Diese Website verwendet nur technisch notwendige Cookies.
29.08.2025

Ludwig Feuerbach und das Wesen der Religion (1953)

Screenshot_2025_08_30_at_08_51_29_Seniora.org_Ludwig_Feuerbach_und_das_Wesen_der_Religion_1953_

Ludwig Feuerbach - Der Denker der Menschlichkeit (oe1.ORF.at)


seniora.org, 29. August 2025, 1953 Autor: Polybios, erschienen in Zeitschrift: "Befreiung", Band (Jahr): 1 (1953) Heft 5

Im Revolutionsjahr 1848 lud die Studentenschaft der Universität Heidelberg einen «radikalen Philosophen» ein, in ihrem Kreise Vorlesungen über die Religion zu halten. Der Mann, der hierauf seine zwölfjährige Philosophen-Einsamkeit in ländlicher Gegend aufgab und in mühseligem, durchaus unrhetorischem Vortrag der revolutionären Jugend seine Lehre dozierte, verdankte seinen Ruhm einer Reihe von Werken, deren Anliegen die kritische Analyse des Christentums und der Religion überhaupt war.

Seine in den Vierzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts erschienenen Untersuchungen über das Wesen der Religion begeisterten das ganze revolutionäre Deutschland; alle, die sich den Umsturz der bestehenden Verhältnisse in Politik und Geistesleben zum Ziele setzten, waren oder wurden «Feuerbachianer»; denn es war Ludwig Feuerbach, der in jenen Tagen mit einzigartiger Entschiedenheit verkündete, daß die Zeit des Christentums vorbei sei; daß anstelle des religiösen Weltbildes eine auf Wissenschaft und Philosophie beruhende Weltanschauung treten müsse; daß Gott zuerst tot sein muß, wenn der Mensch leben soll.

Diese Lehre, als Ferment und Fackel der gärenden Epoche überantwortet, wirkte gewaltig auf die Zeitgenossen, indem sie als geistige Befreiung die Voraussetzung für den Kampf um die politische Freiheit schuf. Friedrich Engels z. B. berichtet in seiner Schrift über Feuerbach:

«Man muß die befreiende Wirkung dieses Buches (gemeint ist «Das Wesen des Christentums», 1841) selbst erlebt haben, um sich eine Vorstellung davon zu machen. Die Begeisterung war allgemein: wir waren alle momentan Feuerbachianer. Wie enthusiastisch Marx die neue Auffassung begrüßte und wie sehr er von ihr beeinflußt wurde, kann man in der ,Heiligen Familie' lesen.»

Dieser Äußerung mag noch eine andere beigefügt werden, die von einem Hörer der Feuerbachschen Vorlesungen in Heidelberg stammt; der zu Füßen des Religionsphilosophen sitzende Gottfried Keller schreibt an Freunde, wie interessant es sei,

«diese gegenwärtig weitaus wichtigste historische Person in der Philosophie selbst seine Religionsphilosophie vortragen zu hören… Wie es mir dabei gehen wird, wage ich noch nicht bestimmt auszusprechen oder zu vermuten. Nur so viel steht fest: ich werde tabula rasa machen — oder es ist vielmehr schon geschehen —  mit allen meinen bisherigen religiösen Vorstellungen, bis ich auf dem Niveau Feuerbachs bin».

Man kann die Wichtigkeit Feuerbachs für Gottfried Kellers Entwicklung nicht hoch genug einschätzen; eine spätere Äußerung des Dichters lautet, ganz im Sinne der Feuerbachschen Philosophie:

«Wie trivial erscheint mir gegenwärtig die Meinung, daß mit dem Aufgeben der sogenannten religiösen Ideen alle Poesie und erhöhte Stimmung aus der Welt verschwindet. Im Gegenteil: die Welt ist mir unendlich schöner und tiefer geworden, das Leben wertvoller und intensiver, der Tod ernster und bedenklicher und fordert mich nun erst mit aller Macht auf, meine Aufgabe zu erfüllen und mein Bewußtsein zu reinigen und zu befriedigen, da ich keine Aussicht habe, das Versäumte in irgend einem Winkel der Welt nachzuholen».

Feuerbachs Leben und Werke

Der junge Ludwig Feuerbach, Sohn des berühmten Kriminalisten Anselm Feuerbach, widmete sich zunächst dem Studium der Theologie, um in der Auseinandersetzung mit der Gottesgelehrtheit zu erfahren, daß es in diesem Bereich keine tragfähige Erkenntnis gebe. Von Heidelberg wandte er sich nach Berlin, wo er — nach logischen, metaphysischen und religions-philosophischen Kollegen bei Hegel — mit fliegenden Fahnen zur Philosophie überging.

Als Hegelianer verfaßte er nach zweijährigem Studium seine Dissertation über «De ratione una, universali, infinita», in der die Abkehr vom theologischen Denken bereits vollzogen ist. Hegel war nun sein geistiger Vater geworden, wie er einmal bekennt; am Beispiel des universalen Philosophen formulierte er sein Programm: «Nicht Theologie, sondern Philosophie! Nicht faseln und schwärmen, sondern lernen! Nicht glauben, sondern denken!» Gott, der nach seinen eigenen Worten sein «erster Gedanke» gewesen, wurde nun ersetzt durch den zweiten: die Vernunft. Und diese Feuerbachsche Vernunft ist, auch schon in der Doktorarbeit, nicht mehr die Hegelsche im eigentlichen Sinne; anstatt sich wie Hegel mit der Religion und mit der politischen Wirklichkeit zu versöhnen, verlangt Feuerbach ein «Weltlichwerden des Geistes», eine wahre «Verwirklichung der Idee».

Diese besteht nach ihm vor allem darin, daß die religiösen Anschauungsweisen «vernichtet» bzw. «in den Grund der Wahrheit gebohrt» werden. Der ersten Abgrenzung gegen die damals noch allmächtige Hegelsche Philosophie folgten später kritische Abhandlungen, die die Kluft noch wesentlich erweiterten. Schon 1839 spricht Feuerbach über Hegels «Unsinn des Absoluten» und hebt mit Recht hervor, daß in der idealistischen Geistphilosophie der «abgeschiedene Geist der Theologie als Gespenst umgehe». Die Schulphilosophie strebt nach der Erhaltung des Bestehenden; ihre Versöhnlichkeit ist im Grunde Reaktion. Der Philosoph, der vom Katheder in die Arena der Weltgeschichte hinabsteigt, muß Partei ergreifen inmitten der Zeitgeschehnisse: die wahre Philosophie ist immer auch Politik; Politik ist Religion, nämlich die Religion der Zukunft.

Im Jahre 1829 habilitierte sich Feuerbach in Erlangen als Dozent der Philosophie; er publizierte eine Reihe von philosophischen Werken, die weithin Anerkennung fanden. 1833 erschien «Von Bacon bis Spinoza», 1836 «Leibniz», 1838 «Pierre Bayle». In der Beschäftigung mit dem letzteren, dem Wegbereiter der Aufklärung, kam die Feuerbachsche Religionskritik zum Durchbruch.

Aus der nunmehr atheistischen und materialistischen Geisteshaltung erwuchsen die «Thesen zur Reform der Philosophie» und die «Grundsätze der Philosophie der Zukunft»; hier beginnt die anthropologische Phase im Denken Feuerbachs, der seine Hauptwerke zur Religionspsychologie zu danken sind. Diese Untersuchungen entstanden im selbstgewählten ländlichen Exil zu Brückeberg, einem Ort zwischen Ansbach und Bayreuth, wohin sich der noch junge Philosoph zurückzog, um sich in völliger Muße seinen Arbeiten zu widmen. Seine akademische Karriere war infolge seiner Gesinnung ohnehin aussichtslos geworden; um seinen Überzeugungen treu bleiben zu können, ging Feuerbach in die Einsamkeit, die erst durch die Berufung nach Heidelberg unterbrochen wurde; nach den Revolutionsjahren, die ihn auf den Gipfel des Gelehrtenruhms geführt hatten, nahm ihn wieder die Abgeschiedenheit des Landlebens auf. Er starb am 13. September 1872 auf dem Rechenberg bei Nürnberg — sein Name war inzwischen beinahe in Vergessenheit geraten, um dann gegen die Jahrhundertwende aufs Neue große Bedeutung zu erlangen.


"Nicht die Götter haben den Menschen erschaffen, sondern die Menschen haben die Götter erschaffen"

Die Hauptwerke Feuerbachs, die auch die breiteste Publikumswirkung erzielten, sind «Das Wesen des Christentums» (1841) und «Das Wesen der Religion» (1845), zwei Schriften, in denen «die Aufgabe der neueren Zeit», d. i. «die Theologie in Anthropologie umzuwandeln», mit umfassender Gründlichkeit und Vollständigkeit gelöst wird. Ein ungeheures, überzeugungskräftiges Beweismaterial wird aufgehäuft, um die These zu belegen, daß nicht der Mensch durch Gott, sondern Gott durch den Menschen geschaffen worden sei. Der Mensch schuf sich Gott nach seinem Ebenbild; die Religion ist ein Traum des Menschengeistes; Gott, Himmel und Seligkeit sind phantastische Herzenswünsche ohne reale Grundlage; was der Mensch Gott nennt, ist nichts anderes als das Wesen des Menschen ins Unendliche gesteigert und selbständig dem Menschen gegenübergestellt: das Wesen Gottes erweist sich in der psychologischen Analyse als das Wesen des Menschen!


Das Wesen der Religion

Feuerbachs psychologische Analyse der Religiosität setzt ein mit der Erkenntnis, daß die Religion ein Gegenstand der «psychischen Pathologie» ist. Alle Religionen sind im Kindheitsalter der Menschheit entstanden. Ihre wesentlichen Charakteristiken sind deshalb die Kindlichkeit, die Unwissenheit und das sich selbst nicht erkennende Gefühl. Im religiösen Denken hat der Mensch der Frühzeit seinen unmittelbaren Gefühlen, vornehmlich Furcht und Hoffnung, freien Lauf gelassen. Analyse der Religion bedeutet deshalb Analyse der menschlichen Gefühle. Urtatsachen des Gefühls sind Wunschdenken und Projektion. Das Gefühl faßt die Wirklichkeit nicht so auf, wie sie ist, sondern wie sie seinem Bedürfnis nach sein soll; das Gemüt ist geneigt, die Dinge so zu sehen, wie es sie haben möchte.

Darüber hinaus projiziert der Mensch im Zustand des Fühlens sich selbst auf seine Umgebung. Das Gefühl trägt ihn über sich hinaus, so daß er sich selbst nicht mehr sieht. Dafür aber findet er sich wieder in seiner Umwelt, und das Ergebnis hiervon ist eine Vermenschlichung der Welt, ein «Anthropomorphismus» der Natur. Das Wesen des Menschen wird in die Natur verlegt oder, in personifizierter Form, ihr übergeordnet: so entstehen die Götter und der Gott. Da es aber menschliches Gefühl ist, das die Götter geschaffen hat, muß man in den göttlichen Eigenschaften die Eigenschaften des Gefühls wiederfinden. Die Prädikate Gottes müssen sich als Prädikate des Menschen erweisen. Was der frühzeitige Mensch seinem Gotte zuschrieb, ist im Grunde Bestandteil seines eigenen Wesens; darum kann die Religion in eine Anthropologie umgewandelt werden: richtig verstanden, beziehen sich alle religiösen Dokumente nur auf den Menschen, derart, daß sich in ihnen der Mensch noch nicht erkannt und verstanden hat. Dieses «indirekte Selbstbewußtsein» wird nun ersetzt durch ein direktes, in dem die Religion durchschaut und durch eine philosophische Wissenschaft vom Menschen abgelöst wird.

Ein kompromißloses Denken geht zunächst aus von der untilgbaren Differenz zwischen Philosophie und Religion. Hier ist jeder Kompromiß faul, denn die religiöse Denkform steht im schärfsten Widerspruch zum philosophisch-wissenschaftlichen Weltbild. Verläßt man den blinden Glauben, um den Tatsachengehalt der Religion zu überprüfen, so zeigt sich unschwer die ganze Fragwürdigkeit der religiösen Inhalte und Glaubensaussagen. Diese sind aber nicht nur Ausdruck der Unwissenheit und Unkenntnis über die Natur — sie entspringen auch einer phantastischen, illusorischen und primitiven Menschlichkeit, die den Aufstieg der Kultur verunmöglicht. Das unfreie und furchtsame Gemüt hat die Religionen geschaffen; andererseits erhält heute die Religion Unfreiheit und Furchtsamkeit aufrecht und verhindert deshalb den Menschen, in der Wirklichkeit festen Fuß zu fassen und Welt und Leben sinnvoll zu gestalten.

Die Affekte der Furcht und der Hoffnung sind der Ursprung der Religion. In ihnen macht sich das Abhängigkeitsgefühl des Menschen von der Natur geltend. Indem die Naturkräfte (oder die Natur als Ganzes) vermenschlicht und personifiziert werden, schafft sich der Mensch eine (illusionäre) Möglichkeit, mit ihnen zu «verhandeln», sie zu beschwichtigen und für sich und seine Zwecke einzunehmen. Die unbewußt erfolgende Projektion des Menschen in seine Umwelt geschieht im Dienste des Selbsterhaltungstriebes. Die Furcht, die die Götter schafft, bleibt noch erhalten in der Ehrfurcht, mit der sich der Mensch vor seinem Gotte beugt.

Alle religiösen Handlungen sind im Grunde darauf gerichtet, die göttliche Instanz für den Menschen günstig zu stimmen. Gott soll auch die phantastischen Wünsche des Menschen erfüllen, selbst diejenigen, die weder durch Vernunft noch Natur gerechtfertigt werden können. Dies zeigt das Beispiel des Unsterblichkeitsglaubens. Wir haben nicht den geringsten Anlaß, an ein Weiterleben nach dem Tode zu glauben. Unsere Liebe zum Leben läßt uns den Tod aber als Absurdität erscheinen. «In unserer Sünden Maienblüte», wie Hamlet sagt, sollen wir herausgerissen werden aus dieser Welt, deren Frühlinge noch unser warten, abgetrennt werden von einem Leben, das uns selbst unter den härtesten Bedingungen noch teuer ist.

Das Wunschdenken der Religion tröstet sich hier mit der Annahme einer Unsterblichkeit, ein kostspieliger Trost allerdings, da hierdurch dem wirklichen Leben der Charakter der Einmaligkeit und Unwiederbringlichkeit genommen wird. Die Verlagerung des Schwerpunktes aus diesem Leben in ein jenseitiges und hinterweltliches ist ein Zeichen der Schwäche, da die Illusion dem Diesseits entfremdet. Die Vernunft erkennt im Tode ein natürliches Faktum; Unsterblichkeit gibt es nur durch die Zeugung, die den Lebenskeim weiterleitet, und durch die kulturbegründende Tat, die den schöpferischen Menschen im Gedächtnis der Nachtwelt lebendig erhält. Das Grab, das nach Feuerbach die «Geburtsstätte der Götter» war, soll den Menschen nicht ängstigen, denn es ist möglich, sich mit dem Tod, diesem «heiligsten Einfall der Erde» (Rilke), abzufinden.

Alles, was der Mensch vergöttert, ist ihm Gott: am Anfang der Religionsgeschichte steht die Vergötterung der Tiere, der Dämonenglaube und die Magie. Auch der Tierkultus unterstellt sich der menschlichen Selbsterhaltung; gewöhnlich werden diejenigen Tiere verehrt, die nützlich und unentbehrlich sind, und denen der Mensch deshalb göttliche Eigenschaften zuschreibt. Neben den Tiergottheiten schafft die mythenbildende Phantasie ein Stufenreich von bösen und guten Dämonen, welche sich bei genauerer Betrachtung als personifizierte Naturkräfte erweisen.

Für den primitiven Menschen «spukt» es ständig; alles, was um ihn geschieht, muß «jemand» veranlaßt haben. Daß die Naturereignisse aus sich selbst heraus erfolgen, und daß die Welt als Ganzes durch sich selbst in Gang gehalten wird, ist erst eine späte Erkenntnis der wissenschaftlichen Weltanschauung. Zunächst glaubt der Mensch, daß alles Natürliche «auf übernatürliche Weise» vor sich geht; diese magische Bewußtseinsform ist das Fundament der Religion und macht erst Formen und Ausdruck der Religiosität verständlich.

Das Verlangen des religiösen Menschen ist es, sich seine Gottheit geneigt zu machen; indem er sich dabei selbst verneint und erniedrigt, hofft er letztlich auf Erhöhung seiner selbst, durch den Gott, dem er sein Bestes und Größtes aufopfert. Die Geschichte der Religionen ist voll von schaudererweckenden Opfern, mit denen sich der Mensch die Geburt seines Gottes zu erkaufen glaubte. Im Altertum sind den Göttern maßlose Tier- und auch Menschenopfer dargebracht worden; Hinduismus, Buddhismus und Christentum haben die Selbstverleugnung des Menschen aufs äußerste gesteigert: Weltflucht, Buße, Kasteiung, Selbstentmannung, ja sogar religiöser Selbstmord: dies alles geschah «zur größeren Ehre Gottes».


Um sich das Himmelreich und die ewige Seligkeit zu erringen, haben die Menschen der Lebensfreude abgesagt; ihre «heiligen Bücher» wurden stets zum Hemmschuh von Forschung und Fortschritt; ihr Glaube, selbst derjenige der «Nächstenliebe», war ein Instrument der Unterdrückung des Menschen durch den Menschen, ein schwelendes Feuer der Feindseligkeit, des Fanatismus und der Intoleranz; ihr allmächtiger und allgütiger Gott aber hat alle Greuel zugelassen, die in seinem Namen begangen wurden.


Allmacht, Güte, Weisheit und Vorsehung: diese Eigenschaften Gottes müssen nach Feuerbach auf die Natur (Allmacht) und auf den Menschen zurückgeführt werden. Das Ideal des Menschen ist es, das sich in seinen Göttern verkörpert. Was der Mensch in der Frühzeit der Kultur ahnend als Wert empfand, hat er seinem Gotte zugeschrieben. 

Der zivilisatorische und kulturelle Aufstieg jedoch hat den Menschen in den Besitz jener Wesenszüge gebracht, die er zunächst in seiner Ohnmacht aus sich herausprojizierte. Technik und Wissenschaft haben dem Menschen zur realen Herrschaft über die Natur verholfen: er bedarf nunmehr keiner Gebete und Opfer, um sich vor Naturkatastrophen und Krankheiten zu schützen. Das Verständnis der Naturzusammenhänge hat die Welt vertraut gemacht. Anstelle der Furcht ist die Erkenntnis getreten. Die Politik hat nun die Aufgabe, die Menschenwelt zu ordnen und sie der Idee der Gerechtigkeit anzugleichen. Dies wird jedoch nur möglich sein, wenn die religiöse Illusion aus der Welt geschwunden ist, und sich der Mensch als Herr seines Schicksals erkennt. Der Mensch ist frei und der Himmel über ihm ist leer.

Das Wesen des Christentums 

Das Wesen des Christentums sieht Feuerbach nicht anders als das Wesen der Religion überhaupt. Die Christen haben «Gott als Geist» erdacht, als Anti- und Übernatur, weil sie selbst über die Natur hinausstrebten und «reiner Geist» werden wollten; das Christentum bringt einen weltflüchtigen, am Leben leidenden Typus Mensch zur Herrschaft; es ist — wie Nietzsche später sagen wird — eine Form der Dekadenz.

Das Christentum ist, wie die anderen Religionen auch, ein pathologisches Problem, eine Krankheitserscheinung innerhalb der menschlichen Entwicklung, ein Stadium auf dem Wege des Menschen zur wahren Erkenntnis seiner selbst. Schon vor Feuerbach hatte die philologische Kritik der Glaubhaftigkeit des Bibeltextes stark zugesetzt; das 1835 erschienene «Leben Jesu» von David Friedrich Strauß hatte dem Kirchenglauben durch die historisch-philosophische Methode den Boden entzogen, indem es den mythischen Charakter des Neuen Testamentes aufzeigte und auch den Stifter des Christentums auf menschliche Dimensionen reduzierte.

Hatte Strauß den irrealen Charakter und die Legendenhaftigkeit der christlichen Lehre nachgewiesen, so bemühte sich Feuerbach seinerseits, die psychologische Motivation dieser Legendenbildung darzustellen. Sein «Wesen des Christentums», wohl das bedeutendste seiner Werke, rechnet in psychologischer Hinsicht mit den christlichen Dogmen und Glaubensvorstellungen ab, indem es Glaube und Wissenschaft konfrontiert, um nach der Feststellung ihres Widerspruches den Sinn der im gläubigen Gemüt entstandenen illusionären Bilder aufzuhellen. «Das unendliche Wesen ist nichts als die personifizierte Unendlichkeit des Menschen, Gott nichts als die personifizierte, als ein Wesen vorgestellte Gottheit oder Göttlichkeit des Menschen».


Christentum, wie Religion überhaupt, ist ein bloßer Traum des Menschen in einer unverstandenen Welt, ist mythenbildende Phantasie, wahrhaftes Vorstellungsgebilde eines am Dasein leidenden Menschentypus. Weltflucht und Selbstentfremdung, durch das Christentum in der Welt verbreitet, haben den Entwicklungsgang der Kultur behindert. Der Mensch wird erst dann zum Menschen, wenn er seine Liebe zu Gott umwandelt in eine zur Welt und zu den Mitmenschen.


Indem er das Menschliche als seinen einzigen und wahren Gott anerkennt, tritt in ihm anstelle der Religion die Bildung, anstelle des Gebetes die Arbeit, anstelle Gottes der Mitmensch, das Du, und anstelle der Gottesverehrung die Hingabe an Menschheit und Menschheitskultur. Der Mensch gibt die Religion auf und wird Politiker; denn er fühlt sich nunmehr voll und ganz verantwortlich für sich und seine Mitmenschen; seine Leidenschaft, die sich vom Überirdischen weg der Erde und dem Mitmenschen zuwendet, ist das Pathos der Freiheit, einer Freiheit, die schon auf Erden verwirklicht werden soll, und nicht erst in einem imaginären Himmel, in welchem der Unterdrückte und Entrechtete — wie man ihm zu sagen pflegt — für seine Leiden entschädigt werden soll.

Anläßlich seiner Heidelberger Vorlesungen sagte Feuerbach (und damit sprach er auch den tieferen Sinn seiner Philosophie und ihr bleibendes Vermächtnis aus):

«Der Zweck meiner Schriften, wie auch meiner Vorlesungen, ist: Die Menschen aus Theologen zu Anthropologen, aus Theophilen zu Philanthropen, aus Kandidaten des Jenseits zu Studenten des Diesseits, aus religiösen und politischen Kammerdienern der himmlischen und irdischen Monarchie und Aristokratie zu freien, selbstbewußten Bürgern der Erde zu machen.» 

Quelle: Autor: Friedrich Liebling, alias Polybios, erschienen in Zeitschrift: "Befreiung", Band (Jahr): 1 (1953) Heft 5



Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acym&ctrl=fronturl&task=click&urlid=265&userid=3998&mailid=2838


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

29.08.2025

Deutsche Truppen in die Ukraine? Ein No-go!

lostineu.eu, 29. August 2025

Die Debatte über mögliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine treibt merkwürdige Blüten. Während Washington, London und Paris abwinken, diskutiert Berlin über deutsche Truppen und Nahkampf gegen die Russen.

Seit Monaten diskutiert die von Paris und London geführte “Koalition der Willigen” über mögliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine.

Das Ergebnis: Niemand will “boots on the ground”. Präsident Macron sprach zuletzt nur noch von “Rückversicherungstruppen” tief im Hinterland – oder in Nachbarländern der Ukraine.

US-Präsident Trump will allenfalls Unterstützung aus der Luft leisten – und selbst diese (neue) Zusage ist äußerst vage.

“Germans to the front”

Das hindert Kanzler Merz und die gefolgsamen Deutschen freilich nicht daran, über “Beistandsverpflichtungen wie in der Nato” und “deutsche Truppen an der Front” zu schwadronieren.

Bei TV-Talkmaster Lanz steht jeder am Pranger, der nicht sofort “Hurra” schreit. Und “Experten” wie F.-S. Gady dürfen in der einstmal liberalen “Zeit” fordern: “Wir müssen gewillt sein, im Ernstfall den Nahkampf zu führen”.

Geht’s noch? Früher war diese Art der Kriegsbegeisterung eindeutig rechtsradikal verortet. Früher haben liberale Medien die Worte des Kanzlers noch kritisch hinterfragt, und nicht einfach gedankenlos nachgeplappert.

Russland will mitreden

Heute wird nicht einmal der Kontext richtig erklärt. Dazu gehört, dass auch Russland bei möglichen Sicherheitsgarantien mitreden will. Deutsche Truppen in der Ukraine sind für Moskau ein klares “No Go”.

Die Ukraine wiederum will erst dann mit Moskau über Frieden verhandeln, wenn es zureichende Garantien bekommen hat. So beißt sich die Katze in den Schwanz – denn ohne Verhandlungen auch kein Frieden.

Das Ziel einer Friedenslösung sollte es aber sein, den Konflikt um die Ukraine ein für allemal beizulegen – und nicht nur für ein paar Monate still zu stellen. Wer jetzt schon von “Nahkampf” phantasiert, glaubt nicht an den Erfolg…

‹ Polen stellt EU-Beitritt der Ukraine infrage

7 Comments

  1. Helmut Höft
    29. August 2025 @ 09:33

    Wie schon an anderer Stelle kommentiert, der feuchte Traum von Wladimir Wladimirowitsch: Die Ukraine nicht in die NATO, die NATO in die Ukraine, am besten direkt auf’n Roten Platz, für die Sischerheid. Dann können auch die Russen ruhig und sicher schlafen, denn die NATO (USA) passt auf … Und natürlich die Tschörmens to the font.

    Null Chance für solche Hirngespinste ausschließlich aus unserer Sicht, das Kernproblem; wann wird diesseits mal ernsthaft russisches Interesse zur Kenntnis genommen und vllt. sogar ergebnisoffen diskutiert? In den Medien wird in Dauerschleife diskutiert – Wehrpflicht, Rüstung, “Sicherheit”, 2029 (man weiß ja: um fünfuhrfünfundvierzig), Kriegstüchtigkeit … – Carlo Masala meinte bei Lanz, dass eine deutsche Brigade schon dazu gehören sollte … (Revanche für Stalingrad?).

    Wann stationieren “wir” endlich eine Trägergruppe (https://de.wikipedia.org/wiki/Flugzeugtr%C3%A4gerkampfgruppe) auf dem Kaspischen Meer? Dann können wir auch gleich noch dem Iran Demokratie bringen!

    Volksmund: “Die Mutter der Dummheit ist immer schwanger!”

Antworten

  • european
    29. August 2025 @ 10:03

    @ Helmut: Die NATO als Schutztruppe fuer die Russen?

    Dass uns dieses Verkaufsargument nicht schon frueher eingefallen ist… ????

    So ein schoenes Land, dieses Russland. Waere doch echt schade, wenn etwas drankaeme. ????

    Antworten

  • hg
    29. August 2025 @ 09:11

    Die geopolitischen Interessen der USA werden wohl den Ausschlag geben, so, wie einst die BW gemäß dem GG nur zur Verteidigung der BRD im Inland zum Einsatz kommen sollte, was längst Geschichte ist.
    Zudem gehört dazu 100%Igel Souveränität;-)

    Antworten

  • Titi
    29. August 2025 @ 08:35

    Es wird gemunkelt, dass Großbritannien und Frankreich finanziell vor dem Bankrott stehen. Auch Deutschland könnte demnächst ernsthafte Probleme aufgrund der Staatsschulden bekommen. Wenn man da noch glaubt, dass man ausreichend Geld für jegliche (abenteuerliche) Militärintervention haben kann.

    Antworten

  • Michael
    29. August 2025 @ 08:33

    Auch auf die Gefahr hin dass ich mich zum x-Male wiederhole:
    Russland „will“ nicht mitreden, sondern Russland und die USA werden die zukünftige sog. Sicherheitsarchitektur Europas maßgeblich entscheiden! Was die Ukraine anbetrifft wird dann quasi automatisch Teil dieser neuen Architektur sein und ist ansonsten von sekundärer Bedeutung!
    Und apropos „ boots on the ground“: der nicht sehr intelligent Herr Macron meint es sei eine „strategy of ambiguity” (obwohl es bestenfalls eine plumpe Taktik ist) die einen Gegner über die wahren Absichten der jeweils anderen Partei im Unklaren lassen soll!

    Antworten

  • european
    29. August 2025 @ 07:59

    Ich bin gespannt, wie lange Merz noch mit seinen Ablenkungsmanövern durchkommt. In Deutschland brennt die Hütte, aber dafür hat er keine Lösungen anzubieten, außer dass die Rentner zuwenig arbeiten, wir uns DEN Sozialstaat nicht mehr leisten könne, gefolgt von der Frage, warum wir so viele Aufstocker haben.

    Das war das deutsche „Erfolgsmodell“ basierend auf Ein-Euro-Jobs, dem gefeierten größten Niedriglohnsektor in Europa. Die Löhne wurden auf den Staat übertragen, um die Arbeitgeber zu „entlasten“. Es war nur eine Frage der Zeit, bis das vergessen wird und natürlich die Bürger an dieser Misere schuld sind. Ebenso wie sich das Lohnabstandsgebot irgendwann nicht mehr aufrechterhalten lässt, wenn man konsequent die Löhne nicht erhöht, wir es aber mit ziemlichen Preissteigerungsraten zu tun haben.

    Wie geht zusammen, dass die Deutschland ca. 250000 ukrainische Männer im wehrfähigen Alter als Kriegsflüchtlinge schützt und gleichzeitig laut darüber nachdenkt, die erwachsenen Kinder deutscher Familien in die Ukraine zu schicken. Zu „Schutzzwecken“, versteht sich. Auch dieses unsägliche Kriegsgebrüll passt in die gleiche Kategorie. Laut Kujat verstößt die Regierung seit dem Einsatz in Afghanistan 2011 permanent gegen unser Grundgesetz. Die BW ist lt. GG eine reine Verteidigungsarmee, die im Ausland nichts zu suchen hat, was immer auch ein evtl. Bündnis dazu sagen sollte.

    Deutschland bekommt im Schnitt 1.35 Kinder pro Frau, Tendenz weiter sinkend. Wie oft will man das statistisch einzige Kind einer Familie in Kriege schicken, die nicht einmal unsere Kriege sind? Davon will er die größte konventionelle Armee Europas machen? Ernsthaft? Wozu? Was ist denn der Plan?

    Rheinmetall hat gerade eine neue Munitionsfabrik eröffnet. Der größte Aktionär von Rheinmetall ist BlackRock und im Bundeskanzleramt sitzt ein BlackRock-Lobbyist. Es geht nur um Geld und man braucht Feindbilder, damit die Bevölkerung dieses Kriegsgebaren duldet. Es braucht einen Aufstand der Eltern, insbesondere der Väter, die sich dem entgegenstemmen. Diese Regierung handelt nicht in unserem Namen!

    Antworten

  • Guido B.
    29. August 2025 @ 07:11

    Das Mantra des Westens ist seit 100 Jahren: Keine Zugeständnisse an Russland! Russland ist das Reich des Bösen!

    Der Westen kann ohne das Feindbild Russland nicht leben. Darum unternimmt er nichts, um Frieden mit Russland zu schliessen, und alles, um den Krieg gegen Russland fortzusetzen.

    Ich glaube, die deutschen Eliten brennen darauf, Russland „niederzuringen“. Sie sind im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten bereit, jedes Opfer dafür zu bringen – bis zum eigenen Untergang.

    Wir müssen aufhören, das Geschwätz über „Frieden“, „Friedensverhandlungen“ und „Friedensordnung“ ernstzunehmen. Der Westen hat diesen Krieg provoziert und will ihn bis zum Endsieg führen. Die ukrainische und deutsche Kriegsbegeisterung und Siegeuphorie, genährt von einem unheilbaren Russenhass, sind die entscheidenden Treiber der Eskalation.

    Antworten

  • Was sagen Sie dazu?


    Info: https://lostineu.eu/deutsche-truppen-in-die-ukraine-ein-no-go/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    Polen stellt EU-Beitritt der Ukraine infrage


    lostineu.eu, vom 28. August 2025

    Die EU steht wie ein Mann hinter der Ukraine – diesen Eindruck wollten Merz & Co. bei der Trump-Show im Weißen Haus vermitteln. Doch das stimmt nicht. Sogar der EU-Beitritt wackelt.

    Nicht nur Ungarn und die Slowakei sind ausgeschert – was auch an ukrainischen Attacken auf die Druschba-Ölpipeline liegt.

    Nun fällt auch Polen aus. Die Regierung in Warschau streitet nicht nur um Sozialhilfe für die ukrainischen Flüchtlinge – Präsident Nawrocki hat ihre Verlängerung blockiert. 

    Polen hat auch die kriegswichtige Starlink-Finanzierung gestoppt – und die Unterstützung für einen schnellen EU-Beitritt entzogen.

    Der Grund ist die Verherrlichung des ukrainischen Kriegsverbrechers Bandera und Streit über die Wolhynien-Massaker. 

    “Ukraine has no chance of joining EU until Volyn massacre issue is resolved”sagte Vizepremier Kosiniak-Kamysz. 

    Daraufhin kamen wilde Drohungen aus Kiew. Denn der EU-Beitritt ist ein strategisches Ziel für Präsident Selenskyj und seine Regierung.

    Auch Brüssel treibt ihn mit voller Kraft voran. Doch ohne Polen und gegen Ungarn und die Slowakei geht gar nichts…

    ‹ VdL besucht “Frontstaaten” – Kallas fordert mehr Angriffe auf Russland › Deutsche Truppen in die Ukraine? Ein No-go!

    6 Comments

    1. Helmut Höft
      29. August 2025 @ 09:13

      Die Regierung in Warschau streitet nicht nur um Sozialhilfe für die ukrainischen Flüchtlinge – Präsident Nawrocki hat ihre Verlängerung blockiert. Ach, Wolhynien, das gibt’s doch gar nicht mehr, die OUN und Stepan Bandera auch nicht (außer den Banderisten) – aber zurück ins Sudetenland, nach Judäa und Samaria, der Ostafrikanische Graben gehört uns, wir waren auch schon da! Nieder mit den Flüchtlingen! (Sarkasmus off)

      Vorwärts via Rückspiegel? m(

    Antworten

  • Bogie
    28. August 2025 @ 22:08

    Vielleicht begreifen manche Politiker in den EU-Staaten (natürlich nicht die Kommission oder Deutschland) so langsam, was für einen Staat man sich damit in die EU holen würde:
    Ärmer als jeder andere Staat (jeweils innerhalb der EU).
    Korrupter als jeder andere Staat.
    Gewaltbereiter (auch gegen EU-Mitgliedsstaaten) als jeder andere Staat.
    Hochgerüsteter als jeder andere Staat.
    Rechtsgerichteter als jeder andere Staat.
    Und last but not least demokratieferner als jeder andere Staat.
    Das kann man doch nicht wirklich wollen auch nicht wenn man Russland abgrundtief hasst.

    Antworten

  • KK
    28. August 2025 @ 21:54

    “Daraufhin kamen wilde Drohungen aus Kiew.”

    Ja, das zeigt das wahre Gesicht dieser Ukronazis! Wer die in die EU holt, kann sich auch eine Giftschlange ins Bett holen…

    Antworten

  • Michael
    28. August 2025 @ 20:24

    Ich will hoffen dass Ungarn, die Slowakei und jetzt Polen nicht umfallen bzw. sich in letzter Minute kaufen lassen! Brüssel schreckt vor keinen Mitteln zurück! Nicht nur Rumänien und Moldawien sind Beispiele hierfür! Die Ukraine wäre zumindest für die nächsten 10-15 Jahre eine Belastung die die EU nicht verkraften würde! Dabei sollten Selenskyj‘s Ambitionen überhaupt keine Rolle spielen!

    Antworten

  • Guido B.
    28. August 2025 @ 17:31

    Der grösste EU-Nettoempfänger 2024 war Polen. Polen merkt langsam, dass die Ukraine alle Milliarden absaugen würde, wenn sie der EU beitreten würde. Schlecht für Polen. Es geht hier um einen Wettbewerb zwischen Steuergeld-Profiteuren. Geld ist halt doch wichtiger als Solidarität mit “Freiheitskämpfern”. Das Fressen kommt halt immer vor der Moral.

    Antworten

  • Erneuerung
    28. August 2025 @ 16:55

    Manchmal bricht ein seeuntüchtig gewordenes Schiff an unerwarteter Stelle, besonders dann, wenn die Brücke meint, alles im Griff zu haben und in ihrem Rausch die Schwachstellen ignoriert. Da hilft auch die Kapelle nicht mehr.

    Antworten

  • Was sagen Sie dazu?


    Info: https://lostineu.eu/polen-stellt-eu-beitritt-der-ukraine-infrage/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    VdL besucht “Frontstaaten” – Kallas fordert mehr Angriffe auf Russland


    lostineu.eu, vom 28. August 2025

    Die Militarisierung der EU erreicht eine neue Stufe. Von der Leyen kündigt einen Besuch der “Frontstaaten” an. Die Außenbeauftragte fordert mehr Angriffe auf Russland – auch auf Flughäfen.

    Kallas äußerte sich vor einem informellen Treffen der EU-Außenminister am Freitag in Kopenhagen. „Wir müssen erreichen, dass Putin die Luft ausgeht“, erklärte sie in einem Interview mit der “Welt”.

    “Die Ukraine hat gemäß dem Völkerrecht das Recht, legitime militärische Ziele in Russland anzugreifen, um sich zu verteidigen”, fügte sie hinzu. “Militärische Flugplätze und Munitionsdepots auch hunderte Kilometer hinter der Front auf russischem Gebiet sind legitime Ziele.

    Damit gibt Kallas “Feuer frei” für die Ukraine – mit dem von US-Präsident Trump angestoßenen Friedensprozess hat sie offenbar nichts am Hut. Das hatte sich allerdings schon lange abgezeichnet. Zuletzt hat sie sich über Trump mokiert – er sei in Putins “Falle” gegangen.

    Neu ist, dass die EU von “europäischen Frontstaaten” (EU’s frontline states) spricht und beginnt, militärische Einrichtungen an der Grenze zu Russland zu inspizieren. Das hat Kommissionspräsidentin von der Leyen angekündigt. Zitat aus der Pressemitteilung:

    Her visit will underscore the EU’s support for Member States facing the challenges of sharing borders with Russia or Belarus. She will also discuss Europe’s security and defence with government leaders and military officials

    Dafür ist die EU-Kommission allerdings nicht zuständig. Die Verteidigung ist Sache der Mitgliedstaaten und der Nato. Es gibt keine europäische Armee und auch kein Militärkommando – schon gar nicht in der Kommission!

    Die Reise ist auch keine Reaktion auf den jüngsten Angriff Russlands auf Kiew, bei dem auch das EU-Büro beschädigt wurde. Ein Besuch von sieben “Frontstaaten” wird nicht in wenigen Stunden improvisiert…

    P.S. Nach dem Einschlag von russischen Raketen in unmittelbarer Nähe der EU-Vertretung in Kiew hat von der Leyen neue Sanktionsvorschläge gegen Russland angekündigt. „Wir werden in Kürze unser 19. Paket mit harten Sanktionen vorlegen“, sagte sie. – Same procedure as every year…

    ‹ “Die Illusion ist geplatzt”: Draghi rechnet mit von der Leyen ab › Polen stellt EU-Beitritt der Ukraine infrage

    7 Comments

    1. hg
      29. August 2025 @ 09:14

      “Wo soll das denn hinführen”, bemerkte einst Frau M auf einer MSK!?

    Antworten

  • european
    29. August 2025 @ 08:56

    Je mehr man Russland auf seiner “Agenda” hält, umso weniger muss man sich zum Genozid in Gaza äußern. Michael Lüders hat einen neuen Podcast dazu hochgeladen. Die Fakten sind entsetzlich und was dort geschieht, erinnert an die allerdunkelsten Zeiten Deutschlands. Man hat keine Worte dafür, um das Ausmaß zu beschreiben. Aber dazu sagen unsere Granden nichts. Seht nur nach Russland, seht nicht nach Gaza.

    https://youtu.be/vd6QXtBjyXY

    Antworten

  • Helmut Höft
    29. August 2025 @ 08:44

    Russland beeinflusst, manipuliert, führt geheime Operationen und Saiberkriege …
    Gottseidank tut das der Wertewesten® nicht. Wir lassen nur unsere “Führer”– unsere Besten – Karotten vorzeigen, von Demokrazie und Freyheid schwärmen (nach Hynkel ist das eigentlich Stonk!) … (unsere geheime Begleitmusik bleibt selbstverständlich geheim, “wir tun sowas nicht, gell!”)

    Erklär’ mir doch einer den Unterschied, bitte.

    Antworten

  • Michael
    28. August 2025 @ 20:29

    Die Kallas wird zusehends zu eine untragbaren Furie auch weil sie seinerzeit in Washington nicht empfangen wurde! Man hatte wichtigeres zu tun als sich mit einer pathologischen Russlandhasserin abzugeben! Gut so!

    Antworten

  • KK
    28. August 2025 @ 15:23

    Es stellt sich die Frage, inwiefern die EU-Vertretung in Kiew nicht als Treffpunkt von ukrainischem und NAhTOd-Militär genutzt wird – dann wäre sie m.E. sogar ein legitimes militärisches Ziel… insbesondere, wo Aussenministerin Baerbock schon auf einem EU-Aussenministertreffen 2023 en passant Russland den Krieg erklärt hatte („Denn wir kämpfen einen Krieg gegen Russland…“) und Kallas von „Frontstaaten“ spricht…

    Antworten

  • Guido B.
    28. August 2025 @ 13:17

    Langsam habe ich den Verdacht, dass Putin die Ukraine so lange zappeln lässt, weil er sich in der EU/NATO-Muppet-Show köstlich amüsiert. Wer will sich diese putzige Unterhaltung schon vorzeitig entgehen lassen? Sie wird von Tag zu Tag besser.

    Antworten

  • european
    28. August 2025 @ 13:04

    Wer im Inland nichts zuwege bringt, lenkt den Blick auf die Aktivitaeten im Ausland.

    Macht Merz auch so.

    Und das Parlament schweigt dazu. Es ist unfassbar

    Antworten

  • Was sagen Sie dazu?

    Info: https://lostineu.eu/vdl-besucht-frontstaaten-kallas-fordert-mehr-angriffe-auf-russland/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    29.08.2025

    Nachrichten von Pressenza: Kann der Treuhandrat der Vereinten Nationen einen wichtigen Beitrag zur Lösung des Nahostkonflikts leisten?

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 29. August 2025, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 29.08.2025


    Kann der Treuhandrat der Vereinten Nationen einen wichtigen Beitrag zur Lösung des Nahostkonflikts leisten?


    Viele Menschen empfinden Verzweiflung und Wut darüber, dass der Völkermord an den Palästinensern nicht gestoppt wird. Wie können die Vereinigten Staaten, Deutschland und andere Länder damit fortfahren, Israel finanziell und militärisch zu unterstützen, trotz klarer Entscheidungen in den höchsten Gremien&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/08/kann-der-treuhandrat-der-vereinten-nationen-einen-wichtigen-beitrag-zur-loesung-des-nahostkonflikts-leisten/


     -----------------------


    Wo keimt Hoffnung im Land zwischen Fluss und Meer? Teil 1


    „Die Zukunft manifestiert sich niemals zuerst im Zentrum. Sie manifestiert sich zuerst am Rande“ – Otto Scharmer Gibt der Streik und die Demonstration am 17. August in Israel ein Zeichen der Hoffnung auf eine Veränderung im Bewusstsein der israelischen Gesellschaft?&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/08/wo-keimt-hoffnung-im-land-zwischen-fluss-und-meer-teil-1/


     -----------------------


    Der Aufbruch von Monika Szladik


    Als ich zum ersten Mal von ihr hörte, war es durch unseren gemeinsamen Freund Balázs, ebenfalls aus Ungarn, der uns bat, ihn und Monika in Santiago aufzunehmen. Sie kamen aus Budapest mit dem festen Vorsatz, in die Hochanden aufzubrechen und&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/08/der-aufbruch-von-monika-szladik/


     -----------------------


    E-ID: Datenschützer wurden ignoriert


    Trotz vieler Stärken: In wichtigen Punkten setzt die E-ID nicht konsequent auf Datenschutz. Dafür soll sie die Schweiz verwandeln. Pascal Sigg für die Onlinezeitung INFOsperber Diesmal soll es klappen: Auch ehemalige Gegner wollen den elektronischen Identitätsausweis, über den die Schweiz&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/08/e-id-datenschuetzer-wurden-ignoriert/


     -----------------------


    Rüstungskooperation um jeden Preis


    Deutschland setzt seine Rüstungskooperation mit Israel ungeachtet wachsender nationaler und internationaler Proteste gegen die israelische Kriegsführung sowie trotz der mutwillig herbeigeführte Hungersnot in Gaza fort. Ungeachtet jüngster Berichte über die exzessiv hohe Zahl an zivilen Todesopfern im Gazakrieg und trotz&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/08/ruestungskooperation-um-jeden-preis/


     -----------------------


    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    28.08.2025

    Heiliges Jahr im Vatikan: Inklusive Veranstaltungen von LGBTQ-Gruppen

    freedert.online, 29 Aug. 2025 18:40 Uhr

    Über 1.000 Vertreter der LGBTQ-Gemeinschaft werden nächste Woche zu Veranstaltungen zum Heiligen Jahr der römisch-katholischen Kirche in Rom erwartet. Der Vizepräsident der italienischen Bischofskonferenz sagte, die Einbeziehung von LGBTQ-Gruppen spiegele die Mission der Kirche wider.


    Quelle: Gettyimages.ru © Antoine Mekary/Godong/Universal 



    Images Group via Getty Images


    Symbolbild: Kinder halten eine Regenbogenfahne hoch, während Papst Franziskus vom Fenster des Apostolischen Palastes mit Blick auf den Petersplatz zur Menge spricht. (Vatikan, 27. März 2022)


    Der Vatikan wird im Rahmen des römisch-katholischen Jubiläums 2025 eine Reihe von Veranstaltungen ausrichten, die von der LGBTQ-Gemeinschaft organisiert werden. Nach Angaben der Organisatoren werden nächste Woche rund 1.000 Teilnehmer an einer Pilgerreise nach Rom teilnehmen.




    MitGlied oder nicht – Zwei Meldungen belegen die bizarren Zeiten in Deutschland




    Meinung

    MitGlied oder nicht – Zwei Meldungen belegen die bizarren Zeiten in Deutschland






    In der katholisch-christlichen Tradition wird das Jubiläum, auch bekannt als Heiliges Jahr, alle 25 Jahre vom Papst als Zeit der spirituellen Erneuerung ausgerufen. Das aktuelle Heilige Jahr dauert vom 24. Dezember 2024 bis zum 6. Januar 2026.

    Die italienische Pro-LGBTQ-Gruppe La Tenda di Gionata ("Jonathans Zelt") hat im Rahmen der Feierlichkeiten eine Pilgerreise geplant. Der Vertreter der Gruppe Alessandro Previti teilte Outreach.Faith am Mittwoch mit, dass Pilger aus rund 30 Ländern zu der dreitägigen Veranstaltung erwartet werden. Sie beginnt am 5. September mit einer mehrsprachigen Gebetswache in der Nähe der Kirche Jesus in Rom, gefolgt von einer Messe und einer Prozession durch die Heilige Pforte der Petersbasilika. Die Pilgerreise endet am 7. September mit dem Angelusgebet unter der Leitung von Papst Leo XIV. auf dem Petersplatz.

    Bischof Francesco Savino, Vizepräsident der italienischen Bischofskonferenz, der sich bereit erklärt hatte, die Messe der Gruppe zu leiten, sagte kürzlich in einem Interview, dass ihre Einbeziehung die Mission der Kirche widerspiegele, alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft oder ihren Lebensentscheidungen willkommen zu heißen.

    "Inklusive Gastfreundschaft ist eine Haltung des Herzens und des Blicks. Sie ist der Atem des Evangeliums", erklärte Savino.


    "Pride Month" und CSD – Indoktrinierung seitens Politik, Medien und Pädagogik





    Meinung

    "Pride Month" und CSD – Indoktrinierung seitens Politik, Medien und Pädagogik





    Der Vatikan hatte die Pilgerreise bereits im Dezember 2024 in seinen offiziellen Jubiläumskalender aufgenommen, als er noch vom verstorbenen Papst Franziskus geleitet worden war. Franziskus gilt als Vorreiter einer inklusiveren Ausrichtung der katholischen Kirche. Unter seiner Führung durften Priester gleichgeschlechtliche Paare segnen und schwule Männer zum Priestertum zulassen. Ein Beamter des Vatikans erklärte jedoch Reuters, dass die Aufnahme der LGBTQ-Gruppe in den Jubiläumskalender nicht bedeute, dass die Kirche die Aktivitäten der Gruppe unterstütze oder befürworte.

    Der Nachfolger von Papst Franziskus, Leo XIV., hat sich skeptisch gegenüber LGBTQ-Reformen in der Kirche geäußert und bekräftigt, dass die Ehe "zwischen einem Mann und einer Frau" geschlossen wird. Allerdings hat er bislang die frühere Anweisung von Franziskus beibehalten, die Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare erlaubt.


    Mehr zum Thema"Solidarität mit queeren Soldaten" – Bunter Fahnenappell sorgt für Missstimmung im Regierungsviertel


    Screenshot_2025_08_29_at_23_16_48_Heiliges_Jahr_im_Vatikan_Inklusive_Veranstaltungen_von_LGBTQ_Gruppen_RT_DE

    Video https://rumble.com/v6x9iny-orbn-wer-sich-in-deutschland-fr-die-traditionelle-familie-ausspricht-verlie.html Dauer 0:58 Min.


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/europa/254622-heiliges-jahr-im-vatikan-inklusive-veranstaltungen-von-lgbtq-gruppen/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    28.08.2025

    Bericht: Säuberungen in CIA berauben USA ihrer Verhandlungserfahrung in Ukraine

    freedert.online, 28 Aug. 2025 21:26 Uhr

    Die Entscheidung, CIA-Mitarbeiter zu entlassen, die über umfangreiche Erfahrungen in der Arbeit mit Russland und der Ukraine verfügen, beraubt die US-Regierung der Erfahrung in Verhandlungen über eine friedliche Beilegung des Ukraine-Konflikts, so ehemalige US-Beamte.


    Quelle: Gettyimages.ru © Igor Golovniov/SOPA Images/LightRocket


    Symbolbild


    Die Entlassung von Mitarbeitern der Zentralen US-Nachrichtendienstagentur (CIA), die über langjährige Erfahrung in der Arbeit mit Russland und der Ukraine verfügen, beraubt die US-Regierung potenziell der Erfahrung in diplomatischen Verhandlungen zum Ukraine-Konflikt, berichtete die Washington Post unter Berufung auf ehemalige US-Beamte.

    Diese sind der Ansicht, dass die US-Regierung gezielt ehemalige und amtierende Beamte ins Visier nimmt, die an der Einschätzung aus dem Jahr 2017, es habe eine Einmischung Russlands in die US-Präsidentschaftswahlen 2016 gegeben, beteiligt waren.


    USA wollen Zentrum zur Bekämpfung "russischen Einflusses" deutlich verkleinern





    USA wollen Zentrum zur Bekämpfung "russischen Einflusses" deutlich verkleinern






    Vier Tage nach dem Gipfeltreffen zwischen Russland und den USA in Alaska sei einer CIA-Mitarbeiterin, deren Name in der Zeitung nicht genannt wird, plötzlich mitgeteilt worden, dass ihr Zugang zu geheimen Materialien gesperrt worden sei. Damit sei ihre Karriere im Staatsdienst beendet gewesen. Die Frau habe eine Führungsposition im Bereich der Geheimdienstarbeit mit Bezug zu Russland und Eurasien innegehabt, habe jedoch nicht zu den Hauptautoren des Dokuments über die vermeintliche Einmischung gehört.

    Unter den 37 Personen, denen die Zugangsberechtigungen entzogen worden seien, sollen sich hochrangige US-Geheimdienstmitarbeiter befinden, darunter ein CIA-Offizier, so die Zeitung.

    Wie Tulsi Gabbard, die Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes der USA, erklärt habe, hätten die Mitarbeiter des Dienstes "die Geheimdienstinformationen politisiert oder zu einem Instrument gemacht, um persönliche, voreingenommene oder unobjektive Ziele zu verfolgen".

    Laut den Quellen seien jene, die weiterhin im Geheimdienst arbeiteten, nun weniger bereit, Geheimdienstinformationen weiterzugeben, "die unangenehme Wahrheiten enthalten oder Trumps Ansichten widersprechen".


    FBI durchsucht John Boltons Haus





    FBI durchsucht John Boltons Haus







    Über die Entlassung einer hochrangigen CIA-Analystin, die für Fragen im Zusammenhang mit Russland und weiteren postsowjetischen Ländern zuständig war, berichtete The Economist am 21. August. Die Frau hatte über 20 Jahre für den US-amerikanischen Geheimdienst gearbeitet und wurde am 19. August entlassen.

    Der ehemalige CIA-Direktor William Burns, der dieses Amt unter US-Präsident Joe Biden innehatte, unterstützte die entlassenen Geheimdienstmitarbeiter und bezeichnete solche Maßnahmen als Selbstmord.

    Unter den Entscheidungen der aktuellen Regierung, die sich negativ auf die Position der USA auf der Welt ausgewirkt haben sollen, nannte Burns die Auflösung der US-Behörde für internationale Entwicklung, die 50-prozentige Kürzung des Budgets des Außenministeriums sowie die Entlassung einer ganzen Reihe von Staatsdienern, darunter auch Mitarbeiter der CIA.

    In Trumps Umfeld gibt es keine Russlandexperten, schrieb die Financial Times vor dem Gipfeltreffen in Alaska. Die Zeitung wies darauf hin, dass die Vorverhandlungen von Steve Witkoff, dem Sonderbeauftragten des Präsidenten, geführt wurden, der keine Erfahrung in der Außenpolitik hat, während Karrierediplomaten und Experten von der Arbeit ausgeschlossen wurden.


    Mehr zum Thema - Sollten vernichtet werden: FBI-Direktor entdeckt tausende geheime Dokumente zur "Russland-Affäre"


    Screenshot_2025_08_29_at_23_08_16_Bericht_S_uberungen_in_CIA_berauben_USA_ihrer_Verhandlungserfahrung_in_Ukraine_RT_DE

    Video https://odysee.com/@RTDE:e/US-Wahlkampf-2016--CIA-Bericht-best%C3%A4tigt-nun-keine-russische-Einflussnahme:3?src=embed&t=0.073129 Dauer 4:20 Min.


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/nordamerika/254492-bericht-saeuberungen-im-cia-berauben/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    28.08.2025

    Ungleichheit gebiert Ungeheuer

    freedert.online, 29 Aug. 2025 06:00 Uhr, Von Dagmar Henn

    So gefährlich die aktuellen Kriege sind, sie sind nicht die einzigen Gefahren. Etwas abseits der Aufmerksamkeit lauern noch andere Probleme, die ebenfalls gelöst werden müssen. Und sie lauern in der Tiefe der Gesellschaft und verstärken sich gegenseitig.


    Ungleichheit gebiert UngeheuerQuelle: www.globallookpress.com © Ric Francis


    Ein Mann mit einer Agenda: Bill Gates in Tansania, 10.08.2017


    Wenn jetzt, zum Glück, zumindest der Gedanke wieder im Gespräch ist, den NEW-START-Vertrag zu verlängern, muss man dennoch gleichzeitig an die Themen denken, die es, im Gegensatz zu chemischen und Atomwaffen, nie bis zu jenem Punkt gebracht haben, an dem sie durch Vertragswerke und Überwachungsmechanismen zumindest teilweise eingehegt wurden.

    Wenn man den deutschen Politikern derzeit lauscht, hat man deutlich den Eindruck, dass ihnen die Wahrnehmung für die Gefahr, die atomare Waffen darstellen, völlig abgeht. Sie können die Vorsicht nicht mehr nachvollziehen, die in der Zeit des Kalten Kriegs phasenweise herrschte; sie halten all diese komplexen Vereinbarungen der damaligen Zeit, mit Inspektoren und Vertragswerken, mit Konferenzen wie jener in Helsinki, all die Versuche, Konflikte frühzeitig zu entschärfen, für verzichtbar. Als wäre ihnen der Zustand vor den letzten beiden Weltkriegen, der Moment der entfesselten Gewalt, ein anzustrebendes Ideal.


    Die Pandemie der Milliardäre … und ihre Hofnarren





    Meinung

    Die Pandemie der Milliardäre … und ihre Hofnarren






    Allerdings – die Liste der möglichen Gefahren ist noch deutlich länger, denn mit der Künstlichen Intelligenz und der Gentechnologie sind bereits zwei weitere Varianten hinzugetreten, die jede für sich das Potenzial besitzt, die Menschheit auszulöschen, wenn mit ihnen falsch umgegangen wird oder sie gar als Waffe eingesetzt werden. Um das Auftauchen von Corona gibt es nach wie vor die Hypothese, es entstamme einem US-Labor, und inzwischen wird sie zumindest in den USA auch von offizieller Seite untersucht. Während dieser Virus belegbar bei Weitem nicht so bedrohlich war, wie er dargestellt wurde, ist der Stand der Technologie selbst, ob nun in der Version der Gain-of-Function-Forschung oder schon allein durch die Tatsache, dass genetische Sequenzen mittlerweile wie von einer Schreibmaschine zusammengesetzt werden können, gefährlich genug. Und abgesehen davon, dass zumindest bezogen auf die USA (und durch die ukrainischen Biolabore auch auf Deutschland) belegt ist, dass Staaten in diese Richtung forschen, ist die private Verfügbarkeit der Methoden im Kern noch problematischer.

    Denn bezogen auf Staaten bestehen zumindest Strukturen und Verfahren, wie derartige Gefahren eingedämmt und reguliert werden können. Bezogen auf Biowaffen gibt es sogar längst schon eine Konvention, es fehlt nur die überwachende Struktur, sodass Verstöße bisher ohne Folgen bleiben. Aber bezogen auf Private, auf Konzerne oder auf die Oligarchen, die sich im Bereich neuer Technologien tummeln, gibt es nicht einmal eine entsprechende Gewalt, die sie an die Leine legen könnte, seit dank der letzten Jahrzehnte neoliberaler Politik die staatliche Macht im Verhältnis zu Milliardären und Konzernen deutlich geschwächt wurde.

    Burkina Faso hat gerade ein von Bill Gates betriebenes Experiment mit genveränderten Moskitos abgebrochen und die Brut vernichtet. Eine Handlung, die klar auf Rückgewinnung der Souveränität zielt; aber auch ein Moment, der sichtbar macht, entlang welcher Linien die Auseinandersetzungen um diese technologischen Risiken verlaufen. Die Informationen, die inzwischen, schrittweise, in Bezug auf Corona ans Licht kommen (zuletzt, dass hundert Prozent der getesteten Personen bereits Antikörper im Blut hatten, ehe die Kampagne für eine Impfpflicht anlief), dürften deutlich machen, dass es mit dem Einsatz dieser riskanten Technologien auch hier letztlich um eine Überwältigung staatlicher Strukturen von privaten Interessen ging.


    Selbstbestimmungsgesetz: Die menschenfeindliche Welt der neuen Pronomen





    Meinung

    Selbstbestimmungsgesetz: Die menschenfeindliche Welt der neuen Pronomen





    Das wahrhaft Unheimliche daran ist jedoch, dass sich die Risiken der Technologien mit den Risiken vermählen, die sich aus der sozialen Ungleichheit ergeben. Nie in der Menschheitsgeschichte war die Kluft zwischen Arm und Reich so gigantisch, nie war die ökonomische und damit auch politische Macht einzelner Individuen so groß. Nicht einmal die Tycoons des 19. Jahrhunderts in den USA (die übrigens in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit der Regierung Lincoln mit Deutschland ihren Ursprung hatten) erreichten dieses Ausmaß an Reichtum, ehe die Anti-Trust-Gesetzgebung sie zurechtstutzte.

    Wenn man die Akteure auf den beiden relevanten Feldern, Gentechnologie und KI, betrachtet, ist der Anteil der Oligarchen extrem hoch. Egal, ob Gates oder Thiel oder Musk oder Bezos, die Besitzer von Privatvermögen mit den Volumina ganzer Staatshaushalte spielen auf beiden Feldern zentrale Rollen. Aber auch wenn selbst der Irrsinn eines ganzen Staates nicht ausgeschlossen werden kann (die EU-Institutionen arbeiten täglich am Musterfall), so ist doch der Irrsinn einer einzelnen Person weitaus wahrscheinlicher. Und kaum eine Situation birgt ein höheres Risiko eines Verlusts von Reflexion und Selbstkontrolle als eine derart extrem von der sie umgebenden Gesellschaft abgekoppelte Position. Tatsächlich beginnt der Bereich des Über-dem-Gesetz-Stehens schon weit früher, bei den obersten Erfüllungsgehilfen, siehe EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die noch lange nicht zur Klasse der Superreichen gehört, aber dank treuer Dienste nie zur Rechenschaft gezogen werden wird; im Gegensatz zu gewöhnlichen Bürgern, die bei Bedarf für Nichtigkeiten verfolgt werden.

    So verheißungsvoll es auf den ersten Blick scheinen mag, über dem Gesetz zu stehen ist kein gesunder Zustand. Vielmehr ist es eine soziale Blindheit, denn ehe jene deutlichste Erwiderung der Gesellschaft auf Verstöße schwindet, verstummen alle anderen. Was nicht nur die negative Seite des Gefühls betrifft, sondern auch die positive. Wo keine Strafe mehr möglich ist, ist es auch keine Liebe.


    US-Biolabore – Indonesien legt Karten auf den Tisch






    Analyse

    US-Biolabore – Indonesien legt Karten auf den Tisch





    Was man bedauern oder für einen gerechten Ausgleich halten mag, aber wie sieht es aus, wenn gerade die beiden oben erwähnten Technologien in der Entscheidungsgewalt von Einzelpersonen stehen, die sich zwangsläufig in einer psychischen Ausnahmesituation befinden, die rationale Entscheidungen massiv erschwert? Wenn man abstrakt formulieren will, was die Funktion der Verträge wie des ersten START-Vertrags war, dann war es der Versuch, das langfristige Kollektivinteresse der Menschheit gegen das kurzfristigere der einzelnen Staaten durchzusetzen und Mechanismen zu finden, die die gewollten wie die ungewollten Risiken verringern. Gegenüber diesen übermächtigen Individuen gäbe es nur die Möglichkeit, ihnen die Kontrolle über diese Technologien zu nehmen, selbst wenn man ihre wirtschaftliche Macht nicht brechen könnte.

    Nun gibt es noch einige Rahmenbedingungen, die das Problem weiter verschärfen. Die wichtigste liegt wieder auf der ökonomischen Ebene und wird zum Teil auch durch die Frage KI berührt, aber eben nicht nur. Denn neben der KI, und geradezu mit ihr verwoben, liegt die Entwicklung der Robotik, die perspektivisch eine Menge von Menschen verrichteter Arbeiten überflüssig machen wird, vom Obstpflücken bis zum Hausbau. Die KI wiederum frisst Tätigkeiten von Buchhaltung bis Synchronsprecher, und auch große Teile der in den letzten Jahrzehnten so begehrten IT-Spezialisten fallen ihr zum Opfer (in den Vereinigten Staaten haben Informatiker selbst von den besten Universitäten inzwischen Probleme, eine Stelle zu finden).


    Es geht nicht um Getreide, sondern Macht – doch die Herren der Hungerspiele können alles verlieren




    Meinung

    Es geht nicht um Getreide, sondern Macht – doch die Herren der Hungerspiele können alles verlieren





    Was, wenn man die Menschheitsgeschichte kennt, die Möglichkeit einer Befreiung sein könnte – schließlich verringert sich die Arbeitszeit, die zur Herstellung der Dinge nötig ist, die zum Leben gebraucht werden, von der Nahrung über die Bekleidung bis zur Behausung deutlich. Aber genau das ist der Moment, in dem eine Gesellschaft, in der die Mehrheit ihre Arbeitskraft verkaufen muss, um das Geld zu haben, das zum Erwerb der nötigen Dinge erforderlich ist, an ihre Grenzen gerät. Denn gesetzt den Fall, dieser technologische Schritt, der ansteht, erfüllt auch nur die Prognosen aus den UN-Studien zur Industrie 4.0 (der, wenn man die Debatte dazu verfolgt hat, bereits um mindestens ein Jahrzehnt hinausgezögert wurde), die die Folgen von KI noch gar nicht im Blick hatten, heißt das eine Halbierung der Arbeit in den Kernländern des Westens und in den weniger entwickelten Ländern eine Verringerung auf ein Fünftel. Aber unter kapitalistischen Bedingungen heißt das, die Hälfte oder vier Fünftel der Bevölkerung haben nichts mehr zu essen, nicht, weil es nicht vorhanden wäre, sondern weil sie es nicht bezahlen können.

    Was das Problem noch weiter verschärft, sind diese ungeheuren Vermögen, die Verzinsung verlangen, auch wenn sie zu großen Teilen aus fiktivem Kapital bestehen. Und die Tatsache, dass ebendiese ungeheuren Vermögen in den Händen der oben erwähnten Milliardäre liegen, die außerdem auch noch die Entscheidungsgewalt über die erwähnten Technologien ausüben, die ein atomwaffenähnliches Potenzial besitzen. Eine Kombination, die beispielsweise bei Bill Gates schon allein durch seine erklärte Überzeugung, es gebe zu viele Menschen auf der Erde, und seine unkontrollierten genetischen Experimente, wie jenes in Burkina Faso, ein tiefes Gefühl der Bedrohung auslöst. Zu welchen Handlungen ist jemand imstande, der über dem Gesetz steht?


    C40 und Zwangsveganismus oder wie Milliardäre Städte lenken





    Meinung

    C40 und Zwangsveganismus oder wie Milliardäre Städte lenken





    Nehmen wir den israelischen Verteidigungsminister Israel Katz, der nach einem israelischen Angriff auf den Jemen erklärte: "Heute brachten wir die Plage der Finsternis über die Huthi, und in der Zukunft – gibt es auch die Plage der Erstgeborenen." Israel demonstriert gerade, dass selbst Staaten in Wahnsinn verfallen, wenn sie über dem Gesetz stehen, und genau genommen stellt sich der Minister Katz, dessen Geschäft in den letzten Jahren der Genozid war, an die Stelle Gottes in dieser Bemerkung; abgesehen davon, dass auch Israel zu den Staaten gehört, die Biowaffenforschung betreiben, und diese Aussage im Kern die Drohung mit einer biologischen Waffe ist.

    Die Wurzel ist auch hier die Vorstellung, über jedem Gesetz, über anderen Menschen zu stehen, und das Ergebnis sind eine Entgrenzung und ein Verlust der Menschlichkeit. In diesem Fall ist es die Kombination aus den Jahrzehnten als Besatzungsmacht, gekoppelt mit der bedingungslosen Unterstützung durch die Staaten des Westens, zuletzt noch garniert mit dem düsteren Chiliasmus einer Sekte, die diesen Verlust auslöst. Und gerade das israelische Handeln in den letzten Jahren belegt, auf wie vielfältige Weise alltägliche Technologien feindselig angewendet werden können, man denke nur an den Pager-Angriff im Libanon.

    Letztlich stellt sich also auf sehr vielen Ebenen exakt die gleiche Frage, die einst den Verhandlungen zur Begrenzung der nuklearen Bewaffnung zugrunde lag; wie kann das langfristige kollektive Interesse der Menschheit in dieser Lage gewahrt werden? Eine Frage, die kaum Aufmerksamkeit findet zwischen den aktuellen Kriegen und vor allem dem Propagandageschrei, das sich in den westlichen Medien erhebt. Was zwar erfolgreich ablenkt, aber an der Dringlichkeit der Frage nichts ändert, dass es nicht nur eine Verlängerung des NEW-START-Vertrags bräuchte, sondern außerdem ganz neue Verträge zu ganz neuen Gefahren. Die Voraussetzungen dafür sind jedoch ungünstiger, als sie je waren.


    Mehr zum Thema – Der Irrsinn der "Philantropen" oder warum wir uns Musk nicht leisten können


    Screenshot_2025_08_29_at_23_38_36_Ungleichheit_gebiert_Ungeheuer_RT_DE

    Video  https://odysee.com/@RTDE:e/Kirillow_deckt_Pentagon-Forschung_in_der_Ukraine_auf:0?src=embed&t=1.403378 Dauer 2:22 Min.


    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/meinung/254373-ungleichheit-gebiert-ungeheuer/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    28.08.2025

    Rheinmetall setzt auf Gabriel als "Strategen", der Ex-Vizekanzler wird mit 130.000 Euro belohnt

    https://freedert.online, 28 Aug. 2025 19:12 Uhr

    Gibt es in Deutschland Drehtüreffekte? Ja, und wie! Die Karriere des langjährigen Bundesministers und Spitzenpolitikers Sigmar Gabriel ist bestes Beispiel dafür. Seit Mai ist er Mitglied des Aufsichtsrates beim Rüstungsunternehmen Rheinmetall mit sechsstelligem Jahresgehalt.


    Rheinmetall setzt auf Gabriel als "Strategen", der Ex-Vizekanzler wird mit 130.000 Euro belohnt

    Manuela Schwesig und Sigmar Gabriel bei der Verleihung der Sonderstufe des Großkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an US-Präsident Joe Biden im Schloss Bellevue am 18. Oktober 2024.



    Seit Mitte Mai ist der langjährige Spitzenpolitiker Sigmar Gabriel Aufsichtsratsmitglied des Düsseldorfer Rüstungskonzerns Rheinmetall. Zur Erinnerung: Gabriel war vier Jahre Ministerpräsident Niedersachsens. Von 2005 bis 2019 war er in der Bundespolitik tätig: als SPD-Vorsitzender von 2009 bis 2017, als Umweltminister von 2005 bis 2009, als Minister für Wirtschaft und Energie von 2013 bis 2017 und anschließend bis März 2018 als Minister des Auswärtigen. Vizekanzler war er von 2013 bis 2018.

    Wie die Braunschweiger Zeitung am Montag berichtete, wurde sein Einstieg bei dem schnell wachsenden Rüstungsunternehmen von der Öffentlichkeit klanglos hingenommen – "seit Mai erschien kein einziger Medienbericht mit Blick auf Gabriels neuen Posten". Dabei habe Gabriels Tätigkeit jetzt erst so richtig begonnen.


    Sigmar Gabriel: Ex-Popbeauftragter kassiert jetzt bei Rheinmetall





    Sigmar Gabriel: Ex-Popbeauftragter kassiert jetzt bei Rheinmetall






    Auf Nachfrage der Zeitung erklärte ein Rheinmetall-Sprecher nun, welchem Aufsichtsrats-Ausschuss der Goslarer Gabriel angehört. Dieser heißt "Strategie-, Technologie- und ESG-Ausschuss". ESG steht für die englischen Begriffe Environmental (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung). Vor allem der Strategie-Faktor mache Gabriel für das Unternehmen interessant – der Ex-Politiker, der auch seit 2019 den einflussreichen Lobbyverein Atlantikbrücke leitet, gilt als international bestens vernetzt.

    Wie die Zeitung anmerkt, ist Rheinmetall der prominenteste Profiteur der von Gabriels Parteikollegen Olaf Scholz im Jahr 2022 proklamierten militärpolitischen Zeitenwende. Nach Schätzungen von Rheinmetall-Chef Armin Papperger werden zwischen 30 und 40 Milliarden Euro des 100 Milliarden Euro-Sondervermögens auf den Rüstungskonzern aus Düsseldorf entfallen.

    Das Portfolio von Rheinmetall bietet unter anderem Kampfpanzer, Schützenpanzer, Geschütze wie die vom Kampfpanzer Leopard und Munition. Am Mittwoch weihte Rheinmetall in Anwesenheit des NATO-Generalsekretärs Mark Rutte ein riesiges Artilleriewerk in Unterlüß bei Celle ein. Unterlüß ist schon jetzt der größte Produktionsstandort von Rheinmetall.

    Gabriel soll sehr wahrscheinlich dabei helfen, dass der Rüstungskonzern auch in den USA Fuß fassen kann, schreibt die Braunschweiger Zeitung. Der Kauf des US-Rüstungszulieferers Loc Performance durch Rheinmetall war bereits ein erster Schritt, um in den USA stärker zu werden.

    Gabriel selbst wollte sich auf Nachfrage der Zeitung nicht zu seinem Engagement äußern. Ein Rheinmetall-Sprecher erklärte auf Nachfrage zu Gabriels Aufgaben: "Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung zu überwachen." Der Aufsichtsratsvorsitzende Ulrich Grillo, der zuvor selbst als Präsident den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) leitete, sagte anlässlich der Gabriel-Nominierung im Dezember 2024:

    "In einer sich stark verändernden Welt ist insbesondere Sigmar Gabriels Kompetenz im Bereich Geopolitik für uns von höchstem Wert. Als scharfsinniger Analytiker wird er uns neue Perspektiven eröffnen und mit seinem internationalen Renommee im In- und Ausland helfen."

    Diese Funktionen seien etwas anderes als das, was ein Aufsichtsratsmitglied eigentlich machen sollte, stellt die Zeitung fest. "Das klingt nicht nur nach Aufsicht und Kontrolle des Konzernvorstands, das klingt eher nach Gestalten."


    Deutschland ist die BlackRock-Speerspitze in Europa






    Deutschland ist die BlackRock-Speerspitze in Europa






    Auf die Frage, welche Vergütung nun den Ex-Vizekanzler erwartet, gibt der knapp 300 Seiten umfassende Geschäftsbericht von Rheinmetall eine Antwort. Neben dem Grundgehalt in Höhe von 100.000 Euro jährlich, wird er weitere 20.000 Euro als Mitglied in seinem Aufsichtsrats-Ausschuss und noch einmal ein Sitzungsgeld von jeweils 1000 Euro bekommen.

    Sigmar Gabriel hat sich zu seinen Amtszeiten als Bundesminister einige Aussagen erlaubt, die die schon damals russophobe Presse als zu russlandfreundlich bewertete. So schlug er mehrmals vor, die Sanktionen gegen Russland zu lockern. Auch hat er die Schuld Russlands im Fall Skripal angezweifelt. Seit dem Jahr 2024 schlägt Gabriel auffällig scharfe antirussische Töne an. So drohte er im Juni 2024 in einem Interview, den Krieg nach Russland zu tragen. Auch sagte er, dass Russland schon "mit uns" im Krieg sei. Deutschland müsse "Russland niederringen", notfalls mit eigenen Soldaten.

    Zu seiner Motivation bei Rheinmetall sagte Gabriel laut einer Pressemitteilung:

    "Meine Mitgliedschaft im Aufsichtsrat bei Rheinmetall soll als Beitrag dazu verstanden werden, offensiv mit der Notwendigkeit einer starken und leistungsfähigen Verteidigungsindustrie in Deutschland und Europa umzugehen."

    Unsere Kinder und Enkel würden nur dann in einem friedlichen Europa aufwachsen können, wenn die Rückkehr des Krieges als Mittel der Politik nicht erfolgreich sei. Dafür sei militärische Stärke nicht die einzige, aber eine wesentliche Voraussetzung.


    Realitätsfern – Sigmar Gabriels Vorschlag, Russland erneut die Abrüstungsfalle zu stellen




    Meinung

    Realitätsfern – Sigmar Gabriels Vorschlag, Russland erneut die Abrüstungsfalle zu stellen






    Die Liste der Jobs und sonstigen Engagements des Ex-Bundesministers ist lang bis unübersichtlich. Der wohl lukrativste Posten dürfte die Tätigkeit als Aufsichtsratsmitglied bei der Deutschen Bank mit einer Jahresvergütung von 300.000 Euro sein. Gabriel ist auch Aufsichtsratsmitglied bei Siemens Energy. Bei dem Elektro- und Energietechnikhersteller mit Sitz in München bekam der Goslarer im vergangenen Jahr 160.000 Euro. Zwei Jahre war er Aufsichtsratsvorsitzender von Thyssenkrupp Steel Europe. Außerdem ist Gabriel Gründungsmitglied und Berater bei diversen Fonds und Stiftungen.

    Viele ehemalige Spitzenpolitiker finden nach ihrer Politkarriere gut bezahlte Jobs in der Wirtschaft. So auch bei Rheinmetall ist Gabriel als Ex-Minister nicht alleine. Neben Ex-BDI-Chef Grillo ist Ex-Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) seit zehn Jahren als Berater tätig.

    Doch das wohl prominenteste Beispiel lieferte bislang der Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, der seit 2005 diverse Posten bei den russischen Energieunternehmen innehat. Dieses Engagement stieß in der deutschen Presse und Öffentlichkeit auf strikte Ablehnung und kostete den Altkanzler schon sein Büro im Bundestag und sonstige Privilegien. Der Drehtüreffekt in der Rüstungsindustrie ruft in Zeiten der Zeitenwende dagegen keine Empörung hervor.


    Mehr zum Thema – Sigmar Gabriel sieht Kanada in der EU


    Screenshot_2025_08_28_at_23_59_48_Rheinmetall_setzt_auf_Gabriel_als_Strategen_der_Ex_Vizekanzler_wird_mit_130.000_Euro_belohnt_RT_DE

    Video https://vk.com/video-134310637_456286806 Dauer 1:45 Min.


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/inland/254501-rheinmetall-setzt-auf-gabriel-als-der-ex-vizekanzler-wird-mit-130000-euro-belohnt/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    28.08.2025

    Der NATO-Anschluss

    freedert.online, 28 Aug. 2025 10:58 Uhr, Von Dmitri Medwedew

    Der stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsrates der Russischen Föderation und ehemalige Präsident Russlands, Dmitri Medwedew, warnt vor einer Aufnahme Österreichs ins NATO-Bündnis. Es sei der falsche Weg, um den Frieden in Europa zu sichern. Wir veröffentlichen den Beitrag exklusiv auf Deutsch.


    Der NATO-AnschlussQuelle: RT



    Dmitri Anatoljewitsch Medwedew, ehemals Präsident und Premierminister Russlands, heute Vorsitzender des Sicherheitsrates der Russischen Föderation.


    Die Länder der Alten Welt sind vom militaristischen Wahnsinn benebelt. Wie gebannte Motten schwirren sie auf die verhängnisvolle Flamme des Nordatlantischen Bündnisses zu. Noch vor wenigen Jahren gab es in Europa genug Staaten, die wussten, dass man seine Sicherheit auch ohne einen Beitritt zu Militärbündnissen gewährleisten kann. Doch inzwischen ist die Vernunft dem Herdentrieb gewichen. Nach Finnland und Schweden entfacht nun auch das österreichische Establishment – angestachelt vom blutrünstigen Brüssel – eine öffentliche Debatte über die Notwendigkeit, den verfassungsmäßig verankerten neutralen Status zugunsten eines NATO-Beitritts aufzugeben. Die österreichische Bevölkerung ist von dieser Idee nicht begeistert. Die liberale Partei NEOS von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger, die Wien in die Arme des Militärbündnisses drängt, kam bei den letzten Wahlen nicht einmal auf zehn Prozent der Stimmen. Die oppositionelle Freiheitliche Partei Österreichs, die sich entschieden dagegen stellt, die militaristische Agenda Brüssels blind zu übernehmen, wird hingegen von 37 Prozent der Bürger unterstützt. Doch wann hat in Europa der Wille des Volkes jemals jemanden aufgehalten?

    Die dortigen Revisionisten bemühen sich seit geraumer Zeit, Österreichs Neutralität Schritt für Schritt auszuhöhlen. Bereits in den 1990er Jahren begannen sie, unter dem Deckmantel der "Teilnahme an der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU" militärische Verflechtungen zu knüpfen. Bis zum Jahr 2009, als der Vertrag von Lissabon in Kraft trat, beschränkten sich diese Bestrebungen weitgehend auf allgemeine Formulierungen – etwa auf die Koordination des militärischen Aufbaus durch die EU, – jedoch blieben konkrete Verpflichtungen aus. Auch nach dem Inkrafttreten des Vertrags wurde argumentiert, die Bestimmungen legten weder den Umfang noch die Fristen einer Beistandsleistung fest, zu der sich die Staaten des "vereinten Europas" im Falle eines Angriffs verpflichteten. Außerdem galt die EU zu jener Zeit überwiegend noch als wirtschaftlicher Integrationsraum. Dass die meisten ihrer Mitgliedstaaten längst NATO-Mitglieder sind, schwieg man geflissentlich tot. Gleichzeitig weitete Österreich auch selbst seine militärische Präsenz außerhalb Europas aus, indem sich das Land an militärischen EU-Ausbildungsmissionen beteiligte und damit ihr Ansehen in Brüssel erheblich steigerte. Die Belohnung folgte prompt:  Von 2022 bis 2025 stellte Österreich mit General Robert Brieger den Vorsitzenden des EU-Militärausschusses.

    Seit dem Zweiten Weltkrieg, in dem sich Wehrmacht-Generaloberste wie Lothar Rendulic und Erhard Raus oder Alexander Löhr von der Luftwaffe "ausgezeichnet" haben, hat kein Österreicher den europäischen Militärhimmel so "hell" erleuchtet.


    Meinl-Reisinger in Ukraine-Tracht: Wiens Friedensambitionen wanken





    Meinl-Reisinger in Ukraine-Tracht: Wiens Friedensambitionen wanken






    Während die EU ihre Verteidigungskomponente ausbaute, kam es zu einer schleichenden Natofizierung und Militarisierung der Alpenrepublik. Wien beteiligte sich aktiv an der NATO-Initiative "Partnerschaft für den Frieden" und war im Wesentlichen bereits in die Denkweise des Bündnisses eingebunden. Österreich erhielt den Status eines "bedeutenden NATO-Transitlandes". Allein im Jahr 2024 rollten über 3.000 Militärfahrzeuge durch Österreich, zudem wurden mehr als 5.000 militärische Überflüge registriert.

    Nun spricht man in Wien davon, der "brüchige pazifistische Konsens" lasse sich gemeinsam mit der "russischen Bedrohung" als historische Chance nutzen, um sich von den "Fesseln der Vergangenheit" – der Neutralität – zu befreien. Das Prinzip der Neutralität ist jedoch das Fundament der österreichischen Staatlichkeit, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf Willen der Alliierten wiederhergestellt wurde. Dieses Prinzip ist in den grundlegenden, 1955 abgeschlossenen Dokumenten verankert: dem Moskauer Memorandum, dem Staatsvertrag über die Wiederherstellung eines unabhängigen und demokratischen Österreich sowie in ihrem Bundesverfassungsgesetz über die Neutralität. Diese Dokumente bilden das rechtliche Fundament des Landes. Würden sie wegfallen, geriete das gesamte Staatsgefüge Österreichs ins Wanken.


    Vor 35 Jahren: Ukraine verabschiedet Unabhängigkeitserklärung - und was ist daraus geworden




    Analyse

    Vor 35 Jahren: Ukraine verabschiedet Unabhängigkeitserklärung - und was ist daraus geworden





    In dieser Situation stellt sich die Frage, wie Moskau reagieren sollte – jenes Moskau, das zu den Mitbegründern der modernen Republik Österreich zählt. Zunächst einmal gilt es, allen Verfechtern militärischer Hysterie im Bereich des Völkerrechts kräftig auf die Finger zu klopfen. Die beiden Kernfragen – ob Österreich das Recht hat, die gesetzlich verankerte immerwährende Neutralität einseitig aufzugeben, und ob Wien beschließen kann, der NATO beizutreten –, sind eindeutig mit "Nein" zu beantworten.

    Gemäß Artikel 27 des Wiener Übereinkommens über das Recht der Verträge darf sich ein Staat nicht auf Bestimmungen seines innerstaatlichen Rechts berufen, um die Nichterfüllung eines Vertrags zu rechtfertigen. Die NATO kann nicht als regionale kollektive Verteidigungsorganisation betrachtet werden. Daher kann die NATO-Mitgliedschaft einem dauerhaft neutralen Staat nicht die gleichen Vorteile verschaffen wie die Garantie der dauerhaften Neutralität.

    Diese Auslegung teilen auch namhafte Fachleute, die sich intensiv mit dem Thema befassen. So betont Karin Kneissl, ehemalige österreichische Außenministerin und Leiterin des G.O.R.K.I.-Zentrums der Universität Sankt Petersburg, dass eine Änderung des Neutralitätsstatus nur durch einen gemeinsamen Beschluss jener vier alliierten Mächte möglich wäre, die 1955 den Staatsvertrag unterzeichneten – einschließlich Russlands als Rechtsnachfolger der Sowjetunion. Moskau könnte durchaus das Recht beanspruchen, ein Veto gegen einen österreichischen Schritt in Richtung NATO einzulegen.


    Wiederaufleben der Blockfreien Bewegung – geopolitische Niederlage des Westens




    Meinung

    Wiederaufleben der Blockfreien Bewegung – geopolitische Niederlage des Westens






    Zudem muss sich der militante Teil der österreichischen Elite der vollen außenpolitischen Konsequenzen bewusst werden, die das Ende der Neutralität und ein NATO-Beitritt mit sich bringen würden. Heute ist Wien eines der bedeutendsten Zentren multilateraler Diplomatie und Sitz von rund 20 zwischenstaatlichen internationalen Organisationen. Dadurch hat Wien die Möglichkeit, aktiv an globalen Prozessen mitzuwirken und rechtliche Rahmenbedingungen zur Bewältigung neuer Herausforderungen und Bedrohungen mitzugestalten. Die Ansiedlung von Institutionen wie der UNO, der IAEO, der OSZE und der OPEC in Wien erfolgte maßgeblich aufgrund des blockfreien Status des Landes, der den Dialog ermöglicht und regionale Zusammenarbeit fördert. Würde Österreich seine Neutralität im Zuge eines Bündnisdenkens aufgeben, würde damit auch der "Geist von Wien" erlöschen. Das Land wäre nicht mehr in der Lage, ausgewogene Beziehungen zu verschiedenen internationalen Partnern zu unterhalten. Es würde seine einzigartige Rolle als Vermittler sowie als Standort für wichtige internationale Strukturen verlieren. Deswegen ist es naheliegend, dass es an der Zeit ist, die Verlegung des Hauptsitzes internationaler zwischenstaatlicher Organisationen in Länder des Globalen Südens und Ostens zu diskutieren, wo günstige Bedingungen für ihre Tätigkeit entstehen könnten.

    Zudem untergräbt Österreich mit seinem militaristischen Kurs auch seinen Ruf als friedenssichernder Staat, was die Möglichkeiten Wiens zu souveränem politischem Handeln erheblich einschränkt. Gleichzeitig steigt das Risiko, dass Einheiten des österreichischen Bundesheeres Ziel von Angriffen der russischen Streitkräfte werden, erheblich. Nach dem NATO-Beitritt Schwedens und Finnlands haben wir bereits angemessene Maßnahmen ergriffen, um auf die dadurch gewachsenen Bedrohungen für unsere Sicherheit zu reagieren. Für Österreich wird es da ebenfalls keine Ausnahme geben.

    Übersetzt aus dem Russischen.

    Dmitri Anatoljewitsch Medwedew ist Vorsitzender des Sicherheitsrates der Russischen Föderation – eine Funktion, in der er den Präsidenten des Landes, Wladimir Wladimirowitsch Putin, vertritt. In Vergangenheit bekleidete er selber den Posten des Landespräsidenten, danach den des Premierministers.


    Mehr zum ThemaWas blieb von der Neutralität Österreichs? Nicht viel!


    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/meinung/254485-nato-anschluss-dmitri-medwedew/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    28.08.2025

    Wehrpflicht: Deutschland muss sich gegen Dänemark verteidigen

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 28. August 2025, 13:09 Uhr


    _RTDE 27.8.2025


    _*Deutschland muss sich gegen Dänemark verteidigen:

    Warum die Wehrpflicht wiedereingeführt wird


    *Die Bundesregierung macht mit der Wiedereinführung der 2011

    ausgesetzten Wehrpflicht also Ernst – das Gesetz wird kommen. Aber warum

    das alles?


    /Von Alexej Danckwardt/


    Da haben wir den Salat ... Die Bundesregierung schreitet mit ihrem nie

    verheimlichten Plan voran, die 2011 ausgesetzte Wehrpflicht wieder

    einzuführen, und hat am Mittwoch ein entsprechendes Gesetzesvorhaben auf

    den Weg gebracht. Die Zustimmung im Bundestag ist mit Wissensstand von

    heute nur eine Formsache, die Befürworter dürften angesichts der

    antirussischen Kriegshysterie in fast allen Fraktionen über eine

    ausreichende Mehrheit verfügen.


    Man kann unterschiedlicher Meinung sein, ob die Wehrpflicht eine gute

    Idee oder Teufelszeug ist. Für die Betroffenen, junge Männer und

    irgendwann wohl auch Frauen, ist sie zweifellos eine Einschränkung ihrer

    persönlichen Freiheit. Ein Gang zum Bundesverfassungsgericht wird schon

    deshalb nichts bringen, weil sie von Anfang an im Grundgesetz verankert

    ist.


    Vom Eingriff in die individuelle Lebensgestaltung – einem potenziell

    tödlichen Eingriff – losgelöst, gibt es Argumente sowohl für die

    Wehrpflicht als auch gegen sie. Eine Berufsarmee hat den Geruch des

    Söldnertums. Söldnern unterstellt man, jederzeit zu jeder Missetat im

    Inneren und noch leichter gegen andere Länder und Völker bereit zu sein.

    Wahr ist aber auch, dass die Mehrheit der Kriege auch aufseiten des

    Aggressors mit "Bürgerarmeen", Armeen rekrutiert aus Wehrpflichtigen,

    geführt wurden. Das gilt für den Ersten und den Zweiten Weltkrieg und

    auch für die Mehrheit der bisherigen Auslandseinsätze der Bundeswehr. Um

    ein Beispiel für einen rein mit Söldnerarmeen geführten Krieg zu finden,

    muss man schon ins Mittelalter blicken, in die frühe Neuzeit oder auf

    die zahlreichen Interventionskriege der USA.


    Was die Wiedereinführung der Wehrpflicht gerade jetzt aber zweifellos

    ist: Sie ist ein weiteres Signal der Kriegstreiber, ein weiterer Schritt

    auf den mit deutscher Beteiligung geführten Dritten Weltkrieg zu.


    Deutschland ist keiner realen Gefahr von außen ausgesetzt. Am ehesten

    könnte noch den Eidgenossen der Kragen ob der Hochnäsigkeit des Nachbarn

    platzen, aber das zeigt schon, wie unrealistisch jedes Kriegsszenario,

    in dem Deutschland Opfer eines Überfalls wird, ist. Wer sonst?

    Liechtenstein? Luxemburg? Die Niederlande? Dänemark hat historisch

    betrachtet eine Rechnung offen, aber ein Revanchekrieg für 1864 ist und

    bleibt Phantasterei, Stoff für unwissenschaftliche Belletristik.


    Mit Sicherheit plant auch Russland keinen Überfall auf Deutschland. Mal

    abgesehen davon, dass es dazu gar kein Motiv hat (Was soll es hier

    wollen? Was hat Deutschland, das Russland unbedingt haben wollte?

    Sächsischen Bärlauch?), ist es dazu auch gar nicht in der Lage. Als die

    Rote Armee 1945 auf Berlin vorrückte, belief sich ihr

    Gesamtpersonalstand auf 11,3 Millionen Männer und Frauen. Vier Millionen

    Soldaten und Offiziere waren unmittelbar an dem letzten Schlag gegen

    Hitlerdeutschland beteiligt. Der aktuelle Personalbestand der russischen

    Armee, rückwärtige Dienste mitgezählt, hat Mühe, auf 1,5 Millionen zu

    kommen. Und Polen ist heute kein Verbündeter Moskaus ...


    Ein Land mit 145 Millionen Einwohnern kann unter den modernen

    Bedingungen keine Armee aufstellen, die Mitteleuropa überfallen und

    einnehmen könnte, das ist ein Ding der Unmöglichkeit. In etwa so

    phantastisch, wie eine dänische Revanche.


    Intellektuell unredlich ist es, aus dem Ukraine-Krieg auf aggressive

    Absichten Russlands zu schließen: Die militärische Sonderoperation ist

    eine Reaktion auf eine Ereigniskette, die Russland existenziell

    gefährdet. Die Expansion der EU und der NATO in den weichen Unterbauch

    des Landes, die sich nicht anders als die Vorbereitung eines Angriffs-

    und Vernichtungskriegs des Westens gegen Russland deuten lässt. Die

    Errichtung eines russophoben Regimes in Kiew mit ideologischen Anleihen

    im extremen Nationalismus. Der von diesem seit 2014 betriebene Krieg

    gegen die russischsprachige Bevölkerung des Donbass. Hätte es das nicht

    gegeben, gäbe es auch kein militärisches Eingreifen Moskaus im

    Nachbarland. Es ist ganz einfach: Man mache die Sachen nicht, die nicht

    gemacht werden dürfen, und alles wird gut. Keine Aktion – keine Reaktion.


    Hat Sie, werter Leser, etwas am Status quo im Jahr 2003, im Jahr 2007,

    im Jahr 2012 gestört? Die Ukraine war da ein friedlicher, neutraler

    Staat, der wirtschaftlich nach Westen wie nach Osten offen war und davon

    profitierte. Was hat wem daran nicht gepasst, und warum? Ich kann

    natürlich nur für mich sprechen: Ich war mit meinem Leben zufrieden und

    ich brauchte die Ukraine nicht in der EU, noch weniger in der NATO.


    Wir sind übrigens auch nicht verpflichtet, jedem seine Wünsche zu

    erfüllen. Zumal die Ukrainer die Wünsche, um die es hier geht, nicht

    einmal hatten: Nie war in Meinungsumfragen bis einschließlich 2013 eine

    absolute Mehrheit der Ukrainer für einen Beitritt zur EU. Eine

    erdrückende Mehrheit von je nach Umfrage 60, 70, 80 Prozent wies auch

    nur den Gedanken an einen NATO-Beitritt weit von sich. Ein Referendum

    über die außenpolitische Ausrichtung forderte nur die Kommunistische

    Partei der Ukraine, ja jene "prorussische", inzwischen verbotene KPU.

    Die "Proeuropäer" lehnten es ab und verhinderten das Referendum

    letztlich. Warum wohl?


    Aber selbst wenn "die Ukrainer" Wünsche haben: Ja, und? Ich wäre auch

    gern Prinz von Wales. Deshalb ist König Karl III. noch lange nicht

    verpflichtet, mich zu adoptieren. Und dass die EU jeden aufnimmt, der

    möchte, ist auch nur ein Märchen für Dumme – man frage die Türkei, ob

    ihre Jahrzehnte währenden Bewerbungsprozesse gefruchtet haben.


    Mit der Frage, wem was am Status quo nicht gepasst hat, sind wir dennoch

    auf der richtigen Spur: Den deutschen, europäischen und

    transatlantischen "Eliten" hat der Frieden in der Ukraine nicht gepasst,

    den Superreichen und ihren politischen und medialen Bediensteten. Die

    Superreichen möchten reich bleiben und noch reicher werden, und die

    einzige Möglichkeit, die ihnen dafür noch bleibt, ist es, sich die

    Reichtümer Russlands anzueignen. Man muss es so klar sehen und auch

    nicht komplizierter erklären, als es ist – dann passen alle

    Puzzlestücke, dann wird einem alles verständlich, was geschieht.


    Und so ist auch die Wiedereinführung der Wehrpflicht nicht die

    Vorbereitung auf eine Landesverteidigung, an der es nie Bedarf geben

    wird. Sie ist wie das gesamte Gebrabbel von "Kriegstüchtigkeit"

    Vorbereitung auf einen imperialistischen Angriffs-, Vernichtungs- und

    Eroberungskrieg des Westens gegen Russland. Wieder einmal sollen die

    Deutschen ihre Söhne (künftig auch Töchter) für die Renditen der

    Konzerne hergeben. Verkauft wird es ihnen als "Unsere Freiheit wird am

    Hindukusch Dnjepr verteidigt" oder – wenn ein Politiker mal wie Wahrheit

    ausplappert – "Wir müssen unseren Außenhandel schützen

    <https://www.spiegel.de/politik/deutschland/umstrittene-bundeswehr-aeusserungen-koehler-geht-in-deckung-a-697144.html>",

    "Wir brauchen das Lithium, das in Donezk lagert" ...


    Die einzig offene Frage ist, ob die einfachen Deutschen etwas aus ihrer

    Geschichte gelernt haben. Wenn ja, dann wäre eine Armee Wehrpflichtiger

    sogar die Lösung

    <https://www.deutschelyrik.de/fantasie-von-uebermorgen-1165.html>.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    28.08.2025

    Screenshot_2025_08_28_at_22_58_59_Mandatspflichtige_Beschl_sse_Eine_Aussage_von_Merz_zu_den_Sicherheitsgarantien_l_sst_aufhorchen

    nachdenkseiten.de, 28. August 2025 um 11:00 Ein Artikel von Marcus Klöckner

    Bundeswehrsoldaten in der Ukraine? Das Magazin Stern macht auf eine Aussage von Friedrich Merz aufmerksam, die es in sich hat. Es geht um die vielbeschworenen Sicherheitsgarantien und eine Anmerkung des Bundeskanzlers, wonach über diese Garantien gesprochen werden müsse – bis hin zur Frage „mandatspflichtiger Beschlüsse“. Was ist damit gemeint?


    Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

    Podcast: Play in new window | Download


    Genau auf die Worte von Politikern zu achten, darüber nachzudenken und auch zwischen den Zeilen zu lesen: Das gehört mit zur Aufgabe von Journalisten. Nico Fried, Chefkorrespondent beim Stern, hat das aktuell im Hinblick auf Aussagen von Bundeskanzler Merz zum Thema Ukraine und Sicherheitsgarantien gemacht. Und dabei ist ihm ein Halbsatz aufgefallen, den es tatsächlich zu beachten gilt.  

    Merz sprach im Zusammenhang mit den Sicherheitsgarantien von „mandatspflichtigen Beschlüssen“, über die es zu sprechen gelte. Merz sagte:

    „Bis hin zu der Frage, ob wir hier vielleicht mandatspflichtige Beschlüsse zu fassen haben.“

    Das bedeutet, wie Fried anmerkt, nichts anderes, als dass der Kanzler der Bundesrepublik in den Raum stellt, deutsche Soldaten bei einem Friedensschluss womöglich in die Ukraine schicken zu wollen. Für eine solche Unternehmung bedürfte es der Zustimmung des Bundestages.

    Nun ist in den Medien von dem einen oder anderen Experten derzeit zu hören, die Frage, ob Deutschland Bundeswehrsoldaten zur Friedenssicherung in die Ukraine schicken werde, sei erstmal nur heiße Luft, schließlich: Ein Frieden sei nach wie vor in weiter Ferne und Russland würde da auch noch ein Wort mitreden wollen.  

    Das stimmt. Bei Lichte betrachtet, sieht es leider noch immer nicht nach einem Ende des Krieges aus. Und aller Voraussicht nach würde Russland kaum Soldaten aus NATO-Ländern akzeptieren wollen. Doch Vorsicht. Politik produziert bisweilen zwar viel heiße Luft. Viele Politiker sind aber auch Meister darin, das Wasser, in dem der Frosch sitzt, mit geringfügigen, kaum wahrnehmbaren Temperaturerhöhungen zum Kochen zu bringen.  

    Soll heißen: Am Ukraine-Krieg hat sich Deutschland zunächst mit 5.000 Helmen beteiligt. Heute reden wir von Waffen, Panzern und über 40 Milliarden Euro „Hilfen“, die die Bundesrepublik der Ukraine hat zukommen lassen. Wir reden ferner von Taurus-Lieferungen, von einem Krieg, der laut Kiesewetter nach Russland getragen werden müsse – und nun von „mandatspflichtigen Beschlüssen“.  

    Wir wissen nicht, wie sich der Ukraine-Krieg weiterentwickelt, ob (und wenn ja: wie) es in absehbarer Zeit vielleicht zu einem Friedensschluss kommen mag.  

    In Anbetracht dessen, wie weit Deutschland bereits in den Krieg verstrickt ist, ist Gelassenheit fehl am Platz, wenn bereits der Bundeskanzler über einen Parlamentsentscheid in Sachen deutscher Bodentruppen in der Ukraine spricht.  

    Für die Politik sind die Reaktionen der Medien und der „Zivilgesellschaft“ von Bedeutung. Die Reaktionen können als Leitplanken verstanden werden, die den politischen Kurs mit prägen. Zurückhaltende oder ausbleibende Reaktionen in der Frage der Sicherheitsgarantien dürften für die Politik bedeuten: Freie Fahrt voraus!  

    Die Aussage von Merz ist ungeachtet der Frage, wie realistisch überhaupt derzeit eine Beteiligung der Bundeswehr an einer „Friedensmission“ in der Ukraine ist, weitreichend. Gut, dass der Stern die Bedeutung hervorhebt. Schlecht aber ist, wie ruhig noch immer weite Teile der Medien und der Bevölkerung reagieren.  

    Als die deutsche Politik Bundeswehrsoldaten nach Afghanistan geschickt hat, war zunächst die Rede von einem „Stabilisierungseinsatz“. Als die ersten Soldaten getötet wurden, sprachen Politiker von einem „robusten“ Stabilisierungseinsatz. In Anbetracht weiterer getöteter Soldaten rang sich die Politik vom bequemen Sessel aus irgendwann durch, von einer „kriegsähnlichen“ Situation zu sprechen.  

    Was wäre, wenn deutsche Soldaten tatsächlich in die Ukraine geschickt würden?  

    Der Weg von 5.000 Helmen zu Panzern war bemerkenswert kurz. Der Weg vom Reden über „mandatspflichtige Beschlüsse“ hin zu tatsächlich gefassten Beschlüssen dürfte kaum länger sein.


    Titelbild: Ryan Nash Photography / Shutterstock


    Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik Audio-Podcast Militäreinsätze/Kriege Strategien der Meinungsmache


    Schlagwörter: 


    Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=138077


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    28.08.2025

    «Selenskyj steht einer Friedenslösung im Weg»

    zgif.ch, 28. August 2025

    28. Juli 2025 Ukraine

    «Europa will den Krieg unbedingt fortsetzen»

    Interview mit General a. D. Harald Kujat*

    Zeitgeschehen im Fokus Trump hat seinerzeit versprochen, den Krieg in der Ukraine in 24 Stunden zu beenden. Der Krieg ist zwar noch nicht zu Ende, doch zumindest gab es Verhandlungen, die seit April 2022 gänzlich abgebrochen waren. In den letzten Monaten gab es verschiedene Verhandlungsrunden. Wie ist der aktuelle Stand?

    General a. D. Harald Kujat Natürlich konnte der Konflikt nicht in 24 Stunden beendet werden. Aber Trump hat nach Amtsantritt begonnen, mit einem eigenen Friedensplan eine Grundlage für Verhandlungen zu schaffen. Zunächst wurden bilaterale Gespräche mit der Ukraine und Russland geführt, um die Positionen der Kriegsparteien besser zu verstehen und Kompromissmöglichkeiten auszuloten.

    Dann hatten die amerikanischen Unterhändler allerdings einen taktischen Fehler begangen, indem sie sich die ukrainische Forderung nach einem bedingungslosen Waffenstillstand öffentlich zu eigen machten, ohne sie vorher diskret mit Russland abzustimmen und bevor die eigentlichen bilateralen Verhandlungen begonnen hatten.

    Ein Waffenstillstand – das sehen wir im Nahen Osten – funktioniert nur, wenn in Verhandlungen eine gewisse Annäherung der Kriegsparteien erreicht wird und beide Seiten die Modalitäten zu seiner Einhaltung abgesprochen haben. Deshalb gab es keine Fortschritte, und es wurde lediglich ein Gefangenenaustausch vereinbart.

    Inzwischen hat Trump Russland beziehungsweise Putin ein 50-Tage-Ultimatum gestellt. Was will er damit erreichen, und wie hat Russ­land darauf reagiert?

    Trump hat die Forderung erhoben, dass ein Deal, also ein Verhandlungsergebnis, in 50 Tagen erreicht wird. Der stellvertretende russische Aussenminister reagierte darauf mit der Bemerkung, dass Russland immer zu Verhandlungen bereit gewesen sei und auf eine Reaktion der Ukraine für den Beginn der nächsten Runde warte. Daraufhin kündigte Selenskyj die Fortsetzung der Verhandlungen für den 23. Juli an.

    Russland wollte konkret die Memoranden vom Juni besprechen, in denen beide Seiten ihre Positionen festgelegt haben. Dagegen war Selenskyj lediglich bereit, über weitere Gefangenenaustausche zu sprechen. So können natürlich keine Fortschritte zur Beendigung der Kampfhandlungen und keine Friedensvereinbarung erzielt werden.

    Stattdessen erneuerte Selenskyj seine Forderung nach einem direkten Gespräch mit Putin. Von der russischen Regierung wurde jedoch ein Treffen der beiden Präsidenten, bevor ein Vertragsentwurf ausgearbeitet ist, ausgeschlossen. Das entspricht der beabsichtigten Vorgehensweise im Zusammenhang mit den Verhandlungen im März/April 2022.

    Vereinbart wurde erneut nur ein Austausch von Kriegsgefangenen. Russland hat zudem die Übergabe weiterer Leichen ukrainischer Soldaten und eine Waffenruhe von 24 bis 48 Stunden angeboten, um Verletzte und getötete Soldaten zu bergen.

    Welche Vorgaben hat Trump im Zusammenhang mit seinem 50-Tage-Ultimatium gemacht?

    Trump geht wie ein Geschäftsmann unilateral vor. Eine Zeit lang hat er Selenskyj unter Druck gesetzt und ihn wie Putin und Biden für den Krieg mitverantwortlich gemacht. Denken Sie nur an die spektakuläre Auseinandersetzung im Oval Office. Jetzt konzentriert er sich auf Putin, der das Momentum der gegenwärtigen militärischen Erfolge nutzen will und deshalb keinen Zeitdruck für einen Verhandlungsabschluss sieht.

    Ich gebe zu bedenken, dass dies keine unilaterale, sondern eine multilaterale Angelegenheit ist. Denn sollte es in der gesetzten Frist kein Ergebnis geben, will Trump Sekundärsanktionen verhängen. Diese richten sich vor allem gegen Braslien, China und Indien. Die Europäer sollen Waffen aus ihren Beständen an die Ukraine liefern und Ersatz in den USA kaufen.

    Deren Produktion wird einige Jahre in Anspruch nehmen, denn die amerikanischen Hersteller können den Bedarf nicht mehr decken, und die USA wollen ihren eigenen Bestand nicht reduzieren. Insbesondere für Deutschland bedeutet dies, eine gravierende Fähigkeitslücke akzeptieren zu müssen, bis der eigene Verteidigungsbedarf wieder gedeckt ist.

    Übrigens trifft dies auch für die Schweiz zu, deren fünf bestellte Patriot-Systeme ab 2026 geliefert werden sollten. Durch die Priorisierung der Ukraine war nun völlig offen, wie gross die Verspätung sein würde. Die Schweiz hat deshalb entschieden, fünf IRIS-T SLM Luftverteidigungssysteme in Deutschland zu bestellen.

    Ich möchte noch hinzufügen, dass der amerikanische Präsident sehr dezidiert angekündigt hat, keine weitreichenden Waffensysteme (z. B. Tomahawk) an die Ukraine zu liefern – und zugleich hat er die ukrainische Führung davor gewarnt, Moskau direkt anzugreifen. Ausgerechnet Deutschland schert aus der Bündnissolidarität aus – ein bisher einmaliger bündnispolitischer Vorgang. 

    Wie Sie dargelegt haben, dass Trump mit Sekundärsanktionen droht, bekommt der Ukraine-Krieg beziehungsweise dessen Beendigung eine viel grössere Dimension.

    Ja, es gibt im weiteren Sinne geopolitische Zusammenhänge, wo sich die Interessen Russlands und Chinas insbesondere mit denen des Westens überschneiden. Ich denke an den Nahen und Mittleren Osten sowie den Kaukasus, an das ölreiche Aserbaidschan und den zunehmenden Einfluss der Türkei. Auch hier kreuzen sich chinesische und russische Interessen mit denen des Westens. Russland hat in diesen Regionen an Einfluss verloren – nicht zuletzt gegenüber Armenien und Aserbaidschan.

    Sollte sich Aserbaidschan in den Konflikt gegen den Iran einschalten, wären die Interessen Moskaus und Pekings sehr stark betroffen. Insofern hat Russland ein massives Interesse daran, den Krieg in der Ukraine möglichst schnell zu beenden, um seine Aufmerksamkeit und Kräfte auch wieder auf andere, aus russischer Perspektive ebenso bedeutsame Regionen richten zu können. 

    Aufgrund dieser von Ihnen erklärten Zusammenhänge stellt sich doch die Frage, wie lange sich Selenskyj in diesem Krieg noch halten kann.

    Wegen der politischen und wirtschaftlichen Krise der Ukraine sowie nicht zuletzt aufgrund der immer kritischer werdenden militärischen Lage wächst der Druck, möglichst bald einen Verhandlungsfrieden zu erreichen. Der ukrainische Präsident befindet sich in einer gravierenden Legitimitätskrise. Seine Entscheidung, die Korruptionsbekämpfung einzuschränken, hat in mehreren grossen Städten erhebliche öffentliche Proteste ausgelöst. Zudem verstärkt sich der Eindruck, dass Selenskyj den Krieg verlängern will, um an der Macht zu bleiben. 

    Dagegen will die amerikanische Regierung offenbar verhindern, dass Selenskyj weiter einer Friedenslösung im Wege steht; und sie will einen politischen Kollaps der Ukraine vermeiden. Die diplomatischen Bemühungen um eine Friedenslösung sollen offenbar mit ­einer neuen Regierung vorangetrieben werden. Denn auch die kritische militärische Lage erfordert baldige Fortschritte auf diesem Wege. Der gewöhnlich gut informierte amerikanische Journalist, Seymour Hersh, schrieb kürzlich, Selenskyj stünde auf einer «short list» für das Exil.

    Er könnte durch den ehemaligen ukrainischen Oberbefehlshaber Saluschnyj ersetzt werden. Obwohl erwartet wird, dass sich Selenskyj weigert, soll sein Rücktritt durchgesetzt werden. Zudem geht Trump davon aus – so lässt es sich dem erwähnten Artikel von Seymour Hersh entnehmen –  dass Putin an einem Verhandlungsfrieden interessiert ist.

    Warum fällt Selenskyj, mit dem man trotz erheblicher Verluste an Menschen und Material seit drei Jahren Krieg führen kann, an dessen Entstehung die USA beteiligt waren, immer mehr in Ungnade?

    Selenskyj ist auch von der Biden-Regierung kritisch gesehen worden, weil er sich nicht an Absprachen hielt und immer wieder weitreichende Waffensysteme forderte, um die USA und damit auch die Nato durch Angriffe auf der interkontinentalstrategischen Ebene, – beispielweise auf das russische Frühwarnsystem – in den Krieg gegen Russland hineinzuziehen. 

    Mit dem Angriff auf die russische strategische Bomberflotte ging er jedoch wohl für die Trump-Regierung zu weit. Denn das New START-Abkommen verpflichtet Russland und die USA, ihre interkontinentalstrategischen Bomber zu Verifikationszwecken offen auf dem Rollfeld aufzustellen. Die USA hätten ihren Verbündeten daran hindern müssen, die vertraglich geregelte, ungeschützte Aufstellung der russischen Flugzeuge für einen Angriff auszunutzen. 

    Hinzu kommt, dass Trump ein Ergebnis, einen diplomatischen Erfolg, will – und dies so schnell wie möglich.  Der ursprüngliche amerikanische Friedensplan sah ohnehin Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in einem zeitlichen Zusammenhang mit einem Verhandlungsabschluss vor. Auch Putin bezeichnete Selenskyj als illegitimen Präsidenten, der nicht befugt sei, einen internationalen Vertrag zu unterschreiben. 

    Was kann sich verbessern, wenn nun Saluschnyj die Präsidentschaft in der Ukraine übernimmt, wie es die USA offensichtlich geplant haben? 

    Saluschnyj hatte in seiner Zeit als militärischer Oberbefehlshaber im Gegensatz zu Selenskyj ausserordentlich hohe Zustimmungswerte und wurde von Selenskyj als ernstzunehmender Konkurrent gesehen. Saluschnyj war vor der ukrainischen Sommeroffensive 2023 skeptisch, ob diese mit den verfügbaren Kräften erfolgreich verlaufen würde. Er sollte Recht behalten und bewertete das Ergebnis dann auch nur als Patt, was Selenskyj öffentlich kritisierte.

    Saluschnyj wurde seines Postens enthoben und als Botschafter nach Grossbritannien geschickt. Tatsächlich hatte er die Lage richtig eingeschätzt. Ebenso wie der amerikanische Generalstabschef Mark Milley. Milley sagte, die ukrainischen Streitkräfte hätten erreicht, was für sie erreichbar gewesen sei. Nun müssten Verhandlungen folgen. Milley wurde ebenfalls in den Ruhestand versetzt.

    Es ist offensichtlich, dass die russische Seite immer für Verhandlungen bereit war, aber…

    Putin hat von Beginn des Krieges an verhandelt, und das Ergebnis war für die Ukraine sehr positiv. Im Vertragsentwurf vom 15. April 2022 («Vertrag über die ständige Neutralität und Sicherheitsgarantien für die Ukraine»), der nur noch wenige offene Punkte enthielt, war vereinbart: 

    – Die Ukraine bleibt, wie es die Verfassung bestimmt, neutral und wird nicht Mitglied der Nato.
    – Es werden keine fremden Truppen auf ihrem Territorium stationiert.
    – Die Ukraine benannte Staaten, die ihr Sicherheitsgarantien zusagten. Das waren beispielsweise Grossbritannien, China, Russ­land, die USA und Frankreich.
    – Im Gegenzug ziehen sich die russischen Streitkräfte auf den Stand vom 23. Februar 2022, also vor dem Einmarsch zurück. 

    Strittig waren noch die Grösse der ukrainischen Streitkräfte und die Zahl einzelner Grosswaffensysteme sowie die Frage, ob die Garantiestaaten im Falle eines bewaffneten Angriffs auf die Ukraine, nur auf der Basis einer von allen Garantiestaaten einvernehmlich getroffenen Entscheidung Hilfe leisten. Die Ukraine befürchtete, Russland könnte eine solche Entscheidung verhindern. Diese Fragen sollten jedoch kurzfristig zwischen den beiden Präsidenten gelöst werden. Selenskyj hat ebenso wie einige westliche Staaten, die zum Scheitern des Abkommens beitrugen, einen für sein Land tragischen Fehler begangen, indem er sich entschied, den Vertrag nicht abzuschliessen.

    Gab es nicht schon immer Anstrengungen – auch von anderen Ländern – , zur Beendigung des Kriegs beizutragen. Haben diese Bemühungen im jetzigen Kontext noch eine Bedeutung? 

    China hatte schon vor einiger Zeit – auch gemeinsam mit Brasilien – konstruktive Vorschläge für eine Beendigung des Ukraine-Kriegs gemacht. Putin hat die chinesischen Vorschläge mehrfach als geeignete Ausgangsbasis für Verhandlungen bezeichnet. Es gibt aktuell Hinweise, dass Xi Jinping Trump und Putin für den 3. September nach Peking eingeladen hat. Zeitlich fällt dies etwa mit dem Ablauf des 50-Tage-Ultimatums Trumps für einen «Deal» zusammen. Ich halte diesen Dreiergipfel für einen wichtigen Schritt zur Verstärkung der diplomatischen Bemühungen auf dem Weg zu einem Ende des Krieges.

    Wie hat sich das Verhältnis zwischen Trump und den europäischen kriegführenden Staaten entwickelt?

    Wir sehen jetzt ein immer weiteres Auseinanderdriften der USA und der Europäer. Trump bezieht gegenüber der Ukraine eine neutralere Position, indem sich die USA weitgehend aus der direkten Unterstützung der Ukraine vor allem mit Waffen zurückziehen. Er stärkt damit seine Rolle als Vermittler, der im Gegensatz zu den Europäern auf Diplomatie und Verhandlungen setzt. Die Europäer sollen amerikanische Waffen aus ihrem Bestand liefern, der dann in den nächsten Jahren mit Waffenkäufen in den USA wieder aufgefüllt wird.

    Sie nehmen somit für einen längeren Zeitraum eine Schwächung ihrer Verteidigungsfähigkeit in Kauf und finanzieren zugleich die Unterstützung der Ukraine «zu 100 Prozent», so Trump. Das ist «logisch», findet der Nato-Generalsekretär. Mag sein, denn Europa will den Krieg ja unbedingt fortsetzen. Der ursprüngliche deutsche Vorschlag sah übrigens etwas anders aus, nämlich dass die Waffen in den USA gekauft und in die Ukraine geliefert werden und Deutschland sie lediglich bezahlt. 

    Willigte die Nato ein, den Deal, den Trump vorgeschlagen hatte, anzunehmen?

    Nach meiner Kenntnis haben sich bisher acht europäische Mitgliedstaaten dazu bereiterklärt. Das ist nicht «die Nato», auch wenn der Nato-Generalsekretär versucht, diesen Eindruck zu erwecken. Zahlen müssen die Mitgliedstaaten der Allianz, und dazu sind nicht alle bereit.

    Die Nato hat doch schon die Koordination der Unterstützung für die Ukraine übernommen. Was bedeutet es, dass die USA von ihrer bisherigen Rolle in diesem Stellvertreterkrieg abrücken und die Nato sie ersetzt?

    Damit übernimmt die Nato nicht nur die Verantwortung dafür, dass die Ukraine die notwendigen Mittel für die Fortsetzung des Krieges erhält, sondern auch für die sich abzeichnende militärische Niederlage. 

    Wie sieht es in der EU aus? Die Verabschiedung des 18.Sanktionspaket war doch auch kein Spaziergang.

    Bereits beim ersten Sanktionspaket wurde erwartet, dass Russ­land gezwungen wird, den Krieg zu beenden. Jetzt sind wir bei Sanktionspaket Nummer 18, das wie die bisherigen grosse negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung Europas haben wird. Es sind jetzt aber auch China und Indien betroffen. Daraus entstehen zusätzliche Schwierigkeiten.

    In einer Schweizer Zeitung stand, ein US-amerikanischer General habe geäussert, die Nato plane, Kaliningrad zu erobern. Für wie realistisch halten Sie das Szenario?

    Diese Aussage stammt nicht von einem Nato-Befehlshaber, sondern von dem nationalen amerikanischen Befehlshaber des US-Heeres in Europa. Ich nenne das «Strategie aus der Froschperspektive». Das wird Russland nicht beunruhigen, sondern in Moskau eher für Heiterkeit sorgen. Weder in Washington noch in Moskau gab es dazu eine Erklärung. Das spricht wohl für sich.

    Trifft mein Eindruck zu, dass die Kriegsrhetorik in Europa in letzter Zeit an Schärfe zugenommen hat?

    Ich teile diesen Eindruck, möchte dazu aber nur eine grundsätzliche Anmerkung machen. 

    Ich finde es ausserordentlich befremdlich, dass die Rhetorik deutscher Politiker den Geist des Grundgesetzes, unserer Friedensverfassung, vermissen lässt. Etwa wenn davon gesprochen wird, dass «wir» uns im Krieg mit Russ­land befänden, dass Russland immer unser Feind bleibt oder dass die Mittel der Diplomatie nicht geholfen hätten und «wir» jetzt anderweitig Druck auf Russland ausüben müssten. 

    Die Sprache gewährt uns Zugang zum Bewusstsein eines Menschen. Wenn wir uns schon mental im Krieg befinden, sind wir uns dann wirklich über die Konsequenzen einer aktiven Kriegsbeteiligung im Klaren?

    Herr General Kujat, vielen Dank für das Gespräch.
    Interview Thomas Kaiser

    * General a. D. Harald Kujat, geboren am 1. März 1942, war unter anderem Generalinspekteur der Bundeswehr und als Vorsitzender des Nato-Militärausschusses höchster Militär der Nato. Zugleich amtete er als Vorsitzender des Nato-Russland-Rats sowie des Euro-Atlantischen-Partnerschaftsrates der Generalstabschefs. 

    Info: https://zgif.ch/2025/07/28/selenskyj-steht-einer-friedensloesung-im-weg/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    28.08.2025

    Wiederaufleben der Blockfreien Bewegung – geopolitische Niederlage des Westens

    freedert.online, 28 Aug. 2025 06:30 Uhr, Von Alexander Jakowenko

    Die Geostrategien des Globalen Südens lehnen westliche Erfahrungen ab, die vor allem auf Nullsummenspiele und Hegemonien setzen, und bevorzugen eine ausbalancierte Entwicklung für alle. So entstehen Chancen für eine Bewegung Blockfreier Staaten im neuen Gewand.


    Wiederaufleben der Blockfreien Bewegung – geopolitische Niederlage des WestensQuelle: Sputnik © RIA Nowost


    Symbolbild, KI-generiert


    Seit Beginn des Konflikts zwischen dem Westen und Russland in der Ukraine, der kurz vor Beginn der militärischen Sonderoperation Moskaus offen wiederaufflammte und sie so mit auslöste, hat sich die Weltgemeinschaft sichtbar gespalten – in den Westen und die mit ihm verbundenen Staaten einerseits sowie andererseits in den "Globalen Süden" und den "Globalen Osten", die sich für eine weithin als strategische Autonomie interpretierte Politik entschieden haben. Diese Haltung ihrerseits ist eine moderne Interpretation der Blockfreien Bewegung aus Zeiten des Kalten Krieges – und sie hat nach Ansicht westlicher Experten zum größten außenpolitischen Desaster des Westens geführt. Man hatte darauf gesetzt, die internationale Positionierung dieser Länder kontrollieren zu können, sei es durch die UNO oder verschiedene multilaterale Formate, die darauf abzielten, unter Umgehung der Weltorganisation Druck auf Russland auszuüben. Das Kalkül, die Beteiligung der Entwicklungsländer an den Plänen zur globalen Isolation Russlands zu gewinnen, ist nicht aufgegangen.


    Nach Trumps Zolldrohungen: Indien und Russland vereinbaren Vertiefung ihrer Handelsbeziehungen




    Nach Trumps Zolldrohungen: Indien und Russland vereinbaren Vertiefung ihrer Handelsbeziehungen






    Diese Situation offenbarte eine qualitativ neue Kräfteverteilung auf der Weltbühne, die als Multipolarität bezeichnet wird, wohl am deutlichsten. Sie ermutigt keineswegs, in den Konflikten des Westens mit Russland oder China Partei zu ergreifen. Die Länder des Globalen Südens und Ostens fanden sich in einem entspannteren Umfeld wieder, das ihnen erheblichen außenpolitischen Handlungsspielraum bot. Dies schließt für sie die wirtschaftlich gerechtfertigte Notwendigkeit ein, zum Zwecke ihrer eigenen Entwicklung ihre Handels- und sonstigen Beziehungen zu diversifizieren – allein schon, weil der Westen schlicht nicht über die Ressourcen verfügt, um 140 Länder im großen Stil aufzukaufen.

    Und in dieser Lage fiel der Trump-Regierung nichts Besseres ein, als an Brasilien, Indien und Südafrika mittels Zolldruck ein Exempel zu statuieren. Wenn Südafrika mit den neuen Zöllen für seine Teilnahme am BRICS-Staatenverband bestraft wurde, so wurde Brasilien für seine unabhängige Außenpolitik und die angebliche Verfolgung von Trumps Freund J. Bolsonaro bestraft, und Indien für seine Zusammenarbeit mit Russland und insbesondere für seinen Einkauf von Erdöl aus Russland. Diese Politik, die auf alle anderen Länder des Globalen Südens und Ostens hätte überzeugend wirken sollen, scheint wie ein Bumerang zu Washington zurückzukehren:

    Brasiliens Präsident Lula da Silva erteilte Trump öffentlich eine scharfe Abfuhr (dabei gehen immerhin 1,7 Prozent der brasilianischen Exporte an die Vereinigten Staaten).


    Nochmal 90 Tage: Trump verlängert Aufschub bei Strafzöllen auf Importe aus China





    Nochmal 90 Tage: Trump verlängert Aufschub bei Strafzöllen auf Importe aus China






    Indien war durch den unrühmlichen Druck seitens der USA in eine schwierige Lage geraten – in klarem Gegensatz zu China, das bei seiner Reaktion auf ähnlichen Druck Washingtons seine Vorteile bei der Lieferung von Seltenen Erden und daraus hergestellten Magneten nutzte, einschließlich der Verweigerung von Lizenzen für deren Export und der für Washington demütigenden Anforderung, Daten über ihre Endverwendung bereitzustellen (alle diese Metalle haben einen doppelten Verwendungszweck) und Kontrollmechanismen anzulegen, um sicherzustellen, dass westliche Importeure keine Reservevorräte davon anlegen. Doch eben auch Neu-Delhi äußerte sich nicht weniger entschieden: Die indische Seite musste hierfür lediglich darauf hinweisen, dass die USA selbst und ihre europäischen Verbündeten weiterhin Handel mit Russland treiben, einschließlich Öl- und Flüssigerdgaseinkäufe über Drittländer. Und neulich schlug Indiens Außenminister S. Jaishankar vor, dass westliche Länder dann doch bitte einfach kein Erdöl von Indien kaufen sollen.


    "Wenn es Euch nicht gefällt, kauft es nicht" – Indiens Außenminister über Öl-Sekundärzölle




    "Wenn es Euch nicht gefällt, kauft es nicht" – Indiens Außenminister über Öl-Sekundärzölle






    Es ist schwer vorherzusagen, wie dieser Zwist enden wird, aber er veranlasst Indien bereits jetzt, die Kontakte zu Peking zu intensivieren (beim BRICS-Gipfel in Kasan im Oktober 2024 konnten sich beide Seiten auf eine Deeskalation an der Grenze einigen) und sich generell auf die Entwicklung der Zusammenarbeit mit seinen BRICS- und SOZ-Partnern zu konzentrieren (deren Gipfeltreffen Anfang September erfolgreich in China stattfinden wird). So wurde Indien, das mit 6,3 Prozent weltweit führend beim Wirtschaftswachstum ist und verschiedene Formate der Zusammenarbeit mit dem Westen aufrechterhält, darunter den Quadrilateralen Dialog über Sicherheit im Indopazifik unter Beteiligung der Vereinigten Staaten, Japans und Australiens, einer, gelinde gesagt, demütigenden Behandlung unterzogen, aus der man nur eine Schlussfolgerung ziehen kann: Keine Zusammenarbeit mit westlichen Ländern schützt vor dem Einsatz von Druckmitteln, die an die Zeit des Kolonialismus erinnern – und erst recht nicht, wenn man nichts hat, womit man sich schützen kann.

    Tatsächlich ist dies das Zwischen- oder vielleicht sogar das Endergebnis der aktuellen westlichen Politik. Verallgemeinert man den Umgang der USA mit ihren Verbündeten, darunter der EU und der Schweiz mit ihrer Schlüsselposition im Goldhandel, bei der 70 Prozent der Goldbarren der Affinage auf ihrem Territorium entspringen, ist es nicht verwunderlich, dass Vertreter Japans, Südkoreas und sogar Australiens nicht am NATO-Gipfel in Den Haag teilnahmen. Dies spricht Bände über die Aussichten auf eine weitere Runde der "Globalisierung" des Bündnisses.

    Bemerkenswert ist, dass Indien (und alle anderen Länder gleich mit) auf Expertenebene bearbeitet wird, obwohl die indische Politikwissenschaft und die öffentliche Meinung ohnehin schon traditionell für den westlichen Standpunkt empfänglich sind. So veröffentlichte der US-Amerikaner Ashley J. Tellis sein an Neu-Delhi gerichtetes Mentoring-Werk im Magazin Foreign Affairs (Ausgabe Juli-August 2025, Artikel "Indiens falsche Großmachtwahrnehmung") und forderte die indische Regierung auf, sich direkt mit dem Westen zu verbünden und der westlichen globalen Politik anzuschließen. Denn ohne Verbündete gegen die "chinesische Aggression" sei man in der heutigen Zeit dann doch irgendwie aufgeschmissen. S. Payne, ebenfalls eine US-Amerikanerin, diskutiert in der neuesten Ausgabe derselben Zeitschrift für September-Oktober das Konzept der See- und der Kontinentalmächte.


    Blockade der Transportkorridore: Die USA behindern Russland und China im Südkaukasus




    Analyse

    Blockade der Transportkorridore: Die USA behindern Russland und China im Südkaukasus





    Im Artikel "Zu Land oder zu Wasser" versucht sie, die Unterlegenheit der Kontinentalmächte zu beweisen, aber gleichzeitig ihre Vorteile – aufgrund der mangelnden Kontrolle des Westens über die Landverbindungen, sagen wir, in Eurasien. Hier könnte man sehr passend daran erinnern, dass einer der Begründer der westlichen Lehre der Geopolitik, der Engländer H. Mackinder, vor hundert Jahren den Niedergang der atlantischen, also der Seemächte und die Schlüsselbedeutung der Weltinsel oder des "Kernlandes" (heartland), also des eurasischen Kontinents, vorhersagte – eben jenes "Kernlandes", auf dem, wie wir sehen, Russland, China, Indien und andere dort ansässige Länder im Rahmen von BRICS, der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit und anderen regionalen Formaten erfolgreich zusammenarbeiten. Natürlich blieb dabei auch der Appell nicht aus, die angeblichen Vorteile der berüchtigten "regelbasierten Ordnung" zu nutzen – als Garantien für den internationalen Schutz der nationalen Interessen "demokratischer Länder". Frei nach dem Motto "mit uns oder gegen uns – andernfalls kommt unsere Ordnung in der Form des Diktats".

    Interessant ist die erstaunlich feinfühlige Zurückweisung dieser Predigt der Amerikaner durch Indiens eigene Experten für internationale Angelegenheiten. Diese hat eine Bedeutung, die über die rein US-amerikanisch-indischen Beziehungen hinausgeht. Vor allem geht es um Indiens eigenes Verständnis nationaler Interessen und der Souveränität – daher die Notwendigkeit strategischer Autonomie, das Streben zu der glücklicherweise durch die Kontinuität der gesamten außenpolitischen Großstrategie des Landes während seiner unabhängigen Existenz unterstützt wird. Das flexible Indien befindet sich weltpolitisch in einem Übergangsstadium und beabsichtigt jedenfalls nicht, dem Weg westlicher Mächte zu folgen – um dies zu verstehen, muss man nur den zivilisatorischen Faktor der bestehenden Multipolarität berücksichtigen: Die historische, auf Gewalt beruhende Handlungsweise des Westens ist anderen Kulturen und Zivilisationen, einschließlich eben der indischen, zuwider. Indiens internationale Positionierung berücksichtigt auch die zunehmend fragmentierte Beschaffenheit der modernen Weltordnung, die einerseits ein gewisses Maß an außenpolitischer Unsicherheit mit sich bringt, andererseits aber auch ein gewisses Maß an "adaptivem Realismus" belohnt.


    Irans Schlachtplan: Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit als eurasische Anti-NATO




    Meinung

    Irans Schlachtplan: Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit als eurasische Anti-NATO






    Auf praktischer politischer Ebene ist die Schlussfolgerung einfach: Man kann sich nicht allein auf den US-Exportmarkt verlassen – und seien die USA auch einhundertmal ein "Premium-Markt". Und wenn etwa Tokio bereit ist, seine Landwirtschaft für die alliierten Beziehungen zu Washington zu opfern, dann ist Neu-Delhi keineswegs dazu bereit. Und überhaupt ist die Zeit der "exklusiven Beziehungen" – starrer militärisch-politischer Allianzen gegen jemanden und zur Kriegsvorbereitung – vorbei. Darüber hinaus entwerten die USA ihre Verpflichtungen gegenüber ihren Verbündeten merklich und machen sie von Zoll- und anderen Privilegien abhängig.

    Dem sei nur hinzugefügt, dass Washington im Rahmen der politischen Kontakte, die es mit Russland vor Beginn von dessen militärischer Sonderoperation hatte, gegenüber Russland die These von der Erwünschtheit einer russischen "strategischen Unabhängigkeit von China" propagierte. Kurzum: Die Zeiten der Hegemonie der USA und des Westens sind vorbei, aber die anderen sollen – trotz allem und "in ihrem eigenen Interesse"! – gefälligst an der Inszenierung von der Ewigkeit dieser Hegemonie mitwirken.

    Allen ist schon längst alles klar – außer den US-Amerikanern selbst, deren träge Außenpolitik förmlich danach schreit, dass auch sie ihrerseits etwas Anpassungsfähigkeit an die neue Realität zeigen.

    Übersetzt aus dem Russischen. Zuerst erschienen bei RIA Nowosti am 25. August 2025.

    Alexander Jakowenko ist ein russischer Diplomat (Außerordentlicher und Befugter Botschafter Russlands) und Rektor der Diplomatischen Akademie beim Außenministerium der Russischen Föderation. Er war Außerordentlicher und Befugter Botschafter Russlands in Großbritannien, stellvertretender Außenminister sowie Mitglied des Diplomatischen Kollegiums des russischen Außenministeriums.


    Mehr zum ThemaHandelsdeal mit den USA: Wie TTIP – nur schlimmer


    Screenshot_2025_08_28_at_13_32_36_Wiederaufleben_der_Blockfreien_Bewegung_geopolitische_Niederlage_des_Westens_RT_DE

    Video  https://rumble.com/v6xbd40-modi-zu-trumps-zllen-indien-wird-niemals-kompromisse-eingehen-wenn-es-um-se.html Dauer 1:47 Min.


    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/meinung/254277-wiederaufleben-blockfreien-bewegung-geopolitische-niederlage-westen/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    28.08.2025

    Arbeitskräfteimport aus Indien  Deutschland will die Einwanderung indischer Fach- und Pflegekräfte zur Deckung des Arbeitskräftebedarfs weiter steigern und ökonomisch unerwünschte Inder stärker abschieben. Die bisherige Bilanz fällt gemischt aus.

    german-foreign-policy.com, 28. August 2025

    BERLIN/NEW DELHI (Eigener Bericht) – Die Bundesrepublik erzielt bei der Anwerbung indischer Fach- und Pflegekräfte zur Deckung des deutschen Arbeitskräftebedarfs bislang nur eine gemischte Bilanz. Dies geht aus aktuellen Analysen hervor, darunter eine Studie der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP). Demnach ist Deutschland zunehmend auf Drittstaaten wie Indien angewiesen, um seinen Arbeitskräftebedarf etwa in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT-Fächer) sowie in der Pflege zu decken. Trotz gewisser Erfolge sinkt allerdings etwa der Anteil der in Deutschland stark nachgefragten indischen IT-Fachkräfte; zudem erhält die Bundesrepublik zwar eine hohe Zahl von Bewerbungen indischer Studenten, kaum jedoch solcher von Indiens führenden Universitäten. Berlin beklagt sich zudem über eine mangelnde Rücknahme ökonomisch nicht erwünschter indischer Asylbewerber durch New Delhi. Deutlich verstärkt worden ist in den vergangenen Jahren die Anwerbung von Pflegepersonal vor allem aus dem südindischen Bundesstaat Kerala. Diese hat ihre Ursprünge bereits in den 1960er Jahren und trägt zu einem gravierenden Mangel an Pflegepersonal in Indien bei.


    Zitat: Ein „Migrationswunder“

    Die alternde und schrumpfende Bevölkerung der Bundesrepublik stellt eine strategische Herausforderung für die Deckung des Arbeitskräftebedarfs der deutschen Wirtschaft dar. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) kann der Arbeitskräftebedarf bis 2035 nur mit einer jährlichen Nettozuwanderung von 400.000 Arbeitskräften gedeckt werden; allein mit Zuwanderung aus anderen EU-Ländern sei dies nicht zu leisten, heißt es.[1] Mittlerweile ist Indien für die Bundesrepublik zum größten Herkunftsland für qualifizierte Arbeitskräfte und Ausbildungsmigranten geworden, insbesondere in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT-Fächer), bestätigt die neue Studie der SWP.[2] Indien ist darüber hinaus eine wichtige Quelle für dringend benötigtes Pflegepersonal. Angesichts der steigenden geostrategischen Bedeutung des Landes wird die Migration aus Indien auch als geeignetes Instrument zur Stärkung der bilateralen Beziehungen angesehen. Die Zahl der indischen Immigranten steigt seit der Einführung der EU-Blue Card im Jahr 2012 stark an; von 40.000 im Jahr 2005 nahm die Zahl indischer Staatsangehöriger in Deutschland auf rund 280.000 im Jahr 2025 zu.[3] Rund 152.000 von ihnen sind erwerbstätig. Angesichts der geringen Zahl indischer Asylbewerber im Vergleich zur Zahl hochqualifizierter Arbeitskräfte gilt die Einwanderung aus Indien in Berlin als Erfolgsgeschichte, manchen sogar als „Migrationswunder”.


    Die Lücke nutzen

    Um seinen Arbeitskräftebedarf per Immigration zu decken, hat die Bundesrepublik im Jahr 2020 das Fachkräfteeinwanderungsgesetz verabschiedet, das Bürgern von Drittstaaten mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung die Einreise zur Arbeitssuche oder zur Anerkennung ihrer beruflichen Qualifikationen ermöglicht.[4] Speziell mit Indien hat Deutschland im Jahr 2022 ein sogenanntes Migrations- und Mobilitätspartnerschaftsabkommen (MMPA) geschlossen, um die Bedingungen für eine „sichere, geordnete und reguläre Migration“ aus dem Land in die Bundesrepublik zu verbessern.[5] Die Anwerbung indischer Arbeitskräfte erfolgt zu einer Zeit, in der andere Industrieländer den umgekehrten Weg gehen. Australien etwa, wo die Einwanderung indischer Studierender eine bedeutende Rolle spielt, hat die Zahl der Studentenvisa für Inder von 100.000 zwischen Juli 2022 und Juni 2023 auf etwas mehr als 50.000 zwischen Juli 2023 und Juni 2024 halbiert.[6] Kanada und Großbritannien, die beiden anderen traditionellen Zielländer für indische Einwanderer, haben ebenfalls Maßnahmen ergriffen, um die Immigration aus Indien zu reduzieren. Die USA unter der Regierung von Präsident Donald Trump sind sogar so weit gegangen, Inder ohne legalen Aufenthaltsstatus aktiv abzuschieben. Die indische Regierung hat sich in der Hoffnung auf eine Verbesserung der Beziehungen zu den USA bereit erklärt, rund 18.000 Inder zurückzunehmen.[7] Durch die Verringerung der indischen Migration in englischsprachige Länder entsteht eine Lücke, in die die Bundesrepublik vorzupreschen sucht.


    Gemischte Bilanz

    Trotz aller Fortschritte verläuft die Zuwanderung aus Indien nicht zur vollen Zufriedenheit der Bundesrepublik. Berlin ist bemüht, Indiens qualifizierteste Studierende nach Deutschland zu holen. Analysen zeigen jedoch, dass sich kaum Studierende der führenden indischen Universitäten um ein Studium in Deutschland bewerben.[8] Hinzu kommt, dass Indien laut Auffassung der deutschen Regierung auch nach der Unterzeichnung des MMPA zu wenige von denjenigen Indern zurücknimmt, für die die Bundesrepublik ökonomisch keine Verwendung hat. Tatsächlich ist die Zahl der Rücknahmen sogar zurückgegangen. Mittlerweile versucht Berlin, die Abschiebung indischer Asylbewerber zu beschleunigen, indem es Indien zum sicheren Herkunftsland erklärt.[9] Eine zusätzliche Herausforderung stellt die Tatsache dar, dass der Anteil der in Deutschland stark nachgefragten indischen IT-Fachkräfte nicht steigt, sondern schrumpft; die SWP-Studie führt das auf die schwächere wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands zurück.


    „Sanftes Benehmen“

    Deutschland zählt nicht zu den traditionellen Migrationszielen für indische Arbeitskräfte, die seit je englischsprachige Staaten bevorzugen. Während Berlin dennoch seit Jahren versucht, Fachkräfte aus den MINT-Fächern anzuwerben, hat sich die Hinwendung der Bundesrepublik zu Indien vor allem vor dem Hintergrund eines gravierenden Mangels an Pflegekräften vollzogen. Laut dem Statistischen Bundesamt fehlen in Deutschland zwischen 250.000 und 690.000 Pflegekräfte.[10] Während Berlin bei der Anwerbung entsprechenden Personals lange Zeit südeuropäische Länder wie Spanien, Griechenland und Italien favorisierte, hat es sich nun stärker Indien zugewandt, um seinen Bedarf an Pflegepersonal zu decken. In geringerem Umfang geschah dies erstmals in den 1960er Jahren, als der südindische Bundesstaat Kerala das Interesse der Bundesrepublik weckte. Christliche Pflegekräfte aus Kerala hätten aufgrund ihres „sanften Benehmens” und ihrer „christlichen Werte” als gut geeignet gegolten, heißt es; damals hätten sich Kirchenvertreter aus Kerala und der Bundesrepublik zusammengetan, um eine „Massenproduktion” von Pflegekräften zu initiieren.[11] Kerala begann in der Tat, seine Pflegekräfte in mehrere europäische Länder zu exportieren. Als sich die Personalkrise in Deutschland in den vergangenen Jahren verschärfte, unterzeichnete die deutsche Bundesagentur für Arbeit 2021 eine formelle Vereinbarung mit Kerala über die Anwerbung von Pflegekräften. Erleichtert wird dies durch die hohe Übereinstimmung der Ausbildungsprogramme für Pflegekräfte in beiden Ländern.


    Schwerwiegende Folgen

    Der massive Export von Pflegepersonal hat allerdings schwerwiegende Folgen für Indien. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt mindestens vier Krankenschwestern und Hebammen pro 1.000 Einwohner.[12] Eine aktuelle Studie schätzt jedoch, dass in Indien nur 0,6 Krankenschwestern und Hebammen pro 1.000 Einwohner zur Verfügung stehen; es fehlen rund 4,3 Millionen Pflegekräfte. Dies liegt daran, dass von den insgesamt 3,26 Millionen in Indien ausgebildeten Pflegekräften nur 1,4 Millionen tatsächlich in ihrem Beruf arbeiten.[13] Die Ausbildung zur Krankenschwester ist in Indien mit durchschnittlich 7.000 bis 9.300 Euro für das gesamte Ausbildungsprogramm recht teuer, wobei diese Kosten durch Erwerbsarbeit in Indien nicht wieder hereingeholt werden können.[14] Der Mindestlohn für eine Krankenschwester im Bundesstaat Kerala lag 2017 bei monatlich rund 195 Euro; Berichten zufolge erhalten Krankenschwestern jedoch nur 58 Euro pro Monat und sind ausbeuterischen Arbeitsbedingungen ausgesetzt. Die niedrigen Gehälter in Verbindung mit miserablen Arbeitsbedingungen führen dazu, dass die qualifizierten Krankenschwestern mehrheitlich ihren Beruf nicht ausüben wollen oder in europäische Länder abwandern, wo sie allerdings ebenfalls prekären Arbeitsbedingungen und langen Schichten ausgesetzt sind. Viele müssen sogar, um nach Europa zu gelangen, hohe Schulden bei Vermittlungsagenturen aufnehmen, an die sie deshalb lange Zeit gekettet sind.

     

    [1] Deutschland braucht 400.000 Migranten pro Jahr. dw.com 23.08.2021.

    [2] David Kipp: Migrationswunder Indien? Chancen und Herausforderungen der indischen Migration nach Deutschland. SWP-Studie 2025/S 12. Berlin, 01.08.2025.

    [3] Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Indische Staatsangehörige in Deutschland (Stichtag 31.1.2025).

    [4] Ausländische Fachkräfte gewinnen. integrationsbeauftragte.de.

    [5] David Kipp: Migrationswunder Indien? Chancen und Herausforderungen der indischen Migration nach Deutschland. SWP-Studie 2025/S 12. Berlin, 01.08.2025.

    [6] Australian Government, Department of Home Affairs: Australia’s Migration Trends, 2023-24.

    [7] Hannah Ellis-Petersen: Modi’s government planning to repatriate 18,000 Indians living in US illegally. theguardian.com 21.01.2025.

    [8] David Kipp: Migrationswunder Indien? Chancen und Herausforderungen der indischen Migration nach Deutschland. SWP-Studie 2025/S 12. Berlin, 01.08.2025.

    [9] Bundesregierung will Staaten künftig eigenständig zu sicheren Herkunftsländern erklären. deutschlandfunk.de 06.06.2025.

    [10] Bis 2049 werden voraussichtlich mindestens 280.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt. destatis.de 24.01.2024.

    [11] Lys Kulamadayil: Helfende Hände. ipg-journal.de 12.01.2022.

    [12] Chandani Thakur, Neerja Sood: Nursing Shortage in India: Are There Solutions for Policymakers? journals.lww.com 2025.

    [13] Anup Karan, Himanshu Negandhi, Suhaib Hussain, Tomas Zapata, Dilip Mairembam, Hilde De Graeve, James Buchan, Sanjay Zodpey: Size, composition and distribution of health workforce in India: why, and where to invest? human-resources-health.biomedcentral.com 22.03.2021.

    [14] Lys Kulamadayil: Helfende Hände. ipg-journal.de 12.01.2022.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10092


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    28.08.2025

    Heißer Herbst hoch drei, Merz wählt Moldawien & Polen rückt von Ukraine ab

    lostineu.eu, 28. August 2025

    Die Watchlist EUropa vom 28. August 2025 – Heute mit News und Updates zur Krise in Brüssel, Berlin und Paris, einem Besuch im Armenhaus Europas und Spannungen zwischen Warschau und Kiew.

    +++ Dieser Newsletter wird von seinen Lesern finanziert. Bitte helfen Sie uns – Mitglied bei STEADY werden und gleich hinter der Paywall weiterlesen +++

    Mit Vollgas in die Krise – so lässt sich die Lage der EU nach der Sommerpause beschreiben. Nach dem verkorksten Handelsdeal mit US-Präsident Trump herrscht dicke Luft in Brüssel – aber nicht nur dort. Auch in Berlin und Paris stehen die Zeichen auf Sturm. EUropa steht ein heißer Herbst bevor.

    • Brüssel: Das Europaparlament droht, den Handelsdeal mit Trump platzen zu lassen. Auch die Wirtschaft meutert gegen die EU-Kommission – nicht nur wegen des Trump-Deals, sondern auch wegen der Klimapolitik. Die Autolobby fordert sogar eine Abkehr von den CO2-Vorgaben – ein Tabubruch!
    • Berlin: Kanzler Merz droht seinem Koalitionspartner SPD. Der CDU-Chef fordert einen “Herbst der Reformen”, bei dem es ans Eingemachte gehen soll. Der Sozialstaat sei nicht mehr “nachhaltig”, behauptet Merz. Doch die SPD sträubt sich, die “kleine Koalition der letzten Chance” strauchelt.
    • Paris: Premier Bayrou will die Vertrauensfrage stellen. Präsident Macron hat sich zwar hinter ihn gestellt, doch die Abstimmung ist kaum zu gewinnen, neben einer Regierungs- droht Frankreich auch auch eine Regimekrise. Derweil geht an der Börse die Angst vor einer Finanzkrise um…

    Jetzt kommt die große Abrechnung

    Das Ergebnis: Der “deutsch-französische Motor”, den Merz wiederbeleben wollte, stottert mehr denn je. Und das nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Außen- und Sicherheitspolitik. Der deutsch-französische Ministerrat am 29. August in Toulon dürfte daran nicht viel ändern.

    Auch zwischen Paris und Brüssel herrscht dicke Luft. Nach der Pleite beim US- Handelsdeal will von der Leyen das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten durchdrücken – gegen den erklärten Willen Frankreichs. Macron ist auch sauer, weil die französischen Winzer mit hohen US-Zöllen belegt werden.

    Nicht einmal zwischen Brüssel und Berlin läuft es rund. Merz wollte von der Leyen stärken und noch mehr auf seine deutsche Agenda verpflichten. Doch nun ist sie eine EU-Chefin auf Abruf; nicht zufällig kommen die Gerüchte über ihren möglichen Abgang aus Brüssel aus der deutschen Hauptstadt…

    Meine Einschätzung: Auf die EU kommen harte Zeiten zu. Sie hat sich US-Präsident Trump untergeordnet und muß dafür nun die Zeche zahlen. Die Krisen in Berlin und Paris sind direkt auf die übermäßigen Rüstungsausgaben und die übertriebenen Sparvorgaben aus Brüssel zurückzuführen. Doch niemand will die Verantwortung übernehmen. Bayrou ist nur ein Bauernopfer – wenn er stürzt, könnte das eine Lawine auslösen, nicht nur in Paris...

    Siehe auch Gerüchteküche: Wird von der Leyen nach Berlin weggelobt?

    News & Updates

    • Merz mischt sich in Wahl in Moldawien ein. Kanzler Merz, Präsident Macron und Regierungschef Tusk sind als Wahlhelfer nach Moldau gereist. Im ärmsten und wohl auch korruptesten Land Europas haben sie das tief gespaltene Volk aufgerufen, bei der Parlamentswahl am 28. September für Europa und den geplanten EU-Beitritt zu stimmen. Präsidentin Sandu sprach von der “letzten Schlacht”. Ein Referendum war zuvor nur dank ausländischer Hilfe gewonnen worden… – Ausländische Einmischung ist offenbar völlig okay, wenn sie aus Berlin oder Brüssel kommt…
    • Deutschland blockt UN-Untersuchung zu Nordstream ab. Bei einer Uno-Debatte zum Nord-Stream-Anschlag hat sich Deutschland gegen eine internationale Untersuchung ausgesprochen und dabei auf die Ermittlungen durch deutsche Behörden verwiesen. Deutschland reagierte damit auf russische Forderungen und lehnt eine Veröffentlichung von Zwischenergebnissen weiterhin ab, da dies den Ermittlungserfolg gefährden könne. – Nach einem neuen Bericht der “Zeit” gibt es Hinweise auf staatliche ukrainische Beteiligung. Deckt Berlin die Regierung in Kiew??
    • Offener Brief zu Gaza setzt Außenminister unter Druck. Kurz vor einem informellen Treffen der EU-Außenminister in Kopenhagen haben sich 209 ehemalige EU-Botschafter und -Beamte für Sanktionen gegen Israel ausgesprochen. Es sei enttäuschend, dass die EU immer noch nicht tätig geworden sei, heißt es in dem Schreiben. Nun sei “real leadership” gefragt; z.b. durch Aussetzung der Waffenlieferungen. – Von der Außenbeauftragten Kallas, die das Treffen in Kopenhagen leitet, ist da nicht viel zu erwarten…

    Das Letzte

    Polen rückt von der Ukraine ab. Die EU steht wie ein Mann hinter der Ukraine – diesen Eindruck wollten Merz & Co. bei der Trump-Show im Weißen Haus vermitteln. Doch das stimmt nicht. Nicht nur Ungarn und die Slowakei sind ausgeschert. Nun fällt auch Polen aus. Die Regierung in Warschau streitet nicht nur um Sozialhilfe für die ukrainischen Flüchtlinge – Präsident Nawrocki hat ihre Verlängerung blockiert. Polen hat auch die kriegswichtige Starlink-Finanzierung gestoppt – und die Unterstützung für einen schnellen EU-Beitritt entzogen. Der Grund ist die Verherrlichung des ukrainischen Kriegsverbrechers Bandera und Streit über die Wolhynien-Massaker. “Ukraine has no chance of joining EU until Volyn massacre issue is resolved”, sagte Vizepremier Kosiniak-Kamysz. Daraufhin kamen wilde Drohungen aus Kiew…

    Mehr Newsletter hierAbonnement hier – jetzt zum Vorzugspreis: Schnupperabo für nur 4 Euro im Monat – sieben Tage gratis testen!

    ‹ Neues vom Wirtschaftskrieg (277): Trump plant Energiedeal mit Putin

    2 Comments

    1. Martin Reeckmann
      28. August 2025 @ 09:02

      Wie von mir erwartet bringt der Sommer 2025 die Entscheidung: Nachdem der Westen den Ukraine-Krieg mit Russland verloren hat, beginnt im Lager des Westens der interne Kannibalismus. Wie von mir bereits im März 2022 prognostiziert, reichen die USA (auf Trump kommt es da gar nicht an) möglichst viele Kosten der verzockten Wette an EUropa weiter. Dort hat der Club der transatlantischen Idioten bis zuletzt an Bündnistreue und Endsieg geglaubt, obwohl hinlänglich bekannt ist, wie das mit den USA als Freund so läuft … Wir können jetzt zugucken, wie das politische Personal vollends versagt und sich die Wunden leckt (die besonders lauten Pfeifen treten beleidigt ab, s. Habeck, und die Sparkassendirektoren, s. Merz, kündigen Reformen an). Jetzt geht es (auch wirtschaftlich) noch weiter bergab bis zum Ende der Talsohle – bis zur völligen Schleifung des Sozialstaats vergeht noch einige Zeit.
      Aber halt, nein: die Zeit vergeht nicht, die ist immer da, aber EUropa …

    Antworten

  • Guido B.
    28. August 2025 @ 08:59

    Schön, wenn sich diese aufgeblasenen Nichtsnutze gegenseitig in der Sonne stehen und das Schmierentheater endlich zum Schlussakt übergeht!

    Antworten

  • Was sagen Sie dazu?

    Info: https://lostineu.eu/krise-im-kern-merz-umwirbt-moldawien-und-polen-rueckt-von-der-ukraine-ab/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 



    Neues vom Wirtschaftskrieg (277): Trump plant Energiedeal mit Putin


    lostineu.eu, vom 27. August 2025

    Deutsche Wirtschaft klagt über EU-Deal mit Trump. Die USA eskalieren den Handelsstreit mit Indien. Und Trump plant Energiedeal mit Putin – während die EU neue Sanktionen vorbereitet.

    • Trump plant Energiedeal mit Putin. US and Russian officials quietly discussed potential energy deals earlier this month, while holding talks aimed at ending the war in Ukraine. Possible arrangements were presented as incentives for Moscow to consider peace terms and for Washington to ease sanctions, according to anonymous sources cited by Reuters on Tuesday evening (26 August). The talks touched on whether ExxonMobil could return to the Sakhalin-1 oil and gas project on an Island east of Russia, after having exited in 2022 when its €4bn stake was seized by the Kremlin. Officials also examined the prospect of Russia buying US equipment for liquefied natural gas (LNG) projects that remain under Western sanctions, including


    Anfang dieses Monats haben US-amerikanische und russische Regierungsvertreter hinter verschlossenen Türen über mögliche Energieabkommen diskutiert, während sie gleichzeitig Gespräche zur Beendigung des Krieges in der Ukraine führten. Mögliche Vereinbarungen wurden als Anreize für Moskau, Friedensbedingungen in Betracht zu ziehen, und für Washington, Sanktionen zu lockern, präsentiert, wie aus anonymen Quellen hervorgeht, die Reuters am Dienstagabend (26. August) zitierte. Bei den Gesprächen ging es unter anderem um die Frage, ob ExxonMobil wieder in das Öl- und Gasprojekt Sachalin-1 auf einer Insel östlich von Russland einsteigen könnte, nachdem das Unternehmen 2022 ausgestiegen war, als seine Anteile im Wert von 4 Milliarden Euro vom Kreml beschlagnahmt wurden. Die Beamten prüften auch die Möglichkeit, dass Russland US-Ausrüstung für Flüssigerdgasprojekte (LNG) kauft, die weiterhin unter westlichen Sanktionen stehen, darunter
    Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

    •  Arctic LNG 2. (EU Observer) – Derweil plant die EU neue Sanktionen, die vor allem den russischen Energiesektor treffen sollen – das nächste Eigentor…
    • USA eskalieren Handelsstreit mit Indien. Die von US-Präsident Trump angekündigte Verdopplung der Zölle auf indische Waren ist in Kraft getreten. Das bestätigte der Handelsberater des Weißen Hauses Peter Navarro. Damit eskaliert der Handelsstreit zwischen den beiden Ländern. Ein neuer Strafzoll von 25 Prozent, der wegen indischer Öl-Käufe von Russland verhängt wurde, kommt nun zu einem bereits bestehenden Zoll von 25 Prozent hinzu. Damit steigen die Abgaben für Waren wie Kleidung, Edelsteine, Schmuck, Schuhe, Sportartikel, Möbel und Chemikalien auf bis zu 50 Prozent. Dies ist einer der höchsten Zollsätze, den die USA erheben. (Reuters) – Der Zollhammer zeigt, wie zynisch Trump agiert: Während er selbst mit Russland über einen Deal verhandelt, will er andere für Russland-Geschäfte strafen.
    • Wirtschaft klagt über EU-Deal mit Trump. In der deutschen Wirtschaft macht sich zunehmend Unzufriedenheit mit dem Handelsabkommen mit den USA breit. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) machte in einem Brief an EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen deutllich, dass es mittlerweile um die Existenz vieler Betriebe gehe. In einer Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) hieß es zudem, es gebe weiter viele Unwägbarkeiten und Unsicherheiten, die “Gift im US-Geschäft” seien. Unternehmen empfänden die bisher erzielten Einigungen demnach überwiegend als Belastung. (Reuters) – Die EU hätte noch die Möglichkeit, den Deal aufzuhalten – zumal Trump schon wieder mit neuen Zöllen droht. Doch das traut sich VDL nicht…

    Mehr zum Wirtschaftskrieg hier

    ‹ Trump droht wieder, von der Leyen kneift wieder › Heißer Herbst hoch drei, Merz wählt Moldawien & Polen rückt von Ukraine ab

    5 Comments

    1. Thomas Damrau
      28. August 2025 @ 08:56

      Die Zeichen stehen auf De-Globalisierung – schon seit einiger Zeit. Sowohl die EU-Kommission als auch die deutsche Regierung ignorieren dies und versuchen krampfhaft, durch Zugeständnisse an Trump den Status Quo zumindest teilweise zu retten.
      Immer noch träumt man vom neokolonialen Wirtschaftsmodell:
      — billige Rohstoffe (einschließlich Fachkräften) aus dem Globalen Süden
      — global verteilte Produktionsketten mit immensem logistischen Aufwand (CO2-Ausstoß)
      — aggressive Exportpolitik, abgesichert durch Freihandelsabkommen, mit erneutem logistischen Aufwand
      — Abschöpfung des Profits durch europäische Konzerne
      — Der dabei entstehende Müll (einschließlich CO2) wird großzügig über die Welt verteilt.

      Dieses Modell wird in den nächsten Jahren nicht mehr funktionieren:
      — MAGA-Trump möchte den Geldabfluss Richtung EU reduzieren.
      — Die EU selbst möchte mit Russland keinen Handel mehr treiben und mit China nur eingeschränkt.
      — Für den Globalen Süden ist China oft der attraktivere Partner.
      — Die von der EU dem Rest der Welt empfohlene Austeritätspolitik sorgt für knappe Kassen in vielen Ländern.

      Und was macht Friedrich der Große in dieser Situation? Er zieht den neoliberalen Katechismus heraus (https://redfirefrog.wordpress.com/2025/01/14/das-progressiv-8-analyse-neoliberalismus/), möchte die Wettbewerbsfähigkeit stärken (auf Kosten des sozialen Friedens und der Umwelt) und hofft, dass die deutschen Unternehmen, wenn man ihnen mehr Geld lässt, dieses Geld für Investitionen nutzen werden.

      Die dadurch beschleunigte Umverteilung von unten nach oben wird jedoch die deutsche Massenkaufkraft schwächen – pures Gift in Zeiten der De-Globalisierung. Um das zu erkennen, müsste unser Friedrich etwas mehr Ahnung von Wirtschaft haben als das schlichte neoliberale Glaubensbekenntnis „Wenn wir nur günstig genug anbieten, wird sich die Nachfrage von selbst einstellen.“

    Antworten

  • palman
    27. August 2025 @ 19:10

    … und wegen “Zölle auf Kleidung aus Indien” nur ganz kurz (!?!): – die Abgaben auf die importierten WAREN müssen allein “Importeur/euse” berappen !!??!! – bezieht sich also auf den “EINFUHR-Preis” !?! – und jetzt aber nicht vom Glauben abfallen – der bewegt sich im Schnitt so um die “DREI” USD/Euronen !?! – folglich “verteuern” >1 0 0< (!!!) Prozent Zoll den Preis auf “SECHS” !?! – und je nach MARKEN-Namen geht die “Chose” zwischen “20-40-60” >T A C K E N< über die Theke / HausTür an den Verb-RAUCHER !!??!! – evtl. müssen “EinFührer/in” wohl bald “SOZIAL-Hilfe” beantragen ??!!?? ????

    P. S.: – “Die U.S.A. brauchen Zölle zum Überleben” (!!!) – so neulich auf “anderweltonline.com” von Peter Haisenko zu lesen

    Antworten

  • Arthur Dent
    27. August 2025 @ 15:14

    Warum hat man sich wohl in Alaska getroffen? Es ging um die Arktis und Rohstoffe.
    Amerika first, nicht Indien!
    Und deutsche Industrie glaubt ein gottgegenenes Recht auf Exportüberschüsse zu haben.

    So viele Irrtümer

    Antworten

  • KK
    27. August 2025 @ 14:18

    “Die EU hätte noch die Möglichkeit, den Deal aufzuhalten – zumal Trump schon wieder mit neuen Zöllen droht.”

    Diese neuerliche Drohung wäre ein Grund, sämtliche Deals mit den USA aufzukündigen und selbst die harten Bandagen auszupacken! Ansonsten macht man sich nicht nur lächerlich, sondern liefert sich, seine Bürger und Wirtschaft völlig einem skrupellosen Mafiapaten aus.

    Wenn es um Verlässlichkeit geht, standen sich die EUropäer mit Putins Russland erheblich besser als mit Trumps Amerika, von dem man in allen Belangen immer abhängiger wird!
    Und wenn die Demokraten in den USA dran sind, sprengen sie mit Ansage unsere Infrastruktur weg, ob nun selbst oder durch Dritte – auch nicht besser!

    Antworten

    • Michael
      28. August 2025 @ 09:29

      Was wären denn „harte Bandagen“ welche die EU auspacken könnte!?

      Antworten

  • Was sagen Sie dazu?

    Info: https://lostineu.eu/neues-vom-wirtschaftskrieg-277-trump-plant-energiedeal-mit-putin/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse

    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


    28.08.2025

    Nachrichten von Pressenza: »Deutschland riecht für mich vegetarisch«

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 28. August 2025, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 28.08.2025


    »Deutschland riecht für mich vegetarisch«


    Nyima Jadama kam als Journalistin vor zehn Jahren aus Gambia nach Deutschland. Zu Beginn kämpfte sie darum, einen Deutschkurs besuchen zu dürfen. Heute studiert Nyima in Berlin Medien- und Kommunikationswissenschaft. Zehn Jahre ist es her, dass du nach Deutschland gekommen&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/08/deutschland-riecht-fuer-mich-vegetarisch/


     -----------------------


    »Mr. Präsident Death«


    US-Präsident Trump  hat angekündigt, in der Hauptstadt Washington künftig die Todesstrafe anzuwenden, wenn dort ein Mord begangen wird. Es handele sich um eine »sehr starke Präventivmaßnahme«. Donald Trump hat angekündigt, in der Hauptstadt Washington künftig für Morde die Todesstrafe anzustreben. &#8222;Wenn jemand in&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/08/mr-praesident-death/


     -----------------------


    Klang der Hoffnung – Friedens-Singen bewegt Bern


    Am 24. August 2024 verwandelte sich der Berner Münsterplatz in ein Meer aus Stimmen, Klängen und Bambus-Wedeln. Rund 800 bis 900 Menschen folgten der Einladung zum ersten Friedens-Singen „Wind des Wandels“ – einem offenen, inklusiven Mitsing-Anlass unter freiem Himmel, der&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/08/klang-der-hoffnung-friedens-singen-bewegt-bern/


     -----------------------


    Massiver Angriff auf Rettungsschiff Ocean Viking im Mittelmeer


    Am 24. August kam es im Mittelmeer zu einem erschütternden Zwischenfall: Das Rettungsschiff Ocean Viking der zivilen Seenotrettungsorganisation SOS Méditerranée wurde in internationalen Gewässern von der sogenannten libyschen Küstenwache über 20 Minuten lang massiv beschossen. Hunderte Projektile schlugen auf der&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/08/massiver-angriff-auf-rettungsschiff-ocean-viking-im-mittelmeer/


     -----------------------


    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.08.2025

    Angesichts der Fed-Skandale: Trumps Entscheidung gegen Cook ist notwendig

    freedert.online, 27 Aug. 2025 22:09 Uhr, Von Hans-Ueli Läppli

    Von Insider-Trades bis Hypotheken-Tricksereien – Amerikas Notenbank steckt seit Jahren tief im Korruptionssumpf. Systemmedien übergehen diese Skandale und stellen Donald Trump als Angreifer der Unabhängigkeit der Fed dar. Marktbeobachter erinnern jedoch daran, dass diese selbst ihre Glaubwürdigkeit verspielt hat.


    Quelle: Gettyimages.ru © Drew Angerer


    Lisa Cook fällt über Hypotheken-Vorwürfe


    Die amerikanische Notenbank, die Federal Reserve, gibt sich gern als Hort der Unabhängigkeit und Seriosität.

    Doch in den vergangenen Jahren wurde sie immer wieder von Skandalen erschüttert, die ihr Ansehen massiv beschädigt haben.


    Jerome Powell beugt sich Trump – und verliert seine Unabhängigkeit





    Meinung

    Jerome Powell beugt sich Trump – und verliert seine Unabhängigkeit





    2021 musste der Präsident der Dallas Fed, Robert Kaplan, wegen auffälliger Wertpapiergeschäfte zurücktreten.

    Im selben Jahr erwischte es den Bostoner Fed-Präsidenten Eric Rosengren, ebenfalls wegen dubioser Trades.

    Ein Jahr später folgte der Rücktritt von Vizepräsident Richard Clarida – wieder wegen zweifelhafter Finanztransaktionen. Statt Transparenz und Integrität herrschte zu oft das Prinzip Selbstbedienung.

    In diese Reihe fügt sich nun der Fall von Gouverneurin Lisa Cook ein.

    Ihr wird vorgeworfen, Hypothekendokumente manipuliert zu haben, um günstigere Kredite zu erhalten. Ob die Gerichte die Entlassung letztlich bestätigen oder nicht – allein der Verdacht wiegt schwer genug, um das Vertrauen in die Institution weiter zu untergraben.


    Korruption in der Notenbank: Trump zieht die KonsequenzKen Cedeno-Pool/ / Gettyimages.ru



    Cook wehrt sich zwar und hat sich mit Hunter Bidens Anwalt in Stellung gebracht. Doch schon diese Wahl zeigt, wie eng die Verbindungen zwischen politischem Establishment und Notenbank sind.


    Ukraine-Krieg als Geschäft - Die neuen Reichen aus Kiew in der Schweiz





    Ukraine-Krieg als Geschäft - Die neuen Reichen aus Kiew in der Schweiz






    Donald Trump hat deshalb gehandelt, wo andere Präsidenten weggeschaut hätten. Er entließ Cook und stellte klar, dass in der Federal Reserve kein Platz für persönliche Bereicherung, Täuschung und Seilschaften ist.

    Seine Botschaft lautet, dass eine Institution, die über Zinsen, Geldmengen und die Stabilität des Dollars entscheidet, frei von Korruption sein muss. Und wenn sich dort Funktionäre einnisten, die dieses Vertrauen verspielen, braucht es einen Präsidenten, der bereit ist, sie vor die Tür zu setzen.

    Die Kritik, Trump gefährde die Unabhängigkeit der Fed, greift zu kurz. In Wahrheit verteidigt er sie, indem er korrupte Elemente entfernt.

    Denn was ist unabhängiger: eine Notenbank, die von zweifelhaften Figuren unterwandert ist, oder eine, die sich auf integre Persönlichkeiten stützt?

    Trump setzt damit seine Linie konsequent fort: Er präsentiert sich als Aufräumer in einem System, das sich zu lange selbst geschützt hat.

    Die Federal Reserve war in den vergangenen Jahren mehr ein Club für Insidergeschäfte als eine verlässliche Hüterin der Stabilität.

    Mit der Entlassung von Lisa Cook rückt Trump das Bild zurecht – und zeigt, dass die Fed nicht länger ein geschütztes Biotop für fragwürdige Karrieren bleibt, sondern eine Institution, die dem amerikanischen Volk dient.


    Mehr zum Thema – Ursula-Gate: Warum auch hochkorruptes Verhalten der EU-Kommissionspräsidentin nicht schadet


    Screenshot_2025_08_28_at_13_17_47_Angesichts_der_Fed_Skandale_Trumps_Entscheidung_gegen_Cook_ist_notwendig_RT_DE

    Video https://rumble.com/v6t0uz5-friedrich-prner-zu-einsicht-in-pfizer-vertrge-mir-wurde-geraten-die-finger-.html Dauer 5:33 Min.


    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/meinung/254351-trumps-entscheidung-gegen-cook-ist/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    Trump fordert strafrechtliche Verfolgung von Soros


    freedert.online, 27 Aug. 2025 21:47 Uhr

    US-Präsident Donald Trump hat den Milliardär George Soros beschuldigt, durch die Unterstützung gewalttätiger Proteste zu versuchen, die Vereinigten Staaten "auseinanderzureißen". Trump fordert nun, den ungarisch-amerikanischen Investor strafrechtlich zu verfolgen.


    Quelle: Gettyimages.ru © Chip Somodevilla


    US-Präsident Donald Trump


    US-Präsident Donald Trump hat gefordert, den Milliardär George Soros und seinen "linksradikalen" Sohn wegen ihrer "Unterstützung gewalttätiger Proteste und vieler weiterer Angelegenheiten in den gesamten Vereinigten Staaten von Amerika" strafrechtlich zu verfolgen.

    Der ungarisch-amerikanische Investor unterstützt seit Langem verschiedene Bürgerbewegungen durch seine NGOs und wurde wiederholt mit Protesten in den USA und anderen Ländern in Verbindung gebracht.

    In einem Posting auf seinem Truth Social-Konto forderte Trump am Mittwoch, dass Soros und sein Sohn Alexander nach dem Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act (RICO) ‒ einem US-Bundesgesetz, das üblicherweise zur Anklage von Mitgliedern krimineller Gruppen verwendet wird ‒ verfolgt werden sollten.


    Die Maschine für Farbrevolutionen zerbricht





    Meinung

    Die Maschine für Farbrevolutionen zerbricht






    Die Unterstützung der Soros-Familie für "gewalttätige Proteste" und andere Aktionen in den USA sei ein Grund für eine solche Anklage, behauptete Trump und erklärte, dass es dem Milliardär nicht länger erlaubt sei, "Amerika auseinanderzureißen". Er fügte hinzu, dass der Spekulant und seine "Gruppe von Psychopathen" und "verrückten Westküstenfreunden" den USA "großen Schaden" zugefügt hätten.

    Trump erklärte zwar nicht, auf welche "gewalttätigen Proteste" er sich bezog, doch seine Äußerungen erfolgten im Zuge der Großdemonstrationen in diesem Sommer.

    Im Juni eskalierten die Proteste gegen Razzien der Einwanderungsbehörde in Los Angeles in Form von Ausschreitungen, Plünderungen und Brandstiftung sowie Zusammenstößen mit der Polizei, was zu Hunderten von Verhaftungen und dem Einsatz tausender Soldaten der Nationalgarde führte.

    Die von Soros gegründeten Open Society Foundations (OSF) haben auch Bürgerrechts- und Aktivistengruppen in den USA finanziert, darunter Organisationen, die an Black Lives Matter und anderen Protestbewegungen beteiligt sind, von denen einige mit Gewalt in Verbindung gebracht wurden.

    Soros' Name ist kürzlich auch im Zusammenhang mit der "Russiagate"-Verleumdungskampagne 2016 wieder aufgetaucht. Anfang dieses Monats veröffentlichte der Justizausschuss des US-Senats einen Bericht, in dem behauptet wird, die OSF hätten Verbindungen zu den Bemühungen der Clinton-Kampagne, die inzwischen entlarvten Behauptungen über geheime Absprachen zwischen Trump und Russland weiter zu verbreiten.


    Mehr zum Thema - Das Ende von USAID: Des einen "Soft Power" ist des anderen "hybrider Krieg"


    Screenshot_2025_08_28_at_13_24_21_Trump_fordert_strafrechtliche_Verfolgung_von_Soros_RT_DE

    Audio https://mcdn.podbean.com/mf/download/zseifj4bzyq43kr2/Das_Ende_von_USAID_Des_einen_Soft_Power_ist_des_anderen_hybrider_Krieg5zo4s.mp3 Dauer  Min.


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/international/254463-trump-fordert-strafrechtliche-verfolgung-von/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.08.2025

    Antwort auf Netanjahu-Brief: Macron beharrt auf Gründung eines Palästinenserstaates

    freedert.online, 27 Aug. 2025 21:19 Uhr

    Nach Macrons Versprechen, den Staat Palästina anzuerkennen, sieht Netanjahu einen "besorgniserregenden Anstieg des Antisemitismus" in Frankreich. Macron weist dies zurück und bezeichnet die Gründung eines Palästinenserstaates als notwendigen Weg zu Israels Sicherheit.


    Quelle: Gettyimages.ru © Antoine Gyori/Corbis


    Archivbild: Emmanuel Macron und Benjamin Netanjahu


    In einem Brief an Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat Frankreichs Präsident Emanuel Macron erklärt, dass die Forderung nach der Gründung eines unabhängigen palästinensischen Staates nicht zu einem Anstieg des Antisemitismus führen werde. Er sei vielmehr der Ansicht, dass dies der "notwendige" Weg zu mehr Sicherheit sowohl für Israel als auch für Europa sei. Auszüge aus dem Brief wurden von der New York Times und Le Monde veröffentlicht.


    "Gaza wird jüdisch sein": USA und Israel warnen Frankreich vor Anerkennung von Palästina-Staat





    "Gaza wird jüdisch sein": USA und Israel warnen Frankreich vor Anerkennung von Palästina-Staat





    Die Überzeugung der europäischen Länder, dass das palästinensische Volk einen eigenen Staat verdiene, "basiert auf dem Glauben, dass ein dauerhafter Frieden für die Sicherheit des Staates Israel notwendig ist", schrieb der französische Staatschef.

    Macrons Brief war die Antwort auf eine Botschaft Netanjahus, in der dieser seine Besorgnis über den "besorgniserregenden Anstieg des Antisemitismus in Frankreich" und das "Fehlen von Gegenmaßnahmen seitens der Regierung" zum Ausdruck gebracht hatte. Er kritisierte Macron auch für seinen Aufruf zur Gründung eines palästinensischen Staates, der "Öl ins Feuer des Antisemitismus gießt". Der französische Staatschef entgegnete:

    "Der Kampf gegen Antisemitismus darf nicht zu einer Waffe werden und zu Zwietracht zwischen Israel und Frankreich führen."

    Macron bezeichnete die Angriffe auf Juden in Frankreich als abscheulich und fügte hinzu, dass er die Bekämpfung solcher Vorfälle zu einer "absoluten Priorität" gemacht habe.

    Bereits im Juli dieses Jahres hatte Macron angekündigt, dass Frankreich den Staat Palästina im September auf einer Sitzung der UN-Generalversammlung offiziell anerkennen werde. Daraufhin erklärte der britische Premierminister Keir Starmer, dass sein Land den Palästinenserstaat ebenfalls anerkennen werde, wenn Israel der "schrecklichen Situation in Gaza" kein Ende setze. Die gleiche Bereitschaft bekundeten Kanada und Australien.


    Mehr zum ThemaHungerkatastrophe in Gaza: EU-Kommission schlägt Maßnahme gegen Israel vor


    Screenshot_2025_08_28_at_13_09_04_Antwort_auf_Netanjahu_Brief_Macron_beharrt_auf_Gr_ndung_eines_Pal_stinenserstaates_RT_DE

    Video https://rumble.com/v6wvqjc-merz-bundesregierung-plant-kurzfristig-keine-anerkennung-von-palstinensisch.html Dauer 1:26 Min.


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/international/254391-macron-weist-netanjahus-brief-ueber/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.08.2025

    "Weder vernünftig noch realistisch" – China lehnt Forderungen zu Atomdialog mit Russland und USA ab

    freedert.online, 27 Aug. 2025 21:04 Uhr

    US-Präsident Donald Trump will China und Russland in den Dialog über die nukleare Abrüstung einbinden. Der Sprecher des Außenministeriums in Peking bezeichnet solche Forderungen als unangemessen.


    Quelle: Gettyimages.ru © Johannes Neudecker / picture alliance


    Guo Jiakun, der Sprecher des chinesischen Außenministeriums


    China muss nicht auf trilaterale Verhandlungen über die nukleare Abrüstung mit Russland und den USA eingehen. Wie Guo Jiakun, der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, am Mittwoch während der Pressekonferenz in Peking betont hat, wäre es weder vernünftig noch realistisch, die Teilnahme Chinas an solchen Gesprächen zu fordern.


    Verzicht auf "nicht-nukleare Prinzipien": Japan denkt über Atomwaffen nach





    Verzicht auf "nicht-nukleare Prinzipien": Japan denkt über Atomwaffen nach






    Guo kommentierte damit einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters über die Absicht des US-Präsidenten Donald Trump, Gespräche mit Moskau und Peking über die Denuklearisierung aufzunehmen. Das Vorhaben habe Trump Mitte August beim Gipfeltreffen mit dem russischen Staatsoberhaupt Wladimir Putin im Bundesstaat Alaska angeschnitten. Trump verriet keine Einzelheiten der Diskussion, betonte nur, dass es sich um die Begrenzung von Atomwaffen und die Einbeziehung Chinas handele.

    Nach Ansicht des chinesischen Außenamtes sollten die Länder mit den größten Atomwaffenarsenalen ihrer Verantwortung ernsthaft nachkommen, ihre Bestände deutlich reduzieren und die Voraussetzungen für die komplette Abrüstung schaffen, fügte Guo hinzu.

    Die nuklearen Kapazitäten Chinas und der USA seien kaum vergleichbar. Es bestünde auch ein grundlegender Unterschied bei der Nuklearpolitik der beiden Länder. Guo erinnerte daran, dass Peking dem Verzicht auf den Ersteinsatz treu bleibe, eine Strategie der nuklearen Selbstverteidigung verfolge und seine Waffenbestände auf einem für die nationale Sicherheit erforderlichen Mindestniveau halte. Abschließend hob Guo wörtlich hervor:

    "China führt keinen Rüstungswettlauf mit irgendeinem Land. Die Atomstärke und Atompolitik Chinas stellen einen wichtigen Beitrag zum Weltfrieden dar."

    Bereits im März dieses Jahres hatte Trump zur weltweiten Abschaffung von Atomwaffen aufgerufen. Er betonte damals, dass es großartig wäre. Die USA und Russland verfügen aktuell über die größten Arsenale von Atomwaffen.


    Mehr zum Thema"Es wäre großartig": Trump möchte Atomwaffen abschaffen


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/international/254451-weder-vernuenftig-noch-realistisch-china/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.08.2025

    Big Data, Krieg und Künstliche Intelligenz – Wie Social-Media-Daten im Krieg verwendet werden

    freedert.online, 27. August 2025, 20:14 Uhr

    Die Künstliche Intelligenz bestimmt im Krieg die Ziele und die zu tötenden Menschen. Wie unsere Social-Media-Daten dafür genutzt werden, wird auf dem Rheinmetall-Entwaffnen-Camp vorgestellt. KI und Transhumanismus sind dabei eng verknüpft mit dem rassistischen Konzept der Eugenik.


    Big Data, Krieg und Künstliche Intelligenz – Wie Social-Media-Daten im Krieg verwendet werden© Felicitas Rabe


    Rheinmetall-Entwaffnen-Camp, Köln, 25. August 2025


    Am Dienstag begann in Köln das Rheinmetall-Entwaffnen-Camp, zu dem bis zu 1000 Teilnehmer aus dem linken antimilitaristischen Spektrum in Köln erwartet werden. Mit Protestaktionen in und um Köln, einschließlich einer Demonstration vor dem Haus des Rheinmetall-Chefs Armin Papperger, wollen sie der fortschreitenden Kriegstreiberei etwas entgegensetzen. Daneben wollen sich die Teilnehmer mittels Vorträgen und in Diskussionen über Strategien der Militarisierung und Widerstandsmethoden fortbilden.


    Deutschland ist die BlackRock-Speerspitze in Europa





    Deutschland ist die BlackRock-Speerspitze in Europa

    In seinem Aufruf






     "Verweigern wir uns kollektiv dem Kriegsregime! Kriegstüchtigkeit stoppen", erklärt das Bündnis "Rheinmetall-Entwaffnen", wie die Militarisierung durch die Bundesregierung vorangetrieben und die gesamte Bevölkerung für Kriegszwecke mobilisiert wird. Die Camp-Organisatoren schreiben:

    "Ein Paket von 800 Milliarden Euro soll die Fähigkeit zur Kriegsführung auf der EU-Ebene stärken. Dazu beschließt die […] deutsche Regierung unbegrenzte finanzielle Maßnahmen zur Aufrüstung und militärischen Umgestaltung der Infrastruktur und Gesellschaft möglich zu machen. Die gesamte Bevölkerung soll für Kriegszwecke mobilisiert werden und ihren Teil beitragen, notfalls auch gezwungenermaßen in Form von Wehr- und Pflichtdiensten. Seit Jahren andauernde tödliche Kriege wie in der Ukraine und Syrien bis hin zu Genoziden wie in Palästina und Sudan werden ungehemmt weiter befeuert und produzieren mit ihrem Alltag der Gewalt unter den Zivilist*innen immer mehr Leiden, Verletzte, Vergewaltigte, Traumatisierte und Tote, sowie unbewohnbare, völlig zerstörte Regionen." 

    Workshop "Big Data, Krieg und Künstliche Intelligenz"

    Am Dienstagnachmittag fand im Großzelt eine Veranstaltung zur Anwendung und Auswirkung der Künstlichen Intelligenz (KI) in Kriegseinsätzen statt. Rund 120 Campteilnehmer fanden sich im Zirkuszelt zusammen, um sich beim Vortrag zum Thema "Big Data, Krieg und Künstliche Intelligenz" darüber zu informieren, wie Entscheidungen darüber, wer wann in einem Krieg als Nächstes getötet wird, immer mehr von technischen Systemen getroffen werden.


    Rechtsanwalt Roscher warnt: Palantir macht deutsche Bürger für US-Geheimdienste gläsern





    Rechtsanwalt Roscher warnt: Palantir macht deutsche Bürger für US-Geheimdienste gläsern





    Das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIFF), die Informationsstelle Militarisierung (IMI) und der Arbeitskreis gegen bewaffnete Drohnen forderten daher schon im Jahr 2024 in einem gemeinsamen Positionspapier dazu auf, zu prüfen, ob "Targeted Killing" mit unterstützenden KI-Systemen als Kriegsverbrechen eingestuft werden sollte.

    Die von direkter Handlung entkoppelten "intelligenten Systeme und Mensch-Maschine-Schnittstellen" in geheimdienstlichen und militärischen Sicherheitsapparaten müssen gestoppt werden, forderten die Anti-Militaristen. Beim Einsatz von KI und sogenannten intelligenten Waffensystemen handele es sich um eine Dehumanisierung, die zu einer immer weiter sinkenden Tötungshemmschwelle führe, und zwar in Bezug sowohl auf beteiligte Kampfeinheiten als auch auf die Zivilbevölkerung.

    Die Erstellung von Todeslisten durch Künstliche Intelligenz

    Als Beispiel wurde im Vortrag das KI-basierte System Lavender vorgestellt. Es werde unter anderem von der israelischen Armee eingesetzt, zur Identifizierung von Hamas-Offizieren und ihrer "Markierung" als "Human Target". Daraus generierte Todeslisten würden dann an israelische Militärs weitergegeben. Zur Erstellung der Todesdatenbank habe das Programm zunächst alle zwei Millionen Palästinenser im Gazastreifen und der Westbank mittels Kameras an den Checkpoints erfasst und ihre Merkmale in einer Datenbank gespeichert.

    Die Pegasus-Spionagesoftware wird in Kombination mit ausgewerteten Facebook-Daten und WhatsApp-Kommunikation eingesetzt, um das Verhalten der Menschen insoweit zu analysieren, dass es in die Zukunft projiziert werden kann. Auf der Basis von Wahrscheinlichkeiten werden schließlich mutmaßliche Hamas-Kämpfer "herausgerechnet" und in die Todesliste gestellt.

    Als "Kollateralschaden", also Tötung unbeteiligter Zivilisten, würden bei den Berechnungen für einen einfachen Hamas-Kämpfer 5 bis 20 Zivilisten einkalkuliert, und bei einem Hamaskommandeur dürften bis zu 100 kollaterale Opfer mitgetötet werden. Nach dieser Kalkulation erstelle das Lavender-Programm die Zielkoordinaten für die Tötungen. Anschließend würde ein weiteres Programm mit dem Namen "Where’s Daddy?" aktiviert, welches die Zielperson suche und verfolge. Sobald die ausgewählten Personen ihre Wohnhäuser aufsuchten, würden sie dann bombardiert – oftmals in der Nacht in Anwesenheit ihrer Familien.


    Musks KI-Unternehmen xAI: Auftrag über 200 Millionen Dollar vom Pentagon





    Musks KI-Unternehmen xAI: Auftrag über 200 Millionen Dollar vom Pentagon






    Verbindung zwischen Künstlicher Intelligenz, Transhumanismus und Eugenik

    Bei dieser Art der Kriegsführung, gehe es auch darum, Verantwortlichkeiten für das Töten immer weiter von den eingesetzten Soldaten wegzuschieben. Inzwischen haben sich die Militärs bereits daran gewöhnt, dass die "Künstliche Intelligenz" ihnen die Entscheidung abnehme, wann sie wen töten. Ein Schnittstellenprogramm zwischen Mensch und Maschine gestaltet den Entscheidungsspielraum für sie.

    Der Einsatz von künstlicher Intelligenz beim Militär und die damit einhergehende Verschmelzung des Menschen mit technischen Systemen seien Bausteine des sogenannten Transhumanismus. Weit entfernt von angeblicher "Neutralität" handele es sich um ein inhumanes und rassistisches Konzept, das mit einer rechten Ideologie im Einklang stehe: der Eugenik. Die Ideologie der Eugenik nehme für sich in Anspruch, zu entscheiden, welches Leben lebenswert ist und welches nicht. Dass die Entscheidung über Leben und Tod hierbei durch technische Systeme ausgewählt werde, und nicht mehr direkt durch menschliche Entscheider, mache es nur noch inhumaner.

    Nutzung von Sozialen Medien liefert Datensammlungen, die Verhaltensberechnungen erst möglich machen

    Grundsätzlich könnte die Palantir-Software unter Auswertung aller in den Sozialen Medien eingegebenen Daten (Facebook, Twitter, Instagram, WhatsApp, Chat-GPT etc.) das wahrscheinliche zukünftige Verhalten all der Menschen berechnen, die Soziale Medien nutzen. Einer der Workshopleiter machte deutlich, dass diese von uns zivil genutzten Datenkraken immer auch von militärischem Nutzen seien. Er erklärte: "Es gibt nichts Ziviles in der Präsenz des Militärischen."

    Es seien all diese "lustigen KI-Systeme", die uns den Alltag so bequem machten. Aber indem wir sie nutzten, würden wir dazu beitragen, dass die Programme am Ende gegen uns verwendet würden. Bei all diesen sogenannten Sozialen Medien, sollten wir stets bedenken, wer die Leute sind, denen sie gehören. Wir sollten bedenken, wie sie vernetzt sind, um zu verstehen, wofür diese Datensammlungen auch militärisch von Nutzen sind. Aus diesem Grund sollten wir unser eigenes Verhältnis zur Nutzung von Sozialen Medien überdenken.


    Mehr zum Thema Sinneswandel in Friedensorganisationen: Putin ist nicht mehr schuld – Dialog mit Russland erwünscht


    Screenshot_2025_08_28_at_12_51_19_Big_Data_Krieg_und_K_nstliche_Intelligenz_Wie_Social_Media_Daten_im_Krieg_verwendet_werden_RT_DE

    Video https://rumble.com/v6y3jby-antikriegstag-der-dgb-als-sprachrohr-der-rstungskonzerne.html Dauer 9:07 Min.


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/inland/254412-big-data-krieg-und-kuenstliche/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    27.08.2025

    Russischer UN-Vertreter zur Nord-Stream-Ermittlung: Deutschland lenkt mit albernem "Blockbuster" ab

    freedert.online, 27 Aug. 2025 18:27 Uhr

    Russischer UN-Vertreter Dmitri Poljanski warf dem UN-Sicherheitsrat Untätigkeit bei den Ermittlungen zur Nord-Stream-Sabotage vor. Derlei Straflosigkeit lade zu weiteren Terroranschlägen ein. Neue "Erkenntnisse" deutscher Behörden kritisiere er als Ablenkungsspiel in Blockbuster-Manier.


    Dmitri Poljanski (Symbolbild).Quelle: www.globallookpress.com


    Am Dienstag tagte der US-Sicherheitsrat zum Stand der Ermittlung bezüglich der Nord-Stream-Pipelines. Die Sitzung kam auf Gesuch Russlands zustande. Die Ratsmitglieder sollten sich zum neuen Erkenntnisstand im Zusammenhang mit der Festnahme des mutmaßlichen Anführers der Sabotage-Gruppe Sergei Kusnetsow austauschen.


    Ein Ukrainer auf einer Jacht hat Nord Stream zerstört – Wer soll das glauben?





    Ein Ukrainer auf einer Jacht hat Nord Stream zerstört – Wer soll das glauben?






    Wie der amtierende Ständige Vertreter Russlands bei der UNO, Dmitri Poljanski, jedoch in seinem Redebeitrag erklärte, könne die Festnahme keinerlei Neues zur Ermittlung beitragen. Diese sei nur die Folge einer absichtlich gelegten falschen Spur, die zur Ablenkung der wahren Auftraggeber und Organisatoren des Anschlags gelegt wurde. Er erinnerte an die diesbezüglichen Absprachen zwischen dem ehemaligen US-Präsidenten Joe Biden und dem ehemaligen Bundeskanzler Olaf Scholz.

    Der russische Diplomat mahnte erneut eine internationale Untersuchung an und bot russische Hilfe bei der Ermittlung an. Es herrsche auch bei den Vereinten Nationen Stillstand in der Sache, was das Risiko ähnlicher Terroranschläge an anderen Orten erhöhe. Er sagte:

    "Man stelle sich nur vor, welch inspirierendes Signal die Untätigkeit des Rates an terroristische Organisationen sendet. Sie haben praktisch fertige Anweisungen erhalten, wie ein solcher Angriff durchzuführen ist, und sehen gleichzeitig, dass die internationale Gemeinschaft nicht angemessen reagieren und diejenigen, die den Befehl zum Angriff gegeben haben, nicht zur Rechenschaft ziehen wird". 

    Die Ermittlungen Deutschlands und zwei Anrainerstaaten, Dänemark und Schweden, kritisierte er als nicht existent bzw. irreführend. Statt Ermittlungsarbeiten durchzuführen, würden die deutschen Ermittler die Weltöffentlichkeit im Stile eines Spionage-Blockbusters mit unglaubwürdigen Fiktionen abspeisen.

    Er bezog sich dabei auf die in den Medien kolportierte Version, wonach eine sechsköpfige Gruppe von ukrainischen Hobbytauchern die Sabotage an zwei Pipeline-Leitungen von einer kleineren Jacht aus durchgeführt habe – und dies in einem bestüberwachten Gewässer der Welt. "Das können nur wenige Länder stemmen, die dafür technische und logistische Voraussetzungen haben", so Poljanski.


    Nord Stream 2 – Der wahre Grund für den Abscheu der US-Regierung




    Analyse

    Nord Stream 2 – Der wahre Grund für den Abscheu der US-Regierung






    In Deutschland wachse aber das Verständnis dafür, dass der Terroranschlag gegen die deutschen Interessen gerichtet war. "Deswegen muss Berlin sich hinter den Ausreden über Ermittlungsgeheimnisse verstecken und Fakten und Beweise vor ihren eigenen Bürgern und der internationalen Öffentlichkeit verschleiern".

    Der russische UN-Vertreter ist sich sicher: Die zuständigen Behörden der Bundesrepublik Deutschland verfügten offensichtlich über weitaus mehr Informationen zu dem Vorfall als die, die sie dosiert in den Medien veröffentlichen.

    "Sie verfügen auch über Informationen über die wahren Auftraggeber und Organisatoren des Verbrechens. Allerdings wollen oder können sie diese angesichts der offensichtlichen Reputationskosten sowohl für die NATO als auch für die ehemalige US-Regierung nicht veröffentlichen". 

    Ungeachtet offensichtlicher Unstimmigkeiten genießen die deutschen Ermittler die Rückendeckung vonseiten westlich orientierter Mitglieder des UN-Sicherheitsrates. "Im Sicherheitsrat sehen wir ein surrealistisches Bild – westliche Kollegen preisen ihre Ermittlungen als effektiv an, mit dem einzigen Ziel, diese Frage zu verschleiern und zu verhindern, dass die Wahrheit ans Licht kommt".

    Da es dank dieser Verweigerungstaktik kaum Fortschritte bei der Diskussion über das Thema "Nord Stream" gebe, seien Wiederholungen in anderen Regionen der Welt nicht auszuschließen. Das hätten dann alle Mitglieder des Rates zu verantworten, mahnte Poljanski an.


    Mehr zum Thema - "Wir haben Beweise" – Russischer Auslandsgeheimdienst über westliche Nord-Stream-Sabotage


    Screenshot_2025_08_28_at_11_22_12_Russischer_UN_Vertreter_zur_Nord_Stream_Ermittlung_Deutschland_lenkt_mit_albernem_Blockbuster_ab_RT_DE

    Video https://vk.com/video-134310637_456286794 Dauer 2:50 Uhr


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/international/254403-russische-un-vertretung-zur-nord-stream-ermittlung-deutschland-lenkt-mit-albernem-blockbuster-ab/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    Seite 198 von 1116

    < 1 2 3 4 .. 10 .. 20 .. 30 .. 100 .. 170 .. 180 .. 190 .. 195 196 197 198 199 200 201 .. 210 .. 220 .. 230 .. 300 .. 400 .. 500 ... 800 .. 900 .. 1000 .. 1090 .. 1100 .. 1110 .. 1113 1114 1115 1116 >