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18.10.2024

Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien    (II von II)


8. Quantara: Die andere Zeitenwende


https://qantara.de/artikel/deutschland-und-der-nahe-osten-die-andere-zeitenwende


Deutschland und der Nahe Osten



09.10.2024

Die andere Zeitenwende


Deutschland hat sich mit seiner Haltung im Nahostkrieg weltweit

isoliert und viel Vertrauen verspielt. Die Ampel-Regierung wird bald

Geschichte sein, aber die Folgen ihres außenpolitischen Versagens

werden wir noch lange zu spüren bekommen.


Von Daniel Bax



Der brutale Angriff der Hamas und anderer Gruppen am 7. Oktober 2023

war eine Zäsur – auch für Deutschland. Dass er zu einer politischen

Zeitenwende führen würde, war allen Fachleuten vom ersten Moment an

klar. Zu lange hat die Welt den ungelösten Nahostkonflikt verdrängt

und Schritte zu einer politischen Lösung vertagt.


Nur in Deutschland scheinen viele bis heute nicht begriffen zu haben,

was für einen historischen Einschnitt der 7. Oktober und der Krieg in

Gaza darstellen. Anders ist nicht zu erklären, dass die deutsche

Politik bis heute nicht angemessen darauf reagiert hat – oder falsch.

Das ist fatal. 


Natürlich war es richtig, dass sich die Bundesregierung und der

gesamte Bundestag zunächst an die Seite Israels gestellt und dessen

Recht auf Selbstverteidigung bekräftigt haben. Schon sehr früh war

allerdings klar, dass die israelische Regierung und die Armee mit

völlig unverhältnismäßiger Härte reagieren und kaum Rücksicht auf

Zivilist:innen nehmen würden. Darauf hätte die deutsche Politik viel

früher und viel entschiedener reagieren müssen. 


Als Olaf Scholz im Oktober 2023 als erster europäischer Regierungschef

zum Solidaritätsbesuch nach Israel reiste, bezeichnete sein

Amtskollege Netanjahu die Hamas als „neue Nazis“, ohne dass der

Bundeskanzler widersprach. Wenig später bemühte Netanjahu die Legende

von Amalek, um den Krieg in Gaza in religiöser Metaphorik zu einem

Kampf mit dem absolut Bösen zu erklären.


Israels Verteidigungsminister Joav Gallant ordnete bereits am 9.

Oktober eine vollständige Blockade des Gazastreifens an: kein Strom,

keine Lebensmittel und kein Treibstoff sollten mehr in die Enklave

gelangen – er kündigte damit ein eindeutiges Kriegsverbrechen an.


„Der Fokus liegt auf Zerstörung, nicht auf Genauigkeit“, so beschrieb

der israelische Armeesprecher Daniel Hagari bereits ganz zu Beginn die

Militärstrategie seiner Armee. Und Israels Präsident Jitzchak Herzog

erklärte die gesamte Bevölkerung Gazas für schuldig und damit die

Unterscheidung zwischen Zivilisten und Kämpfern für überflüssig.


Später versah er Bomben, die über dem Gazastreifen abgeworfen wurden,

mit einer persönlichen Widmung. Es ist kein Zufall, dass sich all das

in den Anklageschriften wiederfindet, über die jetzt in Den Haag

verhandelt wird. Südafrika sieht darin Nachweise für genozidale

Absichten und hat Israel deshalb bereits Ende 2023 vor dem

Internationalen Gerichtshof (IGH) wegen Völkermord angeklagt.


Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH), Karim

Khan, hat zudem im Mai 2024 Haftbefehle gegen Netanjahu und Gallant

beantragt, weil er sie für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die

Menschlichkeit in Gaza verantwortlich macht.


Medien und Menschenrechtsorganisationen werfen Israel vor, in Gaza

eine Vielzahl von Kriegsverbrechen begangen zu haben: von

willkürlichen Bombardements ohne jede Rücksicht auf Zivilisten bis hin

zu Angriffen auf Krankenhäuser, Klärwerke, Universitäten und Schulen –

kurz: auf die zivile Infrastruktur. Dies macht den Gazastreifen

unbewohnbar. Hinzu kommen „Folterlager“ für Gefangene , wie die

Menschenrechtsorganisation B’Tselem berichtet, sowie das gezielte

Aushungern der Bevölkerung. 



Netanjahu zieht Israels Verbündete in den Abgrund


Auf all das hat die deutsche Politik bisher nicht angemessen reagiert.

Selbst US-Präsident Joe Biden hat sich kritischer zum israelischen

Vorgehen geäußert als der deutsche Bundeskanzler. Er bezeichnete

Israels Bombardement als „willkürlich“ und warnte schon früh, Israel

solle nicht die gleichen Fehler begehen wie die USA nach dem 11.

September.


Bidens Warnung verhallte leider ungehört und der US-Präsident selbst

ließ seinen Worten keine Taten folgen, um Israel zu bremsen. Netanjahu

fühlte sich dadurch ermutigt, auch im Libanon mit voller Härte

zuzuschlagen. Wie die USA nach dem 11. September zieht nun auch Israel

seine Verbündeten mit seiner Kriegsführung immer tiefer in einen

moralischen Abgrund. (…)


In Deutschland hat die Ampel-Regierung – mit der sozialdemokratischen

SPD und den Grünen – im Schlepptau der USA ebenfalls Schaden genommen.

Ihr könnte es so ergehen wie einst der Labour-Partei unter Tony Blair:

Nachdem sich der britische Premier im Irakkrieg 2003 vorbehaltlos an

die Seite der USA gestellt hatte, war sein Ruf ruiniert. Seine Partei

hat sich davon lange nicht erholt. (…)


Im Ausland hat sich Deutschland mit seiner Haltung zu Israel zudem

stark isoliert. In der UN-Vollversammlung ist es eines der letzten

Länder, das noch zu Netanjahu hält. Südafrikas „Genozid“-Vorwurf gegen

Israel wischte die Bundesregierung vom Tisch und sprang Israel zur

Seite. Inzwischen haben sich nach Chile und Mexiko auch Irland und

Spanien der Klage vor dem höchsten Gericht der Vereinten Nationen

angeschlossen – ein Zeichen dafür, wie gespalten Europa in dieser

Frage ist.


Im April sah sich Deutschland selbst auf der Anklagebank, weil

Nicaragua es wegen Beihilfe zum „Völkermord“ angeklagt hatte. Die

Forderung, deutsche Waffenexporte nach Israel zu stoppen, wies das

Gericht in seiner Eilentscheidung zwar ab, doch es ist klar, dass

große Teile der Weltöffentlichkeit Deutschland eine Mitschuld an den

vielen Toten im Gazastreifen geben, weil es dessen enger Verbündeter

und zweitgrößter Waffenlieferant ist.


Es sind nicht nur arabische oder muslimische Staaten, in denen

Deutschland deswegen stark an Ansehen eingebüßt hat. Die

internationalen Gerichtsverfahren zeigen, dass das auch für viele

Länder in Südamerika und Afrika gilt, also für große Teile des

„globalen Südens“.


Es seien „vor allem die progressiven, die kritischen

Zivilgesellschaften, die sich jetzt abwenden von einer als

unglaubwürdig wahrgenommenen Bundesrepublik“, warnten die

Politologen Marcus Schneider und Jannis Grimm im Juni in einem Essay

im IPG Journal. Die deutsche Politik reagiert darauf in

Vogel-Strauß-Manier: Sie steckt den Kopf in den Sand und hofft, dass

das vorbei geht. Das ist Realitätsverweigerung. 


Autoritäre Tendenzen in Deutschland


Während Deutschland an Ansehen verliert, kämpft die deutsche Politik

im Inneren immer verbissener darum, eine vermeintliche „Staatsräson“

durchzusetzen, deren Sinn mit jedem Tag fragwürdiger erscheint. Dabei

zeigt sie eine autoritäre Unduldsamkeit und immer stärkere illiberale

Tendenzen.


Mehrere Proteste an Universitäten und ein ganzer Palästina-Kongress

wurden mit Polizeigewalt aufgelöst, kritische Künstler:innen,

Wissenschaftler:innen und andere Intellektuelle ausgeladen oder mit

„Antisemitismusklauseln“ und anderen fragwürdigen Mitteln auf Linie

gebracht. Dass im Bildungsministerium geprüft wurde, ob man

unbotmäßigen Wissenschaftler:innen, die diese Politik kritisiert

hatten, bereits zugesagte Fördermittel wieder entziehen könne, passt

in das Bild zunehmend autoritärer Tendenzen. 


Die deutsche Politik geht mit solchen illiberalen Schritten viel

weiter als die USA, kritisierte der deutsch-britische Journalist und

Deutschland-Experte Hans Kundnani bereits im März in einem Essay im

Magazin Dissent. Deutschland begründe das mit seiner historischen

Verantwortung für den Holocaust, aber seine spezielle Lesart der

Geschichte sei mit universalistischen Werten nicht zu vereinen.


Die Philosophin Susan Neiman, die einst ein Buch geschrieben hatte, in

dem sie die deutsche Erinnerungspolitik preiste, spricht nun von einem

„verordneten Philosemitismus“ und, wie andere, von einem

proisralischen „McCarthyismus“. Der Politologe Daniel Marwecki spricht

von einem „Ersatznationalismus“ und warnt, Deutschland müsse sich

zwischen Staatsräson und Völkerrecht entscheiden.


Angesichts von Übergriffen auf Synagogen und antisemitischen Slogans

war es selbstverständlich und notwendig, dass deutsche Politiker sich

schützend vor Jüdinnen und Juden in Deutschland stellten und diese

Straftaten einhellig verurteilten. Doch ein Wort des Mitgefühls

gegenüber hiesigen Palästinenser:innen, die oft selbst Angehörige

verloren haben, um die Menschen im Gazastreifen bangen und zugleich

unter Pauschalverdacht gestellt werden, kommt vielen bis heute nicht

über die Lippen.


Dabei werden die Folgen des Kriegs in Gaza noch lange spürbar sein.

Ein vollständiger Wiederaufbau der Enklave könnte 80 Jahre dauern,

schätzen UN-Expert:innen. Die Traumata werden über Generationen

nachwirken.


Deutschland muss sich entscheiden, was es mit seiner Staatsräson

meint. Meint es die Solidarität mit jenen Menschen in Israel und

Palästina, die sich Sicherheit, Frieden und ein Ende des

Dauerkonflikts wünschen?


Dann sollte man endlich einen Kurswechsel wagen, ein Waffenembargo

gegen Israel verhängen und mehr Druck ausüben, bis Netanjahu einlenkt,

statt ihm freie Hand zu lassen, den Krieg auch noch auf den Libanon und

andere Länder auszuweiten.


Oder will man weiter eine in Teilen rechtsradikale Regierung

unterstützen, in der manche aus ihren Vertreibungsplänen und

Auslöschungsfantasien keinen Hehl machen? Damit hält man auch einen

Regierungschef im Amt, der kein Interesse daran hat, dass der Krieg

endet, weil er sich sonst viele unangenehme Fragen stellen lassen

müsste und sogar im Gefängnis landen könnte.


Olaf Scholz und seine Außenministerin Annalena Baerbock haben ihren

Ton gegenüber Netanjahu in den vergangenen Monaten verändert.

Vizekanzler Robert Habeck hat sogar eingeräumt, dass Israels Vorgehen

in Gaza nicht mit dem Völkerrecht vereinbar ist.


Aber das reicht nicht. Ohne die Druckmittel einzusetzen, über die Deutschland

verfügt, bleiben das leere Worte. Die Ampel-Regierung wird schon bald

Geschichte sein. Aber an den Folgen ihres außenpolitischen Versagens

in diesem historischen Moment werden wir noch sehr lange zu tragen haben. 



Daniel Bax ist Journalist und Autor. Er ist Redakteur bei der

Tageszeitung Taz und schreibt zudem für andere Medien über Politik,

Kultur und Gesellschaft in Deutschland. Er hat bisher zwei Bücher

veröffentlicht, zu antimuslimischem Rassismus ("Angst ums Abendland",

2015) und über Rechtspopulismus ("Die Volksverführer", 2018).



https://qantara.de/seite/%C3%BCber-uns


Das arabische Wort "qantara" bedeutet Brücke. Das Dialogportal

Qantara.de wurde unter dem Eindruck der Terroranschläge vom 11.

September 2001 gegründet und fördert seit über 20 Jahren durch

fundierte Beiträge die Verständigung zwischen den europäischen und

islamisch geprägten Gesellschaften. Das Projekt wird vom ifa –

Institut für Auslandsbeziehungen umgesetzt und vom Auswärtigen Amt

gefördert. (…)



——————



9. MSN/Welt: Waffenlieferungen an Israel – Merz und Kubicki fordern Erklärungen von Grünen-Ministern


https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/waffenlieferungen-an-israel-merz-und-kubicki-fordern-erklärungen-von-grünen-ministern/ar-AA1sfqZ3 <https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/waffenlieferungen-an-israel-merz-und-kubicki-fordern-erkl%C3%A4rungen-von-gr%C3%BCnen-ministern/ar-AA1sfqZ3>

Waffenlieferungen an Israel – Merz und Kubicki fordern Erklärungen von Grünen-Ministern


Artikel von Sebastian Beug


15.10.2024


Über Monate sollen Robert Habeck und Annalena Baerbock laut eines

Medienberichts die Lieferung von Kriegswaffen an Israel blockiert

haben. Union und FDP fordern Transparenz, Wolfgang Kubicki droht sogar

mit einem Koalitionsbruch, sollte die Berichterstattung zutreffen.


Union und FDP haben Wirtschaftsminister Robert Habeck und

Außenministerin Annalena Baerbock aufgefordert, ihre Position bei

Waffenlieferungen an Israel zu erklären.


Für den Fall, dass die Grünen-Minister Waffenexporte verhindert haben,

fordert FDP-Vize Wolfgang Kubicki gar deren Rücktritt. Hintergrund ist

ein Medienbericht, nachdem Habeck und Baerbock seit spätestens März

2024 Kriegswaffenexporte im Bundessicherheitsrat blockiert haben sollen.


Wie „Bild“ am Sonntag unter Berufung auf Quellen aus allen

Ampelparteien berichtete, forderten die Grünen-Minister schriftliche

Garantien, dass Israel die Waffen nicht zu einem Völkermord einsetzt.


Der „Tagesspiegel“ schrieb am Montag, es soll bei den Garantien nicht

um Völkermord, sondern um eine schriftliche Zusicherung gegangen sein,

beim Einsatz deutscher Waffen das Völkerrecht einzuhalten. Gegenüber

„Politico“, das wie WELT zu Axel Springer gehört, verwies eine nicht

namentlich genannte Quelle am Montag auf rechtliche Bedenken, gegen

die sich die Regierung habe absichern wollen.


Denkbar ist, dass die Grünen-Minister zunächst Garantien in Bezug auf

einen Völkermord forderten, sich dann aber mit Zusicherungen, das

Völkerrecht werde geachtet, zufriedengaben. (…)


FDP-Vize Kubicki macht seinem Ärger über den Vorwurf eines Völkermords

an Israel – häufig erhoben von israelfeindlichen Hamas-Anhängern – in

einem Gastbeitrag bei „Focus Online“ Luft. „Wer auch nur einen Hauch

um die historische Schuld Deutschlands weiß, der dürfte sich für die

grünen Spitzenminister angesichts einer solchen Anmaßung in Grund und

Boden schämen.“


Und weiter: „Dass wir, die Deutschen, ausgerechnet Israel, einem

demokratischen Rechtsstaat, der sich seit jeher gegen äußere Feinde,

ja gegen die Existenzvernichtung erwehren muss, unterstellen, er plane

einen Völkermord oder führe einen durch, lädt selbst so schwere Schuld

auf sich, dass er dem Ansehen unseres Landes schadet und 75 Jahre

deutscher Außenpolitik in die Bedeutungslosigkeit versenkt.“


Wie „Bild“ berichtet, soll Israel am Donnerstag die von den Grünen

geforderte Erklärung abgegeben haben. Zwar gibt es bei

Rüstungsexporten sogenannte Endverbleibserklärungen, mit denen

sichergestellt werden soll, dass Waffen nicht von Abnehmern an ein

weiteres Land verkauft werden. Garantien in Bezug auf den

Nicht-Einsatz bei einem Völkermord wären aber ein Novum. (…)


Exporte an Drittländer kommen gemäß den Grundsätzen nicht in Betracht,

wenn es „innere Repressionen“ oder „systematische

Menschenrechtsverletzungen“ gibt. Ausgeschlossen sind sie auch, wenn

das Empfängerland in bewaffnete Auseinandersetzungen verwickelt ist –

die Selbstverteidigung eines Landes nach der UN-Charta wie im Falle

der Ukraine oder Israels ist davon allerdings ausdrücklich

ausgenommen.


Das Wort „Völkermord“ taucht in den Grundsätzen nicht auf. Eher

allgemein ist festgehalten, dass die Exporte das „friedliche

Zusammenleben der Völker“ nicht gefährden sollen.


Insgesamt hat die Bundesregierung nach Angaben des

Bundeswirtschaftsministeriums in den ersten drei Quartalen

Genehmigungen für die Ausfuhr von Rüstungsgütern im Wert von elf

Milliarden Euro erteilt.


Davon entfallen 7,2 Milliarden Euro auf Kriegswaffen und 3,8

Milliarden Euro auf sonstige Rüstungsgüter. Mit 7,1 Milliarden Euro

ist die Ukraine das Hauptempfängerland. Israel erhielt seit dem 7.

Oktober 2023 Rüstungsgüter im Wert von 326,5 Millionen Euro, fast alle

unmittelbar nach dem Angriff.




siehe auch:


https://www.rnd.de/politik/olaf-scholz-sichert-israel-weitere-waffenlieferungen-zu-bereitschaft-zu-gespraech-mit-putin-EUIJLD7TNZM3LFEJ6SWVV4IRN4.html


Regierungserklärung im Bundestag

Scholz sichert Israel weitere Waffenlieferungen zu –


und betont Bereitschaft zu Gespräch mit Putin


16.10.2024, 15:24 Uhr


und:


https://www.zeit.de/politik/ausland/2024-10/ghassan-salame-libanon-hisbollah-israel-vereinte-nationen


"Das ist die Hybris der israelischen Regierung"


Der Libanese Ghassan Salamé gilt als einer der erfahrensten Vermittler

und versucht das scheinbar Unmögliche: Verhandlungen über einen

Frieden in seiner Heimat.


Interview:  Jana Simon


12. Oktober 2024, 16:55 Uhr


Ghassan Salamé gilt als einer der erfahrensten politischen Vermittler,

er hat für die UN gearbeitet, Terroranschläge und Entführungen

überlebt und mit Diktatoren an einem Tisch gesessen.


Er ist in einem Dorf im Libanon aufgewachsen und war einmal

Kulturminister des Landes. Wie blickt er auf den Krieg in seiner

Heimat, die Hisbollah und die Erfolgsaussichten von Verhandlungen?


——



10: Gerechter Frieden: Für einen gerechten Frieden in Palästina und Israel

      Zivilbevölkerung schützen,  Waffenexporte stoppen!


https://gerechter-frieden.org/aufruf/


Für einen gerechten Frieden in Palästina und Israel

Zivilbevölkerung schützen,  Waffenexporte stoppen!

Kundgebung am 18. Oktober 2024 um 17 Uhr auf dem Washingtonplatz



Wir erleben eine erschütternde Eskalation an Gewalt und Leid in

Palästina und Israel. Im aktuellen Krieg sind seit dem 7. Oktober 2023

bereits über 42.000 Menschen in Palästina und über 1.200 Menschen in

Israel getötet worden. Etwa 100 Geiseln befinden sich noch immer in Gaza.


Mindestens 95.000 Palästinenser:innen wurden verwundet und Unzählige

werden vermisst. Nahezu die gesamte Bevölkerung Gazas, 1,9 der 2,1

Millionen Bewohner:innen, wurde bereits mehrfach innerhalb ihres

Landes vertrieben. Etwa 100.000 Israelis sind seit letztem Oktober

evakuiert. Es gibt keinen sicheren Ort im gesamten Gazastreifen.


Das bewusste Vorenthalten von humanitärer Hilfe, von Nahrungsmitteln,

sauberem Trinkwasser und medizinischer Versorgung durch Israel bedroht

akut das Leben Hunderttausender in Gaza. Und im Westjordanland sind

die Menschen mehr denn je schutzlos der Gewalt von Armee und

Siedler:innen ausgesetzt.


Zu all dem wollen und können wir nicht schweigen. Wir verurteilen alle

Kriegsverbrechen in diesem Krieg, sowohl die der Hamas und anderer

bewaffneter palästinensischer Gruppen, als auch die der israelischen Regierung.


Wir trauern um alle Opfer der Gewalt in Palästina und Israel. Wir

bangen um die Tausenden, die in Israel willkürlich in Haft und oft

Folter und Misshandlung ausgesetzt sind. Wir bangen um diejenigen, die

als Geiseln nach Gaza verschleppt wurden. Wir solidarisieren uns mit

allen, die sich für Frieden und gleiche Rechte für alle Menschen in

der Region einsetzen.


Während die deutsche Regierung zu Recht die Kriegsverbrechen der Hamas

verurteilt, benennt sie die Kriegsverbrechen der israelischen

Regierung und der Armee noch nicht einmal als solche.


Mehr noch, durch ihr politisches Handeln billigt sie die

völkerrechtswidrigen Handlungen Israels in Gaza. Die Bundesregierung

schwächt die internationale Gerichtsbarkeit durch einseitige

Parteinahme.


In Deutschland erleben wir im Kontext der Palästina-Solidarität

massive Eingriffe in die Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Wir

stellen uns klar gegen die Kriminalisierung von legitimen Protesten

und tragen unsere Kritik am Krieg in Gaza und der Rolle der deutschen

Regierung auch selbst auf die Straße.


Wir gehen auf die Straße, um deutlich zu machen: Eine Staatsräson, die

bei den Menschenrechten und dem Völkerrecht doppelte Standards anlegt,

nützt niemandem und trägt – den wiederholt vorgetragenen politischen

Erklärungen zum Trotz – auch nicht zur Sicherheit Israels bei.


Menschenrechte und Völkerrecht sind universell. Menschenleben dürfen

nicht mit zweierlei Maß gemessen werden: Palästinensisches Leben ist

genauso kostbar wie israelisches Leben.


Wir fordern von der Bundesregierung:


Setzen Sie sich mit allen Mitteln für einen sofortigen und umfassenden

Waffenstillstand ein. Nur ein Waffenstillstand schafft die Bedingungen

für ein Ende des Tötens und für die Freilassung der Geiseln und

unrechtmäßig Inhaftierten.


Liefern Sie keine Rüstungsgüter an Israel, wenn die Gefahr besteht,

dass sie völkerrechtswidrig eingesetzt werden.


Unterstützen Sie die internationale Gerichtsbarkeit ohne

Einschränkungen, um die jahrzehntelange Straflosigkeit zu beenden.


Setzen Sie sich im Sinne des Gutachtens des Internationalen

Gerichtshofs vom 19. Juli 2024 mit aller Kraft für ein Ende der

illegalen Besatzung, des völkerrechtswidrigen Siedlungsbaus und der

Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung im Westjordanland ein.


Schützen Sie die Meinungs- und Versammlungsfreiheit in Deutschland:

Der Schutz vor Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus darf

nicht gegen das Recht auf friedlichen Protest ausgespielt werden.


Wir wollen mit der Veranstaltung einen Raum für friedlichen Protest

schaffen, der frei ist von Diskriminierung und Gewalt. Rassistische,

anti-palästinensische und/oder antisemitische Äußerungen oder

Handlungen akzeptieren wir nicht.


Aufrufende Organisationen:


Amnesty International Deutschland • Arbeitskreis Palästina

Brühl-Battir • Ärzte der Welt • Bielefelder Nahost-Initiative •

Bundesweite Arbeitsgruppe Globalisierung und Krieg • Bündnis für

Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern (BIP) • CARE

Deutschland • ChanceMaker Foundation • Deutsche Friedensgesellschaft –

Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen • Deutsch-Palästinensische

Gesellschaft • Deutsch-Palästinensischer Frauenverein • Forum

InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung •

Forum Ziviler Friedensdienst • Frauen wagen Frieden • Freunde von

Sabeel Deutschland • Humanistische Union • IALANA Deutschland –

Vereinigung für Friedensrecht • Informationsbüro Nicaragua • INNA

(Städtepartnerschaft Nablus/Nürnberg) • Internationale der

Kriegsdienstgegner*innen • Internationale Liga für Menschenrechte •

Internationaler Versöhnungsbund, Deutscher Zweig •

Interventionistische Linke Berlin • IPPNW Deutschland • Israelis für

Frieden • Israelisches Komitee gegen Hauszerstörungen (ICAHD) • Kairos

Palästina Solidaritätsnetz Deutschland • Komitee für Grundrechte und

Demokratie • KURVE Wustrow – Bildungs- und Begegnungsstätte • medico

international • Lebenshaus Schwäbische Alb – Gemeinschaft für soziale

Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie • Netzwerk Ökumenisches

Begleitprogramm in Palästina und Israel in Deutschland • NRC

Flüchtlingshilfe Deutschland • Palästina Initiative Region Hannover •

Partnerschaftsverein Bonn-Ramallah • pax christi, Deutsche Sektion •

Sea-Watch • Solidarität International • Terre des Hommes Deutschland •

ver.di Berliner Krankenhausbewegung • Weltfriedensdienst



-------



Mit freundlichen Grüßen


Clemens Ronnefeldt,


Referent für Friedensfragen beim deutschen

Zweig des internationalen Versöhnungsbundes



unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

18.10.2024

Unentwegt Stimmungsmache gegen Russland: So kann man in nur 20 Jahren die Stimmung komplett drehen

nachdenkseiten.de, vom 15. Oktober 2024 um 16:50 Ein Artikel von: Albrecht Müller

Es ist jetzt gerade mal 23 Jahre her, seit der russische Präsident Putin im Deutschen Bundestag eine Rede gehalten hat und von allen Seiten Applaus bekam. Damit war damals die Freundschaft zwischen Deutschland und Russland gefeiert und gefestigt worden. Heute wird auf vielen Kanälen die Feindseligkeit gegenüber den Russen, ihrem Präsidenten und ihrer Regierung gepredigt – beispielsweise in der Rheinpfalz, dem Flaggschiff des Medienkonzerns der Familie Schaub. Im Leitartikel auf der Seite 2 und in einem daneben stehenden großen Artikel wird massiv gegen Russland agitiert: „Gefahr durch russische Geheimdienste wächst”, heißt es dort. Im Leitartikel steht zu lesen, der Krieg Russlands gegen die Ukraine bedrohe „den Frieden auf dem ganzen Kontinent”. Als Hauptbotschaft eingeblendet steht: „Wird Putin nicht gestoppt, dürfte der Ukraine-Krieg nur das Vorspiel zu weiteren Raubzügen Russlands sein.”


Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

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Diese Behauptung wird durch nichts begründet. Dahinter steckt eine völlige Umdeutung der Vorgänge in der Ukraine. Aber diese jetzt formulierte Behauptung, die Intervention in der Ukraine sei nur der Anfang weiterer Expansionsabsichten, ist bestens geeignet, um die Angst vor Russland weiter zu schüren und die vor 23 Jahren, am 25. September 2001, im Bundestag gefeierte Rede des russischen Präsidenten vergessen zu machen.

Der Nazi-Propagandachef Goebbels war schlimm. Goebbels war ein durchtriebener, menschenverachtender Propagandist. Seine Hetze gegen Juden war beispiellos, so haben wir lange gedacht. Aus meiner Sicht sind die heutigen Agitatoren ähnlich durchtrieben, ähnlich menschen- und völkerverachtend. Damals wurden Völker gegeneinander aufgehetzt. Heute geschieht es wieder.

Das ist ein Alarmzeichen, deshalb weise ich darauf hin. Beobachten Sie doch bitte gelegentlich, was in den Medien, die Sie nutzen, lesen, anschauen oder anhören, täglich geschieht.


So sieht es heute bei mir aus:

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Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik Audio-Podcast Medienkritik Militäreinsätze/Kriege

Schlagwörter:


Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=123158


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

18.10.2024

Parteitag in Halle: Ines Schwerdtner und Jan van Aken wollen „Die Linke“ zum Comeback führenFriedensfreunde und Wirtschaftskrieger?


Categories Politik | 4


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NATO-Kritik ade? Jan van Aken (Mitte links) und Ines Schwerdtner (Mitte rechts) bewerben sich um den Parteivorsitz. (Foto: Martin Heinlein via DIE LINKE)
In Halle will „Die Linke“ den Neustart versuchen. Knapp ein Jahr vor der Bundestagswahl kommt die Partei an diesem Wochenende zum Bundesparteitag zusammen. Nach einer Serie von Wahlniederlagen geben die Bundesvorsitzenden Martin Schirdewan und Janine Wissler ihre Ämter ab. Der frühere Bundestagsabgeordnete Jan van Aken und die Publizistin Ines Schwerdtner wollen übernehmen. Die langjährige Abgeordnete Gesine Lötzsch aus Berlin-Lichtenberg, die nicht noch einmal antreten will, gibt mit auf den Weg: „Wichtig ist, dass die Leute sagen können: Wofür steht die Linke.“ Im Programm stehe, „dass wir gegen Waffenlieferungen in Kriegs- und Krisengebiete sind“. Blöd nur, dass das nicht alle so sehen. Gerade erst hat die auf dem „Linke“-Ticket ins EU-Parlament gewählte Carola Rackete für die Entsendung von „Taurus“-Marschflugkörpern in die Ukraine gestimmt. Der geschäftsführende Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow will deutsche Panzer für Kiew. Die Liste ließe sich lange fortsetzen. Und die Neuen in spe? Die wollen „Die Linke“ in den Diskurs der NATO-kompatiblen Parteienlandschaft einbetten. Dazu gehört die Reproduktion der gängigen Feindbilder wie auch die Unterstützung von Wirtschaftskriegen. Ines Schwerdtner führt das in einem gerade vorgelegten Papier „Außenpolitik für Erwachsene“ vor. Die Linkspartei, die sich in einer schweren Krise befindet, könne „nur als Friedenspartei überleben“ und stelle sich einer breiten bellizistischen Front entgegen. Ohne auf Ramelow und Co. einzugehen proklamiert Schwerdtner, die Partei wende sich weiter gegen Waffenlieferungen, setze sich für maximalen diplomatischen Druck und als letztes Mittel für Wirtschaftssanktionen ein.
Schwerdtner mahnt: „Wir müssen als Partei aber ebenso Distanz zu all jenen Stimmen wahren, die eine unkritische prorussische Perspektive einnehmen oder die vergessen, dass auch in einem asymmetrischen Konflikt wie im Nahen Osten Zivilisten Zivilisten bleiben.“ Und man müsse auch „schmerzliche Kompromisse“ in Kauf nehmen. Wenn ein Friedensschluss „von der ukrainischen Gesellschaft getragen wird, wäre es zwar unschön, aber hinnehmbar, dass Putin damit auch einen Teil seiner Kriegsziele erfüllt“. Im Nahostkonflikt müssten beide Seiten akzeptieren, „dass die Sicherheit und Selbstbestimmung der anderen Seite nicht verhandelbar ist“. Das Eintreten für Frieden in der Welt, „wie sie ist, bedeutet notwendigerweise, dass die abstrakte Gerechtigkeit manchmal auf der Strecke bleibt und manche historischen Verbrechen ungesühnt bleiben“. Die NATO kommt bei Schwerdtner nur vor mit dem Hinweis, dass die Mitgliedstaaten auch ohne die USA dreimal so viel für ihr Militär ausgeben wie Russland: „Es ist nicht so, als bestünde eine völlig einseitige militärische Übermacht Russlands und Europa sei wehrlos.“ Jan van Aken propagiert in seinem gerade erschienenen Buch „Worte statt Waffen. Wie Kriege enden und Frieden verhandelt werden kann“ vordergründig zivile Konfliktlösungen – wozu ausdrücklich Sanktionen zählen, also Wirtschaftskrieg. „Im Kern stimmt der Witz natürlich: Mit einer Yogamatte unterm Arm würde ich mich auch nicht zum IS oder zu Wladimir Putin begeben.“ Van Aken konstatiert, dass der Wirtschaftskrieg des Westens gegen Russland viel zu zögerlich geführt worden sei, „das Ölembargo wurde erst nach über einem Jahr wirksam“. Das Argument, ein solches Ölembargo hätte uns hier in Deutschland stärker getroffen als Russland, „trägt nicht“, so van Aken. „Mit einem 100-Milliarden-Paket für eine nachhaltige Energiewende – und für eine Dämpfung der Energiepreise für Verbraucher:innen – hätte man Russland den Geldhahn abdrehen und alle Folgen eines Ölembargos problemlos auffangen können.“ Der künftige „Linke“-Vorsitzende fordert die Ausweitung der Sanktionen auf „den oberen Mittelstand, das Herz der russischen Wirtschaft“, und macht sich die Maxime des ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenski nach einem „gerechten Frieden“ zu eigen. „Ein Frieden, in dem Russland große Teile des ukrainischen Territoriums kontrolliert, ist kein gerechter Frieden. (…) Denn dann würde Russland nichts mehr davon abhalten, noch weitere Nachbarländer zu überfallen, das würde nicht Frieden bedeuten, sondern noch mehr Krieg.“ Anders sagen das Hofreiter, Roth, Strack-Zimmermann und Kiesewetter auch nicht. Van Aken schiebt ein, der Krieg habe „schnell Züge eines Stellvertreterkrieges angenommen“, um dann mit links einen Persilschein auszustellen: dennoch „tragen EU und NATO keine Mitschuld am jetzigen Angriffskrieg in der Ukraine, wahrhaftig nicht“. Zu derlei außenpolitischer Standortbestimmung passt, dass „Linke“-Abgeordnete im Europaparlament mittlerweile als Chorsänger von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) agieren. Mit dem Anstimmen von „Bella ciao“ wollten sie den ungarischen Präsidenten Viktor Orbán an den Pranger stellen, den einzigen europäischen Regierungschef, der bisher diplomatische Aktivitäten zur Beendigung des Ukraine-Konflikts entfaltet hat. Eine solche „Linke“ ist anschlussfähig an die Kriegsparteien. Gebraucht wird eine NATO-Antifa nicht. Auf dem Bundesparteitag in Halle will „Die Linke“ nicht nur ihr Comeback starten, sondern auch ihren Kurs bestimmen. NATO-kritisch oder eingebettet? Völkerrecht oder Staatsräson? Klassenkampf oder „Bedingungsloses Grundeinkommen“? UZ ist wieder vor Ort und berichtet im Live-Ticker über die Wahlen und Diskussionen – natürlich begleitet von politischen Analysen und interessanten Innenansichten. Los geht es am Freitag, den 18. Oktober um 14 Uhr hier. Categories Politik Tags , , , ,


Info: https://www.unsere-zeit.de/friedensfreunde-und-wirtschaftskrieger-4796625


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

18.10.2024

Livestream von der Demo heute – bitte posten!

aus e-mail von Elsa Rassbach, 18. Oktober  2024, 15:04 Uhr


Liebe alle,

 

es wird einen Livestream von der Kundgebung heute 18.00 "Gerechter Friede" in Berlin geben:

 

https://gerechter-frieden.org/livestream/

 

Impressum der Webseite:

https://gerechter-frieden.org/impressum/

Für einen gerechten Frieden in Palästina und Israel

gerechter-frieden.org


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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Text des Aufrufs zur heutigen Demo in Berlin "Für einen gerechten Frieden in Palästina und Israel"


Für einen gerechten Frieden
in Palästina und Israel


Zivilbevölkerung schützen, Waffenexporte stoppen!

Kundgebung am 18. Oktober 2024 um 17 Uhr auf dem Washingtonplatz


Wir erleben eine erschütternde Eskalation an Gewalt und Leid in Palästina und Israel. Im aktuellen Krieg sind seit dem 7. Oktober 2023 bereits über 42.000 Menschen in Palästina und über 1.200 Menschen in Israel getötet worden. Etwa 100 Geiseln befinden sich noch immer in Gaza. Mindestens 95.000 Palästinenser:innen wurden verwundet und Unzählige werden vermisst. Nahezu die gesamte Bevölkerung Gazas, 1,9 der 2,1 Millionen Bewohner:innen, wurde bereits mehrfach innerhalb ihres Landes vertrieben. Etwa 100.000 Israelis sind seit letztem Oktober evakuiert.

Es gibt keinen sicheren Ort im gesamten Gazastreifen. Das bewusste Vorenthalten von humanitärer Hilfe, von Nahrungsmitteln, sauberem Trinkwasser und medizinischer Versorgung durch Israel bedroht akut das Leben Hunderttausender in Gaza. Und im Westjordanland sind die Menschen mehr denn je schutzlos der Gewalt von Armee und Siedler:innen ausgesetzt.

Zu all dem wollen und können wir nicht schweigen. Wir verurteilen alle Kriegsverbrechen in diesem Krieg, sowohl die der Hamas und anderer bewaffneter palästinensischer Gruppen, als auch die der israelischen Regierung. Wir trauern um alle Opfer der Gewalt in Palästina und Israel. Wir bangen um die Tausenden, die in Israel willkürlich in Haft und oft Folter und Misshandlung ausgesetzt sind. Wir bangen um diejenigen, die als Geiseln nach Gaza verschleppt wurden. Wir solidarisieren uns mit allen, die sich für Frieden und gleiche Rechte für alle Menschen in der Region einsetzen.

Während die deutsche Regierung zu Recht die Kriegsverbrechen der Hamas verurteilt, benennt sie die Kriegsverbrechen der israelischen Regierung und der Armee noch nicht einmal als solche. Mehr noch, durch ihr politisches Handeln billigt sie die völkerrechtswidrigen Handlungen Israels in Gaza. Die Bundesregierung schwächt die internationale Gerichtsbarkeit durch einseitige Parteinahme.

In Deutschland erleben wir im Kontext der Palästina-Solidarität massive Eingriffe in die Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Wir stellen uns klar gegen die Kriminalisierung von legitimen Protesten und tragen unsere Kritik am Krieg in Gaza und der Rolle der deutschen Regierung auch selbst auf die Straße.

Wir gehen auf die Straße, um deutlich zu machen: Eine Staatsräson, die bei den Menschenrechten und dem Völkerrecht doppelte Standards anlegt, nützt niemandem und trägt – den wiederholt vorgetragenen politischen Erklärungen zum Trotz – auch nicht zur Sicherheit Israels bei. Menschenrechte und Völkerrecht sind universell. Menschenleben dürfen nicht mit zweierlei Maß gemessen werden: Palästinensisches Leben ist genauso kostbar wie israelisches Leben.


Wir fordern von der Bundesregierung:

  • Setzen Sie sich mit allen Mitteln für einen sofortigen und umfassenden Waffenstillstand ein. Nur ein Waffenstillstand schafft die Bedingungen für ein Ende des Tötens und für die Freilassung der Geiseln und unrechtmäßig Inhaftierten.
  • Liefern Sie keine Rüstungsgüter an Israel, wenn die Gefahr besteht, dass sie völkerrechtswidrig eingesetzt werden.
  • Unterstützen Sie die internationale Gerichtsbarkeit ohne Einschränkungen, um die jahrzehntelange Straflosigkeit zu beenden.
  • Setzen Sie sich im Sinne des Gutachtens des Internationalen Gerichtshofs vom 19. Juli 2024 mit aller Kraft für ein Ende der illegalen Besatzung, des völkerrechtswidrigen Siedlungsbaus und der Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung im Westjordanland ein.
  • Schützen Sie die Meinungs- und Versammlungsfreiheit in Deutschland: Der Schutz vor Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus darf nicht gegen das Recht auf friedlichen Protest ausgespielt werden.


Wir wollen mit der Veranstaltung einen Raum für friedlichen Protest schaffen, der frei ist von Diskriminierung und Gewalt. Rassistische, anti-palästinensische und/oder antisemitische Äußerungen oder Handlungen akzeptieren wir nicht.


Aufrufende Organisationen:

Amnesty International DeutschlandArbeitskreis Palästina Brühl-BattirÄrzte der WeltBielefelder Nahost-InitiativeBundesweite Arbeitsgruppe Globalisierung und KriegBündnis für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern (BIP)CARE DeutschlandChanceMaker FoundationDeutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnenDeutsch-Palästinensische GesellschaftDeutsch-Palästinensischer FrauenvereinForum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche VerantwortungForum Ziviler FriedensdienstFrauen wagen FriedenFreunde von Sabeel DeutschlandHumanistische UnionIALANA Deutschland – Vereinigung für FriedensrechtInformationsbüro NicaraguaINNA (Städtepartnerschaft Nablus/Nürnberg)Internationale der Kriegsdienstgegner*innenInternationale Liga für MenschenrechteInternationaler Versöhnungsbund, Deutscher ZweigInterventionistische Linke BerlinIPPNW DeutschlandIsraelis für FriedenIsraelisches Komitee gegen Hauszerstörungen (ICAHD)Kairos Palästina Solidaritätsnetz DeutschlandKomitee für Grundrechte und DemokratieKURVE Wustrow – Bildungs- und Begegnungsstättemedico internationalLebenshaus Schwäbische Alb – Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und ÖkologieNetzwerk Ökumenisches Begleitprogramm in Palästina und Israel in DeutschlandNRC Flüchtlingshilfe DeutschlandPalästina Initiative Region HannoverPartnerschaftsverein Bonn-Ramallahpax christi, Deutsche SektionSea-WatchSolidarität InternationalTerre des Hommes Deutschlandver.di Berliner KrankenhausbewegungWeltfriedensdienst

Wir freuen uns über weitere Organisationen, die die Kundgebung unterstützen. Schreibt uns dazu gerne eine Mail an kundgebung@gerechter-frieden.org. Dann machen wir Eure Unterstützung hier zeitnah sichtbar.


Info: https://gerechter-frieden.org/aufruf


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18.10.2024

Fwd: Breites NGO-Bündnis fordert Schutz der Zivilbevölkerung in Palästina, Israel und Libanon

aus e-mail von Elsa Rassbach über DFG-VK, 18. Oktober 2024, 51:08 Uhr


Begin forwarded message:


From: "presse@ippnw.de" <presse@ippnw.de>

Subject: Breites NGO-Bündnis fordert Schutz der Zivilbevölkerung in Palästina, Israel und Libanon

Date: October 18, 2024 at 10:50:04 AM GMT+2

To: elsarassbach@gmail.com

Reply-To: "jagebowler@ippnw.de" <jagebowler@ippnw.de>


================

PRESSEMITTEILUNG

================


----------------------------------------------------------------------------

Datum: 18.10.2024

BREITES NGO-BÜNDNIS FORDERT SCHUTZ DER ZIVILBEVÖLKERUNG IN PALÄSTINA, ISRAEL UND LIBANON

----------------------------------------------------------------------------



Ein breites Bündnis aus mehr als 30 zivilgesellschaftlichen und

humanitären Organisationen (Link:

https://gerechter-frieden.org/aufruf/ ) protestiert an diesem Freitag in

Berlin unter dem Motto: „Für einen gerechten Frieden in Palästina und

Israel – Zivilbevölkerung schützen, Waffenexporte stoppen!“ Die

Veranstalter*innen fordern die Bundesregierung dazu auf, auf einen

sofortigen Waffenstillstand aller Konfliktparteien hinzuwirken. Dazu muss

auch das heutige Treffen von Bundeskanzler Olaf Scholz und US-Präsident

Joe Biden in Berlin genutzt werden.


Dr. Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International in

Deutschland, sagt: „Die Grausamkeiten und Kriegsverbrechen in

Palästina, Israel und im Libanon machen uns fassungslos. Die

Menschenrechte und das humanitäre Völkerrecht werden massiv ausgehöhlt

und missachtet, und zwar nicht nur von den unmittelbaren Täter*innen.

Verantwortlich sind auch jene, die mit zweierlei Maß messen.

Doppelstandards beschädigen die Menschenrechte, das Völkerrecht und die

darauf fußende internationale Ordnung langfristig. Von der

Bundesregierung fordern wir: Schluss mit der einseitigen Parteinahme!

Nennen Sie auch die von Israel begangenen Kriegsverbrechen beim Namen!

Setzen Sie sich mit allen Mitteln für einen umfassenden Waffenstillstand

ein und stoppen sie alle Waffenlieferungen, die zu weiteren

Kriegsverbrechen beitragen könnten!“


Jules El-Khatib, Autor, sagt: „Die Kundgebung von Menschenrechts- sowie

israelischen und palästinensischen Organisationen ist ein deutliches

Zeichen, dass der Einsatz für einen Waffenstillstand, einen Geiseldeal

und ein Ende der Blockade nicht von der Herkunft abhängt, sondern von der

Frage, ob man Menschenrechte für alle befürwortet oder nicht. Mit der

Kundgebung wird das Signal gesendet, dass das Töten in Gaza umgehend

beendet werden muss und die Politik der Bundesregierung, die das Leid mit

Waffenlieferungen verstärken will, statt es zu lindern, nicht akzeptiert

wird. Wenn die Bundesregierung wirklich für Frieden im Nahen Osten

eintreten will, muss sie umgehend das Hofieren der Netanjahu-Regierung und

deren militärische Unterstützung beenden und Palästina als Staat

anerkennen, damit Zerstörung und Besatzung enden.“


Dr. Alma Itzhaky, Künstlerin und Wissenschaftlerin, Israelis für

Frieden, sagt: „Der endlose zerstörerische Krieg, den Israel gegen Gaza

führt, muss auch um der Israelis willen beendet werden. Die

Netanjahu-Regierung opfert das Leben der Geiseln, der Soldat*innen und der

Bürger*innen nicht für unsere Sicherheit, sondern für ihr politisches

Überleben und um ihre rechtsextreme Politik der Annexion, Vertreibung und

Besiedlung zu verfolgen. Nur ein sofortiger Waffenstillstand und

diplomatische Vereinbarungen geben uns eine Chance, von diesem Weg der

Zerstörung abzukommen.“


Hintergrund


Mehr als ein Jahr nach dem Angriff bewaffneter palästinensischer Gruppen

auf Israel und dem daraufhin ausgebrochenen Gaza-Krieg ist die humanitäre

Lage in dem Gebiet desaströs. Nach palästinensischen Angaben kamen über

42.000 Menschen ums Leben, viele weitere wurden verletzt und finden im

abgeriegelten Gazastreifen keinen sicheren Ort. Auf israelischer Seite

wurden seit dem 7. Oktober 2023 mehr als 1.200 Menschen getötet und noch

immer werden mehr als 100 Geiseln im Gazastreifen gefangen gehalten.


Das Leid in Gaza wird überschattet von der Eskalation des Konflikts im

Libanon mit vielen zivilen Opfern. Hunderttausende Menschen sind auf der

Flucht, mindestens 2.300 sind nach libanesischen Angaben getötet und mehr

als 10.000 Menschen verletzt worden. Gleichzeitig können etwa 60.000

Zivilist*innen nicht in den Norden Israels zurückkehren, weil jeden Tag

Raketen auf das Land abgefeuert werden.


Das NGO-Bündnis erhebt in einem gemeinsamen Aufruf  (Link:

https://gerechter-frieden.org/aufruf/ )die folgenden Forderungen, die

heute bei der Kundgebung von einer Reihe von Redner*innen vorgetragen

werden:


• Setzen Sie sich mit allen Mitteln für einen sofortigen und

umfassenden Waffenstillstand ein. Nur ein Waffenstillstand schafft die

Bedingungen für ein Ende des Tötens und für die Freilassung der Geiseln

und unrechtmäßig Inhaftierten.


• Liefern Sie keine Rüstungsgüter an Israel, wenn die Gefahr besteht,

dass sie völkerrechtswidrig eingesetzt werden.


• Unterstützen Sie die internationale Gerichtsbarkeit ohne

Einschränkungen, um die jahrzehntelange Straflosigkeit zu beenden.


• Setzen Sie sich im Sinne des Gutachtens des Internationalen

Gerichtshofs vom 19. Juli 2024 mit aller Kraft für ein Ende der illegalen

Besatzung, des völkerrechtswidrigen Siedlungsbaus und der Vertreibung der

palästinensischen Bevölkerung im Westjordanland ein.


• Schützen Sie die Meinungs- und Versammlungsfreiheit in Deutschland:

Der Schutz vor Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus darf nicht

gegen das Recht auf friedlichen Protest ausgespielt werden.



Wann:

Freitag, 18. Oktober 2024, 17 bis 19 Uhr


Wo:

NEU: Vor dem Hauptbahnhof, Washingtonplatz, 10557 Berlin



Wer:

Dr. Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International in

Deutschland

Dr. Alma Itzhaky, Künstlerin und Wissenschaftlerin, Israelis für Frieden

Jules El-Khatib, Autor

Nazih Musharbash, Präsident der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft

Riad Othman, Nahostreferent bei medico international

Anja Osterhaus, Geschäftsführerin von Reporter ohne Grenzen

Sanaz Azimipour, Woman* Life Freedom Collective

Deborah Feldman, Autorin

Aida Touma-Suleiman, Abgeordnete der Knesset, Chadash-Partei

Naz Al-Windi, Politikwissenschaftlerin und Aktivistin aus Hamburg

und weitere


Das gesamte, laufend aktualisierte Programm finden Sie hier.

(Link: https://gerechter-frieden.org/infos/ )


Für Interview-, Video- und Fotoanfragen wenden Sie sich bitte an:


Stephanie Kirchner, Pressereferentin Ärzte der Welt e.V.,

presse@aerztederwelt.org, +49 159 0406 2104


Katja Herzberg, Pressesprecherin Amnesty International in Deutschland,

presse@amnesty.de, +49 151 527 02184


Timo Dorsch, Pressereferent medico international, presse@medico.de, +49

160 40 66 331

Zoe-Marie Lodzik, Communication Adviser, NRC Flüchtlingshilfe

Deutschland, zoemarie.lodzik@nrc-hilft.de, +49 151 578 60663


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18.10.2024

Internationales
Biden-Besuch in Berlin: Warum muss Selenskyj zu Hause bleiben?

berliner-zeitung.de, 18.10.2024 15:01 Uhr, Simon Zeise

In Berlin beraten die führenden Nato-Staaten über die Ukraine. Selenskyj ist nicht eingeladen. Hat er seine westlichen Partner zu stark provoziert?


Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf dem EU-Gipfel in Brüssel

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf dem EU-Gipfel in BrüsselImago


Die wichtigsten Nato-Staaten beraten über die Ukraine ohne deren Präsidenten. Während US-Präsident Joe Biden am Freitag in Berlin im Kanzleramt mit Olaf Scholz, dem französischen Staatschef Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer zusammenkommt, bleibt Wolodymyr Selenskyj außen vor. Eigentlich sollte es vor einer Woche einen gemeinsamen Gipfel in Ramstein geben. Doch warum wurde der ukrainische Präsident jetzt nicht zum Ersatztermin eingeladen?


Trump wendet sich ab – hat Selenskyj aufs falsche Pferd gesetzt?

Selenskyj steht unter großem Druck. Das Schicksal der ukrainischen Regierung hängt stark vom Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen ab. „Ich weiß nicht, wie das Angebot nach der Wahl aussehen wird“, sagte Selenskyj im Interview mit der Financial Times am Rande des EU-Gipfels in Brüssel am Donnerstagabend. „Wir können uns drei verschiedene Möglichkeiten vorstellen.“ Eine sei die fortgesetzte Unterstützung, aber mit Verbündeten, die immer noch „Angst vor einigen Risiken“ hätten. Je nachdem, wer das Rennen um das Weiße Haus gewinnt, „sehen wir [zwei] andere Möglichkeiten. Wird es positiver sein? Oder weniger positiv? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Und das ist sehr heikel für unsere Leute“.


Selenskyj könnte zu hoch gepokert haben. Am Rande des EU-Gipfels hatte er erklärt, dass er über seinen Siegesplan auch mit Donald Trump gesprochen habe, der Präsidentschaftskandidat der Republikaner habe Kiews Forderung nach einer schnellen Nato-Mitgliedschaft verstanden. Mit der Annäherung an Trump brüskierte Selenskyj seinen engsten Verbündeten Biden. Wollen sich Biden, Scholz, Macron und Starmer in Berlin ohne den ukrainischen Präsidenten austauschen, um über eine realistische Strategie für die Ukraine zu beraten? Wird hinter den Türen bereits diskutiert, wie eine Post-Selenskyj-Ära aussehen könnte?

Gleichzeitig könnte Selenskyj mit Trump auf das falsche Pferd gesetzt haben. Denn dieser distanzierte sich entschieden vom ukrainischen Präsidenten. Selenskyj hätte diesen Krieg niemals zulassen dürfen, sagte Trump laut einem Bericht der New York Times.


Selenskyj will von westlichen Waffenstillstandsplänen nichts wissen

Entgegen dem von Selenskyj auf dem EU-Gipfel präsentierten „Siegesplan“, der die unmittelbare Nato-Mitgliedschaft der Ukraine und Angriffe auf Russland vorsieht, werden Stimmen lauter, die Kiew zu einem Verzicht auf die von Russland annektierten Gebiete und einem Waffenstillstand raten. Unter anderem Jens Stoltenberg, der erst vor wenigen Tagen von Mark Rutte als Nato-Generalsekretär abgelöst wurde, hatte eine solche Losung ins Spiel gebracht.

Selenskyj sagte im FT-Interview, offizielle Vertreter aus dem Westen, die ein solches Vorgehen vorschlagen, hätten ihn nicht konsultiert. „Das hat man uns nie gesagt. Die Leute haben Angst, es [mir] zu sagen“, sagte er und forderte sie auf, „es offen auf den Tisch zu legen, uns gegenüber. Nicht durch eine dritte Partei. Sprechen Sie mit uns“. Der ukrainische Präsident sagte, er sei offen für Friedensvorschläge aus anderen Ländern, solange sie „echt“ seien und nicht darauf abzielten, die Unterstützung für seinen eigenen Plan zu untergraben.


Rückendeckung für seinen Siegesplan erhielt Selenskyj am Freitag vom Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Christoph Heusgen. Er forderte Biden und Scholz auf, der Ukraine beim Einsatz westlicher Waffen keine Begrenzungen mehr aufzuerlegen. „Der Besuch des US-Präsidenten am Freitag in Berlin wäre ein idealer Zeitpunkt für eine solche Ankündigung“, sagte Heusgen den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

„Selenskyjs Appelle sind in erster Linie an Präsident Biden und Bundeskanzler Scholz gerichtet“, sagte Heusgen. „Beide könnten durch die Aufhebung von Reichweitenbegrenzungen und die Lieferung wirksamer Waffen einen äußerst wichtigen Beitrag zur Verwirklichung des Selenskyj-Plans leisten.“

Heusgen wird bereits 2025 als Chef der Münchner Sicherheitskonferenz abtreten. Er wird das Amt an Stoltenberg übergeben, der Kiew aufgefordert hat, Gebiete an Russland abzutreten, um zu einem baldigen Waffenstillstand zu kommen. Die Episode zeigt, dass sich in wichtigen westlichen Institutionen der Wind dreht.


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Da muss sich etwas ändern!








Kanzler Scholz braucht noch einen Wahrheitsminister








Die USA verstehen – über ihre Polit-Berater, namentlich auch Zbigniew Brzezinski







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17. Oktober 2024 Von:         



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Objektive Nachrichten über den Krieg in Gaza? Und dies sogar aus Europa? Ein ARTE-Video, 10 Minuten und 49 Sekunden lang, zeigt einfach Bilder und nennt die Fakten. Echt informativ!


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Video  Dauer 10:50 min


Aber in der meistgelesenen Zeitung der Schweiz muss man einen Kommentar des Chefredakteurs lesen, dass wir Israel für seinen Kampf für die «westlichen Werte» dankbar sein sollten. Und jetzt auch noch einen Kommentar der jungen, jüdischen CH-Media-Mitarbeiterin Joëlle Weil, in dem sie erklärt, warum Israel guten Grund habe, UNO-Generalsektretär António Guterres nicht mehr einreisen zu lassen und die UNO-Truppen aus dem Süden des Libanon zu vertreiben. Die UNO habe ja eh nur den einen ihre Mitglieder einigenden Konsens: ihren Anti-Israel-Kurs. Sie verdiene kein Vertrauen.



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Traurig, aber wahr: Aus Palästina wurde Israel – und immer mit Gewalt. Und jetzt sollen auch noch die UNO-Blauhelme aus dem Süden Libanons abziehen, damit Israel freie Hand hat, auch dort noch Land unter seine Herrschaft zu bringen. Und die USA leisten mehr Militärhilfe an Israel als je zuvor!


Siehe dazu auch: «Jüdischer Genozid-Forscher richtet schwere Vorwürfe an Israel»


Info: https://globalbridge.ch/gaza-krieg-dieses-video-unbedingt-ansehen/?utm_source_platform=mailpoet


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18.10.2024

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Wird eine NATO-Nuklearübung Putin wirklich abschrecken?

nachdenkseiten.de, 18. Oktober 2024 um 12:00 Ein Artikel von Anatol Lieven

Am Montag hat die NATO ihre jährliche zweiwöchige Nuklearübung „Steadfast Noon“ gestartet. An der Übung werden mehr als 60 Flugzeuge aus 13 Ländern und mehr als 2.000 Personen teilnehmen, um die Einsatzbereitschaft des Bündnisses zu demonstrieren. Ein Beitrag von Anatol Lieven, aus dem Englischen übersetzt von Éva Péli.

Linas Linkevičius, der litauische Botschafter in Schweden, verteidigte die Nuklearübung „Steadfast Noon“ und bezeichnete sie als „eine Botschaft an den größten geopolitischen Wahnsinnigen des Jahrhunderts“. Er warnte, dass Putins „nuklearer Bluff Kosten und Konsequenzen haben kann und wird“.

Wenn Putin wirklich ein Wahnsinniger ist, der jederzeit bereit ist, Atomwaffen einzusetzen, warum sollte ihn dann eine regelmäßige jährliche NATO-Übung von einer Eskalation abhalten? Und wenn er andererseits kein Wahnsinniger ist und nur blufft, welche „Kosten und Konsequenzen“ kann die NATO dann Russland für seinen Bluff auferlegen? Eine Übung wird sicherlich keine verursachen.

Linkevičius‘ Kommentare veranschaulichen gut die unaufhörliche Tendenz westlicher Diplomaten, den Kuchen zu haben und zu essen. Putin ist gleichzeitig ein irrationaler Wahnsinniger, der jeden Moment einen Atomkrieg auslösen wird, und ein Anführer, der „blufft“, wenn er mit einer harten Reaktion droht, sollten bestimmte rote Linien Russlands überschritten werden. Putin ist so ein Wahnsinniger, dass er, wenn er nicht in der Ukraine besiegt wird, die NATO und die baltischen Staaten angreifen wird, was möglicherweise einen Atomkrieg auslösen wird. Und doch ist er ein so schwacher Bluffer, dass er nicht reagieren wird, wenn die NATO sich anschickt, Russland in der Ukraine zu besiegen. Europäische Diplomaten können nicht entscheiden, ob Putin handeln wird oder nicht.

Die Wahrheit ist, dass es nur ein Szenario gibt, das Russland an den Rand oder über den Rand des Einsatzes einer Atomwaffe bringen würde – abgesehen von einem direkten Angriff auf russisches oder einer Blockade von russischem Territorium: die Aussicht auf eine völlige Niederlage in der Ukraine, was unwahrscheinlich ist.

Wie CIA-Direktor William Burns preisgab, war seine Behörde nur im Herbst 2022 wirklich besorgt über eine nukleare Eskalation durch den Kreml, als die russischen Streitkräfte aus Charkiw vertrieben worden waren und in Cherson Gefahr liefen, eingekesselt und vernichtet zu werden. In Wirklichkeit eskalierte Putin jedoch nicht, sondern befahl einen taktischen Rückzug aus Cherson.

Seitdem hat Russland die ukrainischen Offensiven zum Stillstand gebracht und dringt – wenn auch langsam und mit hohen Verlusten – in der Ostukraine vor. Es besteht die Gefahr, dass die ukrainische Front irgendwann vollständig zusammenbricht. In diesem Fall könnte ein in Panik geratener Westen beschließen, Truppen oder Flugzeuge in die Ukraine zu schicken, was einen direkten Krieg mit Russland auslösen würde. Genau diese Eventualität soll durch das russische nukleare Säbelrasseln verhindert werden.

Es stimmt, dass es 2023 in Russland eine öffentliche Debatte über den präventiven Einsatz von Atomwaffen in einem Erstschlag gab. Die Befürworter dieser Position wurden jedoch von der Mehrheit des russischen Establishments scharf verurteilt, und Putin selbst lehnte den Gedanken ab. „Es ist sicherlich theoretisch möglich, Atomwaffen auf diese Weise einzusetzen“, sagte er letztes Jahr. Da jedoch keine ernsthafte Bedrohung für die Existenz des russischen Staates bestehe, „sehen wir keine Notwendigkeit, sie einzusetzen“.

Dies ist der Debatte im Westen nicht ganz unähnlich. Einige Stimmen haben sich für westliche Truppen in der Ukraine oder eine „Flugverbotszone“ der NATO über der Ukraine ausgesprochen. Mit anderen Worten: Einige argumentieren, dass die NATO de facto als Infanterie- und Luftwaffe der Ukraine dienen sollte, aber die Biden-Regierung und die meisten Mitgliedstaaten des Bündnisses haben diesen Vorschlag kategorisch abgelehnt.

Zweifellos findet die NATO-Übung in dieser Woche in einer Zeit erhöhter Spannungen statt, in der Putin öffentlich über Russlands Nuklearpolitik nachdenkt. Sowohl der Westen als auch Russland sind sich jedoch bewusst, dass eine Eskalation hin zu einer echten Gefahr eines Atomkriegs ein Akt unsäglicher Torheit wäre und dass, um es mit den Worten von Ronald Reagan zu sagen, ein Atomkrieg „nicht gewonnen werden kann und niemals geführt werden darf“. Trotzdem wäre es eine gute Idee, wenn sich einige westliche Beamte daran erinnern würden, dass Diplomaten diplomatisch sein sollten und dass hirnloses, genetisch programmiertes Twittern ausschließlich für die Vögel gedacht sein sollte.

Anatol Lieven ist ehemaliger Kriegsberichterstatter und Direktor des Eurasia-Programms am Quincy Institute for Responsible Statecraft in Washington, D.C.

Der Beitrag ist ursprünglich auf Unherd erschienen.


Titelbild: Shutterstock / Everett Collection


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Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik Militäreinsätze/Kriege


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Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=123280


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18.10.2024

RT DE-Exklusivinterview: Mainstream-Ideologie — man muss gegen Russland sein

Frieden statt eines möglichen Atomkriegs, Freundschaft statt Russophobie. Genau die Art von Welt sollte man anstreben, glaubt Ľuboš Blaha, slowakischer EU-Abgeordneter. In einem Exklusivinterview mit RT sprach er darüber, wohin die EU-Politik führt und wie die Europäer zum Hass auf Russland erzogen werden.


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Video  Dauer 2:25 min


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://freedert.online/kurzclips/video/222872-rt-de-exklusivinterview-mainstream-ideologie


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18.10.2024

Afrika/Russland

aus e-mail von Doris Pumphrey, 18. Oktober 2024, 14:05 Uhr


Berliner Zeitung 17.10.2024

<https://www.berliner-zeitung.de/news/losloesung-von-kolonialmacht-niger-benennt-zahlreiche-strassen-und-plaetze-um-li.2263738>


*Loslösung von Kolonialmacht: Niger benennt zahlreiche Straßen und Plätze um


*Das westafrikanische Land wendete sich zuletzt immer weiter von

Frankreich ab. Das zeigt sich künftig auch im Straßenbild von Niamey.


/Von Sophie Barkey


/Um die Verbindungen zu seiner einstigen Kolonialmacht Frankreich zu

kappen, hat Niger inzwischen zahlreichen Straßen und Denkmälern neue

Namen verpasst. Bei Feierlichkeiten in dieser Woche in der Hauptstadt

Niamey zelebrierte die Militärführung des westafrikanischen Staates die

umfangreichen Umbenennungen, wodurch statt französischen Größen nun

nigrische Helden geehrt werden sollen.


„Die meisten unserer Alleen, Boulevards und Straßen … tragen Namen, die

einfach nur an das Leid und die Schikanen erinnern, die unser Volk

während der Tortur der Kolonialisierung ertragen musste“, sagte der

Sprecher der Junta, Oberst Abdramane Amadou laut einem Bericht der BBC.

Damit wolle man nun ein Ende machen. So heißt etwa die „Avenue Charles

de Gaulle“ in Niamey jetzt „Avenue Djibo Bakary“ zu Ehren eines

nigrischen Politikers, der eine Schlüsselrolle im Unabhängigkeitskampf

des Landes spielte.


Neben Straßennamen wurden auch ganze Denkmäler in Niamey umgestaltet.

Eines der größten Denkmäler der Stadt für die Gefallenen des Ersten und

Zweiten Weltkriegs wurde in „Bubandey Batama“ umbenannt, was auf Djerma

„für unsere Toten“ bedeutet. Damit soll nun „allen zivilen und

militärischen Opfern von der Kolonisierung bis heute“ gedacht werden.

Ein weiteres Denkmal, das den französischen Entdecker und Militärführer

Parfait-Louis Monteil darstellte, zeigt nun ein Portrait des

panafrikanischen Revolutionärs Thomas Sankara.


Eine weitere wichtige Namensänderung ist der „Place de La Francophonie“

in Niamey, benannt nach der Gruppe französischsprachiger Staaten.

Stattdessen wird er künftig „Place de l'Alliance des Etats du Sahel“

heißen, nach der neuen Allianz des Landes mit Burkina Faso und Mali.

Beide Länder haben ebenfalls eine Militärführung.


*Sahel-Staaten wenden sich zunehmend Russland zu

*Nigers Beziehungen zu Frankreich und anderen westlichen Verbündeten

haben sich zuletzt stark verschlechtert, nachdem Präsident Mohamed

Bazoum im vergangenen Jahr durch einen Putsch gestürzt wurde. Unter

Bazoum hatte Frankreich mehr als 1500 Soldaten in Niger stationiert, um

den Kampf gegen dschihadistische Gruppen zu unterstützen, die sowohl mit

Al-Qaida als auch mit dem Islamischen Staat in Verbindung stehen. Sie

zogen sich Ende letzten Jahres zurück.

Wie seine ebenfalls militärisch geführten Nachbarn Mali und Burkina Faso

hat Niger stattdessen inzwischen Russland um militärische Unterstützung

gegen die dschihadistischen Aufständischen gebeten.


Auch das deutsche Verteidigungsministerium hatte im August die letzte

Basis der Bundeswehr in Westafrika aufgegeben, nachdem man sich mit der

Militärregierung im Niger nicht über ein neues Abkommen zum

Weiterbetrieb einigen konnte.



https://www.telepolis.de/features/Russland-sichert-sich-Zugang-zu-strategischem-Hafen-vor-Westafrika-9984831.html

18.10.2024


*Russland sichert sich Zugang zu strategischem Hafen vor Westafrika


*Russland stärkt seine Position vor der westafrikanischen Küste. Das

beunruhigt vor allem Portugal, die Ex-Kolonialmacht. Doch ist die

Inselregierung wirklich prorussisch?


Russland hat durch ein bilaterales Kooperationsabkommen mit dem

Inselstaat São Tomé und Príncipe Zugang zu einem strategisch wichtigen

Marinehafen im westafrikanischen Atlantik erhalten

<https://armyrecognition.com/news/navy-news/2024/russia-gains-atlantic-port-access-through-military-deal-with-sao-tome-and-principe>.

Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde nun von einer

Regierungskommission in Moskau genehmigt. Die Ratifizierung des

Abkommens wird es russischen Schiffen ermöglichen, im Golf von Guinea

vor Anker zu gehen, um dort vor allem aufzutanken und sich zu

verproviantieren.


Das im April in St. Petersburg unterzeichnete Abkommen

<https://russiaspivottoasia.com/russia-plans-maritime-cooperation-with-sao-tome-principe-on-the-west-african-coast/

sieht den Austausch von Hilfe bei der Marineausbildung, Zusammenarbeit

bei der Bereitstellung von technischer Unterstützung, Bekämpfung von

Piraterie und Terrorismus sowie logistische Unterstützung vor. Auch

gemeinsame Marineübungen und andere Aktivitäten zwischen den

Streitkräften beider Länder sind geplant.


*Europa sollte seine Position überdenken

*São Tomé und Príncipe bietet Schifffahrtsdienstleistungen an und

verfügt über einen relativ gut ausgebauten Hafen, der alle Schiffstypen

abfertigen kann. Das Militärabkommen hat jedoch Bedenken ausgelöst, wie

/The Africa Report /berichtet

<https://www.theafricareport.com/348659/exclusive-dont-be-hypocrites-says-sao-tome-pm-trovoada-downplaying-russian-military-accord/>.


Portugal, die ehemalige Kolonialmacht und ein wichtiger Handelspartner

von São Tomé und Príncipe, äußerte "Überraschung, Besorgnis und

Ratlosigkeit" über das Abkommen. Tatsächlich war die Übereinkunft lange

geheim gehalten worden. Im Vergleich zu Russland habe São Tomé und

Príncipe jedoch viel mehr militärische Verpflichtungen gegenüber den USA

und der NATO, betonte Premierminister Trovoada.


Er wies zudem Bedenken zurück, dass Russland mit dem Land bei der

Spionage zusammenarbeiten würde. "Auf dem Gebiet der Geheimdienste

arbeitet jeder mit jedem zusammen, je nach Bedrohungslage", sagte er.

São Tomé und Príncipe sei ein unabhängiges Land und wechsle seine

Partner nicht, sondern gewinne neue hinzu. "Ich meine, Europa sollte

seine Position überdenken", so Trovoada.


*Militärische Zusammenarbeit und Entsorgung von Sprengstoff

*Premierminister Trovoada betonte gegenüber /The Africa Report/ zudem,

dass es bei dem Abkommen um militärische Ausbildung und die Entsorgung

alter, aus Sowjetzeiten stammender Sprengstofflager gehe. "Wir wollen

Ausbildung und wir wollen auch sehen, wie wir unsere Ausrüstung erneuern

können", sagte er.


Die alten sowjetischen Minenbestände seien ein "Umwelt- und

Sicherheitsproblem". Es gelte sicherzustellen, dass es nicht zu einem

weiteren Vorfall wie in Beirut kommt, wo 2020 eine Explosion 218

Menschen tötete und mehr als 6.000 verletzte. "Deshalb bitten wir auch

die Russen, bitte mit Spezialisten zu kommen, um das zu entfernen.

Bringt uns neue Ausrüstung. Und natürlich ein bisschen Training. Warum

nicht?", so der Premierminister.


*Erdöl und Gasvorkommen in der Region

*São Tomé und Príncipe liegt unweit reicher Offshore-Lagerstätten, die

das benachbarte Äquatorialguinea, Kamerun und Nigeria seit Jahrzehnten

ausbeuten. In den eigenen Gewässern wurden allerdings noch keine

Vorkommen entdeckt.


Russische Experten könnten dem Land gegebenenfalls helfen, kommerziell

nutzbare Vorkommen zu finden, falls sich die Beziehungen in diese

Richtung entwickeln. Selbst wenn dies nicht gelingt, könnte São Tomé und

Príncipe in Erwägung ziehen, verbilligtes russisches Öl und Gas zu

kaufen, was den Druck auf die öffentlichen Ausgaben des verarmten Landes

mindern könnte.


Russland betreibt derzeit zudem ein maritimes Forschungsprojekt, um das

Fischereipotenzial in der Region zu analysieren. In den letzten Jahren

hat Moskau seine diplomatischen und Handelsbeziehungen in Westafrika

systematisch ausgebaut, insbesondere zu Burkina Faso, Mali und Niger.


Seit Längerem werden zudem in Nigeria

<https://africa.businessinsider.com/local/markets/nigeria-intends-to-join-brics-with-or-without-pressure-from-the-west/6r85y6l

auch von amtlichen Stellen Überlegungen geäußert, sich bald den Brics

anschließen zu wollen. Kamerun hat sich bereits offiziell um eine

Mitgliedschaft bei den Brics beworben

<https://www.cameroon-concord.com/category-blog-layout-02/cameroon-applies-to-join-brics-economic-bloc>.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

18.10.2024

Ukraine-Krieg: Trump macht Selenskyj für den russischen Einmarsch verantwortlich

berliner-zeitung.de, 18.10.2024 10:47 Uhr,Katerina Alexandridi

Trump macht Selenskyj für den russischen Krieg in der Ukraine verantwortlich

In einem neuen Interview sagte der ehemalige US-Präsident und aktuelle Präsidentschaftskandidat, Selenskyj hätte „diesen Krieg niemals beginnen dürfen“.


Der republikanische Präsidentschaftskandidat und ehemalige Präsident Donald Trump traf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im September im Trump Tower in New York.Julia Demaree Nikhinson/dpa


Donald Trump ist für seine harte Haltung gegenüber der Ukraine und seine Ablehnung weiterer US-Hilfe im Krieg gegen Russland bekannt. In einem neuen Interview geht er jedoch noch einen Schritt weiter, indem er die Invasion der russischen Truppen in der Ukraine selbst und ihrem Präsidenten Wolodymyr Selenskyj anlastet.

Trump wiederholte, dass Selenskyj „einer der größten Verkäufer ist, die ich je gesehen habe“, was die Höhe der Hilfe betrifft, die die Ukraine von den USA erhalten hat, und sagte in einem am Donnerstag ausgestrahlten Interview im Podcast von Patrick Bet-David: „Wer hat in der Geschichte schon einmal so viel Geld bekommen? Das gab es noch nie. Das heißt nicht, dass ich ihm nicht helfen will, denn diese Menschen tun mir sehr leid. Aber er hätte diesen Krieg niemals zulassen dürfen. Dieser Krieg ist ein Verlustgeschäft.“


Trump verspricht schnelles Kriegsende im Falle eines Wahlsieges

Trump hat wiederholt angedeutet, dass Russland niemals in die Ukraine einmarschiert wäre, wenn er noch Präsident wäre. In dem Podcast gab er erneut Biden die Schuld für den Krieg, den der US-Präsident, wie er behauptet, „angezettelt“ habe. „Das hätte geklärt werden müssen, bevor es angefangen hat“, so Trump. „Es wäre so einfach gewesen, wenn wir einen Präsidenten mit einem halben Gehirn hätten, es wäre einfach gewesen, das zu klären.“

Trump hat auch seine Bewunderung für Wladimir Putin zum Ausdruck gebracht und spricht oft über ihre angeblich enge Beziehung. Anfang dieser Woche vermied er es jedoch, Fragen zu einem Bericht zu beantworten, wonach er nach seiner Präsidentschaft mit dem Kremlchef gesprochen habe.


ARCHIV - 07.07.2017, Hamburg: Wladimir Putin (l), Präsident von Russland, und Donald Trump, damals Präsident der USA, unterhalten sich auf dem G20-Gipfel.Evan Vucci/dpa


Vor weniger als einem Monat traf sich Trump mit Selenskyj in New York. Der republikanische Präsidentschaftskandidat deutete an, dass er versuchen wolle, ein Ende des Krieges mit Russland zu vermitteln, und prahlte erneut mit seiner engen Beziehung zu Putin. Selenskyj schrieb nach seinem Treffen mit Trump auf Telegram, dass das Gespräch „sehr informativ“ gewesen sei, und dankte dem ehemaligen US-Präsidenten. „Wir brauchen einen gerechten Frieden. Putin kann nicht gewinnen. Die Ukrainer müssen gewinnen“, so der ukrainische Präsident.


Was ist Trumps Plan zur Beendigung des Ukrainekriegs?

Mitte September hatte Trumps Vizepräsidentschaftskandidat J.D. Vance in einem Interview verraten, was die wichtigsten Punkte seines Friedensplans für die Ukraine wären, falls er bei den US-Präsidentschaftswahlen im November gewählt werden sollte.

In einem Interview mit der Shawn Ryan Show sagte Vance: „Trump setzt sich hin und sagt den Russen, Ukrainern und Europäern: ‚Ihr müsst herausfinden, wie eine friedliche Lösung aussieht‘. Und die sieht wahrscheinlich so aus, dass die derzeitige Demarkationslinie zwischen Russland und der Ukraine zu einer entmilitarisierten Zone wird, die stark befestigt ist, damit die Russen nicht wieder einmarschieren können.“ Die Ukraine, so der republikanische Politiker, „behält ihre Souveränität, während Russland die Garantie der Neutralität erhält, dass sie nicht der Nato oder einer anderen verbündeten Institution beitritt“.

Obwohl Vance keine Einzelheiten nannte, deutet seine Bemerkung über die „derzeitige Demarkationslinie“ darauf hin, dass die Ukraine im Rahmen des Trump-Friedenskonzepts ihre von Russland besetzten Gebiete nicht zurückfordern würde. Die „Neutralität“ der Ukraine war auch eine der Bedingungen, die Russland für eine friedliche Lösung gestellt hatte. Allein diese Faktoren sprechen dafür, dass Trumps Friedensplan von Kiew abgelehnt werden würde. (mit AFP)


Video

Ex-Armeechef der Ukraine: „Fast unmöglich, aus diesem langwierigen Krieg herauszukommen“

Bei einer Rede über den Krieg gegen Russland und die Haltung des Westens gegenüber der Ukraine nahm der ukrainische Botschafter in London und Ex-Armeechef kein Blatt vor den Mund.

Von Katerina Alexandridi

News

vor 6 Stunden


Info: https://www.berliner-zeitung.de/news/ukraine-krieg-trump-macht-selenskyj-fuer-den-russischen-einmarsch-verantwortlich-li.2263968


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18.10.2024

Kasan  – die Stadt des BRICS-Gipfels

seniora.org, vom, 17. Oktober 2024, Von René Zittlau  – 16.10.2024  – übernommen von https://voicefromrussia.ch

Vom 22. Bis 24. Oktober empfängt die russische Stadt Kasan als Gastgeber die Teilnehmer des BRICS-Gipfels 2024. Was ist das für eine Stadt, die in wenigen Tagen im Zentrum der Aufmerksamkeit der Welt stehen wird?


Einleitung Ohne jeden Zweifel stellt der Gipfel in Kasan den politischen Höhepunkt für die BRICS-Staaten im Jahre 2024 dar. Gastgeber derartiger politischer Großveranstaltungen überlegen sehr genau, wo diese ausgetragen werden. Denn die Wahl des richtigen Ortes ermöglicht die Vermittlung von unausgesprochenen Botschaften über das eigentliche Ereignis hinaus. Die Entscheidung für Kasan war auch unter diesem Aspekt wohl überlegt.

Geschätzte Leserin, geschätzter Leser, liebe Freunde, uns fasziniert an diesem Text nicht nur die berechtigte Hoffnung der Menschen, vor allem der bislang vom Westen ausgebeuteten Menschen des Globalen Südens, auf eine friedlichere multipolare Welt mit besserer wirtschaftlicher Zusammenarbeit, sondern dass wir hier das friedliche multireligiöse, kulturell hochstehende Zusammenleben der Menschen vor Ort aller Welt vor Augen führen können. Moslems, Juden, Christen, Atheisten, Buddhisten, Menschen unterschiedlichster Nationalitäten und Weltanschauungen leben hier in Kasan, in Tatarstan, seit Jahrhunderten friedlich und zum Wohle aller zusammen. In Deutschland wäre eine derartige Konstellation undenkbar. Über Liberalismus spricht man nicht, man lebt ihn. Dass es dort ein multireligiöses Bauwerk, einen „Tempel aller Religionen“, ein weltweit einzigartiges Bauwerk als Museum gibt, wussten wir nicht. Zu dem Ensemble gehören eine orthodoxe Kirche, eine muslimische Moschee, eine jüdische Synagoge, eine buddhistische Pagode und andere Objekte verschiedener Konfessionen und Religionen. Faszinierend für uns als Psychologen ist es ganz besonders, weil es am lebenden Beispiel zeigt und die Erkenntnis wieder einmal bestätigt, dass wir Menschen eine soziale Natur haben. Und dass der Mensch biologisch nicht zum Krieg verdammt ist. Wir sind René Zittlau und Peter Hänseler für diesen Beitrag besonders dankbar. Herzlich Margot und Willy Wahl

Geschichte und Kultur einer multiethnischen Stadt

Kasan ist eine der ältesten Städte Russlands. Sie wurde im Jahre 1005 gegründet und ist somit fast 150 Jahre älter als Moskau. Heute leben in der größten Stadt im Einzugsgebiet der Wolga über 1,3 Millionen Menschen.  Sie ist nicht nur die Hauptstadt der Republik Tatarstan, sie darf sich seit 2009 auch ganz offiziell dritte Hauptstadt Russlands nennen.

Tatarstan   – Tataren   – Goldene Horde: diese Assoziation hat ihre Berechtigung.
Bis zum Erscheinen der mongolischen Tataren war Kasan die Hauptstadt der Wolga-Bulgaren, eines turksprachigen Stammes, der, aus dem Ural kommend, sich in den Niederungen der Flüsse Don und Wolga ansiedelte.

Die Goldene Horde der Tataren herrschte vom 13. bis zum 15. Jahrhundert auch über die Region des heutigen Tatarstans. In jener Zeit nahmen die mongolischen Tataren den muslimischen Glauben an, im Jahre 1320 wurde der Islam zur Staatsreligion.

Die Wolga-Bulgaren gingen im Reich der Tataren auf und bezeichneten sich in Folge selbst allmählich als Tataren. Auch die Religion übernahmen sie.

Das Reich der Goldenen Horde 1224 — 1459

Nach dem Zerfall der Goldenen Horde in zwei Khanate   – das Khanat Krim und das Khanat Kasan   – geriet das nördliche der beiden allmählich unter russischen Einfluss. Es war später das erste Königreich, das vollständig an Russland angegliedert und mit seinem orientalischen Stil und seiner islamischen Religion eine russische Stadt wurde.

In Tatarstan gibt es heute zwei Amtssprachen   – Russisch und Tatarisch. Jedes Schulkind lernt neben Russisch als Pflichtsprache ebenso Tatarisch, dennoch überwiegt im Alltag aus nachvollziehbaren Gründen der Gebrauch der russischen Sprache.
Kasan heute ist eine multinationale Stadt. In ihr leben Menschen von mehr als 100 Nationalitäten und damit mehr als an jedem anderen Ort des Riesenreichs. Die größten Populationen stellen zu etwa gleichen Teilen (ca. 48 Prozent) Russen und Tataren.
Die Multinationalität lebt Kasan auf seine eigene, besondere Weise. Symbole und Gotteshäuser unterschiedlicher Religionen finden sich hier in unmittelbarer und friedlicher Nachbarschaft.
Der gekrönte Drache Zilant ist das offizielle Symbol von Kasan und seit 2004 Teil des Wappens der Stadt. Nach einer Legende soll an dem Ort, an dem Kasan gegründet wurde, eine geflügelte Drachenschlange gelebt haben.


Das gekrönte Wappentier, üblicherweise eher Bestandteil asiatischer Kulturen, steht vor der Kremlmauer und scheint den Kreml und die Stadt zu beschützen. Innerhalb der historischen Mauern des Kasaner Kremls wurde eine der der größten Moscheen Europas errichtet, Kul-Scharif. In ihrer unmittelbaren Nachbarschaft befindet sich   – für Europäer eher überraschend   – eine christliche, russisch-orthodoxe Kirche, wie das nachfolgende Foto zeigt.


Kasan verschiedene Religionen friedlich nebeneinander


«Kul-Scharif»   – die wichtigste Moschee der Republik Tatarstan


«Kul-Scharif»- Moschee innerhalb des Kasaner Kremls.

Dass es sich bei dieser räumlichen Nähe nicht nur um Symbolik handelt, sondern um ein bewusst gelebtes Miteinander der verschiedensten Kulturen, symbolisiert der „Tempel aller Religionen“, ein weltweit einzigartiges Bauwerk.


Tempel aller Religionen

Interessanterweise werden in dem Komplex keine Gottesdienste oder andere religiöse Rituale abgehalten. Der Tempel dient als architektonisches Symbol für alle Religionen und als ihr Museum. Zu dem Ensemble gehören eine orthodoxe Kirche, eine muslimische Moschee, eine jüdische Synagoge, eine buddhistische Pagode und andere Objekte verschiedener Konfessionen und Religionen. Durch einen Brand im Jahre 2017 wurde das Projekt noch nicht fertiggestellt.

Einige ökonomische Fakten über Kasan

In der Stadt gibt es mehr als 1700 produzierende Firmen, den nach Moskau und Petersburg bedeutendsten Finanzplatz Russlands sowie eine große Zahl von Dienstleistungsunternehmen. Die wichtigsten Branchen sind die Öl- und Chemieindustrie, der Maschinen- und Anlagenbau, Metall- und Holzverarbeitung, die Lebensmittel- und pharmazeutische Industrie.

Mit dieser Unternehmensdichte ist die Region Kasan eines der wichtigsten Industriezentren Russlands. Nach offiziellen Angaben wurden im Jahre 2023 Produkte und Dienstleistungen im Wert von 701.5 Milliarden Rubel erwirtschaftet, also ca. 7 Milliarden Euro. Die Industrieproduktion betrug dabei 627,7 Milliarden Rubel (also 6,2 Milliarden Euro). Dieser Wert lag um 9,7 % höher als im Vorjahr.

Im Jahre 2023 betrug das durchschnittliche Monatsgehalt in großen und mittleren Unternehmen 77.560 Rubel, also ca. 780 Euro. Die Wachstumsrate ist auch hier hoch, was nicht zuletzt mit dem Ukraine-Konflikt zusammenhängt.

Ein weiterer wichtiger Wert für die Bewertung der wirtschaftlichen Situation: Die Arbeitslosenquote lag zum 01. Januar 2024 bei 0,27%. Wie in anderen Regionen Russlands ist die Suche qualifizierten Personals durchaus problematisch.

Fazit

Drachen, Moschee, russisch-orthodoxe Kirche, ein Tempel aller Religionen, eine Wirtschaft, die die Region Kasan zur reichsten Region Russlands nach Moskau macht. Die weltliche Macht der Republik Tatarstan im Kreml von Kasan liegt dabei ganz selbstverständlich und traditionell in muslimischen Händen. Denn Tatarstan ist seit jeher als muslimisch.

Die Regierungsgewalt einer der wichtigsten Regionen Russlands in den Händen von Moslems ist im liberalen Russland kein gesellschaftliches oder politisches Thema. In Russland ist dies normal und entspricht den gesellschaftlichen Gepflogenheiten. Moslems, Juden, Christen, Atheisten, Buddhisten, Menschen unterschiedlichster Nationalitäten und Weltanschauungen leben hier in Kasan, in Tatarstan, seit Jahrhunderten friedlich und zum Wohle aller zusammen. In Deutschland wäre eine derartige Konstellation undenkbar. Über Liberalismus spricht man nicht, man lebt ihn.

Die Vergabe des BRICS-Gipfels durch die russische Regierung in diese Stadt hat somit eine zutiefst symbolische Bedeutung. Denn die Einladung der Vertreter einer weltumspannenden Allianz von Staaten, die verschiedenste Weltanschauungen und die wichtigsten Religionen repräsentieren, erfolgte in eine Stadt, die seit Jahrhunderten für ein friedliches Zusammenleben verschiedenster Konfessionen und Nationalitäten bekannt ist. Für Diplomaten ein unübersehbares Zeichen.



Weitere Beiträge in dieser Kategorie


Quelle: Stimme aus Russland

https://voicefromrussia.ch/kasan-die-stadt-des-brics-gipfels/

Mit freundlicher Genehmigung übernommen.


Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acymailing&ctrl=url&subid=3998&urlid=6354&mailid=2376


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

18.10.2024

Selenskijs Kriegslüge: MDR "Tut uns leid"

aus e-mail von Doris Pumphrey, 18. Oktober 2024, 10:25 Uhr


_RT DE 18.10.2024


_*"Tut uns leid": MDR gibt zu, ungeprüft ukrainische Kriegspropaganda

verbreitet zu haben

*/Von Susan Bonath


/Eine Schlagzeile sorgte Anfang September in Deutschland für Entrüstung:

Russland habe ein Krankenhaus im ukrainischen Poltawa zerbombt. Doch das

war eine Propagandalüge, von Selenskij aufgetischt und von deutschen

Medien ungeprüft weiterverbreitet. Indirekt räumt das der "MDR" nun ein.


Wenn Israel die zivile Infrastruktur in Gaza in Schutt und Asche legt,

Vertriebenenlager und Hospitäler zerbombt, zehntausende Zivilisten

tötet, Hunger und Zerstörung als Kriegswaffe gegen die Überlebenden

einsetzt, sind laut deutschen Medien stets angebliche

"Hamas-Kommandozentralen" schuld. Beweise für solche gab es nie. Doch

mit Israels Hasbara lässt sich trefflich jede Barbarei der NATO-Bastion

in Nahost rechtfertigen.


Bezüglich Russland gilt indes die ukrainische Propaganda als gesetzte

Wahrheit, um dem regierungsamtlich erklärten Feind Kriegsverbrechen

unterzujubeln. In einem Fall hat das der öffentlich-rechtliche /MDR/

gegenüber der Autorin nun sogar eingeräumt: Eine im September

verbreitete, bis heute nachlesbare Tatsachenbehauptung über einen

angeblichen russischen Angriff auf ein Krankenhaus in Poltawa war eine

von Selenskij in die Welt gesetzte Lüge. Der Sender fühlt sich falsch

verstanden und "bedauert" das.


*Ukrainische Propaganda-Fakes in deutschen Medien *


Zwar hat der /MDR/ die betreffende Sendung vom 3. September dieses

Jahres inzwischen vom Netz genommen. Dass er die Geschichte von einem

angeblichen russischen Angriff auf ein Krankenhaus in Poltawa als

Tatsache behauptete, ist allerdings an anderer Stelle weiterhin

nachzulesen <https://archive.is/xKd7K>. Dort heißt es bis heute ohne

eine Spur von Konjunktiv:

/"Die Raketen hatten ein Ausbildungszentrum des Militärs und ein

Krankenhaus getroffen."/


Auch die /ARD/-/Tagesschau/, das deutsche Schlachtschiff der

Meinungsmache, posaunte die Geschichte ungeprüft in die Welt. Dort ist

in einer Zwischenüberschrift zu lesen

<:" rel="noopener">https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-angriff-poltawa-100.html>: 


/"Bildungseinrichtung und Krankenhaus getroffen"/


Das ist gleich doppelt perfide, weil hier zusätzlich im Großgedruckten

unterschlagen wird, was man erst im Kleingedruckten erfährt: Die

"Bildungseinrichtung" war ein militärisches Ausbildungszentrum. In

weiten Teilen der deutschen Medienlandschaft klangen die Schlagzeilen

über das angeblich zerbombte Krankenhaus in Poltawa ganz ähnlich.


Der /Tagesspiegel/ behauptete

<https://www.tagesspiegel.de/internationales/angriff-auf-hochschule-und-krankenhaus-selenskyj-spricht-mehr-als-50-toten-durch-russischen-luftschlag-auf-poltawa-12306947.html

beispielsweise in einer Überschrift einen "Angriff auf Hochschule und

Krankenhaus" durch einen "russischen Luftschlag auf Poltawa". Das

/Redaktionsnetzwerk Deutschland/ (/RND/) titelte

<https://www.rnd.de/politik/ukraine-krieg-russischer-angriff-auf-krankenhaus-in-poltawa-dutzende-tote-und-verletzte-QS2CUNBQCNETBA3J5NCXD426I4.html

groß:

/"Mindestens 50 Tote nach russischem Raketenangriff auf Krankenhaus in

Poltawa."/


*Selenskijs Lüge verbreitet – trotz gegenteiliger Belege*


Eine Suche bei Google nach deutschsprachigen Meldungen über dieses

angeblich von Russland angegriffene Krankenhaus in Poltawa ergab aktuell

noch immer mehr als 100 Treffer. Das Problem daran ist nur: Die

Behauptung stimmt schlicht nicht. Sie basiert allein auf einer Lüge, die

der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij persönlich auf seinen

Social-Media-Kanälen verbreitet hatte.


Dabei war rasch klar, dass die Geschichte frei erfunden war. Selbst

ukrainische Militärblogger widerlegten die Behauptung bereits nach

wenigen Stunden. Ihre Videoaufnahmen vor Ort zeigten nur ein zerstörtes

Gebäude: Das Militärinstitut für Kommunikation in Poltawa, wo unter

anderem ukrainische Drohnenpiloten ausgebildet wurden. Das ist dem

Völkerrecht zufolge unzweifelhaft ein legitimes, militärisches Ziel.


*"Tut uns leid" – MDR fühlt sich falsch verstanden*


In Kenntnis dessen schrieb die Autorin am 4. September mehrere Medien

an, um sie auf die Gegenbeweise aufmerksam zu machen und zu erfahren,

worauf sie denn nun ihre Tatsachenbehauptung stützten. Jetzt, über sechs

Wochen später, antwortete der /MDR/ als bisher einziges Medium auf die

Anfrage per E-Mail. Wörtlich teilte der öffentlich-rechtliche Sender mit:


/"In unserem Programm bzw. in unseren Sendungen weisen wir immer wieder

darauf hin, dass Informationen aus dem Kriegsgebiet kaum zu überprüfen

sind. Als unser Moderator seine Anmoderation zu dem Beitrag über

russische Angriffe auf die zentralukrainische Stadt Poltawa geschrieben

hat, bestand der Verdacht, dass ein Krankenhaus getroffen sei./

/Wegen der bestehenden Unsicherheit hat er ein 'wohl' im Moderationstext

eingefügt. Vielleicht ging das während der Moderation etwas unter – das

tut uns leid. Im nachfolgenden Beitrag war dann nur von einem

mehrstöckigen zerstörten Gebäude die Rede."


/Da der /MDR/ seinen Beitrag inzwischen aus dem Internet entfernt hat,

ist es heute nicht mehr nachprüfbar, ob ein besagter Moderator ein

"wohl" erwähnte oder nicht. Das spielt auch keine Rolle: Fakt ist, dass

eine derartige Möglichkeitsform im Ankündigungstext auf der

Internetseite des Senders genauso fehlte, wie in seiner bereits

genannten Meldung und der Berichterstattung seines Muttersenders, der /ARD/.


*Öffentlich-rechtliche Propagandaschleudern*


Mit seiner Antwort versuchte der /MDR/ zwar, mit Verweis auf ein

undurchsichtiges Kriegsgeschehen sich als falsch verstanden

herauszureden. Tatsächlich offenbarte er jedoch: Hier wird nicht

informiert, sondern manipuliert, um das Publikum emotional auf die Seite

der Kriegspartei Ukraine zu ziehen.


Dafür werfen selbst die Öffentlich-Rechtlichen ganz grundlegende

journalistische Standards über den Haufen. Dazu gehört es unter anderem,

jede Information gegenzuprüfen. Gelingt das einmal nicht, darf man sie

nicht als Tatsachenbehauptung verbreiten. Das gilt erst recht, wenn es

sich um eine bloße Behauptung einer Kriegspartei handelt. Journalisten

eines von der Allgemeinheit finanzierten öffentlich-rechtlichen Senders,

die diesen Minimalstandard verletzen, darf man hier Absicht unterstellen.


Insgesamt wirft das mal wieder ein finsteres Licht auf die

Glaubwürdigkeit deutscher Leitmedien, dies insbesondere bei kritisch

diskutierten Themen, welche die Bundesregierung als heikel betrachtet.

Wie heißt es so schön: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht! Wer unter

dem Label "Qualitätsmedium" in dieser Form Propaganda verbreitet, den

sollte man als das bezeichnen, was er ist: eine Propagandaschleuder.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

18.10.2024

NATO-Stützpunkte im Osten – Provokation oder Besatzung?

    freedert.online, vom 16 Okt. 2024 18:54 Uhr,Von Dagmar Henn

    35 Jahre nach dem meist fälschlich "Wiedervereinigung" genannten Ereignis sollen jetzt NATO-Truppen im Osten stationiert werden. Nicht nur in Rostock, auch in einem ehemaligen Fliegerhorst der NVA. Eine sehr, sehr fragwürdige Entwicklung.


    Quelle: www.globallookpress.com © Frank Hammerschmidt


    Holzdorf am "Tag der Bundeswehr", 08.06.2024


    Es war bereits eine seltsame Meldung, dass ausgerechnet in Rostock ein neues Hauptquartier für die NATO eingerichtet wird. Klar, Rostock hat einen Hafen. Da ist nur diese kleine rechtliche Frage aus dem 2+4- wie dem Einigungsvertrag, die eigentlich derartige Einrichtungen auf dem gesamten Annexionsgebiet dauerhaft untersagt. Ein Problem, das sämtliche polnischen Häfen nicht aufweisen, ebenso wenig wie die schwedischen, die ja mittlerweile auch NATO-Gebiet sind. Dazu kommt noch, dass Rostock ein kleines Sicherheitsproblem hat, weil es in einem Bundesland liegt, in dem große Teile der Bevölkerung die NATO-Aggression nicht mittragen.


    Ehemalige DDR drängt Scholz zur Aussöhnung mit Moskau





    Analyse

    Ehemalige DDR drängt Scholz zur Aussöhnung mit Moskau






    Gerade wenn man sich an die ständigen Behauptungen erinnert, Russland würde die Bundeswehr und die NATO fortwährend ausspionieren – begebe ich mich dann freiwillig in ein Gebiet, in dem die betriebene Politik von vielen so weit abgelehnt wird, dass sie gerne dagegen tätig würden? Wenn es doch andere Optionen gibt (wie im bereits erwähnten Polen), wo auch die örtliche Mehrheit ein solches Hauptquartier begrüßen würde?

    Seltsam genug. Wobei es natürlich noch den kleinen Nebenaspekt gibt, dass der Anlandepunkt der Nord-Stream-Pipelines in Mecklenburg-Vorpommern liegt, und eine NATO-Präsenz dort auch eine US-amerikanische Rückversicherung gegen eine politische Kehrtwende sein könnte.

    Nun, da redeten wir von Rostock. Es gibt aber noch einen zweiten Ort, der weniger breit bekannt gemacht wurde. Der Fliegerhorst Holzdorf, in Sachsen-Anhalt, soll, so meldete der MDR, "einer der größten Luftwaffenstützpunkte der NATO" werden (praktischerweise liegt er zum Teil bereits auf Brandenburger Gebiet). Das ist das zweite (und dritte) Bundesland. Im Grunde muss man jetzt nur noch abwarten, was in Sachsen und Thüringen gebaut werden soll. Der Gedanke, dass jetzt jedes der widerspenstigen Bundesländer widerrechtlich mit einer NATO-Einrichtung garniert wird, liegt jedenfalls nicht völlig fern.

    Warum? Weil dort irgendwie noch die Orte fehlten, die zum Ziel werden könnten, falls die NATO gegen Russland weiter eskaliert, und die Bundesregierung es nicht gerecht findet, wenn die ganzen Kommandozentralen, die dann geradezu nach Raketen schreien, in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz liegen? Oder ist das Motiv noch ein ganz anderes?

    Es gibt reihenweise Statistiken und Zahlen, die belegen, dass das mit der "deutschen Einheit" eine Fiktion ist. Die überzeugendste Zahl ist nach wie vor die Besetzung von Führungspositionen, bei der der westdeutsche Import derart überwiegt, dass das nach den Regeln des einstigen britischen Kolonialreiches schon unter "direct rule" fiele. Was immer tiefen Unmut auslöst. Man kann sich einmal bei den Briten darüber erkundigen, die selbst nach wie vor der Überzeugung sind, Nordirland gehöre ihnen. Was vielleicht sogar funktioniert hätte, wenn die Diskriminierung der katholisch-irischen Bevölkerung nicht so deutlich gewesen wäre.


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    Nicht nur die letzten Wahlen, auch eine ganze Reihe von Umfragen belegen, dass die politische Spaltung tief geht. Wobei das die Stimmen für AfD und BSW nur teilweise widerspiegeln, schließlich fordert die AfD zwar eine diplomatische Politik gegenüber Russland an Stelle der ständigen Aggression der NATO, lehnt dieses Militärbündnis aber nicht grundsätzlich ab. Eine widersprüchliche Position, insbesondere angesichts der Tatsache, dass die NATO als gegen die Sowjetunion gerichtetes Bündnis geschaffen wurde und ihre heutige Existenz nur durch ihre Stellung gegen Russland überhaupt rechtfertigen kann, aber das ist ein internes Problem der AfD. Die interessante Frage ist jedoch, wie das ihre Wähler im Osten sehen.

    Oder ob ein Aspekt dieses seltsamen Eifers, jetzt die östlichen Bundesländer mit NATO-Stützpunkten zu bestücken, nicht darin liegt, diesen Widerspruch innerhalb der AfD auf diese Weise politisch nutzbar zu machen, weil sich diese Partei gar nicht entschieden gegen diese Stützpunkte wenden kann, und dieser Zwiespalt dann dazu führen könnte, dass sich ein größerer Anteil der Wähler wieder von ihr abwendet? Weil der westdeutsche Teil nicht bereit wäre, von seiner Position für die NATO abzurücken, während es bei vielen im Osten keine allzu große Freude auslösen dürfte, tiefer in den Brüsseler Irrsinn verstrickt zu werden?

    Wenn man daran denkt, auf welche Art und Weise damals in der ersten Hälfte der 1950er Jahre in der Bundesrepublik Westbindung und Remilitarisierung durchgesetzt wurden, können einem noch eine ganze Reihe weiterer Dinge einfallen. Damals gab es eine breite Volksbewegung gegen die Wiederbewaffnung, und selbst in den Gewerkschaften starke Bemühungen für einen Generalstreik dagegen; aber ab 1951 wurde – unter Zuhilfenahme des angestrebten KPD-Verbots – nach und nach alles verboten, was sich dagegen wandte. Schlicht, indem man alle Friedensinitiativen zu kommunistischen Vorfeldorganisationen erklärte und dann die Tatsache ausnutzte, dass es zwar vergleichsweise schwierig ist, eine Partei zu verbieten, Vereine oder gar lose organisierte Gruppen diesen Schutz jedoch nicht haben.

    Welche Gestalt wird also die politische Auseinandersetzung um diese Stützpunkte annehmen? Die Nachdenkseiten hatten gestern bereits die Idee eines Volksbegehrens ins Spiel gebracht … Bislang sind nur diese beiden Stützpunkte bekannt, aber viele Informationen rundherum fehlen. Seit wann waren die Landesregierungen darüber informiert? Haben sie diesen Stationierungen zugestimmt, und falls ja, warum, wenn sie doch offenkundig rechtswidrig sind? Wie ist es mit der örtlichen Politik, dem Rostocker Stadtrat, dem Landkreis Wittenberg und der Stadt Schönewalde? Und wie viele weitere Kommunen gibt es womöglich noch, in denen Derartiges gerade vorbereitet wird?


    Messermord in Wittlich: US-Militärgericht spricht verdächtige Soldaten frei





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    Rostock alleine hätte man vielleicht noch als typischen Berliner Unfug verbuchen können. Wenn sich das aber zu einer Entwicklung verstetigt, wonach es derzeit aussieht, gibt es da noch einen weitaus bösartigeren Unterton. Nachdem die politische Reaktion auf die Entwicklung in den angeschlossenen Bundesländern bereits die Bereitschaft andeutete, mit Mitteln wie Verboten zu reagieren, und die Leidenschaft, mit der etwa das Bundesinnenministerium Abweichungen zu unterdrücken sucht, unübersehbar ist – wie sicher fühlt sich die westdeutsche Politelite in ihrem Zugriff?

    Es ist durchaus vorstellbar, dass in den entsprechenden Berliner Kreisen weder die Landespolizeikräfte noch die Bundeswehr als wirklich zuverlässig angesehen werden, und die Einrichtung von NATO-Stützpunkten und Kommandozentralen in den östlichen Bundesländern vor allem einer Sache dient: ausländische Truppen dort unterzubringen. Es also nicht nur darum geht, diese widerspenstigen Wähler zu Geiseln einer Politik zu machen, die sie ablehnen, indem man ihnen Zielscheiben auf die Stirn malt, sondern ganz konkret die eigene Kontrolle mit Besatzungstruppen abgesichert werden soll.

    Das klingt erst einmal wie eine Räuberpistole, aber genau so hätte man noch vor vielen Jahren auf eine Menge Ereignisse reagiert, die die Politik der letzten Jahre bestimmt haben. Wer hätte es vor fünf Jahren geglaubt, wenn man ihm gesagt hätte, dass jahrelang Freigang aus der eigenen Wohnung zu einem Privileg wird, das an unterschiedlichste Bedingungen geknüpft wird; oder dass es plötzlich das dringendste Herzensanliegen der deutschen Politik wird, Waffen in die Ukraine zu schicken, um dort eine Generation junger Männer auszurotten?

    Was war die erste Reaktion der britischen Regierung, als die Diskriminierung der katholisch-irischen Bevölkerung in Nordirland zu immer größeren Protesten führte? Sie schickte Truppen dorthin. Die dann, weil sie am Blutigen Sonntag des 30. Januars 1972 26 Demonstranten niederschossen, einen Bürgerkrieg auslösten. Der zur Verlegung immer weiterer britischer Truppen nach Nordirland führte und der erst 1998, nach über einem Vierteljahrhundert, endete.


    Westliche Werte-Mythen und Durchhalteparolen für Ossis – Erzählungen zum Tag der Einheit




    Meinung

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    Nordirland ist nicht die einzige Gegend in Europa, in der die staatliche Zugehörigkeit von größeren Bevölkerungsteilen als Kolonialherrschaft begriffen wird, aber die größte; wenn man die Liste betrachtet, Baskenland, Katalonien, Korsika, Sardinien, findet man immer, dass eine solche Lage politisch ausgesprochen instabil ist. Zugeständnisse an die Einheimischen können die Stabilität erhöhen, aber es gibt eine Sache, die sie am schnellsten verringert: Das ist die Stationierung als feindlich gesehener Truppen. Man mag einen Blick auf den gerade abgeschlossenen US-Prozess zum Mord in Wittlich werfen und dann darüber nachdenken, wie ein ähnlich gelagerter Fall in Sachsen-Anhalt ankäme; diese NATO-Einrichtungen bräuchten sehr schnell sehr hohe Zäune.

    Mag sein, dass sich die Bundesregierung und die NATO-Bürokratie in Brüssel nicht darüber bewusst sind, dass die Etablierung sich nicht nur in rechtlicher Hinsicht als explosiv erweisen könnte; es mag aber auch sein, dass tatsächlich ein Zustand beabsichtigt ist, der einer Besatzung ähnelt. Im ersten Fall wären diese Entscheidungen einfach nur dumm; im zweiten jedoch vollkommen verrückt.

    Mehr zum Thema"Näher an der Front" und völkerrechtswidrig: Neues NATO-Hauptquartier in Rostock 

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Info: https://freedert.online/meinung/222652-nato-stuetzpunkte-im-osten-provokation


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Ehemalige DDR drängt Scholz zur Aussöhnung mit Moskau


freedert.online, vom 5 Okt. 2024 21:07 Uhr, Von Jewgeni Posdnjakow

Die Wahlergebnisse der Opposition in den ostdeutschen Bundesländern tragen erste Früchte. Ostdeutsche Ministerpräsidenten fordern eine Intensivierung der Arbeit zur Lösung der Ukraine-Krise. Auch der Bundeskanzler weicht seine Haltung zum Dialog mit Moskau auf. Wird es den "Ossis" gelingen, die proukrainische Haltung Berlins zu ändern?


Quelle: www.globallookpress.com © Chris Emil Janßen/Keystone Press Agency


Olaf Scholz bei der Feier zum "Tag der Deutschen Einheit" in Schwerin


Die Ministerpräsidenten von Brandenburg und Sachsen, Dietmar Woidke und Michael Kretschmer, appellieren an Berlin, sich aktiver für eine Lösung des Konflikts in der Ukraine einzusetzen. Das erklärten sie in einem gemeinsamen Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Als Mitautor fungierte auch Mario Voigt, Landesvorsitzender der CDU Thüringen. Sie schreiben:

"Wir wollen, dass das menschliche Leid durch diesen verheerenden Krieg ein Ende hat und plädieren für einen Waffenstillstand und Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland unter Beachtung der UN-Charta sowie im Sinne des Budapester Memorandums, um weitere Zerstörung und Blutvergießen zu vermeiden."

Bemerkenswert ist, dass das Thema Ukraine nicht nur in der Außen-, sondern auch in der Innenpolitik der BRD zum wichtigsten Thema wurde. So kritisierten die großen Oppositionsparteien Alternative für Deutschland (AfD) und Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) im Vorfeld der Wahlen in den östlichen Bundesländern intensiv die quasi bedingungslose Unterstützung Kiews durch Berlin.


"Wir wollen, dass das Leid ein Ende hat" – Kretschmer, Voigt und Woidke fordern Diplomatie





"Wir wollen, dass das Leid ein Ende hat" – Kretschmer, Voigt und Woidke fordern Diplomatie





Diese Taktik trug Früchte: In Thüringen erreichte die AfD mit 32,8 Prozent der Stimmen den ersten Platz. In Sachsen büßte sie ihren Vorsprung nur minimal (mit weniger als zwei Prozent Rückstand) an die CDU ein. Ähnliche Ergebnisse erzielte die "Alternative" in Brandenburg. In diesem Zusammenhang wurde in der Expertengemeinschaft von einer Transformation der deutschen politischen Landschaft "nicht zugunsten von Olaf Scholz" gesprochen.

Dennoch versucht der Bundeskanzler, auf die sich in der Öffentlichkeit entwickelnde Forderung nach Frieden zu reagieren. Nach dem Ende des Wahlkampfs in den östlichen Bundesländern sprach er von der Notwendigkeit einer Konferenz zur Lösung des Konflikts in der Ukraine. Der Regierungschef betonte sogar, wie wichtig die Teilnahme beider Konfliktparteien an dieser Konferenz sei.

Später wurden in deutschen Medien Informationen über die Absicht von Scholz bekannt, den russischen Präsidenten Wladimir Putin vor dem G20-Gipfel zu kontaktieren. Kremlsprecher Dmitri Peskow teilte jedoch mit, Berlin habe Moskau keine Vorschläge für ein Telefongespräch zwischen den beiden Staatsoberhäuptern gemacht.

Die ostdeutschen Bundesländer, die früher zur DDR gehörten, stehen der Idee einer Zusammenarbeit mit Russland jedoch traditionell aufgeschlossen gegenüber. Einigen Experten zufolge könnte sich der Sieg der Oppositionsparteien auf die Außenpolitik Berlins auswirken. Dennoch ist es eher unwahrscheinlich, dass sich die Situation kurzfristig ändern wird. So meint der deutsche Politikwissenschaftler Alexander Rahr, dass ein großer Bevölkerungsteil in den östlichen Bundesländern keinen Krieg mit Russland will. Deshalb wurde dort bei den Wahlen auch so aktiv für die AfD und das BSW gestimmt. Mit dem Aufruf zur diplomatischen Lösung der Ukraine-Krise versuchen die Ministerpräsidenten von Brandenburg und Sachsen lediglich, auf die Forderungen der Öffentlichkeit zu reagieren. 

Rahr gibt sich skeptisch:

"Der 'politische Wind' in der BRD und in der EU hat sich gedreht, was sogar Bundeskanzler Olaf Scholz selbst zu spüren bekommt. Die deutsche Elite widersetzt sich jedoch weitgehend den pazifistischen Tendenzen. Das Gleiche geschieht in anderen westlichen Ländern. Auch beim nächsten Ramstein-Treffen, das für den 12. Oktober geplant ist, wird alles beim Alten bleiben."

Kritik an Wagenknecht: "Wie nach Drehbuch einer Fernsehshow"





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Ihm zufolge werden sich die Staatsoberhäupter "an den Händen fassen" und versprechen, der Ukraine weitere Unterstützung zu gewähren, einschließlich militärischer Hilfe. Auch die Medien in Deutschland seien nicht gewillt, die etablierte Meinung zu ändern. Dennoch müssten sich Medien und Politik mit den Ansichten der Menschen in den ostdeutschen Bundesländern auseinandersetzen, betont Rahr.

Die Außenpolitik sei tatsächlich zu einem wichtigen Teil der internen Diskussionen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg geworden, bemerkt Iwan Kusmin, Autor des Branchen-Telegram-Kanals "Unser Freund Willi" und Deutschland-Experte. Deshalb hätten sich die meisten Politiker der führenden Parteien auf die eine oder andere Weise über die Lösung der Ukraine-Krise geäußert.

Kusmin weiter:

"Es scheint logisch, dass die bereits geäußerte Rhetorik weitergeführt wird. Die Parteifunktionäre müssen ihre Aussagen konsistent halten. Andernfalls könnte ein abrupter Rhetorikwechsel gegen sie verwendet werden. Dies ist besonders wichtig im Vorfeld der Bildung von Regierungskoalitionen."

In allen genannten Bundesländern habe das BSW Wahlerfolge vorzuweisen, sodass CDU und SPD – die die AfD im Rahmen der 'Brandmauerpolitik' bewusst stigmatisiert haben –, mit ihm kooperieren müssen, meint der Experte. Das heißt, dass die friedensstiftenden Äußerungen der Regierungschefs der östlichen Bundesländer auch als ein Knicks gegenüber dem BSW gewertet werden können, das sich Idee eines konstruktiven Dialogs mit Moskau auf die Fahnen geschrieben hat.

Man sollte jedoch nicht über die bereits bestehende Praxis des Drucks der östlichen Bundesländer auf Berlin sprechenDie deutschen Bundesländer sind nicht direkt an der Festlegung der staatlichen Außenpolitik beteiligt, erinnert Kusmin. In diesem Bereich haben sie nur eine sehr begrenzte Anzahl von Einflussmöglichkeiten auf das Staatszentrum:

"Ich möchte daran erinnern, dass sich Bayern bis 2022 am aktivsten für die Pflege der Partnerschaftsbeziehungen zu Russland eingesetzt hat. Die Regierungschefs dieses Bundeslandes haben wiederholt den Kreml besucht, sich mit der russischen Führungsspitze getroffen und sogar, wie im Fall von Horst Seehofer, die Aufhebung der Sanktionen gefordert. Allerdings hat dies keinen Einfluss auf die Stimmungslage im Bundeszentrum gehabt."

Dennoch spielt allein die Tatsache, dass es in der Opposition zu Berlin stehende Meinungen gibt, eine große Rolle. Das lenke zumindest mehr Aufmerksamkeit auf die Probleme der BRD-Außenpolitik, hofft Kusmin. Er weist dabei auch auf die jüngsten Proteste in Berlin hin – die Bürger sind unzufrieden mit der Konfliktverzögerung in der Ukraine, den Waffenlieferungen an Israel sowie der Stationierung von US-Raketen in Deutschland, schließt der Experte seine Ausführungen.


Große Friedensdemo in Berlin: SPD-Politiker Stegner wird ausgebuht, als er Russland die Schuld gibt




Meinung

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Artjom Sokolow, Wissenschaftler am Zentrum für Europäische Studien des Instituts für Internationale Beziehungen des Moskauer Staatlichen Instituts für Internationale Beziehungen (MGIMO), erklärt, in der deutschen Gesellschaft werde seit Langem eine diplomatische Lösung der Widersprüche zwischen der EU und Russland im Kontext der ukrainischen Krise angestrebt. Der entsprechende Aufruf der sächsischen und brandenburgischen Regierungschefs war eine Reaktion auf diese Stimmungen.

Allerdings sei Deutschland aus politischer Sicht ein sehr 'buntes' Land. Es gäbe viele Gruppen, vor allem aus dem Rüstungssektor, die eine Normalisierung der derzeitigen außenpolitischen Lage nicht wollen. Unter deren Vertretern gäbe es nach wie vor einen starken antirussischen Konsens, befürchtet Sokolow und resümiert:

"Die Friedensaufrufe sind vor allem für die östlichen Bundesländer charakteristisch. Diese Regionen hinken aber sowohl wirtschaftlich als auch politisch hinter den westlichen Regionen her. Das kann sich ändern, wenn das Friedensthema auf Bundesebene aufgegriffen wird. Das Verhalten von Scholz deutet auf einige Veränderungen hin, aber bisher ist noch keine ernsthafte Transformation der Berliner Diplomatie zu erwarten."

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 4. Oktober 2024 zuerst auf der Seite der Zeitung Wsgljad erschienen.


Mehr zum Thema – Deutsche Linke – Mitschuld an Krieg und Faschismus


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unser weiterer Kommentar: Unter Nennung des Budapester Memorandums (unverbindliche Erklärung v. 1994) leitet Selenskyj seine Forderungen nach entweder NATO- oder Atomwaffenschutz für die Ukraine ab. Siehe:  Selenskij: Ukraine braucht Atomwaffen oder NATO-Mitgliedschaft, freedert.online, 18 Okt. 2024 08:55 Uhr   - ..und  Frechheit soll auch hier siegen!




Weiteres:




"Ungeheuerlichkeit – US-Regierung allein entscheidet": Bundestag debattiert Mittelstreckenraketen


freedert.online, vom 12 Okt. 2024 18:59 Uhr

Die Abgeordneten der Opposition verurteilten am Donnerstag im Bundestag die bevorstehende Stationierung von US-Mittelstreckenraketen in Deutschland. "Diese Entscheidung war gefallen ohne eine öffentliche Debatte und auch ohne eine Information des Bundestages. Das ist eine Ungeheuerlichkeit", kritisierte Dietmar Bartsch, Abgeordneter der Fraktion Die Linke. Jan Ralf Nolte von der AfD sagte, "wir hätten überhaupt keine zusätzlichen Vorteile, aber sehr wohl neue Risiken".


Sevim Dagdelen vom BSW hinterfragte in Bezug auf diese Waffen die deutsche Souveränität: "Über den Einsatz würde nämlich allein die US-Regierung entscheiden."


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Video  Dauer 6:28 Uhr


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18.10.2024

Selenskij: Ukraine braucht Atomwaffen oder NATO-Mitgliedschaft

Um sich selbst zu schützen, würde die Ukraine entweder die NATO-Mitgliedschaft oder Atomwaffen benötigen. Dies erklärte der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij während einer Pressekonferenz, auf der er europäischen Beamten seinen "Siegesplan" präsentierte. Das Staatsoberhaupt bezog sich auf das Budapester Memorandum von 1994, als die USA, Großbritannien und Russland Sicherheitsgarantien für die Ukraine gewährten.

Kiew sollte im Gegenzug auf die sowjetischen Atomwaffen verzichten. Von den vier Ländern habe letztendlich nur die Ukraine gelitten, meinte Selenskij.


Screenshot_2024_10_18_at_14_59_54_Selenskij_Ukraine_braucht_Atomwaffen_oder_NATO_Mitgliedschaft_RT_DE

Video  Dauer 4:28 min


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18.10.2024

Rätselraten: Warum sind die Staatschefs der Westalliierten in Berlin?  Ein Kommentar

berliner-zeitung.de, 18.10.2024 - 08:20 Uhr,  Thomas Fasbender

Die westlichen Macher unter sich – Täuschung und geheimer Waffenstillstandsvorstoß statt Ramstein-Gipfel mit Selenskyj? Ein Kommentar


Müde und enttäuscht? Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in Berlin am 11. Oktober 2024.www.imago-images.de

Quizfrage: Warum treffen sich an diesem Freitag in Berlin der amerikanische Präsident Joe Biden, der britische Premierminister Keir Starmer, der französische Präsident Emmanuel Macron und der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz? Die Antwort: Niemand weiß es. Jedenfalls nicht die Öffentlichkeit, und das ist wohl gut so.

Ursprünglich war der Besuch des Amerikaners für die letzte Woche geplant, mit allen Ehren einer Staatsvisite und gekrönt durch die Teilnahme an einem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe – 50 mit Kiew verbündete Staaten – auf dem Luftwaffenstützpunkt der USA im rheinland-pfälzischen Ramstein.

Doch Biden verzichtete auf den Besuch, vorgeblich des Hurrikans „Milton“ wegen. War es dieser Verzicht, der dafür sorgte, dass „Milton“ am Ende nur mit der Hurrikan-Stärke 3 auf die Westküste Floridas traf? Das Ramstein-Treffen wurde jedenfalls ebenso gestrichen wie der Staatsbesuch des Präsidenten in Deutschland. Was der Majestät des liberalen Hegemons USA durchaus Abbruch tut: Mit mehr als 50.000 Soldaten plus Angehörigen ist Ramstein die größte Basis der amerikanischen Luftwaffe außerhalb der USA und ein Leuchtturm der amerikanischen Macht auf dem eurasischen Kontinent.


Joe Biden: kein Staatsbesuch, kein Ramstein

Ursprünglich ebenfalls für Ramstein eingeplant war der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Doch daraus wurde nichts. Mangels Ramstein und mangels Biden absolvierte er seine Europatour in der vergangenen Woche allein: London, Paris, Rom, Vatikan, Berlin, zuletzt einige Tage später beim Brüsseler EU-Gipfel. Dem Vernehmen nach war es eine Dienstreise in Sachen Klinkenputzen für Selenskyjs neuestes Produkt, den „Siegesplan“ der Ukraine.

Dieser Fünf-Punkte-Plan, den der Präsident Mitte der Woche vor seinem Parlament in Kiew darlegte, hat bereits hinreichend Kopfschütteln ausgelöst. Ein Osteuropaexperte, der ungenannt bleiben möchte, kommentierte das Paket der Berliner Zeitung gegenüber mit den Worten: „20 Milliarden Dollar, bar und in kleinen Scheinen.“ Offensichtlich hat der ukrainische Präsident die Realität in Richtung Illusion verlassen; von der sofortigen Nato-Einladung bis zu grenzenlosen Investitionsversprechen listet sein Plan das Maximum dessen, was das (ukrainische) Herz begehrt.

Nun zurück zur Quizfrage. Warum treffen sich, nachdem Ramstein abgesagt und Selenskyj heimgeschickt wurde, die Chefs der vier „Westalliierten“ in Berlin zum vertraulichen Stelldichein? Seit Wochen gibt es Gerüchte, dass in geheimer Runde mit den Russen über einen Waffenstillstand verhandelt wird. Wohlgemerkt: Waffenstillstand, kein Friede.


Den westlichen Ukraine-Verbündeten ist klar, dass solche Verhandlungen mit Russland nur aus einer Position der Stärke heraus Sinn ergeben. Beobachter sollten daher nicht überrascht sein, wenn Deutschland in den nächsten Tagen und Wochen mit der Ankündigung hervortritt, Taurus-Marschflugkörper für Ziele tief im russischen Hinterland freizugeben.

Gut möglich, dass parallel die Botschaft Richtung Kreml ergeht: Wir sind zu einer Waffenruhe bereit. Selenskyjs Sieges- und Friedenspläne sind da nur Staffage, Hintergrundrauschen oder Nebelwand. Auch die oft wiederholte Formel „Keine Entscheidung über die Ukraine ohne die Ukraine“ ist bei der Vereinbarung eines Waffenstillstands hinfällig. Wenn die Russen den Beschuss einstellen, wenn der Westen keine Munition mehr liefert – die eigentliche, auf Jahre hinaus möglicherweise vergebliche Friedensarbeit beginnt ohnehin erst danach.

Für die ukrainischen und russischen Soldaten, die jetzt zum Sterben Schlange stehen, wäre ein Waffenstillstand die Erlösung. Für manche Politiker beider Seiten wäre er eine Herausforderung. Was also wird sich durchsetzen: die Friedenslogik oder die Kriegslogik? Der Weg, in jedem Fall, wird lang, trocken und steinig.


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18.10.2024

Krisen- und Insolvenzticker: Siemens-Manager: "Kaum Gründe in Deutschland zu investieren"

freedert.online, 18 Okt. 2024 08:55 Uhr

Die deutsche Wirtschaft kriselt. Unter dem Druck dramatisch steigender Energiekosten und anderer ungünstiger Rahmenbedingungen sind seit 2022 tausende Unternehmen insolvent gegangen. Wir fassen in diesem Ticker die wichtigsten Entwicklungen und Neuigkeiten zusammen.


Einer von vielen Gründen für das Siemens-Unternehmen lautet: "Es gibt kein Wachstum in Deutschland, Wachstum gibt es in anderen Ländern", Oktober 2024.


Quelle: www.globallookpress.com © Sachelle Babbar

  • 18.10.2024 08:55 Uhr

08:55 Uhr

Leitender Siemens-Manager: "Es gibt eigentlich nichts, was dafür spricht, in Deutschland zu investieren"

Der "Global Head of Tax" der Siemens AG, Christian Kaeser, wurde seitens der CDU/CSU-Fraktion zu einer öffentlichen Anhörung des Finanzausschusses eingeladen, berichtet der Focus.

Kaeser äußerte auf der Veranstaltung demnach seine unmissverständliche Einschätzung zum fortdauernden Sinkflug des Investitionsstandorts Deutschland. Laut einer Bundestagsmitteilung kritisierte er gegenüber den Anwesenden:

"Es gibt eigentlich nichts, was dafür spricht, in Deutschland zu investieren."

Der Siemens-Manager erklärte, dass das weltweit agierende Unternehmen auch weiterhin "Deutschland bei Investitionsentscheidungen nicht grundsätzlich ausschließe", um jedoch zu betonen, "das Wachstum findet vor allem in anderen Ländern statt". Kaeser wörtlich:

"Es gibt kein Wachstum in Deutschland, Wachstum gibt es in anderen Ländern, und steuerlich sieht es halt auch nicht besonders dolle aus."

Diese Realitäten seien der ausschlaggebende Grund gewesen, warum Siemens ‒ mit einem Umsatz von 77,8 Milliarden Euro und einem Gewinn nach Steuern von 8,5 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2023 ‒ "zuletzt überwiegend im Ausland investiert" habe.

  • 16.10.2024 19:22 Uhr

    19:22 Uhr

    80 Arbeitsplätze in Gefahr: Bremer Spezialmaschinenbau-Unternehmen meldet Insolvenz an

    Das auf Sondermaschinenbau, Automatisierung sowie Mess- und Produktionsanlagen spezialisierte "Bremer Werk für Montagesysteme" (bwm) ist in Schwierigkeiten geraten und musste Insolvenz anmelden. Das Unternehmen besteht seit über 60 Jahren und beschäftigt gegenwärtig rund 80 Mitarbeiter. Seit 2010 hat die Firma ihren Sitz im niedersächsischen Lilienthal bei Bremen, wo Maschinen und Anlagen projektiert und produziert werden. Wie der Weser-Kurier berichtet, haben die mit den Corona-Maßnahmen verbundenen Unsicherheiten wie Investitionszurückhaltung, unterbrochene Lieferketten und teilweise drastische Preissteigerungen in den Folgejahren für die gegenwärtigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten gesorgt.

    Der vom Amtsgericht Verden bestellte Insolvenzverwalter sei dennoch zuversichtlich, dass die prekäre Lage des Unternehmens überwunden werden könne. Das laufende Geschäft solle stabilisiert werden, wozu auch Gespräche über eine mögliche Übernahme des Unternehmens gehörten. Die Löhne und Gehälter seien noch bis zum Jahresende 2024 gesichert.

    Wie es heißt, habe das mittelständische Unternehmen dank seiner "kreativen Lösungsfindung" und "technischer Spitzenleistung", aber auch als Arbeitgeber einen hervorragenden Ruf.

  • 17:46 Uhr

    KFZ-Zulieferer: Schließungswelle immer größer

    Der österreichisch-kanadische Magna-Konzern will sein Werk in Rosenberg schließen. Der Standort mit 350 Mitarbeitern ist nicht der erste, der in Deutschland geschlossen wird. Neumarkt in der Oberpfalz mit 110 Mitarbeitern steht ebenfalls auf der Schließungsliste. Bereits abgewickelt ist ein Werk in Köln, eines in Roitzsch in Sachsen-Anhalt wird gerade geschlossen, und für Dürbheim ist ebenfalls bereits die Schließung angekündigt.

    Damit bleiben noch Werke in München, Neuenstein, St. Georgen und Untergruppenbach. Damit ist jedes zweite Werk des Automobilzulieferers Magna Powertrain, der vor allem Antriebstechnik liefert, bereits geschlossen oder in Schließung.

    Ähnlich wie Magna ist auch der Zulieferer ZF Friedrichshafen mittlerweile dabei, ein Werk nach dem anderen zu schließen. Inzwischen sollen 11.000 bis 14.000 Stellen abgebaut werden. Betroffen ist unter anderem das Werk Saarbrücken mit 1.800 beabsichtigten Stellenstreichungen. Außerdem ist Kurzarbeit geplant.

  • 09:00 Uhr

    Arbeitgeberverband Gesamtmetall warnt vor "massiven Stellenabbau"

    Gesamtmetall-Präsident Stefan Wolf teilte aktuell den den Zeitungen der Funke-Mediengruppe wörtlich mit:

    "Ich erwarte, dass wir in der Metall- und Elektroindustrie in den nächsten fünf Jahren 250.000 bis 300.000 Arbeitsplätze verlieren könnten."

    In der größten deutschen Industriebranche sind gegenwärtig rund rund vier Millionen Menschen beschäftigt.

    Grund für seine Befürchtungen ist unter anderem, dass in den nächsten Jahren "die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen". Gleichzeitig existiere ein Arbeitnehmermangel in der Branche, daraus ergebe sich in der Entwicklung, dass "wir trotz abgebauter Arbeitsplätze mehr arbeiten müssen", so Wolf. Der Gesamtmetallpräsident verlange daher "mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten".

    Im Mai hatte Wolf in einem Interview angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage noch mitgeteilt, dass seiner Einschätzung nach "in den nächsten drei bis vier Jahren die Zahl der Arbeitsplätze in der Branche um 40.000 bis 50.000 sinken könnte". 

    In seiner aktuellen Prognose gibt er nun zu Bedenken:

    "Wir befinden uns in einer strukturellen Krise. Energiepreise, Unternehmenssteuern, Sozialabgaben und bürokratische Lasten sind zu hoch."

    In der Metall- und Elektroindustrie laufen derzeit Tarifverhandlungen. Ab Ende Oktober ist laut Ankündigungen seitens der Gewerkschaften mit Warnstreiks zu rechnen. 

  • 13.10.2024 11:43 Uhr

    11:43 Uhr

    Nach 300 Jahren – Kunstgießerei Lauchhammer ist insolvent

    Die Kunstgießerei Lauchhammer ist insolvent. Wie die Lausitzer Rundschau und der RBB berichten, wurde das Insolvenzverfahren wegen "mangelnder Nachfrage" eingeleitet.

    Betroffen von der Entscheidung seien 26 Mitarbeiter. Diese seien aber vorerst über das Insolvenzgeld abgesichert. Der Geschäftsbetrieb laufe demnach erst einmal ohne Einschränkungen weiter. Wie es weitergeht, ist unklar. Der Verwalter führe "konstruktive Gespräche".

    Die Kunst- und Glockengießerei im brandenburgischen Lauchhammer wurde im Jahre 1725 gegründet und ist nach eigenen Angaben die älteste Kunstgießerei Deutschlands. Von ihr stammen Kunstwerke wie das Reiterstandbild Friedrichs des Großen auf der Straße Unter den Linden in Berlin.

  • 12.10.2024 17:06 Uhr

    17:06 Uhr

    Kurzarbeit bei Bosch Hausgeräte für 1.500 Mitarbeiter

    Es trifft nicht mehr nur Zulieferfirmen der Automobilindustrie. Das Traunreuter Werk der Bosch-Tochter BSH Hausgeräte schickt nun die Hälfte der Belegschaft, 1.500 Beschäftigte, in Kurzarbeit. Bis Ende Dezember sollen sie nur noch an vier Tagen in der Woche arbeiten. Auch die gesamte Produktion wird zurückgefahren.

    In Traunreut werden Herde, Backöfen, Kochfelder und Mikrowellen gefertigt. Noch ist an anderen BSH-Standorten keine Kurzarbeit geplant; die zurückgegangene Nachfrage, so das Unternehmen, ließe sich durch den Abbau von Überstunden und flexible Arbeitszeitmodelle ausgleichen. Insgesamt arbeiten in Deutschland 17.000 der weltweit 60.000 Beschäftigten von BSH.

    Der Grund für die sinkende Nachfrage wird im schwachen Immobilienmarkt gesehen, durch den Einbaugeräte weniger gefragt sind.

    Die Stadt Traunreut hat es allerdings gleich doppelt erwischt: Heidenhain, ein Hersteller von Messgeräten und CNC-Steuerungen, hat ebenfalls Kurzarbeit beantragt. Auch andernorts im ländlichen Oberbayern schlägt die Krise zu – Wacker Chemie in Burghausen geht gleichfalls in Kurzarbeit.

  • 14:16 Uhr

    Stahlhersteller aus Aachen nach 194 Jahren insolvent


    Die Schumag AG, Stahl-Präzisionsteilhersteller und Aachener Traditionsunternehmen, hat Insolvenz angemeldet. Das gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt, nachdem es seine 450 Mitarbeiter informiert hatte.

    In einer Stellungnahme auf seiner Webseite spricht das Unternehmen von einer "finanziellen Schieflage" neben einem allgemein schwierigen Wettbewerbsumfeld und Umsatzrückgängen.

    Das Unternehmen, das auf eine 194-jährige Geschichte zurückblicken kann, hat beim Amtsgericht Aachen ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Ob die Firma vielleicht doch noch "gerettet" werden kann, bleibt offen.

  • 8.10.2024 09:35 Uhr

    09:35 Uhr

    Würth Elektronik schließt Werk in Südbaden

    Das Unternehmen Würth Elektronik, eine Tochter des Schraubenhändlers Würth, schließt sein Werk in Schopfheim im Landkreis Lörrach in Baden-Württemberg. Betroffen sind über 300 Mitarbeiter.

    Das Unternehmen nannte in einer Pressemitteilung als Grund für die Schließung "die aktuell schwerste Krise in der Geschichte der Leiterplattenindustrie in Europa" und einen "dramatischen Einbruch im Auftragseingang". Erschwert werde die Lage "durch massive Steigerungen der Energie- und Personalkosten".

    Daniel Klein, der Geschäftsführer von Würth Elektronik Circuit Board Technology, erklärte demnach:

    "Diese Maßnahme ist notwendig, um Verluste zu minimieren und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern. In unserem Serien- und Standardleiterplattenwerk in Schopfheim ist der Kostendruck am höchsten."

    In einer Betriebsversammlung am Montag habe man die Belegschaft über die Schließung informiert, teilte das Unternehmen mit. Die Geschäftsleitung und der Betriebsrat hätten Gespräche über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan aufgenommen, bislang noch ohne konkrete Ergebnisse. 

    Der greise Chef der Würth-Gruppe, Reinhold Würth, hatte sich im Jahr 2019 öffentlich zur Wahl der Grünen bekannt. Erst vor wenigen Monaten belehrte der Patriarch und Milliardär seine Angestellten in einem langen Brief, dass es keinen Grund zur Wahl der AfD gebe:

    "Ist es nicht wunderbar, dass unser Deutschland eine Ampelregierung aushalten kann, die in vielen Teilen wie ein Hühnerhaufen durcheinanderrennt und doch trotzdem das eine oder andere positive Gesetz auf den Weg bringt?"

  • 7.10.2024 08:49 Uhr

    08:49 Uhr

    Geschäftsklima im Einzelhandel verschlechtert

    Das Geschäftsklima im Einzelhandel hat sich im September eingetrübt. Das geht aus einer aktuellen Mitteilung des ifo-Instituts hervor. Demnach sank der auf Umfragen in der Branche basierende Indikator des Instituts von -23,1 auf -25,6 Punkte. Die Einzelhändler beurteilten ihre aktuelle Lage etwas schlechter als im August und sind für die nächsten Monate pessimistischer geworden.

    Ifo-Experte Patrick Höppner erklärte, die Verbraucher seien in Hinblick auf das "wirtschaftspolitische Umfeld" verunsichert: 

    "Das lässt für das restliche Jahr 2024 keine dynamische Entwicklung bei den privaten Konsumausgaben mehr erwarten."

    Auto- und Möbelhändler beurteilten ihre Geschäftslage spürbar ungünstiger. Bekleidungs- und Möbelhändler sowie Baumärkte schätzten ihre Geschäftslage schlechter ein als die Branche insgesamt. Dagegen vermeldeten Fahrrad- und Lebensmittelhändler sowie Verkäufer von Unterhaltungselektronik eine Verbesserung ihrer Geschäftslage.

  • 5.10.2024 15:41 Uhr

    15:41 Uhr

    Panzer statt Eisenbahnen aus Görlitz? 700 Arbeitsplätze in Gefahr – Zughersteller Alstom will Werk in Ostsachsen schließen – auch andere deutsche Standorte betroffen


    Seit Jahren herrscht Unsicherheit beim Eisenbahnhersteller Alstom im sächsischen Görlitz. Seit der französische Konzern die Produktion vom kanadischen Hersteller Bombardier übernommen hat, werden Arbeitsplätze abgebaut und verlagert.

    Presseberichten zufolge plant die Firma nun, ihr Werk in Görlitz, das seit 175 Jahren besteht, zum März 2026 ganz zu schließen. Wie die Deutschen Wirtschaftsnachrichten (DWN) schreiben, sind 700 Arbeitsplätze in Gefahr. Die Produktion soll aus Gründen der "strategischen Verlagerung von Rohbauarbeiten nach Osteuropa" verlagert werden.

    In Görlitz wurden bisher verschiedene Typen von Schienenfahrzeugen hergestellt, unter anderem auch Doppelstockwagen für Israel. Von den geplanten Maßnahmen zur "Umstrukturierung" der Produktion sind auch andere Standorte des Konzerns in Deutschland betroffen. So sollen in Hennigsdorf bei Berlin keine neuen Fahrzeuge mehr produziert werden. Bestehende Aufträge sollen in Bautzen und Salzgitter abgearbeitet werden. Hennigsdorf wäre für den "Service" zuständig – also Wartungs- und Reparaturarbeiten, aber auch für den Bereich "Digitalisierung". Allerdings solle sich auch der Standort Mannheim auf Digitalisierung und Entwicklung spezialisieren. Generell sollen "Entwicklung" und das Projektmanagement für "Alternative Antriebstechniken" nach Frankreich verlagert werden. Nur Kassel soll Produktionsstandort in Deutschland bleiben.

    Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, René Straube, nannte den Konzernbeschluss "ganz bitter". Die Hoffnungen der Belegschaft, dass die Produktion in Görlitz gehalten und erweitert werden könnte, wurden enttäuscht.

    Wie MDR Investigativ berichtete, könnte sich nach dem Weggang von Alstom der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS in Görlitz ansiedeln. Dieser plane, seinen Radschützenpanzer "Boxer" dort zu produzieren. KNDS sei an Teilen der Belegschaft und an den Hallen von Alstom interessiert.

    Die Bundeswehr wolle laut DWN bis zu 150 Stück dieser Panzer beschaffen. In der Ukraine hat KNDS, hervorgegangen aus einem Zusammenschluss von Krauss-Maffei Wegmann und Nexter, bereits eine Tochterfirma gegründet, die Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten verschiedener Panzertypen und Waffensysteme im laufenden Krieg übernimmt.

  • 16:55 Uhr

    Absatz von E-Autos bricht ein – Autobranche in der Krise

    Der Absatz von E-Autos ist gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent eingebrochen. Das Kraftfahrzeug-Bundesamt teilte mit, dass von Januar bis September 409.400 neue E-Fahrzeuge zugelassen wurden. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Rückgang um 20 Prozent. 

    Insgesamt wurden im genannten Zeitraum 2,12 Millionen neue Fahrzeuge zugelassen. Das ist noch einmal ein Prozent weniger als im bereits schwachen Vorjahr. Der Anteil von Elektroautos an den Neuzulassungen ist ebenfalls gesunken. 

    Auf der Grundlage der Daten senkte der Automobilverband VDA seine Erwartungen für das Gesamtjahr. Der Verband erwartet einen Rückgang der Neuzulassungen von E-Autos um 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 

    Der Rückgang ist nicht nur im Hinblick auf den Umsatz der Konzerne problematisch. Aufgrund der Vorgaben der EU zu Flottengrenzwerten könnten für die Konzerne Strafen in Milliardenhöhe fällig werden. 

    Insgesamt ist die Entwicklung bedenklich. Der Pkw-Absatz lag in diesem Jahr um ein Fünftel unter dem Vor-Corona-Jahr 2019. 

  • 1.10.2024 20:34 Uhr

    20:34 Uhr

    Bertrandt will insgesamt 1.200 Stellen streichen

    Nicht nur jene Zulieferbetriebe der Automobilindustrie sind betroffen, die Getriebe oder Verkabelungen liefern. Bertrandt, ein Unternehmen, das vorwiegend in der Entwicklung tätig ist, will nun in ganz Deutschland 1.200 Stellen abbauen; 600 davon allein in Tappenbeck bei Wolfsburg.

    Die IG Metall nannte die geplanten Kündigungen einen "Holzweg". Die Möglichkeiten, Kurzarbeit zu beantragen, seien bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Die Firma selbst veröffentlichte die geplanten Entlassungen unter der Überschrift "Bertrandt stellt sich für die Zukunft auf".

    Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die sich bereits bei den Zulieferbetrieben von ZF abzeichnete: Die Entlassungen finden nicht nur in der Produktion statt, sondern in immer stärkerem Maße bei Forschung und Entwicklung. Das bedeutet im Grunde, dass der Markt dauerhaft preisgegeben wird. Und es steht für den Verlust einer der Kernbranchen: Jahrzehntelang fand die Entwicklung ganzer Modellreihen nicht nur für deutsche Automobilkonzerne in Deutschland statt. Wenn jetzt in diesem Maße Entwicklungskapazitäten abgebaut werden, könnte Deutschland diese industrielle Kompetenz tatsächlich endgültig verlieren.

    Im August 2024 lagen die Zahlen neu zugelassener Pkw laut Kraftfahrtbundesamt um 27,8 Prozent unter dem Wert für August 2023. Einzig Fahrzeuge der oberen Mittelklasse wurden vermehrt zugelassen. Die Anmeldungen für Elektrofahrzeuge sanken sogar verglichen mit August 2023 um 68,8 Prozent.

  • 28.09.2024 13:36 Uhr

    13:36 Uhr

    Automobilkrise: Nach ZF entlässt jetzt auch Schaeffler

    Die Krise der Automobilzulieferer zieht weitere Kreise. Die Schaeffler-Gruppe aus Herzogenaurach will jetzt mit dem vor allem auf Elektroantriebe spezialisierten Regensburger Konkurrenten Vitesco fusionieren – was für die insgesamt 120.000 Beschäftigten beider Konzerne Stellenstreichungen zur Folge haben wird. "Bei bestimmten Funktionen sind wir doppelt besetzt", erklärte Vorstandschef Klaus Rosenfeld.

    Allerdings dürfte es nicht bei ein paar Stellen in der Verwaltung bleiben. Es liegt noch keine Zahl auf dem Tisch; Rosenfeld erklärte aber, die Kürzungen würden nicht so hoch ausfallen wie beim Branchenkonkurrenten ZF. Dort liegt, nach mehreren Werksschließungen und Anpassungsplänen, die Zahl der verlorenen Arbeitsplätze mittlerweile bei 14.000.

    Schaeffler hatte in den letzten Jahren Milliarden in eine Entwicklung hin zu Elektrofahrzeugen investiert. Rosenfeld äußert sich immer noch optimistisch über die Aussichten dieses Marktes. In Deutschland allerdings finden E-Autos immer weniger Abnehmer. Die Erträge auch in diesem Bereich kommen vor allem aus den USA und China. Die 600 Millionen Euro, die im Gefolge der Fusion eingespart werden sollen, könnten sich also noch deutlich erhöhen, sollte sich der Handelskrieg zwischen den USA und China weiter verschärfen.

  • 25.09.2024 19:10 Uhr

    19:10 Uhr

    Auch die Chemieindustrie steckt in der Krise – BASF plant Stellenabbau

    Nicht nur die deutsche Automobilindustrie, auch die Chemieindustrie steckt in der Krise: Der Chemieriese BASF könnte bis 2026 rund ein Siebtel seiner Anlagen in Ludwigshafen schließen. Dies berichtet das Manager Magazin unter Berufung auf interne Unterlagen. BASF-Chef Markus Kamieth soll den über 110.000 Angestellten am Mittwoch die neue Strategie des Konzerns vorstellen – die Rolle des Stammwerks dürfte dabei eine zentrale Rolle spielen.

    BASF leidet unter den gestiegenen Energiepreisen und Kostendruck. Seit nunmehr zwei Jahren schreibt der DAX-Konzern in Deutschland Verlust. Als Folge davon hatte der Konzern ein weiteres milliardenschweres Sparprogramm und einen erneuten Stellenabbau im Stammwerk Ludwigshafen angekündigt.

    Aber nicht nur BASF, auch weitere Unternehmen sorgen sich um den Standort Rheinland-Pfalz. Karsten Tacke, der Hauptgeschäftsführer der Landesvereinigung Unternehmerverbände (LVU), sagte der dpa in Mainz:

    "Stellenabbau findet ja nicht mehr nur in einzelnen Unternehmen und Sektoren statt, sondern das zieht sich mittlerweile durch die gesamte Industrie. Grund dafür sind tiefgreifende strukturelle Standortdefizite und Rahmenbedingungen, die uns im internationalen Wettbewerb immer weiter zurückwerfen."

    Für Rheinland-Pfalz spielt die chemische Industrie eine besondere Rolle, da diese mit vielen anderen Branchen und Unternehmen aus Rheinland-Pfalz über die Wertschöpfungsketten eng verbunden ist.

  • 23.09.2024 16:11 Uhr

    16:11 Uhr

    Rezessionsangst: Deutsche Wirtschaft stürzt weiter ab


    Die ohnehin angeschlagene deutsche Wirtschaft hat im September laut einer Umfrage noch stärker an Perspektive verloren. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie und Dienstleister umfassende Privatwirtschaft sank im laufenden Monat auf 47,2 Zähler und entfernte sich damit weiter von der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Dies teilte der Finanzdienstleister S&P Global am Montag zu seiner monatlichen Unternehmensumfrage mit, wie das Handelsblatt am Montag berichtet.

    Das Messinstrument, bei dem Manager die Geschäftsbedingungen beurteilen, ist ein an den Finanzmärkten stark beachteter Frühindikator für die Konjunktur. "Die deutsche Privatwirtschaft ist im September noch tiefer in den rezessiven Bereich abgesackt und so stark geschrumpft wie seit sieben Monaten nicht mehr", hieß es dort weiter.

    Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang auf 48,2 Zähler gerechnet, nach 48,4 Punkten im August. Das Barometer für die Industrie signalisiert, dass es mit dem Sektor immer stärker bergab geht: Es sank auf 40,3 Punkte von 42,4 Zählern im August.

    "Der Abschwung im verarbeitenden Gewerbe hat sich erneut verschärft und jegliche Hoffnung auf eine baldige Erholung zunichtegemacht", sagte Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank (HCOB), der Sponsorin der Umfrage. 

  • 18.09.2024 14:45 Uhr

    14:45 Uhr

    Zahl der Baugenehmigungen fällt weiter

    Im Vergleich zum Juli vergangenen Jahres lag nach Angaben des statistischen Bundesamtes die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in Neubauten um 19,2 Prozent niedriger. Im Vergleich zu Juli 2022 waren es sogar 44,6 Prozent. Nur noch 17.000 Wohnungen wurden genehmigt.

    In der Zeit von Januar bis Juli 2024 wurden bereits 32.500 Baugenehmigungen weniger erteilt als im Vorjahr. Insgesamt wurden in diesen sieben Monaten 123.600 Wohnungen genehmigt, davon 98.700 in Neubauten.

    Der stärkste Rückgang fand sich bei den Einfamilienhäusern; hier ging die Zahl der Baugenehmigungen um 28,4 Prozent zurück – im Vergleich zum Jahr 2023, das von der Bauwirtschaft bereits als katastrophal bewertet wurde. Für Mehrfamilienhäuser, also die Bauform, in der sich die meisten Mietwohnungen befinden, wurden um 21,6 Prozent weniger Baugenehmigungen erteilt.

  • 15.09.2024 13:31 Uhr

    13:31 Uhr

    Automobilzulieferer insolvent – ohne Perspektive für die Beschäftigten

    In den letzten Monaten haben reihenweise Zulieferbetriebe der Automobilindustrie Insolvenz angemeldet oder Stellen abgebaut. Die Beschäftigten werden aber zumindest bei den größeren Betrieben meist in der Hoffnung auf Investoren erst einmal gehalten.

    Anders bei der Federnfabrik Erwin Lutz aus Eningen. Dort wurde am 9. August Antrag auf Insolvenz gestellt. Nun wurde bekannt, dass alle 20 Mitarbeiter bereits vor dem Insolvenzantrag die Kündigung erhielten.

    Die im Jahr 1966 gegründete Firma stellt technische Federn und Biegeteile für Automobile und den Maschinenbau her; zwei Sektoren, die derzeit in der Krise stecken. Im Jahr 2022 wurde das Unternehmen verkauft.

    Der Ablauf bei Erwin Lutz dürfte ein typisches Beispiel dafür sein, wie sich die (politisch gemachte) Automobilkrise auch bei anderen kleinen Zulieferern und deren Beschäftigten auswirkt, die es aufgrund ihrer Größe nicht in die Schlagzeilen schaffen. Schließlich ist allein in Baden-Württemberg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Drittel gestiegen.

  • 14.09.2024 18:05 Uhr

    18:05 Uhr

    Brauerei in Bayern gibt nach 334 Jahren auf

    Brauerei Schlössle in Neu-Ulm gilt als eine der ältesten in Bayern. Doch nun gibt sie das Geschäft auf und stellt Ende Dezember die Produktion ein. Der Betrieb sei dem Markt nicht mehr gewachsen, begründete Chefin Christa Zoller den Schritt gegenüber der Bild-Zeitung. 

    Die im Jahre 1690 gegründete Privatbrauerei füllte in ihren besseren Zeiten bis zu 150 000 Liter pro Jahr in Fässer und Flaschen. Warum die Brauerei jetzt schließen muss, erklärte Christa Zoller mit dem harten Preiskampf auf dem Biermarkt. "Der Bierkonsum sinkt, aber die Preise für Rohstoffe und Energie steigen. Mit dem Brauereigeschäft machen wir schon seit zehn Jahren Minus." Sie erläuterte kalkulierend:

    "Bier müsste doppelt so teuer sein."

    Nur Großunternehmen würden den Preiskampf überleben. Damit habe die Brauerei das gleiche Problem wie die Landwirte. Hinzu kämen Probleme mit Überregulierung: "Zudem macht uns die Bürokratie das Leben schwer. Unter diesen Umständen überlegt sich jeder Unternehmer, ob er noch weiter selbstständig sein will."

  • 12.09.2024 18:20 Uhr

    18:20 Uhr

    Allianz-Studie belegt: Deutschland liegt bei Insolvenzen ganz vorn

    In der Allianz Trade Studie werden die Entwicklungen bei Unternehmensinsolvenzen rund um den Globus verglichen. Im neuesten Insolvenz-Update zeigt sich, dass die Insolvenzen in allen Weltregionen nach wie vor zunehmen, mit Ausnahme von Afrika und China.

    Dabei gibt es durchaus Länder, in denen sie weitaus stärker zunahmen als in Deutschland, wo die Steigerung (beruhend auf den Zahlen bis April) im Vergleich zum Vorjahr 28 Prozent betrug: beispielsweise in Kanada (79 Prozent) oder Schweden (48 Prozent). Wirklich interessant wird es jedoch, wenn nicht nur die Steigerung mit einbezogen wird, sondern auch das Ausgangsniveau.

    Die Studie zeigt das in einer Matrix, in der auf der Senkrechten die Änderung abgetragen wird, auf der Waagrechten das Ausgangsniveau. Und hier schafft Deutschland fast das Maximum – es befindet sich in der Gruppe mit einem hohen Ausgangsniveau der Insolvenzen und einer starken Zunahme. Nach Deutschland folgen in dieser Gruppe Irland, die Niederlande und die USA. Nur noch drei Länder, die bei sehr hohem Ausgangsniveau eine starke Zunahme der Insolvenzen aufweisen, übertreffen die deutsche Leistung noch: Kanada, Spanien und Schweden.

    Russland übrigens, wo die Zahl der Insolvenzen nach Angaben der Allianz im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent gestiegen ist, braucht sich dennoch keine Sorgen zu machen – die Steigerung erfolgte auf einem sehr niedrigen Niveau.

  • 11.09.2024 22:14 Uhr

    22:14 Uhr

    Dramatischer Anstieg der Regelinsolvenzen in Deutschland

    Über Deutschland kreist der Pleitegeier, lässt sich eine Meldung des Statistischen Bundesamts zusammenfassen. Demnach stieg die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen von Unternehmen im ersten Halbjahr 2024 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 24.9 Prozent. Das Amt weist darauf hin, dass mit Ausnahme des Junis die Zuwachsraten stets zweistellig waren. Zudem ist der zeitverzögernde Effekt zu beachten. Insolvenzmeldungen werden erst mit der Entscheidung des Insolvenzgerichts gezählt. Der Antrag auf Insolvenz liegt in der Regel mehrere Monate zuvor. Der Indikator ist daher nachlaufend. 

    Besonders besorgniserregend: Die offenen Forderungen der Gläubiger sind gegenüber dem Vorjahreszeitraum stark angewachsen. Betrugen die Forderungen im ersten Halbjahr 2023 13,9 Milliarden Euro, so stieg dieser Betrag auf 32,4 Milliarden Euro. Dies ist ein Hinweis darauf, dass auch die Großinsolvenzen zulegen. Großinsolvenzen lösen in der Regel Dominoeffekte aus, da Rechnungen nicht bezahlt und so wiederum kleinere Betriebe in die Insolvenz getrieben werden.

    Unternehmen der Logistikbranche sind derzeit am häufigsten von Insolvenz betroffen. Auf Rang zwei firmiert die Baubranche, unmittelbar dahinter das Gastgewerbe. 

    Nicht ganz so dramatisch sieht es bei den Privatinsolvenzen aus. Allerdings gibt ein Anstieg um 6,7 Prozent dennoch Anlass zur Sorge. 

    Insgesamt dürfte der Negativtrend anhalten. Auch im August verzeichnete das Statistische Bundesamt einen Anstieg der Regelinsolvenzen im zweistelligen Bereich. 

  • 16:56 Uhr

    Einsturz der Carolabrücke als Weckruf? Deutsche Infrastruktur zerfällt

    Der Einsturz der Carolabrücke in Dresden führt den Zerfall der deutschen Infrastruktur deutlich vor Augen. 14.000 Brücken in kommunaler Trägerschaft, 8.000 Autobahnbrücken und weitere 1.000 Brücken der Bahn müssen ersetzt oder saniert werden. Auf 11 Milliarden Euro beziffern Experten den Finanzbedarf, nur um das zu sanieren, was am dringendsten saniert werden muss. 

    Bis zum Jahr 2030 beläuft sich der Investitionsbedarf für die deutsche Infrastruktur auf rund 380 Milliarden Euro, schätzt das Deutsche Institut für Urbanistik, difu. Demgegenüber sind die 4,6 Milliarden Euro, die der Bund dieses Jahr für die Sanierung von Autobahnen und Fernstraßen ausgeben will, ein Tropfen auf den heißen Stein.

    Angesichts des unbedingten Willens von Finanzminister Christian Lindner (FDP) zur Einhaltung der Schuldenbremse ist zudem mit eher sinkenden als mit steigenden Investitionen zu rechnen. Auch für den Fall einer CDU-geführten Regierung ist eine grundsätzliche Änderung des eingeschlagenen Kurses nicht zu erwarten. Die Schuldenbremse fand auf Initiative des damaligen CDU-Finanzministers Schäuble ihren Weg ins Grundgesetz. Wie Schäuble hält auch der aktuelle Vorsitzende der CDU, Friedrich Merz, Sparen für eine Tugend an sich. 

    Laut den Zahlen des difu muss jede sechste Brücke in kommunaler Trägerschaft ersetzt werden, fast jede zweite Brücke ist in "keinem guten Zustand". Mit Nachrichten wie der vom Brückeneinsturz in Dresden ist daher auch in Zukunft zu rechnen. 

  • 5.09.2024 08:30 Uhr

    08:30 Uhr

    BDI warnt Ampel: "Das kann der Tod unserer Industrie sein"

    Der neue Landesvorsitzende des Hamburger Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Andreas Pfannenberg, hat in drastischen Worten vor dem Untergang der deutschen Industrie gewarnt. Gegenüber dem Springerblatt Bild beklagte Pfannenberg fehlende Sicherheit und ausbleibende Zusagen für energieintensive Unternehmen:

    "Woanders gibt es Zusagen, hier Zauderei und zu hohe Kosten. Was Strompreis-Garantien angeht, wagt sich kein Politiker mehr aus der Deckung. Internationale Konzerne sagen, sie investieren nicht mehr in ihre deutschen Werke. Einheimische Unternehmen verlagern Produktion ins Ausland. Das kann der Tod unserer Industrie sein."

    Die Energieversorgung sei die größte Herausforderung der Branche:

    "Wenn wir Arbeitsplätze erhalten wollen, brauchen wir Planungssicherheit über den Strompreis und die Netzentgelte."

    Deutliche Worte fand der Verbandschef dabei für die auch international bestaunte und belächelte Energiepolitik der Ampelregierung:

    "Die größte Herausforderung ist die Energieversorgung. Wenn wir Arbeitsplätze erhalten wollen, brauchen wir Planungssicherheit über den Strompreis und die Netzentgelte. Die Politik hat beschlossen, alles auf erneuerbare Energien zu setzen. Ok, aber man kann doch nicht gleichzeitig alle grundlastfähigen Kraftwerke abschalten und sagen, wir sehen mal, ob das klappt."

    Die Ampel sei generell am Ende, kritisierte der neue Hamburger BDI-Vorsitzende weiter:

    "Die letzten zehn Jahre konnten verteilt werden. Jetzt ist aber immer weniger da und die Prognosen sind auch schlecht. Die Ampel erfindet immer neue Sozialleistungen und investiert zu wenig. Jetzt wäre die Zeit, die Wirtschaft zu stärken. Die Ampel hat fertig, die Koalition ist am Ende. Alle Themen, die die Parteien sich vorgenommen haben, funktionieren so nicht mehr. Die SPD mit ihren sozialen Versprechen, die Grünen mit Klimaschutz."

    Pfannenberg betreibt mit seinem Unternehmen für Industrie-Lüftungsanlagen und Spezial-Beleuchtung auch einen Standort in China. Der Wirtschaftsriese in Ostasien ist für den Verbandsvertreter zum Vorbild geworden:

    "Aus China kommt extrem viel Stahl und Aluminium – und sie haben so viel erneuerbare Energie, dass sie an jede Tonne, die bei uns ankommt, ein Öko-Zertifikat kleben können. Gleichzeitig setzen sie aber auf einen Strom-Mix, bauen neue Atomkraftwerke. So kann die Industrie arbeiten und planen."

  • 4.09.2024 08:14 Uhr

    08:14 Uhr

    Stimmung in der Autoindustrie "im Sturzflug"

    Das Geschäftsklima in der deutschen Automobilindustrie hat sich im August weiter verschlechtert. Wie das Münchener ifo-Institut am Mittwochmorgen mitteilte, fiel der entsprechende Indikator auf -24,7 Punkte – von -18,5 im Juli.

    Ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl erklärte:

    "Die Stimmung in der Autoindustrie ist im Sturzflug."

    Grund dafür seien die äußerst pessimistischen Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Die Geschäftserwartungen sackten von -29,5 Punkten im Juli auf -40,5 Punkte ab. Der Indikator für die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage ging um 0,3 Punkte auf -7,2 zurück.

    Wölfl verwies auch auf die fehlende Nachfrage aus dem Ausland:

    "Die Unternehmen der deutschen Autoindustrie leiden unter einem Mangel an neuen Aufträgen – insbesondere aus dem Ausland. Dies schlägt sich mittlerweile auch in der Personalplanung nieder."

    Der Indikator für die Exporterwartungen sank zum dritten Mal in Folge deutlich und liegt nun bei -29,6 Punkten – so niedrig wie schon lange nicht mehr. Der Indikator für die Beschäftigtenerwartungen fiel von -15,6 im Juli auf -27,6 Punkte.

  • 30.08.2024 19:25 Uhr

    19:25 Uhr

    Chemnitz, Essen und Augsburg nun ohne Kaufhaus: Neun Galeria-Karstadt-Filialen schließen dauerhaft

    Neun Filialen des Kaufhausriesen Galeria Karstadt Kaufhof sind von nun an dauerhaft geschlossen. In so großen Städten wie Essen (fast 600.000 Einwohner), Chemnitz (260.000 Einwohner) und Augsburg (550.000 Einwohner im Ballungsgebiet) gibt es damit nach über einhundert Jahren erstmals kein innerstädtisches Kaufhaus mehr.

    Offiziell ist der 31. August der letzte Öffnungstag, doch einige der Häuser haben bereits in den vergangenen Tagen ihren Ausverkauf beendet und ließen bereits am heutigen Freitag ihre Pforten zu. In Augsburg etwa aber war schon am vergangenen Samstag Schluss, 80 Mitarbeiter verlieren dort ihre Jobs.

    Im Galeria-Kaufhaus in Chemnitz war sogar zwei Tage früher als geplant mit dem Abverkauf Schluss. In Essen, Hauptsitz des Unternehmens, hatte die Filiale vergangenen Donnerstag letztmals auf.

    Neben den Filialen in Augsburg, Chemnitz und Essen hat die Schließungswelle nach Insolvenz des Unternehmens auch die Standorte Berlin Ring-Center, Berlin-Tempelhof, Leonberg, Regensburg Neupfarrplatz, Trier Fleischstraße und Wesel getroffen.

    Die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof hatte im Januar Insolvenz angemeldet. Hintergrund waren gravierende Probleme des Eigentümers gewesen, der österreichischen Signa-Gruppe. In den vergangenen Jahren war Galeria Karstadt Kaufhof bereits zweimal zahlungsunfähig gewesen. Es handelt sich um die letzte verbliebene große Kaufhauskette Deutschlands, die aus der Fusion früherer Konkurrenten hervorgegangen war.

  • 26.08.2024 13:26 Uhr

    13:26 Uhr

    Geschäftsklima im Juli weiter verschlechtert

    Nach der regelmäßigen Umfrage des Ifo-Instituts in verschiedenen Branchen haben sich die Erwartungen für die unmittelbare Zukunft weiter verschlechtert, und zwar über alle Branchen hinweg.

    Dabei hat sich nun auch bei den Dienstleistern der Pessimismus durchgesetzt: Beim verarbeitenden Gewerbe und im Handel waren im Frühjahr die Aussichten zumindest weniger negativ, aber jetzt gehen wohl die Aufträge wieder deutlich zurück. Dass sich das Bauhauptgewerbe in einer katastrophalen Lage befindet, ist bereits seit Monaten allgemein bekannt, und hier ist auch keine Besserung in Sicht.

    Auffällig ist, dass sich die Beurteilung der aktuellen Lage und die Zukunftserwartungen über alle Branchen hinweg gleichermaßen nach unten bewegen. Das deutet auf eine umfassende Krise hin.

    Für den Ifo-Geschäftsklimaindex werden monatlich etwa 9.000 Unternehmen quer durch alle Branchen befragt.

  • 16.08.2024 12:13 Uhr

    12:13 Uhr

    Nach fast 80 Jahren: Deutsches Elektronik-Traditionsunternehmen meldet Insolvenz an


    Ein weiteres deutsches Traditionsunternehmen steht vor einer ungewissen Zukunft. Das teilt die Fachzeitschrift Chip mit. Der Elektronikhersteller Astro Strobel aus Bensberg bei Bergisch-Gladbach hat laut eigenen Angaben schon im Juli Insolvenz angemeldet.

    Das Elektronikunternehmen, das sich auf Kabelfernsehen, Satellitenempfang und IPTV-Technik spezialisiert hat, geriet durch Lieferkettenprobleme in Schieflage. Diese wurden durch die Corona-Pandemie und den Ukraine-Krieg verschärft. Eine Großauftragsstornierung verschlechterte die Liquidität weiter, sodass der Gang zum Amtsgericht unvermeidlich wurde. Auf der Unternehmensseite wird betont, dass bereits erste Gespräche mit potenziellen Investoren geführt worden seien.

    Astro Strobel wurde 1947 von Adolf Strobel gegründet, dem Großvater des jetzigen Geschäftsführers. Er erkannte früh das Potenzial der Rundfunkempfangstechnik. Die Löhne der 115 Mitarbeiter werden aktuell über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gezahlt.

  • 13.08.2024 13:24 Uhr

    13:24 Uhr

    Stark rückläufige Konjunkturerwartungen: ZEW-Index bricht ein

    Die vom Mannheimer Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ermittelten mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren sind im August eingebrochen.

    Der entsprechende ZEW-Index fiel gegenüber dem Vormonat um 22,6 Punkte auf +19,2 Punkte. Einen vergleichbaren Rückgang der Konjunkturerwartungen gab es zuletzt vor über zwei Jahren, im Juli 2022.

    Die Einschätzung der aktuellen konjunkturellen Lage hat sich ebenfalls verschlechtert. Der Lageindikator für Deutschland fällt gegenüber dem Wert im Juli um 8,4 Punkte und liegt nun bei -77,3 Punkten.

    ZEW-Präsident Achim Wambach kommentierte die neuen Zahlen so:

    "Der wirtschaftliche Ausblick für Deutschland bricht ein. In der aktuellen Umfrage beobachten wir den stärksten Rückgang der Konjunkturerwartungen in den vergangenen zwei Jahren. Die Konjunkturerwartungen für den Euroraum, die USA und China fallen ebenfalls deutlich."

    Dies wirke sich auf die deutschen Exporte aus:

    "Dadurch fallen bei den deutschen Branchen insbesondere die Erwartungen der exportintensiven Sektoren. Dies lässt vermuten, dass die Konjunkturerwartungen weiterhin unter dem Eindruck hoher Unsicherheit stehen, getrieben durch eine unklare Geldpolitik, enttäuschende Geschäftszahlen aus der US-Wirtschaft und wachsende Sorgen über eine Eskalation des Nahostkonflikts. Diese Unsicherheit äußerte sich zuletzt auch in den Kurseinbrüchen auf den internationalen Aktienmärkten."

  • 9.08.2024 17:50 Uhr

    17:50 Uhr

    Insolvenzen: Im Juli waren es 13,5 Prozent mehr als im Juni

    Wer nach den Juni-Zahlen glaubte, die lange Phase zweistelliger Zuwächse bei den Insolvenzen sei vorüber, wurde eines Besseren belehrt: im Juli waren es 13,5 Prozent mehr Anträge auf Regelinsolvenz als im Vormonat. Während die Zahl der Regelinsolvenzen von 2015 bis 2020 tendenziell gefallen ist, steigt sie spätestens seit Juni 2022 mit kleinen Abweichungen kontinuierlich an und ist dabei, den Wert von 2015 zu übertreffen.

    Bei den Insolvenzanträgen insgesamt sind es vor allem jene von Firmen, die zunehmen. Im Vergleich zum Vorjahr waren das im Mai 30,9 Prozent mehr.

    Dabei waren diesmal besonders Firmen aus dem Bereich Verkehr und Lagerei betroffen, dort waren es 12,2 Insolvenzen auf 10.000 Unternehmen; danach folgten sonstige Dienstleistungen, wie beispielsweise Zeitarbeitsfirmen, mit 9/10.000 und die Bauwirtschaft mit 8,5/10.000.

    Die Zahlen, die das statistische Amt meldet, beziehen sich auf den Zeitpunkt, zu dem das Insolvenzgericht die Eröffnung beschlossen hat. Die Beantragung erfolgt meist bis zu drei Monate zuvor. Die Regelinsolvenzen sind komplexere Verfahren, die üblicherweise Unternehmen und Personengesellschaften betreffen.

  • 6.08.2024 12:25 Uhr

    12:25 Uhr

    Porträtaufnahmen in der Krise nicht gefragt

    Bereits Ende Juli hat die Fotostudio-Kette "studioline", die insgesamt etwa 500 Mitarbeiter hat, Insolvenzantrag gestellt. Ebenso sind 75 Tochtergesellschaften in Insolvenz.

    Das Unternehmen besteht seit 1910; es nahm seinen Ausgang in einem Fotogeschäft in Kiel und spezialisierte sich auf Porträtfotografie. Die jetzige Schieflage sei Folge der Kaufzurückhaltung der Kunden und steigender Mieten bei Indexmietverträgen, die stets um die Inflationsrate steigen. Wie in anderen Bereichen des Konsums spiegelt sich in dieser Insolvenz also der Rückgang der Realeinkommen.

    Vorerst wird der Betrieb fortgesetzt, auch die 50 Auszubildenden können weiter lernen. Wie in Insolvenzfällen üblich, wird sich das Schicksal der Firma erst in einigen Monaten entscheiden. Allerdings nimmt die Zahl der Fälle zu, in denen die Insolvenz in einer Betriebsschließung endet.

  • 31.07.2024 13:40 Uhr

    13:40 Uhr

    Bis zu 14.000 Stellen will ZF in Deutschland streichen

    In vergangenen Jahr wurden die ersten Schließungen bei diesen Automobilzulieferer bekannt; das Werk Gelsenkirchen mit 210 Mitarbeitern machte dicht. Nun wurde bekannt, dass ZF, einer der großen Zulieferer in Deutschland, bis 2028 bis zu 14.000 von derzeit noch 54.000 Stellen streichen will.

    ZF ist nicht der einzige Zulieferer, der die Präsenz in Deutschland verringert. Zwischen dem Verbrennerverbot, der weitgehend gescheiterten Durchsetzung von Elektroautos und den geopolitisch bedingt steigenden Kosten und dem geringeren Absatz durch fallende Einkommen wird in der ganzen Branche abgebaut, auch bei Bosch oder Continental.

    Aber während 2023 die Folgen noch überschaubar waren, sind sie nun massiv. Wenn beispielsweise im fränkischen Schweinfurt, einer Stadt mit 54.000 Einwohnern, von derzeit 10.000 Arbeitsplätzen bei ZF 2-3.000 verschwinden, wird das massive Folgen für die gesamte Umgebung haben. Und auch wenn die Ankündigung von einem Abbau bis 2028 spricht – eine Fortsetzung der Entwicklung des letzten Jahres macht es wahrscheinlich, dass er doch schneller geschieht.

  • 11:30 Uhr

    Berliner Filiale der Galeries Lafayette schließt Ende Juli endgültig

    Es sind die letzten Tage des Luxus-Kaufhauses Galeries Lafayette in der Friedrichstraße in Berlin. Das Kaufhaus schließt zum Ende des Monats endgültig seine Türen. Der Schritt war bereits im April angekündigt worden, hat sich aber schon seit langem abgezeichnet. Das Kaufhaus-Konzept hat sich überlebt, die sinkende Kaufkraft in Deutschland tut ein Übriges.

    Im Fall der Galeries Lafayette kam ein vom Berliner Senat völlig verschrobenes Verkehrskonzept hinzu. Die Friedrichstraße wurde auf Höhe des Kaufhauses zur Fahrradstraße gemacht – zunächst nur auf Probe, dann aber doch auf Dauer. Der Attraktivität der Friedrichstraße hat das nicht gutgetan. Für bauliche Maßnahmen fehlte offenkundig das Geld, die Friedrichstraße bekam durch provisorisch aufgestellte Schilder und unprofessionell aufgebrachte Fahrbahnmarkierungen das Aussehen einer Dauerbaustelle. Die Anlieferung von Waren wurde zu einer logistischen Herausforderung. 

    Aber trotz der städteplanerischen Fehlentscheidungen des Berliner Senats sind die Galeries Lafayette natürlich kein Einzelfall. Auch die Kaufhauskette Karstadt kriselt seit Jahren. Mehrfache Eigentümerwechsel, alle verbunden mit Schrumpfkuren, konnten den Niedergang bisher nicht stoppen. Ebenso wie bei den Galeries Lafayette zeichnet sich auf bei Karstadt ein Ende in nicht allzu weiter Ferne ab. 

    Die Frage, wie es ab dem 1. August in der Friedrichstraße weitergeht, ist bisher nicht entschieden. Kultursenator Joe Chialo (CDU) will die Berliner Zentral- und Landesbibliothek im ehemaligen Luxus-Kaufhaus unterbringen. Ob der Schritt allerdings die Friedrichstraße aufwertet, kann bezweifelt werden.

  • 24.07.2024 16:59 Uhr

    16:59 Uhr

    Exporte in Drittstaaten weiter gesunken

    Dass die Sanktionen wirken, macht die deutsche Außenhandelsstatistik jeden Monat aufs Neue deutlich. Deutschland hat seine Wettbewerbsfähigkeit verloren. Der Handel mit den Staaten außerhalb der EU ist auch im Monat Juni erneut zurückgegangen. Auf Jahressicht sanken die Exporte saison- und kalenderbereinigt um 4,5 Prozent. Gegenüber dem Vormonat Mai sanken die Exporte im Juni um 2,6 Prozent. Das meldet das Statistische Bundesamt in einer vorläufigen Mitteilung. 

    Auch der Außenhandel mit den beiden wichtigsten Handelspartnern außerhalb der EU, mit den USA und China, ist im Monat Juni weiter rückläufig. Die Exporte in die USA sanken um 6,2 Prozent, nach China sogar um knapp zehn Prozent (9,9). 

    Damit verdichten sich die Hinweise darauf, dass Deutschland nicht mit einer konjunkturellen Schwäche, sondern mit einer strukturellen Krise zu kämpfen hat. Durch das Sanktionsregime und die damit verbundenen Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen wurde die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im Kern getroffen. Die Ausfuhren im Wert von 58 Milliarden Euro entsprachen nahezu dem Wert vom April 2022. Trotz Preisdynamik und Inflation ist das nominale Volumen in Euro über einen Zeitraum von zwei Jahren unverändert geblieben. Diese Tatsache verweist auf ein fundamentales Problem der deutschen Wirtschaft: Sie hat ihr Geschäftsmodell verloren.   

  • 23.07.2024 14:15 Uhr

    14:15 Uhr

    Opti-Wohnwelt meldet Insolvenz an

    Erst 2021 hatte die Firma zwanzig Filialen eines Konkurrenten übernommen, nun hat eine der größten Möbelhausketten in Deutschland beim Amtsgericht Schweinfurt Insolvenz beantragt. Die Opti-Wohnwelt Gruppe will aber durch eine Insolvenz in Eigenverwaltung das Unternehmen erhalten.

    Die 1978 gegründete Möbelfirma, die 2023 einen Jahresumsatz von etwa 220 Millionen Euro erzielte und rund 1.250 Mitarbeiter beschäftigt, ist nicht der erste Möbelhersteller, der in diesem Jahr insolvent geht. Zuvor waren unter anderem die MWS Westfalen Werke, unter dem Markennamen Hülsta bekannt, betroffen, oder der Matratzenhersteller Breckle. Letzterer hatte im Frühjahr Insolvenz angemeldet, nun steht jedoch fest, dass das Unternehmen schließen muss.

    Auslöser der Insolvenz waren nach Angaben der Opti-Wohnwelt Gruppe zerrissene Lieferketten, eine starke Inflation und hohe Rohstoffpreise. Dadurch konnte die Erweiterung von 2021 keine positiven Wirkungen entfalten. Dabei wurde die Firma von der Presse sogar als "deutscher Ikea-Konkurrent" bezeichnet.

    Besonders aufmerksam wird die Insolvenz der Möbelhauskette in Bremen betrachtet. Dort war erst im März 2022 eine Filiale im ehemaligen Karstadt in der Bremer Innenstadt eröffnet worden. Eine Schließung dieser Filiale würde für die Stadt eine weitere wirtschaftliche Problemstelle schaffen.

  • 18.07.2024 12:03 Uhr

    12:03 Uhr

    Zahl der Baugenehmigungen fällt weiter

    Im Mai ging die Zahl der erteilten Baugenehmigungen weiter zurück auf 17.800 Wohnungen, so die neuesten Zahlen des statistischen Bundesamtes. Das sind 24,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Noch vor zwei Jahren lag die Zahl der Baugenehmigungen im Mai bei 31.700.

    In den ersten vier Monaten des Jahres lag die Zahl der genehmigten Wohnungen um 21,5 Prozent unter der des Vorjahreszeitraums. Am stärksten ging die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäusern im Vergleich der beiden Viermonatszeiträume zurück, und zwar um 31,5 Prozent; bei den Mehrfamilienhäusern sank sie um 21,7 Prozent. Am besten hielten sich noch die Zweifamilienhäuser, bei denen der Rückgang "nur" 15,7 Prozent betrug.

    Dabei waren die Genehmigungen bereits im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen; für die weitere Entwicklung in der Bauwirtschaft und in der Folge auf dem Wohnungsmarkt lässt das nichts Gutes erwarten, denn die Zahl der Baugenehmigungen deutet die zukünftige Entwicklung an, auch wenn die Zahl der tatsächlich gebauten Wohnungen letztlich noch darunter liegen kann. Das letzte Mal, dass die Zahl der Baugenehmigungen so niedrig war, war im Frühjahr 2012.

  • 17.07.2024 17:24 Uhr

    17:24 Uhr

    Auftragsbestand im verarbeitenden Gewerbe geht weiter zurück

    Der Auftragsbestand ging im verarbeitenden Gewerbe im Mai auf Jahressicht um 5,4 Prozent zurück, meldet das Statistische Bundesamt heute. Gegenüber dem Vormonat April sank er um 0,4 Prozent. 

    In den einzelnen Segmenten schwächelt vor allem die Automobilindustrie. Dort ging der Auftragsbestand auf Monatssicht um 0,8 Prozent zurück. Der Auftragsbestand sinkt dort bereits seit sechzehn Monaten in Folge und deutet damit auf eine systemische Krise hin.

    Weniger Aufträge kamen sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland. In beiden Bereichen fiel der Bestand um 0,4 Prozent. 

    Der kontinuierliche Rückgang des Auftragsbestandes seit über einem Jahr unterstützt die These, dass die deutsche Wirtschaft nicht nur unter einer vorübergehenden konjunkturellen Schwäche leidet. Durch die Verteuerung von Energie aufgrund der Sanktionen als auch der Pläne zur Energiewende hat Deutschland faktisch sein Geschäftsmodell verloren. Die hohen Energiepreise wirken sich auf den Endpreis der in Deutschland produzierten Güter aus. Das lässt Produkte anderer Hersteller aus anderen Ländern in den Fokus rücken. 

  • 16.07.2024 16:37 Uhr

    16:37 Uhr

    Wohnaccessoire-Einzelhändler Depot beantragt Insolvenz

    Die Einzelhandelskette Depot – Anbieter von Deko-Waren – hat am Montag Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Depot setzt damit die Pleitewelle unter Unternehmen des Einzelhandels fort. 

    Christian Gries, Eigentümer von Depot, stellte beim Amtsgericht Aschaffenburg Antrag auf Einleitung des Schutzverfahrens. Bereits im März meldete die auf Wohnaccessoires spezialisierte Kette hohe Verluste. Sinkende Kundenzahlen und ein allgemein schwieriges Umfeld wirkten sich auf den Einzelhändler aus.


  • Info: https://freedert.online/wirtschaft/150363-krisen-und-insolvenzticker


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    18.10.2024

    Farle: "Das größte Sicherheitsrisiko für Deutschland sind die Grünen und die CDU-Spitze"

      freedert.online, 18 Okt. 2024 12:28 Uhr

      Am Donnerstag debattierte der Bundestag über die nationale Sicherheitsstrategie. Dabei ließ Außenministerin Annalena Baerbock ihrer antirussischen Rhetorik freien Lauf. Der fraktionslose Abgeordnete Robert Farle tat ihre Rede als "Parolen der NATO-Thinktanks" ab. Das eigentliche Sicherheitsrisiko für Deutschland seien die Grünen und die CDU-Spitze.


      Screenshot_2024_10_18_at_12_43_15_Farle_Das_gr_te_Sicherheitsrisiko_f_r_Deutschland_sind_die_Gr_nen_und_die_CDU_Spitze_RT_DE

      Video Dauer  3:23 min


      Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/kurzclips/video/222915-farle-groesste-sicherheitsrisiko-fuer-deutschland


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    18.10.2024

    Moldawische Opposition: Regierung bereitet großangelegten Wahlbetrug vor

    freedert.online, 18 Okt. 2024 09:07 Uhr

    Moldawiens Regierungspartei bereite offenen Wahlbetrug bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen vor – nichts Geringeres wirft ihr die oppositionelle Partei "Bürgerkongress" vor. Indes muten die angeführten Details eher wie ein schleichender Staatsstreich hin zum Einparteisystem an.


    Moldawische Opposition: Regierung bereitet großangelegten Wahlbetrug vor© Zwei Majore


    Karikatur: Stimmungen in Moldawien vor Präsidentschaftswahlen und EU-Beitrittsreferendum am 20. Oktober 2024. Protestierende: "Bring uns unsere Löhne wieder, du Pleitegeier!" Präsidentin Maia Sandu: "Ach kommt schon, bald werden wir richtig gut leben!"


    Den Bürgern Moldawiens die Freiheit der Willensbekundung in Form von Wahlen entziehen – dieses Vorhaben sieht die oppositionelle "Partei der kollektiven Aktion – der Bürgerkongress" in jüngsten bereits vollzogenen, aber auch angekündigten Schritten der liberalen regierenden "Partei Aktion und Solidarität" (PAS) von Präsidentin Maia Sandu. Auf seiner Internetseite warnt der Bürgerkongress:

    "Die Regierung bereitet de facto offen einen Wahlbetrug vor: Die Partei Aktion und Solidarität, die amtierende Regierung und Präsidentin Maia Sandu haben ideale Bedingungen geschaffen, um dem Volk Moldawiens sein nunmehr letztes Recht zu rauben – die Freiheit der Willensbekundung."

    Moldawien: Oppositionskandidat nicht zur Präsidentschaftswahl zugelassen





    Moldawien: Oppositionskandidat nicht zur Präsidentschaftswahl zugelassen






    Die Oppositionellen halten fest, dass die Führung der Regierungspartei offen ihre Pläne für die allernächste Zukunft bekunde: totale Repressionen gegen die Opposition einleiten, deren Strukturen außerhalb des Gesetzes stellen, und die Teilnahme jeglicher Oppositionsparteien an den anstehenden Präsidentschaftswahlen verhindern. Die von ihnen beklagten idealen Bedingungen für Wahlbetrug führen sie wie folgt aus:

    "Das Fehlen eines organisierten demokratischen Widerstands in einem großen Maßstab und die Diskreditierung der Opposition als angebliche ausländische Agenten haben für die Regierung komfortable Bedingungen absoluter Straflosigkeit für jegliche Willkür geschaffen. In der entstandenen Situation wendet sich die politische Partei Bürgerkongress an Bürger aller diversen politischen Ansichten mit dem Aufruf, die Regierung am Vollzug ihres Betrugs zu hindern. Allein die massenhafte Stimmabgabe gegen das hybride Regime wird dem Volke Moldawiens den Weg in eine gerechte, entwickelte und moderne Gegenwart tatsächlich eröffnen."

    Sacharowa: Chișinău blockiert russische Medien und verletzt Informationsfreiheit





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    Schon jetzt hätten Maia Sandu und ihre Partei alle drei Staatsgewalten usurpiert – so seien die Staatsanwaltschaft und die Gerichte, aber auch die Zentrale Wahlkommission unter ihrer Kontrolle. Diverse Gremien und Räte wie die Zentrale Wahlkommission, der Notstandsausschuss für Energieversorgung oder der Audiovisuelle Rat würden Sanktionen gegen physische und juristische Personen verhängen, und damit gegen Verfassungsrechte verstoßen. Außerdem würden sie Kritik an der amtierenden Regierung und mittels Lizenzentzug den Betrieb diverser Medien verbieten sowie Schlüsselentscheidungen bezüglich des Finanz- und Bankwesens treffen.

    Der Nachrichten- und Sicherheitsdienst der Republik sei zu einer politischen Polizei umgestaltet worden, so der Bürgerkongress weiter. Zu diesem Zwecke habe der Geheimdienst außergerichtliche Befugnisse für Beschattung, Abhörung und uneingeschränkten Zugang zu persönlichen Daten der Bürger erhalten, gegen die hierfür nicht einmal offiziell ermittelt werden müsse. Dergestalt gewonnene Daten würden den oben erwähnten Räten und Gremien als Grundlage für die Auflösung von Medienredaktionen und Parteien dienen. Seit dem Jahr 2016 wurden an Medien ganze 14 Fernsehsender und über 70 Nachrichtenportale im Internet geschlossen oder blockiert.


    Moldawien macht langsame Schritte in Richtung NATO





    Analyse

    Moldawien macht langsame Schritte in Richtung NATO






    Schließlich wirft die Opposition der Regierungspartei vor, ein Rundfunkmonopol aufgebaut und politische Zensur eingeführt zu haben sowie widerspenstige Medien und Journalisten zu terrorisieren.

    Derweil seien sowohl Staatsbeamte als auch Mittel aus dem Staatsbudget für die Wahlkampagne der PAS mobilisiert worden – ebenso wie Nichtregierungsorganisationen aller Art. Im Ausland lebende Bürger seien von der Partei in Freund und Feind geteilt worden: So seien unverhältnismäßig viele Wahllokale in Staaten der EU, den USA und Kanada eröffnet worden. In diese Staaten seien ganze 850.000 Wahlbögen entsandt worden, obwohl dort im Jahre 2020 lediglich 250 Bürger abgestimmt hätten.

    In Russland, wo doppelt so viele wahlberechtigte moldawische Staatsbürger leben, gibt es derweil genau zwei moldawische Wahllokale – und für sie wurden laut Daten des russischen Außenministeriums nur 10.000 Wahlbögen gedruckt.


    Mehr zum Thema – Wachsende NATO-Skepsis in Moldawien: Mehrheit lehnt Beitritt ab


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/europa/222821-moldawische-opposition-regierung-bereitet-grossangelegten-wahlbetrug-vor


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    18.10.2024

    Sachsen: SPD und BSW wollen Sondierungsgespräche

    Nach Thüringen nun Sachsen? Während in Erfurt die Sondierungen zwischen CDU, BSW und SPD beendet wurden, könnten sie in Dresden demnächst beginnen. Jedenfalls, wenn es nach BSW und SPD geht. Die CDU will am Freitag über eine mögliche Sondierung entscheiden.


    Quelle: www.globallookpress.com © IMAGO/Sylvio Dittrich


    "Konstruktive Atmosphäre": BSW-Chefin Zimmermann im Wahlkampf in Dresden, August 2024.


    Die SPD und das BSW in Sachsen wollen Sondierungsgespräche für eine mögliche Regierungsbildung mit der CDU führen. Wie das SPD-nahe Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet, stimmte der SPD-Landesvorstand in Dresden für eine entsprechende Empfehlung der Verhandlungsdelegation. 15 Vorstandsmitglieder hätten dafür votiert, zwei dagegen, es habe zudem zwei Enthaltungen gegeben.


    Sondierung abgeschlossen: Thüringen könnte Regierung von CDU, SPD und BSW bekommen





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    Auch der BSW-Landesvorstand habe sich für eine Sondierung ausgesprochen. Das habe die sächsische Landesvorsitzende Sabine Zimmermann mitgeteilt. Sie hatte nach dem Ende der Vorgespräche die "konstruktive Atmosphäre" gelobt. Nun ist die CDU am Zug. Der Vorstand des CDU-Landesverbandes will am Freitag über eine mögliche Sondierung entscheiden.

    Zuvor hatte es mehrere sogenannte Kennenlerngespräche zwischen den potenziellen Partnern gegeben. Die SPD-Spitzenkandidatin und Sozialministerin Petra Köpping hatte sich nach den Gesprächen anerkennend über den Umgang miteinander geäußert:

    "Bei allen ist das Bemühen sichtbar, dass wir dort gemeinsam etwas gestalten wollen. Ob das am Ende so kommt, wissen wir noch nicht."

    Bei der Landtagswahl in Sachsen am 1. September war die CDU mit 31,9 Prozent der Stimmen stärkste Kraft geworden. Knapp hinter ihr lag mit 30,6 Prozent die AfD. In den Landtag zogen auch das BSW mit 11,8, die SPD mit 7,3 und die Grünen mit 5,1 Prozent der Stimmen ein.


    Mehr zum Thema - Auf dem Weg zur "Brombeer-Koalition": Thüringen weiter als Sachsen


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    Info: https://freedert.online/inland/222878-spd-und-bsw-in-sachsen


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