Der Traum vom Gottesstaat: Trump-Paradoxon bedroht die USA
morgenpost.de, 18.09.2024, 20:33 Uhr, von Dirk Hautkapp, Korrenpondent in Washington
Washington. Christliche Nationalisten sind für Donald Trump bei der US-Wahl eine zentrale Zielgruppe. Wie er sie umgarnt, macht vielen Sorgen.
In Amerika kann jede Religion nach ihrer Façon glücklich werden. Solange sie sich an Recht und Gesetz hält. In der Verfassung ist die Trennung von Staat und Kirche festgeschrieben. Die Bevorzugung einzelner Glaubensrichtungen ist verboten. Aber Papier ist geduldig.
Donald Trump hat sich seit Beginn seiner Präsidentschaft immer wieder medial mit christlichen Nationalisten inszenieren lassen. Hier eine Szene aus dem Jahr 2020 mit Evangelikalen in Miami, die mit und für ihn beten. © AFP | JIM WATSON
Als der republikanisch regierte Süd-Bundesstaat Louisiana es kürzlich als erste Gebietskörperschaft im Land zur Pflicht machte, in öffentlichen Kindergärten, Schulen und Universitäten „in großer, leicht lesbarer Schrift” die Zehn Gebote zu plakatieren, blieb der öffentliche Aufschrei aus. Obwohl es dort unter anderem heißt: „Du sollst keine andern Götter neben mir haben”.
Was Gouverneur Jeff Landry mit Rückendeckung einer konservativen Mehrheit des Kongresses in der Hauptstadt Baton Rouge entschieden hat, führt zwangsläufig dazu, dass sich Muslime, die den Koran befolgen, oder Hindus, die sich der Bhagavad Gita verpflichtet fühlen, ausgegrenzt fühlen müssen.

(hier Screenshot aus ARTE-Doku siehe b. Kommentare)
Auf dem Höhepunkt der Proteste gegen Polizeigewalt ging Donald Trump im Juni 2020 ein paar hundert Meter vom Weißen Haus zur St.. Johns Episcopal-Kirche in Washington und stellte sich demonstrativ mit einer Bibel den Fotografen. Demonstranten hatten das Gotteshaus geringfügig beschädigt. Eine Geste, die bei christlichen Nationalisten noch heute hoch angesehen ist. © AFP | BRENDAN SMIALOWSKI (Bild)
Donald Trump: Christliche Nationalisten verfolgen einen finsteren Plan
Dahinter steckt eine einflussreiche Minderheit, die sehr eng mit dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten verbandelt ist. Für christliche Nationalisten ist Donald Trump, nicht zuletzt seit er zwei Attentatversuche überlebt hat, eine Heilsgestalt.
Christliche Nationalisten sind davon überzeugt, dass die USA von weißen Christen für weiße Christen gegründet wurden. Und dass darum das komplette politische und gesellschaftliche Leben einer christlichen Agenda untergeordnet werden müsse. Das geht bis zur Kontrolle von Lehrplänen an Schulen, wo liberales Gedankengut Jahr für Jahr durch Dutzende Bücher-Verbannungen verdrängt wird.
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In dieser Wählergruppe, die 2016 maßgeblich zu Trumps Wahlsieg beigetragen hat und am 5. November erneut an seiner Seite zu finden sein wird, ist die Toleranz für andere Glaubensgemeinschaften überschaubar.
Christliche Nationalisten haben sich in der Erzählung eingerichtet, dass ihre gottgegebene Dominanz durch Einwanderung und linke Gesellschaftskonzepte akut bedroht ist. Und im Notfall mit Gewalt bewahrt werden muss.
Andrew Brunson war zwei Jahre lang in der Türkei inhaftiert. Nach seiner Freilassung betete der Pastor im Oktober 2018 im Oval Office für Präsident Donald Trump. © AFP | ROBERTO SCHMIDT (Bild)
Trump und christliche Nationalisten könnten für „gefährliche Stabilisierung“ sorgen
Donald Trump gab im Frühjahr in Nashville der Bewegung neuen Auftrieb. Er sprach von einem (linken) „Feind im Inneren”, der Amerika existenziell bedrohe. Um den Kampf zu gewinnen, so Trump, „benötigen wir die Hand und die Güte des allmächtigen Gottes”.
Für die amerikanische Gesellschaft, sagen Gegner in Washingtoner Denkfabriken, kann die Liaison zwischen Trump und dem christlichen Nationalismus im Falle eines Wahlsieges eine „gefährliche Destabilisierung” auslösen.
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Ein Indiz: Unter christlichen Nationalisten ist die Meinung verbreitet, dass Gewalttäter, die beim von Trump angezettelten blutigen „Sturm aufs Kapitol” im Januar 2021 dabei waren und rechtskräftig zu teils langen Gefängnisstrafen verurteilt wurden, „politische Gefangene des Systems” sind. Ihnen gefällt, dass Trump im Falle eines Wahlsieges massenhaft Begnadigungen versprochen hat.
Auch Russell Vought gefällt das. Der frühere Budget-Direktor des Weißen Hauses, der in einer zweiten Regierung Trumps als Stabschef gehandelt wird, gehört zu den Speerspitzen der Bewegung. Vought bekennt sich zu einem landesweiten Abtreibungsverbot, der Aufhebung der höchstrichterlich bestätigten gleichgeschlechtlichen Ehe und Restriktionen bei Sexualaufklärung und Geschlechterlehre in den Schulen. Transgender-Belange sind für ihn des Teufels.
Früher war er Trumps Budget-Direktor, heute ist Russell Vought Dreh- und Angelpunkt des Versuchs christlicher Nationalisten, bei einem Wahlsieg des Republikaners die Agenda zu bestimmen. © AFP | SAUL LOEB (Bild)
Als Chef des „Center for Renewing America” zeichnet Vought für eine intellektuelle Blaupause mitverantwortlich, die Trump im Erfolgsfall ab Januar umgehend in den Stand setzen soll, Politik im Sinne der christlichen Nationalisten zu betreiben. Zur Not, so ist es in dem 900 Seiten starken Handbuch des „Project 2025” zu lesen, mit Hilfe staatlicher Gewalt. Vought plädiert etwa dafür, dass der Präsident bei Demonstrationen die Streitkräfte gegen die eigene Bevölkerung einsetzen darf.
Obwohl Trump privat mit drei Ehen, außerehelichen Affären und jüngsten Verurteilungen wegen sexuellem Missbrauch laut US-Medien das „Anti-Beispiel eines christlichen Nationalisten abgibt”, sehen Vought und viele Wähler in ihm einen Verbündeten im Kampf gegen progressive gesellschaftliche Veränderungen.
Radikalisierung des Obersten Gerichts wird als Trumps Meisterleistung gesehen
Von enormer Bedeutung für Trumps Ansehen unter christlichen Nationalisten, das bestätigt Russell Vought, war darum die Installierung von drei erzkonservativen Richterinnen und Richtern am Obersten Gerichtshof. Dadurch ist eine 6:3-Mehrheit entstanden, die auf viele Jahre als Bollwerk gegen linke Gesellschaftsentwürfe fungieren wird.
Christliche Nationalisten erwarten, dass ihre Überzeugungen vom höchsten amerikanischen Gericht jederzeit verteidigt werden. Dort hatte zuletzt der unter massiven Korruptionsvorwürfen stehende Richter Clarence Thomas Sympathien für die Abschaffung der gleichgeschlechtlichen Ehe erkennen lassen.
Auch der republikanische Nominierungsparteitag im Juli in Milwaukee war ständig religiös aufgeladen. Hier beten die Delegierten zum Auftakt in der Fiserv-Arena. © picture alliance / William Glasheen-USA TODAY | William Glasheen (Bild)
Ein anderer wichtiger Aspekt ist Trumps pro-israelische Politik, die von vielen christlichen Nationalisten nachhaltig unterstützt wird. Trump ist für sie die Speerspitze im Kampf gegen „woke” Eliten in Politik und Wirtschaft. Indem Trump diese Gruppen als Bedrohung für die Zukunft Amerikas brandmarkt, wächst die Bewunderung für ihn als „Kulturkrieger Nr. 1”.
Das bringt dem Ex-Präsidenten inzwischen religiöse Deutungen ein. Ein beträchtlicher Teil der konservativen Wählerschaft hält Trump für ein von Gott gesandtes Instrument, um auf Erden aufzuräumen und den Gottesstaat zu errichten.
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„Project 25“
Donald Trump: Hotelzimmer-Video wirft unangenehme Fragen auf
Donald Trump bei einem Wahlkampf-Auftritt in seinem Golfclub in Bedminster/New Jersey. © Getty Images via AFP | ADAM GRAY (Bild)
morgenpost.de, vom 16.08.2024, 03:16 Uhr von Ben Bünte Redakteur
Washington. Donald Trump will mit „Project 25“ nichts zu tun haben. Zumindest behauptet er das. Aussagen eines Verbündeten lassen daran zweifeln.
Was passiert, wenn Donald Trump ein zweites Mal ins Weiße Haus einziehen sollte? Fragt man Demokraten, ist die Antwort klar: Er werde sofort mit der Umsetzung von „Project 25“ beginnen. Einer erzkonservativen Agenda, die laut Kritikern den Weg zu einer Autokratie in den USA ebnen könnte. Die Inhalte des 920 Seiten starken Papiers sind so radikal und umstritten, dass selbst Trump behauptet, er wisse davon nichts und habe nichts damit zu tun.
- Wer hinter dem „Project 25“ steckt und wie die Pläne aussehen, können Sie hier nachlesen.
Doch alle Versuche, sich von dem Projekt zu distanzieren und das Thema aus der Welt zu schaffen, sind bisher missglückt. Das liegt vor allem daran, dass etliche ehemalige Mitarbeiter der Trump-Regierung und treue Anhänger am „Project 25“ mitgewirkt haben.
So auch Russel Vought, eine der Schlüsselfiguren hinter den Plänen. Er leitete unter Trump das Amt für Verwaltung und Haushaltswesen, die größte Behörde im Executive Office des US-Präsidenten. Von ihm ist nun ein brisantes Video aufgetaucht, das Trumps distanzierende Äußerungen in Frage stellt.
Donald Trump: Versteckte Kameras in Hotelzimmer zeichnen Treffen auf
Undercover-Reporter einer Nonprofit-Klimaorganisation in England gaben sich gegenüber Vaught als potenzielle Geldgeber aus. Und der biss an, ließ sich auf ein Treffen in einem Hotelzimmer in Washington ein. Was er nicht wusste: Versteckte Kameras zeichneten das Gespräch auf.
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Von Dirk Hautkapp
Die brisanteste Aussage: Angesprochen auf die Äußerungen Trumps, wonach er „Project 25“ gar nicht kenne, sagte er, das sei nur „Politik für Graduiertenniveau“. „Was er tut, ist eine sehr bewusste Distanzierung von einer Marke“, so Vought. Es sei hingegen interessant, dass er sich nicht gegen die politischen Forderungen als solche gestellt habe. In Wahrheit habe seine Organisation, das Center for Renewing America, den Segen des Ex-Präsidenten: „Er unterstützt sehr, was wir tun“.
Vought baut „Schatten“-Behörden für Trump auf
Was das bedeutet: Vought gibt in dem Gespräch an, mit seiner Organisaton im Geheimen Hunderte Executive Orders, also Dekrete des US-Präsidenten, Regularien und Memos vorzubereiten, die die Grundlage wären für Tag eins nach der Amtsübernahme durch Trump. Seine Arbeit bestünde darin, „Schatten“-Behörden aufzubauen. „Achtzig Prozent meiner Zeit arbeite ich an den Plänen, die notwendig sind, um die Kontrolle über diese Bürokratien zu übernehmen“, so Vought.
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Von Ben Bünte
Tatsächlich sollen Vought und Trump seit der verlorenen Wahl vor vier Jahren regelmäßig im Austausch gewesen sein, berichtet CNN. Der 78-Jährige habe sogar bereits einige Ideen von Vought übernommen.
Aus dem heimlich aufgezeichneten Gespräch wird auch deutlich, welches Anliegen Vought besonders am Herzen liegt: Die Deportation von Millionen illegalen Einwanderern, um „das Land zu retten“. Tatsächlich handelt es sich dabei um Pläne Trumps, die er öffentlich propagiert.
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Trump-Team weist Einflussnahme zurück
Eine Sprecherin von Voughts Organisation versuchte, die Enthüllungen herunterzuspielen: „Es wäre einfacher gewesen, eine Google-Suche durchzuführen, um zu ‚entdecken‘, was bereits auf unserer Website steht und in unzähligen nationalen Medieninterviews gesagt wurde“, sagte sie gegenüber CNN.
Das Trump-Team wollte auf die Inhalte des Videos nicht weiter eingehen, wies aber erneut darauf hin, dass andere Organisationen keinen Einfluss hätten auf die politischen Pläne des Republikaners nach der Wahl. „Die Kampagne von Präsident Trump hat deutlich gemacht, dass nur Präsident Trump und die Kampagne, und NICHT irgendeine andere Organisation oder ehemalige Mitarbeiter, die Politik für die zweite Amtszeit vertreten“, sagte eine leitende Beraterin gegenüber CNN.
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Düstere Pläne
Diktator Trump? Er wütet, weil alle über „Project 25“ reden – das steckt dahinter
morgenpost.de, vom 31.07.2024, 04:59 Uhr, v
Trump wütet, weil alle über "Projerkt 25" reden - das steckt dahinter
Trump bei einem Auftritt in Nashville. Der Ex-Präsident ballt die Faust. © Getty Images via AFP | Jon Cherry (Bild)
Washington. Eine Gruppe von Trump-Getreuen schafft die Blaupause für eine zweite Amtszeit.
Doch „Project 25“ geht selbst einigen Republikanern zu weit.
- An „Project 25“ wirken etliche langjährige Weggefährten von Donald Trump mit
- Das Ziel der Initiative: ein weitreichender Umbau der USA unter einer zweiten Trump-Präsidentschaft
- Experten warnen davor, dass Trump wie ein Diktator regieren könnte
In den USA vergeht kein Tag, an dem Demokraten und liberale Meinungsmacher nicht vor dem sogenannten „Project 25“ warnen. Das politische Programm Erzkonservatizer steht für eine Vision, die so radikal ist, dass selbst Donald Trump nichts damit zu tun haben möchte. Zumindest behauptet er das.
Das „Project 25“ ist einer der Hauptangriffspunkte der Kampagne von Kamala Harris vor den Wahlen im November. Der Grundtenor lautet: Das ist es, was ihr bekommt, wenn ihr Trump wählt. Und diese Botschaft verfängt. Die Wahlkampfstrategen um den republikanischen Präsidentschaftskandidaten sind beunruhigt, sprechen von dem Projekt als „pain in the ass“ , einer sehr unangenehmen Angelegenheit also.
„Project 25“: Donald Trump könnte regieren wie ein Diktator, warnen Experten
Ins Leben gerufen wurde das „Project 25“ von der Heritage Foundation, ein erzkonservativer Think Tank in Washington D.C.. Ziel war es, eine Blaupause zu schaffen, wie eine nächste Trump-Präsidentschaft aussehen könnte. Herausgekommen ist unter anderem ein 920 Seiten schweres Papier, dessen Ideen laut Kritikern nicht nur gegen demokratische Prinzipien verstoßen würden, sondern gar den Weg hin zu einer Quasi-Diktatur unter Trump ebnen könnten. (Einige der umstrittensten Punkte finden Sie am Ende des Textes.)
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Von Dirk Hautkapp
Mehr als 100 konservtive Organisationen beteiligten sich an dem Schriftstück, und – besonders problematisch für die Kampagne der Republikaner – zahlreiche Schlüsselfiguren der vergangenen Trump-Präsidentschaft zählen zu den Mitautoren. Einer CNN-Recherche zufolge arbeiteten mindestens 140 Beteiligte an dem Projekt bereits unter Trump.
Trump ist wütend: Forderungen „lächerlich“
Für Demokraten ist es also ein leichtes Spiel, eine direkte Verbindung zwischen Trump und dem umstrittenen Projekt herzustellen. Der Ex-Präsident sei wegen der negativen Auswirkungen auf seine Kampagne zunehmend verärgert gewesen, berichten US-Medien. Öffentlich nannte er Forderungen aus dem Papier „absolut lächerlich und miserabel“ und behauptete im nächsten Atemzug, es gar nicht zu kennen und nicht einmal zu wissen, wer dahinterstehe.
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Von Michael Backfisch
Der Druck, den sein Team im Hintergrund auf die Heritage Foundation ausgeübt haben soll, wie die „Washington Post“ berichtet, hatte nun offenbar Erfolg. Der Direktor von „Project 25“, Paul Dans – auch er war als Berater in der ersten Trump-Regierung tätig – trat am Dienstag zurück. Dieser hatte noch im Juni, in einem Podcast mit dem früheren Trump-Intimus Steve Bannon versprochen: „Wir werden das umsetzen unter Präsident Trump“. „Project 25“ werde der „D-Day Invasionsplan“ sein, sobald Trump zurück ins Weiße Haus kehrt..
Die Heritage Foundation in Washington D.C. hatte „Project 25“ ins Leben gerufen. © Getty Images via AFP | Andrew Harnik (Bild)
In einem Statement von Trumps Wahlkampf-Managern Susie Wiles und Chris LaCivita klingt das anders. Das Trump-Team habe „seit über einem Jahr sehr deutlich gemacht, dass das Projekt 2025 nichts mit der Kampagne zu tun hatte, nicht für die Kampagne sprach und in keiner Weise mit der Kampagne oder dem Präsidenten in Verbindung gebracht werden sollte“.
Team von Kamala Harris will „Project 25“ weiter ausschlachten
Ob das Problem damit aus der Welt ist? Mitnichten. Laut CNN ließ das Team von Kamala Harris sofort wissen, dass es weiter über das „Project 25“ sprechen werde und was dies für die Menschen im Land bedeuten würde.

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Donald Trump findet gegen Harris kein Rezept – nur Beleidigungen, Von Gudrun BüscherEine Wahlkampf-Managerin von Harris sagte gegenüber dem Sender: „Dies ist seine Agenda, geschrieben von seinen Verbündeten, die Donald Trump unserem Land aufzwingen will. Dass er den 920-seitigen Entwurf vor dem amerikanischen Volk versteckt, macht ihn nicht weniger real. Im Gegenteil, es sollte die Wähler noch mehr beunruhigen, was Trump und seine Verbündeten sonst noch verbergen.“
Die Forderungen von „Projects 25“
Das sind einige der Kernforderungen aus dem „Project 25“, auf die Demokraten immer wieder verweisen:
- Die gesamte Bundesbürokratie, einschließlich unabhängiger Behörden wie dem Justizministerium, sollen der direkten Kontrolle des US-Präsidenten unterstellt werden.
- Der Kündigungsschutz von Bundesbeamten soll wegfallen, wodurch der komplette Regierungsapparat durch Trump-Getreue ausgetauscht werden könnte. Das „Project 25“ arbeitet bereits an der Rekrutierung entsprechender Kandidaten. Üblich ist, dass bei einem Regierungswechsel nur ein kleiner Teil des immensen Regierungsapparats ausgetauscht wird.
- Das Dokument bezeichnet das FBI als „aufgeblähte, arrogante und zunehmend gesetzlose Organisation“. Diese und andere Bundesbehörden müssten radikal überarbeitet werden. Das Bildungsministerium und das Heimatschutzministerium sollen abgeschafft werden.
- Das Abtreibungsmedikament Mifepriston soll vom Markt genommen werden und der Zugang zu Verhütungsmitteln sowie auch der Pille danach erschwert werden. Das Gesundheitsministerium solle „eine biblisch begründete, sozialwissenschaftlich untermauerte Definition von Ehe und Familie beibehalten“.
- Pornografie soll verboten und jedes Telekommunikationsunternehmen, das den Zugang dazu ermöglicht, dichtgemacht werden.
- Das Papier will gegen angebliche „Woke-Propaganda“ an Schulen vorgehen. Begriffe wie „sexuelle Orientierung“, Gleichstellung der Geschlechter“, „Abtreibung“ und „reproduktive Rechte“ sollen aus allen Gesetzestexten gestrichen werden.
- Investitionen in regenerative Energien sollen gestrichen und der „Krieg gegen Öl und Gas“ beendet werden.
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Meinung „Project 2025“
Trumps Leute planen im Hintergrund die „zweite Revolution“
morgenpost.de, vom 07.07.2024, 14:44 Uhr, Ein Kommentar von Dirk Hautkapp Korrespondent in Washington
Donald Trumps Leute planen "zweite Revolution" - Blutbad nicht ausgeschlossen
Donald Trump sagt, er kenne das „Project 2025“ gar nicht. Weiß aber, dass manche Vorschläge grottenschlecht sind. © Getty Images via AFP | Anna Moneymaker (Bild)
Washington. Man darf momentan nicht nur auf Joe Biden schauen. Was Donald Trumps mächtige Unterstützer vorhaben, könnte in einem Blutbad enden.
Um die aktuelle Schlagseite im nationalen Selbstgespräch der USA zu beschreiben, ist eine Zahl hilfreich. Nachdem Joe Biden in Atlanta vor elf Tagen im TV-Duell mit Donald Trump einen historischen geistigen „Platten“ hatte, widmete sich die „New York Times“ in über 200 Artikeln und Kommentaren dem Gesundheitszustand des 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten. Fast durchgängiger Tenor: Er kann es nicht mehr, er muss abdanken.
Die Berichterstattung über das, was fundamentalistische Zuarbeiter im Hintergrund für den republikanischen Präsidentschaftskandidaten aushecken, immerhin ein verurteilter Straftäter, der 2021 eine Art Staatsstreich versuchte, kann man dagegen im gleichen Leitmedium an drei Fingern abzählen.

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„Sein Blick starrte ins Leere, der Mund war leicht geöffnet“Gemeint ist die unter dem harmlos klingenden Titel „Project 2025“ firmierende Blaupause für einen Staatsumbau, der einem einzigen Ziel verpflichtet ist: die Machtfülle des amerikanischen Präsidenten extrem auszubauen und die anderen Säulen des Systems der Gewaltenteilung, das Parlament und die Gerichte, nach und nach zu verzwergen.
„Project 2025“: Die Revolution wird „unblutig“, wenn die Linke es zulässt
Nur ein Beispiel: Im Staatsapparat sollen bis zu 50.000 Beamte durch auf Herz und Nieren geprüfte Trump-Loyalisten ersetzt werden. Einstellungsvoraussetzung: Sie müssen wie Trump von der irrigen Annahme überzeugt sein, dass die Präsidentschaftswahl 2020 zugunsten von Joe Biden manipuliert wurde.
Dahinter steht die erzkonservative Heritage-Stiftung. Eine sehr reiche Denkfabrik, die sich als führende intellektuelle Vorfeld-Organisation der MAGA-Bewegung Trumps versteht.
Für das „Project 2025“, eine Art Regierungsprogramm, mit dem Trump im Falle seines Wahlsieges von Tag eins an arbeiten könnte, wurde von über 400 geladenen Experten aus Politik und Wissenschaft der komplette Regierungsapparat samt Ministerien und Agenturen neu vermessen. Es zählen nur noch zwei Loyalitäten. Die zu Trump. Und zu einer neu definierten christlich-weißen Vorherrschaft.
Kevin Roberts, der Chef der Stiftung, lässt keinen Zweifel daran, wie ernst es ihm ist. Er spricht davon, dass Amerika sich inmitten einer „zweiten Revolution“ befinde. Eine größenwahnsinnige Anspielung auf den Bürgerkrieg von 1860. Das aufrechte Amerika hole sich gerade „von den Eliten und despotischen Bürokraten“ das Land zurück, während die Demokraten unter Joe Biden kollabierten. Laut Roberts ist dieser Prozess unumkehrbar. Die Revolution gehe „unblutig“ vonstatten, wenn die Linke es zulasse. Wie bitte?
Donald Trump sagt, er kenne das „Project 2025“ gar nicht
Die unverhohlene Gewaltandrohung, falls das konservative Amerika bei der Exekution seiner sektiererischen Pläne gestört werden sollte, hat in Washington Entsetzen ausgelöst.
Dirk Hautkapp ist US-Korrespondent der FUNKE Zentralredaktion. © ZRB | ZRB (Bild)
Darum ist jetzt Donald Trump selber auf den Plan getreten. Er kenne das „Project 2025“ gar nicht, sagt er leutselig. Auch habe er keinen Schimmer, wer dahinter stecke. Einige Vorschläge der Gruppe, seien „absolut lächerlich“ und „grottenschlecht“ (komisch, wenn er das Projekt doch gar nicht kennt). Seine Botschaft: „Ich habe damit nichts zu tun.“ Was eine glatte Lüge ist. Dutzende von Trumps Büchsenspannern arbeiten mit und für Kevin Roberts. Sie leihen der Aktion ihr Gesicht. Und damit Autorität.
Trumps Distanzierungsversuch zeigt, wie sehr er den Verlust der Anschlussfähigkeit an parteiunabhängige Wählerschichten fürchtet. Sie fühlen sich von Kevin Roberts‘ Polit-Büro-Extremismus angewidert.
Bidens Alter hin oder her – darüber könnte die „New York Times“ auch ruhig 200-mal schreiben.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
unser weiterer Kommentar: Zitat aus obigen Abschnitten: "Ein anderer wichtiger Aspekt ist Trumps pro-israelische Politik, die von vielen christlichen Nationalisten nachhaltig unterstützt wird."
ausführlich hierzu
Armageddon - Evangelikale und die letzte Schlacht - Arte Dauer 95 Min.
https://www.arte.tv/de/videos/094466-000-A/armageddon-evangelikale-und-die-letzte-schlacht
bzw.
Armageddon: Evangelikale und die letzte Schlacht - YouTube Dauer 95 Min.





Quelle: AP
