15.10.2022

Revisionismus Ehrung für Neonazis

jungewelt, 15.10.2022, Von Susann Witt-Stahl

Umjubelte Tournee durch USA: Deutscher Generalkonsul gratuliert ukrainischen »Asow«-Kämpfern. Offenbar gute Beziehungen zu Banderisten


6web.jpg

Zitat: Festlich geschmückt war der Saal des Ukrainian Institute of Modern Art in Chicago. Kein Wunder, es waren honorige Gäste für die Veranstaltung angekündigt, die am 26. September stattfand: Drei Mitglieder einer Delegation der »Helden« des faschistischen »Asow«-Regiments, die in Kampfmontur auftraten, sowie Familienangehörige von Mitgliedern der Einheit. Die Abordnung von »Asow« war auf Tournee durch die USA, wo ihr ebenso von vielen Kongressabgeordneten im Kapitol in Washington wie von Studenten der Eliteuniversität Stanford ein glorreicher Empfang bereitet wurde. In Chicago gab sich auch der Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland, Wolfgang Mössinger, die Ehre und nahm an einer »bewegenden Präsentation von Verteidigern Asowstals und Mariupols teil«, wie auf dem Twitter-Kanal des Konsulats zu lesen ist.


Engagiert für »Säuberungen«

Mössinger hielt eine Rede – neben einer »Asow«-Fahne, die unter anderem von einer Wolfsangel geziert wird, die in Hitlerdeutschland beispielsweise von der SS-Panzerdivision »Das Reich« als Symbol verwendet wurde und hierzulande für die Kennzeichnung verfassungswidriger Organisationen gemäß Paragraph 86a Strafgesetzbuch verboten ist. Mössinger habe den

»Asow«-Kämpfern »gratuliert«, berichtet das ukrainische Generalkonsulat. Wozu eigentlich eine Laudatio für eine militärische Einheit, auf deren Konto zahlreiche – u. a. vom Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte dokumentierte – Kriegs- und Gewaltverbrechen gehen? Diese und weitere Fragen zu Mössingers dubiosem Auftritt und der Position der deutschen Außenministerin zu »Asow« bleiben zumindest vorerst offen. Eine von jW beim Auswärtigen Amt angeforderte Stellungnahme wurde zwar zugesagt, aber bis zum vereinbarten Termin nicht geliefert.


Fakt ist, dass Mössinger gemeinsam mit lupenreinen Faschisten aufgetreten ist: Georgi Kuparaschwili – früher Major der Armee Georgiens und Bodyguard von Michail Saakaschwili, der 2004 bis 2013 Staatspräsident des Landes war – ist Mitgründer von »Asow« und Leiter der Jewgen-Konowalez-Militärschule in Kiew, benannt nach einem ehemaligen Führer der faschistischen Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN), die in den 1930er Jahren mit Hitlerdeutschland kooperiert hatte. Ebenso Alla Samojlenko, Mutter einer »Asow«-Kämpferin und Besetzungschefin in der Filmbranche – sie verbreitet Aufrufe des Mordbrennerbataillons »Aidar« und des »Rechten Sektors« und engagiert sich für eine rigorosere Säuberung der ohnehin längst gleichgeschalteten ukrainischen Medien- und Kulturlandschaft von Elementen mit »prorussischer« und »antiukrainischer Haltung«.


Unterstützt wurde die »Asow«-Veranstaltung von der Illinois Division des Ukrainian Congress Committee of America (UCCA). Das UCCA war 1940 von Exil-Ukrainern als Sammelbecken für Angehörige der OUN gegründet worden und wird seit 1980, nach internen Machtkämpfen, vom Bandera-Flügel dominiert. Zu den Mitgliedern des UCCA gehört auch die Society of the Ukrainian Insurgent Army (UPA), die in der Tradition des bewaffneten Arms der OUN steht, der in den 1940er Jahren am Holocaust beteiligt war. Entsprechend bewirbt das UCCA unter dem Motto »Helden sterben nicht« Veranstaltungen zum Gedenken an den eliminatorischen Antisemiten, Russen- und Polenhasser Stepan Bandera wie an Roman Schuchewitsch, Kommandeur des ukrainischen Wehrmachtsbataillons »Nachtigall« und ab 1944 der UPA, der für Massenmorde unter anderem an der jüdischen Bevölkerung verantwortlich war.


Ziel: Waffenlieferungen

Generalkonsul Mössinger, Mitglied der Grünen-Partei, unterhält offenbar gute Beziehungen zu den UCCA-Banderisten. Vor einigen Monaten trat er mit dem Vorsitzenden des UCCA Illinois, Dan Diaczun, bei einer Veranstaltung über den Ukraine-Krieg auf. Im vergangenen Jahr nahm er in Chicago an der Parade zum 30. Unabhängigkeitstag der Ukraine teil, deren Programm vom UCCA mitgestaltet wurde. Ein vom Deutschen Generalkonsulat Chicago veröffentlichtes Foto zeigt Mössinger – in trauter Runde mit Diaczun und anderen Vertretern der Community – in einem Sorochka-Hemd, einem folkloristischen Kleidungsstück mit traditioneller ukrainischer Stickerei. In der Bildunterschrift heißt es: »In Erinnerung an die Bekehrung der Kiewer Rus zum Christentum im Jahr 988 n. Chr., lange vor der Gründung der Moskauer Rus.«


Ein Hauptziel der PR-Tour der »Asow«-Delegation dürfte die Streichung des Verbots der Lieferung von Waffen, Ausrüstung und von Ausbildungsmaßnahmen für die faschistische Einheit aus dem Haushaltsgesetz der Vereinigten Staaten gewesen sein – diverse US-Politiker sollen bereits ihre Unterstützung zugesagt haben. Es wurden auch Gelder akquiriert. Kuparaschwili machte deutlich, dass seine Neonazitruppe nun auch in der westlichen Welt ihren Platz als politische Kraft erobert hat. Früher hätten ausschließlich Mitglieder des Regiments »Asow«-Insignien tragen dürfen, sagte er anlässlich einer Versteigerung in Detroit unter großem Applaus, aber das habe sich mittlerweile geändert: »Nun seid ihr alle Asow.«


Info: https://www.jungewelt.de/artikel/436687.revisionismus-ehrung-f%C3%BCr-neonazis.html

15.10.2022

Keynes und Goldmund | Von Anselm Lenz

Ein Standpunkt von Anselm Lenz.

Die USA führen die Liste der Auslandsverschuldung mit großem Abstand an, gefolgt von Großbritannien. Allein schon für das Jahr 2016 werden nach dem sogenannten Weltfaktenbuch des US-Auslandsgeheimdienstes CIA für die USA rund 18 Trillionen Auslandsschulden in US-Dollar gelistet, im Deutschen genannt Billionen. Das entspricht also theoretisch einem Gegenwert von  10 hoch 12 US-Dollar. Oder 18 Millionen Luxusvillen in guter Lage. Oder 180 Millionen Eigentumswohnungen.


»Dieser Crash ist gewollt«, analysierte der Börsenexperte Dirk Müller bereits im April 2020 das Corona-Regime. Eine Betrachtung von Sozialem, Krieg und Wirtschaft ohne eingehende Analyse der Vermachtung der Finanz- und Wirtschaftsstruktur ist nicht sinnvoll möglich. Die Vorstellung von einem freien Markt ist seit langer Zeit pure Ideologie. Das Verhältnis von großem Geld und Macht einerseits sowie Arbeit und Werten andererseits ist völlig aus dem Lot geraten. Zu Lasten von Arbeit und Werten, also sozialer Produktion wie gleichzeitig auch der Freiheit. Ein neofeudalistischer und in seinen Auswirkungen neofaschistischer und massenmörderischer »Tiefer Staat« drängt zur Macht.


Schon ab dem Jahr 2007 »brach der Finanzhandel« zusammen, 2009 schlug die vermeintliche »Krise« durch. Verantwortlich gemacht wurden gigantische Bündel US-amerikanischer Immobilienkredite, die von den Schuldnern nicht mehr »bedient« werden konnten. Dies wurde »faule Kredite« genannt. Reihenweise wurden Menschen in den USA aus ihren Behausungen geschmissen. Am Ende waren die Allerreichsten der Reichen viel reicher, die Reichen etwas reicher, die Armen ärmer – gemessen in Geld und Verfügungsmacht.


Hinter dem Konflikt um Schuld, Mietzins, Kredit, Eigentum und Währung steht der alte Konflikt um die Produktionsweise und deren jeweiliger Ausgestaltung. Das Rechts- Linksschema ist bei ARD und ZDF zur Talkshow-Simulation verkommen. In letzter Konsequenz geht es um Territorium, also um Land und Ressourcen, und die Verfügungs- und Verwertungsgewalt über uns Menschen und unsere Produktivkraft. Die Kenntnis ökonomischer Kategorien ist dabei in der Bevölkerung weltweit erschreckend gering ausgeprägt, auch in Deutschland.


Corona-Lüge und Beinahe-Dritter-Weltkrieg

So können die Corona-Lüge und der – bislang nur Beinahe-Dritter-Weltkrieg in der Ukraine ohne systematisch überprüfte Begriffe und ohne Geschichtsverständnis nicht verstanden werden. Diese einschneidenden Komplexe, die Auswirkungen auf die gesamte Wirklichkeit haben, erscheinen dann nur als Katastrophen oder Schicksalsschläge, als göttlicher Wille oder als aus dem Nichts auftretende teuflische Boshaftigkeit einzelner Protagonisten. Bei uns, im sogenannten Westen, wird mit zwei gezielten Täuschungen gegen das eigene Volk operiert, schlicht: gelogen.

Es steht zu Buche die größte Lüge der Menschheitsgeschichte, Covid oder Corona sei eine tödliche Seuche (siehe Dr. Mike Yeadon auf Seite 3 der 108. Ausgabe der Wochenzeitung Demokratischer Widerstand) – mit allen Folgen. Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel verglich bereits 2020 das verfassungs- und menschenrechtswidrige Coronaprogramm mit dem »Crash« ab 2007, als sie sagte, damals »wussten wir, dass wir die Banken mit Geld versorgen müssen«. Ihr Covid-Behördenleiter Lothar Wieler sprang ihr bei, in dem er verkündete: »Diese Regeln dürfen niemals hinterfragt werden!«


Die Corona (zu Deutsch: Krone) ist ein systematisches Verschleierungsprogramm und Unterdrückungsprogramm zur Überlagerung des Zusammensturzes dessen, was wir als Finanzmärkte bezeichnen, vergleiche Wochenzeitung Demokratischer Widerstand, Ausgaben 1 bis 107 und einen Teil meiner Artikel auf Apolut.net seit April 2020. Ohne jede moralische Bewertung: »Die Finanz« ist zunächst begreifbar als Lenkungsinstrument der Wirtschaftsproduktion und damit der sozialen Kontrolle.


Unter der »Corona« wird der Versuch unternommen, alles »unter einen Hut« zu bringen, zuletzt den Körper des Menschen selbst, wie etwa DW-Co-Herausgeber Professor Giorgio Agamben in seinen weltberühmten Arbeiten zu Ausnahmezustand und Biopolitik kritisch analysiert (»An welchem Punkt stehen wir«, Turia + Kant. Wien 2020). Es ist in letzter Konsequenz ein wahnhafter Versuch der Herrschenden, Physis, Geist und Fortpflanzung des Menschen als solchem nach dem Willen der Transhumanisten zu transformieren – was diese sogar offen zugeben.


Nie zuvor trat, bildlich, das ZK der Großkapitalisten unserer Ökonomie derart unerbittlich in das Leben jedes einzelnen Menschen und wurde als globaler totalitärer Beherrschungsversuch einiger gestaltender Konzernoligarchen, Regierungs- und Apparatsmitglieder sichtbar. Denn es sind noch immer handelnde Menschen, die sich auch anders entscheiden könnten oder vom Volk direkt abgesetzt werden können. Die Machtstruktur der Finanz, die keinesfalls einer einzelnen ethnischen oder religiösen Gruppe oder ähnlichem zuzuordnen ist, war in sich nicht mehr umkämpft und wurde nicht mehr aufgefrischt, wie es die Praxis eines freien Marktes gebieten würde.

Bretton-Woods und der alte John

Spätestens seit dem Ende des Bretton-Woods-Währungssystems im Jahr 1973 zu Gunsten einer hyper-keynesianischen Währungsproduktion ist die Bindung der Finanz an die Realwirtschaft mit allen Folgen aufgegeben worden (John Maynard Keynes, britischer Ökonom, Theorie und Praxis des Keynesianismus). Das ermöglichte die sozialdemokratische Abfederung von Krisen zum Preis einer Zunehmenden Verschmelzung von Parteiapparat, Militärisch-Industriellem-Komplex und gigantischen Kapitalsammelstellen. Grob gesagt: Drucken und Absaugen von Geld und Lenken des Geldes und damit unserer Produktivkraft an Orte und an Menschen, die die Finanz, Regierungsmitglieder, große Banken und Stellen Staatsapparat für richtig halten – bei gleichzeitigem in sich logisch notwendigem Aufstauen gigantischer unproduktiver »Blasen«. Sogenannte Marktbereinigungen fanden nicht statt, eine Art versteckte Nomenklatura entstand.


Wenn nun Goldflüsterer wie der Bundesgesundheitsminister wie der frühere Bankkaufmann Jens Spahn (CDU) – verantwortlich für und Profiteur der FPP-2-Masken –, und der heutige Bundesgesundheitsminister, führender Talkshow-Narzisst und Rotkehlchen Karl Lauterbach (SPD), wie wahnhaft das Corona-Regime propagieren, dann propagieren sie eine Agenda zur Umgestaltung der wirtschaftlichen, sozialen, geopolitischen, psychologischen und politischen Wirklichkeit in unserer Welt und in unser aller Leben wie dem Leben unserer Kinder. Die Auswirkungen dieses zutiefst undemokratischen und verschwörerischen Programms sind derart pervers und in historischen Maßstäben verbrecherisch, dass kein noch so hehres Ziel es jemals rechtfertigen könnte, ganz gleich, welche ethischen Maßstäbe der Mensch daran anlegt; ob nun religiöse oder moderne oder postmoderne Maßstäbe.


Transhumanisten und Wirtschaft

Dem jahrzehntelang propagierten systematischen Umwelt-, Natur- und Tierschutz dient die global angelegte Agenda jedenfalls nicht. Wieder der Begriff des »Schutzes«, der für mafiöse Transhumanisten dazu instrumentalisiert wird, vom menschenzentrierten, sozialen und freiheitlichen Menschenbild des Menschenrechts, der Schriftreligionen und der Verfassungsdemokratien zu einer technokratisch-imperial-ganzheitlich-biopolitischen Sichtweise des ganzen Planeten Erde überzugehen, in der der einzelne Mensch mit seiner Seele nur noch ein Stück Biomasse sein soll – und über dessen Geburt, Leben und Tod total verfügt werden dürfe. Das muss mit den wahnhaftesten Ideen einiger der schlimmsten Nazis verglichen werden – und womöglich kommt man zum Schluss, dass die Transhumanisten deren bestialische Frevel, die es nunmal gab, heute noch ein Stück weiter treiben möchten?


Ohne den Willen, »die Finanz«, den »Tiefen Staat« und die gezielte Verflechtung und Verbündelung von entscheidenden Regierungsmitgliedern, Kapitaloligarchen, Lobbies und zur Ausführung des Willens von Weltherrschaftswilligen geschaffenen oder instrumentalisierten Entitäten zu untersuchen, zu erkennen, systematisch zu erfassen und Alternativen wie den 5-Punkte-Plan anzubieten und umzusetzen (1), wird es uns Menschen nicht gelingen, eine Struktur abzulösen, die offen begonnen hat uns zu versklaven und zu ermorden. Sollte hinter dem Corona-Regime jemals eine oder mehrere gute, menschliche Absichten gestanden haben, so sind diese völlig aus dem Ruder gelaufen. »Wir wollten nur das Beste, aber es kam wie immer«, ist eines der berühmten Zitate von zu Ende gehenden Systemen, dieses ist von Viktor Tschernomyrdin.


Wie der Herausgeber des Werkes »Corona – Inszenierung einer Krise« (2) mit seinen Mitherausgebern und Autoren (w/m) darlegt, ist die selbsternannte Krone der Schöpfung nicht nur ein Regime der »Krise« oder gar der fürsorglichen Krisenbewältigung, sondern ein »Krieg gegen die Bevölkerung« (3). Und ein Anfang muss sein, dass Verschuldungssystem unter dem Prinzip der Währung auszuleuchten und was hinter Begriffen Billionen und Trilliarden steht. Wenn wir das nicht tun, zum Beispiel unter Zuhilfenahme des zuletzt viel zu früh verstorbenen weltbekannten Philosophen Professor David Graeber, wird der notwendige Schuldenschnitt etwa der USA zu Lasten der 99 Prozent der Menschen ausgehen – und zu Gunsten einer totalitären Verfügung über unser Land und unser Zuhause.


Als Audio https://tube4.apolut.net/w/rWBnf8UAit3PxrAng3JwJj Dauer 10:54 Min.

 

Quellen

(1) https://www.nichtohneuns.de

(2) https://apolut.net/im-gespraech-klaus-juergen-bruder/

(3) Wochenzeitung Demokratischer Widerstand, #DW49 vom 29. Mai 2021, Seiten 9 bis 14, freies E-Paper unter https://demokratischerwiderstand.de sowie https://archiv.demokratischerwiderstand.de/media/W1siZiIsIjIwMjEvMDUvMjkvMnRlY3h5NXhvZF9EV180OV9EcnVja2ZyZWlnYWJlX0ZpbmFsX2tsZWluLnBkZiJdXQ/DW_49_Druckfreigabe_Final_klein.pdf?sha=2c15c3e3624184b7

+++

Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.


Info: https://apolut.net/keynes-und-goldmund-von-anselm-lenz

15.10.2022

In der Ukraine muss es darum gehen, den Frieden und nicht den Krieg zu gewinnen

frieden-nicht-krieg















michael-von-der-schulenburg.com, vom 9. Oktober 2022, published in Wall Street Intetrnational Magazine

In der heutigen Welt, die vollgepackt ist mit Massenvernichtungswaffen, Hyperschall-Trägersystemen, Cyber-Kriegsführung, Weltraum-Kriegsführung und Fähigkeiten der künstlichen Intelligenz sowie anderen schrecklichen Dingen, riskiert jede Strategie, die darauf abzielt, einen Krieg militärisch zu gewinnen, in einer Katastrophe zu enden. Dies gilt ganz besonders für den Krieg in der Ukraine, wo sich zwei Atommächte, Russland und die Vereinigten Staaten, gegenüberstehen und wo eine dritte Atommacht, China, dem angespannt zuschaut. Deshalb sollte der Westen einen Frieden und nicht einen militärischen Sieg anstreben. Das kann nicht durch Waffen, sondern nur durch Diplomatie erreicht werden.


Zitat: Was den Krieg in der Ukraine so außerordentlich gefährlich macht, ist die Tatsache, dass sich auch nach sieben Monaten Krieg alle Kriegsparteien einzig und allein darauf konzentrieren, diesen Krieg zu gewinnen, während sie keine Anstrengungen unternehmen, einen Frieden zu erreichen. Trotz des drohenden Atomkriegs gibt es zwischen dem Westen und Russland keine diplomatischen Kanäle, um Missverständnissen vorzubeugen, eine weitere Eskalation zu vermeiden und die Voraussetzungen für eine diplomatische Lösung zu schaffen. Um das Schlimmste zu verhindern, müssen der Westen und Russland jetzt miteinander ins Gespräch kommen. Trotz, oder gerade wegen der Entwicklungen auf dem Kriegsschauplatz, sollten Friedensgespräche noch möglich sein. Der Westen hat bereits zweimal die Gelegenheit zu Friedensverhandlungen verpasst; er sollte sie diesmal nicht verpassen.


Die jüngsten militärischen Erfolge der Ukraine scheinen all jene im Westen ermutigt zu haben, die glauben, dass dieser Krieg gewonnen werden kann; dass Russland besiegt, und aus allen ukrainischen Gebieten, die es jetzt besetzt hält, vertrieben werden könnte. Auch der ukrainische Präsident Zelensky verkündete nun, dass das einzige Ziel ein vollständiger militärischer Sieg über Russland sein kann, und erneuerte seine Forderung nach einer raschen Aufnahme der Ukraine in die NATO – ein rotes Tuch für Russland. Aber wäre ein militärischer Sieg gegen eine Atommacht überhaupt möglich? Würde eine militärische Lösung, wenn überhaupt möglich, einen Frieden bringen, oder nur den Boden für einen nächsten Konflikt bereiten? Wir könnten auf eine gefährliche Eskalation zusteuern, die zur Zerstörung der Ukraine führen könnte und eine Zerstörung, die letztlich auch die Nachbarn der Ukraine in Europa und Asien – wenn nicht sogar die ganze Welt – erfassen könnte.


Als Reaktion auf seine militärischen Rückschläge hat Russland mit einer teilweisen militärischen Mobilmachung geantwortet, die die Zahl der in der Ukraine stationierten Streitkräfte verdoppeln könnte, Aber es ist Putins Entscheidung, vier ukrainische Oblaste zu annektieren – Russland nennt es „Beitritte“ – mit der er das Konfliktpotenzial erheblich erhöht hat. Als Teil Russlands, so droht er, würde Russland diese vor jedem Angriff zu schützen, wenn nötig mit Atomwaffen. Damit versucht Putin, sich gegen das zu wehren, was er als existenzielle Bedrohung für Russland ansieht: Den Beitritt der Ukraine zur NATO, die Errichtung von Militärbasen durch die USA entlang Russlands Grenzen und der Verlust des russischen Zugangs zum Schwarzen Meer. Es ist die Schwäche der konventionellen Streitkräfte Russlands, die diese Bedrohung so gefährlich macht. Wir sollten sie ernst nehmen.


Warnungen, dass der Krieg in der Ukraine zu einem Atomkrieg werden könnte, kommen auch von ukrainischer Seite. Kürzlich warnte in der staatlichen Medienagentur Ukrinform der oberste Militärbefehlshaber der Ukraine, General Valery Zaluzhny, dass dieser Krieg zum Einsatz taktischer Atomwaffen durch Russland und die USA führen könnte. Er spielte sogar auf einen möglichen Dritten Weltkrieg an: „Es ist auch nicht völlig auszuschließen, dass die führenden Länder der Welt direkt in einen ‚begrenzten‘ Atomkonflikt verwickelt werden, in dem das Risiko für einen Dritten Weltkrieg bereits direkt sichtbar ist“, so Zaluzhny. Die Warnung von General Zaluzhny erinnert daran, dass es sich nicht nur um einen konventionellen Krieg zwischen der Ukraine und Russland handelt, sondern im Wesentlichen um einen Konflikt zwischen zwei Atommächten, Russland und den USA, in dem es darum geht, wer die Ukraine kontrolliert. Die USA sind inzwischen so stark in diesen Krieg verwickelt, dass ein kleiner Funke oder ein einfaches Missverständnis diesen Stellvertreterkrieg in eine direkte Konfrontation zwischen Russland und den USA verwandeln könnte. Inzwischen spricht sogar Präsident Biden von der Möglichkeit eines Nuklearkrieges. Auch wenn die Hoffnung besteht, dass eine nukleare Konfrontation noch in weiter Ferne liegt, sollte allein die Gefahr, dass wir einem alles vernichtenden Atomkrieg näher sind als je zuvor seit der Kuba-Raketenkrise vor genau 60 Jahren, in allen Hauptstädten der Welt die Alarmglocken läuten und die Diplomatie auf Hochtouren laufen lassen. Dies ist jedoch nicht der Fall. Unter den heutigen Umständen ist dies politischer Wahnsinn!


Entwicklungen auf dem Schlachtfeld könnten noch eine Chance für die Diplomatie bieten

Glücklicherweise hat der Krieg noch nicht den Punkt erreicht, an dem es kein Zurück mehr gibt; es gibt noch Raum für Diplomatie. Die militärischen Operationen beider Seiten beschränken sich geografisch auf die rund 1.000 km lange Frontlinie, die die ukrainischen und russischen Streitkräfte in der Ost- und Südukraine trennt. Selbst dort beschränken sich die Kämpfe auf nur drei Gebiete um Charkow, den Donbass und Cherson. Weder ukrainischen noch die russischen Streitkräfte scheinen in der Lage zu sein, den Krieg auf andere Regionen auszudehnen. Behauptungen, Russland wolle Kiew oder gar die gesamte Ukraine besetzen, sind ebenso illusorisch wie ukrainische Behauptungen, sie stehe kurz vor der Rückeroberung des Donbass und der Halbinsel Krim. Es wird Monate dauern, bis die russische Verstärkung in vollem Umfang einsatzbereit ist, und auch die vom Westen versprochenen neuen und stärkeren Waffen werden erst nach einiger Zeit auf dem Schlachtfeld eintreffen. Am wichtigsten dabei ist aber, dass es sich immer noch um einen rein konventionellen Krieg handelt – zumindest jetzt noch. Es gibt also noch Spielraum für Gespräche.


Es gibt auch einige politische Bewegungen, die auf einen Raum für Diplomatie hindeuten. In bemerkenswerter Abkehr von der harten Position, die die NATO auf ihrem Gipfel im März eingenommen hatte, schrieb Präsident Biden im Mai in der New York Times, dass es nicht die Politik der USA sei, einen Regimewechsel in Russland anzustreben, und dass er mit dem ukrainischen Präsidenten die Überzeugung teile, dass nur eine diplomatische Lösung den Krieg beenden könne. Er spielte sogar auf die Möglichkeit an, dass die Ukraine möglicherweise territoriale Zugeständnisse machen müsse. Dies fällt zusammen mit der Entscheidung der USA, der Ukraine keine Langstreckenraketen zu liefern, mit denen sie den Krieg auf russisches Gebiet ausweiten könnten. Außerdem zog sich die EU von Litauens höchst gefährlicher Blockade des Kaliningrader Gebiets zurück, und der türkische Präsident Erdogan besuchte als erstes Staatsoberhaupt eines NATO-Landes Präsident Putin in Russland. Das von der Türkei und der UNO vermittelte russisch-ukrainische Getreideabkommen, die Beteiligung der IAEO am Schutz des Kernkraftwerks in Saporischschja und die jüngsten Gefangenenaustausche sind weitere ermutigende Zeichen.


Was macht dann die Suche nach einer diplomatischen Lösung so schwierig?

Das Schlüsselwort, das den Westen daran hindert, sich mit Russland an einen Tisch zu setzen, ist „Neutralität“. Russland möchte, dass die Ukraine neutral bleibt, während die USA eine feste Einbindung der Ukraine in das westliche Militärbündnis wünschen. Diese gegensätzlichen Positionen beruhen nicht auf einer besonderen Liebe der einen oder anderen Seite zur Ukraine, sondern es ist die strategische Lage der Ukraine zwischen Asien und Europa, die die Ukraine für beide Seiten geopolitisch so attraktive macht.

Als Mitglied der NATO würde die Ukraine zu einem strategischen Aktivposten für den Anspruch der USA auf eine globale und unangefochtene Führungsrolle werden. Sie würde Russland als Großmacht aus dem Spiel nehmen und es zu einer Regionalmacht degradieren. Sie würde es der US ermöglichen, den Handel zwischen Europa und Asien zu kontrollieren und ihre Macht bis tief nach Asien hineinzuprojizieren – der Hauptgrund, warum sich alle asiatischen Länder, mit Ausnahme von Japan und Taiwan, nicht der NATO/US-Politik der Verurteilung und Isolierung Russlands angeschlossen haben. Andererseits würde eine neutrale Ukraine (und damit auch ein neutrales Georgien) Russland davon befreien, von der NATO eingekreist zu werden. Es würde seinen Status als dominierende Macht in seiner unmittelbaren geografischen Nachbarschaft behalten und ein – wenn auch kleiner – internationaler Akteur bleiben.


Dass gerade die Neutralität der Stolperstein ist, ist beunruhigend, denn es wäre die Neutralität der Ukraine gewesen, die die zunehmenden Spannungen zwischen Russland und den USA wegen der NATO-Erweiterung hätte lösen können, und es wäre die Neutralität der Ukraine gewesen, die den Krieg im März dieses Jahres hätte beenden können, als sich ukrainische und russische Unterhändler auf einen möglichen Friedensplan geeinigt hatten. In beiden Fällen war es die NATO, allen voran die USA und das Vereinigte Königreich, die jeden Schritt in Richtung eines neutralen Status der Ukraine torpedierten. Während Russland die Schuld für den Beginn eines illegalen Angriffs auf die Ukraine trägt, ist es die NATO, die für die Verlängerung des Krieges verantwortlich ist.


Die NATO und das Ende einer Verhandlungslösung

Das auffälligste Beispiel dafür ist, als die NATO im März die ukrainisch-russischen Friedensverhandlungen torpedierte. Damals, nur einen Monat nach Kriegsbeginn, gelang es ukrainischen und russischen Verhandlungsteams, einen 15-Punkte-Entwurf für ein mögliches Friedensabkommen vorzulegen, demzufolge die Ukraine keine NATO-Mitgliedschaft anstreben und keiner ausländischen Macht gestatten würde, Militärstützpunkte auf ihrem Hoheitsgebiet zu errichten. Im Gegenzug würden alle russischen Besatzungstruppen abziehen und die Ukraine würde ihre territoriale Integrität weitgehend bewahren. Der Entwurf sah auch Zwischenlösungen für den Donbass und die Krim vor. Man hoffte, dieses Abkommen auf einer Friedenskonferenz am 29. März in Istanbul auf Außenministerebene abschließen zu können. Sowohl ukrainische als auch russische Politiker hatten bereits Hoffnungen auf ein Ende des Krieges geäußert. Doch dazu kam es nicht. Angesichts der Möglichkeit einer neutralen Ukraine berief die NATO für den 23. März einen Sondergipfel in Brüssel ein, an dem auch Präsident Biden teilnahm. Der einzige Zweck dieses Treffens bestand darin, die ukrainisch-russischen Friedensverhandlungen zu beenden. Anstelle eines Kompromisses zwischen ukrainischer Neutralität und ukrainischer territorialer Integrität forderte die NATO nun den bedingungslosen Rückzug der russischen Streitkräfte aus den ukrainischen Gebieten, bevor es zu Friedensgesprächen kommen konnte:

Wir fordern Russland auf, sich konstruktiv an glaubwürdigen Verhandlungen mit der Ukraine zu beteiligen, um konkrete Ergebnisse zu erzielen, angefangen bei einem dauerhaften Waffenstillstand bis hin zu einem vollständigen Rückzug seiner Truppen aus dem ukrainischen Hoheitsgebiet.

(Erklärung des NATO-Gipfels)

Die NATO verlangte also nichts Geringeres, als dass Russland seine Niederlage akzeptiert, was in krassem Gegensatz zu einer Kompromisslösung steht, auf die sich die ukrainischen und russischen Unterhändler geeinigt hatten. In der Abschlusserklärung der NATO wurden weder die ukrainisch-russischen Friedensgespräche noch die Istanbuler Friedenskonferenz, die mit nur fünf Tagen Verspätung stattfinden sollte, erwähnt. Auch das Wort „Neutralität“ wurde nicht erwähnt. Wohl auf Druck der USA und des Vereinigten Königreiches brach die Ukraine daraufhin die Friedensgespräche ab und begann, im Vertrauen auf massive Waffenlieferungen des Westens und harte Sanktionen, die Forderungen der NATO nach einem bedingungslosen Abzug der russischen Truppen zu unterstützen. Damit war der ukrainisch-russische Friedensprozess gestorben, und der Krieg dauert seither an.


Die Botschaft der NATO an Russland war eindeutig: Es würde keinen Verhandlungsfrieden geben, der zur Neutralität der Ukraine führen würde. Als Reaktion darauf änderte Russland seine Strategie und kündigte am 28. März an, dass es seinen militärischen Ring um Kiew aufheben und sich nun auf die militärische Eroberung der russischsprachigen Gebiete der Ost- und Südukraine konzentrieren würde. Damit hat der Krieg eine andere Richtung eingeschlagen. Russland hoffte nun, durch die Besetzung ukrainischen Territoriums den Beitritt der Ukraine zur NATO verhindern und seinen Zugang zum Schwarzen Meer schützen zu können. Die jüngsten Annexionen von vier ukrainischen Oblasts sind das Ergebnis dieses Strategiewechsels. Dies wird jedoch keinen Frieden bringen, sondern im Gegenteil eine ohnehin schon schwierige und gefährliche Situation noch verschlimmern.


Der Westen hat nun die seltsame Position eingenommen, dass er die Ukraine bei der Abwehr einer Invasion unterstützte, ansonsten aber keinen Anteil an der Erreichung eines Friedens haben könne. Friedensverhandlungen seien allein Sache der Ukraine: „Es ist Sache der Ukraine, über eine künftige Friedensregelung zu entscheiden, frei von äußerem Druck oder Einfluss“ (Abschlusserklärung der G7). Nachdem die ukrainisch-russischen Friedensverhandlungen im März torpediert wurden, ist dies eine ziemlich zynische Position. Zynisch ist auch die Annahme, dass die Ukraine nun „frei von äußerem Druck oder Einfluss“ zu einer neuen Friedensregelung gelangen könnte, während sie von Russland militärisch unter Druck gesetzt wird und für ihr Überleben vollständig auf die finanzielle und militärische Unterstützung des Westens angewiesen ist. Der Frieden muss und kann nur zwischen dem Westen und Russland, natürlich mit Einschluss der Ukraine, ausgehandelt werden.


Der Weg zum Frieden ist klar, nur wer hat den Mut, ihn zu gehen?

In zwei seltenen öffentlichen Auftritten in Goslar und München hat die ehemalige deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Blick auf den Krieg in der Ukraine kürzlich zu mehr Verständnis und Kompromissbereitschaft aufgerufen. Während sie Russland vorwarf, mit dem Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar das Völkerrecht gebrochen zu haben, argumentierte sie eindringlich, dass Europa bei seinen Friedensbemühungen das Ziel nicht aus den Augen verlieren dürfe, eine gesamt-europäische Sicherheitsarchitektur aufzubauen, die Russland einschließt. Erst dann, so fügte sie hinzu, sei der Kalte Krieg wirklich vorbei. Sie warnte davor, Russlands Drohungen zu ignorieren.


Frieden für die Ukraine, Frieden mit Russland und Frieden in Europa sind untrennbar miteinander verbunden. Es wird keinen Frieden geben, ohne die Fehler zu korrigieren, die am Ende des Kalten Krieges mit der Erweiterung der NATO (und der EU) bei Ausschluss Russlands gemacht wurden. Die Entwicklung einer europäischen Sicherheitsarchitektur würde aber viel Zeit in Anspruch nehmen, die wir jetzt nicht haben. Aber Friedensgespräche zwischen dem Westen und Russland könnten damit beginnen, die Grundlagen dafür zu schaffen. Die Bestätigung der ukrainischen Neutralität, die Anerkennung russischer Sicherheitsinteressen und die damit verbundenen Sicherheitsvereinbarungen für die Ukraine, die sich nicht mehr auf die NATO stützen, wären ein erster Schritt. Die mutigen ukrainischen und russischen Verhandlungsteams haben uns im März den Weg dafür gezeigt, und ein Expertenteam, das sich im Juni im Vatikan getroffen hatte, hat deren Ansatz weiterentwickelt. Wenn wir den Frieden anstreben wollen, anstatt einen Krieg zu gewinnen, wird es keine andere Lösung geben.


Aber haben wir heute Politiker vom Kaliber eines Kennedy oder Chruschtschow, eines Reagan oder Gorbatschow, oder gar einer Angela Merkel, die den Mut und Entschlossenheit hätten, die Spirale eines immer mehr außer Kontrolle geratenen Krieges zu durchbrechen und stattdessen einen Frieden anzustreben? Der Weg zum Frieden ist klar, aber „wer ist bereit, diesen Weg zu gehen?“ wird die alles entscheidende Frage sein, um die Ukraine, Europa und möglicherweise die Welt vor einer drohenden Katastrophe zu bewahren.


Written by

Michael von der Schulenburg

Michael von der Schulenburg, former UN Assistant Secretary-General, escaped East Germany in 1969, studied in Berlin, London and Paris and worked for over 34 years for the United Nations, and shortly the OSCE, in many countries in war or internal armed conflicts often involving fragile governments and armed non-state actors. These included long-term assignments in Haiti, Pakistan, Afghanistan, Iran, Iraq and Sierra Leone and shorter assignments in Syria, the Balkan, Somalia, the Balkan, the Sahel, and Central Asia. In 2017, he published the book ‘On Building Peace – rescuing the Nation-State and saving the United Nations’, AUP.


Related Articles


  • Europe’s role in a changing world, Featured, Published

In Ukraine, the aim must be winning peace and not the war


  • Europe’s role in a changing world, Published

In der Ukraine muss es darum gehen, den Frieden und nicht den Krieg zu gewinnen


  • Europe’s role in a changing world, Published

Erreichen eines gerechten und dauerhaften Friedens in der Ukraine


  • Europe’s role in a changing world, Featured, Published

Reaching a Just and Lasting Peace in Ukraine


  • Europe’s role in a changing world, Featured, Published

Open letter from former UN Assistant Secretary-General on the war in Ukraine


  • Europe’s role in a changing world, Featured

Ukraine: we need peace now

Copyright © 2021 Michael von der Schulenburg. All Rights Reserved

Webdesign & Development by PHILIPP KELLER


Info: https://makroskop.eu/35-2022/es-geht-darum-den-frieden-zu-gewinnen-nicht-den-krieg


auch hier:
https://michael-von-der-schulenburg.com/in-der-ukraine-muss-es-darum-gehenden-frieden-und-nicht-den-krieg-zu-gewinnen/




Weiteres:




Hier Stimme  aus der Friedensbewegung zu o.g. Artikel:


Zumindest für mich hat dieser Artikel einiges geklärt.

Vor allem war mir die zentrale Bedeutung des NATO-Sondergipfels im März nicht klar. Damit haben NATO und G7 auch den Strategiewechsel Russlands hin zur Annexion ukrainischer Gebiete verursacht.


Die Friedensbewegung muss sich, im Angesicht des drohenden Atomkriegs und des drohenden Niedergang Europas, auf die Seite der Friedensinitiative stellen, die Michael von der Schulenburg und die UN-Studiengruppe "Wissenschaft und Ethik des Glücks" in der Vatikanstadt begonnen haben.


Die Friedensbewegung darf nicht die NATO-Mitgliedschaft der Ukraine unterstützen. Die Friedensbewegung muss sich gegen den Atomkrieg aussprechen, der als allererstes die Ukraine selber zerstören und als zweites zum Niedergang Europas führen würde.


Die Friedensbewegung soll sich von ihrem eigenen Friedens-Interesse leiten lassen und muss eine eigene, dritte, neutrale Position einnehmen. Ihre Solidarität gilt keiner Kriegspartei, weder dem einen noch dem anderen Oligarchen-Regime, sondern den Befürworter:innen des Friedens.



Passend dazu schreibt Heribert Prantl:


-- Es ist fatal, wenn das Werben für eine diplomatische Offensive fast schon als Beihilfe zum Verbrechen bewertet wird.


-- Die Grünen von heute sagen: Wir dürfen uns von Putin nicht erpressen lassen. Das ist wohl wahr. Richtig ist aber auch: Wir dürfen uns nicht zerstören lassen.


Heribert Prantls Kommentar: Krieg in der Ukraine - Zeitenwende oder Zeitenende?

https://www.ndr.de/nachrichten/info/sendungen/kommentare/Kommentar-Krieg-in-der-Ukraine-Zeitenwende-oder-Zeitenende-,ukraine3066.html


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

15.10.2022

Die nahezu unverzeihliche Dämonisierung der «Ungeimpften»


Die Gemeinschaft derjenigen, die sich gegen
eine [Corona-]Impfung entschieden haben,
stellen die am stärksten diskriminierte Gruppe dar,
der ich jemals in meinem Leben begegnet bin.
Marlaina Danielle Smith


Liebe Leserinnen, liebe Leser!


Die eingangs zitierte Marlaina Danielle Smith ist nicht irgendwer, sondern seit wenigen Tagen Premierministerin der kanadischen Provinz Alberta. Und die 51-jährige spricht aus, was überfallig ist, weithin ausgesprochen zu werden – und dies in ihrer ersten Pressekonferenz in ihrem Amt.

Denn die «Dämonisierung der Ungeimpften», die etwa auch der kalifornische Anwalt Michael P. Senger in einem Beitrag auf seinem Substack-Kanal The New Normal scharf kritisiert, muss einfach jedem, dem Menschenrechte und ein friedvolles Zusammenleben am Herzen liegen, einen Schauder über den Rücken laufen lassen.

So gibt es, man kann es nicht oft genug wiederholen, keine Placebo-kontrollierte Studie, die zeigt, dass auch nur eine der Covid-Geninjektionen Nichtstun überlegen ist. Und jetzt musste Janine Small, Präsidentin von Pfizer International Developed Markets, vergangenen Montag im Europaparlament auch noch konzedieren, dass das Unternehmen vor Erhalt der Notfallzulassung für seinen mRNA-«Impfstoff» nie getestet hat, ob dieser eine Virus-Übertragung verhindert.

Dazu schreibt Senger in seinem Substack-Beitrag «A Look Back at the Demonization of the Unvaccinated» («Ein Blick zurück auf die Dämonisierung der Ungeimpften») Folgendes:

«Obwohl die Tatsache, dass die Covid-mRNA-Impfstoffe die Übertragung nicht verhindern, kurz nach ihrer Einführung aus den Daten mehr als deutlich hervorging, war dieser Mythos eine Hauptrechtfertigung für Impfpässe und eine der Hauptursachen für die beispiellosen Angriffe auf diejenigen, die die Covid-Impfstoffe im Jahr 2021 ablehnten. Und die Attacken halten bis heute an. Die Regierungen übten diesen Druck nicht nur durch ihre Politik aus, sondern in vielen Fällen nutzten Politiker und Beamte ihr Amt, um die soziale Stigmatisierung von Ungeimpften bewusst zu schüren.»


Quelle: Substack-Seite von Michael P. Senger

Zudem könne «keine Regierung auch nur im entferntesten erwarten, dass sich alle Menschen impfen lassen», so Senger weiter. «Vor allem dann nicht, wenn es sich bei dem betreffenden Impfstoff um eine neuartige Gentherapie handelt.»

Vor diesem Hintergrund erscheint ein «eindringlicher Appell an die Impfgegner» wie der von Angela Merkel Mitte 2021, den sie mit dem Satz krönte «Je mehr geimpft sind, umso freier werden wir wieder sein», besonders «spooky».



Quelle: welt.de

Besonders «spooky» auch deshalb, weil der damaligen Bundeskanzlerin, seinerzeit eine der wichtigsten politischen Personen weltweit, bewusst gewesen sein muss, was jedem auch nur einigermassen gebildeten Menschen bei ihrer Ausssage sofort in den Sinn kommt: nämlich die Nazi-Parole «ARBEIT MACHT FREI», die in Grossbuchstaben über die ganze Breite des Eingangstors des Konzentrationslagers Auschwitz prangt.



Quelle: nzz.de

Und es blieb ja, wie wir alle wissen, bei weitem nicht bei derlei Appellen. Die erwähnte frischgebackene Premierministerin der kanadischen Provinz Alberta, Marlaina Danielle Smith, rief ihren Zuhörern dazu Folgendes ins Gedächtnis:

«Ich glaube nicht, dass ich jemals in meinem Leben eine Situation erlebt habe, in der jemand entlassen wurde oder seinen Kindern nicht beim Hockeyspielen zuschauen durfte, einen Angehörigen in der Langzeitpflege im Krankenhaus nicht besuchen durfte oder nicht in ein Flugzeug steigen durfte, um entweder das Land zu durchqueren, um seine Familie zu sehen oder sogar über die Grenze zu reisen. Die Ungeimpften sind also die am stärksten diskriminierte Gruppe, die ich je in meinem Leben erlebt habe.

Das ist ein ziemlich extremes Ausmass an Diskriminierung, das wir erlebt haben. Ich will die Diskriminierung, die ich bei den anderen von Ihnen erwähnten Gruppen gesehen habe, nicht abtun, aber gerade im letzten Jahr war dies eine aussergewöhnliche Zeit, und ich möchte, dass die Menschen wissen, dass ich das inakzeptabel finde. Wir werden keine segregierte Gesellschaft auf der Grundlage einer medizinischen Entscheidung schaffen.»


Marlaina Danielle Smith, seit dem 11. Oktober Premierministerin der kanadischen Provinz Alberta, bei ihrer ersten Pressekonferenz; Quelle: Youtube-Kanal von CTV News

Senger wiederum erinnert daran, dass Beamte in vielen Ländern vorgeschlagen hätten, «Ungeimpfte mehr für die Gesundheitsversorgung zahlen zu lassen, sie ganz aus dem nationalen Gesundheitssystem auszuschliessen oder auch die Krankenhäuser zu veranlassen, die ungeimpften Patienten als letzte zu versorgen oder ihnen sogar die medizinische Versorgung ganz zu verweigern». Für Senger handelt es sich hier um ein «ziemlich eindeutiges Verbrechen gegen die Menschlichkeit».

Auch hätte es Bestrebungen gegegeben, Ungeimpften die Notfallversorgung zu verweigern – «und schockierenderweise wird diese abscheuliche Idee, die Notfallversorgung nach dem Impfstatus zu ordnen, auch heute noch vorgeschlagen».

Senger schliesst seinen Beitrag mit folgenden eindringlichen Worten:

«Die Tatsache, dass einige gesunde junge Menschen dazu gezwungen wurden, eine Injektion zu erhalten, die zu ihrem Tod oder zu schweren Verletzungen führte, obwohl die Daten zeigten, dass der Nutzen die Risiken nicht überwiegt, ist eine unverzeihliche Tragödie.»

Hoffen wir, dass wir nicht nur einander doch noch irgendwie werden verzeihen können, sondern sich ein solches Verzeihen auch in entsprechenden Taten zeigen bzw. in selbige münden wird. Bei der Politik, gerade auch in einem Land wie Deutschland, ist da tragischerweise noch extremst viel «Luft nach oben» ...


Alles Gute – trotz allem!

Torsten Engelbrecht

*******************

Hinweise:

Am Wochenende des 15./16. Oktober 2022 findet in Solothurn (Schweiz) eine Tagung statt, an der der Einfluss der Medien auf die öffentliche Meinung dargestellt und diskutiert wird. Mehr Informationen und Anmeldung hier.

«Welche Medien für den Frieden?»
Internationale Tagung
Kreuzgasse 4, Solothurn, Schweiz
15./16. Oktober 2022
Eintritt frei / Kollekte

Telefon: +41 32 517 81 81
E-Mail: konferenzmediensolothurn@gmail.com

*******************

Neuste Artikel:
Beweise für auf Zersetzung abzielende Unterwanderung der Gesundheitsbewegung In einem Bericht wird davor gewarnt, dass «die Regierung und mächtige verbündete Kräfte Überstunden machen», um die Gesundheitsfreiheitsbewegung als «rechtsgerichtet» oder gar «terroristisch» brandmarken zu können. → Weiterlesen
George Soros unterstützt NGO, die Wahlen beeinflusst, um die «Demokratie zu retten» «Globalistische Organisationen finanzieren Kandidaten auf der ganzen Welt, um ihre Agenda durchzusetzen. Sie untergraben die Demokratie und tun genau das, was sie ihren Gegnern vorwerfen», schreibt «LifeSiteNews». → Weiterlesen
Spanien: Kindern werden abgelaufene «Impfdosen» verabreicht Darüber hat die Menschenrechtsvereinigung «Asociación Liberum» informiert und deshalb bei der Arzneimittelagentur AEMPS Beschwerde eingelegt. → Weiterlesen
Fauci warnt vor einer möglichen «Zwillings-Demie» In den kälteren Monaten bestehe das Risiko einer gleichzeitigen Covid- und Grippeerkrankung, verkündete der führende «Experte» für Infektionskrankheiten in den USA. → Weiterlesen
In Frankreich schlägt die «Benzinpolizei» zu Reaktion auf Kraftstoffmangel: Ist der Tank noch mehr als halb voll, werden Bürger von der Polizei am Tanken gehindert. → Weiterlesen
Empfehlungen aus englischsprachigen Medien Wer die USA wirklich regiert – PayPal & Co. spielen sich als Feudalherren auf – Die CDC vertuscht Krebstodesfälle nach Impfung – EU-Vize propagiert den «perfekten Sturm» und mehr. → Weiterlesen
Ermittlungen gegen Ursula von der Leyen wegen Corona-Impfstoff-Käufen der EU Die milliardenschweren Corona-«Impfstoff»-Käufe der EU, die von der EU-Kommission unter Leitung der Deutschen unter Dach und Fach gebracht wurden, sind ins Visier der Europäischen Staatsanwaltschaft geraten. → Weiterlesen
Sind die Tage der «Verfassungsfreunde» gezählt? Inzwischen nehmen offenbar einzelne Vorstandsmitglieder und Beiräte ihre Mandate nicht mehr wahr. Die Zukunft des Vereins scheint ungewiss. Doch die Basis erfährt davon nichts. Von Rafael Lutz → Weiterlesen
Was andre Medien melden
Die Ostschweiz: Notrecht – und keiner schaut hin Kennen Sie das «Bundesgesetz für wirtschaftliche Landesversorgung»? Nein? Dieses Notrecht ist seit dem 23. September in Kraft. Kein Gerücht, denn das wäre strafbar. → Weiterlesen
Achgut: Forscher fordern die Maske als Vorhut des Kollektivismus Von Andreas Zimmermann. Eine amerikanisch-chinesische Studie in einer der ehemals angesehensten Wissenschaftszeitschriften der Welt hebt ganz ungeniert „die Wichtigkeit von Kollektivismus im Angesicht globaler Krisen" hervor. Ein gutes Beispiel für solche Disziplinierungsmassnahmen sei die Maske. → Weiterlesen
tkp: Israelisches Gesundheitsministerium bestätigt Vertuschung von Impf-Daten Das israelische Ministerium hat jetzt zugeben müssen, dass seit Juni 2022 verheerende Daten über Impf-Nebenwirkungen am Tisch liegen. Vor der Öffentlichkeit und auch vor den eigenen Experten versuchte man diese aber zu vertuschen. Jetzt will man relativieren. → Weiterlesen
Reitschuster: Lauterbach will jetzt alle Herzinfarkt-Toten nach Infektion als „Corona-Tote“ zählen Dubioser Vorstoß – Fachleute schütteln nur noch den Kopf. → Weiterlesen
Berliner-Zeitung: Margarete Stokowski: „Ich kann nur dazu raten, auch im Freien Maske zu tragen“ Gesundheitsminister Karl Lauterbach startet die Aktion „Ich schütze mich“ zur Corona-Vermeidung. Die Autorin Margarete Stokowski berichtet von ihrem Long Covid. → Weiterlesen
Rubikon: Der royale Reset Der neu ernannte King Charles verkörpert in seiner Person das Doppelgesicht einer „grünen“ Weltanschauung: Ökologische Sensibilität verbindet sich mit elitärem Umgestaltungsfuror. → Weiterlesen
Spiegel: Faeser kündigt besseren Schutz von kritischer Infrastruktur an Deutschlands Infrastruktur soll laut Innenministerin Nancy Faeser künftig mehr vor möglichen Anschlägen geschützt werden. In Estland übt die Bundeswehr bereits, wie das konkret aussehen könnte. → Weiterlesen
Report 24: Moderna-Chef gibt zu: Ohne Covid-“Pandemie” hätte die mRNA-Technologie nicht überlebt Ein Schelm, wer Böses dabei denkt: Moderna-Chef Stéphane Bancel bestätigte jüngst im Interview mit Sky News Australia, dass sowohl Moderna als auch die umstrittene mRNA-Technologie als Ganzes ohne die sogenannte Pandemie wohl nicht überlebt hätten. Covid-19 war für die Pharmaindustrie ein wahrer Glücksfall. Wer glaubt da noch an Zufall? → Weiterlesen
t-online: AKW-Reserve: Grünen-Parteitag trifft Entscheidung Der Parteitag der Grünen ist am ersten Tag geprägt von Ukraine-Krieg, AKW-Weiterbetrieb – und dem Koalitionskrach. Minister Habeck nahm Stellung. → Weiterlesen
Zeitpunkt: Krim-Brücke: Es waren mehrere gezielte Sprengungen Die Krimbrücke über die Meerenge von Kertsch wurde höchstwahrscheinlich durch mehrere Explosionen zerstört. Der mit Sprengstoff beladene Sattelschlepper allein kann die Schäden nicht erklären. Zu diesem Schluss kommt der ehemalige Schweizer Berufsoffizier Matthias Hagmann. → Weiterlesen
apolut.: Das Heucheln der Kolonisten | Von Jochen Mitschka Heute will ich darüber berichten, wie die EU ein Pipelineprojekt in Afrika verhindern will, welches für zwei Länder eine erhebliche Hilfe bei der Überwindung der Armut und der Entwicklung der Länder darstellen könnte. Ein Verhalten, das nun unter der Begründung „Klimaschutz“ einen Heiligenschein erhält, während es einfach die nachkoloniale Politik ist, diese Länder nicht zu Konkurrenten werden zu lassen, um sie weiter als billige Rohstoffquellen zu erhalten. Danach komme ich unweigerlich auf die Pipelines NordStream zurück, welche in der Ostsee gesprengt wurden, → Weiterlesen
Christian Kreiß/Zeitpunkt: Nord-Stream-Sprengung führt zum Ausverkauf deutscher Unternehmen Bereits heute gehören mehr als die Hälfte der DAX-Unternehmen amerikanischen, britischen und irischen Vermögensverwaltern. Ihre Kassen sind voll, sie warten auf Notverkäufe der mittelständischen Unternehmen, viele von ihnen heimliche Weltmarktführer. → Weiterlesen
Rubikon: Die Schlacht ums Essen Großkonzerne wollen uns Insekten und synthetische Lebensmittel schmackhaft machen — Ziel ist die Kontrolle über die Welternährung. → Weiterlesen
Tagesspiegel: Nato-Beitritt durch die Hintertür? : In Brüssel ist passiert, was Putin eigentlich verhindern wollte Die ukrainische Armee soll laut Nato-Vertretern in den nächsten Jahren vollständig auf westliche Waffensysteme umgestellt werden. Die Konsequenzen sind weitreichend. → Weiterlesen
Hintergrund: „Armageddon“? Was tatsächlich am russischen Atomschlag dran ist Spätestens mit Joe Bidens Warnung vor einem „Armageddon“ ist die Mär von Russlands geplantem Atomschlag gegen die Ukraine in aller Munde. Doch wie realistisch ist dieses Szenario? Warum beschwört der US-Präsident es herauf? - Über einen Krieg der Narrative. → Weiterlesen
Report 24: Mainstream: Nicht die Impfungen führen zu Herzinfarkten bei Kindern, sondern Videospiele Mainstream-Medien scheinen aktuell verzweifelt auf der Suche nach Gründen zu sein, warum junge, vormals gesunde Menschen einfach so kollabieren und sterben. Von Gartenarbeit und duschen bis hin zum plötzlichen Tod durch Freude: Die neuen Sterbeursachen sind vielfältig. Das Narrativ ist simpel: Der Alltag ist lebensgefährlich – nur die Impfungen sind es nicht. Der britische Telegraph hat nun Videospiele als neue Erklärung für unerklärliche Todesfälle bei Kindern identifiziert. → Weiterlesen
tkp: Bekannter französischer Politiker: Macron ist nicht geimpft Er selbst hatte einen schweren Impfschaden und musste sich mehreren Herzoperationen unterziehen. Jean Lassalle meint auch, dass Macron und andere Politiker gar nicht geimpft seien. → Weiterlesen


Info: https://transition-news.org/die-nahezu-unverzeihliche-damonisierung-der-ungeimpften

14.10.2022

Leserbrief zum HAZ-Artikel „Putin lässt sich nicht durch Untätigkeit stoppen“

von Alfred Müller, Hildesheim, vom 12.10.22


Die Ukraine-Berichterstattung
Wer die Berichterstattung zum Ukraine- mit dem Irak - Krieg vergleicht, findet
erstaunliche Unterschiede. Obwohl beide Kriege völkerrechtswidrige Angriffskriege
auf ein kleineres Land waren, mit Lügen begründet wurden und im Irak - Krieg
weitaus mehr Tote entstanden, wurde der Irak - Krieg in den Medien im Vergleich
zum Ukraine - Krieg klein- und schöngeredet. Weder wurde Bush so verteufelt wie
Putin, noch wurde beim Irak - Krieg selten vom Angriffskrieg und meistens von einer
Militäroperation gesprochen. Sprachlich ähnlich bezeichnet auch Putin heute seinen
Ukraineeinmarsch als „Spezial-Operation“.


Was steckt hinter der unterschiedlichen Berichterstattung?
Der Irak - Krieg wurde von der Bush- und der Ukraine - Krieg von der Putin - Regie-
rung ausgelöst. Da Bush die herrschende Weltmacht vertrat und jederzeit den Knüp-
pel schwingen konnte, trauten sich die westlichen Medien nicht, Bush zu dämoni-
sieren. Putin dagegen soll von den USA und seinen NATO - Partnern vernichtet wer-
den. Die USA kämpfen um ihre Vorherrschaft auf den Weltmärkten und die EU
möchte gerne Weltmacht werden. Beides geht nicht ohne die Schwächung Russ-
lands und Chinas.
Die Medien und auch die anderen NATO – Staaten übernehmen
hier unterwürfig die Anspruchspositionen der USA und der EU und beugen sich dem
Druck Bidens. Um deren herrschende Ansichten und Absichten abzusichern, wer-
den in den deutschen Leitmedien andere und kritische Meinungen zensiert und
diffamiert, obwohl die Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit zur Grundlage der De-
mokratie gehören. Als Druckmittel benutzen sie die Formulierungen: Wer unsere
Propaganda in Zweifel zieht, arbeitet für den Feind und ist damit ein Verräter, ein
Lumpenpazifist und ein Putinanhänger. Wir sind die Guten und verfolgen edle Ziele.
Putin dagegen ist ein Kriegsverbrecher. Er begeht in der Ukraine Gräueltaten und
Zerstörungen und ist daher der Böse. Wir sind für den Frieden, müssen aber den
Ukrainekrieg bis zum endgültigen Sieg fortführen.


Mit einer sorgfältigen, verantwortungsvollen und demokratiefördernden Berichter-
stattung hat diese vorherrschende Ukraine - Berichterstattung nichts zu tun. Es
besteht ein Gesinnungsjournalismus, der die deutsche Bevölkerung dazu bringen
soll, die weiteren Zerstörungen und Massaker in der Ukraine gutzuheißen. Wer
tatsächlich weiteres Leid in der Ukraine und die gewaltigen Wohlstandsverluste der
NATO - Sanktionspolitik verhindern will, kommt an einer sofortigen Verhandlungs-
lösung und an einer Akzeptanz der Andersdenkenden nicht vorbei.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

14.10.2022

Melnyk geht – schade, dass er seine Freunde nicht mitnimmt

aus e-mail von Doris Pumphrey, 14. Oktober 2022, 19:32 Uhr


https://test.rtde.tech/meinung/151603-melnyk-geht-schade-dass-er/

14.10.2022

*Melnyk geht – schade, dass er seine Freunde nicht mitnimmt

*/Von Dagmar Henn

/

Er war immer nur Botschafter der Bandera-Ukraine, aber die deutschen

Medien scheinen ihn lieb gewonnen zu haben. Schließlich steht die

Bandera-Ukraine in Diensten der NATO. Melnyk lieferte die

Entschuldigung, die wirklichen ukrainischen Interessen völlig zu

ignorieren.

Jetzt geht er also endlich, der ukrainische Giftzwerg Melnyk. Und die

deutsche Presselandschaft scheint ihm geradezu nachzuweinen. Einen

"Lebensretter seines Landes" nennt

<https://www.tagesschau.de/inland/melnyk-botschafter-ukraine-103.html

ihn die /Tagesschau/, der die Deutschen "zwang", "in den Spiegel zu

schauen", und mit den "Irrtümern der Vergangenheit" konfrontierte. Er

habe "für Wirbel gesorgt" (/t-online/), sei als "leidenschaftlicher

Vertreter ukrainischer Interessen" aufgetreten (/Berliner Zeitung/), sei

"der vermutlich bekannteste Diplomat, den die Bundesrepublik jemals

erlebt hat" (/ntv/), der sich "mit oft harter Kritik an der

Bundesregierung einen Namen gemacht hat" (/BR/).


Melnyk, der gleich bei Amtsantritt vor bald acht Jahren mit seinem

Besuch am Grab des ukrainischen Faschisten Stepan Bandera seine

Gesinnung klar zu erkennen gab, der herumpöbelnde Russenhasser, der

Bundeskanzler Olaf Scholz eine "beleidigte Leberwurst" nannte und immer

nur eines kannte, Waffen fordern, mehr Waffen und noch mehr Waffen. Dass

das einer Rüstungslobbyistin wie Strack-Zimmermann recht ist, muss nicht

verwundern. Aber warum tun sie jetzt alle so, als sei dieser als

Diplomat offenkundig völlig unqualifizierte Nazipropagandist eine

Person, die man achten müsse, die man sogar vermissen könne?


Das wirklich Eigenartige daran ist, dass von den acht Jahren, in denen

Melnyk das ukrainische Regime als Botschafter vertrat, nur die letzten

Monate zu existieren scheinen. Dabei liegen davor all die Jahre, in

denen Deutschland Garantiemacht der Minsker Vereinbarungen war und in

denen ein Andrei Melnyk als Kanal hätte dienen müssen, um den zur

Umsetzung dieser Vereinbarungen erforderlichen Druck auf Kiew auszuüben.

Hätte es diesen Druck gegeben, hätte sich je eine Bundesregierung darum

bemüht, tatsächlich einen Weg heraus aus diesem Krieg zu bahnen, der vor

acht Jahren im Donbass begann, Melnyk wäre nie auf den Gedanken

gekommen, sein Lied von Waffen, Waffen, Waffen anzustimmen.


Und natürlich war er nie Vertreter ukrainischer Interessen, denn die

wirklichen Interessen der Menschen in der Ukraine, die objektiven

Interessen, bei denen es um Möglichkeiten einer wirtschaftlichen

Entwicklung geht, um eine Perspektive eines friedlichen Zusammenlebens

all der unterschiedlichen Gruppen der Bevölkerung, die hat er nie

vertreten. Er stand immer nur für die Interessen der Oligarchenclique,

die in Kiew die Macht innehat. Und wenn man verstehen will, wie diese

Bande tickt, muss man nur daran erinnern, dass der ehemalige Präsident

Petro Poroschenko, der den Krieg im Donbass begann, nebenbei auch der

größte Sargproduzent in der Ukraine war. Unmittelbarer lässt sich die

Differenz zwischen den Interessen der gewöhnlichen Bürger und der

herrschenden Truppe nicht illustrieren.


Hätte man in Berlin auch nur ansatzweise die Minsker Vereinbarungen

umsetzen wollen, dieser Melnyk hätte es niemals zum deutschen Medienstar

geschafft. Denn er ist die fleischgewordene Sabotage jedes Wegs zum

Frieden; der Widerspruch, den die deutsche Presse in ihrer

Abschiedsbetrachtung behauptet, zwischen seiner "leidenschaftlichen

Vertretung ukrainischer Interessen" und seiner Verehrung für den

Nazikollaborateur Bandera, ist keiner.


Man redet in Deutschland ungern über die Vorgeschichte, aber wenn es um

die wirklichen ukrainischen Interessen geht, kommt man nicht darum

herum. Vor allem nicht um die Frage des Kooperationsabkommens mit der

EU. Denn dieses Abkommen bedeutete nicht nur, dass die ukrainische

Wirtschaft ihren Exportmarkt in Russland verlor; es bedeutete zudem,

dass die Ukraine zwar Absatzmarkt für die EU wurde, selbst aber keine

Möglichkeit hatte, in die EU zu exportieren, weil die dafür

erforderlichen Investitionen zur Einhaltung der europäischen Normen zu

hoch waren. Die Entscheidung des damaligen Präsidenten Janukowitsch,

dieses Assoziierungsabkommen nachzuverhandeln, die dann dazu führte,

dass mit viel US- und EU-Unterstützung der Maidan vom Zaun gebrochen

wurde, war die letzte Entscheidung, die tatsächlich im Interesse der

Ukraine war.


Melnyk vertrat also, objektiv, immer die Interessen der NATO

beziehungsweise die Interessen der Kriegstreiber in Washington und der

ukrainischen Bandera-Anhänger, zu denen er gehört.


Aber die wirklichen Interessen der Ukraine beziehungsweise der dort

lebenden realen Menschen haben in der deutschen Politik und für die

deutschen Medien noch weniger Bedeutung als der Wille ihrer Wähler für

die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock. Es wurde ja durchaus

offen ausgesprochen, etwa von Florence Gaub, dass das Ziel der NATO in

der Ukraine darin besteht, Russland den größtmöglichen Schaden

zuzufügen. Wie viele Ukrainer für dieses Ziel verheizt werden, spielt

keine Rolle. Das wird auch bis heute, trotz des lauten Geschreis über

den "schrecklichen Krieg" und Dutzender blanker Lügen wie über

russischen Beschuss auf das Kraftwerk Energodar, nicht erwähnt. Als

wären all diese Toten nicht tot, wären nicht Söhne, Brüder, Männer,

Väter; sie sind nur Werkzeuge für ein geopolitisches Spiel, das aus dem

Westen gespielt wird. Und derjenige, der der willigste Knecht ist, dem

die Bevölkerung, die er vertreten sollte, mindestens so gleich ist wie

der bundesdeutschen Regierung die ihre, ist besonders willkommen.


Man rümpft immer noch ein wenig die Nase über den Hautgout, den diese

Truppen verströmen, aber wenn Melnyk zum Abschied keinen Tritt erhält

(den er allein schon wegen seiner Verletzung jeder diplomatischen

Verhaltensregel verdient hätte), sondern Lobgesängen lauschen darf, dann

ertönen diese nicht, obwohl, sondern weil er ein Faschist ist. Weil er

auch den Vertretern der deutschen Journaille den Raum öffnete, offen

ihrer Verachtung für die slawischen Untermenschen zu frönen und sich an

der Fantasie einer Vergeltung für Stalingrad zu erfreuen; weil er ihnen

die Ausrede lieferte, es ginge tatsächlich um die Ukraine und nicht von

Anfang bis Ende nur um die NATO und die westliche Dominanz.


Ein wirklicher Botschafter der Ukraine hätte um die Umsetzung der

Minsker Vereinbarungen ringen müssen, statt die Tür immer noch weiter

für die NATO, ihre Waffen und ihr Personal zu öffnen. Wirkliche

Botschafter wird die Ukraine erst wieder haben, wenn diese Macht in

Kiew, dieses Kompradoren-Regime verschwunden ist, gleich, ob als

eigenständiger Staat oder eben als Teil Russlands. Ein wirklicher

Botschafter behandelt die Jugend seines Landes nicht wie Vieh, das nicht

schnell genug zur Schlachtbank getrieben werden kann. Und wirkt nicht

begeistert daran mit, für fremde Interessen einen Krieg vom Zaun zu brechen.


Aber eines muss man zugeben – der Berliner Politbetrieb hatte sich etwas

wie Melnyk ehrlich verdient. Er ist Fleisch von ihrem Fleische,

menschenverachtend, machtbesessen und von der eigenen Überheblichkeit

verblendet wie die Berliner Regierungstruppe und ihre schreibenden

Claqueure. Würden sie doch nur alle nach Kiew entschwinden.


Lawrow: Dieser Neonazismus muss ausgerottet werden – Der Armee-Chef der

Ukraine trägt ein Hakenkreuz

<https://test.rtde.tech/kurzclips/video/151327-lawrow-neonazismus-muss-ausgerottet-werden/>


Ex-Bundeswehr-Generalinspekteur Kujat: Keine Offensivwaffen mehr an die

Ukraine!

<https://test.rtde.tech/inland/151462-ex-bundeswehr-generalinspekteur-kujat-keine/>


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

14.10.2022

Grüne Kriegsgeilheit und Linke NATO-Trolls

aus e-mail von Doris Pumphrey, 14. Oktober 2022, 19:24 Uhr


(…) Selbst die angebliche linke Revolutionärin Sarah Wagenknecht bedient

in ihren Auftritten in TV-Talk-Shows in der Regel einen wesentlichen

Teil des offiziellen Narrativs der NATO, EU und Bundesregierung zum

Krieg in der Ukraine. Zwar übt sie scharfe Kritik an den

selbst-zerstörerischen Wirtschaftssanktionen gegen Russland und belegt

mit Beispielen immer wieder die schiere Idiotie, die nur kranken

Gehirnen entstammen kann, aber zugleich macht sie sich in einem

Kernpunkt der Debatte mit den Kriegstreibern und Waffenlieferanten der

Ampel-Parteien und der CDU gemein. Das gilt insbesondere bei ihren

Versuchen, für die Diskussion mit ihren Gesprächspartnern eine

gemeinsame Basis zu schaffen. Dann spricht Wagenknecht von

/„Putins-Krieg“/ in der Ukraine und sagt: /„Wir sind uns ja alle einig

darin, dass Putin diesen verbrecherischen Angriffskrieg begonnen hat“/,

nur um im Anschluss die Selbstmord-Sanktionen der Bundesregierung zu

verurteilen. Aber trotz ihrer Vorleistung bekommt sie bei ihrer

Ablehnung der Sanktionen keine Unterstützung von der anderen Seite. Frau

Wagenknecht müsste es besser wissen und sie weiß es auch besser, dass

nämlich Putin diesen Krieg in der Ukraine nicht begonnen hat. Der Krieg

begann nach dem Gewaltputsch gegen die rechtmäßige Regierung in Kiew im

Jahr 2014. Die Kiewer Putsch-Regierung terrorisiert seit über 8 Jahren

mit ihren Nazi-Bataillonen die russisch-sprechende Bevölkerung im

Donbass. Dieser Krieg, den der Westen weitgehend verschwiegen hat, hat

laut UN-Bericht mit Stand von Dez. 2021 14.000 zivile Tote in der Region

gefordert.

Als die ukrainische Armee laut OSZE-Dokumenten Mitte Februar die

Artillerie-Angriffe auf die Städte im Donbass auf über 1.000 pro Tag im

Rahmen der Vorbereitung ihrer angekündigten Offensive steigerte, um die

russisch sprachigen Region im Osten gewaltsam zu unterwerfen, kamen die

Russen ihr mit ihrer eigenen Offensive zuvor.

Das Fazit müsste bei Wagenknecht deshalb heißen: „Putin hat den Krieg

nicht begonnen. Vielmehr hat er die militärische Sonderoperation

gestartet, um den seit 8 Jahren tobenden Krieg im Donbass zu beenden! So

wird ein Schuh daraus. (…)



https://apolut.net/gruene-kriegsgeilheit-und-linke-nato-trolls-von-rainer-rupp/

*Grüne Kriegsgeilheit und Linke NATO-Trolls | Von Rainer Rupp

*/Ein Kommentar von *Rainer Rupp.*/


Wenn Kriege mit großem, aber leerem moralischen Pathos und schmissigen

Durchhalteparolen gewonnen würden, dann würde das ukrainische Militär

mit seinen NATO-Panzern schon längst vor den Toren Moskaus stehen. Und

Präsident Wladimir Putin würde sich irgendwo in Sibirien vor der

aufgebrachten russischen Bevölkerung verstecken. Denn, so versucht es

uns jedenfalls die alltägliche Propaganda-Show in ARD und ZDF zu

vermitteln, die Mehrzahl der Menschen in der russischen Föderation sei

total darauf versessen, zur tollen, westlichen Wertegemeinschaft zu

gehören, die sie aus den filmisch wertvollen Hollywood-Produktionen kennen.


Nach der letzten Bundestagswahl glaubten auch die Grünen Minister*Innen

der Ampel-Koalition, vor allem der Robert und die süße Annalena in einer

traumhaften Filmproduktion zum „Green Reset“ in Deutschland die Regie

führen zu können. Kometenhaft stieg Habeck schon nach wenigen Monaten zu

Deutschlands populärstem Politiker auf. Selbst die Wirtschaft schwärmte,

etwa in Person Chefs des Bundes Deutscher Industrie BDI (Siegfried

Russwurm). Alle schwärmten vom „neuen Stil” des grünen Ministers.


Aber dann kam die Energie-Krise, die von der Ampelkoalition absichtlich

geschaffen wurde; aus einer Mischung aus Dummheit, grüner Kriegsgeilheit

und feigem US-Vasallentum, nur um dem Russen zu zeigen, wo die Harke

hängt. Das ist bis jetzt der Konsens aller Parteien, von der Ampel über

CDU bis hin zur Linken. Seither hat der Nimbus, der Habeck umgab, an

Glanz verloren, denn es geht nicht mehr um „Stil“, sondern um Substanz.

Und dabei hapert es bei Habeck. Der Autor von Kinderbüchern hat

inzwischen total versagt. Denn die Erwachsenen nehmen ihm seine grüne

Märchenwelt, die er uns vorgaukelt, nicht ab, mit Ausnahme der

Friday-Hüpfer für Klima und die anderen infantilen Wähler seiner Partei.


Dennoch legten die Grünen auch bei der jüngsten Landtagswahl weiter zu.

Das kann angesichts des von den Grünen verursachten Chaos in Politik,

Wirtschaft und Gesellschaft rational nicht erklärt werden, es sei denn,

mit der totalen Irrationalität der grünen Wähler, die eine erschreckende

Verhaltensweise von Lemmingen demonstrieren, allerdings mit einer

Besonderheit: die grünen Lemminge wollen nicht allein über die Klippe in

den Abgrund springen, sondern uns alle mitreißen.


Derzeit versucht Habeck uns mit dem neuen Märchen einzulullen, dass die

Gasspeicher prall gefüllt sind. Auch das ist wieder eine typisch-grüne

Halbwahrheit. Und Halbwahrheiten sind auch Lügen.


Aber glauben wir Habeck einfach mal, dass die Speicher tatsächlich voll

sind. Aber wem gehört das Gas in den Speichern? Ist es zur Deckung des

Verbrauchs in Deutschland bestimmt? Keineswegs! Denn das Gas gehört

großen, international operierenden Gasverkäufern, die wir in der

aktuellen Situation ruhig als Spekulanten bezeichnen können, die nicht

das Gemeinwohl, sondern ihren Profit im Sinn haben.


Allerdings spielt die Gemeinschaft hier trotzdem eine Rolle, nämlich als

Gans. Obwohl die Gans regelmäßig gefedert wird und ihre Daunen in warme

Decken eingenäht werden und Händler reich machen, wird die Gans

letztendlich auch noch gebraten und verspeist. Ebenso wird die

Bevölkerung bei der Befüllung der Gasspeicher gerupft, um später

verbraten zu werden.


Die von der Bundesregierung enteigneten Gazprom-Speicher in Deutschland

wurden mit erheblicher finanzieller Hilfe vom deutschen Steuerzahler von

den Energie-Spekulanten mit Gas gefüllt, das auf den Märkten für teures

Geld zusammengekauft wurde. Die Speicher hatte  die Bundesregierung an

die Spekulanten vermietet. Denen und nicht der Bundesregierung gehört

das eingelagerte Gas, das die Spekulanten im Winter zu Marktpreisen an

den jeweils Höchstbietenden in Europa verkaufen dürfen und das sicher

auch tun werden. Und die Bundesregierung kann nicht einmal einen Riegel

vorschieben, weil sie dieser EU-Regelung zugestimmt hat. Denn das

verlangt die EU-weite a-soziale Marktwirtschaft, die ein Kernelement der

westlichen Un-Wertegemeinschaft ist.


Auf Anfrage der Ostseezeitung letzte Woche konnte Habecks

Wirtschaftsministerium keine Auskunft darüber geben, wieviel von dem mit

deutschen Steuergeldern mit bezahltem Gas in diesem Winter in

Deutschland bleibt, um hier die Wohnstuben warm zu heizen. Das Gas wird

auf dem europäischen Markt verhökert werden. Wer mehr zahlt, bekommt

mehr Gas, egal wohin es geht. Das ist nur folgerichtig für die

Marktwirtschaft.


Anstatt dass die Linksfraktion im Bundestag angesichts dieses Versagens

der Ampel-Koalition auf der ganzen Linie im Bundestag auf die Stühle

steigt, um gegen die wirtschaftliche und politische Selbstmord-Politik

der Regierung mobil zu machen, hat die Linke sich längst dem

irrationalen, anti-russischen Kurs der Ampel angepasst.


Statt in Berlin die Demonstranten für /„Frieden mit Russland“/ auf den

Straßen zu unterstützen, betätigt sich z.B. die unsägliche Katja

Kipping, – für Die Linke Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales

im Berliner Senat – als Krankenschwester am Bett der siechenden

Ampel-Koalition. So prahlte Senatorin Kipping Mitte September vor der

Presse über die von ihr ins Leben gerufene Initiative zur Schaffung von

öffentlichen Wärmepunkten für alte und einsame Menschen.


Laut Kipping soll ein /“Netzwerk der Wärme”/ in Berlin geschaffen

werden, das vereinsamte oder wegen der Energiekrise in Not geratene

Berlinerinnen und Berliner im Winter auffangen soll. Die Senatorin

sprach von Berlin-weiten Anlaufstellen und „Wärmepunkten“ verschiedener

Akteure. Das könnten Begegnungsstätten zum Aufwärmen sein, z.B.

Kantinen, Museen oder Bibliotheken oder Pausenräume von kleinen Firmen.

Dort könnte „gemeinsam gekocht und gegessen oder gemeinsam an Kursen

teilgenommen werden“, freute sich Kipping erwartungsfroh. So kuschelig

schön stellt sich diese unbedarfte linke Knalltüte die Krise im Winter vor.


Selbst die angebliche linke Revolutionärin Sarah Wagenknecht bedient in

ihren Auftritten in TV-Talk-Shows in der Regel einen wesentlichen Teil

des offiziellen Narrativs der NATO, EU und Bundesregierung zum Krieg in

der Ukraine. Zwar übt sie scharfe Kritik an den selbst-zerstörerischen

Wirtschaftssanktionen gegen Russland und belegt mit Beispielen immer

wieder die schiere Idiotie, die nur kranken Gehirnen entstammen kann,

aber zugleich macht sie sich in einem Kernpunkt der Debatte mit den

Kriegstreibern und Waffenlieferanten der Ampel-Parteien und der CDU

gemein. Das gilt insbesondere bei ihren Versuchen, für die Diskussion

mit ihren Gesprächspartnern eine gemeinsame Basis zu schaffen. Dann

spricht Wagenknecht von /„Putins-Krieg“/ in der Ukraine und sagt: /„Wir

sind uns ja alle einig darin, dass Putin diesen verbrecherischen

Angriffskrieg begonnen hat“/, nur um im Anschluss die

Selbstmord-Sanktionen der Bundesregierung zu verurteilen. Aber trotz

ihrer Vorleistung bekommt sie bei ihrer Ablehnung der Sanktionen keine

Unterstützung von der anderen Seite.


Frau Wagenknecht müsste es besser wissen und sie weiß es auch besser,

dass nämlich Putin diesen Krieg in der Ukraine nicht begonnen hat. Der

Krieg begann nach dem Gewaltputsch gegen die rechtmäßige Regierung in

Kiew im Jahr 2014. Die Kiewer Putsch-Regierung terrorisiert seit über 8

Jahren mit ihren Nazi-Bataillonen die russisch-sprechende Bevölkerung im

Donbass. Dieser Krieg, den der Westen weitgehend verschwiegen hat, hat

laut UN-Bericht mit Stand von Dez. 2021 14.000 zivile Tote in der Region

gefordert.


Als die ukrainische Armee laut OSZE-Dokumenten Mitte Februar die

Artillerie-Angriffe auf die Städte im Donbass auf über 1.000 pro Tag im

Rahmen der Vorbereitung ihrer angekündigten Offensive steigerte, um die

russisch sprachigen Region im Osten gewaltsam zu unterwerfen, kamen die

Russen ihr mit ihrer eigenen Offensive zuvor.

Das Fazit müsste bei Wagenknecht deshalb heißen: „Putin hat den Krieg

nicht begonnen. Vielmehr hat er die militärische Sonderoperation

gestartet, um den seit 8 Jahren tobenden Krieg im Donbass zu beenden! So

wird ein Schuh daraus.


Derweil arbeitet Die Linke immer konsequenter daran, sich als

pro-NATO-Partei zu etablieren. Das zeigt sich nicht nur an der bekannten

öffentlichen Auseinandersetzung, die gegen Sahra Wagenknecht geführt

wird, obwohl diese immer brav die Formel vom /“russischen

Angriffskrieg”/ im Mund führt. Angriffe der Partei Die Linke gegen alle

Teile der Friedensbewegung sowie gegen Teilnehmer an Sozialprotesten,

die sich den Verweis auf die Sanktionen nicht verkneifen, ziehen sich

quer durch die Republik. Es erweckt den Eindruck, als wolle man die

letzten Reste nicht NATO-konformer Partei-Mitglieder hinaussäubern, um

dann desto besser im Gleichklang mit den Olivgrünen gen Osten ziehen zu

können.


So fragt Dagmar Henn auf RT-Deutsch: Ist es links, mit der verarmenden

Bevölkerung gegen die Sanktionspolitik zu demonstrieren? Nicht nach

Ansicht der Linken. Denn schließlich sind Gas- und Strommangel über uns

gekommen wie ein himmlisches Verhängnis, und Solidarität ist vor allem

“mit der Ukraine” zu üben.


Wie das real abgeht zeigt ein Bericht

<[i" rel="noopener">https://www.jungewelt.de/artikel/436047.niedergang-der-linkspartei-vor-der-zerrei%C3%9Fprobe.html>[i]

der Zeitung „/Junge Welt“ wonach /die Hamburger Landessprecher Thomas

Iwan und Sabine Ritter “harte Konsequenzen” gefordert haben, weil

Mitglieder ihrer Partei gemeinsam mit “Putin-Verstehern” demonstriert

hätten und dabei die Schuld am Krieg in der Ukraine /“primär den USA

zugeschoben”/ worden sei. Sie fragten sich, ob Mitglieder toleriert

werden könnten, die “die Verantwortung für diesen Krieg ständig

relativieren und bereit sind, für diese Meinung gemeinsam mit Rechten

und Querdenkern zu demonstrieren”.


Weiter berichtet Henn von Vorwürfen wie: /“Verschwörungsideologen und

Rechte”/ könnten keine Bündnispartner sein, ebensowenig /“Leute, die den

Überfall Russlands auf die Ukraine entschuldigen oder relativieren oder

gar russische Kriegspropaganda verbreiten”;/ Worte, die aus dem Mund

einer Landessprecherin der Linken stammen, die sich auf dem letzten

Hamburger Landesparteitag für Waffenlieferungen an die Ukraine

ausgesprochen hatte.


Ziel der Vorwürfe war vor allem Andreas Grünwald, ein Urgestein der

Hamburger Friedensbewegung und Anmelder der Demonstration am 1. Oktober.

Die hatte das Missfallen der Hamburger Landessprecher erregt. Vermutlich

war schon die Hauptlosung “Frieden! Abrüstung! Kein Wirtschaftskrieg,

der die Menschen in den Ruin treibt!” den linken Vordenker wie Iwan und

Ritter zu querdenkerisch oder rechts. „Denn im medialen Mainstream gilt

sogar die kausale Verknüpfung kalter Wohnungen mit den gegen Russland

verhängten Sanktionen als russische Desinformation”, so Dagmar Henn

<https://test.rtde.tech/meinung/150951-linkspartei-stunde-denunzianten/>[ii].


Aber Widerstand gegen Krieg, soziale Ausplünderung und eine

Sanktionspolitik, die nur unserer Bevölkerung schadet, gehören laut dem

angegriffenen Grünwald zusammen. Er sei erschrocken, wenn er sehe, wie

manche Linke inzwischen ticken. Einige von denen seien inzwischen für

Waffenlieferungen, andere für völkerrechtswidrige Sanktionspolitik durch

imperialistische Mächte. Das hielten sie dann tatsächlich für eine

angemessene Antwort auf Kriege. Und geschieht ein Anschlag auf russische

Pipelines, kann es nur Putin gewesen sein, weil sie den westlichen

Imperialisten sowas nicht zutrauten. Die halte man allen Ernstes für

eine Verkörperung von ‘unserer Demokratie’. Denn sonst könnte man mit

denen ja auch nicht gemeinsam regieren, so Grünwald gegenüber dem ND.


Aber nicht nur in der Hamburger Linken wird die Linie immer mehr auf

NATO-Freundlichkeit gebürstet. Auch der Berliner Landesvorstand ist

penibel bemüht, sich so weit wie möglich von NATO-Gegnern abzugrenzen.

In Berlin fand am Monatsersten ebenfalls eine Friedensdemonstration

statt, zu der die Berliner Friedenskoordination (Friko) aufgerufen

<http://www.frikoberlin.de/>[iii]<hatte" rel="noopener">https://apolut.net/gruene-kriegsgeilheit-und-linke-nato-trolls-von-rainer-rupp/#_edn3>hatte.

Wie in Hamburg handelt es sich um ein Bündnis, das schon seit

Jahrzehnten besteht.


Im Aufruf zu dieser Demonstration wurden Verhandlungen und gegenseitige

Sicherheitsgarantien zwischen Russland und der NATO gefordert, und es

hieß darin: /“Die Sanktionen gegen Russland, gepaart mit den

Auswirkungen einer krisenhaften Weltwirtschaft, führen auch bei uns zu

steigenden Lebenshaltungskosten.”/

Als die Friko, wie seit der Gründung der Linken üblich, nachfragte, ob

der Aufruf unterstützt werde, lautete die Antwort: “Das pauschale Ende

der Sanktionen sowie die Zuschreibung als Aggressor in Richtung der

Bundesregierung entspricht nicht der Haltung und Beschlusslage der LINKEN.”

Die Moderatorin der Berliner Friko war mit der Entscheidung des

Landesvorstands nicht zufrieden. “Ich erwarte von einer sich ‘links’

nennenden Partei, dass sie die Interessen unserer Bevölkerung gegenüber

der Regierung vertritt – diese notfalls auch erkämpft – nicht aber, dass

sie tatenlos daneben steht und zulässt, wie eine verantwortungslose

Regierung unsere Lebensbedingungen in Gefahr bringt, möglicherweise sie

zerstört”, schrieb sie in ihrer Erwiderung.


Tatsächlich hatte die Berliner Linkspartei sich schon auf ihrem

Landesparteitag Ende September bemüht, Protesten, die sich gegen die

Sanktionen richten, möglichst nicht zu nahe zu kommen.


“Die Brandmauer nach rechts muss hoch sein. Da gibt es null

Gemeinsamkeiten”, erklärte

<[iv" rel="noopener">https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/berliner-linke-will-stromschutzschirm-fuer-kunden-der-stadtwerke-li.270441>[iv]

Sprecherin Katina Schubert damals gegenüber der /Berliner Zeitung/. Wie

dieses “rechts” definiert wird, zeigte sich dann am Beifall für

“Solidarität mit der Ukraine” oder für “Abscheu vor der ‘Propaganda des

russischen Aggressors'”.


Von außen werde inzwischen kräftig nachgeholfen. Leander Sukov, bis

Februar noch Mitglied der Linken, aber dann zur SPD gewechselt, weil ihm

seine alte Partei noch nicht ukrainefreundlich genug war, rühmt sich,

eine Anzeige gegen Artur Leier, Mitglied der Linken in Hamburg,

erstattet zu haben, weil dieser aus dem Donbass berichtete und es gewagt

hatte, als Wahlbeobachter zu fungieren.


Sukov, der dem in der Linken verbreiteten Spektrum der Antideutschen

zuzuordnen ist, lässt damit erkennen, womit bei den Anhängern dieser

Ideologie sonst noch zu rechnen ist. Es genügt nicht, dass auf legitimen

sozialen Protest einer von ihrer Regierung verratenen Bevölkerung mit

“linken” Gegendemonstrationen reagiert wird. Oder dass all jene mit

Ausschlussanträgen und Beschimpfungen überzogen werden, die als Linke

weiter an der Überzeugung festhalten, die Interessen der besitzlosen

Klassen zu vertreten. Nein Die Linke macht sich auch noch gern zum

Büttel einer Staatsmacht, die eifrig bemüht ist, jedes Stückchen

wahrhaftiger Berichterstattung zu unterbinden.


*Quellen und Anmerkungen:

*[i]

https://www.jungewelt.de/artikel/436047.niedergang-der-linkspartei-vor-der-zerrei%C3%9Fprobe.html

[ii] https://test.rtde.tech/meinung/150951-linkspartei-stunde-denunzianten/

[iii] http://www.frikoberlin.de/

[iv]

https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/berliner-linke-will-stromschutzschirm-fuer-kunden-der-stadtwerke-li.270441

14.10.2022

Abbas zu Russland u. USA /Fatah und Hamas - Abkommen

aus e-mail von Doris Pumphrey, 14. Oktober 2022, 18:21 Uhr


*Abbas: "Wir wissen sehr gut, dass Russland für Gerechtigkeit und

internationales Recht steht"

*Am Rande der Konferenz für Zusammenarbeit und vertrauensbildende

Maßnahmen in Asien (CICA) in der kasachischen Hauptstadt Astana trafen

sich der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas und Russlands

Präsident Wladimir Putin zu bilateralen Gesprächen. Die beiden

Staatsoberhäupter tauschten Worte des gegenseitigen Vertrauens und

Beistands aus: "Wir wissen sehr gut, dass Russland für Gerechtigkeit und

internationales Recht steht. Das ist für uns ein Dogma", sagte Abbas.

/Siehe kurzes Video:

/https://test.rtde.tech/kurzclips/video/151610-abbas-wir-wissen-sehr-gut/



https://test.rtde.tech/international/151530-vertrauen-usa-nicht-palenstinensicher-prasident/

13.10.2022

*"Vertrauen USA nicht" –

Palästinensischer Präsident Abbas trifft sich mit Wladimir Putin

*Für die Friedensvermittlung zwischen Israel und Palästina zähle der

palästinensische Präsident Mahmud Abbas nicht auf die Vereinigten

Staaten. Nur ein Format mit der Einbindung Russlands komme in Betracht.

Putin bestätigte Moskaus Position zur israelisch-palästinensischen Lösung.


Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas nutzte

am Donnerstag ein Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir

Putin, um die Vereinigten Staaten anzuprangern und dem russischen

Staatschef mitzuteilen, dass er kein Vertrauen in Washington als

Friedensvermittler im Nahen Osten hat. "Wir trauen den USA nicht", sagte

Abbas bei dem Treffen am Rande des Gipfeltreffens der Konferenz über

Interaktion und vertrauensbildende Maßnahmen in Asien (CICA) in Astana.

/"Wir akzeptieren die USA unter keinen Umständen als einzige Partei bei

der Lösung des Nahost-Problems", fügte er hinzu./


Ihm zufolge würden die Palästinenser eine Vermittlung durch die USA nur

dann in Betracht ziehen, wenn diese Teil des "Quartetts" seien. Dabei

handelt es sich um eine Gruppe von Staaten, der auch Russland angehört.

"Die Palästinenser schätzen Russlands Politik zum Schutz der

internationalen Legitimität und Gerechtigkeit sehr", betonte Abbas.


Bei früheren Verhandlungen spielten die USA eine zentrale Rolle und

vermittelten in den 1990er-Jahren Interims-Friedensabkommen, aus denen

die Palästinensische Autonomiebehörde hervorging, die von Abbas geleitet

wird.


Die Äußerungen von Abbas spiegeln dessen Frustration über die USA wider,

die sich von ihrer einstigen Vermittlungsarbeit zwischen Israelis und

Palästinensern zurückgezogen haben. Zudem war es zu einer

Vertrauenskrise gekommen, nachdem die Trump-Administration die Mittel

für die Palästinenser gekürzt und eine die israelische Besatzung

unterstützende Politik

<https://fromrussiawithlove.rtde.world/international/109183-pompeo-plant-historischen-besuch-von/

verfolgt hatte. Dazu gehörte auch die Verlegung der israelischen

US-Botschaft nach Jerusalem. US-Präsident Joe Biden stellte die

Finanzierung inzwischen wieder her, beließ die US-Botschaft jedoch in

Jerusalem. Auch Versuche zu einer Wiederaufnahme der Friedensgespräche

gab es nicht.


Die Position Moskaus zur israelisch-palästinensischen Lösung bleibe

unverändert und stütze sich auf UN-Beschlüsse, erklärte der russische

Präsident bei dem Treffen in Astana. Weiter erläuterte er:

/"Sie wissen, dass Russlands Position zu den palästinensischen

Problemen, zur palästinensisch-israelischen Lösung, eine Frage des

Prinzips ist. Sie basiert auf grundlegenden Entscheidungen der UNO und

ändert sich nicht."/


Israel und die Palästinenser haben seit mehr als einem Jahrzehnt keine

substanziellen Friedensgespräche geführt. Die militärische Besetzung

palästinensischer Gebiete durch Israel dauert bereits 55 Jahre an./"Wir

haben uns immer für eine gerechte Lösung auf einer internationalen

Rechtsgrundlage eingesetzt. In diesem Sinne können Sie sich unserer

Position sicher sein", so der russische Staatschef./


Israel eroberte das Westjordanland, den Gazastreifen und Ostjerusalem im

Nahostkrieg 1967. Die Palästinenser streben auf diesen Gebieten die

Bildung eines unabhängigen Staates an. Die UN-Generalversammlung hat

wiederholt mit überwältigender Mehrheit für das Recht Palästinas auf

einen eigenen Staat gestimmt. In einer mehrheitlich unterstützten

Resolution wurde unter anderem betont, "unverzüglich ein Ende der

israelischen Besatzung, die 1967 begann, und eine gerechte, dauerhafte

und umfassende Friedensregelung zwischen der palästinensischen und der

israelischen Seite zu erreichen", die auf einer Zweistaatenlösung basiert.


In Bezug auf die bilateralen russisch-palästinensischen Beziehungen

sagte Putin, dass noch viel mehr getan werden müsse, damit sich die

wirtschaftlichen Beziehungen aktiver entwickeln können. Dafür seien

bereits gute Voraussetzungen gegeben. Weiter lobte Putin, dass auch "die

humanitäre Arbeit positive Wirkungen erzielt". Beispielsweise studierten

derzeit 650 palästinensische Studenten in Russland.



https://test.rtde.tech/der-nahe-osten/151577-rivalisierende-palastinensergruppen-unterzeichnen-versohnungsabkommen-in/

14.10.2022

*Rivalisierende Palästinensergruppen unterzeichnen Versöhnungsabkommen

in Algerien *


Die rivalisierenden palästinensischen Gruppierungen Fatah und Hamas

haben am Donnerstag in Algier ein Abkommen unterzeichnet, das darauf

abzielt, die seit 15 Jahren andauernden Streitigkeiten durch die

Abhaltung neuer Wahlen beizulegen.


Das durch Vermittlung Algeriens zustande gekommene Abkommen sieht vor,

die Kluft zwischen der Fatah von Präsident Mahmud Abbas und der Hamas zu

überwinden, die bislang die palästinensische Regierung im Gazastreifen

vom israelisch besetzten Westjordanland politisch getrennt und die

palästinensischen Bestrebungen nach einem eigenen Staat behindert hatte.


In Palästina war man jedoch skeptisch, dass die Zusage,

Präsidentschafts- und Parlamentswahlen abzuhalten, umgesetzt wird. In

den Palästinensergebieten gab es seit 15 Jahren keine Parlaments- und

Präsidentschaftswahlen mehr. Die Spaltung zwischen den palästinensischen

Fraktionen, die durch den Sieg der Hamas bei den Parlamentswahlen 2006

ausgelöst worden war, hat seither weitere Wahlen verhindert.


Hamas und Fatah hatten in den vergangenen Jahren mehrere Abkommen oder

Absprachen getroffen, in denen unter anderem Wahlen und eine

Einheitsregierung vereinbart wurden, ohne dass diese jemals umgesetzt

wurden.

Im Jahr 2021 hatte Abbas im Alleingang die Parlamentswahl abgesagt, um

der Hamas die Möglichkeit zu nehmen, sich auf diesem Wege mehr

Legitimität zu verschaffen. Denn die Hamas scheint für viele

Palästinenser längst die einzige ernst zu nehmende Kraft zu sein, die

der völkerrechtswidrigen Siedlungspolitik Israels die Stirn bieten könnte.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

14.10.2022

„Klarheit und den politischen Mut“ gewürdigt
Baerbock als Politikerin des Jahres ausgezeichnet

                                                                                                                    

Ist vom Magazin „Politik und Kommunikation“ und der Quadriga Hochschule als Politikerin des Jahres mit dem Politikaward ausgezeichnet worden: Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne).

rnd.de, 13.10.2022, 09:31 Uhr

Das Magazin „Politik und Kommunikation“ und die Quadriga Hochschule haben die Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) als Politikerin des Jahres mit dem Politikaward ausgezeichnet. Der Preis wurde ihr vom früheren französischen Außenminister Jean-Yves Le Drian verliehen.



Zitat: Berlin. Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) ist vom Magazin „Politik und Kommunikation“ und der Quadriga Hochschule als Politikerin des Jahres mit dem Politikaward ausgezeichnet worden. Der Preis wurde ihr am Mittwochabend vom früheren französischen Außenminister Jean-Yves Le Drian verliehen. Der im Mai aus dem Amt geschiedene Diplomat würdigte in seiner Laudatio vor allem die „Klarheit und den politischen Mut“ Baerbocks gerade in der Ukraine-Krise. Sein persönliches Verhältnis zur Grünen-Politikerin bezeichnete er als „diplomatische Liebe auf den ersten Blick“.


Als Aufsteiger des Jahres wurde Justizminister Marco Buschmann (FDP) ausgezeichnet. SPD-Chef Lars Klingbeil wurde zum Strategen des Jahres gekürt und der frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) mit dem Ehrenpreis für sein Lebenswerk geehrt.


„Politik und Kommunikation“ und die Quadriga zeichnen seit 2003 Politikerinnen und Politiker aus, die durch außergewöhnliche Leistungen aufgefallen sind. An der vom Journalisten Hajo Schumacher moderierten Preisverleihung in Berlin nahmen 350 Politiker, Journalisten und Vertreter von Unternehmen und Institutionen teil.

RND/dpa


Mehr zum Thema

 

Außenministerin Annalena Baerbock hat das iranische Regime scharf kritisiert.

Proteste im IranAnnalena Baerbock: Teheran steht „auf der falschen Seite der Geschichte“

 

Annalena Baerbock, Außenministerin, unterhält sich mit Marian Turski, Präsident des Internationalen Auschwitz Komitees, bei den Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit in der deutschen Botschaft in Warschau.Besuch in WarschauBaerbock: Sicherheit Osteuropas ist Deutschlands Sicherheit




Info: https://www.rnd.de/politik/baerbock-ist-politikerin-des-jahres-politikaward-des-magazins-politik-und-kommunikation-an-S4GHCO6JAKKH52QVFRX7A2TC3A.html



Weiteres:



Deutsche Außenministerin US-Magazin »Time« sieht Baerbock als »aufstrebenden Star«


spiegel.de, 29.09.2022, 14.09 Uhr

Die Würdigung kommt von US-Außenminister Antony Blinken: Das »Time«-Magazin zählt Annalena Baerbock zu den 100 aufstrebenden Persönlichkeiten der Welt. Eine weitere Deutsche hat es ebenfalls auf die Liste geschafft.



Außenministerin Baerbock: »Sie hat nie den Glauben in die inhärente Stärke unserer Demokratien verloren«



Gemeinsam mit Robert Habeck führte sie die Grünen zu vielen Erfolgen, wurde Kanzlerkandidatin – und ist nun Außenministerin der Ampelregierung: Annalena Baerbock hat eine bemerkenswerte Karriere hingelegt. Das sieht offenbar auch die Zeitschrift »Time« so. Das Blatt veröffentlicht jedes Jahr eine Liste der 100 aufstrebenden Persönlichkeiten der Welt. In diesem Jahr werden gleich zwei Deutsche in dem Ranking erwähnt – neben Baerbock gehört auch Klimaaktivistin Luisa Neubauer zu den »aufstrebenden Stars«.


Die am Mittwoch veröffentlichte Begründung für die Auswahl von Baerbock schrieb US-Außenminister Antony Blinken: »Wenn ich darüber nachdenke, was mich in diesen Zeiten optimistisch stimmt, dann ist es, eine Partnerin zu haben, die so nahtlos Prinzipien und Pragmatismus vermischt.« Die Ministerin habe es trotz globaler Herausforderungen – darunter auch der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine – geschafft, die USA und Deutschland sowie alle transatlantischen Verbündeten näher zusammenzubringen, so Blinken.


»Sie hat nie den Glauben in die inhärente Stärke unserer Demokratien verloren, basierend auf unserer Freiheit, unserem Respekt für Menschenrechte und unserer einzigartigen Fähigkeit, uns selbst zu verbessern«, schrieb der Minister weiter über Baerbock. »Und sie hat eine Gabe dafür, mehr Partner für diese Vision zu gewinnen und sie praktisch umzusetzen.«


»Eine starke Stimme einer Generation junger Deutscher«

Im Fall von Neubauer lieferte eine andere Klimaaktivistin die Begründung für die Auswahl. Vanessa Nakate aus Uganda nannte Neubauer »eine der treibenden Kräfte hinter der Entstehung von Fridays for Future in Deutschland«. »Als talentierte Organisatorin und mitreißende Rednerin ist sie inzwischen eine starke Stimme einer Generation junger Deutscher, die gegen Untätigkeit Stellung beziehen«, so Nakate weiter.


Luisa Neubauer bei einer »Fridays for Future«-Demonstration in Berlin


Der »Time«-Beitrag stellt 100 »aufstrebende Stars« aus allen Gesellschaftsbereichen und Ländern vor, inklusive Musiker, Unternehmer, Aktivisten und Politiker. »Was diese Personen verbindet, sind ihre außergewöhnlichen Bemühungen, unsere Welt zu gestalten – und unsere Zukunft zu bestimmen«, erklärte das Magazin.


Die Liste ist unabhängig von dem bekannteren »Time«-Ranking der 100 einflussreichsten Menschen der Welt – eine Liste, in der zum Beispiel die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel mehrmals vorkam.

asc/dpa


Info: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/annalena-baerbock-time-magazin-sieht-deutsche-aussenministerin-als-aufstrebenden-star-a-86c22da8-744d-44fe-bd4c-f2a0b6c3b339



Weiteres:



Außenministerin Baerbock und Kulturstaats­ministerin Roth rufen mit der Hannah-Arendt-Initiative ein Schutzprogramm für Journalistinnen und Journalisten ins Leben


auswaertiges-amt.de, 14.10.2022 - Pressemitteilung

*** Gemeinsame Pressemitteilung des Auswärtigen Amts und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien ***


Zitat: Das Auswärtige Amt und die Beauftragte für Kultur und Medien rufen gemeinsam ein neues Programm zur Unterstützung und zum Schutz von Journalistinnen und Journalisten, Medienschaffenden sowie Verteidigerinnen und Verteidigern der Meinungsfreiheit in Krisen- und Konfliktgebieten im Ausland wie auch im Exil in Deutschland ins Leben. Die Hannah-Arendt-Initiative dient dabei auch der Umsetzung eines Auftrages aus dem Koalitionsvertrag. 

Außenministerin Annalena Baerbock:

Freier Journalismus ist die beste Medizin gegen Menschenrechtsverletzungen und Machtmissbrauch. Gerade in diesen Tagen sehen wir einmal mehr, wie unverzichtbar die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten ist, die z.B. über die Proteste der unerschrockenen Frauen und Mädchen im Iran und Russlands schreckliche Kriegsverbrechen in der Ukraine berichten. Für ihre Arbeit werden sie allzu oft verfolgt, verhaftet, verprügelt und ermordet. Damit diese mutigen Menschen ihre Arbeit fortsetzen können, brauchen sie sichere Rückzugsorte, Arbeitsmöglichkeiten und Unterstützung. Deswegen schaffen wir jetzt mit der Hannah-Arendt-Initiative ein Nothilfeprogramm für Medienschaffende und Journalistinnen und Journalisten mit handfesten Schutz- und Unterstützungsmaßnahmen. 

Kulturstaatsministerin Claudia Roth:

Journalistinnen und Journalisten werden immer häufiger zur Zielscheibe von Diktatoren, Anti-Demokraten und Extremisten, da sie mit ihrer freien und unabhängigen Berichterstattung die Potemkinschen Propaganda-Dörfer in Moskau, Kabul, Teheran, weltweit ins Wanken bringen. Sie sind laute, selbstbewusste Stimmen im Kampf für Freiheit und Selbstbestimmung, für Demokratie und Frieden. Gerade in diesen Zeiten ist die Hannah-Arendt-Initiative ein wichtiges Signal für die Meinungs- und Pressefreiheit, für den Schutz von Journalistinnen und Journalisten. Mit dieser Initiative unterstützen wir zielgerichtet geflüchtete Journalistinnen und Journalisten, damit sie auch aus dem Exil ihre so wichtige Arbeit fortführen können. Zivilgesellschaftliche Initiativen sind zentrale Akteure dieser Initiative, da sie bei der Etablierung ausbalancierter Mechanismen, die eine staatliche Unterstützung der Medien ermöglichen ohne mit dem Prinzip der Staatsferne zu brechen, einen wichtigen Beitrag leisten. 

Sowohl im Ausland als auch im Inland laufen bereits Projekte der Hannah-Arendt-Initiative in einer Pilotphase. Dabei werden in einem ersten Schritt gefährdete Journalistinnen und Journalisten aus Afghanistan, der Ukraine, Russland und Belarus unterstützt, namentlich durch Notfallstipendien, Trainingsmaßnahmen, regionale Stipendienprogramme und Exil-Journalismus-Zentren in Drittländern sowie durch entsprechende Maßnahmen im Exil in Deutschland. Hinzu kommt ein spezielles Nothilfeangebot, um unmittelbare Gefahr für Leib und Leben einzelner Medienschaffender in den Herkunftsländern gezielt und schnell abzuwenden. Partner der Initiative sind unter anderem die DW Akademie, der European Fund for Journalism in Exile (JX-Fund), MiCT – Media in Cooperation and Transition und das Europäische Zentrum für Presse- und Medienfreiheit. Die DW Akademie wird als Beitrag zum Schutzprogramm das Netzwerk der Partner koordinieren, das offen sein wird für weitere Partner und eine stetige Weiterentwicklung der Hilfsangebote ermöglicht.


Bereits 2022 sieht das Auswärtige Amt für die Hannah-Arendt-Initiative 3,5 Millionen Euro vor. Die Mittel kommen dabei Medienschaffenden zugute, die sich durch ihre Arbeit weiter für unabhängige Berichterstattung in ihren Herkunftsländern einsetzen – zunächst 360 Personen im Ausland. Die Beauftragte für Kultur und Medien trägt bereits durch Förderung des European Fund for Journalism in Exile (JX-Fund) von rund 4,2 Millionen Euro im Jahr 2022 dazu bei, dass seit April 2022 insgesamt mehr als 500 Medienschaffende unterstützt werden konnten. Diese Pilotvorhaben sind auch Teil der zukünftigen Struktur des Schutzprogramms, das dabei dem verfassungsrechtlichen Gebot der Staatsferne und der staatlichen Neutralität verpflichtet ist. Die Förderung erfolgt allein nach meinungsneutralen Kriterien und durch unabhängige Jurys, auf deren inhaltliche Meinungsfindung staatlicherseits kein Einfluss genommen wird.


Info: https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/hannah-arendt-initiative/2558434

14.10.2022

Strack-Zimmermann: Außendienstmitarbeiterin der Rüstungsindustrie

aus e-mail von Doris Pumphrey, 14. Oktober 2022, 15:55 Uhr


https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/strack-zimmermann-aussendienstmitarbeiterin-der-ruestungsindustrie/

14.10.2022


*Strack-Zimmermann:

Außendienstmitarbeiterin der Rüstungsindustrie

*/von Roberto De Lapuente


/*Marie-Agnes Strack-Zimmermann war auf Reisen: In der Ukraine.

Offiziell als Vorsitzende des Verteidigungsausschusses. In Wirklichkeit

aber als Außendienstmitarbeiterin und Lobbyistin der deutschen

Rüstungsindustrie. Diese Vermischung hätte in anderen Zeiten das

Potenzial für einen Skandal.*


Letzte Woche nahm Marie-Agnes Strack-Zimmermann den Nachtzug nach Kiew.

Begleitet wurde sie unter anderem vom /Spiegel/-Journalisten Christoph

Schult, der auch via Twitter

<https://twitter.com/schultchristoph/status/1577895417571938305> über

die Reise berichtete. Schulte zeigte uns Fotos einer Frau, die ihren

Koffer selbst aus dem Zug hievt, die sich vor Landkarten positionierte

<https://twitter.com/schultchristoph/status/1577986450729082881> – und

man bekam in einem kleinen Clip ihren ergrauten Hinterkopf zu sehen

<https://twitter.com/schultchristoph/status/1578355446418546688>, wie er

von der Empore des ukrainischen Parlaments den applaudierenden

Abgeordneten zunickte.


Die graue Eminenzin war voll in ihrem Element – Schulte informierte

seine Follower über seinen frischen /Spiegel/-Artikel, in dem er

darlegt, was »Strack-Zimmermann mit dem Besuch bezweckt«, sie habe ihm

das nämlich »auf der Fahrt nach Kiew erzählt«. Titel des Artikels

<:" rel="noopener">https://www.spiegel.de/politik/deutschland/russland-ukraine-krieg-marie-agnes-strack-zimmermann-will-in-kiew-weitere-panzer-lieferungen-ausloten-a-9ae7bc46-4268-4e5a-831a-0f69e6961fc1?sara_ecid=soci_upd_KsBF0AFjflf0DZCxpPYDCQgO1dEMph>: 

»Strack-Zimmermann will in Kiew weitere Panzerlieferungen ausloten« –

und schon im ersten Satz seines Artikels liest man: »Die Vorsitzende des

Verteidigungsausschusses im Bundestag […] reist für zwei Tage nach Kiew,

um mit ukrainischen Regierungsvertretern, Militärs und Abgeordneten über

weitere Waffenlieferungen zu sprechen.«


Schon alleine diese wenigen Textstellen reichen aus, um sich aufzuregen:

Über Vermischung von Amt und Job nämlich, von Mandat und Lobbyismus. Das

müsste doch ein Journalist wenigstens mal anmerken, oder? Schon klar,

die Frage war ja auch nur rhetorisch beabsichtigt, es ist wohl besser,

sie zurückzuziehen.


*Das böse L-Wort, das keiner so gerne sagt


*Andere Medien übernahmen die Geschichte: Strack-Zimmermann versuche in

der Ukraine weitere Panzer zu vermitteln, hieß es auf verschiedenen

Portalen. »Kampfpanzer liefern? – FDP-Verteidigungspolitikerin

Strack-Zimmermann in Kiew«, titelte zum Beispiel der /Deutschlandfunk/.

Zwar gab es auch Kritik an ihrem Ukraine-Besuch, die richtete sich aber

nicht an ihren Ansatz, dem Land weitere Panzer andrehen zu wollen. Dass

sie dem Bundeskanzler in dem Rücken falle, das war der einzige Vorwurf,

der sich gegen sie richtete.


Bei /ZDF heute/ mit jenem Vorwurf konfrontiert, lavierte sie ein wenig

herum, ergoss sie sich in Phrasen. Dass es aber nicht nur um Munition

und Kriegsgerät gehe, sagte Strack-Zimmermann zwar schon auch, womöglich

um etwaiger Kritik des Kanzlers vorzubauen. Natürlich wurde sie dem

ZDF-Zuschauer wieder als »Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des

Bundestages« vorgestellt. Dass die gute Frau für mehrere

Lobby-Organisationen tätig ist: Wieder mal kein Mucks. Diese Masche ist

uns ja bekannt

<https://overton-magazin.de/kommentar/wirtschaft-kommentar/strack-zimmermann-verhindertes-blumenmaedchen-und-ruestungslobbyistin/>,

gewöhnlich wird sie bei Talkshow-Formaten angewandt.


Nur einmal in den letzten Wochen durchbrach jemand diese Phalanx der

Verschwiegenheit. Bei Maischberger nämlich. Es war der 20. September,

der Krieg lief in seiner heißen Phase seit bald sieben Monaten und erst

jetzt wurde Strack-Zimmermann erstmals geoutet: Das böse L-Wort fiel

nämlich. /Lobbyismus!/ Natürlich klärten nicht die Macher der Sendung

auf, sondern ein anderer Gast warf ihr das vor: Alice Weidel war’s. Die

FDP-Frontfrau wurde danach noch bissiger, als man es von ihr ohnehin

kennt. Und in den Netzwerken tobte natürlich wieder mal der Affe auf

Zucker, denn dass es ausgerechnet jemand aus der AfD war, der das mal

aufs Tapet brachte, schmeckte vielen ganz und gar nicht – und beruhigte

sie gleichzeitig auch, denn auf AfD-Aussagen braucht man ja bekanntlich

nichts zu geben. Die macht eh nur Fakenews, daher stimmt es bestimmt gar

nicht, dass StraZi zweigleisig fährt.


*Der Verteidigungsausschuss: Eine Drückerkolonne?


*Dabei konnte man sich vom Beweis dieser These letzte Woche überzeugen –

und im /Spiegel/ davon lesen. Denn allen Gerüchten zum Trotz: So ein

Verteidigungsausschuss des Bundestages hat gewisse, festgelegte

Aufgaben. In andere Länder zu reisen und nachzufragen, ob es denn noch

ein bisschen Panzer sein darf, gehört nicht dazu. Jedenfalls steht

nichts davon auf der Seite des Deutschen Bundestages

<https://www.bundestag.de/webarchiv/Ausschuesse/ausschuesse19/a12_Verteidigung/arbeit-und-aufgaben-des-verteidigungsausschusses-542644>.


Dort liest man zwar, dass der Ausschuss, der »von der Verfassung selbst

vorgeschrieben (Artikel 45a Abs. 1 Grundgesetz)« ist, gewisse Aufgaben

übernehmen soll. Aber als Außendienstmitarbeiter der Rüstungsindustrie

zu fungieren, fällt nicht darunter. Dafür hat er »im Wesentlichen zwei

Aufgaben zu erfüllen: er bereitet im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens

die Entscheidungen des Plenums vor und unterstützt ferner das Parlament

bei der Ausübung seiner Kontrollfunktion gegenüber der Regierung«. Er

nimmt ferner »eine besonders herausgehobene Position […] ein«, weil er

sich »als einziger Ausschuss selbst als Untersuchungsausschuss einsetzen

kann«.


Außerdem übt er »Einfluss […] auf internationale Einsätze der Bundeswehr

außerhalb der Landes- und Bündnisverteidigung« aus. Anderen Armeen

Waffen anzudrehen, als Klinkenputzer einer Drückerkolonne vorstellig zu

werden, die Wiederholung sei bitte vom Leser an dieser Stelle

entschuldigt, ist keine Aufgabe, die dieser Ausschuss zu übernehmen hat.

Sein Vorsitz wirkt demgemäß auch nicht als Vertreter der

Rüstungsindustrie. Der langen Rede kurzer Sinn: Der

Verteidigungsausschuss macht nicht die Arbeit, die gemeinhin Lobbyisten tun.


*»Sehr enge und privilegierte Zugänge ins Parlament«


*Einer solchen Tätigkeit geht man schon eher bei der Deutschen

Gesellschaft für Wehrtechnik (DWT) oder beim Förderkreis Deutsches Heer

(FKH) nach. In beiden Organisationen wirkt Frau Strack-Zimmermann im

Präsidium. LobbyControl unterstellte diesen Interessensnetzwerken

bereits vor längerer Zeit

<https://www.presseportal.de/pm/58964/5216301>, »von der

Rüstungsindustrie stark beeinflusst« zu sein. Die Initiative sieht es

kritisch, »wenn Abgeordnete des Bundestages dort leitende Funktionen

übernehmen – auch wenn es ehrenamtlich geschieht«. Denn die Produzenten

von Kriegsgerät würden durch Mandatsträger in solchen

Lobbyorganisationen über »sehr enge und privilegierte Zugänge ins

Parlament verfügen«.


Über Strack-Zimmermann und ihre Tätigkeit für DWT und FKH urteilt

LobbyControl überdies: »Damit steht und spricht sie auch für die

Organisation. Mehr Abstand wäre für eine Ausschussvorsitzende

wünschenswert.« Das ist gelinde gesagt sehr freundlich und moderat

formuliert. In den letzten Wochen hat die Frau ihren Posten massiv für

Lobbyarbeit missbraucht, mit kühler Geschäftsmäßigkeit an

Absatzsteigerungen für Waffen gearbeitet und sich bei dieser

Verkaufstour dem Renommee wegen als Vorsitzende des

Verteidigungsausschusses vorstellen lassen.


Dass sie das nicht richtigstellt, liegt in der Natur der Sache. Aber

dass Journalisten, die mit ihr auf große Kaffeefahrt gehen, völlig

unkritisch darauf einsteigen, vielleicht auch, weil sie sich geehrt

fühlen, dass die Grande Dame der Rüstungsszene in nächtlicher

Schaukelfahrt ihre Motive ausbreitet, bleibt auch weiterhin vollkommen

unverständlich. Andererseits sollte man nie Journalismus mit /Public

Relations/ verwechseln …


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

14.10.2022

Europas Abstieg in den Totalitarismus    von John Laughland

antikrieg.com, erschienen am 12. Oktober 2022 auf > Ron Paul Institute for Peace and Prosperity
> Verbrechen gegen den Frieden? Na und? <
    >>> Appeasement-Politik 2.0 <<<  

   

Zitat: Am 7. Oktober 2022 wurde ich am späten Abend gegen 23.30 Uhr am Flughafen Gatwick in London von der Anti-Terror-Polizei festgenommen. Ich wurde erst kurz vor 1 Uhr nachts freigelassen, und mein Computer wurde mir abgenommen. Ich habe ihn noch nicht zurückerhalten. Mein Reisepass und alle meine persönlichen Gegenstände - meine Brieftasche, mein Telefon, meine Schlüssel, alles - wurden mir abgenommen. Ich wurde in einen Raum gebracht, wo ich eine Stunde lang von zwei Anti-Terror-Polizeibeamten befragt wurde, die auf der Grundlage der Befugnisse handelten, die der Polizei (wie ich zum ersten Mal erfuhr) durch Schedule 3 des Antiterrorismus- und Grenzsicherheitsgesetzes von 2019 übertragen wurden. Das Gesetz soll es der Polizei angeblich ermöglichen, "feindselige Akteure" festzunehmen, die in das Land reisen, um "ihre feindseligen Handlungen zu planen, vorzubereiten oder auszuführen" (so steht es in dem Merkblatt, das mir die Beamten gaben). Im Gesetz selbst heißt es jedoch: "Ein Untersuchungsbeamter kann von den Befugnissen nach diesem Absatz Gebrauch machen, unabhängig davon, ob der begründete Verdacht besteht, dass eine Person an feindlichen Aktivitäten beteiligt ist oder war" (meine Hervorhebung)[> LINK]. Ein Gesetz, das angeblich dazu gedacht ist, feindlich gesinnte Personen anzuhalten, gilt also in Wirklichkeit unterschiedslos für alle, wie es ausdrücklich heißt. Es ist sicherlich überraschend, dass die Befugnisse in meinem Fall gegen einen britischen Staatsangehörigen angewandt wurden. Normalerweise sollten Staatsangehörige nicht auf diese Weise nach den Gründen für die Einreise in das Hoheitsgebiet ihres eigenen Landes befragt werden. Einer der Beamten eröffnete das Verhör mit der Bemerkung, dass ich nicht inhaftiert sei und daher keinen Zugang zu einem Anwalt haben könne. Aber natürlich wurde ich festgehalten, denn es war mir nicht möglich, den Verhörraum und erst recht nicht den Flughafen ohne meinen Pass und meine persönlichen Sachen zu verlassen. (Ich wurde auf der "Luftseite" festgehalten, d. h. vor der Passkontrolle.) Das Wort "festgehalten" hat offensichtlich jede Bedeutung verloren. In der Broschüre heißt es: "Im Gegensatz zu den meisten anderen polizeilichen Befugnissen erfordert die Befugnis zum Anhalten, Befragen, Durchsuchen und erforderlichenfalls Festhalten von Personen nach Liste 3 keine Befugnis oder einen Verdacht. Die besonderen Befugnisse der Polizei in den Häfen des Vereinigten Königreichs sind also eine "Ausnahmeregelung", bei der die normalen rechtsstaatlichen Garantien außer Kraft gesetzt wurden. Weiter heißt es: "Sie können durchsucht werden, und alles, was Sie bei sich haben, einschließlich elektronischer Geräte ... Wenn Durchsuchungen durchgeführt werden, muss Ihnen keine schriftliche Mitteilung über die Durchsuchung vorgelegt werden. Unter bestimmten Umständen können die Beamten alle Gegenstände, die sie finden, beschlagnahmen. Was sind diese "bestimmten Umstände"? Als ich dagegen protestierte, dass mir mein Computer abgenommen wurde, was mich daran hindern würde, zu arbeiten, bis er zurückgegeben wird, und als ich anbot, ihn am nächsten Tag auf eine Polizeistation zu bringen, antwortete der Beamte, dass es nicht in Frage käme, dass er nicht mitgenommen würde. Mit anderen Worten: Es gibt keine "bestimmten Umstände". Die Beschlagnahme solcher Geräte ist im Gegenteil die Regel. In einem Rechtsstaat kann die Polizei das Eigentum einer Person nur mit einem Durchsuchungsbefehl durchsuchen. Dabei handelt es sich um ein von einem Richter unterzeichnetes Dokument, das die Durchsuchung und Beschlagnahme von Privateigentum erlaubt. Wenn Sie den Begriff "Durchsuchungsbefehl" in Wikipedia nachschlagen, steht dort: "In bestimmten autoritären Staaten dürfen Polizeibeamte Personen und Eigentum durchsuchen, ohne eine gerichtliche Genehmigung einzuholen oder eine Begründung für ihr Vorgehen vorlegen zu müssen. Nach diesem Standard ist das Vereinigte Königreich nun eine "autoritäre Nation". Es ist genau das, was einen Rechtsstaat von einer Diktatur unterscheidet, dass die Arbeit der Polizei nicht für politische Zwecke missbraucht wird, doch genau das ist mir passiert. Die Beamten befragten mich zu meiner Arbeit am Institut für Demokratie und Zusammenarbeit in Paris von 2008 bis 2018 und zu meiner Arbeit im Europäischen Parlament seither und in letzter Zeit für die FVD. Alle Informationen, die sie haben wollten, sind öffentlich zugänglich, zum Beispiel auf Wikipedia. Die Befragung war höflich, aber amateurhaft. Ich wurde nach meinen politischen Ansichten gefragt. Der Beamte sagte: "Dies ist ein freies Land, nicht jeder hat so viel Glück". Ich glaube, das nennt man den "britischen Sinn für Humor". Die Beamten sagten mir, sie hätten zwei oder drei Stunden Zeit gehabt, sich vorzubereiten. Das bedeutet, dass sie in London in dem Moment über meine bevorstehende Ankunft informiert waren, als meine Bordkarte in Budapest gescannt wurde. Das sollte jeder wissen. Sie verbrachten diese Stunden damit, Dinge im Internet nachzuschlagen. Der Beamte, der mich befragte, schien nicht genau zu wissen, was er eigentlich herausfinden wollte. Das Internet ist, wie jeder wissen sollte, ein wahrer Sündenpfuhl für falsche Informationen, und es gibt dort endlose Behauptungen über mich, die unwahr sind. Viele dieser Behauptungen wurden in letzter Zeit in der niederländischen Presse wiederholt, denn die Journalisten gehen ins Internet, finden, was sie suchen, und wiederholen Lügen, die zuvor von anderen verbreitet wurden. In meinem Fall werden sie nicht müde, das gleiche Märchen zu erzählen. Es ist schon schlimm genug, wenn Journalisten so etwas tun, aber es ist erschreckend, wenn man sich vorstellt, dass Anti-Terror-Polizisten Google als zuverlässige Informationsquelle betrachten. Man möchte sich gar nicht ausmalen, wie viele wirklich feindselige Akteure durch das Netz gehen, wenn dies die Vorstellung der Polizei von Ermittlungen ist. Leider ist das der Zustand der heutigen Welt. Es ist besonders symbolträchtig, dass mir das passiert ist. Seit ich mich vor über 20 Jahren für internationales Strafrecht zu interessieren begann, kritisiere ich die Art und Weise, in der internationale Gerichte die unzähligen Regeln und Verfahren, die sich im Laufe der Jahrhunderte zur Gewährleistung eines ordnungsgemäßen Verfahrens herausgebildet haben, über Bord werfen. Die Briten sind traditionell stolz auf diese Verfahren, die die Bürger seit Jahrhunderten vor missbräuchlicher Staatsgewalt geschützt haben. Ich habe wiederholt davor gewarnt, dass diese diktatorischen Praktiken bald in die nationalen Rechtssysteme einsickern und das kostbare Erbe, das als Rechtsstaatlichkeit bekannt ist, zerstören würden. Dies ist nun geschehen. Seit die EU im Dezember 2020 ihr globales Menschenrechtssanktionsregime angekündigt hat, habe ich außerdem darauf hingewiesen, dass die EU sich selbst die Befugnis gegeben hat, Einzelpersonen per Durchführungsverordnung zu bestrafen. Dies ist eine sehr gefährliche Entwicklung. Einzelpersonen werden unter diesem Regime ohne jegliches Gerichtsverfahren (kein Prozess) und ohne jegliche Möglichkeit, sich zu verteidigen, bestraft. So viel zu den Menschenrechten! Seit zwei Jahren habe ich davor gewarnt, dass auch Bürger westlicher Staaten von diesen Sanktionen betroffen sein würden. Dies geschah im Juli, als ein britischer Blogger, Graham Philipps, vom Vereinigten Königreich, das dasselbe System wie die EU und die USA hat, sanktioniert wurde. Mit anderen Worten: Ich habe davor gewarnt, dass diese auf internationaler Ebene eingeführten Verfahren bald das Strafrecht in den nationalen Gerichtsbarkeiten korrumpieren würden, und habe nun durch ein Beispiel dieses Missbrauchs, dem ich nun persönlich zum Opfer gefallen bin, auf schreckliche Weise Recht bekommen. Es war eine zutiefst beunruhigende Erfahrung. Kurz bevor es passierte, twitterte der FVD International seine Missbilligung der EU-Sanktionen gegen den Philosophen Alexander Dugin. Wie wir mit einem Screenshot des entsprechenden EU-Dokuments gezeigt haben, hat der Europäische Rat (d. h. die Exekutive) Dugin allein wegen seiner Ansichten sanktioniert. Nirgendwo wird behauptet, dass er tatsächlich an der Invasion der Ukraine beteiligt war oder sich gar der Aufwiegelung schuldig gemacht hat. Stattdessen wird er wegen Gedankenverbrechen sanktioniert. Einige Leute, die Dugin nicht mögen, sind darüber erfreut. Aber sie sollten verstehen, dass es sich hier um einen schwerwiegenden Missbrauch von Befugnissen handelt, der sich, wie in meinem Fall, leicht gegen völlig unschuldige Menschen richten kann. Für solche Leute kann ich keine bessere Antwort finden als die berühmten Bemerkungen von Pastor Martin Niemöller:

Zuerst kamen sie wegen der Kommunisten, und ich habe mich nicht gewehrt, weil ich kein Kommunist war.

Dann kamen sie wegen der Sozialisten, und ich habe mich nicht geäußert, weil ich kein Sozialist war.

Dann kamen sie wegen der Gewerkschafter, und ich habe mich nicht geäußert, weil ich kein Gewerkschafter war.

Dann kamen sie wegen der Juden, und ich habe mich nicht geäußert, weil ich kein Jude war.

Dann kamen sie wegen mir. Und es gab niemanden mehr, der sich für mich einsetzte.

Europa schlittert in die Diktatur. In Wirklichkeit ist es bereits dort angelangt.     erschienen am 12. Oktober 2022 auf > Ron Paul Institute for Peace and Prosperity > Artikel, Original auf > Forum for Democracy International  Archiv > Artikel von John Laughland auf antikrieg.com


Info: http://www.antikrieg.com/aktuell/2022_10_13_europas.htm


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

14.10.2022

„Kampf gegen Desinformation“ / Andersdenkende

aus e-mail von Doris Pumphrey, 14. Oktober 2022, 14:48 Uhr


*Bundesregierung räumt offiziell Authentizität des Dokumenten-Leaks der

NachDenkSeiten über „Kampf gegen Desinformation“ ein


*Die NachDenkSeiten hatten Ende September, zugespielt von einem

Whistleblower, ein internes Dokument der Bundesregierung veröffentlicht,

welches eine konzertierte Aktion zur Informations-Zensur in Bezug auf

die Berichterstattung zum Ukraine-Krieg aufdeckt. Das Dokument belegt

unter anderem die behördliche Einbindung von Medien (z.B. Spiegel und

Stern), Social-Media-Konzernen, Bildungseinrichtungen, den sogenannten

„Faktencheckern“ sowie die quasi-staatliche Überwachung

“systemkritischer Medien”. Natürlich hatte die NachDenkSeiten-Redaktion

das Dokument vor der Veröffentlichung verifiziert. Zahlreiche Vertreter

aus Politik und Medien hinterfragten allerdings die Authentizität des

Leaks. Doch jetzt hat die Bundesregierung auf eine parlamentarische

Anfrage hin eingeräumt, dass das Dokument tatsächlich von ihr erstellt

wurde. Von *Florian Warweg

*/Hier weiter:/https://www.nachdenkseiten.de/?p=89213



https://www.nachdenkseiten.de/?p=89204

14.10.2022

*Die große Angst vor den wenigen Andersdenkenden


*Die Anhänger der selbstzerstörerischen Sanktionspolitik befinden sich

in einer sehr komfortablen Lage: Ihre politischen Botschaften (die

„richtigen“ Botschaften, die Botschaften der Regierung und ihrer

Einflüsterer) schallen von morgens bis abends aus allen großen Kanälen.

Wer sich angepasst äußert, bekommt umgehend den roten Teppich der

Medien. Woher kommt dann aber die Aggression, mit der den wenigen

Andersdenkenden, die sich öffentlich vorwagen, begegnet wird? Sie speist

sich aus Angst: Die wird von der einen Seite aus Kalkül erzeugt, von der

anderen mit Leidenschaft ausgelebt. Bei professionellen Meinungsmachern

überrascht das Verhalten nicht – es ist eine Taktik. Doch es sind auch

viele „normale“ Bürger davon erfasst. Ein Kommentar von *Tobias Riegel*.


Mit der aggressiven öffentlichen Diffamierung von Andersdenkenden sollen

Debatten verhindert werden, bei denen man inhaltlich keine Chance hätte

– diese Diffamierungen sind also ein Zeichen der argumentativen

Schwäche. Sie sind ein Zeichen der Angst, ertappt zu werden. Sie sind

Ausdruck einer Strategie der Vermeidung.


Die Überschrift dieses Artikels muss relativiert werden: Es gibt beim

Thema Sanktionen sehr viele Andersdenkende – aber zumindest bisher (und

vor allem in Westdeutschland) sind es noch nicht genug, die sich zum

einen trauen, den Kopf rauszustrecken, und zum anderen eine wahrnehmbare

Reichweite haben. Umso wichtiger ist das Engagement dieser Bürger (auch

jener ohne eigene Reichweite) und umso höher sollte unsere Hochachtung sein.


*Proteste als „neue, öffentlich sichtbare faschistische Bewegung“*


Andersdenkende müssen sich bekanntlich warm anziehen, wenn sie sich

entschließen, öffentlich gegen die massive Propaganda zur

zerstörerischen Sanktionspolitik (und zuvor gegen die fatale

Coronapolitik) Stellung zu beziehen. „Normale“ Bürger haben alleine kaum

eine Chance, dagegen anzukommen, zumal sie sich vorher zunächst der

betäubenden Wirkung der sich wiederholenden Meinungsmache entziehen

müssen. Die Proteste, die momentan in Ostdeutschland entstehen, werden

zudem (wie die engagierten Einzelpersonen) massiv diffamiert: Thüringens

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) warnte kürzlich laut Medien

<https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/politik/treffen-ost-innenminister-proteste-100.html

gar vor der „Bildung einer neuen, öffentlich sichtbaren faschistischen

Bewegung“. Die Motivation für solche sprachlichen Ausfälle ist klar: Mit

„Faschisten“ muss man sich nicht inhaltlich auseinandersetzen, die kann

man auf ein „Sicherheitsrisiko“ reduzieren, eine Debatte wird dadurch

gecancelt.


Dass sich die Regierung indirekt mit „der Demokratie“ gleichsetzt

<https://www.nachdenkseiten.de/?p=84632> ist eine lächerliche, aber auch

gefährliche Haltung. Die aktuelle Entwicklung in Frankreich

<https://www.nachdenkseiten.de/?p=89190> zeigt aber auch, dass die

Sorgen der Regierung vor einer breiten Protestbewegung gegen die

aktuelle Anti-Bürger-Politik nicht ganz unbegründet sind.


Die Warnung vor harschen Reaktionen betrifft bekanntlich auch prominente

Einzelkritiker wie Wagenknecht oder Guérot, kürzlich Precht und Welzer

und ganz aktuell Roger Waters: Die Stadt München versucht gerade, ein

Konzert des Mitbegründers von Pink Floyd zu verhindern

<https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-olympiahalle-roger-waters-ob-reiter-bds-antisemitismus-1.5672385>,

das für das nächste Jahr in einer städtischen Halle geplant ist. Zwar

wird in München laut Medien sein angeblicher „Antisemitismus“ in den

Vordergrund gestellt, aber vermutlich haben die Offiziellen momentan

mehr Sorge vor der scharfen Kritik von Roger Waters an der Russland- und

Sanktionspolitik des Westens <https://www.nachdenkseiten.de/?p=86766>.


*Die Ahnung, in die Irre geführt worden zu sein *


Wie gesagt: Die „richtige“ Botschaft, die Botschaft der Regierung und

ihrer Einflüsterer schallt von morgens bis abends aus allen großen

Medien- und Politik-Kanälen. Man könnte meinen, dass diese erdrückende

Dominanz, diese Ungleichheit der Waffen im Meinungskampf den angepassten

Bürgern eine Position der Stärke vermitteln würde, die Gelassenheit zur

Folge haben müsste. Doch davon keine Spur: Ein öffentliches Abweichen

von der „Anti-Putin-Religion“ wird meist nicht mit gelassener und

fundierter inhaltlicher Kritik, sondern mit Aggressionen beantwortet.

Woher stammt sie also, die Wut auch vieler „normaler” Bürger auf die

Wenigen, die eine andere Botschaft haben und zudem in ihren

Verbreitungswegen weit unterlegen sind? Ist der Grund dafür wirklich die

Angst vor der „demokratiegefährdenden russischen Desinformation“, der

man mit ehrlichem Zorn entgegentreten will? Oder ist es nicht eher das

Prinzip „Bestrafe einen, erziehe hundert“? Oder ist es die Angst, bei

Zurückhaltung selber als Andersdenkender identifiziert und beschimpft zu

werden, mit den entsprechenden Folgen?


Oder ist es die Ahnung, erheblich in die Irre geführt worden zu sein?

Schließlich sind die Sanktionspolitik und die zugehörigen Maßnahmen zur

Ausweitung und Verlängerung des Ukrainekriegs weder politisch noch

moralisch zu rechtfertigen. Sie lindern nicht das schreckliche Leid der

Ukrainer. Sie sind ein wirtschaftspolitischer Angriff auf Europa. Der

große Profiteur sind die USA. Die moralisch anklagende Gleichung „Gegen

die Sanktionen = Gegen die Ukraine“ ist Betrug, wie wir hier beschrieben

haben <https://www.nachdenkseiten.de/?p=87149>.


Es gibt vermutlich bei vielen Bürgern Sorgen vor dieser Einsicht, dass

man selber einer emotionalen und verlogenen Propaganda aufgesessen war

(bei den Sanktionen und bei der Coronapolitik) und das wird oft als

peinlich empfunden – diese Sorgen können eine starke Abwehr gegen alle

Erkenntnisse auslösen, die dieses konstruierte Weltbild gefährden

könnten. Dieser Zustand betrifft mutmaßlich auch einige der beteiligten

Propagandisten, aber vor allem die „normalen“ Bürger. Vielleicht haben

unsere Leser noch andere Erklärungen für das Phänomen der aggressiven

Abwehr, obwohl doch die massive Überlegenheit in den Verbreitungswegen

Gelassenheit verleihen müsste.


Dass zahlreiche Journalisten und Politiker bei den Themen Coronapolitik

und Sanktionspolitik die Diffamierung einer sachlichen Debatte

vorziehen, ist verständlich: Das ist zum einen ihr Geschäft und zum

anderen hätten sie argumentativ keine Chance. Ich habe aber auch privat

die (rein subjektive und nicht repräsentative) Beobachtung gemacht: Je

weniger sich Menschen abseits des Gleichklangs vieler großer Medien

informieren, umso höher ist die Bereitschaft, einen sachlichen Austausch

von Argumenten mit persönlichen Angriffen unmöglich zu machen – und sich

dadurch die Debatte zu ersparen, sie also zu canceln

<https://www.nachdenkseiten.de/?p=86409>.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

14.10.2022

Die große Angst vor den wenigen Andersdenkenden

nachdenkseiten.de, 14. Oktober 2022 um 10:28 Uhr, Ein Kommentar von Tobias Riegel

Die Anhänger der selbstzerstörerischen Sanktionspolitik befinden sich in einer sehr komfortablen Lage: Ihre politischen Botschaften (die „richtigen“ Botschaften, die Botschaften der Regierung und ihrer Einflüsterer) schallen von morgens bis abends aus allen großen Kanälen. Wer sich angepasst äußert, bekommt umgehend den roten Teppich der Medien. Woher kommt dann aber die Aggression, mit der den wenigen Andersdenkenden, die sich öffentlich vorwagen, begegnet wird? Sie speist sich aus Angst: Die wird von der einen Seite aus Kalkül erzeugt, von der anderen mit Leidenschaft ausgelebt. Bei professionellen Meinungsmachern überrascht das Verhalten nicht – es ist eine Taktik. Doch es sind auch viele „normale“ Bürger davon erfasst.

Zitat:
Mit der aggressiven öffentlichen Diffamierung von Andersdenkenden sollen Debatten verhindert werden, bei denen man inhaltlich keine Chance hätte – diese Diffamierungen sind also ein Zeichen der argumentativen Schwäche. Sie sind ein Zeichen der Angst, ertappt zu werden. Sie sind Ausdruck einer Strategie der Vermeidung.

Die Überschrift dieses Artikels muss relativiert werden: Es gibt beim Thema Sanktionen sehr viele Andersdenkende – aber zumindest bisher (und vor allem in Westdeutschland) sind es noch nicht genug, die sich zum einen trauen, den Kopf rauszustrecken, und zum anderen eine wahrnehmbare Reichweite haben. Umso wichtiger ist das Engagement dieser Bürger (auch jener ohne eigene Reichweite) und umso höher sollte unsere Hochachtung sein.


Proteste als „neue, öffentlich sichtbare faschistische Bewegung“

Andersdenkende müssen sich bekanntlich warm anziehen, wenn sie sich entschließen, öffentlich gegen die massive Propaganda zur zerstörerischen Sanktionspolitik (und zuvor gegen die fatale Coronapolitik) Stellung zu beziehen. „Normale“ Bürger haben alleine kaum eine Chance, dagegen anzukommen, zumal sie sich vorher zunächst der betäubenden Wirkung der sich wiederholenden Meinungsmache entziehen müssen. Die Proteste, die momentan in Ostdeutschland entstehen, werden zudem (wie die engagierten Einzelpersonen) massiv diffamiert: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) warnte kürzlich laut Medien gar vor der „Bildung einer neuen, öffentlich sichtbaren faschistischen Bewegung“. Die Motivation für solche sprachlichen Ausfälle ist klar: Mit „Faschisten“ muss man sich nicht inhaltlich auseinandersetzen, die kann man auf ein „Sicherheitsrisiko“ reduzieren, eine Debatte wird dadurch gecancelt.


Dass sich die Regierung indirekt mit „der Demokratie“ gleichsetzt ist eine lächerliche, aber auch gefährliche Haltung. Die aktuelle Entwicklung in Frankreich zeigt aber auch, dass die Sorgen der Regierung vor einer breiten Protestbewegung gegen die aktuelle Anti-Bürger-Politik nicht ganz unbegründet sind.


Die Warnung vor harschen Reaktionen betrifft bekanntlich auch prominente Einzelkritiker wie Wagenknecht oder Guérot, kürzlich Precht und Welzer und ganz aktuell Roger Waters: Die Stadt München versucht gerade, ein Konzert des Mitbegründers von Pink Floyd zu verhindern, das für das nächste Jahr in einer städtischen Halle geplant ist. Zwar wird in München laut Medien sein angeblicher „Antisemitismus“ in den Vordergrund gestellt, aber vermutlich haben die Offiziellen momentan mehr Sorge vor der scharfen Kritik von Roger Waters an der Russland- und Sanktionspolitik des Westens.


Die Ahnung, in die Irre geführt worden zu sein

Wie gesagt: Die „richtige“ Botschaft, die Botschaft der Regierung und ihrer Einflüsterer schallt von morgens bis abends aus allen großen Medien- und Politik-Kanälen. Man könnte meinen, dass diese erdrückende Dominanz, diese Ungleichheit der Waffen im Meinungskampf den angepassten Bürgern eine Position der Stärke vermitteln würde, die Gelassenheit zur Folge haben müsste. Doch davon keine Spur: Ein öffentliches Abweichen von der „Anti-Putin-Religion“ wird meist nicht mit gelassener und fundierter inhaltlicher Kritik, sondern mit Aggressionen beantwortet. Woher stammt sie also, die Wut auch vieler „normaler” Bürger auf die Wenigen, die eine andere Botschaft haben und zudem in ihren Verbreitungswegen weit unterlegen sind? Ist der Grund dafür wirklich die Angst vor der „demokratiegefährdenden russischen Desinformation“, der man mit ehrlichem Zorn entgegentreten will? Oder ist es nicht eher das Prinzip „Bestrafe einen, erziehe hundert“? Oder ist es die Angst, bei Zurückhaltung selber als Andersdenkender identifiziert und beschimpft zu werden, mit den entsprechenden Folgen?


Oder ist es die Ahnung, erheblich in die Irre geführt worden zu sein? Schließlich sind die Sanktionspolitik und die zugehörigen Maßnahmen zur Ausweitung und Verlängerung des Ukrainekriegs weder politisch noch moralisch zu rechtfertigen. Sie lindern nicht das schreckliche Leid der Ukrainer. Sie sind ein wirtschaftspolitischer Angriff auf Europa. Der große Profiteur sind die USA. Die moralisch anklagende Gleichung „Gegen die Sanktionen = Gegen die Ukraine“ ist Betrug, wie wir hier beschrieben haben.


Es gibt vermutlich bei vielen Bürgern Sorgen vor dieser Einsicht, dass man selber einer emotionalen und verlogenen Propaganda aufgesessen war (bei den Sanktionen und bei der Coronapolitik) und das wird oft als peinlich empfunden – diese Sorgen können eine starke Abwehr gegen alle Erkenntnisse auslösen, die dieses konstruierte Weltbild gefährden könnten. Dieser Zustand betrifft mutmaßlich auch einige der beteiligten Propagandisten, aber vor allem die „normalen“ Bürger. Vielleicht haben unsere Leser noch andere Erklärungen für das Phänomen der aggressiven Abwehr, obwohl doch die massive Überlegenheit in den Verbreitungswegen Gelassenheit verleihen müsste.


Dass zahlreiche Journalisten und Politiker bei den Themen Coronapolitik und Sanktionspolitik die Diffamierung einer sachlichen Debatte vorziehen, ist verständlich: Das ist zum einen ihr Geschäft und zum anderen hätten sie argumentativ keine Chance. Ich habe aber auch privat die (rein subjektive und nicht repräsentative) Beobachtung gemacht: Je weniger sich Menschen abseits des Gleichklangs vieler großer Medien informieren, umso höher ist die Bereitschaft, einen sachlichen Austausch von Argumenten mit persönlichen Angriffen unmöglich zu machen – und sich dadurch die Debatte zu ersparen, sie also zu canceln.


Rubriken:

Erosion der Demokratie Kampagnen / Tarnworte / Neusprech Strategien der Meinungsmache


Schlagwörter:


Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=89204


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

14.10.2022

Aufmerksamkeit ist King


Krise ist ein produktiver Zustand.
Man muss ihr nur den Beigeschmack
der Katastrophe nehmen.
Max Frisch


Liebe Leserinnen, liebe Leser


Die Schweizerische Landesregierung, der Bundesrat, hat jetzt eine virtuelle Präsenz auf der Social-Media-Plattform Instagram. Endlich, könnte man meinen. Digitalfanatiker beklagten längst, die Regierung verschlafe den Zug der Zeit.

Der Zug der Zeit, das ist die Fast-Food-Häppchenkommunikation der Silicon Valley-Plattformökonomie, der Kurzvideos und des 140-Zeichen-Getwitters, welche die politische Rhetorik und Debattenkultur längst vereinnahmt und verschluckt hat. Narzissmus hat Hochkonjunktur. Aufmerksamkeit ist King.

Die Manipulation der politischen Sprache, das wusste schon der Schriftsteller Karl Kraus, kann hochgefährlich sein. Diese kann zu Kriegen führen – wie beim Ersten Weltkrieg – wo im Nachhinein eigentlich niemand mehr weiss, weshalb er geführt wurde und wie es dazu gekommen war.

Der gegenwärtige Wahnsinn (siehe Newsletter meines Kollegen Lars Ebert) findet sein Spiegelbild in der selbstreferenziellen und selbstverstärkenden Echokammer des Cyber Space. Hier in der Form eines Online-Profils ihrer realen Selbstbestätigungsvorbilder der Landesregierung. Es passt zum Trend: In den vergangenen Jahren sind beim Bund die Kosten für Kommunikation markant gestiegen.

Wieso ist so eine Online-Präsenz notwendig? Wollen sich die Bundesräte pseudo-cool und möchtegern-hipp einer jungen Generation anbiedern? Gehört das zur Amtsführung?

Dabei ist doch die gegenwärtige Realpolitik schon Kabarett genug: Corona-Theater samt Betrug mit Steuergeldern, Energie-Theater, Kriegs-Theater. In all dem schwimmt die Landesregierung mutlos im Mainstream mit. Kein Problem, solange die Steuermillionen fliessen, mit denen der Bundesrat die Untertanen mit ihrem eigenen Geld für doof verkaufen lassen kann.

So dampft gerade die nächste Impfwalze übers Land, dem Bürger wird mit grossflächigen Plakaten ein schlechtes Gewissen eingebläut, wenn er badet oder lüftet, und im Ukraine-Krieg, da ist die Landesregierung unter Missachtung der Neutralität stramm auf NATO-Linie und vergibt obendrein die Möglichkeit, an ihren traditionsreichen aussenpolitischen Grundsatz der diplomatischen Vermittlung anzuknüpfen.

Die bundesrätliche Inszenierung am Bildschirm verschlingt weitere Steuermillionen – damit Wortwolken-Maler, Plattitüden-Jongleure, PR-Hallodris und Marketing-Plauderer in hochdotierten Jobs des Bundes dem Volk den Honig ums Maul schmieren dürfen. Eingeseifte Staatspropaganda made by Schweizerische Eidgenossenschaft.

Es kratzt gewaltig an der Glaubwürdigkeit der politischen Führung, wenn sie pausenlos von Mangellagen schwadroniert, die sie mitunter selbst zu verantworten hat. Das Leben des Bürgers wird immer teurer, während der Bundesrat mit millionenschweren Werbeprojekten die Öffentlichkeit mit staatspaternalistischer Pädagogik weichspült, alle sollen doch bitte sparen. Sofort!

Vor allem dann, nachdem man die Menschen jahrzehntelang auf den Lebensstil eines enthemmten und verschwenderischen Konsumismus getrimmt hatte und ihnen nach wie vor vorgaukelt, allein mit vermeintlich sauberem Strom lasse sich das Energieproblem lösen. Die E-Klima-Agenda fällt angesichts der gegenwärtigen Politik und ihrer Folgen gerade in sich zusammen, aber man stellt munter weiter Steckdosen auf, weil uns die Batterie ja rettet.

Man schämt sich schon gar nicht mehr ob der Widersprüche. Diese glattzubügeln, das ist die Aufgabe der staatsbesoldeten «Zeitgeistsurfer, Schönfärber, Seelengerber, Soul-Brothers und Flüstermaschinen», wie der Journalist und Schriftsteller Niklaus Meienberg einst die Werbeleute mitunter bezeichnete – in der Abteilung Social Media for Bundesrat.


Herzliche Grüsse

Armin Stalder


Info: https://transition-news.org/aufmerksamkeit-ist-king

14.10.2022

ESG-RatingsDie Vermessung der Nachhaltigkeit

makronom.de, vom 13. Oktober 2022, Paul Eubel  & Hans-Jörg NaumerESG-Ratings spielen eine zentrale Rolle bei der Quantifizierung von Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage. Was einfach klingt, ist in der Praxis aber durchaus komplex – und parallel zum Siegeszug der ESG-Kriterien hat auch die Kritik daran zugenommen.


Zitat: Eine zentrale Rolle bei der Quantifizierung von Nachhaltigkeit spielen in der Kapitalanlage die ESG-Ratings (auch ESG-Scores genannt), die aus einer Aggregation der ESG-Kriterien auf ein zusammenfassendes Rating entstehen. ESG-Ratings sollen es Investoren ermöglichen, die Nachhaltigkeit eines Unternehmens zu bewerten, ähnlich wie ein Kredit-Rating eine Bewertung der Bonität ermöglicht. Sie sind die Grundlage der meisten nachhaltigen Anlagestrategien. Ob man in einem „Best in Class“-Ansatz nur die besten Unternehmen einer Industrie in sein Portfolio aufnimmt, sein Anlageuniversum vorab screent oder eine komplette ESG-Integration vornimmt – ohne ESG-Rating wäre keiner dieser Ansätze umsetzbar.


Was einfach klingt, ist in der Praxis aber durchaus komplex, und parallel zum Siegeszug der ESG-Kriterien hat auch die Kritik daran zugenommen. Das Hauptproblem: Während die Ausfallwahrscheinlichkeit eines Gläubigers genau definiert ist, ist Nachhaltigkeit ein subjektiver Begriff, wie z.B. Berg et al. (2019) feststellen. Anstelle von etablierten Standards, wie es sie bei Finanzkennzahlen gibt, existieren für das ESG-Reporting der Firmen nur Empfehlungen, welche nicht nur im Wettbewerb zueinanderstehen, sondern auch unverbindlich sind.


Dazu kommt die große Anzahl von Anbietern, welche-ESG Ratings veröffentlichen. So konnten Li und Polychronopoulos (2020) zum Jahresende 2019 insgesamt 70 Unternehmen identifizieren, welche in irgendeiner Form ESG-Ratings publizierten. Problematisch dabei ist, dass es zwischen den unterschiedlichen Anbietern teils zu großen Divergenzen kommt. Dabei ist das Problem kein neues. Im Jahr 2018 stellte z.B. K. Allen in der Financial Times fest, dass Tesla durch den Rating-Anbieter MSCI als bestes globales Automobilunternehmen hinsichtlich der ESG-Leistung bewertet wurde, während FTSE Tesla zur selben Zeit als schlechtestes Unternehmen der Branche bewertete und Sustainalytics es im Mittelfeld ansiedelte. Ähnliche Beobachtungen werden auch von  Wigglesworth (2018), Doyle (2018) oder Matos (2020) beschrieben.


Durch diese starken Abweichungen wird es schwer, die tatsächliche ESG-Performance eines Unternehmens zu messen, was eine enorme Herausforderung darstellt, nachhaltig zu investieren. Die Implikationen können aber auch über die Grenzen der Kapitalanlage hinausgehen, wenn der Anreiz für Unternehmen, die eigene ESG-Performance zu verbessern, durch den unübersichtlichen Dschungel aus unterschiedlichen Ratings abnimmt und somit der Anreiz für die eigene Transformation abgeschwächt wird. Die OECD (2021) kritisiert, dass es scheint, als würden die Rating-Anbieter weniger Gewicht auf negative Umweltauswirkungen legen, während sie mehr Gewicht auf die Offenlegung von klimabezogenen Unternehmensstrategien und Zielen legen.


Die Diskrepanzen haben System

Eine Auswertung der Literatur aus der jüngeren Vergangenheit kommt zu dem Schluss, dass vor allem unterschiedliche Definitionen und Methodiken zu den starken Diskrepanzen führen. Die folgende Aufgliederung orientiert sich an der von Abhayawansa et al (2021). Andere Analysten strukturieren die Herausforderungen teils anders, die dahinterliegende Idee bleibt jedoch gleich.

Als „Theoretisierungsproblem“ versteht man all jene Probleme, welche durch unterschiedliche Definitionen von ESG-Faktoren, deren Komponenten oder Gewichtungen entstehen. Diese resultieren in der Regel aus den unterschiedlichen Ansichten der Rating-Anbieter, welche Faktoren einen finanziellen Einfluss haben und wie stark dieser ist.


Und selbst, wenn sich die Anbieter über die Faktoren einig sind, besteht das sogenannte „Verhältnismäßigkeitsproblem“, wenn bei der Quantifizierung beispielsweise unterschiedliche Proxys verwenden werden. Aber auch ein unterschiedlich detailliertes Umsetzen der Proxys, wie die Verwendung von binären vs. kontinuierlichen Variablen, manifestiert sich in den Unterschieden. Zusätzlich tendierten die Ratings zu voneinander abweichenden „biases“ (Voreingenommenheiten), abhängig davon, ob ausschließlich öffentliche oder auch private Informationen verwendet wurden.


Berg et al. (2019) finden ähnliche Gründe für die Diskrepanzen, gliedern diese aber etwas anders. Zusätzlich beschreiben die Autoren einen „Rater Effekt“ (analog des sogenannten „Halo Effekt“ in der Psychologie) bei dem Firmen, die in einer Kategorie gut abschneiden, tendenziell bessere Ratings in den anderen Kategorien von derselben Ratingagentur erhalten. Die Autoren erklären darüber ca. 15% der Abweichungen in den Kategorie-Scores.


Zu den Herausforderungen, welche die Rating-Anbieter in ihrer Gesamtheit betreffen, kommt erschwerend hinzu, dass einzelne Rating-Anbieter ganz individuelle Besonderheiten bereithalten. Ein prominentes Beispiel ist Refinitiv (ehemals ASSET4), einer der wichtigsten Datenanbieter, welchem es möglich ist, die bereits veröffentlichten ESG-Scores der letzten fünf Jahre ohne weitere Ankündigung im Nachhinein anzupassen (Sahin et al, 2022). Die rückwärtige Revision einer Unterkategorie des Scores kann durch die Berechnungsmethodik auch die anderen Unterkategorien verändern – ohne dass es hier zu neuen Erkenntnissen gekommen wäre. Solche ESG-Scores werden auch als „nicht-definitiv“ bezeichnet.


ESG-Ratings: Situationsanalyse

Wie also verhält es sich mit den ESG-Ratings? Wie weit weichen sie tatsächlich voneinander ab? Die nachfolgende Betrachtung verdeutlich die Diskrepanzen, die es zwischen den großen Anbietern von ESG-Ratings gibt.


Für unsere Analyse haben wir die ESG-Ratings von vier Anbietern miteinander verglichen. Dabei handelt es sich um die Anbieter Refinitiv (Asset4), MSCI, Sustainalytics und Moody’s (Vigeo-Eris). Um die Aussagekraft unserer Ergebnisse zu erhöhen, haben wir unsere Analysen für jeweils drei auf ESG-Scorings lautende Indizes durchgeführt, welche im Folgenden als Anlageuniversum fungieren. Der größte Index ist dabei der MSCI Welt mit ca. 1.500 Mitgliedern (1.400 bereinigt), gefolgt vom MSCI USA mit ca. 600 Mitgliedern (590 bereinigt) und dem MSCI Europa mit ca. 430 Mitgliedern (400 bereinigt). Alle Ratings wurden am 3. Januar 2022 abgerufen, wodurch unsere Daten den Stand Ende 2021 abbilden. Zusätzlich wurden unsere Datensätze um alle Unternehmen bereinigt, bei denen das Rating von mindestens einem Anbieter gefehlt hat, um die Vergleichbarkeit herzustellen. Insgesamt wurden 1.442 unterschiedliche Firmen erfasst.

In einem ersten Schritt haben wir die Verteilung der Ratings der einzelnen Anbieter für die drei Indizes miteinander verglichen, und das jeweils für die Anlageuniversen „Welt“, „Europa“ und „USA“:

Verteilung der Ratings


Für die einzelnen Verteilungsfunktionen haben wir jeweils den Mittelwert berechnet. Da es uns um die Streuung der Ratings insgesamt geht, gingen alle Unternehmen gleichgewichtet mit ihren Scorings ein. Es erfolgte als z.B. keine Gewichtung nach der Marktkapitalisierung.


Zwei Punkte fallen dabei ins Auge:


  1. Die Verteilungen nehmen je nach Anbieter teils sehr unterschiedliche Formen an. Diese Beobachtung war bereits vorab zu vermuten und ist konsistent mit der Beobachtung teils sehr unkorrelierter Ratings.
  2. Vergleicht man den Mittelwert über die Anlageuniversen hinweg, fällt bei allen Anbietern auf, dass die MSCI Europa Unternehmen jeweils das höchste durchschnittliche Rating und die Unternehmen im MSCI USA das geringste durchschnittliche Rating aufweisen. Diese Beobachtung ist persistent, über alle Anbieter hinweg. Auch wenn man die Unternehmen mit der um den Streubesitz bereinigten Marktkapitalisierung gewichtet, bleiben die regionalen Unterschiede bestehen. Die Frage, ob es sich dabei um einen regionalen Effekt handelt oder der Zusammensetzung unseres Samples geschuldet ist, kann an der Stelle nicht beantwortet werden.


Als nächstes haben wir einfache lineare Regressionen durchgeführt um zu ermitteln, wie stark die Ratings der verschiedenen Anbieter miteinander korrelieren. Als Kenngröße wurde das Bestimmtheitsmaß (R2) gewählt, welches aussagt, wie viel Prozent der Variation in einer Variablen A durch die Variation von Variable B erklärt werden kann. Für die Unternehmen des MSCI Welt lag die Korrelation der verschiedenen Ratings zwischen 17% und 58%. Während die Ratings von Sustainalytics und Moody‘s die höchste Korrelation aufwiesen, war der Zusammenhang zwischen Refinitiv Rating und MSCI Rating mit 17% am schwächsten. Damit ist die Korrelation in unserem Datensatz geringer als beispielsweise bei Berg et al. (2019), welche eine stärkere Korrelation zwischen den ESG-Ratings der einzelnen Anbieter in ihrem Sample beobachten.


Diese Abweichung kann jedoch aufgrund der unterschiedlichen Beobachtungszeiträume zustande kommen. Berg et al. haben 2014 als Basisjahr ihrer Analyse und bestätigen die Ergebnisse für 2017. Die Korrelation liegt bei Berg et al. zwischen 38% und 71%. Vergleicht man die Ergebnisse aus dem MSCI Welt Sample mit denen aus den MSCI Europa und MSCI USA fällt auf, dass die Anbieter mit hoher und geringer Korrelation gleichbleiben. Die Stärke der Korrelation nimmt aber mit der Sample-Größe ab. Der zweitgrößte Index (MSCI USA), gemessen an der Zahl der Titel, weist noch eine Korrelation zwischen 13% und 47% auf. Beim MSCI Europa (dem kleinsten Index) nimmt die Korrelation nochmals deutlich ab und liegt je nach Anbieter zwischen 8% und 40%. Ob der Unterschied regional bedingt ist, oder das Produkt von Zufälligkeit aus einer anderen Sample Konstruktion ist, kann an der Stelle nicht beantwortet werden.


Korrelation der ESG-Rating-Anbieter



Wie stark aber ist das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Säulen der Ratings? Da wir die entsprechenden Daten nur für Refinitiv und MSCI haben, beschränken wir uns in der folgenden Analyse auf diese beiden Anbieter.


Betrachtet man die Verteilung der einzelnen Kategorien (E, S & G) sowie den Gesamt-ESG-Score, fällt auf, dass vor allem bei Refinitiv eine große Ähnlichkeit in den Dichtefunktionen besteht. Einzig der „Fat-Tail“ am unteren Ende der Verteilung des Nachhaltigkeits-Scores springt ins Auge. Im Fall von MSCI sind die Unterschiede bei der Verteilung zwischen den Kategorien und dem ESG-Rating besonders auffällig. Auch hier gibt es in der Nachhaltigkeitskategorie eine Häufung am äußeren Rand, nur diesmal im Bereich der besonders hohen Nachhaltigkeitsratings.


Verteilung der einzelnen Kategorien





Die vorab beobachteten Unterschiede zwischen den beiden Ratings (MSCI und Refinitiv) werden bei der Analyse diverser Scatter-Plots, bei denen die Unterkategorien betrachtet werden, noch einmal deutlich. Dafür wird zunächst der Gesamtscore auf die Unterkategorien und dann die Unterkategorien aufeinander bezogen.


Zusammenspiel der ESG-Kategorien



Im Fall von Refinitiv haben die Sub-Scores (E, S & G) einen Erklärungsgehalt für die Variation im ESG-Rating von 67% (E), 75% (S) und 47% (G). Untereinander weisen der E- und der S-Score den stärksten Zusammenhang auf mit einem Erklärungsgehalt von 45%. Die anderen Sub-Scores sind deutlich schwächer korreliert.


Im Fall von MSCI sind die übergeordneten Tendenzen zwar ähnlich, der Zusammenhang wird jedoch deutlich schwächer. So erklären die einzelnen Sub-Scores nur zwischen 30% und 9% des ESG-Scores. Diese schwache Ausprägung kann jedoch teils darauf zurückgeführt werden, dass wir für MSCI ein Industrie-adjustiertes ESG-Rating genommen haben, um die Vergleichbarkeit zu den anderen Anbietern zu gewährleisten. Berechnet man den Zusammenhang der einzelnen Kategorien-Scores mit dem reinen ESG-Rating, lässt sich ein Zusammenhang zwischen 42% und 18% je nach Score ausmachen. Von diesem Effekt ist jedoch nicht der Vergleich der einzelnen Säulen betroffen. Hier liegt der Erklärungsgehalt zwischen 0% und 2%, was zumindest in unserem Sample für MSCI gegen einen Rater-Effekt sprechen würde.


Es geht nicht ohne eigene Analyse

ESG-Ratings haben, spätestens seit der „Responsible Investing Initiative“ von 2006, einen Siegeszug um die Anlagewelt angetreten, der sich immer weiter verstärkt. Die Nachhaltigkeitskriterien spielen dabei eine entscheidende Rolle auch bei der Dekarbonisierung der Wirtschaft. Es geht um „FinanceForFuture“.


Doch wie unsere Analyse zeigt, sind die Ratings nur mit großer Vorsicht und Differenziertheit zu genießen – sowohl bei der individuellen Anlageentscheidung als auch bei einer Betrachtung aus wirtschaftspolitischer Perspektive.


So kann es bei den Unterkategorien (E,S & G)  auch innerhalb der jeweiligen Ratinganbieter zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Eine Firma, die z.B. ein gutes E-Scoring hat, muss dies nicht zwangsläufig in ähnlicher Weise auch für „S“ oder „G“ haben. Im Gegenteil: Die Scatter-Plots zeigen, dass es hier zu starken Abweichungen kommen kann.


Wer den gesamten Score interpretieren will, muss also unterhalb der Oberfläche die einzelnen Scoring-Bestandteile untersuchen und im Zweifelsfall entscheiden, welcher Bestandteil der für ihn wichtigste ist.  Wie und von welchem Anbieter ESG-Ratings eingesetzt werden, ist dabei nicht trivial. Es kann zu erheblichen Unterscheidungen bei der Berechnung der Scorings kommen, wie unsere Berechnungen zeigen – mit den entsprechenden Konsequenzen für die Anlageentscheidung.


Wer Nachhaltigkeit in seinem Portfolio inkludieren will, tut also gut daran, nicht nur die Unterschiede der einzelnen Scorings zu verstehen, sondern die Ratings für die Unternehmen, als Teil einer aktiven Anlageentscheidung, auch einer eigenen Analyse zu unterziehen. Nur so kann sichergestellt werden, dass sie zu den eigenen Nachhaltigkeitszielen passen.

 

Zu den Autoren:

Paul Eubel studiert Wirtschaftswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen mit Schwerpunkt Finance.


Hans-Jörg Naumer leitet Global Capital Markets & Thematic Research bei Allianz Global Investors. Im Sommer 2022 ist sein Buch Essential „Green Growth“ bei SpringerGabler erschienen.


Info: https://makronom.us10.list-manage.com/track/click?u=6e21b246ffdfc34b727e0d275&id=37ba2ea53d&e=769d3261ab


unser Kommentar:   Zitat: Es geht um „FinanceForFuture“. Zitatende  . . sagen diese Technokraten und wohl auch um juristische Personen, die dann aber nicht mit lebenden Menschen zu verwechseln sind. Höchstens als zunehmend unfreiwilliges Datenmaterial von Menschen für "Social Score" als eine der ESG-Kategorien.


"Demokratie heißt, die Wahl haben. Diktatur heißt, vor die Wahl gestellt sein." Jeannine Luczak

14.10.2022

Heißer Herbst in Frankreich: Streiks in Raffinerien sowie Atom-Kraftwerken, Großdemo in Paris und Planungen für Generalstreik

nachdenkseiten.de, 14. Oktober 2022 um 9:00 Ein Artikel von: Florian Warweg

Zumindest in Frankreich zeichnet sich tatsächlich ein heißer (oder je nach Perspektive eher kalter) Herbst ab. Seit dieser Woche werden große Teile der sogenannten „kritischen Infrastruktur“ bestreikt. Darunter sechs der acht Öl-Raffinerien des Landes sowie fünf Atomkraftwerke. Die Regierung unter Macron setzt auf Repression und droht den Streikenden mit Räumung sowie Zwangsverpflichtung zur Arbeit. Gewerkschaftsvertreter erklären im Gegenzug, dass der Elysée-Palast mit dem Feuer spiele: „Jetzt wird es knallen“.

Zitat:
Der in Deutschland bisher nur postulierte „heiße Herbst“ hat in Frankreich längst begonnen. Bereits Ende September legte ein erster Generalstreik die Bahn und fast alle Schulen und Kindergärten Frankreichs lahm. Ebenfalls Ende September begann der bis jetzt anhaltende Streik in den Raffinerien der Öl-Konzerne TotalEnergies (in Deutschland besser bekannt unter der Abkürzung „Total“) und Exxon Mobile. Die Beschäftigten fordern unter anderem Lohnerhöhungen von 10 Prozent, um zumindest die steigenden Inflationskosten ausgleichen zu können. Gewerkschaftler und Oppositionspolitiker verweisen zudem auf die überdurchschnittlichen Gewinne der bestreikten Unternehmen. So strich beispielsweise Total 2021 einen Gewinn von über 16 Milliarden Euro ein und auch 2022 waren die Profite bislang überdurchschnittlich hoch, Tendenz steigend. Patrick Pouyanné, Chef-Manager des Konzerns, erhöhte sein eigenes Gehalt in Folge gleich mal um 52 Prozent. Von solchen Lohnsteigerungen können seine Mitarbeiter, die Schwerstarbeit in den Raffinerien leisten und dabei ihre Gesundheit ruinieren, nur träumen. Statistisch stirbt laut Angaben der Gewerkschaft CGT ein Mechaniker in einer Erdöl-Raffinerie durchschnittlich sieben Jahre früher als der Durchschnitt der französischen Bevölkerung.


Lionel Lerogeron, Vertreter der CGT Normandie und Mitglied im Vorstand, erklärt in diesem Zusammenhang, dass die Regierung unter Macron mit dem Feuer spiele, wenn sie eine Notlage in der Wirtschaft vorgibt, die so nicht zutrifft. Noch nie hätten die großen Konzerne Frankreichs so viele Profite eingefahren wie in diesem Jahr. Gleichzeitig müssten aber viele hart arbeitende Menschen wegen der Inflation trotzdem am Ende des Monats am Essen sparen. Lerogeron ist sich angesichts der angespannten Lage sicher:

„Jetzt wird es knallen.“

Pariser Zentralregierung spricht von „absolutem Notfall” und droht mit Zwangsverpflichtung

Die Auswirkungen des Streiks führen zu teilweise dramatischen Szenen. Rund ein Drittel der Tankstellen (laut Berichten von France Info waren es mit Stand Donnerstag 31 Prozent) kann augenblicklich kein Benzin mehr verkaufen. Dies führt zu kilometerlangen Schlangen vor den noch über Reserven verfügenden Tankstellen, doch selbst diese haben zumeist den Verkauf auf 30 Liter pro Auto begrenzt. Die Zeit-Korrespondentin Annika Joeres berichtet zudem von einem eindrücklichen Vorfall in Villiers-le-Bel bei Paris. Dort hat eine Gruppe von Männern Anfang der Woche eine Tankstelle von TotalEnergies besetzt und das Benzin kostenlos an diejenigen, die sie aus dem Viertel kannten, verteilt, alle anderen Autofahrer wurden vertrieben.

Präsident Macron spricht inzwischen von einer „sehr angespannten Lage“, sein Wirtschaftsminister Bruno Le Maire sogar von einem „absoluten Notfall“. In Folge wurde unter anderem ein Dekret erlassen, das Privatpersonen das Befüllen von Benzin-Kanistern verbietet.


Am Dienstag kündigte die Regierung unter Macron an, die betroffenen Raffinerien von den „Blockierern“ befreien zu wollen. Die Streikenden sollten „das Feld räumen“, so Le Maire. Für einen landesweiten Aufschrei der Empörung sorgte das Agieren der französischen Premierministerin Élisabeth Borne. Der Frankreich-Experte Sebastian Chwala erklärte gegenüber den

NachDenkSeiten den Hintergrund des Aufruhrs: Die Premierministerin habe diese Woche angeordnet, dass die Beschäftigten der Depots und Raffinerien des ExxonMobil-Konzerns zur Arbeitsaufnahme gezwungen werden sollen. Sie begründete das damit, dass Tarifverhandlungen in diesem Konzern zu einer Einigung zwischen der Konzernspitze und sogenannten rechtsreformistischen Gewerkschaften geführt hatten. Diese Organisationen vertreten allerdings, so Chwala weiter, nicht die Mehrheit der Beschäftigten in den bestreikten Produktionsstätten. Er betont:

„Die Ankündigung Bornes löste bei anderen Gewerkschaften wie der CGT und „Force Ouvrière“ Wut und Empörung aus. Das Streikrecht in Frankreich bleibt ein individuelles Grundrecht und ist nicht an feste Regeln gebunden, wie in Deutschland. Deshalb darf der Staat Beschäftigte auch nicht zur Arbeit zwingen. Dieses Recht besitzt Paris nur in einigen als existenziell eingestuften öffentlichen Bereichen, wie dem Gesundheitssystem, Ölkonzerne gehören nicht dazu.“

Abschließend verwies er im Gespräch mit den NachDenkSeiten noch darauf, dass die Drohung der Premierministerin nur für zwei der aktuell bestreikten Raffinerien von Bedeutung ist, da die übrigen bestreikten Produktionsorte Total gehören, wo aktuell ohnehin keine Bereitschaft der Konzernspitze für Gespräche bestehe. Dort hätten die Streikenden auch betont, dass man Streiks und Blockade fortsetzen wolle. Zudem drohe die Belegschaft einer weiteren, bisher noch nicht bestreikten Raffinerie damit, sich aus Solidarität den Protesten anzuschließen, sollte es zu staatlichen Aktionen gegen die Streikenden kommen.


Massendemo und Generalstreik geplant

Da die Regierung am Donnerstagabend tatsächlich damit begonnen hat, zumindest eines der bestreikten Öl-Depots zu räumen, hat die Gewerkschaft CGT erklärt, dass in Reaktion darauf ein für den 18. Oktober geplanter Streik der Lokführer zu einer „allgemeinen Mobilisierung in allen Sektoren“ ausgeweitet werden soll. Zuvor hatte der Generalsekretär der CGT, Philippe Martinez, bereits in eine ähnliche Richtung argumentiert:


Zudem haben angesichts der angespannten sozialen Lage linke Oppositionsparteien (Le Pens Partei Rassemblement National unterstützt den harten Kurs der Macron-Regierung gegen die Streikenden und deren Forderungen), Gewerkschaften und Vertreter der Zivilgesellschaft zu einer Großkundgebung am kommenden Sonntag, dem 16. Oktober, in Paris aufgerufen. Hunderttausende Teilnehmer werden erwartet. Das Motto der Demonstration wendet sich gegen die hohen Lebenshaltungskosten und fordert eine soziale Klimapolitik.


Undenkbar in Deutschland: Auch französische Grüne rufen zu Generalstreik gegen Macron auf

Für deutsche Verhältnisse undenkbar ist der Aufruf der französischen Grünen zum Generalstreik. So erklärt unter anderem Sandrine Rousseau, Abgeordnete von Europe Écologie Les Verts (EELV, dt. Europa Ökologie Die Grünen), bereits vor der Ankündigung eines Generalstreiks durch Gewerkschaftsvertreter, dass sie hoffe, dass sich aus der Streikbewegung der Raffinerie-Angestellten ein Generalstreik entwickle. In einem Interview am 12. Oktober mit dem öffentlich-rechtlichen Radiosenders Radio France verkündete sie im Wortlaut:

“Ich hoffe, dass dies der Funke ist, der eine Generalstreikbewegung auslöst. Denn im Moment ist die Wut so groß, dass die Regierung hören muss, wie sehr diese neoliberale Politik der Zerschlagung der Arbeitslosenversicherung und der Zerschlagung der Renten heute für die Franzosen und Französinnen nicht mehr tragbar ist.“

Titelbild: Shutterstock / Alexandros Michailidis

Mehr zum Thema: Macrons Gesetz zur „Kaufkraftstärkung“ – Die neoliberale Agenda in Frankreich setzt sich fort

Gelingt gerade ein sozialpolitischer, ein gesellschaftlicher Wandel in Frankreich?


Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=89190


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.



Weiteres:



Pénurie de carburant : la CGT appelle à "une grève nationale interprofessionnelle pour les salaires et contre les réquisitions"


francetvinfo.fr, Publiéle 12/10/2022 22:14 Mis à jourle 12/10/2022 23:26,France Télévisions

La journée du mardi 18 octobre était initialement dédiée à une manifestation de cheminots. Le syndicat veut fédérer au-delà.

 

Des syndicalistes et des employés de la CGT rassemblés à la raffinerie TotalEnergies à Gonfreville-l'Orcher (Seine-Maritime), le 10 octobre 2022. (LOU BENOIST / AFP)  


Le mouvement de grève dans les raffineries va-t-il s'étendre à d'autres secteurs professionnels ? Une manifestation nationale des cheminots, prévue mardi 18 octobre à Paris à l'appel de la CGT, "va devenir une grève nationale interprofessionnelle pour les salaires et contre les réquisitions", a appris France Télévisions auprès du syndicat, mercredi 12 octobre. La CGT des Bouches-du-Rhône avait menacé d'appeller à "la mobilisation générale" dans tous les secteurs à la première réquisition sur un des sites pétroliers du pays.


Le secrétaire général de la CGT, Philippe Martinez, venu "soutenir" mercredi les salariés d'ExxonMobil à Notre-Dame-de-Gravenchon (Seine-Maritime), a annoncé le dépôt, jeudi, d'un recours en référé contre les réquisitions de quatre d'entre eux. Conformément à l'annonce de la Première ministre mardi, ces salariés d'ExxonMobil ont été réquisitionnés pour permettre le fonctionnement du dépôt normand, deux pour mercredi, et deux pour jeudi matin, a annoncé le ministère de la Transition énergétique.


Une rencontre avec la direction de Total mercredi

L'exécutif fait la différence entre la situation à ExxonMobil, où "il n'y a plus aucune raison" de blocage après l'accord entre la direction et des syndicats lundi, et à TotalEnergies, où aucune négociation n'avait encore démarré avant mercredi. Pour la première fois, la direction a accepté de recevoir le syndicat ce jour même.

La CGT, qui a lancé la grève le 27 septembre chez TotalEnergies, revendique 10% d'augmentation pour 2022, contre les 3,5% obtenus en début d'année, afin de compenser l'inflation et de profiter des bénéfices exceptionnels du groupe.


Un appel à "la grève générale" du côté de Sandrine Rousseau

Six des huit raffineries de l'Hexagone sont en grève. A 17 heures, mercredi, 30,8% des stations-service étaient en difficulté au niveau national, une majorité dans les Hauts-de-France et en Ile-de-France. Emmanuel Macron a assuré sur France 2 qu'il prévoyait "un retour à la normale dans la semaine qui vient", appelant "à la responsabilité" la direction de TotalEnergies et la CGT. 

Face aux automobilistes exaspérés, le gouvernement est de plus en plus critiqué par les oppositions. La députée écologiste Sandrine Rousseau a appelé mercredi à "la grève générale", quand Mathilde Panot (LFI) s'est rendue parmi les grévistes d'ExxonMobil à Gravenchon.


Info: https://www.francetvinfo.fr/economie/transports/penurie-de-carburants/penurie-de-carburant-la-cgt-appelle-a-une-greve-nationale-interprofessionnelle-pour-les-salaires-et-contre-les-requisitions_5413636.html

14.10.2022

Bundesregierung räumt offiziell Authentizität des Dokumenten-Leaks der NachDenkSeiten über „Kampf gegen Desinformation“ ein

nachdenkseiten.de, 14. Oktober 2022 um 12:15 Ein Artikel von: Florian Warweg

Die NachDenkSeiten hatten Ende September, zugespielt von einem Whistleblower, ein internes Dokument der Bundesregierung veröffentlicht, welches eine konzertierte Aktion zur Informations-Zensur in Bezug auf die Berichterstattung zum Ukraine-Krieg aufdeckt. Das Dokument belegt unter anderem die behördliche Einbindung von Medien (z.B. Spiegel und Stern), Social-Media-Konzernen, Bildungseinrichtungen, den sogenannten „Faktencheckern“ sowie die quasi-staatliche Überwachung „systemkritischer Medien“. Natürlich hatte die NachDenkSeiten-Redaktion das Dokument vor der Veröffentlichung verifiziert. Zahlreiche Vertreter aus Politik und Medien hinterfragten allerdings die Authentizität des Leaks. Doch jetzt hat die Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage hin eingeräumt, dass das Dokument tatsächlich von ihr erstellt wurde.

„Kann die Bundesregierung die Echtheit des durch einen Whistleblower in die Öffentlichkeit gelangten Dokuments mit dem Titel „Laufende Aktivitäten der Ressorts und Behörden gegen Desinformation im Zusammenhang mit RUS Krieg gegen UKR“ bestätigen oder dementieren?“

So die Anfrage des Bundestagsabgeordneten Dr. Götz Frömming (Afd) an die Bundesregierung. Die schriftliche Frage ist auf den 4. Oktober datiert.

Mit Datum 11. Oktober antwortete die Bundesregierung:

„Die Gesamtübersicht „Laufende Aktivitäten der Ressorts und Behörden gegen Desinformation im Zusammenhang mit RUS Krieg gegen UKR“ wurde von der Bundesregierung erstellt. Sie soll einen gemeinsamen Informationsstand über die Maßnahmen gewährleisten, die von den Ressorts und Behörden ergriffen wurden, um der gezielten Verbreitung von falschen oder irreführenden Informationen insbesondere im Kontext von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine entgegenzuwirken.“

Mit Datum 13. Oktober antwortete die Bundesregierung noch auf eine weitere ähnliche Anfrage mit einer interessanten Ergänzung: Im Gegensatz zum im März 2020 durchgestochenen Strategiepapier der Bundesregierung „Wie wir COVID-19 unter Kontrolle bekommen“ (medial auch als „Panikpapier“ bezeichnet), welches später aus Transparenzgründen auf der Seite des Innenministeriums veröffentlicht wurde, plane man keine solche Veröffentlichung im Falle des aktuellen Leaks der NachDenkSeiten:



















































Mit dem unmissverständlichen Eingeständnis der Bundesregierung, dass das interne Dokument „Laufende Aktivitäten der Ressorts und Behörden gegen Desinformation im Zusammenhang mit RUS Krieg gegen UKR“ tatsächlich von ihr erstellt wurde, bestätigt diese sowohl die Existenz dieser „Gesamtübersicht“ als auch die Authentizität des NachDenkSeiten-Leaks:



Dieses interne Dokument, von der Bundesregierung euphemistisch „Gesamtübersicht“ genannt, hat es, wie in den von uns veröffentlichten Artikeln dargelegt, wirklich in sich. Es wurde auch bereits von britischen und US-amerikanischen Medien aufgegriffen.


In bundesdeutschen Mainstream-Medien wurde das Leak entweder ignoriert oder dessen Authentizität hinterfragt. Beispielhaft sei auf die Argumentation von Ralf Schuler (Leiter der Parlamentsredaktion von BILD) verwiesen. In einem Gespräch mit Kontrafunk (ab Minute 25:43) erklärte dieser, angesprochen auf das NachDenkSeiten-Leak:

„Ich habe in letzter Zeit so viele vermeintliche Dokumente gelesen, die sich am Ende alle als zweckdienlich gefälscht herausgestellt haben. Ich bin da vorsichtig, weil es so eindeutige Narrative bedient, dass ich mich wundere, wer so etwas verfasst haben soll. Da werde ich sehr skeptisch, so funktioniert Deutschland nicht.“

Dann führt er auch noch ein Argument an, welches wirklich zeigt, in was für einer Bubble sich die Hauptstadtjournalisten teilweise bewegen. Er hinterfragt die Authentizität des Leaks unter anderem mit dem Verweis darauf, dass sich doch die Frage auftäte, wieso man so etwas an die NachDenkSeiten leake und nicht an den Spiegel. Zudem hätten die NachDenkSeiten doch keinerlei Reichweite (Diese Sorge können wir Herrn Schuler nehmen. Alleine der erste Leak-Artikel hatte bis zum heutigen Tage 225.853 Direktzugriffe auf der NDS-Webseite, da ist Verbreitung in den Sozialen Medien und als Podcast noch nicht mit eingerechnet).


Die Frage, wieso dieses Leak nicht dem Spiegel zugespielt wurde, ist, hätte sich der BILD-Redakteur wirklich mit dem geleakten Dokument auseinandergesetzt, recht leicht zu beantworten: So ist dort unter anderem von einem „10-Punkte-Resilienz-Plan“ die Rede, welcher unter anderem die konzertierte Bewerbung und Verlinkung von sogenannten Faktencheckern auf den Webseiten der Bundesregierung vorsieht. So viel zur postulierten „Staatsferne“ und „Unabhängigkeit“ der Faktenchecker à la ARD-Faktenfinder oder Correctiv. Ebenso aufgeführt wird, und jetzt kommen wir auf die Absurdität in der Argumentation des Leiters der BILD-Parlamentsredaktion zurück, die Zusammenarbeit mit der Presse. Und dabei wird beispielsweise prominent ein „Spiegel-Hintergrundgespräch“ und die Vorbereitung von Namensartikeln und Interviews mit Innenministerin Faeser erwähnt, hier werden zudem STERN und Tagesspiegel als Adressaten genannt.


Aufschlussreich ist auch die Rolle des Bundespresseamtes (BPA), welches, laut dem nun offiziell bestätigten internen Dokument, für die „regierungsinterne Sensibilisierung für das Thema und den Umgang mit Desinformation“ verantwortlich zeichnet und ein „ressortübergreifendes Schulungsangebot“ zu Desinformation anbietet. Pikant hierbei: Die Schulungen macht nicht das BPA selbst, sondern private Drittanbieter wie das „Institute for Strategic Dialogue“ (ISD) und der „Business Council for Democracy“ der Hertie-Stiftung.  Das ISD, mit explizit transatlantischer Ausrichtung und Hauptsitz in London, hat im Vorstand so illustre Personen sitzen wie Karl-Theodor zu Guttenberg, den Unternehmensberater Roland Berger und den Vorstandsvorsitzenden der Axel Springer SE, Matthias Döpfner.


„Ressortübergreifende Schulungen“ zu Desinformation für Mitarbeiter der Bundesministerien werden also von einer transatlantischen Lobbyorganisation, in deren „Board“ aufgeflogene Plagiatoren und der Chef der – apropos Desinformation – regelmäßig Fakenews verbreitenden Springer-Presse sitzen, sowie der privaten Stiftung eines Kaufhaus-Magnaten durchgeführt. Allein schon für das Aufdecken solcher Absurditäten sollten wir dem Whistleblower dankbar sein.

Der Whistleblower hatte gegenüber den NachDenkseiten auch dargelegt, was ihn zu diesem Leak motiviert hat. So erklärte er, dass er, als dieses Dokument auf seinem Arbeitsrechner eintraf, zutiefst erschrak. Für ihn sei dies „der konzertierte Versuch einer Narrativ-Gleichschaltung“. Weiter führte er aus: 

„In meinen Augen ist es ein Blick in den Abgrund der gebündelten Aktivitäten einer horizontalen (ressort-übergreifenden) und vertikalen Integration moderner Staatspropaganda. Von den Ministerien und ihren Partnerschaften mit transatlantischen Denkfabriken wie dem ISD bis hinab in die Presse, “Faktenchecker”, Social Media, “Multiplikatoren”, “kritische Zivilgesellschaft” und so weiter. Selbst vor der Einbindung von Schulen und Kindern im Grundschulalter machen Sie nicht halt.“

Aus dem Dokument geht ebenso hervor, dass ein weiterer zentraler Akteur im angeblichen Kampf gegen „Desinformation“ das von den Grünen geführte Bundesfamilienministerium ist. In der Auflistung fällt zunächst auf, dass in dem internen Papier als allererste Aktivität des Ministeriums auf die private Grünen-nahe Stiftung Zentrum Liberale Moderne (LibMod) und deren hochumstrittenes Projekt „Gegneranalyse“ verwiesen wird (NachDenkSeiten berichteten ausführlich über das Projekt hier und hier).


In dem Dokument heißt es dazu, dass das Ministerium im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie Leben!“ das Projekt von LibMod fördert (mit sechsstelligen Beträgen), welches „Inhalte systemkritischer Medien analysiert und speziell zu Narrativen im Ukrainekrieg veröffentlicht“.

Ein von den Grünen geführtes Ministerium bewirbt und finanziert das Projekt einer privaten Grünen-nahen Stiftung, welches sich zur Aufgabe gestellt hat, „systemkritische Medien“ zu analysieren und zu überwachen („Monitoring“). Alles natürlich im Namen des „Kampfes“ gegen eine behauptete (russische) „Desinformation“. Womit wir bei einem zentralen Punkt sind, den das, nun ja, offiziell beglaubigte Leak aufdeckt:


Neben dem Umfang der geplanten und bereits umgesetzten Maßnahmen erschreckt vor allem die bisher nicht hinterfragte Willkür, die dabei zum Tragen kommt. Denn bei all den Aktivitäten muss man sich vergegenwärtigen, dass die Bundesregierung weder in diesem internen Papier zu „Laufenden Aktivitäten der Ressorts und Behörden gegen Desinformation im Zusammenhang mit Russlands Krieg gegen die Ukraine“ noch in offiziellen Veröffentlichungen je auch nur den Versuch unternommen hat, darzulegen, wie sie (russische) „Desinformation“ definiert oder auch nur eingrenzt. Damit ist der Bundesregierung und ihren Ministerien die vollkommen willkürliche Anwendung dieses Begriffs mit all seinen mittlerweile auch rechtlichen Implikationen und Zensuroptionen möglich. Und so packt die Bundesregierung tatsächlich unter anderem pauschal alles unter den Kampfbegriff „Desinformation“ – die es laut Bundesregierung mit allen Mitteln zu bekämpfen gilt – was einer Wiedergabe offizieller russischer Positionen und Sichtweisen (oder auch nur das Versuchen, diese zu verstehen) entspricht. Damit steuert sie, wohlgemerkt durch das Unterdrücken von Informationen, die Meinungs- und Willensbildung der Bundesbürger. So darf eigentlich keine Bundesregierung, egal welcher politischer Couleur, agieren, zumindest nicht, wenn sie sich einem demokratischen Gemeinwesen mit mündigen Bürgern verpflichtet sieht.

Der parlamentarische Betrieb verfügt über einige Instrumente, die spätestens jetzt, nach der erfolgten Bestätigung der Authentizität dieses Dokuments, Anwendung finden sollten: Kleine Anfragen (KA), Fragestunde im Bundestag und angesichts des Ausmaßes der aufgedeckten Verquickungen von Exekutive, Legislative, Judikative sowie der sogenannten „Vierten Gewalt“ eigentlich auch die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses.


Mehr zum Thema: Dokumenten-Leak: Wie die Bundesregierung an einer „Narrativ-Gleichschaltung“ zum Ukraine-Krieg arbeitet – Teil 1

Dokumenten-Leak: Wie die Bundesregierung an einer „Narrativ-Gleichschaltung“ zum Ukraine-Krieg arbeitet – Teil 2


Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=89213


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

14.10.2022

Borrell zur Weltlage: Europa ist ein Garten, die übrige Welt ein Dschungel

test.rtde.tech, 14 Okt. 2022 06:45 Uhr

Am Donnerstag erklärte der hohe Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Josep Borrell, die aus seiner Sicht größten Probleme in der heutigen Außenpolitik. Die EU sei ein Garten – der größte Teil der übrigen Welt hingegen ein Dschungel, so Borrell.


Borrell zur Weltlage: Europa ist ein Garten, die übrige Welt ein Dschungel


cik/Keystone Press Agency


Quelle: www.globallookpress.com © Tomas Tka


Zitat: Josep Borrell, der hohe Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, erläuterte am Donnerstag die Probleme, mit denen die Außenpolitik der EU konfrontiert ist und welches Vorgehen sich daraus ableiten lässt. Anlässlich der Eröffnung der europäischen diplomatischen Akademie in Belgien zog er in einer Rede zur Thematik einen eher ungewöhnlichen Vergleich: Nach Ansicht Borrells sei die EU ein Garten – der Rest der Welt sei ein Dschungel, um den man sich kümmern müsse. Andernfalls drohe dieser den Garten zu "überwuchern". Wörtlich sagte er:

"Brügge ist hier ein gutes Beispiel für den europäischen Garten. Ja, Europa ist ein Garten. Wir haben einen Garten gebaut. Alles funktioniert. Es ist die beste Kombination aus politischer Freiheit, wirtschaftlichem Wohlstand und sozialem Zusammenhalt, die die Menschheit je erschaffen konnte – diese drei Dinge zusammen."

In Bezug auf den "Rest der Welt" erklärte Borrell:

"Der Rest der Welt […] ist nicht gerade ein Garten. Der größte Teil der übrigen Welt ist ein Dschungel, und der Dschungel könnte in den Garten eindringen. Die Gärtner sollten sich darum kümmern, aber sie werden den Garten nicht durch den Bau von Mauern schützen. Ein schöner kleiner Garten, der von hohen Mauern umgeben ist, um das Eindringen des Dschungels zu verhindern, wird keine Lösung sein. Denn der Dschungel hat eine starke Wachstumskapazität, und die Mauer wird nie hoch genug sein, um den Garten zu schützen."

Der Gärtner müsse "in den Dschungel gehen", so Borrell weiter, die Europäer müssten sich dementsprechend viel stärker für den Rest der Welt engagieren.

"Andernfalls wird der Rest der Welt in uns eindringen, und zwar auf unterschiedliche Art und Weise."

Durch den Krieg in der Ukraine verändere sich zudem auch die Europäische Union. Borrell meinte, es gebe Leute, die behaupten, dass dieser Krieg das Ende der Außenpolitik der EU bedeutet, weil man blindlings den Vereinigten Staaten folge. Er behauptete, dies sei jedoch nicht zutreffend:

"Aus meiner Sicht ist genau das Gegenteil der Fall: Dieser Krieg war eine Gelegenheit für die Europäische Union, selbstbewusster aufzutreten und auf die Schaffung eines europäischen Standpunkts zu drängen – sowohl in der Außenpolitik als auch in der Militär- und Verteidigungspolitik."

Borrell wies auch darauf hin, dass nicht nur Personen aus EU-Staaten bei der Eröffnung der diplomatischen Akademie vertreten seien, sondern auch solche aus Kandidatenländern wie Georgien, Moldawien, Ländern des Westbalkans und der Ukraine.

"Und ich denke, dass die Teilnahme von Menschen aus der Ukraine und anderen Kandidatenländern wichtig ist und eine gute Idee war – um über den Tellerrand zu schauen, um Menschen einzubinden, die noch nicht in der [Europäischen] Union sind, aber eines Tages in der Union sein werden. Denn sie werden eine entscheidende Rolle für die Zukunft der Europäischen Union spielen. Sie wird mit oder ohne die Ukraine nicht mehr dieselbe sein."

Wann deeskaliert die EU endlich? – Borrell will noch mehr Waffen für die Ukraine




Meinung

Wann deeskaliert die EU endlich? – Borrell will noch mehr Waffen für die Ukraine






Der Chefdiplomat der EU zeigte sich weiterhin besorgt, dass sich etwa zwanzig Prozent der Staaten bei der Abstimmung der UN über die Verurteilung der Eingliederung der LVR, der DVR und der Gebiete Cherson und Saporoschje in die Russische Föderation enthielten. Borrell kündigte außerdem an, man werde die russische Armee "vernichten", falls Russland Nuklearwaffen in der Ukraine einsetzen sollte.


Nach Ansicht des Diplomaten müsse sich auch die Arbeit in der Außenpolitik ändern, da man nicht mehr klar trennen könne, was äußere und was innere Angelegenheiten seien. In einem Punkt sei die EU nach Ansicht Borrells dem Rest der Welt allerdings voraus:

"Es gibt einen großen Unterschied zwischen Europa und dem Rest der Welt – nun, dem Rest der Welt, Sie verstehen, was ich meine, oder? – ist, dass wir starke Institutionen haben. Das Wichtigste für die Lebensqualität der Menschen sind Institutionen. Der große Unterschied zwischen entwickelten und nicht entwickelten Ländern liegt nicht in der Wirtschaft, sondern in den Institutionen."

So habe man eine "unabhängige Justiz", "Systeme zur Verteilung der Einnahmen" und "Wahlen, die den Bürgern eine freie Wahl ermöglichen". Borrell verwies allerdings auch darauf, dass es schwierig sei, die nach seiner Sicht nötigen Institutionen im großen Teil der "übrigen Welt" aufzubauen.

"Institutionen, darauf kommt es an. Es ist sehr schwierig, Institutionen aufzubauen. Wir können eine Straße bauen. Wir können mit einem Bulldozer, mit Geld und Arbeitern losziehen und eine Straße bauen. Ich kann nicht in die Schwellenländer gehen und Institutionen für sie aufbauen – sie müssen von ihnen aufgebaut werden. Andernfalls wäre das eine Art Neokolonialismus." 

Feministische Außenpolitik – ein neues Konzept zur Konfrontation




Meinung

Feministische Außenpolitik – ein neues Konzept zur Konfrontation






Inwiefern sich das "Engagement" im "Dschungel", das er zum Beginn seiner Rede gefordert hatte, von einer Politik des Neokolonialismus unterscheidet, ließ Borrell jedoch offen.

In Bezug auf die neue diplomatische Akademie erklärte Borrell den Zuhörern, dass man sich erheben und "über die nationale Identität hinausgehen müsse". Man müsse sich daran erfreuen, "eine andere Identität zu haben, nämlich die europäische". Diese stehe laut Borrell jedoch nicht im Widerspruch zur früheren Identität. Die Geschichte Europas sei eine der "Konfrontationen von Identitäten":

"Die Identität ist heute das eigentliche Schlachtfeld."

Identität könne als etwas Ausschließendes dargestellt werden. Das führe zu Konflikten und zum Krieg. Borrell zufolge sei es der EU hingegen gelungen, den "Kampf der Identitäten" zu überwinden: Heute bringe es die Menschen "nicht mehr gegeneinander auf, Deutsche oder Franzosen zu sein".


Mehr zum Thema - Was ist eigentlich mit dieser "regelbasierten internationalen Ordnung" gemeint?


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://test.rtde.tech/europa/151544-borrell-zur-weltlage-europa-ist


/Original der Rede in Englisch:/*//*

European Diplomatic Academy: Opening remarks by High Representative

Josep Borrell at the inauguration of the pilot programme

<https://www.eeas.europa.eu/eeas/european-diplomatic-academy-opening-remarks-high-representative-josep-borrell-inauguration_en>


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Zur Erinnerung:




Was ist eigentlich mit dieser "regelbasierten internationalen Ordnung" gemeint?


test.rtde.tech, vom 30 Juli 2022 07:08 Uhr, Ein Kommentar von Rachel Marsden

Die USA und ihre Verbündeten lieben es, verschlüsselte Begriffe zu verwenden, wenn gemeint ist "Es steht ihnen frei das zu tun, wozu wir sie zwingen". Aber was genau soll eigentlich diese "regelbasierte internationale Ordnung" sein, auf die sich die westlichen Eliten immer wieder berufen?


Was ist eigentlich mit dieser "regelbasierten internationalen Ordnung" gemeint?


Quelle: www.globallookpress.com © Ausschnitt: Maksim Konstantinov / Global Look Press


Zitat: Der US-Präsident Joe Biden hat angekündigt, dass die Amerikaner solange hohe Energiekosten schultern müssen, "wie es eben dauert", damit man Russland in der Ukraine "eine Lektion erteilen kann". Als Brian Deese, einer der Berater von Biden, vor ein paar Monaten auf CNN über die Reaktion des US-Präsidenten auf die hohen Energiepreise befragt wurde, antwortete er:

"Hier geht es um die Zukunft der liberalen Weltordnung, und wir müssen standhaft bleiben."

Im Jahr 2016 sagte der damals noch US-Vizepräsident Joe Biden bei einem Besuch in Ottawa zum kanadischen Premierminister Justin Trudeau: "Die Welt wird viel Zeit damit verbringen, auf Sie zu blicken, Herr Premierminister, da wir immer mehr Herausforderungen auf die liberale internationale Ordnung zukommen sehen als jemals zuvor seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs."


Lawrow: Die neoliberalen "Demokratien" schieben alle Schuld auf Russland





Lawrow: Die neoliberalen "Demokratien" schieben alle Schuld auf Russland






Der französische Präsident Emmanuel Macron berief sich während seiner Pressekonferenz zum Abschluss des G7-Gipfels im Juni dieses Jahres auf ein ähnliches Konzept des Kampfes für die Aufrechterhaltung einer gewissen "Weltordnung". Er sagte, dass der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine die Grundsätze internationaler Regeln durcheinander bringe, die seit 1945 gelten würden.


Macron ging nicht näher darauf ein, aber 1945 war jenes Jahr, in dem die Vereinten Nationen gegründet wurden und Frankreich neben den USA, Russland, Großbritannien und China dabei einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat erhielt.


Ebenfalls im Juni – als die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern besuchte – gaben beide eine gemeinsame Erklärung ab, in der sie "das starke Engagement Neuseelands und der Europäischen Union für den Multilateralismus und die auf Regeln basierende internationale Ordnung" bekräftigten.


Aber was genau ist diese "Weltordnung" eigentlich? Warum müssen westliche Offizielle ständig diese "Weltordnung" beschwören? Und was hat der Konflikt in der Ukraine mit dieser angeblichen Ordnung zu tun?


Politik auf dem Prüfstand: Zurückweisung des neoliberalen Werteverständnisses (Teil 3)




Meinung

Politik auf dem Prüfstand: Zurückweisung des neoliberalen Werteverständnisses (Teil 3)






Kurz gesagt, es ist die Vision einer vom Westen angeführten Welt mit den dort vorherrschenden klassischen westlichen Werten einer Wirtschafts- und Handelsfreiheit, die als Basis für die Verbreitung der politischen Freiheit zum ultimativen Nutzen des Durchschnittsbürgers dient. Zumindest lautet es zumindest in der Theorie.


Die Realität ist wesentlich komplizierter. Allzu oft war die Verbreitung von Freiheit nicht kostenlos – zumindest nicht für den Durchschnittsbürger der Befreier wie der Befreiten. Militärische Interventionen oder verdeckte politische Einmischung werden typischerweise verwendet, um unerwünschte Systeme auf den Kopf zu stellen, damit eine gefügige Führung installiert werden kann, die in erster Linie den wirtschaftlichen und politischen Interessen der westlichen Eliten dient. Dort endet in der Regel die Sorge um die Menschen und ihre persönliche wirtschaftliche Situation, auch wenn diese am Ende oft schlechter ist als zuvor.


Die "Weltordnung" hat historisch auch eine ungleiche Ost-West-Bipolarität impliziert, wobei der Westen historisch als dominierend betrachtet wurde. Warum also sind die westlichen Eliten jetzt so besorgt über den Zustand all dessen? Nun, seien wir ehrlich: Der Wind dreht sich – und das schon seit einer ganzen Weile.


Immer mehr Menschen beginnen, den Nutzen für den Durchschnittsbürger von militärischen Interventionen, die unter dem Deckmantel der Verbreitung von Freiheit und Demokratie verkauft werden, infrage zu stellen. Stattdessen nutzen sie lieber die Globalisierung und den Wirtschaftsliberalismus aus, um etwa im Ausland zu leben, zu arbeiten oder zu handeln. Sie tun dies mit den technologischen Mitteln, die ursprünglich von westlichen Regierungen für den Zweck des globalen Merkantilismus und der Überwachung durch Big Brother finanziert und geschaffen wurden.


Vom Ende der westlichen Dominanz – Putins Petersburger Rede





Meinung

Vom Ende der westlichen Dominanz – Putins Petersburger Rede





Mit der wachsenden Emanzipation des Durchschnittsbürgers wächst dessen Abneigung gegen große staatliche Eingriffe. Diese Emanzipation ermöglicht manch einem auch einen klareren Blick auf die nicht so unsichtbare Hand des Staates und auf das Chaos, das der in den letzten Jahren unter der Ägide westlicher Eliten des Establishments angerichtet hat, welche auf fast surreale Weise losgelöst von allen tagtäglichen Herausforderungen und Realitäten wandeln.

Der Konflikt in der Ukraine bring jedoch nun das Risiko mit sich, den ultimativen Albtraum für die westlichen Eliten zu erzeugen: einen alternativen Zusammenschluss von fremden Verbündeten, über die der Westen keine Kontrolle hat, die aber in der Lage sind, den Bürgern der Welt wirtschaftliche Möglichkeiten zu bieten, die mit den Angeboten der eigenen Regierungen oder Länder konkurrieren können.Oder wie der ehemalige CIA-Direktor und US-Außenminister Mike Pompeo kürzlich in einer Rede vor dem Auditorium einer Washingtoner Denkfabrik sagte:

"Indem wir der Ukraine helfen, haben wir die Schaffung einer russisch-chinesischen Achse untergraben, die darauf aus ist, eine militärische und wirtschaftliche Hegemonie in Europa zu errichten."

Die Ereignisse in der Ukraine und die daraus resultierenden westlichen Sanktionen dienen daher förmlich als Katalysator für die Entwicklung und Umsetzung eines parallelen östlichen oder südöstlichen Angebots mit alternativen Systemen und Strukturen. Das Ergebnis ist dann eine noch größere Wahlfreiheit für den durchschnittlichen westlichen Bürger, der seine Abhängigkeit von seiner eigenen Regierung noch weiter verringern könnte. Viel Glück also bei dem Versuch, das herkömmliche "wir gegen sie"-Konzept, mit dem die alte Weltordnung untermauert ist, an Bürger zu verkaufen oder als Hebel anzusetzen, die dagegen alle Vorteile eines Zugangs zu "denen dort" genießen.


Gegen den Strom: Wie Orbán die europäische Befreiungsbewegung verkörpert





Meinung

Gegen den Strom: Wie Orbán die europäische Befreiungsbewegung verkörpert





Während westliche Regierungen die Kontrolle verlieren, gehen sie hart gegen diejenigen vor, die sich für mehr Souveränität und Unabhängigkeit einsetzen – zwei Konzepte, die von den Eliten gerne zu manipulativen Zwecken angeführt, aber als bedrohlich betrachten, wenn sie aus dem Mund jener Menschen kommen, die danach streben ihre eigene Rechte geltend machen.


Der Aufstieg des Populismus ist ebenfalls ein Symptom für das Problem, das sich westliche Regierungen selbst geschaffen haben, indem sie es versäumten, den Kurs ihrer eigenen systemischen Korruption und zunehmender autoritärer Tendenzen umzukehren.


Die westlichen Eliten legen in der Ukraine zusätzlich noch einen drauf, um eine solche Weltordnung zu retten, die ihre eigenen egoistischen Interessen schützt – und sie glauben dabei, dass dies der Weg sei zu verhindern, dass eine parallele Option entsteht. So einfach ist das für sie. Und es ist ihnen egal, ob es der Durchschnittsbürger ist, der am Ende dafür wieder die Zeche zahlen muss.


Übersetzt aus dem Englischen

Rachel Marsden ist eine kanadische Kolumnistin, politische Strategin und Moderatorin eines unabhängig produzierten französischsprachigen Programms, das auf Sputnik France ausgestrahlt wird. Ihre Website finden man unter rachelmarsden.com


Mehr zum Thema - Das Werden der Hauptachse Moskau-Peking


RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://test.rtde.tech/meinung/144564-was-ist-eigentlich-eine-regelbasierte-ordnung


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

14.10.2022

Jeffrey Sachs: „Das ist ein Krieg zwischen Russland und den Vereinigten Staaten“

nachdenkseiten.de, 12. Oktober 2022 um 8:44 Ein Artikel von: Redaktion, Albrecht Müller.

Das ist eine Kernaussage von Jeffrey Sachs in einem Grayzone-Interview vom 10.10.2022 mit den US-Journalisten Aaron Maté und Max Blumenthal. Sachs ist Direktor des Center for Sustainable Development an der Columbia University in New York City.


Susanne Hofmann hat das Interview übersetzt und etwas gekürzt – eine dankbar angenommene Hilfe für NachDenkSeiten-Leserinnen und -Leser. Besonders interessante Passagen sind gefettet, für einen schnellen Überblick.


Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Podcast: Play in new window | Download


Maté:

Präsident Selenskij hat jüngst Präventivschläge gegen Russland gefordert – auch wenn ein Sprecher danach wieder zurückruderte und sagte, er habe Präventiv-Sanktionen gemeint. Biden sprach derweil davon, die Welt stehe zum ersten Mal seit der Kubakrise wieder einem Armageddon gegenüber, und sagte zugleich, Putin meine es ernst, wenn er sage, er würde biologische, chemische und taktische atomare Waffen einsetzen – obwohl ich persönlich das von Putin selbst so nicht vernommen habe.

Wie deuten Sie diese aufgeladene Rhetorik, denken Sie, die USA sind derzeit ernsthaft interessiert an einem Ausweg aus der Eskalation?


Sachs:

Das ist ein Krieg zwischen Russland und den Vereinigten Staaten. Wir wissen nicht genau, wie viele US-Soldaten auf ukrainischem Boden sind, wir wissen aber, dass Amerika Waffen für die Ukraine finanziert und das Land mit Geheimdienstinformationen versorgt. Es stehen sich also zwei Seiten gegenüber mit je rund 1.600 Atomwaffen in einem Krieg, der für Russland von außerordentlicher Bedeutung ist, über den die USA bisher sagen, wir werden alles dafür tun, Russland eine Niederlage beizubringen.

Es gibt allerdings einen Ausweg, der offen zutage liegt: Dass die NATO sagt, wir nehmen die Ukraine nicht in die NATO auf. Punkt. Diese Lösung hätte den Krieg verhindert und sie hätte den Krieg bereits im März zu einem Ende gebracht, als Russland und die Ukraine unter der Vermittlung der Türkei einer Lösung nahe waren und das auch öffentlich sagten.

Viele von uns sind der Auffassung, dass die USA diese Verhandlungslösung verhindert haben. Wir wissen nie so ganz genau, was da in unserer Regierung gespielt wird, weil sie nicht die Wahrheit sagt.

Ich denke, die NATO-Erweiterung ist ein tief verankertes Ziel der USA, das bis zurück in die frühen 1990er Jahre zurückreicht. Russland weist dieses Ziel seitdem genauso entschlossen zurück.

Putin hat das auch Ende 2021 sehr deutlich gemacht: Die Neutralität der Ukraine ist meine rote Linie. Damals rief ich im Weißen Haus an und sagte: Die Neutralität wäre für beide Seiten richtig. Das Weiße Haus bestand aber darauf, dass die Ukraine das Recht habe, der NATO beizutreten. Ich aber bleibe dabei: Es muss verhandelt werden. Übrigens kann nicht Selenskij die Verhandlungen mit Putin führen. Denn das ist ein Krieg zwischen den USA und Russland. Hier müssen der amerikanische und der russische Präsident direkt miteinander reden.


Maté:

Selenskij hat ja auch schon ausgeschlossen, mit Russland zu verhandeln, solange Putin an der Macht sei…


Sachs:

Ich habe die Kubakrise en detail studiert. Wir standen am Rande der atomaren Zerstörung, auf den Monat genau vor 60 Jahren. Und in dieser Krise bestand eine der Provokationen darin, dass Castro sagte: Los, schlagt zu – an Chruschtschow gerichtet – er forderte ihn also zu einem Präventivschlag auf. Genau wie es Selenskij jetzt fordert. Und wie reagierte Chruschtschow? Er sagte, das soll unser Verbündeter sein, der den Weltuntergang will? Wir sollten lieber schnell verhandeln.

Ich bin absolut entsetzt über Aussagen wie die von Selenskij. Das Schlimme ist, dass die USA der Ukraine volle Unterstützung zusichern und damit auch solchen provokanten Aussagen Carte Blanche erteilen.

Hier kommt ein kleines Quiz:

Russland kontrolliert das Atomkraftwerk von Saporoschschja. Das wird beschossen. Wer schießt denn da also? Unsere Medien sagen: Oh, wir wissen das nicht!

Die können offenbar Eins und Eins nicht zusammenzählen und zu dem Schluss kommen: Hm, wenn Russland das Atomkraftwerk kontrolliert, dann wird es das Atomkraftwerk vielleicht nicht zugleich selbst beschießen?

Es ist nahezu sicher, dass die Ukraine dafür verantwortlich ist. Und doch bringen wir es nicht über uns, diese einfache Wahrheit auszusprechen! Wir lassen die Ukraine straflos gewähren, statt zu sagen: Hört damit auf! Wir schaffen es nicht einmal, diese Forderung auszusprechen. Das ist das Problem.

Wir hetzen die Ukraine gegen Russland auf. Auf die Weise riskieren wir ein Armageddon. Das ist ein gigantischer Fehler dieser Administration.

Ich bin 67 Jahre alt und habe viele US-Kriege erlebt: Vietnam, Laos, Kambodscha, Nicaragua, Irak, Syrien, Afghanistan, Libyen, Jemen und weitere. Es ist die Aufgabe des US-Präsidenten, auf die Bremse zu treten. Denn dieses Land ist eine Kriegsmaschine. Hier geht es nicht um einen Zuschauersport, das ist tödlicher Ernst. Der Präsident muss die Zerstörung der Welt verhindern.


Blumenthal:

Sie sagen, wir haben es mit einem Krieg zwischen den USA und Russland zu tun. Wichtige US-Vertreter fordern seit langem, dass Nordstream 2 beendet werden muss. Wer ist Ihrer Meinung nach für die Anschläge verantwortlich, die ja massive Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft haben?


Sachs:

Ich war nicht dabei, meine aber, dass die Amerikaner Nordstream gesprengt haben. Biden sagte schon im Februar: Sollte Putin einmarschieren, ist es aus mit Nordstream 2. Auf die Frage einer Reporterin, wie man denn das bewerkstelligen wolle, sagte er nur: Wir haben unsere Mittel und Wege.

Also – wer überwacht den Luftraum, wer hat die Mittel zu so einem Anschlag, wer hat bereits angekündigt, die Pipeline zu verhindern, und wer sprach nach der Sabotage von einer großen Chance für die USA, Europa für alle Zukunft vom russischen Gas zu lösen? Erfahrene Journalisten sagen mir: Natürlich waren das die USA. Aber diese Erkenntnis findet ihren Weg nicht in unsere Nachrichten.


Blumenthal:

Biden hat angekündigt, die USA würden die Sabotageakte untersuchen – denken Sie, diese Untersuchungen dienen dazu, Amerika einen Persilschein auszustellen? Ich erinnere an die Untersuchungen des angeblichen Chemiewaffenangriffs durch Assad im syrischen Douma im Jahr 2018, bei denen die Inspekteure der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) von der eigenen Leitung zensiert und sogar angegriffen wurden.


Sachs:

Da die USA wahrscheinlich Verantwortung für die Sabotage an Nordstream 2 tragen, wird bei einer US-Untersuchung nichts Glaubwürdiges herauskommen.

Ich bin 67 Jahre alt und habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass nahezu alles, was die USA sagen, nicht wahr ist. Wir haben einen geheimen Staat, der den Großteil unserer Außenpolitik und Militäroperationen leitet, wir erfahren nicht, was tatsächlich läuft. Ich erwarte mir also nichts von einer amerikanischen Untersuchung der Vorfälle, eher noch von den europäischen Ermittlungen. (Dazu Anmerkung Albrecht Müller: Viel zu optimistisch!) Immerhin ist es ihre Infrastruktur, ihre Pipeline, ihre Wirtschaft – und man möchte doch eigentlich annehmen, dass es in ihrem Interesse ist, die Wahrheit herauszufinden.

Andererseits gehe ich davon aus, dass sie nichts sagen werden, weil sie die USA für ihren Sicherheitsschirm halten – dabei ist meines Erachtens das Gegenteil der Fall. Die USA und ihre Provokationen sind Europas größte Bedrohung derzeit.

Die Sprengung wird sich vermutlich in die lange Reihe von Vorfällen einreihen, die nie aufgeklärt wurden. Wir haben es schließlich mit einem Staat zu tun, der sich in Geheimniskrämerei hüllt und auf Straffreiheit setzt.

Die USA haben den Krieg in Syrien 2011 angezettelt. Man wollte Assad stürzen. Präsident Obama unterzeichnete ein entsprechendes Papier namens „Operation Sycamore“. Ich finde es höchst erstaunlich, dass wir darüber so gut wie nichts gehört haben. Wir hörten nur, das ist ein Bürgerkrieg. Und dann den Vorwurf, dass Putin in den Krieg eingegriffen habe. Über Operation Sycamore hat die New York Times meiner Erinnerung nach nur ein einziges Mal berichtet. Ich wusste darüber damals gut Bescheid, hatte Zugang zu diplomatischen Quellen. Es waren Welten zwischen der Realität und dem, was die Mainstreammedien berichteten. Dort präsentierte man jahrelang ein vollkommen faktenfreies Narrativ.


Maté/Blumenthal:

Was treibt die US-Führung im Ukraine-Krieg an? Warum ist man so entschlossen, die Ukraine in diesem Krieg zu opfern?

Haben Sie Einblick in die Biden-Administration – sehen Sie da jemanden, der sich diesem Drang in Richtung nukleare Eskalation widersetzt?


Sachs:

Die US-Denkweise der Neokonservativen bestimmt seit 30 Jahren die Politik. Sie sehen Amerika als die einzige Supermacht und dass das auch so bleiben soll. Die strategische Doktrin der USA nennt zwei Bedrohungen: Russland und China. Schon Brzezinski zeigt in seinem Buch „The grand Chessboard“ („Die einzige Weltmacht“) von 1997, dass die Ukraine der Schlüssel für die Beherrschung der Welt ist. Die Neukonservativen haben darüber ganz offen geschrieben. Sie dachten, sie könnten das mehr oder weniger unbeobachtet von Russland erreichen durch die NATO-Erweiterung. Die Spitze der Administration hat sich 2021 vehement für die Aufnahme der Ukraine in die NATO ausgesprochen. Ich dagegen sage: Wir müssen endlich verhandeln.


(Nachträgliche Korrektur: Die Eingangsfrage war nicht ganz korrekt übersetzt. Deshalb um 10 Uhr geändert)


Rubriken:

Audio-Podcast Militäreinsätze/Kriege Terrorismus


Schlagwörter:


Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=89104


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

14.10.2022

Ramstein-Treffen / NATOs 10-Jahres-Plan für die Ukraine

aus e-mail von Doris Pumphrey, 13. Oktiber 2022, 21:51 Uhr


*Ramstein-Treffen: Mehr Waffensysteme, Rüstung und Militärausbildung für

die Ukraine – für "Jahre"

*

Bei einem erneuten Treffen der sogenannten Ukraine-Kontaktgruppe sind

die Verteidigungsminister der 30 NATO-Staaten sowie aus 20 weiteren

Partnerländern in Brüssel zusammengekommen, um über weitere

Waffenlieferungen an die Ukraine zu verhandeln.

In dem Zusammenhang sprach der Pentagon-Chef von schwierigen Wochen,

Monaten und Jahren, in denen die ukrainischen Truppen Unterstützung

benötigten.


Lloyd Austin versicherte, dass die Verbündeten sich einig seien und

"alles in ihrer Macht Stehende tun" würden, der Ukraine sämtliche

Kapazitäten an Militärausrüstung zu beschaffen. Austin habe zudem

gelobt, dass Deutschland der Ukraine nun ein modernes Luftabwehrsystem

gespendet habe: "Diese wichtige Spende wird der Ukraine helfen, ihre

Zivilbevölkerung besser vor russischen Luftangriffen zu schützen", sagte

er. Deshalb werde auch die industrielle Produktion hochgefahren, um die

Herstellung von Systemen zur Verteidigung der Ukraine zu erhöhen.


Die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht erklärte bei

dem Treffen, dass Deutschland erhebliche Anstrengungen unternehme, um

der Ukraine die volle Unterstützung zu leisten. Deutschland tue alles,

um die Produktion von Rüstungsgütern so schnell wie möglich

voranzutreiben, so die Ministerin. Laut Lambrecht sei die Herstellung

von Geräten wie dem Luftabwehrsystem Iris-T SLM sehr aufwendig. "Da bin

ich darauf angewiesen, dass die Industrie auch da ein bisschen schneller

produziert", sagte Lambrecht.


"Wie Präsident Biden sagte, stehen wir vereint gegen willkürliche Kriege

und Gräueltaten, um Gebiete zu erobern, Grenzen neu zu ziehen und die

souveränen Rechte friedlicher Staaten mit Füßen zu treten", so

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin am Mittwoch.


*Plan zum kompletten Umstieg auf NATO-Rüstung *

Kommende Woche sollen laut

<US-Magazin" rel="noopener">https://www.politico.com/news/2022/10/12/pentagon-chief-ukraine-support-00061387>US-Magazin 

/Politico/ Offizielle der NATO und der Ukraine zusammentreffen, um nach

den monatelangen Kämpfen mit Russland eine "langfristige Verpflichtung"

zur Wiederbelebung des militärisch-industriellen Komplexes in Kiew zu

erörtern. Der Plan reiche für zehn Jahre.


"Wir werden uns mit den Anforderungen an die Verteidigungsplanung

befassen, um die Ukraine vollständig interoperabel mit der NATO zu

machen", sagte der namentlich nicht genannte Beamte. Es gehe um die

"Umstellung von sowjetischer [...] auf NATO-kompatible westliche

Ausrüstung".


/Siehe

Video:/https://test.rtde.tech/international/151547-ramstein-treffen-mehr-waffensysteme-rustung-und-militaerausbildung-ukraine-jahre/



https://test.rtde.tech/international/151497-politico-nato-verfolgt-10-jahres/

13.10.2022

*Politico: NATO verfolgt einen 10-Jahres-Plan für die Ukraine


*Die NATO werde in Kürze einen Zehnjahresplan zum Wiederaufbau der

ukrainischen Rüstungsindustrie auf den Weg bringen und hoffe, die Waffen

aus der Sowjet-Ära zugunsten westlicher Technologie abschaffen zu

können. Dies berichtet

<https://www.politico.com/news/2022/10/12/pentagon-chief-ukraine-support-00061387

die Nachrichten-Plattform /Politico/ unter Berufung auf einen

hochrangigen NATO-Vertreter. Derweil stellen Washington und seine

Verbündeten Kiew neue Runden militärischer Hilfe in Aussicht.


Kommende Woche sollen demnach Offizielle der NATO und der Ukraine

zusammentreffen, um nach den monatelangen Kämpfen mit Russland eine

"langfristige Verpflichtung" zur Wiederbelebung des

militärisch-industriellen Komplexes in Kiew zu erörtern.


"Wir werden uns mit den Anforderungen an die Verteidigungsplanung

befassen, um die Ukraine vollständig interoperabel mit der NATO zu

machen", sagte der namentlich nicht genannte Beamte gegenüber der

Plattform. Es gehe um die "Umstellung von sowjetischer [...] auf

NATO-kompatible westliche Ausrüstung".


Der NATO-Mitarbeiter nannte zwar nur wenige Einzelheiten zu den

Wiederaufbau-Bemühungen, sagte aber, dass sie sich auf die

längerfristigen Bedürfnisse der Ukraine konzentrieren und wahrscheinlich

mehrere internationale Partner einbeziehen würden.


Die Initiative soll laut Bericht separat von einem anderen NATO-Projekt

durchgeführt werden, das von den Beschaffungsbeamten Anfang des Monats

erörtert worden war und das ebenfalls darauf abzielt, den ukrainischen

Verteidigungssektor zu stärken und gleichzeitig die westlichen Bestände

nach den umfangreichen Waffenlieferungen an Kiew aufzufüllen.


Zuvor hatte der ukrainische Verteidigungsminister Alexei Resnikow am

Mittwoch auf einer Sitzung der sogenannten

"Ukraine-Kontaktgruppe" erklärt, Luftabwehrsysteme hätten für sein Land

"oberste Priorität". Der Vorsitzende der US-Generalstabschefs, General

Mark Milley, erklärte, Washington und seine Verbündeten würden sich

bemühen, solche Waffen bereitzustellen, und forderte die Mitglieder der

Kontaktgruppe auf, "einen Beitrag zu leisten und [der Ukraine] zu

helfen, ein integriertes Luft- und Raketenabwehrsystem aufzubauen und

aufrechtzuerhalten, insbesondere alte Systeme".


Die niederländische Verteidigungsministerin Kajsa Ollongren versprach

während des Treffens am Mittwoch die Entsendung zusätzlicher

Flugabwehrraketen und erklärte, "das einzige Ergebnis, das [Russland]

mit seinen [fortgesetzten Angriffen auf die Ukraine] erzielt, ist, dass

wir noch mehr liefern werden".


Diese Zusagen erfolgten, kurz nachdem Deutschland das erste von vier

IRIS-T-Luftabwehrsystemen an die Ukraine geliefert hatte, während

gleichzeitig Paris, Washington und London jeweils neue

Waffenlieferungen ankündigten. Darunter seien etwa französische

LKW-Haubitzen, NASAMS-Luftabwehrsysteme aus den USA und

AMRAAM-Luft-Luft-Raketen aus Großbritannien.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

 

Seite 390 von 570

< 1 2 3 4 .. 10 .. 20 .. 30 .. 100 .. 200 .. 300 .. 360 .. 370 .. 380 .. 387 388 389 390 391 392 393 .. 400 .. 410 .. 420 .. 500 .. 540 .. 550 .. 560 .. 567 568 569 570 >
Diese Webseite verwendet Cookies. Hier erfahren Sie alles zum Datenschutz ok