Der Fortsetzungsroman Der totalitäre Meinungskorridor-O-Mat
Der Wahl-O-Mat 2025 ist ein voller Erfolg: Neun Millionen Mal wurde er am ersten Tag benutzt. Die Anwendung ist Ausdruck einer sich vertiefenden Alternativlosigkeit.
Zu jeder Wahl, die ins Land steht, bietet die Bundeszentrale für politische Bildung, die dem Faeser-Ministerium unterordnet ist, einen Wahl-O-Mat an, um den Wählern eine Orientierung zu bieten. Nun könnte man freilich fragen, wie schlimm es um das Land steht, wenn politisch mündige Menschen eine Applikation benötigen, um sich ihrer Wahlentscheidung bewusst zu werden. Insbesondere wenn ältere Menschen so tun, als habe ihnen der Wahl-O-Mat Erkenntnisse geliefert, auf deren Grundlage sie nun wählen möchten.
Der Wahl-O-Mat ist die brutalstmögliche Vereinfachung von politischen Debatten und Streitpunkten. Aus diesem Grund ist er manipulativ – und nicht etwa, weil das Bundesinnenministerium die Auslesung der Anwenderpräferenzen im Wahl-O-Mat so bewerten lässt, dass es Resultate zeitigt, die man dort gerne sähe.
Einfache Antworten für komplexe Themen
Ziehen wir mal als Beispiel die achte Forderung der diesjährigen Ausgabe heran: »Energieintensive Unternehmen sollen vom Staat einen finanziellen Ausgleich für ihre Stromkosten erhalten.« Bei jeder Forderung kann man drei Bewertungen vornehmen: »stimme zu«, »neutral« oder »stimme nicht zu«. Egal wie man hier reagiert, alle drei Reaktionen erlauben nicht, die Situation tiefergehend einzuordnen. Gemeint ist bei der Forderung ja, dass Unternehmen in Deutschland unter sehr hohen Energiekosten leiden – Privathaushalte tun das auch, spielen aber an dieser Stelle mal keine Rolle. Die Energiekosten sind ein Ergebnis einer irrgeleiteten Sanktionspolitik gegen Russland. Stimmt man der Forderung zu, sagt man damit, dass man diese Außenpolitik duldet und die wirtschaftlichen Folgen wegsubventionieren sollte – lehnt man jedoch ab, stimmt man der Außenpolitik letztlich aber auch zu, ignoriert dabei aber die Deindustrialisierung.
Kurz und gut, die eigentliche Vorgeschichte, die zu einem massiven Anstieg der Energiepreise führte, lässt der Wahl-O-Mat unberücksichtigt. Er bewegt sich folglich in dem engen Meinungskorridor, den Politik und Presse gerade noch zulassen. Wie unterstützt man also noch unentschiedene Wähler, wenn man die Tiefe ausblendet und grob vereinfacht?
Ähnlich bei einem anderen Beispiel, die elfte Forderung des 38 Punkte umfassenden Katalogs: »Deutschland soll weiterhin die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland fördern.« Hierbei gibt es keine Kompromisse. Ein Großteil der Bürger ist sicherlich nicht grundsätzlich dagegen, würde aber die Anwerbung an Bedingungen stellen. So wäre etwa eine Frage, wie man die mit der Anwerbung einhergehende Migration integrativ umsetzen will. Und wie viele Menschen sollten es jährlich maximal sein, die in unser Land kommen? Und noch so eine Frage: Wie gedenkt Deutschland den Volkswirtschaften, denen man das Fachpersonal entzieht, zu entschädigen? Nichts davon kommt hier auch nur im Ansatz durch.
Eine App für die Alternativlosigkeit
Punkt 14: »Der Bund soll mehr Kompetenzen in der Schulpolitik erhalten.« Dafür könnte man sein, eine zentralisierte Bildungsinitiative könnte sicherlich nicht schaden – schon um die Abschlüsse bundesländerübergreifend anzuerkennen. Nur lohnt es sich für einen mündigen Bürger auch hier, einige konkrete Nachfragen anzustellen: Wird der Bund damit auch politische Beschulung in die Hand nehmen, so wie wir das in den letzten Jahren erlebt haben, als beispielsweise die Kultusminister der Bundesländer geschlossen die Transagenda in den Schulbetrieb brachten und damit ein Weltbild vermittelten, das die Mehrheit der Bevölkerung nicht teilt und in großen Teilen ablehnt? Wie gedenkt man, den Einfluss des Bundes und der jeweiligen Regierungspolitiker so einzudämmen, dass sie die Schule nicht zu einem Hort der Manipulation umfunktionieren?
Kurz und gut: Der Wahl-O-Mat ist ein raffiniertes Instrument, um besonders jungen Wählern das Gefühl zu geben, in die tiefe Politik einzusteigen, während sie noch nicht mal an der Oberfläche kratzen. Eine Vertiefung der jeweiligen Problematiken ist nicht vorgesehen, Argumente spielen so gut wie keine Rolle – man spielt postfaktisch mit Bauchgefühlen und betreibt eigentlich das Geschäft der Entpolitisierung. Aber das unter dem Deckmantel der politischen Bildung.
Seit Jahren erleben westliche Gesellschaften die Etablierung der Alternativlosigkeit. In Deutschland ist dieses Wort stark mit Angela Merkel verbunden, die dieser Tage, indem sie ihre Partei vom Alterssitz aus fernsteuert, nochmal beweist, wie sie alternative Vorgehensweisen in der Politik betrachtet. Doch schon vor ihrer Kanzlerschaft, als die rot-grüne Koalition ihre Agenda-Politik gestaltete, lief man auf die Alternativlosigkeit zu. Das heutige Deutschland ist ein Produkt dieser Vorläufer. Außerhalb sehr enger Grenzen gibt es keine Lösungsansätze mehr – und der Wahl-O-Mat zeigt, wie man politische Bildung wirklich begreift in diesen alternativlosen Zeiten.
Die totalitäre Wahlhilfe
Denn wer einerseits so tut, als gehe es nun um das Ganze, um die Rettung der Demokratie – um dann unter lautem Mediengetöse ein Angebot wie den Wahl-O-Mat an die Hand zu geben, weiß entweder nicht, was Demokratie in der Tat bedeutet. Oder er tut das gezielt, weil er Demokratie als Simulation begreift. Grundsätzlich ginge es dabei aber um den Austausch von Argumenten, um Beleuchtung bestimmter Sachfragen, die ganz oft eben nicht mit Zustimmung oder Ablehnung beantwortet werden können, wie es das Konzept des Wahl-O-Mates ist. Zwischen den Positionen nach Antworten zu finden, eben auch nach Kompromissen: Das ist es, was demokratischen Diskurs ausmachen sollte – wer das übergeht, hat das System verwechselt.
Der Wahl-O-Mat baut demgemäß auf totalitäre Prämissen. Er hält den potenziellen Wähler an, dafür oder dagegen zu sein. Dazwischen ist nichts möglich. Grauzonen nicht vorhergesehen – dabei sind die Ansichten, die die Bürger über Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens hegen, stark geprägt von Grautönen. Der Wahl-O-Mat fragt aber Extreme ab und ist damit auch ein »Bildungsangebot« extremistischer Spielart.
Der Clou dabei ist, dass er nicht dumm manipuliert, indem die Innenministerin vorgibt, zum Beispiel die AfD als Wahlempfehlung nicht auszugeben. Wenn man die Klischees, die der Wahl-O-Mat als Forderungen ausgibt, durchschaut hat, kann man durchaus die AfD als Empfehlung bekommen. Der Kniff ist ein anderer: Indem man eine Wahl in hochgradig politischen Zeiten mit einem Spielzeug ausstattet, das stark entpolitisiert und die demokratische Prämisse von der Mündigkeit des Wählers eindämmt, schafft man es vielleicht, junge Wähler zum Wählen anzuleiten – aber nicht zum Nachdenken. Und genau darum geht es seit so vielen Jahren in diesem Land: Die Politik führt einen Krieg gegen die, die nachdenken. Denn sie stören die Alternativlosigkeit.
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Schlagwörter: Alternativlosigkeit, Bundestagswahl 2025. Wahl-O-Mat 2025, Postdemokratie
45 Kommentare
Verstehe diesen kritischen Frust über den bpb Wahlomart nicht. Weil a) die Fragen von allen zugelassenen Politparteien beantwortet wurden, b) es immer das mittlere Kästchen gibt, das Nichtwählen entspechen kann, c) zuletzt eine Gewichtung von Themen der Teilnehmer vorgenommen werden kann. Wüßte auch nicht, was am Instrument Wahlomat verbessert werden kann. Die einzige Alternative wär dann ihn nicht zu benützen.
Im übrigen sind es die Politparteien mit ihre Wahlprogramm genannten überlangen Riemen, die eh keine/r liest, die zum Wahlomaten führen.
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Vor über 10 Jahren hat Frank Schirrmacher das “Gameifikation” genannt, was der Autor zum Wahlomat beschreibt. So erlebe ich das gerade auch, dass die gutgelaunten Moderatoren im Morgenradio noch etwas Kluges zur Wahl sagen wollen und überall so ein fröhliches, gutgemeintes “Diese Wahl ist wichtig”-Narrativ eingebaut wird. Es gehe um viel, mit der Wahl könne man sehr viel verändern. Und dann kommen die oberflächlichen Floskeln und Medienhype-Themen, wie sie auch in diesem Artikel gut analysiert werden. Das ganze scheint ein großes Unterhaltungsspiel zu sein. Die Bürger sollen das Gefühl bekommen, sie könnten bei der Bundestagswahl eine wichtige Entscheidung treffen. Es wird wirklich so getan, als würden die Parteien ganz unterschiedliche Politik vorantreiben und ab März nach der Bundestagswahl werde eine neue Politik entstehen, je nach Wahlergebnis.
Darum werde ich dieses Jahr erstmals nicht wählen gehen. Das sehe ich im Moment als klarste Stimme gegen diese Behauptungen, dass “unsere Demokratie” total lebendig wäre und es einen großen Unterschied mache, welche Parteien wie abschneide bei der Wahl. Ich denke sogar, dass es keinen großen Unterschied macht, ob ein Kanzler Merz nun zusammen mit transatlantischem rot-grün oder einer transatlantisch gewendeten AfD (mit Rückenwind von Musk und dem US-Präsidenten) koalieren wird. Die neue Bundesregierung wird wieder die Interessen der Finanzinvestoren vertreten und alles mitmachen, was von den USA vorgegeben wird.
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Noch besser als der Wahl-O-Mat ist der real-o-mat. Der basiert auf dem abstimmungsverhalten im Bundestag. Da die wagenknechtpartei an vielen Abstimmungen noch gar nicht teilgenommen hat, landet sie immer ganz hinten egal was man tut.
Wer den Wahl O Mat benötigt,sollte gar nicht erst wählen gehen. Außerdem sollte er korrekterweise Manipulations O Mat heißen.
Natürlich im Sinne der Kartellparteien.
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Nun, ich habe den Wahl-o-mat auch mal spaßeshalber gemacht, auch wenn er nicht mein Wahlverhalten beeinflussen wird, also just for fun. Nicht nur die schwache Auswahl an Fragen mit viel zu simplifizierten Antworten fielen mir auf, mir fiel auch vor allem auf, dass bestimmte Themen gar nicht gefragt wurden.
Zum Thema Energiepreise in Deutschland: gestern kam ja das erste der Rededuelle der Parteien, Scholz und Merz. Auweia, als ich von Scholz und Merz wieder mal die Lügengeschichte hörte, Russland hätte die Gaslieferungen in die EU eingestellt und deshalb wären die Energiekosten so hoch, musste ich schnellstmöglich umschalten.
Wenn Habeck auftaucht, werde ich tunlichst vermeiden, auch nur eine Sekunde mir dessen anzutun, sonst bekomme ich einen Weinkrampf des Mitleids in Anbetracht der zur Schau getragenen Dummheit.
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Das betreute Denken hab ich zweimal ausprobiert
1 : SGP MERA25 MLPD
2 : MERA25 BSW MLPD
Beide Mal Leftist mit mehr als 70% Übereinstimmung
Kein Sozialliberaler wählt eine Kommunistischen Parteien freiwillig, Kronstadt und der Spanische Bürgerkrieg reichen eigentlich aus was den Verrat der Freiheit betrifft.
Vielleicht wähle ich diesmal überhaupt Nicht’s
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Lt. Wahlomat habe ich 76% Übereinstimmung mit der AfD.
Meine Frau hat 80% Übereinstimmung mit der AfD…
Nette Spielerei.
Mein Topkandidat laut Wahl-O-Mat ist eine marxistische Kaderpartei, die von der Herrschaft der Arbeiterklasse träumt.
Nur komisch, dass der Wahl-O-Mat mich nirgends gefragt hatte, ob ich eine Diktatur des Proletariats will, was ich nämlich nicht will, wie auch keine Kaderpartei wählen.
Also ist das Ding kompletter Quark!
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Ich habe jetzt verschiedene Wahl O Maten ausprobiert.
Da kommen sehr interessante Ergebnisse raus die einfach keinen Sinn ergeben.
Bei mir beispielsweise, ich kann mich zwischen Mlpd, Afd, die Basis und Bündnis C entscheiden.
Da die von der Programmatik meilenweit auseinander liegen, ist das eigentlich nur mit du stehst hinter CDU,SPD,Grüne oder bist dagegen zu erklären.
Könnte man nicht versuchen, die vorhandenen Fachkräfte endlich einfach mal angemessen und dem gesellschaftlichen Wert ihrer Arbeit entsprechend zu entlohnen (bzw. mal ein Modell entwerfen, was wäre, wenn es so wäre) – um dann zu schauen, ob es einen sogenannten Fachkräftemangel überhaupt gibt? Ach nee, ist ja ArbeitsMARKT (sprich: Kapitalmarkt – jaja, was nicht dasselbe ist, aber die Kehrseite der Medaille). Da geht’s ja um was ganz anderes. Hmm, haben wir hier nicht wieder mal ein grundstrukturelles, konstruktionsbedingtes Probelm des real existiereden Kapitalismus?»Deutschland soll weiterhin die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland fördern.«
Meiner Meinug nach ist diese spezifisch kapitalismusaffirmative Systemgebundenheit (auch) das Problem (auch) dieser App.
Übrigens steht im Wahl-O-Mat auch keine Frage dazu, ob vox populi eventuell eine Corona-Aufarbeitung wünscht.
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Der Wahl-O-Mat ist Druidentee. ????♂️☕
Einmal bekam ich den Hinweis, ich möge die Fragen „sorgfältiger“ beantworten. Aha. Äh, das ist eigentlich Multiple-Choice-Kram – erwarteten die etwa, dass ich eine wissenschaftliche Abhandlung zu jeder der „Fragen“ schreibe oder eine Fatwa?
Und dann kam das Verdikt:
Leider kann der Wahl-O-Mat auf der Grundlage Ihres Antwortmusters kein individuelles und zuverlässiges Ergebnis berechnen.
????????
Tja. Ja. ????♂️
Ach – wählt einfach Olaf Merz! Oder Alice Habeck. Und gebt uns euer Geld und eure Körper. Oder so.
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Den Wahl-o-mat gibt es schon ziemlich lange. Er kommt quasi aus einer anderen Zeit. Ein harmloser Scherz. Man muss nicht jede Laterne anbellen.
Wahl-o-mat hin oder her am Ende werden die Wähler doch wieder betrogen nur um an der Macht zu bleiben tut sich die Siegerpartei wieder mit Parteien zusammen die vom Wähler nicht gewollt sind.Wenn es gerecht zu ginge müsste sich die CDU,CSU mit der AFD zusammen tun.Bevor dieAFD irgendwann mal die Macht übernimmt dann istes zu spät so hätte man sie wenigstens noch unter Kontrolle indem sie nichts alleine bestimmen können.
“Die Politik führt einen Krieg gegen die, die nachdenken. Denn sie stören die Alternativlosigkeit.”
Der letzte Satz ist der wichtigste in diesem Artikel. Er benennt das Problem prägnant.
Soll X geschehen oder nicht ist keine eigentliche politische Frage, denn Politik ist nicht nur eine Frage des WAS, sondern noch mehr eine Frage des WIE.
Der Wahlomat ist ein Symptom der Infantilisierung des politischen Systems.
Wer zum Beispiel die App “Democracy” konsultiert, dürfte regelmäßig überrascht sein über die Abweichungen der Abstimmung im Bundestag im Vergleich zu denen der Community der Nutzer.
Denn echte Politik ist kompliziert, was in einem Zeitgeist der Simplifizierung eine sehr abtörnende Eigenschaft ist.
Leider ist es nicht möglich, Politik mehr sexy zu machen, ohne sie dabei zu entwerten.
Der Wohlomat ist also gleichzeitig ein Problem wie auch eine begrüßenswertes Werkzeug…. kompliziert eben.
Der Wahl o mat ist für die Leute die keine Verantwortung übernehmen wollen oder können, also ca 80-90 % der Wählenden.
Die Leute brauchen Apps um aufs Klo zu gehen, Mahlzeiten zu sich zu nehmen, einzukaufen usw…
Das alles dient dazu, hinterher jemand anderem die Schuld für die Misere geben zu können, denn man hat ja quasi nur Anweisungen befolgt. Sehr schön sichtbar wurde dieses Prinzip während der covidianischen Episode. Lebenswichtige Entscheidungen wurden an Apps und an die „Regierung“ kurz an andere abgetreten.
Wenn dann die Omma stirbt ist halt irgendjemand schuld und da fühlt man sich doch gleich viel besser…
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Guter Artikel.
Vielen Dank!
Manche Fragen des Walomaten sind einfach sinnlos. ZB Erhöhung des Spitzensteuersatzes, ohne Angabe, ab welchem Einkommen er gelten soll.
50 % Steuersatz für alle, bis auf Konzerne, die ihren Hauptsitz ins Ausland verlegen können? Oder was?
Der Krieg in der Ukraine und die Notwendigkeit seiner schnellen Beendung, oder Weiterführung mit ständigen Waffenlieferungen, wie andere meinen, … kommt viel zu kurz.
“Wollt ihr den totalen Krieg?”
Ja, Nein, oder Neutral ?
Natürlich ist der Walomat manipulative, schon allein dadurch, dass seine Fragen sich im engen Raum des noch erlaubten Diskurses bewegen.
Wir haben hierzulande eine
Diskursverengung, dafür eine
Konkursexplosion.
Ich fände es besser, wenn es mgekehrt wäre ????
Bei dem Wahl-o-MAT fehlt (vermutlich) die Fragen:
1. Sind sie dafür, dass nur Privatpersonen an politische Parteien spenden dürfen, und das nur bis zu einem – steuerlich NICHT absetzbaren – Höchstbetrag (von z.B. 1.000 €) und staatliche Zuschüsse nur vom erzielten Wahlergebnis abhängen dürfen?
2. Halten Sie diesen Wahl-o-Mat für dumm?
3. Wer soll nächstes Jahr Kanzler werden: a) Fritz B. Rock b) Olaf C. Ex c) Robert H. Clinton d) Alice E. Musk?
Wer mal so richtig abkotzen möchte (oder vielleicht mit dem Gedanken spielt, die Linke zu wählen), dem sei dieses Foto empfohlen:
https://www.berliner-zeitung.de/stil-individualitaet/giga-koalition-spd-cdu-gruene-linke-fdp-aachen-orden-wider-den-tierischen-ernst-li.2294234
Politik muss man sich nicht antun, das tut zu weh, aber die Plakate von “Die Partei” haben, seitdem das Kabarett tot ist, einen gewissen Unterhaltungswert und geben den Zustand unseres Landes am besten wieder:
Platz 1: Kein Weltkrieg ohne Deutschland
Platz 2: Toi Toi Toi! Diese Brücke hält
Platz 3: Kinder stark machen (Hintergrund dazu: Kleinkind mit Maschinengewehr)
Platz 4: Deutschlands frechster Arbeitsloser (Hintergrund dazu: Bild von Christian Lindner)
Gestern beim Kanzlerduell wie auch im Wahlomat die unhinterfragbare Zuversicht, dass Friedrich Merz für Wachstum sorgen wird. Man darf doch einmal fragen, wie denn? Die KI sagt, er sei für Soziale Markwirtschaft. Donnerwetter, ist das eine Überraschung. Das einzig Konkrete ist dann, dass er die Steuern für die Reichen senken wird. Eben das schafft aber kein Wachstum, die Reichen investieren an der Börse und das erzeugt kein Wachstum. Das tausendfach widerlegte Mantra vom trickle-down Effekt.
Dafür dann all das weg, was die Ampel richtig gemacht hat. Bürgergeld und Mindestlohn sorgen für Wachstum, allerdings. Aber eben auch die Bahnsanierung und die Erneuerbaren.
So, wie die Zeiten nun mal sind, sorgt Merz für ein saftiges Minus.
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Nach Wikipedia ist (Zitat) „der Wahl-O-Mat eine internetbasierte Wahlentscheidungshilfe, die seit 2002 von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) betrieben wird. Sie wird für in Deutschland aktuell anstehende Europa-, Bundestags- und Landtagswahlen angeboten. Darüber hinaus verlinkt die Wahl-O-Mat-Website auf Webseiten der bpb, die Hintergrund-Informationen zu der anstehenden Wahl liefern.
Der Wahl-O-Mat bietet Bürgern die Möglichkeit, durch die Bewertung vorausgewählter politischer Thesen die eigene Meinung mit den Meinungen der zur Wahl stehenden Parteien zu vergleichen. Die Thesen werden von Jungwählern für jede Wahl zusammengestellt und richten sich vorrangig auch an diese Zielgruppe. So wurde der Thesenkatalog für die Bundestagswahl 2013 von einem Redaktionsteam aus 25 Jungwählern im Alter von 18 bis 26 Jahren aus verschiedenen Teilen der Bundesrepublik entwickelt“.
Dazu ist Folgendes anzumerken:
1. Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) ist eine Bundesoberbehörde im GESCHÄFTSBEREICH DES BUNDESMINISTERIUMS DES INNERN (also Frau Faeser unterstellt und demzufolge auch weisungsgebunden!)
Das ist schon mal die Grundlage für einen handfesten INTERESSENKONFLIKT!
2. Wenn ausschließlich JUNGWÄHLER die Thesen zusammenstellen, ist das schon mal als NICHT REPRÄSENTATIV FÜR DIE Widerspiegelung der INTERESSENBREITE in der Gesamtbevölkerung zu bewerten.
Und weil man Jungwählern auf Grund der einfach noch fehlenden Lebenserfahrung noch eine gewisse Unreife und EINSEITIGE INTERESSENLAGE unterstellen muß (ich schließe mich da nicht aus), dürfte sich das auch in dem Frage-Antwort- Spiel des Wahl-O-Mat niederschlagen.
3. Schließlich muß Jungwählern (aber auch älteren “Jahrgängen”!) auch noch eine gewisse Naivität, oder Unfähigkeit unterstellt werden, MANIPULATIONSVERSUCHE derjenigen zu durchschauen und abzuwehren, die das Projekt „betreuen“.
Allein diese 3 Aspekte sollten ALLE Bürger (aber gerade auch junge Menschen)
1. davor bewahren, ihre Wahlentscheidung von einem maschinellen Algorithmus, genannt “Wahl-O-Mat”, beeinflussen oder gar festlegen zu lassen, der ein hohes Manipulationsrisiko birgt.
2. dazu auffordern, sich selbst die Mühe zu machen, die Parteiprogramme (nicht nur die Wahlplakate!) ihrer Kandidaten zu lesen und mit deren praktischer Politk dahingehend zu vergleichen, ob sie Ihren persönlichen Erwartungen (und dem Gemeinwohl) dienlich sind. Nur so haben Sie das laut Grundgesetz in Sie gesetzte Vertrauen als “Souverän” auch wirklich verdient.
3. dazu ermutigen, lieber auf Ihr menschliches Bauchgefühl zu vertrauen, wenn Sie immer noch unsicher sind und noch ein „Zünglein an der Waage“ für Ihre entgültige Wahlentscheidung benötigen.
Es gibt exakt zwei Möglichkeiten, für die sich jeder individuell entscheidet:
•entweder verweigert man sich, (zwischen Pest oder Cholera) zu wählen,
oder
•befindet, dass ‘Hand statt Rübe ab’ die vorerst bessere Wahl wäre.
Das ist jedem frei gestellt und bedarf keinerlei, erst recht keiner abwertenden, Kommentare.
Allerdings ist es viel bedenklicher, dass bei OT immer mehr (thematisch, inhaltlich, unwichtige oder nur peripher tangierende sowie narrative und bereits anderweitig medial abgearbeitete) Stöckchen hochgehalten werden, über die eine Vielzahl springt oder diese gar fein apportiert. (Belege bitte im Archiv eigenständig suchen und finden.)
Wenn DAS tatsächlich DIE Themen von Belang sind, ist dies (durch OT bewiesen), zweifelsohne das “beste Deutschland aller Zeiten” und das “Jammern” auf hohem Niveau wurde lediglich zur Kunst aus Überfluss und -druss erhoben!
Ich überlege gerade was wohl los wäre, wenn alle Nichtwähler bei der nächsten Bundestagswahl wählen gehen und ihr Kreuz bei der AfD machen würden.
Was beim Wahlomat, der nur Argumente zur Auswahl anbietet, überhaupt nicht berücksichtigt ist, ist die Glaubwürdigkeit der Parteien. Wenn z. B. SPD oder CDU etwas hinrotzen, muß man nach der Erfahrung der letzten Jahre und Jahrzehnte leider sagen … zwecklos. Glaubwürdig sind nur noch Parteien, die noch nicht korrumpiert sind. Seht Euch mal die Wahlkampfreden der AfD-Chefin an, die klare Sprache, der Zorn!!! Und daß die AfD von den Unglaubwürdigen verunglimpft und hinter die Brandmauer verbannt wird, macht sie nur eines: Glaubwürdig. Und mittlerweile, aufgrund der Prozente, sieht es danach aus, daß die AfD im BT die Sperrminorität erreichen wird, diese Machtinstrumente waren in der Geschichte der BRD ausschließlich in den Händen von CDU und SPD, das ist echt der Hammer.
Daher würde ich es begrüßen, den vom Wahlomat angebotenen Parteien anhand der gebrochenen Versprechen der letzten Jahrzehnte einen Glaubwürdigkeitsfaktor zu geben. Der Algorithmus sollte möglichst bald entsprechend geändert werden, damit er bei den vorgezogenen Neuwahlen 2026 besser ist.
Info: https://overton-magazin.de/hintergrund/gesellschaft/der-totalitaere-meinungskorridor-o-mat
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.





06.02.2025, USA, Washington: US-Präsident Donald Trump nimmt am Nationalen Gebetsfrühstück auf dem Capitol Hill teil.AP
Quelle: AP © J. Scott Applewhite
Quelle: Sputnik © Brian Smith


