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24.07.2025

Israel/Gaza: Es brodelt im Auswärtigen Amt

freedert.online, 24 Juli 2025 09:16 Uhr

Außenminister Joachim Wadephul steht eisern "an der Seite Israels" und schloss sich nicht einmal einer Erklärung zu Gaza an, die die Mehrheit der EU-Staaten unterzeichnet hat. Das führt, so der Spiegel, inzwischen zu wachsendem Unmut in seinem eigenen 

Ministerium.


Quelle: www.globallookpress.com © Bernd Elme


Außenminister Johann Wadephul


Die Haltung der Bundesregierung zum israelischen Krieg in Gaza stößt, wie der Spiegel berichtet, im Auswärtigen Amt zunehmend auf Widerstand. Auslöser ist nun die Erklärung von 28 Staaten, 20 davon aus der EU, in der ein sofortiges Ende des Gaza-Krieges gefordert wird. In der Erklärung, die am 21. Juli veröffentlicht wurde, werden unter anderem die Verhinderung humanitärer Hilfe und jeder Versuch, die palästinensische Bevölkerung aus Gaza zu vertreiben, verurteilt. "Dauerhafte gewaltsame Vertreibung ist eine Verletzung des humanitären Völkerrechts."

Unterzeichnet wurde diese Erklärung von der überwiegenden Mehrheit der EU-Staaten, dazu noch von Australien, Kanada und Großbritannien. Außenminister Joachim Wadephul hatte gerade erst in einem Interview die deutsche Haltung damit begründet, Deutschland könne nicht "Israel im Stich lassen, das vom Iran, von Huthis, von der Hisbollah, von der Hamas bedroht wird". Zudem hat er nicht einmal Bereitschaft zur Einstellung deutscher Waffenlieferungen gezeigt. Trotz mindestens 60.000 getöteten Palästinensern sieht er einzig "das perfide Spiel der Hamas" als Grund des Konflikts.


Jude bei Pro-Palästina-Protest: "Deutsche Regierung unterstützt faschistisches Israel"



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Innerhalb des Auswärtigen Amtes hatte es bereits zu Zeiten von Ex-Außenministerin Annalena Baerbock Dissens zu dieser Frage gegeben, und im Frühjahr 2024 gelangte ein anonymes internes Schreiben an die Öffentlichkeit, das kritisierte, die Ampelregierung unterstütze "die völkerrechtswidrige Politik Israels in Gaza und den weiteren, völkerrechtswidrig besetzten palästinensischen Gebieten". Auch auf Personalversammlungen sei es zu Auseinandersetzungen zu diesem Thema gekommen.

Anfang dieses Monats nun habe eine "jüngere Referentin" beim ersten Auftritt von Joachim Wadephul auf einer Personalversammlung das Wort ergriffen und "eine härtere Gangart gegenüber der israelischen Regierung gefordert". Sie verwies nach Angaben des Spiegel auch auf ein Interview des Völkerrechtlers Kai Ambos, in dem dieser erwähnt hatte, Beamte könnten sich "wegen Beihilfe zu völkerrechtlichen Verbrechen strafbar machen", wenn Waffenexporte für Kriegsverbrechen eingesetzt würden – exakt der Vorwurf, der im Verfahren gegen Deutschland vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag erhoben wurde.

Zuletzt habe die Abteilung S des Auswärtigen Amtes auf eine Unterzeichnung der Erklärung zu Gaza gedrängt. Als deutlichstes Zeichen des Protests nennt der Spiegel jedoch Plakate und Postkarten, die an Bürotüren hingen, aber auch in der Kantine auslägen. Es handelt sich um eine Kampagne von Medico International. Vor dem Hintergrund eines Fotos von einer Trümmerlandschaft aus Gaza steht der Satz: "Eines Tages werden alle immer schon dagegen gewesen sein." Auf der Webseite der Hilfsorganisation, über die diese Postkarten und Plakate vertrieben werden, steht unmissverständlich: "Auch die deutsche Regierung unterstützt die genozidale Kriegsführung Israels in Gaza." Und fügt hinzu: "Rufe zur Wahrung der Menschenrechte bleiben Lippenbekenntnisse, wenn auf sie keine Taten folgen."


Gaza-Tragödie: EU-Außenminister verhängen keine Sanktionen gegen Israel





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Nach einer Umfrage im Mai lehnen inzwischen 80 Prozent der Deutschen das Vorgehen Israels ab. In der deutschen Politik schlägt sich das nicht nieder – in seinem Interview verwies Wadephul sogar darauf, dass er in seiner eigenen Partei wegen einer zu israelkritischen Haltung kritisiert worden sei.

Die überwiegend jüngeren Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes, die laut Spiegel ihr Missfallen an der deutschen Position bekunden, haben jedoch durchaus ein eigenes Interesse an einer veränderten Position. Es sind schließlich die Karrierediplomaten, nicht die politischen, die in kommenden Jahren womöglich die von Ambos angedeuteten Konsequenzen tragen, die sich bereits jetzt in einer zunehmenden Isolation Deutschlands selbst in Europa zeigen. Und mehrere Fälle, in denen doppelte Staatsbürger, die in der israelischen Armee gekämpft hatten, nach ihrer Rückkehr für Kriegsverbrechen angeklagt wurden (z. B. in Kanada), zeigen, dass sich die Stimmung international tatsächlich ändert.


Mehr zum ThemaDeutliches Signal: 25 Länder fordern Israel auf, Gaza-Krieg zu beenden


Screenshot_2025_07_24_at_12_21_12_Israel_Gaza_Es_brodelt_im_Ausw_rtigen_Amt_RT_DE

Video https://rumble.com/v6wkxvw-palstina-30-verhungerte-beerdigt-un-generalsekretr-verurteilt-grauen-in-gaz.html Dauer  Min.


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Info: https://freedert.online/inland/251461-israelgaza-es-brodelt-im-auswaertigen/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.07.2025

Loccumer Initiative: Israel-Gaza

aus e-mail von Dr. Gregor Kritidis, 24. Juli 2025, 9:55 Uhr


Haaretz 19.07.2025 von Gideon Levy


Adolf Eichmann begann seine Nazikarriere als Leiter der Zentralstelle

für jüdische Auswanderung bei der mit dem Reichsschutz betrauten

Sicherheitsagentur. Joseph Brunner, der Vater des Mossad-Chefs David

Barnea, war drei Jahre alt, als er mit seinen Eltern aus Nazideutschland

floh, bevor der Evakuierungsplan umgesetzt wurde


Letzte Woche besuchte Barnea, der Enkel, Washington, um über die

"Evakuierung" der Bevölkerung im Gazastreifen zu sprechen. Barak Ravid

berichtete auf Channel 12 News, dass Barnea seinen Gesprächspartnern

sagte, dass Israel bereits Gespräche mit drei Ländern über dieses Thema

aufgenommen habe und die Ironie der Geschichte sein Gesicht in Schande

versteckte. Ein Enkel eines Flüchtlings ethnischer Säuberung in

Deutschland diskutiert über ethnische Säuberungen, und es kommt keine

Erinnerung in den Sinn.


Um zwei Millionen Menschen aus ihrem Land "evakuieren" zu können,

braucht man einen Plan. Israel hat an einem gearbeitet. Die erste Phase

beinhaltet die Überführung eines großen Teils der Bevölkerung in ein

Konzentrationslager, um eine effiziente Deportation zu erleichtern.


Die Vorbereitungen für das erste israelische Konzentrationslager laufen

auf Hochtouren. Die systematische Zerstörung erfolgt in der ganzen

Enklave, so dass es nirgendwo mehr als ins Konzentrationslager gibt.


Um diese Arbeit ausführen zu können, werden Bulldozer benötigt. Die BBC

präsentierte zwei Werbungen. Einer beschrieb „ein Projekt, das den

Abriss von Gebäuden in Gaza beinhaltet, erfordert 40 Tonnen schwere

Bulldozer-Betreiber. Der Job beinhaltet die Zahlung von 1.200 Schekel

(357 $) pro Tag, einschließlich Essen und Unterkunft, mit der

Möglichkeit, ein Privatfahrzeug zu erhalten. " In der zweiten Anzeige

heißt es, dass "Arbeitszeiten von Sonntag bis Donnerstag von 7 Uhr bis

16:45 Uhr mit hervorragenden Arbeitsbedingungen sind. "


Israel begeht leise ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Kein Haus

hier und ein Haus dort, keine "operationellen Notwendigkeiten", sondern

eine systematische Beseitigung jeglicher Lebenschancen dort, während die

Infrastruktur für die Konzentration der Menschen in einer "humanitären"

Stadt vorbereitet wird, die als Transitlager vorgesehen ist – vor der

Deportation nach Libyen, Äthiopien und Indonesien, die von Barne Laut

Kanal 12.


Das ist der Plan für die ethnische Säuberung von Gaza. Jemand hat es

erfunden, es gab Diskussionen über Vor- und Nachteile, Alternativen

wurden vorgeschlagen, Optionen der totalen Reinigung vs. Etappen, und

alles in klimatisierten Konferenzräumen mit gefassten Minuten und

Entscheidungen. Zum ersten Mal seit Beginn des Rachekriegs in Gaza ist

klar, dass Israel einen Plan hat – und zwar einen weitreichenden.


Dies ist kein rollender Krieg mehr. Man kann Benjamin Netanjahu nicht

länger vorwerfen, einen Krieg ohne Zweck geführt zu haben. Dieser Krieg

hat einen Zweck, und er ist ein krimineller. Man kann Armeekommandanten

nicht mehr sagen, dass ihre Truppen grundlos sterben: Sie sterben in

einem Krieg der ethnischen Säuberungen.


Der Boden ist fertig, man kann zur Personenübertragung übergehen, die

Anzeigen sind unterwegs. Nachdem die Bevölkerung umgezogen ist und die

Bewohner der humanitären Stadt inmitten von Hunger, Krankheiten und

Bomben ihr Leben inmitten der Ruinen vermissen, wird es möglich sein, in

die letzte Etappe zu gehen: Zwangsverlegen auf Lastwagen und Flugzeugen

auf dem Weg in die neue und sehnsüchtige Heimat – Libyen, Indonesien

oder Äthiopien.


Wenn das humanitäre Hilfsunternehmen Hunderten von Menschen das Leben

genommen hat, wird die Abschiebung Zehntausenden das Leben nehmen. Aber

nichts wird Israel auf seinem Weg zur Umsetzung seines Plans blockieren.


Ja, es gibt einen Plan, und er ist teuflischer, als er scheint.

Irgendwann setzten sich die Leute hin und erfanden diese Handlung. Es

wäre naiv zu denken, dass das alles von alleine passiert ist. In 50

Jahren werden die Minuten veröffentlicht und wir werden erfahren, wer

dafür war und wer gegen diesen Plan war. Wer dachte daran, vielleicht

ein Krankenhaus intakt zu lassen.


Neben den Beamten und Politikern waren auch Ingenieure, Architekten,

Demografen und Mitarbeiter aus der Haushaltsabteilung dabei. Vielleicht

gab es ja Vertreter vom Gesundheitsministerium. Wir werden alles in 50

Jahren herausfinden.


Inzwischen hat der Leiter der Zentralbehörde für Palästinensische

Auswanderung, David Barnea, eine zusätzliche Etappe umgesetzt. Er ist

ein gehorsamer hoher Beamter, der nie Reibung mit denen über ihm

verursacht hat. Kommt dir das bekannt vor? Er ist der Held der Kampagne

für Massenamputationen durch Walkie-Talkies. Wenn Sie ihn schicken, um

Geiseln zu retten, geht er. Wenn Sie ihn schicken, um die Abschiebung

von Millionen Menschen vorzubereiten? Kein Problem für ihn. Immerhin

befolgt er nur Befehle.


https://www.haaretz.com/opinion/2025-07-20/ty-article/.premium/its-clear-israel-now-has-a-plan-for-the-ethnic-cleansing-of-palestinians-from-gaza/00000198-2456-d55c-a1be-7efe76860000?fbclid=IwY2xjawLuwMhleHRuA2FlbQIxMQABHrWPtazCIxVf_LxLw-ofzEPFCkD9KH5khucuFdd3bOksaY764BLBwpQTz8ac_aem_PUQm69-lq2A58728YE1gcw


--


Letzte Veröffentlichung:

‚Ich bekomme keine Luft‘: Der Tempi-Unfall und die Unterseite des globalen Kapitalismus

https://berlinergazette.de/de/der-tempi-unfall-und-die-unterseite-des-globalen-kapitalismus/A


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


unser weiterer Kommentar: Zitat: Inzwischen hat der Leiter der Zentralbehörde für Palästinensische Auswanderung, David Barnea, eine zusätzliche Etappe umgesetzt. Er ist ein gehorsamer hoher Beamter, der nie Reibung mit denen über ihm verursacht hat. Kommt dir das bekannt vor? Zitatende

Ja, es steht auch für die "Banalität des Bösen" und erinnert somit an Hannah Ahrends grundlegende Beiträge dazu.

24.07.2025

USA fliegen offenbar Atombomben nach Europa

Erstmals seit 17 Jahren: Hinweise auf US-Atomwaffenstationierung in Großbritannien verdichten sich. (Archivbild), Bildrechte: dpa-Bildfunk/Ben Birchall31

br.de, vom 23.07.2025, 20:11 Uhr, Von Redaktion

Zum ersten Mal seit 17 Jahren sollen wieder US-Atomwaffen nach Großbritannien gebracht worden sein. Offiziell bestätigt ist das nicht – doch Flugrouten, neue Kampfflugzeuge und Medienberichte deuten klar auf eine Stationierung hin.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am 23.07.2025 um 19:00 Uhr.

Die USA und andere Nato-Staaten machen grundsätzlich keine offiziellen Angaben über die Stationierungsorte von Atomwaffen. Darum gibt es auch diesmal weder eine Bestätigung noch ein Dementi. Aber mehrere amerikanische und britische Medien, darunter das US-Magazin Newsweek, berichten, die USA hätten zum ersten Mal seit 17 Jahren offenbar wieder Atombomben nach Großbritannien zur Stationierung gebracht.


Taktische US-Atomwaffen nach Großbritannien: Diese Hinweise sprechen dafür

Es gibt zwei wesentliche Hinweise darauf, dass die Berichte zutreffen. Zum einen ließ sich im Internet die Flugroute einer US-Transportmaschine nachverfolgen, die am 16. Juli von der Kirtland Air Force Base im US-Bundesstaat New Mexico startete – einem der zentralen Standorte für das US-Atomwaffenarsenal. Zwei Tage später trat die Maschine den Rückflug vom britischen Luftwaffenstützpunkt Lakenheath im Osten Englands an.

Im Juni hatte die britische Regierung zudem offiziell den Kauf von speziellen F-35-Kampfflugzeugen aus US-Produktion angekündigt, die in der Lage sind, sogenannte taktische Atomwaffen zu transportieren. Das sind Atomwaffen begrenzter Zerstörungskraft, die in der Nähe von Lakenheath stationiert werden sollen.

Zur Abschreckung: US-amerikanische Atomwaffen in Europa

Großbritannien hat auch eigene Atomwaffen auf U-Booten stationiert. Und es ist nun offenbar das erste Mal seit 17 Jahren, dass zusätzlich wieder landgestützte Atomwaffen aus US-Produktion nach England gebracht wurden.

Insgesamt haben die USA im Rahmen der Nato in fünf europäischen Ländern vorsorglich zur Abschreckung solche taktischen Atomwaffen stationiert. Neben Großbritannien sind das die Türkei, Belgien, die Niederlande und Deutschland. In Deutschland gilt der Fliegerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz als der Stationierungsort für eine begrenzte Zahl von US-Atomwaffen.

Im Juni hatten sich Nato-Mitgliedsstaaten grundsätzlich auf höhere Verteidigungsausgaben geeinigt – bis 2035 sollen sie 3,5 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für klassisches Militär und weitere 1,5 Prozent für verteidigungsrelevante Bereiche ausgeben. Vor allem auf Druck der USA kam es zu dieser Einigung.

Auslöser ist vor allem die veränderte Bedrohungslage: Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine im Februar 2022 gilt der Kreml als die deutlichste sicherheitspolitische Bedrohung für Europa – und insbesondere für Nato-Mitglieder an der Ostflanke.


Schlagwörter


Info: https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/usa-fliegen-offenbar-atombomben-nach-europa,UrnLQoo


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.07.2025

Vor dem EU-China-Gipfel in Peking  Das Tauwetter ist vorbei

taz.de, vom 23. Juli 2025, 16:13 Uhr, Von Eric Bonse (!https://lostineu.eu/trump-spaltet-eu-und-china/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse)

Das Verhältnis zwischen der EU und China ist stark abgekühlt. Trump ist es gelungen, Europäer und Chinesen gegeneinander auszuspielen.


Die offene Hand nach Europa ist zurückgezogen und die Stimmung etwas unterkühlt, ein Erfolg für Trump Foto: Ng Han Guan/AP Photo


Brüssel taz | Es ist noch gar nicht so lange her, da lag Tauwetter in der Luft. China und die EU sollten gemeinsam gegen den Handelskrieg von US-Präsident Donald Trump vorgehen, erklärte Präsident Xi Jinping im April. Kurz darauf hob Xi die umstrittenen chinesischen Sanktionen gegen mehrere Europaabgeordnete auf. Es war eine Geste der Entspannung.

Doch die EU ist darauf nicht eingegangen. Auch die Idee, sich gemeinsam mit Xi gegen Trump zu wehren, hat in Brüssel nie verfangen. Drei Monate nach den chinesischen Offerten ist von Tauwetter nichts mehr zu spüren, im Gegenteil: Die bilateralen Beziehungen sind unterkühlt, EU-Diplomaten sprechen sogar von einer Eiszeit.

Nach Gründen muss man nicht lange suchen: Trump ist es gelungen, Europäer und Chinesen gegeneinander auszuspielen. Zudem lastet Russlands Krieg gegen die Ukraine schwer auf den Beziehungen. In Brüssel hatte man lange gehofft, dass sich Peking aktiv für eine Friedenslösung einsetzen würde. Nun sieht man die Chinesen fast schon als Feind.

Die Konkurrenz ist härter geworden

Die alte europäische Formel, wonach China zugleich Partner, Konkurrent und systemischer Rivale sei, gilt nicht mehr. Die Partnerschaft, etwa in der Klimapolitik, besteht zwar noch fort. Doch die Konkurrenz auf den Weltmärkten ist härter geworden. Und die systemische Rivalität ist durch den Krieg in den Vordergrund gerückt.

„China unterstützt de facto die Kriegswirtschaft Russlands, und das können wir nicht akzeptieren“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Anfang Juli vor dem Europaparlament. Kurz darauf verhängte die EU Sanktionen gegen zwei chinesische Banken. Das war eine Premiere – sie zeigt, wie angespannt die Lage ist.

Bei den neuen Strafmaßnahmen handelt es sich um sogenannte Sekundärsanktionen. Damit werden Länder bestraft, die Sanktionen gegen Russland unterlaufen. Bisher gab es so etwas nur in den USA, nun also auch in Europa. Trump habe hinter den Kulissen Druck gemacht, heißt es in Brüssel. Er will die Europäer auf Anti-China-Kurs bringen.

Lange Liste der Streitfälle

Dabei hat sich der Wind ohnehin schon gedreht. Bereits im vergangenen Jahr hat die EU schon Strafzölle auf günstige chinesische Elektroautos verhängt. Brüssel wirft Peking vor, die eigene Industrie mit unfairen Subventionen und Beschaffungs-Regeln zu bevorzugen. Neben Elektroautos sind auch Solarzellen, Stahl und Medizinprodukte betroffen.

Außerdem hat die EU mehrere Internet-Plattformen aus China ins Visier genommen. So laufen Verfahren gegen Online-Händler wie AliExpress, Shein oder Temu wegen gefälschter Markenprodukte. Die Europäer haben auch ihre Gangart gegen TikTok verschärft. In Irland wurden sogar Ermittlungen eingeleitet. Der Verdacht: mangelnder Datenschutz.

Mittlerweile ist die Liste der Streitfälle so lang, dass sie bei einem Gipfeltreffen unmöglich abgearbeitet werden können. Dennoch setze man weiter auf gute Zusammenarbeit, betont EU-Ratspräsident António Costa. „Wir streben eine faire, ausgewogene Beziehung an, die für beide Seiten Vorteile bringt“, erklärte er vor dem Treffen in Peking.

Ein bisschen klang es wie Pfeifen im dunklen Wald. Einen Plan, wie die frostigen Beziehungen wieder aufgebessert werden können, sucht man auch bei Costa vergebens.


Info: https://taz.de/Vor-dem-EU-China-Gipfel-in-Peking/!6102942/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.07.2025

Gipfel im Schatten des Handelskriegs: Trump spaltet EU und China

lostineu.eu, 24. Juli 2025

Kurz vor einem Gipfeltreffen in Peking sind die Beziehungen frostig. Schuld daran ist vor allem der US-Präsident – aber auch die europäische Anti-Russland-Politik.

Es ist noch gar nicht so lange her, da lag Tauwetter in der Luft. China und die EU sollten gemeinsam gegen den Handelskrieg von US-Präsident Trump vorgehen, erklärte Präsident Xi Jinping im April.

Kurz darauf hob Xi die umstrittenen chinesischen Sanktionen gegen mehrere Europaabgeordnete auf. Es war eine Geste der Entspannung.

Doch die EU ist darauf nicht eingegangen. Auch die Idee, sich gemeinsam mit Xi gegen Trump zu wehren, hat in Brüssel nie verfangen.

Drei Monate nach den chinesischen Offerten ist von Tauwetter nichts mehr zu spüren, im Gegenteil: Die bilateralen Beziehungen sind unterkühlt, einige EU-Diplomaten sprechen sogar von einer Eiszeit.

Die EU-Formel gilt nicht mehr

Nach Gründen muß man nicht lange suchen: Trump ist es gelungen, Europäer und Chinesen gegeneinander auszuspielen. Zudem lastet Russlands Krieg gegen die Ukraine schwer auf den Beziehungen.

In Brüssel hatte man gehofft, dass sich Peking aktiv für eine Friedenslösung einsetzen würde. Nun sieht man die Chinesen fast schon als Feind.

Die alte europäische Formel, wonach China zugleich Partner, Konkurrent und systemischer Rivale sei, gilt nicht mehr.

Die Partnerschaft, etwa in der Klimapolitik, besteht zwar noch fort. Doch die Konkurrenz auf den Weltmärkten ist härter geworden. Und die systemische Rivalität ist durch den Krieg in den Vordergrund gerückt.

“China unterstützt Russland”

“China unterstützt de facto die Kriegswirtschaft Russlands, und das können wir nicht akzeptieren”, sagte EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen Anfang Juli vor dem Europaparlament.

Kurz darauf verhängte die EU Sanktionen gegen zwei chinesische Banken. Es war eine Premiere – sie zeigt, wie angespannt die Lage ist.

Bei den neuen Strafmaßnahmen handelt es sich um so genannte Sekundärsanktionen. Damit werden Länder bestraft, die bestehende Sanktionen gegen Russland unterlaufen.

Bisher gab es so etwas nur in den USA, nun also auch in Europa. Trump habe hinter den Kulissen Druck gemacht, heißt es in Brüssel. Er will die Europäer auf einen harten Anti-China-Kurs bringen…

Weiterlesen auf taz.de (https://taz.de/Vor-dem-EU-China-Gipfel-in-Peking/!6102942/). Siehe auch Streit um Sekundär-Sanktionen: China droht EU mit Vergeltung

‹ Böser Verdacht: Streicht von der Leyen EU-Gesetze auf Druck der USA?

1 Comment

  1. Guido B.
    24. Juli 2025 @ 08:26

    Wunschdenken ist das Gegenteil von Denken. Die westlichen Eliten haben sich voll und ganz dem Wunschdenken verschrieben. Das Goldene Zeitalter steht bevor – für den Nicht-Westen.

Antworten

Was sagen Sie dazu?


Info: https://lostineu.eu/trump-spaltet-eu-und-china/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres: 




Böser Verdacht: Streicht von der Leyen EU-Gesetze auf Druck der USA?


lostineu.eu, 23. Juli 2025

Der Europaabgeordnete T. Wölken (SPD) hat einen bösen Verdacht: Streicht die EU-Kommission geplante Gesetze, um US-Vizepräsident Vance zu gefallen? Er hat Klage eingereicht.

Bei dem Streit geht es um die KI-Haftungsrichtlinie und die Verordnung über standardessenzielle – also bei der Standardisierung besonders wichtige – Patente (SEP).

Beide EU-Gesetze waren im Februar zurückgezogen worden – kurz nach einem Treffen von Kommissionspräsidentin von der Leyen mit US-Vizepräsident J.D. Vance.

Wölken hatte daraufhin bei der Kommission nachgefragt, um Zugang zu den entsprechenden Dokumenten zu bekommen. Doch der wurde bisher nicht gewährt.

Da sein Antrag endlos verschleppt worden sei, habe er nun Nichtigkeitsklage vor dem Europäischen Gerichtshof eingereicht, sagte Wölken laut “Europe.Table”.

Was nach bürokratischem Klein-Klein klingt, ist politisch brisant. Denn dahinter steht der böse Verdacht, dass von der Leyen auf Druck von Vance gehandelt haben könnte.

“Orwell’sche Zensur”

Die Trump-Administration hat wiederholt versucht, mißliebige EU-Gesetze zu kippen. Angeblich werden entsprechende Forderungen auch in den laufenden Zollverhandlungen erhoben.

Im Fokus stehen dabei neben der so genannten Künstlichen Intelligenz auch die Internet-Gesetze DMA und DSA. Dazu gibt es sogar News aus Washington.

Laut “Politico” hat das US-Außenministerium das DSA kritisiert, weil es die Redefreiheit in Europa behindere und “Orwell’sche” Zensurmaßnahmen einführe.

Ähnlich hatte sich J.D. Vance im Februar bei der Münchener Sicherheitskonferenz geäußert…

Siehe auch Von der Leyen Kommisssion ist außer Kontrolle

‹ Aufgelesen: Neue Militärdoktrin in Russland – und in den USA (2/2) › Gipfel im Schatten des Handelskriegs: Trump spaltet EU und China

11 Comments

  1. Arthur Dent
    24. Juli 2025 @ 08:31

    Da macht Uschi mal was richtig (wenn auch aus den falschen Gründen) lässt die “Zensurgesetze” unter den Tisch fallen, und dann ist das auch wieder verkehrt.
    DSA ist ein trojanisches Pferd, das angeblich unsere Demokratie vor Hass, Hetze und Desinformation schützen soll, macht aber das genaue Gegenteil. Nirgendwo ist definiert, was genau Desinformation ist, also kann die EU-Kommission nach Gutdünken entscheiden, was darunter jeweils zu verstehen ist.
    (Sie zum Beispiel den Artikel “Ende der Meinungsfreiheit vom Richter a.D. Dr. Manfred Kölsch, oder von KRiSta – Netzwerk kritischer Richter und Staatsanwälte – den Artikel “Meinungsfreiheit, ein Auslaufmodell”).

Antworten

  • ebo
    24. Juli 2025 @ 10:00

    Das DSA ist nicht abgeschafft, ganz im Gegenteil: Es wird weiter ausgebaut.

    Antworten

  • Karl
    24. Juli 2025 @ 08:25

    Eine gute Initiative! Erstaunlich, dass es solche Abgeordnete in dieser mausetoten Partei mit dem Namen “sozialdemokratisch” noch gibt.

    Zu erwähnen ist noch das Gesetz über die Besteuerung der Tech-Konzerne, das die EU-Kommission in diesen Tagen auf Eis legte. Davon träumen die US-Oligarchen: Dass sie weiter Steuerprivilegien wie die Kirchen genießen. Der Vance als Hohepriester der Steuerfreiheit – das ist die wirkliche Freiheit, die er meint: Google, Palantir, der Raketen-Elon, Fakebook, Microsoft & Co. als Religionsgemeinschaft.

    Tatsächlich entziehen sie weiter Volkseinkommen in die US-Steueroasen (wie Bläckrock), und die EU unterstützt das Verarmungsprogramm für Europa.

    Antworten

  • Thomas Damrau
    24. Juli 2025 @ 07:58

    Trump hat von Anfang an klargemacht, dass sein Zollpoker das Handelsbilanzdefizit gegenüber der EU auch dadurch verringern soll, dass nicht-tarifäre Handelshemmnisse aus dem Weg geräumt werden. Und dazu gehören:
    — die europäische Skepsis gegenüber gentechnisch veränderten (Tieren und) Pflanzen, gegenüber Herbiziden und Pestiziden.
    — europäische Standards für Lebensmittel (Stichwort Chlorhühnchen)
    — europäische Versuche, digitale Plattformen zu regulieren

    Das alles liegt auf dem Verhandlungstisch. Und wie ich unsere heldenhafte EU-Kommission einschätze, wird Trump seinen Willen bekommen.

    Antworten

  • Monika
    23. Juli 2025 @ 22:24

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=136377#h09
    In diesem Beitrag geht es um die Aufgabe der Souveränität Deutschlands durch Adenauer und alle seine Nachfolger, und die Folgen von Snowdens Enthüllungen von „Spionage unter Freunden“
    Man kann also mit Fug und Recht von Verrat sprechen.
    Wer hat uns verraten? Christdemokraten.
    (und seit Adenauer alle weiteren Regierungen bis zum heutigen Tage auch)

    Antworten

  • european
    23. Juli 2025 @ 21:51

    Ich bin nicht überrascht. Sie hat auch bereits vor dem Ukrainekrieg die Maßnahmen aus USA mitgebracht. Erst gab’s den Award for Distinguished Leadership, dann die Auftragsliste für die EU-Sanktionen.

    https://www.politico.eu/article/europe-american-president-paradox-ursula-von-der-leyen/

    “Throughout the preparation process, it was the Commission that had taken the lead on sanctions, consulting some national capitals like Berlin, Paris and Rome — but for the most part meeting representatives of member countries in small groups to sound out their views. Fearful that the ambitious package of sanctions could leak, the Commission never provided a draft text, until the final moment when member countries were poised to consider it.”

    und weiter heißt es

    “It is unlikely that the very close collaboration we are seeing on sanctions and other fronts would have developed as it has without considerable rapport between Washington and Brussels — at the highest levels, but also at working levels,” said Ian Lesser, vice president of the German Marshall Fund of the United States.”

    Wenn sie also jetzt die Gesetzgebung zugunsten der USA ändert, passt das einfach nur ins Bild. Hauptsache, der Krieg bleibt bestehen und sie kann dann die “Beschaffung” übernehmen, obwohl Deutschland gerade jetzt ein
    “Bundeswehrbeschaffungsbeschleunigungsgesetz” in Arbeit hat.

    Es gibt wohl Gerüchte, dass Selenskyj kurz vor dem Austausch steht. Man wird sehen, was daraus wird. Es wäre eine Möglichkeit, den Krieg doch noch zu beenden, bevor er endgültig eskaliert.

    Antworten

    • Guido B.
      24. Juli 2025 @ 06:29

      „Bundeswehrbeschaffungsbeschleunigungsgesetz“

      OMG. Was für ein Monsterwort!

      Ein Verstandbeschaffungsbeschleunigungsgesetz wäre ainnvoller.

      Antworten

    • Arthur Dent
      24. Juli 2025 @ 08:42

      @european
      “Bundeswehrbeschaffungsbeschleunigungsgesetz” – Wenn das auf den Weg gebracht worden ist, funktioniert dann die Produktion der Rüstungsgüter gleich dreimal schneller? Fliegen dem beliebtesten Kriegsertüchtigungsminister aller Zeiten nicht nur die Herzen, sondern auch die Rekruten (80.000 und mehr) zu?
      (Ich kann mich täuschen, aber bei den jungen Leuten höre ich eher ein “Fuck you” als ein “Yes, Sir”).

      Antworten

      • ebo
        24. Juli 2025 @ 09:11

        Auf jeden Fall schafft es der GröKaZ jeden Tag in die Abendnachrichten. Ist ja auch schon mal was ????

  • Armin Christ
    23. Juli 2025 @ 17:45

    Wasser und Brot für vdL !!

    Antworten

    • KK
      23. Juli 2025 @ 19:57

      Das wäre ja mehr, als vdL den 2 Millionen Palästinensern in Gaza zubilligt, da sie den Entzug durch Israel ausdrücklich nicht verurteilt! Nein, Wasser und Brot wäre schon zuviel!

      Antworten

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    Info: https://lostineu.eu/boeser-verdacht-streicht-von-der-leyen-eu-gesetze-fuer-die-usa/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    Aufgelesen: Neue Militärdoktrin in Russland – und in den USA (2/2)


    lostineu.eu, 23. Juli 2025

    Der Ukraine-Konflikt ist zum Stellvertreterkrieg zwischen den USA (und der Nato) mit Russland geworden. Daraus ziehen die beiden Großmächte nun Konsequenzen: Sie passen ihre Militärdoktrin an. Zwei aktuelle Texte geben Grund zu Sorge, auch für EUropa.

    Hier nun der Text zu den USA. Er stammt von Arno Gottschalk und wurde im “Blog der Republik” veröffentlicht. Die Kernthese: Die USA setzen auf Sieg gegen Russland, doch in EUropa wird über dieses gefährliche Ziel und seine Folgen kaum diskutiert.

    Die US Army denkt Krieg neu. Was sich hinter dem Begriff „Multi-Domain Operations“ (MDO) verbirgt, ist nicht bloß ein weiteres Modernisierungsprogramm, sondern ein radikaler strategischer Paradigmenwechsel. Ziel ist nicht mehr, Konflikte zu begrenzen oder abzuschrecken – sondern sie zu dominieren. Und zwar schnell, global und notfalls im Alleingang. Das offizielle Ziel: Siegfähigkeit gegen gleichrangige Gegner wie Russland oder China.

    Die neue US-Doktrin setzt auf „Entscheidungsdominanz“ – durch Informationsüberlegenheit, Technologieführerschaft und eine militärische Präsenz, die alle Räume umfasst: Land, Luft, See, Weltraum, Cyber, Elektrospektrum – und den Kopf des Gegners. Die US Army will jederzeit zuschlagen können, mit maximaler Wirkung und minimaler Reaktionszeit. Wer zuerst wirkt, gewinnt.

    (…)

    Fünf spezialisierte Einheiten – sogenannte Multi-Domain Task Forces – sollen die Umsetzung sichern. Ihre Stationierungsorte sind kein Zufall: Pazifik, Arktis, Nahost, Alaska – und Europa, konkret: Deutschland, wo die MDTF bereits stationiert ist. Ihre Schlagkraft basiert auf präzisen Langstreckenwaffen mit über 1.000 Kilometern Reichweite. Sie zielen auf gegnerische Führungszentren, Luftverteidigung und Logistik – tief im Hinterland. Ihr Auftrag: in den ersten Schlachten die Initiative gewinnen und den Gegner handlungsunfähig machen.

    Das ist mehr als militärische Aufrüstung. Es ist die strategische Absage an jede Form defensiver Zurückhaltung. Die Übergänge von Frieden zu Krieg werden entgrenzt. Ständige Einsatzbereitschaft wird zur Norm. Wer nicht bereit ist, sofort zu wirken, riskiert, ausgeschaltet zu werden, bevor er überhaupt reagieren kann.

    Europas Schlüsselfrage

    Die Risiken dieser Strategie sind evident – und dramatisch:

    • Sie erhöht die Wahrscheinlichkeit eines präventiven Erstschlags, weil jeder das Gefühl hat, schneller sein zu müssen.
    • Sie etabliert eine Daueranspannung, in der militärisches Denken politische Entscheidungsprozesse ersetzt.
    • Und sie droht, durch die gezielte Bespielung des Informationsraums demokratische Öffentlichkeit selbst zur Zielscheibe militärischer Logik zu machen.

    In den USA wird das offen diskutiert. In Europa kaum. Dabei ist die Frage von größter Tragweite: Wollen wir unsere Sicherheit auf einem Konzept stützen, das auf Vorwärtsdominanz, Automatisierung und globale Eingriffsbereitschaft setzt – oder brauchen wir ein eigenes sicherheitspolitisches Leitbild, das Stabilisierung, Begrenzung und demokratische Kontrolle ins Zentrum rückt?

    Der Zeitpunkt, darüber offen zu streiten, ist jetzt. Denn was heute als Fähigkeit geplant wird, kann morgen politische Realität sein. Wer sich nicht positioniert, wird Teil einer Strategie, die er nicht mitgestaltet hat.

    Der ungekürzte Originaltext steht hier

    ‹ Konzentration der Macht und Korruption: Selenskyj führt die EU vor › Böser Verdacht: Streicht von der Leyen EU-Gesetze auf Druck der USA?

    8 Comments

    1. Rantanplan
      24. Juli 2025 @ 05:26

      Das ist nichts neues. Das sind die gleichen Denkweisen wie in den 60ern und 70ern des letzten Jahrhunderts. Weltweite Dominanz um jeden Preis und wenn dafür der Planet mehrfach in die Luft gesprengt werden muss.
      Diese Leute sind geistig/emotional schwerstbehindert.
      Blöd nur, dass damals der kollektive Westen 80% der weltweiten Wirtschaftskraft hatte (USA ca. 50%) und der Rest der Welt 20%.
      Heute ist der Westen auf 30% runter und allein die BRICS haben den Westen wirtschaftlich überholt.

    Antworten

  • Arthur Dent
    23. Juli 2025 @ 16:05

    Full Spectrum Dominance – genauso wirksam, aber viel kostengünstiger soll ja das Baden in Drachenblut sein.
    ????
    “Globale Einsatzbereitschaft”, gelebte Kriegstüchtigkeit mit Herzblut – da sind “Pistolius und KopfschMerz” sicher ganz aus dem Häuschen

    Antworten

    • hg
      24. Juli 2025 @ 09:11

      Ziel, “Die einzige Weltmacht”, Z. Brczinski

      Antworten

  • european
    23. Juli 2025 @ 14:25

    Bei der Gleichrangigkeit mit Russland und China waere ich vorsichtig. Das koennte uebermaessig ambitioniert sein und uns auf die Fuesse fallen. Russland’s hypersonic weapons haben eine Reichweite von 2000 km. Die schaffen es auch bis Alaska.

    Zudem sollte man sich einmal die neuen Zuege in China ansehen, hier eine Magnetschwebebahn, Geschwindigkeit bis zu 600 Stundenkilometer, Strecke Beijing–Shanghai: 1.318 km – früher in 4,5 Stunden, jetzt mit 600 km/h in nur 2,5.

    https://youtu.be/7GfeRrPOt1U?feature=shared

    Eigentlich mal deutsche Technik, aber wir wollten irgendwie nicht und schon damals wurde geunkt, dass die Chinesen das bauen werden. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass die USA mit ihren Streichhoelzern fuer die Stromleitungen solche Zuege bauen.

    Aber Ursula von der Leyen wird auch diesen Vorsprung der Chinesen durch das 18. Sanktionspaket, durch Zensur und Verbote zu verhindern wissen. Was wir nicht wissen, passiert nicht.
    Und in der Zwischenzeit fahren wir Bahn, wenn sie denn faehrt. ????

    Antworten

    • Monika
      23. Juli 2025 @ 22:09

      wir wollten irgendwie nicht und schon damals wurde geunkt, dass die Chinesen das bauen werden…

      Wollen täten wir schon, wenn wir könnten… allein uns fehlt weder der Glaube noch das Wissen, uns fehlen die notwendigen Dimensionen der Strecken…
      Ganz böse gedacht; da bräuchte es die Weiten des Lebensraum im Osten.
      Jetzt ists zu spät unseren Erfindergeist praktisch zu erproben! Jetzt haben die Russen und Chinesen das selber technisch umzusetzen gelernt.

      Antworten

      • Helmut Höft
        24. Juli 2025 @ 09:36

        … abgesehen davon, dass es unökonomisch ist, in der dichtesten Atmosphäre – am Boden – mit hoher Geschwindigkeit zu fahren. Eigenerfahrung: Schneller auf der AB kostet mehr Sprit als mit 120 auf der AB gleiten.

  • Guido B.
    23. Juli 2025 @ 14:09

    Das Konzept der “Full Spectrum Dominance” gibt es schon länger. Mit seinem konfrontativen Verhalten erreicht der Westen allerdings nur die wirtschaftliche und militärische Solidarisierung des Nicht-Westens. Die BRICS-Nationen lernen gerade eine wichtige Lektion: Wer sich vom Westen nicht emanzipiert, wird von ihm schikaniert und sanktioniert. Es ist ja nicht mehr so, dass die ganze Welt zum Westen (“Golden Billion”) gehören will. Der Westen wird bald lernen, dass ihn die “Full Spectrum Dominance” nicht gegen seine Verwundbarkeit schützt. Der Westen ist in vielerlei Hinsicht verwundbar geworden. Man muss ihm nur die Energie und die Rohstoffe entziehen, dann ist es vorbei mit der “Full Spectrum Dominance”.

    Antworten

    • Monika
      23. Juli 2025 @ 22:16

      oh-oh, ob der Westen in Persona USA diese Hungerdiät erdulden würde? Da haut er lieber präventiv den Rohstoffbesitzern kräftig „auf die 12“ und erbombt sich das Gewünschte …
      So stellen sich die USA jedenfalls ihr geostrategisches Spiel vor…

      Antworten

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    24.07.2025

    CORE
    Warum eine umsatzabhängige Abgabe für den EU-Haushalt falsch ist

    makronom.de, vom 23. Juli 2025, 2025, Zsolt Darvas, Roel Dom & Marie-Sophie Lappe, Europa  Mit dem „CORE“-Konzept will die Europäische Kommission eine neue Einnahmequelle für den EU-Haushalt schaffen. Doch die Unternehmensabgabe wirkt verzerrend, trifft kleine Firmen überproportional und ist ineffizient. Bessere Alternativen liegen bereits auf dem Tisch.


    Im Zuge der Vorstellung ihres Entwurfs für den nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen (2028-2034) hat die Europäische Kommission in der letzten Woche eine Reihe neuer Einnahmequellen vorgeschlagen. Diese sind größtenteils vernünftig, mit einer Ausnahme: die so genannte Corporate Resource for Europe (CORE).

    Im Rahmen von CORE sollen Unternehmen mit einem Nettoumsatz von mindestens 100 Millionen Euro jährlich feste Beträge in den EU-Haushalt einzahlen, die je nach Umsatzklasse zwischen 100.000 und 750.000 Euro betragen. Es würden sowohl Unternehmen aus der EU als auch ausländische Unternehmen mit einer ständigen EU-Niederlassung zahlen. Die Kommission argumentiert, dass CORE sicherstellen würde, dass der Unternehmenssektor als ein Hauptnutznießer des EU-Binnenmarktes einen Beitrag zum gemeinsamen Haushalt leistet.

    Abgaben auf den Nettoumsatz sind einfach zu verwalten, weniger anfällig für Gewinnverlagerungen und bieten stabilere, vorhersehbare Einnahmen als gewinnabhängige Steuern. Aber sie sind auch ineffizient und verzerrend, weil sie die Einnahmen und nicht die Gewinne besteuern sowie die Kosten der Unternehmen außer Acht lassen. Solche Abgaben belasten Unternehmen mit sehr unterschiedlichen Gewinnmargen in gleicher Weise.

    Finanzdienstleistungen, Öl- und Gasvertrieb und Halbleiterausrüstungen haben in der EU beispielsweise Nettogewinnspannen von 20% oder mehr, während in anderen Bereichen wie Chemie, Lebensmittelgroßhandel und Einzelhandelsdienstleistungen die Gewinnspannen gegen Null gehen. Einige Unternehmen können überhaupt nicht profitabel sein. Eine Umsatzsteuer von 0,1% entspricht einer Gewinnsteuer von 0,5% für Unternehmen mit einer Gewinnspanne von 20%, aber einer Gewinnsteuer von 5% für Unternehmen mit einer Gewinnspanne von nur 2%.

    Da derartige Abgaben jede einzelne Produktionsstufe besteuern, ohne Abzüge für Vorleistungen zuzulassen, kommt es zu einem Phänomen, das als Steuerkaskade bekannt ist, wobei sich die Steuerlast auf dem Weg der Waren durch die Lieferkette erhöht. Dies birgt mehrere Risiken: höhere Verbraucherpreise, Spezialisierungen werden unattraktiver, während Unternehmen zur vertikalen Integration motiviert, um die Steuerlast zu minimieren, was den Wettbewerb untergräbt und die ökonomische Effizienz verringert.

    Die vorgeschlagenen CORE-Pauschalbeträge sind zwar insofern progressiv, als sie mit den Umsatzstufen ansteigen – aber innerhalb der einzelnen Stufen sind sie stark regressiv, wobei der effektive Satz mit steigendem Umsatz stark abnimmt (s. Abbildung unten). Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 100 Millionen und 250 Millionen Euro würden beispielsweise alle eine Abgabe von 100.000 Euro zahlen. Das ist ein effektiver Satz von 0,1% für ein Unternehmen mit 100 Millionen Umsatz, aber nur 0,04% für ein Unternehmen mit einem Umsatz von knapp 250 Millionen.

    Da die oberste Stufe ab einem Umsatz von 750 Millionen nach oben nicht gedeckelt ist, wären die Unterschiede bei den effektiven Steuersätzen für Großunternehmen sogar noch größer. Ein Unternehmen mit einem Umsatz von 10 Milliarden würde mit einem Steuersatz von 0,008% belastet – also einem verschwindend geringen Anteils seines Umsatzes. Eine solche Struktur birgt die Gefahr, dass die Wettbewerbsfähigkeit kleinerer Unternehmen untergraben wird, da sie unverhältnismäßig stärker belastet würden als ihre größeren Konkurrenten.


    Potenzielle CORE-Abgaben im Verhältnis zum Unternehmensumsatz

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    Quelle: Bruegel


    Neue Instrumente zur Erhöhung der EU-Haushaltseinnahmen sind nur dann gerechtfertigt, wenn sie zum Erreichen der politischen Ziele der EU beitragen und keine Verzerrungen verursachen. Andere Vorschläge der Kommission für neue Haushaltsmittel (z. B. Abgaben auf Tabak und nicht gesammelten Elektroschrott), die ebenfalls letzte Woche vorgelegt wurden, sind in dieser Hinsicht vielversprechender. Eine Defizitabgabe auf Verteidigungsausgaben würde ebenfalls die Ziele der EU unterstützen – es handelt sich um eine Abgabe, die auf der Grundlage der nationalen Minderausgaben im Verteidigungsbereich berechnet wird, und zwar im Zusammenhang mit der Notwendigkeit, die Militärausgaben zu erhöhen. Der CORE-Vorschlag hingegen würde zu Verzerrungen führen – und sollte daher verworfen werden.

    Die Diskussion um CORE sollte nicht von den entscheidenden Fragen des nächsten mehrjährigen EU-Haushalts ablenken: dessen Umfang und Zusammensetzung, die durch Ausgabenprioritäten bestimmt werden müssen. Letztendlich wird der Großteil des EU-Haushalts von den nationalen Steuerzahlern finanziert. Ob die Mittel aus neuen Einnahmequellen oder aus den Standardbeiträgen auf der Grundlage des Bruttonationaleinkommens stammen, wird über die Verteilung der finanziellen Belastung auf die EU-Mitgliedstaaten entscheiden.

     

    Zu den Autoren:

    Zsolt Darvas ist Senior Fellow am Thinktank Bruegel, wo dieser Beitrag zuerst auf Englisch erschienen ist.

    Roel Dom ist Research Fellow bei Bruegel und Gastprofessor an der Universität Antwerpen. Sein Forschungsschwerpunkt sind die öffentlichen Finanzen und insbesondere die Besteuerung.

    Marie-Sophie Lappe arbeitet seit September 2024 als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Bruegel. Sie hat einen Bachelor-Abschluss in International Economics und einen Master-Abschluss in Economics and Finance, beide an der Universität Tübingen erworben.

     

    Kommentare zu


    Info: https://makronom.de/core-warum-eine-umsatzabhaengige-abgabe-fuer-den-eu-haushalt-falsch-ist-49513?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=core-warum-eine-umsatzabhaengige-abgabe-fuer-den-eu-haushalt-falsch-ist


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    24.07.2025

    Nachrichten von Pressenza: Zwei israelische Soldaten in Belgien wegen Kriegsverbrechen in Gaza festgenommen

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 24. Juli 2025, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 24.07.2025


    Zwei israelische Soldaten in Belgien wegen Kriegsverbrechen in Gaza festgenommen


    Die belgische Bundespolizei hat auf dem  Tomorrowland-Festival aufgrund einer Anzeige der Hind-Ragab-Stiftung und des Global Legal Action Network zwei israelische Soldaten festgenommen. Beide stehen im Verdacht, im Gazastreifen Kriegsverbrechen begangen zu haben. Die Stiftung wurde zum Gedenken an Hind Rajab&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/07/zwei-israelische-soldaten-in-belgien-wegen-kriegsverbrechen-in-gaza-verhaftet/


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    Die Wahnvorstellung des Technofetischismus entmenschlicht uns


    Es gab natürlich Erfindungen, die das Sozialgefüge radikal verändert haben. Es waren menschliche Schöpfungen, die von dem beharrlichen Streben nach Verbesserung inspiriert waren und die uns wissenschaftlich oder technisch unabhängiger gemacht haben. Das Rad, das Papier, der Buchdruck, Elektrizität, Impfstoffe,&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/07/die-wahnvorstellung-des-technofetischismus-entmenschlicht-uns/


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    Die Frau als Mensch


    Unser Blogname ist treffend. Der Suchtfaktor ist hoch und natürlich „fixen“ wir uns auch gegenseitig an. Letztens fand ich in Bris Whatsapp -Status den Hinweis auf Ulli Lust’s Graphic Novel -Sachbuch. Schon der Titel war verlockend, aber ich widerstand. Kurz.&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/07/die-frau-als-mensch/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


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    24.07.2025

    Die neue Allianzstrategie   EU und Japan kündigen engere Zusammenarbeit bei der Sicherung ihrer Lieferketten und in der Rüstungsindustrie an. Ziel ist größere Eigenständigkeit gegenüber China (Seltene Erden) und gegenüber den USA (Rüstung und Militär).

    german-foreign-policy.com, 24. Juli 2025

    TOKIO/BRÜSSEL (Eigener Bericht) – Die EU und Japan wollen ihre Zusammenarbeit weiter intensivieren und streben dabei größere Unabhängigkeit sowohl von China als auch von den Vereinigten Staaten an. Dies ist das Ergebnis des diesjährigen EU-Japan-Gipfels, der am gestrigen Mittwoch in Tokio abgehalten wurde. Demnach wollen beide Seiten sich von Seltenen Erden aus China unabhängig machen und auch sonst größere wirtschaftliche Eigenständigkeit erreichen. Zugleich dringen sie auf ein „stabiles“ wirtschaftliches Umfeld – eine klare Positionierung gegen die unberechenbare, mit Zöllen auch gegen Verbündete operierende Politik der Trump-Administration. Insbesondere zielen die EU und Japan auch auf eine engere Kooperation ihrer Waffenschmieden, um ihre rüstungsindustrielle Basis rasch zu erweitern. Die EU strebt Ähnliches auch mit anderen Staaten von Großbritannien über Kanada bis Südkorea an und nutzt dazu eines ihrer Hochrüstungsprogramme namens SAFE, das günstige Kredite im Volumen von bis zu 150 Milliarden Euro zur Verfügung stellt. In Zukunft sollen auch nichteuropäische Verbündete in gewissem Maß davon profitieren können. Regierungsberater in Berlin sprechen von einer neuen „Allianzstrategie“ – ohne die USA.


    Zitat: Die Adressaten des Gipfels

    Die EU und Japan wollen in Zukunft vor allem in der Militär- und Rüstungspolitik, bei der Schaffung eigenständiger Lieferketten sowie beim Versuch, internationale Organisationen zu stabilisieren, enger zusammenarbeiten. Das haben beide Seiten am gestrigen Mittwoch auf ihrem Gipfeltreffen in Tokio beschlossen. Demnach hat es für sie Priorität, die jeweilige „verteidigungsindustrielle Basis“ zu stärken.[1] Dazu soll ein „Verteidigungsindustriedialog“ gestartet werden, um die Zusammenarbeit der Rüstungsindustrien der EU und Japans zu intensivieren. Darüber hinaus setzen sich beide Seiten für eine „stabile und vorhersagbare“ Wirtschaftsordnung ein, und sie wollen gemeinsam die „Versorgungskette bei kritischen Mineralien stärken und diversifizieren“. Ersteres richtet sich erkennbar gegen die US-Politik, die etwa Zölle willkürlich nutzt, um von anderen Staaten bestimmte Leistungen zu erpressen. Letzteres zielt darauf, bei den sogenannten kritischen Rohstoffen – insbesondere bei der Beschaffung der Seltenen Erden – von China unabhängig zu werden. Darüber hinaus machen sich die EU und Japan für ein Bekenntnis zu den Vereinten Nationen stark. „Die wesentlichen Adressaten des Gipfels“ seien, auch wenn sie nicht explizit genannt worden seien, „China und die USA“ gewesen, kommentiert ein deutscher Berichterstatter trocken.[2]


    „Stabilität und Chancen“

    Zur Erläuterung der politischen Hintergründe äußerte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einer Rede anlässlich der Verleihung eines Ehrentitels der Keio-Universität, zwar arbeite die EU „offensichtlich darauf hin, unsere Handelspartnerschaft mit den Vereinigten Staaten wieder auf ein solideres Fundament zu stellen“.[3] Doch sei man sich der Tatsache bewusst, „dass 87 Prozent des globalen Handels mit anderen Ländern“ abgewickelt würden, von denen viele „nach Stabilität und Chancen“ strebten. Das sei der Grund, weshalb die EU auf ihrem Gipfeltreffen mit Japan bestrebt sei, „unsere Bindungen zu vertiefen“. Ebenso sei dies der Grund, aus dem „Länder von überall auf der Welt zu uns kommen, um Geschäfte zu machen: von Indien bis Indonesien, von Südamerika bis Südkorea, von Kanada bis Neuseeland“. All diesen Ländern gehe es darum, ihre „Stärke und Unabhängigkeit zu festigen“; das lasse sich aber lediglich erreichen, „indem wir zusammenarbeiten“. Die USA – den engsten Verbündeten sowohl der EU als auch Japans – zählte von der Leyen in diesem Zusammenhang ausdrücklich nicht auf.


    Ambivalenter Kontext

    Der politische Kontext des EU-Japan-Gipfels ist ambivalent. In den vergangenen Jahren waren die EU, aber auch einige Mitgliedstaaten – darunter speziell Deutschland – bemüht, ihre Beziehungen zu Japan zu stärken. Hintergrund war das Bestreben, im großen Machtkampf gegen China einen engen Schulterschluss der transatlantischen Mächte mit verbündeten Ländern in der Asien-Pazifik-Region zu vollziehen. Entsprechend war auch die NATO dabei, ihre Kontakte zu Japan, Südkorea, Australien und Neuseeland zu intensivieren (german-foreign-policy.com berichtete [4]). Das Militärbündnis verfolgt diesen Plan weiter. Doch hat sich zuletzt unter den asiatisch-pazifischen Verbündeten Unmut über die Trump-Administration und ihre Forderung nach einer exzessiven Aufstockung der Militäretats breitgemacht. Von den Partnerstaaten aus der Region sagten drei der vier Staats- respektive Regierungschefs ihre Teilnahme am NATO-Gipfel im Juni in Den Haag kurzfristig ab; lediglich der Premierminister der rechtslastigen Regierung Neuseelands nahm teil. Japan konnte am Dienstag zwar einen Zolldeal mit der Trump-Administration schließen, der nicht ganz so fatal ausfiel wie befürchtet. Schaden richtet er in der japanischen Wirtschaft dennoch an – und niemand kann sicher sein, ob Trump nicht in Kürze erneut mit einer willkürlichen Anhebung der US-Zolle neue Zugeständnisse seiner Verbündeten erpresst.


    Erweiterte rüstungsindustrielle Basis

    Die EU hat mittlerweile begonnen, ihre Zusammenarbeit mit westlichen Staaten und mit Verbündeten in der Asien-Pazifik-Region auf bilateraler Ebene zu intensivieren – und zwar ausdrücklich ohne Einbeziehung der USA. Exemplarisch geschieht dies zur Zeit auf dem Feld der Rüstungskooperation. Im Zentrum steht dabei das EU-Programm SAFE (Security Action For Europe), in dessen Rahmen die EU-Kommission günstige Kredite vermittelt, mit denen teure Aufrüstungsvorhaben finanziert werden können. Stehen mit SAFE finanzierte Projekte prinzipiell nur EU-Staaten offen, so sieht das Programm allerlei Ausnahmen vor, so etwa für Länder des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) wie Norwegen, daneben aber auch Staaten, mit denen die EU sogenannte Sicherheitsabkommen geschlossen hat. Das sind bislang vor allem Großbritannien, Kanada, Japan und Südkorea; Australien hat Gespräche über ein solches Abkommen aufgenommen. Für die EU ist eine Einbindung weiterer Staaten vorteilhaft, weil es dadurch möglich wird, in der Rüstungsproduktion auf deren industrielle Kapazitäten zuzugreifen. Die kooperierenden Länder wiederum ziehen Vorteil aus günstigen Krediten und einer Erweiterung ihres Absatzmarkts. In Brüssel wird erwogen, auch Indien einzubeziehen. Zentrale Voraussetzung dafür wäre ebenfalls der baldige Abschluss eines Sicherheitsabkommens mit dem Land.[5]


    „Ein eigener Pol“

    Perspektivisch zielt die EU mit dem Bestreben, Staaten nicht nur Europas und Nordamerikas (Kanada), sondern auch aus der Asien-Pazifik-Region über SAFE enger an sich zu binden, nicht nur auf die Verbreiterung ihrer rüstungsindustriellen Basis – dies ganz ähnlich wie es die USA mit ihrer F-35-Koalition oder auch mit AUKUS getan haben bzw. weiterhin tun. Langfristig wolle das europäische Staatenkartell damit „auch ein neues Netz an Partnerschaften schaffen“, heißt es in einer aktuellen Analyse der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP).[6] „Wichtigste Voraussetzung für den Erfolg“ einer solchen „Allianzstrategie“ sei es allerdings, „dass die EU selbst attraktiv wird“, heißt es weiter in der Analyse: Nur wer selbst etwa große Investitionen in seine Waffenschmieden tätige, sei für andere Länder in rüstungsindustrieller Hinsicht interessant. Nicht zuletzt deshalb sei die EU gut beraten, die Zusammenarbeit bei Rüstungsvorhaben „mit breiterer Kooperation zu verknüpfen“, urteilt die SWP – „in der Handelspolitik“ etwa. Dies sei strategisch wichtig: „Wollen die Europäer verhindern, dass sie in einer zunehmend von Interessensphären geprägten Welt zum Spielball fremder Mächte werden, müssen sie die Kraft aufbringen, ein eigener Pol zu werden.“

     

    [1] Japan-EU Summit 2025. Joint Statement. Tokyo, 23.07.2025.

    [2] Martin Kölling: Druck durch China und USA – EU und Japan kooperieren enger. handelsblatt.com 23.07.2025.

    [3] Von der Leyen: We are working towards the agreement with the US, but 87 percent of our trade is with other countries. agenzianova.com 23.07.2025.

    [4] S. dazu Die NATO am Pazifik und NATO weltweit.

    [5], [6] Nicolai von Ondarza: Konturen einer Allianzstrategie der EU. SWP-Aktuell 2025/A 28. Berlin, 10.06.2025.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10071


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    23.07.2025

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    23.07.2025

    Russland verbietet "Internationale Bewegung der Satanisten"

    freedert.online, 23 Juli 2025 21:51 Uhr

    Die "Internationale Bewegung der Satanisten" ist in Russland nun offiziell als extremistische Organisation eingestuft. Der Oberste Gerichtshof verbot ihre Tätigkeit landesweit.


    Russland verbietet "Internationale Bewegung der Satanisten"Quelle: Sputnik © Maria Dewa

    china


    Symbolbild


    Der Oberste Gerichtshof der Russischen Föderation hat am Mittwoch die "Internationale Bewegung der Satanisten" als extremistisch eingestuft und ihre Tätigkeit im gesamten Staatsgebiet verboten. Die entsprechenden Klagen reichten die Generalstaatsanwaltschaft und das Justizministerium ein.

    Laut einer Erklärung der Generalstaatsanwaltschaft stütze sich die Bewegung auf extremistische Ideologie, Hass und Feindseligkeit gegenüber traditionellen religiösen Konfessionen. Die Angehörigen der Bewegung sollen in der Vergangenheit öffentliche Aufrufe zum Extremismus sowie zur Zerstörung, Beschädigung oder Schändung orthodoxer Kirchen und sonstiger Einrichtungen zum Ausdruck gebracht haben. Die Tätigkeit der Bewegung ziele darauf ab, die Grundlagen der verfassungsmäßigen Ordnung zu untergraben, Gewalt zu fördern und religiösen Hass zu schüren.


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    Darüber hinaus sollen sich die Anhänger an die zentralen Lehren des Satanismus halten, einheitliche Symbole und Erkennungszeichen verwenden und okkulte Rituale durchführen. Als Richtlinie würden als extremistisch eingestufte Veröffentlichungen verwendet. Des Weiteren sollen die Mitglieder Ritualmord und weitere Verbrechen, auch gegen Minderjährige, begehen.

    Die Generalstaatsanwaltschaft betonte zudem, dass die "Bewegung der Satanisten" in enger Verbindung zu Ideen des radikalen Nationalismus und Neonazismus stehe.

    In einer Mitteilung des Justizministeriums wurde hervorgehoben, dass das Verbot der Bewegung zum Schutz der nationalen Interessen und zur Stärkung der öffentlichen Sicherheit beitragen muss.

    Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs wurde in der Russisch-Orthodoxen Kirche begrüßt. Fjodor Lukjanow, der Vorsitzende der Patriarchalischen Kommission für Familienfragen, betonte gegenüber Journalisten, dass die "Internationale Bewegung der Satanisten" eine organisierte Kraft sei, die traditionelle Werte in der Gesellschaft zu zerstören versuche. Es sei naiv zu vermuten, dass die Bewegung nicht existiere. Das Verbot markiere laut Lukjanow den Beginn einer Abkehr von destruktiven Ideologien hin zu traditionellen Werten.


    Mehr zum Thema"Ich erkläre euch den Krieg": Duma-Abgeordnete will Verbot von "esoterischen" Dienstleistungen


    Screenshot_2025_07_23_at_23_53_57_Russland_verbietet_Internationale_Bewegung_der_Satanisten_RT_DE

    Video https://rumble.com/v5j5uik-russland-will-propaganda-fr-childfree-bewegung-verbieten.html Dauer 2:28 Min.


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/russland/251444-russland-verbietet-internationale-bewegung-satanisten/


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    23.07.2025

    Lawrow / Sacharowa zur deutschen anti-Russland Politik

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 23. Juli 2025, 22:03 Uhr


    https://odysee.com/@RTDE:e/Lawrow--Mit-Schaum-vorm-Mund-hetzt-Europa-seine-V%C3%B6lker--im-Stile-von-Goebbels--gegen-Russland-auf:f

    23.7.2025


    *Russlands Außenminister Sergei Lawrow:

    Mit Schaum vorm Mund hetzt Europa seine Völker "im Stile von Goebbels"

    gegen Russland auf


    *Russlands Außenminister Sergei Lawrow hat am Dienstag bei einer

    Pressekonferenz mit seiner mosambikanischen Amtskollegin Maria Manuela

    dos Santos Lucas mit Bedauern dargelegt, dass die Völker Europas im Stil

    der Goebbels-Propaganda gegen Russland aufgehetzt würden:


    *Sergei Lawrow:*/„Europa hat Schaum vorm Mund, ein anderes Wort fällt

    mir dafür nicht ein. Dort hetzen sie mit aller Gewalt ihre Völker auf

    und trichtern ihnen im Stil der Goebbels-Propaganda ein, dass Russland

    ein ewiger Feind sei, eine existentielle Bedrohung, dass Russland jeden

    Moment Europa angreifen werde. Deshalb müsse man soziale Probleme,

    wirtschaftliche Misserfolge, den Prozess der Deindustrialisierung – der

    sich in Deutschland und anderen europäischen Ländern beobachten lässt –

    vergessen und sämtliche Kräfte, Mittel und Steuergelder ausschließlich

    in die Militarisierung Europas stecken. Das ist traurig.


    Die Lehren der Geschichte dürfen nicht vergessen werden. Doch offenbar

    hat die heutige Generation der Deutschen, Franzosen und anderer Europäer

    sie schlecht gelernt. Man sagt der Sohn trägt keine Schuld für den

    Vater, der Enkel nicht für den Großvater. Das stimmt – wenn Sohn und

    Enkel sich des verbrecherischen Charakters dessen bewusst sind, was ihre

    Eltern und Großeltern angetrieben hat, des verbrecherischen Charakters

    der Dritten Reiches, welches vom Nürnberger Tribunal auf ewig und

    unwiderruflich verurteilt wurde.


    Aber wenn die Nachkommen eben jener Deutschen heute Führungspositionen

    in der Bundesrepublik Deutschland einnehmen und – ungeachtet ihrer

    konkreten Abstammung – im Geiste eine nunmehr „Vierten Reiches“ gewissen

    Ansprüche uns gegenüber stolz einfordern, dann führt das unweigerlich

    dann führt das unweigerlich zu der Erkenntnis, dass eine Wiedergeburt

    des Nazismus nicht zugelassen werden darf.


    Ich bin überzeugt, dass die Völker Europas – auch der gesunde Teil des

    deutschen Volkes – das sehr wohl verstehen. Und all die Drohungen, mit

    denen wir heute konfrontiert sind – wenn etwa der deutsche

    Verteidigungsminister verkündet, man sei bereit russische Soldaten zu

    töten, oder wenn Führungskräfte der NATO erklären, man werde das Gebiet

    Kaliningrad „präventiv zerschlagen“ – das alles sind für jeden normalen

    Menschen äußerst beunruhigende Signale dessen, was da in Brüssel,

    Berlin, Paris und natürlich London ausgeheckt wird.“


    /

    *Maria Sacharowa**, Sprecherin des Außenministeriums Russlands

    *im Pressebriefing**Moskau, 17. Juli 2025

    /Siehe hier /https://mid.ru/en/foreign_policy/news/2036759/?lang=de


    /Auszug:

    /*Frage eines Journalisten: *Trotz der ständigen Spannungen in den

    deutsch-russischen Beziehungen war Deutschland bis 2022 das Russland am

    nächsten stehende Land in Europa. In der Zeit nach dem Kalten Krieg

    strebten Deutschland und Russland eine umfassende Partnerschaft an.

    Heute ist Berlin der aktivste Waffenlieferant an die Ukraine innerhalb

    der EU, und Boris Pistorius ruft offen dazu auf, „Russen zu töten“. Gibt

    es Ihrer Meinung nach eine Perspektive für die Wiederherstellung der

    Beziehungen zwischen Russland und der Bundesrepublik Deutschland, und

    was wäre dafür erforderlich?


    *Maria Sacharowa: *„/Sie stellen die Frage so, als ob wir daran schuld

    wären, dass sich heute solche Persönlichkeiten in der deutschen Politik

    tummeln.

    Das ist nicht unsere Verantwortung.


    Historisch gesehen haben wir alles getan, um die Beziehungen zu einem

    friedlichen und wohlhabenden Deutschland auf der Grundlage gegenseitigen

    Respekts aufzubauen. Wir haben vergeben, was weder ein Mensch noch ein

    Volk eigentlich vergeben kann. Und wir haben es dennoch geschafft. Wir

    haben zig Millionen getötete Menschen vergeben. Wir haben die

    Folterungen unseres Landes, unserer Menschen vergeben. Wir haben die

    niedergebrannten Städte und Dörfer, die zerstörten Museen vergeben. Wir

    haben die Misshandlungen von Menschen und Kindern vergeben. Wir haben

    ihnen vergeben, dass sie uns nicht nur als Menschen zweiter Klasse

    betrachteten, sondern als solche, denen überhaupt kein Recht auf Leben

    zustand. Wir haben alles vergeben.


    Vergessen haben wir es nicht. Deshalb erhalten wir die Denkmäler, drehen

    Filme, lehren Geschichte. Wir haben nicht vergessen – aber wir haben

    vergeben und wieder die Hand zur Freundschaft, zum gegenseitigen Respekt

    und zur Zusammenarbeit ausgestreckt. Wir haben gezeigt, dass man, indem

    man vergibt, normale, respektvolle und für beide Seiten vorteilhafte

    Beziehungen anbieten kann. Wir haben eine große Zahl von Projekten

    vorgeschlagen.


    Wir sagten: Wenn historische Ressourcen so wichtig sind – dann lasst uns

    gemeinsam, friedlich das erschließen, was wir haben, zum gegenseitigen

    Nutzen und – was das Wichtigste ist – ohne in endlose Verrohung und

    Entmenschlichung zu verfallen. Wir haben unsere Ressourcen zu fairen

    Bedingungen geliefert. Doch das Wichtigste dabei war: Mensch zu bleiben.


    Was haben wir bekommen? Das, was jetzt alle sehen können. Meiner Meinung

    nach ist das Schlimmste, was Deutschland bekommen hat, das vollständige

    Vergessen der eigenen Fehler. Es hat seine eigene moderne Geschichte

    vergessen – etwa die Wiedervereinigung eines Landes, das nicht nach Lust

    und Laune irgendeines Akteurs der Welt geteilt worden war, sondern als

    Folge seiner eigenen Verbrechen. Dieses Land hat vergessen, wer als

    treibende Kraft hinter der deutschen Einheit stand. Es war unser Land

    und unser Volk – das vergeben konnte, obwohl es nicht musste, und das

    sogar half, das deutsche Volk zu vereinen. Und selbst das konnten sie

    verraten. Sie haben sich selbst verraten.


    Sie fragen, was man tun müsste? Heute hören wir aus dem offiziellen

    Berlin Aufrufe zur Vernichtung unserer Staatlichkeit, unseres Landes und

    unseres Volkes – kollektiv und individuell. Diese Aufrufe sind zur

    „Manie“ jener geworden, die heute in Deutschland das Sagen haben. Sie

    vernichten buchstäblich alles, was mit Russland zu tun hat – im

    Informationsbereich, in der Kultur, im Humanitären, in der Wirtschaft,

    im Finanzwesen.


    Aus deutschem Kriegsgerät wird auf russisches Territorium und auf ein

    Volk geschossen, dem sie ewig verpflichtet sein sollten – auch dafür,

    wie viele Menschen damals einfach nie geboren wurden.


    Es wird darüber diskutiert, in der Ukraine eine

    „Schraubendreher“-Montage von Taurus-Marschflugkörpern einzurichten –

    deren Einsatz, wie alle wissen, nur mit Beteiligung von

    Bundeswehr-Spezialisten möglich ist, also mit direkter Beteiligung

    deutscher Offiziere. Das ist keine indirekte Steuerung von Prozessen –

    das ist direkte.


    Begreifen das die deutschen Wähler, die bei den jüngsten

    Parlamentswahlen offenbar für eine Normalisierung der Beziehungen zu

    Russland gestimmt haben? Verstehen sie, wohin dieses politische

    Wahnsinnsregime sie treibt?


    Haben sie es verstanden? Offenbar haben sie sich dafür ausgesprochen,

    die Beziehungen zu Russland nicht zu zerstören – erst recht nicht,

    Deutschland gegen unser Land zu militarisieren. Was wird daraus? Werden

    die deutschen Wähler später sagen, dass sie schon wieder getäuscht

    wurden? Schon vor 90 Jahren wurden sie getäuscht. Man verkaufte ihnen

    unter dem Deckmantel eines demokratischen Prozesses das, was nicht zu

    einem plötzlichen Zusammenbruch führte, sondern zu einer Katastrophe von

    historischem Ausmaß.


    Es ist offensichtlich, dass diejenigen, die wir immer als Revanchisten

    bezeichnet haben und die sich sonst leise unter Bänken versteckten, aus

    der Geschichte nichts gelernt haben. Die Versuche deutscher

    Regierungsvertreter, mit Russland in der Sprache von Ultimaten und

    angeblicher Stärke zu sprechen, sind lächerlich, grotesk und unmoralisch.


    Wozu sind sie inzwischen gekommen? Sie teilen die Opfer des Zweiten

    Weltkriegs nach Nationalitäten auf. Sie waren es, die uns damals nach

    Nationalitäten angriffen – wer leben durfte, wer Sklave sein sollte und

    wer sofort getötet werden musste. Und dafür haben sie bekommen, was sie

    verdient haben. Und nun, 80 Jahre später, teilen sie erneut die Opfer

    und Helden des Zweiten Weltkriegs – für uns des Großen Vaterländischen

    Krieges – nach Nationalitäten auf. Selbst die Entschädigungszahlungen an

    die Leningrader Blockadeopfer erfolgen nun nach ethnischer

    Zugehörigkeit. Das ist eine Schande!


    Ich bin überzeugt, dass viele Deutsche – einfache Menschen, gebildete,

    klarsichtige Menschen – unter dem leiden, was sie als Vorahnung einer

    erneuten Katastrophe empfinden. Ich habe einem deutschen Journalisten

    ein Interview gegeben. Er fragte mich: „Wann werden Sie uns das nächste

    Mal retten?“ Ich antwortete: „Wenn ihr anfangt, euch selbst zu retten?“


    Wenn Sie also fragen wollen, was für eine Verbesserung der Beziehungen

    zu Deutschland nötig wäre – dann ist diese Frage nicht an uns zu

    richten, sondern an sie. Aber vor allem sollten sie jetzt versuchen,

    sich selbst vor einer weiteren Katastrophe zu bewahren – einer, die sie

    in ihrer Geschichte schon mehrfach erlebt haben. Es sieht ganz danach

    aus, als stünden sie erneut an der Schwelle dazu.“


    /

    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    23.07.2025

    Medienanalyse: "Kabul Luftbrücke" – Das fragliche Agieren einer Grünen-Organisation

    freedert.online, 23 Juli 2025 20:49 Uhr, Von Bernhard Loyen

    Im Juni wurde bekannt, dass vor dem Verwaltungsgericht Berlin Afghanen erfolgreich auf ein Visum für Deutschland klagen. Die NGO "Kabul Luftbrücke", gegründet von einem Grünen-EU-Abgeordneten, fungiert laut Medienrecherche seit dem Jahr 2021 im Hintergrund als verzweigter Akteur mit Regierungsnähe.


    Quelle: Gettyimages.ru © picture


    alliance / Kontributor


    "Task Force Evakuierung Kabul" als maßgebliche Tätigkeit von deutschen Botschaftsangehörigen in Islamabad, Pakistan, Juni 2022


    Das Online-Magazin Apollo News beschäftigte sich im Rahmen einer "exklusiven Recherche" mit der "intransparent arbeitenden NGO Kabul Luftbrücke", gegründet und betreut von dem Grünen-EU-Politiker Erik Marquardt im August 2021. Die NGO soll in den Jahren der Ampelkoalition ihre nachweisliche Regierungsnähe für Lobbyarbeit zugunsten der Einreise Tausender Afghanen genutzt haben. Ex-Außenministerin Annalena Baerbock hätte in ihrer Amtszeit "Kabul Luftbrücke" zu einer "privilegierten 'meldeberechtigten Stelle' in ihrem Aufnahmeprogramm für Afghanistan" ernannt. Die Organisation wurde nach dem Ende der Ampel umstrukturiert und möchte nicht mehr mit den Grünen in Verbindung gebracht werden. Betreut jedoch weiterhin klagewillige Afghanen.

    Gegründet wurde die Organisation "Kabul Luftbrücke" nachweislich nach der Machtübernahme durch die Taliban und dem Rückzug der NATO-Truppen aus Afghanistan im August 2021. Die NGO finanziert sich laut Eigenauskunft rein über Spendengelder. Dazu heißt es:

    "Sofern kein besonderer Spendenzweck definiert ist, setzen wir alle Spenden dafür ein, gefährdete Menschen aus Afghanistan zu evakuieren. Zum Beispiel nutzen wir das Geld, um Busse zwischen Kabul (Afghanistan) und Islamabad (Pakistan), Unterbringungen oder medizinische Verpflegung von Afghan*innen zu bezahlen."


    Pakistan setzt Deutschland wegen der 2500 Afghanen mit Aufnahmezusage unter Druck





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    Zu der Vorgeschichte und den Hintergründen des NGO-Starts im August 2021 heißt es im AN-Artikel:

    "Als offizieller Träger der Initiative trat zunächst der Berliner Verein Civilfleet-Support e.V. auf, der Projekte der 'Seenotretter'-Szene unterstützt. Im Vorstand dieses Vereins sitzt Erik Marquardt, Europa-Abgeordneter der Grünen und engagierter Verfechter einer möglichst großzügigen Migrationspolitik. Auf der Internetseite von 'Kabul Luftbrücke' wurde Marquardt lange als 'Gründer, Interessenvertretung, seit August 2021' genannt. Dieser Eintrag ist inzwischen verschwunden."

    Die Ampelregierung mit Außenministerin Annalena Baerbock übernahm ihre Arbeit am 8. Dezember 2021. Baerbock gab in ihrer neuen Funktion in diesem Zeitraum umgehend zu Protokoll:

    "Wir werden bürokratische Hürden abbauen, um die Aufnahme und die Einreise nach Deutschland für besonders gefährdete Afghaninnen und Afghanen zu erleichtern. Unser Ziel muss der Aufbau nicht einer, sondern mehrerer humanitärer Luftbrücken von Afghanistan nach Deutschland sein."

    Zur bereits existierenden Achse Baerbock-Marquardt und dem Thema einfordernder Pro-Asyl-Aktivitäten Richtung Deutschland findet sich weiterhin ein X-Beitrag aus dem März 2020:


    Deutschland muss Afghanen Einreisevisa erteilen





    Deutschland muss Afghanen Einreisevisa erteilen







    Zu Baerbocks Agieren in ihrer Amtszeit heißt es in der AN-Recherche:

    "Baerbocks Versprechen beschäftigt die Bundesregierung bis heute. Rund 2.300 Afghanen warten laut Auswärtigem Amt in Pakistan darauf, nach Deutschland kommen zu dürfen. Die abgewählte Regierung hatte ihnen die Aufnahme zugesichert. Die neue Regierung ist sich uneinig darüber, wie sie mit ihnen verfahren soll."

    Dazu monierte Ex-NGO-Mitglied Marquardt am 9. Juli dieses Jahres auf X:

    "Der Asyldebatte ist die Menschlichkeit abhanden gekommen. Das sieht man auch an der illegalen Entscheidung der Bundesregierung, die Aufnahmezusagen für die ca. 2500 nachweislich unmittelbar gefährdeten Afghaninnen und Afghanen in Pakistan umzusetzen. Die Bundesregierung muss jetzt schnell entscheiden, diese Menschen aufzunehmen und ihnen den Rechtsweg ersparen."

    Zu der Frage eines X-Nutzers, ob Marquardt beantworten könnte, "wie viele Frauen darunter" wären, erklärt der EU-Abgeordnete:

    "Die genauen Zahlen sind mir nicht bekannt. Vermutlich unterscheidet es sich aber nicht zum letzten Flug, sodass man von etwa 55 Prozent ausgehen kann."

    Zu Asyl-Hintergrunddynamiken in Deutschland und diesbezüglich proaktiv agierenden NGOs heißt es im Artikel von Apollo News:

    "Doch wie bei Dobrindts Zurückweisungen an den Grenzen, gegen die drei Somalier mit Hilfe von 'Pro Asyl' vor Gericht gezogen sind, versuchen migrationsfördernde NGOs auf juristischem Wege die Politik unter Druck zu setzen. Derzeit rollt eine Klagewelle auf die Bundesregierung zu: Hunderte der in Pakistan wartenden Afghanen haben Eilanträge am Verwaltungsgericht Berlin gestellt, um ihre Aufnahme in Deutschland zu erzwingen. Dahinter steckt die Nichtregierungsorganisation (NGO) 'Kabul Luftbrücke', die eine Schlüsselrolle in Baerbocks Aufnahmeprogramm für Afghanistan spielte."


    Abschiebeflug: 81 ausreisepflichtige Afghanen am Morgen abgeschoben





    Abschiebeflug: 81 ausreisepflichtige Afghanen am Morgen abgeschoben






    Mit der aggressiv agierenden, einfordernden NGO gab es dann im Frühjahr 2023 anscheinend negative Schwingungen seitens der Bundesregierung, da "es wohl besonders große Probleme gab". Das für die Umsetzung des Aufnahmeprogramms zuständige Bundesinnenministerium (BMI) setzte laut AN-Recherchen "die Zusammenarbeit mit dieser NGO aus". Das Problem: Baerbocks persönlich beauftragte "Kabul Luftbrücke" als Anlaufstelle für ausreisewillige Afghanen, eine sogenannte "meldeberechtigten Stelle", die zu einer "Vorauswahl der Schutzbedürftigen" berechtigt wurde. Dazu heißt es:

    "Dieses Programm war so intransparent und missbrauchsanfällig konstruiert, dass es zu zahlreichen Fällen kam, in denen Personen mit ungeklärter Identität und zweifelhafter Verfolgungsgeschichte Aufnahmezusagen erhielten. Bundespolizei und Verfassungsschutz schlugen intern Alarm. Sie warnten vor der Gefahr, dass Islamisten und feindliche Agenten dieses Programm gezielt ausnutzen könnten, um Personen nach Deutschland zu schleusen."

    BMI und AA reagierten dabei erst nach einem Medienbericht des Magazins Cicero ("Bundesregierung holt Scharia-Richter nach Deutschland"), um dann panisch umgehend "das Bundesaufnahmeprogramm vorübergehend zu stoppen und zusätzliche Sicherheitsbefragungen einzuführen". Die NGO verteidigte sich mit der kläglichen Erklärung:

    "Wir haben von Beginn an darauf hingewiesen, dass wir nicht in der Lage sind, die Plausibilität von tausenden Fällen zu überprüfen. Es sollte Aufgabe einer staatlichen Stelle sein, zu überprüfen, wer schützenswert ist. Kabul Luftbrücke konnte dies als rein spendenfinanzierte Organisation nicht leisten."


    Algerier, Syrer und Afghanen ‒ die Extreme der Jugendkriminalität





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    Im Februar 2022 hieß es noch großspurig in einer gemeinsamen Pressemitteilung:

    "PRO ASYL, Kabul Luftbrücke und das Patenschaftsnetzwerk Afghanistan stellen Zehn-Punkte-Plan vor zur Aufnahme und Evakuierung Verfolgter und appellieren: 'Vergesst Afghanistan nicht! Handelt jetzt!'"

    Zu den aktuellen fraglichen Strukturen der vormaligen Marquardt-NGO heißt es nun im AN-Artikel:

    "Erst ab Mai 2024 konnte die Organisation eigenen Angaben zufolge wieder Afghanen für das Bundesaufnahmeprogramm melden. Was in der Zwischenzeit geschehen ist, bleibt unklar. Fest steht: Plötzlich taucht ein neuer Träger der Initiative auf, eine eigens dafür gegründete gemeinnützige GmbH, die sich mit gerichtlichen Mitteln dagegen wehrt, mit 'Grünen-Politikern' in Verbindung gebracht zu werden."

    Im Handelsregister sei nun eine "Aab Humanitarian Association gGmbH" gelistet mit Geschäftsadresse in Berlin. Zwischenzeitliche Geschäftsführerin war laut Recherchen Parica Partoshoar von den Hamburger Grünen, die "dort kürzlich als 'vielfaltspolitische Sprecherin' in den Landesvorstand gewählt" wurde. Zu den mehr als fraglichen internen Dynamiken und neuer Leitung heißt es weiter:

    "Bei 'Kabul Luftbrücke Bevor' arbeitete [die Österreicherin] Vesna Radosavljevic eigenen Angaben zufolge schon, als das Projekt noch beim Civilfleet-Support e.V. angesiedelt war: 'seit April 2022 im Bereich Projektmanagement', für 20 bis 35 Euro im Monat. Geschäftsführerin der neu gegründeten Trägergesellschaft wurde sie im Juli 2024. Inzwischen heißt sie nicht mehr Radosavljevic, sondern Donic."

    Vesna Donic klagte dann im August 2024 gegen die Cicero-Redaktion, ausgehend von einem neuen Artikel zur Causa "Visa-Affäre" (RT DE berichtete). In der erfolglosen Donic-Klage heißt es dazu:

    "Sie wollte unter anderem folgenden Halbsatz [im Cicero-Artikel] verbieten lassen: 'Die von einem Grünen-Politiker mitgegründete Organisation pflegt beste Kontakte zu Annalena Baerbock und war in deren Bundesaufnahmeprogramm für Afghanistan von Anfang an eng eingebunden.'" 

    Unterstützung erfährt die "Afghanistan-Solidarität" auch über den GEZ-finanzierten Provokateur Jan Böhmermann:

    Am 22. Juli dieses Jahres interviewt das Boulevard-Magazin Stern "Eva Breyer von der 'Luftbrücke Kabul'". Laut dem Artikel würde die amtierende Bundesregierung aktuell noch 2.400 Afghanen "mit Aufnahmezusage hängen lassen". Zum Thema aktive Hilfe in Deutschland gibt Frau Breyer zu Protokoll:

    "Eine afghanische Familie hat mithilfe der "Kabul Luftbrücke" erfolgreich auf die Erteilung eines Visums geklagt. Heute kam die Nachricht, dass die Regierung Beschwerde eingelegt hat und wir vor das Oberverwaltungsgericht gehen. Nun hat das Auswärtige Amt erneut zwei Wochen Zeit, dies zu begründen." 

    Die NGO hätte laut ihrer Interviewaussage "insgesamt bereits über fünfzig Klagen eingereicht, weitere sind in Vorbereitung".


    Mehr zum Thema – Berliner Urteil: 14 einzufliegende Afghanen und der Preis der Heuchelei


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    Info: https://freedert.online/inland/251393-medienanalyse-kabul-luftbruecke-fragliche-agieren/


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    23.07.2025

    Ukraine-Proteste: Der Westen hat noch die Kontrolle über die NGOs im Land

    freedert.online, 23 Juli 2025 19:18 Uhr, Von Gert Ewen Ungar

    Die Wut auf ein skandalöses Gesetz treibt die Ukrainer auf die Straße. Das ist die Erklärung des Mainstreams für die Demonstrationen in vielen Städten des Landes. Die bessere Erklärung ist, dass der Westen die Kontrolle über Selenskij verloren hat, aber noch über die Kontrolle seiner NGOs verfügt.


    Quelle: www.globallookpress.com © Juliane Sonntag


    Ehemals beste Freunde: Machthaber Selenskij begrüßt Deutschlands Außenminister Wadephul am 30. Juni 2025 in Kiew.


    Wenn es um die Ukraine geht, erzählt die Tagesschau gerne schöne und ergreifende Geschichten. Mit der Realität haben diese als Journalismus getarnten Rührstücke in der Regel genauso viel zu tun wie die Schauermärchen, die deutsche Medien über Russland erzählen: nichts. 

    Anlässlich der aktuellen Proteste in der Ukraine gegen ein Gesetz, das die Bekämpfung der Korruption hintertreibt, kramen die Tagesschau und mit ihr die restlichen Medien des deutschen Mainstreams die Mär von einer plötzlichen Manifestation von Protesten der Zivilgesellschaft aus dem Werkzeugkasten der Propaganda.

    Wenn es die Mächtigen zu bunt treiben, dann versammelt sich plötzlich eine große Anzahl von Menschen, die alle die gleiche Motivation antreibt: Das lassen wir uns nicht bieten! So in etwa lautet die Erzählung, die der Mainstream seinen Konsumenten bei vielen Gelegenheiten vorgesetzt hat. Jetzt wird sie im Hinblick auf die Proteste in der Ukraine wieder aufgetischt. 


    Ukraine bereitet sich auf erzwungene Verhandlungen vor





    Analyse

    Ukraine bereitet sich auf erzwungene Verhandlungen vor






    Ganz ehrlich: Wer an so eine Geschichte glaubt, dem ist kaum noch zu helfen. Plötzliche Proteste der Zivilgesellschaft mit einer großen Anzahl von Teilnehmern gibt es nicht. Weder in der Ukraine noch in Georgien, in Serbien, in Weißrussland oder sonstwo auf der Welt. Nicht mal in Berlin gegenüber dem Außenstudio der ARD, wo die Sommerinterviews aufgezeichnet werden. Die Tagesschau weiß genau, wie sowas läuft, denn sie macht bei solchen Inszenierungen gerne mit, wie sie beim Interview mit der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel erneut unter Beweis gestellt hat. 

    Derartige Proteste, wie sie nun "plötzlich" landesweit in der Ukraine ausgebrochen sind, sind organisiert und werden koordiniert. Das weiß man auch im Newsroom der Tagesschau, und man weiß dort auch, warum man dem Zuschauer diese Information besser verschweigt. Es würde zur Aufklärung beitragen, das Format der Tagesschau dient aber der Einlullung. 

    Also greift die Redaktion zur Romantisierung der Ereignisse: Das ukrainische Volk steht auf und fordert Gerechtigkeit! Mit der Behauptung, die Demonstranten skandierten Losungen wie "Europa wählen!", setzt die Tagesschau ihrem Bericht über die Proteste das propagandistische Sahnehäubchen auf. 

    Wer sich nicht mit Polit-Kitsch abspeisen lassen möchte, muss sich selbst um ein breiteres Bild bemühen. Trump ist Selenskij überdrüssig. Selenskij stellt das größte Hindernis für eine Regulierung des Ukraine-Konflikts dar. Er profitiert vom Krieg wie kein anderer. Der Krieg sichert ihm die Macht. Seine Macht hat er in den vergangenen Jahren ausgeweitet, indem er die Opposition und kritische Medien verbieten ließ, die Medienaufsicht beim Präsidialamt ansiedelte und Neuwahlen mit dem Ende des Krieges verknüpfte. Selenskij hat daher keinerlei Interesse an Frieden, an Demokratie und an Wahlen. Er ist ein Diktator. 

    Die USA wollen den Konflikt aber beenden. Trump hat es im Wahlkampf seinen Wählern versprochen. Scheitert er auch hier, hat er ein weiteres Glaubwürdigkeitsproblem. Zudem sehen die USA in China und nicht in Russland die größere Herausforderung für ihren Anspruch auf globale Macht.


    Ukraine-Konflikt: Neue Verhandlungsrunde in Istanbul beginnt heute





    Ukraine-Konflikt: Neue Verhandlungsrunde in Istanbul beginnt heute






    Um den Krieg beenden zu können, muss Selenskijs Regime aber durch eine Regierung ersetzt werden, die sich auf ernsthafte Verhandlungen mit Russland einlässt. Zudem sollte ein Umsturz in Kiew für das westliche Publikum ebenso demokratisch verklärbar sein, wie es der Maidanputsch im Jahr 2014 war. Ein erneuter Volksaufstand ist dafür das geeignete Mittel.

    Dass sich ausgerechnet Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko unter die Demonstranten mischt, ist ein Indikator dafür, dass auch die EU und Deutschland die Zeichen der Zeit erkannt haben und ihre Interessen in der Ukraine wahren wollen. Sie sehen es nicht mehr als gesichert an, dass dies über die Unterstützung Selenskijs zu erreichen ist. Vitali Klitschko wird von der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung unterstützt und wurde im Jahr 2014 als Präsidentschaftskandidat aufgebaut. Derartige Ambitionen hat er noch immer. 

    Angesichts der Proteste meldet sich prompt auch Außenminister Wadephul zu Wort. Er verlangt in ungewöhnlich scharfem Ton, dass die Ukraine weiterhin Korruption konsequent bekämpfen muss. Ansonsten verbaue sie sich den Weg in die EU. Hoppla! Vor ein paar Tagen klangen die Worte, die Wadephul in Richtung Kiew sprach, noch deutlich süßer. Auch die EU geht auf Distanz zu Kiew. 


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    Man ist wieder dort, wo man im Winter 2013/2014 schon einmal war. Es gibt einen Machtkampf zwischen den USA und der EU darum, wer sich den Durchgriff auf den ukrainischen Machtapparat sichert.


    Umfrage-Schock für Selenskij: Saluschny wäre klarer Wahlsieger





    Umfrage-Schock für Selenskij: Saluschny wäre klarer Wahlsieger






    Der Auftakt der Proteste fand nur einen Tag vor neuen Verhandlungen in der Türkei statt. Das kann man für Zufall halten, dass es sich dabei aber tatsächlich um Zufall handelt, ist unwahrscheinlich. Die Proteste, auch wenn sie thematisch mit dem Krieg nicht verbunden sind, dienen dem Aufbau von innenpolitischem Druck. Daher ist zu erwarten, dass sie nicht so schnell wieder abflauen. Sie sollen zudem nach außen suggerieren, dass Selenskij den Rückhalt in der Bevölkerung verloren hat. Ob das tatsächlich so ist, ist schwer zu sagen. Die tatsächliche Zustimmung zu einem Regierungschef wird in der Regel über Wahlen ermittelt, die aber sind in der Ukraine ausgesetzt. 

    Mit dem ukrainischen Volk und einem vermeintlichen Ruf nach Gerechtigkeit hat das alles natürlich reichlich wenig zu tun. Die aktuellen Proteste sind nicht Ausdruck davon, dass es eine breite und gut aufgestellte Zivilgesellschaft in der Ukraine gibt, die ihre Interessen vertritt. Für breiten Protest aus der Mitte des Volkes hat es bisher bereits zig Gründe gegeben. Die massive Zwangsmobilisierung ist nur einer davon. Aber der große Protest blieb aus. 

    Die aktuellen Proteste sind lediglich Ausdruck davon, dass es in der Ukraine ein noch gut funktionierendes Netzwerk von NGOs gibt, über das westliche Regierungen die Kontrolle ausüben. Über Selenskij haben sie dagegen die Kontrolle verloren. Daher muss er weg, und zwar möglichst elegant und für alle Beteiligten gesichtswahrend. 

    Aber diese Geschichte wird die Tagesschau nicht erzählen, denn sie lässt sich schlecht in das Korsett der Erzählung vom Streben des ukrainischen Volkes nach Demokratie und Freiheit zwängen. Die Tagesschau macht nämlich keine Nachrichten, sondern bedient Narrative. 


    Mehr zum Thema – Kiew: Tausende demonstrieren gegen Selenskijs Gesetzeserlass zur Korruption

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    Video https://rumble.com/v6wkdje-scott-ritter-die-usa-wollen-selenskij-loswerden.html Dauer 2:04 Min.


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    Info: https://freedert.online/meinung/251434-ukraine-proteste-westen-hat-noch/


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    23.07.2025

    Im logistischen Herzen der Neuen Seidenstraße

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    Xinjiang Binnenhafen von Ürümqi (Bildquelle l'AntiDiplomatico)


    seniora.org, 23. Juli 2025, 23. Juli 2025 von Red. - übernommen von transition-news.org

    Journalisten aus 24 Ländern besuchten die autonome Region Xinjiang im Nordwesten Chinas, darunter Maylyn Lopez von «l’AntiDiplomatico». Im fünften Teil der Serie berichtet sie über die Verbindung von Ost und West auf dem Landweg durch das Projekt der Belt and Road Initiative: Der internationale Binnenhafen Ürümqi und die große Vision der Autonomen Region Xinjiang.

    Dieser Beitrag wurde von Transition-News mit freundlicher Genehmigung von l’AntiDiplomatico übernommen. Die geäußerten Ansichten spiegeln nicht zwingend die Meinung der Redaktion wider. Hier finden Sie Teil 1, Teil 2, Teil 3 und Teil 4 der Serie.


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    Die autonome Region Xinjiang entwickelt sich zu einem strategischen Knotenpunkt von internationaler Bedeutung. Dieses Grenzgebiet wird dank einer ehrgeizigen Vision in das logistische Herz Eurasiens verwandelt: die Verbindung von Ost und West auf dem Landweg durch das Projekt der Belt and Road Initiative.

    Tausende von Kilometern vom Meer entfernt, im Herzen Asiens, gibt es eine Region, die die Art und Weise, wie Waren, Menschen und Ideen reisen, verändert. Es handelt sich um Xinjiang, ein Land, das seit jeher von Karawanen durchquert wird und sich heute zu einem der ehrgeizigsten Logistikzentren der Welt für den Landweg entwickelt hat. Hier etabliert sich der internationale Binnenhafen Ürümqi als zentraler Punkt der Neuen Seidenstraße, der die geopolitische Rolle Chinas tiefgreifend verändert und der gesamten eurasischen Region neue Wachstumschancen eröffnet.

    Im Mittelpunkt dieses Wandels steht der Ürümqi International Land Port, eine Anlage, die weit über die Logistik hinausgeht: Sie ist ein Symbol für Offenheit, wirtschaftliche Zusammenarbeit und ein Katalysator für nachhaltige Entwicklung und regionale Integration.

    Im Jahr 2018 gründete die chinesische Regierung die Xinjiang International Land Port (Group) Co., Ltd. um den Bau der Wirtschaftszone des Seidenstraßen-Wirtschaftsgürtels voranzutreiben. Seitdem hat dieser «trockene Hafen» Investitionen in Milliardenhöhe angezogen und sich schnell als wichtiger multimodaler Knotenpunkt auf dem asiatischen Kontinent etabliert, der China mit mehr als 50 europäischen Städten und aufstrebenden Märkten in Zentralasien verbindet.

    Der Besuch von Präsident Xi Jinping im Juli 2022 bestätigte diese Vision: «Xinjiang ist nicht länger eine abgelegene Region, sondern ein zentraler Knotenpunkt der Neuen Seidenstraße. Die Arbeit, die Sie leisten, ist von historischer Bedeutung», erklärte er.

    Ein Hafen ohne Meer, aber mit der Welt verbunden

    Der Binnenhafen von Ürümqi ist heute ein integriertes Logistiksystem, das als multimodale Drehscheibe zwischen Schiene, Straße und Luft fungiert. Tausende von Güterzügen fahren von hier ab und kommen an und verbinden China über Schienenkorridore durch Kasachstan, Russland, Polen und Deutschland mit mehr als 50 europäischen Städten.


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    Die Pilot-Freihandelszone von China (Xinjiang) ist darauf ausgerichtet, die Entwicklung der «zehn wichtigsten Industriecluster von Xinjiang» zu unterstützen und die Entwicklungsstrategie «2471» der Handels- und Logistikgruppe zu fördern. Aufbauend auf ihrer Rolle als eurasische Logistikdrehscheibe und als sicheres und standardisiertes internationales Handelszentrum hat die Gruppe ein umfassendes Ökosystem entwickelt, das Logistik, Handel, Industrie, Finanzen und Daten integriert.

    Durch die Synergie zwischen industrieller und kommerzieller Entwicklung im Ürümqi-Binnenhafengebiet fördert die Gruppe die Integration von Transport und Handel und damit die Konvergenz von Industrie und Städten für ein nachhaltiges regionales Wachstum.

    Aber es geht nicht nur um Fracht. Der Hafen beherbergt auch internationale Passagierterminals, E-Commerce-Zentren, Plattformen für die Agrarwirtschaft und digitalisierte Zolldienste   – alles in einer Hightech-Umgebung mit 5G und künstlicher Intelligenz in der Logistik. Es ist ein echter intelligenter Hafen in der Wüste.


    Die Auswirkungen sind bereits sichtbar. In nur wenigen Jahren hat das Hafengebiet Hunderttausende von Arbeitsplätzen geschaffen, öffentliche und private Investitionen angezogen, die Zusammenarbeit mit zentralasiatischen Ländern gestärkt und Schlüsselsektoren wie Landwirtschaft, Lebensmittelverarbeitung, Leichtindustrie und moderne Logistik integriert. Allein im Jahr 2023 wuchs das regionale BIP um mehr als sieben Prozent jährlich. Über den Hafen wurden Millionen von Tonnen an Waren umgeschlagen, darunter typische Produkte aus Xinjiang, wie getrocknete Weintrauben, Getreide, Öle und verarbeitetes Fleisch, die für die Märkte in Europa und im Nahen Osten bestimmt waren.

    Treffpunkt von Geopolitik und Geowirtschaft

    Der Binnenhafen Ürümqi ist nicht nur eine logistische Infrastruktur, sondern auch eine geopolitische Plattform. Mit mehr als 260.000 m² intelligenter Lagerhallen, Kühlkettenzentren, internationalen Passagierterminals, grenzüberschreitenden E-Commerce-Drehkreuzen und Vertriebsplattformen für Agrar- und Lebensmittel stellt der Landhafen ein integriertes Ökosystem dar:

    • Multimodaler Transport (Schiene, Straße, Luft)
    • Digitaler Zoll und vereinfachte Kontrollen
    • Logistikfinanzierung und Handelsversicherungen
    • Verarbeitende Industrie und Dienstleistungen mit hoher Wertschöpfung


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    Die Einführung von 5G-Technologien, dem «Internet der Dinge» und intelligenten Logistikplattformen verwandelt diesen Knotenpunkt in einen intelligenten Hafen, der in der Lage ist, Zeit und Kosten zu reduzieren und Rückverfolgbarkeit, Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten. Das Binnenhafenprojekt hat bereits Hunderttausende von Arbeitsplätzen geschaffen und zu einem jährlichen BIP-Wachstum von über sieben Prozent in der Region beigetragen, mit positiven Auswirkungen auf die städtische und industrielle Entwicklung von Ürümqi, die Stärkung der lokalen Agrarindustrie, die Integration ethnischer Minderheiten in die Produktionskette und die Anziehung von Investitionen chinesischer und ausländischer Unternehmen.

    Aber die Chance ist auch international: Für die zentralasiatischen Länder stellt der Hafen einen privilegierten Zugang zu den Weltmärkten dar. Für Europa ist er ein Weg, den chinesischen Markt in der Hälfte der Zeit und mit vereinfachter Logistik zu erreichen. Für globale Unternehmen ist er eine Brücke zwischen Märkten und Kulturen.

    Perspektiven: das Gravitationszentrum der eurasischen Konnektivität

    Die Zukunft des Binnenhafens von Ürümqi geht über die Logistik hinaus. Der Entwicklungsplan sieht die Schaffung von exportorientierten Industrieclustern, die Ausweitung internationaler E-Commerce-Dienste und die Konsolidierung der Rolle Xinjiangs als Plattform für den kulturellen, kommerziellen und technologischen Austausch vor. Diese Umgestaltung macht Xinjiang zu einem fortschrittlichen Laboratorium der eurasischen Zusammenarbeit, in dem Infrastruktur, Digitalisierung und Wirtschaftsdiplomatie zusammenkommen, um eine neue Vision der Globalisierung zu schaffen.

    Der Binnenhafen ist nicht nur eine Infrastruktur, sondern auch eine Plattform für den Aufbau einer besser vernetzten Zukunft. In den kommenden Jahren sollen Industrie- und Logistikzonen ausgebaut, der grenzüberschreitende elektronische Handel gefördert, die Digitalisierung der Verkehrswege vorangetrieben und Finanz-, Versicherungs- und Zolldienstleistungen in ein einziges System integriert werden.

    Xinjiang zeigt, dass die Zukunft nicht nur mit Infrastruktur, sondern auch mit Visionen, Zusammenarbeit und Mut gebaut wird.

    ***

    Maylyn López: Leiterin der Abteilung Internationale Beziehungen und Koordinatorin des «Belt and Road News Network» (BRNN) für l’AntiDiplomatico, Universitätsdozentin, Spezialistin für strategische und institutionelle Kommunikation, Journalistin, internationale Mediatorin. Zertifiziert in Neurolinguistischem Programmieren. 20 Jahre Erfahrung im diplomatischen und multilateralen Bereich.


    Quelle:

    l'AntiDiplomatico: Dentro il cuore logistico della Nuova Via della Seta - 20. Juli 2025

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    Quelle: Transition-News
    https://transition-news.org/im-logistischen-herzen-der-neuen-seidenstrasse






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    23.07.2025

    Knesset stimmt für Annexion des Westjordanlands

    freedert.online, 23 Juli 2025 17:53 Uhr

    Die Abgeordneten des israelischen Parlaments Knesset haben am Mittwoch mit 71 zu 13 Stimmen einem Antrag zugestimmt, der die Annexion des Westjordanlands durch Israel befürwortet. Auch eine "Sicherheitsannexion" des Gaza-Streifens ist im Gespräch.


    Quelle: TASS © Abir Sultan


    Die Knesset hat mit 71 zu 13 Stimmen einen Vorschlag zur Unterstützung der Annexion des Westjordanlands angenommen. Das berichtet die Times of Israel am Mittwoch. Gegenstimmen kamen vor allem von arabischen Abgeordneten. Premierminister Benjamin Netanjahu und die Mitglieder seiner Regierung waren bei der Abstimmung anwesend. 

    Der Beschluss des Parlaments ist nicht verbindlich. Bereits Anfang des Monats hatten die Minister des Likud Netanjahu aufgefordert, bis Ende Juli das Westjordanland zu annektieren, weil dies ein "günstiger Zeitpunkt" sei. Auch wenn der Parlamentsbeschluss nicht bindend ist, könnte das Netanjahu bei diesem Vorhaben Rückendeckung geben. Jüdische Organisationen wie Israel Heritage Foundation haben die Initiative bereits "aus vollem Herzen" begrüßt. 


    Trump nominiert Huckabee als US-Botschafter in Israel: Annexion von Westjordanland in Planung?




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    "Das Land Israel gehört dem Volk Israel", erklärte Knesset-Sprecher Amir Ohana nach der Abstimmung und fügte hinzu, dass "Juden nicht die Besatzer" ihres eigenen angestammten Heimatlandes sein können.

    Der parteiübergreifende Antrag bezeichnet Judäa, Samaria und das Jordantal als "untrennbaren Teil der historischen Heimat des jüdischen Volkes" und fordert die Anwendung der israelischen Souveränität auf diese Gebiete. Bereits am Dienstag hatte das israelische Parlament einen Raum für eine Konferenz zur Verfügung gestellt, die die Umsiedlung der Bewohner des Gazastreifens zum Thema hatte.

    "Dieser Schritt würde der Welt klar machen, dass Israel keine Lösungen akzeptieren wird, die gefährliche territoriale Zugeständnisse beinhalten, und dass es sich seiner Zukunft als sicherer jüdischer Staat verpflichtet fühlt", heißt es in dem Vorschlag.


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    Hussein al-Scheich, der Stellvertreter von Mahmud Abbas, dem Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde, sagte, die heutige Abstimmung der Knesset stelle eine "gefährliche Eskalation dar, die die Aussichten auf Frieden, Stabilität und eine Zweistaatenlösung untergräbt". Der israelische Minister für Kommunikation, Shlomo Karhi, begrüßte die Abstimmung:

    "Es ist Zeit, dass das Westjordanland und das Jordantal an Israel zurückgegeben werden. Wir werden die Kontrolle über Westjordanland übernehmen."

    Anträge für die Tagesordnung haben keine praktischen Auswirkungen und werden den rechtlichen Status des Westjordanlands nicht beeinflussen. Im vergangenen Jahr verabschiedete die Knesset einen ähnlichen Antrag für die Tagesordnung, der sich gegen einen palästinensischen Staat aussprach und mit 68 zu 9 Stimmen angenommen wurde. 


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    Video https://rumble.com/v6vxs4g-trotz-gerichtsbeschluss-israel-setzt-illegalen-abriss-palstinensischer-huse.html Dauer 1:27 Min.


    Israel besetzt das Westjordanland, Ostjerusalem und den Gazastreifen seit 1967. Während Israel seine Siedlungen im Gazastreifen im Jahr 2005 aufgab, werden insbesondere im Westjordanland und in Ostjerusalem immer mehr Siedlungen für die jüdische Bevölkerung gebaut und Gebiete für den Bau weiterer Siedlungen beschlagnahmt. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte die israelischen Siedlungen auf palästinensischem Gebiet im Jahre 2016 in der Resolution 2334 als "flagranten Verstoß" gegen das Völkerrecht.


    Ex-Premier Israels bezeichnet "humanitäre Stadt" in Gaza als Plan für Konzentrationslager





    Ex-Premier Israels bezeichnet "humanitäre Stadt" in Gaza als Plan für Konzentrationslager 






    Gaza: "Sicherheitsannexion" im Gespräch

    Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich teilte am Dienstag mit, dass der Stabschef der israelischen Streitkräfte die Idee der Annexion von Teilen des Gazastreifens aus Sicherheitsgründen unterstütze, berichten die Israel National News. Auf einer Knesset-Konferenz mit dem Titel "Die Riviera in Gaza – Von der Vision zur Realität" gab Smotrich Einzelheiten eines kürzlichen Gesprächs mit dem Chef der israelischen Streitkräfte, Generalleutnant Eyal Zamir, bekannt.

    Smotrich führte weiter aus, dass Israel diesen Prozess seiner Vorstellung nach in der nördlichen Grenzregion des Gazastreifens beginnt, wo er die Gründung von drei israelischen Gemeinden vorschlug. "Wir haben bereits darüber gesprochen, im nördlichen Grenzgebiet zu beginnen und drei Siedlungen zu errichten", sagte er.

    Der Minister stellte diesen Schritt nicht nur als territoriale Erweiterung dar, sondern als strategische Notwendigkeit für die langfristige Sicherheit Israels nach dem Krieg gegen die Hamas.


    Mehr zum Thema - Israelische Siedler töten US-Amerikaner – Trumps "America First"-Heuchelei entlarvt


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    Video https://rumble.com/v6vioo9-das-ist-ein-massaker-tausende-kinderschuhe-bei-gedenkdemonstration-an-opfer.html Dauer 1:54 Min.


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    23.07.2025

    Macron ersetzt Generalstabschef: General Burkhard geht zwölf Tage nach seinen Worten über Russland

    freedert.online, 23 Juli 2025 18:00 Uhr

    In Frankreichs Streitkräften findet eine signifikante Umbildung statt. Präsident Emmanuel Macron hat den Generalstabschef ersetzt. Die Stelle von Armeegeneral Thierry Burkhard tritt Luftwaffengeneral Fabien Mandon an. Am 30. Juli feiert Burkhard seinen 61. Geburtstag.


    Macron ersetzt Generalstabschef: General Burkhard geht zwölf Tage nach seinen Worten über RusslandQuelle: AP © Mohammed Badra


    Archivbild


    Nach genau vier Jahren im Amt ist der Armeegeneral Thierry Burkhard nicht mehr der ranghöchste Soldat der französischen Streitkräfte. Am Mittwoch hat Präsident Emmanuel Macron den Luftwaffengeneral Fabien Mandon zum Generalstabschef ernannt. Diese Entscheidung gab der Verteidigungsminister des EU- und NATO-Staates, Sébastien Lecornu, bekannt. Der Politiker dankte dabei auf der Plattform X Burkhard für seinen Dienst, indem er unter anderem schrieb:    

    "Sein Kommando hat sich durch eine klare strategische Vision der Bedrohungen und seinen ständigen Wunsch ausgezeichnet, unsere Streitkräfte darauf gefasst zu machen."

    Frankreichs Regierung habe ihr volles Vertrauen in die Fähigkeit von General Mandon, die Transformation der heimischen Streitkräfte "in einem immer anspruchsvolleren Sicherheitskontext" konsequent und entschlossen fortzusetzen, fügte Lecornu hinzu.


    Frankreichs Generalstabschef hält das Land für "vorrangiges Ziel des Kremls"





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    Der Grund für diese Entscheidung wurde bislang nicht bekannt gegeben. Erst am 11. Juli hatte Burkhard mit seiner Pressekonferenz sowohl in Frankreich als auch in Russland für Aufsehen gesorgt, indem er behauptete, dass Moskau Paris für seine "Hauptbedrohung in der Europäischen Union" halte. Daher sei Frankreich eines der vorrangigen Ziele im russischen Informationskrieg. Sollte Russland den Krieg gegen die Ukraine gewinnen, müsste Europa sich große Sorgen machen. Der 60-jährige General mahnte in diesem Zusammenhang das Verantwortungsgefühl seiner Landsleute an. Gleichzeitig betonte er:

    "Die Gefahr seitens der Russischen Föderation ist da. Bedeutet dies nun, dass man den Franzosen etwa die Angst davor einjagen muss? Nein, das glaube ich nicht."

    Bei dieser Pressekonferenz vor zwölf Tagen nannte er Russland eine starke Militär- und Atommacht, die in ihre Rüstung so viel Geld investiere, wie sich Frankreich kaum vorstellen könne. Er sehe jetzt nichts, was der modernen russischen Armee fehle, erklärte der General.


    Frankreichs Militärpräsenz in Westafrika zu Ende





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    Burkhard bekleidete seit dem 22. Juli 2021 das Amt des Generalstabschefs – ebenfalls vier Jahre lang wie sein Vorgänger Armeegeneral François Lecointre. Erst vor einem Jahr wurde er auf diesem Posten erneut bestätigt. Am 30. Juli wird Burkhard seinen 61. Geburtstag feiern.

    Seit General Jean-Philippe Douin vor dreißig Jahren ist Mandon der erste Mitarbeiter der französischen Luftwaffe, der dieses Amt erhält.


    Mehr zum Thema - Prophezeiung zum Nationalfeiertag: Frankreich rechnet mit großem Krieg in Europa bis 2030


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    Audio https://mcdn.podbean.com/mf/download/xn88mqdhsmnsqpcf/Frankreich_Milliarden_f_rs_Milit_r_aber_Feiertagsstreichung_undbjoa0.mp3 Dauer  Min.


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/europa/251427-macron-ersetzt-generalstabschef/


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    23.07.2025

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    nachdenkseiten.de, 23. Juli 2025 um 10:00 Ein Artikel von Marc Vandepitte

    Ein beispielloses Urteil eines Brüsseler Gerichts ordnete nicht nur an, dass die flämische Regierung eine bestimmte, für Israel bestimmte Lieferung von militärischer Ausrüstung stoppen muss, sondern verbot auch jede weitere Lieferung von Waffen in dieses Land. Das Urteil stellt einen Präzedenzfall dar, der in vielen anderen Ländern angewendet werden könnte. 

    Das Brüsseler Gericht erster Instanz hat die flämische Regierung angewiesen, einen für Israel bestimmten Container mit militärischer Ausrüstung sofort zu stoppen und jede weitere Waffenlieferung nach Israel zu verbieten.

    Der Richter kam zu dem Schluss, dass Flandern – eine Region im Norden Belgiens – gegen seine Verpflichtungen im Rahmen der Waffengesetzgebung und internationaler Verträge verstößt, und verhängte ein Zwangsgeld für jede Lieferung, die noch erlaubt wird. Er gab vier flämischen Nichtregierungsorganisationen, die die Klage eingereicht hatten, in allen Punkten recht.

    Der betreffende Container befindet sich im Hafen von Antwerpen. Er enthält Kegelrollenlager, die von der Firma Timken über eine französische Tochtergesellschaft hergestellt werden. Sie sind für Ashot Ashkelon Industries bestimmt, ein israelisches Rüstungsunternehmen. Es liefert Teile für Merkava-Panzer und Namer-Panzerfahrzeuge. Nach Angaben der klagenden Organisationen werden beide täglich in Gaza eingesetzt.

    Das Gerichtsurteil verbietet es der flämischen Regierung, weitere Transfers nach Israel zu genehmigen.

    Seit 2009 gibt es eine Vereinbarung, keine Waffen nach Israel zu exportieren, die dessen Streitkräfte stärken könnten, aber in der Praxis wurde dies systematisch ignoriert.

    Um die Einhaltung des Urteils zu garantieren, verhängt das Gericht eine Geldstrafe von 50.000 Euro für jede Lieferung, die weiterhin nach Israel genehmigt wird.

    Exporte können nur dann genehmigt werden, wenn die flämische Regierung den Nachweis erbringt, dass die Produkte für zivile Zwecke verwendet werden. Laut der Rechtsanwältin Lies Michielsen vom PROGRESS Lawyers Network, die den Fall vertritt, bedeutet das Urteil, dass die Regierung den endgültigen Verwendungszweck des nach Israel exportierten Materials aktiv überprüfen muss.

    Bedeutung

    Diese Entscheidung ist sehr wichtig, weil das Gericht bestätigt, dass es illegal ist, die Lieferung von Waffen an einen Staat zu ermöglichen, der Kriegsverbrechen oder sogar Völkermord begeht.

    „Das Gericht bestätigt, was Politiker sich weigern, anzuerkennen“, sagt Fien De Meyer von der Liga für Menschenrechte.

    Dies bedeutet das Ende der Straffreiheit: Regierungen können nicht länger wegschauen, während ihre Waffen für Gräueltaten eingesetzt werden.

    Das Urteil schafft einen juristischen Präzedenzfall, der Regierungen zwingt, Verantwortung zu übernehmen. Es wird erwartet, dass ähnliche Klagen in anderen Ländern folgen werden.

    Folgemaßnahmen

    Fast zur gleichen Zeit wurde in Belgien eine weitere Klage (https://www.dewereldmorgen.be/artikel/2025/07/12/unicum-belgie-aangeklaagd-voor-medeplichtigheid-aan-genocide-in-gaza/) eingereicht, diesmal gegen die Bundesregierung. Eine Gruppe macht Belgien für seine passive Mitschuld am Völkermord in Gaza verantwortlich.

    Die Initiative wird von einem palästinensischen Bürger, mehreren belgischen NGOs und einer Juristin unterstützt. Sie fordern, dass Belgien alle Militärlieferungen an Israel stoppt, Importe aus den besetzten palästinensischen Gebieten konfisziert, Investitionen in diesen Gebieten blockiert und das Assoziierungsabkommen zwischen der Europäischen Union und Israel aussetzt.

    Den Klägern zufolge ist die Untätigkeit Belgiens sowohl moralisch als auch rechtlich inakzeptabel. Die Klage wird von Künstlern und Intellektuellen unterstützt, die Mittel zur Deckung der Prozesskosten sammeln.

    Auf europäischer Ebene werden ebenfalls Maßnahmen ergriffen. Die juristische Nichtregierungsorganisation JURDI hat die EU-Kommission und den EU-Rat wegen ihrer „Fahrlässigkeit“ angesichts der Gewalt in Gaza vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt. Zum ersten Mal in der Geschichte werden diese beiden mächtigen Institutionen verklagt, weil sie ihren rechtlichen Verpflichtungen nicht nachgekommen sind.

    Die Organisation beruft sich auf Artikel 265 des EU-Vertrags, der Sanktionen für die Untätigkeit von Institutionen vorsieht. Nach Ansicht der NGO legen die europäischen Institutionen doppelte Maßstäbe an: Sie haben Russland hart sanktioniert, aber Israel nicht, trotz dokumentierter schwerer Menschenrechtsverletzungen.

    JURDI fordert unter anderem die Aussetzung des EU-Israel-Abkommens, die Einstellung der Subventionen sowie Sanktionen gegen israelische Regierungsvertreter. Die Klage argumentiert, dass die EU rechtlich und moralisch verpflichtet ist, zu handeln, und weist darauf hin, dass auch führende europäische Politiker wegen Beihilfe zum Völkermord strafrechtlich verfolgt werden könnten.

    Mittäterschaft

    In diesen Fällen ist folgende Frage von grundlegender Bedeutung: Ist ein Land als Drittpartei oder, im weiteren Sinne, die Europäische Kommission rechtlich verpflichtet, Völkermord an einem anderen Ort zu verhindern? Nach der Völkermordkonvention ja. Laut diesem Vertrag muss jedes Land nicht nur bestrafen, sondern auch aktiv vorbeugen.

    Im Januar forderte der Internationale Gerichtshof Israel bereits auf, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um einen Völkermord zu verhindern. Aber gilt diese Verpflichtung auch für Länder wie Belgien, die nicht direkt beteiligt sind?

    Laut 18 führenden belgischen Juristen: ja. In einem Brief (https://www.dewereldmorgen.be/artikel/2025/06/23/verschijnt-belgie-straks-voor-het-internationaal-strafhof/) weisen sie darauf hin, dass ein Land wie Belgien Gefahr läuft, vor den Internationalen Gerichtshof gebracht zu werden, wenn es weiterhin zur Situation in Gaza schweigt. Untätigkeit kann rechtlich als Mittäterschaft gewertet werden.

    Die Juristen fordern Sanktionen gegen Israel und sind der Meinung, dass die Aussetzung des Assoziierungsabkommens zwischen der EU und Israel das Mindeste ist, was getan werden muss. Die Länder verstecken sich nur allzu oft hinter diplomatischer Zurückhaltung, aber eine solche Haltung ist rechtlich und moralisch nicht mehr haltbar, argumentieren sie. Nur konkrete Taten, nicht Worte, könnten die Glaubwürdigkeit Belgiens und der EU retten.

    Keine Ruhepause

    Das in Flandern erzielte Urteil und andere laufende Klagen stellen einen qualitativen Sprung im Kampf gegen den Völkermord dar. Aber dieser Kampf ist noch lange nicht vorbei. Völkermord macht keine Pause. Während die Politiker zögern, leidet die Bevölkerung von Gaza.

    Jetzt ist es an der Zeit, den Druck aufrechtzuerhalten und zu verstärken. Auch in anderen Ländern müssen Klagen eingereicht werden. Zu den wichtigsten Forderungen gehören die sofortige Umsetzung des Waffenexportverbots, volle Transparenz bei der Ausfuhr von Rüstungsgütern und die strafrechtliche Verfolgung derjenigen, die an diesen Verbrechen beteiligt sind.

    Derartige Forderungen sind sehr wichtig, aber sie reichen sicher nicht aus, um die Massaker in Gaza zu beenden. Durch Massenproteste und Solidaritätsaktionen muss Druck auf die politisch Verantwortlichen in aller Welt ausgeübt werden.

    Die palästinensischen Widerstandsbewegungen in Gaza haben deshalb einen gemeinsamen Aufruf zu einer weltweiten Mobilisierung ab dem 20. Juli 2025 gestartet, um die Bevölkerung von Gaza zu retten vor dem durch die israelische Besatzung verursachten Völkermord, Hunger und Durst.

    Sie prangern das internationale Schweigen an und rufen Länder und Bürger in aller Welt dazu auf, auf die Straße zu gehen und zu handeln, um den Völkermord zu stoppen.

    Der Artikel erschien im spanischen Original bei Rebelión – aus dem Spanischen übersetzt von Marta Andujo.


    Titelbild: Shutterstock / Zerbor


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    Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik Länderberichte


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    Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=136352


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    Unicum: Belgien wegen Mittäterschaft am Völkermord in Gaza angeklagt


    Screenshot_2025_07_23_at_22_02_19_Unicum_Belgien_wegen_Mitt_terschaft_am_V_lkermord_in_Gaza_angeklagt_DeWereldMorgen.beDeWereldMorgen.be Verbrechen gegen Völkermord in Gaza, Brüssel 15. Juni 2025. Foto von Marc Vandepitet


    dewereldmorgen.be, vom Samstag 12 Juli 2025 15:46, , (übersetzt aus dem Niederländischem mit beta, unkorrigiert)

    Zum ersten Mal läuft Belgien Gefahr, wegen Mittäterschaft am Völkermord vor Gericht zu erscheinen. Palästinensische Bürger und belgische Organisationen nehmen die Sache selbst in die Hand, während die Regierung über Gaza schweigt.


    Screenshot_2025_07_23_at_22_12_45_Unicum_Belgien_wegen_Mitt_terschaft_am_V_lkermord_in_Gaza_angeklagt_DeWereldMorgen.beDeWereldMorgen.be


    Wenn Politik schweigt

    Während die Bombenanschläge in Gaza andauern und ein Waffenstillstand nicht zustande kommt, bereiten sich einige Palästinenser und Organisationen aus Belgien auf eine rechtliche Konfrontation mit ihrer eigenen Regierung vor. Sie wollen, dass Belgien angesichts des Völkermords, von dem sie glauben, dass er im Gazastreifen aufhört, wegschaut und die Verantwortung übernimmt.

    Diese Woche wurde der Bundesregierung eine offizielle Verzugsankündigung übermittelt. Wenn es nächste Woche keine zufriedenstellende Antwort gibt, gehen die Kläger vor Gericht. Und das wäre eine Weltneuheit: Noch nie wurde ein europäischer Staat rechtlich wegen passiver Mittäterschaft am Völkermord in Gaza angeklagt. Die Nachricht war am Morgen.

    „Wir wollen, dass der Horror aufhört.“

    Einer der Kläger ist Mahmoud, ein 31-jähriger Palästinenser aus einem Flüchtlingslager in Gaza. Er lebt seit drei Jahren allein in Belgien. Seine Familie war vom Krieg stark betroffen: Eine Schwester verlor ihren Mann und fünf Kinder, andere werden verletzt.

    „Wir wollen ein Ende des Völkermords, den unser Volk und unsere Familien in Gaza erleiden müssen“, sagte Mahmoud. Zusammen mit zwei anderen Palästinensern und zwei französischsprachigen Non-Profit-Organisationen – CNAPD und Association Belgo-Palestinienne – trägt er die Aktion. Die Rechtsgrundlage legte die Anwältin Anne Laure Losseau, die im Mai aus Ohnmacht und Wut eine Initiative ergriff.

    „Die Passivität unserer Regierung gegenüber dem Völkermord ist nicht nur moralisch inakzeptabel, sondern macht Belgien auch mitschuldig“

    „Ich konnte das Elend in Gaza nicht mehr ertragen“, sagte sie. Sie schickte E-Mails an Anwälte und Professoren des Völkerrechts. So wurde die Initiative des Zahlungsausfalls eingeleitet.

    Flämischer Support und Fundraising

    Auf flämischer Seite wird die Aktion von der Initiative SOS Gaza unterstützt, die von der Schauspielerin Katrien De Ruysscher und dem Schriftsteller Dominique Willaert gegründet wurde. Sie starten eine Spendenaktion, um alle Gerichtskosten zu decken.

    Der Ruyssacher glaubt, dass die Passivität unserer Regierung zum Völkermord nicht nur moralisch inakzeptabel ist, „sie macht Belgien auch mitschuldig“.

    Die Verzugsanzeige umfasst fast vierzig Seiten und enthält fünf konkrete Anforderungen. Sie gehen vom Völkerrecht und den Verpflichtungen Belgiens im Rahmen des Völkermordvertrags aus.


    Screenshot_2025_07_23_at_22_14_08_Unicum_Belgien_wegen_Mitt_terschaft_am_V_lkermord_in_Gaza_angeklagt_DeWereldMorgen.beDeWereldMorgen.beFoto von Marc Vandepitet

    Die fünf klaren Anforderungen

    Die Kläger wollen, dass Belgien alle Militärtransporte nach Israel über Häfen oder Luftraum stoppt. Trotz eines Exportverbots geht immer noch waffenbezogenes Material über Lüttich und Antwerpen.

    Sie fordern auch, dass belgische Zollimporte aus besetzten Gebieten in Palästina beschlagnahmt werden und dass die Regierung Investitionen in diesen Gebieten verhindert. Eine vierte Voraussetzung ist, dass Belgien an der Aussetzung der EU-Israel-Vereinigung arbeitet. Dieser Vertrag erfordert die Achtung der Menschenrechte.

    Eine Klage läuft auch gegen die flämische Regierung

    Schließlich fordern sie Belgien auf, endlich seine eigenen Resolutionen im Parlament zu befolgen – wie die sogenannte Gaza-Resolution vom Mai –, die von vielen Organisationen als zu unverbindlich und unzureichend wahrgenommen werden.

    Auch flämische Regierung verklagt

    Auch gegen die flämische Regierung werden rechtliche Schritte unternommen. Am 4. Juli fuhr ein Container mit militärischer Ausrüstung über den Hafen von Antwerpen nach Israel, obwohl eine frühere Lieferung bereits blockiert wurde und eine Klage gegen die flämische Regierung läuft.

    Vier belgische NGOs – Vredesactie, 11.11.11, INTAL und die Liga für Menschenrechte – beriefen die flämische Regierung wegen Nachlässigkeit bei der Kontrolle der Waffenexporte ein. Diese neue Sendung zeigt, dass es strukturelle Probleme gibt und dass die flämische Waffenexportpolitik „wie ein Sieb ausläuft“.

    Sie fordern, dass der blockierte Container nicht dauerhaft abfährt und dass Flandern jeden Militärexport nach Israel im Einklang mit der Völkermordkonvention stoppen wird. Der Prozess fand am 10. Juli statt. Während der Anhörung versprach der Richter, eine Entscheidung „so bald wie möglich“ zu treffen. Das Urteil wird bis zum 20. Juli erwartet.

    Was sagt der Völkermordvertrag?

    Im Mittelpunkt des Verfahrens gegen die Bundesregierung steht die Frage: Hat Belgien als Dritter eine gesetzliche Verpflichtung, Völkermord anderswo zu verhindern? Laut dem Völkermordvertrag ist es das. Jedes Land darf nicht nur bestrafen, sondern auch aktiv verhindern.

    Der Internationale Gerichtshof forderte Israel im Januar auf, alle Maßnahmen zur Verhinderung von Völkermord zu ergreifen. Aber gilt diese Verpflichtung auch für Länder wie Belgien, die nicht direkt beteiligt sind?

    Belgien versteckt sich zu oft hinter diplomatischer Vorsicht, aber diese Haltung ist rechtlich und moralisch unhaltbar

    Laut 18 belgischen Top-Anwälten ist dies in der Tat der Fall. In einem Brief warnen sie, dass unser Land Gefahr läuft, dem Internationalen Gerichtshof selbst zu erscheinen, wenn es über die Situation in Gaza schweigt. Die Pastivität kann rechtlich als Komplizenschaft interpretiert werden.

    Die Anwälte fordern Sanktionen gegen Israel und nennen die Aussetzung des EU-Israel-Verbandes ein strenges Minimum. Belgien versteckt sich zu oft hinter diplomatischer Vorsicht, aber diese Haltung wird rechtlich und moralisch unhaltbar. Nur konkrete Maßnahmen, nicht Worte, können die Glaubwürdigkeit Belgiens und der EU retten.

    Das Ergebnis des Ergebnisses

    Ob das Gericht mit den Klägern einverstanden sein wird, ist unklar. Professor Jan Wouters vom Institut für Völkerrecht der KU Leuven ist der Ansicht, dass der Fall rechtlich nicht ohne Zufall ist, obwohl er Kommentare zur direkten Anwendbarkeit des Völkermordvertrags für Privatpersonen oder gemeinnützige Organisationen abgibt. Der Schritt ist jedoch wichtig: Er bringt eine grundlegende Frage an die Gerichte.

    Die Regierung ist jetzt vorsichtig. Das Kabinett von Premierminister Bart De Wever (N-VA) sagt, er werde angemessen reagieren, will dies aber nicht über die Medien tun. Außenminister Maxime Prévot (Les Engagés) nennt den Schritt "bedauerlich" und "eine Steuer auf die Gerichte". Ihm zufolge macht Belgien Anstrengungen und es ist ungerecht zu sagen, dass es nichts tut.

    Im Kontext des Völkermords gibt es keine Neutralität. Wer nichts tut, ist mitschuldig

    Was auch immer das Ergebnis sein mag, diese Initiative stellt eine große Veränderung dar. Bürger und Organisationen übernehmen die Führung, wenn die Politik scheitert. Sie fordern, dass die Menschenrechte der Palästinenser nicht mehr auf dem Papier bleiben, sondern durchsetzbar werden.

    Wenn dieser Fall so weitergeht, wird er nicht nur ein legales, sondern auch ein starkes politisches Signal: Es gibt keine Neutralität im Kontext des Völkermords. Wer nichts tut, ist mitschuldig.

     

    Lesen Sie auch:

    Wird Belgien vor dem Internationalen Strafgerichtshof erscheinen?
    Neuer Waffentransport über den Hafen von Antwerpen nach Israel trotz laufender Ermittlungen
    Belgien, zieht eine rote Linie: suspendiert das Abkommen zwischen der EU und Israel

    Auf Instagram sehen: Flämische Regierung vor Gericht

    Kreative Commons


    Info: https://www.dewereldmorgen.be/artikel/2025/07/12/unicum-belgie-aangeklaagd-voor-medeplichtigheid-aan-genocide-in-gaza/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    23.07.2025

    Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien - sowie zum Thema Militarisierung  (I von II)

    Liebe Friedensinteressierte,


    nachfolgend sende ich Artikel zu den Kriegen

    in der Ukraine und in Westasien - sowie zum

    Thema Militarisierung.


    1. RND: Selenskyj kündigt Verhandlungen mit Russland für Mittwoch an


    2. FAZ: Krieg in der Ukraine:  Wadephul: Kiew „belastet den Weg in die EU“


    3. Der Standard: Nach Israels Luftangriffen auf syrische Regierungsgebäude:


        USA wollen "Situation heute Abend beenden“


    4. SIPRI: Europa sollte helfen, den Schaden für Nichtverbreitung und Völkerrecht


        durch die Angriffe auf den Iran zu beheben



    5. Haaretz: Gideon Levy: Es ist klar – Israel hat jetzt einen Plan zur ethnischen Säuberung der Palästinenser aus Gaza

    6. DLF: Klage gegen Belgien wegen „Untätigkeit“ in Gaza


    7. OHCHR: Menschenrechtslage in Palästina und anderen besetzten arabischen Gebieten


    8. BIP-Aktuell: Von der Wirtschaft der Besatzung zur Wirtschaft des Völkermords



    9. Die Zeit: Gaza: 26 Staaten kritisieren Israel und fordern Kriegsende


    10. Evangelisch: Alt-Bischof erneuert scharfe Kritik - Abromeit: EKD schweigt zu Israels Verstößen

    11. Domradio: Patriarchen besuchen Gaza nach Angriff auf Kirche - Kirchenführer im Kriegsgebiet


    12. Medico: Israel: Restvernunft - Gespräche mit Menschen, die gegen den Krieg aufstehen



    13. Friedensfähig: Kampagne kritisiert Bundesregierung für geplanten Kauf des

          Startsystems Typhon und fordert ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!



    ————



    1. RND: Selenskyj kündigt Verhandlungen mit Russland für Mittwoch an



    https://www.rnd.de/politik/selenskyj-kuendigt-verhandlungen-mit-russland-fuer-mittwoch-an-SBYNMN662FIQRFTSL4XHLWNVGM.html


    Es geht aber nicht um Waffenruhe

    Selenskyj kündigt Verhandlungen mit Russland für Mittwoch an



    Am Mittwoch wollen sich die Ukraine und Russland wohl zum dritten Mal

    zu direkten Gesprächen in Istanbul treffen. Um eine Waffenruhe wird es

    allerdings nicht gehen.


    22.07.2025, 06:20 Uhr


    Kiew. Die Ukraine und Russland wollen ihre direkten Gespräche nach

    Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an diesem

    Mittwoch in Istanbul wieder aufnehmen. Allerdings werde es dabei nicht

    um eine Waffenruhe oder ein Ende des Kriegs gehen, sagte Selenskyj bei

    einem Treffen mit ukrainischen Diplomaten. Für Kiew gehe es darum, die

    Rückkehr Kriegsgefangener und von Russland verschleppter Kinder in die

    Ukraine voranzutreiben sowie ein Treffen auf Präsidentenebene vorzubereiten.


    Von russischer Seite gab es zunächst keine offizielle Bestätigung für

    die neuen Gespräche - allerdings hatte Moskau bereits seit Längerem

    auf einen neuen Termin in Istanbul gedrängt. Die staatliche russische

    Nachrichtenagentur Tass nannte unter Verweis auf eine nicht näher

    genannte Quelle den Donnerstag als Termin.


    Selenskyj sagte in seiner Videobotschaft, er habe mit dem ukrainischen

    Chefunterhändler, Rustem Umjerow, über die Vorbereitungen eines

    Gefangenenaustausches und ein weiteres Treffen mit der russischen

    Seite in der Türkei diskutiert. Umerov habe berichtet, dass das

    Treffen am Mittwoch geplant sei.


    Selenskyj: Effektive Gespräche nur auf Ebene der Staatschefs


    „Es ist allen klar, dass wirklich effektive Gespräche nur auf Ebene

    der Staatschefs stattfinden können“, begründete Selenskyj sein

    Anliegen auf der Plattform X, ein Treffen auf Präsidentenebene

    vorzubereiten. Mitte Mai war er bereits vergeblich in Erwartung eines

    Treffens mit Kremlchef Wladimir Putin in die Türkei gereist.


    Der Kreml hat bislang direkte Verhandlungen zwischen den Präsidenten

    mit der Begründung abgelehnt, dass solche Gespräche, um Ergebnisse zu

    bringen, gut vorbereitet sein müssten. Dazu seien zunächst auf unterer

    Ebene die nötigen Voraussetzungen zu schaffen.


    In den ersten beiden Runden direkter Verhandlungen zwischen Kiew und

    Moskau im Mai und Juni hatten sich beide Seiten auf einen großen

    Gefangenenaustausch und die Rückgabe von Gefallenen geeinigt. Eine

    unter anderem von den USA geforderte Waffenruhe wurde aber bisher

    nicht erreicht. Selenskyj hatte am Wochenende Moskau neue

    Verhandlungen im Laufe der Woche vorgeschlagen.


    Russland führt seit fast dreieinhalb Jahren einen zerstörerischen

    Angriffskrieg gegen die Ukraine. Für eine Beendigung der Invasion

    stellt Moskau Maximalforderungen, die Kiew kategorisch ablehnt. Zu den

    russischen Bedingungen gehören etwa der Verzicht Kiews auf einen

    Nato-Beitritt und die Anerkennung der von Moskau annektierten Gebiete.


    Selenskyj kündigt neue Angriffe an


    Selenskyj kündigte zudem neue Angriffe auf Ziele in Russland an. „Wenn

    (der russische Präsident Wladimir) Putin so verrückt nach den

    Shahed-Drohnen und Terror ist, dann muss man ihm die Logistik nehmen“,

    sagte Selenskyj. Dazu benötige die Ukraine auch mehr

    Flugabwehrsysteme, um größere Teile des Landes vor russischen Drohnen

    und Raketen schützen zu können.


    Deutschland und Norwegen wollen Ukraine gemeinsam unterstützen


    Deutschland und Norwegen wollen die Verstärkung der ukrainischen

    Luftabwehr gemeinsam finanzieren. Der norwegische Ministerpräsident

    Jonas Gahr Støre erklärte nach einem Treffen mit Bundeskanzler

    Friedrich Merz (CDU) in Berlin die Bereitschaft seines Landes, einen

    beträchtlichen finanziellen Beitrag zu leisten.


    Deutschland will die Ukraine mit zwei weiteren Patriot-Systemen

    unterstützen. Ursprünglich war geplant, zwei Systeme für jeweils etwa

    eine Milliarde Euro in den USA zu kaufen und direkt in die Ukraine zu

    bringen. Da sie aber nicht sofort lieferbar sind, soll nun die

    Bundeswehr zunächst zwei von ihren noch neun Patriots an die Ukraine

    abgeben und später Ersatz aus den USA bekommen.


    Merz sagte, die grundsätzliche Zusage für Ersatzlieferungen sei

    gegeben, die Details müssten allerdings noch mit Washington

    ausgehandelt werden. Er sei jedoch „sehr dankbar“, dass Norwegen

    bereit sei, für die entstehenden Kosten mit einzustehen.



    ———



    https://www.faz.net/aktuell/politik/ukraine/ukraine-liveticker-wadephul-kiew-belastet-den-weg-in-die-eu-faz-110172806.html


    2. FAZ: Krieg in der Ukraine:  Wadephul: Kiew „belastet den Weg in die EU“


    23.07.2025, 14:12


    (…)


    Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat die gesetzliche Einschränkung

    der Unabhängigkeit von zwei Antikorruptionsbehörden in der Ukraine

    kritisiert. Das von Präsident Wolodymyr Selenskyj abgezeichnete

    Gesetz„belastet den Weg der Ukraine in die EU“, schrieb Wadephul am

    Mittwoch auf der Plattform X. Ich erwarte von der Ukraine die

    konsequente Fortsetzung der Korruptionsbekämpfung, fügte er hinzu.


    Die „Bild“-Zeitung berichtete, dass der Außenminister am

    Mittwochmorgen mit seinem ukrainischen Amtskollegen Andrej Sybiha

    telefoniert und ihn aufgefordert habe, die Korruptionsbekämpfung im

    Land „konsequent fortzusetzen“. Wadephul veröffentlichte auf X auch

    ein Foto, das ihn während seines letzten Kiews-Besuchs mit den Leitern

    der beiden nun teilweise entmachteten Behörden zeigt.


    Zuvor hatte bereits EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos das neue

    Gesetz als „ernsthaften Rückschritt“ auf dem Weg der Ukraine in die EU kritisiert.



    ——


    3. Der Standard: Nach Israels Luftangriffen auf syrische Regierungsgebäude:


        USA wollen "Situation heute Abend beenden"



    https://www.derstandard.de/story/3000000279728/aktivisten-zahl-der-todesopfer-in-syrien-steigt-israel-greift-an


    Kämpfe


    Nach Israels Luftangriffen auf syrische Regierungsgebäude:


    USA wollen "Situation heute Abend beenden"


    Augenzeugen berichteten am Mittwoch von einem Einschlag eines

    Geschoßes neben dem Präsidentenpalast.


    Netanjahu warnte israelische Drusen vor einem Grenzübertritt. Minister

    Katz kündigte "schmerzhafte Schläge" an


    aktualisiert am 16. Juli 2025, 22:15


    Damaskus – Die USA haben sich in die Kämpfe im Süden Syriens

    eingeschaltet. Man habe mit allen Konfliktparteien Gespräche geführt,

    teilte US-Außenminister Marco Rubio am Mittwoch (US-Ortszeit) auf dem

    Kurznachrichtendienst X mit. "Wir haben uns auf konkrete Schritte

    geeinigt, die diese beunruhigende und schreckliche Situation heute

    Abend beenden werden." Die syrische Regierung begrüßte die Bemühungen

    der USA.


    Nach Angaben von Diplomaten wird sich der Uno-Sicherheitsrat mit den

    israelischen Angriffen in Syrien befassen. Einwohner von Damaskus

    berichteten, Israel habe am Abend erneut westliche Vororte der

    Hauptstadt aus der Luft angegriffen. Ein Reporter der

    Nachrichtenagentur Reuters berichtete ebenfalls am Mittwochabend, in

    der umkämpften Stadt Suweida seien erneut Gefechte ausgebrochen.


    Israel attackierte syrisches Verteidigungsministerium


    Zuvor hatte Israel am Mittwoch mit schweren Luftangriffen das syrische

    Verteidigungsministerium in Damaskus ins Visier genommen und

    Vergeltung für Angriffe von Regierungstruppen auf Drusen-Gemeinden im

    Süden des Landes angekündigt.


    Reuters-Reporter hörten zunächst Kampfflugzeuge im Tiefflug über der

    Hauptstadt und sahen eine dichte Rauchwolke über dem Ministerium

    aufsteigen. Dabei schlug nach Angaben eines Augenzeugen ein Geschoß

    auch direkt neben dem Präsidentenpalast ein.


    Kurz darauf bestätigte Israel die Angriffe, die Armee gab an, ein

    "militärisches Ziel" in der Zone des Präsidentenpalastes in der

    syrischen Hauptstadt Damaskus angegriffen zu haben. Israel setze damit

    seine Angriffe auf militärische Einrichtungen "des syrischen Regimes"

    fort, erklärte die Armee.


    Das israelische Militär forderte den Rückzug der syrischen

    Regierungstruppen aus der Drusen-Region. Ministerpräsident Benjamin

    Netanjahu rief die drusischen Bürger Israels auf, nicht die Grenze

    nach Syrien zu überqueren. Die Lage dort sei "sehr ernst", sagte

    Netanjahu. Sie könnten entführt oder getötet werden. Zuvor hatten

    dutzende israelische Drusen den Grenzzaun zu Syrien durchbrochen, um

    Drusen auf der syrischen Seite beizustehen.


    (…)


    Israel kündigte "schmerzhafte Schläge" an


    Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte kurz vor den

    massiven Explosionen "schmerzhafte Schläge" angekündigt. Das

    israelische Militär teilte mit, es habe "das Eingangstor des

    Hauptquartierkomplexes des syrischen Regimes" in Damaskus getroffen.


    Zudem würden weiterhin Ziele des "syrischen Regimes" in Südsyrien

    angegriffen, darunter Panzer und Lastwagen mit Maschinengewehren, die

    auf dem Weg nach Suwayda seien. In Israel hatten zuvor Angehörige der

    drusischen Minderheit die Regierung zum Eingreifen aufgefordert.

    Israel tritt als Schutzmacht der Drusen auf. Angehörige der religiösen

    Minderheit leben nicht nur in Syrien – dort vor allem in der Provinz

    Suwayda –, sondern auch in anderen Ländern der Region, darunter Israel.


    Die syrische Regierung machte ihrerseits "gesetzlose Banden" für die

    Gewalt verantwortlich und versprach, die Verantwortlichen zur

    Rechenschaft zu ziehen. Die Gewalt stellt den Übergangspräsidenten

    Ahmed al-Sharaa vor große Herausforderungen. Er versucht das Land zu

    einen, stößt dabei jedoch auf den Widerstand von Gruppen, die eine

    islamistische Herrschaft ablehnen.


    Verwirrung um angebliche Waffenruhe


    Unterdessen gab es weiter Bemühungen um eine Waffenruhe. Aus dem

    Innenministerium in Damaskus hieß es, die Konfliktparteien in Suwayda

    hätten sich auf eine Waffenruhe und die Errichtung von Kontrollpunkten

    in dem Ort geeinigt. Zugleich herrschte aber Verwirrung, ob die

    Waffenruhe zwischen drusischen Milizen, sunnitischen Beduinen und

    Regierungstruppen tatsächlich von allen Seiten akzeptiert wurde.


    Aus der drusischen Führung gab es dazu widersprüchliche Angaben. Einer

    ihrer geistlichen Führer, Yousef Jarbou, veröffentlichte die

    Bedingungen der Waffenruhe. Demnach soll Suwayda voll in die

    Strukturen des syrischen Staates integriert werden und Damaskus

    Kontrolle über die gesamte Provinz erhalten. Auch Institutionen der

    Regierung und öffentliche Dienste sollen demnach wiederhergestellt

    werden. Die Regierungstruppen sollen sich zurückziehen und die

    Schnellstraße nach Damaskus wieder geöffnet werden.


    Gleichzeitig widersprach der geistliche Drusenführer Hikmat al-Hajari,

    der laut Berichten Israel nahesteht, dass solch eine Waffenruhe

    vereinbart worden sei. Er rief Kämpfer dazu auf, weiterhin Widerstand

    gegen "kriminelle Gangs" zu leisten, die in Sweida Tod und Zerstörung

    anrichteten. Sweida müsse "bedingungslos" von diesen Kräften befreit

    werden. Es gebe keine Verhandlungen und auch keine Einigung mit

    "bewaffneten Gangs, die sich selbst als Regierung bezeichnen".


    Guterres fordert Ende der Kämpfe


    Uno-Generalsekretär António Guterres zeigte sich angesichts der

    anhaltenden Gewalt im Süden Syriens alarmiert. "Er verurteilt

    unmissverständlich jegliche Gewalt gegen Zivilisten, einschließlich

    Berichte über willkürliche Tötungen und Taten, die konfessionelle

    Spannungen anfachen", erklärte Uno-Sprecher Stéphane Dujarric.


    Die Vorfälle nähmen dem syrischen Volk nach vierzehn Jahren brutalen

    Konflikts die Chance auf Frieden und Versöhnung. Es brauche sofortige

    Deeskalation sowie ungehinderten humanitären Zugang, so Dujarric

    weiter. Guterres verurteile zudem israelische Luftangriffe auf

    Suwayda, Deraa und Damaskus. Er forderte ein sofortiges Ende aller

    Verletzungen syrischer Souveränität.


    Aufruf zu Gewaltverzicht


    Auch EU-Ratspräsident António Costa bekundete angesichts der Angriffe

    Israels auf Damaskus äußerste Besorgnis. "Die Souveränität und

    territoriale Integrität Syriens müssen respektiert werden", schrieb

    Costa bei X. "Ich rufe alle Parteien auf, auf Gewalt zu verzichten und

    zu deeskalieren."


    Aus Sicht der Türkei untergraben Israels Angriffe auf Damaskus die

    Friedensbemühungen in dem ehemaligen Bürgerkriegsland Syrien. Sie

    stellten einen "Sabotageakt gegen die Bemühungen Syriens um Frieden,

    Stabilität und Sicherheit dar", teilte das Außenministerium in Ankara mit.


    Das syrische Volk habe eine historische Chance auf Frieden, alle

    Beteiligten müssten die Bemühungen der syrischen Regierung dahingehend

    unterstützen. Die Türkei unterhält enge Beziehungen zur syrischen

    Übergangsregierung. (APA, red, 16.7.2025)


    ———



    4. SIPRI: Europa sollte helfen, den Schaden für Nichtverbreitung und Völkerrecht


        durch die Angriffe auf den Iran zu behebe



    https://www.sipri.org/commentary/essay/2025/europe-should-help-repair-damage-non-proliferation-and-international-law-attacks-iran?utm_source=phpList&utm_medium=email&utm_campaign=SIPRI+Essay%3A+Europe+should+help+repair+the+damage+to+non-proliferation+and+international+law+from+the+attacks+on+Iran&utm_content=HTML


    (in der angebotenen deutschen Übersetzung)


    Kommentar / <https://www.sipri.org/commentary> Essays <https://www.sipri.org/commentary/essay>

    4. SIPRI: Europa sollte helfen, den Schaden für Nichtverbreitung und Völkerrecht


        durch die Angriffe auf den Iran zu beheben


    30 Juni 2025


    Dr. Wilfred Wan, Vladislav Chernavskikh, Dr. Tytti Erästö, Vitaly

    Fedchenko und Nivedita Raju


    Die Reaktionen der europäischen Staats- und Regierungschefs auf die

    jüngsten Angriffe Israels und der Vereinigten Staaten auf iranische

    Atomanlagen haben sowohl wegen ihres gedämpften Tons als auch wegen

    ihrer offensichtlichen Akzeptanz von Verstößen gegen das Völkerrecht auffallen.


    Sie stehen auch in krassem Gegensatz zu den Nachwirkungen der Angriffe

    auf die zivile Kernenergieinfrastruktur in der Ukraine im Jahr 2022,

    als die Europäische Union Russland schnell wegen Verstößen gegen

    verurteilte.


    Der französische Präsident Emmanuel Macron räumte ein, dass die

    US-Angriffe auf drei iranische Atomanlagen - bei Fordow, Isfahan und

    Natanzo am 22. Juni, keinen rechtlichen Rahmen fehle, sagte aber

    dennoch, dass es „eine Legitimität bei der Neutralisierung der

    iranischen Atomstrukturen“ gebe.


    Eine gemeinsame Erklärung Frankreichs, Deutschlands und des

    Vereinigten Königreichs rechtfertigte die US-Angriffe ebenfalls, indem

    sie die Notwendigkeit betonte, den Iran am Erwerb einer Atomwaffe zu

    hindern, und gleichzeitig die „Unterstützung für die Sicherheit

    Israels“ bekräftigte.


    EU-Beamte drückten "tiefe Besorgnis" über die Situation , verwiesen

    aber auf Israels „Recht, sich zu verteidigen“ und verwies auf den Iran

    als Hauptquelle regionaler Instabilität.


    (…)


    Keine Rechtsgrundlage für die Anschläge


    Im besten Fall beruht die Rechtfertigung für die Angriffe auf den Iran

    auf der Logik, dass sein Atomprogramm eine zukünftige Bedrohung

    darstellen könnte, die stattdessen auf präventive Selbstverteidigung

    hindeutet - ein Argument, das der Argumentation ähnelt, die von George

    W. Bush-Administration bei der US-Invasion im Irak.


    Mit anderen Worten, die Angriffe auf die zivilen Atomanlagen des Iran

    laufen auf Aggressionen hinaus, die gegen internationales Recht

    verstößt, ebenso wie die israelischen Morde an iranischen

    Atomwissenschaftlern, einige in ihren Residenzen. Das humanitäre

    Völkerrecht verbietet Angriffe gegen Zivilisten und zivile Objekte.

    (…)


    Die dringende Notwendigkeit einer diplomatischen Lösung


    Selbst wenn der Krieg die Aussichten für die iranisch-amerikanische

    Diplomatie zerstört hat, könnte es immer noch einen diplomatischen

    Ausweg geben. Bemerkenswert ist, dass der Iran und andere Golfstaaten

    die Möglichkeiten für eine regionale Nichtverbreitungsvereinbarung

    erneut erkunden konnten - was sie bereits im Rahmen der

    iranisch-amerikanischen Gespräche im Vorfeld der israelischen Angriffe

    taten. Statt der Idee eines multilateralen Brennstoffkreislaufs, der

    in diesem Zusammenhang diskutiert wird, könnte eine regionale Regelung

    auch einfachere Formen annehmen, die gegenseitige nukleare Transparenz

    und Zurückhaltung beinhalten.


    Als Alternative zu den IAEA-Schutzmaßnahmen könnte eine solche

    Regelung durch einen regionalen Mechanismus nach dem Vorbild der

    brasilianischen Agentur für Buchhaltung und Kontrolle von Kernstoffen

    (ABACC) überprüft werden. Durch die Schaffung eines Mittels zur

    Stärkung des Vertrauens in die friedliche Natur der nuklearen

    Aktivitäten des Irans und anderer regionaler Staaten könnte eine

    solche Vereinbarung ein starkes Argument gegen weitere aggressive

    Gegenverbreitung liefern.


    Allerdings bräuchten diese oder andere diplomatische Lösungen, die

    noch möglich sein könnten, eine starke Unterstützung der

    internationalen Gemeinschaft – einschließlich der europäischen

    Staaten. Diese Staaten spielten eine entscheidende Rolle bei den

    Verhandlungen, die zum Gemeinsamen Umfassenden Aktionsplan (JCPOA)

    führten - dem Kompromissabkommen mit dem Iran von 2015, das eine

    bisher wie eine unlösbare Krise zu lösen schien.


    Und nach der Entscheidung der ersten Trump-Regierung im Jahr 2018,

    sich aus dem JCPOA zurückzuziehen, haben die europäischen Staats- und

    Regierungschefs bewundernswert erhebliche Anstrengungen unternommen,

    um zu versuchen, das Abkommen im Interesse der Nichtverbreitung

    wiederzubeleben.


    Auch jetzt sollten die europäischen Politiker ihr Möglichstes tun, um

    diplomatische Lösungen nach diesen Angriffen auf den Iran zu fördern,

    um weiteren Schaden für den Atomwaffensperrvertrag und den

    Zusammenbruch der regionalen und internationalen Stabilität zu

    verhindern.


    Um dies jedoch mit Glaubwürdigkeit zu tun, müssen sie ihre Position

    revidieren, indem sie darauf bestehen, dass die USA und Israel sich an

    das Völkerrecht halten - und alle Schritte unternehmen, um

    sicherzustellen, dass die Aggression durch nuklear bewaffnete Staaten

    gegen einen Nicht-Atomwaffenstaat nicht als zulässig angesehen wird.



    ----



    5. Haaretz: Gideon Levy: Es ist klar – Israel hat jetzt einen Plan zur ethnischen Säuberung der Palästinenser aus Gaza


    https://www.haaretz.com/opinion/2025-07-20/ty-article/.premium/its-clear-israel-now-has-a-plan-for-the-ethnic-cleansing-of-palestinians-from-gaza/00000198-2456-d55c-a1be-7efe76860000


    (in deutscher Übersetzung)


    Haaretz  Meinung


    Gideon Levy


    20.7.2025



    Es ist klar – Israel hat jetzt einen Plan zur ethnischen Säuberung der Palästinenser aus Gaza



    Adolf Eichmann begann seine Nazi-Karriere als Leiter der

    „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“ im Sicherheitsdienst des

    Reiches. Joseph Brunner, der Vater des heutigen Mossad-Chefs David

    Barnea, war drei Jahre alt, als er mit seinen Eltern aus Nazideutschland

    floh – noch bevor der Evakuierungsplan umgesetzt wurde.


    In der vergangenen Woche reiste Barnea, der Enkel, nach Washington, um

    über die „Evakuierung“ der Bevölkerung des Gazastreifens zu sprechen.

    Barak Ravid berichtete auf Channel 12 News, dass Barnea seinen

    Gesprächspartnern mitgeteilt habe, Israel habe bereits mit drei

    Ländern Gespräche über dieses Thema aufgenommen – und der Hohn der

    Geschichte verbarg sein Gesicht vor Scham. Ein Enkel eines Flüchtlings

    ethnischer Säuberung in Deutschland spricht über ethnische Säuberung –

    und kein Erinnern regt sich.


    Um zwei Millionen Menschen aus ihrem Land zu „evakuieren“, braucht man

    einen Plan. Israel arbeitet an einem. Die erste Phase besteht darin,

    große Teile der Bevölkerung in ein Konzentrationslager zu verlegen, um

    eine effiziente Abschiebung zu erleichtern.


    Vergangene Woche veröffentlichte die BBC einen investigativen Bericht

    auf Grundlage von Satellitenbildern, die eine systematische Zerstörung

    durch das israelische Militär (IDF)  im gesamten Gazastreifen zeigen.

    Dorf um Dorf wird ausgelöscht, das Land wird eingeebnet für den Bau

    des Konzentrationslagers, sodass Leben in Gaza nicht mehr möglich sein wird.


    Die Vorbereitungen für das erste israelische Konzentrationslager

    laufen auf Hochtouren. Die systematische Zerstörung schreitet im

    gesamten Küstenstreifen voran – damit es keinen Ort mehr gibt, an den

    man zurückkehren könnte, außer dem Lager.


    Für diese Arbeit braucht es Bulldozer. Die BBC zeigte zwei

    Stellenanzeigen. Eine beschrieb: „Ein Projekt zum Abriss von Gebäuden

    in Gaza sucht Bulldozerfahrer für 40-Tonnen-Fahrzeuge. Der Job

    beinhaltet eine Bezahlung von 1.200 Schekel (ca. 357 Dollar) pro Tag,

    inklusive Verpflegung und Unterkunft, mit der Möglichkeit eines

    Privatfahrzeugs.“ Die zweite Anzeige lautete: „Arbeitszeit: Sonntag

    bis Donnerstag, 7:00 bis 16:45 Uhr, hervorragende Arbeitsbedingungen.“


    Israel begeht stillschweigend ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

    Es geht nicht um ein Haus hier und ein Haus dort, nicht um „operative

    Notwendigkeiten“, sondern um die systematische Vernichtung jeglicher

    Lebensmöglichkeit dort – während gleichzeitig die Infrastruktur

    errichtet wird, um Menschen in einer „humanitären“ Stadt zu

    konzentrieren, die als Durchgangslager dienen soll – vor der

    Abschiebung nach Libyen, Äthiopien oder Indonesien, den laut Channel

    12 von Barnea genannten Zielorten.


    Das ist der Plan zur ethnischen Säuberung Gazas. Jemand hat ihn

    entworfen. Es gab Diskussionen über Pro und Kontra, Alternativen

    wurden erwogen, die Optionen völliger oder gestufter „Säuberung“,

    alles in klimatisierten Sitzungszimmern, mit Protokollen und

    Beschlüssen. Zum ersten Mal seit Beginn des Rachekriegs in Gaza ist

    klar: Israel hat einen Plan – und er ist weitreichend.


    Dies ist kein zielloser Krieg mehr. Man kann Benjamin Netanjahu nicht

    mehr vorwerfen, einen Krieg ohne Ziel zu führen. Dieser Krieg hat ein

    Ziel – und es ist ein verbrecherisches. Man kann den

    Armee-Kommandeuren nicht mehr sagen, dass ihre Soldaten umsonst

    sterben: Sie sterben in einem Krieg zur ethnischen Säuberung.


    Der Boden ist bereitet, nun kann zur „Umsiedlung“ der Menschen

    übergegangen werden. Die Stellenanzeigen sind unterwegs. Nachdem die

    Bevölkerung verlegt wurde und die Bewohner der „humanitären Stadt“

    beginnen, ihr früheres Leben inmitten der Trümmer zu vermissen – mit

    Hunger, Krankheit und Bombardierung – kann die letzte Phase beginnen:

    das gewaltsame Verladen in Lastwagen und Flugzeuge, Richtung neues,

    ersehntes „Heimatland“ – Libyen, Indonesien oder Äthiopien.


    Wenn das humanitäre Hilfsprojekt bereits Hunderte Menschenleben

    gekostet hat, wird die Abschiebung Zehntausende kosten. Aber nichts

    wird Israel auf dem Weg zur Umsetzung dieses Plans aufhalten.


    Ja, es gibt einen Plan – und er ist noch teuflischer, als es den

    Anschein hat. Irgendwann saßen Menschen zusammen und schmiedeten

    diesen Plan. Es wäre naiv zu glauben, dass all dies „einfach so“

    geschehen sei. In 50 Jahren werden die Protokolle freigegeben – und

    wir werden erfahren, wer dafür war und wer dagegen. Wer vielleicht

    erwogen hat, ein Krankenhaus unversehrt zu lassen.


    Neben den Offizieren und Politikern waren auch Ingenieure,

    Architekten, Demographen und Leute aus der Haushaltsabteilung dabei.

    Vielleicht sogar Vertreter des Gesundheitsministeriums. Wir werden es

    in 50 Jahren wissen.


    Inzwischen hat der Leiter der Zentralstelle für die Auswanderung der

    Palästinenser, David Barnea, die nächste Stufe umgesetzt. Er ist ein

    gehorsamer hoher Beamter, der sich nie mit seinen Vorgesetzten

    angelegt hat.


    Kommt Ihnen das bekannt vor? Er ist der Held der Kampagne für

    Massenamputationen per Walkie-Talkie. Wenn man ihn losschickt, um

    Geiseln zu retten – geht er. Wenn man ihn losschickt, um die

    Deportation von Millionen vorzubereiten – auch kein Problem.

    Schließlich befolgt er nur Befehle.


    ——



    6. DLF: Klage gegen Belgien wegen „Untätigkeit“ in Gaza



    https://www.deutschlandfunk.de/klage-gegen-belgien-wegen-untaetigkeit-in-gaza-102.html

     <https://www.domradio.de/glossar/eskalation-zwischen-israel-und-iran>

    Klage gegen Belgien wegen „Untätigkeit“ in Gaza


    Meyer-Feist, Andreas


    23. Juli 2025, 05:21 Uhr


    (…)



    ——



    7. OHCHR: Menschenrechtslage in Palästina und anderen besetzten arabischen Gebieten



    https://www.ohchr.org/sites/default/files/documents/hrbodies/hrcouncil/sessions-regular/session59/advance-version/a-hrc-59-23-aev.pdf



    Die inoffizielle deutsche Übersetzung diese UN-Berichtes findet sich hier:



    https://bip-jetzt.de/wp-content/uploads/2025/07/a-hrc-59-23-auv-Albanese-20250616-de.pdf


    Menschenrechtsrat


    Neunundfünfzigste Sitzung


    16. Juni-11. Juli 2025


    Tagesordnungspunkt 7


    Menschenrechtslage in Palästina und anderen besetzten arabischen Gebieten


    Von der Wirtschaft der Besatzung zur Wirtschaft des Völkermords


    (…)


    ——



    Eine Zusammenfassung wichtiger Aussagen des UN-Berichtes findet sich hier:



    8. BIP-Aktuell: Von der Wirtschaft der Besatzung zur Wirtschaft des Völkermords


    BIP-Aktuell #357: Von der Wirtschaft der Besatzung zur Wirtschaft des Völkermords <https://bip-jetzt.de/2025/07/21/bip-aktuell-357-von-der-wirtschaft-der-besatzung-zur-wirtschaft-des-voelkermords/>



    Am 3. Juli veröffentlichten die Vereinten Nationen einen umfassenden

    Bericht mit dem Titel „From economy of occupation to economy of

    genocide“ (Von der Wirtschaft der Besatzung zur Wirtschaft des

    Völkermords) über die Rolle von Unternehmen bei der

    völkerrechtswidrigen Erbringung von Dienstleistungen und der

    Bereitstellung von Gütern und Finanzmitteln für das israelische

    Besatzungsregime in Palästina sowie in jüngster Zeit für den

    anhaltenden Völkermord Israels an den Palästinensern im Gazastreifen.


    Der Bericht ist 39 Seiten lang und wurde in die sechs UN-Sprachen

    übersetzt. Eine inoffizielle deutsche Übersetzung ist hier verfügbar.


    https://bip-jetzt.de/wp-content/uploads/2025/07/a-hrc-59-23-auv-Albanese-20250616-de.pdf


    Der Hauptteil des Berichtes veranschaulicht in drei Kapiteln –

    Vertreibung, Neubesetzung und Ermöglichung von Verbrechen, wie acht

    Schlüsselsektoren sich an die genozidalen Praktiken angepasst haben.

    Thematisiert werden:

    Der militärische Sektor: Das Geschäft mit der Eliminierung

    Überwachung und Inhaftierung: Die dunkle Seite der „Start-up- Nation“

    Zivile Maschinen: Schwere Maschinen im Dienste der siedlungskolonialen Zerstörung

    Siedlungen auf gestohlenem Land

    Der Griff nach den natürlichen Ressourcen: Entzug der Lebensgrundlagen

    Handel mit den Früchten der Illegalität

    Finanzierung der Verstöße gegen die Menschenrechte

    Wissensproduktion und Legitimierung von Übergriffen

    Der Abschnitt des Berichts über die akademische Zusammenarbeit ist für

    Deutschland besonders wichtig, da die meisten deutschen Universitäten

    Beziehungen zu israelischen Universitäten unterhalten, die ihrerseits

    internationale akademische Einrichtungen für die Entwicklung von

    Waffen für das israelische Militär nutzen.


    Diese werden gegen Zivilisten eingesetzt, zumeist, um

    palästinensisches Land für Siedlungen, für den Bau von

    Universitäts-Campussen und für archäologische Projekte zu enteignen

    und die Universitäten in ein militarisiertes und rassistisch

    motiviertes, gegen die Palästinenser gerichtetes Umfeld zu verwandeln

    – siehe Maya Winds Buch „Towers of Ivory and Steel“, das in dem

    Bericht zitiert wird. Dass diese Maßnahmen mit einer Diskriminierung

    von Palästinensern einher gehen, ist offenkundig.


    Der Bericht stützt sich auf umfangreiche Literatur und eine Datenbank

    mit über 1.000 Unternehmen, die von der Sonderberichterstatterin

    untersucht wurden. Dabei werden zwei deutsche Unternehmen ausdrücklich

    erwähnt: Rheinmetall, weil es von seiner Zusammenarbeit mit der

    israelischen Rüstungsindustrie profitiert, und Heidelberg Materials,

    früher Heidelberg Cement. Die Passage über Heidelberg Materials (Ziff.

    50) lautet:


    „Die deutsche Heidelberg Materials AG hat sich über ihre

    Tochtergesellschaft Hanson Israel an der Plünderung von Millionen

    Tonnen Dolomitgestein aus dem Steinbruch Nahal Raba beteiligt, dessen

    Land palästinensischen Dörfern im Westjordanland entzogen wurde.


    Im Jahr 2018 gewann Hanson Israel eine öffentliche Ausschreibung für

    die Lieferung von Material aus diesem Steinbruch für den Bau von

    Siedlungen und hat seitdem den Steinbruch fast erschöpft, was zu

    ständigen Erweiterungsanfragen geführt hat.“


    In dem Bericht wird das Gutachten des IGH vom Juli 2024, in dem die

    anhaltende Präsenz Israels in den besetzten Gebieten für illegal

    erklärt wird, als „seismische Verschiebung“ bezeichnet.


    Entsprechend diesem Gutachten schließt der Bericht mit klaren

    Forderungen an die Regierungen, Sanktionen gegen Israel zu verhängen,

    und an die Unternehmen, alle Geschäftsaktivitäten und Beziehungen

    sofort zu beenden, die in direktem Zusammenhang mit

    Menschenrechtsverletzungen und internationalen Verbrechen gegen das

    palästinensische Volk stehen, zu diesen beitragen und sie verursachen,

    sowie schließlich den Palästinensern Wiedergutmachung zu leisten.


    Ein Anhang, in dem der relevante rechtliche Rahmen dargestellt wird,

    ergänzt den Bericht.



    ———



    9. Die Zeit: Gaza: 26 Staaten kritisieren Israel und fordern Kriegsende



    https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-07/gaza-israel-kriegsende-aufruf-frieden


    Gaza: 26 Staaten kritisieren Israel und fordern Kriegsende



    Zahlreiche Staaten haben das israelische Vorgehen bei Hilfslieferungen

    kritisiert und ein sofortiges Kriegsende gefordert.

    Deutschland unterzeichnete den Aufruf nicht.


    Aktualisiert am 21. Juli 2025, 18:16 Uhr


    Quelle: DIE ZEIT, Reuters, AFP, dpa, edd


    Großbritannien und weitere 25 Staaten fordern ein sofortiges Ende des

    Krieges im Gazastreifen. In einer gemeinsamen Erklärung kritisieren

    sie zudem das Vorgehen der israelischen Regierung bei den

    Hilfslieferungen. Dieses sei "gefährlich, schürt Instabilität und

    beraubt die Menschen im Gazastreifen ihrer Menschenwürde".


    Zuletzt sind mehr als 80 Menschen getötet worden, die versuchten, an

    Lebensmittel zu gelangen. Immer wieder gibt es Berichte über tödliche

    Zwischenfälle in der Nähe von Verteilstellen der umstrittenen Stiftung

    Gaza Humanitarian Foundation (GHF).


    Israel lehnte die Erklärung ab. "Da sie von der Realität abgekoppelt

    ist und eine falsche Botschaft an die Hamas sendet", sagte ein

    Sprecher des Außenministeriums laut der Nachrichtenagentur Reuters.


    Deutschland hat Erklärung nicht unterzeichnet


    Zu den Unterzeichnern des Aufrufs gehören neben Großbritannien auch

    die Außenminister von Frankreich, Italien, Japan, Australien, Kanada

    und Dänemark. Zudem unterschrieb der EU-Kommissar für Gleichstellung,

    Katastrophenschutz und Krisenmanagement.


    Deutschland hat den Aufruf hingegen nicht unterzeichnet. Deutschlands

    Außenminister Johann Wadephul (CDU) äußerte gleichzeitig seine Sorgen

    über die "katastrophale humanitäre Lage" in Gaza. Er habe heute mit

    seinem israelischen Amtskollegen telefoniert, schrieb er auf X. "Wir

    fordern Israel dringend auf, die Vereinbarungen mit der EU zur

    Ermöglichung humanitärer Hilfe umzusetzen.“


    Zuletzt hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf der

    Sommerpressekonferenz Israels Vorgehen kritisiert und die Vorgänge im

    Gazastreifen als "nicht mehr akzeptabel" bezeichnet.



    Weiter kritisierten die Staaten die Siedlungsbewegung im

    Westjordanland und die Vorschläge der israelischen Regierung zur

    Umsiedlung der palästinensischen Bevölkerung in eine "humanitäre

    Stadt". Dies sei "völlig inakzeptabel" und ein Verstoß gegen das

    Völkerrecht.


    Auch Hamas wird kritisiert


    Auch die Hamas kritisierten die Staaten für die andauernde Geiselnahme

    und forderten die "sofortige und bedingungslose Freilassung" der

    Geiseln. Weiter heißt es in der Erklärung: "Wir sind bereit, weitere

    Maßnahmen zu ergreifen, um eine sofortige Waffenruhe und einen

    politischen Weg zu Sicherheit und Frieden für Israelis, Palästinenser

    und die gesamte Region zu unterstützen."


    Man unterstütze die Bemühungen der Vermittler USA, Katar und Ägypten.

    "Weiteres Blutvergießen dient keinem Zweck", heißt es in der Erklärung.


    Der Wortlaut der Erklärung der 26 Staaten findet sich hier:


    https://www.gov.uk/government/news/joint-statement-on-the-occupied-palestinian-territories



    ——

    23.07.2025

    Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien - sowie zum Thema Militarisierung  (II von II)

    10. Evangelisch: Alt-Bischof erneuert scharfe Kritik - Abromeit: EKD schweigt zu Israels Verstößen



    https://www.evangelisch.de/inhalte/245481/14-07-2025/alt-bischof-erneuert-scharfe-kritik-abromeit-ekd-schweigt-zu-israels-verstoessen


    Alt-Bischof erneuert scharfe Kritik


    Abromeit: EKD schweigt zu Israels Verstößen



    2019 löste Alt-Bischof Hans-Jürgen Abromeit mit seiner Warnung vor

    einer deutschen "Überidentifikation mit Israel" einen EKD-weiten Eklat

    aus. Jetzt legt er nach: Er wirft der EKD vor, Israels

    Menschenrechtsverletzungen zu verschweigen, sich an realitätsferner

    Zwei-Staaten-Rhetorik festzuklammern und die christlichen

    Palästinenser im Stich zu lassen. Was er stattdessen fordert: klare

    Worte, historische Verantwortung – und den Mut zur unbequemen Wahrheit.


    14.07.2025


    evangelisch.de


    Katrin von Bechtolsheim


    evangelisch.de: Ihre Aussage zur "Überidentifikation Deutschlands mit

    dem Staat Israel" sorgte im August 2019 für kontroverse Reaktionen.

    Wie hat sich Ihre Haltung seitdem entwickelt?


    Hans-Jürgen Abromeit: Bei der Verwendung des Begriffs

    "Überidentifikation" ging es mir darum, dass wir als Deutsche

    zweifellos gegenüber dem jüdischen Volk durch den Holocaust große

    Schuld auf uns geladen haben. Diese Schuld ist so unermesslich und bei

    allen aufrichtigen Deutschen ist das Schamgefühl so stark, dass die

    Gefahr besteht, in der Beurteilung des heutigen Verhaltens der

    damaligen Opfer nicht so genau hinzuschauen.


    (..)


    Sie sprechen davon, dass die Rolle der Kirchen im Nahost Konflikt Sie

    sehr besorgt. Wo sehen Sie die größten Defizite in der kirchlichen

    Debatte – und welche Schritte müssten Ihrer Meinung nach dringend

    unternommen werden?


    Abromeit: Die Kirchen in Deutschland - und fast nur in Deutschland –

    tun so, als ob sie die Entwicklungen im Israel unter Netanjahu nicht

    wahrgenommen hätten. Am skurrilsten ist die gebetsmühlenartige

    Wiederholung, dass die EKD und die Landeskirchen – wie die deutsche

    Politik - eine Zwei-Staaten-Lösung, einen Palästinenserstaat neben dem

    Staat Israel, als Lösung des Nahostkonfliktes ansehen.


    Dabei hat der Likud das noch nie gewollt, Netanjahu hat die Zwei-Staaten-Lösung

    ausgeschlossen und die Knesset mehrfach beschlossen, dass es keinen

    Palästinenserstaat geben darf.


    (…)



    Die deutschen Kirchen verschließen die Augen vor der Realität. Das

    heutige Israel tritt – entgegen seiner Unabhängigkeitserklärung von

    1948 – nicht mehr ein für "Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden im

    Sinne der Visionen der Propheten Israels" für alle Bewohner des Landes.


    Man kann gegenwärtig im Livestream verfolgen, wie in Gaza

    jeden Tag eine Schulklasse palästinensischer Kinder durch Verhungern

    oder Erschießen getötet wird. Und es kaum ein Wort der EKD oder einer

    evangelischen Kirchenleitung, die das beklagt, beide Verursacher

    dieser Not, die Hamas wie den Staat Israel, beim Namen nennt und

    Konsequenzen zumindest von unserer Regierung und der EU fordert.


    Unsere christlichen palästinensischen Geschwister, das konnte ich bei

    zwei Besuchen im Land seit Beginn des Gazakrieges feststellen, fühlen

    sich von den deutschen evangelischen Kirchen im Stich gelassen. Selbst

    in Gebeten bleibt man in Deutschland schwammig, aus Angst vielleicht

    etwas Falsches zu sagen.


    Es ist gut und wichtig, ja auch zunehmend notwendig, dass die Kirche

    in Deutschland gegen Antisemitismus vorgeht. Bei meinen Bekannten in

    Berlin erlebe ich mit, wie sich eine Feindschaft gegen Menschen

    richtet, nur weil sie jüdisch sind oder auch nur für jüdisch gehalten

    werden. Aber genauso notwendig wäre der Mut, Landraub durch jüdische

    Siedler, willkürliche Tötungen durch die israelische Armee und die

    tägliche Schikane der Palästinenser durch den Staat Israel und seine

    Organe beim Namen zu nennen.


    Zigfach wurde mir gesagt: "Das ist alles ganz furchtbar, aber das

    dürfen wir als Deutsche nicht sagen." Aber wenn wir die Wahrheit

    verschweigen, machen wir uns schuldig. Übrigens leiden darunter nicht

    nur die Palästinenser im Allgemeinen, sondern natürlich auch die

    christlichen Palästinenser im Besonderen.


    Ich habe eine Reihe von Rechtsbeugungen vor Augen, die auch unsere

    evangelischen Mitchristen in Jerusalem und der Westbank erleiden mussten.


    Früher gab es das schon mal, dass evangelische Kirchenleitungen in Deutschland

    für ihre Glaubensgeschwister in Palästina offiziell eingetreten sind.


    Heute ist mir ein solches Eintreten für die in Israel und Palästina, die keine

    Stimme haben, nicht bekannt. (…)



    ------


    11. Domradio: Patriarchen besuchen Gaza nach Angriff auf Kirche - Kirchenführer im Kriegsgebiet



    https://www.domradio.de/artikel/patriarchen-besuchen-gaza-nach-angriff-auf-kirche


    19.07.2025

    Patriarchen besuchen Gaza nach Angriff auf Kirche


    Kirchenführer im Kriegsgebiet



    Nach Granateneinschlägen in der einzigen katholischen Kirche im

    Gazastreifen zeigen der lateinische Patriarch von Jerusalem und sein

    griechisch-orthodoxer Bruder ihre Solidarität mit den Opfern. An

    Israel richten sie deutliche Worte.


    Nach dem tödlichen Granateneinschlag in die einzige katholische Kirche

    in Gaza sind der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal

    Pierbattista Pizzaballa, und sein griechisch-orthodoxer Amtsbruder,

    Patriarch Theophilos III. mit einer kirchlichen Delegation in den

    Gazastreifen gereist.


    Wie das Portal Vatican News am Samstag berichtete, haben die beiden

    Geistlichen unter anderem die katholische Pfarrei besucht, wo am

    Donnerstag drei Menschen nach israelischen Beschuss getötet wurden.

    Sie hätten dort mit den notleidenden Menschen gesprochen und die

    Schäden an der Kirche in Augenschein genommen.


    Vor Ort wollten sie einheimische Christen treffen und sich persönlich

    ein Bild der humanitären und pastoralen Bedürfnisse der Gemeinde

    machen, heißt es in einer Mitteilung von Freitagmorgen. Der Besuch sei

    Ausdruck der "gemeinsamen pastoralen Sorge der Kirchen des Heiligen

    Landes und ihrer Besorgnis um die Gemeinde in Gaza". Israel habe für

    die Dauer des Besuchs ein Aussetzen der Militäroperationen in dem

    Gebiet der Pfarrei garantiert.


    Hunderte Tonnen Lebensmittelhilfe


    Auch die in der Nähe gelegene griechisch-orthodoxe St.

    Porphyrios-Kirche haben die beiden Patriarchen dem Bericht zufolge

    besucht, ebenso das christliche Krankenhaus Al-Ahli. Kardinal

    Pizzaballa übernachtete in der am Donnerstag beschossenen katholischen

    Pfarrei und erklärte, er wolle noch bis Sonntag bleiben. Unter anderem

    wolle er ein Team der Caritas treffen und die Verteilung der

    mitgebrachten Hilfsgüter garantieren.


    Darüber hinaus habe das Lateinische Patriarchat die Evakuierung der

    bei dem Angriff Verletzten sichergestellt. Sie sollen außerhalb des

    Gazastreifens medizinische Versorgung erhalten. Sichergestellt wurde

    laut Mitteilung auch eine Hilfslieferung mit hunderten Tonnen

    Lebensmittel, medizinischer Ausrüstung und Erste-Hilfe-Sets. Die

    Lieferung solle neben den Christen möglichst vielen Familien

    zugutekommen.


    Telefonat mit Präsident Abbas


    Wie Vatican News weiter berichtete, telefonierte

    Palästinenser-Präsident Mahmut Abbas mit Pizzaballa. Mit den Worten

    "Eure Kirche ist auch unsere Kirche" verurteilte er den Beschuss der

    Kirche und sicherte der christlichen Minderheit sein Beileid und seine

    Solidarität zu. Es sei "dringend notwendig, die heiligen Stätten zu

    schützen und die historische Präsenz der Christen im Heiligen Land zu

    stärken".


    Nach Angaben des Lateinischen Patriarchats war das Pfarreigelände am

    Donnerstagmorgen von einer Granate der israelischen Armee getroffen

    worden. Dabei wurden drei Menschen getötet und zehn weitere teils

    schwer verletzt. In der Pfarrei leben derzeit den Angaben zufolge rund

    500 Binnenflüchtlinge.


    Vorwurf gezielter Tötung


    Das Patriarchat sprach von einer durch nichts zu rechtfertigenden

    "gezielten Tötung unschuldiger Zivilisten". Caritas Jerusalem

    verurteilte den Angriff als "schwere Verletzung des humanitären

    Völkerrechts und einen direkten Angriff auf die Menschenwürde". Auch

    das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Jerusalem sprach von einer

    "offenkundigen Verletzung der Menschenwürde" sowie einem "eklatanten

    Verstoß gegen die Unantastbarkeit des Lebens und die Heiligkeit

    religiöser Stätten".


    Unterdessen hat der anglikanische Erzbischof in Jerusalem, Hosam Naum,

    in einer Rede vor der Synode seiner Kirche betont, dass die

    christliche Minderheit im Nahen Osten sich weiterhin für Frieden und

    Versöhnung einsetzen werde.


    Die Anglikaner betreiben das Al-Ahli-Krankenhaus in Gaza, eine der

    wenigen noch halbwegs funktionsfähigen Kliniken dort. Scharf

    kritisierte Naum die Schüsse auf Menschen bei der Verteilung von

    Hilfsgütern im Gazastreifen. Es gebe dort schreckliche Szenen wie in

    dem Film "Die Tribute von Panem", so der Geistliche.


    Israels Armee erklärte unterdessen am Donnerstagabend, dass eine erste

    Untersuchung des Vorfalls darauf hindeute, dass Fragmente einer

    Granate "versehentlich die Kirche getroffen haben“.


    Das israelische Außenministerium und der israelische Ministerpräsident

    Benjamin Netanjahu äußerten Bedauern über die Opfer. Der

    Kirchendelegation gehörten neben den beiden Patriarchaten auch der

    Kanzler des Lateinischen Patriarchats, der Sekretär der Apostolischen

    Delegation des Heiligen Stuhls in Jerusalem und der Sekretär

    Heilig-Land-Bischofskonferenz an.


    Der Artikel wurde am Samstag, dem 19. Juli um 18:30 Uhr aktualisiert.



    ——


    12. Medico: Israel: Restvernunft - Gespräche mit Menschen, die gegen den Krieg aufstehen



    https://www.medico.de/blog/restvernunft-20135


    Israel


    Restvernunft


    30.06.2025


    Gespräche mit Menschen, die gegen den Krieg aufstehen.



    Von Moritz Krawinkel und Riad Othman


    (…)


    Gegen das Vergessen und die Versuche zur Auslöschung der

    palästinensischen Identität im israelischen Diskurs engagiert sich

    seit Jahren Nida‘a Nasser. In Haifa leitet sie die palästinensische

    medico-Partnerorganisation Baladna, die kurz nach Ausbruch der zweiten

    Intifada im Jahr 2001 gegründet wurde.


    Diese versucht, der jungen Generation gegen die staatlich propagierte

    Geschichtsschreibung ein Verständnis der eigenen palästinensischen

    Geschichte zu vermitteln.


    „Der israelische Staat will uns davon überzeugen, dass die Zionisten

    kamen und uns zivilisierten, dass sie das Land modernisiert und uns

    die Demokratie gebracht haben“, sagt sie. Indem Baladna Begegnungen,

    gemeinsame Ausflüge und Jugendaustausch organisiert, soll

    palästinensische Gesellschaftlichkeit möglich werden.


    (…)


    Hassan, der an der Universität lehrt, berichtet, wie extrem angespannt

    die Situation auch dort inzwischen sei. Manche palästinensischen

    Studierenden seien wegen Äußerungen zum Krieg, die sie außerhalb der

    Uni getätigt haben, exmatrikuliert oder anderen Disziplinarmaßnahmen

    unterworfen worden. Viele würden den Campus inzwischen ganz meiden –

    während einige jüdische Studierende in Uniform und mit Waffe im

    Hörsaal säßen. „Es fühlt sich an wie ein Militärcamp.“


    (…)


    Als Historiker erinnert Nimrod Ben Zeev daran, dass alles Geschichte

    und Kontext habe. So sei die ausbleibende Empathie gegenüber

    Palästinenser:innen Folge davon, dass Gaza, nicht zuletzt durch die

    jahrelange Abriegelung, zu „dem Anderen“ gemacht worden sei, eine Welt

    fernab, die nur deshalb relevant sei, weil man sich vor ihr schützen

    müsse.


    „Vorherrschaft ist eine Droge“, sagt er. Es gebe schlicht kein

    Interesse, die Vormachtstellung der Jüdinnen und Juden gegenüber

    Palästinenser:innen aufzugeben. Und eine „Gesellschaft unter Drogen“

    halte Zweifel oder Widersprüche nicht aus.



    ----


    Spendenkonto



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    IBAN: DE69 4306 0967 1018 8350 02

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    GLS Bank



    ——



    13. Friedensfähig: Kampagne kritisiert Bundesregierung für geplanten Kauf des

          Startsystems Typhon und fordert ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!



    https://friedensfaehig.de/kampagne-kritisiert-bundesregierung-fuer-geplanten-kauf-des-startsystems-typhon-und-fordert-ein-europa-ohne-mittelstreckenwaffen/



    Kampagne kritisiert Bundesregierung für geplanten Kauf des

    Startsystems Typhon und fordert ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!



    Pressemitteilung der Kampagne Friedensfähig statt erstschlagfähig: Für

    ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen vom 17.07.2025


    Die Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig. Für ein Europa ohne

    Mittelstreckenwaffen!“ kritisiert den geplanten Kauf des mobilen

    Startsystems „Typhon“ durch die Bundesregierung. Diesen hatte

    Verteidigungsminister Boris Pistorius bei seinem US-Besuch

    angekündigt.


    Von dem System, das einem Sattelschlepper ähnelt, können

    Mittelstreckenwaffen mit einer Reichweite von über 1.600 km gestartet

    werden. In Frage kommen dafür Marschflugkörper vom Typ „Tomahawk“ und

    Raketen vom Typ „SM-6“, die zur Flugabwehr oder als ballistische

    Rakete gegen Bodenziele genutzt werden können.


    Vor einem Jahr hatte der damalige Bundeskanzler Olaf Scholz die

    Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen der Typen „Tomahawk“, „SM-6“

    und „Dark Eagle“ in Deutschland angekündigt. Gleichzeitig wurde

    bekannt, dass Deutschland gemeinsam mit anderen europäischen Staaten

    eigene Mittelstreckenwaffen entwickeln will (Projekt ELSA). Nun kommt

    die Ankündigung zur Beschaffung der Typhon-Systeme hinzu.


    „Indem sie immer mehr auf Mittelstreckenwaffen setzt, leistet die

    Bundesregierung der Sicherheit Europas einen Bärendienst. Abschreckung

    bringt keine Sicherheit! Diese Waffen wirken destabilisierend und

    erhöhen die Eskalationsgefahr durch Fehleinschätzungen“, betont Simon

    Bödecker, Referent für Öffentlichkeitsarbeit bei Ohne Rüstung Leben

    und Sprecher der Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig“.


    Landgestützte Mittelstreckenwaffen eignen sich insbesondere als

    Erstschlagwaffe um gegnerische strategisch relevante Ziele

    anzugreifen, wie Flugabwehr, Kommandozentralen und

    Abschussvorrichtungen. Sie bergen ein enormes Eskalationspotenzial, da

    sie rasch verlegbar sind und schnell gestartet werden können. Dadurch

    verkürzt sich die Vorwarnzeit enorm. Auch Russland rüstet in dem

    Bereich auf und rückt die Waffen näher an NATO-Mitgliedsstaaten:


    Noch für 2025 hat Russland die Stationierung von Orschnik-Raketen –

    die in der Ukraine im November 2024 eingesetzt wurden – in Belarus

    angekündigt. Auch hier werden weitere Systeme, für die ehemals durch

    den INF-Vertrag verbotenen Reichweiten zwischen 500 und 5.500

    Kilometer, entwickelt.


    Dazu Angelika Wilmen, IPPNW-Friedensreferentin und Sprecherin der

    Kampagne: „Die gerade zu beobachtende Aufrüstung mit

    destabilisierenden Mittelstreckenwaffen in Europa ist enorm riskant

    und gefährlich. Der INF-Vertrag untersagte die Stationierung aus guten

    Gründen. Wir fordern die Bundesregierung auf, von einem Kauf

    amerikanischer und der Entwicklung eigener landgestützter

    Mittelstreckenwaffen abzusehen. Das Ziel muss ein INF-Folgeabkommen

    sein und keine Schaffung eigener Erstschlagfähigkeiten.“


    In der zivilgesellschaftlichen Kampagne „Friedensfähig statt

    erstschlagfähig“ setzen sich mehr als 55 Organisationen und Gruppen

    für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen ein. Sie wurde als Reaktion

    auf die geplante Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen in

    Deutschland gegründet. Die Kampagne fordert die Rücknahme der

    Stationierungsankündigungen der USA wie Russlands, einen Verzicht des

    Kaufes oder der Entwicklung eigener landgestützter

    Mittelstreckenwaffen durch Deutschland, sowie die Wiederaufnahme von

    Verhandlungen über Rüstungskontrolle und Abrüstung, etwa durch ein

    multilaterales Folgeabkommen zum INF-Vertrag.



    Weitere Informationen zur Kampagne finden Sie unter: https://friedensfaehig.de <https://friedensfaehig.de/>



    Mit freundlichen Grüßen


    Clemens Ronnefeldt

    Referent für Friedensfragen beim deutschen

    Zweig des internationalen Versöhnungsbundes


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

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