Liebe Friedensinteressierte,
nachfolgend sende ich Artikel zu den Kriegen
in der Ukraine und in Westasien - sowie zum
Thema Militarisierung.
1. RND: Selenskyj kündigt Verhandlungen mit Russland für Mittwoch an
2. FAZ: Krieg in der Ukraine: Wadephul: Kiew „belastet den Weg in die EU“
3. Der Standard: Nach Israels Luftangriffen auf syrische Regierungsgebäude:
USA wollen "Situation heute Abend beenden“
4. SIPRI: Europa sollte helfen, den Schaden für Nichtverbreitung und Völkerrecht
durch die Angriffe auf den Iran zu beheben
5. Haaretz: Gideon Levy: Es ist klar – Israel hat jetzt einen Plan zur ethnischen Säuberung der Palästinenser aus Gaza
6. DLF: Klage gegen Belgien wegen „Untätigkeit“ in Gaza
7. OHCHR: Menschenrechtslage in Palästina und anderen besetzten arabischen Gebieten
8. BIP-Aktuell: Von der Wirtschaft der Besatzung zur Wirtschaft des Völkermords
9. Die Zeit: Gaza: 26 Staaten kritisieren Israel und fordern Kriegsende
10. Evangelisch: Alt-Bischof erneuert scharfe Kritik - Abromeit: EKD schweigt zu Israels Verstößen
11. Domradio: Patriarchen besuchen Gaza nach Angriff auf Kirche - Kirchenführer im Kriegsgebiet
12. Medico: Israel: Restvernunft - Gespräche mit Menschen, die gegen den Krieg aufstehen
13. Friedensfähig: Kampagne kritisiert Bundesregierung für geplanten Kauf des
Startsystems Typhon und fordert ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!
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1. RND: Selenskyj kündigt Verhandlungen mit Russland für Mittwoch an
https://www.rnd.de/politik/selenskyj-kuendigt-verhandlungen-mit-russland-fuer-mittwoch-an-SBYNMN662FIQRFTSL4XHLWNVGM.html
Es geht aber nicht um Waffenruhe
Selenskyj kündigt Verhandlungen mit Russland für Mittwoch an
Am Mittwoch wollen sich die Ukraine und Russland wohl zum dritten Mal
zu direkten Gesprächen in Istanbul treffen. Um eine Waffenruhe wird es
allerdings nicht gehen.
22.07.2025, 06:20 Uhr
Kiew. Die Ukraine und Russland wollen ihre direkten Gespräche nach
Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an diesem
Mittwoch in Istanbul wieder aufnehmen. Allerdings werde es dabei nicht
um eine Waffenruhe oder ein Ende des Kriegs gehen, sagte Selenskyj bei
einem Treffen mit ukrainischen Diplomaten. Für Kiew gehe es darum, die
Rückkehr Kriegsgefangener und von Russland verschleppter Kinder in die
Ukraine voranzutreiben sowie ein Treffen auf Präsidentenebene vorzubereiten.
Von russischer Seite gab es zunächst keine offizielle Bestätigung für
die neuen Gespräche - allerdings hatte Moskau bereits seit Längerem
auf einen neuen Termin in Istanbul gedrängt. Die staatliche russische
Nachrichtenagentur Tass nannte unter Verweis auf eine nicht näher
genannte Quelle den Donnerstag als Termin.
Selenskyj sagte in seiner Videobotschaft, er habe mit dem ukrainischen
Chefunterhändler, Rustem Umjerow, über die Vorbereitungen eines
Gefangenenaustausches und ein weiteres Treffen mit der russischen
Seite in der Türkei diskutiert. Umerov habe berichtet, dass das
Treffen am Mittwoch geplant sei.
Selenskyj: Effektive Gespräche nur auf Ebene der Staatschefs
„Es ist allen klar, dass wirklich effektive Gespräche nur auf Ebene
der Staatschefs stattfinden können“, begründete Selenskyj sein
Anliegen auf der Plattform X, ein Treffen auf Präsidentenebene
vorzubereiten. Mitte Mai war er bereits vergeblich in Erwartung eines
Treffens mit Kremlchef Wladimir Putin in die Türkei gereist.
Der Kreml hat bislang direkte Verhandlungen zwischen den Präsidenten
mit der Begründung abgelehnt, dass solche Gespräche, um Ergebnisse zu
bringen, gut vorbereitet sein müssten. Dazu seien zunächst auf unterer
Ebene die nötigen Voraussetzungen zu schaffen.
In den ersten beiden Runden direkter Verhandlungen zwischen Kiew und
Moskau im Mai und Juni hatten sich beide Seiten auf einen großen
Gefangenenaustausch und die Rückgabe von Gefallenen geeinigt. Eine
unter anderem von den USA geforderte Waffenruhe wurde aber bisher
nicht erreicht. Selenskyj hatte am Wochenende Moskau neue
Verhandlungen im Laufe der Woche vorgeschlagen.
Russland führt seit fast dreieinhalb Jahren einen zerstörerischen
Angriffskrieg gegen die Ukraine. Für eine Beendigung der Invasion
stellt Moskau Maximalforderungen, die Kiew kategorisch ablehnt. Zu den
russischen Bedingungen gehören etwa der Verzicht Kiews auf einen
Nato-Beitritt und die Anerkennung der von Moskau annektierten Gebiete.
Selenskyj kündigt neue Angriffe an
Selenskyj kündigte zudem neue Angriffe auf Ziele in Russland an. „Wenn
(der russische Präsident Wladimir) Putin so verrückt nach den
Shahed-Drohnen und Terror ist, dann muss man ihm die Logistik nehmen“,
sagte Selenskyj. Dazu benötige die Ukraine auch mehr
Flugabwehrsysteme, um größere Teile des Landes vor russischen Drohnen
und Raketen schützen zu können.
Deutschland und Norwegen wollen Ukraine gemeinsam unterstützen
Deutschland und Norwegen wollen die Verstärkung der ukrainischen
Luftabwehr gemeinsam finanzieren. Der norwegische Ministerpräsident
Jonas Gahr Støre erklärte nach einem Treffen mit Bundeskanzler
Friedrich Merz (CDU) in Berlin die Bereitschaft seines Landes, einen
beträchtlichen finanziellen Beitrag zu leisten.
Deutschland will die Ukraine mit zwei weiteren Patriot-Systemen
unterstützen. Ursprünglich war geplant, zwei Systeme für jeweils etwa
eine Milliarde Euro in den USA zu kaufen und direkt in die Ukraine zu
bringen. Da sie aber nicht sofort lieferbar sind, soll nun die
Bundeswehr zunächst zwei von ihren noch neun Patriots an die Ukraine
abgeben und später Ersatz aus den USA bekommen.
Merz sagte, die grundsätzliche Zusage für Ersatzlieferungen sei
gegeben, die Details müssten allerdings noch mit Washington
ausgehandelt werden. Er sei jedoch „sehr dankbar“, dass Norwegen
bereit sei, für die entstehenden Kosten mit einzustehen.
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https://www.faz.net/aktuell/politik/ukraine/ukraine-liveticker-wadephul-kiew-belastet-den-weg-in-die-eu-faz-110172806.html
2. FAZ: Krieg in der Ukraine: Wadephul: Kiew „belastet den Weg in die EU“
23.07.2025, 14:12
(…)
Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat die gesetzliche Einschränkung
der Unabhängigkeit von zwei Antikorruptionsbehörden in der Ukraine
kritisiert. Das von Präsident Wolodymyr Selenskyj abgezeichnete
Gesetz„belastet den Weg der Ukraine in die EU“, schrieb Wadephul am
Mittwoch auf der Plattform X. Ich erwarte von der Ukraine die
konsequente Fortsetzung der Korruptionsbekämpfung, fügte er hinzu.
Die „Bild“-Zeitung berichtete, dass der Außenminister am
Mittwochmorgen mit seinem ukrainischen Amtskollegen Andrej Sybiha
telefoniert und ihn aufgefordert habe, die Korruptionsbekämpfung im
Land „konsequent fortzusetzen“. Wadephul veröffentlichte auf X auch
ein Foto, das ihn während seines letzten Kiews-Besuchs mit den Leitern
der beiden nun teilweise entmachteten Behörden zeigt.
Zuvor hatte bereits EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos das neue
Gesetz als „ernsthaften Rückschritt“ auf dem Weg der Ukraine in die EU kritisiert.
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3. Der Standard: Nach Israels Luftangriffen auf syrische Regierungsgebäude:
USA wollen "Situation heute Abend beenden"
https://www.derstandard.de/story/3000000279728/aktivisten-zahl-der-todesopfer-in-syrien-steigt-israel-greift-an
Kämpfe
Nach Israels Luftangriffen auf syrische Regierungsgebäude:
USA wollen "Situation heute Abend beenden"
Augenzeugen berichteten am Mittwoch von einem Einschlag eines
Geschoßes neben dem Präsidentenpalast.
Netanjahu warnte israelische Drusen vor einem Grenzübertritt. Minister
Katz kündigte "schmerzhafte Schläge" an
aktualisiert am 16. Juli 2025, 22:15
Damaskus – Die USA haben sich in die Kämpfe im Süden Syriens
eingeschaltet. Man habe mit allen Konfliktparteien Gespräche geführt,
teilte US-Außenminister Marco Rubio am Mittwoch (US-Ortszeit) auf dem
Kurznachrichtendienst X mit. "Wir haben uns auf konkrete Schritte
geeinigt, die diese beunruhigende und schreckliche Situation heute
Abend beenden werden." Die syrische Regierung begrüßte die Bemühungen
der USA.
Nach Angaben von Diplomaten wird sich der Uno-Sicherheitsrat mit den
israelischen Angriffen in Syrien befassen. Einwohner von Damaskus
berichteten, Israel habe am Abend erneut westliche Vororte der
Hauptstadt aus der Luft angegriffen. Ein Reporter der
Nachrichtenagentur Reuters berichtete ebenfalls am Mittwochabend, in
der umkämpften Stadt Suweida seien erneut Gefechte ausgebrochen.
Israel attackierte syrisches Verteidigungsministerium
Zuvor hatte Israel am Mittwoch mit schweren Luftangriffen das syrische
Verteidigungsministerium in Damaskus ins Visier genommen und
Vergeltung für Angriffe von Regierungstruppen auf Drusen-Gemeinden im
Süden des Landes angekündigt.
Reuters-Reporter hörten zunächst Kampfflugzeuge im Tiefflug über der
Hauptstadt und sahen eine dichte Rauchwolke über dem Ministerium
aufsteigen. Dabei schlug nach Angaben eines Augenzeugen ein Geschoß
auch direkt neben dem Präsidentenpalast ein.
Kurz darauf bestätigte Israel die Angriffe, die Armee gab an, ein
"militärisches Ziel" in der Zone des Präsidentenpalastes in der
syrischen Hauptstadt Damaskus angegriffen zu haben. Israel setze damit
seine Angriffe auf militärische Einrichtungen "des syrischen Regimes"
fort, erklärte die Armee.
Das israelische Militär forderte den Rückzug der syrischen
Regierungstruppen aus der Drusen-Region. Ministerpräsident Benjamin
Netanjahu rief die drusischen Bürger Israels auf, nicht die Grenze
nach Syrien zu überqueren. Die Lage dort sei "sehr ernst", sagte
Netanjahu. Sie könnten entführt oder getötet werden. Zuvor hatten
dutzende israelische Drusen den Grenzzaun zu Syrien durchbrochen, um
Drusen auf der syrischen Seite beizustehen.
(…)
Israel kündigte "schmerzhafte Schläge" an
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte kurz vor den
massiven Explosionen "schmerzhafte Schläge" angekündigt. Das
israelische Militär teilte mit, es habe "das Eingangstor des
Hauptquartierkomplexes des syrischen Regimes" in Damaskus getroffen.
Zudem würden weiterhin Ziele des "syrischen Regimes" in Südsyrien
angegriffen, darunter Panzer und Lastwagen mit Maschinengewehren, die
auf dem Weg nach Suwayda seien. In Israel hatten zuvor Angehörige der
drusischen Minderheit die Regierung zum Eingreifen aufgefordert.
Israel tritt als Schutzmacht der Drusen auf. Angehörige der religiösen
Minderheit leben nicht nur in Syrien – dort vor allem in der Provinz
Suwayda –, sondern auch in anderen Ländern der Region, darunter Israel.
Die syrische Regierung machte ihrerseits "gesetzlose Banden" für die
Gewalt verantwortlich und versprach, die Verantwortlichen zur
Rechenschaft zu ziehen. Die Gewalt stellt den Übergangspräsidenten
Ahmed al-Sharaa vor große Herausforderungen. Er versucht das Land zu
einen, stößt dabei jedoch auf den Widerstand von Gruppen, die eine
islamistische Herrschaft ablehnen.
Verwirrung um angebliche Waffenruhe
Unterdessen gab es weiter Bemühungen um eine Waffenruhe. Aus dem
Innenministerium in Damaskus hieß es, die Konfliktparteien in Suwayda
hätten sich auf eine Waffenruhe und die Errichtung von Kontrollpunkten
in dem Ort geeinigt. Zugleich herrschte aber Verwirrung, ob die
Waffenruhe zwischen drusischen Milizen, sunnitischen Beduinen und
Regierungstruppen tatsächlich von allen Seiten akzeptiert wurde.
Aus der drusischen Führung gab es dazu widersprüchliche Angaben. Einer
ihrer geistlichen Führer, Yousef Jarbou, veröffentlichte die
Bedingungen der Waffenruhe. Demnach soll Suwayda voll in die
Strukturen des syrischen Staates integriert werden und Damaskus
Kontrolle über die gesamte Provinz erhalten. Auch Institutionen der
Regierung und öffentliche Dienste sollen demnach wiederhergestellt
werden. Die Regierungstruppen sollen sich zurückziehen und die
Schnellstraße nach Damaskus wieder geöffnet werden.
Gleichzeitig widersprach der geistliche Drusenführer Hikmat al-Hajari,
der laut Berichten Israel nahesteht, dass solch eine Waffenruhe
vereinbart worden sei. Er rief Kämpfer dazu auf, weiterhin Widerstand
gegen "kriminelle Gangs" zu leisten, die in Sweida Tod und Zerstörung
anrichteten. Sweida müsse "bedingungslos" von diesen Kräften befreit
werden. Es gebe keine Verhandlungen und auch keine Einigung mit
"bewaffneten Gangs, die sich selbst als Regierung bezeichnen".
Guterres fordert Ende der Kämpfe
Uno-Generalsekretär António Guterres zeigte sich angesichts der
anhaltenden Gewalt im Süden Syriens alarmiert. "Er verurteilt
unmissverständlich jegliche Gewalt gegen Zivilisten, einschließlich
Berichte über willkürliche Tötungen und Taten, die konfessionelle
Spannungen anfachen", erklärte Uno-Sprecher Stéphane Dujarric.
Die Vorfälle nähmen dem syrischen Volk nach vierzehn Jahren brutalen
Konflikts die Chance auf Frieden und Versöhnung. Es brauche sofortige
Deeskalation sowie ungehinderten humanitären Zugang, so Dujarric
weiter. Guterres verurteile zudem israelische Luftangriffe auf
Suwayda, Deraa und Damaskus. Er forderte ein sofortiges Ende aller
Verletzungen syrischer Souveränität.
Aufruf zu Gewaltverzicht
Auch EU-Ratspräsident António Costa bekundete angesichts der Angriffe
Israels auf Damaskus äußerste Besorgnis. "Die Souveränität und
territoriale Integrität Syriens müssen respektiert werden", schrieb
Costa bei X. "Ich rufe alle Parteien auf, auf Gewalt zu verzichten und
zu deeskalieren."
Aus Sicht der Türkei untergraben Israels Angriffe auf Damaskus die
Friedensbemühungen in dem ehemaligen Bürgerkriegsland Syrien. Sie
stellten einen "Sabotageakt gegen die Bemühungen Syriens um Frieden,
Stabilität und Sicherheit dar", teilte das Außenministerium in Ankara mit.
Das syrische Volk habe eine historische Chance auf Frieden, alle
Beteiligten müssten die Bemühungen der syrischen Regierung dahingehend
unterstützen. Die Türkei unterhält enge Beziehungen zur syrischen
Übergangsregierung. (APA, red, 16.7.2025)
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4. SIPRI: Europa sollte helfen, den Schaden für Nichtverbreitung und Völkerrecht
durch die Angriffe auf den Iran zu behebe
https://www.sipri.org/commentary/essay/2025/europe-should-help-repair-damage-non-proliferation-and-international-law-attacks-iran?utm_source=phpList&utm_medium=email&utm_campaign=SIPRI+Essay%3A+Europe+should+help+repair+the+damage+to+non-proliferation+and+international+law+from+the+attacks+on+Iran&utm_content=HTML
(in der angebotenen deutschen Übersetzung)
Kommentar / <https://www.sipri.org/commentary> Essays <https://www.sipri.org/commentary/essay>
4. SIPRI: Europa sollte helfen, den Schaden für Nichtverbreitung und Völkerrecht
durch die Angriffe auf den Iran zu beheben
30 Juni 2025
Dr. Wilfred Wan, Vladislav Chernavskikh, Dr. Tytti Erästö, Vitaly
Fedchenko und Nivedita Raju
Die Reaktionen der europäischen Staats- und Regierungschefs auf die
jüngsten Angriffe Israels und der Vereinigten Staaten auf iranische
Atomanlagen haben sowohl wegen ihres gedämpften Tons als auch wegen
ihrer offensichtlichen Akzeptanz von Verstößen gegen das Völkerrecht auffallen.
Sie stehen auch in krassem Gegensatz zu den Nachwirkungen der Angriffe
auf die zivile Kernenergieinfrastruktur in der Ukraine im Jahr 2022,
als die Europäische Union Russland schnell wegen Verstößen gegen
verurteilte.
Der französische Präsident Emmanuel Macron räumte ein, dass die
US-Angriffe auf drei iranische Atomanlagen - bei Fordow, Isfahan und
Natanzo am 22. Juni, keinen rechtlichen Rahmen fehle, sagte aber
dennoch, dass es „eine Legitimität bei der Neutralisierung der
iranischen Atomstrukturen“ gebe.
Eine gemeinsame Erklärung Frankreichs, Deutschlands und des
Vereinigten Königreichs rechtfertigte die US-Angriffe ebenfalls, indem
sie die Notwendigkeit betonte, den Iran am Erwerb einer Atomwaffe zu
hindern, und gleichzeitig die „Unterstützung für die Sicherheit
Israels“ bekräftigte.
EU-Beamte drückten "tiefe Besorgnis" über die Situation , verwiesen
aber auf Israels „Recht, sich zu verteidigen“ und verwies auf den Iran
als Hauptquelle regionaler Instabilität.
(…)
Keine Rechtsgrundlage für die Anschläge
Im besten Fall beruht die Rechtfertigung für die Angriffe auf den Iran
auf der Logik, dass sein Atomprogramm eine zukünftige Bedrohung
darstellen könnte, die stattdessen auf präventive Selbstverteidigung
hindeutet - ein Argument, das der Argumentation ähnelt, die von George
W. Bush-Administration bei der US-Invasion im Irak.
Mit anderen Worten, die Angriffe auf die zivilen Atomanlagen des Iran
laufen auf Aggressionen hinaus, die gegen internationales Recht
verstößt, ebenso wie die israelischen Morde an iranischen
Atomwissenschaftlern, einige in ihren Residenzen. Das humanitäre
Völkerrecht verbietet Angriffe gegen Zivilisten und zivile Objekte.
(…)
Die dringende Notwendigkeit einer diplomatischen Lösung
Selbst wenn der Krieg die Aussichten für die iranisch-amerikanische
Diplomatie zerstört hat, könnte es immer noch einen diplomatischen
Ausweg geben. Bemerkenswert ist, dass der Iran und andere Golfstaaten
die Möglichkeiten für eine regionale Nichtverbreitungsvereinbarung
erneut erkunden konnten - was sie bereits im Rahmen der
iranisch-amerikanischen Gespräche im Vorfeld der israelischen Angriffe
taten. Statt der Idee eines multilateralen Brennstoffkreislaufs, der
in diesem Zusammenhang diskutiert wird, könnte eine regionale Regelung
auch einfachere Formen annehmen, die gegenseitige nukleare Transparenz
und Zurückhaltung beinhalten.
Als Alternative zu den IAEA-Schutzmaßnahmen könnte eine solche
Regelung durch einen regionalen Mechanismus nach dem Vorbild der
brasilianischen Agentur für Buchhaltung und Kontrolle von Kernstoffen
(ABACC) überprüft werden. Durch die Schaffung eines Mittels zur
Stärkung des Vertrauens in die friedliche Natur der nuklearen
Aktivitäten des Irans und anderer regionaler Staaten könnte eine
solche Vereinbarung ein starkes Argument gegen weitere aggressive
Gegenverbreitung liefern.
Allerdings bräuchten diese oder andere diplomatische Lösungen, die
noch möglich sein könnten, eine starke Unterstützung der
internationalen Gemeinschaft – einschließlich der europäischen
Staaten. Diese Staaten spielten eine entscheidende Rolle bei den
Verhandlungen, die zum Gemeinsamen Umfassenden Aktionsplan (JCPOA)
führten - dem Kompromissabkommen mit dem Iran von 2015, das eine
bisher wie eine unlösbare Krise zu lösen schien.
Und nach der Entscheidung der ersten Trump-Regierung im Jahr 2018,
sich aus dem JCPOA zurückzuziehen, haben die europäischen Staats- und
Regierungschefs bewundernswert erhebliche Anstrengungen unternommen,
um zu versuchen, das Abkommen im Interesse der Nichtverbreitung
wiederzubeleben.
Auch jetzt sollten die europäischen Politiker ihr Möglichstes tun, um
diplomatische Lösungen nach diesen Angriffen auf den Iran zu fördern,
um weiteren Schaden für den Atomwaffensperrvertrag und den
Zusammenbruch der regionalen und internationalen Stabilität zu
verhindern.
Um dies jedoch mit Glaubwürdigkeit zu tun, müssen sie ihre Position
revidieren, indem sie darauf bestehen, dass die USA und Israel sich an
das Völkerrecht halten - und alle Schritte unternehmen, um
sicherzustellen, dass die Aggression durch nuklear bewaffnete Staaten
gegen einen Nicht-Atomwaffenstaat nicht als zulässig angesehen wird.
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5. Haaretz: Gideon Levy: Es ist klar – Israel hat jetzt einen Plan zur ethnischen Säuberung der Palästinenser aus Gaza
https://www.haaretz.com/opinion/2025-07-20/ty-article/.premium/its-clear-israel-now-has-a-plan-for-the-ethnic-cleansing-of-palestinians-from-gaza/00000198-2456-d55c-a1be-7efe76860000
(in deutscher Übersetzung)
Haaretz Meinung
Gideon Levy
20.7.2025
Es ist klar – Israel hat jetzt einen Plan zur ethnischen Säuberung der Palästinenser aus Gaza
Adolf Eichmann begann seine Nazi-Karriere als Leiter der
„Zentralstelle für jüdische Auswanderung“ im Sicherheitsdienst des
Reiches. Joseph Brunner, der Vater des heutigen Mossad-Chefs David
Barnea, war drei Jahre alt, als er mit seinen Eltern aus Nazideutschland
floh – noch bevor der Evakuierungsplan umgesetzt wurde.
In der vergangenen Woche reiste Barnea, der Enkel, nach Washington, um
über die „Evakuierung“ der Bevölkerung des Gazastreifens zu sprechen.
Barak Ravid berichtete auf Channel 12 News, dass Barnea seinen
Gesprächspartnern mitgeteilt habe, Israel habe bereits mit drei
Ländern Gespräche über dieses Thema aufgenommen – und der Hohn der
Geschichte verbarg sein Gesicht vor Scham. Ein Enkel eines Flüchtlings
ethnischer Säuberung in Deutschland spricht über ethnische Säuberung –
und kein Erinnern regt sich.
Um zwei Millionen Menschen aus ihrem Land zu „evakuieren“, braucht man
einen Plan. Israel arbeitet an einem. Die erste Phase besteht darin,
große Teile der Bevölkerung in ein Konzentrationslager zu verlegen, um
eine effiziente Abschiebung zu erleichtern.
Vergangene Woche veröffentlichte die BBC einen investigativen Bericht
auf Grundlage von Satellitenbildern, die eine systematische Zerstörung
durch das israelische Militär (IDF) im gesamten Gazastreifen zeigen.
Dorf um Dorf wird ausgelöscht, das Land wird eingeebnet für den Bau
des Konzentrationslagers, sodass Leben in Gaza nicht mehr möglich sein wird.
Die Vorbereitungen für das erste israelische Konzentrationslager
laufen auf Hochtouren. Die systematische Zerstörung schreitet im
gesamten Küstenstreifen voran – damit es keinen Ort mehr gibt, an den
man zurückkehren könnte, außer dem Lager.
Für diese Arbeit braucht es Bulldozer. Die BBC zeigte zwei
Stellenanzeigen. Eine beschrieb: „Ein Projekt zum Abriss von Gebäuden
in Gaza sucht Bulldozerfahrer für 40-Tonnen-Fahrzeuge. Der Job
beinhaltet eine Bezahlung von 1.200 Schekel (ca. 357 Dollar) pro Tag,
inklusive Verpflegung und Unterkunft, mit der Möglichkeit eines
Privatfahrzeugs.“ Die zweite Anzeige lautete: „Arbeitszeit: Sonntag
bis Donnerstag, 7:00 bis 16:45 Uhr, hervorragende Arbeitsbedingungen.“
Israel begeht stillschweigend ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Es geht nicht um ein Haus hier und ein Haus dort, nicht um „operative
Notwendigkeiten“, sondern um die systematische Vernichtung jeglicher
Lebensmöglichkeit dort – während gleichzeitig die Infrastruktur
errichtet wird, um Menschen in einer „humanitären“ Stadt zu
konzentrieren, die als Durchgangslager dienen soll – vor der
Abschiebung nach Libyen, Äthiopien oder Indonesien, den laut Channel
12 von Barnea genannten Zielorten.
Das ist der Plan zur ethnischen Säuberung Gazas. Jemand hat ihn
entworfen. Es gab Diskussionen über Pro und Kontra, Alternativen
wurden erwogen, die Optionen völliger oder gestufter „Säuberung“,
alles in klimatisierten Sitzungszimmern, mit Protokollen und
Beschlüssen. Zum ersten Mal seit Beginn des Rachekriegs in Gaza ist
klar: Israel hat einen Plan – und er ist weitreichend.
Dies ist kein zielloser Krieg mehr. Man kann Benjamin Netanjahu nicht
mehr vorwerfen, einen Krieg ohne Ziel zu führen. Dieser Krieg hat ein
Ziel – und es ist ein verbrecherisches. Man kann den
Armee-Kommandeuren nicht mehr sagen, dass ihre Soldaten umsonst
sterben: Sie sterben in einem Krieg zur ethnischen Säuberung.
Der Boden ist bereitet, nun kann zur „Umsiedlung“ der Menschen
übergegangen werden. Die Stellenanzeigen sind unterwegs. Nachdem die
Bevölkerung verlegt wurde und die Bewohner der „humanitären Stadt“
beginnen, ihr früheres Leben inmitten der Trümmer zu vermissen – mit
Hunger, Krankheit und Bombardierung – kann die letzte Phase beginnen:
das gewaltsame Verladen in Lastwagen und Flugzeuge, Richtung neues,
ersehntes „Heimatland“ – Libyen, Indonesien oder Äthiopien.
Wenn das humanitäre Hilfsprojekt bereits Hunderte Menschenleben
gekostet hat, wird die Abschiebung Zehntausende kosten. Aber nichts
wird Israel auf dem Weg zur Umsetzung dieses Plans aufhalten.
Ja, es gibt einen Plan – und er ist noch teuflischer, als es den
Anschein hat. Irgendwann saßen Menschen zusammen und schmiedeten
diesen Plan. Es wäre naiv zu glauben, dass all dies „einfach so“
geschehen sei. In 50 Jahren werden die Protokolle freigegeben – und
wir werden erfahren, wer dafür war und wer dagegen. Wer vielleicht
erwogen hat, ein Krankenhaus unversehrt zu lassen.
Neben den Offizieren und Politikern waren auch Ingenieure,
Architekten, Demographen und Leute aus der Haushaltsabteilung dabei.
Vielleicht sogar Vertreter des Gesundheitsministeriums. Wir werden es
in 50 Jahren wissen.
Inzwischen hat der Leiter der Zentralstelle für die Auswanderung der
Palästinenser, David Barnea, die nächste Stufe umgesetzt. Er ist ein
gehorsamer hoher Beamter, der sich nie mit seinen Vorgesetzten
angelegt hat.
Kommt Ihnen das bekannt vor? Er ist der Held der Kampagne für
Massenamputationen per Walkie-Talkie. Wenn man ihn losschickt, um
Geiseln zu retten – geht er. Wenn man ihn losschickt, um die
Deportation von Millionen vorzubereiten – auch kein Problem.
Schließlich befolgt er nur Befehle.
——
6. DLF: Klage gegen Belgien wegen „Untätigkeit“ in Gaza
https://www.deutschlandfunk.de/klage-gegen-belgien-wegen-untaetigkeit-in-gaza-102.html
<https://www.domradio.de/glossar/eskalation-zwischen-israel-und-iran>
Klage gegen Belgien wegen „Untätigkeit“ in Gaza
Meyer-Feist, Andreas
23. Juli 2025, 05:21 Uhr
(…)
——
7. OHCHR: Menschenrechtslage in Palästina und anderen besetzten arabischen Gebieten
https://www.ohchr.org/sites/default/files/documents/hrbodies/hrcouncil/sessions-regular/session59/advance-version/a-hrc-59-23-aev.pdf
Die inoffizielle deutsche Übersetzung diese UN-Berichtes findet sich hier:
https://bip-jetzt.de/wp-content/uploads/2025/07/a-hrc-59-23-auv-Albanese-20250616-de.pdf
Menschenrechtsrat
Neunundfünfzigste Sitzung
16. Juni-11. Juli 2025
Tagesordnungspunkt 7
Menschenrechtslage in Palästina und anderen besetzten arabischen Gebieten
Von der Wirtschaft der Besatzung zur Wirtschaft des Völkermords
(…)
——
Eine Zusammenfassung wichtiger Aussagen des UN-Berichtes findet sich hier:
8. BIP-Aktuell: Von der Wirtschaft der Besatzung zur Wirtschaft des Völkermords
BIP-Aktuell #357: Von der Wirtschaft der Besatzung zur Wirtschaft des Völkermords <https://bip-jetzt.de/2025/07/21/bip-aktuell-357-von-der-wirtschaft-der-besatzung-zur-wirtschaft-des-voelkermords/>
Am 3. Juli veröffentlichten die Vereinten Nationen einen umfassenden
Bericht mit dem Titel „From economy of occupation to economy of
genocide“ (Von der Wirtschaft der Besatzung zur Wirtschaft des
Völkermords) über die Rolle von Unternehmen bei der
völkerrechtswidrigen Erbringung von Dienstleistungen und der
Bereitstellung von Gütern und Finanzmitteln für das israelische
Besatzungsregime in Palästina sowie in jüngster Zeit für den
anhaltenden Völkermord Israels an den Palästinensern im Gazastreifen.
Der Bericht ist 39 Seiten lang und wurde in die sechs UN-Sprachen
übersetzt. Eine inoffizielle deutsche Übersetzung ist hier verfügbar.
https://bip-jetzt.de/wp-content/uploads/2025/07/a-hrc-59-23-auv-Albanese-20250616-de.pdf
Der Hauptteil des Berichtes veranschaulicht in drei Kapiteln –
Vertreibung, Neubesetzung und Ermöglichung von Verbrechen, wie acht
Schlüsselsektoren sich an die genozidalen Praktiken angepasst haben.
Thematisiert werden:
Der militärische Sektor: Das Geschäft mit der Eliminierung
Überwachung und Inhaftierung: Die dunkle Seite der „Start-up- Nation“
Zivile Maschinen: Schwere Maschinen im Dienste der siedlungskolonialen Zerstörung
Siedlungen auf gestohlenem Land
Der Griff nach den natürlichen Ressourcen: Entzug der Lebensgrundlagen
Handel mit den Früchten der Illegalität
Finanzierung der Verstöße gegen die Menschenrechte
Wissensproduktion und Legitimierung von Übergriffen
Der Abschnitt des Berichts über die akademische Zusammenarbeit ist für
Deutschland besonders wichtig, da die meisten deutschen Universitäten
Beziehungen zu israelischen Universitäten unterhalten, die ihrerseits
internationale akademische Einrichtungen für die Entwicklung von
Waffen für das israelische Militär nutzen.
Diese werden gegen Zivilisten eingesetzt, zumeist, um
palästinensisches Land für Siedlungen, für den Bau von
Universitäts-Campussen und für archäologische Projekte zu enteignen
und die Universitäten in ein militarisiertes und rassistisch
motiviertes, gegen die Palästinenser gerichtetes Umfeld zu verwandeln
– siehe Maya Winds Buch „Towers of Ivory and Steel“, das in dem
Bericht zitiert wird. Dass diese Maßnahmen mit einer Diskriminierung
von Palästinensern einher gehen, ist offenkundig.
Der Bericht stützt sich auf umfangreiche Literatur und eine Datenbank
mit über 1.000 Unternehmen, die von der Sonderberichterstatterin
untersucht wurden. Dabei werden zwei deutsche Unternehmen ausdrücklich
erwähnt: Rheinmetall, weil es von seiner Zusammenarbeit mit der
israelischen Rüstungsindustrie profitiert, und Heidelberg Materials,
früher Heidelberg Cement. Die Passage über Heidelberg Materials (Ziff.
50) lautet:
„Die deutsche Heidelberg Materials AG hat sich über ihre
Tochtergesellschaft Hanson Israel an der Plünderung von Millionen
Tonnen Dolomitgestein aus dem Steinbruch Nahal Raba beteiligt, dessen
Land palästinensischen Dörfern im Westjordanland entzogen wurde.
Im Jahr 2018 gewann Hanson Israel eine öffentliche Ausschreibung für
die Lieferung von Material aus diesem Steinbruch für den Bau von
Siedlungen und hat seitdem den Steinbruch fast erschöpft, was zu
ständigen Erweiterungsanfragen geführt hat.“
In dem Bericht wird das Gutachten des IGH vom Juli 2024, in dem die
anhaltende Präsenz Israels in den besetzten Gebieten für illegal
erklärt wird, als „seismische Verschiebung“ bezeichnet.
Entsprechend diesem Gutachten schließt der Bericht mit klaren
Forderungen an die Regierungen, Sanktionen gegen Israel zu verhängen,
und an die Unternehmen, alle Geschäftsaktivitäten und Beziehungen
sofort zu beenden, die in direktem Zusammenhang mit
Menschenrechtsverletzungen und internationalen Verbrechen gegen das
palästinensische Volk stehen, zu diesen beitragen und sie verursachen,
sowie schließlich den Palästinensern Wiedergutmachung zu leisten.
Ein Anhang, in dem der relevante rechtliche Rahmen dargestellt wird,
ergänzt den Bericht.
———
9. Die Zeit: Gaza: 26 Staaten kritisieren Israel und fordern Kriegsende
https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-07/gaza-israel-kriegsende-aufruf-frieden
Gaza: 26 Staaten kritisieren Israel und fordern Kriegsende
Zahlreiche Staaten haben das israelische Vorgehen bei Hilfslieferungen
kritisiert und ein sofortiges Kriegsende gefordert.
Deutschland unterzeichnete den Aufruf nicht.
Aktualisiert am 21. Juli 2025, 18:16 Uhr
Quelle: DIE ZEIT, Reuters, AFP, dpa, edd
Großbritannien und weitere 25 Staaten fordern ein sofortiges Ende des
Krieges im Gazastreifen. In einer gemeinsamen Erklärung kritisieren
sie zudem das Vorgehen der israelischen Regierung bei den
Hilfslieferungen. Dieses sei "gefährlich, schürt Instabilität und
beraubt die Menschen im Gazastreifen ihrer Menschenwürde".
Zuletzt sind mehr als 80 Menschen getötet worden, die versuchten, an
Lebensmittel zu gelangen. Immer wieder gibt es Berichte über tödliche
Zwischenfälle in der Nähe von Verteilstellen der umstrittenen Stiftung
Gaza Humanitarian Foundation (GHF).
Israel lehnte die Erklärung ab. "Da sie von der Realität abgekoppelt
ist und eine falsche Botschaft an die Hamas sendet", sagte ein
Sprecher des Außenministeriums laut der Nachrichtenagentur Reuters.
Deutschland hat Erklärung nicht unterzeichnet
Zu den Unterzeichnern des Aufrufs gehören neben Großbritannien auch
die Außenminister von Frankreich, Italien, Japan, Australien, Kanada
und Dänemark. Zudem unterschrieb der EU-Kommissar für Gleichstellung,
Katastrophenschutz und Krisenmanagement.
Deutschland hat den Aufruf hingegen nicht unterzeichnet. Deutschlands
Außenminister Johann Wadephul (CDU) äußerte gleichzeitig seine Sorgen
über die "katastrophale humanitäre Lage" in Gaza. Er habe heute mit
seinem israelischen Amtskollegen telefoniert, schrieb er auf X. "Wir
fordern Israel dringend auf, die Vereinbarungen mit der EU zur
Ermöglichung humanitärer Hilfe umzusetzen.“
Zuletzt hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf der
Sommerpressekonferenz Israels Vorgehen kritisiert und die Vorgänge im
Gazastreifen als "nicht mehr akzeptabel" bezeichnet.
Weiter kritisierten die Staaten die Siedlungsbewegung im
Westjordanland und die Vorschläge der israelischen Regierung zur
Umsiedlung der palästinensischen Bevölkerung in eine "humanitäre
Stadt". Dies sei "völlig inakzeptabel" und ein Verstoß gegen das
Völkerrecht.
Auch Hamas wird kritisiert
Auch die Hamas kritisierten die Staaten für die andauernde Geiselnahme
und forderten die "sofortige und bedingungslose Freilassung" der
Geiseln. Weiter heißt es in der Erklärung: "Wir sind bereit, weitere
Maßnahmen zu ergreifen, um eine sofortige Waffenruhe und einen
politischen Weg zu Sicherheit und Frieden für Israelis, Palästinenser
und die gesamte Region zu unterstützen."
Man unterstütze die Bemühungen der Vermittler USA, Katar und Ägypten.
"Weiteres Blutvergießen dient keinem Zweck", heißt es in der Erklärung.
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Der Wortlaut der Erklärung der 26 Staaten findet sich hier:
https://www.gov.uk/government/news/joint-statement-on-the-occupied-palestinian-territories
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