aus e-mail von Clemens Ronnefeldt, 22. Juni 2025, 8:33 Uhr
Liebe Friedensinteressierte,
nachfolgend sende ich Artikel zum Krieg in Westasien.
1. Der Spiegel: USA zerstören laut Trump wichtigste Atomanlagen Irans
2. Berl.Z.: US-Professor Jeffrey Sachs: „Wir stehen kurz vor einem Weltkrieg“
3. Seymour Hersh: Was mir gesagt wurde, kommt im Iran - Der erste Kampfplan für einen neuen Krieg
4. CNN: Israel sagt, der Iran sei auf dem Weg zu einer Atomwaffe. US-Geheimdienste sagen, dass es noch Jahre entfernt war
5. Tagesspiegel: Keine Drohnen mehr aus Teheran: Verliert Putin seinen wichtigsten Verbündeten im Nahen Osten?
6. Die Zeit: Iran und China: Zweckgemeinschaft mit Grenzen
7. Der Spiegel: Historische Machtverschiebung in Nahost - Warum Saudi-Arabien und Iran plötzlich gemeinsame Sache machen
8. The Pioneer Coverstory - WIRTSCHAFTSFAKTOR KRIEG - Wie Israel mit und von der ständigen Bedrohung lebt
9. n tv: Verwirrung um Flightradar-Bilder - Bundeswehr weist Spekulationen um Hilfe für Israel bei Iran-Krieg zurück
10. Missilematters: Operation Rising Lion: Erste Bewertung und Auswirkungen
Israelische Luftüberlegenheit, das Versagen der iranischen Großstrategie und strategisches Targeting
11. msn: Markus Lanz glaubt nicht, was Gast über Iran-Israel-Krieg sagt: „Das ist Propaganda“
12. NZZ: Die deutsche Regierung genehmigt Rüstungsexporte für Israel im Wert von knapp vier Millionen Euro
13. Aufschrei: Angriff ist keine Verteidigung! Rüstungsexporte nach Israel stoppen!
14. IPG: Gefährlicher Irrweg - Die Illusion vom Regimewechsel im Iran droht zum geopolitischen Albtraum zu werden
– mit unkalkulierbaren Folgen für die ganze Region.
15. SZ: Omri Boehm bei „München redet“
„Eine Welt, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit erlaubt, erlaubt sie auch gegen Juden“
16. Freie-Radios: Die Feigheit des scheinbaren Freundes: Israel, Iran und der Westen, Interview mit Andreas Zumach
17. IPPNW: Frankfurter Erklärung (1982)
18. Berl. Z.: Nato-Gipfel 2025: August Pradetto: Europas gefährlicher Marsch in den Rüstungsrausch
19. Berühmte Zitate von Martin Luther King Jr. über mehr Mut
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1. Der Spiegel: USA zerstören laut Trump wichtigste Atomanlagen Irans
https://www.spiegel.de/ausland/israel-iran-news-donald-trump-kehrt-fuer-treffen-mit-sicherheitsberatern-nach-washington-zurueck-a-4b0024b9-b9bf-41d1-b49c-149d79a77075
USA zerstören laut Trump wichtigste Atomanlagen Irans
US-Militärflugzeuge haben drei atomare Anlagen in Iran angegriffen,
darunter auch die Atomfestung Fordo. US-Präsident Donald Trump spricht
von einem »spektakulären Erfolg« und warnt Teheran. Alle Entwicklungen
im Newsblog.
Das Wichtigste in Kürze:
Donald Trump hat den US-Angriff auf iranische Atomanlagen als
»spektakulären militärischen Erfolg« bezeichnet. Irans wichtigste
Atomanlagen seien dabei »vollständig zerstört« worden. Die Angriffe
galten den Anlagen in Fordo, Isfahan und Natans.
Der US-Präsident hat die Zusammenarbeit mit Israels Premier Benjamin
Netanyahu gelobt: »Wir haben als Team gearbeitet, wie es vielleicht
noch nie ein Team zuvor getan hat.«
Irans Machthaber Ali Khamenei trifft offenbar Vorkehrungen für seinen
Tod und hat drei potenzielle Nachfolger nominiert, das berichtet die
»New York Times«.
Deutschland hat seine Botschaft in der iranischen Hauptstadt Teheran
nach Informationen des SPIEGEL vorübergehend ins benachbarte Ausland
verlegt.
Der Krieg zwischen Israel und Iran geht weiter mit Angriffen auf
beiden Seiten. Israel verkündet, einen hochrangigen iranischen
Kommandeur getötet zu haben. Zudem hat Israels Militär ein wichtiges
Atomforschungszentrum in Isfahan angegriffen und weitere Angriffe
geflogen.
Weitere deutsche Staatsbürger, die in Israel festsaßen, sind von Amman
aus per Sonderflug nach Deutschland ausgeflogen worden.
(…)
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22.06.2025. 07.44 Uhr
Blitzanalyse: Welche Folgen hat Trumps Angriff für die weitere US-Außenpolitik?
Eigentlich wollte sich Donald Trump – wie die demokratischen
Präsidenten Biden und Obama vor ihm – auf den Indopazifik und die
Bedrohung durch China konzentrieren. Jetzt involviert der Republikaner
die USA in einen weiteren Konflikt im Nahen Osten.
Kriege sind unvorhersehbar. Niemand kann derzeit seriös voraussagen,
ob dies ein kurzer Konflikt wird (wie Trump zu glauben scheint) oder
ob sich hier ein neuer amerikanischer »forever war« anbahnt: ein nicht
enden wollender Krieg wie jene nach den US-Invasionen in Afghanistan
2001 und Irak 2003.
Sollte es so kommen, hat Trump heute Nacht womöglich eine folgenreiche
Weichenstellung vorgenommen. Der seit Obama propagierte »pivot to
Asia«, der »Schwenk nach Asien«, wäre einmal mehr ausgebremst durch
eine militärische Verstrickung in Nahost. Die US-Alliierten und
-Partner im Pazifik – von Südkorea und Japan über Taiwan und die
Philippinen bis Australien – werden sehr genau hinsehen.
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Heute 04:43 Uhr
Trump lobt Zusammenarbeit mit Netanyahu
Er und Benjamin Netanyahu hätten »als Team zusammengearbeitet«, sagte
Donald Trump in seiner Rede kurz nach den Luftschlägen. Der
israelische Premier dankte dem US-Präsidenten seinerseits in einer
Videobotschaft. Die amerikanischen Luftangriffe seien in »in voller
Koordination« mit Israels Streitkräften durchgeführt worden.
Tatsächlich hatten israelische Kampfpiloten am gestrigen Samstag
Luftangriffe auf eine Nuklearanlage, Raketenstellungen und ein
Munitionslager geflogen. Sie nahmen dabei den Süden Irans ins Visier:
ebenjene Region also, durch die mutmaßlich die Flugroute von
US-Flugzeugen auf dem Weg nach Fordo geführt haben könnte.
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Heute 04:33 Uhr
US-Präsident droht Iran mit weiteren Angriffen – »Frieden oder eine Tragödie«
Nach den US-Luftangriffen auf die iranischen Atomanlagen hat Präsident
Donald Trump dem Land mit weiteren Angriffen gedroht. »Es wird
entweder Frieden geben oder eine Tragödie für den Iran«, sagte Trump
in einer Fernsehansprache an die Nation.
Das Ziel der USA sei die Zerstörung der iranischen Kapazitäten zur
Urananreicherung gewesen und die Beendigung der nuklearen Bedrohung
durch den »weltweit größten staatlichen Sponsor des Terrors«, erklärte
Trump. Er könne der Welt nun berichten, dass die Angriffe ein
»spektakulärer militärischer Erfolg« gewesen seien.
Es seien in Iran noch viele Ziele übrig, die die USA angreifen
könnten. »Wenn der Frieden nicht schnell kommt, werden wir die anderen
Ziele mit Präzision, Schnelligkeit und Geschick angreifen, die meisten
von ihnen können in wenigen Minuten ausgeschaltet werden.«
Der US-Präsident dankte den »Patrioten, die diese wunderbaren
Maschinen geflogen haben« – diese Worte galten den US-Piloten, die die
Luftangriffe gegen Iran ausgeführt hatten.
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2. Berl.Z.: US-Professor Jeffrey Sachs: „Wir stehen kurz vor einem Weltkrieg“
https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/us-professor-jeffrey-sachs-wir-stehen-kurz-vor-einem-weltkrieg-li.2335038
US-Professor Jeffrey Sachs: „Wir stehen kurz vor einem Weltkrieg“
Der Columbia-Professor sieht die Gefahr der Eskalation in Nahost.
Seymour Hersh sagt, ein massiver US-Schlag soll schon an diesem Wochenende erfolgen.
Michael Maier <https://www.berliner-zeitung.de/autoren/michael-maier--li.76196>
19.06.2025 20.06.2025, 13:52 Uhr
In ungewohnte Deutlichkeit warnt der US-amerikanische Ökonom und
Spitzendiplomat Jeffrey Sachs vor einer akuten Weltkriegsgefahr.
Er fordert von Deutschland, keine markigen Sprüche zu klopfen sondern
diplomatische Initiativen anzustoßen, so lange das noch geht.
Am Freitag wollen sich EU-Politiker mit dem iranischen Außenminister
treffen. Ob sie noch etwas ausrichten können - offen.
Der US-Journalist Seymour Hersh erwartet einen gewaltigen US-Schlag. (…)
——
3. Seymour Hersh: Was mir gesagt wurde, kommt im Iran - Der erste Kampfplan für einen neuen Krieg
https://seymourhersh.substack.com/p/what-i-have-been-told-is-coming-in
Was mir gesagt wurde, kommt im Iran
Der erste Kampfplan für einen neuen Krieg
<https://substack.com/@seymourhersh>
Seymour Hersh <https://substack.com/@seymourhersh>
19. Juni 2025
Dies ist ein Bericht darüber, was am ehesten im Iran passieren wird,
bereits an diesem Wochenende, laut israelischen Insidern und
amerikanischen Beamten, auf die ich mich seit Jahrzehnten verlassen habe.
Es wird schwere amerikanische Bombardements nach sich ziehen. Ich habe
diesen Bericht mit einem langjährigen US-Beamten in Washington
überprüft, der mir sagte, dass alles „unter Kontrolle“ sein wird, wenn
der oberste iranische Führer Ali Khamenei „departs“ („weggeht“.
Wie das passieren könnte, kurz vor seiner Ermordung, ist nicht bekannt.
Es wurde viel über amerikanische Feuerkraft und Ziele im Iran
gesprochen, aber wenig praktisches Denken, soweit ich sagen kann, wie
man einen verehrten religiösen Führer mit einer enormen Anhängerschaft
entfernen kann.
Ich habe seit Jahrzehnten aus der Ferne über die Atom- und
Außenpolitik Israels berichtet. Mein 1991 erschienenes BuchThe Samson
Option erzählte die Geschichte der Herstellung der israelischen
Atombombe und Amerikas Bereitschaft, das Projekt geheim zu halten.
Die wichtigste unbeantwortete Frage über die aktuelle Situation wird
die Antwort der Welt sein, einschließlich der von Wladimir Putin, dem
russischen Präsidenten, der ein Verbündeter der iranischen Führung war.
Die Vereinigten Staaten bleiben Israels wichtigster Verbündeter,
obwohl viele hier und auf der ganzen Welt Israels anhaltenden
mörderischen Krieg in Gaza verabscheuen.
Die Trump-Regierung unterstützt Israels aktuellen Plan, den Iran von
jeder Spur eines Atomwaffenprogramms zu befreien, während sie hofft,
dass die von Ayatollah geführte Regierung in Teheran gestürzt wird.
——
4. CNN: Israel sagt, der Iran sei auf dem Weg zu einer Atomwaffe. US-Geheimdienste sagen, dass es noch Jahre entfernt war
https://edition.cnn.com/2025/06/17/politics/israel-iran-nuclear-bomb-us-intelligence-years-away?iid=cnn_buildContentRecirc_end_recirc
Israel sagt, der Iran sei auf dem Weg zu einer Atomwaffe.
US-Geheimdienste sagen, dass es noch Jahre entfernt war
Von Katie Bo Lillis und Zachary Cohen, CNN
Aktualisiert 11:03 AM EDT, Di 17. Juni 2025
Als Israel letzte Woche seine Serie von Angriffen gegen den Iran
startete, gab es auch eine Reihe düsterer Warnungen vor dem
Atomprogramm des Landes heraus, die darauf hindeuteten, dass der Iran
sich in seinem Bestreben, Atomwaffen zu erlangen, schnell einem Punkt
nähere, an dem es kein Zurück mehr gebe, und dass die Angriffe
notwendig seien, um diesem Ergebnis zuvorzukommen.
Aber die Einschätzungen der US-Geheimdienste waren zu einem anderen
Schluss gekommen: Der Iran strebte nicht nur nicht aktiv nach einer
Atomwaffe, sondern war auch bis zu drei Jahre davon entfernt, eine
Atomwaffe herstellen und an ein Ziel seiner Wahl liefern zu können, so
vier mit der Bewertung vertraute Personen.
Ein anderer hochrangiger US-Beamter sagte gegenüber CNN, der Iran sei
"so nah wie möglich, bevor man (eine Atomwaffe) baut. Wenn der Iran
eine haben will, hat er alles, was er braucht." (…)
———
5. Tagesspiegel: Keine Drohnen mehr aus Teheran: Verliert Putin seinen wichtigsten Verbündeten im Nahen Osten?
https://www.tagesspiegel.de/internationales/keine-drohnen-mehr-aus-teheran-verliert-putin-seinen-wichtigsten-verbundeten-im-nahen-osten-13863316.html
Keine Drohnen mehr aus Teheran: Verliert Putin seinen wichtigsten Verbündeten im Nahen Osten?
Bislang unterstützte der Iran Russland im Ukraine-Krieg. Nun aber ist
die Islamische Republik massiv geschwächt. Eine Sicherheitsexpertin
erklärt, wie heikel die Lage für den Kreml ist.
Von Hannah Wagner
17.06.2025, 10:10 Uhr
Der Ölpreis steigt – zumindest das ist aus Sicht von Wladimir Putin
eine erfreuliche Nachricht. Schließlich finanziert Russlands Präsident
seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine seit Jahren maßgeblich durch
die Einnahmen aus Rohstoffverkäufen.
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6. Die Zeit: Iran und China: Zweckgemeinschaft mit Grenzen
https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-06/iran-china-oel-beziehung-krieg/komplettansicht
Iran und China: Zweckgemeinschaft mit Grenzen
Das Islamisten-Regime in Teheran ist antiamerikanisch und verkauft
günstiges Öl. Damit ist es für China ein interessanter Partner.
Viel mehr aber wohl auch nicht.
Eine Analyse von Steffen Richter
20. Juni 2025, 18:28 Uhr
Das fundamentalistische Regime im Iran hat über die letzten Jahrzehnte
gute Beziehungen zu zwei großen Atomstaaten aufbauen können: zu
Russland und zu China. (…)
Deswegen haben die beiden Staatschefs Wladimir Putin und Xi Jinping am
Donnerstag telefoniert, angeblich eine Stunde lang. Auffällig ist:
Beide machen Israel zwar für die Eskalation verantwortlich, sind in
ihrer Tonlage aber recht zurückhaltend.
Xi blieb nach chinesischen Angaben auch im Gespräch mit Putin
insgesamt eher wolkig: "Die aktuelle Lage im Nahen Osten ist äußerst
kritisch und bestätigt erneut, dass die Welt in eine neue Phase der
Turbulenzen und des Wandels eintritt.“ (…)
China hat politisch in den Iran investiert
China hatte unter Xi Jinpings Führung politisch eine Menge in das
iranische Regime investiert. 2023 führte Xi den Iran in die Shanghai
Cooperation Organization (SCO), ein Treffen eurasischer Staaten, die
in Sicherheitsfragen politisch enger zusammenarbeiten wollen.
China hat auf die Teilnahme Irans an der Runde der BRICS-Staaten
gedrängt, wo sich die aufstrebenden Schwellenländer Brasilien,
Russland, Indien, China und Südafrika zusammentun. China ist in beiden
Runden das Zentrum und sieht sie als Gegengewicht zum US-dominierten
Westen.
Beide Regierungen haben dazu 2021 ein auf 25 Jahre angelegtes
Kooperationsabkommen unterzeichnet, das chinesische Investitionen in
die iranische Energie- und Infrastruktur vorsieht. Und die Staaten
haben damit begonnen, ihre militärischen Beziehungen zu vertiefen.
Dafür bezieht China im Gegenzug günstiges Öl. Der Iran ist durch
internationale Wirtschaftssanktionen wegen seines Atom- und
Raketenprogramms zunehmend verarmt, obwohl er unter den OPEC-Ländern
viertwichtigster Ölproduzent ist. Die USA wollen beispielsweise
weltweit Raffinerieunternehmen sanktionieren, die iranisches Öl kaufen.
Viele Länder und Unternehmen schreckt das vom Kauf iranischen Öls ab.
Nicht so China, das rund 90 Prozent der iranischen Ölexporte über
Umwege aufkauft – vergünstigt wegen der US-Sanktionen. Schon deswegen
ist China der größte Handelspartner des Iran. Die USA haben inzwischen
chinesische Unternehmen sanktioniert, die sie im Verdacht haben,
iranisches Öl aufzukaufen.
(…)
China will nicht, dass das Regime im Iran stürzt
Die dezidierte Gegnerschaft des iranischen Regimes zu den Vereinigten
Staaten und deren Rolle im Nahen und Mittleren Osten hatte den Iran
attraktiv für Chinas Führung gemacht, die ihren geopolitischen
Einfluss weltweit ausbauen möchte. Ost- und Südostasien sehen Chinas
Außenpolitiker als ihren Hinterhof; sie wollen die dort präsenten
Amerikaner mit ihren Marinebasen nicht haben.
Im Nahen und Mittleren Osten hingegen will man die USA schwächen –
aber nicht ersetzen. So beschrieb es der China-Analyst Yun Sun in der
Zeitschrift Foreign Policy kurz nach dem Ausbruch des Krieges Israels
gegen die Hamas.
Die Beziehungen zu Israel sind schlecht
China pflegt auch mit anderen Staaten der Region gute Verbindungen, so
ist Saudi-Arabien beispielsweise heute nach Russland Chinas
zweitgrößter Öllieferant. Rund die Hälfte der chinesischen Ölimporte
stammt heute aus Ländern am Persischen Golf. Insofern spielt am Ende
das iranische Regime für Chinas Interessen in der Region keine
hervorgehobene Rolle.
Was Xi und Putin natürlich nicht wollen, ist, dass die Regierung in
Teheran – wie in Syrien geschehen – einfach so zusammenbricht. Beide
setzen darauf, weiter mit den Klerikern zusammenzuarbeiten. China wird
zudem weiterhin günstiges Öl aus dem Iran kaufen wollen – eine neue
Regierung im Iran, die womöglich nicht mehr unter internationalen
Atomsanktionen stünde, könnte dagegen höhere Preise verlangen oder
sich politisch neu ausrichten.
Sollten die Iraner allerdings ihre Drohung wahr machen, die Straße von
Hormus zu blockieren und damit Öl- und Gastransporte aus den
Golfstaaten zu gefährden, dürfte China spürbar Druck auf die Führung
in Teheran ausüben. (…)
———
7. Der Spiegel: Historische Machtverschiebung in Nahost
Warum Saudi-Arabien und Iran plötzlich gemeinsame Sache machen
https://www.spiegel.de/ausland/saudi-arabien-und-iran-warum-riad-und-teheran-ploetzlich-gemeinsame-sache-machen-a-c8616de5-db51-47ae-aad4-43b25bd58fce
Historische Machtverschiebung in Nahost
Warum Saudi-Arabien und Iran plötzlich gemeinsame Sache machen
Saudi-Arabien und Iran ringen um die Vorherrschaft im Nahen Osten.
Doch nun lassen Israels Kriege in Gaza und im Libanon die beiden
Rivalen enger zusammenrücken. Für die Region liegt in der Annäherung
eine unerwartete Chance.
Eine Analyse von Susanne Koelbl und Maximilian Popp
24.10.2024, 17.29 Uhr
(…)
——
8. The Pioneer Coverstory - WIRTSCHAFTSFAKTOR KRIEG - Wie Israel mit und von der ständigen Bedrohung lebt
https://www.thepioneer.de/originals/hauptstadt-das-briefing/briefings
The Pioneer Briefing
21.6.2025
The Pioneer Coverstory - WIRTSCHAFTSFAKTOR KRIEG - Wie Israel mit und von der ständigen Bedrohung lebt
Von Claudia Scholz, Luisa Nuhr und Michael Bassewitz
Vor acht Tagen hat Israel seine Operation „Rising Lion“ gegen das
iranische Atomprogramm gestartet. Seitdem herrscht Ausnahmezustand in
einer Region, in der es ohnehin nie Normalität gab.
Der anhaltende Krieg in Gaza und nun auch der gegen den Iran kosten
unzählige Menschenleben.
Doch, und auch das gehört nun einmal zu den Spielregeln dieser Welt,
das Ganze hat auch wirtschaftliche Implikationen.
Mehr als eine halbe Milliarde US-Dollar kostet der Krieg Israel –
täglich. Der Staatshaushalt des Zehn-Millionen-Einwohner-Landes kommt
an seine Grenzen. Hunderttausende Reservisten fehlten zum Teil über
Monate auf dem Arbeitsmarkt.
Der Krieg ist – so hart das klingen mag – auch ein Wirtschaftsfaktor.
Seit Beginn des Gazakriegs im Oktober 2023 sind die Kurse mancher
israelischer Rüstungsunternehmen um über 100 Prozent gestiegen. Die
Startup-Szene boomt. „Solange die Hightech-Industrie voll ausgelastet
ist, ist die Wirtschaft insgesamt stabil“, erklärt der israelische
Ökonom und ehemalige Zentralbanker Zvi Eckstein The Pioneer.
Wie schafft es Israel, im Mehrfronten-Krieg ökonomisch zu überleben
und sogar zu gedeihen? Nun, der Krieg ist für den Erfolg des Landes
Bedrohung und Elixier zugleich.
The Pioneer war vor Ort in Tel Aviv, hat mit Angestellten gesprochen,
mit Firmen, der israelischen Armee und Ökonomen, um zu verstehen, wie
die Israelis im Kriegsalltag leben und arbeiten, wie das Land sich den
Krieg leisten kann und welche wirtschaftlichen Auswirkungen er auf das
kleine, aber einflussreiche Land hat.
Auf der anderen Seite Israels steht der Iran. Und mit dem Iran nicht
nur der politische und religiöse Führer des Landes, Ali Chamenei,
sondern auch 90 Millionen Menschen.
"Es herrschte blanke Angst, die Leute flohen in Panik. “
So beschreibt die deutsch-iranische Journalistin Natalie Amiri den Tag
des israelischen Angriffs. „Im Iran hast du ein Regime, das dir nicht
sagt, wo du hin musst. Du hast keine Schutzbunker, keine Schutzzonen,
keine Warn-Apps. Die Menschen sind komplett auf sich allein gestellt.“
(…)
----
siehe auch:
https://www.thepioneer.de/originals/others/articles/israel-wirtschaftsfaktor-krieg?utm_source=thepioneer-briefing-economy-edition&utm_campaign=20250621&utm_content=image&utm_medium=newsletter&mid=83428&cid=5489014&kid=Ati1pSBZnm9gjSh2#accesscontrol
——
9. n tv: Verwirrung um Flightradar-Bilder - Bundeswehr weist Spekulationen um Hilfe für Israel bei Iran-Krieg zurück
https://www.n-tv.de/politik/Bundeswehr-weist-Spekulationen-um-Hilfe-fuer-Israel-bei-Iran-Krieg-zurueck-article25835565.html
Verwirrung um Flightradar-Bilder
Bundeswehr weist Spekulationen um Hilfe für Israel bei Iran-Krieg zurück
15.06.2025, 15:39 Uhr
Der Flugverlauf eines deutschen Bundeswehr-Airbus zur Luftbetankung
von Kampfjets löst Spekulationen über deutsche Hilfe für Israel bei
den Angriffen gegen den Iran aus. Eine solche Hilfe gibt es nicht,
sagt das Verteidigungsministerium in Berlin.
—
siehe dazu auch:
https://augengeradeaus.net/2025/06/bislang-keine-militaerische-unterstuezung-der-bundeswehr-fuer-israelische-angriffe-auf-iran/
——
10. Missilematters: Operation Rising Lion: Erste Bewertung und Auswirkungen
Israelische Luftüberlegenheit, das Versagen der iranischen Großstrategie und strategisches Targeting
https://missilematters.substack.com/p/operation-rising-lion-initial-assessment?publication_id=2971612&post_id=165932187&triggerShare=true&isFreemail=true&r=4ckbij&triedRedirect=true
Operation Rising Lion: Erste Bewertung und Auswirkungen
Israelische Luftüberlegenheit, das Versagen der iranischen Großstrategie und strategisches Targeting
<https://substack.com/@frhoffmann>
Fabian Hoffmann <https://substack.com/@frhoffmann>
15 Jun 2025
(…)
Laut Berichten der New York Times plante der Iran zunächst, sich mit
einer massiven Salve von bis zu 1.000 ballistischen Raketen zu rächen,
ein Volumen, das die israelische Raketenabwehr mit ziemlicher
Sicherheit überwältigt hätte. Ich bin etwas skeptisch gegenüber dieser
Zahl, da das iranische MRBM-Arsenal auf etwa 1.000 Raketen geschätzt
wurde, wahrscheinlich ein bisschen mehr.
Dennoch besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Iran zunächst
entschlossener war, sowohl massiv als schneller als letztlich
eingetretene Vergeltung zu üben.
Der Vergeltungsplan des Iran wurde wahrscheinlich durch Israels groß
angelegte und effektive Luftverbotskampagne gestört, die
Schlüsselelemente der iranischen ballistischen Raketentruppen
verzögerte, degradierte und zerstörte, was die Entstehung des Angriffs
verhinderte. (…)
——
11. msn: Markus Lanz glaubt nicht, was Gast über Iran-Israel-Krieg sagt: „Das ist Propaganda“
https://www.msn.com/de-de/nachrichten/other/markus-lanz-glaubt-nicht-was-gast-%C3%BCber-iran-israel-krieg-sagt-das-ist-propaganda/ar-AA1GWQER?cvid=61202451ed384691817f1b023578b68c&ei=4
Markus Lanz glaubt nicht, was Gast über Iran-Israel-Krieg sagt: „Das ist Propaganda“
18.6.2025
(…)
Lanz kann Aussage von Gast nicht glauben: „Woher wissen Sie das?“
Mit Blick auf die Rechtmäßigkeit der israelischen Angriffe gegen den
Iran stellte CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen derweil fest: „Iran
ist ein sehr bedeutsamer Wafffen-, Drohnen, Raketenausrüster für
Russland in seinem Krieg gegen die Ukraine. Das hat auch eine
internationale Dimension.“
Gerade aus diesem Grund gehe es laut Röttgen im aktuellen Konflikt
auch um „eine Friedensfrage“, denn: „Der Schaden einer Atommacht Iran
wäre enorm und die Eintrittswahrscheinlichkeit ist relativ hoch.“ Sich
„dagegen zu wehren“, halte Röttgen „für legitim“.
Dies sah Journalist Philipp Peyman Engel ähnlich. Der Chefredakteur
der „Jüdischen Allgemeinen“ stellte klar: „Iran ist dasjenige Regime,
das den Weltfrieden gefährdet. Das iranische Regime ist (...)
diejenige politische Kraft im Nahen Osten, die sagt: Wir werden Israel
auslöschen!“
Laut Engel dürfe es „kein Iran (...) mit Atombombe“ geben, da dies
„hochriskant für Israel“ sei: „Es bedeutet auf kurz oder lang die
Auslöschung des jüdischen Staates. Es ist auch eine Gefahr für den
gesamten Westen und auch für die USA.“ Norbert Röttgen nickte
zustimmend: „Ich habe keinen Zweifel daran, dass das iranische Regime
unumkehrbar entschlossen ist, Atommacht zu werden.“
Kritik an den Angriffen Israels konnte Philipp Peyman Engel daher
nicht nachvollziehen. Er merkte an: „Es gibt keine zivilen Opfer
bislang - (...) im Gegensatz zu Tel Aviv.“ Markus Lanz hakte
überrascht nach: „Sie sagen das so absolut. Woher wissen Sie das?“
Engel antwortete: „Das sind Zahlen der israelischen Regierung.“
Der ZDF-Moderator fragte erneut: „Sie schließen aus, dass es in Iran
zivile Opfer gibt?“ Der Journalist blieb bei seiner Aussage: „Es gibt
keine gegenteiligen Aussagen des iranischen Regimes bis jetzt. Das
sind zwei sehr valide Aussagen und da muss man diese beiden
Regierungen auch beim Wort nehmen.“
Ein Argument, das Lanz nicht unkommentiert ließ. Mit Blick auf die
iranische Situation stellte er klar: „Das ist Propaganda. (...) Wenn
du so schwach bist, wenn du so erwischt wirst, wenn du so dermaßen
verwundbar bist, dann hast du kein Interesse daran, zu zeigen, wie
viele Tote du schon hast.“
Journalist Engel fassungslos nach Aussagen zum Iran: „Es fällt mir
schwer, ruhig zu bleiben“
Während Philipp Peyman Engel immer wieder nach Beweisen fragte, „dass
es zivile Opfer in Iran gibt“, erklärte Iran-Expertin Azadeh
Zamirirad, dass der Staat bereits „von zivilen Opfern gesprochen“
habe, „von Frauen und Kindern, die ums Leben gekommen sind“.
Auch Journalist Daniel Gerlach vom Nahost-Magazin „zenith“ hielt
entschieden dagegen und äußerte Kritik an der israelischen Regierung,
da der Iran jüngst eher „auf Deeskalation“ gesetzt habe. Eine Aussage,
die Philipp Peyman Engel sichtlich schockierte. Er hakte fassungslos
nach: „Der Iran hat auf Deeskalation gesetzt? Das ist mitnichten so!“
Laut Engel habe der Iran „in den letzten 20 Jahren systematisch
gelogen, betrogen und das Atomprogramm sabotiert“.
Während Gerlach Benjamin Netanjahu „Erlöser-Fantasien“ vorwarf,
konterte Engel energisch: „Es fällt mir schwer, ruhig zu bleiben!“ Er
fügte hinzu: „Ich empfinde es als unerträglich, (...) welche Gründe
alle angeführt werden, warum Israel diesen Akt der Selbstverteidigung
(...) nicht durchführen darf.“
Laut Engel habe Jerusalem „die Pistole auf der Brust und wir
diskutieren darüber, dass es innenpolitische Gründe dafür gebe, dass
Israel jetzt diesen Akt der Existenzsicherung unternehmen musste“. Wie
der Journalist weiter erklärte, habe das Regime in Teheran Israel
„spätestens am 7. Oktober 2023“ den „Krieg erklärt“. Jetzt „Jerusalem
zu belehren“ sei daher der völlig falsche Ansatz: „Das nervt mich!“
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12. NZZ: Die deutsche Regierung genehmigt Rüstungsexporte für Israel im Wert von knapp vier Millionen Euro
https://www.nzz.ch/international/die-deutsche-regierung-genehmigt-ruestungsexporte-fuer-israel-von-knapp-vier-millionen-euro-ld.1889695
Die deutsche Regierung genehmigt Rüstungsexporte für Israel im Wert von knapp vier Millionen Euro
Die Linkspartei wirft der Bundesregierung angesichts des eskalierenden
Konflikts im Nahen Osten sicherheitspolitisch unverantwortliches
Handeln vor.
Malte Fischer, Düsseldorf
19.06.2025, 12.04 Uhr
Die deutsche Bundesregierung gerät wegen ihrer proisraelischen Politik
weiter ins Kreuzfeuer der Kritik.
Nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz mit seiner Aussage, Israel
erledige mit dem Angriff auf Iran die «Drecksarbeit» für den Westen,
massive Kritik vor allem aus dem linken Parteienspektrum auf sich
gezogen hat, sorgt nun die Lieferung von Rüstungsgütern aus
Deutschland nach Israel für Aufregung.
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