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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
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berliner-zeitung.de, vom 22.08.2025, 12:00 Uhr, Alexander Schmalz
Hungersnot in Gaza offiziell festgestellt – 132.000 Kinder in Lebensgefahr
Mehr als 130.000 Kleinkinder im Gazastreifen sind laut IPC akut gefährdet. Die WHO spricht von einem historischen ersten Fall im Nahen Osten.
Palästinenser kämpfen um gespendete Lebensmittel in einer Gemeinschaftsküche im nördlichen Gazastreifen.Jehad Alshrafi/AP/dpa
In einem nördlichen Bereich des Gazastreifens herrscht nach Einschätzung internationaler Experten offiziell eine Hungersnot. Die Integrated Food Security Phase Classification (IPC), die weltweit anerkannte Institution für die Bewertung von Hungerkrisen, erklärte am Freitag, dass die dafür notwendigen Kriterien im Regierungsbezirk Gaza erfüllt seien. Dieser liegt in der Stadt Gaza, in der vor Kriegsbeginn rund 700.000 Menschen lebten.
Besonders dramatisch sei die Lage für Kinder: Das Leben von 132.000 Kindern unter fünf Jahren sei akut gefährdet, teilte die IPC mit. 41.000 von ihnen gelten als besonders bedrohliche Fälle – doppelt so viele wie noch bei der letzten Einschätzung im Mai. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist es das erste Mal, dass in einem Land des Nahen Ostens eine Hungersnot offiziell festgestellt wurde.
Eine Hungersnot wird nur erklärt, wenn alle drei Bedingungen erfüllt sind: Mindestens 20 Prozent der Haushalte leiden unter extremem Lebensmittelmangel, mindestens 30 Prozent der Kinder sind akut mangelernährt, und täglich sterben mindestens zwei Erwachsene oder vier Kinder pro 10.000 Menschen an Hunger oder an den Folgen von Unterernährung. Laut IPC sind diese Bedingungen im nördlichen Gazastreifen nun erfüllt.
„Ein sofortiger Waffenstillstand und die Beendigung des Konflikts sind von entscheidender Bedeutung, um eine ungehinderte, großangelegte humanitäre Hilfe zur Rettung von Menschenleben zu ermöglichen“, erklärte die Initiative. Hilfsorganisationen warnen seit Monaten vor einer Zuspitzung der Lage. Nach fast zwei Jahren Krieg seien Nahrungsmittelproduktion und Versorgungssysteme in Gaza praktisch zusammengebrochen.
Das israelische Außenministerium widersprach den Einschätzungen. „Es gibt keine Hungersnot in Gaza“, hieß es in einer Stellungnahme. Auch die israelische Militärbehörde COGAT, die für den Transfer von Hilfsgütern in das Gebiet zuständig ist, bezeichnete Berichte über Hunger zuletzt als „falsch und voreingenommen“. Israel verweist darauf, die Zahl der Hilfstransporte zuletzt ausgeweitet zu haben. Die Vereinten Nationen und Hilfsorganisationen sprechen dagegen von massiven Hürden bei der Einfuhr und Verteilung.
Die IPC-Initiative wurde 2004 gegründet. Ihr gehören rund zwei Dutzend UN-Organisationen sowie internationale Hilfswerke an. Auf ihrer Skala ist die Hungersnot die höchste und schlimmste Stufe („Katastrophe“). Für den gesamten Gazastreifen galt bislang die zweithöchste Stufe vier („Emergency/Notfall“).
In den vergangenen 15 Jahren hat die IPC weltweit nur vier Mal Hungersnöte festgestellt: 2011 in Somalia, 2017 und 2020 im Südsudan sowie 2024 im Sudan.
Bericht: Israels Militärdaten deuten auf 83 Prozent zivile Opfer in Gaza hin
22.08.2025
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NewsInternationalesGazaIsrael im KriegGazastreifenWHOFoodHungersnotWeltgesundheitsorganisation
Info: https://www.berliner-zeitung.de/news/hungersnot-in-gaza-offiziell-festgestellt-li.2351151
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jungewelt.de, 23.08.2025, Interview: Max Grigutsch, Friedensgesellschaft DFG-VK
Friedensgesellschaft DFG-VK wirft proisraelische Mitglieder raus. Vorwurf: Verbandschädigendes Verhalten. Ein Gespräch mit Cornelia Mannewitz
Israel-Hass? Protest gegen Waffenlieferungen an Israel in München am Dienstag
Foto: Michael Nguyen/NurPhoto/imago
Cornelia Mannewitz ist Mitglied des BundessprecherInnenkreises der DFG-VK
Wir schließen die Mitglieder des Landesvorstands Berlin-Brandenburg in individuellen Verfahren aus. Die betroffenen Personen sind für Veröffentlichungen des Landesverbands verantwortlich, in denen sie unsere Partnerorganisationen verunglimpfen. Als DFG-VK sind wir in einem Bündnis namens »Für einen gerechten Frieden in Palästina und Israel«, an dem auch Vereine wie Amnesty International oder Medico International beteiligt sind. Das Bündnis hat bisher zwei Demonstrationen abgehalten, mit dem Ziel, die Bundesregierung aufzufordern, mit diplomatischen Mitteln die Kriegssituation in Gaza einzudämmen. Der Berliner Landesvorstand hat sich sehr abwertend über die Mitglieder dieses Bündnisses geäußert und auch über uns. Er hat allen Antisemitismus und Israel-Hass vorgeworfen und eine Gegenkundgebung veranstaltet.
Haben Sie in der Vergangenheit schon mal ein solches Verfahren angestrengt?
Wir haben noch nie jemanden ausgeschlossen. Zu meiner Zeit jedenfalls nicht. Jetzt haben wir dem Landesvorstand angekündigt, dass wir das nicht akzeptieren. Wir sehen das als verbandsschädigend an. Unsere politische Wirksamkeit ist dadurch stark eingeschränkt.
Ist der Angriff der palästinensischen Hamas auf israelische Militärstellungen und zivile Ziele am 7. Oktober 2023 der Ursprung dieses Konflikts?
Nein, die Auseinandersetzung gibt es schon länger. Der Berliner Landesvorstand pflegt eine spezielle Vorstellung von Antisemitismus, die im Gesamtverband größtenteils nicht geteilt wird. Wir haben etwa einen Beschluss des Bundesausschusses, in dem wir unseren Gliederungen empfehlen, der Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus zu folgen, nicht der IHRA-Definition. Entsprechend sind die Vorwürfe gegen uns auch schon in anderen Zusammenhängen gekommen. Sie haben generell eine offensive Art, über die Friedensbewegung zu sprechen, die sie als »Friedenserstarrung« bezeichnen. An manchen Stellen stimmt das auch. Aber es ist nicht so, als seien sie im Vollbesitz der Wahrheit.
Wie geht die Berliner Sektion mit diesen Ausschlussverfahren um?
Wir haben ihnen angeboten, Stellungnahmen zu liefern. Bisher ist nichts gekommen (Stand Donnerstag, jW). Sie hatten um eine Verlängerung der Frist gebeten. Am 25. August haben sie außerdem die Möglichkeit, sich in einer mündlichen Anhörung gegenüber dem Bundessprecherkreis zu äußern. Ansonsten haben sie angedroht, zu klagen. Eine Person, die sich gar nicht geäußert hat, haben wir inzwischen schon ausgeschlossen. Ein weiteres Vorstandsmitglied ist ausgetreten, das Verfahren gegen zwei weitere Personen läuft noch.
Ist diese Spaltung emblematisch für die Friedensbewegung?
Das würde ich nicht so sehen. Der Berliner Landesvorstand ist stark antideutsch beeinflusst, ein großer Teil der DFG–VK nicht. Es gibt mehrere Landesverbände, auch Gruppen und Einzelpersonen, die schon früher als wir, der Bundessprecherkreis, den Ausschluss gefordert haben. Auch wegen ihres Umgangs in der Friedensbewegung allgemein. Ich würde das nicht auf die Gesamtbewegung ausdehnen. Das ist schon ein recht spezieller Fall hier. Die Friedensbewegung im Ganzen hat Probleme, denke ich, mit Rechtsoffenheit. Was das betrifft, hat der Berliner Landesvorstand auch positive Seiten. Er ist da sehr wachsam und kreativ in seinen Protestformen. Aber wenn es um die Bündnisfähigkeit geht, schlagen sie uns wirklich sehr ins Kontor.
Nächste Woche sollte das »Rheinmetall entwaffnen«-Camp in Köln stattfinden. Das wurde von der Polizei verboten. Wie bewerten Sie das Verbot?
Ich persönlich halte es für an den Haaren herbeigezogen. Im Verband haben wir dazu keine einheitliche Meinung. Aber im Prinzip ist das eine Sache, der man seine Solidarität erklären muss. Es muss selbstverständlich immer geprüft werden, bei welchen Aktionen man zusammenarbeiten kann. Aber ihr Anliegen – Abrüstung, keine Gewinne durch Rüstung und Krieg, durch Töten und Sterben – das ist ja auch unseres. Die Berliner DFG-VK hat vermutlich eine andere Sicht darauf. Gegen »Rheinmetall entwaffnen« haben sie sich schon öfter positioniert, weil es da eine deutliche Palästina-Solidarität gibt.
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overton-magazin.de, 23. August 2025 Moshe Zuckermann 60 Kommentare
Anmerkungen zur Pressemitteilung des Internationalen Auschwitz Komitees.
Am 10.8.2025 veröffentlichte Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des in Berlin ansässigen “Internationalen Auschwitz Komitees”, eine Pressemitteilung, in der er sich zur “derzeitigen Situation von Holocaust-Überlebenden in Israel und zu den aktuellen Entscheidungen der deutschen Bundesregierung bezüglich ihrer Haltung zu Israel und Waffenexporten nach Israel” äußerte. Sie sei hier Satz für Satz vorgestellt und kommentiert.
Als eine Art Überschrift der Mitteilung findet sich der Satz: “‘Wie eine zweite Katastrophe’ – Holocaust-Überlebende in Israel fühlen sich von Deutschland im Stich gelassen”. Schon hier mag man stutzen: Auf welche Katastrophe bezieht sich die “zweite Katastrophe”? Doch nicht etwa auf die historische Shoah? Und wenn dem doch so sein sollte, gibt es in Israel allen Ernstes Holocaust-Überlebende, die diesen Vergleich anstellen? Und wenn es sie geben sollte, können sie als relevante Kronzeugen für den an Deutschland gerichteten Vorwurf gelten? Und als wollte man die Gesinnung der Presseerklärung auch gleich visuell vorführen, ist unter den Titelworten eine Illustration angebracht, auf der vor dunklem Hintergrund eine aus den Umrissen von Großisrael (Israel, Westjordanland, Gazastreifen und Golanhöhen) geformte leuchtende Kerze zu sehen ist. Versehen ist das Bild mit der Erklärung: “Israel – die einzige Demokratie im Nahen Osten. Symbolisiert durch das Licht der Freiheit inmitten politischer Dunkelheit.”
Es ist bezeichnend, dass man sich nicht entblödet, Israel als einzige Demokratie im Nahen Osten zu rühmen, wo Israel schon seit Jahrzehnten keine Demokratie sein kann, da es ein brutales Okkupationsregime betreibt, das längst schon zum Apartheidstaat geronnen ist. Und nachgerade grotesk wirkt dieses vermeintliche “Lob”, wenn man bedenkt, dass gerade die gegenwärtige, von Faschisten gesteuerte israelische Regierungskoalition alles daran setzt, selbst die Überreste der formalen Demokratie Israels systematisch zu vernichten. Weiß das etwa das IAK nicht?
Die Presseerklärung beginnt mit den Sätzen: “Nach wie vor leiden Überlebende des Holocaust in Israel unter den Folgen des Terrorangriffs der Hamas vom 7. Oktober 2023. Viele von ihnen können bis heute nicht in ihre Wohnheime oder Häuser zurückkehren, die durch Luftangriffe massiv gefährdet sind.”
Der Terrorangriff am 7. Oktober war nicht gegen Shoah-Überlebende gerichtet. Warum meint Christoph Heubner gerade sie hervorheben zu sollen? Offenbar sind für ihn alle Israelis, die im Süden und im Norden des Landes evakuiert worden sind, allesamt “Überlebende des Holocaust”. Aber wenn schon von Luftangriffen die Rede ist: Nicht nur sind die aus dem Gazastreifen so gut wie lahmgelegt worden (und im Norden herrscht Waffenruhe), sondern die einzigen, die z.Z. permanenten Luftangriffen ausgesetzt sind, sind die Bewohner des Gazastreifens. Sie sind es vor allem, die nicht mehr in ihre Wohnheime zurückkehren können, weil es diese großteils gar nicht mehr gibt. Damit die israelische Zivilbevölkerung wieder in ihre Wohnorte zurückkehren kann, muss der Krieg beendet werden. Aber Israel will ihn gar nicht beenden, und zwar sowohl wegen der messianisch-kahanistischen Koalitionspartner, die darauf insistieren, den Gazastreifen ganz zu erobern und wieder jüdisch zu besiedeln, als auch wegen Netanjahu selbst, der die Fortführung des Krieges aus Gründen des Machterhalts und anderen privat motivierten Interessen propagiert. Weiß es das IAK nicht?
Weiter heißt es in der Erklärung: “Das Erleben des 7. Oktobers, die Erinnerung an die Ermordung von Holocaust-Überlebenden an diesem Tag und auch die Ermordung und Geiselnahme von Familienmitgliedern sowie die aktuellen Fotos und Videos der von der Hamas festgehaltenen Geiseln belasten sie zutiefst. Sie vermischen sich zudem in ihren Erinnerungen mit den Bildern anderer von ihnen erlebter Pogrome und den Morden von Auschwitz.”
Es ist klar, dass das IKA daran interessiert ist, die Holocaust-Überlebenden ins Zentrum der israelischen Leiderfahrung zu rücken. In Israel tut dies kaum jemand, und sei es, weil die Anzahl der direkt betroffenen Überlebenden sehr gering sein dürfte (es gibt ihrer ja nicht mehr sehr viele). Aber selbst wenn man die Shoah-Assoziationswelt gelten lassen möchte, so sei hervorgehoben, dass Versuche nach dem 7. Oktober, das horrende Pogrom mit der Shoah gleichzusetzen, in Israel recht bald abgeschmettert wurden. Man sprach allenthalben von der “schlimmsten Katastrophe, die Israel seit der Shoah widerfahren ist”, und wer die Verantwortung für diese trägt, das sie überhaupt stattfinden konnte, ist jedem in Israel klar. Auch dem IAK?
Und dann findet sich auch die Aufklärung des Rätsels der “zweiten Katastrophe”: “Das von der Hamas ausgelöste Leid aller Menschen in der Region und der Hass, der jüdischen Menschen seit Israels Gegenwehr weltweit entgegenschlägt, dies alles empfinden sie am Ende ihres Lebens als eine zweite Katastrophe ihrer Existenz.”
Es geht also zum einen um das “Leid aller Menschen in der Region” (auch das Leid der Gaza-Bewohner?), für das die Hamas zeichnet, und zum anderen um den Hass, der heute Israel weltweit entgegenschlägt. Nun ist dieser Hass nicht im luftleeren Raum entstanden und hat in erster Linie mit “Israels Gegenwehr” zu tun, die nach bald zwei Vernichtungskriegsjahren zehntausende unbeteiligter Menschen, unter ihnen eine monströse Zahl an Frauen und Kindern, getötet hat, und sich zunehmend als das ideologische Vorhaben israelischer Faschisten kahanistisch-messianischer Gesinnung erweist, den Gazastreifen ganz zu erobern, ethnische Säuberung zu betreiben und das eroberte Gebiet erneut jüdisch zu besiedeln. Gerade als Holocaust-Überlebende, die einst nach Israel gekommen waren, müssten die von Heubner so pathoserfüllt Bemitleideten als “eine zweite Katastrophe ihrer Existenz” empfinden. Das ist wohl zu viel verlangt. Aber der sie im Namen des IAK “stellvertretende” Christoph Heubner müsste sich doch all dessen bewusst sein. Oder ist auch das zu viel verlangt?
Die Presseerklärung gelangt sodann zu ihrem eigentlichen Anliegen: “Der Blick auf Deutschland war für Überlebende des Holocaust in den letzten Jahrzehnten ein Blick der Zuversicht und der Verlässlichkeit – gerade angesichts zahlloser Attacken vieler Gruppen und Staaten, die einzige Demokratie des Nahen Ostens zu delegitimieren und aus der Staatengemeinschaft auszugrenzen. In diesen Tagen verdunkelt sich der Blick der Überlebenden auf Deutschland. Es entstehen ernste Zweifel, ob die Regierung und die Menschen in Deutschland sich bewusst sind, unter welch existentieller Bedrohung von verschiedenen Seiten Israel in diesen Tagen steht.”
Heubner weiß zu berichten, dass der Blick von Holocaust-Überlebenden über Jahrzehnte “ein Blick der Zuversicht und der Verlässlichkeit” gewesen sei. Ungeachtet der Frage, wieso er sich resolut herausnimmt, dies pauschal zu behaupten (es gibt nicht wenige Überlebende, die sich infolge ihrer lebensgeschichtlichen Leiderfahrung entschlossen haben, deutschen Boden nie wieder zu betreten), stellt sich die wichtigere Frage, worauf besagte Israelsolidarität Deutschlands basierte – Heubner meint doch nicht wirklich, dass sie der Tatsache zu verdanken gewesen sei, dass Israel “die einzige Demokratie des Nahen Ostens” sei. Deutschlands Israelsolidarität hatte einzig mit dem zu tun, was man in Deutschland “die Verantwortung” zu nennen pflegt, welche angesichts dessen, was Deutsche an Juden im 20. Jahrhundert verbrochen haben, von “Deutschen” “Juden” gegenüber zu tragen bzw. als “Wiedergutmachung” zu leisten sei.
Indes, gerade dieses historisch begründete, aber letztlich zum Abstraktum geronnene Postulat, hat Deutsche bzw. die politische Klasse Deutschlands dem realen Israel gegenüber völlig blind werden lassen – egal, ob Israel demokratisch oder zum Apartheidstaat verkommen ist, deutsche Solidarität mit “Israel” ist stets gefordert, nie wirklich hinterfragbar. Ob sich “der Blick der Überlebenden auf Deutschland verdunkelt”, wie Heubner behauptet, ist aus oben erwähnten Gründen nicht ausgemacht (in Israel hat man dergleichen nicht vernommen, jedenfalls nicht mit ausgesprochenem Bezug auf Shoah-Überlebenden).
Was aber ungleich mehr wiegt, ist nicht der Zweifel, “ob die Regierung und die Menschen in Deutschland sich bewusst sind, unter welch existentieller Bedrohung von verschiedenen Seiten Israel in diesen Tagen steht”, sondern der Zweifel, ob man in Israel sich bewusst ist, was Israel in Gaza verbricht (die horrenden Folgen der israelischen Gewaltexzesse werden in den israelischen Medien kaum übermittelt), und auch, ob man sich klarmacht, was das Land der Shoah-Überlebenden im Namen seiner BürgerInnen, auch der Shoah-Überlebenden, praktiziert.
Und so gelangt die Presseerklärung zur abschließenden Steigerung des Gefuchtels mit dem moralischen Zeigefinger. Im ersten Schritt heißt es lapidar: “Egal, wie ablehnend, kritisch oder zustimmend Überlebende des Holocaust der derzeitigen israelischen Regierung und den von ihr beschlossenen Maßnahmen gegenüber stehen, sie alle eint die Sorge um den Fortbestand ihres Staates, der jüdischen Menschen gerade nach dem Holocaust Sicherheit und eine Zukunft geboten hat.”
Zunächst und vor allem: Es ist nun wirklich ganz und gar nicht “egal, wie ablehnend, kritisch oder zustimmend Überlebende des Holocaust der derzeitigen israelischen Regierung und den von ihr beschlossenen Maßnahmen gegenüber stehen” – das ist doch der springende Punkt, weil es um Politisches geht. Denn wenn Heubner, die Unterschiede einebnend, behauptet, “sie alle eint die Sorge um den Fortbestand ihres Staates, der jüdischen Menschen gerade nach dem Holocaust Sicherheit und eine Zukunft geboten hat”, dann erweist er sich selbst als jemand, der die reale Gefahr für den Fortbestand des Staates verkennt.
Wer gegenwärtig den Fortbestand des Staates, der “Juden nach dem Holocaust Sicherheit und eine Zukunft” zu bieten hatte, gefährdet, ist gerade (wie hier bereits mehrfach dargestellt, beschrieben und analysiert) die israelische Regierung, die den Staat, der einst zum besagten Zweck errichtet worden war, verkommen, ja nachgerade untergehen lässt. Nie hat sich der Staat Israel sonderlich um die in ihm lebenden Shoah-Überlebenden sonderlich gekümmert (viel Peinliches wäre in diesem Zusammenhang zu erörtern), aber allein die Tatsache, dass Heubner die Überlebenden allesamt “eint”, indiziert, dass es ihm letztlich gar nicht um die Überlebenden geht, sondern um ihre Solidarität mit ihrem Staat, egal ob er den Zweck, der ihm historisch beigemessen worden ist, noch erfüllt oder nicht. Welche Zukunft bietet er noch seinen Bürgern, wenn er sich (wie gerade in den letzten Monaten) offiziell dem “ewigen Krieg” verschrieben hat? Die verbliebenen Holocaust-Überlebenden dürfte dies direkt kaum noch tangieren, aber was ist mit den Nachfolgegenerationen, wenn es das ist, was dieses Land auf Jahrzehnte hinaus verheißt?
Und dann kommt die Presseerklärung im finalen Schritt darauf zu sprechen, worauf sie letztlich zielt: “Jede Entscheidung gerade der deutschen Bundesregierung, die als Abkehr von Israel gewertet werden muss, empfinden Überlebende des Holocaust auf dem Hintergrund ihrer eigenen Geschichte als bedrohlich und deprimierend. Sie befürchten durch die aktuelle Entscheidung die Stärkung der Hamas in ihrem Festhalten am Kurs des Hasses und des Terrors gegenüber Menschen in Israel.”
Es ist unerfindlich, wie Heubner zur Schlussfolgerung gelangt, die deutsche Bundesregierung habe sich von Israel abgehkehrt. Die deutsche Regierung hat in einem ersten, zaghaften Schritt zu verstehen gegeben, dass sie sich mit dem, was Israel zur Zeit im Gazastreifen verbricht, nicht mehr abfinden kann. Es geht dabei nun wirklich nicht um die (wie immer imaginierten) Befindlichkeiten der Überlebenden des Holocaust. Und wenn sie dennoch zu diesem heteronomen Zweck rekrutiert werden, dann handelt es sich schlicht um eine besonders perfide Manipulation: Die Leiderfahrung der Holocaust-Überlebenden als gezielte Legitimierung der Leidverursachung von zahllosen PalästinenserInnen.
Die Instrumentalisierung der Shoah-Erinnerung zu fremdbestimmten Zwecken ist schon seit Bestehen des zionistischen Staates ein Fundament der politischen Kultur Israels gewesen. Gerade diese heteronom ausgerichtete Gedenkkultur hat das wirkliche Andenken an die historischen Opfer im Stande ihres Opfer-Seins immer wieder verraten. Dass die Überlebenden selbst sich zuweilen haben dafür vereinnahmen lassen, ist als bittere Ironie der Geschichte zu werten. Dass aber das Internationale Auschwitz Komitee sich in dieser eklatanten Form demagogischer Manipulation der Instrumentalisierung befleißigt, dürfte Esther Bejarano, die Gründerin des Auschwitz Komitees in Deutschland, in welchem sie bis zu ihrem Tod aktiv war, mithin Israels Politik den Palästinensern gegenüber emphatisch bekämpfte, sich im Grabe umdrehen lassen.

Moshe Zuckermann wuchs als Sohn polnisch-jüdischer Holocaust-Überlebender in Tel Aviv auf. Seine Eltern emigrierten 1960 nach Frankfurt am Main. Nach seiner Rückkehr nach Israel im Jahr 1970 studierte er an der Universität Tel Aviv, wo er am Institute for the History and Philosophy of Science and Ideas lehrte und das Institut für deutsche Geschichte leitete. 2018 wurde er emeritiert.
Schlagwörter: Holocaust. Gazastreifen, Israel
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Immer wieder hübsch, wenn (arische) Deutsche darüber befinden, wie Juden fühlen, zu fühlen haben und wann sie es nicht wert sind, von Deutschen als Juden anerkannt zu werden.
Und Großisreal als leuchtende Kerze in einem bedrohlichen Araberdschungel zu präsentieren ist an rassistischer Dummheit nur schwer zu überbieten. Man sieht, die isrealfreundlichen Philosemiten kriechen aus dem selben Schoß, aus dem ihre antisemitischen Vorväter und -mütter krochen.
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Vielen Dank, lieber Moshe, für das klare Bekenntnis.
Wenn es eine Anti-Yad-Vashem-Gedenkstätte gäbe, dann wäre dieser Heubner einer der ersten Kandidaten als Neuzugang.
Er schändet damit die tradierte, friedfertige und solidarische jüdische Kultur, die sich im Laufe von Jahrtausenden entwickelt hat und mit dem Herrenzionismus, der Persiflage einer wahren zionistischen Kultur, nichts – außer deren Gegenteil -zu tun hat.
Ich werde meiner Verantwortung als Deutscher nur gerecht, wenn ich mich aktiv für die Ermordung und Vertreibung von Palästinensern einsetze? Wirklich bizarr.
Im Übrigen trage ich nur Verantwortung für das was ich selber in meinem Leben getan oder unterlassen habe. Da gibt es einiges, worauf ich nicht stolz sein kann. Aber ich habe nie einen Juden getötet und kann fest versprechen, es niemals zu tun. Auch meine Eltern nicht, was aber keine Bedeutung hat, weil ich noch lange nicht geboren war. Wenn ich aus deutscher Vergangenheit etwas schlussfolgere, dann nicht weil ich als Deutscher geboren wurde und eine besondere Verantwortung daraus resultiert, was erkennbar Unfug ist, sondern weil es Pflicht eines jeden Menschen sein sollte, sich solchen Bestialitäten wie dem Rassen – und Vernichtungskrieg gegen die SU, dem größten Verbrechen in der Geschichte der Menscheit, oder der Shoa zu verweigern. Fürs Erste weiß ich, dass man niemals , wirklich nie im Auftrag einer deutschen Regierung Menschen töten soll. Das war immer und ohne jede Ausnahme falsch.
Für die Welt wäre es schon mal eine gute Nachricht, würde das von der Mehrheit auch so gesehen. Das aber meinen die Initiatoren dieses bizarren Textes nicht. Sie wollen, dass vorerst mit deutschen Waffen getötet wird. Es fehlt der IDF natürlich nicht an Waffen, es geht darum, die deutsche Regierung auf Linie zu bringen, was sicher auch gelingen wird. Und es wird wieder falsch sein. Wie immer in unserer Geschichte.
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Herr Heubner tut weder sich, noch der Sache der Holocaust-Überlebenden einen Gefallen, wenn er sie dafür benutzen/missbrauchen will, eine reaktionär-faschistische Politik eines Groß-Israel zu legitimieren. Das tut er faktisch.
Das bedeutet morgen noch viel mehr Krieg und noch viel mehr Vertreibung als heute und das heisst übermorgen noch mehr Gewalt und Krieg als morgen usw.
Es ist völlig irre. Ich habe mal gelernt, dass der (deutsche) Holocaust an den Juden uns eine Verantwortung für den Humanismus und gegen jede Art von Rassismus inkl. Antisemitismus sein muss. Aber eine Legitimation für Krieg, Eroberung, Vertreibung, Aushungern usw.??? NEIN, Niemals!!!
Nie wieder heisst, wenn es gegen andere Untermenschen geht das Gas zu liefern.
Ich bin schon länger der Meinung dass solche Instrumentalisierung des Holocausts sich vor einem Gericht wegen verherrlichung der Verbrechen des Nationalsozialismus verantworten müssten.
Israel als Kolonie in Palästina war schon als Kolonie – per definitionem – niemals eine Demokratie und erst recht nicht in Praxis!
Und Heubner!? Wie alle Zionisten die von einem zukünftigen Staat träumen: „from the river to the sea Israel shall be free“, ist er ein Antisemit und faschistoider Rassist wie die gesamte Kolonialverwaltung in Tel Aviv und Jerusalem!
Was die „deutsche Schuld“ betrifft, erlebe ich im Berliner Alltag, am Rande von Palästina-Solidemos deutliche Unterschiede zwischen Ostdeutschen und Westdeutschen. Ostdeutsche sind gegenüber den Demonstranten viel aufgeschlossener, bzw verhalten sich neutral. Schon zweimal habe ich erlebt das Berliner antizionistische Juden mit Kippa und Palästinensertuch von alten westdeutschen Männern antisemitisch beschimpft wurden.
Wir in der DDR fühlten uns als Antifaschistischen, Holocaust-Überlebende hatten hohe Funktionen im Staat. In der BRD hatten ehemalige Nazis hohe Staatsstellungen, siehe Hans Globke, ehemaliger Chef des Kanzleramtes unter Adenauer. Dieser Adenauer, ihn waren die Shoa-Opfer völlig egal, zahlte viel Geld an Israel. Deutsche Rechte und der Staat Israel waren schon immer eng verbandelt, was auch Moshe andeutet. Es gibt also eine historische Kontinuität der bedingungslosen Solidarität mit Israel von rechts bis links, sieh die Antideutschen. Siehe hier
https://redaktion-bahamas.org/aktuell/2025-Aug-22/Bedingungslose-Solidarität-mit-Israel.html
Das nahezu 40% der Ostdeutschen AfD wählen ist, wie Frank Castorf sagte, „die Rache des Osten“..für die koloniale Okkupation.
Die „Jüdische Stimme“ antizionistische Juden, die nach Deutschland ausgewandert sind, werden antisemitische beschimpft, von der Berliner Polizei verhaftet und vom Verfassungsschutz kriminalisiert.
In Westdeutschland wurde der alte faschistische Ungeist niemals richtig aufgearbeitet. Wir aus der DDR fühlten uns von staatswegen als Antifaschisten und Antifaschisten können niemals Nazis werden, glaubten unsere Jungs und wählen AfD..
Antifaschistische Gedenkstätten wie die „Straße der Nationen“ auf den Etterberg/Buchenwald verkommen unter einer linken Landesregierung, um die DDR zu delegitimieren. Ich erinnere mich noch an große, antifaschistische Aufmärsche mit Holocaust -Opfern in der Gedenkstätte Buchenwald. Immer sah man Kränze und Flaggen an den Denkmälern der „Straße der Nationen“. Das gibt es heute nicht mehr, weil die BRD die DDR delegitimieren will und da stört der Antifaschismus
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Die systematisch betriebene deutsche Instrumentalisierung des Holocausts zum Zwecke der Legitimierung eines weitern Holocausts ist mit großer Wahrscheinlichkeit die perverseste Politik der gesamten Menschheitsgeschichte. Der moralische Abgrund ist schier unendlich tief.
Für mich persönlich hat dies eine Zäsur geschaffen. Nie wieder werde ich dem deutschen Staat und seinen Vertretern auch nur einen winzigen Rest an moralischer Glaubwürdigkeit zubilligen.
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Am 7. Oktober waren also auch Holocaust Überlebende unter den Opfern.
Der Holocaust ist jetzt seit über 80 Jahren Vergangenheit. D.h. der/die jüngste
Überlebende wäre jetzt min. 80 Jahre alt. Anderer Glaube andere Fitness. Ich hätte
mit 66 schon reichlich Probleme auf einer Ravepartie abzutanzen. Aber ich
glaube ja auch an nichts. Wenn man mit 80 + noch auf so einem Festival abtanzen
kann, gebührt diesen Menschen mein Respekt.
Ramelow hat sich dereinst gern an der DDR abgearbeitet. Daher demonstrierte er eine bundesdeutsche Überheblichkeit, die sich auf der linken Seite des politischen Spektrums oft noch mehr zeigte als bei anderen.
Wiglaf Droste , der bedeutende Satiriker, sagte mal zum „verordneten Antifaschismus “ in der DDR, dass dies der BRD fehlte – dass man ihr Antifaschismus verordnen würde.
Ich sehe das mit unserem DDR-Antifaschismus durchaus Komplizierter als du, aber das ist etwas, was ich gegenüber der „alten“ BRD als Staat nicht argumentieren will. Justiz in Lehre und Anwendung, große Teile der Verwaltung, des Militärs, der Geheimdienste wiesen eine so bedrückende Kontinuität auf und Faschisten, und bei Mitgliedern der NSDAP steht zu vermuten, dass es Faschisten waren, wurden sogar Kanzler.
Aber zurück zu Buchenwald. Als die Gedenkstätte gestaltet wurde, entschloss man sich genau das nicht in tun, was die Faschisten machten – die jüdischen Opfer aus ihren Nationen zu separieren. Man hätte auch eine andere Entscheidung treffen können, da im deutschen Faschismus der Antisemitismus zentral war. Nur war es keineswegs skandalös, wie Ramelow es undifferenziert und bewusst beleidigend tat. Aber es war so wie immer. Mit „uns“ diskutiert man nicht. Uns erklärt man, wie es richtig ist.
Ungeachtet dessen bezweifele ich, dass es klug ist, Höcke zu wählen. Auch nicht im Sinne Castorfs.
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Es ist für mich unzweifelhaft, dass zwischen der Shoa und dem Vernichtungskrieg gegen Gaza und all den sonstigen Brutalitäten und Grausamkeiten der Israelis gegen die Palästinenser ein Zusammenhang bestehen muss. Ich vermute das werden die meisten hier ähnlich sehen.
Es ist in jeder Hinsicht bestürzend, dass ausgerechnet die Religionsgruppe, die selber auf schlimmste Art verfolgt und vernichtet worden ist, nun selber Ähnliches (einen genauen Vergleich will ich hier nicht machen, halte ich auch nicht für sinnvoll) einem anderen Volk antut. Man will auch erst gar nicht wissen wie sie mit den Palästinensern umgehen würden, wenn die Weltöffentlichkeit nicht zusehen könnte!
Aber wie genau hängt das zusammen? Das ist für mich zum Teil noch ein Rätsel.
Ist es einfach so wie der Mensch, der von seinen Eltern immer schwer geprügelt worden ist, nun auch selber seine Kinder schlägt? Nein, ich denke das wäre zu einfach. Aber ein Teil dieses Schemas steckt vielleicht auch drin.
Aber es gibt in Israel ja auch eine ganze Menge verschiedener Gruppen, die aus verschiedenen Weltregionen, verschiedenen religiösen oder kulturellen Traditionen kommen und ganz verschieden von der Shoa beeinflusst worden sind.
Und natürlich gibt es auch diejenigen Israelis, das sind vor allem die Machthabenden, Siedler usw., die das psychische Trauma der Juden auf übelste Weise nutzen und ausbeuten um ihre kruden Ziele anzustreben.
Und wirklich interessant wäre es zu erfahren wie denn die Shoa-Überlebenden und deren Nachkommen über den Gazakrieg denken, oder wie dies Überlebende und Nachkommen von Progromen in Osteuropa in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts tun?
Vielleicht ist es ja gar nicht so, dass diese Menschen besonders hart gegen Gaza eingestellt sind. Vielleicht sind es sogar diese Menschen die eher gegen die Mordbrennerei Nethanjahus und seiner Schergen eingestellt sind….?
Aber eine brauchbare Umfrage dazu wird es wohl nicht geben, vermute ich, sonst hätte uns Zuckermann diese sicher auch mal präsentiert.
Aber Zahlen zur Menge dieser Menschen gibt es: Etwa 120.000 Israelis sind anerkannte Shoa-Überlebende. Ihre Nachkommen in der 2. und 3. Generation dürften noch mal etwa 400.000 ausmachen, wären zusammen 520.000.
Bei 7 Millionen jüdischer Israelis sind das gerade einmal 7,4%
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Unlesbar die Zitate dieses Herrenmenschen Clubs.
WAS für Narzissten!
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Flüchtlinge mit Vorwürfen empfangen
Von „Alt-Israelis“, die in den Jahrzehnten vor dem Holocaust nach Palästina eingewandert oder dort schon geboren worden waren, wurden die Flüchtlinge aus der europäischen Hölle auch nicht bedingungslos mit offenen Armen oder gar als Helden empfangen. „Warum habt Ihr euch widerstandslos in die Gaskammern treiben lassen? Warum habt Ihr nicht wenigstens sechs Millionen Nazis mitgenommen?“, ist ein Vorwurf, der bis heute nicht verstummt ist. Die israelische Mentalität, die sich auf nichts als sich selbst meint verlassen zu können und zu ihrem Recht nur mit hartem Durchsetzungsvermögen kommt, hat kein Verständnis für das stille Leiden, verurteilt dieses manchmal gar als Ausdruck von Schwäche.
Diese Umstände waren nicht dazu angetan, die psychischen Folgen der Vernichtungsstrategie des Dritten Reiches zu bewältigen. Kinder und Enkel von Holocaustüberlebenden müssen mit ihren Eltern und Großeltern und deren Traumata leben. Wenn diese nicht nur in zerbrochenen Persönlichkeiten und Familien, sondern auch in sexuellem Missbrauch münden, tut sich selbst die ansonsten schonungslos selbstkritische israelische Presse schwer, damit umzugehen.
Auch 60 Jahre nach der Gründung des modernen jüdischen Staates sind die schmerzhaften Folgen der nationalsozialistischen Judenverfolgung noch immer greifbar. Wenn man die Zahl der Überlebenden aus Nazikonzentrationslagern in Nordafrika mit einbezieht, leben heute noch ungefähr 430.000 Holocaustüberlebende in Israel. Offiziell gehen israelische Institutionen von 230.000 bis 280.000 israelischen Bürgern aus, die die Schoah überlebt haben.
40 Prozent aller heute noch in Israel lebenden Schoah-Opfer leben unter der Armutsgrenze. In einer Umfrage aus dem Jahr 2005 gaben 25 Prozent der Befragten an, sie müssten sich beim Einkauf zwischen Grundnahrungsmitteln und lebensnotwendigen Medikamenten entscheiden. 20 Prozent beklagten, sie hätten kein Geld, um ihre Kinder anzurufen oder zu besuchen. Und ein Drittel von ihnen kann seine Wohnung im Winter nicht heizen.
Heftige Diskussionen
In den vergangenen Monaten gab es in der israelischen Öffentlichkeit immer wieder heftige Diskussionen darüber, wer für das Schicksal dieser Ärmsten der Armen verantwortlich ist. Dabei hat der Staat Israel nicht etwa nur 60 Jahre lang das Elend der Naziopfer ignoriert. Vielmehr hat das Problem im vergangenen Jahrzehnt eine neue Dimension gewonnen. Ungefähr die Hälfte der Holocaustüberlebenden, die heute in Israel leben, kam erst mit der großen Einwanderungswelle aus der ehemaligen Sowjetunion in den 90er Jahren ins Land. Im Unterschied zu den Menschen, die direkt nach dem Zweiten Weltkrieg nach Israel kamen, haben diese Einwanderer keinerlei Anspruch auf Renten aus europäischen oder israelischen Kassen.
Quelle: https://www.israelnetz.com/leiden-und-streit-ohne-ende-holocaustueberlebende-in-israel/
Eine große Katastrophe für die jüdische Gemeinschaft dürfte die Verlogenheit des israelischen Kabinetts sein. Alle negativen Vorurteile gegen die Juden werden von der extremistischen Staatsführung Israels bedient.
Die fürchterlichen und inhumanen Parteinahmen der Funktionäre in der Diaspora, für die radikalen Siedler und Mörderbanden in Israel ,tragen bestimmt nicht zu einem besseren Verständnis für Israel bei.
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So lange es Israel gibt wird es keinen Frieden geben!
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Berliner Straßenbahn , war da gerade in Biker Klamotten unterwegs…
4 Jugendliche (Kinder Einwanderer) beschimpften da eine junge hochschwangere Frau, “ Judenschlampe “ hatte ich nur verstanden ..
Ich mich eingemischt und die Kids zur Ordnung gerufen, Bikerklamotten verschaffen einen da schon ein wenig Respekt.
Als ich aussteigen wollte sagte jemand zu mir “ Danke das Sie sich für die Jüdische Frau eingesetzt haben“ …
Ich meinte erstaunt “ bin Ossi, mir ist das völlig egal welcher Religion jemand angehört, Sie ist Hochschwanger und das hat man zu achten “
Zuerst sollte man sich um die Lebenden kümmern, erst danach um die Toten…
Opfer heute, keinen Status mehr wenn Sie nicht die Kriterien für „politisches Kapital“ erfüllen ..
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Es ist tragisch, dass das Internationale Auschwitz Komitee sich offensichtlich in den Händen von Extremisten befindet, die auch vor Anbiederung an eine faschistische Regierung nicht zurückschrecken. Da müsste nicht nur Frau Bejarano, sondern mit ihr sämtliche Auschwitz-Opfer im Grab rotieren.
„Indes, gerade dieses historisch begründete, aber letztlich zum Abstraktum geronnene Postulat, hat Deutsche bzw. die politische Klasse Deutschlands dem realen Israel gegenüber völlig blind werden lassen…“
Diese Aussage Zuckermanns – falls sie denn wirklich zum Nennwert genommen werden darf – beweist seine fortbestehende politische Naivität. Die politische Klasse Deutschlands ist mitnichten völlig erblindet, sondern hält schlicht, wie alle anderen westlichen Vormächte, dem unsinkbaren Flugzeugträger des Westens aus geostrategischen Erwägungen im Nahen Osten die Stange, unter allen Umständen, auch unter genozidalen. Das ist Realpolitik, die im Fall Deutschlands aufgrund der Geschichte besonders leicht moralisch verbrämt werden kann.
Der Autor zitiert :
“Jede Entscheidung gerade der deutschen Bundesregierung, die als Abkehr von Israel gewertet werden muss, empfinden Überlebende des Holocaust auf dem Hintergrund ihrer eigenen Geschichte als bedrohlich und deprimierend. “
Ich spreche jetzt natürlich nur für mich und Gleichempfindende : Die Israelis müssen verstehen, dass sich viele Deutsche in Sachen Israel-Palästina in einem Solidaritätskonflikt befinden.
Die Solidarität mit Israel ist sicherlich für über 90% der Deutschen selbstverständlich; aber für die Deutschen die der Meinung sind, dass ohne den Holocaust den Palästinensern ihr Martyrium erspart geblieben wäre, ist eben auch die Palästinasolidarität obligatorisch.
Wer mit dieser Doppelsolidarität geschlagen ist, wünscht sich in der Regel wohl auch in Sachen Waffenlieferungen eine Doppelstrategie :
– Lieferung von reinen Defensivwaffen wie Flugabwehrraketen : Ja
– Lieferung von Waffen, die im Gazakrieg gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt werden könnten : Nein
Guter Artikel. So „unerfindlich“ sind die Schlussfolgerungen des Exekutiv-Vizepräsidenten allerdings nicht. Er brauchte sie ja nur den empörten Vorgaben der Herrn „Bibi“ und Smotrich ablauschen, denen schon die paar krampfhaften Einmischungsversuche Deutschlands in die israelische Freiheit zum total souveränen Kriegführen nicht passten.
Zeitmäßig kommen die Beschwörungen des Herrn Heubner deshalb ganz passend.
Dass Deutschlands Merz nach langer Zeit der „bedingungslosen Unterstützung“ nun doch mit ein paar distanzierenden Bedenken zum völkerrechtlich unkontrollierten Massenmord ankommt und den Zeigefinger fordernd auf eine längst abgelehnte „Zwei-Staaten-Lösung“ richtet, ist dem amtierenden israelischen Nationalismus schon zuviel der Abweichung. – Wie auch manchen christlichen Politikern und sonstigen bedingungslosen Israelfreunden, die da gleich eine Art „Verrat der deutschen Staatsräson“ im Anmarsch sehen.
Für Israel grenzt es jedenfalls an Verrat der unverbrüchlichen Unterstützung und Parteinahme Deutschlands, wenn z.B. die israelische Politik der „Gaza Humanitarian Foundation“ und ihrer „Todes-Fallen“ bei der Nahrungsverteilung plötzlich mit unerwüschten humanitären deutschen PR-Aktionen unterlaufen wird und überhaupt „nachdrücklich“ auf irgendwelche Rechte für Palästinenser hingewiesen wird.
Heubner verwandelt das in allegorische Bilder der „Dunkelheit“, die solche deutschen Abweichungen in das israelische „Licht der Demokratie“ einstreut. – Zum „zweiten Mal“, nach der Shoah, was Moshe Zuckermann ganz richtig als demagogisch konstruierten Zusammenhang beschreibt, denn die Holocaust-Überlebenden werden hier wieder mal recht durchsichtig instrumentalisiert, um die deutsche Politik mit ihrem historischen Verantwortungs-Pathos auf weitere bedingungslose Unterstützung verpflichten zu wollen.
Dabei waren, nebenbei bemerkt, die „Überlebenden“ für beide Seiten immer schon das Material für ihre jeweiligen Ansprüche.
Deutschland hat sie für seine selbst-entlastende „Erinnerungskultur“ genutzt, in dem es sich durch das Bekenntnis zur Schuld an der Judenvernichtung als geläutertes und daher berechtigtes Start-Up erweisen wollte. Deshalb die neue, unumstößlich pro-israelische Staatsräson und ein chronischer Drang zum „Erinnern“ an die „unerklärlichen“ Greuel, – statt zu unbeliebten Erklärungen des faschistischen Nationalismus.
Bei Entschädigungen und Wiedergutmachung gegenüber den Überlebenden und Angehörigen, Zwangsarbeitern, Enteigneten und sonstigen Reichs-Geschädigten, hat sich Deutschland dagegen immer sehr „zurückgehalten“ und mit rechtlichen Verfahren und vielen Problemen auf Zeit gespielt. Die tatsächlichen, jahrzehntelang wiederkehrenden antisemitischen Übergriffe waren meist nur ein Thema für linke, antifaschistische Aktivisten, die als kritische Nestbeschmutzer eher ins Visier genommen wurden.
Israel hat den Holocaust ebenfalls genutzt, um im Verhältnis zu Deutschland sein nationales Gewicht zu erhöhen und bei „Verstimmungen“ diese Karte auszuspielen. Die Verstimmungen waren allerdings so groß nie, weil sich Deutschland mit seiner Unterstützung für Israel eine Befugnis verschafft hat, seine eigenen Interessen in den regionalen Verhältnissen des Nahen Ostens geltend zu machen, neben und mit den USA als Hauptzuständigen, manchmal auch in Konkurrenz zu ihnen, wie bei Geschäften mit dem Iran …
Deshalb ist die Wende bei Heubner auch nur konsequent, dass „die Überlebenden“, vor allem die, die sich nicht für die israelische Linie aussprechen, letztlich als Mittel zur Legitimation israelischen Rechts auch egal sind. Da gibt es wichtigere israelische Interessen als die von aussterbenden Holocaust-Opfern.
Grenzenlos berechtigt ist Israel schließlich schon als von allen Seiten bedrohte „Demokratie“, weil dieses Etikett mittlerweile als unhinterfragbares „Argument“ gelten soll – gleichbedeutend mit einem argumentlosen „Guten“ – und von links über die Mitte bis rechts ja auch gilt. Kein Tag ohne irgendeine Beschwerde von Parteipolitikern, NGOs, kritischen Aktivisten, darüber, dass irgendwas „un-demokratisch“ sei, das Demokratische also zu den höchsten Werten gehöre, mit denen dann auch wirklich alles in Ordnung gehe.
Gerade wegen der brutal nationalistischen Verlaufsformen der israelischen Demokratie in ihrem, bzw. unseren Krieg, bemüht man sich um so dreister um solche propagandistischen Gütesiegel, wie das „einzige demokratische Licht in der Dunkelheit“. Da haben die israelischen Sprachrohre von ihren Vorbildern in den USA und den Deutschlands anscheinend viel gelernt, wie man richtig Staat und auch Werbung dafür macht.
Das sogenannte Auschwitz-Komitee ist – genau wie der Zentralrat der Juden oder die Deutsch-Israelische Gesellschaft – eine bloße Tarnorganisation für Israel-Propaganda. Die arbeiten mit plumpem Holowood-Gefühlskino und Schuld-Klimbim, um die deutsche Mehrheitsbevölkerung moralisch zu erpressen.
Im Grunde sind das gar keine deutschen Organisationen, sondern fungieren als Agenten ausländischer Interessen.
Als proisraelische Einflussagenten müssen auch die vielen hundert Antisemitismusbeauftragten von Bund, Ländern und Kommunen gelten.
Herr Heubner beweist, dass Philosemitismus nichts anderes ist als Antisemitismus mit umgekehrten Vorzeichen, ein völkisches Narrativ, das keinerlei Fakten bedarf. Als Propaganda bedarf sie bloß einer festen Haltung, die sie bedeutend im Kampf von Gut gegen Böse werden lässt.
Alles was stört und nicht passt, wird dabei weggelassen. Statt dessen bläst die Presseerklärung des IAK auf und ersetzt Fakten durch Narrative und übersieht großzügig die weitreichenden negativen Folgen der Politik Netanjahus für den Staat Israel, für seine Gesellschaft und für das Judentum. Die begangenen Gewalttaten werden in Zukunft von Innen auf diese Institutionen zurückfallen.
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Info: https://overton-magazin.de/top-story/licht-der-freiheit/
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
freedert.online, 23 Aug. 2025 11:15 Uhr,
Präsidentschaftswahlen sind in der Ukraine seit einem Jahr und drei Monaten überfällig: Die verfassungsmäßige Amtszeit des 2019 ins Amt gewählten Wladimir Selenskij lief im Mai 2024 aus. Nun deutet eine plötzliche Aktivität im Lager eines potenziellen Kandidaten – Waleri Saluschny – darauf, dass Neuwahlen anstehen könnten.
Quelle: Sputnik © RIA Nowosti
Symbolbild, KI-generiert
In den letzten Tagen wird viel über einen Artikel der amerikanischen Journalistin Katie Livingstone diskutiert, die behauptet, dass der ehemalige Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte Waleri Saluschny "heimlich Vorbereitungen für die Präsidentschaftswahlen in der Ukraine trifft" und dass in London bereits offiziell sein Wahlkampfstab eingerichtet wurde. Laut Livingstone wird das Team vom ehemaligen Befehlshaber der Vereinigten Streitkräfte der Ukraine, Generalleutnant Sergei Najew, geleitet, während die stellvertretende Leiterin des Nationalen Antikorruptionsbüros der Ukraine (NABU), Polina Lysenko, für die internationale Werbung verantwortlich ist.
Angesichts der Tatsache, dass diese Information genau nach dem Treffen zwischen Wladimir Selenskij und Donald Trump in Washington auftauchte, wo der scheidende Präsident der Ukraine von einem ganzen Olympiateam aus Staatschefs der "Koalition der Willigen" sowie der Präsidentin der Europäischen Kommission von der Leyen begleitet wurde, begann die Suche nach einem konspirativen Hintergrund.
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Russische Botschaft: Saluschny manipuliert Geschichte zugunsten Kiews Agenda
Eine der Hypothesen lautet: Die Indiskretion wurde von bestimmten Kräften organisiert, die Selenskij einschüchtern und ihn dazu bringen wollen, bis zuletzt an der Macht festzuhalten, was angeblich die Vereinbarungen zwischen Trump und Putin torpediert und dem Regime in Kiew die Möglichkeit gibt, bis zu dem Zeitpunkt durchzuhalten, an dem Europa die USA in der Frage der militärischen Versorgung der Ukraine vollständig ersetzen kann.
Die Informationen über die geheime Vorbereitung von Saluschny auf Wahlen wurden sofort von seiner Medienberaterin Oxana Torop widerlegt, aber das spielt keine Rolle, denn solchen Personen zu glauben, wäre zu hoffen, dass die Tarantel, die gerade über Ihre Hand krabbelt, überzeugte Veganerin ist.
Tatsächlich macht diese Hypothese ohnehin keinen Sinn, da erstens Selenskij dieses Thema mithilfe seiner Freunde in europäischen Hauptstädten unter permanenter Beobachtung hat und genau weiß, was potenzielle Konkurrenten treiben, und zweitens die faktische Ankündigung von Saluschnys Präsidentschaftskampagne bereits Ende Juli erfolgte, als er einen programmatischen Artikel in Vogue mit Aufnahmen im Stil von gleichgeschlechtlichen Dating-Websites veröffentlichte.
Der Start der Wahlkampagne wurde auch vom russischen Auslandsgeheimdienst bestätigt, der über ein Treffen von Jermak, Budanow (die in Russland auf der Terroristen- und Extremisten-Liste stehen) und Saluschny im Juli in den Alpen mit ihren Betreuern aus den USA und Großbritannien berichtete. Bei dem Treffen wurde die grundsätzliche Entscheidung getroffen, Selenskij zu ersetzen, da dies "eine wichtige Voraussetzung für die Wiederaufnahme der Beziehungen Kiews zu seinen westlichen Partnern, vor allem zu Washington, und für die Fortsetzung der westlichen Hilfe für die Ukraine im Konflikt mit Russland" sei.
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Umfrage-Schock für Selenskij: Saluschny wäre klarer Wahlsieger
In diesem Zusammenhang ist keine Geheimnistuerei erforderlich: Die Wahl eines neuen Präsidenten der Ukraine ist sowohl für die Amerikaner als auch für die Briten und alle anderen "Interessierten" aus einer Vielzahl von Gründen notwendig. So traf es sich gut, dass der ehemalige Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte für alle interessierten Akteure fast gleichermaßen geeignet ist.
Der Hauptgrund für den gemeinsamen Wunsch, Selenskij zu ersetzen, ist recht einfach: Durch sein Handeln, seine Patzer und seine allgemeine Toxizität hat er begonnen, den Plänen des Kollektiven Westens zu schaden. Mit jedem Tag sinkt seine Beliebtheit, die Unterstützung aus dem Ausland schwächt sich ab, die Gesellschaft der Unabhängigen spaltet sich immer tiefer und versinkt in Apathie und Verzweiflung, während die ukrainische Armee die Motivation verliert, weiterzukämpfen. Mit anderen Worten: Selenskij beschleunigt die Niederlage der Ukraine, was unsere Gegner mit aller Kraft zu vermeiden versuchen. Die hektischen Aktivitäten, die mit dem schnellstmöglichen Abschluss eines Friedens mit Russland zu praktisch beliebigen Bedingungen verbunden sind, hängen genau damit zusammen.
Formal sind die Präsidentschaftswahlen in der Ukraine Teil der umfassenden Verhandlungen mit Russland, wo man der Aussicht, irgendwelche Vereinbarungen mit dem derzeitigen illegitimen Präsidenten der Ukraine zu unterzeichnen, mit großer Skepsis begegnet. Wenn die Wahlen unter Einhaltung aller rechtlichen Formalitäten durchgeführt werden, wird ein absolut rechtlich einwandfreier Saluschny in einem weißen Anzug von der Vogue auf die Bühne treten, dessen Unterschrift theoretisch allen recht sein dürfte.
Die Briten werden dafür sorgen, dass alles sauber abläuft: Vor kurzem wurde eine von vielen unbemerkt gebliebene Information veröffentlicht, dass die Wahlkommission Englands und diejenige der Ukraine ein Memorandum unterzeichnet haben, wonach "Großbritannien der Ukraine bei der Durchführung der Präsidentschaftswahlen" nach Abschluss des Friedens helfen wird. Übersetzt ins Deutsche: Es wurde bereits eine Lösung gefunden, wie man Saluschnys Sieg sicherstellen kann.
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Bauernopfer gefunden? Ukrainischer General Saluschny soll Anschlag auf Nord Stream koordiniert haben
Da die Ablösung von Selenskij nicht mehr nur Theorie und Gerücht ist, sondern nun in die Praxis umgesetzt wird, stellt sich die Frage: Was bedeutet das für Russland?
Die Aufgabe von Saluschny als Präsident besteht darin, den Status quo zu erhalten, das heißt die zutiefst russophobe DNA des derzeitigen Regimes in der Ukraine. Laut Umfragen vom Juli vertrauen ihm 73 Prozent der Befragten, während es bei Selenskij maximal 67 Prozent sein sollen (in Wirklichkeit sind die Zahlen noch geringer).
So wird die Wahl Saluschny nach dem Plan des Kollektiven Westens dazu beitragen, einen Krieg aller gegen alle zu vermeiden, der vor dem Hintergrund der faktischen Kapitulation der Ukraine vor Russland ausbrechen könnte, und eine Art revanchistisches Kernteam um ihn herum konsolidieren, das die Kontinuität der antirussischen Politik Kiews gewährleisten wird (wenn auch ohne aktive Kampfhandlungen). Alle Rufe der Merzens und Starmers nach einem sofortigen Waffenstillstand zielen genau darauf ab: Sie müssen um jeden Preis den Kern der ukrainischen Armee erhalten, auf dem mit der Zeit neues Fleisch aufgebaut werden kann.
Die Situation erinnert an einen Science-Fiction-Film, in dem die Hauptfiguren unbedingt alle Eier der Aliens zerstören müssen, sonst bleibt die tödliche Gefahr für die Menschheit für immer bestehen. Für unsere Gegner ist es entscheidend, dass die ukrainische Gesellschaft nicht nur keine Möglichkeit hat, über die Wiederherstellung gutnachbarschaftlicher Beziehungen zu Russland nachzudenken, sondern nicht einmal mit dem Nachbarn neutral koexistieren kann. Vorzugsweise für immer.
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Analyse
Amtszeit als Präsident abgelaufen: Was ist der Clown Selenskij noch wert?
Saluschny, an dessen Händen bis zu den Schultern Blut klebt, ist der ideale Garant dafür, dass es unter ihm zu keiner "Rückbesinnung" der ukrainischen Gesellschaft auf gute Beziehungen mit Russland kommen wird. Und dann, so Gott will, wird die "Koalition der Willigen" irgendwann militärisch stark genug sein, dass sie glaubt, den Kreuzzug gegen Russland auch ohne die USA wieder aufnehmen zu können.
Zweifellos berechnet die russische Führung alle denkbaren Entwicklungen in der Ukraine, und ihre enormen Anstrengungen zur Stärkung unserer Armee und der Rüstungsindustrie beweisen, dass auch die ungünstigsten Szenarien berücksichtigt werden. Auf jeden Fall muss man davon ausgehen, dass selbst die aufrichtigsten und freundlichsten amerikanischen Präsidenten kommen und gehen, während die strategischen Interessen des Westens gegenüber Russland bestehen bleiben – man muss sich nur die aktuelle Verteidigungsdoktrin der USA ansehen, in der Russland nach wie vor als einer der Hauptfeinde Amerikas gilt.
Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 21. August 2025 auf ria.ru erschienen.
Mehr zum Thema – Selenskij und Saluschny: Nicht das Finale, nur das Staffelende

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Info: https://freedert.online/international/253978-wir-werden-selenskij-bald-vermissen/
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

overton-magazin.de, 22. August 2025 Redakton 66 Kommentare
Krieg oder Frieden? Das ist die Frage der Stunde – und ihr gingen in einem gemeinsamen Gespräch Klaus von Dohnanyi und Erich Vad nach. Ihre Gedanken zur Dringlichkeit, alles Notwendige für den Frieden zu tun, liegen jetzt auch als Buch vor.
Roberto De Lapuente hat mit ihnen gesprochen.
De Lapuente: Herr Vad, Sie zitieren häufig Carl von Clausewitz – man spürt, dass Sie den preußischen Generalmajor schätzen. Es gibt jedoch auch Clausewitz-Kritiker, die dessen Betrachtungen als »Lob der Vernichtungsschlacht« einordnen – waren Clausewitz‘ Rezepte radikal? Und letztlich die Frage: Was glauben Sie, würde Clausewitz uns in der gegenwärtigen Situation wohl raten?
Vad: Der bedeutendste und zugleich politisch umstrittene Staats- und Völkerrechtler des 20. Jahrhunderts, Carl Schmitt, hat Clausewitz als »politischen Denker« bezeichnet. Obwohl der den Krieg kannte und bis in seine letzten Facetten untersuchte, trifft diese Beschreibung auf Clausewitz zweifellos zu. Vor allem hatte Clausewitz – und darauf hat Carl Schmitt sehr deutlich hingewiesen – bei seinen Analysen immer die schwierige geopolitische Lage seines Landes im Zentrum Europas vor Augen. Aufgrund seiner geographischen Lage war es in seiner Geschichte das Kriegsgebiet ausländischer Mächte und wurde dabei – wie im Dreißigjährigen Krieg – verwüstet und entvölkert. Es war später – durch falsche Politik oft selbst verschuldet – von tatsächlichen oder potenziellen Feinden umgeben. Und in seinen Kriegen – das hatte Clausewitz sehr gut erkannt – ging es immer um Sein oder Nicht-Sein der politischen Existenz, ganz anders als die bis zum heutigen Tage nachwirkenden historischen Erfahrungen von weltweit agierenden See- und Kolonialmächten wie den USA oder Großbritannien. Während des Kalten Krieges wäre Deutschland als Aufmarschgebiet und logistische Drehscheibe des Bündnisses, das potentielle Schlachtfeld in einem europäischen Krieg geworden – und das wäre auch heute noch so. Der sogenannte »Operationsplan Deutschland« versucht diese Funktion Deutschlands als Plattform für das Bündnis im Kriegsfall zu optimieren. Er vermag einen potentiellen Gegner jedoch nur bedingt abzuschrecken und schützt unser Land nicht wirklich. Aufgrund seiner nationalen Interessenlage braucht Deutschland auch im transatlantischen Bündnis eine Politik und Strategie, die durch militärische Stärke verbunden mit Interessenausgleich und Dialog Krieg auf europäischen Boden verhindert, die vor Krieg abschreckt und Krieg auf Distanz hält.

Das Buch zur aktuellen Situation: Erich Vad und Klaus von Dohnanyi sezieren die Außenpolitik!
De Lapuente: Darf man Clausewitz also noch als zeitgemäßen Ratgeber für heutige Debatten über Krieg und Frieden betrachten?
Vad: Clausewitz‘ Adepten suchten im 19. Jahrhundert entweder nach Rezepten für den schnellen, entscheidenden Sieg oder sie lobten im 20. Jahrhundert den Clausewitzschen Primat der Politik, der das in jedem Krieg – auch im Ukrainekrieg – vorhandene Eskalationspotential einhegen sollte. Nach Ende des Kalten Krieges schließlich hielt man Clausewitz und den Staatenkrieg für überholt. Wir sehen aber heute, dass das alles nicht den Kern traf, trifft und nicht der Fall ist. Spätestens seit Clausewitz bedeutendster Publikation »Vom Kriege« wissen wir: Kriege brechen nicht einfach aus. Sie haben ihre Vorgeschichte, ihre politischen Voraussetzungen. Kriege werden geplant, gemacht, vorbereitet. Da sind immer politische Interessen im Spiel, vor allem aber: Nicht nur, wenn man Kriege führt, auch, wenn man aus Kriegen herauskommen will, braucht man ein politisches Konzept. Dazu gehört unbedingt die Beantwortung der Frage: Was ist der gewünschte »end state« des Krieges? Wie soll der Zustand nach dem Krieg aussehen und was will man mit dem Krieg, mit Waffenlieferungen, mit der Kriegsführung insgesamt erreichen? Sind die politischen Ziele, die man mit einem Krieg erreichen will, überhaupt realistisch? All diese Fragen haben Verantwortliche in Deutschland in der Ukraine-Debatte nicht gestellt. Sie und große Teile der Politik, Medien und Gesellschaft haben nur die Frage aufgeworfen: wie viele Waffen wollen die Ukrainer? Undurchdachtes eben – das wars.
De Lapuente: In Ihrem gemeinsamen Buch mit Erich Vad erinnern Sie auch daran, dass Sie im Zweiten Weltkrieg noch ein halbes Jahr in einem Kampfbataillon des Reichsarbeitsdienstes waren. Herr von Dohnanyi, mangelt es uns heute gesellschaftlich an Menschen, die noch die eigene Lebenserfahrung des Krieges erlebt haben? Die also die Furcht kennen, das Grauen und die Zerstörung? Plakativer gefragt: Kann nur jemand Entspannungspolitik – wie Brandt – machen, der den Krieg am eigenen Leib kannte?
von Dohnanyi: Es wäre ja höchst gefährlich für diese Welt, wenn nur jemand, der Krieg am eigenen Leibe erfahren hat, heute Friedenspolitik mit Überzeugung machen könnte. Ich glaube, es gehört nicht viel Phantasie dazu, die jeden Abend auf unseren Fernsehschirmen erfahrbare Grausamkeit von Krieg sich auch für Deutschland vorstellen zu können. Kriege in der Welt und nun auch Kriege in Europa werden ja für uns alle sichtbar genug geführt, um sich den Schrecken vorstellen zu können. Ich empfinde die oft sehr kühle Art und Weise, wie die deutsche Politik die Ukraine und deren Führung zu perspektivloser Durchhaltepolitik ermutigt, als nahezu zynisch. Würden wir so handeln, wenn es um Bayern, Augsburg oder Frankfurt am Main ginge? Entspannungspolitik, also eine Politik, die Frieden als harte politische Arbeit erkennt, ist unsere Aufgabe.
De Lapuente: In Ihrem Gespräch fassen Sie beide die Geschichte viel früher an, als man das allgemein tut. Im Medienbetrieb gilt das Wort der »Vorgeschichte« als Frevel – damit wolle man den russischen Angriffskrieg rechtfertigen. Die, die die Vorgeschichte auf dem Schirm haben, gehen höchstens bis in die Phase des Falles des Eisernen Vorhanges zurück. Sie beide sprachen auch über das Russland, das Europa in den napoleonischen Kriegen zur Hilfe eilte. Das zeigte nochmal: Russland ist auch eine europäische Kraft. Herr von Dohnanyi, verlieren wir Europäer die Russen gerade an Asien?
von Dohnanyi: Wir haben Russland längst an Asien verloren. Es war aus meiner Sicht eine äußerst törichte Politik, die am Ende des Kalten Krieges und nach dem Fall der Mauer die Chance eines Neubeginns mit dem europäischen Russland mehr oder weniger willentlich zerstörte. Denn so geschah es, als Präsident George Herbert Walker Bush seinen Außenminister James Baker Anfang Februar 1990 im Stich ließ: Dieser hatte nämlich Gorbatschow versprochen, wenn das ganze Deutschland in die NATO könne, würde die NATO nicht weiter nach Osten ausgedehnt. Und Außenminister Baker hat das ja ausdrücklich schriftlich bestätigt. Aber Präsident Bush hat dieses Verhandlungsergebnis dann schlicht nicht respektiert.
De Lapuente: Das deutsch-russische Verhältnis ist sonderbar. Einerseits fühlen sich beide Seiten miteinander verbunden, was sicher auch in der Kunst und Kultur manifest wird. Andererseits betrachtet man hierzulande die Russen seit langem als gefährliches Volk, als hinterlistig und wenig vertrauensvoll. Wie erklären Sie sich das? Und gestatten Sie mir noch eine Frage: Sie haben Ihr Leben in der Bundeswehr verbracht – pflegte man im Kalten Krieg auch dieses russische Feindbild insofern, dass man es in der Truppe aufrechterhielt?
Vad: Die deutsch-russischen Beziehungen waren und sind sehr vielschichtig und sehr spannend. Denken Sie zurück an das Bündnis Preußens mit Russland in den Befreiungskriegen gegen Napoleon oder an das Bündnis des Deutschen Reiches mit dem bolschewistischen Russland zum Ende des Ersten Weltkrieges, an die intensive militärische Zusammenarbeit mit Russland während der Weimarer Republik, an den Hitler-Stalin-Pakt 1939, und, kurze Zeit später, 1941, an den deutschen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetuni on. Sebastian Haffner hat darüber das überaus lesenswerte Buch mit dem sprechenden Titel »Der Teufelspakt« geschrieben. Während des Kalten Krieges, den ich – seit 1975 in der Bundeswehr als Soldat – erlebte, galt Russland nicht als unser Feind, sondern als der potentielle Gegner. Die Bundeswehr hatte damals kein Feindbild. Sie braucht es bis heute nicht. Das schließt ein, dass wir Soldaten der Bundeswehr mit der Waffe unser Land verteidigt hätten und verteidigen werden. Ich habe es in meiner aktiven Zeit im Kalten Krieg allerdings nie erlebt, dass Russen so abwertend und entmenschlicht in vielen Medien herabgesetzt wurden und werden wie während des seit über drei Jahren laufenden Ukrainekrieges. Während des Kalten Krieges folgte die NATO der sogenannten Harmel-Doktrin, das heißt, sie setzte auf militärische Stärke immer im Verbund mit Dialog, Interessenausgleich und vertrauensbildenden Maßnahmen mit der damaligen Sowjetunion. Das wäre ein gutes Rezept auch für heute und den Umgang mit Russland.
De Lapuente: Es gibt mal wieder Bemühungen, den Frieden herzustellen. Das ist sicher löblich. Aber ist für uns Deutschen nicht die pure Abwesenheit kriegerischer Handlungen bestenfalls ein erster Schritt. Anders gefragt: Was nützt ein Frieden, wenn wir dann dennoch nicht mit den Russen sprechen, mit ihnen in Handel treten und ja, sagen wir es doch so offen, nicht auch deren billiges Energieangebot in Anspruch nehmen wollen?
Vad: Über Frieden in Europa wird nach wie vor in Washington und Moskau entschieden, nicht in Berlin, London oder Paris. Das ist beschämend, 80 Jahre nach Jalta. Dieses Europa war noch nie politisch, wirtschaftlich und militärisch so abhängig von den USA wie heute. Darüber sollte sich niemand Illusionen machen. Jetzt werden – wie in Anchorage – die Claims zwischen Amerikanern und Russen abgesteckt. Europa bleibt nichts anderes übrig, als mit den Ergebnissen zu leben. Im Kern haben die USA für die Zukunft zwei strategische Optionen: Sie können erstens den Ukrainekrieg in Europa, 6.000 Kilometer weit weg von den USA, weiter alimentieren und damit einem scheinbaren Wunsch der Europäer entgegenkommen, weil die Europäer dies bezahlen – und dabei gleichzeitig den amerikanischen Anteil am Rohstoffaufkommen mit der Ukraine steigern. Selbst eine nicht auszuschließende Eskalation des Ukrainekrieges bis hin zu einem Europäischen Krieg mit Russland böte den USA deutliche politische und wirtschaftliche Vorteile. Zweitens könnten die USA versuchen, den Ukrainekrieg zu beenden und zu normalen Beziehungen mit Russland zurückzukehren. Das böte den USA den strategischen Vorteil, das enge Bündnis Russlands mit China, in das der Westen die Russen quasi hineingedrängt hat, aufzubrechen; es brächte auch wirtschaftliche Vorteile für beide Seiten und natürlich auch für Europa. Europa täte gut daran, diesen Prozess, also die zweite strategische Option der USA, zu fördern anstatt – wie noch aktuell –einen sinnlosen Krieg, in dem es längst keine für die Ukraine zufriedenstellende Lösung geben kann, fortzuführen und unrealistische, nicht durchsetzungsfähige Forderungen mit hohem Eskalationspotential zu erheben.
De Lapuente: Herr von Dohnanyi, über Ihre Partei sagten Sie in Ihrem Gespräch mit Herrn Vad nicht allzu viel. Sie erwähnten das Manifest einiger SPD-Mitglieder, das sich für Verhandlungen aussprach – und das nicht gut ankam, im Gegenteil. Außerdem monieren Sie, dass die SPD ihre traditionelle Position der Friedenspolitik aufgegeben habe. Sehen Sie denn für Ihre Partei noch Land? Glauben Sie, dass die Sozialdemokratie noch der Platz sein wird, wo Menschen eintreten werden, die eine friedenspolitische Perspektive pflegen?
von Dohnanyi: Ihre Frage beantworte ich mit einer gewissen Trauer. Denn wer die Geschichte der Sozialdemokratie kennt, der darf die Sozialdemokratie nicht auf die Innen- und Sozialpolitik reduzieren. Immer, und von Anbeginn, war internationale Solidarität und Frieden ein wesentlicher Bestandteil aller sozialdemokratischen Programmatik. Insofern war die Entspannungspolitik von Willy Brandt und Egon Bahr tief verwurzelt in der Geschichte der Sozialdemokratie. Und wer das vergisst, der wird nie in der Lage sein, die SPD wieder zu einer wirklich führenden demokratischen Bewegung in Deutschland zurückzuführen.
Klaus von Dohnanyi geboren 1928, gehört seit 1957 der SPD an. Der in Deutschland und in den USA ausgebildete Jurist arbeitete viele Jahre in der Wirtschaft, hatte zahlreiche politische Ämter inne, u.a. als Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft, als Bundeswissenschaftsminister, Staatsminister im Auswärtigen Amt und Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg. Bis heute nimmt er zahlreiche ehrenamtliche Aufgaben wahr und greift mit seinen differenzierten Ansichten und Meinungen immer wieder in die intellektuellen Debatten Deutschlands ein. Er ist Autor zahlreicher Bücher.
Dr. Erich Vad ist Brigadegeneral a.D. der Bundeswehr. Von 2006 bis 2013 war er Gruppenleiter im Bundeskanzleramt, Sekretär des Bundessicherheitsrates und militärpolitischer Berater der damaligen Bundeskanzlerin, Dr. Angela Merkel. Im Westend Verlag erschien zuletzt sein Bestseller „Ernstfall für Deutschland. Ein Handbuch gegen den Krieg“.
Redaktion
Die Redaktion unseres Magazins: Florian Rötzer und Roberto De Lapuente.
Schlagwörter: Erich Vad, Frieden, Gespräch, Klaus von Dohnanyi, Krieg
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1975 gab es aber auch keinen imperialistischen Diktator mit einem verhetzten Volk vor unserer Haustür, die ihre kriegerischen Ambitionen gen Westen gerichtet haben, lieber Herr Sekretär.
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Offensichtlich ist es wirklich so, daß sich die Mehrheit der Menschen heute das Grauen eines Krieges nicht mehr vorstellen kann resp. auch vorstellen will. Sonst würde doch die Losung der Nachkriegszeit „Nie wieder Krieg“ nicht so leichtfertig ihres Sinnes entleert und populistisch in einem veränderten Zusammenhang als „Nie wieder ist jetzt“ gebraucht werden.
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Die SPD ist eine Partei des Verrats an der Arbeiterklasse, das war 1914, 1933 und ist auch jetzt wieder so.
Die wird sich auch nicht mehr ändern, daher wären 2% der Wählerstimmen noch zuviel.
Wir müssen nur noch etwas warten bis sie sich selbst komplett ruiniert hat und die AFD an die Macht bringt.
Die große Frage wäre ob das gewollt ist.
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Auch hier gibt es das komische Framing, dass die europäische Politik gegenüber der Ukraine durch die USA bestimmt wäre.
Jedesmal, wenn sich alle europäischen Staatschefs über Trumpf öffentlich auslassen, wenn der von Frieden mit der Ukraine redet, kann man zwar das offensichtliche Gegenteil wahrnehmen, aber wer bin ich so einer Legende zu widerprechen. Der Mann hat Anspruch auf ein Paralleluniversum, also lassen wir es ihm.
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Wenn sich Russland Asien/China zuwendet, wendet es sich der Zukunft zu!
Wie in den Interviews ausreichend dargestellt, hat der Westen Russland nach Ende des Kalten Krieges über den Tisch gezogen. Die Minsker-Abkommen dienten den ukrainischen Kriegsvorbereitungen gegen den Donbass. Warum sollte Russland den Europäern noch Vertrauen entgegenbringen? Da Trump eine Frontbegradigung will – um Ressourcen gegen China frei zu bekommen – ist mit ihn ein Deal auf Augenhöhe möglich und dabei stören die Europäer.
Das wirklich gute an diesen Entwicklungen ist die Hinwendung Russlands nach China, was eine im Westen wenig beachtete Sensation ist. Beide Länder ergänzen sich in ihren Interessen. Russland stillt den chinesischen Energiehunger und China bietet im Gegenzug Infrastruktur durch die neue Seidenstraße. Diese sollte bekanntlich auch mal die Ukraine einbinden, was der Krieg verhindern hat. Auch eine vertane Chance.
Durch die Trumpsche Zollpolitik nähern sich jetzt auch China und Indien an. Zu Indien hat Russland aus Sowjetzeiten gute Beziehungen, Teile der indischen Oberschicht haben in der UdSSR studiert. Das alles paßt gut zusammen.
Gut paßt auch die russisch-chinesische militärische Kooperation zusammen. China verfügt über moderne Waffen, aber hat keine Kriegserfahrung. Der letzte chinesische Krieg, 1979 gegen Vietnam, ging blamabel für die Volksrepublik aus. Russland dahingegen ist ein kriegserfahrene Land, auf Augenhöhe mit den USA. China kann hier also viel von Russland lernen.
Und was bietet Europa den Chinesen außer diplomatischen Schmähungen? Irgentwie will doch gerade Deutschland den Handel mit China einschränken, die Belt and Road sabotieren. Auch das ist dumm, denn ein gutes Verhältnis zu China wäre für Europa ein Gegengewicht zur USA und könnte einen Keil zwischen das chinesisch-russische Verhältnis treiben.
Diese Tatsachen sind Binsenweisheiten, die Europa ignoriert. Selber schuld!
Ach ja, die SPD erregt als 15% Partei mein Mitleid. Aber die Abspaltung Linkspartei ist auch nicht besser.
Ich sehe also schwarz für Deutschland/Europa, werde aber meine letzten Jahre hoffentlich noch ohne größeren Krieg und Krise über die Runden bringen. Für die Kinder freilich sieht die Zukunft schlecht aus.
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Die Option dass die USA die Beziehung Russland-China „aufbrechen“ könnte besteht nicht und ist typisch westliches ideologisiertes Wunschdenken! Erstens weil man in Russland und China von der Geschichte lernt und Politik immer auch von ausgeprägtem Geschichtsbewusstsein bestimmt ist – im Gegensatz zum sog. Westen und besonders in den USA! Zweitens weil dem BRICS+ als politisch strategische Assoziation entgegensteht! Drittens weil die USA nicht Teil Europas ist, Westeuropa hingegen Teil Eurasiens ist, und schon jetzt – potentiell und latent -historisch, politisch, ökonomisch, etc., etc. stärker von China, Russland, Indien, etc. abhängig ist als von den USA!
Die endgültige Okkupation der SPD durch den Seeheimer Kreis und die Berliner Runde hatte ihren Höhepunkt zwischen 2005 und 2011 als es zum Bruch mit der SI (Sozialistische Internationale) gekommen ist und die deutsche SPD die Organisation gespalten hat.
Die SPD von heute ist schon lange nicht mehr die SPD von Willy Brandt oder Helmut Schmidt.
Dieser pseudolinke Haufen ist ein Sammelsurium schlimmster neoliberaler Headliner und politisch mehr im rechten Spektrum zu verorten als sonstwo.
Da sollte man sich auch nicht wundern, dass man SPD wählt und AfD bekommt
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Dem Vad trau ich nicht. Als ich 1973 beim Bund war, galt völlig eindeutig der Russe als der Feind,
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Herrn von Dohnyani ist zu widersprechen. Nicht der Westen hat Russland an Asien verloren, Russland hat den Westen schon längst an die Levante und den Mehghreb verloren. Die Russen waren selbst während des Kalten Krieges immer US-affin, im postiven wie negativen Sinn. Selbst die Sowjets wendeten sich ab dem Chruschtschow-Regime wieder verstärkt dem zu was – begrifflich völlig unzureichend – als westliche Werte bezeichnet werden.
Heute ist die Situation so: Russland hält an etwas fest, wovon sich Westeuropa längst verabschiedet hat. Die Russen sind „altmodisch“, für sie stellt das Tanzen in einem Dom mit Tiefkühlhühnern, die in Windeln gewickelt sind, keine Kunst dar. Die Russen wollen nicht so leben wie die Menschen in East London, den franz. Banlieues, Duisburg Marxlohe oder Berlin Friedrichshain-Kreuzberg.
Mit der Preisgabe der Achtung und Bewahrung von selbstgeschaffenen Werte in Wissenschaft und Kunst, begab sich ein Großteil Europas und seine gesamte selbsternannte Elite auf den Weg in die Barberei.
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Gut, dass es solche Gespräche auf Overton gibt, wo man sonst z.B. auf der Tagesschau vor allem von der „3. Weltkrieg-Gang“ hört.
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„Spätestens seit Clausewitz bedeutendster Publikation »Vom Kriege« wissen wir: Kriege brechen nicht einfach aus. Sie haben ihre Vorgeschichte, ihre politischen Voraussetzungen. Kriege werden geplant, gemacht, vorbereitet.“
So isses. Ich verlinke nochmal die hervorragende Analyse von Sabiene Jahn
auf Globalbridge.ch..aber ich weiss auch, dass viele davon nichts wissen wollen, sich verweigern nachzudenken und das Gelesene zu verarbeiten, auch hier im Forum.
https://globalbridge.ch/die-verbotene-vorgeschichte/
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„Die Mongolen reiten auf den Mars …“ – ein Songtext von mir anno 1981 ????
Heute bzw. 2029 reitet dann der „irre Iwan“ in Berlin ein? Für wie dumm hält man die Bundesbürger eigentlich? Alle Daten und Fakten sprechen dagegen, wie bspw. der Vergleich der Bevölkerungsgröße, der Armeestärken, der Verteidigungsetats etc. Demnächst erzählt man uns noch, daß hinter dem „Russen“ ja noch 1,4 Milliarden Chinesen nur darauf lauern, über die „neue Seidenstrasse“ (eine ‚Rollbahn‘ direkt in’s Herz von Europa) 20-30 Millionen Soldaten via dieser Piste nach Duisburg zu schicken ???? Und wovon träumen unsere Politiker und Medien nachts???
Nun, Diplomatie scheint mal wieder aus der Mode gekommen, denn ich sehe keinen Bahr, Brandt oder Genscher, die das mal ‚fixen‘ könnten ;-(
Meine Lady und ich haben leider genug mit Alterskrankheiten zu tun, denn sonst würden wir weiter auch auf die Strasse gehen. DEN Stab reichen wir nun an ‚die Jüngeren‘ weiter und hoffen, Ihr demonstriert für uns mit ????
Frank
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EX-Merkel-Berater VAD, Ex-Merkel-FAN Dohnanyi, aaaah jah!
Anderes Thema: könnte mir ein KI-Experte vielleicht aus dem Eingangsbild „Nie wieder Krieg“ wenigstens mal eines erstellen, das der Wirklichkeit entspricht? Ganz einfach – frei nach Orwell – „Nie wieder Frieden“?
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„Wir haben Russland längst an Asien verloren“
Wenn wundert das bei solchen Meldungen?
https://www.nachdenkseiten.de/?p=137807
Schaut mal was die Chinesen so Planen! Ich würde mich selber China zuwenden wenn ich noch alle Tassen im Schrank habe.
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Vor über ein hundert Jahren war ein Prozess im Gange, vom blauen Blut in die Demokratie, auch dieser Umbau war ein Geschäft mit denjenigen die Geld und Macht hatten. Damals wie heute haben die Finanzmächtigen an und von der Krise profitiert. Leider hatte der Demos damals bis heute nur dafür bezahlt, für die ungerechte Umverteilung.
Das Problem der „Politik“ ist, daß der Demos jede Lüge als Wahrheit wahrnimmt, der Demos ermöglicht der Politik ihre Taten.
Heute allerdings sind Taten etwas anders gelagert als damals, da der Demos viel zu dumm erzogen wurde, nimmt die heutige Politik (Kratie) keine Rücksicht auf ihr zu schützendes Personal (Demos), denn diese Welt wird neuaufstehen (ca7mrd Menschen) ,die aus der alten Umklammerung zum Leben geführt werden.
Ja da gibt es viele die jammern, aber der Großteil wird das in der nahen Zukunft genießen.
Die alte Politik hat ausgedient, die neue wird wie die alte sein, nur auf viele Staaten verteilt. Die institutionnalisierte Korruption wird letztendlich zu jedem Staat ein Problem, da diverse Regierungen nicht mehr ihrem Volk sagen kann, das man nichts daran ändern kann. Das geschieht vermehrt in vielen Staaten, die ihre korrupten Einheiten nach und nach eliminieren, leider wird das nicht erwähnt in den Massenmedien, oder auch gewollt…
Bitte, bitte wann kommt endlich Putin und erlöst uns von diesem US hörigen Politikerpack und all den Trittbrettfahrern die sich Regierung nennen.
Ich weiß, der Russe wird einen Teufel tun um uns zu retten. Aber man wird doch noch ein wenig Träumen dürfen. ???? (So irreal das auch ist)
Dohnyani und Vad sind sehr gesittete Herren die sich zurückhaltend ausdrücken, dabei wissen sie sehr wohl, wie systematisch dieser Krieg von langer Hand vorbereitet wurde und welche Interessen hier maßgeblich eine Rolle gespielt haben. Der 30 jährige Krieg ist ein gutes Beispiel um sich die geopolitische Lage Deutschlands vor Augen zu führen. Die jüngere Geschichte gibt dann schon eher darüber Auskunft wie Deutschland bei seiner letzten Katastrophe durch fremd Interessen instrumentalisiert wurde.
https://www.nachdenkseiten.de/?p=132027
Auch der aktuelle Krieg gegen Russland wird nicht für Deutsche oder Westeuropäische Interessen geführt. Und wenn wir den nicht stoppen wird es wohl danach gar kein Deutschland mehr geben.
von Dohnanyi: „Zweitens könnten die USA versuchen, den Ukrainekrieg zu beenden und zu normalen Beziehungen mit Russland zurückzukehren. Das böte den USA den strategischen Vorteil, das enge Bündnis Russlands mit China, in das der Westen die Russen quasi hineingedrängt hat, aufzubrechen; es brächte auch wirtschaftliche Vorteile für beide Seiten und natürlich auch für Europa. Europa täte gut daran, diesen Prozess, also die zweite strategische Option der USA, zu fördern…“
Diese Option, Russen und Chinesen trennen zu wollen, gibt es nicht mehr. Woher sollte die russische Führung Vertrauen in ein Land schöpfen, das je nach Lust und Laune Kriege beginnt – z.B. Iran – und Länder zum eigenen Vorteil gegen einander ausspielt? Und das Ganze machen die Amerikaner ja nicht heimlich, sondern mit Vorankündigung. Da gibt es im Internet den Plan der Rand Corporation: Overextending and Unbalancing Russia, und das Jahr 2025 wurde von einem amerikanischen Offizier vor langer Zeit als das Jahr bezeichnet, in dem sich das „window of opportunity“ für einen erfolgreichen Krieg gegen China schlösse.
Beide Länder erhöhen ihre Chancen, wenn sie sich nicht mit den Amerikanern verbünden, denn wie Bündnispartner der USA von selbigen behandelt werden, sehen sie aktuell bei dem, was mit Europa passiert.
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Interessant dürfte werden, wie sich das mit den Parteien weiterentwickelt..
Das aktuelle System steht kaum noch für den Willen der Bevölkerung ..
Nun sind Verbote an der Reihe von Parteien, dürfte nicht mehr so lange dauern eh man erkennt, das Parteien im IT Zeitalter für eine Veralterte Gesellschaftliche Struktur stehen..
Es sind heute zu 99% Prutstätten von nackten Oportunismus …
Dohnanyi, Sozialdemokrat mit Vergan-genheit, sitzt im Vorstand des VIENNA INTERNATIONAL INSTITUT FOR PEACE dessen aktuelle Direktorin Fenkart die us Außenministerin Madeleine [500.000 tote irakische Kinder waren es wert, den Irak zu sanktionieren] Albright als Vor-bild für feministische Außenpolitik be -zeichnet [ORF, 22.8.’25] Dohnanyi sollte sich darum kümmern, was in ’seinem‘ Institut verbrochen wird.
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Info: https://overton-magazin.de/dialog/wir-haben-russland-laengst-an-asien-verloren/
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
aus e-mail von Doris Pumphrey, 23. August 2025,
http://www.russlandkontrovers.com/das-ende-des-krieges-durch-seine-fortsetzung
19.8.2025
*Das Ende des Krieges durch seine Fortsetzung?
*/Kommentar von Dr. Gerhard Mersmann
im Video/https://youtu.be/rgOF7H-mv-8
/Transkript:
/Es wird wieder einmal viel Spekulatius gegessen im politischen Gewerbe
hierzulande, um einmal eine neue Metapher für das kohärent Spekulative,
welches das Gewerbe durchzieht, einzuführen. Was haben wir nach dem
Treffen von der europäischen Delegation im Anhang Selenskyj mit dem
amerikanischen Präsidenten nicht alles gehört? Da wurden
Belanglosigkeiten erzählt. Da ging es um die von Trump gelobte
Sommerbräune des deutschen Bundeskanzlers oder die Sitzpositionen der
engsten Trump-Berater. Und im Fernsehen zitierte der wohl gewichtigste
US-Korrespondent des ZDF die Washington Post als seine geheime Quelle.
Da mag so mancher Zeitgenosse, der auch nur rudimentär das Weltgeschehen
aus verschiedenen Quellen nach zu verfolgen sucht, der Frage erlegen
sein, ob er schon wieder gegen seinen ausdrücklichen Willen in einem
Komödienstadl gelandet ist.
Doch zur Sache. Problematisch wird es, wenn man seinem eigenen Narrativ
so verpflichtet ist, dass man das, was vor sich geht, nicht begreift.
Man hätte nur in Moskau noch einmal nachfragen müssen. Da braucht man
nicht einmal versteckte Informanten. Russland geht es um strategische
Tiefe. Nach verschiedenen historischen Invasionen mit für das Land
verheerenden Folgen will man potenzielle Gegner nicht schwer bewaffnet
an der Grenze stehen haben. Das ist rational wie nachvollziehbar. Und
dass der Versuch, dem Bären auf den Pelz zu rücken mindestens mit einer
blutigen Nase, wenn nicht gar mit dem eigenen Untergang endet, steht
nicht nur in den Geschichtsbüchern, sondern wird durch die
Tagesnachrichten von Neuem belegt.
Wenn sich nun, allen voran der deutsche Bundeskanzler, an den
amerikanischen Präsidenten wendet, und darlegt, man müsse die Ukraine
robust, d.h. mit allen möglichen militärischen Mitteln schützen, dann
hat er die Ursache des Krieges nicht verstanden. Wer glaubt, Russland
ließe sich eine direkt mit NATO-Truppen militarisierte Ukraine als
Ergebnis eines Krieges, den es gewonnen hat, schmackhaft machen, ist
bereits dem durch zu viel Spekulatius-Konsum verursachten Zuckerschock
erlegen. Eine noch stärkere Form der Aufhebung strategischer Tiefe als
Resultat nach der eigenen Intervention ließe nur den Schluss zu, dass
man in Moskau den Verstand verloren hat.
Hört man sich z.B. den us-amerikanischen Außenminister Rubio genau an,
dann bekommt man das unweigerliche Gefühl des Neides. Denn da spricht
jemand, der etwas von Strategie wie von Diplomatie versteht. Er versucht
sich in die Interessenlage der Konfliktparteien hineinzuversetzen und
sucht nach Schnittmengen, die einerseits den beiderseitigen Interessen
nahe kommen und andererseits die realen Kräfteverhältnisse
berücksichtigen. Das ist bei den Protagonisten, die den Titel nicht
verdienen, mit denen wir allerdings im besten Deutschland aller Zeiten
täglich konfrontiert werden, in keiner Weise vorhanden. Sie gehen davon
aus, dass in Moskau per se das Böse zuhause ist und dort niemand bis
drei zählen kann. Außer einer unbeschreiblichen Menge an krimineller
Energie ist in den Augen der deutschen Hinterbänkler, die im allgemeinen
Drama vorne auf die Bühne gespült wurden, nichts in Russland zu finden.
Dass mit einem derartigen Konsortium kein Frieden erreicht werden kann,
wird man in Washington zur Kenntnis genommen haben. Das war die Routine,
die Trump noch brauchte, um den russischen Standpunkt zu verstehen. Das
ist in Washington und in Moskau angekommen. Nur in der europäischen
Delegation ist man allen Ernstes der Meinung, durch die Fortsetzung des
Krieges könne man ihn beenden. Das ist schon tragisch.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
freedert.online, vom 22 Aug. 2025 18:31 Uhr, Von Gert Ewen Ungar
Die EU-Kommission hat mit den USA eine Rahmenvereinbarung für die künftigen Handelsbeziehungen abgeschlossen. Die USA konnten sich in allen Punkten durchsetzen. Die Verabredung ist folgenreicher, als es das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP war. Die EU wird zur US-Kolonie.
Quelle: www.globallookpress.com © Daniel Torok
Der jetzt vorgelegte Rahmenvertrag zu den Handelsbeziehungen zwischen den USA und der EU gibt den Befürchtungen der Kritiker recht. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat die EU zu einer US-Kolonie gemacht.
Wer nach dem Treffen von Ursula von der Leyen mit US-Präsident Donald Trump in Schottland angesichts der von der EU-Kommissionspräsidentin gemachten Zugeständnisse dachte, so schlimm wird es schon nicht kommen, hat seit dem vergangenen Donnerstag die Gewissheit: Es kommt noch viel schlimmer.
Die Rahmenvereinbarung zwischen der EU und den USA lässt keine andere Deutung zu als diejenige, dass die USA all ihre Forderungen und noch ein bisschen mehr durchsetzen konnten. Die Interessen der EU finden sich in keinem einzigen der insgesamt 19 Punkte wieder. Für die EU-Bürger hat dies verheerende Konsequenzen.
Viele werden sich sicherlich noch an das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP erinnern. Hunderttausende sind damals in Deutschland auf die Straße gegangen, um es zu verhindern. Gründe dafür gab es unzählige. Verhindert hat es schließlich Donald Trump. In seiner ersten Amtszeit legte er das Abkommen auf Eis.
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Gemeinsame Erklärung: USA und EU einigen sich auf Details zum Handelsdeal
Nun setzt er zentrale Inhalte des Abkommens um, allerdings zu anderen Bedingungen. Was die Demonstranten damals verhindern wollten, kommt nun doch auf die Deutschen und die EU-Bürger zu. Das fängt beim Chlorhühnchen an und hört bei der Absenkung der Umweltstandards auf.
Die Hygieneregeln für den Import von Fleischprodukten sollen laut Vereinbarung abgesenkt werden. Die EU stimmte zu, dass künftig keine Gesundheitszertifikate für den Import von Fleisch aus den USA mehr erforderlich sind. Der europäische Markt gewährt den Lebensmittelproduzenten der USA zudem exklusiven Zugang. Man kann sich demnächst über einen saftigen Bison-Braten am Sonntag freuen.
Was den aktuellen Handelsdeal vom damaligen Freihandelsabkommen TTIP allerdings fundamental unterscheidet, ist, dass die EU im Gegenzug für die vollständige Öffnung ihres Marktes gegenüber den USA schlicht und ergreifend nichts bekommt. Gar nichts! Im Gegenteil verpflichtet sich die EU dazu, sich in systemrelevanten Bereichen von den USA abhängig zu machen.
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Medien: Von der Leyen schloss schlechten Deal mit Trump, um US-Truppen in der EU zu halten
Bis 2028 wird die EU in den USA Energie im Wert von 750 Milliarden Euro einkaufen. Öl, Gas, Kernbrennstoff – nahezu alles, was in der EU verfeuert wird, kommt künftig aus den USA. Ob es dort auch seinen Ursprung hat, ist hingegen fraglich. Gerade bei Kernbrennstoff sind die USA auf Importe angewiesen. Sie beziehen das zur Herstellung notwendige Uran zum großen Teil aus Russland.
Zudem verspricht die EU, dafür zu sorgen, dass europäische Unternehmen in den USA ebenfalls bis 2028 600 Milliarden Dollar investieren werden. Da sich jeder Dollar nur einmal investieren lässt, werden diese 600 Milliarden Dollar in der EU dann eben nicht investiert.
Darüber hinaus wird die EU in den USA KI-Technologie für 40 Milliarden Dollar einkaufen. Irgendeine Form von Offenheit und technologischer Unabhängigkeit der EU ist damit wohl passé. Die Digitalsteuer für US-Konzerne ist auch vom Tisch. Obendrein verspricht die EU, ihre Aufrüstungspläne durch Waffenkäufe vor allem in den USA zu verwirklichen.
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Analyse
Europas Demütigung auf einem schottischen Golfplatz
Zudem zahlt die EU für die Einfuhr ihrer Waren in die USA einen Zoll von mindestens 15 Prozent. Das gilt auch für pharmazeutische Produkte und Flugzeugteile. Die EU hatte hier vergeblich auf Ausnahmen gehofft. Der allgemeine Einfuhrzoll für Waren aus den USA liegt dagegen bei satten null Prozent.
Das, was die EU ausgehandelt hat, ist kein Deal, sondern Zeugnis der vollständigen Selbstaufgabe. Die EU hat sich selbst zur US-Kolonie gemacht, indem sie all ihre wirtschaftlichen Interessen denen der USA unterordnet. Wie zur Verhöhnung ihrer neuen europäischen Kolonie nennen die USA ihren Zoll auch noch "Most Favored Nation tariff rate".
Die Kolonialisierung der EU durch die USA ist für die EU-Bürger eine schlechte Nachricht, denn er bedeutet ein Absenken der Standards und einen weiteren Wohlstandsverlust. Für die Entscheidung der EU-Kommission, sich vollständig den USA unterzuordnen und in systemrelevanten Bereichen vollständig abhängig zu machen, gibt es eine ganze Reihe schlechte Gründe. Für all diese Gründe trägt die EU-Kommission die alleinige Verantwortung.
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Nach Trumps Zolldrohungen: Indien und Russland vereinbaren Vertiefung ihrer Handelsbeziehungen
Bis zum Jahr 2022 war die EU in ihrem Bezug von Energie diversifiziert. Ein relevanter Teil, aber eben bei weitem nicht alles kam aus Russland. Dieser Anteil fällt weg und muss ersetzt werden. Das heißt, indem man die Abhängigkeit von Russland senkt, erhöht sich automatisch die Abhängigkeit von anderen Lieferanten. Die USA springen ein.
Mit der Absicht, jährlich für 250 Milliarden Euro Energie in den USA kaufen zu wollen, begibt sich die EU in eine Abhängigkeit in einem Ausmaß, wie es gegenüber Russland nie bestand. Was Russland zudem von den USA unterscheidet, ist, dass die USA diese Abhängigkeit zweifellos politisch instrumentalisieren werden. Russland hat dies entgegen den Behauptungen von Politik und Medien nachweislich nie getan.
Obwohl China mit Aufflammen des Zollstreits der EU Signale zur Kooperation gesendet hat, behielt die EU-Kommission gegenüber den Konfrontationskurs gegenüber China bei. Man fühlte sich in der Position, China Vorgaben machen zu können. Der EU-China-Gipfel im Juli wurde von der EU dazu genutzt, China zu maßregeln und Vorhaltungen zu machen.
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Angesichts Trumps Maßnahmen gegen Indien: China erhöht russische Ölkäufe
Selbst mit Indien hat es sich die EU inzwischen verscherzt. Mit dem 18. Sanktionspaket hat die EU auch Sanktionen gegen den indischen Energiesektor verhängt. Indien bezieht weiterhin Öl aus Russland und kooperiert mit russischen Energie-Unternehmen. Dagegen geht die EU vor. Indien hat scharf protestiert. Die Beziehungen haben sich deutlich abgekühlt.
Die Chance, sich handelspolitisch etwas breiter aufzustellen, wurde durch moralische Hybris und grandiose Selbstüberschätzung der EU-Kommission vertan. Die Brüsseler Kommissare machten auf dem Gipfel im Juli gegenüber China erneut keinen Hehl daraus, dass sie sich als die besseren Menschen verstehen. In China hält man die Westeuropäer nicht ohne Grund für Rassisten. Man macht auf höchster politischer Ebene entsprechende Erfahrungen.
Generell ist durch den Aufstieg Chinas und der BRICS die EU aus genau diesem Grund ihres Moralisierens und ihrer neokolonialen Arroganz ins Hintertreffen geraten. Die EU bindet Handelspartnerschaften an die Möglichkeit, sich in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einmischen zu dürfen – im Namen der Menschenrechte, der Diversität und für die Umwelt, versteht sich. Sie nutzt es aber, um die Innenpolitik bei den Partnerländern zu steuern und im Zweifelsfall auch Regierungen zu stürzen. Das ist wenig attraktiv, zumal es eben inzwischen auch Alternativen zur EU und zum kollektiven Westen gibt.
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Analyse
USA können von russischem Uran einfach nicht genug kriegen
Mit dem Investitionsversprechen schadet die EU-Kommission dem eigenen Standort. Sie verspricht, dass europäische Unternehmen in den kommenden drei Jahren mindestens 600 Milliarden Dollar nicht in der EU, sondern in den USA investieren werden. Diese werden dort zum Aufbau von Produktionskapazitäten, zu Forschung und Entwicklung, zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen und in der EU eben nicht. Die EU beschleunigt damit ihren eigenen Niedergang.
Die Verabredung hat den Geschmack von Hochverrat. Die EU-Kommission führt ihren Wirtschaftsraum in die totale Abhängigkeit von den USA, weil sie sich aus moralischen – nicht aus wirtschaftlichen – Gründen weigert, mit Russland Geschäfte zu machen und Handelsbeziehungen mit China und anderen Ländern aufzubauen, die auf dem Prinzip der Gleichwertigkeit der Partner basieren.
Weil man sich selbst aber weiterhin für Kolonialherren hält, wird man nun selbst zur Kolonie. Um die EU ist es nicht schade. Für die Bürger der EU tut es mir endlos leid.
Mehr zum Thema – Tauwetter in Asien: Modi und Xi suchen vorsichtige Annäherung, Russland als Vermittler

Video https://rumble.com/v6wsq3w-von-der-leyen-noch-zu-viel-russisches-gas-in-der-eu-lng-aus-den-usa-ist-gns.html Dauer 2:40 Min.
RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.
Info: https://freedert.online/meinung/254052-handelsdeal-mit-usa-wie-ttip/
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freedert.online, 23 Aug. 2025 14:48 Uhr
In der Weltpolitik ist Europa zu einem marginalen Zuschauer geworden, kritisiert der frühere italienische Regierungschef Mario Draghi. Die Wiederwahl von Donald Trump zum US-Präsidenten sei der Punkt gewesen, an dem es kein Zurück mehr gegeben habe.
Quelle: Gettyimages.ru © Sean Gallup
Archivbild: Der frühere italienische Regierungschef Mario Draghi
Bei einem Treffen in Rimini erklärte der ehemalige Ministerpräsident Italiens Mario Draghi, dass die Europäische Union zu einem unbedeutenden Akteur der globalen Politik geworden sei. Europa sehe nur tatenlos zu, kritisierte der Ex-Regierungschef. Darüber berichtet die Zeitung Corriere della Sera. Das "Treffen von Rimini" findet seit 1980 alljährlich im August statt und wird von einer Stiftung im Umfeld der katholischen Gemeinschaft "Comunione e liberazione" veranstaltet.
"Jahrelang glaubte die Europäische Union, dass die wirtschaftliche Dimension mit 450 Millionen Verbrauchern geopolitische Macht und Einfluss in den internationalen Handelsbeziehungen mit sich bringt", meinte Draghi.
"Dieses Jahr wird als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem sich diese Illusion in die Luft aufgelöst hat."
Lawrow: EU schlägt inakzeptable Militärintervention in der Ukraine vor
Ferner bezeichnete Draghi den erneuten Einzug Donald Trumps ins Weiße Haus als den Punkt, an dem es kein Zurück mehr gegeben habe. Von da an änderte sich ihm zufolge alles. "Trump hat uns brutal wachgerüttelt." Die Fakten sprächen für sich, fügte der ehemalige Regierungschef Italiens hinzu. Die EU habe sich mit den Zöllen abfinden müssen, die von ihrem größten Handelspartner und langjährigen Verbündeten, den USA, verhängt worden seien.
"Wir wurden von ebendiesem Verbündeten unter Druck gesetzt, damit wir die Militärausgaben erhöhen", so Draghi weiter. Dabei gehe es um eine Entscheidung, die Brüssel vielleicht sowieso hätte treffen sollen, aber sie sei auf eine Art und Weise getroffen worden, die wahrscheinlich nicht den Interessen Europas entsprochen habe.
Auch bei den Ukraine-Verhandlungen sei die Rolle der EU von geringer Bedeutung, meinte der Ex-Ministerpräsident. "Obwohl die Finanzhilfe der EU für die Ukraine am größten war, hat sie in den Friedensgesprächen bisher eine eher marginale Rolle gespielt."
Weiter betonte Draghi, dass Europa auch nur ein Zuschauer gewesen sei, als iranische Atomanlagen bombardiert worden seien und die Gewalt im Gazastreifen eskaliert sei.
"Diese Ereignisse haben jede Illusion zerstört, dass die wirtschaftliche Dimension allein irgendeine Form geopolitischer Macht sichern könnte."
Mehr zum Thema ‒ Frieden in der Ukraine wird die EU-Eliten zerstören
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.
Info: https://freedert.online/international/254114-italiens-ex-ministerpraesident-draghi-illusion/
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berliner-zeitung.de, 23.08.2025 , 17:52 Uhr, Michael Maier
Der Ökonom und Diplomat Jeffrey Sachs sagt: Die deutsche Position, Israel habe ein Vetorecht bei der Zweistaatenlösung, ist falsch.
Friedrich Merz (CDU,l), Unionsfraktions- und CDU-Chef, trifft während seiner Israel-Reise Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident von Israel.GPO
Berliner Zeitung: Wie beurteilen Sie den deutschen Umgang mit der Gaza-Krise?
Jeffrey Sachs: Die deutsche Regierung hat begonnen, die Realität des israelischen Völkermords an der palästinensischen Bevölkerung, einschließlich des Massenhungers von zwei Millionen Menschen, anzuerkennen. Deutschland hat jedoch das Ausmaß der von Israel verursachten Katastrophe noch immer nicht erkannt und daher nicht die erforderlichen Maßnahmen ergriffen.
Wie sollte auf die dramatische Eskalation und die Ausrufung einer Hungersnot durch die UN reagiert werden?
Die deutsche Regierung sollte ihren Botschafter unverzüglich aus Israel zurückrufen, den israelischen Botschafter in Deutschland einbestellen, um Israel eindringlich vor der Illegalität und Kriminalität der israelischen Aktionen zu warnen, sofortige Nahrungsmittelhilfe unter der Schirmherrschaft der UN fordern und sich mit allen EU-Ländern zusammenschließen, um den Staat Palästina unverzüglich anzuerkennen – um Israels Wahnvorstellungen von der Vernichtung des palästinensischen Volkes und des palästinensischen Staates zu beenden.
Was sollte Deutschland angesichts der bevorstehenden Besetzung von Gaza-Stadt tun?
Deutschland und die EU als Ganzes sollten eine sofortige Resolution des UN-Sicherheitsrats fordern, um die israelischen Militäraktionen und die Massenhungerattacken in Gaza zu stoppen und die Grenzen Gazas für sofortige groß angelegte Nahrungsmittelhilfe durch UN-Systeme als Reaktion auf die Massenhungerattacken zu öffnen.
Die religiöse Rechte hat die Knesset besetzt, und nun liegt uns eine Knesset-Resolution zur Annexion des Westjordanlands und neuer Siedlungen vor. Sollte Deutschland dies akzeptieren?
Israel hat das Stadium einer Massentäuschung erreicht, dass das „Palästina-Problem“ ein für alle Mal beendet werden kann. Das ist völkermörderischer Wahnsinn. Die Welt muss Israel und den USA (die aktiv daran beteiligt sind) klarmachen, dass „Nie wieder“ „Nie wieder“ bedeutet. Netanjahu, Ben-Gvir und Smotrich sind Kriegsverbrecher und sollten als solche betrachtet werden. Die Welt sollte die US-Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof, die die US-Mitschuld am israelischen Völkermord verdeutlichen, aufs Schärfste bedauern und verurteilen.
Sollte Deutschland einen Staat Palästina anerkennen – und wäre dies mehr als nur symbolisch?
Die sofortige Anerkennung Palästinas als Staat und als 194. UN-Mitglied ist weit mehr als nur symbolisch. Sie würde die Wahnvorstellung der israelischen Regierung, die 1967 besetzten Gebiete annektieren und damit das palästinensische Recht auf politische Selbstbestimmung und einen palästinensischen Staat in den völkerrechtlichen Grenzen vom 4. Juni 1967 auslöschen zu können, endgültig beenden.
Israels Absichten könnten nicht deutlicher zum Ausdruck kommen: die endgültige Beendigung des Staates Palästina. Die Position der deutschen Regierung – die eine Zweistaatenlösung befürwortet, aber auf Verhandlungen mit Israel basiert – ist tragischerweise schlichtweg falsch, sei es absichtlich oder aus erstaunlicher Naivität. Sie gibt Israel ein Vetorecht in Bezug auf Palästina. Sie führt nicht zu einer Zweistaatenlösung, im Gegenteil. Sie behauptet, die Zweistaatenlösung liege in Israels Hand, was nicht der Fall ist. Es liegt an der Weltgemeinschaft, Palästina vor einem Völkermord zu schützen.
Könnte Deutschland als Vermittler zwischen den Arabern, Israel und der Hamas fungieren?
Nein. Wir brauchen Deutschland nicht als Vermittler. Wir brauchen ein entschlossenes Handeln des UN-Sicherheitsrats, das derzeit von den USA blockiert wird. Der Schlüssel zur Beendigung des Krieges liegt darin, Druck auf die USA auszuüben, damit sie den israelischen Völkermord nicht mehr unterstützen und nicht länger ein Veto gegen einen Staat Palästina in der UN einlegen. Deutschland und die EU tragen die erste Verantwortung dafür, die USA zu einer Änderung ihrer Position zu bewegen – denn es sind die USA, die die Zweistaatenlösung und den Frieden blockieren. Israel ist natürlich gegen die Zweistaatenlösung, aber der UN-Sicherheitsrat kann sie im Rahmen des Völkerrechts und der Friedenswahrung durchsetzen.
Bundeskanzler Merz hat angekündigt, bestimmte Waffenlieferungen an Israel zu pausieren – ist das nicht ein Schritt in die richtige Richtung?
Ja, das ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.
Die deutsche öffentliche Meinung ist stark von den Nazi-Verbrechen an den Juden geprägt. Was sagen Sie als Jude den Deutschen, wie sie handeln sollen?
Israel begeht einen Völkermord. Die Absicht der israelischen Regierung ist es, das palästinensische Volk auszuhungern und auszulöschen und einen Staat Palästina für immer zu verhindern. Diese Absicht wird von Mitgliedern der israelischen Regierung fast täglich ausdrücklich erklärt. Sie wird von führenden israelischen Wissenschaftlern, NGOs und Politikern erläutert. Sie ist weltweit bekannt.
Deutschlands Verantwortung gegenüber der Geschichte besteht darin, einen weiteren Völkermord zu verhindern. Deutschland hat zwischen 1904 und 1908 einen Völkermord an den Herero und Nama begangen, wie Deutschland offiziell anerkannt hat. Deutschland hat im Zweiten Weltkrieg einen Völkermord an den Juden begangen. Deutschland darf sich jetzt nicht an einem weiteren Völkermord mitschuldig machen, diesmal an den Palästinensern.
Als amerikanischer Jude möchte ich klarstellen, dass Deutschlands Verantwortung nicht gegenüber Israel, sondern gegenüber dem Völkerrecht und der Moral liegt. Deutschlands Verantwortung besteht darin, einen weiteren Völkermord zu verhindern. Israel vertritt nicht die Juden. Israel ist ein Nationalstaat, der gegenwärtig Völkermord begeht. Meiner Ansicht nach steht Israel gegenwärtig im Widerspruch zu jüdischen Werten, Menschenrechten und Völkerrecht. Es muss jetzt gestoppt werden – zu seiner eigenen Sicherheit, zur Sicherheit der Palästinenser und für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt.
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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
seniora.org, vom 21. August 2025, 20.08.2025 Von Ewald Wetekamp* - mit freundlicher Genehmigung des Autors
Bürgermeister von Hiddensee: „Unser Land braucht keine Panzerpatenschaft – es braucht eine Sozialdividende, eine Bildungsoffensive und ein echtes Infrastrukturpaket. Und es braucht den politischen Mut, sich dem Rüstungswahn zu widersetzen.“

(Bildquelle ref.ch)
Was tun, wenn der Rechtsstaat erodiert, der Rechtsschutz nicht mehr gewährleistet wird und die Rechtssicherheit nicht mehr gilt? Und das im besten Deutschland aller Zeiten. Was spielt sich da auf nationalstaatlicher Ebene ab?
Freiheits- und Abwehrrechte gegenüber dem Staat Die ersten 19 Artikel unseres Grundgesetzes sind Freiheits- und Abwehrrechte gegenüber einem übergriffigen Staat. Und das kommt nicht von ungefähr. Um diese Freiheits- und Abwehrrechte anzurufen, bedarf es einer praktizierten Gewaltenteilung, bedarf es der Unabhängigkeit der Justiz. So ist es in unserem Grundgesetz vorgesehen. So ist es in allen demokratischen Verfassungen vorgesehen. Und das aus gutem Grunde. Die Zeiten, in denen ein Monarch, oder, in unserer jüngeren Geschichte, ein Diktator die gesamte Macht innehatte und sich selbst als Souverän betrachtete, haben mit dem Grundgesetz ein Ende genommen. Die ehemalige Machtkonzentration und Machtfülle wurde abgelöst durch die Gewaltenteilung. Erstaunlich nur, wie man mit diesen Grundgesetzartikeln in Deutschland umgeht.
Wenn das Bundesverfassungsgericht oberste Hüterin der Verfassung ist, es also letztinstanzlich über die Verfassungskonformität der Legislative entscheiden kann, so ist zu erwarten, dass die Bundesverfassungsrichter als Träger und Garant dieser Institution sich bewusst sind, dass sie über den Parteien zu stehen haben, andernfalls besteht die Gefahr, dass ihr Ruf Schaden nimmt. Das riefe zu Recht ein fundamentales Misstrauen hervor.
Bereits im Wahlverfahren der 16 Bundesverfassungsrichter, die je zur Hälfte vom Bundestag und vom Bundesrat gewählt werden, setzt sich jedoch Parteipolitik durch, denn ein nach Parteienproporz zusammengestellter Wahlausschuss schlägt die Kandidaten vor, die dann dem Bundestag zur Wahl gestellt werden. Da hier in der Regel die Regierungsparteien per se die Mehrheit haben, steht für gewöhnlich die Mehrheit fest. Ähnlich verhält es sich im Bundesrat.
Stephan Harbarth war unter Kanzlerin Merkel CDU-Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Parallel zu seiner Tätigkeit im Bundestag wurde er als Rechtsanwalt in der Kanzlei Schilling Zutt & Anschütz geführt. Ein Richteramt, egal auf welcher Ebene hat er nie ausgeführt. Stellt sich die Frage, was ihn für das höchste Richteramt qualifizieren mag? Harbarth stellte sich mit einer Rede im Bundestag den Abgeordneten zur Wahl. Sein Wahlversprechen war, sich für die Migration im Stile Kanzlerin Merkels einzusetzen und sich für die Maßnahmen der Coronapandemie im Sinne Kanzlerin Merkels auszusprechen. Daraufhin wurde er gewählt und ist seit Juni 2020 passend zur Politik der Pandemie Präsident des Bundesverfassungsgerichts.
Bis heute muss sich Frau Merkel für ihr „Wir schaffen das!“ und die Folgen nicht verantworten, obwohl sie mit der faktischen Aufhebung der Staatsgrenzen den Staat delegitimiert hat. Ganz anders ist es jenem Rentner, der mit dem Konterfei des Herrn Habeck den Begriff Schwachkopf weitergeleitet hat, ergangen. Dass Kanzlerin Merkel im Rahmen der Coronamassnahmen den Bundestag ausgeschaltet und ohne Notverordnung mit Hilfe von Kabinettsbeschlüssen regiert und dafür gesorgt hat, dass die Ministerpräsidentenkonferenz für die Bundesländer ebenso verfuhr, kommt quasi einem Putsch gleich. Aber haben wir in Deutschland darüber gesprochen? Haben Mainstreammedien darüber berichtet? Wurde sie zur Rechenschaft gezogen?
Erinnern wir uns an das Jahr 2020. In Thüringen wurde der Ministerpräsident gewählt. Thomas Kemmerich (FDP) wurde mit Stimmen der AfD und mit Stimmen der CDU-Fraktion zum Ministerpräsidenten gewählt. Mit dem Hinweis, dass dies unverzeihlich sei, da mit den Stimmen der AfD keine Mehrheit geschaffen werden dürfe, sorgte Frau Merkel dafür, dass die Wahl annulliert wurde. Das sei ein schlechter Tag für die Demokratie, meinte sie noch. Erkennen Sie hier irgendein Demokratie- bzw. Rechtsstaatsprinzip wieder?
War die Wahl von Herrn Harbarth bereits äußerst bedenklich, stand er doch schon als ehemaliger CDU-Bundestagsabgeordneter nicht über den Parteien, was pflichtgemäße Aufgabe der Richter in diesem Amt wäre, sondern seine „Wahlrede“ war die Wiederholung der Regierungspolitik. So stellt die aktuelle Richterwahl einen weiteren radikalen Trend dar, das höchste Gericht für parteipolitische Zwecke zu instrumentalisieren. Drei Richter standen zur Wahl. Frauke Brosius-Gersdorf und Ann-Katrin Kaufhold sind die Kanditaten der SPD und Günter Spinner wurde mandatiert von der CDU.
Im Focus einer scharfen Auseinandersetzung stand Frauke Brosius-Gersdorf. Bei Lanz sprach sie über das Parteiverbot der AfD. Ein solches Verbot hielt sie für ein Zeichen einer wehrhaften Demokratie. Einziges Problem waren für sie die 10 Millionen AfD-Wähler. Was macht man dann mit denen?
Auch ihr Ruf nach einer „Reform“ des Abtreibungsparagraphen rief Empörung hervor. Denn in einem Aufsatz behauptete sie, dass die Annahme, die Menschenwürde gelte überall, wo menschliches Leben existiere, ein „biologistisch-naturalistischer Fehlschluss“[1] sei. Dass damit die grundsätzliche Freistellung von Strafe bei einer Abtreibung auch ausserhalb des Paragraphen 218 gemeint ist, ist naheliegend. Schaut man in unsere Nachbarländer, so hat Englands Labour-Partei bereits für die vollständige Legalisierung der Abtreibung gestimmt. Frankreich hat die Abtreibung in die Verfassung aufgenommen, so dass ein Protest dagegen eine Verfassungsfeindlichkeit darstellt. Kanada scheint eine Vorreiterrolle bei einer völligen Abtreibungsfreiheit einzunehmen. Berichten zur Folge soll diese Gesetzeslage bereits zu Diskussionen geführt haben, was mit Neugeborenen zu tun sei, die die Abtreibung überlebt haben.
Ein weiterer Stein des Anstosses war ihre dezidierte Meinung zur Einführung einer Impfpflicht, die sie verfassungsrechtlich verankert sehen wollte. All das hat für scharfen Protest und einer Verschiebung der Wahl gesorgt. In der Zwischenzeit ist sie unter extremen medialem Getöse von der Kandidatur zurückgetreten. Mainstreampresse und die linken Parteien im Bundestag machten eine rechtsextreme Propaganda dafür verantwortlich.
Aber nicht nur Frauke Brosius-Gersdorf ignoriert mit diesen eindeutigen Stellungnahmen das traditionelle Zurückhaltungsgebot, was in ihrer Funktion als Bewerberin für das Richteramt am Bundesverfassungsgericht als selbstverständlicher Ausdruck richterlicher Neutralität angesehen wird. Auch Ann-Katrin Kaufhold positionierte sich mit ihrer Ansicht, dass das Grundgesetz einer ökologischen Transformation bedürfe, als eindeutige Vertreterin politischer Interessen. Der Natur, so meint sie, sollten Grundrechte verliehen werden. Auch Steine hätten ein Recht, geschützt zu werden. Das steht im bedrohlichen Gegensatz zum Schutz der menschlichen Grundrechte. Damit redet sie einem Antagonismus zwischen der Natur und den Menschen das Wort. Wer nun „Anwalt der Natur“ wird, masst sich das Recht an, über den Rechten der Menschen zu stehen. Da kommen Erinnerungen an die UNESCO- Biosphärenkonferenz aus dem Jahre 1968 auf. Das Überleben des Raumschiffs Erde wurde damals zur neuen ethischen Grundlage erhoben, der alles andere unterzuordnen sei.
Der Verdacht auf eine Machtausübung mit Hilfe einer schleichend eingeführten „Ökodiktatur“ via Richterwahl zum BVG ist nicht von der Hand zu weisen.
Aber mittlerweile befindet sich Frau Kaufhold in guter Gesellschaft. Weil Merz mit Stimmen der Grünen Kanzler werden wollte, sorgte er dafür, dass der „Klimaschutz“ als Grundrecht ins Grundgesetz geschrieben wurde. Eine Steilvorlage für all jene staatlich finanzierten NGOs, die ab nun im Rückgriff auf dieses „Grundrecht“ Unternehmen und Privatpersonen verklagen können, da sie angeblich in ihren Aktivitäten den Klimaschutz nicht berücksichtigen. Dass Merz sich nach seiner Wahl zum Bundeskanzler für eine aktive und passive Förderung von NGOs ausgesprochen hat, spricht für sich. Hat Merz doch noch vor der Wahl mehr als 550 kritische Fragen bezüglich der Finanzierung der NGOs an die damalige rot/grüne Koalition gestellt, was für viel Wirbel sorgte, so verweigert die CDU, jetzt selbst in der Regierung, durch das Auswärtige Amt die Auskunft darüber, wieviel Steuergelder an die NGOs fließen.
Die NGO-Förderung durch Steuergeld wird zur Verschlusssache erklärt. Der Demokratiefond der Bundesregierung sowie Zuwendungen weiterer Ministerien in Bund und Ländern stellen nahezu 1,3 Milliarden €[2] als finanzielle Förderung für die Aktivitäten der NGOs dar, die als Vorfeldorganisationen parteipolitischer Interessen angesehen werden können. So wird auf der Strasse Regierungspolitik gemacht und die Opposition im Bundestag wird nicht im Meinungsstreit herausgefordert, sondern sie wird auf der Strasse attackiert. Was angeblich als politischer Alltag inszeniert wird, ist ein Zusammenspiel behördlicher Berichte mit jenen steuerfinanzierten NGOs und den nahezu gleichgeschalteten Mainstreammedien.
Demokratisches Handeln war nie als Formalismus gedacht, dann entspräche auch jedes autoritäre Regime – in Beibehaltung einer äusseren Form – demokratischem Handeln.
Demokratie aber hat nichts mit Formalismus zu tun. Sie entspringt einer Ethik, die sich an der Sozialnatur des Menschen orientiert. Sie will dem Wunsch der Menschen nach Gemeinschaft, Frieden, Gerechtigkeit, Schutz nach innen und aussen gerecht werden. Deswegen haben sich Menschen zu staatlichen Gemeinschaften zusammengetan. Das sind ihre berechtigten Forderungen an ein von ihnen ideell getragenes und finanziell gestütztes Gemeinwesen.
Sorgen wir dafür, dass unser Gemeinwesen und seine hochstehende Zivilisation und Kultur nicht an der Erosion des Rechts, durch verlorene Tugenden und kulturelle Amnesie zu Grunde geht.
Beispiel einer nachahmenswerten couragierten Wortmeldung ist der offene Brief des Bürgermeisters von Hiddensee. Er kontrastiert das Handeln der Regierung mit dem notleidenden Zustand der Kommunen. Er spricht aus, was auszusprechen auf der Berliner Bühne tunlichst vermieden wird. Stattdessen unterstützt die Regierungspolitik weltweit Kriege, biedert sich vasallenhaft dem westlichen Hegemon an, stellt Billionen für die Rüstung zur Verfügung und spricht geschichtsvergessen und siegesbesoffen offen von Krieg. Demgegenüber schreibt der Bürgermeister von Hiddensee:
„Unser Land braucht keine Panzerpatenschaft – es braucht eine Sozialdividende, eine Bildungsoffensive und ein echtes Infrastrukturpaket. Und es braucht den politischen Mut, sich dem Rüstungswahn zu widersetzen.“[3]
*Ewald Wetekamp, deutscher Staatsbürger, Jahrgang 1952, Lehrer für Mathematik, Geschichte und kath. Religionslehre, Mitbewerber für die Bundestagswahl 2002 als unabhängiger Kandidat im Stimmkreis Konstanz, Mitbegründer und langjähriger Leiter des „Initiativkreis Freie Bürger für eine Freie Demokratie“, Mitbegründer des „Arbeitskreis Schule und Bildung in Baden-Württemberg“, hin und wieder Veröffentlichungen in der Schweizer Genossenschaftszeitung „Zeit-Fragen“
___
2 So der Journalist und Buchautor Klaus Rüdiger Mai in: https://kontrafunk.radio/de/sendung-nachhoeren/politik-und-zeitgeschehen/kontrafunk-aktuell/kontrafunk-aktuell-vom-08-august-2025
[3] Offener Brief des Bürgermeisters von Hiddensee: Gemeinsam für Frieden und Heimat
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
lostineu.eu, vom 22. August 2025 Die Ukraine wird von Deutschland verdächtigt, die Nordstream-Gaspipeline gesprengt zu haben. Nun hat sie auch noch die Druschba-Ölpipeline angegriffen und lahmgelegt. Doch Berlin und Brüssel schweigen. Kann sich die Ukraine alles erlauben? Nordstream und Druschba sind wohl die wichtigsten Energie-Infrastrukturprojekte, die Russland mit Deutschland und der EU verbunden haben. Nun sind beide zerstört bzw. unterbrochen worden. Doch obwohl ein mutmaßlicher Nordstream-Attentäter – der ukrainische Staatsbürger Serhii K. – festgenommen wurde, schweigt sich die Bundesregierung in Berlin zu dem Fall aus – wie seit Jahren. Die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft, die einen dringenden Tatverdacht sieht, scheinen Kanzler Merz und seine Regierung nicht zu interessieren. Sie sagt ständig neue Finanzhilfen für Kiew zu. Dasselbe gilt offenbar für den ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Ölpipeline Druschba. Obwohl sich Kiew offiziell zu diesem Angriff bekennt, wollen sich Berlin und Brüssel nicht dazu äußern. Proteste kommen nur aus Ungarn und der Slowakei. Der ungarische Außenminister Peter Szijjarto schrieb auf Facebook, der Durchfluss von Erdöl nach Ungarn sei unterbrochen. Er sprach von einem weiteren Angriff auf die Energiesicherheit seines Landes. Nach dem jüngsten Angriff werde die Versorgung für mindestens 5 Tage ausfallen. Szijjarto und sein slowakischer Kollege Juraj Blanar beschwerten sich auch in einem gemeinsamen Brief an die EU-Außenkommissarin Kallas und Energiekommissar Jorgensen. „Jegliche Gefährdung der Energiesicherheit unseres Landes ist inakzeptabel“, sagte Blanar. Angesichts der Milliardenhilfen für die Ukraine seien die Schritte Kiews „völlig inakzeptabel“. Der ungarische Premier Orban schaltete sogar US-Präsident Trump ein. Der verurteilte den ukrainischen Angriff prompt: “Viktor — I do not like hearing this. I am very angry about it. Tell Slovakia.” Doch ausgerechnet die EU-Kommission, die sich für die Energiesicherheit zuständig fühlt, schweigt. Genau wie die Bundesregierung – obwohl auch die ostdeutsche PCK Raffinerie in Schwedt leiden könnte. Kann sich die Ukraine alles erlauben? Sind auch Attentate und Drohnenangriffe auf russische Energieleitungen zulässig – weil EU-Chefin von der Leyen plant, die Lieferung russischer Energie in die EU komplett zu verbieten? Siehe auch Noch ein Eigentor: Von der Leyen will Gas aus Russland verbieten P.S. Eben kam noch diese frohe Nachricht von der EU-Kommission rein: EU delivers over €4 billion to Ukraine ahead of its Independence Day. Paßt ja mal wieder super…Orban hat Trump eingeschaltet
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13 Comments
Josef Berchtold
23. August 2025 @
21:47
Ungarn und die Slowakei helfen der Ukraine kaum, mit Waffen. Beide Länder lassen die Ukraine im Stich. Die Ukraine kämpft fast schon mit dem letzten Mann, damit ist alles erlaubt, was dem Feind schadet. Falls jemand unter dem Soldatenstiefel von Putin leben will, bitte, Putin mag Einwanderer.
Arthur Dent
23. August 2025 @
13:01
… scheinen Kanzler Merz und seine Regierung nicht zu interessieren. Sie sagt ständig neue Finanzhilfen für Kiew zu…
– Spieglein, Spieglein… hinter den Bergen, bei den 27 Zwergen –
Nach „Alaska“ ist Russland auf der Weltbühne zurück und agiert mit den USA auf Augenhöhe, die EU ist im „Mülleimer der geopolitischen Bedeutungslosigkeit“ gelandet – hat man in der EU und vor allem in Deutschland noch nicht kapiert. Hier träumt man noch von einer europäischen Führungsrolle.
Helmut Höft
23. August 2025 @
12:17
Brüssel sagt nur etwas, wenn der Sprechzettel vom “Freund” reingereicht wird, das kann doch als bekannt gelten, oder?
Der eine sagt: “Die Ukraine hat Druschba absichtlich und willentlich unterbrochen.” Die andern sagen: “So war es nicht!” Wir wissen: “Berichte aus Kriegsgebieten sind grds. interessengeleitet und nicht überprüfbar.” Ukrainische Drohnen sollen also … wegen der Finanzierung des “völkerrechtswidrigen und völlig unprovozierten Angriffskriegs”*), wegen Öl gegen Petrodollar …? Ja weiß denn niemand, dass der russische Imperator seine Soldaten, Industrien und Werktätigen in Rubel bezahlt? Das bisschen “Sanktionsgüter” von außerhalb wird über den “Zigarettenmarkt” abgewickelt, da findet sich immer jemand, der ein paar Zigaretten über hat!
*) “… Mitten im Frieden [?] überfällt uns der Feind. …” https://de.wikipedia.org/wiki/Balkonreden#Weitere_Ansprachen
… scheinen Kanzler Merz und seine Regierung nicht zu interessieren. Sie sagt ständig neue Finanzhilfen für Kiew zu. Jetzt ist es raus: Die Bundeswehr war es(!!!) im Rahmen einer Tauchübung (NS) und einer Sprengübung im Rahmen eines geheimen Manövers in der UA (Druschba). Daher das mangelnde Interesse … ????
Gerüchteküche aus, nun zum Wetterbericht!
PS.: Einige wichtige Links stehen hier: https://lostineu.eu/ukraine-nun-stellt-auch-selenskyj-bedingungen/ 22. August 2025 @ 06:52
Guido B.
23. August 2025 @
09:12
Was erwarten Sie von Terroristen und ihren Komplizen? Die ukrainischen und israelischen Kriegsverbrechen werden von der deutschen Führung auch tabuisiert oder relativiert. Deutschland und die EU sponsern Terrorismus und Kriegsverbrechen, so siehts aus. Selenski hätte 2022 nut sagen müssen, dass sich die Ukraine zur Neutralität bekennt. Damit wären hunderttausende von Menschenleben gerettet worden. Aber Verbrecher sind eben Verbrecher. Gleich und Gleich gesellt sich gern.
Mirror
23. August 2025 @
08:56
Es liegt auf der Hand. Die Ukraine soll die Drecksarbeit für die EU machen. Es geht um Destabilisierung der betroffenen Länder. Es gibt Unruhe und Spekulationen und bald Wahlen. Steigende Preise sorgen für Proteste bei Bürgern und der Wirtschaft.
Das ist ein Muster: Rumänien, Moldawien- sie werden mit allen Mitteln auf EU-Linie gebracht und ansonsten der Geld-oder Energiehahn abgedreht. Demokratie interessiert in Brüssel schon lange keinen mehr. Es müssen devote Vasallenregierungen her, die kein Veto einlegen.
Erneuerung
23. August 2025 @
08:48
Wieviel Macht möchten wir den OUN-Nachfolgefaschisten noch geben? Mit jeden Euro, mit jeder Patrone und mit jedem verlogenen Statement gegen Russland drehen diese Leute noch mehr hoch und das Grab Europas wird tiefer. Wenn sich der Zwist zwischen Trump und Selenskyj mal weiter erhöht, sprengt diese Unheilmaschine dann auch unsere neue, „demokratische“ und teure Energieversorgung aus den USA, mit unserem Geld, mit unseren Waffen? Dann haben wir den absoluten Hauptgewinn unter den Loosern und gehen komplett unter, derzeit sind wir noch 10 cm über Wasser.
hg
23. August 2025 @
08:37
Es ist wohl sehr schwierig herauszufinden, wer für die Sprengung der Nordstream verantwortlich ist! Biden hatte klar angekündigt, dass, soll RUS angreifen, kein Gas durch sie fließen werde. Ausführende findet ein Auftraggeber auf der ganzen Welt. Warum heißt es eigentlich „false flag“? Ein Schelm, wer….; es wird wohl nie tiefgründig geklärt werden oder auch nur ein paar Bauernhöfen geben. Der Papstattentäter Ali A. lässt grüssen!;-)
Titi
23. August 2025 @
08:11
Je länger die Brüsseler EU-Elite zum Nordstream-Anschlag schweigt, desto mehr verliert die EU an Glaubwürdigkeit und Würde.
Michael
22. August 2025 @
17:00
Über Druschba soll wieder Öl geliefert werden!
Apropos Nordstream: Biden und Selenskyj waren die Drahtzieher, Biden war der Initiator, Selenskyj der Vollstrecker! Von Brüssel erwarte ich nichts, und Merz und Konsorten sind gelähmt angesichts der Schlangen!
KK
22. August 2025 @
15:58
Wir erinnern uns, wie anno 2001 ein anderer derart gravierender Terrorakt wie die beiden letzten auf die EUropäische Infrastruktur eingeordnet und beantwortet wurde:
Es wurde SOFORT der NAhTOd-Bündnisfall ausgerufen und das ganze Land, aus dem die Terroristen mutmasslich gesteuert worden sein sollen (übrigens von einem, der dort als Ausländer galt), wurde von der NAhTOd überfallen und zwei Jahrzehnte lang besetzt!
Lucki
22. August 2025 @
15:52
Merkels Marionetten müssen weg (z.B. die EU-Kommissarin). Und:
Ami go home (in Anlehnung an die Bremer Stadtmusikanten – denn:
“Etwas Besseres als den Tod findest Du überall.”
Armin Christ
22. August 2025 @
15:32
Bei soviel Unterwürfigkeit oder Orientierungslosigkeit von EU und Bundesregierung bleibt eine doch nur die Gefolgschaft zu verweigern. Aber wie macht man das ???
KK
22. August 2025 @
15:59
Zwei Optionen:
1. Weit weg auswandern
2. Suizid
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Weitere Kommentare hier (Forum)
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, 23. August 2025, 7:15 Uhr
Nachrichten von Pressenza - 23.08.2025
Die Beteiligung afrikanischer Feudalherrschaften an Sklaverei und Kolonialisierung
Um die Gegenwart besser zu verstehen und die Zukunft zu gestalten, ist es wichtig, die Geschichte Afrikas zu kennen. Ein Teil davon ist die Geschichte der Sklaverei, die die Gegenwart immer noch stark beeinflusst. Dr. Yaya Sy, Anthropologe und Professor…
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»Ich fühle mich als Deutscher, egal was die anderen sagen«
Abdisamed Mohamud ist aus Somalia geflohen. Mittlerweile arbeitet er seit neun Jahren beim Industriekonzern Samson, hat geheiratet und eine Familie gegründet. Ich bin stolz auf mich und auf das, was ich geschafft habe. Vor zehn Jahren hatte ich nichts, jetzt…
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Wenn die Menschen so schlecht wären, wie man uns gewöhnlich erzählt, wären wir ausgestorben
Wusstest du, dass die Morde, Vergewaltigungen und das allgemeine gewalttätige Chaos in New Orleans während des Hurrikans Katrina nicht wirklich stattgefunden haben, und dass es bei größeren Katastrophen ein festes Muster bei den Menschen gibt, keine Mühe zu scheuen, um…
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Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.
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nachdenkseiten.de, 22. August 2025 um 13:05 Ein Kommentar von: Tobias Riegel
Der Terroranschlag auf die Pipeline Nord Stream 2 im September 2022 war ein beispielloser Angriff auf die deutsche Infrastruktur und Energieversorgung. Umso skandalöser ist die Untätigkeit, die die Ermittlungsbehörden bei dem Fall bisher an den Tag gelegt haben. Die nun vermeldete Verhaftung eines Verdächtigen wirft aber mehr Fragen auf, als sie beantwortet.
Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.
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Es gibt neue Entwicklungen im Fall der Anschläge auf die deutsch-russische Pipeline Nord Stream 2, wie etwa die Berliner Zeitung in diesem Artikel berichtet: Demnach hat die Bundesanwaltschaft in der Nacht zu Donnerstag aufgrund eines Europäischen Haftbefehls den ukrainischen Staatsangehörigen Serhii K. in der Provinz Rimini (Italien) festnehmen lassen, wie der Generalbundesanwalt (GBA) mitteilt.
Der Beschuldigte sei des gemeinschaftlichen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion (§ 308 Abs. 1 StGB), der verfassungsfeindlichen Sabotage (§ 88 Abs. 1 Nr. 3 StGB) sowie der Zerstörung von Bauwerken (§ 305 Abs. 1 StGB) dringend verdächtig. Weitere Infos finden sich in dem oben verlinkten Artikel.
Verschiedene Theorien zum Vorgang der Anschläge
Es gibt verschiedene Theorien zum Vorgang der Anschläge und zur Herkunft der Täter: nichtstaatliche ukrainische Einzeltäter; ukrainische Täter mit Verbindungen zu staatlichen ukrainischen bzw. US-amerikanischen Stellen; – oder aber US-amerikanische Täter unter Anleitung eines US-Geheimdienstes. Die letzte Variante wird unter anderem vom US-Investigativ-Journalisten Seymour Hersh formuliert.
Die erste Theorie der „nichtstaatlichen Einzeltäter“ wurde kurz nach den Anschlägen eher von westlichen Mainstream-Journalisten nahegelegt. Von dieser allzu unrealistischen Version haben sich manche deutsche Medien später aber wieder abgewandt – nachdem auch westliche Medien wie etwa das Wall Street Journal (WSJ) den Standpunkt vertreten hatten, dass die Nord-Stream-Attacken vom damaligen Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte organisiert worden seien und auch Präsident Selenskyj der Operation (vorübergehend) grünes Licht gegeben habe. So entstand eine absurde Gleichzeitigkeit: Während auch große deutsche Medien über die im WSJ-Bericht unterstellte staatliche Mittäterschaft der Ukraine schrieben, verweigerten viele deutsche Journalisten trotzdem den Schritt, darum die weitere Unterstützung der Ukraine infrage zu stellen. Von den Fragen, die eine erwiesene Täterschaft eines US-Geheimdienstes aufwerfen müsste, mal ganz zu schweigen.
Was die oben beschriebenen Theorien gemeinsam haben, ist, dass die Täter sehr wahrscheinlich im Kreise der „Verbündeten“ Deutschlands (Ukraine und/oder USA) zu suchen sind: Die zu Beginn von vielen deutschen Stimmen vertretene Variante, nach der Russland seine eigenen Pipelines gesprengt habe, ist mittlerweile weitgehend verstummt. Die aktuelle Verhaftung soll mutmaßlich die Version von der für den Anschlag genutzten Segelyacht (zumindest scheinbar) stützen.
Die NachDenkSeiten sind in zahlreichen Artikeln auf die Nord-Stream-Anschläge und die skandalöse Verweigerung einer seriösen Aufklärung eingegangen, eine Auswahl der Beiträge finden Sie unter diesem Text.
Reaktionen auf die Verhaftung
Der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, sagte der Berliner Zeitung: „Die russische Seite besteht weiterhin auf einer objektiven und vollständigen Ermittlung des Terroranschlages auf die Nord-Stream-Pipelines, der Feststellung und Ahndung der Täter und Organisatoren.“ Die Sprengungen seien „eklatante Akte des internationalen Terrorismus“. Die russische Nachrichtenagentur Tass schreibt laut Medienberichten:
„Laut dem russischen Außenminister Sergej Lawrow ist Moskau davon überzeugt, dass die Sabotageakte an der Nord-Stream-Pipeline mit US-Unterstützung durchgeführt wurden. Die russische Generalstaatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen eines Akts des internationalen Terrorismus eingeleitet.“
Die Vorsitzende des BSW, Sahra Wagenknecht, forderte einen Untersuchungsausschuss des Bundestags. Sie sagte der Berliner Zeitung, dieser „staatsterroristische Akt“ müsse konsequent aufgeklärt werden. Es sei „komplett abwegig, dass der nun Festgenommene und seine Mittäter ohne Rückendeckung der ukrainischen Führung und der damaligen Biden-Administration in den USA handelten“. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj „sollte vor einem Untersuchungsausschuss im Bundestag aussagen müssen“. Es sei „völlig absurd, dass Deutschland viele Milliarden für Ukraine-Hilfen ausgibt, aber niemals Aufklärung von Selenskyj einforderte“. Auch die Frage nach einer Entschädigung müsse gestellt werden.
Aufreizend ist angesichts des bisherigen Verhaltens der deutschen Ermittler zum Nord-Stream-Anschlag, wenn diese jetzt ihrerseits eine Aufklärung „einfordern“: So sprach Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) nach der nun bekannt gewordenen Festnahme in Italien laut AFP von einem „beeindruckenden Ermittlungserfolg“. Die Sprengung der Pipelines müsse aufgeklärt werden, „auch strafrechtlich“, betonte sie.
Die Verhaftung wirft Fragen auf
Der aktuelle Vorgang der Verhaftung eines ukrainischen Verdächtigen wirft meiner Meinung nach unter anderem die folgenden spekulativen Fragen auf:
Titelbild: shutterstock / apprenticebk
Nord-Stream-Sprengung – neue Enthüllungen bringen die Bundesregierung in Zugzwang
Ostseewasser sind tief – Neue Rechercheergebnisse zu den Nord-Stream-Anschlägen
BPK: Laut CIA-Quellen war Kanzler Scholz über Pläne zur Zerstörung von Nord Stream eingeweiht
Nord-Stream: Die Terroristen haben (vorerst) gewonnen – Und niemanden kümmert’
Rubriken: Audio-Podcast Terrorismus
Schlagwörter: AnschlagNord StreamRusslandStaatsterrorismusStrafverfolgungUkraineUSA
Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=137817
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Weiteres:
Sprengung von Nord Stream 2
aus e-mail von Doris Pumphrey, 22. August 2025, 16:39 Uhr
*Nord-Stream-Attentat: Aktuelle Verhaftung wirf viele Fragen auf
*Der Terroranschlag auf die Pipeline Nord-Stream-2 im September 2022 war
ein beispielloser Angriff auf die deutsche Infrastruktur und
Energieversorgung. Umso skandalöser ist die Untätigkeit, die die
Ermittlungsbehörden bei dem Fall bisher an den Tag gelegt haben. Die nun
vermeldete Verhaftung eines Verdächtigen wirft aber mehr Fragen auf, als
sie beantwortet.
Ein Kommentar von**Tobias Riegel.
/Hier weiterlesen:
/https://www.nachdenkseiten.de/?p=137817
Berliner Zeitung 21.8.2025
*Sprengung von Nord Stream 2:
Erste Verhaftung – wer steckt dahinter?
*von Michael Maier
Die Bundesanwaltschaft hat in der Nacht zu Donnerstag aufgrund eines
Europäischen Haftbefehls des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs
vom 18. August den ukrainischen Staatsangehörigen Serhii K. in der
Provinz Rimini (Italien) durch Beamte der Carabinieri-Station in Misano
Adriatico festnehmen lassen, wie der Generalbundesanwalt (GBA) mitteilt.
Der Zugriff erfolgte in enger Kooperation mit dem Dienst für
Internationale Polizeiliche Zusammenarbeit.
Der Verdächtige soll in San Clemente Urlaub gemacht haben. Die
italienische Zeitung LA Stampa schreibt, der Mann sei über das
Gäste-Warn-System identifiziert worden, mit dem die
Beherbergungsbetriebe routinemäßig bezüglich ihrer Gäste die Polizei
informieren. Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge hielt sich der 49 Jahre
alte Mann seit einigen Tagen mit seiner Familie an der Adriaküste auf.
Nach der Festnahme sei er ins Gefängnis gebracht worden. Die
Entscheidung über die Vollstreckung des vorliegenden Europäischen
Haftbefehls liege nun beim Berufungsgericht der norditalienischen Stadt
Bologna.
Der Beschuldigte ist des gemeinschaftlichen Herbeiführens einer
Sprengstoffexplosion (§ 308 Abs. 1 StGB), der verfassungsfeindlichen
Sabotage (§ 88 Abs. 1 Nr. 3 StGB) sowie der Zerstörung von Bauwerken (§
305 Abs. 1 StGB) dringend verdächtig.
In dem Haftbefehl wird ihm laut GBA im Wesentlichen folgender
Sachverhalt zur Last gelegt: „Serhii K. gehörte zu einer Gruppe von
Personen, die im September 2022 nahe der Insel Bornholm Sprengsätze an
den Gaspipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 platzierte. Bei dem
Beschuldigten handelte es sich mutmaßlich um einen der Koordinatoren der
Operation. Für den Transport nutzten er und seine Mittäter eine
Segeljacht, die von Rostock aus startete. Die Jacht war zuvor mithilfe
gefälschter Ausweispapiere über Mittelsmänner bei einem deutschen
Unternehmen angemietet worden. Die Sprengsätze detonierten am 26.
September 2022. Durch die Explosionen wurden beide Pipelines schwer
beschädigt.“
Der Beschuldigte wird nach einer Überstellung aus Italien dem
Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt.
Die Vorsitzende des BSW, Sahra Wagenknecht, forderte einen
Untersuchungsausschuss des Bundestags. Sie sagte der Berliner Zeitung,
dieser „staatsterroristische Akt“ müsse konsequent aufgeklärt werden. Es
sei „komplett abwegig, dass der nun Festgenommene und seine Mittäter
ohne Rückendeckung der ukrainischen Führung und der damaligen
Biden-Administration in den USA handelten“. Auch der ukrainische
Präsident Wolodymyr Selenskyj „sollte vor einem Untersuchungsausschuss
im Bundestag aussagen müssen“. Es sei „völlig absurd, dass Deutschland
viele Milliarden für Ukraine-Hilfen ausgibt, aber niemals Aufklärung von
Selenskyj einforderte“. Auch die Frage nach einer Entschädigung müsse
gestellt werden.
Der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, sagte der
Berliner Zeitung: „Die russische Seite besteht weiterhin auf einer
objektiven und vollständigen Ermittlung des Terroranschlages auf die
Nord-Stream-Pipelines, der Feststellung und Ahndung der Täter und
Organisatoren.“ Die Sprengungen seien „eklatante Akten des
internationalen Terrorismus“.
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) sprach nach der nun bekannt
gewordenen Festnahme in Italien laut AFP von einem „beeindruckenden
Ermittlungserfolg“. Die Sprengung der Pipelines müsse aufgeklärt werden,
„auch strafrechtlich“, betonte sie.
Die italienische Zeitung Corriere della Sera, die in Sicherheitsdingen
gewöhnlich exzellent informiert ist, meldete den Vorgang sehr spät und
berichtete lediglich unter Bezugnahme auf die Bild-Zeitung. Auch die
staatliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtete zunächst nur
über die Mitteilung des GBA. Aktuelle politische Stellungnahmen gab es
dazu vorerst nicht. Die Tass schreibt jedoch: „Laut dem russischen
Außenminister Sergej Lawrow ist Moskau davon überzeugt, dass die
Sabotageakte an der Nord-Stream-Pipeline mit US-Unterstützung
durchgeführt wurden. Die russische Generalstaatsanwaltschaft hat
Ermittlungen wegen eines Akts des internationalen Terrorismus eingeleitet.“
Es ist dies die erste Verhaftung im Zusammenhang mit der Sprengung. Im
August 2024 erließen die deutschen Behörden einen Haftbefehl gegen einen
weiteren ukrainischen Taucher, Wolodymyr Z., der verdächtigt wurde, an
dem Vorfall beteiligt gewesen zu sein. Berichten zufolge floh er aus
Polen in die Ukraine, bevor er festgenommen werden konnte.
Es ist unklar, ob sich die Sprengung wirklich so zugetragen hat, wie der
Haftbefehl insinuiert. Der Ablauf stimmt mit Medienberichten überein,
die einige Monate nach der Sprengung in den USA und Deutschland
erschienen sind. Zuvor war spekuliert worden, Russland könne seine
eigene Pipeline gesprengt haben. Investigative Rechercheure wie der
Pulitzer-Preisträger Seymour Hersh vertreten die Auffassung, dass die
USA gemeinsam mit Norwegen die Sprengung veranlasst haben. Der
Trump-nahe Journalist Tucker Carlson, der auch den russischen
Staatspräsidenten Wladimir Putin interviewt hat, behauptet ebenfalls,
dass die Sprengung von den Amerikanern durchgeführt wurde.
Donald Trump selbst sagte auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus im
Mai 2025: „Wenn ich bestimmte Leute fragen würde, könnte ich es Ihnen
sagen, ohne viel Geld für eine Untersuchung verschwenden zu müssen … Ich
denke, viele Leute wissen, wer sie in die Luft gejagt hat.“ Zuvor hatte
ein Reporter Trump gefragt, ob er beabsichtige, eine formelle
Untersuchung der Explosionen der Nord-Stream-Pipeline einzuleiten. Trump
antwortete im Weißen Haus und deutete an, er verfüge bereits über
genügend Informationen, ohne Steuergelder auszugeben. Trump sagte
außerdem im Scherz, er selbst habe die Sprengung veranlasst – ein
Scherz, den der Präsident nach seinem freundschaftlichen Treffen mit
Putin in Alaska eher nicht mehr öffentlich wiederholen würde.
Die Verhaftung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Russland hat nach
Informationen der Berliner Zeitung während der laufenden Verhandlungen
mit den USA über die Normalisierung der Beziehungen von Anfang an darauf
bestanden, dass die Täter ausgeforscht werden. Anfang August sagte
Dmitri Poljanski, amtierender Ständiger Vertreter Russlands bei den
Vereinten Nationen, laut Tass, die „Wahrheit über die Sprengung der
Pipelines Nord Stream und Nord Stream 2“ werde „trotz des Widerstands
westlicher Länder ans Licht kommen und alle Verantwortlichen würden
gefunden und bestraft“.
Wenn die Segelboot-Version mit ukrainischer Beteiligung offiziell
bestätigt wird, könnte auch der ukrainische Präsident Wolodymyr
Selenskyj unter Druck geraten. Denn es ist zu erwarten, dass
Spekulationen über die Verbindung der mutmaßlichen Täter zur Regierung
aufkommen. Russland betont, dass der Anschlag aufgeklärt werden müsse,
um gegen Angriffe auf die internationale Energie-Infrastruktur
abzuschrecken. Erst vor wenigen Tagen hatte die Ukraine die
Druschba-Pipeline unter Beschuss genommen, die für die Energieversorgung
Ungarn von zentraler Bedeutung ist.
Seit Anfang Juli hat die Ukraine nach Angaben Kiews mindestens vier
große Ölraffinerien in Russland angegriffen. Solche Angriffe haben in
den vergangenen Monaten laut der Financial Times (FT) zugenommen. Der
jüngste ukrainische Drohnenangriff ereignete sich am Donnerstag auf die
Raffinerie Nowoschachtinsk in Südrussland, die jährlich rund fünf
Millionen Tonnen raffinierter Produkte produziert, die sie normalerweise
größtenteils exportiert.
Die Großhandelspreise für Benzin in Russland haben infolge der Angriffe
diese Woche Rekordhöhen erreicht, und in mehreren Regionen ist der
Kraftstoff aufgrund ukrainischer Drohnenangriffe auf Raffinerien knapp.
Die Krise veranlasste Moskau letzte Woche, den Export von Benzin
auszusetzen, um raffinierte Produkte für den heimischen Markt zu
erhalten, so die FT.
Berliner Zeitung 21.8.2025
*Botschafter:
Russland verlangt vollständige Aufklärung von Nord Stream-Anschlag
*Bezüglich der Festnahme eines mutmaßlichen Beteiligten des Anschlags
auf die Nord-Stream-Pipelines in Italien sagte der russische Botschafter
in Deutschland, Sergej Netschajew, der Berliner Zeitung: „Die russische
Seite besteht weiterhin auf einer objektiven und vollständigen
Untersuchung des Terroranschlags auf die Nord-Stream-Pipelines, der
Feststellung und Bestrafung der Täter und Organisatoren.“ Die
Sprengungen seien „eklatante Akte des internationalen Terrorismus“.
Netschajew: „Diese Einschätzung der russischen Seite wurde letztes Jahr
vom damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz de facto bestätigt.“
Der Botschafter merkte an, dass die „von den Küstenstaaten initiierten
nationalen Ermittlungen“ keine „greifbaren Ergebnisse“ gebracht hätten:„
Dänemark und Schweden zogen sich eilig zurück unter Hinweis auf die
Unmöglichkeit, die Schuldigen auf ihrem Hoheitsgebiet festzustellen.“
Nur noch Deutschland habe die Ermittlungen fortgesetzt, „wovon die
heutige Festnahme des ukrainischen Staatsangehörigen in Italien zeugen
soll“. Allerdings stünden „momentan definitiv noch nicht ausreichende
Informationen zur Verfügung“.
Netschajew weiter: „Ich möchte daran erinnern, dass der beispiellose
Sabotageakt gegen kritische Infrastruktur gerichtet war, die der
Energiesicherheit des ganzen europäischen Kontinents und in erster Linie
Deutschlands dienen sollte. Wenn die Nord-Stream-2-Pipeline in Betrieb
genommen worden wäre, hätte Deutschland zusätzlich etwa 55 Milliarden
Kubikmeter Gas pro Jahr bekommen. Gemeinsam mit Nord-Stream-1 hätte dies
fast komplett den internen Bedarf der deutschen Wirtschaft sowie der
Haushalte decken können.“
Daher sei es nicht verwunderlich, „dass viele deutsche Politiker und
Geschäftsleute mehrfach die Wiederaufnahme der energiepolitischen
Zusammenarbeit mit Russland mit Fokus auf Gaslieferungen durch den
unbeschädigten Strang der Nord-Stream-2-Pipeline und auf den zukünftigen
Wiederaufbau der durch Explosionen zerstörten Pipelines thematisiert
haben“. Der wirtschaftliche Wohlstand Deutschlands sei „seit Jahrzehnten
nicht zuletzt von der Einfuhr zuerst sowjetischer und dann russischer
Energieträger geprägt“ worden. Das sei eine unanfechtbare Tatsache. „Es
war ausschließlich die deutsche Seite, die eine politische Entscheidung
getroffen hat, auf diesen Kurs zu verzichten“, so Botschafter Netschajew.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Weiteres:
Ukrainischer Angriff auf Druschba-Pipeline
aus e-mail von Doris Pumphrey, 22. August 2025 ,16:39 Uhr
Berliner Zeitung 22.8.2025
*Erneuter Angriff auf Druschba-Pipeline:
Ungarn und Slowakei schlagen Alarm
*Erneuter Angriff auf die Druschba-Pipeline: Ungarn spricht von einem
„Versuch, uns in den Krieg zu ziehen“. Die Slowakei meldet einen
Lieferstopp. Kiew bekennt sich.
Liudmila Kotlyarova
Nach einem weiteren Drohnenangriff auf die Druschba-Pipeline sind die
Öllieferungen aus Russland nach Ungarn und in die Slowakei erneut
unterbrochen worden. Außenminister Péter Szijjártó sprach am
Freitagmorgen von einem „Angriff auf die Energiesicherheit“ seines
Landes, ohne jedoch direkte Beschuldigungen vorzunehmen. „Das ist ein
weiterer Versuch, uns in den Krieg hineinzuziehen. Das wird nicht
gelingen. Wir unterstützen weiterhin mit aller Kraft die Bemühungen um
Frieden und verteidigen unsere nationalen Interessen“, schrieb er auf
Facebook.
Auch die slowakische Wirtschaftsministerin Denisa Saková bestätigte am
Freitag einen Angriff nahe der belarussischen Grenze. Der Öltransport
sei gestoppt, das Ausmaß des Schadens werde untersucht. „Wir prüfen
derzeit die Lage vor Ort“, erklärte Saková ebenfalls auf Facebook.
*Druschba-Pipeline mehrmals Ziel von Attacken
*Die Leitung, die russisches Öl über Belarus nach Mitteleuropa
transportiert, ist innerhalb von zehn Tagen bereits zum dritten Mal
attackiert worden. In den vergangenen Tagen war die Versorgung bereits
mehrfach unterbrochen worden. Nach den Angriffen vom 13. und 18. August
wurden die Lieferungen nach Ungarn zeitweise gestoppt, konnten jedoch
nach Reparaturarbeiten jeweils wieder aufgenommen werden. Erst am 19.
August war der Betrieb der Pipeline wieder angelaufen.
Nach Angaben aus Moskau kam es in der Nacht zum Freitag in der Region
Brjansk zu einer massiven Drohnenwelle. Das Verteidigungsministerium
meldete 54 abgeschossene Drohnen, allein 19 davon über Brjansk.
Gouverneur Alexander Bogomaz erklärte, im Kreis Unecha sei eine
Treibstoffanlage in Brand geraten.
*Druschba-Pipeline: Ukraine bekennt sich zum neuen Angriff
*Während Russland selbst die jüngsten Attacken nicht kommentierte,
bekannte sich die Ukraine am Freitag offen zu dem neuen Angriff. Der
Generalstab in Kiew bestätigte den Einsatz von Drohnen gegen eine
Pumpstation der Druschba-Pipeline in der Region Brjansk. Ziel sei es,
Russlands Öl-Einnahmen und damit die Finanzierung des Krieges zu
schwächen, hieß es. Bereits am 18. August hatte Kiew eine ähnliche
Attacke eingeräumt.
Ungarn und die Slowakei gehören inzwischen zu den einzigen EU-Staaten,
die noch russisches Öl über die Druschba-Pipeline beziehen. Möglich ist
das durch eine Ausnahmeregelung vom EU-Embargo Ende 2022: Während
seeseitige Ölimporte verboten sind, bleibt Pipeline-Öl für die stark
abhängigen Länder Mittelosteuropas erlaubt. Polen und Deutschland hatten
ihre Lieferungen Anfang 2023 freiwillig beendet.
Die Debatte um die Pipeline ist daher auch politisch aufgeladen. Kiew
wirft Ungarn vor, trotz des Kriegsbeginns seine Abhängigkeit von
russischen Energielieferungen zu verfestigen. „Jetzt können Sie Ihre
Beschwerden und Drohungen an Ihre Freunde in Moskau richten“, hatte der
ukrainische Vizeaußenminister Andrij Sybiha nach der Attacke vom 18.
August süffisant an Budapest adressiert.
Szijjártó wiederum sieht die Angriffe als Versuch, Ungarn in den Krieg
hineinzuziehen, und betont die Neutralität seines Landes. Budapest
pflegt traditionell enge Beziehungen zu Moskau und blockierte in der EU
mehrfach strengere Energiesanktionen.
*EU-Kommission sieht keine Auswirkungen auf die Energiesicherheit der EU
*Die EU-Kommission äußerte sich bereits am 19. August zurückhaltend.
Sprecherin Eva Hrnčířová erklärte damals, die Drohnenangriffe hätten
„keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Energiesicherheit der EU“. Man
stehe in engem Austausch mit Ungarn und der Slowakei. Europa verfüge
über ausreichend Ölreserven, die Lage werde aber genau beobachtet.
Wie stark die jüngsten Schäden an der Pipeline sind und wie lange die
Reparaturen dauern, ist derzeit unklar. Klar ist jedoch: Die
wiederholten Attacken zeigen, dass Energieinfrastruktur ins Zentrum des
Krieges rückt – mit direkten Folgen für die Versorgungssicherheit
einzelner EU-Länder. Für Ungarn und die Slowakei, die stärker als andere
Mitgliedstaaten an russischem Öl hängen, bleibt die Druschba-Pipeline
ein neuralgischer Punkt.
Parallel zur Pipeline-Krise griff Russland laut Berichten in der Nacht
auf den 21. August die westliche Ukraine mit einer massiven Drohnen- und
Raketenoperation an. Unter anderem wurde in Mukatschewe eine
US-amerikanische Elektronikfabrik beschädigt. Präsident Selenskyj
verurteilte den Angriff mitten in Friedensvorhaben.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

Photo Credit: The Cradle
seniora.org, 22. August 2025, von Pepe Escobar 18.08.2025 – übernommen von thecradle.co
(Red.) Pepe Escobar benennt hier eines der zentralen Probleme des Hegemon: Die USA haben die Eskalationsdominanz in der nuklearen Rüstungsspirale verloren. „In Alaska ging es daher nicht nur um die Ukraine. In Alaska ging es vor allem darum, dass die beiden größten Atommächte der Welt versuchten, Vertrauen wiederaufzubauen und einen außer Kontrolle geratenen Zug in einem wahnsinnigen Hochgeschwindigkeitsrennen in Richtung nuklearer Konfrontation zu bremsen.“ Die Europäer (und ihre Mentoren im britisch-amerikanischen Deep State) wollen einfach nicht wahrhaben, dass dieser Zug abgefahren ist. Hoffentlich lassen sie sich noch einbremsen. (am)
Das Treffen zwischen Putin und Trump hat einige wichtige Geheimnisse gelüftet. Es hat gezeigt, dass Washington Russland als gleichberechtigte Macht betrachtet und dass Europa kaum mehr als ein nützliches Werkzeug der USA ist.
In Alaska ging es nicht nur um die Ukraine. In Alaska ging es vor allem darum, dass die beiden größten Atommächte der Welt versuchten, Vertrauen wiederaufzubauen und einen außer Kontrolle geratenen Zug in einem wahnsinnigen Hochgeschwindigkeitsrennen in Richtung nuklearer Konfrontation zu bremsen.
Angesichts des unberechenbaren Charakters von US-Präsident Donald Trump, der das hochkarätige Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin initiiert hatte, gab es keine Garantien. Dennoch könnte sich ein neues Paradigma abzeichnen. Russland wurde von den USA de facto als gleichberechtigte Macht anerkannt. Das bedeutet zumindest die Rückkehr zu einer hochrangigen Diplomatie, wo sie am dringendsten benötigt wird.
Unterdessen entsendet Europa eine Reihe machtloser Staats- und Regierungschefs nach Washington, um sich vor dem Kaiser zu verbeugen. Das Schicksal der EU ist besiegelt: Sie wird in den Mülleimer der geopolitischen Bedeutungslosigkeit wandern.
Was Trump persönlich und Putin gemeinsam beschlossen haben, noch bevor Moskau den symbolträchtigen Ort Alaska als Tagungsort vorschlug, bleibt geheim. Es wird keine Informationslücken über den vollständigen Inhalt geben.
Es ist jedoch bezeichnend, dass Trump selbst Alaska mit 10 von 10 Punkten bewertet hat.
Die wichtigsten Erkenntnisse, die von Quellen in Moskau mit direktem Zugang zur russischen Delegation bis hin zum 3:3-Format weitergegeben wurden (ursprünglich war ein 5:5-Format vorgesehen, aber andere wichtige Mitglieder, wie Finanzminister Anton Siluanov, haben ihren Beitrag geleistet), betonen Folgendes:
„[Putin] hat klar zum Ausdruck gebracht, dass alle direkten Waffenlieferungen der USA an die Ukraine als entscheidender Schritt zur Lösung eingestellt werden müssen. Die Amerikaner haben akzeptiert, dass die Lieferungen tödlicher Waffen drastisch reduziert werden müssen.“
Danach ist Europa am Zug. Die Quellen präzisieren:
„Von den 80 Milliarden Dollar des ukrainischen Haushalts stellt die Ukraine selbst weniger als etwa 20 Milliarden Dollar bereit. Die Nationalbank der Ukraine gibt an, allein 62 Milliarden Dollar an Steuern einzunehmen, was eine Lüge ist; bei einer Bevölkerung von etwa 20 Millionen Menschen, weit über einer Million irreversiblen Verlusten auf dem Schlachtfeld, einer dezimierten Industrie und weniger als 70 Prozent des vor dem Maidan kontrollierten Territoriums ist das einfach unmöglich.“
Europa – also die NATO/EU-Koalition – steht also vor einem ernsthaften Dilemma: „Entweder man unterstützt die Ukraine finanziell oder militärisch. Aber nicht beides gleichzeitig. Sonst bricht die EU selbst noch schneller zusammen.
Vergleichen Sie nun all das mit der wohl wichtigsten Passage aus einem der Beiträge von Trump auf Truth Social: „Alle waren sich einig, dass der beste Weg, um den schrecklichen Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu beenden, ein direktes Friedensabkommen ist, das den Krieg beendet, und nicht nur ein Waffenstillstandsabkommen, das oft nicht eingehalten wird.“
Hinzu kommt die wesentliche Würze, die der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew beisteuert:
„Der Präsident Russlands hat dem US-Präsidenten persönlich und ausführlich unsere Bedingungen für die Beendigung des Konflikts in der Ukraine dargelegt (...) Am wichtigsten ist: Beide Seiten haben die Verantwortung für das Erreichen künftiger Ergebnisse in den Verhandlungen über die Beendigung der Feindseligkeiten direkt Kiew und Europa übertragen.“
Das nenne ich mal eine Annäherung der Supermächte. Der Teufel steckt natürlich im Detail.
In Alaska vertrat Wladimir Putin nicht nur die Russische Föderation, sondern die BRICS insgesamt. Noch bevor das Treffen mit seinem US-Amtskollegen der Welt bekannt gegeben wurde, telefonierte Putin mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Schließlich ist es die Partnerschaft zwischen Russland und China, die das geostrategische Drehbuch dieses Kapitels des Neuen Großen Spiels schreibt.
Darüber hinaus haben die Spitzenpolitiker der BRICS-Staaten eine Reihe von Telefonaten geführt, die nach Einschätzung des brasilianischen Präsidenten Luiz Inacio „Lula“ da Silva zu einer konzertierten BRICS-Front gegen die Zollkriege von Trump geführt haben. Das Imperium des Chaos, die Trump 2.0-Version, befindet sich in einem hybriden Krieg gegen die BRICS-Staaten, insbesondere gegen die fünf größten: Russland, China, Indien, Brasilien und Iran.
Putin hat also in Alaska einen kleinen Sieg errungen. Trump: „Zölle auf russische Ölimporte sind derzeit nicht erforderlich (...) Ich werde vielleicht in zwei bis drei Wochen darüber nachdenken müssen.“
Selbst unter Berücksichtigung der vorhersehbaren Volatilität eröffnet die Fortsetzung des hochrangigen Dialogs mit den USA den Russen eine Möglichkeit, die Interessen ihrer BRICS-Partner direkt voranzubringen – darunter beispielsweise Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate, die durch die Sanktionen/Zölle und die damit einhergehende grassierende Russophobie an einer weiteren wirtschaftlichen Integration in Eurasien gehindert werden.
Leider trifft nichts davon auf den Iran zu: Die zionistische Achse hat jeden Winkel der Washingtoner Politik gegenüber der Islamischen Republik fest im Griff.
Es ist klar, dass sowohl Trump als auch Putin ein langes Spiel spielen. Trump will den lästigen zweitklassigen Schauspieler in Kiew loswerden – aber ohne die altbewährten US-Taktiken für Staatsstreiche und Regimewechsel anzuwenden. In seinen Augen zählen nur zukünftige, mögliche Mega-Handelsabkommen über russische Bodenschätze und die Erschließung der Arktis.
Putin muss auch mit innenpolitischen Kritikern fertig werden, die ihm keine Zugeständnisse verzeihen werden. Die verzweifelten Spekulationen westlicher Medien, er würde im Gegenzug für die gesamte Donetsker Republik ein Einfrieren der Front in Saporischschja und Cherson anbieten, sind Unsinn. Das würde gegen die Verfassung der Russischen Föderation verstoßen.
Darüber hinaus muss Putin regeln, wie US-Unternehmen Zugang zu zwei Gebieten erhalten, die für die föderalen Prioritäten von zentraler Bedeutung sind und eine Frage der nationalen Sicherheit darstellen: die Erschließung der Arktis und des russischen Fernen Ostens. All dies wird in zwei Wochen auf dem Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok ausführlich diskutiert werden.
Einmal mehr gilt: Folgen Sie dem Geld! Die Oligarchen beider Länder – in den USA und in Russland – wollen so schnell wie möglich zu profitablen Geschäften zurückkehren.
Putin, unterstützt von Außenminister Sergej Lawrow – dem unangefochtenen Mann des Tages mit seinem CCCP-Modestatement – hatte endlich ausreichend Zeit, nämlich 150 Minuten, um die Ursachen der russischen Sonderoperation (SMO) detailliert darzulegen und die Gründe für einen langfristigen Frieden zu erläutern: Neutralität der Ukraine, Verbot und Auflösung neonazistischer Milizen und Parteien, kein weiterer NATO-Beitritt.
Geopolitisch gesehen ändert das, was sich aus Alaska entwickeln mag, nichts an der Tatsache, dass Moskau und Washington zumindest etwas strategischen Spielraum gewonnen haben. Das könnte sogar einen neuen Anlauf zur Achtung der Einflusssphären beider Mächte ermöglichen.
Kein Wunder also, dass die atlantische Front, von Europas altem Geldadel bis hin zu den bling-bling-Neulingen, ausflippt, denn die Ukraine ist eine riesige Geldwäschereimaschinerie für Eurotrash-Politiker. Die kafkaeske EU-Maschinerie hat die EU-Mitgliedstaaten und die EU-Steuerzahler bereits in den Bankrott getrieben – aber das ist ja nicht Trumps Problem.
In den Breitengraden der globalen Mehrheit zeigte Alaska ganz deutlich, wie der Atlantizismus bröckelt – und machte damit klar, dass die USA ein gefügiges Europa wollen, das sich der Strategie der Spannung unterwirft, sonst gäbe es keinen EU-Militärausgabenanstieg, bei dem Milliarden für überteuerte amerikanische Waffen ausgegeben werden, die sich niemand leisten kann.
Gleichzeitig wollen die Drahtzieher in Washington trotz der gierigen privaten Absichten der US-Oligarchen gegenüber russischen Unternehmen in Wirklichkeit die Integration Eurasiens und damit jede multilaterale Organisation – BRICS, SCO – zerschlagen, die eine neue, multinodale Weltordnung anstrebt.
Natürlich bleibt eine Kapitulation der NATO – auch wenn sie strategisch auf ganzer Linie besiegt ist – ein Anathema. Trump versucht bestenfalls, mit seiner üblichen Fanfare etwas zu basteln, das sich als Ausstiegsstrategie des Deep State verkaufen lässt, um den nächsten ewigen Krieg vorzubereiten.
Putin, der russische Sicherheitsrat, die BRICS und die globale Mehrheit machen sich darüber keine Illusionen.
Quelle: The Cradlehttps://thecradle.co/articles-id/32594
Mit freundlicher Genehmigung übernommen.Die Übersetzung besorgte Andreas Mylaeus
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

lostineu.eu, vom 22. August 2025
Wie nutzen Deutschland und die EU ihre “letzte Chance”? – In der Wirtschaftspolitik hat EU-Chefin von der Leyen vor US-Präsident Trump kapituliert. Auch sonst sieht es nicht gut aus. Teil 9 von 10 der Sommerserie
Beginnen wir mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Trends aus der letzten Legislaturperiode:
Soweit der Befund aus dem E-Book “Die Kommission der letzten Chance” von Januar 2025. Sechs Monate später hat sich an der Analyse nichts geändert. Doch die Lage ist noch ernster geworden.
Zwar hat die neue EU-Kommission einen “Kompass für Wettbewerbsfähigkeit” vorgelegt, mit dem sie die Empfehlungen von Draghi umsetzen will. Der Schwerpunkt liegt auf der Entbürokratisierung, die in sog. “Omnibus”-Paketen erfolgen soll.
Doch ein europäischer “Marshallplan” fehlt, die Investitionen bleiben weit hinter dem Bedarf zurück. Deshalb dürfte der Weg in die “langsame Agonie” weitergehen. Nur aus Deutschland kommen neue Impulse (mehr dazu in der nächsten Folge).
Es kommt jedoch ein neues, unerwartetes Problem hinzu: Von der Leyen hat im Handelskrieg mit US-Präsident Trump kapituliert. Sie hat nicht nur höhere US-Zölle auf europäische Exporte akzeptiert, sondern sogar Investitionen in den USA zugesagt!
Dies ist eine wirtschaftspolitische Niederlage erster Ordnung. Die stolze und angeblich größte Handelsmacht EU beugt sich dem Druck der USA – was bedeutet, dass die EU-Kommission in ihrem wichtigsten Aufgabengebiet – dem Außenhandel – versagt.
Die viel beschworene “strategische Autonomie” wird ad absurdum geführt. Denn von der Leyen ist Trump ausgerechnet in den strategisch wichtigen Bereichen Energie und Rüstung weit entgegengekommen; dort wird die EU künftig noch abhängiger.
Dies gilt auch für die so genannte “Künstliche Intelligenz”. Dort übernehmen die USA sogar die Kontrolle über ihre Nutzung. Außerdem sollen einige EU-Regeln wie das europäische Lieferkettengesetz den Wünschen der Trump-Administration angepasst werden.
Auf ihre “letzte Chance” in der Wirtschaftspolitik reagiert die deutsche EU-Chefin letztlich mit einer Abhängigkeitserklärung. Kurzfristig mag dies helfen, einen offenen Handelskrieg zu verhindern – langfristig ist es jedoch fatal.
Denn auf diesen schlechten “Deal” (der immer noch nicht fertig ausgehandelt ist) dürften weitere Forderungen aus den USA folgen. In der Ukraine-Politik ist dies offensichtlich, in der China-Politik zeichnet es sich bereits ab…
Die nächste Folge der Sommerserie kommt am Montag. Alle Folgen hier. Siehe auch Drei (schlechte) Gründe für die Kapitulation vor Trump
P.S. Am 21. August legte die EU-Kommission eine Rahmenvereinbarung mit neuen Details zum Handelsdeal vor. Daraus geht hervor, dass sich die EU noch stärker den USA unterwirft als bisher bekannt. Siehe dazu meinen Bericht in der “taz”
‹ Ukraine: Nun stellt auch Selenskyj Bedingungen
3 Comments
Michael
22. August 2025 @
11:16
Ist UvdL überhaupt legitimiert zu kapitulieren?
Thomas Damrau
22. August 2025 @
10:19
Was soll ich sagen: Wir müssen uns nicht wundern, wenn von immer mehr EU-BürgerInnen eine Entmachtung der Kommission in Brüssel gefordert wird.
Der Dilettantismus ist zu offensichtlich.
Und natürlich die „Amtsanmaßung“ der Frau von den Laien, die Trump Zugeständnisse macht, für die sie von niemandem autorisiert ist. Und das EU-Parlament wird immer mehr zum Kurorchester, das im Hintergrund zum Amüsement beiträgt, während es in die eigentlichen Entscheidungsprozesse nicht eingebunden ist.
Autokratie über die Hintertür.
Arthur Dent
22. August 2025 @
10:16
Der Zugang zu “billiger” Energie ist die Grundlage volkswirtschaftlichen Wohlstands – hat man aber bis jetzt noch nicht verstanden.
Handel beruht auf gegenseitigem Geben und Nehmen – hat aber bis jetzt noch nicht verstanden.
Der Draghi-Plan bedeutet eine Abkehr von der Marktwirtschaft hin zur Subventionswirtschaft, echte Innovationen bleiben da auf der Strecke – hat man aber auch noch nicht verstanden.
Die “grüne” Identität, die man sich so tugendhaft umhängen will, stellt eine weitere Belastung für eine rationale und pragmatische Energie- und Industriepolitik da.
Was sagen Sie dazu?
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Weiteres:
Ukraine: Nun stellt auch Selenskyj Bedingungen
lostineu.eu, vom 21. August 2025
Nach EUropäern und Russen stellt nun auch Ukraines Staatschef Selenskyj Bedingungen für ein Treffen mit Kremlchef Putin und Friedensverhandlungen. Er wolle erst Details der Sicherheitsgarantien sehen, bevor er sich mit Putin treffe, so Selenskyj laut “Guardian”. Er setzte sogar eine Frist von sieben bis zehn Tagen. Doch so schnell mahlen die Mühlen in Brüssel nicht. Klar ist bisher nur, dass Deutschland und die EU die USA dafür bezahlen sollen, dass sie Waffen an die Ukraine liefern und sich auch um Garantien – z.B. Luftüberwachung – kümmern. Doch wer was macht und ob es eine Beistandsklausel geben wird, ist weiter völlig offen. – Unterdessen wurde bekannt, dass ein mutmaßlicher Drahtzieher des Attentats auf die Nordstream-Gaspipelines in Italien festgenommen wurde…
Siehe auch Für Waffen und Garantien: “Trump kassiert Aufschlag von der EU”
P.S. Noch eine Einschränkung: Selenskyj lehnt China als Schutz- und Garantiemacht ab. Außerdem fordert er Sicherheitsgarantien, wie sie Israel genießt. Das heißt, die USA und EUropa sollen die Ukraine bedingungslos unterstützen, so wie derzeit im Nahen Osten…
‹ EU soll für US-Sicherheitsgarantien zahlen › Letzte Chance in der Wirtschaftspolitik: Von der Leyen kapituliert
9 Comments
Bogie
22. August 2025 @
11:48
Was könnte es Besseres geben als ein totaler Freibrief zum Töten von beliebig vielen Zivilisten? Der feuchte Traum aller sich auswählt fühlenden Menschen! Deutschland hat ja viel Erfahrung darin, wie man die Soldateska dann auch dazu bringt das durchzuziehen.
Dann würden nicht nur die Israelis und die Amerikaner sondern auch noch die Ukrainer die Drecksarbeit für uns erledigen.
Win-win quasi.
Aber mal im Ernst: Ist dieses Deutschland einschließlich der Menschen mit denen ich aufgewachsen und über 60 Jahre gut gelebt habe, jetzt vollständig verrückt geworden?
Helmut Höft
22. August 2025 @
07:02
Nachtrag zu den Sprengstoffspuren: Mit chemischer Feinanalyse (Gaschromatographie) lässt sich die Spur des Sprengstoffs zum Herkunftsort verfolgen. Jede kompexe Fabrikation eines komplexen Chemieproduktes (hier eines Sprengstoffs) hinterlässt ihren Fingerabdruck im Produkt. Man hört darüber nichts à la „Sprengstoff aus Russland nachgewiesen“! Da wurde wohl etwas „übersehen“ (oder gepfuscht? nicht beachtet?).
Helmut Höft
22. August 2025 @
06:52
Es ist zum kotzen: … ein mutmaßlicher Drahtzieher des Attentats auf die Nordstream-Gaspipelines in Italien festgenommen wurde… Ein sachgerechter Umgang der Politik mit Oakhams Rasiermesser scheint niemals nicht ???? möglich: … heuristisches Forschungsprinzip aus der Scholastik, das bei der Bildung von erklärenden Hypothesen und Theorien höchstmögliche Sparsamkeit gebietet. Kurz: Bei Hypothesen-/Theoriebildung über etwas ist diejenige Hypothese/Theorie mit der kleinsten Zahl an Variablen zu bevorzugen (“möglichst nicht um viele Ecken denken”, weil je mehr Ecken – Variable – umso unwahrscheinlicher).
Man sollte diese Segelyachtstory mit allem Drum und Dran endlich und final “klöckern”! Die Anwesenheit von entsprechend ausgestatteten und ausgebildeten US-Kampfeinheiten beim BALTOPS 2022 https://de.wikipedia.org/wiki/BALTOPS ist zu einfach? m( Dann doch lieber eine Segelyachtstory – um drei Ecken gechartert, mit Profitauchern, Ausrüstung, Druckkammer, med. Personal usw., mit privat besorgten ~ 1 to. militärischem Sprengstoff – von dem einige Spuren (dekorativ?) gefunden wurden … … … m(
Zum x-ten Mal: https://www.moonofalabama.org/2022/09/whodunnit-facts-related-to-the-sabotage-attack-on-the-nord-stream-pipelines.html und hier https://www.fehmarn24.de/fehmarn/der-us-navy-passiert-fehmarnbelt-grosser-flottenverband-91809308.html und hier (Höhepunkt ab ~ 1’20”– und BuKa Scholz stand daneben!) https://www.youtube.com/watch?v=hqFX635fcas
“Unsere” Propaganda ist mindestens genauso bescheuert wie die der anderen Seite.
Guido B.
22. August 2025 @
05:59
Eher treffen sich ein Tintenfisch und eine Schneeziege als Putin und Selenski. Was soll der Kreml-Chef mit Uschis Teddybärchen anfangen? Der ist ja nicht mal legitimiert, die eigene Kapitulation zu unterschreiben.
Abgesehen davon hat er gerade eine Großoffensive gegen Russland angekündigt, wahrscheinlich mit Taurus-Raketen. Es wird langsam Zeit, Uschi den Teddybär und der Ukraine den falschen „Diener“ wegzuehmen.
Karl
21. August 2025 @
17:03
Nach wie vor niemand redet über Neutralität. Alle reden drumherum und Wünsch-Dir -Was.
Als hätte die Ukraine nicht ziemlich gut gelebt mit ihrer Neutralität bis 2014. Jedenfalls besser als heute, mit ca. 15-20 Millionen Einwohnern mehr (davon 1,7 Mio. gefallene Soldaten nach den neuesten Zahlen), sozialökonomisch auf einem Niveau, das für die Ukraine heute unerreichbar ist.
Auch das neutrale Österreich lebt besser als nicht-neutrale Deutschland!
Trump hat verstanden, dass die USA mit Sekundärsanktionen China nicht in die Knie zwingen können, sondern vielmehr die USA sich dadurch selber ins Knie schössen. Deshalb kam der Alaska-Gipfel zustande, durch ihn hat Trump verstanden, dass die Sekundärsanktionen vom Tisch sind und dass Russland den Krieg gewonnen hat. (Die USA haben ihre Schlachten gewonnen, vor allem die Abkopplung Deutschlands von Russland; ihr Ziel ist der Krieg gegen China.)
Infolgedessen steht nun der nächste Schritt an: Das Zurückdrehen des Putsches von 2014. Zurück zur Neutralität der Ukraine, zu ihrer auch wirtschaftlichen Brückenfunktion zwischen Ost und West.
Aber das geht in die transatlantischen Kriegsköpfe nicht hinein: So schön hatten sie den Fisch bereits am Haken, sogar Kursk war wieder “unser”. Die Leos standen kurz vor Kursk. Das war so schön, und jetzt aus der Traum.
Im Gegensatz zu Trump schießen sich die EUropäer ins eigene Knie – und zwar täglich.
Arthur Dent
21. August 2025 @
15:33
Hier wird der zwölfte Schritt vor dem ersten getan. Die Diskussionen um Sicherheitsgarantien, Schutztruppen und dergleichen sind zum jetzigen Zeitpunkt völlig irrelevant. Es hat noch keine Gespräche zwischen Kiew und Moskau gegeben, aber EU und Ukraine bemühen sich, Friedensverhandlungen so gut wie nur möglich zu torpedieren.
KK
21. August 2025 @
14:38
“Unterdessen wurde bekannt, dass ein mutmaßlicher Drahtzieher des Attentats auf die Nordstream-Gaspipelines in Italien festgenommen wurde…”
Muahahahaha… natürlich ein Ukrainer…
Der wirkliche Drahtzieher ist bekannt, er hat eine derartige Aktion schliesslich öffentlich in einer Pressekonferenz am 07.02.2022 – also noch vor Kriegsausbruch – in Anwesenheit des damaligen Bundeskanzlers Scholz regelrecht angekündigt! Und letztlich wurde die Sabotage bereits kurz danach durch seinen Aussenminister als “eine enorme Chance für USA” eingeordnet – also kommt auch noch der “cui bono”-Aspekt als weiteres Indiz für die wahren Hintermänner hinzu…
Arthur Dent
22. August 2025 @
09:18
@KK
Na klar, in Treue fest und in unverbrüchlicher Freundschaft steht Deutschland zu seinen Verbündeten, auch wenn die unsere Energieversorgung sabotiert haben. War bestimmt nur ein Versehen. ????
Erneuerung
21. August 2025 @
14:08
Es ist schon traurig, dass derjenige Bedingungen stellt, der für den gesamten Absturz Europas einer der Hauptverantwortlichen ist. Warum darf ich keine Bedingungen stellen, z. B. dass ich keine Steuern mehr zahle, wenn meinen Kindern und Enkeln die Zukunft genommen wird? Aah, ich vergaß, ich bin nicht auf Linie und daher kann man mit mir und meinem Geld machen, was man möchte, also z.B. verbrennen oder aber in die Taschen der Ukronazis stecken.
Was sagen Sie dazu?
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Weiteres:
EU soll für US-Sicherheitsgarantien zahlen
lostineu.eu, vom 20. August 2025
Die USA machen glänzende Geschäfte mit dem Krieg in der Ukraine. Die EU zahlt nicht nur die amerikanischen Waffen, sondern auch noch zehn Prozent Aufschlag für neue Sicherheitsgarantien – sagt Finanzminister Bessent.
Das Geld könne für die Kosten genutzt werden, die die nach einem Friedensschluss geplanten US-Sicherheitsgarantien für die Ukraine verursachen, sagte Bessent in einem Interview mit “Fox News”. Dies sei beim Ukraine-Gipfel in Washington vereinbart worden.
Allerdings wollen die Amerikaner bisher nur Luftraumüberwachung und -unterstützung leisten. Präsident Trump hat die Entsendung von Soldaten ausgeschlossen.
Der Zehn-Prozent-Aufschlag kommt offenbar zu den 100 Mrd. Dollar hinzu, die die EUropäer bei ihrem Ukraine-Gipfel mit Trump in Washington zugesagt haben.
Damit würden sie – d.h. vor allem Deutschland – auch die amerikanischen Sicherheitsleistungen für die Ukraine zahlen. Und das sogar nach dem Ende des Krieges!
Trump sieht den von ihm angestoßenen Friedensprozess offenbar vor allem als lukratives Geschäft, bei dem er die EU, die Ukraine und womöglich auch Russland ausquetschen kann…
Derweil ringen die EUropäer weiter um ihre eigenen Sicherheitsgarantien. Wenn Deutschland – wie von Kanzler Merz angedacht – Soldaten schickt, dürfte das neue Milliarden-Kosten verursachen.
Merz hatte zuvor bereits die Erhöhung des deutschen Nato-Beitrags sowie den Kauf von Patriots-Systemen in den USA zugesagt. Für die Ukraine ist ihm offenbar nichts zu teuer…
Siehe auch “Update Ukraine: EU will mehr US-Waffen und Sanktionen”
P.S. Russland will an möglichen Sicherheitsgarantien für die Ukraine mitwirken und ein Vetorecht erhalten. “Der Westen versteht sehr gut, dass eine ernsthafte Diskussion über Sicherheitsgarantien ohne die Russische Föderation eine Utopie ist”, sagte Außenminister Lawrow. Zuvor hatte Moskau bereits “Friedenstruppen” aus Nato-Ländern abgelehnt…
‹ Merz erschüttert das Vertrauen in die Demokratie › Ukraine: Nun stellt auch Selenskyj Bedingungen
13 Comments
Helmut Höft
21. August 2025 @
18:22
Die Alternativen sind klar: Die USA liefert Schutz für EU – nicht zu letzt auch für deren eigene Interessen – und zahlt dafür mit, oder: Die EU bezahlt die Party komplett und die Amerikaner ziehen sich an Ihre Nord- und Süd-Landesgrenze zurück. Freiheitstag für alle: Die Amis sind zu Hause, der Rest ist frei!
Guido B.
21. August 2025 @
14:42
Die Verzweiflung in Deutschland muss sehr groß sein. Echt süß, der Herrenmensch Wadephul …
Aktuelle Meldung auf srf.ch:
Wadephul verlangt von China mehr Druck auf Putin
Der deutsche Aussenminister Johann Wadephul verlangt von China mehr Druck auf Kremlchef Wladimir Putin für einen sofortigen Waffenstillstand in der Ukraine. China müsse endlich entdecken, «dass es eine aktive Rolle bei der Beendigung dieses Konfliktes spielen muss. Das hat China bisher bedauerlicherweise nicht gemacht, obwohl es mehrfach dazu aufgefordert worden ist», sagte er nach einem Treffen mit dem Generalsekretär der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean in der indonesischen Hauptstadt Jakarta.
Er forderte Peking auf, «in eine aktive Rolle hineinzugehen, diesen Konflikt zu beenden und insbesondere politischen Druck, aber auch wirtschaftlichen Druck, auf Russland auszuüben, jetzt endlich verhandlungsbereit sich zu zeigen».
Arthur Dent
21. August 2025 @
12:52
Früher hatten wir mit Gisela Schlüter nur eine “Quasselstrippe der Nation”, mittlerweile besteht die ganze Politik nur noch aus Quasselstrippen. Man macht viel Lärm um nichts und kümmert sich am liebsten um ungelegte Eier.
Karl
21. August 2025 @
11:16
Sie kennen das kleine 1 x 1 der Politik nicht. Ist Dyskalkulie das neue Vasallenleiden? Sie verstehen immer noch nicht, dass eine Neutralität Sicherheitsgarantien von NATO-Ländern oder Russland ausschließt – sonst ist es keine Neutralität. Das hat Mearsheimer sehr gut erklärt.
Helmut Höft
21. August 2025 @
18:15
@Karl
Das hast Du mit Deinem lakonischen Kommentar ebenfalls sehr gut ausgedrückt: “Wenn schon nicht die Ukraine in die NATO kommt, dann kommt die NATO – als Sischerheid … – in die Ukraine!” m(
Michael
21. August 2025 @
10:02
Äußerst erhellende Lektüre:
https://globalbridge.ch/die-verbotene-vorgeschichte/
european
21. August 2025 @
10:00
Heute auf den Nachdenkseiten ein sehr deutlicher Kommentar von Marcus Kloeckner: “Die Ukraine braucht nur eine Sicherheitsgarantie: Die westliche Machtpolitik soll ihre Finger von dem Land lassen!”
Guido B.
21. August 2025 @
07:50
Laut Russia Today konnten russische Hacker auf eine Kartei der ukrainischen Streitkräfte zugreifen, in der u.a. die Ausfälle der Soldaten protokolliert werden. Demnach soll die Armee bisher über 1,7 Millionen Soldaten verloren haben (Tote und Vermisste),
Ob das Fake News sind oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls würde die Zahl erklären, warum der Westen so scharf auf einen sofortigen Waffenstillstand ist und Trump ein Treffen mit Putin organisiert hat.
Und es würde erklären, warum die Russen bisher mehr Wert auf die Dezimierung der ukrainischen Streitkräfte gelegt haben als auf Geländegewinne.
Die Zahl passt jedenfalls ins Bild. Die ukrainische Armee ist weitgehend zerrieben und kann der russischen Offensive nicht mehr viel entgegenhalten. Der Krieg ist verloren.
Der Westen versucht nun, wenigstens den Rest der Ukraine abzusichern – mit No-Fly-Zone und Truppenpräsenz. Selbstverständlich werden auch die Sanktionen weiter verschärft.
Ich glaube, unter den westlichen „Leadern“ (Hanswürsten) hat sich der Konsens eingestellt, dass die Rückeroberung der besetzten Gebiete nicht machbar ist. Die Strategie besteht nun darin, dass Russland seinen Sieg möglichst teuer erkaufen muss.
Eine Truppenpräsenz in der Ukraine lehnt Russland strikt ab. Das bedeutet, dass der Krieg so lange weitergeht, bis die Ukraine kapituliert und Russland die Friedensbedingungen diktieren kann.
Die andere Variante ist, dass die NATO „all in“ geht. Dagegen dürfte sich allerdings der POTUS mit Händen und Füßen wehren.
Sieht übel aus für Selenski. Er hat sein Land zugrunde gerichtet.
Stef
21. August 2025 @
07:41
Merz, vdL und Konsorten würden alles dafür tun, dass der Weg der Militarisierung fortgesetzt wird. Im Zuge der Beschlussfassung über Sondervermögen und Rüstungsschulden haben sie in Politik und Wirtschaft garantiert schon voluminöse Versprechen auf lukrative „Beschaffungen“ platziert, um die abschmierende Konjunktur zu stützen und andere politische Begehrlichkeiten auszubalancieren. Der großangelegte Griff in die fremden Taschen verschafft ihnen Spielräume zur Kompensation der zunehmenden politischen Machtlosigkeit Europas mittels Geschenken. Sprich: Trump gewährt protokollarische Aufwertung gegen Bezahlung.
Inzwischen basiert das gesamte politische Konzept der deutschen und europäischen Politelite auf dem drohenden Krieg mit Russland. Fällt dieses Szenario weg, stehen sie nicht nur nackt da, es droht vermutlich sogar Gefägnis.
So sieht es aus, wenn auf den Krieg gewettet wird. Frieden steht da nur im Weg.
Arthur Dent
20. August 2025 @
23:20
Das norwegische Nobelkomitee sollte vielleicht schon mal anfragen, was sie Trump zahlen müssten, damit er den Friedensobelpreis auch annimmt. ????
Michael
20. August 2025 @
22:41
Die Idioten in der EU begreifen nicht dass es nicht um die Ukraine oder NATO geht sondern um die zukünftige Sicherheitsarchitektur in Europa und dass Russland ein Teil Europas ist und das Europa ein Teil Eurasiens ist!
Bogie
20. August 2025 @
21:27
Was soll eigentlich dieses penetrante Gerede von NATO-Soldaten in der Ukraine. Es wird keinen Frieden geben mit der NATO in der Ukraine.
Jeffrey Sachs erklärt ziemlich deutlich, was der Ukraine helfen könnte: Die Neutralität! (Zu finden auf YouTube, Instagram)
Was sagen Sie dazu?
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
aus e-mail von Friedensbüro Hannover, 22. August 2025, 41:06 Uhr
Liebe Friedensfreundinnen und -freunde,
vor uns liegt der Antikriegstag am 1. September. Die IGMetall lädt um 16 h zu ihrer Gedenkveranstaltung am Maschsee-Mahnmal ein, anschließend spricht Helga Schwitzer um 17 h in der Aegidienkirche für den DGB.
Das Friedensbüro lädt euch zum Di 2.9.25 um 19 h im Pavillon zum Friedenspolitischen AK zum Thema „Zivil-militärische Zusammenarbeit – was kommt da auf uns zu?“ ein. Wir haben oft den Eindruck, daß ein kommender Krieg systematisch vorbereitet wird – auch damit, daß wir über die Folgen eines Krieges beruhigt werden sollen. Das „GRÜNBUCH ZMZ 4.0 zur Zivil-Militärischen Zusammenarbeit im militärischen Krisenfall“ (von einer Arbeitsgruppe aus dem vorigen Bundestag) findet ihr auf unserer Internetseite.
Das nächste große Ereignis der Friedensbewegung sollen die bundesweiten Demonstrationen „Gegen die Hochrüstung mit ihren unsozialen Konsequenzen. Gegen die Mittelstreckenwaffen. Gegen die innere Militarisierung. Gegen die Bedrohungslüge. Für die Beendigung aller Kriege – insbesondere in der Ukraine und im Mittleren Osten /Westasien am 3. Oktober 2025 in Berlin und Stuttgart werden. Wer mit uns gemeinsam im Bus fahren möchte, sollte sich ganz schnell bei uns – h.agnes@gmx.de mailto:h.agnes@gmx.de – melden, damit wir den Bedarf kennen! Einen Bus hat DIDF bestellt – brauchen wir einen weiteren?
Weitere Termine für die Friedensbewegung:
Am 27.8. wird in Unterlüss die neue Munitionsfabrik von Rheinmetall eingeweiht. Es ist kein Termin angegeben und der neugegründete „Friedensratschlag Lüneburger Heide“ schafft keine Aktion, sieht es aber als sinnvoll an, wenn sich - wer Zeit hat - vor Ort informiert, was sich hier in Niedersachsen tut.
Der ver.di Landesbezirk NRW lädt ein zum Montag, 01.09.25 von 18 bis 20 h zu einer Veranstaltung zum Thema „Krankenhaus im Kriegsfall: Wie das Gesundheitssystem schon heute militarisiert wird“
mit Angelika Claußen, IPPNW und Andreas Fisahn, Universität Bielefeld.
Das kann im Livestream: https://www.youtube.com/live/Fsz4HCUv-4g verfolgt werden.
Unsere Friedensmahnwachen finden weiterhin donnerstags von 17-18 h am Kröpcke statt, genau wie die Mahnwachen der Palästina-Initiative für Gaza mittwochs von 15-17 h auf dem Platz der Weltausstellung.
Am Sa 6.9. treffen sich Gruppen der Anti-Atomwaffen-Bewegung in Hannover zu einem Strategietreffen. Wer Interesse hat, kann sich bei uns melden.
Am So 21.9. spricht um 11 h Rolf Mützenich in der IGS Linden zum Thema „Die Welt im Umbruch“.
Der diesjährige Friedensratschlag in Kassel findet ungewohnt schon am 8.+9. November statt.
Mit solidarischen Grüßen
Agnes
Friedensbüro Hannover
0176 4350 8325
---
To unsubscribe: <mailto:fb-info-unsubscribe@lists.riseup.net>
List help: <https://riseup.net/lists>a
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
aus e-mail von newsletter bremerfriedensforum, 22. August 2025, 18:02 Uhr
Bremer Friedensforum
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Aufruf des Bremer Friedensforums zum Antikriegstag am 1. September (https://bremerfriedensforum.de/2025/08/21/aufruf-des-bremer-friedensforums-zum-antikriegstag-am-1-september/)
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DIY: Strafanzeige gegen Merz wegen Beteiligung an Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen im Gazastreifen (https://bremerfriedensforum.de/2025/08/21/strafanzeige-gegen-merz-wegen-beteiligung-an-verbrechen-gegen-die-menschlichkeit-und-kriegsverbrechen-im-gazastreifen/)
21.08.2025
Wer sich den Strafanzeigen gegen Bundeskanzler Friedrich Merz anschließen möchte, findet unten eine Textvorlage, die an die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe geschickt werden kann (per Mail oder Briefpost). „Mailto“ – Link… (https://bremerfriedensforum.de/2025/08/21/strafanzeige-gegen-merz-wegen-beteiligung-an-verbrechen-gegen-die-menschlichkeit-und-kriegsverbrechen-im-gazastreifen/)
Booking.com – Komplize der illegalen israelischen Besetzung im Westjordanland? (https://bremerfriedensforum.de/2025/08/22/booking-com-komplize-der-illegalen-israelischen-besetzung-im-westjordanland/)
22.08.2025
Mancher fragt sich, wer alles an der illegalen israelischen Besetzung des Westjordanlandes verdient. Hinweise dazu – wohlgemerkt ohne Boykottaufruf – gibt der Deutschlandfunk. Deutschlandfunk Nachrichten vom 21.8.2025 12:00 Uhr „Die… (https://bremerfriedensforum.de/2025/08/22/booking-com-komplize-der-illegalen-israelischen-besetzung-im-westjordanland/)
Weiterlesen (https://bremerfriedensforum.de/2025/08/22/booking-com-komplize-der-illegalen-israelischen-besetzung-im-westjordanland/)
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