Veranstaltungshinweis

unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

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berliner-zeitung.de, 30.10.2025, BLZ
Wir dokumentieren die Zusammenfassung nach dem Treffen, die durch die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua publiziert wurde. Eigene Analyse folgt.
30.10.2025, 12:33 Uhr
Donald Trump und Xi Jinping in Busan, Südkorea, www.imago-images.de (Bild)
Xi Jinping betonte, dass die Beziehungen zwischen China und den USA unter gemeinsamer Führung insgesamt stabil geblieben seien. Partnerschaft und Freundschaft seien sowohl eine Lehre aus der Geschichte als auch eine Notwendigkeit der Realität. Angesichts der unterschiedlichen nationalen Gegebenheiten seien gewisse Differenzen unvermeidlich, und als zwei der größten Volkswirtschaften der Welt seien gelegentliche Reibungen normal. Angesichts der Herausforderungen und Schwierigkeiten sollten die beiden Staatsoberhäupter als Steuermänner die Richtung vorgeben und die Gesamtsituation steuern, um den reibungslosen Fortschritt der Beziehungen zwischen China und den USA zu gewährleisten. Er sei bereit, weiterhin mit Präsident Trump zusammenzuarbeiten, um eine solide Grundlage für die Beziehungen zwischen China und den USA zu schaffen und ein günstiges Umfeld für die Entwicklung beider Länder zu schaffen.
Xi Jinping hob hervor, dass Chinas wirtschaftliche Entwicklung positiv sei, mit einer Wachstumsrate von 5,2 % in den ersten drei Quartalen dieses Jahres und einem Anstieg der Warenimporte und -exporte um 4 %. Dies sei trotz interner und externer Schwierigkeiten erreicht worden und ein hart erkämpfter Erfolg. Die chinesische Wirtschaft sei wie ein riesiger Ozean mit beträchtlichem Umfang, Widerstandsfähigkeit und Potenzial. China habe das Vertrauen und die Fähigkeit, verschiedene Risiken und Herausforderungen zu bewältigen. Die vierte Plenarsitzung des 20. Zentralkomitees der KPCh prüfte und billigte die Vorschläge für den nationalen Wirtschafts- und Sozialentwicklungsplan für die nächsten fünf Jahre. Seit über 70 Jahren verfolgen wir einen einheitlichen Plan, Generation für Generation, ohne jemals jemanden herauszufordern oder zu ersetzen, sondern uns darauf zu konzentrieren, unsere eigenen Angelegenheiten gut zu regeln, uns stetig zu verbessern und Entwicklungschancen mit anderen Ländern zu teilen. Dies ist ein Schlüssel zum Erfolg Chinas. China wird die Reformen umfassend weiter vertiefen und die Öffnung ausweiten, um eine wirksame qualitative Verbesserung und ein angemessenes quantitatives Wirtschaftswachstum zu erreichen und die ganzheitliche Entwicklung der Bevölkerung sowie den gemeinsamen Wohlstand für alle zu fördern. Es wird erwartet, dass dies auch den Spielraum für die chinesisch-amerikanische Zusammenarbeit erweitern wird.
Xi Jinping hob hervor, dass die Wirtschafts- und Handelsteams beider Länder sich eingehend über wichtige Wirtschafts- und Handelsfragen ausgetauscht und einen Konsens über deren Lösung erzielt haben. Beide Teams sollten die Folgearbeiten so schnell wie möglich verfeinern und abschließen, den Konsens wahren und umsetzen sowie konkrete Ergebnisse liefern, um die Wirtschaft Chinas, der Vereinigten Staaten und der Welt zu stärken. Die jüngsten Entwicklungen in den Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen China und den USA haben beiden Seiten wichtige Lehren geliefert. Wirtschafts- und Handelsbeziehungen sollten weiterhin das Fundament und der Motor der chinesisch-amerikanischen Beziehungen bilden und nicht zu einem Hindernis oder Konfliktpunkt werden. Beide Seiten sollten das große Ganze im Blick behalten und sich auf die langfristigen Vorteile der Zusammenarbeit konzentrieren, anstatt in einen Teufelskreis gegenseitiger Vergeltungsmaßnahmen zu geraten. Die Teams können die Verhandlungen auf der Grundlage der Prinzipien der Gleichberechtigung, des Respekts und des gegenseitigen Nutzens fortsetzen, die Liste der Streitpunkte kontinuierlich reduzieren und die Liste der Kooperationsbereiche erweitern.
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Xi Jinping betonte, dass Dialog besser sei als Konfrontation. Die Kommunikation zwischen China und den USA sollte auf allen Ebenen und über alle Kanäle aufrechterhalten werden, um das gegenseitige Verständnis zu verbessern. Die beiden Länder haben gute Aussichten auf Zusammenarbeit in Bereichen wie der Bekämpfung illegaler Einwanderung und Telekommunikationsbetrug, der Geldwäschebekämpfung, der künstlichen Intelligenz und der Reaktion auf Infektionskrankheiten. Die zuständigen Ministerien sollten den Dialog und den Austausch intensivieren und eine für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit pflegen. China und die USA sollten auch auf regionaler und internationaler Ebene positiv interagieren. Die Welt steht heute vor vielen Herausforderungen, und China und die USA können gemeinsam ihrer Verantwortung als Großmächte gerecht werden und zusammenarbeiten, um bedeutendere, praktischere und vorteilhaftere Ergebnisse für beide Länder und die Welt zu erzielen. Nächstes Jahr ist China Gastgeber des APEC-Gipfels, die USA des G20-Gipfels. Beide Seiten können sich gegenseitig unterstützen und auf beiden Gipfeln positive Ergebnisse anstreben, um so zum globalen Wirtschaftswachstum und zur Verbesserung der globalen wirtschaftspolitischen Steuerung beizutragen.
Trump erklärte, es sei ihm eine Ehre gewesen, Präsident Xi Jinping zu treffen. Er sagte: „China ist ein großartiges Land, und Präsident Xi ist ein hoch angesehener und großartiger Staatsmann sowie ein langjähriger Freund. Wir haben eine sehr angenehme Zeit miteinander verbracht. Die Beziehungen zwischen den USA und China waren schon immer gut und werden sich in Zukunft weiter verbessern. Ich wünsche mir, dass die Zukunft Chinas und der Vereinigten Staaten noch vielversprechender wird. China ist der wichtigste Partner der Vereinigten Staaten, und die beiden Länder können gemeinsam viel Großes in der Welt erreichen. Die künftige Zusammenarbeit zwischen den USA und China wird noch größere Erfolge erzielen.“ Er fügte hinzu: „China wird das informelle APEC-Treffen 2026 ausrichten, und die Vereinigten Staaten werden den G20-Gipfel ausrichten. Ich wünsche beiden Seiten viel Erfolg.“
Die beiden Staatsoberhäupter vereinbarten, die Zusammenarbeit in Bereichen wie Handel und Wirtschaft, Energie und Kultur sowie den Austausch zwischen den Bevölkerungen zu stärken.
Die beiden Staatsoberhäupter vereinbarten, regelmäßige Treffen abzuhalten. Trump freut sich darauf, Anfang nächsten Jahres China zu besuchen, und lädt Präsident Xi Jinping zu einem Besuch in die Vereinigten Staaten ein.
An dem Treffen nahmen unter anderem Cai Qi, Wang Yi und He Lifeng teil.
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Hier Trumps Eindrücke von dem Treffen auf seinem privaten Kanal Truth Social
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rtnewsde.site, 30 Okt. 2025 12:05 Uhr
Trump hat den unverzüglichen Beginn neuer Atomwaffentests verlautbart. Er begründete die Maßnahme in einem Post auf Truth Social mit den Testprogrammen anderer Länder. Russland testete kürzlich einen neuartigen, atomgetriebenen Marschflugkörper.
Quelle: AP © Mark Schiefelbein
Präsident Donald Trump spricht mit Reportern an Bord der Air Force One kurz nach dem Start in Busan, Südkorea, auf dem Weg zur Joint Base Andrews, Maryland, am 30. Oktober 2025
US-Präsident Donald Trump kündigte auf seiner Onlineplattform die Wiederaufnahme von US-Atomwaffentests an. "Aufgrund der Testprogramme anderer Länder habe ich das Kriegsministerium angewiesen, mit dem Testen unserer Atomwaffen auf gleicher Basis zu beginnen. Dieser Prozess wird sofort beginnen", schrieb er am Donnerstag auf Truth Social.
"Die Vereinigten Staaten verfügen über mehr Atomwaffen als jedes andere Land. Dies wurde während meiner ersten Amtszeit erreicht, einschließlich einer vollständigen Modernisierung und Erneuerung der bestehenden Waffen", schrieb Trump.
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Putin gibt weitere Details über bahnbrechende Waffen "Poseidon" und "Burewestnik" bekannt
"Aufgrund der enormen Zerstörungskraft habe ich es gehasst, dies zu tun, aber ich hatte keine andere Wahl! Russland liegt an zweiter Stelle und China weit abgeschlagen an dritter Stelle, wird aber innerhalb von fünf Jahren aufholen."
Mit seiner Ankündigung wendet sich Trump von der seit Jahrzehnten geltenden US-Politik ab. Seit 1992 haben die USA keine Atomwaffentests mehr durchgeführt. Solche Tests liefern technische Daten darüber, wie sich neue Atomwaffen verhalten und ob ältere Waffen noch funktionstüchtig sind.
Trump spielte auf Tests "anderer Länder" an. Es gibt jedoch keine öffentlichen Berichte, wonach Russland oder China entsprechende Tests durchgeführt hätten. Russland hat kürzlich einen neuartigen, atomgetriebenen Marschflugkörper getestet und plant nun, die Waffe zu stationieren.
Möglicherweise bezog er sich auf den jüngsten Test einer neuen Langstreckenrakete vonseiten Russlands. Auf die Frage eines Reporters zu diesem Test antwortete Trump Anfang dieser Woche, dass "wir direkt vor ihrer Küste ein Atom-U-Boot stationiert haben, das beste der Welt". Das einzige Land, das in den letzten Jahren größere Atomtests durchgeführt hat, ist Nordkorea.
Mehr zum Thema ‒ China-USA-Treffen: Trump verkündet Beilegung des Streits um Seltene Erden

Video https://rumble.com/v70x05c-trump-in-japan-gesprche-ber-seltene-erden.html Dauer 9:44 Min.
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Info: https://rtnewsde.site/international/260351-trump-kuendigt-sofortigen-beginn-von/
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rtnewsde.site, 30 Okt. 2025 10:40 Uhr
Die deutsche Wirtschaft kriselt. Unter dem Druck dramatisch steigender Energiekosten und weiterer ungünstiger Rahmenbedingungen haben seit dem Jahr 2022 tausende Unternehmen Insolvenz anmelden müssen. Wir fassen in diesem Ticker die wichtigsten Entwicklungen und Neuigkeiten zusammen.
© picture alliance / Kontributor
30.10.2025 10:40 Uhr
10:40 Uhr
Porsche-Desaster führt bei Volkswagen zu Milliardenverlust
Der VW-Konzern ist im dritten Quartal aufgrund der Probleme bei Porsche tief in die roten Zahlen gerutscht. In den Monaten Juli bis September verzeichnete der Wolfsburger Autobauer einen Verlust von 1,072 Milliarden Euro. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen noch einen Überschuss von 1,56 Milliarden Euro erzielt.
Arno Antlitz, der "CFO & COO" der Volkswagen Group, erklärte dazu in einer Mitteilung:
"Mit Blick auf die ersten neun Monate sehen wir weiter ein gemischtes Bild. Einerseits den Markterfolg unserer Verbrenner- und Elektrofahrzeuge … andererseits ist das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr deutlich schwächer. Das liegt auch an dem Hochlauf der margenschwächeren Elektrofahrzeuge."
Nachrichtenagenturen berichten zu weiteren Details der veröffentlichten Zahlen:
"In den ersten neun Monaten insgesamt schmolz der Überschuss um mehr als 60 Prozent zusammen, von 8,8 auf 3,4 Milliarden Euro. Schuld seien vor allem Belastungen in Höhe von 7,5 Milliarden Euro vornehmlich durch erhöhte US-Zölle."
Zum Sorgenkind Porsche heißt es seitens Antlitz:
"Allein die Anpassungen und Abschreibungen bei Porsche haben den Konzern mit 4,7 Milliarden Euro belastet."
RT DE berichtete in diesem Zusammenhang in der Vorwoche:
"Porsche verzeichnet in den ersten drei Quartalen 2025 einen dramatischen Gewinneinbruch. Das Ergebnis nach Steuern fiel im Jahresvergleich um 95,9 Prozent auf lediglich 114 Millionen Euro. Im dritten Quartal schrieb der Sport- und Geländewagenbauer rote Zahlen. Hauptursache sind Sonderkosten von rund 3,1 Milliarden Euro für den Strategiewechsel des Managements."
Das Unternehmen präsentiert in seiner Mitteilung folgende Grafik.
Die Kernmarke Volkswagen konnte sich demnach "dagegen weiter verbessern". Die operative Umsatzrendite stieg laut dem Unternehmen in den vergangenen neun Monaten "leicht auf 2,3 Prozent". Zu möglichen Gründen heißt es:
"Wegen des Sparprogramms mit geplanten Zehntausenden Stellenstreichungen bei der Kernmarke lief es hier wieder etwas besser."
Bereits vor drei Wochen informierte der Konzern darüber, dass im dritten Quartal dieses Jahres "2,2 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken ausgeliefert wurden", ein Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Hierzu lauten weitere Details:
Zu verdanken war das vor allem kräftigen Zuwächsen bei Elektroautos und starken Zahlen der Töchter Škoda und Seat. In Nordamerika ging es dabei aber runter, in China ebenfalls. Besser lief es hingegen erneut in Europa."
29.10.2025 11:35 Uhr
11:35 Uhr
Mercedes-Benz: Konzernergebnis um 50,3 Prozent gesunken
Mercedes-Benz hat die Unternehmenszahlen zum dritten Quartal vorgelegt. Der Gewinn ist demnach in den ersten neun Monaten um die Hälfte zurückgegangen. So heißt es in Agenturmeldungen:
"Das Konzernergebnis sackte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 50,3 Prozent von 7,80 Milliarden Euro auf 3,87 Milliarden Euro ab, wie der Konzern mitteilte."
Weitere Zahlen und Fakten lauten:
"Das Konzernergebnis gab im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 31 Prozent von 1,71 Milliarden Euro auf 1,19 Milliarden Euro nach. Der Umsatz sank um 6,9 Prozent auf 32,14 Milliarden Euro."
Zu möglichen Gründen zitiert die ARD-Tagesschau:
"Stark sinkende Absätze in China, Belastungen durch den US-Importzoll und Sondereffekte haben den Gewinn von Mercedes-Benz im dritten Quartal einbrechen lassen."
So hätte der Konzern bereits zu Jahresbeginn einen "deutlichen Rückgang von Absatz, Umsatz und Vorsteuergewinn prognostiziert", so bestätigt durch den Vorstandschef Ola Källenius:
"Die Quartalsergebnisse stehen im Einklang mit unserer Prognose für das Gesamtjahr."
Hinsichtlich der Unternehmensrealitäten bei laufenden Dynamiken heißt es:
"Die Rendite des Hauptgeschäftsfeldes Pkw lag mit 4,8 Prozent (Vorjahr: 4,7 Prozent) am unteren Ende der Prognosespanne von vier bis sechs Prozent."
Um die Profitabilität wieder zu steigern, hatte der Vorstand im Februar dieses Jahres ein Sparprogramm angekündigt. So sollen die Produktionskosten bis zum Jahr 2027 um zehn Prozent sinken, ebenso die Fixkosten. Zudem wird versucht, auch die Materialkosten zu senken. Zur internen Strategie der Geschäftsführung heißt es laut Medien:
"Das Unternehmen bot rund 40.000 Beschäftigten außerhalb der Produktion in Deutschland ein freiwilliges Ausscheiden gegen Abfindung an. Tausende machen davon Gebrauch. Im dritten Quartal verbuchten die Schwaben dafür 876 Millionen Euro an Restrukturierungskosten nach über 400 Millionen Euro im zweiten Quartal."
Weitere Fakten lauten:
"Von Juli bis September wurden 525.300 Pkw und Vans abgesetzt. Das sind zwölf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. In den ersten neun Monaten des Jahres steht bei Mercedes für Pkw und Vans nun insgesamt ein Minus von neun Prozent auf rund 1,6 Millionen Fahrzeuge in den Büchern. Bereits 2024 war der Absatz der Schwaben angesichts der Krise in der Autoindustrie um vier Prozent auf knapp 2,4 Millionen gesunken."
28.10.2025 15:34 Uhr
15:34 Uhr
Krise der chemischen Industrie – Beispiel Ineos im Rheinland: Streichung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen wegen hoher Energiekosten und Klimapolitik
Die deutsche Chemieindustrie hat mit hohem Kostendruck infolge der "Energiewende", der Russland-Sanktionen und der Auflagen der "Klimapolitik" zu kämpfen. Allein der politisch erzwungene Wegfall langfristiger, kostengünstiger und zuverlässiger Erdgas- und Rohöllieferungen aus Russland führt zu dramatischen Standortnachteilen für die chemische Produktion in Deutschland. Hinzu kommen der politisch gewollte Ausstieg aus der Atomkraft und den "fossilen" Energieträgern.
Anfang Oktober hatte das britische Unternehmen Ineos bekannt gegeben, im nordrhein-westfälischen Rheinberg (Kreis Wesel) zwei seiner Werke schließen zu müssen. 175 Arbeitsplätze werden dadurch wegfallen. Das Unternehmen mit Sitz in London versucht nun, die übrigen 300 Arbeitsplätze in den anderen Werken am selben Standort zu sichern. Wie die Welt meldete, sah sich das Management wegen der hohen Energiekosten und CO₂-Abgaben zu den Betriebsschließungen gezwungen. Erschwerend komme hinzu, dass eine "Flut billiger Chemikalien aus Asien" auf den EU-Markt gelange, ohne von Zollschranken aufgehalten zu werden.
Stephen Dossett, Chef des Tochterunternehmens Ineos Inovyn, wird von dem Springer-Blatt wie folgt zitiert:
"Während die Konkurrenz in den USA und China von billiger Energie profitiert, werden die europäischen Hersteller durch unsere eigene Politik und das Fehlen eines Zollschutzes vom Markt verdrängt."
Die Kostenvorteile der chinesischen Chemikalien hingen wesentlich mit den günstigen Lieferungen von Öl und Gas aus Russland an China zusammen.
Wie die Rheinische Post (RP) nun meldete, will Ineos auch am Standort Dormagen bei Köln Sparmaßnahmen einleiten. Das Unternehmen spricht von 240 Millionen Euro Mehrkosten für den Standort pro Jahr. Um diese Belastungen aufzufangen, müssten auch Kürzungen im Ausbildungsbereich vorgenommen werden. Offenbar geht die Geschäftsführung wegen der Kostennachteile von einem geringeren Einstellungsbedarf in Dormagen aus. Zwar bilde man gegenwärtig noch 203 potenzielle Mitarbeiter aus, doch werde dies nicht so bleiben.
Auf Nachfrage der RP erklärte Ineos zur sich verschlechternde Lage:
"Aufgrund der extrem schwierigen wirtschaftlichen Lage werden wir auch die Anzahl der Auszubildenden und dual Studierenden für die Zukunft anpassen müssen. Unsere Auslastung und die Nachfrage sind zurzeit auf einem historischen Tief."
Ausdrücklich nannte das britische Unternehmen die von der Politik zu verantwortenden Belastungen:
"Die CO₂-Abgaben und die Energiekosten drücken massiv auf unsere Ergebnisse. Die Planungen für die Einstellungen neuer Auszubildender und dual Studierender für 2026 und darüber hinaus finden gerade statt."
Weil die chemische Produktion energieintensiv und mit CO₂-Emissionen verbunden ist, habe Ineos seit längerem darauf hingewiesen, dass eine Verteuerung dieser Faktoren den Fortbestand des Unternehmens in Europa gefährde. Durch den Emissionshandel werde die gesamte Chemiebranche "enorm" eingeschränkt.
Besserung sei nicht in Sicht, auch wenn Verbände und Vertreter der Chemieindustrie, inzwischen auch Gewerkschaften und sogar die SPD im Düsseldorfer Landtag das Problem erkannt hätten. Von der nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Bündnis 90/Grüne, Diplom-Pädagogin) sei kein Kurswechsel zu erwarten. Vertreter von Ineos dazu: "Leider beharrt das Wirtschaftsministerium Nordrhein-Westfalen unter Ministerin Mona Neubaur auf dem eingeschlagenen Weg und lässt Emotionen statt Fakten sprechen."
Die Mehrkosten für den Kölner Ineos-Standort schlüsseln sich laut Zeitungsbericht folgendermaßen auf:
Diese 240 Millionen Euro allein am Standort Dormagen müsse Ineos erst einmal aufbringen, um in Konkurrenz mit Produzenten aus China oder den USA treten zu können.
Daher müssten, so das Unternehmen, die Kosten für Energie und CO₂-Emissionen in der EU dringend an das Preisniveau der übrigen Welt angepasst werden, abgesehen vom Problem einseitiger Zölle. Andernfalls seien im europäischen Raum in der Chemieproduktion direkt 1,2 Millionen Arbeitsplätze und weitere fünf Millionen Stellen über die gesamte Lieferkette der chemischen Industrie gefährdet.
25.08.2025 16:15 Uhr
16:15 Uhr
Thüringen: Weiterer Auto-Zulieferer schließt

Die ae group in Thüringen stellt Aluminium-Druckgussteile für die Automobilindustrie her. Jetzt sollen die Werke mit 580 Beschäftigten in Gerstungen und 147 in Nentershausen geschlossen werden. Das Werk in Lübeck wurde bereits früher geschlossen.
Bereits 2024 hatte das Unternehmen ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung begonnen, das aber am 31. Juli 2025 durch das Amtsgericht Meiningen beendet wurde – die Suche nach Investoren blieb erfolglos, obwohl weltweit 146 Firmen angesprochen wurden. Hauptkunde der ae group ist ein weiterer Zulieferer, der ebenfalls schon lange Probleme hat und schon mehrere Produktionsstätten schließen musste: ZF Friedrichshafen. Am Ende der Kette findet sich dann der VW-Konzern: "Es herrscht ein hohes Maß an Lieferbeziehungen zwischen Thüringer Unternehmen und dem VW-Konzern", meldete der Verband Automotive Thüringen.
Der Bürgermeister von Gerstungen weiß, dass die Region durch eine Schließung schwer getroffen wird. "600 Menschen – Familienväter und -mütter, junge Fachkräfte, Auszubildende – wären von der Schließung des Standorts Gerstungen betroffen. Die 'ae group' war über viele Jahre hinweg ein verlässlicher und bedeutender Arbeitgeber in unserer Region. Unser Ziel ist es, einen sozialen Kahlschlag zu verhindern." Ein Sozialplan für das Unternehmen samt Transfergesellschaft sei, so meldete Bild, bereits ausverhandelt.
Die ae group wirbt damit, recyceltes Aluminium zu verarbeiten und völlig klimaneutral zu produzieren. Auf diese Weise ein Musterbetrieb zu sein, rettete aber nicht vor den Folgen zu hoher Energiekosten.
In ganz Thüringen sind es etwa 80.000 Arbeitsplätze, die direkt oder indirekt von der Automobilindustrie abhängig sind, in 690 verschiedenen Firmen. Viele davon kämpfen derzeit ums Überleben.
11.08.2025 13:55 Uhr
13:55 Uhr
19,2 Prozent Verbraucher- und Unternehmensinsolvenzen – höchste Zuwachsrate seit Oktober 2024
Das Statistische Bundesamt präsentiert im Rahmen einer Pressemitteilung aktuelle Realitäten im "Wirtschaftsstandort Deutschland".
So heißt es in der Darlegung der nüchternen Zahlen:
"Die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Juli 2025 um 19,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Das ist die höchste Zuwachsrate seit Oktober 2024 (+22,9 Prozent)."
Die genaueren Details lauten zu dem ermittelten Wert:
"5,3 Prozent mehr Unternehmensinsolvenzen im Mai 2025 als im Mai 2024: Für den Mai 2025 meldeten die Amtsgerichte nach endgültigen Ergebnissen 2.036 beantragte Unternehmensinsolvenzen."
Die Forderungen der Gläubiger aus den im Mai 2025 gemeldeten Unternehmensinsolvenzen "bezifferten die Amtsgerichte auf rund 3,2 Milliarden Euro". Weiter heißt es dazu:
"Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es im Mai 2025 in Deutschland insgesamt 5,9 Unternehmensinsolvenzen. Die meisten Insolvenzen je 10 000 Unternehmen entfielen auf den Wirtschaftsabschnitt Verkehr und Lagerei mit 10,9 Fällen. Danach folgten das Baugewerbe mit 9,4 Fällen sowie das Gastgewerbe mit 9,0 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen."
Zu dem Gastronomiebereich heißt es in einem Artikel exemplarisch für die Hauptstadt:
"Laut Daten der Auskunftsdatei Creditreform, die der Berliner Zeitung exklusiv vorliegen, gab es im laufenden Jahr bereits 145 Insolvenzen in der Berliner Gastronomie und somit bereits jetzt fast so viele wie im gesamten Jahr 2023 (153). Zudem zeige ein Blick auf die Entwicklung der Zahlungsfähigkeit der Berliner Gastrobetriebe, dass 14 Prozent von ihnen die nächsten zwölf Monate voraussichtlich wirtschaftlich nicht überstehen werden."
Zum Thema der sogenannten "Verbraucherinsolvenzen" wird angegeben, dass für den Mai 2025 die zuständigen Amtsgerichte "nach endgültigen Ergebnissen 6.605" diesbezügliche Insolvenzen beantragten, ein Anstieg um 16,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr
7.08.2025 15:36 Uhr
15:36 Uhr
Produktion bricht um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein
Die schlechten Nachrichten bleiben auch nach dem Regierungswechsel im Mai. Die Produktion im produzierenden Gewerbe fiel im Juni um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat und um satte 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit erreichte die Produktion den niedrigsten Stand seit Mai 2020 und liegt weit unter dem Niveau vor Beginn der Corona-Krise. Maschinenbau, Pharmaindustrie und Nahrungsmittelproduktion schwächeln. Der Maschinenbau brach um 5,3 Prozent gegenüber dem Vormonat ein, die Produktion in der Pharmaindustrie ging um elf Prozent zurück, und die Nahrungsmittelindustrie produzierte 6,3 Prozent weniger als im Mai. Besonders zu denken gibt, dass die Industrieproduktion in allen drei Bereichen zurückging. Sowohl die Konsumgüterindustrie als auch die Produktion von Industriegütern und Vorprodukten ging zurück.
Die Industrie kämpft inzwischen nicht nur mit hohen Energiepreisen, sondern auch mit hohen Zöllen. Die USA als wichtigster Handelspartner schotten sich ab. Hinzu kommen große Unsicherheiten hinsichtlich der EU-China-Politik. Die EU sucht in Handelsfragen die Konfrontation mit China. Auch von der Inlandsnachfrage kommen kaum Impulse. Deutschland steht ein drittes Krisenjahr ins Haus.
25.07.2025 17:36 Uhr
17:36 Uhr
Operativer Gewinn bei Porsche bricht um 91 Prozent ein
Der operative Gewinn des Automobilherstellers Porsche ist im zweiten Halbjahr drastisch eingebrochen. Im Autogeschäft – also ohne Finanzdienstleistungen gerechnet – verdiente Porsche nur noch 154 Millionen Euro nach rund 1,7 Milliarden ein Jahr zuvor. Das ist ein Minus von knapp 91 Prozent. Der Umsatz der Marke sank um rund 12,9 Prozent auf gut 8,3 Milliarden Euro. Das geht aus den Halbjahreszahlen des Volkswagen-Konzerns hervor, zu dem Porsche mehrheitlich gehört.
Die VW-Kernmarke hat von April bis Juni einen operativen Gewinn von 991 Millionen Euro eingefahren und damit sechsmal so viel wie im sehr schwachen Vorjahreszeitraum. Die Kernmarke hängt damit die einstigen Gewinngiganten innerhalb des Konzerns im Tagesgeschäft deutlich ab – das Ergebnis fiel höher aus als das von Porsche und Audi zusammen.
In den vergangenen Jahren hatte Porsche maßgeblich zur finanziellen Stabilität des Konzerns beigetragen. Bei einem vergleichsweise geringen Umsatz wurde ein großer Anteil des Gewinns in die Kasse von Volkswagen gespült.
Vor allem der Absatz in China bereitet Porsche Probleme. Das Management um Vorstandschef Oliver Blume hatte kürzlich ein Absatzminus vermeldet und erklärt, dass die Verkäufe vor allem in der Volksrepublik einbrächen. Hohe Umbaukosten und die US-Einfuhrzölle belasten das Geschäft ebenso. Nun ist also ein Sparprogramm angesagt – und für die Arbeitnehmer heißt dies nichts Gutes. Die Strukturen sollen schrumpfen, bis 2029 will die Porsche-Führung rund 1.900 Stellen in der Region Stuttgart streichen. Ein weiteres Sparprogramm ist bereits in Arbeit. In der vergangenen Woche hatte Blume die Belegschaft in einem Brief auf weitere Einschnitte vorbereitet.
8.07.2025 17:57 Uhr
17:57 Uhr
Daimler Truck plant Stellenstreichungen in Deutschland: Bis 2030 fallen mehrere Tausend Arbeitsplätze weg
Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck will bis zum Jahr 2030 rund 5.000 Stellen in Deutschland streichen. Das teilte das Unternehmen am Dienstag auf seinem Kapitalmarkttag in Charlotte (North Carolina, USA) mit.
Vorwiegend sollen die Arbeitsplätze durch natürliche Fluktuation und Altersteilzeit abgebaut werden, außerdem könnte es Abfindungsprogramme geben. Betroffen ist die Lastwagen-Sparte des Unternehmens aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart. Dort gab es Ende 2024 rund 28.000 Mitarbeiter. Insgesamt beschäftigt Daimler Truck in Deutschland rund 35.500 Menschen.
Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben. Darauf hatte sich die Unternehmensführung erst vor kurzem mit dem Gesamtbetriebsrat geeinigt. Die Einigung hat eine Laufzeit bis 2034.
Das Programm soll die Profitabilität des Unternehmens steigern. Angepeilt ist bis 2030 eine Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern von mehr als zwölf Prozent. Dafür müssen bis dahin nach Angaben des Vorstands wiederkehrende Kosten von rund einer Milliarde Euro jährlich eingespart werden.
11.06.2025 15:02 Uhr
15:02 Uhr
Produktion in Deutschland fällt weiter
Laut dem monatlichen Bericht des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion in Deutschland auch im April weiter gefallen. Gegenüber dem Vormonat sank die Produktion um 1,4 Prozent, auf Jahressicht ging sie um 1,8 Prozent zurück.
Damit setzt sich der seit langem anhaltende Trend fort. Bereits seit dem Jahr 2018, also noch vor dem massiven Einbruch durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Krise sank die Produktion im produzierenden Gewerbe in Deutschland kontinuierlich ab. Nach Aufhebung der restriktiven Corona-Maßnahmen gelang es nicht, das Vorkrisenniveau wieder zu erreichen. Stattdessen fällt die Produktion weiter, was auf eine tatsächliche Deindustrialisierung Deutschlands hindeutet.
Im April wiesen nahezu alle Branchen Produktionsrückgänge aus. Positive Signale kamen nur vom Baugewerbe und der Nahrungsmittelindustrie. Die Industrieproduktion sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,5 Prozent. Ein alarmierender Indikator ist die fallende Energieproduktion in Deutschland, die ebenfalls auf ein systemisches Problem der deutschen Wirtschaft hindeutet. Auch durch Effizienzerhöhung von Anlagen steigt in Industrieländern der Energieverbrauch, da sich ein Produktionsfortschritt nur durch den Einsatz von mehr Energie erzielen lässt.
7.06.2025 13:26 Uhr
13:26 Uhr
Studie: Deutsche Industrie hat im Jahr 2024 über 100.000 Arbeitsplätze abgebaut
Die anhaltende Wirtschaftskrise seit dem mutwilligen Agieren der Ex-Bundesregierung hat ausgehend der Folgewirkungen die deutsche Industrie "binnen eines Jahres mehr als 100.000 Arbeitsplätze gekostet", so die jüngste Auswertung und Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) für das Jahr 2024. Gegenstand der EY-Analyse waren Betriebe mit mindestens 50 Beschäftigten. Die Studie basiert auf den Daten aus dem Monatsbericht im verarbeitenden Gewerbe, die Destatis über die Datenbank Genesis Online zur Verfügung stellt.
Am stärksten betroffen ist demnach die Autobranche "mit einem Verlust von rund 45.400 Jobs". Demnach gingen allein in diesem Industriezweig "binnen eines Jahres knapp sechs Prozent der Stellen verloren". Das Handelsblatt berichtet (https://www.handelsblatt.com/dpa/konjunkturflaute-deutsche-industrie-baut-100-000-jobs-binnen-eines-jahres-ab/30361942.html) zu der Studie:
"Zum Ende des ersten Quartals beschäftigte die deutsche Industrie 5,46 Millionen Menschen – 1,8 Prozent oder 101.000 weniger als ein Jahr zuvor, heißt es in der Studie, die auf Daten des Statistischen Bundesamts basiert."
Das Portal Business Insider ergänzt (https://www.businessinsider.de/wirtschaft/neue-studie-deutschlands-industrie-baut-in-einem-jahr-100-000-stellen-ab/) in seinem Beitrag, dass "eine Trendwende nicht in Sicht ist", um zu informieren:
"Seit dem Vor-Corona-Jahr 2019 sank die Zahl der Beschäftigten demnach unterm Strich um 217.000, ein Rückgang um 3,8 Prozent. Noch 2018 hatte es einen Rekord mit rund 5,7 Millionen Industrie-Beschäftigten gegeben."
Ein EY-Analyst erklärt im Artikel:
"Ein Ende des Stellenabbaus sei noch nicht in Sicht. Die Unternehmen kämpfen mit hohen Kosten – etwa für Energie und Personal, so Jan Brorhilker. Er rechnet mit dem Wegfall von mindestens 70.000 weiteren Industrie-Jobs bis Jahresende. Gerade im Maschinen- und Autobau hätten Firmen Sparprogramme initiiert. 'Wir werden vorerst noch viele schlechte Nachrichten hören, bevor es wieder aufwärtsgeht.'"
Auch in der Metallerzeugung und Textilbranche sanken demnach die Beschäftigungszahlen "deutlich mit je über vier Prozent". Weniger Jobverluste ergaben sich laut den Zahlen in der Chemie- und Pharmabranche (-0,3 Prozent). Im BI-Artikel wird zum aktuellen Gesamtbild erklärt:
"Die Krise der deutschen Industrie hat längst eine Debatte über den Standort Deutschland entfacht – Kritiker sprechen von einer Deindustrialisierung. Im langfristigen Vergleich ist die Beschäftigung in der Industrie aber gewachsen: Ende 2024 lag sie laut Statistischem Bundesamt um 3,5 Prozent oder 185.000 Menschen höher als 2014."
Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA) erklärt laut dem Manager Magazin:
"Der Handlungsdruck ist hoch, denn in den vergangenen Jahren ist die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland erodiert. Wettbewerbsfähigkeit und Standortattraktivität müssen deshalb Leitmotiv der neuen Bundesregierung sein. Denn Fakt ist: Diese Faktoren entscheiden darüber, wo und in welchem Umfang investiert wird – und somit auch darüber, wo entsprechende zukünftige Arbeitsplätze entstehen."
14:46 Uhr
Thyssenkrupp steht vor Zerschlagung und Stellenabbau
Thyssenkrupp, einer der ältesten Industriekonzerne Deutschlands, steht laut Bericht der Bild am Sonntag (BamS) vom vergangenen Wochenende vor einem "drastischen Umbau". Das Springerblatt bezieht sich dabei auf ungenannte Quellen im Konzern und behauptet, dass der Vorstand um Konzernchef Miguel Lopez das Unternehmen in eine Finanzholding umbauen und Unternehmensteile verkaufen will.
Die Konzernzentrale solle von aktuell 500 auf 100 Mitarbeiter verkleinert werden, und in anderen Bereichen der Verwaltung sollen weitere 1.000 Stellen wegfallen. BamS zitiert ihre Quelle mit der Aussage, dass nur "eine Dachgesellschaft ohne Inhalt" übrig bleiben wird.
Die Stahlsparte des Konzerns soll an den tschechischen Geschäftsmann Daniel Kretinsky verkauft werden, heißt es in dem Bericht weiter. Die Marinewerft soll in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und an der Börse gehandelt werden, ebenso der Stahlhandel mit seinen rund 16.000 Beschäftigten und einem Umsatz von rund 12 Milliarden Euro jährlich.
Noch schwerer würde es die Autozulieferer-Sparte treffen. Dort solle ein Teil verkauft, ein nicht umschriebener Teil gegebenenfalls auch eingestellt werden.
Die Pläne müssten noch vom Aufsichtsrat gebilligt werden, größere Widerstände seien aber nicht zu erwarten. Bild zitiert den Konzern mit einer Stellungnahme, dass es "immer wieder Veränderungen" gebe.
21.05.2025 10:26 Uhr
10:26 Uhr
Keine Erholung in Aussicht: Frühjahrsgutachten der "Wirtschaftsweisen" – kein Wachstum 2025 in Deutschland
Die sogenannten Wirtschaftsweisen – der Sachverständigenrat der Wirtschaft der Bundesregierung – haben ihre Konjunkturprognose für das laufende Jahr auf 0,0 Prozent gesenkt. Damit korrigieren sie ihr Herbstgutachten, in dem sie noch von einem Wachstum von 0,4 Prozent für dieses Jahr ausgegangen waren.
Allerdings prognostizieren die Wirtschaftswissenschaftler für das kommende Jahr ein Wachstum von einem Prozent.
Während die Weltwirtschaft durchaus ein Wachstum verzeichnet, könne Deutschland davon nur wenig profitieren. Wie die Welt schreibt, machen die Experten als wesentliche "inländische Hemmnisse" beispielsweise "umfangreiche bürokratische Anforderungen" und "lange Genehmigungsverfahren" für die schwache deutsche Wirtschaftsleistung verantwortlich.
Zusätzliche Belastungen habe die Wirtschaft wegen der Abwendung von fossilen Brennstoffen, der Alterung der Gesellschaft und der zunehmenden Verbreitung Künstlicher Intelligenz zu meistern.
Während diese Faktoren auch schon im Herbst 2024 dämpfend auf die Konjunkturaussichten gewirkt hätten, habe die Zollpolitik des US-Präsidenten Donald Trump für einen neuen Dämpfer gesorgt. Die Wirtschaftsexperten ließen in ihre Prognose die Anfang Mai geltenden Zölle und Gegenmaßnahmen anderer Länder einfließen, wie die "Wirtschaftsweise" Veronika Grimm erläuterte. Nach wie vor bestehe eine "hohe Unsicherheit über die weitere Ausrichtung der US-Handelspolitik".
Lob gab es dagegen von den Wirtschaftsforschern für das Finanzpaket der neuen Bundesregierung. Die zusätzlichen schuldenfinanzierten Mittel für Investitionen böten laut dem Wirtschaftsweisen Achim Truger "unserer Meinung nach große Chancen". Allerdings hänge die Wirkung der neuen Milliarden davon ab, wofür sie eingesetzt würden. Der Sachverständigenrat geht jedoch nicht davon aus, dass bereits in diesem Jahr Auswirkungen der neuen Milliardenausgaben zu registrieren sein werden. Erst 2026 seien den Experten zufolge sogenannte "expansive Impulse" zum Beispiel für Bau- und Ausrüstungsinvestitionen und im Staatskonsum zu erwarten.
Positiv zu vermelden sei, dass der Mangel an Aufträgen zurückgegangen sei, wie eine aktuelle Umfrage des Münchner Ifo-Instituts ergeben habe. Laut Berliner Zeitung hatten demnach im April noch 37,3 Prozent der Unternehmen von fehlenden Aufträgen berichtet. Noch Anfang des Jahres habe der Anteil bei 40,2 Prozent gelegen, während er im Oktober 2024 sogar 41,5 Prozent betrug. Die Veränderung dieser Werte zeige eine fortdauernde Entspannung der Lage an.
Klaus Wohlrabe, verantwortlich für die Umfragen beim Ifo-Institut, warnt denn auch vor Optimismus:
"Trotz der leichten Verbesserung ist dies noch keine nachhaltige Erholung."
Ein verbreitetes Kennzeichen für die deutsche Wirtschaft bleibe eine Nachfrageschwäche. Der Ifo-Wissenschaftler fürchtet, "die aktuell hohe Unsicherheit könnte die Entwicklung rasch wieder umkehren."
In der Industrie sei der Auftragsmangel am deutlichsten zurückgegangen – acht Prozent hatten weniger über ausbleibende Aufträge zu klagen (36,8 Prozent gegenüber zuvor 44,8 Prozent). Vorreiter waren hier insbesondere der Automobilsektor und die chemische Industrie. Allerdings sieht die Lage im traditionell starken Maschinenbau weniger günstig aus. Hier liegt der Anteil der Unternehmen, die ausbleibende Aufträge melden, bei etwa 43 Prozent nach wie vor hoch. In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sei sogar ein geringer Anstieg der Firmen, die über Auftragsmangel klagen, zu verzeichnen.
Immerhin gingen die Wirtschaftsweisen nicht davon aus, dass die hartnäckige konjunkturelle Schwäche der deutschen Wirtschaft sich in einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit niederschlagen werde. Die Vorsitzende des Sachverständigenrates, Monika Schnitzer, gab sich zuversichtlich: Sie erwarte keine "Massenentlassungen". Sollte sich der Zollkonflikt mit den USA indes verschärfen, dann könne eine solche Entwicklung zu spürbaren Folgen besonders im industriellen Sektor führen, wie sie einschränkend hinzufügte.
15.05.2025 17:20 Uhr
17:20 Uhr
Wer hätte das ahnen können? – Steuereinnahmen gehen bis 2029 um mehr als 81 Milliarden zurück
Anders als noch im vergangenen Herbst von den "Experten" erwartet, geht der "Arbeitskreis Steuerschätzung" in seiner heute veröffentlichten Prognose von erheblich niedrigeren Steuereinnahmen in den kommenden Jahren aus.
Bund, Länder und Gemeinden müssten für die Jahre 2025 bis 2029 mit drastischen Rückgängen ihrer Einnahmen rechnen – auf gesamtstaatlicher Ebene seien im Laufe der kommenden Jahre 81,2 Milliarden Euro weniger zu erwarten.
Anders als noch im Herbst 2024 gehen die Steuerschätzer für die Bundesebene im laufenden Jahr von einem Minus von 600 Millionen Euro aus, wie die FAZ meldet. Für das kommende Jahr sei sogar ein Minus von 10,2 Milliarden zu befürchten.
Das von Lars Klingbeil (SPD) geführte Bundesfinanzministerium habe dazu verlauten lassen, dass sich für die laufenden Haushaltsplanungen keine Änderungen ergeben würden, da die Mindereinnahmen bereits berücksichtigt seien.
Der Minister räumt jedoch ein, die Wirtschaft befinde sich weiterhin "in schwierigem Fahrwasser". Schon während der Koalitionsverhandlungen habe man die rückläufigen Einnahmen deshalb einkalkuliert. Klingbeil zeigte sich optimistisch:
"Gegenüber den bisherigen Einschätzungen sehen wir in den Jahren 2025 und 2026 eine geringfügige Belastung, aber ab 2027 eine geringfügige Entlastung."
Man müsse durch "höheres" Wirtschaftswachstum die Einnahmenseite stärken. Nur auf diesem Wege ließen sich "neue finanzielle Spielräume" gewinnen.
Bis Juni muss Klingbeils Haus den Haushaltsentwurf erstellen, der dann am 25. Juni vom Bundeskabinett verabschiedet werden soll. Wie üblich, soll der Bundestag danach, aber noch vor seiner Sommerpause, darüber beraten. Für den September ist die Verabschiedung des Bundeshaushalts vorgesehen. Durch das Auseinanderbrechen der "Ampelkoalition" sind die üblichen Abläufe beeinträchtigt, seither gibt es nur eine vorläufige Haushaltsführung.
15.04.2025 16:32 Uhr
16:32 Uhr
Wachstum und positive Zahlen: Miele hat Stellenabbau in Deutschland und Produktionsverlagerung nach Polen abgeschlossen
Der Hausgerätehersteller Miele kündigte im letzten Jahr einen massiven Stellenabbau an, um die Kosten an den deutschen Produktionsstandorten zu reduzieren. Von massiven Kürzungen war die Rede (RT DE berichtete mehrfach, so hier). Ein Teil der Einsparungen ist inzwischen umgesetzt, und dem Unternehmen gelang es, dennoch bei Umsatz und Mitarbeiterzahlen ein Plus zu vermelden.
Der Gütersloher Traditionshersteller hatte vor gut einem Jahr sein Kürzungsprogramm eingeleitet, mit dem bis 2028 insgesamt 1,5 Milliarden Euro eingespart werden sollten. Das Konzept sah vor, in großem Umfang Stellen in Deutschland abzubauen, Produktionslinien zu verlagern und die Prozesse generell effizienter zu gestalten. Allein bis 2024 sollten 500 Millionen Euro eingespart werden.
Wie die Deutschen Wirtschaftsnachrichten (DWN) schreiben, scheint bis jetzt der Umbau des Premium-Herstellers aber ohne größere soziale Verwerfungen gelungen zu sein. Anfang 2024 war die Rede davon, in Deutschland 1.300 Stellen abzubauen – was jedem neunten Arbeitsplatz entsprach. Allerdings mussten im Laufe des Jahres keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden, da sich über 1.400 Mitarbeiter freiwillig zum Ausstieg bereit erklärten.
Die DWN zitieren die Personalchefin von Miele dazu mit folgender Erklärung:
"Wir haben schwierige Entscheidungen getroffen, aber sie waren notwendig, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und die langfristige Zukunft von Miele zu sichern."
Allein am Standort Gütersloh fielen 700 Arbeitsplätze in der Waschmaschinenproduktion weg. Hinzu kamen rund 600 Stellen in unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens, neben der Produktion auch in Vertrieb und Verwaltung. Doch das vom Unternehmen aufgelegte Programm zum freiwilligen Kündigen sei sehr erfolgreich gewesen. Die noch in Deutschland verbleibenden Arbeitsplätze seien nach Worten der Personalleiterin "sicher".
Ungeachtet des Stellenabbaus ist die Gesamtzahl der bei Miele Beschäftigten im Jahr 2024 jedoch angestiegen. Dies ist auf den Einstieg von Miele bei dem Schweizer Medizintechnikunternehmen "SteelcoBelimed" mit 67 Prozent zurückzuführen. Dadurch sei die Zahl der Mitarbeiter um 3,4 Prozent auf rund 23.500 gestiegen. Lässt man die Beteiligung bei SteelcoBelimed unberücksichtigt, ist die Zahl der Miele-Beschäftigten um vier Prozent gesunken.
Zwar sei der Absatz im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen, dennoch habe Miele seinen Umsatz um 1,7 Prozent auf 5,04 Milliarden Euro steigern können. Zum Gewinn habe einer der Geschäftsführer, Reinhard Zinkann, keine genaueren Angaben machen wollen, doch sei das Ergebnis positiv, auch wenn man die "Kosten der Transformation" berücksichtige.
Der deutsche Absatzmarkt, wo das Unternehmen rund ein Viertel seines Umsatzes erzielt, bereite Miele weiter Schwierigkeiten – insbesondere wegen der allgemeinen wirtschaftlichen Unsicherheiten und wegen der schwachen Baukonjunktur.
In Polen dagegen werden in Zukunft fast alle Haushaltswaschmaschinen montiert (Miele stellt daneben auch Waschmaschinen für Gewerbe, Gesundheitswesen usw. her). Das deutsche Traditionsunternehmen profitiere am polnischen Standort von niedrigeren Löhnen, moderner Infrastruktur, geringerem bürokratischem Aufwand sowie der "Möglichkeit, innovative Technologien wie Künstliche Intelligenz sowie erneuerbare Energien zu integrieren", so die DWN.
Als Fazit hält das Wirtschaftsportal fest:
"Die Verlagerung eines Großteils der Produktion nach Polen ist Teil der langfristigen Strategie von Miele, die Produktionskosten zu senken und gleichzeitig die Flexibilität und Effizienz zu erhöhen."
31.03.2025 17:59 Uhr
17:59 Uhr
Automobilstandort Deutschland: Umsatz und Beschäftigung sinken – Ausblick negativ
Die drei deutschen Autokonzerne VW, Mercedes-Benz und BMW wurden im vergangenen Jahr sowohl bei der Umsatz- als auch bei der Gewinnentwicklung von der Mehrzahl der internationalen Wettbewerber abgehängt: Während der Umsatz der 16 weltweit führenden Autokonzerne im vergangenen Jahr um 1,6 Prozent zulegte, verzeichneten die deutschen Autobauer zusammen ein Umsatzminus von 2,8 Prozent.
Auch bei der Gewinnentwicklung hinkten die deutschen Autobauer der Mehrzahl der anderen Unternehmen hinterher: Insgesamt lag der Gewinnrückgang von Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW bei 27 Prozent. Schlechter als Mercedes-Benz und BMW entwickelten sich nur Nissan (minus 73 Prozent) und Stellantis (84 Prozent).
Dies ergab eine Analyse der Finanzkennzahlen der 16 größten Autokonzerne der Welt, die die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY quartalsweise erstellt.
Besser als die deutschen Autobauer entwickelten sich vor allem die japanischen Hersteller, deren Gesamtumsatz um acht Prozent zulegte, während der Gewinn nur um ein Prozent schrumpfte. Die US-Autobauer legten zusammen sowohl beim Umsatz – um sechs Prozent –, als auch beim Gewinn – um fünf Prozent – zu. Constantin M. Gall, Managing Partner und Leiter Mobility bei EY für die Region Europe West rät zu massiven Einsparprozessen und der Digitalisierung von Produktionsprozessen. Das könnte sich allerdings erst mittelfristig ab 2026 auswirken. Für dieses Jahr sieht er schwarz:
"In Europa lahmt die Konjunktur, in den USA dürften die jetzt eingeführten Zölle erhebliche Absatzeinbußen zur Folge haben und in China herrscht ein erbitterter Verdrängungswettbewerb, der stark über den Preis ausgetragen wird und bei dem es für die etablierten Konzerne wenig zu gewinnen gibt."
21.03.2025 17:46 Uhr
17:46 Uhr
Zwei weitere Automobilzulieferer insolvent
Zwei Firmen, die Teil der Hildesheimer Schlote-Gruppe sind, die Getriebe- und Antriebstechnik Wernigerode GmbH (GAW) und die Schlote Harzgerode GmbH, haben Insolvenz angemeldet. Die beiden Unternehmen beschäftigen zusammen 238 Mitarbeiter. Die Ursprünge von GAW reichen zurück ins Jahr 1936; damals wurden Teile für die Flugzeugindustrie gefertigt.
Presseberichten zufolge war der Auslöser der Insolvenz der Verlust eines Großauftrags in Höhe von 15 Millionen Euro als Folge der Krise bei VW; die Reserven hätten nicht ausgereicht, um diesen Ausfall zu kompensieren.
Die GAW produziert vor allem Gehäuse für Motoren und Getriebe. Der Insolvenzverwalter hofft, die Produktion weiterhin stabil zu halten. Auch die IG Metall äußerte sich hoffnungsvoll: VW sei auf die Teile von GAW angewiesen.
Wernigerode, eine Stadt mit etwa 30.000 Einwohnern, ist vor allem für seine malerische Altstadt bekannt und erzielt einen Großteil seiner Einnahmen aus dem Tourismus.
17.03.2025 12:15 Uhr
12:15 Uhr
OECD korrigiert Wachstumsprognose für Deutschland nach unten
Die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD, prognostiziert für Deutschland für das laufende Jahr nur noch ein Wachstum von 0,4 Prozent. Im Dezember hatte die Organisation noch ein Wachstum von 0,7 Prozent erwartet. Deutschland belegt damit im OECD-Ranking den letzten Platz.
Mit ihrer düsteren Prognose für die deutsche Konjunktur ist die OECD nicht allein. Auch das ifo-Institut senkte seine Konjunkturerwartungen und geht für das Jahr 2025 von einem Miniwachstum von 0,2 Prozent aus. Das ifo-Institut diagnostiziert eine Nachfrage-Schwäche. Trotz steigender Löhne sei die Konsumlaune der Verbraucher gedämpft. Zudem sei die deutsche Industrie unter zunehmendem Wettbewerbsdruck.
Die Konjunkturforscher vom RWI in Essen sehen die Entwicklung sogar noch pessimistischer. Sie gehen für dieses Jahr von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent aus. In Deutschland war das BIP bereits in den Jahr 2023 und 2024 im Vergleich zum Vorjahr geschrumpft. Sollte auch 2025 zum Rezessionsjahr werden, wäre dies ein Novum in der Geschichte der Bundesrepublik. Drei Jahre in Folge mit zurückgehender Wirtschaftsleistung hat es bisher noch nicht gegeben.
Einig sind sich die Institute darin, dass im Jahr 2026 das Wachstum in Deutschland anziehen wird – vorausgesetzt, es kommt nichts dazwischen.
14.03.2025 17:39 Uhr
17:39 Uhr
Keine Ausnahme: Krisensymptome nun auch bei BMW – Gewinneinbruch um 37 Prozent
Die schlechten Nachrichten aus der deutschen Automobilindustrie reißen nicht ab. BMW meldet einen starken Rückgang der Gewinne – um 37 Prozent. Ähnlich wie bei anderen Herstellern bereitet das China-Geschäft auch BMW Sorgen. Hinzu kamen Schwierigkeiten mit einem Zulieferer.
Für das zurückliegende Geschäftsjahr 2024 verbuchte der bayerische Autobauer einen Gewinn von 7,7 Milliarden Euro nach Steuern. Der Betrag liegt um 37 Prozent unter dem des vorhergehenden Geschäftsjahres. 2024 ist damit das zweite Jahr mit starkem Gewinnrückgang.
Der Absatz in China lief nicht mehr so gut wie in früheren Jahren. Zudem bereitete der Zulieferer Continental Probleme – mit Bremssystemen, die an BMW geliefert wurden.
Schließlich ging auch der Umsatz deutlich zurück: 142 Milliarden Euro, was einem Minus von 8,4 Prozent entspricht.
Allerdings blicke der Münchner Konzern mit einem gewissen Optimismus auf das laufende Geschäftsjahr. Die Nachfrage sei ansteigend, und das Vorsteuerergebnis dürfte sich wieder in der Größenordnung von 2024 bewegen. Für Unsicherheit bei den Münchnern sorgen hingegen die Zollpläne von US-Präsident Trump. Eine Prognose zum Gewinn nach Steuern wolle man bei BMW nicht abgeben, berichtet die Welt.
15:01 Uhr
Zahl der beantragten Regelinsolvenzen steigt weiter zweistellig
Über Deutschland kreist der Pleitegeier, und das nicht erst seit gestern. Auch im Februar ist die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen um 12,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen, teilt das Statistische Bundesamt heute mit.
In der Pressemitteilung verweist das Amt zudem darauf, dass mit Ausnahme des Monats Juni 2024 der Zuwachs an Anträgen auf Regelinsolvenzen seit Juni 2023 kontinuierlich zweistellig war. Lediglich im Juni 2024 stieg die Zahl um "nur" 6,3 Prozent.
Für das gesamte Jahr 2024 ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen gegenüber dem Vorjahr um 22,4 Prozent gestiegen. Das Amt weist jedoch darauf hin, dass bereits 2023 die Unternehmensinsolvenzen stark angestiegen waren. Sie legten 2023 um 22,1 Prozent gegenüber 2022 zu.
Einen weniger dramatischen, aber dennoch einen Anstieg verzeichnen auch die Privatinsolvenzen. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen stieg im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr um 6,5 Prozent.
13.03.2025 10:37 Uhr
10:37 Uhr
Patentanmeldungen gehen deutlich zurück
Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt einen rapiden Rückgang der Patentanmeldungen der deutschen Pharmaindustrie. Während im Jahr 2000 noch 1.436 internationale Patente von deutschen Pharmaunternehmen angemeldet wurden, waren es im Jahr 2021 nur noch 849.
Mit dieser Entwicklung steht Deutschland jedoch nicht allein. Außer in der Schweiz gehen überall in Westeuropa die Patentanmeldungen im Pharmabereich zurück. In Frankreich beträgt der Rückgang im Untersuchungszeitraum 34 Prozent, in Großbritannien sogar 37 Prozent.
Auf der Überholspur befindet sich dagegen China. Hat das Land im Jahr 2000 bei Innovationen im Pharmabereich noch kaum einen Rolle gespielt, lag es im Jahr 2021 bereits auf Platz zwei hinter den USA. Patentanmeldungen aus China machen inzwischen zwölf Prozent der weltweiten Neuanmeldungen aus.
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.
Info: https://rtnewsde.site/wirtschaft/150363-krisen-und-insolvenzticker/
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
nachdenkseiten.de, 30. Oktober 2025 um 10:08 Ein Artikel von Friedhelm Klinkhammer & Volker Bräutigam
„Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat“. Doch doch, das steht immer noch so im Grundgesetz. Sogar zweimal. Der Fachbegriff dazu: „Sozialstaatsklausel.“ Sie verpflichtet den Staat, seinen Bürgern eine sichere Lebensgrundlage zu bieten. Den reichsten 5 Prozent der Deutschen, 256 (Multi-)Milliardären und knapp 3 Millionen (Multi-)Millionären, gehören 48 Prozent des gesamten Volksvermögens. Andererseits fristen im Land der Dichter und Denker 13 Millionen Menschen ihr Dasein unterhalb der Armutsgrenze. 15,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Das Privatvermögen unseres Kanzlers wird vorsichtig auf 12 Millionen Euro geschätzt. Nix Genaues weiß man nicht. Eine Offenlegungspflicht für Regierungspolitiker gibt es sogar in den USA, aber nicht in Deutschland.
Bei seinem Amtsantritt legte der Bundeskanzler den im Grundgesetz vorformulierten Eid ab:
„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“
Bedauerlicherweise ist „Amtsmeineid“ nicht strafbar. Dass Merz, anstatt dem Wohle des deutschen Volkes zu dienen, eher dessen wirtschaftlichen und sozialen Niedergang organisiert und nur den Nutzen von Seinesgleichen mehrt, bleibt für ihn juristisch folgenlos. Gewählt ist gewählt; warum sollten deutsche Formaldemokratie-Opfer klüger sein als US-amerikanische, die sich einen Milliardär Trump an die Backe holten?
Für Unsereinen muss es Ehrensache sein, ein gegebenes Versprechen zu halten. Für Politiker und deren Wahlversprechen gilt das nur sehr bedingt. Für Merz und seine Regierungskumpanei gar nicht. Er verstößt mit seinem krankhaften, aber zugkräftigen Russenhass („Putinklatsche“) und blinden Philo-Zionismus gegen die grundgesetzliche Pflicht, dem Frieden und der Völkerverständigung zu dienen. Für ihn gilt offenkundig: „Krieg ist kein Fehler. Er ist ein Geschäftsmodell.“ Drum können er und seine mitregierende Sippschaft auch Milliarden Euro Steuergelder dafür ausgeben, dass ukrainische und russische Städte in Schutt und Asche bombardiert werden, während seine Leute hierzulande dabei versagen, die kaputten Schulklos reparieren zu lassen. Dass sie fähig und willens wären, die Kinder- und Altersarmut in Deutschland zu beseitigen, wagt man eh nicht mal zu träumen.
Schauen wir uns das an: Kaum im Amt, sicherte Merz dem autoritären und korrupten Regime der Ukraine fünf weitere Milliarden Euro für Militärhilfe zu. Zugleich kassierte er sein Wahlversprechen, die hohe Stromsteuer für Privathaushalte zu senken. Die ebenfalls versprochene Erhöhung der Mütterrente schob er auf die lange Bank. Er nahm lieber den Kampf gegen die Armen auf statt gegen die Armut. Erwartungsgemäß unter dem Beifall der Systemmedien.
Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!
„Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“ Theoretisch, laut Grundgesetz. In der Praxis führt das Berliner Regime nicht etwa eine Vermögensabgabe ein, sondern tauft lieber das Bürgergeld in „Grundsicherung“ um und stellt die Bedürftigen unter Kuratel: Mitleidlos wird sanktioniert, Kleinstersparnisse werden abgepresst und Mindestansprüche an menschengerechtes Wohnen abgesenkt. Statt einer Anpassung an die inflationäre Preissteigerung bei den Lebenshaltungskosten gibt es in der Grundsicherung eine Nullrunde. Die SPD-Koalitionsminister Bärbel Bas und Lars Klingbeil tarnen diese asoziale Politik unter Selbstgerechtigkeitsschleim:
„Wir helfen auf dem Weg in Arbeit, aber dafür muss man mitmachen. Alles andere ist unfair gegenüber denjenigen, die jeden Morgen aufstehen.“
Hoch mit euch, ihr faulen Säcke! Madame Bas weiß schließlich, womit man hierzulande Karrierepunkte macht. Sie steht ja auch jeden Morgen auf und bezieht jährlich 265.000 Euro, aus Steuermitteln. Ob auskömmliche Arbeitsangebote überhaupt verfügbar sind, muss sie keinen Jobcenter-Bürokraten mehr fragen. Anders als die von ihr so verächtlich kujonierten Bedürftigen. Die nämlich dürfen zuschauen, wo sie angesichts des seit drei Jahren abnehmenden Brutto-Inlandprodukts (zuletzt minus 0,3 und 0,5 Prozent) sowie zunehmender Arbeitslosigkeit (offiziell zugegebene Quote 6,3 Prozent) bleiben.
Den Zusammenhang zwischen kostspielig kriegstüchtiger Außenpolitik, russenfeindlicher, uns selbst schädigender Sanktionspolitik und den angeblich unvermeidlichen sozialen Kürzungen berücksichtigt Madame Bas sowieso nicht. Sie behauptet lieber frech, die Sanktionierung der Bedürftigen sei ein erprobtes Mittel, Menschen in Arbeit zu bringen. Blödsinn: Im Jahr 2011 gab es 1,99 Millionen erwerbsfähige arbeitslose Hartz-IV-Empfänger, 3 Prozent davon wurden sanktioniert. Im vorigen Jahr hatten wir 1,8 Millionen Bürgergeldbezieher, davon 0,8 Prozent unter Sanktionen. Strafmaßnahmen gegen Betroffene senken die Arbeitslosigkeit um keinen Deut. Jeder halbwegs Nachdenkliche kann das begreifen.
Die Politiker-Lügen über Notwendigkeit und Sinn der Zwangsmaßnahmen gegen Arbeitslose dienen vielmehr dem Systemerhalt und blocken die Frage ab, wie es nur dazu kommen konnte, dass das reichste 1 Prozent der Deutschen – 8.400 Personen – über 35 Prozent des privaten Geldvermögens verfügt, über 3,1 Billionen (3.100.000.000.000!) Euro. Diese Zahl basiert auf dem jüngsten Bundesbankbericht über das private Geldvermögen: 9,001 Billionen Euro (ohne Immobilien, Anlagen und Pretiosen).
Kriechtiere und Regenwürmer
Zumindest im Groben müssten diese Fakten im Bewusstsein der Bundesbürger verankert sein. Sind sie natürlich nicht. Dafür sorgen die regierungsfrommen und ansonsten meist belanglosen „Informationsangebote“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, voran die der Tagesschau. Immerhin aber mal eine gute Nachricht: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk verliert an Vertrauen. Jetzt die schlechte: Den dortigen Kriechtier-Journalismus hält auch das nicht auf.
Sanktionen und der Ruf nach ihnen, beide sind Herrschaftsmittel. Die Prügel und die Drohung mit dem Prügel. Sie bedienen das widerliche Bedürfnis, die Unterprivilegierten auszugrenzen, zu diskriminieren und zu den Sündenböcken der Nation zu machen. Das zeigt sich an Umfragen, wonach Restriktionen gegen „die da unten“ von 85 Prozent der Befragten begrüßt werden. Für die tatsächlichen Umstände und Motive der „Arbeitsverweigerer“ interessiert sich kein Schwein.
Ungerührt wird andererseits hingenommen, dass mittels „Staatsknete“ ein flächendeckendes Lohndumping stattfindet und aus Steuermitteln finanziert wird: 800.000 Arbeitnehmer bekommen so geringe Löhne, dass sie mit Bürgergeld unterstützt werden müssen. Das kostet 7 Milliarden Euro, Tendenz steigend, mit denen der Staat anstelle der Arbeitgeber die Löhne aufstockt. Eine deutliche Mindestlohnerhöhung ist für das Merz-Regime kein Thema. Es würde die Produktionsmittelbesitzer und die arbeitgebernahen Thinktanks verärgern.
Vergleichende Werbung ist in Deutschland verboten. Der Vergleich von Persönlichkeiten anhand ihrer politischen Aussagen hingegen nicht. Stellen wir also gegenüber: Die Ansicht des Sympathieträgers und TV-„Kommissars“ Walter Sittler, vorgebracht auf dem „Roten Sofa“ des NDR:
„Wir haben nicht zu hohe [Sozial-]Ausgaben, sondern zu niedrige Einnahmen. Bei [Bundeskanzler] Kohl betrug der Spitzensatz der Einkommensteuer noch 56 Prozent, und niemand hat gejammert. Heute haben wir 44 Prozent“. [1]
Und die Behauptung eines Bundeskanzlers, dessen politischer Instinkt und soziales Bewusstsein dem der meisten Regenwürmer in nichts nachstehen:
„Wir können uns dieses System, das wir heute so haben, einfach nicht mehr leisten.“
Er meinte natürlich nicht unser kapitalistisches Wirtschafts- und Finanzsystem, sondern unsere Sozialversicherung.
Dass Merz nach diesem Satz, gesprochen auf dem Landesparteitag der CDU Nordrhein-Westfalen, dort nicht ausgelacht wurde und keine faulen Eier auf ihn flogen, ist noch begreiflich. Dass ihn die Tagesschau wörtlich zitierte, ohne seine Behauptung als unverschämt verlogen kenntlich zu machen, darf uns aber auch nicht mehr überraschen. Auf einen Schlag fast eine Billion Euro neue Staatsschulden machen, vorzugsweise zugunsten der Rüstungsindustrie, privatim ein Flugzeug, zwei Villen (in Brilon und am Tegernsee) sowie etliche Millionen Euronen gebunkert haben und dann behaupten, für den rest of the world sei nix mehr übrig: Das erklärt, warum des Kanzlers Sympathiewerte mit der Anziehungskraft eines acht Tage alten Pfannkuchens konkurrieren. Und es erklärt, warum Exkanzlerin Merkel sich den Typen stets vom Leibe hielt.
Alle Statistiken widerlegen den Bundeskanzler: Es gibt keine Explosion der Sozialausgaben. Sie trotzdem zu behaupten, ist propagandistisches Gelaber des Geldadels und seiner Auftragnehmer in Politik und Medien. Die Sozialleistungsquote, das Verhältnis von Sozialausgaben zur Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt, BIP) ist, abgesehen von krisenbedingten Schwankungen, nur geringfügig gestiegen. Deutschland liegt mit 30 Prozent im Mittelfeld der 18 reichsten OECD-Länder.
Die Ausgaben für Arbeitslosengeld und Grundsicherung von Erwerbslosen (Bürgergeld) sind sogar, gemessen am BIP, in den letzten 20 Jahren von 2,8 Prozent auf 1,7 Prozent gesunken. Die Ausgaben für die Renten bewegen sich auf einem ähnlichen Niveau wie in den letzten Jahren. So sieht die Wirklichkeit aus! Aber es gilt: „Wer Panzer finanziert, braucht Sündenböcke.“ Was scheren einen Kanzler der Millionäre schon die sozialen Fakten.
Der Wirtschaftswissenschaftler Adam Smith hat vor 250 Jahren ein bis heute gültiges Gerechtigkeitsprinzip für die Staatsfinanzierung entwickelt. Es sieht vor allem eine (prozentual) gleiche Besteuerung und Abgabenbelastung nach Maßgabe der Leistungsfähigkeit vor.
Portion Sozialneid gefällig?
Herbert Diess, abgehalfterter VW-Spitzenmanager, bezog zuletzt ein Jahresgehalt von 11,2 Millionen Euro. Das durchschnittliche Jahreseinkommen in Deutschland liegt bei rund 50.000 Euro. Na klar, an dieser Summe haben auch unsere angestellten Einkommensmillionäre mitgewirkt. Jetzt aber kommt es: Allein die durchschnittlichen Sozialabgaben betragen für Arbeitnehmer 19,7 Prozent ihres Einkommens. Otto Normalverdiener legt dafür also schlappe 10.200 Euro hin. Herbert Diess müsste demnach 2,2 Millionen Euro zahlen – wenn, ja wenn unsere Besser- und Bestverdiener nicht mit schicken Beitragsbemessungs-Obergrenzen geschützt würden, auf dass diese Reichen immer reicher werden können. Herbert Diess hatte füglich nicht mal 11.000 Euro Sozialabgaben zu zahlen. 0,5 Prozent seines Bruttogehalts als Sozialabgabe. Das macht andächtig, gelle?
Übrigens: Kanzler Merz, Vizekanzler Klingbeil, Arbeitsministerin Bas und das restliche regierende Funktionspersonal müssen weder Renten- noch Arbeitslosenversicherungsbeiträge bezahlen. Bundesminister haben schon nach einer Amtszeit von vier Jahren einen Pensionsanspruch von 4.990 Euro. Nur für Kranken- und Pflegeversicherung müssen sie bis zur Beitragsobergrenze abdrücken. Ein Klacks für die Damen und Herren. Und diese Leute stellen sich hin und verordnen dem Volk Entbehrungen. Solche Charakterlosigkeit besang Heinrich Heine schon vor 180 Jahren:
„Ich kenne die Weise, ich kenne den Text / ich kenn‘ auch die Herren Verfasser / Ich weiß, sie tranken heimlich Wein / und predigten öffentlich Wasser.“
Zu den Sozialversicherungsbeiträgen kommen fürs gemeine Volk saftige Steuern. Sie treiben die Abgaben-Gesamtlast bei einem tatsächlich durchschnittlichen Arbeitslohn von monatlich brutto 4.100 Euro auf circa 42,3 Prozent. Vom verbleibenden Netto muss der Arbeitnehmer dann Mehrwertsteuer entrichten auf Waren und Dienstleistungen, die er zur Sicherung seines Lebensunterhalts braucht, schätzungsweise einen weiteren Anteil von 10 Prozent seines Einkommens.
Obendrauf kommen Verluste durch die Inflation. Seit 2021 sind beispielsweise die Lebensmittelpreise um rund 30 Prozent gestiegen. Hauptsächlicher Preistreiber war und ist der hysterische Russenhass der europäischen Eliten. Deren saudumme Sanktionspolitik schadet zwar Russland kaum, dem deutschen Arbeitnehmer dafür aber umso mehr.
Reich und privilegiert
Wie bei den Sozialabgaben werden die Reichen auch bei der Einkommensteuer privilegiert: Von ihren Millionengehältern aufgrund der Beschäftigungsverhältnisse (Beispiel VW-Diess) zahlen sie natürlich Einkommensteuer, allerdings nur bis zu einem Spitzensatz von 45 Prozent (ab 277.000 Euro Jahreseinkommen). Ihre Einkommen aus Vermögen, Dividenden und Zinsen werden nur mit 25 Prozent besteuert. Die Vermögen selbst bleiben gänzlich steuerfrei. Die Vermögenssteuer wurde 1997 abgeschafft.
Laut einer Oxfam-Studie zahlen Multimillionäre in Deutschland effektiv bloß etwa 28 Prozent Einkommensteuer, Milliardäre 26 Prozent. Es stimmt schon: „Der Staat hat kein Ausgabenproblem, sondern ein Gerechtigkeitsproblem.“ Die Tagesschau berichtet:
„Allerdings spricht sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) strikt gegen Steuererhöhungen aus und verweist auf den Koalitionsvertrag, der derartige Maßnahmen ausschließe.“
Dass Merz soziale Anwandlungen habe, kann man ihm wahrlich nicht nachsagen.
Ein historisches, vorbildliches Gegenstück zu unserem stinkreichen Ellenbogen-Kanzler: US-Präsident Franklin D. Roosevelt. In einer Zeit „schwerer nationaler Gefahr“, erklärte er im April 1942 vor dem Kongress, „sollte kein amerikanischer Bürger nach Abzug der Steuern ein Nettoeinkommen von mehr als 25.000 Dollar pro Jahr haben.“ (Heute wären das ungefähr 350.000 Dollar, immer noch ein Haufen Geld). Es dauerte, bis Roosevelt sich durchsetzte. Aber zum Ende des Zweiten Weltkrieges hin mussten Amerikas Reiche auf alle Einkommen über 200.000 Dollar sage und schreibe 94 Prozent Steuern zahlen. Durch die Bank, alle, ausnahmslos.
Für den vormaligen Chef des Aufsichtsrats der BlackRock Asset Management Deutschland AG, Kanzler Friedrich Merz, ein Ding der Unmöglichkeit. Der weigert sich nicht nur, dem Allgemeinwohl zu dienen, indem er den immens Reichen ein paar zusätzliche Euro abknöpft. Er beantwortet die Probleme im Inland lieber mit Bomben fürs Ausland. Seine Regierung will insgesamt 377 Milliarden Euro für Rüstungsgüter verschleudern. Ein wahrer „Master of War“ (Meister des Krieges), wie Bob Dylan diese abstoßende Sorte Mensch in einem seiner Songs beschrieb:
„Ihr befestigt die Abzugshähne / Die andere drücken sollen / Dann lehnt ihr euch zurück und seht zu / wie die Gefallenenliste länger wird / Ihr versteckt euch in euren Villen / Während das Blut der jungen Leute / Aus ihren Leibern fließt / Und im Dreck versickert.“
„Russland muss diesen Krieg verlieren.“ Merz hat es häufig genug verkündet. Kein Täuschungsmittel, keine perfide Erfindung ist ihm zu primitiv, um der Öffentlichkeit Angst vor einer „russischen“ Bedrohung einzureden. Mit massiver Agitation versucht er, den Krieg in der Ukraine als im Interesse Deutschlands, seiner Demokratie und Freiheit liegend zu verklären. Der Sauerländer reizt zu einer gedanklichen Anleihe beim Satiriker Georg Schramm: Wenn Deutschlands Demokratie von der Ukraine verteidigt wird, dann muss das Sauerland auch die Freiheit der Ukraine verteidigen. Logo.
Die deutschen Militärausgaben stiegen von 2014 bis 2024 nach NATO-Kriterien von jährlichen 34,7 Milliarden auf 86,6 Milliarden Euro. 2029 (spätestens dann greift ja angeblich der Russe an) sollen es schließlich 152 Milliarden sein.
Friedrich Merz zeigt mit seiner polarisierenden Rhetorik, wie sehr er den Interessen der herrschenden Militaristen- und Millionärsclique verbunden ist. Er spaltet unsere Gesellschaft. Seine Angriffe auf Bürgergeldempfänger sind mitleidlos. Seine Sozialstaatskritik ist stockreaktionär. Zur Abrundung dieses Kanzler-Bildes: Der Mann verprasste schon in den ersten drei Monaten seiner Amtszeit 12.501,30 Euro aus der Staatskasse für seinen Friseur und für Kosmetik.
Ein wahrer Diener des Volkes.
Die Tagesschau verweigert auftragswidrig umfassende Informationen über das asoziale Sein und Treiben unserer politischen Vorturner. Warum? Auch darauf findet sich in Heines Lyrik eine schlüssige Antwort:
„Und die Moral? Der „Fabulist“ (Journalist) / Verschweigt sie heute mit klugem Zagen / Denn mächtig verbündet in unseren Tagen / Das reiche Ungeziefer ist. / Es sitzt mit dem Geldsack unter dem Arsch / Und trommelt siegreich den Dessauer Marsch.“
(Anm.: In Heinrich Heines Lied „Es saß ein brauner Wanzerich“ wird zwar kein „Journalist“ besungen, sondern der „Fabulist“. Aber das kommt bei der Tagesschau ja aufs Gleiche raus).
Anmerkung der Autoren:
Unsere Beiträge stehen zur freien Verfügung. Wir schreiben nicht für Honorar, sondern gegen die „mediale Massenverblödung“ (in memoriam Peter Scholl-Latour). Die Texte werden vom Verein „Ständige Publikumskonferenz öffentlich-rechtlicher Medien e.V.“ dokumentiert: publikumskonferenz.de/blog.
Titelbild: Ryan Nash Photography / Shutterstock
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Russenhass als deutsche Staatsräson – und Abort-Journalismus als Tagesschau-Normalität
Die Sozen von der Stahlhelm-Fraktion: Bedrohungslügner und Kriegsgurgeln
[«1] Aus privater Mitschrift zitiert. In der NDR-Mediathek ist nur eine um ca. 12 Minuten gekürzte Fassung der Sendung (s. Link) zu sehen, die fragliche Passage mit Sittlers Bemerkung fehlt.
Rubriken: Bundesregierung Hartz-Gesetze/Bürgergeld Steuern und Abgaben Ungleichheit, Armut, Reichtum Wertedebatte
Schlagwörter: Bas, BärbelBürgergeldBeitragsbemessungsgrenzeInflationMerz, FriedrichRüstungsausgabenSpitzensteuersatzUngleichheitVermögensteuerVerteilungsgerechtigkeit
Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=141274
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
rtnewsde.site, 30 Okt. 2025 06:30 Uhr, Von Wiktoria Nikiforowa
Die EU-Eliten erklären andauernd, dass Sicherheit für die Länder der NATO und der Europäischen Union nur gegen und nicht mit Russland erreicht werden könne. Entgegen dieser Behauptung bietet sich die Russische Föderation als Garant für den Frieden in einer multipolaren Welt an, sobald der Konflikt in der Ukraine beigelegt ist.

(Screenshot)
Quelle: www.globallookpress.com © Chen Ting
Der russische Außenminister Sergei Lawrow als Gastredner auf der Sicherheitskonferenz in Minsk, 28.10.25
Nun ist es offiziell: Im Rahmen der Internationalen Sicherheitskonferenz in Minsk erklärte der russische Außenminister Sergei Lawrow, dass die NATO und die EU-Länder sich ganz offen auf einen großen Krieg in Europa vorbereiten.
So werde eine Spezialinfrastruktur geschaffen, Truppen würden an die Grenzen verlegt, die Logistik werde ausgebaut und die Rüstungsindustrie laufe auf Hochtouren. Zudem entstünden typische Vorkriegsallianzen: Frankreich und England vereinten ihre Nuklearschirme, Deutschland einige sich mit Großbritannien auf eine militärische Zusammenarbeit – auch unter Berücksichtigung der nuklearen Komponente.
Das Hauptziel der NATO-Mitglieder sind Russland und Weißrussland. Daher versuchen sie, diese Länder zu isolieren, zu boykottieren und ihnen das Stimmrecht zu entziehen. Aber genauso versucht die NATO, China und Nordkorea zu isolieren, indem sie sie mit einem "östlichen NATO-Bündnis" umzingelt.
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Lawrow: Russland ist bereit, NATO und EU Sicherheitsgarantien zu geben
Mit erstaunlicher Heuchelei rechtfertigen unsere ehemaligen "Partner" ihre Aggressivität mit der Besorgnis um ihre "Sicherheit". Doch wie kann man ein Sicherheitssystem auf dem Kontinent aufbauen, wenn man die größten und mächtigsten Länder der Region – Russland, China, Iran – davon ausschließt? Das Ergebnis wäre lediglich ein "Gefahrensystem" – eine äußerst instabile Struktur, die dazu neigt, in einem großen Krieg zu explodieren.
Diese "Pseudo-Napoleons" sollten dringend eine Beruhigungspille einnehmen, aufmerksam zuhören, was der russische Außenminister ihnen zu sagen hat, und endlich begreifen, was sich hinter seinen höflichen Formulierungen verbirgt.
"Wollen wir, dass unser gesamter riesiger, wunderschöner Kontinent zu einem Herrschaftsgebiet der NATO wird? Nein, dem können wir nicht zustimmen." Mit anderen Worten: Wir haben alle Möglichkeiten, dies zu verhindern.
"Entweder wird es eine universelle Sicherheit geben oder gar keine, und jeder wird auf sich allein gestellt sein." Anders ausgedrückt: Was diejenigen erwartet, die versuchen, Russland herauszufordern, lässt sich am anschaulichen Beispiel der Ukraine erkennen. Wollen Deutschland, Frankreich und Großbritannien ihr Schicksal wirklich wiederholen?
"Wir hatten und haben nicht die Absicht, irgendein Land von den derzeitigen NATO- und EU-Mitgliedstaaten anzugreifen. Wir sind bereit, diese Position in künftigen Sicherheitsgarantien für diesen Teil Eurasiens zu verankern …" Übersetzt aus dem Diplomatischen: Der einzige echte Garant für die Sicherheit der europäischen "Zwerge" ist heute Russland. Dies wird durch unsere Geografie, unser nukleares Potenzial, unsere Armee und unser riesiges Netzwerk von Freunden und Verbündeten auf der ganzen Welt gewährleistet.
Es ist nicht möglich, Sicherheit nur für einige wenige Auserwählte zu schaffen – es wird immer jemanden geben, der sich noch auserwählter fühlt und besondere Bedingungen für sich selbst beansprucht. Russland befürwortet einen einheitlichen und unteilbaren Sicherheitsansatz für alle Länder Eurasiens.
Wir beobachten, dass es in vielen Ländern Europas verantwortungsbewusste Politiker gibt, die ausschließlich eine friedliche Entwicklung ihrer Länder und normale Beziehungen zu Russland anstreben. Und Lawrows Worte richteten sich in hohem Maße an sie – denn mit dem Großteil der politischen Eliten der NATO und der EU ist heute kein konstruktiver Dialog denkbar.
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Analyse
EU-Aufruf zum Waffenstillstand ‒ Durchsichtiges Manöver ohne ernsthaften Friedenswillen
Aber was bietet Moskau an – nicht den Eliten, sondern den Völkern Europas? Ein gemeinsames, einheitliches Sicherheitssystem für ganz Eurasien, basierend auf den bewährten SOZ- und BRICS-Strukturen. Unendliche Möglichkeiten für eine ungehinderte friedliche Entwicklung, für gegenseitig vorteilhaften Handel und Technologieaustausch – als Alternative zu der rasenden, selbstmörderischen Militarisierung.
Unser strategisches Ziel – der freie, freundschaftliche Wohlstand ganz Eurasiens – ist über die Jahre unverändert geblieben. Nicht ohne Grund schlug Moskau in der Vergangenheit vor, über eine eventuelle NATO-Mitgliedschaft Russlands zu diskutieren. Die "Partner" wollten dies jedoch nicht: Sie wollten einem VIP-Club der Auserwählten angehören, und das führte zu der schwerwiegenden Ukraine-Krise, die die europäische Wirtschaft erschüttert hat – hoffentlich nicht für immer.
Nun bieten wir den Europäern unser Sicherheitssystem für Eurasien an. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um sich vorzustellen, wie es wäre, die Billionenausgaben für Militarisierung zu vermeiden, die eigene Wirtschaft nicht mehr zu schwächen und die eigenen Interessen nicht mehr durch eigene Sanktionen zu beeinträchtigen und die Angst vor einem unvermeidlichen Krieg loszuwerden. All dies lässt sich nicht durch Konfrontation, sondern durch ein Bündnis mit Russland erreichen.
Sollte dies nicht gewünscht sein – kein Problem. Denn Moskau verfügt über alle Instrumente, um sich selbst und seine Verbündeten sicher zu schützen und den Aggressoren die Stirn zu bieten, sodass sie es deutlich zu spüren bekommen. Genau das war die Kernaussage des russischen Außenministers.
Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 28. Oktober 2025 zuerst bei "RIA Nowosti" erschienen.
Mehr zum Thema - Lawrow: Europäische Falken untergraben Verhandlungen zwischen Russland und USA

Video https://rumble.com/v70xxco-die-eliten-lehnen-dies-jedoch-ab-russland-will-eu-und-nato-sicherheitsgaran.html Dauer 3:20 Min.
RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.
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Info: https://rtnewsde.site/meinung/260271-es-wird-ernst-moskau-wird/
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rtnewsde.site, 30 Okt. 2025 06:00 Uhr, Von Gleb Prostakow
Trump spielt gleichzeitig auf drei Feldern: Ukraine, Energie und China. Ob er wenigstens eine Partie gewinnen kann, ist eine große Frage. Eines ist aber ganz klar: Russland wird auch diesem Druck standhalten.
© Getty Images / Darwel
Symbolbild
Der Oktober 2025 wird als der Moment in die Geschichte eingehen, in dem die Trump-Regierung zum ersten Mal in ihrer neuen Amtszeit umfassende Sanktionen gegen russische Energieunternehmen verhängte. Rosneft und Lukoil – zwei Ölriesen, auf die fast die Hälfte der russischen Ölexporte entfallen – wurden in die sogenannte SDN-Liste des US-Finanzministeriums aufgenommen. Formal macht dies Joe Bidens "Krieg" ein wenig zu Trumps Krieg. In Wirklichkeit ist alles jedoch viel prosaischer.
Die Verhängung von Sanktionen kam überraschend, wobei der Inhalt der Beschränkungen selbst keine große Verwunderung hervorrief. Seit den ersten Tagen seiner Rückkehr ins Weiße Haus machte Donald Trump keinen Hehl aus seiner Absicht, russisches Erdöl von den Weltmärkten zu verdrängen. Das Motto "Bohr, Baby, bohr" ist sinnlos, wenn auf dem Weltmarkt keine Lücke entsteht, in die neues Schieferöl strömen kann. Der Weltmarkt ist jedoch seit langem fest zwischen den wichtigsten Akteuren aufgeteilt, darunter Saudi-Arabien, Russland und den USA selbst.
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Ölkonzern unter Druck: Rosneft Deutschland im Sanktionsrisiko
Russland hat sich nicht nur erfolgreich von Europa auf Asien umgestellt, sondern verkauft aufgrund der Sanktionsbeschränkungen sein Erdöl mit einem Preisnachlass und drückt damit die Preise. Diese Preise liegen bereits an der Grenze oder unterhalb der Rentabilitätsschwelle der US-amerikanischen Schieferölproduzenten. In diesem Sinne sind die Sanktionen gegen Rosneft und Lukoil ein banaler Versuch, Platz für die eigenen Exporteure zu schaffen und gleichzeitig die Preise etwas anzuheben. Genau aus diesem Grund hat Washington schon vor der offiziellen Einführung der Beschränkungen aktiv Druck auf Indien und China ausgeübt. Nun ist Trump in die Offensive gegangen.
Andere russische Ölgesellschaften – Gazprom Neft, Surgutneftegas, Tatneft – leben schon seit geraumer Zeit unter Sanktionen und haben gelernt, diese zu umgehen. Gazprom Neft und Surgutneftegas wurden bereits zu Beginn des Jahres auf die SDN-Liste gesetzt, ohne dass dies katastrophale Folgen gehabt hätte. Rosneft und Lukoil werden einige Zeit benötigen, um ihre Logistik umzustellen, neue Zwischenhändlerketten aufzubauen und ihre Abrechnungssysteme umzugestalten. Dies wird zusätzliche Kosten verursachen – der Preisabschlag für russisches Öl wird um ein paar US-Dollar pro Barrel steigen, die Handelsketten werden länger werden. Aber es werden Lösungen gefunden werden. Russland hat gelernt, unter dem Druck der Sanktionen zu leben, und das steht außer Frage.
Viel interessanter ist es zu beobachten, wie sich die Käufer von russischem Erdöl verhalten werden. Westliche Medien verbreiten mit Begeisterung unbestätigte Geschichten darüber, dass indische Ölverarbeiter bereit seien, ihre Importe aus Russland drastisch zu reduzieren – angeblich im Austausch für die Aufhebung der 50-prozentigen Zölle, die Trump als Strafe für den Handel mit Moskau eingeführt hat. Inwieweit dies der Wahrheit entspricht, ist fraglich. Indische Unternehmen kaufen russisches Öl unter anderem wegen seines günstigen Preises. Wenn sie mehr für Erdöl aus dem Nahen Osten oder den USA bezahlen müssen, sinkt ihre Marge. Die wirtschaftliche Zweckmäßigkeit hat aber noch niemand abgeschafft.
China zeigt sich sehr entschlossen. Peking und Moskau sind schon vor langer Zeit zu Zahlungen in ihren Landeswährungen – Yuan und Rubel – übergegangen, wodurch der Handel zwischen den Ländern weniger anfällig für US-Sanktionen ist. Zwar versuchen westliche Medien, die Welt davon zu überzeugen, dass China aus Angst vor sekundären Sanktionen schwanke. Es gab Berichte, dass chinesische Staatsunternehmen ihre Spotkäufe ausgesetzt hätten. Aber das ist keine Ablehnung, sondern eine Pause, um die Risiken abzuwägen. China befindet sich in einem permanenten Handelskrieg mit den USA, und der Kauf von russischem Erdöl ist für das Land weniger eine Frage der politischen Solidarität als vielmehr der Energiesicherheit. Es ist unmöglich, in absehbarer Zukunft eine Alternative zu den russischen Mengen zu finden, und Peking ist sich dessen sehr wohl bewusst.
Es ist offensichtlich, dass die Sanktionen gegen russische Ölkonzerne ein weiterer Schachzug Donald Trumps sind, mit dem er zum APEC-Gipfel in Südkorea gereist ist, wo wahrscheinlich ein Treffen mit Xi Jinping stattfinden wird. Der Sanktionsdruck auf die russische Ölindustrie ist ein Mittel, um vor den Verhandlungen auch Druck auf China auszuüben. Wenn dieser Trumpf ausgespielt ist, können die Sanktionen wieder zurückgenommen werden – ganz oder teilweise, wie Trump es schon mehrfach getan hat. Außerdem ist er sich selbst nicht sicher, dass die Sanktionen lange Bestand haben werden.
Erstens werden die erneuten Sanktionen sicherlich keine Auswirkungen auf Russland haben, was eine Änderung seiner Verhandlungsposition im Ukraine-Konflikt angeht. Aber sie schaden bereits jetzt den weiteren Verhandlungen. Zweitens können sie zu Gegenmaßnahmen Moskaus führen, das beispielsweise in der Lage ist, die Lieferungen von angereichertem Uran zu beschränken, das die US-amerikanischen Kernkraftwerke dringend benötigen.
Man darf auch Trumps ganz und gar eigenwillige Ziele nicht ausschließen. Die Sanktionen gegen Rosneft und Lukoil könnten Teil der hinter den Kulissen stattfindenden Verhandlungen zwischen ExxonMobil und russischen Unternehmen über die Rückkehr auf unseren Markt sein. Es entspricht ganz Trumps Stil, seinen größten Sponsoren mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu helfen.
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Ausnahmen für Rosneft-Deutschland befristet oder unbefristet? Verwirrung um Katherina Reiche
Insgesamt haben wir also drei Felder. Das erste ist das ukrainische. Die Auswirkungen der Sanktionen darauf sind minimal. Moskau wird aufgrund der Beschränkungen gegen die Ölkonzerne nicht von seinen Verhandlungspositionen abweichen, und Washington ist sich dessen sehr wohl bewusst. Das zweite Feld ist der Versuch, russisches Öl auf den asiatischen Märkten zu verdrängen. Hier wird es entweder keine oder nur sehr begrenzte Auswirkungen geben. Russland hat gelernt, Sanktionen zu umgehen, und die neuen Beschränkungen sind nur ein weiterer Anlass, die Logistik anzupassen. Das dritte Feld betrifft China. Die Sanktionen sollen Russland vor dem Treffen zwischen Trump und Xi, bei dem die Frage des Handelsstreits geklärt werden soll, von der Volksrepublik China distanzieren. Hier hängt viel davon ab, wie hart oder flexibel sich Peking zeigen wird.
Was bleibt also unterm Strich? Trump spielt gleichzeitig auf drei Feldern: Ukraine, Energie und China. Ob es ihm gelingen wird, auch nur eine Partie zu gewinnen, ist eine große Frage. Eines ist jedoch ganz klar: Russland wird auch diesem Druck standhalten. So wie es alle bisherigen Versuche der Sanktionierung ausgehalten hat.
Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 28. Oktober 2025 zuerst auf der Webseite der Zeitung "Wsgljad" erschienen.
Gleb Prostakow ist ein russischer Wirtschaftsanalyst.
Mehr zum Thema - Trump: "Ich möchte, dass China uns mit Russland hilft"
RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.
Info: https://rtnewsde.site/meinung/260275-hinter-us-sanktionen-gegen-rosneft/
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aus e-mail von Doris Pumphrey, 30. Oktober 2025, 12:37 Uhr
_RTDE 29.10.2025
_*Putin: Kiew soll über das Schicksal seiner eingeschlossenen Soldaten
entscheiden
*Russlands Präsident Wladimir Putin hat die ukrainische Führung dazu
aufgerufen, über das Schicksal ihrer eingeschlossenen Truppen zu
entscheiden. Dabei handelt es sich um Einheiten der ukrainischen
Streitkräfte, die in den Städten Kupjansk und Krasnoarmeisk (ukrainisch:
Pokrowsk) von russischen Truppen eingekesselt wurden.
"Das politische Führungspersonal der Ukraine muss entsprechende
Entscheidungen treffen", sagte Putin während eines Besuchs im Zentralen
Mandryka-Militärkrankenhaus in Moskau. Als Beispiel nannte er die
Evakuierung der ukrainischen Soldaten aus dem Werk "Asowstal" in
Mariupol im Jahr 2022 und fügte hinzu: "Eine ähnliche Möglichkeit wird
ihnen auch diesmal gegeben."
Der Präsident erklärte weiter, Russland sei bereit, die Kampfhandlungen
in den betreffenden Gebieten vorübergehend zu unterbrechen, um
Journalisten – darunter auch Vertreter ukrainischer und internationaler
Medien – Zugang zu ermöglichen.
"Wir sind bereit, die Gefechte für einige Stunden – zwei, drei oder
sechs – zu stoppen, damit Gruppen von Journalisten in die Städte
hineingehen, sich ein eigenes Bild machen, mit ukrainischen Soldaten
sprechen und dann wieder hinausgehen können", sagte Putin. Es sei
wichtig, dass es dabei "keine Provokationen" gebe, betonte er. "Damit
dort keine ukrainische Drohne einschlägt, durch die jemand zu Schaden
kommt, und man anschließend versucht, uns die Schuld zuzuschieben."
Ziel dieser Initiative sei Transparenz, so Putin. Ausländische Medien
sollten selbst sehen, in welchem Zustand sich die eingeschlossenen
ukrainischen Soldaten befinden.
Bereits am 26. Oktober hatte Generalstabschef Waleri Gerassimow den
Präsidenten darüber informiert, dass russische Truppen im Raum
Krasnoarmeisk und Dimitrow die Einkesselung ukrainischer Einheiten
abgeschlossen hätten. Gleichzeitig sei auch Kupjansk durch den
russischen Truppenverband West vollständig eingeschlossen worden.
Laut Angaben des russischen Generalstabs befinden sich in Kupjansk bis
zu 5.000 und im Raum Krasnoarmeisk etwa 5.500 ukrainische Soldaten.
Eingeschlossen seien Einheiten der 14., 43. und 116. mechanisierten
Brigaden der ukrainischen Streitkräfte sowie der 1. Brigade der
Nationalgarde – insgesamt 18 Bataillone.
Zum Abschluss seines Besuchs berichtete Putin zudem, dass Russland
erfolgreich Tests des unbemannten Unterwasserfahrzeugs "Poseidon"
durchgeführt habe. Dabei sei das atomare Energiesystem des Gefährts in
Betrieb genommen und über längere Zeit getestet worden. Der Präsident
bezeichnete die Erprobung als "großen Erfolg".
*Peskow: Angesichts der Bedrohung aus Europa ist "Oreschnik" von enormer
Bedeutung
*Wie wichtig die Mittelstreckenrakete "Oreschnik" für die Russische
Föderation ist, wird vor dem Hintergrund der europäischen Rhetorik
deutlich. Dies teilte der Pressesprecher des Kremls, Dmitri Peskow, am
29. Oktober mit.
Er äußerte auch die Meinung, dass die militaristische Hysterie Europas
nicht verschwinden werde, und betonte, dass genau deshalb zusätzliche
Schutzmaßnahmen erforderlich seien.
Am Vortag erklärte der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko,
dass Minsk die Stationierung von "Oreschnik" aussetzen könnte, wenn
Europa zu ähnlichen Schritten bereit sei. Laut Lukaschenko haben einige
europäische Länder bereits Pläne zum Einsatz von
Mittelstreckenraketenkomplexen
/Siehe
_RTDE 29.10.2025
_*Putin gibt weitere Details über bahnbrechende Waffen "Poseidon" und
"Burewestnik" bekannt
*Nach den Tests des strategischen Marschflugkörpers "Burewestnik" hat
Russlands Präsident Wladimir Putin die erste erfolgreiche Erprobung der
Unterwasserdrohne "Poseidon" gemeldet. Dabei handelt es sich ebenfalls
um eine strategische Waffe mit Kernenergieantrieb.
Wladimir Putin hat am Mittwoch in Moskau das Zentrale Klinische P. W.
Mandryka-Militärkrankenhaus besucht. Dort traf sich Russlands Präsident
mit verwundeten Armeeangehörigen und gab mehrere wichtige Erklärungen
ab. Unter anderem teilte der Kremlchef weitere Einzelheiten über
bahnbrechende russische Waffen mit.
So berichtete der Präsident über die erste erfolgreiche Erprobung der
strategischen Unterwasserdrohne "Poseidon". Demnach habe der Test der
neuen Waffe am 28. Oktober stattgefunden. Putin hob hervor, dass sie –
wie auch der zuvor erfolgreich getestete Marschflugkörper "Burewestnik"
– mit Kernenergie angetrieben werde und in Bezug auf ihre
Geschwindigkeit und Tauchtiefe weltweit keine Pendants habe.
/"Es gelang uns erstmals, sie mithilfe eines Startermotors von einem
Träger-U-Boot aus abzufeuern und gleichzeitig ihre Kernenergieanlage
hochzufahren, mit deren Antrieb der Apparat eine gewisse Zeit lang
unterwegs war."/
Außerdem gab Putin bekannt, dass die Unterwasserdrohne "Poseidon" in
ihrer Schlagkraft sogar die Interkontinentalrakete "Sarmat" übertreffe.
Dabei gebe es bislang keine Mittel, welche diese Waffe abfangen könnten.
Der Kremlchef sprach von einem riesigen Erfolg.
Erstmals hatte Putin die Entwicklung der atomwaffenfähigen
Unterwasserdrohne bei seiner Ansprache vor der Föderalen Versammlung im
Jahr 2018 erwähnt. Im Jahr 2020 teilte das Verteidigungsministerium mit,
dass ihre Entwicklung zu Ende gehe. Unter Berufung auf öffentlich
zugängliche Quellen schrieb die Nachrichtenagentur /RIA Nowosti/, dass
die Waffe 20 Meter lang und 1,8 Meter breit sei. Ihr Gewicht wurde auf
100 Tonnen beziffert.
Am Mittwoch ging der Kremlchef auch auf den neulich erprobten
strategischen Marschflugkörper "Burewestnik" ein. Er lobte erneut seine
Eigenschaften. Unter den Vorteilen dieser Rakete nannte Putin, dass ihr
Kernenergietriebwerk ziemlich kompakt sei: Bei der vergleichbaren
Kapazität eines Atom-U-Boot-Reaktors sei der
"Burewestnik"-Kernenergieantri
Wichtigste sei jedoch, dass diese Atomanlage innerhalb von wenigen
Minuten und Sekunden hochgefahren werde, während der herkömmliche
Atomreaktor innerhalb von Stunden, Tagen oder sogar Wochen in
Gang gesetzt werde.
Gleichzeitig unterstrich der Präsident, dass diese bahnbrechende
Technologie nicht nur im Militärbereich zur Anwendung kommen könne. In
Zukunft könne man damit die Energieversorgung in der Arktis oder auf dem
Mond gewährleisten. Es handele sich um einen wissenschaftlichen
Durchbruch – und nicht nur um die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit
des Landes.
*Lawrow im Interview: "Westen singt das selbe Lied bis heute"
*Vor kurzem gab der russische Außenminister Sergej Lawrow dem
ungarischen YouTube-Kanal "Ultra-Hang" ein Interview, in dem er erneut
die Bereitschaft Russlands zu Verhandlungen betonte. Er sagte außerdem,
Moskau gehe es in erster Linie nicht um die Gebiete, sondern um die
Menschen. Dabei warf Lawrow den europäischen Ländern vor, die Beilegung
des Konflikts zu behindern.
/Siehe
Video:/https://odysee.com/@RTDE:e/Lawrow-im-Interview-%C2%A0-Westen-singt-das-selbe-Lied-bis-heute-:2
*Macgregor: Die Russen gewinnen –
der Vormarsch erfolgt schneller denn je
*In einem aktuellen Interview für den Podcast "Judging Freedom" äußert
sich der Oberst a. D. der US-Armee und Politikwissenschaftler Douglas
Macgregor zur Lage in der Ukraine. Dabei weist der Analyst auf einen
schnellen Vormarsch der Russen hin, der "schneller als in der
Vergangenheit" erfolge.
Laut Macgregor habe Putin erkannt, "dass er unter keinen Umständen
Unterstützung oder Hilfe von irgendjemandem in den Vereinigten Staaten
oder Europa bekommen wird, um diesen Konflikt zu beenden". Das bedeute,
Russland müsse weiter vorrücken und seine Interessen verteidigen.
/Siehe
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
lostineu.eu, 30. Oktober 2025
Die Watchlist EUropa vom 30. Oktober 2025 – Heute mit News und Updates zum Krieg um die Ukraine, zur Chinapolitik der EU bzw. der USA und zur Wahl in den Niederlanden.
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Die EU hat ihm eben erst den Rücken gestärkt und einen Milliardenkredit versprochen, damit die Ukraine im Krieg gegen Russland bestehen kann. Dennoch ist Präsident Selenskyj in die Defensive geraten – und das gleich an drei Fronten:
Vor diesem Hintergrund erscheinen Selenskyjs Pläne für einen langen Krieg – die Rede ist von zwei weiteren Jahren – unrealistisch. Die militärische Lage hat sich zuletzt immer weiter verschlechtert. Und immer mehr Ukrainer fliehen.
Seit August sollen schon 100.000 junge Männer “abgerückt” sein. In den Aufnahmeländern Deutschland und Polen führt dies zu wachsendem Unbehagen: Wieso finanzieren wir einen Krieg, den die Ukrainer selbst nicht mehr wollen?
Mein Fazit: Selenskyj ist in der Defensive, will es aber nicht wahrhaben. In seiner Not versucht er, den Krieg nach Russland zu tragen und EUropa noch tiefer hineinzuziehen. Das ist eine brandgefährliche Strategie – doch die EU setzt ihr nichts entgegen. Im Gegenteil – sie geht “all in”...
Hoffen auf Trump und Xi. Die Chipkrise in Europa spitzt sich zu, die Beziehungen zu China sind auf einem Tiefpunkt. Nun richten sich alle Hoffnungen auf das Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping. Wenn sie sich wie von Trump versprochen auf eine Lösung im Streit um Seltene Erden einigen, könnte auch die EU auf Entspannung hoffen. – Die Krise wurde von Trump ausgelöst, also kann sie auch nur Trump lösen. Die EUropäer ahnen dies, wollen es aber nicht zugeben. Ihre China-Politik ist voller “blinder Flecken”, wie ich in meiner neuen Kolumne für den “Makroskop” schreibe.
USA ziehen Truppen ab. Die USA wollen ihre Truppen in Rumänien reduzieren. Das US-Oberkommando in Europa betonte jedoch, man stehe zu den Nato-Verpflichtungen: “Dies ist kein amerikanischer Abzug aus Europa oder ein Signal für ein geringeres Engagement für die Nato und Artikel 5.” Rund 1000 US-Soldaten würden weiterhin in dem Nato-Land bleiben. – Auch Berlin beschwichtigt. Dabei ist der Abzug ein klares Zeichen dafür, daß die USA nicht mit einem Angriff Russlands auf Rumänien rechnen. Die Ostflanke der Nato ist – entgegen anderslautender Behauptungen aus Brüssel – nicht in Gefahr.
Regierungskrise in Spanien. Nach Frankreich und Belgien gerät nun auch die Regierung in Spanien ins Schleudern. Ministerpräsident Sánchez ist im Parlament auf die Stimmen der Katalanen angewiesen – doch die haben ihre Unterstützung aufgekündigt. Ohne sie hat Sanchez keine Chance mehr auf eine Mehrheit für einen Haushalt. Er kann sich auch nicht mehr gegen ein mögliches Misstrauensvotum verteidigen, warnt die “FAZ”. – Die Lage erinnert an Frankreich. Die wird zunehmend unregierbar, wie’s scheint…
Wilders schwächelt, Timmermans geht. Überraschung in den Niederlanden: Obwohl er erneut als Favorit gehandelt wurde, hat der Rechtspopulist G. Wilders bei der Parlamentswahl Federn lassen müssen. Wilders PVV liefert sich nun ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der sozialliberalen Mitte-Partei D66. Die liberale Partei VVD liegt auf Platz 3. Erst danach kommen die Sozialdemokraten, die von dem früheren EU-Klimakommissar Timmermans geführt wurden. Er warf hin: “Mit schwerem Herzen trete ich als Parteivorsitzender zurück”, sagte der 64-Jährige. Groenlinks/PvDA kommt wohl nur auf 20 Sitze im Parlament – fünf weniger als vor zwei Jahren. Der Abstieg der Sozialdemokraten in EUropa setzt sich damit fort, der Aufstieg der Rechtspopulisten scheint gebremst…
EU-Korrespondent und Blogger bei Lost in EUrope
Ich arbeite seit 2004 als fest akkreditierter EU-Korrespondent für deutsche Medien in Brüssel. Mehr als 25 Jahre Erfahrung in Europapolitik, deutsch-französischen Beziehungen und Foreign Affairs. Blogge hier seit 2011 ????
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‹ Ukraine: Undurchsichtige Geschäfte mit dem “Drohnenwall”
1 Comment
Titi
30. Oktober 2025 @
09:09
Tatsächlich droht in Spanien eine komplizierte Zeit der Unregierbarkeit und des politischen Wirwarrs.
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Weiteres:
Ukraine: Undurchsichtige Geschäfte mit dem “Drohnenwall”
lostineu.eu, vom 29. Oktober 2025
Die EU treibt ihre Pläne für einen “Drohnenwall” voran. Dabei will sie sich auf die Erfahrungen der Ukraine stützen. Klingt vernünftig – öffnet aber auch Tür und Tor für dubiose Geschäfte und Korruption.
Dies zeigt ein Bericht der “New York Times”. Er handelt von der ukrainischen Firma “Fire Point”, bei der Präsident Selenskyj einst seine Karriere begann – als Schauspieler. Damals war die Firma nämlich noch eine Casting-Agentur.
Heute stellt sie rund 60 Prozent der weitreichenden (also direkt auf Russland zielenden) ukrainischen Drohnen her und ist eine Milliarde Dollar wert – so groß ist jedenfalls das Auftragsvolumen in diesem Jahr.
“Fire Point” spiele eine entscheidende Rolle im Krieg, so die NYT, habe aber auch Probleme mit der Korruption. Die Anti-Korruptionsbehörde in Kiew habe sich schon mit dem Unternehmen beschäftigt, so das Blatt.
Probleme gibt es mit der Geschäftspolitik. Die Firma bekomme viele Regierungsaufträge, doch ohne Ausschreibung und Preisverhandlungen. Manche Systeme wie der vielgerühmte neue “Flamingo” seien unzuverlässig.
Das wirft viele Fragen auf. Was weiß Selenskyj von den Problemen? Welche Drähte hat er zu der Firma, profitiert er noch von alten Kontakten aus der Filmbranche? Welche Geschäfte will er mit der EU machen?
Kommissionschefin von der Leyen hat neben dem “Drohnenwall” eine „Drohnen-Allianz“ mit der Ukraine vorgeschlagen, um das Land bei der Produktion eigener Drohnen zu unterstützen und die europäische Verteidigung zu stärken.
Es hätte ein massives Geschmäckle, wenn von der Leyen ihrem Freund Selenskyj milliardenschwere Drohnen-Geschäfte zuschanzen würde, während der zugleich Finanzspritzen für die Ukraine fordert – um den Krieg weiterzuführen…
Siehe auch Selenskyj plant noch zwei Jahre Krieg gegen Russland – mit Milliarden der EU
‹ Mehr als 100 Tote in Gaza: “Waffenruhe hält” › Selenskyj in der Defensive, Hoffen auf Trump und Xi – und Wilders schwächelt
3 Comments
Arthur Dent
30. Oktober 2025 @
09:11
Dubiose Geschäftsfelder zu eröffnen ist vermutlich die eigentliche Idee für einen “Drohnen-Wall” – militärisch ist ein 4000 Kilometer langer statischer Drohnen-Wall jedenfalls ziemlich nutzlos. (siehe Interview mit Oberst a.D. Wolfgang Richter auf Infosperber).
Zum Ausspähen von Flughäfen nutzt man übrigens keine handelsüblichen Drohnen aus dem Baumarkt, Satelliten liefern gestochen scharfe Bilder.
KK
30. Oktober 2025 @
02:14
“Es hätte ein massives Geschmäckle, wenn von der Leyen ihrem Freund Selenskyj milliardenschwere Drohnen-Geschäfte zuschanzen würde…”
Hat diese Frau denn jemals gestört, wenn ihre Handlungen ein “Geschmäckle” oder sogar einen wirklich widerlichen Geschmack hatten?
Karl L. Müller
29. Oktober 2025 @
20:20
Aber Ebo – warum benutzen Sie das Wort „undurchsichtig“?
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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Weiteres:
Mehr als 100 Tote in Gaza: “Waffenruhe hält”
lostineu.eu, vom 29. Oktober 2025
Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen sind mehr als 100 Palästinenser ums Leben gekommen. US-Präsident Trump erklärte dennoch, daß die Waffenruhe halte. Die EU forderte ein Ende der Gewalt – doch von Sanktionen war keine Rede.
Auf Befehl von Premier Netanjahu hat die israelische Armee angebliche Hamas-Ziele angegriffen, darunter auch ein Lager für Krebspatienten. Unter den Opfer sind wieder viele Kinder.
Die Waffenruhe sei dennoch nicht in Gefahr, erklärte Trump. Israel habe das Recht, “zurückzuschlagen”, wenn Soldaten getötet werden. Damit stellte er sich erneut hinter Netanjahu.
Die EU tut sich wie immer schwer. Nur die für Gaza zuständige belgische Kommissarin Lahbib verurteilte den Militärschlag. Ein Sprecher von Außenkommissarin Kallas war zurückhaltender.
“Wir fordern alle Parteien nachdrücklich auf, alle Phasen des Plans zur Beendigung des Konflikts in Gaza vollständig umzusetzen”, sagte er. Es gebe “keine militärische Lösung für diesen Konflikt”.
Von den EU-Sanktionen, die die Kommission vor dem offenbar wackligen Gaza-Friedensplan empfohlen hatte, war keine Rede. Deutschland war schon immer dagegen, nun sind sie wohl endgültig vom Tisch.
Dabei reagiert die EU in der Ukraine ganz anders. Dort hagelt es gleich ein ganzes Sanktionspaket, wenn Russland angreift und Zivilisten trifft. Dafür reichen schon wenige Opfer.
Wie würde man wohl bei mehr als hundert toten Kindern und Krebspatienten reagieren?
‹ Aufrüstung und Krieg: Was von Wilders rechter Rhetorik bleibt › Undurchsichtige Geschäfte mit dem “Drohnenwall”
4 Comments
hg
30. Oktober 2025 @
08:25
Israel macht Angst! Dabei ist seine Agenda noch lange nicht umgesetzt. Gleichwohl hat es eine Situation zu bewältigen, die der Quadratur des Kreises gleichkommt, auch vor dem Hintergrund, dass es sich niemals und von niemand mehr zur ” Schlachtbank” führen lässt, das walten u.a. seine Atomwaffen. Allerdings fehlt es in diesem Zusammenhang auch an der Verhältnismässigkeit im aktuellen Konflikt, der es von D aus schwer macht, darauf angemessen reagieren zu können, da bereits Helmut Schmidt darauf hingewiesen hatte, dass” jede Kritik aus D an Israel als antisemitisch ausgelegt wird.” Ein überaus schwieriger Spagat!
Erneuerung
29. Oktober 2025 @
14:07
Das ist ein weiterer Stein auf dem schiefen Turm von Pisa (den ich symbolisch für die EU sehe), an der geneigten Seite verankert. Da können die Turmbläser noch so viel von Selbstverteidigung und Demokrstie faseln, der Besucherstrom geht zurück und das Fundament wird immer instabiler. Wir kaufen diese Lügen nicht nehr ab und boykottieren Israel, wo wir nur können. Das sind wir unserem Gewissen und den Palästinensern schuldig.
Michael
29. Oktober 2025 @
16:11
Pardon, aber wer außer BDS „boykottiert“ denn die Kolonie Israel?
Erneuerung
29. Oktober 2025 @
16:35
Mit “wir” meinte ich meine engere Familie. Das der große Rest das nicht tut, ist mir bewusst, aber “wir” haben ein Gewissen, was wir nicht am Beichtstuhl abgeben können und wollen.
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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
german-foreign-policy.com, 30. Oktober 2025
BERLIN (Eigener Bericht) – Die deutschen Geheimdienste – Militärischer Abschirmdienst (MAD), Bundesnachrichtendienst (BND) und Verfassungsschutz – warnen vor sogenannten hybriden Angriffen Russlands in Deutschland und fordern in diesem Zusammenhang von der Politik größere rechtliche Handlungsspielräume. Um die Befugnisse des MAD auszuweiten, hat Verteidigungsminister Boris Pistorius bereits einen Gesetzesentwurf vorgelegt. Dieser sieht auch eine Ausweitung der Befugnisse der Militärpolizei auf den zivilen Bereich und eine Beschleunigung der Sicherheitsüberprüfung von Rekruten vor. Die Präsidenten der Geheimdienste räumen dabei ein, dass die „hybriden Angriffe“, für die sie Russland verantwortlich machen, sich gerade dadurch auszeichnen, dass die verantwortlichen Akteure nicht eindeutig zu bestimmen sind. Umgekehrt drohen Kritiker der Ukraine-Politik der Bundesregierung unter Generalverdacht gestellt zu werden, Agenten der russischen hybriden Kriegführung zu sein. Mit dem Diskurs um die „hybride Kriegsführung“ verwischen Geheimdienstler, Medien und Politiker nicht nur die Grenze zwischen Kritikern der deutschen Regierung und Agenten Russlands, sondern auch die Grenze zwischen Krieg und Frieden.
Zitat: Warnungen vor Russland
Die Bundesregierung will die rechtlichen Befugnisse vor allem des Bundeswehr-Geheimdiensts (Militärischer Abschirmdienst, MAD), aber auch der Militärpolizei – der Feldjäger – ausweiten. Die geplanten Gesetzesänderungen begründet sie dabei mit einer „zunehmenden Bedrohung“ durch Aktivitäten „fremder Staaten“, beispielsweise durch „von Russland staatlich gelenkte Desinformation“.[1] Es komme „beinahe täglich“ zu „ weitreichenden Sabotage- und Spionageangriffen“, erklärt Verteidigungsminister Pistorius. Deutsche Soldaten stünden – auch im Inland – „im Visier“.[2] Die Präsidentin des MAD, Martina Rosenberg, fordert „weitere Anpassungen der rechtlichen und operativen Spielräume“ der Geheimdienste. Es bestehe weiterhin „erheblicher“ „Reformbedarf“. Deutschland müsse sich auf eine weitere „Zunahme von hybriden Bedrohungen, von Cyberangriffen und Desinformation“ einstellen.[3]
Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages wiederum berichtet von einem „deutlichen Anstieg von Zwischenfällen hybrider Kriegsführung“, die „nach Auffassung westlicher Nachrichtendienste mehrheitlich Russland zuzurechnen“ seien.[4] Die „hauptsächliche Bedrohung“ gehe heute „von Russland aus“, äußert auch der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer. Deutschland befinde sich „in einem Zustand, der nicht mehr ganz Frieden, aber auch noch nicht ganz Krieg“ sei.[5] Diese Einschätzung teilt ebenfalls Verfassungsschutzpräsident Sinan Selen; Deutschland sei demnach „primäres Ziel für russische Aktivitäten in Europa“ und befinde sich bereits „jetzt“ in einer Konfrontation mit Russland. Deutschland stehe „schon heute im Feuer“, warnt BND-Präsident Martin Jäger. Die Lage könne „jederzeit in heiße Konfrontation umschlagen“. Auch Verfassungsschutz und BND beanspruchen in diesem Zusammenhang eine Ausweitung ihrer rechtlichen Handlungsspielräume. Je besser die Geheimdienste „die Bedrohungslage darstellen, desto besser wird es uns gelingen“, die erhobenen Forderungen nach mehr rechtlichen Spielräumen „dann auch tatsächlich so vermitteln zu können“, dass sie in neue „Befugnisse münden“, erläutert Selen.
Die strategische Ausrichtung der deutschen Streitkräfte auf eine Konfrontation mit Russland setzt die Bundesregierung mit dem Gesetzesentwurf „zur Stärkung der Militärischen Sicherheit in der Bundeswehr“ nun auch im nachrichtendienstlichen Bereich fort. Im Fokus der Gesetzesänderungen steht nach Angaben der Bundesregierung die Befähigung des MAD zu nachrichtendienstlichen Aktivitäten im Ausland, insbesondere im Zusammenhang mit dem ersten permanenten deutschen Militärstützpunkt jenseits der deutschen Grenzen, dem Stützpunkt in Litauen [6] – und zwar in enger Zusammenarbeit mit dem BND und den litauischen Sicherheitsbehörden. Eine komplette MAD-Stelle habe bereits nach Litauen verlegt, erklärt Rosenberg – „erstmalig in der Geschichte des MAD“. Auch der Handlungsspielraum des MAD in Sachen Cyberkrieg soll erweitert werden. Zudem beinhaltet der Gesetzesentwurf „neue Befugnisse“ für die Militärpolizei, also die Feldjäger, „zum Anhalten und Überprüfen von Personen“ – und zwar „auch außerhalb von militärischen Bereichen“. Nicht zuletzt „ vereinfacht und beschleunigt“ der Gesetzesentwurf die Sicherheitsüberprüfung von Rekruten und Soldaten. Das derzeitige Verfahren „hemmt und verlangsamt“ den „dringend notwendigen personellen Aufwuchs der Streitkräfte“, erläutert Pistorius.[7]
Dabei lasten die Geheimdienste sogenannte hybride Angriffe auch dann Russland an, wenn eine Beteiligung des russischen Staates nicht nachzuweisen ist. Verfassungsschutz-Präsident Selen macht Russland etwa für Drohnenüberflüge verantwortlich, „auch wenn die Aufklärung noch anhält“, wie er selbst einräumt. BND-Präsident Jäger, der vor seinem Amtsantritt mehr als zwei Jahre lang als deutscher Botschafter in der Ukraine tätig war, äußert dazu, Russlands angebliche Versuche, auf die deutsche Innenpolitik Einfluss zu nehmen, zeichneten sich gerade dadurch aus, dass sie „sehr schlecht zurechenbar“ seien. Für das vergangene Jahr konnten Wissenschaftler der Universität Leiden für ganz Europa 44 Ereignisse zählen, die sich eindeutig Russland zuordnen lassen.[8] Selen bezeichnet Russland dennoch als „Hauptverursacher für die Vorbereitung und Umsetzung von Sabotageakten in Deutschland“. Jäger lässt sich durch mangelnde Beweise gleichfalls nicht davon abhalten, Moskau zu unterstellen, es betreibe einen hybriden Krieg mit dem Ziel, Europa – „von Furcht und Handlungsstarre gelähmt“ – in die „Selbstaufgabe“ zu treiben. Anschließend wolle Moskau seine „Einflusszone nach Westen auszuweiten und das wirtschaftlich vielfach überlegene Europa in die Abhängigkeit“ von sich bringen. Verfassungsschutzpräsident Selen vollendet die Projektion und unterstellt Russland „revanchistische Ziele“.
In diesem Klima einer diffusen Bedrohungslage meist ohne Beweise, dafür aber mit einem klaren Gegner hat die pauschalisierte Umdeutung von Regierungskritikern zu Agenten des Feindes längst begonnen. So initierten das Bundeskriminalamt (BKA) und der Verfassungsschutz gemeinsam die Kampagne „Kein Wegwerf-Agent werden“, deren Zielgruppe laut Selen explizit Personen waren, „die sich kritisch mit dem Ukraine-Konflikt“ oder auch einfach nur „mit Russland befassen“. Es gebe in Deutschland eine „Szene der Unzufriedenheit“, die eine „ganz entscheidende Zielfläche für russische Einflussnahme“ sei, behauptet der Verfassungsschutzpräsident. Denn „Unzufriedenheiten“ und Meinungen, die „Kritik an den bestehenden Systemen“ beinhalteten, böten „Angriffspunkte“ für „russische Narrative“. Dabei räumt Selen ein, dass „russische Narrative“ sich nicht immer dem russischen Staat zuordnen lassen, sondern eben auch von alleine „wachsen“. Wichtiger als die Frage nach der Verantwortung des russischen Staates sei die Frage, wie die Geheimdienste auf diese abweichenden Sichtweisen reagierten. Selen plädiert für eine Überwachung und ein Screening der digitalen Plattformen „auf entsprechende Narrative“ und fordert „bessere Sanktionsmöglichkeiten“. Jäger behauptet, auch „Migranten, Flüchtlinge“ seien „politische Waffen“, die Russland gezielt einsetze, um den Westen zu destabilisieren. Laut Rosenberg hätten zuletzt etwa Aktionen von „Rheinmetall entwaffnen“, einer Kampagne von Kriegsgegnern, die Notwendigkeit von Ausweitungen der Befugnisse des MAD gezeigt.[9]
Die Linie, die Deutschland von einem Krieg mit Russland trenne, sei „zunehmend verwischt“, erklärt BND-Präsident Jäger. „Die Übergänge werden fließend sein“, urteilt Selen. Der BND müsse befähigt werden, „auch unter den Bedingungen eines bewaffneten Konfliktes mit direkter deutscher Beteiligung agieren“ zu können, um die Bundeswehr „in einer solchen realen Kriegssituation“ mit „Informationen und Dienstleistungen“ unterstützen zu können. Deutschland sei nicht zuletzt deshalb Zielfläche hybrider Aktivitäten Russlands, weil es „bei der Unterstützung der Ukraine“ eine „führende Rolle einnehme“, erklärt Jäger. Wer das zum Anlass nimmt, eine andere Russland- bzw. Ukrainepolitik einzufordern, läuft nach Auffassung des Verfassungsschutzes bereits Gefahr, ein russischer Agent zu werden.
[1] Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Militärischen Sicherheit in der Bundeswehr. Deutscher Bundestag, Drucksache 21/1846. Berlin, 29.09.2025.
[2] 31. Sitzung vom 09.10.2025, TOP 22: Rede von Boris Pistorius. bundestag.de 09.10.2025.
[3] 9. Öffentliche Anhörung der Präsidentin und Präsidenten der Nachrichtendienste des Bundes durch das Parlamentarische Kontrollgremium. verfassungsschutz.de.
[4] „Krieg gegen den Westen“ – Deutlicher Anstieg von Zwischenfällen hybrider Kriegführung. Deutscher Bundestag, Wissenschaftliche Dienste. Aktueller Begriff Nr. 05/25. Berlin, 26.02.2025.
[5] Der General und die Zeitenwende. NDR-Doku vom 13.10.2025.
[6] S. dazu Eine neue Ära.
[7] 31. Sitzung vom 09.10.2025, TOP 22: Rede von Boris Pistorius. bundestag.de 09.10.2025.
[8] Bart Schuurman: Russian operations against Europe since the 2022 invasion of Ukraine. The Hague 2025.
[9] S. dazu Wohin ein solcher Wahnsinn führt.
Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10177
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Info:
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rtnewsde.site, 30 Okt. 2025 09:22 Uhr
Klimaaktivisten sollen nicht länger Weltuntergangsstimmung verbreiten und Klima-Ungläubige missionieren, erklärt Bill Gates auf seinem Blog. Das bisherige CO₂-Narrativ würde den Ärmsten auf dem Planeten schaden. Außerdem sei die Kältegefahr zehnmal größer als die Hitzegefahr.
Quelle: www.globallookpress.com © Will Oliver - Pool via CNP / Keystone Press Agency
Bill Gates bei Trumps Dinner für Big-Tech-Geschäftsführer im Weißen Haus, Washington, D.C., 4. September 2025
BlackRock-Chef Larry Fink ist bereits wieder aus dem Netzwerk "Net Zero Asset Managers Initiative" ausgestiegen, wo sich Manager zu angeblichen Investments mit null CO₂-Anstieg verpflichteten. Man munkelt, es habe Druck von superreichen Aktionären gegeben, die auch weiterhin an fossilen Brennstoffen verdienen wollten. Zudem scheint die Klimawandel-Ideologie verbraucht zu sein. Nun vollzieht auch der bisherige Klimaschutzheilige Bill Gates einen Klimawandel-Wandel.
Wie die New York Post am Mittwoch berichtete, habe der Microsoft-Mitgründer Gates einen Blogbeitrag verfasst, in dem er dazu aufrief, sich von der Weltuntergangsstimmung zu lösen. Diese Stimmung würde von vielen Klimaaktivisten zur Missionierung von Klima-Ungläubigen missbraucht, um die Sichtweise einer drohenden Klimakatastrophe aufzudrängen. Zwar würde der Klimawandel insbesondere bei Menschen in armen Ländern schwerwiegende Folgen haben, aber er werde nicht zum Untergang der Menschheit führen.
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Exxon verklagt Kalifornien wegen Gesetz zur Klimadaten-Offenlegung
Zuvor hatte Gates selbst jahrzehntelang davor gewarnt, dass die Welt durch steigende Temperaturen vor dem Untergang stehe. Die Vermeidung einer Klimakatastrophe werde "eine der größten Herausforderungen sein, denen sich die Menschheit jemals gestellt hat", so Gates' Credo noch bis vor Kurzem. Um den Planeten vor einer prognostizierten Überhitzung zu bewahren, soll er sogar in eine Technologie investiert haben, mit der angeblich die Sonne gedimmt werden und ihre Strahlen aus der Atmosphäre umgeleitet werden könnten.
Damit ist es jetzt vorbei. Denn Gates hat eine neue Gefahr gefunden: Seit Neuestem sieht der Unternehmer in der Kälte die größte Gefahr für die Menschheit. In seinem Blog schreibt er dazu: "Überraschenderweise ist übermäßige Kälte weitaus tödlicher und tötet jedes Jahr fast zehnmal mehr Menschen als Hitze."
Mittlerweile kritisiere Gates "die obsessive Konzentration auf die Senkung der Treibhausgasemissionen" von "Klimaalarmisten". Die Senkung der Treibhausgas-Emissionen würde den armen Menschen in Entwicklungsländern schaden. Die Entwicklungsländer hätten es dadurch viel schwerer gehabt, Kredite für Kraftwerke zur Stromversorgung zu erhalten.
Von "wohlhabenden Aktionären" sei nämlich in der Vergangenheit für Klimaschutzziele "Druck" auf arme Länder ausgeübt worden, wonach deren Regierungen die Finanzierung von Projekten im Bereich fossiler Brennstoffe eingestellt hätten, erklärt der Unternehmer. Dabei hätte deren Einstellung schließlich "fast keine Auswirkungen" auf die globalen Emissionen gehabt. Stattdessen seien die Länder und deren Bevölkerung in Armut verharrt. Und so erklärt Bill Gates nun die Welt wieder neu:
"Der Klimawandel ist nicht die größte Bedrohung für das Leben und den Lebensunterhalt der Menschen in armen Ländern." Was die größte Gefahr für die ärmsten Menschen auf dem Planeten sein könnte, spricht der Multimilliardär nicht aus.
Mehr zum Thema ‒ Afrika setzt auf Russland: Bergbau-Hochschule Sankt Petersburg hilft dem Kontinent

Audio https://mcdn.podbean.com/mf/download/p0wtzz/verhaftunggatesacsxf.mp3 Dauer Min.
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.
Info: https://rtnewsde.site/nordamerika/260308-bill-gates-temperaturanstieg-narrativ-gecancelt/
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
aus e-mail von Doris Pumphrey, 29. Oktober 2025, 11:50 Uhr
_RTDE 29.10.2025
_*Tucker Carlson: Putin ist der weltweit beliebteste Staatschef
*US-Journalist Tucker Carlson hat Russlands Präsident Wladimir Putin als
den weltweit beliebtesten Staatschef bezeichnet. Dies sagte er in einem
Interview mit dem Sender /RTVI US:/
/"Er ist der beliebteste Staatschef der Welt – und das mit großem Abstand."/
Seiner Meinung nach liege Putins Popularität vor allem darin, "dass er
die Interessen seines Landes in vielerlei Hinsicht über seine eigenen
stellt – anders als westliche Staatschefs." Carlson erklärte, dass es
außerhalb Westeuropas, Kanadas und der "Anglosphäre" nahezu unmöglich
sei, jemanden zu treffen, dem Wladimir Putin nicht gefalle.
/"Er ist wie eine weltweite Berühmtheit."/
Auf die Frage, ob sich seine Sicht auf Putins Weltbild nach einem
Interview im Februar 2024 geändert habe, antwortete Carlson, er sei
überrascht gewesen zu erkennen, dass der russische Präsident "den Westen
tatsächlich mag – wahrscheinlich viel mehr als jeder, der ihn ersetzen
könnte."
Im Februar 2024 führte Carlson ein Interview mit Putin in Moskau. Thema
war die militärische Sonderoperation: warum sie begonnen wurde, wie sie
verläuft und wie sie enden könnte. Dabei erklärte Putin dem
US-Journalisten den historischen Kontext des Konflikts. Putin sagte in
diesem Interview:
/"Das heutige deutsche Führungspersonal orientiert sich eher an den
Interessen des kollektiven Westens als an den nationalen Interessen."/
Bereits zuvor hatte Carlson Putin als den effektivsten Staatschef der
Gegenwart bezeichnet und die Erfolge Russlands unter seiner Leitung
gelobt. Er wies darauf hin, dass die Lebenszufriedenheit in der
russischen Bevölkerung gestiegen sei. Auch im Juli 2025 erklärte Carlson
gegenüber der deutschen /Bild/, dass Putin "großartige Arbeit für
Russland" leiste, während westliche Staatschefs ihre Bevölkerung im
Stich ließen:
/"Euer Land geht den Bach runter, Russland steigt auf. Ihr [die
Deutschen] solltet wütend auf eure eigenen Anführer sein. Stattdessen
seid ihr wütend auf Putin." /
Zudem deutete er an, dass deutsche Politiker Putin und Russland
angreifen würden, um von wirtschaftlichen und migrationspolitischen
Problemen im eigenen Land abzulenken.
Darüber hinaus äußerte Carlson, dass die USA, Westeuropa und die meisten
Industrieländer sich in einer "Abschwungphase" befänden, während
Russland eine "geistige Wiedergeburt" erlebe und ein wohlhabendes Land
mit "Selbstwertgefühl und Zielstrebigkeit" sei. Dies sei ein Grund,
warum der Westen "Russland so sehr hasst und zerstören will", so der
US-Amerikaner.
Im Januar 2025 erklärte Tucker Carlson zudem, dass die Administration
des ehemaligen US-Präsidenten Joe Biden angeblich versucht habe, Putin
zu töten. "Das ist einfach verrückt", kommentierte der Journalist. Er
kritisierte, dass Bidens Team Chaos als "Schutzschirm" benutzt habe, und
behauptete, Außenminister Antony Blinken habe "alles getan, um einen
Krieg zwischen den USA und Russland zu beschleunigen." "Ich weiß nicht,
wie er damit durchgekommen ist", so Carlson weiter.
Damit demonstriert Tucker Carlson wieder einmal seine konsistente
Einschätzung: Putin stehe für Effektivität, Popularität und die
Priorität nationaler Interessen – im Gegensatz zu westlichen
Staatschefs. Unterdessen belegen Umfragen und offizielle Statements die
hohe Zustimmung in der russischen Bevölkerung und internationale
Anerkennung für Putin.
Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts FOM im September 2025
(https://forschung.fom.de/fileadmin/fom/forschung/FOM-Forschungsbericht-2024.pdf)
zeigte, dass 82 Prozent der Russen Wladimir Putins Arbeit als Präsident
positiv bewerten. Acht Prozent äußerten eine gegenteilige Meinung,
zehn Prozent enthielten sich. An der Befragung nahmen 1.500 Personen ab
18 Jahren teil. Die statistische Fehlertoleranz beträgt maximal 3,6 Prozent.
Chinesische Medien berichteten, Putin habe sein Land dreimal vor
Katastrophen gerettet.
Pjotr Tolstoi, der Vizepräsident der russischen Staatsduma, erklärte am
29. Juli, dass die Mehrheit der Teilnehmer der VI. Weltkonferenz der
Parlamentspräsidenten in Genf Russland positiv sehe und Putin sowie
seine Politik als vorbildlich betrachte.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
rtnewsde.site, 29 Okt. 2025 20:51 Uhr
Russland führt gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine Militäroperation in der Ukraine durch. Der Westen reagiert mit immer neuen Waffenlieferungen an die Ukraine und beispiellosen Sanktionen gegen Russland. Lesen Sie hier die neuesten Entwicklungen.
Quelle: Sputnik © Jekaterina Schtukina
29.10.2025 22:00 Uhr
22:00 Uhr
Dmitri Medwedew, der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates. Aufnahme vom 31. Juli 2025
Damit beenden wir für heute den Live-Ticker zur Lage im Ukraine-Konflikt. Morgen früh ab 7 Uhr geht es mit der Berichterstattung weiter. Wir wünschen unseren Lesern trotz aller Spannungen in der Welt eine gute Nacht!
21:44 Uhr
Putin: Die Verteidigung des Vaterlandes liegt in unseren Genen – kann uns niemand nehmen

Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Mittwoch ein Militärkrankenhaus besucht, in dem Angehörige der Streitkräfte behandelt werden, die bei Kampfeinsätzen im Rahmen der militärischen Sonderoperation verletzt wurden.
Begleitet wurde er von Verteidigungsminister Andrei Beloussow. Putin sprach mit den Soldaten über ihr Befinden und die Lage an der Front.
Ein Video dazu gibt es hier auf unserer Webseite.
21:28 Uhr
Russischer Diplomat: Europa genießt militärische Psychose
Westeuropa bereitet sich auf eine militärische Auseinandersetzung mit Russland vor und "genießt die Atmosphäre einer militärischen Psychose", erklärt Alexander Gruschko, ein stellvertretender Außenminister Russlands. Damit kommentiert er gegenüber RBK die Aussage des belgischen Verteidigungsministers Theo Francken, der gedroht hatte, die NATO werde Moskau dem Erdboden gleichmachen, sollten russische Raketen gegen Brüssel eingesetzt werden. Gruschko betont:
"Diese Erklärung des belgischen Verteidigungsministers kann als rein rhetorische Aussage betrachtet werden … Man sollte ihn fragen, wie Belgien Moskau dem Erdboden gleichmachen wird, aber es ist unmöglich, dies ernsthaft zu kommentieren."
Nach den Tests der Burewestnik-Rakete und der Poseidon-Unterwasserdrohne äußerten europäische Diplomaten keine Besorgnis, aber "Fachleute verstanden die Botschaft", fügt Gruschko hinzu. Die Botschaft lautet ihm zufolge wie folgt:
"Russland hat ausreichende Mittel, Möglichkeiten und politischen Willen, um seine Interessen in den Bereichen Verteidigung und Sicherheit zu gewährleisten."
20:49 Uhr
Medwedew nennt Poseidon-Unterwasserdrohne "Waffe des Jüngsten Gerichts"

Dmitri Medwedew, der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates. Aufnahme vom 31. Juli 2025Jekaterina Schtukina / Sputnik Die vor Kurzem getestete Unterwasserdrohne vom Typ Poseidon kann als "Waffe des Jüngsten Gerichts" bezeichnet werden, erklärte Dmitri Medwedew, der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates. In einem Beitrag in den sozialen Medien schrieb er:
"Im Gegensatz zu 'Burewestnik' kann 'Poseidon' im wahren Sinne des Wortes als Waffe des Jüngsten Gerichts betrachtet werden."
Präsident Wladimir Putin hatte am Mittwoch die erste Erprobung der Unterwasserdrohne vom Typ Poseidon bekannt gegeben. Die neue Drohne werde mit Kernenergie angetrieben – genauso wie zuvor erfolgreich getestete Marschflugkörper vom Typ Burewestnik.
Mehr zum Thema – Putin gibt weitere Details über bahnbrechende Waffen "Poseidon" und "Burewestnik" bekannt
20:19 Uhr
Ukrainische Drohne verfolgt Auto der Verwaltungschefin des Bezirks Belgorod
Eine Drohne der ukrainischen Streitkräfte hat das Auto von Tatjana Krugljakowa, der Leiterin der Verwaltung des Bezirks Belgorod, verfolgt. Zum Zeitpunkt des Drohnenangriffs gelang es Krugljakowa, aus dem Auto zu steigen. Dies berichtet der Gouverneur des Gebiets Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, auf seinem Telegram-Kanal.
Weiter heißt es, dass auch der Fahrer das Auto vor dem Angriff der Drohne verlassen konnte. Die Drohne verfolgte das Auto seit Saltykowo und holte es in Jasnyje Sori ein.
Wie der Gouverneur präzisiert, brannte das Auto infolge des Drohnenangriffs aus.
19:55 Uhr
Flugabwehr zerstört weiter ukrainische Drohnen über Russland
Die russische Flugabwehr hat zwischen 11 und 21 Uhr Moskauer Zeit fünf Drohnen der Ukraine im Luftraum des Gebiets Belgorod abgeschossen. Dies berichtet das russische Verteidigungsministerium. Außerdem wurden eine Drohne über der Teilrepublik Krim und ein unbemanntes Flugzeug über dem Gebiet Kursk zerstört.
19:34 Uhr
Terrorangriff auf Krim-Brücke: Staatsanwalt fordert lebenslange Haftstrafe für Angeklagte
Der zuständige Staatsanwalt beantragt die lebenslange Freiheitsstrafe für acht Angeklagte wegen des Terrorangriffs auf die Krim-Brücke im Oktober 2022. Dies berichtet ein Vertreter des Gerichts vom Militärbezirk Süd, an dem das Verfahren läuft.
Während vergangener Gerichtssitzungen haben sich alle Angeklagten nicht schuldig bekannt, erinnert die Nachrichtenagentur TASS.
Laut Ermittlern steckte hinter dem Terrorangriff Wassili Maljuk, der erste stellvertretende Chef des ukrainischen Sicherheitsdienstes SBU. Er soll in Kooperation mit einer Reihe bislang unbekannter Personen eine kriminelle Gruppe gebildet haben. Der Sprengstoff für den Angriff sei auf dem Territorium der Ukraine produziert und daraufhin mit einem Lkw an die Krim-Brücke gebracht worden. Der Fahrer habe von dem Plan nichts gewusst.
Die Angeklagten werden des Terrorangriffs und des illegalen Besitzes von Sprengstoff, zwei von ihnen zudem des Schmuggels von Sprengstoff, beschuldigt.
19:00 Uhr
Medien: US-Geheimdienst geht davon aus, dass Russland Sieg auf Schlachtfeld anstrebt
Die amerikanischen Geheimdienste sind der Ansicht, dass Russland nicht zu einem Kompromiss in der Ukraine bereit ist. Dies berichtet NBC News unter Berufung auf hochrangige US-Beamte.
Ein hochrangiger Vertreter des US-Kongresses teilte mit, dass der Geheimdienst dem Senat über die Entschlossenheit des russischen Präsidenten Wladimir Putin berichtet habe, die Kämpfe bis zum Sieg Russlands fortzusetzen. Dem Beamten zufolge zeigt die russische Seite keine Bereitschaft zu Kompromissen.
Das Weiße Haus lehnte es ab, sich gegenüber NBC News zu der Einschätzung des Geheimdienstes zu äußern, und behauptete, Präsident Donald Trump strebe Frieden in der Ukraine an.
18:36 Uhr
Peskow: Militaristische EU-Hysterie wird nicht einfach verschwinden
Die militaristische Hysterie Europas wird nicht ohne Weiteres verschwinden, vermutet der Pressesprecher des russischen Präsidenten Dmitri Peskow. Er sagte gegenüber Journalisten:
"Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Europäer in absehbarer Zukunft ihre für uns russophoben, militaristischen Bestrebungen aufgeben und ihre militaristische Hysterie einfach so verschwinden wird."
Peskow fügte hinzu, dass Russland und Weißrussland angesichts der Äußerungen aus Europa kaum "buchstäblich morgen" ein Gefühl der vollständigen Sicherheit empfinden könnten. Er erklärte:
"Ich glaube nicht, dass wir und unsere Freunde aus Weißrussland, unsere Verbündeten in Weißrussland, sich buchstäblich morgen in völliger Sicherheit fühlen können. Dazu reicht es, einen Tag lang die Erklärungen zu hören, die aus den Hauptstädten des Baltikums, aus Polen, aus Paris und aus London kommen, und dann wird alles klar."
18:15 Uhr
Macgregor: Die Russen gewinnen – der Vormarsch erfolgt schneller denn je

In einem aktuellen Interview für den Podcast "Judging Freedom" äußert sich der Oberst a. D. der US-Armee und Politikwissenschaftler Douglas Macgregor zur Lage in der Ukraine.
Dabei weist der Analyst auf einen schnellen Vormarsch der Russen hin, der "schneller als in der Vergangenheit" erfolge.
Laut Macgregor habe Putin erkannt, "dass er unter keinen Umständen Unterstützung oder Hilfe von irgendjemandem in den Vereinigten Staaten oder Europa bekommen wird, um diesen Konflikt zu beenden". Das bedeute, Russland müsse weiter vorrücken und seine Interessen verteidigen.
Ein Video dazu gibt es hier auf unserer Webseite.
17:51 Uhr
DVR: Ukrainischer Kämpfer wegen Mordes an einem Zivilisten verurteilt
Der Schütze der Fallschirmjägerbrigade der ukrainischen Streitkräfte, Jewgeni Lubenez, wurde wegen Mordes an einem Zivilisten in der Donezker Volksrepublik (DVR) zu 21 Jahren Haft in einem Hochsicherheitsgefängnis verurteilt, wie auf der Webseite der Generalstaatsanwaltschaft Russlands zu lesen ist. In der Mitteilung heißt es:
"Der Oberste Gerichtshof der Donezker Volksrepublik hat ein Urteil in einem Strafverfahren gegen den 46-jährigen Schützen der 46. separaten Fallschirmjägerbrigade der Streitkräfte der Ukraine, Jewgeni Lubenez, gefällt … Das Gericht schloss sich der Position des Staatsanwalts an und verurteilte Lubenez zu 21 Jahren Freiheitsentzug in einer Strafkolonie mit strengem Regime."
Er wurde wegen grausamer Behandlung der Zivilbevölkerung und der Anwendung von Methoden, die durch einen internationalen Vertrag der Russischen Föderation verboten sind, in einem bewaffneten Konflikt, sowie wegen Mordes für schuldig befunden. Es wurde festgestellt, dass Lubenez Ende November 2024 im Keller eines Privathauses einen Zivilisten, der die Aktionen der russischen Streitkräfte unterstützte, mit einem AK-74-Sturmgewehr erschossen hatte.
17:18 Uhr
Russischer Diplomat: Neues Putin-Trump-Treffen muss zunächst inhaltlich vorbereitet werden
Moskau und Washington werden über ein neues Treffen der Präsidenten Wladimir Putin und Donald Trump entscheiden, nachdem dessen Inhalt vereinbart worden sei, erklärt Sergei Rjabkow, ein stellvertretender russischer Außenminister, im Gespräch mit Journalisten.
"Wir glauben, dass der Rahmen, der bei dem Treffen der Staatschefs in Anchorage entstand, mit etwas Konkretem, mit Vereinbarungen und Entscheidungen gefüllt werden muss. Auf dieser Grundlage müssen wir voranschreiten."
16:51 Uhr
Russischer Sondergesandter: "Wir sind auf dem Weg zum Frieden"
Russland ist auf dem Weg zum Frieden im Konflikt mit der Ukraine, glaubt Kirill Dmitrijew, der Sondergesandte des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Bei einem Besuch in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad erklärt er:
"Wir sind auf dem Weg zum Frieden, und als Friedensstifter müssen wir dafür sorgen, dass dies gelingt."
16:24 Uhr
US-Vizepräsident Vance optimistischer bezüglich Lösung des Konfliktes
US-Vizepräsident JD Vance gibt zu, dass er den Ukraine-Konflikt zuvor für kaum lösbar gehalten hat. Nun erkenne er wesentliche Fortschritte im Friedensprozess. Im Interview für die New York Post erklärt Vance wörtlich:
"Hätte man mich vor sechs Monaten gefragt, hätte ich gesagt: 'Sie hören niemals auf zu kämpfen. Russland wird sein Vietnam haben. Auch 15 Jahre später würden sie immer noch kämpfen.' Hätte man mich vor einem Monat gefragt, hätte ich gesagt, dass wir unglaublich viele Fortschritte machen."
Präsident Donald Trump sei nicht in der Lage, die Konfliktparteien zum Frieden zu zwingen, betont Vance. Sowohl Russland als auch die Ukraine würden derzeit von der Fortsetzung der Kampfhandlungen profitieren. Nach Einschätzung des Vizepräsidenten habe Russland nur wenig Territorium befreit, während die Ukraine vor ernsten Problemen mit ihrer Energieinfrastruktur und einer beträchtlichen Anzahl militärischer Verluste stehe.
15:51 Uhr
"Die Eliten lehnen dies jedoch ab" – Russland will EU und NATO Sicherheitsgarantien geben

Russland hat nicht die Absicht, Länder der Europäischen Union und der NATO anzugreifen, und Moskau ist bereit, dies in künftigen Sicherheitsgarantien zu verankern.
Dies erklärte der Außenminister Sergei Lawrow auf der 3. Internationalen Minsker Konferenz zur Eurasischen Sicherheit.
Der Minister betonte, Russland habe wiederholt erklärt, dass es nicht die Absicht habe, eines der derzeitigen Länder der Europäischen Union oder der Nordatlantischen Allianz anzugreifen. "Wir sind bereit, diese Position in künftigen Sicherheitsgarantien für diesen Teil Eurasiens zu verankern. Die EU-Spitzenpolitiker lehnen deren Prüfung jedoch auf einer wirklich kollektiven Basis ab und verkünden stolz, dass es nach der Ukraine-Krise Sicherheitsgarantien nicht mit Russland, sondern gegen Russland geben müsse", erklärte Lawrow.
Ein Video dazu gibt es hier auf unserer Webseite.
15:33 Uhr
Medien: Ukrainische Streitkräfte können russische Aufklärungsgruppen nicht aufhalten
Russische Sabotage- und Aufklärungsgruppen verbreiten Panik in den Reihen der ukrainischen Streitkräfte, schreibt das Analyseportal Business Insider. In dem Artikel heißt es:
"Von Drohnen geführt, bewegen sich kleine russische Aufklärungsgruppen unbemerkt entlang der Frontlinie, verstecken sich vor dem Feind und bereiten den erschöpften ukrainischen Truppen, die ohnehin schon am Limit sind, Probleme."
Diese Taktik des russischen Militärs sorgt für große Unruhe in den Reihen der ukrainischen Streitkräfte, da sie effektiv ist und es Russland ermöglicht, tief in das ukrainische Territorium vorzudringen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Quellen.
15:03 Uhr
Schweden und Norwegen übergeben Ukraine CB90-Kampfboote
Vor kurzem hätten Schweden und Norwegen den Seestreitkräften der Ukraine Kampfboote vom Typ Combat Boat 90 übergeben, wie die ukrainische Marine am Mittwoch auf Telegram mitteilt.
"Solche Boote sind schon bei unserer Flotte im Einsatz, und jetzt gibt es noch mehr davon – es wurde eine ganze Division auf Basis dieser Technik gebildet. Combat Boat 90 gehören zu den besten der Welt und werden in vielen Ländern eingesetzt, insbesondere in den NATO-Mitgliedstaaten."
Wie es heißt, seien die Kampfboote im Rahmen der maritimen Unterstützungsinitiative für die Ukraine, der Maritime Capability Coalition, geliefert worden.
Die Anzahl der gelieferten Kampfboote wurde nicht genannt.
14:41 Uhr
Putin: Burewestnik-Marschflugkörper hat "unbestreitbare Vorteile"
Die von russischen Spezialisten entwickelte Rakete des Typs Burewestnik mit Kernenergieantrieb habe "unbestreitbare Vorteile". Dies erklärte der russische Präsident Wladimir Putin am Mittwoch während seines Besuchs in einem Militärkrankenhaus.
"Vor kurzem wurde die neueste Rakete mit unbegrenzter Reichweite getestet. Sie hat unbestreitbare Vorteile."
Putin zählte die wichtigsten Merkmale der neuen Waffe auf:
Putin erklärte außerdem, dass Russland gestern erfolgreiche Tests von "einem weiteren vielversprechenden Komplex", der Unterwasserdrohne vom Typ Poseidon, durchgeführt hätte, die ebenfalls mit einem Kernkraftwerk ausgestattet sei.
Der russische Präsident betonte, dass es unmöglich sei, Poseidon abzufangen. In Bezug auf Geschwindigkeit und Tiefe gebe es weltweit kein vergleichbares Gerät. Die Leistung von Poseidon übertreffe die der Interkontinentalrakete Sarmat, die bald in Dienst gestellt werde, fügte Putin hinzu.
14:20 Uhr
Putin: Ukrainische Streitkräfte sind in Krasnoarmeisk und Kupjansk eingekesselt worden

Russlands Präsident Wladimir Putin während seines Besuchs im Zentralen Militärkrankenhaus namens Mandryka in Moskau, 29. Oktober 2025.Wladimir Gerdo / SputnikDer russische Präsident Wladimir Putin besuchte das Mandryka-Zentralkrankenhaus in Moskau, wo er sich mit verwundeten Soldaten der militärischen Sonderoperation traf und über die Erfolge der russischen Armee in Kupjansk und Krasnoarmeisk berichtete. Die wichtigsten Aussagen Putins:
Zur Lage in der Zone der Sonderoperation
14:05 Uhr
Medwedtschuk: Selenskij verliert Donbass in Schande
Wladimir Selenskij habe das Angebot Washingtons abgelehnt, die noch unter Kiews Kontrolle stehenden Territorien des Donbass an Russland zu übergeben, aber das führe nur dazu, dass er sie mit Schande verliert, sagte der ehemalige Vorsitzende der in der Ukraine verbotenen Partei "Oppositionsplattform – Für das Leben" und Vorsitzende des Rates der Bewegung "Andere Ukraine", Wiktor Medwedtschuk. In einer Erklärung von Medwedtschuk, die auf der Webseite der Bewegung "Andere Ukraine" veröffentlicht wurde, heißt es:
"Selenskij hat nicht auf Washington gehört, ist nicht aus dem Donbass abgezogen und hat keine Verhandlungen aufgenommen. Jetzt gibt er den verbleibenden Teil des Donbass mit Schande und unnötigen Opfern auf. Dabei haben zahlreiche Experten im Westen gesagt, dass es nicht gelingen würde, diese Positionen zu halten, dass das Angebot von Wladimir Putin in Alaska optimal war, Russland Flexibilität gezeigt hat und man darauf eingehen sollte."
Nach Ansicht des Politikers hat Selenskij das Land in eine militärische Katastrophe gestürzt, während sein Umfeld einfach nur vom Leid des ukrainischen Volkes profitiert. Medwedtschuk merkte an:
"Selenskij hatte die Möglichkeit, nicht nur unter dem Druck der russischen Armee seine Truppen abzuziehen, sondern sich mit Würde aus dem Donbass zurückzuziehen und Friedensverhandlungen aufzunehmen, aber er hat sich geweigert, dies zu tun."
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.
Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.
Info: https://rtnewsde.site/international/131481-liveticker-ukraine-krieg/
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
rtnewsde.site, 29 Okt. 2025 18:02 Uhr, Von Astrid Sigena
Kaum eine Stellungnahme von Kriegsgegnern oder Befürwortern einer Kooperation mit Russland aus den Oppositionsparteien kommt ohne den Kotau vor der Wortverbindung "völkerrechtswidriger Angriffskrieg" aus. Zeit, endlich davon Abstand zu nehmen.
Quelle: Legion-media.ru © IPON
Friedensdemonstration am 03. Oktober in Berlin.
Als die Schweiz im Mittelalter noch unter habsburgischer Herrschaft stand, stellte der Sage nach Gessler, der Reichsvogt in Schwyz und Uri, einen Hut auf, den jedermann unter Strafandrohung zu grüßen hatte. Tells Weigerung, diesen Gruß auszuführen, führte bekanntermaßen zum berühmten Apfelschuss und letztlich zur Unabhängigkeit der Schweiz. Bis heute gilt der Gesslerhut als Symbol für eine Einrichtung, deren Zweck die öffentliche Erzwingung untertäniger Unterwerfung ist.
Am Montag war es wieder so weit: Bernd Baumann, der parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, gab der Welt ein Interview. Anlass waren die unter anderem aus der CDU stammenden Vorwürfe, die AfD sei zu russlandfreundlich und gefährde dadurch die Sicherheit Deutschlands (RT DE berichtete). Erwartungsgemäß hielt Baumann mit Verve dagegen und sprach von "Verzweiflungstaten" der Umfrageverlierer von der CDU. Nicht ganz ohne Erfolg: Der Moderator musste zugeben, dass der thüringische Innenminister Georg Maier (SPD) seine Spionage-Vorwürfe verbal abgeschwächt hat:
"Aus juristischen Gründen muss er das wahrscheinlich sagen, weil er das nicht beweisen kann."
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Analyse
Wehrpflicht-Wende bei der AfD: Hier hat die Basis das Sagen
Ebenso erwartungsgemäß kam aber auch die standardmäßige BRD-Wortfloskel, wenn es um den Ukraine-Krieg geht. Ab Minute 2:02 war es dann soweit: Der Moderator warf dem AfD-Politiker vor, nicht "vom Angriffskrieg der Russen", sondern "von einem Krieg in der Ukraine" zu sprechen. Baumann sprang dann auch gleich brav übers Stöckchen, wies die Behauptung empört zurück und betonte, die AfD-Bundestagsfraktion habe sogar eine Resolution verfasst, in der sie den Ukraine-Krieg zum "völkerrechtswidrigen Angriffskrieg" erklärt hatte. Knapp eineinhalb Minuten später wiederholte Baumann dann noch einmal eigenständig, ohne vom Moderator angeleitet werden zu müssen, das Narrativ vom "völkerrechtswidrigen Angriffskrieg".
Damit schwächte Baumann seine ansonsten richtige Argumentation: Man müsse mit den Russen verhandeln und zu einer Friedenslösung gelangen, die auch russische Sicherheitsinteressen einschließe. Ebenso wies er zurecht auf die horrenden Summen hin, mit denen Deutschland die Herrschaft Selenskijs am Leben erhält. Aber mit seiner Verbeugung vor dem bundesrepublikanischen Gesslerhut entkräftete Baumann selbst seine Aussagen. Denn: Warum sollte man mit einem Aggressor-Staat verhandeln? Das ist nämlich Russland für denjenigen, der das Narrativ vom "völkerrechtswidrigen Angriffskrieg" übernimmt. Mit der Verwendung dieses Begriffs überlässt man ohne Not den Gegnern einer Einigung mit Russland die Diskurshoheit, die diese Karte mit Vergnügen ausspielen werden.
Zumal dieses Narrativ bestimmte historische Tatsachen völlig außer Acht lässt: Zum Beispiel verdeutlicht Merkels Geständnis (das von ihr sogar mehrfach wiederholt wurde, zuletzt in einem Interview in Ungarn), dass man mit den Minsker Vereinbarungen der Ukraine Zeit verschaffen wollte, um sie wehrhafter zu machen, und den europäischen Verhandlungspartnern Russlands überhaupt nicht an einer dauerhaften Friedenslösung gelegen gewesen sei. Von Boris Johnsons mutmaßlicher Sabotage des Istanbuler Friedensabkommens ganz zu schweigen. Und dies sind nur zwei Beispiele aus der Vorkriegsgeschichte und dem Verlauf des Ukraine-Konflikts, die es verbieten, die Behauptung vom russischen "völkerrechtswidrigen Angriffskrieg" einfach nachzuplappern, wenn man historisch redlich bleiben will.
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"Krieg und Frieden" im Berliner Kino Babylon: Rückkehr zur UN-Charta als letzte Chance
Auch der anschließende Relativsatz "den Putin da gemacht hat" in Baumanns Ausführungen ist unterkomplex. Schließlich besteht die russische Führung nicht allein aus Putin und der Kampf in der Ukraine wird von großen Teilen des russischen Volkes als schmerzlich, aber leider notwendig angesehen. Die AfD (und auch andere Gegner einer Konfrontation mit Russland) ist nicht verpflichtet, sich für die Entscheidungen der russischen Führung verantwortlich zu fühlen (als deutsche Partei trägt sie die Verantwortung für ihr eigenes Land). Sie braucht sie auch nicht zu rechtfertigen (was in der heutigen BRD ohnehin rechtlich gefährlich wäre). Es wäre allerdings schon viel gewonnen, wenn sie davon ablassen könnte, russophobe Stereotype nachzuplappern.
Um nicht unfair zu sein: Auch die andere Partei von einiger Bedeutung, die sich gegen den Kriegskurs der Bundesregierung und für ein Auskommen mit Russland ausspricht, das BSW, rührt nicht an dem Tabu des angeblichen "völkerrechtswidrigen Angriffskriegs" Putins (gerne auch noch mit der Vokabel "unprovoziert" garniert). Die BSW-Vorsitzende Sahra Wagenknecht ließ eine Zeit lang kaum einen ihrer Talkshow-Auftritte verstreichen, ohne diese Formel ausgesprochen zu haben – fast ganz so, als handele es sich um eine Zauberformel, die sie vor Ausgrenzung und Stigmatisierung schützen könnte. Sie verstieg sich sogar dazu, den russischen Präsidenten einen Verbrecher zu nennen – das seien ihrer Meinung nach alle Politiker, die Kriege begännen. Aber das Herunterbeten der vorgeblich magischen Worte half nichts – sie ist samt ihrer Partei als Putin-Versteherin und fünfte Kolonne Moskaus (O-Ton des Grünen Anton Hofreiter) verschrien, ganz genauso wie die AfD.
Wie man es besser machen kann, zeigt eine Pressemitteilung, die gleichfalls aus der AfD-Bundestagsfraktion kommt, ebenfalls vom 27.10.2025. Sie stammt aus dem Büro des Bundestagsabgeordneten Gottfried Curio, aus den Debatten im Plenum als rhetorischer Florettfechter der AfD bekannt. Curio nahm Bezug auf eine Meldung des Handelsblatts, der zufolge Bundesinnenminister Alexander Dobrindt von der CSU das Thema Krisenvorsorge in den Schulunterricht einbinden möchte (RT DE berichtete). Medienberichten zufolge soll es dabei auch um die Vorbereitung auf einen möglichen Kriegsfall gehen, wobei die Kinder als Wissensträger in die Familien hineinwirken sollen.
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"Bellizistische Lufthoheit über Kinderbetten": AfD kritisiert Dobrindts "Kriegsunterricht"
Nichts mit Herumlavieren um den angeblichen "völkerrechtswidrigen Angriffskrieg". Curio ging vielmehr wort- und grußlos an diesem Gesslerhut vorüber und schritt prompt zum Gegenangriff: Dobrindt wolle "die bellizistische Lufthoheit nun auch über den Kinderbetten". Und: Bei den Plänen des Bundesinnenministers handele es sich um "pädagogische[n] Kindesmissbrauch zum Zwecke der Kriegspropaganda". Schüler würden als Multiplikatoren für die Panikmache der Regierung missbraucht: "durch Kinderköpfe in Familien hinein, Schulunterricht als offenes Infiltrationsinstrument". Beneidenswerte Deutlichkeit, aber in der Opposition zum Kriegskurs leider zu selten.
Und es geht weiter: Curio und sein Team scheuen auch nicht davor zurück, die Kriegspläne der Machthaber anzusprechen. Es "wäre eine unangebrachte Verharmlosung", in den Maßnahmen der Bundesregierung "nur einen völlig übersteuerten Alarmismus zu sehen", nein, die die Regierung verfolge mit ihrer Kampagne die Absicht, "das Thema eines kommenden Krieges selbstverständlich bis unvermeidbar zu machen" – für Curio ein erschreckendes Zeichen, "dass für diese Regierung die Würfel offenbar schon gefallen sind" (in Richtung Krieg, muss sich der Leser ergänzen). Der Tenor der Regierungsverlautbarungen sei folgender: "Es kann nur noch um das 'Wie' unserer möglichst umfangreichen Vorbereitung gehen", folglich nicht mehr darum, ob die Deutschen überhaupt einen Krieg wollen und wie man ihn mit diplomatischen Mitteln verhindern könnte. Denn, so Curio weiter:
"Die Panikmache der Regierung soll das Fenster der Stimmung zu immer weiteren Kriegsvorbereitungen öffnen."
Die bundesrepublikanische Obrigkeit will die Deutschen immer weiter in Richtung Krieg mit Russland treiben. Dagegen müssen sich Kriegsgegner aller politischen und weltanschaulichen Lager nach Kräften wehren. Rücksichtnahme auf die Sprachgebote, derer, die dem Krieg das Wort reden, ist da unangebracht. Klare Artikulation und Anprangerung ihrer Kriegspläne dagegen umso mehr.
Mehr zum Thema – Blockaden und Wehrdienstverweigerung: Neue Töne auf "Die Waffen nieder"-Demo in Berlin
RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.
Info: https://rtnewsde.site/meinung/260261-opposition-gesslerhut-voelkerrechtswidriger-angriffskrieg/
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
aus e-mail von Clemens Ronnnefeldt, 29. Oktober 2025, 18:57 Uhr
Liebe Friedensinteressierte,
nachfolgend sende ich einige Artikel zu dem Kriegen in der Ukraine und
in Westasien sowie zum Thema Militarisierung in Deutschland - auch
heute mit dem Hinweis, dass ich nicht mit allen Artikeln übereinstimme,
diese aber für relevant halte:
1. n tv: Ukraine-Krieg im Liveticker
2. n tv: Hoffnung auf Verhandlungen - Selenskyj erwartet Friedensplan von "Koalition der Willigen"
3. Seymour Hersh: WAS PUTIN UND SELENSKYJ WOLLEN, ABER NICHT BEKOMMEN KÖNNEN
4. Infosperber: Wolfgang Richter: Vermutliche Luftraumverletzungen: «Medial völlig übertrieben»
5. BIP-Aktuell: Israel verletzt den Waffenstillstand
6. Tagesschau: Warnung der USA - Scharfe Kritik an Israels Annexionsplänen
7. NYT: Israel führt ersten Luftangriff im Westjordanland seit Monaten durch und tötet 3
8. Die Zeit: Hisbollah: Das Problem mit der Entwaffnung
9. Berliner Zeitung: Deutschland zahlt für US-Militärangehörige: Wie die SPD sich einen Vorteil im Wahlkampf erkauft
10. Der Spiegel: Pläne des Innenministers - Dobrindt will Schüler auf den Krieg vorbereiten
11. IPG: Rolf Mützenich: Das neue nukleare Zeitalter
12. Friedensfähig: Kampagne kritisiert geheime Pläne der Bundesregierung
Kauf von Tomahawk-Marschflugkörpern birgt enormes Eskalationspotenzial
13. Friedenskooperative: Abrüstungsappell jetzt unterschreiben!
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1. nt v: Ukraine-Krieg im Liveticker
29.10.2025
Ukraine-Krieg im Liveticker
15:48 Militärexperte Thiele nennt aktuelle Zahl getöteter Soldaten: "Ein sehr verlustreicher Kampf“
Oberst a.D. Ralph Thiele spricht im ntv-Interview über die angespannte
Lage an der Kriegsfront, die Schwächen der ukrainischen Verteidigung
und die Modernisierung der russischen Armee. Der Militärexperte warnt:
Beide Seiten stoßen an ihre Grenzen und die Nato müsse sich dringend
besser aufstellen. Zuletzt seien deutlich mehr Ukrainer als Russen im
Krieg getötet worden, wie die Zahl toter Kriegsgefangener zeige, sagt
Thiele im ntv-Interview.
(…)
14:13 Russischer Sondergesandter Dmitrijew erwartet baldige "diplomatische Lösung“
Der Krieg in der Ukraine wird nach Einschätzung des russischen
Sondergesandten Kirill Dmitrijew binnen eines Jahres beendet sein.
"Wir sind sicher, dass wir auf dem Weg zum Frieden sind - und als
Friedensstifter müssen wir dafür sorgen, dass dies gelingt", sagt der
Sondergesandte des russischen Präsidenten Wladimir Putin bei einem
Besuch in der saudiarabischen Hauptstadt Riad.
Dort nimmt Dmitrijew, der auch Chef des Russischen
Direktinvestitionsfonds ist, an einer Investorenkonferenz teil. Er
äußert sich nach seinen Treffen mit Vertretern der US-Regierung am
Wochenende in den USA. Auf die Frage, ob Frieden in der Ukraine
innerhalb eines Jahres möglich sei, antwortet Dmitrijew: "Ich glaube
schon.“
Während seines Aufenthalts in den USA erklärte er, Russland und die
USA stünden kurz vor einer "diplomatischen Lösung" des Krieges.
——
2. n tv: Hoffnung auf Verhandlungen - Selenskyj erwartet Friedensplan von "Koalition der Willigen"
Hoffnung auf Verhandlungen
Selenskyj erwartet Friedensplan von "Koalition der Willigen"
27.10.2025, 13:12 Uhr
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rechnet in den kommenden
Tagen mit einem Friedensplan der sogenannten Koalition der Willigen.
Der Plan solle kurz sein, sagte er dem US-Portal "Axios": "Ein paar
schnelle Punkte. Wie der Plan eines Waffenstillstands. Wir haben
beschlossen, in der kommenden Woche oder zehn Tagen daran zu
arbeiten." Allerdings bezweifele er, dass Russlands Präsident Wladimir
Putin dem Plan zustimmen werde, sagte Selenskyj.
Die Koalition der Willigen sind etwa zwei Dutzend Staaten, angeführt
von Großbritannien und Frankreich, die der Ukraine nach einem
möglichen Waffenstillstand militärische Sicherheitsgarantien geben
wollen. Nach einem Treffen am vergangenen Freitag in London sprach
auch der britische Premierminister Keir Starmer von einem Friedensplan
der Koalition.
US-Präsident Donald Trump hat gefordert, die Kämpfe in der Ukraine
entlang der derzeitigen Frontlinie einzustellen. Dem hat die Ukraine
zugestimmt, ebenso ihre europäischen Unterstützer. Moskau besteht
unter anderem darauf, dass die ukrainischen Truppen komplett aus dem
von Russland beanspruchten Gebiet Donezk abziehen.
Um Putin an den Verhandlungstisch zu zwingen, seien weitere Sanktionen
gegen Russland sowie Waffen mit hoher Reichweite für die Ukraine
nötig, sagte Selenskyj dem US-Portal.
Quelle: ntv.de, dpa
———
3. Seymour Hersh: WAS PUTIN UND SELENSKYJ WOLLEN, ABER NICHT BEKOMMEN KÖNNEN
(in der angebotenen deutschen Übersetzung)
WAS PUTIN UND SELENSKYJ WOLLEN, ABER NICHT BEKOMMEN KÖNNEN
Die beiden Führer reden immer noch aneinander vorbei
Texte von Seymour Hersh
Okt 23, 2025
Die angeschlagenen russischen Truppen nennen es den „Horseshoe“, ein
brutal verstärktes Gebiet in der hügeligen nördlichen Ecke der
Donbass-Region, das den Eintritt der Armee vom Osten in die riesigen
zentralen Ebenen der Ukraine blockiert – ein Weg, der die russische
Armee führen könnte, wenn sie in der Lage wäre, einen erwarteten
Gegenangriff zu überwinden, tief in die Zentralukraine und sogar
theoretisch in die Außenbezirke von Kiew.
Das Hufeisen ist blutverschmiert und wird durch Gräben, Bunker und
Betonbarrieren befestigt, die die russische Armee in Schach gehalten
haben, zu großen Kosten für Leben und Materialien.
Ein gut informierter amerikanischer Beamter sagte mir, dass Wladimir
Putin, der russische Präsident, seine Generäle weiterhin dazu drängt,
einen umfassenden Angriff zu machen und das Gebiet zu nehmen und Putin
zu geben, was er will, um den Krieg zu beenden: die totale Kontrolle
des Donbass, der aus zwei Provinzen besteht - Donezk und Luhansk -,
die reich an Kohle, Eisenerz, Lithium, Titan und Seltenen Erden sind.
Und die russische Geschichte. Russisch sprechend machen 70 Prozent der
Region aus. Russlands Generäle, so wurde mir vom Beamten gesagt, haben
sich bisher geweigert, einen weiteren Angriff auf das Hufeisen zu
verüben, unter Berufung auf frühere Misserfolge, schwere Opfer von
Kampfsoldaten und Zerstörung ihrer Panzer und anderer schwerer Waffen.
Wenn der Winter näher rückt, wird Putin erst im Frühjahr eine
Bodenoffensive starten und erneut versuchen, den gesamten Donbass zu
übernehmen, dessen von der Ukraine kontrollierte Gebiete seit dem
Einmarsch Russlands in die Ukraine Anfang 2022 schwer unter russischen
Drohnen- und Raketenangriffen stehen.
Presseberichte über den jüngsten Nicht-Gipfel haben betont, dass Putin
zugestimmt hat, alle Kämpfe entlang des Rests der Front einzufrieren,
wenn ihm die Kontrolle über den gesamten Donbass gewährt wird.
Präsident Wolodymyr Selenskyj aus der Ukraine betonte trotz des Drucks
der Vereinigten Staaten, wie er es in der Geschichte der
Friedensgespräche mit Russland getan hat, dass er nicht ändern werde,
wie der US-Beamte es mir sagte, "seine langjährige Position, die leere
Hoffnung und das Ziel, die gesamte Ukraine zurückzunehmen", aufrecht
zu erhalten.
Die Ironie oder "Realität", wie der Beamte es ausdrückte, ist, dass
"Russland seit einem Jahr erfolglos versucht, diesen Teil des
Territoriums zu erobern und mit großen Verlusten von seinem Truppen
ohne Erfolg gescheitert ist." Selenskyjs Spiel fügte er schief hinzu:
"Könnte funktionieren. Vielleicht nicht."
Offensichtlich gibt es in diesem Krieg keine Lernkurve.
Der nie endende Stau folgte nach dem jüngsten Gipfel, der nicht
stattfand: Trump sagte diese Woche ein Treffen mit Putin ab, weil, wie
er erklärte, „es fühlte sich einfach nicht richtig für mich an. Es
fühlte sich nicht so an, als würden wir an den Ort kommen, den wir
bekommen müssen. . . . Wir werden es in Zukunft tun."
Die Zukunft kam heute früh, als das US-Finanzministerium, das sich um
Trump handelte, abrupt Sanktionen gegen Russlands zwei größte
Ölunternehmen Rosneft und Lukoil ankündigte.
Die New York Times berichtete, dass die Europäische Union sofort
nachzog und die Preise von Brent Crude, der internationalen Benchmark,
um mehr als fünf Prozent in die Höhe trieb. China stornierte sofort
seine Bestellung von russischem Rohöl im November, und Indien, der
andere Hauptabnehmer von russischem Rohöl, wurde erwartet, dass es
dasselbe tun würde. Es gab keine unmittelbare Reaktion aus Moskau,
aber das Druckspiel ist an.
Putin hat jede aufeinanderfolgende Reihe von US-Sanktionen überlebt,
die Donald Trump jetzt eskaliert, die zu dem Rückzug aus Russland
geführt haben, der unter Obama, von amerikanischen Hotels,
Lebensmittelketten und anderen US-Unternehmen begann, die dort
gediehen waren.
Ukrainische Drohnen- und Raketenangriffe, die mit Hilfe des westlichen
Geheimdienstes ins Visier genommen wurden, begannen im August mit dem
Angriff auf russische Ölraffinerien. Bis heute, so der Beamte, wurde
fast die Hälfte der russischen Raffinerien zumindest vorübergehend von
ukrainischen Drohnen in Betrieb genommen.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen waren in Russland enorm und wurden
von Öl- und Chemieindustriezeitschriften sorgfältig überwacht. Ihre
Berichterstattung ergab, dass Russland 22 Dollar für jedes Barrel
raffiniertes Öl verdiente, das in der Türkei, Indien oder China
landete. Russland, das seine Raffinationskapazität verringert hat,
verdient jetzt nur noch zwei Dollar pro Barrel für sein Rohöl - das
oft ein Prozent oder mehr Schwefelnebenprodukte enthält, die im
Raffinationsprozess entfernt werden müssen.
Eine weitere Komplikation für die russische Wirtschaft war der Mangel
an Maklern, die bereit sind, russisches Rohöl direkt an Raffinerien in
ganz Europa und Asien zu liefern. Es gibt eine Pipeline nach Europa,
aber nur Hungry und die Slowakei kaufen russisches Rohöl. Russland
verkauft Rohöl an die Türkei und Asien, aber dies führt zu einem
weitaus kostspieligeren Versand mit Versicherungsbedarf. Öltanker sind
in einer Krise, die bald kommen könnte, leicht zu finden und zu
zerstören, und Öllager auf der ganzen Welt bleiben ungeschützt.
"Putin ist das Geld ausgegangen", betonte der US-Beamte für mich. "Die
russische Flotte im Schwarzen Meer ist fertig und er betreibt ein
Ponzi-System" durch Kredite, die er von russischen Banken, die von Öl-
und Gasgeldern gedeihen, aber nicht an Privatpersonen leihen dürfen,
keine Mittel zur Rückzahlung haben. Und doch fügte er hinzu: "Putin
ist bereit, einen Deal anzunehmen, wenn Sie seine Bedingungen
akzeptieren.“
(…)
"Die Europäer sind besorgt um Putin", sagte der Experte. "Es gibt ein
zwei- oder dreijähriges Zeitfenster, in dem Europa stark genug sein
muss", um eine Bedrohung für jeden zukünftigen russischen politischen
Gambit darzustellen. Unterdessen fügte er hinzu: „Trump hilft Putin,
den Sieg vor der Niederlage zu erringen. Er ändert ständig die
Bedingungen eines Deals."
Die Welt beobachtet und tut wenig, um den Krieg zwischen Russland und
der Ukraine zu beenden. Wir bleiben bei Selenskyj, der darauf besteht,
dass es kein Friedensabkommen geben wird, das den Verlust ukrainischen
Territoriums beinhaltet; Putin, der glaubt, dass er seinen Weg zum
Sieg in einem von ihm begonnenen und noch gewonnenen Krieg
bombardieren kann; und Trump, der einen Krieg, jeden Krieg, begleichen
will, um einen Preis zu gewinnen.
<https://substack.com/@seymourhersh>
——
4. Infosperber: Wolfgang Richter: Vermutliche Luftraumverletzungen: «Medial völlig übertrieben»
https://www.infosperber.ch/politik/vermutliche-luftraumverletzungen-medial-voellig-uebertrieben/
Vermutliche Luftraumverletzungen: «Medial völlig übertrieben»
Redaktion / 26.10.2025
Drohneneinflüge, Drohnen über Flughäfen, Luftraumverletzungen –
Militärexperte Richter stellt klar, was dran ist und was nicht.
Red. – Wolfgang Richter, Oberst a. D., nahm im Online-Portal
«Makroskop» Stellung zu den angeblichen Drohnenangriffen und
Luftraumverletzungen sowie zur weiteren, auch medialen Eskalation im
Krieg um die Ukraine. Infosperber publiziert eine gekürzte Version des
von «Makroskop»-Redaktorin Ulrike Simon mit Wolfgang Richter geführten
Gesprächs mit dem Titel «Wird Russland uns angreifen oder sind wir
schon ‹im Krieg›, Herr Richter?».
_____________________
Herr Richter, die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen
wertet die jüngsten Drohnen- und Kampfjetvorfälle als Teil der
hybriden Kriegsführung Russlands. Das Land führe eine eskalierende
Kampagne mit dem Ziel, die Bürger zu verunsichern und die
Entschlossenheit der EU zu testen, die Union zu spalten und die
Unterstützung für die Ukraine zu schwächen. Eine neue Denkweise sei
erforderlich, man dürfe sich nicht wegducken, sondern müsse den
russischen Bedrohungen «mit Einigkeit, Abschreckung und
Entschlossenheit» begegnen. Stimmen Sie ihr zu?
Die EU-Kommission scheint hinter einer Reihe von Luftzwischenfällen,
die weitgehend ungeklärt sind, einen Zusammenhang und einen russischen
Masterplan zu vermuten. Dafür gibt es keine hinreichenden Belege. Es
handelt sich vielmehr um Spekulationen, die im Kontext der
gegenwärtigen Spannungen verständlich sein mögen, aber keiner
nüchternen Analyse standhalten. Vielmehr bedürfen die erwähnten
Vorfälle der Klärung in jedem Einzelfall, zumal sie durch
unterschiedliche Akteure und technische Sachverhalte verursacht worden
sein können.
Eine Absicht Moskaus, einen weiteren Konflikt zu provozieren, wäre aus
strategischer Sicht nicht plausibel. Angesichts der Bindung der
russischen Truppen in der Ukraine und der konventionellen
Überlegenheit der Nato widerspräche ein solches Vorhaben dem
russischen Sicherheitsinteresse.
In dieser Lage den Westen zu «testen» und gegebenenfalls einen für
Russland existenzgefährdenden zusätzlichen Konflikt
heraufzubeschwören, wäre ein unsinniges Unterfangen. Auch die Annahme,
dass Luftzwischenfälle «Europa spalten» könnten, entbehrt jeder Logik.
Vielmehr hat die Luftverteidigung der Nato – die EU hat hier weder
Zuständigkeit noch Fähigkeit – ihre Zuverlässigkeit und
Reaktionsbereitschaft demonstriert und angemessen reagiert.
Wie bewerten Sie die Drohneneinflüge in Polen vom 9. auf den 10.
September?
Zu den Drohneneinflügen in Polen am 9./10. September hat sich selbst
die Nato noch nicht zu einer abschliessenden Bewertung durchgerungen.
Es fällt auf, dass sie teils aus Belarus kamen und keine Sprengköpfe
mitführten. Grundsätzlich können Kursabweichungen auch durch Jamming
und Spoofing der Satellitensignale für die Steuerungssysteme
verursacht worden sein. Auch die Ukraine wendet solche elektronischen
Abwehrmassnahmen an und kann so einen beträchtlichen Teil der
russischen Drohnen ablenken und schliesslich unkontrolliert zum
Absturz bringen. Die integrierte Nato-Luftverteidigung hat
professionell reagiert und einen Teil der Drohnen abgeschossen.
Dass eine Drohne angeblich ein Haus im ostpolnischen Wyriki-Wola
beschädigt hat, musste Polen mittlerweile dementieren. Tatsächlich
handelte es sich um eine fehlgeleitete Luft-Luft-Rakete eines
polnischen F-16 Jagdbombers. Auch die angebliche elektronische Störung
des Landeanflugs von Frau von der Leyen in Sofia durch Russland erwies
sich als Fake News.
Und wie sehen Sie die Einflüge von drei russischen Kampfflugzeugen in
den estnischen Luftraum am 19. September?
Die vermutlichen Verletzungen des estnischen Luftraums durch drei
russische MiG-31-Jagdbomber am 19. September werden medial völlig
übertrieben dargestellt. Selbst wenn diese für 12 Minuten vom
«Normalkurs» abgewichen sein sollten (was Moskau bestreitet), so
bestand zu keiner Zeit eine Gefahrenlage für Estland. Vielmehr sind
die russischen Flieger routinemässig aus der St. Petersburger Bucht
kommend über der Ostsee auf einem Patrouillen- oder Transitflug nach
Kaliningrad gewesen.
Dabei sind sie an der nördlichen Seegrenze Estlands entlang und um
Estland herumgeflogen, also zunächst nach Westen, um dann nach Süden
in Richtung Kaliningrad abzudrehen. Das ist ein Routinevorgang, der
sich seit vielen Jahren hundertfach wiederholt hat und ebenso oft von
Nato-Jets beobachtet und begleitet wird. Ob die MiG-31 dabei die
Seegrenze minimal verfehlt haben (maximal 1 bis 2 km), mag umstritten
sein; eine Absicht oder gar eine Gefährdung Estlands konnten auch die
italienischen F-35-Piloten nicht erkennen, zumal die russischen
Piloten zu keinem Zeitpunkt auf das estnische Festland zugeflogen
sind. Beide Seiten verhielten sich äusserst professionell und
verständigten sich durch Winkzeichen.
Die mediale Berichterstattung erweckt den Eindruck, dass
Luftraumverletzungen an der Tagesordnung sind. Stimmen Sie dem zu?
Seit 2014 kam es immer wieder zu gegenseitigen Vorwürfen, die
nationalen Lufträume über den Küstengewässern (Zwölf-Seemeilen-Zone)
verletzt zu haben. Dies kann auf technische und menschliche Irrtümer
zurückzuführen sein, allerdings auf beiden Seiten, also auch bei der
Erkennung. Eine absichtliche Inkaufnahme höherer Risiken kann in einer
Spannungslage zwar eine Rolle spielen; doch ist dies die Ausnahme.
In der Regel ist professionelles Verhalten auf beiden Seiten zu
beobachten. Hinzu kommt, dass Aufklärungs- und Patrouillenflüge in der
Regel nicht bei den zivilen Flugkontrollzentren (Flight Information
Regions) angemeldet werden, dass die Jets mit abgeschalteten
Transpondern fliegen und nicht auf die Aufforderung per Funk
reagieren, sich zu identifizieren. Dies wäre zwar aus Sicht der
zivilen Luftfahrt wünschenswert, aber eine völkerrechtliche
Verpflichtung dazu besteht nicht.
Um dennoch die nationalen Lufträume überwachen zu können und die
Frühwarnung zu ermöglichen, werden Lufträume durch bodengestützte und
fliegende Radare weiträumig überwacht. Unangemeldete Flüge in der Nähe
von Küstengewässern können so schon in den sogenannten Air Defence
Identification Zones (ADIZ) über der Hohen See, also im
internationalen Luftraum, kontrolliert und mit Abfangjägern
identifiziert werden. Dies ist die Aufgabe von «Alarmrotten» der
nationalen Luftwaffen, die zur Luftraumkontrolle (Air Policing) in
ständiger Startbereitschaft gehalten werden. Bei der Überwachung der
ADIZ in der Ost- und Nordsee arbeiten alle Nato-Anrainerstaaten
zusammen. Da die baltischen Staaten über keine nennenswerten
Luftwaffen verfügen, wird dort das Air Policing von befreundeten
Nationen im Wechsel übernommen.
Die regelmässigen Starts der Alarmrotten finden also nicht erst bei
Verletzungen der nationalen Lufträume statt, sondern wenn immer sich
unidentifizierte Flugzeuge in der ADIZ aufhalten. Die Häufigkeit ihrer
Starts deutet somit keineswegs auf die Häufigkeit von
Luftraumverletzungen hin. Leider werden in der medialen
Auseinandersetzung die Unterschiede zwischen nationalen Lufträumen
über Territorialgewässern (Zwölf-Seemeilen-Zonen) häufig mit den ADIZ
oder den zivilen Flight Information Regions (FIR) oder gar mit der
Ausschliesslichen Wirtschaftszone verwechselt.
Tatsächlich handelt es sich bei diesen Begriffen um internationale
See- und Lufträume, die jenseits der nationalen Territorien in und
über der Hohen See liegen. Dort ist die freie Navigation durch die
Seerechtskonvention der Vereinten Nationen gewährleistet.
Allerdings sind die internationalen Flugkorridore in der Ostsee – vor
allem im Finnischen Meerbusen und zwischen Kaliningrad und Gotland –
sehr eng; und häufig fliegen beide Seiten zur Aufklärung sehr dicht an
die Territorialgewässer heran. Gleichwohl ist es bei Hunderten von
Flügen nur in wenigen Einzelfällen zu tatsächlichen
Luftraumverletzungen gekommen. Zu keinem Zeitpunkt bestand jedoch eine
Angriffsabsicht.
Wie sollte man Ihrer Meinung nach mit solchen Vorfällen umgehen?
Die eigentliche Lehre daraus ist, dass in einer derart angespannten
Lage nicht nur äusserste Vorsicht der Piloten und Schiffsbesatzungen
nötig ist, sondern auch die ständige Kommunikation und der Dialog
zwischen militärischen Kommandostellen, um Zwischenfälle rasch zu
deeskalieren. Der Gesamtkomplex von Flügen im internationalen Luftraum
sowie vermeintlichen oder wirklichen Luftraumverletzungen ist schon
zwischen 2017 und 2020 im «Strukturierten Dialog» der OSZE zwischen
allen Teilnehmerstaaten ausführlich besprochen worden. Dabei wurden
unbeabsichtigte Verletzungen auf beiden Seiten festgestellt.
So hatte Schweden (damals noch kein Nato-Mitglied) Verletzungen seines
nationalen Luftraums auch durch amerikanische und französische Flieger
beanstandet. In wenigen Fällen haben sich die Nato und Russland zudem
gegenseitig bezichtigt, riskante Flugmanöver ausgeführt und die
nötigen Sicherheitsabstände unterschritten zu haben.
Leider wurde der «Strukturierte Dialog» der OSZE seit dem russischen
Angriff auf die Ukraine vom Westen de facto eingestellt. Im Arktischen
Raum gibt es vereinzelt noch Gesprächskanäle, im Raum um das Schwarze
Meer versucht die Türkei zu vermitteln und bilateral haben die USA und
Russland den diplomatischen Dialog seit der Kehrtwende von Präsident
Trump im Februar dieses Jahres wieder aufgenommen.
Wenn diese Vorfälle schon lange zu beobachten sind, wieso werden diese
ausgerechnet jetzt medial und politisch in den Vordergrund gerückt?
Hat sich die Bedrohungslage nicht doch deutlich verschlechtert? Muss
uns nicht auch die vermehrte Sichtung von Drohnen über Flughäfen
alarmieren?
Bei den jüngsten Drohnensichtungen über Dänemark, Oslo oder dem
Münchener Flughafen ist es bis heute unklar, wer die Drohnen gesteuert
hat. Die Geographie im Norden legt die Steuerung von Schiffen aus
nahe; gleichwohl konnte dies bisher nicht nachgewiesen werden. In
Deutschland spricht vieles dafür, dass es sich um private Betreiber im
Lande handelt. Bei Zehntausenden von kleineren Drohnen, die im
Einzelhandel an private Käufer veräussert wurden, kommen viele Akteure
in Frage. In Frankfurt ist es offenbar gelungen, einen
Verantwortlichen dingfest zu machen. Wie in den schon diskutierten
Fällen auch muss erst einmal Ursachenforschung betrieben werden, bevor
wir über ein angebliches russisches Gesamtkonzept hinter allen
ungeklärten Vorfällen spekulieren.
Zweifellos intensivieren in Spannungszeiten alle Seiten ihre
Spionagetätigkeit. Aber dass sporadisch und nur kurzzeitig auftretende
Drohnen geeignete Mittel sind, um ortsfeste Anlagen wie Flughäfen
auszuspähen, ist nicht plausibel. Von ihnen existieren seit Jahren
gestochen scharfe Satellitenbilder, die ständig aktualisiert werden.
Zudem werden sie tausendfach kommerziell angeflogen.
Der Luftraum über Deutschland ist weitgehend offen für den
kommerziellen Luftverkehr sowie für private Sport- und Modellflieger.
Noch sind viele europäische Staaten, auch Deutschland, Vertragsstaaten
des «Vertrags über den Offenen Himmel». Er öffnet die Lufträume für
die gegenseitige Beobachtung. Dass die USA 2020 und Russland 2021 aus
dem Vertrag austraten, haben wir amtlich bedauert. Wirkliche
Geheimnisse werden allerdings nicht unter freiem Himmel zur Schau
gestellt.
Im Verlauf des Krieges hat sich die Art der Kriegsführung durch den
Drohneneinsatz und die ständige Entwicklung der Drohnentechnologie
stark verändert. Gilt das auch für die strategische Lage in Europa?
Ich denke hier einerseits an die Sicherung der Grenzen und
andererseits daran, dass Drohnen überall zum Einsatz kommen können und
sie somit nicht nur für russische «Agenten» ein willkommenes
Instrument darstellen, sondern auch für jegliche Art von Kriminalität
und Terrorismus sowie die Überwachung der Staatsbürger.
Zweifellos muss die Entwicklung der Drohnentechnologie in den
Verteidigungsstrategien, aber auch in den inneren Sicherheitskonzepten
künftig eine vorrangige Beachtung finden. Doch ist diese Entwicklung
keineswegs neu; ihre militärische Wirkung hat sich schon in den
Kriegen zwischen Aserbeidschan und Armenien um Berg-Karabach (2020/23)
abgezeichnet und durch den Krieg in der Ukraine seit 2022 einen
entscheidenden Schub bekommen.
Es war ein gravierender Planungsfehler, die Fähigkeiten zur
Drohnenabwehr, welche die 2011 aufgelöste Heeresflugabwehrtruppe der
Bundeswehr mit ihren Flakpanzern Gepard hatte, jahrelang zu
vernachlässigen. Während Letztere in der Ukraine herausragende
Leistungen erbringen, muss die Bundeswehr heute solche Fähigkeiten mit
grossem industriellem und finanziellem Aufwand wieder erwerben.
Hinzu kommt die nötige elektronische Fähigkeit, Drohnen durch Störung
der Funk- und GPS-Steuerung vom Himmel zu holen. Die Vorstellung eines
statischen «Drohnenwalls» an der bis zu 4000 Kilometer langen
Ostgrenze der Nato zwischen dem Nordkap und dem Schwarzen Meer führt
allerdings in die Irre. Eine 100-prozentige Abwehr wird nicht
gelingen, da jeder sogenannte «Drohnenwall» durch lokal konzentrierte
Massenangriffe «gesättigt» und durchbrochen werden kann.
Wichtig wäre es, die Fähigkeit vorzuhalten, Schlüsselregionen, die
kritische Infrastruktur, aber auch die Truppe selbst im Einsatz
schützen zu können. Dazu gehören Flexibilität, Reaktionsschnelligkeit
und Beweglichkeit. Für unterschiedliche Aufgaben, Höhenbereiche,
Angriffsmodi und Geschwindigkeiten dürften unterschiedliche, aber
aufeinander abgestimmte Systeme in ausreichender Zahl nötig sein.
Themenbezogene Interessenbindung der Autorin/des Autors
Wolfgang Richter ist Associate Fellow beim Genfer Zentrum für
Sicherheitspolitik GCSP. Vorher arbeitete er über zehn Jahre lang bei
der Stiftung Wissenschaft und Politik in der Forschungsgruppe
Sicherheitspolitik zu den Themen europäische Rüstungskontrolle,
OSZE-Sicherheitskooperation und ungelöste Konflikte im OSZE-Raum. Von
2005 bis 2009 war er bei der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik
Deutschland bei der OSZE in Wien tätig.
————
5. BIP-Aktuell: Israel verletzt den Waffenstillstand
https://bip-jetzt.de/2025/10/27/bip-aktuell-370-israel-verletzt-den-waffenstillstand/
BIP-Aktuell #370: Israel verletzt den Waffenstillstand
Obwohl die Hamas die lebenden Geiseln zurückgegeben hat, fährt Israel mit dem Völkermord fort
1. Israel verletzt den Waffenstillstand
2. Bemerkenswert
(…)
Der Waffenstillstand, den Trump Israel und der Hamas auferlegt hat,
ist von Anfang an gescheitert. Israel hat ihn unter Vorwänden
gebrochen und die Bombardierung, den Beschuss und die Aushungerung des
Gazastreifens wieder aufgenommen.
Außerdem sind israelische Truppen in neue Gebiete im Gazastreifen
vorgedrungen und haben weitere Palästinenser gefangen genommen. Die
USA haben Erklärungen über das Ende des Krieges abgegeben und
US-Vizepräsident JD Vance nach Israel entsandt, aber keine Maßnahmen
ergriffen, um die israelische Aggression zu stoppen.
Der von US-Präsident Donald Trump auferlegte Waffenstillstand
(BIP-Aktuell #369) ist am 11. Oktober in Kraft getreten. Er bedeutete
eine unmittelbare Erleichterung für 2,3 Millionen Palästinenser im
Gazastreifen, weil sich die israelischen Truppen aus Teilen des
Gazastreifens zurückzogen und einige Hilfslieferungen durchgelassen
wurden.
Der entscheidende Fehler: Es handelte sich nicht um ein zwischen
beiden Seiten ausgehandeltes Abkommen, sondern um eine von Trump mit
Drohungen gegen die Hamas durchgesetzte Waffenruhe. Trump sprach vor
dem israelischen Parlament, der Knesset, über die Waffen, die die USA
Israel zur Verfügung gestellt haben, und stellte fest, dass Israel sie
„gut eingesetzt“ habe – ein Zeichen dafür, dass Trump voll und ganz
auf der Seite Israels steht.
Israel beschuldigt die Hamas, das Waffenstillstandsabkommen zu
verletzen, weil die Hamas nicht alle Leichen der israelischen Geiseln
zurückgegeben hat. Israel hat mit dieser Behauptung den Konflikt
wieder geschürt. Die Hamas argumentierte, die Vereinbarung sehe vor,
dass sie alle in ihrem Besitz befindlichen Leichen zurückgeben werde.
Ein israelischer Beamter wies darauf hin, dass Hamas-Kämpfer, die
israelische Geiseln an geheimen Orten begraben hatten, durch
israelische Angriffe getötet wurden und damit das Wissen um die
Begräbnisorte der Leichen verloren ging (Quelle auf Hebräisch).
Mittlerweile hat Israel Leichen von Palästinensern an ihre Familien in
Gaza zurückgegeben, die Anzeichen von Folter und Hinrichtung
aufwiesen, worüber Jan-Christoph Kitzler am 22.10. im DLF berichtete.
Der Konflikt eskalierte weiter, nachdem am 19. Oktober zwei
israelische Soldaten in Rafah getötet worden waren. Die Fakten zu
diesem Ereignis sind umstritten. Israel behauptet, es habe sich um
einen Raketenangriff der Hamas gehandelt, doch die Hamas bestreitet
eine Beteiligung an dem Angriff. Es ist möglich, dass der Angriff von
einer anderen Gruppe ausging, die Israel für den Kampf gegen die Hamas
im Gazastreifen bewaffnet. Darauf wies Christian Meier in der FAZ vom
21.10. hin.
Vielleicht war es ein isolierter Hamas-Trupp, der in einem Tunnel
kämpfte, der gerade versiegelt werden sollte (Quelle auf Hebräisch).
Es ist auch möglich, dass das israelische Panzerfahrzeug mit den
beiden Soldaten eine Mine auslöste. Israel nutzte diesen Vorfall, um
mehr als 100 Luftangriffe im gesamten Gazastreifen durchzuführen und
die humanitäre Hilfe für die gesamte Bevölkerung des Gazastreifens
wieder herunterzufahren – ein eklatanter Bruch des
Waffenstillstandsabkommens.
In einer Rede in der Knesset erklärte der israelische
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, dass Israel am Sonntag nach dem
Zwischenfall in Rafah 153 Tonnen Bomben auf den Gazastreifen
abgeworfen hat.
Die Zeitung Middle East Eye verzeichnete 80 israelische Verstöße gegen
die Waffenruhe. Sie zählte 97 Tote im Gazastreifen durch israelischen
Bomben- und Granatenbeschuss und über 230 Verletzte durch Israel nach
Inkrafttreten der Waffenruhe. Die Verstöße begannen am 11. Oktober um
10 Uhr morgens, als der Waffenstillstand in Kraft trat, und damit eine
Woche vor dem Zwischenfall in Rafah. Unter den Opfern der israelischen
Angriffe waren auch Journalisten. Darüber berichtete das ZDF am 20.10.
in seiner heute-Sendung (ebenso wie Al-Jazeera am Vortag (s.u.).
Israel verstieß auch gegen das Abkommen, indem es neue Verhaftungen
vornahm, während es palästinensische Gefangene freilassen sollte.
Dutzende von Palästinensern wurden im Westjordanland und 14 im
Gazastreifen verhaftet. Von diesen 14 wurden fünf freigelassen,
nachdem sie von den israelischen Soldaten misshandelt worden waren.
Israel hatte im Waffenstillstandsabkommen versprochen, nicht in die
Gebiete zurückzukehren, aus denen es sich zurückgezogen hatte.
Stattdessen drangen israelische Truppen in Viertel im Gazastreifen
ein, in denen das israelische Militär keine Soldaten stationiert
hatte, ebenso in Khan Younis und Rafah sowie in der Gegend von
Al-Sudaniya im nördlichen Gazastreifen. Israelische Panzer nahmen
Fischer ins Visier, die versuchten, in dem Küstenstreifen zu fischen,
wo es erlaubt war.
Israel hatte im Rahmen des Waffenstillstandsabkommens auch
versprochen, humanitäre Hilfe ungehindert in den Gazastreifen fließen
zu lassen. Dieses Versprechen wurde nicht eingehalten. Der Guardian
berichtete, dass weniger als die Hälfte der vereinbarten Menge an
Hilfsgütern durch die von Israel kontrollierten Kontrollpunkte
gelangen konnte. Am Wochenende (18./19. Oktober) wurde die Hilfe
vollständig eingestellt.
Auch wenn Israel das Aushungern, Bombardieren und Beschießen des
Gazastreifens fortsetzte, sagte Trump, dass der Waffenstillstand
„immer noch in Kraft ist“. Israelische Journalisten spekulieren, dass
Netanjahu von Mitgliedern seines rechtsgerichteten Kabinetts unter
Druck gesetzt wird, sich über das Abkommen hinwegzusetzen, und die
Trump-Administration aus Sorge, dass der Waffenstillstand
zusammenbricht, US-Vizepräsident Vance geschickt hat, um
sicherzustellen, dass sich Israel an die Vereinbarung hält (Quelle auf
Hebräisch). „. Selbst als Vance letzte Woche Israel besuchte, tötete
Israel weiterhin Palästinenser im Gazastreifen.
(…)
BA 370 Bemerkenswert:
Netanjahus Büro fordert Kanadas Premierminister Carney erfolglos auf,
die von seinem Amtsvorgänger zugesagte Verhaftung des israelischen
Premierministers bei Einreise in das Land zu überdenken
In einem Interview, das letzte Woche von Bloomberg veröffentlicht
wurde, wurde Carney gefragt, ob er sich an das Versprechen des
ehemaligen Premierministers Trudeau halten würde, „die Haftbefehle des
Internationalen Strafgerichtshofs zu respektieren“, die 2024 wegen
Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen
Netanjahu erlassen wurden. Carney antwortete mit „Ja“.
Neuer Status Palästinas bei der Internationalen Arbeitsorganisation
Die Internationalen Arbeitskonferenz der Internationalen
Arbeitsorganisation (IAO) hat auf ihrer 113. Tagung beschlossen, den
Status Palästinas als Befreiungsbewegung aufzuheben und Palästina
fortan einzuladen, als Beobachterstaat ohne Mitgliedschaft an den
Tagungen der IAO teilzunehmen. Der Beschluss räumt Palästina
„ausnahmsweise und ohne einen Präzedenzfall zu schaffen“, eine Reihe
von Rechten und Vorrechten zur Teilnahme an künftigen Tagungen der
Internationalen Arbeitskonferenz und Regionaltagungen ein.
Er ist eine Reaktion auf die Resolution ES-10/23 der
Generalversammlung der Vereinten Nationen vom 10. Mai 2024, die die
Feststellung enthält, „dass der Staat Palästina die Voraussetzungen
für die Aufnahme als Mitglied in die Vereinten Nationen gemäß Artikel
4 der Charta der Vereinten Nationen erfüllt und deshalb als Mitglied
in die Vereinten Nationen aufgenommen werden sollte“, und die
Sonderorganisationen ersucht, dieselben Modalitäten anzuwenden, die
die Generalversammlung für die Teilnahme Palästinas beschlossen hat.
Gutachten des Internationalen Gerichtshof zu den Verpflichtungen
israels in Bezug auf die Präsenz und Aktivitäten der Vereinten Nationen,
anderer internationaler Organisationen und Drittstaaten in und in Bezug
auf das besetzte palästinensische Gebiet
Der Internationale Gerichtshof hat am 22. Oktober 2025 das von der
Generalversammlung der Vereinten Nationen am 19. Dezember 2024
angeforderte Gutachten zu diesen Verpflichtungen verkündet.
Er leitete aus dem humanitären Völkerrecht sechs konkrete
Verpflichtungen ab und stellte ferner klar, dass Israel die folgenden
Normen beachten muss: internationale Menschenrechte, die
Verpflichtung, mit den Vereinten Nationen zu kooperieren, Artikel 105
der Charta der Vereinten Nationen, der die Vorrechte und Immunitäten
der Vereinten Nationen regelt, sowie Artikel II, V, VI und VII des
Übereinkommens über die Vorrechte und Immunitäten der Vereinten
Nationen.
UNRWA wurde von den Verpflichtungen Israels nicht ausgenommen. In den
meisten Punkten stimmte nur die Richterin Sebutinde gegen die
Auffassung der Mehrheit, in einigen Punkte waren sich alle Richter
einig. Presserklärung des Gerichtshofs; Zusammenfassung des
Gutachtens; das Gutachten selbst. Einige Richter gaben gesonderte
Stellungnahmen ab. Die Links zu diesen Stellungnahmen sind hier zu
finden.
Das Redaktionsteam von BIP-Aktuell besteht aus dem Vorstand und
dem Geschäftsführer Dr. Shir Hever.
V. i. S. d. P. Dr. Götz Schindler, BIP-Vorstand.
——
6. Tagesschau: Warnung der USA - Scharfe Kritik an Israels Annexionsplänen
https://www.tagesschau.de/ausland/asien/rubio-israel-annexion-westjordanland-100.html
Warnung der USA
Scharfe Kritik an Israels Annexionsplänen
Stand: 23.10.2025 21:33 Uhr
Die USA haben Israel vor einer Annexion des Westjordanlands gewarnt.
Bereits vor seiner Reise nach Israel übt Außenminister Rubio scharfe
Kritik. Auch die internationale Kritik an den israelischen Plänen wächst.
Die USA haben Israel davor gewarnt, Pläne zur Annexion des
Westjordanlands umzusetzen. US-Außenminister Marco Rubio sagte bereits
vor seiner Abreise nach Israel, der Präsident habe deutlich gemacht,
"dass wir das nicht unterstützen können". Annexionsbestrebungen seien
eine "Bedrohung für den Friedensdeal", so Rubio in Bezug auf den
Friedensplan von US-Präsident Donald Trump.
Washington sei "besorgt über alles, was das, woran wir gearbeitet
haben, zu destabilisieren droht", sagte Rubio, der noch am Abend mit
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu zusammenkommen will. Das von
Trump vorangetriebene Abkommen sei "historisch". "Jetzt müssen wir
sicherstellen, dass es weitergeht."
Trump droht mit Ende der Unterstützung
Zuvor hatte das israelische Parlament in Jerusalem zugestimmt, zwei
Gesetzentwürfe voranzubringen, die die Annexion des Westjordanlands
voranbringen sollen. Der erste Gesetzentwurf sieht die Ausweitung
israelischen Rechts auf alle Siedlungen im Westjordanland vor. Bei dem
zweiten, begrenzteren Entwurf geht es um die Annexion einer größeren
Siedlung östlich von Jerusalem.
US-Vizepräsident JD Vance nannte diesen Schritt "sehr dumm". Er
persönlich empfinde den Schritt "als Beleidigung", so Vance. Auch
Trump kündigte in einem Interview an, Israel seine Unterstützung zu
entziehen, sollte es das besetzte Westjordanland annektieren. In dem
Interview vom 15. Oktober sagte er auf eine entsprechende Frage:
"Israel würde jegliche Unterstützung der Vereinigten Staaten
verlieren, wenn das passieren würde."
Zugleich zeigte sich Trump überzeugt, dass Israel das Westjordanland
nicht annektieren werde. "Es wird nicht passieren, weil ich den
arabischen Ländern mein Wort gegeben habe. Und das können wir jetzt
nicht tun." Die USA sind Israels wichtigster Verbündeter.
Erklärung von arabischen und muslimischen Ländern
Massive Kritik an dem Annexionsvorhaben kam auch von einer Reihe
arabischer und muslimischer Staaten. Sie betrachten eine Annexion des
Westjordanlands durch Israel als eine rote Linie. Mehr als ein Dutzend
Länder verurteilten in einer gemeinsamen Erklärung die beiden
Gesetzesvorschläge.
"Saudi-Arabien, Jordanien, Indonesien, Pakistan, die Türkei,
Dschibuti, Oman, Gambia, Palästina, Katar, Kuwait, Libyen, Malaysia,
Ägypten, Nigeria, die Arabische Liga und die Organisation für
Islamische Zusammenarbeit verurteilen mit größter Entschiedenheit die
Verabschiedung dieser Gesetzesvorschläge durch die israelische
Knesset", heißt es in Erklärung, in der von einem "eklatanten Verstoß
gegen das Völkerrecht" die Rede ist.
Scharfe Kritik von der Bundesregierung
Scharfe Kritik an der Abstimmung in der Knesset kam auch von der
Bundesregierung. "Die am Mittwoch erfolgten Abstimmungen in einer
vorbereitenden Lesung der Knesset über Gesetzesentwürfe zur Annexion
von Teilen des Westjordanlandes weisen in eine Richtung, die wir für
grundfalsch halten", so eine Sprecherin des Außenministeriums
gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.
"Die Bundesregierung lehnt jede völkerrechtswidrige Annexion ab." Die
Zweistaatenlösung von Israelis und Palästinensern sei aus Sicht der
Bundesregierung der einzige Weg, ein Leben in Frieden, Sicherheit und
Würde für Israelis wie für Palästinenser zu gewährleisten, sagte die
Außenamtssprecherin.
Bemühungen sollten sich auf Friedensplan richten
Dazu gehöre auch das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat.
"Wir sprechen uns klar gegen Handlungen aus, die die Zweistaatenlösung
unterminieren, wie den völkerrechtswidrigen Siedlungsbau, die
zunehmende Siedlergewalt sowie jegliche Annexionsüberlegungen",
betonte sie.
In der aktuellen Phase sollten zudem alle Bemühungen darauf gerichtet
sein, den gerade erst erreichten Waffenstillstand in Gaza nicht zu
gefährden und den 20-Punkte-Plan vollumfänglich umzusetzen.
——
Die USA haben Israel vor einer Annexion des Westjordanlands gewarnt.
Bereits vor seiner Reise nach Israel übt Außenminister Rubio scharfe
Kritik. Auch die internationale Kritik an den israelischen Plänen
wächst.
Die USA haben Israel davor gewarnt, Pläne zur Annexion des
Westjordanlands umzusetzen. US-Außenminister Marco Rubio sagte bereits
vor seiner Abreise nach Israel, der Präsident habe deutlich gemacht,
"dass wir das nicht unterstützen können". Annexionsbestrebungen seien
eine "Bedrohung für den Friedensdeal", so Rubio in Bezug auf den
Friedensplan von US-Präsident Donald Trump.
Washington sei "besorgt über alles, was das, woran wir gearbeitet
haben, zu destabilisieren droht", sagte Rubio, der noch am Abend mit
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu zusammenkommen will. Das von
Trump vorangetriebene Abkommen sei "historisch". "Jetzt müssen wir
sicherstellen, dass es weitergeht."
Trump droht mit Ende der Unterstützung
Zuvor hatte das israelische Parlament in Jerusalem zugestimmt, zwei
Gesetzentwürfe voranzubringen, die die Annexion des Westjordanlands
voranbringen sollen. Der erste Gesetzentwurf sieht die Ausweitung
israelischen Rechts auf alle Siedlungen im Westjordanland vor. Bei dem
zweiten, begrenzteren Entwurf geht es um die Annexion einer größeren
Siedlung östlich von Jerusalem.
US-Vizepräsident JD Vance nannte diesen Schritt "sehr dumm". Er
persönlich empfinde den Schritt "als Beleidigung", so Vance. Auch
Trump kündigte in einem Interview an, Israel seine Unterstützung zu
entziehen, sollte es das besetzte Westjordanland annektieren. In dem
Interview vom 15. Oktober sagte er auf eine entsprechende Frage:
"Israel würde jegliche Unterstützung der Vereinigten Staaten
verlieren, wenn das passieren würde."
Zugleich zeigte sich Trump überzeugt, dass Israel das Westjordanland
nicht annektieren werde. "Es wird nicht passieren, weil ich den
arabischen Ländern mein Wort gegeben habe. Und das können wir jetzt
nicht tun." Die USA sind Israels wichtigster Verbündeter.
Erklärung von arabischen und muslimischen Ländern
Massive Kritik an dem Annexionsvorhaben kam auch von einer Reihe
arabischer und muslimischer Staaten. Sie betrachten eine Annexion des
Westjordanlands durch Israel als eine rote Linie. Mehr als ein Dutzend
Länder verurteilten in einer gemeinsamen Erklärung die beiden
Gesetzesvorschläge.
"Saudi-Arabien, Jordanien, Indonesien, Pakistan, die Türkei,
Dschibuti, Oman, Gambia, Palästina, Katar, Kuwait, Libyen, Malaysia,
Ägypten, Nigeria, die Arabische Liga und die Organisation für
Islamische Zusammenarbeit verurteilen mit größter Entschiedenheit die
Verabschiedung dieser Gesetzesvorschläge durch die israelische
Knesset", heißt es in Erklärung, in der von einem "eklatanten Verstoß
gegen das Völkerrecht" die Rede ist.
Scharfe Kritik von der Bundesregierung
Scharfe Kritik an der Abstimmung in der Knesset kam auch von der
Bundesregierung. "Die am Mittwoch erfolgten Abstimmungen in einer
vorbereitenden Lesung der Knesset über Gesetzesentwürfe zur Annexion
von Teilen des Westjordanlandes weisen in eine Richtung, die wir für
grundfalsch halten", so eine Sprecherin des Außenministeriums
gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.
"Die Bundesregierung lehnt jede völkerrechtswidrige Annexion ab." Die
Zweistaatenlösung von Israelis und Palästinensern sei aus Sicht der
Bundesregierung der einzige Weg, ein Leben in Frieden, Sicherheit und
Würde für Israelis wie für Palästinenser zu gewährleisten, sagte die
Außenamtssprecherin.
Bemühungen sollten sich auf Friedensplan richten
Dazu gehöre auch das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat.
"Wir sprechen uns klar gegen Handlungen aus, die die Zweistaatenlösung
unterminieren, wie den völkerrechtswidrigen Siedlungsbau, die
zunehmende Siedlergewalt sowie jegliche Annexionsüberlegungen",
betonte sie.
In der aktuellen Phase sollten zudem alle Bemühungen darauf gerichtet
sein, den gerade erst erreichten Waffenstillstand in Gaza nicht zu
gefährden und den 20-Punkte-Plan vollumfänglich umzusetzen.
——
7. NYT: Israel führt ersten Luftangriff im Westjordanland seit Monaten durch und tötet 3
https://www.nytimes.com/2025/10/28/world/middleeast/jenin-west-bank-airstrike-israel.html
(in der angebotenen deutschen Übersetzung)
Israel führt ersten Luftangriff im Westjordanland seit Monaten durch und tötet 3
Eine militante Gruppe, die mit der Hamas verbündet ist, bestätigte die
Todesfälle, die Teil einer Zunahme der Kämpfe auf dem
palästinensischen Territorium während einer Welle von Siedlergewalt
waren.
Von Liam Stapel und Fatima AbdulKarim
Berichterstattung aus Tel Aviv und Ramallah
Okt. 28, 2025 Das israelische Militär sagte, es habe am Dienstag drei
Kämpfer in der Nähe der Stadt Jenin im Westjordanland getötet. Die
Angriffe beinhalteten einen Luftangriff, von dem lokale
Sicherheitsbeamte sagten, dass er der erste auf dem palästinensischen
Territorium seit Monaten war.
Der palästinensische Islamische Dschihad, ein Verbündeter der Hamas,
bestätigte die Todesfälle in einer Erklärung und sagte, dass
„Scharfschützenfeuer und Luftbombardement“ die Männer getötet hätten,
aber nicht, ob sie Mitglieder der Gruppe gewesen seien. Die Hamas
sagte, zwei der Männer seien Kämpfer in ihrem bewaffneten Flügel
gewesen.
Der Angriff im israelisch besetzten Westjordanland kam inmitten der
anhaltenden Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern seit einem
Waffenstillstand vor drei Wochen im Gazastreifen. Das Abkommen wurde
durch wiederholte Aufflammen von Gewalt und Schwierigkeiten beim
Austausch von verstorbenen Gefangenen zwischen Israel und der Hamas
belastet.
Und die Westbank hat ein Rekordniveau der israelischen Siedlergewalt
erlebt, die vor dem Krieg in Gaza auf dem Vormarsch war, aber seitdem
üblich geworden sind.
Es gab widersprüchliche Berichte über den Streik am Dienstag, den
Israel als Anti-Terror-Operation bezeichnete. Israel sagte, sein
Militär habe die Männer in einer Höhle in der Nähe des Dorfes Kafr Qud
getötet, während der palästinensische Islamische Dschihad sagte, der
Streik habe ein Haus in einem Wohngebiet getroffen.
Das israelische Militär reagierte nicht sofort auf eine Bitte um
Stellungnahme zu der Diskrepanz zwischen den beiden Konten.
Sicherheitsbeamte der Palästinensischen Autonomiebehörde, die das
Westjordanland verwaltet, sagten, es sei der erste Luftangriff auf das
Gebiet seit 8. Februar.
Anas Oweis, der Leiter des Gemeinderats in Kafr Qud, sagte, dass die
Dorfbewohner kurz vor Sonnenaufgang durch das Geräusch von Schüssen
aus einem hügeligen Olivengarten geweckt wurden. Er sagte, die Kämpfe
dauerten stundenlang und wurden durch zwei laute Explosionen gegen 5
Uhr morgens unterbrochen.
Nach dem Ende der Kämpfe, Mr. Oweis sagte, die Anwohner "fanden
Blutflecken auf dem Boden" und ein zerstörtes Auto.
Die Westbank und Ost-Jerusalem sind die Heimat von etwa drei Millionen
Palästinensern und etwa 700.000 jüdischen Siedlern, die in Siedlungen
leben, die der größte Teil der internationalen Gemeinschaft für illegal hält.
In der ersten Hälfte dieses Jahres führten extremistische Siedler mehr
als 750 Angriffe auf Palästinenser im Westjordanland und ihr Eigentum
oder durchschnittlich fast 130 Übergriffe pro Monat durch, so die
Aufzeichnungen, die vom Büro der Vereinten Nationen für die
Koordinierung humanitärer Angelegenheiten zusammengestellt wurden. Das
ist der höchste Monatsdurchschnitt seit Beginn der Sammlung solcher
Aufzeichnungen im Jahr 2006.
Die israelische Regierung, die teilweise von langjährigen
Siedleraktivisten geführt wird, hat seit Beginn des Krieges in Gaza
zunehmend versucht, ihre Kontrolle über das Westjordanland zu
verankern.
Politische Verbündete von Premierminister Benjamin Netanjahu haben ihn
aufgefordert, einen Teil des gesamten Territoriums zu annektieren,
aber in diesem Monat hat die Trump-Regierung deutlich gemacht, dass
sie sich gegen die Annexion aussprach.
Gabby Sobelman Beitragsberichterstattung.
Liam Stack ist ein Times-Reporter, der die Kultur und Politik der
Region New York City behandelt.
——
8. Die Zeit: Hisbollah: Das Problem mit der Entwaffnung
https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-10/hisbollah-aussteiger-libanon-regierung-entwaffnung-hamas
Hisbollah: Das Problem mit der Entwaffnung
Die Hisbollah im Libanon ist geschwächt wie selten. Sie zu entwaffnen,
hält nicht nur Donald Trump für wichtig, um Frieden zu schaffen.
Wenn das mal so einfach wäre.
Von Stella Männer <https://www.zeit.de/autoren/M/Stella_Maenner/index>, Beirut
28. Oktober 2025, 15:11 Uhr
(…)
Der Plan der Entwaffnung ist fast so alt wie die Hisbollah selbst
Durch den Krieg ist die Hisbollah so geschwächt, dass die neue
libanesische Regierung die Chance sieht, sie zu entwaffnen. Damit
reagiert sie auch auf den Druck Israels und der USA, die eine
Entwaffnung als Bedingung für das Ende der täglichen Luftangriffe auf
den Libanon nennen. Vergangene Woche erklärte der US-Sondergesandte
Tom Barrack, die Entwaffnung der Hisbollah sei neben der Waffenruhe in
Gaza und der Entwaffnung der Hamas der nächste Schritt in Trumps Plan
zur Herstellung eines regionalen "Friedens" im Nahen Osten. Auch die
Mehrheit der Libanesinnen und Libanesen wünscht sich seit Jahren eine
Entwaffnung der Hisbollah.
Doch spricht wenig dafür, dass es tatsächlich dazu kommen wird. Im
Libanon zeigt sich, wie schwierig die Umsetzung von Trumps Visionen in
der Realität ist. Der politische Wille, die Hisbollah zu entwaffnen,
ist im Libanon vorhanden. Das Vorhaben ist fast so alt wie die
Organisation selbst. Bereits 1985, nach der Unterzeichnung des
Dreiparteienabkommens, einem Versuch, den Bürgerkrieg zu beenden,
weigerte sich die Hisbollah, ihre Waffen abzugeben.
Mit der Amtseinführung der neuen Regierung Anfang dieses Jahres bekam
die alte Debatte neue Dynamik. Bereits kurz nach der Aufnahme seiner
Amtsgeschäfte im Januar erklärte der neue Präsident Joseph Aoun, er
wolle das Gewaltmonopol des Staates durchsetzen. Im August bestätigte
das Parlament die Entscheidung, die Hisbollah zu entwaffnen.
Im September präsentierte dann die libanesische Armee einen
Fünf-Punkte-Plan, der eine schrittweise Entmilitarisierung vorsieht.
Begonnen wurde im direkten Grenzgebiet, wo die Armee bereits bis April
90 Prozent der Hisbollah-Stellungen übernommen hatte. In den nächsten
Phasen sollen weitere Gebiete folgen.
Letztlich müsste die Hisbollah ihre Waffen freiwillig abgeben, und
dazu wird es wahrscheinlich nicht kommen. Es spricht gegen die
Interessen der Organisation. "Die Hisbollah wurde gegründet, um sich
mit der Waffe Israel zu widersetzen", erklärt Nicholas Blanford vom
Thinktank Atlantic Council, der sich seit mehr als 20 Jahren mit den
militärischen Aktionen der Hisbollah beschäftigt, im Gespräch mit der
ZEIT. Dieser Kampf ist so ein zentraler Bestandteil der Ideologie der
Gruppe, dass eine Aufgabe der Waffen die Vernichtung des eigenen
Existenzgrunds gleichkommen würde.
Ohne Miliz wäre die Hisbollah nutzlos für den Iran
Internationaler Druck, Druck von der libanesischen Regierung, Frust in
großen Teilen der Bevölkerung. Die Mehrheit derer, die für eine
Entwaffnung sind, ist breit. Doch die Hisbollah erlebt derzeit auch
Druck aus der anderen Richtung. Die eigenen Anhänger sind zunehmend
unzufrieden. Im Internet machen sich Mitglieder über den neuen
Generalsekretär Naim Kassim lustig. Insider berichten von einigen
Deserteuren wie Hussein Chamseddine.
Für ihn begann die Entfremdung von seinem Arbeitgeber mit dem Befehl
zum Rückzug im November 2024. "Wir hatten unser Potenzial noch lange
nicht ausgeschöpft", sagt der ehemalige Kämpfer. Zu Beginn habe er
geglaubt, dass es sich um eine kurzfristige, taktische Entscheidung
handle. Doch das war es nicht. "Entweder wir waren militärisch doch
nicht in der Lage, Israel zu besiegen, oder es ging ihnen nie um die
Sache", sagt Chamseddine über die Entscheidung der Führungsriege. "So
oder so haben sie gelogen."
Eine Aufgabe ihrer Kampftruppe – was mit einer Entwaffnung einhergehen
würde – würde für die Hisbollah zudem zu strukturellen Problemen
führen. "Eine entwaffnete Hisbollah wäre für den Iran als Mittel der
Abschreckung gegen Israel nutzlos", sagt Experte Blanford. "Für das
Regime würde es damit sinnlos werden, Millionen Dollar an die
Hisbollah zu schicken, und damit würde die Finanzierung des
Sozialapparates der Hisbollah mit einem Mal zusammenkrachen."
Die Hisbollah verfügt neben ihrer Miliz auch über eine Reihe sozialer
Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Schulen. "Alle anderen Teile der
Organisation, die sozialen Einrichtungen, die Partei, der politische
Arm, all das dient nur dem übergeordneten Ziel des Widerstands – wie
die Hisbollah es nennt."
Doch damit übernimmt sie seit Jahrzehnten Aufgaben, die der marode
Staat nicht leisten kann, und sichert sich so die Wählerstimmen gerade
von marginalisierten Bevölkerungsschichten. Ein Finanzierungsstopp aus
dem Iran würde nicht nur Hunderte arbeitslose Angestellte bedeuten,
sondern außerdem die Unterstützung unter den Anhängern der
Organisation weiter schwächen.
Eine Abgabe der Waffen ist nur im symbolischen Ausmaß denkbar
Die Politikwissenschaftlerin Aurélie Daher sieht noch einen weiteren
Grund, warum eine Entwaffnung nicht realistisch ist. Das Einsammeln
aller Waffen sei schlichtweg nicht durchführbar, erklärt die
Forscherin der Dauphine-Universität in Paris. Neben großen
Langstreckenraketen und Drohnen verfüge die Hisbollah auch über
kleinere Waffen.
"Soll die libanesische Armee von Haustür zu Haustür gehen und die
Menschen fragen: Haben Sie vielleicht Waffen zu Hause, und wenn ja,
können Sie die bitte abgeben?" Selbst wenn es zu einer Entwaffnung
kommen sollte, sei davon auszugehen, dass die Hisbollah nur symbolisch
einen kleinen Teil ihrer Waffen preisgäbe.
Hinzu kommt: Trotz der Waffenruhe bombardiert die israelische Armee
fast täglich Ziele im Libanon und hält mehrere Posten im Süden des
Landes besetzt, statt sich wie vereinbart aus dem Libanon
zurückzuziehen. Die israelische Armee behauptet, mit ihren Angriffen
die Wiederbewaffnung der Hisbollah verhindern zu wollen. Zugleich
zeigen Zahlen der UN ein anderes Bild:
Seit Inkrafttreten der Waffenruhe hat die israelische Armee mindestens
108 Zivilistinnen und Zivilisten getötet und zivile Infrastruktur
zerstört. "Israels Angriffe untergraben die Glaubwürdigkeit einer
diplomatischen Lösung des Konfliktes", sagt die
Politikwissenschaftlerin Daher. Sie zeigen den Libanesinnen und
Libanesen, dass politische Abkommen Israel nicht davon abhalten, das
Land anzugreifen. Die Hisbollah nutzt das für ihre Propaganda, sich
weiterhin als Verteidiger des Libanons zu inszenieren.
Das passt auch zum ehemaligen Hisbollah-Kämpfer Hussein Chamseddine.
Sein Austritt aus der Organisation bedeutet nicht, dass sich seine
Gewaltbereitschaft geändert hat. "Wenn die Hisbollah entscheidet, den
Kampf mit Israel wieder aufzunehmen, trete ich sofort wieder ein",
erklärt er. Es gehe ihm einzig um die Verteidigung seiner Heimat,
behauptet er. Auf die Frage, ob er dies nicht auch als Soldat der
libanesischen Armee tun könnte, fängt Chamseddine an zu lachen. Die
heruntergewirtschaftete libanesische Armee ist in den Augen des
erfahrenen Kämpfers keine ernst zu nehmende Streitkraft.
Die Angst vor einem Bürgerkrieg
Wenn die Hisbollah also nicht will, bliebe nur noch, sie mit Gewalt
zur Aufgabe ihrer Waffen zu zwingen. Doch wer soll das tun? Die
libanesische Armee wird dazu kaum in der Lage sein. Auch die seit 1978
im Libanon stationierten UN-Truppen dürften bei einem solchen Schritt
keine Hilfe sein. Dafür müsste ihr Mandat geändert werden. Und auf
Drängen Israels und der USA hat der UN-Sicherheitsrat zuletzt das Ende
der Mission beschlossen. Die Unifil-Truppe soll zum Ende des Jahres
2026 aufgelöst werden.
Zudem schließt die libanesische Regierung bislang eine gewaltvolle
Durchsetzung aus. Präsident Joseph Aoun betonte, die Entwaffnung müsse
im Dialog mit der Hisbollah geschehen. Zu groß ist die Angst vor einem
erneuten Bürgerkrieg. Im Libanon verfügen alle politischen Parteien
über Milizen, dazu sind viele Privatpersonen bewaffnet. Einzelne
Bevölkerungsgruppen, die die Armee bei der Entwaffnung unterstützen
oder eine solche verhindern wollen, könnten die Situation schnell
eskalieren lassen.
Zumindest in diesem Punkt scheinen sich alle Parteien einig zu sein.
Auch der ehemalige Hisbollah-Kämpfer Chamseddine möchte einen
Bürgerkrieg verhindern. An jenem Oktoberabend im Südlibanon behauptet
er: "Meine Ausbildung dient dazu, den Feind zu zerstören, nicht meine
Waffen auf andere Libanesen zu richten.“
——
9. Berliner Zeitung: Deutschland zahlt für US-Militärangehörige: Wie die SPD sich einen Vorteil im Wahlkampf erkauft
Shutdown
Deutschland zahlt für US-Militärangehörige: Wie die SPD sich einen Vorteil im Wahlkampf erkauft
Wegen des Shutdowns bekommen Deutsche, die fürs US-Militär arbeiten, kein Geld.
Jetzt übernimmt der Staat die Gehälter. Die SPD in Rheinland-Pfalz braucht jede Stimme.
Rückzahlung ungewiss. Ein Kommentar.
Moritz Eichhorn
24.10.2025
43 Millionen Euro. So viel kostet es ungefähr, wenn die SPD in
Rheinland-Pfalz ihre Schäfchen ins Trockene bringen will. Nicht etwa
für Kitaplätze oder marode Brücken würde das Geld ausgegeben – nein,
für die Gehälter von Angestellten des amerikanischen Militärs.
Washington wackelt, und Berlin zahlt die Rechnung.
Die Bundesregierung übernimmt die Oktober-Gehälter von 11.000
Angestellten der U.S. Army in Deutschland. Weil in Washington mal
wieder Shutdown-Theater gespielt wird. Was auf den ersten Blick wie
eine symbolische Aktion gegen Trump aussieht, ist tatsächlich ein
SPD-Wahlkampfmanöver.
Denn wer verkündet die frohe Botschaft? Nicht etwa der
Verteidigungsminister, nicht die Außenministerin – nein,
Ministerpräsident Alexander Schweitzer höchstpersönlich lässt aus
Mainz verlauten: „Die Menschen müssen sich keine Sorgen machen.“
Die Menschen. Welche Menschen? Die gut 6000 Zivilangestellten der USA
in Rheinland-Pfalz natürlich. Zufällig auch potenzielle Wähler bei der
Landtagswahl im März 2026. Zufällig in einem Bundesland, wo die SPD
unter Schweitzer in den Umfragen sechs Punkte hinter der CDU und nur
noch vier Punkte vor der AfD eingequetscht ist.
Die CDU liegt in den Kompetenzwerten bei den wichtigsten Landesthemen
Zuwanderung und Bildung vorn. Die Regierungsarbeit der SPD-geführten
Ampelkoalition bewerten die Befragten mehrheitlich kritisch. Zufällig
springt die SPD jetzt dort ein, wo jede Stimme zählt, wenn man den
Ministerpräsidentensessel retten will.
Übernahme der Gehälter ist weltweit einzigartig
Die Choreografie: Die Gewerkschaft Verdi übte Druck auf Bund und Land
aus, um eine Lösung für die betroffenen Arbeitnehmer zu finden.
Schweitzer nahm die Vorlage auf, und sein Parteifreund Lars Klingbeil
nickt es in Berlin ab: 43 Millionen Euro wandern aus dem
Bundeshaushalt nach Ramstein, Kaiserslautern und Wiesbaden. „Später
sollen die USA die Summe wieder erstatten“, heißt es lapidar.
Später. Sollen. Zwei Wörter, die in der Politik ungefähr so
verlässlich sind wie Wahlversprechen nach dem Urnengang. Von einer
Garantie der Amerikaner ist nichts bekannt. Es ist auch nicht bekannt,
dass bei früheren Shutdowns in den USA, als ebenfalls keine Gehälter
gezahlt wurden, der deutsche Staat eingesprungen wäre. Auch aus keinem
der anderen 70 Länder der Welt, in denen die USA Militärbasen
unterhalten, sind solche Zuschüsse bekannt.
Man stelle sich vor, die CDU würde kurz vor der Bayernwahl verkünden,
sie zahle mal eben die Gehälter aller BMW-Leiharbeiter, weil in
Detroit gerade Ebbe in der Konzernkasse ist.
Es riecht wie ein mit Steuergeldern finanziertes Wahlgeschenk. Die SPD
kauft sich Wohlwollen bei Tausenden Wählern, die in den Kantinen,
Fuhrparks und Verwaltungen der US-Streitkräfte arbeiten. Menschen, die
jetzt wissen: Die SPD zahlt ihre Gehälter, wenn die Amerikaner
ausfallen. Merkt euch das bis zur Wahl. Übrigens fordert Verdi weitere
Zahlungen, sollte der Shutdown in den USA weitergehen. Wie lange das
bei Trump der Fall ist, weiß keiner.
Leider dürfte die SPD-Aktion funktionieren
Das Perfide an der Aktion: Sie funktioniert vermutlich. Denn wer beißt
schon die Hand, die ihn füttert? Auch wenn es eigentlich die Hand des
deutschen Steuerzahlers ist, die hier zur Kasse gebeten wird. Für
einen Shutdown, den weder er verursacht hat noch beenden kann. Für
Gehälter, die ein anderer Staat schuldet.
Dennis Rohde, SPD-Staatssekretär im Finanzministerium, nennt die
Zahlung „sachlich und zeitlich unabweisbar“. Unabweisbar ist hier vor
allem der Zeitpunkt: Rechtzeitig vor der Landtagswahl, aber spät
genug, dass es in Erinnerung bleibt.
————
10. Der Spiegel: Pläne des Innenministers - Dobrindt will Schüler auf den Krieg vorbereiten
Pläne des Innenministers
Dobrindt will Schüler auf den Krieg vorbereiten
Ist Deutschland für den Ernstfall gewappnet? Innenminister Dobrindt
sieht Nachholbedarf und kündigt mehrere Initiativen an: Neben
Krisenvorsorge an Schulen will er mehr Befugnisse bei der Cyberabwehr
diskutieren.
26.10.2025, 13.54 Uhr
Deutschland muss sich für den möglichen Kriegsfall wappnen. Das findet
auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt(CSU) und will künftig die
Jungen in den Fokus nehmen: Künftig sollen Jugendliche in Schulen auf
Krisenfälle vorbereitet werden, so der Vorschlag des Innenministers.
Er wolle bei der anstehenden Innenministerkonferenz anregen, das Thema
Krisenvorsorge in den Schulalltag einzubinden, sagte der CSU-Politiker
dem »Handelsblatt« .
»Mein Vorschlag ist, dass in einem Schuljahr in einer Doppelstunde mit
älteren Schülern darüber diskutiert wird, welche Bedrohungsszenarien
es geben kann und wie man sich darauf vorbereitet. Kinder sind
wichtige Wissensträger in die Familien hinein«, sagte Dobrindt.
Auf die Frage, ob dies eine ausdrückliche Empfehlung sei, dass
Schulkinder vorbereitet werden, aber auch dafür, dass jeder zu Hause
einen Vorrat anlegt, sagte Dobrindt: »Es kann nicht schaden. Man muss
kein Prepper sein, um zu verstehen, dass ein paar Tage Vorrat, eine
Taschenlampe, Batterien oder ein Kurbelradio vernünftige Vorsorge
sind. Wer das hat, sorgt nicht für Panik – er sorgt vor.«
»Vorsorge statt Verunsicherung«
Dobrindt kündigte zudem ein neues Schutzkonzept an. »Wir arbeiten an
einem Pakt für den Bevölkerungsschutz«, sagte er. Das Ziel sei:
»Vorsorge statt Verunsicherung«, so Dobrindt. Zum einen gehe es um
funktionierende Warnsysteme, außerdem um Schutzräume. Das könnten
öffentliche Gebäude wie Tiefgaragen oder Keller eines Wohnhauses sein.
Zudem müsse die Versorgung im Krisenfall mit lebensnotwendigen Gütern
sichergestellt sein, erläuterte der Minister.
——
11. IPG: Rolf Mützenich: Das neue nukleare Zeitalter
Außen- und Sicherheitspolitik
27.10.2025
Rolf Mützenich <https://www.ipg-journal.de/ipg/autorinnen-und-autoren/autor/rolf-muetzenich/>
Das neue nukleare Zeitalter
Atomwaffen erleben ein gefährliches Comeback.
Ohne neue Rüstungskontrolle droht der Welt ein atomares Armageddon.
Dr. Rolf Mützenich gehört seit 2002 dem Deutschen Bundestag an. Er war
von 2019 bis 2025 Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion.
Der kürzlich in den Kinos und auf Netflix erschienene Thriller A House
of Dynamite greift auf eindringliche Weise ein Thema auf, das nach dem
Ende des Kalten Kriegs lange Zeit als überwunden galt: die Gefahr
eines atomaren Armageddons.
In dem Film von Kathryn Bigelow entdeckt das US-Militär plötzlich eine
Interkontinentalrakete über dem Pazifik, die innerhalb weniger Minuten
das US-Festland erreichen könnte. Aus unterschiedlichen Perspektiven
erzählt der Film, wie politische und militärische Entscheidungsträger
versuchen, auf die Krise zu reagieren.
Dabei wird deutlich, wie verwundbar wir trotz hoch entwickelter
Abwehrsysteme und strategischer Planspiele sind und wie rasch ein
einzelner Angriff mit Atomwaffen binnen Minuten in eine globale
Katastrophe eskalieren könnte.
Der Film ist kein fernes Gedankenspiel, sondern spiegelt ein zunehmend
realistisches Szenario unserer Gegenwart wider. Die Zeiten, in denen
der damalige US-Präsident Barack Obama 2009 in Prag die Vision einer
atomwaffenfreien Welt vorantrieb, wirken heute wie aus einer längst
vergangenen Epoche.
Stattdessen erleben wir, wie atomare Drohungen wieder offen
ausgesprochen werden, wie taktische Nuklearschläge in den
strategischen Überlegungen der Großmächte als ernsthafte militärische
Option diskutiert werden, wie Abrüstungs- und Rüstungskontrollverträge
auslaufen oder aufgekündigt werden, wie nukleare Arsenale modernisiert
und neue Trägersysteme entwickelt werden.
Die bittere Wahrheit ist: Die Gefahr eines atomaren Konflikts ist
heute wohl so groß wie noch nie zuvor. Wir stehen an der Schwelle
eines neuen nuklearen Zeitalters, das noch komplexer, unberechenbarer
und unsicherer ist als das sogenannte „Gleichgewicht des Schreckens“
während des Kalten Kriegs.
Der geopolitische Kontext hat sich in den vergangenen Jahren
dramatisch verändert. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine hat
Moskau seine Nukleardoktrin verschärft und wiederholt mit einem
Einsatz atomarer Waffen gedroht. Gleichzeitig baut China sein
Atomwaffenarsenal massiv aus.
Bei einer Militärparade zur Feier des 80. Jahrestags des Siegs im
Zweiten Weltkrieg präsentierte Peking im September erstmals seine
vollständige nukleare Triade. Nach Angaben des Stockholmer
Friedensinstituts SIPRI verfügt die Volksrepublik inzwischen über
mindestens 600 Atomwaffensprengköpfe. Experten gehen davon aus, dass
diese Zahl bis 2035 auf 1 500 Sprengköpfe ansteigen und damit das
Niveau des amerikanischen und des russischen Nukleararsenals erreichen
könnte.
Die Welt bewegt sich derzeit auf ein neues tri- oder gar multipolares
nukleares Zeitalter zu.
Die Welt bewegt sich derzeit auf ein neues tri- oder gar multipolares
nukleares Zeitalter zu. Gegenwärtig verfügen neun Staaten über
Atomwaffen, darunter die fünf ständigen Mitglieder des
UN-Sicherheitsrats sowie Israel, Indien, Pakistan und Nordkorea. Doch
angesichts wachsender globaler Unsicherheiten und geopolitischer
Spannungen erwägen immer mehr Länder, eigene nukleare Fähigkeiten zu
entwickeln.
Erst am 17. September 2025 unterzeichneten Saudi-Arabien und die
Atommacht Pakistan ein neues Verteidigungsabkommen, das eine
gegenseitige Beistandsklausel enthält. Der Pakt ist nicht nur ein
Signal an potenzielle regionale Rivalen, sondern verdeutlicht auch die
sich wandelnde Machtordnung im Nahen Osten, in der die USA nicht mehr
als zuverlässiger Sicherheitsgarant wahrgenommen werden.
Diese regionalen Verschiebungen sind zugleich Teil einer
weitreichenderen globalen Entwicklung: Die Pax Americanaweicht
allmählich einer multipolaren Weltordnung, in der die USA nicht länger
willens oder in der Lage sind, die internationale Stabilität allein zu
gewährleisten.
Das schwindende Vertrauen in die amerikanischen Sicherheitsgarantien
führt dazu, dass inzwischen nicht mehr nur Gegner des Westens, sondern
selbst enge Verbündete der USA wie Japan und Südkorea im Indopazifik
und auch europäische Staaten offen über eigene nukleare Kapazitäten
nachdenken. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen warnte jüngst der
Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO),
Rafael Grossi, in einem Interview mit Repubblica vor einer Welt mit 20
bis 25 Nuklearwaffenstaaten.
Es ist allerdings höchst fraglich, ob eine multipolare Welt mit über
20 Atomwaffenstaaten tatsächlich zu größerer Sicherheit beitragen
würde. Das Konzept der Abschreckung setzt eine gewisse Rationalität
und Berechenbarkeit der handelnden Akteure voraus.
Doch je mehr Akteure über Atomwaffen verfügen, desto größer wird das
Risiko von irrationalem Verhalten, von Fehleinschätzungen,
Missverständnissen, technischen Unfällen und Eskalationsdynamiken.
Zugleich erschwert eine wachsende Zahl nuklearer Akteure die Schaffung
verbindlicher Regeln für Abrüstung und Rüstungskontrolle erheblich.
Das bestehende System der Abrüstung und der Rüstungskontrolle steht
ohnehin am Rand des Zusammenbruchs. Sowohl Russland als auch die USA
haben in den vergangenen Jahren den
Mittelstrecken-Nuklearstreitkräfte-Vertrag INF wie auch den Vertrag
über den offenen Himmel aufgekündigt. Mit dem Auslaufen des New
START-Vertrags im Februar 2026 droht schließlich der Verlust des
letzten verbliebenen Rüstungskontrollabkommens zwischen den beiden
größten Nuklearmächten.
Zwar hat Putin kürzlich eine einjährige Verlängerung des Vertrags
vorgeschlagen, doch ist weiterhin ungewiss, ob diese oder gar ein
Nachfolgeabkommen tatsächlich zustande kommen.
Für Washington ist Chinas atomare Aufrüstung längst zu einer
strategischen Priorität geworden.
Sollten Putin und Trump jedoch zu einer Verständigung über New START
kommen, wären auch Deutschland und Europa gefragt, konkrete Vorschläge
für den Erhalt der multilateralen Rüstungskontrolle und einer
künftigen europäischen Sicherheitsordnung zu machen.
So könnte man etwa die in Deutschland geplante Stationierung
amerikanischer Mittelstreckenraketen im kommenden Jahr in ein Angebot
zur Rüstungskontrolle einbetten, falls Moskau im Gegenzug seine
landgestützten Atomraketen zurückzieht.
Gleichzeitig ist jedoch klar, dass substanzielle Fortschritte im
Bereich der Abrüstung und der Rüstungskontrolle bis zum Ende des
Kriegs in der Ukraine nicht zu erwarten sind. Hinzu kommt, dass sich
China bislang weigert, an Gesprächen über nukleare Rüstungskontrolle
und Risikominimierung teilzunehmen.
Peking betont, dass sein nukleares Arsenal nach wie vor wesentlich
kleiner als das der USA und Russlands sei. Für Washington ist Chinas
atomare Aufrüstung allerdings längst zu einer strategischen Priorität
geworden. Damit wächst die Gefahr, dass die Welt in eine Phase
eintritt, in der mehr als 20 Staaten über Atomwaffen verfügen, ohne
dass verbindliche Rüstungskontrollverträge oder Abkommen zur
Risikominimierung existieren.
Es ist daher höchste Zeit, die zum Stillstand gekommenen Bemühungen
zur Abrüstung und Rüstungskontrolle mit neuem Leben zu füllen. Im
Fokus sollten dabei die Begrenzung der strategischen
Nuklearwaffenarsenale und der Erhalt der noch existierenden Verträge
stehen. Ebenso notwendig ist es, auch Peking und andere aufstrebende
Nuklearmächte in eine neu zu schaffende internationale
Rüstungskontrollarchitektur einzubinden und die weitere Proliferation
von Kernwaffen zu verhindern.
Der Atomwaffensperrvertrag ist hierfür unentbehrlich. Die
Überprüfungskonferenz im kommenden Jahr muss dazu beitragen, die
Nichtverbreitung wieder zu stärken. Ein gemeinsames Schlussdokument
wäre in der gegenwärtigen internationalen Lage ein wichtiges Signal.
Zugleich bleibt die UN unverzichtbar für eine Nichtverbreitungspolitik
und muss endlich finanziell, personell und strukturell so ausgestattet
werden, dass sie ihre Aufgaben wirksam erfüllen kann.
Dabei können wir auf Partner aus dem Globalen Süden zählen, die sich
bereits lange für Abrüstung einsetzen und zukünftig die internationale
Ordnung stärker mitgestalten wollen. Brasilien, Indonesien und
Südafrika sind beispielsweise Mitglieder regionaler Verträge über
kernwaffenfreie Zonen. Hier gilt es Rückhalt zu schaffen.
Darüber hinaus benötigen wir Maßnahmen zur Risikoreduzierung und
Transparenz. Dazu gehören direkte militärische Kontakte, die
Ankündigung und Beobachtung von Manövern sowie gemeinsame
Kommunikationskanäle zur Krisenprävention.
Künftige Rüstungskontrollabkommen müssen zudem auch neue Risiken, die
durch künstliche Intelligenz oder Hyperschallwaffen und im Cyber- und
Weltraum entstehen, berücksichtigen.
In den vergangenen Jahrzehnten ist es der internationalen Gemeinschaft
gelungen, die Gefahr eines nuklearen Armageddons durch Kooperation und
Vertrauensbildung bei der Abrüstung und Rüstungskontrolle zu mindern.
Dies ist auch weiterhin möglich und notwendig.
Voraussetzung dafür ist und bleibt allerdings der politische Wille der
relevanten Akteure, an dem es in den vergangenen Jahren ganz
offensichtlich gemangelt hat.
——
12. Friedensfähig: Kampagne kritisiert geheime Pläne der Bundesregierung
Kauf von Tomahawk-Marschflugkörpern birgt enormes Eskalationspotenzial
https://friedensfaehig.de/tomahawk-kauf-birgt-enormes-eskalationspotenzial/
Kampagne kritisiert geheime Pläne der Bundesregierung
Kauf von Tomahawk-Marschflugkörpern birgt enormes Eskalationspotenzial
Die Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig. Für ein Europa ohne
Mittelstreckenwaffen!“ reagiert mit scharfer Kritik auf die Nachricht,
dass die Bundesregierung US-Marschflugkörper größerer Reichweite
kaufen will.
Wie die US-Zeitung Politico berichtet, sieht ein internes Dokument der
Bundesregierung Anschaffungen für die Bundeswehr im Wert von enormen
377 Milliarden Euro vor. Diese sollen über die kommenden Jahre
umgesetzt werden. Ein Posten dieser Liste: 400 Marschflugkörper des
Typs Tomahawk Block Vb sowie drei Typhon-Startsysteme. Ihr Kauf in den
USA soll rund 1,37 Milliarden Euro kosten.
Bereits im Sommer war bekannt geworden, dass
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius Interesse an den fahrbaren
Typhon-Startrampen des US-Herstellers Lockheed Martin hat. Der Wunsch,
eine so große Zahl an Tomahawk-Marschflugkörpern zu beschaffen, wurde
hingegen mit dem Bericht über das geheime Dokument nun erstmals öffentlich.
Tomahawks haben eine Reichweite von deutlich über 1.600 km. Die
unbemannten Marschflugkörper sind sehr manövrierfähig und können
extrem niedrig fliegen.
„Dadurch bleiben sie wortwörtlich ‚unter dem Radar‘“, erläutert Thomas
Carl Schwoerer, Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft –
Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen und Sprecher der Kampagne
„Friedensfähig statt erstschlagfähig“. „Das birgt ein enormes
Eskalationspotenzial, denn Deutschland wäre damit theoretisch in der
Lage, überraschend strategische Ziele wie Militärflugplätze,
Raketensilos und Flugabwehrsysteme im Westen Russlands anzugreifen.“
„Die Anschaffung landgestützter Mittelstreckenwaffen macht Deutschland
nicht sicherer, sondern wirkt im Gegenteil stark destabilisierend. Die
extrem kurze Vorwarnzeit der schwer zu ortenden Tomahawks wird zu
einer immer größeren Alarmbereitschaft in Ost und West führen. Das
erhöht die Gefahr von Fehlwarnungen oder Fehleinschätzungen; im
schlimmsten Fall könnte es einen Angriff auf Deutschland zur Folge
haben“, sagt Simon Bödecker, Referent bei Ohne Rüstung Leben und
Sprecher der Kampagne.
Mit dem Kauf von weitreichenden landgestützten Marschflugkörpern
steigt Deutschland in ein Wettrüsten ein, das zwischen den USA und
Russland bereits im vollen Gange ist: Moskau hat noch für 2025 die
Stationierung von Oreschnik-Raketen in Belarus angekündigt. Außerdem
werden sowohl in den USA als auch in Russland weitere Systeme mit
Reichweiten zwischen 500 und 5.500 Kilometer entwickelt. Diese
Waffenkategorie war ehemals durch den 2019 aufgekündigten INF-Vertrag
verboten.
„Das Wettrüsten mit destabilisierenden Mittelstreckenwaffen in Europa
ist enorm riskant und gefährlich. Der INF-Vertrag untersagte die
Stationierung aus guten Gründen. Wir fordern die Bundesregierung auf,
keine Mittelstreckenwaffen zu kaufen! Das Ziel muss ein
INF-Folgeabkommen sein und keine Schaffung eigener
Erstschlagfähigkeiten“, betont Angelika Wilmen,
IPPNW-Friedensreferentin und Sprecherin der Kampagne. In der
zivilgesellschaftlichen Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig“
setzen sich mehr als 55 Organisationen und Gruppen für ein Europa ohne
Mittelstreckenwaffen ein.
Weitere Informationen zur Kampagne finden Sie unter: https://friedensfaehig.de <https://friedensfaehig.de/>
—
siehe auch:
FRIEDENSFÄHIG statt erstschlagfähig.
Ab 2026 sollen neue US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland stationiert
werden. Verteidigungsminister Boris Pistorius treibt darüber hinaus
die Beschaffung von eigenen Typhon-Systemen voran, mit denen u.a.
Waffen vom Typ „Tomahawk“ und „SM-6“ verschossen werden können.
Bei der Entwicklung europäischer Mittelstreckenwaffen möchte Deutschland
eine Führungsrolle einnehmen. Schreibe jetzt eine Aktionspostkarte an
Minister Pistorius und fordere ihn auf von diesen gefährlichen Vorhaben
Abstand zu nehmen und sich für Rüstungskontrollinitiativen einzusetzen.
——
13. Friedenskooperative: Abrüstungsappell jetzt unterschreiben!
https://www.friedenskooperative.de/aktion/abruestungsappell-jetzt-unterschreiben
Abrüstungsappell jetzt unterschreiben!
Abrüstungsappell gestartet – jetzt unterschreiben! <https://www.friedenskooperative.de/aktion/abruestungsappell-jetzt-unterschreiben#block-nodeblock-16951>
200 Milliarden und mehr jährlich fürs Militär? Nicht mit mir!
Ich protestiere gegen die geplante massive Aufrüstung Deutschlands!
Ich protestiere gegen die geplante massive Aufrüstung Deutschlands!
Fünf Prozent ihrer Wirtschaftsleistung sollen die NATO-Staaten künftig
für Militär und kriegsrelevante Infrastruktur ausgeben. Diese
willkürliche Festlegung ist unverantwortlich. Fünf Prozent des
Bruttoinlandsproduktes entsprächen nach heutigen Zahlen fast der
Hälfte des deutschen Bundeshaushalts, mindestens 200 Milliarden Euro.
Jedes Jahr!
Aufrüstung führt in die Sackgasse! Dass Frieden und Sicherheit durch
immer mehr Waffen und Abschreckung erreichbar wären, ist ein
Trugschluss. Ich möchte in einem Land leben, das sich mit zivilen
Mitteln für eine friedliche Welt stark macht. Diplomatie,
Interessensausgleich und Völkerverständigung müssen die Grundpfeiler
für Frieden in Europa und in der Welt sein.
Daher fordere ich von der Bundesregierung:
einen Stopp der maßlosen Ausgaben für immer mehr Aufrüstung. Nötig
sind mehr Investitionen, die unser aller Leben verbessern – zum
Beispiel in Gesundheit, Bildung, Soziales und Klimaschutz.
keine Belastung und Einschränkung nachfolgender Generationen durch
unbegrenzte Neuverschuldung für Militär und Kriegs-Infrastruktur,
durch eine Wehrpflicht oder die Vernachlässigung der Klimakatastrophe.
einen entschlossenen diplomatischen Einsatz für ein Ende des
russischen Angriffskrieges, nachhaltigen Frieden für die Ukraine und
eine neue europäische Friedens- und Sicherheitsarchitektur.
ein glaubwürdiges Eintreten für Völkerrecht, nukleare und
konventionelle Rüstungskontrolle sowie eine Stärkung von Ziviler
Konfliktbearbeitung und Entwicklungszusammenarbeit. Dauerhafte
Sicherheit kann nur eine Weltordnung garantieren, in der nicht das
Recht des Stärkeren gilt.
——
Mit freundlichen Grüßen
Clemens Ronnefeldt
Referent für Friedensfragen beim deutschen
Zweig des internationalen Versöhnungsbundes
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
consortiumnews.com, 29. Oktober 2025 (Übersetzt aus dem Englischen mit beta, unkorrigiert)
Auf der Grundlage des Berichts des neuen UN-Sonderberichterstatters sollte der IStGH verpflichtet seinarrests, mindestens Haftbefehle gegen Rishi Sunak, Keir Starmer, Olaf Scholz, Friedrich Mertz, Joe Biden und Donald Trump einzureichen.
Präsident Donald Trump verabschiedete sich von dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu, als er am 13. Oktober, nach, ober 13, 2025, auf dem Weg zum internationalen Flughafen Sharm El Sheikh in Ägypten an Bord der Air Force One am Ben Gurion International Airport in Israel geht. (Weißes Haus/Daniel Torok)
Von Vijay Prashad
PeoplesDispatch GmbH
CSongtexte von aroline Willemen of Médecins Sans Frontières sagte Am Sonntag nutzt Israel die Notwendigkeit humanitärer Hilfe in Gaza weiterhin als „Mittel des Drucks“.
"Die humanitäre Lage in Gaza hat sich nicht signifikant verbessert", sagte sie der Presse, "da Wasser- und Schutzknappheit anhält und Hunderttausende von Menschen weiterhin in Zelten leben, wenn der Winter näher rückt."
Israels Streitkräfte haben jetzt mehr als die Hälfte des Landes des Gazastreifens annektiert und werfen riesige Mengen von Trümmern in diese Zone ab und verwandeln es in einen Müllberg. Die Trümmer ohne Experten und Ausrüstung zu bewegen, ist sehr gefährlich, da etwa 10 bis 12 Prozent der israelischen Bomben, die auf Gaza abgeworfen wurden, nicht explodiert sind.
"Jede Gaza-Person lebt jetzt in einem schrecklichen, unkartierten Minenfeld", sagte Nick Orr von Humanity and Inclusion, einer Nichtregierungsorganisation, die in Palästina arbeitet. „Die UXO [Unexploded Ordnance] ist überall. Auf dem Boden, in den Trümmern, unter dem Boden, überall.“
Während die Palästinenser durch die Hügel von Beton graben, riskieren sie, eine schlafende Bombe auszulösen - was zu mehr Opfern des israelischen Völkermords führt.
Eine-direktionale Gewalt
Gaza-Trümmer, 2023-2025. (Jaber Jehad Badwan /Wikimedia Commons/ CC BY-SA 4.0)
In den letzten zwei Jahren hat Israel mindestens 200.000 Tonnen Sprengstoff auf Gaza abgeworfen, eine Tonnage, die 13 Atombomben der von den Vereinigten Staaten am August auf Hiroshima abgeworfenen Ausmaßes entspricht. 6, 1945.
Dies ist unvorstellbar, insbesondere angesichts der Tatsache, dass die Palästinenser keine Luftverteidigungssysteme, keine Luftwaffe und keine Fähigkeit haben, sich vor Höhen- und Drohnenbomben zu verteidigen oder in vergleichbarer Weise zurückzuschlagen. Völkermorde sind naturgemäß asymmetrisch.
Aber diese letzten zwei Jahre als asymmetrisch zu beschreiben, ist obszön: Das war eine eindirektionale Gewalt, die Goliath-ähnlichen Israelis nutzten ihre immensen Vorteile gegen den David-ähnlichen palästinensischen Widerstand.
Die Undurchsichtigkeit der offiziellen Waffentransfers bedeutet, dass wir keine genaue Vorstellung davon haben, wie viel von dieser Tonnage während des Krieges von ihren wichtigsten Lieferanten nach Israel gekommen ist: die Vereinigten Staaten, Deutschland, Italien und das Vereinigte Königreich. Wir haben jedoch genügend Beweise, um zu wissen, dass die meisten Bomben aus den Vereinigten Staaten kamen, mit kleineren Lieferungen aus den anderen Ländern.
Ein Bericht von Francesca Albanese vom 20. Oktober, der Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen über die Lage der Menschenrechte in den seit 1967 besetzten palästinensischen Gebieten mit dem Titel Gaza-Genozid: Ein Kollektivverbrechen macht unbestreitbar klar, dass die Länder, die Israel mit militärischer Ausrüstung versorgen oder es in irgendeiner Weise unterstützen - auch durch diplomatische Unterstützung - völlig mitschuldig am Völkermord sind.
Bundeskanzler, Olaf Schulz trifft sich mit Israels Präsident Isaac Yitzhak Herzog in Tel Aviv, Okt. 17, 2023. (Amos Ben Gershom/ Pressebüro von Israel/Wikimedia Commons/CC BY-SA 3.0)
Mit anderen Worten, die Verpflichtung, sich an die Vereinten Nationen zu halten. Konvention über Völkermord ist nicht diskretionär; die Pflicht, alles zu tun, um den Völkermord zu stoppen, ist obligatorisch. Die Teilnahme macht sie völlig schuldig. Der Bericht stellt fest, dass der israelische Völkermord an den Palästinensern in Gaza dies „zu einem international ermöglichten Verbrechen“ macht.
Die Komplexität ist außergewöhnlich. Nehmen wir den Fall des Vereinigten Königreichs, dessen Premierminister Keir Starmer Menschenrechtsanwalt ist und tatsächlich das Lehrbuch über das europäische Menschenrechtsrecht (1999) geschrieben hat.
Am Aug. 6, Matt Kennard erzählte Palestine Deep Dive, wie britische Militärflugzeuge die RAF Akrotiri in Zypern verließen und ein nicht identifiziertes Flugzeug über Gaza eskortierten. Sechs Tage später enthüllte Iain Overton bei UK Declassified, dass unter diesen Flugzeugen ein RAF Shadow R1 Überwachungsflugzeug war, das neben einem Beechcraft Super King Air 350 flog, das der Sierra Nevada Corporation (aus den Vereinigten Staaten) mit einem Rufzeichen CROOK 11 gehörte. Was haben diese Flugzeuge gemacht? Wer hat sie diese Arbeit sanktioniert? Wer ist CROOK 11?
UK. Premierminister Keir Starmer besucht Truppen bei der RAF Akrotiri in Zypern, Dez. 10, 2024. (Tim Hammond / No 10 Downing Street, Flickr, CC BY-NC-ND 2.0)
Im Dezember 2024 sagte Starmer den Truppen der RAF Akrotiri:
"Es gibt viele verschiedene Arbeiten, die weitergehen. Ich bin mir auch bewusst, dass einige oder ziemlich viele Dinge, über die hier vor sich geht, nicht unbedingt die ganze Zeit gesprochen werden können ... Wir können der Welt nicht unbedingt sagen, was Sie hier tun ... denn obwohl wir es nicht aus Gründen, die für Sie offensichtlich sind, dies zu der ganzen Welt sagen. "
Der offensichtliche Grund ist, dass dies ein Völkermord ist, und das Vereinigte Königreich ist mitschuldig, so dass sie nicht darüber sprechen können.
Der Rekord für die USA ist noch grässlicher. Ein Absatz aus dem Bericht des Sonderberichts ist verdammt genug:
„Seit Oktober 2023 haben die USA 742 Sendungen von „Arms and Munition“ (HS Code 93) übertragen und zehn Milliarden neue Umsätze genehmigt. Die Biden- und Trump-Regierungen reduzierten die Transparenz, beschleunigten die Transfers durch wiederholte Notfallgenehmigungen, erleichterten den israelischen Zugang zu US-Waffenbeständen im Ausland und genehmigten Hunderte von Verkäufen knapp unter dem Betrag, der die Zustimmung des Kongresses erforderte. Die USA haben Militärflugzeuge, Spezialeinheiten und Überwachungsdrohnen nach Israel entsandt, wobei die US-Überwachung angeblich verwendet wird, um die Hamas anzugreifen, auch bei der ersten Razzia im Al Shifa-Krankenhaus.
Im November 2024 reichte der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) einen Haftbefehl gegen Benjamin Netanyahu und Yoav Gallant ein. Auf der Grundlage dieses jüngsten UN-Berichts sollte der ICC-Staatsanwalt Karim Khan verpflichtet sein, Haftbefehle gegen Rishi Sunak, Starmer, Olaf Scholz, Friedrich Merz, Joe Biden und Donald Trump einzureichen – zumindest. Alles andere macht das regelbasierte internationale System, nämlich die Charta der Vereinten Nationen, verhöhnt.
Vijay Prashad ist ein indischer Historiker, Redakteur und Journalist. Er ist Schriftsteller und Chefkorrespondent bei Globetrotter. Er ist Herausgeber von LeftWord Books und Direktor von Tricontinental: Institute for Social Research. Er hat mehr als 20 Bücher geschrieben, darunter The Darker Nations und The Poorer Nations. Seine neuesten Bücher sind über Kuba: Reflexionen über 70 Jahre Revolution und Kampf (mit Noam Chomsky), Struggle Makes Us Human: Learning from Movements for Socialism, und (auch mit Noam Chomsky) Der Rückzug: Irak, Libyen, Afghanistan und die Fragilität der US-Macht.
Dieser Artikel wurde ursprünglich von Globetrotter produziert.
Ansichten, die in diesem Artikel zum Ausdruck kommen und möglicherweise die von Consortium News widerspiegeln oder nicht.
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5 Kommentare zu “Vijay Prashad: Der Mächtige, der hinter Israel steht ”
David Strand
29. Oktober 2025 um 12:25 Uhr
Vijay, du hast absolut Recht in all dem oben genannten. Ich würde nur hinzufügen, dass die Liste der Namen viel zu kurz ist. Blinken, Sullivan, Witkoff, Kusher sind nur ein paar Amerikaner, nur Amerikaner, deren Namen der Liste hinzugefügt werden sollten.
29. Oktober 2025 um 12:24 Uhr
An welchem Punkt erlauben wir (diejenigen mit der Einbildung, dass „wir“ informiert sind), dass Palästina, Sudan, Jemen und so viele mehr keine isolierten Handlungen mit ihrer eigenen individuellen Geschichte und Lösung sind (was sie natürlich haben), sondern zunehmend als Teil der systematischen Bemühungen zu sein, eine politische / soziale Struktur der absoluten plutokratischen Dominanz weltweit zu schaffen (wiederherzustellen). Prashad scheint auf diese Art von Schlussfolgerung hinzudeuten; nationale und internationale Justizsysteme werden ignoriert, undurchsichtige Verteilung von Waffen, offensichtliche nicht gemeldete Allianzen unter mächtigen Akteuren und Kabalen wie Beziehungen zwischen Weltführern und denen, die technologische und Informationssysteme kontrollieren.
In einer solchen Zukunft werden die Menschenmilliarden der Welt zu einem einzigen Gegenstand (sowohl zu Ressourcen als auch Hindernissen), der nach Bedarf und Laune der wenigen, die die Kontrolle über Nahrung, Wasser, Land (Raum) und die Mittel haben, mit denen die vielen das Wesentliche des Lebens erwerben können, genutzt und entsorgt werden muss. So sehr ich versuche, ein weniger umhüllendes Szenario aus gegenwärtigen Ereignissen zu rationalisieren, dieser blickt mich konsequent aus den Schatten. Wenn es überhaupt eine geringe Wahrscheinlichkeit hat, wahr zu sein, ist die Zeit für die Erkennung und Aktion jetzt, nicht später.
Ray Peterson
29. Oktober 2025 um 12:01 Uhr
Francesca Albanese ist ein Juwel des Gewissens für Menschen
Rechte.
USA-Israel/West könnte ein regelbasiertes Internationales werden
Ordnung in eine Verhöhnung der Wahrheit und Gerechtigkeit; aber diese Frau
Die Stimme wird „. . . die Stolzen in der Vorstellung ihrer Herzen zerstreuen“
(Lk.1.51).
Kategorie: Paula
29. Oktober 2025 um 11:30 Uhr
Das sind alles wohlhabende Menschen und befürchten, dass sie ihr Vermögen und den Zugang zu anderen Ländern verlieren werden. Ich hoffe, dass ihre Welten zusammenbrechen und sie in eine Hölle gebracht werden, die sie anderen gefördert haben.
Em
29. Oktober 2025 um 10:32 Uhr
Nach den Grundsätzen von 3 monotheistischen Religionen sollte es Frieden auf der Erde „geben“. Das ist eine Übertreibung der Heuchelei!
Nach der obszönen, willkürlichen und einseitigen Haltung des amoralischen amerikanischen Regimes, der UNO. Die Sonderberichterin für Palästina, Francesca Albanese, die eine Person, die tatsächlich einen „Edlen“ Friedenspreis verdient hat und „hätte“, erhalten haben; sie hat es nicht verdient, ihren Bericht in einer Rede vor dem Organ der Vereinten Nationen, zum Feiern und Gedenken an ihr 80jähriges Jubiläum, im Dienst an der gesamten Menschheit – der Weltbevölkerung – frei zu halten, also verweigerten sie einfach ihren Eintritt in die USA, um ihre Präsentation der Fakten zu halten
Wieder einmal hat Südafrika in einem sehr entscheidenden Moment in dramatisch und schnell verändernden globalen Entwicklungen das Richtige getan, indem es diesen ganz bemerkenswerten Menschen einlud – angesichts der kühnen US-Aggression, gegen ihre ausdauernden Bemühungen – und einlud, ein Licht auf Palästina und ganz Westasien zu bringen – und eine Chance erhielt, ihre Berichte über das Völkerrecht zu halten und zu präsentieren, in Erinnerung an die Unruhe
Vielleicht sollten die Vereinten Nationen aus den USA ausziehen und in ein offeneres Land gehen, das am weitesten von der Stadt entfernt ist, deren Name mit einem "J" beginnt, es sei denn, Jamaika ist heute eine bedeutende Schlagzeile in den Nachrichten, es sollte "dort vorüberziehen.
Es würde sicherlich viel positiver von dort aus erreichen, als mit den barbarischen, von Menschen verursachten wilden Stürmen, die die unschuldige Menschheit verwüsten, und dem, was die Vereinten Nationen in der Lage sind, in Erleichterung, von New Amsterdam, gegen die Oger von Washington D.C., die seine Politik beherrschen, zu erreichen.
Was schließlich in einer einfachen Namensänderung ist – Tel Aviv; Jerusalem, es sei denn, man sehnt sich natürlich danach, im eigenen Staat Palästina als Palästinenser anerkannt zu werden.
Info: https://consortiumnews.com/2025/10/29/vijay-prashad-the-powerful-who-stand-behind-israel/
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
seniora.org, 29. Oktober 2025, von Amir Mortasawi 29.10.2025 – übernommen von afsaneyebahar.com
Von Helmut Sterz, Erste Auflage Dezember 2025, Rubikon-Verlag

„Dieses Buch soll als Schlüssel für die Aufarbeitung des Corona-Impfskandals dienen. Es richtet sich an Menschen, die sich über die verantwortungslose Vorgehensweise der Pharmahersteller und der Gesundheitsbehörden einschließlich der ihnen übergeordneten Politiker informieren möchten. Die Öffentlichkeit soll wachgerüttelt werden, damit in Zukunft derartige Verbrechen an der Menschheit keine Chance mehr haben."
Die vom Rubikon-Verlag zur Verfügung gestellte Leseprobe (https://afsaneyebahar.com/wp-content/uploads/2025/10/hs_leseprobe.pdf) umfasst das Inhaltsverzeichnis des Buches, die Vorworte von Dr. med. Wolfgang Wodarg, Prof. Dr. med. Sucharit Bhakdi, Prof. Dr. med. Christian Perronne, Prof. Dr. rer. nat. Stefan W. Hockertz sowie des Rechtsanwalts Philipp Kruse und das Kapitel „Einführung“. Buch bestellen: https://www.buchkomplizen.de/unsere-komplizen/rubikon/die-impf-mafia.html
E-Book bestellen: https://www.buchkomplizen.de/e-books/die-impf-mafia.html
Helmut Sterz, geboren 1946, promovierte nach dem Studium der Tiermedizin an der Justus-LiebigUniversität Gießen in Virologie und wurde für seine Dissertation mit einem Preis ausgezeichnet. Von 1974 bis 1988 leitete er die Abteilung für Reproduktionstoxikologie bei Boehringer Mannheim, wo er maßgeblich zur Verbesserung der Techniken zur Erfassung von Toxizität bei trächtigen Labortieren und deren Nachkommen beitrug. Im Jahr 1981 erlangte er die Anerkennung als Fachtierarzt für Pharmakologie und Toxikologie.
Von 1988 bis 1995 war er als Leiter des Toxikologie-Zentrums von Servier in Orléans (Frankreich) tätig, wo er alternative Tiermodelle einführte, um die Risikoabschätzung für die Nebenwirkungen neuer Substanzen zu verbessern. Anschließend übernahm er bis 2001 die Leitung des Toxikologie-Zentrums von F. Hoffmann-La Roche in Basel und war in dieser Position für die gesamte präklinische Toxikologie des Unternehmens verantwortlich.
2001 berief Pfizer Helmut Sterz zum Leiter der beiden europäischen Toxikologie-Zentren in Amboise (Frankreich) und Sandwich (Vereinigtes Königreich), wo er die strategische Ausrichtung und Weiterentwicklung der Toxikologie-Abteilungen leitete. Nach der Schließung des Amboiser Labors im Jahr 2007 zog er sich aus dem Unternehmen zurück und ging in den Ruhestand.
Aufgrund seiner langjährigen und umfassenden Expertise in der präklinischen Toxikologie sowie seiner bedeutenden Beiträge zur Weiterentwicklung von Tierversuchstechniken im Bereich der Arzneimittelzulassung zählt Helmut Sterz zu den international anerkannten Experten auf seinem Gebiet.
„Dieses Buch soll als Schlüssel für die Aufarbeitung des Corona-Impfskandals dienen. Es richtet sich an Menschen, die sich über die verantwortungslose Vorgehensweise der Pharmahersteller und der Gesundheitsbehörden einschließlich der ihnen übergeordneten Politiker informieren möchten. Die Öffentlichkeit soll wachgerüttelt werden, damit in Zukunft derartige Verbrechen an der Menschheit keine Chance mehr haben.
Mein Buch soll insbesondere all den Opfern der Impfkatastrophe helfen, mit Hilfe spezialisierter Anwälte ihr Recht auf Entschädigung zu erstreiten, indem man den Beteiligten in der Pharmaindustrie und bei den zuständigen Behörden sowie Ärzten nachweist, dass sie die ihnen im Rahmen von Notfallverordnungen zugesprochene Immunität durch bewusste Nachlässigkeit, willentliche Vergehen oder Aufsichtspflichtverletzung verwirkt haben.“ (Seite 31 des Buches)
Tierversuche, die im Kontext der Arzneimittelzulassung nach wie vor eine zentrale Rolle spielen, wurden 1947 infolge des Nürnberger Ärzteprozesses(1) im Nürnberger Kodex(2,3) festgeschrieben:
„Der Versuch [an Menschen] ist so zu planen und auf Ergebnissen von Tierversuchen und naturkundlichem Wissen über die Krankheit oder das Forschungsproblem aufzubauen, dass die zu erwartenden Ergebnisse die Durchführung des Versuchs rechtfertigen werden.“
Ethische Grundsätze für medizinische Forschung am Menschen und Richtlinien für Erprobung von Medikamenten wurden unter anderem in der Deklaration von Helsinki (1964) (4), der Oviedo-Konvention (1997) (5), den Schriften von International Council for Harmonisation of Technical Requirements for Pharmaceuticals for Human Use (ICH)(6) und in mehreren Dokumenten der Europäischen ArzneimittelAgentur (EMA) (7) formuliert. In Deutschland ist in diesem Zusammenhang insbesondere das Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln (Arzneimittelgesetz) (8) von Bedeutung.
Das im Dezember 2025 erscheinende Buch „Die Impf-Mafia“ von Helmut Sterz bietet eine wissenschaftlich fundierte, detaillierte und zugleich allgemein verständliche Analyse der schwerwiegenden Mängel bei der Sicherheitsüberprüfung durch BioNTech und Pfizer im Zusammenhang mit ihrem Produkt COMIRNATY, das angeblich einen wirksamen Schutz gegen Covid-19-Infektionen bieten sollte. Als Insider und erfahrener Toxikologe beleuchtet der Autor, wie genetisch modifizierte und toxische pharmazeutische Produkte während der Corona-Misere, bei schwerwiegenden Abweichungen von zahlreichen verbindlichen Behördenrichtlinien zur präklinischen Sicherheit, vertrieben wurden und weiterhin offiziell empfohlen werden.
Unter Mitberücksichtigung der Dokumente von BioNTech(9) und Pfizer(10) stellt der Autor fest(11) :
„Es ist wahrlich erschreckend, wenn man jetzt im Nachhinein konstatieren muss, dass der größte Teil der beim Menschen registrierten Nebenwirkungen bei der Anwendung von COMIRNATY in sorgfältig durchgeführten Tierversuchen hätte vorhergesehen und durch Einschränkung der Indikation vermieden werden können.“
Helmut Sterz beschreibt anschaulich, wie die Bevölkerung von den Arzneimittelherstellern, unterstützt von Gesundheitsbehörden und Politikern, zur Teilnahme an einem groß angelegten, menschenverachtenden Experiment verleitet wurde. Er thematisiert die erschreckende Tatsache, dass die verantwortlichen Behörden und Politiker trotz zahlreicher seriös belegter Hinweise auf schwerwiegende Nebenwirkungen und Todesfälle keine notwendigen Untersuchungen einleiten ließen bzw. lassen. (12)
Die überwältigende Menge an Beweisen lässt keinen Zweifel daran, dass diese Präparate auf Basis modifizierter mRNA niemals hätten zugelassen werden dürfen. Spätestens im Jahr 2021 hätten sowohl die Hersteller als auch die zuständigen Behörden verpflichtet sein müssen, sie vom Markt zu nehmen.
Die makabre Realität ist jedoch, dass die Pharmaindustrie inzwischen von den europäischen Behörden grünes Licht erhalten hat, weitere Präparate mit modifizierter mRNA zu entwickeln.
Mit freundlicher Genehmigung des Rubikon-Verlags erfolgt hier die Veröffentlichung des Abschnitts „Forderungen zur Aufarbeitung des weltweiten Pharmaskandals“ (Seite 206 bis 210 des Buches):
„11.2 Forderungen zur Aufarbeitung des weltweiten Pharmaskandals
Die Opfer der kriminellen Handlungen und des Unrechts während der Covid-„Pandemie“ haben ein Recht auf Wiedergutmachung durch die Verantwortlichen. Diese sind in der Politik, der Pharmaindustrie und bei vielen Trittbrettfahrern (Experten, Medizinern, Richtern, Journalisten und Entscheidungsträgern) zu suchen. Ohne eine gerechte Aufarbeitung der Schuld können ähnliche Katastrophen in der Zukunft nicht vermieden werden.
Daher habe ich die folgenden Forderungen aufgestellt, um die Aufarbeitung dieses Pharmaskandals in die Wege zu leiten:
- Es braucht eine Untersuchungskommission des Parlaments, die allerdings nicht mit Personen besetzt sein darf, die sich während der „Pandemie“ schuldig gemacht haben.
- Der erste Schritt muss eine Generalamnestie für alle sein, die sich dem während der „Pandemie“ verordneten Wahnsinn aufgrund eigener medizinischer Kenntnisse oder ihres gesunden Menschenverstandes aktiv oder passiv entzogen haben.
- Die politisch motivierten Urteile der Gerichte während der „Pandemie“, die jeglichen wissenschaftlichen Konsens vermissen lassen, sind sofort für ungültig zu erklären und es ist zu prüfen, ob sich der/die betreffenden Richter strafbar gemacht haben.
- Die Strafen für die Täter müssen den Folgen der Verbrechen und dem verursachten Unrecht entsprechen, auch wenn es sich um Personen handelt, die in höchsten politischen Ämtern stehen oder standen (Bundeskanzlerin Merkel, Gesundheitsminister Spahn, Bundeskanzler Scholz, Gesundheitsminister Lauterbach und andere) und die glauben, aufgrund ihres Amtes Immunität beanspruchen zu können. Sie haben ihren Amtseid gegenüber der Bevölkerung und ihrem Land gebrochen, haben einseitig im Interesse der Vakzine-Hersteller gehandelt und bei den ihnen unterstellten Gesundheitsbehörden Amtspflichtverletzungen toleriert oder sogar gefördert.
- Alle Personen, die sinnlose und gefährliche „Pandemiemaßnahmen“ beschlossen und umgesetzt haben, sind sofort aus ihren Ämtern zu entfernen und zur Rechenschaft zu ziehen.
- Alle wissenschaftlichen Berater der Regierenden, wie zum Beispiel Prof. Drosten, sollten sich für ihre Fehlleistungen vor Gericht verantworten.
- Alle Personen, die sich aktiv an den gehässigen Verleumdungen und Verurteilungen der Menschen, die sich nicht impfen lassen wollten, beteiligt haben, sollten sich öffentlich entschuldigen. Dazu gehören, nur um die Spitze des Eisbergs zu beschreiben: AltBundeskanzler Gauck, Bundespräsident Steinmeier, Minister und Ministerinnen wie Faeser, Ministerpräsidenten wie Söder, Kretschmann, Ramelow, Schwesig, Bürgermeister wie Palmer und Mediziner wie Prof. Montgomery, zahlreiche Klinikchefs und Universitätsprofessoren sowie Prominente aus Presse, Sport, Kultur und Kirche.
- Trittbrettfahrer des staatlichen Unrechts, wie zum Beispiel medizinische Experten, Medien und Meinungsbildner aus Kirche, Kultur, Lokalpolitik, Sport etc. sollten sich ebenfalls vor Gericht verantworten.
- Der Schutz der Vakzine-Hersteller vor Regressansprüchen ist wegen schwerem, zum Teil vorsätzlichem Fehlverhalten aufzuheben.
- Die Gewinne von BioNTech sollten in Milliardenhöhe in eine Stiftung fließen, um Personen mit nicht heilbaren Impffolgen zu entschädigen. Die Stiftungssumme sollte offen bleiben, da in den nächsten Jahren mit Spätfolgen zu rechnen ist.
- Die Manipulation und Fälschung klinischer Daten und die Vertuschung von Sicherheitsproblemen der Vakzinen ist kriminell. Die Verantwortlichen bei den VakzineHerstellern BioNTech und Pfizer müssen sich vor Gericht verantworten.
- Alle Personen, die bei BioNTech, am Paul-Ehrlich Institut, am Robert-Koch-Institut und bei den Pharmakovigilanz-Zentren nach Beginn der Impfkampagne Einblick in die übermäßig steigende Anzahl von Nebenwirkungen durch die Corona-Impfung hatten und ihre Bedenken nicht mit den Verantwortlichen oder der Öffentlichkeit geteilt haben, sollten wegen unterlassener Hilfeleistung zur Verantwortung gezogen werden.
- Die Entschädigung der Vakzine-Opfer muss ohne jahrelanges juristisches Tauziehen erfolgen, denn sie sind Opfer staatlicher Willkür und Gewalt. Es existieren heute validierte Labornachweise (siehe die Informationen des Labors INMODIA, S. 216), die nicht nur Proteine des SARS-Cov-2-Virus nachweisen können, sondern auch das durch die Impfung im Körper synthetisierte Spike-Protein. Im Fall von schweren Impfnebenwirkungen sollte vor Gericht der Nachweis des Impf-Spike-Proteins in Blut und Geweben als Beweis für einen ursächlicher Zusammenhang zwischen der Impfung und dem sogenannten „Post-Vac-Syndrom“ anerkannt und Klagen von Impfopfern stattgegeben werden.
- Die Impfpflicht für verschiedene Berufsgruppen, Soldaten und Schüler ist illegal und sofort aufzuheben.
- Das Bundesgesundheitsamt sollte in enger Zusammenarbeit mit unabhängigen Experten den aktuellen Stand des Wissens betreffend Nutzen und Risiko der Covid-19- Impfung in einem Positionspapier darlegen. Dieses Dokument sollte allen Angehörigen der Heilberufe persönlich zugestellt werden, damit sich niemand mehr darauf berufen kann, er kenne die Risiken der Impfung nicht.
- Mediziner sollten keine Immunität vor Strafverfolgung beanspruchen können, wenn sie Anti-Covid-Injektionen ohne ausgewogene, auf Wissen basierende Aufklärung über Nutzen und Risiko vorgenommen haben und wenn diese Injektionen zu schweren Nebenwirkungen führten. Sie sind für den durch ihr unprofessionelles Vorgehen verursachten Schaden haftbar zu machen.
- Den Medizinern, die weiterhin Covid-19-Vakzinen verabreichen, ohne die Patienten in einem ausführlichen Arztgespräch auf die Risiken der Impfung hinzuweisen, sollte die Approbation entzogen werden.
- Die Politik hat nicht das Recht, Medizinern ein Behandlungsverbot aufzuerlegen, wie es während der Covid-Krise geschehen ist. W. van Rossum[*] stellt zwar fest, dass die Kritiker der „Pandemie“-Maßnahmen mit fast allem recht hatten, aber er ist nicht optimistisch, dass sich Richter finden lassen, die während der „Pandemie“-Jahre wirklich Recht gesprochen und eine weiße Weste haben. Ich hoffe, er hat nicht recht, denn ein Land, das sich einer reinigenden Rosskur nicht stellen will, hat keine Zukunft! Meine Analyse gibt Richtern ein Instrument an die Hand, mit dessen Hilfe sie gegenüber den Herstellern, Pfizer und BioNTech, Betrug und Fahrlässigkeit während der präklinischen Entwicklung ihrer Vakzine beweisen können. Dieses Instrument kann ebenfalls nachweisen, dass die für die Produktzulassung verantwortlichen Behörden ihre Amtspflicht und damit ihren Auftrag gegenüber der Bevölkerung sträflich vernachlässigt oder gebrochen und eine Arzneimittelkatastrophe mit unvorstellbaren Folgen ausgelöst haben.“
[*] Die Fata Morgana der Aufarbeitung. W. van Rossum. 9.8.2024: https://www.manova.news/artikel/die-fata-morgana-der-aufarbeitung
https://afsaneyebahar.com/2025/10/29/20705241/
Mit freundlicher Genehmigung übernommen.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Weiteres:

manova.news, vom 09. August 2024, 14:00 Uhr
Die Verbrechen der Coronazeit werden nie gesühnt oder auch nur benannt werden, weil zu viele sich mitschuldig gemacht haben.
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Eine gründliche Aufarbeitung der Coronajahre mit ihren zahlreichen Angriffen auf die Grundrechte, die körperliche Unversehrtheit und die Menschenwürde — es ist ein Traum, den viele von uns seit 2020 träumen. Rehabilitierung der damals Ausgegrenzten, Identifizierung der Täter, Bitten um Vergebung, Sühne, Versöhnung gar ... Selbst die schlimmsten historischen Verbrechen wären jedoch kaum jemals ans Tageslicht gekommen, wäre nicht die Führungsriege durch eine ganz andere ausgetauscht worden. In der jetzigen Situation könnten Schuldige fast nur durch Mitschuldige zur Rechenschaft gezogen werden. Die Riege derer, die von Anfang an in der Opposition waren, ist überschaubar. Dafür fanden sich Widerständige in den Coronajahren oft, ohne sich gesucht zu haben, und entwickelten ein einzigartiges Gemeinschaftsgefühl. Dies dürfte keine Heldenreise werden, die von einem Happy End gekrönt wird. Nach dem Kampf ist vor dem Kampf. Wir müssen den einmal beschrittenen Weg weitergehen, ohne jede Garantie, irgendwann anzukommen — einfach, weil es richtig ist, ihn zu gehen. Rede Walter van Rossums am 3. August 2024 in Berlin.
Ihr erinnert euch: Im März 2020 kollabierte die uns bekannte Realität, im Nachhinein möchte man fast sagen: binnen Stunden. Es wurden ein paar sonderbare Imperative in die Welt gebellt — und die bekannte Ordnung ging in die Knie: der Rechtsstaat, die Wissenschaft, die Medizin, das argumentierende Begründen, die Aufklärung, die Wirtschaft und die Kunst. Noch bevor wir ein „Aber“ absetzen konnten, um unsere Einwände und Gegenrechnungen zu präsentieren, waren wir längst abgeschaltet von den Zugängen zur autoritären Welt. Aussortiert als Querdenker, Querulanten, Verschwörungstheoretiker und Staatsfeinde. Wir fanden uns wieder unter lauter Gleichgesinnten, die wir noch gar nicht kannten und wie Freunde begrüßten, weil wir mit ihnen reden konnten.
Wir haben uns verdammt schnell berappelt. Die alternativen Medien haben eine erstaunlich starke Gegenöffentlichkeit geschaffen. Wir haben in Windeseile aberwitzige Datenmengen zusammengetragen und uns ein umfangreiches Wissen angeeignet. Bald waren wir in der Lage, die Behauptungen der Pandemiker komplett auseinanderzunehmen. In gelassener Pauschalität darf man sagen, wir hatten von Anfang an zu fast 100 Prozent recht. Doch wir mussten feststellen, wir hatten kein recht, recht zu haben. Man hatte einen Cordon sanitaire um uns gelegt, einen tiefen Wassergraben, der verhinderte, dass unsere Erkenntnisse nach oben drangen.
Vorsichtshalber nahmen Lauterbach & Co die Aufarbeitung in Gestalt von ein wenig Selbstkritik selbst in die Hand. Man ließ erkennen, dass rückblickend die Schließung der Schulen und Kindergärten wohl ein Fehler war. Man ließ auch durchblicken, dass der sogenannte Impfstoff ein wenig unter den Erwartungen geblieben sei, und ja, man räumte sogar ein, dass es in einigen wenigen Fällen wohl zu erheblichen Impfschäden gekommen sei.
Der allseits verehrte Professor Drosten betrieb seine eigene Aufarbeitung und schrieb ein Buch: Fehler — wenn überhaupt — sei gewesen, dass man ihm ständig dazwischengequatscht habe. Beim nächsten Mal dürften sich deshalb nur autorisierte Experten zum Thema äußern. Außerdem müsste beim nächsten Mal der Impfstoff nach 100 Tagen zugelassen werden können. So kann Aufarbeitung aussehen.
In dieser Sorte Aufarbeitung kamen die Millionen Opfer weltweit nicht vor — weder die verstörten Kinder, die Millionen Alten, die allein sterben mussten, die Zerstörung ganzer Geschäftsbranchen, der Bürgerkrieg in der Gesellschaft, die ruinierten Existenzen, Zehntausende, die man mit Hausdurchsuchungen und Praxisschließungen terrorisiert hatte. Nicht zu vergessen die große Menge von Menschen, die lebenslang unter den Folgen der Spritzen leiden werden. Die Forderung nach Aufarbeitung ist völlig berechtigt und unvermeidlich.
Ich fürchte nur, Aufarbeitung in unserem Sinne wird so nie stattfinden. Es waren viel zu viele daran beteiligt. In einer von niemandem vorhersehbaren Geschwindigkeit hatte die politische Exekutive sich fast alle Institutionen untertan gemacht.
Wie sollten, wie könnten sich diese Institutionen jetzt selbst den Prozess machen? Es ging ja nicht um ein paar Amtsrichter, die Unrecht gesprochen haben, es waren fast alle Amtsrichter, und es waren vor allem die höheren und die höchsten Instanzen, die massenhaft absurde Urteile gesprochen haben. Welche Gerichtsbarkeit könnte über die Zerstörung des Rechtsstaates entscheiden? Selbst wenn es uns gelänge, einzelne Richter, Staatsanwälte, Justizbeamte oder Polizisten zu verurteilen — glaubt jemand ernsthaft, danach sei der Rechtsstaat wiederhergestellt? Das Justizsystem selbst hatte allen eingebauten Sicherungen zum Trotz versagt und sich den Imperativen der Exekutive ergeben.
Ähnlich sieht es in der Politik aus. Will man Angela Merkel, Jens Spahn oder den Scholzomaten anklagen? Gewiss, die Untaten sind da. Doch was ist mit dem Bundestag? Was mit den Ministerpräsidenten der Länder, den Hunderten von Landräten, die gerne mal ein Dutzend Grundrechte auf einmal außer Betrieb setzten? Für Ärzte, Wissenschaft und Medien gilt das Gleiche. To big to fail.
Mit anderen Worten: Es ist außerordentlich unwahrscheinlich, dass die — sagen wir — „Eliten“ und ihre Mitläufer sich selbst anklagen, in Haft nehmen oder wenigstens des Platzes verweisen. Es geht nicht um ein paar Irrtümer, ein paar Fehlentwicklungen. Es geht um die Einführung einer neuen Ordnung ohne jegliche Legitimation, und es geht um immense Verbrechen. Ihre Urheber werden sich niemals einer Aufarbeitung stellen. Es sei denn, sie werden von außen dazu gezwungen oder die herrschende Ordnung implodiert.
Kurzum, überall stößt man auf systemische Offenbarungseide. Es gibt nichts zu reparieren. Selbst wenn man außerordentlich viele Personen austauschte. Das ändert nichts, die Systeme haben versagt. Es hilft alles nix: Wir müssen einfach eine neue Gesellschaft erfinden.
Wir müssen uns darüber klar werden, dass das Ganze das Falsche war, noch schlimmer: Wir selbst hatten Anteil daran.
Im Laufe der letzten Jahre dürften viele verstanden haben, dass die Misere nicht Anfang 2020 begann, sondern einen langen Vorlauf hatte. Und wir waren zuverlässiger Teil des Problems. Aus den Augenwinkeln ahnten wir die Fälschung der Welt, doch wir haben uns arrangiert. Der Westen führte Dutzende von Angriffskriegen. Wir waren empört, doch wir haben tapfer weiter an Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechte geglaubt. Ein paar unverbindliche Vorbehaltsklauseln im Herzen. Aber wir hätten es wissen müssen: Das Abendland, seine Institutionen und seine tollen Werte hielten schon damals nicht der geringsten Überprüfung stand.
Dem Pandemieterror folgte ein Krieg, der mit aller Macht eskaliert wurde; es folgte eine dramatische ökonomische Destabilisierung, flankiert von einem apokalyptisch aufgeladenen Management des Klimawandels. Da wurden die Reste der alten Welt verheizt. Das ging so schnell, dass man vermuten darf, die Luft war längst raus. Und wir stehen da als irgendwie Überlebende und sollten uns die Frage stellen: Wollen wir noch mal zurück oder fliehen wir in eine noch zu erfindende Zukunft? Ich glaube, das ist im Moment die entscheidende Frage, die jeder für sich entscheiden muss.
Ich hatte es schon erwähnt: Wir hatten von Anfang an in fast allen Punkten recht. Wir müssen nichts mehr aufarbeiten, wir brauchen nicht noch ein paar Gigabyte RKI-Files. Wir wissen fast alles, doch es gibt Wahrheiten, die stehen geoffenbart im Raum wie ein Albtraum, aber sie werden nicht realisiert. Damit müssen wir zu leben lernen.
Stellt sich die Frage, was wir tun können. Wir sind viele, und die Zahl allein ist eine nennenswerte Waffe. Wir haben umgehend alle Thesen und Perspektiven, mit denen die Oberwelt ihr Publikum im Zaun hält, widerlegt und beantwortet. Aber haben wir eine eigene Agenda?
Wir stehen heute nicht vor der Wahl Revolution oder Reparatur. Wen wollten wir stürzen? Regierungen, die Oligarchen und ihre Netzwerke, die Universitäten oder die bigotten Kulturtempel? Auf der anderen Seite: Was wollten wir reparieren? Die Demokratie, die Verfassung, die Wirtschaft? Es gibt keine Reform, die richten könnte, was längst nicht mehr funktioniert. Und wir sind immer noch eine Minderheit.
Aufarbeitung, Aufklärung und Kritik waren und bleiben wichtig, aber sie weisen keinen Weg. Etwas ratlos sitzen wir auf den Säcken unseres Wissens, unserer ungeteilten Wahrheiten. Wir haben viel gelernt, aber jetzt wissen wir nicht richtig weiter. Viele sind müde, die Jahre kalkulierter Zerrüttung haben ihren Spuren hinterlassen. Man hätte gerne mal ein Päuschen.
„Lauf, Genosse, lauf! Die alte Welt ist dir auf den Fersen“ — so lautete ein Spruch der 68er. Heute werden wir nicht nur von der alten Welt gejagt, sondern ein verdeckt operierender Totalitarismus zieht auf. Wenn wir uns ihm nicht ergeben wollen, dann müssen wir lernen, uns ihm zu entziehen. Und das beginnt damit, dass wir unsere Situation annehmen. Wir haben kein Programm, keine Geschichtsphilosophie, keinen Fünfjahresplan. Wir werden improvisieren müssen auf der Suche nach einer bewohnbaren Welt mit einer bewohnbaren Sprache. Unterwegs werden wir uns finden.
Info: https://www.manova.news/artikel/die-fata-morgana-der-aufarbeitung
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
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