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07.04.2025

Das Ge­gen­teil des Ver­ges­sens

War­um das Ge­den­ken die Be­din­gung der Mög­lich­keit ei­ner Zu­kunft ist: zum 80. Jah­res­tag der Be­frei­ung des Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers Bu­chen­wald.  von Omri Boehm

Das kann im Umkehrschluss bedeuten, dass die alttestamentarische jü­di­sche Tra­di­tio­nen des Ge­den­kens auch die Vernichtung der Paläsninenser rechtfertigen kann.SZ, 7. 4. 2025, S. 11,


Der jü­disch-ame­ri­ka­ni­sche His­to­ri­ker Yo­sef Chaim Ye­rus­hal­mi war ei­ner der bes­ten Ken­ner der Ge­schich­te des jü­di­schen Ge­dächt­nis­ses. Sein klas­si­sches Werk „Zak­hor“, das 1988 auf Deutsch un­ter dem Ti­tel „Zachor – Er­in­ne­re Dich!“ er­schien, en­det mit ei­ner Fra­ge: „Was wä­re, wenn das Ge­gen­teil des Ver­ges­sens nicht das Er­in­nern ist, son­dern die Ge­rech­tig­keit?“ Ye­rus­hal­mi selbst hat die Fra­ge bis zu sei­nem Tod im Jahr 2009 nie be­ant­wor­tet und sich auch nicht die Mü­he ge­macht zu er­klä­ren, was er mit ihr sa­gen woll­te. Aber sie ist ein gu­ter Aus­gangs­punkt, um über die Be­deu­tung und die Macht des Ge­den­kens nach­zu­den­ken in ei­ner Zeit, in der die­ses Ge­den­ken vor neu­en, un­er­träg­li­chen Her­aus­for­de­run­gen steht.

Ye­rus­hal­mi zu­fol­ge gibt es in der jü­di­schen Tra­di­ti­on ei­ne schar­fe Tren­nung zwi­schen Ge­schich­te und Er­in­ne­rung. Ge­schich­te wird in der drit­ten Per­son ge­schrie­ben und nimmt für sich in An­spruch, fak­ti­sches Wis­sen über die Ver­gan­gen­heit zu ver­mit­teln. Er­in­ne­rung kann da­ge­gen nur in der ers­ten Per­son er­zählt wer­den, ob im Sin­gu­lar oder im Plu­ral. Sie ist we­der bloß fak­tisch noch bloß be­schrei­bend, sie er­hebt viel­mehr ei­nen An­spruch an uns, sie ist ein Auf­ruf zum Han­deln. Der we­sent­li­che Un­ter­schied ist da­her, dass es in der Ge­schich­te tat­säch­lich um die Ver­gan­gen­heit geht, wäh­rend die Er­in­ne­rung letzt­lich auf Ge­gen­wart und Zu­kunft ge­rich­tet ist. Und ge­nau das ist auch der Grund da­für, dass es mög­lich ist, sich zu er­in­nern – und den­noch zu ver­ges­sen. Mit an­de­ren Wor­ten: Das Ge­gen­teil von Ver­ges­sen ist nicht nur das Wis­sen um die Ver­gan­gen­heit, son­dern auch die künf­ti­ge Ein­hal­tung der Pflich­ten, die uns von die­ser Ver­gan­gen­heit auf­er­legt wor­den sind.

Die­se Er­kennt­nis er­laubt es, ei­nen Wi­der­spruch auf­zu­lö­sen, der im Zen­trum jü­di­schen Le­bens und Nach­den­kens zu lie­gen scheint. Ei­ner­seits be­schäf­tigt sich das Ju­den­tum be­kannt­lich in­ten­siv mit Er­in­ne­rung, an­de­rer­seits steht es in ei­ner pro­phe­ti­schen Tra­di­ti­on, die sich vor al­lem für die Zu­kunft in­ter­es­siert oder so­gar für das Uto­pi­sche und Idea­le. Das ist aber gar kein Wi­der­spruch. Denn wenn die Pro­phe­ten im­mer wie­der for­dern „Er­in­ne­re Dich!“ – Zak­hor! –, dann wol­len sie ei­gent­lich, dass wir nie ver­ges­sen, dass wir der Ver­gan­gen­heit nur ge­recht wer­den, wenn wir in der Zu­kunft nach Ge­rech­tig­keit stre­ben.

Ich möch­te von hier aber noch ei­nen Schritt wei­ter­ge­hen, weil ich Ye­rus­hal­mis Ge­dan­ken hier nur für den An­fang hal­te. Das höchs­te Ziel, das uns die Pro­phe­ten ge­zeigt ha­ben, ist näm­lich nicht die Ge­rech­tig­keit, son­dern der Frie­den. Mar­tin Bu­ber et­wa hat das deut­lich ge­se­hen. Am klars­ten zum Aus­druck ge­bracht hat es al­ler­dings Her­mann Co­hen, als er er­klär­te, dass Ge­rech­tig­keit nicht das höchs­te mo­ra­li­sche Ziel sein kann, weil sie von Ab­wä­gung und Be­ur­tei­lung ab­hängt und des­halb auf Un­voll­stän­dig­keit und Tren­nun­gen be­ruht. Der Frie­den ste­he im Ge­gen­satz da­zu in der jü­di­schen Tra­di­ti­on für das, was für die Grie­chen die Har­mo­nie ge­we­sen sei: das Voll­kom­me­ne oder das Gan­ze. Das Wort „shalem“ be­deu­tet im He­bräi­schen „ganz“ und ist der Ur­sprung des he­bräi­schen Wor­tes für Frie­den: „Shalom“. Der Frie­den ver­voll­stän­digt die Ge­rech­tig­keit, in­dem er sie uni­ver­sa­li­siert. Kann es al­so sein, dass das Ge­gen­teil des Ver­ges­sens we­der bloß das Er­in­nern noch die Ge­rech­tig­keit ist, son­dern der Frie­den?

Co­hen hat­te bei die­sen Über­le­gun­gen nicht nur die Pro­phe­ten im Sinn, son­dern auch das zen­tra­le Ide­al der Auf­klä­rung, dem Kant sei­ne fol­gen­reichs­te Schrift wid­me­te: „Zum ewi­gen Frie­den“. Zur Leh­re He­ra­klits, nach der „der Krieg der Va­ter al­ler Din­ge“ ist – was tra­di­tio­nell all die­je­ni­gen über­zeugt, die sich als „Rea­lis­ten“ be­zeich­nen –, ent­wer­fen die he­bräi­schen Pro­phe­ten und Kant ei­ne ra­di­ka­le Al­ter­na­ti­ve. Nicht die ver­meint­li­che Not­wen­dig­keit des Krie­ges, son­dern das Ide­al des Frie­dens soll für sie der Ur­sprung mensch­li­cher Be­zie­hun­gen, mensch­li­cher Po­li­tik und mensch­li­chen Rechts sein.

Kant wuss­te selbst­ver­ständ­lich ge­nau­so gut wie vor ihm die Pro­phe­ten, dass die Rea­li­tät un­se­rer Welt bru­tal ist. Aber ge­nau das war der Punkt. Es ging ihm dar­um, dass wir uns in­mit­ten der bru­ta­len oder, wie er schrieb, „bar­ba­ri­schen“ Rea­li­tät Ge­set­zen un­ter­wer­fen müs­sen, de­ren Ide­al der Frie­den ist, weil nur so si­cher­ge­stellt ist, dass er trotz al­lem mög­lich bleibt. Der Weg ei­ner Mensch­heit, so Kants War­nung, die dem Ide­al des Frie­dens nicht treu blie­be, füh­re un­wei­ger­lich in die Ver­nich­tung.

Wenn wir uns heu­te an die Schre­cken Bu­chen­walds er­in­nern, wenn wir uns die un­er­träg­li­chen Bil­der noch ein­mal vor Au­gen füh­ren, die hier auf­ge­nom­men wur­den bei der Be­frei­ung des La­gers durch ame­ri­ka­ni­sche Trup­pen, und wenn wir in die Au­gen der letz­ten Über­le­ben­den bli­cken, die noch un­ter uns sind – ei­ni­ge von ih­nen sind auf eben­die­sen Bil­dern zu se­hen –, dann muss ich an die­se War­nung Kants den­ken und die Leh­re der Pro­phe­ten. Kön­nen wir das Ver­ges­sen je­mals ver­hin­dern, wenn das Er­in­nern nicht von ei­nem un­be­irr­ba­ren En­ga­ge­ment für den Frie­den be­glei­tet wird?

Es gibt na­tür­lich noch an­de­re, kon­kur­rie­ren­de jü­di­sche Tra­di­tio­nen des Ge­den­kens. Ei­ne al­ter­na­ti­ve Tra­di­ti­on be­ginnt mit ei­ner For­de­rung, die uns der­zeit nur all­zu ver­traut ist: „Ge­den­ke (zak­hor) des­sen, was dir von Ama­lek an­ge­tan wur­de“, und „rot­tet sei­nen Sa­men aus“. Die­se Tra­di­ti­on oder der Frie­den – für wel­che ent­schei­den wir uns? Und zu wel­chem Preis?

„Zum ewi­gen Frie­den“ wur­de 1795 ver­öf­fent­licht und er­schien zu Kants Leb­zei­ten völ­lig uto­pisch. „Gut in der Theo­rie, aber nichts für die Pra­xis“, so lau­te­te schon da­mals der be­kann­te Spruch sei­ner „rea­lis­ti­schen“ Geg­ner. Die Kern­ide­en des Tex­tes wur­den nach dem Zwei­ten Welt­krieg trotz­dem in das Völ­ker­recht auf­ge­nom­men, als Re­ak­ti­on auf die Ver­hee­run­gen des Krie­ges und die Bil­der aus den KZs.

In den Fo­to­gra­fi­en, die aus Bu­chen­wald – und aus Ausch­witz, Treb­linka, Ber­gen-Bel­sen – ka­men, blick­te die Mensch­heit in den Spie­gel und ent­deck­te, dass sie nicht nur in ei­nen ent­fes­sel­ten Krieg und ei­nen Mas­sen­mord ver­wi­ckelt war. Der fa­na­ti­sche An­ti­se­mi­tis­mus, der im Na­zi-Deutsch­land zu dem Ver­such ge­führt hat­te, die Ju­den sys­te­ma­tisch zu ver­nich­ten, war auch ein An­griff auf die Idee der Men­schen­wür­de selbst. Neu war die Idee der Men­schen­wür­de auch schon da­mals nicht, aber sie wur­de durch die Bil­der end­lich als zen­tra­le Grund­la­ge für un­ser ge­mein­sa­mes Le­ben auf der Er­de er­kannt und – was oft über­se­hen wird – erst­mals in staat­li­che Ver­fas­sun­gen und in­ter­na­tio­na­le Kon­ven­tio­nen auf­ge­nom­men. Die Er­run­gen­schaft von Do­ku­men­ten wie der All­ge­mei­nen Er­klä­rung der Men­schen­rech­te oder dem Grund­ge­setz liegt dar­in, dass an ih­nen deut­lich wird, dass Rechts­staat­lich­keit und Völ­ker­recht kei­ne will­kür­li­chen Set­zun­gen sind, son­dern aus ei­ner mo­ra­li­schen Ver­pflich­tung her­vor­ge­hen.

Nach Gräu­eln wie in Bu­chen­wald wur­de ein zu­vor voll­kom­men uto­pisch an­mu­ten­der Ge­dan­ke zur Kern­idee ei­ner Ent­wick­lung, die zum Ziel hat­te, dass Men­schen nicht nur als Bür­ger durch ih­re Staa­ten ge­schützt sind, son­dern auch vor ih­ren Staa­ten – und so­gar dann, wenn sie – wie die Ju­den hier in Bu­chen­wald – gar kei­ne Bür­ger sind. Mit an­de­ren Wor­ten: Durch die Auf­nah­me der Men­schen­wür­de ins Recht wei­ger­te sich die Mensch­heit, den Krieg – den letz­ten Wi­der­spruch zu je­dem Ide­al – als Va­ter al­ler Din­ge an­zu­er­ken­nen. Statt­des­sen hat sie sich da­für ent­schie­den, ein gro­ßes „Nie wie­der“ in die mensch­li­che Exis­tenz ein­zu­schrei­ben, in­dem sie die Ver­bind­lich­keit un­se­rer Ge­set­ze aus den Idea­len Wür­de und Frie­den ab­lei­te­tet. Als stärks­ten Aus­druck un­se­rer Ver­pflich­tung ge­gen­über der Zu­kunft we­gen un­se­rer Ver­pflich­tung ge­gen­über der Ver­gan­gen­heit.

Ge­le­gent­lich wird be­haup­tet, dass die Aus­sa­ge „nie wie­der“ zwei For­mu­lie­run­gen zu­lässt. Die ei­ne ist ein­fach nie wie­der. Die an­de­re lau­tet – an­ge­sichts des völ­ker­mör­de­ri­schen An­ti­se­mi­tis­mus, der in die „End­lö­sung“ mün­de­te, „nie wie­der für uns“. Da­nach be­steht die künf­ti­ge Auf­ga­be dar­in, da­für zu sor­gen, dass den Ju­den nie­mals mehr die Ver­nich­tung droht. Es ist an der Zeit, die­se Un­ter­schei­dung auf­zu­ge­ben. „Nie wie­der“ ist nur in sei­ner uni­ver­sel­len Form gül­tig, und nur dann kann es sei­ner be­son­de­ren For­mu­lie­rung ge­recht wer­den.

Zu­mal ei­ne Welt, in der nur den Ju­den der Aus­rot­tungs­krieg, den sie er­fah­ren muss­ten, künf­tig er­spart blei­ben soll, ei­ne Welt ist, in der auch ih­nen wei­te­re Aus­rot­tungs­krie­ge nicht er­spart blei­ben wer­den. Ei­ne Welt, in der ei­ne Wie­der­ho­lung der Schre­cken von Bu­chen­wald wei­ter mög­lich ist, ist ei­ne Welt, in der sich die­se Schre­cken über­all wie­der­ho­len kön­nen – und auch wie­der Ju­den tref­fen kön­nen. Um­so mehr als An­ti­se­mi­tis­mus be­kannt­lich al­les an­de­re als vor­bei ist.

Nur ei­ne in­ter­na­tio­na­le Ge­mein­schaft, die sich ver­pflich­tet, die Mög­lich­keit un­be­grenz­ter Krie­ge für im­mer aus­zu­schlie­ßen, ist ei­ne Ge­mein­schaft, die ga­ran­tie­ren kann, dass sich die­sel­ben Ver­bre­chen nicht wie­der­ho­len. Wenn in die­sen Ta­gen vom bru­ta­len Mas­sa­ker des 7. Ok­to­bers ge­spro­chen wird, hei­ßt es auch manch­mal „Nie wie­der!“. An­de­re bli­cken auf die Zer­stö­rung und den Hun­ger in Ga­za und sa­gen das­sel­be. So­fern bei­des ein Ver­gleich mit dem Ho­lo­caust sein soll, ist das ei­ne so ir­re­füh­rend wie das an­de­re.

In bei­den Aus­sa­gen steckt al­ler­dings auch ein Körn­chen Wahr­heit. Zum ei­nen, in­so­fern bei­de auf die er­schüt­tern­de Tat­sa­che ver­wei­sen, dass zwei­mal die voll­stän­di­ge Ent­mensch­li­chung von Ge­sell­schaf­ten nicht ver­hin­dert wur­de; zum an­de­ren, in­so­fern bei­de of­fen­ba­ren, als die in­ter­na­tio­na­le Ge­mein­schaft zwar durch ih­re ver­schie­de­nen Bünd­nis­se ge­spal­ten sein mag, aber ver­eint ist in ih­rer Be­reit­schaft, ent­mensch­li­chen­de Ver­bre­chen, die die Mög­lich­keit des Frie­dens un­ter­gra­ben, zu to­le­rie­ren und manch­mal so­gar zu recht­fer­ti­gen. Nur ei­ne in­ter­na­tio­na­le Ge­mein­schaft, die sich dem ent­ge­gen­stel­len wür­de, wä­re ei­ne, die sich wirk­lich da­für ein­setzt, dass sich ein Bu­chen­wald nie­mals wie­der­holt.

Es ist nicht über­trie­ben zu sa­gen, dass die Welt heu­te, am 80. Jah­res­tag der Be­frei­ung Bu­chen­walds, in ei­ne neue Epo­che ein­tritt. Die USA, die die­ses La­ger be­freit ha­ben, wen­den sich heu­te von ih­ren li­be­ra­len eu­ro­päi­schen Ver­bün­de­ten eben­so ab wie von Rechts­staat­lich­keit und Völ­ker­recht, wäh­rend Wla­di­mir Pu­tin ei­nen bra­chia­len An­griffs­krieg ge­gen die Ukrai­ne führt. Das wie­der­um zwingt die EU, um ih­ren Schutz selbst in die Hand neh­men kön­nen, sich zu ei­ner Mi­li­tär­gro­ß­macht hoch­zu­rüs­ten.

Und wäh­rend das pas­siert, ge­nie­ßen auf dem al­ten Kon­ti­nent auch noch über­all Rechts­po­pu­lis­ten lan­ge un­ge­kann­ten Zu­spruch und ver­bün­den sich mit Gleich­ge­sinn­ten auf der gan­zen Welt. Brand­ge­fähr­lich sind die­se eu­ro­päi­schen Na­tio­na­lis­ten nicht un­be­dingt des­we­gen, weil sie ih­re fa­schis­ti­schen und an­ti­se­mi­ti­schen Wur­zeln ver­leug­nen. Brand­ge­fähr­lich sind sie vor al­lem, weil sie be­haup­ten, dass sie die­je­ni­gen sei­en, die wirk­lich die Ver­ant­wor­tung für die Ver­gan­gen­heit über­näh­men, und zwar nicht ob­wohl, son­dern ge­ra­de weil sie Rechts­staat­lich­keit, Völ­ker­recht und die eu­ro­päi­sche Auf­klä­rung ver­ach­ten.

Vor die­sen Leu­ten soll­ten wir laut war­nen – aber gleich­zei­tig auch nicht ver­ges­sen, uns selbst zu hin­ter­fra­gen. Da­mit wir – als de­mo­kra­ti­sche Lin­ke, de­mo­kra­ti­sche Rech­te und de­mo­kra­ti­sche Mit­te – im ge­mein­sa­men Kampf ge­gen die Na­tio­na­lis­ten ganz si­cher sein kön­nen, ei­ne ech­te Al­ter­na­ti­ve zu sein. Ei­ne Al­ter­na­ti­ve, die sich un­miss­ver­ständ­lich zur Rechts­staat­lich­keit und zum Völ­ker­recht be­kennt. Ei­ne Al­ter­na­ti­ve, die ver­steht, war­um wir der Ver­su­chung wi­der­ste­hen müs­sen, die von den neo­rea­lis­ti­schen Dok­tri­nen aus­geht, die Men­schen­wür­de und Frie­den als nai­ve, ed­le Lü­gen ab­tun und for­dern, die Macht Eu­ro­pas auf Kos­ten der Rechts­staat­lich­keit aus­zu­bau­en. Dok­tri­nen die­ser Art wer­den uns ganz schnell von „nie wie­der“ zu „wie­der“ brin­gen. Es ist nicht nüch­tern-rea­lis­tisch, die Aus­rot­tungs­krie­ge zu über­se­hen, vor de­nen uns Idea­le wie Men­schen­wür­de und Frie­den schüt­zen. Des­halb ist es nö­tig, ge­ra­de heu­te an Bu­chen­wald zu er­in­nern. Ge­nug ist das al­ler­dings nicht. Wir müs­sen auch da­für sor­gen, dass wir nie­mals ver­ges­sen.



Aus dem Eng­li­schen von Jens-Chris­ti­an Ra­be.



Der deutsch-israelische Philosoph Omri Boehm, geboren 1979, ist Professor für Philosophie an der New School for Social Research in New York. 2022 erschien von ihm „Radikaler Universalismus“ im Propyläen Verlag.


Info:
https://epaper.sueddeutsche.de/webreader-v3/index.html#/869008/11


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


unser weiterer Kommentar: Zitat daraus: Es gibt na­tür­lich noch an­de­re, kon­kur­rie­ren­de jü­di­sche Tra­di­tio­nen des Ge­den­kens. Ei­ne al­ter­na­ti­ve Tra­di­ti­on be­ginnt mit ei­ner For­de­rung, die uns der­zeit nur all­zu ver­traut ist: „Ge­den­ke (zak­hor) des­sen, was dir von Ama­lek an­ge­tan wur­de“, und „rot­tet sei­nen Sa­men aus“. Die­se Tra­di­ti­on oder der Frie­den – für wel­che ent­schei­den wir uns? Und zu wel­chem Preis? Zitatende


Analog kann das bedeuten, dass die alttestamentarische jü­di­sche Tra­di­tio­nen des Ge­den­kens auch die Vernichtung der Paläsninenser rechtfertigen kann.
07.04.2025

"Ermangelung von Mut" – Dieter Hallervorden reagiert auf Medienschelte nach "Negerkuss"-Gag

freedert.online, 7 Apr. 2025 15:12 Uhr

Die ARD präsentierte die Aufzeichnung einer lobhudelnden Jubiläumsshow. Der Humorist Dieter Hallervorden sorgte mit einer neuen Version eines alten Sketches für mediale, scharfe Kritik, bis hin zu Rassismusvorwürfen. Hallervorden erklärt nun in einer Reaktion seinen Blick auf die für ihn bedenkliche "Wokeness"-Schelte.


Quelle: Gettyimages.ru © Bernd Elmenthaler


Dieter Hallervorden, Humorist und Satiriker alter Schule, nicht Comedian, hier bei der letztjährigen Pressekonferenz seines Schlosspark Theaters in Berlin Steglitz


Die ARD gönnte sich im 75. Jahr des Bestehens eine Jubiläumsshow, dazu geladen, laut Eigenlob, die vermeintlich "prominenten Gäste Barbara Schöneberger, Günther Jauch, Iris Berben und Ingo Zamperoni". Dabei natürlich bekannt und geschätzt seitens des GEZ-zahlenden Zielpublikums. Ältere Zuschauer sollten sich auch an unbeschwerte Fernsehjahre erinnern. Deshalb lud die junge Redaktion einen Humoristen alter Schule ein, Dieter Hallervorden. Wie sich herausstellte, ein Fehler, oder wie es das Stern-Magazin nach Ausstrahlung unmissverständlich formulierte: "Doch die gefühlige Gala hinterließ in Teilen einen unverhofft bitteren Nachgeschmack."


182 Mio. Euro für umstrittene Projekte zur "Demokratieförderung"





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Was war nun vorgefallen? Für Unkundige, Dieter Hallervorden war in der alten Bundesrepublik bis 1980 Quoten-Garant, dies in Bezug auf seine Sendung "Nonstop Nonsens". Kurze und knackige Alltagsszenen nachgespielt, humoristisch verpackt, inhaltlich schlicht, aber für Kinder und Eltern ein großes Vergnügen an den Geräten. Jeder Bürger jener Zeit reagiert auf den Ruf "Palim Palim" mit der Reaktion: "Eine Flasche Pommes Frites bitte". Ein zeitloser Gag und Schenkelklopfer aus dem Jahr 1977. Hallervorden nahm sich nun rund 50 Jahre später vor, nach ARD-Einladung zur Jubiläumssendung, diesen Sketch inhaltlich etwas aufzupeppen. Bezogen auf seine bekannte Kritik an der grassierenden Einschränkung der freien Rede, ohne Rücksicht auf die "woken" Vorgaben junger Produzenten und Medienschaffenden. Es gelang ihm der inhaltliche Volltreffer.

Eine Stern-Autorin reagierte noch am Abend mit Schnappatmung und der Veröffentlichung eines Artikels, so hieß es:

"Das N-Wort in der ARD: Geht’s noch, Herr Hallervorden? Die Geburtstagsshow der ARD versprach, denkwürdig zu werden. Dass es tatsächlich so kam, lag dann aber vor allem an der Darbietung eines bestimmten Gastes."

Hallervorden "versah den Gag in der Neuauflage mit einigen zusätzlichen Zeilen", oh welch Anmaßung. Die Stern-Autorin (Jahrgang 1984) erklärt inbrünstig korrekt:

"Zu Anfang fragte [Gag-Partner] Effenberg ihn nämlich, warum er [im Gefängnis] einsitze. Hallervorden antwortete, er habe die falschen Worte für Schokokuss und Sauce ungarischer Art benutzt – allerdings formulierte er es nicht so, sondern nutzte sowohl das N- als auch Z-Wort unbefangen vor einem Millionenpublikum." 

Die Autorin wollte dabei den Stern-Lesern die Worte "Negerkuss" und "Zigeunerschnitzel" nicht zumuten. Weitere mediale Reaktionen lauteten:

  • Die Zeit: Zum Jubiläum das N-Wort (…) Und dann erlaubt sich Didi Hallervorden einen rassistischen Ausfall
  • Der Spiegel: Rassismusvorwürfe – Hallervorden weist Kritik an Sketch in ARD-Show von sich
  • FAZ: Rassismus in der ARD? Dieter Hallervorden provoziert mit 'Palim, Palim'

Die Zeit-Autorin (Jahrgang 1986) schildert dabei in ihrer Empörung ein exemplarisches Beispiel von woker Inflexibilität samt verinnerlichter Forderungshaltung (Bezahlschranke):


Beratungskompass Verschwörungstheorien – SPD und Grüne starten Denunziationsportal





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"Die Show geht danach kommentarlos weiter. Nun kann man nicht beurteilen, ob beispielsweise der Moderator Pflaume gehört hat, was Hallervorden gesagt hat. Womöglich waren er und die anderen Gäste auf dem anderen Teil der Bühne gerade abgelenkt. Im Bild waren sie jedenfalls nicht. Aber die Show wurde aufgezeichnet, vor mehreren Tagen. Die Verantwortlichen hätten diese Sequenz problemlos herausschneiden können. Sie hätten den erst nach dieser Einleitung richtig beginnenden Sketch auch dann noch ausstrahlen können."

Überraschend dabei, bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ist die Bild-Zeitung noch nicht auf den medialen Empörungszug aufgesprungen. Das X-Portal "_Horizont_" präsentiert eine Zusammenfassung des vermeintlichen Eklats:

Hallervorden sah sich nun dazu gezwungen, auf die breite, auch in den sozialen Medien, teils harsche Kritik an seiner neuen Version eines alten Gags reagieren zu müssen. Im Rahmen eines Instagram-Beitrags gibt der Satiriker einleitend zu Protokoll:

"Satire wird nicht mehr verstanden, diesmal betrifft es die gestrige Ausstrahlung der Jubiläumssendung '75 Jahre ARD'. Es werden Fragen wie diese gestellt: 'Warum hat der Sender die Entgleisungen Hallervordens gesendet?' Es herrscht Verwunderung darüber, wieso die ARD diesen Moment unzensiert zuließ. Gut so. Ich will auf kein Gleis gestellt werden. Ich möchte nicht zensiert werden. DANKE, ARD."

Pressevertretern, die nach Ausstrahlung der Sendung anscheinend umgehend eine Stellungnahme einforderten, habe Hallervorden Folgendes schriftlich mitgeteilt:

"Woke-Menschen von heute versuchen ängstlich, nicht aus der Reihe zu tanzen, befolgen akribisch alle Social Media Gebote, um keine Likes aufs Spiel zu setzen und verstehen keine Satire mehr, weil Satire aus Angst vor Missverständnissen nicht mehr vorkommt. In Ermangelung von Mut, sich über die wirklichen Missstände zu erregen, weil diese anzuprangern, gerade nicht in Mode ist, ereifert man sich über einen Komiker, der auf einem Knastbett sitzt und einen berühmten Sketch mit neuem Text beginnt: 'Uiuiuiui, ich habe dies gesagt und das gesagt und das darf man heute alles nicht mehr tun, das hab ich irgendwie verpeilt und nun sitze ich im Bau.' Wer weiß, vielleicht könnte das durchaus bald passieren, weil solche Bestrafung von den wirklichen Verfehlungen unserer Zeitenwende ablenkt."


"Trusted Flagger" – Bundesregierung stellt "vertrauenswürdigen Hinweisgeber" zur Medienzensur vor




Analyse

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Der Satiriker erkennt folgende Gefahr für die Gegenwart, den dynamischen, zu beobachtenden Umbaumaßnahmen der Gesellschaft samt eingeschränktem Meinungskorridor:

"Wenn Wokeness bedeutet: 'Wachsamkeit für Missstände' so wäre es wünschenswert, dass sie ihre Aufmerksamkeit auf die eine oder andere Realsatire unserer Zeit lenkt, die leider gar nicht satirisch gemeint ist, sondern mit feierlichem Ernst verkündet wird: Die Bundesregierung nimmt gerade den Tod von tausenden von jungen Menschen billigend in Kauf, denkt darüber nach, dass die Streitkraft um 70.000 Soldat:innen erweitert werden müsste, denn die NATO hat letzte Woche ausgerechnet, dass an der "Ostfront" täglich 5000 Soldat:innen sterben werden. Ich gehe jede Wette ein, dass eine Satire mit Regierungsbeamten im Knast auf dem Index stünde und dass man 'Kanonenfutter an der Ostfront' im Zuge unseres neuen Demokratie-Verständnisses nicht sagen darf."

Ob dabei die Nutzung von "Gender-Sprache" seitens Hallervordens als erster Kotau gewertet wird oder einen weiteren schlichten Nadelstich darstellt, obliegt der Betrachtung des jeweiligen Lesers. Die Stern-Redaktion zeigt sich zumindest noch nicht befriedet. Es folgt der Anschlussartikel, die Brandmarkung Hallervordens als Wiederholungstäter. Der Titel lautet dabei mehr als entlarvend:

"Blackfacing, Antisemitismus, Provokationen: Die Akte Dieter Hallervorden."


Mehr zum Thema - Vorwurf der "Russlandfreundlichkeit": Zeitung unterzieht den Sänger Tino Eisbrenner einem Verhör


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Video https://rumble.com/v6rq9yb-n-wort-und-z-wort-dieter-hallervorden-provoziert-deutsche-wokeria.html Dauer 0:38 min


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://freedert.online/inland/241770-ermangelung-von-mut-dieter-hallervorden/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres:




Dieter Hallervorden und die Sprachpolizei

_horizont_


youtube.com, 06.04.2025

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Info: Video https://www.youtube.com/watch?v=wQCXSnbGIJk Dauer 3:33 min


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

07.04.2025

Ukraine Kurznachrichten

aus e-mail von Doris Pumphrey, 7. April 2025, 20:08 Uhr


_RTDE 7.4.2025

_

*Kiews Geheimdienstchef:

Ukrainern kann Wahrheit über den Krieg nicht zugemutet werden

*


Viele Ukrainer könnten mit der "harten Realität" des Konflikts mit

Russland nicht umgehen und sollten daher über dessen Einzelheiten im

Unklaren gelassen werden, empfiehlt der Chef des militärischen

Geheimdienstes in Kiew.

Der Drei-Sterne-General Kirill Budanow äußerte sich am Samstag in einem

Gespräch mit der Journalistin Anna Maksimtschuk zur Informationszensur

in Kriegszeiten und schlug vor, dass ein Großteil der Wahrheit über den

Konflikt den Ukrainern erst in der Zukunft bekannt werden sollte.

"In Kriegszeiten ist es nicht notwendig, die ganze Wahrheit zu kennen.

Anderenfalls könnten sich die Menschen eine Meinung bilden", sagte

Budanow. "Manche Menschen sind nicht bereit, die harte Realität zu

begreifen. Wir sollten sie nicht auf die Probe stellen. Alles sollte

dosiert werden."


Seit 2020 leitet Budanow die Hauptdirektion des Nachrichtendienstes des

ukrainischen Verteidigungsministeriums (HUR) – eine Behörde, die

Berichten zufolge nach dem bewaffneten Putsch in Kiew 2014 von der CIA

von Grund auf neu aufgebaut wurde, um als Werkzeug gegen Russland

eingesetzt zu werden.

Vor der Eskalation der Feindseligkeiten mit Russland im Jahr 2022

schränkte der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij die Arbeit

kritischer Medien stark ein und behauptete, damit gegen lokale

Oligarchen vorzugehen, die unter Moskaus Einfluss stehen.

Während des Konflikts richtete Kiew einen "Nachrichtenmarathon"

gleichgeschalteter Fernsehsender ein, die direkt vom Präsidialamt

kontrolliert werden – was Kritiker als Staatspropaganda bezeichnet

haben. Außerdem verbot Selenskij unter dem Kriegsrecht mehrere

Oppositionsparteien mit der Begründung, sie stellten eine Gefahr für die

nationale Sicherheit dar.


Zu Beginn dieses Jahres wurde die ukrainische Medienlandschaft durch die

Entscheidung von US-Präsident Donald Trump erschüttert, die US-Agentur

für internationale Entwicklung (USAID) abzuschaffen. USAID war in der

Vergangenheit von Washington dazu benutzt worden, die US-amerikanische

Agenda im Ausland durch Zuschüsse zu fördern.

Die Forscherin Oksana Romanjuk schätzte im Januar, dass fast 90 Prozent

der ukrainischen Medien von ausländischer Hilfe abhängig sind, wobei 80

Prozent speziell von der USAID finanziert wurden.



_RT DE Liveticker Ukraine-Krieg 7.4.2025


_*Ukrainische Offiziere schlagen Alarm:

"Unsere Schützengräben sind leer"*

Die ukrainischen Streitkräfte können ihre eingezogenen Soldaten nicht

entlassen. Der Grund: akuter Personalmangel. Dies berichtet die Zeitung

/Ukrajinska Prawda/ unter Verweis auf Offiziere an der Front.

Ein Offizier erklärte, dass einige Stellungen nur noch von zwei Soldaten

besetzt seien – statt der vorgesehenen zwölf. Eine Demobilisierung würde

seiner Meinung nach zum "Zusammenbruch der Front" führen. Ein anderer

Gesprächspartner bestätigte die Situation:

/"Unsere Schützengräben sind leer. Wie soll da eine Demobilisierung

möglich sein? Es gibt nicht einmal genug Leute für normale Rotationen."/

Ein Kommandeur räumte ein, dass die derzeitige Mobilisierung nur

ausreiche, um die Verluste auszugleichen:

/"Von den angenommenen 100 Prozent des Mobilisierungsplans reicht es

gerade, um den Stand zu halten. Es geht nicht darum, die Brigaden

aufzustocken – es geht nur darum, nicht ins Minus zu rutschen."/

Laut dem Bericht sei auch die Qualität vieler Rekruten schlecht. Ein

Teil der Wehrpflichtigen seien Männer über fünfzig, Kranke, Alkoholiker

und Drogenabhängige.



*Ex-Diplomat:

Selenskij zählt nur entschädigte Gefallene als Tote*

Andrei Telischenko, ein ehemaliger Mitarbeiter der ukrainischen

Botschaft in den USA, hat in einem Interview für den Journalisten

Alexander Schelest erklärt, Präsident Wladimir Selenskij bezeichne nur

jene ukrainischen Soldaten als Gefallene, deren Angehörige eine

Entschädigung erhalten hätten.

/"Warum spricht Selenskij von 35.000 oder 50.000 Toten? Weil er sich auf

Statistiken stützt – nämlich darauf, wie viele Entschädigungen gezahlt

wurden. Nicht alle, die jetzt unter der Erde liegen, haben Geld

bekommen. Einige Familien haben Geld bekommen, andere nicht. Andere

warten noch."/

Das Kiewer Regime sei finanziell nicht in der Lage, allen

Hinterbliebenen die vorgesehenen Entschädigungen zu zahlen. Die große

Mehrheit der Ukrainer sehe daher keinen Sinn mehr darin, an die Front zu

gehen.



*Rada-Abgeordneter:

Rund 250.000 ukrainische Soldaten desertiert*

Die Zahl der Desertionen in den Reihen der ukrainischen Streitkräfte

beträgt rund 250.000 und die ukrainischen Behörden unterschätzen das

Ausmaß des Problems. Diese Meinung teilt

<https://t.me/dubinskypro/20687> Alexander Dubinski, ein oppositioneller

Abgeordneter der Werchowna Rada, auf Telegram.

/"Den offiziellen Angaben des Staatlichen Büros für Ermittlungen zufolge

wurden 175.435 Fälle von Desertion zum 1. April 2025 registriert. In

Wirklichkeit werden 60 bis 70 Prozent der Desertionen registriert. Mit

anderen Worten: Etwa 250.000 Menschen, also ein Drittel der ukrainischen

Armee, sind derzeit auf der Flucht."/

Laut Dubinski werde es bereits "bis zum Herbst niemanden mehr geben, der

in der Ukraine kämpft", ungeachtet der Gräueltaten seitens der

Mitarbeiter der ukrainischen Rekrutierungszentren.



*"Versteckt in Bierdosen" –

Sprengfallen im befreiten Gebiet Kursk entdeckt*

Kämpfer der Einheit Bars-Kursk, die im Raum Sumy aktiv sind, stoßen im

befreiten Teil des Grenzgebietes Kursk immer wieder auf getarnte

Sprengsätze. Diese sind oft als Alltagsgegenstände wie etwa Bierdosen

getarnt. Ziel sei es vor allem, Zivilisten zu treffen. Dies meldet der

Kommandeur des Pionierzuges Bars-Kursk mit dem Rufzeichen Miron der

Agentur /TASS/.

/"Einer der letzten Funde war eine Bierdose, die neben einem Grab lag.

Es ist klar, dass jemand kommt, um das Grab seiner Angehörigen zu pflegen."/

Auch präparierte Telefone und Lautsprecher seien gefunden worden. Diese

seien vor allem für Kinder gedacht.

/"Ein Kind bringt so etwas mit nach Hause und spielt damit. Der

Mechanismus ist auf 20 Umdrehungen eingestellt. Beim 20. Mal explodiert

es. Wenn es direkt beim Anheben explodieren würde, wäre nur eine Person

betroffen. Aber wenn das Kind sie mit nach Hause nimmt, trifft es die

ganze Familie."/

Miron betonte, dass solche Minen bewusst eingesetzt würden, um Angst zu

verbreiten und größtmöglichen Schaden unter der Zivilbevölkerung

anzurichten.



*Gebiet Kursk: Ukrainische Truppen verminen bei Rückzug Häuser und Autos*

Soldaten der ukrainischen Streitkräfte haben bei ihrem Rückzug aus dem

Grenzgebiet Kursk Häuser, Autos und Friedhöfe vermint, teilt

<https://t.me/Hinshtein/10778> Alexander Chinstein, der stellvertretende

Gouverneur des Gebiets Kursk, auf Telegram mit. Die Minenräumung wird

fortlaufend durchgeführt.

/"Die Pioniere erzählen schreckliche Fakten: Auf dem Rückzug haben die

Nazis alles vermint, was ihnen im Weg stand: Häuser, Autos und sogar

Friedhöfe."/

Die befreiten Siedlungen werden weiterhin auf explosive Gegenstände

untersucht, so Chinstein.

/"Die Gruppe der Pioniere wurde bereits auf 1.000 Spezialisten

aufgestockt, in naher Zukunft werden sich das russische

Katastrophenschutzministerium und die Freiwilligeneinheit BARS-Kursk an

der Minenräumung beteiligen."/


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07.04.2025

Übernommen | Nach der Eliminierung der Hamas sollen auch die Palästinenser aus Gaza vertrieben werden

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(Screenshot)Nach Einschätzung der US-Experten vor Ort Jamen Van Den Hoek und Corey Scher sind im Gaza-Streifen mindestens 60 Prozent aller Gebäude total zerstört und es werde allein schon zehn Jahre dauern, bis nur schon der Schutt der zerstörten Häuser weggeführt sei. Aber die USA unterstützen Israel nach wie vor bedingungslos und liefern Waffen, und auch Deutschland unternimmt nichts, um Israels Vernichtungskrieg zu stoppen. (Luftaufnahme Mohammed Salem / Reuters) 


globalbridge.ch, vom 06. April 2025 Von: in Militär, Politik

(Red.) Antiwar.com gehört zu den US-amerikanischen Plattformen, die zu lesen es sich lohnt. Und Antiwar.com gibt auch immer bekannt, auf welche Quellen sie sich stützen. Hier ein neuer Artikel auf Antwar.com, der bestätigt, dass Israels Regierung die klare Absicht hat, den Gaza-Streifen total zu säubern und die dortigen palästinensischen Einwohner definitiv in andere Länder zu vertreiben. (cm)

Ein israelischer Beamter machte deutlich, dass Tel Aviv plant, die Palästinenser aus Gaza zu vertreiben, nachdem die Geiseln befreit und die Hamas ausgeschaltet sein werden. Während des gesamten Konflikts behauptete der israelische Premierminister öffentlich, die Ziele der Militäroperationen in Gaza seien die Rückkehr israelischer Gefangener und die Entmachtung der Hamas.

Laut Haaretz erklärte ein hochrangiger israelischer Beamter, der mit Premierminister Benjamin Netanjahu reist: „Wir möchten, dass wir die Geiseln retten, die Hamas beseitigen und dass es eine groß angelegte Möglichkeit zur freiwilligen Migration gibt.“

Israelische Beamte haben den Begriff „freiwillige Migration“ verwendet, um den Prozess Tel Avivs zur Entfernung aller Palästinenser aus dem Gazastreifen zu beschreiben. Nach seiner Rückkehr ins Amt erklärte Präsident Donald Trump, dass alle Palästinenser aus dem Gazastreifen entfernt und in anderen Ländern neu angesiedelt werden sollten.

Seit dem 7. Oktober 2023 hat Premierminister Netanjahu erklärt, dass seine Kriegsziele nur darin bestünden, die Hamas zu eliminieren und die Geiseln zurückzubringen, und bestreitet, dass Israels Ziel ein Völkermord sei.

Am Donnerstag berichtete The Times of Israel, dass die Hamas erneut angeboten habe, alle Gefangenen im Austausch für einen dauerhaften Waffenstillstand freizulassen. Die Zeitung erklärte, dass Tel Aviv diese Art von Abkommen „seit langem ablehnt“.

Der hochrangige Beamte, der mit Haaretz sprach, sagte, dass sich Israel derzeit darauf konzentriere, militärischen Druck auf die Hamas auszuüben. „Wer sagt, dass der Feind nicht nachgeben wird? Einige Geiselnehmer könnten fliehen wollen, damit wir die Menschen befreien können“, sagte er.

In den letzten 18 Monaten wurden die meisten der lebenden Israelis, die befreit wurden, während der beiden Waffenstillstandsperioden von der Hamas freigelassen. Zahlreiche Geiseln sind in Gaza gestorben, darunter auch einige, die durch israelische Bomben und Soldaten getötet wurden.

Auf die Frage, ob Tel Aviv befürchte, dass die Wiederaufnahme der Kämpfe in Gaza zum Tod weiterer Gefangener führen könnte, erklärte der hochrangige Beamte: „Es spielt keine Rolle, ob sie sterben – es ist schrecklich, aber sie leiden.“

Der hochrangige israelische Beamte sagte, Tel Aviv sei ‚sehr ernsthaft‘ an der Umsetzung von Trumps Plan interessiert. Im vergangenen Monat wies Netanjahu den israelischen Geheimdienst Mossad an, Länder zu finden, die die Bewohner von Gaza aufnehmen, sobald sie aus Israel ausgewiesen werden.

In den letzten Wochen wurden einige Länder von Washington oder Tel Aviv angesprochen, ob sie Palästinenser aufnehmen würden. Bisher haben alle diese Länder den Vorschlag abgelehnt oder bestritten, dass ein Angebot gemacht wurde.

Der hochrangige Beamte sagte, dass einige der Länder zwar aufgeschlossen seien, aber eine Gegenleistung erwarteten. „Sie wollen eine Gegenleistung – nicht unbedingt Geld, aber auch etwas Strategisches“, erklärte er.

Zum Originalartikel auf Antiwar.com


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… und Israel bombt und bombt nicht nur im Gaza-Streifen, sondern auch im Libanon. Zu einem Interview von Weltnetz.TV mit Globalbridge-Autorin Karin Leukefeld, die eben aus dem Libanon zurückgekehrt ist.

Selbst BBC London bestätigt jetzt, dass es eine Lüge Israels war, das behauptet hatte, die 15 vom IDF kürzlich getöteten medizinischen Hilfskräfte seien nicht gekennzeichnet gewesen. Hier zum Bericht auf BBC.


Russland im Zug — Teil drei: Von Nowosibirsk bis Kasan

Bedrohungslügner, Kriegsgurgeln und Hirn-Tot-Schläger

Die Türkei – im Würgegriff einer dunklen Autokratie


Info: https://globalbridge.ch/nach-der-eliminierung-der-hamas-sollen-auch-die-palaestinenser-aus-gaza-vertrieben-werden/


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07.04.2025

Noch einmal: Politik im 3er-Pack!

aus e-mail von Helene und Ansgar Klein, 7, April 2025, 19:03 Uhr


Liebe Mitmenschen!


In einer Zeit, in der man annehmen muss, dass ähnliche Worte wie:



"Es ist nunmehr notwendig, das deutsche Volk psychologisch allmählich umzustellen und ihm langsam klarzumachen ist, dass es Dinge gibt, die, wenn sie nicht mit friedlichen Mitteln durchgesetzt werden können, mit Mitteln der Gewalt durchgesetzt werden müssen … dazu war es notwendig, nicht nur die Gewalt als solche zu propagieren, sondern dem deutschen Volk bestimmte außenpolitische Ereignisse so zu beleuchten, dass die innere Stimme des Volkes selbst langsam nach der Gewalt zu schreien beginnt …"


(Adolf Hitler vor der deutschen Presse am 10. November 1938. Quelle: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, Heft 2/1958, S.182 ff)   Hier aus: https://freedert.online/meinung/241285-bedrohungsluegner-kriegsgurgeln-und-hirn-tot/



heute aus dem Mund von Pistorius, amtierender Kriegsminister, Baerbock, amtierende Außenministerin, Merz, Kanzlerkandidat, Breuer, Generalinpekteur, Sensburg, Präsident des Reservistenverbandes, oder von v.d.Leyen. EU-Kommissionspräsidentin, von den 'Mainstream-Medien' bereitwillig wiedergegeben würden, müssen wir starke Zeichen gegen Krieg setzen!


Dazu drei Möglichkeiten:


  1. Auf die Straße bei den Ostermärschen! - siehe: https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2025 ; ein guter Aufruf dazu vom 'Friedensbündnis NRW' -->> Anhang! (Leider fehlt dort bei: "Wir forden": Raus aus der NATO!)


  2.  Lesen und Verbreiten dieses Artikels: https://anti-spiegel.ru/2025/russische-experten-ueber-den-deutschen-aufmarsch-an-der-russischen-grenze/ , der geradezu eine Antwort ist auf unsere rhetorische Frage "Wie soll Russland denn all diese Kriegsvorbereitungen deuten???" in unserem Brief an die MdBs, die am 18. März 2025 den ‚Kriegskrediten‘ zugestimmt haben -->> https://www.ac-frieden.de/2025/03/29/brief-an-die-verantwortungslosen-mdbs-zu-den-kriegskrediten/


 3. Nach wie vor: Mitmachen bei


ein hoffnungsvolles Projekt, das von Ulrike Guerot, Peter van Stigt und Isabelle Casel gestartet wurde!

 < https://europeanpeaceproject.eu/ >


Aus dem Manifest des European Peace Projects: "Wir erklären die EU für gescheitert. Wir beginnen mit Bürger-Diplomatie und verweigern uns dem geplanten Krieg gegen Russland!" < https://europeanpeaceproject.eu/manifest-deutsch/ >


"09/05/25@17:00" bedeutet: Am 9. Mai um 17 Uhr wird in allen 48 Europäischen Staaten das Manifest verlesen.


Da kann jeder mitmachen!


Friedliche Grüße!


Helene+Ansgar Klein


Rosengarten 11, 52146 Würselen, Tel.: 02405 72112


 


'Aachener für eine menschliche Zukunft' < www.ac-frieden.de <http://www.ac-frieden.de>  >


Aachener Bürgerinitiative "Gute Nachbarschaft mit Russland"


Kampagne: NATO raus - raus aus der NATO < www.NATOraus.de <http://www.NATOraus.de>  > 


Freidenker-Netzwerk 'Demokratischer Widerstand'


Neuer Krefelder Appell - Den Kriegstreibern in den Arm fallen (https://peaceappeal21.de)


aus: https://gewerkschaftsforum.de/mi-analyse-mit-einer-billion-euro-in-den-krieg-whatever-it-takes-dazu-15-punkte-ueber-die-wenig-berichtet-wurde/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

07.04.2025

Ausstieg aus Gas-Wärmeversorgung 
Mannheimer Initiative kämpft für Erhalt des Gasnetzes

MVV Hochaus

swr.de, vom 27.2.2025, 16:20 Uhr, Von Autor/in Vuk Dajović

Der Mannheimer Versorger MVV will bis 2035 sein Gasnetz stilllegen. Jetzt haben sich Bürger in einer Initiative zusammengeschlossen. Ihr Ziel: der Erhalt des Gasnetzes.

Mannheimer Initiative kämpft für Erhalt des Gasnetzes


Seit Ende vergangenen Jahres ist klar, dass der Mannheimer Energieversorger MVV sich bis 2035 aus dem Gasnetz zurückzieht. Bürger, Gewerbetreibende und Unternehmen können ab dann in Mannheim keine Gasheizungen mehr betreiben. Um das zu verhindern, hat sich am Dienstagabend die Bürgerinitiative "Mannheim gibt Gas" gegründet. Zur Auftaktveranstaltung in einer Gaststätte im Mannheimer Stadtteil Feudenheim kamen rund 200 Interessierte. Der Gründer der Initiative, Andreas Kostarellos, hatte ursprünglich mit deutlich weniger Teilnehmern gerechnet.


Mitglieder der Initiative fühlen sich "getäuscht"

Die MVV möchte die Wärmewende schon vor 2045 vollziehen - dieses Jahr ist vom Gesetzgeber angepeilt. Ab dann soll ausschließlich mit erneuerbaren Energien geheizt werden. Auf diesen Zeitrahmen hätten sich viele Mitglieder der Initiative laut eigener Aussage verlassen. Darunter auch Gründer Andreas Kostarellos: "Ich habe vor anderthalb Jahren eine Gasheizung einbauen lassen, in dem Glauben, dass sie 20 Jahre läuft. Ich fühle mich getäuscht."

                                                                                                                                                                                 


Betroffene Bürgerinnen und Bürger am Dienstagabend im Feudenheimer Gasthaus "Zum Schützen".

Betroffene Bürgerinnen und Bürger sind am Dienstag in Mannheim-Feudenheim zusammengekommen.







Mannheimer MVV setzt auf Dialog

Der Mannheimer Energieversorger begründet seinen Schritt unter anderem damit, dass der CO2-Preis jedes Jahr steige und Erdgas ohnehin frühzeitig zu teuer werde. Außerdem würde die sinkende Zahl an Kunden diesen Umstand noch einmal verstärken.

Diese Einschätzung wird von unabhängigen Experten geteilt, wie zum Beispiel Angelika Paar, Fachbereichsleiterin Energie am Heidelberger Institut für Energie- und Umweltforschung. Die MVV zeigt laut einem Unternehmenssprecher dennoch Verständnis für die Betroffenen. Der Energieversorger möchte mit Beratungsangeboten unterstützen. In Mannheim sind etwa 25.000 Haushalte von dem Gasausstieg betroffen, davon kann nur ein Teil auf Fernwärme umsteigen. Der Rest muss in Zukunft wohl auf eine Wärmepumpe setzen.


Schornstein mit Rauch am Abendhimmel

Investitionen in Wind- und Solarparks MVV unterstreicht Ausstieg aus Gas-Wärmeversorgung in Mannheim







Umrüstungskosten variieren je nach Gebäude

Ob ein Umstieg zur Kostenfalle wird, kommt laut Angelika Paar auf den Einzelfall an. Bei modernen und gut gedämmten Häusern stelle ein Wechsel zur Wärmepumpe in den meisten Fällen keine große finanzielle Belastung dar. Ist ein Haus aber alt und wenig gedämmt, könnten die Befürchtungen der Bürgerinitiative eintreten und immense Kosten entstehen. In ungedämmten Gebäuden muss beispielsweise die Abwärme der Pumpe mit Strom verstärkt werden, was große Kosten verursacht. Das ist notwendig, damit das Gebäude ausreichend geheizt wird.

Besonders Altbau betroffen

Ein Mitglied der Initiative, dem es so geht, ist Gerd Kaiser. Der 73-jährige Feudenheimer bewohnt ein über 100 Jahre altes Haus im Ortskern. Er hat sein Vermögen in die Sanierung seines Hauses gesteckt. Eine Dämmung wurde ihm laut eigener Aussage von seinem damaligen Energieversorger nicht empfohlen - sein Gasverbrauch sei gering genug. Das werde ihm jetzt zum Verhängnis: "In zehn Jahren werde ich 84 Jahre alt. Dann bekomme ich keinen Kredit mehr, um nachzurüsten."

Gerd Kaiser aus Mannheim setzt sich gegen den Gasausstieg ein.

Gerd Kaiser aus Mannheim setzt sich gegen den Gasausstieg ein.








Mannheimer Initiative plant Demonstration

Um ihren Forderungen weiter Nachdruck zu verleihen, möchte die Bürgerinitiative "Mannheim gibt Gas" nun auch auf die Straße gehen. Ihr Plan: Bei der nächsten Aufsichtsratssitzung der MVV vor dem Hochhaus in der Mannheimer Innenstadt demonstrieren.

Mehr zum geplanten Gasausstieg


Investitionen in Wind- und Solarparks MVV unterstreicht Ausstieg aus Gas-Wärmeversorgung in Mannheim

Bürgerinformation zum Gasausstieg Kein Gas ab 2035 in Mannheim: MVV-Ankündigung sorgt für Unruhe

Versorger kündigt auch höheren Wasser- und Gaspreis an Mannheimer Versorger MVV: Gasnetz wird bis 2035 stillgelegt


Info: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/mannheim/initiative-gegen-gasausstieg-gegruendet-mannheim-100.html


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

07.04.2025

"GroKo"-Gespräche: Mögliches Ergebnis bis Mittwoch – Unionsjugend erteilt Absage an Merz

freedert.online, 7 Apr. 2025 10:04 Uhr

Mögliche finale Ergebnisse der Sondierungsgespräche sollen bis Mitte der Woche feststehen. Die Jugendorganisation der Union (JU) kritisiert mögliche Entscheidungen und warnt vor einem Boykott. SPD-Co-Verhandlerin Esken kündigt bei den Verhandlungen "deutliche Grenzen in der Asylpolitik" an.


Quelle: Legion-media.ru © Bernd Elmenthaler


Die Verhandlungsspitze von Union und SPD nach "Sondierungsgesprächen" für eine mögliche "GroKo", Berlin, 08. März 2025.


Die Koalitionsgespräche zwischen Union und SPD gehen laut Aussagen aus dem Regierungsviertel in Berlin in die finale Woche. Ein mögliches Endergebnis, die Verkündung einer Großen Koalition, stehe unmittelbar bevor und könnte bis Mitte der Woche erfolgen. CDU-intern wird die Kritik an Verhandlungschef Friedrich Merz derweil immer lauter, da "eine deutliche CDU-Handschrift" auch weiterhin vermisst wird. Der Vorsitzende der Unionsjugend (JU) erklärte in einem Interview, sollte sich Merz der SPD beugen, "dann ist die CDU insolvenzgefährdet".

Viele Gerüchte, wenig Konkretes, mehr als individuelle Wahrnehmungen und das Beharren auf "dem richtigen Weg", so die grobe Zusammenfassung des Status quo bei den andauernden Koalitionsgesprächen. Am Wochenende versprachen ungenannte Verhandler laut Medien, dass Union und SPD "bis Mitte der Woche ihre letzten strittigen Themen ausräumen und den Koalitionsvertrag fertigstellen" wollen. Mögliche Streitpunkte liegen dabei weiterhin zuhauf im Verhandlungsring. So heißt es bei dem Portal Table Media zu möglichen Ergebnissen:

"Der Vertrag solle dann in einem 'nüchternen, ernsthaften und angemessenem' Rahmen vorgestellt werden, bevor die SPD-Basis zweieinhalb Wochen Zeit bekommt, die Einigung zu bestätigen. Die CDU will einen kleinen Parteitag einberufen. Ende April oder Anfang Mai könnte der Vertrag dann unterzeichnet werden."


Politisches Erdbeben:  AfD auf Höhenflug – erstmals gleich stark wie CDU/CSU





Politisches Erdbeben: AfD auf Höhenflug – erstmals gleich stark wie CDU/CSU






Die Berliner Zeitung resümiert zu dem bisherigen Verlauf:

"In der Union mehren sich offenbar die Stimmen, die Friedrich Merz vorwerfen, ein schlechter Verhandler zu sein. Die SPD würde sich in den Koalitionsverhandlungen durchsetzen, heißt es, Schwarz-Rot erinnere zunehmend an Rot-Schwarz."

Für Unruhe sorgen dabei die jüngsten Umfrageergebnisse, laut denen die AfD mittlerweile gleichauf liegt mit der Union, ausgehend von dem wankelmütigen Agieren von CDU/CSU in den letzten Wochen. Eine westdeutsche JU-Gruppe spricht von "großer Beunruhigung" und "wachsendem Unmut", um zu erklären:

"Was wir derzeit aus Berlin vernehmen, ist ein politisches Desaster und eine große Enttäuschung für die vielen Mitglieder der Basis."

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärte der JU-Vorsitzende Johannes Winkel zu dem für Dienstag geplanten Besuch von Merz beim Frühlingsempfang der Jungen Union (90.000 Mitglieder, Bezahlschranke):

"Wir werden ihn mit einer klaren Erwartungshaltung empfangen: dass der Politikwechsel, für den die ganze Union – vor allem wir als Junge Union – so sehr gekämpft hat und den die Menschen erwarten, jetzt auch kommt. Bisher zeichnet sich dieser Politikwechsel aber nicht ab."

Mit Blick auf den bisherigen Verlauf der Sondierungsgespräche sprach Winkel die Warnung aus:

"Wenn wir eine Koalition eingehen, ohne dass der überfällige und versprochene Politikwechsel kommt, dann nimmt das Land massiven Schaden (…) Eine Regierung mit CDU-Kanzler, aber SPD-Inhalten wäre doch erst recht ein Konjunkturprogramm für die AfD (…) Dass man einen sozialdemokratisch dominierten Koalitionsvertrag vorlegt, das wird nicht mehr funktionieren. Muss Friedrich Merz das als Drohung verstehen? Es ist die Erwartungshaltung der Unionswähler."


Verbrannte Erde – Baerbocks letzte Tage als Außenministerin





Meinung

Verbrannte Erde – Baerbocks letzte Tage als Außenministerin





Der CDU-Kreisverband Potsdam-Mittelmark forderte via Facebook ein "Mitgliedervotum" über den möglichen Koalitionsvertrag. Dazu hieß es:

"Eine solch weitreichende Entscheidung darf in dieser Situation nicht ohne die direkte Einbeziehung der Parteibasis getroffen werden (…) Zahlreiche unserer Mitglieder fühlen sich nicht mehr ausreichend repräsentiert und denken ganz offen über einen Parteiaustritt nach."

Für Unverständnis und Unmut sorgte nun zusätzlich am Wochenende die kurzfristige Information, dass Merz für diesen Montag die CDU-Vorstandssitzung seiner Partei abgesagt hat. Die CDU-Bundesvorstandsmitglieder fühlen sich von Merz dabei weiterhin nicht ausreichend über die "GroKo"-Gespräche informiert.

SPD-Chefin Saskia Esken kündigte am Sonntag in einem Interview unmissverständlich an, dass während der Koalitionsverhandlungen mit der Union "deutliche Grenzen in der Asylpolitik" gezogen würden. Es sei ganz klar, dass die SPD "am Grundrecht auf Asyl festhalten" wolle, so Esken in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". Merz hatte im Wahlkampf lautstark angekündigt, er wolle am ersten Tag einer Amtszeit als Bundeskanzler das Innenministerium mittels seiner Richtlinienkompetenz anweisen, "ausnahmslos alle Versuche der illegalen Einreise zurückzuweisen". In dem ausgehandelten Sondierungspapier kündigte die Union jetzt allerdings wesentlich abgeschwächt nur noch "umfassendere Zurückweisungen an den Landesgrenzen in Abstimmung mit den Nachbarländern" an. 

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei (CDU), erklärte am Wochenende vor Journalisten:

"Es gibt noch jede Menge Punkte, über die wir uns heute unterhalten müssen. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass wir nächste Woche zu einem Ergebnis kommen."

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt erkannte am Samstag in Berlin "ganz viel Einigungsbereitschaft, viel Einigungswillen", um zu ergänzen: "Verantwortung, die steht ganz oben, die wollen wir gemeinsam wahrnehmen." 

Die Sondierungsgespräche von Union und SPD über die mögliche Bildung einer gemeinsamen Regierung sollen am Montagnachmittag fortgesetzt werden.


Mehr zum Thema - Deutschland vom leichtsinnigen Militarismus ergriffen


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://freedert.online/bundestagswahl_2025/241743-groko-gespraeche-moegliches-ergebnis-bis


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07.04.2025

Neues vom Wirtschaftskrieg (268): Mit Trump zurück in die 30er Jahre?

lostineu.eu, 7. April 2025

Kremlbeauftragter führt erstmals Gespräche in Washington – es geht auch um die Lockerung von Sanktionen. Musk will Freihandel mit EUropa. Und Trump schickt die Welt zurück in die 30er Jahre.

  • Trump schickt die Welt zurück in die 30er Jahre. Der “Liberation Day” ist eine historische Zäsur: Der US-Präsident beerdigt nichts weniger als den freien Welthandel, der als Lehre aus dem Zweiten Weltkrieg entstand. Trump hat offenbar nichts aus der Geschichte gelernt: Das hat die Welt schon einmal in die Katastrophe geführt. (…) Trumps Ankündigung bedeutet nichts weniger als das Ende der Ära des freien Welthandels, die vor 80 Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg als Lehre aus dem zerstörerischen Protektionismus begann. Trump hat den Startschuss zu einem globalen Wirtschaftskrieg gegeben, der die Welt in eine Rezession stürzen könnte, wie man sie seit der großen Depression nicht gesehen hat. (n-tv) Der Wirtschaftskrieg tobt schon länger – vor allem gegen Russland, zunehmend auch gegen China. Trump eröffnet allerdings eine neue Schlacht – die USA allein gegen den Rest der Welt...
  • Musk will Freihandel mit EUropa. Kurz nach der Verhängung weltweiter Zölle durch die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat sich dessen Berater Elon Musk für die Schaffung einer Freihandelszone zwischen Nordamerika und Europa ausgesprochen. Aus seiner Sicht sollten die USA und Europa idealerweise zu einer “Null-Zoll-Situation übergehen, um so eine Freihandelszone zwischen Europa und Nordamerika zu schaffen”, sagte der US-Technologieunternehmer in einer Videobotschaft beim Parteitag der rechtspopulistischen italienischen Lega in Florenz. (heute.at) – Während Musk sprach, gab es in Brüssel und Washington neue Spekulationen über ein Milliardenstrafe gegen Musk und seine Firma “X”. Die EU wolle an Musk ein Exempel statuieren, meint die “FR”
  • Kremlbeauftragter führt erstmals Gespräche in Washington. Erstmals seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine wirbt ein Vertrauter von Kremlchef Wladimir Putin in Washington bei Treffen mit US-Spitzenbeamten um eine teilweise Aufhebung der Sanktionen. Der Chef des staatlichen Russischen Fonds für Direktinvestitionen (RFDI), Kirill Dmitrijew, teilte nach seiner Ankunft in seinem Telegram-Kanal einen Medienbericht, nach dem Moskau US-Präsident Donald Trump gebeten habe, “einige der Sanktionen aufzuheben – im Rahmen der Verhandlungen über eine Waffenruhe unter Vermittlung der USA”. (Allgäuer Zeitung) Trump hat auf Strafzölle gegen Russland verzichtet. Wenn er nun auch noch die Sanktionen lockert, wäre die EU doppelt gestraft…

Siehe auch Neue Front im Wirtschaftskrieg (Newsletter) Mehr zum Wirtschaftskrieg hier

‹ Le Pen vergleicht sich mit Martin Luther King

2 Comments

  1. Helmut Höft
    7. April 2025 @ 09:41

    “Der US-Präsident beerdigt nichts weniger als den freien Welthandel, der als Lehre aus dem Zweiten Weltkrieg entstand.” Vllt. besser(?): “Der POTUS beerdigt den Wildwuchs der aus dem freien Welthandel (Globalisierung plus Finanzialisierung) entstanden ist!”

    Nieder mit Exportismus und Merkantilismus, nieder mit dem (letzen Endes unlogischen und dennoch parktizierten) Versuch Arbeitslosigkeit zu exportieren und andere Volkswirtschaften “friedlich handelnd” in Probleme zu schicken.

    Es wurde schon verlinkt: https://www.relevante-oekonomik.com/2025/04/03/us-zoelle-trump-hat-recht-sein-faktenblatt-zerstoert-den-deutschen-merkantilismus/
    und jetzt auch noch das https://www.relevante-oekonomik.com/2025/04/04/oeffentlich-rechtliche-desinformation-zu-trumps-zoellen-man-kann-es-auch-fake-news-nennen/

    Man muss nicht alles für bare Münze nehmen, aber – in den letzten 20 Jahren verfolgt – HF liegt “sehr viel meistens” ???? richtig.

    Leseempfehlung: https://www.perlentaucher.de/buch/heiner-flassbeck/grundlagen-einer-relevanten-oekonomik.html (es liegen noch keine Rezensionen im perlentauicher vor, meine “Rezension”: Die ultimative Einordnung der VWL-Religion. Unbedingt lesen!

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  • Michael
    7. April 2025 @ 08:32

    Russland steht nicht auf der Liste der von Trump verhängten „Strafzölle“. Vermutlich wegen der bestehenden Sanktionen!? Deshalb stellt sich die Frage ob Russland mit Sanktionen oder Strafzöllen besser gestellt wäre, aber auch ob Trump letztlich gegen Putin weder Strafzölle noch Sanktionen will? Wobei mir der Unterschied zwischen Strafzöllen und Sanktionen nicht klar zu sein scheint!?



  • Info: https://lostineu.eu/neues-vom-wirtschaftskrieg-268-mit-trump-zurueck-in-die-30er-jahre/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:





    Le Pen vergleicht sich mit Martin Luther King


    lostineu.eu, vom 6. April 2025

    Nach dem aufsehenerregenden Urteil zur Veruntreuung von EU-Geldern, das Nationalistenführerin Le Pen von der Präsidentschaftswahl 2027 ausschließt, ist in Frankreich ein Streit um den Rechtsstaat entbrannt. Le Pen und ihre Anhänger gingen am Sonntag auf die Straße und attackierten das “System”, das Le Pens Partei “zerstören” wolle. Das Urteil sei Ausdruck einer “politischen Justiz”, hieß es. Man wolle aber keine Revolution, so Le Pen, sondern wie Martin Luther King auf friedlichem Wege die Verhältnisse umstürzen. Ein gewagter Vergleich! Derweil präsentiert sich die Bewegung von Präsident Macron als Hüterin von Demokratie und Rechtsstaat – dabei hat sie im Parlament keine Mehrheit. Und der Entzug des passiven Wahlrechts für Le Pen ist selbst unter französischen Juristen umstritten

    Siehe auch meine Kolumne im “Makroskop”: “Fall Le Pen: Die EU wollte sie loswerden – nun duckt sich Brüssel weg

    ‹ Die Watchlist EUropa vom 03. April 2025 › Neues vom Wirtschaftskrieg (268): Mit Trump zurück in die 30er Jahre?

    8 Comments

    1. Helmut Höft
      7. April 2025 @ 09:51

      @ebo
      Eh oui, c’est la France, c’est le droit français! (DeepL hat geholfen)

      Damit kein Missverständnis entsteht: Deine Berichterstattung ist, wie immer, notwendig und hervorragend! *bravo*

    Reply

  • Stef
    7. April 2025 @ 09:22

    @ebo: “Im deutschen Strafrecht ist das anders geregelt:
    Eine zulässig eingelegte Berufung hemmt die Rechtskraft des vorausgegangenen Urteils.”

    In der Regel ist das so. Es sei denn, dass Gericht ordnet die sofortige Vollziehbarkeit an, was an bestimmte Voraussetzungen geknüpft ist. Ich kenne mich im französischen Recht nicht aus, aber mir scheint die Lage in Frankreich analog zu sein. Mit anderen Worten hat wohl das LePen verurteilende Gericht eine entsprechende Entscheidung getroffen, dass das Urteil unbeschadet möglicher Rechtsmittel umgehend umzusetzen ist. Sollte dies der Fall sein, wäre die Frage, wie genau dies begründet wird. An die Begründung wären höchste Anforderungen zu stellen, wenn die betreffende Person gute Aussichten auf das Gewinnen der nächsten Präsidentschaftswahl hat. Bisher habe ich dazu nichts spezifisches gelesen.

    Reply

  • Helmut Höft
    7. April 2025 @ 09:18

    Le Pen und kein Ende, Martin Luther King jetzt in blondiert. m(

    “[Dieser Fall] nimmt eine besondere Dimension an, wenn eine von einem Richter gefällte Entscheidung in Präsidentschaftswahlen eingreift, sei es in Frankreich (Fall Fillon im Jahr 2017) oder im Ausland (Rumänien, Türkei). “ In F gilt französisches Recht!

    Wenn niedrige Chargen straffällig werden: Entzug des passiven Wahlrechts nach dem Gesetz. Wenn es um die Präsidentschaft geht? “Och, da simmer großzügisch, gell!”??

    “Unabhängig davon, ob die Entscheidungen von unabhängigen Richtern, wie in Frankreich, oder von Richtern, die der politischen Macht unterworfen sind, getroffen werden, bleibt es dabei, dass der Verdacht, dass die Justiz für politische Zwecke instrumentalisiert wird, unabhängig davon, ob er begründet ist oder nicht, sowohl das Vertrauen in die Justiz als auch in die Politiker schwächt.” Ja sicher, fällt das Urteil anders aus, als ich es gerne hätte, was liegt da näher als ein Verdacht?? m(

    Auf der linken Seite jammern die Rechten, auf der rechten Seite meckern die Linken. Und wenn anders rum entschieden wird? Wird anders rum gejammert/gemeckert.

    “… kann auf mehreren Ebenen beurteilt werden.” eben! Und das Gericht hat – im Rahmen der Gesetzliche – so (be-)geurteilt.

    Wie wäre es denn mit 1. “Vor dem Gesetz sind alle gleich!”, 2. “Die Justiz ist unabhängig!” und 3. “Das wird (wenigstens hier) von allen akzeptiert!”

    Reply

  • Arthur Dent
    7. April 2025 @ 09:13

    Und es ist in Deutschland wirklich noch nie nie nie vorgekommen, dass ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin eines Abgeordneten (ParlamentsmitarbeiterInnen) für Parteiarbeit abgestellt worden ist? Im Wahlkampf, oder so? Wirklich nie? Das wäre ja auch ein “Verbrechen”! hmpf.

    Reply

  • Helmut Höft
    7. April 2025 @ 08:47

    “Und genau hier haben wir ein rechtsstaatliches Problem.” Nö! Ich bleibe dabei: Kein rechtsstaatliches Problem sondern Gesetz: “Kriminelle stehen nicht zur Wahl!”

    Schaun wir ma was die Berufung bringt!

    Reply

    • ebo
      7. April 2025 @ 08:51

      Nun ja. Im deutschen Strafrecht ist das anders geregelt:
      Eine zulässig eingelegte Berufung hemmt die Rechtskraft des vorausgegangenen Urteils. Dies bedeutet, das Urteil wird bis zum Abschluss des Berufungsverfahrens nicht rechtskräftig und eine verhängte Geld- oder Freiheitsstrafe kann nicht vollstreckt werden. Für den Angeklagten gilt also weiterhin die Unschuldsvermutung – er gilt bis zum Urteilsspruch des Berufungsgerichts als nicht verurteilt und damit unschuldig.
      https://strafrechtskanzlei-kolivas.com/kompetenzen/rechtsmittel-strafrecht-revision-berufung

      Reply

  • Great Power, Greater Responsibility
    6. April 2025 @ 17:46

    Was ich bisher nicht selbst herausfinden konnte werter Herr Bonse, ist, wann dieses Gesetz zum automatischen Ausschluss aufgrund Mandatskriminalität denn wirklich in Kraft trat, respektive ab wann es im Parlament dort seriös behandelt wurde. Letzerer Punkt sei relevant wenn man argumentieren wollte, dass ab spätestens dann, eine Erschütterung des Vertrauens hätte eintreten müssen.
    Da dies beim Strafrecht aber soweit mir bekannt nicht relevant sein sollte, sondern nur der tatsächliche Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes mit der schärferen Strafe (kann Ausschluss, mithin bei besonders schweren und schädlichen Taten bzw als Spezialprävention für die Zukunft, wiegt m.M.n. weniger schwer als genereller, zwangsläufiger Ausschluss als Teil des Schuldspruches) Gesetzeskraft erlangte und ob dieser Zeitpunkt nach der Beendigung des Tatzeitraumes lag, der nach der BBC 01/16 endete.

    Sollte das in Frage stehende Verschärfungsgesetz also erst später in Kraft getreten sein, würde dies die Frage einer immer verbotenen echten Rückwirkung in den Raum stellen.

    Irgendwie scheint aber auch Niemand zu erkennen, dass die sofortige Anwendung des Ausschlusses für die Deliquntin ja ein Zeitvorteil ist, denn wenn das Urteil im nächten Jahr bestätigt werden sollte (bisher war auch nicht aus all den Nachrichten ersichtlich, ob das Berufung oder Revision ist bzw. wie viel Züge ein solches Strafverfahren in Frankreich überhaupt hat) wäre die bis dahin verstrichene Zeit schon auf die Ausschlusszeit anzurechnen, sie ab 2030 wieder wählbar.

    “Das fängt schon mit dem Grundsatz der Gleichbehandlung an.”
    Danke dafür, darüber dachte ich auch die letzte Stunde lang nach. Selective prosecution nennt sich das in den USA und wurde schon von beiden Seiten angebracht die letzten Jahre:
    “Selective prosecution has been raised as a possible defense in the election obstruction case of Donald Trump,[6] and as a possible motivation for tax and firearms charges against Hunter Biden.[7]” > https://en.wikipedia.org/wiki/Selective_prosecution

    “die EU-Kommission […] Als „Hüterin der Verträge“”
    Fällt schon ein wenig auf wie merkwürdig es ist verglichen mit dem Zustand hierzulande, indem der “Hüter der Verfassung” nicht ein Verfassungsgericht sondern “die Regierung” ist, welche im täglichen politischen Geschäft steht und zudem nichtmals formaler (wenn auch ineffektiver, wie hierzulande) parlamentarischer Kontrolle unterliegt.
    Frage mich immer wieder wie das den Anforderungen des Art. 23 I GG enstprechen soll, fordert zwar nur “im wesentlichen gleichen Grundrechtsschutz” aber man kann doch die eigenen demokratischen und rechtsstaatlichen Errungenschaften nicht außen vor lassen, gerade als Deutschland nicht, wenn es um die Entwicklung von eben diesen Grundsätzen in einem neu zu schaffenden “vereinigten Europa” geht.
    Und die Exekutive als “Hüterin der Verfassung”, was die Verträge seit 09 ja leider effektiv sind, das ist so Demokratie- und Rechtsstaatsfeindlich dass Jedermann/frau/allen dazwischen und außerhalb, es spüren sollte tief im Mark.
    Es erinnert eben deutlich mehr ans Führerprinzip als ans Grundgesetz.

    Reply

    • ebo
      6. April 2025 @ 17:58

      Der Entzug des passiven Wahlrechts gilt ab sofort, daran hat auch die mittlerweile erfolgte Berufung nichts geändert. Und genau hier haben wir ein rechtsstaatliches Problem.

      Reply

  • Was sagen Sie dazu?


    Info: https://lostineu.eu/le-pen-vergleicht-sich-mit-martin-luther-king


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    07.04.2025

    Nachrichten von Pressenza: Der einzig sichere Ort ist ein menschlicher Ort

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 7. April 2025, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 07.04.2025


    Der einzig sichere Ort ist ein menschlicher Ort


    Wieder einmal muss die pazifistische, gewaltfreie, alternative Welt gegen eine Agenda ankämpfen, die von anderen geschrieben wurden. Auf diese anderen werden wir ein andermal eingehen – zunächst halten wir fest: Es sind sie, die die Regeln schreiben, während wir gezwungen&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/04/der-einzig-sichere-ort-ist-ein-menschlicher-ort/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Der einzig sichere Ort ist ein menschlicher Ort


    pressenza.com, 06.04.25, - Olivier Turquet, Dieser Artikel ist auch auf Italienisch verfügbar


    Screenshot_2025_04_07_at_07_54_55_humanweek_milano17_820x546_1.png_PNG_Grafik_820_546_Pixel_-Kopie


    Wieder einmal muss die pazifistische, gewaltfreie, alternative Welt gegen eine Agenda ankämpfen, die von anderen geschrieben wurden.

    Auf diese anderen werden wir ein andermal eingehen – zunächst halten wir fest: Es sind sie, die die Regeln schreiben, während wir gezwungen sind, ihnen mit in jeglicher Hinsicht unvergleichlich schwächeren Mitteln hinterherzulaufen.

    Versuchen wir also, zumindest die Perspektive umzudrehen. Wir sollten so viele Gremien wie möglich bilden, die „Nein zur Wiederaufrüstung“ sagen (bisher haben wir uns mit Pressenza etwa dieser Initiative angeschlossen: https://stoprearm.org/). Wir sollten uns bestmöglich absprechen und zusammenarbeiten: Denn alle Realitäten erfordern dieselbe Antwort und dabei ist es unwichtig, wenn der eine ein Thema hervorhebt, und der andere unterschiedliche Akzente setzt: Alle Motivationen zählen – aber lasst uns gemeinsam handeln, denn das Spiel beginnt mit gezinkten Karten.

    Die zentrale Frage, die wir uns stellen müssen, lautet: Welches Land, welcher Kontinent, welche Stadt, welches Viertel ist ein sicherer Ort? Auf Basis unserer Antwort auf diese Frage können wir einen Vorschlag formulieren. So utopisch dieser Vorschlag auch erscheinen mag – er ist ein Same, der keimen kann; ein möglicher Weg in die Zukunft, im Sinne Galeanos, wenn er von Utopie sprach.

    Wenn wir unsere Gedanken in diese Richtung lenken, erscheint es selbstverständlich: Ein sicherer Ort kann kein Ort sein, der von Waffen beherrscht wird. Die regelmäßigen Massaker durch die Vereinigten Staaten, die Zustände in Kriegsgebieten, in denen nur Zerstörung und Tod sicher sind oder ein Ausflug zu den Checkpoints im Westjordanland, genügen als Beleg. Auch die vielen Orte weltweit, in denen eine Mafia oder Privatarmeen über das Leben der Menschen bestimmen, sprechen eine klare Sprache.

    Manch eine:r mag nun einwenden, dass Waffen auch legal und vernünftig eingesetzt werden können, dass – vernünftigerweise – bewaffnete Streitkräfte unterschiedlicher Art unsere Häuser, unsere Grenzen schützen. Nicht kriminelle Banden, sondern Polizei und Armee, die im Rahmen des Gesetzes handeln.

    Gut – wir können die Notwendigkeit mäßig bewaffneter Kräfte anerkennen, um Kriminalität abzuwehren. Aber wir können schon nicht mehr nachvollziehen, warum wir beispielsweise in Italien in eine Armee investieren, die unsere Grenzen zu Frankreich, der Schweiz, Slowenien, San Marino und dem Vatikan schützen soll – vor unseren Nachbarn, unseren Geschwistern. Welche sicherheitsrelevanten, unbewaffneten Aufgaben übernimmt das Militär? Katastrophenschutz, Wetterdienste, Unterwasserforschung, Forstwirtschaft (die Verantwortung hierfür liegt mittlerweile teilweise auch außerhalb des Militärs). Es ist offensichtlich, dass diese Aufgaben durchaus anhand ziviler Kräfte durchgeführt werden können und keinerlei Plan zur Wiederaufrüstung erfordern.

    Ein Missverständnis – oder vielleicht eine gezielte Manipulation – muss zudem geklärt werden: Es heißt, der europäische Wiederaufrüstungsplan diene nicht primär der Waffenbeschaffung, sondern vielmehr der Finanzierung unterschiedlicher Arten neuer Technologien. Tatsächlich bleibt unklar, wofür diese Gelder verwendet werden sollen: Fest steht nur, dass sie bereitgestellt werden, weil man plötzlich ein gesteigertes Sicherheitsbedürfnis in Europa spürt. Die Debatte dreht sich lediglich darum, woher das Geld kommen und wer es ausgeben soll.

    Es scheint also angebracht, dass wir – gewaltfreie und antimilitärische Pazifisten – dem einige einfache Vorschläge entgegen halten.

    Mir kommt in diesem Zusammenhang oft ein Satz von Silo, dem Begründer der Humanistischen Bewegung, in den Sinn: „Das einzig sichere Viertel ist ein menschliches Viertel.“ Das sagte er im Kontext einer weltweit durchgeführten Kampagne der Humanisten in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Ziel war es, zerstörte oder bedrohte soziale Gefüge neu aufzubauen. Hierfür wurden zahlreiche lokale Aktionen umgesetzt – soziale Kämpfe und Aktivitäten, die Einrichtung von Kommunikationszentren, Stadtteilzeitungen, solidarischen Initiativen für kleine Gewerbe – als Garantie für menschliche, lebensfreundliche und sichere Viertel.

    Wir wissen leider, wie es ausging, wie dieser edle Versuch scheiterte und unsere Viertel immer lebensfeindlicher und hässlicher wurden. Glauben wir also ernsthaft, dass sie durch elektronische Überwachung und Truppen an den Grenzen sicherer werden?

    Soziale Sicherheit im weitesten Sinn bedeutet, ein Leben in Würde und Menschlichkeit – mit Rechten und Chancen: Investitionen in Gesundheit, Bildung und Lebensqualität sind die effektivste Art, einen sicheren, weil menschlichen Ort zu schaffen. Dafür könnten weit mehr als 800 Milliarden bereitgestellt werden. Zudem stellt der Klimanotstand aktuell eine unvergleichlich dringendere Priorität dar als die absurde Wahrscheinlichkeit, Russland könnte Europa besetzen – ein Szenario, das scheinbar die ganze Aufrüstung legitimieren soll.

    Eigentlich existiert längst eine zivile Untergrundbewegung, die sich eigenständig organisiert, um eine andere Lebensqualität zu verwirklichen, ohne auf Hilfe von oben zu warten: Netzwerke von Bürger:innen, ökologische Dörfer, durch die Transition Towns inspirierte Initiativen, Selbsthilfegruppen, die Human Week (in Mailand), solidarische Erwerbsgemeinschaften, Netzwerke von Erzieher:innen, Projekte zur Wiederbelebung verlassener Dörfer usw. Unsere Partner:innen von Italia che Cambia haben hierzu einen hervorragenden Bericht verfasst. All das zeigt: Der Aufbruch in ein neues Paradigma hat längst begonnen.

    Dennoch ist es offensichtlich, dass es die Aufgabe der Politik wäre – die sich zunehmend finanziellen Interessen beugt – die Entscheidung eines Richtungswechsels zu fällen und ihn schlüssig durchzuführen: Was heute den Wähler:innen versprochen wird, darf sich nicht grundlegend von dem unterscheiden, was später in Regierungsverantwortung geschieht.

    Deshalb fordern wir die Politik mit Klarheit und Mut dazu auf, ernsthaft auf die Frage zu antworten: „Wie schaffe ich einen sicheren Ort?“ Mit Waffen? Elektronischer Überwachung? Angst? Erpressung? Außerdem fordern wir einen tiefgreifenden, nachvollziehbaren Wandel der Prioritäten.

    Und wir alle können einander liebevoll fragen: „Was kann ich konkret tun, um meine Umwelt menschlicher zu gestalten – mit mehr Rechten, mehr Empathie, mehr Verständnis und mehr Herzlichkeit?“ Wir sollten diese Frage ehrlich beantworten – und danach handeln.

    Die Übersetzung aus dem Italienischen wurde von Martina Merlo vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!


    Info: https://www.pressenza.com/de/2025/04/der-einzig-sichere-ort-ist-ein-menschlicher-ort


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    07.04.2025

    Von Widersprüchen gehemmt   EU-Vergeltungsmaßnahmen gegen die beispiellosen US-Zölle werden durch innere Widersprüche in der EU gehemmt – obwohl Ökonomen urteilen, die Trump-Administration sei wegen der Folgen der Zölle für das eigene Land verwundbar.

    german-foreign-policy.com, 7. April 2025

    WASHINGTON/BRÜSSEL/BERLIN (Eigener Bericht) – Innere Widersprüche hemmen die EU bei ihrer Reaktion auf die Verhängung beispielloser Zölle durch die Vereinigten Staaten. Die Zölle, deren erste am Samstag in Kraft getreten sind – weitere werden am Mittwoch folgen –, haben die Aktienkurse nicht nur bei wichtigen US-Handelspartnern wie Japan oder Deutschland einbrechen lassen, sondern auch in den USA selbst, wo innerhalb von zwei Tagen Börsenwerte von mehr als sechs Billionen US-Dollar vernichtet wurden. Auch der US-Dollar schwächelte. US-Präsident Donald Trump habe mit den Zöllen „einen Riesenfehler“ gemacht, urteilt etwa der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher; er werde „den Kürzeren ziehen“, weshalb die EU energisch „dagegenhalten“ solle. Brüssel allerdings hat nun sogar das Inkraftsetzen von Vergeltungszöllen nicht gegen die jüngsten, sondern gegen die schon kürzlich verhängten Stahlzölle aufgeschoben – wegen Einwänden mehrerer Mitgliedstaaten, die fürchten, bei einer Eskalation deutlich mehr zu verlieren als die USA. Ersatzweise werden Maßnahmen gegen US-Tech-Konzerne erwogen; diese werden aber von Italien blockiert – wegen der Nähe seiner Regierung zur Trump-Admnistration.


    Zitat: Billionenverluste und Dollarschwäche

    Die neuen Zölle, die US-Präsident Donald Trump am Mittwoch bekanntgegeben hat, haben ganz besonders die Vereinigten Staaten hart getroffen. Die US-Aktienmärkte brachen massiv ein – zunächst am Donnerstag, dann erneut am Freitag nach der Verhängung chinesischer Vergeltungszölle in gleicher Höhe (34 Prozent). Insgesamt stürzte der Dow Jones Industrial Average um 7,9 Prozent ab, der S&P 500 um 9,1 Prozent, während der Technologieindex Nasdaq sogar um 10 Prozent fiel. Der Börsenverlust wird auf über sechs Billionen US-Dollar beziffert.[1] Das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) ging am Donnerstag davon aus, dass die US-Wirtschaftsleistung real um 1,69 Prozent schrumpfen werde; Chinas Vergeltungszölle waren da noch nicht bekannt.[2] Die Großbank JP Morgan hat die Wahrscheinlichkeit für eine globale Rezession mittlerweile von 40 Prozent auf 60 Prozent erhöht. In den Vereinigten Staaten machen sich zudem Sorgen über den erwarteten Anstieg der Verbraucherpreise breit. Nicht zuletzt kommt hinzu, dass der US-Dollar entgegen den Prognosen schwächelt. Dies deute darauf hin, dass das Vertrauen in die US-Wirtschaft schwinde, urteilt George Saravelos von Deutsche Bank Research. Dies wiederum wirke sich auf die Bereitschaft im Ausland aus, Geld in US-Dollar anzulegen, worauf die USA aber angewiesen seien, warnt etwa das Wall Street Journal.[3]


    „Eine Steuer für US-Verbraucher“

    Mittlerweile zeichnet sich wachsende Unruhe auch im republikanischen Spektrum des US-Establishments ab. Nur wenige Stunden nach der Bekanntgabe der neuen Zölle am Mittwoch hatte sich der US-Senat erstmals mit knapper Mehrheit gegen Präsident Trump gestellt und die gegen Kanada verhängten Zölle abgelehnt. Zwar gilt es als schwer vorstellbar, dass der Beschluss die erforderliche Mehrheit im Repräsentantenhaus erhält; doch ist es das erste Mal, dass sich vier Senatoren der Republikaner der Politik der Trump-Administration widersetzt haben.[4] Am Freitag positionierte sich zudem der texanische Senator Ted Cruz, der sonst als loyaler Unterstützer des Präsidenten gilt, gegen die Zölle. Sie seien „eine Steuer“, und zwar „eine Steuer hauptsächlich für amerikanische Verbraucher“, erklärte Cruz; sie drohten die Inflation in die Höhe zu treiben und die Konsumenten zu belasten.[5] Verhängten nun noch weitere Länder Vergeltungszölle – und das sei eine „sehr reale Möglichkeit“ –, dann habe man mit „schrecklichen Folgen“ für die USA zu rechnen. Am Samstag schloss sich Trump-Adlatus Elon Musk der Kritik an und sprach sich in einem Videoauftritt auf einem Kongress der extrem rechten italienischen Partei Lega dafür aus, die wechselseitigen Zölle zwischen den USA und der EU auf Null zu senken.[6]


    „Trump hat sich übernommen“

    Reaktionen der EU bleiben bislang aus – dies, obwohl Kommissonspräsidentin Ursula von der Leyen bereits im Februar angekündigt hatte, US-Zölle würden in Brüssel „entschiedene“ Gegenmaßnahmen auslösen.[7] Ökonomen unterstützen dies und dringen auf ein hartes Vorgehen. Trump habe sich „übernommen“, urteilt etwa Marcel Fratzscher, der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW); die USA könnten schwächere Gegner wie etwa Mexiko oder Kanada in die Knie zwingen – doch jetzt habe die Administration sich „mit der gesamten Welt“ angelegt, und dabei werde sie „den Kürzeren ziehen“.[8] Die EU solle deshalb „dagegenhalten“, und dies „sehr konsequent“. Moritz Schularick, Präsident des IfW, plädiert gleichfalls dafür, „nicht mit Schwäche und vorauseilendem Gehorsam“ zu reagieren, sondern „robust“ vorzugehen: „Stärke ist unsere beste Chance“.[9] Weil die EU, im Unterschied zu den Vereinigten Staaten, „weiter mit dem Rest der Welt“ Handel treiben wolle, könne sie diesen „diversifizieren“; „Gegenzölle“ der EU schadeten „den Amerikanern sehr viel mehr, als sie uns schaden“. Es komme hinzu, dass Investitionen in den USA an Attraktivität verlören, weil Trumps Politik unvorhersehbar sei, während Investitionen in der EU attraktiver würden – und zwar, weil Berlin und Brüssel „mit den Rüstungsmilliarden“ neue Anreize geschaffen hätten.


    Folgen des Handelsüberschusses

    Dem steht entgegen, dass diverse Wirtschaftszweige in Brüssel Druck ausüben, auf scharfe Reaktionen zu verzichten – weil sie aufgrund des Ungleichgewichts im Warenhandel massive Verluste befürchten. Die EU-Staaten haben im vergangenen Jahr Waren im Wert von 531,6 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten exportiert, von dort aber nur Waren für 333,4 Milliarden Euro importiert; ihr drohen im Warenhandel daher deutlich schwerere Einbußen durch Zölle als den USA.[10] Zuletzt hat Italiens Außenminister Antonio Tajani bei EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič stark Druck gemacht, US-Whiskey von der Liste der mit Vergeltungszöllen zu belegenden Waren zu entfernen. Whiskey war ausgewählt worden, da er US-Bundesstaaten trifft, in denen Trumps Wählerbasis einflussreich ist. Tajani wies nun darauf hin, der US-Präsident habe damit gedroht, Zölle auf US-Whiskey mit Gegenzöllen von 200 Prozent auf alkoholische Getränke aus der EU zu vergelten; weil die EU-Staaten aber mehr davon in die USA exportierten als andersherum, drohten Verluste. Die EU-Kommission will nun am Montag eine revidierte Liste vorlegen, die am 15. April verabschiedet werden soll. In Kraft treten würde sie dann am 15. Mai.[11] Einwände gegen Vergeltungszölle kommen auch aus der deutschen Pharmabranche, die ein Viertel ihrer Gesamtausfuhr in die USA exportiert. Noch sind Pharmaprodukte von den US-Zöllen ausgenommen.


    Die transatlantische extreme Rechte

    Sogar die Debatte um Maßnahmen gegen US-Tech-Konzerne wie X steckt offenbar wegen innerer Widersprüche weiterhin fest. Derlei Maßnahmen gelten als Alternative zu Vergeltungszöllen auf US-Warenimporte, da bei Dienstleistungen die USA einen Überschuss erzielen und deshalb verwundbarer sind. Im Jahr 2023 standen EU-Dienstleistungsexporten in die Vereinigten Staaten im Wert von 319 Milliarden Euro Dienstleistungsimporte von dort im Wert von 427 Milliarden Euro gegenüber.[12] In der vergangenen Woche berichtete die New York Times, Brüssel plane im Rahmen eines 2023 eingeleiteten Verfahrens eine Strafe von mehr als einer Milliarde Euro gegen X zu verhängen. Ursache seien Verstöße gegen den Digital Services Act.[13] Unabhängig davon zieht die EU ein energisches Vorgehen gegen US-Tech-Konzerne im Rahmen eines neuen „Instruments gegen Zwangsmaßnahmen“ („Anti Coercion Instrument“) in Betracht. Das verhindert zur Zeit allerdings noch Italien, das gemeinsam unter anderem mit Ungarn und Rumänien eine Sperrminorität innehat. Italiens ultrarechte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni steht der Trump-Administraton politisch sehr nahe. Trump-Adlatus Musk schaltete sich am Wochenende per Video zu einem Kongress der Partei Lega des stellvertretenden italienischen Ministerpräsidenten Matteo Salvini hinzu. Bislang gelingt es Rom, ein Vorgehen der EU gegen US-Tech-Konzerne zu verhindern.[14] Italiens hohe Verschuldung mache seine Regierung freilich empfindlich für Druck aus der EU, heißt es.

     

    Mehr zum Thema: Im Zollweltkrieg.

     

    [1] Vicky Ge Huang, Krystal Hur, Gunjan Banerji: Trump’s Tariffs Wipe Out Over $6 Trillion on Wall Street in Epic Two-Day Rout. wsj.com 04.04.2025.

    [2] Julian Olk: Ökonomen berechnen die wirtschaftlichen Folgen der Trump-Zölle. handelsblatt.com 03.04.2025.

    [3] Dollar’s Fall Raises Fears of Confidence Crisis, Exit From U.S. Assets. wsj.com 03.04.2025.

    [4] Stephen Groves: Senate rebukes Trump’s tariffs as some Republicans vote to halt taxes on Canadian imports. apnews.com 03.04.2025.

    [5] Maya C. Miller: Ted Cruz and Other Senate Republicans Question Trump’s Tariffs. nytimes.com 04.04.2025.

    [6] Pieter Haeck: Musk hopes US, EU get to ‘zero-tariff situation’. politico.eu 06.04.2025.

    [7] Von der Leyen verspricht „entschiedene“ Reaktion auf neue US-Zölle. handelsblatt.com 11.02.2025.

    [8] Jasper Barenberg: Fratzscher (DIW): „Donald Trump hat einen Riesenfehler gemacht“. deutschlandfunk.de 02.04.2025.

    [9] Annett Meiritz: „Für Europa rechnen wir mit einem deutlichen Preisrückgang“. handelsblatt.com 03.04.2025.

    [10] Trade in goods with the United States in 2024. ec.europa.eu 11.03.2025.

    [11] Henry Foy: Divided EU scrambles for a response to Trump’s tariffs. ft.com 04.04.2025.

    [12] United States. policy.trade.ec.europa.eu.

    [13] Adam Satariano: E.U. Prepares Major Penalties Against Elon Musk’s X. nytimes.com 03.04.2025.

    [14] Andy Bounds, Amy Kazmin: Meloni under pressure to back EU ‘bazooka’ against Trump tariffs. ft.com 04.04.2025.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9938


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    06.04.2025

    Trump vs. Musk: Ein "Good Cop, Bad Cop"-Spiel im Zollkrieg

    freedert.online, 6 Apr. 2025 19:52 Uhr,von Hans-Ueli Läppli

    Elon Musk plädiert für eine zollfreie Freihandelszone zwischen Europa und den USA, während Präsident Trump neue Zölle verhängt. Musks Vorschlag widerspricht Trumps protektionistischer Strategie, die weltweit für Unsicherheit sorgt.


    Quelle: Gettyimages.ru © Andrew Harnik/Getty Images


    Zollstreit zwischen Trump und Musk: Tesla-Chef fordert Freihandelszone


    Elon Musk, Berater des US-Präsidenten, hat sich unerwartet gegen die neuesten Strafzölle von Donald Trump auf EU-Waren ausgesprochen und sich für eine transatlantische Freihandelszone ohne Zölle ausgesprochen. In einer Videobotschaft während des Kongresses der italienischen Regierungspartei Lega in Florenz betonte Musk die Notwendigkeit einer zollfreien Handelsbeziehung zwischen den USA und Europa und sprach sich klar gegen die Zölle aus, die Trump kürzlich angekündigt hatte.

    "Und was die Zölle angeht, hoffe ich, dass wir uns auf eine Null-Zoll-Situation mit einer Freihandelszone zwischen Europa und Nordamerika zubewegen", erklärte Musk.

    Seine Vision einer engeren wirtschaftlichen Zusammenarbeit umfasst nicht nur den Handel, sondern auch den freien Austausch von Arbeitskräften.

    Diese Position steht in scharfem Kontrast zu Trumps protektionistischer Politik, die kürzlich mit der Einführung von Strafzöllen in Höhe von 20 Prozent auf europäische Importe für Aufsehen sorgte.


    Schweiz gegen Trump: Komplimente und Charme als geheime Waffe der Diplomaten




    Meinung

    Schweiz gegen Trump: Komplimente und Charme als geheime Waffe der Diplomaten






    Trumps Zollpolitik, die als Schutzmaßnahme für amerikanische Arbeitsplätze und Produktionskapazitäten verstanden wird, hat international Besorgnis ausgelöst. Wirtschaftsexperten warnen, dass die Einführung von Zöllen das globale Handelsumfeld destabilisieren und langfristig zu wirtschaftlichen Verlusten führen könnte.

    Musks Vorschlag einer zollfreien Freihandelszone wird im Gegensatz dazu als eine Lösung betrachtet, die nicht nur den transatlantischen Handel erleichtern, sondern auch langfristig das wirtschaftliche Potenzial beider Regionen stärken könnte.

    Musk, bekannt für seine unkonventionellen politischen Positionen, stellte in Florenz seine Vision einer offenen und kooperativen Wirtschaftspolitik vor. Diese Botschaft fand besonders bei den Vertretern der Lega und anderer volksnaher Bewegungen in Europa Anklang, darunter Viktor Orbán und Marine Le Pen. Ihre Zustimmung könnte dazu beitragen, die transatlantischen Handelsgespräche in eine neue Richtung zu lenken und eine breitere politische Basis für Musks Vorschläge zu schaffen.

    Abgrenzung von Trumps Kurs?

    Interessanterweise nimmt Musk zunehmend eine von Trumps Positionen abweichende Haltung ein. Obwohl er als Berater des US-Präsidenten gilt, zeigen sich in wirtschaftspolitischen Fragen klare Differenzen.


    Weidel-Musk: Das Wichtige an dem Gespräch war das Gespräch




    Meinung

    Weidel-Musk: Das Wichtige an dem Gespräch war das Gespräch






    Während Trump Zölle als notwendig erachtet, um die heimische Produktion zu stärken, setzt Musk auf eine freiere Marktpolitik ohne Handelshemmnisse. Diese Divergenz könnte zu Spannungen zwischen den beiden führen, zumal Musk auch in der Vergangenheit gezeigt hat, dass er in politischen Fragen nicht davor zurückschreckt, eigene Akzente zu setzen.

    In den USA wächst der Widerstand gegen die Zollpolitik Trumps. Republikanische Senatoren wie Ted Cruz äußern Bedenken, dass die Zölle Arbeitsplätze kosten und die US-Wirtschaft schwächen könnten. Sollte die Wirtschaft infolge der Zölle in eine Rezession geraten, könnte dies erhebliche politische Konsequenzen für die Republikaner haben.

    • Trump als der "Bad Cop"
      Donald Trump bleibt der harte Verhandlungsführer, der mit Zöllen und Protektionismus auftritt, um die amerikanische Wirtschaft zu schützen. Seine aggressive Haltung zeigt, dass er bereit ist, die Weltwirtschaft zu destabilisieren, wenn es zu seinen Gunsten ist. Für Trump ist das Aufrechterhalten der nationalen Produktion und der Arbeitsplätze das wichtigste Ziel – unabhängig von den internationalen Auswirkungen.

    • Musk als der "Good Cop"
      Im Gegensatz dazu tritt Elon Musk als der "gute Polizist" auf, der eine freiere Handelszone fordert, ohne Zölle und Barrieren. Musk ist derjenige, der Harmonie und langfristigen Wohlstand durch offene Märkte betont. Er sieht die Lösung in Zusammenarbeit und freiem Austausch, was die transatlantische Partnerschaft stärken könnte.

    Vor der Bundestagswahl hatte Musk im Wahlkampf die AfD unterstützt. Am Sonntag tritt Matteo Salvini als einziger Kandidat zur Wiederwahl als Vorsitzender der Lega an. Weitere prominente Vertreter aus dem politisch rechten Spektrum, wie der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán, der Vorsitzende des französischen Rassemblement National, Jordan Bardella, und der Chef der spanischen Partei Vox, Santiago Abascal, werden ebenfalls erwartet.


    Mehr zum ThemaÖsterreich fordert rasche Einigung im Zollstreit


    Screenshot_2025_04_07_at_10_50_31_Trump_vs._Musk_Ein_Good_Cop_Bad_Cop_Spiel_im_Zollkrieg_RT_DE

    Video https://rumble.com/v6retyg-handelskrieg-der-usa-25-prozent-zoll-auf-autoimporte-schlag-fr-deutsche-her.html Dauer 6:29 min


    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/meinung/241691-trump-vs-musk-good-cop


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    06.04.2025

    Trump in der Falle Kiews und Europas

    freedert.online, 6 Apr. 2025 20:49 Uhr,Von Alexandr Jakowenko

    Europa und die Ukraine versuchen, die USA mit Donald Trump an der Spitze in eine Konfrontation mit Russland hineinzuziehen. In dieser Situation sind Bemühungen um eine diplomatische Lösung des Ukraine-Konflikts in Trumps eigenem Interesse.


    Quelle: AP


    Donald Trump am 31. März 2025


    In den vergangenen drei Jahren wurde es zu einer banalen Wahrheit, dass weder Russland noch China isoliert werden können: Eine derartige Rolle haben diese globalen Mächte, die durch die Fäden gegenseitiger Abhängigkeit nicht nur miteinander, sondern auch mit einer ganzen Reihe anderer Staaten verknüpft sind. Im Hinblick auf Russland ist es offensichtlich wegen der grundlegenden Eigenständigkeit des Landes der Fall. Prinzipiell stimmt dies auch in Bezug auf die USA, die durch Trumps Politik während seiner ersten Amtszeit zu einer führenden Energiemacht wurden. Wieso begannen also im Westen Gespräche über eine gewisse Isolation Trumps?

    Klar ist, dass die zunehmenden revolutionären Veränderungen unter Trump auf immer stärkeren Widerstand der liberalen Eliten mit der Demokratischen Partei an der Spitze stoßen, die die Wahlen verlor und immer noch keine charismatische und hinreichend junge Führungsfigur finden kann. Es reicht, festzustellen, dass sowohl Elon Musk als auch Robert Kennedy den liberalen "Sumpf" sowohl aus persönlichen Gründen als auch wegen Ablehnung der ultraliberalen Utopie, die die USA zerstörte, verlassen haben. Es stellte sich die Frage nach der Rettung des Landes vor diesem Wahnsinn, der von Verletzung der Elternrechte und Redefreiheit begleitet wurde. Letztere wurde gemeinsam mit dem gesunden Menschenverstand mit dem Etikett der "rechten Agenda", wenn nicht gar des Faschismus, versehen.

    Deswegen stellt sich die große Frage: wenn nicht Trump und seine Ideen, wer dann? Das Land wurde förmlich, wie einst die Sowjetunion, zum Opfer einer radikalen und lebensfremden Ideologie. Für viele, vor allem für die weiße einheimische Bevölkerung, war klar, dass nicht das Land für die Ideologie, sondern die Ideologie für das Land existieren sollte. So war es mit dem Globalismus, wodurch sich die USA vom Besitzer in einen Besitz irgendwelcher anonymer Eliten verwandelte. Gerade das stellt die Alternative für Trump und verhilft ihm zu seiner Popularität, egal wie steinig sein Weg zur Normalisierung des Landes nach konservativen Mustern ist. Am anderen Pol stehen jene, die zu Opfern der Gehirnwäsche durch Demokraten wurden und entweder kein anderes Leben kennen oder nicht die Kosten des liberal-globalistischen "Fortschritts" sehen wollen.


    Trumps Schwierigkeiten: Innenpolitik





    Meinung

    Trumps Schwierigkeiten: Innenpolitik






    Bisher ist es äußerst fraglich, ob Demokraten und die von ihnen regierten Bundesstaaten, einschließlich der Gerichte, Trump widerstehen können. Er hat gerade erst angefangen, und man kann nur mutmaßen, was ihm noch bevorsteht. So könnte er unerwünschte Migranten in demokratische Bundesstaaten abschieben und sie damit schlicht in den Bankrott treiben. Die Macht der Präsidialregierung, die in vielerlei Hinsicht nach der britischen konstitutionellen Monarchie des 18. Jahrhunderts modelliert wurde, ist nicht zu unterschätzen.

    In der Außenpolitik ist die Spaltung unter den westlichen Verbündeten der USA und deren Eliten offensichtlich. Ein Teil von ihnen strebt nach einer Anpassung an die im Wandel begriffene Welt und die sich transformierenden Vereinigten Staaten, zumal die Rede vom Rückgang zu einem gesunden Konservatismus ist, der den Interessen des Establishments so lange dienlich war. Und dann schien es, als hätte der Teufel seine Hand im Spiel – und am meisten traf es die Demokraten in Amerika. Somit wäre es logisch, der "Parteilinie" der USA zu folgen, deren Vormacht in Worten, aber keinesfalls durch Taten infrage gestellt werden kann. Davon zeugen auch die Meinungsverschiedenheiten zum Ukraine-Konflikt: Europa setzt auf Krieg, was aber ohne Unterstützung durch die USA kein Vertrauen erweckt.

    Die einen in Europa verstehen, dass die Herausforderungen für die eigene Entwicklung, die gelöst werden müssen, offensichtlich sind. Die anderen setzen auf einen Erhalt der dominierenden Positionen des Westens in der Welt als eine notwendige Bedingung für die Entwicklung des eigenen Landes. In jedem Fall ist die Spaltung innerhalb der westlichen Gesellschaft offensichtlich. Sie kann einen aggressiveren Kurs gegenüber Russland, China und sonstigen ideellen Gegnern verursachen. Die Frage ist, ob eine Konfrontation mit dem Rest der Welt möglich ist, wenn diese Welt, darunter Indien, gleich seit dem Beginn der russischen Spezialoperation eine Position der "Multiaffiliation" einnimmt, also mit allen Seiten Kontakte pflegt und sich an eigenen nationalen Interessen orientiert.

    Unter Trump traten an die Stelle der liberalen "regelbasierten Ordnung" wieder die nationalen Interessen, die von den Liberalen lange zugunsten der Ideologie vernachlässigt wurden und die sich situativ – abhängig von den Gegebenheiten und nicht ihnen zum Trotz – herausbilden. Bei Trumps MAGA und "Frieden durch Stärke" geht es gerade darum, und nicht um die Aufrechterhaltung der liberalen Weltordnung der letzten 30 Jahre. Diese ist selbst nach Meinung der jüngsten Studie des britischen Chatham House mit dem Titel "Konkurrierende Visionen der internationalen Ordnung" zusammengebrochen. Demnach werde die Welt "fragmentiert", egal, ob man dies als Regionalisierung oder Ausbildung von Einflusssphären bezeichnet.


    Trumps Schwierigkeiten: Wirtschaft





    Analyse

    Trumps Schwierigkeiten: Wirtschaft






    In diesem Kontext ist es kaum zu leugnen, dass der von Trump geerbte Ukraine-Konflikt zu weit gegangen ist und dass Bidens Administration die Einsätze so hochgetrieben hat, dass der Konflikt nicht mehr auf eine für Trump gewohnte Ebene des Gleichgewichts zwischen Profiten und praktischen Interessen einerseits und Ausgaben andererseits überführt werden kann. Dieser Konflikt steht Trump lediglich im Weg. Und gerade darin besteht Trumps Problem. Der US-Präsident beginnt erst, in die für ihn ungewohnte Materie des Existenziellen bei anderen Zivilisationen – der Identität, der Geschichte und des Schicksals – einzutauchen. Davon zeugen Meldungen über neue Sanktionen gegen Russland, was diesen Konflikt zu einem Krieg werden lässt und die Perspektive einer russisch-amerikanischen Normalisierung für lange Zeit verschließen wird. Dann wären die USA nicht für sich selbst, sondern für ihre Verbündeten – Macron, Merz, das verhasste transnationale Brüssel – da.

    Deswegen könnte man wohl von einer Falle sprechen, in die Trump aufgrund von Kiews Verhalten auf Betreiben der europäischen Hauptstädte geraten ist, die die Transaktionsorientierung seiner Politik nicht akzeptieren. Russland hat seinerseits nicht vor, eigene Interessen aufzugeben, was aus den Erklärungen des Präsidenten Wladimir Putin in Murmansk deutlich wird.

    Unter diesen Bedingungen sieht die Welt gespannt zu, ob es Washington gelingt, den Verbündeten und Kiew den eigenen Willen bei der Lösung des Ukraine-Konflikts aufzuzwingen, oder ob Trump im "Käfig" der alten außenpolitischen Philosophie gefangen bleibt, die seiner Vision der amerikanischen Interessen grundlegend widerspricht. Kiews Sabotage von Trumps sämtlichen Initiativen ist ein gefährliches Spiel vor allem der europäischen Hauptstädte, denn das Weiße Haus kann sich mit oder ohne Ultimatum von einer Konfliktbeilegung zurückziehen.

    Merkwürdigerweise wurde der Tod von vier US-Militärangehörigen in einem litauischen Sumpf, der nicht auf Karten verzeichnet war, zu einem Element der für Trump entstandenen kritischen Lage. Der Zwischenfall illustriert deutlich die Position der führenden europäischen Hauptstädte, die ihr Schicksal an die Konfrontation mit Russland und die These der unvermeidlichen "russischen Aggression" in Europa geknüpft haben. Wird Trump auf diese Weise nicht in den Stall der westlichen Solidarität zurückgerufen?

    In jedem Fall steht die Zukunft von Trumps Revolution und der USA selbst auf dem Spiel – eine Frage, bei der innenpolitische und außenpolitische Aufgaben eng verknüpft sind. Der Präsident der USA kann das unmöglich nicht verstehen, was ihm einen starken Anreiz verleiht, mit dem Kreml in Kontakt zu bleiben. Vergessen wir nicht, dass Moskau auch zu einem anderen Ausgang der US-amerikanischen Wahlen bereit war. Wie Trump zu Selenskij, können wir ihm sagen, dass die Probleme bei Amerika liegen, nicht bei uns.

    Übersetzt aus dem Russischen. Zuerst erschienen bei RIA Nowosti am 2. April 2025.


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    Screenshot_2025_04_07_at_10_28_33_Trump_in_der_Falle_Kiews_und_Europas_RT_DE

    Video https://rumble.com/v6rhxvl-new-york-times-deckt-auf-us-geheimdienste-bestimmen-strategie-im-ukraine-ko.html Dauer 3:18 min


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    06.04.2025

    Linke Revolte: Anti-Trump-Demonstrationen in Washington und anderen US-Städten

    freedert.online, 6 Apr. 2025 11:29 Uhr

    Zehntausende US-Amerikaner gingen am Samstag auf die Straße, um gegen die Politik von Donald Trump zu demonstrieren. Immerhin ein kleiner Aufstand der amerikanischen Linken, die sich seit Trumps Wahlsieg im vergangenen November kaum noch zu Wort gemeldet hatte.


    Quelle: AP © Andres Kudacki


    Demonstranten rufen Slogans, während sie am Samstag, den 5. April 2025, in New York gegen Präsident Donald Trump demonstrieren: "Hände weg!"


    New York, Philadelphia, Pittsburgh, Washington, Boston, Miami, Atlanta, Los Angeles: Zehntausende US-Amerikaner gingen am Samstag auf die Straße, um gegen die Politik von Donald Trump zu demonstrieren. Mehrere Aktionsgruppen hatten gemeinsam zu mehr als 1000 Kundgebungen in allen 50 Bundesstaaten aufgerufen. Es waren zwar keine Massenproteste, aber ein kleiner Aufstand der amerikanischen Linken, die sich seit Trumps Wahlsieg im vergangenen November kaum noch zu Wort gemeldet hatte.

    Im Kern wandte sich der Protest nach Darstellung der Demonstranten "gegen den Angriff auf den Rechtsstaat und den Kahlschlag in der Bundesverwaltung", der vom Gesundheitssektor über das Bildungsministerium bis hin zur Entwicklungshilfe reicht.

    Auch in der Bundeshauptstadt kamen Tausende am Washington Monument zusammen. Sie trugen Schilder, auf denen sie warnten, Amerika drohe unter Trump und dessen Berater Elon Musk zu einer autoritären Oligarchie zu werden. "Finger weg von der Wissenschaft" stand auf den Bannern und sollte zeigen, wie ernst die Lage ist. Es gab aber auch humorvolle Varianten: "Elon, go to Mars".


    Handelskrieg: Beginn der Einführung von US-Zöllen in Höhe von 10 % weltweit





    Handelskrieg: Beginn der Einführung von US-Zöllen in Höhe von 10 % weltweit






    Trump, der in dieser Woche mit einer Reihe von Handelszöllen die Finanzmärkte erschütterte und Nationen auf der ganzen Welt verärgerte, verbrachte den Tag in Florida und spielte eine Runde Golf in seinem Club in Jupiter, bevor er am Nachmittag zu seinem Anwesen in Mar-a-Lago zurückkehrte.

    Etwa sechs Kilometer von Mar-a-Lago in West Palm Beach entfernt versammelten sich am Sonntag mehr als 400 Demonstranten zu einer Protestkundgebung. Autofahrer hupten, um die in Pastellfarben und Khaki gekleideten Demonstranten zu unterstützen.

    Mit Trumps Segen hat das Team von Musks "Department of Government Efficiency" (DOGE, Ministerium für Regierungseffizienz) die US-Regierung durchforstet und mehr als 200.000 Stellen der 2,3 Millionen Bundesbediensteten gestrichen. Zuweilen waren diese Aktionen planlos und führten unter anderem dazu, dass versehentlich sogar unabdingbare Spezialisten entlassen wurden.

    Am Freitag begann die US-Steuerbehörde mit der Entlassung von mehr als 20.000 Mitarbeitern, das sind 25 Prozent ihrer Belegschaft.

    Mehrere Hundert Menschen versammelten sich in der Nähe von Baltimore vor dem Hauptsitz der Sozialversicherungsanstalt, einem der Hauptziele der DOGE, um gegen die Kürzungen bei der Behörde zu protestieren, die die Leistungen für ältere und behinderte Menschen erbringt.

    Stunden vor Beginn der Proteste in den Vereinigten Staaten versammelten sich auch Hunderte von in Europa lebenden Anti-Trump-Amerikanern in Berlin, Frankfurt, Paris und London, um ihren Widerstand gegen Trumps umfassende Umgestaltung der amerikanischen Außen- und Innenpolitik zu bekunden.


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    Screenshot_2025_04_06_at_19_40_47_Linke_Revolte_Anti_Trump_Demonstrationen_in_Washington_und_anderen_US_St_dten_RT_DE

    Video https://rumble.com/v6rno3h-donald-trump-zlle-geben-uns-eine-groe-verhandlungsmacht.html Dauer 3:39 Uhr


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    06.04.2025

    Bericht: Nach Leak zum Rohstoff-Deal – Selenskij setzt Lügendetektoren ein

    freedert.online, 6 Apr. 2025 17:59 Uhr

    Der ukrainische Regierungschef Wladimir Selenskij soll versucht haben, herauszufinden, wer die Details des Entwurfs des Rohstoff-Abkommens veröffentlicht hat. Wie die Financial Times berichtet, soll er dazu mehrere Beamte einem Lügendetektor-Test unterzogen haben.


    Quelle: Legion-media.ru © Ukraine Presidents Office


    Der ukrainische Regierungschef Wladimir Selenskij hat Ministerialbeamte zu Lügendetektortests gezwungen, um herauszufinden, wer den Entwurf des Rohstoff-Abkommens mit den USA weitergegeben hat. Dies berichtete die Financial Times (FT) am Samstag unter Berufung auf Regierungsbeamte.

    Der FT zufolge wurden die Tests in mehreren Ministerien durchgeführt, nachdem Selenskij den ukrainischen Inlandsgeheimdienst angewiesen hatte, das Leck zu untersuchen.

    Der Vorschlag, über den zuerst der ukrainische Oppositionsabgeordnete Jaroslaw Schelesnjak berichtet hatte, umriss den Mechanismus, mit dem die USA die Einnahmen aus Öl-, Gas- und Mineralienprojekten verwalten sollten. Ukrainische Beamte erklärten gegenüber der FT, sie seien vom Umfang der jüngsten US-amerikanischen Forderungen "überrascht" gewesen.


    Kolumbiens Präsident Petro: "Es fehlt nicht viel, dass sich die Ukraine in eine Kolonie verwandelt"





    Kolumbiens Präsident Petro: "Es fehlt nicht viel, dass sich die Ukraine in eine Kolonie verwandelt"





    US-Präsident Donald Trump hat seit Februar versucht, Kiew zur Unterzeichnung des Rohstoff-Abkommens zu bewegen. Gleichzeitig weigerte er sich, der Ukraine spezifische Sicherheitsgarantien zu geben, mit dem Argument, dass gemeinsame Geschäftsvorhaben ausreichen würden, um Russland abzuschrecken.

    Anfang dieser Woche beschuldigte Trump Selenskij, aus dem Abkommen aussteigen zu wollen, und warnte, dass er "große Probleme" bekommen würde, wenn das Abkommen nicht zustande käme. Im Gespräch mit CNN bekräftigte er, dass die Ukraine "niemals Mitglied der NATO sein wird".

    Der Versuch, das Abkommen Ende Februar zu unterzeichnen, wurde nach einem heftigen Streit zwischen Selenskij und Trump sowie Vizepräsident J.D. Vance im Weißen Haus abgebrochen.

    Die USA hatten geplant, das Abkommen während Selenskijs Besuch im Weißen Haus Ende Februar zu unterzeichnen. "Er kam ins Oval Office und vermasselte, was die einfachste Sache der Welt hätte sein sollen", sagte US-Finanzminister Scott Bessent in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit dem Journalisten Tucker Carlson.


    Mehr zum Thema Sieht nach Reparationen aus – Ukraine über neue Version Ressourcenabkommens mit USA


    Screenshot_2025_04_06_at_19_29_36_Bericht_Nach_Leak_zum_Rohstoff_Deal_Selenskij_setzt_L_gendetektoren_ein_RT_DE

    Video https://rumble.com/v6rgitn-er-kriegt-groe-probleme-trump-droht-selenskij-vor-rckzieher-beim-rohstoffde.html Dauer 0:56 min


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    06.04.2025

    Medienfreiheit in Gefahr: Friedrich Merz plant Kontrolle der Presse durch staatlich geförderte NGOs

    freedert.online, 6 Apr. 2025 13:11 Uhr

    Friedrich Merz verfolgt Pläne, eine enge Zusammenarbeit zwischen Behörden und staatlich finanzierten NGOs zu etablieren, um kritische Medien zu überwachen und politische Gegner zu neutralisieren. Dies geht aus einem Bericht der Weltwoche hervor. 


    Medienfreiheit in Gefahr: Friedrich Merz plant Kontrolle der Presse durch staatlich geförderte NGOs© Printscreen Weltwoche


    Geheimdienstliche Methoden gegen freie Journalisten


    In einem Artikel der Weltwoche vom 4. April 2025 (Autor: Hans-Georg Maaßen) wird auf eine beunruhigende Entwicklung hingewiesen: Friedrich Merz plant, Behörden mit staatlich finanzierten NGOs zusammenarbeiten zu lassen, um kritische Journalisten mundtot zu machen. Dabei wird deutlich, dass sich hinter vermeintlich unabhängigen Medienorganisationen zunehmend eine undurchsichtige Verknüpfung von Regierungseinflüssen und politischen Agenden verbirgt.

    Ein Paradebeispiel hierfür ist Correctiv, eine als gemeinnützige Redaktion auftretende Organisation, die im Bereich des investigativen Journalismus tätig ist. Correctiv wurde immer wieder beschuldigt, nicht als neutrale Informationsquelle zu agieren, sondern als politisches Instrument, das im Sinne einer bestimmten Ideologie handelt. Besonders auffällig wurde dies im Januar 2024, als Correctiv über ein Treffen in Potsdam berichtete, an dem unter anderem der Autor Martin Sellner, mehrere AfD-Politiker und weitere politische Akteure teilgenommen haben sollen. Die Berichterstattung zu diesem Treffen wurde stark aufgebauscht und als Vergleich zur historischen Wannseekonferenz von 1942 dargestellt. Dies führte zu einer weitreichenden Kampagne "gegen Rechts", in der politische Gegner der Regierung öffentlich angeprangert und in Misskredit gebracht wurden.

    Neuer Geheimdienst gegen kritische Medien

    Es stellte sich später heraus, dass Correctiv von der Veranstaltung wusste, bevor sie überhaupt stattgefunden hatte. Ein Mitarbeiter von Correctiv war in dem Hotel anwesend, allerdings nicht als Journalist zu erkennen. Es gab auch Spekulationen, dass private Gespräche abgehört wurden, was Correctiv jedoch bestreitet. Diese Berichterstattung führte zu massiven öffentlichen Reaktionen und der Stärkung eines politischen Narrativs, das auf die Gegner der Regierung abzielte.


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    Meinung

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    Doch die problematischen Verbindungen zwischen Correctiv und Regierungsstellen gehen noch weiter. Vor dem besagten Treffen gab es Gespräche zwischen Correctiv-Geschäftsführerin Jeannette Gusko und Bundeskanzler Olaf Scholz, was auf eine enge Beziehung zwischen der Organisation und der Regierung hinweist. Diese Verflechtungen werfen Fragen auf, ob Correctiv tatsächlich als unabhängiger Akteur oder vielmehr als verlängerter Arm der Regierung agiert.

    Maaßen betont, dass in einer freien Gesellschaft Journalismus die Aufgabe habe, die Regierung zu kontrollieren, nicht umgekehrt. Die Missbrauchsmöglichkeiten solcher Organisationen, die sich als Journalisten tarnen, aber politisch motiviert gegen Oppositionelle arbeiten, sind nicht zu unterschätzen. In autoritären oder totalitären Staaten wurden ähnliche Methoden von staatlichen Geheimdiensten angewendet, um politische Gegner zu verfolgen.

    Correctiv, so Maaßen, agiert aus seiner Sicht nicht als Journalismusorganisation, sondern als eine Art politischer Geheimdienst. Dieser nutzt die Tarnung als unabhängige Medienorganisation, um politische Feinde auszuspionieren und zu diskreditieren. Derartige Praktiken sind ein deutliches Zeichen für die Verlagerung der Medienlandschaft hin zu einem instrumentellen Werkzeug der politischen Kontrolle.

    "Correctiv ist für mich ein Geheimdienst im materiellen Sinne, der unter der Tarnung, ein journalistisches und gemeinnütziges Medium zu sein, zumindest zu einem wesentlichen Teil das Ziel verfolgt, im Sinne der linken Ideologie politische Feindbekämpfung zu betreiben, indem echte oder mutmaßliche Gegner der herrschenden linken Politik ausgespäht und medial vernichtet werden sollen. Darüber betreibt oder unterstützt es Kampagnen im Sinne dieser Politik, wobei es nicht auf den Wahrheitsgehalt der medial transportierten Inhalte ankommt, sondern auf die Wirkmächtigkeit nach außen."

    Die Finanzierung solcher Organisationen sollte laut Maaßen dringend gestoppt werden, um einer weiteren Ausweitung dieser problematischen Entwicklung entgegenzuwirken. Der Fall Correctiv zeigt, wie Medien missbraucht werden können, um mit geheimdienstähnlichen Methoden politische Gegner zu bekämpfen.


    Mehr zum Thema ‒ Jagd auf politische Gegner: Noch-Regierung startet Hotline "gegen Verschwörungsdenken"


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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    06.04.2025

    Bericht: Nach Leak zum Rohstoff-Deal – Selenskij setzt Lügendetektoren ein

    freedert.online, 6 Apr. 2025 17:59 Uhr

    Der ukrainische Regierungschef Wladimir Selenskij soll versucht haben, herauszufinden, wer die Details des Entwurfs des Rohstoff-Abkommens veröffentlicht hat. Wie die Financial Times berichtet, soll er dazu mehrere Beamte einem Lügendetektor-Test unterzogen haben.


    Quelle: Legion-media.ru © Ukraine Presidents Office


    Der ukrainische Regierungschef Wladimir Selenskij hat Ministerialbeamte zu Lügendetektortests gezwungen, um herauszufinden, wer den Entwurf des Rohstoff-Abkommens mit den USA weitergegeben hat. Dies berichtete die Financial Times (FT) am Samstag unter Berufung auf Regierungsbeamte.

    Der FT zufolge wurden die Tests in mehreren Ministerien durchgeführt, nachdem Selenskij den ukrainischen Inlandsgeheimdienst angewiesen hatte, das Leck zu untersuchen.

    Der Vorschlag, über den zuerst der ukrainische Oppositionsabgeordnete Jaroslaw Schelesnjak berichtet hatte, umriss den Mechanismus, mit dem die USA die Einnahmen aus Öl-, Gas- und Mineralienprojekten verwalten sollten. Ukrainische Beamte erklärten gegenüber der FT, sie seien vom Umfang der jüngsten US-amerikanischen Forderungen "überrascht" gewesen.


    Kolumbiens Präsident Petro: "Es fehlt nicht viel, dass sich die Ukraine in eine Kolonie verwandelt"





    Kolumbiens Präsident Petro: "Es fehlt nicht viel, dass sich die Ukraine in eine Kolonie verwandelt"





    US-Präsident Donald Trump hat seit Februar versucht, Kiew zur Unterzeichnung des Rohstoff-Abkommens zu bewegen. Gleichzeitig weigerte er sich, der Ukraine spezifische Sicherheitsgarantien zu geben, mit dem Argument, dass gemeinsame Geschäftsvorhaben ausreichen würden, um Russland abzuschrecken.

    Anfang dieser Woche beschuldigte Trump Selenskij, aus dem Abkommen aussteigen zu wollen, und warnte, dass er "große Probleme" bekommen würde, wenn das Abkommen nicht zustande käme. Im Gespräch mit CNN bekräftigte er, dass die Ukraine "niemals Mitglied der NATO sein wird".

    Der Versuch, das Abkommen Ende Februar zu unterzeichnen, wurde nach einem heftigen Streit zwischen Selenskij und Trump sowie Vizepräsident J.D. Vance im Weißen Haus abgebrochen.

    Die USA hatten geplant, das Abkommen während Selenskijs Besuch im Weißen Haus Ende Februar zu unterzeichnen. "Er kam ins Oval Office und vermasselte, was die einfachste Sache der Welt hätte sein sollen", sagte US-Finanzminister Scott Bessent in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit dem Journalisten Tucker Carlson.


    Mehr zum Thema Sieht nach Reparationen aus – Ukraine über neue Version Ressourcenabkommens mit USA


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    Info: https://freedert.online/international/241724-bericht-nach-leak-zum-rohstoff


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    06.04.2025

    Versucht die EU, Frieden in der Ukraine zu verhindern?

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 6. April 2025, 12:58 Uhr


    Berliner Zeitung 5.4.2025

    <https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/versucht-die-eu-frieden-in-der-ukraine-zu-verhindern-li.2312402>


    *Versucht die EU, Frieden in der Ukraine zu verhindern?*


    /Von Fabian Scheidler/


    Wer die EU-Politik in Bezug auf die Ukraine verfolgt, kommt aus dem

    Staunen kaum mehr heraus. Just in dem Moment, als Verhandlungen für

    einen Waffenstillstand auf den Weg gekommen sind und sich eine

    Entspannung zwischen Washington und Moskau abzeichnet, legt die EU dem

    Friedensprozess Steine in den Weg, wo sie nur kann. Der Versuch von

    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron etwa, Nato-Truppen in die Ukraine

    zu entsenden, ist anders kaum zu verstehen. Moskau hat von Anfang an

    klargemacht, dass es solche Truppen unter keinen Umständen akzeptieren

    wird, und es ist tatsächlich eine Binsenweisheit, dass nur neutrale

    Truppen friedenssichernd wirken können.


    Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas wendet sich seit ihrem Amtsantritt

    offen gegen Friedensverhandlungen. Man könne Moskau nicht trauen, Putin

    wolle keinen Frieden, so der Tenor. Im Dezember noch twitterte sie: „Die

    EU möchte, dass die Ukraine diesen Krieg gewinnt.“ Siegfrieden also,

    auch wenn er angesichts der Lage an der Front vollkommen unrealistisch

    ist, und keine Diplomatie. Zwar wächst in EU-Kreisen inzwischen der

    Unmut über Kallas, weil sie mit ihrer Linie keineswegs alle

    EU-Regierungen repräsentiert, aber bisher ist offener Widerspruch kaum

    hörbar.


    Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen stützte die Position

    von Kallas, indem sie Anfang Februar bemerkte: „Meine Vorstellung von

    der Ukraine ist die gleiche wie in den letzten drei Jahren: Sie muss

    diesen Krieg gewinnen.“ Am 23. Februar fügte sie im dänischen Fernsehen

    hinzu: „Wir riskieren, dass der Frieden in der Ukraine in Wirklichkeit

    gefährlicher ist als der Krieg.“


    Eine bemerkenswerte Aussage. Immerhin ist durch den Krieg in der Ukraine

    das Risiko eines Atomkriegs so hoch wie seit der Kubakrise im Jahr 1962

    nicht mehr. Damals entkam die Menschheit nur um Haaresbreite der

    nuklearen Vernichtung. Kann der Frieden wirklich gefährlicher sein?


    Auch die Behauptung, dass die Ukraine den Krieg gewinnen könne, ist

    vollkommen realitätsfern. Schon vor Jahren haben die Generalstabschefs

    des Pentagon und der Ukraine öffentlich zugegeben, dass der Krieg in

    eine Pattsituation geraten sei. Seither hat sich die Lage für die

    Ukraine stetig verschlechtert, sie erleidet täglich Gebietsverluste und

    hat ihre Gewinne in der russischen Region Kursk fast vollständig

    eingebüßt. Kein seriöser Militärbeobachter kann noch davon ausgehen,

    dass Kiew die verlorenen Gebiete zurückerobern wird. Im Gegenteil: Jeder

    Tag, den der Krieg fortgesetzt wird, führt das Land näher an einen

    Zusammenbruch heran, opfert mehr Menschenleben und türmt noch höhere

    Schulden auf. Doch führende EU-Politiker weigern sich noch immer, diese

    Tatsachen zur Kenntnis zu nehmen. Nicht nur versäumen sie es, selbst

    diplomatische Initiativen zu ergreifen und realistische Vorschläge zu

    unterbreiten, um die Ukraine vor noch Schlimmerem zu bewahren, sie

    torpedieren auch die laufenden Verhandlungen.


    m Zusammenhang mit den Verhandlungen über einen partiellen

    Waffenstillstand im Schwarzen Meer, bei denen es auch um eine Aufhebung

    von Sanktionen gegen die russische Landwirtschaftsbank Rosselkhozbank

    geht, erklärte Anitta Hipper, Sprecherin der Europäischen Kommission für

    auswärtige Angelegenheiten, am 26. März: „Der bedingungslose Abzug aller

    russischen Streitkräfte aus dem gesamten Gebiet der Ukraine wäre eine

    der wichtigsten Voraussetzungen für die Änderung oder Aufhebung der

    Sanktionen.“


    Tatsächlich aber dürfte allen Beteiligten, ob in Brüssel, Washington

    oder Kiew, längst klar sein, dass sich Moskau niemals und schon gar

    nicht bedingungslos aus dem gesamten Donbass und der Krim zurückziehen

    wird. Die Aufhebung oder auch nur eine Änderung der Sanktionen an diese

    Bedingung zu knüpfen, bedeutet daher de facto, für ein zeitlich

    unbegrenztes Sanktionsregime einzutreten. Damit aber gibt die EU ein

    entscheidendes Druckmittel in den Verhandlungen aus der Hand, die

    Sanktionen hören auf, ein Mittel zur Beendigung des Krieges und zur

    Stärkung der ukrainischen Verhandlungsposition zu sein. Denn warum

    sollte Moskau Zugeständnisse machen, ohne Aussicht auf eine Gegenleistung?


    Im schlimmsten Fall könnte eine Blockade der EU die

    Friedensverhandlungen sogar entgleisen lassen. Da einige wichtige

    globale Finanzinstitutionen in der EU ansässig sind, darunter die

    Organisation Swift, die den größten Teil des internationalen

    Zahlungsverkehrs abwickelt, hat die EU tatsächlich gewisse Hebel in der

    Hand – auch wenn fraglich ist, ob sie es wagen würde, ohne Billigung

    Washingtons von ihnen Gebrauch zu machen.


    *Ukrainepolitik: Die EU trägt weiter zu ihrer eigenen geopolitischen

    Isolation bei


    *In all diesen Fällen zeigt sich ein paradoxes Muster: Obwohl die EU ein

    existenzielles Interesse daran haben müsste, eine Aufrechterhaltung oder

    gar Ausweitung des Brandherdes vor der eigenen Haustür zu vermeiden,

    gießt sie Öl ins Feuer, um einen aussichtslosen Krieg fortzuführen.

    Damit opfert sie sowohl die eigenen, oft beschworenen

    Sicherheitsinteressen als auch die Überlebensinteressen der Ukraine, als

    deren Beschützer sie sich seit Jahren inszeniert. Darüber hinaus trägt

    die EU weiter zu ihrer eigenen geopolitischen Isolation bei, statt sich

    als Vermittlerin zwischen den großen Blöcken zu positionieren – die

    einzige rationale Option angesichts ihrer geografischen Lage. Wie ist

    dieses irrationale Verhalten zu erklären?


    Der indisch-amerikanische Historiker Vijay Prashad vermutet, dass es den

    politischen Eliten der EU vor allem um die Wahrung ihres Prestiges geht.

    Mit anderen Worten: Zu viel politisches Kapital ist in die Erzählung

    eines Siegfriedens investiert worden, zu viele Menschenleben sind dieser

    Erzählung geopfert worden, zu viele Milliarden wurden für sie ausgegeben.


    Wenn Moskau jetzt tatsächlich einem Waffenstillstand und schließlich

    einem Friedensvertrag zustimmt, wäre auch die Behauptung widerlegt, mit

    Putin könne man nicht verhandeln. Die Frage, warum die EU nicht schon im

    Frühjahr 2022 die weit fortgeschrittenen Friedensverhandlungen in

    Istanbul unterstützt hat, stünde im Raum. Hunderttausende Tote hätten

    vielleicht verhindert werden können, der Ukraine wären große

    Gebietsverluste erspart geblieben. Vielleicht wäre es auch gar nicht

    nötig, in so panischer Weise aufzurüsten, wie es die EU und insbesondere

    Deutschland derzeit tun. Denn wenn sich zeigt, dass Russland mit diesem

    Krieg eher regional begrenzte Ziele verfolgt hat und keineswegs darauf

    aus ist, die ganze Ukraine und als Nachtisch die Nato zu verschlingen,

    dann könnte sich die Möglichkeit einer neuen Friedensordnung am Horizont

    abzeichnen – und damit die Option, durch vertrauensbildende Maßnahmen

    langfristig für mehr Sicherheit zu sorgen und zu Abrüstung zu gelangen.


    Doch solche Aussichten stehen den apokalyptischen Bedrohungsszenarien

    entgegen, mit denen Grundgesetzänderungen und Hunderte Milliarden Euro

    für die Rüstung durch die Parlamente gepeitscht wurden. Alle

    EU-Regierungen, von Warschau über Berlin bis Paris, Rom, Madrid und auch

    London, sowie alle großen Parteien, von den Grünen bis zur Union, haben

    ihren politischen Einsatz auf diese eine Karte gesetzt. Können sie

    deswegen jetzt nicht mehr zurück? Sind sie bereit, die Möglichkeit eines

    Friedens zu opfern für die Aufrechterhaltung eines gescheiterten

    Narrativs? Das wäre in der Tat, nach allen schweren Fehlern und

    Versäumnissen der letzten drei Jahre, der schwerste aller Fehler.


    *Die westlichen Strategien in der Ukraine sind gescheitert


    *Tatsächlich steht inzwischen noch mehr auf dem Spiel. Mit dem Szenarium

    eines russischen Überfalls auf die Nato wird in der EU nicht nur die

    Aufrüstung legitimiert, sondern im Gegenzug auch ein Abbau des

    Sozialstaats, den sich Europa angesichts dieser existenziellen Bedrohung

    angeblich nicht mehr leisten könne. Die Financial Times fasste das

    Programm so zusammen: „Europa muss seinen Wohlfahrtsstaat

    zurechtstutzen, um einen Kriegsstaat aufzubauen“ Ein zu rascher

    Friedensschluss könnte dieses Projekt einer militärisch forcierten

    Austerität ins Wanken bringen. Wer würde der Zerschlagung von

    öffentlichen Gesundheitsdienstleistungen, Bildung, öffentlichem

    Transport, Klimaschutz und Sozialleistungen noch zustimmen, wenn gar

    kein übermächtiger Feind mehr auf dem Vormarsch ist?


    Noam Chomsky bemerkte einmal, dass die Zerschlagung des Sozialstaates

    zugunsten des militärisch-industriellen Komplexes ein sehr altes Projekt

    sei, das sich schon zu Zeiten des New Deal in den USA entwickelte.

    Soziale Leistungen, so Chomsky, würden den Menschen Appetit auf mehr

    Selbstbestimmung und demokratische Rechte machen und stünden einer

    autoritären Ordnung im Weg. Militärausgaben hingegen schaffen hohe

    Profite, ohne soziale Rechte mit sich zu bringen. Braucht die EU einen

    starken Feind für ein solches Projekt?


    Neben diesen beiden möglichen Motiven gibt es noch eine weitere denkbare

    Erklärung für das scheinbar irrationale Verhalten der EU: die

    Vorbereitung einer neuen Dolchstoßlegende. Wenn die EU die Erzählung vom

    Siegfrieden aufrechterhält – wohl wissend, dass es dafür keinerlei

    realistische Grundlage gibt –, während Trump einen Kompromissfrieden

    aushandelt, können die US-Neokonservativen und ihre europäischen

    Verbündeten die Geschichte in Umlauf bringen, die Trump-Regierung sei

    den Ukrainern und ihren Unterstützern in den Rücken gefallen und habe

    die Gebietsverluste zu verantworten. An Elementen dieser Erzählung wird

    bereits auf beiden Seiten des Atlantiks eifrig gearbeitet, um daraus

    politisches Kapital zu schlagen.


    Eine solche Strategie aber ist mindestens ebenso fatal wie die

    vorangehenden. Denn damit werden all jene Kräfte innerhalb und außerhalb

    der Ukraine Nahrung bekommen, die einen Frieden im Nachhinein

    untergraben wollen und die Fantasie anheizen, mit mehr Waffen und

    fortgesetztem Krieg seien die Verluste revidierbar. Für die Ukraine

    könnte das den Weg in einen Bürgerkrieg wahrscheinlicher machen, für

    ganz Europa würde es mehr Instabilität und das Risiko einer erneuten

    Konfrontation mit Moskau bedeuten.


    Wenn den Europäern tatsächlich ihre eigene Sicherheit und auch die der

    Ukrainer am Herzen liegt, dann lautet die einzige vernünftige

    Alternative: Ehrlichkeit. Die westlichen Strategien in der Ukraine sind

    gescheitert. Eine ausschließliche Konzentration auf Waffenlieferungen

    und die Verweigerung von Diplomatie haben sich als Irrweg

    herausgestellt. Wir müssen die Realitäten anerkennen und versuchen, das

    Beste aus einer schlechten Lage zu machen. Und das bedeutet: sich mit

    konstruktiven Vorschlägen in den Friedensprozess einbringen, statt ihn

    von der Seitenlinie zu torpedieren.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    06.04.2025

    EU-Aufrüstung: Besuch in der Brüsseler „Blase“

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 6. April 2025, 12:57 Uhr


    Berliner Zeitung 5.4.2025

    <https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/berliner-bsw-abgeordneter-ueber-eu-aufruestung-es-geht-darum-sich-auf-krieg-vorzubereiten-li.2313174>


    *Alexander King (BSW) über EU-Aufrüstung:

    „Es geht darum, sich auf Krieg vorzubereiten“


    */Von Raphael Schmeller


    /Es ist eine Szene, die Alexander King nicht mehr aus dem Kopf geht. In

    einem eleganten Konferenzraum in Brüssel erzählen EU-Funktionäre ganz

    entspannt bei Kaffee und Gebäck davon, wie sich die EU und ihre

    Mitgliedstaaten auf den großen Krieg mit Russland vorbereiten sollen –

    als sei dieser unausweichlich. „Man sprach darüber, als wäre es eine

    rein technische Frage – ohne Emotionen, ohne Zweifel“, erinnert sich

    King. „Es ging nicht darum, wie ein Krieg verhindert werden kann,

    sondern nur darum, wie man sich darauf vorbereitet.“


    Alexander King, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses für das Bündnis

    Sahra Wagenknecht (BSW), war Anfang März mit dem Europaausschuss des

    Landesparlaments auf einer Delegationsreise in Brüssel, um die

    EU-Institutionen besser kennenzulernen. Doch was er dort erlebte, war

    weit entfernt von dem, was er erwartet hatte. Statt um soziale und

    wirtschaftliche Themen ging es bei den Gesprächen ständig um

    militärische Fragen.


    *Eine Reise in die Brüsseler „Blase“


    *Die EU-Politik wirke wie eine abgeschottete Welt, eine „Blase“, sagt

    King im Gespräch mit der Berliner Zeitung. In dieser Welt gebe es kaum

    Widerspruch, kaum kritische Stimmen, stattdessen eine nahezu uniforme

    Denkweise. „Aufrüstung wird als alternativlos dargestellt. Wer es wagt,

    kritische Fragen zu stellen, steht schnell als Außenseiter da“, so der

    BSW-Politiker.

    Auch innerhalb seiner Reisegruppe machte King eine erstaunliche

    Beobachtung: Keiner seiner mitreisenden Kollegen aus dem Berliner

    Abgeordnetenhaus stellte kritische Fragen zur Militarisierung Europas.

    „Ich war der Einzige, der skeptisch nachgefragt hat, und ich habe dafür

    nur genervte Blicke geerntet“, berichtet er.


    *„Readiness 2030“: Ein neuer Name für die Aufrüstung


    *Die geplante Aufrüstung Europas hat in den letzten Tagen ein neues

    Etikett bekommen. Statt „ReArm Europe“ heißt der Plan nun „Readiness

    2030“, erklärte die EU-Kommission kürzlich.

    2030 ist bewusst gewählt. In diesem Jahr, warnt unter anderem der

    Bundesnachrichtendienst, könnte Russland so weit sein, einen Angriff auf

    ein EU- oder Nato-Land zu starten. Mit dem Brüsseler Konzept sollen

    insgesamt 800 Milliarden Euro mobilisiert werden, um die EU aufzurüsten.

    150 Milliarden davon sollen durch den EU-Haushalt abgesicherte Kredite

    sein. Durch eine Lockerung der EU-Schuldenregeln sollen weitere 650

    Milliarden von den Mitgliedsstaaten aufgebracht werden können.


    King berichtet, dass in der EU sogar über die Einführung von

    Eigenmitteln nachgedacht werde, um die Aufrüstung zu bezahlen – weil die

    Schuldenfinanzierung allein nicht ausreichen würde. „Das würde bedeuten,

    die EU würde selbst Steuern erheben?“, fragt King erstaunt.


    Deutschland hat unabhängig von diesen Plänen bereits die Weichen

    gestellt. In einem historischen Schritt haben Union und SPD mit Hilfe

    der Grünen, und im Bundesrat auch mit Hilfe der Linken und Freien

    Wähler, das Grundgesetz geändert, um praktisch unbegrenzt in Rüstung

    investieren zu können.


    Überhaupt spielt Deutschland eine Schlüsselrolle in den

    Aufrüstungsplänen der EU. Nicht nur mit seinen milliardenschweren

    Militärausgaben, sondern auch geografisch. „Military Mobility“ heißt das

    Konzept, das Deutschland als Aufmarsch- und Durchmarschgebiet für

    Nato-Truppen und EU-Verbände vorsieht. Panzer, Truppen und militärisches

    Gerät sollen möglichst schnell und effizient durch das Land in Richtung

    Ostflanke transportiert werden können.


    Hier wird es besonders heikel: Um das gigantische Projekt zu

    finanzieren, könnten Mittel aus dem EU-Kohäsionsfonds umgewidmet werden,

    sagt King, also Gelder, die eigentlich für wirtschaftlich schwache

    Regionen innerhalb der EU gedacht sind: „Infrastrukturprojekte, die

    ursprünglich für die wirtschaftliche Entwicklung strukturschwacher

    Regionen vorgesehen waren, könnten nun für die militärische Mobilität

    genutzt werden.“


    Für den Berliner Abgeordneten wäre die Umwidmung von Mitteln aus dem

    Kohäsionsfonds für militärische Zwecke ein Tabubruch. Ebenso kritisiert

    er die Lockerung der EU-Schuldenregeln, um mehr Spielraum für

    militärische Investitionen zu schaffen, sowie die geplante gemeinsame

    EU-Verschuldung von 150 Milliarden Euro. „Jahrzehntelang waren diese

    Dinge in der EU nicht möglich, mit der Aufrüstung ist das plötzlich

    anders“, sagt er.


    King sieht diese Entwicklung als Ausdruck eines grundsätzlichen

    Problems: Die EU verliere global an Bedeutung, sowohl wirtschaftlich als

    auch geopolitisch. Statt auf wirtschaftliche Stärkung oder diplomatische

    Initiativen zu setzen, werde versucht, diesem Bedeutungsverlust mit dem

    Streben nach militärischer Macht zu begegnen. „Das erinnert fatal an die

    Situation vor dem Ersten Weltkrieg“, so King. Damals habe es eine

    ähnliche Dynamik gegeben: Wirtschaftliche Krisen seien mit

    Militarisierung beantwortet worden, was letztlich in die Katastrophe

    geführt habe.


    Interessanterweise seien es nicht die wirtschaftlich dynamischeren

    Länder, die sich für Aufrüstung aussprechen. „Spanien zum Beispiel,

    dessen Wirtschaft sich stabil entwickelt, steht der Militarisierung

    kritisch gegenüber. Deutschland hingegen, das mit wirtschaftlichen

    Problemen zu kämpfen hat, treibt die Aufrüstung vehement voran“, stellt

    King fest.


    Neben Russland und China zeichnet sich in diesem Zusammenhang in Brüssel

    ein weiteres Feindbild ab: die USA unter Präsident Donald Trump. „Die

    Diskussionen deuten darauf hin, dass man sich auf eine künftige

    Konfrontation einstellt“, berichtet King. Von einem ranghohen

    EU-Vertreter hieß es, die Europäer seien „die letzten Erwachsenen auf

    der internationalen Bühne“. Für King ist diese in Brüssel vorherrschende

    Mentalität völlig realitätsfern: „Im EU-Apparat glauben sie wirklich,

    sie seien die letzten auf der Welt, die noch für Werte kämpfen“, sagt er.


    Interessant ist auch, was King über Großbritannien zu hören bekam.

    Demnach wird in Brüssel über eine mittelfristige Rückkehr der Briten in

    die EU diskutiert. Der britische Premierminister Keir Starmer genieße in

    der EU-Kommission von Ursula von der Leyen hohes Ansehen.


    *Demokratieabbau in Europa


    *King sieht in der Aufrüstung eine ernste Gefahr für die Demokratie in

    Europa. Er spricht von einer weitgehend „freiwillig gleichgeschalteten“

    Presse in Deutschland, die sich kaum kritisch zur Aufrüstung äußere.

    Gleichzeitig nähmen autoritäre Tendenzen zu. Als Beispiele nennt er,

    dass in Rumänien die Präsidentschaftswahl annulliert und der Wahlsieger

    von einer erneuten Kandidatur ausgeschlossen wurde und dass in der EU

    offen darüber diskutiert werde, Ungarn das Stimmrecht zu entziehen.


    Militarisierung gehe nie ohne Demokratieverlust einher, so King. Denn

    die enormen finanziellen Mittel, die in Rüstungsprojekte fließen,

    müssten an anderer Stelle eingespart werden. Dies sei eine massive

    Umverteilung, die soziale Konflikte verschärfe und demokratische

    Prozesse unter Druck setze.


    Alexander Kings Eindrücke aus Brüssel zeichnen das Bild einer

    Europäischen Union, die sich immer schneller zu einer Militärunion

    entwickelt. Kritische Debatten finden kaum noch statt, finanzielle und

    politische Tabus werden gebrochen. Die Frage stellt sich: Wird diese

    Entwicklung von den europäischen Bevölkerungen mitgetragen oder entsteht

    eine noch größere Kluft zwischen den politischen Eliten in Brüssel und

    den Bürgern, die immer schwerer zu überbrücken sein wird?


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    06.04.2025

    Deutschland: Drehscheibe für Nato-Aufmarsch gegen Russland

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 6. April 2025, 12:56 Uhr


    Berliner Zeitung 5.4.2025

    <https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/deutschland-muss-milliarden-fuer-nato-aufmarsch-gegen-russland-zahlen-li.2313945>


    *Deutschland muss Milliarden für Nato-Aufmarsch gegen Russland zahlen


    *Friedrich Merz wollte angeblich Schulen und Krankenhäuser sanieren. Nun

    zeigt sich: Brücken, Straßen und Schienen sollen kriegstauglich gemacht

    werden.


    In Baden-Württemberg ist nun bekannt geworden, dass die

    Milliardenschulden für „Infrastruktur“ auch der Kriegs-Vorbereitung

    dienen sollen. Straßen, Brücken und Schienen müssen für die Nato

    instandgesetzt werden. Es geht um den Krieg gegen Russland: Der

    Nato-Aufmarsch und der Nachschub werden nämlich zu 99 Prozent durch

    Deutschland gehen.


    Der Chef des Landeskommandos der Bundeswehr im Südwesten sagte der dpa:

    Baden-Württemberg wird bei einer Eskalation an der Ostflanke der Nato

    die Auswirkungen deutlich zu spüren bekommen. „Der Aufmarsch - der

    stattfinden muss, bevor es zum ersten Schuss kommt, damit es

    abschreckend wirkt - der wird zu 99 Prozent durch Deutschland gehen.

    Deutschland ist Drehscheibe für den alliierten Aufmarsch, für den ganzen

    Nachschub, der nach Osten laufen muss“, sagte der Kapitän zur See,

    Michael Giss.


    Dafür müsse auch die nötige Infrastruktur ertüchtigt werden, so der

    Kommandeur. „Autobahnen und Bundesstraßen, über die es dann

    transportiert werden muss, müssen in einem Zustand sein, dass sie so

    eine Mehrbelastung an Verkehr auch aushalten.“

    Die Verkehrsminister der Länder hatten erst jüngst deswegen Ansprüche

    auf Gelder aus dem geplanten Sondervermögen zur Verteidigung angemeldet.

    Diese würden benötigt, um bestimmte Verkehrswege auf Straße und Schiene

    bezüglich ihrer Traglast für militärische Zwecke zu ertüchtigen.


    Das dürfte auch die Bevölkerung spüren, denn es geht um eine große Zahl

    an Menschen und Material. Dafür müssen Autobahnen und Bundesstraßen

    genutzt werden, die Konvois brauchen zudem Treibstoff und Nahrung. „Um

    eine wirkungsvolle Abschreckung gegen die russische Armee darzustellen,

    rechnen wir als Hausnummer mit 800.000 Soldaten in relativ wenigen

    Wochen - plus das gesamte Gerät, das dazugehört“, sagte Giss.


    Welche Rolle Baden-Württemberg in diesem Fall zukäme, ist im sogenannten

    Operationsplan Deutschland festgeschrieben. Der Plan legt fest, wie

    Behörden, Wirtschaft und Bundeswehr im Spannungs- und Verteidigungsfall

    zusammenarbeiten. Die Details sind geheim, Baden-Württemberg spielt Giss

    zufolge aber eine „gewichtige Rolle“.


    Vorsorge müsste aus Sicht des Landeskommandeurs etwa für das

    Gesundheitswesen getroffen werden. Sollte es tatsächlich zu

    kriegerischen Auseinandersetzungen im Osten kommen, müsse man mit

    Hunderten Verwundeten pro Tag rechnen, die auch in zivilen

    Krankenhäusern versorgt werden müssten, so der Kommandeur. Für diesen

    Fall müsse man planen. „Aus militärischer Sicht sollte man sich

    überlegen, ob es nicht doch eine Möglichkeit gibt, das eine oder andere

    Krankenhaus, das man schließen möchte, nicht doch noch irgendwie zu

    behalten“, sagte Giss.


    Baden-Württemberg muss sich aus Sicht von Innenminister Thomas Strobl

    für den Verteidigungsfall wappnen. „Wir müssen uns so konkret wie seit

    Jahrzehnten nicht mehr auf den Ernstfall vorbereiten. Wir müssen uns

    verteidigungsfähig machen“, sagte der CDU-Politiker. Die geopolitische

    Tektonik habe sich verschoben. „Russland zeigt sich aggressiv, die USA

    sind kein zuverlässiger Partner mehr, auf den sich Deutschland und

    Europa verteidigungspolitisch verlassen können.“


    Man müsse sich etwa auf eine veränderte Zusammenarbeit mit der

    Bundeswehr einstellen. In den vergangenen Jahren habe der Schwerpunkt

    vor allem darauf gelegen, dass die Bundeswehr den zivilen Kräften

    geholfen habe, etwa in der Pandemie oder bei Unwettern. „Jetzt rückt der

    umgekehrte Fall in den Fokus: Die Unterstützung der Streitkräfte durch

    die zivile Seite“, sagte Strobl. Dabei seien Bund, Länder und Kommunen

    gefordert.


    Bei einem Treffen im Innenministerium sprach Strobl unter anderem mit

    Regierungspräsidenten, Landräten und Oberbürgermeistern über zivile

    Verteidigung. „Wir müssen die zivile Seite darauf vorbereiten, im

    Ernstfall die Menschen im Land bestmöglich zu schützen“, sagte Strobl.

    Es gehe darum, dass alle ihre Hausaufgaben im Bevölkerungsschutz gemacht

    hätten, so Strobl.


    Nachbesserungsbedarf sieht das Ministerium etwa bei Schutzräumen. Nach

    dem Ende des Kalten Krieges habe deren Rückabwicklung begonnen. Viele

    Anlagen, die noch existierten, seien nicht mehr einsatzbereit und aus

    der sogenannten Zivilschutzbindung entlassen. Das bedeute, man habe

    darauf keinen Zugriff mehr.


    Derzeit gebe es im Südwesten noch rund 220 öffentliche Schutzräume mit

    Platz für etwa 176.000 Menschen. Nach Vorgaben des Bundes würden diese

    aber seit Jahren nicht mehr fachgerecht unterhalten. Die neue

    Bundesregierung müsse dazu zeitnah ein Konzept vorlegen, teilte das

    Ministerium mit.


    Wichtig sei zudem eine Infrastruktur, um im Ernstfall möglichst viele

    Menschen mit Warnungen zu erreichen. Städte und Gemeinden sollen auch

    sogenannte Notfalltreffpunkte vorbereiten, an denen Menschen im

    Ernstfall Strom, Erste Hilfe oder Informationen bekommen. Entsprechende

    Ausstattungen seien inzwischen von mehr als 600 Kommunen im Land

    beantragt worden, so das Ministerium. /(mit dpa)/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    06.04.2025

    Die multipolare Welt hat Europa vor einem neuen Krieg bewahrt

    freedert.online, 6 Apr. 2025 07:30 Uhr,Von Dmitri Bawyrin

    Interpol hat einen Plan von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und anderen Lobbyisten zunichtegemacht, den Präsidenten der bosnischen Serbenrepublik Milorad Dodik zu entmachten. Nach reiflicher Überlegung lehnte die internationale Polizeibehörde einen Durchsuchungs- und Haftbefehl gegen Dodik, der russische Unterstützung gesucht und erhalten hatte, aber ab.


    Quelle: Sputnik © Alexei Danitschew


    Archivbild: Der russische Präsident Wladimir Putin und der Präsident der Republika Srpska Milorad Dodik bei dem Treffen am 6. Juni 2024


    Der Präsident der Republika Srpska Milorad Dodik ist der beständigste Verbündete Russlands auf dem Balkan. Das verschafft ihm zwar Gasrabatte, erschwert ihm aber das Leben sehr.


    Putin empfängt Milorad Dodik im Kreml





    Putin empfängt Milorad Dodik im Kreml







    Unabhängig davon, wofür er offiziell angeklagt wird, wird Dodik in Wirklichkeit verfolgt, weil er die Operation zur Zurückdrängung des russischen Einflusses auf dem Balkan und zur endgültigen Eingliederung der Region in die NATO behindert.

    Der Präsident des benachbarten Serbien Aleksandar Vučić, der derzeit von einem revolutionären Mob bedrängt wird, hat diese Fehler ebenfalls vermieden und ist den westlichen Zureden zum Bruch mit Moskau nicht erlegen. Er ist allerdings berühmt für seine "Multivektorpolitik" – das Ziel dieser Politik ist, nicht mit Russland zu brechen und dennoch eines Tages der Europäischen Union beizutreten. Aber Dodik braucht die Europäische Union kein bisschen. Ihm geht es darum, die Republika Srpska als Teil von Bosnien und Herzegowina mit einer weitreichenden Autonomie zu erhalten, wobei man diese immer wieder zugunsten des Beitritts zur antirussischen Front und zur nordatlantischen Allianz zu beschneiden versucht.

    Viele Gegner und aufrichtige Befürworter glauben, dass Dodiks Ziel in Wirklichkeit darin besteht, seine Republik aus Bosnien und Herzegowina herauszulösen und sie mit Serbien zu einem einzigen Staat zu vereinen. In der Praxis wird jedoch die Teilung eines Staates, der einerseits so künstlich und andererseits so komplex ist wie Bosnien und Herzegowina, mit Sicherheit zu einem neuen Krieg führen.

    Der vorangegangene Bosnienkrieg war der blutigste Konflikt in Europa in der historischen Periode zwischen Adolf Hitler und Wladimir Selenskij.

    Das Gebiet der Republika Srpska ist immer noch durch Bosnien selbst (genauer gesagt durch den international verwalteten Distrikt Brčko) in zwei Teile geteilt, was die Verwirklichung separatistischer Ideen sehr erschwert. Darüber hinaus würde ein Versuch, die bosnischen Serben dauerhaft abzuspalten, bedeuten, das Abkommen von Dayton zu zerstören, das Frieden brachte und der Republika Srpska ihre Autonomie innerhalb von Bosnien und Herzegowina sicherte.

    Mit anderen Worten, im Falle einer serbischen Niederlage, sei es politisch oder militärisch, werden der Westen und die Bosniaken bekommen, wovon sie schon lange geträumt haben – die Einschränkung der serbischen Autonomie bis zu dem Punkt, an dem sie die NATO-Mitgliedschaft, Sanktionen gegen Russland und Loyalität zu anderen Themen auf der Agenda der Globalisten, bei denen sie bisher außen vor waren, nicht mehr behindern.


    Interpol stellt Haftbefehle gegen Politiker der bosnischen Serbenrepublik aus





    Interpol stellt Haftbefehle gegen Politiker der bosnischen Serbenrepublik aus






    Der Grund dafür sind die Serben als Volk im Allgemeinen, aber Brüssel glaubt, dass es an Dodik liegt. Deshalb nehmen sie ihn unter verschiedenen Vorwänden ins Visier, auch unter dem Vorwand, dass der Anführer der bosnischen Serben angeblich versucht, Bosnien und Herzegowina zu spalten. In Wirklichkeit tut Dodik, auch wenn er davon träumt (Serben haben viele Gründe, davon zu träumen), nichts dafür – er hat Angst vor einem Krieg und wartet auf ein Zeitfenster, in dem es möglich sein wird, den Traum zu verwirklichen und ein Massaker zu vermeiden.

    Der Krieg wird derzeit von keiner der beteiligten Parteien, einschließlich Dodik, Brüssel und Belgrad, benötigt, weshalb seine Wiederaufnahme immer wieder verschoben wird. In der Geschichte hat es jedoch viele Fälle gegeben, in denen Blut vergossen wurde, ohne dass es einen klaren Nutznießer gab: einfach aufgrund politischer Fehler.

    Im Fall von Bosnien und Herzegowina ist es nicht Dodik, sondern Ursula von der Leyen, die einen solchen Fehler zu begehen droht und deren Fingerabdrücke in dieser ganzen Situation deutlich erkennbar sind. Das Werkzeug Brüssels im Kampf gegen Dodik ist der "Hohe Repräsentant für Bosnien und Herzegowina" Christian Schmidt. Ein Vertreter der internationalen Gemeinschaft, der die Aktionen lokaler Politiker blockieren kann, um einen Krieg zu verhindern, ist zwar Teil der komplexen Architektur Bosniens und wurde im Dayton-Abkommen festgelegt. In der Vergangenheit wurde aber ein solcher Sonderbeauftragter vom UN-Sicherheitsrat ernannt, wobei Russland und China dieses Spiel mit dem Westen schon lange nicht mehr mitspielen – sie haben Schmidts Kandidatur nämlich nicht gebilligt, sodass er aus Sicht der UNO nur Ursula vertritt.

    Russland wird sich weiterhin für die Abschaffung der Institution des Sonderbeauftragten einsetzen, bestätigte Dodik selbst bei seinem Besuch in Moskau. Ihm zufolge bezeichnete der russische Präsident Wladimir Putin Schmidt als "illegitimen Vertreter". Peking ist in diesem Sinne solidarisch mit Moskau, während Washington derzeit über den Dingen steht  – Donald Trump hatte noch keine Zeit, seine Aufmerksamkeit auf den Balkan zu richten.

    Die formale Situation sieht so aus, dass Dodik wegen der Missachtung von Schmidts Dekreten eine mehrjährige Haftstrafe und ein Verbot der Ausübung öffentlicher Ämter in Bosnien und Herzegowina erhalten hat. Die bosnische Staatsanwaltschaft hat ihn über Interpol auf eine internationale Fahndungsliste gesetzt, obwohl jeder weiß, wo sich Dodik aufhält.


    EU verursacht in Bosnien gefährlichste Krise des 21. Jahrhunderts





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    Er hält sich meist in Banja Luka auf, der Hauptstadt der Republika Srpska, aber die bosnischen Sicherheitskräfte müssten die Stadt stürmen, um ihn zu verhaften. Die Idee war also, dass der bosnische Serbenführer auf einer Auslandsreise verhaftet und dann nach Sarajevo ausgeliefert wird, in der Hoffnung, dass die Serben ihrerseits nicht wagen, Sarajevo für die Freilassung Dodiks zu stürmen.

    Die Interpol-Führung hat alle Fristen verstreichen lassen, als es um die Entscheidung ging, ob der bosnische Haftbefehl gegen Dodik genehmigt werden sollte oder nicht. Es ist nicht genau bekannt, worauf sich Ursulas Leute berufen haben. Klar ist jedoch, dass die Glaubwürdigkeit der gesamten Organisation auf dem Spiel stand: Interpol darf sich nicht mit Verbrechen befassen, die einen politischen Hintergrund haben, sondern nur mit rein kriminellen. Das ist der einzige Grund, warum die Organisation in den meisten Teilen der Welt tätig ist und nicht nur in einem Pol der Welt.

    Vielleicht haben sich die Bosnier vom Beispiel der Philippinen inspirieren lassen, wo der ehemalige Präsident Rodrigo Duterte aufgrund eines Interpol-Haftbefehls festgenommen wurde. Duterte ist ein interessanter Mann und kein Feind Russlands, aber er wird immer noch beschuldigt, als Bürgermeister von Davao City Massenhinrichtungen im Schnellverfahren mit Hunderten von Leichen durchgeführt zu haben, und er selbst leugnet seine maßgebliche Beteiligung an diesen Hinrichtungen nicht. Und im Falle von Dodik wurde an Interpol ein Auslieferungsersuchen gestellt mit der Formulierung "wegen eines Angriffs auf die verfassungsmäßige Ordnung", die von Land zu Land unterschiedlich definiert wird – daher ist das reine Politik.

    Eine andere Sache ist, dass der Westen heute mit Lobbyisten überschwemmt ist, die selbst "schmutzig" sind, und Interpol hat an sich nichts dagegen, sich selbst "schmutzig" zu machen, wenn es unbedingt notwendig ist. In vielen europäischen Ländern, von Moldawien über Rumänien bis hin zu Frankreich, werden jetzt führende Vertreter des Widerstands gegen die Globalisierung oder der nationalen Opposition, die sich dem Diktat Ursulas widersetzen, verhaftet. Im Falle Frankreichs und der Verurteilung von Marine Le Pen hat Ursula möglicherweise nichts damit zu tun: Wie feindselig die Beziehungen zwischen den beiden Damen auch sein mögen, es ist möglich, dass Präsident Emmanuel Macron diesen Fall selbst in die Hand genommen hat.

    Während Interpol angeklagt und verurteilt wurde, entfaltete Dodik eine beispiellose internationale Aktivität, traf sich mit den Staats- und Regierungschefs Russlands, Serbiens, Ungarns und Israels – und erhielt von ihnen allen aus verschiedenen Gründen Unterstützung. Die Bosniaken in Sarajevo waren empört – und sie machten aus ihrer Wut keinen Hehl, aber sie konnten nichts tun.


    "Bringt mir seinen Kopf" – Ursula zielt auf Moskaus Freund in Belgrad




    Analyse

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    Das Urteil steht nun fest: keine Beteiligung der internationalen Polizei. Ihr müsst das schon selbst regeln, heißt es. Im Falle von Interpol haben die Serben die Hauptlast bei der Eindämmung des Streits übernommen. Sie verfügen über umfangreiche Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit den verschiedenen internationalen Sicherheitsbehörden, die ihre Landsleute verfolgt haben. Es ist wie bei einem erfahrenen Anwalt, der einen Fall übernimmt, der Hunderten von anderen ähnelt, an denen er bereits gearbeitet hat: Er kennt jede Nuance des Gesetzes.

    Im Zwischenergebnis zeigt sich, dass ganz unterschiedliche Länder, die sich die Unterstützung des Globalen Südens gesichert haben, den Globalisten des Westens ihren Verbündeten weggenommen haben, Interpol vor einer Politisierung (die unter den derzeitigen Bedingungen Degeneration bedeutet) und den Balkan sehr wahrscheinlich vor einem neuen Blutbad bewahrt haben.

    Allerdings nur vorläufig. Trotz der kolossalen Sicherheitsrisiken in Europa, die die Ursula-Strategie für Brüssel bedeutet, bleibt man stur wie ein Esel. Die Chefin der Europäischen Kommission zeigt nicht einmal minimale Anzeichen von Reflexion, sodass das Spiel der Verschärfung weitergehen wird – in Bosnien, in Serbien, in Ungarn und natürlich im Hinblick auf den Konflikt um die Ukraine.

    Es reicht nicht aus, von der Eurobürokratie nichts Gutes zu erwarten. Man muss das Schlimmste von ihr erwarten, und dann wird man sich sicher nicht irren.

    Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist zuerst am 3. April 2025 auf der Website der Zeitung Wsgljad erschienen.

    Dmitri Bawyrin ist Analyst bei der Zeitung Wsgljad.


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    Info: https://freedert.online/europa/241573-die-multipolare-welt-hat-europa-vor-einem-neuen-krieg-bewahrt


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