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17.08.2025

Europa kann sich Nachsicht gegenüber Israel nicht länger leisten

freedert.online, 17 Aug. 2025 20:49 Uhr, Von Pjotr Akopow

Während Donald Trump im Vorfeld des Alaska-Gipfeltreffens hoffte, erneut seine Fähigkeiten als "Friedensstifter" unter Beweis zu stellen, indem er einen "Deal" zur Ukraine aushandelt, entschied sich ein Beteiligter eines seiner früheren "Friedensdeals" für den Völkermord. Die Rede ist von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu.


Quelle: Legion-media.ru © Sergey Guneev


Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu


Während US-Präsident Donald Trump sich auf das Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vorbereitete und dabei hoffte, erneut seine Fähigkeiten als Friedensstifter unter Beweis zu stellen, indem er einen "Deal" zur Ukraine "aushandelte", entschied sich ein Beteiligter eines seiner früheren Friedensdeals, bis zum Ende zu gehen – allerdings nicht im Sinne der Friedensstiftung, sondern durch Völkermord und die Besetzung fremden Landes.

Die Rede ist vom israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu – dabei handelte es sich bei dem vorübergehenden Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas um den allerersten Friedensdeal der zweiten Amtszeit von Donald Trump, der zudem durch die Vermittlung desselben Steve Witkoff zustande gekommen war. Dieser Waffenstillstand ist längst gescheitert, und in den letzten Monaten kam zum Beschuss und der Bombardierung der Bewohner des Gazastreifens noch die Folter durch Hunger hinzu, womit Israel sogar den größten Teil der westlichen Welt endgültig gegen sich aufbrachte. In der letzten Woche aber erreichte Netanjahus Wahnsinn neue Dimensionen.


Netanjahu: Israel will den kompletten Gazastreifen besetzen





Netanjahu: Israel will den kompletten Gazastreifen besetzen







Zunächst kündigte er an, den gesamten Gazastreifen zu besetzen. Obwohl selbst die israelische Militärführung diese Operation nicht unterstützt (da es offensichtlich unmöglich ist, den gesamten Gazastreifen zu kontrollieren) und Tausende Palästinenser dabei ums Leben kommen werden, soll sie dennoch durchgeführt werden. Dabei ist geplant, 800.000 Palästinenser in eine spezielle "Sicherheitszone" zu treiben, oder einfacher ausgedrückt, in eine Art Konzentrationslager.

Zweiundzwanzig Monate des Leidens der Palästinenser erschüttern die ganze Welt – und nur in Israel wird weiterhin behauptet, dass man sich nichts vorzuwerfen habe und alle Beweise, beispielsweise für die Hungersnot, einfach gefälscht seien. Dabei sterben im Gazastreifen jeden Tag Dutzende, wenn nicht Hunderte von Menschen durch israelische Schüsse und Bomben, und einige Menschen kommen schlichtweg an Hunger ums Leben. Aber für Netanjahu handelt es sich dabei um "Fake News". Die unverschämte Arroganz des israelischen Ministerpräsidenten ärgert sogar seinen wichtigsten Verbündeten, US-Präsident Trump, der den israelischen Ministerpräsidenten laut Insidern für seine erneute Leugnung der Hungersnot im Gazastreifen scharf kritisiert habe.

Alles sei eine Lüge der Antisemiten, Israel hungere niemanden aus – diese Behauptungen von Netanjahu und der israelischen Presse rufen längst nur noch Empörung hervor. Denn alle objektiven Beweise internationaler Organisationen bestätigen die Bombardierung friedlicher Ziele, die Zerstörung von Wohnhäusern und Infrastruktur sowie die bewusste Einschränkung der Lieferung von Lebensmitteln und Medikamenten in den Gazastreifen – was alles unter den Begriff Völkermord fällt. Dabei werden diejenigen, die versuchen, diese Verbrechen zu dokumentieren – Mitarbeiter internationaler Organisationen, Ärzte, Journalisten –, von Israel einfach ermordet.


Gaza: Israelische Armee tötet gezielt Al-Jazeera-Journalisten wegen "Hamas-Terrorverdachts"





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Dies geschieht absichtlich und gezielt – allein unter den Journalisten wurden bereits fast 240 getötet. Nach der Ankündigung Netanjahus, den gesamten Gazastreifen zu besetzen, wurde ein Kamerateam von Al-Jazeera unter der Leitung des bekanntesten Reporters im Gazastreifen Anas al-Sharif getötet. Im Gegensatz zu den Morden an Reportern anderer Medien versuchte Israel diesmal nicht einmal, diesen Mord als unglücklichen Zufall darzustellen, sondern verkündete demonstrativ die "Liquidierung eines Terroristen". Ja, al-Sharif wurde als "verdeckt agierender Hamas-Terrorist" bezeichnet, obwohl es dafür keinerlei Beweise gibt und auch nicht geben kann. Netanjahu beseitigt vor Beginn einer neuen Phase der Zerstörung des Gazastreifens Zeugen.

Wird es Israel jedoch gelingen, seine Ziele zu erreichen, das heißt, die Palästinenser aus dem Gazastreifen zu vertreiben, indem es einen Teil von ihnen tötet und den Rest zur Flucht zwingt? Nein, und das war von Anfang an klar. Alle Versuche, mit dem einen oder anderen Land eine Vereinbarung über die Aufnahme der Palästinenser zu treffen, scheitern: Niemand ist bereit, sich an der Deportation Hunderttausender Menschen zu beteiligen. Und zwar aus einem Gebiet, für das sie (und ihre Vorfahren, darunter viele Flüchtlinge aus zuvor von Israel besetzten palästinensischen Gebieten) einen so hohen Preis zahlen mussten. Vor Kurzem versuchte Israel, den Südsudan, eines der ärmsten Länder der Welt, mit Milliardenbeträgen "für die Palästinenser" anzulocken, scheiterte jedoch auch hier: Denn jedes Land, das sich bereit erklärt, die faktisch deportierten Bewohner des Gazastreifens aufzunehmen, muss damit rechnen, international ausgegrenzt zu werden.

So wie Israel selbst, das immer mehr zu einem solchen Ausgestoßenen wird und zu dessen Verurteilung sich sogar die proisraelischen Regierungen Europas gezwungen sehen. Nachdem beispielsweise Spanien und Irland wegen ihrer Anerkennung Palästinas von israelischen Politikern längst als "antisemitisch" bezeichnet wurden, reihen sich nun auch Frankreich und Großbritannien ein: Emmanuel Macron und Keir Starmer beabsichtigen, im nächsten Monat den palästinensischen Staat anzuerkennen. Als Letztes gab das proisraelischste Land (genauer gesagt, seine politische Elite) nach – Deutschland. Nach der Ankündigung der Pläne zur Besetzung des gesamten Gazastreifens erklärte Bundeskanzler Friedrich Merz, die Waffenlieferungen an Israel auszusetzen – allerdings nicht vollständig, sondern nur diejenigen, die im Gazastreifen eingesetzt werden könnten.


"Ich musste mit ansehen, wie mein Kind starb"– Fünfjähriger in Gaza verhungert





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Die europäischen Politiker können es sich einfach nicht mehr leisten, Netanjahus Taten zu ignorieren – schließlich wird der "Völkermord in Echtzeit" zu einem wichtigen Faktor in der Innenpolitik der wichtigsten europäischen Länder. Empört sind nicht nur zahlreiche Nachkommen von Migranten aus islamischen Ländern, sondern auch Linke, Konservative und sogar apolitische Bürger. Selbst die EU wird die Frage der Verhängung von – wenn auch schwachen, symbolischen – Sanktionen gegen Israel bald nicht mehr ignorieren können, und Netanjahu wird nur noch einen einzigen offenen Verbündeten haben: Trump. Aber auch dessen Macht, Netanjahu zu schützen, ist keineswegs unbegrenzt, denn der Völkermord im Gazastreifen verändert auch die Haltung der US-Gesellschaft gegenüber Israel.

Im September beginnt in New York die Jubiläumssitzung der UN-Generalversammlung, bei der Dutzende von Staaten, vor allem westliche, die Anerkennung Palästinas erklären werden. Das allein wird den Völkermord nicht stoppen können, aber bei der nächsten Abstimmung über die Palästina-Frage wird Israel die wachsende Verurteilung seiner Politik und erste Anzeichen eines Boykotts und einer Isolation zu spüren bekommen.

Trump wird natürlich erneut versuchen, Israel aus der Sackgasse zu führen, aber Netanjahu wird ihm keine Chance geben, einen Deal zu schließen. Für den israelischen Ministerpräsidenten gibt es keinen Weg zurück – nur noch vorwärts. Vorwärts, über Leichen hinweg – in die Katastrophe.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 16. August 2025 zuerst bei RIA Nowosti erschienen.


Mehr zum Thema - Israel bombardiert Gaza-Stadt: Hamas-Delegation zu Gesprächen über Waffenruhe in Kairo erwartet


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Video https://rumble.com/v6x6cqc-us-sldner-ber-idf-so-viel-missachtung-der-menschenwrde-habe-ich-noch-nie-ge.html Dauer 10:25 Min.


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17.08.2025

Michael von der Schulenburg: Alaska Meeting Was a "Game Changer"


Glenn Diesen


youtube.com, vom 16.08.2025, Automatisch synchronisiert

Michael von der Schulenburg ist deutscher Abgeordneter des EU-Parlaments und war zuvor 34 Jahre lang UN-Diplomat, unter anderem als Stellvertretender Generalsekretär der UN-Abteilung für politische Angelegenheiten und Friedenskonsolidierung. Schulenburg erklärt, warum das Treffen in Alaska seiner Meinung nach bahnbrechend war.


Info: Video https://www.youtube.com/watch?v=pjkVbKWrqh4 Dauer 51:29 Min.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


unser weiterer Kommentar: "Alaska was a Gamechanger" , ein wirklich außerordentliches  Gespräch zwischen zwei phantastischen Köpfen, das den Tenor der globalen (außereuropäischen)  Weltsicht auf Alaska spiegelt. Man muss nicht mit jedem Satz einverstanden sein, um zu erfassen, dass der ehemalige Diplomat Michael von der Schulenburg eine große Persönlichkeit, ein dem Welt-Frieden,  der UN-Charta (!) und dem Erhalt Europas verpflichteter Mensch ist. Das gleiche gilt für den unrmüdlichen Geostrategen  Professor Glenn Diesen. Es atmet sich ein wenig leichter nach diesem Wochenende. (Zitiert Irene Eckert aus ihrer mail, 18. August 2025, 7:28 Uhr)

https://www.youtube.com/watch?v=pjkVbKWrqh4

17.08.2025

Freigabelinks Videos Mitschnitte zu "250806-Mahn-und Gedenkveranstaltung"

aus e-mail  Friedensglockengesellschaft, 17. August 2025, von 10:56 Uhr


Liebe Mitstreiter,


anbei die Videomitschnitte von Mathias Tretschog rund um unsere Veranstaltungen vom 05.-09.08.2025.


 


Mit friedliebenden Grüßen


 


Anja Mewes


Vorsitzende


Friedensglockengesellschaft Berlin e.V.


Zossener Straße 66


12629 Berlin


Email:  <mailto:friedensglockengesellschaft@web.defriedensglockengesellschaft@web.de


Youtube Kanal:  <https://www.youtube.com/@friedensglockengesellschaf1299https://www.youtube.com/@friedensglockengesellschaf1299


Facebook:  <https://www.facebook.com/friedensglockeberlin/https://www.facebook.com/friedensglockeberlin/


Handy: +49 152 2999 6370


Kontoverbindung: Postbank Berlin / DE97 1001 0010 0026 4571 08


 


DEN FRIEDEN GEWINNEN-NICHT DEN KRIEG!!


 


 


 


Kleine weiße Friedenstaube gesungen am 05.08.2025 zur Nacht der Kerzen von den Friedenshexen (Dauer: 03:36)


 <https://www.youtube.com/watch?v=yzzlXHNaBSIhttps://www.youtube.com/watch?v=yzzlXHNaBSI


 


Impressionen 05./06./09. August 2025 Mahn- und Gedenkfeierlichkeiten zum 80. Jahrestag der US-Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki Dauer: 30:57)


 <https://www.youtube.com/watch?v=NRu8JIp8WbUhttps://www.youtube.com/watch?v=NRu8JIp8WbU


 


Anja Mewes – Vorsitzende der Friedensglockengesellschaft e. V.: Erklärung der Teilnehmer der Gedenkveranstaltung (Dauer: 06:39)


 <https://www.youtube.com/watch?v=rqRRyeT8d0ghttps://www.youtube.com/watch?v=rqRRyeT8d0g


 


Interview: Im Gespräch mit Anja Mewes, Vorsitzende der Friedensglockengesellschaft Berlin e.V.


(Dauer: 15:47)


 <https://www.youtube.com/watch?v=tuXRwH4IopQhttps://www.youtube.com/watch?v=tuXRwH4IopQ


 


Verlesen Grußwort von Kazumi Matsui – Bürgermeister von Hiroshima und Präsident von Mayors for Peace (Dauer: 04:41)


 <https://www.youtube.com/watch?v=De7ephcY4PEhttps://www.youtube.com/watch?v=De7ephcY4PE


 


Verlesen Grußwort von Kai Wegner – Bürgermeister von Berlin (Dauer: 04:10)


 <https://www.youtube.com/watch?v=llNLlp7-0X4https://www.youtube.com/watch?v=llNLlp7-0X4


 


Rede von Josephine Thyrêt – Betriebsratsvorsitzende von VIVANTES (Dauer: 19:52)


 <https://www.youtube.com/watch?v=yk5OdTLz9rghttps://www.youtube.com/watch?v=yk5OdTLz9rg


 


Rede von Dr. Wolfram Adolphi (Publizist und Autor) / (Dauer:15:54)


 <https://www.youtube.com/watch?v=eoU2ZpeQEmQhttps://www.youtube.com/watch?v=eoU2ZpeQEmQ


 


Grusswort eines Hibakusha in 4. Generation mit einer Schülergruppe aus Hiroshima und Nagsaki (Dauer:10:52)


 <https://www.youtube.com/watch?v=GM1-XFPwWyohttps://www.youtube.com/watch?v=GM1-XFPwWyo


 


Grusswort von Greta Fuchs-Kittowski, Deutscher Friedensrat e.V. (Dauer:02:41)


 <https://www.youtube.com/watch?v=vT5nTA0mzMAhttps://www.youtube.com/watch?v=vT5nTA0mzMA


 


Interview: Regenschirme statt Raketenschirme - Eine Kunstaktion für Frieden, Gewaltfreiheit und Menschenrechte von Freunde für Frieden (Dauer: 16:34)


 <https://www.youtube.com/watch?v=r20k463d02I&list=PLtYAOcMkU-W2jS9YcuXstk4cNsfNVz0W5https://www.youtube.com/watch?v=r20k463d02I&list=PLtYAOcMkU-W2jS9YcuXstk4cNsfNVz0W5


80 Jahre US-Atombomben auf Japan – Hiroshima & Nagasaki mahnen! auf Freie Presse News


 <https://freiepresse.news/2025/08/05/80-jahre-us-atombomben-auf-japan/https://freiepresse.news/2025/08/05/80-jahre-us-atombomben-auf-japan/


 


 


Mathias Tretschog


 Eine FREIE GESELLSCHAFT kann nur auf FREIER INFORMATION gegründet sein!


Mathias Tretschog


Politischer Journalist, Menschenrechts- und Friedensaktivist, Mitglied beim Deutschen Verband der Pressejournalisten AG


Schenkendorfer Flur 14


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17.08.2025

Bankrotteure

jungewelt.de, 18.08.2025, Seite 8 / Ansichten, KommentarVon Arnold Schölzel

Nach Gipfel Trump-Putin


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Foto:  Jeenah Moon/REUTERS


Ein Gipfel, um zu retten, was noch zu retten ist: Wladimir Putin und Donald Trump am 15. August in Anchorage





Der Krieg in der Ukraine begann im Frühjahr 2014 mit Attacken faschistischer Gruppen und Milizen auf die russischsprachigen Einwohner der Ostukraine. Das Massaker am 2. Mai in Odessa, das in Mariupol am 9. Mai und die Bombardierung von Lugansk durch die Luftwaffe Kiews am 2. Juni stehen für die Brutalität der von EU und USA gesponserten Putschisten. Die EU wurde von Washington schon damals an den Katzentisch verwiesen, als sie einen eigenen Kandidaten als Regierungschef in Kiew nominierte: »Fuck the EU«, ätzte US-Unterstaatssekretärin Victoria Nuland, ließ Deutsch-Europa aber gern zahlen.

Der Versuch, den Widerstand der russischen Bevölkerung in der Ostukraine rasch zu brechen, scheiterte. Das für die NATO wichtige militärische Ziel, den Aufmarschraum bis zur russischen Grenze im Osten freizumachen, rückte nach zwei großen Niederlagen in weite Ferne, wurde aber nie aus den Augen verloren. Es gelang, mit den beiden Minsker Abkommen die »Regionalmacht«, wie Barack Obama Russland 2014 nannte, hinzuhalten – bis zum Februar 2022, dem Beginn des umfassenden russischen Eingreifens in den Konflikt. Bis zum zweiten Amtsantritt Donald Trumps im Januar 2025 behauptete der kollektive Westen, Russland militärisch schlagen und wirtschaftlich schwächen zu wollen. Es bedurfte der besonders beschränkten deutschen Außenministerin Annalena Baerbock und ihres »Slawa Ukraini!«, also »Sieg Heil!« rufenden »Zeitenwende«-Kanzlers Olaf Scholz, um sich sogar den Ruin des größten Landes der Erde vorzunehmen.

Damit ist es vorbei. Die Sanktionen, die etwa Donald Trump zuletzt Handelspartnern Russlands wie China oder Indien androhte, nahm dort niemand ernst, von denen der EU zu schweigen. Die sitzt jetzt am 19. völkerrechtswidrigen Sanktions»paket« und es gehört schon der Vorsitzende einer deutschen Partei, die sich Die Linke nennt, zu der Forderung, die deutsche Küstenwache Jagd auf die sogenannte Schattenflotte machen zu lassen, um »Druck auf die Kriegskasse des Kreml« auszuüben. Politische Piraterie – das hat Baerbocksches Format.


Solche Leute sind meilenweit davon entfernt zu erfassen, was der »Dringlichkeitsgipfel« (Petra Erler) in Alaska bedeutete: Er fand statt – wie die SPD-Außenpolitikexpertin richtig festhielt – um zu »versuchen zu retten, was noch zu retten ist. So wie es ist, darf es nicht weitergehen.« Oder mit den Worten Ralf Stegners (SPD): Das Treffen bleibe »die bis dato größte Hoffnungsperspektive« für ein rasches Ende des Ukraine-Krieges.

Vor allem: Er war das faktische Eingeständnis, dass die NATO auch diesen Krieg verloren hat. Die Bankrotteure sitzen in EU- und NATO-Europa. Aber sie geben das Zündeln mit einem Atomkrieg nicht auf – siehe van Aken. Es bedarf jetzt erst recht größter Anstrengung, um die geplante Raketenstationierung in der Bundesrepublik zu verhindern.


Siehe auch


Info: https://www.jungewelt.de/artikel/506357.bankrotteure.html


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17.08.2025

Der Fall Anas al-Sharif: Die Lügen, Fälschungen und Bullshit-Propaganda der Völkermörder

freedert.online, 17 Aug. 2025 10:54 Uhr

Israel brüstet sich damit, den Journalisten Anas al-Sharif und fünf seiner Kollegen im Gazastreifen gezielt getötet zu haben. Doch die Argumente, mit denen der Staat die neuerliche Gräueltat zu rechtfertigen versucht, sind einmal mehr ein Sammelsurium aus Lügen, Fälschungen und Unsinn.


Quelle: www.globallookpress.com © Lorena Sopnana


Pro-palästinische Demonstranten in Barcelona zeigen Bilder des von Israel ermordeten Journalisten Anas al-Sharif, der für den Sender al-Jazeera arbeitete und aus Gaza berichtete.


Der Al-Jazeera-Journalist Anas al-Sharif dokumentierte 22 Monate lang Israels Gräuel im Gazastreifen. Den Tätern war der 28-Jährige schon lange ein Dorn im Auge. Monatelang bedrohten und verleumdeten sie ihn mit einer Rufmordkampagne als "Hamas-Terroristen", bevor sie ihn und seine Kollegen Mohammed Qreiqeh, Ibrahim Zaher, Mohammed Noufal, Moamen Aliwa und Mohammed al-Khalidi am Sonntagabend mit einem gezielten Angriff auf ihr Zelt in Gaza-Stadt ermordeten. Den Vorwurf versucht Israel mit "Belegen" zu untermauern – doch die sind kaum überprüfbar, mindestens zum Teil gefälscht und ein Freibrief für Barbarei.

Alte Selfies

Um eine angebliche Hamas-Mitgliedschaft al-Sharifs zu "belegen", nutzte die israelische Armee alte Fotos im klassischen Selfie-Stil, die ihn mit dem Hamas-Führer Yahya Sinwar zeigen. Israel hatte Sinwar im Oktober 2024 in den Überresten der Stadt Rafah im völlig zerbombten Gazastreifen getötet, nachdem dieser den Posten des zweieinhalb Monate zuvor getöteten politischen Hamas-Chefs Ismail Haniyya übernommen hatte.

Auch die israelische Botschaft in Berlin verbreitete ein solches Bild unter dem Slogan "Die Wahrheit über 'Journalist' Anas al-Sharif" ‒ freilich mit dem Ziel, ihn und seine täglichen Berichte bis kurz vor seinem Tod aus dem von Israel abgeriegelten und zerstörten Gazastreifen unglaubwürdig zu machen.


Greta Thunberg kündigt Teilnahme an neuer Gaza-Flottille an





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Ob die Fotos echt sind, ist schwer zu überprüfen, denn mit KI ist einiges möglich. Aber das spielt letztendlich keine Rolle, denn ein Beleg für eine Hamas-Mitgliedschaft sind solche Bilder natürlich nicht – zumal sie offensichtlich viele Jahre alt sind. Selbst eine tatsächliche Hamas-Mitgliedschaft wäre überdies kein Tötungsgrund. Denn völkerrechtlich macht eine bloße Zugehörigkeit oder Meinung niemanden zum aktiven Kombattanten. Wobei es sich im Gazastreifen nicht einmal um einen Krieg im eigentlichen Sinne handelt.

Angebliche "Hamas-Listen"

Die israelische Armee (IDF) verbreitete auch vermeintliche "Hamas-Listen" unter Berufung auf "Geheimdienstinformationen und Dokumente aus Gaza", worauf al-Sharifs Name stehe. Deren Echtheit ist aber anzuzweifeln, zumal dies nicht die erste Lüge der IDF mit Fake-Listen wäre.

So präsentierte die Armee zum Beispiel Ende 2023 eine angebliche "Hamas-Liste", um die Bombardierung des Al-Shifa-Krankenhauses in Gaza-Stadt – die bis dahin größte und wichtigste Klinik im Gazastreifen – zu rechtfertigen. Diese Liste sollte eine behauptete "Hamas-Kommandozentrale" unter dem Areal belegen.


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Wenig später entpuppte sich die vermeintliche Kämpferliste als bloßer Kalender – und die angeblichen Namen der "Terroristen" als Wochentage – eine dreiste Lüge, die nur wenige Medien, die dies verbreitet hatten, richtigstellten ‒ darunter france24.

Auch sonstige Beweise für diese "Kommandozentrale" legte die IDF bis heute nicht vor. Es handelte sich um eine Propagandalüge – wie vermutlich auch im Fall al-Sharif.

Gefälschte "Telegram-Nachricht"

Überdies schaffte es ein vermeintlich "ultimativer Beweis" für al-Sharifs "Hamas-Anhängerschaft" bis in große westliche Medien, darunter das deutsche Boulevardblatt Bild der Axel-Springer-Presse: eine angebliche Telegram-Nachricht des getöteten Journalisten vom 7. Oktober 2023, in der er den von Gaza ausgehenden Angriff der Hamas und weiterer Gruppen auf Israel bejubelt haben soll. 


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Dieser angebliche Screenshot ist allerdings schon auf den ersten Blick als Fälschung zu erkennen. Denn er enthält – neben anderen Auffälligkeiten ‒ am unteren Rand der "Nachricht" ein Veröffentlichungsdatum, während echte Telegram-Nachrichten dort nur die Uhrzeit und die Anzahl der Aufrufe anzeigen. Das Datum ist in Telegram-Kanälen nur über der ersten Nachricht des jeweiligen Tages sichtbar. Über diesen Fake klärte noch am selben Tag die Webseite The Skwawkbox auf. Trotz dieser Offensichtlichkeit zitierte Springers Bild aus dieser Fälschung, als handele es sich um eine Tatsache.

Fischbergers Hasbara-Märchen

Unter die Leute gebracht hat die gefälschte Telegram-Nachricht offensichtlich der bekannte israelische Propagandist Eitan Fischberger. Kurz nach der Ermordung der Journalisten verbreitete dieser das Bild auf X und schrieb dazu: "An alle Journalisten, die mich gefragt haben, ob dieser Screenshot echt ist – ja, das ist er zu 100%." Im Weiteren spann er sich eine Story zurecht, wonach al-Sharif die Nachricht gelöscht, er sie aber im Webarchiv wiederhergestellt habe.

Fischberger bezeichnet sich auf der Plattform LinkedIn selbst als "Forscher, Autor, Analyst, strategischer Berater aus Jerusalem". Er ist allerdings ein seit langem bekannter Verbreiter israelischer Propaganda-Kampagnen. Erst am 30. Juli, elf Tage vor der Ermordung al-Sharifs und seiner Kollegen, lancierte er die Lüge der israelischen Regierung, wonach es keine Hungersnot im Gazastreifen durch die israelische Blockade gebe. Denn, so die "Argumentation": Einige der vielen gezeigten verhungernden Kinder hätten eine Vorerkrankung gehabt.


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Dabei ist Israels Hungerblockade, die Tel Aviv seit Beginn des Völkermordes mal mehr, mal weniger durchsetzte, seit Anfang März dieses Jahres aber massiv verschärft hat, auch von westlichen Hilfsorganisationen und Ärzten gut dokumentiert und belegt, genauso wie deren katastrophale Auswirkungen. Diese Art von Hungerspielen ist übrigens nicht neu: Seit den 1990er Jahren drosselt Israel die Einfuhr von Nahrung und anderen Gütern in die besetzten palästinensischen Gebiete. Seit Beginn der Rundumbelagerung des Gazastreifens 2006 berechnete die israelische Regierung sogar den Kalorienbedarf der Bewohner.

Bullshit-Argumente

Nun der wichtigste Punkt: All diese angeblichen "Hamas-Listen" und "Screenshots" taugten selbst dann nicht als Argument, wenn alles wahr wäre. Das Einzige, was die Tötung al-Sharifs völkerrechtlich rechtfertigen könnte, wäre ein Beweis dafür, dass dieser unmittelbar vor seiner Ermordung an aktiven Kampfhandlungen beteiligt war. Das aber ist auszuschließen, da er noch wenige Minuten vor seinem Tod sein letztes journalistisches Posting auf X absetzte, in dem er über gravierende Luftangriffe Israels auf Gaza-Stadt berichtete und ein Kurzvideo davon teilte. 

Die Argumentation Israels ist aber nicht nur völkerrechtswidrig, sondern auch gefährlich und dumm. Danach könnte jede Kriegspartei in jedem Krieg alle Zivilisten töten, denen es eine Nähe zum feindlichen Regime nachweisen könnte: Krankenschwestern in öffentlichen Kliniken, Polizisten, staatliche Behördenangestellte, Mitglieder einer regierenden Partei, Abgeordnete und Journalisten, die über die Regierung berichten.


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Ja, nach dieser "Logik" wäre sogar der Hamas-Angriff auf vermutlich alle zivilen jüdisch-israelischen Opfer über 18 Jahren "legitim", denn bekanntlich zieht Israel diese alle mit Beginn ihrer Volljährigkeit ein, mit Ausnahme der ultraorthodoxen Tora-Studenten. So hatten diese Getöteten zwangsläufig in ihrem Leben Kontakt zur feindlichen Armee, haben ihn gegebenenfalls heute noch. Die israelischen Propagandisten sollten ihre "Argumentation" also ein wenig gründlicher durchdenken. 

Systematische Morde

Nun sind al-Sharif und seine fünf Kollegen nicht die ersten von Israel ermordeten Pressevertreter. Laut einer Auswertung des Senders Al Jazeera von Namenslisten mehrerer Organisationen tötete Israel im Gazastreifen binnen zwei Jahren bis zu 274 Journalisten, Fotografen und Helfer, die für verschiedene Medien tätig waren – viele davon gezielt.  

Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" reichte deshalb nach eigenen Angaben bisher vier Strafanzeigen vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) gegen israelische Verantwortliche ein. Fakt ist: Im Gazastreifen, in dem über zwei Millionen Menschen auf inzwischen nur noch 40 bis 70 Quadratkilometern eingepfercht sind, tötete die Besatzungsmacht so viele Pressevertreter, wie in keinem anderen Krieg seit dem Zweiten Weltkrieg ums Leben kamen.

Töten der Wahrheit

Schon vor dem Hamas-Angriff vor knapp zwei Jahren ging Israel systematisch gegen unliebsame Journalisten vor.  Am 11. Mai 2022 ermordete ein israelischer Scharfschütze die Al-Jazeera-Reporterin Shireen Abu Akleh mit einem Kopfschuss in der Flüchtlingsstadt Dschenin im illegal besetzten Westjordanland. Auch hier kämpften palästinensische und internationale Ermittler und Medien zunächst gegen eine von Israel initiierte Lügenkampagne. Letztlich räumte die IDF die Tat zwar ein, stellte sie öffentlich aber als "Versehen" dar.  

Das Motiv, damals wie heute, liegt auf der Hand: Der Staat Israel, der alle palästinensischen Gebiete einem Gutachten des Internationalen Gerichtshofs zufolge illegal besetzt beziehungsweise belagert hält und dort ein rassistisch diskriminierendes System betreibt, das Palästinenser entrechtet, will Berichterstattung über seine in Dauerschleife praktizierten Gräueltaten eindämmen – indem es Reporter systematisch eliminiert. Aber die Wahrheit lässt sich nicht auf Dauer töten.


Mehr zum Thema – Israel bombardiert Gaza-Stadt: Hamas-Delegation zu Gesprächen über Waffenruhe in Kairo erwartet


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17.08.2025

USA und russisches Uran...

aus e-mail von Doris Pumphrey, 17. August 2025, 13:45 Uhr


_RTDE 16.8.2025


_*USA können von russischem Uran einfach nicht genug kriegen

*/Von Elem Chintsky/


Jüngst wurde bekannt <https://1prime.ru/20250809/uran-860492059.html>,

dass Russland erneut der größte Lieferant für angereichertes Uran in die

USA geworden ist. Dieser Import aus Russland ist um fast zwei Drittel –

62 Prozent im Jahresvergleich – gestiegen. Damit hat Moskau Paris als

US-Hauptlieferanten von Uran überholt.


Die fünf größten Uranlieferanten der USA im ersten Halbjahr 2025 sind

demnach Russland (mit 755,6 Millionen US-Dollar), Frankreich (680,3),

Großbritannien (580,5), Niederlande (502,5) und das "aus der Atomkraft

ausgestiegene" Deutschland mit immerhin 197,6 Millionen US-Dollar an

Lieferungen. Einschließlich kleinerer Lieferanten erreichten die

US-Importe fast 2,9 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg um 21,3 Prozent

gegenüber dem Vorjahr.


Kanada, das in seinem Süden eine großzügige Grenze von 8.891 Kilometern

mit den USA teilt, wurde offenbar nicht gebeten, diesen signifikant

gestiegenen Nachfragedruck zu stillen ‒ obwohl Ottawa die drittgrößten

Uranreserven der Welt hat und der zweitgrößte Lieferant weltweit dafür

sein soll <https://cna.ca/advantages/export/>. Wurde hier im Rahmen der

westlichen Russland-Sanktionen eine Gelegenheit zur ideologischen

Diversifizierung verpasst? Niemand zwingt die US-Amerikaner, mehr

angereichertes Uran ausgerechnet bei den Russen einzukaufen – außer

deren eigener Gesetzgebung, natürlich. Aber selbst da arrangieren sich

die US-Firmen mit dem eigenen Gesetzgeber, um dringliche Ausnahmen zu

verhandeln.


Laut

<https://www.axios.com/pro/energy-policy/2024/05/07/nuclear-fuel-trials-and-tribulations

der Plattform /Axios/ "können die USA auf russisches Uran nicht

verzichten". Es ginge dabei nicht lediglich um einzelne Unternehmen,

sondern um das Wohlergehen und die Stabilität der gesamten

US-amerikanischen Atomindustrie.


Der innovative Antrieb hinter dem russischen Export von Atomtechnologie

ist die staatliche Agentur Rosatom. Erst vor kurzem wurde bekannt, dass

Rosatom in Kasachstan – dem Land mit den mit Abstand größten

Uranreserven weltweit – ein neues Projekt initiiert hat. "Wir beginnen

in Kasachstan mit der praktischen Umsetzung des Projekts zum Bau eines

Kernkraftwerks. Rosatom wird einen echten Bestseller auf dem

Nukleartechnologiemarkt bauen", erklärte die russische Behörde. Der Bau

des neuen AKW startete in der Nähe des Dorfes Ulken im Gebiet Almaty.


Den jetzigen ukrainischen Eliten und deren westlichen Gönnern ist die

Erfolgsgeschichte Rosatoms selbstredend ein Dorn im Auge. Weshalb die

Kiewer Propaganda entweder auf Hochtouren läuft oder mit Schweigen und

Weglassen versucht, die westliche Wirklichkeitswahrnehmung zu meißeln.

Ein Beispiel für Ersteres sind die /Ukrainischen Nationalen Nachrichten

(UNN)/, die am 1. August 2025 das unfreiwillig ironisch benannte

"Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation" (CCD) zitierten

<https://unn.ua/en/news/due-to-sanctions-rosatom-can-no-longer-build-power-units-on-its-own-nsdc-center-for-countering-disinformation>,

welches dem Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine

untersteht.


Demnach sei "die russische Atomindustrie am Rande der finanziellen

Insolvenz stehend". Rosatom sei "wegen der Sanktionen" in letzter Zeit

genötigt, bei den Entscheidern im Kreml um weitere Gelder und Kredite zu

betteln, so die /UNN/. Der ausführliche Grund? "Ein kritischer

Geldmangel, der durch den umfassenden Krieg gegen die Ukraine und die

damit verbundenen Kosten verursacht wird".


Außer auf reines Hörensagen aus den voreingenommenen Institutionen des

Kiewer Regimes bezieht sich der ukrainische Propaganda-Bericht auf keine

weiteren Datensätze – weder von den USA, Russland selbst oder der

Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO).


All diesen ukrainischen Fakten zum Trotz, wächst das Geschäftsportfolio

Rosatoms und so der Einfluss Russlands weltweit.


Denn abgesehen von den Rekordverkäufen an die USA hat Rosatom seine

Partnerschaften mit den afrikanischen Sahel-Staaten Niger, Burkina Faso

und Mali vertieft

<https://www.neimagazine.com/news/rosatom-niger-sign-nuclear-deal/>. Mit

einem Vertrag diesen August gewährte Niger Moskau praktisch exklusiven

Zugang zu seinen Uranvorkommen. Vor zwei Monaten wurden ähnliche

Verträge mit Burkina Faso und Mali (wo sich einst die Deutsche

Bundeswehr gern aufhielt) unterzeichnet. Dazu gehören der Bau neuer

Kernkraftwerke, innovativer Forschungseinrichtungen, die Ausbildung von

Fachpersonal und laufende Dienstleistungen vor Ort, welche sich auf den

kompletten Kernbrennstoffkreislauf beziehen. Durch Rosatoms

Schlüsselrolle nimmt Russland eine Vorreiterposition bei den nuklearen

Zielen dieser Länder – aber auch insgesamt auf dem afrikanischen

Kontinent – ein.


Außerdem hat Rosatom vor wenigen Wochen

<https://www.world-nuclear-news.org/articles/pilot-uranium-processing-plant-launched-in-tanzania

auch ein Pilotprojekt für die Anreicherung und Bearbeitung von Uran mit

der Regierung von Tansania gestartet. Ab 2026 soll der Bau beginnen.


Im Eifer des jüngsten US-indischen Gefechts über russische Energie ergab

sich eine interessante Szene

<https://x.com/Pankujasrotia11/status/1953011104936018282?t=-xkZgMiD4p0oCAi9Mapc0A&s=35>.

Mit der Empörung Washingtons über Indiens Sturheit, russische Energie

weiter beziehen zu wollen, wurde Donald Trump von den Medien gefragt,

was er denn davon halte, dass sein eigenes Land auch signifikante Mengen

an Uran, chemischem Spezialmaterial und Düngemittel von den Russen

importieren lässt – offensichtlich auf die westliche Heuchelei beim

"Ausgrenzen Russlands" anspielend. Darauf antwortete der US-Präsident:

"Ich weiß nichts darüber. Ich müsste das überprüfen. Dazu melde ich mich

bei Ihnen nochmal."


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17.08.2025

New York Times: Trump hat Europa die Anerkennung des Donbass als russisch vorgeschlagen

anti-spiegel.ru, 16. August 2025 18:01 Uhrvon Anti-Spiegel

Der Zeitung zufolge sieht der US-Präsident darin einen schnellen Weg zu einem Friedensabkommen.

NEW YORK, 16. August. /TASS/. Nach einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin in Alaska hat US-Präsident Donald Trump den europäischen Staats- und Regierungschefs einen Friedensplan vorgeschlagen, der die Abtretung des gesamten Donbass, einschließlich der noch nicht von russischen Truppen befreiten Gebiete, an Russland vorsieht, berichtete die New York Times unter Berufung auf europäische Regierungsvertreter.

Demnach glaubt Trump, dass ein Friedensabkommen schnell erreicht werden kann, wenn Wladimír Selensky zustimmt, den verbleibenden Teil des Donbass an Russland zu übergeben. Im Gegenzug, so heißt es, werde es einen Waffenstillstand entlang der aktuellen Frontlinien und Sicherheitsgarantien sowohl für Kiew als auch für Europa geben.

Trump bezeichnete das Treffen mit Putin als wunderbar und produktiv. Anschließend telefonierte er mit Wladimir Selensky und den Staats- und Regierungschefs der EU-Länder, Nato-Generalsekretär Mark Rutte und EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen. Nach dem Gipfel und den Telefongesprächen sagte Trump, es sei besser, sofort ein Friedensabkommen abzuschließen, als einen Waffenstillstand zu vereinbaren, der „oft nicht eingehalten wird“. Ihm zufolge stimmen alle seine Gesprächspartner dem zu. Ein Treffen zwischen Trump und Selensky ist für den 18. August im Weißen Haus geplant. Wie der amerikanische Präsident anmerkte, soll im Falle eines Erfolgs ein neues Treffen mit Putin geplant werden.


Info: https://anti-spiegel.ru/2025/new-york-times-trump-hat-europa-die-anerkennung-des-donbass-als-russisch-vorgeschlagen/


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17.08.2025

Amira Hass in Haaretz: Meanwhile in the West Bank, Every Israeli Soldier 'Does Whatever He Wants'. Bitte unbedingt weiterleiten!

aus e-mail von Ingrid Rumpf, 17. August 2025, 13:30 Uhr


Übersetzung des angehängten Artikels von Amira Hass in der israelischen

Zeitung Haaretz zur unerträglichen Lage in der Westbank:


*Unterdessen in der Westbank: Jeder israelische Soldat „macht, was er

will“. Allein im Juli führte die israelische Armee über 1.300 Razzien in

palästinensischen Stadtvierteln durch. Die Bewohner leiden unter

ständigen Schikanen, da sie wissen, dass jeder Soldat straffrei handelt

und niemand eingreifen wird. „Wir sehen, dass sich jeder Soldat wie ein

Kommandant verhält und macht, was er will, ohne Angst vor höheren Rängen

zu haben.“*


Hind und Abir (nicht ihre richtigen Namen), zwei Frauen aus

verschiedenen Teilen des Westjordanlands, haben sich nie getroffen.

Anfang Juli durchsuchten Soldaten Hinds Haus, Anfang Juni das von Abir.

Aus Hinds Haus nahmen sie über 10.000 Schekel (etwa 3.000 Dollar) mit

und hinterließen ihr ein offizielles Dokument, in dem sie sich auf die

Notstandsverordnungen von 1945 aus der Zeit des britischen Mandats und

die IDF-Verordnung 1651 (2009) über Sicherheitsvorkehrungen als

Rechtfertigung beriefen. Sie legten keine Beweise für ihre Behauptung

vor, dass das Geld mit einer illegalen Vereinigung in Verbindung stand.


Aus Abirs Haus nahmen sie Goldschmuck und Bargeld mit, ohne irgendwelche

Unterlagen zu hinterlassen. Aussagen aus mehreren Quellen deuten darauf

hin, dass es sich hierbei nicht um Einzelfälle handelt.


Beide Frauen haben Söhne, die entweder früher oder derzeit ein Gehalt

von der Palästinensischen Autonomiebehörde beziehen: Der eine war

Angestellter, der andere arbeitet im Sicherheitsdienst der PA. Beide

Frauen weigerten sich aus dem gleichen Grund, der uns wiederholt von

Feldforschern von Menschenrechtsorganisationen wie dem Jerusalem Legal

Aid and Human Rights Center (JLAC, mit Sitz in Ramallah) und der

israelischen NGO Yesh Din – Volunteers for Human Rights berichtet wurde,

interviewt zu werden oder detaillierte Aussagen zu machen: aus Angst vor

Vergeltungsmaßnahmen durch Soldaten, sobald ihre Namen öffentlich

bekannt werden.


Diese Vergeltungsmaßnahmen könnten ihrer Meinung nach einen weiteren

Einbruch, härtere Gewalt oder Schikanen gegen sie und ihre Familien an

Armeekontrollpunkten umfassen. Einige sagen, sie „wissen, dass dies

einem Nachbarn oder Verwandten passiert ist“. Selbst wenn solche

Geschichten nicht bestätigt sind, haben die Gerüchte selbst eine

abschreckende Wirkung.


Die Angst wurzelt in einer weit verbreiteten palästinensischen

Wahrnehmung des Verhaltens von Soldaten, insbesondere seit dem 7.

Oktober 2023: Sie handeln nach Belieben, ohne Einschränkungen. Die Armee

hat ihre Razzien in Bevölkerungszentren und Wohnhäusern verstärkt, und

die Zahl der bemannten Kontrollpunkte hat zugenommen. Lange Wartezeiten

in Fahrzeugschlangen sind häufiger geworden, wodurch die Menschen

verstärkt der Laune und Feindseligkeit der Soldaten ausgesetzt sind.



Hier die Vorlage:


Meanwhile in the West Bank, Every Israeli
Soldier 'Does Whatever He Wants'
In July alone, the Israeli army conducted over 1,300 raids on Palestinian neighborhoods.
Residents endure constant harassments, knowing every soldier acts with impunity, and
no one will intervene. 'We see that every soldier behaves like a commander, doing
whatever he wants, with no fear of higher rank'
The arrest of a Palestinian in Tulkarm in July. Raids are a major part of the daily
reality of forced Israeli ruleCredit: Majdi Mohammad / AP
Amira Hass
Get email notification for articles from Amira HassFollow
(Haaretz) Aug 14, 2025
Hind and Abir (not their real names), two women from different parts of the West Bank, have
never met. In early July, soldiers raided Hind's home; in early June, they raided Abir's. From
Hind's house, they took over 10,000 shekels (about $3,000), leaving her an official document
citing the British Mandate-era Emergency Defense Regulations of 1945 and IDF Order 1651
(2009) on security provisions as justification. They provided no evidence for their claim that
the money was linked to an unlawful association.
From Abir's home, they took gold jewelry and cash, without leaving any documentation at all.
Testimony from multiple sources indicates these are not isolated incidents.
Both women have sons who either once received or currently receive a salary from the
Palestinian Authority: one was a clerk, the other works in the PA's security services. Both
women refused to be interviewed or give detailed testimony for the same reason we
repeatedly hear from field researchers from human rights organizations such as the Jerusalem
Legal Aid and Human Rights Center (JLAC, based in Ramallah) and the Israeli NGO Yesh
Din – Volunteers for Human Rights: fear of retaliation by soldiers once their names are made
public.
That retaliation, they believe, could include another break-in, harsher violence, or harassment
of them and their families at army checkpoints. Some say they "know this happened" to a
neighbor or relative. Even if such stories are unverified, the rumors themselves have a chilling
effect.
The fear is rooted in a widespread Palestinian perception of soldier behavior, especially since
October 7, 2023: they act however they want, without restraint. The army has stepped up raids
on population centers and homes, and the number of manned checkpoints has increased. Long
waits in vehicle queues have become more common, increasing people's exposure to soldiers'
moods and hostility.
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The arrest of a Palestinian on a roadside in the West Bank last year. Long waits
in vehicle queues have become more common, increasing people's exposure
to soldiers' moods and hostility.Credit: Itai Ron
In terms of public attention – Israeli and Palestinian – these raids rank low, overshadowed by
the unfolding disaster in Gaza and the destruction and expulsion in the Jenin and Tulkarm
refugee camps. Yet raids remain a major part of the daily reality of forced Israeli rule. Each
one, whether considered alone or together with others, is tied to broader political and military
decisions by the Israeli authorities.
A 60-year-old resident of the town of Ya'bad described two days in late June when soldiers
occupied several residential buildings, broke into 113 homes, and – according to testimony –
stole cash and property without leaving the "receipt" Palestinians sometimes receive.
"In the past, all the soldiers listened to the officer and acted according to his orders," a 60-
year-old resident of the town of Ya'bad commented after the two days in late June when
soldiers occupied several residential buildings, broke into 113 homes, and – according to
testimony – stole cash and property without leaving the "receipt" Palestinians sometimes
receive. "Today," he continued, "we see that every soldier behaves like a commander, doing
whatever he wants, with no fear of higher rank. Back then, we could start some sort of
dialogue with the officer. Today, that's impossible."
Older residents of the Balata refugee camp drew a similar conclusion. Their impression aligns
with the findings of Yesh Din, which says that today "there's no one to call" within the
military when reports come in about soldier behavior that should be considered unacceptable
even by the IDF's own standards. "There's no one to turn to on the ground – only after the
fact. No one sees it as their role to stop something or intervene in real time," says attorney
Roni Pelli of Yesh Din.
The spirit of Commander Bezalel Smotrich
The behavior of soldiers and junior officers is closely tied to overall policy, say Palestinians
who monitor the army's conduct. Issam Aruri, general director of JLAC, links the multiple
reports of soldiers allegedly confiscating and stealing money from Palestinian homes
to Finance Minister Bezalel Smotrich's declared intention to undermine the Palestinian
Authority's economy to the point of collapse. In such a climate, the "spirit of the commander"
is enough. No written order is required.
Since October 2023, most Palestinians who worked in Israel have lost their jobs due to
tightened exit restrictions. This has increased dependence on a family breadwinner working
inside the West Bank – either in the severely weakened private sector or in the public sector.
Since April this year, Israel has not transferred to the Palestinian treasury any portion of the
customs and tax revenues it collects at its ports on goods intended for the Palestinian market.
"There's no one to turn to on the ground – only after the fact. No one sees it as their role
to stop something or intervene in real time."
Attorney Roni Pelli of Yesh DinThese revenues are a key part of the PA's budget. Since 2019, Israel has not transferred the
full amount stipulated in the Paris Protocol and the Oslo Accords, leaving public-sector
employees with only partial salaries. According to the economic update of MAS, the Palestine
Economic Policy Research Institute, salaries in April and May reached just 35 percent of their
original value – a rate even lower than usual.
The main reason for withholding the funds is the allowances the PA pays to prisoners'
families and to released prisoners, under a law that Mahmoud Abbas repealed in February this
year. Another is the money the PA allocates to residents of Gaza, for which Smotrich ordered
an equivalent amount to be deducted from the customs revenues.
Many Palestinians – especially in villages – still keep cash at home, according to residents
whose money was confiscated by soldiers. This practice has cultural and social roots: distrust
of banks and digital transactions, daily-wage employment, Israeli employers who pay in cash,
a market open to Palestinian citizens of Israel, and fear of Israeli measures that might threaten
savings.
Another factor is the Bank of Israel's refusal to accept surplus shekels from Palestinian banks
and convert them to foreign currency beyond a fixed quota set by the Paris Protocol, which is
outdated. The banks literally have no place to store all the bills and coins, so they limit the
amount of shekels that Palestinians can deposit in their account.
As a result, Bank of Israel policy – which follows the finance minister's agenda – enables
soldiers raiding Palestinian homes to search for and seize substantial amounts of cash. Since
soldiers are not required to present evidence that the money is linked to an "unlawful
association," Palestinians conclude that the only real pretext is that a family member was, or
still is, a prisoner qualified for an allowance.
Some residents say that the soldiers hinted at this connection when they confiscated cash in
the house. If true, Palestinians are effectively being punished twice for these allowances: once
through the grab of public funds, and again when money kept at home is taken. Some of them
have lost their jobs after new roadblocks were set up on roads near their place of work –
usually where settlements and outposts are built in the area. Confiscating household savings
adds another form of punishment without trial.
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Ya'bad's mayor Amjad Atatra in his office last month. Over the past two years,
he says, the army has focused on blocking access to land.Credit: Nidal Shtayyeh
Still, Ziyad Rustum, from the village of Kafr Malik east of Ramallah – a former prisoner who
says soldiers took cash and valuables from his home without giving documentation – told
Haaretz that such seizures are "nothing compared to our land, which settlers violently
seize and which the army does not allow us to cultivate."
Amjad Atatra, mayor of Ya'bad west of Jenin, made the same connection between the thefts
discovered by residents after soldiers withdrew at the end of June and access to land. "There
have always been confiscations, looting, and violence during raids," he said, "but now it's on a
much larger scale."



unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

17.08.2025

!! !Anmerkung zu v.d.Schulenburgs Artikel zum Alaska-Gipfel

aus e-mail von Doris Pumphrey, 17. August 2025, 12:13 Uhr


/*Zur Mail von gestern:

*/*Betreff:* von der Schulenburg zum Alaska-Gipfel

*Datum:* Sat, 16 Aug 2025 13:47:03 +0200

*Von*: Doris Pumphrey dpumphrey@ipn.de


*/Zum Artikel von Michael von der Schulenburg /*Nach Alaska-Gipfel: Was

die fehlende Einigung für Trump, Putin und Europa bedeutet (Berliner

Zeitung 16.8.2025

<https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/nach-alaska-gipfel-was-die-fehlende-einigung-fuer-trump-putin-und-europa-bedeutet-li.2349698>): 


*/schickte ein Freund folgende wichtige Anmerkung:/*


„Die mutige Position von Herrn von der Schulenburg, die er auch in

diesem Artikel einnimmt, wird z.T. entwertet durch seine Bemerkung zu

den Wünschbarkeiten am Ende des Artikels. Offensichtlich ist ihm die

Geschichte des Landes nicht bewusst, wenn er im letzten Satz seines

Artikels empfiehlt:


/"Um dies durch eine friedliche Lösung zu erreichen, sollte für alle

Kriegsparteien gelten: 'Слава Україні!'"


/Eine "friedliche Lösung" schließt die Verwendung der Parole der

ukrainischen Ultranationalisten und Faschisten aus: "Слава Україні!"

("Slawa Ukraïni!" – Ruhm der Ukraine!) Diese Losung wird üblicherweise

erwidert mit "Slawa herojam!" – Ruhm den Helden).


Seit dem Zerfall der Sowjetunion waren diese Parolen die Schlachtrufe

nicht nur der verbliebenen autochthonen Nationalisten in der

Westukraine, sondern gerade auch in der ukrainischen Emigration

verbreitet, innerhalb derselben über Jahrzehnte tradiert und von den

Exilländern aus mit tatkräftiger Hilfe westlicher Stiftungen und Staaten

wieder in die "unabhängige" Ukraine re-exportiert.


Diese Parole ist das Rezept für Unfrieden und Zerstörung der Ukraine.“


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


unser weiterer Kommentar: Ist schwer nur als Versprecher aus dem Munde eines Diplomaten anzusehen!

17.08.2025

Erziehung oder geistige Infektion ?
Nurit Peled-Elhanan

Screenshot_2025_08_17_at_18_35_16_Erziehung_oder_geistige_Infektion_Friedenstheologie





friedenstheologie.de, vom Beitrag veröffentlicht November 27, 2023, in 


Ich möchte diese Worte allen palästinensischen Jungen und Mädchen widmen und allen libanesischen Jungen und Mädchen und allen irakischen Jungen und Mädchen, die von geistig infizierten israelischen und amerikanischen Soldatenjungen massakriert wurden, und die in jüngster Zeit sich zu meinem kleinen Mädchen gesellt haben im unterirdischen Reich der toten Kinder, das unter unseren Füßen wächst, in diesem Moment, in dem ich zu Ihnen spreche. Ich möchte ihnen sagen, sie sollen sich keine Sorgen machen:
„Ihr werdet dort gut empfangen, Kinder, niemand wird Euch dort wehtun, nur weil ihr beim Schulweg einen Umweg gemacht habt, weil Ihr ein Kopftuch getragen habt, oder weil Ihr an einem bestimmten Ort lebt. Ruht in Frieden, in Eurer neuen Welt ist jeder gleich würdig.“


Dies ist die Welt, wo israelische Kinder Seite an Seite mit palästinensischen Kindern wohnen. Dort liegen sie, Opfer und Mörder, ihr Blut ist lange schon versickert im heiligen Land, das immer schon gleichgültig war gegenüber Blut. Dort ruhen sie alle, getäuscht und betrogen. Ihr Kinder wurdet betrogen, weil durch Euren Tod nichts erreicht, wurde und die Welt weiterlebt, als wäre Euer Blut nie vergossen worden. Weil die Führer dieser Welt ihre mörderischen Spiele weiter spielen, Euch als Würfel und unseren Kummer als Brennstoff für ihre Tötungsmaschinen benützen. Weil Kinder für Generäle abstrakte Wesen sind und Kummer ein politisches Werkzeug.


Da ich auf beiden Seiten lebe, auf der der Opfer und auf der der Mörder, höre ich nicht auf, mich zu fragen: Wie kommt es, dass gute israelische Kinder zu mörderischen Monstern werden? Was macht sie derart geistig infiziert, dass sie andere Kinder, ihre El­tern und Großeltern, töten, foltern und erniedrigen? Dass sie ihr eigenes Leben für nichts als die Torheit und den Größenwahn ihrer Befehlshaber opfern?


In der sog. aufgeklärten westlichen Welt fühlt man sich sehr gut beraten, wenn man den Islam wegen Selbst­mordbombern und Terror be­schuldigt. Wer aber würde je das Judentum des Mordes beschuldigen? Trotzdem meinen ultra­orthodoxe Kinder, die über die Grenzen Brooklins nie hinausgekommen sind, dass das Töten von Arabern eine ‚Mitzvah‘ (ein heiliges Gebot) sei, weil diese ‚vilde hayes‘ (wilde Tiere) seien. Und israelische Kinder begehen tatsächlich die Verbrechen des Tötens und Folterns.


Weder Judentum, noch Islam, noch irgendeine andere Religion sind der Grund für Mord und Terror. Es ist die Erziehung zum Rassismus, es ist amerikanischer Imperialismus und es ist Israels unbarmherziges Besatzungsregime. Diejenigen Frauen und Kinder, die heute am meisten unter westlicher Gewalt leiden, sind Muslime; aber der Rassismus hat Erfolg, und ihr Leiden wird damit begründet, dass sie Muslime sind. Die heutige westliche Welt ist infiziert mit der Furcht vor dem Islam, vor dem muslimischen Uterus. Das große Frankreich der Gleichheit und Brüderlichkeit fürchtet sich vor kleinen Mädchen mit Kopftuch, das jüdische Israel nennt in öffentlichen Reden und Schulbüchern die arabischen Bürger Israels einen demographischen Albtraum und den Feind in den eigenen Reihen. Die palästinensischen Flüchtlinge unter Besatzung hingegen werden in israelischen Geschichtsschulbüchern als „Problem definiert, das gelöst werden muss“. Es ist noch nicht lange her, da waren Juden ein Problem, das gelöst werden muss.


All dies, obwohl diejenigen, die die Welt heute zerstören, keine Muslime sind. Die Leute, die mit Hilfe der raffiniertesten Zerstörungswaffen tausende von unschuldigen Zivilisten töten, sind keine Muslime. Es sind Christen und Juden. Trotzdem wagen diese Leute aus dem jüdisch-christlichen Kulturkreis, die amerikanisch-britische und israelische Verbrechen gegen die Menschlichkeit begehen (insbesondere gegen Muslime auf der ganzen Welt!), wagen diese Leute, die Ihre Kinder im Namen von Demokratie und Freiheit (Decknamen für Gier und Größenwahn) in diese erbarmungslosen nutzlosen Kriege schicken, diese Leute wagen es, sich selbst aufgeklärt zu nennen und alles einem imaginären Kampf der Zivilisationen anzulasten. Was hat diese von Furcht geprägte Welt den Palästi­nensern, Irakern, oder Afghanen als Lösung anzubieten, denen, die von westlichen Verbrechen und Ausbeutung gequält, missbraucht, gefoltert und ausgehungert werden ? Für gewöhnlich heißt das Angebot der aufgeklärten Welt: Seid wie wir! Errichtet eine Demokratie wie die unsere, nehmt unsere Werte an, die Euch verachten, denen zufolge Ihr ein Haufen minderwertiger Primitiver seid, die entweder ‚kultiviert‘, oder weggefegt werden müssen.


Dies, meine Damen und Herren, ist die Geisteshaltung, die es amerikanischen Soldaten erlaubt, zu vergewaltigen, zu foltern, und tausende von muslimischen Männern, Frauen und Kindern zu töten, die es israelischen Soldaten erlaubt, palästinensischen Frauen zu befehlen, sich vor ihren Kindern auszuziehen – aus ‚Sicher­heitsgründen‘ – die es Gefängniswärtern erlaubt, Gefangene unter unmenschlichen Bedingungen zu halten, ohne Hygieneartikel, ohne sauberes Wasser oder saubere Matratzen, oder sie von ihren zu stillenden Säuglingen und Kleinkindern zu trennen; ihnen Bildungsmöglichkeiten zu verwehren, ihr Land zu konfiszieren, ihre Brunnen zu zerstören, ihre Bäume zu entwurzeln und sie daran zu hindern, ihre Felder zu bestellen. Sie erlaubt israelischen Piloten, täglich hundert Bomben über der meistbevölkerten Gegend der Welt, über Gaza-Stadt, abzuwerfen. Sie erlaubt Israel, rassistische Gesetze zu erlassen, die Mütter von Vätern und Kindern trennen. Palästinensische, irakische und afghanische Mütter sind Mütter wie ich. Wenn sie ein Kind verlieren, auch ein zwölfjähriges, ist ihr Schmerz wie der meine. Sie aber verlieren nicht nur ihre Kinder, sie verlieren auch ihre Häuser, ihre Lebensgrundlage, ihre Zukunft, weil die Welt ihr Leiden nicht sieht und hört, und ihre Mörder nicht bestraft. Ihre Ehre als Frauen und Mütter ist in Grund und Boden gestampft. Ihre Identität ist zerstört und ihr Aufschrei verhallt ungehört. Ihr Glaube, ihre Bräuche, ihre jahrhundertealten Lebensweisen werden ignoriert und verachtet. Nicht nur amerikanische Soldaten, auch israelische Soldaten, die tatsächlich Massaker an Arabern begehen – Palästinensern oder Libanesen -, haben nie zuvor ein arabisches Menschengesicht gesehen, bis sie zur Armee eingezogen werden; aber sie lernen im Lauf von 12 langen Jahren, dass diese Leute primitiv sind, dass sie Kinder gebären, um sie zum Steine Werfen auf unsere friedlichen Soldaten auf die Straße zu schicken, dass sie ungebildet sind, weil sie nicht unsere Bildung haben, dass sie intrigant und dreckig sind, weil sie eine andere Vorstellung von Höflichkeit haben, dass sie sich anders kleiden und ihre Häupter mit anderen Tüchern bedecken. (Meiner Erfahrung nach gibt es im Lager der Friedliebenden übrigens mehr Keffiyas als Kipas) Israelischen Kindern wird die Möglichkeit genommen, ihre unmittelbaren Nachbarn kennen zu lernen, deren Geschichte, deren Kultur und deren Werte. Israelische Kinder werden dazu erzogen, ihre Nachbarn als ungewolltes Element zu betrachten. Das ist nicht Erziehung, das ist geistige Infektion. Der Wissenschaftler Richard Daw­kins sprach als erster von geistigen Viren. Weil Kinder leichtgläubig und fast jedem Vorschlag zugänglich sind, sind sie nicht immun gegenüber mentaler Infektion aller Arten von Propaganda und Mode. Man kann sie leicht überreden, ihr Gesicht zu piercen, ihr Gesäß zu tätowieren, ihre Mützen herumzudrehen und ihren Bauch zu entblößen, an Engel oder Feen zu glauben. Man kann ihnen ebenso leicht politische Meinungen und mentale Landkarten zueignen, die später ihre Entscheidungen zur Frage zukünftiger Staatsgrenzen oder der Notwendigkeit von Kriegen beeinflussen. Unsere Kinder sind von einem frühen Zeitpunkt an mental infiziert. So sehr, dass zum Zeitpunkt, an dem sie alt genug sind, wirklich Soldaten zu werden, sie schon gelernt haben, gute Soldaten zu sein, das heißt, sie sind mental gründlich infiziert und unfähig, die ‚Wahrheit‘, die ihnen eingeschärft wurde, zu hinterfragen. Dies ist ein Teil der Erklärung für die schrecklichen Taten, die heute von guten israelischen Jungen begangen werden, die immer wieder als ‚Leute mit Wertvorstellungen‘ charakterisiert werden. Deshalb ist es höchste Zeit, zu fragen, welche Werte sind das? Die folgenden Zeilen sind Teil eines persönlichen Vorworts von Tal Sela, eines meiner Studenten, zu seiner Abschlussarbeit, in der er unter anderem ein Geschichtsbuch analysiert:


„Am 5.September 1997 fand ich mich im Libanon wieder, auf einer Rettungsmission. All meine Freunde hatten an diesem Gefecht teilgenommen, zwölf waren getötet worden. In den folgenden Tagen war ich glücklich: ‚Ich lebe, ich habe überlebt!‘ sagte ich zu mir selbst. Ein Jahr später jedoch war ich tief deprimiert. Traurig und vergrämt. Ich entschloss mich, einen Psychologen aufzusuchen. Nach einigen Sitzungen war ich wieder in der Lage, meine physischen und moralischen Kräfte zu sammeln. Ich konnte meine Gedanken wieder erkennen. Dann verstand ich, dass meine mentale Krise in Wirklichkeit eine moralische war, eine Bewusstseinskrise. Was ich tatsächlich fühlte, war Frustration, Scham und Ärger. Wie konnte ich so leichtgläubig sein, mich so täuschen lassen? Wie kann ich erklären, dass ein Mann des Friedens sich freiwillig solch einer morbiden Erfahrung aussetzt? Heute habe ich, wie ich es alle zwei Wochen tue, Friedensaktivisten zu Militärkontrollpunkten der israelischen Armee in den besetzten Gebieten gefahren. Ich habe gesehen, wie ein Offizier einem Taxifahrer enge Handschellen anlegte, weil der dem Befehl des Soldaten, hier und nicht dort zu parken, nicht nachgekommen war. ‚Wir haben’s ihm tausendmal gesagt‘, meinten die Soldaten. Der Mann lag in der übelsten Sommerhitze auf dem Boden, durstig, stundenlang. Sein Freund hatte mehr Glück: Er musste aufrecht stehen, in einer Zelle, ohne Handschellen.Was drängt diese jungen israelischen Männer sich als Gerichtspräsident aufzuspielen, bis sie alle Urteilskraft verlieren? Meiner Meinung nach ist es die große zionistische Erzählung, die der israelischen Gesellschaft als kollektives Bewusstsein dient, explizit wie implizit. Diese große Geschichte ist ein System von Werten, das uns zu Zugehörigen dieses speziellen Kollektivs macht.“


Das ist das System, das das Verhältnis zwischen uns und den Palästinensern diktiert. Wie anders ist es zu erklären, dass junge Menschen, die dazu erzogen werden, ihre Nächsten wie sich selbst zu lieben, ihre Nachbarn töten, deren Bildungsinstitutionen, Büchereien und Krankenhäuser zerstören, aus keinem erkennbaren Grund, eben nur, weil sie Nachbarn sind? Die einzige Erklärung dafür ist, sie sind mental infiziert von Eltern, Lehrern und Führungs­persönlichkeiten, die sie davon überzeugen, dass die anderen nicht so menschlich sind wie wir, dass deshalb sie zu töten nicht wirklich töten ist; dafür gibt es andere legitimierende Begriffe wie ’säubern‘, ‚reinigen‘, ‚bestrafen‘, ‚Operation‘, ‚Mission‘, ‚Kampagne‘ und ‚Krieg‘. Obwohl ich von israelischen Jungen spreche, ist dies keine israelische Angelegenheit, denn wie Sie wissen, ist die Epidemie weltweit verbreitet. Mein siebenjähriger Neffe, der in den USA lebt, kam an Halloween nach Hause und sagte, er wolle Soldat sein, und dann in den Irak gehen, um Amerika zu schützen. Wie viele junge Amerikaner, sind unwissend wie er – wie absurd diese Stellungnahme auch ist – tatsächlich in den Irak gezogen und dort gestorben, ohne zu wissen, warum, aber mit den Worten ’schützt Amerika!‘ auf den Lippen? Die Frage ist, wie sind diese falschen Werte in ihrem Geist geprägt worden, und wie können sie wieder gelöscht werden? Die menschliche Psyche, sagt Dawkins, kann an zwei großen Krankheiten leiden: dem Drang, über Generationen hinweg Blutrache auszuführen, und die Neigung, andere eher mit Gruppenetiketten zu versehen, als Individuen in ihnen zu sehen. Wir leiden alle wegen diesen Etikettierungen, aber nur die unter uns, die wegen dieser Etikettierung starben, haben erfahren, dass diese Etikettierung nur bekämpft werden kann, indem wir sie ablehnen. Falsche Wertesysteme können überwunden werden, indem sie bloßgestellt werden. Die mentalen Viren werden nur teilweise durch junge Leute wie Tal und andere israelische [Kriegsdienst-]Verweigerer geschwächt wie z.B.die ‚Combattants for Peace‘ („Kämpfer für den Frieden“). Die meisten unserer Kinder aber können sich von diesen hartnäckigen Viren nicht befreien, bis sie sich im immer größer werdenden unterirdischen Reich der toten Kinder wieder finden. Erst dort werden sie erkennen, dass es unwichtig ist, ob sie ihr Haupt bedeckt hatten, in einer Synagoge, einer Kirche oder Moschee, ob sie beschnitten waren oder nicht, ob sie verbotene Worte ausgesprochen, Schwein oder Rindfleisch gegessen haben, ob sie nach der Salami-Pizza heiße Schokolade getrunken haben, bevor sie von jemandem in die Luft gejagt wurden, der das nicht getan hat. Israelische, amerikanische, englische und italienische Mütter ziehen ihre Kinder mit all ihrer Liebe und Sorge groß, um sie dem Gott des Todes zu opfern, als wäre ihr Uterus ein nationaler oder eher ein internationaler Aktivposten; und Väter drängen ihre Kinder, sich Armeen anzuvertrauen, deren Interessen mit Verteidigung nichts zu tun haben. Und wenn diese Kinder für anderer Leute Profite sterben, tragen es die Eltern mit Würde und Stolz, wie sie es gelernt haben, stellen Fotografien ihrer toten Kinder auf den Kaminsims und seufzen: Er war so schön in Uniform.


Es ist Zeit, diesen Eltern zu sagen: Niemand ist schön in der Uniform der Brutalität.


Es wird Zeit, ihnen zu sagen, dass Uniformen, Rangabzeichen und Medaillen hässlich geworden sind. Es wird Zeit, ihnen zu sagen, dass ihre Würde und ihr Stolz hier fehl am Platz sind.


Es ist an der Zeit, den jüdischen Menschen zu sagen, dass der einzige Weg, den Antisemitismus zu entmutigen, darin besteht, die einzige Regierung der Welt zu verurteilen, die absichtlich junge jüdische Jungen und Mädchen in den sicheren Tod schickt und die ein ganzes semitisches Volk bis hin zum Völkermord verfolgt; ihnen zu erklären, dass es die jüdische Regierung und die Handlungen ihrer Armee sind, und nicht ein ursprünglicher Hass auf die jüdische Rasse, die der Grund für die Erfindung des neuen Zeichens sind, das wir oft bei propalästinensischen Demonstrationen sehen, wo der Davidstern mit dem Hakenkreuz gleichgesetzt wird.


Für Menschen, die in Israel oder in den USA oder in einem anderen „westlichen“, „demokratischen“ Land erzogen wurden, ist es furchtbar schwer zuzugeben, dass wir mit falschen rassistischen Werten aufgewachsen sind. Mit Heterophobie. Das Einzige, was einen solchen Sinneswandel fördern kann, ist die ständige Erinnerung an die verstümmelten kleinen Körper der Opfer dieser Werte.


Morgen ist Jom Kippur, der heiligste Tag für die Juden. An diesem Tag sind die Menschen aufgefordert, um Vergebung zu bitten. Nicht zu vergeben, sondern zu bitten, Vergebung zu bekommen. Ich möchte eine Strophe aus einem Gedicht zitieren, ein Gedicht des verstorbenen Hanoh Levin, eines der größten Theaterautoren Israels, das er 1970 schrieb:


Lieber Vater, wenn Du an meinem Grab stehst alt und müde und sehr allein,
Und Du siehst, wie sie mich in die Erde graben,
Bitte mich, Dir zu vergeben, mein Vater.


Wir alle müssen unsere Kinder um Vergebung bitten, dafür, dass wir nicht wachsamer sind, dass wir nicht hart genug darum kämpfen, unsere Versprechen einer besseren Welt zu halten, dass wir die üblen Viren nicht vorher zurückgewiesen haben, dafür, dass wir sie zu Opfern dieser schrecklichen, mentalen Infektion haben werden lassen, unter der wir alle leiden, sodass wir in ihre unschuldigen, erstaunten, enttäuschten Gesichter sehen und uns fragen: Warum sind diese blühenden Wangen blutüberströmt ???


Rede am Connecticut College, New London, 09/27/06

Original Hebrew: http://www.mahsanmilim.com/NuritPeledElhanan.htm ; in Englisch: http://qumsiyeh.org/nuritpeledelhanan/


Zur Autorin vgl. die Biografie unter https://de.wikipedia.org/wiki/Nurit_Peled-Elhanan . Zur aktuellen Situation vgl. https://www.brismes.ac.uk/news/letter-to-david-yellin-college-regarding-suspension-of-professor-nurit-peled-elhanan


Info: https://friedenstheologie.de/erziehung-oder-geistige-infektion/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

17.08.2025

Gipfel in Alaska: Putin und Trump zeigen neue Wege der Diplomatie

freedert.online, 17 Aug. 2025 09:33 Uhr

In Alaska setzten Wladimir Putin und Donald Trump ein Zeichen gegen politische Eskalation. Die Gespräche über Ukraine und globale Sicherheit verliefen konstruktiv – führende russische Politiker sprechen von einem historischen Gipfel und einem Wendepunkt für die internationale Diplomatie.


Gipfel in Alaska: Putin und Trump zeigen neue Wege der DiplomatieQuelle: Sputnik © Sergei Bulkin


Der russische Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump bei einer gemeinsamen Pressekonferenz nach den Gesprächen in Alaska am 15. August 2025


Die Gespräche zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinem US-amerikanischen Amtskollegen Donald Trump auf der Militärbasis Elmendorf-Richardson in Alaska gelten als historisches Ereignis. Sie könnten wegweisend für die russisch-US-amerikanischen Beziehungen sowie für die Lösung des Ukraine-Konflikts sein. Dies behaupten führende russische Politiker.

Die Verhandlungen der Staats- und Regierungschefs im kleinen Kreis im Format "drei gegen drei" dauerten zwei Stunden und 45 Minuten. Auf russischer Seite nahmen Außenminister Sergei Lawrow und Präsidentenberater Juri Uschakow teil, von US-Seite Außenminister Mark Rubio und Trumps Sonderbeauftragter Steve Witkoff.


"Man einigte sich, weiter zu verhandeln" – Russische Experten über Putin-Trump-Gipfel





"Man einigte sich, weiter zu verhandeln" – Russische Experten über Putin-Trump-Gipfel






Strategische Bedeutung und globaler Sicherheitsdialog

Der Senator des Föderationsrats Alexei Puschkow betonte, dass die Gespräche konstruktiv verliefen und einen strategischen Charakter hatten:

"Sie betrafen nicht nur die Ukraine-Krise, sondern auch zentrale Fragen der europäischen und globalen Sicherheit, vor allem der nuklearen. Die Verhandlungen könnten ein Wendepunkt in den bilateralen Beziehungen sein." 

Puschkow hob die inhaltliche Tiefe und das hohe Maß an gegenseitigem Verständnis hervor. Er wies darauf hin, dass Trump die Gespräche "zehn von zehn" bewertet habe, was deren Qualität unterstreiche.

Der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew ergänzte auf seinem Telegram-Kanal, dass US-Präsident Trump auf zusätzlichen Druck auf Russland in der Ukraine-Frage verzichtet habe. Die Gespräche seien "ruhig, ohne Ultimaten und Drohungen" verlaufen.

Medwedew bekräftigte zudem: "Verhandlungen ohne Vorbedingungen und gleichzeitig mit der Fortsetzung der Sonderoperation sind möglich." Beide Seiten hätten die Verantwortung für künftige Ergebnisse der Verhandlungen über die Einstellung der Kampfhandlungen direkt auf die Ukraine und Europa gelegt.

Historische Dimension

Der russische Senator Igor Kastjukewitsch bezeichnete das Treffen als "historisches Ereignis". Die Inhalte blieben zunächst vertraulich, was es beiden Seiten ermögliche, "alles zu gewinnen, ohne etwas zu verlieren".

"Das Treffen der Präsidenten Russlands und der USA ist ein historisches Ereignis, filigran in puncto Diplomatie unseres Staatsoberhauptes. Die realen Ergebnisse werden wir erst später sehen."

Russland habe seine Positionen bestätigt, die USA hätten sie akzeptiert. Trump sende damit ein Signal: Große Länder müssten lernen, sich zu einigen, während EU und Kiew weiterhin an einer Eskalation festhalten könnten, so Kastjukewitsch:


Die Ukraine ist nicht bereit für die Nachkriegsrealität





Meinung

Die Ukraine ist nicht bereit für die Nachkriegsrealität






"Der US-Präsident hat ein unmissverständliches Signal gesendet, dass große Länder verhandeln können müssen. Nun, egal was Selenskij und die EU sagen, in den Augen der Welt ist Trump bereits ein Friedensstifter. Besonders hervorzuheben ist der gegenseitige Respekt, mit dem Wladimir Putin und Donald Trump gesprochen haben. Der modernen Welt fehlt genau dieser Respekt. Und daraus beginnen langfristige und konstruktive Vereinbarungen. Die Staatschefs der beiden Staaten haben der Welt gezeigt, wie dieser Respekt aussehen kann und sollte."

Auch der ungarische Außenminister Péter Szijjártó lobte den Gipfel und betonte die Bedeutung des Dialogs auf hohem Niveau:

"Solange es einen Dialog auf hohem Niveau zwischen den USA und Russland gibt, wird die Welt sicherer, und beide Präsidenten verdienen für diesen Gipfel Respekt. Frieden kann nur durch Verhandlungen, Dialog und offene diplomatische Kanäle erreicht werden. Wir Ungarn vertreten diese Position seit dreieinhalb Jahren und stehen dabei gegen Brüssel und promilitärische europäische Politiker."

Sein Regierungsvertreter Zoltán Kovács schrieb auf X, Putin und Trump hätten "einen längst überfälligen Durchbruch erzielt", und rief dazu auf, "zu beten, dass dies der Beginn eines Weges zum Frieden wird".

Russlands Isolation widerlegt

Gennadi Sjuganow, der Vorsitzende der Kommunistischen Partei der Russischen Föderation (KPRF), sieht in dieser Begegnung ein starkes Signal gegen die These von Russlands Isolation. Er betonte, dass dieses politische Ereignis die Aufmerksamkeit der gesamten Welt auf sich gezogen habe:


Europa will nach wie vor keinen Frieden, sondern die Niederlage Russlands




Meinung

Europa will nach wie vor keinen Frieden, sondern die Niederlage Russlands






"Es ist von höchster Bedeutung, denn die Lage auf der Welt ist so angespannt, dass im Grunde ein Krieg im Gange ist – nur bisher ohne Atomwaffen. Die NATO hat der russischen Welt eine Herausforderung zur vollständigen Zerstörung gestellt – und sie verliert auf dem Schlachtfeld."

Sjuganow hob außerdem Entscheidungen in den Bereichen Arktisforschung, wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit und Raumfahrtkooperation hervor:

"Dieses Treffen war sehr wichtig, da hier grundsätzliche Entscheidungen getroffen werden konnten. Insgesamt wurden mehrere Schritte nach vorn gemacht. Vor allem führen die beiden mächtigsten Atommächte wieder einen vollen Dialog. Jeglicher Lärm über Isolation wurde durch dieses Treffen vollständig entkräftet. Dieses Ereignis hat große Hoffnungen geweckt."

Perspektiven für die Ukraine

Nach den Gesprächen erklärte Putin, dass die Ukraine eines der zentralen Themen gewesen sei. Zugleich betonte er, dass sich sein Verhältnis zu Trump zu einem guten, vertrauensvollen und geschäftlichen Kontakt entwickelt habe. Auf diesem Weg könne eine Beendigung des Konflikts erreicht werden.


Russland kann keine Waffenruhe gebrauchen: Ukraine ganz einnehmen oder Kiew zur Kapitulation zwingen




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Trump fügte hinzu, dass es in einigen Punkten der Ukraine-Vereinbarungen noch keine Einigung gebe, die Chancen auf eine Verständigung aber "gut" stünden. Auf seiner Plattform Truth Social erklärte er, der beste Weg, den schrecklichen Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu beenden, sei es, auf ein Friedensabkommen hinzuarbeiten, das den Krieg tatsächlich beendet – und nicht nur ein oft nicht eingehaltenes Waffenstillstandsabkommen.

Der Gipfel in Alaska zeigt: Direkte Gespräche zwischen Washington und Moskau auf höchster Ebene können einen wichtigen Beitrag zur globalen Sicherheit leisten. Die weltpolitische Aufmerksamkeit für dieses Ereignis unterstreicht die Tragweite der Begegnung für Frieden, Stabilität und strategische Zusammenarbeit.


Mehr zum ThemaLiveticker Alaska-Gipfel: Trump zieht Friedensabkommen einem Waffenstillstand vor


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Video https://rumble.com/v6xn5w0-alaska-gipfel-beendet-rt-de-korrespondent-berichtet.html

 Dauer 2:20 Min.


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://freedert.online/international/253500-gipfel-in-alaska-putin-und-trump-zeigen-neue-wege-der-diplomatie/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

17.08.2025

Über Kriege

aus e-mail von Gerd Reincke, 17. August 2025, 11:57 Uhr


Hallo,

eine Abhandlung aus der Berliner Zeitung vom Mai.    Gerd


80 JAHRE KRIEGSENDE

Der 8. Mai im Lichte der Erinnerung: Unser Land muss friedensfähig sein!

Am heutigen Donnerstag, dem „Tag der Befreiung“, wird in Deutschland dem Ende des Hitlerfaschismus gedacht. Warum dieser Gedenktag auch in Zukunft wichtig bleibt, lesen Sie hier.

Peter Brandt

Reiner Braun

Michael Müller

07.05.2025

09.05.2025, 22:30 Uhr



112



Hissen der amerikanischen Flagge auf Iwojima.


Hissen der amerikanischen Flagge auf Iwojima.

Photo12/imago

Man muss den rollenden Schneeball zertreten.

Die Lawine hält keiner mehr auf!

Erich Kästner

Der 8. Mai ist in ganz Europa der „Tag der Befreiung“, wie Richard von Weizsäcker das Ende des Zweitem Weltkriegs und des Hitlerfaschismus genannt hat. Der 8. Mai steht für den Sieg der alliierten Kräfte über die Verbrechen und die Barbarei des Nationalsozialismus. Und der 8. Mai muss ein Tag der Erinnerung bleiben, um zu verstehen, was nie wieder passieren darf: Eine Ideologie des Großmachtstrebens und der Vernichtung allen Lebens, das nicht dem „Volkskörper“ entspricht.


Am Tag, als in Europa die Waffen schwiegen, waren vom 1. September 1939 bis zum 8. Mai 1945 nicht einmal sechs Jahre vergangen, in denen mehr als 70 Millionen Menschen getötet worden waren. Die Zahl der toten Zivilisten überstieg die der gefallenen Soldaten. Die Sowjetunion erlitt den unfasslichen Verlust von mehr als 27 Millionen Toten. Deshalb muss der Schwur der befreiten KZ-Häftlinge von Buchenwald auch heute gelten, wo die militärischen Technologien eine noch größere Vernichtungskraft möglich machen: „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“.

Die „Entfernung der Juden überhaupt aus der deutschen Volksgemeinschaft“ war Hitlers Ziel seit seiner Machtübernahme am 30. Januar 1933. Mehr als 6 Millionen europäischer Juden, darunter eine Million Kinder, wurden vom NS-Regime und seinen Verbündeten und Kollaborateuren systematisch durch Kugeln oder Gas ermordet. Der Dichter Paul Celan schrieb in der „Todesfuge“: „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland.“ Durch die SS-Einsatztruppen gab es in den Städten der Sowjetunion keine Juden mehr. In seinem extremen Antisemitismus sah Hitler im Sowjetregime die „Repräsentanten eines jüdischen Bolschewismus“.


Der 8. Mai muss ein Tag der Erinnerung bleiben, ein Tag der Besinnung zum Frieden und der Verpflichtung zur Humanität. Am 7. Mai 1945 hatte Generaloberst Jodl gegenüber General Eisenhower im französischen Reims die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht unterzeichnet. Auf Drängen der Sowjets wurde der Vorgang am 8. Mai 1945 in Berlin-Karlshorst durch Generalfeldmarschall Keitel für den 9. Mai um 0 Uhr wiederholt. Im Pazifik endete der Zweite Weltkrieg erst nach dem Abwurf der beiden amerikanischen Atombomben auf Hiroshima am 6. und Nagasaki am 9. August mit der Kapitulation Japans am 2. September 1945.

Heute herrscht in Europa wieder Krieg, der russische Krieg gegen die Ukraine. Schon deshalb ist es geboten, sich an die Verbrechen des Zweiten Weltkriegs, der in sich keine Grenzen kannte, zu erinnern, und sich der überragenden Bedeutung des Friedens bewusst zu werden. Das Wichtigste heißt, das Leben der Menschen zu schützen und Wege zum Frieden zu finden. Darum muss es heute gehen, auch eingedenk der eigenen deutschen Geschichte.

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Andrang zum städtischen Obdachlosenasyl in Berlin aufgrund der großen Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit in Deutschland. (Aufnahmedatum: 01.01.1929-31.12.1929)

Andrang zum städtischen Obdachlosenasyl in Berlin aufgrund der großen Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit in Deutschland. (Aufnahmedatum: 01.01.1929-31.12.1929)

SZ Photo/picture alliance

Blicken wir zurück: Kein Krieg kommt aus heiterem Himmel. Zu Beginn der 1930er-Jahre war nach der großen Wirtschaftskrise, die mit dem „Schwarzen Freitag“ an der New Yorker Börse am 25. Oktober 1929 begann, die globale Ökonomie zerrüttet. Mehr als 30 Millionen Menschen wurden arbeitslos, in Deutschland waren es sechs Millionen. Politische Instabilitäten nahmen zu, es kam zur Schwächung der Demokratien und zum Erstarken autoritärer Bewegungen. In Deutschland wurde die Weimarer Republik von nationalistischen Kräften unter Druck gesetzt. Am 30. Januar 1933 kam es zur Machtergreifung Hitlers.

Am 3. Oktober 1935 begann das faschistische Königsreich Italien in Ostafrika den mit äußerster Brutalität durchgeführten letzten großen kolonialen Eroberungsfeldzug gegen das unabhängige Abessinien (Äthiopien). Nach einem Feuergefecht an der Marco-Polo-Brücke kam es in Asien zu einem Zugriff Japans auf die zu China gehörende rohstoffreiche Mandschurei. Am 7. Juli 1937 begann der zweite japanisch-chinesische Krieg, der nach 1941 zu einem Teil des Zweiten Weltkriegs im Pazifik wurde. Getarnt als „Freiwilligenverband“ unterstützten 25.000 Soldaten der Legion Condor die nationalistischen Putschisten unter General Franco im spanischen Bürgerkrieg (1936 bis 1939), berüchtigt wurde ihr brutaler Luftangriff auf die Zivilbevölkerung von Guernica am 26. April 1937.

Die Expansion Hitlerdeutschlands begann nach Südosten: mit dem Anschluss Österreichs, dann des Sudetenlands, schließlich der „Rest-Tschechei“. Damit war im Laufe des Jahrzehnts die internationale Ordnung über den Haufen geworfen. Der 1918 im Versailler Vertrag vom amerikanischen Präsident Woodrow Wilson initiierte Völkerbund, der auch auf Immanuel Kants Schrift „Zum ewigen Frieden“ von 1795 zurückgeht, erwies sich als zu schwach für die Wahrung des Friedens und die Schlichtung internationaler Konflikte. In den zwischen Deutschland und der Sowjetunion gelegenen ostmitteleuropäischen und südosteuropäischen Staaten hatten sich seit Mitte der 1920er-Jahre nach und nach etliche rechtsautoritäre Regimes etabliert.

Im Vorfeld des Großen Krieges hatten Großbritannien und in dessen Gefolge Frankreich mit dem „Münchener Abkommen“ vom 29. Oktober 1938 die deutschsprachigen Randgebiete der Tschechoslowakei, die dadurch militärisch wehrlos gemacht wurde, dem Deutschen Reich zugesprochen. Die durchaus kalkulierte und von realen Interessen geleitete Beschwichtigungspolitik der europäischen Siegermächte im Ersten Weltkrieg gegenüber dem NS-Deutschland gehört zur unmittelbaren Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs ebenso wie der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt vom 23. August 1939 (Hitler-Stalin-Pakt) mit dem geheimen Zusatzabkommen zur Aufteilung Polens und Abgrenzung der Interessensphären. Auf Druck Hitlers gab auch Litauen im März 1939 das Memelgebiet an das Deutsche Reich.

Nach monatelanger Verschärfung der zwischenstaatlichen Spannungen, ausgelöst auch durch Konflikte zwischen den ethnischen Polen und der deutschsprachigen Minderheit, startete Hitlerdeutschland am 1. September 1939 mit 57 Divisionen der Wehrmacht, und unterstützt von slowakischen Truppen, einen Großangriff auf das östliche Nachbarland, legitimiert mit einem selbstinszenierten und durchsichtigen Überfall auf den deutschen Sender Gleiwitz. In dem ersten „Blitzkrieg“ wurde binnen fünf Wochen die polnische Gegenwehr zerschlagen. Schon am 27. September kapitulierte Polen. 60.000 bis 100.000 polnische und 10.000 bis 14.000 deutsche Soldaten sowie 25.000 Zivilisten kamen zu Tode. Mindestens 400.000 Polen wurden gefangen genommen. Die Hälfte des besetzten Polens wurde direkt dem deutschen Reich angegliedert und sollte „germanisiert“ werden; der Rest wurde als „Generalgouvernement“ zu einer Art Kolonie mit einer rechtsfreien Ausbeutung; Ostpolen ging an die UdSSR. Vorgesehen war die Auslöschung der polnischen Nation durch die Vernichtung der führenden und gebildeten Schichten, vor allem Kleinadel, Gewerkschafter, Priester und Juden, und für die Volksmehrheit ein Heloten-Status, der keine Staatszugehörigkeit mehr zuließ.

Deutsche Soldaten an einem Grenzübergang nach Polen, 1. September 1939.

Deutsche Soldaten an einem Grenzübergang nach Polen, 1. September 1939.

United Archives International/imago

Entgegen Hitlers Erwartungen erklärten Großbritannien und Frankreich am 3. September 1939 Deutschland den Krieg, ohne aber kriegerische Aktionen zu unternehmen. Es folgten Monate des bangen Abwartens. Bevor das Deutsche Reich am 10. Mai seine Großoffensive an der Westfront startete und dabei durch die Niederlande, Belgien und Luxemburg, deren Neutralität ignorierend, vordrang, hatte es die neutralen skandinavischen Staaten Dänemark und Norwegen besetzt, wo erste Kämpfe mit gelandeten britischen Truppen stattfanden. Hitler wollte „nach kurze(n), entscheidende(n) Schläge(n) nach Westen“ sein Hauptziel angehen, den „Lebensraum im Osten erobern“.

Mit einer überraschenden Panzeroffensive durch die Ardennen konnte die Wehrmacht auch den Frankreich-Feldzug binnen weniger Wochen für sich entscheiden. Am 22. Juni unterzeichnete Armeegeneral Huntzinger die Kapitulation. Mehr als 90.000 Franzosen waren gefallen, weitaus mehr noch vermisst oder gefangen. Auf deutscher Seite starben bis zu 49.000 Soldaten. In Vichy konstituierte sich unter der Oberhoheit von Marschall Pétain ein autoritäres Kollaborationsregime, das längere Zeit eine beträchtliche Unterstützung in der Bevölkerung, insbesondere in der Oberklasse, besaß, während die „Freien Franzosen“, die unter General de Gaulle in London den alternativen Pol bildeten, zunächst weitgehend isoliert blieben.

Das britische Expeditionskorps war schon nach Beginn des Krieges in der Normandie faktisch eingeschlossen worden, konnte aber in einer spektakulären, von zahlreichen Zivilisten unterstützen Rettungsaktion zurück auf die Insel evakuiert werden. Die neue britische Regierung unter Churchill zeigte sich entschlossen im Kampf gegen Hitlerdeutschland, hoffend auf eine Rückendeckung seitens der sich zurückhaltend zeigenden USA, deren Eingreifen den Ersten Weltkrieg entschieden hatte. Zunächst musste Großbritannien jedoch die im Juli 1940 beginnende Luftschlacht über England und die Bombardierung Londons mit insgesamt 43.000 toten und 143.000 verletzten Zivilisten bestehen, mit denen London zur Aufgabe gezwungen werden sollte. Die im Mittelmeer strategisch wichtige britische Kolonie Malta wurde mit mehr als 3300 Luftangriffen zum meistbombardierten Ort des Krieges.

Mit seiner Kriegserklärung war das Mussolini-Italien am 10. Juni 1940 in das Geschehen gegen das faktisch schon besiegte Frankreich und gegen Großbritannien eingetreten. Das Expansionsinteresse Roms richtete sich allerdings auf den Mittelmeerraum. Dort konnte Griechenland zuerst mithilfe der Briten einen italienischen Durchmarsch zum Suezkanal nach Ägypten und in die britischen und französischen Kolonien Nordafrikas abwehren. Weil sich die Truppen jedoch als zu schwach erwiesen, schickte Hitler im April 1941 Verbände der Wehrmacht in den Feldzug gegen Jugoslawien sowie nach Griechenland und Nordafrika.

Operation Barbarossa: So hieß die Invasion der Deutschen in die Sowjetunion während des Zweiten Weltkriegs.

Operation Barbarossa: So hieß die Invasion der Deutschen in die Sowjetunion während des Zweiten Weltkriegs.

United Archives International/imago

Am 22. Juni 1941 startete Nazideutschland auf breiter Front mit insgesamt mehr als drei Millionen Soldaten den Angriff auf die Sowjetunion. Das „Unternehmen Barbarossa“ war die größte und brutalste militärische Auseinandersetzung der Menschheitsgeschichte. Hitler hoffte, die westliche Sowjetunion, deren Bevölkerung am stärksten unter dem Krieg leiden musste, in einem kurzen Feldzug besiegen zu können. Anschließende Kleinkriege am Ural waren einkalkuliert.

Nicht allein, aber vor allem im Verständnis der NS-Führung handelte es sich um eine existentiell und rassenideologisch begründete Expansion, bei der weder humanitäre Erwägungen noch gültiges Kriegs- und Völkerrecht zu berücksichtigen wären. Mit der Unterwerfung der europäischen Sowjetunion wollte sich Hitler, auch durch die Aneignung der Rohstoffreserven und der agrarischen Überschussgebiete, ein langfristig nicht zu erschütterndes Kontinentalimperium mit der Hauptstadt Germania verschaffen, das Platz für neue deutsche Ostsiedlungen bieten würde. Die Nationalsozialisten wollten „Lebensraum im Osten“ schaffen, wo die ethnischen Gruppen „minderwertig“ seien. Der „jüdische Bolschewismus“, der in der Nazi-Ideologie die Weltherrschaft anstrebe, sollte vernichtet werden, der Hungertod eines Großteils der Ostslawen war eingeplant. Dem überlebenden Rest war eine primitive Knechtschaft zugedacht. Vordergründig ging es bei der Expansion nach Osten auch darum, Großbritannien die Hoffnung auf eine deutsch-russische Auseinandersetzung mit der Folge eines Übergangs der UdSSR ins Anti-Hitler-Lager zu nehmen.

In den ersten Monaten verlief der Ostfeldzug günstig für die Deutsche Wehrmacht. Die weit im Westen stationierten sowjetischen Verbände sollten in großen Kesselschlachten ausgeschaltet werden, doch im Herbst geriet der Vormarsch ins Stocken. Nachdem die bereits erwartete Einnahme Moskaus durch die Wehrmacht gescheitert war, trat die Rote Armee zur Gegenoffensive an. Sie konnte die deutschen Kräfte zurückdrängen. Nur unter größten Anstrengungen hielt die deutsche Front. Im Sommer und Herbst 1942 sollten die deutschen Truppen bis zur Wolga vorrücken, zum einen, um an dem operativen Ziel des symbolträchtigen Industriestandorts Stalingrad, der 1925 nach dem Sowjetführer umbenannt worden war, die wichtige Wasserstraße vor allem für Rüstungsgüter aus den USA nach Zentralrussland zu blockieren und zum anderen auch den Kaukasus mit seinen wichtigen Ölfeldern um Maikop, Grosny und Baku und seine großen Rohstoffreserven einzunehmen.

Der Kampf um Stalingrad vom 23. August 1942 bis zum 2. Februar 1943 wurde zur brutalsten Schlacht im Zweiten Weltkrieg. Ein „Rattenkampf“, in dem 250.000 deutsche Soldaten bei Temperaturen von bis zu minus 30 Grad eingekesselt wurden. Dennoch wies Hitler an, bis zur letzten Patrone zu kämpfen. In Stalingrad starben schätzungsweise 200.000 deutsche Soldaten oder wurden sehr schwer verletzt. Die Rote Armee verzeichnete fast fünfmal so hohe Verluste und konnte sich dennoch behaupten. Von den 91.000 Gefangenen starb der allergrößte Teil bei Gewaltmärschen oder im Gefängnis. Nur 6000 deutsche und rumänische Soldaten kehrten in ihre Heimat zurück.

Im Winter 1943/44 drängten die Rotarmisten die Wehrmacht aus großen Teilen der Ukraine zurück. Die Region um Kursk wurde zur letzten großen Panzerschlacht an der Ostfront. Etwa 6000 Panzer trafen aufeinander, fast 4000 Flugzeuge waren beteiligt. Am 5. Juli 1943 griff die Wehrmacht mit 900.000 Soldaten die russische Streitmacht an, die etwa 1,3 Millionen Soldaten und 500.000 Mann Reserve aufgeboten hatte. Durch den Einsatz der Rotarmisten, die Minen vor herannahende Panzer warfen, konnte der Vormarsch der Wehrmacht bis zum 16. Juli gestoppt werden. Die Rote Armee konnte nach Westen vorstoßen. Der Preis dafür war hoch. Insgesamt verloren über eine Million Soldaten ihr Leben.

Die Schlacht von Stalingrad: Am 2. Februar 1943 kapitulieren in Stalingrad die Reste der 6. Armee der Wehrmacht.

Die Schlacht von Stalingrad: Am 2. Februar 1943 kapitulieren in Stalingrad die Reste der 6. Armee der Wehrmacht.

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Beim Kriegseintritt der USA im Dezember 1941 und dem gleichzeitig sich anbahnenden Scheitern des „Unternehmens Barbarossa“ als Blitzkrieg war ein großer Sieg Deutschlands schon unwahrscheinlich geworden. Mit dem Jahreswechsel 1942/43, dem Sieg über die 6. Armee in Stalingrad, dem Scheitern des Afrikakorps vor El-Alamain und der sich durch neue Langstreckenbomber und die Entschlüsselung der Enigma-Codes abzeichnenden Niederlage der deutschen U-Boote in der Atlantik-Schlacht wurde er nahezu unmöglich.

Das Blatt hatte sich gewendet. Nach der Kapitulation der Wehrmacht in Nordafrika am 13. Mai 1943 landeten die Westalliierten am 9. Juli auf Sizilien. Der Große Faschistische Rat setzte Mussolini ab, der König trat aus dem Schatten hervor und ließ den „Duce“ verhaften. Allerdings konnte die deutsche Wehrmacht trotz des Seitenwechsels der neuen italienischen Regierung die Front stabilisieren. Nach der spektakulären Befreiung Mussolinis gelang es, eine Satellitenrepublik zu installieren. Erst am 4. Juni 1944 wurde Rom von den Westalliierten befreit.

Im Mai 1943 hatten Roosevelt und Churchill für zwölf Monate später eine Landung in Frankreich verabredet, Codename Operation Overlord. Stalin hatte zur Entlastung der Roten Armee die Errichtung einer Front im Westen wiederholt angemahnt. Am 6. Juni 1944 begann an fünf Stränden der Normandie ab 6.30 Uhr die Landung von 156.000 Soldaten aus den USA, Großbritannien und Kanada. In den nächsten zehn Monaten kamen 2,5 Millionen Soldaten und 500.000 Militärfahrzeuge nach Frankreich. Nach heftigen Kämpfen in der Normandie wurden die deutschen Truppen bis Ende 1944 aus dem Land vertrieben. Eine letzte deutsche Offensive, die Ardennen-Offensive, scheiterte nach anfänglichen Erfolgen, insbesondere aufgrund der Luftüberlegenheit der Alliierten. Am 8. März 1945 überquerten die Amerikaner den Rhein bei Remagen.

Zwei Wochen nach dem D-Day in der Normandie begann im Osten der Frontalangriff der Rotarmisten mit 2,4 Millionen Soldaten über Weißrussland nach Westen. Er führte faktisch zur Vernichtung der Heeresgruppe Mitte. Die Wehrmacht verlor 300.000 Mann und wurde Mitte Juli auch in der Ukraine überrannt. Im Februar 1945 stand die Rote Armee 64 Kilometer vor Berlin, der Endkampf hatte begonnen. Zuvor wurde am 27. Januar 1945 das Arbeits- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit. Dort waren nur noch 7000 zurückgelassene Gefangene, darunter 180 Kinder, die für medizinische Experimente missbraucht worden waren. In den sechs Gaskammern des Konzentrationslagers waren 1,3 Millionen Menschen, davon rund eine Million europäischer Juden, ermordet worden.

Das erste von der SS geführte KZ war in Dachau. Nach der Annexion Polens wurde das Jahrhundertverbrechen der Judenvernichtung, die Shoah, dort systematisch in fünf Vernichtungslagern (Auschwitz-Birkenau, Belzec, Majdanek, Sobibor und Treblinka) durchgeführt. Die Grundlagen für die Deportation zur fabrikmäßigen Vernichtung der Juden aus ganz Europa, auch von Sinti, Roma und Homosexuellen, wurden auf der geheimen Wannsee-Konferenz am 20. Januar 1942 von 15 Vertretern der Reichsregierung und SS-Führung geschaffen. Die Entscheidung für den Holocaust war schon zuvor mit den Massenmorden in den besetzten Ostgebieten gefallen. Dabei ist zweitrangig, ob dem ein im Voraus gefasster Plan zugrunde lag oder ob sich die sogenannte Endlösung aus der kumulativen Radikalisierung des NS-Regimes ergab.

Februar 1945: Kinder im Konzentrationslager Auschwitz.

Februar 1945: Kinder im Konzentrationslager Auschwitz.

Reinhard Schultz/imago

Mit den Bombenangriffen der Westalliierten, hauptsächlich auf dichtbesiedelte Wohngebiete, wurde das deutsche Territorium seit 1942 und verstärkt seit 1943 in das Kriegsgeschehen einbezogen. Noch in den ersten vier Monaten 1945 – Deutschland war faktisch längst niedergerungen – überzogen amerikanische und britische Bomber deutsche Städte mit 1,5 Millionen Tonnen Sprengstoff und töteten dabei mehr als 600.000 Menschen. Am schlimmsten betroffen war Dresden, das nach schweren Bombardierungen im Februar 1945 wochenlang brannte und mehr als 25.000 zivile Opfer zu beklagen hatte. Berlin wurde 310-mal bombardiert. Dabei wurden zwischen 30.000 bis 49.000 Zivilisten getötet, 500.000 Wohnungen zerstört und weitere 100.000 schwer beschädigt.

Am 16. April bis zum 2. Mai 1945 kam es unter Beteiligung polnischer Verbände – Deutschland war faktisch längst geschlagen – mit 2,5 Millionen Rotarmisten zum Angriff auf Berlin. Der Anfang war Mitte April der Kampf an der Oder um die Seelower Höhen gegen das „letzte Aufgebot“, den „Volkssturm“ und Reste deutscher Heeresgruppen. Die Kämpfe in und um Berlin forderten geschätzt mehr als 150.000 gefallene und rund 500.000 verletzte Soldaten sowie mehrere Zehntausend getötete Zivilisten.

Im Pazifik ging der Krieg nach der Kapitulation Deutschlands noch weiter, bis es nach der schrecklichen Zuspitzung durch die Atombombenabwüfe am 2. September 1945 zur Kapitulation der kaiserlich-japanischen Armee durch General Yoshigiro auf dem US-Schlachtschiff Missouri kam. Zuletzt war auch die UdSSR in den Krieg gegen Japan eingetreten.

Zur wirtschaftlichen Autonomie Japans sollte die Invasion von Niederländisch Indien, Malaya und den Philippinen eine „Großostasiatische Wohlstandssphäre“ schaffen. Zum Zweiten Weltkrieg wurde der Pazifikkrieg am 7. Dezember 1941 mit dem überraschenden Angriff Japanischer Flugzeuge auf die US-Pazifikflotte in Pearl Habor. Damit sollte für die nächsten Jahre die Vormacht Japans im pazifischen Raum gesichert werden. Hier kollidierten die imperialen Interessen zweier aufstrebender Großmächte. Erst Pearl Habor und die folgende Kriegserklärung Deutschlands und Italiens ermöglichten es dem amerikanischen Präsident Roosevelt, der Großbritannien und die Sowjetunion schon zuvor mit Waffenlieferungen unterstützt hatte, auch offiziell in den Krieg einzutreten und dabei die zeitliche Priorität auf Europa zu legen.

Der Krieg weitete sich auf den ganzen pazifischen Raum aus und führte zwischen Japan und den alliierten Kräften zu verlustreichen Schlachten um Midway, die Salomonen, Neuguinea sowie Leyte, Mindoro und Luzon (Philippinien) und schließlich Burma. Anfang 1945 hatten amerikanische Streitkräfte und ihre Alliierten, insbesondere die Briten, die Oberhand gewonnen. Die USA mussten noch zwei Inseln südlich von Japan einnehmen, bevor es zum Angriff auf das Kaiserreich selbst kommen sollte. Die Kämpfe um Iwojima und Okinawa leiteten die Schlussphase des Pazifikkriegs ein. Um die Inseln entbrannten grausame Schlachten. In einer Erklärung der japanischen Heeresleitung hieß es: „Auf diesen Inseln steht eine große Tragödie bevor. Wir werden die Inseln bis zum Ende verteidigen. Dies wird ein Kampf bis zum Tod.“ Und so geschah es: Von 20.000 schwer bewaffneten japanischen Soldaten auf Iwojima blieben nur 216 am Leben. Noch weitaus blutiger verlief die Eroberung der Hauptinsel Okinawa.

Hissen der amerikanischen Flagge auf Iwojima.

Hissen der amerikanischen Flagge auf Iwojima.

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In der Schlussphase des Krieges regnete der Tod vom Himmel. Am 9. und 10. März warfen mehr als 300 amerikanische B-29 Superfortress Brandbomben über Tokio ab. Sie setzten rund 250.000 Häuser in Brand, töteten fast 100.000 Menschen und machten Millionen Einwohner obdachlos. Es war der verheerendste Bombenangriff aller Zeiten. Doch der Schrecken nahm noch kein Ende. Am 6. und 9. August 1945 kam es erstmals zum Einsatz von Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki. Die dem amerikanischen Präsidenten – nach dem Tod von Roosevelt inzwischen Harry Truman - im Franck-Report vorgelegten moralischen und ethischen Bedenken wurden beiseite gewischt. Der Bericht enthielt auch mögliche Alternativen wie den Abwurf über unbewohnten japanischen Gebieten oder zumindest eine frühzeitige Warnung der Bevölkerung.

Die Bomben detonierten über Hiroshima und Nagasaki mit grellem Blitz, Hitze und Strahlung, gefolgt von einer Druckwelle, die in einem Umkreis von 1,6 Kilometern nahezu jedes Gebäude zerstörte und einen Feuersturm in den Städten entfachte. Die Atombombenabwürfe führten in den beiden Hafenstädten zu mehr als 120.000 Soforttoten und in den folgenden Monaten rund 226.000 Strahlungstoten. Eisenhower äußerte seine Zweifel an dem Vorgehen: „Die Japaner waren bereit zu kapitulieren, und es war nicht notwendig, sie mit diesem entsetzlichen Ding zu schlagen.“ Doch das Atomzeitalter hatte begonnen und der die nächsten Jahrzehnte prägende Ost-West-Konflikt deutete sich an. Der Abwurf war auch als eine Drohung gegen die Sowjetunion zu verstehen, die aber bereits vier Jahre später in Semipalatinsk ihren ersten Atomwaffentest durchführte. Heute verfügen neun Staaten über insgesamt rund 13.600 Atomsprengköpfe, von denen die USA und Russland mehr als 90 Prozent besitzen.

Die Bilanz ist grausam. Das 20. Jahrhundert war blutiger und grausamer als alle seine Vorläufer. Nimmt man die Kriegstoten in der Zivilbevölkerung durch Hungersnöte und Genozid zu den gefallenen Soldaten hinzu, sind mehr als 150 Millionen Menschen im Verlauf der beiden Weltkriege ums Leben gekommen.

Die UdSSR verlor allein im Zweiten Weltkrieg rund 27 Millionen Menschen, mehr als 11 Millionen Soldaten und bis zu 17,5 Millionen Zivilisten, davon mindestens 1,2 Millionen Tote bei der Belagerung von Leningrad zwischen 1941 und 1944. In der westlichen Sowjetunion wurden 1710 Städte, mehr als 70.000 Dörfer und sechs Millionen Häuser schwer oder völlig zerstört, 25 Millionen Menschen wurden am Beginn des strengen Winters 1941/42 obdachlos. Bis 1945 waren weit mehr als zehn Millionen Soldaten in die Kämpfe an der „Ostfront“ verwickelt. Und von den rund sechs Millionen sowjetischen Soldaten, die in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten waren, starb die Hälfte an Hunger und Krankheiten.

Die USA verloren rund 400.000 Soldaten. Auch von den Briten fielen rund 400.000, dieselbe Zahl wie für die Kämpfer aus den Commonwealth-Ländern, darunter 87.000 Inder, 45.000 Kanadier und 40.000 Australier. Die deutsche Wehrmacht verlor an der Westfront eine halbe Million Soldaten, an der Ostfront mehr als 2,3 Millionen. China erlitt in Asien mit vier Millionen toten Soldaten die höchsten Verluste, vor Japan mit mehr als zwei Millionen Gefallenen.

Ein Bild aus der damals polnischen Stadt Lwow von 1941 nach einem Angriff der Nazis.

Ein Bild aus der damals polnischen Stadt Lwow von 1941 nach einem Angriff der Nazis.

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Allein im Zweiten Weltkrieg haben wahrscheinlich 40 Millionen Zivilisten ihr Leben verloren. In China starben unter japanischer Besatzung mehr als 16 Millionen. Polen verlor (einschließlich der ermordeten Juden) prozentual am meisten, mit 5,6 Millionen Menschen mehr als ein Fünftel der Bevölkerung. In Jugoslawien wurden 1,2 Millionen Zivilisten und Partisanen getötet. In Griechenland verhungerten während der deutschen Besatzung 300.000 Menschen. In Deutschland starben 2,8 Millionen Zivilisten.

In den großen Städten wurde der Wiederaufbau zu einer Mammutaufgabe. In Polen waren 30 Prozent der Gebäude zerstört. In Deutschland hatten die 49 größten Städte wenigstens 40 Prozent der Wohngebäude durch Bomben verloren. Der Zweite Weltkrieg war nicht nur der blutigste, er war auch der weitaus teuerste in der Geschichte. Und er hatte gewaltige weltpolitische Folgen. Großbritannien, der Hegemon des 19. Jahrhunderts, verlor die Macht über das Empire. Die Dekolonialisierung des globalen Südens begann im großen Maßstab. So sah zum Beispiel Algerien den 8. Mai 1945 auch als Tag der Befreiung von der französischen Herrschaft. In Reaktion auf die Demonstrationen haben die französischen Kolonialtruppen ein fürchterliches Massaker angerichtet.

Als Weltmächte blieben die Sowjetunion und die Supermacht USA, deren Rivalität die kommenden Jahrzehnte bestimmen sollte. Dabei entwickelte sich schnell ein Systemkonflikt, in dem der eine Block in Anspruch nahm, für die Freiheit, der andere für den sozialen Fortschritt zuständig zu sein. Mehrfach stand im Kalten Krieg die Menschheit am Rande des atomaren Abgrunds. Die gefährlichste Konfrontation, die Kuba-Krise im Oktober 1962, gab Anlass, nach und nach eine Politik der Entspannung einzuleiten, die, unterbrochen auch von Rückschlägen, Ende der 1980er-Jahre die Auflösung der Blockkonfrontation maßgeblich ermöglichte.

Ein Aufklärungsflugzeug der US-Marine fliegt vor der Küste Costa Ricas über das US-Kriegsschiff USS-Barry (vorne) und den sowjetische Frachter Anosow.

Ein Aufklärungsflugzeug der US-Marine fliegt vor der Küste Costa Ricas über das US-Kriegsschiff USS-Barry (vorne) und den sowjetische Frachter Anosow.

UPI/dpa

Selbst ein konventioneller Krieg – der Einsatz „taktischer“ Atomwaffen war in den militärischen Überlegungen im Kriegsfall dennoch frühzeitig vorgesehen – hätte von dem an der Konfrontationslinie geteilten Deutschland wenig übriggelassen. Die exponierte Lage Deutschlands führte Anfang der 1980er-Jahre zu einem breiten Widerstand der Bevölkerung gegen die Stationierung amerikanischer Mittelstreckenraketen. Heute dagegen erhebt sich bislang noch zu wenig Protest gegen die für 2026 von der NATO geplante Stationierung von drei amerikanischen Mittelstreckensystemen in Deutschland, unter anderem die Hyperschallrakete Dark Eagle, eine Erstschlagwaffe, die atomar bestückt werden kann.

Die Festlegungen der Kriegs- und Nachkriegskonferenzen in Jalta (Februar 1945) und Potsdam (Juli/August 1945) beinhalteten de facto die Teilung der Welt, genauer der nördlichen Hemisphäre, und einen Frieden auf Kosten des besiegten und geteilten Deutschlands. Doch enthielten sie auch die neue Weltordnung mit der Schaffung der Vereinten Nationen und Ansätzen einer zukunftsweisenden Gestaltung der internationalen Beziehungen.

Die Befreiung Europas war nur möglich geworden durch den opferreichen Kampf der Völker der Sowjetunion, die den Krieg mit viel Blut bezahlten; durch die Standhaftigkeit des britischen Volks, die auf ihrem Territorium durch mehr Zeit zur Kriegswende beigetragen haben, und durch das historische Bündnis der liberal-kapitalistischen USA mit der kommunistischen UdSSR, das der Welt vor allem Geld für Waffen gebracht hat. Mit hohen Opfern vor allem der Sowjetunion konnte der Hitlerfaschismus besiegt werden. Auch in Deutschland erkannte 1945 nicht nur die antifaschistische Minderheit, sondern auch die desorientierte Mehrheit, dass ein Bruch mit dem historischen Irrweg, der die Welt in die Katastrophe geführt hatte, erforderlich war.

Der Schwur von Buchenwald bleibt Hoffnung und Verpflichtung auf eine friedliche Zukunft. Aber 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges hat sich die Menschheit nicht vom Dämon Krieg befreit. Vor allem in der südlichen Hemisphäre fanden seit 1945 eine Vielzahl von Bürgerkriegen, zwischenstaatlichen und Befreiungskriegen statt, die nicht selten Stellvertreterkriege waren. Viele dieser gewaltsamen Konflikte hatten und haben wir nicht vor Augen. Doch auch in den letzten 25 Jahren starben Millionen Menschen im Krieg. Allein im zweiten Kongokrieg bis 2003 waren es 3,6 Millionen, im Afghanistankrieg bis zu zwei Millionen, im somalischen Bürgerkrieg, im Irakkrieg und im syrischen Bürgerkrieg jeweils mindestens eine halbe Million Tote. Die Zahl der Kriegstoten wird pro Jahr auf durchschnittlich 180.000 geschätzt, und es sind eine Million Menschen, die der Krieg pro Jahr arm gemacht hat. Weltweit steigt die Armutsquote, absolut und relativ. Derzeit werden 21 Kriege und 171 militärische Auseinandersetzungen gezählt.

Rahmat Bay: Nachdem bei Rahmat Bay festgefahre Dingo-Panzerwagen geborgen werden müssen, sichern Soldaten mitten in einem heftigen Sandsturm die Umgebung.

Rahmat Bay: Nachdem bei Rahmat Bay festgefahre Dingo-Panzerwagen geborgen werden müssen, sichern Soldaten mitten in einem heftigen Sandsturm die Umgebung.

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Robert Kagan, konservativer Vordenker in den USA, beschreibt das 21. Jahrhundert als Rückkehr traditioneller Machtpolitik und imperialer Konkurrenz, als Kampf zwischen westlichen Demokratien und dem strategischen Dreieck der autoritären Regime Chinas, Russlands und des Irans, von dem die Islamische Revolution vorbreitet wurde. Was aber, wenn die Menschen merken, dass von der „europäischen Welt“ keine wichtigen Zukunftsimpulse mehr ausgehen, die ihnen Hoffnung geben?

In Europa war ungeachtet des völkerrechtswidrigen Krieges der Nato gegen Serbien 1999 in den letzten Jahrzehnten „Krieg“ ein fast verdrängtes Thema. Doch mit dem russischen Überfall auf die Ukraine am 23. Februar 2022 ist alles wieder anders. Krieg ist, auch durch die Bedrohungsszenarien aus Politik und Medien, mit aller Härte nach Europa zurückgekehrt. In vielen Ländern, auch in Deutschland, ist es zu einer Remedur des Bellizismus gekommen. Tatsächlich leben wir in dem gefährlichsten Jahrzehnt seit Ende des Zweiten Weltkriegs, und müssen alles tun, dass es nicht dramatisch endet.

Dazu ist ein Waffenstillstand in der Ukraine unabdingbar, der die Tür zu einem Friedensprozess in dem verblutenden Land öffnen muss, auch wenn die Bedingungen für einen allseits akzeptablen Friedensschluss inzwischen schlechter geworden sind als in den ersten beiden Kriegsjahren. Letztlich geht es um eine neue europäische Sicherheitsarchitektur auf der Basis der Leitidee Gemeinsame Sicherheit. Es ist ein eklatantes Versagen der europäischen Diplomatie, in den drei Kriegsjahren, in denen nach Angaben internationaler Beobachter rund eine Million Tote und Schwerstverletzte zu beklagen waren, nicht einen einzigen Friedensplan vorgelegt zu haben. Die Ukraine ist das Opfer geopolitischer Machtkämpfe in einem Stellvertreterkrieg, der die Welt radikal verändert.

Das Gebot der Stunde im Zeitalter neuer atomarer Aufrüstung muss die Abschaffung der „Institution Krieg“ (Carl-Friedrich von Weizsäcker) sein. Das ist unser Auftrag. Kriege haben immer eine Vorgeschichte, die wir erkennen und verstehen müssen, um Frieden schaffen zu können. Die heutigen Giftspuren stammen aus der Ausbreitung von Nationalismus, Kulturchauvinismus, neuem Weltordnungskrieg und der Verschlechterung der wirtschaftlichen und sozialen Lage in vielen Ländern. In der Folge erleben wir eine Zeit westlicher Überheblichkeit. Es widerspricht den schmerzlichen Erfahrungen der europäischen Geschichte, dass der Deutsche Bundestag keinen Vertreter Russlands und Weißrusslands zur Gedenkfeier zum 80. Jahrestags des Kriegsendes eingeladen hat. Das Land der Kriegsverursacher macht sich zum verlogenen Zensor der Weltgeschichte.

Der Krieg in der Ukraine ist falsch. Er verschärft auch die imperialen Konflikte der USA mit der neuen Supermacht China. Der einflussreiche Atlantic Council aus Washington hat einen Plan mit unterstellten chinesischen Bedrohungen der USA vorgelegt. Darin wird ein gemeinsames Vorgehen mit den europäischen Partnern und gleichgesinnten asiatischen Staaten gefordert, um eine grundlegende „Änderung der chinesischen Politik herbeizuführen“. Sogar ein Krieg gegen China wird nicht ausgeschlossen. Es klingt fast wie ein Nato-Konzept.

Heute sind wir erneut in einer weltgeschichtlichen Umbruchsituation. Wir dürfen zutiefst autoritäre und inegalitäre Gesellschaftsverhältnisse nicht tolerieren; wir müssen den neuen Kreuzzugsideen und imperialen Expansionsphantasien widerstehen; wir müssen auch global Verständigung und Vertrauensbildung neu lernen; wir müssen auch mit Russland wieder zur Kooperation kommen; wir dürfen die neuartigen Formen kapitalistischer Marktsteuerung nicht kritiklos zulassen; wir müssen soziale und ökologische Reformen miteinander verbinden; wir müssen die Demokratie und den Gemeinschaftssinn solidarisch stärken. Wir brauchen mehr Meinungsfreiheit, auch damit unser Land nicht „kriegstüchtig“ wird, sondern friedensfähig bleibt. Der 8. Mai muss auch zum Tag der Besinnung werden.Ein

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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

17.08.2025

Jeffrey Sachs: Offener Brief an den israelischen Außenminister Sa'ar

seniora.org, 17. August 2025, 11.08.2025 Von Jeffrey D. Sachs - übernommen von commondreams.org

Die größte Bedrohung für Israels Überleben sind nicht die arabischen Nationen, die Palästinenser oder der Iran, sondern die Politik der extremistischen israelischen Regierung.


Screenshot_2025_08_17_at_17_02_13_Seniora.org_Jeffrey_Sachs_Offener_Brief_an_den_israelischen_Au_enminister_Sa_ar

Jeffrey D. Sachs (jeffsachs.org/)


Sehr geehrter Herr Minister,


ich schreibe Ihnen im Anschluss an Ihre Rede (https://www.gov.il/en/pages/fm-sa-ar-addresses-the-special-un-security-council-meeting-on-the-issue-of-the-hostages-5-aug-2025) vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am 5. August. Ich war bei der Sitzung anwesend, hatte jedoch keine Gelegenheit, im Anschluss mit Ihnen zu sprechen. Ich möchte Ihnen meine Gedanken zu Ihrer Rede mitteilen.

In Ihrer Rede haben Sie nicht erkannt, warum fast die ganze Welt, darunter viele Juden wie ich, über das Verhalten Ihrer Regierung entsetzt sind. Nach Ansicht des Großteils der Welt, der ich zustimme, ist Israel in Massenmord und Hungersnot verwickelt; das hätten Sie aus Ihrer Rede nicht erfahren. Sie haben nicht anerkannt, dass Israel bisher für den Tod von rund 18.500 palästinensischen Kindern verantwortlich ist, deren Namen kürzlich von der Washington Post aufgelistet wurden . Sie haben die Schuld für den gesamten Massenmord an Zivilisten durch israelische Streitkräfte der Hamas gegeben, obwohl die Welt täglich Videoclips sieht, in denen israelische Streitkräfte kaltblütig hungernde Zivilisten töten, wenn sie sich Lebensmittelausgabestellen nähern. Sie beklagten den Hungertod von 20 Geiseln, versäumten es aber, den Hungertod von 2 Millionen Palästinensern durch Israel zu erwähnen. Sie haben nicht erwähnt, dass Ihr eigener Premierminister über die Jahre aktiv an der Finanzierung der Hamas mitgewirkt hat, wieDie Times of Israel hat dies dokumentiert .

Ob Ihre Versäumnisse nun das Ergebnis von Begriffsstutzigkeit oder Ausflüchten sind, sie wären allein für Israel eine Tragödie, wenn Sie nicht versucht hätten, mich und Millionen anderer Juden in die Verbrechen Ihrer Regierung gegen die Menschlichkeit hineinzuziehen. Sie erklärten bei der UN-Sitzung, Israel sei „der souveräne Staat des jüdischen Volkes“. Das ist falsch. Israel ist der souveräne Staat seiner Bürger. Ich bin Jude und Bürger der Vereinigten Staaten. Israel ist nicht mein Staat und wird es nie sein.

Ihre Worte über Juden in Ihrer Rede verrieten die Kluft zwischen uns. Sie bezeichneten das Judentum als Nationalität. Dies ist zwar das zionistische Konstrukt, widerspricht aber 2000 Jahren jüdischen Glaubens und jüdischen Lebens. Es ist eine Idee, die ich und Millionen anderer Juden ablehnen. Für mich und zahllose andere außerhalb Israels ist das Judentum ein Leben voller Ethik, Kultur, Tradition, Recht und Glauben, das nichts mit Nationalität zu tun hat. 2000 Jahre lang lebten Juden in allen Teilen der Welt in unzähligen Nationen.

Die großen rabbinischen Gelehrten des Babylonischen Talmuds verboten ausdrücklich eine Massenrückkehr des jüdischen Volkes nach Jerusalem und forderten das jüdische Volk auf, in seiner eigenen Heimat zu leben ( Ketubot 111a ). Traurigerweise führten die Zionisten massive Kampagnen durch, darunter finanzielle Subventionen und Panikmache, um die jüdischen Gemeinden dazu zu bewegen, ihre Heimat, ihre Sprachen, ihre lokale Kultur und ihre Beziehungen zu ihren Mitbürgern aufzugeben und sie nach Israel zu ziehen. Ich bin um die Welt gereist und habe fast leere Synagogen und verlassene jüdische Gemeinden besucht, in denen nur noch wenige ältere Juden lebten. Diese wenigen verbliebenen Juden beharrten darauf, dass ihre Gemeinden einst in Frieden und Harmonie mit der nichtjüdischen Mehrheit lebten. Der Zionismus hat zahllose lebendige Gemeinschaften unserer Glaubensbrüder auf der ganzen Welt geschwächt oder ausgelöscht.

Die jüdischen Propheten lehrten immer wieder, dass ungerechte Staaten nicht lange überleben würden.

Es ist eine Ironie des Schicksals, dass, als die Zionisten die britische Regierung 1917 davon überzeugten, die Balfour-Deklaration herauszugeben, der einzige Jude im Kabinett, Sir Edwin Montagu, heftige Einwände erhob und erklärte, er sei ein britischer Staatsbürger, der zufällig Jude sei, und nicht Angehöriger einer jüdischen Nation: „Ich behaupte, dass es keine jüdische Nation gibt. Die Mitglieder meiner Familie beispielsweise, die seit Generationen in diesem Land leben, haben keinerlei gemeinsame Ansichten oder Wünsche mit irgendeiner jüdischen Familie in irgendeinem anderen Land, abgesehen von der Tatsache, dass sie sich mehr oder weniger zur gleichen Religion bekennen.“

In diesem Zusammenhang sollte man sich auch daran erinnern, dass in der Balfour-Deklaration klar und eindeutig steht: „Nichts soll getan werden, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nichtjüdischen Gemeinschaften in Palästina beeinträchtigen könnte.“ Der Zionismus hat diesen Test nicht bestanden.

Ihre Regierung bekennt sich zur dauerhaften Besetzung ganz Palästinas und steht einem souveränen Staat Palästina gewaltsam und unerbittlich ablehnend gegenüber. Das Gründungsprogramm des Likud von 1977 verbirgt diesbezüglich nichts und erklärt offen : „Zwischen dem Meer und dem Jordan wird es nur israelische Souveränität geben.“ Um dies zu erreichen, dämonisiert Israel das palästinensische Volk und unterdrückt es physisch durch Massenhunger, Mord, ethnische Säuberungen, Verwaltungshaft, Folter, Landnahme und andere Formen brutaler Unterdrückung. Sie selbst haben schändlicherweise erklärt, „alle palästinensischen Fraktionen“ unterstützten den Terrorismus.

Ihr Amtskollege bei der Sitzung des UN-Sicherheitsrats, der palästinensische Botschafter Riyad Mansour, erklärte genau das Gegenteil. Er stellte klar: „Die Lösung besteht in der Beendigung dieser illegalen Besatzung und dieses verheerenden Konflikts. Sie besteht in der Verwirklichung der Unabhängigkeit und Souveränität des palästinensischen Staates und nicht in seiner Zerstörung. Sie besteht in der Erfüllung unserer Rechte und nicht in ihrer fortgesetzten Verweigerung. Sie besteht in der Achtung des Völkerrechts und nicht in seiner Missachtung. Sie besteht in der Umsetzung der Zweistaatenlösung und nicht in der Realisierung einer Einstaatenlösung, bei der die Palästinenser zu Völkermord, ethnischer Säuberung oder Apartheid verurteilt sind.“

Israel steht mit seinem Bestreben, die Zweistaatenlösung zu blockieren, gegen fast die gesamte Welt. Bereits jetzt erkennen 147 Länder den Staat Palästina an, und viele weitere werden dies bald tun. 170 UN-Mitgliedsstaaten haben sich kürzlich für das Recht des palästinensischen Volkes auf politische Selbstbestimmung ausgesprochen, nur sechs (Argentinien, Israel, Mikronesien, Nauru, Paraguay, USA) waren dagegen.

In Ihrem Vortrag haben Sie die kraftvolle „ New Yorker Erklärung zur friedlichen Beilegung der Palästinafrage und zur Umsetzung der Zweistaatenlösung “ völlig außer Acht gelassen. Diese Erklärung wurde von der Weltgemeinschaft auf der hochrangigen internationalen Konferenz zur Umsetzung der Zweistaatenlösung am 29. Juli 2025 verabschiedet, nur eine Woche vor Ihrer Rede vor dem UN-Sicherheitsrat. Saudi-Arabien und Frankreich hatten den gemeinsamen Vorsitz dieser hochrangigen Konferenz inne. Arabische und islamische Nationen auf der ganzen Welt forderten Frieden und eine Normalisierung der Beziehungen zu Israel, sofern Israel sich an das Völkerrecht und die Anständigkeit im Sinne der Zweistaatenlösung hält. Ihre Regierung lehnt Frieden ab, weil sie stattdessen die Herrschaft über ganz Palästina anstrebt.

Israel hält seine extremistische Position nur mit Mühe und Not aufrecht und wird (bisher) von den USA, aber keiner anderen Großmacht unterstützt. Wir sollten auch einen Hauptgrund für die bisherige Unterstützung der USA anerkennen: die christlichen evangelikalen Protestanten, die glauben, die Versammlung der Juden in Israel sei der Auftakt zur Vernichtung der Juden und zum Weltuntergang. Sie sind die Verbündeten Ihrer Regierung. In der amerikanischen Öffentlichkeit insgesamt missbilligen derzeit 60 Prozent Israels Vorgehen , nur 32 Prozent befürworten es.

Herr Minister, die von Ihnen angesprochene weltweite Abneigung richtet sich gegen das Vorgehen Ihrer Regierung, nicht gegen Juden. Israel ist von innen heraus durch Fanatismus und Extremismus bedroht, die wiederum weltweite Missbilligung Israels bei Juden und Nichtjuden hervorrufen. Die größte Bedrohung für Israels Überleben sind nicht die arabischen Nationen, die Palästinenser oder der Iran, sondern die Politik der extremistischen israelischen Regierung unter Benjamin Netanjahu, Bezalel Smotrich und Itamar Ben-Gvir.

Die Zweistaatenlösung ist der Weg   – und der einzige Weg   – zum Überleben Israels. Sie mögen glauben, dass Atomwaffen und die US-Regierung Ihre Rettung sind, aber rohe Gewalt wird verschwinden, wenn Israels schweres Unrecht gegenüber dem palästinensischen Volk anhält. Die jüdischen Propheten lehrten immer wieder, dass Unrechtsstaaten nicht lange überleben können.

Mit freundlichen Grüßen,

Jeffrey D. Sachs

New York City

Quelle: Commondreams - automatische Übersetzung

https://www.commondreams.org/opinion/open-letter-to-sa-ar



Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acym&ctrl=fronturl&task=click&urlid=259&userid=3998&mailid=2832


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




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Ministerium für auswärtige Angelegenheiten

FM Sa’ar spricht vor dem Sondertreffen des UN-Sicherheitsrates zur Frage der Geiseln
gov.il, vom 05.08.2025 (übersetzt aus dem Englischen mit beta, unkorrigiert)

FM Sa’ar: Wir fordern die sofortige und bedingungslose Freilassung unserer Geiseln. Wir fordern den UN-Sicherheitsrat auf, die Hamas endlich für ihre bösen Verbrechen zu verurteilen. Um sie zur Verantwortung zu ziehen. Und die sofortige Freilassung aller Geiseln zu fordern.

FM Sa’ar hält das Bild von Evyatar David auf der Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates - Ohad Kab
Außenminister Gideon Sa'ar heute (Dienstag, 5. August 2025) sprach vor einer speziellen UN-Sicherheitsratssitzung, die er in das Thema der Geiseln initiierte.FM Sa’ar: "Ich frage hier im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen: Wissen Sie, was Generalsekretär Guterres twitterte, nachdem die schrecklichen Bilder von Evyatar und Rom veröffentlicht wurden? Kein Wort. ohrenbetäubendes Schweigen."

FM Sa'ar verwies auch auf die verdrehte antiisraelische Agenda so vieler internationaler Medien: "Ich habe die New York Times am Tag nach der Veröffentlichung des verzerrten Videos von Evyatar David gelesen. Ich schaute - aber ich konnte Evyatar nicht auf der Titelseite finden. Und dann - ich konnte sein Bild nicht in der ganzen Zeitung finden. Ich rufe die internationalen Medien an: Put Evyatar und Rom in den Mittelpunkt! Ist das nicht nachrichtenwürdig? Wir erleben eine auf dem Kopf stehende Welt."


Vollständige Rede:

"Danke, Herr. Präsident

Wir hörten das herzzerreißende Zeugnis von Ilay, Bruder der Geisel Evyatar David, der von der Hamas verhungert wurde.

Ich möchte den USA und anderen Ländern dafür danken, dass sie unseren Anruf beantwortet haben. Vielen Dank für die Einberufung dieses dringenden und wichtigen Treffens des UN-Sicherheitsrates.

Aber wir haben hier auch so viele Lügen gehört, ich kann mich nicht auf sie alle beziehen. Aber es war wirklich lustig, den Vertreter der Russischen Föderation nach dreieinhalb Jahren einer brutalen Invasion und einem brutalen Krieg in der Ukraine und Bombardements auf die Zivilbevölkerung in Kiew und anderen Orten, die hier sprachen, zu hören.

Ich habe auch den palästinensischen Vertreter gehört. Ich muss sagen, die Palästinenser lernen Propaganda von Ihnen, aus der Sowjetzeit waren Sie gute Lehrer.

Die Palästinenser haben den Terrorismus erfunden, um ihre Mittel zu fördern, und dazu gehören alle palästinensischen Fraktionen. Bis heute zahlt die Palästinensische Autonomiebehörde weiterhin Gehälter an Terroristen und terroristische Familien, so das Verbrechen, das der Terrorist begangen hat. Und so fördern sie den Terrorismus bis heute.

Sie sprachen über Frieden. Ab 1947 hatten Sie unzählige Möglichkeiten, Frieden zu erreichen.

Sie haben sie alle abgelehnt.

Ich komme heute als Außenminister des Staates Israel hierher. Der souveräne Zustand des jüdischen Volkes. Seit fast zwei Jahren für seine Existenz kämpfen - an sieben verschiedenen Fronten.

Ich bin heute hier, weil unsere Geiseln immer noch da sind. Verhungert. Gefoltert von der Hamas und dem Islamischen Dschihad in den Kerker von Gaza.

****

Am 7. Oktober drang die Hamas ohne Grund in Israel ein.

Es beging böse Verbrechen wie die Nazis und ISIS.

Sie ermordeten und vergewaltigten Frauen.

Getötete Kinder vor ihren Eltern - und Eltern vor ihren Kindern.

Sie enthaupteten die Menschen.

Verbrennen ganze Familien lebendig.

Er nahm 251 Geiseln in grausame Gefangenschaft.

50 von ihnen sind immer noch da. Verhungert und gefoltert.

Ich möchte aus dem Bericht des Dinah-Projekts lesen. Dieser Bericht beschreibt die widerwärtigen Sexualverbrechen und Gräueltaten der Hamas - die am 7. Oktober begangen wurden, und seitdem:

Leichen wurden mit Gegenständen gefunden, die in ihre privaten Teile eingeführt wurden.

Leichen von nackten Frauen wurden mit an Bäumen gefesselt gefunden.

Leichen wurden mit Anzeichen von Genitalverstümmelung gefunden.

Die meisten der sexuell angegriffenen Frauen gehörten zu den 1.166, die an diesem Tag ermordet wurden.

Nach der Vergewaltigung wurden sie ermordet.

Sie werden für immer zum Schweigen gebracht.

Aber die sexuelle Gewalt setzte sich für diejenigen fort, die in Gefangenschaft gehalten wurden.

Amit Soussana wurde aus der grausamen Gefangenschaft der Hamas entlassen.

Sie beschrieb tapfer, wie sie an einem Schusswaffenpunkt gezwungen wurde, eine sexuelle Handlung an ihrem Entführer zu begehen.

Das ist das reine Böse, dem Israel gegenübersteht.

*****

Die Verbrechen der Hamas dauern noch an.

Am vergangenen Wochenende wurde die ganze Welt Zeuge des grausamen Hungers von Evyatar David und Rom Braslavski.

Gefoltert durch die Hamas und den Islamischen Dschihad.

Die Welt sah ihren schrecklichen Zustand.

Knochen, die in ihrer Haut stehen. Wie lebende Skelette.

Der Tod ins Auge schauen.

Evyatar wurde gezwungen, sein eigenes Grab zu graben.

Sie haben gerade seinen Bruder Ilay gehört.

Die Hamas und der Islamische Dschihad benutzen den Hunger und die Folter von Geiseln als böses Werkzeug.

Es ist Teil einer bewussten und gut geplanten sadistischen Propagandakampagne.

Seine Ziele:

1. Psychologischer Terror.

2. Ein Versuch, eine Verbindung zwischen unseren verhungerten Geiseln und ihrer Blutverleumdung gegen Israel herzustellen.

Aber es ist eine Lügenkampagne.

Israel leistete seit Beginn des Krieges riesige Hilfen in Gaza.

In einer beispiellosen Art und Weise in der Geschichte der Kriege.

Und so wachsen die Mengen jeden Tag. Sie können es folgen.

Dennoch wird es immer noch des Hungertodes beschuldigt.

Die Wahrheit muss gesagt werden:

Die Hamas verhungert sadistisch unsere Geiseln, während die Terroristen Fleisch, Fisch und Gemüse genießen.

Die Welt sah den dicken, fleischigen Arm des gut gefütterten Terroristen - neben Evyatar, dem lebenden Skelett, das gezwungen war, sein eigenes Grab zu graben.

Israel erleichtert riesige Mengen an Hilfe in Gaza.

Kein anderes Land handelt im Krieg so. In einem so großen Maßstab.

Unter solch schwierigen Umständen.

Aber die Hamas plündert die Hilfe und nutzt sie als Finanzinstrument.

Wir hatten kein Wort davon von dem palästinensischen Vertreter gehört.

Die verzerrten Hamas-Terroristen entscheiden auf grausame Weise, ob und was die Geiseln fressen werden.

Hauptsächlich - was sie nicht essen werden.

Evyatar sprach von ganzen Tagen, an denen er überhaupt nicht aß.

Unsere kranken und verhungerten Geiseln haben immer noch keine Vertreter des Roten Kreuzes gesehen. Bis heute.

Obwohl dies im Geisel-Deal im November 2023 ausdrücklich vereinbart wurde.

Die Medizin, die sie dringend zum Überleben brauchen, hat sie nicht erreicht.

Während die Terroristen, die Mörder, die in israelischen Gefängnissen festgehalten werden, medizinische Versorgung und Ernährung erhalten - foltern die Hamas und der Islamische Dschihad unsere Geiseln.

*****

Terrorstaaten und Organisationen, die Zivilisten entführen, sind nicht nur unser Problem.

Aber die Hamas hat es am 7. Oktober in großem Maßstab getan.

Diese Terrorstaaten und Organisationen tun dies, um ihr eigenes Überleben und ihre eigenen Interessen zu sichern.

Terroristen entführen unmenschlich unschuldige Zivilisten als Werkzeuge, um ihre Ziele zu erreichen.

Im Fall der Hamas - versuchen sie, uns ihre Bedingungen aufzuzwingen: Verbleib in Gaza an der Macht.

Und täuschen Sie sich nicht. Es ist ihnen egal, dass jemand anderes die zivile Herrschaft der Ruinen übernehmen wird. Sie wollen die dominierende Militärmacht in Gaza bleiben

Dieses gefährliche Phänomen könnte morgen überall auf der Welt passieren.

Die Welt muss der Entführung von Zivilisten ein Ende setzen.

Die internationale Gemeinschaft muss es für die Terroristen nicht lohnen.

Heute ist es Israel.

Morgen bist du es!

****

Die Welt wurde auf den Kopf gestellt.

Während die Hamas ihre Propagandamaschinerie betreibt - ignoriert ein großer Teil der internationalen Medien sowohl die Wahrheit als auch den Kauf ihrer Lügen.

Ich habe die New York Times am Tag nach der Veröffentlichung des verzerrten Videos von Evyatar David gelesen.

Ich schaute - aber ich konnte Evyatar nicht auf der Titelseite finden.

Und dann - ich konnte sein Bild nicht in der ganzen Zeitung finden.

Ich rufe die internationalen Medien auf:

Stellen Sie Evyatar und Rom in den Mittelpunkt!

Ist das nicht nachrichtenwürdig?

Wir erleben eine auf dem Kopf stehende Welt.

Wir erleben die verdrehte antiisraelische Agenda so vieler globaler Medien.

Immer wieder.

Sie verlagern die Verantwortung:

Von den Entführern und Vergewaltigern - bis zum angegriffenen Land.

Sie schieben die Schuld ab:

Von den Terroristen – zu den Vicims.

Anstatt zu Israel zu stehen - Sie geben den Opfern die Schuld.

Die Opfer eines Angriffs von 7 verschiedenen Fronten.

Und ich frage hier im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen:

Wissen Sie, was Generalsekretär Guterres twitterte, nachdem die schrecklichen Bilder von Evyatar und Rom veröffentlicht wurden?

Kein Wort. Taubheitliche Stille.

Dennoch sehen wir alle seine endlosen und obsessiven Tweets gegen Israel.

****

Meine Damen und Herren,

Was wir heute erleben, ist der Anstieg des psychotischen Antisemitismus auf der ganzen Welt, der von modernen Blutverleumdungen geflammt wird, wie die dunkelsten Tage der Geschichte.

Juden werden auf der ganzen Welt gejagt, einfach weil sie Juden sind.

In Melbourne. In Amsterdam. In Paris.

Es ist nicht der einzige Krieg auf Erden.

Aber es ist der einzige Fall, dass Menschen aufgrund ihrer Nationalität überall gejagt werden.

Wissen Sie von einer anderen Nation, die weltweit vor Feindseligkeit und Gewalt um ihr Leben kämpft und leidet?

Wir leben in einer auf dem Kopf stehenden Welt.

Eine Welt, in der Israel auf die Bank des Angeklagten gesetzt wird - während es um sein Überleben kämpft.

Es gibt einen Namen dafür.

Es heißt Antisemitismus.

80 Jahre nach dem Ende des Holocaust hat der Antisemitismus sein goldenes Zeitalter.

Wieder einmal.

Es gibt Länder, die - sogar in diesem Gebäude - gehandelt haben, um Israel anstelle der Hamas während sensibler Tage in den Verhandlungen unter Druck zu setzen.

Sie trugen direkt zur Ermordung der Chancen bei, ein Geiselabkommen und einen Waffenstillstand zu erreichen.

Sie verlängerten den Krieg.

Das haben sie getan.

****

Lassen Sie uns nun die einfachsten Fragen stellen:

Wer hat den Krieg am 7. Oktober begonnen?

Wer ist für seine Fortsetzung verantwortlich?

Für das endlose Leid?

Es gibt nur eine klare Antwort: HAMAS.

Die Hamas marschierte in Israel ein und beging die Gräueltaten vom 7. Oktober.

Die Hamas weigert sich immer noch, die hungernden Geiseln aus ihren Kerkern zu befreien.

Die Hamas weigert sich immer noch, ihre Waffen niederzulegen.

Der Aufruf an die Hamas, unsere Geiseln freizulassen, muss auf der Weltbühne im Mittelpunkt stehen. Es darf nicht aufhören, bis sie alle nach Hause kommen.

Wir fordern die sofortige und bedingungslose Freilassung unserer Geiseln.

Wir fordern den UN-Sicherheitsrat auf:

Die Hamas endlich für ihre bösen Verbrechen zu verurteilen.

Um sie zur Verantwortung zu ziehen.

Und die sofortige Freilassung aller Geiseln zu fordern.

Danke."

Bitte beachten Sie, dass bei Unterschieden oder Konflikten zwischen den Informationen auf dieser Seite und dem Gesetz die Bestimmungen des Gesetzes gelten.


Info: https://www.gov.il/en/pages/fm-sa-ar-addresses-the-special-un-security-council-meeting-on-the-issue-of-the-hostages-5-aug-2025


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

17.08.2025

Globale Neuausrichtung im Gange (16.08.2025)

aus e-mail von Irene Eckert, 17. August 2025, 10:22 Uhr


Das Kräfteparallelelogramm ändert sich


*Im Browser öffnen*

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/mr/sh/6rqJ8GoudeITQRcRz4DwV3dj7Rf/3lE4mGtYeB6N>


E.I.R. Nachrichten (eirna.de)

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIPRQTtTykQRJGSL2v9/xJOB0DW20S1H>

vom 16.08.2025

Chefredakteur: Dr. Wolfgang Lillge

Ein guter Zeitpunkt und Ort für einen strategischen Gipfel


Der 15. August ist ein bedeutendes Datum in der Geschichte. An diesem Tag

vor 54 Jahren, am 15. August 1971, verkündete Präsident Richard Nixon (auf

Geheiß der Wall Street) das Ende des internationalen Finanzsystems mit

festen Wechselkursen. Damit läutete er eine Ära der ungezügelten globalen

Spekulation und Deindustrialisierung ein. Lyndon LaRouche warnte damals,

dass dies zu Kriegen, Wirtschaftskrisen und Völkermord führen würde, wenn

dieser Trend nicht umgekehrt würde.


Das folgende halbe Jahrhundert ist ein Beweis für die Richtigkeit von

LaRouches Prognose – und dafür, dass seine politischen Alternativen im

transatlantischen Raum abgelehnt wurden. Es ist diese Dynamik, die die Welt

heute an den Rand eines Atomkrieges gebracht hat und die den heutigen

Gipfel zwischen Präsident Donald Trump und Präsident Wladimir Putin in

Anchorage, Alaska, so dringend macht.


Werden wir in einigen Jahren auf diesen Gipfel vom 15. August zurückblicken

und sagen, dass er den Beginn einer neuen Ära markierte – diesmal auf der

Grundlage einer neuen internationalen Sicherheits- und

Entwicklungsarchitektur? Wird dies der Zeitpunkt sein, an dem die Gefahr

einer thermonuklearen Vernichtung schließlich abgewendet werden konnte und

die Entwicklung aller Nationen und aller Menschen zum Maßstab für Erfolg

wurde?


Diese Frage lässt sich noch nicht beantworten. Es ist eine Zukunft, die wir

noch gestalten müssen.


In seiner Rede auf der gemeinsamen Pressekonferenz nach dem Gipfeltreffen

in Alaska betonte Präsident Putin, dass das Treffen mit Präsident Trump

sehr konstruktiv und längst überfällig gewesen sei. Er hoffe, so Putin,

dass damit eine Ära gegenseitig vorteilhafter Beziehungen zwischen Russland

und den USA eingeläutet werde, einschließlich der Zusammenarbeit bei der

Weltraumforschung und der Erschließung der Arktis. Es sei an der Zeit, von

der Konfrontation zum Dialog überzugehen, sagte er. Die beiden Länder lägen

nur wenige Kilometer voneinander entfernt über der Beringstraße. Man könne

dort die Datumsgrenze überqueren und „buchstäblich von gestern nach morgen

hinübertreten“.


Präsident Trump erklärte gegenüber den Medien, dass er und Putin ein

„äußerst produktives Treffen“ gehabt und in den meisten Punkten große

Fortschritte erzielt hätten. Es seien noch einige wenige Punkte zu klären,

bevor eine Erklärung abgegeben werden könne, da „kein Deal vorliegt, bis

ein Deal vorliegt“. Zudem kündigte er an, unverzüglich die Staats- und

Regierungschefs der NATO und der Ukraine anzurufen, um sie zu informieren.

Trump betonte, dass er ein „fantastisches Verhältnis zu Wladimir“ habe, und

fügte hinzu, dass nur die Einmischung durch die Anti-Russland-Hetzkampagne

in den USA es „für uns als Land schwieriger gemacht hat“: „Er wusste, dass

es ein Schwindel war, und ich wusste, dass es ein Schwindel war“.

Abschließend sagte er zu Putin: „Wir werden uns sehr bald wieder sprechen

und uns wahrscheinlich auch sehr bald wiedersehen.“ Darauf antwortete Putin

auf Englisch: „Das nächste Mal in Moskau.“ Trump erwiderte: „Oh, das ist

interessant. Ich weiß nicht. Das wird mir wohl etwas Ärger einbringen, aber

ich könnte mir vorstellen, dass es klappt.“


Weitere Details zu den Gesprächen wurden von keiner der beiden Seiten

bekannt gegeben und es wurden keine Fragen der Presse beantwortet.


Da es in den Medien auf beiden Seiten des Pazifiks endlose Spekulationen

darüber gab, was wirklich auf dem Gipfel passiert ist, möchten wir unsere

Leser an zwei Punkte erinnern, da offiziell nichts bekannt gegeben wurde.

Erstens hat der stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow

betont, dass das Wichtigste, was mit den Gesprächen erreicht werden soll,

die Wiederaufnahme eines normalen Dialogs zwischen den beiden Ländern ist,

um die strategischen und Rüstungskontrollfragen anzugehen, die einen

kritischen Stand erreicht haben.


Zweitens haben britische Geheimdienste und Politiker wiederholt betont,

dass ein persönliches Treffen zwischen Trump und Putin um jeden Preis

verhindert werden müsse. Sir Richard Dearlove, ehemaliger Chef des MI6 und

einer der Hauptarchitekten der „Russiagate“-Verschwörung, brachte es am

Vorabend des Gipfels auf den Punkt: „Ich bin äußerst besorgt; ich weiß

einfach nicht, was Trump vorhat.“


Im Zusammenhang mit dem Gipfel war in den BRICS-Staaten und anderen Ländern

des Globalen Südens der Zollkrieg der Trump-Regierung gegen sie ein

zentrales Thema. Es werden Möglichkeiten geprüft, ihre Exporte in

befreundete Länder des Globalen Südens umzuleiten und eigene

Kreditmechanismen für produktive Investitionen zu schaffen, die sie für

ihre Entwicklung benötigen. Zwei bevorstehende Anlässe, bei denen ein

Paradigmenwechsel im internationalen Wirtschaftssystem auf der Tagesordnung

stehen wird, sind das Treffen der Shanghai Cooperation Organization (SCO)

vom 31. August bis 1. September in Tianjin, China, und die internationalen

Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs im

Pazifik am 3. September in Peking.


Nachdem Trump nun mit Putin zusammengetroffen ist, ist es dringender denn

je, den nächsten strategischen Schritt zu tun. Dies hat die Gründerin des

Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, in einem Appell vom 11. August an

die Präsidenten Trump, Putin und Xi Jinping unter dem Titel „Das

Beringstrassentunnel-Projekt ist die perfekte Politik zur Vermeidung von

Kriegen

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIR6SwBdT3pzEraGgEB/DkvVv9KLVAi9>“

vorgeschlagen: „Der Beringstraßentunnel und damit verbundene große

Infrastrukturprojekte könnten auch als Grundlage für weitere eingehende

Gespräche zwischen den Präsidenten Trump, Putin und Chinas Xi Jinping

dienen – wie ich bereits zuvor vorgeschlagen habe –, sollte Präsident Trump

eingeladen werden und sich bereit erklären, an den Feierlichkeiten zum 80.

Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs teilzunehmen, die am 3.

September in China stattfinden werden.


Dieses Projekt für eine integrierte Infrastruktur der ganzen Welt als

Grundlage für Entwicklung wird den Grundstein dafür legen, Krieg als Mittel

zur Konfliktlösung für immer zu beenden. Die Hoffnung der Menschheit ruht

auf Ihnen!“

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Inhalt

STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR


   - Sir Richard Dearlove zählt auf Deutschland und Marco Rubios Team, um

   den Krieg in der Ukraine am Laufen zu halten

   - Der ungarische Außenminister behauptet, Brüssel wolle drei

   friedensorientierte europäische Regierungen stürzen


NEUES PARADIGMA


   - Der Beringstraßentunnel könnte jährlich bis zu 400 Millionen Tonnen

   Fracht transportieren.

   - Russische Strategieanalysten: „In Alaska liegt eine neue

   Sicherheitsordnung auf dem Tisch.“

   - China und Indien machen Fortschritte bei der Beilegung ihrer

   Streitigkeiten

   - Indiens Reaktion auf Trumps Zölle: „Wir exportieren woanders hin“

   - Am 3. September befasst sich das Östliche Wirtschaftsforum in

   Wladiwostok mit der Entwicklung der Arktis

   - Militärführer des Iran und Südafrikas vereinbaren Ausbau der

   Beziehungen

   - Russische Medien veröffentlichen Interviews mit den Botschaftern

   Indiens und Pakistans in Russland


USA UND KANADA


   - Eine weitere Enthüllung von Gabbard: DNI Clapper drängte NSA-Chef

   Rogers zur Unterzeichnung eines gefälschten Berichts


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STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR

Sir Richard Dearlove zählt auf Deutschland und

Marco Rubios Team, um den Krieg in der Ukraine am Laufen zu halten


15. August 2025 (EIRNS) – Der ehemalige MI6-Chef Richard Dearlove, einer

der führenden Köpfe hinter der „Russiagate“-Lüge, die Präsident Donald

Trump zu Recht als „sehr gefährlich“ für die Vereinigten Staaten bezeichnet

hat, erklärte in seinem Podcast „One Decision

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dISlVOTmxNFXASiCJXD/zLVD2O26UtQ4>“

wenige Stunden vor dem Gipfeltreffen in Alaska mit großer Bestürzung, er

sei „äußerst besorgt“, dass es zu einem langfristigen Friedensabkommen

kommen könnte. „Ich weiß einfach nicht, was [Trump] vorhat … Ich verstehe

es einfach nicht … Sehr viele Menschen sind besorgt.“ Er beklagte, dass

„wir“ dachten, beim letzten NATO-Treffen mit Trump sei etwas erreicht

worden, aber jetzt…” Dearlove ereiferte sich, die Europäer seien so

verärgert, dass sie „mit den Spielsachen um sich werfen.“


„Sir Russiagate“ hat jedoch nicht die Absicht, aufzugeben, denn

anschließend umriss der britische Spionagechef die wichtigsten Elemente

einer Strategie zur „Rettung“ ihres Krieges: Deutschland solle die gesamten

Kosten für die Finanzierung der Waffen für die Ukraine übernehmen.

US-Außenminister Marco Rubio und sein Team sollen dafür sorgen, dass die

Vereinigten Staaten den Deutschen die Waffen verkaufen, damit diese in die

Ukraine geliefert werden können.


Die Europäer müssten sich hinter Selenskij stellen, argumentierte er. Wenn

die Deutschen wirklich in die Bresche springen, hätten sie die finanzielle

Macht, um die Ukraine zu unterstützen. Deutschland habe „den nötigen

Reichtum und die Mittel“, um die Ukraine zu unterstützen, wenn die

Amerikaner ihnen die Waffen verkaufen würden – und er gehe davon aus, dass

die USA dies tun werden. „Es gibt sicherlich Leute, die für Rubio arbeiten,

die ich kenne, und die eine ganz andere Sicht auf eine Lösung haben. Sie

werden die Ukraine nicht im Stich lassen,“ verriet Dearlove.


Er prognostizierte, dass das Treffen in Alaska nichts als „Optik“ bringen

werde: Russland werde Kiew weiter bombardieren, Trump werde erneut wütend

werden, dann zur Vernunft kommen und erkennen, dass „Zwangsmaßnahmen“ der

einzige Weg seien, um mit Putin umzugehen. Das bedeute sekundäre

Wirtschaftssanktionen und genügend militärisches „Equipment“, um der

Ukraine die Grundlage für eine „realistische Pattsituation“ auf dem

Schlachtfeld zu verschaffen – allerdings nicht für die Rückeroberung großer

Gebiete, räumte er ein.

Der ungarische Außenminister behauptet, Brüssel wolle drei

friedensorientierte europäische Regierungen stürzen


15. August 2025 (EIRNS) – Der ungarische Außenminister Péter Szijjártó

beriet sich gestern mit seinen Amtskollegen Juraj Blanár aus der Slowakei

und Marko Đurica aus Serbien. Die drei vereinbarten, ihre Haltung zur

Souveränität zu stärken und sich angesichts des ihrer Meinung nach

wachsenden Drucks von außen gegenseitig Solidarität zu versichern.

Anschließend schrieb Szijjarto auf Twitter: „Brüssel spielt in der

Weltpolitik keine Rolle mehr. Die Tatsache, dass Europa von den Gesprächen

in Alaska ausgeschlossen wurde, beweist dies.“


Er sagte, dass Ungarn, Serbien und die Slowakei im Gegensatz zur EU, die

auf eine Fortsetzung des Krieges gegen Russland drängt, den nationalen

Interessen Vorrang eingeräumt hätten. „Das frustriert natürlich die

liberalen Mainstream-Politiker, und infolgedessen wächst der Druck auf

Regierungen, die sich für Frieden einsetzen, nationalen Interessen folgen

und sich nicht Brüssel unterordnen.“ Es sei „klarer als der helle Tag“,

dass in Mitteleuropa „externe Interventionsexperimente stattfinden, um die

patriotischen Regierungen der Slowakei, Ungarns und Serbiens zu

destabilisieren und zu stürzen.“ All dies seien „verschiedene Kapitel

desselben Szenarios in Brüssel: Sie wollen die friedlichen, patriotischen,

national interessierten Regierungen beseitigen,” um sie durch

Marionettenregierungen zu ersetzen und so Brüssel „einen Platz zu

verschaffen.“


Weiter argumentierte er: „Sie haben ständig Öl ins Feuer gegossen und damit

den Krieg verlängert, die europäisch-russischen Beziehungen fast

unversöhnlich gemacht und die europäische Sicherheit untergraben.“

Szijjártó erklärte, der Krieg hätte innerhalb von anderthalb Monaten

beendet sein können, wenn das ukrainisch-russische Abkommen zugelassen

worden wäre. Westeuropa habe die Ukrainer jedoch überredet und gezwungen,

weiterzukämpfen. „Es ist ziemlich hart, dies als Friedensstiftung zu

bezeichnen.“ Und nun fördere die jüngste Erklärung der europäischen Staats-

und Regierungschefs, die Ungarn nicht unterzeichnen wollte, nicht den

Frieden, sondern versuche vielmehr, ihn zu untergraben.

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NEUES PARADIGMADer Beringstraßentunnel könnte jährlich bis zu 400 Millionen

Tonnen Fracht transportieren.


15. August 2025 (EIRNS) – Ein Tunnel unter der Beringstraße wäre sowohl für

die Vereinigten Staaten als auch für Russland von großem Nutzen. Laut dem

Eisenbahnfachmann Scott Spencer könnte er bis zu 400 Millionen Tonnen

Fracht pro Jahr transportieren. Im Hinblick auf das bevorstehende

Gipfeltreffen der Präsidenten Russlands und der USA, Wladimir Putin und

Donald Trump, am 15. August, sagte Scott gegenüber TASS: „Ich persönlich

glaube, dass die Interkontinentalbahn eines von vielen Themen ist, in denen

sich Präsident Trump und Präsident Putin einigen können. Das wäre für beide

Länder von Vorteil.“ Spencer fügte hinzu, dass die Kapazität des unter der

Beringstraße verlaufenden Tunnels auf der Interkontinentalbahn „über 400

Millionen Tonnen pro Jahr beträgt. Das sind 3 % des derzeitigen weltweiten

Handelsvolumens.“


Spencer bezeichnete den Tunnel als „Panamakanal des 21. Jahrhunderts“ und

führte aus: „Von diesem Projekt würden nicht nur die Vereinigten Staaten

und Russland, sondern auch Kanada und China profitieren.“


In Bezug auf die Zusammenarbeit zwischen Russland und den USA verglich er

das Projekt mit der Internationalen Raumstation. Tatsächlich seien die

Kosten für den Bau eines Tunnels mit denen für den Bau der ISS

vergleichbar. „Der Bau der Internationalen Raumstation hat 100 Milliarden

Dollar gekostet, hinzu kommen mehrere Milliarden Dollar aus unseren

Ländern, sowohl aus den Vereinigten Staaten als auch aus Russland und den

europäischen Ländern. Japan und andere beteiligen sich an den

Betriebskosten,“ erklärte er. „Wir haben also die Möglichkeit, ein viel

nachhaltigeres Projekt zu realisieren.“


Die Anfangsinvestition von 100 Milliarden Dollar über die 150- bis

200-jährige Lebensdauer des Tunnels, so Spencer, würde sich durch die

Entwicklung des internationalen Handels, der das Wirtschaftswachstum

ankurbelt, um ein Vielfaches amortisieren.


Spencer ist ein bekannter Eisenbahnberater und arbeitet für die

Inter-Continental Railway, eine Organisation, die vom kürzlich verstorbenen

Tunnelexperten George Koumal und dem alaskischen Anwalt Joseph R. Henri

gegründet wurde. Der dritte Mitbegründer ist Viktor Rasbegin, einer der

führenden Berater der Eisenbahnindustrie in Russland. Spencer ist außerdem

Mitbegründer von AmeriStarRail (ASR), einer Interessenvertretung für

Hochgeschwindigkeitszüge in Amerika.

Russische Strategieanalysten: „In Alaska liegt eine neue Sicherheitsordnung

auf dem Tisch.“


15. August 2025 (EIRNS) — Zwei der prominentesten Strategieanalysten

Russlands haben gestern auf den Seiten von RT einen Überblick über die

Themen gegeben, die beim Gipfeltreffen zwischen Präsident Wladimir Putin

und Donald Trump am 15. August in Alaska zur Sprache kommen könnten. Dmitri

Suslow (Experte des Valdai-Clubs und Mitglied des Russischen Rates für

Außen- und Verteidigungspolitik) und Fjodor Lukjanow (ebenfalls Mitglied

des Valdai-Clubs und Chefredakteur von Russia in Global Affairs) waren sich

einig, dass es um weit mehr als territoriale Fragen oder sogar den Krieg in

der Ukraine geht. Vielmehr stehe eine grundlegende Veränderung der globalen

Sicherheitsordnung bevor. Lukjanows Artikel

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIUQXqlwRgf563q7wqF/bq90zWJO7_ag>

trug die Überschrift „Eine neue Sicherheitsordnung steht in Alaska zur

Debatte: Das Treffen zwischen Putin und Trump erinnert an die

Herausforderungen der deutschen Wiedervereinigung“.


Lukjanow betonte, dass der Gipfel in Alaska ein Meilenstein sein könnte

„für die Grundsätze, auf denen eine umfassendere Einigung zwischen den

führenden Weltmächten erzielt werden könnte… Beunruhigend ist jedoch, dass

sich die öffentliche Debatte weiterhin auf territoriale Aufteilungen

konzentriert – wer was bekommt und was im Gegenzug gegeben wird. Dabei wird

das Kernproblem übersehen. Die akute Phase der Ukraine-Krise wurde nicht

durch Territorialgelüste ausgelöst. Sie begann, als Moskau die nach dem

Kalten Krieg entstandene Sicherheitsordnung in Frage stellte – eine

Ordnung, die auf der unbegrenzten Erweiterung der NATO als vermeintlichem

Garant für die Stabilität in Europa beruhte.“


Lukjanow betonte auch, dass die von den BRICS-Staaten angeführte globale

Mehrheit selbst wichtige Schritte in Richtung eines Paradigmenwechsels

unternehme. Donald Trumps jüngster Versuch, die größten Staaten der

sogenannten „globalen Mehrheit“ – China, Indien, Brasilien und Südafrika –

dazu zu drängen, sich den Anweisungen Washingtons zu fügen, habe nicht die

gewünschten Ergebnisse gebracht. „Der Versuch hat nicht zu dem Ergebnis

geführt, das sich das Weiße Haus erhofft hatte. … Aber die Unverblümtheit

des amerikanischen Vorstoßes hat sie diesmal gezwungen, ihre Positionen zu

verhärten.“ Lukjanow kam zu dem Schluss: „Die Häufigkeit der Treffen Putins

mit den Staats- und Regierungschefs der BRICS-Staaten zeigt, dass Moskau

diese Realität versteht. Ob Washington dies auch tut, bleibt abzuwarten.“


Suslow betonte zudem

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIW5aJ45w04d1ey3a9H/QR8tLXIN0oaG>,

dass „Trumps Bemühungen, Moskau unter Druck zu setzen, indem er China und

Indien dazu drängt, den Kauf von russischem Öl einzustellen, nach hinten

losgegangen sind… Dies hat auch zu einer Entspannung zwischen Indien und

China geführt, so dass Premierminister Narendra Modi nun an dem

Gipfeltreffen der SCO in Tianjin teilnehmen wird.“


Suslow kam zu dem Schluss, dass „die BRICS, die Trump offen zu schwächen

versprochen hat, nur noch enger zusammengewachsen sind. Der Gipfel in

Alaska ist Trumps Chance, aus der Falle zu entkommen, die er sich selbst

gestellt hat, indem er versucht hat, Moskau über Peking und Neu-Delhi unter

Druck zu setzen, und Ergebnisse in der Ukraine vorzuweisen, die er als

diplomatischen Erfolg verkaufen kann.“


Eine Möglichkeit dafür sei eine groß angelegte wirtschaftliche

Zusammenarbeit zwischen Russland und den USA mit einer offenen Tür für die

BRICS. „Die seit 2014 weitgehend eingefrorene wirtschaftliche

Zusammenarbeit in der Arktis könnte wiederbelebt werden,” schrieb Suslow.

„Beide Seiten würden von einer gemeinsamen Entwicklung im hohen Norden

profitieren, und ein Abkommen in diesem Bereich hätte politische

Symbolkraft – als Beweis dafür, dass die beiden Länder trotz der Altlasten

des letzten Jahrzehnts zusammenarbeiten können.“

China und Indien machen Fortschritte bei der Beilegung ihrer Streitigkeiten


15. August 2025 (EIRNS) — Die langwierigen und heiklen Gespräche über die

Beilegung des Grenzkonflikts zwischen China und Indien werden fortgesetzt,

wenn der chinesische Außenminister Wang Yi am 18. August zu Gesprächen mit

dem indischen Nationalen Sicherheitsberater Ajit Doval nach Indien reist.

Dies berichtete laut RT

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIXkclMFQJUAxG5zDSJ/Hs5-hPT9MFRj>

die Press Trust of India (PTI) am 13. August. Doval hatte im Juni des

vergangenen Jahres ein Treffen mit Wang in Peking, bei dem dieser sagte,

die Beziehungen zwischen China und Indien hätten „positive Fortschritte“

gemacht.


Zu diesen Fortschritten gehören laut Presseberichten Pläne zur

Wiederaufnahme der direkten Passagierflüge zwischen den beiden Ländern im

nächsten Monat sowie die Wiederaufnahme des Grenzhandels nach mehr als fünf

Jahren.


RT merkt an, dass „Wangs Besuch zu einem Zeitpunkt stattfindet, zu dem

Berichte kursieren, dass der indische Premierminister Narendra Modi plant,

am 31. August am jährlichen Gipfeltreffen der Shanghai Cooperation

Organization (SCO) in der chinesischen Stadt Tianjin teilzunehmen“. Es ist

gut möglich, dass es am Rande des SCO-Treffens zu einem Treffen zwischen

Modi und Xi Jinping kommen wird, obwohl es dafür noch keine offizielle

Bestätigung gibt.


Im Juli zeigten hochrangige Vertreter aus Peking, Moskau und Neu-Delhi

Interesse an einer Wiederbelebung des trilateralen Formats RIC

(Russland-Indien-China), berichtete RT.

Indiens Reaktion auf Trumps Zölle: „Wir exportieren woanders hin“


15. August 2025 (EIRNS) — Die Times of India berichtete, dass die Regierung

Modi auf die Einführung von 50-prozentigen Zöllen auf Importe aus Indien

durch die Trump-Regierung reagiert, indem sie ihre Exportpräsenz in 50

anderen Ländern ausbauen will, die 90 % der gesamten Exporte Indiens

ausmachen. „Die Strategie sieht laut einem Bericht von CNBC TV18 vor,

insbesondere die Beziehungen zu neuen Märkten im Nahen Osten und in Afrika

zu intensivieren,“ berichtete RT

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIZPfDeOuctisrDuqlL/3pt0GMmuIAHY>.

„Der Ansatz wird auf bestimmte Produkte zugeschnitten sein und sich an drei

Hauptzielen orientieren: Diversifizierung der Exporte, Ersatz von Importen

durch inländische Produkte und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der

Exporte, fügte der Bericht hinzu. … Die neue Politik zielt darauf ab, die

Abhängigkeit von einem einzelnen Markt zu verringern und die mit

Handelsstörungen verbundenen Risiken zu minimieren.“


Auch wenn dies noch nicht in den Nachrichten aufgetaucht ist, denken andere

von Trumps Zöllen betroffene BRICS-Staaten in die gleiche Richtung. So

exportiert etwa Brasilien, das ebenfalls mit Zöllen in Höhe von 50 %

konfrontiert ist, 13 % seiner gesamten Exporte in die Vereinigten Staaten,

während 36 % in die 20 BRICS-Staaten (10 Vollmitglieder und 10

Partnerländer) gehen. Indonesien exportiert 10 % in die USA und 57 % in

andere BRICS-Staaten.


In den letzten Jahren hat sich die Kluft zwischen den Exporten der

BRICS-Staaten in die USA und den Exporten innerhalb der BRICS-Staaten

insgesamt stetig vergrößert – ein Trend, der sich als Reaktion auf Trumps

Zölle noch beschleunigen wird.

Am 3. September befasst sich das Östliche Wirtschaftsforum in Wladiwostok

mit der Entwicklung der Arktis


15. August 2025 (EIRNS) – Am 3. September, dem Tag, an dem in Peking der

80. Jahrestag des Sieges im Pazifik im Zweiten Weltkrieg gefeiert wird und

der russische Präsident Wladimir Putin Ehrengast sein wird, beginnt in

Wladiwostok das jährliche Östliche Wirtschaftsforum.


Am 5. September wird Putin die Grundsatzrede vor dem internationalen

Treffen halten, das sich in der Regel mit Entwicklungsprojekten und

Perspektiven in der Arktis und Ostsibirien befasst.


Wie der Journalist Pepe Escobar in einem Artikel für Sputnik

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIb4hfwYOwJGoSLqU4N/NFn2RT9Kt6L0>

erklärte, „bringt uns das zur Arktis – und zu ernsten Themen, die

sicherlich auf dem bevorstehenden Forum in Wladiwostok ausführlich

diskutiert werden“. Die Arktis verfügt über mindestens 13 % der weltweit

unentdeckten Ölreserven und 30 % der unentdeckten Erdgasvorkommen. Russland

kontrolliert mindestens die Hälfte all dieser Reserven.“


Escobar weist auf die Möglichkeit einer Zusammenarbeit zwischen Russland

und den USA bei der Erschließung dieser Ressourcen sowie derjenigen auf der

amerikanischen Seite der Beringstraße hin. „Eine Möglichkeit wären massive

US-Investitionen in gemeinsame Arktis-Projekte mit Russland. Etwas ganz

anderes wäre es, wenn die USA der Nordischen Seeroute (NSR) beitreten

würden, die von den Chinesen als ‚Arktische Seidenstraße‘ bezeichnet wird.

Die NSR verkürzt die Schiffsfahrzeiten zwischen Asien und Europa um bis zu

50 %. Escobar kommt zu dem Schluss: „Alaska hat in der gegenwärtigen Lage

und unter Berücksichtigung der vielfältigen Auswirkungen des hybriden

Krieges gegen die BRICS-Staaten das Potenzial, Washington einen Ausweg aus

den Trümmern einer massiven strategischen Niederlage zu bieten.“

Militärführer des Iran und Südafrikas vereinbaren Ausbau der Beziehungen


15. August 2025 (EIRNS) — Die obersten Militärbefehlshaber des Iran und

Südafrikas trafen sich am 12. August in Teheran und vereinbarten konkrete

Schritte zum Ausbau der Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich. Der

iranische Generalstabschef Generalmajor Seyyed Abdolrahim Mousavi und der

Befehlshaber der südafrikanischen Nationalen Verteidigungskräfte, General

Rudzani Maphwanya, erörterten ihre gemeinsamen nationalen Interessen und

bezeichneten ihre Partnerschaft als strategische Priorität. Laut Al Mayadeen

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIcjk8EhtFiok3Tm7NP/eTchrQv82EzJ>

sehen beide Seiten den Besuch als Wendepunkt in den Beziehungen zwischen

Teheran und Pretoria.


Der Iran ist ein neues Mitglied der BRICS, während Südafrika zu den fünf

Gründungsmitgliedern gehört.


Mousavi bezeichnete die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) als die weltweit

größte Anti-Terror-Truppe mit wertvollen operativen Erfahrungen, die sie

mit Südafrika teilen könne. Er fügte hinzu, dass die IRGC „über bedeutende

Fähigkeiten in verschiedenen militärischen, technischen und industriellen

Bereichen verfügt“, die „in Zusammenarbeit mit den Streitkräften und dem

Verteidigungsministerium Südafrikas genutzt werden können, um gemeinsame

nationale Interessen zu fördern und die regionale und internationale

Sicherheit zu stärken.“


Der iranische Generalmajor Amir Hatami nahm ebenfalls an den Gesprächen

teil und erklärte: „Die Islamische Republik und Südafrika haben sich immer

gegenseitig und unterdrückte Nationen unterstützt.“ Er bezeichnete die

Entscheidung Südafrikas, wegen des Völkermords in Gaza rechtliche Schritte

gegen Israel einzuleiten, als eine Maßnahme, die „in die Geschichte

eingehen wird“.


General Maphwanya

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/SMK1E8tHeFuYwWIky8daHJSMJdKx/_WQ0tGpxxHDN>

verwies seinerseits auf die anhaltende Unterstützung des Iran für Südafrika

während des Kampfes gegen die Apartheid als Beispiel für die „historische

Verbundenheit zwischen den beiden Nationen“. Dies sei die Grundlage für die

heutige Zusammenarbeit und er freue sich auf den Ausbau der

Verteidigungsbeziehungen.

Russische Medien veröffentlichen Interviews mit den Botschaftern Indiens

und Pakistans in Russland


15. August 2025 (EIRNS) — Zwischen Indien und Pakistan mag es erhebliche

Spannungen geben, doch ihre jeweiligen Botschafter in Russland wurden in

den letzten Tagen in den russischen Medien positiv dargestellt. Beide

gingen auf die ausgezeichneten Beziehungen ihrer Länder zu Russland und auf

die Aussichten für eine künftige Zusammenarbeit ein.


RT veröffentlichte am 13. August ein Interview mit dem indischen

Botschafter in Russland, Vinay Kumar. Darin betonte er, dass „zwischen dem

russischen Präsidenten Putin und dem indischen Premierminister Modi

definitiv eine positive Chemie herrscht. Sie haben sich schon oft getroffen

und telefonieren regelmäßig miteinander.“


Sputnik interviewte unterdessen den pakistanischen Botschafter in Russland,

Muhammad Khalid Jamali. Dieser betonte, dass „die Beziehungen zwischen

Russland und Pakistan auf einem positiven Weg sind.“ Auf die Frage, ob

Pakistan dem BRICS-Verbund beitreten wolle (einem Bericht zufolge lehnte

Indien den Antrag in diesem Jahr ab), sagte Jamali: „Wir glauben, dass wir

für die BRICS ein wichtiges Mitglied Südasiens sind und dass unsere

Teilnahme nicht nur für unser Land, sondern auch für die BRICS-Mitglieder

von Vorteil wäre. Und ich bin sicher und hoffe, dass die BRICS frei von

jeglicher Politisierung sein werden.“


Jamali fügte hinzu, dass Pakistan mit seinen 240 Millionen Einwohnern „eine

sehr geostrategisch günstige Lage hat. Wir liegen am Schnittpunkt zwischen

dem Nahen Osten, Westasien und Südostasien. Um die Vorteile der

Konnektivität nutzen zu können, sind wir ein natürlicher Korridor für

Präsident Putins Vision eines internationalen Nord-Süd-Transportkorridors

(INSTC). In dieser Hinsicht kann Pakistan eine zentrale Rolle bei der

Förderung der Entwicklung und der sozioökonomischen Entwicklung der

gesamten Region spielen … Wir möchten uns mit dieser Region verbinden. Wir

wollen die alte Seidenstraße zwischen dieser Region und unserer

Indus-Zivilisation wiederbeleben.“


Der INSTC ist ein bedeutendes Infrastrukturprojekt, das Indiens Westküste

auf dem Seeweg mit dem Iran verbindet und von dort aus weiter nach Norden

bis nach Russland führt. Russland hat Pakistan kürzlich zur Teilnahme am

INSTC eingeladen. Pakistan hat das Angebot angenommen, wodurch das Land nun

mit Indien in einer Arbeitsbeziehung im Rahmen dieses großen

Infrastrukturentwicklungsprojekts steht.

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USA UND KANADAEine weitere Enthüllung von Gabbard: DNI Clapper drängte

NSA-Chef Rogers zur Unterzeichnung eines gefälschten Berichts


15. August 2025 (EIRNS) — Am 13. August veröffentlichte die Direktorin der

Nationalen Nachrichtendienste (DNI), Tulsi Gabbard, freigegebene

Geheimdienstdokumente, die die verräterische Rolle des ehemaligen DNI James

Clapper bei der Fälschung von Geheimdienstberichten belegen. Mit diesen

sollte „bewiesen“ werden, dass Russland zugunsten von Donald Trump in die

Präsidentschaftswahlen 2016 eingegriffen habe.


Unter den veröffentlichten Dokumenten befinden sich zwei E-Mails vom 22.

Dezember 2016, die Clapper und Mike Rogers, der damalige Leiter der

National Security Agency, ausgetauscht haben. Sie enthüllen Clappers

Beharren darauf, dass unbestätigte Geheimdienstinformationen über die

angebliche Rolle Russlands beim Hackerangriff auf das DNC (Democratic

National Committee) und das DCCC (Democratic Congressional Campaign

Committee) durchgedrückt und in die Geheimdienstbewertung 2017 aufgenommen

und Präsident Barack Obama vorgelegt werden sollte.


Dies, obwohl Rogers argumentierte, dass sein Team „angesichts der Eile

dieser Aktion keine Zeit hatte, alle zugrunde liegenden

Geheimdienstinformationen vollständig einzusehen, zu prüfen und abzuwägen“

und sich „vor der Vorlage an den Präsidenten nicht zu 100 % wohl damit

fühlt.“ „Um es klar zu sagen“, fuhr er fort, „ich sage nicht, dass wir

inhaltlich anderer Meinung sind, aber ich möchte sicherstellen, dass wir,

wenn wir in Zukunft gefragt werden, ob wir voll und ganz hinter dem Papier

stehen können, keinen Grund haben, aufgrund des Verfahrens zu zögern.“


„Wir haben eine Chance, dies richtig zu machen, und es ist entscheidend,

dass wir dies tun,“ warnte Rogers, insbesondere, wenn das Endprodukt

gemeinsam von CIA, FBI, ODNI und NSA verfasst werde. Im letzteren Fall, so

stellte er klar, „erwarte ich persönlich, dass auch die sensibelsten

Beweise im Zusammenhang mit der Schlussfolgerung offengelegt werden.“ Er

fügte jedoch hinzu, dass er, wenn das Endprodukt nur von der CIA oder von

der CIA und dem FBI verfasst werden soll, „diese Bedenken zurückstellen

werde“.


Clapper wies Rogers‘ Bedenken zurück. In einer E-Mail-Antwort, die er ihm

am selben Tag schickte und die auch an CIA-Direktor John Brennan und

FBI-Direktor James Comey adressiert war, betonte er, dass es unerlässlich

sei, dass „wir (CIA, NSA, FBI, ODNI) alle an einem Strang ziehen und den

Bericht in der höchsten Tradition von ‚UNSERER Geschichte, an der wir

festhalten‘ unterstützen.“ Er fügte hinzu, dass die CIA bereits am selben

Tag den „vollständigen Entwurf der Ad-hoc-Fusionsgruppe“ – der kleinen

Gruppe, die John Brennan zur Ausarbeitung der Bewertung der Geheimdienste

für 2017 eingerichtet hatte – an die nationalen Geheimdienste übermittelt

habe. „Wir werden bei der Fertigstellung des Berichts so viel gegenseitige

Transparenz wie möglich gewährleisten,” antwortete Clapper, „aber mehr Zeit

ist nicht verhandelbar. Wir müssen möglicherweise Kompromisse bei unseren

‚normalen‘ Modalitäten eingehen, da wir dies in einem so engen Zeitrahmen

tun müssen. Dies ist ein Projekt, das als Teamarbeit durchgeführt werden

muss.“


In einem Kommentar zu dem freigegebenen E-Mail-Austausch erklärte Tulsi

Gabbard am 13. August knapp: „Die führenden Figuren der Russland-Lüge haben

jahrelang die amerikanische Öffentlichkeit getäuscht, indem sie ihre

erfundenen und politisierten Einschätzungen als glaubwürdige

Geheimdienstinformationen präsentiert haben. Die heute veröffentlichte

E-Mail bestätigt, was wir bereits aufgedeckt haben: Die Entscheidung, bei

der Erstellung der gefälschten Geheimdienstbewertung von 2017 Standards zu

kompromittieren und Protokolle zu verletzen, war bewusst und kam von ganz

oben.“



Herausgeber: E.I.R., Bahnstraße 4, 65205 Wiesbaden (Deutschland)


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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres: 




Offener Brief von Helga Zepp-LaRouche an Trump und Putin: Atomkrieg verhindern und Beringstraßen-Tunnel bauen!


schillerinstitute.com, 10. August 2025 (EIRNS) – Am 11. August wird die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, einen offenen Brief an Präsident Donald Trump und Präsident Wladimir Putin (https://schillerinstitute.com/de/blog/2025/08/11/offener-brief-von-helga-zepp-larouche-an-trump-und-putin-atomkrieg-verhindern-und-beringstrassen-tunnel-bauen/?ref=eirna.de) veröffentlichen, der auch an den chinesischen Präsidenten Xi Jinping weitergeleitet wird.

Dem Brief sind drei Artikel aus der Zeitschrift EIR vom 4. Mai 2007 beigefügt, die sich mit dem Bau eines Tunnels durch die Beringstraße befassen, durch den eine Eisenbahnlinie das eurasische und das amerikanische Bahnnetz miteinander verbinden würde. („Russisch-amerikanisches Team: Die Welt braucht einen Tunnel durch die Beringstraße!“„Mendelejew hätte zugestimmt“„Die Ursprünge des Beringstraßenprojekts“.) Es folgt der Wortlaut von Zepp-LaRouches Brief.


„An Präsident Donald Trump und Präsident Wladimir Putin:


Wenn Sie sich am 15. August in Alaska treffen, liegt das Schicksal der Menschheit in Ihren Händen. Gegen alle Bemühungen der Feinde des Friedens können Sie nicht nur den Krieg in der Ukraine beenden und damit das Damoklesschwert der nuklearen Auslöschung der Menschheit zumindest in diesem Konflikt beseitigen, sondern Sie können auch die Diplomatie in die Beziehungen zwischen den beiden mächtigsten Atommächten der Welt zurückbringen.

Aber Sie können noch etwas Höheres erreichen, indem Sie nicht nur die Bedrohungen für die Menschheit abwehren, sondern der ganzen Welt eine schöne Vision für die Zukunft geben. Sie könnten sich auf den Bau eines Korridors durch die Beringstraße einigen und mit diesem Eisenbahn- und Tunnelprojekt die Bahnnetze Eurasiens mit denen Amerikas verbinden. Dieses Projekt würde die riesigen unerschlossenen Ressourcen Sibiriens und die Ressourcen der USA in der Arktis – Öl, Gas, Edelmetalle aller Art sowie Süßwasser – für die Entwicklung erschließen. Sibirien und der russische Fernen Osten verfügen über die größten Vorkommen an Rohstoffen aller Elemente, die in Mendelejews Periodensystem zu finden sind, und die gemeinsame Erschließung dieser Ressourcen, zu der viele andere rohstoffarme Länder eingeladen werden könnten, könnte das perfekte Programm zur Vermeidung von Kriegen werden und den Wohlstand der Welt erheblich steigern.

In nicht allzu ferner Zukunft könnte man dann mit Hochgeschwindigkeitszügen um die Welt reisen, von den Südspitzen Argentiniens und Chiles in Ushuaia und Puerto Williams durch ganz Amerika, dann durch die Beringstraße über Eurasien und mit einem Tunnel unter der Straße von Gibraltar weiter durch den gesamten afrikanischen Kontinent bis zum Kap der Guten Hoffnung.

Das Projekt eines Tunnels unter der Beringstraße wird seit Jahrzehnten von führenden Wissenschaftlern und Politikern in den Vereinigten Staaten, Russland und China untersucht und gefördert, dies dokumentieren die beigefügten Artikel aus dem Magazin EIR aus dem Jahr 2007 sowie ein 8-minütiges Video von Dr. Victor Rasbegin, stellvertretender Vorsitzender des SOPS, des Russischen Rats für die Erforschung der Produktivkräfte, der auf der Weltausstellung 2010 in Shanghai den Großen Preis für Innovation gewann.

Der Beringstraßen-Tunnel und damit verbundene große Infrastrukturprojekte könnten auch als Grundlage für weitere eingehende Gespräche zwischen den Präsidenten Trump, Putin und Chinas Xi Jinping dienen – wie ich bereits zuvor vorgeschlagen habe –, sollte Präsident Trump eingeladen werden und sich bereit erklären, an den Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs teilzunehmen, die am 3. September in China stattfinden werden.

Dieses Projekt für eine integrierte Infrastruktur der ganzen Welt als Grundlage für die Entwicklung wird den Grundstein dafür legen, Krieg als Mittel zur Konfliktlösung für immer zu beenden. Die Hoffnung der Menschheit ruht auf Ihnen!

Mit freundlichen Grüßen, Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts, 11. August 2025 (cc.: Präsident Xi Jinping)“


Info: https://schillerinstitute.com/de/blog/2025/08/11/offener-brief-von-helga-zepp-larouche-an-trump-und-putin-atomkrieg-verhindern-und-beringstrassen-tunnel-bauen/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

17.08.2025

Globale Neuausrichtung im Gange (16.08.2025)

aus e-mail von Irene Eckert, 17. August 2025, 10:22 Uhr


Das Kräfteparallelelogramm ändert sich


*Im Browser öffnen*

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/mr/sh/6rqJ8GoudeITQRcRz4DwV3dj7Rf/3lE4mGtYeB6N>

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dINmO1bKUR0tNfKPPc7/FGj8mChAb-DY>


E.I.R. Nachrichten (eirna.de)

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIPRQTtTykQRJGSL2v9/xJOB0DW20S1H>

vom 16.08.2025

Chefredakteur: Dr. Wolfgang Lillge

Ein guter Zeitpunkt und Ort für einen strategischen Gipfel


Der 15. August ist ein bedeutendes Datum in der Geschichte. An diesem Tag

vor 54 Jahren, am 15. August 1971, verkündete Präsident Richard Nixon (auf

Geheiß der Wall Street) das Ende des internationalen Finanzsystems mit

festen Wechselkursen. Damit läutete er eine Ära der ungezügelten globalen

Spekulation und Deindustrialisierung ein. Lyndon LaRouche warnte damals,

dass dies zu Kriegen, Wirtschaftskrisen und Völkermord führen würde, wenn

dieser Trend nicht umgekehrt würde.


Das folgende halbe Jahrhundert ist ein Beweis für die Richtigkeit von

LaRouches Prognose – und dafür, dass seine politischen Alternativen im

transatlantischen Raum abgelehnt wurden. Es ist diese Dynamik, die die Welt

heute an den Rand eines Atomkrieges gebracht hat und die den heutigen

Gipfel zwischen Präsident Donald Trump und Präsident Wladimir Putin in

Anchorage, Alaska, so dringend macht.


Werden wir in einigen Jahren auf diesen Gipfel vom 15. August zurückblicken

und sagen, dass er den Beginn einer neuen Ära markierte – diesmal auf der

Grundlage einer neuen internationalen Sicherheits- und

Entwicklungsarchitektur? Wird dies der Zeitpunkt sein, an dem die Gefahr

einer thermonuklearen Vernichtung schließlich abgewendet werden konnte und

die Entwicklung aller Nationen und aller Menschen zum Maßstab für Erfolg

wurde?


Diese Frage lässt sich noch nicht beantworten. Es ist eine Zukunft, die wir

noch gestalten müssen.


In seiner Rede auf der gemeinsamen Pressekonferenz nach dem Gipfeltreffen

in Alaska betonte Präsident Putin, dass das Treffen mit Präsident Trump

sehr konstruktiv und längst überfällig gewesen sei. Er hoffe, so Putin,

dass damit eine Ära gegenseitig vorteilhafter Beziehungen zwischen Russland

und den USA eingeläutet werde, einschließlich der Zusammenarbeit bei der

Weltraumforschung und der Erschließung der Arktis. Es sei an der Zeit, von

der Konfrontation zum Dialog überzugehen, sagte er. Die beiden Länder lägen

nur wenige Kilometer voneinander entfernt über der Beringstraße. Man könne

dort die Datumsgrenze überqueren und „buchstäblich von gestern nach morgen

hinübertreten“.


Präsident Trump erklärte gegenüber den Medien, dass er und Putin ein

„äußerst produktives Treffen“ gehabt und in den meisten Punkten große

Fortschritte erzielt hätten. Es seien noch einige wenige Punkte zu klären,

bevor eine Erklärung abgegeben werden könne, da „kein Deal vorliegt, bis

ein Deal vorliegt“. Zudem kündigte er an, unverzüglich die Staats- und

Regierungschefs der NATO und der Ukraine anzurufen, um sie zu informieren.

Trump betonte, dass er ein „fantastisches Verhältnis zu Wladimir“ habe, und

fügte hinzu, dass nur die Einmischung durch die Anti-Russland-Hetzkampagne

in den USA es „für uns als Land schwieriger gemacht hat“: „Er wusste, dass

es ein Schwindel war, und ich wusste, dass es ein Schwindel war“.

Abschließend sagte er zu Putin: „Wir werden uns sehr bald wieder sprechen

und uns wahrscheinlich auch sehr bald wiedersehen.“ Darauf antwortete Putin

auf Englisch: „Das nächste Mal in Moskau.“ Trump erwiderte: „Oh, das ist

interessant. Ich weiß nicht. Das wird mir wohl etwas Ärger einbringen, aber

ich könnte mir vorstellen, dass es klappt.“


Weitere Details zu den Gesprächen wurden von keiner der beiden Seiten

bekannt gegeben und es wurden keine Fragen der Presse beantwortet.


Da es in den Medien auf beiden Seiten des Pazifiks endlose Spekulationen

darüber gab, was wirklich auf dem Gipfel passiert ist, möchten wir unsere

Leser an zwei Punkte erinnern, da offiziell nichts bekannt gegeben wurde.

Erstens hat der stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow

betont, dass das Wichtigste, was mit den Gesprächen erreicht werden soll,

die Wiederaufnahme eines normalen Dialogs zwischen den beiden Ländern ist,

um die strategischen und Rüstungskontrollfragen anzugehen, die einen

kritischen Stand erreicht haben.


Zweitens haben britische Geheimdienste und Politiker wiederholt betont,

dass ein persönliches Treffen zwischen Trump und Putin um jeden Preis

verhindert werden müsse. Sir Richard Dearlove, ehemaliger Chef des MI6 und

einer der Hauptarchitekten der „Russiagate“-Verschwörung, brachte es am

Vorabend des Gipfels auf den Punkt: „Ich bin äußerst besorgt; ich weiß

einfach nicht, was Trump vorhat.“


Im Zusammenhang mit dem Gipfel war in den BRICS-Staaten und anderen Ländern

des Globalen Südens der Zollkrieg der Trump-Regierung gegen sie ein

zentrales Thema. Es werden Möglichkeiten geprüft, ihre Exporte in

befreundete Länder des Globalen Südens umzuleiten und eigene

Kreditmechanismen für produktive Investitionen zu schaffen, die sie für

ihre Entwicklung benötigen. Zwei bevorstehende Anlässe, bei denen ein

Paradigmenwechsel im internationalen Wirtschaftssystem auf der Tagesordnung

stehen wird, sind das Treffen der Shanghai Cooperation Organization (SCO)

vom 31. August bis 1. September in Tianjin, China, und die internationalen

Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs im

Pazifik am 3. September in Peking.


Nachdem Trump nun mit Putin zusammengetroffen ist, ist es dringender denn

je, den nächsten strategischen Schritt zu tun. Dies hat die Gründerin des

Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, in einem Appell vom 11. August an

die Präsidenten Trump, Putin und Xi Jinping unter dem Titel „Das

Beringstrassentunnel-Projekt ist die perfekte Politik zur Vermeidung von

Kriegen

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIR6SwBdT3pzEraGgEB/DkvVv9KLVAi9>“

vorgeschlagen: „Der Beringstraßentunnel und damit verbundene große

Infrastrukturprojekte könnten auch als Grundlage für weitere eingehende

Gespräche zwischen den Präsidenten Trump, Putin und Chinas Xi Jinping

dienen – wie ich bereits zuvor vorgeschlagen habe –, sollte Präsident Trump

eingeladen werden und sich bereit erklären, an den Feierlichkeiten zum 80.

Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs teilzunehmen, die am 3.

September in China stattfinden werden.


Dieses Projekt für eine integrierte Infrastruktur der ganzen Welt als

Grundlage für Entwicklung wird den Grundstein dafür legen, Krieg als Mittel

zur Konfliktlösung für immer zu beenden. Die Hoffnung der Menschheit ruht

auf Ihnen!“

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Inhalt

STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR


   - Sir Richard Dearlove zählt auf Deutschland und Marco Rubios Team, um

   den Krieg in der Ukraine am Laufen zu halten

   - Der ungarische Außenminister behauptet, Brüssel wolle drei

   friedensorientierte europäische Regierungen stürzen


NEUES PARADIGMA


   - Der Beringstraßentunnel könnte jährlich bis zu 400 Millionen Tonnen

   Fracht transportieren.

   - Russische Strategieanalysten: „In Alaska liegt eine neue

   Sicherheitsordnung auf dem Tisch.“

   - China und Indien machen Fortschritte bei der Beilegung ihrer

   Streitigkeiten

   - Indiens Reaktion auf Trumps Zölle: „Wir exportieren woanders hin“

   - Am 3. September befasst sich das Östliche Wirtschaftsforum in

   Wladiwostok mit der Entwicklung der Arktis

   - Militärführer des Iran und Südafrikas vereinbaren Ausbau der

   Beziehungen

   - Russische Medien veröffentlichen Interviews mit den Botschaftern

   Indiens und Pakistans in Russland


USA UND KANADA


   - Eine weitere Enthüllung von Gabbard: DNI Clapper drängte NSA-Chef

   Rogers zur Unterzeichnung eines gefälschten Berichts


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STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR

Sir Richard Dearlove zählt auf Deutschland und

Marco Rubios Team, um den Krieg in der Ukraine am Laufen zu halten


15. August 2025 (EIRNS) – Der ehemalige MI6-Chef Richard Dearlove, einer

der führenden Köpfe hinter der „Russiagate“-Lüge, die Präsident Donald

Trump zu Recht als „sehr gefährlich“ für die Vereinigten Staaten bezeichnet

hat, erklärte in seinem Podcast „One Decision

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dISlVOTmxNFXASiCJXD/zLVD2O26UtQ4>“

wenige Stunden vor dem Gipfeltreffen in Alaska mit großer Bestürzung, er

sei „äußerst besorgt“, dass es zu einem langfristigen Friedensabkommen

kommen könnte. „Ich weiß einfach nicht, was [Trump] vorhat … Ich verstehe

es einfach nicht … Sehr viele Menschen sind besorgt.“ Er beklagte, dass

„wir“ dachten, beim letzten NATO-Treffen mit Trump sei etwas erreicht

worden, aber jetzt…” Dearlove ereiferte sich, die Europäer seien so

verärgert, dass sie „mit den Spielsachen um sich werfen.“


„Sir Russiagate“ hat jedoch nicht die Absicht, aufzugeben, denn

anschließend umriss der britische Spionagechef die wichtigsten Elemente

einer Strategie zur „Rettung“ ihres Krieges: Deutschland solle die gesamten

Kosten für die Finanzierung der Waffen für die Ukraine übernehmen.

US-Außenminister Marco Rubio und sein Team sollen dafür sorgen, dass die

Vereinigten Staaten den Deutschen die Waffen verkaufen, damit diese in die

Ukraine geliefert werden können.


Die Europäer müssten sich hinter Selenskij stellen, argumentierte er. Wenn

die Deutschen wirklich in die Bresche springen, hätten sie die finanzielle

Macht, um die Ukraine zu unterstützen. Deutschland habe „den nötigen

Reichtum und die Mittel“, um die Ukraine zu unterstützen, wenn die

Amerikaner ihnen die Waffen verkaufen würden – und er gehe davon aus, dass

die USA dies tun werden. „Es gibt sicherlich Leute, die für Rubio arbeiten,

die ich kenne, und die eine ganz andere Sicht auf eine Lösung haben. Sie

werden die Ukraine nicht im Stich lassen,“ verriet Dearlove.


Er prognostizierte, dass das Treffen in Alaska nichts als „Optik“ bringen

werde: Russland werde Kiew weiter bombardieren, Trump werde erneut wütend

werden, dann zur Vernunft kommen und erkennen, dass „Zwangsmaßnahmen“ der

einzige Weg seien, um mit Putin umzugehen. Das bedeute sekundäre

Wirtschaftssanktionen und genügend militärisches „Equipment“, um der

Ukraine die Grundlage für eine „realistische Pattsituation“ auf dem

Schlachtfeld zu verschaffen – allerdings nicht für die Rückeroberung großer

Gebiete, räumte er ein.

Der ungarische Außenminister behauptet, Brüssel wolle drei

friedensorientierte europäische Regierungen stürzen


15. August 2025 (EIRNS) – Der ungarische Außenminister Péter Szijjártó

beriet sich gestern mit seinen Amtskollegen Juraj Blanár aus der Slowakei

und Marko Đurica aus Serbien. Die drei vereinbarten, ihre Haltung zur

Souveränität zu stärken und sich angesichts des ihrer Meinung nach

wachsenden Drucks von außen gegenseitig Solidarität zu versichern.

Anschließend schrieb Szijjarto auf Twitter: „Brüssel spielt in der

Weltpolitik keine Rolle mehr. Die Tatsache, dass Europa von den Gesprächen

in Alaska ausgeschlossen wurde, beweist dies.“


Er sagte, dass Ungarn, Serbien und die Slowakei im Gegensatz zur EU, die

auf eine Fortsetzung des Krieges gegen Russland drängt, den nationalen

Interessen Vorrang eingeräumt hätten. „Das frustriert natürlich die

liberalen Mainstream-Politiker, und infolgedessen wächst der Druck auf

Regierungen, die sich für Frieden einsetzen, nationalen Interessen folgen

und sich nicht Brüssel unterordnen.“ Es sei „klarer als der helle Tag“,

dass in Mitteleuropa „externe Interventionsexperimente stattfinden, um die

patriotischen Regierungen der Slowakei, Ungarns und Serbiens zu

destabilisieren und zu stürzen.“ All dies seien „verschiedene Kapitel

desselben Szenarios in Brüssel: Sie wollen die friedlichen, patriotischen,

national interessierten Regierungen beseitigen,” um sie durch

Marionettenregierungen zu ersetzen und so Brüssel „einen Platz zu

verschaffen.“


Weiter argumentierte er: „Sie haben ständig Öl ins Feuer gegossen und damit

den Krieg verlängert, die europäisch-russischen Beziehungen fast

unversöhnlich gemacht und die europäische Sicherheit untergraben.“

Szijjártó erklärte, der Krieg hätte innerhalb von anderthalb Monaten

beendet sein können, wenn das ukrainisch-russische Abkommen zugelassen

worden wäre. Westeuropa habe die Ukrainer jedoch überredet und gezwungen,

weiterzukämpfen. „Es ist ziemlich hart, dies als Friedensstiftung zu

bezeichnen.“ Und nun fördere die jüngste Erklärung der europäischen Staats-

und Regierungschefs, die Ungarn nicht unterzeichnen wollte, nicht den

Frieden, sondern versuche vielmehr, ihn zu untergraben.

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NEUES PARADIGMADer Beringstraßentunnel könnte jährlich bis zu 400 Millionen

Tonnen Fracht transportieren.


15. August 2025 (EIRNS) – Ein Tunnel unter der Beringstraße wäre sowohl für

die Vereinigten Staaten als auch für Russland von großem Nutzen. Laut dem

Eisenbahnfachmann Scott Spencer könnte er bis zu 400 Millionen Tonnen

Fracht pro Jahr transportieren. Im Hinblick auf das bevorstehende

Gipfeltreffen der Präsidenten Russlands und der USA, Wladimir Putin und

Donald Trump, am 15. August, sagte Scott gegenüber TASS: „Ich persönlich

glaube, dass die Interkontinentalbahn eines von vielen Themen ist, in denen

sich Präsident Trump und Präsident Putin einigen können. Das wäre für beide

Länder von Vorteil.“ Spencer fügte hinzu, dass die Kapazität des unter der

Beringstraße verlaufenden Tunnels auf der Interkontinentalbahn „über 400

Millionen Tonnen pro Jahr beträgt. Das sind 3 % des derzeitigen weltweiten

Handelsvolumens.“


Spencer bezeichnete den Tunnel als „Panamakanal des 21. Jahrhunderts“ und

führte aus: „Von diesem Projekt würden nicht nur die Vereinigten Staaten

und Russland, sondern auch Kanada und China profitieren.“


In Bezug auf die Zusammenarbeit zwischen Russland und den USA verglich er

das Projekt mit der Internationalen Raumstation. Tatsächlich seien die

Kosten für den Bau eines Tunnels mit denen für den Bau der ISS

vergleichbar. „Der Bau der Internationalen Raumstation hat 100 Milliarden

Dollar gekostet, hinzu kommen mehrere Milliarden Dollar aus unseren

Ländern, sowohl aus den Vereinigten Staaten als auch aus Russland und den

europäischen Ländern. Japan und andere beteiligen sich an den

Betriebskosten,“ erklärte er. „Wir haben also die Möglichkeit, ein viel

nachhaltigeres Projekt zu realisieren.“


Die Anfangsinvestition von 100 Milliarden Dollar über die 150- bis

200-jährige Lebensdauer des Tunnels, so Spencer, würde sich durch die

Entwicklung des internationalen Handels, der das Wirtschaftswachstum

ankurbelt, um ein Vielfaches amortisieren.


Spencer ist ein bekannter Eisenbahnberater und arbeitet für die

Inter-Continental Railway, eine Organisation, die vom kürzlich verstorbenen

Tunnelexperten George Koumal und dem alaskischen Anwalt Joseph R. Henri

gegründet wurde. Der dritte Mitbegründer ist Viktor Rasbegin, einer der

führenden Berater der Eisenbahnindustrie in Russland. Spencer ist außerdem

Mitbegründer von AmeriStarRail (ASR), einer Interessenvertretung für

Hochgeschwindigkeitszüge in Amerika.

Russische Strategieanalysten: „In Alaska liegt eine neue Sicherheitsordnung

auf dem Tisch.“


15. August 2025 (EIRNS) — Zwei der prominentesten Strategieanalysten

Russlands haben gestern auf den Seiten von RT einen Überblick über die

Themen gegeben, die beim Gipfeltreffen zwischen Präsident Wladimir Putin

und Donald Trump am 15. August in Alaska zur Sprache kommen könnten. Dmitri

Suslow (Experte des Valdai-Clubs und Mitglied des Russischen Rates für

Außen- und Verteidigungspolitik) und Fjodor Lukjanow (ebenfalls Mitglied

des Valdai-Clubs und Chefredakteur von Russia in Global Affairs) waren sich

einig, dass es um weit mehr als territoriale Fragen oder sogar den Krieg in

der Ukraine geht. Vielmehr stehe eine grundlegende Veränderung der globalen

Sicherheitsordnung bevor. Lukjanows Artikel

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIUQXqlwRgf563q7wqF/bq90zWJO7_ag>

trug die Überschrift „Eine neue Sicherheitsordnung steht in Alaska zur

Debatte: Das Treffen zwischen Putin und Trump erinnert an die

Herausforderungen der deutschen Wiedervereinigung“.


Lukjanow betonte, dass der Gipfel in Alaska ein Meilenstein sein könnte

„für die Grundsätze, auf denen eine umfassendere Einigung zwischen den

führenden Weltmächten erzielt werden könnte… Beunruhigend ist jedoch, dass

sich die öffentliche Debatte weiterhin auf territoriale Aufteilungen

konzentriert – wer was bekommt und was im Gegenzug gegeben wird. Dabei wird

das Kernproblem übersehen. Die akute Phase der Ukraine-Krise wurde nicht

durch Territorialgelüste ausgelöst. Sie begann, als Moskau die nach dem

Kalten Krieg entstandene Sicherheitsordnung in Frage stellte – eine

Ordnung, die auf der unbegrenzten Erweiterung der NATO als vermeintlichem

Garant für die Stabilität in Europa beruhte.“


Lukjanow betonte auch, dass die von den BRICS-Staaten angeführte globale

Mehrheit selbst wichtige Schritte in Richtung eines Paradigmenwechsels

unternehme. Donald Trumps jüngster Versuch, die größten Staaten der

sogenannten „globalen Mehrheit“ – China, Indien, Brasilien und Südafrika –

dazu zu drängen, sich den Anweisungen Washingtons zu fügen, habe nicht die

gewünschten Ergebnisse gebracht. „Der Versuch hat nicht zu dem Ergebnis

geführt, das sich das Weiße Haus erhofft hatte. … Aber die Unverblümtheit

des amerikanischen Vorstoßes hat sie diesmal gezwungen, ihre Positionen zu

verhärten.“ Lukjanow kam zu dem Schluss: „Die Häufigkeit der Treffen Putins

mit den Staats- und Regierungschefs der BRICS-Staaten zeigt, dass Moskau

diese Realität versteht. Ob Washington dies auch tut, bleibt abzuwarten.“


Suslow betonte zudem

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIW5aJ45w04d1ey3a9H/QR8tLXIN0oaG>,

dass „Trumps Bemühungen, Moskau unter Druck zu setzen, indem er China und

Indien dazu drängt, den Kauf von russischem Öl einzustellen, nach hinten

losgegangen sind… Dies hat auch zu einer Entspannung zwischen Indien und

China geführt, so dass Premierminister Narendra Modi nun an dem

Gipfeltreffen der SCO in Tianjin teilnehmen wird.“


Suslow kam zu dem Schluss, dass „die BRICS, die Trump offen zu schwächen

versprochen hat, nur noch enger zusammengewachsen sind. Der Gipfel in

Alaska ist Trumps Chance, aus der Falle zu entkommen, die er sich selbst

gestellt hat, indem er versucht hat, Moskau über Peking und Neu-Delhi unter

Druck zu setzen, und Ergebnisse in der Ukraine vorzuweisen, die er als

diplomatischen Erfolg verkaufen kann.“


Eine Möglichkeit dafür sei eine groß angelegte wirtschaftliche

Zusammenarbeit zwischen Russland und den USA mit einer offenen Tür für die

BRICS. „Die seit 2014 weitgehend eingefrorene wirtschaftliche

Zusammenarbeit in der Arktis könnte wiederbelebt werden,” schrieb Suslow.

„Beide Seiten würden von einer gemeinsamen Entwicklung im hohen Norden

profitieren, und ein Abkommen in diesem Bereich hätte politische

Symbolkraft – als Beweis dafür, dass die beiden Länder trotz der Altlasten

des letzten Jahrzehnts zusammenarbeiten können.“

China und Indien machen Fortschritte bei der Beilegung ihrer Streitigkeiten


15. August 2025 (EIRNS) — Die langwierigen und heiklen Gespräche über die

Beilegung des Grenzkonflikts zwischen China und Indien werden fortgesetzt,

wenn der chinesische Außenminister Wang Yi am 18. August zu Gesprächen mit

dem indischen Nationalen Sicherheitsberater Ajit Doval nach Indien reist.

Dies berichtete laut RT

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIXkclMFQJUAxG5zDSJ/Hs5-hPT9MFRj>

die Press Trust of India (PTI) am 13. August. Doval hatte im Juni des

vergangenen Jahres ein Treffen mit Wang in Peking, bei dem dieser sagte,

die Beziehungen zwischen China und Indien hätten „positive Fortschritte“

gemacht.


Zu diesen Fortschritten gehören laut Presseberichten Pläne zur

Wiederaufnahme der direkten Passagierflüge zwischen den beiden Ländern im

nächsten Monat sowie die Wiederaufnahme des Grenzhandels nach mehr als fünf

Jahren.


RT merkt an, dass „Wangs Besuch zu einem Zeitpunkt stattfindet, zu dem

Berichte kursieren, dass der indische Premierminister Narendra Modi plant,

am 31. August am jährlichen Gipfeltreffen der Shanghai Cooperation

Organization (SCO) in der chinesischen Stadt Tianjin teilzunehmen“. Es ist

gut möglich, dass es am Rande des SCO-Treffens zu einem Treffen zwischen

Modi und Xi Jinping kommen wird, obwohl es dafür noch keine offizielle

Bestätigung gibt.


Im Juli zeigten hochrangige Vertreter aus Peking, Moskau und Neu-Delhi

Interesse an einer Wiederbelebung des trilateralen Formats RIC

(Russland-Indien-China), berichtete RT.

Indiens Reaktion auf Trumps Zölle: „Wir exportieren woanders hin“


15. August 2025 (EIRNS) — Die Times of India berichtete, dass die Regierung

Modi auf die Einführung von 50-prozentigen Zöllen auf Importe aus Indien

durch die Trump-Regierung reagiert, indem sie ihre Exportpräsenz in 50

anderen Ländern ausbauen will, die 90 % der gesamten Exporte Indiens

ausmachen. „Die Strategie sieht laut einem Bericht von CNBC TV18 vor,

insbesondere die Beziehungen zu neuen Märkten im Nahen Osten und in Afrika

zu intensivieren,“ berichtete RT

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIZPfDeOuctisrDuqlL/3pt0GMmuIAHY>.

„Der Ansatz wird auf bestimmte Produkte zugeschnitten sein und sich an drei

Hauptzielen orientieren: Diversifizierung der Exporte, Ersatz von Importen

durch inländische Produkte und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der

Exporte, fügte der Bericht hinzu. … Die neue Politik zielt darauf ab, die

Abhängigkeit von einem einzelnen Markt zu verringern und die mit

Handelsstörungen verbundenen Risiken zu minimieren.“


Auch wenn dies noch nicht in den Nachrichten aufgetaucht ist, denken andere

von Trumps Zöllen betroffene BRICS-Staaten in die gleiche Richtung. So

exportiert etwa Brasilien, das ebenfalls mit Zöllen in Höhe von 50 %

konfrontiert ist, 13 % seiner gesamten Exporte in die Vereinigten Staaten,

während 36 % in die 20 BRICS-Staaten (10 Vollmitglieder und 10

Partnerländer) gehen. Indonesien exportiert 10 % in die USA und 57 % in

andere BRICS-Staaten.


In den letzten Jahren hat sich die Kluft zwischen den Exporten der

BRICS-Staaten in die USA und den Exporten innerhalb der BRICS-Staaten

insgesamt stetig vergrößert – ein Trend, der sich als Reaktion auf Trumps

Zölle noch beschleunigen wird.

Am 3. September befasst sich das Östliche Wirtschaftsforum in Wladiwostok

mit der Entwicklung der Arktis


15. August 2025 (EIRNS) – Am 3. September, dem Tag, an dem in Peking der

80. Jahrestag des Sieges im Pazifik im Zweiten Weltkrieg gefeiert wird und

der russische Präsident Wladimir Putin Ehrengast sein wird, beginnt in

Wladiwostok das jährliche Östliche Wirtschaftsforum.


Am 5. September wird Putin die Grundsatzrede vor dem internationalen

Treffen halten, das sich in der Regel mit Entwicklungsprojekten und

Perspektiven in der Arktis und Ostsibirien befasst.


Wie der Journalist Pepe Escobar in einem Artikel für Sputnik

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIb4hfwYOwJGoSLqU4N/NFn2RT9Kt6L0>

erklärte, „bringt uns das zur Arktis – und zu ernsten Themen, die

sicherlich auf dem bevorstehenden Forum in Wladiwostok ausführlich

diskutiert werden“. Die Arktis verfügt über mindestens 13 % der weltweit

unentdeckten Ölreserven und 30 % der unentdeckten Erdgasvorkommen. Russland

kontrolliert mindestens die Hälfte all dieser Reserven.“


Escobar weist auf die Möglichkeit einer Zusammenarbeit zwischen Russland

und den USA bei der Erschließung dieser Ressourcen sowie derjenigen auf der

amerikanischen Seite der Beringstraße hin. „Eine Möglichkeit wären massive

US-Investitionen in gemeinsame Arktis-Projekte mit Russland. Etwas ganz

anderes wäre es, wenn die USA der Nordischen Seeroute (NSR) beitreten

würden, die von den Chinesen als ‚Arktische Seidenstraße‘ bezeichnet wird.

Die NSR verkürzt die Schiffsfahrzeiten zwischen Asien und Europa um bis zu

50 %. Escobar kommt zu dem Schluss: „Alaska hat in der gegenwärtigen Lage

und unter Berücksichtigung der vielfältigen Auswirkungen des hybriden

Krieges gegen die BRICS-Staaten das Potenzial, Washington einen Ausweg aus

den Trümmern einer massiven strategischen Niederlage zu bieten.“

Militärführer des Iran und Südafrikas vereinbaren Ausbau der Beziehungen


15. August 2025 (EIRNS) — Die obersten Militärbefehlshaber des Iran und

Südafrikas trafen sich am 12. August in Teheran und vereinbarten konkrete

Schritte zum Ausbau der Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich. Der

iranische Generalstabschef Generalmajor Seyyed Abdolrahim Mousavi und der

Befehlshaber der südafrikanischen Nationalen Verteidigungskräfte, General

Rudzani Maphwanya, erörterten ihre gemeinsamen nationalen Interessen und

bezeichneten ihre Partnerschaft als strategische Priorität. Laut Al Mayadeen

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIcjk8EhtFiok3Tm7NP/eTchrQv82EzJ>

sehen beide Seiten den Besuch als Wendepunkt in den Beziehungen zwischen

Teheran und Pretoria.


Der Iran ist ein neues Mitglied der BRICS, während Südafrika zu den fünf

Gründungsmitgliedern gehört.


Mousavi bezeichnete die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) als die weltweit

größte Anti-Terror-Truppe mit wertvollen operativen Erfahrungen, die sie

mit Südafrika teilen könne. Er fügte hinzu, dass die IRGC „über bedeutende

Fähigkeiten in verschiedenen militärischen, technischen und industriellen

Bereichen verfügt“, die „in Zusammenarbeit mit den Streitkräften und dem

Verteidigungsministerium Südafrikas genutzt werden können, um gemeinsame

nationale Interessen zu fördern und die regionale und internationale

Sicherheit zu stärken.“


Der iranische Generalmajor Amir Hatami nahm ebenfalls an den Gesprächen

teil und erklärte: „Die Islamische Republik und Südafrika haben sich immer

gegenseitig und unterdrückte Nationen unterstützt.“ Er bezeichnete die

Entscheidung Südafrikas, wegen des Völkermords in Gaza rechtliche Schritte

gegen Israel einzuleiten, als eine Maßnahme, die „in die Geschichte

eingehen wird“.


General Maphwanya

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/SMK1E8tHeFuYwWIky8daHJSMJdKx/_WQ0tGpxxHDN>

verwies seinerseits auf die anhaltende Unterstützung des Iran für Südafrika

während des Kampfes gegen die Apartheid als Beispiel für die „historische

Verbundenheit zwischen den beiden Nationen“. Dies sei die Grundlage für die

heutige Zusammenarbeit und er freue sich auf den Ausbau der

Verteidigungsbeziehungen.

Russische Medien veröffentlichen Interviews mit den Botschaftern Indiens

und Pakistans in Russland


15. August 2025 (EIRNS) — Zwischen Indien und Pakistan mag es erhebliche

Spannungen geben, doch ihre jeweiligen Botschafter in Russland wurden in

den letzten Tagen in den russischen Medien positiv dargestellt. Beide

gingen auf die ausgezeichneten Beziehungen ihrer Länder zu Russland und auf

die Aussichten für eine künftige Zusammenarbeit ein.


RT veröffentlichte am 13. August ein Interview mit dem indischen

Botschafter in Russland, Vinay Kumar. Darin betonte er, dass „zwischen dem

russischen Präsidenten Putin und dem indischen Premierminister Modi

definitiv eine positive Chemie herrscht. Sie haben sich schon oft getroffen

und telefonieren regelmäßig miteinander.“


Sputnik interviewte unterdessen den pakistanischen Botschafter in Russland,

Muhammad Khalid Jamali. Dieser betonte, dass „die Beziehungen zwischen

Russland und Pakistan auf einem positiven Weg sind.“ Auf die Frage, ob

Pakistan dem BRICS-Verbund beitreten wolle (einem Bericht zufolge lehnte

Indien den Antrag in diesem Jahr ab), sagte Jamali: „Wir glauben, dass wir

für die BRICS ein wichtiges Mitglied Südasiens sind und dass unsere

Teilnahme nicht nur für unser Land, sondern auch für die BRICS-Mitglieder

von Vorteil wäre. Und ich bin sicher und hoffe, dass die BRICS frei von

jeglicher Politisierung sein werden.“


Jamali fügte hinzu, dass Pakistan mit seinen 240 Millionen Einwohnern „eine

sehr geostrategisch günstige Lage hat. Wir liegen am Schnittpunkt zwischen

dem Nahen Osten, Westasien und Südostasien. Um die Vorteile der

Konnektivität nutzen zu können, sind wir ein natürlicher Korridor für

Präsident Putins Vision eines internationalen Nord-Süd-Transportkorridors

(INSTC). In dieser Hinsicht kann Pakistan eine zentrale Rolle bei der

Förderung der Entwicklung und der sozioökonomischen Entwicklung der

gesamten Region spielen … Wir möchten uns mit dieser Region verbinden. Wir

wollen die alte Seidenstraße zwischen dieser Region und unserer

Indus-Zivilisation wiederbeleben.“


Der INSTC ist ein bedeutendes Infrastrukturprojekt, das Indiens Westküste

auf dem Seeweg mit dem Iran verbindet und von dort aus weiter nach Norden

bis nach Russland führt. Russland hat Pakistan kürzlich zur Teilnahme am

INSTC eingeladen. Pakistan hat das Angebot angenommen, wodurch das Land nun

mit Indien in einer Arbeitsbeziehung im Rahmen dieses großen

Infrastrukturentwicklungsprojekts steht.

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USA UND KANADAEine weitere Enthüllung von Gabbard: DNI Clapper drängte

NSA-Chef Rogers zur Unterzeichnung eines gefälschten Berichts


15. August 2025 (EIRNS) — Am 13. August veröffentlichte die Direktorin der

Nationalen Nachrichtendienste (DNI), Tulsi Gabbard, freigegebene

Geheimdienstdokumente, die die verräterische Rolle des ehemaligen DNI James

Clapper bei der Fälschung von Geheimdienstberichten belegen. Mit diesen

sollte „bewiesen“ werden, dass Russland zugunsten von Donald Trump in die

Präsidentschaftswahlen 2016 eingegriffen habe.


Unter den veröffentlichten Dokumenten befinden sich zwei E-Mails vom 22.

Dezember 2016, die Clapper und Mike Rogers, der damalige Leiter der

National Security Agency, ausgetauscht haben. Sie enthüllen Clappers

Beharren darauf, dass unbestätigte Geheimdienstinformationen über die

angebliche Rolle Russlands beim Hackerangriff auf das DNC (Democratic

National Committee) und das DCCC (Democratic Congressional Campaign

Committee) durchgedrückt und in die Geheimdienstbewertung 2017 aufgenommen

und Präsident Barack Obama vorgelegt werden sollte.


Dies, obwohl Rogers argumentierte, dass sein Team „angesichts der Eile

dieser Aktion keine Zeit hatte, alle zugrunde liegenden

Geheimdienstinformationen vollständig einzusehen, zu prüfen und abzuwägen“

und sich „vor der Vorlage an den Präsidenten nicht zu 100 % wohl damit

fühlt.“ „Um es klar zu sagen“, fuhr er fort, „ich sage nicht, dass wir

inhaltlich anderer Meinung sind, aber ich möchte sicherstellen, dass wir,

wenn wir in Zukunft gefragt werden, ob wir voll und ganz hinter dem Papier

stehen können, keinen Grund haben, aufgrund des Verfahrens zu zögern.“


„Wir haben eine Chance, dies richtig zu machen, und es ist entscheidend,

dass wir dies tun,“ warnte Rogers, insbesondere, wenn das Endprodukt

gemeinsam von CIA, FBI, ODNI und NSA verfasst werde. Im letzteren Fall, so

stellte er klar, „erwarte ich persönlich, dass auch die sensibelsten

Beweise im Zusammenhang mit der Schlussfolgerung offengelegt werden.“ Er

fügte jedoch hinzu, dass er, wenn das Endprodukt nur von der CIA oder von

der CIA und dem FBI verfasst werden soll, „diese Bedenken zurückstellen

werde“.


Clapper wies Rogers‘ Bedenken zurück. In einer E-Mail-Antwort, die er ihm

am selben Tag schickte und die auch an CIA-Direktor John Brennan und

FBI-Direktor James Comey adressiert war, betonte er, dass es unerlässlich

sei, dass „wir (CIA, NSA, FBI, ODNI) alle an einem Strang ziehen und den

Bericht in der höchsten Tradition von ‚UNSERER Geschichte, an der wir

festhalten‘ unterstützen.“ Er fügte hinzu, dass die CIA bereits am selben

Tag den „vollständigen Entwurf der Ad-hoc-Fusionsgruppe“ – der kleinen

Gruppe, die John Brennan zur Ausarbeitung der Bewertung der Geheimdienste

für 2017 eingerichtet hatte – an die nationalen Geheimdienste übermittelt

habe. „Wir werden bei der Fertigstellung des Berichts so viel gegenseitige

Transparenz wie möglich gewährleisten,” antwortete Clapper, „aber mehr Zeit

ist nicht verhandelbar. Wir müssen möglicherweise Kompromisse bei unseren

‚normalen‘ Modalitäten eingehen, da wir dies in einem so engen Zeitrahmen

tun müssen. Dies ist ein Projekt, das als Teamarbeit durchgeführt werden

muss.“


In einem Kommentar zu dem freigegebenen E-Mail-Austausch erklärte Tulsi

Gabbard am 13. August knapp: „Die führenden Figuren der Russland-Lüge haben

jahrelang die amerikanische Öffentlichkeit getäuscht, indem sie ihre

erfundenen und politisierten Einschätzungen als glaubwürdige

Geheimdienstinformationen präsentiert haben. Die heute veröffentlichte

E-Mail bestätigt, was wir bereits aufgedeckt haben: Die Entscheidung, bei

der Erstellung der gefälschten Geheimdienstbewertung von 2017 Standards zu

kompromittieren und Protokolle zu verletzen, war bewusst und kam von ganz

oben.“



Herausgeber: E.I.R., Bahnstraße 4, 65205 Wiesbaden (Deutschland)


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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres: 




Offener Brief von Helga Zepp-LaRouche an Trump und Putin: Atomkrieg verhindern und Beringstraßen-Tunnel bauen!


schillerinstitute.com, 10. August 2025 (EIRNS) – Am 11. August wird die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, einen offenen Brief an Präsident Donald Trump und Präsident Wladimir Putin (https://schillerinstitute.com/de/blog/2025/08/11/offener-brief-von-helga-zepp-larouche-an-trump-und-putin-atomkrieg-verhindern-und-beringstrassen-tunnel-bauen/?ref=eirna.de) veröffentlichen, der auch an den chinesischen Präsidenten Xi Jinping weitergeleitet wird.

Dem Brief sind drei Artikel aus der Zeitschrift EIR vom 4. Mai 2007 beigefügt, die sich mit dem Bau eines Tunnels durch die Beringstraße befassen, durch den eine Eisenbahnlinie das eurasische und das amerikanische Bahnnetz miteinander verbinden würde. („Russisch-amerikanisches Team: Die Welt braucht einen Tunnel durch die Beringstraße!“„Mendelejew hätte zugestimmt“„Die Ursprünge des Beringstraßenprojekts“.) Es folgt der Wortlaut von Zepp-LaRouches Brief.


„An Präsident Donald Trump und Präsident Wladimir Putin:


Wenn Sie sich am 15. August in Alaska treffen, liegt das Schicksal der Menschheit in Ihren Händen. Gegen alle Bemühungen der Feinde des Friedens können Sie nicht nur den Krieg in der Ukraine beenden und damit das Damoklesschwert der nuklearen Auslöschung der Menschheit zumindest in diesem Konflikt beseitigen, sondern Sie können auch die Diplomatie in die Beziehungen zwischen den beiden mächtigsten Atommächten der Welt zurückbringen.

Aber Sie können noch etwas Höheres erreichen, indem Sie nicht nur die Bedrohungen für die Menschheit abwehren, sondern der ganzen Welt eine schöne Vision für die Zukunft geben. Sie könnten sich auf den Bau eines Korridors durch die Beringstraße einigen und mit diesem Eisenbahn- und Tunnelprojekt die Bahnnetze Eurasiens mit denen Amerikas verbinden. Dieses Projekt würde die riesigen unerschlossenen Ressourcen Sibiriens und die Ressourcen der USA in der Arktis – Öl, Gas, Edelmetalle aller Art sowie Süßwasser – für die Entwicklung erschließen. Sibirien und der russische Fernen Osten verfügen über die größten Vorkommen an Rohstoffen aller Elemente, die in Mendelejews Periodensystem zu finden sind, und die gemeinsame Erschließung dieser Ressourcen, zu der viele andere rohstoffarme Länder eingeladen werden könnten, könnte das perfekte Programm zur Vermeidung von Kriegen werden und den Wohlstand der Welt erheblich steigern.

In nicht allzu ferner Zukunft könnte man dann mit Hochgeschwindigkeitszügen um die Welt reisen, von den Südspitzen Argentiniens und Chiles in Ushuaia und Puerto Williams durch ganz Amerika, dann durch die Beringstraße über Eurasien und mit einem Tunnel unter der Straße von Gibraltar weiter durch den gesamten afrikanischen Kontinent bis zum Kap der Guten Hoffnung.

Das Projekt eines Tunnels unter der Beringstraße wird seit Jahrzehnten von führenden Wissenschaftlern und Politikern in den Vereinigten Staaten, Russland und China untersucht und gefördert, dies dokumentieren die beigefügten Artikel aus dem Magazin EIR aus dem Jahr 2007 sowie ein 8-minütiges Video von Dr. Victor Rasbegin, stellvertretender Vorsitzender des SOPS, des Russischen Rats für die Erforschung der Produktivkräfte, der auf der Weltausstellung 2010 in Shanghai den Großen Preis für Innovation gewann.

Der Beringstraßen-Tunnel und damit verbundene große Infrastrukturprojekte könnten auch als Grundlage für weitere eingehende Gespräche zwischen den Präsidenten Trump, Putin und Chinas Xi Jinping dienen – wie ich bereits zuvor vorgeschlagen habe –, sollte Präsident Trump eingeladen werden und sich bereit erklären, an den Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs teilzunehmen, die am 3. September in China stattfinden werden.

Dieses Projekt für eine integrierte Infrastruktur der ganzen Welt als Grundlage für die Entwicklung wird den Grundstein dafür legen, Krieg als Mittel zur Konfliktlösung für immer zu beenden. Die Hoffnung der Menschheit ruht auf Ihnen!

Mit freundlichen Grüßen, Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts, 11. August 2025 (cc.: Präsident Xi Jinping)“


Info: https://schillerinstitute.com/de/blog/2025/08/11/offener-brief-von-helga-zepp-larouche-an-trump-und-putin-atomkrieg-verhindern-und-beringstrassen-tunnel-bauen/


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17.08.2025

Nachrichten von Pressenza: Gewaltfreie zivile Verteidigung: Wer bedroht wen?

aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>,17. August 2025, 
Nachrichten von Pressenza - 17.08.2025
Gewaltfreie zivile Verteidigung: Wer bedroht wen?
Was versteht man unter Bedrohungen? Nach welchen Kriterien erfolgt die Analyse von Bedrohungen? Welcher Prozess führt dazu, dass wir ein bestimmtes Ereignis als bedrohlich empfinden? Wie kann man zwischen Rhetorik, die sich an die öffentliche Meinung richten, und einem tatsächlichen&hellip;https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/08/gewaltfreie-zivile-verteidigung-wer-bedroht-wen/
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Die Völkerrechtswidrigkeit von Atomwaffen und daraus folgende Anforderungen an die deutsche Sicherheitspolitik
Vortrag von Otto Jäckel in der Veranstaltung „70 Jahre Russell-Einstein-Manifest“ am 5. Juli 2025 an der Universität Göttingen Nach der “Göttlichen Komödie” von Dante enden Gewalttäter und Massenmörder in dem siebten und schrecklichsten Kreis der Hölle. Hieran erinnerte der argentinische&hellip;https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/08/die-voelkerrechtswidrigkeit-von-atomwaffen-und-daraus-folgende-anforderungen-an-die-deutsche-sicherheitspolitik/
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Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


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17.08.2025

Trump kommt Putin weit entgegen – EUropäer geraten unter Druck

lostineu.eu, 16. August 2025

Beim Alaska-Gipfel ist US-Präsident Trump dem russischen Kremlchef Putin weit entgegen gekommen. Nun liegt der Ball – bzw. der Schwarze Peter – im Feld der EUropäer. Sie sind die Verlierer und könnten den Friedensprozess torpedieren.

Erst die Einladung in die USA. Dann der Empfang auf dem roten Teppich am Flughafen in Anchorage. Danach die gemeinsame Fahrt in der Präsidenten-Limousine zum Tagungsort: Symbolisch ist Trump seinem russischen Gast weit entgegengekommen – viel weiter, als er mußte.

Auch inhaltlich ließ er Putin viel Raum und Zeit. Nach dem dreistündigen, offenbar vorzeitig abgebrochenen Treffen durfte der Kremlchef zuerst zur Presse reden und seine Sicht darlegen. Putin sprach von einem “Agreement” und äußerte die Hoffnung, dass die EUropäer es nicht vermasseln.

Er forderte die Ukraine und die EUropäer auf, eine Friedenslösung nicht “durch Provokationen oder Intrigen” zu hintertreiben. Spätestens hier hätte Trump intervenieren können. Er tat es nicht und verzichtete darauf, die europäische Kernforderung – einen Waffenstillstand – aufzugreifen.

Damit liegt der Ball – bzw. der Schwarze Peter – nun im Feld der EUropäer. Was auch immer Trump und Putin vereinbart haben mögen – sie sollen es abnicken und könnten es torpedieren. So oder so sind sie die Verlierer. Ihre Versuche, Trump im Vorfeld “auf Kurs” zu bringen, sind gescheitert.

Vor allem Kanzler Merz muß eine bittere Niederlage einstecken. Er hatte sich gebrüstet, Trump den Weg zum Frieden gewiesen zu haben und stolz auf den Besuch Selenskyjs in Berlin verwiesen. Nun reist der ukrainische Präsident nach Washington – denn dort spielt die Musik.

Derweil haben die EU-Granden offenbar große Mühe, die Gipfel-Ergebnisse zu verstehen und darauf zu reagieren. Ein gemeinsames Statement ließ lange auf sich warten.  “Der nächste Schritt müssen nun weitere Gespräche unter Einschluss von Präsident Selenskyj sein”, hieß es in Brüssel.

Historisches Versagen

Wieder einmal verlassen sich die EUropäer auf Selenskyj. Wieder geloben sie der Ukraine “unerschütterliche Solidarität”. Wieder legen sie ihr Schicksal in die Hände des ukrainischen Staatschefs und des amerikanischen Präsidenten, statt endlich selbst aktiv zu werden.

Damit beweisen sie erneut ihr historisches Versagen. Die EUropäer hätten alles dafür tun müssen, dass der Gipfel in Europa stattfindet, dass sie selbst am Verhandlungstisch sitzen und einen eigenen Draht nach Moskau haben. Nun stehen sie unter maximalem Druck – und winden sich…

Siehe auch Trump-Putin: Drei mögliche Ergebnisse – alle sind schlecht, eins katastrophal

P.S. In meinem Ausblick auf den Gipfel hatte ich drei mögliche Ergebnisse skizziert. Wenn nicht alles täuscht, läuft es nun auf das dritte Szenario hinaus: Trump übergeht die EUropäer, und die sagen Nein. Das wäre katastrophal…

‹ Der deutsche Beitrag zur Diplomatie: Mehr US-Waffen und mehr Sanktionen

22 Comments

  1. Frank
    16. August 2025 @ 21:39

    Die Reaktionen in den deutschen Mainstream-Medien zeigen, die Musik spielt in Washington. Die Europäer dürfen nicht mal an den Katzentisch, sie werden hinterher informiert.
    Ich habe extra noch einmal zwei Artikel gelesen. Einmal „Der Ukraine-Krieg im Lichte des Völkerrechts“ und „Die Abspaltung des Donbass von der Ukraine war kein Verstoß gegen das Völkerrecht“. Beide Autoren öffnen Wege für eine Friedenslösung. Es geht um die Anerkennung des Selbstbestimmungsrechts der russischspachigen Bevölkerung im Donbass. Dem wird sich vehement verweigert. Wenn Trump nun die Friedenslösung favorisiert kommt die Ukraine und EUropa nicht umhin, sich dieser Frage zu stellen. Faktisch heißt das die Krim und die Donbass-Republiken sind nicht mehr Bestandteil der Ukraine.
    Eine militärische Rückeroberung dieser Gebiete durch die Ukraine ist nicht mehr realistisch. Der Frontverlauf und die Fortschritte Russlands sprechen für sich. Deutsche Nachrichten widerspiegeln nicht die Realität.
    Quellen:
    https://globalbridge.ch/die-abspaltung-des-donbass-von-der-ukraine-war-kein-verstoss-gegen-das-voelkerrecht/
    https://multipolar-magazin.de/artikel/ukraine-konflikt-volkerrecht

Antworten

  • KK
    17. August 2025 @ 01:55

    „Es geht um die Anerkennung des Selbstbestimmungsrechts der russischspachigen Bevölkerung im Donbass.“

    Was die ethnischen Albaner im Kosovo – sogar mit Hilfe von völkerrechtswidrigem NAhTOd-Bombardement Serbiens – dürfen, dürfen die ethnischen Russen im Donbas eben noch lange nicht.
    Die Regeln macht halt immer noch der Westen – denkt er jedenfalls! Höchste Zeit, endlich umzudenken!

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Was sagen Sie dazu?


Info: https://lostineu.eu/trump-kommt-putin-weit-entgegen-europaeer-geraten-unter-massiven-druck/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


unser weiterer Kommentar: Zitat: Wenn nicht alles täuscht, läuft es nun auf das dritte Szenario hinaus: Trump übergeht die EUropäer, und die sagen Nein. Das wäre katastrophal… Zitatende

Die nur scheinbar ehemaligen Stellvertreterkriegsanzetteler machen sich setzt einen schlanken Fuß und zetteln weiter.

  • pittiplatsch
    16. August 2025 @ 19:28

    Zieht Trump Putin an sich, schwächt er China

    Antworten

    • ebo
      16. August 2025 @ 19:47

      Das ist zu hoch für die “geopolitische EU-Kommission” ????

      Antworten

  • Kalle
    16. August 2025 @ 17:32

    Das Bild zum Tage: https://www.instagram.com/p/DNZJoJ1sqvP/

    Antworten

  • KK
    16. August 2025 @ 16:16

    “Die EUropäer hätten alles dafür tun müssen, dass…sie selbst am Verhandlungstisch sitzen…”

    So, wie sie das bisher getan haben, bin ich eigentlich ganz froh, dass sie das eben nicht tun! Denn es stünde zu befürvhten, dass dies in einem grossen EUropäischen Krieg münden würde… mit immerhin minderstens drei involvierten Atommächten.

    Antworten

    • Karl
      16. August 2025 @ 17:27

      @KK: am Tisch sitzen, heißt Diplomatie. Wer sich an den Tisch setzt, verhandelt.

      Wenn die EU-Europäer sich aus der Geschichte verabschieden und ohnmächtig zugucken, wie die verbliebenen Großmächte handeln, erhalten wir einen weiteren 30-Jährigen Krieg in Europa.

      Er diente der weiteren Schwächung Europas und besonders Deutschlands. Der letzte 30-Jährige Krieg hatte den Absturz Deutschlands, aus Frieden & dem relativen Wohlstand seiner Städte, in eine langwährende wirtschaftliche und politische Bedeutungslosigkeit zur Folge. Seine Ursache war ebenfalls die Ohnmacht der Kleinfürstentümer, ihrer Arsch-kriechenden Erbhofschranzen, wie sie heute die Bläckrocker sind, ihre Unfähigkeit zur Diplomatie.

      Antworten

      • KK
        16. August 2025 @ 17:57

        @ Karl:
        „@KK: am Tisch sitzen, heißt Diplomatie. Wer sich an den Tisch setzt, verhandelt.“

        Ich sehe bei den EUropäern keinen Verhandlungswillen – die kennen nur Maximalforderungen, von denen auch nur einen Millimeter abzurücken ihnen seit Februar 2022 nicht im Traum einfiele! Wenn die sich an den Tisch setzen, dann nicht, um zu verhandeln, sondern bestenfalls um Verhandlungen zu boykottieren wie zB bereits 2022 in Istanbul, ich fürchte aber eher noch weiterte Eskalationen…

        Und nach Minsk trauen die Russen ohnehin den EUropäern nicht mehr über den Weg, und zwar durchaus begründet!

        Aber seien Sie beruhigt, der nächste EUropäische Krieg wird keine 30 Jahre dauern – das geht mit modernen Waffen sehr viel schneller, sobald einer Seite der Finger zuckt… immerhin hat die NAhTOD eine nukleare Erstsschlagsstrategie.

      • Arthur Dent
        16. August 2025 @ 23:38

        @Karl
        Deutschland ist schon Vasall seit Adenauers Zeiten. Deutschland ist freiwillig Vasall und macht das gern. (ach so – mit „Deutschland“ sind natürlich die „Tüpen“ im Politikumfeld gemeint, nicht die Otto Normalverbraucher).

  • Erneuerung
    16. August 2025 @ 15:08

    Irgendwann wird man feststellen müssen, dass man eher die Ukraine mit Sanktionen hätte belegen müssen als Russland, Gründe hätte man genug gehabt: Dem Westen wurde mehrfach rechtswidrig das Gas abgestellt, man hat die Menschenrechte mit Füßen getreten durch Bombardierungen der eigenen Zivilisten, durch Sperrung von Wasser und Renten, durch Sprach- und Religionsverbot. All diese Dinge widersprechen der erklärten Demokratie.

    Antworten

  • Guido B.
    16. August 2025 @ 14:36

    Wenn sich die Bosse der grössten Atommächte wieder die Hand geben und gegenseitig Respekt zollen, ist das erst mal eine sehr gute Nachricht. Da muss man Fico und Orban recht geben.
    Die Pinscher-Meute in den Hauptstädten Europas, die sich für gefährliche Rottweiler halten, dürfen weiter den Gummi-Wurfbällchen nachjagen und die Löwen verkläffen. Der Löwe im Weissen Haus wird sich allerdings standhaft gegen die Pro-Selenski-Meute im Capitol Hill und in den Mainstream-Medien wehren müssen. Trump steht jetzt unter enormem Druck. Ob er diesem standhalten wird, ist fraglich. Es ist gut möglich, dass er bald wieder aggressivere Töne gegen Putin und Russland anschlagen wird. Die Pinscher-Fraktion und ihre Geheimdienste werden garantiert dafür sorgen. Wie wärs mit einem Butscha 2.0?

    Antworten

  • Ute Plass
    16. August 2025 @ 14:32

    “Europa auf der Speisekarte der Weltgeschichte // Verfassungsmäßige Regierungshandlungsunfähigkeit”

    https://www.youtube.com/watch?v=TPX2OW-kKZI

    Antworten

    • european
      16. August 2025 @ 15:06

      Sehr interessanter podcast.

      Er hat völlig recht, aber ich glaube, dass die Bevölkerungen, zumindest viele Bürger, doch spüren das die Erde unter ihren Füßen bebt und u.a. deshalb Parteien an den Rändern wählen, um aus diesem drohenden Szenario auszusteigen. Ob das hilft, ist eine andere Frage. Ich bezweifle das.

      Antworten

      • Karl
        16. August 2025 @ 17:13

        @ Sehr interessanter podcast: – Mit der Falschen Begründung!
        — RICHTIG: Wir stehen auf der Speisekarte, weil die USA ihre Vasallen nun verzehren und 100.000 deutsche kleine und ganze kleine Bläckrocker ihnen brav zu Diensten sind…
        — FALSCH: Die USA haben in Deutschland nicht die meisten und größten Militärstützpunkte außerhalb der USA, weil sie Europa schützen. Das ist Propaganda, und der PostCast plappert sie unverstanden nach.

        Vielmehr brauchen die USA Deutschland, um ihre Weltmacht über Eurasien zu entfalten. Ohne den gigantischen Militärstützpunkt in Europa wäre die USA keine Weltmacht. Nicht umsonst sind mehrere Hauptquartiere, der größte Militärflughafen Ramstein, das größte Militärhospital usw. in Deutschland stationiert.
        Richtig wäre für ein souveränes Deutschland: dafür Geld zu verlangen, anstatt es zu zahlen! Aber faktisch gelten noch Teile des alten Besatzungsrechts. Also zeigt mehr Selbstbewußtsein: Schüttelt eure Ketten ab, Ihr Vasallen!

  • european
    16. August 2025 @ 14:13

    Die Europäer sind ja nicht solidarisch mit der Ukraine. Solidarität wäre gewesen, sich nicht auf den Handel mit den USA einzulassen, um über die Ukraine einen Stellvertreterkrieg gegen Russland zu führen. Solidarität mit den Ukrainern würde bedeuten, ihren Willen nach Beendigung des Krieges endlich zu respektieren. Solidarität hätte geheißen, sich deutlich gegen den Beschuss der russischen Bevölkerung auszusprechen.

    Solidarität hätte bedeutet, sich aktiv für friedliche Lösungen einzusetzen anstatt die Ukraine mit Gewalt in die EU ziehen zu wollen, um den geostrategischen Anforderungen von jenseits des Atlantiks zu genügen.

    Antworten

    • ebo
      16. August 2025 @ 14:26

      Völlig richtig! Es geht auch nicht um DIE Europäer, sondern um die EUropäer, also ihre Vertreter auf EU-Ebene. Und die sind solidarisch mit Selenskyj – dem Präsidenten – aber nicht mit seinem Volk.

      Antworten

    • Ute Plass
      16. August 2025 @ 18:23

      Ja, immer wieder weiterführende Denkimpulse von dem Demokratie-Enthusiasten Ardalan Ibrahim. Aktuell hat sich (im Sinne paradoxer Intervention) eine Losdemokratiepartei gegründet, deren Absicht es ist das vorherrschende Parteisystem überflüssig werden zu lassen.

      Antworten

  • Arthur Dent
    16. August 2025 @ 13:59

    den europäischen Betonfrisuren, Betonköpfen, (eis)kalten Kriegern und kläffenden Chihuhuas zum Merken:
    Ich hab zwar nicht teilgenommen, aber es geht nicht um die Ukraine, es geht um etwas viel größeres: DIE ARKTIS!!!
    Da möchte “Goldfinger” mitspielen.
    Ende August, Anfang September beginnt in Wladiwostok ein Wirtschaftsforum, in China die SCO…

    Antworten

  • Michael
    16. August 2025 @ 13:07

    Man will in Berlin und EU nicht wahrhaben dass die USA und Russland zunächst einmal die globalen geostrategischen Aspekte besprechen, einschl. Multipolarität und Nukleare Sicherheit, etc.! Dazu gehört auch NATO! Da Russland als Großmacht Teil Europas ist das restliche Europa zunächst einmal von nachgeordneter Bedeutung, egal was Merz, UvdL, und Konsorten denken! Die Ukraine ist nur ein Stolperstein der aus dem Weg geräumt werden muß, so wie Russland und die USA es entscheiden!

    Antworten

    • ebo
      16. August 2025 @ 13:29

      Mein Eindruck ist auch, dass sie vor allem über Wirtschaft, Sanktionen, Zölle und andere internationale Themen gesprochen haben. Da es in der Ukraine keine Einigung gab, hat man vorzeitig abgebrochen.

      Antworten

      • Michael
        16. August 2025 @ 15:54

        Hm!? Ich höre allenthalben es habe in Sachen Ukraine keine Einigung gegeben und deshalb abgebrochen!?
        Ich glaube es hat ein Einigung gegeben – und zwar eine ziemlich schnelle – die darin besteht einen Waffenstillstand auszuschließen und stattdessen eine substantielle und grundsätzliche Friedenslösung anzustreben! Der „Waffenstillstand“ ist schließlich nur Taktik, eine „Friedenslösung“ ist hingegen Strategie. Auch deshalb ist mein Eindruck dass man die Gespräche nicht abgebrochen sondern verkürzt hat!
        Deshalb, meine ich, hat man

  • WBD
    16. August 2025 @ 12:30

    „Er tat es nicht und verzichtete darauf, die europäische Kernforderung – einen Waffenstillstand – aufzugreifen“

    Ich hatte die Bemerkungen Trumps nach dem Treffen so verstanden, daß er nicht nur die o.a. Kernforderung ‚Waffenstillstand‘ nicht aufgegriffen hat, sondern daß er sogar die russische Kernforderung erwähnt hat, nämlich ‚langfristigen Frieden anstatt Waffenstillstand‘ (Trump auf TruthSocial).

    Damit steht EUropa nun wirklich alleine mit dem Krieg da…

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  • unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    17.08.2025

    Sozialökonomik - Geschichte und Gegenwart eines Wissenschaftskonzepts   (I von VIII)

    Sozialökonomik - Geschichte und Gegenwart eines Wissenschaftskonzepts



     

    exploring-economics.org, Seite besucht am 17. August 2025, 11:30 Uhr

    Frank Fehlberg
    Exploring Economics, 2021

    Level: leicht


    Thema:Reflexion der Ökonomik
    Format:Grundlagentext


    Die Sozialökonomik ist 1) die historische Fachbezeichnung einer integrierten Sozial- und Wirtschaftswissenschaft (vgl. Einzelwissenschaft, Disziplin). Als (Sozial-)Ökonomik wird die Wissenschaft selbst bezeichnet, ihr Gegenstand als (Sozial-)Ökonomie. 2) Ein kontextabhängiger Ausdruck für komplexe Zusammenhänge von Gesellschaft und Wirtschaft (vgl. Sozialökonomie bzw. Sozioökonomie).

    Vortrag von Karsten Nowrot aus der Reihe Rechtswissenschaftliche Beiträge der Hamburger Sozialökonomie (2014). [vergrößern] [Quelle]


    Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts stand die Bezeichnung im deutschsprachigen Raum für das übergreifende Wissensgebiet von Geschichte, Rechts- und Staatswissenschaft, Volkswirtschaftslehre und Soziologie. Das jüngere sozialökonomisch wurde oft synonym mit den älteren nationalökonomisch oder volkswirtschaftlich verwendet, womit v.a. der „gesellschaftliche und politische Kontext wirtschaftlicher Aktivität“ hervorgehoben werden sollte.[1] Als charakteristisch gilt der erkenntnistheoretische Versuch, historisch-soziale Wirklichkeitswissenschaft mit wirtschaftstheoretisch-logischer Analyse zu verbinden.[2] Als Wissenschaftskonzept repräsentierte die Sozialökonomik die anfänglich interdisziplinär ausgerichtete universitäre Praxis der institutionalisierten Volkswirtschaftslehre (VWL). Durch methodologische Spezialisierung und akademische Restrukturierung seit den 1950er-Jahren verlor sie jedoch ihren disziplinären Leitbildcharakter.[3]

    In der Gegenwart werden Sozial- oder Sozioökonomik und VWL kaum mehr auf derselben Bedeutungsebene verwendet. Dagegen sind u.a. Sozialpolitik, Sozialstatistik, Sozioökonomische Bildung und Verhaltensforschung, Soziale Arbeit, Sozialwirtschaft, sozial-betriebliche Organisation, sozial-ökologische Transformation oder die Christlichen Soziallehren mit dem Begriff assoziiert. Oft werden im Sprachgebrauch mit sozioökonomisch sozialstatistische Sachverhalte (Sozio-oekonomisches Panel) und mit sozialökonomisch wirtschafts- und sozialpolitische Themen adressiert (FB Sozialökonomie Hamburg). Hierbei wird zuweilen offen auf wirtschaftsethische Prämissen bzw. auf einen notwendigen ethischen Diskurs in den Wirtschaftswissenschaften und der Wirtschaft selbst hingewiesen.[4]

    In diesem doppelten Sinne werden z.B. die neueren historisch-sozial wie statistisch-formal angelegten Studien des Ökonomen Thomas Piketty in der Literatur sowohl der älteren Tradition einer disziplinären Sozialökonomik als auch aktuellen sozioökonomischen oder transformativ-wirtschaftspolitischen Forschungsansätzen zugeordnet.[5] Die Juristin Katharina Pistor knüpft rechtshistorisch und rechtstheoretisch an diese Fragestellungen an.[6]

    Inhalt

    1. Überblick
    2. Geschichte 1850-1970
      1. Ausgangssituation im 19. Jahrhundert
      2. Leitmotive
      3. Der sozial-ökonomische Diskurs
    3. Diskurselemente und Diskursfelder einblenden
      1. Die Sozialökonomik als integratives Disziplinmodell
      2. Sozialökonomik und Wirtschaftspraxis bis 1970
    4. Literatur und Weblinks
      1. Literaturauswahl bis 1970
      2. Literaturauswahl ab 1970
      3. Zeitschriften und Periodika
      4. Institutionen, Studiengänge, Gesellschaften
    5. Einzelnachweise

    Überblick

    Die Sozialökonomik prägte zu Beginn des 20. Jahrhunderts gemeinsam mit der Soziologie den Fächerkanon der modernen Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Anders als die Soziologie konnte sich die Sozialökonomik jedoch nie als eigenständige Wissenschaftsdisziplin etablieren, wenngleich sie als interdisziplinäres Wissensgebiet präsent blieb.[7]

    Das Wissenschaftskonzept der Sozialökonomik als disziplinärer Komplex: Die Sozialökonomische Brille. [vergrößern] [Quelle: Frank Fehlberg]


    In der Wirtschaftswissenschaft dominierten lange Zeit vor allem Politik, Staat, Nation bzw. Volk als disziplinäre Bestimmungsbegriffe (z.B. Nationalökonomie, Volkswirtschaftslehre, Staatswirtschaftslehre, Politische Ökonomie). Vor diesem Hintergrund kann man die umfassender ausgerichtete Sozialökonomik als eine „verspätete Wissenschaft“ bezeichnen.[8] Sie setzte sich zwar teilweise begrifflich-konzeptionell durch, nicht aber akademisch-institutionell. Als klassische Idee einer ökonomischen Querschnittswissenschaft verlor sie im Zuge der Fächerdifferenzierung des 20. Jahrhunderts an Boden. Nach dem Ende des Kalten Krieges und im Zuge der voranschreitenden ökonomisch-ökologischen Globalisierung fand sie wieder stärkere Beachtung.

    Die erste wissenschaftstheoretische Grundlegung: Heinrich Dietzels Theoretische Socialökonomik (1895). [vergrößern] [Quelle]


    Der Gegenstandskomplex der Gesellschaftswirthschaft (1852) bzw. des Gesellschaftlichen Systems der menschlichen Wirthschaft (1867) wurden in Verbindung mit ersten Ansätzen einer disziplintheoretischen Beleuchtung von Karl Rodbertus und Albert Schäffle eingeführt.[9]

    Unter der Bezeichnung Sozialökonomik wurden diese Grundlagen ab etwa 1880 von Adolph Wagner und Heinrich Dietzel systematisch als Wissenschaftskonzepte weiterentwickelt. Ziel war die erkenntnistheoretische und methodologische Verknüpfung der institutionen- und sozialhistorischen Expertise der Historischen Nationalökonomie mit dem Theorieschwerpunkt der Klassischen Nationalökonomie.[10]

    Max Weber verlieh der Sozialökonomik als ihr prominentester Exponent und als Schriftleiter der mehrbändigen Lehrbuchreihe Grundriss der Sozialökonomik (GdS, 1914-1930) andauernde Bekanntheit und Wirkung; insbesondere mit seinem 1921/22 darin erschienenen Beitrag Die Wirtschaft und die gesellschaftlichen Ordnungen und Mächte (später als Soziologische Kategorienlehre bezeichnet).[11] Ab 1956 wurden seine nachträglich kompilierten sozialökonomischen Schriften als Wirtschaft und Gesellschaft – Grundriß der verstehenden Soziologie (WuG) herausgegeben und wirkten v.a. in der Soziologie und in der Politikwissenschaft weiter. Mittlerweile stellt die Max-Weber-Gesamtausgabe (MWG) unter dem Obertitel Wirtschaft und Gesellschaft mehrere Einzelbände mit den originalen und z.T. unvollendeten sozialökonomischen Texten bereit.[12]

    Vielen GdS-Autoren und Mitherausgebern wie z.B. Karl Bücher, Joseph Schumpeter, Friedrich von Wieser und Werner Sombart hängt wie Weber bis heute der Nimbus der letzten „Jedi-Ritter“ an – der letzten sozialwissenschaftlichen Universalgelehrten.[13]


    Richard T. Ely veröffentlichte 1884 unter dem Reihentitel Institutions and Economics den Teilband The Past and the Present of Political Economy. Wie der Herausgeber Herbert B. 


    Adams war Ely vom deutschen Historismus geprägt. [vergrößern] [Quelle]

    In den USA legte Richard T. Ely – der in Deutschland im Sinne des Historismus ausgebildet worden war – den Grundstein für die spätere Institutionenökonomik.[14] Ely war Initiator der am Verein für Socialpolitik orientierten American Economic Association (1885), führende Figur der Progressive Era, Autor populärer Lehr- und Schulbücher sowie Herausgeber der Reihe Citizen’s Library of Economics, Politics and Sociology (1900ff.). Seine Darstellungen beschäftigten sich mit der ökonomischen Bedeutung historisch bedingter Institutionen der modernen Gesellschaft wie etwa der Privatautonomie. Seine disziplinäre Auffassung stand der Sozialökonomik sehr nahe, was seine frühe Beschäftigung mit Karl Rodbertus, Albert Schäffle und Adolph Wagner zeigt.[15] Ely war akademischer Lehrer u.a. von John R. Commons, Thorstein Veblen und Wesley Clair Mitchell sowie des US-Präsidenten Woodrow Wilson.[16]

    Als der Einfluss der Wirtschaftstheorie des Keynesianismus in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg zurückging, konnte sich die Neoklassik als die Dominante aller postklassischen Wirtschaftstheorien etablieren. An den westlichen Universitäten wurde die Neoklassische Synthese weitgehend mit der ökonomischen Wissenschaft als solcher identifiziert, weshalb sie bis heute oft als „Orthodoxie“ bezeichnet wird. Abweichende wissenschaftstheoretische Disziplinmodelle wie die traditionelle Sozialökonomik oder wirtschaftstheoretische Alternativansätze (ugs. meist „Paradigmen“ oder „Denkschulen“), welche im Forschungs- und Lehrkanon der institutionalisierten VWL unterrepräsentiert sind, zählen seither zur „Heterodoxie“. Diese verfügt nicht über eine hinreichend homogene Interessen- und Organisationsstruktur und eine vergleichbare akademische Basis wie der postklassisch geprägte Mainstream (vgl. Kritik seitens der Pluralen Ökonomik).[17]

    Geschichte 1850-1970

    Ausgangssituation im 19. Jahrhundert

    Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Wirtschaftswissenschaft keine einheitlich institutionalisierte Disziplin. Wie alle im 19. Jahrhundert entstandenen Sozialwissenschaften hatte sie kein exklusives Forschungsfeld und keine entsprechend verbindlichen Erkenntniswege gefunden. Einzelne Lehrstühle an den Universitäten hatten großen subjektiven Einfluss auf Forschung und Lehre.


    "Die Politische Ökonomie ist nichts anderes als die Ökonomie der Gesellschaft", so der französische Klassiker Jean-Baptiste Say 1828 zum Gegenstand der ökonomischen Wissenschaft (Seite 1 von 2). [vergrößern] [Quelle]


    In den klassischen Schriften von Adam Smith, Thomas Robert Malthus, David Ricardo und ihren Zeitgenossen zeigte sich die moderne Wirtschaftswissenschaft als Kind der Aufklärung. Ihre moral-, staats- und sozialphilosophischen Aspekte schlugen sich in der frühen Fachbezeichnung Politische Ökonomie nieder (heute ugs. meist nur Klassik). Sie vereinte wissenschaftliche Bereiche, die heute mit der Wirtschaftsethik, der Wirtschaftsgeschichte und der Wirtschaftstheorie assoziiert werden, in einer Sozialwissenschaft, die vom freiheitlichen Antifeudalismus und einem bürgerlich-individualistischen Privatrechtssystem nach antikem Vorbild ausging. Seit der Unabhängigkeit der USA 1776 und der Französischen Revolution 1789 prägten diese aufklärerischen Elemente die modernen westlichen Gesellschafts- und Wirtschaftsordnungen.

    Die Isolation und Formalisierung von einzelnen Theoremen und Motivationen menschlichen Verhaltens verstärkten jedoch bald die Tendenz zur Naturalisierung von Wirtschaft. Aus vergesellschafteten Menschen und Rechtssubjekten wurden zunehmend autonome Individuen, welche als ökonomisch rationalisierte Akteure in quasi-naturgesetzlichen Kausalzusammenhängen handelten. Mehr und mehr verlagerte sich so die Auffassung des Ökonomischen in das Vorfeld zwischenmenschlicher und sozialer Bindungen. Historische Entwicklung, Komplexität und Brisanz gesellschaftlicher Wirklichkeit wurden weitgehend ausgeklammert.

    Im deutschsprachigen Raum herrschte zunächst die Historische Schule der Nationalökonomie als Erfahrungswissenschaft komplexer und jeweils einzigartiger sozialer Sachverhalte vor. Der ökonomische Historismus hatte sich bei Adam Müller und Friedrich List sowie später bei Wilhelm Roscher, Bruno Hildebrand und Karl Knies v.a. als traditional-entwicklungsorientierte Gegenströmung zur naturrechtlich-rationalistischen Rechtslehre der Aufklärung formiert.


    Für die Sozialökonomie ("économie sociale") als Disziplinbezeichnung sei es aufgrund der Konventionen zu spät, auch wenn sie die Sache besser treffe, so Jean-Baptiste Say 1828 (Seite 2 von 2). [vergrößern] [Quelle]


    Dementsprechend betrachtete der Historismus Wirtschaftszustände – in bewusster Abkehr von allgemeingültigen Gesetzmäßigkeiten – als Äußerungsformen von ethischer und institutioneller Entwicklung. Empirische Fakten wurden weniger auf deren verallgemeinerungsfähige Bedeutung als auf ihre geschichtliche Eigenart hin untersucht. Der Historischen Schule wurde deshalb mitunter Erklärungsschwäche aufgrund von Theorielosigkeit vorgeworfen. Sie ließe keinerlei allgemeine Aussagen über ökonomische Einzelvorgänge zu und sei deshalb blind für die Methoden des Vergleichs, der Abstraktion und der Ableitung von Erkenntnissen. Aus diesem Grund sei sie keine anwendungsbezogene Wissenschaft, die ihre Aktualität durch Prognosefähigkeit unter Beweis stellen könne.

    Die revolutionären Ereignisse in Europa nach 1789, vor allem aber die sozialistischen und kommunistischen Bewegungen in Frankreich, riefen in Deutschland den Wunsch nach der Etablierung einer Gesellschaftswissenschaft wach. So fragte der Jurist und Ökonom Lorenz von Stein 1842: „Werden wir uns von dem gewaltigsten Widerspruch unsrer Zeit, wie er sich in Frankreich Bahn bricht, überwältigen lassen, weil wir ihm kein bestimmtes Bewusstsein über Wesen und Gestalt der gesellschaftlichen Aufgabe, kurz keine Wissenschaft der Gesellschaft entgegenzustellen hatten?“[18] Der Inspirator von Karl Marx und Publizist Friedrich Wilhelm Schulz beklagte 1843 eine „Staatenkunde und Statistik, die sich mit ihren Durchschnittszahlen überall durchschleicht“, ohne „die Wirklichkeit des Volkslebens nur zu berühren“.[19]

    Ebenso früh wurde die Vorstellung geäußert, durch wissenschaftlich begründete Wirtschaftspolitik der Gesellschaft einen Dienst erweisen zu können. Der Chemiker und Ökonom Karl Marlo stellte 1850 in einer Abhandlung über das System der Weltökonomie fest, dass „aller Fleiß und alle Anstrengung der einzelnen Bürger […] vergeblich“ sei, „wenn die gesetzliche Organisation des socialen Lebens falsch“ sei. „Jeder ökonomische Mißgriff“ könne „das Verderben der Gesellschaft zur unabwendbaren Folge haben.“[20]

    Leitmotive

    Karl Rodbertus – die Kategorien Geschichte und Theorie

    Ab 1842 begann der Jurist und Landwirt Karl Rodbertus seine sozialen und ökonomischen Studien zu veröffentlichen (Erkenntnis unserer Zustände 1842, Soziale Briefe 1850-52[21]).[22] Sein Ansatz war es einerseits, die begrifflich-analytische und logische Stärke der klassischen Ökonomik für entwicklungsgeschichtliche Studien der griechischen und römischen Antike sowie der Moderne fruchtbar zu machen. Andererseits griff er die theoretischen Annahmen und Konzepte vor allem Adam Smiths an, indem er die empirische Dynamik und die historischen Besonderheiten gesellschaftlicher Prozesse betonte. Seine methodologische Kombination von Theorie und Geschichte nahm den späteren Wesenszug neu entwickelter Wissenschaftskonzeptionen vorweg, die ähnliche Syntheseversuche darstellten.[23]


    Karl Rodbertus (1805-1875). [vergrößern] [Quelle]


    Rodbertus bezeichnete den Forschungsgegenstand der modernen Ökonomik als Gesellschaftswirtschaft. Diese grenzte er ausdrücklich von der Nationalökonomie und anderen engführenden Vorgängerbegriffen ab. Rodbertus verwarf die Alleingültigkeit des klassischen Konzepts der individualistisch angelegten arbeitsteiligen Tauschwirtschaft. Seine Vorstellung von der Gesellschaftswirtschaft basierte auf einer von ethisch-systemischen Abhängigkeiten geprägten Arbeits- und Verbrauchsgemeinschaft. Hieraus leitete er u.a. den Begriff der relativen Armut, eine Theorie der Einkommens- und Vermögensverteilung sowie der wirksamen Nachfrage ab (Gesetz der fallenden Lohnquote 1850).[24]

    Rodbertus gilt als Begründer der sozial-ökonomischen Kategorienlehre (1842). Diese verdeutlichte er v.a. am Doppelcharakter des Kapitals als eines sozialen bzw. ethisch-rechtlichen Verhältnisses einerseits und als eines materiellen Produktionsmittels andererseits. Begriffsjuristisch geschult, unterschied er in seiner systematischen Begriffsstruktur etwa Arbeitskosten als spezifisch historische Kategorie der Unternehmer-Perspektive und Kostenarbeit als generelle ökonomische Aufwandsgröße der Produktionstheorie. Ergäben sich die Arbeitskosten aus einem gegenseitigen Anspruchsverhältnis in Geldform, schaffe die Kostenarbeit tatsächlich Einkommen und Produktionsmittel in Güterform.[25]

    Karl Rodbertus über die Doppelbedeutung des Kapitals als materielles Produktionsmittel und als soziales Verhältnis:

    „Auch in der Lehre vom Einkommen haben die Nationalökonomen niemals das Verhältniss oder die Wirkung des Kapitals an sich, sondern immer nur des Privatbesitzes von Kapital behandelt.“[26]

    Die Reflexion der Mehrdeutigkeit des Kapitalbegriffs stellte dessen wirtschaftstheoretisch wertfreie Verwendung infrage. Rodbertus definierte 1868 den „Capitalismus“ als „sociales System“ des „Capitalbesitzes“ und der „Capitalpräponderanz“, das die Wahrnehmung der realen Abläufe der Gesellschaftswirtschaft durch privilegierte soziale Partikularinteressen verzerre.[27] Mit der parallelen Analyse der historisch-sozialen und der logischen Bedeutungsebenen von Begriffen prägte er v.a. Adolph Wagner, Heinrich Dietzel, Max Weber sowie Werner Sombart und trug laut Joseph Schumpeter maßgeblich zur „Gesamtauffassung“ und zu den „Grundbegriffen“ der Sozialökonomik bei.[28]

    Albert Schäffle – Wirtschafts- als Gesellschaftswissenschaft


    Albert Schäffle (1831-1903). [vergrößern] [Quelle]


    Der Ökonom und Staatswissenschaftler Albert Schäffle gilt als einer der ersten deutschsprachigen Soziologen. Ab 1860 war er mehr als vier Jahrzehnte einer der Herausgeber der Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft, welche zu dieser Zeit ein zentrales Publikationsorgan der interdisziplinären sozial-ökonomischen Wissenschaftsgemeinschaft war. Mit seinen stark organologisch-institutionell angelegten Arbeiten grenzte er sich von der Klassik ab, ohne jedoch auf eine rein historisch-ethische Darstellung zu verfallen (v.a. Gesellschaftliches System der Wirtschaft 1867 u. Bau und Leben des socialen Körpers 1875-78[29]).

    Schäffle postulierte, dass die „Wirtschaftswissenschaft eine Gesellschaftswissenschaft“ sei. Eine explizite Begriffsabgrenzung zwischen „Gesellschafts-, [und] Nationalökonomie“ (wie bei Karl Rodbertus) findet sich bei Schäffle nicht. So wies er einer weiterhin meist national gedachten Gesellschaft einen „gemeinwirtschaftlichen“ Charakter zu, den er „streng nationalökonomischen“ Studien unterzog. Hiervon unterschied er das „privatwirtschaftliche System der bürgerlichen Gesellschaft“, welches wiederum von nationalökonomischen Erwägungen abweichende „privatwirtschaftliche Grundlehren“ erfordere (Privatwirtschaftslehre). Das vielzitierte Wort des Historischen Nationalökonomen Wilhelm Roscher - „Ausgangspunkt, wie Zielpunkt unserer Wissenschaft ist der Mensch“ - geht auf die direkte Anregung durch ihn zurück. Schäffle steht für die erste sozialwissenschaftliche Annäherung einer spezifischen historisch-ethischen Nationalökonomie an die theoretische Nationalökonomie im Vorfeld der Jüngeren Historischen Schule Gustav Schmollers.[30]

    Eine ethische Wirklichkeitswissenschaft des Anthropozäns

    Mehrere Vertreter eines Wissenschaftskonzepts der Sozialökonomik verorteten die Zukunft der Wirtschaftswissenschaft bereits früh in einem anthropologisch-weltwirtschaftlichen Bezugsrahmen (vgl. Anthropozän). Sie gingen damit sozialwissenschaftlich sowohl über die Klassik als auch die Historische Schule hinaus, ohne diese jedoch als berechtigte Forschungsperspektiven verwerfen zu müssen.

    1861 forderte Albert Schäffle, den Menschen als das Wesen mit einem freien und „bewussten Willen“ in den Mittelpunkt zu stellen, da allein für dessen Zwecke gewirtschaftet werde. Das Wirtschaften sei „Kulturtätigkeit“, kein „Naturprozess“. „In diesem Sinn verlangen wir eine ethisch-anthropologische, statt einer chrematistischen Nationalökonomie.“ Als praktische Konsequenz erschien Schäffle etwa die Begrenzung des persönlichen Privateigentums für Zwecke des „lebendigen sozialen Zusammenhangs“ und des „sozialen Bedürfnisses“ als selbstverständlich, da es unter anthropologischen Gesichtspunkten „keine rein isolierten Persönlichkeiten“, sehr wohl aber „gemeinsame Güter“ gebe.[31] Im Sinne der unterschiedlichen historisch-sozialen Verhältnisse griff er die klassische Lehre von Arbeit, Kapital und Natur als „mechanischer“ Produktionsfaktoren an.

    Albert Schäffle über den „ethisch-anthropologischen Standpunkt in der Nationalökonomie“:

    „Wenn man den Menschen als ethisches, als Kulturwesen in den Mittelpunkt rückt, ihn zum Agens und Ziel des Wirthschaftens erhebt, ist es absolut ausgeschlossen, den Erzeugungsproceß als Naturproceß, als Produkt dreier mechanisch aufeinander wirkender ‚Faktoren,‘ als Zusammenfluß dreier ebenbürtiger Kräfte aufzufassen. […] der Mensch, der reale, kulturhistorische Mensch [ist] der treibende Mittelpunkt, der Faktor im eigentlichen Sinne des Wortes […]“[32]

    1871 sah Karl Rodbertus das Zeitalter der Anthropokratie (Menschenherrschaft) gekommen. Er forderte das Ende der deterministischen Ökonomik und griff die physiokratischen Denkmuster in der Klassik an (v.a. den Grundsatz Laissez-faire). „Wir müssen diesen ‚Naturgesetzen‘ freie, sittliche, neubelebende Menschengesetze substituiren […] Wir müssen es und wir können es. Denn wir Menschen vermögen ‚das Unmögliche‘; wir dürfen [‚]alles Irrende, Schweifende nützlich verbinden.‘“ An die Stelle blinder Bewegungsgesetze sollte die Auffassung von der Selbstorganisation des „freien geschichtlichen Organismus“ der Menschheit treten.[33]


    In den Sozialen Briefen ab 1850 verhandelte Karl Rodbertus neben wirtschaftstheoretischen auch wissenschaftstheoretische Fragen. [vergrößern] [Quelle]


    Karl Rodbertus in den Sozialen Briefen zum „moralischen“ statt „mathematischen“ Gesamtzusammenhang menschlicher Wirtschaft:

    „Sie [die individualistische Nationalökonomie] hat z.B. den Begriff des Vermögens des Einzelnen zum Grunde gelegt, ohne zu bedenken, daß das Vermögen eines mittelst der Theilung der Arbeit mit Anderen vergesellschafteten Menschen etwas ganz Anderes ist, als das eines völlig isolirt wirthschaftenden Individuums. […] Sie hat gethan, als ob die Gesellschaft nur eine Summe verschiedener wirthschaftlicher Einer, ein mathematisches und kein moralisches, denn das heißt sociales Ganze wäre, als ob sie selbst, die Staatswirthschaft, nur ein Aggregat individueller Wirthschaften und keine organische Gesammtwirthschaft wäre […].“[34]

    Max Weber betrachtete 1895 die Volkswirtschaftslehre ebenfalls als „Wissenschaft vom Menschen“.[35] Anders als Schäffle und Rodbertus thematisierte er die normative Problematik der Werturteile einer derart selbstbezogenen anthropologischen Forschung. Rodbertus war etwa noch überwiegend von einer auf Harmonie und Gleichgewicht abstellenden, also klassisch-aufklärerisch geprägten Moralphilosophie der Ökonomik ausgegangen. Weber versuchte hingegen, Bereiche und Wirkung von vorgelagerten Werturteilen und Wertbeziehungen in den Sozialwissenschaften auszuloten, um eine kritische Reflexion unterschiedlicher methodologischer Denkvoraussetzungen (Axiome) zu ermöglichen.

    Webers eigene methodologische Verbindung von verstehender Deutung und erklärender Analyse menschlicher Ökonomien konnte sich zwar durchaus an der rationalen Aufklärung über Naturzusammenhänge anlehnen. Letztlich musste sie aber historisch-sozial informierte Wirklichkeitswissenschaft und damit kulturbezogene Wissenschaft vom Menschen bleiben. Disziplinäre Axiome, die ausschließlich in unterschiedlichen Methodenlehren begründet lagen (z.B. Geschichte oder Theorie), bezeugten Weber weniger ein allgemein wissenschaftliches denn ein spezifisch weltanschauliches Interesse. Methoden blieben Mittel zum Zweck, sie waren dem umfassenden Erfassen und Erkennen des Forschungskomplexes der menschlichen Kultur nachgelagert.

    Max Weber im sogenannten Objektivitätsaufsatz (1904):

    „Die Sozialwissenschaft, die wir treiben wollen, ist eine Wirklichkeitswissenschaft. Wir wollen die uns umgebende Wirklichkeit des Lebens, in welches wir hineingestellt sind, in ihrer Eigenart verstehen – den Zusammenhang und die Kulturbedeutung ihrer einzelnen Erscheinungen in ihrer heutigen Gestaltung einerseits, die Gründe ihres geschichtlichen So-und-nicht-anders-Gewordenseins andererseits.“[36]

    Der sozial-ökonomische Diskurs

    Die Zeit von ca. 1870 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges war von belebenden Kontroversen unter konkurrierenden Auffassungen von Ökonomik geprägt. Sie ging als Periode des Methoden- und Werturteilstreits in die Geschichte ein, wobei die geführten Debatten keineswegs nur als methodologische Binnenkonflikte, sondern als Teil sozial- und kulturwissenschaftlicher sowie disziplintheoretischer Zukunftsdiskurse wahrgenommen wurden. Im Zentrum standen die Auseinandersetzungen zwischen den „Theoretikern“ und den „Historikern“ unter den Ökonomen und der Konflikt um die Wertfreiheit der Sozialwissenschaften.[37] Die ersten programmatischen Wissenschaftskonzepte der Sozialökonomik gingen unmittelbar aus diesen Spannungen hervor.

    Lujo Brentano über Vielfalt und mangelnde „Übereinstimmung“ in der Volkswirtschaftslehre:

    „Fast auf jeder deutschen Universität wird die Volkswirtschaftslehre in einer von der Behandlung der anderen verschiedenen Weise vorgetragen, und wo mehrere Professuren bestehen – zur Verzweiflung der Schüler – oft an derselben Universität. Einer der berühmtesten deutschen Nationalökonomen, Lorenz von Stein, hat den Professor definirt als ‚Jemand, der anderer Meinung ist.‘ Wäre diese Definition zutreffend, so wären die Professoren der Volkswirtschaftslehre offenbar das Ideal der Professoren […]“[38]

    Methodenstreit – Geschichte und Theorie

    Oftmals wird der Methodenstreit auf die Streitfrage von Deduktion oder Induktion reduziert. Dabei machte er die Diskussion um allgemein-gültige und bedingt-gültige Erkenntnismöglichkeiten zum Gegenstand zahlreicher weiterer Einzelstreitfragen, die auf den Gegensatz von Theorie und Geschichte bezogen werden konnten (z.B. a priori vs. a posteriori, ex ante vs. ex post, methodologischer Individualismus vs. Kollektivismus und Holismus, Philosophie vs. Realität, Naturwissenschaft vs. Kultur- bzw. Geisteswissenschaft).[39]

    Eugen Böhm-Bawerk kritisiert die erkenntnistheoretische Einseitigkeit der Historischen Schule:

    „Die klassische Nationalökonomie hat Theorie ohne Geschichte getrieben; die historische Nationalökonomie ist im besten Zuge[,] Geschichte ohne Theorie zu treiben, […] aber die Zukunft muß und wird einem dritten Wahlspruch gehören: ‚Geschichte und Theorie!‘“[40]

    Die an den Universitäten noch vorherrschende historische Richtung geriet zunehmend unter Druck, die Volkswirtschaftslehre zu einer wirtschaftstheoretisch fundierten und dadurch statistisch wie wirtschaftspolitisch prognosefähigen Disziplin umzugestalten. Die wissenschaftspolitischen Allianzen verschiedenster ökonomischer Strömungen setzten sich je nach Methodenschwerpunkt zusammen, so dass z.B. der Staatssozialismus um Adolph Wagner und Werner Sombart genauso wie die individualistisch geprägte Österreichische Schule um Carl Menger und Eugen Böhm-Bawerk den theoretischen Standpunkt betonten, obwohl sie wirtschaftspolitisch zu entgegengesetzten Urteilen kamen. Später sollten sich beide Richtungen tatsächlich im Umfeld der sozialökonomischen Konzeptionen wiederfinden.

    Franz Oppenheimer zur synthetischen Methodik einer sozial-ökonomischen Geschichtsauffassung:

    „Das ist der Hauptinhalt der sozial-ökonomischen Geschichtsauffassung und der Sozialwissenschaft überhaupt: denn Historik und Ökonomik sind nur zwei verschiedene Ansichten desselben wissenschaftlichen Objektes, des menschlichen Kollektivlebens; jene stellt seine Entwickelungsgeschichte, diese seine Physiologie dar, jene arbeitet sozusagen mit Längs-, diese mit Querschnitten; beide zusammen erst geben die volle Erkenntnis.“[41]

    Insgesamt zeigte der Methodenstreit, dass eine strikte Trennung von Erfahrungswissen und Verstandeswissen weder möglich, noch – mit Immanuel Kant – erkenntnistheoretisch angezeigt ist: „Alle Kultur der Erkenntnisvermögen teilt sich in zwei Zweige auf: Geschichte und Philosophie.“[42] Die methodologische Integration beider Erkenntniswege in eine sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Einzeldisziplin – wie sie die Sozialökonomik im Zuge des Methodenstreits anzustreben begann – war jedoch damit noch nicht erreicht.

    Werturteilsstreit – Ethik

    In die Methodenfrage von Geschichte und Theorie wurde im Rahmen des Werturteilsstreits eine dritte strittige Größe einbezogen, die Wissenschaftsethik. Auslöser war die weitverbreitete Verschränkung von Wirtschaftswissenschaft und Wirtschaftspolitik, also die Verbindung von spezifisch methodischer Sein-Beschreibung und Sein-Analyse mit spezifischen Vorstellungen eines normativen Sein-Sollens. So hatten die Liberalen der theoretisch geprägten sog. Manchesterschule (Kongreß deutscher Volkswirte) wie Heinrich B. Oppenheim und die historisch-ethisch orientierten sog. Kathedersozialisten (Verein für Socialpolitik) wie Gustav Schmoller teilweise sehr erfolgreich Einfluss auf Gesetzgebung und Politik genommen.


    Gustav Schmoller (1838-1917). [vergrößern] [Quelle]


    Schmoller sprach sich für eine bewusst-selbstreflexive Haltung zu den unvermeidlichen eigenen Werturteilen und Interessen aus. Er argumentierte vor allem mit objektiven Werten, die der Ökonomik, egal welcher subjektiven Wertorientierung der einzelne Ökonom noch nachstrebe, seit jeher innewohnten, v.a. mit dem Streben nach dem Gemeinwohl. In diesem Sinne habe die Wirtschaftswissenschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts über alle methodologischen und politischen Gräben hinweg eine objektivierende Wirkung gehabt. Wenn auch idealisierende Wertvorstellungen vom praktischen Zweck der Wissenschaft weiter existierten, so seien diese an den Lehrstühlen der Universtäten nicht identisch mit denjenigen, die in Parteizeitschriften und anderen Organisationen des Klasseninteresses vorherrschten.[43]

    Max Weber zu Gustav Schmollers These der objektiven ethischen Konvergenz:

    „Denn der radikalste Zweifel ist der Vater der Erkenntnis. […] Die spezifische Funktion der Wissenschaft scheint mir […]: daß ihr das konventionell Selbstverständliche zum Problem wird.“

    17.08.2025

    Sozialökonomik - Geschichte und Gegenwart eines Wissenschaftskonzepts   (II von VIII)

    File:Max Weber, 1918.jpg

    Max Weber (1864-1920). [vergrößern] [Quelle]


    Max Weber sprach sich für eine strenge Trennung von Werturteil- und Methodenfragen aus. Aus einem methodisch ermittelten Sein könne nicht methodisch auf ein Sollen geschlossen werden (Humes Gesetz). Dies gelte für vermeintlich historisch entwickelte „Kulturwerte“ ebenso wie für theoretische „Grundprinzipien“ des Wirtschaftens. Allerdings machte Weber deutlich, dass der Zweck bzw. das Erkenntnisziel einer sozialwissenschaftlichen Disziplin wie der Ökonomik in jedem Falle wertgebunden und damit a priori gesetzt werde (Axiom). Dabei verbürge die Allgemeinheit und Ergebnisoffenheit eines gemeinsamen Zwecks größere Wirklichkeitsnähe als eine strittige „Wahl der Zwecke“, welche die Wissenschaften beschränkten Erkenntnisinteressen unterordnen und damit einer ungenügenden Methodik sowie einer einseitigen Normativität zuführen könne.


    Max Weber über eine möglichst ergebnisoffene Formulierung des Forschungszwecks einer umfassenden sozialökonomischen Disziplin:

    „Es ist einfach eine Naivität, wenn auch von Fachmännern gelegentlich immer noch geglaubt wird, es gelte, für die praktische Sozialwissenschaft vor allem ‚ein Prinzip‘ aufzustellen und wissenschaftlich als gültig zu erhärten, aus welchem alsdann die Normen für die Lösung der praktischen Einzelprobleme eindeutig deduzierbar seien.“[45]

    „Die zu theoretischen Zwecken nützlichen Fiktionen der reinen [theoretischen] Oekonomik können aber nicht zur Grundlage von praktischen Wertungen realer Tatbestände gemacht werden. […] Denn – um nur eins zu erwähnen – hinter der ‚Handlung‘ steht: der Mensch. Für ihn kann die Steigerung der subjektiven Rationalität und objektiv-technischen ‚Richtigkeit‘ des Handelns als solche über eine gewisse Schwelle hinaus – ja, von gewissen Anschauungen aus ganz generell – als eine Gefährdung wichtiger (z. B. ethisch oder religiös wichtiger) Güter gelten.“[46]

    Begründung des erkenntnistheoretischen Pluralismus

    Bei der Entwicklung einer integrativen Position in den Gegenstandsbereichen der Geschichte, Theorie und Ethik profitierte der sozial-ökonomische Diskurs von grundlegenden Entwicklungen im Bereich der Wissenschaftsphilosophie. In Reaktion auf die naturalistisch rationalisierte Aufklärung und ihren Anspruch, selbst historische, soziale und ethische Gegenstände naturalistisch verstehen und erklären zu können, war die Wissenschaftslehre von den Natur- und den Geisteswissenschaften entstanden.

    Die einflussreichen Programme der historischen Schulen des 19. Jahrhunderts (z.B.  Geschichtliche Methode, Wilhelm Roscher 1843; Historik, Johann Gustav Droysen 1868; Geisteswissenschaften, Wilhelm Dilthey 1883)[47] stellten heraus, dass die Mensch- und Menschheitswissenschaften „die Geschichte“ nicht als erledigte Vergangenheit betrachten oder mit abgestorbenen Anschauungsmaterial verwechseln dürften. Ebenso wenig könne die Geschichte, wie u.a. Georg Simmel betonte (Probleme der Geschichtsphilosophie 1892), in Form von universellen Geschichtsphilosophien „richtig“ interpretiert, auf „natürliche“ und „ewige“ Prinzipien reduziert werden. Sie könne nicht als überzeitlicher Ziellauf einer generellen Vernunft interpretiert werden, weil derartige Zuschreibungen immer auf den subjektiven Werten des Interpreten basierten (z.B. Fortschritts-, Kreislauf- oder Gleichgewichtsdenken).[48]

    Vielmehr verbinde die Geschichte als Erfahrungshorizont den Menschen einerseits mit dem Gewesen-Sein und Werden seines individuellen und gattungsmäßigen Selbst sowie andererseits mit dessen denkbaren Zustandsmöglichkeiten. Subjekt und Objekt würden nicht, wie in den Naturwissenschaften, durch Erklärung in eine äußerliche und gesetzesmäßige Beziehung gebracht, sondern durch sinnhaftes Verstehen (Hermeneutik) aus der menschlichen Innenansicht heraus zueinander geführt – zur Sach- tritt die Selbsterkenntnis.[49] Wilhelm Dilthey prägte dafür den Satz: „Die Natur erklären wir, das Seelenleben verstehen wir.“[50]

    Die neukantianischen Wissenschaftsphilosophen Wilhelm Windelband und Heinrich Rickert prägten eine Lehre der Wissenschaften, die spezifische systematische Erkenntnisinstrumente nach spezifischen Erkenntniszielen unterschied. Windelband legte die Unterscheidung von nomothetischen und idiographischen Wissenschaften zugrunde (Gesetzes- und Wirklichkeitswissenschaften). Diese ordnete Rickert wiederum den Kategorien der generalisierenden Naturwissenschaften und der individualisierenden Kulturwissenschaften zu.[51] Beide akzeptierten Diltheys Betonung der Hermeneutik für die Geistes- bzw. Kulturwissenschaften, ließen aber auch „natur-“ bzw. gesetzeswissenschaftliche Erklärungen gesellschaftlicher Zusammenhänge unter Vorbehalten gelten.[52]


    File:Heinrich Rickert.jpg

    Heinrich Rickert (1863-1936). [vergrößern] [Quelle]


    Rickert entwickelte dabei eine Erkenntnistheorie der Heterologie, die eine Wissenschaft nicht aus einer definitorischen Objekt-Klassifikation (Definition der Gattung), sondern aus der ihr zugrunde gelegten Wertbeziehung als Bedeutungszusammenhang bzw. Auswahlprinzip heterogener Untersuchungsobjekte hervorgehen lässt (Definition des Zwecks). Das daran ausgerichtete Erkennen muss andersartige Erkenntnisobjekte im Erkenntnisganzen nicht methodisch zwingend in genetischer, hierarchischer, mathematischer oder dialektischer Konstellation ordnen, sondern kann sie heterothetisch (von Heterothese bzw. „Anderthese“) kombinieren und sie so zu einer verbundenen Synthese zusammenführen, zu einer „Einheit der Mannigfaltigkeit“.[53] Rickert habe gezeigt, so Werner Flach, dass „das Letzte, was wir zu denken vermögen, mindestens eine Zweiheit darstellt“ und dass damit der „erkenntnistheoretische Pluralismus eine (endgültige) Begründung“ erhalten habe.[54]

    Eine disziplinäre Zweck-Definition findet sich in Max Webers Auffassung der Sozial- und Wirtschaftswissenschaft als „wissenschaftliche[r] Erforschung der allgemeinen Kulturbedeutung der sozialökonomischen Struktur des menschlichen Gemeinschaftslebens und seiner historischen Organisationsformen“.[55] Diese allgemeine Form der Verbindung von Entwicklung und Struktur kann auch für andere Konzeptionen der Sozialökonomik als kennzeichnend gelten, wobei die methodologische Heterogenität des Faches aufgrund seiner Zusammenschau des Andersartigen jeweils vorausgesetzt wurde.

    Das sozial-ökonomische Diskursfeld im Überblick

    Die wachsende Kluft zwischen „ethischen“, „kulturwissenschaftlichen“, „politischen“ und „sozialen“ Ökonomen auf der einen und den „theoretischen“, „mathematischen“ und „naturwissenschaftlichen“ Ökonomen auf der anderen Seite drohte, den disziplinären Diskurs auf Dauer zu spalten. Dabei war dieser Diskurs in den Jahrzehnten vor und nach 1900 keinesfalls nur dualistisch angelegt und bildete zahlreiche Probleme und Fragestellungen der damaligen Zeit ab, welche innerhalb eines diskursiven Netzwerks mit sozialen, politischen und ökonomischen Sachverhalten in Verbindung gebracht wurden.

    Im Folgenden werden einige dieser Diskurselemente anhand ihrer Inhalte sowie mit diesen in Verbindung stehenden Personen und Institutionen aufgeführt. Die Diskursfelder ihrerseits lassen sich u.a. in Anlehnung an die vier „fundamental fields“ entfalten, wie sie der zeitgenössische Disziplinhistoriker der Sozialökonomik, Joseph Schumpeter, dargelegt hat: Geschichte, Statistik, Theorie und Wirtschaftssoziologie bzw. Sozialökonomik.[56] Über den sozial-ökonomischen Kerndiskurs hinaus sind interdisziplinäre, ethische, rechtliche, politische und supradisziplinäre Bezüge berücksichtigt, wie sie sich aus der Geistesgeschichte der europäischen Neuzeit ergeben.

    Personen- und ideengeschichtliche Rück- und Vorgriffe sowie semantische Übergänge in „nicht-wissenschaftliche“ Diskursbereiche sind über den Darstellungszeitraum (1850 bis 1970) hinweg fließend gehalten, sofern sie wissenschaftshistorisch in Betracht kommen. Die Mehrfachnennung von Personen ist möglich. Auflistungen erfolgen nicht primär nach chronologischen, sondern nach inhaltlichen Gesichtspunkten.

    Diskurselemente und Diskursfelder einblenden





     

    Diskurs- als Netzwerktheorie: (https://de.wikipedia.org/wiki/Akteur-Netzwerk-Theorie) Veranschaulichung diskursiver Knotenpunkte, ihrer Verbindungen und ihrer Verhältnispositionen. [vergrößern] [Quelle]

    historisch-soziale Knotenpunkte:

    Adam Müller, Friedrich List, Bruno Hildebrand, Karl Knies, Wilhelm Roscher, Gustav Cohn, Wilhelm Neurath, Lujo Brentano, Gustav Schmoller, Gustav Schönberg, Georg F. Knapp, Robert René Kuczynski, Johannes Conrad, Wilhelm Lexis, Karl Bücher, Franz Eulenburg, Bernhard Harms, Arthur Spiethoff, Carl Brinkmann sowie die sog. Kathedersozialisten des frühen Vereins für Socialpolitik

    Albert Schäffle, Otto Hintze, Richard T. Ely, Georg Simmel, Max Weber, Edgar Jaffé, Alfred WeberW. E. Burghardt „W. E. B.“ Du Bois, Franz Oppenheimer, Heinrich Herkner, Werner Sombart, Friedrich von Gottl-Ottlilienfeld, Othmar Spann, Johann Plenge, Alfred von Martin, Edgar Salin, Albert Salomon, Helmuth Plessner, Norbert Elias, Hans Freyer, Alfred Müller-Armack, Alexander Rüstow, Karl Polanyi, Gottfried Eisermann

    Herbert B. Adams, Richard T. Ely, John B. Clark, Henry C. Adams, Edwin R. A. Seligman, Edmund J. James, Simon N. Patten (Gründergeneration der American Economic Association), sowie Walton H. Hamilton, John R. Commons, Thorstein Veblen, Wesley C. Mitchell, John M. Clark, John K. Galbraith, Robert Liefmann, Karl William Kapp

    Henri de Saint-Simon, Auguste Comte, Herbert Spencer, Jacob Burckhardt, Wilhelm Wundt, Ernst Cassirer, Eberhard Gothein, Karl Lamprecht, für die Philosophische Anthropologie: Max Scheler, Helmuth Plessner, Arnold Gehlen, für die Annales-Schule: Marc Bloch, Lucien Febvre, Fernand Braudel, für die Bielefelder Schule bzw. Historische Sozialwissenschaft: Hans-Ulrich Wehler, Jürgen Kocka; für die Weltsystem-Theorie: Immanuel Wallerstein

    theoretisch-formale Knotenpunkte:

    Adam Smith, Thomas Robert Malthus, David Ricardo, Jean-Baptiste Say, John Stuart Mill, für die deutschsprachige Ökonomik u. Agronomie: Albrecht Thaer, Johann Heinrich von Thünen, Karl Heinrich Rau, Hermann Heinrich Gossen

    Alfred Marshall, William Stanley Jevons, Léon Walras, John B. Clark, Irving Fisher, Philip Henry Wicksteed, Paul Howard Douglas, Charles Wiggins Cobb, Paul A. Samuelson, Robert M. Solow, für die Österreichische Schule: Carl Menger, Frank A. Fetter, für die Theoretische Sozialökonomik: Heinrich Dietzel, für die Schwedische Schule: Knut Wicksell, Gustav Cassel

    Carl Menger, Eugen von Böhm-Bawerk, Frank A. Fetter, Friedrich von Wieser, Joseph Schumpeter, Ludwig von Mises, Friedrich Hayek (u.a. methodologischer Individualismus, Verhaltens- und Grenznutzentheorie, Unternehmer- und Innovationstheorie, Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung)

    für die Birmingham Currency School: Thomas Attwood, Matthias Attwood; Jean-Charles-Léonard Simonde de Sismondi, Karl Rodbertus, John A. Hobson, Michał Kalecki, für den (Post-)Keynesianismus: John M. Keynes, Richard Kahn, Joan Robinson, Nicholas Kaldor, John R. Hicks, für die Neoricardianische Schule: Piero Sraffa

    Henri de Saint-Simon, Karl Rodbertus, Ferdinand Lassalle, Karl Marx, Friedrich Engels, Adolph Wagner, Eugen Dühring, Werner Sombart, Eduard Bernstein, Karl Kautsky, John A. Hobson, Rosa Luxemburg, Johann Plenge, Michail Iwanowitsch Tugan-Baranowski, Rudolf Hilferding, Eduard Heimann, Michał Kalecki, Jürgen Kuczynski (u.a. methodologischer Kollektivismus oder Holismus, Klassen- und Kapitalismustheorie, Verteilungs- und Konflikttheorie, Imperialismustheorie, makroökonomische Unterkonsumtions- und Profittheorie)

    Lewis H. Morgan, Henry T. Buckle, Friedrich Engels, Karl Marx, Franz Mehring, Rudolf Stammler

    Ferdinand Tönnies, Georg Simmel, Gustav Ratzenhofer, Rudolf Goldscheid, Émile Durkheim, Robert Michels, Friedrich von Wieser, Leopold von Wiese, Alfred Schütz, Karl Mannheim, Talcott Parsons, Jürgen Habermas, Werner Hofmann, Niklas Luhmann, Ralf Dahrendorf

    Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Herbert Marcuse, Erich Fromm, Leo Löwenthal, Franz L. Neumann, Otto Kirchheimer, Friedrich Pollock, Walter Benjamin

    Wolfgang Abendroth, Heinz Maus, Werner Hofmann

    • Kommunitarismus und Socio-Economics (Society for the Advancement of Socio-Economics)

    Robert N. Bellah, Amitai Etzioni

    ethisch-politische Knotenpunkte:

    Wilhelm Emmanuel von Ketteler, Wilhelm Hohoff, Joseph Mausbach, Franz Hitze, Heinrich Weber, Heinrich Pesch, Papst Leo XIII. (Sozialenzyklika Rerum Novarum 1891), Karl Wasserrab, Theodor Brauer, Oswald von Nell-Breuning, Hans Küng, für die vormalige Catholic Economic Association (1941/42) bzw. Association for Social Economics (seit 1970): Thomas F. Devine, Bernard W. Dempsey

    Johann Hinrich Wichern (Innere Mission u. Diakonie), Christoph Blumhardt, Adolf Stoecker, Rudolf Todt, Friedrich von Bodelschwingh d.Ä. (Hochschule Bethel), Rudolph Sohm, Caspar René Gregory, Friedrich Naumann, Paul Göhre, Gertrud Bäumer, Gottfried Traub, Adolf von Harnack, Ernst Troeltsch, Paul Tillich, Karl Barth sowie der Evangelisch-Soziale Kongress (1890)

    Thomas Hobbes, Jeremy Bentham, John Stuart Mill

    Richard Cobden, John Bright, Harriet Martineau, Jean-Baptiste Say, Frédéric BastiatJohn Prince-Smith, Eugen Richter, Henry Charles Carey

    Friedrich Hayek, Albert Hunold, Ludwig von Mises, Karl Popper, Walter Eucken, Wilhelm Röpke, Alexander Rüstow, für die Chicagoer Schule: Frank Knight, George Stigler, Milton Friedman, für die Sozialökonomische Verhaltensforschung: Günter Schmölders

    Friedrich Wilhelm Schulz, Friedrich Naumann, Eugen von Philippovich, Franz Oppenheimer, Gerhart von Schulze-Gaevernitz, Adolf Weber, Ludwig Erhard, Alfred Müller-Armack

    Walter Eucken, Franz Böhm, Leonhard Miksch, Hans Großmann-Doerth, Arbeitsgemeinschaft Erwin von Beckerath

    Alfred Müller-Armack, Ludwig Erhard, Alexander Rüstow, Wilhelm Röpke, Günter Schmölders, Franz Böhm, Karl Schiller

    Max Hirsch, Franz Duncker, Ferdinand Lassalle (Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein 1863), Johann Baptist von Schweitzer, Wilhelm Hasenclever, Wilhelm Liebknecht, August Bebel, Karl Kautsky, Clara Zetkin, Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, für den Revisionismus: Karl Höchberg, Carl August Schramm, Karl Flesch, Eduard Bernstein

    Eduard Baltzer, Louise Otto-Peters, Marianne Weber, Anita Augspurg, Clara Zetkin, Hermann Schulze-Delitzsch, Friedrich Wilhelm Raiffeisen, Karl Marlo, Theodor Hertzka, Henry George, Adolf Damaschke, Silvio Gesell, Wilhelm Ostwald, Ernst Bloch (u.a. Renten- und Zinstheorie, Bodenreform, Produktions-, Wohnungsbau- u. Siedlungs-, Kredit- und Konsumgenossenschaften, alternative Geldtheorie und -reform, Freiwirtschaft, energetisch-physikalische Kulturtheorie, Konkrete Utopie)

    Charles A. Beard, James Harvey Robinson, Thorstein Veblen, Wesley C. Mitchell, Alvin S. Johnson, Hannah Arendt, Emil Lederer, Hanns Eisler, Alfred Schütz, Albert Salomon, Erich Fromm, Karl Löwith, Marie Jahoda, Arnold Brecht, Eduard Heimann, Adolf Löwe (Adolph Lowe), Hans Jonas, Hans Simons, Helmuth Plessner

    rechts- und staatspolitische Knotenpunkte:

    Thomas Hobbes, William Petty, Hugo Grotius, John Locke, Samuel Pufendorf, Christian Wolff, Jean-Jacques Rousseau, Thomas Paine, David Hume, Immanuel Kant

    Johann Gottlieb Fichte, Georg W. F. Hegel, Henri de Saint-Simon, Pierre-Joseph Proudhon, Lorenz von Stein, Karl Rodbertus, Rudolf von Gneist, Adolph Wagner, Gustav Schmoller, Otto von Gierke, Hugo Preuß, für die Sozialrechtliche Schule: Rudolf Stolzmann, Rudolf Stammler, Karl Diehl; für das Staats- und Völkerrecht: Ferdinand von Martitz, Walther Schücking, Hans Kelsen

    Ferdinand Lassalle, Anton Menger, Carl Bulling, Anita Augspurg, Karl Flesch, Philipp Lotmar, Hugo Sinzheimer, Hermann Heller, Otto Kahn-Freund, Ernst Fraenkel, Franz L. Neumann, Thilo Ramm

    Lorenz von Stein, Rudolf von Jhering, Philipp Heck, Eugen Ehrlich, Max Weber, Friedrich von Wieser, Niklas Luhmann

    wissenschafts- und erkenntnistheoretische Knotenpunkte:


    17.08.2025

    Sozialökonomik - Geschichte und Gegenwart eines Wissenschaftskonzepts   (III von VIII)

    Immanuel Kant, Friedrich Schleiermacher, Friedrich Ast, Friedrich Carl von Savigny (Historische Rechtsschule), Ferdinand Christian Baur (Tübinger Schulen), Adam Müller, Friedrich List, Leopold von Ranke, Johann G. Droysen, Theodor Mommsen, Wilhelm Roscher (Historische Schule der Nationalökonomie), Karl Knies, Wilhelm Dilthey (Kategorie der Geisteswissenschaften), Adolf von Harnack (Historische Theologie), Ernst Troeltsch (Religionsgeschichtliche Schule), Karl Lamprecht (Institut für Kultur- und Universalgeschichte), Marc Bloch, Lucien Febvre (Annales-Schule), Hans-Ulrich Wehler, Jürgen Kocka (Bielefelder Schule)

    Francis Bacon, Thomas Hobbes, William Petty, John Locke, Auguste Comte, Herbert Spencer, John Stuart Mill, Gottlob Frege, Rudolf Carnap, Ludwig Wittgenstein, für den Wiener Kreis: Hans Hahn, Otto Neurath, Kurt Gödel, Karl Menger, Richard von Mises

    für die Marburger Schule: Friedrich Albert Lange, Hermann Cohen, Paul Natorp, Karl Vorländer, Rudolf Stammler, Walther Schücking; für die Südwestdeutsche Schule: Wilhelm Windelband, Heinrich Rickert

    Karl Popper, Hans Albert

    Immanuel Kant, Johann Gottlieb Fichte, Adam Müller, Friedrich W. J. Schelling, Georg W. F. Hegel, Henri de Saint-Simon, Johann Caspar Bluntschli, Georg Jellinek, Gustav Radbruch, Hans Kelsen

    Christian Wolff, Samuel Pufendorf (mos geometricus), Friedrich Carl von Savigny (Historische Rechtsschule), Georg Friedrich Puchta, Bernhard Windscheid (Pandektenwissenschaft), Rudolph von Jhering, Philipp Heck (Interessenjurisprudenz)

    Friedrich Schleiermacher, Wilhelm von Humboldt, Wilhelm Dilthey, Eduard Spranger, Theodor Litt

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