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10.03.2025

Nachrichten von Pressenza: Spendenkampagne: Der gewaltfreie Journalismus braucht Ihre Unterstützung

aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 10. März 2025, 7:30 Uhr


Nachrichten von Pressenza - 10.03.2025


Spendenkampagne: Der gewaltfreie Journalismus braucht Ihre Unterstützung


Bei Pressenza setzen wir uns für einen gewaltfreien Journalismus ein, der sich bewusst gegen die Reproduktion von Gewalt in all ihren Formen stellt – physisch, wirtschaftlich, rassistisch, religiös, politisch, geschlechterbezogen und psychologisch. Unser journalistischer Ansatz basiert auf einer humanistischen Perspektive,&hellip;

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Aufruf Öcalans: «Bestenfalls der Anfang vom Anfang


Der Kurdenführer rief dazu auf, die PKK aufzulösen. Das Ausland jubelt – die Kurden dagegen reagieren verhalten. Eine Bilanz. Von Amalia van Gen  für die Online-Zeitung INFOsperber Über sechs Monate lang verhandelten der Kurdenführer Abdullah Öcalan mit Männern des türkischen&hellip;

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Die Illusion der gegenwärtigen Epoche


Eine große Illusion unserer Zeit ist, dass wir sämtliche „Bedürfnisse“ befriedigen können, ohne dafür auf eine Gemeinschaft angewiesen zu sein. Die Menschen streben nach Unabhängigkeit und Selbstständigkeit und versuchen, ihre Probleme allein zu lösen, ohne auf eine Gemeinschaft angewiesen zu&hellip;

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Todesstrafe: US-Häftling durch Erschießung hingerichtet


Erstmals seit 15 Jahren wurde im Bundesstaat South Carolina die Todesstrafe durch ein Erschießungskommando vollstreckt. Der verurteilte Mörder hatte sich selbst dafür entschieden. Von Helmut Ortner Es war ein schneller Tod, für der Delinquent sich entschieden hatte. Erstmals seit 15&hellip;

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Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

10.03.2025

„Wir sind Weltmacht“  Forderungen nach einer von den USA unabhängigen Weltmachtrolle der EU nehmen zu. Die geplante beispiellose Aufrüstung soll so weit wie möglich ohne Waffenkäufe in den USA auskommen. Ziel: „Augenhöhe mit den USA“.

german-foreign-policy.com, 10. März 2025

BERLIN (Eigener Bericht) – Mit Blick auf die Gewaltpolitik der Trump-Administration nehmen in Deutschland die Forderungen nach einer eigenständigen Weltmachtrolle der EU zu. „Europa“ müsse seine „Ressourcen mobilisieren“, um die USA „als globalen Anführer zu ersetzen“, heißt es etwa in einer aktuellen Stellungnahme aus der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). Berlin und Brüssel initiieren beispiellose Pläne, Deutschland und die EU mit Summen in hoher dreistelliger Milliardenhöhe hochzurüsten. Dabei müssten, wo irgend möglich, europäische statt US-amerikanische Waffen beschafft werden, heißt es auch in traditionell transatlantisch orientierten Medien: Einem Staat, der „über Nacht die Militärhilfe für einen Partner“ wie die Ukraine stoppe, „kann man nicht mehr vertrauen“. Mit der geballten Aufrüstung gehen Planungen einher, sämtliche Auslandsaktivitäten Berlins zu fokussieren und zu diesem Zweck das Entwicklungsministerium dem Auswärtigen Amt einzugliedern; von einem „Ministerium für deutsche Interessen“ ist die Rede. Die Schritte zielen darauf ab, ein altes Ziel der bundesdeutschen Außenpolitik zu realisieren: nämlich mit Hilfe der EU „auf Augenhöhe“ mit den USA zu gelangen. 


Zitat: „Amerika ersetzen“

Der mutmaßlich künftige Bundeskanzler Friedrich Merz hatte bereits wenige Stunden nach der Schließung der Wahllokale am 23. Februar erklärt, es habe für ihn nun „absolute Priorität ..., so schnell wie möglich Europa so zu stärken“, dass es in jeder Hinsicht „Unabhängigkeit“ von den Vereinigten Staaten erlange.[1] Seitdem schwellen die Forderungen nach umfassender Unabhängigkeit von den USA rasant an. Am 28. Februar, unmittelbar nach dem Eklat während des Besuchs des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus, erklärte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas, „die freie Welt“ benötie nun „einen neuen Anführer“: „Es liegt an uns Europäern, diese Herausforderung anzunehmen.“[2] Anfang vergangener Woche hieß es dann in einer knappen Stellungnahme aus der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), die Trump-Administration zerstöre „Amerikas Glaubwürdigkeit und sein internationales Ansehen“ in hohem Tempo. Es werde „Jahrzehnte“ dauern, „den Schaden zu reparieren“.[3] „Europa“ müsse jetzt „seine reichen Ressourcen mobilisieren, um Amerika als globalen Anführer zu ersetzen“. Bereits im Januar hatte Polens Ministerpräsident Donald Tusk gefordert, „Europa“ müsse sich unabhängig von den USA positionieren: „Wir sind eine Weltmacht“.[4] Tusk fügte hinzu: „Aber wir müssen auch daran glauben.“


Rekordrüstung

Forderungen, sich von den Vereinigten Staaten unabhängig zu machen, münden zur Zeit in eine beispiellose Welle der Militarisierung in der EU und Großbritannien. „Europa“ habe militärisch „alle Karten auf der Hand“, hieß es kürzlich etwa aus der DGAP: Seine Streitkräfte gehörten „zu den stärksten, erfahrensten und innovativsten der Welt“.[5] Die EU hat vergangene Woche ein bis zu 800 Milliarden Euro schweres Hochrüstungsprogramm beschlossen, das die Streitkräfte aller 27 Mitgliedstaaten mit höchster Geschwindigkeit mit gigantischen Mengen an Kriegsgerät versorgen soll (german-foreign-policy.com berichtete [6]). Zudem ist, nicht zuletzt auf Betreiben von Friedrich Merz, eine Debatte über eine eigenständige nukleare Komponente der europäischen Hochrüstung gestartet worden. An diesem Donnerstag sowie am Dienstag nächster Woche soll der Bundestag das Grundgesetz dahingehend ändern, dass Ausgaben für das Militär von der Schuldenbremse ausgenommen sind. Damit sind künftig Waffenkäufe in beinahe unbegrenztem Umfang möglich. Weil im neu gewählten Bundestag keine Mehrheit dafür vorhanden ist, soll die Abstimmung noch vom alten, demokratisch abgewählten Parlament durchgeführt werden; die Militarisierung besitzt Vorrang vor der Demokratie.

Buy European

Inzwischen mehren sich die Forderungen, „Waffenkäufe in den USA ... zu vermeiden, wo immer das möglich ist“, wie es am Wochenende in der traditionell transatlantisch orientierten Frankfurter Allgemeinen Zeitung hieß: „Einem Land, das über Nacht die Militärhilfe für einen Partner stoppt“ – für die Ukraine –, „kann man nicht mehr vertrauen.“[7] Bereits zuvor hatten mehrere einflussreiche Ökonomen bzw. Wirtschaftsvertreter in einem Papier, in dem sie detaillierte Vorschläge zur Aufrüstung machten, gefordert, man solle vom Kauf weiterer US-Rüstungsgüter nach Möglichkeit absehen und stattdessen die Produkte europäischer Waffenschmieden beschaffen; ansonsten ende man in „einer fortdauernden Abhängigkeit“.[8] Am Freitag schloss sich nun der Vorsitzende der Airbus-Rüstungssparte Airbus Defence and Space der Forderung an. Gebe man die nun beschlossenen dreistelligen Milliardensummen für „Produkte von der Stange in den USA“ aus, „zementieren wir unsere Abhängigkeit von anderen“, erklärte Schöllhorn. Er nannte als Beispiel die Beschaffung der US-Kampfjets F-35 durch Dänemark. Wolle die Regierung in Kopenhagen sie nutzen, um Grönland gegen eine etwaige Annexion durch die USA zu verteidigen, dann würde sie merken, äußerte Schöllhorn: „Die kämen gar nicht bis dahin“ – aufgrund von Eingriffsmöglichkeiten der USA.[9]


„Ministerium für deutsche Interessen“

Die Planungen für eine beispiellose Militarisierung Europas, mit der zugleich eine umfassende Unabhängigkeit von den Vereinigten Staaten erreicht werden soll, gehen mit Forderungen einher, sämtliche Aktivitäten der Bundesregierung im Ausland noch stärker als bisher auf die Durchsetzung deutscher Interessen zu fokussieren. So traten am Wochenende der ehemalige Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz Christoph Heusgen sowie zwei deutsche Diplomaten mit der Forderung hervor, das Bundesentwicklungsministerium dem Auswärtigen Amt einzugliedern.[10] Immer wieder kämen deutsche Diplomaten in Ländern des Globalen Südens mit ihrem „Anliegen ... nicht durch“, weil das Auswärtige Amt keine Kontrolle über die Entwicklungshilfegelder habe und sie nicht als Druckmittel einsetzen könne, heißt es in einem von ihnen publizierten Zeitungsbeitrag: „So verlieren wir weltweit an Einfluss.“ Wenn es „um die Durchsetzung unserer Interessen“ gehe, dann müsse in Zukunft ein einziges Ministerium „alle Instrumente in der Hand haben, um Deutschland Gehör zu verschaffen“. Von einem „Ministerium für deutsche Interessen“ ist die Rede. Zudem sollten Organisationen wie die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit oder die Kreditanstalt für Wiederaufbau „unter Führung der [jeweiligen] Botschaft unter einem Dach“ gebündelt werden – in einem „Deutschen Haus“.


„Mehr Mut zur Weltmacht“

Mit dem Einstieg in die forcierte Militarisierung Europas sowie in die geballte Fokussierung seiner Auslandsaktivitäten auf die noch unmittelbarere Durchsetzung deutscher Interessen unternimmt Berlin den Versuch, ein altes Ziel der bundesdeutschen Eliten zu realisieren: nämlich „auf Augenhöhe“ mit den Vereinigten Staaten zu gelangen. Bereits 1966 sprach sich der CSU-Politiker und vormalige Bundesverteidigungsminister (1956 bis 1962) Franz Josef Strauß dafür aus, „das vereinigte Europa“ solle perspektivisch „die Position einer eigenständigen Macht zwischen den Vereinigten Staaten und der [damaligen] Sowjetunion einnehmen“.[11] Im Jahr 2003 urteilte der vormalige Berater von Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl Werner Weidenfeld in einem Beitrag in der Springer-Zeitung Die Welt, die EU verfüge über ein Kräftepotenzial, das „den Status einer Weltmacht definieren“ könne; in wichtigen Bereichen sei sie den USA sogar überlegen: „Das integrierte Europa“, schrieb er, sei „eine Weltmacht im Werden“.[12] Deutsche Weltmachtpläne sind immer wieder thematisiert worden; so hieß es etwa im Jahr 2020 in der Wochenzeitung Die Zeit, die EU „muss sich als Weltmacht verstehen“; sie brauche „mehr Mut zur Weltmacht“.[13] Der damalige Berliner Entwicklungsminister Gerd Müller schrieb ihr explizit „das Zeug zur Weltmacht“ zu.[14]

 

[1] Berlin Direkt, 23.02.2025. S. dazu „Unabhängigkeit von den USA“.

[2] Nadeem Badshah: “Free world needs a new leader”, says EU foreign chief after Trump Zelenskyy row. theguardian.com 28.02.2025.

[3] Sławomir Sierakowski: America Is Gone – Europe Must Replace It. dgap.org 03.03.2025.

[4] Tusk will EU für Trump rüsten und aufrüsten. orf.at 22.01.2025.

[5] Sławomir Sierakowski: America Is Gone – Europe Must Replace It. dgap.org 03.03.2025.

[6] S. dazu Der Rekordrüstungsgipfel.

[7] Nikolas Busse: Amerika ist nicht mehr zu trauen. Frankfurter Allgemeine Zeitung 08.03.2025.

[8] Ökonom Schularick konkretisiert Rüstungsvorschläge. Frankfurter Allgemeine Zeitung 05.03.2025. S. dazu Rüsten ohne Grenzen.

[9] „Zementiert unsere Abhängigkeit von anderen“. tagesspiegel.de 07.03.2025.

[10] Christoph Heusgen, Egon Kochanke, Rainer Müller: Ein Ministerium für deutsche Interessen. Frankfurter Allgemeine Zeitung 08.03.2025.

[11] Franz Josef Strauß: Entwurf für Europa. Stuttgart 1966. S. 26f. S. dazu Europas Fahnenträger.

[12] Werner Weidenfeld: Thinktank: Die verhinderte Weltmacht. welt.de 08.03.2003.

[13] Ulrich Ladurner: Mehr Mut zur Weltmacht. zeit.de 01.10.2020.

[14] Gerd Müller, Werner Weidenfeld: Die EU hat das Zeug zur Weltmacht. welt.de 21.10.2020. S. dazu „Mehr Mut zur Weltmacht“.


Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9898


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


unser weiterer Kommentar: Zitat: Inzwischen mehren sich die Forderungen, „Waffenkäufe in den USA ... zu vermeiden, wo immer das möglich ist“, wie es am Wochenende in der traditionell transatlantisch orientierten Frankfurter Allgemeinen Zeitung hieß: „Einem Land, das über Nacht die Militärhilfe für einen Partner stoppt“ – für die Ukraine –, „kann man nicht mehr vertrauen.“[7] Zitatende


So klingt gleichwohl der alte Machtanspruch, wie bisher orchestriert aus der Neuen, an seine willigen Vasallen in der Alten Welt, und welches Maß an Erkenntnisresistenz setzt es voraus dies nicht erkennen zu wollen?  -  Bitte verweigert Euch der Koalition williger Kriegspatridioten!




Weiteres:




Sonder-„Vermögen“ und unendlicher Aufrüstungsetat


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gruene-linke.de, März 09 2025, Veröffentlicht unter Allgemein, Demokratie, kritisch, von Karl-W. Koch


Niemand hat vor …

Das Schweigen im Walde irritiert fast mehr als die abstrusen Ideen und Phantasien, die aktuell in den Köpfen der (leider) entscheidenden Politiker*innen herumgeistern. Hätte das jemand vor einem Monat vorhergesagt, er*sie wäre umgehend für verrückt erklärt worden … NIE UND NIMMER könne DAS passieren. Nun, zwischen „NIE UND NIMMER“ und der Realität lagen schon öfters nur kürzeste Zeitspannen („Niemand hat vor, eine Mauer zu errichten …“)

Die Ungeheuerlichkeiten, die offenbar von fast allen „geschluckt“ werden, weil ja die Umstände so fürchterlich sind und „der Russe vor der Tür steht“ (auch der stand da schon öfters!) und der „Ami sich durch die Hintertür verschiedet“:

  1. Ein „Sondervermögen

    … (genauer: eine Sonderschuld) für die marode Infrastruktur über 500 Milliarden € – das sind, um es einmal deutlich zu machen: 500.000.000.000,- €! oder 1 Millionen Häuser in Mittelstädten in besserer Wohnlage oder 100 Millionen Gebrauchtwagen). Nicht dass das nicht nötig wäre, nur war das vor vier Wochen oder in der Endphase der Ampelregierung nicht bekannt? Die Ampel crashte wegen 3 Milliarden Ukrainehilfe!!! Außerdem wird in den westlichen Ländern oft indirekt angedeutet, dass ein möglicher Kriegsschauplatz Europa und insbesondere Deutschland sein könnte, und dann benötigte die Nato (oder eine europäische Armee) funktionierende Straßen und Schienen und Digitalisierung. Insofern sind auch diese Schulden militärische Schulden, s. Punkt 2.

  2.  Für die Verteidigungsausgaben

    … soll die seit 2011 geltende Schuldenbremse ausgesetzt werden – und zwar für alle Ausgaben, die über ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts hinausgehen. Das wären derzeit rund 44 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Der aktuelle Verteidigungsetat liegt bei etwa 53 Milliarden Euro. Gehen wir von den an verschiedenen Stellen geforderten 3,5% des BIP aus, wären das regelmäßig pro Jahr (!) eine Neuverschuldung um 110 Milliarden Euro über die 44 Milliarden Euro hinaus, die ja festgeschrieben werden, am Ende der planmäßigen NEUEN Regierung wären das 2029 mehr als 440 Milliarden Euro. Bei den auch schon genannten 5% wäre es über 700 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Der Bundeshaushalt 2024 betrug 476,8 Milliarden Euro. Das „beste“ (?) daran: eine Obergrenze wird nicht festgeschrieben. Wenn also zu den „Russen“ auch noch die „Chinesen“ kommen, oder gar die „Amis“ (unter Trump ist ja nichts mehr ausgeschlossen und in Deutschland gibt es Bodenschätze, z.B. Frackinggas …), können es auch 1,4 Billionen Euro werden.

  3. Abgewählt, aber die Zukunft für Jahrzehnte bestimmen 

    … ist m.E. nach die größte Ungeheuerlichkeit. DAS GANZE soll tatsächlich der bereits krachend abgewählte Bundestag in einer kurzfristigst anberaumten Sondersitzung beschließen, nicht etwa der neu gewählte, dessen Haushaltsplanung es ja betrifft. Und alle – außer Linke und AfD – machen „lustig“ mit, keiner ist irritiert oder protestiert gar. Verfassungsrechtler*innen diskutieren, ob das zulässig ist, kommen aber zu keinem eindeutigen Befund. Die AfD will klagen, wobei daran erinnert sein, dass das BVG bereits einmal (der Anfang vom Ende der Ampel) einen vergleichbaren Buchungstrick kassiert hat.


Die Grünen schwanken noch, offenbar in der Erwartung, zumindest ein klitzekleines Sondervermögenchen zum Klimaschutz oben drauf zu bekommen. Sollte das gelingen, werden sie im guter alter Ampelmanier auch das noch abnicken, es ist ja die „alte“ Fraktion. Die SPD hat sich hier offenbar durchgesetzt – Chapeau! Und die Union hat gleich VOR Beginn der Koalitionsverhandlungen bereits ihr wichtigstes Wahlkampfversprechen „Mit uns steht die Schuldenbremse“. So geht Ehrlichkeit!


Wählerentscheidung korrigieren?

Begründet werden die Ungeheuerlichkeit mit der Zusammensetzung des neuen Bundestages, bei dem der böse Wähler (ja, o.k., auch die böse Wählerin) sich erdreistet hat, den „staatstragenden“ Parteien UnionSPDGrüne keine 2/3-Drittel-freie-Hand für Derartiges zu gewähren. Man müsste sich also mit der AfD arrangieren, was – auch von mir – als nicht hinnehmbar abgelehnt wird. Oder aber mit den Linken … den Linken? Warum eigentlich nicht? Ramelow in Thüringen war „ganz schön“ staatstragend, vielleicht auch mal ein bisschen arg viel. Die Rüstungsetatnummer wäre mit denen vermutlich nicht zu machen (und das ist auch gut so), die Infrastrukturfinanzierung wahrscheinlich schon. Damit wird wirklich klar, um was es eigentlich geht: Unendliche Aufrüstung ohne Grenzen! Das Infrastruktur-Sondervermögen ist das Pflästerchen für die Wähler*innentäuschung und damit die Tragweite des Ungeheuren nicht ganz so auffällt.

Wie das wohl bei den Wähler*innen ankommt: Eine Stärkung der Finanzputschparteien wird wohl eher nicht die Folge sein …

Im meinem Bekanntenkreis wird dieser Schritt bereits mit dem „Ermächtigungsgesetz“ der Nazis verglichen, was ich ausdrücklich nicht teile. Eine „Ermächtigung“ zur dauerhaften Ruinierung der deutschen Staatsfinanzierung und gleichzeitig die Implantation einer Gelddruckmaschine für die Rüstungsfirmen kommt es allerdings schon gleich. Deren Aktienkurse reagieren entsprechend …

Karl-W. Koch


Info: https://gruene-linke.de/2025/03/09/sonder-vermoegen-und-unendlicher-aufruestungsetat


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10.03.2025

Urteil EuGH zur Bonitätsprüfung

aus e-mail von [freiheitsfoo], 10. März 2025, 16:48


EuGH-Urteil zur automatisierten Bonitätsbeurteilung


(SM/TK) In einem am 27.02. gefällten Urteil des Europäischen

Gerichtshofs in der Rechtssache C-203/22 wurde entschieden, dass eine

betroffene Person das Recht hat, zu erfahren, wie eine automatisierte

Bonitätsbeurteilung zustande kommt, um diese nachvollziehen und

gegebenenfalls anfechten zu können. In dem zugrundeliegenden Fall

verweigerte ein österreichischer Mobilfunkanbieter einer Kundin den

Vertragsabschluss aufgrund einer negativen Bonitätsbeurteilung, die

automatisiert erstellt wurde. Die Kundin erhielt jedoch keine

ausreichenden Informationen über die Hintergründe der

Entscheidungsfindung, wogegen sie gerichtlich vorging. Der EuGH stellte

klar, dass der Verantwortliche das Verfahren und die angewandten

Grundsätze so erklären muss, dass die betroffene Person nachvollziehen

kann, wie ihre personenbezogenen Daten verwendet wurden. Eine bloße

Übermittlung eines Algorithmus sei dafür nicht ausreichend.


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09.03.2025

BND-Chef verrät: Krieg in der Ukraine sollte bis 2029 dauern

freedert.online, 9 Mär. 2025 16:12 Uhr

BND-Präsident Bruno Kahl und die Deutsche Welle, da erwartet man eigentlich keine Überraschungen. Aber bei ihm taucht diese eigenartige Jahreszahl auf, die schon aus NATO-Planungen bekannt ist – allerdings verrät er ihren Ursprung.


Quelle: www.globallookpress.com © Bernd von Jutrczen


BND-Präsident Bruno Kahl


In einem Interview mit der Deutschen Welle wurde der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Bruno Kahl, von der polnischen Journalistin Rosalia Romaniec befragt, welche Folgen die geänderte Haltung der Vereinigten Staaten Russland gegenüber haben werde. Dabei betonte er zuerst, er hoffe darauf, dass die europäischen Nachrichtendienste dafür sorgen könnten, dass die Ukraine nach der Unterbrechung der Lieferung von Aufklärungsdaten der USA "weder blind noch taub wird".


Stiftung Wissenschaft und Politik: Wenn Blinde von Farben reden





Meinung

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Auf die Nachfrage, was denn die Weltordnung sei, die Russland vor Augen habe, antwortete er:

"Das ist die Weltordnung, wie sie Ende der 90er Jahre in Europa bestanden hat, ein Zurückdrängen des Schutzes der NATO, und ein Ausdehnen der Einflusssphäre Russlands Richtung Westen, am besten ohne die Amerikaner in Europa."

Gemeint ist vermutlich die Zeitspanne vor dem Angriff der NATO auf Serbien im Jahr 1999. Zu diesem Zeitpunkt war die europäische Sicherheitsstruktur, die gegen Ende des Kalten Krieges entstanden war, noch ebenso intakt wie eine ganze Reihe von Abrüstungsverträgen. Eine Begründung dafür, warum die Lage zu diesem Zeitpunkt für Westeuropa schlechter gewesen sein sollte als die heutige, liefert er nicht, wurde aber von der Interviewerin auch nicht danach gefragt.

Kahl äußerte die Befürchtung, nicht nur Russland könne auf eine solche Ordnung zielen:

"Das ist das, was bisher nur die Russen wollten, und wir hoffen sehr, dass das nicht auch die Amerikaner wollen."

Mehrfach sprach er von einem näher rückenden "Fall der Landes- oder Bündnisverteidigung", für den man auch die Befugnisse des BND anpassen müsse. Auch jetzt sei Deutschland "Schauplatz russischer Aktivitäten, die über das gewöhnliche Maß von Spionage weit hinausgehen". Kahl ist Jahrgang 1962 und verfügt über keine persönlichen Erinnerungen an das "gewöhnliche Maß" zur Zeit des Kalten Krieges, während der vor allem die Hauptverwaltung Aufklärung des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit in der Bundesrepublik tätig war. Der BND als Auslandsnachrichtendienst ist auch nicht für Spionageabwehr zuständig.

Kahl wurde auch zu der im Westen kursierenden Vorstellung befragt, wonach Russland in fünf Jahren zu einer Bedrohung für Westeuropa werde. Dabei ließ er erkennen, dass hier die ursprünglichen Planungen für den Krieg in der Ukraine eine Rolle spielten:


Der "Nachkriegskonsens" als neue Geschichtslüge





Meinung

Der "Nachkriegskonsens" als neue Geschichtslüge






"Also wenn eine kriegerische Auseinandersetzung in der Ukraine früher zum Stillstand kommt, dann sind natürlich all die Mittel, sowohl die technischen wie materiellen Mittel, wie Rüstung, als auch die personellen Mittel, wie Rekrutierung, sehr viel früher in der Lage, eine Drohkulisse gegen Europa abzugeben, und dann kann es auch sein, dass eine konkrete Gefährdung, eine Erpressung vielleicht von russischer Seite gegenüber den Europäern früher stattfindet, als wir das früher berechnet haben. … Ein frühes Kriegsende in der Ukraine befähigt die Russen, ihre Energie dort einzusetzen, wo sie sie eigentlich haben wollen, nämlich gegen Europa."

Daraus lässt sich schließen, dass ursprünglich seitens der NATO vorgesehen war, den Krieg in der Ukraine bis zu diesem Zeitpunkt fortzusetzen.


Mehr zum ThemaEx-BND-Chef Hanning: Die Präsidenten Polens und der Ukraine haben Sprengung von Nord Stream geplant


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Info: https://freedert.online/inland/239074-bnd-chef-verraet-krieg-in


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09.03.2025

Zwei Demos heute in Paris

aus e-mail von Doris Pumphrey, 9. März 2025, 20:29 Uhr


*Paris: Proteste gegen Politik von Macron und Militärhilfe für Kiew


*Am Samstag versammelten sich in Paris zahlreiche Demonstranten, um

gegen weitere Militärlieferungen an die Ukraine zu protestieren. Die

Kundgebung richtete sich nicht nur gegen die anhaltende militärische

Unterstützung Frankreichs für Kiew, sondern auch gegen die Politik der

aktuellen Regierung insgesamt. Besonders Präsident Emmanuel Macron stand

im Fokus der Kritik.

Mit Transparenten, Slogans und Redebeiträgen machten sie ihren Unmut

über Macrons Kurs deutlich. Die Proteste spiegeln die wachsende

innenpolitische Debatte über Frankreichs Rolle im Ukraine-Konflikt und

die zunehmende Kritik an der Regierungspolitik wider.


/Zum

Video:/https://odysee.com/@RTDE:e/Paris--Proteste-gegen-Politik-von-Macron-und-Milit%C3%A4rhilfe-f%C3%BCr-Kiew-:8



*"Für ein feministisches Europa" –

FEMEN marschiert mit Hakenkreuzen und "Heil"-Rufen in Paris


*Tausende haben am 8. März, dem Internationalen Frauentag, in Paris für

die Rechte der Frauen demonstriert. Darunter waren auch rund 40

Aktivistinnen der 2008 in der Ukraine gegründeten Gruppe FEMEN.

Mit Militärmützen auf dem Kopf, Hitlerbärtchen unter der Nase und

Hakenkreuzen auf der Brust zogen sie durch die französische Hauptstadt

und riefen: "Heil Donald Trump, Heil Wladimir Putin, Heil Georgia

Meloni" und: "Für ein feministisches, kein faschistisches Europa".

Eine Sprecherin der Aktivisten erklärte dazu, diese Inszenierung solle

die "faschistische Bedrohung" Europas darstellen. Dieser gelte es mit

einer "feministischen Gegenreaktion" entgegenzutreten.


/Zum Video:

/https://odysee.com/@RTDE:e/-F%C3%BCr-ein-feministisches-Europa--%E2%80%93-FEMEN-marschiert-mit-Hakenkreuzen-und--Heil--Rufen-in-Paris:5


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09.03.2025

Screenshot_2025_03_10_at_12_01_38_Die_Geopolitik_des_Friedens-Kopie

( I von II )

nachdenkseiten.de, 08. März 2025 um 14:00 Ein Artikel von Klaus-Dieter Kolenda

Es ist ein aufrüttelndes Zeugnis des Zeitgeschehens und wichtiges Zeitdokument: Die Rede von Professor Jeffrey Sachs vor dem Europäischen Parlament am 19. Februar 2025. Der vorliegende Artikel ist das bearbeitete Transkript der Rede von Professor Jeffrey Sachs im Europäischen Parlament bei einer Veranstaltung mit dem Titel “The Geopolitics of Peace”, die vom ehemaligen stellvertretenden UN-Generalsekretär und derzeitigen BSW-Europaabgeordneten Michael von der Schulenburg am 19. Februar 2025 ausgerichtet wurde. Das Transkript wurde aus Gründen der Übersichtlichkeit bearbeitet und mit Fußnoten und Hyperlinks kommentiert [1]. Die Übertragung ins Deutsche erfolgte von Klaus-Dieter Kolenda mit freundlicher Genehmigung von Sonia Sachs.

Einleitung

Michael, vielen Dank und vielen Dank an Euch alle für die Chance, zusammen zu sein und gemeinsam zu denken. Dies ist in der Tat eine komplizierte und sich schnell verändernde Zeit – und eine sehr gefährliche noch dazu. Wir brauchen also wirklich Klarheit im Denken. Ich bin besonders an unserem Gespräch interessiert, daher werde ich versuchen, so kurz und klar wie möglich zu sein.

Ich habe die Ereignisse in Osteuropa, in der ehemaligen Sowjetunion, in Russland und in der Ukraine in den letzten 36 Jahren aus nächster Nähe verfolgt. 1989 war ich Berater der polnischen Regierung, 1990 und 1991 Berater des Wirtschaftsteams von Präsident Gorbatschow, von 1991 bis 1993 des Wirtschaftsteams von Präsident Jelzin und von 1993 bis 1994 des Wirtschaftsteams von Präsident Kutschma in der Ukraine.

Ich habe bei der Einführung der estnischen Währung geholfen. Ich habe mehreren Ländern im ehemaligen Jugoslawien geholfen, insbesondere Slowenien. Nach dem Maidan wurde ich von der neuen Regierung gebeten, nach Kiew zu kommen, und ich wurde über den Maidan geführt, und ich habe dort viele Dinge aus erster Hand erfahren.

Ich stehe seit mehr als 30 Jahren in Kontakt mit der russischen Führung. Ich kenne auch die politische Führung Amerikas aus nächster Nähe. Unsere frühere Finanzministerin Janet Yellen war vor 52 Jahren meine wunderbare Lehrerin für Makroökonomie. Wir sind seit einem halben Jahrhundert befreundet. Ich kenne also diese Menschen.

Ich sage das, weil das, was ich aus meiner Sicht erklären möchte, nicht aus zweiter Hand kommt. Es ist keine Ideologie. Es ist das, was ich in dieser Zeit mit eigenen Augen gesehen und erlebt habe. Ich möchte Ihnen mein Verständnis der Ereignisse dalegen, die Europa in vielen Zusammenhängen heimgesucht haben, und ich werde nicht nur die Ukraine-Krise einbeziehen, sondern auch Serbien 1999, die Kriege im Nahen Osten einschließlich des Irak, Syriens, die Kriege in Afrika einschließlich Sudan, Somalia und Libyen. Diese sind zu einem sehr großen Teil das Ergebnis einer zutiefst fehlgeleiteten US-Politik. Was ich sagen werde, mag Sie überraschen, aber ich spreche aus Erfahrung und Kenntnis dieser Ereignisse.

Die Geopolitik des Friedens

1. Die Außenpolitik der USA

Es geht um die Kriege, die die Vereinigten Staaten geführt und verursacht haben, und das seit mehr als 30 Jahren. Die Vereinigten Staaten kamen zu der Einschätzung, vor allem in den Jahren 1990-91 und dann mit dem Ende der Sowjetunion, dass die USA jetzt die Welt beherrschen und nicht mehr auf die Ansichten, roten Linien, Bedenken, Sicherheitsstandpunkte, internationalen Verpflichtungen oder irgendeinen UN-Rahmen Rücksicht nehmen müssen. Es tut mir leid, es so deutlich sagen zu müssen, aber ich möchte, dass Sie es auch wirklich verstehen.

Ich habe mich 1991 sehr bemüht, finanzielle Hilfe für Gorbatschow zu bekommen [2], der meiner Meinung nach der größte Staatsmann unserer modernen Zeit war. Vor Kurzem las ich das archivierte Memo der Diskussion des Nationalen Sicherheitsrates über meinen Vorschlag vom 3. Juni 1991. Ich las zum ersten Mal, wie das Weiße Haus ihn vollständig abgelehnt hat und im Wesentlichen meine Bitte an die USA, der Sowjetunion bei der finanziellen Stabilisierung und mit finanzieller Hilfe bei ihren Reformen zu helfen, im Wesentlichen vom Tisch gewischt hat. Das Memo dokumentiert, dass die US-Regierung beschlossen hatte, nur das Allernötigste zu tun, um eine Katastrophe zu verhindern, aber nicht mehr als das Minimum [3]. Sie beschlossen, dass es nicht die Aufgabe der USA sei, zu helfen. Ganz im Gegenteil [4].

Mit dem Ende der Sowjetunion 1991 wurden die Dinge immer mehr übertrieben. Und ich könnte dazu viele Einzelheiten nennen, aber die Ansicht war, dass wir [die USA] das Sagen haben. Cheney, Wolfowitz und viele andere, deren Namen Sie inzwischen kennen, glaubten buchstäblich, dass wir jetzt in einer US-Welt angekommen sind, und wir können tun, was wir wollen. Wir werden in der ehemaligen Sowjetunion aufräumen. Wir werden alle verbliebenen Verbündeten der Sowjetunion ausschalten. Länder wie der Irak, Syrien und so weiter sollen besiegt werden. Und wir erleben diese Außenpolitik jetzt schon seit 33 Jahren. Europa hat dafür einen hohen Preis bezahlt, weil Europa in dieser Zeit keine Außenpolitik hatte, wie ich sie mir vorstellen kann. Keine Stimme, keine Einheit, keine Klarheit, keine europäischen Interessen, nur amerikanische Loyalität.

Es gab Momente, in denen es Meinungsverschiedenheiten gab, und, wie ich finde, sehr wunderbare Meinungsverschiedenheiten. Das letzte Mal war 2003 im Vorfeld des Irakkriegs, als Frankreich und Deutschland sagten, wir würden diesen Krieg nicht unterstützen und, dass die Vereinigten Staaten in diesem Krieg den UN-Sicherheitsrat umgehen. Dieser Krieg wurde direkt von Netanjahu und seinen Kollegen im US-Pentagon ausgeheckt [5].

Ich sage nicht, dass es eine Verbindung oder Gegenseitigkeit war. Ich sage, es war ein Krieg, der für Israel geführt wurde. Es war ein Krieg, den Paul Wolfowitz und Douglas Feith mit Netanjahu koordinierten. Und das war das letzte Mal, dass Europa eine Stimme hatte. Ich habe damals mit den europäischen Staats- und Regierungschefs gesprochen, und sie waren sehr klar, und es war sehr wunderbar zu hören, wie sie sich gegen einen inakzeptablen Krieg aussprachen. Europa verlor danach völlig seine Stimme, vor allem aber im Jahr 2008. Was nach 1991 geschah, und um uns ins Jahr 2008 zu bringen, ist, dass die Vereinigten Staaten beschlossen, dass Unipolarität bedeutet, dass sich die NATO Schritt für Schritt von Brüssel bis Wladiwostok ausdehnen würde.

2. Die NATO-Erweiterung

Die Osterweiterung der NATO würde kein Ende nehmen. Das wäre die unipolare Welt der USA. Wenn man das Spiel “Risiko” als Kind gespielt hat, so wie ich es getan habe, dann ist das die US-amerikanische Idee: Eine Figur auf jedem Teil des Bretts zu haben. Jeder Ort ohne US-Militärbasis ist im Grunde ein Feind. Neutralität ist ein Schimpfwort im politischen Lexikon der USA.

Neutralität ist vielleicht das schmutzigste Wort in der Denkweise der USA. Wenn du ein Feind bist, wissen wir, dass du ein Feind bist. Aber wenn du neutral bist, bist du ein Subversiver, weil du wirklich gegen uns bist, es uns aber einfach nicht sagst. Du tust nur so, als wärst du neutral. Das war also in der Tat die Denkweise, und die Entscheidung wurde 1994 formell getroffen, als Präsident Clinton die NATO-Osterweiterung absegnete.

Sie werden sich erinnern, dass am 7. Februar 1990 Hans-Dietrich Genscher und James Baker III mit Gorbatschow sprachen. Genscher gab anschließend eine Pressekonferenz, in der er erklärte, dass die NATO nicht nach Osten erweitert werde [6]. Deutschland und die USA würden die Auflösung des Warschauer Pakts nicht zu ihrem Vorteil ausnutzen. Bitte verstehen Sie, dass diese Verpflichtung in einem juristischen und diplomatischen Kontext eingegangen wurde, nicht in einem beiläufigen Kontext. Diese Verpflichtungen bildeten den Kern der Verhandlungen zur Beendigung des Zweiten Weltkriegs, die den Weg für die deutsche Wiedervereinigung ebneten.

Es wurde vereinbart, dass sich die NATO keinen Zentimeter nach Osten ausdehnen wird [7]. Und das war explizit, und es ist in unzähligen Dokumenten zu finden. Und schauen Sie einfach im National Security Archive der George Washington University nach, und Sie können Dutzende von Dokumenten erhalten [8]. Es handelt sich um eine Website mit dem Titel “Was Gorbatschow über die NATO hörte”. Schauen Sie doch bitte dort einmal rein, denn alles, was Ihnen die USA über dieses Versprechen erzählen, ist eine Lüge, aber die Archive sind völlig eindeutig.

So traf Clinton 1994 die Entscheidung, die NATO bis in die Ukraine zu erweitern. Dabei handelt es sich um ein langfristiges US-Projekt. Das liegt nicht an der einen oder anderen Regierung. Dabei handelt es sich um ein Projekt der jeweiligen US-Regierung, das vor mehr als 30 Jahren ins Leben gerufen wurde. 1997 schrieb Zbigniew Brzezinski “The Grand Chessboard” [Anm. d. Red.: deutscher Titel “Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft”], in dem er die NATO-Osterweiterung beschrieb.

Dieses Buch besteht nicht nur aus den Gedankenspielen von Herrn Brzezinski. Das ist seine Art der Präsentation der Öffentlichkeit von Entscheidungen, die bereits von der Regierung der Vereinigten Staaten getroffen worden waren, und so funktioniert ein Buch wie dieses. Das Buch beschreibt die Osterweiterung Europas und der NATO als gleichzeitige und zusammenhängende Ereignisse. Und es gibt ein aufschlussreiches Kapitel in diesem Buch, in dem gefragt wird: Was wird Russland tun, wenn Europa und die NATO sich nach Osten ausdehnen?

Ich kannte Zbig Brzezinski persönlich. Er war sehr nett zu mir. Ich beriet Polen, und er war mir eine große Hilfe. Er war auch ein kluger Mann, und doch lag er 1997 bei allem völlig falsch. 1997 schrieb er ausführlich, warum Russland nichts anderes tun könne, als der Osterweiterung der NATO und Europas zuzustimmen [9]. Das war ein US-Plan, ein Projekt. Und Brzezinski erklärt, dass Russland sich niemals mit China verbünden wird. Undenkbar. Russland wird sich auch niemals mit dem Iran verbünden.

Laut Brzezinski hat Russland keine andere Berufung als die europäische. Wenn sich Europa also nach Osten ausdehnt, kann Russland nichts dagegen tun. So sagt es ein weiterer amerikanischer Stratege. Ist es eine Frage, warum wir die ganze Zeit im Krieg sind? Denn eine Sache in Amerika ist, dass wir immer “wissen”, was unsere Gegenspieler tun werden, und wir liegen immer falsch! Und ein Grund, warum wir immer falsch liegen, ist der, dass man in der nicht-kooperativen Spieltheorie, die die amerikanischen Strategen spielen, nicht wirklich mit der anderen Seite spricht. Du weißt einfach nicht, was die Strategie der anderen Seite ist. Das ist wunderbar. Es spart so viel Zeit. Man braucht einfach keine Diplomatie.

3. Die Schwarzmeerstrategie

Dieses Projekt begann also ernsthaft im Jahr 1994, und wir hatten eine Kontinuität der Regierungspolitik über 30 Jahre andauernd, bis gestern vielleicht [10]. Es ist ein Projekt seit 30 Jahren. Die Ukraine und Georgien waren der Schlüssel zu dem Projekt. Warum? Die Antwort ist: Amerika hat alles, was es weiß, von den Briten gelernt.

Wir sind das Möchtegern-Britische Empire. Und was das Britische Empire 1853 mit Mr. Palmerston, entschuldigen Sie, Lord Palmerston [zusammen mit Napoleon III.] verstanden hat, ist, dass sie Russland im Schwarzen Meer umzingeln und Russland den Zugang zum östlichen Mittelmeer verwehren müssen. Was Sie hier sehen, ist ein amerikanisches Projekt, das das Gleiche im 21. Jahrhundert tun will. Die Idee der USA war, dass die Ukraine, Rumänien, Bulgarien, die Türkei und Georgien alle der NATO angehören und Russland jeden internationalen Status entziehen würden, indem sie das Schwarze Meer blockieren und Russland im Wesentlichen als wenig mehr als eine lokale Macht neutralisieren würden. Brzezinski ist sich über diese Geografie im Klaren.

Nach Palmerston und vor Brzezinski gab es 1904 natürlich Halford Mackinder: „Wer Osteuropa regiert, beherrscht das Kernland, wer das Kernland beherrscht, beherrscht die Weltinsel, wer die Weltinsel beherrscht, befiehlt die Welt” [11].

Ich habe viele Präsidenten und/oder ihre Teams kennengelernt. Von Clinton über Bush Jr. und Obama bis hin zu Trump und Biden hat sich nicht viel verändert. Vielleicht sind sie Schritt für Schritt schlimmer geworden. Biden war meiner Meinung nach der Schlimmste. Vielleicht liegt das auch daran, dass er in den letzten Jahren nicht mehr ganz bei Verstand war. Ich sage das ernsthaft, nicht als bissige Bemerkung. Das politische System Amerikas ist ein System der Fernsehbilder. Es ist ein System der Medienmanipulation jeden Tag. Es ist ein PR-System. Man konnte einen Präsidenten haben, der im Grunde nicht funktioniert, und diese Person kann sich zwei Jahre lang an der Macht halten und sich zur Wiederwahl stellen. Das eine ist, dass er 90 Minuten allein auf einer Bühne stehen musste, und das war das Ende. Wäre es nicht diese Panne gewesen, hätte er seine Kandidatur sicher gehabt, egal ob er nach 16 Uhr nachmittags schlief oder nicht. Das ist also die Realität. Alle machen mit. Es ist unhöflich, das zu sagen, was ich sage, denn wir sprechen im Moment die Unwahrheit über fast alles in dieser Welt.

Dieses Projekt lief also seit den 1990er-Jahren. Die Bombardierung Belgrads an 78 aufeinanderfolgenden Tagen 1999 war Teil dieses Projekts. Die Spaltung von Serbien, obwohl die Grenzen “sakrosankt” sind, nicht wahr? Außer im Kosovo. Grenzen sind unantastbar, es sei denn, Amerika ändert sie. Die Zerschlagung des Sudan war ein weiteres verwandtes US-Projekt. Denken Sie an den Aufstand im Südsudan. Ist das nur passiert, weil die Südsudanesen rebelliert haben? Oder soll ich Ihnen das CIA-Drehbuch zeigen?

Lassen Sie uns als Erwachsene bitte verstehen, worum es hier geht. Militärische Feldzüge sind kostspielig. Sie benötigen Ausrüstung, Ausbildung, Basislager, Geheimdienste, Finanzen. Diese Unterstützung kommt von Großmächten. Das kommt nicht von lokalen Aufständen. Der Südsudan hat den Sudan nicht in einem Stammeskampf besiegt. Die Zerschlagung des Sudan war ein Projekt der USA. Ich bin oft nach Nairobi gereist und traf auf US-Militärs oder Senatoren oder andere, die ein „tiefes Interesse” an der Innenpolitik des Sudan hatten. Dieser Krieg war Teil des Spiels der Unipolarität der USA.

4. Die Außenpolitik der USA und die NATO-Erweiterung

Und so begann die NATO-Erweiterung, wie Sie wissen, 1999 mit Ungarn, Polen und der Tschechischen Republik. Russland war darüber äußerst unglücklich, aber es waren Länder betroffen, die noch weit von der russischen Grenze entfernt waren. Russland protestierte, aber natürlich ohne Erfolg. Dann kam George Bush Jr. ins Amt. Als sich 9/11 ereignete, versprach Präsident Putin den USA jegliche Unterstützung. Und dann beschlossen die USA um den 20. September 2001 herum, dass sie in fünf Jahren sieben Kriege führen würden!

Sie können General Wesley Clark per Video zuhören, wie er darüber spricht [12]. 1999 war er Oberbefehlshaber der NATO. Bei einem Besuch um den 20. September 2001 herum im Pentagon wurde ihm ein Blatt Papier gezeigt, auf dem die Aussicht auf sieben US-Kriege verzeichnet, die im Pentagon geplant wurden. Das waren in Wirklichkeit Netanjahus Kriege.

Der Plan der US-Regierung bestand zum einen Teil darin, alte sowjetische Verbündete zu beseitigen, und zum anderen Teil darin, Anhänger der Hamas und der Hisbollah auszuschalten. Netanjahus Idee war und ist es, dass es in dem ganzen Gebiet, das vor 1948 zu Palästina gehörte, einen einzigen Staat geben wird. Ja, nur einen Staat. Es wird Israel sein. Israel wird das gesamte Territorium vom Jordan bis zum Mittelmeer kontrollieren. Und wenn jemand etwas dagegen hat, werden wir ihn stürzen. Nun, nicht Israel, genau, sondern insbesondere unser Freund, die Vereinigten Staaten, werden das tun. Das war bis heute Morgen die Politik der USA. Wir wissen nicht, ob sich das ändern wird. Jetzt ist der einzige Wermutstropfen, dass vielleicht die USA „Gaza besitzen” werden [laut Präsident Trump], anstatt dass Israel Gaza besitzt.

Netanjahus Idee gibt es schon seit mindestens 25 Jahren. Es geht auf ein Dokument mit dem Titel “Clean Break” zurück, das Netanjahu und sein amerikanisches Politiker-Team 1996 verfassten, um die Idee der Zweistaatenlösung zu beenden. Sie können dieses Dokument auch online finden [13].

Es handelt sich also um langfristige US-Projekte. Es ist falsch zu fragen: „Ist es Clinton? Ist es Bush? Ist es Obama?” Das ist die langweilige Art, die amerikanische Politik als ein Spiel von Tag zu Tag oder von Jahr zu Jahr zu betrachten. Aber so ist die amerikanische Politik nicht gestrickt.

Nach 1999 folgte 2004 die nächste Runde der NATO-Erweiterung, und zwar mit sieben weiteren Ländern: den drei baltischen Staaten, Rumänien, Bulgarien, Slowenien und der Slowakei. Zu diesem Zeitpunkt war Russland ziemlich verärgert. Diese zweite Welle der NATO-Erweiterung war ein völliger Bruch der Nachkriegsordnung, die zur Zeit der deutschen Wiedervereinigung vereinbart worden war. Im Wesentlichen handelte es sich um einen grundlegenden Betrug und Verrat der USA an einer Kooperationsvereinbarung mit Russland.

Jeder erinnert sich, weil wir letzte Woche gerade die Münchner Sicherheitskonferenz hatten, dass Präsident Putin 2007 zur MSC ging, um zu sagen: „Stopp, genug ist genug.” Natürlich haben die USA nicht zugehört [14].

Im Jahr 2008 haben die Vereinigten Staaten Europa ihr langjähriges Projekt der Erweiterung der NATO um die Ukraine und Georgien aufgezwungen. Dies ist auch ein langfristiges Projekt. Ich hörte Herrn Saakaschwili im Frühjahr 2008 in New York City zu, als er vor dem Council on Foreign Relations sprach. Er sagte uns, dass Georgien im Herzen Europas liegt und als solches der NATO beitreten würde. Ich ging hinaus, rief meine Frau an und sagte: „Dieser Mann ist verrückt; er wird sein Land in die Luft sprengen.” Einen Monat später brach ein Krieg zwischen Russland und Georgien aus, in dem Georgien besiegt wurde. Auch die jüngsten Ereignisse in Tiflis sind für Georgien nicht hilfreich, da Ihre Europa-Abgeordneten dorthin reisen, um Proteste zu schüren. Das rettet Georgien nicht. Das kann dazu führen, dass Georgien völlig zerstört wird.

Im Jahr 2008 schickte unser ehemaliger CIA-Direktor William Burns, der damals US-Botschafter in Russland war, ein langes diplomatisches Telegramm an Außenministerin Condoleezza Rice, das den berühmten Titel trug: „Nyet bedeutet Njet” [15]. Burns’ Botschaft war, dass die NATO-Erweiterung von der gesamten russischen politischen Klasse abgelehnt wurde, nicht nur von Präsident Putin.

Wir wissen von diesem Telegramm nur durch Julian Assange. Glauben Sie mir, dem amerikanischen Volk wird in diesen Tagen weder von unserer Regierung noch von unseren führenden Zeitungen ein Wort darüber gesagt. Das Memo haben wir also Julian Assange zu verdanken, dass wir es im Detail lesen können.

Wie Sie wissen, wurde Viktor Janukowitsch im Jahr 2010 auf der Grundlage der Neutralität der Ukraine zum Präsidenten der Ukraine gewählt. Russland hatte keinerlei territoriale Interessen oder Absichten in der Ukraine. Ich weiß das, denn ich war in diesen Jahren immer wieder dort. Was Russland im Jahr 2010 verhandelte, war ein 25-jähriger Pachtvertrag bis 2042 für den Marinestützpunkt Sewastopol. Das war’s. Es gab keine russischen Forderungen für die Krim oder für den Donbass – überhaupt nichts dergleichen. Die Vorstellung, Putin würde das russische Imperium wiederaufbauen, ist kindische Propaganda. Entschuldigung.

Wenn jemand wie ich die Geschichte von Tag zu Tag und von Jahr zu Jahr verfolgt hat, dann kommt das mir das tatsächlich wie kindische Propaganda vor. Vor dem Putsch von 2014 gab es also überhaupt keine territorialen Forderungen Russlands. Dennoch entschieden die Vereinigten Staaten, dass Janukowitsch gestürzt werden müsse, weil er für Neutralität und gegen die NATO-Erweiterung war. Das nennt man eine Regime-Change-Operation.

Seit 1947 haben die USA etwa hundert Regime-Change-Operationen durchgeführt, viele in Ihren Ländern und viele auf der ganzen Welt [16]. Das ist es, was die CIA beruflich macht. Bitte nehmen Sie das zur Kenntnis. Das ist eine sehr ungewöhnliche Art von Außenpolitik. Wenn man in der amerikanischen Regierung die andere Seite nicht mag, verhandelt man nicht mit ihnen, sondern man versucht, sie zu stürzen, vorzugsweise im Verborgenen. Wenn es nicht verdeckt funktioniert, macht man es offen. Man sagt immer, es sei nicht unsere Schuld. Sie sind der Aggressor. Sie sind die andere Seite.

Sie sind “Hitler”. Das kommt alle zwei oder drei Jahre vor. Ob es Saddam Hussein ist, ob es Assad ist, ob es Putin ist, das ist sehr praktisch. Das ist die einzige außenpolitische Erklärung, die dem amerikanischen Volk jemals gegeben wird. Nun stehen wir vor München 1938. Mit der anderen Seite können wir nicht reden. Sie sind böse und unerbittliche Feinde. Das ist das einzige Modell der Außenpolitik, das wir jemals von unserer Regierung und den Massenmedien hören. Die Massenmedien wiederholen es ständig, weil es vollständig von der US-Regierung unterstützt wird.

5. Die Maidan-Revolution und ihre Folgen

Im Jahr 2014 arbeiteten die USA aktiv daran, Janukowitsch zu stürzen. Jeder kennt das Telefonat, das von meiner Kollegin von der Columbia University, Victoria Nuland, und dem US-Botschafter Peter Pyatt abgefangen wurde. Bessere Beweise bekommt man nicht. Die Russen fingen ihren Anruf ab und stellten ihn ins Internet. Hören Sie es sich an, es ist faszinierend [17].

Ich kenne all diese Menschen. Apropos, weil sie dies taten, wurden sie alle in die Biden-Regierung befördert. So war der Job dort. Als der Maidan stattfand, wurde ich kurz darauf gerufen. „Herr Professor Sachs, der neue ukrainische Ministerpräsident möchte Sie sehen, um über die Wirtschaftskrise zu sprechen.” Also flog ich nach Kiew und wurde über den Maidan geführt. Und mir wurde erzählt, wie die USA das Geld für alle Menschen rund um den Maidan bezahlt haben.

„Spontane Revolution der Würde”? Meine Damen und Herren, bitte, wie sind all diese ukrainischen Medien zur Zeit des Maidan plötzlich aufgetaucht? Woher kam all diese Organisation? Wo kamen all diese Busse her? Wo kamen all diese Leute her? Machst du Scherze? Dies war tatsächlich eine organisierte Aktion. Und das war kein Geheimnis, außer vielleicht für Bürger Europas und der Vereinigten Staaten. Alle anderen verstanden das ganz genau. Nach dem Putsch kamen dann die Minsker Vereinbarungen, vor allem Minsk II, das übrigens nach dem Vorbild der Südtiroler Autonomie für die Volksdeutschen in Italien gestaltet war. Auch die Belgier können sich sehr gut mit Minsk II identifizieren, da das Abkommen Autonomie und Sprachrechte für die russischsprachigen Menschen in der Ostukraine forderte. Minsk II wurde vom UN-Sicherheitsrat einstimmig unterstützt [18]. Doch die Vereinigten Staaten und die Ukraine beschlossen, dass das Abkommen nicht durchgesetzt werden sollte. Auch Deutschland und Frankreich, die Garanten des Normandie-Prozesses, ignorierten das Abkommen. Diese Ablehnung von Minsk II war eine weitere direkte amerikanische unipolare Aktion, bei der Europa, wie üblich, eine völlig nutzlose Nebenrolle spielte, obwohl es Garant des Abkommens war.

Trump gewann die Wahl 2016 und weitete dann die Waffenlieferungen an die Ukraine aus. Beim Beschuss des Donbass durch die Ukraine gab es viele Tausend Tote. Das Minsk-II-Abkommen wurde nicht umgesetzt. Dann kam Biden 2021 ins Amt. Ich hoffte auf Besseres, wurde aber wieder zutiefst enttäuscht. Ich bin früher Mitglied der Demokratischen Partei gewesen. Ich bin jetzt Mitglied keiner Partei mehr, weil beide sowieso dasselbe sind. Die Demokraten wurden im Laufe der Zeit zu totalen Kriegstreibern, und es gab nicht eine Stimme in der Partei, die zum Frieden rief – genau wie bei den meisten Ihrer Parlamentarier, die sich genauso verhalten.

Ende 2021 legte Putin einen letzten Vorschlag auf den Tisch, mit den USA einen Modus Operandi zu erreichen, und zwar mit zwei Entwürfen für ein Sicherheitsabkommen, eines mit Europa und eines mit den Vereinigten Staaten. Er legte am 15. Dezember 2021 den Entwurf für ein russisch-amerikanisches Abkommen auf den Tisch.

Danach hatte ich ein einstündiges Telefonat mit [dem Nationalen Sicherheitsberater] Jake Sullivan im Weißen Haus und flehte ihn an: „Jake, vermeide den Krieg. Du kannst den Krieg vermeiden. Alles, was die USA tun müssen, ist zu sagen: ‘Die NATO wird sich nicht auf die Ukraine ausdehnen.'” Und er sagte zu mir: „Oh, die NATO wird sich nicht auf die Ukraine ausdehnen. Mach dir darüber keine Sorgen.”

Ich sagte: „Jake, sag es öffentlich.” „Nein. Nein. Nein. Wir können es nicht öffentlich sagen.” Ich sagte: „Jake, du wirst einen Krieg wegen etwas haben, das gar nicht passieren wird?” Er sagte: „Mach dir keine Sorgen, Jeff. Es wird keinen Krieg geben.” Das zeigt mir, das sind keine sehr klugen Leute. Sie sprechen nur mit sich selbst. Sie reden mit niemandem. Sie spielen Spieltheorie. In der nicht-kooperativen Spieltheorie spricht man nicht mit der anderen Seite. Du machst einfach deine Strategie. Das ist die Essenz der nicht-kooperativen Spieltheorie. Es ist keine Verhandlungstheorie. Das ist keine friedensstiftende Theorie. Es handelt sich um eine einseitige, nicht-kooperative Theorie, wenn man die formale Spieltheorie kennt.

Das ist es, was sie spielen. Diese Art von Spieltheorie begann [in der Anwendung] bei der RAND Corporation. Das ist es, was sie immer noch spielen. Im Jahr 2019 gab es ein Papier von RAND mit dem Titel “Extending Russia: Competing from Advantageous Ground” [19]. Unglaublicherweise sagt diese Studie, die veröffentlicht wurde, wie die USA Russland verärgern und schwächen sollten. Das ist buchstäblich die Strategie. Wir versuchen, Russland zu provozieren, wir versuchen, Russland zum Auseinanderbrechen zu bringen, vielleicht durch einen Regimewechsel, vielleicht durch Unruhen, vielleicht durch eine Wirtschaftskrise.

So sieht er aus, den Ihr in Europa Euren Verbündeten nennt. Da stand ich also mit meinem frustrierenden Telefonat mit Sullivan in der eisigen Kälte. Ich hatte zufällig geplant, einen Skitag einzulegen. „Oh, es wird keinen Krieg geben, Jeff.” Wir wissen, was dann geschah: Die Biden-Regierung weigerte sich, über die NATO-Erweiterung zu verhandeln. Die dümmste Idee der NATO ist die sogenannte Politik der offenen Tür, die auf Artikel 10 des NATO-Vertrags (1949) basiert. Die NATO behält sich das Recht vor, zu gehen, wohin sie will, solange die Regierung des Gastlandes zustimmt, ohne dass irgendein Nachbar – wie Russland – irgendein Mitspracherecht hat.

Nun, ich sage den Mexikanern und den Kanadiern: „Versucht besser so etwas nicht.” Denken Sie daran, Trump könnte Kanada übernehmen wollen. Die kanadische Regierung könnte also zu China sagen: „Warum baut ihr nicht eine Militärbasis in Ontario?” Ich würde es nicht empfehlen. Die USA würden nicht sagen: „Nun, es ist eine offene Tür. Das ist Kanadas und Chinas Angelegenheit, nicht unsere.” Die USA würden in Kanada einmarschieren.

Doch Erwachsene, auch in Europa, in diesem Parlament, in der NATO, in der Europäischen Kommission, wiederholen dieses absurde Mantra, dass Russland bei der NATO-Erweiterung nichts zu sagen habe. Das ist Unsinn. Das ist nicht einfach kindliche Geopolitik. Das ist einfach überhaupt kein Denken. So eskalierte der Ukraine-Krieg im Februar 2022, als die Biden-Regierung ernsthafte Verhandlungen ablehnte.

6. Der Ukraine-Krieg und die Kontrolle der Atomwaffen

Was war Putins Absicht in diesem Krieg? Ich kann Ihnen sagen, was seine Absicht war. Es ging darum, Selenskyj zu Verhandlungen über die Neutralität zu zwingen. Dies geschah innerhalb weniger Tage nach Beginn der Invasion. Sie sollten diesen grundlegenden Punkt verstehen, nicht die Propaganda, die über die Invasion geschrieben wird und in der behauptet wird, dass Russlands Ziel darin bestand, die Ukraine mit einigen Zehntausend Soldaten zu erobern.

Kommen Sie, meine Damen und Herren. Bitte verstehen Sie etwas Grundsätzliches. Die Idee der russischen Invasion war es, die NATO aus der Ukraine herauszuhalten. Und was ist die NATO eigentlich? Es ist das US-Militär mit seinen Raketen, seinen CIA-Einsätzen und all dem Rest. Russlands Ziel war es, die USA von seiner Grenze fernzuhalten. Warum ist Russland so daran interessiert? Stellen Sie sich vor, wenn China oder Russland beschließen würden, eine Militärbasis am Rio Grande oder an der kanadischen Grenze zu errichten: Würden da nicht nur die Vereinigten Staaten ausflippen? Wir hätten innerhalb von etwa zehn Minuten Krieg. Als die Sowjetunion dies 1962 in Kuba versuchte, endete die Welt fast in einem nuklearen Armageddon.

All dies wird noch verstärkt, weil die Vereinigten Staaten 2002 den Vertrag über die Abwehr ballistischer Raketen einseitig aufgekündigt und damit den Rahmen für die relative Stabilität der Kontrolle der Atomwaffen beendet haben. Das ist äußerst wichtig zu verstehen. Der Rahmen für die Kontrolle der Atomwaffen beruhte zum großen Teil auf dem Versuch, einen Erstschlag zu verhindern. Der ABM-Vertrag war ein entscheidender Bestandteil dieser Stabilität. Die USA sind 2002 einseitig aus dem ABM-Vertrag ausgestiegen. Das hat dazu geführt, dass bei den Russen eine Dichtung durchgebrannt ist. Alles, was ich über die NATO-Erweiterung beschrieben habe, geschah im Zusammenhang mit der Zerstörung des Rahmens der Atomwaffenkontrolle durch die USA. Ab 2010 begannen die USA, Aegis-Raketenabwehrsysteme in Polen und später in Rumänien zu stationieren. Russland gefällt das nicht.

Eine der Fragen, die im Dezember 2021 und Januar 2022 auf dem Tisch lagen, war die Frage, ob die Vereinigten Staaten das Recht beanspruchen, Raketensysteme in der Ukraine zu stationieren. Nach Angaben des ehemaligen CIA-Analysten Ray McGovern sagte Blinken im Januar 2022 gegenüber Lawrow, dass sich die Vereinigten Staaten das Recht vorbehalten, Raketensysteme in der Ukraine zu stationieren.

Das, meine lieben Freunde, ist Euer vermeintlicher Verbündeter. Und jetzt wollen die USA Mittelstreckenraketensysteme in Deutschland stationieren. Denken Sie daran, dass die Vereinigten Staaten 2019 aus dem INF-Vertrag ausgestiegen sind. Im Moment gibt es keinen Rahmen für eine Kontrolle der Atomwaffen [20]. Im Grunde genommen gibt es hier keinerlei Einschränkungen.

Als Selenskyj wenige Tage nach der russischen Invasion sagte, die Ukraine sei bereit für die Neutralität, war ein Friedensabkommen in Reichweite. Ich kenne die Details, weil ich mit wichtigen Verhandlungsführern und Vermittlern ausführlich gesprochen habe und viel aus den öffentlichen Verlautbarungen anderer gelernt habe. Kurz nach Beginn der Verhandlungen im März 2022 wurde zwischen den Parteien ein Dokument ausgetauscht, das Präsident Putin genehmigt und Lawrow vorgelegt hatte. Dies wurde von den türkischen Vermittlern gesteuert. Ich bin im Frühjahr 2022 nach Ankara geflogen, um aus erster Hand und ausführlich zu hören, was in der Mediation passiert ist. Die Quintessenz ist folgende: Die Ukraine ist einseitig von einer Beinahe-Einigung abgerückt.

7. Das Ende des Ukraine-Krieges

Warum hat sich die Ukraine aus den Verhandlungen zurückgezogen? Weil die Vereinigten Staaten es ihnen gesagt haben und weil das Vereinigte Königreich dem Ganzen das Sahnehäubchen aufgesetzt hat, indem es BoJo [Boris Johnson] Anfang April nach Kiew in die Ukraine reisen ließ, um das Gleiche zu sagen. Keir Starmer entpuppt sich als noch schlimmer, als noch kriegstreiberischer. Es ist unvorstellbar, aber es ist wahr. Boris Johnson erklärte, und Sie können es im Internet finden, dass es hier um nichts Geringeres als die westliche Hegemonie geht! Nicht um die Ukraine, sondern um die westliche Hegemonie! Michael von der Schulenberg und ich trafen uns im Frühjahr 2022 mit einer Expertengruppe im Vatikan und verfassten ein Dokument, in dem wir erklärten, dass aus einem fortgesetzten Krieg nichts Gutes entstehen kann [21]. Unsere Fraktion hat sich vehement dafür eingesetzt, aber vergeblich, dass die Ukraine sofort verhandeln sollte, denn Verzögerungen würden viele Tote, die Gefahr einer nuklearen Eskalation und möglicherweise eine völlige Niederlage in diesem Krieg bedeuten.

Ich möchte kein Wort von dem ändern, was wir damals geschrieben haben. Nichts war falsch an diesem Dokument. Seitdem die USA der Ukraine die Verhandlungen ausgeredet haben, sind vielleicht eine Million Ukrainer gestorben oder schwer verletzt worden. Und amerikanische Senatoren, die so gemein und zynisch sind, wie man es sich nur vorstellen kann, sagen, dass dies eine wunderbare Ausgabe von US-Geldern ist, weil keine Amerikaner sterben. Es ist der reine Stellvertreterkrieg. Einer unserer Senatoren in der Nähe des Staates New York, Richard Blumenthal aus Connecticut, hat das laut gesagt. Mitt Romney hat das laut gesagt. Es ist das beste Geld, das Amerika ausgeben kann. Kein Amerikaner stirbt. Es ist unwirklich.

Nun, um uns auf den gestrigen Tag zu bringen: Das US-Ukraine-Projekt ist gescheitert. Die Kernidee des Projekts war von Anfang an, dass Russland eine Niederlage erleidet. Die Kernidee der ganzen Zeit war, dass Russland nicht widerstehen kann, genau wie Zbigniew Brzezinski 1997 argumentierte. Die Amerikaner dachten, die USA hätten sicherlich die Oberhand.

Die USA werden gewinnen, weil wir sie bluffen werden. Die Russen werden nicht wirklich kämpfen. Die Russen werden nicht wirklich mobilmachen. Wir werden die wirtschaftliche “nukleare Option” nutzen, Russland aus SWIFT auszuschließen. Das wird ihre Wirtschaft zerstören. Unsere Sanktionen werden Russland in die Knie zwingen. Die HIMARS [leichte mobile Raketenwerfer, Anm. de. Red.] werden sie fertig machen, die ATACMS, die F-16 … ehrlich gesagt höre ich mir diese Art von Gesprächen seit mehr als 70 Jahren an. Ich höre und verstehe es halbwegs seit ungefähr 56 Jahren, würde ich sagen. Sie reden Unsinn jeden Tage – mein Land, meine Regierung. Ich kenne das alles zur Genüge, es ist mir so vertraut.

Ich habe die Ukrainer angefleht, und ich habe eine Geschichte mit den Ukrainern, ich habe die Ukrainer beraten, ich bin nicht gegen die Ukraine, ich bin pro-ukrainisch, ich habe gesagt: Bewahrt Euer Leben, bewahrt Eure Souveränität, bewahrt Euer Territorium, bleibt neutral. Hören Sie nicht auf die Amerikaner! Ich wiederholte ihnen das berühmte Sprichwort von Henry Kissinger: Ein Feind der Vereinigten Staaten zu sein, ist gefährlich, aber ein Freund zu sein, ist tödlich. Lassen Sie mich das für Europa wiederholen: Ein Feind der Vereinigten Staaten zu sein, ist gefährlich, aber ein Freund zu sein, ist fatal.

8. Die Trump-Regierung

Lassen Sie mich mit ein paar Worten über Präsident Donald Trump schließen. Trump will nicht, dass er wie Biden den Krieg verliert. Das ist der Grund, warum Trump und Präsident Putin wahrscheinlich zustimmen werden, den Krieg zu beenden. Selbst wenn Europa seine Kriegstreiberei fortsetzt, wird das keine Rolle spielen. Der Krieg geht zu Ende. Also, bitte, sagen Sie es Ihren Kollegen. „Es ist vorbei.” Es ist vorbei, weil Trump nicht an einem Verlierer festhalten will. Das Land, welches durch die Verhandlungen, die jetzt stattfinden, gerettet wird, ist die Ukraine. Der zweite Verlierer ist Europa.

Die Kurse an Ihrem Aktienmarkt sind in den letzten Tagen aufgrund der “schrecklichen Nachrichten” über Verhandlungen und einen möglichen Frieden in der Ukraine gestiegen. Ich weiß, dass diese Aussicht auf einen Verhandlungsfrieden in diesen Kammern mit blankem Entsetzen aufgenommen wurde, aber dies ist die beste Nachricht, die man bekommen kann. Ich habe versucht, einige der europäischen Staats- und Regierungschefs zu erreichen. Ich habe gesagt, geht nicht nach Kiew, geht nach Moskau. Verhandeln Sie mit Ihren Kollegen. Sie sind die Europäische Union. Ihr seid 450 Millionen Menschen und eine Wirtschaft von 20 Billionen Dollar. Verhaltet Euch entsprechend.

Die Europäische Union sollte der wichtigste Handelspartner Russlands sein. Europa und Russland haben komplementäre Volkswirtschaften. Die Vorausetzung für einen für beide Seiten vorteilhaften Handel ist sehr gut. Übrigens, wenn Sie darüber sprechen möchten, wie die USA Nord Stream in die Luft gesprengt haben, würde ich mich freuen, auch darüber mit Ihnen sprechen zu können. Die Trump-Regierung ist im Kern imperialistisch. Trump glaubt offenbar, dass die Großmächte die Welt beherrschen. Die USA werden rücksichtslos und zynisch sein, ja, auch gegenüber Europa. Gehen Sie nicht betteln nach Washington. Das wird Ihnen nicht helfen. Es würde wahrscheinlich die Rücksichtslosigkeit noch verstärken. Stattdessen sollten Sie eine echte europäische Außenpolitik betreiben.

Ich sage also nicht, dass wir uns im neuen Zeitalter des Friedens befinden, aber wir befinden uns derzeit in einer ganz anderen Art von Politik, einer Rückkehr zur Großmachtpolitik. Europa braucht eine eigene Außenpolitik und nicht nur eine Außenpolitik der Russophobie. Europa braucht eine Außenpolitik, die realistisch ist, die die Situation Russlands versteht, die die Situation Europas versteht, die versteht, was Amerika ist und wofür es steht, und die versucht, eine Invasion Europas durch die Vereinigten Staaten zu verhindern. Es ist sicher nicht ausgeschlossen, dass Trumps Amerika Truppen in Grönland landen wird. Ich mache keine Scherze, und ich glaube nicht, dass Trump Scherze macht. Europa braucht eine Außenpolitik, eine echte. Europa braucht etwas anderes als: „Ja, wir verhandeln mit Herrn Trump und kommen ihm auf halbem Weg entgegen.” Wissen Sie, wie das aussehen wird? Sie können mich gerne anschließend einmal anrufen.

Bitte machen Sie eine europäische Außenpolitik. Sie werden noch lange mit Russland leben müssen, also verhandeln Sie bitte mit Russland. Sowohl für Europa als auch für Russland liegen reale Sicherheitsprobleme auf dem Tisch, aber bombastisches Auftreten und die Russophobie dienen Ihrer Sicherheit überhaupt nicht. Das dient der Sicherheit der Ukraine ebenfalls überhaupt nicht. Dieses amerikanische Abenteuer, bei dem Sie zugestimmt haben und bei dem Sie jetzt die führende Beifallspenderin sind, hat zu rund einer Million ukrainischen Opfern beigetragen.

9. Über den Nahen Osten und China

Was den Nahen Osten betrifft, so haben die USA die Außenpolitik übrigens vor 30 Jahren vollständig an Netanjahu abgegeben. Die Israel-Lobby dominiert die amerikanische Politik. Bitte, haben Sie keinen Zweifel daran. Ich könnte stundenlang erklären, wie das funktioniert. Das ist sehr gefährlich. Ich hoffe, dass Trump seine Regierung, und noch schlimmer, das palästinensische Volk nicht wegen Netanjahu zerstören wird, den ich als Kriegsverbrecher betrachte, der vom IStGH ordnungsgemäß angeklagt worden ist [22].

Der einzige Weg für Europa, Frieden an den Grenzen zum Nahen Osten zu haben, ist die Zweistaatenlösung. Es gibt nur ein Hindernis dafür, und das ist das Veto der Vereinigten Staaten im UN-Sicherheitsrat auf Geheiß der Israel-Lobby. Wenn Sie also wollen, dass die EU einen gewissen Einfluss hat, dann sagen Sie den Vereinigten Staaten, dass sie das Veto fallen lassen sollen. In dieser Hinsicht würde die Europäische Union mit rund 180 anderen Ländern der Welt zusammenarbeiten. Die einzigen, die gegen einen palästinensischen Staat sind, sind im Grunde die Vereinigten Staaten, Israel, Mikronesien, Nauru, Palau, Papua-Neuguinea, Argentinien und Paraguay [23].

Der Nahe Osten ist ein Ort, an dem die Europäische Union einen großen geopolitischen Einfluss ausüben könnte. Dennoch hat Europa über den JCPOA und den Iran geschwiegen, und etwa die Hälfte Europas hat über Israels Kriegsverbrechen und die Blockade der Zweistaatenlösung ebenfalls geschwiegen.

Netanjahus größter Traum im Leben ist der Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Und er hat nicht aufgegeben. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es auch zu einem Krieg zwischen den USA und dem Iran kommen wird. Doch Europa könnte den Krieg verhindern – wenn Europa eine eigene Außenpolitik hätte. Ich hoffe, dass Trump Netanjahus Griff auf die amerikanische Politik beenden wird. Selbst wenn nicht, kann die EU mit dem Rest der Welt zusammenarbeiten, um Frieden in den Nahen Osten zu bringen.

Lassen Sie mich abschließend noch etwas zu China sagen: China ist kein Feind. China ist nur eine große Erfolgsgeschichte. Das ist der Grund, warum China von den Vereinigten Staaten als Feind angesehen wird, weil China mittlerweile eine größere Volkswirtschaft hat als die Vereinigten Staaten (gemessen an internationalen Preisen). Die USA widersetzen sich der Realität. Europa sollte dies nicht tun. Lassen Sie mich wiederholen: China ist kein Feind und keine Bedrohung. Es ist ein natürlicher Partner Europas im Handel und bei der Rettung der globalen Umwelt. Das ist alles. Vielen Dank.

[anhaltender Beifall]

Zuhörer-Fragen und Antworten von Professor Jeffrey Sachs:

Frage: Sollte Europa seine Militärausgaben erhöhen?

Antwort von Prof. Sachs: Ich wäre nicht dagegen, dass Europa zwei bis drei Prozent des BIP für eine einheitliche europäische Sicherheitsstruktur ausgibt und in Europa und in europäische Technologie investiert, ohne dass die Vereinigten Staaten den Einsatz europäischer Technologie diktieren. In den Niederlanden werden die einzigen Maschinen für fortschrittliche Halbleiter mit extremer Ultraviolett-Lithographie hergestellt. Dieses Unternehmen ist natürlich ASML. Und doch bestimmt Amerika die gesamte Politik von ASML. Wenn ich Sie wäre, würde ich nicht alle Sicherheitsvorkehrungen und Technologien an die Vereinigten Staaten übergeben.

Ich würde vorschlagen, einen eigenen Sicherheitsrahmen zu schaffen, damit Sie auch Ihr eigenes außenpolitisches Konzept haben können. Europa steht für viele Dinge, für die die Vereinigten Staaten nicht stehen. Europa steht für den Klimaschutz. Unser Präsident ist in dieser Hinsicht völlig daneben. Und Europa steht für Anstand, für Sozialdemokratie, für Ethos. Europa steht für Multilateralismus. Europa steht für die UN-Charta. Die USA stehen für nichts dergleichen. Unser Außenminister Marco Rubio hat kürzlich seine Reise nach Südafrika abgesagt, weil Gleichberechtigung und Nachhaltigkeit auf der Tagesordnung standen. Das ist ein lebendiges, wenn auch düsteres Spiegelbild des angelsächsischen Libertarismus. Egalitarismus ist kein Wort aus dem amerikanischen Wortschatz, genauso wenig wie Nachhaltigkeit.

Sie wissen vielleicht, dass von den 193 UN-Mitgliedsstaaten 191 der UNO im High-Level Political Forum (HLPF) SDG-Pläne (Sustainable Development Goal) vorgelegt haben. Nur drei Länder haben dies nicht getan: Haiti, Myanmar und die Vereinigten Staaten von Amerika. Bidens Finanzministerium durfte nicht einmal den Begriff “Ziele für nachhaltige Entwicklung” verwenden. Ich erwähne das alles, weil Sie Ihre eigene Außenpolitik brauchen.

Ich gebe jedes Jahr zwei Berichte heraus. Einer davon ist der World Happiness Report. Im Bericht 2024 sind 8 der Top 10 Länder europäisch. Europa hat die höchste Lebensqualität der Welt. Die USA rangieren auf Platz 23. Der andere Jahresbericht ist der Bericht über die nachhaltige Entwicklung. Im Bericht 2024 liegen 19 der 20 Länder mit den meisten nachhaltigen Entwicklungen in Europa. Die USA rangieren auf Platz 46. Man braucht eine eigene Außenpolitik, um diese Lebensqualität zu schützen! Ich war und bin ein großer Fan der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und glaube nach wie vor, dass die OSZE der richtige Rahmen für die europäische Sicherheit ist. Es könnte wirklich funktionieren.

Frage: Wie sollte Europa diplomatisch mit Russland umgehen?

Antwort von Prof. Sachs: Ich denke, dass es für Europa enorm wichtige Themen gibt, die direkt mit Russland verhandelt werden müssen. Deshalb möchte ich Präsident Costa und die Führung Europas dringend auffordern, direkte Gespräche mit Präsident Putin aufzunehmen, denn die europäische Sicherheit liegt auf dem Tisch. Ich kenne die russische Führung, viele von ihnen, recht gut. Sie sind gute Verhandlungsführer, und Sie sollten mit ihnen verhandeln, und Sie sollten gut mit ihnen verhandeln. Ich würde den russischen Amtskollegen einige Fragen stellen. Ich würde sie fragen, was sind die Sicherheitsgarantien, die funktionieren können, damit dieser Krieg endgültig endet? Welche Sicherheitsgarantien gibt es für die baltischen Staaten? Ein Teil des Verhandlungsprozesses besteht darin, die andere Seite nach ihren Bedenken zu fragen. Ich kenne Außenminister Lawrow seit 30 Jahren. Ich halte ihn für einen brillanten Außenminister. Sprechen Sie mit ihm. Verhandeln Sie mit ihm. Fragen Sie ihn nach seinen Ideen. Legen Sie Ihre Ideen auf den Tisch. Das Wichtigste ist, mit dem Geschrei aufzuhören, die Kriegstreiberei zu stoppen und mit den russischen Kollegen zu diskutieren. Und betteln Sie nicht darum, mit den Vereinigten Staaten am Tisch zu sitzen. Sie müssen nicht mit den Vereinigten Staaten im selben Raum sein. Sie sind Europa. Sie sollten mit Europa und Russland im selben Raum sein. Überlassen Sie Ihre Außenpolitik niemandem, nicht den Vereinigten Staaten, nicht der Ukraine, nicht Israel. Bewahren Sie eine europäische Außenpolitik. Das ist die Grundidee.

Frage: Länder wie Polen, Ungarn und die Tschechische Republik wollten der NATO beitreten. Das gilt auch für die Ukraine. Warum sollte es ihnen nicht erlaubt sein, das zu tun?

Antwort von Prof. Sachs: Die NATO ist keine Option für Ungarn, Polen, die Tschechische Republik oder die Ukraine. Die NATO ist ein US-geführtes Militärbündnis. Die Frage, vor der Europa 1991 und heute steht, ist, wie der Frieden gesichert werden kann. Wenn ich 1991 Entscheidungen getroffen hätte, hätte ich die NATO mit der Auflösung des Warschauer Pakts und sicherlich mit dem Ende der Sowjetunion selbst ganz abgeschafft. Wenn Länder die NATO-Mitgliedschaft beantragten, hätte ich ihnen erklärt, was unser Verteidigungsminister William Perry, der führende Staatsmann George Kennan und der letzte US-Botschafter in der Sowjetunion, Jack Matlock, in den 1990er-Jahren gesagt haben. Sie alle sagten im Wesentlichen: „Wir verstehen Ihre Gefühle, aber eine Erweiterung der NATO ist keine gute Idee, weil sie leicht einen neuen Kalten Krieg mit Russland provozieren könnte.” Es gibt ein sehr gutes neues Buch von Jonathan Haslam, das von Harvard University Press veröffentlicht wurde, mit dem Titel „Hybris“. Es bietet eine detaillierte historische Dokumentation der NATO-Erweiterung. Es erklärt, warum die USA zu arrogant waren, um über die roten Linien Russlands zu diskutieren, zu verhandeln und sie zu respektieren, selbst nachdem sie versprochen hatten, dass die NATO nicht erweitert werden würde.

Frage: Was sind die langfristigen Folgen dieses verlorenen Krieges?

Antwort von Prof. Sachs: Wir befinden uns in einer Zeit des größten technologischen Fortschritts in der Geschichte der Menschheit. Es ist wirklich erstaunlich, was jetzt alles möglich ist. Wissen Sie, ich wundere mich über die Tatsache, dass jemand, der wenig Ahnung von Chemie hat, den Nobelpreis für Chemie gewonnen hat, weil er sich hervorragend mit KI und tiefen neuronalen Netzen auskennt, in der Tat ein Genie, Demis Hassabis. Er und sein Team bei DeepMind fanden heraus, wie man KI nutzen kann, um das Problem der Proteinfaltung zu lösen, ein Problem, das Generationen von Biochemikern beschäftigt hatte. Wenn wir also unseren Verstand, unsere Ressourcen und unsere Energien darauf verwenden, können wir das Weltenergiesystem im Sinne des Klimaschutzes umgestalten. Wir können die Artenvielfalt schützen. Wir können sicherstellen, dass jedes Kind eine qualitativ hochwertige Bildung erhält. Wir können gerade so viele wunderbare Dinge tun.

Was brauchen wir für den Erfolg? Meiner Meinung nach brauchen wir vor allem Frieden. Und mein grundlegender Punkt ist, dass es nirgendwo tiefe Gründe für Konflikte gibt, weil jeder Konflikt, den ich studiert habe, nur ein Fehler war. Wir kämpfen nicht um Lebensraum. Diese Idee, die im Wesentlichen von Malthus stammte und später zu einer Nazi-Idee wurde, war immer falsch, ein grundlegender intellektueller Fehler. Wir haben Rassenkriege gehabt, nationale Überlebenskriege, aus Angst, dass wir nicht genug für alle auf diesem Planeten haben, sodass wir uns in einem Kampf ums Überleben befinden. Als Ökonom kann ich Ihnen sagen, dass es auf unserem Planeten genug für die nachhaltige Entwicklung aller gibt. Es gibt genug. Wir befinden uns nicht in einem Konflikt mit China. Wir befinden uns nicht in einem Konflikt mit Russland. Wenn wir uns beruhigen, wenn wir nach der langfristigen Perspektive fragen, ist die langfristige sehr gut, das heißt, wenn wir uns nicht vorher in die Luft sprengen. Das ist also mein Punkt. Die Aussichten sind sehr positiv, wenn wir den Frieden aufbauen und erhalten.

Frage: Glauben Sie, dass der Ausweg aus diesem Konflikt eine Finnlandisierung der Ukraine ist?

Antwort von Prof. Sachs: Ausgezeichnete Frage. Lassen Sie mich nur über einen Aspekt der Finnlandisierung berichten. Die Finnlandisierung brachte Finnland Jahr für Jahr auf Platz eins des World Happiness Reports. Finnland ist reich, erfolgreich, glücklich und sicher. Das ist das Finnland vor der NATO, von dem ich spreche. Die “Finnlandisierung” war also eine wunderbare Sache für Finnland. Als Schweden, Finnland und Österreich neutral waren, bravo. Schlau. Als die Ukraine neutral war, klug. Wenn man zwei Supermächte hat, sollten sie ein wenig auseinandergehalten werden. Wenn die Vereinigten Staaten überhaupt Verstand hätten, hätten sie diese Länder als neutralen Raum zwischen dem US-Militär und Russland belassen, aber die USA haben viel zu wenig Verstand.

Übersetzung: Klaus-Dieter Kolenda, Prof. Dr. med., Facharzt für Innere Medizin – Gastroenterologie, Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin/Sozialmedizin, war von 1985 bis 2006 Chefarzt einer Rehabilitationsklinik für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Atemwege, des Stoffwechsels und der Bewegungsorgane. Seit 1978 ist er als medizinischer Sachverständiger bei der Sozialgerichtsbarkeit in Schleswig-Holstein tätig. Zudem arbeitet er in der Kieler Gruppe der IPPNW e.V. (Internationale Ärztinnen und Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs und für soziale Verantwortung) mit.


Titelbild: Screenshot Michael von der Schulenburg via YouTube


[«1] Überarbeitete Abschrift der Rede von Professor Jeffrey Sachs im Europäischen Parlament auf einer Veranstaltung mit dem Titel “Die Geopolitik des Friedens”, die am 19. Februar 2025 vom ehemaligen stellvertretenden Generalsekretär der Vereinten Nationen und derzeitigen MdEP der BSW, Michael von der Schulenburg, ausgerichtet wurde. Hier die Abschrift, die aus Gründen der Übersichtlichkeit bearbeitet und mit Fußnoten und Hyperlinks versehen wurde.
Die Audioversion finden Sie hier.

[«2] Diese Bemühungen wurden Teil eines Projekts, das von Prof. Graham Allison an der Harvard Kennedy School of Government zusammen mit dem Gorbatschow-Wirtschaftsberater Grigori Jawlinski geleitet und in dem Buch “Window of Opportunity: The Grand Bargain for Democracy in the Soviet Union”, Pantheon Books, 1991, veröffentlicht wurde.

[«3] Richard Darman vom OMB drückte es so aus: „Bei der Definition der US-Interessen müssen wir etwas machiavellistisch sein. Wie hoch ist der Mindestbetrag, der erforderlich ist, um ein System zu stabilisieren, mit dem wir an anderen Themen arbeiten wollen? Mit anderen Worten, was ist das absolute Minimum, um die Dinge in Bewegung zu halten? Ich glaube nicht, daß wir uns über den Zerfall der UdSSR Sorgen machen müssen. Wenn das unser internes Verständnis ist, dann können wir öffentlich weitermachen.” Später fügt Darman hinzu: „Ich möchte ernst sein, ohne mir selbst etwas vorzumachen. Wir haben schon genug Zutaten für ein gutes PR-Paket.” (Hervorhebung im Original)

[«4] Siehe auch meinen Artikel “How the Neocons Chose Hegemony Over Peace in the Early 1990s”, der hier verfügbar ist.

[«5] Siehe Dennis Fritz, “Deadly Betrayal: The Truth about why the United States Invaded Iraq“, OR Books, 2024. Link hier.

[«6] youtube.com/watch?v=ogM0EjYbPRk

[«7] Es war eine Vereinbarung, wenn auch nur mündlich, da Gorbatschow gegenüber den USA und Deutschland die Bedeutung des amerikanisch-deutschen Versprechens betonte, die NATO nicht nach Osten zu erweitern.

[«8] Viele der wichtigsten Dokumente finden Sie hier und hier

[«9] Brzezinski schreibt: „Russlands einzige wirkliche geostrategische Option – die Option, die Russland eine realistische internationale Rolle geben und auch die Möglichkeit maximieren könnte, sich selbst zu transformieren und sozial zu modernisieren – ist Europa. Und zwar nicht irgendein Europa, sondern das transatlantische Europa der sich erweiternden EU und NATO. Ein solches Europa nimmt Gestalt an, wie wir in Kapitel 3 gesehen haben, und es wird wahrscheinlich auch eng mit Amerika verbunden bleiben. Das ist das Europa, zu dem Rußland in Beziehung treten muß, wenn es eine gefährliche geopolitische Isolation vermeiden will.” Brzezinski, Zbigniew: “Die einzige Weltmacht: Amerikas Strategie der Vorherrschaft und der Kampf um Eurasien” (S. 118). Grundlegende Bücher. 1997.

[«10] Ich beziehe mich auf das Telefonat zwischen Trump und Putin vom 12. Februar 2025 und die daraus folgenden Erkärungen in rascher Folge.

[«11] Mackinder schrieb 1919 das Buch “Democratic Ideals and Reality“, das auf seinem früheren Werk “The Geographical Pivot of History“ von 1904 aufbaute.

[«12] Siehe das Interview des ehemaligen NATO-Oberbefehlshabers General Wesley Clark aus dem Jahr 2011 mit Democracy Now, in dem er berichtet, dass ihm von einem Pentagon-Beamten gesagt wurde: „Wir werden die Regierungen in 7 Ländern in fünf Jahren zerstören – wir werden mit dem Irak beginnen, und dann werden wir nach Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan und Iran vordringen.”

[«13] Im Jahr 1996 veröffentlichten Netanjahu und seine amerikanischen Berater das Dokument “Clean Break: A New Strategy for Securing the Realm” mit dem Institute for Advanced Strategic and Political Studies. Diese neue Strategie des “sauberen Bruchs” forderte Israel auf, das Rahmenkonzept von “Land für Frieden” abzulehnen. Diese Strategie sprach sich wirkungsvoll dafür aus, dass Israel sich nicht im Austausch für regionalen Frieden aus den 1967 besetzten Palästinensischen Gebieten zurückziehen sollte. Stattdessen würde Israel seine Besatzungspolitik zur Sicherung von “Frieden für Frieden” fortsetzen, indem es den Nahen Osten nach seinem Geschmack umgestaltet. Die Neuzeichnung der Landkarte der Region bestand darin, Regierungen zu stürzen, die gegen Israels Vorherrschaft waren. Link hier.

[«14] Am 10. Februar 2007 hielt der russische Präsident Wladimir Putin eine Rede auf der 43. Münchner Sicherheitskonferenz. Die Rede finden Sie hier.

[«15] Das Memo von Botschafter William Burns mit dem Titel “Nyet Means Nyet: Russia’s NATO Enlargement Redlines”. Das Memo finden Sie hier.

09.03.2025

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( II von II )


[«16] Der Politologe Lindsey O’Rourke dokumentierte zwischen 1947 und 1989 64 verdeckte Regimewechsel-Operationen von Seiten der USA und kam zu dem Schluss, dass „Regimewechsel-Operationen, insbesondere solche, die verdeckt durchgeführt werden, zu anhaltender Instabilität, Bürgerkriegen und humanitären Krisen in den betroffenen Regionen geführt haben”. O’Rourke: “Verdeckter Regimewechsel: Amerikas geheimer Kalter Krieg”, 2018. Seit 1989 gibt es zahlreiche Beweise dafür, dass die CIA in Syrien, Libyen, der Ukraine, Venezuela und vielen anderen Ländern involviert war.

[«17] Link zum Transkript des durchgesickerten Telefonats zwischen der stellvertretenden Außenministerin Victoria Nuland und dem US-Botschafter in der Ukraine, Geoffrey Pyatt

[«18] Das Minsk-II-Abkommen wurde vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen durch die Resolution 2202 gebilligt, die am 17. Februar 2015 einstimmig angenommen wurde

[«19] Link zum RAND-Studie

[«20] Die Vereinigten Staaten haben sich am 2. August 2019 formell aus dem Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme (INF) zurückgezogen, nachdem am 2. Februar 2019 eine sechsmonatige Aussetzungsfrist verhängt worden war.

[«21] Das Treffen im Vatikan war die Sitzung der Wirtschaftsbrüderlichkeit zum Jubiläum 2025: Hoffnung in den Zeichen der Zeit. Link hier.

[«22] „Benjamin Netanjahu, der Ministerpräsident Israels, und Yoav Gallant, der Verteidigungsminister Israels, tragen die strafrechtliche Verantwortung für die folgenden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die auf dem Territorium des Staates Palästina begangen wurden.” Link zum ICC.

[«23] Die Vereinten Nationen können den Nahostkonflikt beenden, indem sie Palästina als Mitglied aufnehmen. Link zu meinem Artikel hier.


Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik Europapolitik Friedenspolitik


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Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=129862*


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

09.03.2025

Interessantes Interview zu China

aus e-mail von Doris Pumphrey, 9. März 2025, 9:35 Uhr


Berliner Zeitung 6.3.2025

<https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/gruenen-gruendungsmitglied-ueber-baerbocks-china-politik-das-ist-nichts-anderes-als-kolonialismus-li.2304309>


*Grünen-Gründungsmitglied kritisiert Baerbocks China-Politik:

„Das ist nichts anderes als Kolonialismus“


*Jürgen Kurz ist Grünen-Mitglied und gleichzeitig Verfechter einer

chinafreundlicheren Politik. Im Interview erklärt er, warum die deutsche

Außenministerin ihr Amt nicht verstanden hat.


Raphael Schmeller


Im Interview mit der Berliner Zeitung erklärt Kurz, warum er dennoch

nicht aus der Grünen-Partei ausgetreten ist und wie er mit Reisen nach

China Missverständnisse über das Land ausräumen will. Den westlichen

Medien wirft er eine besserwisserische und zum Teil feindselige

Berichterstattung über China vor, die auf massiver Unkenntnis oder auch

US-Propaganda beruhe.


/Herr Kurz, Sie leben seit mehr als 20 Jahren in China und haben das

Land intensiv bereist. Was sind Ihrer Meinung nach die größten

Missverständnisse im Westen über China?/


Was im Westen nicht verstanden wird, ist, dass China ein ganz eigenes

Wirtschafts- und Gesellschaftssystem entwickelt hat und dass die

Chinesen mit diesem System sehr zufrieden sind. Im Westen hört man oft,

dass die armen Chinesen von der Regierung bespitzelt und unterdrückt

werden. Aber in China gibt es kaum jemanden, der das bestätigt.


/China wird im Westen als autoritärer Einheitsstaat dargestellt, der

seine Bürger unterdrückt. Mit der Realität vor Ort hat das Ihrer Meinung

nach nichts zu tun?/


China ist sehr wohl hierarchisch organisiert. Hier gilt immer noch: Wenn

jemand Chef ist, geht man mit ihm anders um als mit jemandem, der nicht

Chef ist. Das ist kulturell verankert, das kommt aus zweieinhalbtausend

Jahren Geschichte. Der Staat hat sicherlich auch mehr

Eingriffsmöglichkeiten, als das bei uns der Fall ist. Wenn Dinge einmal

entschieden sind, dann gelten sie als Regeln. Das kann man autoritär

nennen, aber ob das negativ ist, wenn Dinge umgesetzt werden und nicht

immer wieder zerredet werden, das ist eine andere Diskussion. China ist

nicht Deutschland, ganz klar. China ist auch keine westliche Demokratie.

Aber dieses System, das hier entwickelt wurde, ist außerordentlich

erfolgreich, um das Leben der Menschen zu verbessern und den Menschen

mehr Freiheit zu geben.


/Und die Uiguren, die werden nicht unterdrückt? Laut einem UN-Bericht

gibt es in Xinjiang Hinweise auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit./


Das ist Quatsch. So leid es mir tut und so drastisch ich das sagen muss,

es ist einfach falsch. Die Region Xinjiang, in der die Uiguren leben,

grenzt an Afghanistan und Pakistan. In diesen Ländern herrscht große

Armut und der Islamismus ist stark verankert. In Ürümqi, der Hauptstadt

von Xinjiang, wurden 2009 bei einem Anschlag fast 200 Menschen getötet.

China hat in den vergangenen Jahren einen harten Kampf gegen den

islamistischen Terrorismus geführt. Dieser Kampf ist gewonnen. China hat

auch einen anderen Umgang mit Religion: Kinder und Jugendliche dürfen

bis zum Alter von 18 Jahren in der Schule nicht religiös erzogen werden.

Danach dürfen sie jeder Religion angehören. Auch darf niemand den Frauen

vorschreiben, dass sie einen Schleier tragen müssen. Fakt ist: Die

Uiguren sind nicht ausgerottet worden, und sie werden auch nicht

unterdrückt. Ich kenne die Region übrigens sehr gut, meine Frau stammt

selbst aus Xinjiang.


/In der westlichen Presse ist oft von Völkermord die Rede, wenn es um

die Uiguren geht. Glauben Sie wirklich, dass an diesen Berichten nichts

dran ist?/


Da muss man genau hinschauen: Welcher Journalist, der in westlichen

Medien über Xinjiang berichtet, war überhaupt schon einmal dort? Die

Realität ist, dass kaum jemand Xinjiang kennt. Also wird berichtet, was

andere berichten, es wird mehr oder weniger abgeschrieben. Und dann gibt

es natürlich noch einen ganz anderen Punkt: Xinjiang ist ein

geopolitischer Brennpunkt, weil es Chinas Tor zum Westen ist. Man muss

sich nur die amerikanischen Strategiepapiere anschauen: Da steht schwarz

auf weiß, dass man Xinjiang destabilisieren muss, um die wirtschaftliche

Entwicklung Chinas zu bremsen. Überhaupt, wenn man China schaden will,

dann nimmt man immer Xinjiang, Hongkong, Taiwan und Tibet, und dann hat

man die Themen, mit denen man der Weltöffentlichkeit immer wieder zeigen

kann, wie böse China ist. Die entsprechenden Narrative werden vor allem

von amerikanischen, aber auch von australischen Geheimdiensten produziert.


/Sie haben es gesagt, Xinjiang ist das Tor zum Westen und spielt damit

auch eine wichtige Rolle für Chinas riesiges Infrastrukturprojekt Neue

Seidenstraße. Sie sagen, dass Peking damit viel Gutes tut. Was meinen

Sie damit?/


China tut damit zunächst einmal sich selbst viel Gutes. Ein so riesiges

Reich mit 1,4 Milliarden Menschen braucht viel Handel. China hat in den

letzten 40 Jahren 800 Millionen Menschen aus der Armut geholt. Um weiter

so erfolgreich zu sein, müssen die Wirtschaftsbeziehungen ausgebaut

werden. Das andere ist: Gehen Sie heute nach Afrika und sprechen Sie mit

den Regierungschefs dort. Die sagen Ihnen klipp und klar: Wenn sie mit

den Chinesen über Projekte reden, dann bekommen sie eine Brücke, ein

Krankenhaus, einen Flugplatz, eine Eisenbahn. Wenn sie mit westlichen

Ländern über Hilfe reden, dann bekommen sie erst mal einen Vortrag über

freien Markt und Demokratie. China investiert, weil sie sagen, nur wenn

es unseren Partnern gut geht, geht es auch uns gut. Das ist dieser

Win-win-Gedanke, der ganz tief im Konfuzianismus, aber auch in der

ganzen chinesischen Philosophie verankert ist.


/Dennoch wird immer wieder der Vorwurf laut, China nehme die alte Rolle

der westlichen Kolonialstaaten ein und treibe die Länder des globalen

Südens beispielsweise in eine Schuldenfalle./


Auch das ist ein schönes Narrativ. Immer wenn man hört: „Oh, da hat

China die Kreditfalle gebaut“, dann sollte man einmal genauer in die

Analyse einsteigen, und dann wird man überrascht sein: Der größte Teil

der Kredite im Süden kommt von privaten und oft von westlichen

Unternehmen, nicht von China. Man muss also aufpassen, wenn man von den

Krediten der Chinesen spricht. Denn dann geht es im Kern darum, den

Aufstieg Chinas zu diskreditieren und zu erschweren. Aus amerikanischer

Sicht kann ich das verstehen, weil man nicht mehr der alleinige

Platzhirsch ist. Plötzlich taucht jemand auf, der die Welt völlig

verändert hat. Wenn Sie sich die Handelsbeziehungen anschauen: 2005 hat

die Mehrheit der Welt noch den größten Teil ihres Handels mit den

Amerikanern abgewickelt. Heute wird das meiste mit den Chinesen

gehandelt. Und das ist natürlich ein Problem, dass plötzlich durch das

Auftauchen von China die eigene Rolle, die Dominanz weg ist. Niemand hat

mehr wirklich Angst vor den Amerikanern, weil man jetzt die Alternative

hat, auch mit den Chinesen zu handeln. Es geht also um geopolitische Macht.


/Sie kritisieren die deutsche China-Politik, insbesondere die ihrer

Parteikollegin und Noch-Bundesaußenministerin Annalena Baerbock. Sie

sprechen sogar von einer „altkolonialistischen“ Haltung. Was meinen Sie

damit?/


Wenn man aus der Sicht eines europäischen Staates einem sich

entwickelnden Land wie China immer wieder vorschreiben will, wie es sich

kulturell, politisch, wirtschaftlich zu positionieren hat, dann ist das

aus meiner Sicht nichts anderes als Kolonialismus nach dem Motto: „Wir

wissen, wie es besser geht. Wir sagen dir, wie du dich zu verhalten

hast. Und unser Wertesystem ist deinem überlegen, weil wir die Freiheit

des Menschen im Auge haben“. Dass auch Wohnen, Arbeiten, Essen positive

Werte sind, wird meist ausgeblendet. Jemanden aus der Armut zu befreien,

wie es in China massiv geschieht, wird von den meisten westlichen

Kritikern überhaupt nicht als Menschenrecht bewertet.


/Warum ist gerade in Ihrer Partei, Bündnis 90/Die Grünen, diese

Anti-China-Haltung so stark?/


Diese Frage stelle ich mir auch immer wieder. Ich glaube, es ist ein

bisschen verständlich, weil es in unserer Partei sehr viele Menschen

gibt, die Gutes tun wollen. Und weil wir so viel Schlechtes über China

hören, durch Berichte und durch Unkenntnis, ziehen diese Menschen, die

Gutes tun wollen, die falschen Schlüsse. Die Haltung der Grünen

gegenüber China beruht also auf Unkenntnis der wirklichen Situation in

China. Und genau das versuche ich mit meinen Reisen nach China, die ich

auch für Grünen-Mitglieder organisiere, zu ändern.


/Sind schon bekanntere Grünen-Politiker mit Ihnen nach China gereist?/


Von den bekannteren hat sich keiner nach China getraut, zumindest nicht,

als die Ampelkoalition noch bestand, weil das politischer Selbstmord

gewesen wäre. Aber ich habe schon mit prominenteren Grünen darüber

gesprochen und auch versucht, meine Sicht der Dinge zu vermitteln.


/Haben Sie schon einmal an Parteiaustritt gedacht?/


Der Reflex, eine Partei zu verlassen, wenn sich die Dinge so dramatisch

verändern, der ist immer da. Aber ich habe die Partei mitgegründet und

bin zutiefst davon überzeugt, dass das, was ich zum Thema Krieg,

Waffenlieferungen oder China sage, das ist, wofür die Grünen eigentlich

stehen sollten, woher die Grünen ursprünglich kommen. Bei manchen

Grünen-Politikern, die heute zum Beispiel diese starke

Anti-China-Haltung haben, muss ich fast sagen, dass sie die Partei

okkupieren.


/Sie betonen, dass China kein Rivale, sondern ein wichtiger Partner ist.

Weshalb ist die Partnerschaft mit China so wichtig?/


Für Deutschland ist sie wichtig, weil Deutschland ein reines Exportland

ist. Wir haben nichts zu bieten außer Export. Wir haben Know-how, wir

haben Ideen, wir haben Systeme. Das müssen wir exportieren, sonst sinkt

der Wohlstand in Deutschland. Deshalb brauchen wir offene

Handelspartner, und der Witz ist, dass die Chinesen großen Respekt vor

Deutschland haben. Der Name für Deutschland ist in China Déguó,

übersetzt das Land der Tugend. Wenn man von Deutschland spricht, sagen

die Chinesen immer: „Oh, Deutschland, ganz toll“. Eine gute

Partnerschaft mit China ist also zunächst einmal eine Frage der

wirtschaftlichen Vernunft.


Aber dann gibt es noch einen ganz anderen Punkt, der gerade aus grüner

Sicht wichtig ist: Wenn ich mich für den Klimaschutz engagiere, dann

muss ich mit China zusammenarbeiten. Das Land ist in Sachen Klimaschutz

technologisch und organisatorisch viel weiter als wir in Europa. Wenn

wir neue Technologien entwickeln wollen, wenn wir genügend Systeme in

die Welt bringen wollen, um den Klimawandel noch abzufedern, dann gibt

es keinen Partner außer China, der diese Kapazität hat. Das macht es

besonders absurd, dass die Grünen nicht offen sind für China.


/Sie sagen, dass Deutschland eigentlich ein gutes Image in China hat.

Wie kommt das an, wenn aber zum Beispiel Bundesaußenministerin Baerbock

China als „systemischen Rivalen“ und Xi Jinping als „Diktator“ bezeichnet?/


Dann schauen einen die Chinesen an und fragen: „Was ist los bei euch in

Deutschland, dass jemand mit dieser Einstellung eine so wichtige Rolle

spielen kann? Habt ihr Probleme?“ Sie fragen tatsächlich nach unserem

Geisteszustand. Es ist völlig unerklärlich, wie man in der Wahrnehmung

der Welt so abdriften kann. Das Schlimme ist, dass weder Annalena noch

Robert vorher in China waren. Sie reden über China, aber sie kennen das

Land überhaupt nicht. Und wenn man ihnen anbietet, mit ihnen auch über

das Land zu reden und auch Dinge zu klären, dann reagieren sie gar nicht

darauf, weil es gegen ihr eigenes Weltbild geht.


/Was würden Sie dem neuen Bundeskanzler, also höchstwahrscheinlich

Friedrich Merz, in Bezug auf China empfehlen?/


Zunächst einmal, die China-Strategie der alten Bundesregierung ganz

vorsichtig verschwinden zu lassen. Gleichzeitig viel mehr

China-Kompetenz in der Regierung und generell in Deutschland aufbauen.

Außerdem regelmäßige Treffen mit China und vor allem eine viel engere

wissenschaftliche Zusammenarbeit mit China. In vielen Bereichen wie

Elektromobilität oder Medizintechnik hinken wir China hinterher, da

müssen wir von China lernen. Die neue Bundesregierung sollte sich auch

für eine eigenständige europäische Position in diesem geopolitischen

Wettbewerb zwischen den USA

<und" rel="noopener">https://www.berliner-zeitung.de/topics/usa>und China einsetzen, sodass

Europa nicht Verbündeter der einen oder anderen Seite ist, sondern mit

eigenen Interessen vermittelt und gleichzeitig versucht, mit beiden

Seiten zu kooperieren.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

09.03.2025

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nachdenkseiten.de, vom 07. März 2025 um 10:00 Ein Artikel von Maike Gosch

Die Nord-Stream-Pipelines sind aktuell wieder in den Schlagzeilen. Nachdem Gerüchte über eine US-amerikanische Übernahme der Pipelines durch Kauf vor Kurzem für Aufregung sorgten, meldete am 4. März 2025 die BILD-Zeitung, dass derzeit intensiv geprüft werde, welche Hebel Deutschland in der Hand habe, um ein Comeback von Nord Stream 2 zu verhindern. Immer, wenn man denkt, die Absurdität könne sich nicht weiter steigern, dreht irgendjemand das Rad noch ein wenig weiter. Aber das sind wohl die Zeiten, in denen wir leben. Es gibt jedoch auch noch andere Neuigkeiten, nämlich die Veröffentlichungen von Rechercheergebnissen über den Anschlag auf die Pipelines, die ein neues Licht auf die Vorgehensweise und die möglichen Täter werfen können. Erwartbar kommen diese nicht von den offiziellen Ermittlungsstellen, sondern von einem unabhängigen Journalisten aus Frankreich.


Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

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Jeder Krimi-Leser weiß, dass es einer der wichtigsten Schritte beim Lösen eines Falles ist, die richtigen Fragen zu stellen. Eine Frage, die mich in Bezug auf die Nord-Stream-Anschläge schon länger beschäftigt hat, ist, warum für die Anschläge in der an vielen Stellen flachen Ostsee ausgerechnet einige der tiefsten Stellen ausgewählt wurden. Warum wurde das sogenannte Bornholm-Becken (Bornholm Basin) als Tatort gewählt, das ca. 80 bis 100 Meter tief ist, und nicht andere Bereiche, die eine Wassertiefe von nur etwa 20 bis 30 Metern haben und den zusätzlichen Vorteil gehabt hätten, dass dort die beiden Doppelstränge von Nord Stream 1 und Nord Stream 2 sehr nahe beieinander liegen, sodass eine Sprengung beider Pipelines bzw. aller vier Stränge vermutlich leichter durchzuführen wäre?

Diese Frage und eine mögliche Antwort darauf stehen im Zentrum neuer Rechercheergebnisse des französischen Investigativjournalisten Freddie Ponton, die letzte Woche am 26. Februar 2025 in der Online-Zeitung 21Century Wire erschienen sind.

Er untersucht eine mögliche, sehr einfache Antwort auf diese Frage, die sich mit einem Wort zusammenfassen lässt: U-Boote.

Nachdem in den allerersten Stunden nach dem Anschlag noch Gerüchte von einem russischen U-Boot in Tatort-Nähe die Runde machten, hat eine mögliche Tatbegehung mithilfe von U-Booten merkwürdigerweise in den Theorien und Spekulationen seitdem eine sehr untergeordnete bis nicht vorhandene Rolle gespielt. Auch bei Seymour Hersh kommt diese Möglichkeit nicht vor – und das, obwohl z.B. der sehr erfahrene Wehrexperte Thorsten Pörschmann bereits in einem Interview vom 10. Oktober 2022, also kurz nach den Anschlägen, erklärte, dass er eine Tatbegehung mithilfe von U-Booten, die zur Grundminenlegung ausgerüstet seien, für die wahrscheinlichste halte. Hier seine Ausführungen dazu im Wortlaut (ca. ab Minute 14:37):

Ja, das Plausibelste für mich ist – (…) Es gibt Sprengladungen, die für diese Tiefen extra konstruiert werden und die sich mit U-Booten verlegen lassen. Das ist das Spannende. Und die passen vom Gewicht her auch zu der Explosionskraft, die gemessen wurde. Das Ganze nennt sich Grundmine. Die sind zylindrisch und können mitgeführt werden in der [sic] Torpedorohren von U-Booten. (…) Ein Torpedorohr bei einem U-Boot ist nicht nur dazu da, Torpedos zu verschießen. Da kann ich auch Kampfschwimmer drin transportieren und rauslassen, aber ich kann auch diese Torpedorohre als Minenlegeeinrichtung benutzen, indem ich mich irgendwo hinschleiche und dort Grundminen verlege. Jede Mine soll ja eigentlich nur explodieren, wenn man darüber fährt oder wenn sie ausgelöst wird, aber jede Mine ist auch ein probates Sprengmittel, d.h. man kann es auch als Sprengmittel benutzen. Das wird bei Panzerminen häufig gemacht, d.h. wenn ich nichts anderes hab, nehme ich eine Panzermine als Sprengmittel. Das würde bei einer Grundmine auch gehen.“

Aber zurück zu den neuen Erkenntnissen von Freddie Ponton für 21CenturyWire: Er weist zunächst auf einen wichtigen Punkt hin, nämlich dass diese tiefen Stellen im Bornholm-Becken sich hervorragend für den Einsatz von U-Booten eignen würden, sowohl, was deren Manövrierfähigkeit als auch die Möglichkeit, unentdeckt zu handeln, angeht.

Ein weiterer Punkt, den Ponton herausarbeitet, ist die Tatsache, dass es sich bei den Bereichen, in denen die Anschläge stattfanden, teilweise sogar um speziell ausgezeichnete Übungsorte für NATO-U-Boot-Manöver („NATO submarine exercise areas“) handelt, die als solche auf nautischen Karten ausgezeichnet sind (wie aus Dokumenten der Danish Energy Agency, die im Oktober 2019 die Genehmigung für die Nord-Stream-2-Pipeline vergeben hat, hervorgeht, die er in seinem Artikel zeigt). Eine weitere wichtige Information ist, dass die U-Boot-Einsätze in der Ostsee von der deutschen U-Boot-Einsatzbehörde der Marine (Submarine Operating Authority, oder SubOpAuth) in Zusammenarbeit mit der NATO und den baltischen Staaten verwaltet und koordiniert werden.

Wir haben also Tatorte, die teilweise mitten in für U-Boot-Manöver ausgezeichneten Gebieten liegen und deren U-Boot-Aktivitäten von einer Unterabteilung der deutschen Marine koordiniert werden. Ponton macht sich als Nächstes daran, mehr über die U-Boot-Aktivitäten der NATO im Zeitraum um den Anschlag Ende September 2022 herum zu untersuchen.

In seinem Bericht vom Februar 2023 hatte der amerikanische Journalist Seymour Hersh behauptet, dass Taucher der US-Marine an der Sabotage von Nord Stream beteiligt waren und die NATO-Seeübung BALTOPS 22 – eines der größten maritimen Manöver der NATO, das zwischen dem 5. und dem 22. Juni 2022 in der Ostsee stattfand – dafür genutzt hatten, Sprengstoff an verschiedenen Orten an der Pipeline zu platzieren. Anders als Freddy Ponton ging Seymour Hersh aber nicht von einer Tatbegehung mithilfe von U-Booten aus, sondern davon, dass Tiefseetaucher die Sprengsätze an den Pipelines angebracht hätten.

Auch Ponton beschäftigt sich mit Baltops 22, aber mit Fokus auf die U-Boot-Aktivitäten. Wie er berichtet, ist es naturgemäß schwer, genauere Informationen über die Planung, die Inhalte und die Kommandostrukturen der Militärübung zu bekommen. Aber ein Glücksfall hilft ihm weiter: Dänische Journalisten des Senders TV2 filmten einen Bericht über Tätigkeiten der dänischen Marine, und im Bild war ein Bildschirm, auf dem eine Organisationsstruktur der Baltops-22-Übung sichtbar war. Darauf ließ sich erkennen, dass Baltops 22 von einem US-Amerikaner geleitet wurde, aber ein deutscher Militär die U-Boot-Übungen im Rahmen des Manövers leitete.

Es gab aber um den Zeitpunkt der Anschläge herum neben BALTOPS 22, die vielen durch Seymour Hershs Artikel bekannt ist, noch weitere Übungen in der Ostsee. Besonders interessant für die Aufklärung ist die von Deutschland geleitete Marineübung „Northern Coasts 2022“ (Nördliche Küsten), die am 29. August 2022 begann und am Mittwoch, dem 28. September 2022, zwei Tage nach den Nord-Stream-Explosionen endete und die mithilfe des Alliierten Seekommandos der NATO (MARCOM) und anderen NATO-Partnern geplant und durchgeführt wurde. Hierzu führt Freddie Ponton in seinem langen und detaillierten Artikel aus:

Die Tatsache, dass sich die Nord-Stream-Explosionen unter der Aufsicht der deutschen Marine und des MARCOM während der von Deutschland geführten Operation „Northern Coasts 2022“ ereigneten, gibt Anlass zu großer Sorge. Es ist nicht nur undenkbar, dass Deutschland nichts von den Luft-, Oberflächen- und Unterwasseraktivitäten wusste, die zu dieser Zeit in der Ostsee stattfanden, sondern es ist noch schwerer zu glauben, wenn nicht sogar unvorstellbar, dass MARCOM im Dunkeln gelassen wurde.“

Der Artikel von Ponton argumentiert also, dass es unwahrscheinlich ist, dass jemand außerhalb der NATO in diesem Zeitraum Anschläge von so großem Ausmaß in dem „NATO-See“, wie die Ostsee auch genannt wird, unbemerkt hat ausüben können, während parallel Manöver stattfanden. Er zeigt auch, wie sehr die Aktivitäten der NATO-Mitgliedstaaten im Bereich der Marine schon miteinander koordiniert vonstatten gehen und inwieweit es sich um eine gemeinsame, eng verflochtene Struktur zwischen den Ländern handelt. Wenn man nicht selbst Fachmann in diesem Bereich ist, lässt sich das schwer beurteilen.

Ergeben sich aus diesen neuesten Untersuchungen und Recherchen schon klare Beweise für die Täterschaft eines bestimmten Staates oder Akteurs? Nein, leider nicht, aber sie liefern interessanten und relevanten Kontext, der bei der Einschätzung der Situation helfen kann und die Wahrscheinlichkeiten deutlich macht, wer die möglichen Täter am ehesten sein könnten. Auf die Frage, wer am ehesten die Mittel zu dem Anschlag hatte, können diese Untersuchungen ebenfalls eine Antwort geben.

Leider warten wir noch immer auf abschließende Ermittlungsergebnisse der deutschen Ermittler, sodass Bürgerjournalismus diese Lücke füllen muss. Der Haftbefehl gegen einen Ukrainer namens Wolodymyr Selenskyj, der angeblich mit weiteren Verdächtigen in Tauchgängen von der Segeljacht „Andromeda“ aus die Sprengladungen an den Pipelines angebracht haben soll, erscheint eher wie ein Ablenkungsmanöver, so wie die ganze Yacht-Geschichte aus Sicht vieler Experten eher unwahrscheinlich ist.

Der Artikel von Freddie Ponton ist nur der erste in einer Reihe. Der zweite Teil wird nach Aussagen des Autors voraussichtlich im Juni 2025 erscheinen. Wir dürfen gespannt sein, was dort noch herauskommen wird. Der Autor erwähnte im Interview mit Patrick Henningsen auf X bereits, dass er dort unter anderem eine Erklärung dafür geben wird, warum es den Abstand von 17 Stunden zwischen den verschiedenen Explosionen gegeben hat, was eines der vielen noch ungeklärten Rätsel ist, die dieser größte Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik uns aufgibt.

Weiter kündigt er an:

Der Gedanke, dass eine verdeckte Operation unter Einsatz einer ExMCM-Einheit [Anm.: ExMCM steht für “Expeditionary Mine Countermeasures”, also expeditionäre Minenabwehr. Diese Bezeichnung wird in militärischen und maritimen Kontexten für besondere Einheiten verwendet, die darauf spezialisiert sind, Minen unter Wasser aufzuspüren, zu entschärfen oder zu beseitigen] mit Unterstützung einer Amphibischen Einsatzgruppe und einem oder mehreren U-Booten (oder Mini-U-Booten) während NATO-Marineübungen durchgeführt wurde, mag auf den ersten Blick unwahrscheinlich erscheinen. Unsere Untersuchung der Nord-Stream-Sabotage liefert nun jedoch überzeugende Beweise für die Existenz von Minenkriegsführung auf dem Meeresboden und Unterwasser-Sprengungsaktionen. Diese Aktivitäten wurden im Rahmen von Seeübungen durchgeführt, die von NATO-Mitgliedsstaaten geleitet wurden, und entsprechen damit genau den Grundsätzen der irregulären maritimen Kriegsführung.

Es ist allgemein bekannt, dass die US-Marine verdeckte, nicht angekündigte und nicht geplante Operationen im Rahmen von NATO-Übungen zur Minenabwehr (MCM) und zur Kampfmittelbeseitigung (EOD) auf See in Europa durchführt. Diese Behauptung wird durch öffentlich zugängliche Informationen gestützt und durch inoffizielle Gespräche unseres Untersuchungsteams mit ehemaligen und aktiven NATO-Offizieren und EOD-Befehlshabern weiter untermauert.“

Es lohnt sich, Freddie Pontons extrem detaillierten und ausführlichen Artikel zu lesen – er enthält sehr viel Informationen über Entwicklungen im militärischen Bereich, die leider selten kritisch von den Medien beleuchtet werden, wie die extrem enge Verzahnung des deutschen Militärs mit NATO-Strukturen.

Es fällt mir allerdings sehr schwer, mir vorzustellen, dass deutsche Marinesoldaten an der Nord-Stream-Sprengung beteiligt oder auch nur eingeweiht worden waren, aber warten wir die weiteren Entwicklungen ab. Es bleibt auf jeden Fall spannend unter der Oberfläche.


Titelbild: Shutterstock / Strame Stock Footage


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Video https://www.youtube.com/watch?v=Fu8JZ_0YqxY Dauer 3:34 min


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Rubriken: Audio-Podcast Militäreinsätze/Kriege Terrorismus


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Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=129811


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

09.03.2025

Pausenclowns

overton-magazin.de, vom 5. März 2025 75 Komment

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Lauren Hurley / No 10 Downing Street, OGL 3, via Wikimedia Commons


Frieden, Entspannung und Abrüstung gelten als Verrat: Von einstiger Weltmacht träumend, taumeln die Europäer dem beschleunigten Niedergang entgegen.

Die Europäer geben die Pausenclowns. Die lustigen Stimmungsmacher treten im Zirkus bekanntlich immer dann auf, wenn es etwas zu überbrücken oder Missgeschicke zu überspielen gilt. Sie träumen ein Leben lang von einer eigenständigen Rolle, sind aber immer nur Lückenfüller. Vom Publikum gern gesehen, aber stets in Erwartung, dass sie gleich wieder weg sind und die Show weitergeht.

Während die USA nun die Militärhilfe an die Ukraine eingefroren haben, um Präsident Wolodimir Selenskyj an den Verhandlungstisch zu bringen, versuchen die Europäer, in die Bresche zu springen. In der EU soll eine gigantische Aufrüstung aufgesetzt werden. In Deutschland will die künftige Koalition Sonderschulden in Höhe von 900 Milliarden auflegen, die Hälfte davon allein für Aufrüstung. Sekundiert von der Linkspartei, die allerdings anmerkt, das Ganze besser rechtssicher über die Aufhebung der Schuldenbremse abwickeln zu wollen. Wie das Handelsblatt meldet, klafft in der Haushaltsplanung des Bundes bis 2028 eine Lücke von 130 bis 150 Milliarden Euro.

Frieden nur zu Wasser und zu Luft

Insbesondere Frankreich und Großbritannien präsentieren sich als militärische Retter der Ukraine und stellen die Entsendung eigener Truppen ins Kriegsgebiet in Aussicht. Um ihre Abstinenz in Sachen Diplomatie ein wenig zu übertünchen, wird ein grotesk anmutendes Angebot eines Teilwaffenstillstandes lanciert. Während zur See und in der Luft die Waffen schweigen sollen, gibt es grünes Licht für den Landkrieg. Das kann nicht wirklich ernst gemeint sein.

Die eigenständige Mission Frankreichs und Großbritanniens kennt zwei historische Vorbilder im 20. Jahrhundert. Zum einen der Libyenkrieg 2011. Den NATO-Staaten Frankreich und Großbritannien gingen bei ihrer Invasion in dem nordafrikanischen Land nach drei Tagen die Munitionsvorräte aus, dann sprangen die USA ein. Zum anderen die Suez-Krise 1956, bei der Frankreich, Großbritannien und Israel einen gemeinsamen Überfall auf Ägypten starteten. Deutschland weigerte sich, seine Unterstützung für Israel einzustellen.

Die USA unter Präsident Eisenhower aber verhängten Sanktionen, drohten Großbritannien mit wirtschaftlichen Strafmaßnahmen und stimmten in der Generalversammlung mit der Sowjetunion gegen die Militärintervention, um ihre Beziehungen zu den Staaten der „Dritten Welt“ nicht zu gefährden. Nachdem die USA die Instrumente gezeigt hatten, brach die Aktion der beiden europäischen Kolonialmächte in sich zusammen. Gegen die USA war ein eigenständiges Agieren der Europäer nicht möglich.

Frieden als Bedrohung

Die Parallele zur heutigen Situation ist unverkennbar. Unter der Fahne der Verteidigung setzen Großbritannien und Frankreich darauf, den NATO-Stellvertreterkrieg in der Ukraine ohne Washington alleine fortzusetzen. Um sich gegen die drohende Niederlage zu stemmen, werden bis zur völligen Verausgabung alle erdenklichen finanziellen Mittel mobilisiert. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen kündigte einen 800 Milliarden Euro umfassenden Kriegsfonds an, um den Stellvertreterkrieg am Laufen zu halten. Das Aufrüstungspaket namens „Rearm Europe – Europa wieder bewaffnen“ soll den EU-Staats- und Regierungschefs in Brüssel bei einer Dringlichkeitssitzung vorgelegt werden. Die Frontfrau der Friedensnobelpreisträgerin EU sieht im Frieden eine Gefahr für Europa. „Ich brauche nicht zu beschreiben, wie ernst die Bedrohungen sind, denen wir gegenüberstehen“, so von der Leyen mit Blick auf die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, mit Russland ein Abkommen zur Beendigung des Ukraine-Krieges aushandeln zu wollen.


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Als Kollateralschaden des Versuchs eines eigenständigen Stellvertreterkrieges darf die NATO gelten. Zwar ist die Existenz des Militärpakts trotz Austrittsforderungen von US-Regierungsmitgliedern wie Elon Musk auf absehbare Zeit gesichert, doch der Kern der Allianz, die Versicherung, sich nach Artikel 5 gegenseitig beizuspringen, ist brüchig geworden. Die USA sind nicht bereit wie die Europäer für den NATO-Beitritt der Ukraine ins Risiko eines Dritten Weltkrieges zu gehen.

Unklar ist, wer alles in Europa den französisch-britischen Alleingang unterstützen wird. Es scheint am Ende fragwürdig, ob beispielsweise Polen mit Ministerpräsident Donald Tusk bereit ist, die Beziehungen zu den USA aufs Spiel zu setzen. Auch Ungarn und die Slowakei, Slowenien und Kroatien dürften nicht willens sein, einen Feldzug Kerneuropas gegen Russland auf Dauer zu unterstützen.

Wilhelminische Selbstüberschätzung

Die deutsche Außenpolitik gefällt sich derweil geradezu in einer wilhelminischen Selbstüberschätzung der eigenen Kräfte und will es mit allen Großmächten gleichzeitig aufnehmen. Das wird den Niedergang Europas nur noch beschleunigen, während ein Frieden in der Ukraine in weite Ferne zu rücken scheint.

Die Zukunft für die Gesellschaften im Herzen Europas scheint damit aber vorgezeichnet. Instabilität und soziale Verwerfungen werden das Bild immer mehr prägen. Das ist der Preis von Aufrüstung und Ukraine-Hilfe. Auf die wachsende Unzufriedenheit wird man dann wie in Rumänien heute nur noch reagieren können, indem die demokratischen Spielregeln selbst ausgesetzt werden, um eine liberale Autokratie etablieren zu können, die allein kriegstüchtig erscheint und Kriege fernab der eigenen Grenzen zu führen bestrebt ist.

Die Gefahr bei diesem Vabanquespiel ist, dass man am Ende den Dritten Weltkrieg riskiert, um die eigenen Verluste zu kompensieren. Bezeichnend ist, dass von den deutschen Militärexperten, deren analytische Trefferquote zu wünschen übriglässt, die sich aber doch tapfer mit der 150-prozentigen Unterstützung der Mainstreammedien im Spiel halten, jetzt auch schon die Kriegskredite des Ersten Weltkrieges gefeiert werden, weil es ja schon seinerzeit gegen Russland ging. So können zumindest die Niederlagen der Vergangenheit in Siege verwandelt werden – den Tagträumereien deutscher Militärprofessoren sei Dank. Allein: wir wissen, wie die Sache endete.

Frieden, Entspannung und Abrüstung gelten als Verrat, als würde man förmlich die Katastrophe als Befreiung bürgerlicher Zwänge herbeisehnen. Die Europäer scheinen wie im Rausch, der zum Krieg drängt. Folgerichtig sind da dann erste Rufe nach Wiedereinführung der Wehrpflicht noch in diesem Jahr. Von einstiger Weltmacht träumend, taumeln sie dem beschleunigten Niedergang entgegen, als Pausenclowns der Geschichte.

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75 Kommentare

  1. Die Situation erinnert an 1914 und dann auch wieder nicht: Damals gab es keine Nuklearwaffen.

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  • Sehr guter Artikel!
    Wie alle Artikel von Sevim Dagdelen.
    Vielen Dank!

    Dass Starmer eine neue „Koalition der Willigen “ forderte, zeigt schon,
    wie besinnungslos und unreflektiert diese „Europäer“ von einem Blutbad
    ins nächste taumeln. Dabei wähnen sie auch noch die Moral auf ihrer Seite.
    Unfassbar!

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  • Hier meint man die Weimarer sagen hören „heute ist nicht alles Tage. Ich komm wieder; keine Frage“

    Bisher sah ich immer Scholz in der Rolle als Brüning, aber den Part wird wohl eher Merz übernehmen.
    Immer schön ein falsches Spiel (nicht mit Roger Rabbit) spielen und so oft rechts abbiegen, bis man völlig verwundert feststellt, dass man bei der schmuddeligen Verwandtschaft in der rechten Ecke angekommen ist.
    (Familie ist doch was schönes)
    Die wird dann bei den kommenden Wahlen (noch VOR 2029) der Wunschpartner und die Welt ist wieder in Ordnung.
    Heidewitzka aber auch………

    Deuropa wird dann als Weltmacht auftreten und endlich seinen verdienten Platz in der Geschichte einnehmen!

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  • In den erstdrei Sätzen zwei Mal „die Europäer“ (im letzten als Pausenclowns). Geht noch pauschalistischer? Oder hat bei dieser MdB Sprache nichts mit Denken zu tun?

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  • Danke für diesen treffenden Artikel und leider haben diese Pausenclowns so viele Namen und Gesichter so daß jeden Tag ein anderer im Scheinwerfer steht und seine Hororr-Geschichten verkünden kann. Ich würde sogar sagen es ist ES was zu uns spricht in seiner reinsten und bösartigsten Form. Aber auch ES musste irgendwann abdanken denn den Spuk haben immer mehr durchschaut.

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  • Wie immer, ein hervorragender schlüssiger und flüssig zu lesender Artikel. Dagdelen ; neun Punkte ????

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  • Es droht der Frieden.
    Unser Schicksal liegt in den Händen von Menschen, deren einzige Qualifikation Ignoranz und Dreistigkeit sind.
    Das Problem der Demokratie ist die intellektuelle Substanz des „Demos“.

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  • Ich verstehe nicht, warum hier Wilhelminische Selbstüberschätzung angeführt wird. Immerhin ergab sich Deutschland im Ersten Weltkrieg bevor ausländische Truppen einmarschierten. Im Glaube an den Endsieg wurde im Zweiten Weltkrieg bis zum Selbstmord gekämpft. Und wenn ich es richtig verstehe, beginnt die BRD gerade mit einem Sonderselbstmord.

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  • Guter Text, wie immer von Frau Dagdelen ????

    Übrigens, dass der Vorschlag der Ukraine nicht ganz ernst gemeint war kann Mensch heute bei Gmx.de (dem Nachrichtenüberblick dort) nachlesen – dieses „ES“ (= Horrorclown von Stephen King; an den erinnert mich Selenskij immer mehr) spielt mit dem „Frieden“ wie die sprichwörtliche „Katze mit der Maus“ ????

    Nur ob Russland und die USA sich auf diese „Spiele“, das „Pokern des Herrn Selenskij….(Zitat US-Präsident Donald Trump) und seiner „Regierung“ einlassen ist eine andere Frage.

    Trump hat ja mittlerweile eine sehr fähige CIA-Chefin, und die kann ihn besser beraten als die CIA Joe Biden beraten hat – Tulsi Gabbard *daumenhoch*

    Man kann es nicht oft genug erwähnen, denn genau daher weht der Wind – vieles was wir nur über die Schweiz erfahren, weil RT Deutsch in Deutschland ja gesperrt ist, erweist sich nun als wahr – nix „Verschwörungstheorie“ oder „russische Propaganda“ – die CIA klärt über dieselben Dinge auf, die manche von uns längst über RT Deutsch erfahren haben.

    Es weht eben ein anderer Wind bei dem US-In- und Auslandsgeheimdienst, die erfahren aus erster Quelle was die („Bandera“)-Ukraine so lügt und betrügt ????

    Übrigens was die EU angeht, Rest-Europa, und deren Militarismus – ein Land schert aus, wie früher schon einmal als der GröFaZ nach Moskau wollte – Italien ???? *Daumen hoch*

    Gruß
    Bernie

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  • Pausenclowns? Hm, ich lese gerade bei der Tagesshow „Macron erwägt USA-Reise mit Starmer und Selenskyj“. Ob sich Trump dann denkt „Ja toll, da kommen die drei Stooges“?

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  • Personen wie Frau Dagdelen waren für mich der Grund, das BSW zu wählen.
    Vielen Dank für diesen scharf-analytischen Text!

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  • „Die Europäer“ ? Ganz sicher nicht. Tatsächlich interessiert die Meinung „der Europäer“ überhaupt nicht, deshalb gibt es ja das „Eliten“konstrukt EU: damit der Plebs idealerweise überhaupt nicht mehr mitbestimmen kann. Sondern wie seit Jahrhunderten der Geld- und Erbadel den Ton ohne lästige Mitbestimmung des Pöbels „durchregieren“ kann.

    Diese selbsternannten „Eliten“ der wertewestlichen Teile Europas und deren Politmarionetten mitsamt ihren korrupten Medien allerdings sind hier zutreffend beschrieben.

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  • Der Autor betont die Höhe der Verteidigungsausgaben. Es braucht viel Geld, um einen Angreifer abzuschrecken. Diese Verteidigungsausgaben sind lebenswichtig.

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  • Bei dem, was hier grade abgeht, kann man wirklich nur fassungslos die Hände über dem Kopf zusammenschlagen…

    Danke für den hervorragenden Artikel sage ich als Rechter zu einer Linken. – Echte Patrioten wollen ein neutrales Deutschland statt einen erneuten, und diesmal endgültig letzten, Hurra-Sprung in den Abgrund.

    Sehr schade, daß der wichtigste Punkt von allen, eine stabile, europäische Friedensordnung mit einem neutralen Deutschland, das auch mit der Russischen Föderation gute Verbindungen pflegt, nicht von allen, die das auch so sehen, *gemeinsam* angegangen werden „kann“. Ich bin mir sicher, daß es auf Seiten der Neuen Rechten und der AfD dafür viele Mitstreiter gäbe.

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  • Liest sich gut, ist letztlich aber auch nur unglaubwirdiges Geschwätz aus einer Partei voller Pausen Clowns.
    Mit wem hat sich das BSW nach Landtagswahlen zuletzt noch mal ins Bett gelegt?

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  • Eine Sache macht mich stutzig, Frau Dagdelen: Glauben Sie wirklich, dass dir Amerikaner die Hilfen einfrieren, um die Ukraine an den Verhandlungstisch zu bringen?

    Ich denke: Nein.

    Es geht einzig und alleine darum, die Europäer
    dazu zu bringen, den eigenen Untergang
    wirklich restlos alleine zu bezahlen.
    Im Interesse des alten Hegemons.

    Deswegen dieses Spiel: Good Cop,
    Bad Cop.

    Wir erinnern uns daran, dass die USA
    die treibende Kraft hinter diesem Krieg
    waren, sind und sein werden…

    Eigentlich genial, den Mann auf dem
    elektrischen Stuhl dazu zu bringen,
    die Stromrechnung auch noch vorab
    zu bezahlen. Das ist wahre Macht.

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  • Eins wird immer deutlicher, der ukrainische Krieg war das Projekt der Biden-Demokraten, wurde aber von den europäischen Eliten nach der Abwahl Bidens nicht bloß geerbt, sondern wird mit Zähnen und Klauen verteidigt – gegen alle praktischen Interessen Europas.
    Gegenwärtig hat man den Eindruck in der Irrenanstalt zu wohnen, wo die Insassen die Leitung übernommen haben.

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  • der wichtigste Satz aller Kritischen sollte sein:
    W.Buffet:
    „wir sind im Krieg Reich gg arm und die Reichen sind dabei ihn zu gewinnen!“
    je globaler geschwurbelt wird desto mehr wird alles und jedes eingekauft und dann die jeweiligen Bevölkerungen auf Hungerlohn gesetzt!
    wir lästern m.E. zu Recht über Ukraine aber was gehört uns in z.B. Dt noch ? und wo können wir noch ohne Black Rock und Co Pups sagen … (
    übeigens: weltweiter Imperialismus der Reichen zu Wasser, zu Lande, im All und in der Luft!
    ach ja und der 2.Satz:
    „Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert!“
    (mit AktionärsGedöns und FiatGelder mehr denn je machbar!)

    Antworten

  • Wenn man auf der Seite des fanatischen Spinners wie Selenskyj steht ist das kein Wunder.Unsere Alt Politiker sind zu dämlich um das zusehen.

    Antworten

  • Bertold Brecht schrieb 1951:

    „Das große Carthago führte drei Kriege. Es war noch mächtig nach dem ersten, noch bewohnbar nach dem zweiten. Es war nicht mehr auffindbar nach dem dritten.“

    Carthago = Europa

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  • https://www.20min.ch/story/us-vizepraesident-40-jahre-keinen-krieg-gefuehrt-briten-sauer-ueber-vance-aussage-103295534

    vance: friedenstruppen von euch? könnt ihr überhaupt krieg?
    starmer: guck mal wieviele briten wir euch schon geopfert haben!

    zeit fürs bett, für solche albträume habe ich zu wenig phantasie.

    Antworten

  • Insgesamt ein sehr guter Artikel von Sevim Dagdelen, nur der Titel ist etwas unglücklich gewählt..
    Diese „Pausenclowns“ sind nicht ungefährlich und können die Welt in Brand setzen

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  • Etwa die FDP sagt: „Merz’ Schuldenorgie gefährdet Deutschlands Zukunft“.

    Für die Schuldenorgie ist aber auch nicht ausschließlich nur Herr Merz verantwortlich.
    Man muss es auch im Hinterkopf haben, dass Geld als solches ebenfalls eine Schuld ist.

    Wenn Herr Merz jetzt aber den Weg für Milliarden-Schulden ebnet?
    Irgendwo haben wir auch ein Geld- und Bankensystem, das nur solange funktionieren kann, wie man noch Dritte findet, die sich mit ihren Geldausgaben „verschulden“. Aber es wird doch mit der Zeit immer schwieriger, dass man überhaupt noch Dritte findet, die sich überhaupt noch mit ihren Geldausgaben „verschulden“ können.

    Immer wieder liest man es, dass es eben auch BSW-Anhänger sind, die für die Lockerung der Schuldenbremse sind.
    Jetzt wollte doch auch die neue Thüringer Finanzministerin Katja Wolf (BSW) offenbar außerhalb des regulären Haushalts neue Schulden machen.

    Immer mehr Staatsschulden sorgen zwar für den Systemerhalt. Allerdings werden wir durch immer mehr Geld in der Welt in ein völlig sinnloses Hamsterrad hineingeschickt.

    Etwa Hubertus Heil sagt: „Mit dem Bürgergeld lohnt sich Arbeit mehr“.
    In Wirklichkeit weiß es unser vermeintlicher Arbeitsmarkt gar nicht, welche Art von Arbeit wir benötigen.

    Die Kriegsgefahr entsteht vor allem auch dadurch, dass wir durch immer mehr Staatsschulden, die niemand jemals zurückzahlen kann, in ein völlig sinnloses Hamsterrad geschickt werden.

    Anstatt aber vor dem sinnlosen Hamsterrad des Kapitalismus zu warnen, will das BSW etwa auch neue Fachkräfte mit „höheren Löhnen“ gewinnen.

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  • Nachdem die Globalterroristen bzw. Philandrophen in der USA eine politische Niederlage erlitten haben, aktivieren sie ihre Huren in Europa gegen Trump.

    Denn das Krebsgeschwür des Westens ist Egoismus kombiniert mit sehr viel Geld.

    Geld was Demokratie, Wohlstand und Sicherheit zerstört.

    Beim Kauf und Verkauf von Waren ist eine Mehrwertsteuer zu entrichten.

    Daher wäre auch eine Kapitalumlaufsteuer gerechtfertigt. Quasi eine erweiterte Tobin Tax.

    Ich denke da ein einen Steuersatz von etwa 2% für Kapitaltransfers die keinen sozialen Nutzen haben.

    PS: Jeder Mensch mit etwas Hausverstand weiß, dass Russland kein Interesse an Europa hat.

    Wer möchte schon Narrenhäuser erobern.

    Und dass Europa pleite ist bzw. auch in 10 Jahren keine militärische Konkurrenz zu Russland darstellt.

    Es ist mehr das irrre Gefuchtel politischer Horrorclowns, einer untergehenden Elite, die noch schnell das Geld der Arbeitenden auf die Konten ihrer Zuhälter, sprich Finanzmogule Virenmanipulateure, Demokratiezerstörer, Massenmörder und Waffenhändler transferieren möchten.

    Antworten

  • …. Pausenclowns … eher …. Bankrotteure …. unterwegs ….

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  • Aber ich bitte Sie! Im Nachbarartikel erklärt uns doch Wolf Wetzel, dass dieLinke die letzte Bastion vor dem Neu-Faschismus sei. Da muss doch ein JvanAken mit seinen Rüstungs- und Kriegsträumen und Kriegshetze gegen Russland ein Guter sein!

    Antworten

  • Frau von der Leyen gehört wegen Mordes auf die Anklagebank. Wer Kriege nicht beendet ist ein Mörder.

    …aber bitte vor anständigen Gerichten, die deutschen decken Verbrechen nur (Oberst Klein, Gaza, Ukraine).

    Antworten


  • Info: https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/pausenclowns


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    09.03.2025

    Lawrow im O-Ton In der Frage europäischer Truppen in der Ukraine sieht Russland „keinen Spielraum für Kompromisse“

    anti-spiegel.ru, vom 7. März 2025 10:00 Uhr, von Anti-Spiegel

    Die Rede an die Nation von Präsident Macron, die wie eine Kriegserklärung an Russland klang, hat in Russland für viele Reaktionen gesorgt. Bei einer Pressekonferenz wurde auch der russische Außenminister Lawrow danach und nach anderen Aspekten der Ukraine-Krise gefragt. Seine Antworten waren eindeutig.

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    Der russische Außenminister Lawrow hat am Donnerstag den Außenminister Simbabwes Murwira empfangen. Bei der anschließenden Pressekonferenz interessierten sich die Reporter jedoch nur für die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine-Krise und für die russische Position zur aggressiven Rede an die Nation des französischen Präsidenten Macron. Ich habe daher alle Journalistenfragen und Lawrows Antworten komplett übersetzt.

    Beginn der Übersetzung:

    Frage: Medienberichten zufolge haben die USA seit dem 4. März dieses Jahres die Militärhilfe für die Ukraine ausgesetzt, bis Präsident Trump entscheidet, dass Kiew sein Engagement für Friedensgespräche unter Beweis stellt. Wann kann Ihrer Meinung nach die Militärhilfe wieder aufgenommen werden? Ist in naher Zukunft mit einer Änderung der Beziehungen zwischen den USA und der Ukraine zu rechnen, insbesondere angesichts der Versuche von Selensky, sich für den Vorfall im Weißen Haus zu entschuldigen? Was denkt Russland über die Aussetzung der Militärhilfe für die Ukraine?

    Lawrow: Wir haben schon oft gesagt, dass der ehemalige EU-Chefdiplomat Borrell Recht hatte, als er in seiner charakteristischen Art sagte, dass der Konflikt in der Ukraine sehr schnell, in zwei Wochen, beendet werden könnte, wenn man einfach die Militärhilfe für das ukrainische Regime einstellen würde. Das ist die Antwort auf Ihre Frage. Wir stimmen mit dieser Einschätzung überein.

    Außerdem fügte Borrell sofort hinzu, dass das unter keinen Umständen geschehen dürfe, da man Russland zunächst eine „strategische Niederlage“ zufügen und ihm dann die Bedingungen und Maßnahmen diktieren müsse. Er hat ja angeblich einen verantwortungsvollen Posten bekleidet.

    Die Naivität solcher Äußerungen ist verständlich. Die Nachfolgerin von Herrn Borrell, Frau Kallas, folgt, wie die meisten europäischen Länder, der gleichen Logik. Es ist Zeit, sich nicht mehr über ihr Verhalten zu wundern. Sie alle behaupten, dass „Frieden in der Ukraine schlimmer ist als Krieg“. Man müsse zunächst einen Vorteil „auf dem Schlachtfeld“ erzielen und dann „mit einem schwachen Russland verhandeln“.

    Allerdings ist von der Aufgabe, Russland eine „strategische Niederlage“ beizubringen, nun keine Rede mehr. Der französische Präsident Macron sagte gestern in einer langen, ziemlich nervösen Erklärung, dass der Krieg nicht mit der Kapitulation der Ukraine enden dürfe. Von Russlands „strategischer Niederlage“ bis zur Kapitulation der Ukraine ist es ein weiter Weg. Wenigstens haben sie die Kraft gefunden, diesen Weg zu gehen.

    Was die aktuelle Situation der militärischen Unterstützung und die von den USA angekündigte Pause betrifft, die auch in Bezug auf die Bereitstellung von Geheimdienstinformationen angekündigt wurde: Das bestätigt, was wir immer gesagt haben. Präsident Putin hat wiederholt darauf hingewiesen, dass die Ukrainer ohne die direkte Beteiligung des Westens, der USA, Großbritanniens, Frankreichs, Deutschlands und anderer Länder, die ihr nachrichtendienstliche Informationen zur Verfügung stellen und bei der Nutzung der Technologie zum Abschuss von Langstreckenraketen auf unser Territorium helfen, nicht in der Lage gewesen wären, dies zu tun. Das ist bereits eine sehr wichtige Erkenntnis.

    Über die Aussichten für die Dauer dieser Pause möchte ich mich nicht äußern. Wir haben die von Präsident Putin gestellten Aufgaben. In all den Jahren haben wir klar gesagt, dass wir immer offen für Verhandlungen sind.

    Wir haben die Position der Trump-Administration begrüßt, die im Gegensatz zu Bidens Team erklärt hat, dass sie den Frieden und nicht den Krieg will. Auch wir sind für den Frieden und zu einem ehrlichen Gespräch bereit, bei dem alle Ursachen dieses Konflikts berücksichtigt werden, einschließlich der Hauptursache – die Sicherheit der Russischen Föderation und Garantien dagegen, dass die NATO die Ukraine weiterhin als Gebiet „schluckt“, das dann vereinnahmt wird, um eine ständige Bedrohung für die Russische Föderation zu schaffen.

    Herr Murwira bekräftigte, dass Simbabwe versteht, dass die Ursachen angegangen werden müssen und nicht irgendwelche Zwischenschritte, die nur dazu dienen, das nazistische Kiewer Regime erneut mit modernen Waffen vollzupumpen, um den Krieg gegen Russland fortzusetzen.

    Frage: In der Ansprache an die Nation sagte der französische Präsident Macron gestern Abend, dass Russland zu einer Bedrohung für Frankreich und ganz Europa geworden sei. Er merkte auch an, dass man Gespräche über den Einsatz der Atomwaffen dieses Landes zur Verteidigung der gesamten EU aufnehmen solle. Was halten Sie von Macrons Äußerungen über die Bedrohung durch Russland und für wie gefährlich halten Sie die Atomwaffenrhetorik insgesamt? Können diese Worte des französischen Präsidenten als eine Bedrohung für unser Land angesehen werden?

    Lawrow: Natürlich ist das eine Bedrohung für Russland. Wenn sie uns als Bedrohung ansehen, ein Treffen der Stabschefs der europäischen Länder und Großbritanniens einberufen und sagen, dass man Atomwaffen einsetzen, sich auf den Einsatz von Atomwaffen gegen Russland vorbereiten müsse, dann ist das eine Bedrohung.

    Im Gegensatz zu seinen Vorgängern Napoleon und Hitler, die ebenfalls in den Krieg gegen Russland ziehen wollten, handelt Herr Macron nicht sehr würdevoll. Denn die haben klipp und klar gesagt: Wir müssen Russland erobern, wir müssen es besiegen. Offenbar will er dasselbe, aber aus irgendeinem Grund sagt er, dass man gegen Russland in den Krieg ziehen müsse, damit es Frankreich nicht besiegt, dass unser Land eine Bedrohung für Frankreich und Europa darstellt.

    Macron erklärt regelmäßig hochmütig, er werde auf jeden Fall den russischen Präsidenten Putin anrufen und mit ihm sprechen. Er hat die Möglichkeit, niemand verbietet es ihm. Im Gegenteil, der Präsident betont ständig, dass er für Kontakte mit allen seinen Kollegen offen ist.

    Was diese, seien wir ehrlich, unklugen Anschuldigungen angeht, Russland bereite einen Krieg gegen Europa und Frankreich vor: Putin hat wiederholt erklärt, dass diese Gedanken wahnhaft und unsinnig sind. Für jeden vernünftigen Menschen ist es völlig klar, dass Russland das braucht. Wir müssen die Ursachen der Situation beseitigen, die der Westen in der Ukraine geschaffen hat, um Russland zu unterdrücken, zu beeinflussen, zu bekriegen. Das ist in erster Linie die Ausweitung der NATO. US-Präsident Trump und sein Team wissen sehr wohl, dass das die Hauptursache war. Sie sprechen öffentlich darüber.

    Aber währenddessen schweigen die Europäer, die aus irgendeinem Grund beschlossen haben, dass die USA ihre Interessen verraten haben, zu allen Ursachen, zum Thema NATO. Im Gegenteil, sie versuchen, innerhalb des Bündnisses eine Kampftruppe „zu basteln“, die auf dem Territorium der Ukraine stationiert werden soll.

    Eine weitere Ursache, die wir immer wieder erwähnen, ist die gesetzgeberische Ausrottung der russischen Sprache, Medien und Kultur sowie das Verbot der kanonischen ukrainisch-orthodoxen Kirche. Niemand im Westen hat bisher ein Wort darüber verloren, obwohl der Westen die Menschenrechte bei jedem anderen Thema ganz oben auf der Liste hat.

    Jetzt gab es eine Veranstaltung zwischen der EU und zentralasiatischen Ländern. Dort ist außer den Menschenrechten nicht viel gewesen, obwohl in Zentralasien niemand verbietet, irgendeine Sprache zu sprechen: weder Russisch, noch Französisch. Aber in der Ukraine haben sie es verboten. Gleichzeitig behaupten Beamte aus Selenskys Büro, sie hätten „die offenste Demokratie der Welt“. Europa „schluckt“ das alles und schweigt.

    Ich fand es seltsam zu hören, dass Herr Macron in aggressiver Art und Weise das Werk Napoleons fortsetzte, der Russland erobern wollte, wobei er seine wahren illusorischen Absichten verbarg – die muss man hier gar nicht erklären – und begann, sich zu äußern und den russischen Präsidenten Putin dafür zu kritisieren, dass er ständig betrüge.

    Es ist, als wäre er in einen Dialog mit US-Präsident Trump getreten. Der sagte deutlich, dass alles, was er mit Putin vereinbart hat, immer eingehalten wurde. Der französische Präsident Macron beschloss, dem Weg von Selensky zu folgen, der im Oval Office nicht zögerte zu lügen, und erwähnte, dass Putin einige „Vereinbarungen“ 25 Mal gebrochen habe. Und das von einem Mann, der mit dem Slogan an die Macht gekommen ist, Frieden zu schaffen und das Minsker Abkommen umzusetzen. Dann begann er zu erklären, dass er es niemals umsetzen würde.

    Macron sagte auch, dass Putin ständig gegen alles verstoßen habe, worüber gesprochen wurde. Es stellt sich insbesondere heraus, dass dieser Vorwurf auch das Treffen in Paris betrifft. Der französische Präsident hat im Dezember 2019 einen Normandie-Gipfel mit Macron selbst, der damaligen deutschen Bundeskanzlerin Merkel, dem russischen Präsidenten Putin und Selensky veranstaltet. Im Dezember 2019 sollte es, wie die Franzosen und Deutschen ankündigten, um die Rettung des Minsker Abkommens gehen.

    Dann haben wir uns bei der Vorbereitung dieser Veranstaltung im Dezember 2019 im Elysee-Palast auf Expertenebene und auf Ministerebene im Konsens auf die Abschlussdokumente dieses Treffens geeinigt. Im ersten Absatz des Dokuments heißt es, dass wir uns einig sind, dass die Truppen auf ihrer gesamten Länge von der Kontaktlinie abgezogen werden müssen. Dem Dokument wurde zugestimmt.

    Als die Staats- und Regierungschefs sich bereits zusammengesetzt hatten und ihnen das Dokument vorgelegt wurde, auf das sich die Experten und Minister geeinigt hatten, sagte Selensky, dass er sich nicht darauf einlassen würde, dass er die Truppen nicht entlang der gesamten Kontaktlinie abziehen würde, weil diese dann für immer eine Grenze bleiben würde.

    So hat er auch das Minsker Abkommen gesehen. Er sagte, er könne nur so weit gehen, dass er die Truppen an drei Punkten der Kontaktlinie abziehe. Ukrainische Vertreter wiesen auf diese Punkte hin. Wir mussten zustimmen, obwohl sowohl Macron als auch Merkel unangenehm überrascht waren. Aber die Fähigkeit dieses Charakters, Gastfreundschaft auf seine Art zu nutzen, ist bekannt.

    Im Nachhinein möchte ich hinzufügen, dass an keinem dieser „Punkte“, die Selensky selbst als Orte angegeben hat, an denen ein Rückzug der Truppen von der Kontaktlinie möglich wäre, etwas unternommen wurde. Die Ukrainer haben diese Vereinbarung zerrissen.

    Der politische Teil des in Paris angenommenen Dokuments bestätigte, was im Minsker Abkommen niedergeschrieben war: die Notwendigkeit, den Sonderstatus der Volksrepubliken Donezk und Lugansk durch eine entsprechende Änderung der Verfassung juristisch zu verankern. Das wurde schriftlich festgehalten. Ein paar Tage später wurde klar, dass Selensky nichts unternehmen würde. Das Filmmaterial liegt vor, denn am Ende des Gipfels im Dezember 2019 in Paris, als die vier Staats- und Regierungschefs bei der Pressekonferenz an einem Tisch saßen, war zu sehen, wie Selensky während der Rede von Putin Grimassen schnitt und damit seine Haltung zu dem soeben unterzeichneten Dokument deutlich machte.

    Jetzt sagt er in seinen „gehobenen“ Reden schon, dass Russland die Pariser Vereinbarungen nicht erfüllt habe. Auch die Tatsache, dass die damalige deutsche Bundeskanzlerin Merkel und der französische Präsident Macron 2019 in Paris von der Notwendigkeit dieses Gipfels sprachen, um das Minsker Abkommen zu retten, erwies sich als Lüge, denn nach diesem Gipfel sagten sowohl der damalige französische Präsident Hollande, der das Minsker Abkommen unterzeichnet hatte, als auch Bundeskanzlerin Merkel selbst, dass sie nichts umsetzen wollte. Sie müssten Zeit gewinnen, um die Ukraine mit Waffen „vollzupumpen“. Sie hat also gelogen, als sie dazu aufrief, das Minsker Abkommen zu retten.

    Naivität ist in der Politik nicht willkommen. Wir haben nicht die Absicht, jemals wieder Naivität zu praktizieren.

    Frage: Europa diskutiert die Idee, Friedenstruppen in die Ukraine zu entsenden. Ist Moskau immer noch dagegen? Oder gibt es doch Spielraum für einen Kompromiss?

    Lawrow: Wir sehen keinen Spielraum für Kompromisse.

    Diese Diskussion wird mit einer offen feindlichen Absicht geführt. Sie machen keinen Hehl daraus, wozu sie das brauchen.

    Der französische Präsident Macron, der vom britischen Premierminister Starmer unterstützt wird, wird demnächst mit Selensky nach Washington reisen, um sich zu verbeugen. Nach ihrem Plan sollen die Feindseligkeiten für einen Monat ausgesetzt werden, zumindest in der Luft, zur See und in Bezug auf die Energieanlagen. Und während dieser Zeit sollen diese Truppen parallel zur Vereinbarung von Friedensbedingungen stationiert werden.

    Erstens, wenn man Truppen in das Gebiet eingeführt hat, wird man sich danach wahrscheinlich nicht auf irgendwelche Bedingungen einigen wollen, weil man „vor Ort“ Fakten schafft.

    Zweitens hat sich die Trump-Administration auf Fragen von Journalisten hin so geäußert, dass solche Dinge, vor allem wenn sie versuchen, sie als „Friedenstruppe“ zu bezeichnen, diskutiert werden und Gegenstand einer Vereinbarung zwischen den Parteien sein müssen. Das ist etwas, das weder Macron, Starmer noch andere Befürworter der Truppeneinführung in der Ukraine auch nur erwähnen.

    Wir werden die Präsenz dieser Truppen auf ukrainischem Territorium genauso sehen, wie wir die mögliche Präsenz der NATO in der Ukraine gesehen haben. Ganz gleich, unter welcher Flagge diese Operation stattfindet – EU-Flagge oder Nationalflaggen der Länder, die die Kontingente stellen -, ganz gleich, welche Abzeichen, sogar Bandera-Abzeichen, auf die Ärmel der Uniformen geklebt werden, es werden immer NATO-Truppen sein. Aus irgendeinem Grund haben sich die Iren bereits bereit erklärt, ihr Kontingent zu entsenden – sie wollen außerhalb des Nordatlantikbündnisses sein -, Kanada – ohne die geht nichts! -, Australien. Es versammelt sich eine interessante Gruppe.

    Wir werden auf jeden Fall nicht einfach zuschauen, wenn so etwas passiert. Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass es sich dabei nicht um eine vermeintlich hybride, sondern um eine direkte, offizielle, unverhüllte Beteiligung von NATO-Ländern an einem Krieg gegen die Russische Föderation handeln wird. Das kann man nicht zulassen. Vor allem vor dem Hintergrund der gestrigen nervösen Äußerung des französischen Präsidenten Macron, Russland sei eine Bedrohung für Europa. Wenn das so ist, dann müssen die Truppen gegen diese Bedrohung gerichtet werden.

    Seit Beginn der Militäroperation – damals, als 2022 in Weißrussland verhandelt wurde, dann in Istanbul praktisch ein Dokument vereinbart, unterschrieben und paraphiert wurde, dessen Erfüllung der damalige britische Premierminister Johnson verbot und dem Selensky gehorsam zustimmte – wird uns immer gesagt, und Macron sagt das auch, dass die Verhandlungen nicht ohne die Ukraine weitergehen können. Dass Russland und die USA sich auf etwas einigen werden und die Ukraine und Europa am Rande stehen werden. Sie sagen, dass ohne die Ukraine und Europa nichts zu machen ist. Kein einziges Wort über die Ukraine ohne die Ukraine.

    Die ganze Zeit über wurde auf verschiedenen, vom Westen aktiv geförderten Foren, auf denen entweder die „Friedensformel“ oder die „Siegesformel“ von Selensky diskutiert wurde – jetzt hat er eine neue Initiative unter einem neuen Namen ins Leben gerufen -, wurde im Grunde über Russland ohne Russland geredet. Das ist koloniales, neokoloniales Denken. Einfach gesagt, es ist eine Unverschämtheit, die sie als normales Verhalten betrachten: ohne die Ukraine kein Wort, aber ohne Russland – gerne.

    Kürzlich prahlten der britische Premierminister Starmer und der französische Präsident Macron damit, dass sie etwas zu Papier bringen und Selensky erklären würden, dass er es akzeptieren solle, und dann zu US-Präsident Trump gehen würden, um seine Zustimmung zu erhalten. Und nach all dem wird es dem russischen Präsidenten Putin vorgelegt. Wie ist das aus Sicht der diplomatischen Etikette? Ich weiß, dass die Etikette eine relative Angelegenheit ist. In der realen Diplomatie – auch hier sage ich nicht „Etikette“, sondern „Anstand“ – tritt der Westen den Anstand seit langem mit Füßen, so dass das nicht überraschend ist.

    Ich höre vernünftige Stimmen, auch innerhalb der NATO und der EU, die erkennen, dass Macron absolut unbedachte Dinge tun kann, um seinen Ruf zu retten, der innerhalb Frankreichs hoffnungslos zertreten wurde.

    Ende der Übersetzung


    Info: https://anti-spiegel.ru/2025/die-offizielle-erklaerung-des-russischen-aussenministeriums


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    09.03.2025

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    09.03.2025

    Das Ende von USAID: Des einen "Soft Power" ist des anderen "hybrider Krieg"

    freedert.online, 5 Mär. 2025 20:22 Uhr,Von Pierre Levy

    Die Absetzung von Fördermitteln für NGOs und unabhängige Medien in Osteuropa und dem postsowjetischen Raum wird als Bedrohung für die Pressefreiheit wahrgenommen. Es stellt sich die Frage, wie unabhängig diese Medien, die stark von US-Finanzierung abhängen, tatsächlich sind.


    Quelle: Gettyimages.ru © Chip Somodevilla/Getty Image


    "Wähler wollen USAID", meint diese einsame Protestiererin vor dem USAID-Hauptsitz in Washington, DC,, als die ehemalige Leitertin der US-Behörde Samantha Power (2. v. l.), am 27.02.25 den entlassenen Mitarbeitern Beileid mitteilt.


    Screenshot_2025_03_10_at_08_39_30_Das_Ende_von_USAID_Des_einen_Soft_Power_ist_des_anderen_hybrider_Krieg_RT_DE

    Video https://mcdn.podbean.com/mf/download/zseifj4bzyq43kr2/Das_Ende_von_USAID_Des_einen_Soft_Power_ist_des_anderen_hybrider_Krieg5zo4s.mp3 Dauer 8:34 min


    Erleben wir gerade eine historische Epoche? Das wird sich erst später zeigen. Sicher ist aber, dass sich die Ereignisse in den internationalen Beziehungen mit einer kaum vorstellbaren Geschwindigkeit beschleunigen. Was vor zwei Wochen noch unwahrscheinlich war, ist letzte Woche passiert. Was letzte Woche unvorstellbar war, ist diese Woche geschehen. Und was wir uns diese Woche nicht vorstellen können, könnte schon morgen eintreten.

    Vorsichtigerweise ist es daher ratsam, einige Tage zu warten, um die aktuellen geopolitischen Erschütterungen kühl zu analysieren. Es kann aber eine Gelegenheit sein, auf ein wichtiges Ereignis zurückzukommen, das fast schon vergessen ist, obwohl es erst wenige Wochen her ist: die von Donald Trump beschlossene Einstellung der Tätigkeit der USAID.


    Lukaschenko dankt Elon Musk: USAID finanzierte Unruhen in der Ukraine und in Weißrussland




    Lukaschenko dankt Elon Musk: USAID finanzierte Unruhen in der Ukraine und in Weißrussland






    Diese Institution – die United States Agency for International Development – wurde 1961 mit dem proklamierten Ziel gegründet, weltweit die wirtschaftliche Entwicklung, humanitäre Maßnahmen, den Fortschritt im Gesundheitswesen und die Armutsbekämpfung zu finanzieren sowie zur Förderung der Demokratie beizutragen.

    Die Agentur wurde von Anfang an der Aufsicht des Präsidenten der Vereinigten Staaten, des Außenministeriums und des Nationalen Sicherheitsrates unterstellt. So viele vollkommen uneigennützige Behörden, die sich nur um das globale Gemeinwohl kümmern ... Im Jahr 2003 forderte der damalige Leiter jedoch die von der USAID finanzierten Partner auf, das Image der amerikanischen Regierung besser zu fördern. Zu diesem Zeitpunkt verfügte die Agentur über ein Jahresbudget von rund zehn Milliarden Dollar.

    Eine finanzielle Schlagkraft, die weiter zunahm. Im Jahr 2024 erreichte sie die astronomische Summe von 44 Milliarden, bevor der Präsident im Februar 2025 ihre Aktivitäten einstellte, um aus finanziellen und ideologischen Gründen alle laufenden Projekte zu überprüfen.

    Zweifellos sind Tausende Akteure angesichts der abrupten Unterbrechung ihrer Arbeit für Menschen in Not, die an Unterernährung oder Epidemien leiden, aufrichtig verzweifelt. Aber es ist die Panik der NGOs, die die "Zivilgesellschaften" bilden sollen, und die Verwirrung der "unabhängigen" Medien, denen die Subventionen von Uncle Sam fehlen werden, die unsere Aufmerksamkeit erregen sollten.

    Denn seit Jahrzehnten setzt sich Washington über die USAID für die Förderung ... der Pressefreiheit ein. Man könnte meinen, dass diese bewundernswerte Fürsorge zunächst in den Vereinigten Staaten selbst hätte praktiziert werden sollen. Denn dort kommt es seit Jahren zu einer regelrechten Hekatombe an den Printmedien, insbesondere an den lokalen Tageszeitungen: Aus Geldmangel verschwinden sie eine nach der anderen.


    Die Maschine für Farbrevolutionen zerbricht





    Meinung

    Die Maschine für Farbrevolutionen zerbricht






    Aber die nacheinander folgenden US-Behörden waren offensichtlich mit für sie vorrangigeren Handlungsfeldern beschäftigt, insbesondere in Osteuropa und im postsowjetischen Raum". Und genau dort mehren sich die panischen Proteste, was das Ausmaß der jüngsten und älteren amerikanischen Großzügigkeit offenbart.

    Die NGO Reporter ohne Grenzen (RSF) hat nicht gezögert zu behaupten, dass die Entscheidung von Donald Trump "den Journalismus weltweit ins Chaos stürzt". Nichts weniger. Und um seinen Alarmruf zu untermauern, erinnert RSF daran, dass die USAID im Jahr 2023 "die Ausbildung und Unterstützung von 6.200 Journalisten, die Hilfe für 707 nichtstaatliche Medien und die Unterstützung von 279 Organisationen der Zivilgesellschaft, die sich für die Stärkung unabhängiger Medien einsetzen, finanziert hat". Darüber hinaus sind in diesen Zahlen die Mittel nicht enthalten, die direkt vom Außenministerium und vom Kongress bereitgestellt wurden.

    Wir haben richtig gelesen: Für RSF zielte die amerikanische Großzügigkeit auf die "Stärkung unabhängiger Medien" ab. Die NGO sieht offensichtlich keinen Widerspruch in den Begriffen.

    Dies gilt beispielsweise für die ungarischen Medien, die sich dem Premierminister Viktor Orban widersetzen und ihn beschuldigen, zu nah an Moskau zu sein. Vor Trumps Entscheidung rechneten diese EU-freundlichen Zeitungen und Websites in diesem Jahr damit, sich 430.000 Euro zu teilen. Ohne diese Subventionen riskieren die meisten von ihnen nach eigenen Angaben, ihre Arbeit einstellen zu müssen. Das zeigt, wie ... unabhängig sie sind.

    Ähnliche Sorgen gibt es in Georgien seitens der "Organisationen der Zivilgesellschaft", die befürchten, mittellos dazustehen, während sie die Regierung, die kürzlich in Tiflis wiedergewählt wurde, bekämpfen wollten, da sie ebenfalls als "prorussisch" eingestuft wird.


    Fast alle ukrainischen Medien hängen an amerikanischem Geld





    Fast alle ukrainischen Medien hängen an amerikanischem Geld






    Letztere hatte im vergangenen Jahr ein Gesetz verabschieden lassen, das Gruppen und Zeitungen, die Subventionen aus dem Ausland erhalten, dazu verpflichtet, diese Finanzierung öffentlich zu machen; diese Verpflichtung hatte unter den westlichen Regierungen und den großen Medien, die einen Angriff auf die öffentlichen Freiheiten anprangerten, für einen Skandal gesorgt. Im Nachhinein versteht man ihre Empörung...

    In Armenien ist die Situation anders. Die Behörden in Eriwan machen keinen Hehl aus ihrem Wunsch, sich von Moskau zu entfernen und sich dem Westen anzunähern. Rein zufällig hatte die Regierung dieses Landes gerade erreicht, dass USAID-Mittel für die Stärkung der "Zivilgesellschaft" bereitgestellt werden, wobei auch hier pro-EU NGOs glückliche Empfänger sind.

    Die Ukraine ist natürlich ein Sonderfall. Aber auch in diesem Land hängt ein großer Teil der Presse – man spricht von drei Vierteln der Medien – am Tropf westlicher, vor allem amerikanischer, Finanzmittel. Das Einfrieren der Aktivitäten der USAID wird wahrscheinlich kurzfristige Folgen haben. Vor allem aber ist es interessant, daran zu erinnern, dass die Geldspritzen zugunsten von NGOs nicht erst seit gestern existieren.

    Die geopolitische Großzügigkeit geht auf die 1990er-Jahre zurück. Sie folgte dem Zusammenbruch der UdSSR, als den euro-atlantischen Strategen das Wasser im Munde zusammen lief, bei der Aussicht, ganze Teile der ehemaligen UdSSR in den westlichen Einflussbereich zu bringen.

    Und während amerikanisches Geld in ukrainische NGOs und "unabhängige" Medien floss, wurden auch EU-Mittel verteilt. Unzählige Gruppen und Verbände wurden so finanziert, um die Vitalität der "Zivilgesellschaft" zu sichern ... und den Weg für politische Umschwünge wie die von 2004 ("Orangene Revolution") und dann 2013 zu ebnen.


    "Bester Beitrag zum Frieden" – Kreml kommentiert mutmaßliche Einstellung der US-Hilfe für Kiew





    "Bester Beitrag zum Frieden" – Kreml kommentiert mutmaßliche Einstellung der US-Hilfe für Kiew





    Die Mittel aus Brüssel wurden zwar diskret, aber nicht vertraulich gewährt. Dieselbe Verschwendung wurde übrigens auch zugunsten der prowestlichen Kräfte in Weißrussland organisiert, allerdings mit weniger Erfolg. Die Liste ist nicht vollständig.

    Bemerkenswert ist die empörte Reaktion mehrerer großer französischer Medien: nicht gegen diese Einflussnahme, insbesondere auf die Presse, sondern gegen deren Unterbrechung. Der Vorwurf? Die Entscheidung des Weißen Hauses würde Amerika seiner "Soft Power" berauben, Soft Power, deren Legitimität selbstverständlich sei.

    Dagegen kann man sich kaum vorstellen, wie die Reaktion derselben wäre, wenn Moskau eine Agentur einrichten würde, die offiziell französische oder deutsche Medien finanzieren würde, deren Überleben somit von seinem guten Willen abhängen würde.

    Es ist nicht sicher, ob dieses Vorgehen als ruhige Übung der "Soft Power" begrüßt würde. Im Gegenteil, es würde als neuer Angriff eines "hybriden Krieges" hysterisch angeprangert werden. Aber vielleicht meinten beide Begriffe ja schon immer dasselbe: Der "hybride Krieg" die "Soft Power" des Gegners, "Soft Power" den "hybriden Krieg" der "good guys"?


    Mehr zum Thema - Trumps Zerschlagung von USAID verspricht historischen Wandel in US-Außenpolitik


    Screenshot_2025_03_10_at_08_25_06_Das_Ende_von_USAID_Des_einen_Soft_Power_ist_des_anderen_hybrider_Krieg_RT_DE

    Audio https://mcdn.podbean.com/mf/download/qs7tk37vcn2ra6n3/USAID_war_an_2019_Regimewechsel_Versuch_gegen_Trump_beteiligt.mp3 Dauer 7:40 min


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    Info: https://freedert.online/podcast/238817-ende-von-usaid-soft-power-ist-anderen-hybrider-krieg


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    Weiteres:




    Bericht: Trump plant Abschaffung des US-Bildungsministeriums


    freedert.online, vom 6 Mär. 2025 15:51 Uhr

    Stehen die USA bald ohne Bildungsministerium da? Einem Bericht zufolge will Präsident Donald Trump die Behörde abschaffen. Bildung soll künftig den einzelnen Bundesstaaten überlassen werden.


    Quelle: Gettyimages.ru © J. David Ake


    Die US-Flagge und die Flagge des Bildungsministeriums wehen über dem Hauptgebäude des Ministeriums in Washington


    Laut einem Bericht des Wall Street Journal bereitet US-Präsident Donald Trump ein Dekret zur Abschaffung des US-Bildungsministeriums vor. Dieses könnte bereits am 6. März unterzeichnet werden. Demnach wurde Bildungsministerin Linda McMahon angewiesen, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um das Ministerium im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten zu schließen.

    Die frühere Chefin der Organisation World Wrestling Entertainment wurde erst diese Woche als Bildungsministerin bestätigt. Im Wahlkampf war sie eine wichtige Unterstützerin Trumps.


    Handelskrieg beginnt – US-Zölle auf Waren aus Kanada und Mexiko treten in Kraft





    Handelskrieg beginnt – US-Zölle auf Waren aus Kanada und Mexiko treten in Kraft






    Bereits während seiner ersten Amtszeit und im Wahlkampf hatte Trump wiederholt das Ziel formuliert, den einzelnen Bundesstaaten mehr Autonomie im Bildungsbereich zu geben. Das Ministerium sei mit seiner Bürokratie und zentralisierten Programmen gescheitert, so Trumps Begründung. McMahon hatte er aufgefordert, "sich selbst arbeitslos zu machen".

    Wie es heißt, soll das Ministerium "soweit es gesetzlich zulässig ist", geschlossen werden. McMahon hatte ihre Mitarbeiter bereits darauf vorbereitet, dass die Bildungspolitik künftig den Bundesstaaten überlassen wird. 

    Das Bildungsministerium, die kleinste Regierungsbehörde der USA, beschäftigt derzeit rund 4.500 Mitarbeiter. Trump kann das Ministerium allerdings nicht komplett auflösen. Solche Schritte bedürfen der Zustimmung des US-Senats. Dafür sind die Stimmen von mindestens 60 Senatoren erforderlich.


    Mehr zum Thema - Das Ende von USAID: Des einen "Soft Power" ist des anderen "hybrider Krieg"


    Screenshot_2025_03_10_at_09_21_06_Bericht_Trump_plant_Abschaffung_des_US_Bildungsministeriums_RT_DE

    Video https://mcdn.podbean.com/mf/download/rafif7uw7hbe6vhj/Wirtschaft_und_Gas_Europa_zahlt_hohen_Preis_f_r_Bruch_mit_Russland_Deutschland_den_h_chstenak7li.mp3 Dauer 9:28 min


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    Info: https://mcdn.podbehttps://freedert.online/nordamerika/238773-bericht-trump-plant-abschaffung-us/ an.com/mf/download/zseifj4bzyq43kr2/Das_Ende_von_USAID_Des_einen_Soft_Power_ist_des_anderen_hybrider_Krieg5zo4s.mp3


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    09.03.2025

    Bund der Steuerzahler: "Die Schleusen sind auf – und jeder kann jetzt machen, was er will"

    freedert.online, vom 8 Mär. 2025 15:22 Uhr

    Vom Steuerzahlerbund kommt scharfe Kritik an der geplanten Verschuldungsorgie von Union und SPD. Ihr Verbandspräsident sieht darin eine Einladung zur Selbstbedienung für opportunistische Politiker und gierige Lobbyisten.


    Quelle: www.globallookpress.com © IMAGO/Jürgen Heinrich


    Bundespressekonferenz: Reiner Holznagel, der Präsident des Bundes der Steuerzahler Deutschland e.V. (Symbolbild)


    Der Bund der Steuerzahler warnt angesichts des von Union und SPD geplanten Milliarden-Finanzpakets vor einer unkontrollierten Schuldenpolitik. Gegenüber der Augsburger Allgemeinen sprach Verbandspräsident Reiner Holznagel von einer unverantwortlichen Selbstbedienungsmentalität der Politik:

    "Die Schleusen sind auf – und jeder kann jetzt machen, was er will."

    Wegen "Reform" der Schuldenbremse: AfD klagt gegen Merz' Tabubruch





    Wegen "Reform" der Schuldenbremse: AfD klagt gegen Merz' Tabubruch






    Union und SPD wollen die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse für eine massive Aufrüstung aussetzen. Viele Milliarden Euro, die dadurch an Rüstungskonzerne wie Rheinmetall, Hensoldt und Thyssenkrupp fließen, werden zukünftigen Generationen fehlen. Zudem soll ein weiteres sogenanntes "Sondervermögen", ergo weitere Schulden, für die Instandsetzung der Infrastruktur mit 500 Milliarden Euro aus dem Nichts geschaffen werden.

    Holznagel prognostizierte, das "Sondervermögen" für die Infrastruktur werde wegen des Reizes hoher Bundeszuschüsse des Bundes zu überflüssigen Projekten auf Landes- und Kommunalebene führen. Er betont: "Das Sondervermögen wird zum staatlichen Selbstbedienungsladen." Dazu zog er folgenden Vergleich:

    "Wenn ich Sie heute alle ins Möbelhaus einlade und sage, ich übernehme 70 Prozent der Kosten, dann wird der ein oder andere sich einen Stuhl kaufen, den er gar nicht braucht. Genau das wird mit dem Geld eines 'Sondervermögens Infrastruktur' passieren."

    Deutschland: Friedrich Merz und die Schulden




    Deutschland: Friedrich Merz und die Schulden






    Die unbegrenzten Kreditmöglichkeiten für die Bundeswehr sieht Holznagel ebenfalls sehr kritisch, vor allem in Bezug auf Verantwortung gegenüber dem Steuerzahler: "Niemand muss mehr hinterfragen, ob die Planungen wirklich sinnvoll sind", kritisierte er. "Die Strukturen, die jetzt geschaffen werden sollen, haben eine Blankoscheck-Identität, weil wir keine Deckungskomponente mehr haben."

    Die künftige Regierung unter Friedrich Merz – der vor der Wahl noch hoch und heilig versprochen hatte, keine neuen Schulden aufzunehmen – setze auf Kredite statt auf nötige Reformen und Einsparungen, kritisierte Holznagel. "Diesen Druck hat man mit den Über-Nacht-Beschlüssen rausgenommen." Dies gelte etwa "für einen der problematischsten Ausgabentreiber, nämlich die Rente, aber auch für die kommunale Finanzlage, die Migration, das Bürgergeld. Jetzt lehnen sich alle beruhigt zurück und sagen: Wird schon."

    Auch insgesamt drohe die EU in eine neue Schuldenspirale abzurutschen: "Wir werden in nächster Zeit keine Defizitverfahren auf europäischer Ebene zu erwarten haben", sagte Holznagel mit Blick auf Pläne aus Brüssel, Verteidigungsausgaben teilweise von den Defizitvorgaben auszunehmen.

    Mehr zum Thema Schulden, um in den Krieg zu ziehe – Der Wählerbetrug des Friedrich M.


    Der große Bluff: Wie die EU aufrüsten will

    Video https://rumble.com/v6qatu6-der-groe-bluff-wie-die-eu-aufrsten-will.html Dauer  6:35 min


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/inland/238996-bund-steuerzahler-schleusen-sind-auf


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    09.03.2025

    Was Trumps Abschaltung zu Geheimdienstinformationen für die Ukraine bedeutet

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    neopresse.com, 9. März 2025, Von: NEOPresse, Themen:

    Einen der vielleicht empfindlichsten Parts im Ukraine-Krieg hat Donald Trump mit der Abschaltung des Zugangs zu Geheimdienstinformationen veranlasst. Das wurde in den Medien nur sehr kurz diskutiert und eine Seite vollständig ausgeblendet. Wir sehen uns den Fall noch einmal an.

    Aufklärung durch US-Geheimdienst extrem wichtig

    Die in den Talkshows versammelten Experten dürften sich lt. verschiedener Äußerungen stets darüber einig sein, dass die Aufklärung durch den US-Auslandsgeheimdienst CIA stets besonders wichtig gewesen ist – u.a. fü die Steuerung der ATACMS oder HIMARS, der Waffensysteme, die ohne Feindaufklärung quasi nicht sinnvoll eingesetzt werden können.

    Frankreich hat zwar zugesichert, seine Geheimdienstinformationen preiszugeben. Das allerdings wird – so ist anzunehmen – keinen hinreichenden Ersatz bieten.


    Demnach steuert die Ukraine kurzfristig auf einen Blindflug zu. Das ist das militärische Problem.

    Ein anderer Aspekt: Damit wird möglicherweise uach Russland noch eine weitere Steilvorlage geliefert. Denn: Die Angriffe durch die oben genannten Systeme von Seiten der Ukraine sind damit auch formal offensichtlich ohne die US-Hilfen offensichtlich nicht möglich (gewesen). Folge: Russland kann jederzeit behaupten, sich quasi auch mit den USA im Krieg zu befinden. Die bisherige Darstellung, die Ukraine habe keine Nato-Hilfe erhalten, ist zumindest so nicht plausibel.

    Das Argument, hier würde ein Stellvertreterkrieg stattfinden, noch dazu ein Nato-Stellvertreterkrieg, gewinnt mit solchen Ansichten und Einsichten an Dynamik. Diese Sichtweise wird auch in Deutschland immer wieder geteilt. Sollte Trump Putin signalisieren wollen, genau diesen Teil des Krieges beenden zu wollen (dauerhaft), wäre dies nicht nur militärisch, sondern auch politisch ein sehr weitreichendes Eingeständnis und einflussreicher als wahrscheinlich alle vorhergehenden Trump-Aktivitäten in Bezug auf diesen Krieg. Wir sehen wohl tatsächlich Wochen der Entscheidung.


    Info: https://www.neopresse.com/politik/was-trumps-abschaltung-zu-geheimdienstinformationen-fuer-die-ukraine-bedeutet/?source=ENL


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

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