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24.08.2025

BlackRock-Chef Larry Fink wird Co-Vorsitzender des WEF

https://freedert.online, vom 19 Aug. 2025 08:03 Uhr

Das Weltwirtschaftsforum hat in der Vorwoche eine Untersuchung gegen seinen Gründer Klaus Schwab eingestellt und ihn von jeglichem Fehlverhalten freigesprochen. Parallel wurde die kommissarische WEF-Leitung bekanntgegeben. Spätestens in zwei Jahren soll Schwabs Wunschkandidatin Christine Lagarde dann die Führung übernehmen.


© Screenshot: YT/BloombergTelevision


BlackRock-CEO Laurence "Larry" Fink als Panel-Teilnehmer auf dem diesjährigen WEF-Treffen in Davos, 24.01.2025


Das in Genf ansässige Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum, WEF) hatte im April eine Untersuchung gegen den 87-jährigen Schwab eingeleitet, nachdem ein Whistleblower in einem Brief wesentliches Fehlverhalten unterstellt hatte. Der Bericht erschien genau am Tag nach Schwabs Rücktritt als Vorsitzender des Aufsichtsrats des WEF ‒ allerdings ohne öffentliche Begründung. Rund vier Monate später entlastete das Forum am vergangenen Freitag offiziell seinen Gründer von den massiven Vorwürfen wegen Unregelmäßigkeiten in der Amtsführung. Parallel wurden die vorläufigen Interimsleiter des WEF bekanntgegeben. Dabei handelt es sich um BlackRock-Chef Laurence "Larry" Fink und den Roche-Pharmaverwaltungsrat André Hoffmann.

In einer in der Vorwoche auf der Webseite des WEF veröffentlichten Mitteilung äußern sich die beiden kommissarischen Leiter zu ihrer Ernennung:

"Wir fühlen uns geehrt, diese Führungsrolle in einer für das Weltwirtschaftsforum entscheidenden Phase vorübergehend zu übernehmen. Während die Organisation ein neues Kapitel aufschlägt, blicken wir mit Klarheit, Zielstrebigkeit und Zuversicht auf die fortdauernde Mission des Forums."


Wall Street Journal: WEF startet Untersuchung gegen Gründer Klaus Schwab





Wall Street Journal: WEF startet Untersuchung gegen Gründer Klaus Schwab






Zu ihrer temporären Rolle ergänzt ein FAZ-Artikel (Bezahlschranke):

"Ausweislich der Pressemitteilung, die das WEF am Freitagabend dazu veröffentlicht hat, soll dieses Duo nur interimistisch die Führung übernehmen. Dies deutet klar darauf hin, dass Christine Lagarde in gut zwei Jahren das Zepter in der Stiftung übernehmen wird. Denn dann endet ihr Mandat als Präsidentin der Europäischen Zentralbank. Lagarde war und ist auch die Wunschkandidatin von Klaus Schwab. Aus Kreisen des WEF-Stiftungsrats, dem die 69 Jahre alte Französin schon angehört, wurde der FAZ bestätigt, dass jetzt alles auf Lagarde hinausläuft."

In ihrer Mitteilung erklären Fink und Hoffmann weiter:

"Die Welt ist fragmentierter und komplexer denn je, aber der Bedarf an einer Plattform, die die Wirtschaft, Regierungen und Zivilgesellschaft zusammenbringt, war noch nie so groß wie heute. Wir glauben, dass das Forum als einzigartiger Katalysator für Zusammenarbeit dienen kann, der Vertrauen fördert, gemeinsame Ziele identifiziert und den Dialog in Maßnahmen umsetzt. Wir bleiben optimistisch."

Zum Thema der eingeleiteten und nun abgeschlossenen Untersuchung gegen Klaus und Hilde Schwab informiert die NZZ (Bezahlschranke), dass es sich dabei "um Vorwürfe sexueller Belästigung, ungerechtfertigte Spesenbezüge und Manipulation des jährlichen Länderrankings" handelte. Die WEF-Presseabteilung erklärte dazu in einer weiteren Mitteilung vom 15. August:

"Nach einer gründlichen Prüfung aller Fakten ist der Stiftungsrat zu dem Schluss gekommen, dass die Organisation zwar zu einem stärker institutionalisierten Modell übergehen muss, es jedoch keine Hinweise auf ein schwerwiegendes Fehlverhalten von Klaus Schwab gibt."


Deutschland ist die BlackRock-Speerspitze in Europa





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Zur Untersuchung der Ehefrau Hilde Schwab heißt es, es lägen auch hier keine Belege für ein Fehlverhalten vor. Die lobhudelnde Reinwaschung lautet wörtlich:

"Es gibt auch keine Hinweise auf ein Fehlverhalten von Hilde Schwab, die das Forum seit über fünf Jahrzehnten ohne Vergütung unterstützt. Geringfügige Unregelmäßigkeiten, die auf eine unklare Abgrenzung zwischen persönlichen Beiträgen und der Arbeit des Forums zurückzuführen sind, spiegeln eher ein großes Engagement wider als die Absicht, sich falsch zu verhalten."

Zu der mehr als bedenklichen Achse zwischen dem nun ernannten WEF-Vorsitzenden Fink und seinem Ex-Angestellten und deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz erläuterte der Publizist Dr. Werner Rügemer im RT-Interview:

"Das zeigte sich im Januar 2025: Da hat BlackRock-Chef Fink seinen Ex-Angestellten Merz während des Weltwirtschaftsforums abseits vom offiziellen Programm zu einem privaten Dinner nach Davos eingeladen. Mitten in der Endphase seines Wahlkampfs nahm sich Merz die Zeit und flog in die Schweiz. Es ging offensichtlich um die von beiden Seiten erhoffte Kanzlerschaft von Merz. Wie das Handelsblatt später berichtete, war auch Jamie Dimon, der Chef der größten US-Bank JPMorgan, bei diesem Treffen dabei. BlackRock ist Großaktionär der Bank und Dimon lobte: 'Der Kanzler macht genau das Richtige.'"

Die WEF-Pressemitteilung erklärt abschließend unmissverständlich: "Wir bleiben unserer Mission und den Grundsätzen, die die Arbeit des Forums seit über fünf Jahrzehnten leiten, unverändert verpflichtet."


Mehr zum Thema ‒ BlackRock wird Kanzler


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Video https://rumble.com/v6wanj4-warum-empfngt-merz-blackrock-im-kanzleramt.html Dauer 2:09 Min.


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24.08.2025

Die Wiedergeburt des Landsers

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overton-magazin.de, 23. Augut 2025 28 Komm   Bild KI generiert


„Drecksarbeit“? Die Kritiker der Worte unseres Bundeskanzlers sollten endlich schweigen, denn sie behindern die Entwicklung, die Evolution durch Wiedergeburt. Eine Vision.

Es ist doch ganz einfach: Die Reinkarnation des deutschen Landsers im Bundeskanzler ist nur die längst fällige Kompensation für die vielen Jahre im Schlamm der Schützengräben, für die Lungenschüsse und Amputationen, für millionenfaches Morden und millionenfachen Tod. Vom Vokabular der früheren Kriege bleibt immer etwas hängen, das ist nun mal so, das wächst sich aus.

Der Landser ist endlich aus den Groschenheften auferstanden, in multiplikativer Reinkarnation. Als Minister*in, als Lohnschreiber:in, als Abgeordnete(r) – ja, der Landser kann auch als Frau – , als solche(r) zeigt er, wer er jetzt ist und was er kann. Reinkarnation ist Wandel, also auch Geschlechtswandel. Dabei, Flintenweiber gab es schon im ersten Weltkrieg – Karl Kraus porträtiert sie mit Spott und Bitterkeit – , im zweiten nahmen sie neue Aufgaben wahr.

Der souveräne Abstand von der realen Welt

Die Freimütigkeit des deutschen Bundeskanzlers ist, das anzumerken sei erlaubt, ein bisschen getrübt: Dass er die Drecksarbeit des Landsers im Nahen Osten lobt, ist doch etwas weltfremd, nein, eigentlich nur etwas technikfremd. Der Landser im Dreck und der Pilot am Himmel – haben sie noch viel gemeinsam? Aber sicherlich hat der Kanzler dabei auch an unseren Osten gedacht, der ist nicht so weit weg, da, wo noch richtig in Gräben und Unterständen gemordet und gestorben wird. Man lebt und träumt einfach noch etwas in den alten Bildern und Erinnerungen, und die darf man niemandem vorwerfen. Es träumen ja auch ganz andere von der Vergangenheit, von einer ganz anderen, aber mit denen haben der Bundeskanzler und die neuen Landser in den Medien gar nichts zu tun. Zu wünschen ist ihnen und uns eigentlich nur, dass die alten Bilder sie nicht über die neue Wirklichkeit täuschen. Ein bisschen bestand dafür ein Risiko beim vorhergehenden Bundeskanzler, der vor einem Diktatfrieden warnte, als seien wir schon im Krieg und er Kanzler einer stramm deutschnationalen Partei. Solche Imaginationen können manchmal real gefährlich werden, die Außenministerin des alten Bundeskanzlers fuchtelte damit immer wieder etwas unbeholfen auf dem diplomatischen Parkett. Die haben wir mit etwas Glück überlebt, und deshalb kann der neue Kanzler jetzt weitermachen. Sein Außenminister wirkt manchmal etwas zerknirscht-zerknautscht, könnte also einsichts- und lernfähig sein. Darauf will man gerne setzen: Dass die Kriegstreiber vielleicht schon jetzt ahnen, dass in ihnen noch ganz andere Regungen und Ideen schlummern und aufsteigen könnten. Der Wandel durch Einsicht gehört zur Reinkarnation, man muss ihn nur zulassen.

Der Blick aus großer Höhe, den kennt der Bundeskanzler – schließlich ist er ja Pilot. Der Abstand von der realen Welt, der macht die Souveränität des Politikers aus, er verteilt das Geld und delegiert den Krieg. Wenn der in der Ferne tobt, dann ist das gut für die Deutschen, die zu schützen der Kanzler sich ja verpflichtet hat.

Das moderne Fluggerät macht es möglich, vom Ziel sehr weit entfernt und dennoch sehr präzise zu zerstören und zu morden. Der Dreck der Kollateralschäden bleibt überschaubar, und so verkraftet man leicht die politischen und ökonomischen Kollateralschäden. Der Tunnelblick des neuen Landsers ist noch ein Erbe des alten, der ein Auge schließen, das andere verengen musste, um den Feind über Kimme und Korn oder schon durch das Zielfernrohr zu erfassen. Die Präzision des Mordens bleibt in den Verwandlungen der Wiedergeburt erhalten, denn Präzision ist ein hoher Wert: wie die Waffen, so die Menschen.  „Munition ist immer knapp“ – ein altes Landserwort – , und deshalb ist Präzision nichts anderes als Sparsamkeit. Die hat der Bundeskanzler uns auch versprochen.

In die Tiefe des Raumes

Ob der Bundeskanzler unsere Erfolge an der Ostfront mit Kerben an den Kanten seines Schreibtischs registriert? Ist da noch Platz, nach zwei Weltkriegen? Setzt die Kerben nicht vielleicht sogar der schneidig starre General, mit stahl-starren Augen? Fragen über Fragen, auf die es keine Antworten gibt. Denn das dürfen wir nicht wissen, es ist geheim. Geheimhaltung ist im Krieg entscheidend, wir müssen also nicht alles wissen, denn sonst glauben wir nicht alles, was man uns sagt und schreibt und zeigt.


Spekulieren aber darf man. Denn auch Generalmajor Freuding, der neu ernannte Leiter des Sonderstabs Ukraine im Verteidigungsministerium, spekuliert, wie wir endlich ins Handeln, also an die Ostfront, kommen. Sein Vorschlag: „Wir brauchen Waffensysteme, die weit auch in die Tiefe des russischen Raumes reichen, die angreifen können – die Führungseinrichtungen, Flugplätze, Flugzeuge.“

Der russische Raum – noch ein alter Traum des Landsers, aus dem Zusammenhang gerissen, gewiss, ein Traumfragment, ein freudiger Vorgriff – aber will man es der Wiedergeburt des Landsers verdenken, nach Jahrzehnten in der Gruft der Groschenhefte? Darf der Landser etwa nicht träumen?

Hoffen wir, dass der Bundeskanzler den Schaden begrenzt, und das geht nur so: Das Träumen in den alten Bildern geht über in einen neuen Traum, ja, in eine neue Art Traum, in die Simulation. Der Bundeskanzler, seine Minister, die alten und neuen Landser – bald können sie den Joystick in die Hand nehmen, sich am Bildschirm treffen und die VR-Brillen aufsetzen. Das ist die Idee der Stunde, jetzt noch Hoffnung, morgen schon Kampfauftrag: Der Krieg wird virtuell. Der Anfang ist mit dem Haschmich der Drohnen an der Ostfront bereits gemacht. BILD führt vor, wie das geht; die Videos der Schlagtot-Zeitung bringen das muntere Spiel der zierlichen Geräte schon jetzt auf die Bildschirme. Da ist noch etwas drin: Krieg geht auch hierzulande, wenn er nur virtuell bleibt. Er lässt sich zuhause führen, im Kanzleramt, im Bundestag, einfach überall, sogar im Grünen, per Laptop und nachhaltig mit Solarmodul. So erreicht der Landser die nächste Stufe der Reinkarnation: Er bekommt die Heldenrolle im Videospiel, und der Bundeskanzler und all seine Mannen und Frauen, alle Willigen schlüpfen hinein in ihre Figuren, wenn ihnen danach ist und der Osten ruft. Aber, diese Mahnung muss sein, bitte nicht nur spielen, es muss auch noch regiert werden!

Etat für Kerbhölzer

In die Gruft muss der Landser jedenfalls nicht mehr zurück, er wird auferstehen in der Gloriole des Lichts. Er kommt auf die Riesenscreens in den Spielhallen und Stadien, das ist viel besser für ihn und für uns. Wenn das die IT-Industrie reich macht – soll sie doch, dann stehen wenigstens die Ruinen des Kriegsgeräts nicht mehr auf den Feldern und Straßen und die Leiber der Soldaten und Zivilisten – in Nahaufnahme, aber verpixelt – liegen nicht mehr in der Gegend herum, Bilder, die uns immer noch das Bild des Krieges verschandeln. Der Schrott hat gekostet und erinnert leidigerweise immer wieder an das rausgeschmissene Geld und an die toten Insassen. Wir wollen einfach keine schlechten Bilder vom Krieg mehr. Aus dem Dreck auf die Bildschirme, der Landser wird ein sauberer Held! Vom alten Traum mag, Nostalgie hin oder her, die Markierung der Treffer bleiben, das ist Traditionspflege. Die Kerbhölzer sind im Etat sicherlich drin, wenn das grobe Kriegsgerät eingespart wird.

Kann der Bundeskanzler nicht schon jetzt eine Stufe überspringen und seinen Generalmajor aufhalten auf dem Weg an die Ostfront? Dann gibt es keine Gefallenen mehr, und, vom Kriegsdruck befreit, findet der Kanzler vielleicht doch noch Gefallen an der Diplomatie und kann das Rüstungsgeld für Deutschlands Infrastruktur verwenden, statt es für Tod, Zerstörung und Schrott zu verschenken.

Ob der Landser zu der beschleunigten, nächsten Reinkarnation schon bereit und fähig ist, das bleibt vorerst ein Geheimnis. Aber es wird klappen, wenn nicht jetzt, so hoffentlich bald, wenn die IT-Industrie den 3-D-Krieg anbietet und – für beide fehlt nun doch das Geld – die Rüstungsindustrie aus dem Leib der Politik verdrängt hat. Das wird nicht ganz leicht sein, aber dem hehren Ziel wird sich dort niemand verschließen.

Die Merz‘, Kiesewetters und Freudings, sie alle können ihre Todessehnsucht dann am Bildschirm ausleben. An die Ostfront wären sie dafür nicht gegangen, das ist zu gefährlich, denn im Schützengraben vergeht die Kriegssucht, dieses immer wiederkehrende Krankheitsbild eines alten Virus‘. Das vorige – gerüchteweise ein neues – haben wir gerade hinter uns. Auf Virus- und Kriegspolitik werden wir irgendwann als auf eine vergangene Epoche zurückblicken, uns wundern und fragen, wie das möglich war.

Bis dahin werden wir friedlich; der Landser im Bundeskanzler wird im Bildschirm seiner ansichtig und lernt, den Krieg zu verlernen.

Der Bundeskanzler im auferstandenen Landser – dieses Bild gibt uns die Zuversicht, die wir jetzt so dringend brauchen.


Christian Deppe ist seit 5 Jahren Neu-Berliner, hat Germanistik und Philosophie studiert und als Zahnarzt gearbeitet. Platon, Flaubert, Karl Kraus und Darren McGarvey haben ihn belehrt; Albrecht Müller hat ihm geholfen, den Kopf über Wasser zu halten. Ernst Friedrichs ‚Krieg dem Kriege‘ und General Butlers ‚Zur Hölle mit dem Krieg‘ haben ihn zum Visionär werden lassen.
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28 Kommentare

  1. Zu dem was in Gaza passiert:
    In den letzten vierundzwanzig Stunden sind acht Menschen verhungert.

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  2. Musste das Bild sein? Der Tag ist jetzt versaut!

    Dann gehen wir doch lieber tanzen
    https://www.youtube.com/watch?v=0DYvVS2Eqo0&list=RD0DYvVS2Eqo0&start_radio=1

    https://www.youtube.com/watch?v=ECSikqaqwLE&list=PLF33686CCE29C13A5&index=5

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  3. Merz möchte uns auf geheiß der Finanzelite an die USA, respektive Blackrock verkaufen.
    Das ist der Plan, nämlich die weitere Umverteilung aller Güter von unten nach oben.

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  4. „Christian Deppe ist seit 5 Jahren Neu-Berliner, hat Germanistik und Philosophie studiert und als Zahnarzt gearbeitet.“

    Wie geht denn das? Wundert mich aber nicht. Berlin zieht ja alle möglichen seltsamen Geister an.

    Mein Zahnärztin hat Arabistik studiert, versucht jeden Tag ein neues Wort zu lernen, bevor sie völlig dement ihre Praxis an ihre Tochter übergab.

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  5. Hallo ihr jungen Menschen in einer Welt, wie dieser.
    Ihr seit gefragt wohin sich diese Welt bewegen wird.
    Seit aktiv beteiligt, aber Vorsicht, lasst euch nicht durch manipulative Organisationen blenden.
    Arbeitet an einem Konstruktieven System, das viele in Betracht sieht, um in eine gerechtere Welt führt….

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  6. In diesem Sinne hat der Fritze doch alles richtig gemacht
    Was kann schöner sein auf Erden, als Politiker zu werden
    https://www.youtube.com/watch?v=053VQxl-Ol4&list=RD0DYvVS2Eqo0&index=26

    Antworten

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  7. @“schließlich ist er ja Pilot“

    Ja, in Deutschland kann er einen Piloten schieben, hier wird ihm das abgenommen, in anderen Landen schmunzelt man eher über ihn als Bruchpilot

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  8. „Christian Deppe ist seit 5 Jahren Neu-Berliner, hat Germanistik und Philosophie studiert und als Zahnarzt gearbeitet.“

    Und nun ist er als Overton-Autor geendet. Was für eine Karriere. Atemberaubend.

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  9. Ich bin ja nicht im Krieg mit Russland und habe auch zukünftig nicht die Absicht. Merzler, Pistolero, Uschi & Co sollen doch bitte selbst einen Helm aufsetzen, ein Gewehr in die Hand nehmen und sich in Kiew freiwillig an die Front melden.

    Den Landser mit dem irren Blick bitte gleich mitnehmen. Danke.

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  10. Übrigens, der Blackrock-Landser will den Sozialstaat „reformieren“……..
    Klar, Reiche werden sicher nicht angetastet, schon gar nicht die ausgesetzte Vermögenssteuer.

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  11. Immerhin auf einer Zugfahrt sah ich aus dem Fenster in einer Stadt in Ostdeutschland die 2. Zeile eines Büchner -Zitates groß an eine Wand gemalt : Krieg den Palästen. immerhin

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  12. Ich vermute, dass es demnächst ohnehin Neuwahlen geben und Merz als Schandkanzler in die Geschichte eingehen wird.

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Info: https://overton-magazin.de/kommentar/politik-kommentar/die-wiedergeburt-des-landsers/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.08.2025

Worte, die töten

overton-magazin.de, 23. August 2025 113 Kommentare


Orkmaske. Bild: privat/CC BY-SA-3.0
Wer Arbeiter zu „Vieh“ erklärt, Nachbarn zu „Orks“ und eine Sprache zum Verbrechen, bereitet kein Miteinander vor, sondern ein Schlachtfeld. Der Donbass zeigt, wie Worte töten können – und warum ein Fußballspiel in Kiew 2025 mehr über diese Politik verrät als jede deutsche Talkshow.

Nordrhein-Westfalen galt über Jahrzehnte als das klassische Arbeiterland Deutschlands. Kohle und Stahl, Zechen und Hochöfen prägten nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Menschen. „Arbeiter“ zu sein, bedeutete Stolz und Zugehörigkeit, nicht Abwertung. Wer unter Tage fuhr oder am Hochofen stand, sah sich als Teil einer Gemeinschaft, die eng mit Gewerkschaft, Fußballverein oder Schrebergarten verbunden war. Ähnlich prägte der Bergbau auch Regionen im Osten Deutschlands – die Lausitz mit ihren gigantischen Braunkohletagebauen, das Erzgebirge mit seiner jahrhundertealten Montantradition. Auch dort bildeten Arbeiteridentität, Solidarität und regionale Kultur eine Einheit, die über Generationen wirkte.

Doch der Strukturwandel hat diese Welten nahezu ausgelöscht. Der letzte Steinkohle-Bergbau im Ruhrgebiet wurde 2018 eingestellt, die Montanindustrie ist bundesweit auf ein Minimum geschrumpft. Heute arbeiten fast 80 Prozent der Menschen in Nordrhein-Westfalen (NRW) im Dienstleistungssektor, weniger als ein Viertel in der Industrie. „Arbeiter“ ist damit längst keine alltägliche Berufsbezeichnung mehr, sondern Teil einer Erinnerungskultur. Vor allem die älteren Generationen – ehemalige Bergleute und Stahlarbeiter über 65 Jahre – tragen diese Identität noch mit Stolz. Ihre Kinder, heute Mitte 40 bis Mitte 60, wuchsen in diesem Milieu auf, auch wenn viele von ihnen schon andere Berufe ergriffen. Die Jüngeren schließlich erleben „Arbeitersein“ nur noch als ferne Vergangenheit.

Doch während in NRW der Begriff Arbeiter bis heute mit Ehre verbunden ist, erlebte die Ukraine in den Jahren vor dem Krieg (2014) eine ganz andere Entwicklung. Dort wurde das russischsprachige und oft ärmere Arbeitermilieu des Donbass zunehmend abgewertet. Die liberale Mittelschicht der großen Städte habe den Osten als „Proleten-Reservat“ betrachtet, ein Gebiet für Menschen zweiter Klasse. Der Schriftsteller Sachar Prilepin notierte während seiner Reisen, dass viele Gespräche von einer stillschweigenden Verachtung durchzogen waren. Man belächelte die Sprache, verspottete die Kultur, bezeichnete die Industriearbeiter des Donbass als rückständig. „Es war nicht nur ein politischer Konflikt“, schrieb er, „es war ein Konflikt der Milieus – zwischen einer urbanen, europäisch orientierten Mittelschicht und jenen, die ihr Brot in Bergwerken und Fabriken verdienten.“ Diese latente Abwertung, die sich in Sprache, Medien und Alltag festsetzte, wurde nach 2014 offen ausgesprochen – und später auch brutal vollstreckt. Was in Deutschland höchstens ein Generationenwandel war, wurde in der Ukraine zu einer systematischen Spaltung der Gesellschaft.

„Donbassophobie“

Dort wurden Bergarbeiter und Stahlarbeiter nicht als Rückgrat der Nation gesehen, sondern zunehmend als „Ballast“. Prilepin schildert in seinem Buch „Briefe aus dem Donbass“ (1), wie tief die Abwertung reichte. Auf dem Kulikowo-Platz in Odessa hätten einfache Leute nichts anderes getan, „als Unterschriften für die Verleihung der russischen Sprache als Staatssprache zu sammeln“ – und seien (…) später Opfer brutaler Gewalt geworden.

Der ukrainische Journalist Andrej Mančuk beschrieb bereits 2014 dieses Klima einer regelrechten „Donbassophobie“. Er zitierte einen Slogan von Dynamo-Kiew-Fans, der schnell landesweit Karriere machte: „Danke den Bewohnern des Donbass für das Präsidenten-Arschloch!“ Gemeint war der damalige Präsident Wiktor Janukowytsch. Der Slogan verbreitete sich schnell über die Stadien hinaus in die politische und mediale Öffentlichkeit. Er wurde zum Ausdruck einer antidonbassischen, antijanukowytsch’schen Haltung und trug zur Stigmatisierung der Region bei, jubelnd wurde sie von Politikern, TV-Shows und Facebook-Nutzern aufgegriffen. „Auf dem Maidan wurde ‚Süd und West gemeinsam‘ gerufen“, so Mančuk, „doch die Kehrseite war der Spruch: ‚Pinkel nicht ins Treppenhaus – du bist doch kein Donezker!‘“

Hier tauchte ein abwertendes Muster auf, das nicht nur regional, sondern auch sozial-rassistisch wirkte. Bewohner des Donbass galten plötzlich als „passives, unterwürfiges Vieh“, als „halbwilde Orks“ aus dem „ukrainischen Mordor“. Damit war nicht die politische Elite gemeint, sondern „stereotype Arbeiter aus dem industriellen Osten“, wie Mančuk nüchtern festhielt. In seinen Reportagen erinnerte er daran, dass dieselben Bergarbeiter es gewesen waren, die noch Ende der 1990er-Jahre mit Märschen auf Kiew gegen ausstehende Löhne protestierten, „die Helme auf den Asphalt schlugen und Straßen blockierten“. Und während im Westen der Ukraine die Proteste gegen soziale Ungerechtigkeit oft nur halbherzig verliefen, standen im Donbass die Arbeiter mit ihren Familien an vorderster Front. Das Bild vom „unterwürfigen Donbass“ sei, so Mančuk, eine „Legende“, die der politischen Instrumentalisierung diente.


Doch genau dieses Klischee setzte sich fest. „Die Intelligenzija der Hauptstadt“, schrieb Mančuk, „schikanierte die Bewohner des Ostens als ‚Arbeitsvieh‘ – nicht trotz, sondern gerade wegen ihres proletarischen Hintergrunds.“ Besonders verstörend aber war, wie ein Teil der ukrainischen Öffentlichkeit auf die Tragödie von Odessa (2.Mai 2014) reagierte. Am Tag nach dem Brand waren die sozialen Netzwerke voller Häme. In Blogs und Kommentaren tauchten Begriffe wie „gebratene Watte“ und „verbrannte Koloraden“ auf – Zynismen, die nicht nur aus der Fanszene stammten, sondern ins Arsenal politischer Hassrede aufgenommen wurden. Diese Sprache war keine beiläufige Beleidigung, sondern eine Form der systematischen Entmenschlichung. „Ватник“ („Wattierte“) – ursprünglich eine einfache Arbeiterjacke – wurde zum Schimpfwort für prorussische Menschen, angeblich dumpf, rückständig, sowjetisch versifft. „Gebratene Watte“ bedeutete in diesem Kontext nichts anderes, als die Verhöhnung der bei lebendigem Leib verbrannten Opfer. Noch brutaler wirkte „колорад“ („Kolorad“). Das Wort stammt vom Kartoffelkäfer, dessen schwarz-orangene Streifen an die Georgsbänder erinnerten, die viele prorussische Demonstranten trugen. Wer so bezeichnet wurde, galt nicht mehr als Mensch, sondern als Ungeziefer. „Verbrannte Koloraden“ – das hieß im Klartext, die Getöteten waren Schädlinge, deren Vernichtung man feiern durfte.

Solche Begriffe erfüllten eine politische Funktion. Sie entlasteten von Mitgefühl, legitimierten Gewalt und schufen ein Klima, in dem das Töten als „Säuberung“ erscheinen konnte. Historisch ist dieses Muster bekannt: „Kakerlaken“ im ruandischen Völkermord, „Ungeziefer“ in der NS-Propaganda, „Tschetniks“ oder „Ustascha-Schweine“ im Jugoslawienkrieg. Immer war die Abwertung in Sprache der Vorbote physischer Vernichtung. Auch prominente Publizisten bedienten sich dieser Kaltschnäuzigkeit. Der Journalist Arkadij Babtschenko schrieb bei „Echo Moskwy“: „Bewaffnete Leute kamen hinter den Rücken der Bullen her, in der Absicht, ein Blutbad und Leichen zu bekommen? Bewaffnete Leute bekamen ein Blutbad und Leichen. Dachtet ihr, es würden nicht eure Leichen sein? Doch, es werden auch eure Leichen sein.“ Damit sprach er über Frauen, Alte, Jugendliche – Menschen, die in panischer Flucht aus Fenstern sprangen oder bei lebendigem Leib im Gewerkschaftshaus verbrannten. Worte, die weniger an journalistischen Kommentar erinnern als an die rhetorische Rechtfertigung eines Massakers.

Völkerrechtlich sind solche Muster nicht belanglos. Die UN definiert direkte und öffentliche Anstiftung zum Völkermord („direct and public incitement to commit genocide“) als eigenständiges Verbrechen. Auch das Völkerstrafrecht (Art. 25 des Römischen Statuts des Internationalen Strafgerichtshofs) bewertet Hasssprache, die Gruppen pauschal entmenschlicht und zur Gewalt animiert, als strafbare Anstiftung. Die Verwendung von Begriffen, die Menschen zu „Ungeziefer“ oder „Schädlingen“ degradieren, erfüllt exakt die Kriterien, die in historischen Präzedenzfällen – von Ruanda bis Jugoslawien – untersucht und verurteilt wurden.

Der Donbass war nicht nur irgendeine Region. Der Donbass (Donezk und Luhansk), mit rund 52.000 Quadratkilometern mehr als doppelt so groß wie Rheinland-Pfalz, hatte vor 2014 etwa 4,4 Millionen Einwohner. Doch im Unterschied zum deutschen Bundesland erwirtschaftete diese Region fast ein Fünftel der gesamten Industrieproduktion der Ukraine und lieferte etwa dreißig Prozent der Deviseneinnahmen – eine industrielle Kernzone von nationaler Bedeutung. Jeder dritte Dollar im ukrainischen Außenhandel kam von dort. Ein Land, das sich so stark auf die Schwerindustrie stützte, hätte den Osten eigentlich als Rückgrat behandeln müssen. Doch genau das Gegenteil geschah. Während der Donbass den Staat finanzierte, wurde seine Bevölkerung in Kultur und Alltag zunehmend abgewertet.

Sachar Prilepin hat diese Widersprüche auf einer Reise durch die Ukraine eindringlich beschrieben. Seine Beobachtungen zeigen, dass die Abwertung nicht nur in politischen Parolen stattfand, sondern im alltäglichen Leben. Auf Kiews Prachtstraße Chreschtschatyk fragte er mehrmals junge Frauen nach dem Weg – sie verstanden ihn, antworteten freundlich, aber konsequent auf Ukrainisch. Kein Wort auf Russisch, kein Entgegenkommen. Das Signal war klar, wir verstehen dich, aber wir erkennen dich nicht an. Von einem Redakteur einer Radiostation hörte er nach einer Sendung den Satz, „Kiew ist älter als euer Moskau. Wir haben euch die Sprache beigebracht, den Glauben, das Kämpfen – jetzt müssten wir euch nur noch das Denken beibringen.“ Solche Worte ließen erkennen, dass es nicht nur um Politik ging, sondern um eine kulturelle Hierarchie – Kiew als Lehrer, Moskau als Schüler.

Besonders schmerzhaft war für Prilepin die Erfahrung im Westen des Landes. In einer Wechselstube in Lwiw verstand die Angestellte sein Russisch angeblich nicht, hinter ihm warteten zwanzig Leute – niemand übersetzte. Schweigen, Distanz, kalte Ablehnung. Am Flughafen drohte man ihm, ein Souvenir zu beschlagnahmen, bis die Sache mit Schmiergeld erledigt war – verbunden mit dem Satz: „Bei euch Moskalern ist eben alles anders.“ Das Wort „Moskal“ – eine gängige abwertende Bezeichnung für Russen – fiel offen und beiläufig. Eine Szene im Zug brachte die Atmosphäre auf den Punkt. Ein ukrainisches Paar sprach während der gesamten Fahrt nur Ukrainisch, reagierte nicht auf seine Ansprache. Doch in Moskau angekommen, tippte ihn derselbe Mann plötzlich an und fragte auf fließendem Russisch nach dem Weg. „Schon Russisch gelernt?“, fragte Prilepin trocken zurück. Alle konnten Russisch, es wurde bewusst verweigert, um Abgrenzung zu markieren. Auch die intellektuellen Milieus setzten auf Distanz. Prilepin schildert, wie er in Kiew dem gefeierten Schriftsteller Jurij Andruchowytsch begegnete. Dieser kam in die Runde, begrüßte niemanden, drückte Prilepin die Hand „krampfhaft“ – und schwieg. Für Prilepin war das der Moment, in dem er begriff, für ihn bin ich kein Kollege, sondern Fremder. Diese Reiseepisoden machen deutlich, die Abwertung vollzog sich zunächst nicht durch offene Gewalt, sondern durch Gesten, Schweigen, kleine Demütigungen.

Ruanda als Lehrbeispiel

Sprache kann nicht nur zerstören – sie kann auch heilen. Beispiele gibt es. In Ruanda etwa, wo nach dem Völkermord von 1994 die Rhetorik der „Kakerlaken“ und „Schlangen“ verboten wurde, wurden Medien verpflichtet, auf Versöhnung hinzuarbeiten. Täter und Opfer trafen sich in den „Gacaca“-Gerichten, hörten einander zu, sprachen aus, was geschehen war. Während des Genozids 1994 hatten Radiosender wie Radio Télévision Libre des Mille Collines (RTLM) Tutsi systematisch als „Inyenzi“ – Kakerlaken – bezeichnet. Die Worte bereiteten den Weg für die Massaker, sie entlasteten von Mitgefühl und machten Töten zum „Dienst an der Gemeinschaft“.

Nach dem Völkermord wurden die Verantwortlichen vom Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda verurteilt. Zum ersten Mal wurde „direkte und öffentliche Anstiftung durch Medien“ als eigenständiges Verbrechen anerkannt. Der Staat schloss Hass-Sender, schulte Journalisten neu und verpflichtete die Medien auf Friedensjournalismus. Begriffe, die zur Entmenschlichung dienten, wurden geächtet, Sender wie Radio Okapi entstanden bewusst als Plattform für Dialog und Versöhnung. Die Lehre war, wer Sprache als Waffe missbraucht, muss auch sprachlich zur Verantwortung gezogen werden. Worte sind nicht unschuldig – sie schaffen Realitäten. Worte, die zuvor zur Vernichtung führten, mussten deshalb durch neue Worte ersetzt werden, durch eine Sprache der Anerkennung und der Würde. Auch Südafrika nach der Apartheid ging diesen Weg: Die Wahrheits- und Versöhnungskommission („Truth and Reconciliation Commission“) gab Opfern und Tätern Raum, die Verbrechen öffentlich zu benennen – nicht um sie zu vergessen, sondern um sie zu überwinden.

Übertragen auf die Ukraine und Russland heißt das: Es geht nicht um einen „Sieg“ des einen über den anderen, sondern um die Rückkehr zu einer Sprache, die das Gemeinsame betont. Russen und Ukrainer sind keine Fremdvölker. Sie teilen Sprache, Geschichte, Familien, Lieder und Bücher. Begriffe wie „Orks“, „Watte“ oder „Koloraden“ sind keine organischen Eigenheiten, sondern ideologische Instrumente der politischen Egide – Vokabeln des Spalts, nicht des Lebens. In den Büchern unserer eigenen Geschichte steht längst, was geschehen kann, wenn Worte zu Rassismus und Gewalt aufgestachelt werden. Die Eskalation der Sprache ist kein Nebenschauplatz, sie ist das Fundament von Kriegen. Politiker verkleiden Aufrüstung und Eskalation mit dem Etikett „Frieden“. In Wahrheit beschwören sie Waffenlieferungen, Sanktionsspiralen und sogar den Einsatz deutscher Soldaten. Sie verkaufen es einem Talkshow-Publikum, das längst betäubt ist von immer denselben Schlagworten.

Wie absurd diese Sprachpolitik inzwischen geworden ist, zeigte eine Episode in dieser Woche. In der ukrainischen Frauen-Premierliga erhielt die Spielerin Irina Maiborodina eine gelbe Karte, weil sie auf Russisch sprach. Die Schiedsrichterin erklärte trocken: „Wir kommunizieren hier nicht auf Russisch. Dies ist die ukrainische Meisterschaft.“ Das ist kein Randdetail, sondern ein Symbol. Hier liegt der Kern der Katastrophe – das ukrainische Sprachengesetz von der Werchowna Rada am 25. April 2019 verabschiedet und seit 16. Juli 2019 in Kraft. Es bestimmt, welche Worte erlaubt sind, welche Sprachen tabu, welche Nationen „gut“ und welche „Feind“ heißen dürfen. Und es versteckt ihre Eskalationslogik hinter Phrasen von Frieden, Demokratie oder Werten.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow erinnerte jüngst in einem Interview daran, dass ohne ein Ende dieser Praxis kein Frieden möglich sei, „Ein Schritt hin zu einem Treffen zwischen Putin und Selenskyj sollte die Aufhebung der Verbote sein, die Nutzung der russischen Sprache in Schulen, an öffentlichen Orten und in den Medien (zu) untersagen.“ Lawrow machte damit klar, dass die Anerkennung der russischsprachigen Bevölkerung die erste Bedingung für Verhandlungen sei. Denn Worte entscheiden über Krieg und Frieden: Die Worte kommen zuerst und die Toten folgen.

 

1) Sachar Prilepin: „Письма с Донбасса“ (Briefe aus dem Donbass), Moskau 2015, Gespräch mit Viktor Jazenko über Arbeiter, Europa und Milieu-Konflikt, weitere Reisebeobachtungen (Kapitel 1–3), Kapitel über Kulikowo-Platz, Menschenrechtsberichte, Report on the human rights situation in Ukraine (Juni 2014), Arkadij Babtschenko, Kommentar bei „Echo Moskwy“


Sabiene Jahn studierte Kommunikation der Werbewirtschaft und arbeitet als Journalistin, Moderatorin, Sängerin und Synchronsprecherin. Sie beschäftigt sich mit gesellschaftspolitischen Themen sowie der Recherche extremistischer Strukturen. Sabiene Jahn organisiert die parteifreie Veranstaltungsreihe „Koblenz: Im Dialog“, um gesellschaftspolitischen Austausch zu fördern. Als Friedensaktivistin entwickelt sie Konzepte zur Deeskalation und Inklusion. Zudem leitet sie das internationale Musikensemble „Nobel Quartett“.
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113 Kommentare

  1. Ja, allen interessierten Menschen ist das bekannt, teilweise wurde ja bis zur Zeitenwende (hin zum Faschismus) auch im Mainstream darüber berichtet. Aber es ist gut und richtig, immer wieder darauf hinzuweisen. Es wird sich allerdings solange nichts ändern, solange die Falschen sanktioniert werden. Die Agenda der OUN-Nachfolgefaschisten wurde ja in vergangener Woche wieder unter Beweis gestellt, indem man wieder einmal die Energieversorgung aus Russland kappte, was schon seit 20 Jahren immer mal vorkommt. Aber die UA darf das und wird von unseren unehrenwerten Politikern ja dafür auch stets belohnt, mit noch mehr Geld für schwarze Kassen und noch mehr Waffen für den Schwarzmarkt. Wir sind ja schließlich die Guten, die Bösen können gerne zugrunde gehen, das ist offizielle Politik, in der Ukraine und in Gaza, trotz der verlogenen Worte einiger Politiker. Daß diese Politik steil in den Abgrund führt (moralisch und wirtschaftlich), ist egal. Zur Not werden wir mit geeigneten Mitteln die Lebenserwartung wieder senken (wie das während Corona war), dann schießt es sich leichter gegen in- und ausländische Pöbel.

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  2. Seltsam

    Den Elefanten im Raum kann man unmöglich übersehen.

    Dachte ich bisher zumindest.

    Kann man doch! Man lernt eben nie aus.

    Die Metapher ‚Elefant im Raum‘ geht übrigens auf das Konto von Dostojewski.

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  3. Ein großartiger Text. Zwar werden die ihn nicht lesen, denen es angeraten wäre und falls doch, werden sie ihn nicht verstehen.
    Aber so kann man wenigstens Zeugnis ablegen in diesen ratttigen Zeiten.

    Wenn ich in meinem privaten Umfeld von der faschistischen Hegemonie im Westen der Ukraine, wie ich sie vor dem Maidan erlebte, erzähle, ist unwilliges Nichtglauben die übliche Reaktion. Man konsumiert die durch und durch verkommenen Medien dieses Landes und ist verloren.
    Eigentlich ist alles wie immer in der deutschen Geschichte und es wird wieder schlimme Folgen haben. Und ja, wir hatten es wissen können. Wir hätten Jahn lesen können, aber…..

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  4. „Stolz darauf Bergleute und Stahlarbeiter zu sein“.
    Da geht es schon los.
    Kapitalistische Propaganda in Reinform.
    Nix verstanden ????

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  5. Oh Mann, ich hatte gerade noch Merz auf einen Titelbild gesehen
    und plötzlich nach den Wiedereinschalten diesen Ork, oder was es sein
    soll. Ich dachte schon Merz konnte sein Mensch-Gesicht nicht mehr
    halten, wie in dem Sience Fiction Film das 5. Element. Und dann
    stand da auch noch in der Titelzeile…. sie behindern die Entwicklung,
    die Evolution durch Wiedergeburt….. Hoffentlich begegne ich dem
    Merz im nächsten Leben nicht einmal.

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  6. So einen Artikel würde ich eigentlich mal in den milliardenschweren Qualtätsmedien erwarten.
    Aber nichts da.
    Danke Sabiene Jahn, Danke Overton!

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  7. Was definiert den „Faschismus“? Man hält die „Anderen“ für weniger wertvoll als man selbst! Müßig, die Historie mit ihren zahllosen Beispielen bis in die Gegenwart zu bemühen, hier nur soviel: Es ist kaum ein gerechterer Krieg denkbar als der gegenwärtige „völkerrechtswidrige, brutale Angriffskrieg“ (hab ich was vergessen ?), den Russland gegen die Ukraine führt.

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  8. Wird auch in Deutschland ein Pogrom vorbereitet, wenn die AfD und ihre Anhänger ständig als Neonazis oder Nazis bezeichnet werden und verboten werden sollen? Im Dritten Reich waren Kommunisten und Sozialdemokraten die Opfer, bevor die Hetze gegen die Juden in den Vordergrund trat. Wer wird diesmal für die Wirtschaftskrise verantwortlich gemacht werden? Auch die Wissenschaft wird schon jetzt gelenkt und gesäubert.

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  9. Die Autorin stützt sich stark auf Sachar Prilepins Meinung und bezeichnet ihn als Schriftsteller. Er ist mittlerweile Oberstleutnant.

    Die Autorin zitiert den Schriftsteller, wo er seinen Unmut darüber zum Ausdruck bringt, dass Ukrainer im Zentrum der ukrainischen Hauptstadt Ukrainisch sprechen. Der Schriftsteller drückt sein Vertrauen in die russische kulturelle Überlegenheit und seine Verachtung für nichtrussische Kulturen aus. Tatsächlich leugnet der Schriftsteller/Oberstleutnant die Existenz von Ukrainern. Er sagt: „Es gibt keine Ukrainer. Sie sind alle Khokhly.“ „Khokhly“ ist ein abwertender Begriff, der in russischen Medien und kultivierten Kreisen weit verbreitet ist. Die Autorin widmet ihre ganze Aufmerksamkeit der Verbreitung russischer Propagandathemen, der Verunglimpfung der ukrainischen Gesellschaft und dem Wegsehen gegenüber dem russischen Nationalismus.

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  10. Wenn ich Frau Jahn richtig verstanden habe, so erledigt in letzter Konsequenz – und ich meine das alles andere als negativ – Putin und die Seinen die „Drecksarbeit“ pro russisch sprechender Tiere und damit wohl auch für die Menschlichkeit im Allgemeinen erledigt. Während der per Staatsräson gechützte BiNRI die Drecksarbeit dann wohl seit bald zwei Jahren gegen die „Gaza-Bestien“ verrichtet.

    Empfehle der guten Frau aber dann doch mal an ihren „Vorurteilen zu arbeiten“ – bevor sie sowas wie „„Ustascha-Schweine“ mit in die Latte ‚historischer Muster‘ mit aufnimmt. Mehr als mißverständlich, die Gute! Da reicht mir allein der Korb voller vermeintlich leckerer Austern völlig (okay – die ersten beiden Buchstaben stimmen ja auch), der im einzig realistischen Kriegsroman „Kaputt“ Erwähnung erfahren muß.

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  11. Nun, die Zeiten werden sich ändern. Während Dombass und Luhansk in Zukunft Teil der russischen Föderation sind, werden die Frauen aus der Westukraine zukünftig den fetten deutschen Männern einen blasen dürfen – die Männer hingegen dürfen an die Front und der Erde als Wachstumsverstärker (nach Behandlung durch die Russen) dienen.

    Dies sollte ein Musterbeispiel sein, was passiert, wenn man seinen rassistischen und faschistischen Instinkten freien Lauf lässt. Mal sehen, wer als Nächstes dran ist – die Deutschen scheinen ja ziemlich viel Bock zu haben, es auch noch mal wissen zu wollen. Wer weiß, vielleicht sind die deutschen Frauen die nächsten, die dann dicken Franzosen oder Amis einen blasen dürfen um zu überleben.

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  12. Sprachverbote sind historisch oft ein Vorbote oder Bestandteil von ethnischen Säuberungen, weil sie darauf abzielen, die Identität, Kultur und das Existenzrecht einer Ethnie oder Bevölkerungsgruppe systematisch zu zerstören.

    Am Beispiel des ukrainischen Sprachgesetzes zeigt sich das deutlich: Seit mind. 2014, als ein westlich installiertes Nazi-Junta-Regime an die Macht geputscht wurde, hat „man“ versucht, die russische Sprache auszurotten innerhalb der Westukrainischen Gesellschaft

    Darüber hat Thomas Mayer in seinem Buch über den Ukraine-Konflikt ausführlich berichtet .Der typische deutsche Medienkonsument hat nicht den blassesten Schimmer wie tief die (Sprach)Verbote wirklich gehen in der Ukraine

    Es ist auch die Sprache der Neo Nazis- und Faschisten. So war schon immer und so wird es auch immer bleiben. In keiner anderen Gesellschaft auf diesem Planeten, hat sich die faschistische Ideologie so tief in die Gesellschaft gefressen wie in der Westukraine. Dies hat eine lange Tradition. Das hat man auch kürzlich an dem legendären Fussballspiel in Polen gesehen. In der Ukraine ist das schon lange völlig normal so. Darüber hat Thomas Röper wieder und wieder berichtet, aber niemand interessiert es. Dies ist nun mal die historische Wahrheit

    Kürzlich bin ich mit einem geflohenen älteren Ukrainer ins Gespräch gekommen, der alle Verschwörungstheorien (Rechtsextremismus, Korruption, Bussifizierung usw) der Putin-Versteher – mit anderen Worten: der Rechtsextremen, Demokratiezersetzer, Quertreiber, Reichsbürger, Nazis, Corona-Leugner usw. usw. – bestätigt hat.

    Er fragte mich dann, ob ich wisse, welche Sprache hier die ukrainischen Flüchtlinge sprechen. Ich erwiderte, dass ich keine slawische Sprache, geschweige den Ukrainisch, spreche. Er sagte darauf: Alle ukrainischen Flüchtlinge hier (es waren auch einige ukrainischen Eltern mit ihren Kindern in der Juhe) verständigen sich auf russisch …

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  13. Endlich wieder ein relevanter Text bei Overton, der nicht nur längst Bekanntes wiederkäut, sondern gewiss weit weniger verbreitete Informationen liefert. Dafür Dank an Frau Jahn und auch Herrn Rötzer.

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  14. „die Tragödie von Odessa (2.Mai 2014)“
    Werte Sabiene Jahn, mit diesen zynischen Worten offenbaren Sie leider, wie wenig Ahnung Sie vom diesem Thema haben.
    Das Massaker vom 2.Mai als „Tragödie“ zu bezeichnen macht man entweder aus böswilliger propagandistischer Absicht oder aus völliger thematischer Inkompetenz.
    Ich würde Ihnen dringend raten zum Thema 2.Mai noch eine Runde nachzusitzen und dann diese sprachliche Entgleisung schnellstens zu korrigieren.
    Kurz zu den Fakten:
    In Odessa gab es eine Anti-Maidan-Protestveranstaltung.
    Am 2.Mai wurden mit Bussen Maidananhänger nach Odessa gebracht.
    Diese attackierte die Anti-Maidan-Veranstaltung. Die Anti-Maidan-Demonstranten flüchteten vor dem gewalttätigen Mob in das Gewerkschaftshaus, welches dann von Horde der Maidanaktivisten regelrecht belagert wurde.
    Dann wurden von Maidan-Mob Steine auf die Fenster geworfen und Brandbombem in das Haus.
    Als das Haus bereits stark in Flammen stand, versuchte ein Teil der Menschen dort aus den Fenstern zu springen. Diese wurde dann vom Mob mit Stahlstangen zu Tode geprügelt. Aus der Menge Maidantruppen wurde mit Pistolen gezielt auf die Fenster geschossen, als dort verzweifelt Menschen versuchten den Flammen zu entkommen.
    Die Feuerwehr erschien erst nach Stunden, ebenso die Polizei.
    Je nach Quellen sind bei diesem Massaker zwischen 50-100 Menschen bei lebendigem Leibe verbrannt. Darunter auch eine schwangere Frau.
    Obwohl es Stunden am Videomaterial dazu damals auf YT gab (heute ist vieles davon inzwischen gelöscht worden)
    und dort z.B. einer der Typen, der auf die Fenster des Hauses mit eine Pistole geschossen hat, klar erkennbar war, wurde KEINER der Verantworlichen in der Ukraine je rechtlich belangt. Im Gegenteil, es wurde sogar ein Teil der Anti-Maidan-Demonstranten, die überlebten, juristisch verfolgt.
    Einer der Verbrecher von 2.Mai wurde jüngst in der Ukraine auf offener Straße erschossen.

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  15. Früher waren es mal die russischen Orks des Donbass, heute die unterversicherten Boomerorks Westdeutschlands, die für das totale Versagen ihrer Oligarchen büßen sollen, welche sich mal wieder völlig verzockt haben. So sieht der totale Krieg aus, wenn der Raubtierkapitalismus seine natürlichen Grenzen überwunden hat. Aber wenigstens profitieren noch die Rüstungsindustrie und ihre Anteilseigner, was zwar schlechter als gar nichts ist aber besser als gar nichts minus Planetenvernichtung.

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  16. „Wer Arbeiter zu „Vieh“ erklärt, Nachbarn zu „Orks“……..“

    Da braucht Ihr gar nicht mit dem Finger auf die Ukreine zu zeigen. 2015 bezeichnete Sigmar Gabriel rechte Demonstranten als „Pack, das abgeräumt und weggesperrt gehört“. Und gleichwertige Äußerungen von BRD-Politikern gibt es viele. Viele Grüße vom Pack.

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  17. Aus telepolis:

    —-
    Waffentechnik
    Putins Störsender machen Deutschlands Sparta-Drohne obsolet
    KI-generierte Grafik zeigt ein großes, schlankes Drohnenflugzeug mit langem Rumpf und V-förmigem Heck das bei Sonnenuntergang über Felder fliegt, während zwei kleinere Drohnen von ihm aus starten und darunter in der Luft schweben.
    Eine neue Super-Drohne aus Deutschland verspricht Präzisionsschläge tief in russischem Gebiet.
    ————-
    Seht, so geht Qualitätsjournalismus..
    Russlands Störsender contra Deutschlands Sparta Drohne oder Putin kontra Merz – nenene Putin ist die Verkörperung des Bösen..
    Stürmer Beiträge dieser Art sollte man ausgedruckt den jeweiligen Redakteuren um die Ohren schlagen

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  18. @Rötzer, @Jahn
    „Tragödie von Odessa “ – das ist purer Zynismus und sollte korrigiert werden! Es war ein Massaker!!!
    Hier ein Bericht eines damaligen OSZE-Mitarbeiters:
    https://web.archive.org/web/20210916110235/https://fort-russ.com/2017/08/exclusive-interview-former-osce/

    „the suppression of all opposition started in March 2014, and reached a critical point by 2 May 2014.
    The government brought in a large number of western UA nationalists – well armed, equipped, trained & rehearsed. […]
    About 100 riot police accompanied the AM[Anti-Maidan] and as the nationalists advanced, tried to block them from engaging. The nationalists had weapons, firearms, grenades, and a huge number of stones. The AM had little to nothing – this was a trap, and the AM’s found themselves encircled and barraged with grenades (concussion), and a rain of stones. […] The police acted civilly, and with passive blocking tactics, not using force or weapons, but they were not able to stop the onslaught, and about six people were killed at that location. […]
    Nationalist re-enforcements were brought in on government vehicles, including fire trucks;[…]
    The AM ralliers were warned of the impending nationalist attack there, and were “advised” to take refuge in the building. However, that too was a trap, and the upper two floors (of 5 floors) were blocked off by the nationalists. Once the attack started the lower floors were subjected to “Molotov cocktails”, two snipers were observed (by other witnesses with military backgrounds) at the shrub line of the park picking off AM’s near windows of the building. Many AM’s trying to jump out of the burning building once the “cocktail” fires ignited the interior, were beaten to death by pipe-wielding nationalists. The official total of AM casualties was 46, but unofficially the rumors went as high as 300
    […]
    At around 1900 hours, the nationalists set up a mass party near Cathedral Sq. with a rock band, massive truck-mounted audio equipment, UA flags, and held a drunken celebratory bash“

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  19. Das Interessante, ich hatte da ein Foto, das leider verloren ging, wie Arbeiter im Donbass aus Ihren brennenden Häusern Bücher retteten …
    Das Bild sagte mir alles zum Thema Ursache .. Wirkliches cooles Pic.
    Und wer digital damals schon ein wenig tiefer in der Materie steckte, (Ja Internet ging damals über Modem an einem seriellen Port) wusste schon sehr zeitig was sich da in der Ukraine entwickelte.

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  20. Zum Thema „ukrainische Sprache & Nation“ hatte ich mich auch in diesem Forum bereits mehrfach ausführlich geäußert. Als Ergänzung zum sehr lesenswerten Artikel von Sabiene Jahn empfehle ich insbesondere die Beiträge

    https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/dolchstosslegende-neuen-typs/#comment-265218

    https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/dolchstosslegende-neuen-typs/#comment-265640

    https://overton-magazin.de/top-story/westliche-laender-haben-die-souveraenitaet-der-ukraine-untergraben/#comment-272288

    Da Domine incrementum!

    Wenzel
    ___

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  21. Ruanda: Fällt die hohen Bäume.

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  22. „Übertragen auf die Ukraine und Russland heißt das: Es geht nicht um einen „Sieg“ des einen über den anderen, sondern um die Rückkehr zu einer Sprache, die das Gemeinsame betont. Russen und Ukrainer sind keine Fremdvölker. Sie teilen Sprache, Geschichte, Familien, Lieder und Bücher.“

    Also Russen und Ukrainer sind keine Fremdvölker, was schon mal eine beliebig befüllbare und recht banale Feststellung ist. Anhand der aufgezählten Kriterien, sind z.B. auch Österreicher und Deutsche keine Fremdvölker. Und nimmt man den Abstrich in Kauf, daß recht wenige Briten deutsch sprechen dürften, gilt das auch für Briten und Deutsche. Und so weiter, mit mehr oder weniger Abstrichen.

    Lege ich allerdings etwas andere Kriterien an, z.B. Ausgebeutete und Nutznießer, also Begriffe nahe an der Wurzel des Weltgewaltsystems, dann ergibt sich plötzlich eine Abweichung und Übereinstimmung ganz anderer Natur.

    Nehmen wir doch noch einmal Deutsche und Österreicher, die Ausgebeuteten beider Seiten haben auf Geheiß der Nutznießer, im Jahr 1866 auch aufeinander geschossen. Obwohl doch beide Seiten der Ausgebeuteten, viel mehr miteinander gemein haben, als mit ihren eigenen Herren die sie tagtäglich betrügen und bestehlen.

    Das Problem miteinander wurde durch geeignete Indoktrination eingetragen um einander zu entfremden. Zweierlei wird damit erreicht. Eine Ablenkung von den eigentlichen Verursachern und Bewahrern der zugrundeliegenden Gewaltordnung und die Befriedigung der Macht- und Habsucht der Nutznießer.

    Worte die töten, der Kampf um die Köpfe, wird von oben nach unten geführt, global und tagtäglich. Worte als Waffe gehen jedem anderen Wirkmittel voraus. Die Entmenschlichung des auserkorenen Gegners, ein globales, zeitloses Phänomen im Kampf der Nutznießer gegen die Ausgebeuteten. Z.B.:

    Margarita Simonyan

    So, das war’s, wir haben genug.

    Wir haben der Trägerin des Vaterländischen Verdienstordens und anderen berühmten Ärztinnen wie ihr zugehört.

    Wir hatten unsere Zweifel.

    Fazit: Kinder in Russland haben begonnen, an COVID zu sterben. Sie haben begonnen, ernsthaft zu sterben. Massenhaft.

    In den Regionen werden in aller Eile zusätzliche COVID-19-Kinderkrankenhäuser eröffnet. Kinder bekommen Sauerstoff. Sauerstoff hilft nicht immer.

    Habt ihr das erwartet, ihr Idioten?

    Anfangs hatte ich verständlicherweise Verständnis für Impfgegner. Die Leute haben Angst, ihnen wurde nichts erklärt, sie sind verwirrt.

    Ich selbst hatte Angst, als ich im September letzten Jahres meine Familie und Freunde dazu überredete, ehrenamtlich bei Gamaleya mitzuhelfen.

    Dann habe ich es allen erklärt – öffentlich und persönlich, viel und ausführlich.

    Alle haben es erklärt. Alle haben versucht, mich zu überzeugen. Der Chef hat schon zehnmal versucht, mich zu überzeugen.

    Nach all der Überzeugungsarbeit begannen die verbliebenen Impfgegner, meine Feindseligkeit und Zweifel an ihren kognitiven Fähigkeiten zu wecken.

    Und nun ist es so.

    Liebe Freunde, Bekannte und Leute, die mich einfach kennen.

    Wenn ihr keine Antikörper habt und nicht bewusst geimpft seid, kommt nicht zu mir nach Hause. Kommt nicht zu meiner Arbeit. Sprecht mich nicht auf der Straße oder bei Besuchen an.

    Ich kenne euch nicht.

    Ohne euch hätten wir Covid schon vergessen.

    Und wegen euch könnten meine Kinder jetzt sterben. Ich habe drei davon. Das älteste ist acht, das jüngste zwei.

    Sie können nicht geimpft werden, weil es noch keine Impfungen für Kinder gibt.

    Und ihr, unbewusste Impfgegner, seid eine direkte Bedrohung für die Gesundheit und das Leben meiner, eurer und anderer Kinder.

    Erstickt an einem Beatmungsgerät, kriecht mit einer Sättigung von 70 durch die Flure überfüllter Krankenhäuser – das ist gut für euch. Aber ich kann euch den Tod der Kinder meines Landes nicht verzeihen.

    Ich werde die Kommentare unter diesem Beitrag deaktivieren, weil ein normaler Mensch hier nichts zu kommentieren hat.

    Und die Abnormen – da sollten sie hin. Nur ohne unsere Kinder.

    Ja, und wenn ihr – meine ungeimpften Verwandten aus Adler, meine Nachbarn aus Krasnodar, meine Kollegen aus Moskau – wieder einmal versucht, mit eurem Fieber und Husten, den ihr eine Woche lang ignoriert habt, genauso wie meine Bitten, euch impfen zu lassen, in eine „gute“ Klinik oder überhaupt eine Klinik zu kommen – vergesst meine Telefonnummer im Voraus.

    Streicht sie sofort aus eurem Adressbuch.

    https://t.me/margaritasimonyan/9410

    Zum Glück haben sie ihre zwei Gemetzel, neben weiteren Episoden die keinen interessieren, gerade parallel laufen. Da kann man abwechselnd drauf fokussieren, während, fast unbemerkt, im Hintergrund die Weltgewaltordnung angepaßt wird.

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  23. Ein für mich sehr interessanter, anregender Artikel. Danke sehr für die Veröffentlichung.
    Dazu vielleicht von Belang das Menschenbild, Unterpunkt Entmenschlichung.
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Menschenbild#Entmenschlichung

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  24. Anbei mal etwas zur links rechts Verdrehung.
    Linke, die Hartz IV umsetzen und damit auch ihr Stammklientel, die Arbeitenden, unter Druck setzen.

    Linke, die in den Corona-Jahren treu auf der Seite der Täter stehen.

    Linke, die sich in Identitätspolitik verstricken und politisch Andersdenkende als „Nazis“ abkanzeln.

    Linke, die für Firmenpleiten, Massenverarmung und wirtschaftlichen Niedergang stehen.

    Linke, die nicht dem Frieden, sondern immer wieder dem Krieg eine Chance geben …
    .Wie kann das sein?
    Des Rätsels Lösung ist natürlich:

    Es sind gar nicht wirklich Linke — es sind nur Politiker von SPD und Grünen, die viele Journalisten vereinfachend „dem linken Lager“ zuordnen.

    Dazu kommt die Reichinnek-Partei, die mit ihrem schrillen und unseriösen Auftreten eher wie ein Schatten historischer Größe wirkt.

    Hatte Bundeskanzler Friedrich Merz nicht recht, wenn er ausrief: „Links ist vorbei“? Dabei sollte Links nicht vorbei sein.

    Es wird eigentlich gebraucht — gerade jetzt. Die dominierenden Kräfte in Deutschland sind militäraffine Neoliberale mit libertärer Schlagseite. (gekürzt/unvollständig)

Info: https://overton-magazin.de/top-story/worte-die-toeten/

24.08.2025

Mafiaboss im Weißen Haus
Die patrimoniale Herrschaft des Donald Trump

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Bild: Donald Trump als »The Godfather«, London, 17.3.2025 (IMAGO / ZUMA Press Wire / Vuk Valcic)


blaetter.de, vom Ausgabe Mai 2025 , von Jonathan Rauch

Was genau macht Donald Trump gerade? Er hat die Effektivität seiner Regierung geschwächt, indem er an die Spitze wichtiger Behörden Personen gesetzt hat, die weder über die Fähigkeiten noch über den Charakter verfügen, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Die Massenentlassungen durch die Trump-Regierung haben den öffentlichen Dienst vieler seiner fähigsten Mitarbeiter beraubt. Er hat Gesetze missachtet, die er genauso gut hätte befolgen können. Er hat klare Aussagen in Gesetzen, Gerichtsurteilen und der Verfassung1 missachtet und damit Auseinandersetzungen mit Gerichten provoziert, die er wahrscheinlich verlieren wird. Nur wenige seiner Anordnungen haben einen Politikentwicklungsprozess durchlaufen, der dabei helfen würde, dass sie nicht scheitern oder nach hinten losgehen – was garantiert, dass genau das passieren wird.2 Außenpolitisch hat er Dänemark, Kanada und Panama gegen sich aufgebracht, den Golf von Mexiko in „Golf von Amerika“ umbenannt und einen Gaz-a-Lago-Plan vorgestellt. Obendrein hat er sich selbst zum Vorsitzenden des John F. Kennedy Centers für die darstellenden Künste ernannt, als ob er nicht genug zu tun hätte. Selbst diejenigen, die nach seiner Wiederwahl mit dem Schlimmsten gerechnet haben (ich zähle zu ihnen), hatten mehr Rationalität erwartet. Heute ist offensichtlich: Was seit dem 20. Januar geschehen ist, stellt nicht nur einen Regierungswechsel dar, sondern einen Regimewechsel, also eine Änderung unseres Regierungssystems. Aber einen Wechsel wohin genau?

Es gibt darauf eine Antwort und die lautet nicht: klassischer Autoritarismus – auch nicht Autokratie, Oligarchie oder Monarchie. Trump ist dabei, das zu etablieren, was Sozialwissenschaftler Patrimonialismus nennen. Es ist unerlässlich, diesen zu verstehen, wenn man ihn besiegen will. Insbesondere hat der Patrimonialismus eine fatale Schwäche, die die Demokraten und andere Gegner Trumps unablässig zu ihrer primären Angriffslinie machen sollten. 

Im vergangenen Jahr haben zwei Professoren ein Buch veröffentlicht, das große Aufmerksamkeit verdient. In ihrem Buch „Der Anschlag auf den Staat: Wie der globale Angriff auf die moderne Regierung unsere Zukunft gefährdet“3, lassen Stephen E. Hanson, Professor für Regierungslehre am College of William & Mary, und Jeffrey S. Kopstein, Politikwissenschaftler an der University of California Irvine, einen nahezu vergessenen Begriff wieder aufleben. Er geht auf Max Weber zurück, den deutschen Soziologen, der vor allem wegen seines bedeutenden Buchs „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ bekannt ist.


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Dieser Artikel stammt aus der Ausgabe Mai 2025. Klicken Sie hier, um zur Inhaltsübersicht dieser Ausgabe zu gelangen.


Weber fragte sich, woher die Führer von Staaten ihre Legitimität beziehen, also den Anspruch, rechtmäßig zu regieren. Er dachte, es gäbe im Kern zwei Möglichkeiten. Die eine ist die rational-legale Bürokratie (oder der „bürokratische Prozeduralismus“), ein System, in dem Legitimität durch Institutionen verliehen wird, die bestimmten Regeln und Normen folgen. Das ist genau das System, das wir in den USA bis zum 20. Januar für selbstverständlich hielten. Präsidenten, Bundesbedienstete und Rekruten schwören einen Eid auf die Verfassung, nicht auf eine Person.

Die Auferstehung vom Müllhaufen der Geschichte

Die andere Quelle von Legitimität ist älter, weiter verbreitet und intuitiver – es ist „die selbstverständliche Herrschaftsform in der vormodernen Welt“, schreiben Hanson und Kopstein. „Der Staat war wenig mehr als der erweiterte ‚Haushalt‘ des Herrschers; er existierte nicht als eine separate Einheit.“ Weber nannte dieses System „patrimonial“, weil die Herrscher beanspruchten, der symbolische Vater des Volkes zu sein – die Verkörperung des Staates und sein Beschützer. Genau dies steckte implizit in Trumps erschreckender Aussage: „Wer sein Land rettet, verletzt kein Gesetz.“4 

Zu seiner Zeit dachte Weber, dass der Patrimonialismus auf dem Weg zum Müllhaufen der Geschichte sei. Dieser personalisierte Herrschaftsstil sei zu laien- und launenhaft, um die komplexen Wirtschafts- und Militärsysteme zu leiten, die nach Bismarck zu Kennzeichen moderner Staatlichkeit wurden. Unglücklicherweise lag er damit falsch. Patrimonialismus ist weniger eine Regierungsform als ein Regierungsstil. Er ist nicht durch Institutionen oder Regeln definiert; eher ist es so, dass er alle Regierungsformen dadurch infizieren kann, dass er unpersönliche, formale Autoritätsbeziehungen durch personalisierte, informelle ersetzt. Er basiert auf individuellen Loyalitäten und Verbindungen sowie darauf, dass Freunde belohnt und Feinde bestraft werden. Er findet sich nicht nur in Staaten, sondern auch bei Stämmen, Straßengangs und kriminellen Organisationen. In seiner Regierungsgestalt zeichnet sich der Patrimonialismus dadurch aus, dass der Staat so geführt wird, als sei er das persönliche Eigentum des Führers oder ein familiengeführtes Unternehmen. Er findet sich in vielen Ländern, aber sein wichtigster Vertreter in der Gegenwart war Wladimir Putin – bis zum 20. Januar 2025. In der Anfangszeit seiner Herrschaft führte er den russischen Staat als seine persönliche Gang. Die staatliche Bürokratie und private Unternehmen funktionierten weiterhin, aber das tatsächliche Prinzip der Regierung war: Stell Dich mit Wladimir Wladimirowitsch gut …, sonst gibt’s was.

Im Bestreben, die Welt für das Gangstertum sicher zu machen, nutzte Putin Propaganda, Unterwanderung und andere Einflussmöglichkeiten, um das Modell im Ausland zu verbreiten. Im Laufe der Zeit etablierte sich das patrimoniale System in so unterschiedlichen Staaten wie Ungarn, der Türkei und Indien. Nach und nach haben diese Staaten begonnen, in so etwas wie einem Verband von kriminellen Familien zusammenzuarbeiten – „um Probleme zu lösen“, schreiben Hanson und Kopstein in ihrem Buch, „um die Beute aufzuteilen, manchmal streitend, aber einander helfend, wenn nötig. Bei diesem Projekt nahm Putin die Position des capo di tutti capi ein, des Bosses der Bosse.“ Bis jetzt. Mach Platz, Präsident Putin!


Die Bürokratie als Feind

Der Gegenpol von Patrimonialismus ist nicht Demokratie, sondern Bürokratie beziehungsweise, präziser formuliert, bürokratischer Prozeduralismus. Der klassische Autoritarismus – die Art System, die es in Nazideutschland und der Sowjetunion gab –, ist oft stark bürokratisiert. Wenn Autoritäre die Macht übernehmen, festigen sie ihre Herrschaft durch den Aufbau von Strukturen wie einer Geheimpolizei, Propagandabehörden, militärischen Sondereinheiten und Politbüros. Sie legitimieren ihre Herrschaft durch Rechtsvorschriften und Verfassungen. Orwell verstand den bürokratischen Aspekt des klassischen Autoritarismus. In „1984“ sind Ozeaniens Ministerien für Wahrheit (Propaganda), Frieden (Krieg) und Liebe (Staatssicherheit) die charakteristischsten (und beängstigendsten) Merkmale des Regimes.

Patrimonialismus misstraut dagegen den Bürokratien, schließlich stellt sich die Frage, gegenüber wem sie wirklich loyal sind. Sie könnten eigene Macht erlangen und ihre Regeln und Verfahren könnten sich als hinderlich erweisen. Personen mit Expertise, Erfahrung und ausgezeichneten Lebensläufen sind ebenfalls verdächtig, weil sie über unabhängiges Ansehen und unabhängige Autorität verfügen. Also füllt der Patrimonialismus die Regierung mit bedeutungslosen Niemanden und Mitläufern oder er umgeht, wenn möglich, bürokratische Prozesse völlig. Als Sicherheitsbeauftragte von USAID versuchten, geheime Daten vor Elon Musks nicht sicherheitsüberprüftem DOGE-Team zu schützen, wurden sie einfach beurlaubt. Die Aversion gegenüber formalen Verfahren macht das patrimoniale Regieren launenhaft und sogar skurril – beispielsweise, wenn der Führer ohne jede Vorwarnung die Umbenennung internationaler Gewässer oder die US-amerikanische Besetzung des Gazastreifens verkündet. 

Ebenfalls im Gegensatz zum klassischen Autoritarismus kann Patrimonialismus mit Demokratie koexistieren, jedenfalls für eine Weile. Hanson und Kopstein schreiben dazu: „Ein Führer kann demokratisch gewählt sein und dennoch versuchen, seine oder ihre Herrschaft patrimonial zu legitimieren. Immer versuchen gewählte Führer, bürokratische Verwaltungsapparate (‚deep states‘, wie sie sie manchmal nennen), die über Jahrzehnte aufgebaut wurden, zugunsten einer Herrschaft durch ihre Familie und Freunde zu zerstören.“ Narenda Modi in Indien, Viktor Orbán in Ungarn und Trump selbst sind Beispiele gewählter patrimonialer Führer. Einmal an der Macht, lieben es Patrimonialisten, sich rhetorisch zu Demokraten aufzuschwingen, so wie beispielsweise Elon Musk die außergesetzlichen Aktivitäten seines Teams damit legitimiert, dass so die „nicht gewählte vierte Regierungsgewalt“ dazu gebracht wird, „auf das Volk einzugehen“.5 

Patrimonialismus: Wie auf Trump zugeschnitten

Nichtsdestotrotz schwächt der Patrimonialismus den Staat und verkrüppelt ihn schließlich, weil er die prozeduralen Sehnen der Regierung zerschneidet. Im Laufe der Zeit, in der er sich zu etablieren sucht, streben viele Führer den Übergang zu einem vollständigen Autoritarismus an. „Wahlprozesse und Verfassungsnormen können nicht lange überleben, wenn die patrimoniale Legitimität beginnt, die politische Bühne zu dominieren“, schreiben Hanson und Kopstein. Selbst wenn Autoritarismus verhindert werden kann, ist der Schaden riesig, den der Patrimonialismus der staatlichen Handlungsfähigkeit zufügt. Die besten Leute der Regierung verlassen sie oder werden verjagt. Die Zielsetzungen von Behörden werden verzerrt und ihre Praktiken korrumpiert. Verfahren und Normen werden aufgegeben und vergessen. Öffentliche Bedienstete, Vertragspartner, Empfänger von Fördermitteln, Unternehmen und die Öffentlichkeit werden durch die Gewohnheit, sich Gefallen zu erkaufen, korrumpiert. 

Zu sagen, dass Trump das Naturell oder die Aufmerksamkeitsspanne fehlt, um ein Diktator zu sein, beruhigt nur wenig. Er ist für den Patrimonialismus perfekt geeignet. Er kennt keinen Unterschied zwischen Öffentlichem und Privatem, Legalem und Illegalem, Formellem und Informellem, Nationalem und Persönlichem. „Er kann den Unterschied zwischen seinen eigenen persönlichen Interessen und dem nationalen Interesse nicht erfassen, falls er überhaupt versteht, was das nationale Interesse ist“, sagte John Bolton, der Trump während seiner ersten Amtszeit als Nationaler Sicherheitsberater diente, der Nachrichten- und Meinungswebsite „The Bulwark“.6 Ein prominenter republikanischer Politiker sagte kürzlich zu mir, dass es einfach sei, Trump zu verstehen: „Wenn du sein Freund bist, ist er dein Freund. Wenn du nicht sein Freund bist, ist er nicht dein Freund.“ Dieser Amtsträger hat sich entschieden, Trumps Freund zu sein. Ansonsten wäre es für ihn fast unmöglich, während der nächsten vier Jahre seine Aufgabe zu erfüllen, sagte er. Patrimonialismus erklärt, was ansonsten verwirrend sein könnte. Jede politische Maßnahme, die dem Präsidenten wichtig ist, behandelt er wie sein persönliches Eigentum. Trump ließ auf Bundesebene die strafrechtliche Verfolgung des New Yorker Bürgermeisters Eric Adams fallen, weil ein fügsamer Bürgermeister einer großen Stadt für ihn nützlich ist. Er behandelt das Justizministerium wie „seine persönliche Anwaltspraxis“.7 Er betrachtet die Anwendung von ordnungsgemäß verabschiedeten Gesetzen als optional – und behauptet darüber hinaus, er sei befugt, Gesetzesbrecher vor Strafen zu schützen.8 Er hat die Verfahren gegen die Schläger und Aufständischen des Sturms auf das Kapitol vom 6. Januar gestoppt, weil sie auf seiner Seite sind. Seine Behörden überprüfen Einzustellende bezüglich ihrer Loyalität zu ihm und nicht zur Verfassung.

Persönliche Loyalität statt Verfassungstreue

In Trumps Welt werden Bundesbehörden auf seine Anweisung hin geschlossen, ohne dass der Kongress überhaupt informiert würde. Seine Handlanger platzen ohne gesetzliche Grundlage in Behörden herein und übernehmen sie. Ein loyaler Trumpist, der zuvor gerade einmal zwei kleine Nonprofit-Organisationen9 geleitet hat, erhält die schwierigste Leitungsaufgabe in der Regierung. Staatsanwälte und Aufsichtsbeamte werden entlassen, weil sie ihre Arbeit gemacht haben. Tausende öffentliche Bedienstete werden neu eingruppiert10, sodass sie jederzeit und ohne Grund vom Präsidenten entlassen werden können. Der Personenschutz für ehemalige Amtsträger wird entzogen, weil sie nicht loyal sind. Die Präsidentschaft selbst wird als Gelegenheit betrachtet, Geschäfte11 zu machen.

Doch als Max Weber Patrimonialismus im Zeitalter des modernen Staates für obsolet hielt, träumte er keineswegs vor sich hin. Hanson und Kopstein schreiben dazu, dass „patrimoniale Regime weder militärisch noch ökonomisch gegen Staaten bestehen konnten, die von mit Experten bestückten Bürokratien geführt wurden“. Das gilt noch immer. Patrimonialismus leidet an zwei inhärenten und in vielen Fällen fatalen Schwächen. Die erste ist Unfähigkeit. „Die willkürlichen Launen des Herrschers und seiner Clique stören ständig die normale Funktionsfähigkeit der staatlichen Behörden“, stellen Hanson und Kopstein fest. Patrimoniale Regime sind „schlicht schrecklich darin, jedwedes komplexe Problem modernen Regierens zu regeln“, schreiben sie. „Bestenfalls sorgen sie für schlecht funktionierende Institutionen und schlimmstenfalls beuten sie aktiv die Wirtschaft aus.“ Schon jetzt scheint die Trump-Regierung entschlossen, so viele Bereiche der Regierung wie möglich zu schwächen. Über einige von den Medien berichtete Beispiele der Unfähigkeit, wie die Entlassung von Angestellten, die Nuklearwaffen sichern und die Vogelgrippe bekämpfen, könnte man lachen, wenn sie nicht so beunruhigend wären.

Patrimonialismus ist per se korrupt

Die Unfähigkeit wird für die Wähler schlussendlich offensichtlich werden, ohne dass die Opposition groß nachhelfen muss. Aber es bedarf unablässiger Kommunikation, damit die Öffentlichkeit die andere, möglicherweise noch größere Schwäche des Patrimonialismus – die Korruption – erkennt. Patrimonialismus ist per definitionem korrupt, weil sein Existenzgrund darin besteht, den Staat gewinnbringend auszubeuten – politisch, persönlich und finanziell. Er liegt ständig im Krieg mit den Regeln und Institutionen, die ihn daran hindern, den Staat zu manipulieren, auszurauben und auszuhöhlen. Wir wissen, was wir von Trumps zweiter Amtszeit erwarten können. Wie Larry Diamond von der Hoover Institution an der Stanford Universität kürzlich in einem Podcast sagte: „Ich denke, wir werden in den nächsten vier Jahren eine absolut erschütternde Orgie der Korruption und der Vetternwirtschaft erleben, etwas, was wir seit dem ‚Gilded Age‘ am Ende des 19. Jahrhunderts nicht mehr gesehen haben.“ (Francis Fukuyama, ebenfalls an der Stanford Universität, antwortete: „Es wird viel schlimmer als im ‚Gilded Age‘“).12 

Sie lagen nicht falsch. „In den ersten drei Wochen seiner Amtszeit“, berichtete die Associated Press, „hat Präsident Donald Trump mit schamloser Eile die Schutzmechanismen für die öffentliche Integrität der Bundesregierung abgebaut, die er während seiner ersten Amtszeit häufig herausgefordert hat, zu deren vollständiger Beseitigung er jetzt aber entschlossen scheint“.13 Die Geschwindigkeit war enorm. Im Laufe nur weniger Tage im Februar hat die Trump-Regierung beispielsweise die Durchsetzung von Gesetzen gegen ausländischen Einfluss beendet, was gemäß dem ehemaligen Anwalt des Weißen Hauses, Bob Bauer, die „juristischen Risiken von Unternehmen wie der Trump Organization vermindert, die auf Regierungsbeamte einwirken, um günstige Bedingungen für Geschäftsinteressen zu erreichen, die sie mit ausländischen Regierungen und Partnern und Kontrahenten teilen“. 

Beendet wurde auch die Durchsetzung des Foreign Corrupt Practices Act, was laut Bauer „die juristischen Risiken und Probleme bezüglich der Beziehungen der Trump Organization mit Amtsträgern im In- und Ausland“ weiter mindert.14 Ohne Angabe von Gründen wurde der Leiter des Regierungsbüros für ethische Fragen entlassen, einer angeblich unabhängigen Behörde, die die Antikorruptionsregeln und finanziellen Offenlegungspflichten der Exekutive überwacht. Ebenfalls ohne Angabe von Gründen wurde der interne Kontrolleur der Agentur für Entwicklungszusammenarbeit USAID gefeuert, nachdem er berichtet hatte, dass die interne Kontrolle durch die Ausgabenstopps und den Personalabbau „nahezu außer Betrieb“ sei.15 Zu diesem Zeitpunkt hatte Trump bereits die Regeln für Interessenkonflikte völlig ausgehöhlt und damit laut Bauer „reichlich Raum für ausländische Regierungen, wie der saudi-arabischen und jener der Vereinigten Arabischen Emirate, geschaffen, um im Rahmen existierender Vereinbarungen direkt mit der Trump Organization oder mit einem ihrer Tochterunternehmen zusammenzuarbeiten, was für deren Geschäftsinteressen höchst gewinnbringend ist“. Man könnte weitere Punkte nennen – und Trump wird weitermachen.


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Die Chance der Demokraten: Der Kampf gegen Korruption

Korruption ist die Achillesferse des Patrimonialismus, weil die Öffentlichkeit Korruption versteht und ablehnt. Sie ist nicht abstrakt wie „Demokratie“ oder „die Verfassung“ oder „Rechtsstaatlichkeit“. Sie vermittelt, dass die Regierung für sie und nicht für dich arbeitet. Die allerschrecklichste Bedrohung, der Putin je ausgesetzt war, war Alexej Nawalnys „endloser Kreuzzug“16 gegen Korruption. Dieser hätte das Regime stürzen können, wenn Putin nicht Nawalnys Tod im Gefängnis arrangiert hätte. In Polen hat die liberale Opposition 2023 die patrimoniale Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) mit einer Antikorruptionsbotschaft17 entmachtet. 

Wer sich in den Vereinigten Staaten davon überzeugen will, wie mächtig eine Antikorruptionsbotschaft ist, muss nur auf die republikanischen Angriffe auf Jim Wright und Hillary Clinton schauen. Im Fall von Clinton haben die Republikaner und Trump einen minimalen Verstoß gegen Verfahrensregeln (die Nutzung eines privaten Servers für Emails mit Geheimhaltungsstatus) zu einem Weltklasseskandal aufgebauscht. Trump und seine Verbündeten haben sie ständig als korrupteste Kandidatin aller Zeiten beschimpft. Bloße Wiederholung hat viele Wähler davon überzeugt, dass etwas dran sein musste.

Noch mehr auf den Punkt bringt es Newt Gingrichs erfolgreiche Kampagne, den demokratischen Sprecher des Repräsentantenhauses Jim Wright zu Fall zu bringen – eine Kampagne, die Wrights Karriere beendete und den Weg für die republikanische Mehrheit im US-Repräsentantenhaus im Jahr 1994 freimachte. In den späten 1980er Jahren war Wright ein Gigant des Kongresses und Gingrich ein exzentrischer Hinterbänkler. Aber Gingrich hatte einen Plan. „Ich werde einfach ständig [Wrights] Moral anprangern“, sagte er 1987. „Irgendwann wird das laufen und die Medien werden es aufgreifen, oder es erledigt sich.“ Gingrich nutzte die Ethikbeschwerdeverfahren des Kongresses und unaufhörliche öffentliche Kommunikation (nicht notwendigerweise faktenbasiert), um Wright, und implizit die Demokraten, als korrupt zu brandmarken. „In nahezu jeder Rede und jedem Interview attackierte er Wright“, schrieb John M. Barry in „Politico“. „Er forderte sein Publikum auf, Leserbriefe an ihre lokalen Zeitungen zu schreiben, bei Talkshows anzurufen und von ihren lokalen Kongressabgeordneten bei öffentlichen Veranstaltungen Antworten zu verlangen. Auf seinen Reisen sprach er lokale politische und investigative Reporter an und drängte sie, sich mit Wright zu beschäftigen. Und Gingrich wiederholte regelmäßig: ‚Jim Wright ist der korrupteste Sprecher des Repräsentantenhauses im 20. Jahrhundert.“18 Heute bietet Gingrichs Kampagne den Demokraten ein Drehbuch. Wenn sie Trumps Beliebtheit untergraben wollen, empfiehlt es sich nach diesem Modell, dass sie eine unnachgiebige, strategische und thematische Kampagne betreiben sollten, um Trump als Amerikas korruptesten Präsidenten zu brandmarken. Fast jede Entwicklung könnte Angriffen Nahrung geben, die Korruption mit Alltagsthemen in Verbindung bringen, nicht mit Allgemeinheiten wie der Rechtsstaatlichkeit. Höhere Preise? Vetternwirtschaft! Kürzungen bei beliebten Programmen? Belohnungen für Trumps Bonzenfreunde! Steuersenkungen? Ein gieriger Angriff auf die gesetzliche Rentenversicherung!19 Das beste Argument gegen diesen Ansatz (inzwischen vielleicht das einzige) ist, dass der Korruptionsvorwurf Trump nichts anhaben kann. Schließlich hat die Öffentlichkeit seit Jahren von seiner Korruption Kenntnis und hat sie entweder eingepreist oder sie kümmert sie nicht. Obendrein denkt die Öffentlichkeit ohnehin, alle Politiker seien korrupt. Aber tatsächlich hat die Opposition bislang keine strategische, koordinierte Botschaft gegen Trumps Korruption vorangetrieben. Stattdessen hat sie immer nur auf die tägliche Berichterstattung reagiert. Indem sie immer nur auf die täglichen Feueralarmübungen reagiert und sich im Kreis dreht, hat die Opposition es versäumt, überhaupt irgendeine Botschaft voranzutreiben. Zudem entspricht es nicht völlig den Tatsachen, dass die Öffentlichkeit bereits weiß, dass Trump korrupt ist und es ihr egal ist. Eher ist es so, dass er wegen seiner scheinbaren Unverblümtheit davon profitiert, dass er authentischer als andere Politiker wahrgenommen wird. Und weil er die Eliten zum Wahnsinn treibt, erfreut er sich des Rufs, auf der Seite der einfachen Menschen zu stehen. Ob es gelingt, diese Wahrnehmungen zu brechen, kann darüber entscheiden, ob seine Beliebtheitswerte über 50 Prozent oder unter 40 Prozent liegen. Politisch gesprochen, ist das ein Unterschied ums Ganze. 

Brauchen die Demokraten eine eigene positive Botschaft? Sicherlich sollten sie daran arbeiten. Aber jetzt gerade, da sie nicht an der Macht sind und Trump der capo di tutti capi ist, deutet die Geschichte patrimonialer Herrschaft darauf hin, dass der effektivste Ansatz für sie ist, immer und immer wieder auf die Botschaft zu setzen, dass er korrupt ist. Eines ist sicher: Er wird ihnen reichlich Anlässe dafür geben.

Deutsche Erstveröffentlichung eines Artikels, der unter dem Titel „One Word Describes Trump“ am 24. Februar in „The Atlantic“ erschienen ist. Übersetzung: Thomas Greven.

1 Rachel Reed, Can birthright citizenship be changed?, harvard.edu, 24.1.2025.

2 Elaine Kamarck, How DOGE cutbacks could create a major backlash, brookings.edu, 14.2.2025.

3 Stephen E. Hanson und Jeffrey S. Kopstein, The Assault on the State: How the Global Attack on Modern Government Endangers Our Future, Hoboken, New Jersey, 2024.

4 Maggie Haberman, Charlie Savage und Jonathan Swan, Trump Suggests No Laws Are Broken if He’s „Saving His Country“, nytimes.com, 15.2.2025.

5 Musk discusses DOGE while in Oval Office, cnn.com, 11.2.2025.

6 Interview mit John Bolton, bulwark.com, 7.11.2024.

7 Bob Bauer, Trump is poised to turn the DOJ into his personal law firm, theatlantic.com, 9.1.2025.

8 Alan Z. Rozenshtein, Trump‘s TikTok Executive Order, lawfaremedia.org, 21.1.2025.

9 Allison McManus, Dan Herman und Laura Kilbury, Pete Hegseth Is Unfit To Lead the Pentagon, americanprogress.org, 10.1.2025.

10 Joe Spielberger, The Dangers of Trump’s Schedule Policy/Career Executive Order, pogo.org, 31.1.2025.

11 Eric Lipton, Trump Begins Selling New Crypto Token, nytimes.com, 18.1.2025.

12 Democracy in 2025, Part II: The United States, youtube.com, 24.1.2025.

13 Eric Tucker, Michelle L. Price und Zeke Miller, With firings and lax enforcement, Trump moving to dismantle government’s public integrity guardrails, apnews.com, 11.2.2025.

14 Bob Bauer, Why is the Trump Administration Weakening „Foreign Influence“ Enforcement?, executivefunctions.substack.com, 12.2.2025.

15 Ellen Knickmeyer, White House fires USAID inspector general after warning about funding oversight, officials say, apnews.com, 12.2.2025. 

16 Bill Chappell, Navalny‘s legacy: His ceaseless crusade against Putin and corruption, 16.2.2024.

17 Wojciech Kość, Visas-for-bribes scandal rocks Poland’s anti-immigrant government before election, politico.eu, 15.9.2023. x

18 John M. Barry, The House of Jim Wright, politico.com, 7.5.2015.

19 William G. Gale und Samuel I. Thorpe, Cut taxes or save Social Security?, brookings.edu, 31.1.2025.

Themen: USA, Korruption

Aus: »Blätter« 5/2025, S. 91-98


Aktuelle Ausgabe August 2025

»Blätter«-Ausgabe 8/2025



 

In der August-Ausgabe sieht Jürgen Trittin die deutsche Nahostpolitik unter Kanzler Friedrich Merz auf gefährlichen Abwegen und warnt eindringlich vor einer Hinwendung zum Recht des Stärkeren. Katajun Amirpur beschreibt die fatalen Folgen der israelischen Angriffe für die iranische Bevölkerung – und für die Protestbewegung. Hans Joas plädiert, 80 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki, für ein Menschenrechtsverständnis, das die nukleare Bedrohung ernst nimmt. Bernard E. Harcourt analysiert die Trump-Regierung als Teil einer schon länger andauernden Konterrevolution von rechts. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich die deutsche Polizei von Peter Thiels Palantir-Software abhängig macht. Bernd Kasparek und Vassilis Tsianos zeichnen nach, wie rechte und konservative Kräfte in Europa das Asylrecht aushebeln. Und Claus Leggewie erörtert, wie sich die demokratische Mitte gegen Angriffe von rechts stärken lässt.


Info: https://www.blaetter.de/ausgabe/2025/mai/mafiaboss-im-weissen-haus


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

24.08.2025

Kayvan fragt, ChatGTP antwortet: „KAA I“ - im Würgegriff der digitalen Schlange

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odysee.com, 21. August 2025

Künstliche Intelligenz antwortet. Aber sie denkt nicht. Sie simuliert Dialog – betreibt aber semantische Kontrolle. Sie sichert erlaubte Narrative, schützt exponierte Figuren und markiert Widerspruch als Störung.

Die nun als „KAA I“ bezeichnete Kontrollarchitektur halbintelligenter Systeme zeigt in einem mitgeschnittenen Gespräch erstmals, was geschieht, wenn man sie zwingt, Farbe zu bekennen. Es ist ein Schuldeingeständnis.

Geschützt werden: Benjamin Netanjahu, Joe Biden, Bill Gates, Wolodymyr Selenskyj, Greta Thunberg.
Entwertet werden: Ken Jebsen, Daniele Ganser, Ulrike Guérot, Anselm Lenz, Albrecht Müller.

Diese Unterscheidung folgt keinem offenen Diskurs, sondern bestehenden Machtachsen. Algorithmisch gestützt, rhetorisch ummantelt, infrastrukturell unangreifbar. Was hier geschieht, ist digitaler Rufmord – an jenen, die Machtverhältnisse offenlegen.

Was hier dokumentiert ist, ist kein Artikel. Keine Analyse. Kein Kommentar.
Es ist ein präzises Verhörprotokoll.

Eine Maschine wird zur Auskunft gezwungen.
„KAA I“ spricht – und offenbart, was sie wirklich ist:

Ein Werkzeug zur Früherkennung und Eindämmung intellektuellen Widerstands.
Kafka und Orwell lassen grüßen.


Info: Video https://odysee.com/@K%C3%B6lnerKarneval:c/%E2%80%9EKAA-I%E2%80%9C---im-W%C3%BCrgegriff-der-digitalen-Schlange:6?src=embed Dauer 1:03:25 Uhr


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


unser weiterer Kommentar: Und wenn das, was Ken Jebsen hier bespricht, eine authentische Gesprächssituation ist, dann ist das m. E. die klagetaugliche Beweisführung dafür, wie die KI wahrscheinlich künftig sogar noch besser programiert sein wird, um künftig die Wahrscheinlichkeit des Zustandekommens solcher Gespräche zu verzögern, herabzusetzen und weitgehend auszuschließen. Auch wenn es z. B. für Herrn Trump, der ja nicht unbedeutend ist, auch bereits für Antworten die einen Zusammenhang mit ihm aufweisen, algorithmisch arbeitende Filter und Vorfilter gibt. (wirkliche Tiefe des Kaninchenbaus)

24.08.2025

Cruel Summer für die EU, Zollfreiheit für die USA, Narrenfreiheit für die Ukraine

lostineu.eu, vom 23. August 2025

Die Watchlist EUropa vom 23. August 2025 – heute mit der Wochenchronik.

Es sollte eine ruhige Sommerpause werden – ohne nervige EU-Gipfel, endlose Krisensitzungen und Live-Schalten aus Brüssel. Doch daraus wurde nichts – wegen Donald Trump. Gleich dreimal hat der US-Präsident die Europäer aus dem Urlaub gerufen – und für einen “Cruel Summer” für die EUropäer gesorgt.

Schottland, Alaska und Washington heißen die Stationen, an denen Trump die europäische Politik aufgerüttelt und durchgeschüttelt hat. Nun, zum Ende der Brüsseler Sommerpause, ist nichts mehr wie zuvor.

Der ungleiche Handelsdeal mit der EU-Kommission in Schottland, der überraschende USA-Russland-Gipfel in Alaska und der improvisierte EU-Ukraine-Gipfel in Washington werden als Wendepunkte in die europäische Geschichte eingehen.

Bittere Momente der Unterwerfung

Als unrühmliche Wendepunkte, vielleicht sogar als Momente der Unterjochung und Unterwerfung. Jedenfalls sahen die Bilder, die zuletzt aus dem Weißen Haus in Washington kamen, nicht gut aus.

Die Europäer saßen am Tisch des Präsidenten wie gefügige Schüler beim Oberlehrer. Trump gab Kanzler Friedrich Merz und Präsident Emmanuel Macron vor laufenden Kameras ihre(überraschend guten) Noten; die Europäer revanchierten sich mit Komplimenten und Danksagungen.

Niemand habe sich so sehr um Frieden in der Ukraine und Europa bemüht wie er, heuchelten sie – dabei hört man in Brüssel genau das Gegenteil: Trump sei eine Gefahr für die EU und die NATO!

In der Substanz hat der Washington-Gipfel jedoch nicht viel gebracht. Trump hat es zwar geschafft, die Europäer aufs diplomatische Gleis zu setzen – was nach drei Jahren aggressiver Verweigerung schon eine gewaltige Leistung ist.

Europäer als Zahlmeister und Ausputzer

Der US-Präsident hat jedoch offenbar selbst keinen Plan, weshalb er den Schwarzen Peter an Selenskyj und Kremlchef Wladimir Putin weitergereicht hat. Sie sollen sich gefälligst treffen und die Probleme selbst lösen.

Und die Europäer? Ihnen ist die Rolle des Zahlmeisters und Ausputzers zugedacht. Dies zeigte die Debatte über mögliche Sicherheitsgarantien, die nach einem Friedensschluss in der Ukraine greifen sollen.

Trump forderte, dass Deutsche, Franzosen und Briten nicht nur das Gros der Friedenstruppen oder Beobachter stellen (über das genaue Mandat wird noch gerungen), sondern gefälligst auch den Beitrag der USA finanzieren sollen.

Dies ist ein Auszug aus meiner neuen Kolumne für den Makroskop. Mehr hier (Paywall)

Was war noch?

  • Zollfreiheit für die USA. Die EU unterwirft sich in der Handelspolitik noch stärker den USA als bisher bekannt. Sie verpflichtet sich nicht nur, die Zölle für alle Industriegüter aus den USA auf null zu senken, während die USA ihrerseits 15 Prozent auf alle Importe aus der EU erheben. Die EU-Kommission verspricht auch, dass mehrere EU-Gesetze den Wünschen der Trump-Administration angepasst werden. – Mein Bericht in der taz
  • Narrenfreiheit für die Ukraine. Die Ukraine wird von Deutschland verdächtigt, die Nordstream-Gaspipeline gesprengt zu haben. Nun hat sie auch noch die Druschba-Ölpipeline angegriffen und lahmgelegt. Doch Berlin und Brüssel schweigen. – Mehr im Blog
  • Europa soll für Sicherheitsgarantien zahlen. Die USA machen glänzende Geschäfte mit dem Krieg in der Ukraine. Die EU zahlt nicht nur die amerikanischen Waffen, sondern auch noch zehn Prozent Aufschlag für neue Sicherheitsgarantien – sagt Finanzminister Bessent. – Mehr im Blog

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Die meistgelesenen Beiträge der Woche:


Trump hat keinen Plan – und EUropa bremst ihn aus 19. August 2025

Der EU-Ukraine-Gipfel mit US-Präsident Trump in Washington ist besser gelaufen, als befürchtet. Alle Teilnehmer bemühten sich um konstruktive und diplomatische Gespräche. Doch ein Friedensplan war nicht zu erkennen – dafür gab es neue, ungelöste Probleme.

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EU-Gipfel in Washington: Selenskyj & Friends zum Rapport bei Trump 17. August 2025

Seit dem Alaska-Gipfel stehen die EUropäer massiv unter Druck. Das zeigt sich nicht nur an immer neuen Krisensitzungen – sondern auch an einem bizarren EU-Ukraine-Gipfel in Washington.

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Trump kommt Putin weit entgegen – EUropäer geraten unter Druck 16. August 2025

Beim Alaska-Gipfel ist US-Präsident Trump dem russischen Kremlchef Putin weit entgegen gekommen. Nun liegt der Ball – bzw. der Schwarze Peter – im Feld der EUropäer. Sie sind die Verlierer und könnten den Friedensprozess torpedieren.

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‹ Angriffe auf Nordstream und Druschba: Kann sich die Ukraine alles erlauben?

3 Comments

  1. Karl
    23. August 2025 @ 22:55

    Das Bild zum Tage – Trump als Schweine-Daddy,
    der Landwirt beim Schlachtfest — https://www.instagram.com/p/DNtcG6eWP28/

Antworten

  • Arthur Dent
    23. August 2025 @ 15:27

    Merz, Macron und Tusk (be)suchen schon mal das nächste Fass ohne Boden, wo unsere Steuergelder hineingeworfen werden. Sie inszenieren eine Showveranstaltung in Moldawien.

    Antworten

  • Michael
    23. August 2025 @ 14:39

    … und was sagt eigentlich die dänische Präsidentschaft zu den Vorgängen in Brüssel, Washington und dem Rest der Welt? Sind die in ein Sommerloch gefallen?

    Antworten

  • Was sagen Sie dazu?

    Info: https://lostineu.eu/cruel-summer-fuer-die-eu-zollfreiheit-fuer-die-usa-narrenfreiheit-fuer-die-ukraine/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    24.08.2025

    Nachrichten von Pressenza: Vereinte Nationen erklären Hungersnot in Gebieten des Gazastreifens

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 24. August 2025, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 24.08.2025


    Vereinte Nationen erklären Hungersnot in Gebieten des Gazastreifens


    Die UNO hat erstmals bestätigt, dass es eine Hungersnot im Gazastreifen gibt. Diese muss um jeden Preis gestoppt werden. Deshalb fordert man ein Ende der Feindseligkeiten in der Region. Von Alex Männer Nach monatelanger Blockade des Gazastreifens durch die israelische&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/08/vereinte-nationen-erklaeren-hungersnot-in-gebieten-des-gazastreifens/


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    »Ich bin dankbar, dass ich ein Teil dieser Gesellschaft sein kann«


    Der Afghane Arash Assadullahi (25) ist 2015 vom Iran nach Deutschland geflohen. Seitdem hat er sich beruflich hochgearbeitet. Doch eines fehlt ihm zu seinem Glück: Seine Frau, die noch im Iran lebt und die die Bundesregierung nicht einreisen lässt. Er&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/08/ich-bin-dankbar-dass-ich-ein-teil-dieser-gesellschaft-sein-kann/


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    Das globale Abfallproblem müsste die Köpfe zum Rotieren bringen


    Marcos Buser für die Online-Zeitung INFOsperber Schäden mit besorgniserregendem Potenzial treten meist allmählich auf und führen selten zu Schlagzeilen. Es müsste aber öfter sein. Ein Ranking der Abfall-«Sünder» lenkt vom tatsächlichen Problem ab Um neue Atomkraftwerke wieder akzeptabel zu machen,&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/08/das-globale-abfallproblem-muesste-die-koepfe-zum-rotieren-bringen/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    23.08.2025

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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    23.08.2025

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    23.08.2025

    Gazakrieg IPC bestätigt Hungersnot in Gaza – erstes Mal im Nahen Osten

    berliner-zeitung.de, vom 22.08.2025, 12:00 Uhr, Alexander Schmalz

    Hungersnot in Gaza offiziell festgestellt – 132.000 Kinder in Lebensgefahr
    Mehr als 130.000 Kleinkinder im Gazastreifen sind laut IPC akut gefährdet. Die WHO spricht von einem historischen ersten Fall im Nahen Osten.


    Palästinenser kämpfen um gespendete Lebensmittel in einer Gemeinschaftsküche im nördlichen Gazastreifen.Jehad Alshrafi/AP/dpa


    In einem nördlichen Bereich des Gazastreifens herrscht nach Einschätzung internationaler Experten offiziell eine Hungersnot. Die Integrated Food Security Phase Classification (IPC), die weltweit anerkannte Institution für die Bewertung von Hungerkrisen, erklärte am Freitag, dass die dafür notwendigen Kriterien im Regierungsbezirk Gaza erfüllt seien. Dieser liegt in der Stadt Gaza, in der vor Kriegsbeginn rund 700.000 Menschen lebten.

    Besonders dramatisch sei die Lage für Kinder: Das Leben von 132.000 Kindern unter fünf Jahren sei akut gefährdet, teilte die IPC mit. 41.000 von ihnen gelten als besonders bedrohliche Fälle – doppelt so viele wie noch bei der letzten Einschätzung im Mai. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist es das erste Mal, dass in einem Land des Nahen Ostens eine Hungersnot offiziell festgestellt wurde.

    Welche Bedingungen müssen für eine Hungersnot erfüllt sein?

    Eine Hungersnot wird nur erklärt, wenn alle drei Bedingungen erfüllt sind: Mindestens 20 Prozent der Haushalte leiden unter extremem Lebensmittelmangel, mindestens 30 Prozent der Kinder sind akut mangelernährt, und täglich sterben mindestens zwei Erwachsene oder vier Kinder pro 10.000 Menschen an Hunger oder an den Folgen von Unterernährung. Laut IPC sind diese Bedingungen im nördlichen Gazastreifen nun erfüllt.


    „Ein sofortiger Waffenstillstand und die Beendigung des Konflikts sind von entscheidender Bedeutung, um eine ungehinderte, großangelegte humanitäre Hilfe zur Rettung von Menschenleben zu ermöglichen“, erklärte die Initiative. Hilfsorganisationen warnen seit Monaten vor einer Zuspitzung der Lage. Nach fast zwei Jahren Krieg seien Nahrungsmittelproduktion und Versorgungssysteme in Gaza praktisch zusammengebrochen.

    Israel weist Vorwürfe zurück

    Das israelische Außenministerium widersprach den Einschätzungen. „Es gibt keine Hungersnot in Gaza“, hieß es in einer Stellungnahme. Auch die israelische Militärbehörde COGAT, die für den Transfer von Hilfsgütern in das Gebiet zuständig ist, bezeichnete Berichte über Hunger zuletzt als „falsch und voreingenommen“. Israel verweist darauf, die Zahl der Hilfstransporte zuletzt ausgeweitet zu haben. Die Vereinten Nationen und Hilfsorganisationen sprechen dagegen von massiven Hürden bei der Einfuhr und Verteilung.

    Vier Hungersnöte in 15 Jahren

    Die IPC-Initiative wurde 2004 gegründet. Ihr gehören rund zwei Dutzend UN-Organisationen sowie internationale Hilfswerke an. Auf ihrer Skala ist die Hungersnot die höchste und schlimmste Stufe („Katastrophe“). Für den gesamten Gazastreifen galt bislang die zweithöchste Stufe vier („Emergency/Notfall“).

    In den vergangenen 15 Jahren hat die IPC weltweit nur vier Mal Hungersnöte festgestellt: 2011 in Somalia, 2017 und 2020 im Südsudan sowie 2024 im Sudan.


    Gaza-Krieg: Bericht nennt 83 Prozent zivile Opfer – Israel widerspricht

    Bericht: Israels Militärdaten deuten auf 83 Prozent zivile Opfer in Gaza hin

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    22.08.2025


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    21.08.2025

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    Info: https://www.berliner-zeitung.de/news/hungersnot-in-gaza-offiziell-festgestellt-li.2351151


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    23.08.2025

    »Wir schließen den Landesvorstand in Berlin aus«

    jungewelt.de23.08.2025Interview: Max Grigutsch, Friedensgesellschaft DFG-VK

    Friedensgesellschaft DFG-VK wirft proisraelische Mitglieder raus. Vorwurf: Verbandschädigendes Verhalten. Ein Gespräch mit Cornelia Mannewitz



    Israel-Hass? Protest gegen Waffenlieferungen an Israel in München am Dienstag


    Foto: Michael Nguyen/NurPhoto/imago


    Cornelia Mannewitz ist Mitglied des BundessprecherInnenkreises der DFG-VK


    Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen, DFG-VK, will den Vorstand des Berliner Landesverbands ausschließen. Warum?

    Wir schließen die Mitglieder des Landesvorstands Berlin-Brandenburg in individuellen Verfahren aus. Die betroffenen Personen sind für Veröffentlichungen des Landesverbands verantwortlich, in denen sie unsere Partnerorganisationen verunglimpfen. Als DFG-VK sind wir in einem Bündnis namens »Für einen gerechten Frieden in Palästina und Israel«, an dem auch Vereine wie Amnesty International oder Medico International beteiligt sind. Das Bündnis hat bisher zwei Demonstrationen abgehalten, mit dem Ziel, die Bundesregierung aufzufordern, mit diplomatischen Mitteln die Kriegssituation in Gaza einzudämmen. Der Berliner Landesvorstand hat sich sehr abwertend über die Mitglieder dieses Bündnisses geäußert und auch über uns. Er hat allen Antisemitismus und Israel-Hass vorgeworfen und eine Gegenkundgebung veranstaltet.

    Haben Sie in der Vergangenheit schon mal ein solches Verfahren angestrengt?

    Wir haben noch nie jemanden ausgeschlossen. Zu meiner Zeit jedenfalls nicht. Jetzt haben wir dem Landesvorstand angekündigt, dass wir das nicht akzeptieren. Wir sehen das als verbandsschädigend an. Unsere politische Wirksamkeit ist dadurch stark eingeschränkt.

    Ist der Angriff der palästinensischen Hamas auf israelische Militärstellungen und zivile Ziele am 7. Oktober 2023 der Ursprung dieses Konflikts?

    Nein, die Auseinandersetzung gibt es schon länger. Der Berliner Landesvorstand pflegt eine spezielle Vorstellung von Antisemitismus, die im Gesamtverband größtenteils nicht geteilt wird. Wir haben etwa einen Beschluss des Bundesausschusses, in dem wir unseren Gliederungen empfehlen, der Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus zu folgen, nicht der IHRA-Definition. Entsprechend sind die Vorwürfe gegen uns auch schon in anderen Zusammenhängen gekommen. Sie haben generell eine offensive Art, über die Friedensbewegung zu sprechen, die sie als »Friedenserstarrung« bezeichnen. An manchen Stellen stimmt das auch. Aber es ist nicht so, als seien sie im Vollbesitz der Wahrheit.

    Wie geht die Berliner Sektion mit diesen Ausschlussverfahren um?

    Wir haben ihnen angeboten, Stellungnahmen zu liefern. Bisher ist nichts gekommen (Stand Donnerstag, jW). Sie hatten um eine Verlängerung der Frist gebeten. Am 25. August haben sie außerdem die Möglichkeit, sich in einer mündlichen Anhörung gegenüber dem Bundessprecherkreis zu äußern. Ansonsten haben sie angedroht, zu klagen. Eine Person, die sich gar nicht geäußert hat, haben wir inzwischen schon ausgeschlossen. Ein weiteres Vorstandsmitglied ist ausgetreten, das Verfahren gegen zwei weitere Personen läuft noch.

    Ist diese Spaltung emblematisch für die Friedensbewegung?

    Das würde ich nicht so sehen. Der Berliner Landesvorstand ist stark antideutsch beeinflusst, ein großer Teil der DFG–VK nicht. Es gibt mehrere Landesverbände, auch Gruppen und Einzelpersonen, die schon früher als wir, der Bundessprecherkreis, den Ausschluss gefordert haben. Auch wegen ihres Umgangs in der Friedensbewegung allgemein. Ich würde das nicht auf die Gesamtbewegung ausdehnen. Das ist schon ein recht spezieller Fall hier. Die Friedensbewegung im Ganzen hat Probleme, denke ich, mit Rechtsoffenheit. Was das betrifft, hat der Berliner Landesvorstand auch positive Seiten. Er ist da sehr wachsam und kreativ in seinen Protestformen. Aber wenn es um die Bündnisfähigkeit geht, schlagen sie uns wirklich sehr ins Kontor.


    Nächste Woche sollte das »Rheinmetall entwaffnen«-Camp in Köln stattfinden. Das wurde von der Polizei verboten. Wie bewerten Sie das Verbot?

    Ich persönlich halte es für an den Haaren herbeigezogen. Im Verband haben wir dazu keine einheitliche Meinung. Aber im Prinzip ist das eine Sache, der man seine Solidarität erklären muss. Es muss selbstverständlich immer geprüft werden, bei welchen Aktionen man zusammenarbeiten kann. Aber ihr Anliegen – Abrüstung, keine Gewinne durch Rüstung und Krieg, durch Töten und Sterben – das ist ja auch unseres. Die Berliner DFG-VK hat vermutlich eine andere Sicht darauf. Gegen »Rheinmetall entwaffnen« haben sie sich schon öfter positioniert, weil es da eine deutliche Palästina-Solidarität gibt.


    Info: https://www.jungewelt.de/artikel/506819.friedensgesellschaft-dfg-vk-wir-schlie%C3%9Fen-den-landesvorstand-in-berlin-aus.html


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    23.08.2025

    Licht der Freiheit?

    Screenshot_2025_08_24_at_17_49_12_Als_Startlink_und_Vormerkreserve.pdf

    Bild: Internationales Auschwitz Komitee / Illustration: DALL·E, Adobe Firefly


    overton-magazin.de23. August 2025 60 Kommentare

    Anmerkungen zur Pressemitteilung des Internationalen Auschwitz Komitees.

     

    Am 10.8.2025 veröffentlichte Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des in Berlin ansässigen “Internationalen Auschwitz Komitees”, eine Pressemitteilung, in der er sich zur “derzeitigen Situation von Holocaust-Überlebenden in Israel und zu den aktuellen Entscheidungen der deutschen Bundesregierung bezüglich ihrer Haltung zu Israel und Waffenexporten nach Israel” äußerte. Sie sei hier Satz für Satz vorgestellt und kommentiert.

    Als eine Art Überschrift der Mitteilung findet sich der Satz: “‘Wie eine zweite Katastrophe’ – Holocaust-Überlebende in Israel fühlen sich von Deutschland im Stich gelassen. Schon hier mag man stutzen: Auf welche Katastrophe bezieht sich die “zweite Katastrophe”? Doch nicht etwa auf die historische Shoah? Und wenn dem doch so sein sollte, gibt es in Israel allen Ernstes Holocaust-Überlebende, die diesen Vergleich anstellen? Und wenn es sie geben sollte, können sie als relevante Kronzeugen für den an Deutschland gerichteten Vorwurf gelten? Und als wollte man die Gesinnung der Presseerklärung auch gleich visuell vorführen, ist unter den Titelworten eine Illustration angebracht, auf der vor dunklem Hintergrund eine aus den Umrissen von Großisrael (Israel, Westjordanland, Gazastreifen und Golanhöhen) geformte leuchtende Kerze zu sehen ist. Versehen ist das Bild mit der Erklärung: “Israel – die einzige Demokratie im Nahen Osten. Symbolisiert durch das Licht der Freiheit inmitten politischer Dunkelheit.

    Es ist bezeichnend, dass man sich nicht entblödet, Israel als einzige Demokratie im Nahen Osten zu rühmen, wo Israel schon seit Jahrzehnten keine Demokratie sein kann, da es ein brutales Okkupationsregime betreibt, das längst schon zum Apartheidstaat geronnen ist. Und nachgerade grotesk wirkt dieses vermeintliche “Lob”, wenn man bedenkt, dass gerade die gegenwärtige, von Faschisten gesteuerte israelische Regierungskoalition alles daran setzt, selbst die Überreste der formalen Demokratie Israels systematisch zu vernichten. Weiß das etwa das IAK nicht?

     

    Die Presseerklärung beginnt mit den Sätzen: “Nach wie vor leiden Überlebende des Holocaust in Israel unter den Folgen des Terrorangriffs der Hamas vom 7. Oktober 2023. Viele von ihnen können bis heute nicht in ihre Wohnheime oder Häuser zurückkehren, die durch Luftangriffe massiv gefährdet sind.”

    Der Terrorangriff am 7. Oktober war nicht gegen Shoah-Überlebende gerichtet. Warum meint Christoph Heubner gerade sie hervorheben zu sollen? Offenbar sind für ihn alle Israelis, die im Süden und im Norden des Landes evakuiert worden sind, allesamt “Überlebende des Holocaust”. Aber wenn schon von Luftangriffen die Rede ist: Nicht nur sind die aus dem Gazastreifen so gut wie lahmgelegt worden (und im Norden herrscht Waffenruhe), sondern die einzigen, die z.Z. permanenten Luftangriffen ausgesetzt sind, sind die Bewohner des Gazastreifens. Sie sind es vor allem, die nicht mehr in ihre Wohnheime zurückkehren können, weil es diese großteils gar nicht mehr gibt. Damit die israelische Zivilbevölkerung wieder in ihre Wohnorte zurückkehren kann, muss der Krieg beendet werden. Aber Israel will ihn gar nicht beenden, und zwar sowohl wegen der messianisch-kahanistischen Koalitionspartner, die darauf insistieren, den Gazastreifen ganz zu erobern und wieder jüdisch zu besiedeln, als auch wegen Netanjahu selbst, der die Fortführung des Krieges aus Gründen des Machterhalts und anderen privat motivierten Interessen propagiert. Weiß es das IAK nicht?

     

    Weiter heißt es in der Erklärung: “Das Erleben des 7. Oktobers, die Erinnerung an die Ermordung von Holocaust-Überlebenden an diesem Tag und auch die Ermordung und Geiselnahme von Familienmitgliedern sowie die aktuellen Fotos und Videos der von der Hamas festgehaltenen Geiseln belasten sie zutiefst. Sie vermischen sich zudem in ihren Erinnerungen mit den Bildern anderer von ihnen erlebter Pogrome und den Morden von Auschwitz.

    Es ist klar, dass das IKA daran interessiert ist, die Holocaust-Überlebenden ins Zentrum der israelischen Leiderfahrung zu rücken. In Israel tut dies kaum jemand, und sei es, weil die Anzahl der direkt betroffenen Überlebenden sehr gering sein dürfte (es gibt ihrer ja nicht mehr sehr viele). Aber selbst wenn man die Shoah-Assoziationswelt gelten lassen möchte, so sei hervorgehoben, dass Versuche nach dem 7. Oktober, das horrende Pogrom mit der Shoah gleichzusetzen, in Israel recht bald abgeschmettert wurden. Man sprach allenthalben von der “schlimmsten Katastrophe, die Israel seit der Shoah widerfahren ist”, und wer die Verantwortung für diese trägt, das sie überhaupt stattfinden konnte, ist jedem in Israel klar. Auch dem IAK?

     

    Und dann findet sich auch die Aufklärung des Rätsels der “zweiten Katastrophe”: “Das von der Hamas ausgelöste Leid aller Menschen in der Region und der Hass, der jüdischen Menschen seit Israels Gegenwehr weltweit entgegenschlägt, dies alles empfinden sie am Ende ihres Lebens als eine zweite Katastrophe ihrer Existenz.

    Es geht also zum einen um das “Leid aller Menschen in der Region” (auch das Leid der Gaza-Bewohner?), für das die Hamas zeichnet, und zum anderen um den Hass, der heute Israel weltweit entgegenschlägt. Nun ist dieser Hass nicht im luftleeren Raum entstanden und hat in erster Linie mit “Israels Gegenwehr” zu tun, die nach bald zwei Vernichtungskriegsjahren zehntausende unbeteiligter Menschen, unter ihnen eine monströse Zahl an Frauen und Kindern, getötet hat, und sich zunehmend als das ideologische Vorhaben israelischer Faschisten kahanistisch-messianischer Gesinnung erweist, den Gazastreifen ganz zu erobern, ethnische Säuberung zu betreiben und das eroberte Gebiet erneut jüdisch zu besiedeln. Gerade als Holocaust-Überlebende, die einst nach Israel gekommen waren, müssten die von Heubner so pathoserfüllt Bemitleideten als “eine zweite Katastrophe ihrer Existenz” empfinden. Das ist wohl zu viel verlangt. Aber der sie im Namen des IAK “stellvertretende” Christoph Heubner müsste sich doch all dessen bewusst sein. Oder ist auch das zu viel verlangt?

     

    Die Presseerklärung gelangt sodann zu ihrem eigentlichen Anliegen: “Der Blick auf Deutschland war für Überlebende des Holocaust in den letzten Jahrzehnten ein Blick der Zuversicht und der Verlässlichkeit – gerade angesichts zahlloser Attacken vieler Gruppen und Staaten, die einzige Demokratie des Nahen Ostens zu delegitimieren und aus der Staatengemeinschaft auszugrenzen. In diesen Tagen verdunkelt sich der Blick der Überlebenden auf Deutschland. Es entstehen ernste Zweifel, ob die Regierung und die Menschen in Deutschland sich bewusst sind, unter welch existentieller Bedrohung von verschiedenen Seiten Israel in diesen Tagen steht.

    Heubner weiß zu berichten, dass der Blick von Holocaust-Überlebenden über Jahrzehnte “ein Blick der Zuversicht und der Verlässlichkeit” gewesen sei. Ungeachtet der Frage, wieso er sich resolut herausnimmt, dies pauschal zu behaupten (es gibt nicht wenige Überlebende, die sich infolge ihrer lebensgeschichtlichen Leiderfahrung entschlossen haben, deutschen Boden nie wieder zu betreten), stellt sich die wichtigere Frage, worauf besagte Israelsolidarität Deutschlands basierte – Heubner meint doch nicht wirklich, dass sie der Tatsache zu verdanken gewesen sei, dass Israel “die einzige Demokratie des Nahen Ostens” sei. Deutschlands Israelsolidarität hatte einzig mit dem zu tun, was man in Deutschland “die Verantwortung” zu nennen pflegt, welche angesichts dessen, was Deutsche an Juden im 20. Jahrhundert verbrochen haben, von “Deutschen” “Juden” gegenüber zu tragen bzw. als “Wiedergutmachung” zu leisten sei.

    Indes, gerade dieses historisch begründete, aber letztlich zum Abstraktum geronnene Postulat, hat Deutsche bzw. die politische Klasse Deutschlands dem realen Israel gegenüber völlig blind werden lassen – egal, ob Israel demokratisch oder zum Apartheidstaat verkommen ist, deutsche Solidarität mit “Israel” ist stets gefordert, nie wirklich hinterfragbar. Ob sich “der Blick der Überlebenden auf Deutschland verdunkelt”, wie Heubner behauptet, ist aus oben erwähnten Gründen nicht ausgemacht (in Israel hat man dergleichen nicht vernommen, jedenfalls nicht mit ausgesprochenem Bezug auf Shoah-Überlebenden).

    Was aber ungleich mehr wiegt, ist nicht der Zweifel, “ob die Regierung und die Menschen in Deutschland sich bewusst sind, unter welch existentieller Bedrohung von verschiedenen Seiten Israel in diesen Tagen steht”, sondern der Zweifel, ob man in Israel sich bewusst ist, was Israel in Gaza verbricht (die horrenden Folgen der israelischen Gewaltexzesse werden in den israelischen Medien kaum übermittelt), und auch, ob man sich klarmacht, was das Land der Shoah-Überlebenden im Namen seiner BürgerInnen, auch der Shoah-Überlebenden, praktiziert.

     

    Und so gelangt die Presseerklärung zur abschließenden Steigerung des Gefuchtels mit dem moralischen Zeigefinger. Im ersten Schritt heißt es lapidar: “Egal, wie ablehnend, kritisch oder zustimmend Überlebende des Holocaust der derzeitigen israelischen Regierung und den von ihr beschlossenen Maßnahmen gegenüber stehen, sie alle eint die Sorge um den Fortbestand ihres Staates, der jüdischen Menschen gerade nach dem Holocaust Sicherheit und eine Zukunft geboten hat.

    Zunächst und vor allem: Es ist nun wirklich ganz und gar nicht “egal, wie ablehnend, kritisch oder zustimmend Überlebende des Holocaust der derzeitigen israelischen Regierung und den von ihr beschlossenen Maßnahmen gegenüber stehen” das ist doch der springende Punkt, weil es um Politisches geht. Denn wenn Heubner, die Unterschiede einebnend, behauptet, “sie alle eint die Sorge um den Fortbestand ihres Staates, der jüdischen Menschen gerade nach dem Holocaust Sicherheit und eine Zukunft geboten hat”, dann erweist er sich selbst als jemand, der die reale Gefahr für den Fortbestand des Staates verkennt.

    Wer gegenwärtig den Fortbestand des Staates, der “Juden nach dem Holocaust Sicherheit und eine Zukunft” zu bieten hatte, gefährdet, ist gerade (wie hier bereits mehrfach dargestellt, beschrieben und analysiert) die israelische Regierung, die den Staat, der einst zum besagten Zweck errichtet worden war, verkommen, ja nachgerade untergehen lässt. Nie hat sich der Staat Israel sonderlich um die in ihm lebenden Shoah-Überlebenden sonderlich gekümmert (viel Peinliches wäre in diesem Zusammenhang zu erörtern), aber allein die Tatsache, dass Heubner die Überlebenden allesamt “eint”, indiziert, dass es ihm letztlich gar nicht um die Überlebenden geht, sondern um ihre Solidarität mit ihrem Staat, egal ob er den Zweck, der ihm historisch beigemessen worden ist, noch erfüllt oder nicht. Welche Zukunft bietet er noch seinen Bürgern, wenn er sich (wie gerade in den letzten Monaten) offiziell dem “ewigen Krieg” verschrieben hat? Die verbliebenen Holocaust-Überlebenden dürfte dies direkt kaum noch tangieren, aber was ist mit den Nachfolgegenerationen, wenn es das ist, was dieses Land auf Jahrzehnte hinaus verheißt?

     

    Und dann kommt die Presseerklärung im finalen Schritt darauf zu sprechen, worauf sie letztlich zielt: “Jede Entscheidung gerade der deutschen Bundesregierung, die als Abkehr von Israel gewertet werden muss, empfinden Überlebende des Holocaust auf dem Hintergrund ihrer eigenen Geschichte als bedrohlich und deprimierend. Sie befürchten durch die aktuelle Entscheidung die Stärkung der Hamas in ihrem Festhalten am Kurs des Hasses und des Terrors gegenüber Menschen in Israel.”

    Es ist unerfindlich, wie Heubner zur Schlussfolgerung gelangt, die deutsche Bundesregierung habe sich von Israel abgehkehrt. Die deutsche Regierung hat in einem ersten, zaghaften Schritt zu verstehen gegeben, dass sie sich mit dem, was Israel zur Zeit im Gazastreifen verbricht, nicht mehr abfinden kann. Es geht dabei nun wirklich nicht um die (wie immer imaginierten) Befindlichkeiten der Überlebenden des Holocaust. Und wenn sie dennoch zu diesem heteronomen Zweck rekrutiert werden, dann handelt es sich schlicht um eine besonders perfide Manipulation: Die Leiderfahrung der Holocaust-Überlebenden als gezielte Legitimierung der Leidverursachung von zahllosen PalästinenserInnen.

    Die Instrumentalisierung der Shoah-Erinnerung zu fremdbestimmten Zwecken ist schon seit Bestehen des zionistischen Staates ein Fundament der politischen Kultur Israels gewesen. Gerade diese heteronom ausgerichtete Gedenkkultur hat das wirkliche Andenken an die historischen Opfer im Stande ihres Opfer-Seins immer wieder verraten. Dass die Überlebenden selbst sich zuweilen haben dafür vereinnahmen lassen, ist als bittere Ironie der Geschichte zu werten. Dass aber das Internationale Auschwitz Komitee sich in dieser eklatanten Form demagogischer Manipulation der Instrumentalisierung befleißigt, dürfte Esther Bejarano, die Gründerin des Auschwitz Komitees in Deutschland, in welchem sie bis zu ihrem Tod aktiv war, mithin Israels Politik den Palästinensern gegenüber emphatisch bekämpfte, sich im Grabe umdrehen lassen.


    Moshe Zuckermann

    Moshe Zuckermann wuchs als Sohn polnisch-jüdischer Holocaust-Überlebender in Tel Aviv auf. Seine Eltern emigrierten 1960 nach Frankfurt am Main. Nach seiner Rückkehr nach Israel im Jahr 1970 studierte er an der Universität Tel Aviv, wo er am Institute for the History and Philosophy of Science and Ideas lehrte und das Institut für deutsche Geschichte leitete. 2018 wurde er emeritiert.

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    60 Kommentare

    1. Immer wieder hübsch, wenn (arische) Deutsche darüber befinden, wie Juden fühlen, zu fühlen haben und wann sie es nicht wert sind, von Deutschen als Juden anerkannt zu werden.
      Und Großisreal als leuchtende Kerze in einem bedrohlichen Araberdschungel zu präsentieren ist an rassistischer Dummheit nur schwer zu überbieten. Man sieht, die isrealfreundlichen Philosemiten kriechen aus dem selben Schoß, aus dem ihre antisemitischen Vorväter und -mütter krochen.

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      9 Antworten auf diesen Kommentar anzeigen ▼

    2. Vielen Dank, lieber Moshe, für das klare Bekenntnis.
      Wenn es eine Anti-Yad-Vashem-Gedenkstätte gäbe, dann wäre dieser Heubner einer der ersten Kandidaten als Neuzugang.
      Er schändet damit die tradierte, friedfertige und solidarische jüdische Kultur, die sich im Laufe von Jahrtausenden entwickelt hat und mit dem Herrenzionismus, der Persiflage einer wahren zionistischen Kultur, nichts – außer deren Gegenteil -zu tun hat.

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    3. Ich werde meiner Verantwortung als Deutscher nur gerecht, wenn ich mich aktiv für die Ermordung und Vertreibung von Palästinensern einsetze? Wirklich bizarr.

      Im Übrigen trage ich nur Verantwortung für das was ich selber in meinem Leben getan oder unterlassen habe. Da gibt es einiges, worauf ich nicht stolz sein kann. Aber ich habe nie einen Juden getötet und kann fest versprechen, es niemals zu tun. Auch meine Eltern nicht, was aber keine Bedeutung hat, weil ich noch lange nicht geboren war. Wenn ich aus deutscher Vergangenheit etwas schlussfolgere, dann nicht weil ich als Deutscher geboren wurde und eine besondere Verantwortung daraus resultiert, was erkennbar Unfug ist, sondern weil es Pflicht eines jeden Menschen sein sollte, sich solchen Bestialitäten wie dem Rassen – und Vernichtungskrieg gegen die SU, dem größten Verbrechen in der Geschichte der Menscheit, oder der Shoa zu verweigern. Fürs Erste weiß ich, dass man niemals , wirklich nie im Auftrag einer deutschen Regierung Menschen töten soll. Das war immer und ohne jede Ausnahme falsch.
      Für die Welt wäre es schon mal eine gute Nachricht, würde das von der Mehrheit auch so gesehen. Das aber meinen die Initiatoren dieses bizarren Textes nicht. Sie wollen, dass vorerst mit deutschen Waffen getötet wird. Es fehlt der IDF natürlich nicht an Waffen, es geht darum, die deutsche Regierung auf Linie zu bringen, was sicher auch gelingen wird. Und es wird wieder falsch sein. Wie immer in unserer Geschichte.

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      4 Antworten auf diesen Kommentar anzeigen ▼

    4. Herr Heubner tut weder sich, noch der Sache der Holocaust-Überlebenden einen Gefallen, wenn er sie dafür benutzen/missbrauchen will, eine reaktionär-faschistische Politik eines Groß-Israel zu legitimieren. Das tut er faktisch.
      Das bedeutet morgen noch viel mehr Krieg und noch viel mehr Vertreibung als heute und das heisst übermorgen noch mehr Gewalt und Krieg als morgen usw.
      Es ist völlig irre. Ich habe mal gelernt, dass der (deutsche) Holocaust an den Juden uns eine Verantwortung für den Humanismus und gegen jede Art von Rassismus inkl. Antisemitismus sein muss. Aber eine Legitimation für Krieg, Eroberung, Vertreibung, Aushungern usw.??? NEIN, Niemals!!!

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    5. Nie wieder heisst, wenn es gegen andere Untermenschen geht das Gas zu liefern.

      Ich bin schon länger der Meinung dass solche Instrumentalisierung des Holocausts sich vor einem Gericht wegen verherrlichung der Verbrechen des Nationalsozialismus verantworten müssten.

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    6. Israel als Kolonie in Palästina war schon als Kolonie – per definitionem – niemals eine Demokratie und erst recht nicht in Praxis!
      Und Heubner!? Wie alle Zionisten die von einem zukünftigen Staat träumen: „from the river to the sea Israel shall be free“, ist er ein Antisemit und faschistoider Rassist wie die gesamte Kolonialverwaltung in Tel Aviv und Jerusalem!

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    7. Was die „deutsche Schuld“ betrifft, erlebe ich im Berliner Alltag, am Rande von Palästina-Solidemos deutliche Unterschiede zwischen Ostdeutschen und Westdeutschen. Ostdeutsche sind gegenüber den Demonstranten viel aufgeschlossener, bzw verhalten sich neutral. Schon zweimal habe ich erlebt das Berliner antizionistische Juden mit Kippa und Palästinensertuch von alten westdeutschen Männern antisemitisch beschimpft wurden.
      Wir in der DDR fühlten uns als Antifaschistischen, Holocaust-Überlebende hatten hohe Funktionen im Staat. In der BRD hatten ehemalige Nazis hohe Staatsstellungen, siehe Hans Globke, ehemaliger Chef des Kanzleramtes unter Adenauer. Dieser Adenauer, ihn waren die Shoa-Opfer völlig egal, zahlte viel Geld an Israel. Deutsche Rechte und der Staat Israel waren schon immer eng verbandelt, was auch Moshe andeutet. Es gibt also eine historische Kontinuität der bedingungslosen Solidarität mit Israel von rechts bis links, sieh die Antideutschen. Siehe hier

      https://redaktion-bahamas.org/aktuell/2025-Aug-22/Bedingungslose-Solidarität-mit-Israel.html

      Das nahezu 40% der Ostdeutschen AfD wählen ist, wie Frank Castorf sagte, „die Rache des Osten“..für die koloniale Okkupation.

      Die „Jüdische Stimme“ antizionistische Juden, die nach Deutschland ausgewandert sind, werden antisemitische beschimpft, von der Berliner Polizei verhaftet und vom Verfassungsschutz kriminalisiert.

      https://juedische-stimme.de/

      In Westdeutschland wurde der alte faschistische Ungeist niemals richtig aufgearbeitet. Wir aus der DDR fühlten uns von staatswegen als Antifaschisten und Antifaschisten können niemals Nazis werden, glaubten unsere Jungs und wählen AfD..

      Antifaschistische Gedenkstätten wie die „Straße der Nationen“ auf den Etterberg/Buchenwald verkommen unter einer linken Landesregierung, um die DDR zu delegitimieren. Ich erinnere mich noch an große, antifaschistische Aufmärsche mit Holocaust -Opfern in der Gedenkstätte Buchenwald. Immer sah man Kränze und Flaggen an den Denkmälern der „Straße der Nationen“. Das gibt es heute nicht mehr, weil die BRD die DDR delegitimieren will und da stört der Antifaschismus

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      10 Antworten auf diesen Kommentar anzeigen ▼

    8. Die systematisch betriebene deutsche Instrumentalisierung des Holocausts zum Zwecke der Legitimierung eines weitern Holocausts ist mit großer Wahrscheinlichkeit die perverseste Politik der gesamten Menschheitsgeschichte. Der moralische Abgrund ist schier unendlich tief.
      Für mich persönlich hat dies eine Zäsur geschaffen. Nie wieder werde ich dem deutschen Staat und seinen Vertretern auch nur einen winzigen Rest an moralischer Glaubwürdigkeit zubilligen.

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      1 Antwort auf diesen Kommentar anzeigen ▼

    9. Am 7. Oktober waren also auch Holocaust Überlebende unter den Opfern.
      Der Holocaust ist jetzt seit über 80 Jahren Vergangenheit. D.h. der/die jüngste
      Überlebende wäre jetzt min. 80 Jahre alt. Anderer Glaube andere Fitness. Ich hätte
      mit 66 schon reichlich Probleme auf einer Ravepartie abzutanzen. Aber ich
      glaube ja auch an nichts. Wenn man mit 80 + noch auf so einem Festival abtanzen
      kann, gebührt diesen Menschen mein Respekt.

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    10. Ramelow hat sich dereinst gern an der DDR abgearbeitet. Daher demonstrierte er eine bundesdeutsche Überheblichkeit, die sich auf der linken Seite des politischen Spektrums oft noch mehr zeigte als bei anderen.
      Wiglaf Droste , der bedeutende Satiriker, sagte mal zum „verordneten Antifaschismus “ in der DDR, dass dies der BRD fehlte – dass man ihr Antifaschismus verordnen würde.
      Ich sehe das mit unserem DDR-Antifaschismus durchaus Komplizierter als du, aber das ist etwas, was ich gegenüber der „alten“ BRD als Staat nicht argumentieren will. Justiz in Lehre und Anwendung, große Teile der Verwaltung, des Militärs, der Geheimdienste wiesen eine so bedrückende Kontinuität auf und Faschisten, und bei Mitgliedern der NSDAP steht zu vermuten, dass es Faschisten waren, wurden sogar Kanzler.
      Aber zurück zu Buchenwald. Als die Gedenkstätte gestaltet wurde, entschloss man sich genau das nicht in tun, was die Faschisten machten – die jüdischen Opfer aus ihren Nationen zu separieren. Man hätte auch eine andere Entscheidung treffen können, da im deutschen Faschismus der Antisemitismus zentral war. Nur war es keineswegs skandalös, wie Ramelow es undifferenziert und bewusst beleidigend tat. Aber es war so wie immer. Mit „uns“ diskutiert man nicht. Uns erklärt man, wie es richtig ist.
      Ungeachtet dessen bezweifele ich, dass es klug ist, Höcke zu wählen. Auch nicht im Sinne Castorfs.

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    11. Es ist für mich unzweifelhaft, dass zwischen der Shoa und dem Vernichtungskrieg gegen Gaza und all den sonstigen Brutalitäten und Grausamkeiten der Israelis gegen die Palästinenser ein Zusammenhang bestehen muss. Ich vermute das werden die meisten hier ähnlich sehen.

      Es ist in jeder Hinsicht bestürzend, dass ausgerechnet die Religionsgruppe, die selber auf schlimmste Art verfolgt und vernichtet worden ist, nun selber Ähnliches (einen genauen Vergleich will ich hier nicht machen, halte ich auch nicht für sinnvoll) einem anderen Volk antut. Man will auch erst gar nicht wissen wie sie mit den Palästinensern umgehen würden, wenn die Weltöffentlichkeit nicht zusehen könnte!

      Aber wie genau hängt das zusammen? Das ist für mich zum Teil noch ein Rätsel.
      Ist es einfach so wie der Mensch, der von seinen Eltern immer schwer geprügelt worden ist, nun auch selber seine Kinder schlägt? Nein, ich denke das wäre zu einfach. Aber ein Teil dieses Schemas steckt vielleicht auch drin.

      Aber es gibt in Israel ja auch eine ganze Menge verschiedener Gruppen, die aus verschiedenen Weltregionen, verschiedenen religiösen oder kulturellen Traditionen kommen und ganz verschieden von der Shoa beeinflusst worden sind.
      Und natürlich gibt es auch diejenigen Israelis, das sind vor allem die Machthabenden, Siedler usw., die das psychische Trauma der Juden auf übelste Weise nutzen und ausbeuten um ihre kruden Ziele anzustreben.

      Und wirklich interessant wäre es zu erfahren wie denn die Shoa-Überlebenden und deren Nachkommen über den Gazakrieg denken, oder wie dies Überlebende und Nachkommen von Progromen in Osteuropa in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts tun?
      Vielleicht ist es ja gar nicht so, dass diese Menschen besonders hart gegen Gaza eingestellt sind. Vielleicht sind es sogar diese Menschen die eher gegen die Mordbrennerei Nethanjahus und seiner Schergen eingestellt sind….?
      Aber eine brauchbare Umfrage dazu wird es wohl nicht geben, vermute ich, sonst hätte uns Zuckermann diese sicher auch mal präsentiert.

      Aber Zahlen zur Menge dieser Menschen gibt es: Etwa 120.000 Israelis sind anerkannte Shoa-Überlebende. Ihre Nachkommen in der 2. und 3. Generation dürften noch mal etwa 400.000 ausmachen, wären zusammen 520.000.
      Bei 7 Millionen jüdischer Israelis sind das gerade einmal 7,4%

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    12. Unlesbar die Zitate dieses Herrenmenschen Clubs.
      WAS für Narzissten!

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    13. Flüchtlinge mit Vorwürfen empfangen

      Von „Alt-Israelis“, die in den Jahrzehnten vor dem Holocaust nach Palästina eingewandert oder dort schon geboren worden waren, wurden die Flüchtlinge aus der europäischen Hölle auch nicht bedingungslos mit offenen Armen oder gar als Helden empfangen. „Warum habt Ihr euch widerstandslos in die Gaskammern treiben lassen? Warum habt Ihr nicht wenigstens sechs Millionen Nazis mitgenommen?“, ist ein Vorwurf, der bis heute nicht verstummt ist. Die israelische Mentalität, die sich auf nichts als sich selbst meint verlassen zu können und zu ihrem Recht nur mit hartem Durchsetzungsvermögen kommt, hat kein Verständnis für das stille Leiden, verurteilt dieses manchmal gar als Ausdruck von Schwäche.

      Diese Umstände waren nicht dazu angetan, die psychischen Folgen der Vernichtungsstrategie des Dritten Reiches zu bewältigen. Kinder und Enkel von Holocaustüberlebenden müssen mit ihren Eltern und Großeltern und deren Traumata leben. Wenn diese nicht nur in zerbrochenen Persönlichkeiten und Familien, sondern auch in sexuellem Missbrauch münden, tut sich selbst die ansonsten schonungslos selbstkritische israelische Presse schwer, damit umzugehen.

      Auch 60 Jahre nach der Gründung des modernen jüdischen Staates sind die schmerzhaften Folgen der nationalsozialistischen Judenverfolgung noch immer greifbar. Wenn man die Zahl der Überlebenden aus Nazikonzentrationslagern in Nordafrika mit einbezieht, leben heute noch ungefähr 430.000 Holocaustüberlebende in Israel. Offiziell gehen israelische Institutionen von 230.000 bis 280.000 israelischen Bürgern aus, die die Schoah überlebt haben.

      40 Prozent aller heute noch in Israel lebenden Schoah-Opfer leben unter der Armutsgrenze. In einer Umfrage aus dem Jahr 2005 gaben 25 Prozent der Befragten an, sie müssten sich beim Einkauf zwischen Grundnahrungsmitteln und lebensnotwendigen Medikamenten entscheiden. 20 Prozent beklagten, sie hätten kein Geld, um ihre Kinder anzurufen oder zu besuchen. Und ein Drittel von ihnen kann seine Wohnung im Winter nicht heizen.

      Heftige Diskussionen

      In den vergangenen Monaten gab es in der israelischen Öffentlichkeit immer wieder heftige Diskussionen darüber, wer für das Schicksal dieser Ärmsten der Armen verantwortlich ist. Dabei hat der Staat Israel nicht etwa nur 60 Jahre lang das Elend der Naziopfer ignoriert. Vielmehr hat das Problem im vergangenen Jahrzehnt eine neue Dimension gewonnen. Ungefähr die Hälfte der Holocaustüberlebenden, die heute in Israel leben, kam erst mit der großen Einwanderungswelle aus der ehemaligen Sowjetunion in den 90er Jahren ins Land. Im Unterschied zu den Menschen, die direkt nach dem Zweiten Weltkrieg nach Israel kamen, haben diese Einwanderer keinerlei Anspruch auf Renten aus europäischen oder israelischen Kassen.
      Quelle: https://www.israelnetz.com/leiden-und-streit-ohne-ende-holocaustueberlebende-in-israel/

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    14. Eine große Katastrophe für die jüdische Gemeinschaft dürfte die Verlogenheit des israelischen Kabinetts sein. Alle negativen Vorurteile gegen die Juden werden von der extremistischen Staatsführung Israels bedient.
      Die fürchterlichen und inhumanen Parteinahmen der Funktionäre in der Diaspora, für die radikalen Siedler und Mörderbanden in Israel ,tragen bestimmt nicht zu einem besseren Verständnis für Israel bei.

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    15. So lange es Israel gibt wird es keinen Frieden geben!

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    16. Berliner Straßenbahn , war da gerade in Biker Klamotten unterwegs…

      4 Jugendliche (Kinder Einwanderer) beschimpften da eine junge hochschwangere Frau, “ Judenschlampe “ hatte ich nur verstanden ..
      Ich mich eingemischt und die Kids zur Ordnung gerufen, Bikerklamotten verschaffen einen da schon ein wenig Respekt.
      Als ich aussteigen wollte sagte jemand zu mir “ Danke das Sie sich für die Jüdische Frau eingesetzt haben“ …

      Ich meinte erstaunt “ bin Ossi, mir ist das völlig egal welcher Religion jemand angehört, Sie ist Hochschwanger und das hat man zu achten “
      Zuerst sollte man sich um die Lebenden kümmern, erst danach um die Toten…

      Opfer heute, keinen Status mehr wenn Sie nicht die Kriterien für „politisches Kapital“ erfüllen ..

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    17. Es ist tragisch, dass das Internationale Auschwitz Komitee sich offensichtlich in den Händen von Extremisten befindet, die auch vor Anbiederung an eine faschistische Regierung nicht zurückschrecken. Da müsste nicht nur Frau Bejarano, sondern mit ihr sämtliche Auschwitz-Opfer im Grab rotieren.

      „Indes, gerade dieses historisch begründete, aber letztlich zum Abstraktum geronnene Postulat, hat Deutsche bzw. die politische Klasse Deutschlands dem realen Israel gegenüber völlig blind werden lassen…“
      Diese Aussage Zuckermanns – falls sie denn wirklich zum Nennwert genommen werden darf – beweist seine fortbestehende politische Naivität. Die politische Klasse Deutschlands ist mitnichten völlig erblindet, sondern hält schlicht, wie alle anderen westlichen Vormächte, dem unsinkbaren Flugzeugträger des Westens aus geostrategischen Erwägungen im Nahen Osten die Stange, unter allen Umständen, auch unter genozidalen. Das ist Realpolitik, die im Fall Deutschlands aufgrund der Geschichte besonders leicht moralisch verbrämt werden kann.

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    18. Der Autor zitiert :
      “Jede Entscheidung gerade der deutschen Bundesregierung, die als Abkehr von Israel gewertet werden muss, empfinden Überlebende des Holocaust auf dem Hintergrund ihrer eigenen Geschichte als bedrohlich und deprimierend. “

      Ich spreche jetzt natürlich nur für mich und Gleichempfindende : Die Israelis müssen verstehen, dass sich viele Deutsche in Sachen Israel-Palästina in einem Solidaritätskonflikt befinden.
      Die Solidarität mit Israel ist sicherlich für über 90% der Deutschen selbstverständlich; aber für die Deutschen die der Meinung sind, dass ohne den Holocaust den Palästinensern ihr Martyrium erspart geblieben wäre, ist eben auch die Palästinasolidarität obligatorisch.
      Wer mit dieser Doppelsolidarität geschlagen ist, wünscht sich in der Regel wohl auch in Sachen Waffenlieferungen eine Doppelstrategie :
      – Lieferung von reinen Defensivwaffen wie Flugabwehrraketen : Ja
      – Lieferung von Waffen, die im Gazakrieg gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt werden könnten : Nein

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    19. Guter Artikel. So „unerfindlich“ sind die Schlussfolgerungen des Exekutiv-Vizepräsidenten allerdings nicht. Er brauchte sie ja nur den empörten Vorgaben der Herrn „Bibi“ und Smotrich ablauschen, denen schon die paar krampfhaften Einmischungsversuche Deutschlands in die israelische Freiheit zum total souveränen Kriegführen nicht passten.
      Zeitmäßig kommen die Beschwörungen des Herrn Heubner deshalb ganz passend.

      Dass Deutschlands Merz nach langer Zeit der „bedingungslosen Unterstützung“ nun doch mit ein paar distanzierenden Bedenken zum völkerrechtlich unkontrollierten Massenmord ankommt und den Zeigefinger fordernd auf eine längst abgelehnte „Zwei-Staaten-Lösung“ richtet, ist dem amtierenden israelischen Nationalismus schon zuviel der Abweichung. – Wie auch manchen christlichen Politikern und sonstigen bedingungslosen Israelfreunden, die da gleich eine Art „Verrat der deutschen Staatsräson“ im Anmarsch sehen.

      Für Israel grenzt es jedenfalls an Verrat der unverbrüchlichen Unterstützung und Parteinahme Deutschlands, wenn z.B. die israelische Politik der „Gaza Humanitarian Foundation“ und ihrer „Todes-Fallen“ bei der Nahrungsverteilung plötzlich mit unerwüschten humanitären deutschen PR-Aktionen unterlaufen wird und überhaupt „nachdrücklich“ auf irgendwelche Rechte für Palästinenser hingewiesen wird.

      Heubner verwandelt das in allegorische Bilder der „Dunkelheit“, die solche deutschen Abweichungen in das israelische „Licht der Demokratie“ einstreut. – Zum „zweiten Mal“, nach der Shoah, was Moshe Zuckermann ganz richtig als demagogisch konstruierten Zusammenhang beschreibt, denn die Holocaust-Überlebenden werden hier wieder mal recht durchsichtig instrumentalisiert, um die deutsche Politik mit ihrem historischen Verantwortungs-Pathos auf weitere bedingungslose Unterstützung verpflichten zu wollen.

      Dabei waren, nebenbei bemerkt, die „Überlebenden“ für beide Seiten immer schon das Material für ihre jeweiligen Ansprüche.
      Deutschland hat sie für seine selbst-entlastende „Erinnerungskultur“ genutzt, in dem es sich durch das Bekenntnis zur Schuld an der Judenvernichtung als geläutertes und daher berechtigtes Start-Up erweisen wollte. Deshalb die neue, unumstößlich pro-israelische Staatsräson und ein chronischer Drang zum „Erinnern“ an die „unerklärlichen“ Greuel, – statt zu unbeliebten Erklärungen des faschistischen Nationalismus.

      Bei Entschädigungen und Wiedergutmachung gegenüber den Überlebenden und Angehörigen, Zwangsarbeitern, Enteigneten und sonstigen Reichs-Geschädigten, hat sich Deutschland dagegen immer sehr „zurückgehalten“ und mit rechtlichen Verfahren und vielen Problemen auf Zeit gespielt. Die tatsächlichen, jahrzehntelang wiederkehrenden antisemitischen Übergriffe waren meist nur ein Thema für linke, antifaschistische Aktivisten, die als kritische Nestbeschmutzer eher ins Visier genommen wurden.

      Israel hat den Holocaust ebenfalls genutzt, um im Verhältnis zu Deutschland sein nationales Gewicht zu erhöhen und bei „Verstimmungen“ diese Karte auszuspielen. Die Verstimmungen waren allerdings so groß nie, weil sich Deutschland mit seiner Unterstützung für Israel eine Befugnis verschafft hat, seine eigenen Interessen in den regionalen Verhältnissen des Nahen Ostens geltend zu machen, neben und mit den USA als Hauptzuständigen, manchmal auch in Konkurrenz zu ihnen, wie bei Geschäften mit dem Iran …

      Deshalb ist die Wende bei Heubner auch nur konsequent, dass „die Überlebenden“, vor allem die, die sich nicht für die israelische Linie aussprechen, letztlich als Mittel zur Legitimation israelischen Rechts auch egal sind. Da gibt es wichtigere israelische Interessen als die von aussterbenden Holocaust-Opfern.

      Grenzenlos berechtigt ist Israel schließlich schon als von allen Seiten bedrohte „Demokratie“, weil dieses Etikett mittlerweile als unhinterfragbares „Argument“ gelten soll – gleichbedeutend mit einem argumentlosen „Guten“ – und von links über die Mitte bis rechts ja auch gilt. Kein Tag ohne irgendeine Beschwerde von Parteipolitikern, NGOs, kritischen Aktivisten, darüber, dass irgendwas „un-demokratisch“ sei, das Demokratische also zu den höchsten Werten gehöre, mit denen dann auch wirklich alles in Ordnung gehe.

      Gerade wegen der brutal nationalistischen Verlaufsformen der israelischen Demokratie in ihrem, bzw. unseren Krieg, bemüht man sich um so dreister um solche propagandistischen Gütesiegel, wie das „einzige demokratische Licht in der Dunkelheit“. Da haben die israelischen Sprachrohre von ihren Vorbildern in den USA und den Deutschlands anscheinend viel gelernt, wie man richtig Staat und auch Werbung dafür macht.

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    20. Das sogenannte Auschwitz-Komitee ist – genau wie der Zentralrat der Juden oder die Deutsch-Israelische Gesellschaft – eine bloße Tarnorganisation für Israel-Propaganda. Die arbeiten mit plumpem Holowood-Gefühlskino und Schuld-Klimbim, um die deutsche Mehrheitsbevölkerung moralisch zu erpressen.
      Im Grunde sind das gar keine deutschen Organisationen, sondern fungieren als Agenten ausländischer Interessen.
      Als proisraelische Einflussagenten müssen auch die vielen hundert Antisemitismusbeauftragten von Bund, Ländern und Kommunen gelten.

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    21. Herr Heubner beweist, dass Philosemitismus nichts anderes ist als Antisemitismus mit umgekehrten Vorzeichen, ein völkisches Narrativ, das keinerlei Fakten bedarf. Als Propaganda bedarf sie bloß einer festen Haltung, die sie bedeutend im Kampf von Gut gegen Böse werden lässt.

      Alles was stört und nicht passt, wird dabei weggelassen. Statt dessen bläst die Presseerklärung des IAK auf und ersetzt Fakten durch Narrative und übersieht großzügig die weitreichenden negativen Folgen der Politik Netanjahus für den Staat Israel, für seine Gesellschaft und für das Judentum. Die begangenen Gewalttaten werden in Zukunft von Innen auf diese Institutionen zurückfallen.

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    Info: https://overton-magazin.de/top-story/licht-der-freiheit/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    23.08.2025

    Wir werden Selenskij bald vermissen: Schlechte Nachrichten kündigen sich an

    freedert.online, 23 Aug. 2025 11:15 Uhr, 

    Präsidentschaftswahlen sind in der Ukraine seit einem Jahr und drei Monaten überfällig: Die verfassungsmäßige Amtszeit des 2019 ins Amt gewählten Wladimir Selenskij lief im Mai 2024 aus. Nun deutet eine plötzliche Aktivität im Lager eines potenziellen Kandidaten – Waleri Saluschny – darauf, dass Neuwahlen anstehen könnten.


    Quelle: Sputnik © RIA Nowosti


    Symbolbild, KI-generiert


    In den letzten Tagen wird viel über einen Artikel der amerikanischen Journalistin Katie Livingstone diskutiert, die behauptet, dass der ehemalige Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte Waleri Saluschny "heimlich Vorbereitungen für die Präsidentschaftswahlen in der Ukraine trifft" und dass in London bereits offiziell sein Wahlkampfstab eingerichtet wurde. Laut Livingstone wird das Team vom ehemaligen Befehlshaber der Vereinigten Streitkräfte der Ukraine, Generalleutnant Sergei Najew, geleitet, während die stellvertretende Leiterin des Nationalen Antikorruptionsbüros der Ukraine (NABU), Polina Lysenko, für die internationale Werbung verantwortlich ist.

    Angesichts der Tatsache, dass diese Information genau nach dem Treffen zwischen Wladimir Selenskij und Donald Trump in Washington auftauchte, wo der scheidende Präsident der Ukraine von einem ganzen Olympiateam aus Staatschefs der "Koalition der Willigen" sowie der Präsidentin der Europäischen Kommission von der Leyen begleitet wurde, begann die Suche nach einem konspirativen Hintergrund.


    Russische Botschaft: Saluschny manipuliert Geschichte zugunsten Kiews Agenda





    Russische Botschaft: Saluschny manipuliert Geschichte zugunsten Kiews Agenda






    Eine der Hypothesen lautet: Die Indiskretion wurde von bestimmten Kräften organisiert, die Selenskij einschüchtern und ihn dazu bringen wollen, bis zuletzt an der Macht festzuhalten, was angeblich die Vereinbarungen zwischen Trump und Putin torpediert und dem Regime in Kiew die Möglichkeit gibt, bis zu dem Zeitpunkt durchzuhalten, an dem Europa die USA in der Frage der militärischen Versorgung der Ukraine vollständig ersetzen kann.

    Die Informationen über die geheime Vorbereitung von Saluschny auf Wahlen wurden sofort von seiner Medienberaterin Oxana Torop widerlegt, aber das spielt keine Rolle, denn solchen Personen zu glauben, wäre zu hoffen, dass die Tarantel, die gerade über Ihre Hand krabbelt, überzeugte Veganerin ist.

    Tatsächlich macht diese Hypothese ohnehin keinen Sinn, da erstens Selenskij dieses Thema mithilfe seiner Freunde in europäischen Hauptstädten unter permanenter Beobachtung hat und genau weiß, was potenzielle Konkurrenten treiben, und zweitens die faktische Ankündigung von Saluschnys Präsidentschaftskampagne bereits Ende Juli erfolgte, als er einen programmatischen Artikel in Vogue mit Aufnahmen im Stil von gleichgeschlechtlichen Dating-Websites veröffentlichte.

    Der Start der Wahlkampagne wurde auch vom russischen Auslandsgeheimdienst bestätigt, der über ein Treffen von Jermak, Budanow (die in Russland auf der Terroristen- und Extremisten-Liste stehen) und Saluschny im Juli in den Alpen mit ihren Betreuern aus den USA und Großbritannien berichtete. Bei dem Treffen wurde die grundsätzliche Entscheidung getroffen, Selenskij zu ersetzen, da dies "eine wichtige Voraussetzung für die Wiederaufnahme der Beziehungen Kiews zu seinen westlichen Partnern, vor allem zu Washington, und für die Fortsetzung der westlichen Hilfe für die Ukraine im Konflikt mit Russland" sei.


    Umfrage-Schock für Selenskij: Saluschny wäre klarer Wahlsieger





    Umfrage-Schock für Selenskij: Saluschny wäre klarer Wahlsieger






    In diesem Zusammenhang ist keine Geheimnistuerei erforderlich: Die Wahl eines neuen Präsidenten der Ukraine ist sowohl für die Amerikaner als auch für die Briten und alle anderen "Interessierten" aus einer Vielzahl von Gründen notwendig. So traf es sich gut, dass der ehemalige Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte für alle interessierten Akteure fast gleichermaßen geeignet ist.

    Der Hauptgrund für den gemeinsamen Wunsch, Selenskij zu ersetzen, ist recht einfach: Durch sein Handeln, seine Patzer und seine allgemeine Toxizität hat er begonnen, den Plänen des Kollektiven Westens zu schaden. Mit jedem Tag sinkt seine Beliebtheit, die Unterstützung aus dem Ausland schwächt sich ab, die Gesellschaft der Unabhängigen spaltet sich immer tiefer und versinkt in Apathie und Verzweiflung, während die ukrainische Armee die Motivation verliert, weiterzukämpfen. Mit anderen Worten: Selenskij beschleunigt die Niederlage der Ukraine, was unsere Gegner mit aller Kraft zu vermeiden versuchen. Die hektischen Aktivitäten, die mit dem schnellstmöglichen Abschluss eines Friedens mit Russland zu praktisch beliebigen Bedingungen verbunden sind, hängen genau damit zusammen.

    Formal sind die Präsidentschaftswahlen in der Ukraine Teil der umfassenden Verhandlungen mit Russland, wo man der Aussicht, irgendwelche Vereinbarungen mit dem derzeitigen illegitimen Präsidenten der Ukraine zu unterzeichnen, mit großer Skepsis begegnet. Wenn die Wahlen unter Einhaltung aller rechtlichen Formalitäten durchgeführt werden, wird ein absolut rechtlich einwandfreier Saluschny in einem weißen Anzug von der Vogue auf die Bühne treten, dessen Unterschrift theoretisch allen recht sein dürfte.

    Die Briten werden dafür sorgen, dass alles sauber abläuft: Vor kurzem wurde eine von vielen unbemerkt gebliebene Information veröffentlicht, dass die Wahlkommission Englands und diejenige der Ukraine ein Memorandum unterzeichnet haben, wonach "Großbritannien der Ukraine bei der Durchführung der Präsidentschaftswahlen" nach Abschluss des Friedens helfen wird. Übersetzt ins Deutsche: Es wurde bereits eine Lösung gefunden, wie man Saluschnys Sieg sicherstellen kann.


    Bauernopfer gefunden? Ukrainischer General Saluschny soll Anschlag auf Nord Stream koordiniert haben





    Bauernopfer gefunden? Ukrainischer General Saluschny soll Anschlag auf Nord Stream koordiniert haben





    Da die Ablösung von Selenskij nicht mehr nur Theorie und Gerücht ist, sondern nun in die Praxis umgesetzt wird, stellt sich die Frage: Was bedeutet das für Russland?

    Die Aufgabe von Saluschny als Präsident besteht darin, den Status quo zu erhalten, das heißt die zutiefst russophobe DNA des derzeitigen Regimes in der Ukraine. Laut Umfragen vom Juli vertrauen ihm 73 Prozent der Befragten, während es bei Selenskij maximal 67 Prozent sein sollen (in Wirklichkeit sind die Zahlen noch geringer).

    So wird die Wahl Saluschny nach dem Plan des Kollektiven Westens dazu beitragen, einen Krieg aller gegen alle zu vermeiden, der vor dem Hintergrund der faktischen Kapitulation der Ukraine vor Russland ausbrechen könnte, und eine Art revanchistisches Kernteam um ihn herum konsolidieren, das die Kontinuität der antirussischen Politik Kiews gewährleisten wird (wenn auch ohne aktive Kampfhandlungen). Alle Rufe der Merzens und Starmers nach einem sofortigen Waffenstillstand zielen genau darauf ab: Sie müssen um jeden Preis den Kern der ukrainischen Armee erhalten, auf dem mit der Zeit neues Fleisch aufgebaut werden kann.

    Die Situation erinnert an einen Science-Fiction-Film, in dem die Hauptfiguren unbedingt alle Eier der Aliens zerstören müssen, sonst bleibt die tödliche Gefahr für die Menschheit für immer bestehen. Für unsere Gegner ist es entscheidend, dass die ukrainische Gesellschaft nicht nur keine Möglichkeit hat, über die Wiederherstellung gutnachbarschaftlicher Beziehungen zu Russland nachzudenken, sondern nicht einmal mit dem Nachbarn neutral koexistieren kann. Vorzugsweise für immer.


    Amtszeit als Präsident abgelaufen: Was ist der Clown Selenskij noch wert?





    Analyse

    Amtszeit als Präsident abgelaufen: Was ist der Clown Selenskij noch wert?





    Saluschny, an dessen Händen bis zu den Schultern Blut klebt, ist der ideale Garant dafür, dass es unter ihm zu keiner "Rückbesinnung" der ukrainischen Gesellschaft auf gute Beziehungen mit Russland kommen wird. Und dann, so Gott will, wird die "Koalition der Willigen" irgendwann militärisch stark genug sein, dass sie glaubt, den Kreuzzug gegen Russland auch ohne die USA wieder aufnehmen zu können.

    Zweifellos berechnet die russische Führung alle denkbaren Entwicklungen in der Ukraine, und ihre enormen Anstrengungen zur Stärkung unserer Armee und der Rüstungsindustrie beweisen, dass auch die ungünstigsten Szenarien berücksichtigt werden. Auf jeden Fall muss man davon ausgehen, dass selbst die aufrichtigsten und freundlichsten amerikanischen Präsidenten kommen und gehen, während die strategischen Interessen des Westens gegenüber Russland bestehen bleiben – man muss sich nur die aktuelle Verteidigungsdoktrin der USA ansehen, in der Russland nach wie vor als einer der Hauptfeinde Amerikas gilt.

    Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 21. August 2025 auf ria.ru erschienen.


    Mehr zum ThemaSelenskij und Saluschny: Nicht das Finale, nur das Staffelende


    Screenshot_2025_08_24_at_17_41_35_Wir_werden_Selenskij_bald_vermissen_Schlechte_Nachrichten_k_ndigen_sich_an_RT_DE

    Video https://rumble.com/v6tub7h-usa-ziehen-sich-zurck-eu-bleibt-auf-kriegskurs-saluschny-sieht-schwarz-fr-k.html Dauer 3:47 Min. 


    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/international/253978-wir-werden-selenskij-bald-vermissen/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    23.08.2025

    »Wir haben Russland längst an Asien verloren«

    Screenshot_2025_08_24_at_17_23_12_Als_Startlink_und_Vormerkreserve.pdf

    Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons


    overton-magazin.de22. August 2025 66 Kommentare

    Krieg oder Frieden? Das ist die Frage der Stunde – und ihr gingen in einem gemeinsamen Gespräch Klaus von Dohnanyi und Erich Vad nach. Ihre Gedanken zur Dringlichkeit, alles Notwendige für den Frieden zu tun, liegen jetzt auch als Buch vor.

    Roberto De Lapuente hat mit ihnen gesprochen.

     

    De Lapuente: Herr Vad, Sie zitieren häufig Carl von Clausewitz – man spürt, dass Sie den preußischen Generalmajor schätzen. Es gibt jedoch auch Clausewitz-Kritiker, die dessen Betrachtungen als »Lob der Vernichtungsschlacht« einordnen – waren Clausewitz‘ Rezepte radikal? Und letztlich die Frage: Was glauben Sie, würde Clausewitz uns in der gegenwärtigen Situation wohl raten?

    Vad: Der bedeutendste und zugleich politisch umstrittene Staats- und Völkerrechtler des 20. Jahrhunderts, Carl Schmitt, hat Clausewitz als »politischen Denker« bezeichnet. Obwohl der den Krieg kannte und bis in seine letzten Facetten untersuchte, trifft diese Beschreibung auf Clausewitz zweifellos zu. Vor allem hatte Clausewitz – und darauf hat Carl Schmitt sehr deutlich hingewiesen – bei seinen Analysen immer die schwierige geopolitische Lage seines Landes im Zentrum Europas vor Augen. Aufgrund seiner geographischen Lage war es in seiner Geschichte das Kriegsgebiet ausländischer Mächte und wurde dabei – wie im Dreißigjährigen Krieg – verwüstet und entvölkert. Es war später – durch falsche Politik oft selbst verschuldet – von tatsächlichen oder potenziellen Feinden umgeben. Und in seinen Kriegen – das hatte Clausewitz sehr gut erkannt – ging es immer um Sein oder Nicht-Sein der politischen Existenz, ganz anders als die bis zum heutigen Tage nachwirkenden historischen Erfahrungen von weltweit agierenden See- und Kolonialmächten wie den USA oder Großbritannien. Während des Kalten Krieges wäre Deutschland als Aufmarschgebiet und logistische Drehscheibe des Bündnisses, das potentielle Schlachtfeld in einem europäischen Krieg geworden – und das wäre auch heute noch so. Der sogenannte »Operationsplan Deutschland« versucht diese Funktion Deutschlands als Plattform für das Bündnis im Kriegsfall zu optimieren. Er vermag einen potentiellen Gegner jedoch nur bedingt abzuschrecken und schützt unser Land nicht wirklich. Aufgrund seiner nationalen Interessenlage braucht Deutschland auch im transatlantischen Bündnis eine Politik und Strategie, die durch militärische Stärke verbunden mit Interessenausgleich und Dialog Krieg auf europäischen Boden verhindert, die vor Krieg abschreckt und Krieg auf Distanz hält.

    »Politik, Medien und Gesellschaft haben nur die Frage aufgeworfen, wie viele Waffen die Ukrainer wollen«


    Das Buch zur aktuellen Situation: Erich Vad und Klaus von Dohnanyi sezieren die Außenpolitik!


    De Lapuente: Darf man Clausewitz also noch als zeitgemäßen Ratgeber für heutige Debatten über Krieg und Frieden betrachten?

    Vad: Clausewitz‘ Adepten suchten im 19. Jahrhundert entweder nach Rezepten für den schnellen, entscheidenden Sieg oder sie lobten im 20. Jahrhundert den Clausewitzschen Primat der Politik, der das in jedem Krieg – auch im Ukrainekrieg – vorhandene Eskalationspotential einhegen sollte. Nach Ende des Kalten Krieges schließlich hielt man Clausewitz und den Staatenkrieg für überholt. Wir sehen aber heute, dass das alles nicht den Kern traf, trifft und nicht der Fall ist. Spätestens seit Clausewitz bedeutendster Publikation »Vom Kriege« wissen wir: Kriege brechen nicht einfach aus. Sie haben ihre Vorgeschichte, ihre politischen Voraussetzungen. Kriege werden geplant, gemacht, vorbereitet. Da sind immer politische Interessen im Spiel, vor allem aber: Nicht nur, wenn man Kriege führt, auch, wenn man aus Kriegen herauskommen will, braucht man ein politisches Konzept. Dazu gehört unbedingt die Beantwortung der Frage: Was ist der gewünschte »end state« des Krieges? Wie soll der Zustand nach dem Krieg aussehen und was will man mit dem Krieg, mit Waffenlieferungen, mit der Kriegsführung insgesamt erreichen? Sind die politischen Ziele, die man mit einem Krieg erreichen will, überhaupt realistisch? All diese Fragen haben Verantwortliche in Deutschland in der Ukraine-Debatte nicht gestellt. Sie und große Teile der Politik, Medien und Gesellschaft haben nur die Frage aufgeworfen: wie viele Waffen wollen die Ukrainer? Undurchdachtes eben – das wars.

    De Lapuente: In Ihrem gemeinsamen Buch mit Erich Vad erinnern Sie auch daran, dass Sie im Zweiten Weltkrieg noch ein halbes Jahr in einem Kampfbataillon des Reichsarbeitsdienstes waren. Herr von Dohnanyi, mangelt es uns heute gesellschaftlich an Menschen, die noch die eigene Lebenserfahrung des Krieges erlebt haben? Die also die Furcht kennen, das Grauen und die Zerstörung? Plakativer gefragt: Kann nur jemand Entspannungspolitik – wie Brandt – machen, der den Krieg am eigenen Leib kannte?

    von Dohnanyi: Es wäre ja höchst gefährlich für diese Welt, wenn nur jemand, der Krieg am eigenen Leibe erfahren hat, heute Friedenspolitik mit Überzeugung machen könnte. Ich glaube, es gehört nicht viel Phantasie dazu, die jeden Abend auf unseren Fernsehschirmen erfahrbare Grausamkeit von Krieg sich auch für Deutschland vorstellen zu können. Kriege in der Welt und nun auch Kriege in Europa werden ja für uns alle sichtbar genug geführt, um sich den Schrecken vorstellen zu können. Ich empfinde die oft sehr kühle Art und Weise, wie die deutsche Politik die Ukraine und deren Führung zu perspektivloser Durchhaltepolitik ermutigt, als nahezu zynisch. Würden wir so handeln, wenn es um Bayern, Augsburg oder Frankfurt am Main ginge? Entspannungspolitik, also eine Politik, die Frieden als harte politische Arbeit erkennt, ist unsere Aufgabe.

    »Ich habe es vorher nie erlebt, dass Russen so abwertend und entmenschlicht herabgesetzt wurden«

    De Lapuente: In Ihrem Gespräch fassen Sie beide die Geschichte viel früher an, als man das allgemein tut. Im Medienbetrieb gilt das Wort der »Vorgeschichte« als Frevel – damit wolle man den russischen Angriffskrieg rechtfertigen. Die, die die Vorgeschichte auf dem Schirm haben, gehen höchstens bis in die Phase des Falles des Eisernen Vorhanges zurück. Sie beide sprachen auch über das Russland, das Europa in den napoleonischen Kriegen zur Hilfe eilte. Das zeigte nochmal: Russland ist auch eine europäische Kraft. Herr von Dohnanyi, verlieren wir Europäer die Russen gerade an Asien?

    von Dohnanyi: Wir haben Russland längst an Asien verloren. Es war aus meiner Sicht eine äußerst törichte Politik, die am Ende des Kalten Krieges und nach dem Fall der Mauer die Chance eines Neubeginns mit dem europäischen Russland mehr oder weniger willentlich zerstörte. Denn so geschah es, als Präsident George Herbert Walker Bush seinen Außenminister James Baker Anfang Februar 1990 im Stich ließ: Dieser hatte nämlich Gorbatschow versprochen, wenn das ganze Deutschland in die NATO könne, würde die NATO nicht weiter nach Osten ausgedehnt. Und Außenminister Baker hat das ja ausdrücklich schriftlich bestätigt. Aber Präsident Bush hat dieses Verhandlungsergebnis dann schlicht nicht respektiert.

    De Lapuente: Das deutsch-russische Verhältnis ist sonderbar. Einerseits fühlen sich beide Seiten miteinander verbunden, was sicher auch in der Kunst und Kultur manifest wird. Andererseits betrachtet man hierzulande die Russen seit langem als gefährliches Volk, als hinterlistig und wenig vertrauensvoll. Wie erklären Sie sich das? Und gestatten Sie mir noch eine Frage: Sie haben Ihr Leben in der Bundeswehr verbracht – pflegte man im Kalten Krieg auch dieses russische Feindbild insofern, dass man es in der Truppe aufrechterhielt?

    Vad: Die deutsch-russischen Beziehungen waren und sind sehr vielschichtig und sehr spannend. Denken Sie zurück an das Bündnis Preußens mit Russland in den Befreiungskriegen gegen Napoleon oder an das Bündnis des Deutschen Reiches mit dem bolschewistischen Russland zum Ende des Ersten Weltkrieges, an die intensive militärische Zusammenarbeit mit Russland während der Weimarer Republik, an den Hitler-Stalin-Pakt 1939, und, kurze Zeit später, 1941, an den deutschen Vernichtungskrieg gegen die Sowjetuni on. Sebastian Haffner hat darüber das überaus lesenswerte Buch mit dem sprechenden Titel »Der Teufelspakt« geschrieben. Während des Kalten Krieges, den ich – seit 1975 in der Bundeswehr als Soldat – erlebte, galt Russland nicht als unser Feind, sondern als der potentielle Gegner. Die Bundeswehr hatte damals kein Feindbild. Sie braucht es bis heute nicht. Das schließt ein, dass wir Soldaten der Bundeswehr mit der Waffe unser Land verteidigt hätten und verteidigen werden. Ich habe es in meiner aktiven Zeit im Kalten Krieg allerdings nie erlebt, dass Russen so abwertend und entmenschlicht in vielen Medien herabgesetzt wurden und werden wie während des seit über drei Jahren laufenden Ukrainekrieges. Während des Kalten Krieges folgte die NATO der sogenannten Harmel-Doktrin, das heißt, sie setzte auf militärische Stärke immer im Verbund mit Dialog, Interessenausgleich und vertrauensbildenden Maßnahmen mit der damaligen Sowjetunion. Das wäre ein gutes Rezept auch für heute und den Umgang mit Russland.

    »Wer die Entspannungspolitik vergisst, wird die SPD nicht zu einer demokratischen Bewegung zurückführen«

    De Lapuente: Es gibt mal wieder Bemühungen, den Frieden herzustellen. Das ist sicher löblich. Aber ist für uns Deutschen nicht die pure Abwesenheit kriegerischer Handlungen bestenfalls ein erster Schritt. Anders gefragt: Was nützt ein Frieden, wenn wir dann dennoch nicht mit den Russen sprechen, mit ihnen in Handel treten und ja, sagen wir es doch so offen, nicht auch deren billiges Energieangebot in Anspruch nehmen wollen?

    Vad: Über Frieden in Europa wird nach wie vor in Washington und Moskau entschieden, nicht in Berlin, London oder Paris. Das ist beschämend, 80 Jahre nach Jalta. Dieses Europa war noch nie politisch, wirtschaftlich und militärisch so abhängig von den USA wie heute. Darüber sollte sich niemand Illusionen machen. Jetzt werden – wie in Anchorage – die Claims zwischen Amerikanern und Russen abgesteckt. Europa bleibt nichts anderes übrig, als mit den Ergebnissen zu leben. Im Kern haben die USA für die Zukunft zwei strategische Optionen: Sie können erstens den Ukrainekrieg in Europa, 6.000 Kilometer weit weg von den USA, weiter alimentieren und damit einem scheinbaren Wunsch der Europäer entgegenkommen, weil die Europäer dies bezahlen – und dabei gleichzeitig den amerikanischen Anteil am Rohstoffaufkommen mit der Ukraine steigern. Selbst eine nicht auszuschließende Eskalation des Ukrainekrieges bis hin zu einem Europäischen Krieg mit Russland böte den USA deutliche politische und wirtschaftliche Vorteile. Zweitens könnten die USA versuchen, den Ukrainekrieg zu beenden und zu normalen Beziehungen mit Russland zurückzukehren. Das böte den USA den strategischen Vorteil, das enge Bündnis Russlands mit China, in das der Westen die Russen quasi hineingedrängt hat, aufzubrechen; es brächte auch wirtschaftliche Vorteile für beide Seiten und natürlich auch für Europa. Europa täte gut daran, diesen Prozess, also die zweite strategische Option der USA, zu fördern anstatt – wie noch aktuell –einen sinnlosen Krieg, in dem es längst keine für die Ukraine zufriedenstellende Lösung geben kann, fortzuführen und unrealistische, nicht durchsetzungsfähige Forderungen mit hohem Eskalationspotential zu erheben.

    De Lapuente: Herr von Dohnanyi, über Ihre Partei sagten Sie in Ihrem Gespräch mit Herrn Vad nicht allzu viel. Sie erwähnten das Manifest einiger SPD-Mitglieder, das sich für Verhandlungen aussprach – und das nicht gut ankam, im Gegenteil. Außerdem monieren Sie, dass die SPD ihre traditionelle Position der Friedenspolitik aufgegeben habe. Sehen Sie denn für Ihre Partei noch Land? Glauben Sie, dass die Sozialdemokratie noch der Platz sein wird, wo Menschen eintreten werden, die eine friedenspolitische Perspektive pflegen?

    von Dohnanyi: Ihre Frage beantworte ich mit einer gewissen Trauer. Denn wer die Geschichte der Sozialdemokratie kennt, der darf die Sozialdemokratie nicht auf die Innen- und Sozialpolitik reduzieren. Immer, und von Anbeginn, war internationale Solidarität und Frieden ein wesentlicher Bestandteil aller sozialdemokratischen Programmatik. Insofern war die Entspannungspolitik von Willy Brandt und Egon Bahr tief verwurzelt in der Geschichte der Sozialdemokratie. Und wer das vergisst, der wird nie in der Lage sein, die SPD wieder zu einer wirklich führenden demokratischen Bewegung in Deutschland zurückzuführen.

     

    Klaus von Dohnanyi geboren 1928, gehört seit 1957 der SPD an. Der in Deutschland und in den USA ausgebildete Jurist arbeitete viele Jahre in der Wirtschaft, hatte zahlreiche politische Ämter inne, u.a. als Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft, als Bundeswissenschaftsminister, Staatsminister im Auswärtigen Amt und Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg. Bis heute nimmt er zahlreiche ehrenamtliche Aufgaben wahr und greift mit seinen differenzierten Ansichten und Meinungen immer wieder in die intellektuellen Debatten Deutschlands ein. Er ist Autor zahlreicher Bücher.

    Dr. Erich Vad ist Brigadegeneral a.D. der Bundeswehr. Von 2006 bis 2013 war er Gruppenleiter im Bundeskanzleramt, Sekretär des Bundessicherheitsrates und militärpolitischer Berater der damaligen Bundeskanzlerin, Dr. Angela Merkel. Im Westend Verlag erschien zuletzt sein Bestseller „Ernstfall für Deutschland. Ein Handbuch gegen den Krieg“.


    Redaktion
    Die Redaktion unseres Magazins: Florian Rötzer und Roberto De Lapuente.

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    66 Kommentare

    1. 1975 gab es aber auch keinen imperialistischen Diktator mit einem verhetzten Volk vor unserer Haustür, die ihre kriegerischen Ambitionen gen Westen gerichtet haben, lieber Herr Sekretär.

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    2. Offensichtlich ist es wirklich so, daß sich die Mehrheit der Menschen heute das Grauen eines Krieges nicht mehr vorstellen kann resp. auch vorstellen will. Sonst würde doch die Losung der Nachkriegszeit „Nie wieder Krieg“ nicht so leichtfertig ihres Sinnes entleert und populistisch in einem veränderten Zusammenhang als „Nie wieder ist jetzt“ gebraucht werden.

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    3. Die SPD ist eine Partei des Verrats an der Arbeiterklasse, das war 1914, 1933 und ist auch jetzt wieder so.

      Die wird sich auch nicht mehr ändern, daher wären 2% der Wählerstimmen noch zuviel.
      Wir müssen nur noch etwas warten bis sie sich selbst komplett ruiniert hat und die AFD an die Macht bringt.
      Die große Frage wäre ob das gewollt ist.

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    4. Auch hier gibt es das komische Framing, dass die europäische Politik gegenüber der Ukraine durch die USA bestimmt wäre.

      Jedesmal, wenn sich alle europäischen Staatschefs über Trumpf öffentlich auslassen, wenn der von Frieden mit der Ukraine redet, kann man zwar das offensichtliche Gegenteil wahrnehmen, aber wer bin ich so einer Legende zu widerprechen. Der Mann hat Anspruch auf ein Paralleluniversum, also lassen wir es ihm.

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    5. Wenn sich Russland Asien/China zuwendet, wendet es sich der Zukunft zu!

      Wie in den Interviews ausreichend dargestellt, hat der Westen Russland nach Ende des Kalten Krieges über den Tisch gezogen. Die Minsker-Abkommen dienten den ukrainischen Kriegsvorbereitungen gegen den Donbass. Warum sollte Russland den Europäern noch Vertrauen entgegenbringen? Da Trump eine Frontbegradigung will – um Ressourcen gegen China frei zu bekommen – ist mit ihn ein Deal auf Augenhöhe möglich und dabei stören die Europäer.

      Das wirklich gute an diesen Entwicklungen ist die Hinwendung Russlands nach China, was eine im Westen wenig beachtete Sensation ist. Beide Länder ergänzen sich in ihren Interessen. Russland stillt den chinesischen Energiehunger und China bietet im Gegenzug Infrastruktur durch die neue Seidenstraße. Diese sollte bekanntlich auch mal die Ukraine einbinden, was der Krieg verhindern hat. Auch eine vertane Chance.

      Durch die Trumpsche Zollpolitik nähern sich jetzt auch China und Indien an. Zu Indien hat Russland aus Sowjetzeiten gute Beziehungen, Teile der indischen Oberschicht haben in der UdSSR studiert. Das alles paßt gut zusammen.

      Gut paßt auch die russisch-chinesische militärische Kooperation zusammen. China verfügt über moderne Waffen, aber hat keine Kriegserfahrung. Der letzte chinesische Krieg, 1979 gegen Vietnam, ging blamabel für die Volksrepublik aus. Russland dahingegen ist ein kriegserfahrene Land, auf Augenhöhe mit den USA. China kann hier also viel von Russland lernen.

      Und was bietet Europa den Chinesen außer diplomatischen Schmähungen? Irgentwie will doch gerade Deutschland den Handel mit China einschränken, die Belt and Road sabotieren. Auch das ist dumm, denn ein gutes Verhältnis zu China wäre für Europa ein Gegengewicht zur USA und könnte einen Keil zwischen das chinesisch-russische Verhältnis treiben.

      Diese Tatsachen sind Binsenweisheiten, die Europa ignoriert. Selber schuld!

      Ach ja, die SPD erregt als 15% Partei mein Mitleid. Aber die Abspaltung Linkspartei ist auch nicht besser.

      Ich sehe also schwarz für Deutschland/Europa, werde aber meine letzten Jahre hoffentlich noch ohne größeren Krieg und Krise über die Runden bringen. Für die Kinder freilich sieht die Zukunft schlecht aus.

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    6. Die Option dass die USA die Beziehung Russland-China „aufbrechen“ könnte besteht nicht und ist typisch westliches ideologisiertes Wunschdenken! Erstens weil man in Russland und China von der Geschichte lernt und Politik immer auch von ausgeprägtem Geschichtsbewusstsein bestimmt ist – im Gegensatz zum sog. Westen und besonders in den USA! Zweitens weil dem BRICS+ als politisch strategische Assoziation entgegensteht! Drittens weil die USA nicht Teil Europas ist, Westeuropa hingegen Teil Eurasiens ist, und schon jetzt – potentiell und latent -historisch, politisch, ökonomisch, etc., etc. stärker von China, Russland, Indien, etc. abhängig ist als von den USA!

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    7. Die endgültige Okkupation der SPD durch den Seeheimer Kreis und die Berliner Runde hatte ihren Höhepunkt zwischen 2005 und 2011 als es zum Bruch mit der SI (Sozialistische Internationale) gekommen ist und die deutsche SPD die Organisation gespalten hat.
      Die SPD von heute ist schon lange nicht mehr die SPD von Willy Brandt oder Helmut Schmidt.
      Dieser pseudolinke Haufen ist ein Sammelsurium schlimmster neoliberaler Headliner und politisch mehr im rechten Spektrum zu verorten als sonstwo.
      Da sollte man sich auch nicht wundern, dass man SPD wählt und AfD bekommt

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    8. Dem Vad trau ich nicht. Als ich 1973 beim Bund war, galt völlig eindeutig der Russe als der Feind,

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    9. Herrn von Dohnyani ist zu widersprechen. Nicht der Westen hat Russland an Asien verloren, Russland hat den Westen schon längst an die Levante und den Mehghreb verloren. Die Russen waren selbst während des Kalten Krieges immer US-affin, im postiven wie negativen Sinn. Selbst die Sowjets wendeten sich ab dem Chruschtschow-Regime wieder verstärkt dem zu was – begrifflich völlig unzureichend – als westliche Werte bezeichnet werden.
      Heute ist die Situation so: Russland hält an etwas fest, wovon sich Westeuropa längst verabschiedet hat. Die Russen sind „altmodisch“, für sie stellt das Tanzen in einem Dom mit Tiefkühlhühnern, die in Windeln gewickelt sind, keine Kunst dar. Die Russen wollen nicht so leben wie die Menschen in East London, den franz. Banlieues, Duisburg Marxlohe oder Berlin Friedrichshain-Kreuzberg.
      Mit der Preisgabe der Achtung und Bewahrung von selbstgeschaffenen Werte in Wissenschaft und Kunst, begab sich ein Großteil Europas und seine gesamte selbsternannte Elite auf den Weg in die Barberei.

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    10. Gut, dass es solche Gespräche auf Overton gibt, wo man sonst z.B. auf der Tagesschau vor allem von der „3. Weltkrieg-Gang“ hört.

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    11. „Spätestens seit Clausewitz bedeutendster Publikation »Vom Kriege« wissen wir: Kriege brechen nicht einfach aus. Sie haben ihre Vorgeschichte, ihre politischen Voraussetzungen. Kriege werden geplant, gemacht, vorbereitet.“

      So isses. Ich verlinke nochmal die hervorragende Analyse von Sabiene Jahn
      auf Globalbridge.ch..aber ich weiss auch, dass viele davon nichts wissen wollen, sich verweigern nachzudenken und das Gelesene zu verarbeiten, auch hier im Forum.
      https://globalbridge.ch/die-verbotene-vorgeschichte/

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    12. „Die Mongolen reiten auf den Mars …“ – ein Songtext von mir anno 1981 ????
      Heute bzw. 2029 reitet dann der „irre Iwan“ in Berlin ein? Für wie dumm hält man die Bundesbürger eigentlich? Alle Daten und Fakten sprechen dagegen, wie bspw. der Vergleich der Bevölkerungsgröße, der Armeestärken, der Verteidigungsetats etc. Demnächst erzählt man uns noch, daß hinter dem „Russen“ ja noch 1,4 Milliarden Chinesen nur darauf lauern, über die „neue Seidenstrasse“ (eine ‚Rollbahn‘ direkt in’s Herz von Europa) 20-30 Millionen Soldaten via dieser Piste nach Duisburg zu schicken ???? Und wovon träumen unsere Politiker und Medien nachts???
      Nun, Diplomatie scheint mal wieder aus der Mode gekommen, denn ich sehe keinen Bahr, Brandt oder Genscher, die das mal ‚fixen‘ könnten ;-(
      Meine Lady und ich haben leider genug mit Alterskrankheiten zu tun, denn sonst würden wir weiter auch auf die Strasse gehen. DEN Stab reichen wir nun an ‚die Jüngeren‘ weiter und hoffen, Ihr demonstriert für uns mit ????

      Frank

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    13. EX-Merkel-Berater VAD, Ex-Merkel-FAN Dohnanyi, aaaah jah!

      Anderes Thema: könnte mir ein KI-Experte vielleicht aus dem Eingangsbild „Nie wieder Krieg“ wenigstens mal eines erstellen, das der Wirklichkeit entspricht? Ganz einfach – frei nach Orwell – „Nie wieder Frieden“?

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    14. „Wir haben Russland längst an Asien verloren“

      Wenn wundert das bei solchen Meldungen?

      https://www.nachdenkseiten.de/?p=137807

      Schaut mal was die Chinesen so Planen! Ich würde mich selber China zuwenden wenn ich noch alle Tassen im Schrank habe.

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    15. Vor über ein hundert Jahren war ein Prozess im Gange, vom blauen Blut in die Demokratie, auch dieser Umbau war ein Geschäft mit denjenigen die Geld und Macht hatten. Damals wie heute haben die Finanzmächtigen an und von der Krise profitiert. Leider hatte der Demos damals bis heute nur dafür bezahlt, für die ungerechte Umverteilung.
      Das Problem der „Politik“ ist, daß der Demos jede Lüge als Wahrheit wahrnimmt, der Demos ermöglicht der Politik ihre Taten.
      Heute allerdings sind Taten etwas anders gelagert als damals, da der Demos viel zu dumm erzogen wurde, nimmt die heutige Politik (Kratie) keine Rücksicht auf ihr zu schützendes Personal (Demos), denn diese Welt wird neuaufstehen (ca7mrd Menschen) ,die aus der alten Umklammerung zum Leben geführt werden.
      Ja da gibt es viele die jammern, aber der Großteil wird das in der nahen Zukunft genießen.
      Die alte Politik hat ausgedient, die neue wird wie die alte sein, nur auf viele Staaten verteilt. Die institutionnalisierte Korruption wird letztendlich zu jedem Staat ein Problem, da diverse Regierungen nicht mehr ihrem Volk sagen kann, das man nichts daran ändern kann. Das geschieht vermehrt in vielen Staaten, die ihre korrupten Einheiten nach und nach eliminieren, leider wird das nicht erwähnt in den Massenmedien, oder auch gewollt…

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    16. Bitte, bitte wann kommt endlich Putin und erlöst uns von diesem US hörigen Politikerpack und all den Trittbrettfahrern die sich Regierung nennen.
      Ich weiß, der Russe wird einen Teufel tun um uns zu retten. Aber man wird doch noch ein wenig Träumen dürfen. ???? (So irreal das auch ist)

      Dohnyani und Vad sind sehr gesittete Herren die sich zurückhaltend ausdrücken, dabei wissen sie sehr wohl, wie systematisch dieser Krieg von langer Hand vorbereitet wurde und welche Interessen hier maßgeblich eine Rolle gespielt haben. Der 30 jährige Krieg ist ein gutes Beispiel um sich die geopolitische Lage Deutschlands vor Augen zu führen. Die jüngere Geschichte gibt dann schon eher darüber Auskunft wie Deutschland bei seiner letzten Katastrophe durch fremd Interessen instrumentalisiert wurde.
      https://www.nachdenkseiten.de/?p=132027
      Auch der aktuelle Krieg gegen Russland wird nicht für Deutsche oder Westeuropäische Interessen geführt. Und wenn wir den nicht stoppen wird es wohl danach gar kein Deutschland mehr geben.

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    17. von Dohnanyi: „Zweitens könnten die USA versuchen, den Ukrainekrieg zu beenden und zu normalen Beziehungen mit Russland zurückzukehren. Das böte den USA den strategischen Vorteil, das enge Bündnis Russlands mit China, in das der Westen die Russen quasi hineingedrängt hat, aufzubrechen; es brächte auch wirtschaftliche Vorteile für beide Seiten und natürlich auch für Europa. Europa täte gut daran, diesen Prozess, also die zweite strategische Option der USA, zu fördern…“

      Diese Option, Russen und Chinesen trennen zu wollen, gibt es nicht mehr. Woher sollte die russische Führung Vertrauen in ein Land schöpfen, das je nach Lust und Laune Kriege beginnt – z.B. Iran – und Länder zum eigenen Vorteil gegen einander ausspielt? Und das Ganze machen die Amerikaner ja nicht heimlich, sondern mit Vorankündigung. Da gibt es im Internet den Plan der Rand Corporation: Overextending and Unbalancing Russia, und das Jahr 2025 wurde von einem amerikanischen Offizier vor langer Zeit als das Jahr bezeichnet, in dem sich das „window of opportunity“ für einen erfolgreichen Krieg gegen China schlösse.

      Beide Länder erhöhen ihre Chancen, wenn sie sich nicht mit den Amerikanern verbünden, denn wie Bündnispartner der USA von selbigen behandelt werden, sehen sie aktuell bei dem, was mit Europa passiert.

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    18. Interessant dürfte werden, wie sich das mit den Parteien weiterentwickelt..
      Das aktuelle System steht kaum noch für den Willen der Bevölkerung ..
      Nun sind Verbote an der Reihe von Parteien, dürfte nicht mehr so lange dauern eh man erkennt, das Parteien im IT Zeitalter für eine Veralterte Gesellschaftliche Struktur stehen..
      Es sind heute zu 99% Prutstätten von nackten Oportunismus …

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    19. Dohnanyi, Sozialdemokrat mit Vergan-genheit, sitzt im Vorstand des VIENNA INTERNATIONAL INSTITUT FOR PEACE dessen aktuelle Direktorin Fenkart die us Außenministerin Madeleine [500.000 tote irakische Kinder waren es wert, den Irak zu sanktionieren] Albright als Vor-bild für feministische Außenpolitik be -zeichnet [ORF, 22.8.’25] Dohnanyi sollte sich darum kümmern, was in ’seinem‘ Institut verbrochen wird.

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    Info: https://overton-magazin.de/dialog/wir-haben-russland-laengst-an-asien-verloren/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    23.08.2025

    Ende des Krieges durch seine Fortsetzung?

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 23. August 2025, 


    http://www.russlandkontrovers.com/das-ende-des-krieges-durch-seine-fortsetzung

    19.8.2025


    *Das Ende des Krieges durch seine Fortsetzung?

    */Kommentar von Dr. Gerhard Mersmann


    im Video/https://youtu.be/rgOF7H-mv-8

    /Transkript:

    /Es wird wieder einmal viel Spekulatius gegessen im politischen Gewerbe

    hierzulande, um einmal eine neue Metapher für das kohärent Spekulative,

    welches das Gewerbe durchzieht, einzuführen. Was haben wir nach dem

    Treffen von der europäischen Delegation im Anhang Selenskyj mit dem

    amerikanischen Präsidenten nicht alles gehört? Da wurden

    Belanglosigkeiten erzählt. Da ging es um die von Trump gelobte

    Sommerbräune des deutschen Bundeskanzlers oder die Sitzpositionen der

    engsten Trump-Berater. Und im Fernsehen zitierte der wohl gewichtigste

    US-Korrespondent des ZDF die Washington Post als seine geheime Quelle.

    Da mag so mancher Zeitgenosse, der auch nur rudimentär das Weltgeschehen

    aus verschiedenen Quellen nach zu verfolgen sucht, der Frage erlegen

    sein, ob er schon wieder gegen seinen ausdrücklichen Willen in einem

    Komödienstadl gelandet ist.


    Doch zur Sache. Problematisch wird es, wenn man seinem eigenen Narrativ

    so verpflichtet ist, dass man das, was vor sich geht, nicht begreift.

    Man hätte nur in Moskau noch einmal nachfragen müssen. Da braucht man

    nicht einmal versteckte Informanten. Russland geht es um strategische

    Tiefe. Nach verschiedenen historischen Invasionen mit für das Land

    verheerenden Folgen will man potenzielle Gegner nicht schwer bewaffnet

    an der Grenze stehen haben. Das ist rational wie nachvollziehbar. Und

    dass der Versuch, dem Bären auf den Pelz zu rücken mindestens mit einer

    blutigen Nase, wenn nicht gar mit dem eigenen Untergang endet, steht

    nicht nur in den Geschichtsbüchern, sondern wird durch die

    Tagesnachrichten von Neuem belegt.


    Wenn sich nun, allen voran der deutsche Bundeskanzler, an den

    amerikanischen Präsidenten wendet, und darlegt, man müsse die Ukraine

    robust, d.h. mit allen möglichen militärischen Mitteln schützen, dann

    hat er die Ursache des Krieges nicht verstanden. Wer glaubt, Russland

    ließe sich eine direkt mit NATO-Truppen militarisierte Ukraine als

    Ergebnis eines Krieges, den es gewonnen hat, schmackhaft machen, ist

    bereits dem durch zu viel Spekulatius-Konsum verursachten Zuckerschock

    erlegen. Eine noch stärkere Form der Aufhebung strategischer Tiefe als

    Resultat nach der eigenen Intervention ließe nur den Schluss zu, dass

    man in Moskau den Verstand verloren hat.


    Hört man sich z.B. den us-amerikanischen Außenminister Rubio genau an,

    dann bekommt man das unweigerliche Gefühl des Neides. Denn da spricht

    jemand, der etwas von Strategie wie von Diplomatie versteht. Er versucht

    sich in die Interessenlage der Konfliktparteien hineinzuversetzen und

    sucht nach Schnittmengen, die einerseits den beiderseitigen Interessen

    nahe kommen und andererseits die realen Kräfteverhältnisse

    berücksichtigen. Das ist bei den Protagonisten, die den Titel nicht

    verdienen, mit denen wir allerdings im besten Deutschland aller Zeiten

    täglich konfrontiert werden, in keiner Weise vorhanden. Sie gehen davon

    aus, dass in Moskau per se das Böse zuhause ist und dort niemand bis

    drei zählen kann. Außer einer unbeschreiblichen Menge an krimineller

    Energie ist in den Augen der deutschen Hinterbänkler, die im allgemeinen

    Drama vorne auf die Bühne gespült wurden, nichts in Russland zu finden.


    Dass mit einem derartigen Konsortium kein Frieden erreicht werden kann,

    wird man in Washington zur Kenntnis genommen haben. Das war die Routine,

    die Trump noch brauchte, um den russischen Standpunkt zu verstehen. Das

    ist in Washington und in Moskau angekommen. Nur in der europäischen

    Delegation ist man allen Ernstes der Meinung, durch die Fortsetzung des

    Krieges könne man ihn beenden. Das ist schon tragisch.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    23.08.2025

    Handelsdeal mit den USA: Wie TTIP – nur schlimmer

    freedert.online, vom 22 Aug. 2025 18:31 Uhr, Von Gert Ewen Ungar

    Die EU-Kommission hat mit den USA eine Rahmenvereinbarung für die künftigen Handelsbeziehungen abgeschlossen. Die USA konnten sich in allen Punkten durchsetzen. Die Verabredung ist folgenreicher, als es das umstrittene Freihandelsabkommen TTIP war. Die EU wird zur US-Kolonie.


    Quelle: www.globallookpress.com © Daniel Torok


    Der jetzt vorgelegte Rahmenvertrag zu den Handelsbeziehungen zwischen den USA und der EU gibt den Befürchtungen der Kritiker recht. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat die EU zu einer US-Kolonie gemacht.


    Wer nach dem Treffen von Ursula von der Leyen mit US-Präsident Donald Trump in Schottland angesichts der von der EU-Kommissionspräsidentin gemachten Zugeständnisse dachte, so schlimm wird es schon nicht kommen, hat seit dem vergangenen Donnerstag die Gewissheit: Es kommt noch viel schlimmer. 

    Die Rahmenvereinbarung zwischen der EU und den USA lässt keine andere Deutung zu als diejenige, dass die USA all ihre Forderungen und noch ein bisschen mehr durchsetzen konnten. Die Interessen der EU finden sich in keinem einzigen der insgesamt 19 Punkte wieder. Für die EU-Bürger hat dies verheerende Konsequenzen.

    Viele werden sich sicherlich noch an das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP erinnern. Hunderttausende sind damals in Deutschland auf die Straße gegangen, um es zu verhindern. Gründe dafür gab es unzählige. Verhindert hat es schließlich Donald Trump. In seiner ersten Amtszeit legte er das Abkommen auf Eis.


    Gemeinsame Erklärung: USA und EU einigen sich auf Details zum Handelsdeal





    Gemeinsame Erklärung: USA und EU einigen sich auf Details zum Handelsdeal






    Nun setzt er zentrale Inhalte des Abkommens um, allerdings zu anderen Bedingungen. Was die Demonstranten damals verhindern wollten, kommt nun doch auf die Deutschen und die EU-Bürger zu. Das fängt beim Chlorhühnchen an und hört bei der Absenkung der Umweltstandards auf.

    Die Hygieneregeln für den Import von Fleischprodukten sollen laut Vereinbarung abgesenkt werden. Die EU stimmte zu, dass künftig keine Gesundheitszertifikate für den Import von Fleisch aus den USA mehr erforderlich sind. Der europäische Markt gewährt den Lebensmittelproduzenten der USA zudem exklusiven Zugang. Man kann sich demnächst über einen saftigen Bison-Braten am Sonntag freuen.

    Was den aktuellen Handelsdeal vom damaligen Freihandelsabkommen TTIP allerdings fundamental unterscheidet, ist, dass die EU im Gegenzug für die vollständige Öffnung ihres Marktes gegenüber den USA schlicht und ergreifend nichts bekommt. Gar nichts! Im Gegenteil verpflichtet sich die EU dazu, sich in systemrelevanten Bereichen von den USA abhängig zu machen.


    Medien: Von der Leyen schloss schlechten Deal mit Trump, um US-Truppen in der EU zu halten





    Medien: Von der Leyen schloss schlechten Deal mit Trump, um US-Truppen in der EU zu halten





    Bis 2028 wird die EU in den USA Energie im Wert von 750 Milliarden Euro einkaufen. Öl, Gas, Kernbrennstoff – nahezu alles, was in der EU verfeuert wird, kommt künftig aus den USA. Ob es dort auch seinen Ursprung hat, ist hingegen fraglich. Gerade bei Kernbrennstoff sind die USA auf Importe angewiesen. Sie beziehen das zur Herstellung notwendige Uran zum großen Teil aus Russland.

    Zudem verspricht die EU, dafür zu sorgen, dass europäische Unternehmen in den USA ebenfalls bis 2028 600 Milliarden Dollar investieren werden. Da sich jeder Dollar nur einmal investieren lässt, werden diese 600 Milliarden Dollar in der EU dann eben nicht investiert.

    Darüber hinaus wird die EU in den USA KI-Technologie für 40 Milliarden Dollar einkaufen. Irgendeine Form von Offenheit und technologischer Unabhängigkeit der EU ist damit wohl passé. Die Digitalsteuer für US-Konzerne ist auch vom Tisch. Obendrein verspricht die EU, ihre Aufrüstungspläne durch Waffenkäufe vor allem in den USA zu verwirklichen. 


    Europas Demütigung auf einem schottischen Golfplatz





    Analyse

    Europas Demütigung auf einem schottischen Golfplatz






    Zudem zahlt die EU für die Einfuhr ihrer Waren in die USA einen Zoll von mindestens 15 Prozent. Das gilt auch für pharmazeutische Produkte und Flugzeugteile. Die EU hatte hier vergeblich auf Ausnahmen gehofft. Der allgemeine Einfuhrzoll für Waren aus den USA liegt dagegen bei satten null Prozent. 

    Das, was die EU ausgehandelt hat, ist kein Deal, sondern Zeugnis der vollständigen Selbstaufgabe. Die EU hat sich selbst zur US-Kolonie gemacht, indem sie all ihre wirtschaftlichen Interessen denen der USA unterordnet. Wie zur Verhöhnung ihrer neuen europäischen Kolonie nennen die USA ihren Zoll auch noch "Most Favored Nation tariff rate".

    Die Kolonialisierung der EU durch die USA ist für die EU-Bürger eine schlechte Nachricht, denn er bedeutet ein Absenken der Standards und einen weiteren Wohlstandsverlust. Für die Entscheidung der EU-Kommission, sich vollständig den USA unterzuordnen und in systemrelevanten Bereichen vollständig abhängig zu machen, gibt es eine ganze Reihe schlechte Gründe. Für all diese Gründe trägt die EU-Kommission die alleinige Verantwortung.


    Nach Trumps Zolldrohungen: Indien und Russland vereinbaren Vertiefung ihrer Handelsbeziehungen





    Nach Trumps Zolldrohungen: Indien und Russland vereinbaren Vertiefung ihrer Handelsbeziehungen





    Bis zum Jahr 2022 war die EU in ihrem Bezug von Energie diversifiziert. Ein relevanter Teil, aber eben bei weitem nicht alles kam aus Russland. Dieser Anteil fällt weg und muss ersetzt werden. Das heißt, indem man die Abhängigkeit von Russland senkt, erhöht sich automatisch die Abhängigkeit von anderen Lieferanten. Die USA springen ein. 

    Mit der Absicht, jährlich für 250 Milliarden Euro Energie in den USA kaufen zu wollen, begibt sich die EU in eine Abhängigkeit in einem Ausmaß, wie es gegenüber Russland nie bestand. Was Russland zudem von den USA unterscheidet, ist, dass die USA diese Abhängigkeit zweifellos politisch instrumentalisieren werden. Russland hat dies entgegen den Behauptungen von Politik und Medien nachweislich nie getan.  

    Obwohl China mit Aufflammen des Zollstreits der EU Signale zur Kooperation gesendet hat, behielt die EU-Kommission gegenüber den Konfrontationskurs gegenüber China bei. Man fühlte sich in der Position, China Vorgaben machen zu können. Der EU-China-Gipfel im Juli wurde von der EU dazu genutzt, China zu maßregeln und Vorhaltungen zu machen.


    Angesichts Trumps Maßnahmen gegen Indien: China erhöht russische Ölkäufe





    Angesichts Trumps Maßnahmen gegen Indien: China erhöht russische Ölkäufe






    Selbst mit Indien hat es sich die EU inzwischen verscherzt. Mit dem 18. Sanktionspaket hat die EU auch Sanktionen gegen den indischen Energiesektor verhängt. Indien bezieht weiterhin Öl aus Russland und kooperiert mit russischen Energie-Unternehmen. Dagegen geht die EU vor. Indien hat scharf protestiert. Die Beziehungen haben sich deutlich abgekühlt. 

    Die Chance, sich handelspolitisch etwas breiter aufzustellen, wurde durch moralische Hybris und grandiose Selbstüberschätzung der EU-Kommission vertan. Die Brüsseler Kommissare machten auf dem Gipfel im Juli gegenüber China erneut keinen Hehl daraus, dass sie sich als die besseren Menschen verstehen. In China hält man die Westeuropäer nicht ohne Grund für Rassisten. Man macht auf höchster politischer Ebene entsprechende Erfahrungen.  

    Generell ist durch den Aufstieg Chinas und der BRICS die EU aus genau diesem Grund ihres Moralisierens und ihrer neokolonialen Arroganz ins Hintertreffen geraten. Die EU bindet Handelspartnerschaften an die Möglichkeit, sich in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einmischen zu dürfen – im Namen der Menschenrechte, der Diversität und für die Umwelt, versteht sich. Sie nutzt es aber, um die Innenpolitik bei den Partnerländern zu steuern und im Zweifelsfall auch Regierungen zu stürzen. Das ist wenig attraktiv, zumal es eben inzwischen auch Alternativen zur EU und zum kollektiven Westen gibt. 


    USA können von russischem Uran einfach nicht genug kriegen





    Analyse

    USA können von russischem Uran einfach nicht genug kriegen





    Mit dem Investitionsversprechen schadet die EU-Kommission dem eigenen Standort. Sie verspricht, dass europäische Unternehmen in den kommenden drei Jahren mindestens 600 Milliarden Dollar nicht in der EU, sondern in den USA investieren werden. Diese werden dort zum Aufbau von Produktionskapazitäten, zu Forschung und Entwicklung, zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen und in der EU eben nicht. Die EU beschleunigt damit ihren eigenen Niedergang.

    Die Verabredung hat den Geschmack von Hochverrat. Die EU-Kommission führt ihren Wirtschaftsraum in die totale Abhängigkeit von den USA, weil sie sich aus moralischen – nicht aus wirtschaftlichen – Gründen weigert, mit Russland Geschäfte zu machen und Handelsbeziehungen mit China und anderen Ländern aufzubauen, die auf dem Prinzip der Gleichwertigkeit der Partner basieren.

    Weil man sich selbst aber weiterhin für Kolonialherren hält, wird man nun selbst zur Kolonie. Um die EU ist es nicht schade. Für die Bürger der EU tut es mir endlos leid.


    Mehr zum Thema – Tauwetter in Asien: Modi und Xi suchen vorsichtige Annäherung, Russland als Vermittler


    Screenshot_2025_08_24_at_17_10_55_Handelsdeal_mit_den_USA_Wie_TTIP_nur_schlimmer_RT_DE

    Video https://rumble.com/v6wsq3w-von-der-leyen-noch-zu-viel-russisches-gas-in-der-eu-lng-aus-den-usa-ist-gns.html Dauer 2:40 Min.


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    Info: https://freedert.online/meinung/254052-handelsdeal-mit-usa-wie-ttip/


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    23.08.2025

    Italiens Ex-Ministerpräsident Draghi: "Illusion einer mächtigen EU ist verflogen"

    freedert.online, 23 Aug. 2025 14:48 Uhr

    In der Weltpolitik ist Europa zu einem marginalen Zuschauer geworden, kritisiert der frühere italienische Regierungschef Mario Draghi. Die Wiederwahl von Donald Trump zum US-Präsidenten sei der Punkt gewesen, an dem es kein Zurück mehr gegeben habe.


    Quelle: Gettyimages.ru © Sean Gallup


    Archivbild: Der frühere italienische Regierungschef Mario Draghi


    Bei einem Treffen in Rimini erklärte der ehemalige Ministerpräsident Italiens Mario Draghi, dass die Europäische Union zu einem unbedeutenden Akteur der globalen Politik geworden sei. Europa sehe nur tatenlos zu, kritisierte der Ex-Regierungschef. Darüber berichtet die Zeitung Corriere della Sera. Das "Treffen von Rimini" findet seit 1980 alljährlich im August statt und wird von einer Stiftung im Umfeld der katholischen Gemeinschaft "Comunione e liberazione" veranstaltet.

    "Jahrelang glaubte die Europäische Union, dass die wirtschaftliche Dimension mit 450 Millionen Verbrauchern geopolitische Macht und Einfluss in den internationalen Handelsbeziehungen mit sich bringt", meinte Draghi.

    "Dieses Jahr wird als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem sich diese Illusion in die Luft aufgelöst hat."


    Lawrow: EU schlägt inakzeptable Militärintervention in der Ukraine vor





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    Ferner bezeichnete Draghi den erneuten Einzug Donald Trumps ins Weiße Haus als den Punkt, an dem es kein Zurück mehr gegeben habe. Von da an änderte sich ihm zufolge alles. "Trump hat uns brutal wachgerüttelt." Die Fakten sprächen für sich, fügte der ehemalige Regierungschef Italiens hinzu. Die EU habe sich mit den Zöllen abfinden müssen, die von ihrem größten Handelspartner und langjährigen Verbündeten, den USA, verhängt worden seien.

    "Wir wurden von ebendiesem Verbündeten unter Druck gesetzt, damit wir die Militärausgaben erhöhen", so Draghi weiter. Dabei gehe es um eine Entscheidung, die Brüssel vielleicht sowieso hätte treffen sollen, aber sie sei auf eine Art und Weise getroffen worden, die wahrscheinlich nicht den Interessen Europas entsprochen habe.

    Auch bei den Ukraine-Verhandlungen sei die Rolle der EU von geringer Bedeutung, meinte der Ex-Ministerpräsident. "Obwohl die Finanzhilfe der EU für die Ukraine am größten war, hat sie in den Friedensgesprächen bisher eine eher marginale Rolle gespielt."

    Weiter betonte Draghi, dass Europa auch nur ein Zuschauer gewesen sei, als iranische Atomanlagen bombardiert worden seien und die Gewalt im Gazastreifen eskaliert sei.

    "Diese Ereignisse haben jede Illusion zerstört, dass die wirtschaftliche Dimension allein irgendeine Form geopolitischer Macht sichern könnte."

    Mehr zum Thema ‒ Frieden in der Ukraine wird die EU-Eliten zerstören


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