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14.08.2025

Israel
Empörung in arabischen Ländern über Netanjahus Aussagen zu „Groß-Israel“

berliner-zeitung.de, 14.08.2025 , 17:18 Uhr

Empörung in arabischen Ländern über Netanjahus Aussagen zu „Groß-Israel“

In einem Interview bestätigte Israels Premierminister, er hänge der „Vision“ eines „Groß-Israel“ an. Dabei geht es um die biblischen Grenzen aus der Zeit des Königs Salomon.

AFP, BLZ


Israels Premierminister Benjamin NetanjahuOhad Zwigenberg/imago


Mit seiner Unterstützung für die Vision eines „Groß-Israel“ hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in mehreren arabischen Ländern Empörung hervorgerufen. Von Ägypten bis Jordanien stießen die Äußerungen von Netanjahu in einem Interview auf scharfe Kritik und wurden am Donnerstag als „Eskalation“ und „Bedrohung der Souveränität“ der Staaten der Region verurteilt.

Der Begriff „Groß-Israel“ bezieht sich auf die biblischen Grenzen aus der Zeit des Königs Salomon und umfasst neben dem Westjordanland auch Teile israelischer Nachbarländer wie Jordanien, Libanon und Syrien. Ultranationalistische Israelis streben die Besetzung dieser Gebiete aus biblischer Zeit an.

In einem Interview mit dem Fernsehsender I24 News hatte ein Journalist am Dienstag Netanjahu gefragt, ob er auch der „Vision“ eines „Groß-Israel“ anhänge. Dabei überreichte der Interviewer Sharon Gal, der kurzzeitig als rechtsgerichtetes Mitglied der Knesset tätig war, Netanjahu gegen Ende des Interviews ein Geschenk, das er als Amulett mit einer „Karte des Gelobten Landes“ bezeichnete. „Das ist meine Vision“, sagt Gal. Er scherzt, dass er Netanjahu nicht weiter in die Vorwürfe gegen den Premierminister „verwickeln“ wolle, wonach er angeblich Schmuck und andere Luxusgüter von mehreren Geschäftsleuten für sich und seine Frau Sara erhalten habe, sagt aber auch, dass er sich wünschen würde, dass Netanjahu das Amulett Sara schenkt.

„Danke“, sagt Netanjahu. „Können Sie sich mit dieser Vision identifizieren?“, fragte Gal Netanjahu. „Sehr sogar“, antwortet der Premierminister. „Wirklich?“, fragt Gal. „Sehr“, wiederholt Netanjahu. „Es ist Groß-Israel“, betont Gal.

„Wenn Sie mich fragen, sind wir hier“, antwortet Netanjahu, hält inne und fährt dann fort: „Sie wissen, dass ich oft meinen Vater erwähne. Die Generation meiner Eltern musste den Staat gründen. Und unsere Generation, meine Generation, muss sein Fortbestehen sichern. Und das sehe ich als eine große Mission.“

Ägypten und Jordanien sehen in Netanjahus Äußerung Eskalation

Das Außenministerium in Ägypten  – ie ägyptische Sinai-Halbinsel war nach dem Krieg von 1967 von Israel besetzt worden – forderte eine „Klarstellung“ von Israel zu dem Thema. Das Ministerium warnte vor „Provokation zur Instabilität, Zurückweisung der Friedensoption in der Region“ sowie einer „Eskalation“.

Das jordanische Außenministerium prangerte eine „gefährliche provokante Eskalation und eine Bedrohung der Souveränität des Landes“ an. Das Ministerium im Irak warf Israel am Donnerstag „expansionistische Bestrebungen“ vor. Auch der Irak sprach von „Provokation“.

Saudi-Arabien wies ebenfalls am Mittwoch „Besiedlungsprojekte und Expansionsideen durch die israelischen Besatzungbehörden“ zurück und hob das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat hervor. Im Februar hatten mehrere arabische Länder Netanjahus Vorschlag kritisiert, einen palästinensischen Staat auf saudiarabischem Staatsgebiet einzurichten.


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Von Moritz Weißenborn

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Info: https://www.berliner-zeitung.de/news/empoerung-in-arabischen-laendern-ueber-netanjahus-vision-eines-gross-israel-li.2349340


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

14.08.2025

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nachdenkseiten.de, 14. August 2025 um 11:00 Ein Artikel von Norman Paech

Die israelische Armee (IDF) jagt immer noch die letzten Mitglieder der Hamas, auch um den Preis unzähliger ziviler Toter, Verletzter, Vertreibungen und der Vernichtung aller Lebensgrundlagen der palästinensischen Bevölkerung. Die Hamas hat sich zwar seit Wochen für einen mehrjährigen Waffenstillstand mit gleichzeitiger Überstellung der Geiseln und Versorgung der hungernden Bevölkerung in Gaza ausgesprochen. Doch in den Augen Trumps und Netanjahus will die Organisation keinen Frieden. Ein Waffenstillstand ist derzeit nicht in Sicht, denn Netanjahu bereitet die totale militärische Einnahme Gazas vor.

Die Hamas gilt zumindest in der Vorstellung der westlichen Regierungen und ihrer Medien als Terrororganisation, da ihr Ziel die Vernichtung Israels sei, und das nicht erst seit dem 7. Oktober 2023. Sie verfolge dieses Ziel seit ihrer Gründung im Jahr 1987 unmittelbar nach der ersten Intifada mit Terroranschlägen und illegaler Gewalt. Auch in der internationalen Öffentlichkeit hat sich dieses Bild einer Terrororganisation verfestigt, jenseits von Recht und Gesetz. Ihre Verfolgung und Vernichtung bis auf den letzten Mann sei daher das Gebot der Verteidigung und des Überlebens des Staates Israel.

Wir kennen diese Stigmatisierung aus den Zeiten des antikolonialen Kampfes der sechziger und siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts, als sich die Befreiungsbewegungen vorwiegend in Afrika und Asien gegen die koloniale Herrschaft mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zur Wehr setzten und schließlich gewannen. Und dies nicht nur auf dem Kriegsschauplatz, sondern schließlich auch in der UNO. Ob ANC (African National Congress, Südafrika), SWAPO (South West Africa People’s Organisation, Süd-West Afrika), MPLA (Movimento Popular de Libertacao de Angola), Frelimo (Frente de Libertacao de Mocambique), FLN (Front de Liberation National, Algerien) oder PLO (Palestine Liberation Organisation), sie alle wurden in der westlichen Staatenwelt, noch lange nach ihrer Anerkennung in der UNO als Befreiungsbewegungen, als Terrororganisationen diskriminiert. Das endete erst mit der Übernahme der Macht in den befreiten Staaten und dem Wechsel ihrer Führer aus dem Versteck in die Regierung.

Nur noch wenige Territorien befinden sich unter fremder, kolonialer Besetzung, die von einer nationalen Bewegung auch mit Mitteln der Gewalt bekämpft wird, wie etwa in der Westsahara der Kampf der Frente Polisario – oder auch in Gaza der Kampf der Hamas, nachdem sich die PLO auf eine Art Kooperation mit der Besatzungsmacht zurückgezogen hat. Die Frage stellt sich also, welchen völkerrechtlichen Status die Hamas (harakat almuqawama al-islamya) hat. Können sich ihre Kämpfer z.B. auf den Kombattantenstatus gem. Art. 35 ff. Erstes Zusatzprotokoll (ZPI) von 1977 berufen oder sind es schlicht Terroristen, die mit dem nationalen Strafrecht Israels verfolgt und abgeurteilt werden können?

Die Hamas

Dazu zunächst einige Fakten. Wie bereits erwähnt, spielt die Feststellung, die Hamas wolle den Staat Israel vernichten, eine zentrale Rolle für ihre Qualifizierung als Terrororganisation. In ihrer Charta von 1988 waren in der Tat neben der Befreiung Palästinas die Vernichtung Israels, die Ablehnung der Zwei-Staaten-Lösung und das Bekenntnis zu einem muslimischen Staat und zum Jihad die zentralen Aussagen, verbunden mit antisemitischen Passagen. Als ein jüdischer Siedler im Jahr 1994 29 palästinensische Muslime in der Abraham-Moschee in Hebron tötete, setzte die Hamas Selbstmordattentäter gegen Zivilisten ein. Sie festigte damit ihren Ruf als Terrororganisation, da der Angriff auf Zivilpersonen absolut verboten ist und ein Kriegsverbrechen darstellt.[1] Mit der Freilassung eines ihrer Gründer und prominentesten Führers Ahmad Yasin im Jahr 1997 durch einen Gefangenenaustausch aus der israelischen Haft gab sie diese Form des Kampfes wieder auf und mäßigte ihre Strategie. Bereits im Wahlkampf 2005/06 nach dem Rückzug der Siedler und der israelischen Armee aus Gaza ließ die Führung der Hamas erkennen, dass sie mit der Zwei-Staaten-Lösung einverstanden sei, wenn Israel die Grüne Linie als ihre Staatsgrenze und die Souveränität eines palästinensischen Staates anerkenne. Dieses Bekenntnis wurde dann in der neuen Charta der Hamas von 2017[2] ausdrücklich festgehalten. Seitdem hat die Hamas bis in die Gegenwart immer wieder betont, dass ihr Kampf ausschließlich die Befreiung von der israelischen Besatzung erreichen wolle.[3]

Das Recht auf Selbstbestimmung

Völkerrechtliche Basis dieses Kampfes ist dementsprechend das Recht auf Selbstbestimmung der Völker, welches in der UNO-Charta nur unauffällig an einer Stelle erwähnt wird (Art. 2 Ziff. 2 UN-Charta). Doch schon auf der Konferenz der blockfreien Staaten 1955 in Bandung wurde es eingefordert und in den Befreiungskämpfen gegen die koloniale Herrschaft in den sechziger und siebziger Jahren gewann es zunehmend an Bedeutung zur Legitimierung des bewaffneten Kampfes. 1960 machte die UN-Generalversammlung in ihrer berühmten Resolution 1514 (XV) „Über die Gewährung der Unabhängigkeit an die kolonialen Länder und Völker“[4] das Recht auf Selbstbestimmung zur zentralen Grundlage der Befreiung von kolonialer Unterdrückung und Fremdherrschaft. Die Resolution wurde mit überwältigender Mehrheit der Staaten bei nur wenigen Stimmenthaltungen aus dem Kreis der alten Kolonialmächte angenommen. Unter Bezug auf diese Resolution wurde das Selbstbestimmungsrecht 1966 in die jeweiligen Artikel 1 der beiden Internationalen Pakte über bürgerliche und politische sowie über wirtschaftliche, soziale, und kulturelle Rechte aufgenommen und somit auch als individuelles Menschenrecht anerkannt. Nachdem das Selbstbestimmungsrecht wenige Jahre später in der sog. Prinzipiendeklaration[5] auch von den alten Kolonialstaaten ohne Widerspruch akzeptiert wurde, gibt es keine Zweifel mehr an der Verbindlichkeit des Selbstbestimmungsrechts als Gewohnheitsrecht.

Die Frage der Gewalt

Damit war allerdings noch nicht geklärt, mit welchen Mitteln, friedlich oder auch mit Gewalt, das Recht ausgeübt werden durfte. Die in jenen Jahren heftigen Befreiungskämpfe insbes. in Afrika und Asien und das sich allmählich verändernde Stimmenverhältnis in der Generalversammlung zugunsten der Staaten des Südens und Ostens zwang die Versammlung schließlich doch, die Realität anzuerkennen und die Gewalt als Mittel des Kampfes um Selbstbestimmung und Unabhängigkeit zu akzeptieren. In mehreren Resolutionen wurde den Kämpfern der Kombattantenstatus zuerkannt und der antikoloniale Befreiungskampf mit dem Begriff der (verbotenen) Aggression illegalisiert.[6] Damit ist der Befreiungskampf allerdings nicht von den Regeln des humanitären Völkerrechts befreit. Der absolute Schutz von Zivilisten und zahlreiche Einschränkungen der Kriegsführung gelten auch für sie. Die historische Erfahrung zeigt allerdings, dass in den Befreiungskämpfen immer wieder zum Mittel des Terrors gegriffen wurde – und zwar auf beiden Seiten. Das delegitimiert allerdings noch nicht den Befreiungskampf und nimmt ihm seine völkerrechtliche Rechtfertigung, es sei denn, der Terror nimmt überhand und bestimmt Charakter und Ziel der Kampfhandlungen.

Es ist trotz aller Bemühungen nie gelungen, eine Definition des Terrors vertraglich zu vereinbaren. Das lag vor allem daran, dass jede Partei versuchte, ihren Gegner in die Definition aufzunehmen. So wollten die alten Kolonialmächte die Befreiungsbewegungen und ihren Kampf unter die Definition bringen, die Befreiungsbewegungen wiederum den Staatsterrorismus. Einigkeit scheint jedoch darüber zu bestehen, dass es bei der Unterscheidung nicht auf die Mittel und Methoden der Kriegsführung ankommt, sondern auf die Ziele und Motive, wie es eine Ad-hoc-Kommission der UNO formulierte: „Völker, die darum kämpfen, sich von fremder Unterdrückung und Ausbeutung zu befreien, haben das Recht, alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen, auch Gewalt. Es wurde betont, dass der Ausschuss nicht alle Gewaltakte auf internationaler Ebene, unabhängig von ihrem Zweck und ihren Motiven, unter den allgemeinen Begriff des internationalen Terrorismus fassen sollte; Handlungen, die von Bürgern von Staaten begangen werden, die sich im Kriegszustand befinden und die sich dem Angreifer in den besetzten Gebieten widersetzen oder für ihre nationale Befreiung kämpften, können nicht als Akte des internationalen Terrorismus betrachtet werden; Handlungen jedoch, die von einem einzelnen Staat gegen Menschen mit dem Ziel durchgeführt wurden, ihre nationalen Befreiungsbewegungen auszulöschen und den Widerstand gegen die Besatzer zu brechen, sind wahre Manifestationen des internationalen Terrorismus im weitesten Sinne.“[7]

Befreiungsbewegung

Seit dem Angriff Israels auf Gaza im Jahr 2014 (Operation Protective Edge) hat der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag Untersuchungen über die Kriegsführung sowohl Israels als auch der Hamas aufgenommen. Mit seinen beiden Haftbefehlen vom 21. November 2024 gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, den ehemaligen Verteidigungsminister Yoav Gallant sowie den Hamas-Führer Mohammed Diab Ibrahim Al-Masri (Mohammed Deif) wirft er den Beschuldigten vor, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Zusammenhang mit dem Überfall auf die israelische Zivilbevölkerung seit dem 7. Oktober 2023 begangen zu haben. Die Hamas wird hier juristisch auf die gleiche Stufe wie die israelische Armee (IDF) gestellt. Das hat auf israelischer Seite zwar für Empörung gesorgt, ist jedoch juristisch vollkommen korrekt. Denn unabhängig von ihrer Religion und ihrem Gesellschaftsverständnis ist die Hamas als eine Befreiungsbewegung des palästinensischen Volkes – sie hatte 2006 die gesamtpalästinensischen Wahlen gewonnen – berechtigt, auch Gewalt gegen die Besatzungsmacht zur Befreiung ihres Territoriums anzuwenden. Am 19. Juli 2024 hatte der Internationale Gerichtshof (IGH) in einem Gutachten[8] noch einmal bestätigt, dass Israel das Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser verletzt und die Besatzung durch Israel von Anfang (1967) an rechtswidrig ist. Der Widerstand dagegen ist daher mit allen Mitteln gerechtfertigt.

Allerdings wird dieses Recht, wie bereits betont, durch die Vorschriften des humanitären Völkerrechts auf die Gewalt ausschließlich gegen Kombattanten, d. h. israelisches Militär und Militäreinrichtungen, beschränkt. Selbstmordattentate und Angriffe gegen Siedler im Westjordanland sind genauso verboten wie die Angriffe am 7. Oktober 2023 auf Zivilisten in den Kibbuzim oder dem Rave-Festival. Sie sind Kriegsverbrechen, die verfolgt werden müssen. Das stellt jedoch den Ausbruch aus dem Gazastreifen, den Durchbruch durch die Absperrung, die Überwindung der Grenze und den Angriff auf Teile der israelischen Armee und ihre militärischen Einrichtungen nicht unter Terrorverdacht und nimmt ihnen nicht die völkerrechtliche Legitimität.

Dieses Ergebnis mag dem öffentlichen Verständnis vollkommen widersprechen. Wenig hilfreich ist auch, dass gerade der türkische Präsident Erdogan, der die kurdische Bewegung PKK immer noch als Terrororganisation verfolgt, die Hamas als Befreiungsbewegung anerkennt. Dennoch müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass die internationale Entwicklung des Völkerrechts hier bereits weiter ist als das in der deutschen Staatsräson gefangene öffentliche Bewusstsein.

Titelbild: zmotions / Shutterstock


[«1] Vgl. Art. 8 Römisches Statut des Internationalen Strafgerichtshofs v. 17. 7. 1998.

[«2] Middle East Eye, middleeasteye.net/news/hamas-2017-document-full

[«3] Helga Baumgarten, Warum der 7. Oktober? Der US-Journalist Jeremy Scahill hat Mitglieder der Palästinenserorganisation Hamas befragt. In: Junge Welt v. 30. Juli 2024, S. 6 jungewelt.de/artikel/480546.nahostkonflikt-warum-der-7-oktober.html.

[«4] UNGV Res. 1514 (XV) v. 14. Dezember 1960, 89+, 0-, 9./., un.org/depts/german/gv-early/ar1514-xv.pdf.

[«5] UNGV Res. 2625 (XXV) v. 24. Oktober 1970, Erklärung über Grundsätze des Völkerrechts betreffend freundschaftliche Beziehungen und Zusammenarbeit zwischen den Staaten im Einklang mit der Charta der Vereinten Nationen“, un.org/depts/german/gv-early/ar2625.pdf.

[«6] Z.B. UNGV-Res. 3103 (XXVIII) v. 12. Dezember 1973, digitallibrary.un-or/record/191382?=pdf. Und UNGV-Res. 3314 (XXIX) v. 14. Dezember 1974, un.org/depts/german/gv-early/ar3314_neu.pdf.

[«7] UN.DOC.6/418, S. 7 vom 2. November 1972. documents/un-org/doc/undoc/gen^/n72/204/67pdf/n7220467.pdf2.

[«8] Vgl. IGH-Gutachten vom 19. Juli 2024, icj-cij.org/sites/default/files/case-related/186/186-20240719-adv-01-00-en.pdf.


Rubriken: Militäreinsätze/Kriege Strategien der Meinungsmache Terrorismus


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14.08.2025

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nachdenkseiten.de, 14. August 2025 um 12:00 Ein Kommentar von: Jens Berger

Kurz vor dem Gipfeltreffen zwischen den USA und Russland in Alaska dreht der Berliner Hauptstadtjournalismus noch einmal so richtig auf. Die eigene Deutungshoheit in der Ukrainepolitik befindet sich im freien Fall und man sieht seine Felle davonschwimmen. Nun übt man sich auch noch in Küchenpsychologie und feiert Merz’ „Krisendiplomatie“. Das lädt zum Fremdschämen ein. Einen besonders grotesken Tiefpunkt setzt dabei einmal mehr der SPIEGEL, bei dem die Grenzen zwischen Satire und wahrscheinlich sogar ernst gemeinten Leitartikeln immer mehr verwischen.


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„Mark Rutte weiß, wie Donald Trump tickt. Der Nato-Generalsekretär hat Erfahrung darin, Botschaften so zu verpacken, dass der US-Präsident sie versteht. Schlicht müssen sie sein, gern auch schmeichelhaft.“ – wenn ein Artikel bereits so beginnt, kann es sich doch eigentlich nur um Satire handeln. Oder? Für Leser, die nicht so im Thema sind: Was der SPIEGEL hier zwischen den Zeilen als Ruttes „Verhandlungsgeschick“ bezeichnet, bezeichnete Martin Sonneborn treffender als „astreine Arschkriecherei“. Rutte hatte im „Streit“ um die 5-Prozent-Rüstungsausgaben-Regelung der NATO nicht nur verbal, sondern auch inhaltlich den Kotau vor Donald Trump gemacht und dessen absurde Maximalforderung einfach adaptiert und ihm in Großbuchstaben dann dazu gratuliert, wie toll er doch sei und wie doof die Europäer sind. Das, lieber SPIEGEL, ist keine Verhandlungstaktik, sondern eine völlig abstruse Unterwerfungsgeste. Überließen die Europäer Rutte die diplomatischen Verhandlungen mit Trump im Vorfeld des Alaska-Gipfels, käme am Ende wohl eine „Carte Blanche“ für Trump und ein Tweet heraus, wie großartig Trump doch die Europäer aus dem Spiel gedrängt habe.

Wahrscheinlich hätte Rutte noch obendrauf – ohne, dass dies von den Medien zur Kenntnis genommen würde – Helgoland an die Amerikaner verschenkt. Soviel ich weiß, ist Helgoland zwar heute Morgen immer noch deutsch, aber Ruttes vom SPIEGEL abgefeierte Verhandlungsrhetorik sollte man sich nichtsdestotrotz einmal auf der Zunge zergehen lassen.

Rutte ergreift das Wort. Der Niederländer erläutert: Wenn die größeren Städte im Donbass, im Osten der Ukraine, in einer Art Landtausch tatsächlich an die Russen gingen, dann würde sich ihnen eine Art Autobahn nach Kyjiw eröffnen. Dann würde Putins Truppen nichts mehr davon abhalten, die ukrainische Hauptstadt einzunehmen.

Autobahn nach Kyjiw: Das Bild scheint Trump einzuleuchten. Er gibt zu verstehen, dass er nicht über Gebietsabtretungen verhandeln wolle. Den Eindruck haben jedenfalls Teilnehmer der Telefonkonferenz, wie sie später berichten.
Aus: DER SPIEGEL – Als der Nato-Chef das Wort ergreift, scheint Trump ein Licht aufzugehen

Er hat Autobahn gesagt! Vollkommen klar, dieses Argument zieht! Damit sollten Gebietsabtretungen ein und für alle Male vom Tisch sein. Für wie blöd hält der SPIEGEL eigentlich Donald Trump? Und für wie blöd hält er seine Leser, dass sie diesen Unsinn ernst nehmen sollen?

Aber es geht ja weiter im Text, aus dem ich leider nicht allzu viel wörtlich zitieren darf, da er sich hinter einer Bezahlschranke befindet – wobei es schon eine seltsame Ironie darstellt, dass die groteskesten intellektuellen Tiefpunkte des SPIEGEL nur zahlenden Lesern zum Amüsement vorgesetzt werden. Grob inhaltlich zusammengefasst geht es im Artikel darum, dem Leser die angeblichen „Psychotricks“ der Europäer näherzubringen, mit denen sie Trump auf ihre Seite ziehen und einen Verhandlungserfolg in Alaska verhindern sollen. Zwischen den Zeilen liest sich das wie eine Anleitung in Sachen „Appeasement-Verhalten“. Und dieser Begriff hat in diesem Kontext trotz „Autobahn-Contents“ nichts mit Chamberlain, Hitler und München zu tun, sondern beschreibt in der Psychologie das Unterwerfungsverhalten oft traumatisierter Opfer gegenüber ihrem Unterdrücker. Die verprügelte Frau legt ihrem gewalttätigen Mann schon mal die Pantoffeln hin und stellt ihm ein Bier kalt, sodass er bei der Heimkehr aus der Kneipe „milde gestimmt“ wird und sie nicht anfasst.

Und das haben Merz und Co. gestern nach Ansicht des SPIEGEL offenbar grandios hinbekommen. „Trump schimpfte nicht, er pöbelte nicht herum“. Hurra! Was für ein Erfolg! Man habe vorher eine simple Regel aufgestellt: „Immer schön kurz fassen. Trumps Aufmerksamkeitsspanne ist knapp, daher dürfe es in der Ukraine-Schalte auf gar keinen Fall längliche Vorträge einzelner Staats- und Regierungschefs geben.“ Sogar Selenskyj habe sich – so weiß es der SPIEGEL – diesmal benommen und den impulsgetriebenen Bösewicht aus dem Weißen Haus nicht provoziert. Ei der Daus!

Selenskyj klang bei dem Gespräch laut SPIEGEL übrigens „wie einer, der die Wahrheit kennt, dem aber nicht geglaubt wird“. Ja, lieber SPIEGEL. Solche Leute kenne ich auch. Erst neulich in der Kneipe wollte mich so jemand davon überzeugen, dass die Welt von Echsenwesen regiert wird und sämtliche Spitzenpolitiker in Wahrheit verkleidete Echsen sind. Der kannte auch die Wahrheit und niemand glaubte ihm. Aber er hatte keine schwarze Militärkleidung. Vielleicht lag’s daran.

Ob man denn auch inhaltlich was erreicht habe, weiß der SPIEGEL freilich nicht so genau. Trump habe signalisiert, dass „er vieles teilt, sich aber Spielräume erhalten will“. Als guter Diplomat habe ich das früher ähnlich formuliert, wenn mein Sohn sich zu Weihnachten ein absurd teures Fahrrad gewünscht hat. Aber Trump so etwas wie diplomatische Finesse zu unterstellen, käme dem SPIEGEL natürlich nie in den Sinn. Stattdessen kann es nur an der SPIEGEL’schen Küchenpsychologie liegen, wenn Trump am Ende in Alaska doch nicht tut, was sich die Europäer wünschen. Trump – wir wissen ja, kurze Aufmerksamkeitsspanne und so – „befolge nämlich [meist] den Rat derer, die als Letzte mit ihm sprechen, ehe er eine Entscheidung trifft“. Och nein, hätte Merz das nur vorher gewusst! Dann hätte er seine Videoschalte sicher am Freitagmorgen kurz vor dem Gipfel geplant und nicht schon am Mittwoch. Wer weiß, mit dem Trump bis dahin noch spricht!

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Solche Kleinigkeiten stören den SPIEGEL jedoch nicht. Merz sei nun zum „europäischen Anführer“ gereift, seine ganze Pendel- und Krisendiplomatie wird so beschrieben, als sei Merz die Reinkarnation von Talleyrand, ein Genie, wie es im Buche steht. Nun ja, das sieht man zumindest in der Downing Street etwas anders, wie vorgestern der Telegraph berichtete. Dort sei man – mal undiplomatisch formuliert – genervt von Merz. Man befürchtet, dass seine ständig neuen „Ratschläge“ Trump derart „auf den Sack gehen“, dass die Europäer bald gar nicht mehr mitreden dürfen. Da dürfte es dann wohl Meinungsverschiedenheiten zwischen den Küchenpsychologen in London und Berlin geben, wie man sich Trump am besten unterwirft. Ihm die Pantoffeln und ein kühles Bierchen hinstellen oder am besten so tun, als sei er Luft, um ihn gar nicht erst unnötig zu provozieren. Wobei man jedoch sagen muss, dass auf rein inhaltlicher Ebene die Briten schon irgendwie recht haben. Schließlich war es Merz, der im Vorfeld Trump dazu treiben wollte, in Alaska nicht ohne Selenskyj zu verhandeln. Erst als dieser Vorstoß krachend in die Hose ging, kam Merz auf die Idee, Trump im Vorfeld des Gipfels in einer gemeinsamen Videoschalte zu „besänftigen“. Davon steht in der SPIEGEL-Jubelgeschichte zum genialen Diplomaten Merz freilich nichts. Aber ja, wenn die Realität nicht der eigenen Geschichte entspricht, muss die Realität wohl falsch sein. Schließlich schreibt der SPIEGEL ja, „was ist“.

Aber mal Butter bei die Fische. Wahrscheinlich nehme auch ich sowohl Friedrich Merz als auch insbesondere den SPIEGEL viel zu ernst. Versuchen wir uns doch auch einmal in Küchenpsychologie. Würden Sie jemanden wie Mark Rutte, der Ihnen stetig schleimend in den Hintern kriecht und nun mit wirren Autobahn-Metaphern kommt, ernst nehmen? Würden Sie einen Friedrich Merz ernst nehmen, der Ihnen zum Antrittsbesuch im Weißen Haus unterwürfig lächelnd die Geburtsurkunde Ihres Großvaters schenkt und jegliche „Konfrontation“ meidet? Oder würden Sie gar eine Ursula von der Leyen ernst nehmen, die im Zollstreit „ultrahart“ verhandeln wollte und sich dann grinsend beim Handshake mit Ihnen ablichten lässt, nachdem Sie die EU nach allen Regeln der Kunst über den Tisch gezogen haben? In Sachen Appeasement-Verhalten sind die Europäer wahrlich eine Klasse für sich.

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Wie es auch anders gehen könnte, zeigen hingegen die Chinesen, die wohl als einzige Nation tatsächlich auf Augenhöhe mit den USA verhandeln und – oh Wunder – damit auch durchkommen. Ob dies auch für Russland gilt, wird sich morgen zeigen. Aber eins steht fest – die Balla-Balla-Appeasementstrategie der Europäer taugt bestenfalls zum Fremdschämen. Tragisch ist nur, dass offenbar weder Merz noch Selenskyj oder die deutschen Leitartikler merken, dass sie mit derlei offensichtlichem Mumpitz nicht nur Europa, sondern auch der Ukraine mehr schaden als nutzen.


Titelbild: OpenAI – Das Titelfoto ist ein mit künstlicher Intelligenz erstelltes Symbolbil


Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik Audio-Podcast Medienkritik


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14.08.2025

Europa will nach wie vor keinen Frieden, sondern die Niederlage Russlands

freedert.online, 14 Aug. 2025 17:14 Uhr, Von Wladimir Kornilow

Das Online-Treffen zwischen Wladimir Selenskij, Donald Trump und den europäischen Staatschefs machte deutlich: Europa verschließt nach wie vor die Augen vor Realität und ernsthafter Diplomatie und schwärmt von einer Niederlage Russlands.


Quelle: AP © John MacDougall


Wladimir Selenskij und Friedrich Merz (im Hintergrund) bei der Online-Konferenz mit europäischen Staats- und Regierungschefs sowie Donald Trump am 13. August


Die Online-Konferenz der verängstigten europäischen Staats- und Regierungschefs mit Donald Trump ist zu Ende. Wovon zeugen die Kommentare Emmanuel Macrons, Friedrich Merz' und Wladimir Selenskijs, die gleich nach Abschluss des Treffens auftraten? Davon, dass sie gar keinen Frieden wollen und hoffen, den US-Präsidenten zu überzeugen, beim Gipfel in Alaska eine destruktive Position einzunehmen. Das Wichtigste dabei ist, ständig das Wort Frieden zu wiederholen, den Russland angeblich nicht wolle.

Selenskij bestätigte auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Merz, dass Trump wahnsinnige "fünf Prinzipien" mitgeteilt wurden, die zuvor von westlichen Medien geleakt worden waren: sofortiger Waffenstillstand vor jeglichen Vereinbarungen, Russland müsse "zahlen und Buße tun", die Ukraine erhalte "Sicherheitsgarantien", alle Sanktionen gegen Russland bleiben in Kraft, ein Gefangenenaustausch solle stattfinden. Und Europa "beauftragt" Trump allen Ernstes, Putin all das zu übermitteln.


Trump und Putin werden Europa nur eine Frage stellen





Meinung

Trump und Putin werden Europa nur eine Frage stellen






Es drängt sich unweigerlich die Frage an die Autoren dieses erstaunlichen Konzepts auf: Was hätte Russland davon? Die russische Armee rückt entschieden an allen Fronten vor, ukrainische Stellungen im Donbass sind durchbrochen, doch nun soll Russland die Offensive anhalten und erhält im Gegenzug … was nun eigentlich? Dabei fragte eine ukrainische Journalistin Merz auf der Pressekonferenz direkt, ob eine Aufhebung der Sanktionen gegen Russland im Tausch für diese fürstlichen Geschenke in Frage komme. Doch der Bundeskanzler tat, als hätte er diese Frage nicht gehört!

Das heißt, dass sich Europa, selbst während es die katastrophale Lage des Kiewer Regimes und des ukrainischen Militärs einräumt, immer noch nicht von der Wahnvorstellung lösen kann, "Russland zu besiegen" – wenn schon nicht auf dem Schlachtfeld, so doch am Verhandlungstisch, zu dem die Europäer im Übrigen gar nicht erst zugelassen wurden! Zur Quintessenz dieser Herangehensweise wurde die Formulierung der Ausgabe der polnischen Zeitung Fakt vom 13. August: "In Alaska planen Donald Trump und Wladimir Putin, über ein Ende des Ukraine-Krieges zu sprechen, doch an der Front gibt Russland nicht auf." In ihren Hitzköpfen kann das Ende des Krieges nach wie vor ausschließlich eine russische Niederlage bedeuten. Und wenn Russland siegt, wie soll sich dann der Krieg beenden lassen? Immerhin wurden noch nicht alle Ukrainer getötet!


Trump zu Selenskij vor Alaska-Gipfel: Abtretung ukrainischer Gebiete ist notwendig





Trump zu Selenskij vor Alaska-Gipfel: Abtretung ukrainischer Gebiete ist notwendig






Und manche werden sich dann noch wundern, wieso Putin und Trump beschlossen, sich möglichst weit entfernt von diesen Realitätsverweigerern zu treffen, um wirklich ernsthaft über den Frieden zu sprechen? Welchen Sinn hätte es in der gegenwärtigen Phase, ohne die Hauptrahmenbedingungen eines möglichen Friedensabkommens vereinbart zu haben, Macron, Starmer oder etwa Merz einzubeziehen? Selbst der Hauptmilitärexperte der Zeitung Telegraph, der pensionierte Oberst Richard Kemp, im Übrigen ein ausgewiesener Russophober, erklärt ihnen: Europa hat kein Recht, am Verhandlungstisch zur Ukraine zu sitzen. Allein deshalb, weil es die Ukraine verloren hatte, noch als sie sie in den Krieg mit einem im Voraus bekannten Ergebnis trieb. Was hat sich dann jetzt in der Lage und Position der Europäer geändert?

Ihre Kommentare nach dem Online-Treffen mit Trump legen nahe, dass sie erneut hoffen, die USA und Russland auf die eine oder andere Weise auf den Weg zu neuen Minsker Abkommen zu bringen, der geschlagenen Ukraine eine Atempause zu verschaffen, sie wieder zu bewaffnen, neues Kanonenfutter anzuwerben und sie wieder in den Kampf zu werfen. Doch all das haben wir schon erlebt und haben nicht vor, solche Szenarien mit Europa zu diskutieren. Es ist an der Zeit, dass Erwachsene reden. Danach kann man einen Dritten hinzuschalten.

Übersetzt aus dem Russischen. Verfasst speziell für RT am 13. August.

Wladimir Kornilow ist ein sowjetischer, ukrainischer und russischer Politologe, Geschichtswissenschaftler, Journalist, Schriftsteller und gesellschaftlicher Aktivist. Er ist der ehemalige Leiter der ukrainischen Filiale des Instituts der GUS-Staaten in Kiew und Leiter des Zentrums für Eurasische Studien in Den Haag. Nach seiner scharfen Kritik am Euromaidan musste er aus der Ukraine flüchten und arbeitet seit 2017 als Kolumnist bei Rossija Sewodnja. Er führt eine Telegram-Kolumne zu aktuellen politischen Themen.


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14.08.2025

Rückreise vom CSD BautzenPolizei will nicht vor Nazis schützen


taz.de, vom 13. August 2025, 18:00 Uhr,  Von Erik Peter


Berliner Rechtsextreme bedrohten auf der Rückreise vom CSD eine Vielzahl von Menschen. Der Polizei war das an vielen Stellen kein Eingreifen wert.


Festgesetzt wurden die Neonazis erst am Ostkreuz Foto: Rechts im Bild


Berlin taz | Die Rückreise von Berliner Neonazis am Sonntag von einem Aufmarsch gegen den CSD in Bautzen, an deren Ende sie am Ostkreuz zwei junge Fo­to­gra­f:in­nen attackierten, verlief dramatischer als bislang bekannt. Über Stunden hinweg konnten sie in Zügen und auf Bahnhöfen CSD-Teilnehmer:innen und An­ti­fa­schis­t:in­nen bedrohen, während die Polizei die Gefahrenlage offenbar verkannte.

Die größte Gruppe mit etwa 40 Berliner Neonazis, bestehend vor allem aus Mitgliedern der Gruppierungen „Deutsche Jugend Voran“ und „Deutsche Patrioten Voran“, reiste mit der Bahn von Bautzen über Görlitz und Cottbus nach Berlin.

Am Bahnhof in Bautzen trafen sie auf etwa 60 CSD-Teilnehmer:innen aus Berlin, wie ein Augenzeuge der taz berichtet. Die Polizei habe beide Gruppen getrennt, dann auch unter Gewaltanwendung die Linken vom Bahnsteig geräumt und schließlich nur die Neonazis abfahren lassen. Die CSD-Besucher:innen nahmen einen Zug zehn Minuten später.

Doch beim Umstieg in Görlitz trafen die Gruppen wieder aufeinander. Die Nazis seien merklich angetrunken gewesen und provozierend zum Bahnsteig gekommen. Allen voran der vor vier Monaten wegen schwerer Gewalttaten zu einer mehr als dreijährigen Haftstrafe verurteilte DJV-Kader Julian M., der noch immer nicht zum Haftantritt geladen worden ist, wohl weil sich der Verfassungsschutz so neue Erkenntnisse erhofft. „Die Nazis haben sich aufgebaut, gebrüllt und rumgefuchtelt“, schildert der Augenzeuge. Beide Gruppen standen sich demnach teilweise vermummt gegenüber, beobachtet von nur zwei Po­li­zis­ten.

Polizei wollte Gruppen einfach fahren lassen

Obwohl dann mehr Polizei hinzugekommen sei, sollte der Zug mit beiden Gruppen ohne Begleitung abfahren, was nur durch eine Zugbegleiterin verhindert worden sei. Ein Polizist habe sie gefragt, welche der Gruppen sie aus dem Zug werfen sollten, schließlich traf es die Rechten. Doch wieder hielt die Trennung nur bis zum ­Umstieg in Cottbus, wo die letzte Regionalbahn nach Berlin mit ihrer Abfahrt auf den nächsten Zug aus Görlitz und damit auf die Rechtsextremen wartete.

In Cottbus sei trotz der vorherigen Ereignisse kein einziger Polizist am Bahnhof gewesen, stattdessen aber örtliche Neonazis. Im wartenden Zug habe man zunächst alle anderen Fahrgäste vor den Nazis gewarnt und sich dann im letzten Waggon verschanzt, so der Augenzeuge: „Wir haben darauf gehofft, dass die Bundespolizei mit einsteigt und uns irgendwie hilft. Aber die haben uns allein gelassen.“

Bedrohliche Situationen habe er bei dem Ausflug nach Bautzen erwartet, so der Augenzeuge, der sich der Fahrt zum CSD zum Schutz der Teil­neh­me­r:in­nen angeschlossen hatte. Doch er habe nicht damit gerechnet, dass die Polizei vor allem in den Zügen für keinerlei Trennung sorgte, wie es etwa bei Gefahrenbegegnungen im Fußball üblich ist.

Zugbegleiterin sorgt für Sicherheit

Die einzige Helferin im Zug aus Cottbus war erneut eine Zugbegleiterin, die die Türen zwischen den Waggons verschloss. Bis nach Berlin versuchten Neonazis immer wieder den Durchgang gewaltsam zu öffnen, kamen aber nicht durch. Ihre Angriffslust entlud sich dann beim Ausstieg am Ostkreuz gegen die beiden Journalist:innen, die getreten und geschlagen wurden. Beide hatten auf den Zug gewartet, weil die mitfahrenden Queers und Linken einen Hilferuf abgesendet hatten.

Doch auch hier war die Polizei zunächst wenig aktiv, wie die Fo­to­gra­f:in­nen der taz berichteten. Ihre Bitte, sie zum Zug mit den Neonazis zu begleiten, sei mit dem Hinweis abgeschmettert worden, man sei nicht ihr Personenschutz. Bei der Abfahrt des Zuges, in dem die Queers verblieben waren, erfolgte dann der Angriff. Erst danach setzte die Polizei zwölf Neonazis fest.

Tätig wurde die Polizei dann noch am Alexanderplatz, wo sich spontan bis zu 200 An­ti­fa­schis­t:in­nen versammelt hatten, um den CSD-Teilnehmer:innen ein sicheres Ankommen in Berlin zu ermöglichen. Vor allem Menschen in schwarzen Jacken seien hier Polizeikontrollen unterzogen worden, teilweise sei es auch zu Verfolgungsjagden gekommen, bei denen Antifas von der Polizei zu Boden gerissen wurden, so der Augenzeuge.

Queeres Paar flieht aus Zug

Wie gefährlich die unbegleitete Abreise der Neonazis aus Bautzen war, zeigt auch ein weiterer Vorfall. Belinda Möller (Name geändert) berichtet der taz, dass sie an dem Nachmittag in Görlitz eine Regionalbahn nach Hoyerswerda bestieg, in der sich eine Gruppe von etwa einem Dutzend Neonazis befand. Laut Möller sei auch diese aus Bautzen kommend auf dem Weg nach Berlin gewesen. Mit dem Zug sei zudem ein queeres Paar mit einer Trans-Flagge gefahren, das von den Nazis beschimpft worden sei.

Eine Station nach der Abfahrt habe das Paar fluchtartig den Zug verlassen, unter Gebrüll der Neonazis. „Sie hoben die Fäuste und brüllten mehrfach 'Es gibt kein Recht auf Schwulen-Propaganda“, so Möller. Die beiden seien weinend auf dem Bahnsteig zurückgeblieben, wollten da erkennbar nicht aussteigen. Möller schildert den Vorfall als „zutiefst bedrohlich“.

Beim Umstieg in Hoyerswerda hätten die Neonazis weitere Menschen als „Zecken“ und „Fotzen“ angepöbelt. Möller rief den Polizei-Notruf, schilderte den Vorfall aus dem Zug und das Abspielen rassistischer Lieder. Tatsächlich holten daraufhin Polizisten die Neonazis auf dem abfahrbereiten Zug, kontrollierten ihre Personalien – und ließen sie wieder einsteigen und unbegleitet abfahren.

Möller hingegen blieb zurück, voller Angst, für ihre Zivilcourage erkannt zu werden. Sie ließ sich von einem Freund abholen.


Info: https://taz.de/Rueckreise-vom-CSD-Bautzen/!6103145/


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14.08.2025

Kreml: Vorbereitungen des Treffens zwischen Putin und Trump in der Endphase

freedert.online, 14 Aug. 2025 11:48 Uhr

Präsidentenberater Jury Uschakow hat sich heute zum Zeitplan des für morgen geplanten Treffens zwischen Putin und Trump geäußert. Zudem benannte er die Mitglieder der russischen Delegation und die anstehenden Gesprächsthemen. Nach Abschluss der Gespräche ist eine gemeinsame Pressekonferenz geplant.


Kreml: Vorbereitungen des Treffens zwischen Putin und Trump in der EndphaseQuelle: Sputnik © Sergey Bob

ylev


Präsidentschaftsberater Jury Uschakow gab heute Details zum Zeitplan des Russland-US-Gipfels im US-Bundesstaat Alaska bekannt.


Die Vorbereitung des Treffens zwischen Russlands Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump am morgigen Freitag im US-Bundesstaat Alaska ist in der Endphase. Präsidentenberater Jury Uschakow teilte mit, bei dem anstehenden Gespräch in Anchorage würde nicht nur über den Ukraine-Konflikt gesprochen. Auf der Agenda würde eine Vielzahl von Themen stehen. Die russische Delegation bestehe aus hochrangigen Vertretern, ergänzte er. 

"Was die Tagesordnung des Gipfels betrifft, so ist es wahrscheinlich jedem klar, dass das zentrale Thema die Lösung der Ukraine-Krise ist. Das schließt die Diskussion ein, die am 6. August mit der Teilnahme des Sondergesandten des US-Präsidenten Steve Witkoff im Kreml abgehalten wurde. Aber natürlich werden auch die großen Herausforderungen für Frieden und Sicherheit sowie die drängendsten internationalen und regionalen Fragen angesprochen",

sagte Uschakow laut russischen Medien.


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Alles werde in einem beschleunigten Modus vorbereitet. Das beträfe auch technische Fragen und Probleme bezüglich der Ausstellung von Visa. 

Uschakow erläuterte den Zeitplan. Der Gipfel beginnt demnach gegen 11:30 Uhr lokaler Zeit (21:30 MEZ) mit einem Vier-Augen-Gespräch zwischen Trump und Putin, bei dem lediglich Übersetzer anwesend sein werden. "Im Anschluss finden Verhandlungen zwischen den Delegationen statt."

Auf russischer Seite werde Außenminister Sergei Lawrow, Jury Uschakow, Verteidigungsminister Andrei Beloussow, Finanzminister Anton Siluanow und der Vorsitzende des russischen nationalen Investitionsfonds Kirill Dmitriew teilnehmen.

"Zusätzlich zu den Präsidenten werden für jede Delegation fünf Vertreter an den Verhandlungen teilnehmen", sagte Uschakow und fügte hinzu, dass "selbstverständlich auch eine Gruppe von Experten zugegen sein wird."

Neben der Ukraine wird es auch um einen Austausch über die künftige bilaterale Kooperation zwischen den USA und Russland geben. Dabei gehe es auch um Handel und Wirtschaftsfragen, ergänzte Uschkow. In der wirtschaftlichen Kooperation liege noch viel ungenutztes Potenzial. 

Es werde eine gemeinsame Erklärung von Putin und Trump zur Eröffnung des Gipfels geben. Zudem ist eine gemeinsame Pressekonferenz nach Abschluss der Gespräche geplant. Zur Dauer sagte der Präsidentenberater, "das hängt vom Verlauf der Gespräche ab. Die russische Delegation wird unmittelbar nach Ende des Gipfels nach Russland zurückreisen."


Mehr zum Thema – Trump schlägt ein "rasches Treffen" zwischen Putin und Selenskij vor


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Video https://rumble.com/v6xjbcw-anchorage-treffen-russland-schickt-lawrow-zu-putin-trump-gesprchen.html Dauer 3:21 Min.


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14.08.2025

"Schaut in die Verfassung" – Russland räumt mit Spekulationen über "Gebietsaustausch" auf

freedert.online, vom 13 Aug. 2025 17:34 Uhr

Das russische Außenministerium nahm zu Spekulationen über einen möglichen Gebietsaustausch mit der Ukraine Stellung. US-Präsident Donald Trump und US-Medien brachten das Thema im Vorfeld des Gipfels mit Wladimir Putin mehrfach ins Gespräch.


© Screenshot


Der Sprecher des russischen Außenministeriums, Alexei Fadejew, bei der Pressekonferenz am 13. August 2025


Russland machte deutlich, dass es nicht bereit ist, seine Truppen aus den Regionen Cherson und Saporoschje im Austausch für die vollständige Übergabe der Donbass-Republiken abzuziehen. Diese Möglichkeit, ohne jedoch nähere Details zu nennen, brachten US-Medien und sogar Donald Trump selbst in den letzten fünf Tagen ins Gespräch. 

"Hier muss man wohl nichts erfinden. Die territoriale Struktur der Russischen Föderation ist in der Verfassung unseres Landes verankert. Damit ist alles gesagt", sagte der Sprecher des Außenministeriums, Alexei Fadejew, auf eine Journalistenfrage. Er fügte hinzu, dass Ziele der russischen Delegation bei den Verhandlungen in Alaska ausschließlich von nationalen Interessen bestimmt sein werden.


Ukrainer wollen Ende des Krieges, auch zu Russlands Bedingungen





Analyse

Ukrainer wollen Ende des Krieges, auch zu Russlands Bedingungen





Nach der gängigsten Version, die in den US-Medien diskutiert wurde, wäre die Russische Föderation bereit, im Austausch für die Regionen Donezk und Lugansk ihre Truppen aus den Regionen Sumy, Dnipropetrowsk und Charkow abzuziehen. In diesen Gebieten besetzte Russland kleinere Landstriche, wobei das von Russland kontrollierte Territorium in Charkow am größten ist. Dort befinden sich 75 kleinere Ortschaften unter russischer Kontrolle.

Nach dieser Version soll die derzeitige Frontlinie in den Regionen Saporoschje und Cherson eingefroren werden. Allerdings wurde diese Version bisher von keinem amtlichen Vertreter Russlands offiziell bestätigt. Denn auch diese Verhandlungsvariante würde der russischen Verfassung widersprechen, die den vollständigen territorialen Besitz dieser beiden Gebiete bei der russischen Föderation vorsieht.

Vor allem die Gebietshauptstädte Cherson und Saporoschje werden von der Ukraine gehalten. Dieser Frontabschnitt im Süden des Kriegsgebiets gilt als der statischste von allen. Obwohl die Initiative auch hier eher bei Russland liegt, gibt es von der russischen Seite keine nennenswerten Vorstöße, die eine baldige Rückeroberung der bei der Ukraine verbliebenen Territorien sehen lassen. 

Auch die ukrainische Führung hat bereits signalisiert, dass sie nicht bereit sei, auf völkerrechtlich anerkannte ukrainische Territorien zum Zweck einer Friedenslösung zu verzichten. So lehnte am Samstag Wladimir Selenskij jeden Vorschlag für einen Landtausch ab und verwies auf die Einschränkungen, die die ukrainische Verfassung mit sich bringe. Donald Trump ließ allerdings dieses Argument auf seiner Pressekonferenz am Montag nicht gelten. Er sagte: 

"Ich war etwas irritiert darüber, dass Selenskij sagte, er müsse die Zustimmung der Verfassung einholen", erklärte Trump und fügte hinzu: "Ich meine, er hat die Erlaubnis, in den Krieg zu ziehen und alle zu töten, aber für einen Gebietstausch braucht er die Zustimmung(...)"


"Zum Wohle der Ukraine" – Trump drängt Selenskij zum Gebietstausch mit Russland



"Zum Wohle der Ukraine" – Trump drängt Selenskij zum Gebietstausch mit Russland






Trump hatte zuvor angedeutet, dass es bei den anstehenden Verhandlungen "zu einem Tausch von Gebieten kommen könnte, der für beide Seiten von Vorteil wäre". Auch hat er erklärt, mit Wladimir Putin in Alaska über einen Landtausch für den Frieden sprechen zu wollen. "Sie [Russland] haben einige sehr wichtige Gebiete besetzt. Wir werden versuchen, einen Teil dieses Gebiets für die Ukraine zurückzugewinnen", sagte Trump. Er deutete damit auch an, dass einige Gebiete bei einer künftigen Einigung unter russischer Kontrolle bleiben könnten. 

In den letzten Wochen befinden sich russische Truppen im Frontabschnitt Krasnoarmeisk (Pokrowsk) auf dem Vorstoß. Das ist Grund zur Sorge für das US-Militär. Die ukrainische Garnison nahe der Stadt Krasnoarmeisk könnte durch russische Streitkräfte eingekesselt werden, berichtet die Zeitung Washington Post unter Verweis auf einen anonymen Mitarbeiter des Pentagons.

Der Gesprächspartner der Zeitung betont das Risiko einer Einkesselung und vermutet, dass Kiews Militär eine Verteidigung der Stadt vorbereite, weist aber auch auf den Misserfolg einer solchen Strategie in Artjomowsk (Bachmut) im Jahr 2023 hin. Weitere westliche Militärbeobachter befürchten deshalb den Zusammenbruch ukrainischer Verteidigungslinien im nördlichen Teil der Donezker Volksrepublik. Bis zu 29 Prozent deren Gebiets befinden sich noch unter ukrainischer Kontrolle. Zu diesem Gebiet zählen auch die am besten gefestigten Städte Slawjansk und Kramatorsk.


Mehr zum Thema – Liveticker Ukraine-Krieg: Nikanorowka und Suworowo bei Pokrowsk befreit


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14.08.2025

Vor Trump-Treffen in Alaska: BRICS-Länder stellen sich geschlossen hinter Putin

freedert.online, 14 Aug. 2025 06:30 Uhr, Von Olga Samofalowa

Die BRICS-Staaten demonstrieren enge Beziehungen miteinander und stellen sich gegen den Protektionismus von Donald Trump. Der russische Präsident Wladimir Putin reist mit einem durch die BRICS-Staaten gestärkten Rücken zu den Verhandlungen mit dem US-Präsidenten in Alaska. Gemeinsam sind Russland, China, Indien und Brasilien tatsächlich stärker als Trump.


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© Per-Anders Pettersson/Getty Images


Symbolbild


Der indische Premierminister Narendra Modi hat von einem inhaltsreichen Gespräch mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin berichtet. Beide Länder haben ihr Engagement für die weitere Vertiefung ihrer besonderen und privilegierten strategischen Partnerschaft bekräftigt.

Brasilien und Russland haben ein Memorandum über die Stärkung der finanziellen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit und die Schaffung einer ständigen Plattform für die Lösung wirtschaftlicher Fragen unterzeichnet.


Xi und Lula beraten BRICS-Strategie zu US-Zöllen und bilateralen Handel






Xi und Lula beraten BRICS-Strategie zu US-Zöllen und bilateralen Handel





Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva führte nach Konsultationen mit dem Präsidenten Russlands und dem Regierungschef Indiens ein Telefongespräch mit dem chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping. Xi betonte die Notwendigkeit eines gemeinsamen Kampfes gegen einseitige Vorgehensweisen und protektionistische Maßnahmen der USA. Er fügte hinzu, dass sich die Beziehungen zwischen den Ländern auf einem historischen Höchststand befänden.

All dies geschieht vor dem Hintergrund verschärfter weltweiter Restriktionen seitens der USA. Trump führte am 1. August 25-prozentige Zölle gegen Indien ein, weil es russisches Erdöl gekauft hat. Diese sollen am 21. August in Kraft treten. Er erhöhte auch die Handelszölle für Brasilien. Für China machte Trump eine Ausnahme und verschob die Einführung von Sekundärsanktionen wegen des Kaufs von russischem Erdöl um 90 Tage, wobei von einer Aufhebung keine Rede ist.

Wladimir Tschernow, Analyst bei Freedom Finance Global, kommentiert die Situation wie folgt:

"Das Gesamtbild sieht aus wie eine Demonstration der gemeinsamen Position der BRICS-Staaten vor den Verhandlungen zwischen Putin und Trump. Formal wird jedes Treffen als bilaterales Treffen dargestellt, aber ihre Synchronität und Rhetorik senden ein Signal an die USA, dass Russland diplomatische Rückendeckung hat. Dies stärkt gleichzeitig Putins Position bei den Verhandlungen am kommenden Freitag und ist ein Versuch, zu zeigen, dass die Sanktionen und der Zolldruck der USA auf eine koordinierte Antwort stoßen. Außerdem ist dies eine Erinnerung daran, dass Russland über alternative Märkte und politische Unterstützung in den Bereichen Energie und Handel verfügt."

Weder Brasilien noch Indien können Trump alleine Paroli bieten. China hat zwar die besten Positionen im Handel und im Finanzwesen, aber auch seine Möglichkeiten sind nicht unbegrenzt. Tschernow sagt:

"Gemeinsam sind sie jedoch stärker, da das Gesamt-BIP der BRICS-Staaten größer ist als das der USA. Sie verfügen über eine diversifiziertere Ressourcenbasis: Russland hat Energieressourcen, Brasilien Agrarprodukte, China industrielle Kapazitäten und Indien IT und Pharmazeutika. Sie können miteinander Handel treiben und so ihre Abhängigkeit vom US-Dollar und den westlichen Märkten verringern. Der Sanktionsdruck auf ein einzelnes Mitglied kann teilweise durch die anderen BRICS-Länder ausgeglichen werden."


Putin telefoniert vor Treffen mit Trump mit Xi, Modi und anderen Staatschefs





Putin telefoniert vor Treffen mit Trump mit Xi, Modi und anderen Staatschefs






Die Auseinandersetzung mit Trump hat gezeigt, dass, egal was ein Land tut – ob es sich bemüht, den USA entgegenzukommen, wie es beispielsweise Japan getan hat, oder ob es einen Handelsüberschuss mit den USA hat, wie Brasilien (das mehr US-amerikanische Waren kauft, als es dorthin exportiert) –, man trotzdem Zölle vonseiten der USA ausgesetzt ist.

Igor Juschkow, Experte der Finanzuniversität der russischen Regierung und des russischen Fonds für nationale Energiesicherheit, argumentiert:

"Es sieht so aus, dass es viel effektiver ist, sich den USA entgegenzustellen. Diejenigen, die sich gegen die USA stemmen, erhalten zumindest ständige Aufschübe für die Verhängung von Einfuhrzöllen, wie beispielsweise China. Peking kann Druck auf die USA ausüben, da die Volksrepublik China einer der wichtigsten Handelspartner der USA ist und extrem hohe Zölle auf chinesische Waren die US-Wirtschaft in eine Rezession stürzen könnten, außerdem benötigen die US-Amerikaner Seltenerdmetalle aus China. Wenn man sich aber gemeinsam gegen die USA zusammenschließt, steigen die Chancen erheblich. Wenn alle Widerstand leisten und Gegenzölle auf US-amerikanische Waren einführen, wird die Trump-Regierung erkennen, dass ihre aggressive Handelsstrategie nicht funktioniert und sie ihre Strategie ändern muss."

Doch Brasilien, Indien und China unterstützen Russland nicht so sehr um Russlands willen, sondern vielmehr um ihrer selbst willen. Juschkow sagt:

"Warum sollte Indien auf billiges russisches Erdöl und die hohen Gewinne aus dem Export von daraus hergestellten Erdölprodukten verzichten? Alle wissen genau, dass dieser Verzicht zu nichts anderem führen würde als zu einem Anstieg der Ölpreise. Wenn Neu-Delhi sich weigert, täglich 1,8 Millionen Barrel von uns zu kaufen, werden wir keine alternativen Abnehmer finden. Russland wird die Förderung drosseln müssen, und jedes andere Erdöl wird für Indien teurer werden, da die Preise stark steigen werden."

Sollten sowohl Indien als auch China auf russisches Erdöl verzichten, würden fast sieben Millionen Barrel Erdöl, Ölprodukte und Gaskondensat vom Markt verschwinden, so der Experte weiter. Das könne derzeit niemand ersetzen, weshalb die Preise auf 150 bis 200 US-Dollar pro Barrel steigen würden, auch für Indien und China selbst. Warum sollten also Peking und Neu-Delhi eine solche Entwicklung wollen?

Das Lustige an der ganzen Sache ist jedoch die Tatsache, dass der Verzicht auf russisches Erdöl Indien und China nicht garantiert, dass die USA ihre Einfuhrzölle aufheben und ihnen positive Handelsbedingungen gewähren werden. Juschkow meint:

Trump-Putin-Gipfel – Politisches Theater, Wandel durch Annäherung oder Täuschung?




Analyse

Trump-Putin-Gipfel – Politisches Theater, Wandel durch Annäherung oder Täuschung? 






"Es ist für China nicht vorteilhaft, wenn Russland eine geopolitische Niederlage erleidet, denn sonst wird der Westen Russland zu einer bedingten zweiten Ukraine machen, das behaupten wird, China wolle uns angreifen und man müsse sich gegen die chinesische Bedrohung wehren. Eine solche Verwandlung eines wichtigen Handels- und Energiepartners und Nachbarn in eine Bedrohung für China ist sicherlich nicht wünschenswert."

Darüber hinaus ist es für Peking wichtig, die Lieferungen von Energieressourcen aus Russland über Pipelines und über die Nordostpassage als sicherste Transportwege aufrechtzuerhalten. Denn alle Brennstoffe, die auf dem Seeweg aus dem Süden kommen, könnten von den USA gestoppt werden. Igor Juschkow betont:

"Die Länder des sogenannten Globalen Südens sollten zusammenarbeiten, um ein alternatives Modell zu dem vom Westen vorgeschlagenen Weltordnungssystem anzubieten. Der Westen sagt zum Beispiel, dass alle ihre Treibhausgasemissionen reduzieren müssen, und zwingt dies allen auf. Aber niemand bietet eine Alternative an. Und hier kann die BRICS-Staatengruppe ansetzen und eine Alternative anbieten. Diese besteht darin, den Kampf gegen die Energiearmut in den Vordergrund zu stellen, das heißt, allen Ländern Zugang zu erschwinglicher Energie zu verschaffen, damit sie ihren Wohlstand steigern können. Dazu muss man allen Ländern die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln."

Er fügt hinzu, dass niemand den Westen daran gehindert habe, seinen Weg von Holz, über Kohle, Erdöl und -gas zu gehen und seinen Wohlstand zu steigern. Warum also wird dies anderen Ländern verwehrt? Indien beispielsweise hat die Phase des Kohleverbrauchs noch nicht hinter sich, und Brasilien ist ein Nettoexporteur von Erdöl, aber dennoch mangelt es dem Land an Erdölprodukten. Denn ausländische Unternehmen kommen in dieses Land nur, um dort die Erdölfelder zu erschließen und dieses Öl zu kaufen, sie bauen jedoch keine Ölraffinerien für den lokalen Bedarf. Juschkow hebt hervor:

"Im Idealfall brauchen die BRICS-Staaten ein Modell, mit dem wir weiterhin miteinander Handel treiben können, auch wenn die USA Sanktionen verhängen. Das heißt, wir müssen alle westlichen Institutionen, einschließlich der Finanzinstitute, duplizieren. Lasst uns eine globale Alternative zu SWIFT entwickeln, die nationale Zahlungskarten der anderen anerkennt (und nicht nur Visa und Mastercard), miteinander Handel treiben, damit niemand unsere Konten sperren kann, eigene Preisagenturen, eigene Börsen und so weiter gründen."

In der Welt werde es jetzt eine neue Welle des Interesses an solchen Initiativen geben, so der Experte.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist zuerst am 13. August 2025 auf der Website der Zeitung "Wsgljad" erschienen.

Olga Samofalowa ist Wirtschaftsanalystin bei der Zeitung "Wsgljad".


Mehr zum Thema – Rjabkow: Alaska-Gipfel soll bilaterale Beziehungen zu den USA stärken


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14.08.2025

US-Starökonom Jeffrey Sachs: "Merz ist ein Kriegstreiber"

freedert.online, 14 Aug. 2025 15:11 Uhr

Der US-Ökonom Jeffrey Sachs fordert von den Westeuropäern eine echte diplomatische Initiative zur Beilegung des Ukraine-Konflikts. Man müsse sich auf die echten Ursachen für den Krieg besinnen, dann sei die Lösung des Konflikts möglich. Friedrich Merz hält er für einen Kriegstreiber. Der US-Ökonom Jeffrey Sachs fordert von den Westeuropäern eine echte diplomatische Initiative zur Beilegung des Ukraine-Konflikts. Man müsse sich auf die echten Ursachen für den Krieg besinnen, dann sei die Lösung des Konflikts möglich. Friedrich Merz hält er für einen Kriegstreiber.


Quelle: www.globallookpress.com © Meng Jing


US-Starökonom Jeffrey Sachs: "Friedrich Merz ist ein Kriegstreiber".


In einem Interview mit der Berliner Zeitung rät der US-amerikanische Starökonom und Diplomat Jeffrey Sachs den Westeuropäern zur Diplomatie, zur Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und dazu, Putin anzurufen. 

Sachs geht davon aus, dass sich die USA aus dem Ukraine-Krieg zurückziehen und ihn Europa überlassen werden. Er rät den westeuropäischen Regierungen daher, in Verhandlungen mit Russland einzutreten. Er fordert die westeuropäischen Staatschefs dazu auf, sich um echte Diplomatie zu bemühen und die Ursachen des Konflikts zu analysieren. Nur indem die Ursachen ausgeräumt werden, ist Frieden möglich. Sachs stellt jedoch fest, dass man sich in der EU und in Großbritannien in den eigenen Narrativen verlaufen hat. Bundeskanzler Friedrich Merz hält er in diesem Zusammenhang für einen Kriegstreiber. 


Kiew erhält weiteres "umfassendes Unterstützungspaket" im Wert von 500 Millionen Euro





Kiew erhält weiteres "umfassendes Unterstützungspaket" im Wert von 500 Millionen Euro





"Merz ist ein Kriegstreiber. Was ist in die deutsche Politik gefahren? Russland wird Deutschland nicht angreifen. Russland und Deutschland sind natürliche Wirtschaftspartner – die USA haben immer versucht, sie auseinanderzuhalten! Deutschland hat die Ostpolitik erfunden, zu Recht. Deutschland missversteht völlig, was in den letzten 30 Jahren passiert ist. Ein guter Anfang wäre, wenn Merz die Versprechen von Hans-Dietrich Genscher an Gorbatschow 1990 im Kontext der deutschen Wiedervereinigung überprüfen würde. Ein weiterer guter Ansatzpunkt wäre, wenn Merz darüber nachdenkt, dass die USA die Nord-Stream-Pipeline genau deshalb gesprengt haben, um Deutschland und Russland auseinanderzuhalten."

Sachs stellt klar, dass es Kräfte gibt, die eine Verlängerung des Krieges in der Ukraine anstreben. Dazu zählt er den militärisch-industriellen Komplex in den USA, die US-Geheimdienste, weite Teile der Kongressabgeordneten und rechte Ideologen. Allerdings hält es Sachs für unmöglich, dass diese ihr Ziel einer "Dekolonialisierung Russlands", das heißt die Aufteilung der Russischen Föderation, erreichen können. Auch Europa könnte einen Krieg mit Russland nicht gewinnen, ist sich Sachs sicher. 

Es sei Dummheit, die westeuropäische Politiker davon abhalte, zum Telefon zu greifen und Putin anzurufen. Diese Dummheit gefährde auch den Fortbestand der EU. Sachs diagnostiziert, dass die EU die öffentliche Meinung nicht zur Kenntnis nimmt und gegen die Interessen der Bürger der EU handelt. 

"Die europäische Öffentlichkeit will Frieden; die Politiker wollen Krieg, oder zumindest eine provokative und massive militärische Aufrüstung."

Mehr zum Thema – Trump schlägt ein "rasches Treffen" zwischen Putin und Selenskij vor


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Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

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14.08.2025

Was man wissen sollte, wenn man über Israel / Gaza redet

aus e-mail von Thomas Nauerth, 14. August 2025, 11:20 Uhr


Hallo,


im Anhang eine kleine Fleißarbeit der letzten Tage, es gibt so viel

Reaktionen, Stellungnahmen, Analysen, man verliert den Überblick und

vergisst so schnell. Daher diese Tabelle. Solidarität mit Israel stellt

sich dann etwas anders da, bzw. Solidarität mit dieser Regierung in

Jerusalem wird zum Verrat an der israelischen Gesellschaft...


pax et bonum


Thomas


--

apl. Prof. Dr. theol. Thomas Nauerth


Institut für Katholische Theologie

Universität Osnabrück

tnauerth@uni-osnabrueck.de


www.friedenstheologie.de

www.bibelunddidaktik.uni-osnabrueck.de/



Martin Niemöller-Von den Pflichten gegenüber allen Menschenkindern.In: CuS (78/2025) 28-33


Gewaltfrei in der Banalität des Alltags und kriegstüchtig in der Zeitenwende? In: EB Vierteljahrschrift für Theorie & Praxis der Erwachsenenbildung 71 (1/2025) 16-19


Frieden als leitende Perspektive und Aufgabe christlicher Religionspädagogik. In: Spiegel, Egon/Stroß, Annette M./Lehner-Hartmann, Andrea/Mariański, Janusz (Hg.), Wissenschaft aus Leidenschaft. Persönliche, biografische, wissenschaftliche Aspekte. Aus Anlass des 70. Geburtstages von Cyprian Rogowski (Vechtaer Beiträge zur Theologie 19) Münster 2025, 201-212


וְאֹהֵ֣ב חָמָ֑ס שָֽׂנְאָ֥ה נַפְשֽׁוֹ


„Never before has it been more urgent than it is now for us to become peacemakers

working for the common good, for what is good for all and not just for the few,

who are always the same. To ensure peace and development, understood as the improvement

of the living conditions of populations suffering from hunger, war and poverty, concrete

actions are needed, rooted in serious and far-sighted approaches. We must therefore leave

aside sterile rhetoric and, with firm political will, as Pope Francis said, “resolve conflicts

and thus … foster a climate of reciprocal cooperation and trust for the sake of meeting common

needs”. (Leo XIV)


»Krieg ist zuerst die Hoffnung, dass es einem besser gehen wird,

hierauf die Erwartung, dass es dem anderen schlechter gehen wird,

dann die Genugtuung, dass es dem anderen auch nicht besser geht,

und hiernach die Überraschung, dass es beiden schlechter geht.« (Karl Kraus)

--

________________

VB-Vernetzung


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14.08.2025

Mit Name, Adresse und rassistischen Lügen: Wie "Die Zeit" zur Jagd auf Völkermordgegner bläst

freedert.online, 14 Aug. 2025 08:13 Uhr, Von Susan Bonath

Unbelegte Gewaltvorwürfe, rassistische Verschwörungsmythen, viel Hasbara und eine Hetzjagd mit Namen und Adresse: Das liberale Kampfblatt "Die Zeit" kennt bei Propaganda gegen Palästina-Demonstranten keine presserechtlichen Standards mehr – und gefährdet Betroffene mit Absicht.


Quelle: www.globallookpress.com © IMAGO/dts Nachrichtenagentur


Symbolbild: Pro-Palästinensische Demonstration in Berlin


Die deutschen Liberalen und ihre Leitmedien geben sich gern als Frontkämpfer für "bürgerliche Moral". Ausgiebig trommelten sie für Demos "gegen rechts"; mal wettern sie gegen die AfD, mal gegen vermeintliche "Antisemiten" – ganz vorn mit dabei: Die Zeit. Weit oben auf der "Liste" ihrer politischen Feinde stehen derzeit Demonstranten gegen den israelischen Völkermord in Palästina. Wenn es zur Jagd auf diese bläst, pfeift das als "liberales Qualitätsmedium" geltende Blatt auf Presserecht und Anstand.

In einem neuen, sowohl online als auch im Print veröffentlichten Artikel (Bezahlschranke) unter dem Titel "Die hassen uns" liefert Die Zeit einen durchaus interessanten Einblick in die institutionell organisierte politische Verfolgung von Palästina-Demonstranten, verkörpert von einer Berliner Polizeigruppe. Das Blatt verbreitet auch rassistische Mythen und setzt einzelne Aktivisten durch namentliche Nennung und Hinweise auf ihren Aufenthaltsort gezielt Gefahren aus – ein journalistisches No-Go.

Entlarvte Polizei-Lüge aufgewärmt


Prügeln, treten, würgen: Deutsche Presse verschweigt Polizeigewalt gegen Palästina-Demonstranten




Meinung

Prügeln, treten, würgen: Deutsche Presse verschweigt Polizeigewalt gegen Palästina-Demonstranten





Seine neuerliche Hetzattacke versteckt das Blatt in einer "Reportage". Der Autor Jörg Burger hat die nach dem 7. Oktober 2023 gegründete "Ermittlungsgruppe Nahost" der Berliner Polizei einige Zeit begleitet. In seinem Text suggeriert er beschreibende Objektivität. Dass die nur vorgetäuscht ist, wird schnell klar, zum Beispiel durch unkommentiert weitergereichte Polizei-Behauptungen wie: Die "Pro-Palästina-Demos" in der Hauptstadt bestünden größtenteils aus "gewaltbereiten Linken und radikalisierten Palästinensischstämmigen". Die Botschaft ist klar: Linke, Palästinenser und alle, die man dafür hält, seien gewalttätige Irre.

So versuche diese "EG Nahost" jetzt, "Gewalttäter in Schach zu halten". Um ihre angebliche "Gewalt" zu "belegen", klammert sich der Autor ausgerechnet an einen Vorfall im Mai, von welchem längst bekannt ist, dass die Polizei ihn nachweislich falsch dargestellt hatte. Es geht um eine Demonstration am sogenannten Nakba-Gedenktag, an dem sich Palästinenser an die massenhafte Vertreibung ihrer Eltern und Großeltern, verbunden mit grausamen Massakern, rund um die israelische Staatsgründung 1948 erinnern.

Angeblich hätten Demo-Teilnehmer einen Polizisten in die Menge gezogen, niedergetrampelt und schwer verletzt. Videoaufnahmen widerlegten aber die von vielen Medien unreflektiert übernommene Darstellung der Polizei. Sie zeigten vielmehr einen Exzess der Staatsgewalt, durch den sich der um sich schlagende Beamte wohl selbst verletzte. Sogar das öffentlich-rechtliche Meinungsschlachtschiff ARD-Tagesschau musste zurückrudern, doch der Zeit-Autor stellt klar, wem er trotzdem eisern glaubt: der Polizei. 

Völkermordgegner: Schlimmer als Nazis?


Wie Hessens Innenminister unliebsame Palästina-Aktivisten politisch verfolgt





Meinung

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Der Beitrag strotzt nur so von unbelegten, diskreditierenden Behauptungen. Burger kolportiert sie teils geschickt mit einem Propaganda-Trick: Er verpackt sie in Zitate zweier Polizei-Funktionäre, ohne diese zu hinterfragen. Demnach habe es die Polizei auf den Palästina-Demos "mit Menschen zu tun, die in ihrer Welt gefangen" und schlimmer seien, als die Neonazis in den 1990er Jahren. Mit Letzteren habe man, so ein Beamter, immerhin "noch reden können" – kein Wort über Dutzende ermordete Linke, Punks und Migranten.

Für den Autor sind die Demonstranten ein "Pulk", ein Polizist schwafelt von "Serientätern" und "Clans", abwechselnd spinnen sie an der Propagandaerzählung von einer Verschwörung von "Linksextremisten und Islamisten". Burgers eigenem Weltbild zufolge ist die Parole "From the River to the Sea, Palestine will be free" (Vom Fluss bis zum Meer, Palästina wird frei sein) eine "klare Aufforderung, den Staat Israel auszulöschen und alle Juden zu töten" – obwohl das sogar viele deutsche Richter anders sehen.

Rassistische Klischees

Schließlich äußert sich ein Polizist ganz unverhohlen rassistisch. Wenn er "das Weltbild eines Palästinensers aus der Region Nahost sehe, der den Hass auf Israel mit der Muttermilch aufgesogen hat", könne er das "zumindest noch nachvollziehen". Er fügt an:

"Aber Leute, die in Deutschland geboren sind, dass die so antiisraelisch und antisemitisch drauf sind …"

Der Autor fragt nicht nach, warum der Polizist das glaubt.


Kriegsgegner als "antisemitische Gefährder": Berliner Polizei verbietet Protestzug





Analyse

Kriegsgegner als "antisemitische Gefährder": Berliner Polizei verbietet Protestzug





Damit verbreitet das "liberale Kampfblatt" unverhohlen ein explizit rassistisches Klischee: Alle Palästinenser würden Israel hassen, und zwar nicht, weil der Militärstaat in Nahost gerade ihre Verwandten abschlachtet, aushungert und vertreibt, sondern einfach, weil sie Palästinenser sind, denen das Böse in den Genen liege ("mit der Muttermilch aufgesogen"). Eindeutiger kann man kaum gegen das im Pressekodex verankerte Verbot von Diskriminierung verstoßen und überdies die dort geregelte Unschuldsvermutung ignorieren.

Der Beamte gibt damit unfreiwillig auch ein Lehrbeispiel für echten Antisemitismus – nicht bei den Demos, sondern bei der Polizei: die Gleichsetzung des Staates Israel (und aller seiner Verbrechen) mit "den Juden". Das ist zwar ein interessanter Einblick in staatlich-institutionelle Sümpfe, aber dass Die Zeit derartigen Rassismus wie eine Tatsache stehen lässt, zeigt eine ähnliche Verfasstheit in ihrer bürgerlich-liberalen Redaktionsblase.

Namen und Adresse für den Mob

Auf Substanz wartet der Leser indes vergeblich. Auf all die Behauptungen, wie gewalttätig und antisemitisch die Demonstranten angeblich seien, folgt kein einziger Beleg für derlei Taten. Stattdessen kann der Autor seine Freude über Polizeischikanen kaum zurückhalten. Es geht um Hausdurchsuchungen, ausgerechnet wegen der per Video widerlegten "Gewalt"-Vorwürfe, deretwegen sich sogar die Medien korrigieren mussten.

Burger begleitete die Beamten zu einer der Durchsuchungen, und versteigt sich dazu in seinem Artikel in ein absolutes, journalistisches No-Go: Er nennt vollständige Klarnamen von lediglich Verdächtigen, in einem Fall sogar zusammen mit einem direkten Verweis auf die Wohnanschrift eines Betroffenen. Wer als Journalist so etwas tut, verstößt ganz offen gegen den gesetzlich gebotenen Schutz der Persönlichkeit. Man muss ihm unterstellen, dass er einen Mob auf die Aktivisten und ihre Familien hetzen will.

Werbekolumne fürs Töten von Arabern


Die antisemitischen Wurzeln unreflektierter Israel-Solidarität





Meinung

Die antisemitischen Wurzeln unreflektierter Israel-Solidarität





Ein durchgerutschter Einzelfall war dieser eklatante Presserechtsverstoß bei weitem nicht. Immer wieder schlägt das selbst ernannte liberale Blatt hier über die Stränge. Ein besonders krasses Beispiel ist eine im Juni ebenfalls im Print veröffentlichte Kolumne des Autoren Maxim Biller unter dem Titel "Morbus Israel".Abgesehen von der Aneinanderreihung von Erzählungen aus der Mottenkiste israelischer Propaganda diskreditiert Biller darin nicht nur reihenweise namentlich genannte Publizisten, Forscher und andere als "pathologisch", also irgendwie geisteskrank. Er schreibt auch wörtlich: 

"Ja, wenn es um Israel geht, um Benjamin Netanjahu und die strategisch richtige, aber unmenschliche Hungerblockade von Gaza […], kennen die meisten Deutschen keinen Spaß."

Biller hält also das Ausrotten von über zwei Millionen Menschen, die Hälfte davon Kinder, durch eine Hungerblockade für "strategisch richtig". Und am Ende gibt er obendrauf noch einen mehr als geschmacklosen "Witz" über das Abschlachten von Arabern zum Besten, den man zitieren muss: 

"Kommt ein Israeli zum Arzt und sagt: 'Herr Doktor, ich war gerade vierzig Tage mit meiner Einheit in Gaza und hab keine Lust mehr, auf Araber zu schießen. Was soll ich tun?' 'Sie könnten damit natürlich sofort aufhören, wenn Sie wollen', sagt der Arzt, 'aber raten würde ich es Ihnen nicht, auch nicht nach unserer Therapie.'"


Jahresbericht: Verfassungsschutz geht gegen linke Juden vor





Meinung

Jahresbericht: Verfassungsschutz geht gegen linke Juden vor





Das Problem ist nicht, dass einzelne Leute so etwas denken, sondern dass Leitmedien das abdrucken, ohne sich vor juristischer Verfolgung zu fürchten. Ginge es hier nicht um Palästinenser und Araber, sondern Deutsche, Ukrainer oder Juden, säßen die Verantwortlichen wohl längst vor Gericht, wenn nicht im Knast.

Billers Kolumne hat das Blatt nur wenig später, offensichtlich wegen eines Shistorms, online depubliziert. Es schwafelte von einem "Versehen", das "Werk" habe seinen "Standards" nicht genügt. Über den Inhalt nachgedacht hat dort wohl aber niemand. Schon wenig später durfte der Autor Harald Martenstein an gleicher Stelle einen Lobgesang (Bezahlschranke) auf die Biller-Kolumne ablassen. 

Nun, der deutsche bürgerliche Schoß ist offensichtlich fruchtbar noch, aus dem dereinst das braune Übel kroch – dies längst nicht nur am rechten Rand und in der für rassistische Dauerhetze bekannten Axel-Springer-Presse, sondern ganz oben bei den Meinungsmachern des liberalen Mainstreams.


Mehr zum Thema - Ausgerechnet Magdeburg – Wie sich der Geheimdienst eine antiimperialistische Bastion vorstellt


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Audio https://mcdn.podbean.com/mf/download/kjadmf8ibz6en25q/Dramatisiert_verfa_lscht_weggelassen_Wie_deutsche_Medien_u_ber_Pala_stina87du4.mp3 Dauer 12:11 Min.


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14.08.2025

“Die Stadt zerstören, um sie zu retten” Deutschland legitimiert Extremisten im Ausland, delegitimiert aber die Demokratie im Inland

anti-spiegel.ru, vom 12. August 2025 14:00 Uhrvon Anti-Spiegel

Dieselbe deutsche Regierung, die extremistische Regime in Syrien, Israel und der Ukraine legitimiert, zerstört die deutsche Demokratie, um sie „vor den Populisten zu retten“.

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Ich habe einen sehr langen, aber in meinen Augen wirklich sehr guten Artikel gefunden, der die Absurdität der Politik und Maßnahmen der deutschen Regierungen sehr ausführlich für das Publikum außerhalb Deutschlands beschreibt. Da der Artikel (https://www.thomasfazi.com/p/germanys-bizarre-selective-outrage) sehr lang ist, kommen wir ohne weitere Einführungen meinerseits direkt zur Übersetzung Die Links habe ich aus dem Original übernommen.


Beginn der Übersetzung:

Deutschlands bizarre selektive Empörung: Extremisten im Ausland legitimieren, Demokratie im Inland delegitimieren

Dasselbe deutsche Establishment, das extremistische Regime in Syrien, Israel und der Ukraine legitimiert, zerstört die deutsche Demokratie, um sie „vor den Populisten zu retten“.

Gastbeitrag von von Ciarán O’Regan | Thomasfazi.com

Die Berichterstattung über die Schlacht von Bến Tre, Teil der Tet-Offensive, brachte einen klassischen Einzeiler hervor. Ein ungenannter Major der US-Armee sagte laut dem Journalisten Peter Arnett: „Es wurde notwendig, die Stadt zu zerstören, um sie zu retten.“ Wer dem US-Interventionismus skeptisch gegenübersteht, kann leicht argumentieren, dass eine derart beiläufige Bemerkung tatsächlich recht repräsentativ für die neokonservative Außenpolitik ist.

Erinnern wir uns an das Massenvernichtungswaffen-Fiasko, das zur Rechtfertigung der Invasion des Irak im Jahr 2003 diente: eine Intervention, die auf erfundenen Geheimdienstberichten beruhte, Hunderttausende Tote forderte, die Region destabilisierte, zur Entstehung des IS führte, die brutale Verfolgung religiöser Minderheiten nach sich zog – darunter einer der ältesten christlichen Gemeinschaften der Welt – und ein Regime hervorbrachte, das es Pädophilen erlaubt, neunjährige Mädchen zu heiraten. Es wurde notwendig, den Irak zu zerstören, um ihn zu retten.

Deutschland leistete damals jedoch „standhaften Widerstand“ gegen die Invasion des Irak. Diese deutsche Unabhängigkeit war etwas, das US-Vizepräsident JD Vance in einem viel diskutierten Interview mit Sohrab Ahmari für UnHerd im April 2025 ausdrücklich lobte:

„Etwas, das ich persönlich ein wenig besser kenne: Ich denke, viele europäische Nationen lagen mit ihrer Haltung zu unserer Invasion des Irak richtig. Und ehrlich gesagt, wenn die Europäer etwas unabhängiger und etwas mutiger gewesen wären, hätten wir vielleicht die ganze Welt vor der strategischen Katastrophe retten können, die die von den USA geführte Invasion des Irak war.“

Ähnlich verhielt es sich mit den „humanitären Gründen“, die 2011 als Rechtfertigung für den Krieg gegen Libyen herangezogen wurden. Diese Intervention forderte massive Opfer, führte zur Ermordung und Schändung von Präsident al-Gaddafi, der wenige Jahre zuvor freiwillig das Atomprogramm seines Landes eingestellt hat, was die Wahrscheinlichkeit verringert hat, dass andere Staaten jemals auf ihre Nuklearwaffen verzichten, und den Zugang zu staatlichen Waffenlagern geöffnet hat, die – so ein Artikel im Guardian von 2015 – über den MI6 und die CIA in die Hände syrischer Rebellen gelangten, und verwandelte das Land in einen gescheiterten Staat mit Sklavenmärkten auf offener Straße und einem zentralen Knotenpunkt für Menschenhandel, der einen Hauptteil der illegalen Route für Migration nach Europa gebildet hat. Es wurde notwendig, Libyen zu zerstören, um es zu retten.

Auch bei diesem Krieg machte Deutschland nicht mit und hatte sich damals bei der UN-Resolution, die Gewalt gegen Muammar al-Gaddafi autorisierte, enthalten.

Andere Entscheidungen des deutschen Establishments in den vergangenen Jahren dürften von der Geschichte jedoch weniger wohlwollend beurteilt werden. Die 13 Jahre andauernde, vom Westen unterstützte Operation für einen Regimewechsel in Syrien kulminierte im Dezember 2024 in der Machtübernahme durch ehemalige Dschihadisten von al-Qaida und des IS, die nun angeblich „offen für Diversität“ und „inklusiv“ sind. Anfang Januar 2025, kurz nach dem Machtantritt dieses neuen „Diverjihad“-Regimes, gehörte Deutschlands damalige Außenministerin Annalena Baerbock zu den ersten westlichen Diplomaten, die zur Legitimierung von Syriens neuem Führer al-Sharaa nach Damaskus eilten – zu einem ehemaligen Kommandeur des IS und der al-Qaida, dessen zehn Millionen Dollar Kopfgeld erst wenige Wochen zuvor von der Regierung  von Joe Biden gestrichen worden war. Zwar sagte Baerbock: „Wir müssen uns immer wieder bewusst machen, dass es sich hierbei um eine Terrormiliz handelt“, doch berichtete Politico auch, dass sie die Versprechen der Terror-Miliz, „alle Akteure“ in den Übergangsprozess einzubeziehen, mit „klingt bisher gut“ beschrieb.

Und siehe da, dieses neue „Diverjihad“-Regime ist so „divers“ und „inklusiv“ gegenüber „allen Akteuren“, dass es sich prompt wie die „Terror-Miliz“ verhielt, von der Baerbock genau wusste, dass sie es war. Mitglieder dieses Regimes machten sich daran, Tausende Zivilisten aus religiösen Minderheiten abzuschlachten. Laut Paul Wood, in der Druckausgabe des Spectator vom 15. März 2025, wurden viele dieser Grausamkeiten mit sichtlicher Freude gefilmt und online gestellt:

„Niemand vertuscht heute mehr seine Kriegsverbrechen. Sie filmen sie, feiern sie, posten sie auf X. So haben wir diese Woche Videos aus Syrien, die zeigen, wie islamistische Kämpfer verängstigte alawitische Männer zwingen, auf Händen und Knien zu kriechen und wie Hunde zu heulen. In einem Video kriechen die Opfer durch eine Straße, die mit Blut und Leichenteilen bespritzt ist, während ein bärtiger Bewaffneter sie mit einem Holzstock schlägt. Die Kamera schwenkt zu einem halben Dutzend Leichen. Dann hört man Gewehrschüsse.“

Wood zufolge wurde das Massaker an Zivilisten von „einem Brigadegeneral der neuen post-assadistischen Armee“ angeführt und als Reaktion auf Angriffe einer alawitischen Miliz gegen das neue Regime durchgeführt.

Pater Benedict Kiely sagte in derselben Ausgabe des Spectator das Unsagbare: „Es mag nicht akzeptabel sein, dies zu sagen, aber unter der unbestreitbar brutalen Diktatur der Familie von al-Assad gab es keine interreligiöse Konflikte.“ Er berichtete weiter, dass ein Übersetzer von ihm, den er 2017 bei einem Besuch in der Region beschäftigte, früher ein Unterstützer der Rebellen war, dann aber Assad zu unterstützen begann, „weil er die Alternative gesehen hatte“.

Nun ist die Alternative da. Kiely schreibt über das Massaker jenes Wochenendes:

„Während genaue Zahlen schwer zu ermitteln sind, scheint es nach einer vom ungarischen Staatssekretariat für die Hilfe an verfolgte Christen, der einzigen Institution dieser Art weltweit, verifizierten Quelle so zu sein, dass bis zu 3.000 Menschen getötet worden sein könnten. Auch wenn dies klar ein Pogrom gegen die Alawiten war, sind die Christen in Syrien zutiefst besorgt, denn nach einem alten syrischen Sprichwort heißt es: ‚Erst die Alawiten, dann die Christen‘. Seit der Machtübernahme der Islamisten Ende vergangenen Jahres sind Christen in Syrien Opfer von Mord, Entführung, Einschüchterung und Vandalismus geworden.“

Und dann, am 17. März – nur wenige Tage, nachdem Videos und Berichte über die Barbarei der Diverjihads an Zivilisten auftauchten, kündigte Deutschlands Außenministerin Baerbock 300 Millionen Euro an Finanzhilfen für Syrien an.

Während das deutsche Establishment zwar kritische Erklärungen zu diesem neuen Regime abgab, es gleichzeitig jedoch durch freundliche diplomatische Fototermine und – nur wenige Tage nach der Ausstrahlung eines Massakers – mit Hunderten Millionen Euro an Finanzhilfen legitimierte, hat sich die Lage für die Minderheiten Syriens erheblich verschlechtert.

Mutter Oberin Agnes Mariam de la Croix, eine libanesische katholische Nonne mit Sitz im kurdisch kontrollierten Teil Syriens, erklärte in einem Interview mit The Grayzone Anfang Mai 2025, dass derzeit zwischen 30.000 und 40.000 alawitische Muslime tot oder vermisst seien. Sie schilderte zudem, wie ausländische sunnitische Kämpfer von den Sicherheitskräften des neuen Regimes in Wohngebiete „entfesselt“ wurden und dort vergewaltigten, töteten, verbrannten sowie „Völkermord“ und „ethnische Säuberungen“ begingen. Sie zählte verschiedene Verbrechen gegen die Menschlichkeit auf, darunter die Versklavung von Frauen für sexuelle Zwecke, die sie als Teil der islamischen Kriegstradition bezeichnete, und forderte den Generalsekretär der Vereinten Nationen auf, eine Untersuchung dieser Gräueltaten einzuleiten.

Noch deutlicher wird die Doppelmoral, wenn man den Grad an Transparenz und das Ausmaß des Blutvergießens betrachtet: Das deutsche Establishment ist bedingungsloser Unterstützer eines israelischen Regimes, das sich kaum noch bemüht, etwas zu verbergen.

In einem Artikel für Haaretz im April 2025 beschrieb Nimrod Flaschenberg, Mitbegründer der Berliner Gruppe Israelis for Peace, die „Eskalation der wachsenden und grenzenlosen Unterstützung Deutschlands für Israel“. „Seit dem 7. Oktober und Israels Krieg gegen Gaza“, schrieb Flaschenberg, „hat sich Deutschland eindeutig auf die Seite Israels gestellt, es mit Waffen beliefert und es in internationalen Gremien verteidigt – und dies stets mit Verweis auf die Staatsräson. Während aus Berlin zwar Forderungen nach einem Waffenstillstand zu hören waren, ist die militärische Unterstützung für Israel unvermindert weitergegangen.“

Dieses Konzept der Staatsräson – „Grundprinzip staatlicher Existenz“ – wurde offenbar erstmals 2008 von der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Knesset verkündet, als sie erklärte, dass die Sicherheit Israels Teil der deutschen staatlichen Identität sei. Während einige dies als Verpflichtung zu einem demokratischen, friedlichen Staat Israel innerhalb international der anerkannten Grenzen interpretieren, argumentiert Flaschenberg, dass das „dominierende Verständnis unter den gewählten Führungspersonen Deutschlands“ in jüngster Zeit „eine totale und bedingungslose Unterstützung Israels“ bedeute, unabhängig von dessen Umgang mit den Palästinensern oder seiner Politik im Nahen Osten. Er formuliert es unmissverständlich:

„In einer grausamen historischen Ironie hat Deutschland, der Täter des Holocaust, das ermöglicht, was zahlreiche Beobachter, darunter Amnesty International, als Völkermord an den Palästinensern bezeichnen. Anstatt eine universelle historische Lehre zu ziehen, die für alle Menschen gilt, entschied sich Deutschland für eine partikularistische Auslegung seiner Geschichte, die sich ausschließlich auf das Verhältnis des Staates zu Israel konzentriert.“

Während manche Unterstützer Israels den Begriff „Völkermord“ bestreiten mögen, sind viele der begangenen Verbrechen sowie hochrangige Aufrufe zu barbarischen Handlungen gegen Palästinenser offen sichtbar. Drop Site News berichtete beispielsweise im Februar 2025, dass der stellvertretende Sprecher der Knesset und Mitglied der Likud-Partei von Ministerpräsident Netanjahu, Nissim Vaturi, „zur Tötung aller palästinensischen Männer in Gaza aufgerufen“ habe. Im ultraorthodoxen Radiosender Kol BaRama soll Vaturi gesagt haben: „Wer ist unschuldig in Gaza? Zivilisten sind hinausgegangen und haben Menschen kaltblütig abgeschlachtet. Wir müssen die Kinder und Frauen trennen und die Erwachsenen in Gaza töten. Wir sind zu rücksichtsvoll.“ Vaturi bezeichnete die Menschen in Gaza offenbar auch als „Abschaum und Untermenschen“.

Im Einklang mit dieser Haltung berichtete The Times of Israel bereits im August 2024, dass der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich die Blockade humanitärer Hilfe für den Gazastreifen für „gerechtfertigt und moralisch“ hält, selbst wenn dies dazu führen würde, dass zwei Millionen Zivilisten verhungern. Er fügte jedoch hinzu, dass die internationale Gemeinschaft das nicht zulassen werde. Die Zeitung zitiert Smotrich mit den Worten:

„Wir bringen Hilfe, weil es keine andere Wahl gibt. Wir können in der derzeitigen globalen Realität keinen Krieg führen. Niemand wird uns erlauben, zwei Millionen Zivilisten verhungern zu lassen, auch wenn dies bis zur Rückgabe unserer Geiseln gerechtfertigt und moralisch wäre. ‚Humanität im Austausch für Humanität‘ ist moralisch gerechtfertigt, aber was sollen wir tun? Wir leben heute in einer bestimmten Realität, wir brauchen internationale Legitimität für diesen Krieg.“

Laut einem Bericht von CBS News vom Juli 2024 verteidigte, Hanoch Milwidsky, ein Mitglied der Regierungskoalition Israels, die Vergewaltigung und Folter palästinensischer Gefangener durch israelische Soldaten:

“Ein Mitglied der Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu rechtfertigte am Montag in einer Sitzung von Abgeordneten die Vergewaltigung und Misshandlung palästinensischer Gefangener, indem er wütend Kollegen anschrie, die das angebliche Verhalten infrage stellten, dass gegenüber „Terroristen“ in Gewahrsam alles legitim sei.Der Abgeordnete Hanoch Milwidsky wurde gefragt, als er die mutmaßliche Misshandlung verteidigte, ob es legitim sei, „jemandem einen Stock in den After einzuführen“. „Ja!“, rief er seinem Kollegen zu. „Wenn er ein Nukhba [Mitglied der Hamas] ist, ist alles legitim! Alles!“”

Zu dieser zutiefst barbarischen Lage berichtete Haaretz im Juli 2024 über die Verurteilung der Festnahme von mutmaßlichen Vergewaltigern unter den israelischen Soldaten durch den Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir. Dieser bezeichnete die Ermittlungen als „nichts weniger als beschämend“ und erklärte:

„Ich empfehle dem Verteidigungsminister, dem Generalstabschef der Streitkräfte und den Militärbehörden, die Kämpfer zu unterstützen und vom Strafvollzug zu lernen, denn die nachsichtige Behandlung von Terroristen ist vorbei. Die Soldaten brauchen unsere volle Unterstützung.“

Trotz dieser offen brutalen Haltung, die im israelischen Beamtenapparat weit verbreitet ist, setzt Deutschland seine Unterstützung für ein zweifellos extremistisches israelisches Regime fort. Flaschenberg argumentiert, dass „was einst ein Ausdruck von Deutschlands Verpflichtung gegenüber den Opfern des Holocaust war, nun dazu genutzt wird, Israels expansionistischen Militarismus und systematische Verbrechen in Gaza zu unterstützen“.

Schließlich — angesichts der nationalsozialistischen Vergangenheit, von der das deutsche Establishment offenbar in pathologisch hysterischem Ausmaß verfolgt wird — ist die wohl bizarrste Form der Legitimierung ausländischen Extremismus’ die ebenso bedingungslose Unterstützung, die Deutschland dem derzeitigen ukrainischen Regime zuteilwerden lässt.

Vor Februar 2022 war es für etablierte westliche Medien — wie den Guardian (2018), Time (2021) oder Harper’s Magazine (2021) — nicht kontrovers, über einen wachsenden Teil der ukrainischen Gesellschaft zu berichten, der unverhohlen neonazistische Symbolik und Rhetorik zur Schau stellte. Das war nicht nur gespickt mit offen nationalsozialistischen Fahnen, Abzeichen und Tätowierungen, sondern auch mit öffentlichen Erklärungen, wie sie der Guardian zitierte, wonach ihr Ziel sei, „die weißen Rassen der Welt in einem letzten Kreuzzug gegen semitisch geführte Untermenschen“ anzuführen. In einer Kurz-Doku von NBC News aus dem Jahr 2017 mit dem Titel Ukraine’s Hyper-Nationalist Military Summer Camp for Kids (Die hyper-nationalistischen Sommerlager der Ukraine für Kinder) sieht man einen Jungen an einem Lagerfeuer stehen, der Folgendes ruft: „Was ist unser Slogan? Wir sind die Kinder der Ukraine! Soll Moskau in Trümmern liegen, das ist uns egal! Wir werden die ganze Welt erobern! Tod, Tod den Moskowiter!“.

Seit Trumps Rückkehr ins Amt mehren sich die Stimmen, die vermuten, dass die Weigerung von Präsident Selensky, mit Russland zu verhandeln, trotz der letztlich aussichtslosen militärischen Lage der Ukraine, möglicherweise auf die Gefahr für sein eigenes Leben durch diese extremistischen Elemente zurückzuführen ist. Wie ich in einem Essay vom September 2024 beschrieben habe, hier im European Conservative veröffentlicht, drohen diese gut bewaffneten, hoch motivierten und tief verwurzelten Ultranationalisten seit der Wahl von Selensky zum Präsidenten im Jahr 2019 auf Basis eines Versprechens auf Frieden öffentlich damit, ihn zu töten, sollte er versuchen, ein Abkommen mit Russland zu schließen. Der Journalist und Autor Scott Horton hat diese Einschätzung kürzlich bekräftigt und gesagt, er wisse nicht, ob Selensky — sollte dies für Verhandlungen erforderlich sein — überhaupt in der Lage wäre, diesen ideologisch besonders gefestigten Kämpfern den Rückzug aus umkämpften Gebieten zu befehlen:

„Sie könnten einfach weitermachen und seine Autorität ignorieren, falls er ihnen befiehlt, sich zurückzuziehen. Sie könnten ihm einfach ins Gesicht schießen, wie Dmytro Jarosch, der Mitbegründer des Rechten Sektors und Kommandeur der Ukrainischen Freiwilligenarmee, und Andrij Bilezky, Gründer und Anführer der 3. Selbständigen Sturmbrigade, Nachfolger des Asow-Bataillons, sowie Führer des politischen Flügels der Asow-Bewegung, es in der Vergangenheit angedroht haben. Jeder Präsident, der versucht, sich mit Russland zu arrangieren, wird einfach getötet. Sie werden sich nicht damit zufriedengeben, dass all diese guten Männer ohne Grund geopfert wurden. Sie sind nicht umsonst gestorben, solange die Ukraine nicht um Frieden bittet.“

Professor Nicolai Petro von der Universität Rhode Island beschreibt in seinem Buch The Tragedy of Ukraine (Die Tragödie der Ukraine), wie die politische Macht seit dem Maidan 2014 „fest in die Hände derjenigen übergegangen ist, die dem äußersten rechten Spektrum nahestehen“ (S. 105).

In einem Interview vom Mai 2025 mit Professor Glenn Diesen von der Universität Südost-Norwegen erklärte Dr. Marta Hawryschko vom Strassler Zentrum für Holocaust und Genozid Studien, worin sie die Grundlage für die Unterstützung dieser Ultranationalisten durch das Establishment sieht:

„Unterm Strich haben die ukrainischen und westlichen politischen Eliten im Grunde ihr Narrativ und ihre Haltung gegenüber der extremen Rechten geändert, um sie zu instrumentalisieren und zu nutzen, um Russland zu schwächen und ausbluten zu lassen, weil sie wissen, dass diese Leute am aggressivsten und am kriegshungrigsten sind. Sie sind indoktriniert und in Gewalt sozialisiert, sie sind bereit, Gewalt anzuwenden, und sie haben bereits 2014, 2015, 2016 im Krieg im Donbas Gewalt angewandt.“

Dr. Hawryschko beschreibt weiter, dass Mitglieder dieser Gruppen vom ukrainischen Staat wegen Kriegsverbrechen wie Entführung, Mord und Vergewaltigung inhaftiert worden seien, 2022 jedoch nach der russischen Invasion freigelassen wurden und seither an Macht und Einfluss gewonnen hätten.

Falls dieses ultranationalistische Element innerhalb des ukrainischen Staats- und Militärapparats tatsächlich so einflussreich ist, befindet sich das deutsche Establishment — mit seiner von mir andernorts als „Compascism“ bezeichneten Leitideologie — in einer zutiefst verdrehten Lage.

So verdreht, dass die Sprengung der deutschen Nord-Stream-Pipeline bis heute nicht einmal ansatzweise mit ernsthaftem Interesse an der Wahrheit untersucht wurde. In einer aufsehenerregenden Rede äußerte der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán im Juli 2024 eine explosive Behauptung, deren Plausibilität sich an dem auffällig ohrenbetäubenden Schweigen seiner Verbündeten in der NATO und seiner Kollegen in der EU ablesen lässt:

„Wir lassen die Sprengung der Nord-Stream-Pipeline ohne Protest; Deutschland selbst hat einen Terrorakt gegen sein eigenes Eigentum, der offensichtlich unter US-Regie durchgeführt wurde, ohne Protest hingenommen, und wir sagen kein Wort darüber, wir untersuchen es nicht, wir wollen es nicht aufklären, wir wollen es nicht in einen rechtlichen Kontext stellen.“

Vor diesem Hintergrund, der Legitimierung der für „Diversität“ und „Inklusion“ offenen Halsabschneider des „Diverjihad“-Regimes in Syrien, von Fanatikern in Israel, die offen Vergewaltigung, Mord und ethnische Säuberung verteidigen, und eines Staats- und Militärapparats in der Ukraine, der von totalitären ultranationalistischen Elementen durchsetzt ist, delegitimiert das deutsche Establishment seine eigene Demokratie im Inland.

Im März 2025 erlebten wir den skandalösen Versuch von Merz, nach den Wahlen das scheidende Parlament zu benutzen, um Änderungen an der Schuldenbremse im Eiltempo durchzusetzen. Dann, am Freitag, dem 2. Mai 2025, gab das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) bekannt, dass es die Alternative für Deutschland (AfD) als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft habe. Dies war ein massiver Schlag gegen die zweitpopulärste Partei Deutschlands.

Wie Chris Gattringer in einem Beitrag für Brussels Signal die grundlegenden Fakten zu dieser Entwicklung darlegte, „erhielt die AfD bei der Bundestagswahl im Februar 2025 rund 21 Prozent der Stimmen, womit sie nach der CDU die zweitgrößte Fraktion im Parlament stellt. Bereits vor dieser Wahl hatte ich eine kurze Einführung verfasst, in der ich zusammenfasste, warum – neben der rapide sinkenden Wirtschaftslage – die Einwanderung eines der größten Anliegen der Wähler war und wie die AfD neben dem links-konservativen BSW zu den einzigen Parteien gehörte, die diesem Anliegen klar Ausdruck verliehen“.

Gattringer führte weiter aus, dass die „Einstufung als rechtsextremistisch“ als Grundlage dienen könnte, um ein vollständiges Verbot der AfD als Partei zu erreichen. Von Bedeutung ist dabei, dass das BfV ab 2021 von einer gewählten Politikerin geleitet wurde, Nancy Faeser, deren Neutralität durchaus fragwürdig erscheint. So soll Faeser etwa für die linksextreme Zeitschrift Antifa geschrieben haben, die von einer Organisation herausgegeben wird, welche vom staatlichen Bayerischen Verfassungsschutz als „größte linksextremistisch beeinflusste Organisation im Bereich Antifaschismus“ bezeichnet wird. In einem Newsletter vom 6. Mai für Brussels Signal schrieb Dr. Ralph Schoellhammer:

„Während ein Parteiverbot in Deutschland nicht ohne Präzedenz ist, gilt als entscheidende Voraussetzung der Wille einer Partei, das bestehende politische System zu stürzen. Trotz der Positionen der AfD, die sich gegen den Mainstream stellen, gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass die Partei beabsichtigt, das demokratische System aufzugeben. Kritik am Islam und Ablehnung von Masseneinwanderung sollten kein Grund für ein Parteiverbot sein.“

Dr. Schoellhammer argumentiert, „ein Verbot der größten Oppositionspartei ist für sich genommen bereits eine handfeste Krise der Demokratie – was die Lage jedoch zusätzlich verschärft, ist die Weigerung der Regierung, die Begründung dafür zu veröffentlichen.“ Gattringer führte jedoch drei Beispiele für angeblichen „Rechtsextremismus“ von AfD-Mitgliedern aus dem vertraulichen Bericht an, die von der Tageszeitung Die Welt, einem Mainstream-Medium, veröffentlicht wurden. Diese Beispiele enthalten etwa Zitate von AfD-Vertretern wie:

„Diversität bedeutet Multikulturalismus. Und was bedeutet Multikulturalismus? Multikulturalismus bedeutet Verlust von Traditionen, Verlust von Identität, Verlust der Heimat, Mord, Totschlag und Gruppenvergewaltigung.“

Erstens ist es schlichter gesunder Menschenverstand, dass die Aufnahme großer Menschenmengen aus völlig anderen Kulturkreisen eine Herausforderung für heimische Traditionen, für Identität und die eigene Heimat darstellt. Zumal man die Realität des asymmetrischen Multikulturalismus berücksichtigen muss, in dem europäische Kulturen herabgesetzt und verteufelt werden, wie es etwa deutlich in den jüngsten Änderungen der Lehrpläne in meinem Heimatland Irland zu beobachten ist. Dass Multikulturalismus eine Bedrohung für einheimische Kulturen darstellt, ist offenkundig, und wurde, wie Dr. Frank Furedi in einem Essay im Februar 2025 darlegte, sogar von den entnationalisierten Elitekreisen Europas begrüßt:

„Für Cook und seine Kollegen ist eine der Tugenden von Masseneinwanderung und Multikulturalismus, dass sie die nationale Identität schwächen. Deshalb sehen die föderalistischen Befürworter der EU Multikulturalismus und Migration als nützliches Instrument, um die Macht Brüssels zu stärken. Eine Studie, die dieses Projekt unterstützte, kam zu dem Schluss, ‚Multikulturalismus könnte die Unterstützung für die EU erhöhen und den Euroskeptizismus schwächen‘. Warum? Weil Multikulturalismus zwangsläufig die Autorität der nationalen Identität untergräbt.“

Zweitens – und wesentlich provokativer – ist die Behauptung, Multikulturalismus führe zu „Mord, Totschlag und Gruppenvergewaltigung“. Die offiziellen Kriminalstatistiken Deutschlands stützen diese Aussage jedoch – einschließlich der Daten zu Gruppenvergewaltigungen, die im September 2024 sogar Friedrich Merz selbst anerkannte. Andrew Hammel zitierte in einer düsteren Analyse der mit der Migration zusammenhängenden Kriminalitätsstatistiken für The Critic die Berliner Polizeipräsidentin Barbara Slowik: „Klar und deutlich gesagt: Unsere Zahlen zeigen, dass Gewalt in Berlin jung, männlich und nicht-deutscher Herkunft ist.“

Deutschland ist hierbei kein Einzelfall; ähnliche Trends zeigen sich in den Kriminalitätsdaten aus Schweden und Dänemark, zwei Länder, die aufgrund jahrelanger blutiger Gewalteskalation ihre Migrationspolitik in aller Eile umkrempeln. Bemerkenswert ist dabei, dass Dänemark derzeit einige der strengsten Einwanderungsgesetze Europas hat – und trotzdem von einer Mitte-links-Regierung der Sozialdemokraten geführt wird.

Unterm Strich erleben wir also, dass eine staatliche Behörde, geleitet von einer Politikerin mit Verbindungen zu einer offiziell als „linksextremistisch“ eingestuften Organisation, die zweitbeliebteste Partei Deutschlands – und zugleich die größte Oppositionskraft gegen ihre eigene Partei – als „rechtsextremistisch“ einstuft, wodurch der Staat die rechtliche Grundlage erhält, die AfD zu überwachen und auf einen möglichen Prozess des Verbots der Partei zuzusteuern, während der dazugehörige Bericht der Öffentlichkeit vorenthalten wird. 

Wie überaus demokratisch.

Und dabei ist noch nicht einmal berücksichtigt, dass es detaillierte Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei der Wahl im Zusammenhang mit dem BSW gibt, der einzigen anderen ernstzunehmenden nicht-etablierten Partei neben der AfD, die nur knapp an der 5-Prozent-Hürde für den Einzug in den Bundestag scheiterte. Thomas Fazi veröffentlichte dazu einen Beitrag aus dem deutschen Magazin NachDenkSeiten, der die Vorwürfe darlegt. Aus prinzipieller Solidarität äußerte sich die Vorsitzende des links-konservativen BSW, Sarah Wagenknecht, am 2. Mai mit einer scharfen Kritik an der Einstufung der AfD als „extremistisch“:

„Die Neubewertung der #AfD durch den #Verfassungsschutz ist inhaltlich fragwürdig und politisch kontraproduktiv. Wir brauchen keine Debatte über Verbote, sondern endlich eine vernünftige Politik, die die Bürger überzeugt und ihre Lebensbedingungen verbessert, anstatt sie durch Inkompetenz, Bevormundung und Wahlbetrug immer wütender zu machen. Die Einstufungen durch das Bundesamt für Verfassungsschutz, die Diskussionen über Brandmauern und der Ausschluss im Bundestag sind Ohrfeigen für AfD-Wähler, die gewiss keinen einzigen von ihnen umstimmen werden. Diese absurde Politik darf nicht fortgesetzt werden.“

Nun mag es durchaus sein, dass sich in der AfD auch unangenehme oder gar finstere Gestalten tummeln, und der in Berlin lebende Autor CJ Hopkins, ein Mann, den ich sehr schätze und den ich zu seiner politischen Verfolgung durch das deutsche Establishment interviewt habe, argumentiert in diese Richtung.

Wie Wagenknecht oben jedoch festhält, wird es sicher keinen einzigen AfD-Wähler umstimmen, „ihnen ins Gesicht zu schlagen“. Ihre Haltung ist hier ehrenhaft und prinzipientreu – mehr, als man von anderen Teilen der deutschen Linken behaupten kann, wo, wie Sabine Beppler-Spahl im European Conservative beschreibt, die Heuchelei grassiert:

„Die Einstufung der AfD durch den BfV bestätigt, wenn überhaupt, nur das tiefe Misstrauen des deutschen Establishments gegenüber den Wählern. Nach dem Zweiten Weltkrieg unter alliierter Besatzung gegründet, angeblich um ein erneutes Erstarken des Nationalsozialismus zu überwachen, wurde das BfV rasch zu einem Instrument, um politische Dissidenten jeglicher Couleur ins Visier zu nehmen: Kommunisten während des Kalten Krieges, Mitglieder der Grünen in den 1980er Jahren und Politiker der Linkspartei, darunter sogar Thüringens ehemaligen und langjährigen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow.
Die Heuchelei ist atemberaubend. Es gab eine Zeit, in der linke Politiker wie Hans-Christian Ströbele (Grüne) das BfV als autoritären Apparat jenseits demokratischer Kontrolle anprangerten und seine Abschaffung forderten. Heute bejubeln die gleichen Stimmen, wenn das BfV die AfD ins Visier nimmt. Sowohl die Grünen als auch die Linkspartei gehören inzwischen zu den lautesten Befürwortern eines AfD-Verbots – offenbar war das BfV böse, als es sie selbst traf, aber tugendhaft, wenn es ihre Gegner verfolgt.“

Interessanterweise gab es innerhalb des deutschen Establishments später ein Umdenken: Am 8. Mai gab der BfV bekannt, seine Einstufung der AfD als „rechtsextrem“ vorläufig auszusetzen, bis die Klage der AfD gegen den BfV in dieser Sache entschieden ist. Vielleicht hatte dieser Sinneswandel etwas damit zu tun, dass der US-Vizepräsident das deutsche Establishment in einem Beitrag auf X mit sowjetischen Totalitaristen verglich, ein Post, der zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels über 43 Millionen Aufrufe zählt.

Oder vielleicht lag es an der Blamage gigantischen Ausmaßes, die CDU/CSU-Chef Friedrich Merz erlebte, als er am 7. Mai bei seinem ersten Versuch, zum Kanzler gewählt zu werden, in einer Abstimmung, die eigentlich reine Formsache hätte sein sollen, scheiterte. Dies sei „ein beispielloses Scheitern in der modernen deutschen Geschichte“, das laut einer Umfrage der BILD-Zeitung 51 Prozent der Deutschen überzeugt, es werde „der AfD nutzen“, und 57 Prozent als „Makel“ betrachten, der das Ansehen von Merz für den Rest seiner Amtszeit beflecken wird.

Wie dem auch sei: Angesichts des Maßes an Verfolgung, dem politische Andersdenkende in Deutschland ausgesetzt sind, ist eine solche vorläufige Aussetzung der Maßnahmen gegen die einzige bedeutende Oppositionskraft im Bundestag nur ein schwacher Trost. Diese Intoleranz gegenüber Kritik wird durch die erwähnte Verfolgung von CJ Hopkins verkörpert und ist erschreckend normalisiert worden. 

Neben der absurden, einer Sisyphusarbeit gleichenden Farce, durch die Hopkins vom gleichgeschalteten Establishment gezerrt wird, gehören zu den bekanntesten Fällen der Bestrafung von „Falschdenken“ auch die Ausgrenzung der mutigen Politikwissenschaftlerin und Autorin Ulrike Guérot. Thomas Fazi berichtete bereits im vergangenen Mai über die Verfolgung von Guérot. Jüngst kann man sie in einem aufschlussreichen Interview mit Neutrality Studies über Deutschlands Abgleiten in einen „para-autoritären“ Zustand sprechen hören. Fazi schrieb:

“Ihr Fall steht als erschreckendes Zeugnis für den autoritären Drift der deutschen Gesellschaft, und westlicher Gesellschaften im Allgemeinen, in denen abweichende Meinungen nicht mehr debattiert, sondern bestraft werden, bis hin zur Verfolgung von verbeamteten Professoren, die früher nahezu unantastbar waren. Eine Geschichte, die jede verbliebene Illusion über den tatsächlichen Zustand der westlichen liberalen Demokratie zerschlagen sollte. Letztlich braucht es jedoch keinen Beweis für eine Verschwörung, um über die Behandlung von Guérot entsetzt zu sein. Wenn tatsächlich alle Beteiligten völlig unabhängig voneinander gehandelt haben sollten, ist das Bild womöglich noch beunruhigender – nämlich das eines Establishments, das so intolerant gegenüber Widerspruch und abweichenden Meinungen ist, dass es instinktiv danach greift, diese überall dort zu ersticken, wo sie aufkommen.”

Abgesehen von bekannten Persönlichkeiten haben auch ganz normale Bürger im „Reich unter dem Regenbogen“ gelitten. Der European Conservative berichtete, dass am 25. Juni 2025 „die deutsche Bundespolizei eine landesweite Großoperation durchgeführt hat, bei der die Wohnungen von 170 Personen durchsucht und deren elektronische Geräte beschlagnahmt wurden – wegen Kommentaren in sozialen Medien, die entweder in die allgemeine Kategorie ‚Hassrede‘ fielen oder einfach amtierende Politiker beleidigten“.

In einem Essay vom Februar 2025, der das fast unglaubliche Segment der US-Sendung 60-Minutes über die merkwürdig bemitleidenswerten Apparatschiks analysierte, die für diese Art von „Hassrede“-Polizei zuständig sind, argumentiert eugyppius, dass „Deutschland einige der verrücktesten Einschränkungen der Meinungsfreiheit aller westlichen Demokratien hat“. Dieses surreale Segment aus 60-Minutes wirke, als habe sich David Brent eine Comedy-Szene ausgedacht, inspiriert von Monty Pythons Spanischer Inquisition und Anna Funders Stasiland. Mr. eugyppius liefert einige Beispiele dafür, womit sich die „Gaystapo“ angeblich im Namen der Verteidigung der Demokratie beschäftigt hat:

„Es fällt mir schwer, zu übertreiben, wie unterdrückerisch und kleinlich die Sprachpolizei geworden ist. Ich habe den Fall von Stefan Niehoff behandelt, einem 64-jährigen Rentner, dem man die Wohnung durchsuchte, weil er ein Meme auf X gepostet hatte, in dem der Wirtschaftsminister Robert Habeck als ‚Schwachkopf‘ bezeichnet wurde. Ich schrieb über Doris van Geul, eine 74-jährige Frau, die (unter anderem) verurteilt wurde, weil sie andeutete, dass einige Migranten ‚Faulenzer und Schmarotzer‘ sein könnten. Ihre Rente ist so mickrig und ihre Geldstrafe so hoch, dass sie diese vermutlich bis ans Lebensende abbezahlen muss. Das Versenden des Kothaufen-Emojis an Kabinettsmitglieder, ungenaues Zitieren von Politikern, das Bezeichnen grüner Politiker als dick und dumm, all dies kann in der Bundesrepublik zu ruinösen Geldstrafen führen. Wiederholungstäter können sogar Gefängnisstrafen erwarten – und das alles, nur weil sie mächtigen Leuten Unhöflichkeiten sagen.“

Wenn man die Serie entsetzlicher Terroranschläge in Deutschland im vergangenen Jahrzehnt betrachtet, zusammen mit der Tatsache, dass die Messerkriminalität und die Anzahl sexueller Gewalt durch die Decke gegangen sind, sind dann Razzien im Morgengrauen und kleinliche Strafverfolgung jener, die Politikern kindische Beleidigungen an den Kopf werfen, wirklich eine sinnvolle Verwendung der Ressourcen von Polizei und Staat?

In einer anarcho-tyrannischen Bananenrepublik mag die Antwort vielleicht „Ja“ lauten, aber nicht in einem Land, das bereits unter Nationalsozialismus und Kommunismus gelitten hat, zwei Regime, die dafür bekannt waren, politische Abweichler brutal zu verfolgen, und das von sich behauptet, aus der Vergangenheit gelernt zu haben und sich rühmt, ein Leuchtturm der Demokratie zu sein.

Leider veröffentlichte Euronews in den letzten Tagen vor Fertigstellung dieses Essays einen Bericht über Pläne der SPD, ein AfD-Verbot anzustreben. Offenbar sei ein AfD-Verbot „seit Monaten ein zentrales Gesprächsthema unter Abgeordneten – bis hinauf in die Parteispitze“. Euronews zitiert den Historiker Andreas Rödder, der als einer der wichtigsten Intellektuellen innerhalb der CDU gilt: „Die deutsche Linke sollte sehr genau überlegen, was sie tut und welche Folgen das für die liberale Demokratie hat.“ Rödder geht sogar so weit, die Möglichkeit eines „Bürgerkriegs“ ins Spiel zu bringen.

Obwohl eugyppius die Möglichkeit eines solchen legalen Staatsstreichs durch institutionelle Vereinnahmung durchaus ernst nimmt, ist er weniger davon überzeugt, dass „Bürgerkrieg“ droht, als vielmehr von einer zunehmenden juristischen Kriegsführung gegen die Rechte, sodass er eines Tages in einer „weichen sozialistischen Diktatur“ aufwacht. Wie auch immer die Pläne der SPD ausgehen – ob Bürgerkrieg oder eine gender-fluide DDR – ein AfD-Verbot gefährdet offenkundig die deutsche Demokratie.

Abschließend lässt sich feststellen: Das deutsche Establishment war damit beschäftigt, ausländische Regime zu unterstützen, die um Größenordnungen extremer sind als die relativ normale AfD, während es im Inland möglicherweise nun ein Viertel der Wähler verfolgt, die, angesichts der zusammenbrechenden Wirtschaft und der klar katastrophalen Herangehensweise an die Einwanderung, verständlicherweise unzufrieden mit dem sind, was der hypermoralistische Schwarm in Sachen politischer Richtung anzubieten hat.

Anstatt jedoch die berechtigten Sorgen dieser Wähler anzuerkennen, ist dasselbe deutsche Establishment, das extremistische Regime in Syrien, Israel und der Ukraine legitimiert, dabei, die deutsche Demokratie zu zerstören, um die deutsche Demokratie vor der angeblich „rechtsextremen“ AfD zu retten, die angeblich die deutsche Demokratie gefährdet. „Es wurde notwendig, die Stadt zu zerstören, um sie zu retten.“

Kann ein derart unmöglich verrückter, selektiv empörter Irrsinn wirklich von Dauer sein? Sicherlich nicht. Oder doch?

_____________

Ciarán O’Regan ist ein irischer Journalist Katholik, der über Nietzsche und Tolkien schreiben möchte, jedoch immer wieder von Totalitaristen und Kriegstreibern abgelenkt wird.

Thomas Fazi ist Kolumnist und Übersetzer. Sein neuestes Buch „The Covid Consensus“ (Der Covid Konsens) ist gemeinsam mit Toby Green erschienen. Man kann ihm auf X unter @battleforeurope folgen 

Ende der Übersetzung



Info: https://wwhttps://anti-spiegel.ru/2025/deutschland-legitimiert-extremisten-im-ausland-delegitimiert-aber-die-demokratie-im-inland/ w.pressenza.com/de/2025/08/lithium-der-globale-kampf-um-macht-und-souveraenitaet/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

14.08.2025

Vor Putin-Gipfel: Merz und Macron buhlen um Trump – und verrennen sich

lostineu.eu, 14. August 2025

Wer ist der beste Trump-Flüsterer? Nach Nato-Chef Rutte versuchen auch Kanzler Merz und Präsident Macron, den MAGA-Mann zu beeinflussen. Es wird peinlich – und unrealistisch.

Weil sie selbst nicht genug Einfluß besitzen und nicht einmal am Verhandlungstisch sitzen, müssen die EUropäer bei US-Präsident Trump betteln, damit er ihre Wünsche beim Gipfel mit Kremlchef Putin berücksichtigt.

Doch anders, als es die Leitmedien gern darstellen, geht dieses Liebeswerben nicht geordnet im Rahmen der EU vonstatten. Vielmehr versucht ein jeder, sich selbst in Szene zu setzen.

Nach Nato-Generalsekretär Rutte, der sich seit langem als “Trump-Flüsterer” präsentiert, versuchen nun auch Kanzler Merz und Präsident Macron, den Amerikaner zu beeinflussen.

Merz, der die “Führung” in der europäischen Ukraine-Politik für sich reklamiert, lud zu einer Videokonferenz. Ukraine Staatschef Selenskyj war dafür eigens nach Berlin angereist.

Am Ende ließ sich Merz zu dem peinlichen Satz hinreißen: “Wir wollen, dass Präsident Donald Trump am Freitag in Anchorage Erfolg hat.” Das zeigt, wie unterwürfig der CDU Politiker agiert.

Etwas selbstbewußter präsentiert sich Frankreich Staatschef Macron. Er setzte ein Treffen der “Koalition der Willigen” an und versuchte ebenfalls, Trump in seinem Sinne zu beeinflussen.

Das Merz und Macron-Show zeigt wieder einmal, dass die EU – wenn es darauf ankommt – nicht funktioniert. Sie steht hilflos an der Seitenlinie und muß auch noch zuschauen, wie Berlin und Paris miteinander rangeln.

Und was ist herausgekommen? Die Forderung nach einem Waffenstillstand – und das vage Versprechen Trumps, die diversen Wünsche zu berücksichtigen. Der US-Präsident sprach sogar von einem “sehr guten” Gespräch.

Allerdings blieb offen, wer die meisten Punkte bei Trump machen konnte. Merz, Macron, Rutte oder Selenskyj? Der MAGA-Mann kann es sich aussuchen, wem er einen Gefallen tut – und auf wen er die Kosten abwälzt. Merz will ja bekanntlich alles zahlen…

Siehe auch Deutschland will in der Ukraine führen – und folgt Trump

P.S Die diversen europäischen Forderungen lassen sich lt. “Politico” so zusammenfassen:

  • No land talks before ceasefire
  • No sanctions relief for Russia
  • Russia must pay war damages ($500bn–$1tn)
  • Ukraine joins NATO/EU
  • Russia returns POWs and abducted children

Realistisch sind die meisten Forderungen nicht. Moskau hat sie bereits als bedeutungslos zurückgewiesen…

‹ Letzte Chance in der Migrationspolitik: Alle folgen Meloni – ausgerechnet

1 Comment

  1. Guido B.
    14. August 2025 @ 07:52

    Geopolitik ist irgendwie auch drollig.

    Russland besetzt seit 2022 20% des ukrainischen Territoriums im Osten und Süden – und erobert trotz massiver Schützenhilfe des gesamten Westens inkl. Nato täglich mehr.

    Der gesamte Westen arbeitet seit vielen Jahren an einem Sanktionspaket nach dem andern, um Russland zu ruinieren. Aber Russland bleibt stabil und kann auf die Unterstützung potenter Freunde zählen (BRICS, Nordkorea).

    Kurz vor dem Treffen in Alaska droht der gesamte Westen mit weiteren harten Sanktionen, falls Putin keinen Diktatfrieden akzeptiert und kapituliert. Und falls er dem „bedingungslosen und sofortigen“ Waffenstillstand zustimmt, will der Westen sofort „Sicherheitstruppen“ in die Ukraine schicken. Die EU und UK arbeiten bereits an neuen Sanktionspaketen.

    Kurz: Russland gewinnt den Krieg auf dem Schlachtfeld. Die Ukraine hätte unter normalen Unständen ein grosses Interesse, auf russische Forderungen einzugehen, um weiteres Unheil zu verhindern.

    Aber der kollektive Westen will, dass die Ukraine weiterkämpft. Darum stellt er Vorbedingungen für Friedensverhandlungen, die Russland auf gar keinen Fall annehmen kann, weil sein Krieg sonst völlig umsonst gewesen wäre.

    Alle fordern Frieden, aber der Krieg muss weitergehen.

    Was für eine Farce!

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Info: https://lostineu.eu/vor-putin-gipfel-merz-und-macron-buhlen-um-trump/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


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14.08.2025

Nachrichten von Pressenza: Der Globale Süden gegen Waffenlieferungen an Israel

aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, 14. August 2025, 7:15 Uhr


Nachrichten von Pressenza - 14.08.2025


Der Globale Süden gegen Waffenlieferungen an Israel


Die postkoloniale Welt formiert sich gegen Israels Straflosigkeit, gegen die Komplizenschaft und die Doppelmoral des Westens Von Carlos Cruz M. Mehr als 30 Delegierte aus dem Globalen Süden kamen im Juli in Bogotá zusammen, um der israelischen Straflosigkeit entgegenzutreten. Länder&hellip;

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Gewalt, Gewaltfreiheit, Einsatz von Gewalt


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Das Wettern der Woche: Alaska-Kids


1985 standen sich Ronald Reagan und Michail Gorbatschow in Reykjavík Auge in Auge, Zahn gegen Zahn gegenüber, die Hände am Colt. Der Kalte Krieg hatte sich erkältet: Man wollte sehen, was es sonst noch so gibt auf der Welt außer&hellip;

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Die Gewalt ist immer selbstzerstörerisch


Pressenza veröffentlicht nochmals diesen Artikel von Silvia Swinden aus dem Jahr 2015. Einige Zusammenhänge haben sich nicht geändert, aber die Notwendigkeit zur Aktiven Gewaltfreiheit bahnt sich weiterhin ihren Weg. Die Gewalt ist wie ein Bumerang, sie hat kein gleichwertiges Gegenüber.&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/08/die-gewalt-ist-immer-selbstzerstoererisch/


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Lithium: Der globale Kampf um Macht und Souveränität


„Die letzte Schlacht hat bereits begonnen“ Das neue weiße Öl Kaum ein Rohstoff ist derzeit stärker umkämpft als Lithium. Nicht, weil er magisch wäre, sondern weil er notwendig ist. Ohne Lithium gibt es keine Elektroautos, keine Batterien, keine Energiewende, keine&hellip;

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Lithium: Der globale Kampf um Macht und Souveränität


pressenza.com, 13.08.25 - Santiago de Chile - Mauricio Herrera Kahn

Dieser Artikel ist auch auf Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch verfügbar


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„Die letzte Schlacht hat bereits begonnen“

Das neue weiße Öl

Kaum ein Rohstoff ist derzeit stärker umkämpft als Lithium. Nicht, weil er magisch wäre, sondern weil er notwendig ist. Ohne Lithium gibt es keine Elektroautos, keine Batterien, keine Energiewende, keine technologische Zukunft. Hinter der Rhetorik von Nachhaltigkeit und grüner Energie verbirgt sich etwas anderes: ein verzweifelter Wettlauf um die Kontrolle über das neue weiße Öl. Ein globaler Rausch, bei dem es jeder will, aber nur wenige besitzen. Und das Brutalste daran ist, dass diejenigen, die es haben, es oft nicht kontrollieren.

Sieben Länder, 85 % des Planeten

Sieben Länder verfügen über 85 % der weltweiten Lithiumreserven: Bolivien, Argentinien, Chile, Australien, China, Kanada, südliches Afrika (Simbabwe, Demokratische Republik Kongo, Namibia) und Mexiko. Doch die Paradoxien sind gewaltig. Chile besitzt es, hat es aber an Privatunternehmen abgegeben. Argentinien besitzt es, fragmentiert es aber zwischen den Provinzen. Bolivien schützt es, nutzt es aber kaum. Afrika leidet darunter. Australien exportiert es in Rohform. Kanada investiert darin, verarbeitet es aber nicht. Mexiko hat es verstaatlicht, verfügt aber nicht über die Technologie. Und China, das selbst weniger Lithium hat, kontrolliert den gesamten Weltmarkt. Das Paradoxon ist nicht geologischer, sondern politischer Natur.

Chile, das verdampfte Lithium

Chile, das fast 11 % der weltweiten Reserven besitzt, exportierte 2023 mehr als 8,6 Milliarden US-Dollar zwischen SQM und Albemarle. Doch der Staat erhielt nur etwas mehr als 2,7 Milliarden USD. Der Großteil des Geschäfts bleibt in privaten Händen. Es gibt keine nationale Batteriefabrik, keine heimische Industrie, keinen wirklichen staatlichen Plan. Der Salar de Atacama ist das Epizentrum eines extraktivistischen Modells, das sich als Modernität tarnt. Das chilenische Lithium wird weiterhin wie Salpeter verdunstet, wie Kupfer verkauft und wie die Geschichte geplündert.

Argentinien, reiche Provinzen, trockene Gemeinden

Argentinien ist das Land mit den meisten genehmigten neuen Projekten. Es verfügt über 21 % der weltweiten Reserven und im Gegensatz zu Chile kontrollieren die Provinzen die Ressource. Diese Kontrolle wurde jedoch durch Konzessionen an ausländische Firmen wie Livent, Ganfeng oder Allkem abgegeben. Im Jahr 2023 exportierte das Land rund 700 Millionen USD – eine marginale Zahl angesichts seines Potenzials. Gemeinden fordern Wasser, Informationen und vorherige Konsultationen. Das Lithium fließt, aber die Entwicklung bleibt aus.

Bolivien, Souveränität im Aufbau

Mit 21 % der weltweiten Reserven ist Bolivien der schlafende Riese des Lithiums. Sein Einsatz für ein staatliches Unternehmen war mutig, aber langsam. Heute sucht es Allianzen mit Russland, China und Deutschland, um seinen Reichtum zu industrialisieren. Im Jahr 2023 unterzeichnete es Vereinbarungen über mehr als 1 Milliarde US-Dollar für die Errichtung von Pilotanlagen für Batterien und Hydroxid. Aber es exportiert noch nicht in großen Mengen. Es verfügt über Lithium, aber nicht über die Technologie. Es hat Souveränität, aber es fehlt ihm an Zeit. Wird es zu spät sein, wenn es aufwacht?

Australien, ein Supermarkt ohne Industrie

Mit 13 % der weltweiten Reserven ist Australien der größte Produzent der Welt und exportiert jährlich über 330.000 Tonnen LCE, was 18,6 Milliarden USD einbringt. Aber fast das gesamte Lithium wird unverarbeitet exportiert. Über 80 % gehen nach China. Greenbushes, Mt Marion, Wodgina, Mt Holland – dies sind Lagerstätten von Weltrang. Aber das Land hat keine Batterieindustrie, kein nationales Lithiumunternehmen und keine souveräne Politik. Es ist ein Bergbau-Supermarkt, der sich als Technologiemacht tarnt.

China, das es nicht hat, aber kontrolliert

China besitzt nur 7 % der weltweiten Reserven. Doch das spielt keine Rolle. Es hat in über 50 Lithiumprojekte weltweit investiert. Es kontrolliert einen Teil von SQM in Chile, dominiert Lagerstätten in Argentinien und Afrika und besitzt Unternehmen in Australien. Mehr als 70 % des weltweiten Lithiums durchläuft chinesische Fabriken, bevor es zu Batterien verarbeitet wird. Mehr als 80 % der Batterien für Elektrofahrzeuge werden in China hergestellt. Es muss Lithium nicht besitzen. Es muss dessen Verarbeitung kontrollieren.

Afrika, die schnellste Plünderung der Geschichte

Afrika verfügt über 12 % der weltweiten Lithiumreserven. Simbabwe, die DR Kongo und Namibia sind die wichtigsten Hotspots. Chinesische Unternehmen und kanadische Fonds betreiben bereits Minen wie Arcadia, Bikita und Manono. Doch die Gewinne kommen nicht bei der Bevölkerung an. Gemeinden leben ohne sauberes Wasser, Schulen oder Straßen. Verträge sind nicht öffentlich. Die Minen funktionieren wie koloniale Enklaven. Die Geschichte von Coltan, Gold und Diamanten wiederholt sich, nur dass es jetzt Lithium heißt. Und es wird schneller denn je exportiert.

Kanada, die Macht im Hintergrund

Kanada verfügt nicht nur über Lithium, sondern auch über Finanzmittel. Unternehmen wie Lithium Americas, Sigma Lithium oder Neo Lithium sind an wichtigen Projekten in Argentinien, den USA, Afrika und Kanada selbst beteiligt. Das Land besitzt etwa 3 % der weltweiten Reserven, kontrolliert aber viel mehr durch Kreuzbeteiligungen. Es verfügt über finanzielle, nicht über technologische Macht. Und es fungiert als Drehscheibe zwischen China und den USA, indem es den Zugang zu Rohstoffen aushandelt und Roh-Lithium exportiert. Ein kühler, strategischer Akteur ohne erkennbare Flagge, aber mit einem gut gefüllten Scheckbuch.

Mexiko, die unbequeme Verstaatlichung

Mexiko hat nicht die größten Reserven, aber den Willen. Mit fast 2 % der weltweiten Lithiumvorkommen in Sonora beschloss das Land 2022, Lithium zu einer strategischen Ressource zu erklären und LitioMX zu gründen, ein staatliches Unternehmen mit absoluter Kontrolle über dessen Gewinnung und Ausbeutung. Die Maßnahme gefiel weder Washington noch den privaten Kapitalgebern, aber sie sendete ein klares Signal: Lithium wird kein Geschäft mehr sein, sondern eine staatliche Politik.

Das Lager in Sonora, das ursprünglich von Bacanora Lithium (mit Sitz in Kanada) und seinem chinesischen Partner Ganfeng Lithium kontrolliert wurde, ist eines der größten in Lateinamerika mit einem Potenzial von mehr als 8 Millionen Tonnen LCE. Nach der Verstaatlichung wurden die Verträge einer Überprüfung unterzogen, was zu diplomatischen Spannungen und gegenseitigem Druck seitens ausländischer Investoren führte. Aber die souveräne Entscheidung veränderte die Lage. Mexiko produziert noch nicht in großem Maßstab, aber es legt den Grundstein dafür, ohne die Kontrolle abzugeben.

Die Verstaatlichung von Lithium in Mexiko markierte einen Bruch mit der vorherrschenden extraktivistischen Logik. Während Länder wie Chile die Kontrolle an private Unternehmen delegieren oder gemischte Vereinbarungen mit umstrittenen Akteuren wie SQM aushandeln, entschied sich Mexiko für den schwierigeren Weg, sich den multinationalen Unternehmen zu stellen, die Anfangskosten zu übernehmen und ein staatliches Unternehmen von Grund auf aufzubauen. LitioMX produziert noch nicht, aber allein seine Existenz stellt ein alternatives Modell dar, das den Bergbaulobbys Unbehagen bereitet.

In diesem Szenario spielen Kanada und China auf zwei Ebenen. Während ihre Unternehmen Druck ausüben, um die Verträge aufrechtzuerhalten, verhandeln ihre Regierungen vorsichtig. Mexiko hingegen leistet Widerstand. Mit Fehlern, mit Verzögerungen, aber auch mit Würde. Denn es gibt etwas, das sich nicht in Tonnen oder Marktpreisen messen lässt, nämlich das Recht, über den Bodenschatz zu entscheiden. Und dieses Recht ist, obwohl es nicht an der Börse notiert ist, mehr wert als das gesamte Lithium der Welt.

Wie viel Lithium ist noch übrig, wie lange reicht es noch?

Die nachgewiesenen weltweiten Reserven reichen noch etwa 60 Jahre. Aber das ist nicht viel. Australien könnte seine Minen in 30 Jahren erschöpfen, Chile und Argentinien in 40 Jahren, Afrika in 15 Jahren bei gleichbleibenden Tempo. China wird weiterhin im Ausland kaufen müssen. Bolivien hat Lithium für 70 Jahre, aber noch nicht einmal 1 % davon wurde bisher abgebaut. Kanada ist noch auf der Suche. Aber Tatsache ist, dass, wenn Lithium jetzt nicht verstaatlicht wird, es nichts mehr zu verteidigen geben wird, wenn sie es versuchen.

Der zerbrochene Spiegel des Lithiums

Die Geschichte des Lithiums ist die Geschichte der Welt. Diejenigen, die es haben, kontrollieren es nicht. Diejenigen, die es kontrollieren, haben es nicht. Diejenigen, die es verarbeiten, produzieren es nicht. Und die Verbraucher schauen weg. Es gibt grüne Rhetorik, während die Salzwüsten austrocknen. Und all das geschieht heute, jetzt. Das ist keine Science-Fiction.

Ein gescheitertes Modell, eine echte Dringlichkeit

Kann das Modell geändert werden? Ja. Wann? Jetzt. Die Verstaatlichung des Lithiums ist keine Utopie. Sie ist eine Dringlichkeit. Öffentliche Unternehmen gründen, vor Ort verarbeiten, Technologietransfer einfordern und Mehrwert sichern. Keine undurchsichtigen Verträge mehr. Keine Geschenke mehr. Lithium darf nicht länger die Beute derselben sein, es muss zur Grundlage eines anderen Modells werden.

Lithium gehört denen, die es haben, nicht denen, die es wollen

Dies ist kein Aufruf zum Krieg oder zur Isolation. Es ist ein Ruf nach Verteidigung, Würde und historischer Logik. Es kann nicht zugelassen werden, dass eine strategische, saubere und für die Zukunft der Menschheit entscheidende Ressource in den Händen von fünf globalen Konzernen bleibt. Lithium gehört nicht Tesla, es gehört nicht Tianqi, es gehört nicht den Fonds von Toronto. Lithium gehört den Völkern, die es unter ihren Füßen haben, und nur sie sollten entscheiden, was sie damit machen und wie.

Denn Lithium ist nicht mehr nur ein Mineral

Es ist keine Zeit für Halbherzigkeit, entweder wird es verstaatlicht oder es verflüchtigt sich. Entweder wird es verteidigt oder verkauft. Dies ist der Kampf des 21. Jahrhunderts. Und Lithium steht an vorderster Front. Wer Macht verstehen will, sollte sich diese Karte ansehen. Wer die Geschichte verändern will, sollte bei dieser Ressource ansetzen. Denn Lithium ist kein Mineral mehr, es ist ein Spiegel. Und es reflektiert, wer wir sind … und welche Zukunft wir bereit sind zu gestalten.


Info: https://www.pressenza.com/de/2025/08/lithium-der-globale-kampf-um-macht-und-souveraenitaet/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

13.08.2025

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                                                                                                            Lake, von Foto-RaBe, Pixabay


u-g-l.de, vom 9. August 2025, R.I.P. Ralf Henze

Mit großer Bestürzung haben wir vom Tod von Ralf Henze, dem Gründer und langjährigen Administrator der Grünen Linken, erfahren. Er wurde in seiner Wohnung in Brasilien tot aufgefunden. Ralf Henze, 1958 geboren, hat an vielen Ecken dieser Erde für eine gerechtere Welt gewirkt: in Asien, Afrika und auch Südamerika. Mitte der 90er Jahre gründete er gemeinsam mit anderen von Schleswig-Holstein aus für Westdeutschland das Netzwerk BasisGrün. Damit wollten er und seine Mitstreiter*innen die Hierarchien in der Partei umkehren, von unten nach oben.

Ralf Henze hat über Jahrzehnte mit hohem persönlichen Engagement die Vernetzung und den Austausch innerhalb der Partei Bündnis 90/Die Grünen und ihrer linken Strömungen vorangetrieben. Die Mailinglisten und digitalen Plattformen, die er aufgebaut und betreut hat, waren für viele Jahre der zentrale Ort. Dort führten wir Debatten und entwickelten wir Ideen. So wurde die solidarische Zusammenarbeit gefördert.

Mit großer Ausdauer, technischem Können und politischem Interesse hat Ralf Henze die Infrastruktur der Grünen Linken gepflegt und damit einen wichtigen Beitrag zur innerparteilichen Demokratie geleistet. In drei Jahrzehnten baute er Netzwerke auf und nutzte diese für seinen manchmal einsamen Kampf für eine bessere Welt. Auch wenn es in den letzten Jahren zu unterschiedlichen Auffassungen und organisatorischen Trennungen kam, bleiben seine Pionierarbeit und sein Einsatz für eine lebendige politische Debattenkultur unvergessen.

Wir werden ihn als einen Menschen in Erinnerung behalten, der sich mit Leidenschaft für seine Überzeugungen einsetzte. Er stieß Diskussionen an und verband viele Grüne über lange Zeit miteinander. Wir trauern mit allen Freund*innen und Weggefährt*innen – in Deutschland, in Brasilien und überall dort, wo er Spuren hinterlassen hat.

Ralf Henze hat sich neben vielen urgrünen Themen weltweit vor Ort für Indigene im Amazonasgebiet eingesetzt, speziell für eine indigene Gemeinschaft in Brasilien. Wir überlegen, im Sinne von Ralf Henze einen entsprechenden Beitrag zu spenden und / oder seine Tochter finanziell bei der Beerdigung zu unterstützen. Wir sind im Moment in der Klärung, ob es konkrete Projekte gibt, an denen er beteiligt war bzw. die er unterstützte. Wenn ihr euch beteiligen wollt, bitten wir zunächst um eine kurze Rückmeldung.

Unabhängige Grüne Linke (UGL)
im August 2025


Info: https://u-g-l.de/r-i-p-ralf-henze/?fbclid=IwY2xjawMHLNhleHRuA2FlbQIxMQABHg6aoveJmSpyPMprnJTLRaJZH53e0usTtjDyrG_uO2NSUM1D9nH1eJk_Nriw_aem_eaj8Rf2aYLD1NkTobYSDrg


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

13.08.2025

EU-Kommission zielt auf Machtwechsel in Ungarn / Saluschnyj manipuliert Geschichte

aus e-mail vom Doris Pumhrey, 13. August 2025, 21:06 Uhr


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_RTDE 13.8.2025


_*Russlands Auslandsgeheimdienst: EU-Kommission zielt auf Machtwechsel

in Ungarn ab


*Die EU-Kommission betrachte die derzeitige politische Führung Ungarns

als Hindernis für ein "einheitliches Europa" und ziehe Szenarien für

einen Machtwechsel in der Republik in Betracht. Dies teilte

<http://svr.gov.ru/smi/2025/08/evrokomissiya-natselena-na-smenu-vlasti-v-vengrii.htm

der russische Auslandsgeheimdienst (SWR) am Mittwoch mit.


In der offiziellen Erklärung des Geheimdienstes heißt es, dass auch die

Ukraine sich an dieser Kampagne beteilige. Das Ziel sei es, die Lage in

Ungarn mithilfe der ukrainischen Geheimdienste und der ukrainischen

Diaspora zu destabilisieren. "Kiew, das über die Blockade seines

EU-Beitritts durch Budapest 'beleidigt' ist, hat sich auf Anweisung

Brüssels aktiv an der Kampagne zum 'Sturz' der ungarischen Regierung

beteiligt." Dabei übernehme das Regime von Wladimir Selenskij "die

schmutzigste Arbeit".


"Nach Angaben des Geheimdienstes prüft die Präsidentin der Europäischen

Kommission, Ursula von der Leyen, ernsthaft Szenarien für einen 'Wechsel

des Regime in Budapest'. Als Hauptkandidat für das Amt des

Regierungschefs sieht sie den den globalistischen Eliten gegenüber

loyalen Vorsitzenden der Oppositionspartei "Respekt und Freiheit", Peter

Magyar. Der Plan besteht darin, ihn bei den Parlamentswahlen im Frühjahr

2026, 'vielleicht sogar früher', an die Macht zu bringen", heißt es weiter.


Wie der Dienst mitteilte, seien "deutsche Parteifonds, norwegische

Nichtregierungsorganisationen für Menschenrechte sowie die Europäische

Volkspartei" bereit, Mittel zur Finanzierung dieses Plans bereitzustellen.


Brüssel habe "die Geduld verloren", als die ungarischen Behörden

entschieden haben, den Siebenjahreshaushalt der EU zu blockieren. Nach

Ansicht Budapests würde der neue Haushalt zur Militarisierung Europas

beitragen und es auf eine Konfrontation mit Moskau vorbereiten.


Die Regierung von Viktor Orbán wurde wiederholt von anderen EU-Ländern

wegen Ungarns Haltung zum militärischen Konflikt zwischen Russland und

der Ukraine kritisiert: Budapest lehnt eine Fortsetzung der Militärhilfe

für Kiew ab und hat wiederholt damit gedroht, entsprechende Initiativen

zu blockieren.



_RTDE 12.8.2025


_*Russische Botschaft: Saluschnyj manipuliert Geschichte zugunsten Kiews

Agenda


*Laut der russischen Botschaft in London bedient sich der ukrainische

Botschafter Waleri Saluschny gezielt historischer Manipulationen, um

Kiews antirussische Politik zu stützen und die sprachliche, kulturelle

und religiöse Trennung in der Ukraine zu fördern.


Waleri Saluschny, der ehemalige Oberbefehlshaber der ukrainischen

Streitkräfte und heutige Botschafter in London, nutzt in seinen

Medienbeiträgen künstlich erzeugte Spaltungen in der ukrainischen

Gesellschaft aus und manipuliert die gemeinsame Vergangenheit mit

Russland. Dies teilt die russische Botschaft in London in einer

Erklärung vom Montag mit.


Hintergrund für die Stellungnahme der Botschaft ist ein kürzlich

erschienener Artikel Saluschnys in der Zeitschrift /Vogue./ Darin äußert

er sich zu "Fragen der Identität, Einheit und historischen Lehren" für

die Ukraine. In der Mitteilung der russischen Botschaft heißt es dazu:


/"Hinter der auffälligen 'Verpackung' verbirgt sich lediglich das

Bestreben des Autors, in der Öffentlichkeit künstlich errichtete

Trennlinien in der heutigen ukrainischen Gesellschaft auszuschlachten

und schamlos unsere gemeinsame Vergangenheit zu manipulieren – im Sinne

der antirussischen Agenda der Kiewer Behörden."/


In seinen Veröffentlichungen rechtfertige und unterstütze Saluschny

zudem die von Wladimir Selenskis Regierung betriebene menschenfeindliche

Politik der sprachlichen, kulturellen und religiösen Segregation in der

Ukraine.


Nach Ansicht der russischen Botschaft bestätige Saluschny damit im Kern,

"dass nach dem Staatsstreich von 2014 in Kiew diejenigen an die Macht

kamen, die den ukrainischen Staat auf der Ablehnung alles Russischen

sowie der Diskriminierung von Millionen russischsprachigen Bürgern und

anderen nationalen Minderheiten im Land gründeten – und das unter

Verletzung der ukrainischen Verfassung und internationaler Verpflichtungen".


Diese und weitere Faktoren hätten Russland gezwungen, die militärische

Sonderoperation in der Ukraine durchzuführen.


Gleichzeitig bekräftigte die Botschaft, dass Moskau nach wie vor offen

für eine Beilegung des Ukraine-Konflikts auf politisch-diplomatischem

Wege sowie für die Schaffung eines stabilen und dauerhaften Friedens

sei. Dieser könne jedoch nur durch die Beseitigung der Ursachen der

Krise erreicht werden.


Saluschny wurde am 9. Mai 2024 von Selenskij zum ukrainischen

Botschafter in London ernannt. Im Juli berichtete die Zeitung

/Ukrainskaja Prawda/, dass er sein Amt angetreten habe. Bis zum 8.

Februar 2024 war er Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte.

-----------------------------------


/Zur Erinnerung:

/4. Januar 2023

*Walerij Saluschnyj, der Oberkommandeur der Streitkräfte der Ukraine

posiert vor einem Stepan Bandera Gemälde*



/Selbst //„Correctiv“/

<https://correctiv.org/faktencheck/2023/01/04/ja-auf-diesem-foto-steht-ein-ukrainischer-general-vor-einem-stepan-bandera-gemaelde/>/musste 

zugeben, dass das Foto echt ist/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

13.08.2025

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nachdenkseiten.de, 13. August 2025 um 10:00 Ein Artikel von Detlef Koch

Im Sommer 2025 steht Israel vor einer Zäsur, die weit über eine weitere militärische Eskalation hinausgeht. Der Krieg im Gazastreifen, ausgelöst durch den Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023, hat nicht nur zehntausende palästinensische Leben gekostet und weite Teile des Küstenstreifens verwüstet, sondern auch das politische Selbstverständnis Israels ins Wanken gebracht: Das Land ist innerlich tief gespalten, militärisch unter Druck, international zunehmend isoliert und wirtschaftlich belastet. 


Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

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Über 61.000 getötete Palästinenser, Abwurf von etwa 100.000 Tonnen Sprengstoff seit Beginn der Militärkampagne am 7. Oktober 2023 bis Mai 2025 über dem Gazastreifen durch Israel – ein Zerstörungsgrad, der selbst die Bombardements der meisten Städte im Zweiten Weltkrieg weit übersteigt. Der Verlust ganzer Stadtviertel und die humanitäre Katastrophe in Gaza haben zu einer beispiellosen Welle internationaler Kritik geführt – von lateinamerikanischen Hauptstädten über europäische Parlamente bis zu den Vereinten Nationen.

Gleichzeitig erschüttert eine tiefe innenpolitische Spaltung das Land. Die seit Ende 2022 amtierende rechts-nationalreligiöse Regierung unter Benjamin Netanjahu hat mit der Justizreform von 2023 das Fundament des ethnoselektiven israelischen Rechtsstaats infrage gestellt und die größten Proteste in der Geschichte des Landes ausgelöst. Hinzu kommen strukturelle Herausforderungen: eine demografische Verschiebung zugunsten der ultraorthodoxen Bevölkerung, die Abwanderung hochqualifizierter Fachkräfte und wachsende Zweifel an der Fähigkeit der israelischen Armee, das zentrale Sicherheitsversprechen des Zionismus einzulösen.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob das zionistische Projekt – verstanden als politischer, ideologischer und gesellschaftlicher Rahmen eines zionistischen Nationalstaats in der Gewandung eines „Judenstaates“ – an einem Punkt angelangt ist, an dem es sich nur durch tiefgreifende Reformen erneuern kann, oder ob es einem historischen Niedergang entgegentrudelt.

Innere Zerreißproben

Die gesellschaftlichen und politischen Bruchlinien Israels verlaufen heute tiefer als in jeder Phase seit der Staatsgründung 1948. Auf der einen Seite steht ein kleiner werdendes liberal-säkulares Lager, geprägt von städtischer Mittelschicht, global ausgerichteten Unternehmern und einer starken Orientierung an westlichen Werten. Auf der anderen Seite formiert sich ein rechts-nationalreligiöser Block, in dem nationalistische Siedlerbewegung, strengreligiöse Parteien und eine wachsende ultraorthodoxe Bevölkerung ihre Interessen bündeln. Lesen sie dazu hier.

Die Justizreform von 2023 war der Katalysator für die größten Massenproteste, die das Land je erlebt hat. Wochenlang füllten Hunderttausende die Straßen von Tel Aviv, Jerusalem und Haifa, um gegen die geplante Einschränkung der Befugnisse des Obersten Gerichts zu demonstrieren. Für viele Liberale stand nicht weniger als die demokratische Grundordnung auf dem Spiel. Die Gegenseite hingegen sah in der Reform einen legitimen Versuch, „die Macht des Volkes“ gegenüber einer angeblich elitären, linken Richterschaft zu stärken.

Der demografische Wandel verschärft diese Fronten. Die ultraorthodoxen Haredim, deren Geburtenrate trotz eines Rückgangs auf rund sechs Kinder pro Frau noch immer doppelt so hoch ist wie der Landesdurchschnitt, könnten in wenigen Jahrzehnten ein Drittel der Bevölkerung ausmachen. Gleichzeitig verlässt eine wachsende Zahl gut ausgebildeter Israelis das Land – allein 2024 mehr als 40.000, viele aus Schlüsselbranchen wie Hightech und Forschung. Dieser Brain Drain trifft vor allem jene säkularen, steuerstarken Schichten, die traditionell das Rückgrat von Wirtschaft, Militär und staatlicher Verwaltung bilden.

Die Folge ist ein politischer und sozialer Dualismus: Hier das international vernetzte, wirtschaftlich leistungsstarke „Israel der Start-ups“, dort ein wachsender Block von Gruppen, die sich stärker an religiösen Gesetzen, nationalistischen Idealen und der Ausweitung jüdischer Siedlungen orientieren. Diese Kluft gefährdet den inneren Kitt des Zionismus – die Idee eines Staates, der alle sich als jüdisch identifizierenden Zionisten unabhängig von Herkunft oder Religiosität integriert.

Sicherheits- und Militärkrise

Der 7. Oktober 2023 war ein Einschnitt, der das Selbstverständnis Israels erschütterte. In einer koordinierten Operation durchbrachen bewaffnete Einheiten aus dem Gazastreifen – allen voran die militärischen Brigaden der Hamas – den Grenzzaun, töteten etwa 1.200 Menschen und verschleppten rund 240 Geiseln. Für viele Israelis brach damit das zentrale Versprechen des Zionismus – Sicherheit durch militärische Überlegenheit – in sich zusammen.

Die militärische Antwort war und ist bis zum heutigen Tag massiv: monatelange Bombardierungen, Bodeneinsätze und eine vollständige Abriegelung des Gazastreifens. Ziel ist vorgeblich die Zerschlagung der Hamas. Doch bis Mitte 2025 ist die Organisation nicht vollständig besiegt, Geiseln werden noch immer festgehalten, und Israels Streitkräfte sehen sich in einen Abnutzungskrieg verstrickt, der Teile der israelischen Gesellschaft zermürbt.

Parallel wuchs die Gefahr eines Mehrfrontenkriegs. An der Nordgrenze feuerten Hisbollah-Milizen aus dem Libanon Raketen auf israelisches Gebiet, in der Westbank eskalierte die Siedlergewalt, und die israelische Armee musste Kräfte auf mehrere Brennpunkte verteilen. Militäranalysen zeigten: Hätte die Hisbollah im Herbst 2023 ihre volle Schlagkraft entfaltet, wäre Israels Verteidigungsfähigkeit ernsthaft an ihre Grenzen gestoßen.

Die innere Substanz der Armee leidet ebenfalls. Über 100.000 Reservisten haben seit 2023 den Dienst verweigert – teils aus Protest gegen die Regierung, teils aus moralischen Gründen angesichts der hohen zivilen Opferzahlen in Gaza. Die IDF, lange eine Institution, die das Land über soziale und politische Gräben hinweg verband, ist selbst zum Schauplatz gesellschaftlicher Spannungen geworden.

Hinzu kommt eine neue juristische Dimension: Der Internationale Gerichtshof erklärte 2024 die Besatzung der palästinensischen Gebiete für völkerrechtswidrig. Kurz darauf erließ der Internationale Strafgerichtshof Haftbefehle gegen Premierminister Netanjahu und den damaligen Verteidigungsminister Gallant wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen. Auch wenn Israel die Zuständigkeit ablehnt, ist dies ein beispielloser Bruch mit der bisherigen internationalen Immunität seiner Spitzenpolitiker.

Internationale Isolation

Die strategische Partnerschaft mit den USA bleibt für Israels Sicherheit zentral, doch die politische Basis dieser Beziehung erodiert. Zwar stellte Washington während des Gaza-Kriegs umfangreiche Militärhilfe bereit und schützte Israel im UN-Sicherheitsrat vor scharfen Resolutionen. Gleichzeitig wächst jedoch in Teilen der US-Gesellschaft die Distanz – besonders unter jüngeren jüdischen Amerikanerinnen und Amerikanern. Umfragen zeigen, dass ein erheblicher Teil dieser Generation Israels Vorgehen in Gaza als Völkermord bewertet. 2023 bis heute kommt es immer wieder zu Massenprotesten jüdischer Gruppen, die unter dem Motto „Not in our name“ einen sofortigen Waffenstillstand fordern.

In Europa war die Solidarität nach dem 7. Oktober zunächst groß, kippte jedoch mit steigenden Opferzahlen. Irland, Spanien, Belgien und Luxemburg traten offen für die Einhaltung des humanitären Völkerrechts ein. Selbst bei uns in Deutschland wird inzwischen zaghaft über die Verhältnismäßigkeit israelischer Militäreinsätze diskutiert.

Noch deutlicher ist der Stimmungswandel im Globalen Süden. Bolivien brach Ende 2023 die diplomatischen Beziehungen ab, Chile und Kolumbien zogen ihre Botschafter ab. Auf einem Sondergipfel verurteilten die BRICS-Staaten – darunter neue Mitglieder wie Saudi-Arabien und Ägypten – Israels Vorgehen scharf. Saudi-Arabien legte die geplanten Normalisierungsverhandlungen auf Eis, da die öffentliche Meinung im arabischen Raum eine Annäherung an Israel derzeit nicht toleriert.

In internationalen Foren verschärft sich der Druck. Die UN-Generalversammlung forderte im Dezember 2024 mit breiter Mehrheit den Rückzug aus den besetzten Gebieten. Parallel nehmen Forderungen nach Wirtschaftssanktionen zu, während wissenschaftliche Kooperationen eingefroren und Kulturveranstaltungen boykottiert werden. Israels außenpolitischer Spielraum schrumpft – eine Entwicklung, die viele Beobachter mit der zunehmenden Isolation des Apartheidregimes in Südafrika vergleichen.


Ökonomische Belastungen


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Die Folgen des Gaza-Kriegs haben Israels Wirtschaft empfindlich getroffen. Im vierten Quartal 2023 brach das Bruttoinlandsprodukt aufs Jahr hochgerechnet um fast 20 Prozent ein – der stärkste Rückgang seit Jahrzehnten. Die Ursachen: massive Kriegsausgaben, Einbruch des Konsums, ausbleibende Investitionen und ein dramatischer Rückgang des Tourismus. Im Folgequartal gab es jedoch eine leichte Erholung.


Die direkten Kriegskosten bis Mitte 2025 werden auf mehrere Dutzend Milliarden US-Dollar geschätzt. Drei Nachtragshaushalte waren nötig, um die Verteidigungsausgaben zu decken, während die Kreditwürdigkeit des Landes von internationalen Ratingagenturen herabgestuft wurde. Der Schekel verlor zeitweise deutlich an Wert, was die Zentralbank zu Stützungskäufen zwang.

Besonders der Hightech-Sektor, lange Wachstumsmotor der „Start-up Nation“, leidet unter Investitionszurückhaltung und Abwanderung von Fachkräften. Viele internationale Investoren warten politische Stabilität ab, bevor sie neue Projekte starten. Parallel ist der Tourismus – vom Pilgergeschäft bis zu Geschäftsreisen – eingebrochen; die Verluste gehen in die Milliarden.

Ökonomisch gilt Israel nach wie vor als leistungsfähig, doch die Abhängigkeit von ausländischem Kapital und die Konzentration der Steuerlast auf eine relativ kleine, wohlhabende Bevölkerungsschicht machen das Land verwundbar. Anhaltende Unsicherheit könnte die wirtschaftliche Basis des zionistischen Projekts weiter aushöhlen.

Erosion ideologischer Grundlagen

Das Selbstverständnis des Zionismus – ein ethnoselektiver demokratischer Staat als sichere Heimstatt für sich als jüdisch identifizierende Menschen weltweit – verliert an Bindekraft. Innerhalb Israels hat sich die Gewichtung verschoben: Während die säkulare Gründergeneration den Staat pluralistisch verstand, prägt heute ein nationalreligiöses Denken die Politik. Teile der Regierung sprechen offen von Israel als ausschließlichem „Staat des jüdischen Volkes“ und verknüpfen diese Vorstellung mit einem expansiven Siedlungsprojekt sowie religiösen Symbolzielen, etwa dem Bau eines Dritten Tempels.

Für viele liberale Israelis bedeutet dies eine Abkehr von universellen Werten. Intellektuelle wie Avraham Burg oder der Philosoph Omri Boehm plädieren für einen grundlegenden Neuentwurf, in dem Juden und Palästinenser auf Basis gemeinsamer Bürgerrechte zusammenleben.

Auch die jüdische Diaspora, lange eine tragende Säule des zionistischen Projekts, entfernt sich. Besonders in den USA sind jüngere Generationen kritisch: Sie verurteilen die Besatzungspolitik und stellen zunehmend den exklusiven Charakter des Staates infrage. Gruppen wie Jewish Voice for Peace oder IfNotNow fordern offen ein Ende der Besatzung und gleichberechtigte Rechte für Palästinenser.

International ist ein tiefgreifender Diskurswandel zu beobachten. Berichte von Human Rights Watch (2021) und Amnesty International (2022) stufen Israels Politik gegenüber den Palästinensern als Apartheid ein – eine Wortwahl, die früher als extreme Rhetorik galt, inzwischen aber in den Mainstream der politischen Debatte vorgedrungen ist. Gleichzeitig haben die „Neuen Historiker“ zentrale Gründungsmythen widerlegt, etwa die Darstellung, die palästinensische Bevölkerung habe 1948 freiwillig ihre Heimat verlassen. Selbst prominente Zionisten wie Hillel Halkin erklärten jüngst, das Projekt sei gescheitert, weil es keine tragfähige Antwort auf das Verhältnis zu den Palästinensern gefunden habe.

Ausblick

Vor Israel stehen zwei grundlegend unterschiedliche Zukunftsszenarien.

Szenario 1: Erneuerung durch Reformen

In dieser Variante findet das Land den Weg zu universellen rechtsstaatlichen demokratischen Prinzipien, integriert den ultraorthodoxen Sektor in die Verantwortungsgemeinschaft und leitet einen ethnointegrativen Paradigmenwechsel im Umgang mit den Palästinensern ein. Dies könnte in eine Zwei-Staaten-Konföderation oder einen binationalen Staat mit gleichen Rechten für alle seine Staatsbürger münden. Voraussetzung wäre die Anerkennung der historischen Verantwortung, die Beendigung der Besatzung und ein Prozess der Versöhnung. Die Wahrscheinlichkeit, dass das geschieht, geht gegen null.

Szenario 2: Verhärtung und Niedergang

Bleibt Israel auf seinem jetzigen Kurs, droht eine fortschreitende internationale Isolation. Wirtschaftlicher Druck, diplomatische Sanktionen und der Verlust der Unterstützung wichtiger Diasporagemeinschaften könnten das Land in eine Lage bringen, die dem späten Apartheid-Südafrika ähnelt. Ein solcher „Südafrika-Moment“ könnte das Ende des zionistischen Staatsmodells einleiten – ob durch geordneten Übergang oder chaotischen Zusammenbruch.

Palästinensische Perspektive

Für viele Palästinenser ist die Zwei-Staaten-Lösung angesichts der Siedlungspolitik obsolet. Die Vision eines demokratischen Einheitsstaats zwischen Mittelmeer und Jordan, in dem alle Bürger gleiche Rechte genießen, gewinnt an Attraktivität. Sie würde das zionistisch rassistische Staatsverständnis grundlegend verändern und könnte so langfristig die einzige tragfähige Basis für ein Ende des Konflikts sein. Ein extrem schmerzhafter, aber notwendiger Prozess.

Fazit:

Israel ist innerlich tief gespalten, militärisch unter Druck, international zunehmend isoliert, wirtschaftlich belastet und ideologisch radikalisiert[1]. Die Zeichen einer historischen Erschöpfung des zionistischen Projekts sind unübersehbar. Ob die Geschehnisse in einen Neuanfang münden oder in den Niedergang, hängt davon ab, ob das Land bereit ist, die bestehenden Strukturen radikal zu überdenken – und das Verhältnis zu den Palästinensern nicht länger als Sicherheitsproblem, sondern als Frage von Gleichberechtigung und Gerechtigkeit zu behandeln. Nur so kann Israel zu einer konstruktiven Rolle in der internationalen Gemeinschaft zurückkehren, von der es sich so weit entfernt hat.


Verwendete Quellen:

Titelbild: Andy.LIU / Shutterstock


[«1] Auf die Frage „Unterstützen Sie die Behauptung, dass die israelischen Streitkräfte bei der Eroberung einer feindlichen Stadt ähnlich vorgehen sollten wie die Israeliten bei der Eroberung Jerichos unter Josua, d. h. alle Einwohner töten sollten?“ antworteten 47 Prozent aller Befragten mit „Ja“. 65 Prozent der Befragten antworteten, dass es eine zeitgenössische Inkarnation Amalek gibt, und 93 Prozent von ihnen meinten, dass das Gebot, die Erinnerung an Amalek auszulöschen, auch für dieses moderne Amalek relevant sei. Haaretz


Rubriken: Audio-Podcast Ideologiekritik Israel Militäreinsätze/Kriege Rechte Gefahr


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13.08.2025

Geopolitik 
Jeffrey Sachs appelliert an Europa: „Rufen Sie Putin an!“

Internationales

berliner-zeitung.de, 13.08.2025, 22:30 Uhr, Michael Maier

Der Ökonom und Diplomat Jeffrey Sachs hat konkrete Ratschläge für Friedrich Merz vor dem Gipfel Trumps mit Putin in Alaska.


Wolodymyr Selenskyj (l), Präsident der Ukraine und Bundeskanzler Friedrich Merz am Mittwoch im Kanzleramt in Berlin. Selenskyj nahm an virtuellen Beratungen europäischer Staats- und Regierungschefs mit Blick auf das Treffen von US-Präsident Trump und dem russischen Präsidenten Putin teil.dpa

Einige EU-Staats- und Regierungschefs haben sich am Mittwoch in Berlin getroffen, um mit dem ukrainischen Staatspräsidenten Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump über den bevorstehenden amerikanisch-russischen Gipfel auf einem Militärstützpunkt in Anchorage zu sprechen. Eigentlich müssten die Europäer allerdings mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sprechen, um ihre Interessen wahrzunehmen und für die Ukraine eine akzeptablen Weg zum Frieden zu finden. Der Ökonom und langjährige US-amerikanische Spitzendiplomat Jeffrey Sachs rät dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz und den EU-Spitzen, ihre „Russophobie“ aufzugeben und mit Moskau direkt in Kontakt zu treten.

Was erwarten Sie vom Treffen zwischen Trump und Putin in Alaska?

Ich erwarte Verbesserungen in den Beziehungen zwischen den USA und Russland. Es gibt vier Problembereiche: die Ukraine, die wirtschaftliche Zusammenarbeit, die diplomatische Zusammenarbeit und die Zusammenarbeit im Bereich der Atomwaffen. Ich erwarte Fortschritte in mindestens den letzten drei Bereichen und hoffe auch auf eine Zusammenarbeit bei der Beendigung des Ukraine-Krieges. Der Ukraine-Krieg ist nicht das einzige Thema, das zwischen diesen beiden Mächten Anlass zur Sorge gibt.

Könnte es sein, dass die USA einfach abziehen und die Europäer kämpfen und zahlen lassen?

Ja, darauf steuern wir zu. Auch Europa sollte Frieden statt anhaltenden Krieg anstreben.

Könnte es sein, dass sich die USA vorerst nur auf die militärische Unterstützung Israels konzentrieren wollen?

Nein, das Hauptproblem in den USA ist nicht Israel. Das Hauptproblem ist, dass sich die amerikanische Bevölkerung nicht für den Krieg in der Ukraine interessiert und kein weiteres Geld dafür ausgeben will, insbesondere angesichts der Krise des US-Haushalts.

Was sollte Trump tun, wenn er wirklich einen dauerhaften Frieden erreichen will?

Er sollte verkünden, dass die NATO nicht mehr nach Osten expandieren wird, wie 1990 versprochen. Er sollte die russischen Gebietsansprüche auf die Krim und den Donbass anerkennen, da der Westen das Minsk-II-Abkommen nicht verteidigt. In anderen Gebiets-Fragen besteht wahrscheinlich Verhandlungsspielraum.

Welche Kräfte in den USA sind nicht an Frieden interessiert, und können sie Trump sabotieren, und wie?

Der militärisch-industrielle Komplex der USA – d. h. die CIA, ein Großteil des Kongresses, die rechten Ideologen und die Rüstungskonzerne – interessiert sich nicht für Frieden. Sie wollen Militäraufträge und ihre Waffen testen – mit ukrainischen Leben.

Es gibt Ansichten, dass der Krieg zwischen Russland und den USA ewig andauern wird – bis die Neokonservativen Russland – wie sie es nennen – „dekolonisiert“ haben. Ist das möglich?

Russland wird nicht „dekolonisiert“ werden – da der Westen dies nicht erreichen kann (und sollte). Doch genau das ist das strategische Ziel der USA (d. h. das Ziel des militärisch-industriellen Komplexes) von 1945 bis 1991 gegenüber der Sowjetunion und nach 1991 gegenüber Russland.


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Jeffrey Sachs vor einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York.Selcuk Acar / Anadolu


Der „Frieden“ zwischen Armenien und Aserbaidschan scheint eher ein Gewinn für die USA zu sein („Trump-Korridor“) – wie sehen Sie ihn? Er hat Auswirkungen auf den Iran und Russland.

Hierbei handelt es sich um eine weitere Einmischung des US-amerikanischen Tiefen Staates im Südkaukasus, die bis in die 1940er und 1950er Jahre zurückreicht. Sollte die Korridoridee weiterverfolgt werden, wird sie höchstwahrscheinlich zu neuen Krisen im Südkaukasus führen, sofern dieser schrecklichen Idee nicht Einhalt geboten wird. Der Iran hat bereits davor gewarnt.

Was sollten die Europäer tun, um den Krieg in der Ukraine zu beenden?

Rufen Sie Putin an. Betreiben Sie echte Diplomatie. Hören Sie auf, die NATO-Erweiterung voranzutreiben. Beenden Sie die wilde Russophobie. Und lernen Sie etwas über die wahre Geschichte, insbesondere über das amerikanisch-deutsche Versprechen, die NATO nicht zu erweitern, den einseitigen Rückzug der USA aus dem ABM-Vertrag im Jahr 2002, den amerikanisch-europäischen Plan, Serbien zu spalten, den Maidan-Putsch mit starker US-Unterstützung, das Versagen Deutschlands und Frankreichs bei der Durchsetzung des Minsk-II-Abkommens und die Einmischung der USA in den Istanbuler Friedensprozess im März/April 2022.

Könnte Europa einen Krieg gegen Russland gewinnen?

Natürlich nicht. Die ganze Idee ist absurd.

Wie sehen Sie das Handeln Deutschlands und von Bundeskanzler Merz?

Merz ist ein Kriegstreiber. Was ist in die deutsche Politik gefahren? Russland wird Deutschland nicht angreifen. Russland und Deutschland sind natürliche Wirtschaftspartner – die USA haben immer versucht, sie auseinanderzuhalten! Deutschland hat die Ostpolitik erfunden, zu Recht. Deutschland missversteht völlig, was in den letzten 30 Jahren passiert ist. Ein guter Anfang wäre, wenn Merz die Versprechen von Hans Dietrich-Gentscher an Gorbatschow 1990 im Kontext der deutschen Wiedervereinigung überprüfen würde. Ein weiterer guter Ansatzpunkt wäre, wenn Merz darüber nachdenkt, dass die USA die Nord-Stream-Pipeline genau deshalb gesprengt haben, um Deutschland und Russland auseinanderzuhalten.

Sollte nicht irgendein europäischer Staatschef zum Telefon greifen und Putin anrufen – wer hindert ihn daran?

Nur Dummheit hält Europa davon ab, diplomatische Beziehungen mit Russland zu pflegen. Die Dummheit beginnt mit der extremen Russophobie Großbritanniens, Polens und der baltischen Staaten.

Könnte die EU am Streit um Russland zerbrechen?

Die EU kann auseinanderbrechen, weil sie weder die wahre öffentliche Meinung Europas noch die Interessen der europäischen Bevölkerung wahrnimmt oder vertritt. Man denke nur an die erbärmlich niedrigen Zustimmungswerte von Merz, Macron und vielen anderen europäischen Politikern. Die europäische Öffentlichkeit will Frieden; die Politiker wollen Krieg, oder zumindest eine provokative und massive militärische Aufrüstung.

Können Sie als Ökonom sagen, ob sich irgendjemand die gigantischen Militärausgaben leisten kann? Und wenn ja, welches Land ist für einen langen Krieg am besten aufgestellt?

Die militärische Aufrüstung ist aus strategischer Sicht sehr gefährlich – da sie leicht zu einem tatsächlichen Krieg führen kann – und zwar als Ursache, nicht als Folge. Darüber hinaus ist sie eine enorme Geldverschwendung. Sie lenkt zudem massiv von weitaus wichtigeren Ausgaben für saubere Energie, moderne Infrastruktur, Forschung und Entwicklung sowie soziale Unterstützung ab.

***

Treffen der Europäer in Berlin - das sind die Forderungen an Trump

1. Die Ukraine muss in alle Diskussionen über ihr Territorium einbezogen werden. Führungskräfte aus Europa und Kiew betonten nachdrücklich, dass keine Entscheidungen über ukrainisches Land – wie etwa Gebietsabtretungen oder -tausch – ohne die Anwesenheit und Zustimmung der Ukraine getroffen werden sollten. „Gebiete, die zur Ukraine gehören, können nicht verhandelt werden und werden nur vom ukrainischen Präsidenten verhandelt.“

2. Gespräche dürfen erst nach einem dauerhaften Waffenstillstand beginnen – Frieden kann nicht inmitten anhaltender Kriegshandlungen ausgehandelt werden. Selenskyj und die EU-Staats- und Regierungschefs bekräftigten ihre Forderung, Verhandlungen nur unter Friedensbedingungen und nicht während des anhaltenden Konflikts aufzunehmen.

3. Nur die Ukraine kann über ihr territoriales Schicksal entscheiden. Es wurde klargestellt, dass kein Dritter – weder die USA, noch Russland und auch nicht Europa – territoriale Regelungen auferlegen oder darüber entscheiden sollte. Diese Rolle obliegt ausschließlich der Ukraine.

4. Starke, glaubwürdige Sicherheitsgarantien sind unerlässlich. Selensky und die EU-Staats- und Regierungschefs forderten nach dem Krieg feste Sicherheitsgarantien für die Ukraine, die über bloße Rhetorik hinausgehen und durch Garantien der USA und ihrer Verbündeten abgesichert sind.

5. Transatlantische Unterstützung zur Wahrung der Souveränität der Ukraine. Die westliche Einheit wurde unterstrichen: Die Souveränität und Unabhängigkeit der Ukraine muss von der transatlantischen Gemeinschaft verteidigt werden – und darf nicht durch voreilige Zugeständnisse oder den Ausschluss von Gesprächen geschwächt werden.

Um diese Territorien dreht sich die Diskussion

Russische Ansprüche und bestehende Kontrolle

Russland beansprucht und kontrolliert derzeit die folgenden Gebiete, die im Mittelpunkt der Tauschverhandlungen stehen: Krim (2014 annektiert) Die vier seit 2022 beanspruchten Regionen: Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson.

Was „getauscht“ werden könnte

Trump sprach von einem „Gebietstausch zum Wohle beider Seiten“, blieb aber vage, was die Einzelheiten angeht.  Ein US-Vorschlag (April 2025) beinhaltete die formelle Anerkennung der russischen Kontrolle über: Krim (rechtlich) Luhansk, Saporischschja, Donezk und Cherson (de facto) im Austausch für den Verzicht der Ukraine auf die NATO-Ambitionen und den Erhalt bestimmter Sicherheitsgarantien. Ein vom Kreml an den US-Gesandten Steve Witkoff weitergeleiteter Vorschlag sieht Folgendes vor: Die Ukraine würde sich vollständig aus Donezk und Luhansk zurückziehen; Im Gegenzug würde sich Russland aus den von der Ukraine kontrollierten Gebieten im Nordosten von Charkiw und Sumy zurückziehen; Russland würde den größten Teil von Saporischschja und Cherson behalten, insbesondere die Gebiete, die es bereits kontrolliert.

Strategische und symbolische Assets

Auch das Kernkraftwerk Saporischschja, Europas größtes, ist Gegenstand der Diskussion – die Ukraine betrachtet seine Wiederherstellung als unverzichtbar, während Russland es als wertvolles, eigenes Asset betrachtet.

Die verfassungsmäßige und politische Position der Ukraine

Die ukrainische Verfassung verbietet die Abtretung von Gebieten ohne nationales Referendum, was jede Landkonzession rechtlich und politisch heikel macht. Präsident Selenskyj erklärte entschieden: „Die Ukrainer werden ihr Land nicht dem Besatzer schenken“, und betonte, dass Friedensabkommen die Ukraine direkt einbeziehen müssten.

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Info: https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/jeffrey-sachs-appelliert-an-europa-rufen-sie-putin-an-li.2349093


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

13.08.2025

Aufschlussreiches Interview mit dem russischen Außenminister Lawrow

aus e-mail von Doris Pumphrey, 13. August 2025, 14:59 Uhr

*/Interview in Englisch mit deutschen Untertiteln.../*


-------- Weitergeleitete Nachricht --------

Betreff: Aufschlussreiches Interview mit dem russischen Außenminister

Lawrow

Datum: Wed, 13 Aug 2025 12:46:47 +0000

Von: afsane.bahar@web.de

An: afsane.bahar@web.de



*Aufschlussreiches Interview mit dem russischen Außenminister Lawrow*


Veröffentlich am 12.8.2025


https://www.youtube.com/watch?v=pTlmNp-5Gtg


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13.08.2025

„Atommacht Deutschland“ verhindern!

aus e-mail von Doris Pumphrey, 13 August 2025, 10:49 Uhr


„*Atommacht Deutschland“ verhindern!


*/Von Hans Bauer*


/In diesen Tagen gedenken wir der Atombombenabwürfe der USA vor 80

Jahren auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki. Als der

Weltkrieg längst entschieden war. Schreckliche Demonstration einer

Weltmacht, für die Menschenleben seit jeher keine Rolle spielen. Die

Folgen: über 200 000 Todesopfer, unzählige Verletzte, schwerste

Zerstörungen. Bis heute noch spürbar. Die Opfer sollten für alle Zeiten

Mahnung sein.


Die Abwürfe der Bomben war das erste und bislang das einzige Mal, dass

diese Waffe bewusst gegen Menschen eingesetzt worden ist. Angesichts

ihrer Gefahr für die Menschheit sind ihre Begrenzung und Kontrolle seit

Jahrzehnten Gegenstand von Streit, Verhandlungen und Verträgen.

Grundlage eines militärischen Gleichgewichts im Kalten Krieg zweier

Systeme zur Erhaltung eines fragilen Friedens. Inzwischen verfügen neun

Staaten über Atomwaffen. Die Sowjetunion mit dem Warschauer Vertrag,

Hauptrivale im Systemstreit, existiert nicht mehr. Nun beansprucht die

„einzige“ Weltmacht, die USA, international das Sagen. Und muss um ihre

Dominanz bangen. Auch in Sachen Atompolitik. Noch entscheidet sie, wer

Atomforschung betreiben darf und wer nicht. Israel z. B. kann Atomwaffen

besitzen und Kriege führen, Iran nicht einmal Forschung betreiben. Seine

Atomanlagen werden sogar völkerrechtswidrig bombardiert. Obwohl dort

keine Atombomben lagern, wie selbst US-Geheimdienste feststellen.


Mit ihrer Fokussierung auf den „Konkurrenten“ China haben die USA ihren

europäischen Satelliten höhere Verantwortung zugewiesen. Um gegen eine

angeblich russische Aggression gewappnet zu sein, erhöhen diese massiv

ihre Rüstungsausgaben und -produktion, treiben ihre Militarisierung

voran und forcieren den Ukraine-Krieg. Gegen Russland wird das 18.

Sanktionspaket verhängt. Deutschland, schon lange nach Führungsmacht

bestrebt,, zumindest in Europa, sieht jetzt die Chance zur

Verwirklichung. Die Strategie der „Kriegstüchtigkeit“ noch zu toppen.

Seine Position ist günstig: NATO-Drehscheibe in Ramstein, Lagerung von

etwa 20 Atomwaffen vom Typ B61 in Büchel, nahezu 40 000 US-Soldaten in

über 20 Standorten, geplant bis zu 5 000 Bundeswehrsoldaten in Litauen

und stärkste konventionelle Armee Europas. Fehlen nur noch Atomwaffen

und Raketen mit großer Reichweite. Daran wird nun vom Kriegskanzler und

seinem Umfeld gearbeitet. Anvisiert ist ein europäisches System

nuklearer Abschreckung und für Deutschland die Anschaffung des

US-Startsystems „Typhon“, dessen Raketen weit nach Russland

hineinreichen. Unionsfraktionschef Spahn wird noch deutlicher.

Deutschland müsse eine Führungsrolle spielen bei einem europäischen

Atomwaffenschutzschirm. Eine gewisse Teilhabe mit Atombombenbestückung

von Kampfflugzeugen reiche nicht. „Wer nicht nuklear abschrecken kann,

wird zum Spielball der Weltpolitik“, so Spahn. Unterstützt wird er von

der AfD, die in dieser konkreten Situation ein deutsches

Atomwaffenprogramm als „logische Konsequenz" sieht.


Dass der „Zwei-plus-Vier-Vertrag“ solche Waffen für das vereinte

Deutschland verbietet, interessiert nicht. Schon gar nicht, dass

Deutschland, seine Bevölkerung, damit zur Zielscheibe und zum atomaren

Schlachtfeld wird.


Noch wird nach erstem Widerstand gegen diese Pläne abgewiegelt. Der

Startschuss für eine Atommacht Deutschland ist aber gegeben.


80 Jahre nach dem Sieg über den Faschismus, der bis zuletzt mit einer

„Wunderwaffe“ seine Feinde noch vernichten wollte,

80 Jahre nach dem sinnlosen Einsatz der Atombombe, mit dem die USA ihre

Stärke beweisen wollten,

dürfen deutsche Politiker, die in der Tradition imperialistischen

Großmachtstrebens stehen, unter keinen Umständen Verfügungsgewalt über

atomare Waffen erlangen.


Aus historischen, moralischen und rechtlichen Gründen muss dies mit der

Kraft einer starken Friedensbewegung unbedingt verhindert werden.

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/*Hans Bauer ist der Vorsitzende der GRH <https://www.grh-ev.org/home.html>

/

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