"kriegstüchtig", revanchistisch und nazistisch
aus e-mail von Doris Pumphrey, 18. August 2024, 12:32 Uhr
(…) So könnt ihr in Deutschland natürlich die späte Geburt des
Revanchismus akzeptieren. Aber wir in Russland – und das sollte man
nicht vergessen – können diese giftige Gebärmaschine noch einmal
zerstören. Und zwar so oft wie nötig. Nicht, weil wir Angst vor euch
haben. Sondern weil dies unsere Pflicht ist vor dem Andenken derer, die
einen kolossalen Preis gezahlt haben, damit wir, unsere Kinder und unser
Land leben können.
_RT DE 17.8.2024
_*"Kriegstüchtig", revanchistisch und nazistisch:
Berlin fällt in altbekannte Muster zurück
*Bezeichnenderweise unter einer sozialdemokratisch geführten
Bundesregierung und einem SPD-"Verteidigungsminister" revidiert die
Bundeswehr ihr offizielles Traditionsverständnis. Was jahrzehntelang in
der BRD beschwiegen wurde, wird nun salonfähig gemacht: die
faschistischen Wurzeln der Bundeswehr. Ungeachtet des aktuellen
Rückziehers registriert man in Moskau diese Entwicklung auch weiterhin
sehr genau.
/Redaktionelle Vorbemerkung:
Der nachstehende Kommentar zu den jüngsten geschichtsrevisionistischen
Bemühungen der Bundeswehr hat sich durch die Rücknahme der "Ergänzenden
Hinweise" zum Traditionserlass leider nicht erledigt. Die
Rehabilitierungsbestrebungen gehen weiter. Daher dokumentieren wir diese
russische Perspektive auf die aktuelle Entwicklung in Deutschland./
/Von Jelena Karajewa/
Wie die Öffentlichkeit erfahren durfte, führte eine späte
Schwangerschaft schließlich doch noch zur Entbindung: und zwar vom
Revanchismus.
Ein Sprecher der Bundeswehr sagte auf einer Pressekonferenz, dass
"Deutschland nun gleichberechtigt mit den Teilnehmern am Widerstand
gegen das NS-Regime das Andenken an einige Wehrmachtsangehörige ehren
wird, die nach dem Untergang des Dritten Reiches 'am Aufbau der neuen
Armee der BRD mitgewirkt und sich offen von ihrer Vergangenheit
distanziert haben.'"
Der Anfang des Satzes von Arne Collatz ist ein Standard-Wortsalat, der
diejenigen, die das rasche Anwachsen revanchistischer Tendenzen
ignorieren wollen, in die Irre führen soll. Aber es lohnt sich, beim
letzten Satz zu verweilen. Um zu verstehen, wer genau "am Aufbau einer
neuen Armee der BRD" beteiligt war, zumal mindestens zwei
Persönlichkeiten genannt werden. Es geht um Konteradmiral Erich Topp.
Und den Piloten Oberst Erich Hartmann. Er war Mitglied der NSDAP (nach
Hitlers Machtübernahme war es unmöglich, ohne Parteibuch einen
Pilotenschein zu erhalten) und Träger des höchsten Ordens des
nationalsozialistischen Deutschlands – des Ritterkreuzes des Eisernen
Kreuzes.
Hartmann tötete russische Piloten, britische Piloten und amerikanische
Piloten. Nach Kriegsende wurde er, nachdem er von den Amerikanern
gefangen genommen worden war, an das sowjetische Kommando übergeben.
Obwohl er große Angst hatte, von der Roten Armee gefangen genommen zu
werden (wenn man die Situation umdreht, wurden unsere Flieger-Asse
sofort von Leuten wie Hartmann erschossen).
Hartmann saß zehn Jahre in Haft für diejenigen, die er als
"Untermenschen" betrachtete und die er in Sklaven der arischen Rasse
verwandeln wollte. Allerdings wurde er von uns begnadigt – von eben
jenen Untermenschen, die er tötete, um "Lebensraum" für Deutschland zu
schaffen.
Auf Wunsch von Adenauer, dem damaligen Bundeskanzler der Bundesrepublik
Deutschland. Das war 1955.
Und Herr [im russischen Original steht "Herr"; Anm. d. Red.] Hartmann
hat, wie wir bereits aus dem offiziellen Kommuniqué der Bundeswehr
erfahren haben, "begonnen, beim Aufbau der neuen deutschen Armee
mitzuwirken."
Die Causa Hartmann ist keineswegs ein Einzelfall.
Der derzeitige Chef des deutschen Verteidigungsministeriums, Herr [auch
hier steht "Herr" im Russischen; Anm. d. Red.] Pistorius, scheint, wenn
man sieht, wie weit er ausholt, einen Kurs der Rehabilitierung sowohl
der Nazi-Ideologie (de facto) als auch der Hitlerschen
Militärmaschinerie (de jure) eingeschlagen zu haben. Umso mehr, wenn man
die aktuelle Koalition derjenigen betrachtet, die sich gegen uns zu
einem Stellvertreterkrieg oder schlicht: zu einem Krieg verbündet haben.
Wenn man diese aktuelle Koalition mit derjenigen vom Juni 1941
vergleicht, dann gibt es nicht allzu viele Unterschiede in der Liste.
Wofür soll man sich also noch schämen? Dass hier ein Großvater, dort ein
Urgroßvater der wichtigsten Minister der Bundesregierung nicht nur gegen
uns gekämpft, bei uns geraubt und gemordet hat, sondern auch in der
Schutzstaffel oder in den Wachmannschaften unter dem Kommando von
SS-Reichsführer Heinrich Himmler Dienst getan hat? Wann war das, und
überhaupt: Wer sich an das Alte erinnert, der … na ja, jeder kennt das
Ende des Sprichworts [Anspielung auf das russische Sprichwort: "Кто
старое помянет – тому глаз вон, а кто забудет – тому оба вон" – etwas
frei übersetzt: Wer alten Kohl aufwärmt, der soll ein Auge verlieren,
aber wer vergisst, soll beide Augen verlieren; Anm. d. Red.].
Die Schutzstaffel [im russischen Original auf Deutsch; Anm. d. Red.]
oder SS, die Elite der Wehrmacht, die die Vernichtungslager bewachte,
Strafaktionen durchführte, all diejenigen verbrannte und tötete, die man
irgendwie für "lebensunwert" befand, ist heute, wenn wir in der Logik
des Bundeswehrchefs und derjenigen bleiben, die "die Traditionen der
neuen deutschen Armee wiederbeleben" wollen, offenbar nur eine nicht
allzu angenehme Episode des verlorenen Krieges. Als Deutschland,
erinnern wir uns noch einmal, die vollständige und unumstrittene
Weltherrschaft anstrebte. Alle Grundsatzdokumente, Gesetze, Reden und
Erlasse jener Zeit sprechen von der Vorherrschaft und den Mitteln und
Wegen, diese zu erreichen.
Aber wie sich herausstellt, handelt es sich dabei nur um ein
Missverständnis, nur um ein paar lästige Kleinigkeiten, die einst, im
letzten Jahrhundert, die deutsche Gefechtsuniform befleckten. Solche
Flecken können heute mit guten Chemiepräparaten beseitigt werden.
Außerdem werden diese Chemikalien von denselben oder fast denselben
Unternehmen hergestellt, die an der Entwicklung von beispielsweise eben
jenem Zyklon B beteiligt waren oder beteiligt sein konnten.
Zyklon-B-Gas wurde in mobilen (kursierenden) Lastwagen, auch
"Duschegubki" genannt ["Seelenvernichter" – so die Bezeichnung im
Russischen für die von den Nazis als "Sonderwagen", "Entlausungswagen"
o. Ä. bezeichneten Gaswagen; Anm. d. Red.], und in stationären "Duschen"
(Betonräumen) der Vernichtungslager eingesetzt.
Um dem Bild den nötigen Rahmen zu geben, sei hinzugefügt, dass das an
der Produktion von Zyklon B beteiligte Unternehmen (es hieß Degussa AG)
noch heute als Tochtergesellschaft des Pharmakonzerns Evonik Industries
AG existiert.
Nun, ja, es hatte wieder etwas gegeben, das eingestandenermaßen nicht
allzu angenehm für das Image des Unternehmens war, aber darüber war
endlich auch Gras gewachsen.
Daher schenkte niemand dem Wunsch des deutschen Verteidigungsministers
Beachtung, eine "neue deutsche Armee" auf der Grundlage "früherer
Traditionen" im paneuropäischen Block aufzubauen, der ja gerade zu dem
Zweck geschaffen wurde, "keine Kriege mehr zu führen".
Aber wir haben es getan.
Diejenigen, die von den Hartmanns und anderen SS-Männern verbrannt,
gefoltert und getötet wurden. Diejenigen, die die Hartmanns schließlich
besiegt haben – trotz der siebenundzwanzig [im Russischen als Zahlwort
ausgeschrieben; Anm. d. Red.] Millionen Menschenleben, die wir bezahlt
haben, um uns von der Ideologie zu befreien, die es den Hartmanns
erlaubte, uns zu töten.
So könnt ihr in Deutschland natürlich die späte Geburt des Revanchismus
akzeptieren. Aber wir in Russland – und das sollte man nicht vergessen –
können diese giftige Gebärmaschine noch einmal zerstören. Und zwar so
oft wie nötig. Nicht, weil wir Angst vor euch haben. Sondern weil dies
unsere Pflicht ist vor dem Andenken derer, die einen kolossalen Preis
gezahlt haben, damit wir, unsere Kinder und unser Land leben können.
/Übersetzt aus dem Russischen
<https://ria.ru/20240814/germaniya-1966036671.html>. Der Artikel ist am
14. August 2024 auf ria.ru erschienen. /
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


Quelle: Sputnik



Peter Kropotkin
Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt (1975 bei Karin Kramer Verlag erschienen)







