transition-news.org, 24. August 2025 von WS.
Seit dem 7. August zerstörte eine Brandwelle über 350.000 Hektar Waldgebiet. Etliche Feuer sind noch aktiv. Regierungschef Pedro Sánchez macht den «Klimanotstand» für die Feuersbrunst verantwortlich. Die Guardia Civil sieht das anders und hat bereits 40 Personen wegen mutmaßlicher Brandstiftung verhaftet und Ermittlungen gegen weitere 119 Personen eingeleitet. Von Wiltrud Schwetje
Der August 2025 wird als «schwarzer» Monat in die spanische Geschichte eingehen. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Waldbrände, die sich fast simultan durch ökologisch wertvolle Waldgebiete des Landes fressen, haben seit dem 7. August auf mindestens 350.000 Hektar schwarze Asche hinterlassen. Diese Zahl erhöht sich täglich, am 20. August waren laut El País noch 34 Feuer aktiv.
Seit Jahresbeginn sind in Spanien nach neuesten Daten des Europäischen Waldbrandinformationssystems (EFFIS) bis zum 22. August schon 403.701 Hektar durch die Flammen vernichtet worden. Auch die Anzahl der Brände ist gestiegen und liegt El País zufolge bei 250 – gegenüber einem Durchschnitt von 147. Seit Beginn des Sommers habe es einen Anstieg von 262 Prozent gegeben.
Betroffen sind vor allem Waldgebiete in den Autonomieregionen Extremadura, Kastilien-León, Galicien und Asturien. Auch das Weltnaturerbe Las Médulas oder der Nationalpark Picos de Europa wurden schwer verwüstet (hier und hier), ein Teil des Jakobswegs musste gesperrt werden. Nach Angaben von National Geographic sind bis zum 20. August sieben Menschen ums Leben gekommen, 30.000 wurden evakuiert.
Regierungschef Pedro Sánchez, der seit Monaten immer tiefer im Korruptionssumpf versinkt, glänzte bei dieser Katastrophe einmal mehr durch Ignoranz und Abwesenheit. Erst eine Woche nach dem Beginn der verheerenden Brände – und nachdem die Kritik an seiner Untätigkeit lauter geworden war – sah er sich veranlasst, seinen Sommerurlaub auf Lanzarote zu unterbrechen und die betroffenen Regionen zu besuchen.
Dabei reiste der Sozialist wie immer luxuriös und mit viel Tamtam an. Um in die Provinz Zamora in Kastilien-León zu gelangen, nutzte er beispielsweise zuerst den Falcon und dann den Super Puma der Luftwaffe. Offizielle Dienstfahrzeuge mussten anrücken – und selbstverständlich ließ er sich von einer stattlichen Anzahl an Leibwächtern und Polizisten schützen.
Der Zorn der Bürger wächst
Das scheint auch notwendig, denn die Stimmung in der Bevölkerung ist aufgrund seiner Korruptionsskandale und seines zumindest fahrlässigen Verhaltens bei dieser und anderen Katastrophen – wie zum Beispiel dem Blackout im April und den Überschwemmungen in Valencia im letzten Jahr – nicht die beste. So musste er sich auch bei diesem offiziellen Auftritt anhören, dass er ein «hijo de puta» ist, also ein «Hurensohn» oder – alternativ übersetzt – ein «Arschloch».
Solche Szenen sind in Spanien mittlerweile «normal». Seit Monaten wird in Diskotheken, Fußballstadien und bei anderen Veranstaltungen skandiert: «Pedro Sánchez, hijo de puta»(Pedro Sánchez, du Mistkerl). Es gibt viele solcher Videos, deshalb hier, hier, hier und hier nur eine kleine Auswahl. Auch auf Hauswänden, Plakaten oder am Strand, zeigen die Bürger unverblümt, was sie über ihren korrupten Regierungschef denken.

Screenshot: «Sánchez corrupto»; Hazte Oir-Aktion auf Lanzarote
Ist der Klimawandel schuld an der Feuerhölle?
Deshalb überraschte es auch nicht, dass Sánchez gleich bei seinem ersten offiziellen Auftritt den Hauptverantwortlichen für die Flammenhölle präsentierte: den «Klimanotstand» (ab Min. 5:45). Sein Innenminister Fernando Grande-Marlaska blies ins gleiche Horn. Beide Politiker behaupteten obendrein, die Regierung habe «von der ersten Minute an» alle notwendigen Mittel zur Bekämpfung der Brandwelle eingesetzt.
Nicht nur, dass nach diesen Aussagen die Wut in den sozialen Medien überschäumte, Sánchez und Marlaska erhielten auch eine direkte Antwort von kompetenter Stelle. Die Jucil, eine Vereinigung der Guardia Civil (Militärpolizei mit zivilen Aufgaben), teilte am 16. August mit, dass bei einem Großteil der Feuer Brandstiftung vermutet werde – und dass der «Klimanotstand» nichts damit zu tun habe.
Bereits bestätigt wurde, dass einige der Brände aus «finanziellen Interessen» gelegt wurden, wie zum Beispiel in der Gemeinde Aliseda in der Extremadura. Auch in Galicien gibt es Indizien dafür, dass die Feuersbrunst nicht durch den Klimawandel ausgelöst wurde. So hat der Bürgermeister der Gemeinde Laza darüber berichtet, dass sie ein «Artefakt» gefunden hätten, das wie ein Sprengsatz aussehe:

In Galicien sorgen allerdings noch andere Brandbeschleuniger für eine explosive Situation: Schon 2023 machten Eukalyptusplantagen 28 Prozent der Waldmasse aus. Diese Entwicklung ist auch Politikern zuzuschreiben, in diesem Fall denen der Partido Popular (PP), die dort ganz traditionell das Geschehen dominieren. Um die Holzproduktion für die Papierherstellung zu fördern, haben sie Eichen und Kastanien durch Eukalyptus ersetzt – und der wächst nicht nur sehr schnell, er brennt auch wie Zunder.
Am 18. August informierte die Jucil dann, Marlaska habe nun auch seine Meinung geändert und gehe plötzlich davon aus, dass 96 Prozent der Brände provoziert worden seien. Und während Sánchez weiter auf seinen «Klimanotstand» als Auslöser beharrte, hatte die Guardia Civil am 22. August bereits 40 mutmaßliche Brandstifter verhaftet und gegen 119 Personen Ermittlungen eingeleitet.
Hier zum Beispiel ein Videoclip von der Verhaftung einer Frau in La Coruña in Galicien, die verdächtigt wird, elf Waldbrände gelegt zu haben.
Umweltmaßnahmen sind eine «Zeitbombe»
Die Vorwürfe gegen Sánchez oder Marlaska sind zahlreich, deshalb hier nur einige. So fragen sich sowohl die Jucil als auch andere Kritiker, warum die Regierung nicht sofort den nationalen Notstand ausgerufen hat, was eine effektivere Brandbekämpfung ermöglicht hätte.
Landbesitzer und Bauern prangern an, dass Sánchez solche Feuerkatastrophen durch Umweltgesetze antreibt, die «von einem Büro in Brüssel aus verordnet werden». Diese Maßnahmen im Rahmen der Agenda 2030 werden als «Zeitbombe» bezeichnet.
Vor einigen Jahren wurden in Andalusien und anderen Autonomieregionen zum Beispiel noch Ziegenherden für die Brandprävention eingesetzt. Heutzutage gibt es Weideverbote in bestimmten Gebieten. Als noch katastrophaler erachten Landeigentümer und Bauern die Auflagen zur Waldbewirtschaftung, die ihnen von Sánchez & Co. aufoktroyiert werden.
So wird ihnen verboten, ihre Wälder zu säubern, wie sie es früher getan haben. Um Bäume zu fällen oder Sträucher zu kappen, benötigen sie eine vorherige Genehmigung. Selbst Brandschneisen dürfen sie in ihren Waldgebieten nicht mehr anlegen. Sollten sie es doch tun, müssen sie mit Anzeigen und Geldstrafen von bis zu einer Million Euro rechnen.
Weiterhin wird Sánchez vorgeworfen, dass er die finanziellen Mittel für die Prävention und Bekämpfung von Bränden in den letzten Jahren um 44 Prozent gekürzt hat. Am 20. August informierten einige Medien zum Beispiel, dass die Hälfte der Löschflugzeuge in den nächsten zwei Tagen aufgrund von Pilotenmangel nicht fliegen könne. Mehr als 100 Flugzeuge würden am Boden bleiben.
Auch hat Sánchez 96 Prozent der für die Waldbewirtschaftung und Brandprävention vorgesehenen europäischen Gelder nicht für diese Zwecke ausgegeben. Konkret hat seine Regierung im laufenden Jahr 2025 nur 2,7 Millionen Euro der veranschlagten 71 Millionen Euro investiert, also gerade einmal vier Prozent.
Strategische Mineralien in Waldbrandgebieten
Doch in den sozialen Medien kursieren noch weitaus üblere Verdächtigungen. So gibt es in den Waldbrandgebieten große Vorkommen von Seltenen Erden und anderen strategischen Mineralien wie Niob, Lithium, Tantal oder Monazit. Deshalb sei es kein Wunder, dass man die Feuer weiterlaufen lasse, heißt es.
Strategische Mineralien werden für die nationale Sicherheit, die Wirtschaft und den technologischen Fortschritt als wesentlich angesehen. Diese Mineralien sind häufig kritische Komponenten in verschiedenen Branchen, darunter:
- Verteidigung: Waffensysteme, Luft- und Raumfahrt und Elektronik
- Energie: Sonnenkollektoren, Batterien und Windkraftanlagen
- Technologie: Smartphones, Computer und andere elektronische Geräte
- Herstellung: Bau, Automobilbranche (E-Autos) und andere Industriesektoren
Zur Veranschaulichung dieser «Koinzidenz» wurden zwei Karten veröffentlicht. Eine, auf der die Standorte der begehrten Mineralien zu sehen sind – und eine zweite, auf der die Waldbrände gekennzeichnet wurden.

Screenshot: Links: Vorkommen der strategischen Mineralien; rechts: Waldbrandgebiete
Gigantische wirtschaftliche Schäden
Und wie sieht es mit den wirtschaftlichen Schäden der «schlimmsten Waldbrandsaison aus, die Spanien je erlebt hat»? Am 19. August gab El Economista einen ersten Einblick. Allerdings bezog sich das Portal in seinem Artikel nur auf die 203.224 Hektar, die sich bis zu diesem Zeitpunkt allein im August in Asche verwandelt hatten.
Auf jeden Fall werden die wirtschaftlichen Schäden «ein noch nie dagewesenes Ausmaß» erreichen. So belaufen sich die Kosten, die den autonomen Regionen und der Zentralregierung nur für die Brandbekämpfung entstehen, laut Experten pro Hektar auf 19.000 Euro. Auf Basis der 203.224 Hektar wären das 3,861 Milliarden Euro.
Hinzu kommen die Kosten für die Wiederaufforstung, die auf 4000 bis 5000 Euro beziffert werden. Nicht immer sei ein Eingreifen erforderlich, da die Natur selbst wirke, erklärt El Eonomista. Wäre dies nicht der Fall und müssten alle Hektar, die bisher im August vom Feuer zerstört wurden, wiederaufgeforstet werden, würde dieser Posten 1,016 Milliarden Euro verschlingen.
Das macht zusammen etwa 4,877 Milliarden Euro. Rechnet man diese Zahlen auf die von der EFFIS angegebenen 403.701 Hektar hoch, die seit Jahresbeginn in Spanien verbrannt sind, würden sich diese Kosten fast verdoppeln. Gigantisch, oder?
Dass die betroffenen Autonomieregionen auf finanzielle Unterstützung seitens der Zentralregierung hoffen können, scheint eher unwahrscheinlich. Wie Medien schon 2024 berichteten, hat Sánchez der galicischen Regierung sieben Millionen Euro für die Wiederaufforstung der zwischen 2016 und 2018 durch Brände zerstörten Wälder versprochen, aber bis heute keinen einzigen Euro bezahlt.
Der Regierungschef bleibt derweil im Klimataumel, die Agenda 2030 darf nicht sterben. Deshalb hat er gerade seine interministerielle Kommission zum «Klimanotstand» angekündigt, die von der dritten Vizepräsidentin Sara Aagesen und dem Innenministerium geleitet werden soll. Gemeinsam mit den Autonomieregierungen will Sánchez die Politik kreieren, die erforderlich ist, um solchen Katastrophen vorzubeugen – und auf sie zu reagieren.
Was haben Waldbrände mit Hitzetoten zu tun?
Die erbärmliche Rolle, die viele Mainstream-Medien seit März 2020 bei Krisen gerne übernehmen, zeigte sich auch bei dieser ökologischen und menschlichen Tragödie. Kaltblütig und perfide nutzten sie die Zerstörung und das Leid vieler Menschen und Tiere für ihre Zwecke.
Allen voran heizte das Portal Microsoft News (MSN) im Sinne der Sánchez-Regierung und der Agenda 2030 die Klima-Hysterie an, andere Medien sprangen umgehend auf den Zug auf. Alle nannten die Waldbrände gleich in den Titeln ihrer Artikel in einem Atemzug mit den angeblichen mehr als 1100 Hitzetoten, die es in diesem Jahr in Spanien gegeben haben soll (hier, hier und hier).
Dabei ist anzumerken, dass solche Meldungen bei einer Google-Suche immer an oberster Stelle auftauchen. Das ist nichts Neues, seitdem in Europa und dem Rest der Welt die kritische Berichterstattung gegen Propaganda, Manipulation und Zensur ausgetauscht wurde.
Was kommt nach der Feuerhölle?
Viele Menschen fragen sich schon heute, was mit den verbrannten Naturgebieten geschehen wird. Vor allem, weil das «Ley de Montes» (Waldgesetz) 2015 dahingehend geändert wurde, dass «die autonomen Regionen in Ausnahmefällen eine Änderung der Waldnutzung beschließen können, wenn zwingende Gründe von übergeordnetem öffentlichem Interesse vorliegen».
Der 2023 veröffentlichte Dokumentarfilm (https://www.youtube.com/watch?v=R8bh_XHtkGg) «La España vacilada», übersetzt als das «entvölkerte» oder auch das «betrogene» Spanien, lässt keinen Zweifel daran, dass es Grund zur Sorge gibt. Produzent Miguel Rix berichtet, wie die Umweltpolitik – die auf Diktat der EU im Rahmen der Agenda 2030 umgesetzt wird – den Ackerbau und die Viehzucht zerstört. Auch die Rolle, die der Großkapitalismus bei der sogenannten «Manipulation» dieses Umweltschutzes spielt, wird beleuchtet.
Der Film ist in sechs Sprachen untertitelt und porträtiert ausführlich, wie «grüne» Gesetze und absurde Auflagen dafür sorgen, dass kleine Fischer, Landwirte oder Viehzüchter letztendlich ihren Betrieb aufgeben müssen. Dadurch wird den Spekulanten Raum gegeben, die Windkraftanlagen oder riesige Solarfelder aus dem Boden stampfen – oder Lithiumabbau betreiben.
Auch der Dokumentarfilm «Vidas Irrenovables» von 2024 zeigt auf, wie der sogenannte «Green Deal» der EU den Ökosystemen, der Wirtschaft und den Gesellschaften im ländlichen Raum schadet.
«Die mangelnde Planung und das katastrophale Management der öffentlichen Verwaltungen gefährden das Überleben der ländlichen Gebiete erheblich. Was eigentlich zur Rettung der Umwelt und zur Wiederbelebung des Dorflebens gedacht war, führt paradoxerweise zum Gegenteil», betonen die Filmemacher.
Die Lage in Spanien, einem Land, in dem die Politiker der beiden Hauptparteien PSOE und PP der UN-Agenda 2030 mit erstaunlichem Eifer folgen, könnte man mit den Worten des WEF-Gründers Klaus Schwab beschreiben: Du wirst nichts besitzen, aber glücklich sein.

Dieser Artikel wurde am 24. August aktualisiert.
Quelle:
El País: Esta es la veintena de incendios forestales con alto nivel de peligrosidad que se mantienen activos - 20. August 2025
El País Mapa de incendios activos: consulte dónde están y cómo progresan los fuegos - 20. August 2025
National Geographic: Los peores incendios forestales en la historia de España: los de 2025 baten récords - 20. August 2025
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Info: https://transition-news.org/spanien-ist-der-klimawandel-schuld-an-der-feuerholle
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.