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17.08.2025

Sozialökonomik - Geschichte und Gegenwart eines Wissenschaftskonzepts   (IV von VIII)

Die Sozialökonomik als integratives Disziplinmodell

Adolph Wagner (1835-1917). [vergrößern] [Quelle]

Von Beginn an trat die Sozialökonomik weniger als klarer definitorischer Gattungsbegriff denn als allgemeine Zweckorientierung des sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Erkenntnisinteresses auf. Als Ausdruck eines programmatischen integrativen Disziplinmodells formierte sich die Sozialökonomie, Sozialwirtschaftslehre bzw. Sozialökonomik erstmals zu Beginn der 1880er-Jahre im Umfeld des Berliner Ökonomen und Staatswissenschaftlers Adolph Wagner, welcher vor allem Karl Rodbertus und Albert Schäffle als seine Einflüsse kennzeichnete und seinerseits z.B. Heinrich Dietzel, Werner Sombart und Max Weber beeinflusste. Wagner lehrte 45 Jahre an der Friedrich-Wilhelms-Universität und prägte Generationen, die in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, im Staatsrecht, im Staatsbeamtentum oder im Journalismus tätig wurden. Franz Oppenheimer formulierte anlässlich seines Todes, dass „wir Berliner Akademiker“ in Wagner „unseren lieben und verehrten Altmeister“ sahen.[57]

Adolph Wagner – Sozialökonomik als Staatswissenschaft

Erste programmatische Texte stellten Adolph Wagners Antikritik (1883) sowie seine Systematische Nationalökonomie (1886) dar, welche an die Diskussion von Gustav Schönbergs Handbuch der politischen Oekonomie (1882) anknüpften.[58] Darin kritisierte er einseitige Auffassungen sowohl auf Seiten der historisch-gesellschaftlichen (Gustav Schmoller) wie auch der theoretisch-individualistischen Ökonomik (Carl Menger) und betonte die Notwendigkeit, beide Perspektiven in einer Wissenschaft der Socialökonomie zusammenzuführen.

Adolph Wagner zu Beginn des Methodenstreits in der Antikritik (1883):

„Nicht das Aufgehen der Polit[ischen] Oekon[omie] in eine einstweilen noch recht unklare ‚Socialwissenschaft‘ sondern die Umbildung der Polit. Oek. in eine wahre Socialökonomie scheint mir die Aufgabe und, wenn ich auch einmal prophezeien darf, das Resultat der Weiterentwicklung unserer Wissenschaft zu sein.“[59]

Nachdem Wagner 1892 bekundet hatte, sein eigenes bekanntes Lehrbuch in der 3. Auflage nur noch der Konvention halber der Politischen Ökonomie statt der Socialökonomie gewidmet zu haben, vollzog er 1907 schließlich auch offen den Schritt zur Sozialökonomik.[60] Nicht zuletzt vor dem Hintergrund dieser Entwicklung bezeichnete Adolf Weber ihn 1909 als den „sympathischen Nestor der deutschen sozialökomischen Wissenschaft“.[61] Die aus der Kameral- und Staatswissenschaft (v.a. Karl Heinrich Rau) herrührende disziplinäre Dreigliedrigkeit der öffentlichen Wirtschaftswissenschaften behielt Wagner in seiner Gesamtkonzeption der Sozialökonomik bei:[62]

A. allgemeine bzw. theoretische Wissenschaft (Wirtschaftskunde)

B. spezielle bzw. praktische Wissenschaft (Wirtschaftspolitik)

C. Finanzwissenschaft (Staatswirtschaftslehre)

Heinrich Dietzel – Sozialökonomik als Akteurswissenschaft

In seiner 1882 vorgelegten Dissertation unter der Betreuung von Adolph Wagner schied Heinrich Dietzel die kausal-logisch aufgebaute Sozialwirtschaftslehre von der historisch-ethisch motivierten Volkswirtschaftslehre. Der ersten legte er die deduktive und der zweiten die induktive Vorgehensweise als zwar gleichberechtigte Methoden, jedoch letztlich als unvereinbare disziplinäre Axiome zugrunde. Anders als Wagner, der diese Spaltung der Gesamtdisziplin zunächst tolerierte, aber ablehnte, legte Dietzel den Schwerpunkt seiner Überlegungen auf die Rechtfertigung des methodologischen Individualismus im Gefolge der ökonomischen Klassik.[63] Als erster und einziger Biograph von Karl Rodbertus stellte er ab 1886 dessen Werke sowie wissenschafts- und wirtschaftstheoretische Ideen systematisch dar.[64]

Heinrich Dietzel (1857-1935). [vergrößern] [Quelle]

Der klassisch orientierte Wirt­schafts­theore­tiker Heinrich Dietzel formulierte in seiner Theoretischen Socialökonomik (1895) die erste dezidierte Wissenschaftskonzeption der Sozialökonomik aus:

„Zum Siege gelangt, verfiel der Liberalismus in den Fehler, die von ihm vertretene sociale Ordnung für die absolute, ‚natürliche‘ zu halten. Denen, welche diesem Glauben huldigten, verschwand immer mehr die Erkenntniss, dass ein Unterschied natürlicher und socialer Kategorien bestehe. Den Gegnern dieser liberalen Orthodoxie, den Männern der historischen Schule, konnte es nicht in den Sinn kommen, solchen Unterschied, welcher von ihnen nur als Nachklang der verspotteten ‚naturrechtlichen‘ Anschauungsweise rubricirt worden wäre, wieder zu beleben. Ihnen war Alles historisch wandelbar, Nichts natürlich. Erst durch Rodbertus und Ad. Wagner ist der Gegensatz ‚rein-ökonomischer‘ und ‚historisch-rechtlicher‘ Kategorien gewissermaassen neu entdeckt worden.“

„Während Menger die Theorie ‚exact‘ nennt, erkennen die Historiker nur der Historie dieses Epitheton zu. Und Beide mit Recht: denn eine historische Untersuchung, welche einen concreten Vorgang vollendet beschreibt und ursächlich erklärt, darf sich ebenso als ‚exacte‘ bezeichnen, wie eine mittelst der Isolirmethode geführte Untersuchung, welche die Reactionen von ‚Wirthschaftsmenschen‘ auf ein wirtschaftlich relevantes Ereigniss und das daraus sich ergebende Phänomen richtig bestimmt.“

„Wenn demnach der Ausdruck ‚Nationalökonomik‘ nur auf die Analyse gewisser Phasen der concreten wirthschaftlichen Entwicklung zutrifft, so trifft der Ausdruck ‚Socialökonomik‘ auf alle zu.“[65]

Unter Berücksichtigung der Kritik Wagners lieferte Dietzel 1895 im gemeinsamen Lehr- und Handbuch der politischen Oekonomie die erste dezidiert disziplintheoretische Neukonzeption, die aus dem Methoden- und Werturteilsstreit hervorging. Seine bisherige disziplinäre Zweiteilung führte er nun unter dem Begriff der Sozialökonomik zusammen.[66] Abweichend von den traditionellen Disziplingliederungen hielt Dietzel eine Einteilung für wissenschaftstheoretisch und wissenschaftsethisch angebracht, welche die Erkenntnisdimensionen und die ethischen „Zwecksysteme“ trotz gleicher Gegenstände weitgehend selbstständig und damit neutralitätsfördernd einband:[67]

A. Theoretische Sozialökonomik (beschreibend – Sein)

        a) Wirtschaftsgeschichte – historisch-rechtliche, soziale Kategorien

        b) Wirtschaftstheorie – rein-ökonomische, natürliche Kategorien

 

B. Praktische Sozialökonomik (vorschreibend – Sein-Sollen)

        a) Wirtschaftsethik (normativ)

            aa) Individualprinzip (Individualismus)

            ab) Sozialprinzip (Kollektivismus)

        b) Wirtschaftspolitik (kritisch-technisch)

            ba) angewandtes Individualprinzip

            bb) angewandtes Sozialprinzip

Max Weber – Sozialökonomik als Gesellschaftswissenschaft

Max Weber verwendete den Begriff der Sozialökonomik erstmals 1894/95 in seiner Freiburger Vorlesung Allgemeine („theoretische“) Nationalökonomie. Sowohl der Zeitpunkt als auch die Begründung seiner Begriffsnutzung lassen auf eine Entlehnung aus dem Umfeld Adolph Wagners und Heinrich Dietzels schließen. Im Rahmen seiner juristischen Habilitation über die römische Agrargeschichte (1891) hatte er sich eingehend auch mit den methodologischen und begriffstheoretischen Vorarbeiten Karl Rodbertus‘ beschäftigt.[68]

Weber selbst führte 1904 im sog. Objektivitätsaufsatz Wilhelm Roscher und Karl Marx als herausragende Vordenker der „sozialökonomischen Wissenschaft“ an, womit er auf die historische und theoretische Methodik seines eigenen Ansatzes hinwies.[69] Statt zu einer Entscheidung für die Methoden der theoretischen Deduktion oder der historischen Induktion tendierte Weber zur Abduktion als eines kombinierenden, heuristisch angelegten begriffslogischen Verfahrens der „Idee“ des Wirklichen (Idealtypus-Lehre).[70] Ziel sei die „wissenschaftliche Erforschung der allgemeinen Kulturbedeutung der sozialökonomischen Struktur des menschlichen Gemeinschaftslebens und seiner historischen Organisationsformen“.[71]

Wegen seiner Gesamtperspektive auf die historische Genese des gesellschaftlichen Wirtschaftssystems des Kapitalismus und seiner daran ausgerichteten disziplinären Stoffsystematik ist er auch als „bürgerlicher Marx“ (Albert Salomon) bezeichnet worden.[72] Weniger theoretische Gesetzmäßigkeiten als vielmehr historisch-ethische Erwägungen ließen Weber die Möglichkeiten der „inneren Umbildung und die Zukunftschancen des Kapitalismus“ zum Kern des sozialökonomischen Erkenntnisinteresses zählen.[73] Er selbst äußerte die Befürchtung, dass der historisch entstandene „Kosmos der modernen Wirtschaftsordnung, der heute den Lebensstil aller einzelnen, die in dieses Triebwerk hineingeboren werden, mit überwältigendem Zwange bestimmt“, herrschen „wird, bis der letzte Zentner fossilen Brennstoffs verglüht ist“.[74]

File:Max Weber 1917.jpg

Max Weber 1917 (Mitte, im Profil). [vergrößern] [Quelle]

Max Weber über die Bedeutung der Problemorientierung bei der disziplinären Bestimmung der Sozialökonomik (Definition über den subjektiven Zweck, nicht über die objektive Gattung des Gegenstands); aus dem Objektivitätsaufsatz anlässlich der Übernahme der Herausgeberschaft des Archivs für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik zusammen mit Werner Sombart und Edgar Jaffé im Jahr 1904:

„Unsere Zeitschrift nun befaßt sich wie die sozialökonomische Wissenschaft seit [Karl] Marx und [Wilhelm] Roscher nicht nur mit ‚wirtschaftlichen‘ sondern auch mit ‚wirtschaftlich relevanten‘ und ‚wirtschaftlich bedingten‘ Erscheinungen. Der Umkreis derartiger Objekte erstreckt sich natürlich, – flüssig, wie er je nach der jeweiligen Richtung unseres Interesses ist, – offenbar durch die Gesamtheit aller Kulturvorgänge.“

„[…] Nicht die ‚sachlichen‘ Zusammenhänge der ‚Dinge‘, sondern die gedanklichen Zusammenhänge der Probleme liegen den Arbeitsgebieten der Wissenschaften zugrunde: wo mit neuer Methode einem neuen Problem nachgegangen wird und dadurch Wahrheiten entdeckt werden, welche neue bedeutsame Gesichtspunkte eröffnen, da entsteht eine neue ‚Wissenschaft‘. […]“[75]

1909 wurde Max Weber von dem Verleger Paul Siebeck mit der Konzeption und Schriftleitung einer neuen Lehrbuchreihe beauftragt. Für deren Titel favorisierte Weber schließlich 1912 die Sozialökonomik als den „modernsten [und] besten Namen der Disziplin“ – in ausdrücklicher Abwendung von der Volkswirtschaftslehre.[76] Mehr noch als Heinrich Dietzel (Ausgliederung der Finanzwissenschaft) wich Weber mit seiner Gliederung von den bisherigen Disziplinmodellen seit der Klassik ab (Ausgliederung der praktischen VWL bzw. Wirtschafts- und Sozialpolitik), was seiner Sozialökonomik langfristig den größten interdisziplinären Einfluss sicherte (z.B. in Soziologie, Politikwissenschaft). Mittelfristig erodierte mit dem Rückgang historisch ausgebildeter Ökonomen die inhaltliche, begriffliche und disziplinäre Bindungskraft seines Ansatzes in der zunehmend theoretischen Wirtschaftswissenschaft.

Die blauen Bände gehören zum Grundriss der Sozialökonomik in Form des Nachdrucks von 1985. In der Bildmitte Max Webers Wirtschaft und Gesellschaft von 1922 (hrsg. posthum von Marianne Weber) als ursprüngliche Dritte Abteilung des GdS. Links Teile der Rodbertus-Werkeausgabe von 1972. [vergrößern] [Quelle: Frank Fehlberg]

Webers Wissenschaftskonzeption zeigte sich zuletzt in den originären Planungen der Sammelbandreihe Grundriss der Sozialökonomik (GdS, erschienen ab 1914). Diese verantwortete er stellvertretend für einen Herausgeberkreis allein und schloss demonstrativ ein „theoretisches Muster einer Stoffgruppierung“ bzw. ein „theoretisches Ideal“ aus (wie z.B. historistische und insbesondere (neo-)klassische Dogmatiken à la Principles of Economics von David Ricardo, Carl Menger, Alfred Marshall u.a.).[77] Hierzu konnte es allein schon deshalb nicht kommen, da Weber im Sinne seines hybriden historisch-theoretischen bzw. sozial- und kulturwissenschaftlichen Ansatzes namhafte Ökonomen, Historiker und Sozialwissenschaftler „aus methodisch und politisch verschiedensten Lagern“ in die Mitarbeit eingebunden hatte.[78]

Die Bemühungen Webers um disziplinäre Integration machte bereits die heterologische Gruppierung der Historischen Schule in Person von Karl Bücher und der neoklassisch-österreichischen Gesellschaftstheorie in Person Friedrich von Wiesers im ersten Band des GdS von 1914 deutlich. Dieser „erkenntnistheoretische Pluralismus“ (nach Werner Flach) – der im gleichen Band durch den vermittelnden Beitrag Dogmen- und Methodengeschichte von Joseph Schumpeter unter die gemeinsame sozialökonomische Perspektive gestellt wurde – stand für den ausdrücklich gewünschten „didaktischen Charakter“ sowie die „nach Problemstellung und Stoffverteilung gänzlich heterogene Anlage“ des GdS.[79]

Erstes Buch, Teil C: Max Webers Wirtschaft und Gesellschaft als GdS-Ausgabe von 1922. [vergrößern] [Quelle: Frank Fehlberg]

Die Stoff- und Problemsystematik des Grundrisses der Sozialökonomik (Auszug Planungsstand in Band 1 von 1914):[80]

Erstes Buch – Grundlagen der Wirtschaft

  • A. Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft
    • I. Volkswirtschaftliche Entwicklungsstufen [Karl Bücher]
    • II. Epochen der Dogmen- und Methodengeschichte [Joseph Schumpeter]
    • III. Theorie der gesellschaftlichen Wirtschaft [Friedrich von Wieser]
  • B. Die natürlichen und technischen Beziehungen der Wirtschaft
    • I. Die geographischen Bedingungen der menschlichen Wirtschaft
    • II. Wirtschaft und Bevölkerung
    • III. Die Konsumtion
    • IV. Arbeit und Arbeitsteilung
    • V. Wirtschaft und Technik
  • C. Wirtschaft und Gesellschaft
    • I. Die Wirtschaft und die gesellschaftlichen Ordnungen und Mächte [Max Weber]
    • II. Entwicklungsgang der wirtschafts- und sozialpolitischen Systeme und Ideale

    File:MarianneWeberInLemgo.jpg

    Marianne Weber (1870-1954) im Jahr 1896. Ursprünglich sollte der GdS-Teilband Wirtschaft und Gesellschaft Beiträge von Max Weber ("Ordnungen und Mächte") und Eugen von Philippovich ("Systeme und Ideale") enthalten. Nach dem Tod ihres Mannes 1920 war es Marianne Weber, welche den Band durch die Edition weiterer unveröffentlichter Schriften nachträglich zu einem seiner Hauptwerke machte. Ab 1956 löste Johannes Winckelmann diese Edition aus dem GdS-Kontext und brachte sie als "Wirtschaft und Gesellschaft - Grundriß der verstehenden Soziologie" heraus. [vergrößern] [Quelle]

Zweites Buch – Spezifische Elemente der modernen kapitalistischen Wirtschaft

  • I. Prinzipielle Eigenart des modernen Kapitalismus
  • II. Die moderne Privatrechtsordnung und der Kapitalismus
  • III. Die moderne Staatsordnung und der Kapitalismus
  • IV. Die Finanzen und Betriebe der öffentlichen Körperschaften und der Kapitalismus
  • V. Allgemeine Bedeutung des modernen Nachrichtenwesens
  • VI. Die Elemente des privatwirtschaftlichen Betriebs
  • VII. Bedarfsdeckung und Erwerbswirtschaft. Haushalt, Betrieb, Unternehmung
  • VIII. Vermögenskategorien und Einkommensformen
  • IX. Die Berufsgliederung
  • X. Kapitalbildung und Kapitalverwertung
  • XI. Geld und Kredit; Kapitalmarkt; Notenbanken
  • XII. Die Preisbildung in der modernen Wirtschaft
  • XIII. Konjunkturen und Krisen

Drittes Buch – Die einzelnen Erwerbsgebiete in der kapitalistischen Wirtschaft und die ökonomische Binnenpolitik im modernen Staate

  • A. Güterverkehr
    • I. Handel
    • II. Kreditbankwesen
    • III. Transportwesen
  • B. Güterproduktion
    • I. Industrie, Bergwesen, Bauwesen
    • II. Land- und forstwirtschaftliche Produktion
  • C. Versicherungswesen

Viertes Buch – Kapitalistische Weltwirtschaftsbeziehungen und äußere Wirtschafts- und Sozialpolitik im modernen Staate

Fünftes Buch – Die gesellschaftlichen Beziehungen des Kapitalismus und die soziale Binnenpolitik im modernen Staate

  • I. Ökonomische und gesellschaftliche Hemmungen des Kapitalismus
  • II. Kapitalismus und Bevölkerungsgruppierung
  • III. Kapitalismus und Einkommensverteilung
  • IV. Kapitalismus und Konsumenten
  • V. Ökonomische und soziale Aristokratie im kapitalistischen Zeitalter
  • VI. Der Mittelstand im kapitalistischen Zeitalter
  • VII. Wesen und gesellschaftliche Lage der Arbeiterklasse
  • VIII. Sozialpolitik und Karitätspolitik in geschichtlicher Entwicklung
  • IX. Die antikapitalistischen Massenbewegungen
  • X. Die Tendenzen zur inneren Umbildung und die Zukunftschancen des Kapitalismus

Die Heterogenität des Disziplin- und Lehrbuchkonzepts sowie dessen editorische Behandlung nach seinem Tod wurden lange Zeit als Fortschreibung von Webers vielfältigen und außergewöhnlichen Forschungsinteressen begriffen. Es wurde nur selten hinreichend interdisziplinär-diskurshistorisch auf seine verbindenden Elemente und seine Entstehungszeit hin untersucht. So konnte der Politikwissenschaftler Wilhelm Hennis noch 1997 behaupten, „daß diese Bezeichnung [Sozialökonomik] in der Nationalökonomie – außer für Dietzel – für niemanden die geringste, die Sache näher definierende Bedeutung hatte“.[81]

Für andere Weber-Forscher war die Problematisierung ebenso wie der Begriff der Sozialökonomik dagegen der zentrale, aufgrund des frühen Todes unvollendet gebliebene Versuch Max Webers, dem Anspruch einer „Wissenschaft vom Menschen“ disziplinär gerecht zu werden. Weniger in seinen fragmentarischen Einzeldarstellungen zur Wirtschafts- und Sozialwissenschaft als vielmehr in der metadisziplinären „Sozialökonomik als Kulturwissenschaft“ (Heino H. Nau), im „Rahmen einer sozialökonomischen Theorie“ (Dirk Kaesler), in der „sozialökonomischen Konstruktionslogik“ (Bernhard Quensel) und in seiner erkenntnisleitenden sozialökonomischen „Programmatik“ (Hans-Peter Müller) sei bei Weber systematische Geschlossenheit zu finden.[82]

Sozialökonomik und Wirtschaftspraxis bis 1970

Die Ereignisse des Ersten Weltkriegs nur wenige Monate nach Erscheinungsbeginn des Grundrisses der Sozialökonomik sowie der frühe Tod Max Webers (1920) markierten den Höhe- und Scheitelpunkt des Wissenschaftskonzepts der Sozialökonomik. Nachfolger in der Schriftleitung des Grundrisses wurde Emil Lederer, der die seit Kriegsbeginn stockende Herausgebertätigkeit im Sinne Webers bis zur Einstellung der Arbeiten 1930 fortführte. Lederer leitete in Heidelberg ab 1924 gemeinsam mit dem Bruder Alfred Weber das Institut für Sozial- und Staatswissenschaften (ehemals Volkswirtschaftliches Seminar). Die Wirkung des Lehrbuchs als Gesamtwerk wird als „überaus bescheiden eingeschätzt“ (Dirk Kaesler), wenngleich Teile daraus internationale Reichweite erzielen konnten.[83]

Das Projekt einer disziplinären Integration von Geschichte und Theorie trat im Fachdiskurs in den Hintergrund. Als Kern des methodologischen und auch des wissenschaftsethischen Grundkonflikts blieb es jedoch allgegenwärtig. Die Bereitstellung anwendbarer sozialökonomischer Theorien sowohl zur Analyse wirtschaftspolitischer Einzelfragen als auch zur Beantwortung andauernder gesellschaftlicher Fragen entfaltete v.a. nach 1945 ihre Wirkung (vgl. polit- und rechtsökonomische Konzepte wie das Sozialstaatsprinzip, die Soziale Marktwirtschaft oder den Ordoliberalismus).

Vom Kaiserreich in die Weimarer Republik

Durch die Erfordernisse der Kriegswirtschaft forciert, entwickelte sich die Volkswirtschaftslehre immer mehr zu einer beratenden und instrumentell anwendbaren wirtschaftspolitischen Wissenschaft. Die krisenhafte Lage der Zwischenkriegszeit erhöhte zudem die Nähe zu politischen Parteien und zur Tagespolitik. Selbst der strengste Vertreter der wissenschaftlichen Wertfreiheit, Max Weber, war in der Novemberrevolution von 1918 zum Mitgründer einer politischen Partei geworden (DDP).[84]

Die sozialökonomischen Studien der Zeit bildeten die ganze Bandbreite wirtschaftspolitischer Erwägungen ab. Gustav Cassel, ein ehemaliger Student Adolph Wagners, legte ein post- bis neoklassisch ausgerichtetes Werk vor (Theoretische Sozialökonomie 1918), das von keynesianischer Seite später wegen seines theoretischen Schwerpunktes und wegen seiner Vorwegnahme des Harrod-Domar-Modells als „Wendepunkt in der Entwicklung der Wirtschaftswissenschaft in Deutschland“ gewertet wurde.[85] Einer der Hauptvertreter der wirtschaftsliberalen Österreichischen Schule, Friedrich von Wieser, veröffentlichte 1924 seine Theorie der gesellschaftlichen Wirtschaft (1914) im Grundriss der Sozialökonomik in zweiter Auflage als eigenständige Monographie.[86] Alfred Müller-Armack legte die Grundlagen der kredit- und konjunkturpolitischen Wirtschaftslenkung und seiner Konzeption einer Sozialen Marktwirtschaft (Krisenproblem der Sozialökonomik 1923, Ökonomische Theorie der Konjunkturpolitik 1926).[87] Mit dem ehemaligen Generalsekretär der Sozialisierungskommission (1919), dem Sozialdemokraten Eduard Heimann, vertrat einer der ersten Lehrstuhlinhaber für Sozialökonomie (Hamburg 1925) offen einen ökonomischen und politisch-religiösen Sozialismus (Entwicklungsgang der wirtschafts- und sozialpolitischen Systeme und Ideale 1924, Soziale Theorie des Kapitalismus 1929).[88]

Historische und theoretische Grundlagen: die erweiterte zweite Auflage des ersten Bandes des Grundrisses der Sozialökonomik 1924. Eduard Heimann und Eugen von Philippovich stellten in zwei neuen Beiträgen den "Entwicklungsgang der wirtschafts- und sozialpolitischen Systeme und Ideale" dar. [vergrößern] [Quelle: Frank Fehlberg]


Auf die disziplinäre Weiterentwicklung ausgelegte Konzeptionen zeigten sich etwa in der Kultursoziologie (Alfred Weber 1920/21)[89], in Wirtschaft und Gesellschaft (Max Weber 1921/22, posthum kompiliert)[90], im System der Soziologie (Franz Oppenheimer 1922-1935)[91], in der Staatsordnung des Kapitalismus (Carl Brinkmann 1925)[92], in der Anschaulichen Theorie (Edgar Salin 1927)[93], in der Verstehenden Nationalökonomie der Wirtschaftssysteme (Werner Sombart 1930)[94], in der Modernen Wirtschaftsverfassung (Alfred Müller-Armack 1932)[95] oder in einer Geschichtlichen Theorie der Wirtschaftsstile (Arthur Spiethoff 1932)[96]. Derartige Ansätze verfolgten in ihrer historisch-theoretischen sowie zivilisations- und kulturwissenschaftlichen Orientierung das „sozialökonomische Forschungsprogramm“ Max Webers weiter.[97]

Im Falle von Franz Oppenheimers wirtschaftsethischer Schwerpunktsetzung ergaben sich über zahlreiche Rezeptionen verschiedene Spielarten eines wirtschaftspolitischen Programms des Sozialliberalismus bzw. des Liberalen Sozialismus (u.a. Ludwig Erhard, Alexander Rüstow, Adolf Löwe, Eduard Heimann, Erich Preiser, Paul Tillich, Gerhard Colm). Von der Kategorienlehre in Max Webers hybrider Sozialökonomik-Konzeption dichotomisch abweichend, sah Oppenheimer die Ökonomische Soziologie für die Untersuchung der historischen Wirtschaftsgesellschaft und ihre „Schwesterwissenschaft“, die Sozialökonomik, zur Untersuchung der rein-ökonomischen bzw. politischen Gesellschaftswirtschaft vor.[98]

Die Vorstöße, welche nach 1918 in Richtung einer Verbindung von Geschichte und Theorie orientiert waren, werden in der Forschung noch überwiegend als Ausläufer der Jüngsten Historischen Schule bzw. des Neohistorismus gewertet, zugleich aber oft auch als sozialökonomische Synthesen beschrieben.[99] Die unmittelbare Bedeutung der internationalen Lage für die breite Bevölkerung und die beschleunigten politisch-gesellschaftlichen Umwälzungen in der Weimarer Republik verstärkten die Begriffsnutzung der Sozialökonomik sowohl durch den Studierenden-Nachwuchs als auch durch die Nachkriegs-Nationalökonomie selbst.[100]

Sozialökonomik und Nationalsozialismus

Während der in den 1920er-Jahren aufkommende Nationalsozialismus unter Adolf Hitler (NS) den „neuen“ Historismus stellenweise für seine Zwecke vereinnahmte, gab es von Seiten bekannter Fachgrößen auch aktive Versuche einer Annäherung.[101] Ältere Ökonomen wie Werner Sombart glaubten (Deutscher Sozialismus 1934), sich als Künder des lange gehegten und vermeintlich gemeinsamen Interesses an einer klassenübergreifenden Wirtschafts- und Sozialpolitik profilieren zu können.[102] Vertreter der jüngeren Generation – wie etwa Alfred Müller-Armack (Wirtschaftsordnung im neuen Reich 1933, ebd. NSDAP-Eintritt) – erhofften sich die Ermöglichung neuartiger konjunkturpolitischer Krisenmaßnahmen unter den Bedingungen eines „totalen Staates“.[103]

Auch theoretisch orientierten Vertretern der „neuen Wirtschaftslehre“ wie Erich Preiser (SA 1933, NSDAP-Mitglied 1937) oder den mathematisch arbeitenden Erich Schneider (NSDAP-Mitglied 1933) und Wilhelm Kromphardt (NSDAP-Mitglied 1937) schwebte eine wissenschaftlich fundierte Wirtschaftspolitik zur dauerhaften Stabilisierung der Marktwirtschaft vor.[104] Sie standen damit für die Schnittstelle der theoretischen Ökonomik zum Neohistorismus – aber auch für den Gedanken, dass das NS-Regime der neuen Konjunkturpolitik zum Durchbruch verhelfen könnte. Das sozialökonomische Denken sah sich – wenn auch Preiser noch die Wertfreiheit hervorhob[105] – vor ethischen und praktischen „Problemen, die von der Historischen Schule angesprochen wurden und auf die der Nationalsozialismus katastrophale Antworten gab“ (Helge Peukert).[106] In der BRD verstanden sich Vertreter der „neuen Wirtschaftslehre“ später überwiegend als Vertreter des Keynesianismus.[107]

Die Verbindung ökonomischer Forschung mit den politischen Möglichkeiten der Zeit - Alfred Müller-Armack 1933. [vergrößern] [Quelle]

Die Annäherung Alfred Müller-Armacks an das NS-Regime:

Die nationale Bewegung ist die Mobilmachung des Historismus. […] Dieser Nationalismus ist bewußt gewordener Geschichtsaktivismus. […] Es muß hier zunächst darauf hingewiesen werden, daß das Aufkommen der Konjunkturpolitik im letzten Jahrzehnt der Tendenz zum totalen Staate innerlich entspricht. Denn an die Stelle der bisher auf Förderung einzelner Wirtschaftszweige oder sozialer Schichten gerichteten Maßnahmen, tritt mit ihr ein Typ Wirtschaftspolitik, der […] in seiner Zielsetzung auf die Gesamtsituation der Volkswirtschaft abgestellt ist. Dem liberalen Staate ist es bisher nicht möglich gewesen, die Konjunkturpolitik in größerem Umfange praktisch zu entwickeln.“[108]

Im Umfeld der Mitarbeiter und Autoren des Grundrisses der Sozialökonomik hatte Robert Michels, der in Italien vom Sozialismus zum Faschismus übergegangen war (SPD-Mitglied 1903, PNF 1922), die Abschnitte Wirtschaft und Rasse (1914/23) sowie Psychologie der antikapitalistischen Massenbewegungen (1926) übernommen.[109] Othmar Spann (NSDAP-Mitglied Ende der 1920er-Jahre) und Friedrich von Gottl-Ottlilienfeld (NSDAP-Mitglied 1937) waren neben Werner Sombart (Gründungsmitglied der Akademie für Deutsches Recht 1933, Mitunterzeichner des Aufrufes Deutsche Wissenschaftler hinter Adolf Hitler 1934) die bekanntesten Ökonomen aus der Vorkriegsgeneration, welche versuchten, Einfluss auf den NS zu nehmen.[110]

Schon früh wurden dagegen v.a. Ökonomen jüdischer Herkunft, aber auch politisch Andersdenkende ins Exil oder in die innere Emigration gedrängt. Wichtige Vertreter der Österreichischen Schule wie Joseph Schumpeter und Friedrich August von Hayek waren vor 1933 aus anderen Gründen in die USA bzw. nach Großbritannien gegangen und nützten dort teilweise ihre Stellungen, um Emigranten zu unterstützen.[111] Ein Zentrum des deutschsprachigen sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Exils wurde die New School in New York, an der 1933 die University in Exile gegründet wurde. Neben Eduard Heimann zog sich u.a. auch Emil Lederer (u.a. Arbeiterschutz u. Sozialversicherung 1927) dorthin zurück und wurde erster Dekan der Graduate Faculty of Political and Social Science.[112] Er war noch 1931– statt des Mitbewerbers Joseph Schumpeter – Lehrstuhl-Nachfolger Sombarts in Berlin geworden.[113]

File:Land tenure in Palestine (IA landtenureinpale00opperich).pdf


 

Franz Oppenheimer inspirierte mit seiner Theorie der Siedlungsgenossenschaft (1896) eine der ersten zionistischen Gründungen im osmanischen Palästina (Merchavia 1911, später ein Kibbuz). Aus der abgebildeten Broschüre: "It is not domination that we have again to introduce into Palestine, but its eternal and historic antithesis, co-operative association." [vergrößern] [Quelle]

Neben den sozialdemokratischen bzw. sozialistischen gerieten auch (sozial-)liberale Ökonomen unter Druck: Walter Eucken und der Freiburger Schule kam innerhalb der in Deutschland verbliebenen Befürworter einer weitgehend „freien Marktwirtschaft“ die Rolle als Aushängeschild und Widerstandsnest des Wirtschaftsliberalismus zu. Alexander Rüstow und Wilhelm Röpke befassten sich ab 1933 im türkischen Exil an der Universität Istanbul durchaus kritisch mit der historischen Rolle des Wirtschaftsliberalismus in der Geistes- und Gesellschaftsgeschichte.[114] Franz Oppenheimer, Wegbereiter der Sozialen Marktwirtschaft und Vordenker des genossenschaftlichen Zionismus (1934/35 noch in Palästina als Dozent tätig), musste Deutschland 1938 endgültig verlassen. Zum 70. Geburtstag 1934 hatte ihm Erich Preiser geschrieben, dass in Deutschland doch nun Oppenheimers Gedanken eines „dritten Weges zwischen Kapitalismus und Marxismus“ der Verwirklichung nahe seien und er, Preiser, deshalb „mit Überzeugung Mitglied der SA“ geworden sei.[115]

Auch aufgrund der völkischen und rassenantisemitischen Überformung nationaler und sozialpolitischer Ziele durch den NS kam es nach 1933 zu Konflikten u.a. zwischen Werner Sombart und Othmar Spann und dem Regime, weshalb sie zwar als „Wegbereiter“, aber gemeinhin nicht als originäre „Vordenker“ interpretiert werden.[116] Sombart starb 1941 mit 78 Jahren, zuletzt zensiert und isoliert, nachdem er sich früh enttäuscht von den neuen Machthabern gezeigt und Abstand genommen hatte. Spanns konservativ-ständische und zum Teil romantische bzw. klerikalfaschistische Vorstellungen einer Staats- und Wirtschaftsordnung wurden zum Anlass NS-interner Auseinandersetzungen. Er wurde 1938 nach dem Anschluss Österreichs einige Wochen inhaftiert, die Lehre an der Universität Wien wurde ihm verboten.[117]

17.08.2025

Sozialökonomik - Geschichte und Gegenwart eines Wissenschaftskonzepts   (V von VIII)

Friedrich von Gottl-Ottlilienfeld kann hingegen als aktiver Förderer der völkischen Wirtschaftslehre bis zum Ende des NS gelten. Er wurde 1940 Direktor des Forschungsinstituts für Deutsche Volkswirtschaftslehre bei Graz.[118] Dennoch wurde auch er vom NS-Regime „mit Bedenken betrachtet“, als „Gelehrter alter Schule“ vertrete er weiterhin „die autonome Nationalökonomie, die die Interessen der Volksgemeinschaft nicht berücksichtigt“ (Dienststelle Rosenberg 1942).[119]

In der Forschungsliteratur sind die Begriffe von der Neuen Wirtschaftslehre, des Deutschen Sozialismus und auch der frühe deutschsprachige Keynesianismus in einem ambivalenten politökonomischen und personellen Entwicklungskomplex von der Weltwirtschaftskrise über die NS-Diktatur bis in die Bundesrepublik miteinander verbunden.[120] Der traditionelle Disziplinbegriff der kulturgeschichtlichen Volkswirtschaftslehre hatte sich zunehmend zur Deutschen Volkswirtschaftslehre und schließlich zur völkischen Wirtschaftslehre verschoben, in der eine biologistisch definierte „Volksgemeinschaft“ sowohl den Wirtschafts- als auch den Wissenschaftszweck bestimmte.

Die unreflektierte Weiternutzung hergebrachter Begriffe nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die während des NS geschwächte Prominenz der Sozialökonomik als Alternative zu Volkswirtschaftslehre oder Nationalökonomie weiter herab.[121]

Weltwirtschaftskrise und Keynesianismus

1929 hatte die Weltwirtschaftskrise große Arbeitslosigkeit mit sich gebracht, was die wirtschaftspolitische Diskussion über geeignete Krisenmaßnahmen anfachte. Im Verlauf der 1930er-Jahre deutete sich in Deutschland ein großer Einfluss der postklassischen Allgemeinen Theorie von John M. Keynes an (1936), die im Vergleich zur Neoklassik als realistischer und anwendungsbereiter galt und insofern auch den sozialökonomischen Ansätzen von historisch wandelbaren Wirtschaftssystemen, Wirtschaftsverfassungen oder Wirtschaftsstilen entgegen zu kommen schien.

Im „Sofortprogramm“ der NSDAP im Mai 1932 wurde erstmals eine Forderung nach kreditfinanzierter Arbeitsbeschaffung und Konjunkturbelebung parteipolitisch aufgenommen.[122] Diese ging nicht unmittelbar auf NS-Kreise oder die theoretische Vorarbeit von Keynes zurück und war zuvor bereits in Regierungskreisen als politisch nicht vermittelbar bzw. unerwünscht verworfen worden.[123] Schon 1931 hatte Wilhelm Lautenbach (Reichswirtschaftsministerium) mit dem geheimen sog. Lautenbach-Plan eine Kreditausweitung der Reichsbank vorgeschlagen, welche jedoch wegen Befürchtungen einer Inflation nicht umgesetzt wurde.

Eduard Heimann gehörte zu den wenigen Ökonomen, die Lautenbachs Vorschläge früh unterstützten.[124] Werner Sombart sprach sich 1934 – ausdrücklich angelehnt an Keynes‘ Vorstudien zur Allgemeinen Theorie – offen für eine „planmäßige Konjunkturpolitik“ aus.[125] Erich Preiser beschrieb schließlich 1941 das Wirtschaftssystem unter dem NS als das „System einer gelenkten Marktwirtschaft“, das über seine historische „Einmaligkeit“ und „Individualität“ hinaus „Züge“ bereithielte, „die für die allgemeine Theorie der Wirtschaft und der Wirtschaftspolitik wesentlich“ seien.[126]

Im nationalsozialistischen Deutschland und in den USA des New Deal fiel die Allgemeine Theorie 1936 solchermaßen auf bereits „beackerten Boden“, da hier traditionell nicht-klassische ökonomische Lehrauffassungen erwogen und schon politische Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und auf den Weg gebracht worden waren.[127] Die keynesianische Ökonomin Joan Robinson formulierte 1972 rückblickend: „Hitler hatte bereits herausgefunden, wie man Arbeitslosigkeit kurierte, bevor Keynes mit der Erklärung fertig war, warum sie eintrat.“[128] Die US-Arbeitsministerin Frances Perkins notierte, Keynes sei bei seinem ersten Gespräch mit Franklin D. Roosevelt (1934) begeistert von dessen Maßnahmen, aber erstaunt über seine wirtschaftstheoretische Unbedarftheit gewesen.[129]


Keynes 1933.jpg

John Maynard Keynes (1883-1946). [vergrößern] [Quelle]


John M. Keynes im deutschen Vorwort der Allgemeinen Theorie von 1936:

„In Deutschland hat es immer wichtige Wirtschaftsschulen gegeben, die die Zulänglichkeit der klassischen Theorie für die Analyse zeitgenössischer Ereignisse stark in Frage gestellt haben. Sowohl die Manchester-Schule wie der Marxismus stammen letzten Endes von Ricardo ab – eine Folgerung, die nur bei oberflächlicher Betrachtung zu überraschen braucht. Aber in Deutschland hat es immer einen großen Teil der Meinung gegeben, der weder zur einen noch zur anderen Schule gehalten hat.

Es kann jedoch kaum behauptet werden, daß diese Gedankenschule einen gegnerischen theoretischen Aufbau errichtet hat oder auch nur versucht hat, dies zu tun. Sie ist skeptisch, realistisch gewesen, zufrieden mit historischen und empirischen Methoden und Ergebnissen, die eine formelle Analyse verwerfen. [...]

Trotzdem kann die Theorie der Produktion als Ganzes, die den Zweck des folgenden Buches bildet, viel leichter den Verhältnissen eines totalen Staates angepaßt werden als die Theorie der Erzeugung und Verteilung einer gegebenen, unter Bedingungen des freien Wettbewerbes und eines großen Maßes von laissez-faire erstellten Produktion. Das ist einer der Gründe, die es rechtfertigen, daß ich meine Theorie eine allgemeine Theorie nenne. Da sie sich auf weniger enge Voraussetzungen stützt als die orthodoxe Theorie, läßt sie sich umso leichter einem weiten Feld verschiedener Verhältnisse anpassen.“[130]

Deutsche Demokratische Republik (DDR)

In der DDR folgte die universitäre Lehre weitgehend den Vorgaben des marxistisch-leninistischen Partei- und Staatssozialismus bzw. des sog. Wissenschaftlichen Sozialismus, welche anfangs unter dem maßgeblichen Einfluss der Sowjetunion standen. Die Verbindung von gesellschaftlicher und ökonomischer Lehre im Sinne der Partei- und Staatsideologie setzte an die Stelle der Volkswirtschaftslehre und in Ablehnung aller bisherigen Konzepte sog. bürgerlicher Wissenschaft die Unterweisung in den Politischen Ökonomien des Sozialismus und des Kapitalismus.[131]

Zur allgemeinen Politischen Ökonomie traten aufgrund des Wirtschaftssystems der Zentralverwaltungswirtschaft verschiedene anwendungsorientierte Fächer der Planökonomie. Zu den beispielhaften Lehr- und Ausbildungsinstitutionen gehörte die 1950 gegründete Hochschule für Ökonomie Berlin, welche unter Gründungsrektorin Eva Altmann die Fachrichtungen der marxistisch-leninistischen Wirtschaftswissenschaften, der zentralen Wirtschaftsplanung sowie der Betriebsführung zusammenfasste.


Jürgen Kuczynskis 40-bändiges Monumentalwerk zur Theorie und Geschichte der Lage der Arbeiter unter dem Kapitalismus erlangte durch seine umfangreichen statistischen Studien (u.a. zum Relativlohn) auch internationale Bedeutung. [vergrößern] [Quelle]


Für die bedingte Fortsetzung des sozialökonomischen Wissenschaftskonzepts kann in diesem Umfeld das Wirken des marxistischen Ökonomen und Historikers Jürgen Kuczynski betrachtet werden (KPD-Mitglied 1930, SED 1946).[132] Als Student wurde er in den 1920er-Jahren stark vom Umfeld der Heidelberger Gelehrtenwelt geprägt (z.B. „Sonntagskreis“ von Marianne Weber). Dort wirkten damals u.a. Heinrich Rickert, Edgar Salin und Emil Lederer. Der Student schätzte das ethisch-politisch offene „problemwissenschaftliche Leben“: „Heidelberg gibt die Synthese von Mensch und Wissenschaftler“ (1923).[133] Bei dem Erlanger Philosophen Paul Hensel, ein langjähriger Freund seines Vaters Robert René Kuczynski und Max Webers, promovierte Kuczynski 1925 über den ökonomischen Wertbegriff aus historischer, soziologischer und theoretischer Perspektive.[134]

In der kritischen Betrachtung der stalinistisch-dogmatischen Ära bis zur Mitte der 1950er-Jahre setzte sich Kuczynski u.a. für eine Trennung spezifischer Soziologischer Gesetze (1957)[135] von den als allgemein verstandenen historisch-materialistischen Gesetzmäßigkeiten ein, was eine bereits laufende „Revisionismus“-Debatte befeuerte und ihm persönlich die Bedrohung seiner wissenschaftlichen Existenz einbrachte. Seine Gegner warfen ihm vor, mit dem Vorschlag einer eigenständigen disziplinären Soziologie innerhalb der prinzipiellen Stellung des Historischen Materialismus die Wiederherstellung „bürgerlicher“ Wissenschaft und damit die Relativierung der Erkenntnisse des Wissenschaftlichen Sozialismus anzustreben. Aus dem Streit um das parteioffizielle Philosophie- bzw. Theorieprimat über die Einzeldisziplinen ging das geflügelte Wort Robert Havemanns von der „Hauptverwaltung ‚Ewige Wahrheiten‘“ hervor (1956).[136]

Die „Revisionismus“-Debatte änderte an der ideologischen Durchdringung der Wissenschaftsinstitutionen nichts Wesentliches. Nach einer verhaltenen wirtschaftspolitischen Öffnung durch das Neue Ökonomische System der Planung und Leitung 1963 unter Erich Apel lehnte sich die Partei- und Staatsführung bald wieder enger an die zentralistische Planung an. Die Präambel der Verfassung formulierte ab 1974, dass „das Volk der [DDR] in Übereinstimmung mit den Prozessen der geschichtlichen Entwicklung unserer Epoche sein Recht auf sozial-ökonomische […] Selbstbestimmung verwirklicht“ habe und nunmehr „die entwickelte sozialistische Gesellschaft [gestaltet]“.[137]

Bundesrepublik Deutschland (BRD)

Die wirtschaftstheoretischen Implikationen und die ökonomischen Ergebnisse des Arbeitsbeschaffungs- und Rüstungsprogramms ab 1933 sollten sich bis in die Nachkriegsdebatten um Wirtschaftslenkung und Soziale Marktwirtschaft (Alfred Müller-Armack) hinein sowie für das westdeutsche „Wirtschaftswunder“ als prägend erweisen.[138] Mit dem Keynesianismus war zudem ein neues, vorübergehend bestimmendes Element in die ökonomischen Diskursfelder der Wirtschaftstheorie und der Wirtschaftspolitik eingetreten, welches die deutschsprachige Diskussion an den britisch-amerikanischen Diskurs anschloss.

Bald nach dem Zweiten Weltkrieg gab es kontroverse Pläne und Interessen einer Neuordnung und Vereinheitlichung der institutionalisierten Volkswirtschaftslehre. Einerseits gab es aus wirtschaftstheoretisch und wirtschaftspolitisch ausgerichteten Hochschulkreisen Konzepte für die endgültige Abtrennung der Volkswirtschaftslehre von den Rechts- und Sozialwissenschaften und für ihre Zusammenlegung mit der Betriebswirtschaftslehre (heute als disziplinäres Konzept der Wirtschaftswissenschaften verbreitet). In diesem Sinne taten sich z.B. der sozialökonomisch bis theoretisch ausgerichtete Erich Preiser oder die Keynesianer Erich Schneider und Wilhelm Kromphardt hervor, welche auf den „Stand der Wissenschaft“ im Ausland verwiesen, hinter den man nicht zurückfallen dürfe. Andererseits erstellten behördlich eingesetzte Kommissionen noch Anfang der 1950er-Jahre Richtlinien für Diplomprüfungsordnungen, die Pflichtleistungen in den Rechtswissenschaften vorsahen und formal-statistische Studien lediglich als Wahlbereich festsetzten.

Im Hintergrund flammte erneut der bekannte Diskurs um Methoden- und Werturteilsfragen auf: Plädoyers für das sozial-ökonomische Konzept der „Einheit der Sozialwissenschaften“ sowie der gegenseitige Vorwurf „Politischer Ökonomie“ im Sinne verschiedener transformativer Agenden vom Konservatismus über den Liberalismus bis hin zum Sozialismus und Marxismus riefen entsprechende Gegenpositionen hervor.[139]

Die Frage der „Einheit der Sozialwissenschaften“

1959 empfahl der Fachausschuss für die wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Diplomprüfung der Westdeutschen Rektorenkonferenz (WRK, seit 1990 HRK) und der Kultusministerkonferenz (KMK) der Sache nach die Umsetzung des disziplinhistorisch herausgebildeten sozialökonomischen Wissenschaftskonzepts. So schrieb das Kommissionmitglied Hans Achinger, der Vorschlag solle „alle beteiligten Teildisziplinen wieder dem Zustand nahebringen, der zur Zeit von Werner Sombart und Max Weber (‚Wirtschaft und Gesellschaft‘) noch selbstverständlich war“. Parallel zu diesem teilweise als konservativ wahrgenommenen Vorstoß hatten Universitäten 1953 in Berlin und 1956 in Nürnberg bereits den Diplom-Sozialwirt als Abschluss eingeführt.[140]


Studentische Maschinenabschrift von Werner Hofmanns Elend der Nationalökonomie an der Freien Universität Berlin (Mai 1968). [vergrößern] [Quelle]


In Hamburg war – nachdem Eduard Heimann 1925 bis 1933 den Lehrstuhl für theoretische und praktische Sozialökonomie inne gehabt hatte – 1948 die Akademie für Gemeinwirtschaft gegründet worden. Aus dieser ging 1970 die Hochschule für Wirtschaft und Politik (HWP) mit einem kombinierten Studiengang aus Anteilen der Volks- und Betriebswirtschaftslehre sowie der Soziologie und der Rechtswissenschaften hervor. Ab den 1980er-Jahren wurde der konsekutive Studiengang Diplom-Sozialökonom eingerichtet. Bis heute beherbergt der Fachbereich Sozialökonomie den meistbelegten Studiengang der Universität Hamburg. Der Hamburger Rechtswissenschaftler Karsten Nowrot forderte 2014 eine Weiterentwicklung in Form der „Ausarbeitung und Konkretisierung eines sozialökonomischen Wissenschaftsparadigmas“ auf einer integrierten einzeldisziplinären Grundlage. Er bezog sich hierbei namentlich auf Heimann und Amitai Etzioni.[141]

Der Ökonom und Soziologe Werner Hofmann vertrat die disziplinäre Tradition der Sozialökonomik zuletzt in Marburg (Sozialökonomische Studientexte 1964ff.; Grundelemente der Wirtschaftsgesellschaft 1969).[142] Er trat u.a. als theoretisch versierter Kritiker der Nutzen- und Modellökonomik auf (Das Elend der Nationalökonomie 1968). Diese billige dem „wirklichen“ historisch-gesellschaftlichen Individuum letztlich immer nur das Verhalten eines generalisierten „rechnenden Unternehmers“ zu, weshalb sie die „ideologische Vereinheitlichung der Gesellschaft“ durch gleichförmige Fragmentierung der Einzelnen aktiv forciere. Mit der Entfernung der geschichtlichen und der ethisch-rechtlichen Perspektive aus dem Methodenkanon habe sie zudem dafür gesorgt, dass „Alternativen“ oder überhaupt erst die „Möglichkeit eines Anderen“ keinerlei erkenntnistheoretische Rolle mehr spielen. Aus diesen Gründen bezeichnete er die sich formierende ökonomische Lehre als affirmative „Rechtfertigungslehre“ und sprach von der „Pauperisierung des Geistes“ der Ökonomik – ein Ausdruck, der stark an die Charakterisierung des entwicklungsgeschichtlichen „Geistes des Kapitalismus“ von Max Weber erinnert.[143]

Das Ende der älteren Sozialökonomik

Wenn sich die Empfehlungen zu einer einheitswissenschaftlich geprägten Diplomprüfungsordnung von 1959 bundesweit durchgesetzt hätten, wäre dies dem Urteil des Wissenschaftshistorikers Jan-Otmar Hesse zufolge dem „umfassendsten Einschnitt in die Wirtschaftswissenschaft“ gleichgekommen, „den es seit dem 19. Jahrhundert in Deutschland überhaupt gegeben hätte“. Doch im Laufe der 1960er-Jahre neigte sich die Auseinandersetzung zwischen einer eher sozial-ökonomisch und einer eher statistisch-formal orientierten Fachordnung aus verschiedenen Gründen der letzteren zu. Hesse konstatiert ein komplexes personelles und stetiges institutionengeschichtliches Abrücken vom bisherigen Disziplinmodell der VWL. Voraussetzung sei der endgültige Abtritt der Epigonen der Historischen Schule gewesen.[144]

Zunächst schufen sich Soziologie und Politologie erfolgreich eigene disziplinäre Fundamente, was die Befürworter der Spezialisierung einer Wirtschaftswissenschaft begünstigte. Vor dem Hintergrund der Besetzung Deutschlands und der Entnazifizierung der Eliten stand die Volkswirtschaftslehre zudem früh im Fokus von nicht-staatlichen Geldgebern wie der Rockefeller-Stiftung. Neben Lehrenden wurden v.a. auf unmittelbare wirtschaftspolitische Anwendung ausgerichtete außeruniversitäre Einrichtungen wie die Münchener Informations- und Forschungsstelle (Ifo) für Wirtschaftsbeobachtung gefördert. Dies trug zur Verschiebung der institutionellen Rahmenbedingungen der überlieferten sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Diskursstruktur bei.[145]

Bedürfnisbefriedigung als marktförmiges Optimum: Der Gleichgewichtspreis definiert die maximale ökonomische Wohlfahrt der Marktteilnehmer. Veranschaulichung neoklassischer Wirtschaftstheorie im Preis-Mengen-Diagramm (Marktdiagramm). [vergrößern] [Quelle]

Die in der frühen BRD von außen oftmals als „rückständig und etatistisch[146] bewerteten Universitäten wurden durch diese Art der zweckorientierten Rationalisierung und Zuständigkeitskonzentration der Wirtschaftswissenschaft bis in die 1970er-Jahre eines Teils ihrer öffentlichen Zuständigkeiten benommen. Die bis dahin als endgültig erwiesen geltenden Erklärungspotentiale des herausgebildeten disziplinären Mainstream-Diskurses zwischen den postklassischen Wirtschaftstheorien des Keynesianismus und der Neoklassik deckten offenbar den politischen Bedarf an verwertbarer volkswirtschaftlicher Expertise.

Zugleich immunisierte sich dieser herrschende Diskurs der Neoklassischen Synthese mit seiner erkenntnistheoretischen statistisch-formalen Geschlossenheit gegen „fachfremde“ Kritik. Nach der sog. Methodentagung des Vereins für Socialpolitik (VfS) 1963 verstetigte sich die Binnenperspektive einer stofflich und methodisch exklusiven einzeldisziplinären Ökonomik. So wurde etwa die Mathematik von einer partiellen zu einer zentralen Methode der „exakten“ Auffassung und Strukturierung des Wissensgebietes. Galt selbst der Oppenheimer-Schüler Erich Preiser bereits 1953 als „Verächter“ der social science und Förderer der economics, so wurde nunmehr die Sozialwissenschaft „per se als eine Perspektive von inkompetenten Fachfremden modelliert“ und „der vormals so zentrale Gegensatz zwischen ‚reiner Theorie‘ und ‚sozialer Theorie‘ regelrecht in die Soziologie ausgelagert“.[147]

Die Wirtschaftswissenschaft hatte sich von der „historisch-rechtlichen“ auf die „rein ökonomische“ Kategorie zurückgezogen und ihr Zweck war ein anderer als noch derjenige der Sozialökonomik geworden.

Literatur und Weblinks Literaturauswahl bis 1970 Im Folgenden sind zentrale wissenschaftstheoretische und beispielhafte thematische Schriften aus dem Umfeld der historischen Sozialökonomik aufgeführt.

Ein Großteil der Literatur ist mit direkten Links zu den digitalisierten Texten versehen. Einzelne Autor*innen werden kurz vorgestellt.

Literaturauswahl bis 1970 einblenden

W. E. B. Du Bois (1868-1963) lehrte Geschichte und Ökonomik an der Atlanta University. Der afroamerikanische Soziologe und Bürgerrechtler gründete die National Association for the Advancement of Colored People mit und hatte u.a. bei Adolph Wagner in Berlin und Max Weber in Heidelberg studiert. [vergrößern] [Quelle]


  • Adams, Herbert B. (Hrsg.): Monographs on American Social Economics. Department of [Education and] Social Economy for the United States Commission to the Paris Exposition of 1900, 2 Bde., Boston 1900 (bei hathitrust.org; im Pavillon der Sozialökonomie war u.a. eine Ausstellung über afroamerikanisches Leben zu sehen, die von W.E.B. Du Bois u.a. erstellt wurde; vgl. Fotografien und sozialstatistische Materialien bei der Library of Congress).
  • Adorno, Theodor W./Hans Albert/Ralf Dahrendorf/Jürgen Habermas/Harald Pilot/Karl R. Popper: Der Positivismusstreit in der deutschen Soziologie, Neuwied/Berlin 1969.
  • Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik (begr. von Max Weber, Werner Sombart und Edgar Jaffé, 1904-1934) (digitalisierte Zeitschriftenbände bei archive.org suchen).
  • Arendt, Hannah: Natur und Geschichte. Vortrag, Bayerischer Rundfunk 1957 (Audio bei youtube.de; Text bei gellhardt.de).
  • Böhm-Bawerk, Eugen:
    • Macht oder ökonomisches Gesetz?, in: Zeitschrift für Volkswirtschaft, Sozialpolitik und Verwaltung, Bd. 23 (1914), S. 205ff. (bei archive.org).
    • Rez. L. Brentano, Die klassische Nationalökonomie, in: Göttingische gelehrte Anzeigen 1889/12, S. 465ff. (bei hathitrust.org).
    • Kapital und Kapitalzins. Erste Abteilung: Geschichte und Kritik der Kapitalzins-Theorien (1884), 4. unveränd. Aufl., Jena 1921 (bei archive.org).
  • Brinkmann, Carl: Die moderne Staatsordnung und der Kapitalismus, in: Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 4. Abteilung: Spezifische Elemente der modernen kapitalistischen Wirtschaft, Tübingen 1925, S. 49ff.
  • Bücher, Karl:
    • Volkswirtschaftliche Entwicklungsstufen, in: Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 1. Abteilung: Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft, Tübingen 1914, S. 1ff.
    • Die Entstehung der Volkswirtschaft. Sechs Vorträge. Tübingen, 1893ff. (im Deutschen Textarchiv).
  • Cassel, Gustav: Theoretische Sozialökonomie, Leipzig 1918.
  • Commons, John R.:
  • Diehl, Karl: Über Sozialismus, Kommunismus und Anarchismus. Fünfundzwanzig Vorlesungen, 4. Aufl., Jena 1922 (bei archive.org).
  • Dietzel, Heinrich:
    • Theoretische Socialökonomik, Leipzig 1895 (bei archive.org).
    • Karl Rodbertus. Darstellung seines Lebens und seiner Lehre, 2 Bde. (Darstellung seines Lebens und Darstellung seiner Socialphilosophie), Jena 1886/88 (Bd. 1 u. 2 bei archive.org).
    • Ueber das Verhältniss der Volkswirthschaftslehre zur Socialwirthschaftslehre, Berlin 1882 (bei books.google.de).
  • Dilthey, Wilhelm: Einleitung in die Geisteswissenschaften. Versuch einer Grundlegung für das Studium der Gesellschaft und der Geschichte, Bd. 1, Leipzig 1883 (bei archive.org).
  • Du Bois, W. E. Burghardt: Die Negerfrage in den Vereinigten Staaten, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 22, 1906, S. 31ff. (bei archive.org).
  • Eisermann, Gottfried:


  • Richard T. Ely (1854-1943) ist einer der Vordenker der Älteren Institutionenökonomik. Anders als John B. Clark, der später zu einem der führenden US-amerikanischen Neoklassiker wurde, blieb Ely seiner auf Karl Knies in Heidelberg zurückgehenden historisch-sozialwissenschaftlichen Ausbildung treu. [vergrößern] [Quelle]


    • /Wilhelm Bernsdorf (Hrsg.): Die Einheit der Sozialwissenschaften. Franz Eulenburg zum Gedächtnis, Stuttgart 1955.
    • (Hrsg.): Wirtschaft und Kultursystem. Festschrift Alexander Rüstow, Erlenbach-Zürich/Stuttgart 1955.
  • Ely, Richard T.:
    • (Hrsg.): Citizen’s Library of Economics, Politics and Sociology, New York 1900ff. (Werke- und Linkliste für archive.org).
    • An Introduction to Political Economy, New York 1889 (bei archive.org).
    • The Past and the Present of Political Economy (Johns Hopkins University Studies in Historical and Political Science, Bd. 2: Institutions and Economics), Baltimore 1884 (bei archive.org).
    • French and German Socialism in Modern Times, New York 1883 (bei archive.org).
  • Engels, Friedrich:
    • Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft (1880) (popularisierte Kurzform des Anti-Dühring), 4. Aufl., Berlin 1891 (bei archive.org).
    • Herrn Eugen Dühring's Umwälzung der Wissenschaft. Philosophie. Politische Oekonomie. Sozialismus (sog. Anti-Dühring), Leipzig 1878 (bei der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf).
  • Erhard, Ludwig: Franz Oppenheimer, dem Lehrer und Freund. Rede zu Oppenheimers 100. Geburtstag, gehalten in der Freien Universität Berlin (1964), in: Ders.: Gedanken aus fünf Jahrzehnten. Reden und Schriften (hrsg. Karl Hohmann), Düsseldorf u.a. 1988, S. 858ff. (bei franz-oppenheimer.de).
  • Eucken, Walter: Die Überwindung des Historismus, in: Schmollers Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft im Deutschen Reiche, Bd. 62/2 (1938), S. 191ff. (in der Duncker & Humblot eLibrary).
  • Gonner, Edward C. K.: The Social Philosophy of Rodbertus, London/New York 1899 (bei archive.org).
  • Harms, Bernhard:
    • Das Staatswissenschaftliche Institut an der Universität Kiel. Unter besonderer Berücksichtigung seiner Abteilung für Seeverkehr und Weltwirtschaft. Rede gehalten bei der Eröffnungsfeier am 24. Febr. 1911, Jena 1911 [Grundlegung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft IfW] (bei archive.org).
    • Ferdinand Lassalle und seine Bedeutung für die deutsche Sozialdemokratie, Jena 1909 (bei archive.org).
  • Heimann, Eduard:


  • "Das Geld ist ein Geschöpf der Rechtsordnung; es ist im Laufe der Geschichte in den verschiedensten Formen aufgetreten: eine Theorie des Geldes kann daher nur rechtsgeschichtlich sein." Georg Friedrich Knapp (1842-1926) wird heute als Vordenker der Modern Monetary Theory in Anspruch genommen. [vergrößern] [Quelle]


    • Soziale Theorie des Kapitalismus. Theorie der Sozialpolitik, Tübingen 1929.
    • Entwicklungsgang der wirtschafts- und sozialpolitischen Systeme und Ideale. II. Die jüngste Entwicklung, in: Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 1. Abteilung: Historische und theoretische Grundlagen, I. Teil: Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft, 2. erw. Aufl., Tübingen 1924, S. 184ff.
  • Hofmann, Werner:
    • Grundelemente der Wirtschaftsgesellschaft. Ein Leitfaden für Lehrende, Reinbek b. Hamburg 1969 (Leseprobe bei books.google.de (Neuauflage 2019)).
    • Das Elend der Nationalökonomie, in: Heinz Maus u.a. (Hrsg.): Gesellschaft, Recht und Politik. Wolfgang Abendroth zum 60. Geburtstag, Neuwied/Berlin 1968, S. 161ff. (Digitalisat einer Abschrift an der FU Berlin im Mai 1968).
    • (Hrsg.): Sozialökonomische Studientexte. 1. Wert- und Preislehre; 2. Einkommenstheorie vom Merkantilismus bis zur Gegenwart; 3. Theorie der Wirtschaftsentwicklung vom Merkantilismus bis zur Gegenwart, 3 Bde., Berlin 1964ff.
  • Knapp, Georg Friedrich: Staatliche Theorie des Geldes (1905), 3. Aufl., Leipzig/München 1921 (bei archive.org).
  • Kozak, Theophil: Rodbertus-Jagetzow’s socialökonomische Ansichten, Jena 1882 (bei books.google.de).
  • Lamprecht, Karl:
  • Lassalle, Ferdinand: Das System der erworbenen Rechte. Eine Versöhnung des positiven Rechts und der Rechtsphilosophie, Leipzig 1861 (bei books.google.de).
  • Lederer, Emil:


  • Rosa Luxemburg (1871-1919) sorgte mit ihrem imperialismustheoretischen Buch über Die Akkumulation des Kapitals u.a. für eine prominente Interpretation von Karl Rodbertus. Mit Sarkasmus schmetterte die marxistische Wirtschaftstheoretikerin hingegen Gustav Schmollers "bürgerliche" Elemente der VWL ab: "Uff! Holen wir Atem. Wie war's also? Gesellschaftliche Wirtschaftseinrichtungen - privates und öffentliches Recht - psychische Kräfte - Ähnliches und Gleiches - Gleiches und Ähnliches - Statistik - Statik - Dynamik - durchschnittliche Verfassung - kausale Entwicklung - sittlich-historische Werturteile... [...] nichts als klingende Phrasen, als geschraubtes Wortgebimmel [...]." [vergrößern] [Quelle]


    • Schriften zur Wissenschaftslehre und Kultursoziologie. Texte von Emil Lederer (hrsg. Peter Gostmann/Alexandra Ivanova), Wiesbaden 2014.
    • Arbeiterschutz (mit Jakob Marschak) und Sozialversicherung, in: Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 9. Abteilung: Das soziale System des Kapitalismus, II. Teil: Die autonome und staatliche soziale Binnenpolitik im Kapitalismus, Tübingen 1927, S. 259ff. u. S. 320ff.
  • Luxemburg, Rosa:
    • Einführung in die Nationalökonomie (hrsg. Paul Levi, posthum), Berlin 1925 (beim polnischen Digitalen Repositorium).
    • Die Akkumulation des Kapitals. Ein Beitrag zur ökonomischen Erklärung des Imperialismus (1913), in: Dies.: Gesammelte Werke, Bd. VI, Berlin 1923 (bei archive.org).
  • Marx, Karl:
    • [Randglossen zu Adolph Wagners „Lehrbuch der politischen Ökonomie“ (1879)] (1879/80), in: Karl Marx/Friedrich Engels Werke (MEW), Bd. 19, Berlin (Ost) 1987, S. 355ff. (bei marx-wirklich-studieren.net).
    • Das Kapital. Kritik der politischen Oekonomie, Erster Band, Buch I: Der Produktionsprocess des Kapitals, Hamburg 1867 (bei archive.org).
    • Zur Kritik der Politischen Oekonomie. Erstes Heft, Berlin 1859 (bei books.google.de).
  • Menger, Anton: Das Recht auf den vollen Arbeitsertrag in geschichtlicher Darstellung (1886), 2. Aufl., Stuttgart 1891 (bei archive.org).
  • Menger, Carl:
    • Zur Theorie des Kapitals, in: Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik N.F. 17/1 (1888), S. 1ff. (bei digizeitschriften.de).
    • Untersuchungen über die Methode der Socialwissenschaften und der Politischen Oekonomie insbesondere, Leipzig 1883 (bei archive.org).
  • Müller-Armack, Alfred:
    • Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft, Hamburg 1947.
    • Entwicklungsgesetze des Kapitalismus. Ökonomische, geschichtstheoretische und soziologische Studien zur modernen Wirtschaftsverfassung, Berlin 1932.
    • Ökonomische Theorie der Konjunkturpolitik, Leipzig 1926.
    • Das Krisenproblem in der theoretischen Sozialökonomik. Versuch einer Neubegründung der absoluten Ueberproduktionslehre, Köln 1923.
  • Naumann, Friedrich:

    Franz Oppenheimer (1864-1943), überzeugter Zionist und Anhänger eines Dritten Weges "zwischen Kapitalismus und Kommunismus", gehörte zu den frühen Vertretern einer stark ethisch gefärbten Sozialökonomik. Er beeinflusste u.a. Ludwig Erhard, Eduard Heimann und Erich Preiser. [vergrößern] [Quelle]



  • Neurath, Otto:
    • Empirische Soziologie. Der wissenschaftliche Gehalt der Geschichte und Nationalökonomie, Wien 1931 (bei archive.org).
    • (Hrsg.): Gesellschaft und Wirtschaft. 100 farbige Tafeln. Bildstatistisches Elementarwerk des Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseums in Wien. Produktionsformen, Gesellschaftsordnungen, Kulturstufen, Lebenshaltungen, Leipzig 1930 (bei der wienbibliothek.at).
  • Neurath, Wilhelm: Grundzüge der Volkswirtschaftslehre oder Grundlage der socialen und politischen Oekonomie, Leipzig/Berlin 1885 (bei hathitrust.org).
  • Oppenheimer, Franz:
    • System der Soziologie, Jena 1922ff. (u.a. Bd. 3: Theorie der reinen und politischen Ökonomie, Halbbd. 2: Die Gesellschaftswirtschaft, 1924).
    • Sozialökonomik. Die Gesellschaftswirtschaft (Drittes Buch), in: Ders.: Theorie der reinen und politischen Ökonomie. Ein Lehr- und Lesebuch für Studierende und Gebildete, Berlin 1910, S. 171ff. (bei archive.org).
    • Skizze der sozial-ökonomischen Geschichtsauffassung I u. II, in: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie und Soziologie 27 (1903), S. 323ff. u. S. 369ff. (bei gallica.bnf.fr).
  • Ostwald, Wilhelm: Energetische Grundlagen der Kulturwissenschaft, Leipzig 1909 (bei archive.org).
  • Pesch, Heinrich:
    • Ethik und Volkswirtschaft, Freiburg 1918 (bei archive.org).
    • Lehrbuch der Nationalökonomie, 5 Bde., Freiburg 1905ff. (Erster Band, Grundlegung, bei archive.org).
  • Polanyi, Karl:
    • Economy and Society. Selected Writings (hrsg. Claus Thomasberger/Michele Cangiani), New York 2018.
    • /Conrad M. Arensberg/Harry W. Pearson (Hrsg.): Trade and Market in the Early Empires. Economies in History and Theory, Glencoe 1957 (bei archive.org).
    • The Great Transformation. The Political and Economic Origins of Our Time (1944), Nachdruck d. 2. Aufl. 1957, Boston 2001 (bei archive.org).

    "Auch ist es nicht unwahrscheinlich, daß künftig einmal die Menschheit einen Genuß darin finden wird, mit geringem Energieverbrauch ein anmutiges Dasein zu führen und die rohe Energiefresserei des gegenwärtigen Lebens wie eine beklagenswerte Barbarei anzusehen." Der Nobelpreisträger für Chemie Wilhelm Ostwald (1853-1932) führte als erster die sog. Energetik in die Sozial- und Kulturwissenschaften ein, auf die sich später u.a. Nicholas Georgescu-Roegen bezog. [vergrößern] [Quelle] 


17.08.2025

Sozialökonomik - Geschichte und Gegenwart eines Wissenschaftskonzepts   (VI von VIII)

  • Rickert, Heinrich:
  • Rodbertus, [Johann] Karl:
    • Gesammelte Werke und Briefe. Zusammengestellt auf Grund früherer Ausgaben und mit Einleitung sowie Bibliographie (hrsg. Thilo Ramm), 6 Bde., Osnabrück 1972 (Verzeichnis bei der Deutschen Nationalbibliothek).
    • Overproduction and Crises (Zweiter Sozialer Brief übersetzt von Julia Franklin, mit einem Vorwort von John B. Clark), London/New York 1898 (bei archive.org).
    • Untersuchungen auf dem Gebiete der Nationalökonomie des klassischen Alterthums, in: Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik (6 Folgen: Teil I in Bd. 2 1864; Teil II in Bd. 4, Bd. 5 (1) u. Bd. 5 (2) 1865 sowie Bd. 8 (1) u. Bd. 8 (2) 1867 bei digizeitschriften.de).
    • Das Kapital. Vierter socialer Brief an von Kirchmann (1852/1884 posthum), in: Adolph Wagner/Theophil Kozak (Hrsg.): Aus dem literarischen Nachlass von Dr. Carl Rodbertus-Jagetzow, Bd. II, Berlin 1884 (bei archive.org).
    • Sociale Briefe an von Kirchmann. Dritter Brief: Widerlegung der Ricardo’schen Lehre von der Grundrente und Begründung einer neuen Rententheorie, Berlin 1851 (bei archive.org).
    • Sociale Briefe an von Kirchmann. Zweiter Brief: Kirchmann’s sociale Theorie und die meinige, Berlin 1850 (Nachdruck von 1875 bei der Bayerischen Staatsbibliothek).
    • Sociale Briefe an von Kirchmann. Erster Brief: Die sociale Bedeutung der Staatswirthschaft, Berlin 1850 (bei archive.org).
    • Zur Erkenntniss unsrer staatswirthschaftlichen Zustände, H. 1 (Fünf Theoreme), Neubrandenburg/Friedland 1842 (bei archive.org).
  • Röpke, Wilhelm:

Alexander Rüstow (1885-1963) mit Ehefrau Lorena auf dem Weg ins türkische Exil (1933). Er führte den Begriff des Neoliberalismus in Deutschland ein, der in seinem Sinne einen wirtschaftspolitischen Weg zwischen altliberalem Kapitalismus und marxistisch-leninistischem Kommunismus bezeichnete. [vergrößern] [Quelle]


  • Civitas Humana. Grundfragen der Gesellschafts- und Wirtschaftsreform, Zürich 1944.
  • Die Gesellschaftskrisis der Gegenwart, Erlenbach-Zürich 1942.
  • Roscher, Wilhelm:
    • System der Volkswirthschaft. Ein Hand- und Lesebuch für Geschäftsmänner und Studierende (5 Bde. 1854ff.), Erster Band: die Grundlagen der Nationalökonomie enthaltend, 9. Aufl., Stuttgart 1871 (bei hathitrust.org).
    • Grundriß zu Vorlesungen über die Staatswirthschaft. Nach geschichtlicher Methode, Göttingen 1843 (bei books.google.de).
  • Rüstow, Alexander: Das Versagen des Wirtschaftsliberalismus (1945), 3. Aufl. (hrsg. Frank P. u. Gerhard Maier-Rigaud), Marburg 2001.
  • Salin, Edgar: Hochkapitalismus. Eine Studie über Werner Sombart, die deutsche Volkswirtschaftslehre und das Wirtschaftssystem der Gegenwart, in: Weltwirtschaftliches Archiv, Bd. 25 (1927), S. 314ff. (beschränkter Zugang bei digizeitschriften.de).
  • Schäffle, Albert:
    • Bau und Leben des socialen Körpers. Encyklopädischer Entwurf einer realen Anatomie, Physiologie und Psychologie der menschlichen Gesellschaft mit besonderer Rücksicht auf die Volkswirthschaft als socialen Stoffwechsel, Bd. 1: Allgemeiner Theil, Tübingen 1875 (bei archive.org).
    • Das gesellschaftliche System der menschlichen Wirthschaft. Ein Lehr- und Handbuch der Nationalökonomie […], Tübingen 1867 (bei archive.org).
    • Mensch und Gut in der Volkswirthschaft oder der ethisch-anthropologische und der chrematistische Standpunkt in der Nationalökonomie, mit besonderer Rücksicht auf die Grundprincipien der Steuerlehre, in: Deutsche Vierteljahrs-Schrift 24/4 (1861), S. 232ff. (bei archive.org).
  • Schmölders, Günter:
    • Sozialökonomische Verhaltensforschung. Ausgewählte Aufsätze, mit einem Verzeichnis der wissenschaftlichen Publikationen 1924 - 1973 (Festschrift hrsg. von Gerhard Brinkmann u.a.), Berlin 1973.
    • Volkswirtschaftslehre als Sozialwissenschaft. Rektoratsrede am 10. November 1965, Krefeld 1965 (bei der Historischen Kommission der Bayerischen Akademie der Wissenschaften).
    • Geschichte der Volkswirtschaftslehre. Überblick und Leseproben (1961ff.), Reinbek b. Hamburg 2017.

    Joseph Schumpeter (1883-1950) übernahm im ersten Band des Grundrisses der Sozialökonomik 1914 die Darstellung der Dogmen- und Methodengeschichte. 1917 trat er neben den Gründungsredakteuren Max Weber, Werner Sombart und Edgar Jaffé in den Herausgeberkreis des einflussreichen Archivs für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik ein. [vergrößern] [Quelle]


  • Schmoller, Gustav:
    • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre, 2 Bde., Leipzig 1900-1904 (bei visuallibrary.net).
    • Über einige Grundfragen der Socialpolitik und der Volkswirtschaftslehre, Leipzig 1898 (bei der Bayerischen Staatsbibliothek).
    • Die Volkswirtschaft, die Volkswirtschaftslehre und ihre Methode, Frankfurt a.M. 1893 (im Deutschen Textarchiv).
    • Zur Methodologie der Staats- und Sozialwissenschaften [Methodenstreit mit Carl Menger], in: Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft im Deutschen Reich, NF, 7. Jahrgang, Leipzig 1883 (bei archive.org).
  • Schumpeter, Joseph A.:
    • Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie (1942), 10. Aufl., Tübingen 2020.
    • History of Economic Analysis (hrsg. Elizabeth Boody Schumpeter 1954, posthum), [Taylor & Francis e-Library] 2006 (Vorschau bei digamo.fr).
    • Epochen der Dogmen- und Methodengeschichte, in: Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 1. Abteilung: Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft, Tübingen 1914, S. 19ff. (bei archive.org).
    • Das Wesen und der Hauptinhalt der theoretischen Nationalökonomie, Leipzig 1908 (bei archive.org).
  • Simmel, Georg: Die Probleme der Geschichtsphilosophie. Eine erkenntnistheoretische Studie, Leipzig 1892 (bei archive.org).
  • Sombart, Werner:
    • Die drei Nationalökonomien. Geschichte und System der Lehre von der Wirtschaft, München/Leipzig 1930 (bei visuallibrary.net).
    • Der moderne Kapitalismus, 3 Bde., Leipzig 1902/1927 (bei visuallibrary.net).
    • Die römische Campagna. Eine sozialökonomische Studie, Leipzig 1888 (bei archive.org).

    Werner Sombart (1863-1941) trieb neben Max Weber die akademische Popularisierung des Kapitalismus-Begriffs voran. Nach anfänglichen Sympathien für den national- und sozialpolitischen Aufbruchsgeist wandte er sich zuletzt enttäuscht vom deutschen Nationalsozialismus ab. [vergrößern] [Quelle]


  • Spiethoff, Arthur: Die Allgemeine Volkswirtschaftslehre als geschichtliche Theorie. Die Wirtschaftsstile, in: Schmollers Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft im Deutschen Reiche, Bd. 56/2 (1932), S. 51ff. (Sonderabdruck in: Ders. (Hrsg.): Festgabe für Werner Sombart zur siebenzigsten Wiederkehr seines Geburtstages 19. Jänner 1933, München 1933).
  • Stammler, Rudolf: Wirtschaft und Recht nach der materialistischen Geschichtsauffassung. Eine sozialphilosophische Untersuchung, Leipzig 1896 (bei archive.org).
  • Stolzmann, Rudolf:
    • Der Zweck in der Volkswirtschaft. Die Volkswirtschaft als sozial-ethisches Zweckgebilde. Versuch einer sozialorganischen Begründung der Volkswirtschaftslehre, Berlin 1909 (bei archive.org).
    • Die soziale Kategorie in der Volkswirthschaftslehre. I. Grundlegender und kritischer Teil, Berlin 1896 (bei archive.org).
  • Tönnies, Ferdinand: Gemeinschaft und Gesellschaft. Abhandlung des Communismus und des Socialismus als empirischer Kulturformen, Leipzig 1887 (bei archive.org).
  • Troeltsch, Ernst: Der Historismus und seine Probleme. Erstes Buch: Das logische Problem der Geschichtsphilosophie, Tübingen 1922 (bei archive.org).
  • Veblen, Thorstein: Why is Economics not an evolutionary Science?, in: The Quarterly Journal of Economics 12 (1898), S. 373ff. (bei archive.org).
  • Wagner, Adolph:
    • Theoretische Sozialökonomik, 2. Abt., Bd. 1: Sozialökonomische Theorie des Kommunikations- und Transportwesens, Bd. 2: Sozialökonomische Theorie des Geldes und Geldwesens, Leipzig 1909 (Verzeichnis bei der Deutschen Nationalbibliothek).
    • Theoretische Sozialökonomik oder Allgemeine und theoretische Volkswirtschaftslehre. Grundriss in tunlichst prinzipieller Behandlungsweise […], Leipzig 1907ff. (1. Abt. bei archive.org).
    • Allgemeine und theoretische Volkswirtschaftslehre oder Sozialökonomik (Theoretische National-Ökonomik). Grundlegung und Ausführung in aphoristischer Form. Grundriss zu seiner bezüglichen Universitäts-Vorlesung [seit Wintersemester 1893/94], 3. Aufl., Berlin 1901 (bei archive.org).
    • Die akademische Nationalökonomie und der Socialismus. Rede zum Antritt des Rectorats der Königlichen Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin gehalten in der Aula am 15. October 1895, Berlin 1895 (bei der Historischen Kommission der Bayerischen Akademie der Wissenschaften).
    • Grundlegung der politischen Oekonomie, 3. Aufl., Leipzig 1892 (= Adolph Wagner/Karl Bücher/Heinrich Dietzel (Hrsg.): Lehr- und Handbuch der politischen Oekonomie, Erste Hauptabtheilung: Grundlegung der politischen Oekonomie) (bei archive.org).
    • Einiges von und über [Karl] Rodbertus-Jagetzow, in: Zeitschrift für die gesammte Staatswissenschaft, Bd. 34 (1878), Tübingen 1878, S. 199ff. (bei digizeitschriften.de).
  • Weber, Alfred: Prinzipielles zur Kultursoziologie. Gesellschaftsprozess, Zivilisationsprozess und Kulturbewegung, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 47, 1920/21, S. 1ff. (bei archive.org).
  • Weber, Max:
  • Friedrich von Wieser (1851-1926) stand wie kein anderer Autor für den wirtschaftstheoretischen Part des Grundrisses der Sozialökonomik. Ganz nach der kulturwissenschaftlichen Problemorientierung Max Webers vollführte er seine analytischen Grundlegungen überwiegend im Sinne der verhaltensbasierten ("psychologischen") Österreichischen Schule und weniger im logisch-funktionalen Rahmen der Gleichgewichtsmodelle der Neoklassik. [vergrößern] [Quelle]


    • 1. Die Wirtschaft und die gesellschaftlichen Ordnungen und Mächte; 2. Typen der Vergemeinschaftung und Vergesellschaftung; 3. Typen der Herrschaft, in: Ders. u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 3. Abteilung: Wirtschaft und Gesellschaft, Tübingen 1922 (bei archive.org).
    • u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, IX Abt., 12/13 Bde., Tübingen 1914-1930 (Verzeichnis bei der Deutschen Nationalbibliothek).
    • Der Sinn der ‚Wertfreiheit‘ der soziologischen und ökonomischen Wissenschaften (1917), in: Ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1922, S. 451ff. (bei archive.org).
    • ‚Energetische‘ Kulturtheorien [Rez. Wilhelm Ostwald: Energetische Grundlagen der Kulturwissenschaft] (1909), in: Ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1922, S. 376ff. (bei archive.org).
    • Die protestantische Ethik und der ‚Geist‘ des Kapitalismus, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 20 u. 21, 1905, jew. S. 1ff. (Teil I und Teil II bei archive.org).
    • Die ‚Objektivität‘ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 19, 1904, aus Ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1922, S. 146ff. (bei archive.org).
    • Roscher und Knies und die logischen Probleme der historischen Nationalökonomie (1903-05), in: Ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1922, S. 1ff. (bei archive.org).
    • Der Nationalstaat und die Volkswirtschaftspolitik. Akademische Antrittsrede, Freiburg i.Br./Leipzig 1895 (bei archive.org).
    • Die römische Agrargeschichte in ihrer Bedeutung für das Staats- und Privatrecht, Stuttgart 1891 (bei archive.org).
  • Wiese, Leopold von: Wirtschaftstheorie und Wirtschaftssoziologie, in: Schmollers Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft im Deutschen Reiche, Bd. 60/6 (1936), S. 647ff. (in der Duncker & Humblot eLibrary).
  • Wieser, Friedrich von:
    • Social Economics, London 1927 [= Theorie der gesellschaftlichen Wirtschaft, 2. Aufl. 1924; mit einem Vorwort von Wesley C. Mitchell] (bei archive.org).
    • Theorie der gesellschaftlichen Wirtschaft, 2. Aufl. (1914), Tübingen 1924 (= Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik. 1. Abteilung: Historische und theoretische Grundlagen, II. Teil).
  • Windelband, Wilhelm: Geschichte und Naturwissenschaft. Rede zum Antritt des Rektorats der Kaiser-Wilhelms-Universität Strassburg (1894), 3. Aufl., Strassburg 1904 (bei archive.org).
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    Literaturauswahl ab 1970

    Im Folgenden sind Schriften aus dem sozial- und sozioökonomischen Diskurs der letzten fünf Jahrzehnte bis zur Gegenwart aufgeführt.

    Stellenweise führen Links zu den Texten oder weiterem Material. Einzelne Autor*innen werden kurz vorgestellt.

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     Über Jahrzehnte im marxistischen, feministischen und ökologischen Ökonomiediskurs: Adelheid Biesecker war von 1971 bis 2004 Professorin für Ökonomische Theorie unter besonderer Berücksichtigung ihrer gesellschaftshistorischen Entstehungsbedingungen am Institut für Institutionelle und Sozial-Ökonomie (iiso) der Universität Bremen. [vergrößern] [Quelle]


    • Adloff, Frank/Sighard Neckel (Hrsg.): Gesellschaftstheorie im Anthropozän, Frankfurt a.M./New York 2020.
    • Althaler, Karl S./Egon Matzner/Manfred Prisching/Brigitte Unger (Hrsg.): Sozioökonomische Forschungsansätze. Historische Genese, Methoden, Anwendungsgebiete, Marburg 1995.
    • Bachinger, Karl/Herbert Matis: Entwicklungsdimensionen des Kapitalismus. Klassische sozioökonomische Konzeptionen und Analysen, Wien 2009.
    • Backhaus, Jürgen:
      • /Günther Chaloupek/Hans A. Frambach u.a. (Hrsg.): The European Heritage in Economics and the Social Sciences, 24 Bde., Cham (CH) u.a. 2003ff. (Verzeichnis bei springer.com).
      • /Reginald Hansen: Methodenstreit in der Nationalökonomie, in: Journal for General Philosophy of Science 31/2 (2000), S. 307ff.
    • Biesecker, Adelheid:
      • /Sabine Hofmeister: Die Neuerfindung des Ökonomischen. Ein (re)produktionstheoretischer Beitrag zur Sozial-ökologischen Forschung, München 2006.
      • /Stefan Kesting: Mikroökonomik. Eine Einführung aus sozial-ökologischer Perspektive, München/Wien 2003.
    • Bilstein, Johannes/Jörg Zierfas (Hrsg.): Das Geben und das Nehmen. Pädagogisch-anthropologische Zugänge zur Sozialökonomie, Weinheim/Basel 2017.
    • Blanckenburg, Peter von u.a. (Hrsg.): Sozialökonomie der ländlichen Entwicklung, Bd. 1 des Handbuchs der Landwirtschaft und Ernährung in den Entwicklungsländern, 2. Aufl., Stuttgart 1982.
    • Bohmann, Gerda:

      Gerda Bohmann ist Professorin am Institut für Soziologie und Empirische Sozialforschung an der Wirtschaftsuniversität Wien. Einer ihrer Schwerpunkte ist die Verbindung der Historisch-genetischen Theorie der Kultur von Günter Dux mit der sozioökonomisch orientierten Forschung.  [vergrößern] [Quelle]


      • /Heinz-Jürgen Niedenzu: Zur Aktualität von Günter Dux, Wiesbaden 2021.
      • /Heinz-Jürgen Niedenzu: Historisch-Genetische Theorie, Wiesbaden 2020.
      • /Johanna Hofbauer/Johann August Schülein (Hrsg.): Sozioökonomische Perspektiven. Texte zum Verhältnis von Gesellschaft und Ökonomie, Wien 2014.
    • Bombach, Gottfried/Hans-Jürgen Ramser/Manfred Timmermann/Walter Wittman (Hrsg.): Der Keynesianismus II. Die beschäftigungspolitische Diskussion vor Keynes in Deutschland, Berlin/Heidelberg 1976.
    • Bremer Diskussionspapiere zur institutionellen Ökonomie und Sozial-Ökonomie. Veröffentlichung des Instituts für Institutionelle und Sozial-Ökonomie an der Universität Bremen (1996-2006), Bremen 1996ff. (Verzeichnis bei der Deutschen Nationalbibliothek).
    • Brintzinger, Klaus-Rainer: Die Nationalökonomie an den Universitäten Freiburg, Heidelberg und Tübingen 1918-1945. Eine institutionenhistorische, vergleichende Studie der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten und Abteilungen südwestdeutscher Universitäten, Frankfurt a.M. u.a. 1996 (Retro-Digitalisat bei Peter Lang, Open Access 2018).
    • Bürgenmeier, Beat: Sozioökonomie. Für eine ethische Erweiterung der wirtschaftspolitischen Diskussion, Marburg 1994.
    • Carlson, Benny: Wagner’s Swedish Students. Precursors of the Middle Way?, in: Journal of the History of Economic Thought 25/4 (Dezember 2003), S. 437ff.
    • Caspari, Volker:
      • /Klaus Lichtblau: Franz Oppenheimer. Ökonom und Soziologe, Frankfurt am Main 2014.
      • (Hrsg.): Theorie und Geschichte der Wirtschaft. Festschrift für Bertram Schefold, Marburg 2009.
    • Claas, Herbert/Jörg Baberowski (Hrsg.): Werner Hofmann. Gesellschaftslehre in praktischer Absicht, Marburg 1999.
    • Clauß, Franz-Joachim: Wissenschaftslogik und Sozialökonomie. Über die formalistische Degeneration einer Wissenschaft, Berlin 1981 (Auszüge bei books.google.de).
    • Dürmeier, Thomas/Tanja v. Egan-Krieger/Helge Peukert (Hrsg.): Die Scheuklappen der Wirtschaftswissenschaft. Postautistische Ökonomik für eine pluralistische Wirtschaftslehre, Marburg 2006.
    • Dux, Günter:
      • Historisch-genetische Theorie der Gesellschaft, Wiesbaden 2019.
      • Historisch-genetische Theorie der Kultur (2000), 4. Aufl., Wiesbaden 2017.
    • Ebner, Alexander:

      Amitai Etzioni gilt als einer der einflussreichsten internationalen Vordenker der neueren Sozial- und Sozioökonomik. Der Soziologe ist außerdem als führender Vertreter des Kommunitarismus bekannt. 1980 wurde er zum ersten Professor an der neu gegründeten privaten George Washington University berufen, an der er das Institute for Communitarian Policy Studies mitgründete. [vergrößern] [Quelle]


      • Ökonomie als Geisteswissenschaft? Grundzüge der Erklären-Verstehen-Kontroverse in den deutschen Wirtschaftswissenschaften, in: Heinz D. Kurz (Hrsg.): Die Ökonomik im Spannungsfeld zwischen Natur- und Geisteswissenschaften. Alte und neue Perspektiven im Licht des jüngsten Methodenstreits, Berlin 2014, S. 73ff.
      • Wirtschaftskulturforschung. Ein sozialökonomisches Forschungsprogramm, in: Volker Caspari (Hrsg.): Theorie und Geschichte der Wirtschaft. Festschrift für Bertram Schefold, Marburg 2009, S. 121ff.
    • Eisermann, Gottfried: Max Weber und die Nationalökonomie, Marburg 1993.
    • Ekardt, Felix: Theorie der Nachhaltigkeit. Ethische, rechtliche, politische und transformative Zugänge am Beispiel von Klimawandel, Ressourcenknappheit und Welthandel, 2. überarb. Aufl., Baden-Baden 2016.
    • Elsner, Wolfram:
      • Social Economics and Evolutionary Institutionalism Today. Theoretical Components and 'Heterodox' Convergence in a Socio-Economic Perspective, in: Forum for Social Economics 46 (2017), S. 52ff.
      • /Werner Wilhelm Engelhardt/Werner Glastetter (Hrsg.): Ökonomie in gesellschaftlicher Verantwortung. Sozialökonomik und Gesellschaftsreform heute. Festschrift zum 65. Geburtstag von Siegfried Katterle, Berlin 1998.
    • Engartner, Tim/Christian Fridrich/Silja Graupe/Reinhold Hedtke/Georg Tafner (Hrsg.): Sozioökonomische Bildung und Wissenschaft. Entwicklungslinien und Perspektiven, Wiesbaden 2018.
    • Etzioni, Amitai:
      • Toward a new socio-economic paradigm, in: Socio-Economic Review, 1/1 (Januar 2003), S. 105ff.
      • Essays in Socio-Economics, Berlin/Heidelberg 1999.
      • /Paul R. Lawrence (Hrsg.): Socio-Economics. Toward a New Synthesis, New York/London 1991.
      • The Moral Dimension. Toward a New Economics, New York/London 1988.
    • Fehlberg, Frank:
      • Arbeitswert und Nachfrage. Die Sozialökonomik von Karl Rodbertus zur Einführung, Marburg 2017.
      • Sozialökonomik und Kapitalistik. Karl Rodbertus’ Beitrag zur Sozioökonomie, in: Jakob Kapeller/Stephan Pühringer/Katrin Hirte/Walter O. Ötsch (Hrsg.): Ökonomie! Welche Ökonomie? Stand und Status der Wirtschaftswissenschaften, Marburg 2016, S. 231ff.
      • Protestantismus und Nationaler Sozialismus. Liberale Theologie und politisches Denken um Friedrich Naumann, Bonn 2012.
    • Fischer, Andreas/Bettina Zurstrassen (Hrsg.): Sozioökonomische Bildung, Bonn 2014.
    • Fridrich, Christian/Reinhold Hedtke/Georg Tafner (Hrsg.): Historizität und Sozialität in der sozioökonomischen Bildung, Wiesbaden 2019.
    • Fridrich, Christian/Reinhold Hedtke/Walter Otto Ötsch (Hrsg.): Grenzen überschreiten, Pluralismus wagen. Perspektiven sozioökonomischer Hochschullehre, Wiesbaden 2020.
    • Glaeser, Johannes: Der Werturteilsstreit in der deutschen Nationalökonomie. Max Weber, Werner Sombart und die Ideale der Sozialpolitik, Marburg 2014.
    • Goldschmidt, Nils/Erik Grimmer-Solem/Joachim Zweynert: On the Purpose and Aims of the Journal of Contextual Economics, in: Journal of Contextual Economics - Schmollers Jahrbuch, Bd. 136/1 (2016), S. 1ff.
    • Granovetter, Marc: Economic Action and Social Structure. The Problem of Embeddedness, in: American Journal of Sociology 91 (1985), S. 481ff. (bei sociology.stanford.edu).
    • Granvogl, Heinz/Louis Perridon: Sozioökonomie [Reihe Internationale Standardlehrbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften], München/Wien 2000.
    • Haarmann, Moritz Peter: Wirtschaft – Macht – Bürgerbewusstsein. Walter Euckens Beitrag zur sozioökonomischen Bildung, Wiesbaden 2015.
    • Hall, Peter/David Soskice (Hrsg.): Varieties of Capitalism. The Institutional Foundations of Comparative Advantage, Oxford 2001.
    • Hedtke, Reinhold (Hrsg.): Was ist und wozu Sozioökonomie?, Wiesbaden 2015.
    • Heise, Arne:

      Die Soziologin Katrin Hirte begann ihre wissenschaftliche Laufbahn als Agraringenieurin in der DDR. Sie gehört zu den wenigen Stimmen in der Agrarwissenschaft, die Agrarökonomik, Agrarpolitik und Agrarsoziologie nicht ausschließlich als weitere Anwendungsfälle des Paradigmas der sog. Wirtschaftlichkeit betrachten. In ihrer Fundamentalkritik der gegenwärtigen Ökonomik geht sie auf anthropologische Ausgangspunkte und auf den gegenseitigen Bezug von Geschichte und Theorie sowohl bei der Erkenntnisgewinnung als auch bei der Gestaltung gesellschaftlicher Wirklichkeit ein ("doppeltes Reflexionsproblem"). Ihre epistemologische Unterscheidung von "Bewirtschaftung" und "Ökonomie" lässt sich der traditionellen sozialökonomischen Kategorienlehre zuordnen (versorgungsbasiertes Haushaltsprinzip vs. historische Formen der Verwertungswirtschaft). [vergrößern] [Quelle]


    • Hellmich, Simon N.: What is Socioeconomics? An Overview of Theories, Methods, and Themes in the Field, in: Forum for Social Economics 46 (2017), S. 3ff.
    • Hennis, Wilhelm: Max Webers Wissenschaft vom Menschen. Neue Studien zur Biographie des Werks, Tübingen 1996.
    • Henßler Patrick/Josef Schmid: Historismus und Sozialökonomik, in: Dies.: Bevölkerungswissenschaft im Werden. Die geistigen Grundlagen der deutschen Bevölkerungssoziologie, Wiesbaden 2007, S. 33ff.
    • Hesse, Jan-Otmar: Wirtschaft als Wissenschaft. Die Volkswirtschaftslehre in der frühen Bundesrepublik, Frankfurt a.M. 2010.
    • Hirte, Katrin:  
      • Das doppelte Reflexionsproblem. Wie die Ökonomik ihren Gegenstand verfehlt und sich ihrer Wirkung auf ihn entzieht, in: Lars (Hrsg.): economists4future. Verantwortung übernehmen für eine bessere Welt, Hamburg 2020, S. 43ff. (vgl. Interviewbeitrag bei agora42.de).
      • Die deutsche Agrarpolitik und Agrarökonomik. Entstehung und Wandel zweier ambivalenter Disziplinen, Wiesbaden 2019.
      • /Sebastian Thieme: Heterodoxie in der Ökonomik. Aktuelle Situation und erkenntnistheoretische Probleme, in: Michael Schetsche/Ina Schmied-Knittel (Hrsg.): Heterodoxie. Konzepte, Traditionen, Figuren der Abweichung, Köln 2018, S. 117ff.
      • Die ‚Landnahme‘-These von Rosa Luxemburg – empirisch beobachtbar, aber theoretisch falsifiziert?, in: Dies./Jakob Kapeller/Stephan Pühringer/Walter Otto Ötsch: Ökonomie! Welche Ökonomie?, Marburg 2016, S. 273ff.
    • Hochmann, Lars (Hrsg.): economists4future. Verantwortung übernehmen für eine bessere Welt, Hamburg 2020.
    • Hodgson, Geoffrey M.: How Economics Forgot History. The Problem of Historical Specificity in Social Science, London/New York 2001.
    • Jahrbuch für Sozialökonomie und Gesellschaftstheorie. Veröffentlichung der Hochschule für Wirtschaft und Politik Hamburg (1978-1989), Opladen 1978ff. (Verzeichnis bei der Deutschen Nationalbibliothek).
    • Janssen, Hauke: Nationalökonomie und Nationalsozialismus. Die deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, 4. Aufl., Marburg 2012.
    • Jens, Uwe/Hajo Romahn (Hrsg.):
      • Methodenpluralismus in den Wirtschaftswissenschaften, Marburg 2010.
      • Sozialpolitik und Sozialökonomik. Soziale Ökonomie im Zeichen der Globalisierung (Festschrift für Lothar F. Neumann), Marburg 2000.
    • Kaesler, Dirk:
      • Über Max Weber. Beiträge in literaturkritik.de 2006-2020, Marburg 2020.
      • Max Weber. Preuße, Denker, Muttersohn. Eine Biographie, München 2014.

      Der Historiker Jürgen Kocka begründete zusammen mit Hans-Ulrich Wehler die Bielefelder Schule bzw. die Historische Sozialwissenschaft. Diese rückte statt politische Ereignisse und Einzelpersonen die Entwicklung von Sozial- und Wirtschaftsstrukturen in den Vordergrund der Betrachtung. [vergrößern] [Quelle]


    • Kapp, Karl W.: The Nature and Significance of Institutional Economics, in: Kyklos 29 (1976), S. 209ff. (bei kwilliam-kapp.de).
    • Kasprzok, Carsten: Der Sozialökonom Heinrich Dietzel. Ein deutscher Klassiker, Marburg 2005.
    • Kaufman, Bruce E.: The Origins and Theoretical Foundation of Original Institutional Economics Reconsidered, in: Journal of the History of Economic Thought 39/3 (2017), S. 293ff.
    • Kesting, Stefan: Die Rückkehr der Jedi-Ritter. Ein kritische Bilanz von Etzionis Beitrag zur Sozialökonomie, in: Arne Heise/Kathrin Deumelandt (Hrsg.): Sozialökonomie – ein Zukunftsprojekt, Marburg 2015, S. 111ff.
    • Klump, Rainer (Hrsg.): Wirtschaftskultur, Wirtschaftsstil und Wirtschaftsordnung. Methoden und Ergebnisse der Wirtschaftskulturforschung, Marburg 1996.
    • Kocka, Jürgen: Geschichte des Kapitalismus, München 2013.
    • Köster, Roman: Die Wissenschaft der Außenseiter. Die Krise der Nationalökonomie in der Weimarer Republik, Göttingen 2011.
    • Kollmorgen, Raj/Wolfang Merkel/Hans-Jürgen Wagener (Hrsg.): Handbuch Transformationsforschung, Wiesbaden 2015 bzw. in Übersetzung Dies.: The Handbook of Political, Social, and Economic Transformation, Oxford 2019.
    • Kruse, Volker: Von der historischen Nationalökonomie zur historischen Soziologie. Ein Paradigmenwechsel in den deutschen Sozialwissenschaften um 1900, in: Zeitschrift für Soziologie 19/3 (Juni 1990), S. 149ff.
    • Kuczynski, Jürgen: Studien zu einer Geschichte der Gesellschaftswissenschaften, 10 Bde., Berlin 1975ff.
    • Kurz, Heinz D.: Joseph A. Schumpeter. Ein Sozialökonom zwischen Marx und Walras, Marburg 2005.
    • Lichtblau, Klaus: Max Webers Verständnis von ‚Sozialökonomik‘. Werkgeschichtliche Betrachtungen zum Ursprung seiner Verstehenden Soziologie, in: Georg Peter/Reuß-Markus Krauße (Hrsg.): Selbstbeobachtung der modernen Gesellschaft und die neuen Grenzen des Sozialen, Wiesbaden 2012, S. 203ff.
    • Lutz, Mark A.: Economics for the Common Good. Two Centuries of Social Economic Thought in the Humanistic Tradition (1999), London/New York 2003.
    • Maurer, Andrea:

      Soziologischer und ökonomischer Institutionalismus sind nicht dasselbe: Andrea Maurer lehrt Soziologie mit den Schwerpunkten Soziologische Theorie, Neuer Institutionalismus und Wirtschaftssoziologie an der Universität Trier. Sie ist Direktoriumsmitglied des Hans-Albert-Instituts. [vergrößern] [Quelle]


      • (Hrsg.): Mit Leidenschaft und Augenmaß. Zur Aktualität von Max Weber, Frankfurt a.M. 2021.
      • /Gertraude Mikl-Horke: Wirtschaftssoziologie, Baden-Baden 2015.
      • (Hrsg.): Wirtschaftssoziologie nach Max Weber, Wiesbaden 2010.
      • /Michael Schmid (Hrsg.): Ökonomischer und soziologischer Institutionalismus. Interdisziplinäre Beiträge und Perspektiven der Institutionentheorie und -analyse (2003), 2. Aufl., Marburg 2006.
    • McAdam, Mark/Stefan Kolev/Erwin Dekker: Methods for Understanding Economic Change. Socio-Economics and German Political Economy, 1896–1938, in: Journal of Contextual Economics - Schmollers Jahrbuch, Bd. 138/3-4 (2018), S. 185ff. (in der Duncker & Humblot eLibrary; = Einleitung der Sonderausgabe historischer sozial-ökonomischer Beiträge Socio-Economics and Its Methodology: German Political Economy, 1896–1938). 
    • Melch, Simon: Werner Hofmanns Überlegungen zur Wissenschaftssoziologie der Nationalökonomie, in: Soziologie, 43/4 (2014), S. 426ff.
    • Merz-Benz, Peter-Ulrich: Max Weber und Heinrich Rickert. Die erkenntniskritischen Grundlagen der verstehenden Soziologie, Würzburg 1990 (2. Aufl. vsl. 2022).
    • Mikl-Horke, Gertraude:

      Gertraude Mikl-Horke ist ausgewiesene Kennerin der sozial- und sozioökonomischen Wissenschaftsidee. Die Vergegenwärtigung der Wissenschaftsgeschichte, v.a. auch der traditionellen Historischen Soziologie und der Sozialökonomik, stützt sich bis heute auf ihre einschlägigen Standardwerke. Ihre Darstellungen des sozial-ökonomischen Diskurses in einer Zusammenschau des Andersartigen stehen beispielhaft sowohl für den praktizierten erkenntnistheoretischen Pluralismus als auch für die Beherrschung sozialökonomischer Disziplinarität. Mikl-Horke lehrte seit 1981 u.a. Wirtschaftssoziologie und Wissenschaftssoziologie der Ökonomie an der Wirtschaftsuniversität Wien. [vergrößern] [Quelle]


      • Was für eine Ökonomie ist die Sozialökonomie/Sozioökonomie? Begriffsverwendungen in Geschichte und Gegenwart, in: Arne Heise/Kathrin Deumelandt (Hrsg.): Sozialökonomie – ein Zukunftsprojekt, Marburg 2015, S. 13ff.
      • (Hrsg.): Sozioökonomie. Die Rückkehr der Wirtschaft in die Gesellschaft, Marburg 2011.
      • Historische Soziologie – Sozioökonomie – Wirtschaftssoziologie, Wiesbaden 2011.
      • Historische Soziologie der Wirtschaft. Wirtschaft und Wirtschaftsdenken in Geschichte und Gegenwart, München/Wien 1999.
    • Milonakis, Dimitris/Ben Fine: From Political Economy to Economics. Method, the Social and the Historical in the Evolution of Economic Theory, London/New York 2009.
    • Morlok, Christoph: Rentabilität und Versorgung. Wirtschaftstheorie und Wirtschaftssoziologie bei Max Weber und Friedrich von Wieser, Wiesbaden 2013.
    • Morris, Aldon D.: The Scholar Denied. W.E.B. Du Bois and the Birth of Modern Sociology, Oakland (Kalifornien) 2015.
    • Müller, Hans-Peter: Max Webers Sozialökonomik, in: Klaus Kraemer/Florian Brugger (Hrsg.): Schlüsselwerke der Wirtschaftssoziologie, Wiesbaden 2017.
    • Müller, Karl H.: Sozioökonomische Modelle und gesellschaftliche Komplexität. Vermittlung und Designs, Marburg 1998.
    • Nau, Heino Heinrich:
      • Institutional, Evolutionary and Cultural Aspects in Max Weber's Social Economics, in: Cahiers d'économie Politique 49/2 (2005), S. 127ff. (bei cairn.info).
      • /Bertram Schefold (Hrsg.): The Historicity of Economics. Continuities and Discontinuities of Historical Thought in 19th and 20th Century Economics, Berlin u.a. 2002.
      • (Hrsg.): Gustav Schmoller. Historisch-ethische Nationalökonomie als Kulturwissenschaft. Ausgewählte methodologische Schriften, Marburg 1998.
      • Eine ‚Wissenschaft vom Menschen‘. Max Weber und die Begründung der Sozialökonomik in der deutschsprachigen Ökonomie 1871 bis 1914, Berlin 1997.

      Die Interessen und das Wirken von Walter Ötsch erstrecken sich weit über die Wirtschaftswissenschaft hinaus. Der Professor für Ökonomie und Kulturgeschichte an der Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung ist u.a. als prominenter Kritiker des neoklassischen Marktparadigmas, der personalen und ideellen Netzwerke innerhalb der Ökonomik und der "ökonomisierten Gesellschaft" bekannt. Er war 2009 der erste Leiter des Linzer Instituts für die Gesamtanalyse der Wirtschaft und 2016 Gründungsmitglied der Gesellschaft für sozioökonomische Bildung und Wissenschaft. [vergrößern] [Quelle]


    • Netzwerk Vorsorgendes Wirtschaften (Hrsg.): Wege Vorsorgenden Wirtschaftens (2013), 2. Auf., Marburg 2014.
    • Novy, Andreas/Richard Bärnthaler/Veronika Heimerl (Hrsg.): Zukunftsfähiges Wirtschaften, Weinheim/Basel 2020.
    • Nowrot, Karsten: Sozialökonomie als disziplinäre Wissenschaft. Alternative Gedanken zur sozialökonomischen Forschung, Lehre und (Eliten-)Bildung (Vortrag 2014), erschienen in: Rechtswissenschaftliche Beiträge der Hamburger Sozialökonomie, Heft 2, Hamburg 2015 (beim Hamburger Fachbereich Sozialökonomie).
    • O'Boyle, Edward J. (Hrsg.): Teaching the Social Economics Way of Thinking. Selected Papers From the Ninth World Congress of Social Economics, Lewiston (NY) 1999.
    • Ötsch, Walter Otto:
      • /Stephan Pühringer/Katrin Hirte: Netzwerke des Marktes. Ordoliberalismus als Politische Ökonomie, Wiesbaden 2018.
      • /Katrin Hirte/Jürgen Nordmann (Hrsg.): Gesellschaft! Welche Gesellschaft? Nachdenken über eine sich wandelnde Gesellschaft, Marburg 2011.
      • /Stephan Panther (Hrsg.): Ökonomik und Sozialwissenschaft. Ansichten eines in Bewegung geratenen Verhältnisses, Marburg 2002.
    • Oppolzer, Alfred: „Sozialökonomie“. Zu Gegenstand, Begriff und Geschichte eines interdisziplinären und praxisbezogenen Wissenschaftskonzeptes, in: Sozialökonomische Beiträge. Zeitschrift für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft 1/1 (1990), S. 6ff. (beim Fachschaftsrat Sozialökonomie an der Universität Hamburg).
    • Osterhammel, Jürgen:
      • Gesellschaftsgeschichte und Historische Soziologie, in: Ders. (Hrsg.): Wege der Gesellschaftsgeschichte, Göttingen 2006, S. 81ff. (= Geschichte und Gesellschaft, Sonderh. 22; Aufsatz im KOPS der uni-konstanz.de).
      • Spielarten der Sozialökonomik. Joseph A. Schumpeter und Max Weber, in: Wolfgang J. Mommsen (Hrsg.): Max Weber und seine Zeitgenossen, Göttingen 1988, S. 147ff. (Aufsatz im KOPS der uni-konstanz.de).
    • Peukert, Helge:
      • Richard Theodore Ely. Christian solidarist, initiator of the American Economic Association, fountainhead of critical old institutionalism, and the 'midwife' from Germany, in: Harald Hagemann (Hrsg.): German Influences on American Economic Thought and American Influences on German Economic Thought, Berlin 2017, S. 124ff.
      • Nationalökonomie und Nationalsozialismus, in: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 40/2 (1999), S. 215ff.
      • Das sozialökonomische Werk Wilhelm Röpkes, 2 Bde., Frankfurt a.M. u.a. 1992.

      Die Juristin Katharina Pistor formuliert die Kapital- als Rechtstheorie - und kehrt damit im Rahmen der Rechtsphilosophie sowie der Rechtsgeschichte zu den rechtsökonomischen Diskursthemen und den begriffstheoretischen Anfängen der älteren Sozialökonomik zurück. Sie ist Direktorin des Center on Global Legal Transformation an der Columbia Law School. [vergrößern] [Quelle]



    • Pfriem, Reinhard/Uwe Schneidewind/Jonathan Barth/Silja Graupe/Thomas Korbun (Hrsg.): Transformative Wirtschaftswissenschaft im Kontext nachhaltiger Entwicklung, Marburg 2017.
    17.08.2025

    Sozialökonomik - Geschichte und Gegenwart eines Wissenschaftskonzepts   (VII von VIII)

    • Piketty, Thomas:
      • Kapital und Ideologie, München 2020.
      • Das Kapital im 21. Jahrhundert, München 2014.
    • Pistor, Katharina: Der Code des Kapitals. Wie das Recht Reichtum und Ungleichheit schafft (engl. Orig. 2019), Berlin 2020.
    • Prasch, Robert E.: W.E.B. Du Bois's Contributions To U.S. Economics (1893-1910), in: Du Bois Review 5/2 (2008), S. 309ff. (bei cambridge.org).
    • Quaas, Friedrun:
      • /Georg Quaas: Die Österreichische Schule der Nationalökonomie. Darstellung, Kritiken und Alternativen, Marburg 2013.
      • /Rolf H. Hasse (Hrsg.): Wirtschaftsordnung und Gesellschaftskonzept. Zur Integrationskraft der Sozialen Marktwirtschaft, Bern/Stuttgart/Wien 2002.
      • Soziale Marktwirtschaft. Wirklichkeit und Verfremdung eines Konzepts, Bern/Stuttgart/Wien 2000.
      • /Thomas Straubhaar (Hrsg.): Perspektiven der Sozialen Marktwirtschaft, Bern/Stuttgart/Wien 1995.
    • Quensel, Bernhard K.: Max Webers Konstruktionslogik. Sozialökonomik zwischen Geschichte und Theorie, Baden-Baden 2007.
    • Rieter, Heinz: Eduard Heimann – Sozialökonom und religiöser Sozialist, in: Rainer Nicolaysen (Hrsg.): Das Hauptgebäude der Universität Hamburg als Gedächtnisort. Mit sieben Porträts in der NS-Zeit vertriebener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Hamburg 2011, S. 229ff.
    • Schäfer, Axel R.: American Progressives and German Social Reform 1875-1920. Social ethics, moral control, and the regulatory state in a transatlantic context, Stuttgart 2000.
    • Schefold, Bertram (Hrsg.): Wirtschaftssysteme im historischen Vergleich, Stuttgart 2004 (u. Mitw. v. Helge Peukert u.a., Wirtschaftsstilforschung, Datensatz bei der Deutschen Nationalbibliothek).
    • Schellschmidt, Henner: Ökonomische Institutionenanalyse und Sozialpolitik. Gustav Schmoller und John R. Commons als Vertreter einer sozialreformerisch ausgerichteten Institutionenökonomie, Marburg 1997.
    • Schluchter, Wolfgang (Hrsg.): Wirtschaft und Gesellschaft. Entstehungsgeschichte und Dokumente, Max-Weber-Gesamtausgabe I/24, Tübingen 2009.
    • Schmidt, Manfred G./Tobias Ostheim: Die Sozioökonomische Schule, in: Dies./Nico A. Siegel/Reimut Zohlnhöfer (Hrsg.): Der Wohlfahrtsstaat. Eine Einführung in den historischen und internationalen Vergleich, Wiesbaden 2007, S. 29ff. (Auszüge bei books.google.de).
    • Schultz, Reinhard: Betriebswirtschaftslehre. Eine sozialökonomische Einführung, München/Wien 1988.
    • Sozialökonomische Beiträge. Zeitschrift für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft (1990-1993), Frankfurt a.M. 1990ff.
    • Swedberg, Richard: Max Weber and the Idea of Economic Sociology, Princeton 1998.
    • Thieme, Sebastian:

    Friedrun Quaas hat sich neben ihrer kritischen Auseinandersetzung mit Geschichte und Theorie des Konzepts der Sozialen Marktwirtschaft v.a. als Vertreterin der Paderborner Erwägungskultur profiliert. In den Leipziger Erwägungsseminaren folgte sie dieser ethisch-sozialwissenschaftlichen Lehrform gemeinsam mit Georg Quaas, um den erwägenden Umgang mit andersartiger Vielfalt auch in der Ökonomik zu verankern. [vergrößern] [Quelle]

    • Plurale Einführung in die VWL? Zu den Gestaltungsmöglichkeiten pluraler Einführungsveranstaltungen, in: Janina Urban/Lisa-Marie Schröder/Harald Hantke/Lukas Bäuerle (Hrsg.): Wirtschaft neu lehren. Erfahrungen aus der pluralen, sozioökonomischen Hochschulbildung, Wiesbaden 2021 (Sammelband bei springer.com).
    • Eine bessere Gesellschaft ausrechnen? Zum Umgang mit Werten in der Ökonomik, in: Lars Hochmann (Hrsg.): economists4future. Verantwortung übernehmen für eine bessere Welt, Hamburg 2020. S. 223ff.
    • Die Ökonomik als Sozialwissenschaft? Kritische Anmerkungen zur Pluralismus-Debatte, in: Silja Graupe/Walter Otto Ötsch/Florian Rommel (Hrsg.): Spiel-Räume des Denkens. Festschrift zu Ehren von Karl-Heinz Brodbeck, Marburg 2019, S. 257ff.
    • Integratives Wirtschaftsstildenken. Über den sozialökonomischen Charakter und das integrative Potenzial des Wirtschaftsstilkonzepts von Arthur Spiethoff, in: Arne Heise/Kathrin Deumelandt (Hrsg.): Sozialökonomie – ein Zukunftsprojekt, Marburg 2015, S. 139ff.
    • Der Ökonom als Menschenfeind? Über die misanthropischen Grundmuster der Ökonomik, Opladen/Berlin/Toronto 2013.
  • Urban, Janina/Lisa-Marie Schröder/Harald Hantke/Lukas Bäuerle (Hrsg.): Wirtschaft neu lehren. Erfahrungen aus der pluralen, sozioökonomischen Hochschulbildung, Wiesbaden 2021 (Sammelband bei springer.com).
  • Wallerstein, Immanuel:
    • Welt – System – Analyse. Eine Einführung, Wiesbaden 2019.
    • Die Sozialwissenschaften öffnen. Ein Bericht der Gulbenkian-Kommission zur Neustrukturierung der Sozialwissenschaften, Frankfurt a.M. 1996.
    • Die Sozialwissenschaft „kaputtdenken“. Die Grenzen der Paradigmen des 19. Jahrhunderts, Weinheim 1995.
  • Wöhler, Sven: Das heterologische Denkprinzip Heinrich Rickerts und seine Bedeutung für das Werk Max Webers. Die Einheit der modernen Kultur als Einheit der Mannigfaltigkeit, Norderstedt 2005.
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    Zeitschriften und Periodika

    Zeitschriften:

    Andere Periodika:

    Institutionen, Studiengänge, Gesellschaften

    Institute und Studiengänge:

    Wissenschaftliche Gesellschaften:

    Einzelnachweise

    [1] Vgl. Alfred Oppolzer: „Sozialökonomie“. Zu Gegenstand, Begriff und Geschichte eines interdisziplinären und praxisbezogenen Wissenschaftskonzeptes, in: Sozialökonomische Beiträge. Zeitschrift für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft 1/1 (1990), S. 6ff.

    [2] Vgl. Gertraude Mikl-Horke: Traditionen, Problemstellungen und Konstitutionsprobleme der Sozioökonomie, in: Reinhold Hedtke (Hrsg.): Was ist und wozu Sozioökonomie?, Wiesbaden 2015, S. 95ff. u. zum erkenntnistheoretischen Zusammenhang treffend Geoffrey M. Hodgson: How Economics Forgot History. The Problem of Historical Specificity in Social Science, London/New York 2001, S. 21ff. Aktueller Christian Fridrich/Reinhold Hedtke/Georg Tafner (Hrsg.): Historizität und Sozialität in der sozioökonomischen Bildung, Wiesbaden 2019.

    [3] Zur geschichtlichen Entwicklung der VWL zu einer „mathematisch und axiomatisch argumentierenden Wirtschaftstheorie“ vgl. Jan-Otmar Hesse: Wirtschaft als Wissenschaft. Die Volkswirtschaftslehre in der frühen Bundesrepublik, Frankfurt a.M. 2010.

    [4] Vgl. Gertraude Mikl-Horke: Was für eine Ökonomie ist die Sozialökonomie/Sozioökonomie? Begriffsverwendungen in Geschichte und Gegenwart, in: Arne Heise/Kathrin Deumelandt (Hrsg.): Sozialökonomie – ein Zukunftsprojekt, Marburg 2015, S. 13ff. und breiter in Verbindung mit dem Bildungsbegriff vgl. Andreas Fischer/Bettina Zurstrassen (Hrsg.): Sozioökonomische Bildung, Bonn 2014 sowie Tim Engartner/Christian Fridrich/Silja Graupe/Reinhold Hedtke/Georg Tafner (Hrsg.): Sozioökonomische Bildung und Wissenschaft. Entwicklungslinien und Perspektiven, Wiesbaden 2018 und Christian Fridrich/Reinhold Hedtke/Walter Otto Ötsch (Hrsg.): Grenzen überschreiten, Pluralismus wagen. Perspektiven sozioökonomischer Hochschullehre, Wiesbaden 2020. Zur Verbindung von Sozialer Arbeit und Sozialwirtschaft vgl. Klaus Schellberg: Die Wirtschaftswissenschaften und ihr Verhältnis zur Sozialwirtschaft (und der Sozialen Arbeit), in: Reinhilde Beck/Armin Wöhrle/Klaus Grunwald/Klaus Schellberg/Gotthart Schwarz/Wolf Rainer Wendt: Grundlagen des Managements in der Sozialwirtschaft, Baden-Baden 2013, S. 117ff.

    [5] Vgl. zu Pikettys „Kapital im 21. Jahrhundert“ (2014) Frank Fehlberg: Sozialökonomik und Kapitalistik. Karl Rodbertus’ Beitrag zur Sozioökonomie, in: Jakob Kapeller/Stephan Pühringer/Katrin Hirte/Walter O. Ötsch (Hrsg.): Ökonomie! Welche Ökonomie? Stand und Status der Wirtschaftswissenschaften, Marburg 2016, S. 231ff. und Till van Treeck: Zur Bedeutung von r > g in Pikettys „Kapital im 21. Jahrhundert“, in: Peter Bofinger/ Gustav A. Horn/Kai D. Schmid/Till van Treeck (Hrsg.): Thomas Piketty und die Verteilungsfrage. Analysen, Bewertungen und wirtschaftspolitische Implikationen für Deutschland, o.O. 2015, S. 73ff.

    [6] Vgl. Katharina Pistor: Der Code des Kapitals. Wie das Recht Reichtum und Ungleichheit schafft (engl. Orig. 2019), Berlin 2020, S. 20. Zum Verhältnis von Rechts- und Wirtschaftsentwicklung vgl. den Handbuch-Eintrag Dies.: Rechtssystem und Wirtschaftsentwicklung, in: Raj Kollmorgen/Wolfang Merkel/Hans-Jürgen Wagener (Hrsg.): Handbuch Transformationsforschung, Wiesbaden 2015, S. 657ff.

    [7] Vgl. allgemein zum Überblick Volker Kruse: Von der historischen Nationalökonomie zur historischen Soziologie. Ein Paradigmenwechsel in den deutschen Sozialwissenschaften um 1900, in: Zeitschrift für Soziologie 19/3 (Juni 1990), S. 149ff. sowie v.a. Gertraude Mikl-Horke: Historische Soziologie der Wirtschaft. Wirtschaft und Wirtschaftsdenken in Geschichte und Gegenwart, München/Wien 1999; Dies.: Historische Soziologie – Sozioökonomie – Wirtschaftssoziologie, Wiesbaden 2011; Dies. (Hrsg.): Sozioökonomie. Die Rückkehr der Wirtschaft in die Gesellschaft, Marburg 2011; Gerda Bohmann/Johanna Hofbauer/Johann August Schülein (Hrsg.): Sozioökonomische Perspektiven. Texte zum Verhältnis von Gesellschaft und Ökonomie, Wien 2014 sowie Andrea Maurer/Gertraude Mikl-Horke: Wirtschaftssoziologie, Baden-Baden 2015. Die Präsenz explizit volkswirtschaftlich-sozialökonomischer Forschungen zeigte sich in den letzten Jahrzehnten in Beiträgen wie Beat Bürgenmeier: Sozioökonomie. Für eine ethische Erweiterung der wirtschaftspolitischen Diskussion, Marburg 1994; Karl S. Althaler/Egon Matzner/Manfred Prisching/Brigitte Unger (Hrsg.): Sozioökonomische Forschungsansätze. Historische Genese, Methoden, Anwendungsgebiete, Marburg 1995; Uwe Jens/Hajo Romahn (Hrsg.): Sozialpolitik und Sozialökonomik. Soziale Ökonomie im Zeichen der Globalisierung (Festschrift für Lothar F. Neumann), Marburg 2000 und Dies. (Hrsg.): Methodenpluralismus in den Wirtschaftswissenschaften, Marburg 2010.

    [8] Vgl. Oliver Römer/Ina Alber-Armenat: Die „verspätete Wissenschaft“, in: Soziologie, 47/4 (2018), S. 403ff., 417f. Der Beitrag formuliert für die Göttinger Soziologie und in Anlehnung an den lokalen Klassiker Helmuth Plessner (Die verspätete Nation 1959): „Der ‚Sonderweg‘ der Göttinger Soziologie zeigt sich dagegen in einer nachholenden Gründung und Verwissenschaftlichung einer Disziplin.“

    [9] Zit. bei Karl Rodbertus: Das Kapital. Vierter socialer Brief an von Kirchmann (1852/1884 posthum), in: Adolph Wagner/Theophil Kozak (Hrsg.): Aus dem literarischen Nachlass von Dr. Carl Rodbertus-Jagetzow, Bd. II, Berlin 1884, S. 77f. und Albert Schäffle: Das gesellschaftliche System der menschlichen Wirthschaft. Ein Lehr- und Handbuch der Nationalökonomie […], Tübingen 1867. Vgl. zur Ideen- und Theoriegeschichte der Sozialökonomik im Überblick Frank Fehlberg: Arbeitswert und Nachfrage. Die Sozialökonomik von Karl Rodbertus zur Einführung, Marburg 2017.

    [10] Vgl. Adolph Wagner: Theoretische Sozialökonomik oder Allgemeine und theoretische Volkswirtschaftslehre. Grundriss in tunlichst prinzipieller Behandlungsweise […], Leipzig 1907. Chronologisch eher, jedoch konzeptionell und begrifflich bereits von Wagner beeinflusst: Heinrich Dietzel: Theoretische Socialökonomik, Leipzig 1895. Vgl. im Überblick Gertraude Mikl-Horke: Traditionen, Problemstellungen und Konstitutionsprobleme der Sozioökonomie, in: Reinhold Hedtke (Hrsg.): Was ist und wozu Sozioökonomie?, Wiesbaden 2015, S. 95ff., S. 101 [Historische Nationalökonomie und Wirtschaftstheorie: Sozialökonomik als Verbindung].

    [11] Durch seinen frühen Tod sei Weber an der systematischen Zusammenfassung „seiner über Jahrzehnte angehäuften, universalhistorischen vergleichenden Untersuchungen“ und ihrer Einordnung „in den Rahmen einer sozialökonomischen Theorie“ gehindert worden. So Dirk Kaesler: Eine Konstruktion wird dekonstruiert. Max Webers „Wirtschaft und Gesellschaft“ zerfällt in Einzelteile, in: literaturkritik.de. 4/2006 (https://literaturkritik.de/id/9356 v. 14.08.2020). Vgl. Heino Heinrich Nau: Eine ‚Wissenschaft vom Menschen‘. Max Weber und die Begründung der Sozialökonomik in der deutschsprachigen Ökonomie 1871 bis 1914, Berlin 1997 und Bernhard K. Quensel: Max Webers Konstruktionslogik. Sozialökonomik zwischen Geschichte und Theorie, Baden-Baden 2007. Neuer dagegen Christoph Morlok: Rentabilität und Versorgung: Wirtschaftstheorie und Wirtschaftssoziologie bei Max Weber und Friedrich von Wieser, Wiesbaden 2013 und Hans-Peter Müller: Max Webers Sozialökonomik, in: Klaus Kraemer/Florian Brugger (Hrsg.): Schlüsselwerke der Wirtschaftssoziologie, Wiesbaden 2017, S. 89ff.

    [12] Vgl. zum Ganzen Wolfgang Schluchter (Hrsg.): Wirtschaft und Gesellschaft. Entstehungsgeschichte und Dokumente, Max-Weber-Gesamtausgabe I/24, Tübingen 2009.

    [13] In Anlehnung an Stefan Kesting: Die Rückkehr der Jedi-Ritter. Ein kritische Bilanz von Etzionis Beitrag zur Sozialökonomie, in: Arne Heise/Kathrin Deumelandt (Hrsg.): Sozialökonomie – ein Zukunftsprojekt, Marburg 2015, S. 111ff.

    [14] Vgl. Bruce E. Kaufman: The Origins and Theoretical Foundation of Original Institutional Economics Reconsidered, in: Journal of the History of Economic Thought 39/3 (2017), S. 293ff. und Helge Peukert: Richard Theodore Ely. Christian solidarist, initiator of the American Economic Association, fountainhead of critical old institutionalism, and the 'midwife' from Germany, in: Harald Hagemann (Hrsg.): German Influences on American Economic Thought and American Influences on German Economic Thought, Berlin 2017, S. 124ff.

    [15] „Political economy is a part of sociology.“ Richard T. Ely: An Introduction to Political Economy, New York 1889, S. 13. Zur ökonomischen Bedeutung der Privatautonomie vgl. etwa den Abschnitt „Fundamental Institutions in the Existing Socio-economic Order“ in Richard T. Ely: Elementary Principles of Economics. Together with a short Sketch of Economic History, London 1904, S. 9ff. Zur theoretischen und damit disziplinären Bedeutung des ökonomischen Sozialismus als postklassischer Strömung vgl. Richard T. Ely: French and German Socialism in Modern Times, New York 1883, S. 156ff. Hier hieß es, die eigenen institutionenökonomischen Anleihen am deutschen Historismus ergänzend: „Rodbertus, one of the ablest socialists who ever lived, is perhaps the best representative of pure theoretical socalism. Professor Wagner of Berlin calls him the Ricardo of socialism. This gives him an important place in the history of political economy, for political economists may be considered as practically unanimous in the opinion that ‚scientific socialism represents an economic system which no science of political economy can any longer neglect.‘ (Wagner).“ Ebd., S. 159f.

    [16] Vgl. zur institutionell-ökonomischen new school in Abgrenzung zur klassisch geprägten old school und deren „Economic Orthodoxy“ Richard T. Ely: The Past and the Present of Political Economy (Johns Hopkins University Studies in Historical and Political Science, Bd. 2: Institutions and Economics), Baltimore 1884, S. 9ff. u. 43ff. Vgl. zu den wissenschaftspolitischen Schlagworten und Begriffen der new school, der new economics oder der realistic school sowie zu geistigen Wurzeln und Wirken von Ely immer noch Benjamin G. Rader: The Academic Mind and Reform. The Influence of Richard T. Ely in American Life, Lexington 1966. Zum Verhältnis von Ely und Wilson vgl. Clifford F. Thies/Gary M. Pecquet: The Shaping of a Future President’s Economic Thought. Richard T. Ely and Woodrow Wilson at "The Hopkins", in: The Independent Review 15/2 (2010), S. 257ff.

    [17] Zur Einordnung der Sozialökonomik in das Diskursfeld „Orthodoxie“, „Heterodoxie“ und „Mainstream“ vgl. Sebastian Thieme: Integratives Wirtschaftsstildenken. Über den sozialökonomischen Charakter und das integrative Potenzial des Wirtschaftsstilkonzepts von Arthur Spiethoff, in: Arne Heise/Kathrin Deumelandt (Hrsg.): Sozialökonomie – ein Zukunftsprojekt, Marburg 2015, S. 139ff. und für den Gesamtüberblick Arne Heise/Henrike Sander/Sebastian Thieme: Das Ende der Heterodoxie? Die Entwicklung der Wirtschaftswissenschaften in Deutschland, Wiesbaden 2017.

    [18] Lorenz Stein: Der Socialismus und Communismus des heutigen Frankreichs. Ein Beitrag zur Zeitgeschichte, Leipzig 1842, S. IVf.

    [19] [Friedrich] Wilhelm Schulz: Die Bewegung der Production. Eine geschichtlich-statistische Abhandlung zur Grundlegung einer neuen Wissenschaft des Staats und der Gesellschaft, Zürich/Winterthur 1843, S. 173.

    [20] Karl Marlo: Untersuchungen über die Organisation der Arbeit oder System der Weltökonomie. Bd. I: Historische Einleitung in die Oekonomie (1850), 2. Aufl., Tübingen 1885, S. 182.

    [21] Johann Karl Rodbertus: Gesammelte Werke und Briefe. Zusammengestellt auf Grund früherer Ausgaben und mit Einleitung sowie Bibliographie (hrsg. Thilo Ramm), Osnabrück 1972. Wichtige Einzelwerke: Karl Rodbertus: Zur Erkenntniss unsrer staatswirthschaftlichen Zustände, H. 1 (Fünf Theoreme), Neubrandenburg/Friedland 1842; Ders.: Sociale Briefe an von Kirchmann. Erster Brief: Die sociale Bedeutung der Staatswirthschaft, Berlin 1850; Ders.: Sociale Briefe an von Kirchmann. Zweiter Brief: Kirchmann’s sociale Theorie und die meinige, Berlin 1850; Ders.: Sociale Briefe an von Kirchmann. Dritter Brief: Widerlegung der Ricardo’schen Lehre von der Grundrente und Begründung einer neuen Rententheorie, Berlin 1851; Ders.: Das Kapital. Vierter socialer Brief an von Kirchmann (1852/1884 posthum), in: Adolph Wagner/Theophil Kozak (Hrsg.): Aus dem literarischen Nachlass von Dr. Carl Rodbertus-Jagetzow, Bd. II, Berlin 1884.

    [22] Vgl. zur Einführung Frank Fehlberg: Arbeitswert und Nachfrage. Die Sozialökonomik von Karl Rodbertus zur Einführung, Marburg 2017.

    [23] Zum Einfluss z.B. auf Max Weber vgl. Jürgen Deininger in der Einleitung von Max Weber: Die römische Agrargeschichte in ihrer Bedeutung für das Staats- und Privatrecht (1891) (hrsg. Jürgen Deininger), Max-Weber-Gesamtausgabe I/2, Tübingen 1986, S. 19ff. „Dabei handelt es sich nicht um die, wie Weber selbst gleich in der Einleitung zu erkennen gibt, teilweise sehr problematischen sachlichen Resultate von Rodbertus, sondern um dessen grundsätzliche Methoden und Problemstellungen. An der Spitze steht dabei zweifellos Rodbertus‘ Versuch, überhaupt systematische Fragestellungen und ökonomische Theorien für die Analyse der antiken literarischen Quellen fruchtbar zu machen. Dies hatte vor ihm zumindest in Deutschland noch niemand in vergleichbarer Intensität unternommen. […] Nur bei Rodbertus fand Weber das, was ihm so weder Meitzen noch Mommsen bieten konnten: eine Analyse der antiken Quellen mithilfe genuin ökonomischer und fiskalischer Kategorien.“ (Ebd., S. 21f.). Vgl. zur späteren Verbindung von Theorie und Geschichte in verschiedensten Disziplinen Volker Kruse: Von der historischen Nationalökonomie zur historischen Soziologie. Ein Paradigmenwechsel in den deutschen Sozialwissenschaften um 1900, in: Zeitschrift für Soziologie 19/3 (Juni 1990), S. 149ff.

    [24] Zur Gesellschaftswirtschaft vgl. Karl Rodbertus: Das Kapital. Vierter socialer Brief an von Kirchmann (1852/1884 posthum), in: Adolph Wagner/Theophil Kozak (Hrsg.): Aus dem literarischen Nachlass von Dr. Carl Rodbertus-Jagetzow, Bd. II, Berlin 1884, S. 103ff. Zum Lohnquotengesetz in „sich selbst überlassenen“ Privatkapitalwirtschaften und zur relativen Armut vgl. Karl Rodbertus: Sociale Briefe an von Kirchmann. Erster Brief: Die sociale Bedeutung der Staatswirthschaft, Berlin 1850, S. 3 u. S. 71.

    [25] Karl Rodbertus: Sociale Briefe an von Kirchmann. Dritter Brief: Widerlegung der Ricardo’schen Lehre von der Grundrente und Begründung einer neuen Rententheorie, Berlin 1851, S. 26 und zur Geldtheorie Ders.: Die Preußische Geldkrisis, Anclam/Swinemünde 1845.

    [26] Karl Rodbertus: Das Kapital. Vierter socialer Brief an von Kirchmann (1852/1884 posthum), in: Adolph Wagner/Theophil Kozak (Hrsg.): Aus dem literarischen Nachlass von Dr. Carl Rodbertus-Jagetzow, Bd. II, Berlin 1884, S. 293.

    [27] Zit. b. u. vgl. Karl Rodbertus: Zur Erklärung und Abhülfe der heutigen Creditnoth des Grundbesitzes (1868), Bd. I u. II (Die Ursachen der Noth u. Zur Abhülfe), 2. Ausg., Jena 1876, S. 92 [Bd. I] u. S. XVf. [Bd. II]. Vgl. auch Albert Schäffle: Kapitalismus und Socialismus. Mit besonderer Rücksicht auf Geschäfts- und Vermögensformen. Vorträge zur Versöhnung der Gegensätze von Lohnarbeit und Kapital, Tübingen 1870. Zur Begriffsgeschichte des Kapitalismus vgl. Jürgen Kocka: Geschichte des Kapitalismus, München 2013, S. 8. Rodbertus vermutete, dass Albert Schäffle, Karl Marx und Eugen Dühring stark von ihm beeinflusst gewesen seien. Dühring habe v.a. in Ders.: Cursus der National- und Socialökonomie einschließlich der Hauptpunkte der Finanzpolitik, Berlin 1873 Gedanken ohne Nennung von ihm übernommen. Vgl. Frank Fehlberg: Arbeitswert und Nachfrage. Die Sozialökonomik von Karl Rodbertus zur Einführung, Marburg 2017, S. 296.

    [28] Vgl. z.B. Werner Sombart: Die drei Nationalökonomien. Geschichte und System der Lehre von der Wirtschaft, München/Leipzig 1930, S. 322: „Meiner Auffassung entspricht die Einteilung, die Karl Rodbertus und ihm folgend Adolph Wagner vornahmen, in ‚ökonomische‘ und ‚historische‘ Kategorien der Wirtschaftswissenschaft. Ihre Terminologie war falsch (es handelt sich in beiden Fällen um ‚ökonomische‘ Kategorien, und die sachentsprechende Bezeichnung muß lauten: allgemein-ökonomisch und historisch-ökonomisch), aber ihr Gedanke war richtig.“ Vgl. zudem Joseph Schumpeter: Epochen der Dogmen- und Methodengeschichte, in: Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 1. Abteilung: Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft, Tübingen 1914, S. 19ff., S. 55 u. 71.

    [29] Vgl. etwa Albert Schäffle: Bau und Leben des socialen Körpers. Encyklopädischer Entwurf einer realen Anatomie, Physiologie und Psychologie der menschlichen Gesellschaft mit besonderer Rücksicht auf die Volkswirthschaft als socialen Stoffwechsel, Bd. 1: Allgemeiner Theil, Tübingen 1875.

    [30] Zit. b. Albert Schäffle: Das gesellschaftliche System der menschlichen Wirthschaft. Ein Lehr- und Handbuch der Nationalökonomie […], Tübingen 1867, S. VIII u. 4. Vgl. weiterführend Eugenie Fabian-Sagal: Albert Schaeffle und seine theoretisch-nationalökonomischen Lehren, Gera 1909 sowie Heino Heinrich Nau (Hrsg.): Gustav Schmoller. Historisch-ethische Nationalökonomie als Kulturwissenschaft. Ausgewählte methodologische Schriften, Marburg 1998. Wilhelm Roscher machte ausdrücklich auf Hinweis Schäffles ab der fünften Auflage seines Systems der Volkswirthschaft den Menschen zum Ausgangspunkt des Wirtschaftens, nicht mehr den Begriff des Gutes. Ab der siebten Auflage stellte Roscher seinem Werk den zitierten Satz voran. Vgl. Ders.: System der Volkswirthschaft. Ein Hand- und Lesebuch für Geschäftsmänner und Studierende (5 Bde. 1854ff.), Erster Band: die Grundlagen der Nationalökonomie enthaltend, 5. u. 7. Aufl., Stuttgart 1864 u. 1868, jew. S. 1f.

    [31] Albert Schäffle: Mensch und Gut in der Volkswirthschaft oder der ethisch-anthropologische und der chrematistische Standpunkt in der Nationalökonomie, mit besonderer Rücksicht auf die Grundprincipien der Steuerlehre, in: Deutsche Vierteljahrs-Schrift 24/4 (1861), S. 232ff., S. 305.

    [32] Albert Schäffle: Mensch und Gut in der Volkswirthschaft oder der ethisch-anthropologische und der chrematistische Standpunkt in der Nationalökonomie, mit besonderer Rücksicht auf die Grundprincipien der Steuerlehre, in: Deutsche Vierteljahrs-Schrift 24/4 (1861), S. 232ff., S. 241 u. S. 244.

    [33] Vgl. Karl Rodbertus: Physiokratie und Anthropokratie?, in: Ders.: Briefe und Socialpolitische Aufsätze von Dr. Rodbertus-Jagetzow (hrsg. Rudolph Meyer), Berlin 1882 [1881], Bd. 2, S. 518ff., S. 521f.

    [34] Karl Rodbertus: Sociale Briefe an von Kirchmann. Zweiter Brief: Kirchmann’s sociale Theorie und die meinige, Berlin 1850, S. 48.

    [35] Max Weber: Der Nationalstaat und die Volkswirtschaftspolitik. Akademische Antrittsrede, Freiburg i.Br./Leipzig 1895, S. 17. Vgl. zu Webers Hintergrund Wilhelm Hennis: Max Webers Wissenschaft vom Menschen. Neue Studien zur Biographie des Werks, Tübingen 1996, S. 152ff., zu Webers Faszination (Arbeit an Begriffen) und Abstoßung („krasse […] Konstruktionen“) hinsichtlich Rodbertus S. 187 u. 190.

    [36] Max Weber: Die ‚Objektivität‘ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 19, 1904, aus Ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1922, S. 146ff., S. 170f. (Hervorh. i. O.).

    [37] Vgl. hierzu Johannes Glaeser: Der Werturteilsstreit in der deutschen Nationalökonomie. Max Weber, Werner Sombart und die Ideale der Sozialpolitik, Marburg 2014, S. 135ff.

    [38] Lujo Brentano: Die Meinungsverschiedenheiten unter den Volkswirtschaftslehrern, in: Cosmopolis. Revue internationale (Nr. 4, April 1896), S. 241ff., S. 242.

    [39] Vgl. hierzu Jürgen Backhaus/Reginald Hansen: Methodenstreit in der Nationalökonomie, in: Journal for General Philosophy of Science 31/2 (2000), S. 307ff.

    [40] Eugen Böhm-Bawerk: Rez. L. Brentano, Die klassische Nationalökonomie, in: Göttingische gelehrte Anzeigen 1889/Nr. 12, S. 465ff., S. 475 (Hervorh. i. O.).

    [41] Franz Oppenheimer: Skizze der sozial-ökonomischen Geschichtsauffassung I u. II, in: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie und Soziologie 27 (1903), S. 323ff. und S. 369ff., S. 410.

    [42] Immanuel Kant, Akademieausgabe XIII 115 (opus postumum), zit. nach Manfred Riedel: Einleitung, in: Immanuel Kant: Schriften zur Gesellschaftsphilosophie, Ditzingen 1999, S. 3ff., S. 4 (Hervorh. ebd.).

    [43] Vgl. Gustav Schmoller: Über einige Grundfragen der Socialpolitik und der Volkswirtschaftslehre, Leipzig 1898, S. 340f.

    [44] Max Weber: Der Sinn der ‚Wertfreiheit‘ der soziologischen und ökonomischen Wissenschaften (1917), in: Ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1922, S. 451ff., S. 458 u. S. 464 (Hervorh. i. O.).

    [45] Max Weber: Die ‚Objektivität‘ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 19, 1904, aus Ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1922, S. 146ff., S. 153 (Hervorh. i. O.).

    [46] Vgl. dazu u. zit. n. Max Weber: Der Sinn der ‚Wertfreiheit‘ der soziologischen und ökonomischen Wissenschaften (1917), in: Ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1922, S. 451ff., S. 491f.

    [47] Vgl. Wilhelm Roscher: Grundriß zu Vorlesungen über die Staatswirthschaft. Nach geschichtlicher Methode, Göttingen 1843, S. 1: „Der Philosoph will ein System von Begriffen […] möglichst entkleidet von allen Zufälligkeiten des Raumes und der Zeit; der Historiker eine Schilderung menschlicher Entwicklungen […] getreu dem wirklichen Leben […].“; Johann Gustav Droysen: Grundriss der Historik, Leipzig 1868, S. 11: „Nach den Objecten und nach der Natur des menschlichen Denkens sind die drei möglichen wissenschaftlichen Methoden: die (philosophisch oder theologisch) speculative, die mathematisch-physikalische, die historische. Ihr Wesen ist: zu erkennen, zu erklären, zu verstehen. Daher der alte Canon der Wissenschaften: Logik, Physik, Ethik: – nicht drei Wege zu Einem Ziel, sondern die drei Seiten eines Prisma, wenn das menschliche Auge das ewige Licht, dessen Glanz es nicht zu ertragen vermag, im Farbenwiederschein ahnen will.“; Wilhelm Dilthey: Einleitung in die Geisteswissenschaften. Versuch einer Grundlegung für das Studium der Gesellschaft und der Geschichte, Bd. 1, Leipzig 1883, S. XVf.: „Welcher ist der Zusammenhang von Sätzen, der gleicherweise dem Urtheil des Geschichtsschreibers, den Schlüssen des Nationalökonomen, den Begriffen des Juristen zu Grunde liegt und deren Sicherheit zu bestimmen ermöglicht? […] wo ist der feste Rückhalt für einen Zusammenhang der Sätze, der den Einzelwissenschaften Verknüpfung und Gewißheit giebt?“ Gustav Schmoller nutzte Diltheys Darlegungen gleich nach Erscheinen als Argumentationshilfe gegen Carl Menger. Vgl. Gustav Schmoller: Zur Methodologie der Staats- und Sozial-Wissenschaften, in: Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirthschaft im Deutschen Reich, 7. Jgg. (1883), S. 239ff.

    [48] Vgl. Georg Simmel: Die Probleme der Geschichtsphilosophie. Eine erkenntnistheoretische Studie, Leipzig 1892, S. 92ff.

    [49] Vgl. Gudrun Kühne-Bertram: Zum Verhältnis von Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften in der Philosophie Diltheys, in: Christian Damböck/Hans-Ulrich Lessing (Hrsg.): Dilthey als Wissenschaftsphilosoph, Freiburg/München 2016, S. 225ff. und zur Verbindung zur „verstehenden Soziologie“ Max Webers etwa Klaus Lichtblau: Soziologie und Anti-Soziologie um 1900: Dilthey, Simmel und Weber, in: Peter-Ulrich Merz-Benz/Gerhard Wagner (Hrsg.): Soziologie und Anti-Soziologie. Ein Diskurs und seine Rekonstruktion. Konstanz 2001, S. 17ff. „[...] daß Weber im Unterschied zu anderen soziologischen Klassikern den Begriff ‚Gesellschaft‘ bewußt vermieden hat und insofern die von ihm begründete Richtung der verstehenden Soziologie auch nicht als Beitrag zu einer ambitionierten Theorie der Gesellschaft verstand, sondern als eine soziologische Begriffslehre, die der historischen Forschung dienend zur Seite stehen sollte.“ Klaus Lichtblau: Die Eigenart der kultur- und sozialwissenschaftlichen Begriffsbildung, Wiesbaden 2011, S. 261.

    [50] Wilhelm Dilthey: Ideen über eine beschreibende und zergliedernde Psychologie, in: Sitzungsberichte der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Sitzung der philosophisch-historischen Classe, Berlin 1894, S. 1309–1407, S. 1314.

    [51] Vgl. Wilhelm Windelband: Geschichte und Naturwissenschaft. Rede zum Antritt des Rektorats der Kaiser-Wilhelms-Universität Strassburg (1894), 3. Aufl., Strassburg 1904 u. Heinrich Rickert: Die Grenzen der naturwissenschaftlichen Begriffsbildung. Eine logische Einleitung in die historischen Wissenschaften. Erste Hälfte, Freiburg/Leipzig 1896 sowie Ders.: Kulturwissenschaft und Naturwissenschaft. Ein Vortrag, Freiburg 1899.

    [52] „So wenig Erfreuliches diese Wissenschaft […] auch bisher erreicht haben mag, so wenig ist unter logischen Gesichtspunkten gegen eine naturwissenschaftliche Darstellung der gesellschaftlichen Wirklichkeit einzuwenden“. Heinrich Rickert zit. b. Volker Kruse: Von der historischen Nationalökonomie zur historischen Soziologie. Ein Paradigmenwechsel in den deutschen Sozialwissenschaften um 1900, in: Zeitschrift für Soziologie 19/3 (Juni 1990), S. 149ff., S. 151 (Hervorh. i. O.).

    [53] Vgl. im Überblick Sven Wöhler: Das heterologische Denkprinzip Heinrich Rickerts und seine Bedeutung für das Werk Max Webers. Die Einheit der modernen Kultur als Einheit der Mannigfaltigkeit, Norderstedt 2005 bzw. Heinrich Rickert: Das Eine, die Einheit und die Eins. Bemerkungen zur Logik des Zahlbegriffs, in: Logos. Internationale Zeitschrift für Philosophie der Kultur, Bd. 2 (1911/12), Tübingen 1912, S. 26ff.

    [54] Vgl. Werner Flach: Negation und Andersheit. Ein Beitrag zur Problematik der Letztimplikation, München 1959, S. 26: „Empirie und Logik sind unter ein gemeinsam begründetes Prinzip zu bringen. Sie sind aber nicht Spezialfälle eines Denkens überhaupt, sondern sie sind einundasselbe [sic!], das eine Denken. Und das heterothetische Prinzip ist ein Fundamentalprinzip dieses einen Denkens, die Formulierung seines Ursprungs.“ Vgl. vor diesem Hintergrund die Darstellungen von Klaus Lichtblau: Max Webers Verständnis von ‚Sozialökonomik‘. Werkgeschichtliche Betrachtungen zum Ursprung seiner Verstehenden Soziologie, in: Georg Peter/Reuß-Markus Krauße (Hrsg.): Selbstbeobachtung der modernen Gesellschaft und die neuen Grenzen des Sozialen, Wiesbaden 2012, S. 203ff. Weiterführend vgl. Peter Koslowski (Hrsg.): Methodology of the Social Sciences, Ethics, and Economics in the Newer Historical School. From Max Weber and Rickert to Sombart and Rothacker, Berlin/Heidelberg/New York 1997.

    [55] Max Weber: Die ‚Objektivität‘ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 19, 1904, aus Ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1922, S. 146ff., S. 165 u. vgl. ebd. ff. (Hervorh. i. O.).

    [56] Vgl. Joseph A. Schumpeter: History of Economic Analysis (hrsg. Elizabeth Boody Schumpeter 1954, posthum), [Taylor & Francis e-Library] 2006, S. 10f. u. 19, wobei Schumpeter unter „Wirtschaftssoziologie“ die spezifisch „deutsche Tradition“ verstand, die Max Weber als „Sozialökonomik“ entwickelt habe und welche als „vervollständigend“ (engl. complement) hinsichtlich der ersten drei „fundamental fields“ zu betrachten sei. Vgl. ursprünglich Joseph Schumpeter: Epochen der Dogmen- und Methodengeschichte, in: Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 1. Abteilung: Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft, Tübingen 1914, S. 19ff. Vgl. zu Schumpeter im Überblick Heinz D. Kurz: Joseph A. Schumpeter. Ein Sozialökonom zwischen Marx und Walras, Marburg 2005.

    [57] Vgl. insbes. zur Vorgeschichte der Wort- und Begriffsnutzung Bernhard K. Quensel: Max Webers Konstruktionslogik. Sozialökonomik zwischen Geschichte und Theorie, Baden-Baden 2007, S. 37ff. und Richard Swedberg: Max Weber and the Idea of Economic Sociology, Princeton 1998, S. 177ff. Wagner über Rodbertus: „Das Urtheil, welches ich glaubte schon früher über Rodbertus als socialökonomischen Autor fällen zu dürfen, indem ich ihn den ‚Ricardo des ökonomischen Socialismus‘ nannte, findet durch die vorliegende Schrift über das ‚Kapital‘ [...] seine volle Bestätigung. Rodbertus zeigt hier eine Kraft des abstrakten Denkens, wie sie nur den grössten Meistern eigen ist. Er schliesst sich an diese an und tritt wohl auf dem Gebiete der Nationalökonomie an ihre Spitze.“ Aus dem Vorwort zu Karl Rodbertus: Das Kapital. Vierter socialer Brief an von Kirchmann (1852/1884 posthum), in: Adolph Wagner/Theophil Kozak (Hrsg.): Aus dem literarischen Nachlass von Dr. Carl Rodbertus-Jagetzow, Bd. II, Berlin 1884, S. VIIf. Wagners Mitherausgeber hatte bereits zwei Jahre früher veröffentlicht: Theophil Kozak: Rodbertus-Jagetzow’s socialökonomische Ansichten, Jena 1882. Wagner über Schäffle: „Wesentlich [Schäffle], als der bedeutendste Autor dieser Richtung, hat die neuste vorwiegend ‚sozialökonomische‘ Richtung der Nationalökonomie angebahnt, ja zum Durchbruch gebracht.“ Adolph Wagner: Theoretische Sozialökonomik oder Allgemeine und theoretische Volkswirtschaftslehre. Grundriss in tunlichst prinzipieller Behandlungsweise […], Leipzig 1907, S. 16. Vgl. zudem die einschlägigen Dissertationen der Schüler Wagners, Heinrich Dietzel: Ueber das Verhältniss der Volkswirthschaftslehre zur Socialwirthschaftslehre, Berlin 1882 und Werner Sombart: Die römische Campagna. Eine sozialökonomische Studie, Leipzig 1888 (promoviert bei Gustav Schmoller). Zu Franz Oppenheimer vgl. Ders.: Adolf Wagner. Gedächtnisrede gehalten bei der zum Andenken an Gustav Schmoller und Adolf Wagner veranstalteten Trauerfeier der Staatswissenschaftlichen Vereinigung am 8. Januar 1918, in: Europäische Staats- und Wirtschaftszeitung 5/1918 (02.02.1918), 5 S. in der Presse-Dokumentation des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archivs.

    [58] Die Antikritik von Wagner gegen Schmoller kann als „Vorspiel“ des Methodenstreits gelten. Vgl. Heino Heinrich Nau: Eine ‚Wissenschaft vom Menschen‘. Max Weber und die Begründung der Sozialökonomik in der deutschsprachigen Ökonomie 1871 bis 1914, Berlin 1997, S. 160ff. Vgl. dazu Adolph Wagner: Rez. Gustav Schönberg: Handbuch der politischen Oekonomie 1882 („Antikritik“), in: Zeitschrift für die gesammte Staatswissenschaft 1883, S. 258ff. u. Ders.: Systematische Nationalökonomie. Rez. Gustav Cohn: Systematik der Nationalökonomie 1885, in: Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik N.F. 12/3 (1886), S. 197ff.

    [59] Adolph Wagner: Rez. Gustav Schönberg: Handbuch der politischen Oekonomie 1882 („Antikritik“), in: Zeitschrift für die gesammte Staatswissenschaft 1883, S. 258ff., S. 271.

    [60] Vgl. Adolph Wagner: Grundlegung der politischen Oekonomie, 3. Aufl., Leipzig 1892 (= Adolph Wagner/Karl Bücher/Heinrich Dietzel (Hrsg.): Lehr- und Handbuch der politischen Oekonomie, Erste Hauptabtheilung: Grundlegung der politischen Oekonomie), S. 2 u. S. 65ff. (Die Socialökonomie als eigene selbstständige Wissenschaft) und S. 264 („Socialökonomie […] allerdings correcter […] Socialökonomik“). Zur semantischen Begründung: die Sozialökonomie integriere „das, was neben dem ‚Oekonomischen‘ das Wesentliche in der Disciplin ist, das gesellschaftliche, ‚sociale‘ Moment“ (S. 266, Hervorh. i. O.). Später dann Ders.: Theoretische Sozialökonomik oder Allgemeine und theoretische Volkswirtschaftslehre. Grundriss in tunlichst prinzipieller Behandlungsweise […], Leipzig 1907.

    [61] Adolf Weber: Die Aufgaben der Volkswirtschaftslehre als Wissenschaft, Tübingen 1909, S. 1.

    [62] Vgl. zur institutionellen Disziplingeschichte und zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden von Wagner und Weber Bernhard K. Quensel: Max Webers Konstruktionslogik. Sozialökonomik zwischen Geschichte und Theorie, Baden-Baden 2007, S. 37ff. u. S. 175ff.

    [63] Vgl. Heinrich Dietzel: Ueber das Verhältniss der Volkswirthschaftslehre zur Socialwirthschaftslehre, Berlin 1882 und Adolph Wagner: Grundlegung der politischen Oekonomie, 3. Aufl., Leipzig 1892, S. 266.

    [64] Biographisch bis heute ungenügend: Heinrich Dietzel: Karl Rodbertus. Darstellung seines Lebens und seiner Lehre, 2 Bde. (Darstellung seines Lebens und Darstellung seiner Socialphilosophie), Jena 1886/88. Vgl. auch Edward C. K. Gonner: The Social Philosophy of Rodbertus, London/New York 1899.

    [65] Heinrich Dietzel: Theoretische Socialökonomik, Bd. 1, Leipzig 1895, S. 56, 74 u. 125. (Hervorh. i. O.).

    [66] Heinrich Dietzel: Theoretische Socialökonomik, Bd. 1, Leipzig 1895 (= Adolph Wagner/Karl Bücher/Heinrich Dietzel (Hrsg.): Lehr- und Handbuch der politischen Oekonomie, Zweite Hauptabtheilung: Theoretische Socialökonomik).

    [67] Vgl. Heinrich Dietzel: Theoretische Socialökonomik, Bd. 1, Leipzig 1895 und den Kontext darstellend Carsten Kasprzok: Der Sozialökonom Heinrich Dietzel. Ein deutscher Klassiker, Marburg 2005, S. 61ff. sowie Heino Heinrich Nau: Eine ‚Wissenschaft vom Menschen‘. Max Weber und die Begründung der Sozialökonomik in der deutschsprachigen Ökonomie 1871 bis 1914, Berlin 1997, S. 196ff.

    17.08.2025

    Sozialökonomik - Geschichte und Gegenwart eines Wissenschaftskonzepts   (VIII von VIII)

    [69] Max Weber: Die ‚Objektivität‘ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 19, 1904, aus Ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1922, S. 146ff., S. 163.

    [70] Vgl. Max Weber: Die ‚Objektivität‘ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 19, 1904, aus Ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1922, S. 146ff., S. 190f. Zur Abduktion Webers (Wolfgang Schluchter) vgl. Christoph Morlok: Rentabilität und Versorgung: Wirtschaftstheorie und Wirtschaftssoziologie bei Max Weber und Friedrich von Wieser, Wiesbaden 2013, S. 73ff. [Max Webers erste Konzeption der Sozialökonomie].

    [71] Max Weber: Die ‚Objektivität‘ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 19, 1904, aus Ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1922, S. 146ff., S. 165 (Hervorh. i. O.).

    [72] Vgl. u. zit n. Wolfgang J. Mommsen: Max Weber als Kritiker des Marxismus, in: Zeitschrift für Soziologie 3/3 (Juni 1974), S. 256ff., S. 257.

    [73] Zit. aus dem Gliederungsplan Max Webers im ersten der Sammelwerk-Bände Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 1. Abteilung: Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft, Tübingen 1914, S. XIII.

    [74] Max Weber: Die protestantische Ethik und der ‚Geist‘ des Kapitalismus (hg. v. Klaus Lichtblau/Johannes Weiß), 3. Aufl., Weinheim 2000, S. 153 (Fassung 1905).

    [75] Max Weber: Die ‚Objektivität‘ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 19, 1904, aus Ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1922, S. 146ff., S. 163 u. S. 166 (Hervorh. i. O.).

    [76] Max Weber in einem Brief an den Verleger Paul Siebeck v. 22. März 1912, zit. n. Heino Heinrich Nau: Eine ‚Wissenschaft vom Menschen‘. Max Weber und die Begründung der Sozialökonomik in der deutschsprachigen Ökonomie 1871 bis 1914, Berlin 1997, S. 255f. (Hervorh. i. O.). Einen erschöpfenden Einblick bietet Wolfgang Schluchter (Hrsg.): Wirtschaft und Gesellschaft. Entstehungsgeschichte und Dokumente, Max-Weber-Gesamtausgabe I/24, Tübingen 2009.

    [77] Die postklassische Tradition der dogmatischen, von unhinterfragten „Prinzipien“ getragenen „Lehrbuchwissenschaft“ prägt bis heute das Studium der VWL und deren disziplinären Begriff von „normaler“ Wissenschaftlichkeit. Vgl. Lukas Bäuerle: Die ökonomische Lehrbuchwissenschaft. Zum disziplinären Selbstverständnis der Volkswirtschaftslehre, in: Momentum Quarterly 6/4 (2017), S. 252ff. (Open Access).

    [78] Vgl. dazu Max Webers Vorwort in Ders. u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 1. Abteilung: Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft, Tübingen 1914.

    [79] Max Weber im Vorwort zu Ders. u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 1. Abteilung: Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft, Tübingen 1914, S. IX.

    [80] Zit. aus der Einteilung des Gesamtwerkes im ersten der Sammelwerk-Bände Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 1. Abteilung: Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft, Tübingen 1914, S. Xff.

    [81] Vgl. Wilhelm Hennis: Noch’n Diskurs. Max Weber war er schnuppe, Heino Heinrich Nau nicht, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.10.1997 (Nr. 238), S. L36 (https://www.faz.net/-gr0-6q38b v. 14.08.2020).

    [82] Vgl. Heino Heinrich Nau: Eine ‚Wissenschaft vom Menschen‘. Max Weber und die Begründung der Sozialökonomik in der deutschsprachigen Ökonomie 1871 bis 1914, Berlin 1997, S. 252ff. und Dirk Kaesler: Eine Konstruktion wird dekonstruiert. Max Webers „Wirtschaft und Gesellschaft“ zerfällt in Einzelteile, in: literaturkritik.de. 4/2006 (https://literaturkritik.de/id/9356 v. 14.08.2020) sowie Bernhard K. Quensel: Max Webers Konstruktionslogik. Sozialökonomik zwischen Geschichte und Theorie, Baden-Baden 2007, S. 137 u. S. 16 (FN 25): „Gegen die überkommenen Arten, Weber zu lesen, tut eine sozialökonomische Relecture dringend not. […] Dabei ist doch gerade der politisch-ökonomische Kontext mit seinen einschlägigen Problemstellungen zur Entfaltung und Kulturbedeutung des modernen Kapitalismus das derzeit vielleicht wichtigste Desiderat der Weber-Forschung. Inwieweit vor solcherart disziplinenkritischem Hintergrund von Webers Werk Forschungsprogramme zurecht sich als ‚weberianisch‘ bezeichnen […], für die Webers klar sozialökonomische Ausrichtung bestenfalls nur noch Bildungsverweis ist, mag hier dahingestellt bleiben.“ Zudem Hans-Peter Müller: Max Webers Sozialökonomik, in: Klaus Kraemer/Florian Brugger (Hrsg.): Schlüsselwerke der Wirtschaftssoziologie, Wiesbaden 2017, S. 90.

    [83] Vgl. Dirk Kaesler: Max Weber. Preuße, Denker, Muttersohn. Eine Biographie, München 2014, S. 651.

    [84] Vgl. Roman Köster: Die Wissenschaft der Außenseiter. Die Krise der Nationalökonomie in der Weimarer Republik, Göttingen 2011, S. 62ff. u. S. 78ff. Vgl. weiterführend Klaus-Rainer Brintzinger: Die Nationalökonomie an den Universitäten Freiburg, Heidelberg und Tübingen 1918-1945. Eine institutionenhistorische, vergleichende Studie der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten und Abteilungen südwestdeutscher Universitäten, Frankfurt a.M. u.a. 1996 [Retro-Digitalisat, Open Access 2018].

    [85] Gustav Cassel: Theoretische Sozialökonomie, Leipzig 1918. Vgl. Erich Schneider: Gustav Cassels ‚Theoretische Sozialökonomie‘. Ein Rückblick, in: Weltwirtschaftliches Archiv, Bd. 101 (1968), S. 153ff., S. 153 u. S. 157 sowie weiterführend Benny Carlson: Wagner’s Swedish Students. Precursors of the Middle Way?, in: Journal of the History of Economic Thought 25/4 (Dezember 2003), S. 437ff.

    [86] Friedrich von Wieser: Theorie der gesellschaftlichen Wirtschaft, 2. Aufl., Tübingen 1924 (= Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik. 1. Abteilung: Historische und theoretische Grundlagen, II. Teil).

    [87] Alfred Müller[-Armack]: Das Krisenproblem in der theoretischen Sozialökonomik. Versuch einer Neubegründung der absoluten Ueberproduktionslehre, Köln 1923 und Ders.: Ökonomische Theorie der Konjunkturpolitik, Leipzig 1926. Vgl. Ders.: Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft, Hamburg 1947.

    [88] Eduard Heimann: Entwicklungsgang der wirtschafts- und sozialpolitischen Systeme und Ideale. II. Die jüngste Entwicklung, in: Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 1. Abteilung: Historische und theoretische Grundlagen, I. Teil: Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft, 2. erw. Aufl., Tübingen 1924, S. 184ff. und Ders.: Soziale Theorie des Kapitalismus. Theorie der Sozialpolitik, Tübingen 1929. Vgl. Heinz Rieter: Eduard Heimann – Sozialökonom und religiöser Sozialist, in: Rainer Nicolaysen (Hrsg.): Das Hauptgebäude der Universität Hamburg als Gedächtnisort. Mit sieben Porträts in der NS-Zeit vertriebener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Hamburg 2011, S. 229ff.

    [89] Alfred Weber: Prinzipielles zur Kultursoziologie. Gesellschaftsprozess, Zivilisationsprozess und Kulturbewegung, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 47, 1920/21, S. 1ff.

    [90] Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft, Tübingen 1922 (= Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik. III. Abteilung: Wirtschaft und Gesellschaft).

    [91] Franz Oppenheimer: System der Soziologie, Jena 1922ff. (u.a. Bd. 3: Theorie der reinen und politischen Ökonomie, Halbbd. 2: Die Gesellschaftswirtschaft, 1924).

    [92] Carl Brinkmann: Die moderne Staatsordnung und der Kapitalismus, in: Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 4. Abteilung: Spezifische Elemente der modernen kapitalistischen Wirtschaft, Tübingen 1925, S. 49ff.

    [93] Edgar Salin: Hochkapitalismus. Eine Studie über Werner Sombart, die deutsche Volkswirtschaftslehre und das Wirtschaftssystem der Gegenwart, in: Weltwirtschaftliches Archiv, Bd. 25 (1927), S. 314ff.

    [94] Werner Sombart: Die drei Nationalökonomien. Geschichte und System der Lehre von der Wirtschaft, München/Leipzig 1930.

    [95] Alfred Müller-Armack: Entwicklungsgesetze des Kapitalismus. Ökonomische, geschichtstheoretische und soziologische Studien zur modernen Wirtschaftsverfassung, Berlin 1932.

    [96] Arthur Spiethoff: Die Allgemeine Volkswirtschaftslehre als geschichtliche Theorie. Die Wirtschaftsstile, in: Schmollers Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft im Deutschen Reiche, Bd. 56/2 (1932), S. 51ff. (Sonderabdruck in: Ders. (Hrsg.): Festgabe für Werner Sombart zur siebenzigsten Wiederkehr seines Geburtstages 19. Jänner 1933, München 1933).

    [97] Vgl. Alexander Ebner: Wirtschaftskulturforschung. Ein sozialökonomisches Forschungsprogramm, in: Volker Caspari (Hrsg.): Theorie und Geschichte der Wirtschaft. Festschrift für Bertram Schefold, Marburg 2009, S. 121ff. und neuer Ders.: Ökonomie als Geisteswissenschaft? Grundzüge der Erklären-Verstehen-Kontroverse in den deutschen Wirtschaftswissenschaften, in: Heinz D. Kurz (Hrsg.): Die Ökonomik im Spannungsfeld zwischen Natur- und Geisteswissenschaften. Alte und neue Perspektiven im Licht des jüngsten Methodenstreits, Berlin 2014, S. 73ff.

    [98] Zum Einfluss Franz Oppenheimers u.a. auf die Soziale Marktwirtschaft vgl. etwa Volker Caspari/Klaus Lichtblau: Franz Oppenheimer. Ökonom und Soziologe, Frankfurt am Main 2014. Das Konzept des „liberalen Sozialismus“ als eines dritten Weges findet sich erstmals ausformuliert in Franz Oppenheimer: Theorie der reinen und politischen Ökonomie. Ein Lehr- und Lesebuch für Studierende und Gebildete, Berlin 1910, S. 57 [Schwesterwissenschaft] (ähnlich Ders.: Kapitalismus, Kommunismus, Wissenschaftlicher Sozialismus, Berlin/Leipzig 1919, später überarb.: Weder Kapitalismus noch Kommunismus 1931ff.).

    [99] Vgl. zum Neohistorismus Heinz Rieter: Historische Schulen, in: Otmar Issing (Hrsg.): Geschichte der Nationalökonomie, 4. Aufl., München 2002, S. 135ff., S. 154ff., S. 158 u. S. 160. Für die Kennzeichnung der „Verbindung von historischer Methode und ökonomischer Theorie“ als „Kernpunkt des ordoliberalen Programms“ dagegen Nils Goldschmidt: Hermann Schumacher – nur ein weiterer Erbe Schmollers oder der erste Ordoliberale? Anmerkungen zu einem ‚missing link‘ zwischen der Historischen und der Freiburger Schule, in: Jürgen G. Backhaus (Hrsg.): Historische Schulen, Münster 2005, S. 53ff., S. 83. Von dem Schumacher-Schüler Walter Eucken ist bekannt, dass er sich neben der philosophischen Prägung durch den Vater Rudolf Eucken auch intensiv mit Henri de Saint-Simon, Karl Rodbertus und Eugen von Böhm-Bawerk auseinandergesetzt hatte. Vgl. Wendula Gräfin von Klinckowstroem: Walter Eucken. Eine biographische Skizze, in: Lüder Gerken (Hrsg.): Walter Eucken und sein Werk. Rückblick auf den Vordenker der sozialen Marktwirtschaft, Tübingen 2000, S. 53ff., S. 66 [Rodbertus-Böhm-Bawerk-Arbeitszirkel während der Habilitation].

    [100] Vgl. zum Ganzen Roman Köster: Die Wissenschaft der Außenseiter. Die Krise der Nationalökonomie in der Weimarer Republik, Göttingen 2011, S. 174f. [Begriffsnutzung].

    [101] Vgl. im Überblick Hauke Janssen: Nationalökonomie und Nationalsozialismus. Die deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, 4. Aufl., Marburg 2012.

    [102] Vgl. Werner Sombart: Deutscher Sozialismus, Berlin 1934.

    [103] Vgl. Alfred Müller-Armack: Staatsidee und Wirtschaftsordnung im neuen Reich, Berlin 1933.

    [104] Vgl. Hauke Janssen: Nationalökonomie und Nationalsozialismus. Die deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, 4. Aufl., Marburg 2012, S. 602, S. 612 u. S. 578.

    [105] Vgl. Erich Preiser: Gestalt und Gestaltung der Wirtschaft. Eine Einführung in die Wirtschaftswissenschaften, Tübingen 1934, S. 99.

    [106] Helge Peukert: Nationalökonomie und Nationalsozialismus, in: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 40/2 (1999), S. 215ff., S. 227.

    [107] Zur nachträglichen Identifikation der Neuen Wirtschaftslehre mit dem Keynesianismus vgl. Andreas Paulsen: Neue Wirtschaftslehre. Einführung in die Wirtschaftstheorie von John Maynard Keynes und die Wirtschaftspolitik der Vollbeschäftigung, Berlin 1950. Vgl. Hauke Janssen: Nationalökonomie und Nationalsozialismus. Die deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, 4. Aufl., Marburg 2012, S. 224.

    [108] Alfred Müller-Armack: Staatsidee und Wirtschaftsordnung im neuen Reich, Berlin 1933, S. 18f. u. S. 60 (Hervorh. i. O.).

    [109] Dirk Kaesler: Michels, Robert, in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 451f. Vgl. Robert Michels: Wirtschaft und Rasse, in: Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 2. Abteilung: Die natürlichen und technischen Beziehungen der Wirtschaft, Tübingen 1914,  S. 97-102 und erweitert 2. Aufl., Tübingen 1923, S. 124-187 sowie Ders.: Psychologie der antikapitalistischen Massenbewegungen, in: Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 9. Abteilung: Das soziale System des Kapitalismus, Tübingen 1926, 241ff.

    [110] Zu Spann vgl. Sabine A. Haring: Spann, Othmar, in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 629f. Zu Gottl-Ottlilienfeld vgl. Hauke Janssen: Nationalökonomie und Nationalsozialismus. Die deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, 4. Aufl., Marburg 2012, S. 560. Vgl. die entsprechenden Einträge zu Sombart (hier fälschlicherweise dem Aufruf der Kulturschaffenden 1934 zugeordnet) und Gottl-Ottlilienfeld auf der Webpräsenz Geschichte der Wirtschaftswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (abgerufen am 06.09.2020).

    [111] Vgl. Christian Fleck: Schumpeter und die Emigranten, in: Newsletter des AGSÖ, Bd. 15 (1997) [Open Access] und zu Hayek Johannes Feichtinger: Wissenschaft zwischen den Kulturen. Österreichische Hochschullehrer in der Emigration 1933-1949, Frankfurt a.M./New York 2001: „Als österreichischer Wirtschaftswissenschaftler nach 1938 ohne Hayeks Zustimmung in England einzureisen und akademische Ambitionen zu verfolgen, hatte in jedem Fall eine Konsequenz – die unaufhaltsame Deakademisierung.“ Ebd., S. 233.

    [112] Vgl. zu diversen Lederer-Beiträgen z.B. Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 9. Abteilung: Das soziale System des Kapitalismus, II. Teil: Die autonome und staatliche soziale Binnenpolitik im Kapitalismus, Tübingen 1927.

    [113] Vgl. im Überblick Hauke Janssen: Nationalökonomie und Nationalsozialismus. Die deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, 4. Aufl., Marburg 2012, umfangreiches bio-bibliographisches Personenverzeichnis S. 533-640 und Harald Hagemann/Claus-Dieter Krohn (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen wirtschaftswissenschaftlichen Emigration nach 1933, München 1999.

    [114] Zu Eucken aktuell Moritz Peter Haarmann: Wirtschaft – Macht – Bürgerbewusstsein. Walter Euckens Beitrag zur sozioökonomischen Bildung, Wiesbaden 2015, vgl. zur nachträglichen „Vereinnahmung ‚ordoliberalen‘ Denkens“ für die Propagierung des „freien Marktes“ insbes. S. 93ff. Vgl. zudem Alexander Rüstow: Das Versagen des Wirtschaftsliberalismus (1945), 3. Aufl. (hrsg. Frank P. u. Gerhard Maier-Rigaud), Marburg 2001 und Wilhelm Röpke: Die Gesellschaftskrisis der Gegenwart, Erlenbach-Zürich 1942. Vgl. darüber hinaus Helge Peukert: Das sozialökonomische Werk Wilhelm Röpkes, 2 Bde., Frankfurt a.M. u.a. 1992. Röpke wird wegen seiner 1964 geäußerten Rechtfertigungen der Apartheid in Südafrika und zumal ihres Vergleichs mit der Vertreibung der Araber im Umfeld der israelischen Staatsgründung zum Teil eine sozialdarwinistische bis rassistische Haltung attestiert. Vgl. ursprünglich Wilhelm Röpke: Südafrika. Versuch einer Würdigung, in: Schweizer Monatshefte 44/2 (1964), S. 97ff., S. 105f.

    [115] Vgl. Klaus Lichtblau: Franz Oppenheimer (1864-1943). Chronik, Arbeitspapier 2015, S. 140 (abgerufen auf Goethe-Universität Frankfurt a.M. am 18.09.2020). Preiser schrieb den Brief wenige Monate vor der Zerschlagung der SA durch den sog. Röhm-Putsch. „Sie [die Sturmabteilung, SA] vor allem erscheint mir der Garant dafür, dass die Bewegung nicht erstarrt.“ Hierzu und zu Preisers Rolle während des NS vgl. Juliane C. Wilmanns: Erich Preiser, Franz Oppenheimer und der Nationalsozialismus, in: Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik 223/6 (2003), S. 752ff. sowie über den „sozial-ethischen“ Ökonomen Detlef J. Blesgen: Erich Preiser. Wirken und wirtschaftspolitische Wirkungen eines deutschen Nationalökonomen (1900–1967), Berlin 2000.

    [116] Vgl. Hauke Janssen: Nationalökonomie und Nationalsozialismus. Die deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, 4. Aufl., Marburg 2012, S. 78f. u. S. 286.

    [117] Vgl. Hauke Janssen: Nationalökonomie und Nationalsozialismus. Die deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, 4. Aufl., Marburg 2012, S. 86ff.

    [118] Vgl. Hauke Janssen: Nationalökonomie und Nationalsozialismus. Die deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, 4. Aufl., Marburg 2012, S. 56 u. S. 560.

    [119] Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945, Frankfurt a.M. 2005, S. 193.

    [120] Vgl. Hauke Janssen: Nationalökonomie und Nationalsozialismus. Die deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, 4. Aufl., Marburg 2012, S. 223ff. [Entstehung und Entwicklung einer neuen Wirtschaftslehre in Deutschland nach 1933] u. S. 288ff. [Die geld- und konjunkturtheoretischen Wurzeln der neuen Wirtschaftslehre in Deutschland].

    [121] Vgl. Hauke Janssen: Nationalökonomie und Nationalsozialismus. Die deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, 4. Aufl., Marburg 2012, S. 116ff. u. Jan-Otmar Hesse: Wirtschaft als Wissenschaft. Die Volkswirtschaftslehre in der frühen Bundesrepublik, Frankfurt a.M. 2010, S. 255ff.

    [122] Vgl. hierzu Udo Kissenkoetter: Gregor Straßer und die NSDAP, Stuttgart 1978, S. 83ff. [Wirtschaftsprogramm der NSDAP 1932]. Kissenkoetter (S. 109ff.) und auch Hauke Janssen: Nationalökonomie und Nationalsozialismus. Die deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, 4. Aufl., Marburg 2012, S. 85f. betonen die Rolle der Studiengesellschaft für Geld- und Kreditwirtschaft als Schnittstelle ökonomischer, konjunkturpolitischer, industrieller und (NS-)politischer Interessen. So habe sich einer der Gründer, Heinrich Dräger, bei seinen eigenen Überlegungen zur Arbeitsbeschaffung durch Kenntnisse, Vorträge und Kontakte der Gesellschaft u.a. von und mit Robert Friedländer-Prechtl, Ernst Wagemann, Rudolf Dalberg, Wladimir S. Woytinsky, Werner Sombart, Wilhelm Grotkopp und auch John M. Keynes inspirieren lassen, der offenbar mit Dalberg und Grotkopp als Vertretern der Studiengesellschaft in Kontakt gestanden hatte. Vgl. Kissenkoetter, S. 109.

    [123] Vgl. die Dokumentation Gottfried Bombach/Hans-Jürgen Ramser/Manfred Timmermann/Walter Wittman (Hrsg.): Der Keynesianismus II. Die beschäftigungspolitische Diskussion vor Keynes in Deutschland, Berlin/Heidelberg 1976. Werner Sombart unterstützte im August 1932 mit einem eigenen Gutachten einen Vorschlag der Studiengesellschaft für Geld- und Kreditwirtschaft für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Der dem Reichskanzler Franz von Papen unterbreitete Entwurf basierte auf Geldschöpfung und direkter Staatsfinanzierung durch die Reichsbank. Für die Idee der direkten Staatsfinanzierung wurde als Urheber der Ökonom Ernst Wagemann genannt, Präsident des Statistischen Reichsamtes und Namensgeber des geld- und konjunkturpolitischen Wagemann-Plans vom Januar 1932 (unter Reichskanzler Heinrich Brüning verworfen). Vgl. ebd., S. 160ff. u. Ernst Wagemann: Geld- und Kreditreform, Berlin 1932.

    [124] Vgl. im Überblick Ursula Büttner: Politische Alternativen zum Brüningschen Deflationskurs. Ein Beitrag zur Diskussion über ‚ökonomische Zwangslagen‘ in der Endphase von Weimar, in: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte 37/2 (1989), S. 209ff., S. 228 [Heimann].

    [125] Vgl. Werner Sombart: Deutscher Sozialismus, Berlin 1934, S. 319f.

    [126] Vgl. Erich Preiser: Wesen und Methoden der Wirtschaftslenkung, in: Finanzarchiv, Neue Folge Bd. 8/2 (1941), S. 225ff., S. 225.

    [127] Vgl. zum Einfluss des deutschen ethischen Historismus und der US-Institutionenökonomik auf die staatliche Sozialpolitik der Bismarck-Zeit und des New Deal Henner Schellschmidt: Ökonomische Institutionenanalyse und Sozialpolitik. Gustav Schmoller und John R. Commons als Vertreter einer sozialreformerisch ausgerichteten Institutionenökonomie, Marburg 1997.

    [128] Vgl. zum Ganzen und zit. n. Werner Abelshauser: Kriegswirtschaft und Wirtschaftswunder. Deutschlands wirtschaftliche Mobilisierung für den Zweiten Weltkrieg und die Folgen für die Nachkriegszeit, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 47/4 (Okt. 1999), S. 503ff., S. 512 [Robinson-Zitat]. Abelshauser nennt als „wichtige Quelle“ des „NS-Konjunkturprogramms“ Robert Friedlaender-Prechtl: Wirtschaftswende. Die Ursachen der Arbeitslosen-Krise und deren Bekämpfung, Leipzig 1931. Vgl. zudem George Garvy: Keynes and the Economics Activities of Pre-Hitler Germany, in: Journal of Political Economy, 83/2 (1975), S. 391ff. und Kiran Klaus Patel: Amerika als Argument. Die Wahrnehmungen des New Deal am Anfang des ‚Dritten Reichs‘, in: Amerikastudien - American Studies, 45/3 (2000), S. 349ff. Garvy betont den Wahrnehmungsspalt zwischen den bereits laufenden deutschen und US-amerikanischen Krisenprogrammen und dem über Keynes' Theorie staunenden größeren Teil der englischsprachigen Ökonomenzunft. Ebenso stellte er Keynes‘ Angaben zu dessen wirtschaftstheoretischen Inspirationsquellen infrage.

    [129] Roosevelt hielt Keynes eher für einen „Mathematiker“ als für einen „politischen Ökonomen“. Vgl. Frances Perkins: The Roosevelt I Knew, New York 1946, S. 225f.

    [130] Deutsches Vorwort (1936) in John M. Keynes: Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes (1936), 11. Aufl., Berlin 2009, S. XIIf. (Hervorh. i. O.).

    [131] Vgl. bspw. den Lehrstuhl-Aufbau der Parteihochschule ‚Karl Marx‘ beim ZK der SED (s. Bestand DY 30 Bundesarchiv).

    [132] Zur KPD-Mitgliedschaft Horst Haun: Kommunist und ‚Revisionist‘. Die SED-Kampagne gegen Jürgen Kuczynski (1956-1959), Dresden 1999, S. 157, die SED-Mitgliedschaft ist aus dem Zwangsvereinigungsparteitag von SPD und KPD 1946 in der Sowjetischen Besatzungszone abgeleitet.

    [133] Jürgen Kuczynski: Memoiren. Die Erziehung des J.K. zum Kommunisten und Wissenschaftler, Berlin/Weimar 1972, S. 63 u. S. 65.

    [134] Vgl. Stefan Schöbel: Jürgen Kuczynski: ‚Die Erziehung des J.K. zum Kommunisten und Wissenschaftler‘, in: Markus Bitterolf/Oliver Schlaudt/Stefan Schöbel (Hrsg.): Intellektuelle in Heidelberg 1910-1933. Ein Lesebuch, Heidelberg 2014, S. 151ff. und zur Rolle Heidelbergs als akademisch-internationales „Weltdorf“ Hubert Treiber/Karol Sauerland (Hrsg.): Heidelberg im Schnittpunkt intellektueller Kreise. Zur Topographie der ‚geistigen Geselligkeit‘ eines ‚Weltdorfes‘ 1850-1950, Opladen 1995 (zwischen 1879 und 1914 lag z.B. der Anteil ausländischer Studierender durchgehend über 10 %, S. 12). Zum Ökonomen und historisch-statistisch ausgebildeten Vater sowie dessen Prägungen durch Georg F. Knapp, Lujo Brentano und Paul Hensel vgl. Franz Menges: Kuczynski, Robert René, in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 164f. Zur (auch verwandtschaftlichen) Beziehung Weber-Hensel vgl. Dirk Kaesler: Max Weber. Preuße, Denker, Muttersohn. Eine Biographie, München 2014, S. 456 u. S. 519f. [„Heidelberger liberales Gelehrtenmilieu um 1900“].

    [135] Veröffentlicht zuerst in der UDSSR, Jürgen Kuczynski: Sociologičeskie zakony [Soziologische Gesetze], in: Voprosy filosofii, 1957/5, S. 95ff.

    [136] Vgl. im Ganzen Horst Haun: Kommunist und ‚Revisionist‘. Die SED-Kampagne gegen Jürgen Kuczynski (1956-1959), Dresden 1999. Zur Einordnung neuer Till Düppe: A Science Show Debate. How the Stasi Staged Revisionism, in: Contemporary European History 30/1 (2021), S. 92ff. und vgl. für weitere Literatur zum Komplex DDR das Projekt Modernisierungsblockaden in Wirtschaft und Wissenschaft der DDR im Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Universität Bremen.

    [137] Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik vom 6. April 1968 (in der Fassung vom 7. Oktober 1974), in: documentarchiv.de v. 20.09.2020.

    [138] Vgl. Werner Abelshauser: Kriegswirtschaft und Wirtschaftswunder. Deutschlands wirtschaftliche Mobilisierung für den Zweiten Weltkrieg und die Folgen für die Nachkriegszeit, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 47/4 (Okt. 1999), S. 503ff. und das zentrale Nachkriegswerk Alfred Müller-Armacks: Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft, Hamburg 1947.

    [139] Vgl. und zit. n. Jan-Otmar Hesse: Wirtschaft als Wissenschaft. Die Volkswirtschaftslehre in der frühen Bundesrepublik, Frankfurt a.M. 2010, S. 95f. u. 270ff.

    [140] Vgl. und zit. n. Jan-Otmar Hesse: Wirtschaft als Wissenschaft. Die Volkswirtschaftslehre in der frühen Bundesrepublik, Frankfurt a.M. 2010, S. 93f.

    [141] Vgl. Karsten Nowrot: Sozialökonomie als disziplinäre Wissenschaft. Alternative Gedanken zur sozialökonomischen Forschung, Lehre und (Eliten-)Bildung (Vortrag 2014), erschienen in: Rechtswissenschaftliche Beiträge der Hamburger Sozialökonomie, Heft 2, Hamburg 2015, S. 12 [Wissenschaftsparadigma].

    [142] Vgl. Dieter Boris: Hofmann, Werner, in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 461f.

    [143] Vgl. im Überblick und zit. n. Simon Melch: Werner Hofmanns Überlegungen zur Wissenschaftssoziologie der Nationalökonomie, in: Soziologie, 43/4 (2014), S. 426ff., S. 433 u. S. 436 (Hervorh. i. O.).

    [144] Vgl. und zit. n. Jan-Otmar Hesse: Wirtschaft als Wissenschaft. Die Volkswirtschaftslehre in der frühen Bundesrepublik, Frankfurt a.M. 2010, S. 93 [umfassender Einschnitt] sowie 270ff. [Debatte Einheitswissenschaft] u. S. 400.

    [145] Vgl. Jan-Otmar Hesse: Wirtschaft als Wissenschaft. Die Volkswirtschaftslehre in der frühen Bundesrepublik, Frankfurt a.M. 2010, S. 141ff. u. 159 [US-Einflüsse u. Rockefeller-Stiftung], S.156ff. [ifo].

    [146] So zumindest die Rockefeller-Stiftung, vgl. Jan-Otmar Hesse: Wirtschaft als Wissenschaft. Die Volkswirtschaftslehre in der frühen Bundesrepublik, Frankfurt a.M. 2010, S. 158.

    [147] Vgl. u. zit. Jan-Otmar Hesse: Wirtschaft als Wissenschaft. Die Volkswirtschaftslehre in der frühen Bundesrepublik, Frankfurt a.M. 2010, S. 275ff., S. 276.

      

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    Schlagwörter: economic history | EE foundational text | introduction to pluralist economics | social economy | Socialeconomy | socio-economics


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    16.08.2025

    Akteur-Netzwerk-Theorie

    wikipedia.org, Seite besucht am 17. August 2025, 13:48 Uhr

    Die Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT, englisch actor-network theory) ist eine sozialwissenschaftliche Schule, die sich ab den 1980er Jahren im Bereich der Science and Technology Studies (STS) entwickelt hat und sich von dort aus auch in anderen Bereichen der Soziologie und benachbarter Disziplinen etablieren konnte.

    Kerngedanke der Akteur-Netzwerk-Theorie ist, dass die Gesellschaft bzw. Welt netzwerkartig verfasst ist und sich aus verschiedenen Elementen zusammensetzt. Dieser Zusammenschluss unterschiedlicher Elemente zu mehr oder weniger kohärenten Akteuren wird von der Akteur-Netzwerk-Theorie als der zentrale Untersuchungsgegenstand der Soziologie gesehen. Sie identifiziert das Soziale mit Assoziationen, die sich zwischen verschiedenartigen (heterogenen) Entitäten entfalten können.

    Damit verbindet sie auch eine Kritik der klassischen Soziologie in der Tradition Émile Durkheims und vielen ihrer gängigen Konzepte wie Gesellschaft, Interaktion, Struktur oder der Unterscheidung zwischen Mikro- und Makroebene. Die ursprünglichen Methoden der Akteur-Netzwerk-Theorie sind Ethnografie und Semiotik, mit der Zeit fand sie aber auch im Bereich der Diskursanalyse und bei historischen Untersuchungen Anwendung.

    Die maßgeblichen theoretischen Beiträge zur Akteur-Netzwerk-Theorie wurden vor allem von Madeleine Akrich, Michel Callon, John Law und Bruno Latour ausgearbeitet, häufig zusammen mit anderen Vertretern der Science and Technology Studies und Vertretern anderer akademischer Disziplinen. Während die frühen Arbeiten vor allem die Produktion und Funktionsweise von Wissenschaften und Technologien untersuchten, befasste sich die Akteur-Netzwerk-Theorie später mit den Grundbegriffen der Soziologie und damit auch der modernen Philosophie und versuchte, die Moderne nicht als eine Entwicklungsstufe, sondern als eine gleichberechtigte Kulturform unter vielen anderen zu beschreiben.

    Überblick

    Die Akteur-Netzwerk-Theorie wurde zunächst entwickelt, um wissenschaftliche und technische Innovationen zu erforschen und zu erklären. Aber sie hat sich zu einer umfassenden soziologischen Theorie und Forschungsmethode entfaltet.

    Die Theorie wurde dadurch bekannt, dass sie im Gegensatz zu den meisten (nahezu allen) sozialen Theorien das Soziale nicht als etwas ansieht, das zwischen den Menschen entsteht, sondern die Beteiligung nichtmenschlicher Entitäten hervorhebt. Die Methode kann als „material-semiotisch“ bezeichnet werden. Dies bedeutet, dass sie die Verbindungen aufzeigt, die ebenso materiell (zwischen Dingen) als auch semiotisch (zwischen Konzepten) bestehen. Die Theorie geht davon aus, dass viele Verbindungen sowohl materiell als auch semiotisch sind. Zum Beispiel bezieht der Interaktionsraum einer Universität Studenten, Dozenten sowie deren Ideen ebenso ein wie Technologien, z. B. Stühle, Tische, Tafeln, Laptops und Stifte. Zusammen bilden sie ein einziges Netzwerk namens „Universität“.

    Die ANT versucht nun zu erklären, wie materiell-semiotische Netzwerke zusammenkommen, um als Ganzes zu handeln (z. B. ist die Universität sowohl ein Netzwerk als auch ein Akteur, und für manche Zwecke agiert sie als eine einzige Entität). Als einen Teilaspekt hiervon betrachtet die ANT explizite Strategien, die dazu dienen, verschiedene Elemente zusammen in ein Netzwerk zu integrieren, damit sie nach außen hin als ein kohärentes Ganzes erscheinen.

    Gemäß der ANT sind solche Akteur-Netzwerke kurzlebig. Sie befinden sich in ständigem Wandel und dauernder Wiedererschaffung. Dies bedeutet, dass bestimmte Beziehungen wiederholt vollzogen werden müssen, da sich das Netzwerk ansonsten auflösen würde (in unserem Beispiel müssen die Studenten täglich Lehrveranstaltungen besuchen, die von den Dozenten angeboten werden müssen und die Computer müssen in Gebrauch bleiben etc.). Es wird ebenso vorgeschlagen, dass Beziehungsnetzwerke nicht an sich kohärent seien und tatsächlich Konflikte enthalten können (z. B. könnte ein gespanntes Verhältnis zwischen Studenten und Dozenten bestehen oder auf den Computern Inkompatibilitäten bestehen). Soziale Beziehungen sind mit anderen Worten stets im Wandel und müssen permanent vollzogen werden.

    Soziale, technische und natürliche Objekte werden in der Akteur-Netzwerk-Theorie nicht als durch die Gesellschaft zu erklären betrachtet, sondern als die Gesellschaft (mit)erklärend; ihr Einfluss auf die Gesellschaft wird also betrachtet. Wissenschafts- und Technikentwicklung ist demnach weder allein durch natürliche oder technische Faktoren noch allein durch soziale Faktoren verursacht.

    Geschichte

    Die Akteur-Netzwerk-Theorie wird seit Mitte der 1980er Jahre vor allem von den französischen Soziologen Michel Callon und Bruno Latour vorangetrieben. Im englischsprachigen Raum ist sie stark beachtet worden. Weitere klassische Beiträge zur Akteur-Netzwerk-Theorie stammen von John Law und Madeleine Akrich, jüngere Beiträge u. a. von Annemarie Mol. Diese Denkschule hat über die letzten drei Jahrzehnte die internationale Wissenschafts- und Technikforschung stark beeinflusst. Seit Mitte der 1990er Jahre findet sie auch in Deutschland verstärkt Beachtung. Sie spielt in der durch den Material turn ausgelösten theoretischen Debatte über Materialitätskonzepte eine zunehmend wichtige Rolle. So zählt sie neben der Affordanz-Theorie zu den theoretischen Grundlagen des Sonderforschungsbereich 933 „Materiale Textkulturen“ an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

    Themen und Begriffe

    Aktanten

    Bruno Latour versteht im Kontext seiner Akteur-Netzwerk-Theorie auch Dinge als interaktive Akteure, die zusammen mit menschlichen Akteuren in netzwerkartigen Handlungszusammenhängen agieren. Ein einfaches Beispiel dafür ist der Akteur „Mensch-Pistole“, der aus dem Zusammenwirken der beiden Agenten Pistole und Mensch entsteht und nicht auf einen dieser beiden reduziert werden kann. Da Latour der Begriff „Akteur“ für Nicht-Menschen unnatürlich erscheint, schlägt er den Begriff Aktant zur Bezeichnung der jeweils agierenden Entitäten vor.

    Er unterscheidet zwischen Akteur und Aktant dahingehend, dass Aktanten erst dann zu Akteuren werden, wenn sie in einer bestimmten Weise figuriert werden, d. h. im soziologischen Bericht eine benennbare Figur, Gestalt angenommen haben. Derselbe Aktant kann auf verschiedene Weise figuriert werden, beispielsweise: „Die Vereinigten Staaten“ wollen sich aus der UNO zurückziehen oder „der Imperialismus“ will das, oder „Bush“ oder „einige Offiziere und Neokonservative“.[1] Das heißt, Aktant ist das noch nicht figurierte Agierende im Sinne eines latenten Handlungspotentials, Akteur das figurierte und benannte.

    Netzwerke

    Eine zentrale Aussage der Akteur-Netzwerk-Theorie lautet: Es handeln und agieren in der Gesellschaft nicht Subjekte oder Menschen oder Personen als alleinige Akteure, sondern immer in Abhängigkeit zu anderen Akteuren oder Entitäten. Deshalb ist auch von Akteur-Netzwerken die Rede. Pasteur mit seinen (gezähmten) Mikroben ist der soziale Akteur, den man für seine historische Leistung feiert, für Latour ist dieser Pasteur ein Akteur-Netzwerk. Dass auch die Person Pasteur zu diesem Netzwerk gehört, scheint offensichtlich, aber wie genau, ist eine interessante, relativ offene Frage (auch die Subjekte oder Subjektivität müssen aus Netzwerken nicht zwangsläufig verschwinden).

    Von diesen Akteur-Netzwerken (oder Akteurnetzwerken) sind die landläufig als Netzwerke bezeichneten Infrastrukturen wie Telefon- oder Stromversorgungsnetze (oder „das Internet“) zu unterscheiden, eine Differenz, auf die Latour des Öfteren hinweist.[2] Einmal unterscheidet er recht klar beide Bedeutungen dadurch, dass Akteurnetzwerke eine Art und Weise für Soziologen seien, um technischen Netzwerken (aber auch anderen sozialen Phänomenen) Sinn zu geben. Man könnte darin eine Unterscheidung zwischen (Untersuchungs- oder Darstellungs-)Methode und Gegenstand wiedererkennen, wenn man will. Zur Bezeichnung für die so verstandenen Akteurnetzwerke schlägt er den alternativen Begriff „Werknetz“ (worknet) oder „Aktionsnetz“ (action net) anstelle von Netzwerk (net work) vor.[3]

    Quasi-Objekte und Mittler

    Die Objekte, die das Soziale binden, tragen und erzeugen, werden manchmal auch als Quasi-Objekte bezeichnet. Dieser Begriff ist von Michel Serres entlehnt und erfasst beispielsweise die Rolle eines Balls in einem Ballspiel. Dieser ist mehr als ein Mitspieler, ihm jagen die Spieler nach, er verbindet sie untereinander als Spieler und Gegner. Ein Quasi-Objekt ist ein das Soziale oder das Kollektiv webendes Objekt.[4]

    Ein weiterer Begriff, um die Elemente der Akteur-Netzwerke zu bezeichnen, lautet: „Mittler“ (médiateur).[5] Auch Dinge, Objekte sind „ereignishafte Mittler“; sie lassen sich unterscheiden von den „selbstverständlich gewordenen und stabilisierten Mitteln, den sogenannten ‚Zwischengliedern‘ (intermédiaires). Mittler sind (nicht nur, aber auch) die Dinge, als Ereignis betrachtet, Zwischenglieder die Dinge (möglicherweise dieselben), als Black Boxes betrachtet, die sich wie selbstverständlich für Handlungen, als Glieder in Handlungsketten darbieten.“[6]

    Symmetrieprinzip

    Vor allem das „Symmetrieprinzip“ wird oft herangezogen, um die Besonderheit der Akteur-Netzwerk-Theorie zu erklären. Demnach geht es ihr um eine symmetrische Behandlung menschlicher und nicht-menschlicher Akteure. Das bedeutet beispielsweise, dass gleichrangige Interaktionen eigenständiger Arbeitspersonen, Arbeitsmittel und Arbeitsgegenstände kennzeichnend sind für Akteurnetzwerke in der Arbeitswelt.

    Allerdings hat dieses Prinzip zu einigen Missverständnissen geführt und wird auch unterschiedlich verstanden. Bruno Latour sah sich zu verschiedenen Richtigstellungen gezwungen, darunter als relativ letzte und deutliche: „ANT ist nicht, ich wiederhole: ist nicht die Behauptung irgendeiner absurden ‚Symmetrie zwischen Menschen und nicht-menschlichen Wesen‘. Symmetrisch zu sein bedeutet für uns einfach, nicht a priori irgendeine falsche Asymmetrie zwischen menschlichem intentionalen Handeln und einer materiellen Welt kausaler Beziehungen anzunehmen.“[7]

    Das Symmetrieprinzip ist also ein Nicht-Asymmetrieprinzip, es korrigiert eine falsche dualistische Ontologie von intentionalem Handeln und kausalen Mechanismen, auf deren Grundlage nur ersteres zum Baustein von Sozialität werden kann.

    Übersetzung

    Weiterhin wichtig für die Akteur-Netzwerk-Theorie ist der Begriff der Übersetzung (sie wird auch manchmal als „Soziologie der Übersetzung“ bezeichnet[8]). Er ist den Arbeiten von Michel Serres entlehnt, der diesem Konzept einen ganzen Band („Hermes III“) gewidmet hat.

    Unter einer Übersetzung ist eine Relationierung oder Inbezugsetzung zu verstehen, die eine Transformation mit sich bringt. Eine Übersetzungsoperation verknüpft Elemente und Sachverhalte, die als inkommensurabel gelten. Zwischen heterogenen Aktivitäten oder Elementen stellt sie eine Verbindung her. Damit lässt sich das Netzwerk, zu dem sie gehören, intelligibel und verständlich machen. Mit der letzten Aussage nehmen wir gewissermaßen eine Außenperspektive ein, um ein Netzwerk zu rekonstruieren (oder zu beschreiben, verstehen, erklären).

    Bruno Latour definiert Übersetzung einmal als „eine Relation, die nicht Kausalität transportiert, sondern zwei Mittler dazu veranlaßt zu koexistieren“.[9]

    Methode

    Methodisch ist die Akteur-Netzwerk-Theorie deskriptiv orientiert. Sie verfolgt „heterogene menschliche und nicht-menschliche Akteure auf ihrem Weg der Netzwerkbildung“; dabei beachtet und beobachtet sie Kontroversen sowie „Prozesse der gegenseitigen Übersetzung und Kooperation“.[10]

    Man kann die Frage aufwerfen, ob die ANT entgegen ihrem Namen nicht viel eher eine Methode als eine Theorie ist, wobei „Methode“ unter eine großzügige Definition fallen würde, im Sinne einer Vorgehensweise. Ihre Begriffe sind dann eher Aufzeichnungsgeräte, um in konkreten Untersuchungen Netzwerke aufzuspüren und nachzuzeichnen.[11]

    Literatur

    • Andréa Belliger, David J. Krieger (Hrsg.): ANThology. Ein einführendes Handbuch zur Akteur-Netzwerk-Theorie. Bielefeld: Transkript 2006, ISBN 978-3-89942-479-9.
    • Wolfgang Eßbach: Die Gesellschaft der Dinge, Menschen, Götter. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften 2011, ISBN 978-3-531-92835-7.
    • Josef Früchtl, Maria Moog-Grünewald: Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft Schwerpunktthema: Akteur-Netzwerk-Theorie, 57/1, Hamburg: Felix Meiner Verlag 2012, ISSN 0044-2186.
    • Lars Gertenbach, Henning Laux: Zur Aktualität von Bruno Latour. Einführung in sein Werk. Springer VS, Wiesbaden 2019.
    • Markus Holzinger: Natur als sozialer Akteur. Realismus und Konstruktivismus in der Wissenschafts- und Gesellschaftstheorie. Opladen: Verlag für Sozialwissenschaften 2004, ISBN 978-3-663-10879-5.
    • Markus Holzinger: Where are the missing practices? Bruno Latours experimentale Metaphysik. In: Zeitschrift für Theoretische Soziologie. (ZTS), Heft 1/2013, S. 31–55.
    • Georg Kneer, Markus Schroer, Erhard Schüttpelz (Hrsg.): Bruno Latours Kollektive. Kontroversen zur Entgrenzung des Sozialen. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-518-29462-8.
    • Markus Krajewski: Akteur-Netzwerk-Theorie. In: Arch+. Zeitschrift für Architektur und Städtebau, Nr. 221, Winter 2015, S. 11–12.
    • Bruno Latour: Science in Action: How to Follow Scientists and Engineers Through Society. Milton Keynes: Open University Press 1987, ISBN 978-0-674-79291-3.
    • Bruno Latour: On Actor-network Theory. A few Clarifications. In: Soziale Welt 47, 1996, Heft 4,
    • Bruno Latour: Wir sind nie modern gewesen. Entwurf einer symmetrischen Anthropologie, Berlin: Akademie 1995.
    • Bruno Latour: Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft. Einführung in die Akteur-Netzwerk-Theorie. Aus dem Englischen von Gustav Roßler. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2007, ISBN 978-3-518-29567-0 (Originalausgabe: Reassembling The Social. Oxford University Press, 2005).
    • Bruno Latour: Existenzweisen. Eine Anthropologie der Modernen. Berlin: Suhrkamp 2014, ISBN 978-3-518-58607-5.
    • Henning Laux: Latours Akteure. Ein Beitrag zur Neuvermessung der Handlungstheorie. In: N. Lüdtke und H. Matsuzaki (Hrsg.): Akteur – Individuum – Subjekt. Fragen zu „Personalität“ und „Sozialität“. Wiesbaden: VS Verlag 2011, S. 275–300.
    • Henning Laux: Soziologie im Zeitalter der Komposition. Koordinaten einer integrativen Netzwerktheorie. Weilerswist: Velbrück 2014, ISBN 978-3-942393-57-7.
    • Henning Laux (Hrsg.): Bruno Latours Soziologie der Existenzweisen. Einführung und Diskussion. Bielefeld: Transcript 2016, ISBN 978-3-8376-3125-8.
    • John Law, John Hassard (Hrsg.): Actor Network Theory and after. Malden, CA: Blackwell Publishers 1999, ISBN 0-631-21194-2.
    • Annemarie Mol: The Body Multiple: ontology in medical practice. Durham, North Carolina: Duke University Press 2002, ISBN 978-0-8223-2917-6.
    • Gustav Roßler: Der Anteil der Dinge an der Gesellschaft. Sozialität – Kognition – Netzwerke. Bielefeld: Transcript 2016, ISBN 978-3-8376-3297-2.
    • Gustav Roßler: „Zur Akteur-Netzwerk-Theorie“, in: Lore Knapp (Hrsg.): Literarische Netzwerke im 18. Jahrhundert. Mit den Übersetzungen zweier Aufsätze von Latour und Sapiro. Bielefeld: Aisthesis 2019, S. 35–43.
    • Gustav Roßler: Dingpolitik. In: W. Friedrichs und S. Hamm (Hrsg.): Zurück zu den Dingen! Politische Bildungen im Medium gesellschaftlicher Materialität. Baden-Baden: Nomos 2020, S. 33–48.
    • Gustav Roßler: Die ANT und der Anteil der (natürlichen) Dinge an der Gesellschaft, in Marco Sonnberger, Alena Bleicher, Matthias Groß (Hrsg.) Handbuch Umweltsoziologie, 2. Aufl. (2024), Springer VS
    • Ingo Schulz-Schaeffer: Sozialtheorie der Technik. Frankfurt am Main: Campus 2000, (S. 102ff., 128ff., 295ff.), ISBN 978-3-593-36479-7.
    • Ingo Schulz-Schaeffer: „Akteur-Netzwerk-Theorie. Zur Ko-Konstitution von Gesellschaft, Natur und Technik“, in: Johannes Weyer (Hrsg.): Soziale Netzwerke. Konzepte und Methoden der sozialwissenschaftlichen Netzwerkforschung. 2., überarbeitete und aktualisierte Auflage. München u. a.: Oldenbourg Verlag, S. 277–300.
    • Dierk Spreen: Der Körper in der Upgradekultur und die Grenzen des neuen Technokonservatismus. In: Karin Harrasser, Susanne Roeßinger (Hrsg.): Parahuman. Neue Perspektiven auf das Leben mit Technik. Köln: Böhlau 2016, ISBN 978-3-412-50518-9, S. 49–64.
    • Martin Voss, Birgit Peuker (Hrsg.): Verschwindet die Natur? Die Akteur-Netzwerk-Theorie in der umweltsoziologischen Diskussion. Bielefeld: Transkript 2006, ISBN 978-3-89942-528-4.

    Weblinks

    Einzelnachweise

    1. Bruno Latour: On Actor-network-theory. In: Soziale Welt. Band 47, 1996, S. 374.
    Normdaten (Sachbegriff): GND: 7539965-9 (GND Explorer, lobid, OGND)

    Kategorien:

  • Bruno Latour: Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft. Frankfurt am Main 2007, S. 93ff.
  • vgl. Bruno Latour: Existenzweisen. Eine Anthropologie der Modernen, Berlin 2014, S. 69–73.
  • Bruno Latour: Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft. Frankfurt am Main 2007, S. 229.
  • Vgl. Bruno Latour: On Actor-network-theory. In: Soziale Welt. 47 (1996).
  • Bruno Latour: Wir sind nie modern gewesen, Berlin 1995, S. 108 ff., und Bruno Latour: Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft. Frankfurt am Main 2007, S. 69 ff.
  • Gustav Roßler: Der Anteil der Dinge an der Gesellschaft. Bielefeld 2016, S. 80.
  • Bruno Latour: Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft. Frankfurt am Main 2007, S. 131.
  • Bruno Latour: Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft. Frankfurt am Main 2007, S. 183.
  • Bruno Latour: Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft. Frankfurt am Main 2007, S. 188.
  • Claudia Mareis: Theorien des Designs zur Einführung. Hamburg 2014, S. 150f.

  • Diese Seite wurde zuletzt am 10. August 2025 um 15:29 Uhr bearbeitet.


    Info: https://de.wikipedia.org/wiki/Akteur-Netzwerk-Theorie


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    16.08.2025

    Geopolitik und Moral

    seniora.org, 16. August 2025, 16.08.2025 Von Stefano di Lorenzo - übernommen von forumgeopolitica.com


    Der Westen versucht seit langem, die Politk zu "moralisieren", um auf diesem Wege die Brutalität seiner Hegemonialinteressen im öffentlichen Raum weichzuspülen. Ein vergebliches Unterfangen.

    Screenshot_2025_08_16_at_23_12_00_Seniora.org_Geopolitik_und_Moral

    Imamat Rajani


    (Red.) Stefano di Lorenzo sagt nicht, dass Moral in der internationalen Politik keinen Platz hat. Aber Moral müsse konsequent, reflektiert und von Klugheit geleitet sein. Sie dürfe kein selektives Banner und keine heuchlerische Waffe sein. Der einzige Weg, Moral in der Politik zu rehabilitieren, wäre ihre Entkopplung von Propaganda. Und er fragt sich, ob das überhaupt möglich ist?(am)

     In vielen politischen Kreisen im Westen hat der Begriff „Geopolitik“ einen schlechten Ruf. Das Wort „Geopolitik“ ruft Bilder von imperialen Manövern, zynischem Realismus und roher Gewalt hervor. Im politischen Diskurs, insbesondere in Europa und den Vereinigten Staaten, ist „Geopolitik“ das, was die anderen tun. Es ist ein Etikett, das für Russlands Ambitionen, Chinas Neue Seidenstraße oder Irans regionalen Einfluss reserviert ist. Der Westen hingegen, so die gängige Erzählung, spielt solche Spiele nicht. Der Westen handele nicht aus Interesse, sondern aus Prinzip, nicht aus Machtgier, sondern aus Pflichtbewusstsein, Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit zu verteidigen. Der Westen befreit — er erobert nicht. Der Westen verteidigt — er provoziert nicht. Der Westen steht auf der Seite der Moral, während seine Gegner von Machtgier, territorialem Ehrgeiz und historischer Rachsucht getrieben sind. Der Westen sei idealistisch und wertorientiert, die Gegner des Westens sollen vom geopolitischen Kalkül besessen sein.

    Diese Dichotomie ist zweifellos sehr angenehm für das Selbstwertgefühl vieler Bürger in Europa und Amerika, die auch davon zutiefst überzeugt sind, dass der Westen jetzt mal endlich fest auf der Seite des Guten ist. Eine solche Weltanschauung ist aber nicht nur irreführend, sondern schlechthin gefährlich. Sie fördert moralische Selbstzufriedenheit in westlichen Gesellschaften und gefährlichen Übermut in der westlichen Politik. Sie macht Gesellschaften blind für die strukturellen Kräfte und strategischen Interessen, die ihre eigenen Regierungen antreiben. Und vor allem birgt sie die Gefahr, Konflikte wie den Krieg in der Ukraine zu eskalieren, die mit weniger Hochmut und mehr Ehrlichkeit leicht vermeidbar gewesen wären.

    Screenshot_2025_08_16_at_23_13_06_Geopolitik_Schach.png_PNG_Grafik_1200_800_Pixel_Skaliert_69_


    Die Geopolitik entstand Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts als Versuch, die Machtverhältnisse zwischen Staaten im Lichte geographischer Gegebenheiten zu analysieren und zu erklären. Früh einflussreiche Theoretiker wie Friedrich Ratzel in Deutschland und Halford Mackinder in Großbritannien legten die Grundlagen für ein Denken, das politischen Einfluss, Ressourcenverteilung und territoriale Kontrolle in engem Zusammenhang mit Raum und Lage betrachtete. Geopolitik verstand sich dabei als Wissenschaft strategischer Raumordnung, in der sich Geschichte, Geographie und Staatsmacht wechselseitig durchdrangen. In den 1930er- und 1940er-Jahren wurde diese Denkweise jedoch von der nationalsozialistischen Ideologie instrumentalisiert. Insbesondere Karl Haushofer, ein zentraler Vertreter der sogenannten „deutschen Geopolitik“, lieferte mit seinen Konzepten von Großräumen und Lebensraum eine pseudowissenschaftliche Legitimation für Expansion, Krieg und Unterwerfung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Begriff „Geopolitik“ deshalb lange Zeit mit Misstrauen betrachtet und in weiten Teilen Europas weitgehend gemieden.


    Screenshot_2025_08_16_at_23_14_11_Seniora.org_Geopolitik_und_MoralFriedrich Ratzel (1844  –1904), deutscher Zoologe und Geograph

    Trotz dieser historischen Belastung hat sich die geopolitische Logik nie ganz aus der internationalen Politik zurückgezogen. Auch im Westen, der sich nach außen hin auf Menschenrechte, liberale Werte und multilaterale Prinzipien beruft, ist das geopolitische Denken in Wahrheit höchst lebendig. Westliche Staaten verfolgen strategische Interessen, sichern Seewege, Energiequellen und Einflusszonen, bauen Militärbasen entlang zentraler Handelsrouten und agieren gezielt, um aufstrebende Mächte wie China oder Russland einzuhegen. Auch humanitäre Interventionen, diplomatische Allianzen oder Sanktionen lassen sich oft nicht ohne geopolitischen Kontext verstehen. Während die Rhetorik sich gewandelt hat, bleibt das geopolitische Kalkül eine stille Konstante im außenpolitischen Handeln westlicher Demokratien.

    Das moralische Alibi des Westens

    Die westliche moralische Erzählung erreichte mit dem Krieg in der Ukraine ihren Höhepunkt. Von den ersten Tagen der russischen Invasion im Februar 2022 an stellten die Medien und politischen Eliten in Europa und Nordamerika den Konflikt in fast biblischen Begriffen dar: Russland als ewiger Aggressor, die Ukraine als unschuldiges Opfer, und der Westen als rechtschaffener Beschützer der internationalen Ordnung. Diese Darstellung ermöglichte eine außergewöhnliche Mobilisierung von öffentlicher Meinung, militärischer Hilfe und wirtschaftlichen Sanktionen. Aber sie erstickte auch jede Debatte. Jeder Hinweis darauf, dass die NATO-Erweiterung zur Krise beigetragen haben könnte, jeder Vorschlag von Verhandlungen oder Zugeständnissen an Moskau, wurde als Beschwichtigung, Verrat oder gar Hochverrat gebrandmarkt.

    Dabei waren die russischen Forderungen vor dem Krieg nicht imperialer Natur. Moskau forderte nicht die Zerschlagung der Ukraine, noch bestand es darauf, ein Marionettenregime in Kiew einzusetzen. Die zentrale Forderung war, dass die Ukraine neutral bleibt — konkret, dass sie der NATO nicht beitritt. Diese Forderung, ob man ihr nun zustimmt oder nicht, war weder irrational noch beispiellos. Sie spiegelte das langjährige strategische Anliegen einer Großmacht wider, die sich durch Einkreisung bedroht sah. Die USA würden keine chinesischen Militärbasen in Mexiko dulden; Russland würde keine NATO-Stützpunkte in der Ukraine akzeptieren. Es ging nicht um Moral — es ging um klassische Sicherheitslogik. Im Westen wollte man aber davon nichts wissen.

    Bemerkenswert ist nicht, dass Russland diese Forderung stellte, sondern dass der Westen sie so stolz zurückwies, selbst wenn das bedeutete, die Ukraine zu opfern. In den Worten von Wendy Sherman, die 2021 stellvertretende US-Außenministerin war:

    Die USA würden „niemandem erlauben, die offene Tür der NATO zuzuschlagen. Wir haben klar gesagt: Wir treffen keine Entscheidungen für andere Länder. Wir werden nicht zustimmen, dass ein Land ein Vetorecht gegenüber einem anderen Land hat, wenn es um die Mitgliedschaft im NATO-Bündnis geht“.
    Wendy Sherman

    Oder mit den Worten des damaligen NATO-Generalsekretärs Jens Stoltenberg in seinem Bericht vor einem Ausschuss der Europäischen Union im September 2023, als er von Russlands Angebot an die NATO vor dem Krieg sprach:

    „Der Hintergrund war, dass Präsident Putin im Herbst 2021 erklärte und tatsächlich einen Vertragsentwurf schickte, den die NATO unterzeichnen sollte, um zu versprechen, dass es keine weitere NATO-Erweiterung geben wird. Das war es, was er uns schickte. Und es war eine Vorbedingung dafür, nicht in die Ukraine einzumarschieren. Natürlich haben wir das nicht unterschrieben“.
    Jens Stoltenberg

    Das Prinzip der ukrainischen Souveränität — einschließlich des hypothetischen Rechts auf NATO-Beitritt — wurde als heilig behandelt, selbst wenn das Festhalten an diesem Prinzip Krieg bedeutete. In dieser Sichtweise wog das abstrakte moralische Recht der Ukraine schwerer als die konkreten Risiken von militärischem Konflikt, wirtschaftlicher Verwüstung und zehntausenden Toten.

     Das ist keine Moral. Das ist moralischer Absolutismus — eine starre, ideologische Haltung, die Konsequenzen ignoriert zugunsten von Dogmen. Es ist das genaue Gegenteil von Klugheit, die in jeder ernsthaften ethischen und politischen Tradition eine Kardinaltugend ist.

    Realpolitik unter falscher Flagge

    Diese Haltung als „moralisch“ zu bezeichnen, heißt, die Rolle der Moral in der Politik misszuverstehen. In Wirklichkeit ist Moral in den internationalen Beziehungen relativ, bedingt und strategisch. Sie wird herangezogen, wenn sie nützlich ist, und ignoriert, wenn sie stört. Die USA und Europa verteidigen Menschenrechte im Iran, ignorieren sie aber in Saudi-Arabien. Sie kritisieren den chinesischen Autoritarismus, wollen aber in China mehr Waren verkaufen. Sie verurteilen Kriegsverbrechen durch Russland, schweigen aber über zivile Opfer von NATO-Operationen in Libyen oder US-Drohnenangriffe in Pakistan.

    Diese Selektivität ist kein Zufall. Sie spiegelt Interessen wider, keine Werte. Der Westen beruft sich nicht auf Moral, um sich leiten zu lassen, sondern um sein Handeln zu rechtfertigen — um Macht unter dem Deckmantel von Prinzipien zu legitimieren. Es ist, kurz gesagt, Realpolitik unter falscher Flagge.

    Die Tradition der Realpolitik — berühmt geworden durch Machiavelli und Bismarck — ging davon aus, dass Staaten im Sinne ihrer eigenen Sicherheit und Macht handeln. Moral spielt nur insofern eine Rolle, als sie diesen Zielen dient. Diese Tradition war hart, aber ehrlich. Die heutige westliche Variante ist gefährlicher, weil sie unehrlich ist. Sie weigert sich anzuerkennen, dass auch sie Interessen verfolgt — dass auch der Westen ein geopolitischer Akteur ist.

    Betrachten wir die US-Invasion im Irak 2003. Sie wurde als moralischer Kreuzzug gegen Tyrannei und Massenvernichtungswaffen verkauft. In Wirklichkeit war sie ein strategisches Manöver zur Umgestaltung des Nahen Ostens. Der Krieg führte zu Hunderttausenden Toten, zur Destabilisierung der Region und zum Aufstieg des IS. Doch kaum ein westlicher Politiker musste dafür die Verantwortung übernehmen. Niemand hat sich dafür entschuldigt. Die USA und die anderen Länder der Koalition der Willigen haben dem Irak keine Reparationen gezahlt. Warum? Weil die amerikanische und europäische Öffentlichkeit allzu bereit war, das moralische Alibi zu akzeptieren. Der Irakkrieg mag ein tragischer Fehler gewesen sein, der direkt zum Tod von Hunderttausenden von Menschen geführt hat, aber wir sind immer noch die Guten, so scheint die Denkweise gewesen zu sein. Wen interessieren schon ein paar rückständige Muslime?

    Oder der Fall Libyen 2011. Die NATO intervenierte, um einen angeblichen Völkermord in Bengasi zu verhindern. Das wahre Ziel war ein Regimewechsel. Das Ergebnis war Staatszerfall, Bürgerkrieg und eine Migrationskrise, die Europa bis heute belastet. Auch hier wurde der Eingriff mit Menschenrechten begründet — aber seine Folgen waren alles andere als human.

    Der Tugendkult und die Auslöschung der Komplexität

    Eines der beunruhigendsten Merkmale des westlichen Moraldiskurses ist seine Nivellierung von Komplexität. Im Namen einer angeblichen moralischen Klarheit wird jede Nuance ausgelöscht. Konflikte werden zu moralischen Theaterstücken: Gut gegen Böse, Freiheit gegen Tyrannei. Diese manichäische Darstellung ist intellektuell faul und politisch komplett verantwortungslos.

    Der Krieg in der Ukraine ist ein Paradebeispiel. Von Anfang an wurden die westlichen Gesellschaften aufgefordert, den Konflikt als eindeutigen Fall von Aggression versus Widerstand zu betrachten. Kein Raum für Diskussionen über die Geschichte der NATO-Erweiterung, die Rolle des Maidan-Aufstands 2014 oder das Schicksal der russischsprachigen Bevölkerung im Donbass. Wer solche Themen aufwarf, galt schnell als „Putinversteher“ und seine Argumente wurden im besten Fall als irrelevant, im schlimmsten Fall als verrückt dargestellt.

    Doch die Geschichte des Ukraine-Krieges begann nicht 2022. Die Saat des heutigen Krieges wurde in den 1990er Jahren gelegt, als sich die USA und ihre Verbündeten entschieden, die NATO nach Osten zu erweitern — trotz klarer Zusagen an Gorbatschow. Heute wird allein die Vorstellung eines Versprechens, die NATO nicht zu erweitern, als bloße Erfindung der russischen Propaganda abgetan, obwohl Zeugenberichte etwas anderes nahelegen. Selbst Persönlichkeiten wie George Kennan und Henry Kissinger — keine Pazifisten — warnten davor, dass die NATO an Russlands Grenzen eine Reaktion hervorrufen würde. Ihre Warnungen wurden bewusst ignoriert.

    Die westlichen Eliten gingen davon aus, dass Russland zu schwach oder zu gespalten sei, um Widerstand zu leisten. Sie nahmen an, dass die Welt nach dem Kalten Krieg unipolar sei, dass die USA und ihre Verbündeten die Weltordnung nach ihrem Bild formen könnten. Dieser Hochmut war nicht nur strategisch — er war moralisch. Er setzte voraus, dass der westliche Lebensstil so offensichtlich überlegen, so manifest gerecht sei, dass kein rationaler Akteur ihn ablehnen könne.

    Aber die Welt ist kein Seminarraum. Sie ist ein Terrain konkurrierender Interessen, divergierender Kulturen und historischer Wunden. Wenn man sie unter Druck setzt, sind Länder wie Russland mehr als bereit, für ihre Sicherheitsinteressen zu kämpfen. Eine einzige moralische Vision dieser Welt aufzuzwingen, ist kein Idealismus — es ist Imperialismus.

    Heartlands, Lebensadern und Energiekorridore

    Screenshot_2025_08_16_at_23_15_21_Herzland.png_PNG_Grafik_1200_1020_Pixel_Skaliert_54_Das Herzland nach Mackinder


    Das geopolitische Engagement des Westens in der Ukraine lässt sich nicht ohne Geographie und Ressourcen verstehen. Die Ukraine ist nicht nur ein Land, das ums Überleben kämpft. Sie ist ein Schlüsselpunkt in Eurasien — eine Landbrücke zwischen Europa und Russland, ein bedeutender Energiekorridor und eine Pufferzone, deren Zugehörigkeit das Machtgleichgewicht des Kontinents bestimmt. Warum mussten die EU und die NATO die Ukraine unbedingt haben? Entsprach das wirklich dem Willen des ukrainischen Volkes, wie man gewöhnlich erzählt? Konnten die EU und die NATO die Ukraine nicht einfach in Ruhe lassen?


    Screenshot_2025_08_16_at_23_16_56_Seniora.org_Geopolitik_und_MoralHalford Mackinder (1861  –1947)


    Halford Mackinder, der britische Geograph, argumentierte einst:

    „Wer Osteuropa beherrscht, kontrolliert das Heartland; wer das Heartland beherrscht, kontrolliert die Weltinsel; wer die Weltinsel kontrolliert, beherrscht die Welt.“
    Halford Mackinder

    Diese Theorie, lange als überholt belächelt, ist mit aller Macht zurückgekehrt. Die Ukraine ist das Tor zum Heartland, Russland. Und der Kampf um sie dreht sich nicht nur um Werte — sondern um Kontrolle. Auch der polnische Grande der US-Außenpolitik, Zbigniew Brzezinski, sprach von der geopolitischen Bedeutung der Ukraine:

    „Ohne die Ukraine hört Russland auf, ein Imperium zu sein, aber wenn die Ukraine bestochen und dann unterworfen wird, wird Russland automatisch zu einem Imperium“.
    Zbigniew Brzezinski

    Aus russischer Sicht ist deswegen der Krieg in der Ukraine existenzieller Natur.

    Andererseits war die europäische Abhängigkeit von russischem Gas eine Schwäche, die Washington seit langem reduzieren wollte. Die Nord-Stream-Pipelines waren nicht nur kommerzielle Projekte — sie waren strategische Arterien zwischen Deutschland und Russland. Ihre Sabotage — bis heute von Rätseln und Schweigen umgeben — eliminierte die Möglichkeit einer Wiederannäherung. Sie zwang Europa, sich in der Energiepolitik neu auszurichten — hin zu amerikanischem LNG, zu deutlich höheren Preisen.

    Das war kein Unfall. Es war Teil einer größeren Strategie: Europa stärker an das atlantische Bündnis zu binden und jede eigenständige Diplomatie gegenüber Moskau zu verhindern. Auch hier sprach man nicht von Geopolitik. Es war alles „Energiesicherheit“. Doch das zugrundeliegende Kalkül war klassische Machtpolitik.

    Die innenpolitischen Kosten moralischer Kreuzzüge

    Während westliche Politiker ihre Auslandseinsätze in Tugend hüllen, erzählen die innenpolitischen Folgen eine andere Geschichte. Die Sanktionen gegen Russland — beispiellos in ihrem Umfang — sollten den Kreml lähmen und den Krieg rasch beenden. Stattdessen haben sie eine neue Weltwirtschaft hervorgebracht, die zunehmend unabhängig vom Westen ist, Russlands Selbstversorgung gestärkt und das Misstrauen des globalen Südens gegenüber dem Dollarsystem vertieft.

    In Europa haben die Sanktionen zur Deindustrialisierung, zu Inflation und steigenden Energiepreisen geführt. Rechts- und Protestparteien gewinnen an Boden, genährt vom Unmut über den Idealismus, der sich in wirtschaftlichen Schmerz verwandelt hat. Dennoch weigert sich die politische Klasse, ihren Kurs zu ändern. Der Krieg gegen Russland scheint inzwischen ihre Mission geworden zu sein. Auch die Bevölkerung bleibt erstaunlicherweise relativ passiv. Die Mär des guten und unvermeidlichen Krieges gegen Russland scheint die Bevölkerung in einen Zustand apokalyptischen Fatalismus geführt zu haben. Doch die Zukunft ist noch nicht geschrieben, Geschichte ist kein Schicksal, die Menschen könnten theoretisch etwas bewirken, wenn sie nur das verstehen könnten, dass sie diese Möglichkeit haben. Aber sie scheinen heute zu beschäftigt, Putin und Russland zu hassen, um das zu verstehen. Aus der Sicht der europäischen Elite ist das ein nahezu perfektes Szenario.

    Die erstaunliche Wiederernennung von Ursula von der Leyen zur EU-Kommissionspräsidentin vor einem Jahr — trotz ihrer kriegstreiberischen Haltung und demokratischen Defizite — signalisierte, dass Europa Kurs halten will. Der Krieg ist keine Politik mehr — er ist Teil der Identität der Europäischen Union. Die EU als Friedensprojekt war gestern.

    Für eine ehrliche Geopolitik

    All dies bedeutet nicht, dass Moral in der internationalen Politik keinen Platz hat. Aber Moral muss konsequent, reflektiert und von Klugheit geleitet sein. Sie darf kein selektives Banner und keine heuchlerische Waffe sein. Der einzige Weg, Moral in der Politik zu rehabilitieren, wäre ihre Entkopplung von Propaganda. Ob das überhaupt möglich ist?

    Das erfordert eine Abrechnung. Der Westen muss anerkennen, dass auch er ein geopolitischer Akteur ist. Er muss erkennen, dass seine Interventionen, Allianzen und Doktrinen nicht nur von universellen Werten, sondern auch von strategischen Interessen geprägt sind. Erst dann kann er beginnen, sich mit der Welt auseinanderzusetzen, wie sie ist — und nicht, wie er sie sich vorstellt.

    Die Geschichte der US-Außenpolitik war von verdeckten Operationen, Regimewechseln und Manipulationen durchzogen — stets im Namen der Freiheit. Das zu ignorieren ist fatal. Eine Gesellschaft, die sich auf Illusionen stützt — über ihre Vergangenheit, ihre Rolle in der Welt und ihre moralische Reinheit — kann sich nicht ewig halten. Wir können blind auf unsere Doppelmoral sein, aber andere müssen das nicht sein, und sie haben auch keinen Wunsch, sich von uns im Westen täuschen zu lassen. Europa stand als Garant für die Minsker Abkommen, aber am Ende erwiesen sich diese nur als Versuch, der Ukraine Zeit zu geben, um besser aufzurüsten. Wir können auf diese kleinen Tatsachen wenig Aufmerksamkeit verwenden, aber andere lernen daraus, dass man sich auf den Westen nicht verlassen kann. Es ist nicht automatisch, dass sie Unrecht haben, dass nur sie paranoid und verrückt sind.

    Die Aufgabe besteht nicht darin, Werte aufzugeben, sondern sich der Realität zu stellen. Zu fragen, ob wir nicht nur im Recht, sondern auch effektiv sind. Ob unsere Sache nicht nur gerecht, sondern auch unsere Mittel angemessen sind. Und vor allem zu verstehen: In einer Welt souveräner Staaten zählt Macht und andere Akteure mögen die Macht des Westens als eine Bedrohung empfinden. So zu tun, als wäre es nicht so, macht die Welt nur gefährlicher.

    Solange diese Abrechnung nicht stattfindet, wird der Westen weiterhin moralische Kreuzzüge führen. Er wird anderen vorwerfen, was er selbst tut. Und er wird seine Illusionen für Wahrheit halten — bis der Preis zu hoch wird.

    Quelle: Forum Geopolitica - Mit freundlicher Genehmigung übernommen

    https://forumgeopolitica.com/de/artikel/geopolitik-und-moral-1



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    16.08.2025

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    nachdenkseiten.de, 13. August 2025 um 9:00 Ein Kommentar von Marcus Klöckner

    Zwangsumzüge bei Bürgergeldempfängern? Drastische Einschnitte bei Sozialleistungen? Was gerade über die Presse durchsickert, zeigt: Eine für Land und Gesellschaft zerstörerische Politik ist das Einzige, wozu diese Regierung fähig ist. Eine Billion Euro für das politische Großvorhaben Kriegstüchtigkeit, während bei den Ärmsten der Rotstift angesetzt werden soll? Das hat mit einer sozialverantwortlichen Politik nichts mehr zu tun.


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    Bis heute ist die zerstörerische Kraft der Agenda-Reformen unter Altkanzler Gerhard Schröder zu spüren. Im Zuge des neoliberalen Zeitgeistes trieb die damalige rot-grüne Regierung einen Keil in die Gesellschaft, der bis heute von seiner spaltenden Wirkung nichts verloren hat. Die Armen in Deutschland – sie waren unter massiver Hilfe weiter Teile der Presse zum bundesrepublikanischen Feindbild auserkoren worden. Dumm, faul, asozial: So in etwa lautete jener Tenor, der auf den ohnehin unter der Oberfläche der Gesellschaft gärenden Sozialneid gegen die Ärmsten gesetzt hat.

    Anstatt vernünftige Lehren aus dieser Zeit innergesellschaftlicher Zerstörung zu ziehen, geht es nun in die nächste Runde. Und wieder stehen sie Gewehr bei Fuß: die Legitimationswissenschaftler, die der Öffentlichkeit mit dem vermeintlichen Segen der Wissenschaft im Rücken die Unabdingbarkeit des „Sparkurses“ zu erklären versuchen; die Medienvertreter, die sich selbstverständlich nicht mit den Armen solidarisieren, sondern, wie gehabt, bereitwillig mit der politischen Klasse ins Bett steigen; die Politiker, die geschickt mit ihren Worten auf die Aktivierung und Reaktivierung des Sozialneids setzen; und, das ist vielleicht am schlimmsten, auch Teile der Gesellschaft, die bereitwillig ihren Neid, ihren Argwohn und ihr diffus-falsches Verständnis von den Armen, das sich allenfalls auf anekdotische Evidenz stützen mag, freien Lauf lassen.

    Gerade geht ein Fall durchs Netz, auf den Helena Steinhaus vom Verein „Sanktionsfrei“ aufmerksam macht. Es geht um eine alleinerziehende Mutter, die für eines ihrer schulpflichtigen Kinder beim Amt nach einem Schreibtisch angefragt hat. Die Antwort des Bürgercenters: „Ihr Sohn kann seine Hausaufgaben am Esstisch machen.“ Dem Amt möchte man sagen: Natürlich kann man seine Hausaufgaben auch am Küchentisch machen. Man kann seine Hausaufgaben auch auf dem Boden oder – verzeihen Sie, aber das muss an dieser Stelle sein – auf dem Scheißhaus machen. Wir reden hier von einem beschissenen Schreibtisch, nicht von einem Stück Gold. Hier, bei den Armen, der Zollstock, da, bei der Rüstungsindustrie, die Gießkanne. Und so finden sich – wir waren beim Sozialneid – rasch entsprechende Kommentare aus dem Kreise der Mitmenschen, die die Bitte der Mutter als unangebracht abtun. Eine „Inge“ schreibt: „Meine Güte, auch woanders machen Kinder ihre Hausaufgaben am Esstisch.“ Eine Person mit dem Namen „Winterzeit22“ sagt: „Ich habe meine Hausaufgaben immer am Küchentisch gemacht, habe dann später das Abitur gemacht und studiert und gearbeitet.“

    Das zwischen den Zeilen Vermittelte ist in diesen und ähnlichen Kommentaren deutlich zu hören: „Jetzt werden die Armen wohl größenwahnsinnig!“

    Leider gesellt sich in Deutschland zu der durch die Politik verursachten innergesellschaftlichen Zerstörung auch noch eine innergesellschaftliche Tragik, die die politische Saat der Zerstörung noch fruchtbarer aufgehen lässt. Diese Tragik liegt in einer tief eingeschriebenen Entsolidarisierung.

    Eine Gesellschaft, die sich nicht spalten lassen will, die zusammenhält, in der die Klassen und Schichten in echter, unterstützender Gemeinschaft leben, wird sich politisch nur sehr schwer spalten lassen. Aber wo der Nächste, der arme Bittsteller, ohnehin als unverschämt und asozial betrachtet wird, kann die Politik das uralte Prinzip von ‚teile und herrsche‘ leicht umsetzen.

    Das ist der gesellschaftliche Boden, auf dem gerade die Politik der „sozialen Einschnitte“ vorbereitet wird.

    „Merz plant Bürgergeld-Reform: Ab 2027 könnten für Empfänger Zwangsumzüge drohen“, lautet eine aktuelle Überschrift des Münchner Merkur. Es geht, wie die Leserschaft erfährt, um „höhere Eigenanteile bei den Wohnkosten und Zwangsumzüge“. Kurzum: Mietpreise für Wohnungen von Armen, die vom Amt gerade noch als in Ordnung befunden wurden, könnten bald als zu teuer betrachtet werden. Als ob viele Arme nicht schon genug geschunden wären, sollen sie nun auch noch vom Staat aus ihrer Wohnumgebung gerissen werden.

    Diese Politik erinnert an einen Brandstifter, der unentwegt zündelt und irgendwann mit Benzin das Feuer löschen will. Der Politik fällt jetzt auf die Füße, was sie über Jahrzehnte versäumt hat, in den Griff zu bekommen – oder wohl besser: gar nicht in den Griff bekommen wollte. Wo ist der bezahlbare Wohnraum? Wo sind die bezahlbaren, günstigen, aber dennoch lebenswerten Wohnungen und Siedlungen? Wohin sollen die Armen, die doch ohnehin schon meistens in günstigen Mietwohnungen leben, denn ziehen? Ja, so wie man seine Hausaufgaben auch auf der Toilette machen kann, kann man auch in einem billigen Zelt „wohnen“.

    Wie wäre es, wenn die neue „Armutspolitik“ oben anfangen würde, zum Beispiel bei unserem geschätzten Bundespräsidenten? Gerade wurde bekannt: „Steinmeier zieht wegen Bellevue-Sanierung in Ersatzbau – für 16 Millionen Euro Miete pro Jahr“. Wer zahlt dafür die Kosten? Er selbst oder der Steuerzahler? Eben!

    Doch Hinweise dieser Art ignoriert die politische Klasse. Sie hält – im Gegensatz zu den unteren Klassen – zumindest in gewissen Grundsatzfragen zusammen. „Wirtschaftsweise Grimm nennt Sozialkürzungen unumgänglich“, so eine weitere aktuelle Überschrift. Veronika Grimm spricht im Text davon, dass man nun „mehr Ehrlichkeit“ brauche, um den Bürgern klarzumachen, dass höhere Abgaben angebracht seien.

    „Mehr Ehrlichkeit“? Wenn das mal kein Wort ist! Bitte. Mögen die entsprechenden Politiker ihr Fantasieprojekt Kriegstüchtigkeit abblasen und dann schnellstmöglich zurücktreten. Denn mit diesen Akteuren, die gerade über das politische Parkett schlittern, ist eine Politik zum Wohl des Landes und im Sinne aller Bürger nicht mehr möglich.


    Titelbild: Mistervlad / Shutterstock


    Rubriken: Audio-Podcast Hartz-Gesetze/Bürgergeld Soziale Gerechtigkeit Sozialstaat


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    16.08.2025

    Liveticker Alaska-Gipfel: Putin zeigt sich nach Gipfeltreffen mit Trump zufrieden

    freedert.online, 16 Aug. 2025 21:58 Uhr

    Es könnte eine historische Zusammenkunft werden: Am Freitag treffen sich US-Präsident Donald Trump und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin in Alaska. Es ist das erste Treffen zwischen den Regierungschefs beider Länder seit der Eskalation des Ukraine-Konflikts im Februar 2022.


    Liveticker Alaska-Gipfel: Putin zeigt sich nach Gipfeltreffen mit Trump zufrieden










    • 16.08.2025 21:57 Uhr

    21:57 Uhr

    Putin zeigt sich nach Gipfeltreffen mit Trump zufrieden

    Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich im Nachgang zufrieden über sein Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump in Alaska geäußert. "Das Gespräch war sehr offen, inhaltlich reichhaltig und bringt uns meiner Meinung nach den gewünschten Lösungen näher", sagte Putin vor einer Sitzung mit Vertretern des Präsidentenstabs, der Regierung, der Staatsduma, Ministerien und Abteilungen im Kreml. "Wir haben seit Langem keine direkten Verhandlungen dieser Art auf einer solchen Ebene mehr geführt", fügte er nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur TASS hinzu. Der russische Präsident erklärte:

    "Wir haben praktisch alle Bereiche unserer Zusammenarbeit besprochen, aber in erster Linie haben wir natürlich über eine mögliche Lösung der Ukraine-Krise auf einer fairen Basis gesprochen."

    Russland respektiere die Position der US-Regierung über die Notwendigkeit einer raschen Beendigung der Kampfhandlungen in der Ukraine, sagte Putin und erklärte weiterhin: "Nun, auch wir würden dies begrüßen und möchten alle Fragen mit friedlichen Mitteln lösen."

  • 21:36 Uhr

    Politologe zum Alaska-Gipfel: Persönlicher Kontakt zwischen Putin und Trump bereits wichtiges Ergebnis

    Der Politologe Dr. Christian Machek ist der Ansicht, die Ergebnisse des Alaska-Gipfels belegten Verbesserungen in den Beziehungen zwischen Russland und den USA. Allein das persönliche Treffen und der direkte Austausch der Präsidenten sei bereits ein wichtiges Resultat des Treffens in Anchorage.

  • 21:19 Uhr

    Medienbericht: Unterlagen zum Alaska-Gipfel in Hotel-Drucker gefunden

    In einem Hotel-Drucker in Anchorage wurden laut einem US-Medienbericht vorbereitende Unterlagen für die Teilnehmer des Gipfeltreffens zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump gefunden.

    Wie das US-Rundfunknetzwerk NPR berichtet, sollen die acht Seiten am Freitagmorgen im Business Center des Hotels Captain Cook entdeckt worden sein. Das Hotel liegt rund 20 Fahrminuten von der Militärbasis Elmendorf-Richardson entfernt, wo das Treffen der beiden Präsidenten zum Ukraine-Krieg stattfand.

    Die von NPR veröffentlichten Unterlagen enthalten unter anderem einen detaillierten Zeitplan mit konkreten Besprechungsräumen des Treffens, Ansprechpartner des US-Außenministeriums mit Telefonnummern, das Menü des geplanten Mittagessens und Mini-Biografien mit Fotos der Teilnehmenden sowie Aussprachehilfen zu ihren Namen.

    Eine US-Regierungssprecherin sagte dem US-Sender ABC News dazu: "Es ist lächerlich, dass NPR ein mehrseitiges Mittagsmenü veröffentlicht und das als 'Sicherheitslücke' bezeichnet." Sie bestritt nicht, dass Dokumente gefunden wurden.

  • 20:40 Uhr

    Journalist zum Alaska-Gipfel: Russland und die USA wollen Frieden – EU will ihn torpedieren

    Der freie Journalist René-Burkhard Zittlau meint, das Putin-Trump-Treffen in Alaska habe das gegenseitige Verständnis zwischen Russland und den USA gestärkt und die Absicht beider Länder gezeigt, eine friedliche Lösung des Konflikts in der Ukraine zu finden.

  • 20:06 Uhr

    Schwarzenegger fassungslos: Trump wirkte "wie eine nasse Nudel"

    Auf das Gipfeltreffen der Präsidenten Russlands und der USA fühlte sich auch Arnold Schwarzenegger genötigt zu reagieren. Der frühere Bodybuilder, Schauspieler und republikanische Ex-Gouverneur von Kalifornien sparte nicht mit deutlichen Worten an die Adresse Trumps: "Du hast dagestanden wie eine nasse Nudel."

    Schwarzenegger zeigte sich empört über Trumps Auftritt beim Gipfeltreffen mit seinem russischen Amtskollegen in Alaska.

    • Er appellierte an Trump, sich an die markige Rede seines Amtsvorgängers Ronald Reagan zu erinnern, der in einer Rede an der Berliner Mauer von Michail Gorbatschow gefordert hatte, diese einzureißen.

      An Trump gewandt, spottet Schwarzenegger weiter:

      "Ich habe mich gefragt, wann du ihn um ein Selfie bitten wirst."

    • 19:24 Uhr

      Zustimmung von unerwarteter Seite: Hillary Clinton lobt Trump für seine Friedensbemühungen mit Russland

      Hillary Clinton, frühere "First Lady" und spätere Außenministerin der USA, zeigte sich von den diplomatischen Initiativen Donald Trumps angetan. So erklärte Clinton, sie fühle sich von Trumps Vorgehen "ermutigt".

      Die Politikerin der US-Demokraten vertrat darüber hinaus die Ansicht, dass Trumps Regierung, wie sie formulierte, gute "Arbeitsbeziehungen" zum Wohle der europäischen Sicherheit unterhalte.

      Clinton hatte im Zentrum des sogenannten "Russiagate"-Skandals gestanden, dessen Untersuchung durch Präsident Trump erst vor wenigen Wochen neu aufgerollt wurde.

    • 18:47 Uhr

      Alaska-Gipfel: "Diplomatischer Stillstand wurde durchbrochen"

      Nach dem Alaska-Gipfel bewertet der Politikexperte Gert Ewen Ungar die Gespräche zwischen Donald Trump und Wladimir Putin als Durchbruch mit deutlich verbesserter Gesprächsatmosphäre.

      Ungar zufolge sei Trump aufrichtig an einer Lösung des Ukraine-Kriegs interessiert, werde jedoch von Kräften in den USA und besonders in Europa gebremst. EU-Regierungen und Präsident Wladimir Selenskij seien derzeit nicht zu Frieden bereit; Europa habe zudem nicht die Mittel, den Krieg gegen Russland zu gewinnen.

    • 18:10 Uhr

      Medienbericht: Europäische Staats- und Regierungschefs zu Treffen zwischen Trump und Selenskij eingeladen

      Die europäischen Staats- und Regierungschefs sind zu einem Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Wladimir Selenskij am Montag ins Weiße Haus eingeladen worden. Dies berichtet die Zeitung New York Times unter Berufung auf ungenannte Beamte.

      Angeblich werde Trump bei dem Treffen im Weißen Haus seinen Plan zur Beilegung des Konflikts mit Selenskij besprechen.

      Wie der US-Staatschef mitteilt, sind sich sowohl Selenskij als auch die europäischen Staatschefs einig, dass der beste Weg zur Beendigung des Konflikts in der Ukraine ein Friedensabkommen und nicht nur ein Waffenstillstand ist.

    • 17:29 Uhr

      Kreml-Sondergesandter Dmitrijew: Alaska-Bär war Glücksbringer

      Der Sondergesandte des russischen Präsidenten, Kirill Dmitrijew, der in Alaska Mitglied der russischen Delegation war, sieht die Resultate des Treffens als großen Erfolg. Die Beziehungen zwischen Russland und den USA befänden sich auf dem Wege der Besserung, und das trotz mächtiger Widerstände, sagte er gegenüber RT.

      Kann dies ohne die Hilfe höherer Kräfte passieren? Offenbar nicht, meinte der Diplomat halbernst, als er über seine kurze Begegnung mit einem halbwüchsigen Bären am Vortag des Gipfels berichtete. Er schrieb: 

      "Vor dem US-Russland-Gipfel in Alaska einen Bären getroffen. ???? Hoffentlich ein gutes Zeichen", schrieb er auf X und postete dazu ein Video. Das Tier zeigte sich scheu und ging dem Menschen aus dem Weg. Nun, nachdem die russische Delegation aus Alaska abgereist ist, sieht sich Dmitrijew bestätigt: "Der Bär war tatsächlich ein gutes Zeichen." 

    • 15:50 Uhr

      Ukrainischer Exil-Abgeordneter: Nur Selenskij verhindert den Frieden

      Der oppositionelle ukrainische Politiker Artjom Dmitruk lobte die diplomatischen Bemühungen in Alaska. Die Welt sei nach dem Tag des Gipfels sicherer geworden, schrieb er auf Telegram. Die größte Bedeutung hätte das für die Ukrainer: "Frieden ist möglich." Doch der Einzige, der ihm im Weg steht, sei Selenskij. "Er trägt die volle Verantwortung dafür, dass unser Land immer noch in Blut getränkt ist."

      Im Interview mit RT sagte er, dass die Ukraine auf einen Machtwechsel zusteuere. Er ist sich sicher: "Wir werden eine Verbesserung der Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine erleben."

      Während des Krieges sei Geld am leichtesten zu verdienen, aber es sei verflucht. Die Ereignisse in der Ukraine zeigten, was nie wieder passieren sollte. "Kiew, Moskau und Minsk müssen verstehen, dass sie Brüder sind", sagte der Exil-Politiker zur Dreieinigkeit des russischen Volkes.

      Dmitruk, in der Vergangenheit Kraftsportler, gehörte der Selenskij-Partei "Diener des Volkes" an. Nach Beginn der Kirchenverfolgung durch die Selenskij-Regierung ging er in die Opposition und musste sein Land wegen Lebensgefahr verlassen. Er lebt mit seiner Familie in London. Kiew stellte einen Haftbefehl gegen den Politiker aus, ein Londoner Gericht verhandelt derzeit über die Auslieferung in die Ukraine.

    • 15:30 Uhr

      Deutsche Presse zum Gipfel: Enttäuschung und Wut 

      Die großen deutschen Medien bewerten das Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin äußerst negativ. Trump habe sich über den Tisch ziehen lassen, Putin sei der Sieger. Wut und Enttäuschung prägen die meisten Kommentare. Mehr zu den Reaktionen in der deutschen Presse lesen Sie in unserem Artikel: Gipfeltreffen in Alaska: Die deutsche Presse senkt den Daumen

    • 14:55 Uhr

      Hat KI die Ereignisse des Gipfels vorhergesagt?

      Wenige Tage vor dem Alaska-Gipfel erstellte eine KI im Auftrag des russischen Telegram-Kanals Militärchronik ein Bild, auf dem Putin und Trump während der Verhandlungen nahe beieinander stehen und sich unterhalten. RT DE zitierte aus diesem Beitrag, in dem russische Militäranalysten vor einem möglichen "Minsk III"-Abkommen warnten. Nun stellt sich heraus, dass Putins Geste mit erhobenem Finger die in Wirklichkeit stattgefundene Szene fast eins zu eins wiedergab. Sogar die Farben der Krawatten stimmten überein. Das Einzige, was die KI nicht genau vorhersagen konnte, war der Gesichtsausdruck des russischen Staatschefs. 

      "Man kann dies natürlich als Zufall abtun, aber es bleibt das Gefühl, dass digitale Modelle den Nerv der Geschichte besser erfassen als Experten und Diplomaten", merkten dazu die menschlichen "Miturheber" des KI-Bildes an. 

      Aber es kann auch sein, dass Putin als ständiger Leser dieses Kanals die Geste aufgriff und zum Treffen als "Signal" mitnahm. Darüber hinaus wurde spekuliert, was Putin bei der ersten Begegnung auf dem Rollfeld des Flughafens zu Trump sagte. Wie er später auf der gemeinsamen Pressekonferenz mitteilte, habe er Trump als Nachbarn Russlands begrüßt. "Als wir uns trafen und aus den Flugzeugen stiegen, sagte ich: 'Guten Tag, lieber Nachbar! Es ist sehr schön, Sie bei bester Gesundheit und am Leben zu sehen.' Und auf nachbarschaftliche Weise klingt das sehr freundlich", sagte der russische Präsident zu seinem US-Kollegen. 


    • 14:10 Uhr

      War die Luftparade in Anchorage doch eine US-Machtdemonstration? Ukrainische Medien wünschen sich das

      Die ukrainischen Medien sind erwartungsgemäß verärgert über den herzlichen Empfang Putins in Alaska und werten dessen Ergebnis als Sieg für Russland, denn Medien, die im Ukraine-Konflikt eine andere Linie als die der Regierung vertreten, sind verboten oder befinden sich im Exil.

      Der ukrainische Fernsehsender Direct (Pryamyj) bezeichnet das Treffen als "Geschenk" Trumps an Putin. Im Material des Fernsehsenders Public (Gromadske) ist ebenfalls von einem "Geschenk" für Putin die Rede. Russland habe nach Meinung der Sender im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten seine Forderungen nach einer friedlichen Lösung nicht abgeschwächt.

      Der Fernsehsender Novosti.Live berichtet, dass das Treffen als ein "Sieg Putins" gewertet werden kann, und beklagt das angebliche Ausbleiben konkreter Ergebnisse für die Ukraine. Mit Empörung werden der rote Teppich, die Ehrengarde und Trumps freundliche Haltung gegenüber seinem russischen Amtskollegen beschrieben. "Der amerikanische Staatschef selbst war sehr glücklich, (Putin) zu sehen. Donald Trump klatschte in die Hände, lächelte und schüttelte mit Freude die Hände", schreibt Novosti.Live.

      Doch die Journalisten geben die Hoffnung nicht auf und argumentieren, dass der Flug der Kampfjets der US-Luftwaffe, der von einem B-2-Bomber begleitet wurde, während des Treffens der Präsidenten zwar wie eine Luftparade und eine Ehrenbezeugung aussah, in Wirklichkeit aber eine Demonstration der Stärke und "ein Verweis auf die amerikanische Macht" gewesen sein könnte.

    • 13:40 Uhr

      Reaktionen aus Indien zum Alaska-Gipfel: Russlands Comeback

      Das indische Außenministerium erklärt in einer Stellungnahme, Indien begrüße das Treffen zwischen Trump und Putin in Alaska. Es sei lobenswert, dass beide Politiker eine Führungsrolle im Streben nach Frieden übernommen hätten. Neu-Delhi wisse die auf dem Ukraine-Gipfel in Anchorage erzielten Fortschritte zu schätzen.

      Auch die maßgeblichen indischen Medien bewerten das Treffen beider Präsidenten in Alaska als durchweg positiv und betonen den konstruktiven Charakter der Gespräche.

      So verweist die Hindustan Times auf Äußerungen Putins, wonach er und Trump eine "Verständigung" über den Konflikt in der Ukraine erzielt hätten, während er Europa davor warnte, die erzielten Fortschritte zu "torpedieren".

      Die indische Zeitung Economic Times richtet ihr Augenmerk auf Trumps Äußerungen, wonach der beste Weg zur Beilegung des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine "ein Friedensabkommen und kein Waffenstillstand" sei.

      Die Zeitung The Hindu wiederum analysiert die möglichen Folgen des Treffens in Alaska für Indien und stellt fest, dass Trump angedeutet hat, die Ergebnisse des Gipfels könnten zu einem Aufschub bei der Verhängung von Strafzöllen gegen Indien führen. Dies wäre eine Erleichterung für Neu-Delhi, das russisches Öl kauft.

      Die Times of India konstatiert, dass "Wladimir Putins Besuch auf US-Territorium und sein öffentliches Treffen mit dem US-Präsidenten ein bemerkenswertes Comeback darstellen".

      Allerdings ist unklar, ob Indien in Zukunft solche Sanktionen überhaupt noch treffen werden. Denn Äußerungen Trumps gegenüber dem Sender Fox News zufolge habe Russland Indien als Ölkunden bereits verloren.

    • 13:10 Uhr

      Chinesische Medien über Alaska-Gipfel: Ausweg aus diplomatischer Sackgasse

      Auch wenn die Nachrichtenagentur Xinhua betonte, dass der Gipfel "ohne eine Einigung über die Ukraine-Krise" zu Ende ging, stuften chinesische Medien die vorläufigen Ergebnisse des Gipfels als positiv ein. Das chinesische Zentralfernsehen bezeichnete das Treffen zwischen Putin und Trump als "historisch" und wies darauf hin, dass die Gespräche mehr als zweieinhalb Stunden dauerten. Dem Fernsehsender zufolge war der Gipfel "ein Ausweg aus der diplomatischen Sackgasse".

      China Daily betonte in einem Leitartikel zum Putin-Trump-Gipfel, die Ukraine-Krise sei das Ergebnis jahrzehntelanger geopolitischer Spannungen und vielschichtiger Missstände. Diese seien durch die fünf Runden der NATO-Osterweiterung, die tief verwurzelte Feindschaft zwischen den USA und Russland sowie die anhaltende geopolitische Rivalität verursacht worden und hätten die Sicherheit in Europa nachhaltig untergraben.

      Die Zeitung stellte fest, dass das Treffen zwischen Trump und Putin "nicht zu substanziellen Vereinbarungen" geführt habe, und betonte, dass selbst die Führer von Großmächten wie Russland und den USA "die Flammen des Konflikts" in der Ukraine nicht im Alleingang löschen könnten.

    • 12:40 Uhr

      Überfälliger Schritt und Epochenwechsel: Bewertungen russischer Experten

      Bei dem Gipfeltreffen in Alaska wurde zwar keine Lösung der Ukraine-Krise erzielt. Russische Experten sehen dennoch Fortschritte: Trump und Putin hätten einen direkten Kontakt hergestellt, die Idee einer "strategischen Niederlage" Russlands sei vom Tisch. Die Gespräche sollen fortgesetzt werden.

      Mehr dazu im unseren Artikel"Man einigte sich, weiter zu verhandeln" – Russische Experten über Putin-Trump-Gipfel

    • 12:10 Uhr

      EU-Kommission und "Koalition der Willigen" zum Gipfel: Druck auf Russland erhöhen

      Präsident Macron, Ministerpräsidentin Meloni, Bundeskanzler Merz, Premierminister Starmer, Präsident Stubb, Ministerpräsident Tusk, Präsident Costa und Kommissionspräsidentin von der Leyen haben zu den vorläufigen Resultaten des USA-Russland-Gipfels in Alaska eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Die Ergebnisse des Gipfels interpretieren sie in der gewohnten Weise.

      Trumps diplomatische Initiative, mit der der US-Präsident das Töten in der Ukraine und den russischen Angriffskrieg beenden sowie einen gerechten und dauerhaften Frieden erreichen will, wurde von den Spitzenpolitikern grundsätzlich begrüßt. Zudem erklärten sie sich bereit, mit Präsident Trump und Präsident Selenskij auf einen trilateralen Gipfel mit europäischer Unterstützung hinzuarbeiten. Gemeint ist ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Putin, dessen Name in der Erklärung jedoch fehlte. Ihre weiteren Standpunkte lauten wie folgt:

      Die Politiker seien sich darüber im Klaren, dass die Ukraine unumstößliche Sicherheitsgarantien benötige, um ihre Souveränität und territoriale Integrität wirksam zu verteidigen. Sie begrüßten die Erklärung von Präsident Trump, dass die USA bereit sind, Sicherheitsgarantien zu geben. Die "Koalition der Willigen" sei bereit, dabei eine aktive Rolle zu spielen. Den ukrainischen Streitkräften und ihrer Zusammenarbeit mit Drittstaaten sollten keine Beschränkungen auferlegt werden. Russland könne kein Veto gegen den Weg der Ukraine in die EU und die NATO einlegen. Die Unterzeichner betonen:

      "Es ist Sache der Ukraine, Entscheidungen über ihr Territorium zu treffen. Internationale Grenzen dürfen nicht mit Gewalt verändert werden."

      Im Übrigen beinhaltet die Erklärung die üblichen Floskeln wie jene, dass die Ukraine auf "unsere unerschütterliche Solidarität zählen" könne. Die Unterzeichner haben angekündigt, den Druck auf Russland zu erhöhen, solange ein gerechter und dauerhafter Frieden nicht erreicht sei. Der Volltext der Erklärung ist auf der Webseite der Bundesregierung in deutscher und englischer Sprache zu finden.

      Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen warb für die Erklärung und schrieb auf X: "Es bedarf starker Sicherheitsgarantien, die die vitalen Sicherheitsinteressen der Ukraine und Europas schützen."

    • 11:40 Uhr

      Kiesewetter: Es war ein schwarzer Freitag für Europa

      Der CDU-Abgeordnete Roderich Kiesewetter gehört zu den radikalsten Vertretern des antirussischen Mainstreams der Bundespolitik. Sein Kommentar zum Gipfel in Alaska brachte keine Überraschung – er bewertete die Annäherung zwischen Russland und den USA als Katastrophe für Europa. Auf X schrieb er:

      "Putin wirkt rehabilitiert durch den für Europa Schwarzen Freitag & wird weiter versuchen, Keil zw. die USA & Europa zu treiben. Wir können uns nicht mehr auf Washington verlassen. Es braucht europäische Initiative, wie z. B. Nutzung des eingefrorenen russischen Vermögens." 

    • 11:10 Uhr

      Trump zieht Friedensabkommen einem Waffenstillstand vor

      In einem Post im sozialen Netzwerk "Truth Social" nannte Trump das gestrige Treffen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin einen "großartigen und sehr erfolgreichen Tag in Alaska". Auch die Telefongespräche mit dem ukrainischen De-facto-Präsidenten Selenskij, führenden europäischen Politikern und NATO-Generalsekretär Mark Rutte seien gut verlaufen. Alle teilten übereinstimmend die Überzeugung, dass der beste Weg zur Beendigung des Ukraine-Kriegs ein beständiges Friedensabkommen sei und kein bloßer Waffenstillstand, der sich oft nicht als dauerhaft erweise.

      Damit widerspricht Trump den Forderungen der Europäer und der Selenskij-Administration, die als Voraussetzung für weitere Verhandlungen einen Waffenstillstand genannt haben. Ob diese Forderung nun endgültig aufgegeben worden ist, wird sich zeigen. Trump kündigte außerdem den Besuch Selenskijs am Montag in Washington an und äußerte die Erwartung, dass ‒ wenn alles gut verlaufe ‒ ein Treffen zwischen Selenskij und Putin angesetzt werden könne.

      Bereits heute Morgen hatte Axios-Korrespondent Barak Ravid auf X verkündet, dass Präsident Trump Selenskij und den NATO-Staats- und Regierungschefs erklärt habe, Putin wolle keinen Waffenstillstand, sondern bevorzuge ein umfassendes Abkommen zur Beendigung des Krieges. Einer Quelle zufolge sagte Trump bei dem Telefonat: "Ich denke, ein schnelles Friedensabkommen ist besser als ein Waffenstillstand." Kombiniert man diese Meldung mit Trumps eigener Äußerung, alle würden nun ein Friedensabkommen bevorzugen, hat es den Anschein, dass der russische Präsident seinen US-amerikanischen Amtskollegen von der Notwendigkeit einer umfassenden Lösung des Ukraine-Konflikts überzeugen konnte.

    • 10:42 Uhr

      Bild: Merz schaltet Kabinettsitzung zusammen

      Nach dem Telefonat mit US-Präsident Trump beruft Kanzler Friedrich Merz eine spontane Kabinettssitzung ein. Das teilt Bild mit Verweis auf eigene Quellen mit. Um 10.30 Uhr schalten sich nach Bild-Informationen die Minister und der Kanzler telefonisch zusammen. "Dann will Merz über die Ergebnisse des Gipfels zwischen Trump und Wladimir Putin berichten", so das Boulevardblatt.

    • 10:28 Uhr

      Ungarischer Außenminister: Gipfel macht die Welt sicherer

      Putin und Trump gebühre Respekt für die Durchführung des Gipfels. Solange es einen hochrangigen Dialog zwischen den Ländern gebe, mache dieser die Welt sicherer, sagte der ungarische Außenminister Péter Szijjártó.

      Er wies darauf hin, dass Frieden nur durch Verhandlungen und die Aufrechterhaltung diplomatischer Kontakte erreicht werden könne.

      Wir Ungarn verteidigen diese Position seit dreieinhalb Jahren und stellen uns gegen Brüssel und die kriegsbegeisterten europäischen Politiker.

    • 10:25 Uhr

      Ischinger bewertet Resultate des Treffens als "1:0 für Putin"

      Der frühere Top-Diplomat Wolfgang Ischinger und ehemalige Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz schrieb auf der Plattform X: "Kein wirklicher Fortschritt ‒ ganz klar 1:0 für Putin ‒ keine neuen Sanktionen. Für die Ukrainer: nichts. Für Europa: tiefst enttäuschend." Putin habe den roten Teppich mit Trump bekommen, Trump dagegen nichts. Wie zu befürchten gewesen sei, gebe es keinen Waffenstillstand und keinen Frieden. 

      In einem separaten Post teilte er Ausschnitte von der gemeinsamen Pressekonferenz der beiden Staatenlenker und fügte hinzu: "Es wäre viel beeindruckender, wenn Putin während seines Besuchs in den USA bestätigen würde, dass er jetzt, da Trump im Amt ist, diesen Krieg beenden wird, anstatt die Ukraine zu bombardieren."

    • 10:00 Uhr

      Selenskij kommt nach Washington

      Der ukrainische de-facto-Präsident Wladimir Selenskij wird sich am Montag in Washington mit dem US-Präsidenten Donald Trump treffen. Das teilte er auf seinem Telegram-Kanal mit. Die US-Seite habe ihn eingeladen. Seine Stellungnahme war frei von Kritik und negativen Tönen. Er habe ein langes, inhaltsreiches Gespräch mit Präsident Trump geführt, zunächst unter vier Augen, dann auch unter Beteiligung europäischer Staats- und Regierungschefs. "Insgesamt haben wir mehr als anderthalb Stunden gesprochen, etwa eine Stunde davon mit Präsident Trump".

      Die Ukraine bekräftige erneut, dass sie bereit sei, sich so produktiv wie möglich für den Frieden einzusetzen. Es sei wichtig, dass die Macht Amerikas Einfluss auf die Entwicklung der Situation nehme. Selenskij erklärte, er sei zu einem trilateralen Treffen mit den Präsidenten der USA und Russlands bereit.

    • 09:22 Uhr

      Kreml: Dreier-Gipfel mit Selenskij wurde nicht besprochen

      Ein möglicher Dreier-Gipfel der Präsidenten Russlands, der USA und der Ukraine ist russischen Angaben zufolge bei dem Alaska-Gipfel nicht besprochen worden. Dies berichtet die Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf den außenpolitischen Kreml-Berater Juri Uschakow. Zudem wisse er noch nicht, wann sich Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump nach ihrem Treffen in Alaska wiedersehen werden. Trump hatte gegenüber dem Sender Fox News nach seinem Treffen mit Putin gesagt, dass Wladimir Selenskij und Putin ein gemeinsames Treffen vereinbaren wollten und er dabei sein werde, wenn die beiden dies wünschten.

    • 08:50 Uhr

      Trump sieht Selenskij am Zug

      Donald Trump bewertete das Gipfeltreffen mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin umfassend positiv. In einem Interview mit dem US-Sender Fox News gab Trump dem Gipfel die Wertung "zehn von zehn Punkten". Es habe "sehr gute Fortschritte" in Richtung Frieden in der Ukraine gegeben. Er fügte aber hinzu, dass "es keine Einigung gibt, bis es eine Einigung gibt". Allerdings sei man einer Einigung sehr nah gekommen. Jetzt sei es an Selenskij, den Prozess fortzuführen. Der Ball liege in seiner Hälfte des Spielfelds. Trump riet Selenskij, "eine Einigung zu erzielen". 

      Gefragt nach der Atmosphäre des Treffens mit Putin sagte Trump: "Wissen Sie, er [Putin] ist ein starker Mann, er ist in all diesen Dingen verdammt hart, aber das Treffen war ein sehr herzliches Treffen zwischen zwei sehr wichtigen Ländern, und es ist sehr gut, wenn sie sich gut verstehen."

      Trump will sowohl Selenskij als auch die Staatsoberhäupter der NATO-Staaten über das Gespräch informieren. Ziel bleibt, ein Treffen zwischen Selenskij und Putin zu erreichen. 

    • 08:34 Uhr

      Putin: Wahlbetrug in USA schuld am Krieg

      Im Gespräch mit US-Präsident Donald Trump teilte Russlands Präsident Wladimir Putin seine Einschätzung zu den US-Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020 mit. Nach Auffassung Putins sei es zu Wahlbetrug gekommen. 

      Trump sagte dem US-Sender Fox News, eine der interessantesten Bemerkungen Putins sei seine Beurteilung der Wahl 2020 gewesen. Trump zitierte Putin mit den Worten: "Eure Wahl war manipuliert, weil ihr Briefwahl habt. Kein Land hat Briefwahl. Es ist unmöglich, Briefwahl zu haben und gleichzeitig ehrliche Wahlen."

      Laut Trump sagte Putin zu ihm: "Du hast diese Wahl so eindeutig gewonnen, und genau so habe ich das gesehen. Und wenn du gewonnen hättest, hätten wir keinen Krieg, dann wären diese Millionen Menschen heute noch am Leben, anstatt tot zu sein."

    • 08:20 Uhr

      Nach Gipfeltreffen: Trump sieht von Sekundärsanktionen ab

      Nach dem Treffen mit Wladimir Putin in Alaska hat US-Präsident Trump erklärt, er werde vorerst keine Sanktionen gegen Länder verhängen, die russisches Öl kaufen. Trump hatte im Vorfeld des Gipfels damit gedroht, gegen Länder wie Indien und China, die weiterhin russische Energieträger importieren, Strafzölle zu verhängen. Auch von den angedrohten Zollerhöhungen gegenüber China will Trump bis auf Weiteres absehen. 

      Aufgrund des Treffens hat Trump seine Meinung geändert. Dem Sender Fox News sagte er: "Nun, wegen dem, was heute passiert ist, denke ich, muss ich darüber nicht nachdenken." Allerdings könnte sich seine Ansicht in "zwei oder drei Wochen" wieder ändern. 

    • 07:59 Uhr

      Putin lädt Trump nach Moskau ein

      Am Ende der gemeinsamen Pressekonferenz zu den Ergebnissen des Treffens in Alaska lud Russlands Präsident Wladimir Putin seinen US-amerikanischen Amtskollegen nach Moskau ein. Trump sagte zum Abschluss, man werde bald wieder miteinander sprechen und sich vermutlich auch bald wiedersehen. "Danke Wladimir!"

      Putin antwortete auf Englisch: "Next time in Moscow."

      Trump entgegnete: "Oh, das ist interessant, das wird mir Ärger einbringen, aber ich könnte mir vorstellen, dass es so eintreten könnte. Vielen Dank, Wladimir. Allen vielen Dank! Danke! Danke!"

    • 02:50 Uhr

      Alaska-Gipfel beendet: RT-DE-Korrespondent berichtet 

    • 02:39 Uhr

      Wer machte eine "Geste der Macht"? Die Körpersprache der Präsidenten

      Putin und Trump haben bei ihrem Treffen in Alaska schnell einen gemeinsamen Rhythmus in ihrem nonverbalen Verhalten gefunden, sagte die Körpersprache-Expertin Tracy Brown gegenüber RIA Nowosti.

      Zunächst liefen sie getrennt voneinander, aber sehr schnell begannen sie, im Gleichschritt zu gehen. Dies geschieht, wenn eine unbewusste Synchronisation – ein Rapport – zwischen Menschen entsteht.

      Brown zufolge begann bereits bei Putins Verlassen des Flugzeugs ein subtiles Spiel mit nonverbalen Signalen zwischen den beiden Staatsoberhäuptern.

      "Putin und Trump schauten sich fest an, während der russische Präsident auf Trump zuging – eine Geste der Macht. Wer zuerst den Blick abwendet, hat verloren", so die Expertin.

      Die Analystin wies auch darauf hin, dass Trump für das Foto-Shooting keine günstigere Position einnahm, was für ihn untypisch ist.

    • 02:39 Uhr

      Alaska-Gipfel: Einschätzung zu den Ergebnissen

      Beim Alaska-Gipfel kam es zu dem viel beachteten Gespräch zwischen Russlands Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump. Unser RT-DE-Korrespondent Roman Ziskin berichtet direkt aus Alaska, bewertet die wichtigsten Ergebnisse des Treffens und erklärt, welche politischen Signale von der gemeinsamen Pressekonferenz ausgehen.

    • 02:10 Uhr

      Putin verlässt Alaska 

      Russlands Präsident Wladimir Putin hat Anchorage verlassen. Russische Medien zeigten den Moment, als er in die Präsidentenmaschine stieg. Die Arbeitsvisite in den USA sei damit beendet, so TASS. Auch US-Präsident Donald Trump reiste in die US-Hauptstadt zurück.

      Damit wurde der russisch-US-amerikanische Gipfel früher beendet als geplant. Ein gemeinsames Abendessen der russischen und US-Delegationen wurde abgesagt. Die Verhandlung im kleineren Rahmen dauerte rund zwei Stunden und 45 Minuten. Insgesamt befand sich der russische Präsident etwa viereinhalb Stunden auf US-amerikanischem Boden.

    • 01:55 Uhr

      Putin würdigt Andenken sowjetischer Piloten in Alaska

      Nach den Gesprächen mit Donald Trump legte Wladimir Putin Blumen an den Gräbern sowjetischer Piloten auf dem Gedenkfriedhof des Militärstützpunkts nieder. Auf dem Friedhof ruhen die Überreste von neun Piloten, die 1943 beim Transport von Flugzeugen auf der ALSIB-Route (Alaska – Sibirien) ums Leben kamen.

      In einer Rede dankte Putin den US-Behörden für ihren würdevollen Umgang mit ihrem Andenken.

    • 01:40 Uhr

      Kreml: Verhandlungen in Anchorage abgeschlossen

      Die Verhandlungen in Anchorage seien abgeschlossen, teilte der Pressedienst des Kreml mit und veröffentliche ein Video, das Trump und Putin in einem Gespräch zeigt, während sie seitlich der Konferenzbühne stehen.

    • 01:20 Uhr

      Presseauftritt von Putin und Trump – Stellungnahmen der beiden Präsidenten

      Als Erster sprach Wladimir Putin. Er bezeichnete die Gespräche mit Trump als konstruktiv. Er unterstrich, er sei froh gewesen, den US-Präsidenten lebendig anzutreffen – eine deutliche Anspielung auf die gescheiterten Mordanschläge auf Donald Trump während des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2024. Des Weiteren erinnerte Putin an die militärische Zusammenarbeit zwischen den beiden Mächten während des Zweiten Weltkrieges. 

      Putin betonte, die USA und Russland hätten "gemeinsame Feinde besiegt", und wünschte, dieses Erbe möge nun fortgesetzt werden. "Wir haben sehr gute und direkte Kontakte zu Präsident Trump aufgebaut", fügte Putin hinzu.

      Anschließend legte Putin die russische Auffassung dar, wie die Ukraine-Krise gelöst werden könnte. Putin hob hervor, Russland sei an einer dauerhaften Beilegung des Konflikts interessiert und erwarte, dass die europäischen Hauptstädte keine Hindernisse errichten oder versuchen würden, den sich abzeichnenden Fortschritt zu stören. 

      Weiter erklärte Putin, dass Russland das ukrainische Volk trotz der aktuellen Umstände als Bruder betrachte. Die Sicherheit der Ukraine müsse gewährleistet sein, und Russland sei bereit, daran zu arbeiten. Er betonte, dass alle Ursachen der Krise beseitigt werden müssten und bezeichnete die aktuelle Lage als große Tragödie.

      Ausdrücklich lobte der russische Präsident Trumps Position: "Wir erkennen Trumps Wunsch und den der US-Regierung, eine Lösung des Ukraine-Konflikts zu fördern." Dabei schloss sich Putin der von Trump wiederholt vertretenen Aussage an, dass es keinen Krieg gegeben hätte, wäre Trump im Jahre 2022 US-Präsident gewesen.

      Die erzielten Vereinbarungen von Alaska würden nicht nur für die Beilegung des Ukraine-Konflikts, sondern auch für die Wiederherstellung der Beziehungen zwischen Russland und den Vereinigten Staaten ein Bezugspunkt sein, so Putin.

      Nach der etwa achtminütigen Stellungnahme Putins ergriff Trump das Wort. Sein Redebeitrag dauerte nur wenige Minuten. Im Anschluss daran folgte keine gemeinsame Pressekonferenz. Auch Fragen der Journalisten waren nicht vorgesehen. Trump bezeichnete sein Verhältnis zu Präsident Putin ausdrücklich als sehr gut. 

      Donald Trump nannte das Treffen "produktiv", räumte jedoch ein, dass noch kein Endergebnis vorliege: "Wir konnten keine vollständige Einigung erzielen, und es gibt noch keine Übereinkunft". Er fügte  hinzu, dass er Selenskij und seine NATO-Kollegen anrufen werde, um sie über den Inhalt des Treffens mit Präsident Putin zu informieren. Das Wichtigste sei, dass "wir gute Chancen auf Frieden haben", so der Präsident. Trump wörtlich:

      "In Bezug auf die Ukraine wurde in vielen Punkten Einigkeit erzielt, es besteht eine gute Chance, auch in den übrigen Punkten Einigung zu erzielen."

      "Das nächste Mal in Moskau?" Mit diesen Worten schloss Putin die Pressekonferenz. Trump bezeichnete die Idee eines Besuchs in Moskau als interessanten Vorschlag und schloss ihn für die Zukunft nicht aus. Er sagte, dass man ihn dafür vielleicht verurteilen werde. Zuvor hatte Trump wiederholt erklärt, dass er ein nächstes Treffen mit Putin in naher Zukunft erwarte.

    • 01:00 Uhr

      Putin und Trump geben Pressekonferenz

    • 01:00 Uhr

      Alaska-Gipfel: Gemeinsame Pressekonferenz von Putin und Trump

    • 00:40 Uhr

      Pressekonferenz zwischen Putin und Trump beginnt in Kürze

      Journalisten warten gespannt auf den Beginn der gemeinsamen Pressekonferenz der beiden Präsidenten. Zuvor verhandelten die beiden Delegationen ca. zweieinhalb Stunden lang. Die Gespräche in Alaska sind das bisher längste bilaterale Zusammentreffen von Wladimir Putin und Donald Trump.

    • 00:25 Uhr

      Erste Runde der Gespräche zwischen Putin und Trump beendet

      Nach ca. 2,5 Stunden endete die erste Verhandlungsrunde zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und seinem russischen Kollegen Wladimir Putin. Russische Journalisten zeigten Videos, in denen zu sehen ist, wie Putin und andere Verhandlungsteilnehmer durch die Gänge gehen. Bald sollte die gemeinsame Pressekonferenz der beiden Präsidenten beginnen. Zuvor hieß es, dass diese gegen 3:00 Uhr Berliner Zeit anfangen sollte.

      Putin und Trump werden die erzielten Vereinbarungen bekannt geben und ihre Kommunikation mit den Delegationen im erweiterten Formatbeim beim Mittagessen fortsetzen. 

    • 15.08.2025 23:58 Uhr

      23:58 Uhr

      Weißes Haus postet Video mit "historischem Handschlag"

    • 23:30 Uhr

      Während eines Pressetermins: Putin formt beide Hände zu Trichter

      Eigentlich war es kein echtes Gespräch. Wie der russische Journalist aus dem Präsidentenpool Pawel Sarubin in einem ungeschnittenen Handyvideo zeigte, dauerte der Pressetermin vor Beginn der Verhandlungen beider Staatsoberhäupter weniger als zwei Minuten. Es waren hektische Szenen. Die Journalisten wurden in einen eher kleineren Raum gebeten. Als sie ihre Plätze eingenommen hatten, herrschte für einen kurzen Moment Stille. Beide Präsidenten zeigten an, dass sie vor dem Treffen nichts mitzuteilen haben, da dies nur ein Fototermin war.

      Doch dann begannen die Journalisten zeitgleich in Russisch und Englisch ihre Fragen zu stellen. Offenbar empfand Putin die Situation als etwas befremdlich. Er verzog das Gesicht und lachte verwundert. Dann formte er die Hände zum Trichter und antwortete dem Frager. Akustisch war auf den Videos nichts zu verstehen. Womöglich wollte Putin den Journalisten mitteilen, dass man in diesem Durcheinander nichts versteht und auch nicht antworten kann. Schließlich wurden die Journalisten von einem Platzwart etwas unhöflich aus dem Raum gebeten. Die erste Verhandlungsrunde dauert noch an.

    • 22:39 Uhr

      Will Putin Trump wieder einen Geschichtsvortrag halten? Mappe auf dem Tisch wirft Fragen auf

      (Nicht ganz so ernst gemeinter Beitrag) Es hat den Anschein, als wolle Putin wieder einen Geschichtsvortrag halten, berichten US-Medien. Eine gewichtige Mappe auf dem Beistelltisch zwischen den beiden Präsidenten weckt bei Reuters und anderen Medien die Befürchtung, dass Putin Trump über den künstlichen Charakter der ukrainischen Staatlichkeit aufklären wolle. Die Mappe könnte allerdings auch viele historische Karten beinhalten, die russische Ansprüche an die Ukraine untermauern.

      Und was, wenn diese Befürchtung nicht unbegründet ist? Da Trumps Aufmerksamkeitsspanne bekanntlich eher kurz ist, könnte er in der Tat nach einer Viertelstunde Geschichtsvortrag, angefangen bei der Kiewer Rus, die Geduld wegen der ganzen Ukraine-Angelegenheiten verlieren und sagen: "Wladimir, mach mit der Ukraine, was Du willst, aber lass mich mit dem Geschichtszeug in Ruhe!"?

    • 22:21 Uhr

      "Streben nach Frieden": Das erste offizielle Foto veröffentlicht

      Das Weiße Haus veröffentlichte auf X vor Beginn der Gespräche ein gemeinsames Foto von Trump und Putin. Das Kurzkommentar dazu lautete: "Auf der Suche nach Frieden", was an das Motto des Gipfels erinnert: "Streben nach Frieden". 

    • 22:12 Uhr

      Die Staatsoberhäupter schüttelten sich zweimal die Hände 

      Putin und Trump haben sich bei ihrem Treffen in Alaska zweimal die Hände geschüttelt. Der erste Händedruck fand auf dem Flugplatz in Anchorage statt und dauerte 11 Sekunden. Trump war der erste, der dem russischen Präsidenten die Hand reichte.

      Der zweite Händedruck, der 15 Sekunden dauerte, fand auf einem speziell für die beiden Staatsoberhäupter vorbereiteten Podium statt.

      Der Händedruck von Putin und Trump wirkte aufrichtig, sagte die ehemalige österreichische Außenministerin Karin Kneissl. Es sei sehr nützlich, dass Wladimir Wladimirowitsch Putin Englisch spricht. Mögen ihre Treffen gründlich und vertrauensbildend sein und ein neues Kapitel aufschlagen, so Kneissl. 

    • 22:00 Uhr

      Körpersprache: Analyse beginnt

      Die ersten Aufnahmen vom Beginn der Verhandlungen zwischen Putin und Trump gehen um die Welt. Sofort wird die Körpersprache beider Staatslenker zum Diskussionsstoff. Handbewegungen, Körperhaltung und Gesichtsausdruck während ihres Treffens werden von Experten und einfachen Beobachtern studiert und Schlüsse auf den Erfolg der Verhandlungen gezogen.

      Wie der russische Politanalyst Oleg Tsarjow auf Telegram anmerkt, seien die Posen der beiden Präsidenten im Allgemeinen ähnlich.

    • 21:35 Uhr

      Verhandlungen zwischen Putin und Trump haben begonnen

      Mittlerweile gibt es erste Aufnahmen von Putin und Trump am Verhandlungsort während des Gesprächs.

      Allerdings drang bislang nicht an die Öffentlichkeit, was besprochen wurde. Die Journalisten mussten den Raum verlassen, als die eigentlichen Verhandlungen begannen.

      Die Verhandlungen finden im Drei-zu-Drei-Format statt. Auf russischer Seite Präsident Putin, Außenminister Lawrow und Präsidentenberater Uschakow; auf US-amerikanischer Seite Präsident Trump, Außenminister Rubio und der Sondergesandte Witkoff.

    • 21:30 Uhr

      US-Flugzeugstaffel überfliegt das Rollfeld

      Während sich die Präsidenten begrüßten, überflog eine US-amerikanische Flugzeugstaffel das Rollfeld. Beide Präsidenten hoben den Kopf und blickten nach oben. Es handelte sich um einen der beiden strategischen Langstrecken-Tarnkappenbomber USAF B-2A "Spirit", die Putins Maschine während ihres Anflugs auf Anchorage begleitet hatten, eskortiert von vier Kampfbombern des Typs F-35 Lightning II. Ein Wink mit dem Zaunpfahl auf die vorhandene militärische Stärke der USA oder ein Höflichkeitserweis gegenüber dem russischen Gast?

    • 21:19 Uhr

      Putin und Trump treffen sich und machen ihr erstes gemeinsames Foto

      Nach der Landung der beiden Präsidentenmaschinen in Anchorage wartet US-Präsident Donald Trump auf dem Roten Teppich auf Präsident Wladimir Putin auf dem Rollfeld des Militärflughafens. Putin kommt auf Trump zu und betritt den roten Teppich. Sie schütteln sich die Hände. Beide lächeln und beide berühren auch den Arm des Gegenübers. Putin sagt etwas zu seinem Amtskollegen und hebt dabei den linken Zeigefinger. Das alles geschieht in einer sehr freundlichen und herzlichen Atmosphäre.

      Dabei kam es zu einer Armberührung vonseiten Trumps. Diese hätte zuerst als Überlegenheitsgeste Trumps gegenüber dem körperlich kleineren Putin gewertet werden können, aber auch Putin fasste Trump am Arm, sodass auch diese Gesten ausgeglichen wirkten.

      Bemerkenswert ist, dass Putin offenbar nicht in seinen Präsidenten-Aurus gestiegen ist, sondern bei Trump im Cadillac mitfuhr. Anscheinend haben die beiden Präsidenten viel miteinander zu besprechen.


    • 21:14 Uhr

      US-Beamte: Es braucht Möhren für Russland

      Wo die Deutschen von Zuckerbrot und Peitsche reden, spricht man im Englischen von Möhre und Stock. Dem Sender CNN gegenüber haben sich nun anonyme Regierungsvertreter geäußert und mit Kritik an den europäischen Politikern nicht gespart: Es brauche Möhren für Putin, um die Räder für Frieden in der Ukraine in Bewegung zu setzen.

      Dabei könne es sich um neue Geschäfte mit Russland handeln, oder um einen Vertrag über strategische Waffen – der New-START-Vertrag zur Begrenzung strategischer Atomwaffen läuft demnächst aus, und Russland hat bereits sein Interesse an einer Fortsetzung bekundet, um ein atomares Wettrüsten zu vermeiden.

      Die US-Regierung habe, so die Quellen, vor dem Gipfel eng mit den Europäern zusammengearbeitet, aber das hätte den Eindruck hinterlassen, die Europäer verstünden die Notwendigkeit nicht, Russland an den Verhandlungstisch zu bekommen.

      "Die Europäer haben seit Jahren nicht an Möhren gedacht."

      Die in Europa gepflegte Abneigung gegen jedes Gespräch, weil das als Belohnung für den russischen Einmarsch in die Ukraine gesehen werden könnte, sei "kindisch und unpraktisch", so ein anderer Beamter.

    • 20:54 Uhr

      Wladimir Putin in Alaska gelandet

      Beide Präsidenten sind in Anchorage angekommen. Das Flugzeug von US-Präsident Trump kam zuerst an. Mittlerweile ist auch der Flieger von Präsident Putin gelandet. Das offizielle Fahrzeug des russischen Präsidenten, der Aurus, ist bereits vorgefahren. Eine Delegation russischer Offizieller wartet vor der Gangway, um ihren Präsidenten zu empfangen. Dass Präsident Donald Trump noch nicht aus der Airforce One ausgestiegen ist, wird als Zeichen der Höflichkeit gegenüber seinem russischen Amtskollegen gewertet. Offenbar ist das Treffen Sekunde für Sekunde genauestens geplant.

      Gerade ist Wladimir Putin aus dem Flugzeug ausgestiegen. 

      Die beiden Präsidenten werden sich gleich auf dem Rollfeld begrüßen. 

      Dann steigen beide Präsidenten in ihre Autos.


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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    16.08.2025

    «Russland gewinnt diesen Krieg»: Uno-Spitzendiplomat Schulenburg über da...


    DIE WELTWOCHE


    youtube.com, vom13.08.2025

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    Info: Video  https://youtu.be/DdLm6v8EGwY?si=JQ6xkEH7t7E5gy0p Dauer 38:48 Min.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    16.08.2025

    Screenshot_2025_08_16_at_22_25_43_Die_deutsche_Russlandpolitik_ist_an_ihrer_Realit_tsverweigerung_zerschellt

    nachdenkseiten.de, 15. August 2025 um 9:00 Ein Kommentar vonMarcus Klöckner

    „Es ist immer gut, wenn über die Beendigung von Kriegen gesprochen wird“, sagte Johann Wadephul im Hinblick auf den Ukraine-Krieg im „heute journal“. Das ist ein Satz, wie ihn jeder Grundschüler hätte formulieren können. Die Aussage dokumentiert den Qualitätsverfall im Auswärtigen Amt und in der Konsequenz: der deutschen Diplomatie. Einer deutschen Russlandpolitik, die an ihrer eigenen Realitätsverweigerung zerschellt ist, bleibt nur noch die Flucht in die Banalität.


    Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

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    Während der Krieg in der Ukraine Opfer im Millionenbereich gefordert hat, führt sich die deutsche Außenpolitik selbst vor – und merkt es nicht einmal. Dampfplauderei anstelle diplomatischer Brillanz? Johann Wadephul zeigt, wie das geht. „Es ist immer gut, wenn über die Beendigung von Kriegen gesprochen wird“, sagte Wadephul und zeigte damit: Diese Außenpolitik der Bundesrepublik in Sachen Ukraine-Krieg hat außer Phrasendrescherei nichts zu bieten. Vom Beginn des Krieges an hat sie sich selbst beschnitten. Das Wissen, das Können, die Reputation, die im Auswärtigen Amt verwurzelt war: mit Ansage herausgerissen und sich einer eiskalten transatlantischen Machtpolitik untergeordnet. Und jetzt, nach über drei Jahren Krieg, wo es – zumindest vordergründig – nach Schritten zum Frieden aussieht, bemüht Wadephul die pure Banalität.

    Das Tragische an dem Auftritt ist: Weder Wadephul selbst noch das Auswärtige Amt noch die Bundesregierung scheinen zu erkennen, mit welch minimalistischer Intelligenz die gegenwärtige Russlandpolitik ausgestattet ist. Das Auftreten Wadephuls ähnelt dem eines uralten, unter Realitätsverlust leidenden Boxers, der längst seinen Zenit überschritten hat und nur noch in völliger Selbstüberschätzung durch den Ring torkelt. Die Zuschauer, der Ringrichter, die Gegner – alle wünschen sich: Möge er doch sofort aufhören. Doch Wadephul steht ja nicht im Ring. Er ist kein Boxer und kämpft nicht. Seine Aufgabe besteht lediglich darin, in einer Situation, die doch längst so klar ist, wie es klarer nicht geht, die richtige Politik zu veranschlagen. Die richtige Politik, das wäre: Vollbremsung! So schnell es nur geht einsehen, dass Deutschland sich in einen Stellvertreterkrieg hat verwickeln lassen; dass Deutschland auf Kosten der Steuerzahler US-amerikanische Tiefenpolitik bedient; dass die Politik der Konfrontation zu Russland gescheitert ist; dass Waffenlieferungen falsch sind und echte Diplomatie nötig ist.

    Wäre das erkannt worden: Die richtigen Worte, ausgefüllt mit einer inhaltlichen Dichte, die der Reputation des Auswärtigen Amtes gerecht würde, sie kämen von allein über die Lippen. Aber diese Ignoranz, diese Verbohrtheit, dieses Nicht-wissen-Wollen, diese Starrköpfigkeit, diese feste Überzeugung, der Öffentlichkeit den größten politischen Schwachsinn auftischen zu können, sind seit Langem Kennzeichen der deutschen Politik. Der Auftritt Wadephuls zeigt: Die deutsche Außenpolitik ist an ihrem eigenen Realitätsverlust zerrschellt. Er zeigt ferner das traurige Schauspiel, wie es aussieht, wenn versucht wird, Wrackteile aufzupolieren und als neuwertige, hochwertige Ware anzupreisen. So, wie der uneinsichtige Boxer auch nach seiner K.-o.-Niederlage immer noch glaubt, dass er kurz vor dem Sieg war und es beim nächsten Mal schaffen wird, so verquer gibt sich die deutsche Russlandpolitik. Über 40 Milliarden Euro hat sie in die Ukraine gepumpt, die deutsch-russischen Beziehungen auf politischer Ebene hat sie mit dem Vorschlaghammer zerschlagen. Die schier unzähligen toten, verstümmelten und traumatisierten Soldaten: Sie liegen doch vor den Augen der deutschen Regierung. Aber diese Politik zeigt sich außerstande, die Realität anzuerkennen. Was bleibt, sind Aussagen – längst nicht nur von Wadephul –, durchtränkt von inhaltlicher Trivialität.

    Es ist immer gut, wenn über die Beendigung von Kriegen gesprochen wird. Es ist immer gut, wenn nicht mehr getötet wird. Es ist immer gut, wenn nicht mehr geschossen wird. Es ist immer gut, wenn Frieden ist.

    Für Erkenntnisse und Aussagen dieser Art bedarf es wahrlich keiner hochbezahlten Top-Diplomaten. Die Welt braucht echte Diplomaten, die tragfähige Lösungen ausarbeiten und dann auch für deren Umsetzung sorgen. Das hat die deutsche Außenpolitik nicht vermocht, und daran muss sie sich messen lassen.


    Titelbild: paparazzza / Shutterstock


    Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik Audio-Podcast Bundesregierung


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    Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=137432


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    16.08.2025

    Der deutsche Beitrag zur Diplomatie: Mehr US-Waffen und mehr Sanktionen

    lostineu.eu, vom 15. August 2025

    Kurz vor dem Alaska-Gipfel hat sich Kanzler Merz noch einmal zu Wort gemeldet. “Deutschland hat in den letzten Tagen an der Seite der Ukraine und der europäischen Verbündeten den Weg zu einem Frieden aufgezeigt, der die grundlegenden Sicherheitsinteressen Europas und der Ukraine wahrt”, behauptet Merz. Doch das ist Schall und Rauch – Symbolpolitik von der Seitenlinie. Deutschland und die EU haben Diplomatie seit drei Jahren systematisch verhindert. Der einzige konkrete Beitrag zum Alaska-Gipfel sind neue Russland-Sanktionen und mehr US-Waffen für die Ukraine. Nachzulesen hier und hier. Für die Waffen, die die Ukraine bestellt hat, machte Merz mal eben 500 Mill. Euro locker. Trump kassiert und liefert – vielleicht…

    Siehe auch Vor Alaska-Gipfel: Merz und Macron buhlen um Trump – und verrennen sich

    P.S. “Europa sagt mir nicht, was ich zu tun habe”, erklärt Trump auf der Anreise nach Alaska. Er werde selbst entscheiden – und nicht einfach Merz & Co. folgen. Wieder ein Dämpfer für den Kanzler, der doch immer wieder versucht, Trumps Gunst zu kaufen…

    ‹ Deutsche Migrationspolitik: Wir schaffen das nicht mehr › Trump kommt Putin weit entgegen – EUropäer geraten unter Druck

    8 Comments

    1. Van der haegen Tony
      16. August 2025 @ 17:48

      Ich folge die Deutsche Politik.

    Antworten

    • ebo
      16. August 2025 @ 17:58

      Was meinen Sie damit?

      Antworten

  • hg
    16. August 2025 @ 08:52

    Wenn das alles i d Hose geht, kommt dann das Fressen vor der Moral!?

    Antworten

  • Guido B.
    16. August 2025 @ 08:31

    „Deutschland und die EU haben Diplomatie seit drei Jahren systematisch verhindert.“

    Kommt drauf an, was man im Westen heute unter Diplomatie versteht. Kartellabsprachen zur Erhaltung des Kriegs gegen Russland setzen auch Diplomatie voraus. Tatsächlich waren die diplomatischen Aktivitäten im Westen noch nie so intensiv wie in den letzten 10 Jahren. So ein Krieg ALLE gegen EINEN führt sich ja nicht von selbst, vor allem, wenn er dermaßen selbstschädigend ist. Dazu benötigt es ungeheure diplomatische Ressourcen – innerhalb der westlichen Kriegsgemeinschaft. Nicht nur für Geld- und Waffenlieferungen, sondern ebenso für die Harmonisierung des Narrativs. Der Westen ist in diplomatischer Höchstform!

    Antworten

  • european
    16. August 2025 @ 07:46

    Wer etwas anderes erwartet hat, ist einfach nur naiv. Trump zeigt den Europäern seit seinem Amtsantritt die kalte Schulter. Warum sollte sich das jetzt ändern? Nüchtern betrachtet, gibt es keinen Grund.

    Jetzt hat es ein erstes Treffen gegeben. Man liest von einem geplanten Gegenbesuch von Trump in Moskau. Da werden Wirtschaftsbeziehungen zum Vorteil beider Länder vereinbart und die Friedensverhandlungen weitergeführt. Zahlen werden die Europäer. Die haben sich ja von Anfang an darum gerissen. Die EUCO-Präsidentin wird die Aufnahme der Ukraine in die EU durchpeitschen, die europäischen Bürger werden mit Austerität und zusätzlichen Belastungen beglückt und der Spin an den politischen Außengrenzen wird sich weiter beschleunigen.

    Michael von der Schulenburg hat gerade dazu ein interessantes Gespräch mit der Weltwoche geführt. „Russland gewinnt diesen Krieg“

    https://youtu.be/DdLm6v8EGwY

    Diese EU wird daran zerbrechen, politisch und wirtschaftlich. Hier noch einmal der Artikel in der FT aus 2023 über die Kosten des EU-Beitritts der Ukraine und die Auswirkungen auf die Mitgliedsländer.

    https://www.ft.com/content/a8834254-b8f9-4385-b043-04c2a7cd54c8

    Antworten

  • Stef
    16. August 2025 @ 07:42

    Das größte Problem ist weniger, dass Merz erfolglos versucht Trumps Gunst zu kaufen. Auch nicht, dass der Bundesregierung nichts besseres einfällt, als immer mehr Waffen zu kaufen und in die Ukraine zu schicken. Das ist zwar alles katastrophal genug.

    Als weitaus schlimmer empfinde ich, dass eine Anerkennung der Realitäten in diesem Lande vermutlich das Ende der Regierung und der sie tragenden Parteien bedeuten würde. Ein klarer Blick auf die Geschichte des Ukrainekriegs, auf seinen absehbaren Ausgang und auf seine Begleiterscheinungen wie z.B. die Zerstörung von Nordstream durch die verbündete USA lässt sich unter keinem Gesichtspunkt mit der offiziellen regierungsamtlichen Lesart verheirateten. Damit sind wir weiterhin und mindestens auf Jahre dazu verdammt, mit extremen Gemeinwohlverlusten die Coverstory unserer politischen Elite zu bezahlen. Zudem bleiben wir schon unter Hinweis auf bloße Fakten massiv erpressbar.

    Antworten

  • Arthur Dent
    15. August 2025 @ 23:36

    aber die Unzufriedenhaeit wächst. Die Bahn fährt weiterhin auf der letzten Rille und sucht einen neuen Trainer. Thyssenkrupp schreibt rote Zahllen. Maschinenbau baut Stellen ab. Was macht der Wasserstoffhochlauf? Der Bau eines Gaskraftwerkes dauert etwa 5 – 6 Jahre, bis 2030 sollen 20 Gigawatt installiert sein. Bis jetzt sind die nicht mal ausgeschrieben, aber RWE legt 2030 seine Braunkohlenkraftwerke still. Wo soll die Fernwärme für die kommunale Wärmeplanung herkommen? Wärmepumpen, E-Autos, Digitalisierung??? Vertrauen in die Rente – und dass sich das unter Merz verbessert? Eher nicht.

    Antworten

  • Erneuerung
    15. August 2025 @ 18:59

    Es sind Henkersgelder, abgezweigt vom dummen Bauern, der kann ja länger arbeiten, um Rente zu bekommen, und kann seine Arztrechnungen selbst bezahlen. Am Kräfteverhältnis ändern sie nichts oder nur in der nicht gewünschten Richtung. Hier läuft ein ganz böses Spiel, es werden demnächst massenhaft Leute benötigt, um die Scherben zu beseitigen.

    Antworten

  • Was sagen Sie dazu?

    Die Ukraine ist das korrupteste L …von ebo16. August 2025, 20:31

    Mit dem Zug durch Europa - auf Ko …von KK11. August 2025, 16:30

    Weitere Kommentare hier (Forum)


    Info: https://lostineu.eu/der-deutsche-beitrag-zur-diplomatie-mehr-sanktionen-und-geld-fuer-mehr-us-waffen/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    Vor Alaska-Gipfel: Merz und Macron buhlen um Trump – und verrennen sich


    Screenshot_2025_08_16_at_21_54_44_Lost_in_EUrope_Update

    Quelle


    lostineu.eu, vom 14. August 2025

    Wer ist der beste Trump-Flüsterer? Nach Nato-Chef Rutte versuchen auch Kanzler Merz und Präsident Macron, den MAGA-Mann zu beeinflussen. Es wird peinlich – und unrealistisch.

    Weil sie selbst nicht genug Einfluß besitzen und nicht einmal am Verhandlungstisch sitzen, müssen die EUropäer bei US-Präsident Trump betteln, damit er ihre Wünsche beim Gipfel mit Kremlchef Putin berücksichtigt.

    Doch anders, als es die Leitmedien gern darstellen, geht dieses Liebeswerben nicht geordnet im Rahmen der EU vonstatten. Vielmehr versucht ein jeder, sich selbst in Szene zu setzen.

    Nach Nato-Generalsekretär Rutte, der sich seit langem als “Trump-Flüsterer” präsentiert, versuchen nun auch Kanzler Merz und Präsident Macron, den Amerikaner auf ihre Seite zu ziehen.

    Merz, der die “Führung” in der europäischen Ukraine-Politik für sich reklamiert, lud zu einer Videokonferenz. Der ukrainische Staatschef Selenskyj war dafür eigens nach Berlin gereist.

    Danach ließ sich Merz zu dem peinlichen Satz hinreißen: “Wir wollen, dass Präsident Donald Trump in Anchorage Erfolg hat.” Das zeigt, wie unterwürfig der CDU-Politiker agiert.

    Etwas selbstbewußter präsentiert sich Frankreichs Staatschef Macron. Er setzte ein Treffen der “Koalition der Willigen” an und versuchte ebenfalls, Trump in seinem Sinne zu beeinflussen.

    Die Merz- und Macron-Show zeigt wieder einmal, dass die EU – wenn es darauf ankommt – nicht funktioniert. Sie steht machtlos an der Seitenlinie und muß zuschauen, wie Berlin und Paris um “Daddy” Trump buhlen.

    Und was ist herausgekommen? Die Forderung nach einem Waffenstillstand – und das vage Versprechen Trumps, die Wünsche zu berücksichtigen. Der US-Präsident sprach sogar von einem “sehr guten” Gespräch.

    Allerdings blieb offen, wer die meisten Punkte machen konnte. Merz, Macron, Rutte oder Selenskyj? Trump kann sich aussuchen, wem er einen Gefallen tut – und auf wen er die Kosten abwälzt. Merz will ja bekanntlich alles zahlen…

     

    Siehe auch Deutschland will in der Ukraine führen – und folgt Trump sowie Trump-Putin: Drei mögliche Ergebnisse – alle sind schlecht

    P.S Die diversen europäischen Forderungen lassen sich lt. “Politico” so zusammenfassen:

    • No land talks before ceasefire
    • No sanctions relief for Russia
    • Russia must pay war damages ($500bn–$1tn)
    • Ukraine joins NATO/EU
    • Russia returns POWs and abducted children

    Realistisch sind die meisten Forderungen nicht. Moskau hat sie bereits als bedeutungslos zurückgewiesen…

    ‹ Letzte Chance in der Migrationspolitik: Alle folgen Meloni – ausgerechnet › Trump-Putin: Drei mögliche Ergebnisse – alle sind schlecht, eins katastrophal

    14 Comments

    1. Kleopatra
      16. August 2025 @ 09:48

      Sie haben sicher recht, dass Russland nicht gewillt ist, die Kriegsgefangenen freizugeben und die entführten Kinder zurückzuführen. Allerdings ist das Erste bei einem Ende eines Krieges selbstverständlich und das Zweite (bezüglich der entführten Kinder) sollte es erst recht sein, weil Russland hier in kriegsverbrecherischer Weise seine Besatzungsgewalt missbraucht hat. Wenn eine Ablehnung dieser beiden Forderungen durch Russland als selbstverständlich erwartbar antizipiert werden kann, bedeutet das letztlich, dass Russland eine nicht friedensfähige kriegsverbrecherische Macht ist, mit der kein Frieden, sondern nur ein Waffenstillstand möglich ist.

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    • Monika
      16. August 2025 @ 12:12

      Hier einige konkrete Beispiele medial als “humanitär” befeuerte “Kinderrettungsaktionen” der USA, im Zuge ihrer (völkerrechtswidrigen) Militäroperationen in
      Korea: zw.1950 und 1980 werden mehr als 100.000 Kinder in die USA evakuiert und dort zur Adaption freigegeben.
      Vietnam: Aktion “Baby-Lift”, über 3000 Kinder.
      Irak: ab 2003 übernehmen NGOs und religiöse Institutionen diese “Kinderrettungs-Dienste” von der US-Regierung, die US-Regierung war zurückhaltender geworden, da Adoptionsprogramme in muslimischen Ländern oft kulturell und rechtlich problematisch sind.
      Haiti: 2010 erstmalig vorsichtige mediale Kritik an der “vorschnellen Einstufung der Geretteten als Waisenkinder”, denn nachweislich lebten viele Eltern der geretteten Kinder noch. Über Rückführungsprogramme ist nichts bekannt.
      Alle Aktionen wurden stets als lobenswerter humanitärer Beitrag in grausamen Zeiten bewertet. Nie wurde von Kindesentzug oder gar Kindesraub gesprochen, der aus böswilliger grausamer Absicht heraus ein Mittel der Kriegsführung gewesen wäre.
      @Kleopatra: lassen sie’s doch einfach, ihr nicht stichhaltiges Gegeifere!

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  • hg
    16. August 2025 @ 08:49

    Trump: Right or wrong, I’m the Captain!

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  • KK
    14. August 2025 @ 13:20

    “Vielmehr versucht ein jeder, sich selbst in Szene zu setzen.”

    Hat schon was von Bordsteinschwalben am Strassenstrich…

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  • Helmut Höft
    14. August 2025 @ 12:12

    Grundsätzlich zum Thema:
    Zum ängstigen oder schmunzeln (aus ntv): Berlin Tag & Macht – Fällt Lars das Klingbeil über den Kanzler? Hieraus * hihi * zu Markus S. (Bayern): (Codename: Das Orakel von Selfie) * pruust * hier: https://www.n-tv.de/politik/Faellt-Lars-das-Klingbeil-ueber-den-Kanzler-article25964910.html

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  • Helmut Höft
    14. August 2025 @ 11:52

    Der US-Präsident sprach sogar von einem “sehr guten” Gespräch. Na sicher, er hatte an dem Gestrampel seine helle Freude.

    … die EU – wenn es darauf ankommt – nicht funktioniert. So ist das. Wenn es gefühlt(!!!) – oder tatsächlich – um Selbsterhaltung geht verschwindet alles, was eigentlich den Menschen ausmachen sollte.

    Zu Joachim-Friedrich Martin Josef ist jedes Wort überflüssig, so isser halt, unser Mopedrocker aus’m Sauerland. Zwischenruf von der besten Gattin (liest vor): „Trump bezeichnet Merz und Co. als „großartige Menschen“ … großartige Menschen die einen Deal wollen.“ und kommentiert: So tief kann man sinken!

    Zurück zum Frieden, wie war das noch? „Es ist Frieden aber keiner geht hin!“ o)

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  • european
    14. August 2025 @ 09:45

    Merz, Macron, Starmer….

    Innenpolitisch sinkende Schiffe bekommen aussenpolitisch nichts auf die Kette, weil sie sich in ihren Selbstbildern verrannt haben. Nun hoffen sie auf Trump, dass er ihnen aus dem Schlammassel hilft und sie zuhause ihr angeschlagenes Image wenigstens etwas aufpolieren koennen. In der Zwischenzeit erhoeht sich der Spin an den politischen Aussengrenzen. Reform UK mit Nigel Farage liegt in Umfragen 10 Punkte vor Starmer, die AfD hat in der letzten Umfrage die CDU ueberholt und dem Rassemblement sagt man ca. 32% voraus, wenn es jetzt Wahlen gaebe. Meloni fuehrt nach wie vor mit ca. 30% unangefochten.

    Merz ging es nur um Merz im Kanzlersessel. Weder ist er “ein Mann der Wirtschaft” wie behauptet, noch hat er innen- wie aussenpolitisch eine Idee, wie Deutschland wieder aus dem Schlammassel kommen soll. Von der EU ganz zu schweigen. Ich hab noch im Ohr wie er vor der Wahl noch behauptete, dass die EU auf die deutsche Fuehrung warte, womit er sich selbst meinte. Er ist und bleibt ein Duennbrettbohrer, ein Lobbyist und Aktienspekulant, ein Steuerprofiteur, der am Verkauf der angeschlagenen WestLB an HSBC ca. 1.9 Mio Euro verdient hat. 5000 Euro pro Tag, auch am Wochenende, Geld der Steuerzahler. Dass ist der Mann, der den Buergergeldempfaengern sagt, dass der Staat kein Selbstbedienungsladen ist. *wuerg ????

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    • Arthur Dent
      14. August 2025 @ 12:22

      @european
      „Von der EU ganz zu schweigen“…
      – hat die EU eigentlich schon das Zeitumstellungsproblem gelöst ???
      No bail-out hieß es noch bei der „Griechenland-Rettung“, wie hat der Wolfgang damals geknausert0 und Griechenland aus dem Euro drängen wollen, heute rettet KopfschMerz die Ukraine, morgen Afrika und übermorgen das ganze Universum.
      Die europäischen Forderungen kann man getrost als Brief an den Nikolaus senden.
      Trump und Putin werden einen Deal machen und Donald kann sagen: „Tut mir leid, mehr war nicht drin – es war das Beste was ich für euch EUropäer rausholen konnte. Aber ihr habt jetzt Planungssicherheit.“

      Antworten

      • KK
        14. August 2025 @ 18:35

        Die Zeiten werden nicht mehr umgestellt, die werden jetzt stattdessen gewendet!

  • Michael
    14. August 2025 @ 09:04

    Im Moment siehst es für mich so aus als müssten Putin und Trump Europa und insbesondere Merz, Macron, Starmer und Tusk (UvdL und Selenskyj nenne ich bewußt nicht weil sie nurmehr gescheiterte Lachnummern sind!)voll auflaufen lassen ehe diese Kohorten Einsicht zeigen und sich etwas ändert!

    Antworten

  • hg
    14. August 2025 @ 08:48

    Nicht der kollektive Westen, es sind allein die Interessen Uncle Sam s, hin zur “einzigen Weltmacht”; Z. Brczinski, und dazu braucht er seine Vasallen- Armeen. CHIN schaut so besorgt wie genau zu!

    Antworten

  • Guido B.
    14. August 2025 @ 07:52

    Geopolitik ist irgendwie auch drollig.

    Russland besetzt seit 2022 20% des ukrainischen Territoriums im Osten und Süden – und erobert trotz massiver Schützenhilfe des gesamten Westens inkl. Nato täglich mehr.

    Der gesamte Westen arbeitet seit vielen Jahren an einem Sanktionspaket nach dem andern, um Russland zu ruinieren. Aber Russland bleibt stabil und kann auf die Unterstützung potenter Freunde zählen (BRICS, Nordkorea).

    Kurz vor dem Treffen in Alaska droht der gesamte Westen mit weiteren harten Sanktionen, falls Putin keinen Diktatfrieden akzeptiert und kapituliert. Und falls er dem „bedingungslosen und sofortigen“ Waffenstillstand zustimmt, will der Westen sofort „Sicherheitstruppen“ in die Ukraine schicken. Die EU und UK arbeiten bereits an neuen Sanktionspaketen.

    Kurz: Russland gewinnt den Krieg auf dem Schlachtfeld. Die Ukraine hätte unter normalen Unständen ein grosses Interesse, auf russische Forderungen einzugehen, um weiteres Unheil zu verhindern.

    Aber der kollektive Westen will, dass die Ukraine weiterkämpft. Darum stellt er Vorbedingungen für Friedensverhandlungen, die Russland auf gar keinen Fall annehmen kann, weil sein Krieg sonst völlig umsonst gewesen wäre.

    Alle fordern Frieden, aber der Krieg muss weitergehen.

    Was für eine Farce!

    Antworten

    • Monika
      14. August 2025 @ 09:09

      ..falls Putin keinen Diktatfrieden akzeptiert und kapituliert..

      Und mit Diktatfrieden WK1 und Kapitulation WK2 kennt Deutschland, der selbsternannte Führer der EU, sich ja bestens aus! Im dritten Versuch -denn „aller guten (?) Dinge sind bekanntermaßen drei“, soviel Zahlenmystik muss mindestens sein- spielt „Deutschland im Merz“ nun seine Großmachtphantastereien über die europäische Bande aus. Ja, der Friederich, der Friederich…
      …war bekanntlich ein „Großer“ und auch unser Friederich von heute möchte in die Annalen als „Großer“ eingehen. Denn was nutzt einem Reichtum, wenn er nicht in Macht und Ansehen umgemünzt werden kann? Wobei bei „Ansehen“ eher die anderen ihn vor Angst und Ehrfurcht zitterend ansehen sollen. Der Mann krankt stark an sich.
      Und eingedenk seines „selbst“losen Daseins wird er zum großen Wüterich. Das sind die unbestechlichen Gesetze der menschlichen Psyche.
      Drollig, wenns nicht so traurig wäre.

      Antworten

  • Erneuerung
    14. August 2025 @ 06:35

    Europa lässt keine Gelegenheit aus, um sich selbst zu schaden. Welche Druckmittel hat denn der Wertewesten derzeit noch? Das 10 x höhere Militärbudget als Russland? Das interessiert Putin weniger, die Antwort wurde bereite gegeben: Flexibilität und Unberechenbarkeit auf der ganzen Welt. Der Wertewesten kann nicht alles kontrollieren. Und dann dreht der Verrückte im Nahen Osten gleichzeitig noch so richtig auf und möchte Gaza komplett vernichten. Nicht auszuschließen ist, dass sich damit Irael selbst noch mehr ins Abseits schießt und der amerikanische Steuerzahler nicht mehr bereit ist, dafür zu zahlen. Die Europäer werden dies auch nicht ersetzen können und wollen (außer Deutschland natürlich, denn das ist hier Staatsräson). Die deutsche Industrie ist, neben der Mehrzahl der Einwohner, nach 100 Tagen Merz schon ganz ordentlich frustriert, da können ruhig weitere teure Solidaritätsbekundungen Deutschlands für die Ukraine und den Verrückten Mileikowsky durchaus hilfreich sein, für den Komplettabsturz.

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    Info: https://lostineu.eu/vor-putin-gipfel-merz-und-macron-buhlen-um-trump/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    16.08.2025

    Nachrichten von Pressenza: Yona Roseman (19): „Israel begeht Völkermord, und wir müssen Widerstand leisten.“

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>,16. August 2025


    Nachrichten von Pressenza - 16.08.2025


    Yona Roseman (19): „Israel begeht Völkermord, und wir müssen Widerstand leisten.“


    Am kommenden Sonntag, dem 17. August, um 10:00 Uhr, wird Yona Roseman, eine 19-Jährige aus Haifa, die im dortigen Rekrutierungslager den Dienst verweigern, um gegen den Völkermord in Gaza zu protestieren. Sie wird wahrscheinlich vor Gericht gestellt und ins Gefängnis&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/08/yona-roseman-19-israel-begeht-voelkermord-und-wir-muessen-widerstand-leisten/


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    Was ist gewaltfreie zivile Verteidigung?


    Angesichts der aktuellen geopolitischen Lage besteht die Befürchtung, dass in den kommenden Jahren außerhalb der Ukraine, vor den Toren Europas oder sogar innerhalb Europas ein Krieg ausbrechen könnte. Ist es nicht an der Zeit, dass die Völker frei über ihre&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/08/was-ist-gewaltfreie-zivile-verteidigung/


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    Der Generationenvertrag &#8211; Nachhaltige Rentenmärchen


    Bei all den Wenden, Auf- und Umbrüchen gibt es im Sozialwesen Narrative, die eine erstaunliche Haltbarkeit zeigen. Hier das Beispiel Rentenversicherung. Die gesetzliche Rentenversicherung ist ein Dauerthema in der deutschen Öffentlichkeit, zu dem sich ständig Wissenschaftler, Journalisten und Politiker äußern&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/08/der-generationenvertrag-nachhaltige-rentenmaerchen/


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    Die Verschwörung gegen die «Verschwörungstheoretiker»


    Schwere Vorwürfe von deutschen Forschern: Befangene Virologen manipulierten die öffentliche Meinung zur Herkunft des Virus. Martin Born für die Online-Zeitung INFOsperber Wissenschaftler, die es wagten, der These zu widersprechen, dass das Pandemievirus auf natürliche Art auf einem Wildtier-Markt in Wuhan&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/08/die-verschwoerung-gegen-die-verschwoerungstheoretiker/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    15.08.2025

    Kanzler Merz, der Kalte Krieger

    Screenshot_2025_08_16_at_19_38_28_Seniora.org_Kanzler_Merz_der_Kalte_Krieger


    Kanzler Friedrich Merz im (Wahl-)Kampf (Bild Merkur.de)


    seniora.org, 15. August 202515.08.2025 Von Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam­­­­­ - mit freundlicher Genehmigung der Autoren

    Beispiel Ukraine / Gedächtnishilfe zu Friedensverrat und Unwesen der „Koalition der Willigen“ / „Man kann sich nicht mit der NATO verbünden, ohne Mittäter zu werden

    Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich: Am 13. August (1961, die Tagesschau erinnerte natürlich) ließ SED-Staatsratsvorsitzender Ulbricht die Berliner Mauer errichten. Sie sollte den Weltfrieden wahren. Am Mittwoch, 13. August (2025), zog CDU-Kanzler Merz seine diplomatische Mauer hoch gegen US-Präsident Trumps Absicht, mit Russland ein Ende des Ukraine-Krieges auszumachen. Per Videoschalte kasperten Merz und seine Kriegsgeilinge in Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen und Finnland sowie der niederländische NATO-Büttel Rutte, EU-Betonfrisur von der Leyen und der autoritäre Ukraine-Verweser Selenskyj ab, wie man (in einer anschließenden Videoschalte) Trump und dessen Vize Vance auf russlandfeindlichem Kurs halten wollte. Merz hatte sich schon vor Tagen und vor heimischem Publikum ordentlich aufgepumpt: „… nicht hinnehmbar, dass über die Köpfe der Europäer, über die Köpfe der Ukrainer hinweg über Territorialfragen zwischen Russland und Amerika gesprochen oder gar entschieden wird.“ 

    Beim Antrittsbesuch in Washington Anfang Juni, im Angesicht seines Fürsten Donald Trump, hatte sich unser Kanzler dagegen mit heftigem Schwanzwedeln angedienert   – und sich anschließend für sein „diplomatisches Geschick“ von der rückgratfreien deutschen Medienbagage belobhudeln lassen. Warum sollten nun wir diesen Kanzlerdarsteller und seine überwiegend westeuropäische Kriegstreiber-Front hier noch von linker Warte her abmeiern, wenn das von konservativer Seite schon bestens erledigt wurde? „Schwachmaten und Schwachmatinnen, überbieten sich gegenseitig an Inkompetenz, Dummheit, Arroganz und Frechheit. Keine Peinlichkeiten, Lügen oder Angstgeschichten, um das Volk zu sedieren und es zu manipulieren, sind ihnen zu skrupellos, um sie ohne Schamgefühl zu propagieren [i]

    Die so adressierte Kumpanei treibt zum Krieg gegen Russland. Noch stemmt sich die Bevölkerungsmehrheit dagegen. Es lässt sich jedoch nicht übersehen, dass das Trommelfeuer von „Lügen oder Angstgeschichten“ über den „russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine“ in Deutschland Wirkung zeitigt. Ungeniert und gehässig verwendet die Tageschau die AgitProp-Formel „Machthaber Putin“ für den demokratisch gewählten russischen Staatspräsidenten. Das Gebot, Kommentar von Nachricht zu trennen, gilt ihr einen Dreck. Von einem “Machthaber Trump“ würden diese journalistischen Rotzlöffel nicht zu schreiben wagen.

    Kriegsminister-Verschnitt Pistorius darf immer noch behaupten, spätestens 2029 sei mit einem russischen Angriff auf Deutschland zu rechnen, ohne dass die versammelten Redaktionsbleistifte ihn beweispflichtig machen. Mit solchem Stuss sammelt der Mann Punkte. Sein Kalkül mit der Vergesslichkeit des deutschen Publikums (und mit dem talentfreien Tagesschau-Journalismus!) geht auf: Leute, hier wird konsumiert, was ich sage und was so auf den Bildschirm kommt. Der Teller wird leergegessen, dann gibt es am Schluss auch einen schönen Wetterbericht. Basta!

    Keine Sorge, liebe Leser, hier folgt jetzt keine Tagesschau-Kritik „in Einfacher Sprache“. Wir verhöhnen „bildungsferne“ Mitmenschen nicht mit verlogenen Geschichten in miesem Deutsch; das bleibt der Hauptabteilung ARD aktuell vorbehalten.

    Imperiale US-Politik

    Der NATO-Westen pumpte bis April 2025 mehr als 200 Milliarden Euro in das korrupte System der Ukraine. Deutschland ist der zweitgrößte Spender. Glaubwürdig mit Fakten und Zahlen begründet wurde die ungeheure Geldverschwendung nie. Der Öffentlichkeit wird vielmehr mit wortreichem Geschwurbel der Durchblick verstellt. Wer erinnert sich noch daran, dass Trump die Blase “russischer Angriffskrieg“ platzen ließ: Ex-Präsident Joe Biden habe   – so die nunmehr offizielle US-Linie   – den Krieg gegen Russland begonnen. Nix „Putins Krieg“!

    Das ist zwar eine arge Verkürzung der Konfliktgeschichte. Die begann nicht erst 2022 mit Biden, sondern spätestens 2014 mit Trumps Vorgänger Barack Obama. Dessen kriegswütiges und mörderisches Regime hat auch den antirussischen Putsch in Kiew finanziert und angezettelt. Aber richtig ist: In der imperialen US-Politik liegt die Wurzel des Ukraine-Krieges.

    Biden war 2022, bei Kriegsbeginn, noch sehr direkt, als er öffentlich Putins Sturz verlangte: „Um Gottes willen, dieser Mann kann nicht an der Macht bleiben.“ Um vor der Öffentlichkeit zu verbergen, dass es bei der Waffenhilfe für das neonazistisch beeinflusste Selenskyj-Regime primär nicht um die Ukraine, sondern um den westlichen Zugriff auf Russlands Reichtum geht, argumentierte man bei offiziellen Verlautbarungen dann nur noch hinterfotzig   – nach dem “Haltet-den-Dieb!“-Muster aller Polit-Gangster:  

    Der russische Präsident Putin hat einen einsamen, völkerrechtswidrigen Krieg begonnen. … ein brachialer Angriff auf unsere Freiheit, unsere gemeinsamen europäischen Werte, auf Demokratie und Rechtstaatlichkeit und der Versuch, eine diktatorische Herrschaft auszudehnen. … Putin hat mit seinem brutalen Angriffskrieg die Tür zur Diplomatie zugeschlagen…

    Die Behauptung, es handele sich beim Ukraine-Krieg um einen völkerrechtswidrigen Krieg   – „russischer Angriffskrieg“   –, ist die seit Jahren wirkungsvoll wiederholte Propagandaformel des Wertewestens. Mit dessen Repräsentanten über Völkerrechtsfragen zu debattieren ist pure Zeitverschwendung.

    Völkerrecht der Scheinheiligen

    Kein Recht der Welt hindert eine Regierung daran, ihre Interessen militärisch durchzusetzen. Das ist nun mal gang und gäbe. Abgewogen wird nicht nach rechtlichen und erst recht nicht nach moralischen Gesichtspunkten, sondern nach Machbarkeit und Konsequenzen. Das Recht des Stärkeren ist zu keinem Moment vom Völkerrecht abgelöst worden. Das Völkerrechts-Getue ist nicht mal ernst gemeint, sondern dient in erster Linie dem propagandistischen Ziel, die Welt zum jeweils eigenen Wohl in Gut und Böse einzuteilen

    Insbesondere die USA pfeifen traditionell auf das Völkerrecht: Seit Gründung der UN-Charta 1945, seit Ende des Zweiten Weltkrieges, haben sie bis zur Jahrtausendwende mehr als 100-mal andere Länder überfallen und Millionen Menschen umgebracht. Mindestens 81-mal haben sie dabei in Wahlvorgänge in anderen Ländern eingegriffen. Seit dem Jahr 2000 haben sie sich weiterer 17 (!) Angriffskriege schuldig gemacht, kleiner und großer; 4,5 Millionen Tote gehen allein in dieser kurzen Zeit auf ihr Schuld-Konto.

    Seit 1999 haben sie dabei einen zuverlässig kriecherischen Kameraden: Deutschland ist Mitmacher, zum Teil offen wie in Jugoslawien, oder klammheimlich, wie im Irak. Auch gegenüber Syrien haben sich deutsche Regierungen des Massenmords schuldig gemacht, vor allem mit Sanktionen und deren tödlichen Folgen für die syrische Zivilbevölkerung. Die politische und materielle Unterstützung islamistischer Kopfabschneider zwecks Entmachtung des vormaligen Präsidenten Baschir Assad war fraglos ebenfalls völkerrechtswidrig. Und gerade ist unsere Regierung dabei, sich mit „Übergangspräsident“ Ahmed al-Scharaa zu arrangieren, einem vormaligen IS-Terroristen, Massenmörder, Folterer und Vergewaltiger, auf den die USA einst 10 Millionen Dollar Kopfgeld ausgesetzt hatten.  

    „Politischer Realismus“ und moralischer Anstand passen zueinander wie der Pups zum Parfümladen.

    Urheber des Krieges

    Hier eine kleine Gedächtnishilfe, notwendig, weil die langen Kriegsjahre und der EU-weite russenfeindliche Meinungsterror die deutschen TV-Verbraucher den Überblick verlieren lassen: Der Ukraine-Krieg wurde vom Westen provoziert. Der Westen missachtete die Sicherheitsbedürfnisse Russlands, brach nach dem Anschluss der DDR an die BRD sein Versprechen, die NATO „keinen Schritt weiter nach Osten“ auszudehnen und betrieb fortgesetzt aggressive Einkreisungspolitik: zuletzt offensiv mit dem Angebot an die Ukraine, ihre Aufnahme in die NATO zu unterstützen. Und aggressiv mit der finanziellen und schließlich militärischen Unterstützung der Putschjunta in Kiew.

    Der Westen, angeführt von den USA und Deutschland, unterstützt ein Völkerrechtsverbrechen: den Krieg der Ukro-Junta gegen die russischstämmige Bevölkerung im Donbass und an der Schwarzmeerküste. Dass dieser Krieg seit dem Maidan-Putsch im Jahr 2014 laut OSZE-Beobachtung schon 14 000 Tote gefordert hatte, bevor Putin seinen Einmarschbefehl gab, hat die Tagesschau in ihrer 20-Uhr-Hauptausgabe nie hervorgehoben.

    Die Minsk-Verhandlungen zur Klärung der Probleme der ostukrainischen Bevölkerung wurden vom Westen bloß zum Schein geführt, um der Ukraine Gelegenheit zur Aufrüstung zu geben. Die damals Verantwortlichen Merkel, Hollande und Poroschenko haben es selber eingeräumt.

    Über Berge von Leichen

    Zur Moralkeule „brutaler russischer Angriffskrieg“: Jeder Krieg verursacht Tod und Leid für die davon heimgesuchten Menschen. Aber unbestreitbar ist, dass die Art der russischen Kriegsführung (im Vergleich zu den Kriegen des Westens und Israels) auffallend wenig tote Zivilisten ausweist. Zahlen des UN-Hochkommissars für Menschenrechte: in der Ukraine seit Beginn am 24. 2.2022 bis Ende Juni dieses Jahres 13 580 Tote und 34 115 Verletzte. In Gaza seit Beginn am 7. Oktober 2023 bis Ende Juni dieses Jahres 61 158 Tote und 151 442 Verletzte.

    Ergänzend: Im Irak-Krieg der USA starben nach deren jüngsten Untersuchungen eine halbe Million Menschen. Von einem „brutalem Angriffskrieg“ der USA ist bis heute keine Rede in Politik, Tagesschau und unter sonstigem öffentlich-rechtlichem Gesocks. Trotz des zynischen Spruchs der vormaligen US-Außenministerin Madeleine Albright, der Tod von 500.000 irakischen Kindern sei „eine sehr schwere Entscheidung [gewesen], aber wir glauben, dass der Preis es wert ist

    Vergessen ist, dass die CDU sich seinerzeit ausdrücklich zum Bruch des Völkerrechts im Irak-Krieg bekannte, weil damit „…ein Regime bekämpft wird, dass den Weltfrieden in massiver Weise bekämpft hat und auch uns in der Bundesrepublik Deutschland bedroht.“ Heute weiß man, dass die Amis und der deutsche Geheimdienst BND logen, als sie zur Kriegsrechtfertigung behaupteten, Saddam Hussein verfüge über Massenvernichtungswaffen und bedrohe damit den Westen.

    Sträflich verlogen

    Die schon zitierte Behauptung des vormaligen Grünen-Chefs Nouripour, Russland bedrohe via Ukraine-Krieg „europäische Werte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit“, und versuche, „eine diktatorische Herrschaft auszudehnen“ ist von gleicher kriegshetzerischer Qualität: nicht strafbar, aber sträflich primitiv und verlogen.  Sie ist Herrschaftsmeinung und wird durchgesetzt. Politisch und juristisch verfolgt wird, wer mit Blick auf ukrainische Neonazi-Umtriebe, Christenverfolgung, Korruption, staatlichen Terror gegen ethnische und politische Minderheiten, Auftragsmorde an prorussischen Oppositionellen und Kriegsverbrechen aller Art die deutsche Befeuerung des Ukraine-Krieges allzu deutlich und öffentlich kritisiert.

    Der Krieg in der Ukraine hat keine realen Auswirkungen auf deutsche oder europäische „Werte“, soweit damit westeuropäische politische Standards gemeint sind. Er regt allerdings die Revanche-Phantasien kriegsgeiler deutscher Politiker an: von einem dritten Anlauf gegen den „Iwan“. Deshalb bestehen sie schon mal darauf: „Putin darf diesen Krieg nicht gewinnen.

    Erinnern wir uns bitte: Die Grundrechte der ukrainischen Bürger und Bürgerinnen sind unter dem Selenskyj-Regime praktisch eliminiert. Oppositionsparteien sind verboten, die Pressefreiheit abgeschafft. Nazi-Verherrlichung gehört zum Alltag. Junge Menschen werden daran gehindert, ihr Recht auf Kriegsdienstverweigerung in Anspruch zu nehmen; sie dürfen das Land nicht verlassen. Es ist und bleibt unbegreiflich, dass solch ein Regime derart umfassende deutsche Unterstützung bekommt   – mit Waffen und mit Euro-Milliarden.  

    Lassen Sie die früheren Vorhersagen westlicher Politiker, sogenannter „Experten“ und Medienleute, zum weiteren Verlauf des Ukraine-Krieges einmal Revue passieren: nichts als Desinformation, Dummheit, Fehleinschätzung und Überlegenheitsgefasel. Wie früher, so auch heute. Die Westliche Wertegemeinschaft setzt beharrlich auf den Zusammenbruch Russlands. Dieser Aberglaube hat uns einen Berg von Schulden eingebracht. Und es wird mit circa 850 Milliarden Euro ein zweiter Schuldenberg wachsen, die der Ukraine-Wiederaufbau voraussichtlich kosten wird.

    Peinliche Propheten

    Beispiele für die geballte Idiotie der westlichen Polit-Propheten? Hier: Im Dezember 2022 tönte der Grünen-Krieger Habeck, eine Vorzeige-Niete im Ampel-Kabinett Scholz: „Putin verliert diesen Krieg auf dem Schlachtfeld“. Im August 2023 posaunte der Militärökonom und „Experte“ Marcus Keupp in den Mainstream, dass er im April 2024 eine ukrainische Gegenoffensive mit westlichen Panzern erwarte und, dass „den Russen allmählich Material und Menschen ausgehen“. Im Oktober werde Russland den Krieg verloren haben, es sei „gar kein anderer Verlauf denkbar als eine russische Niederlage.“

    Merke: Kriege haben so zu verlaufen, wie die Bundesregierung und ihre Wasserträger es vorgeben. Es passt halt nicht in ihr Bild von westlicher Überlegenheit, dass die russische Armee das ukrainische Militär weitgehend aus den Donbass-Republiken vertrieben hat. Die ukrainischen Kräfte sind ausgezehrt. Kiew lässt seine Lücken inzwischen schon mit zwangsrekrutierten jungen Ukrainern und mit über 60-jährigen Männern auffüllen und sie in den Fleischwolf werfen.

    Die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik bekräftigen ihre Erklärungen, dass von deutschem Boden nur Frieden ausgehen wird. …“ Auch dieser Satz hat völkerrechtlichen Rang. Er steht im 2+4-Vertrag, mit dem der Anschluss der DDR an die BRD besiegelt wurde. Das neue Deutschland verstößt fortwährend gegen diese Selbstverpflichtung.

    Deutscher Völkerrechtsbruch ist offenkundig. Unvergessen sind Baerbocks Tiraden „Wir führen einen Krieg gegen Russland“ und „Das wird Russland ruinieren[ii]. Bundeskanzler Merz ebenso unverblümt: „Die Ukraine muss den Krieg gewinnen und Russland muss den Krieg verlieren“. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, es käme uns sonst teuer zu stehen.

    Dass trotz erwiesener deutscher „Kriegstüchtigkeit“ per Waffenlieferungen und Euro-Milliarden an die Ukraine ein Bruch des 2+4-Vertrages geleugnet werden kann   – der Himmel ist grün, das weiß doch jeder   – zeigen unsere professionellen journalistischen „Faktenchecker“. Die können auch Handstand auf der Zunge.

    Kein Wenn und Aber mehr

    Deutschland ist Kriegspartei. Wir liefern ja nicht „nur“ Panzerhaubitzen, Patriot-Raketen und anderes schweres Kriegsgerät. Die Bundeswehr bildet ukrainische Soldaten aus und stellt Geheimdienstinformationen zur Verfügung. Beides Kriterien, die nach Darstellung des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages eine Form der Kriegsbeteiligung sind, „…  wo die Waffen unmittelbar bei der Gewaltanwendung gegen den Drittstaat zum Einsatz kommen und wo die Lieferung insgesamt so substantiell ist, dass der liefernde Staat damit tatsächlich Einfluss auf die Gewaltanwendung nimmt.“

    Das Gutachten nennt noch ein weiteres Kriterium dafür, dass eine Kriegsbeteiligung anzunehmen ist: „Außerdem müsste der liefernde Staat seinerseits die Absicht haben, mittels der Waffenlieferungen dazu beizutragen, dass der Drittstaat zu einem bestimmten Verhalten gezwungen wird“. (ebd) Tatsächlich verbindet Deutschland mit seiner Waffenlieferung die ausdrückliche Erlaubnis, sie gegen Russland einzusetzen. Und tatsächlich rollten deutsche Panzer in die russische Oblast Kursk. Damit gilt Deutschland nach richtiger völkerrechtlicher Einordnung als Kriegsteilnehmer und nicht, wie behauptet, nur als „Helfer“. Der Status als nicht selbst angegriffener Kriegsteilnehmer bedeutet zugleich einen Verstoß gegen das Friedensgebot des 2+4 Vertrages und einen Bruch des Grundgesetzes.

    Zynische Drecksäcke, die Russland „völkerrechtswidrigen Angriffskrieg“ unterstellen und zugleich alles dafür tun, dass dieser nicht endet. Wir werden regiert von Leuten, deren Egomanie ihre Talente in den Schatten stellt. Von Leuten, die sich selbst mit Orden und Ehrungen überhäufen, aber keinen Anstand haben. Sie möchten von ihren inländischen Krisen mit Bomben aufs Ausland ablenken. Krieg ist in ihren Augen keine Katastrophe, sondern ein Geschäftsmodell. Deshalb investieren sie dafür Milliarden Euro.

    Wer solche Regierungen wählt, kann es sich offenbar nicht aussuchen.“

    Anmerkung der Autoren:

    Unsere Beiträge stehen zur freien Verfügung. Wir schreiben nicht für Honorar, sondern gegen die „mediale Massenverblödung“ (in memoriam Peter Scholl-Latour). Die Texte werden vom Verein „Ständige Publikumskonferenz öffentlich-rechtlicher Medien e.V.“ dokumentiert: https://publikumskonferenz.de/blog



    Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acym&ctrl=fronturl&task=click&urlid=253&userid=3998&mailid=2828


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

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