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25.11.2024

Bhadrakumar: Ein entscheidender Moment im Ukraine-Krieg

seniora.org, 25. November 2024, Von M.K. Bhadrakumar 24.11.2024 - übernommen von indianpunchline.com

Die westlichen Hauptstädte werden sich mit der Tatsache abfinden müssen, dass der Spielraum für eine Eskalation des Krieges begrenzt ist. Täuschen Sie sich nicht: Sollte ein weiterer ATACMS-Angriff auf russisches Gebiet erfolgen, hätte dies verheerende Folgen für den Westen.


Der russische Präsident Wladimir Putin gab am Donnerstag eine Erklärung (http://en.kremlin.ru/events/president/news/75614) zu den beiden Angriffen mit westlichen Langstreckenwaffen auf russischem Territorium am 19. und 21. November und zu Moskaus Vergeltungsschlag auf eine Einrichtung des ukrainischen Verteidigungsindustriekomplexes in der Stadt Dnepropetrowsk mit einer bisher unbekannten nichtnuklearen ballistischen Hyperschallrakete namens Oreschnik ab.

Am Freitag griff Putin bei einem Treffen im Kreml mit den obersten Militärs das Thema erneut auf und stellte klar, dass sich Oreschnik nicht wirklich in einem „experimentellen“ Stadium befinde, wie das Pentagon festgestellt hatte, sondern dass die Serienproduktion tatsächlich bereits begonnen habe.

Und er fügte hinzu: „Angesichts der besonderen Stärke dieser Waffe, ihrer Macht, wird sie bei den strategischen Raketentruppen zum Einsatz kommen.“ Dann fuhr er fort: „Es ist auch wichtig, dass derzeit neben dem Oreschnik-System mehrere ähnliche Systeme in Russland getestet werden. Basierend auf den Testergebnissen werden diese Waffen ebenfalls in Produktion gehen. Mit anderen Worten, wir haben eine ganze Reihe von Systemen mit mittlerer und kürzerer Reichweite.“

Putin dachte über den geopolitischen Hintergrund nach: „Die aktuelle militärische und politische Situation in der Welt wird weitgehend durch die Ergebnisse des Wettbewerbs bei der Entwicklung neuer Technologien, neuer Waffensysteme und der wirtschaftlichen Entwicklung bestimmt.“

Kurz gesagt: Der vom US-Präsidenten Joe Biden autorisierte Eskalationsschritt hat sich als Bumerang erwiesen. Hat Biden sich übernommen? Das ist die erste Frage.

Die USA haben offenbar entschieden, dass Putins „rote Linien“ und Russlands nukleare Abschreckung nur leere Worte sind. Washington hatte keine Ahnung, dass es in der russischen Waffenkammer eine Wunderwaffe wie die Oreschnik gibt, die in ihrem schieren zerstörerischen apokalyptischen Potenzial so dämonisch beängstigend ist wie eine Atomrakete, aber Menschenleben verschonen wird. Putin fügte ruhig hinzu, dass Russland beabsichtige, die Zivilbevölkerung im Voraus zu warnen, damit sie aus dem Weg gehen kann, bevor Oreschnik auf das vorgesehene Ziel zusteuert, um es zu vernichten. Der Schock und die Ehrfurcht in den westlichen Hauptstädten sprechen für sich. Biden vermied es, sich zu diesem Thema zu äußern, als er von Reportern dazu befragt wurde.

Die Oreschnik ist keine Aufrüstung alter Systeme aus der Sowjetzeit, sondern „stützt sich ausschließlich auf moderne, innovative Technologien“, betonte Putin. Die Iswestija berichtete, dass Oreschnik eine neue Generation russischer Mittelstreckenraketen mit einer Reichweite von 2.500 bis 3.000 km und einer potenziellen Reichweite von 5.000 km ist, jedoch keine Interkontinentalrakete, die aber mit mehreren unabhängig voneinander zielenden Wiedereintrittskörpern (multiple independently targeted re-entry vehicles   – MIRV) ausgestattet ist, d.h. mit voneinander getrennten Sprengköpfen mit individuellen Lenkeinheiten. Die Geschwindigkeit liegt zwischen Mach 10 und Mach 11 (über 12.000 km/h).

Die russische Tageszeitung Readovka berichtete, dass die Oreschnik mit einer geschätzten Kampfnutzlast von 1.500 kg, einer maximalen Flughöhe von 12 km und einer Geschwindigkeit von Mach 10, der vom russischen Stützpunkt in Kaliningrad in 1 Minute und 21 Sekunden Warschau, in 2 Minuten und 35 Sekunden Berlin, in 6 Minuten und 52 Sekunden Paris und in 6 Minuten und 56 Sekunden London erreichen würde.

In seiner Erklärung am Donnerstag sagte Putin: „Es gibt heute keine Möglichkeit, solchen Waffen entgegenzuwirken. Die Raketen greifen Ziele mit einer Geschwindigkeit von Mach 10 an, was 2,5 bis 3 Kilometern pro Sekunde entspricht. Die derzeit weltweit verfügbaren Luftverteidigungssysteme und die von den Amerikanern in Europa entwickelten Raketenabwehrsysteme können solche Raketen nicht abfangen. Es ist unmöglich.“

In der Tat wird eine schreckliche Schönheit geboren. Denn Oreschnik ist nicht nur eine effektive Hyperschallwaffe und weder eine strategische Waffe noch eine Interkontinentalrakete. Aber seine Schlagkraft ist so groß, dass sie, wenn sie in Massen und in Kombination mit anderen Präzisionssystemen mit großer Reichweite eingesetzt wird, in seiner Wirkung und Kraft strategischen Waffen ebenbürtig ist. Dennoch ist sie keine Massenvernichtungswaffe, sondern eine Präzisionswaffe.

Die Serienproduktion bedeutet, dass Dutzende von Oreshniks im Einsatz sind, was bedeutet, dass keine US-/NATO-Stabsgruppe und keine angloamerikanische Zielaufklärungseinheit in Bunkern in Kiew oder Lemberg mehr sicher ist.

Oreschnik ist auch ein Signal an den neuen US-Präsidenten Donald Trump, der bis zum Überdruss eine sofortige Beendigung des Krieges fordert. Ironischerweise wurde Oreschnik nur als Reaktion Moskaus auf die kriegerische Entscheidung des damaligen US-Präsidenten Trump im Jahr 2019 entwickelt, einseitig aus dem sowjetisch-amerikanischen Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme (INF) von 1987 auszusteigen. Dies signalisiert auch, dass das Vertrauen Moskaus in Trump gegen Null geht.

Um diesen Punkt zu verdeutlichen, brachte Tass am selben Tag, an dem Oreschnik aus seinem Silo auftauchte, ein ungewöhnliches Interview mit einem führenden russischen Think-Tank-Mitarbeiter, der dem Außenministerium und dem Kreml angehört   – Andrey Sushentsov, Programmdirektor des Valdai Discussion Club, Dekan der Abteilung für internationale Beziehungen des russischen Außenministeriums MGIMO und Mitglied des Wissenschaftlichen Rates des russischen Sicherheitsrates.

Die folgenden Auszüge aus dem Interview, die Klartext sprechen und aufrütteln, sollten die Hypothese zerstreuen, dass zwischen Trump und Putin etwas Besonderes vor sich geht:

  • „Trump erwägt, die Ukraine-Krise zu beenden, nicht aus Mitgefühl für Russland, sondern weil er anerkennt, dass die Ukraine keine realistische Chance hat, zu gewinnen. Sein Ziel ist es, die Ukraine als Instrument für die Interessen der USA zu erhalten, wobei er sich darauf konzentriert, den Konflikt einzufrieren, anstatt ihn zu lösen. Folglich wird unter Trump die langfristige Strategie der Gegenwehr gegen Russland fortbestehen. Die USA profitieren weiterhin von der Ukraine-Krise, unabhängig davon, welche Regierung an der Macht ist.“
  • „Die Vereinigten Staaten haben zum ersten Mal seit Jahren ihre Position als wichtigster Handelspartner der Europäischen Union wiedererlangt. Es sind die Europäer, die die finanzielle Last der Verlängerung der Ukraine-Krise tragen, während die USA kein Interesse an einer Lösung haben. Stattdessen ist es für sie vorteilhafter, den Konflikt einzufrieren und die Ukraine als Instrument zur Schwächung Russlands und als anhaltenden Krisenherd in Europa zu behalten, um ihren konfrontativen Ansatz beizubehalten.“
  • „Trump hat zahlreiche Aussagen gemacht, die von der Politik der Regierung Joe Biden abweichen. Das Regierungssystem der USA ist jedoch träge und widersetzt sich Entscheidungen, die seiner Meinung nach den amerikanischen Interessen zuwiderlaufen, sodass nicht alle Ideen von Trump verwirklicht werden.“
  • „Trump wird vor den Zwischenwahlen zum Kongress ein Zeitfenster von zwei Jahren haben, in dem er eine gewisse Freiheit haben wird, seine Politik im Senat und im Repräsentantenhaus durchzusetzen. Danach könnten seine Entscheidungen sowohl im Inland als auch bei den Verbündeten der USA auf Widerstand stoßen.“

Täuschen Sie sich nicht, Russland macht sich keine Illusionen. Putin wird nicht von den Bedingungen abweichen, die er im Juni für die Lösung des Konflikts dargelegt hat: der Abzug der ukrainischen Truppen aus Donbass und Novorossiya, Kiews Verpflichtung, der NATO nicht beizutreten, die Aufhebung aller westlichen Sanktionen gegen Russland und die Schaffung einer blockfreien, atomwaffenfreien Ukraine.

Es ist klar, dass dieser Krieg so lange weitergehen wird, bis er zu seinem einzigen logischen Ergebnis führt, nämlich dem Sieg Russlands. Der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew, hat gestern in einem Interview mit Al Arabiya völlig zu Recht gesagt, dass der Einsatz der Oreschnik-Rakete „den Verlauf“ des Ukraine-Konflikts „ändert“.

Die westlichen Hauptstädte werden sich mit der Tatsache abfinden müssen, dass der Spielraum für eine Eskalation des Krieges begrenzt ist. Täuschen Sie sich nicht: Sollte ein weiterer ATACMS-Angriff auf russisches Gebiet erfolgen, hätte dies verheerende Folgen für den Westen.

Der serbische Präsident Aleksandar Vucic hat es schön ausgedrückt: „Wenn Sie [die NATO] glauben, dass Sie alles auf russischem Territorium mit westlicher Logistik und Waffen angreifen können, ohne eine Reaktion zu erhalten, und dass Putin nicht alle Waffen einsetzen wird, die er für notwendig hält, dann kennen Sie ihn entweder nicht oder Sie sind abnormal.“


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Quelle: Indianpunchline.com - mit freundlicher Genehmigung übernommen

https://www.indianpunchline.com/a-defining-moment-in-the-ukraine-war/

Die Übersetzung besorgte Andreas Mylaeus


Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acymailing&ctrl=url&subid=3998&urlid=6462&mailid=2413


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

25.11.2024

Putin setzt die NATO schachmatt  – Grund zur Hoffnung?

seniora.org, 25. November 2024, Von Peter Hänseler / René Zittlau 25.11.2024 - übernommen von voicefromrussia.ch

Mit einem genialen und völlig unerwarteten Schachzug schiebt Putin dem Westen jene Karte zu, die keiner halten will. Ein Nuklearkrieg müsste vom Westen losgetreten werden. Chronologie und Analyse.



Voice From Russia

 Einleitung

Als Präsident Biden vor ein paar Tagen den Einsatz von Langstreckenwaffen erlaubte, wähnte sich der Westen in der «komfortablen» Situation, Präsident Putin könne nun nur noch mit einem Nuklearschlag reagieren und müsste somit jene Karte spielen, die keiner will.

Weit gefehlt: Die Russen zaubern eine neue nicht-nukleare Waffe aus dem Hut und entziehen mit diesem Schachzug der westlichen Strategie ihre Grundlage. Der Westen ist perplex und scheint die sich daraus ergebenden Implikationen immer noch nicht verstanden zu haben. Die westlichen «Leitmedien» sind überfordert und sprechen von Atomkriegsdrohungen aus Moskau. Damit beweisen sie, dass sie intellektuell überfordert sind. Wenn Propaganda nicht mehr funktioniert. Wir analysieren chronologisch.

1987   – INF Treaty

Problemstellung

In den 80-er Jahren kamen die damaligen Präsidenten Reagan und Gorbatschow zum Schluss, dass nukleare und konventionelle ballistische Raketen, Marschflugkörper und Raketenwerfer mit einer Reichweite bis 5’500 km (3’420 Meilen) eine zu grosse Gefahr darstellten, da für den Fall eines (fehlerhaften) Abfeuerns solcher Waffen zu wenig Zeit bestünde, damit die Parteien noch kommunizieren und die Gefahr eines Armageddon neutralisieren könnten.

1987   – Vereinbarung

Am 8. Dezember 1987 wurde der INF-Vertrag (Vertrag über nukleare Mittelstreckenwaffen [Intermediate-Range Nuclear Forces Treaty]) unterzeichnet. Diese Vereinbarung verbot alle nuklearen und konventionellen ballistischen Raketen, Marschflugkörper und Raketenwerfer der beiden Nationen mit einer Reichweite von 500 bis 1.000 Kilometern (310  –620 Meilen) (kurze mittlere Reichweite) und 1.000 bis 5.500 Kilometern (620  –3.420 Meilen) (mittlere Reichweite). Der Vertrag galt nicht für Luft- oder seegestützte Raketen. Bis Mai 1991 hatten die Nationen 2.692 Raketen vernichtet, gefolgt von zehn Jahren Verifikationsinspektionen vor Ort.

2019   – Einseitige Aufhebung durch Präsident Trump

2019 suspendierte Präsident Trump diese Vereinbarung einseitig. Die Amerikaner behaupteten, die Russen hätten den Vertrag gebrochen, ohne dies jedoch auch nur ansatzweise beweisen zu können. Der tatsächliche Grund lag wohl darin, dass die USA gegen China, das kein Vertragsstaat war, im Pazifik freie Hand haben wollte und dass der militärisch-industrielle Komplex ein Riesengeschäft witterte, wobei man offensichtlich davon ausging, dass man die Russen in diesem neu ausgerufenen Rüstungswettkampf schlagen würde.

Geopolitisch war diese einseitige Kündigung durch die Vereinigten Staaten ein weiteres Beispiel dafür, dass die USA Vereinbarungen genau so lange halten, wie sie darin einen Vorteil sehen. Wir haben uns mit diesem Thema letzte Woche in «Loyalität   – der Mörtel des Lebens und der Geopolitik» eingehend befasst.


12. September 2024   – Putin warnt den Westen bezüglich der Verwendung von Langstreckenraketen gegen Russland

Die Erlaubnis der USA und Grossbritanniens, westliche Langstreckenwaffen gegen Russland einzusetzen, sah Präsident Putin am 12. September nicht als Erlaubnis, sondern als klaren und direkten Eintritt der NATO-Länder in einen Krieg gegen Russland. 

Wörtlich sagte er:

Wenn diese Entscheidung getroffen wird, bedeutet das nichts anderes als eine direkte Beteiligung der NATO-Länder, der Vereinigten Staaten und der europäischen Länder am Krieg in der Ukraine. Das ist ihre direkte Beteiligung, und das verändert natürlich das Wesen, die Natur des Konflikts erheblich.


Es bedeutet, dass sich die NATO-Länder, die Vereinigten Staaten und die europäischen Länder im Krieg mit Russland befinden. Und wenn das der Fall ist, dann werden wir in Anbetracht der veränderten Natur dieses Konflikts angemessene Entscheidungen auf der Grundlage der Bedrohungen treffen, die sich für uns ergeben werden.

Wir haben darüber berichtet in «Russland gewinnt   – Europa verliert   – USA lässt Europa hängen».


18. November 2024   – Biden gibt Einsatz von Langstreckenwaffen frei

Donald Trump hat bereits während des Wahlkampfes seine klare Absicht geäussert, alles zu tun, um den Krieg in der Ukraine beizulegen   – ganz im Gegensatz zur Biden Administration, welche den Krieg intensivieren wollte.

Wir haben in «US-Wahlen entscheiden über Krieg oder Frieden» bereits im September erörtert, dass der deep state Harris unterstütze und eine Geostrategie des ewigen Krieges verfolgt. Der Ukrainekrieg ist nur einer davon und ein riesiges Geschäft für ein paar Wenige.

Trump hat die Wahl gewonnen und wird am 20. Januar ins Weisse Haus zurückkehren. Die Biden-Administration wird alles daransetzen, den Krieg bis Januar zu eskalieren, um Trump die Möglichkeit zu verbauen, einen Frieden mit Russland zu erreichen.

Somit ist es in sich logisch, dass Präsident Biden am 18. November die Erlaubnis gab, Langstreckenwaffen gegen Russland einzusetzen.

Offensichtlich nahm Biden die klare Warnung Präsident Putins vom September nicht ernst.


19./20. November   – die USA und die Briten setzen Langstreckenraketen in Russland ein

(Präsident) Selenski liess keinen Tag verstreichen. Am 19. November griff er mit Hilfe der USA mit ATACMS Ziele in Brjansk an. Die meisten Raketen wurden von den Russen abgefangen, Schaden entstand dennoch und es gab Opfer.

Am Tage darauf griffen die Ukrainer mit Hilfe der Briten unter Verwendung von amerikanischen Satellitendaten die Kursk-Region mit Storm-Shadow-Raketen an   – wiederum mit bescheidenem Erfolg, der Grossteil der Storm Shadows wurde abgefangen.19. November   – Russlands neue Nukleardoktrin



Am 19. November setzte Russland die neue Nukleardoktrin in Kraft.

Die neue russische Nukleardoktrin, welche selbstredend im Westen als Drohung Moskaus eines Nuklearschlags gewertet wird, ist anders zu lesen. Dabei sind die geschichtlichen Hintergründe zu beachten:

Erstens, das einzige Land, das je Nuklearwaffen eingesetzt hat, sind die Vereinigten Staaten.

Im Gegensatz zur russischen Doktrin bombardierten die USA 1945 Hiroshima und Nagasaki nicht etwa darum, weil die Existenz der Vereinigten Staaten in Gefahr war, nicht einmal der Sieg gegen Japan war in Gefahr. Die USA setzten diese Waffe einzig darum ein, um dem Rest der Welt zu zeigen, wer der neue Herr ist, eine Marketingkampagne also, welche 200’000 Menschen das Leben kostete; ich verweise auf meinen Artikel «Blutbäder verändern die Welt   – Teil 1» vom 22. Oktober 2023.

Die russische Nukleardoktrin beruhte und beruht auf Abschreckung, einzusetzen als Antwort auf einen Nuklearschlag oder für den Fall, dass die Existenz Russlands auf dem Spiel steht. Dieser Grundsatz hat sich nicht geändert.

Die wichtigsten Änderungen finden sich in Art. 10 und 11:

10. Die Aggression eines Staates einer Militärkoalition (eines Blocks, eines Bündnisses) gegen die Russische Föderation und (oder) ihre Verbündeten wird als Aggression dieser Koalition (dieses Blocks, dieses Bündnisses) in ihrer Gesamtheit betrachtet.

11. Eine Aggression gegen die Russische Föderation und/oder ihre Verbündeten durch einen Nichtkernwaffenstaat mit Beteiligung oder Unterstützung eines Kernwaffenstaates wird als gemeinsamer Angriff betrachtet.

Wichtig für den chronologischen Ablauf ist folgendes: Diese Artikel präzisieren nicht nur die Nukleardoktrin, sondern die allgemeine Militärdoktrin der Russischen Föderation, indem sie ein Kollektiv   – etwa die NATO   – in die Verantwortung nimmt, falls ein Mitglied davon   – etwa Grossbritannien   – Russland angreift, was mit dem Storm-Shadow-Angriff bereits geschehen ist und Russland freie Hand gibt, sich irgendein Ziel in der gesamten Gemeinschaft auszusuchen.

Somit wird mit der Änderung der Nukleardoktrin auch die konventionelle Doktrin beeinflusst.


21. November   – Schlag auf Rüstungskomplex in Dnjepropetrowsk mit neuer Waffe

Am 21. November griff Russland den Ukrainischen Rüstungskomplex «JushMash» mit einer neuartigen, nicht-nuklearen Waffe namens Oreshnik (Haselnuss) an

https://www.forbes.com/sites/davidaxe/2024/11/21/multiple-warheads-strike-dnipro-as-russia-launches-an-experimental-ballistic-missile/

Eine Horrorwaffe namens Haselnuss

Oreshnik verfügt über eine Reichweite, dies es erlaubt, jeden Punkt in Westeuropa mit einer Geschwindigkeit von Mach 10 (2,5 km pro Sekunde) zu erreichen und verfügt über einen konventionellen oder nuklearen Mehrfachsprengkopf. Das Problem für den Westen liegt darin, dass er über keinerlei Abwehrsysteme gegen diese Waffe verfügt. Oreshnik wäre unter dem INF-Vertrag verboten gewesen.


21. November   – Rede Putins


Die Rede Putins ist kurz und lesenswert; wir haben ein pdf mit der deutschen Übersetzung (https://voicefromrussia.ch/wp-content/uploads/2024/11/Statement-by-the-President-of-the-Russian-Federation-%E2%80%A2-President-of-Russia-German.pdf) ausgearbeitet.

Am wichtigsten sind wohl zwei Aussagen: Erstens, Präsident Putin betont, dass der Einsatz von westlichen Langstreckenwaffen den Ausgang des Krieges in keiner Weise beeinflussen wird.

«Ich möchte noch einmal betonen, dass der Einsatz solcher Waffen durch den Feind den Verlauf der Kampfhandlungen in der Zone der militärischen Spezialoperation nicht beeinflussen kann. Unsere Streitkräfte machen an der gesamten Kontaktlinie erfolgreiche Fortschritte, und alle von uns gesetzten Ziele werden erreicht werden.»

Weiter:

«Um es noch einmal zu wiederholen: Wir führen Tests des Oreshnik-Raketensystems unter Kampfbedingungen durch als Reaktion auf die aggressiven Aktionen der NATO gegen Russland. Unsere Entscheidung über den weiteren Einsatz von Mittelstrecken- und Kurzstreckenraketen wird von den Aktionen der Vereinigten Staaten und ihrer Satelliten abhängen.


Wir werden die Ziele bei weiteren Tests unserer fortschrittlichen Raketensysteme auf der Grundlage der Bedrohungen für die Sicherheit der Russischen Föderation festlegen. Wir betrachten uns als berechtigt, unsere Waffen gegen militärische Einrichtungen jener Länder einzusetzen, die es zulassen, ihre Waffen gegen unsere Einrichtungen einzusetzen, und im Falle einer Eskalation aggressiver Handlungen werden wir entschlossen und spiegelbildlich reagieren. Ich empfehle den herrschenden Eliten der Länder, die Pläne ausarbeiten, ihre Militärkontingente gegen Russland einzusetzen, dies ernsthaft in Betracht zu ziehen.»

Weiter sagte Präsident Putin, über den weiteren Einsatz von Oreshnik:

«Es versteht sich von selbst, dass wir, wenn wir, falls nötig, als Vergeltungsmaßnahme Ziele auswählen, die von Systemen wie „Oreshnik“ auf ukrainischem Gebiet getroffen werden sollen, im Voraus Zivilisten vorschlagen und auch Bürger befreundeter Staaten bitten werden, die sich dort aufhalten, die Gefahrenzonen zu verlassen. Wir werden dies aus humanitären Gründen tun   – offen, öffentlich, ohne Angst vor Gegenmaßnahmen des Feindes, der diese Informationen ebenfalls erhält.»


Seit dem 21. November   – kein Einsatz von Langstreckenraketen durch den Westen

Seit dem 21. November haben die Amerikaner und Briten vor einem weiteren Einsatz ihrer Langstreckenwaffen abgesehen.


Analyse

Eine unerwartete neue Eskalationsstufe

Der Westen war sich sicher, dass Putin als Antwort auf den Einsatz von Langstreckenwaffen gegen Russland nur noch nuklear reagieren könne. Diese Rechnung ist nicht aufgegangen.

Russland präsentierte mit dem Schlag gegen Dnepropetrowsk eine neue Waffe, gegen welche der Westen keine Gegenmittel hat.


Oreshnik ein Horror für den Westen

ATACMS fliegen mit einer Geschwindigkeit von bis zu Mach 3 und verfügen über einen einzigen Gefechtskopf. Der Grossteil dieser Raketen konnte von den Russen bei ihrem Angriff abgefangen werden. Die Storm Shadow ist ein Marschflugkörper, welcher mit knapp Mach 1 fliegt und somit keine grosse Herausforderung für die russische Abwehr darstellt.

Oreshnik hingegen fliegt mit einer Geschwindigkeit von Mach 10, was diese Waffe unangreifbar macht. Westliche Abwehrsysteme sind wirksam gegen Ziele bis zu einer Geschwindigkeit von Mach 3. Weiter verfügt Oreshnik nach ersten Schätzungen über 6 Gefechtsköpfe, welche wiederum drei Teilköpfe haben. Diese insgesamt 18 Geschosse können auf verschiedene Ziele programmiert werden und sind einzeln navigierbar. Bereits aufgrund der kinetischen Energie, welche sich aus der Geschwindigkeit von Mach 10 ergibt, ist die Wirkung dieser Waffe schwer vorstellbar und kommt der Zerstörungskraft einer taktischen Nuklearwaffe nahe.


Putin dreht den Spiess um

Neben der erstaunlichen Wirkung des neuen Waffensystems kommt folgender Umstand zum Tragen: Putin hat mit diesem Schachzug den Westen praktisch matt gesetzt.

Er zwingt die Allianz in eine Position, die für sie bis zum 21. November nicht vorstellbar war. Auf weitere Einsätze von Langstreckenwaffen gegen Russland durch die USA oder eines der NATO-Mitglieder wird der Kreml mit Angriffen auf die verantwortliche Nation, gegebenfalls auf deren Hoheitsgebiet reagieren. Davon muss der Westen ausgehen, da Präsident Putin dies unmissverständlich in Aussicht stellte.  

Somit hat sich die Ausgangslage für die westliche Allianz innert Stunden um 180 Grad gedreht. Der Westen ist   – für den Fall, dass er tatsächlich eskalieren will   – in einer aporematischen Situation, d.h. in einer Situation ohne Ausweg, die in irgendeiner Form akzeptabel wäre. Was bliebe dem Westen?   – Ein nuklearer Erstschlag, um die militärische Situation in der Ukraine zu wenden, ist in keiner Weise vermittelbar: nicht militärisch, nicht moralisch, nicht politisch. Denn wer den nuklearen Erstschlag führt, ist dafür verantwortlich, dass die Welt untergeht.


Keine weiteren Warnungen aus dem Kreml

Die Aussagen von Präsident Putin verbunden mit dem neuen Waffensystem Oreshnik, das von Russland eindrücklich auf dem Schlachtfeld vorgeführt wurde, sind in ihrer Klarheit und Entschlossenheit unmissverständlich.

Wir gehen davon aus, dass Russland   – ohne weitere Warnungen   – Ziele ausserhalb der Ukraine angreifen wird, falls der Westen   – Grossbritannien, die USA oder Deutschland   – Langstreckenwaffen gegen Russland einsetzt.


Mögliche Ziele

Oreshnik kann jedes Ziel im Radius von bis zu 6’000 km erreichen, somit jeden Ort in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika.

Falls Storm-Shadow-Raketen eingesetzt werden, bieten sich Ziele in Grossbritannien an, unter anderem die Fabriken, in welchen die Storm Shadow hergestellt wird   – diese liegen nördlich von London. Es ist auch möglich, dass militärische Einrichtungen in Grossbritannien ausgewählt werden.

Falls Taurus eingesetzt wird, so käme analog der Hauptsitz der MBDA in Schrobenhausen bei München in Frage.

Falls die Amerikaner ihre ATACMS einsetzen, so kommen eine Vielzahl von militärischen Einrichtungen in Europa und dem Nahen Osten in Frage.


Verbleibende Optionen der westlichen Allianz

Westliche Medien

Die Reaktion westlicher Medien zeigen ein uneinheitliches Bild. Die Medien etwa in Deutschland und der Schweiz reiten immer noch auf der Welle der Apokalypse und behaupten, Russland drohe mit einem Nuklearkrieg. Mit diesem Unsinn beweisen sie, dass sie intellektuell nicht in der Lage sind, die gegenwärtige Situation zu erfassen.

Ausgerechnet britische Medien scheinen die geänderte und für den Westen bedrohliche Situation erfasst zu haben. Darauf lassen zumindest Stimmen aus der Presse schliessen, welche die britische Regierung auffordern, die Äusserungen von Präsident Putin ernst zu nehmen.


Verbleibende militärische Optionen des Westens

Der Westen hat unseres Erachtens praktisch alle konventionellen Möglichkeiten im Kampf gegen Russland ausgeschöpft. Theoretisch könnte die NATO amerikanische JASSMs und Tomahawks einsetzen oder im Extremfall Truppen in Europa mobilisieren. Mehr ist jedoch nicht drin und wird den Krieg in der Ukraine auf keinen Fall merklich beeinflussen.

Die einzige verbleibende Eskalation wäre eine nukleare, wobei die USA die einzige Nation sind, die ihre Atomwaffen überhaupt nach Russland bringen könnte. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass dies nicht geschehen wird, da dies das Ende der menschlichen Zivilisation   – wenigsten so wie wir sie kennen   – bedeuten würde.


Alles hängt von den USA ab

Biden-Administration ist eskalationsunfähig   – es ist der deep state

Man muss kein medizinisch gebildeter Mensch sein, um feststellen zu können, dass Präsident Biden in seinem Zustand ausserstande ist, irgendwelche Entscheidungen zu treffen. Somit kann ausgeschlossen werden, dass er über eine solch schwerwiegende geopolitische Eskalation zu entscheiden vermag, geschweige denn die möglichen Konsequenzen abzuschätzen. Der Umstand, dass Joe Biden, überhaupt noch im Amt ist, zeigt das verfassungslose Agieren der Vereinigten Staaten. Er selbst führt keine Geschäfte mehr.

Die Aussenpolitik wird   – wenigstens bis zum 20. Januar 2025   – von Leuten im Hintergrund bzw. im Untergrund geführt: Dem deep state.

In unserem Beitrag «US-Wahlen entscheiden über Krieg oder Frieden» haben wir dargelegt, dass es bei der Wahl Trump oder Harris um die Frage ging, ob der deep state seine Macht behalten würde oder durch die Wahl Trumps in die Defensive gedrängt würde; anders ausgedrückt, es ging um eine Wahl zwischen Krieg und Frieden. Das Volk hat erdrutschartig entschieden und nun ist es an Trump zu zeigen, dass er Frieden wirklich anstrebt.

Der deep state scheint zu fürchten   – nur so sind die Eskalationsbemühungen aus Washington zu erklären   – dass Trump mit Russland Frieden finden wird. Mit dieser Eskalation will der deep state sicherstellen, dass Trump einen direkten Konflikt zwischen den USA und Russland als Antrittsgeschenk zu vorfindet.


Bis jetzt keine staatstragende Reaktion Trumps

Mit den amerikanisch gesteuerten Angriffen auf militärische Ziele im russischen Gebiet Brjansk sowie der folgenden Attacke mit den britischen Storm Shadows in Kursk, die ebenfalls nur mit amerikanischer Logistik möglich waren, eröffnete sich für den zukünftigen amerikanischen Präsidenten Trump einer der seltenen historischen Momente, sich durch wenige, jedoch wohlgewählte, Worte nicht nur entscheidend von seinem inneramerikanischen Rivalen abzusetzen. Der Augenblick bot Trump eine geradezu historische Chance, schon vor seinem Amtsantritt, Putin die Hand zum Frieden zu reichen.

Was hätte er dazu tun müssen? Nichts anderes als eine seiner kurzen Reden zu wiederholen, die er im März 2023 hielt und die an Klarheit nicht zu überbieten war:

«Das Statement von Donald Trump war tatsächlich eine Kriegserklärung   – aber nicht an Russland, sondern an den deep state.«

 https://youtu.be/ezQ0aY-csFM

Es lohnt sich genau hinzuhören und den Text möglicherweise mehrmals zu lesen:

«Noch nie waren wir dem Dritten Weltkrieg näher als heute unter Joe Biden. Ein globaler Konflikt zwischen Atommächten würde Tod und Zerstörung in einem Ausmaß bedeuten, das in der Geschichte der Menschheit beispiellos ist. Es wäre ein nukleares Armageddon. Nichts ist wichtiger, als diesen Albtraum zu verhindern. Wir werden ihn verhindern, aber wir brauchen eine neue Führung. Mit jedem Tag, an dem dieser Stellvertreterkrieg in der Ukraine andauert, riskieren wir einen globalen Krieg. Wir müssen absolut klarstellen, dass unser Ziel darin besteht, die Feindseligkeiten sofort vollständig einzustellen; alle Kampfhandlungen müssen eingestellt werden. Das ist das zentrale Thema. Wir brauchen unverzüglich Frieden. Darüber hinaus muss es auch ein vollständiges Bekenntnis zur Zerschlagung des gesamten globalistischen Neocon-Establishments geben, das uns ständig in endlose Kriege hineinzieht und vorgibt, im Ausland für Freiheit und Demokratie zu kämpfen, während es uns hier zu Hause in ein Land der Dritten Welt und eine Diktatur der Dritten Welt verwandelt. Das Außenministerium, die Militärbürokratie, die Geheimdienste und alle anderen müssen komplett überarbeitet und neu aufgestellt werden, um die Deep Staters zu entlassen und Amerika an die erste Stelle zu setzen   – wir müssen Amerika an die erste Stelle setzen. Schließlich müssen wir den Prozess abschließen, den wir unter meiner Regierung begonnen haben, um den Zweck und die Mission der NATO grundlegend neu zu bewerten. Unser außenpolitisches Establishment versucht immer wieder, die Welt in einen Konflikt mit einem nuklear bewaffneten Russland zu drängen, basierend auf der Lüge, dass Russland unsere größte Bedrohung darstellt. Die größte Bedrohung für die westliche Zivilisation ist heute jedoch nicht Russland, sondern wahrscheinlich vor allem wir selbst und einige der schrecklichen USA-hassenden Menschen, die uns repräsentieren. Es ist die Abschaffung unserer nationalen Grenzen. Es ist das Versagen, unsere eigenen Städte zu überwachen, es ist die Zerstörung der Rechtsstaatlichkeit von innen heraus, es ist der Zusammenbruch der Kernfamilie und der Fruchtbarkeitsraten, wie sie niemand für möglich hält. Es sind die Marxisten, die uns zu einer gottlosen Nation machen wollen, die am Altar von Rasse, Geschlecht und Umwelt anbetet, und es ist die globalistische Klasse, die uns völlig von China und anderen Ländern abhängig gemacht hat, die uns im Grunde hassen.»

Das Statement von Donald Trump war tatsächlich eine Kriegserklärung   – aber nicht an Russland, sondern an den deep state.

Er räumte mit dem Märchen auf, Russland sei die grösste Gefahr für die Welt, so wie von praktisch allen westlichen Medien seit Jahren verbreitet. Er weist klar darauf hin, dass die grösste Gefahr aus seinem eigenen Land, von den globalen Neokonservativen (sprich: deep state) ausgehe. Weiter hinterfragt er die Grundsätze der Existenz der NATO als verlängerter Arm des deep states. Die anderen Aussagen betreffen das Vorgehen im Innern der USA.

Die Aussagen von Donald Trump waren an Klarheit und Unmissverständlichkeit nicht zu übertreffen. Noch nie in der Geschichte der Vereinigten Staaten hat ein gewählter Präsident die Führung des eigenen Landes derart harsch kritisiert.

Es wäre ein sehr guter Zeitpunkt für Trump, diese Aussagen im Zusammenhang mit den Entwicklungen betreffend Oreshnik zu wiederholen und konkretisieren. Bis jetzt wartet man jedoch vergeblich.

Ziel Russlands ist kein Weltkrieg

Ganz im Gegensatz zu den von Trump in seinem Statement verurteilten neokonservativen Kriegshetzern hat Russland aus vielen Gründen keinerlei Interesse an einer Eskalation des Krieges in der Ukraine oder im Nahen Osten.

Zwar unterstützt die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung Präsident Putin, seine Ziele in der Ukraine zu erreichen, aber gleichzeitig sehnt sich die Bevölkerung nach Frieden. Wirtschaftlich steht Russland verglichen mit seinen Gegnern hervorragend da: die Ukraine ist als Staat wirtschaftlich zerstört und ohne konstante milliardenschwere Infusion aus dem Westen keine Woche überlebensfähig; Deutschland als zweiter Hauptsponsor der Ukraine neben den USA liegt wirtschaftlich am Boden und der Rest der EU am Rande einer Krise. Relativ betrachtet befindet sich Russland somit in einer vorteilhaften Lage.

Absolut betrachtet bestehen jedoch Probleme: Zwar weist Russland   – auch nach den Angaben des westlichen IMF   – weltweit eine der stärksten Bruttosozialproduktsteigerungen aus, dem gegenüber stehen jedoch Rüstungsausgaben, welche enorm sind. Arbeitskosten erhöhen sich eindeutig schneller als es die Inflationsangaben glauben lassen. Vor ein paar Tagen erhöhte denn auch die russische Zentralbank den Leitzins auf 21%. Die westlichen Sanktionen haben ihr Ziel in keiner Weise erreicht. Diese zwangen Russland, seine industrielle Produktion schnell und effizient zu steigern, was gut war für dieses Land. Die Sanktionen hatten vor allem negative Folgen für die sanktionierenden Länder, speziell für Deutschland. Dennoch, Sanktionen, welche Güter betreffen, auf welche Russland nicht verzichten kann und nicht in Russland hergestellt werden, werden durch Parallelimporte ins Land gebracht, was inflationstreibend ist. Russland hat somit auch aus wirtschaftlichen Gründen ein grosses Interesse, den militärischen Konflikt zu beenden, um Mittel für zivile Zwecke, vor allem für grosse Infrastrukturprojekte einzusetzen.


Fazit

Die militärischen Ereignisse der letzten Tage haben die Karten neu gemischt. Russland findet sich durch den genialen Schachzug Präsident Putins mit dem Einsatz der neuen Waffe Oreshnik in einer militärisch und geopolitisch vorteilhaften Situation.

Der Westen hingegen befindet sich in einer Sackgasse, aus der er schwer herausfinden dürfte. Akzeptable Optionen, rücken die Ziele der NATO in weite Ferne. Militärisch ist nicht nur die Ukraine in höchster Not   – die russischen Truppen rücken auf breiter Front vor. Das von der NATO iniziierte Himmelfahrtskommando in der Region Kursk neigt sich einem verlustreichen Ende für die Ukraine zu. Die Langstreckenwaffeneinsätze des Westens bringen keine kriegsändernden Resultate und sind teuer. Mit Oreshnik und der geänderten Militärdoktrin   – nicht nur Nukleardoktrin   – der Russen, hat der Kreml eine nicht-nukleare Eskalationsstufe in der Hand und weist dem Westen gleichzeitig jene Karte zu, die keiner halten will. Falls es zur Eskalation kommt, der Westen weiter Langstreckenwaffen gegen Russland einsetzt und Moskau mit Angriffen auf Ziele im NATO-Raum antwortet, wird sich die NATO nicht erfolgreich auf Artikel 5 berufen können: Erstens, ein Angriff Moskaus   – etwa auf militärische Installationen in Grossbritannien   – wären nicht als Angriff, sondern lediglich als Reaktion auf eine britische Aggression gegen Russland zu werten. Zweitens verlangt die Auslösung von Art. 5 Einstimmigkeit, welche unter den gegebenen Umständen auszuschliessen ist.

Es bleibt zu hoffen, dass diese Wendung zum Erwachen des Westens und zu einem Treffen am Verhandlungstisch führen wird.




18 Kommentare zu „Putin setzt die NATO schachmatt   – Grund zur Hoffnung?“

  • Peter SchweizerDanke für diese klare Darstellung der neuen Situation.Antworten
    • Paolo MartinoniDer Westen wird meines Erachtens von Hirnlosen regiert, daher besteht writerhin kein Grund zur Hoffnung, denn Hirnlose sind nicht dazu imstande, Fakten zu erkennen und sie richtig zu interpretieten, so dass ihre Entscheidungen bestenfalls nur zufälligerweise richting sind. Ich meine, Hirnlose merken nicht einmal, dass sie schachmatt gesetzt worden sind, falls dies eingetroffen worden ist.Antworten
    • Mo 25 Nov 2024 um 07:45
  • So 24 Nov 2024 um 16:42
  • Hannes Auch Trump wird sich leider nicht vom Einfluss bzw. von der Führung der US-Regierung durch den deep state lösen können.Sich von diesem Einfluss zu trennen, das ist leider auch für einen Trump unmöglich.
    Wir können davon ausgehen, dass Trump das auch so sieht.
    Antworten
  • Es sind nicht die Regierungen in den westlichen Staaten, die dort das Sagen haben. Diese handeln nur Erfüllungsgehilfen.
  • Trump ist lediglich für die, die vom Hintergrund oder Untergrund her die US-Regierung (und die ganze westliche Welt) führen etwas schwerer zu handeln als es eine Harris gewesen wäre und wie es ein Biden ist und bspw. Obama war.
  • So 24 Nov 2024 um 18:03
  • Ralf BindeDanke für diese Einschätzung. Auch danke an Präsident Putin für seine Weitsicht im Interesse des Weltfriedens.Klasse, das bildet ideal das Spiegelbild Artikel 5 der NATO ab. Aus: „Wird ein NATO Staat angegriffen, verteidigen alle NATO Staaten das angegriffene Land“ wird völlig korrekt: „greift ein NATO Staat Russland an, schlägt Russland gegen alle NATO Staaten zurück“.Wir sind heute dem 3. Weltkrieg und zwar in atomarer Ausprägung bedeutend näher, als in Zeiten der Kubakrise. Damals wurden die Staaten noch von Regierungen gelenkt, die wussten und einschätzen konnten, was ein Atomkrieg bedeutet. Wenn ich mir da die heutigen Gestalten anschaue, hab ich meine Zweifel. Wollen wir hoffen, dass bis zur Amtseinführung von Trump nicht noch irgendein Hasardeur einen roten Knopf findet.Antworten
  • Ob das die NATO Hasardeure wirklich verstehen? Biden versteht nichts mehr, dass wissen alle. Er wird wie eine Marionette gesteuert. Was ist mit den EU / NATO Vasallen? Wer steuert die? Sind die wirklich so naiv? Wo wollen die hin, wenn es hier knallt? Haben die schon eine Datscha in „Southern California“ und hoffen, ungeschoren davon zu kommen? Was den katastrophalen Bildungsstand der Bundesregierung betrifft (es gab da mal eine entlarvende Zusammenfassung der Bildungsabschlüsse) wundert mich das nicht. Die sind einfach nicht in der Lage, die Reaktion auf ihr Säbelrasseln abzuschätzen oder sind den USA soweit hörig („führend dienen“), dass denen eh alles egal ist. Aber was ist mit Frankreich, GB, Italien, Spanien usw.?
  • Der Punkt: „Die Aggression eines Staates einer Militärkoalition (eines Blocks, eines Bündnisses) gegen die Russische Föderation und (oder) ihre Verbündeten wird als Aggression dieser Koalition (dieses Blocks, dieses Bündnisses) in ihrer Gesamtheit betrachtet.“
  • So 24 Nov 2024 um 18:05
  • Viktor HerrmannVielen Dank an die beiden Autoren für diesen wiederum einmalig gegliederten und sachlich geschriebenen Artikel, bei dem wir beim Lesen eine Achterbahn der Gefühle erlebten. Hoffnung, Verzweiflung, Wut, Unverständnis, Ohnmacht, Freude, Zuversicht, Angst, Trauer, Erleichterung, Schrecken, Anspannung, Bedrückung, Ärger, Nervosität, Machtlosigkeit, Empörung, Furcht.
    Ja, ein genialer Schachzug, dessen Entstehung Präsident Putin in vielen Reden mehrmals ausführlich und sorgfältig formulierte, jedesmal präziser und das Echo der Politiker war immer nur Häme und Spott und noch mehr Provokation. Was beeindruckt und uns doch hoffen lässt, dass wir in Kontinentaleuropa nicht eingeäschert werden, ist die Ruhe und der Bedacht die Präsident Putin auch in der letzten Warnung ausstrahlt, und dass die angesagte Antwort auf den Beschuss von Russland mit ATACAMS auch eine Warnung war, nur diesmal keine verbale.
    Die andere Seite ist, dass wir beobachten, wie alles versucht wird, Russland die Eskalation in die Schuhe zu schieben und es auch für die Mehrheit der nichtdenkenden Menschen so und nicht anders ist. Dieser Geisteszustand wird leider, auch wenn der Krieg in der Ukraine, in welcher Form auch immer, beendet wird, über Jahrzehnte die Gesellschaft in Europa und Amerika verändern wird und dies liegt uns wie ein Granitfels auf dem Magen.Antworten
  • So 24 Nov 2024 um 19:19
  • johann strempflS.g. Hr. Dr. Hänseler, S.g. Hr. Dr. Zittlau ! Danke für diesen Aktuellen übersichtlichen Bericht. / Ebenfalls danke an die Herren Ralf Binde und Viktor Hermann mit Ihren vortrefflichen Einschätzungen hierzu. / Möchte nachstehend einige Fragmente hierzu meinerseits einbringen und zwar,   – mit der Überschrift   – ,,Putin setzt die NATO schachmatt,,   – ob dies im Westen tatsächlich so angekommen und verstanden, dies bezweifle ich, denn, wenn ich die Schlagzeilen aus den westl. MSM-Medien lese mit   – ,,Moskaus Drohungen mit Rakete ,,ORESCHNIK,, sind typische Erpressung,,   – oder   – ,,Putin befiehlt Angriffe auf die Ukraine mit den stärksten Hyperschallraketen der Welt, womit eine weitere Eskalation gesichert ist,,
    oder,   – ,,der Aussenminister von Frankreich am 22.11.2024 die Verwendung von ,,SCALP,, zum Beschuss RU-Kernland der Ukraine erlaubt,,   – oder   – die div. Damen und Herren in Brüssel (EU) zuhört, unbedingt ,,TAURUS,, zu liefern und einzusetzen etc. etc. daran ist zwar eine Kenntnisnahme im Westen vom Einsatz einer ,,ORESCHNIK   – RAKETE,, erfolgt, jedoch weit weg von einer Einsicht, im Gegenteil, lt. westl. Narrativ ist und bleibt RU der AGGRESSOR ! !   –
    Weiters,   – in den westl. MSM-Medien muß man vergeblich suchen   – ,,WARUM,, dieser Schritt (Oreschnik) gesetzt wurde,   – nicht fündig wird ! ! ! Womit durch weglassen ,,WARUM RU DIESEN SCHRITT GESETZT HAT, wiederum ein komplett falsches Bild zu lasten RU in den MSM-Medien gezeichnet wird, wobei RU-PR. PUTIN doch klipp und klar erläutert hat, das UA-Militär ist nicht in der Lage,   – ,,ATAMCS,, und ,,SCALP & CO   – SYSTEME,, in Betrieb zu setzen und zu steuern, die Inbetriebnahme und Steuerung geschieht ausschließlich durch Hände (westl. Militär´s) des Lieferanten, womit Sie (der Westen) aktive Teilnehmer an diesem Konflikt werden. ! ! !
    Weiters, Zielauswahl für den ,,ORESCHNIK   – Einsatz,,   – habe gelesen, dass diese Auswahl ,,«JushMash»,, bewusst getroffen wurde, denn in diesem Werk sind auch westl. Spitzentechniker (in den unterirdischen Anlagen) beschäftigt, ausserdem ist dieses Werk (für den UA-Milit. Komplex) für das UA-Militär sehr wichtig, daher auch mit guter westlicher Flugabwehr gesichert (Patriot). Beim Einsatz von ,,ORESCHNIK,, kann man Anhand der zur Verfügung stehenden ,,Bilder/Youtube,, das Versagen der westl. Flugabwehr gut erkennen, womit Russland den Beleg bekommt, die westl. Flugabwehr ist gegen diese ,,Oreschnik,,
    machtlos.
    Desweiteren habe ich gelesen, das Werksgelände von ,,JushMash,, soll von westl. Experten komplett abgeriegelt sein, NATO-Experten sind mit der Spurensicherung tätig, womit dieser Vorfall doch mit ,,WICHTIGKEIT HOCH,, (für die NATO-HERREN) eingestuft wurde. !
  • __________
  • !Antworten
  • So 24 Nov 2024 um 21:01
  • MR BOB Der Bericht und die Analyse spiegeln genau die Situation,besten Dank an die Autoren .
    Meine größte Sorge (n)ist :
    *Hoffentlich erlebt Donald den zwanzigsten Januar und hoffentlich überlebt er seine Amtzeit.
    *Für die deutsche Bevölkerung ist Ramstein,Büchel und Wiesbaden katastrophal .Mehrere Bundesländer wären in Bruchteilen von Sekunden eine Steinwüste.
    *Wielange dauert es bis dem Wertewesten ebenfalls eine
    Haselnuss zur Verfügung steht und damit das Spiel von vorne beginnt
    *Mir ist völlig schleierhaft warum die jungen Menschen,die Bürger der Souverän in Europa ntl auch in den USA nicht protestieren bzw. auf die Straßen gehen.Mir denken noch sehr gut die Proteste in den sechzigern/siebzigern gegen denn blödsinngen Krieg in Vietnam
    *Möge eine Kraft ,kann auch KI sein ,die Hubschrauber von den Dächern in Brüssel ,Wiesbaden ,Ramstein ,Heidelberg und Büchel gen Westen ,auf nimmer Wiedersehen  abfliegen lassenAntworten
  • So 24 Nov 2024 um 22:48
  • MR BOB Lieber Herr Hänseler,
    Ist es Ihnen, von Russland  aus , möglich in Erfahrung zubringen wieviel Menschen aus dem WESTEN (Soldaten,Söldner/Industrie ) inzwischen für Regierungen,Volk und Vaterland
    gefallen sind?Man muss ja sehr zeitnah den Familien mitteilen warum Söhne,Töchter,Ehepartner vom „Urlaub „nicht mehr zurück kommen.Rätselhafte Unfälle bei Nebel kann man der Bevölkerung auch nicht jeden Tag verkaufen.Antworten
  • So 24 Nov 2024 um 23:01
  • MR BOB @Herrmann
    Ihre Beurteilung des möglichen Friedens läßt aufhorchen….Die Politiker sehe ich aber nichtAntworten
  • Für die Kriegführenden Länder Ru und Uk wäre es am Besten sie würden einen Friedensvertag unter sich machen ( keine NATO keine EU keine USA )
    Fünf Bürger je Land ,die was in der Birne haben , verhandeln das zukünftige Miteinander wie Russen und Ukrainer zusammen Leben wollen .
    Das Beste für beide wäre sie wiedervereinigen sich in der Slawischen Familie.Da gäbe es in einigen Berreichen der Welt ,lange Gesichter.
  • Hätten wir Politiker vom Kaliber der Bürger die in Osnabrück und Bielefeld den westfälischen Frieden bewerkstelligen oder deren vom Wiener Kongress,dann könnten wir sicher sein einen dauerhaften Frieden für ein oder zwei Jahrhundert zu haben .
  • So 24 Nov 2024 um 23:55
  • Dr. H.Herzlichen Dank für diese sehr klare, logische, nachvollziehbare und verständliche Analyse. Wenn die westlichen Leitmedien nur ein Kleinwenig journalistischen Berufsstolz hätten, würde diese These aufgegriffen. Leider wohl Wunschdenken. Die falschinformierten Bewohner von UK, Deutschland und Co werden wohl erst dann wach, wenn die Haselnuss in der Nachbarschaft einschlägt. Und so eine Tragödie wäre durch seriösen westlichen Journalismus vermeidbar.Antworten
  • Mo 25 Nov 2024 um 08:29
  • Karin-Maria SchäferTrumps Kriegserklärung an den Deep State ist löblich. Ob Trump dies überlebt ist fraglich, ausser er nimmt davon Abstand und reiht sich brav in die lange Schlange der Deep State Marionetten ein. In meinen Augen ist nicht Amerika und die Nato der Gegner Russlands, sondern der Deep State, welcher entsprechend adressiert werden sollte. Solange sich Amerika/Deep State auf seiner Scholle angeblich durch die beiden Ozeane «geschützt» wähnt, wird sich kaum etwas ändern. Daher sehe ich die Stationierung der «Haselnüsse» auch im äussersten Osten Russlands als wichtige Vorsichtsmassnahme. Nur so ein Gedanke…Antworten
  • Mo 25 Nov 2024 um 08:29
  • Joseph GoldingerIch habe eben «Krieg und Frieden» von Tolstoj gelesen. Mir scheint, dieser grossartige Dichter versteht es ausgezeichnet, die russische «Seele» zu schildern.
    Sie Herr Hänseler, verstehen es ausgezeichnet, die Quintessenz der neu entstandenen militärisch-politischen Realität in Worte zu fassen. Ich bewunder Präsident Putin seit seiner grossartigen Rede vor dem Deutschen Bundestag vor ca. 20 Jahren, Er wird als der grösste europäische Präsident unseres Jahrhunderts in die Geschichte eingehen, und seine primitiven Gegenspieler von Bern, Washington, London, Brüssel etc. erweisen sich je länger je mehr als arme Stümper, die nichts mehr zu sagen haben. Russland hat mit seinem Sieg in der Ukraine auf geniale Weise das definitive Ende des 2000-jährigen europäischen Kolonialismus bewirkt. Mein herzlicher Dank gilt den russischen Ingenieuren, Technikern, Soldaten, menschlichen Militär-Strategen und der gesamten Führungscrew um «meinen» Präsidenten und seinen unermüdlichen, ebenso verantwortungsvollen Aussenminister.Antworten
  • Mo 25 Nov 2024 um 08:45
  • Dr. h. c. Kaspar M. FleischmannLieber Peter;
    Gut zu sehen und hören, dass Du Dein definitives zu Hause für den Rest Deines Lebens gefunden hast und aus vollen ‚intellektuellen Rohren‘ tiefenpsychologisch wirken kannst. Du tust so West wie Ost einen grossen Gefallen: sowohl als auch!
    All the best,
    KasparAntworten
  • Mo 25 Nov 2024 um 09:15
  • beat schallerDanke Herr Hänseler und Herr Zittlau für diesen chronologischen Abriss der Aktualitäten, welcher erhellend ist und zu den seltenen Dokumenten über die Aktualität in dieser ganz heissen Phase des Weltgeschehens ist. Danke ebenfalls an die bekannten Kommentatoren in diesem Forum, welche viele Dinge beleuchten und die wichtigsten Dinge herausarbeiten. J.Goldinger , J. Strempfl, V.Herrmann. Ganz grosse Klasse! b.schallerAntworten
  • Mo 25 Nov 2024 um 09:53
  • beat schallerDie Rede von Trump und das Interview mit Judge Napoletano Judging freedom mit Scott Ritter ist auch ein Volltreffer. Ein Blog, bei dem es sich lohnt, immer mal wieder reinzuhören. Wenn überall so viele hervorragende und gebildete Politiker sässen, wie das in Russland der Fall ist, dann könnten solche Eskalationen wohl gar nicht entstehen. b.schallerAntworten
  • Mo 25 Nov 2024 um 10:30
  • Rolf Schmid(91)Ausgezeichnet, was Dr. Hänseler &Co aus Russland veröffentlichen.
    Falls Präsident TRUMP den nächsten Anschlag nicht überlebt steht mit VANCE automatisch ein Nachfolger zur Verfügung, der hoffen lässt, dass der sog Deep State «am Ende» ist- und die Welt endlich eine andere, friedlichere, werden wird!
    Ob ich, inzwischen 91, diesen Friedens-Zustand noch erlebe, ist allerdings zweifelhaft, auch weil ich in Europa lebe, wo offensichtlich die meisten «Selbstmörder im Amt»

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Quelle: voicefromrussia.ch - Mit freundlicher Genehmigung übernommen

https://voicefromrussia.ch/putin-setzt-die-nato-schachmatt-grund-zur-hoffnung/


Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acymailing&ctrl=url&subid=3998&urlid=6461&mailid=2412


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

25.11.2024

BSW Sorge wegen Abwärtstrend in Umfragen:

aus e-mail von Doris Pumphrey, 25. November 2024, 15:27 Uhr


Berliner Zeitung 25.11.2024

<https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/abwaertstrend-in-umfragen-ohne-fraktion-haette-wagenknecht-ein-problem-li.2273997>


*Sorge wegen Abwärtstrend in Umfragen: Ohne Fraktion hätte Wagenknecht

ein Problem

*Von Maximilian Beer


Der deutsche Journalismus hat seltsame Marotten. Dazu gehört sicherlich,

Streitigkeiten auf der Plattform X als „Aufregung im Netz“ zu betiteln,

um sie dann zu gesellschaftlichen Konflikten aufzublasen. Was mitunter

irreführend ist. Denn in Deutschland tummeln sich auf X überproportional

viele Politik- und Medienleute, die einander beeinflussen und

beeindrucken wollen. Und dabei oft weit entfernt sind von der

tatsächlichen „Aufregung“ oder „Empörung“ vieler Bürger.


Doch so trügerisch diese kleine Welt auch sein mag: Gerade weil sie eine

politisch-mediale Blase ist, lässt sich dort manches aus der Branche

ablesen, zum Beispiel die Gemütslage einer Partei. Und im Bündnis Sahra

Wagenknecht (BSW) war das Stresslevel zuletzt recht hoch.


*BSW: Wie hoch ist der Preis des Kräftemessens?

*Diesen Eindruck vermittelte auch das Grüppchen kritischer Aktivisten

und Anhänger, die das BSW ein Jahr nach der Parteigründung flankieren.

Sie schreiben Beiträge zur Weltpolitik, über bundespolitische Debatten,

aber mittlerweile auch zu parteiinternen Verwerfungen. Denn die Harmonie

im BSW hielt nur wenige Monate an. Der Streit zwischen der thüringischen

Landesspitze und dem Bundesvorstand um Sahra Wagenknecht hat auch das

Umfeld der Partei angestachelt.


Die Sympathien schienen klar verteilt zu sein. In den vergangenen Wochen

haben sich mehrere Accounts auf das Thüringer BSW eingeschossen. Es kam

zu Diskussionen mit Erfurter Abgeordneten, schlechte Umfragewerte wurden

der Landesvorsitzenden Katja Wolf angelastet. Hinter alledem steht

Wagenknechts Kritik am Ergebnis der thüringischen Sondierungsgespräche

zwischen CDU, BSW und SPD. Die Kollegen waren ihr zu kompromissfreudig,

vor allem ein Passus zur Ukraine-Politik und zur Stationierung von

Raketen der USA in Deutschland ging der Vorsitzenden nicht weit genug.


Nachverhandeln oder Opposition, das war – kurz zusammengefasst – das

Urteil der Parteigründerin. Wagenknecht und der Bundesvorstand forderten

mehr BSW-Programm im Koalitionsvertrag. Doch um welchen Preis will man

dieses Kräftemessen eigentlich fortführen? Was schätzen die Wähler mehr:

eine Partei, die eigene Positionen auf keinen Fall verwässert, oder

eine, die Geschlossenheit signalisiert?


*Wagenknecht rutscht in Beliebtheitsranking ab

*Fragen wie diese scheint man sich auch in der BSW-Spitze zu stellen.

Mittlerweile hat sich dort offenbar die Meinung durchgesetzt, dass der

öffentliche Disput zwischen Wagenknecht und Wolf eher schadet als nützt.

Die Zahlen sprechen für diese Diagnose: Drei Monate vor der

Bundestagswahl schwächelt das BSW in den Umfragen, das Institut Forsa

sieht die Partei nur noch bei vier Prozent – gleichauf mit der Linken.

Wagenknecht selbst ist im Beliebtheitsranking von Forsa erstaunlich

deutlich abgerutscht.


Für eine Partei, die bei der Europawahl einen Achtungserfolg erzielt

hatte und bei den drei Landtagswahlen in Ostdeutschland überaus stark

abschnitt, ist das ernüchternd. Dem BSW wurde bereits ein zweistelliges

Ergebnis prognostiziert. Auch in der Partei träumten einige von großen

Sprüngen.


Jetzt muss sich das BSW mit einem möglichen Scheitern an der

Fünf-Prozent-Hürde auseinandersetzen. Mit einem Schreckensszenario,

einer vielleicht existenziellen Gefahr. Dabei will man doch die

Bundespolitik verändern, das ganze Land prägen, so lautet das

Versprechen. Bis zum Wahltag kann noch viel passieren, auch ein

Aufschwung ist denkbar. Doch ignorieren kann die Partei diese

Entwicklung nicht.


Offenbar will die Parteiführung den internen Streit nun deeskalieren.

Auch die Vorsitzende klingt plötzlich versöhnlich. Am Mittwoch saß

Wagenknecht in der ARD, sie diskutierte mit der Grünen-Politikerin

Katrin Göring-Eckardt über den Krieg in der Ukraine, warnte vor der

Lieferung reichweitenstarker Raketen. Angriffslustig wie immer. Auf die

Regierungsgespräche in Thüringen angesprochen, sagte Wagenknecht

beschwichtigend: Nach allem, was sie derzeit wisse, sehe der geplante

Koalitionsvertrag mit CDU und SPD „deutlich anders aus als das

Sondierungspapier. Und darüber sind wir sehr froh.“


Die Landesspitzen haben sich in dieser Woche geeinigt, jetzt liegt der

Vertrag bei den Parteigremien. Ein Landesparteitag des BSW muss das

Papier noch absegnen.


Darin verständigen sich die Verhandler unter anderem auf eine Amnestie

für Firmen und Bürger, die während der Corona-Krise gegen staatliche

Schutzmaßnahmen verstießen; auch auf ein Genderverbot in Grundschulen.

Das sind Erfolge für die Wagenknecht-Partei. Allerdings gibt es in der

Außenpolitik nur verklausulierte Zugeständnisse für das BSW. Keine klare

Absage an amerikanischen Mittelstreckenraketen in Deutschland,

stattdessen der Satz: „Eine Stationierung und deren Verwendung ohne

deutsche Mitsprache sehen wir kritisch.“ Wobei eigentlich außer Frage

stehen sollte, dass die Bundesregierung dabei eingebunden würde.


Im Brandenburger Sondierungspapier von SPD und BSW ist die

Raketen-Kritik deutlicher formuliert, sie bezieht sich auf tatsächliche

Pläne: „Wir sehen vor diesem Hintergrund die geplante Stationierung von

Mittelstrecken- und Hyperschallraketen auf deutschem Boden kritisch“,

heißt es dort.


Man erkenne die damit verbundene Sorge vieler Menschen an, heißt es im

thüringischen Vertrag, es soll eine Debatte geben. Die Präambel, die

Wagenknecht wegen der schwammigen Haltung zu Krieg und Frieden als

„Fehler“ bezeichnet hatte, bleibt.


Schwer zu sagen, ob die Parteivorsitzende auch dann „sehr froh“ über

dieses Ergebnis wäre, wenn das BSW in den Umfragen besser dastünde und

die Bundestagswahl nicht deutlich früher stattfinden würde als geplant.

Darüber lässt sich nur spekulieren. Fest steht aber, dass nun Frieden

herrschen soll im BSW.


In Parteikreisen wird der Trend in den Umfragen als Ergebnis der

Thüringen-Debatte interpretiert. Allerdings sei Forsa dem BSW noch nie

wohlgesonnen gewesen. Das Meinungsforschungsinstitut agiere „politisch

motiviert“, immerhin sei der Geschäftsführer Manfred Güllner

SPD-Mitglied. Forsa wird seit jeher eine Nähe zu den Sozialdemokraten

nachgesagt. In anderen Erhebungen stehe man besser da, betonen

BSW-Politiker. Bei Allensbach sind es 7,5 Prozent. Doch auch dort ging

es abwärts. Durch die Erfurter Koalitionsvereinbarung gebe es nun

„Rückenwind“, glaubt man in der Partei. Es lohne sich, zu verhandeln,

das sei die „frohe Botschaft“, das stärke das BSW, „damit geht es gut

gerüstet in die Bundestagswahl“.


Heute schimpft kein führendes Parteimitglied mehr offen über die

Erfurter Landesspitze. Der Streit scheint ausgesetzt. Dabei hat der

Konflikt zwischen Wagenknecht und Wolf zweifellos Vertrauen zerstört,

Wunden hinterlassen. Das gilt für beide Seiten.


*BSW-Politiker Jeschonnek: „Wir müssen es schaffen“

*Aber für das Bündnis Sahra Wagenknecht steht viel auf dem Spiel bei

dieser Wahl. Sollte es den Einzug in den Bundestag verpassen, wäre das

ein massiver Rückschlag. Einer, von dem sich die Partei wahrscheinlich

nur schwer erholen könnte. Zwar etabliert sie sich gerade in

Brandenburg, Sachsen und Thüringen als neue parlamentarische Stimme. Sie

profitiert von Ressourcen der Landtagsfraktionen, kann mehr Mitarbeiter

beschäftigen und erreicht die Öffentlichkeit dadurch besser.


Je jünger eine Partei ist, desto wichtiger sind diese Strukturen. Auch

in den drei ostdeutschen Bundesländern befinden sich die

BSW-Landesverbände noch im Aufbau, anderswo gibt es nicht mal einen. Bis

Ende des Jahres sollen sie überall gegründet sein.


Umso bedeutender ist der Bundestag, er ist die Schaltzentrale der Partei

und soll es auch bleiben. Dort will das BSW die Opposition prägen, als

Gegenentwurf einer mutmaßlich unionsgeführten Regierung: Sahra

Wagenknecht gegen Friedrich Merz im Plenum, bessere Renten versus

Großkapital, Diplomatie statt Taurus-Lieferungen.


„Nicht in den Bundestag einzuziehen, darf einfach keine Option sein“,

sagt der hessische BSW-Vorsitzende Oliver Jeschonnek. Niemand setze sich

so vehement für Frieden, Diplomatie und soziale Gerechtigkeit ein wie

das BSW. „Wir müssen es schaffen.“


Dass sie nach der Abspaltung von der Linken als Gruppe im Parlament

weitermachen konnten, hat die Parteigründer gestützt. Ohne

Bundestagsfraktion entfiele nicht nur das, was der Soziologe Wolfgang

Streeck, ein Sympathisant des BSW, in einem Interview mit der Zeit

umriss: „dass dort hinterm Rednerpult Leute stehen, die genug wissen, um

der Regierung das Leben schwerzumachen“. Ein Gegenpol, gegenüber dem

andere ihre Argumente prüfen müssen. Davon abgesehen verlöre das BSW

auch sein Machtzentrum.


So optimistisch man sich an der Parteispitze gibt, so greifbar ist die

Beunruhigung an der Basis. Ohne Sahra Wagenknecht im Bundestag droht

Ernüchterung unter den Mitgliedern und Unterstützern, die bei

Wahlkämpfen geholfen haben und hohe Erwartungen in das Parteiprojekt

setzen. Das BSW braucht diese Euphorie, es ist auf sie angewiesen. Für

Frust sorgt bereits der schleppende Aufnahmeprozess.


In den kommenden Monaten wird sich die Partei wohl auf eine

Zweitstimmen-Kampagne fokussieren. Etwas anderes bleibt ihr auch kaum

übrig, für einen erweiterten Wahlkampf um Direktmandate fehlt es ihr

schlicht an Geld und Personal. Allein über die Grundmandatsklausel

dürfte sie es ohnehin nicht in den Bundestag schaffen. Dafür bräuchte

sie mindestens drei erfolgreiche Direktkandidaten, dann wären auch

weniger als fünf Prozent der Zweitstimmen verkraftbar.


Im Jahr 2021 gelang der Linken dieses Kunststück. Doch die

Erfolgsbringer von damals, unter ihnen Gregor Gysi, sind alle nicht zum

BSW gewechselt. Wagenknecht hat bereits angedeutet, dass sie nicht um

einen Wahlkreis kämpfen wird.


Nach Informationen dieser Zeitung gibt es sogar Stimmen im BSW, die

davon abraten, gegen die „Mission Silberlocke“ der Linken um

Direktmandate zu konkurrieren: Neben Gysi wollen diesmal unter anderem

Bodo Ramelow und Dietmar Bartsch die Linke über die Grundmandatsklausel

absichern

<https://www.berliner-zeitung.de/news/gregor-gysi-dietmar-bartsch-und-bodo-ramelow-stellen-plaene-fuer-bundestagskandidaturen-vor-li.2273775>.

Man dürfe nicht gegen einstige Genossen nachtreten, heißt es mitunter

zur Begründung. Mehrheitsfähig dürfte diese Haltung aber nicht sein. Das

BSW muss sich gerade ohnehin vor allem um die eigene Zukunft kümmern.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

25.11.2024

Großbritannien folgt Biden pflichtbewusst in den ukrainischen Teufelskreis

berliner-zeitung.de, 25.11.2024 13:54 Uhr,Anatol Lieven

Kiew nutzt jetzt britische Raketen, um Russland anzugreifen. Diese „Trump-Sicherung“ der Ukrainehilfen ist äußerst kurzsichtig. Ein Gastbeitrag aus den USA.


Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (r.) und der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte Oleksandr Syrsky (2.v.r.) während ihres Treffens mit dem Chef des Verteidigungsstabs des Vereinigten Königreichs Admiral Tony Radakin (oben l.) in Kiew im am 21. November 2024UKRAINIAN PRESIDENTIAL PRESS SERVive/AFP


Die Ukraine feuerte am vergangenen Mittwoch zum ersten Mal britische Storm-Shadow-Raketen auf Russland ab. Während die Regierung in London dies bisher nicht bestätigte, hat sie anscheinend grünes Licht für den Einsatz gegeben. Wie die meisten „Entscheidungen“ des britischen Militärs folgte diese auf einen ähnlichen Vorgang jenseits des Atlantiks: die Erlaubnis der Biden-Regierung an Kiew, ATACMS-Langstreckenraketen für Angriffe auf Russland zu nutzen.

Die britische Regierung scheint vergessen zu haben, dass die Biden-Administration in zwei Monaten nicht mehr im Amt sein wird. Großbritanniens Entscheidung wird schon jetzt von zukünftigen Mitgliedern der Trump-Regierung als Unterstützung für Bidens Versuch gewertet, Trumps Friedensagenda in der Ukraine zu untergraben. So ein Verhalten dürfte den designierten Präsidenten der USA nicht gerade erfreuen.


„Putin könnte Großbritannien für ein sicheres Ziel halten“

Im Hinblick auf die Sicherheitsinteressen Großbritanniens (die in den Überlegungen des britischen Establishments zur Ukraine keine Rolle zu spielen scheinen) müssen die britischen Bürger einfach hoffen, dass die russische Regierung nach Januar keinen Vergeltungsschlag gegen ihr Land verübt. Denn in einem solchen Fall wird ihnen aus Washington womöglich nicht viel Solidarität zuteilwerden.

Offiziell wird der Einsatz von amerikanischen ATACMS- und britischen Storm-Shadow-Raketen in Russland damit begründet, die Ukraine solle in eine stärkere Verhandlungsposition gebracht werden, bevor Trumps Verhandlungen beginnen. Die russische Armee erscheint ihrerseits entschieden, so viel Territorium wie möglich zu gewinnen, bevor diese Gespräche beginnen. Dabei laufen die ukrainischen Streitkräfte ernsthaft Gefahr, unter dem derzeitigen Druck zusammenzubrechen.

Ein gefährliches Spiel, denn die Raketen (die von amerikanischem Personal auf ihre Ziele gelenkt werden) könnten Russland verärgern, ohne der Ukraine wirklich entscheidend weiterzuhelfen. Besonders gefährlich ist die Situation für das Vereinigte Königreich. Denn wenn Putin sich gezwungen sieht, sein Versprechen einzuhalten und Vergeltung zu üben, ohne Interessen der USA anzugreifen und Trump zu verärgern, könnte er das Vereinigte Königreich für ein sicheres Ziel halten. Noch immer ein Risiko, aber kein irrationales, so die Kalkulation.


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23.11.2024


Trump könnte Großbritannien für einen Saboteur seiner Friedensagenda halten

Dieses Szenario ist nicht gerade das, was die Regierung in London und das britische Sicherheitsestablishment öffentlich diskutieren. Wie einige osteuropäische Regierungen und einflussreiche politische Stimmen in Westeuropa spricht auch die britische Regierung immer noch davon, der Ukraine zum „Sieg“ verhelfen zu wollen – und nicht dazu, einen möglichst guten Kompromiss zu erzielen.

Wie die Biden-Regierung sprechen Großbritannien und die Nato von der „Unumkehrbarkeit“ der ukrainischen Mitgliedschaft im Sicherheitsbündnis und der unbedingten Notwendigkeit, dass Russland besetztes ukrainisches Territorium verlässt. Das deutet darauf hin, dass sie gegen jede denkbare Friedensregelung sind, die Trump mit Verhandlungen anstreben könnte. Wenn das Vereinigte Königreich von Trump als bewusster Saboteur seiner Friedensagenda angesehen wird, würde das den amerikanisch-britischen Beziehungen großen Schaden zufügen und Großbritannien in eine äußerst exponierte Position bringen.

Gespräche in Washington, London oder den europäischen Hauptstädten über „trumpsichere“ Ukrainehilfen und Expertenmeinungen, nach denen Europa die Ukraine weiter unterstützen kann und sollte, selbst wenn sich die USA zurückzögen, verstärken ein solches Verständnis Trumps vom Vereinigten Königreich als Saboteur seiner Agenda weiter.


Eine europäische Erhöhung der Ukrainehilfen ist „Irrsinn“

Bei einem Treffen in Warschau versprachen die europäischen Außenminister kürzlich (jedoch ohne Einzelheiten zu nennen), die Hilfe für die Ukraine zu erhöhen. Außerdem erklärten sie – was, wenn es ernst gemeint ist, einen Frieden unmöglich machen würde –, dass sie „in unserer Unterstützung für einen gerechten und dauerhaften Frieden für die Ukraine auf der Grundlage der UN-Charta unerschütterlich bleiben, wobei wir bekräftigen, dass der Frieden nur mit der Ukraine verhandelt werden kann, mit europäischen, amerikanischen und G7-Partnern an ihrer Seite, und indem wir sicherstellen, dass der Aggressor die Konsequenzen – auch finanzieller Art – seiner illegalen Handlungen trägt, die gegen die in der UN-Charta festgelegten Regeln verstoßen“.

Das ist Irrsinn. Es ist nicht einmal wahrscheinlich, dass Europa dazu fähig ist, das derzeitige Niveau der Wirtschaftshilfe für die Ukraine lange aufrechtzuerhalten. Überall in Europa sind die Haushalte stark belastet, was zu erbitterten politischen Kämpfen führt. Die deutsche Regierungskoalition ist gerade erst an einem Streit um die Finanzierung der Ukrainehilfen, die Stärkung der Bundeswehr, die Reanimation der Industrie und die Gestaltung von Sozialhilfen gescheitert.


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Eurobonds zur Verteidigung – vor allem in Deutschland gibt es Kritik

Berlin hatte kürzlich bereits radikale Kürzungen seiner bilateralen Hilfe für die Ukraine angekündigt. Damit die Europäische Union die volle Last der bestehenden europäischen Hilfen übernehmen – geschweige denn die der USA ersetzen – könnte, müsste die EU mit ziemlicher Sicherheit die Kontrolle über die kollektiven europäischen Schulden übernehmen, und zwar durch eine riesige Ausgabe von Eurobonds zur Verteidigung.

Dies würde jedoch von großen Teilen der CDU abgelehnt werden, die aller Wahrscheinlichkeit nach als größter Koalitionspartner aus den Neuwahlen im Februar hervorgehen wird. Dieser Widerstand beruht nicht nur auf eigenen Überzeugungen. Auch die Befürchtung, dass eine derartige Aufgabe der deutschen Wirtschaftssouveränität viele Deutsche zutiefst verärgern und den populistischen Oppositionsparteien der Rechten und der Linken starken Auftrieb geben würde, ist ausschlaggebend.


Europa kann die Ukrainehilfen der USA nicht ersetzen

Dass Europa die USA bei der militärischen Unterstützung der Ukraine ablösen soll, erscheint absurd. In kritischen Bereichen wie der Luftverteidigung sind die europäischen Militärindustrien nicht einmal im Entferntesten in der Lage, für die Verteidigung ihrer eigenen Länder zu sorgen, geschweige denn das zu liefern, was die Ukraine braucht.

Erst Anfang dieses Jahres wiesen die europäischen Regierungen die Forderung der Ukraine nach mehr Luftabwehrwaffen zurück. Solche Engpässe erstrecken sich auf alle Bereiche. Es ist kaum zu glauben, dass die Entscheidung der britischen Regierung bezüglich der Storm-Shadow-Raketen zeitgleich mit der Ankündigung geschah, weitere tiefgreifende Kürzungen bei den britischen Streitkräften vorzunehmen. Davon sind auch die letzten amphibischen Angriffsschiffe und ein großer Teil der britischen Transporthubschrauber betroffen.

Europa kann natürlich Waffen von den USA kaufen – aber nur, wenn diese in der Lage sind, Systeme für die Ukraine und für Israel zu liefern und die eigenen Streitkräfte angemessen für einen möglichen Krieg mit China zu versorgen. Ist es wahrscheinlich, dass eine Regierung unter Trump, die über die ukrainische und die europäische Ablehnung eines Friedensabkommens verärgert ist, Waffen für die Ukraine den Vorrang gibt, selbst wenn die Europäer dafür bezahlten?


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Internationales

gestern



Sicherheitspolitisches Denken an Washington abgetreten

Die völlige Verwirrung des britischen und europäischen Denkens über die militärischen Realitäten des Ukrainekonflikts und die Rolle Europas ist zu einem großen Teil auf die erbärmliche Unkenntnis der Politiker – und damit der Regierungen – in militärischen Angelegenheiten zurückzuführen. Diese haben, von seltensten Ausnahmen abgesehen, nie selbst im Militär gedient oder sich die Mühe gemacht, sich mit militärischen Fragen auseinanderzusetzen oder sich ernsthaft mit einem fremden Land zu befassen.

Das macht sie völlig abhängig von den Ratschlägen ihrer außen- und sicherheitspolitischen Institutionen, die seit Jahrzehnten nicht nur die Verantwortung für ihre nationale Sicherheit, sondern auch das Nachdenken darüber nach Washington verlagert haben.

Fragt man Mitglieder europäischer Thinktanks nach den spezifischen britischen, französischen oder dänischen Interessen im Ukrainekrieg, so sind die meisten nicht nur unfähig zu antworten, sondern betrachten die Frage selbst als irgendwie illegitim und illoyal gegenüber der von den USA verordneten „regelbasierten Ordnung“.


Großbritannien sollte erst einmal die Füße still halten

Aber das Amerika, dem diese Europäer treu sind, ist das alte außen- und sicherheitspolitische Establishment der USA – nicht das Amerika von Trump, das sie nicht verstehen, zutiefst hassen und fürchten (genau wie ihre eigene populistische Opposition). In der Tat weigerte sich die große Mehrheit der europäischen Politiker und Experten bis vor wenigen Monaten schlichtweg zu glauben, dass Trump die Wahlen möglicherweise gewinnen könnte.

Viele haben inzwischen völlig den Kopf verloren und drehen sich nur noch im Kreis. Andere, wie die Polen und Balten, haben ihren Kopf fest angeschraubt, jedoch falsch herum.

Was die Regierung und das Sicherheitsestablishment in Großbritannien betrifft, so ähneln sie seit den Wahlen in den USA ihrem Vorgänger König Karl I., der der Legende nach noch eine halbe Stunde weiterredete, nachdem man ihm den Kopf abgeschlagen hatte. Vielleicht kann ihnen mit der Zeit ein neuer Kopf wachsen. Aber in der Zwischenzeit scheint es in dieser peinlichen Lage klug zu sein, die Füße stillzuhalten – schweigend.

Anatol Lieven ist Direktor des Eurasien-Programms am Quincy Institute for Responsible Statecraft in Washington, D.C. Der hier in deutscher Übersetzung vorliegende Text erschien zuerst in der Zeitschrift Responsible Statecraft.


Info: https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/nato-ukraine-kreig-grossbritannien-folgt-biden-pflichtbewusst-in-den-ukrainischen-teufelskreis-li.2274707


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

25.11.2024

Fwd: RNZ 22.11.24 INTERVIEW/„Keine Solidarität mit einem Groß-Israel“- Nahost-Experte Dr. Michael Lüders übt scharfe Kritik am Vorgehen Netanjahus. Auch Deutschland sieht er in der Verantwortung // Bedrohtes Kulturebe LIBANON.Unesco ( schert das Israel?).

aus e-mail von Ingrid Rumpf, 25. November 2024, 11:40 Uhr


-------- Weitergeleitete Nachricht --------

Betreff: RNZ 22.11.24 INTERVIEW/„Keine Solidarität mit einem

Groß-Israel“- Nahost-Experte Dr. Michael Lüders übt scharfe Kritik am

Vorgehen Netanjahus. Auch Deutschland sieht er in der Verantwortung //

Bedrohtes Kulturebe LIBANON.Unesco ( schert das Israel?).

Datum: Mon, 25 Nov 2024 10:53:15 +0100

Von: Inge Soder <norton-manxsoder@web.de>

An: irumpf@lib-hilfe.de <irumpf@lib-hilfe.de>



*/(Kopie aus der RNZ-Druckausgabe. Dank an Herrn Bock, D-A-G, für die

Überlassung. Gruß IS)/*


*/

/*


*Rhein- Neckar- Zeitung Heidelberg, Druckausgabe

*


*„Keine Solidarität mit einem Groß-Israel“

Nahost-Experte Michael Lüders übt scharfe Kritik am Vorgehen Netanjahus

– Auch Deutschland sieht er in der Verantwortung*

Von Michael Abschlag, Heidelberg.


Michael Lüders (65; Foto.: zg) ist Politologe, Islamwissenschaftler und

Autor („Krieg ohne Ende?“).


Am heutigen Mittwochabend spricht er auf Einladung des Palmyra- Verlags

am Collegium Academium Heidelberg.


*Herr Lüders, Ihr Vortrag trägt den Ti-

tel „Krieg ohne Ende“. Sieht es wirklich so düster aus?*


Leider ja. Die neue US-Regierung unter dem künftigen Präsidenten Donald

Trump hat ja im Grunde genommen grü-

nes Licht gegeben, gegen alle Widersacher in der Region militärisch

vorzugehen. Die künftige US-amerikanische

Außenpolitik wird noch mehr als bisher an der Seite Israels stehen, in

dessen Kriegen.


* Sie erwarten unter Trump eine weite-re Eskalation?*


Absolut, das sieht man ja schon an seinen Personalentscheidungen. Der

designierte US-Botschafter in Israel etwa ist ein evan-

gelikaler Christ, der offen sagt, dass es keine Palästinenser gäbe und

dass Israel ein Anrecht auf alle besetzten Gebiete habe.


*Sie üben scharfe Kritik an Israel. Hat das Land kein Recht, sich zu

verteidigen?*


Doch, das hat es, wie jeder Staat, innerhalb seiner Grenzen. Dazu

gehören aber nicht Gaza und das Westjordanland.

Dassind besetzte Gebiete. Aus palästinensischer Sicht handelt es sich

deshalb bei den Angriffen der Hamas auf Israel

um Widerstand gegen israelische Besatzung. Das ist natürlich nicht

unsere Sichtweise, aber man sollte sie kennen.


*Wie hätte Israel denn reagieren sollen?*


Zunächst einmal sollte man UN-Generalsekretär Antonio Guterres dankbar

dafür sein, dass er darauf hingewiesen hat,

dass dieser schreckliche Großangriff der Hamas eine Vorgeschichte hat,

und diese Vorgeschichte wird bei uns in Deutsch-

land häufig nicht gebracht. Diese Vorgeschichte, das sind die Jahrzehnte

der israelischen Besatzung des Westjordanlan-

des und des Gazastreifens, die immer wieder palästinensischen Widerstand

vorgerufen haben. Natürlich ist ein Terroran-

schlag dieser Größenordnung wie am 7.Oktober 2023 nicht zu akzeptieren.

Aber ebenso wenig sind Jahrzehnte der Inbe-

sitznahme des palästinensischen Landes durch Israel anzuerkennen. Es ist

übrigens ein Irrtum zu glauben, dass Israel den

Gazastreifen 2005 geräumt hätte und die Palästinenser dort seither in

Unabhängigkeit gelebt hätten. Das ist ein Argu-

ment, das man bei uns oft hört. Aber das stimmt deshalb nicht, weil seit

2006 die israelische Armee einen Abriegelungsring

um den Gazastreifen gelegt hat und es deshalb dort keine unabhängige

Entwicklung gegeben hat. Alle wirtschaftlichen

Aktivitäten dort und auch die Bewegung der Menschen standen und stehen

seither unter der Kontrolle Israels.


*Sie plädieren für eine Neuausrichtung der deutschen Israel-Politik. Wie

sollte die aussehen?*


Indem man sich solidarisch mit Israel erklärt, und zwar mit dem Israel

in den Grenzen des 4. Juni 1967 –

also vor der Inbesitznahme palästinensischen Landes im Zuge des

Sechs-Tage-Krieges. Solidarität mit Israel, ja,

aber nicht Solidarität mit einem Groß-Israel, mit einem

siedlerkolonialen Israel, das ganz klar erkennen lässt, dass es nicht

bereit ist,

die Gründung eines palästinensischen Staates zuzulassen. Und es kann

natürlich auch nicht sein, dass die deutsche Politik schweigt

angesichts dessen, was mehr und mehr Staaten auf der Welt als Genozid

bezeichnen, als Völkermord, nämlich die brutale Zer-

störung des Gazastreifens durch die israelische Armee. 70 Prozent der

Zehntausenden Toten sind Frauen und Kinder,

80 Prozent Gazas sind zerstört. Das geht weit über Terrorbekämpfung hinaus.


*Würden Sie wirklich von einem Völkermord sprechen? Und dann auch von

einer deutschen Mitschuld?

*

Ja, Deutschland macht sich auf jeden Fall mitschuldig. Es gibt Berichte,

dass es genozidähnliche Vorgänge im Gazastreifen gäbe.

Klar ist, dass Israel, wenn man das Wort „Genozid“ vermeiden möchte,

zumindest Kriegsverbrechen in ungeheurem Ausmaß

vor allem im Gazastreifen, aber auch im Westjordanland und zunehmend

auch im Libanon begeht. Und es kann nicht sein, dass das Einzige,

was der Bundesregierung dazu einfällt, Schweigen ist und die Fortführung

von Waffenlieferungen. Es wäre ein Gebot der Stunde,

diese Waffenlieferungen einzustellen an Israel. Das geschieht aber

nicht. Deutschland ist nach den USA der zweitgrößte Waffenlieferant Israels.


*Sie fordern einen sofortigen Lieferstopp?

*

In der Tat, das wäre dringend erforderlich, und das versuchen ja auch

verschiedene EU-Länder durchzusetzen, darunter Frankreich.

Aber Deutschland sperrt sich bislang gegen alle solche Versuche.

Deutschland sperrt sich auch gegen den Versuch, den Staat Palästina

völkerrechtlich anzuerkennen, was ja verschiedene europäische Staaten

bereits getan haben, darunter Norwegen, Spanien, Irland und Slowenien.


--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------


*Bedrohtes Kulturerbe*

Beirut/Paris.

*Wegen der israelischen Angriffe im Libanon stellt die

UN-Kulturorganisation Unesco mehr als 30 kulturelle

Güter in dem Land unter besonderen Schutz.*

Mit der Entscheidung stehen vorerst 34 Kulturgüter im Libanon auf einer

Unesco-Liste für besonders schützenswerte Güter.

*Darunter sind Stätten im Raum Baalbek und Tyrus, in deren Nähe Israels

Armee zuletzt Ziele bombardierte.*

Im Libanon liegt unter anderem die antike Stadt Baalbek auf 1000 Metern

Höhe, die berühmt ist für ihre

eindrucksvollen römischen Ruinen. Der Gebäudekomplex der einst Colonia

Heliopolis genannten Stadt umfasst mehrere Tempel, darunter

das Jupiterheiligtum, den gut erhaltenen Bacchustempel (Foto dpa) sowie

einen Rundtempel. Die Stadt wie auch die Ruinen von Tyrus

gehören zum Unesco-Weltkulturerbe. Der Jupiter- Tempel gilt als einer

der größten römischen Tempel der Welt.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

25.11.2024

Israelische Drohnen in Gaza Testlabor des Grauens

taz.de, vom 24.11.2024 20:01 Uhr

Im Gazastreifen setzt das israelische Militär winzige bewaffnete Drohnen ein. Für ihren Einsatz gibt es bisher keinerlei Regeln.


In Beit Hanun in Nordgaza fliehen die Menschen vor den jüngsten Attacken der israelischen Armee Foto: Hadi Daoud /imago


Karim El-Gawhary
Von Karim El-Gawhary


Sie sind klein, mobil und können von jeder israelischen Einheit im Gazastreifen mitgeführt und eingesetzt werden: sogenannte Quadcopter, also Mini-Drohnen mit vier kleinen Rotoren. Sie werden von Militärs weltweit genutzt und sind mit hochsensiblen Kameras zur Aufklärung ausgestattet.

Die Quadcopter, die im Gazastreifen eingesetzt werden, sind zu Mini-Todesdrohnen umgerüstet worden. Neben einer unter der Drohne aufmontierten automatischen Schnellfeuerwaffe führen sie oft winzige Raketen mit kleiner Sprengladung mit. Sie surren über die Gassen in Dschabalija, Beit Hanun oder Beit Lahija, in denen die israelische Armee seit über fünf Wochen am Boden operiert. Die israelische Armee sagt, die bewaffneten Quadcopter seien bei der Bekämpfung der Hamas im Einsatz. Doch in den letzten Wochen häufen sich die Berichte über Zivilisten, darunter auch Kinder, die von den Drohnen getötet wurden.

Sie traue sich mit ihren ­Kindern wegen der Quadcopter, die regelmäßig über die Straße vor ihrem Haus fliegen, kaum mehr aus dem Haus, berichtet Majda al-Adham der taz am Telefon. Sie lebt mit ihren acht Kindern in einer Wohnung in Dschabalija. Inzwischen existieren auch etliche Videos, in denen die Geräte im Einsatz zu sehen sind.

Am 12. November brachte der pensionierte renommierte britische Chirurg Nizam Mamode die Quadcopter bei einer Anhörung im britischen Parlament auf. Dort erzählte er von seinem Alltag im Nasser-Krankenhaus im Gazastreifen. Im August und September war er dort als Freiwilliger im Einsatz.


Zivilisten kamen ums Leben

„Besonders verstörend war, dass überfüllte Zeltlager bombardiert wurden und dann kamen die Drohnen.“ Er machte sichtlich mitgenommen eine Pause, ihm wurde zugeredet, sich Zeit zu lassen. Offensichtlich kämpfte er darum, seine Fassung zu wahren. Dann führte er weiter aus: „Die Drohen kamen vom Himmel und gingen auf Zivilisten und Kinder los. Wir bekamen einen Bericht nach dem anderen. Tag für Tag operierten wir Kinder, die erzählten, dass sie am Boden lagen, nachdem ein Ort bombardiert wurde, und dass dann die Quad­copter kamen und über ihnen flogen und zu schießen begannen. Das geschah jeden Tag und mit Absicht.“ Die Ärzte können aufgrund der Einschusswunde bestimmen, ob der Schuss von einem Quadcopter kam.

Die Menschenrechtsorganisation Euro-Med Monitor in Genf hat ein Dutzend Fälle dokumentiert, bei denen Zivilisten durch den Beschuss von Quadcoptern getötet wurden. Einer der gravierendsten Fälle soll sich am 11. Februar ereignet haben, als Quadcopter, laut dem Bericht, in der Raschid-Straße in Gaza auf eine Menge schossen. Die Menschen standen dort für Mehl an.

Auch das israelische investigative Magazin „+972“ schrieb mehrfach von tödlichen Einsätzen der Quadcopter gegen Zivilisten, einschließlich in den von der israelischen Armee ausgewiesenen humanitären Zonen. Auch Journalisten vor Ort im Gazastreifen veröffentlichten in den letzten Wochen regelmäßig Berichte, wie Quadcopter die Zivilbevölkerung im nördlichen Gazastreifen terrorisieren.


Die Quadcopter sind ein „Feldversuch“ von Israel

Der Al-Jazeera-Korrespondent Hani Mahmoud berichtete am 11. November, dass die israelische Armee ein Evakuierungszentrum in Beit Hanun umstellt hatte und die Menschen aufforderte, von dort in Richtung Süden zu fliehen. „In dem Moment, in dem sie das Zentrum verließen, wurden sie von Quad­coptern beschossen, als eine Methode, sie einzuschüchtern“, schilderte er.

Der Investigativjournalist Antony Loewenstein hat ein Buch darüber geschrieben, wie die israelische Armee im Gazastreifen, im Libanon und im Westjordanland immer wieder neue Waffensysteme zum Einsatz bringt. „The Palestine Laboratory“ lautet der Titel. Loewenstein beschreibt darin, wie die israelisch besetzten Gebiete zu einem riesigen Kriegs- und Waffen-Experimentierfeld geworden sind. Seit dem 7. Oktober hat sich der Einsatz der Quad­copter enorm ausgeweitet, lautet Loewensteins Analyse. Er habe mit zahlreichen Zeugen gesprochen, die von den Drohnen angegriffen wurden, und mit Ärzten, die diese Verletzungen behandeln mussten.

Diese „Mini-Killerdrohnen“ verbreiten in Gaza Angst und Schrecken. Sie seien Teil des Gefühls der Palästinenser, nirgends sicher zu sein, sagte Loewenstein der taz. „Was Israel in Gaza mit den Quadcoptern macht, ist so etwas wie ein Feldversuch“, erklärt er. „Sie werden mit Sicherheit später bei anderen Konflikten zum Einsatz kommen.“ Gaza sei ein Modell. „Israel versucht bereits, diese Quadcopter an andere Staaten weiterzuverkaufen“, führt er weiter aus.

Der Schlüssel für die israelische Wirtschaft, sagt Loewenstein, sei der Verteidigungs- und High-Tech-Sektor. Diese Branche ist umso wichtiger, als der Rest der Wirtschaft mit den Folgen des Krieges zu kämpfen hat. Die letzten Zahlen von 2023 zeigten, dass die israelische Waffenindustrie rund 13,1 Mil­liar­den US-Dollar wert sei. Und: Quadcopter seien eines der Geschäfte der Zukunft.

Unterdessen setzt die israelische Armee sie ein, ohne irgendwo darüber Rechenschaft ablegen zu müssen. Denn der Einsatz der „Mini-Killerdrohnen“ ist international nicht reguliert. „Ob in der Ukraine oder in Gaza, es gibt eigentlich keinerlei Regeln für deren Einsatz. Denn die mächtigen Staaten, die sie nutzen, haben keinerlei Interesse, das zu regulieren“, meint Loewenstein.

Gerade in sogenannten asymmetrischen Kriegen zwischen einer vom Staat eingesetzten Armee und nichtstaatlichen Akteuren mit Guerilla-Taktik sowie beim Niederschlagen von Aufständen dürften die bewaffneten Quadcopter ein wichtiges Kampfmittel der Zukunft werden. Gaza ist das Testlabor, aber sicherlich nicht der letzte Ort, an dem die tödlichen kleinen Drohnen zum Einsatz kommen.


Info: https://taz.de/Israelische-Drohnen-in-Gaza/!6048058/


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25.11.2024

Pariser Machenschaften

jungewelt.de, 25.11.2024, Sahelstaaten, Von Jörg Kronauer

Sahelstaaten: Frankreich bringt Dschihadisten und andere Aufständische gegen unabhängige Regierungen in Stellung

dpa-Bildfunk »Nieder mit Frankreich«: Die Menschen in Niger haben genug von neokolonialer Gängelung (Niamey, 3.8.2023) (Bild)

Hintergrund: Brüsseler Arroganz

Steht nach dem Bruch der Beziehungen zwischen Niger und Frankreich nun auch ein Bruch der Beziehungen zwischen Niger und der EU bevor? Auf jeden Fall sind die Spannungen, die zwischen beiden Seiten herrschen, am Wochenende zu einem ernsten Konflikt geworden. Der Auslöser: Brüssel hatte – großzügig und selbstverständlich rein humanitär gesinnt, man kennt sie ja, die ehemaligen Kolonialherren – Hilfsgelder in Höhe von 1,3 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um die Opfer der heftigen Überschwemmungen in Niger zu unterstützen. Der kleine, aber feine Haken an der Sache: »Der Botschafter der EU«, teilte am Freitag stark verärgert die nigrische Regierung mit, habe die Verteilung der Gelder eigenhändig und »unter Missachtung der Grundsätze der Transparenz und der guten Zusammenarbeit mit den zuständigen nigrischen Behörden« vorgenommen; Niamey sei nicht einmal über die Vergabe der 1,3 Millionen Euro informiert worden. Man wolle schon gern in Kenntnis darüber gesetzt werden, so lautete die Botschaft, was andere Staaten auf nigrischem Hoheitsgebiet denn so täten.

Wem, wo und wie geholfen wird, das bestimmt im Alleingang die EU? Niamey kündigte an, das Vorgehen des Staatenkartells einer Überprüfung zu unterziehen. Man werde nicht dulden, dass die Europäer auf dem Kontinent schalteten und walteten wie in finsteren Kolonialzeiten. Brüssel wiederum gibt sich schwer empört, behauptet, Niamey wolle »humanitäre Hilfe für politische Zwecke« instrumentalisieren, und hat am Sonnabend seinen Botschafter aus Niamey zurückgerufen. Man wolle gern »weiterhin die Bevölkerung unterstützen«, heißt es fadenscheinig in einer Mitteilung der EU. Warum das aber um jeden Preis über die Köpfe der Regierung hinweg geschehen muss, erläuterte Brüssel nicht. Mit einem Rückzieher der nigrischen Regierung ist nach Lage der Dinge nicht wirklich zu rechnen. Womöglich bereitet sich da in der Tat das Ende der langjährigen Beziehungen zwischen der EU und Niger vor. (jk)

Verkleinern

Es war ein echter kleiner Erfolg, den die Regierung des Niger am 11. November präsentieren konnte: Neun Mitglieder des Front patriotique de libération (FPL), eines Zusammenschlusses, der den nigrischen Übergangspräsidenten Abdourahamane Tchiani stürzen und seinen eng mit Frankreich und dem Westen kooperierenden Vorgänger Mohamed Bazoum erneut ins Amt bringen will, trennten sich von der Organisation und übergaben im Rahmen einer öffentlichen Zeremonie im nordnigrischen Agadez ihre Waffen. Der FPL war international einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden, als er im Juni dieses Jahres eine Pipeline gesprengt hatte, die Erdöl aus Ölquellen im Osten des Niger nach Benin und dort weiter zum Golf von Guinea geleitet hat. In diskreten Verhandlungen unter Vermittlung einflussreicher Personen aus Nordniger war es ab Anfang November schließlich gelungen, einige seiner Kämpfer zum Überlaufen zu bewegen, unter ihnen ein Sprecher des FPL. Ein erster Schlag gegen die Aufständischen war damit gelungen.

Minderheiten aufgestachelt

Nigers Übergangsregierung muss sich auch 16 Monate nach dem Putsch, mit dem sie sich am 26. Juli 2023 in Niamey an die Macht brachte, weiter gegen allerlei Aufständische, Dschihadisten und mutmaßliche Umsturzversuche wehren. Der FPL, der vor allem Tubu organisiert – die Bevölkerungsgruppe ist besonders im Norden des Tschads, aber auch in den angrenzenden Gebieten Nordnigers und Südlibyens präsent –, ist dabei lediglich eine von mehreren Organisationen, die in der riesigen nordnigrischen Wüste gegen die Regierung mobilisieren. Eine wichtige Rolle wird etwa Rhissa Ag Boula zugeschrieben, einem 67jährigen Tuareg, der schon bei den nigrischen Tuareg-Revolten der 1990er Jahre in vorderster Reihe stand und kurz nach dem Putsch in Niamey den Conseil de la résistance pour la République (CRR) gründete, eine politische Untergrundorganisation, aus der er im September dieses Jahres die Forces armées libres (FAL) bildete, eine bewaffnet kämpfende Formation. Die FAL haben sich mittlerweile mit dem FPL und weiteren Tuareg-Milizen verbündet.

Für die in Niamey regierenden Militärs, die den Bruch mit Frankreich vollzogen haben und eine echte Souveränität ihres Landes durchsetzen wollen, stellt sich seit jeher die Frage, welche Rolle Paris, ihr Hauptgegner, im Kontext der Gründung aufständischer Organisationen spielt. Was Ag Boula angeht: Dieser hatte den CRR einst von seinem Wohnort im Pariser Exil aus gegründet, wo er bis heute lebt, mittlerweile angeblich im Wechsel mit Aufenthalten in den USA. Zwar streiten sowohl Ag Boula als auch die französische Regierung jegliche Kooperation ab – was sollten sie auch sonst tun? Glauben muss man ihnen das Dementi aber nicht. Um so weniger, als Ag Boula und der FPL – das berichtete im Oktober etwa die in Paris erscheinende Wochenzeitschrift Jeune Afrique – mittlerweile begonnen haben, Kontakte zu aufständischen Tuareg-Milizen im Norden Malis zu knüpfen. Diese kämpfen dort gleichfalls gegen eine Regierung, die schroff mit Paris gebrochen hat.


Es kommt hinzu, dass Nigers Regierung – wie auch die Regierungen Malis und Burkina Fasos – mit gegen sie gerichteten Machenschaften des französischen Auslandsgeheimdienstes Direction générale de la sécurité extérieure (DGSE) zu kämpfen hat. Diese Auseinandersetzung spitzte sich zu, als am 1. Dezember 2023 in Burkina Faso vier französische Agenten festgenommen wurden, auf deren Handys die burkinischen Behörden Fotos von sensiblen Orten in der Hauptstadt Ouagadougou und eindeutige Belege für dubiose Kontakte in Regionen fanden, in denen Dschihadisten ihr Unwesen treiben. Die Affäre ließ auch in Bamako und in Niamey die Alarmglocken noch lauter schrillen als zuvor. Im September machten in Niger Informationen die Runde, laut denen die DGSE dort in einen vereitelten Umsturzversuch involviert gewesen sei. Am 13. November nahmen die nigrischen Behörden einen frisch eingereisten Franzosen fest, einen ehemaligen Fallschirmjäger der Fremdenlegion, der für private Sicherheitsfirmen in Algerien und im Irak im Einsatz gewesen war. Man sei sich sicher, hieß es in Niamey, dass er ein Agent der DGSE sei.

Nachbarländer als Basis

Was ist da dran? Selbst Kritiker, die den nigrischen Behörden das Verbreiten von Verschwörungserzählungen in Sachen DGSE vorwerfen, mussten einräumen, dass diese bei ihren Recherchen in ihrem Land auf geheime Identifikationscodes gestoßen waren, die der französische Nachrichtendienst gewöhnlich nutzt. Jeune Afrique zitierte zudem nicht genauer benannte, aber offenkundig Geheimdienstkreisen entstammende Quellen, die offen zugaben: Als nach dem Putsch im vergangenen Jahr in Niamey die Regierungen Nigerias und Benins über einen Einmarsch nach Niger nachdachten, um den gestürzten profranzösischen Präsidenten Bazoum wieder ins Amt einzusetzen, da schickte Paris DGSE-Mitarbeiter in beide Länder. Ihre Aufgabe lag auf der Hand. Dieselben Quellen bestätigten auch, dass im Norden Benins weiterhin französische Agenten präsent sind. In Niger wird regelmäßig berichtet, von Benins Grenzgebiet aus flögen immer wieder Drohnen über die Grenze, kreisten über nigrischem Territorium und kehrten dann wieder zurück. Dass im Norden Benins auch Dschihadisten aktiv sind, reduziert die Fragezeichen mit Blick auf die Tätigkeit der DGSE im Sahel nicht.

Apropos Dschihadisten: Deren Anschläge in Niger nehmen aktuell offenbar zu. Ende Oktober attackierte der mit Al-Qaida verbundene Groupe de soutien à l’Islam et aux musulmans (GSIM) einen Checkpoint nur wenige Kilometer vor Niamey. Einen gleichfalls im Oktober verübten Anschlag in der Region Agadez beanspruchten sowohl Ag Boula als auch der GSIM für sich. Ein doppeltes Bekenntnis gab es auch bei dem Angriff auf malische Militärs und russische Söldner Ende Juli bei Tinzaouatène an der malisch-algerischen Grenze, bei dem viele Malier und Russen zu Tode kamen: von Tuareg-Milizen und der GSIM. Womöglich sind die Unterschiede zwischen Aufständischen in der Sahara und Dschihadisten nicht immer trennscharf. Der Clan von GSIM-Chef Iyad Ag Ghali etwa, einer traditionellen Führungsfigur der malischen Tuareg, stammt aus der Region um Tinzaouatène. Der ukrainische Militärgeheimdienst rühmt sich, Informationen für den Angriff nahe dem Ort bereitgestellt zu haben. Ob die Empfänger der Informationen Tuareg oder Dschihadisten waren oder beides – wer weiß das schon so genau. Und wer weiß, wer den Ukrainern, die man kaum als Wüstenspezialisten kennt, die nötigen Kontakte dorthin vermittelt hat. Die Rolle der DGSE bei der Unterstützung von Aufständischen und Dschihadisten in Mali, Burkina Faso und Niger ist jedenfalls noch nicht ausrecherchiert.

Siehe auch


Info: https://www.jungewelt.de/artikel/488488.sahelstaaten-pariser-machenschaften.html


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

25.11.2024

Feuer frei für die Ukraine: Das sind die beunruhigenden Folgen

lostineu.eu, 25. November 2024

Nach den USA haben auch Großbritannien und Frankreich die Beschränkungen für die Ukraine aufgehoben. Russland hat daraufhin mit Angriffen auf Nato-Länder gedroht. Wohin führt das alles?

In der vergangenen Woche hatten wir fünf Thesen aufgestellt. Wir greifen sie nun noch einmal auf und schauen, was daraus geworden ist:

  • US-Präsident Biden fordert seinen Amtsnachfolger Trump offen heraus und mißachtet den Willen der US-Wähler – denn die haben sich mehrheitlich für eine Beendigung des Krieges ausgesprochen. – Das war wohl eine falsche Einschätzung. Eine Woche später sieht es eher so aus, als sei der Kurswechsel von Biden mit Trump abgesprochen. Denn Trump hat nicht – wie erwartet – laut protestiert. Demgegenüber erklären Insider in Washington, der nächste Präsident könnte Putin mit noch mehr Aufrüstung und Eskalation drohen, um ihn an den Verhandlungstisch zu zwingen.
  • Die USA gehen ganz bewußt das Risiko ein, dass sich der Konflikt auf die Nato und damit auf das westliche Europa ausweitet. – Die Ereignisse der vergangenen Woche haben diese Einschätzung leider bestätigt. Nach dem Einsatz der ATACMS hat Putin eine neuartige Mittelstreckenwaffe abgefeuert. Das russische Militär behauptet, diese könne auch das westliche Europa erreichen. Doch statt die Lage zu beruhigen, gehen die USA, Großbritannien und Frankreich immer weiter. Zuletzt hat auch Paris “Feuer frei” für seine SCALP gegeben und betont, es gebe keine roten Linien.
  • Es gibt detaillierte Absprachen über mögliche Ziele zwischen Kiew und Washington ; in Medienberichten ist von Angriffen auf die russische Region Kursk und dort angeblich stationierte Nordkoreaner die Rede. – Auch dies hat sich weitgehend bestätigt. Die Ukraine will tatsächlich ein Hauptquartier in Kursk getroffen haben. Dabei sollen britische Storm Shadows verwendet worden sein, die mit US-Daten arbeiten. Einige interessante Details stehen hier. Sie belegen, dass Kiew, London und Paris weiter abhängig von den USA sind – und dass wohl nichts ohne Wissen der US-Militärs geschieht.
  • Die Hardliner in EUropa werden gestärkt – z.B. der polnische Regierungschef Tusk, der eine pro-ukrainische Kriegskoalition um sich scharen will. Die europäische Kriegsagenda ist schon in Arbeit. – Auch das ist weiter richtig. Tusk plant diese Woche einen Kriegsgipfel in Schweden. Dazu wurden Macron, Starmer, Rutte und diverse Balten und Nordländer eingeladen, nicht jedoch Scholz. Zur “Einstimmung” beschört er sogar die Gefahr eines 3. Weltkriegs herauf. Dabei hatte es doch bisher immer geheißen, das sei Angstpropaganda der Putinisten…
  • Kanzler Scholz gerät noch mehr unter Druck, nun doch das deutsche Taurus-System zu liefern. – Auch das ist weiter richtig. Nun fordert sogar die Präsidentin des Europaparlaments, Scholz solle endlich das Taurus-System an die Ukraine liefern. Dabei ist das eine nationale Entscheidung, Brüssel hat da nicht mitzureden. Nur innenpolitisch ist Scholz jetzt etwas besser aufgestellt, denn die SPD-Spitze hat ihn offiziell zum Kanzlerkandidaten nominiert. Damit ist eine Kandidatur von Kriegsminister Pistorius vom Tisch, immerhin.

Die große Unbekannte ist, ob es hinter den Kulissen schon diplomatische Annäherungs-Versuche gibt.

Wenn ja, dann wäre das Säbelrasseln auf allen Seiten wohl vor allem der Versuch, noch schnell ein paar Punkte zu machen, bevor man sich endlich an den Verhandlungstisch setzt.

Wenn nein, dann wäre die Lage ernster denn je, sie könnte sogar – ähnlich wie im Nahen Osten – vollends außer Kontrolle geraten…

Siehe auch “Die Kriegsgefahr steigt”

2 Comments

  1. Hg
    25. November 2024 @ 08:17

    A. Merkel hatte dieses Scenarion auf einer MSC in München, vor 2021, vorausahnend, mit den Worten umschrieben: „Wo soll das denn hinführen?“

Reply

  • Stef
    25. November 2024 @ 08:05

    Verhandlungen sind nicht unbedingt zu erwarten. Dem Ukrainekonflikt droht eher eine Europäisierung durch unilateralen Rückzug bzw. Defunding der USA. Das wird Europa politisch und sozial zerreißen. Auch die absehbare Niederlage wird dann ein primär europäisches Problem.

    Vielleicht wird dadurch klarer, was die USA mit einem akzeptablen Atomkrieg in Europa meinen.

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  • Was sagen Sie dazu?


    Info: https://lostineu.eu/feuer-frei-fuer-die-ukraine-das-sind-die-beunruhigenden-folgen/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    Info:


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Von der Leyen redet Klimadeal von Baku schön


    lostineu.eu, vom 24. November 2024

    Die UN-Klimakonferenz ist knapp am Scheitern vorbei geschrammt. Die Einigung sieht deutlich weniger Finanzhilfen vor als erhofft. EU-Kommissionschefin von der Leyen redet den Deal dennoch schön.

    Mit dem Beschluss habe “eine neue Ära” begonnen, sagte von der Leyen und versprach, die EU werde weiter führend bei der “Unterstützung der Verletzlichsten” sein.

    Das ist sie aber nicht. Selbst für EU-Staaten, die von Klimakatastrophen wie Waldbränden oder Überschwemmungen betroffen sind, ist nicht genug Geld da.

    Die “neue Ära” fällt auch bescheiden aus. Der Finanzrahmen für die Klimafinanzierung in ärmeren Ländern sieht vor, dass der jährliche Beitrag vor allem der Industriestaaten bis 2035 auf mindestens 300 Mrd. Dollar erhöht wird.

    Entwicklungsländer kritisierten dies allerdings als völlig unzureichend. Für Enttäuschung sorgte zudem das Fehlen neuer Beschlüsse zur Abkehr von fossilen Energieträgern.

    Da waren Gastgeber Aserbaidschan und Vorzugsgast Saudi-Arabien vor. Sie sollen am Ende gekungelt und die Erklärung aufgeweicht haben. Doch das stört von der Leyen offenbar nicht.

    Mit Aserbaidschans Machthaber Alijev schließt sie gern “fossile” Deals. Und die Saudis sind auch unsere Freunde, wie sich kürzlich in Brüssel gezeigt hat, als Kronprinz Bin-Salman bei ihr auf dem Schoß saß zu Besuch war…

    3 Comments

    1. european
      24. November 2024 @ 17:23

      Realistisch betrachtet werden wir noch lange fossile Energieträger nutzen, insbesondere Entwicklungsländer werden ohne diese Energie nicht auf die Füße kommen, weil sie sie zur Deckung von Grundbedürfnissen benötigen. Kühlhäuser, Kühlanlagen, Wasserhygiene, Energie für Produktion, Transport und Grundversorgung wie Essen und Trinken. Diese Länder wollen nicht mehr der Abladeplatz für unsere abgelegten oder unerwünschten Produkte sein. Sie streben nach Eigenständigkeit und Selbstversorgung mit eigener Landwirtschaft und das wird entsprechend dauern. Sie werden sich auch nicht mehr von globalen (westlichen) Vorschriften beeindrucken lassen, zumal diejenigen, die diese Agenda betreiben, sich selbst nicht an eigene Regeln halten, wie Oxfam immer wieder in seinen Studien belegt. Die Folgen und Kosten des Klimawandels sind für die kleinen Leute gedacht. Ab einem gewissen Einkommen ist man entweder davon ausgenommen, weil man sich selbst verschonen kann, oder aber man gibt die Kosten weiter. So gesehen ist die CO2 Abgabe nichts weiter als eine weitere Mehrwertsteuer, die vom Endverbraucher zu zahlen ist und damit in jedem einzelnen Produkt auftaucht.

    Reply

    • Arthur Dent
      24. November 2024 @ 22:16

      @european
      Seh ich auch so. Ohne Erdöl kein Kunstdünger, keine Kunststoffe, kein Beton.

      Reply

  • Arthur Dent
    24. November 2024 @ 17:22

    “Ärmere Länder” – für die UN sind China, Katar, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate alles Schwellenländer, im Zweifel Empfängerländer. China wird sich am Klimafond nach eigenem Ermessen.
    In den letzten 500 Jahren gab es allein im Kreis Ahrweiler 70 Hochwasserfluten. Einzelereignisse lassen sich nie direkt dem Klimawandel zuordnen, es geht um Statistik. Monsune gibt es seit Millionen von Jahren, wenn die Atommacht Pakistan überschwemmt ist, zahlen dann die reichen Industrieländer (also die ärmeren Menschen in den reichen Ländern), oder gibt die Atommacht ihr Geld einfach für die falschen Dinge aus?
    Und wenn irgendein Depp im Wald Feuer legt, dann wars der Klimawandel. Heißt, wir zahlen immer. Da gibt es bestimmt noch ganz viele Abgaben und Bepreisungen, mittlerweile wird ja schon die Luft zum Atmen besteuert und der Regen, der auf dein Grundstück fällt.


  • Info: https://lostineu.eu/von-der-leyen-redet-klimadeal-von-baku-schoen/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Ursulas Sprechpuppen kommen


    lostineu.eu, vom 24. November 2024

    Die “FAZ” ist nicht gerade dafür bekannt, hart mit der EU und ihrer Kommissionspräsidentin von der Leyen umzuspringen. Umso schwerer wiegt es, wenn das Blatt die 26 Kommissare, die die CDU-Politikerin für ihre zweite Amtszeit nominiert hat, als “Sprechpuppen” bezeichnet.

    Das trifft den Kern: Die neue Kommission enthält keine bekannten Gesichter, keine politischen Schwergewichte, keine eigenwilligen Charaktere à la Breton, Vestager oder Timmermans. Bei den Anhörungen im Europaparlament haben die Kandidaten nur ihre Sprechzettel abgelesen.

    Die Stichworte kamen von von der Leyen – “Clean Industrial Deal”, “Wettbewerbsfähigkeit”, “Preparedness”, “LGBTQ-Rights” und ähnliche Buzzwords aus der Brüsseler Blase. Niemand wagte es, sich von dem vorgefertigten Script zu entfernen und eigene Gedanken zu formulieren.

    Das Programm ist überholt

    Schlimmer noch: Die Stichworte sind allesamt überholt. Durch die Wahl von Donald Trump, die Eskalation in der Ukraine und im Nahen Osten und den Aufstieg der BRICS leben wir in einer anderen Welt als der, auf die sich VDL und ihre Sprechpuppen vorbereitet haben. Biden isch over, sorry.

    Die Zeit des woken Liberalismus geht vorbei, eine Ära das autoritären Nationalismus kommt. Die EU kann sich nicht mehr auf die USA verlassen, ist aber auch weiter denn je vom Ziel der “strategischen Autonomie” entfernt. Und vom “klimaneutralen” Wirtschaften auch, China hat uns abgehängt.

    Dass die EU-tragenden Parteien nun nach wochenlangem Gezerre grünes Licht für VDL 2.0 gegeben haben, ist vor diesem Hintergrund keine gute Nachricht. Kein einziger Kandidat wurde rausgeworfen, Sozialdemokraten und Liberale haben die Waffen gestreckt und den Rechtsruck geschluckt.

    Weiterlesen hier (Newsletter) Mehr zur Kommission von der Leyen II. hier

    3 Comments

    1. Hg
      25. November 2024 @ 08:20

      Was ist ein System?:
      Ein Zusammenhang, in dem der/die, der/die die Macht innehat oder vertritt, diese an jedem beliebigen Punkt geltend machen kann!

    Reply

  • Arthur Dent
    24. November 2024 @ 13:51

    Ist halt Künstliche Intelligenz. Das menschliche Leben ist wie ein Fragenkatalog und auf jede Frage gibt es genau eine richtige Antwort. Für Kreativität ist da kein Platz und ist auch gar nicht erwünscht.

    Reply

    • ebo
      24. November 2024 @ 14:01

      Früher nannte man das autoritäre Führung und zentrale Planung. Heute nennt man es “Silos aufbrechen” ????


  • Info: https://lostineu.eu/ursulas-sprechpuppen-kommen/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


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    25.11.2024

    Nachrichten von Pressenza: Seoul City bietet internationalen Besuchern heilsame Konzerte

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 25. November 2024, 7:30 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 25.11.2024


    Seoul City bietet internationalen Besuchern heilsame Konzerte


    In Zeiten der sich weltweit ausbreitenden Verwirrung und Unsicherheit suchen wir alle im Verlauf unseres Lebens vielleicht nach Trost und positiven Schwingungen. Musik spielt eine entscheidende Rolle für eine tiefgehende Heilung unseres Wesenskerns. Wir wurden eingeladen, am 12. und 13.&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/11/seoul-city-bietet-internationalen-besuchern-heilsame-konzerte/


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    Neue Kampagne für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen „Friedensfähig statt erstschlagfähig!“


    Anfang November haben 36 Friedensorganisationen eine Kampagne gegen die Stationierung landgestützter US-Mittelstreckensysteme in Deutschland gestartet. „Die Entscheidung zur Stationierung der Mittelstreckenwaffen in Deutschland ist eine Bedrohung für den Frieden in Europa“, warnen die beteiligten Organisationen, darunter die IPPNW Deutschland. Bundesregierung&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/11/neue-kampagne-fuer-ein-europa-ohne-mittelstreckenwaffen-friedensfaehig-statt-erstschlagfaehig/


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    Türkische Regierung setzt weitere Bürgermeister in kurdischen Städten ab


    Das türkische Innenministerium hat am gestrigen Freitag Zwangsverwalter für die DEM-regierte Provinzhauptstadt Dersim (tr. Tunceli) und den CHP-regierten Landkreis Pulur (Ovacık) ernannt. In Dersim gibt es seit Verkündung der Erklärung Proteste. Anstelle der Ko-Bürgermeister:innen Cevdet Konak und Birsen Orhan (DEM)&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/11/tuerkische-regierung-setzt-weitere-buergermeister-in-kurdischen-staedten-ab/


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    Friedenspolitischer Ratschlag in Kassel: Friedfertig statt kriegstüchtig


    Der bundesweite Friedenspolitische Ratschlag &#8211; traditionell Anfang Dezember seit 1994 &#8211; findet auch in diesem Jahr wieder statt. Am Veranstaltungsort im Philipp-Scheidemann-Haus in Kassel werden aufgrund der vorliegenden Anmeldungen wieder mehr als 400 Teilnehmende erwartet. Aktuell ist die Welt mit&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/11/friedenspolitischer-ratschlag-in-kassel-friedfertig-statt-kriegstuechtig/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    25.11.2024

    „Eine Beleidigung“     COP29: Globaler Süden übt wütende Kritik an Weigerung der Industriestaaten, nötige klimapolitische Maßnahmen in Entwicklungsländern zu finanzieren. Berlin konterkariert mit der Weigerung sein Streben nach mehr Einfluss im Süden.

    german-foreign-policy.com, 25. November 2024

    BAKU/BERLIN (Eigener Bericht) – Die Länder des Globalen Südens üben heftige Kritik an der Weigerung der westlichen Staaten, darunter Deutschlands und der EU, die nötigen Mittel zum Kampf gegen Klimawandel und Klimaschäden bereitzustellen. Auf Druck der westlichen Industriestaaten hat die UN-Klimakonferenz in Baku (COP29) Ende vergangener Woche beschlossen, die Mittel, die aus dem wohlhabenden Norden in die Entwicklungsländer fließen sollen, um dort klimapolitische Maßnahmen zu finanzieren, auf 300 Milliarden US-Dollar im Jahr zu begrenzen. Der Globale Süden fordert die Mittel ein, da der Wohlstand der Industriestaaten auf einem jahrhundertelangen gewaltigen CO2-Ausstoß gründet, während die Entwicklungsländer unter dessen Folgen am stärksten leiden. Experten halten eine Steigerung auf 1,3 Billionen Euro im Jahr für erforderlich. Unterhändler etwa Indiens oder Nigerias nannten die Beschränkung auf 300 Milliarden Euro wütend „dürftig“ bzw. einen „Witz“. Um die Wut abzulenken, griff Außenministerin Annalena Baerbock die Erdöl- und Erdgasförderer an, darunter COP29-Gastgeber Aserbaidschan. Aserbaidschan steigert die Erdgasförderung, weil die EU ihre Importe von dort ausweiten will, um Russland zu boykottieren.


    Zitat: Kredite statt Zuschüssen

    Bereits die unzulängliche Umsetzung des Beschlusses der UN-Klimakonferenz im Jahr 2009 in Kopenhagen (COP15), die reichen Industriestaaten sollten den Entwicklungsländern ab 2020 pro Jahr 100 Milliarden US-Dollar für Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an Klimaschäden zur Verfügung stellen, ist von Experten immer wieder scharf kritisiert worden. Zum einen wiesen Beobachter darauf hin, dass die 100-Milliarden-Schwelle erst 2022 erreicht wurde, also mit zweijähriger Verspätung. Zum anderen zeigte eine Analyse der Entwicklungsorganisation Oxfam, dass etwa 70 Prozent der Mittel, die die wohlhabenden Staaten aus ihren Haushalten abzweigten, keine Zuschüsse, sondern lediglich Kredite waren, in manchen Fällen sogar Kredite nicht einmal zu vergünstigten Bedingungen, sondern zu marktüblichen Zinsen. Oxfam bezifferte die tatsächlich gezahlten Zuschüsse im Jahr 2022 auf allenfalls 28 bis 35 Milliarden US-Dollar.[1] Dies wiege auch deshalb schwer, weil das Geld ja eigentlich als Ausgleich dafür gedacht sei, dass die Industriestaaten ihren Wohlstand mit einem massiven CO2-Ausstoß erzielt hatten, während die Entwicklungsländer nun unter den Folgen des CO2-Ausstoßes am meisten litten, urteilt Oxfam: Dass die Entwicklungsländer die Kredite zurückzahlten, also einen Großteil der Kosten für den Ausgleich selbst trügen, „widerspricht allen Prinzipien der Gerechtigkeit“.[2]


    „Völlig unrealistisch“

    Dabei ist längst klar, dass die Summe von 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr bei weitem nicht ausreicht, um den Kampf gegen den Klimawandel und Vorkehrungen gegen die bereits jetzt nicht mehr abwendbaren Klimaschäden im Globalen Süden voranzutreiben. Unabhängige Experten gehen davon aus, dass dazu mindestens eine, am besten jedoch sogar 1,3 Billionen US-Dollar jährlich aufgebracht werden müssen.[3] Die UN-Klimakonferenz in Baku beschloss nun, dass die Zahlungen der Industriestaaten an die Entwicklungsländer bis 2035 auf 300 Milliarden US-Dollar aufgestockt werden; die 1,3 Billionen werden nur als völlig unverbindliche Zielgröße genannt, und auch dies nur unter Einschluss allerlei privater und multinationaler Geldgeber. Die Bundesregierung hatte zuletzt 6 Milliarden Euro im Jahr für Klimaausgaben im Globalen Süden reserviert, ließ sich in Baku aber mit der Äußerung zitieren, es sei „völlig unrealistisch, dass Geld in Billionenhöhe aus den Haushalten“ der westlichen Industriestaaten komme.[4]


    Geld ist vorhanden

    Damit setzt Berlin klare Prioritäten. So hat die Bundesregierung allein bis Ende August laut Angaben des Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) 15,9 Milliarden Euro Kriegsunterstützung an die Ukraine gezahlt; im selben Zeitraum kamen 43,8 Milliarden Euro aus den Töpfen der EU hinzu. Der weit überwiegende Teil der Mittel wurde nach April 2022 ausgegeben, also nach dem Zeitpunkt, zu dem auf Basis der Vereinbarungen von Istanbul ein Waffenstillstand möglich gewesen wäre – zu erheblich besseren Bedingungen als diejenigen, auf die Kiew aktuell hoffen kann.[5] Darüber hinaus ist eine massive Aufstockung des Bundeswehretats in Planung. Verteidigungsminister Boris Pistorius dringt auf einen Betrag in Höhe von bis zu 3,5 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts; aktuell wären dies mehr als 140 Milliarden Euro.[6] Pistorius ist demnach der Auffassung, es ließen sich aus Haushaltsmitteln 85 bis 90 Milliarden Euro jährlich für die Aufrüstung locker machen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat schon im Juni erklärt, die Union benötige im nächsten Jahrzehnt 500 Milliarden Euro, um die Beschaffung neuer Rüstungsgüter zu bezahlen.[7] Geld für die deutsch-europäische Militär- und Großmachtpolitik wird demnach im großen Stil verplant.


    „Extrem enttäuscht“

    Dass Berlin und Brüssel – ganz im Gegensatz dazu – nicht bereit sind, höhere Summen für die dringenden klimapolitischen Belange des Globalen Südens auszugeben, läuft freilich den außenpolitischen Zielen der Bundesregierung indirekt zuwider. Diese umfassen die Absicht, den eigenen Einfluss im Globalen Süden wieder zu stärken – und zwar vor allem, seit sich gezeigt hat, dass der Süden dem Westen bei dessen Russland-Sanktionen und der Aufrüstung der Ukraine bis auf wenige Ausnahmen nicht folgt. Der Westen ist damit also global isoliert. Allerdings kommt die Tatsache, dass Berlin und Brüssel zwar weltweit einen entschlossenen Einsatz für das Klima fordern, aber nicht bereit sind, die erforderlichen Gelder zu zahlen, im Süden nicht gut an.[8] „Wir sind extrem enttäuscht über den Mangel an Fortschritt bei den für Afrika wichtigen Themen“, konstatierte in Baku etwa der Kenianer Ali Mohamed, der als Chefunterhändler für die afrikanischen Staaten auftrat.[9] Die Repräsentantin Nigerias nannte die Beschränkung der Unterstützung auf 300 Milliarden US-Dollar unter Beifall einen „Witz“ und eine „Beleidigung“. Indiens Unterhändlerin Chandni Raina nannte den Betrag „dürftig“ bzw. „abgründig klein“ und lehnte die Festlegung der Summe entschieden ab.[10]


    „Die alte fossile Welt“

    Außenministerin Annalena Baerbock war bemüht, die Wut über die Zahlungsverweigerung der Industriestaaten – auch Deutschlands sowie der EU – auf diejenigen Länder abzulenken, die im großen Stil Erdöl und Erdgas fördern, darunter der COP29-Gastgeber Aserbaidschan. „Wir Europäer werden nicht zulassen“, erklärte Baerbock, sich als Kämpferin für den Globalen Süden inszenierend, „dass die verletzlichsten Staaten auf der Welt, insbesondere die kleinen Inselstaaten“, von einigen der Erdöl- und Erdgasstaaten „jetzt hier über den Tisch gezogen werden“ – „und das im Zweifel auch noch mit Rückendeckung der COP-Präsidentschaft“, also Aserbaidschan.[11] Dass Aserbaidschan seine Erdgasproduktion zu steigern sucht, weil die EU und ihre Mitgliedsländer mit Baku eine deutliche Ausweitung der Erdgaslieferungen vereinbart haben [12], um ihrerseits russisches Erdgas boykottieren zu können, ließ Baerbock unerwähnt. „Ich bin mir sicher“, bekräftigte sie: „Was wir hier sehen, ist ein letztes Aufbäumen der alten fossilen Welt.“ Ob damit die Lieferanten oder aber die Käufer fossiler Energieträger – etwa von Erdgas aus Aserbaidschan – gemeint waren, kommentierte die deutsche Außenministerin ebenfalls nicht.

     

    [1], [2] Leila van Rinsum: Beitrag schöngerechnet. taz.de 09.07.2024.

    [3] Max Bearak: Climate Talks End With a Bitter Fight and a Deal on Money. nytimes.com 23.11.2024.

    [4] Klimagipfel einigt sich auf 300 Milliarden für ärmere Länder. n-tv.de 23.11.2024.

    [5] S. dazu Kein Wille zum Waffenstillstand.

    [6] S. dazu „Groß denken und groß machen“.

    [7] Aurélie Pugnet: EU’s von der Leyen assesses bloc’s defence needs to €500 billion. euractiv.com 27.06.2024.

    [8] S. auch Koloniale Denkschablonen.

    [9] „Nicht nur ein Scheitern, sondern Betrug”. tagesschau.de 24.11.2024.

    [10] India Denounces Baku Climate Finance Deal, Says Concerns Ignored. barrons.com 23.11.2024.

    [11] Baerbock wirft fossilen Staaten Machtspiel vor. tagesschau.de 23.11.2024.

    [12] Gabriel Gavin: Europe’s Azerbaijan gas gambit is good news for Russia. politico.eu 20.11.2024.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9771


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    24.11.2024

    Angriff auf Souveränität

    jungewelt.de, 25.11.2024, Von Karin Leukefeld, Beirut,

    Nahostkonflikt

    Libanon: Israel und Verbündete erheben nicht erfüllbare Forderungen für Waffenstillstand. US-Vermittler wieder abgereist

    Mohamed Azakir/REUTERS

    Terror gegen Zivilisten: Israelischer Angriff auf Wohngebäude in Beirut (22.11.2024)



    Amos Hochstein, Sondervermittler von US-Präsident Joe Biden für einen Waffenstillstand zwischen Libanon und Israel, hat seine Vermittlungsversuche in Beirut zunächst nicht fortgesetzt. Nach Verhandlungen mit dem libanesischen Parlamentssprecher Nabih Berri, der sich mit der Hisbollah abspricht und für diese mitverhandelt, war Hochstein am Donnerstag nach Tel Aviv gereist. Israelischen Medien zufolge kam er dort mit Verteidigungsminister Israel Katz und dem Oberkommandierenden der Israelischen Streitkräfte (IDF), Herzl Halevi, zusammen. Anschließend traf Hochstein Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und flog dann direkt in die USA zurück.

    Inhaltlich war über die Gespräche in Tel Aviv nichts zu erfahren. So bleiben auch Einzelheiten über ein mögliches Waffenstillstandsabkommen zwischen Libanon und Israel vage. Einig zu sein scheint man sich über die Umsetzung der UN-Sicherheitsratsresolution 1701 von 2006, derzufolge Israel sich aus dem Libanon zurückziehen muss und die »Blaue Linie«, die Waffenstillstandslinie zwischen Libanon und Nordisrael – im Libanon spricht man von Nordpalästina – , zukünftig gemeinsam von der libanesischen Armee und der UNIFIL, der UN-Friedensmission für den Libanon, kontrolliert werden soll.

    Israel und seine Verbündeten in den USA und Europa fordern zudem eine zusätzliche militärische Überwachung, die von Deutschland und Großbritannien an sämtlichen Außengrenzen des Libanon durchgeführt werden könnte. Berichten zufolge lehnt nicht nur die Hisbollah ein solches Vorhaben ab. Im Libanon spricht man von einer Verletzung der libanesischen staatlichen Souveränität. Beirut kritisiert zudem, dass Israel die Resolution 1701 permanent missachte, und hat daher zahlreiche Beschwerden im Weltsicherheitsrat eingereicht: Israel überfliege unerlaubt libanesischen Luftraum, auch überwache es die Telefon- und Internetkommunikation des Landes. Bewohner würden so eingeschüchtert, Politiker, Journalisten und Aktivisten ausspioniert.


    Während der zwei Tage, die Hochstein sich in der vergangenen Woche in Beirut aufhielt, herrschte Ruhe über der Stadt. Keine der rund 30 israelischen Überwachungsdrohnen, die jeden Winkel Beiruts beobachten, Straßen, Parks und Häuser scannen und nach »Hisbollah-Stellungen« absuchen, war zu hören. Kein Angriff erschütterte die Stadt. Kaum war Hochstein allerdings am Donnerstag abgereist, war das Surren der Drohnen, die 24 Stunden am Tag Beirut überwachen, wieder zu hören. Die israelische Armee verbreitete wieder ihre zynischen »Evakuierungsmeldungen«. Rot markierte Gebäude seien innerhalb von 30 Minuten zu räumen, bevor sie zerstört werden. Bei den Angriffen im Süden von Beirut und zunehmend auch im Zentrum der Stadt werden ausschließlich Wohn- und Geschäftshäuser zerstört.

    Nach offiziellen Angaben wurden im Libanon seit Oktober 2023 bisher mehr als 3.500 Menschen getötet und über 15.000 verletzt. Die Zahl der verletzten und getöteten Hisbollah-Kämpfer ist unklar. Mehr als eine Million Menschen wurde vertrieben. Der wirtschaftliche Schaden durch die israelischen Angriffe wird von der Weltbank auf 8,5 Billiarden US-Dollar (fast 8,2 Billiarden Euro) geschätzt.

    Im Süden des Libanon halten die heftigen Kämpfe zwischen der Hisbollah und der israelischen Armee an. Ersten Schätzungen zufolge wurden 37 Dörfer und 40.000 Häuser ganz oder teilweise durch israelische Angriffe zerstört. Israel gelang es jedoch nicht, wichtige Städte in diesem Gebiet – Nakura, Bint Dschbeil oder Khiam – einzunehmen. Seit mehr als zwei Monaten versuchen rund 50.000 israelische Soldaten verschiedener Divisionen und Spezialkräfte wie die »Golani-Brigade«, Land im Süden zu besetzen, sind dabei allerdings nicht weiter als einen Kilometer vorgedrungen. Ortschaften, die tiefer im Landesinnern liegen, konnten von den IDF nicht gehalten werden. Nach offiziellen israelischen Armeeangaben ist die Zahl der getöteten israelischen Soldaten seit Oktober 2023 bei den Angriffen auf Gaza und Libanon auf 803 gestiegen.

    Siehe auch


    Info: https://www.jungewelt.de/artikel/488507.nahostkonflikt-angriff-auf-souver%C3%A4nit%C3%A4t.html


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    24.11.2024

    50. Bundesdelegiertenkonferenz B´90/Grüne

    https://www.youtube.com/wa tch?v=Qy8UzTz6l4I ab 1,24.24 bis 2.29.29, oder/auch 

    https://www.youtube.com/watch?v=-5b8cVPfSb4 , oder auch

    https://www.youtube.com/watch?v=2ZBEaSH1UMI , oder auch

    https://www.youtube.com/watch?v=a2YItorNF1E ...


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.11.2024

    Grüne poltern gegen Kretschmer ‒ in Sachsen und Thüringen könnte es Minderheitsregierungen geben

    freedert.online, 24 Nov. 2024 18:57 Uhr

    Nach gescheiterten Sondierungsgesprächen mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht streben CDU und SPD in Sachsen eine Minderheitsregierung an. In Thüringen kommen die beiden Parteien plus BSW auf 44 von 88 Stimmen. Die Grünen wettern sowohl gegen CDU als auch BSW.


    Quelle: www.globallookpress.com © IMAGO/Max Patzig


    Symbolbild: Robert Habeck und die sächsische Justizministerin Katja Meier bei einer Wahlkampfveranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen zur Landtagswahl in Sachsen im Cineplex Rundkino, Dresden, 30.08.2024


    Die sächsischen Grünen sehen einer möglichen Minderheitsregierung aus CDU und SPD skeptisch entgegen und kritisieren die beiden Parteien ‒ mit denen sie fünf Jahre zusammen in Dresden regierten. Wie der Spiegel am Sonntag berichtet, stellte auf einer Landesversammlung in Chemnitz die noch amtierende Justizministerin Katja Meier eine erneute Wahl von CDU-Chef Michael Kretschmer zum Ministerpräsidenten mit Stimmen der Grünen infrage. Sie wurde ungewohnt deutlich und sagte, falls sich Kretschmer im Dezember zur Wahl stellen sollte, "kann es von uns Bündnisgrünen aus heutiger Sicht nur ein Nein geben".


    "Es geht nicht um mich" – Habecks Einschätzungen zum Aus der Ampel





    "Es geht nicht um mich" – Habecks Einschätzungen zum Aus der Ampel






    Derzeit herrsche in Sachsen "ein einziges Chaos mit unklaren Mehrheiten", sagte Grünen-Landeschefin Christin Furtenbacher. Kretschmer habe eine stabile Regierung preisgegeben – auch aus "Verbohrtheit" gegenüber den Grünen. Nun wollten eine "rückgratlose SPD" und eine CDU, die Schwierigkeiten habe, sich gegen die AfD abzugrenzen, eine Regierung bilden. Dies sei ein "Kurs der Instabilität", sagte Meier.

    Die Grünen seien nicht der "Steigbügelhalter" einer Politik, die nur auf den Machterhalt ausgerichtet sei. Mit Blick auf die geplatzte Ampel in Berlin und das aktuelle Zweierbündnis von SPD und Grünen wirkt das wenig überzeugend. In Dresden würden CDU, SPD und Grüne eine knappe Mehrheit bekommen, daher kann vermutet werden, dass die Grünen gerade besonders lautstark brüllen, um final doch noch an die Dresdner Fleischtöpfe zu kommen.

    In Sachsen könnte sich der Wähler dann auf eine weitere Verfemung der AfD sowie von ihm finanzierte Waffenlieferungen an die Ukraine und jede Menge "Klimaschutzinvestitionen" freuen.

    Einer Minderheitsregierung aus CDU und SPD fehlen in Dresden zu einer Mehrheit zehn Stimmen. Schwarz-Rot will deshalb einen sogenannten Konsultationsmechanismus einführen, mit dem die Opposition – inklusive der AfD – frühzeitig bei Gesetzesvorhaben eingebunden werden soll. Neben der AfD wettern die Grünen ‒ nicht zuletzt auch in Sachsen und Thüringen ‒ seit der Gründung des BSW gegen die Wagenknecht-Partei. In Erfurt stört das allerdings kaum jemanden.

    In Thüringen kommen CDU, BSW und SPD zusammen auf 44 von 88 Sitzen im Landtag. Hier ist die Koalition nicht zwingend auf die AfD angewiesen. Bereits die Enthaltung eines einzigen Abgeordneten der Linken könnte CDU, BSW und SPD zu einer Mehrheit verhelfen, wie die Tagesschau berichtet.


    Koalition in Thüringen: Voigt und Wagenknecht handeln persönlich "Friedensformel" aus




    Koalition in Thüringen: Voigt und Wagenknecht handeln persönlich "Friedensformel" aus






    Eine Zusammenarbeit mit der Linken hat die CDU jedoch in ihrem Grundsatzprogramm lange für unvereinbar gehalten. Im "Kampf gegen rechts" könnte diese ideologische Hürde in Erfurt jetzt aber fallen. So oder so: Neben instabilen Regierungen in Sachsen und Thüringen wird es ab 2025 in beiden Bundesländern massive Einschnitte im sozialen und kulturellen Bereich geben. Drei Jahre fatale Wirtschaftspolitik in Berlin zeigen jetzt in beiden mittelstandsdominierten Freistaaten ihre traurige Wirkung.


    Mehr zum Thema ‒ Sachsen: CDU und SPD wollen jetzt allein koalieren


    CDU-Mitglieder in Sachsen fordern Gespräche mit AfD – Weidel versus Wagenknecht

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    24.11.2024

    Wie Trump China in den wirtschaftlichen Ruin treiben könnte

    freedert.online, 24 Nov. 2024 20:00 Uhr, Von Dmitri Skworzow

    Bereits in den kommenden Monaten könnten China Verluste in Höhe von Hunderten von Milliarden US-Dollar drohen – und das alles wegen eines in den USA eben erst verabschiedeten Dokuments. Nun hängt alles von der Entscheidung der nächsten US-Regierung im Weißen Haus und von Donald Trump persönlich ab. Worum geht es, und wie will Trump China vom US-Markt verdrängen?


    Quelle: Gettyimages.ru © Win McNamee/Getty Images


    Ein spannungsreiches Verhältnis – Trump und China. Auf dem Bild: Donald Trump spricht während eines Wahlkampfstopps in Smithton, Pennsylvania, über die "Bedrohung der US-Landwirtschaft durch das kommunistische China", 23. September 2024



    Die US-amerikanische Kommission zur Überwachung von Wirtschafts- und Sicherheitsbeziehungen zwischen den USA und China (US China economic and security review commission/USCC) hat empfohlen, China den Status der dauerhaften normalen Handelsbeziehungen zu entziehen. Auf diese Weise will sie die von Trump versprochene Einführung von Prohibitiv-Zöllen auf chinesische Waren erleichtern.


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    Dies ist das erste Mal, dass die USCC in ihrem Jahresbericht an den Kongress offen das Ende einer Politik fordert, die in den letzten Jahrzehnten ein Eckpfeiler des wirtschaftlichen Aufstiegs Chinas war. Schon 2022 wurde von der Kommission dem Kongress eine vorübergehende Aussetzung von Chinas Status der dauerhaften normalen Handelsbeziehungen (Permanent Normal Trade Relations/PNTR) vorgeschlagen, sollte der US-Handelsbeauftragte zu dem Schluss kommen, dass Peking seine WTO-Verpflichtungen in Bezug auf den Zugang zu seinem Markt nicht erfülle.

    Als Gegenleistung für die von Peking zugesagte Öffnung seiner Märkte und die Liberalisierung seiner Handelspraktiken vor dem Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) war China im Jahr 2000 vom US-Kongress der Status der dauerhaften normalen Handelsbeziehungen zuerkannt worden. Dieser Status verpflichtet Washington zur Erhebung der gleichen Basiszölle und -privilegien auf chinesische Waren wie auf die Waren der meisten Handelspartnerländer, was den Verpflichtungen der USA im Rahmen der WTO entspricht.

    Im Oktober 2000 schuf der Kongress zudem die USCC, eine unabhängige Kommission aus 12 vom Kongress ernannten Kommissaren. Ihre Aufgabe bestand in der Überwachung der Handels- und Sicherheitsbeziehungen der USA zu China und in der Vorlage von Jahresberichten an die US-Gesetzgeber zu diesem Thema.

    Nach den WTO-Regeln können die USA einem Land Handelsvorteile unter Berufung auf die nationale Sicherheit entziehen. Diese Begründung verwendete die Regierung von Präsident Biden, als sie nach dem Beginn des Ukraine-Konflikts im Februar 2022 Sanktionen gegen Russland verhängte (ohne zu präzisieren, worin genau die Bedrohung der nationalen Sicherheit der USA bestand).


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    Was China anbelangt, so wollen die US-Gesetzgeber ihre eigenen Hände im Voraus frei machen, um Zölle/Sanktionen ohne jegliche Bedingungen oder Fristen verhängen zu können.

    Letzte Woche brachte John Moolenaar, ein US-Republikaner aus Michigan und Vorsitzender des China-Ausschusses des Repräsentantenhauses, einen Gesetzentwurf zur Aufhebung des dauerhaften nationalen Abkommens mit China ein. Er berief sich dabei auf die Einschätzung der US-Handelsbeauftragten Catherine Tai, wonach China weiterhin einen "staatlich gelenkten, nicht marktwirtschaftlichen Ansatz für Wirtschaft und Handel" verfolge, der den Normen und Grundsätzen der WTO zuwiderlaufe. Der Gesetzentwurf wird wahrscheinlich von den US-Republikanern unterstützt werden, zu denen Tom Cotton aus Arkansas und Marco Rubio aus Florida (jetzt Donald Trumps Kandidat für das Amt des Außenministers) gehören, die sich in Trumps erster Amtszeit für die Entziehung des PNTR-Status für China ausgesprochen hatten.

    Auch während Bidens Präsidentschaft übten die Demokraten Druck auf China aus, indem sie die Lieferung von Chips einschränkten und die militärischen Spannungen zwischen den beiden Ländern erhöhten. Das Ziel der Biden-Regierung bestand jedoch letztlich darin, Peking zum Nachgeben zu zwingen und sich für das zu entscheiden, was die USA als Decoupling  (Entkopplung) bezeichnen.

    In der Interpretation Washingtons würde dies die Aufrechterhaltung einer globalen Wirtschaft bedeuten, in der die USA die Entwicklung der chinesischen Hightech-Sektoren einschränken, sodass China sein Geld nur mit der Belieferung der USA mit Konsumgütern verdienen könnte. Gegenüber chinesischen Oligarchen wurde angedeutet, dass für sie wieder "Business as usual" einkehren könnte, wenn sie Xi Jinping in den Griff bekämen und sich aus dem Hightech-Sektor heraushalten würden.


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    Die Position der "Trumpisten" ist eine andere. Sie wollen in erster Linie die industrielle Macht der USA stärken, notfalls auch auf Kosten der Interessen der globalen Finanzkonglomerate und der Existenz einer einheitlichen Weltwirtschaft.

    In diesem Szenario werden chinesische Produkte aus den USA und einigen für die US-Wirtschaftsinteressen wichtigen Ländern verdrängt werden. Ob China andere Ersatzmärkte für den US-Markt findet, interessiert niemanden.

    In ihrem am Dienstag veröffentlichten Bericht begründete die Kommission ihre Empfehlung an den US-Kongress zur Aufhebung des PNTR-Status mit dem Argument, dass dieser "China trotz der Praktiken des Diebstahls geistigen Eigentums und der Marktmanipulation die gleichen Handelsbedingungen wie den US-Verbündeten einräumt." Zu den von der Kommission getroffenen Feststellungen gehört auch die Empfehlung an den US-Kongress, die "De-minimis"-Ausnahme für Waren im Bereich des elektronischen Handels aufzuheben.

    Nach dieser im einschlägigen US-Handelsgesetz verankerten "De-minimis"-Vorschrift dürfen Waren im Wert von weniger als 800 US-Dollar zollfrei und mit weniger behördlicher Aufsicht in die USA eingeführt werden. Die USCC-Experten zitieren Äußerungen von US-Beamten, wonach das von den chinesischen E-Commerce-Unternehmen Shein und Temu genutzte "De-minimis-Hintertürchen" US-Arbeitsplätzen schadet sowie chinesischen Unternehmen die Lieferung illegaler Produkte, einschließlich mit Fentanyl verbundener Materialien, in die USA ermöglichen könnte.

    Die in dem Bericht empfohlene Entziehung des PNTR-Status würde der Trump-Administration die Möglichkeit einer Zollerhöhung auf eine breite Palette chinesischer Produkte verschaffen. Darüber hinaus könnte das Fehlen dieses Status in China jährliche Inspektionen der chinesischen Handelspraktiken auslösen, wie dies vor der Genehmigung des PNTR-Status der Fall war. Laut Jacob Helberg, einem USCC-Kommissar, "würde die Zollerhöhung auf chinesische Industriegüter die Rückkehr der Lieferketten in die USA" bewirken.


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    Unmittelbar nach der Veröffentlichung dieses USCC-Berichts reagierte die chinesische Botschaft in Washington auf die darin enthaltenen Empfehlungen. "Versuche, die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen China und den USA in die Ära des Kalten Krieges zurückzuversetzen, verstoßen gegen die WTO-Regeln und werden den gemeinsamen Interessen beider Länder nur schaden und die Weltwirtschaft unterminieren", sagte Botschaftssprecher Liu Pengyu.

    Im Jahr 2023 betrugen Chinas Exporte in die USA insgesamt 448 Milliarden US-Dollar (im Vergleich zu 505,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2017). Damit liegt China bereits hinter Mexiko (480 Milliarden US-Dollar) und nur noch knapp vor Kanada (429 Milliarden US-Dollar). Die Importe der USA nach China beliefen sich auf 147 Mrd. US-Dollar. Mit dieser Zahl liegt China an dritter Stelle hinter Kanada (352 Mrd. US-Dollar) und Mexiko (323 Mrd. US-Dollar), die Mitglieder des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (North American Free Trade Agreement, NAFTA) sind. Das US-Handelsbilanzdefizit mit China erreichte 2023 einen noch nie dagewesenen Wert von 301 Milliarden US-Dollar und könnte in diesem Jahr um weitere 4,4 Prozent steigen.

    Sollten die von Trump in Aussicht gestellten Zölle in Höhe von 60 Prozent tatsächlich eingeführt werden (und da er den USCC-Vorschlag akzeptiert hat, sollte dies kein Problem darstellen), wird das physische Volumen der in die USA exportierten chinesischen Waren stark zurückgehen. Auch Pekings Handelsüberschuss mit den USA wird sich damit drastisch verringern.

    Selbst bei denjenigen chinesischen Unternehmen, die den US-Markt nicht verlassen, wird die Rentabilität stark zurückgehen. Besonders harte Zeiten werden aber solche Unternehmen erleben, denen der US-Markt praktisch versperrt sein wird. Dies hätte zur Folge, dass einige Unternehmen in Konkurs gehen, eine beträchtliche Anzahl von Mitarbeitern entlassen wird und die Haushaltseinnahmen sinken.

    Eine schnelle Lösung für diese Probleme wird Peking nur sehr schwer finden können. Eventuell können einige der Probleme durch eine Erhöhung der Lieferungen an Drittländer gemildert werden, aber das wird nicht über Nacht geschehen. Wenn diese potenzielle Bedrohung tatsächlich eintritt, stehen China harte Zeiten bevor.

    Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 21. November 2024 zuerst in der Zeitung "Wsgljad" erschienen.


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    24.11.2024

    Neues Beispiel für "Go woke, go broke"? Die jüngste Jaguar-Kampagne erntet massive Kritik

    freedert.online, 24 Nov. 2024 14:13 Uhr

    Das britische Traditionsunternehmen für hochpreisige Automodelle erfährt unerwartete und zugleich gereizte Reaktionen in den sozialen Medien. Des einen Begeisterung ist des anderen Entsetzen, wenn sich Konzerne an den "woken" Zeitgeist der Gegenwart anbiedern.


    Neues Beispiel für "Go woke, go broke"? Die jüngste  Jaguar-Kampagne erntet massive Kritik© Screenshot: Webseite Jaguar


    "Symbol des Wandels" : Die jüngste Kampagne des britischen Traditionsunternehmens aus der Marketingabteilung der Luxusmarke


    Das britische Traditionsunternehmen und der Automobilkonzern Jaguar, der unter diesem weltweit geachteten Markennamen seit 1935 existiert, durchlebt gerade schwierige Zeiten. Besonders kontrovers war die Wahrnehmung des Unternehmens nach dem Beginn der Umsetzung der jüngsten Marketingidee der Werbeabteilung.

    Diese beabsichtigt laut ihrer Webseite, eine "neue Ära" einzuleiten, und zwar nicht nur im Hinblick auf Neuerungen für das seit einhundert Jahren bei Fans geliebten Logos, dem springenden Jaguar, sondern anscheinend auch dem Ziel, eine neue Kundenklientel zu generieren. Die Vorankündigung mehrerer Modernisierungsmaßnahmen im Erscheinungsbild der Marke begann mit einem aktuellen Werbevideo, das in den sozialen Medien umgehend kontrovers diskutiert wurde. Das Motto lautet:

    "Nichts kopieren"

    Laut der eingeblendeten Zitate will die Werbeabteilung zeitnah das "Gewöhnliche beseitigen", was der Abschaffung der traditionellen Werte der Marke Jaguar gleichkommt. Mit "gewöhnlich" ist in der Vorstellung der Verantwortlichen und mehrerer Protagonisten zumeist etwas Gestriges gemeint. Dieses ist oft automatisch negativ konnotiert, da es meist als altbacken und "rechts" interpretiert wird.


    "Go woke, go broke"? – 380.000 Mitglieder traten 2023 aus der Evangelischen Kirche aus





    "Go woke, go broke"? – 380.000 Mitglieder traten 2023 aus der Evangelischen Kirche aus





    Die Kommentierungen der Inhalte und des Konzepts des Videos unter dem Video im Netzwerk X fallen dementsprechend mehrheitlich kritisch bis negativ aus. Das Social-Media-Team von Jaguar reagiert darauf mit dem Einsatz von Phrasen wie "Betrachten Sie dies als eine Absichtserklärung", "Leben heißt, sich zu entwickeln" oder "Wir stellen uns dem Wandel".

    Eine weitere Neuerung der Geschäftsleitung ist die Unterstützung der Auszeichnung "Virgin Atlantic Attitude Award", eines britischen Magazins über "Gay & LGBTQ+"-Neuigkeiten.

    Ein X-Beitrag des Magazins bezeichnet wenig überraschend die neue Jaguar-Kampagne als Erfolgsmodell:

    "Wie Hass und Homophobie die Umbenennung von Jaguar zum Geniestreich machten"

    Santino Pietrosanti, der neue Markendirektor des Traditionsunternehmen, erklärte bei der Award-Verleihung:

    "Bei Jaguar liegen uns unsere Mitarbeiter am Herzen, und wir haben uns verpflichtet, eine vielfältige, integrative und einheitliche Kultur zu fördern, die nicht nur für die Menschen repräsentativ ist, die unsere Produkte verwenden, sondern auch für die Gesellschaft, in der wir alle leben. Eine Kultur, in der unsere Mitarbeiter ihr authentisches Selbst in ihre Arbeit einbringen können."

    Jaimee Michell, Initiatorin und CEO der Organisation Gays Against Groomers, zeigte sich über den Logo-Wechsel ebenfalls äußerst begeistert:

    "So sieht eine Logo-Aktualisierung aus. Wunderschön. Notieren Sie sich das bei Jaguar"

    Kritiker der Kampagne wünschen sich demgegenüber die Rückbesinnung auf das traditionelle Erscheinungsbild von Jaguar.

    Die Unternehmensleitung lässt bereits auf der Webseite von Jaguar die zukünftige Linie des Unternehmens erkennen: "Wir sind nicht an Gewöhnlichem interessiert. Wir wagen etwas. Wir machen nichts nach."

    Ob damit das Traditionsautohaus Gefahr läuft, ebenfalls auf der Liste der "Go woke, go broke"-Unternehmen zu landen, wird das Geschäftsjahr 2025 zeigen.


    Mehr zum Thema - UN-Menschenrechtsexpertin kritisiert "Selbstbestimmungsgesetz" der Bundesregierung


    Screenshot_2024_11_24_at_20_11_10_Neues_Beispiel_f_r_Go_woke_go_broke_Die_j_ngste_Jaguar_Kampagne_erntet_massive_Kritik_RT_DE

    Video https://rumble.com/v5s1quz-jurist-steinhfel-mahnt-habeck-und-wst-wegen-werbung-fr-abmahnfirma-ab.html Dauer 6:55 min


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    Info: https://freedert.online/europa/227005-neues-beispiel-fuer-go-woke


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    24.11.2024

    Pistorius fordert "Kriegstüchtigkeit" von Deutschland

    freedert.online, 24 Nov. 2024 16:47 Uhr

    Deutschland müsse mehr in die eigene "Kriegstüchtigkeit" investieren. Das fordert, wieder einmal, "Verteidigungsminister" Pistorius. Russland habe "längst vollständig auf Kriegswirtschaft umgestellt" und führe gegen Deutschland einen "hybriden Krieg" mit "Desinformation und Fake News".


    Quelle: www.globallookpress.com © Max Maiwald/Keystone Press Agency


    "Kriegstüchtigkeit" jetzt: Boris Pistorius am Sonnabend in Arnsberg


    Der deutsche Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat von Deutschland mehr "Kriegstüchtigkeit" gefordert. Bei einer Veranstaltung der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung in Arnsberg im Sauerland erklärte Pistorius, dass Europa vor einer langanhaltenden Bedrohung stehe.

    Der angebliche "russische Angriffskrieg gegen die Ukraine" sei "längst kein regionaler Krieg mehr", so der SPD-Politiker, der jüngst erklärt hatte, nicht Kanzlerkandidat seiner Partei werden zu wollen. Der russische Präsident Wladimir Putin "hat längst vollständig auf Kriegswirtschaft umgestellt". So produziere Russland in drei Monaten so viele Waffen und Munition wie die gesamte Europäische Union in einem Jahr.


    Nach russischem Raketenangriff: Westliche Medien wollen plötzlich Deeskalation




    Meinung

    Nach russischem Raketenangriff: Westliche Medien wollen plötzlich Deeskalation






    Putin habe, so Pistorius, in einer Rede Ende Oktober von einem "ernsthaften, unversöhnlichen Kampf um eine neue Weltordnung" gesprochen. Im Krieg gegen die Ukraine sehe er sich bereits als Sieger. Zugleich sei "hybride Kriegsführung" mit Desinformation und Fake News voll im Gange. Der Minister weiter:

    "Unsere Sicherheit ist ein fragiles Gut."

    Deutschland müsse mehr Tempo machen und mehr in seine "Kriegstüchtigkeit" investieren, so der Minister. Vor wenigen Tagen erst hatte Pistorius gefordert, wieder eine Wehrerfassung und eine Wehrüberwachung aufzubauen:

    "Wir wissen derzeit nicht, wen wir mobilisieren könnten, wenn morgen der Verteidigungsfall einträte. Und wir haben nur sehr eingeschränkte Informationen über die 800.000 bis 900.000 Männer und Frauen, die Wehrdienst geleistet haben."

    Apropos Desinformation, der dpa-Artikel zum Thema erwähnt als Kontext zu Pistorius' Ausführungen eher allgemein den russischen Einsatz einer Mittelstreckenrakete des neuen Typs Oreschnik gegen einen Rüstungsbetrieb in Dnjepropetrowsk und bewertet diesen als "Abschreckung des Westens", der an einer weiteren Unterstützung der Ukraine gehindert werden solle.

    Verschwiegen wird dem Leser der konkrete Hintergrund dieses Einsatzes, nämlich der vorhergehende Angriff mit US-Raketen und britischen Marschflugkörpern auf russisches Territorium, der ohne aktive Beteiligung der Militärs dieser Länder nicht möglich ist. Deswegen warnte Putin den Westen nach dem Oreschnik-Einsatz noch einmal vor einer direkten Kriegsbeteiligung:

    "Und sollte es zu einer Eskalation aggressiver Handlungen kommen, werden wir genauso entschlossen und spiegelbildlich reagieren. Ich empfehle, dass die herrschenden Eliten der Länder, die Pläne für den Einsatz ihrer Militärkontingente gegen Russland ausbrüten, das ernsthaft in ihre Überlegungen einbeziehen sollten."


    Mehr zum Thema ‒ Putin warnt: Ziele für weitere Tests unserer neuesten Raketen wählen wir nach Bedrohungslage aus


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    24.11.2024

    CDU macht Beschaffung neuer Bundeswehruniformen zum Wahlkampfthema

    freedert.online, 24 Nov. 2024 17:51 Uhr

    Die Bundeswehr plant eine "Modernisierung" der Dienstuniformen ihrer Soldaten und Offiziere. Das Vorhaben soll 825 Millionen Euro kosten. Obwohl noch während der Amtszeit von Ursula von der Leyen (CDU) als Verteidigungsministerin beschlossen, versucht nun ausgerechnet die CDU die "falsche Prioritätensetzung" zum Wahlkampf zu machen.


    Quelle: Gettyimages.ru © Michael Matthey/dpa


    Eine Ehrenformation verlässt am 12. November 2024 nach einem feierlichen Gelöbnis zum 69. Jahrestag der Gründung der Bundeswehr den Platz der Menschenrechte vor dem Neuen Rathaus in Hannover.


    Die CDU hat ein Wahlkampfthema entdeckt: Die Bundeswehr beschafft für 825 Millionen Euro neue Ausgehuniformen für ihre Soldaten und Offiziere. Der entsprechende Haushaltsantrag des Bundesministeriums für Verteidigung ist am Donnerstag im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages eingegangen, wie die Bild am Sonntag (BamS) heute berichtet.


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    Von den 825 Millionen Euro seien 306 Millionen bereits vertraglich gebunden, aber bisher nicht ausgegeben, so der Bericht. Das Ministerium begehrt daher eine Genehmigung des Haushaltsausschusses für die verbleibenden 519 Millionen Euro.

    Obwohl die Pläne für die "Modernisierung der Dienstbekleidung" bereits 2018 – ausgerechnet als die CDU-Politikerin Ursula von der Leyen Verteidigungsministerin war – erstellt und beschlossen wurden, kritisiert nun ausgerechnet die CDU das Vorhaben. Die BamS zitiert den CDU-Haushaltsexperten Ingo Gädechen. Gädechen wirft der Bundesregierung eine "absurde Prioritätensetzung" vor. Die Uniformen würden die Bundeswehr "kein Stück kriegstüchtiger machen". Die "unfassbar große Summe" werfe "viele Fragen auf".

    Um kritischen Stimmen den Wind aus den Segeln zu nehmen, rudert die SPD-Fraktion bereits zurück. Der SPD-Haushaltspolitiker Andreas Schwarz sagte der Zeitung:

    "In Anbetracht der haushalterischen Gesamtsituation gibt es sicherlich Beschaffungen, die eine wesentlich höhere Priorität haben. Die politischen Signale, die mich gerade erreichen, deuten auf eine Verschiebung der Entscheidung in die nächste Legislatur hin."

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    24.11.2024

    Bedrohte Atlantikströmung AMOC

    spiegel.de, 24.11.2024, 14.32 Uhr, Eine Kolumne von Christian Stöcker

    Was, wenn es plötzlich kälter wird?

    Studien mit immer dringlicheren Warnungen zeigen: Die Nordatlantikströmung, die Nordeuropa wärmt, wird schwächer, eine Katastrophe droht. Großbritannien lobt 100 Millionen Euro für Frühwarnsysteme aus. Und was tun wir?


    - ab hier Bezahlschranke -


    Info: https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/klimawandel-bedrohte-nordatlantikstroemung-amoc-was-wenn-es-ploetzlich-kaelter-wird-a-3e848f1d-45ef-4d79-9704-b8402c538abc?sara_ref=re-nl-spiegeldertag1800-2024_11_24


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    24.11.2024

    Stockholms Syndrom

    cynthiachung.substack.com, vom 17 Dez 2022, Cynthia Chung

    Cross-Post von Through A Glas Darkly  (aus den Englischen übersetzt mit beta, unkorrigiert, doppelt vorhanden)


    Seit den jüngsten Bombenanschlägen auf Russland aus der Ukraine mit US-Raketen (und wahrscheinlich die NATO vor Ort) taufen wir gut daran, uns an die Geschichte des Stockholm-Syndroms in Deutschland zu erinnern, so dass wir nicht den gleichen Fehler wiederholen, um unsere Entführer als unsere sehr Retter aus der Tyrannei zu betrachten. - Cynthia Chung

    Screenshot_2024_11_24_at_16_48_20_Stockholms_Syndrom_von_Cynthia_Chung

    Valery Gergiev


    Nein, es gibt eine Grenze für die Macht des Tyrannen! Wenn der Unterdrückte keine Gerechtigkeit findet, Wenn die Last unerträglich wird, appelliert er mit ängstlichem Herzen zum Himmel und bringt von dort seine ewigen Rechte, die dort bleiben, äußerlich sein, unverwüstlich und unzerstörbar als Sterne selbst. Der Urzustand der Natur taucht wieder auf, wo der Mensch seinen Mitmenschen konfrontiert; und wenn alle anderen Mittel seine Not verfehlen werden, bleibt ein letzter Ausweg sein eigenes Schwert. Die Liebsten unserer Güter  können wir verteidigen, von Gewalt. Wir stehen vor unserem Land, wir stehen vor unseren Frauen, vor unseren Kindern!

    Wir wollen eine einzige Gruppe von Brüdern sein, die sich nie in Gefahr oder Not beteiligen. Wir wollen frei sein, wie es unsere Väter waren, und lieber sterben, als in der Sklaverei zu leben. Wir wollen auf den einen höchsten Gott vertrauen und  keine Angst vor menschlicher Macht haben.“

    - „Der Rütli-Eath“, Friedrich Schillers „Wilhelm Tell“

    [Dieser Artikel wurde ursprünglich im März 2022 auf SCF veröffentlicht.]

    Am 1. März wurde Valery Gergiev von seinem Manager fallen gelassen und von seinem Amt als Chefdirektor des Münchner Philharmonischen Orchesters von Münchens Bürgermeister Dieter Reiter entlassen, weil er Russland wegen seiner militärischen Intervention in die Ukraine nicht angeprangert hatte. Gergievs ehemaliger Manager Marcus Felsner erklärte gegenüber The Guardian, dass der russische Dirigent „der größte am Lebenende und ein außergewöhnlicher Mensch mit einem tiefen Sinn für Anstand“ sei, aber er sei nicht in der Lage, „sein langes ausgedrücktes Unterstützung für ein Regime, das zu solchen Verbrechen gekommen ist, öffentlich zu beenden“.

    Die Frage ist, wer der größte Verlierer in all dem? Das heißt, wer wird kulturell den größten Verlust durch die freiwillige Entlassung des „größten am Lebenigen“ erleiden?

    Kein anständiger Mensch sehnt sich nach Krieg. Der Krieg wurde historisch als Waffe, das Werkzeug des Tyrannen, erkannt. Einem Volk, einer Zivilisation und der Gefahr ihrer Zerstörung, Gewalt zu drohen, wird zu Recht als Ambitionen eines Verrückten angesehen, nur um einen vorübergehenden und prekären Thron an sich zu sorgsieren.

    Die Frage ist, zu wessen verrückte Ambitionen und Kriegsentwirrungen wir als globale Bevölkerung als Geisel gehalten haben? Das ist, wer ist der Tyrant? Und wer sind die Freiheitsaufträger, die ein Recht haben, „der Gewalt zu verteidigen“ durch ihr „eigenes gutes Schwert“ zu verteidigen?

    Viele von Ihnen fragen sich vielleicht, was der „Rütli-Eath“ ist und wer Friedrich Schiller?

    Nun, genau das ist der Punkt. Wenn Sie es nicht wissen, wurden Sie etwas beraubt und es wurde bewusst getan, damit Sie es nicht wissen sollten, oder sich an solche Dinge erinnern. Eine Bürgerschaft, die frei sein will und "eher sterben als in der Sklaverei leben" und „nie Angst vor menschlicher Macht haben“, ist sicherlich nicht akzeptabel, dass Kinder, geschweige denn für Erwachsene, in einer Welt, in der wir kein Recht haben, zu wählen, was die Zukunft innehat.

    Schiller ist in vielerlei Hinsicht der vergessene Shakespeare Deutschlands.

    Heute hören wir immer noch den häufig erwähnten Namen Goethes, aber selten hören wir den Namen seines lieben Freundes, Mitarbeiters und in vielerlei Hinsicht Mentor Friedrich Schiller.


    Das Goethe- und Schillerdenkmal vor dem Nationaltheater Weimar (1857)



    Goethe und Schiller wurden im 19. Jahrhundert als die beiden am meisten verehrten Persönlichkeiten der deutschen Literatur anerkannt. Beide Männer lebten in der Stadt Weimar in Mitteldeutschland und waren die wegweisende Figuren der Literaturbewegung, die als Weimarer Klassizismus bekannt ist.

    Der Weimarer Klassizismus war im Gegensatz zu dem, was Wikipedia glauben machen möchte, nie ein neuer Humanismus, der aus den Ideen der Romantik hervorging.

    Tatsächlich waren es die Mythologien der Romantik, die eine Form des Kulturkrieges gegen die deutschen Klassiker ins Leben riefen. Von Nietzsche bis Wagner, der „romantischen“ Protestbewegung der Jugendbewegung, bis zum romantischen Kulturstrafismus und Existenzialismus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, die als „Lost Generation“ bekannt ist, waren alle diese Wellen des „Gedankens“ im Wesentlichen Teil derselben ununterbrochenen Tradition, die dem deutschen Klassizismus zuwiderlief, da es Deutschland war, das zu einem Genie des Genies wurde.

    All diese sogenannten „romantischen“ Bewegungen förderten Formen des „heroischen Nihilismus“, wie sie bei Personen wie Ernst Jünger, Oswald Spengler, Arthur Moeller van den Brück und anderen zu sehen waren, die das ideologische Umfeld der Nazis mitgestalteten.

    Der Angriff auf den Weimarer Klassizismus begann mit dem Wiener Kongress (1814-1815). Viele Historiker erkennen in der Tat an, dass der Wiener Kongress, der für die unmenschliche Schnitzerei Europas nach den Napoleonischen Kriegen verantwortlich war, weitgehend für den politischen Anschnörer verantwortlich war, der ein Jahrhundert später zum Ersten Weltkrieg führte.

    Die Carlsbad-Erlassen wurden 1819 vom Deutschen Bund als Ableger der Vision für Europa im Sinne des Wiener Kongresses verabschiedet, der die Herrschaft des Reiches und der Monarchie aufrechterhalten. Sie begründete die akademischen und drängenden Freiheiten stark und richtete eine Bundeskommission ein, um alle Anzeichen politischer Unruhen in den Bundesländern zu untersuchen. Dies war eine Reaktion auf die Welle des Republikanismus, die nach dem Erfolg der amerikanischen Revolution gegen die britische Monarchie in ganz Europa fegte. So sahen die Organisatoren des Wiener Kongresses diesen Geist des Republikanismus als eine Form der revolutionären Volksverhetzung, die um jeden Preis an ihrer kulturellen Wurzel zerschlagen werden musste.


    Was ist Weimarer Klassizismus?

    Die „Weimar-Klassische“ Periode, die um 1772 begann, wurde nach dem Ort benannt, an dem viele der führenden Denker zu dieser Zeit lebten, wie unter anderem Goethe, Schiller, Wilhelm und Alexander von Humboldt, [die Humboldt-Bildungsreformen wurden unter den Carlsbad-Erlassen stark angegriffen und viele der besten Lehrer Deutschlands wanderten in die Vereinigten Staaten ab.

    Die Weimarer Klassik wurde durch einen revolutionären Geist für Kreativität in Literatur und Kultur geprägt. Es ging nicht nur darum, neu zu erschaffen, sondern auch darum, auf den reichsten klassischen Traditionen der Vergangenheit aufzubauen und wurde sehr vom griechischen Klassizismus beeinflusst.

    Goethe (1749-1832) und Schiller (1759-1805) wurden die Führer der literarischen Dimension dieser Bewegung. Goethe wurde 1791 zum Direktor des Weimarer Theaters ernannt, und in dieser Zeit wurden Schillers epische Dramen wie „Die Wallenstein-Trilogie“, „Die Maid von Orleans“ (über Jeanne d'Arc), „Maria Stuart“ und „Wilhelm Tell“ auf der Bühne uraufgeführt.

    Schiller, der während seiner Zeit und darüber hinaus als Dichter der Freiheit bekannt war, schrieb "Wilhelm Tell" im Jahre 1804. Es gilt bis heute als Meisterwerk und wird von vielen in Deutschland und der Schweiz besonders geliebt. Es ist eine Geschichte davon, wie Tyrannei und Imperium von einem Volk besiegt wurden, das ihre Würde und Freiheit verteidigte und verteidigte.

    Die Volksgeschichte spielt in der Schweiz des 14. Jahrhunderts während der Habsburger Herrschaft des österreichischen Reiches. Nach historischen Aufzeichnungen, auf die im Weißbuch Sarnen, das 1474 als Sammlung mittelalterlicher Manuskripte geschrieben wurde, erwähnt wurde, war der Rütli-Oath eine Verschwörung zum Sturz der Habsburger-Tyrannei und war es, was die Burgenbruch-Rebellion ins Leben rief. Unter den Namen, die in der mittelalterlichen Handschrift erwähnt werden, ist der des Helden Wilhelm Tell.

    Diese kleine Gruppe von Schweizern aus nur drei Kantonen (Städten) zu der Zeit, die auf 26 Kantone anwuchs, widersetzte sich der tyrannischen Herrschaft des österreichischen Reiches und bildete den Heveltic-Konföderation. Der Rütli-Ato ist die erste Unabhängigkeitserklärung der Schweiz.

    Deutschland während der Zeit Schillers Schreiben "Wilhelm Tell" war keine souveräne Nation, sondern wurde zwischen der österreichischen Habsburgermonarchie und dem Königreich Preußen regiert. Nach der napoleonischen Ära gründete der Wiener Kongress den Deutschen Bund (als Ersatz für das Heilige Römische Reich), der lose aus 39 Staaten besteht. Der Kaiser von Österreich hatte die ständige „Vorsitz“ dieses Deutschen Bundes bis zum Sieben-Wochen-Krieg zwischen dem Königreich Preußen und dem österreichischen Kaiser 1866 inne. Preußen gewann und übernahm das „inhärente Recht“, die deutschen Länder zu regieren.

    Die Auswirkungen von Schillers umstrittener historischer Einstellung für sein episches Drama „Wilhelm Tell“ in seinem Leben und darüber hinaus sollten also nicht unbemerkt bleiben. Schiller hatte sich entschieden, diese Zeit in der Geschichte zu betonen, sehr ähnlich dem, was Shakespeare als Lektion für die Menschen seiner Zeit getan hatte, dass sich niemand der Torheit und Laune eines Tyrannen unterwerfen sollte. Schiller wiederum definierte den Geist, der erforderlich wäre, um sich den Bindungen des Imperiums und der imperialen Herrschaft zu widersetzen. Aus diesem Grund gehört „Wilhelm Tell“ zu den beliebtesten Dramas Schillers.

    Es ist kein Zufall, dass Beethoven (1770-1827) ein Gedicht Schillers wählen würde, „Ode an die Freude“, um sein eigenes Lebenswerk in seiner 9. Sinfonie zu gipfeln.

    Beethoven war auch für den Republikanismus und seine 9. Sinfonie ist eindeutig ein Aufruf an die Stimme des Volkes, sich über die Erkenntnis zu freuen, dass alle Menschen Brüder sind und dass die ganze Menschheit dazu bestimmt war, in Harmonie und Frieden zu leben. Ode to Joy trug ursprünglich den Titel „Ode to Freedom“ von Schiller. Alexander Thayer schrieb in seiner Beethoven-Biografie: „Der Gedanke liegt nahe, dass es die frühe Form des Gedichts war, als es noch eine "Ode an die Freiheit" (nicht zur "Joe") war, die zuerst in Beethovens Geiste begeisterte Bewunderung erregte.“


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    Video https://youtu.be/X6s6YKlTpfw  Dauer 17:40 min


    Das war der Geist, der durch die Karlsbader Dekrete und die romantische Bewegung angegriffen wurde, wie Richard Wagner (1813-1883) und Friedrich Nietzsche (1844-1900) verkörperte.

    Es ist auch kein Zufall, dass Wagner Adolf Hitlers Lieblingskomponist war. Sie mögen das für Wagner für unfair halten, aber es ist dennoch sehr relevant.

    Hollywood-Filme projizieren seit langem die Idee, dass eine tiefe Würdigung klassischer Musik mit Nazis oder Psychopathen verbunden ist, vor allem, wenn es um die Musik von Johannes Sebastian Bach (1685-1750) geht.

    Neben unzähligen Filmszenen von SS-Offiziern, die klassische Musik auf ihren Grammys spielen, bevor sie etwas absendes tun, gibt es auch Szenen wie diese in Schindlers Liste, wo Bachs Prelude aus der englischen Suite Nr. 2 wird gespielt, während schreckliche Gewalttaten von Nazis durchgeführt werden.

    Wir sehen dies auch in Hannibal Lecters Liebe zu Bachs Goldberg-Variationen zusammen mit Szenen des Kannibalismus, die im Original und im Remake der TV-Serie von 2013 zu sehen sind. Und wieder in Stanley Kubricks Uhrwerks Orange, wo Beethovens 9. Sinfonie während der brainwashing scene„Gehirnwäscheszene“ mit Nazi-Referenzen und Symbolik gespielt wird, und in einer anderen Szene, in der der Protagonist gewalttätige Visionen und Fantasien hat.

    Die Kombination klassischer Musik mit Nazis und Psychopathen ist kein Zufall. Es ist Teil des anhaltenden Kulturkrieges gegen den Weimarer Klassizismus und den Klassizismus im Allgemeinen als etwas wie Totalitarismus. Während es in der Tat das Gegenteil war. Der Totalitarismus betrachtete den Weimarer Klassizismus mit seiner revolutionären Freiheitsverwandtschaft für das Volk als tödliche Bedrohung seiner Existenz.

    Hitler machte bekannt, wer zu seinen Favoriten zählte, darunter „germanische“ Komponisten wie Wagner und Anton Bruckner, die beide Vorbilder der Romantik waren. Während der Nazi-Herrschaft wurden strenge Zensur und kulturelle Kontrollen durchgesetzt, um das aufrecht zu erhalten, was Hitler als eine starke germanische Identität identifizierte, die stark von Künstlern der Romantik beeinflusst wurde.

    Der legendäre und hochbegabte deutsche Dirigent Wilhelm Furtwängler (1886-1954), sticht in dieser Zeit der schweren Zensur hervor. Er weigerte sich nicht nur, Nazi-Hhäftling zu werden, sondern die Gestapo war sich auch bewusst, dass er Juden Hilfe leistete und während seiner Konzerte außerhalb Deutschlands einen Großteil seines Gehalts an deutsche Emigranten vergab. (1) Georg Gerullis, Direktor des Kulturministeriums, bemerkte in einem Brief an Goebbels: „Können Sie mich einen Juden nennen, in dessen Namen Furtwängler nicht eingegriffen hat?“ (2)

    Furtwängler war von 1922 bis 1945 Chefdirigent der Berliner Philharmoniker. 1934 bezeichnete Furtwängler Hitler öffentlich als „Feind der Menschheit“ und die politische Situation in Deutschland als „Schweinerei“ (was wörtlich Winschnesse bedeutet). (3)

    1933 traf sich Furtwängler mit Hitler, um die antisemitische Politik im Bereich der Musik zu stoppen. Berta Geissmar, eine enge Mitarbeiterin von Furtwängler, schrieb: „Als Publikum sagte er mir, dass er nun wisse, was hinter Hitlers engstirnigen Maßnahmen stecke. Das ist nicht nur Antisemitismus, sondern die Ablehnung jeder Form von künstlerischem, philosophischem Denken, der Ablehnung jeder Form freier Kultur.....“ (4)

    So viele Jahre später wäre Furtwängler ein wichtiges Ziel für die Zerstörung durch die neue von der CIA betriebene kulturelle Hexenjagd, die als Congress for Cultural Freedom (der neue Kongress Wiens) bekannt ist, der 1949 gegründet wurde, um einen postmodernen Angriff auf die deutsche klassische Kultur zu starten.

    Furtwängler schrieb 1935 in seinem Tagebuch, dass es einen völligen Widerspruch zwischen der Rassenideologie der Nazis und der wahren deutschen Kultur gebe, dem Schillers, Goethes und Beethovens. (5) Er fügte 1936 hinzu: „Heutzu Tage zu leben ist mehr denn je eine Frage des Mutes“. (6)

    Diese Frage des Mutes wird bestimmen, was die zukünftige Kultur Deutschlands diktieren wird. Würden Kultur und Kunst letztlich nach den Maßstäben der Wahrheit, Schönheit und Güte beurteilt werden? Oder würden solche Dinge in der Erde begraben und vergessen, als das, was sowohl Schillers Werken als auch seinem mysteriösen und abrupten Tod im Jahre 1805 weitgehend geschah, der dazu führte, dass sein Leichnam vor einer ordnungsgemäßen Trauerfeier in ein Massengrab geworfen wurde?

    [Für mehr zu dieser Geschichte, siehe Irene Eckerts' schönes Papier „ Schiller gegen den Kongress für kulturelle Freiheit“.]


    Eine Ode an die "Perle der Wüste": die antike Stadt Palmyra

    Palmyra ist eine antike Stadt in Syrien, die bis ins zweite Jahrtausend v. Chr. zurückreicht. Sie wuchs an Wohlstand von den Handelsrouten entlang der Seidenstraße. Dieser Reichtum ermöglichte den Bau monumentaler Projekte wie der Großen Kolonnade, des Tempels von Bel und der Turmgräber. Die griechisch-römische Kultur beeinflusste die Kultur von Palmyra, die wiederum unverwechselbare Architektur hervorbrachte, die östliche und westliche Traditionen vereinte. Palmyra gilt als eine der wichtigsten historischen Stätten Westasiens.

    Syrien liegt in der Wiege der Zivilisation. Aus diesem Grund ist es ungeheuer reich an einer Vielfalt von Kulturen, Religionen und Denkschulen. Es hat viele antike Städte, viele alte Erinnerungen.

    Im Jahr 2015 besetzte der Islamische Staat Irak und die Levante (ISIL) die Stadt Palmyra und begann mit Hinrichtungen von Geiseln innerhalb des Amphitheaters. Sie zündten auch Sprengstoffe, die den ikonischen Baalshamin-Tempel unter anderen alten architektonischen Schätzen zerstörten.


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    Da die antike Stadt über einen Zeitraum von zwei Jahren zerstört wurde, verwendete der Westen IS-Fotos, um ihre Nachrichtenbewertungen als Clickbait zu steigern. Es sollte auch nicht unerwungen sein, dass insbesondere die Vereinigten Staaten, aber mehrere westliche Länder insgesamt für die Unterstützung des Terrorismus in Westasien verantwortlich waren.

    Der IS war mit seiner Absicht klar, sie griffen nicht nur jemanden an, der nicht in ihre Vorstellung passte, wie sie dachten, dass eine muslimische Welt aussehen sollte, und griffen sowohl Muslime als auch Nicht-Muslime an, die nicht in diese enge und barbarische Sichtweise passten. Sie griffen auch die Geschichte der ganzen Zivilisation selbst an. Denn in ihren Augen war es die ganze Zivilisation, die schuld war und vom Ant Angesicht der Erde abgewischt werden musste, damit die neue Welt neu gebaut werden konnte. Der IS, obwohl sehr ein Krieg gegen das Volk, war letztlich ein Krieg gegen ganze Zivilisationen und ihre alten Kulturen.

    Während dieser Tragödie, wie bei unzähligen anderen, war der Westen weitgehend unberührt. Am 2. März 2017 gelang es der syrischen Armee, zusammen mit der Unterstützung des russischen Militärs, Palmyra zurückzunehmen.

    Während der ISIL-Besatzung waren umfangreiche Schäden angerichtet worden, und ein Großteil der Ruinen von Palmyra ist für immer verloren gegangen. Es gab auch die schmerzhafte Erinnerung, die jetzt mit der antiken Stadt, der von Tod und Terror verbunden war, für öffentliche Hinrichtungen wurden zwei Jahre lang im Amphitheater gezeigt, einschließlich der von Khaled al-Assad, der Direktor für Altertümer war und tagelang gefoltert wurde, um Informationen über versteckte Artefakte zu erhalten.

    Es schien, als ob die Erinnerung an Palmyra mit dieser Tragödie für viele Generationen befleckt sein würde. Der IS mag gegangen sein, aber sein Geist des Terrors und der Zerstörung blieb.

    Die Antwort auf diese Zerstörung war eine der schönsten Demonstrationen von Mut und Würde, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Und natürlich haben viele im Westen wahrscheinlich noch nie davon gehört oder ihre Stärke und Größe angesichts dessen verstanden, was in Westasien geschah.

    Als Reaktion auf den Versuch, die ganze Erinnerung an die Zivilisation zu löschen, das Mariinsky Sinfonieorchester aus St. Petersburg reiste zum römischen Theater von Palmyra und trat für ein Publikum aus dem syrischen Volk und einigen westlichen Würdenträgern auf. Das Datum des Konzerts fiel mit der Übergabe der Überreste des Offiziers der Spezialeinheiten Aleksander Prokhorenko zusammen, der nach dem Auftrag eines Luftangriffs auf eigene Position starb, nachdem er von IS-Kämpfern umzingelt worden war.

    Das Konzert "Gegen für Palmyra" wurde von keinem Gere außer Valery Gergiev geleitet, und das erste Stück, das von Maestro Gergiev ausgewählt wurde, war Bachs Chaconne-Stück, gespielt von Pavel Mulyukov.


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    Video https://odysee.com/@SputnikInternational:c/pray-for-palmyra-russian-maestro-2:4 Dauer 34:21 min


    [Seit der Besichtigung des Pray for Palmyra Konzerts ist in einigen Ländern verboten. Lesen Sie Hilary Hahns schöne Aufführung von Bachs Chaconne-Stück, wenn Sie die obige Aufnahme des Palmyra-Konzerts nicht sehen können.]


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    Video https://youtu.be/ngjEVKxQCWs Dauer 17:49 min


    Für jeden, der diese Aufführung nicht gesehen hat, ist es wirklich ein Muss. Es spricht sowohl für den Schmerz als auch die Trauer einer solch schrecklichen Tragödie. Aber es spricht auch für Hoffnung und Optimismus, für Schönheit und Stärke. Es gab keine Worte, die auf das, was in Palmyra geschah, es war nur durch die Schönheit der Musik des deutschen Klassikers Bach, die sowohl das Maß an Schmerz und Verzweiflung als auch die Unsterblichkeit der Seele und die Heiligkeit des Individuums anerkennend genug waren. Dass unabhängig von Gemestrich und Chaos das Ausmaß des Gemees und Chaos war, konnte es niemals die Heiligkeit des menschlichen Lebens ausrotten.

    Diese schöne Botschaft war eine russische Initiative, und wir sollten alle Russland dafür danken, dass es uns daran erinnert hat.


    München feuert „der größte am Lebende Dirigent“

    Valery Gergiev, der ab September 2015 Chefdirigent der Münchner Philharmoniker war, wurde am 1. März 2022 gefeuert, weil er sich weigerte, Präsident Wladimir Putin und Russlands Intervention in der Ukraine anzuprangern. Das heißt, Maestro Gergiev wurde für das gefeuert, was er nicht sagen würde, und nicht für das, was er sagte.

    Außerdem wurde der 20-jährige Pianist Alexander Malofeev, der im August ein Konzert in Vancouver spielen sollte, auf unbestimmte Zeit „vertagt“. Wozu? Denn Malofeev ist Russe. So einfach ist das.

    Leila Getz, künstlerische Leiterin der Vancouver Recital Society, war der Meinung, dass die Ausrichtung eines russischen Künstlers Vancouvers auf Vancouvers große ukrainische kanadische Gemeinschaft auswirken könnte. In diesem Fall war es nicht einmal wichtig, ob Malofeev bereit war, Russlands Intervention öffentlich zu kritisieren.

    Anna Netrebko, eine berühmte russische Opernsängerin, wurde von ihrem zukünftigen Auftritt an der New Yorker Metropolitan Opera zurückgezogen, weil sie sich weigerte, Präsident Putin zu denunziert, obwohl sie den Krieg öffentlich anprangerte. In dieser neuen McCarthy-Atmosphäre war das nicht genug. Der General Manager der Met, Peter Gelb, räumte ein, dass Netrebko „einer der größten Sänger der Met-Geschichte ist...“

    Diese Säuberung russischer Künstler in der Musikdomäne fällt auch mit der Verergung der 15-jährigen russischen Skaterin Kamilia Valieva während der Olympischen Spiele 2022 zusammen. Valieva wurde nach dem verdächtigen und unprofessionellen Umgang mit Details rund um mögliches Doping verunglimpft, was eine sorgfältig abgestagte Einrichtung war, um die relative Gesamtwertung des Eiskunstläufers zu manipulieren. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) haben ihre eigenen Regeln und Richtlinien präzisieren, um Valieva grundlos zu ächten und zu verunglimpfen.

    Valeria Nollan und Alexandra G. Kostina schreibt in ihrem Artikel „Hat der Westen seine Seele und Gefühle für Schönheit und Fairness?“ ::

    „Denn für die neidischen Eliten ist es genau die jenseitige Schönheit und Unschuld von Valieva, vor allem, wenn sie mit dem Russen verbunden sind, die zerstört werden müssen. [Finnian] Cunningham bemerkt: "So eine Schönheit konnte nicht toleriert werden, weil sie die US-Medienkampagne zerstört hat, um Russland sonst zu dämonisieren und Feindschaft gegenüber dieser Nation zu vermitteln." Sie verabscheuen das Russen, das schiere Freude und Freiheit von ihrer Kontrolle aus manifestiert und gleichzeitig die Kultur beneidet, die so fruchtbaren Boden für die Schönheit bieten könnte. Wie, sagen sie, kann eine Nation von Barbaren und Untermenschen so prächtige Blüten wachsen? Letztendlich wollen sie das „fremde“ Land verbannen, das es wagt, sie an das zu erinnern, was sie verloren haben - die Gefühle für Schönheit und Unschuld. Weil Schönheit sowohl eine ästhetische als auch eine spirituelle Kategorie ist, in der die Wahrnehmung von etwas außerhalb des Selbst den Menschen wiederbeleben kann, umfasst sie auch Gefühle für die Heimat, ihre Flagge und ihre Nationalhymne. Vielleicht ist dieses Abreißen dieser Quellen des Stolzes und der Inspiration für russische Olympia-Athleten Teil der sorgfältig kuratierten Demütigung, die Russland aufgrund zweifelhmender Dopingvorwürfe auferlegt wurde, sowohl individuell als auch institutionell.“

    Obwohl ein Großteil der Hexenjagd gegen russische Künstler, Künstler der Schönheit und des Optimismus, eindeutig ein Angriff auf die russische Kultur ist, wo jetzt sogar russische Kunst der Zensur ausgesetzt sein wird, nur weil sie Russisch ist, mit dem Ziel, Scham und Demütigung zu verursachen, nur Russisch zu sein. Der Verlust ist nicht einseitig und der größte Verlierer in all dem wird nicht das russische Volk sein.

    Wie im historischen Fall Deutschlands zu sehen ist, wird jeder Künstler, der ein Vehikel für Schönheit und Optimismus ist, als Bedrohung für den Status quo innerhalb eines Systems des Imperiums angesehen. Denn es ist Schönheit und Optimismus, die es einem Volk, einer Kultur, den Mut zu finden, sich den Fesseln der Zensoren zu widersetzen und es zu wagen, für die Freiheit zu kämpfen. Denn wenn man die Heiligkeit erkennt, die in jedem menschlichen Leben liegt, wird die unnatürliche Knechtschaft und Demütigung dieses Lebens unerträglich. Wenn also ein Volk, eine Kultur, lieber sterben würde, um für diese Freiheit vom Imperium zu kämpfen, als ein Leben der Plackerei zu leben, für immer der Diener eines anderen; das ist offensichtlich für den Status quo unhaltbar, und ein Reich wird immer versuchen, einen solchen Geist zu zerschlagen.

    Daher ist jede Kultur, jede Kunst, die eine solche Idee darstellt, eine Bedrohung für das westliche System unserer Gegenwart.

    Das sieht man deutlich mit dem Angriff auf alles, was von der Frankfurter Schule (7) und dem Kongress für Kulturfreiheit als „klassiisch“ angesehen wird. Die Entfernung dieser russischen Künstler wird nicht nur als Angriff auf das russische Volk und die russische Kultur durchgeführt, es ist ein Angriff auf uns alle, denn es raubt uns all die Schönheit und den Optimismus, die wir brauchen, um für wahre politische Freiheit zu kämpfen.

    Wenn wir glauben wollen, dass die Russen von Natur aus schurkisch schurkisch sind, kann man nicht länger tolerieren, dass hohe Standards der russischen Kunst der Welt gezeigt werden dürfen, denn sie würde in krassem und erhabenem Widerspruch zu dem stehen, was die Zensoren uns glauben machen wollen. Das vielleicht erinnern sich die Russen an etwas, das wir hier im Westen vergessen haben, aber einmal wussten.

    Als Maestro Gergiev von den Münchner Philharmonikern gefeuert wurde, weil er sich weigerte, Präsident Putin zu denunziert, sagte sein Manager Marcus Felsner in einer Erklärung gegenüber The Guardian, dass es „der traurigste Tag meines Berufslebens“ sei, Maestro Gergiev fallen zu lassen. Er nannte Maestro Gergiev „den größten am Lebenigen und außergewöhnliche Mensch mit einem tiefen Sinn für Anstand“, und doch reichte dies anscheinend nicht aus. Wenn man nicht mit den Zensoren zusammen ist, ist man gegen die Zensoren, und ein mächtiger Influencer von Schönheit und Optimismus wie Maestro Gergiev musste also aus ihrem Land verbannt werden.

    Wer lockert wirklich von einer solchen Verbannung?

    Vielleicht tun sich das deutsche Volk gut daran, sich an den Angriff zu erinnern, der an seinen eigenen klassischen Kultur anfing, die zu den größten der Welt gehörte. Auch das deutsche Volk würde sich gut daran erinnern, dass sein Land nie wirklich souverän war; wieder einmal durch den Versailler Vertrag in Stücke geschnitten, der zur Verkrüppelung der deutschen Industrie und zum langsamen Hungertod des deutschen Volkes führte.

    Am wichtigsten ist jedoch, dass die Deutschen sich gut daran erinnern würden, dass es nie ihre Wahl war, der NATO beizutreten, sondern dass Westdeutschland von 1945 bis 1955 ein von Großbritannien, den USA und Frankreich besetztes Land war. Und dass diese direkte Besetzung erst endete, nachdem Westdeutschland 1955 dem NATO-Beitritt zugestimmt hatte. Es war nie die Wahl Deutschlands, sondern ein Angebot für ein Stück, ein Krümel „Freiheit“.

    „Unabhängigkeit“ an der kurzen Leine.

    Die Besetzung endete jedoch nie wirklich, und Deutschland in seiner ganzen Geschichte war nie wirklich frei.

    Es ist an der Zeit, dass Deutschland sich von seinem Stockholm-Syndrom befreit, denn es ist ihr eigenes klassisches Kulturerbe, das Gefahr läuft, vollständig ausgelöscht zu werden.


    Cynthia Chung ist Präsidentin der Rising Tide Foundation und Autorin der Bücher „The Shaping of a World Religion “ & „The Empire onhich the Black Sun Never Set“ erwägen, ihre Arbeit zu unterstützen, indem sie eine Spende macht und ihre Substack-Seite Through A Glass Darkly abonniert.

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    Fußnoten:

    (1) Prieberg, Fred K. (1991). Kraftprozess: Wilhelm Furtwängler und Drittes Reich. Quartett Bücher.
    (2) Ibid.
    (3) L’atelier du Ma'tre“, Artikel von Philippe Jacquard
    (4) Geissmar, Berta (1944). Der Baton und der Jackboot: Erinnerungen an das Musikleben. London und Edinburgh: Morrison und Gibb ltd.
    (5) Wilhelm Furtwängler (trad. Ursula Wetzel, Jean-Jacques Rapin, préf. Pierre Brunel), Carnets 1924-1954 : suivis d’'crits fragmentaires, Genf, éditions Georg, 1995, S. 39.
    (6) Wilhelm Furtwängler (Trag. Ursula Wetzel, Jean-Jacques Rapin, préf. Pierre Brunel), Carnets 1924-1954 : suivis d’'crits fragmentaires, Genf, éditions Georg, 1995, S. 11.
    (7) Während viele erkannt haben, dass die Fäulnis innerhalb des westlichen Bildungssystems mit dem Wachstum der Critical Race Theory verbunden ist, haben nur wenige erkannt, dass die Schule, die diese perverse Analyse der Soziologie und Geschichte hervorgebracht hat, in einer Gruppe namens Frankfurter Schule gefunden wird, die aus einem kranken Netzwerk marxistischer Akademiker in Frankfurt hervorging, die sich aus der Gesellschaft herausstellten.des Faschismus. Mit einer Mischung aus Freudschen und marxistischen Theorien, die auf Soziologie angewendet wurden, prägten diese nihilistischen Reformer den gesamten Kongress für Kulturfreiheit, förderten den Relativismus und zerstörten die klassischen humanistischen Grundlagen in der Bildung, die früher die westliche Schulbildung regiert hatten, indem sie das Studium der Klassiker zu veralteten „toten weißen europäischen Männern“ verbannten.

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    24.11.2024

    Bremer Friedensforum - Newsletter 2024-11-23

    aus e-mail von  newsletter bremerfriedensforum, 24. November 2024, 6:33 Uhr


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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

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