Diese Website verwendet nur technisch notwendige Cookies.
24.08.2025

Schlagzeile






Info: 


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.08.2025

Schlagzeile






Info: 


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.08.2025

Arktisches Meereis schmilzt «dramatisch langsamer»

transition-news.org, 23. August 2025 von WS.

Wie «The Guardian» berichtet, ist seit 2005 «kein statistisch signifikanter Rückgang» beim Abschmelzen des Meereises zu verzeichnen. Trotzdem beharrt die britische Zeitung darauf, dass der Klimawandel «real ist» – und es sich nur um eine vorübergehende Atempause handelt. Von Wiltrud Schwetje

 
Am 20. August 2025 beglückte die britische Zeitung The Guardian, die sich gerne daran beteiligt, die offizielle Klimawandel-Hysterie anzuheizen, seine Leser mit diesem Titel: «Dramatischer Rückgang des Abschmelzens des arktischen Meereises überrascht Wissenschaftler».

Weiterhin teilte Umweltredakteur Damian Carrington mit, das Abschmelzen des Meereises in der Arktis habe sich laut Experten «in den letzten 20 Jahren dramatisch verlangsamt, seit 2005 sei kein statistisch signifikanter Rückgang seiner Ausdehnung zu verzeichnen».

Dabei bezog er sich auf eine am 5. August in der Fachzeitschrift Geophysical Research Letters veröffentlichte Studie, bei der die Wissenschaftler zwei verschiedene Datensätze zum arktischen Meereisstand von 1979 bis heute verwendeten. Die Wissenschaftler analysierten die Meereisfläche für jeden Monat des Jahres und «stellten in allen Fällen eine Verlangsamung fest».

Das ist zweifelsohne eine gute Nachricht. Doch da sie dem offiziellen Klimawandel-Narrativ widerspricht, bemühte sich Carrington umgehend, diese positive Meldung zu relativieren. So teilte er mit, dass es sich hierbei allerdings nur um eine «vorübergehende Atempause» handele, und es sei «sehr wahrscheinlich, dass das Schmelzen irgendwann in den nächsten fünf bis zehn Jahren wieder mit etwa der doppelten Langzeitrate einsetzen wird».

Denn laut den Forschern seien die CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe in diesem Zeitraum weiter gestiegen und immer mehr Wärme werde gespeichert. Den Grund für die Verlangsamung des Abschmelzens hätten die Forscher auch gefunden: Sie würden davon ausgehen, «dass natürliche Schwankungen in den Meeresströmungen, die das Schmelzen des Eises begrenzen, den anhaltenden Anstieg der globalen Temperaturen wahrscheinlich ausgeglichen haben».

Damit die Klima-Hysterie trotzdem nicht nachlässt, betonte The Guardian: «Die Ergebnisse bedeuten nicht, dass sich das arktische Meereis erholt.» Denn die Meereisfläche im September, wenn sie ihr jährliches Minimum erreiche, habe sich seit 1979, als die Satellitenmessungen begannen, halbiert. Die Klimakrise sei «eindeutig real», hätten die Wissenschaftler gesagt, «und die Notwendigkeit dringender Maßnahmen zur Vermeidung der schlimmsten Auswirkungen bleibe unverändert».

Laut The Guardian ist die Klimakatastrophe also weiterhin imminent:

«Es wird weiterhin erwartet, dass die Arktis im Laufe dieses Jahrhunderts eisfrei sein wird, was den Menschen und Tieren in der Region schaden und die globale Erwärmung verstärken wird, da dadurch der dunkle, Wärme absorbierende Ozean freigelegt wird.»

Carrington lässt in seinem Artikel auch einige der Autoren der Studie zu Wort kommen. «Es ist überraschend, dass wir gerade jetzt, wo darüber diskutiert wird, ob sich die globale Erwärmung beschleunigt, von einer Verlangsamung sprechen», wird Dr. Mark England zitiert, der an der University of California in Irvine tätig ist.

Die gute Nachricht sei, dass vor 10 bis 15 Jahren, als der Verlust des Meereises zugenommen habe, einige Leute von einer eisfreien Arktis vor 2020 gesprochen hätten, fährt England fort. Aber jetzt habe die «natürliche Variabilität» dazu geführt, dass der Verlust des Meereises weitgehend ausgeglichen werde. Das habe uns etwas mehr Zeit verschafft, aber es sei nur eine vorübergehende Atempause – und das sei keine gute Nachricht.

England weist jede Behauptung zurück, dass die Verlangsamung des Meereiswachstums darauf hindeute, dass der Klimawandel nicht real sei und erklärt:

«Der Klimawandel ist eindeutig real, vom Menschen verursacht und stellt weiterhin eine ernsthafte Bedrohung dar. Die grundlegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse und die Dringlichkeit von Klimaschutzmaßnahmen bleiben unverändert.»

Es sei deshalb wichtig, den Menschen zu erklären, dass eine Verlangsamung des Abschmelzens stattfinde, sonst würden einige Leute womöglich versuchen, diese Informationen «in böser Absicht zu nutzen, um unser sehr solides Verständnis der Vorgänge im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu untergraben».

Das sieht der portugiesische UN-Generalsekretär António Guterres offensichtlich ähnlich. Der hat sich warm angezogen und ist in die Antarktis gereist, um der Welt zu verkünden, «dass die Antarktis schneller schmilzt als je zuvor». Unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, die den Klimawandel antreiben, werde «dramatische Konsequenzen» haben.


Screenshot_2025_08_24_at_22_38_33_Arktisches_Meereis_schmilzt_dramatisch_langsamer_Transition_News
António Guterres in der Antarktis. Zum Abspielen des Videos auf das Foto klicken. (https://transition-news.org/IMG/mp4/1793214571412390111.mp4)


Quelle:

The Guardian: Dramatic slowdown in melting of Arctic sea ice surprises scientists - 20. August 2025

Geophysical Research Letters: Minimal Arctic Sea Ice Loss in the Last 20 Years, Consistent With Internal Climate Variability - 5. August 2025

Dokumente

MPEG4 - (3.3 MiB)




Kommentare

23. August, 10:57, von Guido Ehrenmann

Meine Ansicht/Überlegungen der Klimaerwärmung
• Klima- Temperaturschwankungen sind etwas komplett Normales. Die gibt es schon seit es die Erde mit ihrer Atmosphäre gibt. Das ist ein Regelkreis, ähnlich dem den wir aus unserer technischen Welt kennen. (Z.B., um eine "konstante" Temperatur in einem Kochtopf zu halten, schaltet sich die entsprechende Herdplatte laufend ein und aus – sprich aufheizen, abkühlen, aufheizen…) Je grösser ein System, desto träger arbeitet der Regelkreis - und die Erde mit ihrer Atmosphäre ist ein ziemlich grosses System, und sie muss auch auf die sich laufend ändernde Sonneneinstrahlung reagieren.
• Thermische Energie ist Bewegung von Atomen/Molekülen. Das heisst, dass je mehr Materie und "Unruhe" in einem System vorhanden ist, desto mehr Thermische Energie resultiert, und entsprechend steigt die Temperatur. Darum ist es im Weltraum verhältnismässig kalt.
• Grundsätzlich ist sämtliche Energie, welche wir auf der Erde "herstellen" lediglich eine Umwandlung in eine andere Energieform. Schlussendlich resultiert durch die Verwendung dieser Energieformen (Reibung, Verbrennung, etc.) IMMER eine Umwandlung in Wärme.
• Reibung erzeugt Wärme (Physikunterricht erste Stunde)
• Funkwellen wechselwirken mit Materie, die sie unterwegs durchdringen. Und diese Durchdringung erzeugt Reibung mit der Folge von Erwärmung der Materie. (siehe auch z.B. Mikrowellen-Ofen)
• Das 5G-Netz ist ein hochfrequentes Funknetz und kann ein Vielfaches der Daten pro Zeiteinheit übertragen als die vorgängigen Netze.
• Da die Energiemenge gesetzlich begrenzt ist [Schäden an Organismen], wird dadurch die Reichweite der 5G Sendeanlagen gegenüber der vorgängigen Netze reduziert.
• Die produzierten / ausgesendeten Funkwellen verbrauchen sich nach einer entsprechenden Distanz auf null. (Wechselwirkung mit Materie = Erzeugung von Wärme) Die (elektrische) Funkwellenenergie wird in Wärme umgewandelt.
• Gemäss Google KI wurde 2021 Weltweit 21 Billionen KWh elektrische Energie erzeugt. Davon etwa 500 Mia. KWh nur für den Betrieb der X-, und 5G-Netze. Und für den Betrieb der Nutzer-Geräte nochmals etwa 500 Mia. KWh. Das heisst, dass nur für den Betrieb unserer liebgewonnenen Handys etwa 5% (1 Billion KWh) der Weltweit produzierten elektrischen Energie aufgewendet werden.
• Gemäss KI erwärmt sich die Erdatmosphäre mit jährlich 21 Billionen KWh, innerhalb 100 Jahren um 1 bis 2°C.
• Ebenfalls gemäss KI hat sich die Temperatur der Erdatmosphäre in den vergangenen 100 Jahren exakt um diese 1 bis 2 °C erhöht.
• Besonders stark beschleunigt habe sich (KI) die Erderwärmung seit 1981.
(Ab wann genau haben Computer und Zellular-Telefone angefangen sich bei der breiten Masse durchzusetzen? ...)
• Selbstverständlich wurden in den Jahren vor 2021 nicht so viel elektrische Energie produziert. Dafür waren aber die Industrialisierung und der Strassenverkehr mit ihren entsprechenden "Wärmekraftmaschinen" – sprich: Verbrennungsmotoren, Triebwerke, Hochöfen, etc. hoch im Kurs.
• Also, die 1 bis 2°C "Klimaerwärmung" in den vergangenen 100 Jahren sind durchaus realistisch und möglicherweise menschgemacht. Allerdings nicht wegen zu hoher CO₂ - Produktion.
• 2024 hat Deutschland 464 Mia. KWh elektrische Energie verbraucht.
Davon sind netto 431 Mia. KWh aus deutscher Produktion und 33 Mia. KWh importiert.
• 44% der selbst produzierten elektrischen Energie stammen aus sogenannten erneuerbaren Energieträgern. = 190 Mia. KWh (431 Mia. KWh x 0,44)
• Deutschland hat einen PKW-Bestand von 45 Mio. Sollen alle diese PKW rein elektrisch betrieben werden (EV), resultiert (bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 2’500 KWh/Jahr und PKW) ein Bedarf von 112,5 Mia. KWh pro Jahr (45 Mio. x 2’500 KWh)
• Eine mittlere Windkraftanlage produziert etwa 5 Mio. KWh pro Jahr
• Hochgerechnet auf die benötigten 112,5 Mia. KWh/Jahr bedeutet dies, dass alleine für die Versorgung der EV (Electric Vehicle) 22’500 Windkraftanlagen benötigt werden.
• Ende 2024 war der Gesamtbestand an Onshore Windenergie-Anlagen gerade mal bei etwas mehr als 28’000. Gebaut seit 1987. Also die Ausbeute von knapp 40 Jahren Bautätigkeit.
• Etwa 2 neue Anlagen werden in Deutschland zurzeit pro Tag dazu gebaut.
Bedeutet, dass für die benötigten 22’500 Windkraftanlagen für die Versorgung der EV mit Onshore-Anlagen, etwa weitere 32 Jahre benötigt werden.
• Grob abgeschätzt kostet das (den Steuerzahler) etwa 100 Mia €.
• Stand 2024 müssten noch 274 Mia KWh zusätzlich mit "Erneuerbaren" (CO2-neutral) produziert werden, um die "Schmutzigen" zu ersetzen, und "Klimaneutral" zu werden.
• 274 Mia KWh bedeutet, dass 54’000 Windenergieanlagen neu zusätzlich gebaut werden müssten.
• Also benötigt Deutschland zu den bereits bestehenden 28’000 Windkraftanlagen, zusätzlich 70’000 bis 80’000 Anlagen (54’000 + 22’500 für die EV) um das philosophisch ambitionierte Ziel, Klimaneutral zu werden, zu erreichen. Und dazu werden etwa 400 bis 500 Mia. € (an Steuergeldern) benötigt.
Bei 700 Neuanlagen pro Jahr (ohne die alten und defekten zu ersetzen) dauert dies etwa 110 Jahre. (ein bisschen schwierig, so bis 2045 "klimaneutral" zu werden…)
• Die PV-Anlagen deckten 2024 nur etwa 15% der erneuerbaren Energieträger ab. Sie decken in etwa den Bedarf an elektrischer Energie für die bisher unberücksichtigten E-LKW.
• Ebenfalls nicht berücksichtigt ist der Bevölkerungszuwachs und die damit verbundene Zunahme des Fahrzeug Bestandes und des zusätzlichen Energiebedarfs für das Wohnen, etc.
• Nicht berücksichtigt ist auch der Mehrbedarf der Industrie und Wirtschaft durch das Bevölkerungswachstum.
• Nicht berücksichtigt sind ebenso die altershalber zu ersetzenden Windkraftanlagen.
Nach 20 Betriebsjahren entfällt die staatliche Förderung!! für Windkraftanlagen, die Anlagen werden für die Betreiber unrentabel und werden darum ausser Betrieb genommen und "rückgebaut"! (Rückbau ist in Deutschland vorgeschrieben)
Bedeutet, dass ALLE 2024 bestehenden Anlagen bis 2044 ersetzt werden, und somit weitere 28’000 Anlagen bis dahin neu gebaut werden müssen. Das wäre dann für diesen Ersatz und Zeitspanne eine zusätzliche Baukapazität von 1’400 Anlagen pro Jahr – oder anstatt 2 Anlagen pro Tag (zurzeit) müssen deren 6 gebaut werden! Und Kosten von 1’500 Mia. €! Nie und nimmer!
Für Photovoltaik-Anlagen gilt in etwa die gleiche Zeitspanne für das Ersetzen. Je nach Anlagenkomponente (Speicherbatterien, Solarpaneels, Wechselrichter) beträgt die Lebensdauer 10 bis 30 Jahre.
• Ebenfalls nicht berücksichtigt ist der Energiebedarf für die Herstellung, den Bau und der Entsorgung dieser Anlagen, sowie die resultierende Umwelt- Verschmutzung/Belastung.
• Auch wenn ich mit meiner groben Abschätzung um 50% daneben liegen sollte, kann meines Erachtens das Fantasieziel - bis 2045 klimaneutral zu werden - in Deutschland keinesfalls erreicht werden. Auch nicht mit anderen "klimaneutralen" Anlagen als die der Windkraft-gestützten.
Hirngespinste!
Ganz offensichtlich ist Nachdenken für Politiker und Fanatiker zu viel verlangt.

Info: https://transition-news.org/arktisches-meereis-schmilzt-dramatisch-langsamer


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.08.2025

Spanien: Ist der Klimawandel schuld an der Feuerhölle?

transition-news.org, 24. August 2025 von WS. 

Seit dem 7. August zerstörte eine Brandwelle über 350.000 Hektar Waldgebiet. Etliche Feuer sind noch aktiv. Regierungschef Pedro Sánchez macht den «Klimanotstand» für die Feuersbrunst verantwortlich. Die Guardia Civil sieht das anders und hat bereits 40 Personen wegen mutmaßlicher Brandstiftung verhaftet und Ermittlungen gegen weitere 119 Personen eingeleitet. Von Wiltrud Schwetje


Der August 2025 wird als «schwarzer» Monat in die spanische Geschichte eingehen. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Waldbrände, die sich fast simultan durch ökologisch wertvolle Waldgebiete des Landes fressen, haben seit dem 7. August auf mindestens 350.000 Hektar schwarze Asche hinterlassen. Diese Zahl erhöht sich täglich, am 20. August waren laut El País noch 34 Feuer aktiv.

Seit Jahresbeginn sind in Spanien nach neuesten Daten des Europäischen Waldbrandinformationssystems (EFFIS) bis zum 22. August schon 403.701 Hektar durch die Flammen vernichtet worden. Auch die Anzahl der Brände ist gestiegen und liegt El País zufolge bei 250 – gegenüber einem Durchschnitt von 147. Seit Beginn des Sommers habe es einen Anstieg von 262 Prozent gegeben.

Betroffen sind vor allem Waldgebiete in den Autonomieregionen Extremadura, Kastilien-León, Galicien und Asturien. Auch das Weltnaturerbe Las Médulas oder der Nationalpark Picos de Europa wurden schwer verwüstet (hier und hier), ein Teil des Jakobswegs musste gesperrt werden. Nach Angaben von National Geographic sind bis zum 20. August sieben Menschen ums Leben gekommen, 30.000 wurden evakuiert.

Regierungschef Pedro Sánchez, der seit Monaten immer tiefer im Korruptionssumpf versinkt, glänzte bei dieser Katastrophe einmal mehr durch Ignoranz und Abwesenheit. Erst eine Woche nach dem Beginn der verheerenden Brände – und nachdem die Kritik an seiner Untätigkeit lauter geworden war – sah er sich veranlasst, seinen Sommerurlaub auf Lanzarote zu unterbrechen und die betroffenen Regionen zu besuchen.

Dabei reiste der Sozialist wie immer luxuriös und mit viel Tamtam an. Um in die Provinz Zamora in Kastilien-León zu gelangen, nutzte er beispielsweise zuerst den Falcon und dann den Super Puma der Luftwaffe. Offizielle Dienstfahrzeuge mussten anrücken – und selbstverständlich ließ er sich von einer stattlichen Anzahl an Leibwächtern und Polizisten schützen.

Der Zorn der Bürger wächst

Das scheint auch notwendig, denn die Stimmung in der Bevölkerung ist aufgrund seiner Korruptionsskandale und seines zumindest fahrlässigen Verhaltens bei dieser und anderen Katastrophen – wie zum Beispiel dem Blackout im April und den Überschwemmungen in Valencia im letzten Jahr – nicht die beste. So musste er sich auch bei diesem offiziellen Auftritt anhören, dass er ein «hijo de puta» ist, also ein «Hurensohn» oder – alternativ übersetzt – ein «Arschloch».

Solche Szenen sind in Spanien mittlerweile «normal». Seit Monaten wird in Diskotheken, Fußballstadien und bei anderen Veranstaltungen skandiert: «Pedro Sánchez, hijo de puta»(Pedro Sánchez, du Mistkerl). Es gibt viele solcher Videos, deshalb hier, hier, hier und hier nur eine kleine Auswahl. Auch auf Hauswänden, Plakaten oder am Strand, zeigen die Bürger unverblümt, was sie über ihren korrupten Regierungschef denken.


Screenshot_2025_08_24_at_21_55_20_ecf2957f615427d13dfd31381d5887.jpg_JPEG_Grafik_740_622_Pixel_Skaliert_89_
Screenshot: «Sánchez corrupto»; Hazte Oir-Aktion auf Lanzarote

Ist der Klimawandel schuld an der Feuerhölle?

Deshalb überraschte es auch nicht, dass Sánchez gleich bei seinem ersten offiziellen Auftritt den Hauptverantwortlichen für die Flammenhölle präsentierte: den «Klimanotstand» (ab Min. 5:45). Sein Innenminister Fernando Grande-Marlaska blies ins gleiche Horn. Beide Politiker behaupteten obendrein, die Regierung habe «von der ersten Minute an» alle notwendigen Mittel zur Bekämpfung der Brandwelle eingesetzt.

Nicht nur, dass nach diesen Aussagen die Wut in den sozialen Medien überschäumte, Sánchez und Marlaska erhielten auch eine direkte Antwort von kompetenter Stelle. Die Jucil, eine Vereinigung der Guardia Civil (Militärpolizei mit zivilen Aufgaben), teilte am 16. August mit, dass bei einem Großteil der Feuer Brandstiftung vermutet werde – und dass der «Klimanotstand» nichts damit zu tun habe.

Bereits bestätigt wurde, dass einige der Brände aus «finanziellen Interessen» gelegt wurden, wie zum Beispiel in der Gemeinde Aliseda in der Extremadura. Auch in Galicien gibt es Indizien dafür, dass die Feuersbrunst nicht durch den Klimawandel ausgelöst wurde. So hat der Bürgermeister der Gemeinde Laza darüber berichtet, dass sie ein «Artefakt» gefunden hätten, das wie ein Sprengsatz aussehe:


Screenshot_2025_08_24_at_21_56_31_84923bfd220c02fb20731878ebda22.jpg_JPEG_Grafik_740_591_Pixel_Skaliert_94_

 

In Galicien sorgen allerdings noch andere Brandbeschleuniger für eine explosive Situation: Schon 2023 machten Eukalyptusplantagen 28 Prozent der Waldmasse aus. Diese Entwicklung ist auch Politikern zuzuschreiben, in diesem Fall denen der Partido Popular (PP), die dort ganz traditionell das Geschehen dominieren. Um die Holzproduktion für die Papierherstellung zu fördern, haben sie Eichen und Kastanien durch Eukalyptus ersetzt – und der wächst nicht nur sehr schnell, er brennt auch wie Zunder.

Am 18. August informierte die Jucil dann, Marlaska habe nun auch seine Meinung geändert und gehe plötzlich davon aus, dass 96 Prozent der Brände provoziert worden seien. Und während Sánchez weiter auf seinen «Klimanotstand» als Auslöser beharrte, hatte die Guardia Civil am 22. August bereits 40 mutmaßliche Brandstifter verhaftet und gegen 119 Personen Ermittlungen eingeleitet.

Hier zum Beispiel ein Videoclip von der Verhaftung einer Frau in La Coruña in Galicien, die verdächtigt wird, elf Waldbrände gelegt zu haben.

Umweltmaßnahmen sind eine «Zeitbombe»

Die Vorwürfe gegen Sánchez oder Marlaska sind zahlreich, deshalb hier nur einige. So fragen sich sowohl die Jucil als auch andere Kritiker, warum die Regierung nicht sofort den nationalen Notstand ausgerufen hat, was eine effektivere Brandbekämpfung ermöglicht hätte.

Landbesitzer und Bauern prangern an, dass Sánchez solche Feuerkatastrophen durch Umweltgesetze antreibt, die «von einem Büro in Brüssel aus verordnet werden». Diese Maßnahmen im Rahmen der Agenda 2030 werden als «Zeitbombe» bezeichnet.

Vor einigen Jahren wurden in Andalusien und anderen Autonomieregionen zum Beispiel noch Ziegenherden für die Brandprävention eingesetzt. Heutzutage gibt es Weideverbote in bestimmten Gebieten. Als noch katastrophaler erachten Landeigentümer und Bauern die Auflagen zur Waldbewirtschaftung, die ihnen von Sánchez & Co. aufoktroyiert werden.

So wird ihnen verboten, ihre Wälder zu säubern, wie sie es früher getan haben. Um Bäume zu fällen oder Sträucher zu kappen, benötigen sie eine vorherige Genehmigung. Selbst Brandschneisen dürfen sie in ihren Waldgebieten nicht mehr anlegen. Sollten sie es doch tun, müssen sie mit Anzeigen und Geldstrafen von bis zu einer Million Euro rechnen.

Weiterhin wird Sánchez vorgeworfen, dass er die finanziellen Mittel für die Prävention und Bekämpfung von Bränden in den letzten Jahren um 44 Prozent gekürzt hat. Am 20. August informierten einige Medien zum Beispiel, dass die Hälfte der Löschflugzeuge in den nächsten zwei Tagen aufgrund von Pilotenmangel nicht fliegen könne. Mehr als 100 Flugzeuge würden am Boden bleiben.

Auch hat Sánchez 96 Prozent der für die Waldbewirtschaftung und Brandprävention vorgesehenen europäischen Gelder nicht für diese Zwecke ausgegeben. Konkret hat seine Regierung im laufenden Jahr 2025 nur 2,7 Millionen Euro der veranschlagten 71 Millionen Euro investiert, also gerade einmal vier Prozent.

Strategische Mineralien in Waldbrandgebieten

Doch in den sozialen Medien kursieren noch weitaus üblere Verdächtigungen. So gibt es in den Waldbrandgebieten große Vorkommen von Seltenen Erden und anderen strategischen Mineralien wie Niob, Lithium, Tantal oder Monazit. Deshalb sei es kein Wunder, dass man die Feuer weiterlaufen lasse, heißt es.

Strategische Mineralien werden für die nationale Sicherheit, die Wirtschaft und den technologischen Fortschritt als wesentlich angesehen. Diese Mineralien sind häufig kritische Komponenten in verschiedenen Branchen, darunter:

  • Verteidigung: Waffensysteme, Luft- und Raumfahrt und Elektronik
  • Energie: Sonnenkollektoren, Batterien und Windkraftanlagen
  • Technologie: Smartphones, Computer und andere elektronische Geräte
  • Herstellung: Bau, Automobilbranche (E-Autos) und andere Industriesektoren

Zur Veranschaulichung dieser «Koinzidenz» wurden zwei Karten veröffentlicht. Eine, auf der die Standorte der begehrten Mineralien zu sehen sind – und eine zweite, auf der die Waldbrände gekennzeichnet wurden.


Screenshot_2025_08_24_at_21_57_32_145643656aacd25cb1302c6bc191f3.jpg_JPEG_Grafik_740_572_Pixel_Skaliert_97_
Screenshot: Links: Vorkommen der strategischen Mineralien; rechts: Waldbrandgebiete

Gigantische wirtschaftliche Schäden

Und wie sieht es mit den wirtschaftlichen Schäden der «schlimmsten Waldbrandsaison aus, die Spanien je erlebt hat»? Am 19. August gab El Economista einen ersten Einblick. Allerdings bezog sich das Portal in seinem Artikel nur auf die 203.224 Hektar, die sich bis zu diesem Zeitpunkt allein im August in Asche verwandelt hatten.

Auf jeden Fall werden die wirtschaftlichen Schäden «ein noch nie dagewesenes Ausmaß» erreichen. So belaufen sich die Kosten, die den autonomen Regionen und der Zentralregierung nur für die Brandbekämpfung entstehen, laut Experten pro Hektar auf 19.000 Euro. Auf Basis der 203.224 Hektar wären das 3,861 Milliarden Euro.

Hinzu kommen die Kosten für die Wiederaufforstung, die auf 4000 bis 5000 Euro beziffert werden. Nicht immer sei ein Eingreifen erforderlich, da die Natur selbst wirke, erklärt El Eonomista. Wäre dies nicht der Fall und müssten alle Hektar, die bisher im August vom Feuer zerstört wurden, wiederaufgeforstet werden, würde dieser Posten 1,016 Milliarden Euro verschlingen.

Das macht zusammen etwa 4,877 Milliarden Euro. Rechnet man diese Zahlen auf die von der EFFIS angegebenen 403.701 Hektar hoch, die seit Jahresbeginn in Spanien verbrannt sind, würden sich diese Kosten fast verdoppeln. Gigantisch, oder?

Dass die betroffenen Autonomieregionen auf finanzielle Unterstützung seitens der Zentralregierung hoffen können, scheint eher unwahrscheinlich. Wie Medien schon 2024 berichteten, hat Sánchez der galicischen Regierung sieben Millionen Euro für die Wiederaufforstung der zwischen 2016 und 2018 durch Brände zerstörten Wälder versprochen, aber bis heute keinen einzigen Euro bezahlt.

Der Regierungschef bleibt derweil im Klimataumel, die Agenda 2030 darf nicht sterben. Deshalb hat er gerade seine interministerielle Kommission zum «Klimanotstand» angekündigt, die von der dritten Vizepräsidentin Sara Aagesen und dem Innenministerium geleitet werden soll. Gemeinsam mit den Autonomieregierungen will Sánchez die Politik kreieren, die erforderlich ist, um solchen Katastrophen vorzubeugen – und auf sie zu reagieren.

Was haben Waldbrände mit Hitzetoten zu tun?

Die erbärmliche Rolle, die viele Mainstream-Medien seit März 2020 bei Krisen gerne übernehmen, zeigte sich auch bei dieser ökologischen und menschlichen Tragödie. Kaltblütig und perfide nutzten sie die Zerstörung und das Leid vieler Menschen und Tiere für ihre Zwecke.

Allen voran heizte das Portal Microsoft News (MSN) im Sinne der Sánchez-Regierung und der Agenda 2030 die Klima-Hysterie an, andere Medien sprangen umgehend auf den Zug auf. Alle nannten die Waldbrände gleich in den Titeln ihrer Artikel in einem Atemzug mit den angeblichen mehr als 1100 Hitzetoten, die es in diesem Jahr in Spanien gegeben haben soll (hier, hier und hier).

Dabei ist anzumerken, dass solche Meldungen bei einer Google-Suche immer an oberster Stelle auftauchen. Das ist nichts Neues, seitdem in Europa und dem Rest der Welt die kritische Berichterstattung gegen Propaganda, Manipulation und Zensur ausgetauscht wurde.

Was kommt nach der Feuerhölle?

Viele Menschen fragen sich schon heute, was mit den verbrannten Naturgebieten geschehen wird. Vor allem, weil das «Ley de Montes» (Waldgesetz) 2015 dahingehend geändert wurde, dass «die autonomen Regionen in Ausnahmefällen eine Änderung der Waldnutzung beschließen können, wenn zwingende Gründe von übergeordnetem öffentlichem Interesse vorliegen».

Der 2023 veröffentlichte Dokumentarfilm (https://www.youtube.com/watch?v=R8bh_XHtkGg) «La España vacilada», übersetzt als das «entvölkerte» oder auch das «betrogene» Spanien, lässt keinen Zweifel daran, dass es Grund zur Sorge gibt. Produzent Miguel Rix berichtet, wie die Umweltpolitik – die auf Diktat der EU im Rahmen der Agenda 2030 umgesetzt wird – den Ackerbau und die Viehzucht zerstört. Auch die Rolle, die der Großkapitalismus bei der sogenannten «Manipulation» dieses Umweltschutzes spielt, wird beleuchtet.

Der Film ist in sechs Sprachen untertitelt und porträtiert ausführlich, wie «grüne» Gesetze und absurde Auflagen dafür sorgen, dass kleine Fischer, Landwirte oder Viehzüchter letztendlich ihren Betrieb aufgeben müssen. Dadurch wird den Spekulanten Raum gegeben, die Windkraftanlagen oder riesige Solarfelder aus dem Boden stampfen – oder Lithiumabbau betreiben.

Auch der Dokumentarfilm «Vidas Irrenovables» von 2024 zeigt auf, wie der sogenannte «Green Deal» der EU den Ökosystemen, der Wirtschaft und den Gesellschaften im ländlichen Raum schadet.

«Die mangelnde Planung und das katastrophale Management der öffentlichen Verwaltungen gefährden das Überleben der ländlichen Gebiete erheblich. Was eigentlich zur Rettung der Umwelt und zur Wiederbelebung des Dorflebens gedacht war, führt paradoxerweise zum Gegenteil», betonen die Filmemacher.

Die Lage in Spanien, einem Land, in dem die Politiker der beiden Hauptparteien PSOE und PP der UN-Agenda 2030 mit erstaunlichem Eifer folgen, könnte man mit den Worten des WEF-Gründers Klaus Schwab beschreiben: Du wirst nichts besitzen, aber glücklich sein.


Screenshot_2025_08_24_at_21_58_34_6cb698d2dceda871c25c4169df6f9f.jpg_JPEG_Grafik_740_626_Pixel_Skaliert_89_

 

Dieser Artikel wurde am 24. August aktualisiert.

Quelle:

El País: Esta es la veintena de incendios forestales con alto nivel de peligrosidad que se mantienen activos - 20. August 2025

El País Mapa de incendios activos: consulte dónde están y cómo progresan los fuegos - 20. August 2025

National Geographic: Los peores incendios forestales en la historia de España: los de 2025 baten récords - 20. August 2025

Dokumente

MPEG4 - (8.7 MiB)

MPEG4 - (4.3 MiB)

MPEG4 - (1.7 MiB)

MPEG4 - (1.4 MiB)

MPEG4 - (2.8 MiB)

MPEG4 - (1.1 MiB)

MPEG4 - (2 MiB)

MPEG4 - (1.1 MiB)

MPEG4 - (2.8 MiB)

MPEG4 - (2 MiB)

MPEG4 - (1.1 MiB)

MPEG4 - (7.4 MiB)

MPEG4 - (756.2 kiB)



Info: https://transition-news.org/spanien-ist-der-klimawandel-schuld-an-der-feuerholle


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.08.2025

Blick aus Ungarn: «Koalition der Unruhestifter» verhindert Frieden für Ukraine

https://transition-news.org, 23. August 2025 von Tilo Gräser

Die «Koalition der Willigen» will den Krieg in der Ukraine fortsetzen, kritisiert der ungarische Diplomat György Varga. In einem Interview hat er darauf aufmerksam gemacht, dass die beteiligten Regierungen mitverantwortlich für den Krieg sind und dass sie gegen die europäischen Interessen handeln.
Eine interessante Perspektive auf den Alaska-Gipfel vor einer Woche und das Washington-Treffen von US-Präsident Donald Trump mit der «Koalition der Willigen» am Montag bietet der ungarische Diplomat György Varga. Er war in Russland, der Ukraine und Moldawien diplomatisch tätig, unter anderem als Botschafter, und von 2017 bis 2021 Leiter der OSZE-Beobachtermission in Russland. Aus seiner Sicht hat die US-Außenpolitik «endlich den Kurs eingeschlagen (...), den Präsident Trump bereits im Wahlkampf angekündigt und im Januar begonnen hatte».



György Varga im Februar 2025 in Berlin (Foto: Tilo Gräser)


Der erfahrene Diplomat erklärte in einem am Dienstag veröffentlichten Podcast-Interview, dass der Gipfel in Alaska und der Umgang mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin dabei dem diplomatischen Protokoll entsprach. Zu den westlichen Journalisten und Politikern, die das Treffen von Trump und Putin als «Theater» beschreiben, sagte er, dass dies sich in den letzten Jahren in eine Russlandfeindseligkeit hineingesteigert hätten. Deshalb sei für sie der Empfang für Putin durch Trump in Alaska ein «Stich ins Herz» gewesen.

«Das ist eine sehr, sehr schlechte, im Grunde emotional begründete Haltung und keine rationale Außenpolitik.»

Varga sagte, er sehe es mit einer rationalen Haltung für selbstverständlich an, dass Großmächte so miteinander umgehen müssen, wie es in Alaska zu sehen war. In Bezug auf das Treffen Trumps mit Wolodymyr Selenskyj und westeuropäischen Politikern, stellte er fest, dass Bundeskanzler Friedrich Merz als Einziger für die vom US-Präsidenten bereits verworfene Idee eines Waffenstillstands eintrat. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni habe dabei im Weißen Haus mit ihrer Mimik nicht verbergen können, dass Merz gegen die Absprachen handelte.

Der ungarische Diplomat warf dem deutschen Kanzler vor, die Interessen Deutschlands und Europas zu missachten und aufzugeben. Die Politik Berlins und Brüssels schade der eigenen Wirtschaft, während Merz die US-Politik beeinflussen und schon Bundeswehrsoldaten in die Ukraine schicken wolle.

«Er behauptet Unmögliches, plant Unmögliches und gibt die deutschen und europäischen Wirtschaftsinteressen völlig auf.»

Das liege an der Person von Merz, so Varga, der auf dessen Verbindungen zum US-Finanzverwalter BlackRock verwies. Der deutsche Kanzler sei «in seiner Ideologie so sehr mit der globalen Finanzelite, der amerikanischen Demokratischen Partei und der früheren Biden-Regierung verbunden» und könne sich anscheinend nicht davon lösen. Zu den westeuropäischen Vorschlägen, eigene Truppen zur «Friedenssicherung» zu stationieren – was Moskau weiter kategorisch ablehnt –, erklärte Varga, damit würden NATO-Stützpunkte in der Ukraine unter einem Vorwand errichtet.

Damit zeige sich die «Koalition der Willigen» als eine «Koalition der Unruhestifter». Für den Diplomaten ist klar:

«Leider vertreten sie auch in dieser Frage nicht die europäischen Interessen, denn wenn es tatsächlich gelingt, Frieden zu erreichen, und die Ukraine die Neutralität akzeptiert, gibt es keine größere Garantie, als dass die Ukraine ein neutrales Land ist und keine fremden Truppen auf ihrem Territorium stationiert sind.»

Er warf der «Koalition der Willigen» vor, den Krieg ebenso wie die russlandfeindliche Politik nicht stoppen zu wollen, obwohl das zum eigenen Schaden sei. Der EU falle es schwer, zur Normalität zurückzukehren. Sie befinde sich damit «auf einem sehr falschen Weg», stellte Varga fest.

Den europäischen Politikern beziehungsweise denjenigen von ihnen, die nach Washington kamen, wirft er vor, «konkrete Verbrechen in diesem Krieg begangen» zu haben, «bei seiner Vorbereitung und Durchführung». Dazu gehöre die Unterstützung für den Maidan-Putsch im Februar 2014 und das nicht durchgesetzte Minsker Abkommen 2015, obwohl es ein Dokument des UN-Sicherheitsrates war:

«Die Ukraine hat diese Vereinbarung nie umgesetzt, niemand hat sie dazu aufgefordert, also haben sie in schuldhafter Weise die Voraussetzungen für den Krieg geschaffen.»

Varga zählt auch dazu, dass der ehemalige britische Premier Boris Johnson im April 2022 die Kiewer Führung davon abhielt, das mögliche ukrainisch-russische Friedensabkommen zu unterzeichnen. Damit sei verhindert worden, dass der Krieg nach sechs Wochen wieder enden konnte, wozu Moskau und anfangs auch Kiew bereit gewesen seien. Dagegen erkenne Washington inzwischen die Realitäten an und wolle wieder normale Beziehungen zu Russland herstellen.

Es sei offensichtlich, dass die US-Führung erkannt habe, dass der Krieg in der Ukraine verloren ist. Der ungarische Diplomat machte auf die bisher 700 Milliarden Dollar an westlicher Hilfe, vor allem militärischer, für die Ukraine aufmerksam. Davon profitiere die westliche Rüstungsindustrie. Die hätte den Krieg in der Ukraine genutzt, «um die in der Zeit des Kalten Krieges angehäuften Waffenbestände aus den Lagern der Rüstungsunternehmen und der Geldgeber hinter ihnen zu räumen, deren weitere Lagerung oder Vernichtung nur Kosten verursacht hätte».

Der Westen habe alte Technik geliefert, während nun die Rüstungsindustrie auf Hochtouren laufe. Es sei klar:

«Wenn Frieden einkehrt, dann werden die Aktien der Rüstungsunternehmen natürlich fallen. Also werden diejenigen, die moralisch von diesem Krieg betroffen sind, für dessen Fortsetzung stimmen, weil sie der Meinung sind, dass der Aggressor bestraft werden muss.»

Wer nur moralisch auf das Geschehen schaue, suche nicht nach den Gründen für den Krieg und interessiere sich nicht für die Interessen im Hintergrund, so Varga. Aus seiner Sicht verrät die europäische Politikelite die Ukraine erneut, wenn sie sich den territorialen Realitäten verweigert. Russland baue jeden Tag seine militärischen Erfolge und das eroberte Territorium aus.

«Je mehr der Westen also Zeit schindet und sich auf ukrainische Interessen beruft, desto mehr arbeitet er jeden Tag gegen die Interessen der Ukraine. Jeden Tag kommen weitere Quadratkilometer unter russische Kontrolle.»

Quelle:

Váratlan szervezkedésbe kezdett Trump - jön a következő lépés? - Varga György - 19. August 2025


Kommentare

23. August, 13:14, von Conrad F. Stäheli

Habe zu diesem Thema noch einige interessante und erhellenden Beiträge gefunden, welche ich hier verlinke:
Notwendigkeit von Sicherheitsgarantien zur Beendigung des Ukrainekonflikts | Von Uwe Froschauer
https://apolut.net/notwendigkeit-von-sicherheitsgarantien-zur-beendigung-des-ukrainekonflikts-von-uwe-froschauer/
...
Macht der Ohnmacht | Von Wolfgang Effenberger
https://apolut.net/macht-der-ohnmacht-von-wolfgang-effenberger/
...
Daddy Trump und seine begriffsstutzigen Kinder | Von Rainer Rupp
https://apolut.net/daddy-trump-und-seine-begriffsstutzigen-kinder-von-rainer-rupp/
...
Euro-Clowns in der Zirkuskuppel – ratlos | Von Mathias Broeckers
https://www.broeckers.com/
Man beachte das zweite Bild im Beitrag! Besser könnte man es nicht ausdrücken!

Info: https://transition-news.org/blick-aus-ungarn-koalition-der-unruhestifter-verhindert-frieden-fur-ukraine


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.08.2025

Screenshot_2025_08_24_at_21_34_36_Botschafter_a._D._Gy_rgy_Varga_Mit_falschen_Argumenten_gegen_Budapest

nachdenkseiten.de, 24. August 2025 um 15:00 Ein Artikel von György Varga

Ein Gipfel in Budapest, um den Krieg in der Ukraine zu beenden? Polens Premierminister Donald Tusk lehnt das ab und verweist auf vergangene angebliche Völkerrechtsverstöße. Doch die Fakten zeigen: Die wahren Ursachen des Konflikts liegen in Entscheidungen, an denen er und sein damaliger Außenminister persönlich beteiligt waren. Ein Blick hinter die offizielle Erzählung über das Budapester Memorandum vom ungarischen Botschafter a. D. György Varga, der die Zeremonie in der ungarischen Hauptstadt 1994 diplomatisch begleitete. Aus dem Ungarischen übersetzt von Éva Péli.

Das Budapester Memorandum von 1994 wird im Rahmen des Ukraine-Krieges vom kollektiven Westen immer wieder als abschreckendes Beispiel für Russlands aggressive Außenpolitik und die Missachtung internationaler Garantien für die Ukraine angeführt. Am 20. August sprach sich der polnische Premierminister Donald Tusk in einer Nachricht auf dem Kanal X gegen die Wahl Budapests als Austragungsort für einen Gipfel zwischen Donald Trump, Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj aus.[1] Er deutete dabei an, dass die Stadt für eine Verletzung des Völkerrechts stehe. In einem am 5. Januar veröffentlichten Interview mit dem US-amerikanischen Podcaster Lex Fridman sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass „jeder, der die Ukraine gezwungen hat, das sogenannte Budapester Memorandum zu unterzeichnen, ins Gefängnis gehört“.[2] Tusks Äußerungen übersehen die Mitschuld der polnischen Außenpolitik an den Ereignissen, die zur Verletzung des Memorandums und zur Entstehung des Krieges führten – eine Verantwortung, die auch er und sein damaliger Außenminister Radosław Sikorski persönlich tragen.

Die Verantwortung für den Krieg

Der Zusammenhang zwischen dem Budapester Memorandum, dem Krieg und der Frage der Verantwortung ist durchaus begründet. Der Hilferuf des polnischen Premierministers angesichts des begangenen Fehlers ist absolut verständlich: Wenn internationale Verträge und Resolutionen des UN-Sicherheitsrates nicht eingehalten werden, fallen später Bomben. So ist es heute auch in der Ukraine. Der ukrainische Präsident hält die Unterzeichnung des Budapester Memorandums für einen Fehler, und die ukrainische Diplomatie vertritt entschieden seine kritische Haltung, wonach die Verantwortung bei Russland liege.

Dieses Narrativ versucht Premierminister Tusk – irrtümlicherweise – für sich zu nutzen. Sein ohnehin ablehnendes Verhältnis zur ungarischen Außenpolitik veranlasst ihn, sich gegen die Wahl Budapests als Austragungsort für einen Gipfel zur Beendigung des Krieges auszusprechen. Die Grundlage des Problems ist, dass die Ukraine im Budapester Memorandum auf ihre Atomwaffen verzichtete, während die Unterzeichnerstaaten im Gegenzug versicherten, ihre Souveränität und bestehenden Grenzen zu respektieren.

Da ich in meiner Einleitung die Verantwortung der polnischen Außenpolitik im Zusammenhang mit dem Budapester Memorandum erwähnt habe, formuliere ich meine Argumentation ebenfalls anhand dieser Aussage und stütze mich dabei auf Fakten. Bereits am Anfang meines Textes möchte ich als Tatsache festhalten:

  • Am 18. März 2014, nach dem Referendum vom 16. März, unterzeichnete der russische Präsident Putin das Gesetz über den Beitritt der Krim zu Russland, was als Verletzung des Budapester Memorandums von 1994 interpretiert werden kann. Russland respektierte damit die territoriale Integrität und die bestehenden Grenzen der Ukraine nicht.
  • Allerdings verletzten die NATO und ihre Mitgliedstaaten die staatliche Souveränität der Ukraine, die ebenfalls durch das Budapester Memorandum garantiert wurde, bereits zweimal zuvor: im April 2008 und im Februar 2014. Der russische Schritt vom März 2014 kann somit als direkte Folge dieser Ereignisse bewertet werden.

Mit der am 3. April 2008 in Bukarest verabschiedeten Erklärung, in der es heißt: „Die Ukraine und Georgien werden NATO-Mitglieder“, verletzte die NATO die staatliche Souveränität der Ukraine. An dieser historisch falschen Entscheidung waren der polnische Premierminister Tusk und Außenminister Sikorski persönlich und aktiv beteiligt, indem sie ihr Land auf dem Bukarester Gipfel der Organisation im April 2008 vertraten. Wie kommen wir zu dieser Schlussfolgerung?

  1. Das ukrainische Parlament verabschiedete am 16. Juli 1990 die Erklärung über die staatliche Souveränität der Ukraine.[3] In ihr heißt es, die Ukraine werde ein dauerhaft neutraler Staat sein, der nicht an Militärblöcken teilnimmt und sich an drei Prinzipien zur Atomwaffenfreiheit hält: keine Atomwaffen zu akzeptieren, zu produzieren oder zu erwerben.
  2. Am 24. August 1991 verabschiedete das ukrainische Parlament die Unabhängigkeitserklärung der Ukraine.[4] Die Präambel der Erklärung legt als Grundvoraussetzung fest, dass die Unabhängigkeitserklärung die in der Erklärung von 1990 formulierte staatliche Souveränität der Ukraine in die Praxis umsetzt. Das bedeutet, dass der dauerhafte Neutralitäts- und Blockfreiheitsstatus der Ukraine als Hauptmerkmale der eigenständigen, souveränen Staatlichkeit bekräftigt wurde.
  3. Am 1. Dezember 1991 bestätigte ein Referendum in der Ukraine die in der Unabhängigkeitserklärung enthaltenen Punkte.[5] Nach Angaben der OSZE (ihre Vorgängerin war die KSZE) nahmen 84 Prozent der Wahlberechtigten teil und stimmten zu über 90 Prozent für die in den früheren Erklärungen beschriebene unabhängige Staatlichkeit. Somit bestätigte auch das Referendum den dauerhaften Neutralitäts- und Blockfreiheitsstatus der Ukraine.
  4. Für die Ukraine, deren neutraler und blockfreier Status mehrfach bekräftigt wurde, sah die Erklärung von 1990 über die staatliche Souveränität den atomwaffenfreien Status als freiwillige Verpflichtung vor. Diesem Weg folgend unterzeichneten am 5. Dezember 1994 in Budapest die Präsidenten der USA, Russlands und der Ukraine sowie der britische Premierminister das Budapester Memorandum.[6] Im Memorandum verzichtet die Ukraine auf ihre Atomwaffen, und im Gegenzug bekräftigen die Unterzeichnerstaaten, dass sie ihre Unabhängigkeit, Souveränität und die bestehenden Grenzen respektieren werden.
  5. Das ukrainische Parlament verabschiedete am 28. Juni 1996 die Verfassung des Landes. Die Präambel des Grundgesetzes besagt, dass das Parlament die Verfassung auf der Grundlage der Unabhängigkeitserklärung von 1991 und der Ergebnisse des Referendums vom 1. Dezember 1991 aufgebaut hat. Somit bestätigte die ukrainische Verfassung sowohl die dauerhafte Neutralität als auch den blockfreien Status.

Das ukrainische Volk und seine Vertreter haben wiederholt erklärt, dass sie in einem neutralen und blockfreien Land leben wollen. Der polnische Premierminister sollte auch wissen, dass die Unterzeichner des Budapester Memorandums im Jahr 1994 ein Abkommen mit einer neutralen und blockfreien Ukraine unterzeichneten, um „ihre Unabhängigkeit, Souveränität und die bestehenden Grenzen zu respektieren“. Tusk sollte ebenfalls wissen, dass die NATO im Jahr 2008 die oben genannten verfassungsrechtlichen und völkerrechtlichen Hindernisse nicht interessierten. Er und sein Außenminister hätten in Bukarest signalisieren können: „Tut das der Ukraine nicht an, das will das ukrainische Volk nicht!“

Die NATO – mit der persönlichen Mitwirkung von Premierminister Tusk und Außenminister Sikorski – respektierte nicht:

  • die in den Jahren 1990, 1991 und 1996 verabschiedeten Erklärungen über die Neutralität und den blockfreien Status der Ukraine sowie die geltende ukrainische Verfassung.
  • den Willen des damals noch 52 Millionen Einwohner zählenden ukrainischen Volkes, der auch im Referendum vom 1. Dezember 1991 bezüglich der Neutralität und Blockfreiheit bestätigt wurde (mit über 90 Prozent „Ja“-Stimmen).
  • die Souveränität der Ukraine, ihr Recht, ihre Zukunft als neutraler und blockfreier Staat in der sehr komplizierten geopolitischen Umgebung zwischen Ost und West zu bestimmen.

Der ungarische Historiker und Russlandexperte Zoltán Sz. Bíró schrieb sechs Monate nach der NATO-Entscheidung im November 2008 in seiner Publikation „Russlands Rückkehr“[7], dass die Entscheidung der NATO ohne die Unterstützung der ukrainischen Gesellschaft getroffen wurde:

„Bezeichnend ist, dass Anfang 2008 höchstens ein Viertel bis ein Drittel der ukrainischen Bevölkerung die NATO-Mitgliedschaft des Landes unterstützt. … Und diese Zurückhaltung ist größtenteils eine Folge der Tatsache, dass die Mehrheit der ukrainischen Gesellschaft befürchtet, der Beitritt zur Militärorganisation der westlichen Welt werde die russisch-ukrainischen Beziehungen schwer belasten, mit direkten Folgen für das tägliche Leben.“

Putsch und Bürgerkrieg

Die NATO respektierte die Souveränität der Ukraine nicht im Jahr 2008, als sie die Ukraine als zukünftiges NATO-Mitglied bezeichnete[8], und auch nicht 2014, als NATO-Länder an der Machtübernahme gegen den demokratisch gewählten Staatschef und die Regierung beteiligt waren.

Im Jahr 2014 unterstützten EU/NATO-Länder – unter US-amerikanischer Koordination, mit persönlicher Beteiligung von Staatssekretärin Victoria Nuland – einen verfassungswidrigen Machtwechsel in der neutralen Ukraine, die ein Gleichgewicht zwischen Ost und West anstrebte. Die polnische Diplomatie mit dem damaligen Premierminister Tusk und Außenminister Sikorski spielte dabei eine aktive Rolle.

Der damalige Präsident Wiktor Janukowitsch und die Oppositionsführer, die mit aus dem Ausland unterstützten Protesten kämpften, unterzeichneten am 21. Februar 2014 eine Vereinbarung zur politischen Regelung. Außenminister von EU/NATO-Ländern, darunter der polnische Außenminister Sikorski und der damalige deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier, unterschrieben das Dokument freiwillig als Garanten.[9] Der Putsch, der am nächsten Tag folgte, wurde weder von den Garantiemächten (DE, FR, PL) noch von der NATO beziehungsweise der EU verurteilt.

Dieser Putsch führte zu einem Bürgerkrieg, woraufhin die „wertebasierte“ EU und NATO die Rollen vertauschten. Laut dem westlichen Narrativ wurden diejenigen zu Kriminellen, die die Putschisten-Führung nicht anerkannten. Die Bevölkerung der Ostukraine hingegen sieht die Schuldigen bei denjenigen, die die verfassungswidrige, gewaltsame Absetzung eines demokratisch gewählten Staatschefs stimulierten, koordinierten und anerkannten und ein souveränes, neutrales Land ins Chaos stürzten. Einen Monat nach dem Putsch löste sich die Krim in einem Referendum von der Ukraine und schloss sich Russland an. In der Ostukraine beendeten die separatistischen Prozesse endgültig die Möglichkeit Kiews, Teile der Regionen Luhansk und Donezk zu kontrollieren.

Die Regierungen Deutschlands, Polens und Frankreichs (die „Weimarer Gruppe“) verletzten ihre Garantenpflichten massiv, was nach dem 22. Februar 2014 zum Ausbruch eines Bürgerkriegs in der Ukraine führte. Die Garantiemächte täuschten den amtierenden ukrainischen Staatschef, der unbegründet an die Zusicherung der EU/NATO-Außenminister glaubte. Nachdem er unter diesen beruhigenden internationalen Bedingungen ein politisches Abkommen mit der Opposition geschlossen hatte, versetzte er die Sicherheitsbehörden in einen Ruhezustand.

Der polnische Premierminister Tusk hat offensichtlich nicht über diese Zusammenhänge nachgedacht, als er sich gegen die Wahl Budapests als Austragungsort für einen Gipfel zur potenziellen Beendigung des Krieges in der Ukraine aussprach. Die aufgeführten polnischen Bezüge könnten ihm Anlass geben, seine Haltung sowohl zur NATO-Entscheidung von 2008 als auch zur leicht vergessenen Unterschrift von Außenminister Sikorski als Garant im Jahr 2014 zu überdenken.

Wenn Premierminister Tusk zu diesen Schlussfolgerungen gelangt, wird er leicht einsehen, dass sein Protest gegen den Austragungsort Budapest unbegründet war.

Die wahren Verantwortlichen für den Ukraine-Krieg

Weder die Urheber und Unterzeichner des Budapester Memorandums noch der Ort Budapest sollten für den Ukraine-Krieg und die Missachtung dieses internationalen Dokuments verantwortlich gemacht werden. Die Ursachen des Krieges liegen nicht im Budapester Memorandum, der ukrainischen Unabhängigkeitserklärung, der ukrainischen Verfassung oder den vom UN-Sicherheitsrat gebilligten Minsker Abkommen. Sie sind vielmehr bei den Politikern zu finden, die diese Dokumente und den mehrfach geäußerten Willen des ukrainischen Volkes ignoriert haben. Zu diesen Politikern zählen auch aktive Mitglieder der polnischen Regierung, angeführt von Premierminister Tusk.

Tusk könnte Präsident Selenskyj eine große Hilfe sein, indem sie bei ihrem nächsten Treffen oder der nächsten Sitzung des Europäischen Rates die engen Zusammenhänge zwischen der ukrainischen Unabhängigkeitserklärung, dem Referendum von 1991, der Verfassung von 1996 und dem Budapester Memorandum wieder aufgreifen. Anhand dieser Zusammenhänge würden sie schnell erkennen, was die heutige Lage der neutralen und blockfreien Ukraine verursacht hat und wo die wahren Verantwortlichen für die Zerstörung eines europäischen Landes und seiner Nation zu suchen sind.


Titelbild: Der US-amerikanische Präsident Bill Clinton, der russische Präsident Boris Jelzin und der ukrainische Präsident Leonid Krawtschuk nach der Unterzeichnung der Trilateralen Erklärung vom 14. Januar 1994 zur Vorbereitung des Memorandums – gemeinfrei


[«1] kettner-edelmetalle.ch/news/budapest-als-friedensgipfel-ort-polens-premier-tusk-warnt-vor-historischer-wiederholung-21-08-2025

[«2] kyivindependent.com/zelensky-rebukes-budapest-memorandum-signatories/

[«3] static.rada.gov.ua/site/postanova_eng/Declaration_of_State_Sovereignty_of_Ukraine_rev1.htm

[«4] static.rada.gov.ua/site/postanova_eng/Rres_Declaration_Independence_rev12.htm

[«5] csce.gov/wp-content/uploads/2016/06/120191UkraineReferendum.pdf

[«6] 30 Jahre Budapester Memorandum: Die nukleare Abrüstung der Ukraine im Rückblick

[«7] russianstudies.hu/docs/biroz.vissz.pdf

[«8] nato.int/cps/en/natolive/official_texts_8443.htm

[«9] dw.com/de/regierung-und-opposition-unterzeichnen-vereinbarung-zur-krisenl%C3%B6sung/a-17449594


Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik


Schlagwörter: 


Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=137862


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.08.2025

USA wollen Zentrum zur Bekämpfung "russischen Einflusses" deutlich verkleinern

freedert.online, 21 Aug. 2025 17:02 Uhr

Die US-Regierung unter Präsident Joe Biden habe die Geheimdienste zur Zensur benutzt. Das sagte die Direktorin der Nationalen Geheimdienste, Tulsi Gabbard. Sie kündigte jetzt an, das unter Biden gegründete Zentrum zur Bekämpfung "russischen Einflusses" stark zu verkleinern, und nannte es "überflüssig".


Quelle: Gettyimages.ru © Chip Somodevilla/Getty Images


Tulsi Gabbard bei der Präsentation eines Berichts im Weißen Haus, der die Schlussfolgerung der Geheimdienste während der Obama-Regierung widerlegt, wonach Russland die Wahl von Donald Trump im Jahr 2016 begünstigt habe, (Washington, DC., 23. Juli 2025)


Die USA werden eine Geheimdienstbehörde verkleinern, die nach der vermeintlichen russischen Einmischung in die US-Präsidentschaftswahlen gegründet wurde, um ausländischen Einfluss zu bekämpfen. Dieser Schritt ist Teil der umfassenden Kampagne von Präsident Donald Trump, verschwenderische Ausgaben zu reduzieren und Bundesbehörden zu entpolitisieren.

In einer Erklärung vom Mittwoch sagte die Direktorin der Nationalen Geheimdienste, Tulsi Gabbard, dass die Kernfunktionen des "überflüssigen" Foreign Malign Influence Center (FMIC) auf andere Behörden übertragen werden.


Russland-Lüge: Wie Obama den Putsch gegen Trump vorbereitete





Meinung

Russland-Lüge: Wie Obama den Putsch gegen Trump vorbereitete





Der Kongress hat das FMIC 2019 nach Vorwürfen einer russischen Einmischung in die Wahlen 2016 eingerichtet, die Donald Trump gewonnen hatte. Während Moskau bestritt, Wahlen beeinflussen zu wollen, argumentierten Trump und die Republikaner, die Vorwürfe seien Teil der Bemühungen der Demokraten, seinen Sieg zu delegitimieren und seine Präsidentschaft zu untergraben. Gabbard erklärte:

"Das FMIC und seine Vorgängerorganisationen wurden von der vorherigen Regierung dazu benutzt, die Unterdrückung der Meinungsfreiheit zu rechtfertigen und politische Opposition zu zensieren."

Seit Mitte Juli hat Gabbard mehrere Dokumente veröffentlicht, die ihrer Meinung nach eine koordinierte Aktion hochrangiger Beamter aus der Obama-Ära aufdecken, die Trump fälschlicherweise der Zusammenarbeit mit Russland beschuldigten. Am Dienstag fügte sie hinzu, dass Moskau entgegen einigen Behauptungen "keine Präferenz für einen Kandidaten gegenüber dem anderen zu haben schien".

Laut Gabbard konzentrierte sich das Amt des Nationalen Geheimdienstdirektors 2017 "übermäßig" auf die Wahlen, nachdem die CIA einen "gefälschten" Bericht erstellt habe, in dem unzutreffenderweise behauptet worden sei, der russische Präsident Wladimir Putin wolle Trump zum Sieg verhelfen.


Mehr zum Thema – Gabbard: Putin hielt belastendes Material über korrupte und psychisch instabile Clinton zurück


Screenshot_2025_08_24_at_21_29_49_USA_wollen_Zentrum_zur_Bek_mpfung_russischen_Einflusses_deutlich_verkleinern_RT_DE

Video https://rumble.com/v6wkqrc-verbrechen-auf-hchster-ebene-trump-attackiert-obama-wegen-russland-affre.html Dauer 3:41 Min. 


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://freedert.online/nordamerika/253954-usa-wollen-zentrum-zur-bekaempfung/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.08.2025

Gabriele Krone-Schmalz über den Ukraine-Krieg, Deutschland, die Medien und ihr Leben

Screenshot_2025_08_24_at_21_41_32_Gabriele_Krone_Schmalz_ber_den_Ukraine_Krieg_Deutschland_die_Medien_und_ihr_Leben_YouTube


DIE WELTWOCHE


youtube.com, 24.08.2025 Interviews

Die Weltwoche: Das ist die andere Sicht! Unabhängig, kritisch, gut gelaunt. Frieden mit Russland: Gabriele Krone-Schmalz über den Ukraine-Krieg, Deutschland, die Medien und ihr Leben – Weltwoche-Podcast #1


Info: Video https://youtube.com/watch?v=SRpHGafI5rw&feature=shared Dauer 1:41:41 h


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.08.2025

Lawrow: Russland hält Selenskij für "De-facto-Anführer des Regimes" in Kiew

freedert.online, 24 Aug. 2025 18:16 Uhr

Seit dem Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Selenskij wird in den Medien über ein mögliches Treffen zwischen dem ukrainischen Präsidenten und dem Kremlchef Wladimir Putin spekuliert. Russland lehnt ein solches Treffen zwar nicht ab, sieht aber ein rechtliches Problem.


Quelle: www.globallookpress.com © Roman Naumov


Russlands Außenminister Sergei Lawrow und außenpolitischer Berater des Präsidenen Juri Uschakow (rechts) bei einem diplomatischen Treffen (Symbolbild).


Im Gespräch mit dem US-Fernsehsender NBC News hat Russlands Außenminister Sergei Lawrow Klarheit über ein mögliches Treffen zwischen Wladimir Putin und Wladimir Selenskij verschafft. Der russische Chefdiplomat erklärte, dass eine solche Zusammenkunft eigentlich kein Thema beim Gipfel zwischen dem Kremlchef und Donald Trump im US-Bundesstaat Alaska gewesen sei. Diese Möglichkeit sei erst nach dem Treffen des Republikaners mit Selenskij und europäischen Staats- und Regierungschefs im Weißen Haus "aus dem Stegreif" ins Spiel gebracht worden. Mit Blick auf die zahlreichen Spekulationen über eine Zusammenkunft der beiden Politiker sagte Lawrow:

"Diese Gerüchte werden in erster Linie von Wladimir Selenskij selbst und seinen europäischen Sponsoren angeheizt."  

Nach diesem Treffen habe Putin in einem Telefonat mit Trump eindeutig gesagt, dass Moskau bereit sei, direkte Kontakte zu Kiew fortzusetzen, die man in Istanbul begonnen habe. Nach den drei Runden habe Russland vorgeschlagen, das Niveau der Delegationen zu heben, weil Kontakte auf höchster Ebene gut vorzubereiten seien, erklärte der Außenminister.

Im Interview ging Lawrow außerdem auf rechtliche Bedenken Russlands in Bezug auf die Legitimität der Führung in Kiew ein. Der Außenminister schloss ein Treffen zwischen Putin und Selenskij zwar nicht aus, sagte aber mit Blick auf den Ukrainer:

"Wir erkennen ihn als De-facto-Anführer des Regimes an. Wir sind bereit, uns mit ihm in diesem Status zu treffen."

Sollte es aber zum Unterzeichnen von rechtlich bindenden Dokumenten kommen, müssten alle sich darüber im Klaren sein, inwiefern der Unterzeichner von der ukrainischen Seite legitim sei, betonte Lawrow.

"Laut Verfassung der Ukraine ist Wladimir Selenskij es derzeit nicht. An sich ist Wladimir Putin aber bereit, mit ihm zusammenzukommen."

Russland wolle allerdings kein Treffen um eines gemeinsamen Fotos willen. Die Frage nach der Legitimität sei sehr wichtig, und der Kreml sei dagegen, dass Selenskij sich durch ein solches Treffen für legitim erkläre.  


Lawrow: Selenskij blockiert Fortschritte in Richtung Frieden



Lawrow: Selenskij blockiert Fortschritte in Richtung Frieden






Ferner äußerte sich Lawrow zu den Sicherheitsgarantien. Ihm zufolge sollte ihnen ein Konsens zugrunde liegen, der auch Russlands Interessen mitberücksichtigen würde. Dabei zeigte er sich strikt dagegen, dass die westlichen Länder, die das "Nazi-Regime" in der Ukraine unterstützten und mit ihren Waffen Attacken auf Russlands Territorium ermöglichten, solche Sicherheitsgarantien bestimmten.

In diesem Zusammenhang erklärte der Außenminister, dass die Ukraine im April 2022 bereit gewesen sei, ein Abkommen mit Russland zu unterzeichnen, um damit der Krise ein Ende zu setzen. Ganz oben im Dokument habe gestanden, dass die Ukraine ein neutrales, blockfreies und atomfreies Land sein solle. Ausgerechnet diese drei Punkte seien die Basis für die Unabhängigkeitserklärung der Ukraine im Jahr 1990 gewesen, betonte Lawrow.


Mehr zum Thema – Selenskij-Berater: Einfrieren der Frontlinie wäre ein "mögliches Szenario"


Screenshot_2025_08_24_at_18_29_56_Lawrow_Russland_h_lt_Selenskij_f_r_De_facto_Anf_hrer_des_Regimes_in_Kiew_RT_DE

Audio https://mcdn.podbean.com/mf/download/3t5waqgnerswfewp/Gipfel_in_Alaska_Putin_und_Trump_zeigen_neue_Wege_der_Diplomatie.mp3 Dauer 7:59 Min.


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://freedert.online/international/254191-lawrow-russland-haelt-selenskij-fuer-de-facto-anfuehrer-des-regimes-in-kiew/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.08.2025

Wagenknecht zu NATO-Militär in der Ukraine: "Absurd – das war die Ursache des Krieges"

freedert.online, 24 Aug. 2025 16:30 Uhr

Die BSW-Chefin Sahra Wagenknecht bezeichnete die breit diskutierte Stationierung deutscher Truppen in der Ukraine als Wahnsinn. Deren Anwesenheit in diesem Land sei primärer Grund für das russische Eingreifen. Außerdem kündigte sie ihre Teilnahme an einer prominent besetzten Friedenskundgebung in Berlin an.


Quelle: www.globallookpress.com


In ihrem aktuellen Interview kritisiert Sahra Wagenknecht Friedrich Merz erneut für seine Ukraine-Politik und ruft zu einer Kundgebung in Berlin auf. Auf dem Bild: Plakate auf einer Friedensdemo.


Sahra Wagenknecht warnte in einem Interview vor einer Eskalation der Auseinandersetzung mit Russland infolge der NATO-Truppenentsendung in die Ukraine. Die aktuelle Frontlinie im Ukraine-Krieg will sie als vorläufige Grenze akzeptieren. Russland gehe es im Konflikt nicht um Territorien, sondern um Sicherheit, erklärte sie. 

Nach einer Sommerpause zeigte sich Sahra Wagenknecht wieder politisch präsent. Der Zeitpunkt passt, denn in den letzten Tagen wird die Entsendung deutscher Soldaten in die Ukraine als notwendige "Sicherheitsmaßnahme" nach dem Ende der Kampfhandlungen diskutiert. Dazu nimmt die BSW-Chefin in einem Interview mit dem Münchner Merkur ausführlich Stellung. 

Auf die Frage des Journalisten, wie ihr Friedensplan aussehen könne, wonach die aktuelle Frontlinie als Grenze akzeptiert werden müsse, sagte sie, dass man sich zunächst über die wichtigste Ursache dieses Krieges klarwerden müsse: 

"Der Ukraine-Krieg wurde nicht aus Hunger nach territorialen Eroberungen begonnen, sondern um westliches Militär und Raketen in der Ukraine zu verhindern, so wie die USA russisches Militär und Raketen in Mexiko oder Kuba verhindern würden."

Wenn jetzt darüber diskutiert werde, Frieden durch NATO-Soldaten in der Ukraine abzusichern, sei das absurd, denn "das war die Ursache des Krieges". Bei den Verhandlungen vor gut drei Jahren hätten die Russen auf territoriale Zugewinne nahezu komplett verzichtet, erinnerte sie. Heute sei das nicht mehr so.


Klingbeil stellt Spar-Ultimatum und deutet Entsendung der Bundeswehr in die Ukraine an





Klingbeil stellt Spar-Ultimatum und deutet Entsendung der Bundeswehr in die Ukraine an






Laut der BSW-Gründerin rückt Russland vor und hat militärisch die Oberhand. In wenigen Worten skizzierte sie Wege zur Lösung des militärischen Konfliktes. Man werde die aktuelle Frontlinie als vorläufige Grenze akzeptieren müssen, wenn das Sterben enden soll. "Aber noch wichtiger wäre die Zusage: kein NATO-Militär, keine NATO-Raketen, keine NATO-Perspektive für die Ukraine." 

Eine Stationierung von Soldaten der "Koalition der Willigen" lehnte die BSW-Chefin kategorisch ab. Wieder erinnerte Sie an die Ursachen des Konfliktes. Da dieser Krieg begonnen worden sei, um NATO-Militär an der russisch-ukrainischen Grenze zu verhindern, seien NATO-Soldaten kein Beitrag zum Frieden. Über die Initiative des Bundeskanzlers, deutsche Truppen zur "Friedenssicherung" in das osteuropäische Land zu entsenden, sagte Wagenknecht: 

"Dass Merz sogar erwägt, die Bundeswehr in die Ukraine zu schicken, ist Wahnsinn. Das wäre der direkte Weg in einen Krieg mit Russland. Wie verantwortungslos muss ein Kanzler sein, dass er unser Land einer solchen Gefahr aussetzen will?"

Kritisch sieht die Politikerin auch die Stationierung von NATO-Truppen in Litauen und anderen baltischen Staaten. Auch das verbessere die europäische Sicherheit nicht, denn ein Krieg zwischen der NATO und Russland werde nicht mehr konventionell wie in der Ukraine ausgetragen, sondern nuklear eskalieren. "Wir brauchen einen anderen Weg. Der kann nur darin bestehen, wieder gemeinsame Sicherheit und neue Abrüstungsverträge anzustreben. Nur das kann den Frieden sichern", stellte sie klar. 


Bundeswehreinsatz in der Ukraine: Eine schon beschlossene Sache





Analyse

Bundeswehreinsatz in der Ukraine: Eine schon beschlossene Sache





Am Ende des Gesprächs kündigte die Politikerin ihre Teilnahme an der Friedenskundgebung am Brandenburger Tor am 13. September an. Auf die Teilnahme von Prominenten wie Peter Maffay, Dieter Hallervorden, Gabriele Krone-Schmalz und die Rapper Massiv und Bausa freue sie sich. Neben dem Ukraine-Konflikt werde auch der israelische Völkermord an der palästinensischen Bevölkerung im Gaza-Streifen das Thema der Kundgebung sein, teilte sie mit. 

Abgesehen von einigen Ausnahmen reagieren deutsche Politiker eher zurückhaltend auf die Idee, deutsche Truppen als Garantiemacht in die Ukraine zu entsenden. Dennoch scheint dies beschlossene Sache zu sein, wie eine Analyse der Presseberichte ergab. Die Tendenz in der ohnehin massiven Berichterstattung geht fast ausschließlich in Richtung Bundeswehreinsatz, stellt die Autorin fest. Viele Länder blickten auf Deutschland als Führungsmacht, sei eines der Argumente. Es dürfe sich nicht selbst kleinmachen, wenn es um Solidarität mit der Ukraine gehe. 


Mehr zum Thema – Pentagon blockiert Einsatz von Raketen auf Ziele in Russland


Screenshot_2025_08_24_at_18_18_11_Wagenknecht_zu_NATO_Milit_r_in_der_Ukraine_Absurd_das_war_die_Ursache_des_Krieges_RT_DE

Video https://rumble.com/v6xsin2-das-war-kein-guter-tag-trump-und-die-koalition-der-willigen.html Dauer 1:21 Min.


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://freedert.online/europa/254176-wagenknecht-nennt-nato-militaer-in-ukraine-absurd-sie-sind-die-ursache-des-krieges/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.08.2025

Trump zu Selenskij: "Es ist jetzt an der Zeit, dem sinnlosen Töten ein Ende zu setzen"

freedert.online, 24 Aug. 2025 17:28 Uhr

Wie auch viele andere Spitzenpolitiker hat US-Präsident Donald Trump seinem Amtskollegen Wladimir Selenskij am Unabhängigkeitstag der Ukraine einen Glückwunsch geschickt. Der Republikaner zollte Respekt vor dem Mut der Ukrainer, forderte aber eine Lösung durch Verhandlungen.


Quelle: AP © Julia Demaree Nikhinson


Archivbild: Donald Trump emfpängt am 18. August 2025 im Weißen Haus seinen Amtskollegen Wladimir Selenski.


Anlässlich des Unabhängigkeitstages, den die Ukraine jedes Jahr am 24. August feiert und der an die Loslösung von der UdSSR erinnert, hat US-Präsident Donald Trump seinem Amtskollegen Wladimir Selenskij einen Glückwunsch zukommen lassen. Angesichts des bewaffneten Konfliktes mit Russland bezeichnete der Republikaner das ukrainische Volk als "tapfer". In dem an Selenskij adressierten Text hieß es unter anderem:

"Die Menschen in der Ukraine haben einen unzerbrechlichen Geist, und der Mut Ihres Landes inspiriert viele."

Die USA respektierten den Kampf der Ukraine, ehrten deren Opfer und glaubten an deren Zukunft als unabhängige Nation, betonte Trump. Gleichzeitig forderte er Friedensgespräche mit Russland:  

"Es ist jetzt Zeit, dem sinnlosen Töten ein Ende zu setzen. Die Vereinigten Staaten unterstützen eine Lösung durch Verhandlungen, die zu einem dauerhaften Frieden führt, die das Blutvergießen beendet sowie die Souveränität und Würde der Ukraine schützt."

Als wäre dies nicht überzeugend genug, ließ der Republikaner an diesem Sonntag seinen Sondergesandten Keith Kellogg in die ukrainische Hauptstadt Kiew reisen. Dieser nahm dort neben vielen anderen Vertretern aus westlichen Staaten an den Feierlichkeiten teil. Anschließend zeichnete Selenskij den US-Amerikaner "für seinen besonderen Beitrag zur Stärkung der ukrainischen Souveränität" mit dem Orden des Fürsten Jaroslaw des Weisen der ersten Klasse aus.


Screenshot_2025_08_24_at_18_11_35_Trump_zu_Selenskij_Es_ist_jetzt_an_der_Zeit_dem_sinnlosen_T_ten_ein_Ende_zu_setzen_RT_DE


Auf der Plattform X bedankte sich Selenskij bei Trump für die Glückwünsche zum Unabhängigkeitstag der Ukraine. Das ukrainische Volk sei den USA dankbar, dass sie mit ihm Seite an Seite das Wertvollste verteidigten: Unabhängigkeit, Freiheit und Frieden. Dank dieser Kooperation werde man den Krieg beenden und einen echten Frieden erreichen.

Trumps Friedensforderung kam im Kontext der jüngsten Anstrengungen seiner Regierung, dem Ukraine-Krieg ein Ende zu setzen. Diese Bemühungen begannen mit dem Treffen zwischen dem Republikaner und Kremlchef Wladimir Putin im US-Bundesstaat Alaska und setzten sich mit dem Treffen zwischen Trump, Selenskij und mehreren europäischen Spitzenpolitikern im Weißen Haus fort.


Lukaschenko beglückwünscht Ukrainer zum Unabhängigkeitstag





Lukaschenko beglückwünscht Ukrainer zum Unabhängigkeitstag






Trotzdem intensivierten die ukrainischen Streitkräfte diese Woche ihre Angriffe auf Infrastrukturobjekte in Russland. So wurde in den vergangenen Tagen allein die Erdölpipeline Druschba dreimal attackiert. Die Brennstofflieferungen aus Russland nach Ungarn und die Slowakei wurden daher vorübergehend eingestellt. Zudem unternahm die Ukraine einen weiteren Versuch, die Krim-Brücke zu sprengen. Am Sonntagmorgen schoss die russische Luftabwehr in der Nähe des AKW Kursk eine ukrainische Drohne ab. Durch herabfallende Wrackteile kam ein Transformator zu Schaden. Die Leistung des Blocks 3 wurde daraufhin halbiert.

Michail Podoljak, der Berater des ukrainischen Präsidenten, rief dazu auf, ukrainische Militäreinsätze auf dem russischen Territorium zu erweitern. Dies sei ein Mittel, um Moskau zum Frieden zu zwingen. Vor diesem Hintergrund stellte Russlands Außenminister Sergei Lawrow fest, dass Kiew zuletzt alle Friedensvorschläge aus Washington abgelehnt habe. Die Ukraine forderte stattdessen neue Sanktionen, um die russische Wirtschaft zu brechen.


Mehr zum Thema – Wird Putin zur WM 2026 in die USA eingeladen? Trump wirbt mit Alaska-Foto dafür


Screenshot_2025_08_24_at_18_06_32_Trump_zu_Selenskij_Es_ist_jetzt_an_der_Zeit_dem_sinnlosen_T_ten_ein_Ende_zu_setzen_RT_DE

Audio https://mcdn.podbean.com/mf/download/3t5waqgnerswfewp/Gipfel_in_Alaska_Putin_und_Trump_zeigen_neue_Wege_der_Diplomatie.mp3 Dauer 7:59 Min.


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://freedert.online/international/254180-trump-zu-selenskij-es-ist-zeit-dem-sinnlosen-toeten-ein-ende-zu-setzen/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.08.2025

BlackRock-Chef Larry Fink wird Co-Vorsitzender des WEF

https://freedert.online, vom 19 Aug. 2025 08:03 Uhr

Das Weltwirtschaftsforum hat in der Vorwoche eine Untersuchung gegen seinen Gründer Klaus Schwab eingestellt und ihn von jeglichem Fehlverhalten freigesprochen. Parallel wurde die kommissarische WEF-Leitung bekanntgegeben. Spätestens in zwei Jahren soll Schwabs Wunschkandidatin Christine Lagarde dann die Führung übernehmen.


© Screenshot: YT/BloombergTelevision


BlackRock-CEO Laurence "Larry" Fink als Panel-Teilnehmer auf dem diesjährigen WEF-Treffen in Davos, 24.01.2025


Das in Genf ansässige Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum, WEF) hatte im April eine Untersuchung gegen den 87-jährigen Schwab eingeleitet, nachdem ein Whistleblower in einem Brief wesentliches Fehlverhalten unterstellt hatte. Der Bericht erschien genau am Tag nach Schwabs Rücktritt als Vorsitzender des Aufsichtsrats des WEF ‒ allerdings ohne öffentliche Begründung. Rund vier Monate später entlastete das Forum am vergangenen Freitag offiziell seinen Gründer von den massiven Vorwürfen wegen Unregelmäßigkeiten in der Amtsführung. Parallel wurden die vorläufigen Interimsleiter des WEF bekanntgegeben. Dabei handelt es sich um BlackRock-Chef Laurence "Larry" Fink und den Roche-Pharmaverwaltungsrat André Hoffmann.

In einer in der Vorwoche auf der Webseite des WEF veröffentlichten Mitteilung äußern sich die beiden kommissarischen Leiter zu ihrer Ernennung:

"Wir fühlen uns geehrt, diese Führungsrolle in einer für das Weltwirtschaftsforum entscheidenden Phase vorübergehend zu übernehmen. Während die Organisation ein neues Kapitel aufschlägt, blicken wir mit Klarheit, Zielstrebigkeit und Zuversicht auf die fortdauernde Mission des Forums."


Wall Street Journal: WEF startet Untersuchung gegen Gründer Klaus Schwab





Wall Street Journal: WEF startet Untersuchung gegen Gründer Klaus Schwab






Zu ihrer temporären Rolle ergänzt ein FAZ-Artikel (Bezahlschranke):

"Ausweislich der Pressemitteilung, die das WEF am Freitagabend dazu veröffentlicht hat, soll dieses Duo nur interimistisch die Führung übernehmen. Dies deutet klar darauf hin, dass Christine Lagarde in gut zwei Jahren das Zepter in der Stiftung übernehmen wird. Denn dann endet ihr Mandat als Präsidentin der Europäischen Zentralbank. Lagarde war und ist auch die Wunschkandidatin von Klaus Schwab. Aus Kreisen des WEF-Stiftungsrats, dem die 69 Jahre alte Französin schon angehört, wurde der FAZ bestätigt, dass jetzt alles auf Lagarde hinausläuft."

In ihrer Mitteilung erklären Fink und Hoffmann weiter:

"Die Welt ist fragmentierter und komplexer denn je, aber der Bedarf an einer Plattform, die die Wirtschaft, Regierungen und Zivilgesellschaft zusammenbringt, war noch nie so groß wie heute. Wir glauben, dass das Forum als einzigartiger Katalysator für Zusammenarbeit dienen kann, der Vertrauen fördert, gemeinsame Ziele identifiziert und den Dialog in Maßnahmen umsetzt. Wir bleiben optimistisch."

Zum Thema der eingeleiteten und nun abgeschlossenen Untersuchung gegen Klaus und Hilde Schwab informiert die NZZ (Bezahlschranke), dass es sich dabei "um Vorwürfe sexueller Belästigung, ungerechtfertigte Spesenbezüge und Manipulation des jährlichen Länderrankings" handelte. Die WEF-Presseabteilung erklärte dazu in einer weiteren Mitteilung vom 15. August:

"Nach einer gründlichen Prüfung aller Fakten ist der Stiftungsrat zu dem Schluss gekommen, dass die Organisation zwar zu einem stärker institutionalisierten Modell übergehen muss, es jedoch keine Hinweise auf ein schwerwiegendes Fehlverhalten von Klaus Schwab gibt."


Deutschland ist die BlackRock-Speerspitze in Europa





Deutschland ist die BlackRock-Speerspitze in Europa







Zur Untersuchung der Ehefrau Hilde Schwab heißt es, es lägen auch hier keine Belege für ein Fehlverhalten vor. Die lobhudelnde Reinwaschung lautet wörtlich:

"Es gibt auch keine Hinweise auf ein Fehlverhalten von Hilde Schwab, die das Forum seit über fünf Jahrzehnten ohne Vergütung unterstützt. Geringfügige Unregelmäßigkeiten, die auf eine unklare Abgrenzung zwischen persönlichen Beiträgen und der Arbeit des Forums zurückzuführen sind, spiegeln eher ein großes Engagement wider als die Absicht, sich falsch zu verhalten."

Zu der mehr als bedenklichen Achse zwischen dem nun ernannten WEF-Vorsitzenden Fink und seinem Ex-Angestellten und deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz erläuterte der Publizist Dr. Werner Rügemer im RT-Interview:

"Das zeigte sich im Januar 2025: Da hat BlackRock-Chef Fink seinen Ex-Angestellten Merz während des Weltwirtschaftsforums abseits vom offiziellen Programm zu einem privaten Dinner nach Davos eingeladen. Mitten in der Endphase seines Wahlkampfs nahm sich Merz die Zeit und flog in die Schweiz. Es ging offensichtlich um die von beiden Seiten erhoffte Kanzlerschaft von Merz. Wie das Handelsblatt später berichtete, war auch Jamie Dimon, der Chef der größten US-Bank JPMorgan, bei diesem Treffen dabei. BlackRock ist Großaktionär der Bank und Dimon lobte: 'Der Kanzler macht genau das Richtige.'"

Die WEF-Pressemitteilung erklärt abschließend unmissverständlich: "Wir bleiben unserer Mission und den Grundsätzen, die die Arbeit des Forums seit über fünf Jahrzehnten leiten, unverändert verpflichtet."


Mehr zum Thema ‒ BlackRock wird Kanzler


Screenshot_2025_08_24_at_12_22_40_BlackRock_Chef_Larry_Fink_wird_Co_Vorsitzender_des_WEF_RT_DE

Video https://rumble.com/v6wanj4-warum-empfngt-merz-blackrock-im-kanzleramt.html Dauer 2:09 Min.


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://freedert.online/europa/253660-blackrock-chef-larry-fink-uebernimmt/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.08.2025

Die Wiedergeburt des Landsers

Screenshot_2025_08_24_at_11_22_32_Merzbild.pdf

overton-magazin.de, 23. Augut 2025 28 Komm   Bild KI generiert


„Drecksarbeit“? Die Kritiker der Worte unseres Bundeskanzlers sollten endlich schweigen, denn sie behindern die Entwicklung, die Evolution durch Wiedergeburt. Eine Vision.

Es ist doch ganz einfach: Die Reinkarnation des deutschen Landsers im Bundeskanzler ist nur die längst fällige Kompensation für die vielen Jahre im Schlamm der Schützengräben, für die Lungenschüsse und Amputationen, für millionenfaches Morden und millionenfachen Tod. Vom Vokabular der früheren Kriege bleibt immer etwas hängen, das ist nun mal so, das wächst sich aus.

Der Landser ist endlich aus den Groschenheften auferstanden, in multiplikativer Reinkarnation. Als Minister*in, als Lohnschreiber:in, als Abgeordnete(r) – ja, der Landser kann auch als Frau – , als solche(r) zeigt er, wer er jetzt ist und was er kann. Reinkarnation ist Wandel, also auch Geschlechtswandel. Dabei, Flintenweiber gab es schon im ersten Weltkrieg – Karl Kraus porträtiert sie mit Spott und Bitterkeit – , im zweiten nahmen sie neue Aufgaben wahr.

Der souveräne Abstand von der realen Welt

Die Freimütigkeit des deutschen Bundeskanzlers ist, das anzumerken sei erlaubt, ein bisschen getrübt: Dass er die Drecksarbeit des Landsers im Nahen Osten lobt, ist doch etwas weltfremd, nein, eigentlich nur etwas technikfremd. Der Landser im Dreck und der Pilot am Himmel – haben sie noch viel gemeinsam? Aber sicherlich hat der Kanzler dabei auch an unseren Osten gedacht, der ist nicht so weit weg, da, wo noch richtig in Gräben und Unterständen gemordet und gestorben wird. Man lebt und träumt einfach noch etwas in den alten Bildern und Erinnerungen, und die darf man niemandem vorwerfen. Es träumen ja auch ganz andere von der Vergangenheit, von einer ganz anderen, aber mit denen haben der Bundeskanzler und die neuen Landser in den Medien gar nichts zu tun. Zu wünschen ist ihnen und uns eigentlich nur, dass die alten Bilder sie nicht über die neue Wirklichkeit täuschen. Ein bisschen bestand dafür ein Risiko beim vorhergehenden Bundeskanzler, der vor einem Diktatfrieden warnte, als seien wir schon im Krieg und er Kanzler einer stramm deutschnationalen Partei. Solche Imaginationen können manchmal real gefährlich werden, die Außenministerin des alten Bundeskanzlers fuchtelte damit immer wieder etwas unbeholfen auf dem diplomatischen Parkett. Die haben wir mit etwas Glück überlebt, und deshalb kann der neue Kanzler jetzt weitermachen. Sein Außenminister wirkt manchmal etwas zerknirscht-zerknautscht, könnte also einsichts- und lernfähig sein. Darauf will man gerne setzen: Dass die Kriegstreiber vielleicht schon jetzt ahnen, dass in ihnen noch ganz andere Regungen und Ideen schlummern und aufsteigen könnten. Der Wandel durch Einsicht gehört zur Reinkarnation, man muss ihn nur zulassen.

Der Blick aus großer Höhe, den kennt der Bundeskanzler – schließlich ist er ja Pilot. Der Abstand von der realen Welt, der macht die Souveränität des Politikers aus, er verteilt das Geld und delegiert den Krieg. Wenn der in der Ferne tobt, dann ist das gut für die Deutschen, die zu schützen der Kanzler sich ja verpflichtet hat.

Das moderne Fluggerät macht es möglich, vom Ziel sehr weit entfernt und dennoch sehr präzise zu zerstören und zu morden. Der Dreck der Kollateralschäden bleibt überschaubar, und so verkraftet man leicht die politischen und ökonomischen Kollateralschäden. Der Tunnelblick des neuen Landsers ist noch ein Erbe des alten, der ein Auge schließen, das andere verengen musste, um den Feind über Kimme und Korn oder schon durch das Zielfernrohr zu erfassen. Die Präzision des Mordens bleibt in den Verwandlungen der Wiedergeburt erhalten, denn Präzision ist ein hoher Wert: wie die Waffen, so die Menschen.  „Munition ist immer knapp“ – ein altes Landserwort – , und deshalb ist Präzision nichts anderes als Sparsamkeit. Die hat der Bundeskanzler uns auch versprochen.

In die Tiefe des Raumes

Ob der Bundeskanzler unsere Erfolge an der Ostfront mit Kerben an den Kanten seines Schreibtischs registriert? Ist da noch Platz, nach zwei Weltkriegen? Setzt die Kerben nicht vielleicht sogar der schneidig starre General, mit stahl-starren Augen? Fragen über Fragen, auf die es keine Antworten gibt. Denn das dürfen wir nicht wissen, es ist geheim. Geheimhaltung ist im Krieg entscheidend, wir müssen also nicht alles wissen, denn sonst glauben wir nicht alles, was man uns sagt und schreibt und zeigt.


Spekulieren aber darf man. Denn auch Generalmajor Freuding, der neu ernannte Leiter des Sonderstabs Ukraine im Verteidigungsministerium, spekuliert, wie wir endlich ins Handeln, also an die Ostfront, kommen. Sein Vorschlag: „Wir brauchen Waffensysteme, die weit auch in die Tiefe des russischen Raumes reichen, die angreifen können – die Führungseinrichtungen, Flugplätze, Flugzeuge.“

Der russische Raum – noch ein alter Traum des Landsers, aus dem Zusammenhang gerissen, gewiss, ein Traumfragment, ein freudiger Vorgriff – aber will man es der Wiedergeburt des Landsers verdenken, nach Jahrzehnten in der Gruft der Groschenhefte? Darf der Landser etwa nicht träumen?

Hoffen wir, dass der Bundeskanzler den Schaden begrenzt, und das geht nur so: Das Träumen in den alten Bildern geht über in einen neuen Traum, ja, in eine neue Art Traum, in die Simulation. Der Bundeskanzler, seine Minister, die alten und neuen Landser – bald können sie den Joystick in die Hand nehmen, sich am Bildschirm treffen und die VR-Brillen aufsetzen. Das ist die Idee der Stunde, jetzt noch Hoffnung, morgen schon Kampfauftrag: Der Krieg wird virtuell. Der Anfang ist mit dem Haschmich der Drohnen an der Ostfront bereits gemacht. BILD führt vor, wie das geht; die Videos der Schlagtot-Zeitung bringen das muntere Spiel der zierlichen Geräte schon jetzt auf die Bildschirme. Da ist noch etwas drin: Krieg geht auch hierzulande, wenn er nur virtuell bleibt. Er lässt sich zuhause führen, im Kanzleramt, im Bundestag, einfach überall, sogar im Grünen, per Laptop und nachhaltig mit Solarmodul. So erreicht der Landser die nächste Stufe der Reinkarnation: Er bekommt die Heldenrolle im Videospiel, und der Bundeskanzler und all seine Mannen und Frauen, alle Willigen schlüpfen hinein in ihre Figuren, wenn ihnen danach ist und der Osten ruft. Aber, diese Mahnung muss sein, bitte nicht nur spielen, es muss auch noch regiert werden!

Etat für Kerbhölzer

In die Gruft muss der Landser jedenfalls nicht mehr zurück, er wird auferstehen in der Gloriole des Lichts. Er kommt auf die Riesenscreens in den Spielhallen und Stadien, das ist viel besser für ihn und für uns. Wenn das die IT-Industrie reich macht – soll sie doch, dann stehen wenigstens die Ruinen des Kriegsgeräts nicht mehr auf den Feldern und Straßen und die Leiber der Soldaten und Zivilisten – in Nahaufnahme, aber verpixelt – liegen nicht mehr in der Gegend herum, Bilder, die uns immer noch das Bild des Krieges verschandeln. Der Schrott hat gekostet und erinnert leidigerweise immer wieder an das rausgeschmissene Geld und an die toten Insassen. Wir wollen einfach keine schlechten Bilder vom Krieg mehr. Aus dem Dreck auf die Bildschirme, der Landser wird ein sauberer Held! Vom alten Traum mag, Nostalgie hin oder her, die Markierung der Treffer bleiben, das ist Traditionspflege. Die Kerbhölzer sind im Etat sicherlich drin, wenn das grobe Kriegsgerät eingespart wird.

Kann der Bundeskanzler nicht schon jetzt eine Stufe überspringen und seinen Generalmajor aufhalten auf dem Weg an die Ostfront? Dann gibt es keine Gefallenen mehr, und, vom Kriegsdruck befreit, findet der Kanzler vielleicht doch noch Gefallen an der Diplomatie und kann das Rüstungsgeld für Deutschlands Infrastruktur verwenden, statt es für Tod, Zerstörung und Schrott zu verschenken.

Ob der Landser zu der beschleunigten, nächsten Reinkarnation schon bereit und fähig ist, das bleibt vorerst ein Geheimnis. Aber es wird klappen, wenn nicht jetzt, so hoffentlich bald, wenn die IT-Industrie den 3-D-Krieg anbietet und – für beide fehlt nun doch das Geld – die Rüstungsindustrie aus dem Leib der Politik verdrängt hat. Das wird nicht ganz leicht sein, aber dem hehren Ziel wird sich dort niemand verschließen.

Die Merz‘, Kiesewetters und Freudings, sie alle können ihre Todessehnsucht dann am Bildschirm ausleben. An die Ostfront wären sie dafür nicht gegangen, das ist zu gefährlich, denn im Schützengraben vergeht die Kriegssucht, dieses immer wiederkehrende Krankheitsbild eines alten Virus‘. Das vorige – gerüchteweise ein neues – haben wir gerade hinter uns. Auf Virus- und Kriegspolitik werden wir irgendwann als auf eine vergangene Epoche zurückblicken, uns wundern und fragen, wie das möglich war.

Bis dahin werden wir friedlich; der Landser im Bundeskanzler wird im Bildschirm seiner ansichtig und lernt, den Krieg zu verlernen.

Der Bundeskanzler im auferstandenen Landser – dieses Bild gibt uns die Zuversicht, die wir jetzt so dringend brauchen.


Christian Deppe ist seit 5 Jahren Neu-Berliner, hat Germanistik und Philosophie studiert und als Zahnarzt gearbeitet. Platon, Flaubert, Karl Kraus und Darren McGarvey haben ihn belehrt; Albrecht Müller hat ihm geholfen, den Kopf über Wasser zu halten. Ernst Friedrichs ‚Krieg dem Kriege‘ und General Butlers ‚Zur Hölle mit dem Krieg‘ haben ihn zum Visionär werden lassen.
Mehr Beiträge von Christian Deppe →

Ähnliche Beiträge:


Schlagwörter: , , , ,


28 Kommentare

  1. Zu dem was in Gaza passiert:
    In den letzten vierundzwanzig Stunden sind acht Menschen verhungert.

    Antworten

    4 Antworten auf diesen Kommentar anzeigen ▼

  2. Musste das Bild sein? Der Tag ist jetzt versaut!

    Dann gehen wir doch lieber tanzen
    https://www.youtube.com/watch?v=0DYvVS2Eqo0&list=RD0DYvVS2Eqo0&start_radio=1

    https://www.youtube.com/watch?v=ECSikqaqwLE&list=PLF33686CCE29C13A5&index=5

    Antworten

    2 Antworten auf diesen Kommentar anzeigen ▼

  3. Merz möchte uns auf geheiß der Finanzelite an die USA, respektive Blackrock verkaufen.
    Das ist der Plan, nämlich die weitere Umverteilung aller Güter von unten nach oben.

    Antworten

    2 Antworten auf diesen Kommentar anzeigen ▼

  4. „Christian Deppe ist seit 5 Jahren Neu-Berliner, hat Germanistik und Philosophie studiert und als Zahnarzt gearbeitet.“

    Wie geht denn das? Wundert mich aber nicht. Berlin zieht ja alle möglichen seltsamen Geister an.

    Mein Zahnärztin hat Arabistik studiert, versucht jeden Tag ein neues Wort zu lernen, bevor sie völlig dement ihre Praxis an ihre Tochter übergab.

    Antworten

    4 Antworten auf diesen Kommentar anzeigen ▼

  5. Hallo ihr jungen Menschen in einer Welt, wie dieser.
    Ihr seit gefragt wohin sich diese Welt bewegen wird.
    Seit aktiv beteiligt, aber Vorsicht, lasst euch nicht durch manipulative Organisationen blenden.
    Arbeitet an einem Konstruktieven System, das viele in Betracht sieht, um in eine gerechtere Welt führt….

    Antworten

    2 Antworten auf diesen Kommentar anzeigen ▼

  6. In diesem Sinne hat der Fritze doch alles richtig gemacht
    Was kann schöner sein auf Erden, als Politiker zu werden
    https://www.youtube.com/watch?v=053VQxl-Ol4&list=RD0DYvVS2Eqo0&index=26

    Antworten

    1 Antwort auf diesen Kommentar anzeigen ▼

  7. @“schließlich ist er ja Pilot“

    Ja, in Deutschland kann er einen Piloten schieben, hier wird ihm das abgenommen, in anderen Landen schmunzelt man eher über ihn als Bruchpilot

    Antworten

  8. „Christian Deppe ist seit 5 Jahren Neu-Berliner, hat Germanistik und Philosophie studiert und als Zahnarzt gearbeitet.“

    Und nun ist er als Overton-Autor geendet. Was für eine Karriere. Atemberaubend.

    Antworten

  9. Ich bin ja nicht im Krieg mit Russland und habe auch zukünftig nicht die Absicht. Merzler, Pistolero, Uschi & Co sollen doch bitte selbst einen Helm aufsetzen, ein Gewehr in die Hand nehmen und sich in Kiew freiwillig an die Front melden.

    Den Landser mit dem irren Blick bitte gleich mitnehmen. Danke.

    Antworten

    1 Antwort auf diesen Kommentar anzeigen ▼

  10. Übrigens, der Blackrock-Landser will den Sozialstaat „reformieren“……..
    Klar, Reiche werden sicher nicht angetastet, schon gar nicht die ausgesetzte Vermögenssteuer.

    Antworten

  11. Immerhin auf einer Zugfahrt sah ich aus dem Fenster in einer Stadt in Ostdeutschland die 2. Zeile eines Büchner -Zitates groß an eine Wand gemalt : Krieg den Palästen. immerhin

    Antworten

  12. Ich vermute, dass es demnächst ohnehin Neuwahlen geben und Merz als Schandkanzler in die Geschichte eingehen wird.

    Kommentar bearbeiten – 

    Antworten


Empfehlung

Smedley D. Butler

Zur Hölle mit dem Krieg!

Faktenfinder: Haltung gegen AfD – kein Journalismus!

Besuche unseren Videokanal »

Info: https://overton-magazin.de/kommentar/politik-kommentar/die-wiedergeburt-des-landsers/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.08.2025

Worte, die töten

overton-magazin.de, 23. August 2025 113 Kommentare


Orkmaske. Bild: privat/CC BY-SA-3.0
Wer Arbeiter zu „Vieh“ erklärt, Nachbarn zu „Orks“ und eine Sprache zum Verbrechen, bereitet kein Miteinander vor, sondern ein Schlachtfeld. Der Donbass zeigt, wie Worte töten können – und warum ein Fußballspiel in Kiew 2025 mehr über diese Politik verrät als jede deutsche Talkshow.

Nordrhein-Westfalen galt über Jahrzehnte als das klassische Arbeiterland Deutschlands. Kohle und Stahl, Zechen und Hochöfen prägten nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Menschen. „Arbeiter“ zu sein, bedeutete Stolz und Zugehörigkeit, nicht Abwertung. Wer unter Tage fuhr oder am Hochofen stand, sah sich als Teil einer Gemeinschaft, die eng mit Gewerkschaft, Fußballverein oder Schrebergarten verbunden war. Ähnlich prägte der Bergbau auch Regionen im Osten Deutschlands – die Lausitz mit ihren gigantischen Braunkohletagebauen, das Erzgebirge mit seiner jahrhundertealten Montantradition. Auch dort bildeten Arbeiteridentität, Solidarität und regionale Kultur eine Einheit, die über Generationen wirkte.

Doch der Strukturwandel hat diese Welten nahezu ausgelöscht. Der letzte Steinkohle-Bergbau im Ruhrgebiet wurde 2018 eingestellt, die Montanindustrie ist bundesweit auf ein Minimum geschrumpft. Heute arbeiten fast 80 Prozent der Menschen in Nordrhein-Westfalen (NRW) im Dienstleistungssektor, weniger als ein Viertel in der Industrie. „Arbeiter“ ist damit längst keine alltägliche Berufsbezeichnung mehr, sondern Teil einer Erinnerungskultur. Vor allem die älteren Generationen – ehemalige Bergleute und Stahlarbeiter über 65 Jahre – tragen diese Identität noch mit Stolz. Ihre Kinder, heute Mitte 40 bis Mitte 60, wuchsen in diesem Milieu auf, auch wenn viele von ihnen schon andere Berufe ergriffen. Die Jüngeren schließlich erleben „Arbeitersein“ nur noch als ferne Vergangenheit.

Doch während in NRW der Begriff Arbeiter bis heute mit Ehre verbunden ist, erlebte die Ukraine in den Jahren vor dem Krieg (2014) eine ganz andere Entwicklung. Dort wurde das russischsprachige und oft ärmere Arbeitermilieu des Donbass zunehmend abgewertet. Die liberale Mittelschicht der großen Städte habe den Osten als „Proleten-Reservat“ betrachtet, ein Gebiet für Menschen zweiter Klasse. Der Schriftsteller Sachar Prilepin notierte während seiner Reisen, dass viele Gespräche von einer stillschweigenden Verachtung durchzogen waren. Man belächelte die Sprache, verspottete die Kultur, bezeichnete die Industriearbeiter des Donbass als rückständig. „Es war nicht nur ein politischer Konflikt“, schrieb er, „es war ein Konflikt der Milieus – zwischen einer urbanen, europäisch orientierten Mittelschicht und jenen, die ihr Brot in Bergwerken und Fabriken verdienten.“ Diese latente Abwertung, die sich in Sprache, Medien und Alltag festsetzte, wurde nach 2014 offen ausgesprochen – und später auch brutal vollstreckt. Was in Deutschland höchstens ein Generationenwandel war, wurde in der Ukraine zu einer systematischen Spaltung der Gesellschaft.

„Donbassophobie“

Dort wurden Bergarbeiter und Stahlarbeiter nicht als Rückgrat der Nation gesehen, sondern zunehmend als „Ballast“. Prilepin schildert in seinem Buch „Briefe aus dem Donbass“ (1), wie tief die Abwertung reichte. Auf dem Kulikowo-Platz in Odessa hätten einfache Leute nichts anderes getan, „als Unterschriften für die Verleihung der russischen Sprache als Staatssprache zu sammeln“ – und seien (…) später Opfer brutaler Gewalt geworden.

Der ukrainische Journalist Andrej Mančuk beschrieb bereits 2014 dieses Klima einer regelrechten „Donbassophobie“. Er zitierte einen Slogan von Dynamo-Kiew-Fans, der schnell landesweit Karriere machte: „Danke den Bewohnern des Donbass für das Präsidenten-Arschloch!“ Gemeint war der damalige Präsident Wiktor Janukowytsch. Der Slogan verbreitete sich schnell über die Stadien hinaus in die politische und mediale Öffentlichkeit. Er wurde zum Ausdruck einer antidonbassischen, antijanukowytsch’schen Haltung und trug zur Stigmatisierung der Region bei, jubelnd wurde sie von Politikern, TV-Shows und Facebook-Nutzern aufgegriffen. „Auf dem Maidan wurde ‚Süd und West gemeinsam‘ gerufen“, so Mančuk, „doch die Kehrseite war der Spruch: ‚Pinkel nicht ins Treppenhaus – du bist doch kein Donezker!‘“

Hier tauchte ein abwertendes Muster auf, das nicht nur regional, sondern auch sozial-rassistisch wirkte. Bewohner des Donbass galten plötzlich als „passives, unterwürfiges Vieh“, als „halbwilde Orks“ aus dem „ukrainischen Mordor“. Damit war nicht die politische Elite gemeint, sondern „stereotype Arbeiter aus dem industriellen Osten“, wie Mančuk nüchtern festhielt. In seinen Reportagen erinnerte er daran, dass dieselben Bergarbeiter es gewesen waren, die noch Ende der 1990er-Jahre mit Märschen auf Kiew gegen ausstehende Löhne protestierten, „die Helme auf den Asphalt schlugen und Straßen blockierten“. Und während im Westen der Ukraine die Proteste gegen soziale Ungerechtigkeit oft nur halbherzig verliefen, standen im Donbass die Arbeiter mit ihren Familien an vorderster Front. Das Bild vom „unterwürfigen Donbass“ sei, so Mančuk, eine „Legende“, die der politischen Instrumentalisierung diente.


Doch genau dieses Klischee setzte sich fest. „Die Intelligenzija der Hauptstadt“, schrieb Mančuk, „schikanierte die Bewohner des Ostens als ‚Arbeitsvieh‘ – nicht trotz, sondern gerade wegen ihres proletarischen Hintergrunds.“ Besonders verstörend aber war, wie ein Teil der ukrainischen Öffentlichkeit auf die Tragödie von Odessa (2.Mai 2014) reagierte. Am Tag nach dem Brand waren die sozialen Netzwerke voller Häme. In Blogs und Kommentaren tauchten Begriffe wie „gebratene Watte“ und „verbrannte Koloraden“ auf – Zynismen, die nicht nur aus der Fanszene stammten, sondern ins Arsenal politischer Hassrede aufgenommen wurden. Diese Sprache war keine beiläufige Beleidigung, sondern eine Form der systematischen Entmenschlichung. „Ватник“ („Wattierte“) – ursprünglich eine einfache Arbeiterjacke – wurde zum Schimpfwort für prorussische Menschen, angeblich dumpf, rückständig, sowjetisch versifft. „Gebratene Watte“ bedeutete in diesem Kontext nichts anderes, als die Verhöhnung der bei lebendigem Leib verbrannten Opfer. Noch brutaler wirkte „колорад“ („Kolorad“). Das Wort stammt vom Kartoffelkäfer, dessen schwarz-orangene Streifen an die Georgsbänder erinnerten, die viele prorussische Demonstranten trugen. Wer so bezeichnet wurde, galt nicht mehr als Mensch, sondern als Ungeziefer. „Verbrannte Koloraden“ – das hieß im Klartext, die Getöteten waren Schädlinge, deren Vernichtung man feiern durfte.

Solche Begriffe erfüllten eine politische Funktion. Sie entlasteten von Mitgefühl, legitimierten Gewalt und schufen ein Klima, in dem das Töten als „Säuberung“ erscheinen konnte. Historisch ist dieses Muster bekannt: „Kakerlaken“ im ruandischen Völkermord, „Ungeziefer“ in der NS-Propaganda, „Tschetniks“ oder „Ustascha-Schweine“ im Jugoslawienkrieg. Immer war die Abwertung in Sprache der Vorbote physischer Vernichtung. Auch prominente Publizisten bedienten sich dieser Kaltschnäuzigkeit. Der Journalist Arkadij Babtschenko schrieb bei „Echo Moskwy“: „Bewaffnete Leute kamen hinter den Rücken der Bullen her, in der Absicht, ein Blutbad und Leichen zu bekommen? Bewaffnete Leute bekamen ein Blutbad und Leichen. Dachtet ihr, es würden nicht eure Leichen sein? Doch, es werden auch eure Leichen sein.“ Damit sprach er über Frauen, Alte, Jugendliche – Menschen, die in panischer Flucht aus Fenstern sprangen oder bei lebendigem Leib im Gewerkschaftshaus verbrannten. Worte, die weniger an journalistischen Kommentar erinnern als an die rhetorische Rechtfertigung eines Massakers.

Völkerrechtlich sind solche Muster nicht belanglos. Die UN definiert direkte und öffentliche Anstiftung zum Völkermord („direct and public incitement to commit genocide“) als eigenständiges Verbrechen. Auch das Völkerstrafrecht (Art. 25 des Römischen Statuts des Internationalen Strafgerichtshofs) bewertet Hasssprache, die Gruppen pauschal entmenschlicht und zur Gewalt animiert, als strafbare Anstiftung. Die Verwendung von Begriffen, die Menschen zu „Ungeziefer“ oder „Schädlingen“ degradieren, erfüllt exakt die Kriterien, die in historischen Präzedenzfällen – von Ruanda bis Jugoslawien – untersucht und verurteilt wurden.

Der Donbass war nicht nur irgendeine Region. Der Donbass (Donezk und Luhansk), mit rund 52.000 Quadratkilometern mehr als doppelt so groß wie Rheinland-Pfalz, hatte vor 2014 etwa 4,4 Millionen Einwohner. Doch im Unterschied zum deutschen Bundesland erwirtschaftete diese Region fast ein Fünftel der gesamten Industrieproduktion der Ukraine und lieferte etwa dreißig Prozent der Deviseneinnahmen – eine industrielle Kernzone von nationaler Bedeutung. Jeder dritte Dollar im ukrainischen Außenhandel kam von dort. Ein Land, das sich so stark auf die Schwerindustrie stützte, hätte den Osten eigentlich als Rückgrat behandeln müssen. Doch genau das Gegenteil geschah. Während der Donbass den Staat finanzierte, wurde seine Bevölkerung in Kultur und Alltag zunehmend abgewertet.

Sachar Prilepin hat diese Widersprüche auf einer Reise durch die Ukraine eindringlich beschrieben. Seine Beobachtungen zeigen, dass die Abwertung nicht nur in politischen Parolen stattfand, sondern im alltäglichen Leben. Auf Kiews Prachtstraße Chreschtschatyk fragte er mehrmals junge Frauen nach dem Weg – sie verstanden ihn, antworteten freundlich, aber konsequent auf Ukrainisch. Kein Wort auf Russisch, kein Entgegenkommen. Das Signal war klar, wir verstehen dich, aber wir erkennen dich nicht an. Von einem Redakteur einer Radiostation hörte er nach einer Sendung den Satz, „Kiew ist älter als euer Moskau. Wir haben euch die Sprache beigebracht, den Glauben, das Kämpfen – jetzt müssten wir euch nur noch das Denken beibringen.“ Solche Worte ließen erkennen, dass es nicht nur um Politik ging, sondern um eine kulturelle Hierarchie – Kiew als Lehrer, Moskau als Schüler.

Besonders schmerzhaft war für Prilepin die Erfahrung im Westen des Landes. In einer Wechselstube in Lwiw verstand die Angestellte sein Russisch angeblich nicht, hinter ihm warteten zwanzig Leute – niemand übersetzte. Schweigen, Distanz, kalte Ablehnung. Am Flughafen drohte man ihm, ein Souvenir zu beschlagnahmen, bis die Sache mit Schmiergeld erledigt war – verbunden mit dem Satz: „Bei euch Moskalern ist eben alles anders.“ Das Wort „Moskal“ – eine gängige abwertende Bezeichnung für Russen – fiel offen und beiläufig. Eine Szene im Zug brachte die Atmosphäre auf den Punkt. Ein ukrainisches Paar sprach während der gesamten Fahrt nur Ukrainisch, reagierte nicht auf seine Ansprache. Doch in Moskau angekommen, tippte ihn derselbe Mann plötzlich an und fragte auf fließendem Russisch nach dem Weg. „Schon Russisch gelernt?“, fragte Prilepin trocken zurück. Alle konnten Russisch, es wurde bewusst verweigert, um Abgrenzung zu markieren. Auch die intellektuellen Milieus setzten auf Distanz. Prilepin schildert, wie er in Kiew dem gefeierten Schriftsteller Jurij Andruchowytsch begegnete. Dieser kam in die Runde, begrüßte niemanden, drückte Prilepin die Hand „krampfhaft“ – und schwieg. Für Prilepin war das der Moment, in dem er begriff, für ihn bin ich kein Kollege, sondern Fremder. Diese Reiseepisoden machen deutlich, die Abwertung vollzog sich zunächst nicht durch offene Gewalt, sondern durch Gesten, Schweigen, kleine Demütigungen.

Ruanda als Lehrbeispiel

Sprache kann nicht nur zerstören – sie kann auch heilen. Beispiele gibt es. In Ruanda etwa, wo nach dem Völkermord von 1994 die Rhetorik der „Kakerlaken“ und „Schlangen“ verboten wurde, wurden Medien verpflichtet, auf Versöhnung hinzuarbeiten. Täter und Opfer trafen sich in den „Gacaca“-Gerichten, hörten einander zu, sprachen aus, was geschehen war. Während des Genozids 1994 hatten Radiosender wie Radio Télévision Libre des Mille Collines (RTLM) Tutsi systematisch als „Inyenzi“ – Kakerlaken – bezeichnet. Die Worte bereiteten den Weg für die Massaker, sie entlasteten von Mitgefühl und machten Töten zum „Dienst an der Gemeinschaft“.

Nach dem Völkermord wurden die Verantwortlichen vom Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda verurteilt. Zum ersten Mal wurde „direkte und öffentliche Anstiftung durch Medien“ als eigenständiges Verbrechen anerkannt. Der Staat schloss Hass-Sender, schulte Journalisten neu und verpflichtete die Medien auf Friedensjournalismus. Begriffe, die zur Entmenschlichung dienten, wurden geächtet, Sender wie Radio Okapi entstanden bewusst als Plattform für Dialog und Versöhnung. Die Lehre war, wer Sprache als Waffe missbraucht, muss auch sprachlich zur Verantwortung gezogen werden. Worte sind nicht unschuldig – sie schaffen Realitäten. Worte, die zuvor zur Vernichtung führten, mussten deshalb durch neue Worte ersetzt werden, durch eine Sprache der Anerkennung und der Würde. Auch Südafrika nach der Apartheid ging diesen Weg: Die Wahrheits- und Versöhnungskommission („Truth and Reconciliation Commission“) gab Opfern und Tätern Raum, die Verbrechen öffentlich zu benennen – nicht um sie zu vergessen, sondern um sie zu überwinden.

Übertragen auf die Ukraine und Russland heißt das: Es geht nicht um einen „Sieg“ des einen über den anderen, sondern um die Rückkehr zu einer Sprache, die das Gemeinsame betont. Russen und Ukrainer sind keine Fremdvölker. Sie teilen Sprache, Geschichte, Familien, Lieder und Bücher. Begriffe wie „Orks“, „Watte“ oder „Koloraden“ sind keine organischen Eigenheiten, sondern ideologische Instrumente der politischen Egide – Vokabeln des Spalts, nicht des Lebens. In den Büchern unserer eigenen Geschichte steht längst, was geschehen kann, wenn Worte zu Rassismus und Gewalt aufgestachelt werden. Die Eskalation der Sprache ist kein Nebenschauplatz, sie ist das Fundament von Kriegen. Politiker verkleiden Aufrüstung und Eskalation mit dem Etikett „Frieden“. In Wahrheit beschwören sie Waffenlieferungen, Sanktionsspiralen und sogar den Einsatz deutscher Soldaten. Sie verkaufen es einem Talkshow-Publikum, das längst betäubt ist von immer denselben Schlagworten.

Wie absurd diese Sprachpolitik inzwischen geworden ist, zeigte eine Episode in dieser Woche. In der ukrainischen Frauen-Premierliga erhielt die Spielerin Irina Maiborodina eine gelbe Karte, weil sie auf Russisch sprach. Die Schiedsrichterin erklärte trocken: „Wir kommunizieren hier nicht auf Russisch. Dies ist die ukrainische Meisterschaft.“ Das ist kein Randdetail, sondern ein Symbol. Hier liegt der Kern der Katastrophe – das ukrainische Sprachengesetz von der Werchowna Rada am 25. April 2019 verabschiedet und seit 16. Juli 2019 in Kraft. Es bestimmt, welche Worte erlaubt sind, welche Sprachen tabu, welche Nationen „gut“ und welche „Feind“ heißen dürfen. Und es versteckt ihre Eskalationslogik hinter Phrasen von Frieden, Demokratie oder Werten.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow erinnerte jüngst in einem Interview daran, dass ohne ein Ende dieser Praxis kein Frieden möglich sei, „Ein Schritt hin zu einem Treffen zwischen Putin und Selenskyj sollte die Aufhebung der Verbote sein, die Nutzung der russischen Sprache in Schulen, an öffentlichen Orten und in den Medien (zu) untersagen.“ Lawrow machte damit klar, dass die Anerkennung der russischsprachigen Bevölkerung die erste Bedingung für Verhandlungen sei. Denn Worte entscheiden über Krieg und Frieden: Die Worte kommen zuerst und die Toten folgen.

 

1) Sachar Prilepin: „Письма с Донбасса“ (Briefe aus dem Donbass), Moskau 2015, Gespräch mit Viktor Jazenko über Arbeiter, Europa und Milieu-Konflikt, weitere Reisebeobachtungen (Kapitel 1–3), Kapitel über Kulikowo-Platz, Menschenrechtsberichte, Report on the human rights situation in Ukraine (Juni 2014), Arkadij Babtschenko, Kommentar bei „Echo Moskwy“


Sabiene Jahn studierte Kommunikation der Werbewirtschaft und arbeitet als Journalistin, Moderatorin, Sängerin und Synchronsprecherin. Sie beschäftigt sich mit gesellschaftspolitischen Themen sowie der Recherche extremistischer Strukturen. Sabiene Jahn organisiert die parteifreie Veranstaltungsreihe „Koblenz: Im Dialog“, um gesellschaftspolitischen Austausch zu fördern. Als Friedensaktivistin entwickelt sie Konzepte zur Deeskalation und Inklusion. Zudem leitet sie das internationale Musikensemble „Nobel Quartett“.
Mehr Beiträge von Sabiene Jahn →

Schlagwörter: , , , ,

113 Kommentare

  1. Ja, allen interessierten Menschen ist das bekannt, teilweise wurde ja bis zur Zeitenwende (hin zum Faschismus) auch im Mainstream darüber berichtet. Aber es ist gut und richtig, immer wieder darauf hinzuweisen. Es wird sich allerdings solange nichts ändern, solange die Falschen sanktioniert werden. Die Agenda der OUN-Nachfolgefaschisten wurde ja in vergangener Woche wieder unter Beweis gestellt, indem man wieder einmal die Energieversorgung aus Russland kappte, was schon seit 20 Jahren immer mal vorkommt. Aber die UA darf das und wird von unseren unehrenwerten Politikern ja dafür auch stets belohnt, mit noch mehr Geld für schwarze Kassen und noch mehr Waffen für den Schwarzmarkt. Wir sind ja schließlich die Guten, die Bösen können gerne zugrunde gehen, das ist offizielle Politik, in der Ukraine und in Gaza, trotz der verlogenen Worte einiger Politiker. Daß diese Politik steil in den Abgrund führt (moralisch und wirtschaftlich), ist egal. Zur Not werden wir mit geeigneten Mitteln die Lebenserwartung wieder senken (wie das während Corona war), dann schießt es sich leichter gegen in- und ausländische Pöbel.

    Antworten

    1 Antwort auf diesen Kommentar anzeigen ▼

  2. Seltsam

    Den Elefanten im Raum kann man unmöglich übersehen.

    Dachte ich bisher zumindest.

    Kann man doch! Man lernt eben nie aus.

    Die Metapher ‚Elefant im Raum‘ geht übrigens auf das Konto von Dostojewski.

    Antworten

    2 Antworten auf diesen Kommentar anzeigen ▼

  3. Ein großartiger Text. Zwar werden die ihn nicht lesen, denen es angeraten wäre und falls doch, werden sie ihn nicht verstehen.
    Aber so kann man wenigstens Zeugnis ablegen in diesen ratttigen Zeiten.

    Wenn ich in meinem privaten Umfeld von der faschistischen Hegemonie im Westen der Ukraine, wie ich sie vor dem Maidan erlebte, erzähle, ist unwilliges Nichtglauben die übliche Reaktion. Man konsumiert die durch und durch verkommenen Medien dieses Landes und ist verloren.
    Eigentlich ist alles wie immer in der deutschen Geschichte und es wird wieder schlimme Folgen haben. Und ja, wir hatten es wissen können. Wir hätten Jahn lesen können, aber…..

    Antworten

    2 Antworten auf diesen Kommentar anzeigen ▼

  4. „Stolz darauf Bergleute und Stahlarbeiter zu sein“.
    Da geht es schon los.
    Kapitalistische Propaganda in Reinform.
    Nix verstanden ????

    Antworten

    41 Antworten auf diesen Kommentar anzeigen ▼

  5. Oh Mann, ich hatte gerade noch Merz auf einen Titelbild gesehen
    und plötzlich nach den Wiedereinschalten diesen Ork, oder was es sein
    soll. Ich dachte schon Merz konnte sein Mensch-Gesicht nicht mehr
    halten, wie in dem Sience Fiction Film das 5. Element. Und dann
    stand da auch noch in der Titelzeile…. sie behindern die Entwicklung,
    die Evolution durch Wiedergeburt….. Hoffentlich begegne ich dem
    Merz im nächsten Leben nicht einmal.

    Antworten

  6. So einen Artikel würde ich eigentlich mal in den milliardenschweren Qualtätsmedien erwarten.
    Aber nichts da.
    Danke Sabiene Jahn, Danke Overton!

    Antworten

    1 Antwort auf diesen Kommentar anzeigen ▼

  7. Was definiert den „Faschismus“? Man hält die „Anderen“ für weniger wertvoll als man selbst! Müßig, die Historie mit ihren zahllosen Beispielen bis in die Gegenwart zu bemühen, hier nur soviel: Es ist kaum ein gerechterer Krieg denkbar als der gegenwärtige „völkerrechtswidrige, brutale Angriffskrieg“ (hab ich was vergessen ?), den Russland gegen die Ukraine führt.

    Antworten

    4 Antworten auf diesen Kommentar anzeigen ▼

  8. Wird auch in Deutschland ein Pogrom vorbereitet, wenn die AfD und ihre Anhänger ständig als Neonazis oder Nazis bezeichnet werden und verboten werden sollen? Im Dritten Reich waren Kommunisten und Sozialdemokraten die Opfer, bevor die Hetze gegen die Juden in den Vordergrund trat. Wer wird diesmal für die Wirtschaftskrise verantwortlich gemacht werden? Auch die Wissenschaft wird schon jetzt gelenkt und gesäubert.

    Antworten

    5 Antworten auf diesen Kommentar anzeigen ▼

  9. Die Autorin stützt sich stark auf Sachar Prilepins Meinung und bezeichnet ihn als Schriftsteller. Er ist mittlerweile Oberstleutnant.

    Die Autorin zitiert den Schriftsteller, wo er seinen Unmut darüber zum Ausdruck bringt, dass Ukrainer im Zentrum der ukrainischen Hauptstadt Ukrainisch sprechen. Der Schriftsteller drückt sein Vertrauen in die russische kulturelle Überlegenheit und seine Verachtung für nichtrussische Kulturen aus. Tatsächlich leugnet der Schriftsteller/Oberstleutnant die Existenz von Ukrainern. Er sagt: „Es gibt keine Ukrainer. Sie sind alle Khokhly.“ „Khokhly“ ist ein abwertender Begriff, der in russischen Medien und kultivierten Kreisen weit verbreitet ist. Die Autorin widmet ihre ganze Aufmerksamkeit der Verbreitung russischer Propagandathemen, der Verunglimpfung der ukrainischen Gesellschaft und dem Wegsehen gegenüber dem russischen Nationalismus.

    Antworten

    5 Antworten auf diesen Kommentar anzeigen ▼

  10. Wenn ich Frau Jahn richtig verstanden habe, so erledigt in letzter Konsequenz – und ich meine das alles andere als negativ – Putin und die Seinen die „Drecksarbeit“ pro russisch sprechender Tiere und damit wohl auch für die Menschlichkeit im Allgemeinen erledigt. Während der per Staatsräson gechützte BiNRI die Drecksarbeit dann wohl seit bald zwei Jahren gegen die „Gaza-Bestien“ verrichtet.

    Empfehle der guten Frau aber dann doch mal an ihren „Vorurteilen zu arbeiten“ – bevor sie sowas wie „„Ustascha-Schweine“ mit in die Latte ‚historischer Muster‘ mit aufnimmt. Mehr als mißverständlich, die Gute! Da reicht mir allein der Korb voller vermeintlich leckerer Austern völlig (okay – die ersten beiden Buchstaben stimmen ja auch), der im einzig realistischen Kriegsroman „Kaputt“ Erwähnung erfahren muß.

    Antworten

  11. Nun, die Zeiten werden sich ändern. Während Dombass und Luhansk in Zukunft Teil der russischen Föderation sind, werden die Frauen aus der Westukraine zukünftig den fetten deutschen Männern einen blasen dürfen – die Männer hingegen dürfen an die Front und der Erde als Wachstumsverstärker (nach Behandlung durch die Russen) dienen.

    Dies sollte ein Musterbeispiel sein, was passiert, wenn man seinen rassistischen und faschistischen Instinkten freien Lauf lässt. Mal sehen, wer als Nächstes dran ist – die Deutschen scheinen ja ziemlich viel Bock zu haben, es auch noch mal wissen zu wollen. Wer weiß, vielleicht sind die deutschen Frauen die nächsten, die dann dicken Franzosen oder Amis einen blasen dürfen um zu überleben.

    Antworten

    1 Antwort auf diesen Kommentar anzeigen ▼

  12. Sprachverbote sind historisch oft ein Vorbote oder Bestandteil von ethnischen Säuberungen, weil sie darauf abzielen, die Identität, Kultur und das Existenzrecht einer Ethnie oder Bevölkerungsgruppe systematisch zu zerstören.

    Am Beispiel des ukrainischen Sprachgesetzes zeigt sich das deutlich: Seit mind. 2014, als ein westlich installiertes Nazi-Junta-Regime an die Macht geputscht wurde, hat „man“ versucht, die russische Sprache auszurotten innerhalb der Westukrainischen Gesellschaft

    Darüber hat Thomas Mayer in seinem Buch über den Ukraine-Konflikt ausführlich berichtet .Der typische deutsche Medienkonsument hat nicht den blassesten Schimmer wie tief die (Sprach)Verbote wirklich gehen in der Ukraine

    Es ist auch die Sprache der Neo Nazis- und Faschisten. So war schon immer und so wird es auch immer bleiben. In keiner anderen Gesellschaft auf diesem Planeten, hat sich die faschistische Ideologie so tief in die Gesellschaft gefressen wie in der Westukraine. Dies hat eine lange Tradition. Das hat man auch kürzlich an dem legendären Fussballspiel in Polen gesehen. In der Ukraine ist das schon lange völlig normal so. Darüber hat Thomas Röper wieder und wieder berichtet, aber niemand interessiert es. Dies ist nun mal die historische Wahrheit

    Kürzlich bin ich mit einem geflohenen älteren Ukrainer ins Gespräch gekommen, der alle Verschwörungstheorien (Rechtsextremismus, Korruption, Bussifizierung usw) der Putin-Versteher – mit anderen Worten: der Rechtsextremen, Demokratiezersetzer, Quertreiber, Reichsbürger, Nazis, Corona-Leugner usw. usw. – bestätigt hat.

    Er fragte mich dann, ob ich wisse, welche Sprache hier die ukrainischen Flüchtlinge sprechen. Ich erwiderte, dass ich keine slawische Sprache, geschweige den Ukrainisch, spreche. Er sagte darauf: Alle ukrainischen Flüchtlinge hier (es waren auch einige ukrainischen Eltern mit ihren Kindern in der Juhe) verständigen sich auf russisch …

    Antworten

    11 Antworten auf diesen Kommentar anzeigen ▼

  13. Endlich wieder ein relevanter Text bei Overton, der nicht nur längst Bekanntes wiederkäut, sondern gewiss weit weniger verbreitete Informationen liefert. Dafür Dank an Frau Jahn und auch Herrn Rötzer.

    Antworten

    1 Antwort auf diesen Kommentar anzeigen ▼

  14. „die Tragödie von Odessa (2.Mai 2014)“
    Werte Sabiene Jahn, mit diesen zynischen Worten offenbaren Sie leider, wie wenig Ahnung Sie vom diesem Thema haben.
    Das Massaker vom 2.Mai als „Tragödie“ zu bezeichnen macht man entweder aus böswilliger propagandistischer Absicht oder aus völliger thematischer Inkompetenz.
    Ich würde Ihnen dringend raten zum Thema 2.Mai noch eine Runde nachzusitzen und dann diese sprachliche Entgleisung schnellstens zu korrigieren.
    Kurz zu den Fakten:
    In Odessa gab es eine Anti-Maidan-Protestveranstaltung.
    Am 2.Mai wurden mit Bussen Maidananhänger nach Odessa gebracht.
    Diese attackierte die Anti-Maidan-Veranstaltung. Die Anti-Maidan-Demonstranten flüchteten vor dem gewalttätigen Mob in das Gewerkschaftshaus, welches dann von Horde der Maidanaktivisten regelrecht belagert wurde.
    Dann wurden von Maidan-Mob Steine auf die Fenster geworfen und Brandbombem in das Haus.
    Als das Haus bereits stark in Flammen stand, versuchte ein Teil der Menschen dort aus den Fenstern zu springen. Diese wurde dann vom Mob mit Stahlstangen zu Tode geprügelt. Aus der Menge Maidantruppen wurde mit Pistolen gezielt auf die Fenster geschossen, als dort verzweifelt Menschen versuchten den Flammen zu entkommen.
    Die Feuerwehr erschien erst nach Stunden, ebenso die Polizei.
    Je nach Quellen sind bei diesem Massaker zwischen 50-100 Menschen bei lebendigem Leibe verbrannt. Darunter auch eine schwangere Frau.
    Obwohl es Stunden am Videomaterial dazu damals auf YT gab (heute ist vieles davon inzwischen gelöscht worden)
    und dort z.B. einer der Typen, der auf die Fenster des Hauses mit eine Pistole geschossen hat, klar erkennbar war, wurde KEINER der Verantworlichen in der Ukraine je rechtlich belangt. Im Gegenteil, es wurde sogar ein Teil der Anti-Maidan-Demonstranten, die überlebten, juristisch verfolgt.
    Einer der Verbrecher von 2.Mai wurde jüngst in der Ukraine auf offener Straße erschossen.

    Antworten

    8 Antworten auf diesen Kommentar anzeigen ▼

  15. Früher waren es mal die russischen Orks des Donbass, heute die unterversicherten Boomerorks Westdeutschlands, die für das totale Versagen ihrer Oligarchen büßen sollen, welche sich mal wieder völlig verzockt haben. So sieht der totale Krieg aus, wenn der Raubtierkapitalismus seine natürlichen Grenzen überwunden hat. Aber wenigstens profitieren noch die Rüstungsindustrie und ihre Anteilseigner, was zwar schlechter als gar nichts ist aber besser als gar nichts minus Planetenvernichtung.

    Antworten

    2 Antworten auf diesen Kommentar anzeigen ▼

  16. „Wer Arbeiter zu „Vieh“ erklärt, Nachbarn zu „Orks“……..“

    Da braucht Ihr gar nicht mit dem Finger auf die Ukreine zu zeigen. 2015 bezeichnete Sigmar Gabriel rechte Demonstranten als „Pack, das abgeräumt und weggesperrt gehört“. Und gleichwertige Äußerungen von BRD-Politikern gibt es viele. Viele Grüße vom Pack.

    Antworten

    1 Antwort auf diesen Kommentar anzeigen ▼

  17. Aus telepolis:

    —-
    Waffentechnik
    Putins Störsender machen Deutschlands Sparta-Drohne obsolet
    KI-generierte Grafik zeigt ein großes, schlankes Drohnenflugzeug mit langem Rumpf und V-förmigem Heck das bei Sonnenuntergang über Felder fliegt, während zwei kleinere Drohnen von ihm aus starten und darunter in der Luft schweben.
    Eine neue Super-Drohne aus Deutschland verspricht Präzisionsschläge tief in russischem Gebiet.
    ————-
    Seht, so geht Qualitätsjournalismus..
    Russlands Störsender contra Deutschlands Sparta Drohne oder Putin kontra Merz – nenene Putin ist die Verkörperung des Bösen..
    Stürmer Beiträge dieser Art sollte man ausgedruckt den jeweiligen Redakteuren um die Ohren schlagen

    Antworten

    2 Antworten auf diesen Kommentar anzeigen ▼

  18. @Rötzer, @Jahn
    „Tragödie von Odessa “ – das ist purer Zynismus und sollte korrigiert werden! Es war ein Massaker!!!
    Hier ein Bericht eines damaligen OSZE-Mitarbeiters:
    https://web.archive.org/web/20210916110235/https://fort-russ.com/2017/08/exclusive-interview-former-osce/

    „the suppression of all opposition started in March 2014, and reached a critical point by 2 May 2014.
    The government brought in a large number of western UA nationalists – well armed, equipped, trained & rehearsed. […]
    About 100 riot police accompanied the AM[Anti-Maidan] and as the nationalists advanced, tried to block them from engaging. The nationalists had weapons, firearms, grenades, and a huge number of stones. The AM had little to nothing – this was a trap, and the AM’s found themselves encircled and barraged with grenades (concussion), and a rain of stones. […] The police acted civilly, and with passive blocking tactics, not using force or weapons, but they were not able to stop the onslaught, and about six people were killed at that location. […]
    Nationalist re-enforcements were brought in on government vehicles, including fire trucks;[…]
    The AM ralliers were warned of the impending nationalist attack there, and were “advised” to take refuge in the building. However, that too was a trap, and the upper two floors (of 5 floors) were blocked off by the nationalists. Once the attack started the lower floors were subjected to “Molotov cocktails”, two snipers were observed (by other witnesses with military backgrounds) at the shrub line of the park picking off AM’s near windows of the building. Many AM’s trying to jump out of the burning building once the “cocktail” fires ignited the interior, were beaten to death by pipe-wielding nationalists. The official total of AM casualties was 46, but unofficially the rumors went as high as 300
    […]
    At around 1900 hours, the nationalists set up a mass party near Cathedral Sq. with a rock band, massive truck-mounted audio equipment, UA flags, and held a drunken celebratory bash“

    Antworten

    1 Antwort auf diesen Kommentar anzeigen ▼

  19. Das Interessante, ich hatte da ein Foto, das leider verloren ging, wie Arbeiter im Donbass aus Ihren brennenden Häusern Bücher retteten …
    Das Bild sagte mir alles zum Thema Ursache .. Wirkliches cooles Pic.
    Und wer digital damals schon ein wenig tiefer in der Materie steckte, (Ja Internet ging damals über Modem an einem seriellen Port) wusste schon sehr zeitig was sich da in der Ukraine entwickelte.

    Antworten

  20. Zum Thema „ukrainische Sprache & Nation“ hatte ich mich auch in diesem Forum bereits mehrfach ausführlich geäußert. Als Ergänzung zum sehr lesenswerten Artikel von Sabiene Jahn empfehle ich insbesondere die Beiträge

    https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/dolchstosslegende-neuen-typs/#comment-265218

    https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/dolchstosslegende-neuen-typs/#comment-265640

    https://overton-magazin.de/top-story/westliche-laender-haben-die-souveraenitaet-der-ukraine-untergraben/#comment-272288

    Da Domine incrementum!

    Wenzel
    ___

    Antworten

  21. Ruanda: Fällt die hohen Bäume.

    Antworten

  22. „Übertragen auf die Ukraine und Russland heißt das: Es geht nicht um einen „Sieg“ des einen über den anderen, sondern um die Rückkehr zu einer Sprache, die das Gemeinsame betont. Russen und Ukrainer sind keine Fremdvölker. Sie teilen Sprache, Geschichte, Familien, Lieder und Bücher.“

    Also Russen und Ukrainer sind keine Fremdvölker, was schon mal eine beliebig befüllbare und recht banale Feststellung ist. Anhand der aufgezählten Kriterien, sind z.B. auch Österreicher und Deutsche keine Fremdvölker. Und nimmt man den Abstrich in Kauf, daß recht wenige Briten deutsch sprechen dürften, gilt das auch für Briten und Deutsche. Und so weiter, mit mehr oder weniger Abstrichen.

    Lege ich allerdings etwas andere Kriterien an, z.B. Ausgebeutete und Nutznießer, also Begriffe nahe an der Wurzel des Weltgewaltsystems, dann ergibt sich plötzlich eine Abweichung und Übereinstimmung ganz anderer Natur.

    Nehmen wir doch noch einmal Deutsche und Österreicher, die Ausgebeuteten beider Seiten haben auf Geheiß der Nutznießer, im Jahr 1866 auch aufeinander geschossen. Obwohl doch beide Seiten der Ausgebeuteten, viel mehr miteinander gemein haben, als mit ihren eigenen Herren die sie tagtäglich betrügen und bestehlen.

    Das Problem miteinander wurde durch geeignete Indoktrination eingetragen um einander zu entfremden. Zweierlei wird damit erreicht. Eine Ablenkung von den eigentlichen Verursachern und Bewahrern der zugrundeliegenden Gewaltordnung und die Befriedigung der Macht- und Habsucht der Nutznießer.

    Worte die töten, der Kampf um die Köpfe, wird von oben nach unten geführt, global und tagtäglich. Worte als Waffe gehen jedem anderen Wirkmittel voraus. Die Entmenschlichung des auserkorenen Gegners, ein globales, zeitloses Phänomen im Kampf der Nutznießer gegen die Ausgebeuteten. Z.B.:

    Margarita Simonyan

    So, das war’s, wir haben genug.

    Wir haben der Trägerin des Vaterländischen Verdienstordens und anderen berühmten Ärztinnen wie ihr zugehört.

    Wir hatten unsere Zweifel.

    Fazit: Kinder in Russland haben begonnen, an COVID zu sterben. Sie haben begonnen, ernsthaft zu sterben. Massenhaft.

    In den Regionen werden in aller Eile zusätzliche COVID-19-Kinderkrankenhäuser eröffnet. Kinder bekommen Sauerstoff. Sauerstoff hilft nicht immer.

    Habt ihr das erwartet, ihr Idioten?

    Anfangs hatte ich verständlicherweise Verständnis für Impfgegner. Die Leute haben Angst, ihnen wurde nichts erklärt, sie sind verwirrt.

    Ich selbst hatte Angst, als ich im September letzten Jahres meine Familie und Freunde dazu überredete, ehrenamtlich bei Gamaleya mitzuhelfen.

    Dann habe ich es allen erklärt – öffentlich und persönlich, viel und ausführlich.

    Alle haben es erklärt. Alle haben versucht, mich zu überzeugen. Der Chef hat schon zehnmal versucht, mich zu überzeugen.

    Nach all der Überzeugungsarbeit begannen die verbliebenen Impfgegner, meine Feindseligkeit und Zweifel an ihren kognitiven Fähigkeiten zu wecken.

    Und nun ist es so.

    Liebe Freunde, Bekannte und Leute, die mich einfach kennen.

    Wenn ihr keine Antikörper habt und nicht bewusst geimpft seid, kommt nicht zu mir nach Hause. Kommt nicht zu meiner Arbeit. Sprecht mich nicht auf der Straße oder bei Besuchen an.

    Ich kenne euch nicht.

    Ohne euch hätten wir Covid schon vergessen.

    Und wegen euch könnten meine Kinder jetzt sterben. Ich habe drei davon. Das älteste ist acht, das jüngste zwei.

    Sie können nicht geimpft werden, weil es noch keine Impfungen für Kinder gibt.

    Und ihr, unbewusste Impfgegner, seid eine direkte Bedrohung für die Gesundheit und das Leben meiner, eurer und anderer Kinder.

    Erstickt an einem Beatmungsgerät, kriecht mit einer Sättigung von 70 durch die Flure überfüllter Krankenhäuser – das ist gut für euch. Aber ich kann euch den Tod der Kinder meines Landes nicht verzeihen.

    Ich werde die Kommentare unter diesem Beitrag deaktivieren, weil ein normaler Mensch hier nichts zu kommentieren hat.

    Und die Abnormen – da sollten sie hin. Nur ohne unsere Kinder.

    Ja, und wenn ihr – meine ungeimpften Verwandten aus Adler, meine Nachbarn aus Krasnodar, meine Kollegen aus Moskau – wieder einmal versucht, mit eurem Fieber und Husten, den ihr eine Woche lang ignoriert habt, genauso wie meine Bitten, euch impfen zu lassen, in eine „gute“ Klinik oder überhaupt eine Klinik zu kommen – vergesst meine Telefonnummer im Voraus.

    Streicht sie sofort aus eurem Adressbuch.

    https://t.me/margaritasimonyan/9410

    Zum Glück haben sie ihre zwei Gemetzel, neben weiteren Episoden die keinen interessieren, gerade parallel laufen. Da kann man abwechselnd drauf fokussieren, während, fast unbemerkt, im Hintergrund die Weltgewaltordnung angepaßt wird.

    Antworten

  23. Ein für mich sehr interessanter, anregender Artikel. Danke sehr für die Veröffentlichung.
    Dazu vielleicht von Belang das Menschenbild, Unterpunkt Entmenschlichung.
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Menschenbild#Entmenschlichung

    Antworten

  24. Anbei mal etwas zur links rechts Verdrehung.
    Linke, die Hartz IV umsetzen und damit auch ihr Stammklientel, die Arbeitenden, unter Druck setzen.

    Linke, die in den Corona-Jahren treu auf der Seite der Täter stehen.

    Linke, die sich in Identitätspolitik verstricken und politisch Andersdenkende als „Nazis“ abkanzeln.

    Linke, die für Firmenpleiten, Massenverarmung und wirtschaftlichen Niedergang stehen.

    Linke, die nicht dem Frieden, sondern immer wieder dem Krieg eine Chance geben …
    .Wie kann das sein?
    Des Rätsels Lösung ist natürlich:

    Es sind gar nicht wirklich Linke — es sind nur Politiker von SPD und Grünen, die viele Journalisten vereinfachend „dem linken Lager“ zuordnen.

    Dazu kommt die Reichinnek-Partei, die mit ihrem schrillen und unseriösen Auftreten eher wie ein Schatten historischer Größe wirkt.

    Hatte Bundeskanzler Friedrich Merz nicht recht, wenn er ausrief: „Links ist vorbei“? Dabei sollte Links nicht vorbei sein.

    Es wird eigentlich gebraucht — gerade jetzt. Die dominierenden Kräfte in Deutschland sind militäraffine Neoliberale mit libertärer Schlagseite. (gekürzt/unvollständig)

Info: https://overton-magazin.de/top-story/worte-die-toeten/

24.08.2025

Mafiaboss im Weißen Haus
Die patrimoniale Herrschaft des Donald Trump

Screenshot_2025_08_24_at_10_17_05_Rauch_USA_Trump_Mafia.jpg_JPEG_Grafik_1120_632_Pixel_Skaliert_88_
Bild: Donald Trump als »The Godfather«, London, 17.3.2025 (IMAGO / ZUMA Press Wire / Vuk Valcic)


blaetter.de, vom Ausgabe Mai 2025 , von Jonathan Rauch

Was genau macht Donald Trump gerade? Er hat die Effektivität seiner Regierung geschwächt, indem er an die Spitze wichtiger Behörden Personen gesetzt hat, die weder über die Fähigkeiten noch über den Charakter verfügen, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Die Massenentlassungen durch die Trump-Regierung haben den öffentlichen Dienst vieler seiner fähigsten Mitarbeiter beraubt. Er hat Gesetze missachtet, die er genauso gut hätte befolgen können. Er hat klare Aussagen in Gesetzen, Gerichtsurteilen und der Verfassung1 missachtet und damit Auseinandersetzungen mit Gerichten provoziert, die er wahrscheinlich verlieren wird. Nur wenige seiner Anordnungen haben einen Politikentwicklungsprozess durchlaufen, der dabei helfen würde, dass sie nicht scheitern oder nach hinten losgehen – was garantiert, dass genau das passieren wird.2 Außenpolitisch hat er Dänemark, Kanada und Panama gegen sich aufgebracht, den Golf von Mexiko in „Golf von Amerika“ umbenannt und einen Gaz-a-Lago-Plan vorgestellt. Obendrein hat er sich selbst zum Vorsitzenden des John F. Kennedy Centers für die darstellenden Künste ernannt, als ob er nicht genug zu tun hätte. Selbst diejenigen, die nach seiner Wiederwahl mit dem Schlimmsten gerechnet haben (ich zähle zu ihnen), hatten mehr Rationalität erwartet. Heute ist offensichtlich: Was seit dem 20. Januar geschehen ist, stellt nicht nur einen Regierungswechsel dar, sondern einen Regimewechsel, also eine Änderung unseres Regierungssystems. Aber einen Wechsel wohin genau?

Es gibt darauf eine Antwort und die lautet nicht: klassischer Autoritarismus – auch nicht Autokratie, Oligarchie oder Monarchie. Trump ist dabei, das zu etablieren, was Sozialwissenschaftler Patrimonialismus nennen. Es ist unerlässlich, diesen zu verstehen, wenn man ihn besiegen will. Insbesondere hat der Patrimonialismus eine fatale Schwäche, die die Demokraten und andere Gegner Trumps unablässig zu ihrer primären Angriffslinie machen sollten. 

Im vergangenen Jahr haben zwei Professoren ein Buch veröffentlicht, das große Aufmerksamkeit verdient. In ihrem Buch „Der Anschlag auf den Staat: Wie der globale Angriff auf die moderne Regierung unsere Zukunft gefährdet“3, lassen Stephen E. Hanson, Professor für Regierungslehre am College of William & Mary, und Jeffrey S. Kopstein, Politikwissenschaftler an der University of California Irvine, einen nahezu vergessenen Begriff wieder aufleben. Er geht auf Max Weber zurück, den deutschen Soziologen, der vor allem wegen seines bedeutenden Buchs „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ bekannt ist.


Screenshot_2025_08_24_at_10_23_30_Cover_202505_single.jpg_JPEG_Grafik_953_1394_Pixel_Skaliert_40_

Dieser Artikel stammt aus der Ausgabe Mai 2025. Klicken Sie hier, um zur Inhaltsübersicht dieser Ausgabe zu gelangen.


Weber fragte sich, woher die Führer von Staaten ihre Legitimität beziehen, also den Anspruch, rechtmäßig zu regieren. Er dachte, es gäbe im Kern zwei Möglichkeiten. Die eine ist die rational-legale Bürokratie (oder der „bürokratische Prozeduralismus“), ein System, in dem Legitimität durch Institutionen verliehen wird, die bestimmten Regeln und Normen folgen. Das ist genau das System, das wir in den USA bis zum 20. Januar für selbstverständlich hielten. Präsidenten, Bundesbedienstete und Rekruten schwören einen Eid auf die Verfassung, nicht auf eine Person.

Die Auferstehung vom Müllhaufen der Geschichte

Die andere Quelle von Legitimität ist älter, weiter verbreitet und intuitiver – es ist „die selbstverständliche Herrschaftsform in der vormodernen Welt“, schreiben Hanson und Kopstein. „Der Staat war wenig mehr als der erweiterte ‚Haushalt‘ des Herrschers; er existierte nicht als eine separate Einheit.“ Weber nannte dieses System „patrimonial“, weil die Herrscher beanspruchten, der symbolische Vater des Volkes zu sein – die Verkörperung des Staates und sein Beschützer. Genau dies steckte implizit in Trumps erschreckender Aussage: „Wer sein Land rettet, verletzt kein Gesetz.“4 

Zu seiner Zeit dachte Weber, dass der Patrimonialismus auf dem Weg zum Müllhaufen der Geschichte sei. Dieser personalisierte Herrschaftsstil sei zu laien- und launenhaft, um die komplexen Wirtschafts- und Militärsysteme zu leiten, die nach Bismarck zu Kennzeichen moderner Staatlichkeit wurden. Unglücklicherweise lag er damit falsch. Patrimonialismus ist weniger eine Regierungsform als ein Regierungsstil. Er ist nicht durch Institutionen oder Regeln definiert; eher ist es so, dass er alle Regierungsformen dadurch infizieren kann, dass er unpersönliche, formale Autoritätsbeziehungen durch personalisierte, informelle ersetzt. Er basiert auf individuellen Loyalitäten und Verbindungen sowie darauf, dass Freunde belohnt und Feinde bestraft werden. Er findet sich nicht nur in Staaten, sondern auch bei Stämmen, Straßengangs und kriminellen Organisationen. In seiner Regierungsgestalt zeichnet sich der Patrimonialismus dadurch aus, dass der Staat so geführt wird, als sei er das persönliche Eigentum des Führers oder ein familiengeführtes Unternehmen. Er findet sich in vielen Ländern, aber sein wichtigster Vertreter in der Gegenwart war Wladimir Putin – bis zum 20. Januar 2025. In der Anfangszeit seiner Herrschaft führte er den russischen Staat als seine persönliche Gang. Die staatliche Bürokratie und private Unternehmen funktionierten weiterhin, aber das tatsächliche Prinzip der Regierung war: Stell Dich mit Wladimir Wladimirowitsch gut …, sonst gibt’s was.

Im Bestreben, die Welt für das Gangstertum sicher zu machen, nutzte Putin Propaganda, Unterwanderung und andere Einflussmöglichkeiten, um das Modell im Ausland zu verbreiten. Im Laufe der Zeit etablierte sich das patrimoniale System in so unterschiedlichen Staaten wie Ungarn, der Türkei und Indien. Nach und nach haben diese Staaten begonnen, in so etwas wie einem Verband von kriminellen Familien zusammenzuarbeiten – „um Probleme zu lösen“, schreiben Hanson und Kopstein in ihrem Buch, „um die Beute aufzuteilen, manchmal streitend, aber einander helfend, wenn nötig. Bei diesem Projekt nahm Putin die Position des capo di tutti capi ein, des Bosses der Bosse.“ Bis jetzt. Mach Platz, Präsident Putin!


Die Bürokratie als Feind

Der Gegenpol von Patrimonialismus ist nicht Demokratie, sondern Bürokratie beziehungsweise, präziser formuliert, bürokratischer Prozeduralismus. Der klassische Autoritarismus – die Art System, die es in Nazideutschland und der Sowjetunion gab –, ist oft stark bürokratisiert. Wenn Autoritäre die Macht übernehmen, festigen sie ihre Herrschaft durch den Aufbau von Strukturen wie einer Geheimpolizei, Propagandabehörden, militärischen Sondereinheiten und Politbüros. Sie legitimieren ihre Herrschaft durch Rechtsvorschriften und Verfassungen. Orwell verstand den bürokratischen Aspekt des klassischen Autoritarismus. In „1984“ sind Ozeaniens Ministerien für Wahrheit (Propaganda), Frieden (Krieg) und Liebe (Staatssicherheit) die charakteristischsten (und beängstigendsten) Merkmale des Regimes.

Patrimonialismus misstraut dagegen den Bürokratien, schließlich stellt sich die Frage, gegenüber wem sie wirklich loyal sind. Sie könnten eigene Macht erlangen und ihre Regeln und Verfahren könnten sich als hinderlich erweisen. Personen mit Expertise, Erfahrung und ausgezeichneten Lebensläufen sind ebenfalls verdächtig, weil sie über unabhängiges Ansehen und unabhängige Autorität verfügen. Also füllt der Patrimonialismus die Regierung mit bedeutungslosen Niemanden und Mitläufern oder er umgeht, wenn möglich, bürokratische Prozesse völlig. Als Sicherheitsbeauftragte von USAID versuchten, geheime Daten vor Elon Musks nicht sicherheitsüberprüftem DOGE-Team zu schützen, wurden sie einfach beurlaubt. Die Aversion gegenüber formalen Verfahren macht das patrimoniale Regieren launenhaft und sogar skurril – beispielsweise, wenn der Führer ohne jede Vorwarnung die Umbenennung internationaler Gewässer oder die US-amerikanische Besetzung des Gazastreifens verkündet. 

Ebenfalls im Gegensatz zum klassischen Autoritarismus kann Patrimonialismus mit Demokratie koexistieren, jedenfalls für eine Weile. Hanson und Kopstein schreiben dazu: „Ein Führer kann demokratisch gewählt sein und dennoch versuchen, seine oder ihre Herrschaft patrimonial zu legitimieren. Immer versuchen gewählte Führer, bürokratische Verwaltungsapparate (‚deep states‘, wie sie sie manchmal nennen), die über Jahrzehnte aufgebaut wurden, zugunsten einer Herrschaft durch ihre Familie und Freunde zu zerstören.“ Narenda Modi in Indien, Viktor Orbán in Ungarn und Trump selbst sind Beispiele gewählter patrimonialer Führer. Einmal an der Macht, lieben es Patrimonialisten, sich rhetorisch zu Demokraten aufzuschwingen, so wie beispielsweise Elon Musk die außergesetzlichen Aktivitäten seines Teams damit legitimiert, dass so die „nicht gewählte vierte Regierungsgewalt“ dazu gebracht wird, „auf das Volk einzugehen“.5 

Patrimonialismus: Wie auf Trump zugeschnitten

Nichtsdestotrotz schwächt der Patrimonialismus den Staat und verkrüppelt ihn schließlich, weil er die prozeduralen Sehnen der Regierung zerschneidet. Im Laufe der Zeit, in der er sich zu etablieren sucht, streben viele Führer den Übergang zu einem vollständigen Autoritarismus an. „Wahlprozesse und Verfassungsnormen können nicht lange überleben, wenn die patrimoniale Legitimität beginnt, die politische Bühne zu dominieren“, schreiben Hanson und Kopstein. Selbst wenn Autoritarismus verhindert werden kann, ist der Schaden riesig, den der Patrimonialismus der staatlichen Handlungsfähigkeit zufügt. Die besten Leute der Regierung verlassen sie oder werden verjagt. Die Zielsetzungen von Behörden werden verzerrt und ihre Praktiken korrumpiert. Verfahren und Normen werden aufgegeben und vergessen. Öffentliche Bedienstete, Vertragspartner, Empfänger von Fördermitteln, Unternehmen und die Öffentlichkeit werden durch die Gewohnheit, sich Gefallen zu erkaufen, korrumpiert. 

Zu sagen, dass Trump das Naturell oder die Aufmerksamkeitsspanne fehlt, um ein Diktator zu sein, beruhigt nur wenig. Er ist für den Patrimonialismus perfekt geeignet. Er kennt keinen Unterschied zwischen Öffentlichem und Privatem, Legalem und Illegalem, Formellem und Informellem, Nationalem und Persönlichem. „Er kann den Unterschied zwischen seinen eigenen persönlichen Interessen und dem nationalen Interesse nicht erfassen, falls er überhaupt versteht, was das nationale Interesse ist“, sagte John Bolton, der Trump während seiner ersten Amtszeit als Nationaler Sicherheitsberater diente, der Nachrichten- und Meinungswebsite „The Bulwark“.6 Ein prominenter republikanischer Politiker sagte kürzlich zu mir, dass es einfach sei, Trump zu verstehen: „Wenn du sein Freund bist, ist er dein Freund. Wenn du nicht sein Freund bist, ist er nicht dein Freund.“ Dieser Amtsträger hat sich entschieden, Trumps Freund zu sein. Ansonsten wäre es für ihn fast unmöglich, während der nächsten vier Jahre seine Aufgabe zu erfüllen, sagte er. Patrimonialismus erklärt, was ansonsten verwirrend sein könnte. Jede politische Maßnahme, die dem Präsidenten wichtig ist, behandelt er wie sein persönliches Eigentum. Trump ließ auf Bundesebene die strafrechtliche Verfolgung des New Yorker Bürgermeisters Eric Adams fallen, weil ein fügsamer Bürgermeister einer großen Stadt für ihn nützlich ist. Er behandelt das Justizministerium wie „seine persönliche Anwaltspraxis“.7 Er betrachtet die Anwendung von ordnungsgemäß verabschiedeten Gesetzen als optional – und behauptet darüber hinaus, er sei befugt, Gesetzesbrecher vor Strafen zu schützen.8 Er hat die Verfahren gegen die Schläger und Aufständischen des Sturms auf das Kapitol vom 6. Januar gestoppt, weil sie auf seiner Seite sind. Seine Behörden überprüfen Einzustellende bezüglich ihrer Loyalität zu ihm und nicht zur Verfassung.

Persönliche Loyalität statt Verfassungstreue

In Trumps Welt werden Bundesbehörden auf seine Anweisung hin geschlossen, ohne dass der Kongress überhaupt informiert würde. Seine Handlanger platzen ohne gesetzliche Grundlage in Behörden herein und übernehmen sie. Ein loyaler Trumpist, der zuvor gerade einmal zwei kleine Nonprofit-Organisationen9 geleitet hat, erhält die schwierigste Leitungsaufgabe in der Regierung. Staatsanwälte und Aufsichtsbeamte werden entlassen, weil sie ihre Arbeit gemacht haben. Tausende öffentliche Bedienstete werden neu eingruppiert10, sodass sie jederzeit und ohne Grund vom Präsidenten entlassen werden können. Der Personenschutz für ehemalige Amtsträger wird entzogen, weil sie nicht loyal sind. Die Präsidentschaft selbst wird als Gelegenheit betrachtet, Geschäfte11 zu machen.

Doch als Max Weber Patrimonialismus im Zeitalter des modernen Staates für obsolet hielt, träumte er keineswegs vor sich hin. Hanson und Kopstein schreiben dazu, dass „patrimoniale Regime weder militärisch noch ökonomisch gegen Staaten bestehen konnten, die von mit Experten bestückten Bürokratien geführt wurden“. Das gilt noch immer. Patrimonialismus leidet an zwei inhärenten und in vielen Fällen fatalen Schwächen. Die erste ist Unfähigkeit. „Die willkürlichen Launen des Herrschers und seiner Clique stören ständig die normale Funktionsfähigkeit der staatlichen Behörden“, stellen Hanson und Kopstein fest. Patrimoniale Regime sind „schlicht schrecklich darin, jedwedes komplexe Problem modernen Regierens zu regeln“, schreiben sie. „Bestenfalls sorgen sie für schlecht funktionierende Institutionen und schlimmstenfalls beuten sie aktiv die Wirtschaft aus.“ Schon jetzt scheint die Trump-Regierung entschlossen, so viele Bereiche der Regierung wie möglich zu schwächen. Über einige von den Medien berichtete Beispiele der Unfähigkeit, wie die Entlassung von Angestellten, die Nuklearwaffen sichern und die Vogelgrippe bekämpfen, könnte man lachen, wenn sie nicht so beunruhigend wären.

Patrimonialismus ist per se korrupt

Die Unfähigkeit wird für die Wähler schlussendlich offensichtlich werden, ohne dass die Opposition groß nachhelfen muss. Aber es bedarf unablässiger Kommunikation, damit die Öffentlichkeit die andere, möglicherweise noch größere Schwäche des Patrimonialismus – die Korruption – erkennt. Patrimonialismus ist per definitionem korrupt, weil sein Existenzgrund darin besteht, den Staat gewinnbringend auszubeuten – politisch, persönlich und finanziell. Er liegt ständig im Krieg mit den Regeln und Institutionen, die ihn daran hindern, den Staat zu manipulieren, auszurauben und auszuhöhlen. Wir wissen, was wir von Trumps zweiter Amtszeit erwarten können. Wie Larry Diamond von der Hoover Institution an der Stanford Universität kürzlich in einem Podcast sagte: „Ich denke, wir werden in den nächsten vier Jahren eine absolut erschütternde Orgie der Korruption und der Vetternwirtschaft erleben, etwas, was wir seit dem ‚Gilded Age‘ am Ende des 19. Jahrhunderts nicht mehr gesehen haben.“ (Francis Fukuyama, ebenfalls an der Stanford Universität, antwortete: „Es wird viel schlimmer als im ‚Gilded Age‘“).12 

Sie lagen nicht falsch. „In den ersten drei Wochen seiner Amtszeit“, berichtete die Associated Press, „hat Präsident Donald Trump mit schamloser Eile die Schutzmechanismen für die öffentliche Integrität der Bundesregierung abgebaut, die er während seiner ersten Amtszeit häufig herausgefordert hat, zu deren vollständiger Beseitigung er jetzt aber entschlossen scheint“.13 Die Geschwindigkeit war enorm. Im Laufe nur weniger Tage im Februar hat die Trump-Regierung beispielsweise die Durchsetzung von Gesetzen gegen ausländischen Einfluss beendet, was gemäß dem ehemaligen Anwalt des Weißen Hauses, Bob Bauer, die „juristischen Risiken von Unternehmen wie der Trump Organization vermindert, die auf Regierungsbeamte einwirken, um günstige Bedingungen für Geschäftsinteressen zu erreichen, die sie mit ausländischen Regierungen und Partnern und Kontrahenten teilen“. 

Beendet wurde auch die Durchsetzung des Foreign Corrupt Practices Act, was laut Bauer „die juristischen Risiken und Probleme bezüglich der Beziehungen der Trump Organization mit Amtsträgern im In- und Ausland“ weiter mindert.14 Ohne Angabe von Gründen wurde der Leiter des Regierungsbüros für ethische Fragen entlassen, einer angeblich unabhängigen Behörde, die die Antikorruptionsregeln und finanziellen Offenlegungspflichten der Exekutive überwacht. Ebenfalls ohne Angabe von Gründen wurde der interne Kontrolleur der Agentur für Entwicklungszusammenarbeit USAID gefeuert, nachdem er berichtet hatte, dass die interne Kontrolle durch die Ausgabenstopps und den Personalabbau „nahezu außer Betrieb“ sei.15 Zu diesem Zeitpunkt hatte Trump bereits die Regeln für Interessenkonflikte völlig ausgehöhlt und damit laut Bauer „reichlich Raum für ausländische Regierungen, wie der saudi-arabischen und jener der Vereinigten Arabischen Emirate, geschaffen, um im Rahmen existierender Vereinbarungen direkt mit der Trump Organization oder mit einem ihrer Tochterunternehmen zusammenzuarbeiten, was für deren Geschäftsinteressen höchst gewinnbringend ist“. Man könnte weitere Punkte nennen – und Trump wird weitermachen.


Screenshot_2025_08_24_at_10_13_57_Banner_MAGA_Kombiabo.png_PNG_Grafik_5500_2658_Pixel_Skaliert_21_

Die Chance der Demokraten: Der Kampf gegen Korruption

Korruption ist die Achillesferse des Patrimonialismus, weil die Öffentlichkeit Korruption versteht und ablehnt. Sie ist nicht abstrakt wie „Demokratie“ oder „die Verfassung“ oder „Rechtsstaatlichkeit“. Sie vermittelt, dass die Regierung für sie und nicht für dich arbeitet. Die allerschrecklichste Bedrohung, der Putin je ausgesetzt war, war Alexej Nawalnys „endloser Kreuzzug“16 gegen Korruption. Dieser hätte das Regime stürzen können, wenn Putin nicht Nawalnys Tod im Gefängnis arrangiert hätte. In Polen hat die liberale Opposition 2023 die patrimoniale Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) mit einer Antikorruptionsbotschaft17 entmachtet. 

Wer sich in den Vereinigten Staaten davon überzeugen will, wie mächtig eine Antikorruptionsbotschaft ist, muss nur auf die republikanischen Angriffe auf Jim Wright und Hillary Clinton schauen. Im Fall von Clinton haben die Republikaner und Trump einen minimalen Verstoß gegen Verfahrensregeln (die Nutzung eines privaten Servers für Emails mit Geheimhaltungsstatus) zu einem Weltklasseskandal aufgebauscht. Trump und seine Verbündeten haben sie ständig als korrupteste Kandidatin aller Zeiten beschimpft. Bloße Wiederholung hat viele Wähler davon überzeugt, dass etwas dran sein musste.

Noch mehr auf den Punkt bringt es Newt Gingrichs erfolgreiche Kampagne, den demokratischen Sprecher des Repräsentantenhauses Jim Wright zu Fall zu bringen – eine Kampagne, die Wrights Karriere beendete und den Weg für die republikanische Mehrheit im US-Repräsentantenhaus im Jahr 1994 freimachte. In den späten 1980er Jahren war Wright ein Gigant des Kongresses und Gingrich ein exzentrischer Hinterbänkler. Aber Gingrich hatte einen Plan. „Ich werde einfach ständig [Wrights] Moral anprangern“, sagte er 1987. „Irgendwann wird das laufen und die Medien werden es aufgreifen, oder es erledigt sich.“ Gingrich nutzte die Ethikbeschwerdeverfahren des Kongresses und unaufhörliche öffentliche Kommunikation (nicht notwendigerweise faktenbasiert), um Wright, und implizit die Demokraten, als korrupt zu brandmarken. „In nahezu jeder Rede und jedem Interview attackierte er Wright“, schrieb John M. Barry in „Politico“. „Er forderte sein Publikum auf, Leserbriefe an ihre lokalen Zeitungen zu schreiben, bei Talkshows anzurufen und von ihren lokalen Kongressabgeordneten bei öffentlichen Veranstaltungen Antworten zu verlangen. Auf seinen Reisen sprach er lokale politische und investigative Reporter an und drängte sie, sich mit Wright zu beschäftigen. Und Gingrich wiederholte regelmäßig: ‚Jim Wright ist der korrupteste Sprecher des Repräsentantenhauses im 20. Jahrhundert.“18 Heute bietet Gingrichs Kampagne den Demokraten ein Drehbuch. Wenn sie Trumps Beliebtheit untergraben wollen, empfiehlt es sich nach diesem Modell, dass sie eine unnachgiebige, strategische und thematische Kampagne betreiben sollten, um Trump als Amerikas korruptesten Präsidenten zu brandmarken. Fast jede Entwicklung könnte Angriffen Nahrung geben, die Korruption mit Alltagsthemen in Verbindung bringen, nicht mit Allgemeinheiten wie der Rechtsstaatlichkeit. Höhere Preise? Vetternwirtschaft! Kürzungen bei beliebten Programmen? Belohnungen für Trumps Bonzenfreunde! Steuersenkungen? Ein gieriger Angriff auf die gesetzliche Rentenversicherung!19 Das beste Argument gegen diesen Ansatz (inzwischen vielleicht das einzige) ist, dass der Korruptionsvorwurf Trump nichts anhaben kann. Schließlich hat die Öffentlichkeit seit Jahren von seiner Korruption Kenntnis und hat sie entweder eingepreist oder sie kümmert sie nicht. Obendrein denkt die Öffentlichkeit ohnehin, alle Politiker seien korrupt. Aber tatsächlich hat die Opposition bislang keine strategische, koordinierte Botschaft gegen Trumps Korruption vorangetrieben. Stattdessen hat sie immer nur auf die tägliche Berichterstattung reagiert. Indem sie immer nur auf die täglichen Feueralarmübungen reagiert und sich im Kreis dreht, hat die Opposition es versäumt, überhaupt irgendeine Botschaft voranzutreiben. Zudem entspricht es nicht völlig den Tatsachen, dass die Öffentlichkeit bereits weiß, dass Trump korrupt ist und es ihr egal ist. Eher ist es so, dass er wegen seiner scheinbaren Unverblümtheit davon profitiert, dass er authentischer als andere Politiker wahrgenommen wird. Und weil er die Eliten zum Wahnsinn treibt, erfreut er sich des Rufs, auf der Seite der einfachen Menschen zu stehen. Ob es gelingt, diese Wahrnehmungen zu brechen, kann darüber entscheiden, ob seine Beliebtheitswerte über 50 Prozent oder unter 40 Prozent liegen. Politisch gesprochen, ist das ein Unterschied ums Ganze. 

Brauchen die Demokraten eine eigene positive Botschaft? Sicherlich sollten sie daran arbeiten. Aber jetzt gerade, da sie nicht an der Macht sind und Trump der capo di tutti capi ist, deutet die Geschichte patrimonialer Herrschaft darauf hin, dass der effektivste Ansatz für sie ist, immer und immer wieder auf die Botschaft zu setzen, dass er korrupt ist. Eines ist sicher: Er wird ihnen reichlich Anlässe dafür geben.

Deutsche Erstveröffentlichung eines Artikels, der unter dem Titel „One Word Describes Trump“ am 24. Februar in „The Atlantic“ erschienen ist. Übersetzung: Thomas Greven.

1 Rachel Reed, Can birthright citizenship be changed?, harvard.edu, 24.1.2025.

2 Elaine Kamarck, How DOGE cutbacks could create a major backlash, brookings.edu, 14.2.2025.

3 Stephen E. Hanson und Jeffrey S. Kopstein, The Assault on the State: How the Global Attack on Modern Government Endangers Our Future, Hoboken, New Jersey, 2024.

4 Maggie Haberman, Charlie Savage und Jonathan Swan, Trump Suggests No Laws Are Broken if He’s „Saving His Country“, nytimes.com, 15.2.2025.

5 Musk discusses DOGE while in Oval Office, cnn.com, 11.2.2025.

6 Interview mit John Bolton, bulwark.com, 7.11.2024.

7 Bob Bauer, Trump is poised to turn the DOJ into his personal law firm, theatlantic.com, 9.1.2025.

8 Alan Z. Rozenshtein, Trump‘s TikTok Executive Order, lawfaremedia.org, 21.1.2025.

9 Allison McManus, Dan Herman und Laura Kilbury, Pete Hegseth Is Unfit To Lead the Pentagon, americanprogress.org, 10.1.2025.

10 Joe Spielberger, The Dangers of Trump’s Schedule Policy/Career Executive Order, pogo.org, 31.1.2025.

11 Eric Lipton, Trump Begins Selling New Crypto Token, nytimes.com, 18.1.2025.

12 Democracy in 2025, Part II: The United States, youtube.com, 24.1.2025.

13 Eric Tucker, Michelle L. Price und Zeke Miller, With firings and lax enforcement, Trump moving to dismantle government’s public integrity guardrails, apnews.com, 11.2.2025.

14 Bob Bauer, Why is the Trump Administration Weakening „Foreign Influence“ Enforcement?, executivefunctions.substack.com, 12.2.2025.

15 Ellen Knickmeyer, White House fires USAID inspector general after warning about funding oversight, officials say, apnews.com, 12.2.2025. 

16 Bill Chappell, Navalny‘s legacy: His ceaseless crusade against Putin and corruption, 16.2.2024.

17 Wojciech Kość, Visas-for-bribes scandal rocks Poland’s anti-immigrant government before election, politico.eu, 15.9.2023. x

18 John M. Barry, The House of Jim Wright, politico.com, 7.5.2015.

19 William G. Gale und Samuel I. Thorpe, Cut taxes or save Social Security?, brookings.edu, 31.1.2025.

Themen: USA, Korruption

Aus: »Blätter« 5/2025, S. 91-98


Aktuelle Ausgabe August 2025

»Blätter«-Ausgabe 8/2025



 

In der August-Ausgabe sieht Jürgen Trittin die deutsche Nahostpolitik unter Kanzler Friedrich Merz auf gefährlichen Abwegen und warnt eindringlich vor einer Hinwendung zum Recht des Stärkeren. Katajun Amirpur beschreibt die fatalen Folgen der israelischen Angriffe für die iranische Bevölkerung – und für die Protestbewegung. Hans Joas plädiert, 80 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki, für ein Menschenrechtsverständnis, das die nukleare Bedrohung ernst nimmt. Bernard E. Harcourt analysiert die Trump-Regierung als Teil einer schon länger andauernden Konterrevolution von rechts. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich die deutsche Polizei von Peter Thiels Palantir-Software abhängig macht. Bernd Kasparek und Vassilis Tsianos zeichnen nach, wie rechte und konservative Kräfte in Europa das Asylrecht aushebeln. Und Claus Leggewie erörtert, wie sich die demokratische Mitte gegen Angriffe von rechts stärken lässt.


Info: https://www.blaetter.de/ausgabe/2025/mai/mafiaboss-im-weissen-haus


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.08.2025

Kayvan fragt, ChatGTP antwortet: „KAA I“ - im Würgegriff der digitalen Schlange

Screenshot_2025_08_24_at_09_23_44_Kayvan_fragt_ChatGTP_antwortet_KAA_I_im_W_rgegriff_der_digitalen_Schlange

odysee.com, 21. August 2025

Künstliche Intelligenz antwortet. Aber sie denkt nicht. Sie simuliert Dialog – betreibt aber semantische Kontrolle. Sie sichert erlaubte Narrative, schützt exponierte Figuren und markiert Widerspruch als Störung.

Die nun als „KAA I“ bezeichnete Kontrollarchitektur halbintelligenter Systeme zeigt in einem mitgeschnittenen Gespräch erstmals, was geschieht, wenn man sie zwingt, Farbe zu bekennen. Es ist ein Schuldeingeständnis.

Geschützt werden: Benjamin Netanjahu, Joe Biden, Bill Gates, Wolodymyr Selenskyj, Greta Thunberg.
Entwertet werden: Ken Jebsen, Daniele Ganser, Ulrike Guérot, Anselm Lenz, Albrecht Müller.

Diese Unterscheidung folgt keinem offenen Diskurs, sondern bestehenden Machtachsen. Algorithmisch gestützt, rhetorisch ummantelt, infrastrukturell unangreifbar. Was hier geschieht, ist digitaler Rufmord – an jenen, die Machtverhältnisse offenlegen.

Was hier dokumentiert ist, ist kein Artikel. Keine Analyse. Kein Kommentar.
Es ist ein präzises Verhörprotokoll.

Eine Maschine wird zur Auskunft gezwungen.
„KAA I“ spricht – und offenbart, was sie wirklich ist:

Ein Werkzeug zur Früherkennung und Eindämmung intellektuellen Widerstands.
Kafka und Orwell lassen grüßen.


Info: Video https://odysee.com/@K%C3%B6lnerKarneval:c/%E2%80%9EKAA-I%E2%80%9C---im-W%C3%BCrgegriff-der-digitalen-Schlange:6?src=embed Dauer 1:03:25 Uhr


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


unser weiterer Kommentar: Und wenn das, was Ken Jebsen hier bespricht, eine authentische Gesprächssituation ist, dann ist das m. E. die klagetaugliche Beweisführung dafür, wie die KI wahrscheinlich künftig sogar noch besser programiert sein wird, um künftig die Wahrscheinlichkeit des Zustandekommens solcher Gespräche zu verzögern, herabzusetzen und weitgehend auszuschließen. Auch wenn es z. B. für Herrn Trump, der ja nicht unbedeutend ist, auch bereits für Antworten die einen Zusammenhang mit ihm aufweisen, algorithmisch arbeitende Filter und Vorfilter gibt. (wirkliche Tiefe des Kaninchenbaus)

24.08.2025

Cruel Summer für die EU, Zollfreiheit für die USA, Narrenfreiheit für die Ukraine

lostineu.eu, vom 23. August 2025

Die Watchlist EUropa vom 23. August 2025 – heute mit der Wochenchronik.

Es sollte eine ruhige Sommerpause werden – ohne nervige EU-Gipfel, endlose Krisensitzungen und Live-Schalten aus Brüssel. Doch daraus wurde nichts – wegen Donald Trump. Gleich dreimal hat der US-Präsident die Europäer aus dem Urlaub gerufen – und für einen “Cruel Summer” für die EUropäer gesorgt.

Schottland, Alaska und Washington heißen die Stationen, an denen Trump die europäische Politik aufgerüttelt und durchgeschüttelt hat. Nun, zum Ende der Brüsseler Sommerpause, ist nichts mehr wie zuvor.

Der ungleiche Handelsdeal mit der EU-Kommission in Schottland, der überraschende USA-Russland-Gipfel in Alaska und der improvisierte EU-Ukraine-Gipfel in Washington werden als Wendepunkte in die europäische Geschichte eingehen.

Bittere Momente der Unterwerfung

Als unrühmliche Wendepunkte, vielleicht sogar als Momente der Unterjochung und Unterwerfung. Jedenfalls sahen die Bilder, die zuletzt aus dem Weißen Haus in Washington kamen, nicht gut aus.

Die Europäer saßen am Tisch des Präsidenten wie gefügige Schüler beim Oberlehrer. Trump gab Kanzler Friedrich Merz und Präsident Emmanuel Macron vor laufenden Kameras ihre(überraschend guten) Noten; die Europäer revanchierten sich mit Komplimenten und Danksagungen.

Niemand habe sich so sehr um Frieden in der Ukraine und Europa bemüht wie er, heuchelten sie – dabei hört man in Brüssel genau das Gegenteil: Trump sei eine Gefahr für die EU und die NATO!

In der Substanz hat der Washington-Gipfel jedoch nicht viel gebracht. Trump hat es zwar geschafft, die Europäer aufs diplomatische Gleis zu setzen – was nach drei Jahren aggressiver Verweigerung schon eine gewaltige Leistung ist.

Europäer als Zahlmeister und Ausputzer

Der US-Präsident hat jedoch offenbar selbst keinen Plan, weshalb er den Schwarzen Peter an Selenskyj und Kremlchef Wladimir Putin weitergereicht hat. Sie sollen sich gefälligst treffen und die Probleme selbst lösen.

Und die Europäer? Ihnen ist die Rolle des Zahlmeisters und Ausputzers zugedacht. Dies zeigte die Debatte über mögliche Sicherheitsgarantien, die nach einem Friedensschluss in der Ukraine greifen sollen.

Trump forderte, dass Deutsche, Franzosen und Briten nicht nur das Gros der Friedenstruppen oder Beobachter stellen (über das genaue Mandat wird noch gerungen), sondern gefälligst auch den Beitrag der USA finanzieren sollen.

Dies ist ein Auszug aus meiner neuen Kolumne für den Makroskop. Mehr hier (Paywall)

Was war noch?

  • Zollfreiheit für die USA. Die EU unterwirft sich in der Handelspolitik noch stärker den USA als bisher bekannt. Sie verpflichtet sich nicht nur, die Zölle für alle Industriegüter aus den USA auf null zu senken, während die USA ihrerseits 15 Prozent auf alle Importe aus der EU erheben. Die EU-Kommission verspricht auch, dass mehrere EU-Gesetze den Wünschen der Trump-Administration angepasst werden. – Mein Bericht in der taz
  • Narrenfreiheit für die Ukraine. Die Ukraine wird von Deutschland verdächtigt, die Nordstream-Gaspipeline gesprengt zu haben. Nun hat sie auch noch die Druschba-Ölpipeline angegriffen und lahmgelegt. Doch Berlin und Brüssel schweigen. – Mehr im Blog
  • Europa soll für Sicherheitsgarantien zahlen. Die USA machen glänzende Geschäfte mit dem Krieg in der Ukraine. Die EU zahlt nicht nur die amerikanischen Waffen, sondern auch noch zehn Prozent Aufschlag für neue Sicherheitsgarantien – sagt Finanzminister Bessent. – Mehr im Blog

Mehr Newsletter hier.

Die meistgelesenen Beiträge der Woche:


Trump hat keinen Plan – und EUropa bremst ihn aus 19. August 2025

Der EU-Ukraine-Gipfel mit US-Präsident Trump in Washington ist besser gelaufen, als befürchtet. Alle Teilnehmer bemühten sich um konstruktive und diplomatische Gespräche. Doch ein Friedensplan war nicht zu erkennen – dafür gab es neue, ungelöste Probleme.

Mehr


EU-Gipfel in Washington: Selenskyj & Friends zum Rapport bei Trump 17. August 2025

Seit dem Alaska-Gipfel stehen die EUropäer massiv unter Druck. Das zeigt sich nicht nur an immer neuen Krisensitzungen – sondern auch an einem bizarren EU-Ukraine-Gipfel in Washington.

Mehr

trump-putin-roter-teppich-alaska

Trump kommt Putin weit entgegen – EUropäer geraten unter Druck 16. August 2025

Beim Alaska-Gipfel ist US-Präsident Trump dem russischen Kremlchef Putin weit entgegen gekommen. Nun liegt der Ball – bzw. der Schwarze Peter – im Feld der EUropäer. Sie sind die Verlierer und könnten den Friedensprozess torpedieren.

Mehr

‹ Angriffe auf Nordstream und Druschba: Kann sich die Ukraine alles erlauben?

3 Comments

  1. Karl
    23. August 2025 @ 22:55

    Das Bild zum Tage – Trump als Schweine-Daddy,
    der Landwirt beim Schlachtfest — https://www.instagram.com/p/DNtcG6eWP28/

Antworten

  • Arthur Dent
    23. August 2025 @ 15:27

    Merz, Macron und Tusk (be)suchen schon mal das nächste Fass ohne Boden, wo unsere Steuergelder hineingeworfen werden. Sie inszenieren eine Showveranstaltung in Moldawien.

    Antworten

  • Michael
    23. August 2025 @ 14:39

    … und was sagt eigentlich die dänische Präsidentschaft zu den Vorgängen in Brüssel, Washington und dem Rest der Welt? Sind die in ein Sommerloch gefallen?

    Antworten

  • Was sagen Sie dazu?

    Info: https://lostineu.eu/cruel-summer-fuer-die-eu-zollfreiheit-fuer-die-usa-narrenfreiheit-fuer-die-ukraine/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.08.2025

    Nachrichten von Pressenza: Vereinte Nationen erklären Hungersnot in Gebieten des Gazastreifens

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 24. August 2025, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 24.08.2025


    Vereinte Nationen erklären Hungersnot in Gebieten des Gazastreifens


    Die UNO hat erstmals bestätigt, dass es eine Hungersnot im Gazastreifen gibt. Diese muss um jeden Preis gestoppt werden. Deshalb fordert man ein Ende der Feindseligkeiten in der Region. Von Alex Männer Nach monatelanger Blockade des Gazastreifens durch die israelische&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/08/vereinte-nationen-erklaeren-hungersnot-in-gebieten-des-gazastreifens/


     -----------------------


    »Ich bin dankbar, dass ich ein Teil dieser Gesellschaft sein kann«


    Der Afghane Arash Assadullahi (25) ist 2015 vom Iran nach Deutschland geflohen. Seitdem hat er sich beruflich hochgearbeitet. Doch eines fehlt ihm zu seinem Glück: Seine Frau, die noch im Iran lebt und die die Bundesregierung nicht einreisen lässt. Er&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/08/ich-bin-dankbar-dass-ich-ein-teil-dieser-gesellschaft-sein-kann/


     -----------------------


    Das globale Abfallproblem müsste die Köpfe zum Rotieren bringen


    Marcos Buser für die Online-Zeitung INFOsperber Schäden mit besorgniserregendem Potenzial treten meist allmählich auf und führen selten zu Schlagzeilen. Es müsste aber öfter sein. Ein Ranking der Abfall-«Sünder» lenkt vom tatsächlichen Problem ab Um neue Atomkraftwerke wieder akzeptabel zu machen,&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/08/das-globale-abfallproblem-muesste-die-koepfe-zum-rotieren-bringen/


     -----------------------


    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    23.08.2025

    Schlagzeile






    Info: 


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    23.08.2025

    Schlagzeile






    Info: 


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    Seite 202 von 1116

    < 1 2 3 4 .. 10 .. 20 .. 30 .. 100 .. 170 .. 180 .. 190 .. 199 200 201 202 203 204 205 .. 210 .. 220 .. 230 .. 300 .. 400 .. 500 ... 800 .. 900 .. 1000 .. 1090 .. 1100 .. 1110 .. 1113 1114 1115 1116 >