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01.05.2025

Interview von Elke Zwinge-Makamizile zu Thema: Neutralität ist Voraussetzung des Friedens

aus e-mail von  deutscher-friedensrat@web.de, 1. Mai 2025,


http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=29452


 

Krieg und Frieden

Zur Situation in der Schweiz und in Deutschland



Neutralität ist Voraussetzung des Friedens

Ariet Güttinger - interviewt von Elke Zwinge-Makamizile


Im März 2025 ist in der Schweiz die "Bewegung für Neutralität" gegründet worden. Sie "versteht die Neutralität als Voraussetzung des Friedens und der direkten Demokratie. Denn wer sich Machtblöcken oder militärischen Bündnissen 'annähert', gibt seine Souveränität stückweise auf. Und gerade in der existenziellen Frage von Krieg und Frieden muss jeder Entscheid direkt-demokratisch zustandekommen". Da die Neutralität in der Schweiz gefährdet ist, ist es Ziel der Bewegung, die Neutralität über einen Volksentscheid in der Verfassung zu verankern. Ariet Güttinger engagiert sich in der "Bewegung für Neutralität" und ist Teil ihres Vorstands. Sie sieht auch die Entwicklungen in Deutschland. Dazu äußert sie: "Die Kampagne 'Für ein neutrales Deutschland' ist von größter Bedeutung. Es ist eine echte Friedensinitiative in einer Zeit, in der sich auch Grüne- und SPD-Politiker in Deutschland als imperialistische Kriegspropagandisten gebärden." Elke Zwinge-Makamizile hat Ariet Güttinger interviewt.



Sie sind seit vielen Jahren als Friedenskämpferin in Wort und Tat bekannt und geschätzt.


Sie setzten sich ein für das Selbstbestimmungsrecht der Sahraouis in der Westsahara. Sie waren 2018 für drei Monate im Auftrag von Peace Watch Switzerland als Menschenrechtsbeobachterin nach Palästina und Israel gereist und verfassten das Buch "Das ist Palästina … ist das Palästina?" (1)


Als Schweizerin, aber nicht nur als Schweizerin unterstützen Sie eine dauerhafte Neutralität, die es mehr und mehr zu verteidigen gilt.


Worin besteht der historische und gegenwärtige Wert einer Neutralität?


Zuerst möchte ich etwas sagen zur Geschichte der Neutralität. Während der napoleonischen Kriege war die Schweiz inmitten des Kriegsgeschehens mit all den leidvollen Erfahrungen für die damalige Bevölkerung. Beim Wiener Kongress wurde der Schweiz dann 1815 der neutrale Status zugesprochen.


1907 schlossen verschiedene Länder in Den Haag ein „Abkommen betreffend die Rechte und Pflichten der neutralen Mächte und Personen im Falle eines Landkriegs“, das von der Schweiz 1910 ratifiziert und in Kraft gesetzt wurde.


Das wichtigste Recht eines neutralen Staates ist im Artikel 1 festgelegt: „Das Gebiet der neutralen Mächte ist unverletzlich.“ Artikel 2 legt fest: „Es ist den Kriegführenden untersagt, Truppen oder Munitions- oder Verpflegungskolonnen durch das Gebiet einer neutralen Macht hindurchzuführen.“ Artikel 3 und 4 verbieten den Kriegführenden, das Staatsgebiet einer neutralen Macht für ihre Interessen zu nutzen.


Die neutrale Macht hat folgende Pflicht: „Artikel 5 Eine neutrale Macht darf auf ihrem Gebiete keine der in den Artikeln 2-4 bezeichneten Handlungen dulden.“


Beim Export von Rüstungsgütern muss eine neutrale Macht alle Kriegsparteien gleich behandeln. Zudem muss eine neutrale Macht dafür sorgen, dass sie sich gegen Angriffe von aussen militärisch erfolgreich verteidigen kann. Daher sprechen wir in der Schweiz von einer „bewaffneten Neutralität.“


Zur Schweiz im 1. Weltkrieg: Für den Bestand der Schweiz im ersten Weltkrieg war die Neutralität ein Segen. Im deutschsprachigen Norden gab es Kreise, die sich gerne den Mittelmächten angeschlossen hätten, im französischsprachigen Teil gab es Kreise, die mit Frankreich sympathisierten. Dank der neutralen Haltung der Schweiz kam es nicht zu einer innerstaatlichen Zerreißprobe. Zudem blieb die Schweiz von einem Krieg verschont. Auch auf meine Familiengeschichte hatte dies einen Einfluss. Mein Großvater aus dem Elsass, damals noch unter dem deutschen Kaiserreiches, war mit seiner Familie kurz vor dem 1. Weltkrieg nach Schaffhausen gezogen. Als ihn der Kaiser zum Kriegsdienst einziehen wollte, blieb er in der neutralen Schweiz und ist damit vermutlich dem Tod auf dem Schlachtfeld entgangen…


Zur Schweiz im 2. Weltkrieg: Im 2. Weltkrieg blieb die Schweiz dank ihrer bewaffneten Neutralität von einem Anschluss an das nazistische 3. Reich und damit vom Kriege verschont. Ich erinnere mich an einen Besuch bei Verwandten in Deutschland nach dem Krieg. Zerbombte Häuser, ein riesiger Saal, in dem meine Verwandten - einer der Söhne war im Osten gefallen - mit anderen Flüchtlingsfamilien, abgetrennt mit Vorhängen, hausten. Unsere Mitbringsel waren bitter benötigte Artikel des täglichen Bedarfs. Das ist der Schweiz dank ihrer bewaffneten Neutralität erspart geblieben.


Die Neutralität hat der Schweiz auch weltweit einen guten Ruf eingetragen. Sehr oft haben sich in der Vergangenheit Länder an die Schweiz gewandt, und diese gebeten bei der Lösung von innerstaatlichen Konflikten behilflich zu sein. Dabei spielte die Diplomatie eine herausragende Rolle, wie ich in einem Interview mit dem ehemaligen Schweizer Diplomaten Georges Martin erfahren habe. (2) Auf meine Frage „Gibt es Beispiele für die Bedeutung der schweizerischen Neutralität, wenn man in der Geschichte zurückschaut?“, antwortete er: „Ja, es gibt sehr, sehr viele. Die Neutralität ist wie die Luft. Die Schweiz atmet mit der Neutralität. Die Außenpolitik der Schweiz war immer eine neutrale Außenpolitik. Was heißt das? Länder, die Probleme hatten miteinander, sind zu uns gekommen und haben gefragt: ‚Können Sie helfen?‘ Es gab zahlreiche Beispiele in Afrika: Tschad, Mali und so weiter. Als ich in Indonesien war, war für die Indonesier die Schweiz die Mutter aller Neutralität. In Aceh haben wir nach dem Tsunami mitgeholfen, den dreißigjährigen Bürgerkrieg zu beenden. Bei den Iranian Nuclear Talks in Genf war die Schweiz hilfreich. Die Libanon-Gespräche haben in der Schweiz und mit Schweizer Hilfe stattgefunden. Auch die Verhandlungen in Kolumbien zwischen der FARC-Guerilla und der Regierung wurden von der Schweiz unterstützt. Nach dem Krieg zwischen Russland und Georgien haben wir die russischen Interessen in Tiflis und die georgischen Interessen in Moskau vertreten. Es gibt keinen Kontinent, wo wir nicht aktiv waren. Es gab kaum eine Woche ohne Meldungen über die Aktivitäten der Schweiz in Sachen Frieden und Friedensverhandlungen.“


Das wäre eigentlich der gegenwärtige Wert der Neutralität, der leider nicht mehr vollumfänglich wahrgenommen wird. Mit den einseitigen Sanktionen, die die Schweiz 2022 - ohne dazu verpflichtet zu sein - übernommen hat, wurde die Neutralität der Schweiz empfindlich verletzt. Damit hat das Ansehen der Schweiz weltweit Schaden genommen. Die guten Dienste der Schweiz werden nur noch selten wahrgenommen, so der ehemalige Diplomat: „Jetzt, mit dem Krieg in der Ukraine, hat die Schweiz ihre diplomatischen Dienste angeboten. Aber für Russland kommt die Schweiz nicht mehr in Frage. Russland will nicht, dass die Schweiz ihre Interessen in der Ukraine vertritt, weil die Schweiz mit der Neutralitätspolitik gebrochen hat.“


Wie wird in der Schweiz auf diesen Bruch mit der Neutralitätspolitik reagiert?


Aus der schweizerischen Bevölkerung gibt es einige Bestrebungen, die Neutralität zu erhalten, zu stärken und in der Verfassung zu verankern. Dank der direkten Demokratie gibt es in der Schweiz die Möglichkeit mit einer Volksinitiative die Bundesverfassung zu ändern oder zu ergänzen. Dazu müssen 100.000 Unterschriften von Schweizer Bürgerinnen und Bürgern gesammelt werden. Letztes Jahr ist eine solche Volksinitiative zustande gekommen, die die Neutralität in der Verfassung verankern soll. Vermutlich im nächsten Jahr wird das Schweizer Volk über diese Volksinitiative abstimmen können. Folgender Artikel soll neu in die Schweizerische Bundesverfassung eingefügt werden:


„Art. 54a Schweizerische Neutralität


1) Die Schweiz ist neutral. Ihre Neutralität ist immerwährend und bewaffnet.


2) Die Schweiz tritt keinem Militär- oder Verteidigungsbündnis bei. Vorbehalten ist eine Zusammenarbeit mit solchen Bündnissen für den Fall eines direkten militärischen Angriffs auf die Schweiz oder für den Fall von Handlungen zur Vorbereitung eines solchen Angriffs.


3) Die Schweiz beteiligt sich nicht an militärischen Auseinandersetzungen zwischen Drittstaaten und trifft auch keine nichtmilitärischen Zwangsmassnahmen gegen kriegführende Staaten. Vorbehalten sind Verpflichtungen gegenüber der Organisation der Vereinten Nationen (UNO) sowie Massnahmen zur Verhinderung der Umgehung von nichtmilitärischen Zwangsmassnahmen anderer Staaten.


4) Die Schweiz nutzt ihre immerwährende Neutralität für die Verhinderung und Lösung von Konflikten und steht als Vermittlerin zur Verfügung.“


Auch die Schweizerische Friedensbewegung (3) kritisiert die Aufweichung der Neutralität. Im Sommer 2024 hat der Bundesrat die Teilnahme der Schweiz an zwei PESCO-Projekten der EU bewilligt: Military Mobility und Cyber Ranges Federation. Military Mobility beinhaltet, dass der Bundesrat Transportbewilligungen durch die Schweiz für ausländische Truppen und ihre militärischen Güter erteilen kann. Dagegen hat die Schweizer Friedensbewegung Einspruch erhoben. Auch im italienischen Teil der Schweiz wird die Schwächung der Neutralität scharf kritisiert von jungen Mitgliedern der KP Ticino. Wenn die Schweiz sich weiter an die EU und die Nato annähere, bestehe «die Gefahr, dass wir in künftige militärische Konflikte verwickelt werden.» Mit einer Liste «No UE – No Nato»(deutsch:«No EU – No Nato») und nicht mit ihrem Parteinamen traten sie zu den Wahlen im Tessin an. Zwei ihrer Vertreter sitzen jetzt im Tessiner Parlament und ihre Anzahl in den Gemeindeparlamenten ist von 11 auf 17 Mitglieder angestiegen.


Im Mai 2024 wurde dann in Bellinzona der Verein «Fronte per la Neutralità e il Lavoro: No UE – No Nato» gegründet. Gemäss Alberto Togni, dem jungen Präsidenten des Vereins «will der Verein eine ‹Einheitsfront› bilden, die all jenen offensteht, die unabhängig von ihrem politischen Hintergrund die Verteidigung der schweizerischen Neutralität und Arbeit, den Verzicht auf jegliche Integration in die EU und die Nato als oberste Priorität auf der politischen Agenda betrachten.» (4)


Der ehemalige Schweizer Diplomat Jean-Daniel Ruch hat in Genf ein Zentrum für Neutralität gegründet, das in der heutigen Welt die Unparteilichkeit fördern wird und es Konfliktparteien ermöglicht, ihre Konflikte in einem sicheren Rahmen in einer neutralen, konstruktiven Atmosphäre beizulegen.


Zudem ist am 14. März 25 in der Schweiz die "Bewegung für Neutralität" gegründet worden für eine Schweiz der guten Dienste. „Die Bewegung versteht die Neutralität als Voraussetzung des Friedens und der direkten Demokratie. Denn wer sich Machtblöcken oder militärischen Bündnissen 'annähert', gibt seine Souveränität stückweise auf. Und gerade in der existenziellen Frage von Krieg und Frieden muss jeder Entscheid direkt-demokratisch zustandekommen“, so die Bewegung für Neutralität in ihrer Mitteilung an die Medien. (5)


Ende März 25 hat der Journalist Christian Müller von Globalbridge unter ‚Die Schweiz online‘ eine neue Plattform gegründet zur Wahrung der Schweizer Neutralität.


Ihre friedenspolitische Leitlinie ist das humanitäre Völkerrecht und die UN-Charta mit ihren Prinzipien der Selbstbestimmung, Souveränität und Nichteinmischung. Bedeutet der Kampf des globalen Südens um Entkolonialisierung eine Chance für den Weltfrieden?


Mit der Resolution 1514 (6) verkündete die Generalversammlung der Uno am 14. Dezember 1960 „feierlich die Notwendigkeit, dem Kolonialismus in allen seinen Erscheinungsformen rasch und bedingungslos ein Ende zu machen“ mit folgender Begründung.


„1. Die Unterwerfung von Völkern unter fremde Unterjochung, Herrschaft und Ausbeutung stellt eine Verweigerung grundlegender Menschenrechte dar, steht im Widerspruch zur Charta der Vereinten Nationen und ist ein Hindernis für die Förderung des Friedens und der Zusammenarbeit in der Welt.


2. Alle Völker haben das Recht auf Selbstbestimmung; kraft dieses Rechts bestimmen sie frei ihren politischen Status und verfolgen frei ihre wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung.“


Bis heute wird das Selbstbestimmungsrecht der Völker von den USA wirtschaftlich, politisch oder militärisch hintertrieben. So äusserte der neue amerikanische Vizepräsident Cyrus Vance, dass die ehemaligen Kolonien des globale Südens auch weiterhin an unterster Stelle der globalen Wertschöpfungskette verbleiben müssen. Die internationale Arbeitsteilung müsse so bleiben, wie sie sei. Die armen Länder produzieren Billigprodukte mit wenig Wertschöpfung während die reichen Länder dank ihrer Technologien eine hohe Wertschöpfung mit entsprechender Rendite erzielen. (7)


Länder des globalen Südens haben sich unter grossen Opfern ihr Recht auf Selbstbestimmung - von Vietnam über Kuba, Venezuela und andere - erkämpft. Zudem hatte sich - initiiert von Tito (Jugoslawien), Nasser (Ägypten), Nehru (Indien) und Sukarno (Indonesien) 1961 die Bewegung der Blockfreien gebildet, die sich weder den USA noch der UDSSR anschließen wollten. Die Bewegung der Blockfreien setzte sich für Abrüstung und eine friedliche Koexistenz von kapitalistischen und sozialistischen Staaten ein, auf der Grundlage der Uno-Charta, die man mit Fug und Recht als Friedenscharta bezeichnen kann. Damit haben sich die Länder des Südens explizit für ein friedliches, gleichwertiges Zusammenleben der weltweiten Völkergemeinschaft ausgesprochen. Ihre Frage, ob der Kampf des Südens für eine Entkolonisierung eine Chance für den Weltfrieden sei, kann ich daher mit einem klaren ‚Ja‘ beantworten.


Länder wie Indonesien, seit 2025 Vollmitglied von BRICS und Turkmenistan, Beobachter bei BRICS, bestehen auf ihrem Status als souveränes Land mit neutraler Außenpolitik. Russland und China betonen das Recht jeden Landes auf seine eigene Entwicklung. Sehen Sie in einer multipolaren Weltordnung die Chance friedlicher Kooperation souveräner Staaten?


Die von ihnen in der Frage beschriebene Entwicklung gibt Anlass für Optimismus. Dass Länder wie Indonesien und Turkmenistan eine neutrale Außenpolitik verfolgen ist sehr wichtig. Es ist zu hoffen, dass dies auch andere Länder dazu veranlassen wird, sich einer neutralen Aussenpolitik zuzuwenden. Selbstverständlich haben auch die Länder der BRICS ihre Interessen, die sie verfolgen. Sie setzen dabei jedoch nicht wie die USA auf Kriege und Destabilisierung wie jüngst in Syrien. Die Länder der BRICS wollen Austausch und Handel betreiben, so zum Beispiel China mit dem Projekt Neue Seidenstrasse. Die Voraussetzung dazu sind stabile, sichere souveräne Länder, die untereinander friedlich kooperieren.

 

In Deutschland ist die Kampagne "Für ein neutrales Deutschland" gestartet. Erachten Sie in der zugespitzen Kriegsgefahr und Kriegsbereitschaft des globalen Westens diese Kampagne als sinnvoll?


Die Kampagne „Für ein neutrales Deutschland“ ist von größter Bedeutung. Es ist eine echte Friedensinitiative in einer Zeit, in der sich auch Grüne- und SPD-Politiker in Deutschland als imperialistische Kriegspropagandisten gebärden. Für die Friedensinitiative „Für ein neutrales Deutschland“ wünsche ich Euch eine weite Verbreitung, um der Kriegspropaganda entgegenzuwirken und damit den Boden zu legen für ein friedliches Zusammenwirken der Völker in Europa, zu denen auch das russische Volk gehört. Eine neue Zeit der Entspannung muss wieder möglich gemacht werden. So wie wir es auf dem europäischen Kontinent zu Zeiten von Olof Palme, Willy Brandt und Bruno Kreisky erlebt haben, als damals Friede und Entspannung mit Russland noch zuoberst auf der Traktandenliste der Sozialdemokratie stand.


Vielen Dank für das Interview, liebe Ariet Güttinger!



Fußnoten:


1 Henriette Hanke Güttinger, Das ist Palästina ... ist das Palästina?, ISBN: 978-3-033-08597-8. Das Buch kann für 20 Euro (inkl. Versand) unter henriettehankeguettinger@gmail.com bestellt werden. Die 20 Euro gehen an ein Projekt im Gazastreifen.

2 https://zgif.ch/2025/02/04/die-neutralitaet-ist-unser-schutz-und-unsere-raison-detre/

3 https://www.friedensbewegung.ch/

4 Weichenstellung - Schweiz wohin? Unter das Joch von EU und Nato oder unabhängig und neutral bleiben? Zeitgeschehen im Fokus, Nr. 20, 19. Dezember 2024.

5 bene-schweiz.info

6 1514 (XV). Erklärung über die Gewaa hrung der Unabhängigkeit an koloniale Länder und Völker https://www.un.org/depts/german/gv-early/ar1514-xv.pdf

7 https://uncutnews.ch/us-vizepraesident-jd-vance-gibt-zu-dass-west-den-globalen-sueden-am-unteren-ende-der-wertschoepfungskette-gefangen-halten-will/



Zum Thema Neutralität siehe auch:


Website der Kampagne "Für ein neutrales Deutschland"

 <https://deutschlandneutral.de/https://deutschlandneutral.de


Kongress „Krieg und Frieden“ der Neuen Gesellschaft für Psychologie am 11. April 2025 in Berlin

Eine "Internationale der Neutralität" – das schaffen wir!

Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann - interviewt von Yavuz Özoguz (Muslim-Markt)

 <http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=29467http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=29467


Podium „Deutschland. Aber Neutral“ auf der Ersten Alternativen Medienmesse am 29. März 2025 in Berlin

Der Samen für die Neutralität ist gelegt

Von NRhZ-Redaktion

 <http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=29449http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=29449


Gefährdet der Rüstungskonzern Rheinmetall im Schweizer Kanton Schwyz die Neutralität?

Widerstand gegen Rheinmetall in der Schweiz

Von Ariet Güttinger

 <http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=29450http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=29450


Offener Brief an Martin Pfister (neuer Schweizer Bundesrat und "Verteidigungsminister"), Bern, 31. März 2025

Hoffnungen, Sorgen und ein wachsamer Blick auf Ihre Arbeit

Von Vorstand der Schweizer "Bewegung für Neutralität"

 <http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=29451http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=29451


Online-Flyer Nr. 845  vom 17.04.2025


vielleicht mögt ihr es weiterleiten?


herzliche Grüße von Elke


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

01.05.2025

Große Koalition   Ein Koalitionsvertrag unter Wachstumsvorbehalt

Union und SPD setzen voll auf Wirtschaftswachstum – als Lösung für Finanzierungsprobleme, gesellschaftlichen Zusammenhalt und militärische Stärke. Doch ohne Plan B ist dies eine sehr riskante Strategie. Ein Beitrag von Rudi Kurz.


Bild: Pixabay


makronom.de, vom 30. April 2025,  Rudi Kurz Deutschland

Dass sie den Ernst der Lage nicht erkannt hätten, kann man Union und SPD schon mal nicht vorwerfen. „Deutschland steht vor historischen Herausforderungen“, heißt es gleich zu Beginn des Koalitionsvertrags, den nach der Union nun auch die SPD angenommen hat. Allen Beteiligten scheint klar zu sein, dass die kommenden Jahre entscheidend sein werden. Dementsprechend formulieren die Koalitionäre ein hohes Anspruchsniveau gepaart mit einem ausgeprägten Macher-Selbstbewusstsein.

Entscheidend für die Erfolgsaussichten ist eine konsistente Strategie. Gleich in der Präambel des Koalitionsvertrags finden sich dazu wichtige Elemente: Erforderlich sei „zunächst Klarheit in der Standortbestimmung“ und „Klarheit über den richtigen Weg“. Strategischer Kern und entscheidende ökonomische Grundlage soll weiterhin das Wirtschaftswachstum sein, d.h. die Überwindung der seit einem halben Jahrzehnt anhaltenden Wachstumsschwäche.

Neues Wirtschaftswachstum?

Die Priorisierung des Wirtschaftswachstums ist nicht neu, sondern galt schon in der letzten Regierung – und war ein wirksamer Spaltpilz der Ampel-Koalition. Eine Erkenntnis aus der letzten Legislatur war zudem, dass die verschiedenen Wachstums-Beschleunigungs-Programme keinen signifikanten Erfolg hatten. Wie kann sich das nun ändern? Haben sich die Umfeldbedingungen verbessert und/oder bringen die Koalitionäre neue Lösungsansätze mit?

Im Hinblick auf das geopolitische Umfeld fällt die Antwort recht eindeutig aus: Deutschland steht „blank“ da, vollkommen verteidigungsunfähig. Das 100 Milliarden Euro große Sondervermögen aus der „Zeitenwende 1.0“ war kaum mehr als eine kurzfristige Panik-Aktion, die weitgehend wirkungslos geblieben ist. Die drei Jahrzehnte währende Abrüstung und der Konsum der Friedensdividende sind nur mit massivem finanziellen und personellen Aufwand über viele Jahre hinweg revidierbar – einem Zeitraum, in dem europäische (Grenz-)Regionen nahezu schutzlos einem russischen Angriff ausgesetzt wären.

Die militärischen Anforderungen treffen auf ein sozio-ökonomisch geschwächtes Deutschland. Es gibt weder die Wirtschaftskraft, die zusätzliche Steuereinnahmen generiert, noch sozialen Zusammenhalt, der eine höhere Steuerbelastung durchsetzbar erscheinen ließe. Dies zwingt zur Kredit-Finanzierung, d.h. zur Verlagerung der Lasten auf zukünftige Generationen. Dazu wird unterstellt, dass es denen besser gehen wird als uns, sie also über eine höhere Tragfähigkeit verfügen. Damit diese Rechnung aufgeht, müsste das Wirtschaftswachstum in Deutschland anziehen. Wachstumspolitik wiederum müsste zugleich an allen drei Bestimmungsfaktoren des Produktionspotenzials ansetzen:

  • Arbeitskräfte: Neben der Mobilisierung interner Potenziale (Frauen-Erwerbstätigkeit, Renteneintrittsalter, Freisetzung in der Auto-Industrie etc.) geht es vor allem um einen erhöhten und dauerhaften Zuwanderungssaldo in der Größenordnung von 400.000 pro Jahr – weil wir „als alternde Gesellschaft auf Zuwanderung angewiesen sind“, wie es im Koalitionsvertrag richtigerweise heißt.
  • Kapital: Es müssen sowohl die staatlichen (Infrastruktur-)Investitionen als auch die privaten Investitionen verstärkt werden, um die höheren Abschreibungen der Transformation auszugleichen, denn nur eine Netto-Investition führt zur Kapazitätserweiterung. Dem Staat stehen künftig zusätzliche 500 Milliarden über zwölf Jahre zur Verfügung. Private Investitionen sollen zudem angeregt werden u.a. durch Abschreibungserleichterungen, (Aussicht auf) steuerliche Entlastung, Bürokratie-Abbau.
  • Produktivität: Das seit geraumer Zeit vor sich hin darbende deutsche Produktivitätswachstum soll durch die Förderung von F&E-Ausgaben und von Start-Ups verstärkt werden.

Die Koalitionäre haben einen „Weckruf“ gehört und bereits „einen Reformplan entwickelt“, um die Handlungsfähigkeit des Staates zu stärken. Auf der Reformagenda steht die Beseitigung von Wachstumshemmnissen aller Art. Auch die Reform der Schuldenbremse, die noch weitere Ausnahmen schaffen soll, um die Kreditfinanzierung von Staatsausgaben zu ermöglichen, bleibt auf der Agenda.

Wird es in Summe damit gelingen, die Wachstumsrate im langfristigen Trend um deutlich mehr als um einen Prozentpunkt p.a. zu erhöhen, also von derzeit 0,5% auf 1,5%? Angesichts der fortwirkenden Ungewissheit und der geopolitischen Entwicklungen (Protektionismus) erscheint das zweifelhaft. Zudem werden sowohl Migration (auch Zuwanderung in den Arbeitsmarkt) als auch die Einschränkung von Umwelt-/Klimaschutz auf massiven Widerstand in der Gesellschaft stoßen. Die Fixierung auf Wachstum könnte sich als strategischer Fehler erwiesen, wenn die Programme und Maßnahmen es nicht schaffen, das Produktionspotenzial zu steigern. Was sollen Wirtschaft und Gesellschaft dann tun, denen über Jahre und Jahrzehnte eingebläut wurde: „Ohne Wachstum ist alles nichts“. Stehen wir dann vor dem Nichts?

Eine anhaltende Wachstumsschwäche oder gar eine Schrumpfungsphase (Degrowth) können jedenfalls nicht ausgeschlossen werden. Das hätte gravierende sozio-ökonomische Folgen, zumal im Koalitionsvertrag vieles unter Finanzierungsvorbehalt – oder besser: Wachstumsvorbehalt – steht. Die Analyse und Vorbereitung auf eine solche Entwicklung erscheint daher dringend geboten und wäre Teil der Verantwortung der neuen Regierung. Es geht nicht nur um Produktivität und Effizienzsteigerung, sondern auch um Suffizienz, d.h. um weniger Einkommen und weniger Konsum. Angeknüpft werden könnte an die Ansätze der Ampel-Regierung zu „Wohlstand erneuern“ und zur Sozial-ökologischen Marktwirtschaft. Dass Union und SPD dies tun werden, ist bisher aber noch nicht zu erkennen.

Kurzfristig könnte der massive Schub an (kreditfinanzierter) Staatsnachfrage zu einem höheren BIP führen, d.h. der (keynesianische) Ausweg aus der Rezession gelingen – im Ausmaß abhängig von Engpass-Sektoren und evtl. begleitet von inflationären Impulsen. Die Auswirkungen auf das (zivile) Produktionspotenzial werden aber eher negativ sein, weil ein Teil der Produktionsfaktoren aus der zivilen Produktion abgezogen wird (trade-off „guns or butter“).

Wachstum, Aufrüstung und Sicherheit

„Stärke ist die Voraussetzung für Frieden“, heißt es im Koalitionsvertrag. Wer also militärisch schwach ist, ermuntert potenzielle Angreifer. Daher müsse so schnell wie möglich „Wehrfähigkeit“ hergestellt werden.

Die Überwindung militärischer Schwäche gelingt eher, wenn sie auf ökonomische Stärke trifft. Daher kommt es auch unter militärischem Aspekt auf die Stärkung des Wachstums an. Dabei ist die Zeitschiene entscheidend. Wie lange wird es dauern bis – auf Grundlage einer starken Wirtschaft – „Wehrfähigkeit“ hergestellt ist? Mehr Finanzmittel sind notwendig, aber nicht ausreichend: Wenn das „Personal“ (Soldaten) und der (Verteidigungs-/Kampfes-)Wille fehlt, nützen die Beschaffungen nur der Rüstungsindustrie.

Nach dem Rückzug der USA unter Trump ist Deutschland wie auch andere europäische Staaten militärisch schwach. Bis „Abschreckungswirkung“ und „Wehrfähigkeit“ erreicht sind, wird es noch Jahre dauern. Das weiß auch der potenzielle Aggressor Putin. Für ihn stellt sich die Frage des optimalen Angriffszeitpunkts. Der würde in nicht allzu ferner Zukunft liegen, d.h. bevor Deutschland bzw. die EU eine abschreckende Wehrfähigkeit erreicht hat oder/und in den USA ein Richtungswechsel erfolgt (und Putin selbst noch „jung“ genug ist).

Für Deutschland ergibt sich daraus das strategische Dilemma, dass die Aufrüstung zu spät kommt und damit sinnlos ist. Ein rationaler Aggressor würde zuschlagen, bevor Wehrfähigkeit erreicht ist. Die deutsche Aufrüstungsstrategie geht jedoch von der Annahme aus, dass Putin nicht zeitnah angreifen wird. Möglicherweise ist sein Expansionsdrang geringer als in der deutschen (europäischen) Strategie unterstellt. Auch in diesem Fall wäre die Aufrüstung eine sinnlose Mittelverschwendung.

Es müsste also nach einer anderen Strategie gesucht werden. Zwei Möglichkeiten wären zu prüfen:

  • Was könnte Putin von einem Angriff abhalten? Der ökonomischen Logik folgend, dass alles und jeder seinen Preis hat, könnte die deutsche (europäische) Milchkuh Zahlungen anbieten, etwa über die Wiederaufnahme der Energieimporte. Dafür können wir weiterleben und -wirtschaften wie bisher, und Putin wird die ergiebige Milchkuh nicht schlachten. Risiko: Irrationale Führer „opfern“ auch heilige Kühe.
  • Wie könnte Trump für eine Fortsetzung der Schutz-Garantie gewonnen werden? Auch da könnten Energie- oder sonstige Importe als Quasi-Zahlung an die wirksam-abschreckende Schutzmacht sinnvoll sein. Risiko: Glaubwürdigkeit der US-Vertragstreue.

Beide Möglichkeiten werden wegen ihrer hohen Risiken nicht ernsthaft diskutiert. Allerdings ist das Risiko eines Scheiterns der dominierenden Aufrüstungs-Strategie kaum geringer – auch weil die Arbeiten an einer unabdingbaren europäischen Sicherheitsstrategie zu langsam vorankommen. 

Es gibt keinen Plan B

Wachstum soll weiterhin im Mittelpunkt der (Wirtschafts-)Politik stehen, und der Koalitionsvertrag will Zuversicht vermitteln, dass nun die Überwindung der Wachstumsschwäche gelingen wird. Die zusätzlichen, kreditfinanzierten Staatsausgaben werden sicherlich einen Multiplikatoreffekt haben und können aus der Rezession führen. Entscheidend ist aber, ob sie – zusammen mit angekündigten Strukturreformen (Entbürokratisierung etc.) – angebotsseitig zu einer Erweiterung der Kapazität führen. Das erscheint fraglich. Soweit es um (überfällige) Ersatzinvestitionen und um die Beschaffung von Waffen geht, ist kein Kapazitätseffekt zu erwarten. Es kommt also auf (Akzeptanz für) mehr qualifizierte Zuwanderung und höheres Produktivitätswachstum (Innovation) an.

Unter den neuen Bedingungen von Protektionismus und Transformation zur Kriegswirtschaft ist die Entwicklung dieser Faktoren kaum prognostizierbar. Zwingend notwendig erscheint daher ein Plan B, der davon ausgeht, dass die Wachstumsschwäche weiterhin anhält, es also nicht gelingt, den langfristigen Trend signifikant zu ändern. Was wäre dann zu tun, um äußere wie innere Sicherheit zu erhalten und eine Wohlstandsperspektive zu eröffnen?

Im Koalitionsvertrag wird diese Möglichkeit nicht einmal in Erwägung gezogen – das ist eine erhebliche strategische Lücke. Stattdessen werden das Wachstumsversprechen weiter gepflegt und Wachstumserwartungen weiter genährt – ohne neue Argumente, die Hoffnungen auf die Rückkehr Deutschlands auf einen höheren Wachstumspfad begründen könnten.

Was bringt die Erhöhung der Staatsausgaben? Die Zahl der Wünsche und Ideen ist groß, größer jedenfalls als die 500 Milliarden Euro, die für die nächsten zwölf Jahre vorgesehen sind. Daher muss entschieden werden, was notwendig, dringlich, prioritär ist. Welche (Nachhaltigkeits-)Kriterien sollen dabei eine Rolle spielen? Zu befürchten ist, dass die Mittelvergabe im politischen Prozess nicht primär von Effizienz und Effektivität bestimmt sein wird. Daher wird der zunächst beeindruckend „historisch“ klingende Betrag von einer halben Billion Euro „diffundieren“, ohne eine wesentliche Stärkung des Standorts zu bewirken. Es gibt keinen konsistenten Plan der prioritären Projekte – nur die Litanei mit den Brücken-Kindergärten-Schulen (Gebäuden). Daher kommen jetzt von allen Seiten Ideen und Forderungen, wie das Geld zu verwenden ist. Die Töpfchen werden immer kleiner aufgeteilt, z.B. an die Bundesländer. Und dort wird dann weiter verteilt an tausende Kommunen.

Und ist die Finanzierung der höheren Staatsausgaben für die Infrastruktur tatsächlich wie behauptet nur durch Kreditaufnahme möglich? Nein, denn diese Behauptung ist zwar politisch bequem, aber ökonomisch falsch – es gäbe auch „schmerzfreie“ Alternativen. Die Schuldenbremse im Grundgesetz ließ bereits vor der Reform eine Kreditaufnahme von 0,35% des BIP zu. Pro Jahr blieben bei Ausschöpfung dieses Spielraums weniger als 30 Milliarden Euro, die es zu finanzieren gilt – aus der Kürzung anderer Ausgaben (insbes. umweltschädlicher Subventionen wie Agrardiesel, Pendlerpauschale) und moderaten Steuererhöhungen, die zugleich ein Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit sein könnten (Progressionsgrad der Einkommenssteuer).

Im Koalitionsvertrag werden aber Wünsche bedient, und mit der vollständigen Kreditfinanzierung wird eine Lastverschiebung in die Zukunft vorgenommen, die dem Eigenanspruch der „Verantwortung“ widerspricht. Denn in Kombination mit der geringen Effektivität der Mittelverwendung kann der Schuldendienst künftig auf mindestens 15 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt werden (Annahme: Zinsbelastung von 3% auf 500 Milliarden). Wenn zudem davon ausgegangen wird, dass das Wirtschaftswachstum nicht wieder in Gang kommt, der Schuldendienst also aus einem niedrigeren Einkommen geleistet werden muss, ist die Finanzierung durch Verschuldung verantwortungslos, d.h. keine generationen-gerechte und nachhaltige Lösung.

Die Kreditfinanzierung der Aufrüstung ist hingegen grundsätzlich gut begründbar. Allerdings ist dieser Posten nach oben offen. Das soll auf Putin abschreckend wirken, es wirkt aber zunächst für die Rüstungsindustrie wie eine Einladung zum Griff in die Staatskasse.

Ökologische Krisen und Katastrophen geraten angesichts der ökonomischen und geopolitischen Herausforderungen (fast) vollkommen aus dem Blick und sind auf der politischen Prioritätenliste nach hinten gerutscht – mit der Folge, unter „Wachstumsvorbehalt“ zu stehen, d.h. sie können eingeschränkt werden, wenn sie das Wachstum behindern. Kostenentlastung heute ist wichtiger als hohe Umweltschäden und -Kosten in der Zukunft. Es dominiert keynesianisches Denken: „In the long-run we are all dead.” Im Koalitionsvertrag sind wenigstens noch einige Milliarden für den Klimaschutz gerettet worden, aber das ist zu wenig für die ökologische Sicherheit, für den Erhalt essenzieller Lebensgrundlagen.

Fazit

Ein signifikanter, disruptiver „Politikwechsel“ ist im Koalitionsvertrag nicht erkennbar, wenig von der Aufbruchsstimmung einer „Fortschrittskoalition“. Verantwortung für ein mehrdimensionales Krisen-Management steht im Vordergrund. Viel Zeit für Visionen war nicht. Die dürfen allerdings auch nicht von Koalitionsverträgen erwartet werden, sondern viel eher von Zivilgesellschaft, von Wissenschaft, Kunst und Kultur mit ihren vielfältigen Narrativen und Projekten. Politik muss es unterlassen, diese Institutionen und Akteure zu bedrohen und zu marginalisieren, sei es durch Kürzung finanzieller Mittel oder durch Einschränkung von Beteiligungs- und Mitspracherechten.

Die Agenda von Union und SPD ist Ausdruck eines Staatswesens, das weder die Kraft hat, Ausgaben zu kürzen, noch den Mut, Steuern zu erhöhen, und das daher massiv zum Schuldeninstrument greifen muss, damit aber nicht überlebensfähig ist. Alle Hoffnung auf höheres Wirtschaftswachstum zu setzen, ist unverantwortlich.

 

Zum Autor:

Rudi Kurz war bis 2017 Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule Pforzheim. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Innovation, Wirtschaftswachstum, Umweltökonomie und Nachhaltige Entwicklung. Aktuell ist er Sprecher des BUND-Arbeitskreises Wirtschaft und Finanzen.


Info: https://makronom.de/ein-koalitionsvertrag-unter-wachstumsvorbehalt-48770?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=ein-koalitionsvertrag-unter-wachstumsvorbehalt


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

01.05.2025

Ukraine: Hoffnung auf Frieden schwindet

lostieneu.eu, vom 30. April 2025

Für den Friedensplan von US-Präsident Trump wird es eng. Kurz vor dem Ende der informellen Deadline am 30. April haben sowohl Russland als auch die Ukraine die Hoffnung auf einen Waffenstillstand gedämpft. Präsident Putin sei offen für einen Frieden mit der Ukraine und arbeite mit den USA intensiv daran, sagte Präsidialamtssprecher Peskow in Moskau. Allerdings sei der Konflikt so komplex, dass die von den USA geforderten schnellen Fortschritte schwer zu schaffen seien. Er unterstrich, dass die russischen Ziele erreicht werden müssten. Derweil drohte der ukrainische Staatschef Selenskyj mit Angriffen auf die Siegesparade am 9. Mai in Moskau. Zuvor hatte er eine von Russland vorgeschlagene dreitägige Feuerpause abgelehnt.

Siehe auch “Trumps Friedensplan steht auf der Kippe”

P.S. Die Ukraine hat dem Rohstoff-Deal mit den USA nun doch noch zugestimmt. Damit dürfte es US-Präsident Trump schwerer fallen, die Schuld in Kiew zu suchen, wenn sein Friedensplan scheitert. Allerdings sucht er ja auch noch einen wirtschaftlich lukrativen Deal mit Moskau. Und die EU ist mal wieder ins Hintertreffen geraten. Sie soll den Wiederaufbau der Ukraine finanzieren, bekommt jedoch keine Gegenleistungen und muß sich bei den Rohstoffen hinten anstellen…

‹ Der neue Held der EVP heißt Merz – was bleibt für von der Leyen? › Sonderausgabe: 100 Tage Trump – EUropa klammert sich an die USA

10 Comments

  1. Michael Conrad
    1. Mai 2025 @ 10:19

    Der Rohstoff Deal zwischen den USA und der Ukraine wurde ja jetzt unterschrieben.
    Die Botschaft der USA ist klar: Die Ukraine gehört jetzt uns und deshalb muss Frieden herrschen.
    Dieser Vertrag bringt dann wohl auch indirekt die Sicherheitsgarantie mit sich, welche die Ukraine unbedingt haben möchte. Die Frage ist, ob Russland sich mit dem Angebot Trumps für einen Friedensschluss. zufrieden gibt, oder weiterkämpft bis die russischen Bedingungen erfüllt sind.
    Hier könnte China eine entscheidende Rolle spielen. Da China kein Interesse an einem Frieden in der Ukraine hat, kann es durch verstärkte Unterstützung Russlands die USA weiter schwächen.
    Sollte die Ukraine wirklich so verrückt sein, die Feierlichkeiten zum Sieg gegen Nazideutschland anzugreifen, dann wäre das wohl das Ende der Ukraine.

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  • KK
    1. Mai 2025 @ 03:14

    „Hoffnung auf Frieden“?

    Mir scheint es doch eher so, als ob sich die Politik vor einem Frieden fürchtet – denn dann haben die alle keine Ausrede mehr für all das, was sie verbockt haben!

    Antworten

  • Michael
    30. April 2025 @ 22:30

    Gestehe dass ich inzwischen nicht mehr verstehe – und die Geduld verliere -warum Russland nicht durchstößt und das gesamte Gebiet bis zum Dnepr Fluss, Kiew ausgespart, besetzt und als russisches Hoheitsgebiet deklariert! Nach den Verheerungen die Kiew in der Ost Ukraine, also der dann ehemaligen Ukraine, angerichtet hat sollte selbst ein Referendum auf absolute Zustimmung zu und für Russland finden!

    Antworten

    • Kleopatra
      1. Mai 2025 @ 08:23

      Wie Sie sich sicher erinnern, hat Russland bereits einmal versucht, bis Kyïv durchzustoßen und dieses einzunehmen, und sich dabei einerseits mehr als eine blutige Nase geholt, andererseits aber durch die „Professionalität“ (so nannte es Putin) seiner Besatzungstruppen in den zeitweilig besetzten Vororten von Kyïv sich so sehr als kriegsverbrecherische Konfliktpartei zu erkennen gegeben, dass ein Friedensvertrag (im Gegensatz zu einem Waffenstillstand) mit ihm kaum noch möglich ist.
      Die Vorstellung, dass die russische Armee allmächtig sei, ist zwar in Russland beliebt, entspricht aber nicht den Tatsachen; vor allem nicht, solange Putin sich nachvollziehbarerweise scheut, einen großen Teil der wehrfähigen Männer Russlands zu „verheizen“.

      Antworten

  • Monika
    30. April 2025 @ 21:26

    @ Kleopatra
    Selenskyj ist weder ein guter Politiker noch in irgendeiner Weise Diplomat. Er ist nüchtern betrachtet von schlicht mafioser Natur.

    Antworten

    • Guido B.
      1. Mai 2025 @ 06:58

      @Monika:

      Eine mafiöse Natur zu haben, ist hilfreich für eine politische Karriere. Niemand schafft es an die Spitze, wenn er ein anständiges, ehrliches und rücksichtsvolles Naturell hat. Insofern ist Selenski Persönlichkeiten wie Putin, Trump, Macron, Starmer, Merz, Netanjahu, Erdogan oder von der Leyen ebenbürtig.

      Raubtiere unter sich. Sie verdanken ihren Erfolg dem Killerinstinkt.

      Der Deal ist in trockenen Tüchern. Die EUropäischen Trump-Basher werden nun voll des Lobes sein für den proukrainischen Dealmaker, der allerdings im Vergleich zu seinen angekündigten Zielen grottenschlecht verhandelt hat. Eigentlich taugt der Deal nur dazu, die nächsten US-Hilfsmilliarden für die Ukraine besser durchs Parlament zu bringen. Von einer Entschädigung für die bereits gelieferten Hilfsmilliarden ist keine Rede mehr.

      Antworten

  • Guido B.
    30. April 2025 @ 17:10

    Aktuellen Meldungen zufolge steht der Rohstoffdeal kurz vor der Unterschrift, wobei die Ukraine ihre Konditionen durchgesetzt zu haben scheint (Rohstoffe nur gegen künftige Waffenlieferungen und Sicherheitsgarantien). Das bedeutet, dass die USA in der Ukraine engagiert bleiben wollen. Es ist somit wahrscheinlich, dass Trump nun der EUropäischen Politik folgt und Russland härter sanktioniert und die Waffenlieferungen fortsetzt. Damit wäre der Westen wieder geeint gegen Russland und Trumps “Irrlauf” beendet. Selenski hat sein Ziel erreicht.
    Ich sagte an dieser Stelle mal, Selenski sei der mächtigste Politiker EUropas. Ich muss mich korrigieren: Selenski ist der mächtigste Politiker der Welt. Sogar der POTUS hört auf sein Kommando. Der Ex-Schauspieler ist entweder wirklich der “beste Verkäufer der Welt” (Trump), oder er muss eine Menge einflussreicher Freunde haben.

    Antworten

    • Guido B.
      30. April 2025 @ 18:53

      Update, 18.08 Uhr: Scheitert der Rohstoff-Deal zwischen der Ukraine und den USA nun doch? Offenbar setzt die Trump-Regierung Kiew die Pistole auf die Brust: Laut einem Bericht der Financial Times ließ US-Finanzminister Scott Bessent der ukrainischen Wirtschaftspräsidentin Julia Swyrydenko während ihres Flugs ausrichten, sie soll „bereit sein, alle Abkommen zu unterzeichnen, oder nach Hause zurückkehren“.
      Zwei ukrainische Beamte erklärten, Washington bestehe darauf, dass sowohl das Rahmenabkommen als auch ein separates, detaillierteres Abkommen über einen Investitionsfonds zur Verwaltung der Mineralieneinnahmen gleichzeitig unterzeichnet werden. Jetzt sollen die Gespräche ins Stocken geraten sein, nachdem die Ukraine versucht habe, die Bedingungen „zu überarbeiten“.
      Quelle: Frankfurter Rundschau

      Na ja, vielleicht ist Selenskis Macht doch nicht ganz so universal. Auf jeden Fall arbeitet er gerade mit seinen Freunden an Vorschlägen zu neuen harten Sanktionen gegen Russland … das Kommandieren liegt Selenski einfach im Blut.

      Antworten

      • ebo
        30. April 2025 @ 19:27

        Tja, aus diesem Grund habe ich die Meldung auch noch nicht aufgegriffen. Wir haben es hier mit einem Machtkampf zwischen Trump und Selenskyj zu tun – je nachdem, wer ihn gewinnt, kann auch der Friedensdeal in die eine oder andere Richtung gehen. Ich halte es weiter nicht für ausgeschlossen, dass sich Trump am Ende beleidigt zurückzieht und die EU allein im Regen stehen lässt.

      • Kleopatra
        30. April 2025 @ 20:15

        Warum aber die regelrecht beleidigte Reaktion auf etwas, was nüchtern betrachtet ein diplomatischer Erfolg Zelens’kyjs wäre (Konjunktur aktiv, da wir über hypothetische Nachrichten sprechen)? Zelens’kyj ist schlicht ein guter Politiker und offenbar auch Diplomat.

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    Info: https://lostineu.eu/ukraine-hoffnung-auf-frieden-schwindet/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Der neue Held der EVP heißt Merz – was bleibt für von der Leyen?


    lostineu.eu, vom 30. April 2025

    Beim Parteitag der konservativen Europäischen Volkspartei EVP wurde Parteichef M. Weber (CSU) wie erwartet wiedergewählt – es gab keinen Gegenkandidaten. Im Mittelpunkt stand jedoch CDU-Chef Merz. Was bleibt für von der Leyen (ebenfalls CDU)?

    Die deutsche Chefin der EU-Kommission war eigens nach Valencia gereist, um Weber und Merz ihren Tribut zu zollen. Weber pries sie für dessen „herausragende Führungsqualitäten“.

    Bei der Europawahl 2024 habe die EVP einen haushohen Sieg errungen, sagte sie. „Lieber Manfred, Du hast die EVP stark gemacht. Und eine starke EVP, das bedeutet ein starkes Europa“.

    Die Realität sieht anders aus. Die EVP führt die EU seit Jahrzehnten, doch EUropa ist heute schwächer als noch vor 20 Jahren. Außerdem ist die Machtbasis der Konservativen immer mehr geschrumpft.

    Früher konnten sie allein mit den Sozialdemokraten regieren, heute brauchen sie auch Liberale und Grüne. Von der Leyens Bestätigung im EU-Parlament fiel im November denkbar schwach aus.

    Stärker geworden ist die EVP eigentlich nur im Rat, der Vertretung der Mitgliedsstaaten. Dafür kann jeder weder Weber noch von der Leyen etwas – es ist nationalen Politikern wie Merz zu danken.

    Merz wiederum blieb bei der Bundestagswahl weit hinter den Erwartungen zurück. Stark wirkt er nur im Vergleich zur SPD – und weil er sich auf EU-Ebene auf Weber und von der Leyen stützen kann.

    Wer wird Koch, wer Kellner?

    Beim EVP-Parteitag wurde er dennoch gefeiert. Die künftige deutsche Regierung werde viel Energie dafür aufwenden, Europa voranzubringen, sagte er. „Sie können auf uns zählen“, versprach Merz unter großem Beifall. 

    Die große Frage ist nun: Wer wird Koch – und wer wird Kellner? Unter Kanzler Scholz konnte sich von der Leyen profilieren und wie die König von EUropa gerieren. Mit Merz dürfte ihr dies nicht mehr so leicht fallen.

    Das liegt nicht nur am (übergroßen) Ego des künftigen Kanzlers. Es liegt auch daran, dass von der Leyen den Eindruck vermeiden muß, die EU werde von einem deutschen Kartell geführt…

    P.S. Merz’ CDU ist in den Umfragen weiter hinter die AfD abgefallen – und das vor seinem Amtsantritt. Wie kann man da von einem “starken” oder erfolgreichen Politiker sprechen?

     

    ‹ Aufrüstung & Sozialabbau: Toxischer Mix führt zu Streikwelle in Belgien › Ukraine: Hoffnung auf Frieden schwindet

    7 Comments

    1. KK
      1. Mai 2025 @ 03:10

      „Merz wiederum blieb bei der Bundestagswahl weit hinter den Erwartungen zurück. Stark wirkt er nur im Vergleich zur SPD“

      Diesen Effekt kennen wir ja auch von der männlichen Intimrasur: Je niedriger die Hecke, desto höher wirkt das Haus.

    Antworten

  • Monika
    30. April 2025 @ 21:17

    das innereuropäische „Verhältnis“ Deutschland – Polen lässt sich angemessen in eine Abwandlung eines bekannten Kalauers vom Scheich D. und dem Emir P. zusammenfassen:
    „Sprach der Scheich zum Emir: Jetzt zahl’n wir und dann gehn wir. Sprach der Emir zum Scheich: Ich geh lieber gleich…

    Antworten

  • Guido B.
    30. April 2025 @ 15:17

    Ist das jetzt die große Frage für das Schicksal EUropas – ob der Deutsche Weber, die Deutsche von der Leyen oder der Deutsche Merz den Kontinent am besten anführt?

    Es gab mal eine Zeit, wo der deutsche Führungsanspruch Europa in eine Hölle verwandelt hat. Ist erst ein paar Jahrzehnte her!

    Wenn man dann noch bedenkt, dass die drei deutschen Bellizisten EUropa 35 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung unter fragwürdigen Vorwänden auch militärisch führen wollen und Russland ewige Feindschaft geschworen haben, ist es nicht mehr weit zur Frage:

    Wie konnte es passieren, dass zwei Anliegen Adolf Hitlers – nämlich die Dominaz über Europa und der Sieg über Russland – nur 80 Jahre nach Deutschlands Niederlage wieder salonfähige Politik geworden sind?

    Ich vermute, die russische Führung wird in den kommenden Tagen sehr intensiv über diese Frage nachdenken.

    Antworten

    • ebo
      30. April 2025 @ 15:22

      Mich wundert es auch, dass das neue deutsche CDU/CSU-Kartell keinerlei Widerspruch hervorruft, von Widerstand ganz zu schweigen. In Polen kokettiert man sogar offen damit, nach mehr (militärischer) Macht für Deutschland zu rufen!

      Antworten

      • Guido B.
        30. April 2025 @ 15:43

        @ebo:
        Vielleicht deswegen: Je exponierter sich eine Nation für einen Krieg gegen Russland ertüchtigt, desto eher empfiehlt sie sich als Zielscheibe. Es kann den Polen also nur recht sein, wenn Deutschland die bevorzugte Zielscheibe ist (und endlich die Taurus-Raketen liefert). Machen sich sich die Polen einfach die notorische Kriegseuphorie der Deutschen zunutze? Honni soit qui mal y pense …

      • Bogie
        30. April 2025 @ 22:25

        „Die Geschichte lehrt uns, dass es nicht immer eine gute Nachricht ist, wenn die Deutschen Waffen kaufen.“
        (Matteo Salvini vermutlich am 15.04.2025)
        O.k., er ist ein Rechtsradikaler aber immerhin einer, der mein ziemlich linkes Unbehagen über Deutschland „Wiederbewaffnung“ und „Führungsrolle“ teilt.
        Vielleicht werden sich ja bald noch mehr Menschen in Europa an Deutschlands Rolle im 20. Jahrhundert erinnern.

      • Karl
        1. Mai 2025 @ 08:43

        @Bogie: Karriere-orientierte Rechtsradikale in Europa schwenken auf den Kurs ihrer Geistesverwandten Trump/Vance um: NATO, MIK und Bläckrock.

        ‘Der Vasall’ kommt aus dem Lateinischen, und was der deutsche Bläckrocker gerade macht, kann Italien schon lange: Vasallentum im Auftrag der ganz Reichen. — https://www.dwds.de/wb/Vasall

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    Info: https://lostineu.eu/evp-feiert-merz-was-wird-nun-aus-von-der-leyen/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:





    Aufrüstung & Sozialabbau: Toxischer Mix führt zu Streikwelle in Belgien


    lostineu.eu, vom 30. April 2025

    Die neue Regierung in Belgien will bei Rentnern und Arbeitslosen sparen. Zugleich rüstet sie massiv auf. Dieser toxische Mix, der auch anderen EU-Ländern droht, führt zu einer großen Streikwelle.

    Keine Starts am Flughafen Brüssel, kaum Busse und Bahnen, geschlossene Ämter und Behörden: Vier Wochen nach dem Generalstreik Ende März wurde Belgien am Dienstag erneut von landesweiten Protesten lahmgelegt.

    Doch während es bisher nur allgemein gegen Sozialabbau und Aufrüstung ging, legen sich die Gewerkschaften diesmal direkt mit der neuen Föderal-Regierung um Premier Bart De Wever an.

    Der Grund: der sogenannte „Oster-Akkord“, den De Wever und seine rechtsliberale „Arizona“—Regierung vor zehn Tagen durchgepaukt haben.

    Die Einigung sieht vor, die Arbeitslosenhilfe auf zwei Jahre zu begrenzen, höhere Renten von der automatischen Anpassung an die Inflation auszunehmen und mehr Flexi-Jobs zu schaffen. Außerdem wird das Asylrecht verschärft. 

    Vier Milliarden für die Nato

    Den massiven Sozialkürzungen stehen höhere Ausgaben für die Rüstung gegenüber. So sollen fast vier Milliarden Euro in neue Kriegswaffen fließen, um das Nato-Ziel von zwei Prozent des BIP noch in diesem Jahr zu erreichen.

    Ein Teil des Geldes soll aus Erlösen des in Belgien festgesetzten russischen Zentralbankvermögens kommen, ein anderer Teil aus EU-Krediten.

    De Wever sprach von unverzichtbaren Reformen, mit denen Belgien seine Bündnisverpflichtungen erfüllen und die Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellen wolle.

    Für die christlichen und sozialistischen Gewerkschaften handelt es sich jedoch um einen Angriff auf den Sozialstaat. Sie wollen die Regierung zum Rückzug zwingen und drohen mit Streiks bis in den Herbst…

    Weiterlesen auf taz.de

    ‹ Das Ende der Sanktionen gegen Russland ist kein Tabu mehr › Der neue Held der EVP heißt Merz – was bleibt für von der Leyen?

    7 Comments

    1. KK
      30. April 2025 @ 13:17

      “Für die christlichen und sozialistischen Gewerkschaften handelt es sich jedoch um einen Angriff auf den Sozialstaat.”

      Im Gegensatz zu den deutschen Gewerkschaften, die sogar bei Ostermärschen für die Aufrüstung trommeln:
      “Vor diesem Hintergrund sehen auch der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften die Notwendigkeit, in Deutschland und Europa verstärkte Anstrengungen zu unternehmen, um gemeinsam verteidigungsfähiger zu werden”
      [Quelle: https://www.dgb.de/fileadmin/download_center/Aufrufe/250401_Erklaerung-des-DGB-zu-den-Ostermaerschen-2025.pdf%5D
      Zwar wird die Gefahr des Sozialabbaus erwähnt und auf Schuldenfinanzierung verwiesen, aber das verschiebt ja bestenfalls nur den Sozialabbau in die Zukunft und ist ein blosses Feigenblatt. Wäre ich nicht schon vor Jahren wegen fortgesetzt unzureichender Tarifabschlüsse aus einer DGB-Gewerkschaft ausgetreten, würde ich es spätestens jetzt tun!

    Antworten

  • european
    30. April 2025 @ 12:15

    So geht es zu in der “ever closer Union” und die Belgier werden nicht die letzten sein. Merz hat fuer Deutschland auch schon harte Einschraenkungen angekuendigt und ueberhaupt arbeiten die Deutschen zu wenig und haben nicht genug Respekt vor den Besserverdienenden….

    Sehr interessant ist dazu der podcast von Christian Rieck, der auf seinem Kanal politisches Geschehen anhand der Spieletheorie analysiert. In einem seiner letzten podcasts hat er sich dem Rauswurf von Klaus Schwab gewidment und ist dabei zu durchaus interessanten Erkenntnissen gekommen. Im zweiten Teil aeussert er sich zum WEF an sich und warum solche Veranstaltungen mitsamt seiner TeilnehmerInnen nicht zu befuerworten sind.

    Sie stellen Regeln auf, die fuer alle anderen gelten, nur nicht fuer sich selbst. Voellig egal, ob es sich um Klima, Krieg, Wirtschaft und/oder Soziales handelt. Sie fliegen mit ihren Privatjets um die Welt, um “das Klima zu retten “und sind selbst von der CO2-Steuer ausgenommen. Gleiches gilt fuer Yachtbesitzer.

    Sie predigen Austeritaet und genehmigen sich eine Gehaltserhoehung nach der anderen. Sie sorgen fuer gesellschaftliche Instabilitaet und beklagen “den Aufstieg von Rechts”. Sie sehen die Loesung ihrer Probleme in “Flexijobs” und wundern sich, dass der Binnenmarkt zerstoert wird. Es ist eben ein Unterschied, ob einer nur etwas tut oder ob alle das gleiche zur selben Zeit machen.
    Die Liste liesse sich beliebig fortsetzen. Extrem gutes Beispiel fuer diese Bigottierie sind uebrigens die deutschen Gruenen, bei denen Anspruch und Wirklichkeit Lichtjahre auseinanderklafft. Aber Belehren, das koennen sie.

    Am Ende des Tages stellt sich fuer jeden die Frage, womit seine Rechnungen bezahlt werden. Miete, Nebenkosten, steigende Lebenshaltungskosten und alles andere laufen ja weiter. Wenn Flexijobs die Loesung sind, gibt es dann auch eine Fleximiete? Reicht es, vom Balkon zu klatschen?

    Antworten

    • Skyjumper
      30. April 2025 @ 15:49

      “Reicht es, vom Balkon zu klatschen?”

      Wenn es die richtigen sind, und davon genug, reicht es die vom Balkon zu klatschen ????

      Antworten

      • european
        30. April 2025 @ 16:38

        @skyjumper

        Hahaha ???? ???? ????

        Sehr schoen.

    • KK
      1. Mai 2025 @ 03:04

      Wenn wir alle im immer gleichen Takt klatschen, können wir damit vielleicht eine Resonanzkatastrophe auslösen, die das derzeitige System einstürzen lässt…

      Antworten

  • Thomas Damrau
    30. April 2025 @ 09:26

    Das ist genau die Gefahr, der “all-in gegen Putin”-Parolen in der EU: Während wir sehr viele Ressourcen darauf verwenden, einen herbei-fantasierten Welteroberungs-Plan Putins zu verhindern, fliegen uns das Klima, der soziale Zusammenhalt, die Infrastruktur, … um die Ohren.

    In fünf Jahren werden Merz & Co. dann stolz verkünden, man habe ein Putin-all-over-the-world verhindert (auch eine Art Präventions-Paradox: man reklamiert, eine Katastrophe verhindert zu haben, die möglicherweise auch ohne Prävention nicht stattgefunden hätte) – vermutlich aber in der Opposition gegen eine rechts-autoritäre Regierung im eigenen Land.

    PS: heute früh konnten die Medien sich mal wieder nicht genug darüber auslassen, dass Putin ohne die nordkoreanischen Leihsoldaten ja gar nix gebacken kriegt …….. aber in fünf Jahren …

    Antworten

  • Helmut Höft
    30. April 2025 @ 08:17

    Na, das ist doch klar: Der Mensch braucht Sicherheit und einen Arbeitsplatz, das reicht! Soziales (Sicherheit?), Umwelt (Sicherheit?) und so’n Zeusch, das kann weg, jedem sein eigener Beritt! „Denn wie man sich bettet …“ wusste schon Berthold Brecht https://www.youtube.com/watch?v=oL1NqZn1YQQ

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    Info: https://lostineu.eu/aufruestung-und-sozialabbau-toxischer-mix-fuehrt-zu-streikwelle-in-belgien/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    01.05.2025

    Nachrichten von Pressenza: Pink Tax: Der Preis des Frauseins

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 1. Mai 2025, 7.15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 01.05.2025


    Pink Tax: Der Preis des Frauseins


    Produkte für Frauen sind häufig teurer als jene für Männer – und das, obwohl meist das Gleiche drin ist. Diese Preisungleichheit nennt sich „Pink Tax“. Es ist eine Art „rosa Steuer“ dafür, dass man weiblich ist. Wie viel Frauen deshalb&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/04/pink-tax-der-preis-des-frauseins/


     -----------------------


    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


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    30.04.2025

    Staatstragender Antifaschismus    Großmütter auf NATO-Linie

    jungewelt.de, 30.04.2025, Von Susann Witt-Stahl

    Kriegstüchtige »Omas gegen rechts« attackieren Linke und das friedenspolitische Lager und genießen Ansehen der Regierenden



    Screenshot_2025_05_01_at_16_10_39_Staatstragender_Antifaschismus_Gro_m_tter_auf_NATO_Linie_Tageszeitung_junge_Welt_30.04.2025Foto Carsten Koall/dpa (Screenshot)

    Junge und alte Teilnehmerinnen bei der Demonstration zum bundesweiten »Klimastreik« von »Fridays for Future« in Berlin (14.2.2025)


    Kaum ein Neonaziaufmarsch findet noch ohne den Protest der resoluten Seniorinnen statt. »Omas gegen rechts« (OGR) fordern ein AfD-Verbot und engagieren sich gegen Fremdenfeindlichkeit. Wie selten Antifaschisten zuvor in der BRD werden OGR von einer Medienwelle der Sympathie getragen, auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist entzückt.

    Kein Wunder, denn der »graue Block«, wie Zeit online titelte, bildet längst einen soliden Baustein der »Brandmauer«, die gegen die Friedensbewegung hochgezogen wird. Das wurde am diesjährigen Ostermarschwochenende deutlich. In der Hauptstadt trommelten OGR/Deutschland-Bündnis, gemeinsam mit der DFG-VK Berlin-Brandenburg sowie »antideutschen« Gruppen, gegen »faule Eier« im »Osternest«: Kommunisten, Sozialisten, Anarchisten, sogar die VVN-BdA wurden im Bunde mit der NPD und Jürgen Elsässers rechtem Compact-Magazin ausgemacht – wie einer Montage zu entnehmen ist, mit der sie in den sozialen Medien gegen die Friedensmarschierer mobilisierten. Solche mit Totalitarismustheorie à la Bundeszentrale für politische Bildung aufgeladene Agitation zog die passenden Unterstützer an: Neben mit Israel-Fahnen behängten »Omas« versammelten sich ukrainische Nationalisten zur Gegendemo – darunter Anhänger des neonazistischen »Asow«-Korps.

    Mit aufgerufen hatte auch der Verein Vitsche, Kooperationspartner der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung sowie der Marketingagentur der Selenskij-Regierung »United 24«, auf deren Medienplattform sich offen faschistische Kriegspropaganda findet. OGR posteten auf ihrem X-Kanal auch eine wüste Pöbelei der ehemaligen Grünen-Politikerin Jutta Ditfurth gegen den Ostermarsch, der aus »antisemitischen Hamas- und putinfreundlichen Arschlöchern« bestanden habe, wie die Buchautorin behauptet – in Wirklichkeit hatten dort Vertreter des Bundesausschusses Friedensratschlag, der GEW München, der zivilgesellschaftlichen Palästina-Solidarität etc. den »Stopp aller Kriege« gefordert.

    Dass OGR-Gruppen nach der Devise »Nie wieder Faschismus gegen NATO-gestützte deutsche Interessen« agieren und sich gegen das Friedenslager stellen, ist nicht neu: 2023 marschierten OGR Leipzig mit ukrainischen Rechten, darunter die Bandera-Lobby, für Waffenlieferungen. Immer wieder werden migrantische Linke von OGR-Aktivistinnen als »Antisemiten« beschimpft, wenn sie gegen israelische Kriegsverbrechen und das Massensterben in Palästina demonstrieren. »Es gibt weder Genozid noch ethnische Säuberung in Gaza«, meinen OGR Köln. »Es gibt nicht mal Hunger.«

    Demenz? Keineswegs. Für viele OGR fing das Leben für die deutsche Staatsräson – kriegstüchtige Westbindung und »Israel-Solidarität« – nicht erst »mit 66 Jahren« an. Die 2017 von einer evangelischen Theologin in Österreich gegründete Initiative wurde in der BRD ab Januar 2018 von der ehemaligen CDU-Politikerin Anna Ohnweiler aufgebaut, die vor einigen Jahren in die SPD übergetreten ist. Mittlerweile zählen OGR, seit 2019 ein Verein ohne Gemeinnützigkeitsstatus, bundesweit an die hundert Regionalgruppen mit geschätzt 35.000 Aktivistinnen. Viele von ihnen kommen aus dem Milieu der Grünen; die Partei ist, wie auch die Klimaschutzinitiative von »Fridays for Future«, ein Bündnispartner von OGR für Kundgebungen und Veranstaltungen.

    »Für Demokratie, Toleranz und Vielfalt«: Nicht nur klingen die Slogans der OGR nach staatlich betreutem Antifaschismus – dieser bildet auch eine Grundlage ihrer Arbeit. Seit dem »Zeitenwende«-Jahr 2022 erhalten OGR von der Ampelregierung Gelder für Aktivitäten im Rahmen des Bundesprogramms »Demokratie leben!« Die vorwiegend steuergeldfinanzierte und proisraelische Amadeu-Antonio-Stiftung hat bereits Projekte der OGR gefördert, unter anderem deren ersten Bundeskongress 2024 in Erfurt, und wirbt regelmäßig für die »rot-grünen« Großmütter Courage.

    Es gibt aber auch kleine, in der 68er-Bewegung verwurzelte OGR-Strömungen. »Für viele von uns Omas waren die Grausamkeiten des Vietnamkrieges ein Augen- und Türöffner«, berichtete eine Aktivistin, die mit einer Gruppe Gleichgesinnter auf dem Berliner Alexanderplatz eine Kundgebung abgehalten und Friedenslieder vorgetragen hat. Die linkspazifistischen »Omas« kritisierten auch vor einigen Tagen die Kumpanei der kriegstüchtigen OGR mit »Asow«-Fans.

    Aber jene Frauen haben einen zunehmend schweren Stand. Vergangenes Jahr distanzierten sich OGR Berlin/Deutschland-Bündnis sogar öffentlich von einer Mitstreiterin, die den Aufruf zur Friedensdemo am 3. Oktober eines breiten Bündnisses mit Beteiligung von Sozialdemokraten für den »Berliner Appell« gegen die Stationierung neuer US-Mittelstreckenwaffen unterschrieben hatte. Wiederholt wurden Mitglieder ermahnt, dass Friedensarbeit bei OGR fehl am Platz und als »Privatsache« zu behandeln sei.


    Info: https://www.jungewelt.de/artikel/499132.staatstragender-antifaschismus-gro%C3%9Fm%C3%BCtter-auf-nato-linie.html


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.04.2025

    "Sand in die Augen streuen" zum Interview mit Thorsten Frei

    aus e-mail von                 , 30. April 2025, 10:12 Uhr


    Sehr geehrte Damen und Herren,


    hier ist mein Leserbrief zum Interview mit dem zukünftigen

    Kanzleramtsminister Thorsten Frei vom 30. April 2025

    mit der herzlichen Bitte, ihn in der nächsten Ausgabe zu veröffentlichen.


    *"Sand in die Augen streuen"*

    Im Interview kündigt Thorsten Frei an, dass sich die Leute auf "harte

    Einschnitte bei Gesundheit, Pflege und Rente einstellen müssen".

    Alles andere wäre "Sand in die Augen streuen". Mit dieser Aussage streut

    er selbst Sand in die Augen der Menschen in unserem Lande.

    Neben der Möglichkeit, Ausgaben einzusparen, kann auch die

    *Einnahmen-Situation verbessert* werden, und zwar bevorzugt bei den

    "Leistungslosen Einkommen".

    Im Durchschnitt beträgt der*Kapitalanteil, den wir mit jedem Produkt-

    oder Dienstleistungskauf zahlen, gut ein Drittel des Kaufpreises*.

    /Jeder von uns zahlt täglich Zinsen, Dividenden und Pachten an die

    Bezieher dieser leistungslosen Einkommen,

    auch wenn wir keinen Kredit bei der Bank aufgenommen haben und in den

    eigenen vier Wänden wohnen.

    An wen fließt dieser riesige Geldstrom von über 500 Mrd. Euro pro Jahr?

    Der größte Teil, nämlich 80%, fließt an die wohlhabendsten 20% der

    Bundesbürger,

    denn diese besitzen etwa 80% des deutschen Nettovermögens. (Quelle:

    /https://menschengerechtewirtschaft.de).

    Weitere Ansatzpunkte sind: Finanztransaktionssteuer, Vermögenssteuer,

    Erbschaftssteuer, Beitragsbemessunggrenze uvm.

    Es muss nicht zu "harten Einschnitten" bei der Gesundheit, der Pflege

    und den Renten kommen. Das ist Sand in die Augen streuen.

    Es ist genug Geld da, nur der politische Wille fehlt. Ich bitte Sie,

    Herr Frei, sich an den Bedürfnissen der Bürger zu orientieren.



    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.04.2025

    LichtblickeDer karmische Energiegewinn

    freischwebende-intelligenz.org, Apr. 30, 2025, Milosz Matuschek

    Seiner Intuition folgen und werden, wer man ist: Wie geht das?


    Screenshot_2025_04_30_at_10_07_45_Der_karmische_Energiegewinn_by_Milosz_Matuschek


    In Vorfreude auf den ersten “Inner Circle” am kommenden Wochenende beschäftigt mich gerade besonders die Frage der Selbstbestimmung, die ich in diesem (überarbeiteten) Text behandele. Wie finden wir unsere Bestimmung, als Selbst, mit dem Anderen und in einer Gruppe? Auf diese Reise bin ich gespannt, sie wird uns vom Ich zum Du und zum Wir führen – mit gänzlich offenem Ausgang. Sie sind an besonderer Vernetzung und geistigem Wachstum interessiert? Der nächste Inner Circle findet vom 06.06. - 09.06. (3 Nächte) am Gardasee statt. Wenn Sie an einem Platz interessiert sind, schreiben Sie mich an: kontakt@idw-europe.org


    Ich lese mal wieder aus “Stromaufwärts zur Quelle”: Am 1. Mai, 19 Uhr im Restaurant Luegisland, im Dörfli 16, 6313 Finstersee/Zug, Eintritt frei/Kollekte. Anmeldungen bitte an iwan.iten@bluewin.ch


    Freddie Mercury hat einmal auf die Frage nach dem Erfolg von Queen folgendermaßen geantwortet: «Wir haben einfach im Leben häufiger ‹Ja› als ‹Nein› gesagt.» Charlie Munger, der Partner von Warren Buffett, dem wohl erfolgreichsten lebenden Investor, meinte auf die Frage nach ihrem Erfolg hingegen: «Wir sagen zu 95 Prozent aller Investmentmöglichkeiten erst mal ‹Nein›.» Queen wurde zu einer der erfolgreichsten Bands und wird heute noch gespielt. Munger und Buffett sind mit Investments in Ketchup und Coca-Cola reich geworden, haben dafür aber Google, Amazon, Facebook und Bitcoin verpasst. Welcher Weg ist der richtige?

    Die Abenteuerreise zum Selbst

    Den größten Erfolg, den ein Mensch im Leben wohl für sich verbuchen kann, ist, derjenige zu werden, der er ist. Niemand wird fertig geboren. Jedem ist der Auftrag mitgegeben, sich selbst zu vollenden, zum wahren Selbst vorzudringen, wie durch die Schichten einer Zwiebel. Der Mensch ist eine Baustelle, auf der alle Materialien und Werkzeuge herumliegen, auf der jedoch nichts passiert, wenn nicht er selbst zum Architekten, Bauzeichner, Handwerker und Bauarbeiter an sich selbst wird.

    Die meisten Menschen, so Carl Gustav Jung, bleiben dabei, eine 0 anstatt eine 1 zu werden. Sie bleiben auf der Ebene des Herdentieres und werden passiv von den Umständen geformt, statt sich selbst aktiv herauszubilden.

    Jeder dritte Jugendliche träumt heute davon, ein Influencer zu werden, also Joghurtbecher und Lippenstifte in die Kamera zu halten, während man ein Selfie macht. Anstatt das Selbst zu erforschen, wird die Maske poliert und zu Markte getragen. Erfolg bedeutet heute, in den Himmel zu wachsen, ohne – wie die Bäume – im gleichen Masse die Wurzeln herauszubilden. Der Preis für ein Leben als wandelnde Litfasssäule sind die geistige Leere und eine obskure Zweckspiritualität aus Pseudo-Achtsamkeit, spätkapitalistischer Verwahrlosung und Nihilismus. Wer einen Kokon aus Fremdprojektion spinnt, zimmert sich den Sarg für das wahre Selbst.

    Die größten Hindernisse auf dem Weg zum Selbst waren für Nietzsche Angst vor dem Urteil der Gruppe und Faulheit. Beides überwindet man nur, indem man lernt, Schmerzen, Enttäuschungen, Isolation und Widerstände auszuhalten und zu überwinden. So wie der Sportler den Schmerz der brodelnden Milchsäure in den Muskeln sucht, braucht es auch ein Work-out für den Geist.

    Das Selbst ist das Ergebnis einer Tiefenbohrung und nicht einer Panoramafahrt auf vorgefertigten Schienen. Es ist schwierig genug, herauszufinden, was man wirklich will. Und dann muss man auch noch herausfinden, was einen tatsächlich davon abhält, es zu erreichen.

    «Die Hölle sind die anderen», meinte Sartre. Dabei liegt die Hölle doch vielmehr in uns selbst, da wir selbst entscheiden, in welchem Maße wir uns vom Urteil anderer abhängig machen. «Nicht Diktatoren schaffen Diktaturen, sondern Herden» seien es, fand der französische Schriftsteller George Bernanos. Und das ist nicht nur in der Politik so, sondern auch im persönlichen Umfeld.

    Das Selbst ist aber nicht nur Ergebnis der Erkenntnis einer Introspektion. Das Selbst ist vor allem das Produkt der Reaktion auf die Umstände. Persönliche Anlagen und Charakterzüge einfach nur zu haben, genügt nicht. Diese müssen erst entwickelt werden. Ein Selbst entsteht nicht im Reagenzglas, sondern im Trainingslager der Außenwelt. In der täglichen Bewährung. Dort, wo es auf das Tun ankommt und nicht auf das Meinen oder Wollen. Das Leben stellt das Selbst auf den Prüfstand.


    Info: https://www.freischwebende-intelligenz.org/p/der-karmische-energiegewinn


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


    unser weiterer Kommentar: Und wenn es nur dazu dient nein zum gewaltsamen Tod anderer und ja zum Leben ohne Befehlsgehorsam zu sagen.

    30.04.2025

    Das bestialische Vorgehen der Nazi-Deutschen darf nicht vergessen gehen!

    Screenshot_2025_04_30_at_09_52_46_Komm_und_sieh_Szene_1.png.webp_WEBP_Grafik_900_559_Pixel_
    Ein leerer Holzschopf, darin Dutzende von Dorfbewohnern, alte Menschen, Frauen, Kinder, von den Nazis hineingesperrt – und dann mit dem Flammenwerfer in Brand gesteckt. Es gab kein Entrinnen ...

    globalbridge.ch, 29. April 2025 Von: in Allgemein, Geschichte, Militär, Politik, Rezensionen


    Wie man schon Ende der 1920er Jahre in Adolf Hitlers Buch «Mein Kampf» nachlesen konnte – und dieses Buch war damals schon in Millionenauflage verbreitet! – war es das Ziel, die Sowjetunion unter deutsche Kontrolle zu bringen: Deutschland sollte mehr Boden erhalten, sich ausbreiten können! Dass es gelang, das damalige deutsche Volk auf diesen Plan einzustimmen, ist an sich schon eine unglaublich traurige Geschichte. Aber was auch nicht vergessen werden darf: WIE die deutsche Wehrmacht in Weißrussland (Belarus) und dann in Russland militärisch vorgegangen ist und WIE sich die Angehörigen der Wehrmacht gegenüber den sich verteidigenden Menschen in der Sowjetunion aufgeführt haben! Nein, es ging nicht nur darum, mit militärischen Mitteln das Militär auf der sich verteidigenden Seite zu schlagen. Es wurden ganze Landstriche einfach ausgerottet: ganze Familien, die alten Leute, die Frauen, die Kinder! Und nicht einfach nur erschossen. Nein, es wurde eine gewollt noch bestialischere Mordmethode gewählt: In Belarus zum Beispiel wurde meist die ganze Bevölkerung eines Dorfes zusammengetrieben und dann in ein leerstehendes Holzgebäude gesperrt – und dieses dann mit Flammenwerfern in Brand gesteckt und niedergebrannt, mitsamt all den Menschen, die hineingesteckt wurden.

    Dieses Vorgehen wurde in einem Kriegsfilm – in einem Anti-Kriegsfilm! – festgehalten, der mehrfach ausgezeichnet wurde, weil er nichts Anderes zeigte als die damalige brutale Realität, wie in einem Dokumentarfilm: «Komm und sieh».

    Es ist dem Botschafter von Belarus in der Schweiz Aliaksandr Ganevich hoch anzurechnen, dass er es fertiggebracht hat, diesen eindrücklichen Film jetzt in Bern wieder zu zeigen. Das bestialische Vorgehen der Nazi-Deutschen darf nicht vergessen gehen!

    Globalbridge hat sich das Grußwort des Botschafters der Republik Belarus in der Schweiz Aliaksandr Ganevich bei der heutigen Vorführung des Kinofilms “Komm und sieh” aus Anlass des 80. Jahrestages des Sieges im Grossen Vaterländischen Krieg beschafft:

    «Exzellenzen,
    Sehr geehrte Damen und Herren, 
    liebe Kollegen und Freunde!

    Ich begrüße Sie recht herzlich bei der Filmvorführung, die wir gemeinsam mit unseren russischen Kollegen anlässlich eines besonderen Datums – des 80. Jahrestages des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg – organisiert haben. Dieser Jahrestag ist nicht nur ein Anlass zum Feiern, sondern auch eine wichtige Mahnung an den Wert des Friedens, der Freiheit und des menschlichen Lebens. 

    Der Große Vaterländische Krieg war eine der tragischsten und heroischsten Perioden der Weltgeschichte. Er forderte Millionen von Menschenleben und veränderte die Schicksale ganzer Nationen. 

    Belarus ist ein lebendiges Denkmal für diese schrecklichen Ereignisse der Kriegszeit. Unser Land hat von den ersten Minuten des Krieges an einen furchtbaren Schlag der faschistischen Armada hinnehmen müssen. Jeder dritte Einwohner von Belarus wurde getötet oder starb in der Nazi-Besatzung, Tausende von Siedlungen wurden in Schutt und Asche gelegt. Die Faschisten verfolgten ihre Politik des Völkermords an der Zivilbevölkerung, vernichteten sie in zahlreichen Todeslagern und Ghettos. Über 600 Dörfer in Belarus teilten das schreckliche Schicksal von Chatyn – einem Dorf, dessen Bewohner bei lebendigem Leibe verbrannt wurden. Die Peiniger verschonten weder Kinder noch Frauen. 

    Die Widerstandsbewegung auf dem Territorium des heutigen Belarus war die größte in der Geschichte des Zweiten Weltkriegs. Es war kein Zufall, dass Belarus als Partisanenrepublik bezeichnet wurde. Selbst Kinder und Jugendliche schlossen sich den Partisanen an und kämpften verzweifelt für ihr Land. Jeder tat sein Bestes für den gemeinsamen Sieg. Aus diesem Grund gibt es in Belarus praktisch keine Familie, die vom Krieg verschont geblieben ist. 

    1,3 Millionen Belarussen waren in den Reihen der Roten Armee, weitere 400.000 Partisanen und Untergrundkämpfer kämpften gegen die Invasoren auf dem besetzten Gebiet.

    Im Rahmen des laufenden Strafverfahrens über den Völkermord am belarussischen Volk während des Krieges werden immer neue Fakten der Kriegsverbrechen des Nazi-Deutschlands und seiner europäischen Verbündeten ermittelt.

    Vor diesem Hintergrund sind für uns die Versuche, Geschichte umzuschreiben, Nazis und ihre Komplizen zu verherrlichen, völlig inakzeptabel. Dass in diesen Tagen gerade in Deutschland offiziell von der Einladung russischer und belarussischer Vertreter zu den Gedenkveranstaltungen abgeraten wird, ist eine Schande und ein Schlag ins Gesicht aller Bürger unserer Länder, deren Vorfahren ihr Leben bei der Befreiung Europas vom Faschismus verloren haben.

    Gerade deswegen fühlen wir uns, als Erben der siegreichen Generation, verpflichtet, die historische Wahrheit zu verteidigen. Die Bewahrung der Erinnerung an den Kampf der Völker, die sich dem Faschismus widersetzt haben, ist eine Garantie dafür, dass sich neue blutige Kriege und Konflikte großen Ausmaßes nicht wiederholen.

    Der Kinofilm «Komm und sieh», den wir Ihnen zeigen möchten, ist ein monumentales Meisterwerk des bekannten sowjetischen Regisseurs Elem Klimov und eine Co-produktion der Filmstudios „Belarusfilm“ und „Mosfilm“. Der Film wurde im Sommer 1985 beim Internationalen Filmfestival in Moskau uraufgeführt und mit dem ‚Goldenen Preis‘ ausgezeichnet. Im Jahr 1985 wurde er von der Sowjetunion in der Kategorie “Bester fremdsprachiger Film” für den Oscar nominiert. In den 40 Jahren seit seiner Entstehung hat der Film viele renommierte Preise gewonnen.

    Nach der sogfältigen Restaurierung gewann „Komm und sieh“ 2017 bei den Filmfestspielen von Venedig den großen Preis. Laut der Zeitschrift „Time Out“ steht der Film auf der Liste der „50 größten Kriegsfilme aller Zeiten“ an sechster Stelle und ist außerdem der beste Film über den Zweiten Weltkrieg.

    Es ist kein Unterhaltungs-Movie. Der Film lässt die Zuschauer voll und ganz in die grausame Realität des Kampfes der Völker der Sowjetunion um das Überleben eintauchen. Gemeinsam mit Hauptdarstellern erlebt man alle Gräueltaten dieses Krieges, der Menschenleben zerstört oder für immer verändert.

    Die wichtigste Botschaft des Filmes ist: nie wieder! Nie sollten wir die Auferstehung der faschistischen Ideologie zulassen!

    In Belarus pflegt man das Andenken an Vertreter aller Völker der Sowjetunion, die für die Befreiung unseres Landes, für den Sieg über den Faschismus und für unsere gemeinsame Zukunft gekämpft und dabei ihr Leben verloren haben.

    [Ende der Grussbotschaft des Botschafters von Belarus.]


    Der Film «Komm und sieh» ist mit deutschen Untertiteln im Internet in Russland frei zugänglich:


    image002.jpg


    Иди и смотри (FullHD, военный, реж. Элем Климов, 1985 г.)
    youtube.com


    Es wäre sinnvoll, wenn möglichst viele heutige Menschen, nicht zuletzt auch junge Menschen, sich die Zeit nehmen und sich diesen Film in voller Länge ansehen würden! Gerade heute, wo hohe und höchste Politiker und Politikerinnen die Geschichte des Zweiten Weltkrieges möglichst vergessen machen wollen, um die Menschen zu motivieren, die geplante Militarisierung gegen Russland zu unterstützen, ist es unendlich wichtig, zu wissen, was Krieg in Wirklichkeit ist – und in welch bestialischer Weise er von der deutschen Wehrmacht betrieben worden ist.

    (Der Link auf den Film sollte die Version mit deutschen Untertiteln bringen. Wenn nicht, kann dies unten rechts noch so eingestellt werden.)


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    Auch Kinder waren Opfer der deutschen Wehrmacht … (Bild aus dem Film «Ko


    Christian Müller, Herausgeber von Globalbridge.ch, ist jedem Leser und jeder Leserin dankbar, die sich die Zeit nehmen, um sich diesen Film anzusehen.

    Für jene, die den Mut, sich diesen Film anzusehen, nicht haben, ein Video mit einer Besprechung des Films.

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    Eine Wandaufschrift von damals: «Der Russe muß sterben, damit wir leben.» Es ging damals nicht nur um Macht, es ging darum, die Bevölkerung ganzer Landstriche auszurotten.



    Info: https://globalbridge.ch/das-bestialische-vorgehen-der-nazi-deutschen-darf-nicht-vergessen-gehen/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.04.2025

    USA/Vietnam: Die große Täuschung (Revisionismus)

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 30. April 2025, 7:27 Uhr


    Saigon ist frei Beilage der jW vom 23.04.2025

    <https://www.jungewelt.de/beilage/art/498134>


    Revisionismus


    *Die große Täuschung


    *USA: Mit zehnjähriger Kampagne zur Feier des verbrecherischen

    Vietnamkriegs sollte Geschichte umgeschrieben werden


    /Von Hellmut Kapfenberger


    /In diesem Jahr endet in den USA etwas, das zehn Jahre währte und wohl

    kaum jemand außerhalb ihrer Grenzen je für möglich gehalten hätte. Als

    Vietnam am 30. April 2015 jenen Tag vor 40 Jahren feierte, an dem es mit

    der Befreiung von Saigon über die Vereinigten Staaten triumphierte,

    begann dort unter der Regie des Verteidigungsministeriums eine

    beispiellose Propagandakampagne zur Glorifizierung und Rechtfertigung

    des von den USA entfesselten bis dahin weltweit längsten und blutigsten

    Krieges seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Anlass dazu sah man in

    Washington im 50. »Jahrestag des Vietnamkriegs«. Mit diesem nicht exakt

    benannten Datum waren jene Tage im Februar und März 1965 gemeint, an

    denen sich die USA mit der Entsendung der ersten eigenen Kampftruppen

    nach Südvietnam und dem Beginn des jahrelangen Bombenkrieges gegen den

    Norden zur direkten Kriegspartei in Vietnam gemacht hatten.


    US-Präsident Barack Obama hatte das »Vietnam War Commemoration«

    (Vietnamkriegsgedenken) schon drei Jahre zuvor angeordnet. Am 25. Mai

    2012 hatte er in einer Rede den vom US-Kongress abgesegneten Entschluss

    für eine das ganze Land umfassende zehnjährige Kampagne mit diesem Namen

    verkündet. Seine Begründung: »Wenn wir den 50. Jahrestag des

    Vietnamkriegs begehen, dann denken wir mit feierlicher Ehrfurcht an den

    Heldenmut einer Generation, die ihre Pflicht in Ehren erfüllt hat. Wir

    gedenken der mehr als drei Millionen Männer und Frauen, die ihre

    Familien verließen, um mutig Dienst zu tun, fern von allem, was sie

    kannten und liebten. Von Da Nang bis Khe Sanh, von Hue bis Saigon und in

    den unzähligen Dörfern dazwischen kämpften sie sich durch Dschungel und

    Reisfelder, Hitze und Monsunregen, um die Ideale zu verteidigen, die wir

    hier als Amerikaner hochhalten. In mehr als einem Jahrzehnt des Kampfes,

    in der Luft, an Land und auf See repräsentierten diese stolzen

    Amerikaner die edelsten Traditionen unserer Streitkräfte.«


    *Pentagon leitet »Gedenken«


    *Der Chef des Pentagons wurde »ermächtigt, ein Programm zum Gedenken an

    den 50. Jahrestag des Vietnamkriegs zu leiten«, informierte das

    Ministerium im Internet. »Bei der Leitung des Gedenkprogramms soll der

    Minister andere Programme und Aktivitäten der Bundesregierung, der

    Bundesstaaten- und Lokalregierungen sowie anderer Personen und

    Organisationen koordinieren, unterstützen und befördern.« Das Programm

    solle den US-Amerikanern helfen, »den Dienst unserer

    Vietnamkriegsveteranen und die Geschichte des US-Engagements im

    Vietnamkrieg besser zu verstehen und zu würdigen«.


    Die 2015 dekretierte programmatische Vorgabe wurde mit enormem Aufwand

    in die Tat umgesetzt: Von traditionell-schwülstigem Patriotismus à la

    USA geprägt, hatten alle Bundesstaaten in all den Jahren Kundgebungen,

    Versammlungen, Ausstellungen, Veteranenaufmärsche, Filmvorführungen,

    feierliche Kranzniederlegungen und vielerlei andere Aktivitäten zu

    organisieren, begleitet vom Trommelfeuer der Medienwelt. Das Pentagon

    betrieb eine stetig aktualisierte, umfangreiche Internetpräsentation.

    Als Ziele der Kampagne postulierte man:


    »1. den Veteranen des Vietnamkriegs für ihren Dienst und ihre Opfer zu

    danken und sie zu ehren sowie ihren Familien Dank zu sagen und Ehre zu

    erweisen;


    2. den Dienst der Streitkräfte während des Vietnamkrieges sowie den

    Beitrag der Bundesbehörden, von Regierungs- und

    Nichtregierungsorganisationen,die mit den Streitkräften dienten oder

    sie unterstützten, besonders hervorzuheben;


    3. den Beiträgen Anerkennung zu zollen, die das Volk der USA während des

    Vietnamkriegs an der Heimatfront geleistet hat;


    4. die mit während des Vietnamkrieges durchgeführter militärischer

    Forschung verbundenen Fortschritte in Technik, Wissenschaft und Medizin

    hervorzuheben;


    5. die Beiträge und Opfer anzuerkennen, die von den Verbündeten der USA

    während des Vietnamkriegs erbracht wurden.«


    Mobilisiert wurden Tausende militärische und zivile institutionelle

    »Commemorative-Partner«, denen ein Aktionsprogramm vorgegeben wurde. Die

    Gouverneure aller 50 Bundesstaaten gingen mit Auftakterklärungen voran.

    Auch die Jüngsten blieben nicht verschont. Schulen wurden »ermuntert,

    Commemorative-Partner zu werden, um Dienst, Tapferkeit und Opfer der

    Vietnamkriegsveteranen ihres Heimatortes wertzuschätzen«, las man. Im

    ganzen Land schossen »Chapter« (Ortsgruppen) der Kampagne aus dem Boden.

    Eine mit Markierungen übersäte Karte zeigt, dass auch das Ausland

    einbezogen wurde; weltweit überall dort, wo sich US-Militär aufhält,

    auch in Deutschland.


    *Lügen statt »Fakten«


    *Im Netz angeboten wurde der Blick auf Primärquellen wie

    Präsidentenmemos, Verträge und Telegramme des Außenministeriums.

    Umfangreichster Bestandteil der Website vietnamwar50th.com ist eine

    interaktive Zeittafel, die von 1945 bis 1975 reicht. Zu ihren etwa 500

    Einträgen über Truppenbewegungen, Kriegsverlauf, Auszeichnungen von

    Militärs, Vorgänge in den USA und anderes gehören drastische Beispiele

    der Geschichtsklitterung, so zum »Zwischenfall im Golf von Tonkin« im

    August 1964 und zum Massaker an 504 wehrlosen Greisen, Frauen und

    Kindern am 16. März 1968 in der Gemeinde Son My (My Lai) in der

    südlichen Küstenprovinz Quang Ngai.


    Über Beginn und Verlauf des Vietnameinsatzes von Army (1954–1973), Air

    Force, Navy (ab 1950), Marine Corps und Coast Guard (ab 1965) wurde in

    verharmlosender und verlogener Art in »Fact Sheets« – straffen

    Abhandlungen – informiert. Das über die Army beginnt gleich mit der

    alten Lüge, die Genfer Indochinaabkommen von 1954 hätten Vietnam »in

    einen kommunistischen Staat im Norden und einen antikommunistischen

    Staat im Süden geteilt«. Der Air Force, die einen »hervorragenden

    Beitrag« im Krieg geleistet habe, wurde attestiert, beispielsweise 1972

    mit mehr als 150.000 Tonnen Bomben in Nordvietnam »zumeist Ziele des

    Verkehrswesens, Flugplätze, Kraftwerke und Funkstationen« attackiert zu

    haben. Jeder, der seinerzeit den monatelangen Bombenterror erlebte, so

    auch der Autor, weiß um die Ungeheuerlichkeit dieser Lüge.


    Diese Kampagne, die offiziell im November enden soll, war keine

    plötzliche Eingebung des Friedensnobelpreisträgers Obama. Sie darf wohl

    als Krönung dessen gewertet werden, was Washington mindestens seit Ende

    des Krieges versuchte: sich mit allen Mitteln reinzuwaschen und die

    gewaltigen Kriegsverbrechen zu rechtfertigen. Wesentlichen Anteil daran

    hatten Hollywood-Vietnamkriegsfilme. »Hamburger Hill«, »Die durch die

    Hölle gehen«, »Wir waren Helden«, »Die grünen Teufel«, »Die letzte

    Schlacht« und andere mögen exemplarisch dafür stehen. Auch Filme, in

    denen leise Kritik an Sinn und Zweck des Blutvergießens oder daran

    anklang, wie GIs von skrupellosen Vorgesetzten in den sicheren Tod

    getrieben wurden, waren von diesem Revisionismus nicht frei.


    ZUM 50. JAHRESTAG DER AUSWEITUNG DES PROGRAMMS DER CHEMISCHEN

    KRIEGSFUEHRUNG IM VIETNAMKRIEG IM JAHR 1965 STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES

    BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - South Vietnamese forces follow after ...


    /Zur Geschichte des Fotos siehe:

    https://www.sueddeutsche.de/medien/bilder-geschichte-negativ-7a-1.2451505


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Vietnam

    »Der Krieg ist ein Symbol der Widerstandsfähigkeit«


    jungewelt.de, vom 23.04.2025, Aus: »Saigon ist frei«, Beilage der jW, Von Mawuena Martens


    Über das historische Erbe der Befreiung. Ein Gespräch mit seiner Exzellenz, Botschafter Vu Quang Minh



    Photo News/IMAGO

    Nach der Befreiung: Der Stadtteil Cholon in Saigon, heute Ho-Chi-Minh-Stadt, im Mai 1975


    Vu Quang Minh ist Botschafter der Sozialistischen Republik Vietnam in Deutschland. Das Interview wurde auf ­englisch geführt.


    Worum ging es im Vietnamkrieg?

    Der Vietnamkrieg, in Vietnam als Widerstandskrieg gegen die US-amerikanischen Aggressoren bekannt, war ein Kampf um nationale Unabhängigkeit, Souveränität und Wiedervereinigung. Seine Wurzeln gehen auf die lange Geschichte des viet­namesischen Widerstands gegen die Fremdherrschaft zurück – zunächst gegen die chinesische Herrschaft, dann gegen den französischen Kolonialismus. Der entscheidende Sieg bei Dien Bien Phu 1954 gegen Frankreich führte zum Genfer Abkommen, das Vietnam vorübergehend am 17. Breitengrad teilte. 1956 waren Wahlen zur Wiedervereinigung des Landes geplant. Die Vereinigten Staaten, die die Ausbreitung des Kommunismus befürchteten, unterstützten jedoch die antikommunistische Regierung von Ngo Dinh Diem im Süden, die sich weigerte, diese Wahlen abzuhalten. Der Konflikt eskalierte, als die USA Diems Regierung militärisch und finanziell unterstützten.

    Von 1955 bis 1975 entwickelte sich der Krieg zu einem verheerenden Kampf, an dem Millionen Vietnamesen, über 2,7 Millionen US-Soldaten und Streitkräfte von Verbündeten wie Südkorea und Australien beteiligt waren. Für Vietnam war es ein Kampf um die Beendigung der ausländischen Einmischung und die Sicherung der Selbstbestimmung. Der Fall von Saigon am 30. April 1975 bedeutete den Sieg über die US-amerikanische Aggression und die Wiedervereinigung des Landes, wenn auch zu einem hohen Preis: Schätzungsweise zwei bis drei Millionen Vietnamesen, einschließlich der Zivilbevölkerung, kamen ums Leben, und In­frastruktur und Land wurden weitgehend zerstört.

    Sind die Auswirkungen des Krieges bereits überwunden?

    Vietnam hat seit 1975 bemerkenswerte Fortschritte gemacht, doch die Folgen des Krieges sind immer noch spürbar. Wirtschaftlich gesehen lag das Land am Boden, Städte wie Saigon, heute Ho-Chi-Minh-Stadt, und Hanoi lagen in Trümmern, die Landwirtschaft war stark beeinträchtigt. Das Handelsembargo der USA, das bis 1994 andauerte, verschärfte diese Probleme noch. Seit den Doi-Moi-Reformen von 1986, mit denen eine markt­orientierte Politik der offenen Tür eingeführt wurde, hat sich Vietnam zu einer der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften Südostasiens entwickelt, die in den vergangenen Jahren ein jährliches BIP-Wachstum von sechs bis sieben Prozent erzielte und 2020 den Status eines Landes mit mittlerem Einkommen erreicht hat. Im Jahr 2024 kam das vietnamesische Bruttoinlandsprodukt auf rund 469 Milliarden US-Dollar, angetrieben durch die verarbeitende Industrie und den Export.

    Dennoch bleiben soziale und ökologische Narben zurück. Das nachhaltigste Vermächtnis ist »Agent Orange«, ein mit Dioxin belastetes Herbizid, das von den US-Streitkräften zur Entlaubung des Dschungels versprüht wurde. Mehr als 4,8 Millionen Vietnamesen waren ihm ausgesetzt, was über Generationen hinweg zu Krebserkrankungen, Behinderungen und Geburtsfehlern führte. Schätzungsweise 400.000 sind an dioxinbedingten Krankheiten gestorben, und 500.000 Kinder kamen mit angeborenen Störungen zur Welt. Die von den USA und internationalen Partnern unterstützten Aufräumarbeiten haben zwar Fortschritte gemacht, aber viele ländliche Gebiete sind nach wie vor kontaminiert, und die meisten Opfer und ihre Familien leiden bis heute.

    Auch Blindgänger stellen eine ständige Bedrohung dar. Ungefähr 800.000 Tonnen zurückgelassene Bomben und Granaten haben seit 1975 über 100.000 zivile Opfer gefordert. Organisationen wie die Mines Advisory Group schätzen, dass noch immer 20 Prozent des vietnamesischen Bodens betroffen sind. Psychologisch gesehen wirkt das Trauma des Krieges nach, insbesondere bei den Familien der 300.000 vietnamesischen Soldaten, die noch immer als vermisst gelten.

    Hat Ihr Land Reparationen für den Einsatz von »Agent Orange« erhalten?

    Vietnam hat keine formelle Entschädigung für die Auswirkungen von »Agent Orange« oder andere Kriegsschäden erhalten. Nach 1975 forderte Vietnam von den USA eine Entschädigung und berief sich dabei auf das Pariser Friedensabkommen von 1973, in dem sich die Vereinigten Staaten verpflichtet hatten, »die Wunden des Krieges zu heilen«. Die USA lehnten dies jedoch ab und knüpften jegliche Hilfe an die Kooperation in der Kriegsgefangenen- und Vermisstenfrage. Später verhängten sie sogar ein Handelsembargo. Seit der Normalisierung der Beziehungen zwischen den USA und Vietnam im Jahr 1995 hat die Kooperation im Zusammenhang mit »Agent Orange« zugenommen, beschränkt sich aber nach wie vor auf Sanierungsmaßnahmen und humanitäre Hilfe und nicht auf Reparationen.

    Zwischen 2007 und 2024 stellten die USA 183 Millionen US-Dollar für die Dioxin­sanierung und 65 Millionen US-Dollar für Behindertenprogramme bereit – ein Bruchteil der geschätzten eine Billion US-Dollar, die zur vollständigen Beseitigung der Schäden erforderlich wären. Vietnamesische Opfer haben Klagen gegen Chemieunternehmen wie Monsanto eingereicht, die jedoch von US-Gerichten mit dem Argument abgewiesen wurden, die Unternehmen hätten auf Anweisung der Regierung gehandelt. Die Vereinigung der »Agent Orange«-Opfer in Vietnam setzt sich weiterhin für Gerechtigkeit ein, auch wenn die Fortschritte nur langsam sind. Das Fehlen von Reparationen ist nach wie vor ein Streitpunkt, doch in den bilateralen Beziehungen hat die pragmatische Zusammenarbeit Vorrang.

    Ist der Krieg in der vietnamesischen Gesellschaft und Kultur noch präsent?

    Er prägt beide zutiefst und dient sowohl als Quelle des Stolzes als auch als Erinnerung an die Opfer. Für viele ist er ein Symbol für die Widerstandsfähigkeit der Nation. Museen wie das Kriegsmuseum in Ho-Chi-Minh-Stadt dokumentieren die Greueltaten des Krieges, darunter »Agent Orange« sowie das Massaker von My Lai, und bewahren die kollektive Erinnerung an den Widerstand. Literarische Werke wie Bao Ninhs »Leiden des Krieges« und Filme wie »When the Tenth Month Comes« erforschen das Leid, das generationenübergreifend zu spüren ist.

    Jüngere Vietnamesen, die mehr als 60 Prozent der Bevölkerung ausmachen und nach 1975 geboren wurden, sehen den Krieg eher durch die Brille des Fortschritts als des Schmerzes, während Ältere eher von persönlichen Verlusten berichten. Der Krieg ist nach wie vor ein fester Bestandteil der Lehrpläne, wobei die nationale Einheit und die Führungsrolle Ho Chi Minhs betont werden. Dennoch gibt es wie in jeder anderen Nation auch weiterhin regionale Unterschiede. Kriegsbezogene Stätten wie die Tunnel von Cu Chi, die jährlich von 1,5 Millionen Menschen besucht werden, dienen als Pilgerorte für Veteranen und Touristen gleichermaßen. In Musik und Kunst wird der Krieg erwähnt, um Patriotismus zu wecken und seine kulturelle Bedeutung zu verstärken.

    Welche Rolle spielte Ho Chi Minh, und wie wird er heute gesehen?

    Ho Chi Minh war der Architekt der Unabhängigkeitsbewegung Vietnams. Er wurde 1890 geboren und gründete 1941 die Viet Minh, um die japanische Besatzung und den französischen Kolonialismus zu bekämpfen. Seine Führung im Ersten Indochinakrieg 1946–1954 gipfelte im Sieg bei Dien Bien Phu, der den Rückzug Frankreichs erzwang. Als Präsident der Demokratischen Republik Nordvietnam trieb Ho mit seiner Vision eines geeinten, sozialistischen Vietnams den Widerstand gegen die US-Aggression voran. Seine »Volksdiplomatie«, die die weltweite Antikriegsbewegung einbezog, fand internationale Unterstützung. Obwohl er 1969 vor der Wiedervereinigung verstarb, sicherten seine Strategien den Sieg. Heute ist Ho Chi Minh – der als Gründervater des modernen Vietnams verehrt und liebevoll »Onkel Ho« genannt wird – ein beliebtes Symbol für nationale Einheit, Stolz und Opferbereitschaft. Sein Bild ziert Währungen, Statuen und öffentliche Plätze. 1987 empfahl die UNESCO ihren Mitgliedstaaten offiziell, den hundertsten Geburtstag von Präsident Ho Chi Minh mit verschiedenen Veranstaltungen zu feiern. Dies geschah in Anerkennung seiner bedeutenden Beiträge zu Kultur, Bildung und Kunst sowie seiner Rolle bei der natio­nalen Befreiung Vietnams und dem weltweiten Kampf für Frieden, Unabhängigkeit, Demokratie und sozialen Fortschritt. Eine Umfrage des Vietnamesischen Instituts für Soziologie aus dem Jahr 2023 ergab, dass 92 Prozent der Vietnamesen Onkel Ho positiv sehen.

    Gibt es noch Unterschiede zwischen Nord- und Südvietnam?

    Obwohl Vietnam geeint ist, gibt es nach wie vor feine Unterschiede zwischen Nord und Süd, die in der Geschichte, Kultur, Geographie, Demographie und Wirtschaft verwurzelt sind – ähnlich wie in anderen vielfältigen Nationen. Heute erwirtschaftet Ho-Chi-Minh-Stadt 25 Prozent des vietnamesischen BIP gegenüber zwölf Prozent in Hanoi, was die wirtschaftliche Dynamik des Südens widerspiegelt. Die Menschen im Süden werden oft als unternehmerisch und offen für globale Einflüsse wahrgenommen, während die Menschen im Norden als traditioneller und zurückhaltender gelten. Sprachliche Unterschiede – Dialekte und Slang – bestehen fort, und auch die kulinarischen Vorlieben sind unterschiedlich, zum Beispiel ist Pho im Süden süßer.

    Dennoch haben Mischehen und Mi­gration diese Grenzen verwischt. Jüngere Vietnamesen sehen ihre Identität zunehmend national statt regional geprägt. Eine Umfrage unter Jugendlichen aus dem Jahr 2024 ergab, dass nur 15 Prozent starke regionale Unterschiede verspüren, während es vor einem Jahrzehnt noch doppelt so viele waren. Als eine harmonische Familie von 54 ethnischen Gruppen, die in Frieden und Einheit leben, stärkt Vietnam weiterhin seinen nationalen Zusammenhalt.

    Wie wird der Jahrestag begangen?

    Das Ende des Vietnamkriegs wird jedes Jahr am 30. April als Tag der Wiedervereinigung begangen. Es ist ein nationaler Feiertag, der an den Sieg im Frühjahr erinnert, der die Wiedervereinigung Vietnams ermöglichte. Im Gegensatz zu unseren deutschen Freunden, die sich einer friedlichen Wiedervereinigung erfreuen konnten, hatte unser Triumph einen hohen Preis. Zu den Feierlichkeiten gehören Paraden, Feuerwerk und Reden in den großen Städten, insbesondere in Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt. Der 50. Jahrestag 2025 wird Millionen von Menschen zu landesweiten Veranstaltungen anlocken. Veteranentreffen und Zeremonien an Orten wie dem Truong-Son-Friedhof, wo 10.000 Soldaten begraben sind, ehren die Gefallenen.

    Örtliche Gemeinden veranstalten kleinere Events wie zum Beispiel das Aussetzen von Laternen auf dem Fluss Saigon als Symbol für Frieden und Hoffnung. Der Tag der Wiedervereinigung fördert auch die friedensorientierte Außenpolitik Vietnams, indem er den Dialog mit ehemaligen Gegnern wie den USA im Geiste der Versöhnung fördert und gleichzeitig die Vergangenheit ehrt. Es ist eine Gelegenheit, den Freunden in der ganzen Welt – insbesondere dem deutschen Volk und den Kommunisten – zu danken, die Vietnam während der Widerstandskriege und der Nachkriegszeit unterstützt haben.

    Was sind die politischen Nachwirkungen des Krieges? Und wie sind die Beziehungen zu ehemaligen Gegnern?

    Das vereinigte Vietnam verfolgt eine ausgewogene, diversifizierte und friedliche Außenpolitik und sucht die Freundschaft mit allen fortschrittlichen Nationen und zuverlässigen Partnern, um Frieden, Stabilität, Zusammenarbeit, Gerechtigkeit, Wohlstand und nachhaltige Entwicklung zu fördern. Die Beziehungen zu ehemaligen Gegnern und Verbündeten haben sich erheblich weiterentwickelt. Zu den Vereinigten Staaten waren die Beziehungen bis 1995 feindselig, bis unter Präsident Bill Clinton die diplomatischen Beziehungen wiederhergestellt wurden. Die »Umfassende strategische Partnerschaft« von 2023 ist ein historischer Meilenstein, der eine intensive wirtschaftliche und sicherheitspolitische Zusammenarbeit widerspiegelt. Der bilaterale Handel erreichte 2024 ein Volumen von 139 Milliarden US-Dollar. Eine Umfrage des US-Meinungsforschungsinstituts Pew aus dem Jahr 2017 ergab, dass 84 Prozent der Vietnamesen den USA positiv gegenüberstehen. Der gegenseitige Respekt und der konstruktive Dialog kommen beiden Völkern zugute und tragen zur regionalen und globalen Stabilität bei. Auch mit Australien und Südkorea, die Truppen zur Unterstützung der USA geschickt hatten, haben sich seither starke Beziehungen entwickelt.

    Australien ist ein wichtiger Bildungspartner, der 30.000 vietnamesische Studenten aufnimmt, während Südkorea mit Investitionen in Höhe von 82 Milliarden US-Dollar den vietnamesischen Technologiesektor vorantreibt. Zur ehemaligen Kolonialmacht Frankreich war das Verhältnis in der Nachkriegszeit angespannt. Doch 2024 hat der Handel ein Volumen von 5,7 Milliarden US-Dollar erreicht, und der kulturelle Austausch, wie das französische Filmfestival 2023 in Ho-Chi-Minh-Stadt, floriert. Vietnam schätzt das französische Kulturerbe, darunter Kaffeeanbau, Eisenbahnen und Architektur.

    Wie hängt der Kambodschanisch-Vietnamesische Krieg mit dem Vietnamkrieg zusammen?

    Der Grenzkonflikt mit Kambodscha 1979 war eine direkte Folge der regionalen Auswirkungen des Vietnamkriegs. Nach der Wiedervereinigung 1975 versuchte Vietnam, die Beziehungen zu seinen Nachbarn zu stärken, doch das Regime der Roten Khmer in Kambodscha unter der Führung von Pol Pot verfolgte eine ultranationalistische, antivietnamesische Agenda. Von 1975 bis 1978 führten die Roten Khmer Grenzüberfälle durch, bei denen Tausende von vietnamesischen Zivilisten getötet wurden. Gleichzeitig destabilisierte ihr Völkermord, dem fast zwei Millionen Kambodschaner zum Opfer fielen, die Region und bedrohte die territoriale Integrität Vietnams. Auf Ersuchen der »Nationalen Einheitsfront für die Rettung Kampucheas« intervenierte Vietnam an der Seite des kambodschanischen Volkes, um die Roten Khmer zu stürzen und das Land von diesem völkermörderischen Regime zu befreien.

    Ein von der UNO unterstütztes Tribunal hat am 22. September 2022 die Verurteilung des letzten noch lebenden Führers der Roten Khmer, Khieu Samphan, wegen Völkermordes und Verbrechen gegen die Menschheit in den späten 1970er Jahren, bei denen fast ein Viertel der kambodschanischen Bevölkerung ums Leben kam, bestätigt. Nuon Chea, bekannt als »Bruder Nummer zwei«, wurde 2007 verhaftet, 2014 zu lebenslanger Haft verurteilt und starb 2019 im Gefängnis. Pol Pot, der Anführer des Regimes, starb 1998, bevor er angeklagt werden konnte. Unter der Herrschaft der Roten Khmer starben schätzungsweise 1,7 bis drei Millionen Menschen durch Exekutionen, Folter, Hunger und Vernachlässigung.

    Wie sind die Beziehungen zu China, auch angesichts der Streitigkeiten im Südchinesischen Meer?

    Vietnam unterhält ausgezeichnete Beziehungen zu China, seinem größten Handelspartner mit einem bilateralen Handelsvolumen von 197 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024. Der jüngste erfolgreiche Besuch von Präsident Xi vom 14. bis 15. April 2025 führte zu 45 unterzeichneten Abkommen, die die politische und kulturelle Nähe als umfassende strategische Partner widerspiegeln. Territoriale Streitigkeiten über die Paracel- und Spratly-Inseln bleiben jedoch bestehen. Vietnam hält an seiner konsequenten Politik fest, solche Fragen friedlich zu lösen, in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht, einschließlich des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen.

    Und zu Deutschland?

    Der 50. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur Bundesrepublik sowie der 75. Jahrestag der Beziehungen zur Deutschen Demokratischen Republik, die in diesem Jahr begangen werden, unterstreichen die Stärke der deutsch-vietnamesischen Beziehungen, die auf gegenseitigem Respekt und einer seit 15 Jahren erfolgreich umgesetzten strategischen Partnerschaft beruhen. Sowohl Ost- als auch Westdeutschland haben sich der US-amerikanischen Aggression in Vietnam widersetzt, und die Unterstützung durch das vereinte Deutschland hat sich nach dem Krieg gut entwickelt. Im Jahr 2024 erreichte der bilaterale Handel ein Volumen von 13 Milliarden Euro, wobei Deutschland der wichtigste EU-Partner Vietnams und Vietnam der führende ASEAN-Handelspartner Deutschlands ist.

    Bildung ist ein weiterer Eckpfeiler der Beziehungen. Über 3.000 Vietnamesen studieren in Deutschland, und an der Vietnamesisch-Deutschen Universität in Ho-Chi-Minh-Stadt werden jährlich 2.000 Studenten ausgebildet. Auch der kulturelle Austausch, wie die Aktivitäten des Goethe-Instituts Hanoi 2023, stärken die Beziehungen. Deutschland unterstützt zudem Vietnams Energiewende mit 300 Millionen Euro für Klimaschutzprojekte seit 2015 und als Just-Energy-Transition-Partner der G7. Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Vietnam aus dem Jahr 2021 hat die Exporte um 20 Prozent gesteigert.

    Es gibt über 200.000 gut integrierte Vietnamesen, die in Deutschland leben. Diese Gemeinschaft ist eine Brücke zwischen unseren Nationen. Bei der Bildung der neuen deutschen Regierungskoali­tion sehe ich ein immenses Potential, die Zusammenarbeit in den Bereichen Technologie und Nachhaltigkeit zu vertiefen und unsere Partnerschaft inmitten der globalen Herausforderungen auf ein neues Niveau zu heben.

    Was sind aktuell die größten Herausforderungen Ihres Landes?

    Da ist zum einen die wirtschaftliche Ungleichheit: Trotz des Wachstums stieg der Gini-Koeffizient auf 0,37 im Jahr 2023, was die Ungleichheit zwischen Stadt und Land widerspiegelt. Mehr als fünf Millionen Landbewohner leben unterhalb der Armutsgrenze. Auch bedroht der Klimawandel das Mekongdelta, in dem 50 Prozent des vietnamesischen Reises angebaut werden. Der steigende Meeresspiegel könnte bis 2050 zwölf Millionen Menschen vertreiben. Auch die Säuberung von »Agent Orange« und die Beseitigung von Blindgängern erfordern eine dauerhafte Finanzierung.

    Was politische Reformen anbelangt, bereitet sich die Kommunistische Partei Vietnams auf ihren Nationalkongress im Januar 2026 vor und führt tiefgreifende Verwaltungsreformen durch, um ehrgeizige Ziele zu erreichen: den Status eines Landes mit hohem Einkommen bis 2045 und Kohlenstoffneutralität bis 2050. Vietnam muss zudem geopolitische Spannungen bewältigen, ohne Partei zu ergreifen, und die Streitigkeiten im Südchinesischen bzw. Ostmeer friedlich lösen. Mit seiner jungen Bevölkerung braucht das Land eine bessere Ausbildung und Qualifizierung, um seine technologieorientierte Wirtschaft aufrechtzuerhalten. Nur 27 Prozent der Arbeiter verfügen über eine formale Berufsausbildung – ein Bereich, der sich für eine deutsch-vietnamesische Zusammenarbeit anbietet.

    Trotz dieser Hürden gibt Vietnams Widerstandsfähigkeit – die durch den Krieg gestärkt wurde – Anlass zu Optimismus. Investitionen in die Nutzung erneuerbarer Energieträger und in die digitale Transformation signalisieren Fortschritte. Fünfzig Jahre nach der Wiedervereinigung ist Vietnam ein Beleg für Ausdauer und Erneuerung. Anlässlich dieses Jahrestages ehren wir unsere Vergangenheit und blicken gleichzeitig in eine Zukunft des Friedens und des Wohlstands, in der die Freundschaft und die Zusammenarbeit mit Deutschland – unserem verlässlichen Partner – eine entscheidende Rolle spielen.

    In einer vorherigen Version des Artikels hieß es, Khieu Samphan sei vom Internationalen Strafgerichtshof verurteilt worden, dies geschah jedoch durch ein von der UNO gestütztes Tribunal. Wir bitten das zu entschuldigen.


    Info: https://www.jungewelt.de/beilage/art/498128


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    30. April 1975: Saigon ist frei !


    aus e-mail von Doris Pumphrey, 30. April 2025, 7:27 Uhr


    *Oktoberklub Saigon ist frei

    *https://www.youtube.com/watch?v=-2fMLtjeHl4


    *Vietnam-Siegerlied - Oktoberklub

    *https://www.youtube.com/watch?v=Go333ANHD_E


    *Onkel Ho - Singeclub Ernesto Che Guevara

    *https://www.youtube.com/watch?v=TAASr9z8Etc


    *Die Ballade von Ho Chi Minh - Tạ Quang Thắng ft. Felicity Paige**

    *https://www.youtube.com/watch?v=4DxSzjE0ZW4 

    <https://www.youtube.com/watch?v=4DxSzjE0ZW4>

    *

    *

    *The Ballad of Ho Chi Minh - Bài ca Hồ Chí Minh

    *https://www.youtube.com/watch?v=PzjGIEdxaDY 

    <https://www.youtube.com/watch?v=PzjGIEdxaDY>


    *THE BALLAD OF HO CHI MINH- EWAN MACCOLL

    *https://www.youtube.com/watch?v=GV94ibUocEk 

    <https://www.youtube.com/watch?v=GV94ibUocEk>


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.04.2025

    Aufrüstung & Sozialabbau: Toxischer Mix führt zu Streikwelle in Belgien

    #lostineu.eu, 30. April 2025

    Die neue Regierung in Belgien will bei Rentnern und Arbeitslosen sparen. Zugleich rüstet sie massiv auf. Dieser toxische Mix, der auch anderen EU-Ländern droht, führt zu einer großen Streikwelle.

    Keine Starts am Flughafen Brüssel, kaum Busse und Bahnen, geschlossene Ämter und Behörden: Vier Wochen nach dem Generalstreik Ende März wurde Belgien am Dienstag erneut von landesweiten Protesten lahmgelegt.

    Doch während es bisher nur allgemein gegen Sozialabbau und Aufrüstung ging, legen sich die Gewerkschaften diesmal direkt mit der neuen Föderal-Regierung um Premier Bart De Wever an.

    Der Grund: der sogenannte „Oster-Akkord“, den De Wever und seine rechtsliberale „Arizona“—Regierung vor zehn Tagen durchgepaukt haben.

    Die Einigung sieht vor, die Arbeitslosenhilfe auf zwei Jahre zu begrenzen, höhere Renten von der automatischen Anpassung an die Inflation auszunehmen und mehr Flexi-Jobs zu schaffen. Außerdem wird das Asylrecht verschärft. 

    Vier Milliarden für die Nato

    Den massiven Sozialkürzungen stehen höhere Ausgaben für die Rüstung gegenüber. So sollen fast vier Milliarden Euro in neue Kriegswaffen fließen, um das Nato-Ziel von zwei Prozent des BIP noch in diesem Jahr zu erreichen.

    Ein Teil des Geldes soll aus Erlösen des in Belgien festgesetzten russischen Zentralbankvermögens kommen, ein anderer Teil aus EU-Krediten.

    De Wever sprach von unverzichtbaren Reformen, mit denen Belgien seine Bündnisverpflichtungen erfüllen und die Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellen wolle.

    Für die christlichen und sozialistischen Gewerkschaften handelt es sich jedoch um einen Angriff auf den Sozialstaat. Sie wollen die Regierung zum Rückzug zwingen und drohen mit Streiks bis in den Herbst…

    Weiterlesen auf taz.de

    ‹ Das Ende der Sanktionen gegen Russland ist kein Tabu mehr

    1 Comment

    1. Helmut Höft
      30. April 2025 @ 08:17

      Na, das ist doch klar: Der Mensch braucht Sicherheit und einen Arbeitsplatz, das reicht! Soziales (Sicherheit?), Umwelt (Sicherheit?) und so’n Zeusch, das kann weg, jedem sein eigener Beritt! „Denn wie man sich bettet …“ wusste schon Berthold Brecht https://www.youtube.com/watch?v=oL1NqZn1YQQ

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    Info: https://lostineu.eu/aufruestung-und-sozialabbau-toxischer-mix-fuehrt-zu-streikwelle-in-belgien/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


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    Weiteres:





    Das Ende der Sanktionen gegen Russland ist kein Tabu mehr


    lostineu.eu, vom 29. April 2025

    Die EU bereitet das 17. Sanktionspaket gegen Russland vor. Doch zum ersten Mal seit dem Beginn des Kriegs um die Ukraine ist nicht mehr sicher, dass es auch wirklich angenommen und umgesetzt wird – die Sanktionen wackeln.

    Für diese überraschende Entwicklung gibt es drei Gründe. Zum einen hat Ungarns Regierungschef Orban angekündigt, die Strafmaßnahmen nicht mittragen zu wollen – sie gefährdeten den Friedensprozess für die Ukraine.

    Das macht den EU-Chefs so große Angst, dass sie über einen neuen Regelbruch nachdenken. In Brüssel wird erwogen, die normalerweise geforderte Einstimmigkeit auszuhebeln und Ungarn zu übergehen.

    Der zweite Grund heißt Trump. Der US-Präsident will Russland mit einem Ende der Sanktionen nicht nur zum Friedensschluss locken, sondern auch neue lukrative “Deals” für US-Firmen ermöglichen.

    Ein Mittel der Diplomatie

    Der dritte, bisher kaum beachtete Grund liegt in dem ebenso späten wie verzweifelten Versuch der EUropäer, Trump von seinen Friedensplänen abzubringen. Dafür will man sogar die Sanktionen antasten.

    Diese könnten schrittweise gelockert werden, bis der Frieden wirklich hält, heißt es in einem Gegenvorschlag, den die Ukraine, Deutschland und Frankreich letzte Woche in London ausgearbeitet haben.

    Damit räumen die drei größten europäischen Länder erstmals ein, dass die Sanktionen zur Verhandlungsmasse gehören – und dass sie als Hebel genutzt werden können, um das gewünschte Ziel zu erreichen.

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    ‹ Blackout in Spanien: Der Russe war’s nicht, vielleicht der Solarstrom? › Aufrüstung & Sozialabbau: Toxischer Mix führt zu Streikwelle in Belgien

    1 Comment

    1. KK
      30. April 2025 @ 00:55

      „In Brüssel wird erwogen, die normalerweise geforderte Einstimmigkeit auszuhebeln und Ungarn zu übergehen.“

      Das nennen die dann „Regelbasierte Ordnung“, „Rechtsstaatlichkeit“ oder auch „Legalitätsprinzip“…
      Die Säulen der Demokratie wackeln nicht nur, sie wanken bereits erheblich!

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    Info: https://lostineu.eu/drei-fragezeichen-hinter-den-sanktionen-gegen-russland/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


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    Blackout in Spanien: Der Russe war’s nicht, vielleicht der Solarstrom?


    lostineu.eu, vom 29. April 2025

    Der Blackout in Spanien hat die EU kalt erwischt. Auch 24 Stunden nach dem gigantischen Stromausfall hatte Brüssel keine Erklärung. Die üblichen Verdächtigen – Russland, China – scheiden wohl aus.

    Die EU-Kommission wollte sich am Dienstag nicht zu möglichen Gründen äußern. Sie spricht sich jedoch dafür aus, die Stromverbindungen zwischen Spanien, Portugal und dem Rest des Kontinents zu stärken.

    “Ein stärker vernetztes System innerhalb der Europäischen Union ist für alle besser”, sagte eine Sprecherin. Das ist allerdings umstritten. Bei einer engeren Anbindung hätte der Blackout womöglich noch größere Kreise gezogen.

    Statt in aller Ruhe eine unabhängige Untersuchung abzuwarten, ging Brüssel in die Offensive. Das EU-System sei über jeden Zweifel erhaben, hieß es in einem internen Briefing für Journalisten. Alles andere sei “Desinformation”.

    Desinformation ist in Brüssel die Chiffre für russische (oder chinesische) Attacken. Doch in diesem Fall liegt offenbar kein Cyberangriff vor. Der Netzbetreiber REE hat dies jedenfalls vorläufig ausgeschlossen.

    Eine Untersuchung von externen Experten habe ergeben, dass es keinerlei Eingriffe in die Steuersysteme gegeben hat, die den Vorfall hätten verursachen können, hieß es in Madrid. Der Russe war’s also nicht.

    Könnte es vielleicht am Solarstrom gelegen haben? Nein, heißt es in Brüssel. Die Sonnenenergie sei sicher, die Netze seien für alle Fälle gewappnet. Doch auch da kommen aus Madrid ganz andere Informationen.

    Einbruch von 60 Prozent

    Dort heißt es, 15 Gigawatt Solarleistung seien offenbar auf einmal weggebrochen. Das waren 60 Prozent des landesweiten Verbrauchs.

    „Das Stromnetz in Europa ist nicht dafür ausgelegt, dass so viel Erzeugungsleistung ausfällt“, erklärt Energie-Experte V. Hagenmeyer. „Es ist ausgelegt für einen Verlust von drei Gigawatt, viel weniger.“

    Wenn das stimmt, dann hätte eine stärkere Vernetzung womöglich zu noch größeren Problem geführt. Fest steht, dass Frankreich die Panne sehr schnell in den Griff bekam – mithilfe von Atomkraft…

    P. S. Der grüne Europaabgeordnete M. Bloss widerspricht. Die Erneuerbaren hätten Spanien und Portugal gerettet…

    ‹ “Auf Augenhöhe”: Wadephuls brisante Aussagen zur Ukraine › Das Ende der Sanktionen gegen Russland ist kein Tabu mehr

    5 Comments

    1. Skyjumper
      29. April 2025 @ 21:08

      „P. S. Der grüne Europaabgeordnete M. Bloss widerspricht. Die Erneuerbaren hätten Spanien und Portugal gerettet… “

      Lügen ohne zu Lügen. Typisch EU.
      „Atom-, Gas- und Kohlekraftwerke sind ausgefallen. “

      Nein, die sind nicht irgendwie ausgefallen, sondern wurden aus Sicherheitsgründen planmässig abgeschaltet, da insbesondere Atomkraftwerke auf eine sichere externe Stromversorgung angewiesen sind. Und nun braucht es seine Zeit um alles ordentlich wieder hochzufahren und ins Netz zu integrieren. Bis dahin sind die Regenerativen wirklich die Rettung.

      Nach dem was ich gelesen habe (aber auch nur spekuliertes) gab es einfach viel zu viel Solarstrom, dann kam ein Leitungsausfall (durch einen Waldbrand) nach Frankreich hinzu über den eigentlich Strom abfliessen sollte. Ohne die Retter hätte es gar keiner Rettung bedurft (laut Spekulation).

      Was mich allerdings tatsächlich sehr beeindruckt hat ist, wie schnell Spanien und Portugal die Netze wieder weitgehend ins Laufen gebracht haben. Das ist viel viel schneller als Skeptiker das für so einen Fall vorhergesagt haben. Das war nun wirklich ein großer Blackout mit Schwarzstarterfordernis. Und dann lief nach rund 12 Stunden der Großteil wieder. Respekt. Das macht Hoffnung.

    Antworten

    • KK
      30. April 2025 @ 00:51

      „Das ist viel viel schneller als Skeptiker das für so einen Fall vorhergesagt haben. …Und dann lief nach rund 12 Stunden der Großteil wieder. Respekt. Das macht Hoffnung.“

      Nun, das kann aber auch damit zusammenhängen, dass auf der iberischen Halbinsel eben NICHT alles miteinander kreuz und quer vernetzt ist wie auf dem Rest des Kontinents, sondern lediglich über einige wenige Punkte mit Frankreich. Genau das könnte aber – nach einer Meinung – auch massgeblich für den Ausfall verantwortlich gewesen sein.

      Vielleicht kommt es im Rest EUropas wegen der weitergehenden Vernetzung ja nicht so leicht zu einem Ausfall – allerdings wenn, könnte es sich genau deswegen dann aber auch nicht so schnell und einfach wieder beheben lassen.

      Wie lange war es noch im Münsterland anno 2005 dunkel und kalt?

      Antworten

  • KK
    29. April 2025 @ 18:31

    „Alles andere sei “Desinformation”.“

    Wenn unsere Politiker anfangen, alle anderen Aussagen als die eigenen von vorn herein derart als „Desinformation“ abzuqualifizieren, dann heisst das für mich inzwischen, dass von demjenigen selbst gelogen wird, dass sich die Balken biegen… ob es nun um „unprovozierte“ Angriffskriege, „Delegitimierung“ der sogenannten Demokratie oder auch nur das Wetter geht.

    Antworten

  • Michael
    29. April 2025 @ 17:57

    „ Fest steht, dass Frankreich die Panne sehr schnell in den Griff bekam – mithilfe von Atomkraft… .“ Dabei lautete eine andere Theorie es habe an den maroden französischen Atomkraftwerken gelegen… .“ Wenn man nur wüßte dass man – wieder einmal – Nichts weiß wäre das ein riesiger Fortschritt! Aber zumindest in Brüssel weiß man nicht einmal das!

    Antworten

    • palman
      29. April 2025 @ 19:53

      . . . und da selbst auf sog. FACH-“Seiten” die ANZAHL der franz. KERN-Reaktoren – kurioser-weise – “niemals und nicht” erwähnt wird, folgendes:
      – erst kürzlich wurde der “57.” (sieben-und-fünfzig”) MEILER in Betrieb genommen !?! – und das bei n u r ca. “68” Mio. Einwohnern !?! – in den U.S.A. laufen dagegen NUR etwa “92” MEILER – für gut “330” Mio. Verbraucher !?!
      Fazit: – eigentlich stellt FRANCE im EU-VerbundNetz “permanent” die sog. GRUND-LAST zur Verfügung – alles weitere kommt NUR bei Bedarf “hinzu” !?! – noch Fragen ?!? ????

      Antworten

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    Info: https://lostineu.eu/blackout-in-spanien-der-russe-wars-nicht-vielleicht-der-solarstrom/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.04.2025

    „Russland wird für immer ein Feind für uns bleiben“

    aus e-mail von Doris Pumphrey,  30. April 17:21 Uhr


    *„Russland wird für immer ein Feind für uns bleiben“ –

    das Feindbild Russland wird noch fester in der deutschen Politik zementiert


    *„Russland wird für immer ein Feind für uns bleiben“

    <https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/kuenftiger-aussenminister-wadephul-russland-wird-immer-ein-feind-fuer-uns-bleiben-li.2320148>,

    sagte Johann Wadephul, jener CDU-Politiker, der Außenminister der

    Bundesrepublik werden soll. Gäbe es noch einen Funken politischen

    Anstands, wäre die Personalie Wadephul Geschichte. Da Wadephul trotz

    seiner Aussage als Außenminister gehandelt wird, drängt sich ein

    schlimmer Verdacht auf: Das Feindbild Russland soll noch fester in der

    deutschen Politik verankert werden.

    Ein Kommentar von *Marcus Klöckner*.


    Der hohe Grad an historischer und politischer Asozialität gegenüber

    Russland macht schon seit längerer Zeit fassungslos. Wie tief will die

    deutsche Russlandpolitik noch sinken? Um es zum x-ten Mal zu

    wiederholen: Deutschland ist für den Tod von Millionen von russischen

    Soldaten und Bürgern im Zweiten Weltkrieg verantwortlich. Die

    historische Schuld steht außer Frage. Das Geschehene kann nicht

    ungeschehen gemacht werden. Für die Vergangenheit sind deutsche

    Politiker nicht verantwortlich, für ihre Politik im Hier und Jetzt

    allerdings sehr wohl. Eine Politik, die sich der Vergangenheit des

    Landes bewusst ist, kann und darf Russland nicht wie Dreck behandeln –

    unabhängig von seinem Handeln. Wären unerträgliche politische

    „Verfehlungen“ der Maßstab für den Umgang mit anderen Ländern: Wie sähe

    dann der Umgang mit den USA aus, nachdem das Land Atombomben auf Japan

    geworfen, in Vietnam Napalm gegen Menschen eingesetzt, einen illegalen

    Angriffskrieg gegen den Irak geführt hat usw. usw. usw.?


    Eben.


    Was wir erleben, ist: Eine Politik der gespaltenen Zunge, des doppelten

    Standards und des Feindbildaufbaus.


    Für die Aussage, „Russland wird für immer ein Feind für uns bleiben“,

    gibt es keinen belastbaren Grund. Wie kann ein Mensch ein Land für immer

    als Feind betrachten? Was würde ein derartiges Verhalten rechtfertigen?

    Hat sich Russland jemals, nachdem Deutschland auf seinem Feldzug im

    Osten so grausam gemordet und gemeuchelt hat, so feindselig gegenüber

    Deutschland verhalten? Stand Putin nicht 2001 mit ausgestreckter Hand im

    Bundestag und hat in deutscher Sprache für eine enge Zusammenarbeit

    geworben?


    Die Aussage Wadephuls entstammt übrigens einem Telefonstreich eines

    russisches Komikerduos. Die Komiker Vovan und Lexus riefen Ende 2024 bei

    Wadephul an und mimten den Chef des ukrainischen Präsidialbüros. Wer

    meint, Wadephul positioniere sich öffentlich zurückhaltender, täuscht

    sich. Die /Berliner Zeitung/ verweist in einem aktuellen Beitrag zu

    Wadephul auf einen Tweet des Politikers vom 3. April

    <https://x.com/JoWadephul/status/1907753798639956238?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1907753798639956238%7Ctwgr%5Ecd7ffdee410ba79b9520e32b0abc7ef2c24e7c6f%7Ctwcon%5Es1_&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.berliner-zeitung.de%2Fpolitik-gesellschaft%2Fgeopolitik%2Fkuenftiger-aussenminister-wadephul-russland-wird-immer-ein-feind-fuer-uns-bleiben-li.2320148>.

    Darin schreibt Wadephul [Anm. d. Red.: Der Tweet ist in Englisch, hier

    die deutsche Übersetzung]:


    /„Die akuteste Bedrohung für uns – für unser Leben, für das

    Rechtssystem, aber auch für das physische Leben aller Menschen in

    #Europa – ist jetzt #Russland. Als Unterstützer der #Ukraine haben wir

    die Verantwortung, die Bedrohung, die von ihr ausgeht, deutlicher

    anzusprechen. Dies ist eine Führungsaufgabe.“


    /Gewiss: Diese Auffassung darf man vertreten. Sie hat nur nichts mit der

    Realität zu tun. Und in der Politik hat sie nichts verloren. Deutschland

    braucht keine Politiker mit dem Feindbild Russland im Kopf. Der Schaden

    ist bereits groß genug.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Screenshot_2025_05_01_at_14_06_09_Russland_wird_f_r_immer_ein_Feind_f_r_uns_bleiben_das_Feindbild_Russland_wird_noch_fester_in_der_deutschen_Politik_zementiert


    nachdenkseiten.de, 30. April 2025 um 10:00 Ein Kommentar von Marcus Klöckner

    „Russland wird für immer ein Feind für uns bleiben“, sagte Johann Wadephul, jener CDU-Politiker, der Außenminister der Bundesrepublik werden soll. Gäbe es noch einen Funken politischen Anstands, wäre die Personalie Wadephul Geschichte. Da Wadephul trotz seiner Aussage als Außenminister gehandelt wird, drängt sich ein schlimmer Verdacht auf: Das Feindbild Russland soll noch fester in der deutschen Politik verankert werden.

    Der hohe Grad an historischer und politischer Asozialität gegenüber Russland macht schon seit längerer Zeit fassungslos. Wie tief will die deutsche Russlandpolitik noch sinken? Um es zum x-ten Mal zu wiederholen: Deutschland ist für den Tod von Millionen von russischen Soldaten und Bürgern im Zweiten Weltkrieg verantwortlich. Die historische Schuld steht außer Frage. Das Geschehene kann nicht ungeschehen gemacht werden. Für die Vergangenheit sind deutsche Politiker nicht verantwortlich, für ihre Politik im Hier und Jetzt allerdings sehr wohl. Eine Politik, die sich der Vergangenheit des Landes bewusst ist, kann und darf Russland nicht wie Dreck behandeln – unabhängig von seinem Handeln. Wären unerträgliche politische „Verfehlungen“ der Maßstab für den Umgang mit anderen Ländern: Wie sähe dann der Umgang mit den USA aus, nachdem das Land Atombomben auf Japan geworfen, in Vietnam Napalm gegen Menschen eingesetzt, einen illegalen Angriffskrieg gegen den Irak geführt hat usw. usw. usw.?

    Eben.

    Was wir erleben, ist: Eine Politik der gespaltenen Zunge, des doppelten Standards und des Feindbildaufbaus.

    Für die Aussage, „Russland wird für immer ein Feind für uns bleiben“, gibt es keinen belastbaren Grund. Wie kann ein Mensch ein Land für immer als Feind betrachten? Was würde ein derartiges Verhalten rechtfertigen? Hat sich Russland jemals, nachdem Deutschland auf seinem Feldzug im Osten so grausam gemordet und gemeuchelt hat, so feindselig gegenüber Deutschland verhalten? Stand Putin nicht 2001 mit ausgestreckter Hand im Bundestag und hat in deutscher Sprache für eine enge Zusammenarbeit geworben?

    Die Aussage Wadephuls entstammt übrigens einem Telefonstreich eines russisches Komikerduos. Die Komiker Vovan und Lexus riefen Ende 2024 bei Wadephul an und mimten den Chef des ukrainischen Präsidialbüros. Wer meint, Wadephul positioniere sich öffentlich zurückhaltender, täuscht sich. Die Berliner Zeitung verweist in einem aktuellen Beitrag zu Wadephul auf einen Tweet des Politikers vom 3. April. Darin schreibt Wadephul [Anm. d. Red.: Der Tweet ist in Englisch, hier die deutsche Übersetzung]:

    „Die akuteste Bedrohung für uns – für unser Leben, für das Rechtssystem, aber auch für das physische Leben aller Menschen in #Europa – ist jetzt #Russland. Als Unterstützer der #Ukraine haben wir die Verantwortung, die Bedrohung, die von ihr ausgeht, deutlicher anzusprechen. Dies ist eine Führungsaufgabe.“

    Gewiss: Diese Auffassung darf man vertreten. Sie hat nur nichts mit der Realität zu tun. Und in der Politik hat sie nichts verloren. Deutschland braucht keine Politiker mit dem Feindbild Russland im Kopf. Der Schaden ist bereits groß genug.


    Titelbild: Screenshot


    Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik einzelne Politiker/Personen der Zeitgeschichte Strategien der Meinungsmache


    Schlagwörter:


    Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=132269


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.04.2025

    Informationen zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien - sowie zur Militarisierung in Deutschland.   (II von II)


    7. Sicherheitsbulletin: Die 3 Irrtümer des Johann Wadephul-


        ist das die Strategie der zukünftigen Bundesregierung im Ukrainekrieg?



    https://sicherheitsbulletin.wordpress.com/author/juergenhuebschen/


    Die 3 Irrtümer des Johann Wadephul-


    ist das die Strategie der zukünftigen Bundesregierung im Ukrainekrieg?


    Erstellt am 23. April 2025 von Jürgen Hübschen


    Am 18. April 2025 wurde in der FAZ ein Interview mit MdB Johann

    Wadephul abgedruckt, der als möglicher Außenminister der neuen

    Bundesregierung gehandelt wird.


    Im nachfolgenden Beitrag wird zu drei wesentlichen Aussagen Stellung

    genommen, weil diese die zukünftige Strategie der neuen

    Bundesregierung im Ukrainekrieg darstellen könnten.


    Wird Deutschlands Freiheit heute im Donbass verteidigt?


    Diese Frage beantwortet Wadephul wie folgt: „Definitiv. Es geht um uns

    alle. Es geht nicht um einige Quadratkilometer in der Ukraine, sondern

    es geht um die prinzipielle Frage, ob wir einen klassischen

    Eroberungskrieg in Europa zulassen. Und wenn wir ihn zulassen, dann

    ist das Vertrauen darauf, dass wir bereit sind, unsere Freiheit zu

    verteidigen in Frage gestellt. Dann steht auch in Frage, ob wir

    überhaupt bereit sind, in der NATO zusammenzustehen.“


    Wadephul liegt mit seiner Antwort völlig falsch, weil in der Ukraine

    die Freiheit Deutschlands nicht verteidigt wird.


    Wenn das so wäre, müssten wir eigene Soldaten in die Ukraine schicken,

    weil die Bundeswehr nach Artikel 87a GG dafür zuständig und auch

    verantwortlich ist, unsere Freiheit zu verteidigen.


    Wenn Wadephul Recht hätte, dann würden wir seit dem 24.Februar 2022

    unsere Freiheit von ukrainischen Soldaten verteidigen lassen, denen

    wir dazu nicht genügend Waffen und militärisches Gerät zur Verfügung

    stellen können oder wollen.


    Allerding hat die Bundesregierung dafür fälschlicherweise den

    politischen Grundsatz, keine Waffen in Kriegs- und Krisengebiete zu

    liefern, aufgegeben.


    Vor fast 25 Jahren wurde angeblich unsere Freiheit am Hindukusch

    verteidigt. Das hat zwar auch nicht gestimmt, aber Deutschland war

    wenigstens so konsequent, eigene Soldaten nach Afghanistan zu

    schicken.


    Bei wem das Vertrauen in Frage gestellt wird, ob wir bereit sind,

    unsere Freiheit zu verteidigen, erklärt Wadephul nicht. Es bleibt auch

    unklar, worauf er mit seinen Zweifeln abzielt, ob wir bereit sind, in

    der NATO zusammenzustehen.


    Die Ukraine ist kein Mitglied der NATO, sondern ein ehemaliges

    Mitgliedsland der Sowjetunion. Deshalb steht in der Ukraine auch nicht

    die Zukunft der NATO auf dem Spiel, auch wenn Herr Wadepfuhl das

    behauptet, indem er sagt: „Ja, denn wer in der Ukraine ausweicht, von

    dem muss man befürchten, dass er auch anderswo ausweicht.“


    Nein, unsere Freiheit wird nicht in der Ukraine verteidigt, sondern es

    handelt es sich um einen Stellvertreterkrieg zwischen Russland und den

    USA, den Washington von den ukrainischen Streitkräften führen lässt

    und über dessen mögliches Ende USA und Russland aktuell ohne

    Beteiligung Europas verhandeln.


    Sollte die Ukraine Mitglied der NATO werden?


    Obwohl neben den USA und Ungarn auch die bisherige Bundesregierung

    einen Beitritt der Ukraine zur NATO abgelehnt hat, erklärt Wadepfuhl

    zu dieser Frage:


    „Wir sollten dazu stehen, dass die Ukraine auf einem unumkehrbaren Weg

    in Richtung NATO ist.“  Wen Wadepfuhl mit „wir“ meint, sagt er nicht

    expressis Verbis, meint aber wohl die zukünftige Bundesregierung.


    Die Ukraine wird aus drei Gründen richtigerweise kein Mitglied der

    NATO werden.


    Es steht zwar jedem Land frei, sich um eine Mitgliedschaft in der NATO

    zu bewerben, aber im Fall der Ukraine schließt der Artikel 10 des NATO

    Vertrages eine Mitgliedschaft aus.


    Dort heißt es im Wortlaut: „Die Parteien können durch einstimmigen

    Beschluss jeden anderen europäischen Staat, der in der Lage ist, die

    Grundsätze dieses Vertrags zu fördern und zur Sicherheit des

    nordatlantischen Gebiets beizutragen, zum Beitritt einladen.“


    Durch einen Beitritt der Ukraine würde die Sicherheit des

    nordatlantischen Gebietes nicht gefördert, sondern ganz erheblich

    beeinträchtigt werden.


    Die USA lehnen einen Beitritt der Ukraine ab, und gegen den Willen

    Washingtons geschieht in der NATO nichts, schon gar nicht die Aufnahme

    eines neuen Mitglieds.


    Für Russland ist ein NATO-Beitritt der Ukraine ein „no go“ und würde

    einen Friedensvertrag ausschließen. Russland hat zwar kein

    „Veto-Recht“, aber müsste einem Friedensvertrag natürlich zustimmen.

    In der Realität ist schon ein Waffenstillstand nicht zu erreichen,

    wenn nicht vorab eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine verbindlich

    ausgeschlossen würde. Sollte Deutschland an die Ukraine alles liefern,

    was militärisch benötigt wird?


    Die Frage wird im Interview lediglich in Bezug auf mögliche

    Flugzeuglieferungen präzisiert. Warum, bleibt unklar und warum über

    „Taurus“ nicht geredet wird, ist ebenfalls offen.


    Wadepfuhl sagt lediglich: „Ich möchte dazu als Politiker nur sagen,

    dass wir liefern sollten, was benötigt wird und dass Militärs

    entscheiden sollten, was das genau ist.“


    Diese Aussage ist nicht nur inhaltlich gefährlich, sondern stellt

    letztlich auch den Primat der Politik in Frage. Jede Art der

    Unterstützung für die Ukraine basiert auf einer politischen

    Entscheidung.


    Militärs und Verantwortliche in anderen Bereichen der Gesellschaft

    sind ausführende Organe der politischen Führung. Wadepfuhl sagt zwar

    expressis verbis nichts zur Lieferung von „Taurus –Marschflugkörpern

    schließt aber ihre Lieferung nicht aus.


    Friedrich Merz hat bereits als Oppositionspolitiker die Lieferung von

    Taurus an die Ukraine gefordert und sich als zukünftiger Bundeskanzler

    bereit erklärt, den Marschflugkörper der Ukraine zur Verfügung zu

    stellen.


    Vor diesem Hintergrund und der aktuell erneut stattfindenden

    Diskussion müssen zum Taurus noch einmal ein paar Fakten in Erinnerung

    gerufen werden, veröffentlicht von der Bundeswehr:


    „Der Lenkflugkörper Taurus (Target Adaptive Unitary and Dispenser

    Robotic Ubiquity System) KEPD-350 (Kinetic Energy Penetrator and

    Destroyer) wird zur Bekämpfung von wichtigen Zielen über große

    Entfernung verwendet. Durch vier voneinander unabhängige

    Navigationssysteme findet der Luft-Boden-Lenkflugkörper sein Ziel sehr

    zuverlässig, auch bei gegnerischen Störmaßnahmen.“


    Der Flugkörper nähert sich dem Ziel idealerweise im Konturenflug, das

    heißt, er passt sich dem Gelände an und zwar in einer Höhe von weniger

    als 50 Metern. Dadurch ist eine Entdeckung durch das gegnerische Radar

    extrem schwierig. Auf Grund der Reichweite des FK bleibt das

    Trägerflugzeug praktisch außerhalb der Reichweite der jeweiligen

    Luftverteidigungssysteme.


    Der Taurus verwendet als Sensor einen passiven Infrarotsuchkopf, und

    deshalb gibt lediglich ein Radar-Höhenmesser zur Navigation eine

    schwache Strahlung ab. Zum Gefechtskopf heißt es in der Zeitschrift

    „Europäische Sicherheit und Technik“ vom April 2019: „Ausgelegt ist

    der Taurus auf die Bekämpfung von stationären Punkt- und

    Flächenzielen. Dabei versetzt ihn der Tandem-Gefechtskopf in die Lage,

    sogar stark ausgebaute Bunker zu penetrieren.“


    Zur Navigation heißt es in demselben Artikel: „Der Taurus setzt im

    Wesentlichen auf drei Navigationssensoren. Neben dem GPS ist dies eine

    Terrain Based Navigation (TRN)sowie eine Image Based Navigation (IBN).

    Bei letzterer sind in der thermalen Karte des Flugkörpers

    Referenzpunkte markiert. In der Regel handelt es sich dabei um Punkte,

    die ihre thermische Signatur nur wenig verändern, wie Brücken, große

    Wegkreuze oder Flussläufe. Beim TRN wird eine dreidimensionale Karte

    mit den Werten des Höhenradars abgeglichen. Über einen Filter werden

    die Navigationsdaten der verschiedenen Sensoren gewichtet und der

    Flugweg festgelegt.“


    Dadurch ist der Taurus annähernd störsicher.


    Schon die technische Auslegung des Taurus, die es einem Gegner fast

    unmöglich macht, ihn vor dem Erreichen seines Zieles abzuschießen,

    erklärt das Eskalationspotenzial, das mit dem Einsatz dieses FK

    verbunden ist.


    Es besteht ein kaum einzuschätzendes Risiko, dass Deutschland durch

    die Lieferung zum Kriegsteilnehmer wird, weil die Ukrainer den FK ohne

    ganz konkrete deutsche Unterstützung nicht einsetzen können.


    Zum einen müssen die ukrainischen Soldaten in Deutschland ausgebildet

    werden und zum anderen– was noch viel wichtiger ist-  müssen die Daten

    für die Missionsplanung aus/durch Deutschland zur Verfügung gestellt

    werden.


    Dafür gibt es theoretisch 3 Möglichkeiten, wie man dem im Februar 2024

    abgehörten Telefongespräch zwischen dem Inspekteur der Luftwaffe,

    Generalleutnant Ingo Gerhardts, mit seinen Fachleuten entnehmen

    konnte:


    Eine Datenleitung von der Firma MBB in Schrobenhausen in die Ukraine

    Eine Datenleitung von dem deutschen Luftwaffengeschwader in Büchel in

    die Ukraine Ein Transport per PKW von Deutschland nach Polen und dann

    eine Weitergabe praktisch von Hand zu Hand an die ukrainischen

    Empfänger


    Egal welche Möglichkeit gewählt würde, wäre das wohl nicht geheim zu

    halten und aus russischer Sicht eine direkte Teilnahme Deutschlands am

    Kampf gegen Russland.


    Zusätzlich müsste ein Weg/eine Methode gefunden werden, wie

    ukrainische Flugzeuge so umgerüstet werden, dass der Taurus FK am

    Flugzeug angebracht und von diesem auch abgeschossen werden kann.


    Außerdem wäre es zwingend, die erforderlichen Satellitenbilder zur

    Verfügung zu stellen.


    Zusammenfassende Bewertung


    Es ist zwar theoretisch möglich, dass Herr Wadepfuhl seine Aussagen

    als „einfacher“ Bundestagsabgeordneter“ gemacht hat, aber extrem

    unwahrscheinlich.


    Vielmehr muss davon ausgegangen werden, dass es sich um

    sicherheitspolitische Positionen handelt, die eine zukünftige

    Bundesregierung im Ukrainekrieg vertreten wird.


    Vor dem Hintergrund, dass US Präsident Trump weiter versucht, mit dem

    russischen Präsidenten „einen Deal zu machen“, ist ein derartig

    offensive Haltung der zukünftigen Bundesregierung politisch

    ausgesprochen unklug.


    Deutschland ist seit langem mit Abstand der größte militärische und

    finanzielle europäische Unterstützer der Ukraine und dürfte endgültig

    „im russischen Fadenkreuz stehen“ falls die USA sich mit Russland

    verständigen und Europa mit dem Ukrainekrieg allein lassen.


    Deshalb sei an eine Aussage von Präsident Putin erinnert, der zur

    Lieferung westlicher Waffensysteme, mit denen die Ukraine Ziele im

    russischen Kernland bekämpfen kann, gesagt hat:


    “This will mean that NATO countries — the United States and European

    countries — are at war with Russia. And if this is the case, then,

    bearing in mind the change in the essence of the conflict, we will

    make appropriate decisions in response to the threats that will be

    posed to us.”


    (Das bedeutet, dass sich NATO-Staaten- die USA und europäische

    Staaten-im Krieg mit Russland befinden. Und falls das der Fall ist,

    bedeutet das, dass sich das Wesen des Krieges verändert hat, und dass

    wir angemessene Entscheidungen treffen werden als Antwort auf die

    Bedrohungen, denen wir ausgesetzt sind.“)


    Es wird ganz konkret am künftigen Bundeskanzler Merz liegen, die

    Russland- und Ukrainepolitik der Bundesregierung neu zu justieren und

    diplomatischen Lösungen den Vorrang vor militärischen Aktivitäten

    einzuräumen. Das muss auch einem möglichen Außenminister Wadepfuhl

    klargemacht werden.


     Greven, 23. April 2025


    J.Hübschen



    ———


    8. Der Spiegel: Ursachensuche nach Hafenexplosion


       Jede Erklärung lässt Irans Regime schlecht aussehen



    https://www.spiegel.de/ausland/hafenexplosion-in-iran-jede-erklaerung-laesst-irans-regime-schlecht-aussehen-a-0da77a22-fb63-4b16-8f13-150e3cddf603


    Ursachensuche nach Hafenexplosion


    Jede Erklärung lässt Irans Regime schlecht aussehen


    Die Explosion im Hafen von Bandar Abbas trifft einen strategisch wichtigen Punkt Irans.

    Innenminister Momeni spricht von Fahrlässigkeit und präsentiert Verdächtige.

    Doch die Spekulationen über eine Sabotage Israels halten an.


    Eine Analyse von Oliver Imhof <https://www.spiegel.de/impressum/autor-6d1c3916-1b4e-4a2f-9c41-8339ea5fd25a> und Anna-Sophie Schneider <https://www.spiegel.de/impressum/autor-a8bc493f-0001-0003-0000-000000021582>


    29.04.2025, 08.21 Uhr


    (…)



    ———



    9. DLF: Autor Ofer Waldman hofft auf Signalwirkung von Protest



    https://www.deutschlandfunkkultur.de/beendet-den-krieg-waechst-der-druck-auf-ministerpraesident-netanjahu-100.html


    Krieg in Gaza

    Autor Ofer Waldman hofft auf Signalwirkung von Protest


    Waldman, Ofer | 17. April 2025, 08:10 Uhr



    Angesichts des israelischen Vorgehens in Gaza und im Westjordanland

    ist Schweigen keine Option, sagt der israelische Autor Ofer Waldman.


    Er ist einer von 350 Unterzeichnern eines offenen Briefes, der ein

    Ende des Militäreinsatzes fordert. (…)



    ———


    10. IPG: J. Borell: Test für Europas Glaubwürdigkeit



    https://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/test-fuer-europas-glaubwuerdigkeit-8251/?utm_campaign=de_40_20250430&utm_medium=email&utm_source=newsletter



    Außen- und Sicherheitspolitik 30.04.2025 | Josep Borrell <https://www.ipg-journal.de/ipg/autorinnen-und-autoren/autor/josep-borrell/>

    Test für Europas Glaubwürdigkeit



    Ihr Schweigen zu Gaza macht die EU zur Komplizin bei den Verbrechen gegen die Menschlichkeit.


    Dabei könnte sie Druck auf Netanjahu ausüben.



    Josep Borrell war Minister in Spanien, Präsident des Europäischen

    Parlaments, Hoher Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik

    sowie Vizepräsident der Europäischen Kommission.


    Am 18. März brach Benjamin Netanjahu die Waffenruhe in Gaza, die

    wenige Tage vor Donald Trumps Amtseinführung in Kraft getreten war.


    Binnen Stunden wurden mehr als 400 Menschen durch Bombenangriffe

    getötet. Netanjahu sicherte damit sein politisches Überleben, denn

    sein rechtsextremer Koalitionspartner Bezalel Smotrich hatte die

    Fortsetzung des Krieges zur Bedingung dafür gemacht, dass er das

    Regierungsbündnis nicht platzen lässt.


    Seither wurden Tausende weitere palästinensische Zivilisten getötet,

    überwiegend Frauen und Kinder. Auch das Leben der noch verbleibenden

    Geiseln wurde in Gefahr gebracht.


    Die ohnehin furchtbare humanitäre Situation hat sich durch die

    Totalblockade und die verbreitete Hungersnot zur Katastrophe

    verschärft. Die meisten Gebäude und Infrastruktureinrichtungen sind

    mittlerweile zerstört. Die letzte noch intakte Wasserentsalzungsanlage

    ist nicht mehr betriebsfähig.


    Israels Verteidigungsminister Israel Katz erklärte in den vergangenen

    Tagen wiederholt: „Es kommt keine humanitäre Hilfe nach Gaza“.


    Die Lage wird allseits als düster eingeschätzt. Die Vereinten Nationen

    warnen, dass die Situation in Gaza so schlimm ist wie noch nie seit

    Beginn des Krieges.


    Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen bezeichnet Gaza als

    Massengrab für Tausende Bewohner, aber „auch für diejenigen, die

    versuchen, ihnen zu helfen“.


    Erst kürzlich traten zwölf der größten internationalen

    Hilfsorganisationen mit einem gemeinsamen verzweifelten Appell an die

    Öffentlichkeit. Doch die Appelle verhallen allem Anschein nach

    ungehört.


    Israels Verteidigungsminister Israel Katz erklärte in den vergangenen

    Tagen wiederholt: „Es kommt keine humanitäre Hilfe nach Gaza“.


    Bezalel Smotrich hat sich dieser Meinung angeschlossen und bekräftigt,

    es werde maximaler Druck aufgebaut, um „die Menschen in den Süden zu

    evakuieren und Präsident Trumps Plan einer freiwilligen Umsiedlung der

    Bewohner von Gaza umzusetzen“.


    Diesen Plan hatte Israel Katz Anfang 2024 schon einmal in seiner

    damaligen Funktion als Außenminister dem Europäischen Rat vorgestellt.

    Die israelische Armee hat die Hälfte des Territoriums besetzt und für

    zwei Drittel des Gazastreifens einschließlich der Grenzstadt Rafah

    Evakuierungsbefehle ausgegeben und diese Gebiete zu „No-go-Zonen“ erklärt.


    Damit sollen anscheinend die Voraussetzungen für eine Operation

    geschaffen werden, die die größte ethnische Säuberungsaktion seit Ende

    des Zweiten Weltkrieges wäre.


    Die Androhung „Kein einziges Weizenkorn wird nach Gaza gelangen“ ist

    ein eklatanter Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht.


    Sie ist ohne jeden Zweifel als Vernichtungsabsicht zu werten, was der

    Internationale Strafgerichtshof bereits berücksichtigt hat, als er

    Haftbefehle gegen Benjamin Netanjahu und seinen früheren

    Verteidigungsminister erließ.


    Die Vernichtungsabsicht ist nicht weniger schwerwiegend als die,

    welche die internationale Justiz damals in Srebrenica und Ruanda

    festgestellt hat.


    Parallel führt die Armee im Westjordanland derzeit ihre größte

    Offensive seit Jahrzehnten durch. Aus dem nördlichen Teil des

    Territoriums wurden bereits mehr als 40 000 Palästinenser gewaltsam

    vertrieben, offenbar als Vorbereitung auf die Verwirklichung der von

    rechtsextremen Abgeordneten vorangetriebenen Pläne zum Bau neuer

    Siedlungen.


    Obwohl diese völkerrechtlich illegal sind, hat die Regierung 13 dieser

    Siedlungen am 23. März für rechtmäßig erklärt. Die

    fundamentalistischen Kräfte am äußersten rechten Rand hoffen, dass

    Donald Trump ihre Annexionspläne für das Westjordanland ganz oder

    teilweise unterstützen wird, wodurch jede noch verbliebene Möglichkeit

    zur Gründung eines palästinensischen Staates faktisch zunichtegemacht

    würde.


    In weiten Teilen Europas richtet sich der Fokus der Aufmerksamkeit

    neuerdings vor allem auf die von Donald Trump angedrohten Zölle. Gaza

    ist als Gesprächsthema weitgehend in den Hintergrund getreten.


    Doch das mit einem internationalen Preis ausgezeichnete Foto eines

    Kindes in Gaza, dessen beide Arme amputiert wurden, und der Tod der

    Fotografin Fatima Hassouna, Protagonistin eines für das diesjährige

    Filmfestival in Cannes ausgewählten Dokumentarfilms, waren ein

    emotionaler Weckruf.


    Dass es kaum ungefilterte Bilder aus Gaza gibt, die in die öffentliche

    Debatte hineinwirken, halten manche für einen der Gründe für das

    kollektive Wegschauen: „Aus den Augen, aus dem Sinn“.


    Die Umstände sind grauenhaft. Der Krieg in Gaza ist inzwischen in

    erster Linie ein Krieg gegen Kinder.


    Die bittere Realität ist allerdings, dass in Gaza nicht nur ein Kind

    oder 100 Kinder oder 1 000 Kinder getötet oder verstümmelt wurden und

    werden, sondern Tausende.


    Die Umstände sind grauenhaft. Der Krieg in Gaza ist inzwischen in

    erster Linie ein Krieg gegen Kinder. Das Foto eines Kindes kann vielen

    Menschen Tränen in die Augen treiben, aber das gesamte Ausmaß der

    Tragödie scheint oft zu gewaltig, um sie ganz zu ermessen oder um

    darauf zu reagieren.


    Unterdessen wird Benjamin Netanjahu in Washington und Budapest mit

    allen Ehren empfangen – im eklatanten Widerspruch zu den Haftbefehlen,

    die der Internationale Strafgerichtshof gegen ihn erlassen hat.


    Während meiner Amtszeit als Hoher Vertreter der Europäischen Union

    habe ich die Erfahrung gemacht, dass es trotz zahlreicher

    UN-Resolutionen und trotz der Entscheidungen des Internationalen

    Strafgerichtshof nicht möglich ist, den Europäischen Rat und die

    EU-Kommission zu einer Reaktion auf die massiven und wiederholten

    Verstöße gegen das Völkerrecht und das humanitäre Recht durch Benjamin

    Netanjahus Regierung zu zwingen.


    Das steht im krassen Gegensatz zu der entschlossenen Reaktion der EU

    auf Wladimir Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine.


    In meiner Amtszeit habe ich beobachtet, wie sehr dieses Messen mit

    zweierlei Maß dem Ansehen der EU weltweit schadet – nicht nur in der

    muslimischen Welt, sondern überall in Afrika, Lateinamerika und Asien.


    Spanien und einige wenige andere europäische Staaten äußern sich

    besorgt und fordern die Kommission auf, zu prüfen, ob Israels Vorgehen

    mit den Verpflichtungen vereinbar ist, die sich aus seinem

    Assoziationsabkommen mit der EU ergeben. Ihre Forderungen werden dem

    Vernehmen nach jedoch weitgehend mit Schweigen quittiert.


    Wenn die Werte, welche die EU für sich in Anspruch nimmt, nicht

    vollends unglaubwürdig werden sollen, kann der Staatenverbund nicht

    länger passiv zuschauen.


    Bei einigen europäischen Ländern hat die historische Schuld am

    Holocaust sich offenbar in eine „Staatsräson“ verwandelt, die als

    Begründung für die bedingungslose Unterstützung Israels dient und die

    Gefahr in sich birgt, dass die EU sich zur Komplizin bei den

    Verbrechen gegen die Menschlichkeit macht.


    Ein Gräuel kann nicht als Rechtfertigung für andere Gräuel dienen.

    Wenn die Werte, welche die EU für sich in Anspruch nimmt, nicht

    vollends unglaubwürdig werden sollen, kann der Staatenverbund nicht

    länger passiv zuschauen, wie in Gaza das Grauen weiter um sich greift

    und das Westjordanland zu einem zweiten Gazastreifen wird.


    Entgegen der allgemeinen Wahrnehmung und trotz des offenkundigen

    Mangels an Empathie, den ein Teil ihres Führungspersonals an den Tag

    legt, hat die EU erheblichen Einfluss auf die israelische Regierung.


    Sie ist Israels wichtigster Partner, was Handelsverkehr, Investitionen

    und den Austausch zwischen den Bevölkerungen betrifft.


    Die EU liefert mindestens ein Drittel der von Israel importierten

    Rüstungsgüter und hat mit dem Land ein Assoziationsabkommen

    geschlossen, das umfassender ist als alle ihre anderen Abkommen dieser

    Art – und das Abkommen ist an die Voraussetzung geknüpft, dass das

    Völkerrecht und insbesondere das humanitäre Recht geachtet werden.


    Wenn der politische Wille vorhanden ist, stehen der EU die nötigen

    Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Viele Israelis, denen klar ist,

    dass Benjamin Netanjahus derzeitiges Vorgehen am Ende vor allem

    Israels eigene Sicherheit und das Überleben des Landes gefährdet,

    würden es vermutlich begrüßen, wenn die EU von diesen

    Handlungsmöglichkeiten tatsächlich Gebrauch machen würde.


    Aus dem Englischen von Andreas Bredenfeld



    -----------



    11. ND: Zwei antimilitaristische Erwachsene erhalten zeitweisen Schulverweis



    https://www.nd-aktuell.de/artikel/1190749.protest-gegen-bundeswehr-antimilitaristen-in-gotha-erhalten-einen-schulverweis.html



    Politik <https://www.nd-aktuell.de/rubrik/politik>

    Protest gegen Bundeswehr


    Antimilitaristen in Gotha erhalten einen Schulverweis


    Zwei antimilitaristische Erwachsene erhalten zeitweisen Schulverweis



    Matthias Monroy


    30.04.2025, 11:30 Uhr



    An der Staatlichen Fachschule für Bau, Wirtschaft und Verkehr in Gotha

    führt der Protest zweier Schüler gegen die Präsenz der Bundeswehr bei

    der Firmenkontaktmesse »Connect« zu einem sechstägigen Schulverweis.


    »Der Schulfrieden wurde wiederholt und bewusst gestört«, teilte die

    Schulleitung den Delinquenten nach deren »Anhörung« am Dienstag mit.

    Die erwachsenen Schüler müssten sich aber am »Distanzunterricht«

    beteiligen, so die Anordnung.


    In den Tagen des Ausschlusses hätten beide »die Gelegenheit, über ihr

    eigenes Fehlverhalten nachzudenken«, heißt es in dem Schreiben. Das

    darin vorgeworfene Delikt:


    Die Fachschüler hatten am 4. April zu Beginn der Veranstaltung um den

    Bundeswehrstand herum pinke Luftballons der Deutschen

    Friedensgesellschaft verteilt, mit anwesenden Soldaten diskutiert und

    Informationsmaterial angeboten.


    Mit einem Banner »Bildung statt Bomben« kritisierten sie außerdem

    grundsätzlich die militärische Präsenz an Bildungseinrichtungen.


    Nicht nur hätten die beiden eine Belehrung durch die Klassenlehrerin

    missachtet, sondern das besagte Transparent für einen Bericht in der

    »Thüringer Allgemeinen« sogar »in die Kamera gehalten«, beschwert sich

    die Leitung bei den beiden Schülern.


    Andere Absolvent*innen der Fachschule sähen die Bundeswehr als

    Arbeitgeber und teilten die Standpunkte der Protestierer nicht, heißt

    es in der Begründung für den Verweis, dem sich auch die

    Klassenkonferenz anschloss.


    Angeblich habe die Schulleitung vorab angeordnet, dass Proteste nur

    außerhalb des Schulgebäudes stattfinden dürften. Die protestierenden

    Schüler betonen jedoch, von dieser Ansage nichts gewusst zu haben.


    »In der Schule lernt man doch, wie wichtig Frieden ist, und dann darf

    die Bundeswehr an die Schule kommen, um hier Werbung zu machen – und

    das nach Afghanistan und Mali«, wird einer der Protestierenden von der

    Informationsstelle Militarisierung (IMI) zitiert.


    Bereits im Vorjahr hatte es an der Fachschule in Gotha einen ähnlichen

    Protest gegeben – dies wird in dem aktuellen Verweis als erschwerend

    angeführt.


    Die Schulleiterin Andrea Nette soll damals angedeutet haben, dass

    Schüler*innen, die mit der Präsenz der Bundeswehr nicht einverstanden

    seien, sich fragen könnten, »ob dies auch die richtige Schule« für sie

    sei – eine Formulierung, die als Androhung eines dauerhaften

    Schulverweises verstanden werden könne.


    Nette war für eine Stellungnahme für »nd« nicht zu erreichen und

    antwortete auch nicht auf Mails.



    ——



    12. IPPNW fordert Abrüstung und Rüstungskontrolle statt Wettrüsten


    https://www.ippnw.de/startseite/artikel/de/ippnw-fordert-abruestung-und-ruestungs.html



    IPPNW-Pressemitteilung vom 28. April 2025


    IPPNW fordert Abrüstung und Rüstungskontrolle statt Wettrüsten


    SIPRI-Bericht


    Die Friedensorganisation IPPNW kritisiert die um 28 Prozent auf 88,5

    Milliarden gestiegenen deutschen Militärausgaben scharf.


    Damit belegt Deutschland inzwischen weltweit den vierten Platz der

    Rüstungs-Weltrangliste - hinter den USA, China und Russland. Vor allem

    die Kriege in der Ukraine und in Gaza trieben die Rüstungsausgaben

    weltweit nach oben.


    „Die Aufrüstung mit immer mehr Waffen macht die Welt nicht sicherer,

    sondern schürt Konflikte und Kriege. Zudem verursachen Militär und

    Rüstungsindustrie enorme Treibhausgase – in Übung und Einsatz.


    Stattdessen fordern wir neue Vereinbarungen zu Rüstungskontrolle und

    Abrüstung“, erklärt die IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Claußen.


    Sipri-Forscher Xiao Liang erklärt bei der Vorstellung des Berichts,

    dass die Steigerung der Militärausgaben oft zulasten anderer Bereiche

    gehe.


    Die daraus folgenden "wirtschaftlichen und sozialen Zielkonflikte" könnten

    in den kommenden Jahren erhebliche Auswirkungenauf die Gesellschaften

    haben.


    Die IPPNW hatte bereits im März die zusätzlichen Aufrüstungspläne, die

    die neue Koalition noch mit der alten Bundestagsmehrheit beschlossen

    hatte, kritisiert:


    Die potentiell unbegrenzte Aufrüstung verknüpft mit gedeckelten

    Mitteln für Infrastruktur führe in der Zukunft zu einer Situation, in

    der ein vollkommen überdimensionierter Rüstungshaushalt die

    Gestaltungsmöglichkeiten für Soziales, Gesundheit, Bildung,

    Klimaschutz und viele andere wichtige Anliegen vernichtet.


    Rüstungswettläufe zwischen konkurrierenden Mächten bergen die Gefahr,

    dass der nächste Krieg vorbereitet wird. Wer an Stabilität in Europa

    interessiert ist, muss schon jetzt konkrete Vorschläge für

    Rüstungskontrolle machen und die Anbahnung eines neuen

    Abrüstungsprozesses in Europa vorbereiten.


    -----


    Mit freundlichen Grüßen

    Clemens Ronnefeldt

    Referent für Friedensfragen beim deutschen

    Zweig des internationalen Versöhnungsbundes


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.04.2025

    Informationen zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien - sowie zur Militarisierung in Deutschland.   (I von II)

    aus e-mail von Clemens Ronnefeldt, 30. April 2025, 20:12 Uhr


    Liebe Friedensinteressierte,


    beiliegend sende ich einige Informationen zu den

    Kriegen in der Ukraine und in Westasien - sowie

    zur Militarisierung in Deutschland.


    1. n tv: Ukraine-Krieg im Liveticker


    2. FR: Ende des Ukraine-Kriegs: Trump macht offenbar „finales Angebot“


              Ukraine-Krieg: Putin soll Trump Invasions-Stopp angeboten haben


    3. RND: Kreml lehnt Selenskyjs Vorschlag zu 30-tägiger Waffenruhe ab


    4. Der Spiegel: Russlands Angriffskrieg


        Trump irritiert mit Aussage über angebliche Zugeständnisse Putins


    5. FAZ: USA und Europa :  So unterscheiden sich die Friedenspläne

    6. IPG: Der Preis des Krieges


    7. Sicherheitsbulletin: Die 3 Irrtümer des Johann Wadephul-


        ist das die Strategie der zukünftigen Bundesregierung im Ukrainekrieg?



    8. Der Spiegel: Ursachensuche nach Hafenexplosion


       Jede Erklärung lässt Irans Regime schlecht aussehen


    9. DLF: Autor Ofer Waldman hofft auf Signalwirkung von Protest


    10. IPG: J. Borell: Test für Europas Glaubwürdigkeit



    11. ND: Zwei antimilitaristische Erwachsene erhalten zeitweisen Schulverweis


    12. IPPNW fordert Abrüstung und Rüstungskontrolle statt Wettrüsten



    ——


    1. n tv: Ukraine-Krieg im Liveticker


    https://www.n-tv.de/politik/19-47-Russland-und-Nordkorea-bauen-Grenzbruecke--article23143824.html



    30.04.2025

    Ukraine-Krieg im Liveticker


    18:21 Verzögert sich Rohstoffdeal wegen Zusatzdokumenten?



    Die Unterzeichnung eines Rohstoffabkommens zwischen der Ukraine und

    den USA könnte noch an diesem Mittwoch stattfinden, wie zwei Insider

    der Nachrichtenagentur Reuters sagen.


    Eine Quelle weist jedoch auf ein Problem in letzter Minute hin: Die

    USA drängen die Ukraine, zwei zusätzliche Dokumente zusammen mit dem

    Hauptabkommen zu unterzeichnen. Die Regierung in Kiew sei indes der

    Ansicht, dass diese Ergänzungsdokumente noch nicht fertiggestellt

    seien.


    Ob dies die Unterzeichnung insgesamt verzögern würde, ist bisher unklar.


    (…)


    21:14 US-Außenminister droht mit Rückzug aus Vermittlungen zwischen Moskau und Kiew


    US-Außenminister Marco Rubio droht mit einem Ende der

    Vermittlungsbemühungen der US-Regierung im Ukraine-Krieg. Russland und

    die Ukraine müssten "konkrete Vorschläge" für ein Ende des Krieges auf

    den Tisch legen, sagte Außenministeriumssprecherin Tammy Bruce.


    Sollte es weiterhin "keinen Fortschritt" geben, "werden wir uns als

    Vermittler in diesem Prozess zurückziehen." Bereits am Sonntag hatte

    Rubio gesagt, die Bemühungen um eine Waffenruhe in der Ukraine stünden

    vor einer möglicherweise "sehr entscheidenden Woche", und einen

    Rückzug aus den Verhandlungen angedeutet.


    Die US-Regierung stehe vor einer Entscheidung darüber, "ob dies eine

    Bemühung ist, in die wir weiter involviert sein wollen, oder ob es an

    der Zeit ist, uns auf andere Themen zu konzentrieren, die genau so

    wichtig oder sogar noch wichtiger sind", sagte der Außenminister.



    ———


    2. FR: Ende des Ukraine-Kriegs: Trump macht offenbar „finales Angebot“


              Ukraine-Krieg: Putin soll Trump Invasions-Stopp angeboten haben



    Ende des Ukraine-Kriegs: Trump macht offenbar „finales Angebot“



    https://www.fr.de/politik/ukraine-news-russland-erfreut-usa-lehnen-nato-beitritt-ab-zr-93692925.html


    Ende des Ukraine-Kriegs: Trump macht offenbar „finales Angebot“



    Von: Bedrettin Bölükbasi, Simon Schröder, Nail Akkoyun, Sonja

    Thomaser, Nils Thomas Hinsberger


    Update, 8 Uhr:


    Die USA haben der Ukraine offenbar ein „finales Angebot“ mit Blick auf einen

    Waffenstillstand mit Russland gemacht.


    US-Präsident Donald Trump erwartet wohl eine Antwort der Ukraine noch

    am Mittwoch.


    Dies berichtet das amerikanische Nachrichtenportal Axios unter

    Berufung auf relevante Quellen. Demnach beinhaltet das „Angebot“ der

    US-Regierung auf einen Frieden in der Ukraine die offizielle

    Anerkennung der Krim als russisches Territorium sowie die inoffizielle

    Anerkennung der russischen Kontrolle über die bisher von Russland

    besetzten Gebiete in der Ukraine.


    Das einseitige Dokument, das ukrainischen Beamten vergangene Woche in

    Paris überreicht worden sein soll, wird auf dem Papier selbst

    tatsächlich als Trumps „finales Angebot“ bezeichnet.


    Für den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wäre die

    Zustimmung zum amerikanischen Angebot ein sehr großes Zugeständnis.

    Eine ukrainische Quelle sagte Axios, die Regierung in Kiew halte den

    US-Vorschlag für sehr vorteilhaft für Russland: „Der Vorschlag zeigt

    sehr deutlich, welche konkreten Vorteile Russland erhält, sagt aber

    nur vage und allgemein, was die Ukraine im Gegenzug erhalten wird.“



    ------



    https://www.fr.de/politik/ukraine-news-russland-erfreut-usa-lehnen-nato-beitritt-ab-zr-93692925.html#id-pageApi-chapter_heading-0


    26.4.2025


    (…)

    Ukraine-Krieg: Putin soll Trump Invasions-Stopp angeboten haben


    Update, 19.58 Uhr:


    Kommt nun doch die Waffenruhe im Ukraine-Krieg? Wladimir Putin soll

    Donald Trump angeboten haben, seine Invasion in der Ukraine über die

    derzeitige Frontlinie hinweg zu stoppen.


    Dies berichtet die Financial Times unter Berufung auf

    Insider-Informationen. Es wäre der erste Vorschlag, den Putin seit den

    ersten Monaten des Kriegs ins Spiel bringen würde.


    Trumps Ukraine-Gesandter Steve Witkoff hatte zu Beginn des Monats nach

    einem Treffen in St. Petersburg erklärt, dass Russland seine Ansprüche

    auf die derzeit annektierten Gebiete in der Ukraine teils aufgeben

    könnte – im Gegenzug für andere Zugeständnisse. Weitere Details sind

    allerdings noch nicht bekannt.



    ——


    3. RND: Kreml lehnt Selenskyjs Vorschlag zu 30-tägiger Waffenruhe ab



    https://www.rnd.de/politik/ukraine-krieg-kreml-lehnt-selenskyjs-vorschlag-zu-30-taegiger-waffenruhe-ab-FM5AORKNX5OVHEWAOSF5T36PPU.html



    Putin bleibt bei seinen Bedingungen

    Kreml lehnt Selenskyjs Vorschlag zu 30-tägiger Waffenruhe ab


    Im Mai gibt es eine dreitägige „humanitäre Waffenruhe” rund um die

    Parade zum Weltkriegsgedenken in Russland. Aber das ukrainische

    Angebot, die Waffen für einen längeren Zeitraum niederzulegen, lehnt

    Moskau ab.


    29.04.2025, 13:09 Uhr


    Moskau. Der Kreml hat die von Kiew vorgeschlagene Verlängerung der

    Waffenruhe auf 30 Tage abgelehnt. Russland habe die Offerte des

    ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gesehen, doch dafür

    müssten noch einige Fragen geklärt werden, sagte Kremlsprecher Dmitri

    Peskow.


    „Ohne Antworten auf diese Fragen ist es schwer, auf eine langfristige

    Waffenruhe einzugehen.“ Das sei auch die Position von Präsident

    Wladimir Putin.


    Putin hatte bereits im März, als US-Präsident Donald Trump die

    30-tägige Waffenruhe vorgeschlagen hatte, Bedingungen dafür genannt.

    So dürfe die Ukraine den Zeitraum nicht für eine Umgruppierung ihrer

    Streitkräfte und zu einer Wiederbewaffnung nutzen.


    Die westlichen Rüstungslieferungen an Kiew müssten in der Zeit

    eingestellt werden. Über ähnliche Restriktionen für das russische

    Militär sprach Putin dabei nicht.


    „Humanitäre“ Waffenruhe für reibungslose Siegesparade


    Der 72-Jährige hat für die Tage um das Weltkriegsgedenken vom 8. bis

    11. Mai eine dreitägige Waffenruhe „aus humanitären Überlegungen“

    angeordnet.


    In den Zeitraum fällt die von Moskau mit viel Aufwand betriebene

    Siegesparade auf dem Roten Platz, zu der auch zahlreiche ausländische

    Staatsgäste, darunter Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping,

    erwartet werden.


    Peskow bezeichnete den Erlass als „Geste guten Willens“, in Kiew

    hingegen wurde die dreitägige Feuerpause als Betrugsversuch gewertet,

    um Dialogbereitschaft zu simulieren.


    Die Ukraine konterte den Vorschlag ihrerseits mit der Forderung nach

    einer längerfristigen Waffenruhe. Das sei keine Antwort auf den

    russischen Vorschlag, meinte Peskow dazu nun. Es sei immer noch

    unklar, ob Kiew bereit sei, darauf einzugehen.



    ———



    4. Der Spiegel: Russlands Angriffskrieg


        Trump irritiert mit Aussage über angebliche Zugeständnisse Putins



    https://www.spiegel.de/ausland/ukrainekrieg-donald-trump-irritiert-mit-aussage-ueber-angebliche-zugestaendnisse-wladimir-putins-a-68271a84-185b-4a74-941d-592fa32cd7c7?utm_source=firefox-newtab-de-de


    Russlands Angriffskrieg


    Trump irritiert mit Aussage über angebliche Zugeständnisse Putins


    Mindestens zwölf Menschen sind bei Russlands jüngstem Angriff auf

    Kyjiw ums Leben gekommen. Inmitten dieser neuerlichen Aggression

    Moskaus lobt der US-Präsident den russischen Staatschef.



    25.04.2025, 08.28 Uhr


    Im Ringen um ein Ende des Ukrainekriegs sieht US-Präsident Donald

    Trump es als ein Zugeständnis des Kreml, dass Russland sein

    Nachbarland nicht mehr komplett erobern will. Auf die Frage, welche

    Zugeständnisse Moskau in den Verhandlungen mache, sagte Trump: »Den

    Krieg zu beenden und nicht das ganze Land einzunehmen? Ein ziemlich

    großes Zugeständnis.« (…)


    Trump zeigte sich zuversichtlich, dass es bald ein Friedensabkommen

    zwischen Russland und der Ukraine geben könnte. »Wir wollen diesen

    Krieg beenden, wir wollen ihn schnell beenden.


    Und ich denke, wir haben große Fortschritte gemacht, und wir werden

    sehen, was in den nächsten Tagen passiert, denn es werden sehr

    wichtige Treffen stattfinden«, sagte der Republikaner am Rande eines

    Treffens mit dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre.


    Angeblicher Druck der USA auf Russland


    Trump betonte, dass er »eine Menge Druck« auf Russland ausübe. Er gehe

    davon aus, dass Kremlchef Wladimir Putineinen Deal eingehen wolle.

    Aber zum Tango gehörten immer zwei, so Trump. Er sei überzeugt, dass

    auch die Ukraine eine Einigung anstrebe. Nachfragen zu Details eines

    möglichen Abkommens beantwortete Trump nicht. (…)


    US-Medien zufolge kommt ein von den USA vorgelegter Vorschlag für eine

    Waffenruhe den russischen Forderungen weit entgegen. Demnach könnten

    die USA die russische Besatzung der ostukrainischen Regionen Donezk,

    Luhansk, Cherson und Saporischschja faktisch anerkennen, ebenso die

    2014 erfolgte Annexion der Halbinsel Krim durch Russland.


    Den Berichten zufolge will Washington Moskau zudem garantieren, dass

    die Ukraine niemals der Nato beitreten wird. Die Ukraine soll laut

    »Axios« eine »robuste Sicherheitsgarantie« unter Beteiligung

    europäischer und nicht europäischer Staaten erhalten. Unklar sei aber,

    wie ein möglicher friedenssichernder Einsatz konkret organisiert wäre

    und ob die USA daran beteiligt wären.


    Selenskyj hatte eine Abtretung der Krim mehrfach ausgeschlossen und

    betont, dass ein solcher Schritt gegen die ukrainische Verfassung

    verstoßen würde. Trump bezeichnete Selenskyjs Haltung als »sehr

    schädlich für die Friedensverhandlungen mit Russland«



    ——



    5. FAZ: USA und Europa :  So unterscheiden sich die Friedenspläne


    https://www.faz.net/aktuell/politik/ukraine/ukraine-verhandlungen-so-unterscheiden-sich-die-friedensplaene-von-usa-und-europa-110438465.html


    USA und Europa :  So unterscheiden sich die Friedenspläne


    25.04.2025, 13:47



    Wer bürgt für die Sicherheit der Ukraine? Werden russische

    Gebietsgewinne anerkannt? Und wann entfallen Sanktionen? Ein Überblick

    über die Positionen Amerikas und Europas.


    Bei der Zusammenkunft der westlichen Ukraine-Unterstützer in Paris vor

    Ostern haben der US-Unterhändler Steve Witkoff und Außenminister Marco

    Rubio den „Rahmen“ eines amerikanischen Vorschlags für eine

    Friedensvereinbarung zwischen Moskau und Kiew skizziert.


    Über die Osterfeiertage sollen sich die Europäer in Rücksprache mit

    Kiew auf einen Gegenentwurf geeinigt haben.


    In der Hoffnung auf eine Verständigung mit den USA wollen sie ihn als

    „Ergänzung“ verstanden wissen, auch wenn er den US-Überlegungen in

    vielen Punkten diametral zu widersprechen scheint.


    Da Rubio die Teilnahme an einer Konferenz in London am Mittwoch

    kurzfristig absagte, wurden diese Vorschläge vor allem Trumps

    Ukraine-Sondergesandten Keith Kellogg überbracht, dessen Einfluss in

    Washington allerdings nicht sehr hoch eingeschätzt wird. Der

    Nachrichtenagentur Reuters liegen nach eigenen Angaben beide Papiere vor.


    Worin unterscheiden sie sich?



    Waffenruhe



    Im amerikanischen Vorschlag heißt es:

    • Dauerhafter Waffenstillstand


    • Beide Seiten beginnen sofort mit Verhandlungen über die technische Umsetzung.



    Im europäischen Entwurf steht:

    • Verpflichtung zu einem vollständigen und bedingungslosen Waffenstillstand in der Luft, zu Lande und zu Wasser.


    • Beide Seiten nehmen sofort Verhandlungen über die technische Umsetzung unter Beteiligung der USA und europäischer Länder auf.


       Parallel dazu werden die Tagesordnung und die Modalitäten für ein umfassendes Friedensabkommen vorbereitet.


    • Überwachung des Waffenstillstands unter der Leitung der USA und mit Unterstützung weiterer Drittländer.


    • Russland muss alle deportierten und illegal vertriebenen ukrainischen Kinder bedingungslos zurückgeben. Austausch aller Kriegsgefangenen


      (Prinzip „alle gegen alle“). Russland muss alle „zivilen Gefangenen“ freilassen.



    Sicherheitsgarantie für die Ukraine



    Im amerikanischen Vorschlag heißt es:

    • Die Ukraine bekommt eine starke Sicherheitsgarantie.


    • Garantiestaaten sind eine Ad-hoc-Gruppe europäischer und anderer Staaten, die dazu bereit sind.


    • Die Ukraine strebt keinen NATO-Beitritt an.


    • Die Ukraine kann die EU-Mitgliedschaft anstreben.



    Im europäischen Entwurf steht:

    • Die Ukraine erhält solide Sicherheitsgarantien, unter anderem von den USA (Vereinbarung ähnlich dem NATO-Artikel 5),


      während unter den Verbündeten kein Konsens über eine NATO-Mitgliedschaft besteht.


    • Keine Einschränkungen für die ukrainischen Streitkräfte.


    • Die Garantiemächte werden eine Ad-hoc-Gruppe europäischer Länder und bereitwilliger nicht-europäischer Länder sein.


      Keine Einschränkungen der Präsenz, der Waffen und der Operationen befreundeter ausländischer Streitkräfte auf dem Territorium der Ukraine.


    • Die Ukraine strebt den Beitritt zur EU <https://www.faz.net/aktuell/politik/thema/europaeische-union> an.



    Territorium



    Im amerikanischen Vorschlag heißt es:

    • Die USA erkennen die Kontrolle Russlands <https://www.faz.net/aktuell/politik/thema/russland> über die Krim de jure an.


    • Die USA erkennen die Kontrolle Russlands über Luhansk de facto an.


    • Die USA erkennen die von Russland kontrollierten Teile der Gebiete Saporischschja, Donezk und Cherson de facto an.


    • Die Ukraine erhält die besetzten Teile des Gebiets Charkiw zurück.


    • Die Ukraine bekommt die Kontrolle über das Kernkraftwerk Saporischschja zurück, das aber von den USA kontrolliert und verwaltet wird, wobei der Strom an beide Seiten verteilt wird, ebenso wie den Kachowka-Staudamm.


    • Die Ukraine genießt ungehinderte Durchfahrt auf dem Dnipro und die Kontrolle über die Kinburn-Halbinsel.



    Im europäischen Entwurf steht:

    • Territoriale Fragen werden nach einem vollständigen und bedingungslosen Waffenstillstand diskutiert und gelöst.


    • Die Territorialverhandlungen beginnen auf der Grundlage der Kontaktlinie.


    • Die Ukraine erhält mithilfe der USA die Kontrolle über das Kernkraftwerk Saporischschja und den Kachowka-Staudamm zurück.


    • Die Ukraine genießt ungehinderte Durchfahrt auf dem Dnipro und die Kontrolle über die Kinburn-Halbinsel



    Wirtschaft



    Im amerikanischen Vorschlag heißt es:

    • Die Vereinigten Staaten <https://www.faz.net/aktuell/politik/thema/usa> und die Ukraine werden ein Abkommen über wirtschaftliche Zusammenarbeit und Mineralien abschließen.


    • Die Ukraine wird vollständig wiederaufgebaut und finanziell entschädigt.


    • Die seit 2014 aufgrund dieses Konflikts verhängten Sanktionen gegen Russland werden aufgehoben.


    • Die USA und Russland werden in den Bereichen Energie und anderen Industriezweigen wirtschaftlich zusammenarbeiten.



    Im europäischen Entwurf steht:

    • Die Vereinigten Staaten und die Ukraine werden ein Abkommen über wirtschaftliche Zusammenarbeit und Mineralien abschließen.


    • Die Ukraine wird vollständig wiederaufgebaut und finanziell entschädigt, unter anderem durch russische Staatsvermögen,


      die bis zur Entschädigung der Ukraine durch Russland eingefroren bleiben.


    • Die seit 2014 gegen Russland verhängten US-Sanktionen können nach Erreichen eines dauerhaften Friedens schrittweise


      gelockert werden und im Falle eines Verstoßes gegen das Friedensabkommen wieder in Kraft treten.



    ——

    6. IPG: Der Preis des Krieges



    https://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/der-preis-des-krieges-8250/?utm_campaign=de_40_20250430&utm_medium=email&utm_source=newsletter


    Außen- und Sicherheitspolitik 30.04.2025 |


    Lukas Theinert <https://www.ipg-journal.de/ipg/autorinnen-und-autoren/autor/lukas-theinert/>

    Der Preis des Krieges



    Die Risiken wachsen – militärisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich.


    Warum auch Russland kein Interesse an einem langwierigen Krieg hat.


    Lukas Theinert ist Doktorand an der Martin-Luther-Universität

    Halle-Wittenberg.


    Er promoviert über die revisionistische Außenpolitik von Russland und

    der Türkei im Vergleich.


    Während die Verhandlungen über einen Waffenstillstand in der Ukraine

    auf Hochtouren laufen, streuten die massiven Bombardierungen Russlands

    auf Kiew erneut Zweifel an der tatsächlichen Verhandlungsbereitschaft

    Wladimir Putins.


    Es ist jedoch ein bekanntes Muster: Kurz vor einer vereinbarten

    Feuerpause intensivieren sich die Kampfhandlungen nochmal, um die

    eigene Position zu verbessern und die militärische Infrastruktur der

    Gegenseite zu schwächen.


    Ein solch zynisches Vorgehen konnte man auch vor dem Waffenstillstand

    im Gaza-Krieg Anfang des Jahres beobachten.


    Fest steht: Kriege sind schwer zu beenden, besonders wenn sie schon

    länger anhalten und keine Kriegspartei eine Niederlage akzeptiert.

    Wenn indes eine Fortführung des Krieges für keine der Seiten mehr

    Vorteile verspricht, sondern vielmehr zum beiderseitigen Nachteil

    wird, öffnet sich zwangsläufig ein Fenster für Verhandlungen.


    Eine solche Situation existiert gerade. Nicht nur Kiew sollte ein

    vitales Interesse daran haben, den Krieg zu beenden – so schmerzhaft

    die territorialen Eroberungen Russlands auch sein mögen –, aufgrund

    eigener Rekrutierungsprobleme und der drohenden Einstellung der

    amerikanischen Militärhilfe.


    Auch Russland dürfte kein Interesse an einem ewigen Krieg haben: Die

    anhaltend hohen personellen und materiellen Verluste, ohne Aussicht

    auf einen Regimewechsel in Kiew, unterminieren längerfristig die

    Stabilität von Putins Regime.


    Zwar könnte der Kreml einen Waffenstillstand nutzen, um sich auf einen

    erneuten Großangriff gegen Kiew und womöglich auch gegen europäische

    NATO-Staaten vorzubereiten.


    Doch es spricht vieles gegen diese Annahme. Man muss sich vor Augen

    führen, welche dierussischen Kriegsziele in der Ukraine und darüber

    hinaus sind, und über welche Machtressourcen Moskau verfügt, jene

    Ziele auch umsetzen zu können.


    Das strategische Langzeitziel Russlands seit den 1990er Jahren ist es,

    wieder als herausragende Großmacht in einer multipolaren Weltordnung

    anerkannt zu werden.


    Das strategische Langzeitziel Russlands seit den 1990er Jahren ist es,

    wieder als herausragende Großmacht in einer multipolaren Weltordnung

    anerkannt zu werden – also in einem System ohne westliche Hegemonie.


    Aus seiner Sicht wurde die Stimme Russlands in zentralen Fragen immer

    wieder ignoriert – etwa im Kosovo-Krieg oder bei der Erweiterung von

    NATO und EU. Konstitutiv für diesen Großmachtanspruch ist das

    Reklamieren von exklusiven Einflusssphären sowie der Anspruch, globale

    Probleme gemeinsam mit anderen Großmächten zu „lösen“.


    Der Krieg gegen die Ukraine steht dabei im Mittelpunkt des russischen

    Ringens um den Großmachtstatus. Offiziell spricht der Kreml von einer

    „Entnazifizierung“ und „Entmilitarisierung“ der Ukraine. Gemeint ist

    damit ein Regimewechsel in Kiew – zugunsten einer prorussischen

    Regierungselite.


    Moskau betrachtet die Ukraine aus kultureller, geostrategischer und

    geoökonomischer Perspektive als unverzichtbaren Bestandteil der

    eigenen Einflusszone – sie hat damit einen anderen Stellenwert als

    etwa die baltischen Staaten oder Polen.


    Die gesamte Ukraine in den russischen Einflussbereich zu zwingen – mit

    militärischer Gewalt oder prospektiv mit manipulierten Wahlen –

    erscheint zunehmend unrealistisch. Die Ukraine hat sich zu einem

    antirussischen Bollwerk entwickelt.


    Selbst mit brutalen Repressionsmitteln wie Folter, Entführungen und

    willkürlichen Tötungen hat Russland erhebliche Schwierigkeiten, die

    besetzten Gebiete im Donbass unter seiner Kontrolle zu halten.


    Eine vollständige Unterwerfung des Landes wäre wohl nur mit einer

    Generalmobilmachung und der Errichtung eines repressiven Gewaltregimes

    denkbar, das jedoch enorme Ressourcen binden würde und für Moskau

    keinerlei Vorteile bringen dürfte.


    Die Folge wäre eine Massenflucht, eine immense Gegenwehr und aufgrund

    des ukrainischen Widerstands eine ökonomisch unproduktive Bevölkerung.


    Auch eine Zermürbungstaktik durch Fortsetzung des Angriffskrieges kann

    nicht im längerfristigen Interesse Moskaus liegen.


    Zwar ist das ukrainische Militär dem russischen in vielen Bereichen

    unterlegen, doch hat es sich zu einer kampferprobten und durch eine

    eigene Drohnenproduktion auch zu einer technisch versierten

    Streitkraft entwickelt, die enge sicherheitspolitische Beziehungen zu

    EU- und NATO-Staaten pflegt.


    Zugleich wächst in Russland die Unzufriedenheit über die negativen

    Folgen des Krieges. Aus dem Ursprungsplan, den ukrainischen Staat

    kurzerhand zu usurpieren, ist ein verlustreicher dreijähriger

    Stellungs- und Abnutzungskrieg geworden.


    Bereits zwei Monate nach der Vollinvasion Ende Februar 2022 zeichnete

    sich eine Pattsituation ab. Damals hatte Russland etwa 15 Prozent des

    ukrainischen Territoriums besetzt – heute, drei Jahre später, sind es

    rund 18 Prozent.


    Russland hat zwar sein militärisches Potential nicht ausgeschöpft,

    aber Putin ist sich bewusst, dass die großangelegte Offensive gegen

    die Ukraine nicht populär ist.


    Das unterstreichen nicht zuletzt die vielen Deserteure nach der

    Teilmobilmachung im September 2022. Bis heute spricht der Kreml von

    einer „militärischen Spezialoperation“ und versucht, die Realität des

    Krieges möglichst aus der russischen Öffentlichkeit herauszuhalten.


    In diesem Sinne wurden bevorzugt gesellschaftliche Randgruppen

    rekrutiert – etwa Gefangene oder einkommensschwache Männer aus

    abgelegenen Regionen, die mit hohen Soldzahlungen angeworben wurden.

    Um eine Generalmobilmachung zu vermeiden, griff die russische Armee

    sogar auf Milizen und Söldner aus Ländern wie Jemen, Kuba, Nepal,

    Kasachstan, Kirgisistan und Usbekistan zurück sowie auf etwa 50 000

    nordkoreanische Soldaten.


    Dennoch lässt sich der Krieg nicht aus der gesellschaftlichen Realität

    Russlands verdrängen. Der Krieg hat schwere Verluste gefordert – rund

    800 000 militärische Opfer, darunter etwa 170 000 Tote. Zudem sind

    etwa die Hälfte der Kampfpanzer (ca. 10 000) und der gepanzerten

    Fahrzeuge (ca. 19 000) sowie rund 21 000 Artilleriesysteme und 300

    Flugzeuge und Helikopter zerstört worden.


    Zwar setzt Russland überwiegend Waffen aus der Sowjet-Zeit ein und

    hält modernere Systeme zurück, doch das Ersetzen der zerstörten

    Ausrüstung dürfte viele Jahre in Anspruch nehmen.


    Russland gerät immer mehr in die Abhängigkeit Chinas, was keinesfalls

    in Putins Interesse liegen kann.


    Auch der wirtschaftliche Schaden ist erheblich. Zwar konnte Moskau die

    westlichen Sanktionen zum Teil abfedern – durch Importsubstitution,

    Handel über Drittstaaten sowie den Verkauf von Öl und Gas an China,

    Indien und die Türkei.


    Dennoch sanken die Exporte fossiler Brennstoffe auf etwa die Hälfte

    des Vorkriegsniveaus. Trotz einer beachtlichen Schattenflotte und

    vorübergehend erhöhter Ölpreise gingen die Öl-Exporteinnahmen um rund

    120 Milliarden Euro zurück.


    Nach dem drastischen Einbruch der Erdgas-Exporte nach Europa zahlte

    Peking nur etwa die Hälfte dessen, was EU-Staaten zuvor pro Kubikmeter

    gezahlt hatten.


    Infolgedessen verzeichnete Gasprom 2023 erstmals in seiner Geschichte

    einen Verlust. Die Folge: Russland gerät immer mehr in die

    Abhängigkeit Chinas, was keinesfalls in Putins Interesse liegen kann.


    Dass die russische Wirtschaft trotzdem zwei Jahre nach Beginn der

    Vollinvasion wuchs, liegt vor allem an den hohen Investitionen in den

    militärisch-industriellen Komplex – ein Phänomen, das als

    „Militärkeynesianismus“ bezeichnet wird.


    Dies wirkt wie ein Konjunkturprogramm, wovon auch nicht-militärische

    Wirtschaftszweige und die breite Gesellschaft direkt oder indirekt

    profitierten.


    Zur Finanzierung der Ausgaben nahm die russische Regierung Kredite auf

    und verbrauchte 67 Prozent der liquiden Reserven des Nationalen

    Vermögensfonds.


    Ende 2024 waren davon nur noch 33,6 Milliarden Euro übrig; bis Ende

    2026 könnte der Fonds vollständig erschöpft sein.


    Zwar belebte der erhöhte Verteidigungshaushalt die Wirtschaft – 2024

    lag er bei 100 Milliarden Euro; 2025 steigt er auf 130 Milliarden, was

    kaufkraftbereinigt rund 300 Milliarden Euro entspricht.


    Gleichzeitig hat der Wertverlust des russischen Rubels die Importe

    verteuert – auch für sogenannte Dual Use-Güter aus China, die für die

    russische Rüstungsindustrie benötigt werden.


    Der aktuelle Wirtschaftsaufschwung ist daher nicht nachhaltig, da der

    Öl- und Gassektor das Rückgrat des rentenbasierten Wirtschaftssystems

    Russlands bleibt.


    Laut dem Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche wird

    sich das Wirtschaftswachstum, das in den Jahren 2023 bei 3,6 und 2024

    bei 3,8 Prozent lag, im Jahr 2025 halbieren und 2026 weiter

    schrumpfen.


    Die Inflation lag im Jahre 2024 bei zehn Prozent, weshalb die

    russische Zentralbank den Leitzins auf 21 Prozent anhob, worunter

    wiederum die russischen Unternehmen leiden.


    Bereits rund eine Million meist junge, gebildete und wohlhabende

    Russinnen und Russen haben seit 2022 ihr Land verlassen. Für eine der

    ältesten Gesellschaften der Welt ist das ein großes Problem, das nicht

    durch Zuwanderung kompensiert werden kann.


    Russland rüstet zwar stark auf, vergrößert und modernisiert seine

    Armee, aber es hat mehr Schmerzen, als es zugibt.


    Eine Fortführung des Krieges birgt die Gefahr, dass Putins Regime –

    das auf dem gesellschaftsvertraglichen Tausch von Freiheitsverzicht

    gegen Wohlstand und Sicherheit beruht – instabiler wird und nur noch

    mit immer mehr Repressionen aufrechterhalten werden kann. Der Iran

    lässt grüßen.



    ———

    30.04.2025

    Screenshot_2025_05_01_at_13_57_54_Bildung_statt_Bomben_Sch_ler_protestieren_gegen_Stand_der_Bundeswehr_an_Fachschule_in_Gotha_und_erhalten_Schulverweis

    nachdenkseiten, vom 29. April 2025 um 11:00 Ein Kommentar vonMarcus Klöckner

    „Bildung statt Bomben“: Schüler protestieren gegen einen Stand der Bundeswehr an ihrer Schule. Ergebnis: Verweis von der Staatlichen Fachschule für Bau, Wirtschaft und Verkehr in Gotha. Begründung: „Der Schulfrieden wurde wiederholt und bewusst gestört“, hieß es vonseiten der Schulleitung. Wie ist das zu verstehen? Wer an der Schule auf unbequeme Weise gegen den Krieg protestiert, stört den Frieden? Orwell hätte seine Freude. Die Entscheidung ist falsch. Gerade in einer Zeit, wo Deutschland kriegstüchtig werden soll, setzen die Verantwortlichen ein von Ignoranz geprägtes Zeichen.

    Die Bundeswehr war mit einem Stand an der Staatlichen Fachschule für Bau, Wirtschaft und Verkehr in Gotha zu Besuch. Damit fängt das eigentliche Problem an. Doch für die Verantwortlichen der Schule beginnt offensichtlich nicht damit das Problem, dass die Bundeswehr in Zeiten des politischen Großvorhabens Kriegstüchtigkeit an ihrer Einrichtung um junge Rekruten werben will, sondern dass sich zwei kluge Schüler herausgenommen haben, gegen den Stand zu protestieren. Ist Zivilcourage an der Schule nicht erlaubt? Doch, doch, selbstverständlich – „in angemessener und sachlicher Form und unter vorheriger Absprache und Genehmigung“ sei Protest möglich, zitiert die Thüringer Allgemeine die Schulleiterin Andrea Nette.

    Was das bedeutet, lässt sich leicht ableiten. Protest ja – aber so, dass er politisch nicht aus dem Ruder läuft. In dem Artikel heißt es, dass ein Protest außerhalb der Schule erlaubt gewesen sei. Das spricht Bände. Politischer Protest fernab vom Geschehen? Was soll das denn sein? Gelenkter Protest unter dem Banner der Demokratie? Protestieren ja – aber bitte nicht unbequem sein?

    Nein, so geht das nicht.

    Da sich die beiden Schüler über die Schulanweisungen hinweggesetzt und sich die Freiheit herausgenommen haben, so zu protestieren, wie sie es für richtig empfunden haben, ließen die Schulverantwortlichen nun Konsequenzen walten. Die unbequemen, aber offensichtlich politisch ziemlich kritischen und mündigen Schüler wurden von der Schule entfernt: Schulverweis – für sechs Tage. Und das in einer Zeit, wo Prüfungsklausuren anstehen.

    Das ist eine Entscheidung, die von pädagogischer Erbärmlichkeit geprägt ist – gerade unter Vergegenwärtigung der aktuellen Situation, aber auch im Hinblick auf die deutsche Geschichte. Halten wir uns vor Augen: Überall heißt es von Politikern, Russland sei eine Bedrohung und die Gefahr eines Krieges bestehe. Deutschland rüstet massiv auf, das ganze Land soll „kriegstüchtig“ werden. Natürlich weiß jeder, der die verquere Medienwirklichkeit kritisch hinterfragt, dass es sich hierbei um dümmliche Propaganda handelt. Doch gerade unter der Annahme, dass die Kunde von der Kriegsgefahr real sei, ist das Verhalten der Schule umso verwerflicher.

    Die Bildungseinrichtung erlaubt einen Stand der Bundeswehr, aber den Protest direkt vor dem Stand verbietet sie. Und damit wären wir in der deutschen Vergangenheit. Wer Erich Maria Remarques Roman „Im Westen nichts Neues“ gelesen hat, weiß: Das Werk ist auch eine Anklage an die Schulen und die Lehrer, die damals in der Zeit des Ersten Weltkrieges ihre Schüler zum Krieg verführt haben. Frühzeitig erfolgt in dem Buch eine Abrechnung mit der Romanfigur Kantorek, einem Lehrer.

    Man kann Kantorek natürlich nicht damit in Zusammenhang bringen; – wo bliebe die Welt sonst, wenn man das schon Schuld nennen wollte. Es gab ja Tausende von Kantoreks, die alle überzeugt waren, auf eine für sie bequeme Weise das Beste zu tun. Darin liegt aber gerade für uns ihr Bankrott. Sie sollten uns Achtzehnjährigen Vermittler und Führer zur Welt des Erwachsenseins werden, zur Welt der Arbeit, der Pflicht, der Kultur und des Fortschritts, zur Zukunft. Wir verspotteten sie manchmal und spielten ihnen kleine Streiche, aber im Grunde glaubten wir ihnen. Mit dem Begriff der Autorität, dessen Träger sie waren, verbanden sich in unseren Gedanken größere Einsicht und menschlicheres Wissen. Doch der erste Tote, den wir sahen, zertrümmerte diese Überzeugung. Wir mußten erkennen, daß unser Alter ehrlicher war als das ihre; sie hatten vor uns nur die Phrase und die Geschicklichkeit voraus. Das erste Trommelfeuer zeigte uns unseren Irrtum, und unter ihm stürzte die Weltanschauung zusammen, die sie uns gelehrt hatten. Während sie noch schrieben und redeten, sahen wir Lazarette und Sterbende; – während sie den Dienst am Staate als das Größte bezeichneten, wußten wir bereits, daß die Todesangst stärker ist. Wir wurden darum keine Meuterer, keine Deserteure, keine Feiglinge – alle diese Ausdrücke waren ihnen ja so leicht zur Hand –, wir liebten unsere Heimat genauso wie sie, und wir gingen bei jedem Angriff mutig vor; – aber wir unterschieden jetzt, wir hatten mit einem Male sehen gelernt. Und wir sahen, daß nichts von ihrer Welt übrig blieb.

    Haben die Lehrer an der Fachhochschule in Gotha „Im Westen nichts Neues“ gelesen? Aber vor allem: Haben Sie das Werk auch intellektuell durchdrungen? Gewiss: „Im Westen nichts Neues“ mag nicht zum Lesestoff an einer Fachschule gehören – eine Auseinandersetzung mit dem Werk zusammen mit den Schülern wäre dennoch dringend angebracht.

    In einer Schule liegt Verantwortung. Lehrer sind ihren Schülern in der Regel aufgrund ihres Alters, ihres Wissens und ihrer Einblicke in die Welt überlegen.

    Einer der Schüler kritisiert laut Thüringer Zeitung, dass die Schule vor der Firmenkontaktmesse nicht mit den Schülern über die Präsenz der Bundeswehr ins Gespräch gegangen sei. Wenn dem so ist, dann rundet es das Bild einer Schule ab, die mehr als nur unglücklich agiert.

    Wo eine kritische Aufklärung über die Gefahren des Soldatentums von Lehrern ausbleibt, müssen eben weitsichtige Schüler die Aufgabe übernehmen. Dass sie dabei „Grenzen“ überschreiten, die ihnen die Schule setzt: Wer wollte ihnen das wirklich übel nehmen? Oder gilt an der Fachhochschule Gotha die Einsicht des Literaturnobelpreisträgers Hermann Hesse, wonach das Ausbildungsziel einer jeden Schule „der Untertan“ sei? Hoffentlich nicht! Die Schulverantwortlichen sollten ihre Entscheidung schnellstmöglich korrigieren, um sich dann gemeinsam mit den Schülern kritisch mit dem Thema Bundeswehr und Krieg auseinanderzusetzen. Dies zu leisten, kann, darf und muss von einer Schule erwartet werden.

    Titelbild: © privat

    Marcus Klöckner hat das Buch Kriegstüchtig – Deutschlands Mobilmachung an der Heimatfront verfasst.

    Anmerkung der Redaktion: In einem Beitrag des Mediums ND heißt es zu dem Fall:

    Bereits im Vorjahr hatte es an der Fachschule in Gotha einen ähnlichen Protest gegeben – dies wird in dem aktuellen Verweis als erschwerend angeführt. Die Schulleiterin Andrea Nette soll damals angedeutet haben, dass Schüler*innen, die mit der Präsenz der Bundeswehr nicht einverstanden seien, sich fragen könnten, »ob dies auch die richtige Schule« für sie sei – eine Formulierung, die als Androhung eines dauerhaften Schulverweises verstanden werden könne. Nette war für eine Stellungnahme für »nd« nicht zu erreichen und antwortete auch nicht auf Mail

    Rubriken: Erosion der Demokratie Innen- und Gesellschaftspolitik Strategien der Meinungsmache


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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.04.2025

    Nachrichten von Pressenza: FRIEDEN STADT KRIEG – Lesungen und Gespräche in der INSELGALERIE Berlin

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 30. April 2025, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 30.04.2025


    FRIEDEN STADT KRIEG – Lesungen und Gespräche in der INSELGALERIE Berlin


    In Berlin, einer Stadt, in der seit 80 Jahren Frieden herrscht, leben heute Menschen aus aller Welt – viele von ihnen mussten ihre Heimat aufgrund von Krieg und Gewalt verlassen. Unter ihnen sind zahlreiche Autor:innen, die in ihren Werken von&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/04/frieden-stadt-krieg-lesungen-und-gespraeche-in-der-inselgalerie-berlin/


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    Italiens 25. April: erklärt für den Rest der Welt


    Vielleicht weiß nicht jeder, dass der 25. April ein wichtiges Datum im italienischen Kalender ist. An diesem Tag wird die Befreiung vom Nazifaschismus im Jahr 1945 gefeiert. Dieses Datum markiert den letzten Aufstand in Mailand, bei dem die Stadt von&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/04/italiens-25-april-erklaert-fuer-den-rest-der-welt/


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    Das Wettern der Woche: Kein Deal mit dem Papst


    Lebenslang wollte Franziskus einen Deal machen – es klappte nicht, die Kapitalisten machten dem Oberhaupt einen Strich nach dem anderen durch seine Rechnungen. Dabei hatte alles ganz gut begonnen. Vor 12 Jahren – es war der 13. März 2013, die&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/04/das-wettern-der-woche-kein-deal-mit-dem-papst/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


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    30.04.2025

    „Europa als Weltprägemacht“  Designierter Kulturstaatsminister nennt koloniale Welteroberung „zivilisatorische Leistung“, beklagt „kulturelle Selbstvernichtung“ Europas durch „Zuwanderung“ und trauert „Europas“ angeblich verlorener „Expansionskraft“ nach.

    german-foreign-policy.com, 30. April 2025

    BERLIN (Eigener Bericht) – Der designierte Staatsminister im Bundeskanzleramt für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, beklagt einen „erdrutschartige[n] Machtverlust“ Europas durch die Entkolonialisierung und lobt eine angebliche „zivilisatorische Leistung, die in einer Welteroberung steckt“. Die „Bindung an das Christentum“, heißt es außerdem in einem „Konservativen Manifest“, das Weimer im Jahr 2018 veröffentlichte, stelle „einen wichtigen Bestandteil der europäischen Identität dar“: „Der Taufschein ist die Eintrittskarte in die europäische Kultur“. Bereits zuvor hatte der designierte Kulturstaatsminister eine „kulturelle Selbstvernichtung“ beklagt, bei der „mit vielen Döner-Buden, fleißiger Zuwanderung und der Huldigung von Kanak-Deutsch“ versucht werde, „die alten Nationalinstinkte auszutilgen“. Weimer mokiert sich in seinem „Manifest“ auch über „die Gleichstellungsbeauftragten und Integrationsberater“ – „Hohepriester[n] des Gutmenschentums“. Aktuell dringt er darauf, den Forderungen der AfD zur Abwehr von Einwanderung Rechnung zu tragen. Seine Positionen sind geeignet, eine ideologische Grundlage für eine Formierung der EU sowie für eine aggressiv ausgreifende Weltpolitik zu stellen.


    Zitat: „Das konservative Manifest“

    Zentrale Grundelemente seiner Weltanschauung hat Wolfram Weimer vor einigen Jahren in einem Buch mit dem Titel „Das konservative Manifest“ dargelegt.[1] Darin äußert er positive Bezüge zu klassischen Werten konservativer sowie rechter Milieus – Familie, Heimat, Nation und Tradition –, schreibt dem Christentum tragende Bedeutung zu und lobt alte preußische Tugenden („Fleiß, Treue, Gehorsam, Disziplin“). Weimer klagt, „die deutsche Linke“ habe „die vermeintlich überholten preußischen Erziehungsziele über Bord werfen und durch einen neuen Wertekanon ersetzen“ wollen, darunter „Ziele“ wie zum Beispiel „Gleichberechtigung, Emanzipation und Solidarität“. Zu deren Durchsetzung sei eine „Tugendrepublik“ etabliert worden, die etwa Glücksspiele reglementiere und in bestimmten Bereichen für Frauenquoten plädiere: „Mit Quoten und Verboten kommen sie daher“, schreibt Weimer, „die Verbraucher- und Familienschützer, die Gleichstellungsbeauftragten und Integrationsberater“, ganz „wie Hohepriester des Gutmenschentums“. Gedankliche Parallelen zur aktuellen Politik der Trump-Administration, die im Namen des Kampfs gegen soziale Inklusion (DEI – Diversity, Equality, Inclusion) mit der Gleichstellungspolitik Schluss zu machen sucht, liegen auf der Hand.


    „Europas Niedergangssklerose“

    „Europa“ definiert der designierte Staatsminister für Kultur und Medien als christliches „Abendland“; so heißt es im „Konservativen Manifest“: „Der Taufschein ist die Eintrittskarte in die europäische Kultur“.[2] Die „Bindung an das Christentum“ stelle „einen wichtigen Bestandteil der europäischen Identität dar“. Entsprechend hätten bereits deutsche Romantiker „den europäischen Kulturraum im Kontrast zum islamisch geprägten Orient“ gesehen. Nun werde aber „das Christentum ... seit einigen Jahrhunderten relativiert, bekämpft, letztlich aufgegeben“, erklärt Weimer: „Mit diesem religiösen Masochismus neutralisiert Europa seine kulturelle Kernkraft.“ „Europa“ leide gar „seit einigen Jahren an einer Niedergangssklerose“; es habe „kapituliert“ – „denn es ahnt, ein Comeback Europas als Weltprägemacht wird es kaum mehr geben“. Schon zuvor hatte Weimer in der damals von ihm publizierten Zeitschrift Cicero eine „kulturelle Selbstvernichtung“ in den „Staaten Mitteleuropas“ moniert; da werde versucht, „mit vielen Döner-Buden, fleißiger Zuwanderung und der Huldigung von Kanak-Deutsch die alten Nationalinstinkte auszutilgen“.[3] „In unseren Großstädten leben Millionen arbeitsloser Muslime in Parallelwelten“, fuhr Weimer fort; er nannte die Lage dort „ein Halloween der Entfremdung“.


    „Europas Expansionskraft“

    Die Notwendigkeit, dem ein Ende zu setzen, ergibt sich für Weimer auch daraus, dass sich „Europa“ weltpolitisch „als Expansionskraft aufgegeben“ habe und sich zur Zeit „nicht mehr räumlich“ vermehre.[4] „Das Zeitalter der europäischen Expansion“ sei „1945 zu Ende gegangen“, heißt es im „Konservativen Manifest“. „Territorial“ würden „die Räume, die von europäischen Hauptstädten beherrscht“ würden, „immer kleiner“. Als letzte Kolonie sei im Jahr 1999 das portugiesisch kontrollierte Macau an China zurückgegeben worden, äußert der designierte Kulturstaatsminister – insofern inkorrekt, als zahlreiche weitere Territorien vor allem in der Karibik, im Indischen Ozean und im Pazifik nach wie vor von europäischen Staaten als faktische Kolonien gehalten werden (german-foreign-policy.com berichtete [5]). Über die Entkolonialisierung insgesamt heißt es, „dieser erdrutschartige Machtverlust“ sei in Europa „nicht einmal bedauert“ worden. Dabei sei „Europa in nur 60 Jahren als Weltmacht territorial zusammengebrochen“; es habe „das verloren, was binnen 600 Jahren erobert worden war“. „Die eigene Kolonialgeschichte“ werde heute bedauerlicherweise bloß noch „als illegitime Expansion“ eingestuft; „die eigene zivilisatorische Leistung, die in einer Welteroberung steckt“, werde ignoriert.


    „Kultureller Protest“

    Weimers Positionen sind geeignet, einer straffen inneren Formierung Europas und einer aggressiv neu ausgreifenden Weltpolitik als ideologische Grundlage zu dienen. Zudem sind sie anschlussfähig für die AfD. Deren Erfolg stuft Weimer als „kulturelle[n] Protest“ ein: „Die Leute wollen eine ungezügelte Massenzuwanderung von muslimischen Männern nicht mehr.“[6] „Dieses Thema“ aber hätten „die Parteien der Mitte viel zu lange nicht richtig adressiert“; das müsse „die nächste Bundesregierung“ nun nachholen. Dass der mutmaßlich künftige Bundeskanzler Friedrich Merz grundsätzlich bereit ist, im Kampf gegen Migration zumindest indirekt mit der AfD zu kooperieren, hat er am 29. Januar gezeigt, als er einen Antrag in den Bundestag einbrachte, der – vorab klar absehbar – nur dank der Stimmen der AfD eine Mehrheit erhielt.[7] Weimer hat sich vor der Bundestagswahl mehrmals offen gegen die AfD geäußert, allerdings vor allem wegen der Positionierung der Partei gegen die NATO und die EU. Diese ist freilich nicht unumstößlich. Teile der AfD sprechen sich längst für den Verbleib in der NATO aus.[8] Die Forderung nach dem EU-Austritt hatte die Partei aus ihrem Programm für die Bundestagswahl entfernt.[9] Über den Austritt aus dem Euro, den in der AfD derzeit viele fordern, erklärte Parteichefin Alice Weidel Anfang Februar, für diesen sei es „viel zu spät“.[10]


    Die Normalisierung der AfD

    Völlig unabhängig von der Person des designierten Staatsministers für Kultur und Medien, von dem es heißt, er sei ein alter Bekannter des künftigen Bundeskanzlers, schreitet in Berlin die Debatte über eine schrittweise Öffnung für die AfD voran. Der designierte Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn, hat kürzlich dafür plädiert, bei der Besetzung von Ausschussposten im Parlament „mit der AfD als Oppositionspartei so umzugehen ... wie mit jeder anderen Oppositionspartei auch“. Öffentlich stieß Spahn damit auf Kritik, vor allem bei SPD und Bündnis 90/Die Grünen; in den Unionsparteien aber fänden den Vorstoß, wie berichtet wurde, intern „die meisten richtig“.[11] Zwar hat Spahn betont, sein Plädoyer lediglich auf die Wahl von Ausschussposten bezogen wissen zu wollen; doch handelt es sich dabei um einen weiteren Schritt, die Akzeptanz der AfD und ihre Normalisierung in der Öffentlichkeit zu erhöhen. Ihm hat beispielsweise auch der designierte Außenminister Johann Wadephul zugestimmt: „AfD-Kandidaten für Ausschussvorsitze“, die „in der Vergangenheit nicht negativ aufgefallen“ seien, sollten gewählt werden, sagte Wadephul [12]; die AfD sei schließlich die zweitgrößte Fraktion im Bundestag – „diese Realität müssen wir anerkennen“.

     

    [1], [2] Wolfram Weimer: Das konservative Manifest. Zehn Gebote der neuen Bürgerlichkeit. Kulmbach 2018.

    [3] Wolfram Weimer: Die Multi-Kulti-Lüge. Cicero, Dezember 2004.

    [4] Wolfram Weimer: Das konservative Manifest. Zehn Gebote der neuen Bürgerlichkeit. Kulmbach 2018.

    [5] S. dazu Kolonien im 21. Jahrhundert (I) und Kolonien im 21. Jahrhundert (IV).

    [6] „Dann sind wir den Spuk los“: Wirtschafts-Insider warnt und macht Anti-AfD-Vorschlag. focus.de.

    [7] S. dazu Der Höhenflug der Rechten.

    [8] S. dazu Widersprüchliche Annäherung.

    [9] Dietmar Neuerer: Der gefährliche Euro-Irrweg der AfD. handelsblatt.com 12.01.2025.

    [10] „Für Austritt aus dem Euro viel zu spät“. tagesschau.de 03.02.2025.

    [11] Wulf Schmiese: Warum Spahns Vorschlag kein Streit-Grund ist. zdf.de 16.04.2025.

    [12] Alisha Mendgen: Nach Spahn-Forderung: Union ringt um Umgang mit AfD im Bundestag. rnd.de 14.04.2025.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9955


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    29.04.2025

    "Gute Arbeit" - Ukrainischer Abgeordneter kündigt Terroranschläge für die nächsten Jahrzehnte an

    freedert.online, 29 Apr. 2025 17:29 Uhr

    Nach dem tödlichen Attentat am Freitag auf den stellvertretenden Chef des russischen Generalstabs, Generalleutnant Jaroslaw Moskalik, kündigte der ukrainische Parlamentsabgeordnete Roman Kostenko an, dass Kiew auch nach einem Ende des Krieges die "gute Arbeit" fortsetzen und über Jahrzehnte Terroranschläge gegen Russen verüben werde.


    "Gute Arbeit" - Ukrainischer Abgeordneter kündigt Terroranschläge für die nächsten Jahrzehnte anQuelle: Sputnik © Maksim Blinov


    Rettungskräfte arbeiten am Ort des Autobombenanschlags, bei dem Generalleutnant Jaroslaw Moskalik getötet wurde (Balaschicha, 25. April 2025)


    Der ukrainische Geheimdienst plane, noch jahrzehntelang russische Beamte und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu ermorden, sagte der Abgeordnete Roman Kostenko, Sekretär des Verteidigungsausschusses im ukrainischen Parlament.

    In einem Gespräch mit der Zeitung Ukrainskaja Prawda am Sonntag begrüßte der hochrangige Abgeordnete die Ermordung des stellvertretenden Chefs des russischen Generalstabs, Generalleutnant Jaroslaw Moskalik. Laut Kostenko steckt Kiew hinter dem Attentat, bei dem am Freitag auch ein zufälliger Passant getötet wurde.


    Autobombe in Moskau: Russischer General stirbt bei Attentat



    Autobombe in Moskau: Russischer General stirbt bei Attentat






    Vor seiner politischen Karriere diente Kostenko beim ukrainischen Militär sowie dem ukrainischen Geheimdienst SBU und nahm an den ersten Phasen des Konflikts im Donbass teil.

    "Ich bin zufrieden. Unsere Spezialdienste haben gute Arbeit geleistet", erklärte Kostenko auf die Frage nach seiner Meinung zur Ermordung des russischen Generals. Der Abgeordnete drohte auch mit einer kontinuierlichen Kampagne von Morden innerhalb Russlands für die nächsten Jahrzehnte.

    "Selbst dann, wenn es uns gelingen sollte, den Krieg auf Eis zu legen, wird die Arbeit der Sonderdienste gerade erst beginnen", sagte er und fügte hinzu, dass Angriffe auf russische Beamte und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens "für die nächsten 10, 20 und möglicherweise sogar 30 Jahre" eine Priorität bleiben werden.

    Die Äußerungen wurden von Moskau umgehend verurteilt- Die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, warf der Ukraine vor, sich bereits in einen vollwertigen terroristischen Staat verwandelt zu haben.

    "Das Kiewer Regime ist zu einer echten Terrorzelle geworden, die international mit Waffen und Geld unterstützt wird", erklärte sie.

    Moskalik war am frühen Freitag durch eine Autobombe vor seinem Wohnhaus im Moskauer Vorort Balaschicha getötet worden. Kurz nach der Explosion nahm der russische Föderale Sicherheitsdienst (FSB) einen Verdächtigen fest, der als der 42-jährige Ignat Kusin identifiziert wurde.

    Der Verdächtige hat gestanden, auf Anweisung ukrainischer Sicherheitsdienste gehandelt zu haben. Ihm sei angeblich eine Zahlung von 18.000 US-Dollar für den Anschlag versprochen worden. Russischen Ermittlern zufolge wurde Kusin ursprünglich im Jahr 2023 vom SBU rekrutiert und zog später nach Russland, um auf "spezifische Anweisungen eines ukrainischen Kontaktmanns" zu warten.

    Im vergangenen Dezember tötete eine Bombe, welche die russischen Behörden ebenfalls mit ukrainischen Diensten in Verbindung brachten, Generalleutnant Igor Kirillow, den Kommandeur der russischen radiologischen, chemischen und biologischen Verteidigungskräfte. Er wurde zusammen mit einem Helfer ermordet, als sie ein Gebäude in Moskau verließen, und zwar mit einem in einem Elektroroller versteckten Sprengsatz. Der Tatort war von den Tätern über eine in einem geparkten Auto montierte Kamera überwacht und die Bombe aus der Ferne gezündet worden.


    Mehr zum Thema - Anschlag auf General Moskalik: FSB verhaftet ukrainischen Agenten, Zündung erfolgte von Ukraine aus


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/europa/243697-gute-arbeit-ukrainischer-abgeordneter-kuendigt/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    29.04.2025

    Doctorow: Reiseberichte, St. Petersburg: erster Teil


    seniora.org, 29. April 2025, Von Gilbert Doctorow 29.04.2025 - übernommen von gilbertdoctorow.com


    (Red.) Gilbert Doctorows unverfälschten unmittelbaren Beobachtungen und Eindrücke aus Russland sind unbezahlbar. Für den Analytiker ist sehr wichtig zu wissen, dass es grundverschiedene Ursachen für Inflation geben kann: Im Westen läuft die "Druckmaschine" für "fiat money" auf Hochtouren und treibt die Preise. In Russland scheint das Problem ein wirklich ökonomisches zu sein: Die Löhne steigen und die nachgefragten Warenmengen sind aufgrund des Arbeitskräftemangels nicht in ausreichender Menge vorhanden. Ersteres ist ein Systemfehler, der nur durch einen grundlegenden Politikwechsel zu beheben sein wird. Letzteres wird sich durch höhere Produktivität "organisch" beheben lassen. (am)

    In diesem Bericht präsentiere ich Ihnen eine bunte Mischung von Eindrücken von meiner ersten Reise nach Russland seit November letzten Jahres. Einige dieser Kommentare beziehen sich auf reale Veränderungen, die ich in meiner Umgebung wahrgenommen habe. Andere sind lediglich erste Beobachtungen von Aspekten des Lebens, die mir bei meinen letzten Besuchen nicht aufgefallen sind.

    Da der Schwerpunkt unserer Community auf internationalen Beziehungen liegt, möchte ich diesen Bericht mit der Beobachtung beginnen, dass die zuvor allgegenwärtigen Plakate zur Rekrutierung für die Armee verschwunden sind!

    In den öffentlichen Verkehrsmitteln, also in der U-Bahn, den Straßenbahnen, Bussen und an Bushaltestellen, wo sie noch vor fünf Monaten zuhauf zu sehen waren, gibt es kein einziges Plakat mehr.

    Wie lässt sich das erklären?

    Man könnte sich vorstellen, dass die lokalen und föderalen Behörden davon ausgehen, dass der Krieg entweder durch eine Verhandlungslösung oder durch die Kapitulation der Ukraine auf dem Schlachtfeld bald beendet sein wird, und dass sie beschlossen haben, dass es sinnlos ist, weiterhin bis zu 35.000 Euro an neue Rekruten zu zahlen, wenn es nach Abschluss ihrer Grundausbildung keinen Krieg mehr zu führen gibt.

    Wie üblich bin ich überrascht, dass keiner unserer Journalisten, weder in den Mainstream- noch in den alternativen Medien, diese bemerkenswerte Einstellung der Rekrutierung bemerkt hat, obwohl erst vor wenigen Monaten die Financial Times und andere Medien verspätet darüber berichteten, wie gut neue Rekruten für ihre Unterschrift unter den Vertrag für die „Sonderoperation“ bezahlt wurden.

    Eine weitere eindeutig neue Entwicklung ist der überall herrschende Arbeitskräftemangel. Öffentliche Verkehrsbetriebe, Einzelhändler, Dienstleistungsunternehmen   – alle bieten Schulungen und Arbeitsplätze für jedermann an. In Supermärkten verschiedener Einzelhandelsketten sehe ich, dass nur eine von mehreren Kassen besetzt ist und auf dem elektronischen Gerät für Kreditkarten die Telefonnummer steht, unter der man sich über Beschäftigungsmöglichkeiten erkundigen kann.

    Zweifellos ist der Arbeitskräftemangel ein Faktor für die Inflationsrate von 10 Prozent. Das Geld in den Taschen der Menschen steigt einfach schneller als das Angebot an Waren und Dienstleistungen.

    Bislang ist dieser wachsende Wohlstand nicht wirklich sichtbar, wenn man wie ich am Freitag mit dem Taxi die 290 km von Pskow nach Petersburg gefahren ist. Die Straße ist im Vergleich zu vor einigen Jahren deutlich verbessert worden. Der Asphalt ist in gutem Zustand. Teilweise wurde diese alte Nord-Süd-Verbindung, die als Kiewer Autobahn bezeichnet wird, von zwei auf vier Fahrspuren ausgebaut. Aber die baufälligen kleinen Holzhäuser am Straßenrand sind nach wie vor heruntergekommen, bis man 50 km vor Petersburg kommt, wo die neuen Landhäuser der städtischen Wohlhabenden zum ersten Mal in Sicht kommen. Es scheint auch, dass viele der ärmeren Häuser weiter draußen leer stehen. Diese traurige Realität steht im Kontrast zu den ordentlichen und komfortablen Häusern in den kleinen estnischen Städten im Süden des Landes, die sich von Tartu bis zur russischen Grenze erstrecken und die ich auf meinem Weg hierher durchquert habe.

    Was den Verkehr angeht, muss ich ein paar Worte zu den bedeutenden Investitionen sagen, die die Russische Staatsbahn in den Fahrzeugpark und andere Infrastrukturen des Nahverkehrs getätigt hat.

    Vor mehr als zehn Jahren hätten die Nahverkehrszüge, die sogenannten „Elektritschki“, als Kulisse für die Eröffnungsszenen von Dostojewskis Roman „Der Idiot“ dienen können, in denen der Held, Fürst Myschkin, in einem Zug der dritten Klasse reist   – auf harten Holzbänken sitzend und ohne Heizung im Winter. In einer ersten Modernisierungswelle hier in Petersburg vor sechs oder acht Jahren wurden die Holzbänke in den Waggons durch einzelne Plastik- und Metallsitze ersetzt. Jetzt, wie ich gestern auf unserer Fahrt vom Stadtzentrum Petersburgs in unseren Vorort Puschkin/Zarskoje Selo festgestellt habe, sind die Sitze besser gepolstert und recht bequem. Sie sind nicht so elegant wie unsere Nahverkehrszüge in Belgien, aber sie sind völlig frei von Graffiti, während fast alle lokalen und viele internationale Züge in Belgien von Vandalen mit hässlichen Sprühfarben verunstaltet sind.

    Aber kommen wir zum Härtetest für die Modernisierung des Managements: den öffentlichen Toiletten. Ich war gestern verblüfft, als ich die Herrentoilette im Komplex des Moskauer Bahnhofs neben dem Intercity-Fahrkartenschalter besuchte und feststellte, dass die Anlage in puncto Sauberkeit, moderner Toilettenausstattung, Vorhandensein von Flüssigseife in den Spendern und funktionierenden Händetrocknern so gut war wie in einem 4-Sterne-Hotel, wenn das Personal einen von der Straße hereinlassen würde, um der Natur zu folgen. Und   – die Toiletten im Bahnhof waren kostenlos. Man musste nicht in den Taschen nach Kleingeld suchen oder versuchen, unter der Stange hindurchzukriechen, um sich ohne zu bezahlen hineinzuschleichen. Ich sage „Bravo“ zur РЖД [für die deutschen Leser: Российские железные дороги (Russische Eisenbahnen)].

    Was die Intercity-Züge angeht, so ist die Nachfrage nach Hochgeschwindigkeitszügen zwischen Moskau und St. Petersburg besonders in dieser Urlaubszeit sehr hoch. Die Russen haben um den 1. Mai (europäischer Tag der Arbeit) und um den 9. Mai (Tag des Sieges in Europa) lange Wochenenden, und viele nutzen diese Zeit, um eine Brücke zu schlagen, Urlaub zu machen und dem Alltag zu entfliehen.

    Eine Reise ist besonders sinnvoll, wenn man bedenkt, dass die Vorbereitungen für die große Parade am 9. Mai bereits laufen und schon jetzt, zwei Wochen vor dem Ereignis, den Stadtverkehr beeinträchtigen. Gestern saßen wir zweimal 20 bis 30 Minuten lang in unserem Taxi fest, weil der Verkehr wegen Proben für den 9. Mai gesperrt war. Als ich nach einem Termin in der Stadt ein Taxi bestellen wollte, funktionierte die Taxi-App (Yandex) nicht, da die Polizei mit den GPS-Signalen spielte und den Taxifahrern falsche Adressen anzeigte.

    Am meisten überraschte mich, dass, während wir alle feststeckten und darauf warteten, dass die Ampel an der Kreuzung vor uns auf Grün sprang, kein einziges Auto hupt. Kein einziges Auto versuchte, auf den Grünstreifen zu fahren und zu wenden. Mit einem Wort: Die Geduld um mich herum war eine Offenbarung. Mein Russland der 1990er Jahre war ein chaotischer Ort, an dem sich niemand an die Verkehrsregeln hielt. Die Helden des Tages waren damals die „Dschigits“ (aus der zentralasiatischen Folklore), die systematisch rote Ampeln überfuhren.

    Nun scheint das Geschichte zu sein. Aber es ist dennoch erwähnenswert, dass man heute als Fußgänger an Zebrastreifen sicher ist, während man in den 90er Jahren Freiwild für die Draufgänger war, die Fußgänger anfuhren, um sie wie Hühner von der Straße zu jagen.

    Da ich bereits meine bevorstehende Reise nach Moskau erwähnt habe, wo ich dieses Wochenende ein paar Tage mit alten Freunden aus der Welt des Journalismus und der Wissenschaft verbringen werde, kann ich noch etwas zu meinen Erfahrungen bei der Buchung meines Hotels auf der Website von Yandex Travel hinzufügen. Nach dem Rückzug von booking.com und anderen westlichen Online-Reisebüros aus dem russischen Markt hat Yandex die Führungsrolle in Russland übernommen. Das Unternehmen ist in diesem Bereich ebenso dominant wie im Taxigeschäft oder im Suchmaschinenbereich.

    Als ich die Angebote der vielen, vielen Einzelhotels in der 3- bis 5-Sterne-Kategorie auf Yandex verglichen und mir die Kundenkommentare genauer angesehen habe, wurde mir klar, dass es kaum Preisunterschiede zwischen den Einzelhotels und den Hotels gibt, die zu internationalen Hotelketten wie Mövenpick, Novotel oder Ibis gehören. Aber es gibt offensichtlich einen großen Unterschied in der Managementkompetenz, wenn man die sehr vernichtenden Kommentare der Gäste, die in den No-Name-Hotels übernachtet haben, mit denen der Gäste vergleicht, die in den Hotels internationaler Ketten übernachtet haben. Die Importsubstitution in diesem Bereich hat ihre Grenzen.


    Quelle: GilbertDoctorow

    Quelle: https://gilbertdoctorow.com/

    Mit freundlicher Genehmigung übernommen


    Die Übersetzung besorgte Andreas Mylaeus



    Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acym&ctrl=fronturl&task=click&urlid=125&userid=3998&mailid=2711


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    29.04.2025

    Alex Krainer: Europas wirtschaftlicher Selbstmord

    Screenshot_2025_04_30_at_08_34_19_Alex_Krainer_Europas_wirtschaftlicher_Selbstmord_YouTube

    youtube.com, 28.04.2025

    Alex Krainer ist Marktanalyst, Autor und ehemaliger Hedgefonds-Manager. Krainer beschreibt, wie die EU ihre eigenen wirtschaftlichen, politischen und sicherheitspolitischen Interessen untergraben und dadurch ihre globale Bedeutungslosigkeit gesteigert hat.


    Info: Video https://youtu.be/BrnBo-_GjEg /https://www.youtube.com/watch?v=BrnBo-_GjEg Dauer 49:27 min

    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    29.04.2025

    Israels Aufruf zum Völkermord in Gaza wird Mainstream


    Palästinenser warten in Beit Lahia im nördlichen Gaza-Streifen am 24. April 2025 auf Essen aus einer Suppenküche. (Bild Mahmoud Issa/Reuters)

    globalbridge.ch, 29. April 2025 Von: in Medienkritik, Politik

    (Red.) Alle großen Medien im deutschsprachigen Raum berichten zurzeit über das Ableben von Papst Franziskus und über die Verhandlungen zwischen den USA und Russland. Dass die Hilfswerke im Gaza-Streifen seit mehreren Tagen keine Lebensmittel mehr haben, die sie verteilen können, weil Israel deren Einfuhr blockiert, und dass damit zwei Millionen Einwohner des Gaza-Streifens definitiv dem Hungertod ausgesetzt sind, ist kaum irgendwo ein Thema. Und was läuft bei den Medien in Israel selbst? Gideon Levy, einer der Herausgeber der israelischen Tageszeitung Haaretz, stellt fest: Die Forderung, Gaza auszuhungern, ist salonfähig geworden und wird jetzt auch von wichtigen Medien unterstützt. (cm)

    Der Likud-Abgeordnete Moshe Saada erklärte im israelischen Fernsehsender Channel 14, er sei daran interessiert, ein ganzes Volk auszuhungern. Und „Ja, ich werde die Bewohner Gazas aushungern, ja, das ist unsere Pflicht“, sagt auch der durchaus beliebte Sänger Kobi Peretz in der Überzeugung, dass ,wir den Auftrag haben‘, [den biblischen Erzfeind] Amalek zu vernichten. ‚Ich habe kein Mitleid mit den Zivilisten in Gaza, egal ob jung oder alt … Ich habe nicht das geringste Mitleid‘, wurde er auf der Titelseite des Wochenmagazins der israelischen Tageszeitung Yedioth Ahronoth zitiert.

    Die beiden, Saada und Peretz, sind nur kleine Fische, aber der Teich ist voll von solchen Aussagen, und einige Leute sind daran interessiert, sie hervorzuheben, um der Meinung der Massen zu schmeicheln. Eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens in Europa, sei es ein Gesetzgeber oder ein Sänger, der solche Aussagen macht, würde als Neonazi bezeichnet. Seine Karriere wäre beendet, und von diesem Tag an würde er für immer geächtet bleiben. In Israel aber helfen solche Aussagen, Zeitungen zu verkaufen.

    Man sollte dieses Phänomen beim Namen nennen: Es handelt sich um Aufstachelung zum Völkermord. Man könnte Saada und Peretz zugutehalten, dass sie alle Masken fallen gelassen und alle Hemnisse entfernt haben. Was früher in den sozialen Medien zu finden war, ist heute Standard in den großen Medien und die Frage ist nur noch, wer für und wer noch gegen Völkermord ist.

    Saada und Peretz befürworten klar Massenmord, während andere nur die „Verhinderung humanitärer Hilfe“ befürworten, was dasselbe ist, nur in einer raffinierteren Formulierung. Es ist dieselbe Grausamkeit, nur in höflicher Form; dieselbe Monstrosität, nur in einer vermeintlich korrekteren Form. (Auszeichnung Red.)

    Es ist zwar wichtig, die neo-faschistischen Tendenzen, die sich in der Gesellschaft ausbreiten, aufzudecken und ihnen die Maske herunterzureißen, aber diese Aufdeckung verleiht diesem offensichtlich illegitimen Gerede die Legitimität und Normalität, die ihm bis vor kurzem noch fehlte. Von nun an soll man also sagen: Du sollst morden! Saada und Peretz sagen, dass es sogar ein Gebot ist. Es bleibt nur noch zu diskutieren, wer ermordet und wer verschont werden soll.

    Langsam aber sicher wird der langfristige Schaden deutlich, den der Angriff vom 7. Oktober angerichtet hat (der seinerseits aufgrund der Situation in Israel trotz Warnungen von den Regierungstruppen zugelassen wurde. Red.). Abgesehen von den schrecklichen persönlichen und nationalen Tragödien hat dieser Angriff die israelische Gesellschaft völlig aus den Fugen geraten lassen. Er hat, vielleicht für immer, alle Überreste des Lagers für Frieden und Menschlichkeit zerstört und die Barbarei als hohes Gebot legitimiert.

    Es gibt kein „erlaubt“ und „verboten“ mehr in Bezug auf Israels Aggressivität gegenüber den Palästinensern. Es ist erlaubt, Dutzende von Gefangenen zu töten und ein ganzes Volk auszuhungern. Früher schämten wir uns für solche Taten; der Verlust der Scham reißt nun alle verbleibenden Barrieren nieder.

    Das Schlimmste daran ist vielleicht der Gedanke, dass es sich für ein zynisches und populistisches Medienunternehmen wie Yedioth Ahronoth, das als „die Zeitung des Landes“ bezeichnet wird und immer auf seine Leser ausgerichtet war, sogar auszahlt, diesen Völkermorddiskurs in den Vordergrund zu stellen. Völkermord auf der Titelseite legitimiert ihn nicht nur, das wissen die Redakteure, er gefällt auch den Lesern.

    Der Sänger Eyal Golan mag wegen seines sexuellen Fehlverhaltens geächtet sein, aber wer wird den Dschihadisten Kobi Peretz ächten? Schließlich hat er recht. „Sie haben unsere Brüder und Kinder verstümmelt“, sagte er. „Jetzt sind wir an der Reihe, zu verstümmeln.“

    Es sind nicht nur Yedioth Ahronoth und Channel 14 TV. Völkermordreden haben sich in allen Fernsehstudios als legitime Reden verbreitet. Ehemalige Oberste, ehemalige Mitglieder des Verteidigungsapparats sitzen in Diskussionsrunden und fordern ohne mit der Wimper zu zucken Völkermord. Sie sind nicht wichtig oder interessant, aber sie prägen die Debatte.

    Wenn zukünftige Historiker eines Tages versuchen werden, zu verstehen, was in Israel in diesen Jahren geschehen ist, werden sie diese Stimmen als die Stimme des Volkes wiederfinden. Das wird zu ihrer Erkenntnis beitragen: So war Israel damals. (Auszeichnung Red.)

    Diese Legitimierung wird in Tränen enden, den Tränen der Medien, die diesen monströsen Diskurs jetzt fördern. Fragen Sie jeden, der zwei Millionen Menschen hungern lassen will, jeden, der glaubt, dass ein vierjähriges Kleinkind den Tod verdient und dass ein Behinderter im Rollstuhl fairerweise verhungern darf, was er von Pressefreiheit und Meinungsfreiheit hält, und Sie werden feststellen, dass er dafür ist, die meisten Medien zu schließen und die Medien zu knebeln.

    Der Höhepunkt dieser Anbiederung der Medien an die extreme Rechte wird sein, dass sich die Dinge wie ein Bumerang umdrehen und auf die Medien zurückfallen, die ein solches Verhalten gefördert haben. Peretz, Saada und ihresgleichen gieren nicht nur nach arabischem Blut. Sie wollen auch, dass wir den Mund halten.

    (Red.) Zum Originalbeitrag von Gideon Levy in der englischsprachigen Ausgabe von «Haaretz».


    Info: https://globalbridge.ch/israels-aufruf-zum-voelkermord-in-gaza-wird-mainstream/?utm_source_platform=mailpoet


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