine müsste sorgfältig

kalibriert werden, um die //Kosten für Russland zu erhöhen/

</.“/" rel="noopener">http://www.linkesufer.de/PDF/20220618_RAND_RB10014_deutsch.pdf>/.“/


Als Tarnkappe für kriegsprovozierende Politik diente das Abkommen

Minsk-2. Obwohl ein völkerrechtlich gültiger Vertrag

<https://www.ostinstitut.de/documents/Luchterhandt_Die_Vereinbarungen_von_Minsk_ber_den_Konflikt_in_der_Ostukraine_aus_vlkerrechtlicher_Sicht__OL_2_2019.pdf>,

wurde es zur Täuschung Russlands missbraucht. Erst 2022 gaben sowohl

Ex-Kanzlerin Angela Merkel

<https://weltwoche.ch/daily/taeuschung-der-russen-merkels-luegen-in-minsk-haben-nicht-nur-das-vertrauen-wladimir-putins-zerstoert/

als auch Frankreichs Ex-Präsident François Hollande

<https://tkp.at/2023/01/02/nach-merkel-auch-hollande-minsk-abkommen-sollte-ukraine-nur-zeit-verschaffen/

zu, dass sie mit dem Abkommen keinen dauerhaften Frieden anstrebten,

sondern der Ukraine Zeit zur militärischen Aufrüstung verschaffen

wollten. Ähnlich Präsident Selenskyj: Er habe nie beabsichtigt

<https://strategic-culture.su/news/2025/03/03/were-minsk-agreements-peace-attempt-or-prelude-war/>,

Minsk-2 umzusetzen.


Inzwischen, das dürfte beim IGH in Den Haag noch eine erhebliche Rolle

spielen, haben die USA die Bezichtigung „russischer Angriffskrieg“

selber zurückgenommen. Präsident Trump beschuldigte nun die ukrainische

Regierung:

/„Ihr hättet ihn (den Krieg)//nie beginnen sollen/

</" rel="noopener">https://www.handelsblatt.com/meinung/morningbriefing/morning-briefing-ihr-haettet-es-nie-anfangen-sollen-trump-beschuldigt-kiew/100108226.html>/.

Ihr hättet einen Deal machen können.“ /

Trumps Berater und Sondergesandter Steve Witkoff bündig: /„Der Krieg

hätte nicht stattfinden müssen. //Er wurde provoziert/

</.“/" rel="noopener">https://strategic-culture.su/news/2025/03/04/eating-crow/>/.“/


Endlich lässt sich nicht mehr kaschieren, wie bösartig

menschenverachtend die polit-mediale Mafia der USA, der NATO, der EU und

speziell Deutschlands das hunderttausendfache Schlachten und Sterben im

Donbass und darum herum herbeiführten, mit Waffenlieferungen,

logistischer, finanzieller und politisch-diplomatischer Unterstützung.

Mit welcher Gewissen- und Schamlosigkeit sie sich dabei auch noch als

Friedensapostel aufführten. Wobei US-Schmiergelder eine Extra-Rolle

spielten.

<https://uncutnews.ch/usaid-faelle-aufdeckung-eines-riesigen-netzwerks-von-us-finanzierten-unabhaengigen-medien/>


*Der hässliche Amerikaner*


Dass ausgerechnet ein „rechtskonservativer“ US-Milliardär Trump das

wertewestliche Lügengebäude zum Einsturz brachte und Russland bezüglich

des Ukraine-Krieges rehabilitierte, ist zunächst großartig

(„great“). Man kann es aber auch als bösen Witz der Weltgeschichte

betrachten. Vorbehaltloser Glaube an Trumps Aufrichtigkeit und

Zuverlässigkeit ist nicht zu rechtfertigen

<:" rel="noopener">https://strategic-culture.su/news/2025/03/05/something-smelling-really-bad-among-the-peace-brokers-of-ukraine/>: 

Möglich, dass er seinen „Freund“ Putin zu bluffen versucht und nur auf

den geeigneten Augenblick für einen vorteilhaften Sieger-Deal wartet.

US-politiktypische Doppelzüngigkeit ist bereits belegbar

<https://www.gov.uk/government/news/advanced-attack-drones-for-ukraine-in-new-deal-struck-by-uk-government-and-anduril-uk>.


Trumps und Seinesgleichen (die globale, aber US-amerikanisch basierte

Milliardärs-Clique) Interesse ist ersichtlich: Aneignung des restlichen,

noch in den Händen der bürgerlichen Staaten verbliebenen Reichtums. Auch

Trump ist in erster Linie Großkapitalist und will entsprechend Profit

machen. Dass er beispielsweise beim Sozialabbau in den USA

keine Skrupel kennt, demonstriert er derzeit mit seinem Kumpel und

Milliardär Elon Musk. Bei der Vernichtung von zehntausenden

Arbeitsplätzen zeigen sie keinerlei Hemmung.


Zudem kann Trump sich auf seine europäischen Heloten in Berlin, Paris

und London verlassen. Die bleiben auf Kriegskurs und lassen ihre

Untertanen auch die Milliarden zahlen

<https://www.youtube.com/live/pHOJ2ASlu80>, die der Ami den US-Bürgern

nicht mehr abnehmen will.


*Lügengestank*


Gleichviel, die Behauptung vom /„brutalen

völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieg“/ ist aufgeflogen.

Aufrichtiger Umgang mit der Kriegshistorie ist allerdings nicht der Stil

führender deutscher Politiker – von ihrem journalistischen Gefolge gar

nicht erst zu reden. Sie setzen ihre Kriegstreiberei gnadenlos fort.

Ihre verbale Giftgas-Flatulenz ist gesellschaftsfähig, staatstragend.

Ein Naserümpfen über den AgitProp-Gestank kann immer noch strafrechtlich

verfolgt werden.


Erstaunlich ist das insofern, als das Etikett „Aggressor Russland“ nun

auch aus dem Vokabular der UN-Ukraine-Resolutionen komplett verschwand

<https://www.un.org/depts/german/gv-notsondert/ar-es11-8.pdf>. Im März

2022 hatten ja noch 141 der 193 UN-Mitglieder /„die //Aggression der

Russischen Föderation/

</auf" rel="noopener">https://www.un.org/depts/german/gv-notsondert/a-es11-1.pdf>/auf die

Ukraine aufs Schärfste missbilligt“/. Aber in der jüngsten

rechtsverbindlichen Resolution des Weltsicherheitsrates findet sich

keine Verurteilung Russlands

<mehr" rel="noopener">https://documents.un.org/doc/undoc/gen/n25/050/30/pdf/n2505030.pdf>mehr.


Gefordert wird allerdings nach wie vor die unverzügliche Beendigung

aller Kampfhandlungen. Es bleibt abzuwarten, wie die

anvisierte Merz-CDU-SPD-Regierung darauf reagiert. Weitere

Waffenlieferungen Deutschlands und der EU, wie derzeit beabsichtigt,

wären wohl – wenn man die aktuelle Resolution des Weltsicherheitsrats

berücksichtigt – als Völkerrechtsbruch zu betrachten.


Von Einsicht und Bereitschaft zur Umkehr der russophoben

schwarz-rot-grün-gelben Berliner Fraktionsgemeinschaft ist allerdings

keine Rede. Besonders die Grünen Noch-Minister, Habeck vorneweg, müssten

eigentlich in Sack und Asche gehen. Erst recht dessen opportune

„Experten“, die in russenfeindlichem Wahn mit ihren Konstruktionen und

Berechnungen die Öffentlichkeit hereinzulegen halfen.


Laut einer Modellsimulation des /Kiel Instituts für Weltwirtschaft/ (IfW

Kiel) und des /Österreichischen Wirtschaftsforschungsinstituts/ (WIFO)

hätte eine Entkoppelung der russischen Volkswirtschaft aus

internationalen Handelsbeziehungen zu einem Einbruch des russischen

Bruttoinlandproduktes um 8,7 Prozent führen müssen. Ein Handelskrieg, so

hieß es, werde Russlands Wirtschaft langfristig empfindlich treffen,

Deutschland hingegen immer noch ein 0,4-Prozent-Plus bescheren

<https://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/aktuelles/russland-hat-in-einem-handelskrieg-langfristig-deutlich-mehr-zu-verlieren-als-usa-und-alliierte/>.


Tatsächlich kam es andersherum: Die russische Wirtschaft wuchs im

vorigen Jahr um 4,1 Prozent <https://orf.at/stories/3384181/>. Russlands

Arbeitslosenquote ist mit 2,3 Prozent

<https://de.tradingeconomics.com/russia/unemployment-rate> historisch

niedrig, der Lohnzuwachs mit 7,3 Prozent

<https://de.tradingeconomics.com/russia/wage-growth> hingegen

beträchtlich. In Deutschland sank dagegen 2023 und 2024 die

Wirtschaftsleistung um insgesamt 0,5 Prozent

<https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressekonferenzen/2025/bip2024/statement-bip.pdf?__blob=publicationFile>.

Ekelhafte Beilage: Scholz, Baerbock und Habeck warfen mehr als 200

Milliarden Euro

<https://www.spiegel.de/wirtschaft/ukraine-krieg-kostete-deutschland-bislang-mehr-als-200-milliarden-euro-a-84aaa384-66e7-4758-9492-2538b5b5c16f

zu Fenster hinaus zu dem Zweck, den wahnwitzigen Krieg in der Ukraine in

Gang zu halten; eine Schlachtprämie für den grausamen Tod

hunderttausender Menschen, Preisgeld für die Verwüstung eines Landes.

Die Verantwortlichen in Berlin haben unterdessen für ihre dreieinhalb

Regierungsjahre 4990 Euro monatliche Minister-Altersversorgung erworben.


Einigen namhaften Ukrainern scheint derweil ein Licht aufzugehen, was es

mit diesem Krieg auf sich hat. Gestützt auf eine sinngemäße

Interview-Äußerung Bruno Kahls, des Chefs des Bundesnachrichtendienstes

BND, für den Westen sei eine Kriegsdauer bis zum Jahr 2030 vorteilhaft,

fragten Selenskyjs Hauptkonkurrenten Julia Timoschenko, Pedro

Poroschenko, Vitali Klitschko und Walerij Saluschnyj:

/„Hat jemand beschlossen, die Existenz der Ukraine und das Leben

Hunderttausender Ukrainer aufs Spiel zu setzen, um Russland im Interesse

der Sicherheit in Europa zu ‚schwächen‘? Ich hätte nicht gedacht, dass

sie es wagen würden, dies so offiziell und //offen zu sagen/

</…“/" rel="noopener">https://overton-magazin.de/top-story/bnd-chef-kahl-ein-fruehes-kriegsende-in-der-ukraine-befaehigt-die-russen-ihre-energie-gegen-europa-einzusetzen/>/…“/


*Zugedröhnt*


Selbstverständlich finden die positiven russischen Daten keinen

Niederschlag in den deutschen Hoheitsmedien. Die verkünden ihrer

unbedarften Kundschaft lieber die Mär vom bösen Machthaber Putin und

dröhnen die Hirne mit dem Qualm „russische Bedrohung“ zu.  Sie hofieren

<https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/eklat-weisses-haus-reaktionen-100.html

den gemeingefährlichen Hanswurst in Kiew, erst recht, seit der im Weißen

Haus von Trump und Vance die hochverdiente und überfällige Abreibung

<bekam" rel="noopener">https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/trump-selenskyj-104.html>bekam.


Zum Besseren hat sie leider nicht geführt. Selenskyj gab danach nur noch

ein paar Stunden lang den dicken Maxe. Dann kroch er zu Kreuze: Er sei

bereit, schrieb er auf X, /„die Dinge wieder in Ordnung zu bringen“/ und

unter Trumps /„starker Führung daran zu arbeiten, //den Krieg schnell zu

beenden/

</.“/" rel="noopener">https://blogs.taz.de/lostineurope/selenskyj-macht-kotau-vor-trump/>/.“/


Was von dem Reuebekenntnis zu halten ist, wird sich zeigen. Einstweilen

scheint er seine Spielchen bei seinen EU-Kumpanen v. d. Leyen, Starmer,

Macron, Scholz, Merz, Tusk und der baltischen Zwergstaaten-Xanthippe

Kallas fortsetzen

<zu" rel="noopener">https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tagesthemen/video-1441732.html>zu 

wollen. Diese üble Clique ist bereit zur EU-vertragswidrigen

Kriegsfinanzierung – mit einer astronomischen Schuldaufnahme von fast

800 Milliarden Euro

<https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-milliarden-plan-aufruestung-100.html>.

Unter dem Beifall ihrer genasführten Wähler. Klar:

/„Unbedingter Gehorsam setzt bei den Gehorchenden Unkenntnis //voraus/

</“" rel="noopener">https://www.zitate7.de/autor/Charles+de+Montesquieu/40.html>/./“

Kapiert?


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

11.03.2025

Schummelnde und eine breite öffentliche Diskussion ausschließende Parteienpolitik, SPD-Forderungen nach einem „Deutschland alter Stärke“, CSU-Gefasel zu „staatspolitischer Verantwortung“

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freiheitsfoo.de, Publiziert am 11. März 2025 von freiheitsfoo

Im aktuellen Bundestag soll am kommenden Donnerstag, den 13.3.2025 eine kurzfristig einberufene Sondersitzung stattfinden. Eine weitere Sondersitzung ist für den 18.3.2025 geplant.

Die alles hat allerdings nicht die derzeit noch im Amt befindliche Regierungskoalition von „S“PD und „Grünen“ organisiert sondern wurde in einer internen Absprache zwischen „C“DU/“C“SU und „S“PD untereinander vereinbart und beantragt.

Es soll um die erste Beratung einer Grundgesetzänderung gehen. Worum inhaltlich genau ist der bis dato im Bundestag abrufbaren Tagesordnung nicht zu entnehmen – die Bundestags-Drucksache zur Sitzung existiert noch gar nicht!

So muss man sich als Mensch in diesem Land auf das verlassen und berufen, was medial zur Sache verbreitet wird.


Zusammenfassung daraus:

„Um unter anderem [„unter anderem“, aufgepasst! Anm. der Red.] Straßen, Schienen und Brücken zu sanieren, soll ein auf zehn Jahre angelegtes Schuldenpaket in Höhe von 500 Milliarden Euro soll am 18. März vom Bundestag beschlossen werden. Und: Für alle Verteidigungsausgaben, die über ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts hinausgehen, soll die seit 2011 geltende Schuldenbremse ausgesetzt werden. Das Geld dafür muss sich der Staat über die Ausgabe von Staatsanleihen an den internationalen Märkten leihen. Er ist vom Vertrauen der Investoren wie Banken, Versicherungen und Fonds abhängig. Sowohl für die Änderung der Schuldenbremse als auch für den Beschluss eines Sondervermögens muss das Grundgesetz geändert werden. Dafür ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Bundestag notwendig. Nach der Bundestagswahl entfallen zusammengenommen mehr als ein Drittel der Sitze im Parlament auf Linke und AfD – es bräuchte also die Zustimmung einer der beiden Parteien. Die Linke hat aber deutlich gemacht, dass sie einer Aufrüstung der Bundeswehr nicht zustimmen will. Deshalb wollen Union und SPD noch mit den Mehrheitsverhältnissen im alten Bundestag abstimmen lassen. Dort brauchen sie für die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit nur die Stimmen der Grünen.

Hier stellen sich viele Fragen:

Unter anderem, ob es demokratisch legitim ist, diesen Trick anzuwenden, mit den voraussichtlich Beteiligten einer bevorstehenden neuen Regierung noch innerhalb des alten Bundestages mit „alten“ Mehrheitsverhältnissen eine derart gravierende Abstimmung durchzuführen.

Vor allem aber, ob es duldbar ist, dass eine so politische schwerwiegende Entscheidung in dieser Form übers Knie gebrochen wird. Also ohne der Öffentlichkeit, den Menschen im Land ausreichend Zeit und Gelegenheit zu geben, über das alles nachzudenken und öffentlich zu diskutieren.

Ganz davon abgesehen gibt es eine Menge verstörender Einzeltöne im verqueren Chor der Politikerstimmen.

Zwei Beispiele (unter vielen anderen möglichen):

1.)

SPD-Co-Chef Lars Klingbeil am Abend des 8.3.2025 in den Tagesthemen:

„Wir haben ein starkes Signal auch für Europa gesetzt, indem bspw. bei Fragen der Verteidigungspolitik, auch der Wirtschaftspolitik jetzt klarmachen: Deutschland kommt zu alter Stärke zurück. Wir wollen da voran gehen. Wir wollen ein starkes Deutschland in einem starken Europa. (…) und natürlich geht es darum, die Resilienz unserer Gesellschaft also die Widerstandsfähigkeit erhöhen, indem wir Infrastruktur stark machen, indem wir dafür sorgen, dass in die Bahn investiert wird, in den Klimaschutz investiert wird, in die Energienetze investiert wird. Deutschland muss ein starkes Land sein. (…)“

Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/klingbeil-tt-sondierungsabschluss-100.html

2.)

CSU-Politiker Florian Oßner am 10.3.2025 im DLF zu der Frage, warum die „Grünen“ dem von „C“DU/“CSU“ und „S“PD ausverhandelten Paket in den Eilsitzungen in dieser Woche im noch alten Bundestag zustimmen sollten:

Ich appelliere sehr stark an die staatspolitische Verantwortung der Grünen (…) Es geht weit über parteipolitische Egoismen hinaus – es geht am Ende um die verteidigungspolitische Stabilität Europas. (…) [Wichtig ist, dass man sagt] dass die Grünen das von uns auch immer eingefordert haben, wie wir in unserer Oppositionszeit in dieser Rolle gestanden sind. Wir sind deren Aufforderungen auch immer gefolgt, ohne einen großen Anforderungs- und Kriterienkatalog. (…) [Gespart werden soll] im Bereich des Bürgergeldes, das zurückgefahren wird in eine Art Grundsicherung, auch im Bereich der Migrationskosten, wir haben große Möglichkeiten den Ausnahmetatbeständen der freiwilligen Leistungen des Bundes (…)“

Quelle: https://download.deutschlandfunk.de/file/dradio/2025/03/10/nach_der_sondierung_interview_florian_ossner_mdb_csu_dlf_20250310_1215_BCD0CBA5.mp3

Ein Fazit

a.) Es ist nicht richtig, eine zusätzliche Schuldenaufnahme in unerfassbarer Höhe von 500 Milliarden Euro sowie eine massiv das kriegspolitische Selbstverständnis Deutschlands verändernde Grundgesetzveränderung in dieser Eile und mit dem Trick der den dafür verantwortlichen Parteien günstigeren Mehrheitsverhältnissen im alten Bundestag durchzudrücken. Das scheint spätestens seit dem 100-Milliarden-„Zeitenwende“-Schuldenpaket für das Militär und der heimlich beschlossenen Stationierung von Mittelstreckenwaffen in Deutschland zum Politikstandard zu werden …

b.) Es ist verstörend, wenn „S“PD-Politiker davon reden, dass „Deutschland zu alter Stärke zurück kommen“ müsse. Und dem Irrglauben verfallen sind, dass die Resilienz von Menschen im Wesentlichen von finanziellen Investitionen in die Wirtschaft und Infrastruktur abhängig seien.

c.) Es ist unredlich und unmoralisch, wenn Politiker vermeintlich „christlicher“ Parteien von „staatspolitischer Verantwortung“ faseln, ohne sich dabei an die eigene Nase zu fassen und so tun, als seien sie selber diesem obrigkeitsstaatlich geprägten Gerede selber gefolgt. Und dann auch noch auf die Frage, wo man denn einsparen wolle, wenn man Deutschland aufrüstet, wie noch nie nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, wenn sie auf diese Frage als allererstes die Kürzungen von Leistungen für arme und geflüchtete Menschen anführen.

 

Update 11.3.2025, 5:27

Die Grünen scheinen einzuknicken:

„SPD und Union haben am Abend mit den Grünen über das geplante Finanzpaket verhandelt. Nach rund eineinhalb Stunden waren die Gespräche im Bundestag beendet. Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU, Frei, sprach in der ARD von einem konstruktiven Treffen.“

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Info: https://freiheitsfoo.de/2025/03/11/bundespolitik-hektik-und-heuchelei


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

11.03.2025

Bhadrakumar: Trumps Einfallsreichtum gegenüber Russland und dem Iran

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seniora.org, 11. März 2025, von M. K. Bhadrakumar 10.03.2025  – übernommen von indianpunchline.com

US-Präsident Donald Trump (L) gab bekannt, dass er einen Brief an den obersten iranischen Führer Ayatollah Ali Khamenei (R) gerichtet hat, in dem er Gespräche über die Atomfrage vorschlägt, Washington, 5. März 2025


(Red.) Während in unserem Europa, das leider völlig hinter dem Mond lebt, Donald Trump als tumber Tor dargestellt wird, der einmal "Hüh" und dann wieder "Hott" sagt und keine Strategie hat, sieht M. K. Bhadrakumar, der bedeutende indische Diplomat und Analyst diesen amerikanischen Präsidenten bzw. seine aussenpolitische Politik ganz anders. Es könnte sich in der Tat eine Zeitenwende anbahnen. (am)


In den letzten drei Jahren behauptete Moskau, dass es durch den von den USA geführten Stellvertreterkrieg in der Ukraine einer existenziellen Bedrohung ausgesetzt sei. Doch in den letzten sechs Wochen hat sich diese Bedrohungswahrnehmung weitgehend aufgelöst. Der US-Präsident Donald Trump hat einen heldenhaften Versuch unternommen, das Image seines Landes zu einem Mittelding aus „Freund“ und „Feind“ zu ändern, mit dem Moskau trotz der bisherigen grundlegenden Abneigung oder eines Verdachts freundlich umgehen kann.

Letzte Woche wandte sich Trump der Iran-Frage zu, was ein ähnlich großer Vertrauensbeweis sein könnte. Es gibt Ähnlichkeiten in den beiden Situationen. Sowohl der russische Präsident Wladimir Putin als auch der iranische Präsident Masud Mussawi sind durch und durch Nationalisten und Modernisierer, die dem Westen gegenüber aufgeschlossen sind. Sowohl Russland als auch der Iran sind mit US-Sanktionen konfrontiert. Beide streben eine Rücknahme der Sanktionen an, die Möglichkeiten zur Integration ihrer Volkswirtschaften in den Weltmarkt eröffnen könnten.

Die russischen und iranischen Eliten können gleichermaßen als „Westler“ bezeichnet werden. In ihrer Geschichte haben sowohl Russland als auch der Iran den Westen als Quelle der Modernität erlebt, um ihre Zivilisationsstaaten „aufzurüsten“. In einem solchen Paradigma hält Trump einen Stock in der einen und eine Karotte in der anderen Hand und bietet Versöhnung oder Vergeltung an, je nach Wahl. Ist das ein kluger Ansatz? Ist ein Neustart ohne Zwang überhaupt möglich?

In der russischen Wahrnehmung hat sich die Bedrohung durch die USA in letzter Zeit deutlich verringert, da die Trump-Regierung unmissverständlich eine Strategie signalisiert hat, sich mit Russland zu engagieren und die Beziehungen zu normalisieren   – und sogar die Aussicht auf eine für beide Seiten vorteilhafte wirtschaftliche Zusammenarbeit in Aussicht gestellt hat.

Bisher hat Russland mit Trump eine Achterbahnfahrt erlebt (der Russland sogar mit weiteren Sanktionen gedroht hat), dessen Vorschläge für einen Waffenstillstand zur Beendigung des Konflikts in der Ukraine in Russland Unbehagen auslösen. Trump hat jedoch auch die Tür zur NATO-Mitgliedschaft der Ukraine zugeschlagen, jegliche militärische Entsendung der USA in die Ukraine abgelehnt, Russland von der Verantwortung für die Auslösung des Ukraine-Konflikts befreit und stattdessen die Schuld direkt der Biden-Regierung zugeschoben, den Wunsch Russlands nach einem Ende des Konflikts offen anerkannt und die Bereitschaft Moskaus zur Aufnahme von Verhandlungen zur Kenntnis genommen   – und sogar eingeräumt, dass der Konflikt selbst in der Tat ein Stellvertreterkrieg ist.

Auf praktischer Ebene signalisierte Trump seine Bereitschaft, die normale Funktionsweise der russischen Botschaft wiederherzustellen. Glaubt man den Berichten, haben die beiden Länder ihre offensiven Geheimdienstaktivitäten im Cyberspace eingefroren.

Auch bei der jüngsten Abstimmung über eine Resolution des UN-Sicherheitsrats zur Ukraine standen die USA und Russland als Gegner der europäischen Verbündeten Washingtons, die sich mit Kiew verbündet hatten. Vermutlich haben russische und amerikanische Diplomaten in New York koordinierte Schritte unternommen.

Es ist keine Überraschung, dass in den europäischen Hauptstädten und in Kiew Panik herrscht, weil Washington und Moskau direkt miteinander in Kontakt stehen und sie nicht auf dem Laufenden sind. Während die Stimmung in Moskau spürbar besser geworden ist, verdichtet sich die düstere Stimmung in Europa nur noch weiter und verkörpert die Verwirrung und Vorahnung, die wichtige Momente ihres Kampfes durchzogen haben.

Alles in allem hat Trump die Legitimität der russischen Position eingeräumt, noch bevor die Verhandlungen begonnen haben. Ist auch in Bezug auf den Iran ein unkonventionelles Denken denkbar?

Aus russischer Sicht sind die verbleibenden „offenen Fragen“ im Wesentlichen: erstens ein Regimewechsel in Kiew, der die Entstehung eines neutralen, befreundeten Nachbarlandes sicherstellt; zweitens die Aufhebung der US-Sanktionen; und drittens Gespräche über Rüstungskontrolle und Abrüstung, die an die heutigen Bedingungen angepasst sind, um das Gleichgewicht und die Stabilität in Europa und weltweit zu gewährleisten.

Was den Iran betrifft, so stehen wir noch am Anfang, aber die Situation ist weitaus weniger schwierig. Zwar befinden sich die beiden Länder seit Jahrzehnten in einer feindlichen Beziehung. Dies ist jedoch ausschließlich auf die Einmischung der USA in die Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur des Iran zurückzuführen. Eine unerbittliche gegenseitige Feindseligkeit war historisch gesehen nie der Leitstern.

Im Iran gibt es eine Gruppe von „Westlern“, die sich für eine Normalisierung der Beziehungen zu den USA einsetzen, da dies der Weg zur wirtschaftlichen Erholung des Landes ist. Natürlich haben auch im Iran, wie in Russland, Falken und Dogmatiker ein Interesse am Status quo. Der militärisch-industrielle Komplex ist in beiden Ländern einflussreich.

Der große Unterschied heute besteht darin, dass das äußere Umfeld in Eurasien von den Spannungen zwischen den USA und Russland profitiert, während die innerregionalen Allianzen in der Golfregion einer Entspannung zwischen den USA und dem Iran förderlich sind. Die saudisch-iranische Annäherung, eine stetige und weitgehend mildernde Politik des Widerstands des Iran, Saudi-Arabiens Abkehr von Dschihad-Gruppen als geopolitisches Instrument und seine Neuausrichtung auf Entwicklung und Reform als nationale Strategien   – all dies prägt den zeitgeist (sic!), der eine Konfrontation zwischen den USA und dem Iran verabscheut.

Diese historische Wende macht die alte US-Strategie, den Iran zu isolieren und „einzudämmen“, eher obsolet. In den USA selbst setzt sich unterdessen immer mehr die Erkenntnis durch, dass sich die amerikanischen Interessen in Westasien nicht mehr mit denen Israels überschneiden. Trump kann sich dessen nur bewusst sein.

Ebenso ist die Abschreckungsfähigkeit des Iran heute eine zwingende Realität. Durch einen Angriff auf den Iran können die USA bestenfalls einen Pyrrhussieg erringen, der mit der Zerstörung Israels einhergeht. Trump wird es unmöglich sein, die USA während seiner Präsidentschaft aus dem daraus resultierenden Schlamassel zu befreien, was in der Tat sein Vermächtnis prägen könnte.

Die Verhandlungen zwischen den USA und Russland werden sich wahrscheinlich in die Länge ziehen. Russland ist nicht bereit, den Konflikt einzufrieren, bis es die vollständige Kontrolle über die Donbass-Region und möglicherweise über die Ostseite des Dnjepr (einschließlich Odessa, Charkiw usw.) übernommen hat. Im Fall des Iran läuft die Zeit jedoch ab. In sechs Monaten muss sich etwas ändern, wenn die Sanduhr leer ist und die Frist im Oktober für den Snapback-Mechanismus des JCPOA* von 2015 abläuft, um die UN-Resolutionen zur „Aussetzung aller Wiederaufbereitungs-, Schwerwasser- und Anreicherungsaktivitäten“ durch Teheran wieder in Kraft zu setzen.

Trump wird aufgefordert werden, eine folgenschwere Entscheidung über den Iran zu treffen. Lassen Sie sich nicht täuschen: Wenn es hart auf hart kommt, könnte Teheran den Atomwaffensperrvertrag ganz kündigen. Trump sagte am Mittwoch, dass er einen Brief an Ali Khamenei, den obersten Führer des Iran, geschickt habe, in dem er eine Vereinbarung als Ersatz für das JCPOA fordere. Er deutete an, ohne Einzelheiten zu nennen, dass das Thema schnell zu einem Konflikt mit dem Iran führen könnte, signalisierte aber auch, dass in naher Zukunft ein Atomabkommen mit dem Iran zustande kommen könnte.

Später am Freitag erklärte Trump gegenüber Reportern im Oval Office, dass die USA bei den Verhandlungen mit dem Iran „kurz vor dem Abschluss“ stünden und er hoffe, dass sich eine militärische Intervention als unnötig erweisen würde. Er drückte es so aus: „Es ist eine interessante Zeit in der Geschichte der Welt. Aber wir haben eine Situation mit dem Iran, dass sehr bald, sehr, sehr bald etwas passieren wird. Darüber werden Sie wohl ziemlich bald sprechen. Hoffentlich können wir ein Friedensabkommen erzielen. Ich spreche nicht aus Stärke oder Schwäche, ich sage nur, dass ich lieber ein Friedensabkommen als das andere sehen würde. Aber das andere wird das Problem lösen. Wir stehen kurz vor dem Ziel. Wir können nicht zulassen, dass sie eine Atomwaffe haben.“

Trump strebt an, aus einer Normalisierung der Beziehungen zu Russland und dem Iran, zwei Energiesupermächten, Friedensdividenden zu generieren, die seinem MAGA-Projekt Auftrieb verleihen könnten. Aber erst müssen die Spinnweben weggefegt werden. Mythen und Missverständnisse haben das zeitgenössische westliche Denken über Russland und den Iran geprägt. Trump sollte nicht auf die Phobie vor Russlands „imperialistischen“ Ambitionen oder dem „geheimen“ Atomprogramm des Iran hereinfallen.

Wenn das erste Narrativ das des liberal-globalistischen Neocon-Lagers war, ist das zweite eine Erfindung der israelischen Lobby. Beide sind eigennützige Narrative. Dabei ging der Unterschied zwischen Verwestlichung und Modernisierung verloren. Verwestlichung ist die Übernahme der westlichen Kultur und Gesellschaft, während Modernisierung die Entwicklung der eigenen Kultur und Gesellschaft ist. Verwestlichung kann in Ländern wie Russland und Iran bestenfalls ein Teilprozess der Modernisierung sein.

Trumps Genialität liegt daher darin, die Stellvertreterkriege der USA mit Russland und dem Iran zu beenden, indem er aus der russisch-iranischen strategischen Partnerschaft Synergien schafft. Wenn die Stellvertreterkriege der USA Russland und den Iran in ihrer turbulenten Geschichte in letzter Zeit als Quasi-Verbündete nur enger zusammengebracht haben als je zuvor, liegt ihr gemeinsames Interesse heute auch in Trumps Genialität, Putins Hilfe in Anspruch zu nehmen, um die Beziehungen zwischen den USA und dem Iran zu normalisieren. Wenn jemand einen solch kühnen, magischen Seiltrick vollbringen kann, dann ist es nur Trump, der das kann.

___________________

Anmerkung des Übersetzers:

* Der Snapback-Mechanismus im Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA, Atomabkommen von 2015) diente dazu, frühere UN-Sanktionen automatisch wieder in Kraft zu setzen, falls der Iran gegen seine Verpflichtungen verstoßen sollte. Das Atomabkommen wurde durch die UN-Sicherheitsratsresolution 2231 (2015) bestätigt, die frühere Sanktionen aufhob. Anhang B, Absätze 11  –12 der Resolution 2231 ermöglichte jedoch einen „Snapback“, falls ein JCPOA-Teilnehmer der Meinung war, dass der Iran sich nicht an das Abkommen hält.


Quelle: Indian Punchline

Quelle: https://www.indianpunchline.com/trumps-ingenuity-vis-a-vis-russia-iran/

Mit freundlicher Genehmigung übernommen


Die Übersetzung besorgte Andreas Mylaeus


USA, Russland, Geopolitik, Ukrainekonflikt, M.K. Bhadrakumar, Der Westen gegen Russland


Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acym&ctrl=fronturl&task=click&urlid=59&userid=3998&mailid=2651


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

11.03.2025

Rumänien: Die EU schluckt den Wahl-Ausschluss von Georgescu kommentarlos

lostineu.eu, 10. März 2025

Die EU-Kommission wache über die Demokratie, erklärte ihre deutsche Chefin von der Leyen noch am Sonntag in Brüssel. Einen Tag später ist es damit schon wieder vorbei.

Die Brüsseler Behörde wollte die Abweisung der Präsidentenkandidatur des rechtsradikalen rumänischen Politikers Calin Georgescu nicht kommentieren. Für Wahlen seien allein die nationalen Behörden zuständig, erklärte eine Sprecherin.

Merkwürdig – denn noch im Dezember fühlte sich die EU durchaus zuständig. Nach Vorwürfen der russischen Wahlmanipulation hatte die EU-Kommission ein Verfahren gegen die Videoplattform Tiktok eingeleitet.

Es gebe “ernsthafte Hinweise darauf, dass sich ausländische Akteure mit Hilfe von Tiktok in die rumänischen Präsidentschaftswahlen eingemischt haben”, so von der Leyen damals.

Der Verdacht wurde zwar mittlerweile ausgeräumt. Und es geht immer noch um dieselben Präsidentschaftswahlen. Doch nun tut man in Brüssel plötzlich so, als habe man mit all dem nichts zu tun…

…und mit der Verteidigung der Demokratie in Rumänien auch nicht. Dabei ist der Ausschluss eines Kandidaten, der in den Umfragen als Favorit gilt, ein ungewöhnlich schwerer Eingriff!

Siehe auch “Rumänien: Der Russen-Plot bricht in sich zusammen”

P.S. Die rechten Parteien EKR und AfD haben gegen den Ausschluss von Georgescu protestiert. “Was in Rumänien passiert, ist eine Schande für die EU – die nicht nur lächelnd zusieht, sondern im Hintergrund fleißig die Fäden zieht“, sagte der AfD-Europaabgeordnete Petr Bystron. Die anderen, EU-freundlichen Parteien schweigen. Dabei haben sie ähnliche Vorgänge in anderen Ländern an die große Glocke gehängt…

‹ Update Aufrüstung: Mehr als 60 Prozent der Waffen aus den USA › Wer zahlt die Zeche, wie standhaft sind die Grünen – und hatte Vance doch recht?

16 Comments

  1. Helmut Höft
    11. März 2025 @ 09:29

    Wie war das noch bei Adenauer? “Was stört mich mein Geschwätz von gestern?” Es gehört (leider) zur Politik “Hui” zu erklären und “Pfui” zu vollstrecken, heute “Hüh” und morgen “Hott”. *ächz_kotz* Mir tun die < 10% leid, die sich tatsächlich noch an "Nutzen mehren, Schaden abwenden" zu orientieren versuchen.

Reply

  • Anton Vogel
    11. März 2025 @ 08:37

    Was heißt : Die EU schluckt….
    Diese EU ist doch der Initiator !
    Diese EU mischt sich überall ein wo ein
    ,, Rechtsruck ” droht . Polen, Frankreich, Österreich, Moldau und selbstverständlich auch in DSchland. Es dürfte kaum ein Land in Europa geben wo sich die EUrokraten nicht in die Wahlen eingemischt haben. Diese EU vertritt schon lange fremde Interessen und Ideologien.

    Reply

  • Reykjavik
    10. März 2025 @ 19:39

    Ach, Wahlen sind jetzt rein nationale Angelegenheiten? Wirklich? Und was hatte dann Borrel z.B. zu den Wahlen in Georgien zu melden? https://germany.representation.ec.europa.eu/news/statement-von-kommission-und-josep-borrell-zur-parlamentswahl-georgien-2024-10-28_de. Oder zu den Wahlen in Moldau, wo „Russland und seine Handlager habe aktiv versucht, den demokratischen Prozess und die Wahlen in Moldau zu untergraben“ https://germany.representation.ec.europa.eu/news/nach-wahl-und-referendum-moldau-eu-und-moldau-haben-eine-gemeinsame-zukunft-2024-10-22_de.
    Und dann stelle ich mir gerade vor, in Ungarn wären Wahlen und dem EU-weit ungeliebten Ukrainemilliarden- und Ukrainewaffenlieferungen-Blockierer würde seine Bevölkerung erneut das Vetrauen aussprechen – ich bezweifele, dass die EU das nicht kommentieren würde! Was für ein feiger, opportunistischer Haufen, nur beim Gratismut ganz stark!

    Reply

  • WBD
    10. März 2025 @ 18:33

    Ich habe neulich die Rede von JDVance bei der Münchener (Un-)Sicherheitskonferenz im Original gehört – und war spontan begeistert ! (OK, das mit den Abtreibungskliniken war weniger gut). Aber leider ist viel an den Vorwürfen von Erosion der Demokratie in EU dran !
    Kurz vor der dem Verbot der Stichwahl in Rumänien letzten Oktober hatte der Kandidat Georgescu in Umfragen geführt – mit 63% vor der Konkurrenzbewerberin (37%).
    Ja, und wie @Stef schon festgestellt hat: im DLF wurde der alte, mittlerweile längst widerlegte, Vorwurf des vermutlich russischen Einflusses wiederholt.
    Wenn jemand das wider besseren Wissens tut, so müsste sich doch langsam mal unser Wahrheitsministerium einschalten, oder??

    Reply

    • Karl
      11. März 2025 @ 09:15

      @WBD: Sie haben mitbekommen, wie sich Vance die Demokratie vorstellt? (Nicht nur Blockaden von Abtreibungskliniken und Koranverbrennungen in Europa.)
      Universitäten in den USA will die Trump/Vance-Regierung Gelder entziehen, wenn sie Demonstrationen gegen den Gaza-Krieg dulden.
      Vance ist kein Demokrat, sondern eine rechter Feind der Demokratie!
      Er ist wie Erdogan. Erdogan machte einen auf demokratisch, solange er gegenüber Militär & Diensten noch nicht fest im Sattel saß, aber seitdem er die ganze Macht hat, verweigert er die Demokratie seinen Gegnern – wie es Vance bereits jetzt in den USA tut.
      Lesen Sie zu Vance den Beitrag von Eva C. Schweitzer aus New York: “Vance möchte im Oval Office sitzen, und wenn es ihm bei den Millionen von amerikanischen Trump-Fans hilft, den Hintern von Björn Höcke zu küssen oder einen Kranz beim Grab von Albert Speer niederzulegen, dann tut er das. Sollte sich der Wind um 180 Grad drehen, würde er auch als schwarzer Homosexueller selbstidentifizieren oder als vegane chinesische Transfrau.”
      https://overton-magazin.de/kommentar/politik-kommentar/vorsichtige-umarmung/

      Reply

      • Helmut Höft
        11. März 2025 @ 09:44

        @Karl, @WBD
        “… Vance ist kein Demokrat, sondern eine rechter Feind der Demokratie!” FACK!

        Dschej-di tritt für Fake-News, alternative Fakten, Lügen und Wissenschaftsfeindlichkeit ein (siehe die aktuelle Entwicklung in den USA: “Der Professor ist unser Feind, nieder mit den Universitäten!”). Herr James David Vance ist ein Abziehbild seines Lehrers, Gönners und Förderes Herrn Peter Andreas Thiel, dem Oberlibertarier (“Kein Staat!! Wir – die Oligarchen aus dem Tech-Bereich – sind sooo überlegen! Wir sind die Obrigkeit der zu huldigen und Tribut zu zollen ist … und Trump und Dscheji-di sind unserer Puppen!”)

        Der Showdown zwischen Trump und den Geistern, die er auf den Sozius gesetzt hat, wird interessant. Entweder im Herbst, oder nach den Midterms! “Schaun merr ma …”

  • Monika
    10. März 2025 @ 16:41

    schluckt kommentarlos ??
    NÖ, das ist die Anordnung der Kommission, sonst Liebes-Entzug (EU-Gelder suchen sich dann ein neues Bett..)

    Reply

  • Michael
    10. März 2025 @ 16:00

    Ein Opfer des Tiktok Cyberkrieges der EU!

    Reply

  • Guido B.
    10. März 2025 @ 15:16

    Das willkürliche Aussortieren von unerwünschten Politikern ist das Alleinstellungsmerkmal von Diktaturen. In Russland fallen sie angeblich aus Fenstern. Im Westen errichtet man Brandmauern, erfindet Exklusionsvorwände und schießt auf sie. Wenn Russland keine Demokratie ist, was ist dann von der EU zu halten?

    Reply

    • KK
      10. März 2025 @ 17:16

      Erinnern wir uns das Lied, das einst Andrea Nahles im Deutschen Bundestag vom Rednerpult trällerte: “Ich mach’ mir die Welt widdewidde wie sie mir gefällt…” – das ist inzwischen zur Maxime, man könnte auch sagen “Staatsräson”, fast all unserer Politiker geworden. Jedenfalls all derer, die was zu sagen haben.

      Reply

      • Michael
        10. März 2025 @ 18:44

        Wer hat denn da was zu sagen? Ich vernehme nur Nichtssagendes!

      • KK
        10. März 2025 @ 22:07

        Immerhin wird das Gesagte in die Tat umgesetzt… “whatever it takes!”
        Insofern haben da schon einige was zu sagen!
        Und andere könnten ja wenigstens im Parlament was sagen, hätten sie nicht an rund 13.000 Stimmen scheitern müssen.

  • Stef
    10. März 2025 @ 14:59

    Diktatur im Namen der Demokratie.
    Der ganze Vorgang war von Anfang bis Ende eine Farce. Schon die offizielle Begründung zur Annulierung der Wahlen war ein Witz. Eine echte Manipulation der Wahlergebnisse behaupteten nicht einmal die erkennenden Verfassungsrichter. Wenn eine bloße „Wahlbeeinflussung“ zur Wiederholung einer Wahl zwingt, dann wäre in Europa vermutlich jede Wahl zu wiederholen.
    Weitgehend verschwiegen haben unsere Medien, dass die namentliche TikTok-Kampagne nicht von Russland sondern vom unterlegenen pro-Europäischen Kandidaten finanziert wurde.
    Vollends absurd ist es jetzt geworden, wo der Sieger des annulierten ersten Wahlgangs zur Wiederholungswahl nicht zugelassen wurde. Natürlich hat man bei ihm belastendes Material gefunden. Die Allzweckvorwurf des Nationalsozialismus und Antisemitismus wurde gezogen, was den Einruck erhärtet, man hat tatsächlich gar nichts gegen ihn in der Hand.

    Reply

    • KK
      10. März 2025 @ 17:08

      Und was ist eigentlich von Wahlen zu halten, wo der Gewinner und mutmasslich künftige Bundeskanzler unmittelbar nach der Wahl direkt in für viele vielleicht wahlentscheidenden Bereichen genau das Gegenteil von dem tut, was er vor der Wahl als seine Absichten angekündigt hatte?

      Im Privaten und in der Wirtschaft nennt man das mW Betrug – und es ist strafbar! In unserer sogenannten “Demokratie” zuckt man mit den Schultern und geht zur Tagesordnung über.

      Reply

  • Skyjumper
    10. März 2025 @ 13:39

    Bei der ersten Prüfung der Kandidatenbewerbung von Georgescu lagen offensichtlich alle Voraussetzungen für ein psositives Prüfungsergebnis vor.

    Die im Rahmen der annulierten Wahl gegen Georgescu erhoben Vorwürfe erwiesen sich als nicht stichhaltig.

    Doch nun ergibt die Prüfung des Wahlausschusses mit 10:4 einen negativen Bescheid. Was hat sich zum 1. Prüfungsergebnis verändert?

    Letzte Umfrage sah Georgescu bei 41 %. Auch wenn das (wie jede Umfrage) mit Vorsicht zu geniessen ist, scheint Georgescu’s Beliebtheit in Rumänien in den letzten Monaten eher zugenommen als abgenommen zu haben. Im (annullierten) 1. Wahlgang in 2024 erhielt er jedenfalls “nur” 23 %.

    Georgescu kommentierte die Ablehnung auf X wie folgt:

    “A direct blow to the heart of democracy worldwide! I have one message left! If democracy in Romania falls, the entire democratic world will fall! This is just the beginning. It’s that simple!
    Europe is now a dictatorship, Romania is under tyranny!”

    Was soll man den Rumänen nun empfehlen? Auf zu den Waffen? Bürgerkrieg? Wann sind es einfach zu viele Manipultionen um noch auf die Selbstheilungskräfte der Demokratie zu vertrauen?

    Das eigentlich ungeheuerliche dabei ist: Ich halte einen solchen Vorgang mittlerweile in jeden Land in Europa für denkbar. Schwellende Verbotsverfahren gegen die AfD in Deutschland, fragwürdige Gerichtsverfahren gegen Le Pen in Frankreich. Europa entwickelt sich zum Krebsgeschwür im Demokratiekörper.

    Reply

  • KK
    10. März 2025 @ 13:22

    Der nächste Akt im Schmierentheaterstück EU!


  • Info: https://lostineu.eu/rumaenien-eu-will-ausschluss-von-georgescu-nicht-kommentieren/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Update Aufrüstung: Mehr als 60 Prozent der Waffen aus den USA


    lostineu.eu, 10. März 2025

    Die europäischen Nato-Staaten haben ihre Waffenimporte in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt. Wie aus einem Bericht des Internationalen Stockholmer Friedensforschungsinstituts (Sipri) hervorgeht, stammen mehr als 60 Prozent der Waffenkäufe in diesem Zeitraum aus den USA. Zum weltweit größten Waffenimporteur ist dem Bericht zufolge die Ukraine geworden. In der Praxis bedeutet das, dass die Europäer ihre Waffen in den USA kaufen, um sie dann an die Ukraine weiterzugeben. Mit von der Leyens Wiederbewaffnungs-Programm dürfte dieser “vicious circle” zugunsten der USA und zulasten der Steuerzahler in EUropa noch größer werden – auch wenn sie andeutet, dass künftig mehr Waffen in der EU produziert und gekauft werden sollen…

    Siehe auch “Die USA bleiben Verbündete”: Von der Leyen in Erklärungsnot

    ‹ “Die USA bleiben Verbündete”: Von der Leyen in Erklärungsnot › Rumänien: Die EU schluckt den Wahl-Ausschluss von Georgescu kommentarlos

    3 Comments

    1. Helmut Höft
      11. März 2025 @ 08:48

      “Mehr als 60 Prozent der Waffen aus den USA” … und immer schön am Tropf dieser hängen bleiben. Kommt ein Update, eine Modifikation … (alles zwischen: “… das geben wir nicht weiter, die lassen wir hängen” bis “… und dafür dürfen die jetzt aber wieder richtig blechen!”)

      Lakonisch: Wenn die USA morgen mit Nachdruck gebeten werden doch bitte nach Hause zu gehen, was passiert? Nix!
      Ggf. sie gingen (endlich) nach Hause (und würden dort bleiben), was passierte dann, fiele dann der Himmel auf die Erde, fröre die Hölle zu? Es würde dann auch nix passieren! Also? Schickt das Pack endlich dahin wo es hingehört: An die mexikanische und die kanadische Grenze! (Kommentar siehe hier https://redfirefrog.wordpress.com/2025/03/05/zwischenruf-krieg-und-krieg/)

      Wie die USA den Rest der Welt behandeln ist uns am TiiehViieh mit Selenskyj vorgeführt worden und spätestens seit Streeck (siehe Link hier: 10. März 2025 @ 09:07 https://lostineu.eu/usa-sind-weiter-partner-von-der-leyen-kann-aufruestung-nicht-erklaeren/) weiß jeder, dass das amerikanische Standard”diplomatie” ist.

    Reply

  • Arthur Dent
    10. März 2025 @ 22:58

    „Mit von der Leyens Wiederbewaffnungs-Programm dürfte dieser “vicious circle” zugunsten der USA und zulasten der Steuerzahler in EUropa noch größer werden – auch wenn sie andeutet, dass künftig mehr Waffen in der EU produziert und gekauft werden sollen“…
    Italien möchte ja seine Armee aufstocken und durch das „Wiederbewaffnungsprogramm“ finanzieren. Zwar ist Italien auch Nettozahler der EU, da aber Deutschland der größte Nettozahler der EU ist, kann es dann sein, dass auch der deutsche Steuerzahler die Aufrüstung der italienischen Armee mitfinanziert? Denn der Topf des Wiederbewaffnungsprogramms wird ja wohl durch die Nettozahler gefüllt werden, oder?

    Reply

  • Skyjumper
    10. März 2025 @ 16:49

    Ich bin relativ sicher (aber unter Abwesenheit jeglichen Wissens) dass das noch nicht das ganze Ausmaß des Dilemmas darstellt.

    Wenn SIPRI von Waffenkäufen schreibt meinen sie das wie? Ist die von Deutschland gekaufte, und in Deutschland von einen europ. Firmenkonsortium gebaute Fregatte F126 nun ein deutsches Produkt? Also ein Waffenkauf in Deutschland?
    Ist der von Italien gekaufte, und in Italien, von einer ital. Firma gebaute AW249 nun ein italienisches Produkt? Also ein Waffenkauf in Italien?
    Vermutlich muss man die SIPRI-Zahlen so interpretieren, dass es genauso gemeint ist.

    Unterm Tisch fällt dabei dann aber, dass für die deutsche Fregatte erhebliche Waffenbestandteile aus den USA zugekauft werden. Untern Tisch fällt dann dabei dass für den italienischen Hubschrauber die Triebwerke in den USA zugekauft werden.
    Selbst so ein “ur-europäisches” wie der Militärhubschrauber NH90 hat (zumindest bei den Produktionen für einige Käufer) US-Triebwerke von General Motors eingebaut.



  • Info: https://lostineu.eu/update-aufruestung-mehr-als-60-prozent-der-waffen-aus-den-usa/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Die Watchlist EUropa vom 11. März 2025


    lostineu.eu, 11. März 2025

    Heute mit News und Analysen zu den Kosten der Aufrüstung, dem Haushalts-Streit der Grünen mit CDU-Chef Merz und der US-Kritik an der europäischen Demokratie.

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    Wer zahlt die Zeche, wie standhaft sind die Grünen – und hatte Vance doch recht? 11. März 2025

    Die EU bewaffnet sich, Merz ermächtigt sich – und Kickl kommt doch nicht 8. März 2025

    Kriegsgipfel ohne Friedensplan, Selenskyj likes Trump & Baerbock geht 6. März 2025

    Narren regieren EUropa, Aufschub für Autobauer – und Nord Stream 2.0? 4. März 2025

    Merz soll EU retten, EU will Selenskyj retten – und Green Deal war gestern 1. März 2025

    EU nicht mehr nachhaltig, Klassenfahrt nach Indien – und Abfuhr für Kallas 27. Februar 2025

    Willkommen in CDUropa, Costa will verhandeln & Selenskyj will sich opfern 25. Februar 2025

    Zeiten(w)ende in der EU, Ukraine in Bedrängnis – und neue Sanktionen 22. Februar 2025

    Unter Macrons Kommando, neue Russland-Sanktionen & “Diktator Selenskyj” 20. Februar 2025

    EUropa im Abseits, junge EUropäer unzufrieden & Baerbock verplappert sich 18. Februar 2025

    Trump demütigt EU – Transatlantiker und Neocons im Abseits 15. Februar 2025

    Trump führt die EU vor, VDL verärgert Grüne – und Liberale wollen USAID 2.0 13. Februar 2025

    Knieschuss und Kettensäge, Warten auf Trump & Schlag gegen “freie” Medien 11. Februar 2025

    Die Grenzen der Aufrüstung, Balten kappen Kabel – und AI Act in Kraft 8. Februar 2025

    Schlag gegen China-Handel, UK will “Reset” – und Streit um Porno-App 6. Februar 2025

    In der Trump-Falle, Scholz attackiert Merz – und “Totalausfall der Führung” 4. Februar 2025

    Nun ist es ihre Krise, Merz stiftet Chaos & rechte Regierung in Belgien 1. Februar 2025

    Von der Leyens Rollback, Milliarden für Jordanien – und Meloni hat ein Problem 30. Januar 2025

    Trumps erste Opfer, Auschwitz ohne Putin – und Chinas Sputnik-Moment 28. Januar 2025

    Das Imperium schlägt zurück, Warnung vor Krieg – und Streit um Sanktionen 25. Januar 2025


    Info: https://lostineu.eu/die-watchlist-europa-vom-11-maerz-2025/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


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    11.03.2025

    Nachrichten von Pressenza: Österreich bewegt sich für Toleranz und Gerechtigkeit

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 11. März 2025


    Nachrichten von Pressenza - 11.03.2025


    Österreich bewegt sich für Toleranz und Gerechtigkeit


    Am Sonntag, den 23. März 2025, finden in Wien, Nieder- und Oberösterreich zeitgleich mehrere Friedenswanderungen statt. Menschen gehen in Ried im Innkreis, Linz, Gallneukirchen, St. Pölten, Ernsthofen, St. Oswald, Purkersdorf und Wien auf die Straße, um ein gemeinsames Zeichen für&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/03/oesterreich-bewegt-sich-fuer-toleranz-und-gerechtigkeit/


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    Ukraine und viele europäische Länder handeln gegen Demokratie und Freiheit – Tulsi Gabbard


    Das hitzige Wortgefecht zwischen Trump und Selenskij hat für Kiew ernste Folgen: Die USA setzen ihre Ukraine-Militärhilfe vorerst aus. Außerdem hagelt es Kritik für den „Vorzeigedemokraten“ Selenskij. Der kürzliche Eklat im Weißen Haus, zu dem es im Laufe des angespannten&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/03/ukraine-und-viele-europaeische-laender-handeln-gegen-demokratie-und-freiheit-tulsi-gabbard/


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    Nein zur Stationierung der US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland!


    Nein zur geplanten Grundgesetzänderung zur Aufrüstung! Die Chancen auf substanzielle Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine um einen Waffenstillstand und eine nachhaltige europäische Friedensordnung stehen derzeit so gut wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Ein Verhandlungsfrieden, der das Blutvergießen&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/03/nein-zur-stationierung-der-us-mittelstreckenwaffen-in-deutschland/


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    Kommunikation und humanistische Revolution


    Ist es möglich, den Kapitalismus zu überwinden und Fortschritte in Richtung soziale Gerechtigkeit und gleichen Rechten und Chancen zu gelangen, ohne die Kommunikation zu demokratisieren? Die Antwort ist eindeutig: Nein, das ist nicht möglich. Die Konzentration der Medien führt zur&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/03/kommunikation-und-humanistische-revolution/


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    Länder des UN-Atomwaffenverbotsvertrags bieten Alternative zur nuklearen Eskalation


    Pressemitteilung der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) vom 08.03.2025 Die Mitgliedstaaten des Vertrags über das Verbot von Atomwaffen (AVV), die bei der UNO in New York zusammengekommen sind, haben bekräftigt, dass die wahre globale Sicherheit in der Abschaffung&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/03/laender-des-un-atomwaffenverbotsvertrags-bieten-alternative-zur-nuklearen-eskalation/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


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    11.03.2025

    Emissionshandel
    Viele CO2-Zertifikate halten nicht, was sie versprechen

    makronom.de, vom 10. März 2025,  BENEDICT PROBST, Energie & Umwelt

    CO2-Zertifikate sollen beim Erreichen der Klimaziele helfen. Doch eine neue Studie zeigt: Ein Großteil der Zertifikate hält nicht, was er verspricht – mit drastischen Folgen für den Klimaschutz. Ein Beitrag von Benedict Probst.


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    Bild: Jeremy Bezanger via Unsplash


    Kohlenstoffmärkte spielen eine wichtige Rolle in den Klimastrategien von Unternehmen und Staaten. Sie ermöglichen den Kauf und Verkauf von Emissionsgutschriften. Diese repräsentieren eine bestimmte Menge an CO2-Emissionen (CO2), die durch Umweltprojekte wie Waldschutz oder die Vernichtung schädlicher Gase reduziert oder vermieden wurden. Solche Gutschriften sind wichtig, weil sie Unternehmen und Staaten helfen, ihre Klimaziele zu erreichen, indem sie einen Teil ihrer eigenen Emissionen ausgleichen.

    Die große Frage ist, ob diese Emissionsgutschriften wirkliche Emissionsreduzierungen widerspiegeln oder ob sie nur eine Scheinwirkung haben. Helfen diese Projekte tatsächlich der Umwelt oder zahlen wir für etwas, das keinen wirklichen Nutzen bringt?

    Was macht gute CO2-Zertifikate aus?

    Kohlenstoffmarktprogramme ermöglichen es Projektentwicklern, durch Emissionsminderungsprojekte Kohlenstoffgutschriften zu erzielen. Verschiedentlich wurden jedoch Bedenken hinsichtlich der Umweltintegrität geäußert. So zeigen zahlreiche Einzelstudien, dass auf Projektebene in vielen freiwilligen Klimaschutzmaßnahmen entweder die tatsächlichen Emissionsminderungen stark überschätzt werden oder überhaupt keine messbaren Reduktionen vorgewiesen werden können. Auch medial erregt dies immer öfter große Aufmerksamkeit.

    Da eine systematische Analyse dieser Thematik jedoch bislang fehlt, haben wir in unserer neuen Überblicksstudie die tatsächliche Kompensationswirkung von CO2-Zertifikaten über viele gängige Projekttypen hinweg untersucht. Aus insgesamt 64.000 potenziell relevanten Studien wurden 65 identifiziert, deren quantitative Daten zu realen Emissionsminderungen extrahiert und analysiert wurden. Alle berücksichtigten Studien basieren auf strengen experimentellen oder beobachtungsbasierten Methoden. Sie untersuchen sowohl konkrete CO2-Kompensationsprojekte als auch Emissionsminderungsmaßnahmen ohne die Ausstellung von Zertifikaten.

    Die ausgewählten Untersuchungen mussten dabei einige grundlegende Qualitätskriterien erfüllen:

    • Zusätzlichkeit: Projekte müssen zusätzlich („additional“) sein, d.h. die durch das Zertifikat erzielten Emissionsminderungen werden ausschließlich aufgrund des Verkaufs des Zertifikats realisiert.
    • Konservative Schätzung: Effekte von Emissionsminderungen oder -entnahmen dürfen nicht überschätzt werden, im Falle von Unsicherheiten müssen Annahmen konservativ sein.
    • Dauerhaftigkeit: Das Risiko, dass Emissionsminderungen wieder revidiert werden, muss adressiert werden; z.B. kann ein Waldbrand die aus Waldschutzmaßnahmen generierten CO2-Zertifikate vollkommen annullieren.
    • Keine doppelte Anrechnung: Jedes CO2-Zertifikat darf nur von einer Partei beansprucht werden. Beispielsweise darf eine Emissionsminderung nicht sowohl dem Käufer des Zertifikats als auch der Treibhausgasbilanz des Herkunftslands angerechnet werden (Vermeidung von sog. „double counting“).

    Unsere Analyse deckt dabei etwa ein Fünftel der bisher ausgestellten globalen Gesamtmenge an CO2-Zertifikaten ab, was nahezu einer Milliarde Tonnen CO2-Emissionen entspricht.

    Wirkliche Emissionsminderungen gering

    Die von uns untersuchte „Vermeidungsrate“ (engl: offset achievement ratio) vergleicht die Menge ausgegebener Zertifikate mit den Schätzungen unabhängiger Studien. Eine Vermeidungsrate von 100% bedeutet also beispielsweise, dass ein Zertifikat über eine Tonne CO2 tatsächlich diese Menge des Treibhausgases vermieden hat, bei einer Rate von 50% wurde nur die Hälfte vermieden.

    Unsere systematische Auswertung der mehr als 2.000 Kompensationsprojekte zeigt, dass weniger als 16% der analysierten CO2-Zertifikate tatsächliche Emissionsminderungen darstellen. Die niedrigsten Vermeidungsraten fanden wir in den Bereichen von Windkraftprojekten und verbesserter Forstwirtschaft – für beide Projektarten konnten keine statistisch signifikanten Emissionsreduktionen nachgewiesen werden (Vermeidungsrate von 0%).

    Hier eine Zusammenfassung der untersuchten Vermeidungsraten gängiger Projekttypen zur Emissionsminderung:

    • Windkraftprojekte: 0%
    • Verbesserte Forstwirtschaft: 0%
    • Effiziente Kochherde: 10,8 %
    • SF₆-Abbau: 16,4 %
    • Vermeidung von Abholzung: 24,7 %
    • HFC-23-Abbau: 68,3 %


    Keine der untersuchten Projekttypen konnte im Schnitt tatsächliche Emissionsreduktionen in Höhe der angegebenen Zertifikate vorweisen. Während die untersuchten Projekte in den Bereichen Windkraft und verbesserter Forstwirtschaft vollständig wirkungslos waren, schneiden industrielle Maßnahmen zur Reduktion des Treibhausgases HFC-23 mit einer Vermeidungsrate von 68,3% noch am besten ab.

    Projiziert man diese Ergebnisse auf die insgesamt 972 Millionen untersuchten ausgegebenen CO2-Zertifikate, entfallen 812 Millionen auf nicht realisierte Emissionsminderungen – eine Menge, die die jährlichen Emissionen Deutschlands übersteigt.

    CO2-Zertifikate weisen systemische Probleme auf

    Unsere Ergebnisse verdeutlichen erhebliche Qualitätsprobleme bei CO2-Zertifikaten und zeigen, dass Angaben zu Klimaneutralität und Netto-Null-Zielen, die auf solchen Zertifikaten beruhen, mit großer Wahrscheinlichkeit falsch sind. Viele Systematische Probleme lassen sich auf folgende Hauptursachen zurückführen:

    • Unrealistische Annahmen: Projektentwickler treffen Annahmen, die die tatsächlichen Emissionsreduktionen überschätzen.
    • Veraltete oder selektive Daten: Es werden Daten genutzt, die veraltet oder vorteilhaft ausgewählt sind, um die Anzahl der ausgestellten Gutschriften zu maximieren.
    • Methodische Schwächen: Fehlerhafte Berechnungen und unzureichende Überprüfung führen zu fehlerhaften Emissionsreduktionsergebnissen.

    Um die Qualität der Zertifikate zu verbessern, sind vor allem die Marktprogramme in der Pflicht. Sie sollten ihre Ansätze zur Prüfung von Projekten und der Berechnung von Emissionsminderungen deutlich verbessern. Zentral ist dabei, dass konservativere Annahmen getroffen werden und die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse als Grundlage dienen. Des Weiteren bedarf es unabhängiger Prüfmechanismen, um die Glaubwürdigkeit und Effektivität der Maßnahmen zu erhöhen.

    Die großen Klimaziele sind in Gefahr

    Wenn Emissionsgutschriften nicht zu einer echten Emissionsreduzierung führen, machen wir im Kampf gegen den Klimawandel nicht die Fortschritte, die wir zu erzielen glauben. Wir riskieren ein Vertrauensproblem: Regierungen und Unternehmen verlassen sich auf CO2-Zertifikate, um ihre Klimaziele zu erfüllen. Wenn diese Gutschriften nicht wirksam sind, könnte dies das Vertrauen in die Kompensationsmärkte untergraben, die als ein wichtiges Instrument zur Bekämpfung des Klimawandels gelten.

    Unsere Studie zeigt, dass Kohlenstoffmärkte nicht die Wirkung erzielen, die sie sollen und die wir dringend brauchen. Es gibt Reformbedarf. Um wirklich etwas zu bewirken, müssen die Systeme für Emissionsgutschriften grundlegend geändert werden um sicherzustellen, dass sie tatsächlich zur Eindämmung des Klimawandels beitragen. Wenn wir diese Systeme nicht reformieren, laufen wir Gefahr, die Klimaziele zu verfehlen und Unternehmen dabei zu erlauben, sich umweltfreundlicher zu geben, als sie tatsächlich sind.

     

    Zum Autor:

    Benedict Probst ist Umweltökonom und leitet seit Mai 2024 das Net Zero Lab, eine unabhängige Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb in München.


    Info: https://makronom.de/viele-co2-zertifikate-halten-nicht-was-sie-versprechen-48522?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=viele-co2-zertifikate-halten-nicht-was-sie-versprechen


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    11.03.2025

    Kriegsmacht Europa  SIPRI: Europas Aufrüstung ist seit Jahren maßgeblicher Treiber im globalen Waffenhandel. Laut der Denkfabrik IISS basiert auch der Anstieg der globalen Militärausgaben vor allem auf dem Anstieg der europäischen Wehretats.

    german-foreign-policy.com, 11. März 2025

    BERLIN/BRÜSSEL (Eigener Bericht) – Die Aufrüstung Europas ist in den vergangenen fünf Jahren die maßgebliche Triebkraft des globalen Waffenhandels gewesen. Dies geht aus dem jüngsten Bericht des Stockholmer Forschungsinstituts SIPRI zum internationalen Handel mit Kriegsgerät hervor. Demnach stieg der Anteil Europas an den weltweiten Rüstungsimporten von 11 Prozent im Fünfjahreszeitraum von 2015 bis 2019 auf 28 Prozent im Zeitraum von 2020 bis 2024. Der US-Anteil stieg von 1,9 auf 3,1 Prozent, während der Anteil der anderen Kontinente teils deutlich sank. Auch bei den Rüstungsexporten, die Spannungen und Kriege in aller Welt befeuern, lagen die westlichen Staaten mit einem globalen Anteil von gut 73 Prozent vorn; auf Europa entfielen dabei 30 Prozent. Die gleiche Tendenz zeigt sich bei den Militärhaushalten. Laut einer Analyse des International Institute for Strategic Studies aus London lag der Anstieg der europäischen Wehretats mit 11,7 Prozent um mehr als die Hälfte über dem globalen Durchschnitt. Dabei haben die Staaten Europas laut SIPRI ihre Importe von US-Rüstungsgütern in den vergangenen Jahren massiv gesteigert, was die jüngsten Bestrebungen, von ihnen unabhängig zu werden, deutlich erschwert.


    Zitat: Waffenimporte verdoppelt

    Der globale Waffenhandel ist in den vergangenen fünf Jahren [1] maßgeblich von den westlichen Staaten angetrieben worden und unter diesen ganz besonders von den Ländern Europas. Dies geht aus dem jüngsten Bericht des Stockholmer Forschungsinstituts SIPRI zur Entwicklung von Im- und Export schwerer Rüstungsgüter hervor. Demnach ist der weltweite Waffenhandel insgesamt im Fünfjahreszeitraum von 2020 bis 2024 gegenüber dem Fünfjahreszeitraum von 2015 bis 2019 um 0,6 Prozent gesunken; das basiert darauf, dass der Waffenimport in Asien/Ozeanien, im Mittleren Osten, in Afrika und in Lateinamerika klar zurückging. In den USA hingegen stieg er von einem Anteil von 1,9 Prozent an den globalen Rüstungsimporten (2015 bis 2019) auf einen Anteil von 3,1 Prozent (2020 bis 2024). Die Staaten Europas verzeichneten im gleichen Zeitraum sogar einen Anstieg von 11 Prozent auf 28 Prozent. Dies ist laut SIPRI nur teilweise auf die kriegsbedingte Aufrüstung der Ukraine zurückzuführen, die ihren Anteil am globalen Import von Kriegsgerät von lediglich 0,1 Prozent auf 8,8 Prozent steigerte. Die rasante Zunahme des europäischen Anteils resultiert laut den SIPRI-Statistiken auch daraus, dass die NATO-Staaten Europas ihre Waffenimporte in den Jahren von 2020 bis 2024 gegenüber dem Fünfjahreszeitraum vorher mehr als verdoppelten.[2]


    Waffenexporte gesteigert

    Davon abgesehen zeigt sich, dass unter den weltweiten Waffenlieferanten Unternehmen aus den Vereinigten Staaten und den Ländern Europas dominieren. Sie steigerten ihren Anteil an den globalen Rüstungsexporten den SIPRI-Statistiken zufolge von 61 Prozent (2015 bis 2019) auf 73 Prozent (2020 bis 2024). Spitzenreiter unter den Rüstungsexporteuren weltweit sind nach wie vor die USA, die ihren Anteil von 35 auf 43 Prozent erhöhen konnten. Setzt sich die Entwicklung fort, dann kommen in Kürze die Hälfte aller weltweit gehandelten Waffensysteme aus US-Produktion. Der Anteil Russlands fiel – teilweise durch den Ukraine-Krieg bedingt – von 21 auf 7,8 Prozent, der Anteil Chinas von 6,2 auf 5,9 Prozent, wobei knapp zwei Drittel aller chinesischen Waffenlieferungen nach Pakistan gingen, Chinas schon lange wichtigsten Rüstungskunden. Die Staaten Europas insgesamt konnten ihren Anteil steigern, wobei der Anteil Deutschlands von 5,7 Prozent auf 5,6 Prozent leicht fiel; damit ist die Bundesrepublik unter den globalen Rüstungsexporteuren die Nummer fünf. Auf Platz zwei kletterte mit einem Anstieg um ein gutes Zehntel Frankreich, das auf rund 9,6 Prozent der globalen Waffenausfuhren kam. Italien landete nach einem rapiden Anstieg mit einem Anteil von 4,0 Prozent auf Platz sechs, Spanien nach einer deutlichen Zunahme auf 3,0 Prozent auf Platz neun.[3]


    Wehretats erhöht

    Die SIPRI-Zahlen widerlegen den Mythos, „Europa“ liege militärisch am Boden und müsse dringend „wiederaufgerüstet“ werden, wie es der Name des EU-Programms „ReArm Europe“ suggeriert.[4] Das bestätigt auch ein Überblick über die globalen Militärausgaben, den das Londoner International Institute for Strategic Studies (IISS) Mitte Februar vorgelegt hat. Dem Überblick lässt sich entnehmen, dass die Militärhaushalte weltweit in ihrer Summe um 7,4 Prozent auf 2,46 Billionen US-Dollar stiegen. Auch dabei waren die europäischen Staaten die zentralen Triebkräfte: Sie steigerten ihre Wehretats um 11,7 Prozent auf 457 Milliarden US-Dollar. Damit kamen sie freilich nicht einmal auf die Hälfte des Budgets der US-Streitkräfte; dieses lag bei 968 Milliarden US-Dollar.[5] Am stärksten hatte in Europa der Anstieg der deutschen Militärausgaben zu Buche geschlagen, der sich – die Sonderschulden inklusive – auf ein Plus von 23,2 Prozent belief. Stärker war lediglich der kriegsbedingt massive Anstieg des russischen Militärhaushalts um 41,9 Prozent auf 145,9 Milliarden US-Dollar. Das IISS weist darauf hin, dass dies, berechnet nach Kaufkraftparität, einem Vergleichswert von 462 Milliarden US-Dollar entspricht; damit erreicht Russland erstmals ein Beschaffungsvolumen, das in etwa dem europäischen gleicht, wobei ein Teil der erworbenen Waffen sogleich dem Krieg zum Opfer fällt.


    Rekordkäufe in den USA

    Nicht nur rüstungswirtschaftlich, sondern auch politisch fällt stark ins Gewicht, dass die Vereinigten Staaten ihre Rüstungsexporte nach Europa erheblich steigern konnten. In den Jahren von 2020 bis 2024 nahmen die US-Waffenlieferungen nach Europa im Vergleich zu den Ausfuhren von 2015 bis 2019 auf mehr als das Dreifache zu; erstmals seit 20 Jahren war Europa mit einem Anteil von 35 Prozent Hauptabnehmer von US-Kriegsgerät (sein Anteil in den Jahren 2015 bis 2019 lag nur bei 13 Prozent). Damit haben die europäischen NATO-Mitglieder die reichen arabischen Golfstaaten als Hauptkunden der US-Rüstungskonzerne abgelöst. Dies lag bloß zum Teil an den Lieferungen an die Ukraine, die sich auf 9,3 Prozent aller US-Waffenexporte summierten. Zu den zehn größten Abnehmern von US-Kriegsgerät zählten Großbritannien, die Niederlande und Norwegen.[6] Umgekehrt steigerten die NATO-Staaten Europas den Anteil von US-Produkten an ihrem gesamten Rüstungsimport von 52 Prozent (2015 bis 2019) auf 64 Prozent (2020 bis 2024). Dass sich daran auch in Zukunft ohne massive politische Einwirkung nichts ändern wird, zeigt der Auftragsbestand von US-Rüstungskonzernen, der laut SIPRI die Lieferung von 472 Kampfjets und von 150 Kampfhubschraubern an europäische NATO-Staaten umfasst – neben allerlei anderem.


    Schwenk nach Europa

    Um das Ruder herumzureißen, haben deutsche Rüstungskonzerne begonnen, massiv Druck auszuüben. So wies Ende vergangener Woche der Vorsitzende von Airbus Defence and Space darauf hin, beschaffe man US-Kampfjets vom Typ F-35, dann könne Washington aufgrund technologischer Abhängigkeiten einen ihm missliebigen Einsatz der Flugzeuge jederzeit sabotieren (german-foreign-policy.com berichtete [7]). EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat am Sonntag bekräftigt, sie befürworte einen Schwenk hin zur Beschaffung europäischer Waffen, erklärte aber, das lasse sich lediglich mit „einer graduellen Zunahme“ von Rüstungskäufen bei europäischen Waffenschmieden bewerkstelligen; allzu groß sei zur Zeit noch die Abhängigkeit besonders von US-Exporteuren.[8] Dabei boomt die europäische Rüstungsindustrie schon jetzt. Die Rüstungsaktien sind in der vergangenen Woche nach der Bekanntgabe des Rüstungsprogramms „ReArm Europe“ rasant in die Höhe geschnellt. Auch die Zahl der Beschäftigten in der Rüstungsindustrie wächst kontinuierlich und lag im Jahr 2023 mit EU-weit rund 581.000 Personen um ungefähr 15 Prozent oberhalb der Anzahl von 2021.[9] Mit der Zunahme ihres ökonomischen Gewichts wächst dabei auch der politische Einfluss der Rüstungsindustrie.

     

    [1] SIPRI vergleicht jeweils Fünfjahreszeiträume, um Schwankungen auszugleichen, die entstehen, wenn in einem Jahr besonders teure Waffensysteme wie etwa Kriegsschiffe oder auch Kampfjets geliefert werden.

    [2], [3] Mathew George, Katarina Djokic, Zain Hussain, Pieter D. Wezeman, Siemon T. Wezeman: Trends in international arms transfers, 2024. SIPRI Fact Sheet. Solna, March 2025.

    [4] S. dazu Der Rekordrüstungsgipfel.

    [5] Fenella McGerty, Karl Dewey: Global defence spending soars to new high. iiss.org 12.02.2025.

    [6] Mathew George, Katarina Djokic, Zain Hussain, Pieter D. Wezeman, Siemon T. Wezeman: Trends in international arms transfers, 2024. SIPRI Fact Sheet. Solna, March 2025.

    [7] S. dazu „Wir sind Weltmacht”.

    [8] Alexandra Brzozowski: Von der Leyen’s call to arms: regular security talks with EU commissioners. euractiv.com 09.03.2025.

    [9] Wer rüstet Europa auf? Frankfurter Allgemeine Zeitung 08.03.2025.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9899


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    11.03.2025

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    10.03.2025

    Der "Nachkriegskonsens" als neue Geschichtslüge

    freedert.online, 8 Feb. 2025 21:17 Uhr,Von Dagmar Henn

    Was Scholz da - zusammen mit anderen SPD-Politikern - über die Geschichte der Bundesrepublik behauptet, entbehrt jeder Grundlage. Und er müsste es wissen. Aber über wirkliche Nazis scheint man in dieser Partei nur noch ungern zu reden.


    Der "Nachkriegskonsens" als neue Geschichtslüge

    Der spätere Adenauer-Minister Theodor Oberländer


    Das muss ansteckend sein. Inzwischen verbreitet sogar Bundeskanzler Olaf Scholz dieses Märchen. Die Tagesschau zitiert seinen Vorwurf, Merz und die Union hätten "einen Konsens gebrochen, der in der deutschen Nachkriegsdemokratie bisher immer getragen hat: Keine Zusammenarbeit mit den extremen Rechten."


    Gedenkkultur à la BRD – Niederschlagung von Volksaufständen nur im Osten?





    Gedenkkultur à la BRD – Niederschlagung von Volksaufständen nur im Osten?





    Dreist gelogen. Die Geschichte der Bundesrepublik sah völlig anders aus. Nur so mal als Hausnummer aus der Verwaltung: im Innenministerium in Bonn, so ergaben historische Forschungen, lag "der Anteil ehemaliger Mitglieder der NSDAP zeitweise bei 66 Prozent". Dieser Wert wurde vermutlich nicht einmal während der zwölf Jahre Naziherrschaft selbst erreicht.

    Eine Kontinuität, die dem berüchtigten Grundgesetz-Artikel 131 zu verdanken war, den Adenauer 1951 hinzufügen ließ (da war die Bundesrepublik gerade mal zwei Jahre alt):

    "Die Rechtsverhältnisse von Personen einschließlich der Flüchtlinge und Vertriebenen, die am 8. Mai 1945 im öffentlichen Dienste standen, aus anderen als beamten- oder tarifrechtlichen Gründen ausgeschieden sind und bisher nicht oder nicht ihrer früheren Stellung entsprechend verwendet werden, sind durch Bundesgesetz zu regeln. Entsprechendes gilt für Personen einschließlich der Flüchtlinge und Vertriebenen, die am 8. Mai 1945 versorgungsberechtigt waren und aus anderen als beamten- oder tarifrechtlichen Gründen keine oder keine entsprechende Versorgung mehr erhalten. Bis zum Inkrafttreten des Bundesgesetzes können vorbehaltlich anderweitiger landesrechtlicher Regelung Rechtsansprüche nicht geltend gemacht werden."

    Die Regelung sah dann so aus, dass alle wieder "ihrer früheren Stellung entsprechend" verwendet wurden, Kriegsverbrecher eingeschlossen. Man könnte das auch anders formulieren: in der westlichen Republik wurde vorübergehend mal an der Nazielite gekratzt, aber dann wurde sie bald wieder auf ihre alten Posten gesetzt. Im Justizministerium und andernorts sah es übrigens nicht besser aus als im Innenministerium.

    Aber das ist doch die Verwaltung, könnte man da einwenden, und Scholz meint schließlich politische Zusammenarbeit. Und vermutlich wird er sich darauf hinausreden, dass man innerhalb ein und derselben Partei schließlich nicht von Zusammenarbeit reden könne.


    VVN: Das veruntreute Erbe des Antifaschismus





    Meinung

    VVN: Das veruntreute Erbe des Antifaschismus






    Wie im Falle von Theodor Oberländer. Von 1953 bis 1960 Bundesminister für Vertriebene in der Regierung Adenauer. Und eine wirklich abstoßende Gestalt - er war der Verbindungsoffizier der Wehrmacht zum Bataillon Nachtigall, jener ukrainischen Einheit, die am 30. Juni 1941 das Massaker an der jüdischen Bevölkerung von Lemberg verübte. Ein überzeugter Nazi, der sich schon in den ersten Jahren der Naziherrschaft "wissenschaftlichen" Studien widmete, warum Juden und Slawen ausgerottet werden sollten.

    Oberländer war einer der Verbrecher, die schon 1946 in die Organisation Gehlen geholt wurden, den Vorläufer des BND. Da befand er sich in Gesellschaft Seinesgleichen. Seine politische Karriere in der Bundesrepublik begann er in der FDP (auch vielerorts, z.B. in NRW, eine neue Heimat für alte Nazis), ging dann in den Bund der Heimatvertriebenen, und anschließend, als er schon zwei Jahre als Staatssekretär für Flüchtlingsfragen in Bayern hinter sich hatte, 1955 in die CDU. In keiner dieser Parteien war er der einzige Kriegsverbrecher.

    Es war die DDR, die die Vergangenheit des Herrn Oberländer wieder in den Blick rückte. Mit einem Prozess in Abwesenheit, bei dem er, wegen der Ermordung mehrerer Tausend Juden und Polen in Lemberg, zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt wurde. Die Adenauer-Regierung versuchte natürlich, das Ganze kleinzureden. Wir sind noch in der Zeit vor dem ersten großen Auschwitz-Prozess 1963, der die Bundesrepublik erstmalig dazu brachte, überhaupt wahrzunehmen, was zwischen 1933 und 1945 geschehen war. 1961 schlug die Bonner Staatsanwaltschaft einen Prozess gegen Oberländer in der BRD noch nieder. Begründung? Es gebe keine Anhaltspunkte für die Anschuldigungen des DDR-Gerichts.

    Der Fall Oberländer ist symptomatisch für die Zustände der Bundesrepublik unter Adenauer. Und nur, um die Idee zu unterbinden, es habe sich in den Jahrzehnten danach etwas wesentlich gebessert - selbst Wikipedia berichtet, 1993 habe das Landgericht Berlin das DDR-Urteil gegen Oberländer "aus formalen Gründen", eben weil der Angeklagte nicht anwesend war, aufgehoben. 1996 eröffnete dann die Staatsanwaltschaft Köln ein Ermittlungsverfahren, das nach Oberländers Tod im Mai 1998 eingestellt wurde, ohne je zu einem Prozess geführt zu haben. Dabei ermittelte diese Staatsanwaltschaft nicht nur wegen des Pogroms von Lemberg, sondern auch noch wegen seiner Teilnahme an der Ermordung russischer Kriegsgefangener mit einer SS-Einheit im Kaukasus.


    Wehrmachtwurzel der Bundeswehr – Teil 1: Undankbarer Job des Oberst Collatz




    Analyse

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    Zählt ein Theodor Oberländer als "extreme Rechte"? Gilt die Bestellung als Bundesminister als "Zusammenarbeit"? Das reicht noch nicht? Nehmen wir noch ein hübsches Beispiel.

    Reden wir von Hans Josef Maria Globke, Chef des Bundeskanzleramts unter Adenauer von 1953 bis 1963. Dieser Herr war Jurist, und derart leidenschaftlicher Antisemit, dass er schon vor 1933 an entsprechenden Gesetzen arbeitete. Der Höhepunkt seiner juristischen Karriere war die Mitarbeit am den Nürnberger Rassengesetzen. Das war mitnichten unbekannt, auch hier kann man sich ausnahmsweise ein Zitat aus Wikipedia gönnen: "Im In- und Ausland wurde er deshalb immer wieder scharf angegriffen, von der Bundesregierung, dem BND und der CIA aber stets geschützt."

    Übrigens war dieser Nazi nicht einmal Mitglied der NSDAP; in die wurde er nicht aufgenommen, weil er zuvor Mitglied des Zentrum gewesen war, rein zufällig die Partei der Weimarer Zeit, aus der auch Adenauer kam. Die Briten setzten ihn schon 1945 als Rechtsberater ein... Später, als Chef des Bundeskanzleramts, hatte er mit vielen anderen seiner Sorte zu tun, schließlich war er damit für alle bundesdeutschen Geheimdienste zuständig, eben auch für den BND.

    Globke war auch ins Visier des hessischen Staatsanwalts Fritz Bauer geraten, eine der wenigen entscheidenden Personen, die die Kontinuität des Nazistaats in der Bundesrepublik sichtbar machten. Er leitete ein Ermittlungsverfahren gegen Globke ein; Adenauer gelang es allerdings, dieses Verfahren niederzuschlagen.

    Globke war der typische Schreibtischtäter. Er hatte persönlich kein Blut an den Händen, aber die von ihm mitverfassten Gesetze schufen die Grundbedingungen der Judenverfolgung. Unschuldig ist etwas anderes. Und, gilt ein Hans Globke als "extremer Rechter", mit dem man nicht zusammenarbeiten dürfte?


    2022: Deutschland steht wieder auf der falschen Seite der Geschichte – Doch wen überrascht es?




    Meinung

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    In den Jahren von 1961 bis 1965 war jeder vierte Bundestagsabgeordnete Mitglied der NSDAP gewesen. Auch in den Landtagen gab es genug davon, selbst in der SPD. Wo fängt sie nun an, die "Zusammenarbeit mit der extremen Rechten"?

    Nehmen wir den Kanzler der Großen Koalition von 1966 bis 1969. An dieser war die SPD beteiligt. Kurt Georg Kiesinger war Mitglied der NSDAP seit seinem Referendariat im Jahr 1933 und später im Auswärtigen Amt für die Überwachung des ausländischen Rundfunks zuständig, wie auch für die Verbindung zu Propagandaminister Goebbels. Dieser Großen Koalition verdankte die Bundesrepublik die Notstandsgesetze, die gegen großen öffentlichen Widerstand durchgesetzt wurden. Kiesinger war übrigens zum Zeitpunkt seines Eintritts in die NSDAP Mitglied einer katholischen Studentenverbindung, die für die Zusammenarbeit der Katholiken mit den Nazis warb.

    Dann gab es auch noch die ganzen Wirtschaftsgrößen, von denen nur eine Handvoll in den Nürnberger Prozessen verurteilt wurde. "Zusammenarbeit mit der extremen Rechten"? Im Verhältnis zu den wenigen bundesdeutschen Politikern, die auf eine Vergangenheit im Widerstand gegen die Nazis verweisen konnten, stellt sich die Frage eigentlich eher anders herum - mit wem die extreme Rechte zusammenarbeitete.

    So ging das bis ins Jahr 1981, als endgültig die letzten zwei führenden BRD-Politiker mit Nazivergangenheit abtraten, der Baden-Württembergische Ministerpräsident Hans Filbinger und der bayrische Innenminister Alfred Seidl. Zufällig genau zu dem Zeitpunkt, als die verbliebenen Vertreter dieser Generation das Pensionsalter erreichten. Erst als sie nicht mehr in Amt und Würden waren, begann in der Bundesrepublik die ernsthafte Erforschung dieser Kontinuität, die dann in Zahlen wie der oben erwähnten aus dem Innenministerium gipfelte.

    Womit sich die Frage, ob es tatsächlich je einen "Nachkriegskonsens" gab, nicht mit "extremen Rechten" zusammenzuarbeiten, bezogen auf die Bundesrepublik einfach beantworten lässt: es gab ihn exakt ab dem Zeitpunkt, als die Originalnazis aus Altersgründen nicht mehr zur Verfügung standen. Dafür wurde spätestens ab 1989 mit der Wiederbelebung des Antikommunismus der Adenauer-Zeit bereits wieder der Boden bereitet, um nachwachsendes Personal dieser Geschmacksrichtung mit offenen Armen aufzunehmen. Was ja dann nach dem Putsch in der Ukraine 2014 auch geschah. Bis hin zur Übernahme der ukrainischen Version von "Heil Hitler" durch eben jenen Bundeskanzler Scholz, der von diesem "Nachkriegskonsens" fantasiert.


    Gegründet gegen die Sowjetunion ‒ Die NATO steht nach 75 Jahren wieder bei ihren Anfängen




    Meinung

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    Es ist fast so, als sei die Amnesie, die die Adenauer-Republik bezogen auf die Nazijahre pflegte, einfach nur ein paar Jahre in der Zeitleiste vorangerutscht und hätte sich jetzt über die Adenauer-Jahre gelegt, die mit einem demokratischen Heiligenschein versehen werden, der ihnen beim besten Willen nicht zusteht. Die anständigen Sozialdemokraten jener Zeit - die es durchaus gab, wie Gustav Heinemann, der von 1969 bis 1974 Bundespräsident war - haben ihr Leben lang gegen diese adenauersche Mischung aus Biedermännern und Verbrechern angekämpft. Heinemann hat sich sicher im Grab umgedreht, als seine SPD Jahrzehnte danach einen verbiesterten Antikommunisten und Naziverharmloser wie Joachim Gauck an diese Stelle setzte.

    Nun, sich die Geschichte zurechtzulügen ist Mode im heutigen Deutschland. Und immerhin passt das Ergebnis, das Scholz präsentiert, zu seinen sonstigen Verzerrungen. Nur der Rest des Landes sollte wissen, dass der wirkliche "Nachkriegskonsens" ganz anders aussah. Eher so: lass du mir meine Nazis, lass ich dir deine.


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    Info: https://freedert.online/meinung/236123-nachkriegskonsens-als-neue-geschichtsluege


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    Gedenkkultur à la BRD – Niederschlagung von Volksaufständen nur im Osten?


    freedert.online, 17 Juni 2021 16:14 Uhr, von Florian Warweg

    Zahlreiche Artikel erinnern heute an den "Arbeiteraufstand des 17. Juni 1953" in Ostberlin. Dass jedoch in den Nachkriegsjahren im Westen Deutschlands alliierte Besatzungstruppen Streiks und Aufstände ebenso niederhielten und demokratische Abstimmungen per US-Besatzerdekret verboten wurden, findet kein Echo.


    Gedenkkultur à la BRD – Niederschlagung von Volksaufständen nur im Osten?

    Quelle: bstu.bund.de


    Es mutet zumindest verwunderlich an, dass der Arbeiteraufstand des 17. Juni in der Bundesrepublik alle Jahre gefeiert wird, eingedenk der Tatsache, dass der Arbeitsgerichtspräsident und vorherige Nazi-Jurist, Hans Carl Nipperdey, Anfang der 1950er-Jahre alle Formen des politischen Streiks in der Bundesrepublik grundsätzlich verbieten ließ.


    Dieses Verbot hat seinen Ursprung in dem einzigen Generalstreik, der im Herbst 1948 die "Westzone" erschütterte und von den Alliierten ähnlich beantwortet wurde wie der 17. Juni 1953 von den sowjetischen Besatzern. Mit einem Unterschied, wie Ruth Berger in einem Telepolis-Artikel mit dem Titel "Einseitiges Gedenken zum 17. Juni und die Kellerleichen der westdeutschen Demokratie" ausführt. Im Gegensatz zu den Ereignissen von 1953 in der sowjetischen Zone griff die US-amerikanische Besatzungsmacht sofort mit Panzern und Tränengaskanonen ein. Im Falle des 17. Juni hatten die sowjetischen Truppen zunächst eine Woche die Entwicklungen und Unruhen passiv verfolgt, bevor die Panzer zum Einsatz kamen.

    Bundeskanzleramt über NS-Verbrecher Globke: Ja, Bild hängt hier, aber wir werten sein Wirken nicht

    Bundeskanzleramt über NS-Verbrecher Globke: Ja, Bild hängt hier, aber wir werten sein Wirken nicht

    Ausgerechnet als Folge der Währungsreform unter dem in der bundesdeutschen Geschichte stark verklärten Ludwig Erhard gab es im Herbst 1948 den einzigen Generalstreik, den das Nachkriegs-Westdeutschland je erlebt hat. Dieser wurde jedoch vom politischen Establishment und den Besatzungsmächten als derart bedrohlich wahrgenommen, dass kurz nach Gründung der Bundesrepublik der Generalstreik als politisches Mittel der Gewerkschaften grundsätzlich verboten wurde.

    Die Arbeiterproteste und Massenstreiks 1948 richteten sich vor allem gegen die massiven Preiserhöhungen. Bedingt durch die Freigabe der meisten Preise gab es zwar alles, was das Nachkriegskonsumentenherz nur begehren konnte, doch waren die Preise nach Währungsreform und Marktliberalisierung so hoch, dass sich der durchschnittliche Lohnarbeiter oder kleine Angestellte kaum etwas von diesem Warenangebot leisten konnte. Und vor vollen Schaufenstern darbt es sich bekanntlich noch schwerer als vor leeren.

    Diese Tendenz führte zu einem beachtlichen Treppenwitz der deutschen Nachkriegsgeschichte. Es waren die Protestierenden im Westen, die lauthals Verstaatlichung und Demokratisierung der Betriebe sowie Rückkehr zur Planwirtschaft forderten.

    Insgesamt nahmen an dem De-facto-Generalstreik neun Millionen Arbeitnehmer aus Industrie, Handwerk, Handel und Verkehrswesen teil. Das entsprach damals 72 Prozent der 11,7 Millionen Beschäftigten der sogenannten Bizone (US-amerikanische und britische Besatzungszone).

    Und während man 1953 in der DDR von "westlichen und faschistischen Agenten" sprach, verkündete das US-Oberkommando in Frankfurt am Main, hinter der Protestwelle ständen "linksextreme und nationalistische Unruhestifter".

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    Ein frühes Zentrum des Unmuts war die Stuttgarter Industrieregion. Dort war es am 28. Oktober 1948 nach Streiks und Protesten für Preisregulierung, Lohnerhöhung und Mitbestimmung zu schweren Unruhen gekommen, bei denen die US-Militärpolizei Tränengas und Panzer eingesetzt hatte. Der Militärgouverneur der amerikanischen Besatzungszone, General Lucius Clay, war äußerst beunruhigt und verhängte ein Ausgehverbot über Stuttgart.

    In der französischen Besatzungszone wurde der für den 6. November von Gewerkschaften angekündigte Generalstreik unter drakonischer Strafandrohung von Beginn an verboten.

    Der Generalstreik 1948 hatte zudem einige Vorläufer, über die in der westdeutschen Geschichtsschreibung ebenso wenig zu lesen ist.     

    Ein Jahr zuvor war ein großer Bergarbeiterstreik in der Bizone mit der zentralen Forderung nach Enteignung der "Kohlebarone" beendet worden, indem man den Streikenden mitten im Hungerjahr die Lebensmittelrationen um die Hälfte kürzte.

    In Hessen waren auf dem Höhepunkt der sogenannten Hungerkrise im Frühjahr 1947 Streiks und Proteste von der Militärregierung unter Androhung der Todesstrafe unterdrückt und verboten worden, ähnlich die Situation in Niedersachsen, dort setzten die britischen Besatzer gepanzerte Fahrzeuge gegen die Protestierenden ein.

    Nicht zu vergessen ist der damalige Zeitgeist in der "Westzone", bei dem selbst das Ahlener Programm der CDU, und das schon nach US-Intervention abgeschwächt, mit den Worten begann:

    Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden.

    Die engen Grenzen der demokratischen Mitbestimmung auch im Westsektor zeigt beispielhaft der Fall der hessischen Verfassung auf. 1946 wollten die hessischen Abgeordneten die Verstaatlichung aller Schlüsselindustrien in ihre Verfassung schreiben. Doch war dies nicht im Interesse Washingtons.

    Nach anfänglichen Überlegungen, dieses Vorhaben generell zu verbieten, ging man zu einer subtileren Taktik über. Der fragliche Paragraf 41 wurde auf Druck der USA aus der Verfassung herausgelöst und getrennt zur Abstimmung vorgelegt, in der Absicht, dass dieser dann die nötige Mehrheit verfehlt. Jedoch stimmten 70 Prozent für diesen "Verstaatlichungs-Paragrafen".

    Mehr zum ThemaAls der Staat rot sah: 60 Jahre KPD-Verbot in der Bundesrepublik

    Daraufhin wurde die von den Wählern mit großer Mehrheit beschlossene Verstaatlichung für den Montansektor, nun weniger subtil, per Besatzerdekret verboten. Dieser massive und de facto diktatorische Eingriff der US-Amerikaner in eine demokratische Grundsatzentscheidung findet sich genauso wenig in deutschen Schul- und Geschichtsbüchern wie der zuvor genannte Generalstreik 1948. Lieber bleibt man bei der schwarz-weißen und ahistorischen Geschichtsschreibung: Diktatur im Osten – Uneingeschränkte Freiheit und Demokratie im Westen des Landes.


     

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    Info: https://freedert.online/inland/23838-gedenkkultur-a-la-brd-niederschlagung-nur-im-osten


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    VVN: Das veruntreute Erbe des Antifaschismus


    freedert.online, 15 Juli 2023 20:35 Uhr,Von Dagmar Henn

    Wenn man heute Jugendliche fragen würde, was Antifaschismus bedeutet, würden sie, sofern ihnen das Wort überhaupt etwas sagt, antworten: "Gegen Rechts sein." Das hat aber wenig mit dem zu tun, was dieses Wort einmal bedeutet hat und bedeuten sollte.


    VVN: Das veruntreute Erbe des Antifaschismus© Ghostwriter123, CC BY-SA 4.0 ,


    via Wikimedia Commons



    VVN-Gedenkort in Dahlen. Der rote Winkel war das Kennzeichen der politischen KZ-Häftlinge.



    Es ist eine traurige Angelegenheit, sich mit den heutigen Aussagen der VVN zu befassen. Um es jenen zu erläutern, denen die Abkürzung nichts sagt: Ausgeschrieben heißt das "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes ‒ Bund der Antifaschisten". Eine Organisation, die 1947 in Berlin gegründet wurde und ursprünglich einmal Widerstandskämpfer und ehemalige Gefangene der Konzentrationslager umfasste. Der anfängliche Impuls war, das gemeinsame Schicksal der Verfolgung zur Grundlage des Wiederaufbaus zu machen.


    Massenproteste in Deutschland und der geheuchelte Antifaschismus staatlich vereinnahmter "Linker"




    Meinung

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    Die SPD wie die CDU in den Westzonen machte sich aber bald daran, die Organisation zu spalten, weil ihnen der Anteil der Kommunisten zu hoch war. Schließlich waren sowohl im Widerstand als auch unter den Opfern der politischen Verfolgung die Kommunisten die mit Abstand größte Gruppe gewesen. Bereits Anfang der 1950er Jahre waren diese deshalb bereits fast unter sich.

    Kaum jemand weiß heute noch, welche Konsequenzen das KPD-Verbot für viele dieser Verfolgten hatte. Jeder, der wegen politischer Aktivitäten für die KPD, die damals vor allem gegen die Wiederbewaffnung kämpfte, angeklagt wurde, verlor seinen Anspruch auf die Rente als NS-Verfolgter. Das, während die Regierung Adenauer (der ganz zu Beginn sogar selbst Mitglied gewesen sein soll) für alle Beamten, die Mitglied der Nazipartei gewesen waren, die Rückkehr in den Staatsdienst ermöglichte (und sämtlichen Nazi-Würdenträgern selbstverständlich bis ans Lebensende hohe Renten zahlte).

    Die folgenden Jahrzehnte waren eine Anhäufung von Bespitzelungen, Denunziationen und Herabwürdigungen. Erst 2021 stellte mit dem Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz die letzte Landesbehörde die Beobachtung ein. Zu diesem Zeitpunkt hatte aber die VVN mit der ursprünglichen Organisation so gut wie nichts mehr zu tun, nicht nur personell.


    Katrin Göring-Eckardt: "Ostdeutsche in der Diktaturverherrlichung hängen geblieben"





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    Kaum jemand kann heute noch nachvollziehen, mit welcher Ehrfurcht junge Kommunisten Mitte der 1970er die Mitglieder der VVN sahen. Das waren die Helden, die gekämpft und gelitten und eine Standhaftigkeit bewiesen hatten, auf die man selbst nur hoffen durfte. Das war nicht nur einfach irgendeine Gruppe von alten Leuten. Und die politische Offenheit, die immer noch gewahrt wurde, obwohl die Anhänger von SPD, CDU u.a. sie zurückwiesen, war eine Lehre aus einer extremen Lage im Kampf gegen einen extremen Feind.

    Im Widerstand hatten sich Menschen gefunden, die in der Weimarer Zeit weit voneinander entfernt standen. Es gab sie wirklich, die Zusammenarbeit von Konservativen und Kommunisten. Wenn man einen Blick auf politische Texte oder auch nur auf Listen von Veranstaltungen in den ersten Jahren nach 1945 wirft, wundert man sich, wie offen alles war, wie frei diskutiert wurde, wie niedrig die Mauern zwischen den politischen Lagern waren. Die Landesverfassungen von Bayern und Hessen geben den damaligen Geist noch wieder. Alles war akzeptiert und respektiert, was nicht Nazi war.

    Das endete, als die Westmächte begannen, auf Antikommunismus zu setzen und das Land zu teilen. Die Zeit des westdeutschen Wirtschaftswunders (frei gewordene Märkte, die die westdeutsche Industrie übernehmen konnte, weil die USA mit Korea beschäftigt waren) war gleichzeitig eine Zeit politischer Verödung. Die Mehrheit der Bevölkerung wollte weder eine Blockzugehörigkeit noch eine Wiederbewaffnung, also musste beides mit Repression durchgesetzt werden. Und weil Adenauer die Behörden für die Handlanger der Nazis wieder geöffnet hatte, fanden sich viele der zuvor Verfolgten den gleichen Polizisten, Staatsanwälten und Richtern gegenüber wie vor 1945 (und zwar oftmals wortwörtlich).


    Wie demokratisch sind die Grünen mit ihrem Geheimdienst?




    Meinung

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    Dennoch blieb in der VVN die politische Offenheit erhalten, auch wenn sie nicht in Anspruch genommen wurde. Eine Grenze da zu ziehen, wo es heute der vage Begriff "rechts" tut, wäre niemals in den Sinn gekommen; die konservativen Mitglieder in den Anfangsjahren standen, auf der heutigen Skala, weit rechts von der Mehrheit der heutigen AfD. Das entscheidende Kriterium war eben der Antifaschismus ‒ das einzig entscheidende Kriterium.

    Und heute? Die heutige VVN hat mit der ursprünglichen Organisation nicht mehr gemein als den Namen. Ein paar Beispiele gefällig? Am 9. Mai 2022, als in Berlin-Treptow sogar die Fahnen des Sieges verboten waren, hatte die Berliner VVN nichts Besseres zu tun, als gegen den "russischen Angriffskrieg" zu demonstrieren. Im Dezember 2022 veröffentlichte sie eine Presseerklärung zum Rollatorputsch, in der sie diesen zur "Spitze des Eisbergs" erklärte und gleichzeitig auch noch "Querdenker*innen" mit in den Sack steckte. Das Hauptthema heißt mittlerweile ohnehin AfD. Sprich, die ganze Definition von Antifaschismus, der die VVN heute folgt, hat nichts mehr mit jener zu tun, unter der sie einst gegründet wurde.

    Bemerken konnte man diese Wende bereits 2015. Der Geschäftsführer Thomas Willms veröffentlichte einen Artikel, "Alte Assoziationen", in dem er zu erklären suchte, warum sich deutsche "extreme Rechte" von Russland angezogen fühlen. Wohlgemerkt, Anfang 2015 tobte der Bürgerkrieg in der Ukraine schon ein halbes Jahr lang, und jeder, der sehen wollte, konnte sehen, welche Kräfte in der Ukraine am Werk sind.


    Die "potemkinsche Truppe im löchrigen Flecktarn" und ihre historischen Vorbilder





    Meinung

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    Worauf Willms abzielte, war, unter Einsatz von auch sonst beliebten Versatzstücken, wie Alexander Dugin als "wichtigster geopolitischer Berater" Putins, über den Umweg deutscher Organisationen letztlich Russland zu einer Art von Neonazi-Paradies zu erklären. Wobei er außerdem noch Bezug auf die deutsche Geschichte der beginnenden 1930er nahm.

    Der Kronzeuge, den er anführt, um zu belegen, dass deutsche "extrem Rechte" schon damals Zuneigung für die Sowjetunion empfunden hätten, ist ausgerechnet Ernst Niekisch ‒ diesen derart zu bezeichnen, ist etwas schwierig. Auch wenn die Bezeichnung der politischen Strömung, die Niekisch leitete, "Nationalbolschewismus" hieß, handelte es sich eben nicht um "extrem Rechte". Niekisch war Teilnehmer der Münchner Räterepublik gewesen ‒ die Nazis rekrutierten sich aus den Freikorps, die die Räterepublik niedergeschlagen hatten. Im Sommer 1945 wurde Niekisch in die KPD aufgenommen, und er war im Kulturbund dafür zuständig, Referenten zu bewerten. Höchstwahrscheinlich würden die Akten der VVN sogar bestätigen, dass er eines der Gründungsmitglieder dieses Verbandes war.

    Für Willms war er ein "extrem Rechter". Und dass sich Niekisch 1930 positiv auf die Sowjetunion bezog, macht er ihm sogar zum Vorwurf. Für den Geschäftsführer einer Organisation, in der einst vor allem kommunistische Verfolgte organisiert waren, ein starkes Stück. Willms selbst kategorisiert die Sowjetunion als "eisig", und die Eigenschaften, die gegen sie sprechen, lauten "Treue, Disziplin, Gehorsam und Gemeinschaft". Alles miteinander offenbar prinzipiell schlecht und verdammenswürdig.


    Wenn der Faschismus sich als Antifaschismus gebärdet





    Meinung

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    Das hat einen ganz besonderen Geschmack. Nicht nur, weil es ein bizarres Erlebnis ist, antikommunistische Aussagen ausgerechnet vom Geschäftsführer dieser Organisation zu lesen, sondern auch, weil das antifaschistische Erbe, das die VVN inzwischen verrät, eine ganz materielle Seite besitzt. Die Organisation war nämlich in vielen Fällen wortwörtlich der Erbe der Gründergeneration, was bedeutet, dass sie im Vergleich zu anderen linken oder zumindest früher einmal linken Organisationen relativ wohlhabend ist und sich daher auch einen Geschäftsführer wie Willms leisten kann. Es ist das Erbe der echten Antifaschisten, das ihm sein Einkommen verschafft.

    Aktuell betätigt sich die VVN als Spaltpilz in dem kargen Rest einer deutschen Friedensbewegung. Klar, dass ihr jeder Teil derselben suspekt ist, der nicht den Kotau vor dem "russischen Angriffskrieg" verrichtet. Und dass man nicht nur mit AfD'lern nicht reden darf, sondern außerdem auch sonst mit niemandem, dem die woke Blase das Etikett "rechts" zuschreibt. "Die Tür nach rechts muss zu bleiben".

    In einem Interview in der jungen Welt erklärte der Landessprecher NRW der VVN, man werde nicht länger mit dem Friedensbündnis NRW zusammenarbeiten, weil dieses auch Vertreter der Partei "Die Basis" zugelassen habe. Die Mitglieder des Bündnisses "grenzen sich nicht nach rechts ab".

    In Wirklichkeit ist "Die Basis" weitgehend eine Ansammlung von Ex-Grünen und Ex-Linken ‒ jene Teile beider Parteien, die weder den Corona-Wahn noch die Kriegslüsternheit an Seite der NATO erstrebenswert fanden. Die Argumentation, die Landessprecher Mikosch zusammenstellt, lautet: "Die Basis" ist rechts, Antifaschismus heißt, gegen rechts zu sein, ein Friedensbündnis muss antifaschistisch sein, also sind wir raus.


    Die Demokratie der Guten





    Meinung

    Die Demokratie der Guten







    Darauf gab es einen Leserbrief aus dem Friedensbündnis "Frieden-links", der zumindest die ursprüngliche Definition einer Friedensbewegung wiedergab: "Das einigende Band der Friedensbewegung ist die Kritik an Militarismus und Krieg. Auf dieser Grundlage bietet sie Raum für Menschen in ihrer je eigenen bunten Vielfalt von Haltungen und/oder Überzeugungen, darunter etwa konservative oder kommunistische, christliche oder atheistische, anarchistische, bürgerlich-liberale, ökologische, pazifistische und viele andere mehr." Und fügte hinzu: "Selbstbewusste Linke sollten endlich damit aufhören, ständig aufzuzählen, wer alles nicht zu einer Antikriegskundgebung kommen darf, und in Verfassungsschutzmanier einen Gesinnungs-TÜV zu veranstalten."

    Nun, wir alle wissen, dass die Hauptquelle für die Zuweisung, welche Organisationen und Personen aktuell als "rechts" zu gelten haben, durch eine Art grünen Parteigeheimdienst erfolgt, dessen Diktum auch die heutige VVN brav befolgt. Und auf diesen Leserbrief erfolgte mitnichten ein Eingeständnis, sondern es wurde noch eins draufgelegt, diesmal gegen die Leserbriefautoren, die Mitglieder des Bundesausschusses Friedensratschlag sind. Alles, sollte man wohl hinzufügen, keine wirklichen Massenorganisationen.

    Die Sünde der Leserbriefschreiber bestand darin, dass sie auf einem bundesweiten Treffen einen Infostand der Partei "Die Basis" zugelassen hätten. "Die Basis ist eine aus den 'Querdenken'-Protesten hervorgegangene esoterisch-irrationale Partei, unter deren Mitgliedern Verschwörungserzählungen, antisemitische NS-Relativierungen und antidemokratische Positionen vertreten sind."

    Steinmeier zu Streubomben: "Den USA nicht in den Arm fallen"





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    Aber heute würde ja selbst die Geschichte von Hitlers berühmter Rede vor dem Club der Industriellen in Düsseldorf, die den Grundstein für die Machtübergabe an die Nazis legte, als "Verschwörungserzählung" kategorisiert, vermutlich dann sogar als "antisemitisch", weil die antideutsche Ideologie grundsätzlich alles mit diesem Etikett versieht, was die politische Einflussnahme reicher Konzernherren betrifft, selbst wenn diese nicht nur garantiert keine Juden, sondern auch noch Profiteure des Holocaust waren, wie die IG Farben.

    Nur, um aus dem Hickhack wieder eine kleine Flucht in die Realität anzutreten: Die gegenwärtige Bundesregierung schickt eifrig Waffen in die Ukraine, damit sich in Kiew Nazis an der Macht halten (was die VVN, nebenbei, leugnet), und Mitglieder dieser Bundesregierung beenden mittlerweile Reden mit dem Gruß der ukrainischen Faschisten. Währenddessen machen sich im Rest der Welt Dutzende Länder daran, die neokoloniale Ausbeutung abzuschütteln, weshalb die Mitglieder eben dieser Bundesregierung außerhalb des Westens keine großen Erfolge einfahren. Die USA haben wichtige deutsche Infrastruktur zerstört, die Sanktionspolitik zerstört die wirtschaftliche Grundlage, und mit "Klimapolitik" und Sparzwang wird gerade massiv die Axt an die Lebensverhältnisse des gemeinen Bürgers gelegt. Der Zustand der demokratischen Rechte ist miserabel, die Medien sind komplett gleichgeschaltet.

    Aber das politische Problem sind nicht wirklich die Kriegstreiber, sondern die AfD, die bisher jedenfalls noch keine Panzer gegen Russland geschickt hat, und dann, nach der AfD, jede andere politische Organisation, die nicht das volle woke Programm unterzeichnet. Die Auseinandersetzung zwischen der VVN und dem Friedensratschlag bezieht sich nur auf ein einzelnes Fragment – ob man sich auch gegenüber "Die Basis" abgrenzen müsse.

    Eigentlich könnte man über diese ganze Auseinandersetzung ein Ei schlagen. Einer der Leserbriefe in der JW gibt zumindest teilweise wieder, was eigentlich die Position der VVN sein müsste: "Um Hitler zu verhindern, hätte man zeitweise sogar mit dem etwas sozialeren 'linken' Flügel der NSDAP zusammenarbeiten müssen, der dann nach Hitlers Machtantritt liquidiert wurde, wie KPD und SPD, oder mit bürgerlichen Parteien. Wenn die UdSSR nach Stalingrad sogar auf Generalfeldmarschall Paulus setzte (einem der Hauptverantwortlichen für das Gemetzel), ihm bis an sein Lebensende (dann in der DDR) geradezu luxuriöse Arbeits- und Wohnbedingungen schuf, nur um dem Frieden schneller näherzukommen, dann fällt unserer atomisiert-zersplitterten Linken kein Zacken aus der Krone, sich auch gemeinsam mit Rechten für den Frieden einzusetzen."


    Die ach so gefährliche  AfD - Was ist dagegen schon eine Regierung im Kriegswahn




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    Die ach so gefährliche AfD - Was ist dagegen schon eine Regierung im Kriegswahn






    Dazu kann man noch einiges ergänzen. Besagte Zusammenarbeit mit dem "linken" Flügel fand tatsächlich statt; sie hatte leider die Folge, dass 1934 mit der Liquidierung der SA als politischer Macht auch der illegale Rotfrontkämpferbund aufflog, der eben diese Arbeit begonnen hatte. Und der Umgang mit Paulus war auch von dem Grundsatz geprägt, dass man keinem Menschen die Fähigkeit zur Einsicht absprechen darf, auch wenn sie spät erfolgt.

    Wie gesagt, die ganze Debatte, die diese beiden Gruppen sich liefern, könnte man getrost ignorieren. Wenn nicht eine der beiden ausgerechnet das Etikett der VVN für sich beanspruchte, und wenn nicht gerade eine Organisation wie die ursprüngliche VVN das wäre, was dringend vonnöten ist. Die nicht dort Faschisten sucht, wo man keine 150 Geschlechter will oder keine Klimasteuern, sondern dort, wo Politik im Interesse der großen Konzerne getrieben und Krieg gefördert wird, bei jenen, die den Generalangriff auf die Lebensverhältnisse der Arbeitenden vornehmen und gegen jeden vorgehen, der dagegen aufmuckt. Es mag schwierig sein, zu bestimmen, ob die Grenze zu einer faschistischen Macht in Deutschland bereits überschritten ist, aber es ist weit weniger schwierig, zu erkennen, wer diese Entwicklung vorantreibt.

    Die Offenheit auch für Konservative, mit der die VVN einmal angetreten ist, war die Konsequenz einer bitteren Niederlage und vielfach einer gemeinsamen Gefangenschaft. Dieses Erbe, das heute so dringend benötigt würde, wurde veruntreut. Es muss einen Weg geben, es zurückzuerobern.


    Mehr zum Thema - Wer ist der Aggressor? Die Friedensbewegung und der US-Stellvertreterkrieg in der Ukraine


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    10.03.2025

    Steinmeier zu Streubomben: "Den USA nicht in den Arm fallen"

    freedert.online, 9 Juli 2023 15:30 Uhr,Von Dagmar Henn

    Moralische Bedenken habe man, heißt es quer durch Europa zur Lieferung von Streubomben. Die äußert auch Bundespräsident Steinmeier. Aber dann macht er sogleich den Scholz und erklärt, dass man das trotzdem hinnehmen müsse, damit die Ukraine siegt.


    Quelle: www.globallookpress.com


    © Robert Michael


    Frank-Walter Steinmeier (Mitte).


    Auch US-Präsident Joe Biden hat inzwischen erklärt, die Lieferung von Streubomben an Kiew sei nötig, weil die USA keine anderen Granaten im Kaliber 155 mm mehr besäßen. In den europäischen Ländern hat diese Meldung Empörung ausgelöst ‒ schließlich haben die meisten Länder die Konvention unterzeichnet, die den Einsatz dieser Munition verbietet. Selbst Bundesaußenministerin Annalena Baerbock raffte sich dazu auf, gegen diese Lieferung zu protestieren.


    Wie Angela Merkel Deutschland den USA unterwarf




    Meinung

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    Allerdings, was dieser Protest wert ist, zeigte bereits Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Der erklärte nämlich im Sommerinterview mit dem ZDF, man könne "in der gegenwärtigen Situation den USA nicht in den Arm fallen" ("in den Arm fallen" = "jemanden hindern/zurückhalten", Anm.d.Red.). Man müsse "Verständnis dafür haben, dass die Ukraine die russischen Truppen zurückzudrängen versucht".

    Steinmeier war in seiner Funktion als Außenminister sogar derjenige, der für Deutschland das Abkommen gegen Streubomben unterzeichnet hatte. Aber seine Unterschrift ist bekanntlich wenig wert ‒ schließlich unterzeichnete er auch im Februar 2014 das Abkommen zwischen Janukowitsch und der vom Westen geförderten "Opposition" (einschließlich des Faschisten Tjagnibok), um am Tag danach, als diese "Opposition" das Abkommen brach, nichts mehr davon zu wissen und die Putschregierung anzuerkennen.

    Steinmeier kann nicht wirklich behaupten, ahnungslos zu sein, wie es zum Bürgerkrieg in der Ukraine kam. Er war damals einer der Hauptverantwortlichen, die es geschehen ließen, dass die Kiewer Putschisten die Proteste im Donbass zum Anlass für einen Bürgerkrieg nahmen, der dann acht Jahre anhielt. Er war der deutsche Politiker, der die Wahrheit über diese Ereignisse hätte erzählen müssen. Stattdessen trug er dazu bei, das Märchen über eine "russische Invasion" zu verbreiten. Seine Weigerung, bei einem Besuch wenige Tage nach dem Massaker von Odessa den Ort des Verbrechens zu besuchen, kam einer Erklärung gleich, die Kiewer Regierung dürfe tun, was sie wolle.

    Moralische Empörung richtete sich einzig gegen Russland, auch seitens Steinmeier. Der Einsatz von Artillerie gegen Wohngebiete durch Kiew? Hat nie stattgefunden. Die Schmetterlingsminen, mit denen die Ukraine nach wie vor Donezk beschießt? Gibt es nicht. Die Liste der Kiewer Kriegsverbrechen, die einen beträchtlichen Umfang erreicht hat, wird vollständig übersehen.


    Odessa – auch die Verschweiger sind schuldig





    Meinung

    Odessa – auch die Verschweiger sind schuldig






    Was ist also von dem moralischen Rülpser zu halten, der den europäischen Kehlen gerade entronnen ist? Gar nichts, er dient nur dazu, das eigene Image etwas aufzupolieren. Denn letzten Endes ist es wichtiger, dass die Ukraine siegt, oder es ist wichtiger, zumindest so zu tun, als könnte sie das, und ansonsten brav den Instruktionen aus Washington zu folgen. Schließlich kann man "den USA nicht in den Arm fallen".

    Nun, wenn man einen wildgewordenen Schläger daran hindern will, weitere Verwüstungen anzurichten, muss man ihm in den Arm fallen. Wenn sich aber die so hochmoralischen europäischen Länder nicht einmal bei Waffen, deren Verbot sie unterzeichnet haben, dazu aufraffen können, den USA "in den Arm zu fallen", was werden sie noch alles brav und folgsam akzeptieren? Wo ist die Grenze?

    Jeder, der sich nur ansatzweise die Mühe macht, zu verfolgen, was auf die zivilen Bewohner des Donbass niedergeht, weiß, das jedes neue westliche Waffensystem mit Begeisterung dazu genutzt wird, um die Menschen dort zu terrorisieren. Das gilt für die NATO-Haubitzen ebenso wie für die HIMARS-Systeme oder die Storm Shadow-Raketen. Genau das wird auch mit den Streubomben passieren, die die USA jetzt liefern wollen. Sie werden über Schulen und Kinderspielplätzen im Donbass niedergehen.

    Wären das Journalisten, die das Interview für das ZDF geführt haben, sie hätten nachbohren müssen. Wie ist das denn, wenn die USA beschließen sollten, taktische Atomwaffen an die Ukraine zu liefern? Was ist mit biologischen Waffen, für die schließlich in der Ukraine jahrelang geforscht wurde? Gibt es überhaupt einen Punkt, an dem es Steinmeier und der restlichen Berliner Blase in den Sinn käme, den USA in den Arm zu fallen? Oder reicht ihre Bereitschaft, für die Kiewer Nazitruppe Opfer zu bringen, bis zur globalen Vernichtung?


    Steinmeier mit Durchhalteparolen: "Deutschland ist nicht im Krieg, aber dieser Krieg geht uns an"




    Meinung

    Steinmeier mit Durchhalteparolen: "Deutschland ist nicht im Krieg, aber dieser Krieg geht uns an"





    Steinmeier ist, neben Angela Merkel, derjenige, der 2014 den USA nicht in den Arm gefallen ist, als der Putsch in Kiew inszeniert wurde ‒ im Gegenteil, er hat eifrig mitgeholfen. Nichts von dem heutigen Elend gäbe es überhaupt, hätte er sich damals anders entschieden. Seitdem wachsen die westliche Bereitschaft, zu verbrecherischen Maßnahmen zu greifen, und die Unterwürfigkeit gegenüber den schlimmsten Kriegstreibern stetig im gleichen Maß.

    Die Deutschen und die übrigen Westeuropäer sollten sich allerdings von dieser flüchtigen Empörung, die ihre Regierungen vorspielen, nicht einlullen lassen, sondern darüber nachdenken, wie man den Regierungen, die "den USA nicht in den Arm fallen" wollen, in den Arm fallen kann.


    Mehr zum ThemaMinsk II als Finte oder ein Wandel der deutschen Russlandpolitik


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    10.03.2025

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    10.03.2025

    Hans Bauer: Der Weg zum Frieden?

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 10. März 2025, 16:40 Uhr


    https://www.grh-ev.org/fileadmin/user_upload/GRH/Mitteilungen/ZTG_3-25.pdf 

    <https://www.grh-ev.org/fileadmin/user_upload/GRH/Mitteilungen/ZTG_3-25.pdf>

    GRH Mitteilungen 3/25

    /

    /*Der Weg zum Frieden?


    */Von Hans Bauer


    /UNO-Generalversammlung und Sicherheitsrat nahmen am 24. Februar

    Resolutionen zum Ukraine-Krieg an. Beide haben die Herstellung eines

    Friedens in diesem Konflikt zum Gegenstand. Auffallend, die zunehmend

    realistische Haltung der Staaten zu den wahren Ursachen und

    Hintergründen der russischen Militäroperation. Während es den vorwiegend

    westeuropäischen Staaten in der Vollversammlung noch gelang - allerdings

    mit weniger Stimmen als früher - , Russland für den Krieg verantwortlich

    zu machen, enthält die Resolution des Sicherheitsrates keine

    Schuldzuweisungen an Russland. Nur die von den USA eingereichte und mit

    Beschluss vom Sicherheitsrat angenommene Resolution ist auch rechtlich

    verbindlich.


    Ein Fortschritt auf dem Weg zum Frieden? Zweifellos. Trump und Putin

    haben mit ihrem Telefonat und der Ankündigung von Verhandlungen

    Hoffnungen auf Frieden geweckt. Ohne voreilige Illusionen. Die

    Interessen sind unterschiedlich. Wir wissen um die langfristigen

    strategischen Pläne der USA. Kennen die Brzeziński-Doktrin.

    Ernsthaftigkeit und Ehrlichkeit müssen sich noch beweisen.


    Die akute Gefahr einer weiteren Kriegseskalation mit Unterstützung der

    USA scheint zumindest erst einmal gebannt. Ja, die Regierung Trump

    könnte sogar eine konstruktive Rolle zur Lösung des Konflikts spielen.

    Bemerkenswert, die vorsichtig optimistische Einschätzung des russischen

    Präsidenten und seines Außenministers zur neuen Situation. Ohne von

    ihren Grundsätzen abzuweichen. Die jüngste Bestätigung der Partnerschaft

    von Russland und China durch ihre Präsidenten bestärkt die russischen

    Positionen.


    Hektisch reagieren die europäischen Kriegstreiber auf diese unerwartete

    Entwicklung. Neben Großbritannien und Frankreich besonders Deutschland.

    Alle drei bekunden unverändert ihre feste Absicht zur Beschleunigung

    ihrer Kriegsvorbereitung. Getarnt als Verteidigung. D. h. drastische

    Erhöhung der Rüstungsausgaben, weitere Waffen für die Ukraine, Ausbau

    des militärischen Charakters der EU, Feindschaft gegen Russland.


    Mit dem Wahlergebnis in Deutschland ist dessen Anspruch auf eine

    Führungsrolle - in Konkurrenz zu den anderen beiden EUStaaten - noch

    gewachsen. Die Scheinwahlen haben den gefährlichen Kurs weiter

    gesteigert. Alle Maßnahmen zur Kriegstüchtigkeit sollen nun unter einem

    Kanzler Merz beschleunigt werden: Rüstung, Militarisierung, Sozialabbau,

    Repressionen, Meinungsdiktatur. Im Gespräch sind neue Sondervermögen und

    Erhöhung des Etats auf weit über 2% des BIP für die „Verteidigung“.

    Keine Spur von Verhandlungsbereitschaft, Friedensinitiativen.


    Ist das Politikwechsel? Im Gegenteil, Betrug an den Wählern, Verrat am

    Volk. Lügen über angebliche Verhandlungsresistenz Russlands. Aus welcher

    Koalition die neue Regierung auch bestehen wird, die brandgefährliche

    Politik der Machthaber und ihrer Hintermänner vor allem in

    Rüstungsindustrie und Finanzkapital forciert den Krieg gegen Russland.

    Eine starke parlamentarische Opposition existiert nicht.


    Historische Verantwortung, politische Vernunft und Achtung

    völkerrechtlicher Verpflichtungen haben im heutigen Deutschland keine

    Chance.


    Es bleibt dabei, der Weg zum Frieden heißt Widerstand.

    Außerparlamentarisch. Das erfordert eine geeinte und starke

    Friedensbewegung mit klarem Bekenntnis: Frieden und Freundschaft mit

    Russland und China. Für eine multipolare Welt.



    Info: https://www.grh-ev.org/fileadmin/user_upload/GRH/Mitteilungen/ZTG_3-25.pdf


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    10.03.2025

    Gespräch mit dem früheren griechischen Botschafter in Kiew

    transition-news.org, 10. März 2025 von DF.  PDF herunterladen Drucken

    Drei Jahre nach Kriegsbeginn, werfen die Entwicklungen und die internationale Reaktion weiterhin Schatten auf den Konflikt. Der ehemalige griechische Botschafter in Kiew, Vasilios Bornovas, gab kürzlich einen tiefen Einblick in die geopolitischen Hintergründe und die damaligen politischen Spannungen, die zur Eskalation führten.

    Das griechische Außenministerium entsendet normalerweise in Länder, die einen autochthonen griechischen Bevölkerungsanteil aufweisen, erfahrene Fachkräfte als Diplomaten. Bis von Kriegsausbruch vor drei Jahren lebten in der ukrainischen Stadt Mariupel (Gr: Μαριούπολη), eines der wenigen verbliebenen Zentren der pontisch-griechischen Kultur, über 20.000 Griechen. Die Halbinsel Krim war in der Antike von Griechen kolonisiert und Tauris genannt worden. Die griechischen Bewohner von Mariupel sind Nachkommen der Krim-Griechen, die Ende des 18. Jahrhunderts an die Nordküste des Asowschen Meeres zogen. Dort gründeten sie eine neue Stadt, die sie zu Ehren der Jungfrau Maria «Mariupolis» nannten. Durch den Krieg ist ein weiteres Zentrum des Hellenismus rund um das Schwarze Meer ausgelöscht worden.

    Was der Diplomat, der Griechenland in den kritischen Jahren 2019 bis 2022 in der Ukraine vertrat, heute sagt, sollte deshalb ernst genommen werden. In einem exklusiven Interview mit dem Hellas Journal spricht der nunmehr pensionierte Botschafter Vasilios Bornovas über die damalige Situation und die geopolitischen Implikationen, die zu diesem historischen Wendepunkt führten (Zitate aus dem Griechischen übersetzt von Daniel Funk).

    Bornovas, der mit den inneren politischen Spannungen in der Ukraine gut vertraut war, blickt auf eine Zeit zurück, in der die Beziehungen zwischen der Ukraine und Russland zunehmend ins Wanken gerieten. Besonders die Rolle der westlichen Staaten, allen voran die USA, war ein entscheidender Faktor.

    «Die Ukraine befand sich in einem ständigen Spannungsfeld zwischen der Annäherung an den Westen und den historischen Verbindungen zu Russland», erklärt der ehemalige Botschafter.

    Ein entscheidender Punkt sei die Annäherung der Ukraine an das westliche Verteidigungsbündnis NATO gewesen.

    «Die NATO-Erweiterung im Balkan und den baltischen Staaten, sowie die militärische Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und der NATO, war ein Signal, das Russland nicht unbeachtet lassen konnte», so Bornovas. «Von der russischen Seite wurden immer wieder rote Linien gezogen, insbesondere in Bezug auf die Ukraine und ihre NATO-Ambitionen.»

    Für Bornovas war die Entscheidung von Präsident Wolodymyr Selenskyj, sich im Jahr 2021 klar für eine westliche Orientierung zu entscheiden, ein Wendepunkt.

    «Selenskyj hatte ursprünglich versucht, eine Balance zu wahren, doch die innere Korruption und die Druckausübung aus dem Westen zwangen ihn zu einem klaren Kurswechsel», sagt er.

    Ein weiterer möglicher Grund sei eine starke nationalistische Opposition gewesen, die seit der deutschen Invasion in die Sowjetunion 1941 versuchte, mit Russland abzurechnen, was mit dem Versuch verbunden gewesen sei, eine klare nationale Identität zu formulieren.

    Ein weiteres wichtiges Thema in Bornovas’ Analyse ist der Einfluss der USA auf die ukrainische Politik. Besonders die Unterstützung der USA für die Ukraine seit 2014 und die enge Zusammenarbeit mit dem ukrainischen Militär sind zentrale Punkte.

    «Die USA haben die Ukraine auf einen Krieg vorbereitet, ohne dass dies Russland klar kommuniziert wurde», erklärt Bornovas.

    Die westlichen Nationen, so der ehemalige Botschafter, hätten mit ihren ständigen militärischen Übungen und der militärischen Unterstützung das militärische Potenzial der Ukraine aufgebaut, was letztlich zu einer Eskalation führte.

    Der hastige NATO-Beitritt der Balkan- und Baltischen Staaten habe die inneren Spannungen in Europa verstärkt und die Position schwächerer Länder zusätzlich geschwächt. Das habe Europa insgesamt geschwächt, indem es in die Falle imaginärer Bedrohungen geraten sei, die sich später als selbsterfüllende Prophezeiungen herausstellten. Die USA habe dabei eine entscheidende Rolle gespielt. Das sehe man daran, dass ein einfacher Regierungswechsel in den USA eine jahrelang aufgebaute Politik schnell umkehren konnte.

    In den letzten Jahren hätten ständig NATO-Übungen sowohl im Schwarzen Meer als auch in der Ukraine stattgefunden, an denen fast alle NATO-Staaten teilnahmen. Dies habe dazu geführt, dass Truppen aus Großbritannien und Kanada regelmäßig in der Region stationiert gewesen seien. Die ukrainische Armee sei nach NATO-Standards organisiert worden, was man als Vorbereitung auf einen NATO-Beitritt habe verstehen können.

    «Es gab immer wieder diplomatische Bemühungen, die Spannungen zu entschärfen, aber die zugrundeliegenden geopolitischen Kräfte – insbesondere die NATO – führten zu einer unvermeidlichen Konfrontation», meint Bornovas.

    «Das Problem war, dass die Ukraine nie in der Lage war, die innenpolitischen Spannungen zu lösen, die vor allem durch die Präsenz von russischen und ukrainischen Oligarchen sowie durch die ethno-sprachlichen Differenzen zwischen den verschiedenen Regionen des Landes entstanden», fügt er hinzu.

    Eine der Bemühungen zur Lösung der Spannungen waren die Minsker Vereinbarungen. Diese seien möglicherweise aufgrund der Verantwortung beider Seiten gescheitert, hauptsächlich jedoch aufgrund der Vorschläge der Ukraine zur Politik in den Gebieten des Donbass während der Übergangszeit. Trotz seiner scharfen Kritik an den westlichen Einflussnahmen bleibt Bornovas in seiner Analyse nicht einseitig. Er betont, dass auch Russland eine Mitschuld an der Eskalation des Konflikts trägt, indem es seine Sicherheitsinteressen zu weit dehnte.

    Es sei nach dem Kurswechsel der USA äußerst schwierig für die EU, sich von der Politik der bedingungslosen Unterstützung Kiews zu lösen, besonders da es an visionären Führern mit Willen und Persönlichkeit fehle. Zurzeit würde die Außenpolitik der EU von den Führern der baltischen Staaten und Polens bestimmt. Bornovas wies darauf hin, dass der Einfluss der USA auf die politische Elite dieser Länder entscheidend sei für die Entscheidungen, die hinsichtlich des Umgangs mit Russland getroffen werden.

    Drei Jahre nach Beginn des Krieges bleibt die Zukunft der Ukraine und der gesamten Region ungewiss. Bornovas macht deutlich, dass der Weg zu einer Lösung nur über eine starke diplomatische Initiative führen kann. Doch er warnt vor einer weiteren Eskalation und dem Verlust von Leben, insbesondere für die Zivilbevölkerung, die in den Kriegsgebieten lebt.

    «Die Europäische Union muss endlich klarer werden, was sie in diesem Konflikt erreichen will. Ohne eine klare Strategie wird sie weiterhin von den USA und den NATO-Staaten abhängig bleiben», schließt er.

    Quelle:

    Hellas Journal: Ο Πρέσβης ε.τ. Βασίλειος Μπορνόβας, Πρέσβης της Ελλάδας στο Κίεβο, αποκλειστικά κι εφ’ όλης της ύλης στη Hellas Journal, στην τρίτη επέτειο του πολέμου στην Ουκρανία - 25. Februar 2025


    Info: https://transition-news.org/gesprach-mit-dem-fruheren-griechischen-botschafter-in-kiew


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    10.03.2025

    London rät Kiew: Russland als Hindernis für Frieden darstellen

    freedert.online, 10 Mär. 2025 11:29 Uhr

    Die britische Regierung berät ukrainische Beamte vor Gesprächen mit den USA. Laut The Times wurde Selenskij empfohlen, den US-Vertretern zu vermitteln, dass Kiew auf ihre Forderungen eingehe – und Russland als Hindernis für den Frieden erscheinen zu lassen.


    Quelle: Gettyimages.ru © Peter Nicholls - WPA Pool/Getty Images


    Der britische Premierminister Sir Keir Starmer und der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij in der Downing Street 10 am 1. März 2025 in London.


    Die britische Regierung berät ukrainische Beamte im Vorfeld der Gespräche mit einer US-Delegation in Saudi-Arabien, berichtet die Zeitung The Times.


    USA und Ukraine verhandeln kommende Woche in Saudi-Arabien





    USA und Ukraine verhandeln kommende Woche in Saudi-Arabien






    Demnach reiste Jonathan Powell, der nationale Sicherheitsberater des britischen Premierministers, am vergangenen Wochenende in die Ukraine und wies Präsident Wladimir Selenskij an, wie sich Kiews Vertreter bei den Verhandlungen mit den US-Amerikanern verhalten sollten. Zudem führte Powell ein Telefonat mit Mike Waltz, dem nationalen Sicherheitsberater des US-Präsidenten, und sprach sich für die Wiederaufnahme des Austauschs von Geheimdienstinformationen zwischen Washington und Kiew aus.

    The Times berichtet weiter, Powell habe Selenskij geraten, die Verhandlungen mit den USA so zu führen, dass Russland als Hindernis für den Frieden erscheine. Laut dem Artikel empfahl er Selenskij zudem, den US-Vertretern klarzumachen, dass Kiew "auf die Forderungen der USA eingeht". Dies solle US-Präsident Donald Trump den Eindruck vermitteln, Russland sei das eigentliche Hindernis für eine Lösung des Konflikts. Dem Bericht zufolge versucht Großbritannien, eine Wiederholung der Situation zu vermeiden, die sich bei einem Treffen zwischen Selenskij und Trump im Weißen Haus ereignet hatte.

    London halte es für wahrscheinlicher, dass die US-Regierung unter Donald Trump die Aussetzung des Austauschs von Geheimdienstinformationen rückgängig mache, als dass sie die Waffenlieferungen an die Ukraine wieder aufnehme, so die Zeitung. Dieses Thema sei auch bei einem Gespräch zwischen dem britischen Premierminister Keir Starmer und NATO-Generalsekretär Mark Rutte angesprochen worden. Rutte wird in den kommenden Tagen Washington besuchen.


    "Er wäre entsetzt": Churchills Großneffe wehrt sich gegen Selenskij-Vergleiche





    "Er wäre entsetzt": Churchills Großneffe wehrt sich gegen Selenskij-Vergleiche






    Am 4. März schlug Selenskij einen Waffenstillstand auf See, ein Ende der Angriffe auf die Energieinfrastruktur und einen Gefangenenaustausch vor. Laut Sky News hatte er sich vor dieser Initiative mit Starmer beraten. Andrei Kelinin, der russische Botschafter in London, erklärte in einem Interview mit Sky News am 6. März, Russland sei zu Friedensgesprächen über die Ukraine bereit, werde aber keinen kurzfristigen Waffenstillstand akzeptieren.

    Zuvor hatte der US-Sondergesandte Steven Witkoff angekündigt, am 11. März in Dschidda mit ukrainischen Vertretern über die Rahmenbedingungen für einen möglichen Waffenstillstand und ein Friedensabkommen sprechen zu wollen. Selenskij wird an diesem Treffen nicht teilnehmen. Laut Fox News wird die US-Delegation aus US-Außenminister Marco Rubio, dem Sondergesandten Steve Witkoff und dem nationalen Sicherheitsberater Michael Waltz bestehen. Die ukrainische Delegation soll von Andrei Jermak, dem Leiter des Präsidialamtes, Außenminister Andrei Sibiga und Verteidigungsminister Rustem Umerow geleitet werden.

    Mehr zum Thema USA warnen Selenskij und seine europäischen Unterstützer: Geduld der Amerikaner ist nicht unendlich


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