„Wie eine Schlinge, die sich um den eigenen Hals legt“
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wienerzeitung.at, vom 15.10.2025, Arndt Peltner
Nach neun Monaten Trump-Administration sind die USA nicht wiederzuerkennen.
Seit 29 Jahren lebe ich als Reporter und Radiomacher in den USA. Die autoritäre Umwandlung des Landes unter Donald Trump erschüttert mich und hinterlässt ein Gefühl der Angst und der Ohnmacht: Eine sehr persönliche Betrachtung.
Quer durchs Land, 3.500 Kilometer weit. Von Oakland bis in die Upper Peninsula von Michigan. Von der Westküste der USA in eine politisch eher konservative und wirtschaftlich abgehängte Region des Landes. Es ist eine beeindruckende, sehenswerte, bewegende und einfach nicht endende Fahrt, die ich derzeit mit dem Auto quer durch die USA unternehme. Oder, wie es eine Freundin von mir beschrieb: „die Weite Amerikas, wenn es sich zur Zeit zum Platzen eng anfühlt.“
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Drei Jahre wollte ich bleiben, und nun lebe ich schon seit 29 Jahren in den USA. Ein Land, das für mich damals (Zu-)Flucht war, zu einer Art zweiten Heimat wurde, das mir viele berufliche Möglichkeiten geboten hat, die ich in Deutschland nie gehabt hätte. Nach dem Journalistenvisum folgte die „Green Card“, dann die US-Staatsbürgerschaft.
Ich fand als Journalist meine Nische, berichtete von Anfang viel über Themen, die mich selbst interessierten, die mich bewegten. Das nahegelegene Silicon Valley ließ mich unberührt, auch wenn dort gegen Ende der 90er Jahre die Welt, wie wir sie kannten, revolutioniert wurde.
Es war einmal: Der American Dream
Schon kurz nach meiner Ankunft in der Bay Area begann ich nebenbei auf einem lokalen Sender eine Sendung über Musik aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, konnte in den Folgejahren weitere Stationen in den USA und Kanada für dieses Programm gewinnen. Schließlich wurde ich ein paar Jahre später sogar für meine kulturelle Arbeit mit „Radio Goethe“ mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. All das verdanke ich durchaus diesem Land, den USA. „Mach einfach“, hieß es immer wieder, egal ob es Themen aus Politik, Geschichte oder Kultur waren. In diesen Vereinigten Staaten gab es immer wieder Neues zu entdecken. Ich sah es immer als große Bereicherung an, mich mit Leuten zu treffen, die ich so nie kennengelernt hätte, die mich an Orte führten, die ich nie gesehen hätte. Irgendwann war ich dann als Hiergebliebener in der Situation, zu versuchen, die USA zu verstehen und zu erklären. Kurzgefasst: Wie tickt Amerika?
Verlorene Eintracht
Die USA sind kein einfaches Land. Das waren sie noch nie. Mehr als die Hälfte meines Lebens lebe ich nun schon hier, aber angekommen bin ich dennoch nie. Irgendwie hänge ich zwischen den Kulturen und den Sprachen. Das muss kein Nachteil sein, für mich ist es immer noch die Neugier des „Zugereisten“, die mich antreibt. Es ist ein faszinierendes Land: Allein diese Reise in die nördlichste Ecke von Michigan hat mir das wieder vor Augen geführt. Diese Weite unterwegs, die wunderbare und einzigartige Landschaft, immer geradeaus – auch das steht symbolisch für die USA. Es ist aber auch ein Land geworden, das auf mich immer verstörender wirkt, und in dem ich mich nicht mehr zurechtfinde.
Ich erinnere mich an die Terroranschläge des 11. Septembers 2001. Amerika rückte in dieser tiefen Krise zusammen. „We are all Americans“, hieß es damals. Nicht Demokrat:innen, nicht Republikaner:innen, sondern Amerikaner:innen. Auf den Stufen des Kapitols kamen die Abgeordneten und Senator:innen zusammen, um gemeinsam als Zeichen der Einheit die Nationalhymne zu singen. Überall im Land wurden die „Stars and Stripes“ gehisst, Fähnchen flatterten in den Vorgärten. Ich war beeindruckt davon, wie diese Nation, trotz tiefer Gräben, gerade in einer Krise wie dieser zusammenrücken konnte.
Doch 9/11 war in vielerlei Hinsicht ein Wendepunkt für die USA. Vor allem muss dieser Tag im Rückblick als jener Tag gesehen werden, an dem die Leichtigkeit, die dieses Land so lange ausgezeichnet hatte, verloren ging. Tiefe politische Gräben, die es nach der Wahl von George W. Bush gab, wurden noch breiter. Demokrat:innen und Republikaner:innen entfernten sich mehr und mehr voneinander. Für mich als Journalist wurde es seither immer schwieriger mit Menschen zu sprechen, die politisch anders denken.
Irakkrieg, Tea Party, Obama und dann kam Donald Trump. Völlig überraschend für viele, auch für mich, setzte er sich gegen Hillary Clinton durch. Trump wusste, wie er das System der Vorwahlen und des „Electoral College“, den Wahlprozess bei nationalen Abstimmungen, ausspielen konnte. Damals weinten in Oakland die Menschen, kamen am folgenden Freitag im „Oakland Museum of California“ zusammen, trauerten über das, was nun kommen würde.
Trump schien schon am Ende
Es kam nicht so, wie viele befürchteten. Es gab zwischen 2016 und 2020 in der Grand Old Party noch genügend Stimmen, die Trump in Zaum hielten. Doch mit der Corona-Krise wurden immer mehr Verschwörungstheorien verbreitet und das Land nur noch weiter gespalten. Dann die verlorene Wahl für ihn im Jahr 2020, die Wahllüge, der Sturm auf das Kapitol. Trump schien am Ende, einstige Wegbegleiter seiner „America First“-Bewegung distanzierten sich deutlich. Doch nur wenige Wochen später drückten sie sich im „Winter Weißen Haus“, wie Trump sein Domizil Mar-a-Lago bezeichnet, die Klinke in die Hand. Sie kamen als Bittsteller:innen, baten um Verzeihung. Die MAGA-Basis hatte deutlich gemacht, dass Trump für sie auch weiterhin der Führer der republikanischen Partei sei, dass sie die Lüge von der gestohlenen Wahl glaubten, dass der Sturm auf das Kapitol eigentlich friedlich und eine abgekartete FBI-Aktion gewesen sei. Vor unser aller Augen wurden historische Fakten umgedeutet und umgeschrieben. Ich fragte mich, in welchem falschen Film ich hier eigentlich bin.
Donald Trump verfiel in einen Dauerwahlkampf und wurde zum Störsender des demokratisch gewählten Präsidenten Joe Biden. Alles, was dieser anpackte und umsetzte, wurde auf Trumps Kommando im Kongress und Senat und vor allem in den ihm verbundenen Medien, wie Fox News, OAN, Newsmax, gezielt unterminiert. Selbst wichtige und richtige Entscheidungen für die USA, wie ein breites Aufbauprogramm, das vor allem republikanischen Bundesstaaten helfen würde, wurden bombardiert und als „sozialistisch“ diffamiert.
Und Biden selbst machte den Fehler, nicht der Übergangspräsident zu sein, der er sein wollte. Der Wahlkampf 2024 haben die Demokraten total verbockt. Trump ging als strahlender, selbstherrischer Wahlsieger mit einem für ihn deutlichen MAGA-Mandat hervor. Er sah sich in all dem bestätigt, was er über die vergangenen Jahre erzählt, erstunken und erlogen hatte.
100 Prozent MAGA
Die Reaktion auf den Wahlsieg von Donald Trump 2024 war Unverständnis, gerade in Gegenden wie der San Francisco Bay Area: „Wie konnten die nur für einen selbstverliebten, populistischen, lügenden, verurteilten und hasserfüllten Kerl wie Trump stimmen?“, hieß es dort. In all den Gesprächen nach dem Wahltag war klar, die Dinge werden sich verändern. Doch was dann kam, überraschte jeden. Trump, der sich noch im Wahlkampf vom „Projekt 2025“ der Heritage Foundation, einem quasi rechten Fahrplan zur Umwandlung der Regierung und des Staates, distanziert hatte, begann am Tag eins mit der Umsetzung genau dieses Planes. Tag für Tag unterschrieb er im Oval Office weitere präsidiale Anordnungen mit weitreichenden Folgen, ohne dabei auf den Kongress einzugehen oder sich mit der republikanischen Mehrheit abzustimmen. Die mussten die Kröten einfach schlucken und nach außen hin verteidigen.
Trump hat deutlich gemacht: Er ist nicht der Präsident aller Amerikaner:innen, er wurde vielmehr gewählt, um als Anführer der MAGA-Bewegung in ihrem Sinne die USA umzugestalten und umzubauen. Die Vereinigten Staaten wurden abgewickelt und sollten fortan auf ihn, den „Commander in Chief“, ausgerichtet werden. Mit einer Geschwindigkeit, die niemand erwartet hatte, wurden wichtige Ministerien, Behörden und Schaltzentralen des Staates auf Kurs gebracht. Wer nicht für ihn ist, ist gegen ihn und muss gehen. Kritiker:innen, politische Gegner:innen, Andersdenkende werden beschimpft, verunglimpft, niedergemacht. Wichtige Programme in der Außenpolitik und im Inneren wurden einfach als „woke“ bezeichnet, ausgesetzt, finanziell ausgetrocknet. Er brachte Gefolgsleute in Positionen, die nicht durch ihr Fachwissen überzeugten, sondern damit, dass sie für Trump durchs Feuer gehen würden – 100 Prozent MAGA, wie es Trump verlangte. Seine Kabinettssitzungen sind zu huldvollen Veranstaltungen des „Führers“ geworden, die eher an Nordkorea oder Russland erinnern.
Angst und Ohnmacht
Nach nur neun Monaten haben sich die USA zu Trump-Country gewandelt. Jeder Bereich in der amerikanischen Gesellschaft wird mittlerweile von Trump kontrolliert. Ganz gezielt hat er Fördermittel für Bildungseinrichtungen, Medien und die vielseitige Kulturlandschaft unter seine Kontrolle gebracht. Umwelt- und Klimaschutz wurde abgeschafft, der Klimawandel als Hirngespinst abgetan. Er bestimmt nun, was amerikanisch, was patriotisch, was förderwürdig ist. Es gibt „Trump Accounts“ für Neugeborene und nun soll auch eine Ein-Dollar-Münze mit Trumps Konterfei in Umlauf gebracht werden. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Trumps Kopf auch am Mount Rushmore in den Fels geschlagen wird.
Im ganzen Land herrschen Angst und Ohnmacht, mittlerweile nicht mehr nur bei jenen, die gegen Trump votierten. Auch viele Republikaner:innen merken, dass sie mit ihrer Unterstützung für Trump die Büchse der Pandora geöffnet haben, denn das Beschneiden von Rechten, von Freiheiten, die Abschaffung und Aussetzung wichtiger Programme trifft auch sie. So etwas habe ich in diesen fast 30 Jahren in den USA noch nie erlebt. Dieses Gefühl ist allgegenwärtig: wie eine Gefahr langsam näherkommt, sich um den eigenen Hals legt wie eine Schlinge, die sich langsam zuzieht. Nicht nur ich denke bei all dem, was gerade in den USA passiert an das, was ich über die Anfangsjahre des Dritten Reiches gelesen und von meinen Eltern und Großeltern gehört habe. In einem Gespräch über genau dieses Thema mit einer lokalen Politikerin in Oakland, die ich seit langem kenne und schätze, meinte diese, sie könne nun verstehen, was in Deutschland 1933 geschehen ist. Sie hoffe nur, dass wir hier drüben noch rechtzeitig die Kurve kriegen. Ich bin mir da nicht mehr sicher.
Infos und Quellen
Genese Arndt Peltner lebt seit 1996 in Oakland, Kalifornien, arbeitet seitdem als freier Korrespondent für zahlreiche Print- und Hörfunkmedien in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für seine Reportagen und Berichte aus den USA wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er hat diesen Artikel geschrieben, um seine langjährigen Erfahrungen als Korrespondent, aber auch als in den USA lebender Bürger zu verarbeiten.
Daten und Fakten
- George W. Bush, Politiker der Republikanischen Partei in den USA, war von 2001 bis 2009 US-Präsident.
- Die Tea-Party-Bewegung in den USA entstand 2009 und war eine rechtspopulistische Protestbewegung gegen US-Präsident Barack Obama von den Demokrat:innen. Die Tea Party war ideologisch in weiten Teilen auf der Linie Donald Trumps und ebnete den Weg für den jetzigen US-Präsidenten.
- 2003 griffen die USA mit Verbündeten den Irak an, in der irrigen Annahme, dass der dortige Machthaber Saddam Hussein über Massenvernichtungswaffen verfüge.
- Wer in den USA bei den Republikaner:innen und Demokrat:innen für die Präsidentschaft kandidieren will, muss sich erst in einem langwierigen Auswahlverfahren gegen Konkurrent:innen durchsetzen.
- Adolf Hitler kam mit seiner NSDAP 1933 in Deutschland nach demokratischen Wahlen an die Macht. Er wurde von seinen Gegner:innen zunächst massiv unterschätzt und baute Deutschland in kürzester Zeit in einen totalitären Führerstaat um.
Das Thema in der WZ
- USA, mon amour. I hate you.
- Trumps schwarze Listen
- Trump und die Ursachen einer rätselhaften Strahlkraft
Das Thema in anderen Medien
Der Standard: Es gibt viele Hindernisse auf dem Weg zur Trump-Diktatur
Trumps Geschichtsumschreibung: Ein verstörendes Faszinosumunser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Weiteres:
Trumps Geschichtsumschreibung: Ein verstörendes Faszinosum
wienerzeitung.at, vom 02.03.2025, Arndt Peltner
Trumps „neue Wahrheiten“ setzen sich in den USA durch.
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US-Präsident Donald Trump hat den gewalttätigen Sturm auf das Kapitol 2021 in eine „Geiselnahme aufrechter Patrioten“ und „Verschwörung“ umdefiniert. Die Lüge ist in den USA Mainstream geworden.
Es gibt diese Tage, an die erinnert man sich ein Leben lang. Daran, was man gerade machte, wo man war, als einen diese bestimmte Nachricht erreichte. So war das, als die USA am 11. September 2001 durch mehrere und koordinierte Terrorangriffe getroffen wurden. Bei mir in Oakland klingelte frühmorgens das Telefon. Am anderen Ende war ein Redakteur eines Radiosenders, der mich fragte: „Was ist denn bei euch da drüben los?“ Etwas verschlafen fragte ich zurück, was denn los sein solle? Er meinte nur, mach mal den Fernseher an und melde dich dann. Die Welt war nach diesem Tag nicht mehr die gleiche.
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Schon kurz darauf verbreiteten sich die ersten Verschwörungstheorien. Der israelische Geheimdienst Mossad stecke dahinter, der Einsturz des World Trade Centers sei eine gezielte Sprengung gewesen, die Bush-Administration habe diesen Inside-Job angeordnet, um noch offene außenpolitische Rechnungen begleichen zu können. Selbst der Immobilienmogul Donald Trump verkündete, er habe gesehen, wie Muslime in New Jersey beim Anblick der brennenden WTC-Türme gefeiert und getanzt hätten. Alles Humbug, doch diese Theorien verbreiteten sich, wenn auch nur im kleinen Kreis.
20 Jahre später gab es wieder ein denkwürdiges Ereignis in den USA. Am 6. Jänner 2021 zogen ein paar Tausend Anhänger von Donald Trumps „Save America“-Demonstration in einem Park südlich des Weißen Hauses zum gut drei Kilometer entfernten Kongressgebäude. Trump wollte sich mit seiner Wahlniederlage gegen Joe Biden nicht abfinden und rief seinen Anhängern entgegen: „Wenn du nicht wie die Hölle kämpfst, wirst du kein Land mehr haben.“ Und sie folgten seinem Ruf.
Die bittere Realität
Ich saß an jenem Mittwochmorgen an meinem Schreibtisch. Auf einer Nachrichtenwebsite wurde ein „News Alert“ eingeblendet. Ich ging in die Küche, um mir einen Kaffee zu holen, drehte den Fernseher auf, sah die Bilder. Eine aufgebrachte Menge, die Polizeisperren durchbrach. Rote „Make America Great Again“-Baseballkappen, Fahnen mit Trumps Namen darauf, US-Flaggen und zahlreiche Abzeichen verschiedener Milizgruppen, darunter die III-Percenters und die Oath-Keepers. Live-TV vom Sturm auf das Kapitolsgebäude. Amerika wurde an diesem Morgen im Herzen angegriffen. Die Bilder wirkten wie aus einem Hollywood-Action-Film, doch es war bittere Realität. Der durchaus gewaltbereite Mob wollte die Zertifizierung der Wahl verhindern, den Sieg Joe Bidens, die Niederlage Donald Trumps. „Hang Mike Pence“ war zu hören, Kamerabilder zeigten einen Galgen, der vor dem Kongressgebäude aufgestellt wurde.
Tausende, die an diesem Tag das Kapitol stürmen wollten, glaubten die Lüge von der geklauten Wahl. Donald Trump hatte nach seiner Niederlage noch in der Wahlnacht erklärt: „Wir werden das nicht akzeptieren. Wir gingen davon aus, die Wahl zu gewinnen. Und ganz ehrlich, wir haben diese Wahl gewonnen.“ Trump säte mit seiner Lüge, mit seinen Falschaussagen, mit seinen Klagen vor Gerichten Zweifel am Wahlausgang und bereitete so ganz gezielt den Sturm auf das Kapitol vor. Seine Anhänger:innen waren davon überzeugt, dass der „Deep State“, eine Verbindung aus Bürokrat:innen, Demokrat:innen und „Never-Trumpers“ in den eigenen republikanischen Reihen, das Votum des amerikanischen Volkes manipuliert hatte. Voller Wut und Hass, bereit für einen Kampf, folgten sie dem Ruf Trumps, am 6. Jänner nach Washington zu kommen.
Dieser 6. Jänner 2021 wurde ein langer Tag. Es dauerte bis in die Abendstunden, bis die Sicherheitskräfte die Situation wieder unter Kontrolle hatten und die Abgeordneten das Wahlergebnis endlich bestätigen konnten. Der Aufschrei war groß, „on both sides of the aisle“, in beiden politischen Lagern. Vielen Redner:innen im Kongress sah man am späten Abend an, wie sie diese Stunden des Angriffs mitgenommen hatten. Der republikanische Senator Lindsey Graham, lange Zeit ein Unterstützer von Donald Trump, rief „genug ist genug“ und kündigte seine Gefolgschaft zum Präsidenten auf.
Schnell wird eine andere Geschichte erzählt
Auch wenn man in diesen ersten Stunden und Tagen nach dem Sturm auf das Kapitol das Gefühl haben konnte, dass das politische Washington die tiefen Gräben nach vier Jahren Trump überwinden könnte, wurde schnell eine ganz andere Geschichte erzählt als die, die Millionen von Fernsehzuschauer:innen live verfolgen konnten. In ihrer Abendsendung am 6. Jänner 2021 erklärte Laura Ingraham auf Fox News, dass viele der Kapitolsstürmer:innen keine MAGA-Anhänger:innen gewesen seien. „Sie waren wohl noch nicht einmal Trump-Anhänger, es gibt sogar Berichte, dass sich Antifa-Leute unter die Menge gemischt haben“, meinte Ingraham und schürte damit das Bild eines abgekarteten Spiels.
Ihr damaliger Kollege auf Fox News, Tucker Carlson, ging sogar noch weiter und behauptete, Undercover-Agenten des FBI seien als Provokateure aufgetreten und hätten die Menschen angestachelt. Man könne davon ausgehen, so Carlson, dass es sich bei den meisten Gewalttäter:innen „in jedem Fall um FBI-Mitarbeiter“ handle. Doch nicht nur Trumps Echokammer Fox News säte die Zweifel an dem, was wirklich passiert war. Auch einige Mitglieder des Kongresses selbst sprangen sofort auf diesen Zug auf, darunter Matt Gaetz, republikanischer Abgeordneter aus Florida, den Donald Trump nach seiner Wiederwahl 2024 als Justizminister vorgeschlagen hatte. „Einige der Leute, die heute ins Kapitol eingedrungen sind, waren keine Trump-Anhänger, vielmehr verkleideten sie sich als Trump-Anhänger. Tatsache ist, sie sind vielmehr Mitglieder der gewaltbereiten terroristischen Gruppe Antifa.“
Auch Donald Trump wich von seiner Sicht der Dinge nicht ab. Er fühlte sich von Berichten auf Fox News, Newsmax und One America News vielmehr bestätigt. Ihm sei der Wahlsieg geklaut worden, betonte er immer und immer wieder. Und auch seine Anhänger:innen, die zum Kapitol marschierten, seien friedliche Menschen, keine Gewalttäter:innen.
Basis stützte ihren Heilsbringer Trump
Anfangs erschien genau das als surreal. Die Fernsehbilder waren einfach zu präsent. Die Demokraten hofften daher auf eine breite Unterstützung für ein angestrengtes Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten, was auch dazu führen sollte, dass Donald Trump nie mehr ein offizielles Amt in den USA einnehmen könnte. Die notwendige Zweidrittelmehrheit im Senat kam jedoch nicht zustande, 43 Republikaner stimmten dagegen. Was die Demokraten nicht erkannt hatten, war, dass die Trump-Basis fest zu ihrem Heilsbringer stand. Sie glaubten ihm und nicht das, was Mainstream-Medien berichteten und verbreiteten. Der Druck in den einzelnen Bezirken wuchs. Eine:r nach dem anderen in der republikanischen Partei knickte ein. Selbst die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zu den Ereignissen des 6. Jänner wurde nur von zwei Mitgliedern der Republikaner im Abgeordnetenhaus unterstützt, Adam Kinzinger und Liz Cheney. Es war für beide das politische Todesurteil. Keiner von ihnen ist heute mehr im US-Kongress vertreten. Sie wurden in Vorwahlen 2022 gezielt und mit Trumps Unterstützung abgewählt oder traten erst gar nicht mehr an, um sich die Häme und die sichere Niederlage zu ersparen.
Aber es kam noch dicker. Nachdem Gerichte Hunderte der Straftäter:innen verurteilt hatten, teils zu langen Haftstrafen wegen Gewalt gegen Polizisten oder wegen Umsturzplänen, änderten Kongressabgeordnete wie die Republikanerin Marjorie Taylor Greene das Narrativ der Kapitolsstürmer:innen. Sie sprach nicht von Straftäter:innen, sondern von „Geiseln“ der Biden-Regierung. Und Donald Trump griff das nur zu gern auf. Auf seinen politischen Massenveranstaltungen, die er nach seinem Ausscheiden aus dem Amt wieder aufnahm, ließ er die Nationalhymne abspielen, eingesungen von verurteilten „J6“-Straftätern, aufgenommen über eine Telefonleitung. Diese Leute, so Trump, seien Patrioten, friedfertige Familienväter, die von der „Biden Crime Family“ als Geiseln in Haft gehalten werden. Nachdem klar war, dass Trump erneut für das Weiße Haus kandidieren würde, betonte er immer wieder vor seinen jubelnden Anhänger:innen, er werde sie alle begnadigen, wenn er wiedergewählt wird. Geschichte wurde hier vor den Augen der Amerikaner:innen einfach verändert, umgewandelt, ganz neu interpretiert. Republikanische Wähler:innen hatten damit kein Problem. Donald Trump als Ex-Präsident hatte die Partei fest in seiner Hand.
Eine der ersten Amtshandlungen von Trump nach seiner Wiederwahl war denn auch die Begnadigung fast aller J6-Straftäter, egal, ob sie wegen unerlaubten Eindringens in das Kongressgebäude oder wegen Gewalt gegen Polizeikräfte verurteilt worden waren. Trump setzte sogar bekannte Milizenanführer frei, die am 6. Jänner 2021 mit Umsturzplänen nach Washington DC gekommen und anschließend zu langen Haftstrafen verurteilt worden waren. Ermittlungen der Behörden zählten nicht. Trump hielt sein Versprechen, die „amerikanischen Patrioten“, die „nur“ gegen den Wahlbetrug protestiert hatten, aus den Gefängnissen zu entlassen. Fakt war fortan, was der Präsident als Fakt ansah. Und das erinnert an George Orwells Roman 1984: „Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft – wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit.“
Böse Vorzeichen
Die ersten paar Wochen von Donald Trumps zweiter Amtszeit lassen nichts Gutes vermuten. Die Umdeutung der Ereignisse des 6. Jänner 2021 war kein Einzelfall. Trump ordnete durch ein präsidiales Dekret an, dass es fortan in den USA nur zwei Geschlechter geben darf, die bei der Geburt festgelegt sind. Auch das ein Wahlversprechen von Donald Trump, der massiv gegen „Transgender“ gewettert hatte. Doch diese Anordnung hatte zur Folge, dass der National Park Service auf seiner Website über Stonewall, dem nationalen Denkmal der LGBTQ-Bewegung, das an die Proteste zur Gleichberechtigung im Juni 1969 erinnert, zwei Buchstaben streichen musste. Nun wird dort nur noch von der LGB-(Lesbian, Gay, Bisexual)Bewegung gesprochen. Wichtige und federführende Trans-Aktivistinnen von damals, wie Marsha P. Johnson und Sylvia River, die mutig und an vorderster Front für Gleichberechtigung, Respekt und Toleranz kämpften, wurden so einfach aus der Geschichte in Trumps Amerika ausradiert.
Infos und Quellen
Genese Reporter Arndt Peltner lebt schon lang in den USA. Nach dem Wahlsieg Donald Trumps 2024 herrscht dort eine ganz seltsame Stimmung, findet er. Die Verunsicherung auf demokratischer Seite ist groß, viele liberale Wissenschaftler:innen etwa wollen mit den Medien über heikle politische Themen aus Angst vor Konsequenzen nicht reden. Und es wird schrittweise eine Wirklichkeit konstruiert, die mit der Wahrheit nichts mehr zu tun hat.
Quellen
George Orwell: „1984“
Daten und Fakten
- Am 6. Jänner 2021 stürmte ein gewalttätiger Mob das Kapitol, nachdem er durch eine Rede Donald Trumps aufgestachelt worden war. Der Mob wollte die Bestätigung von Joe Biden als Wahlsieger bei den Präsidentschaftswahlen verhindern. Mittlerweile glaubt offenbar eine Mehrheit in den USA wirklich, dass Trump der Wahlsieg damals gestohlen wurde.
- Im November 2024 hat Trump die US-Präsidentschaftswahlen gegen seine demokratische Konkurrentin Kamala Harris auch in absoluten Zahlen (popular vote) gewonnen. Im Jänner hat er begonnen, die US-Demokratie umzubauen.
- Nachdem sich die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) weigert, den Golf von Mexiko nach Trumps Wunsch als „Golf von Amerika“ zu bezeichnen, wurde sie aus Trumps Büro und dem Präsidentenflugzeug verbannt. AP werde so lang draußen gelassen, „bis sie zustimmen, dass es sich um den Golf von Amerika handelt".
Das Thema in der WZ
Das Thema in anderen Medien
Info: https://www.wienerzeitung.at/a/trumps-geschichtsumschreibung
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Weiteres:
Den USA steht ein Sommer des Ungehorsams bevor
© Illustration: WZ
wienerzeitung.at, vom 13.04.2025, von
Bei Trump-Gegner:innen regiert die Angst: Kritik zu üben erfordert jetzt Mut. WZ-Reporter Arndt Peltner hat mit denen gesprochen, die sich trotzdem kein Blatt vor den Mund nehmen.
Loyalität zu Präsident Donald Trump steht in den USA an erster Stelle. Wer das Märchen vom gestohlenen Wahlsieg 2021 nicht teilt, wird entsorgt. Täglich hagelt es neue präsidiale Anordnungen, Vorschläge, weitreichende Maßnahmen, egal, ob die rechtlich überhaupt zulässig und mit der Verfassung in Einklang zu bringen sind. Dazu noch jede Menge neue Direktiven aus den Ministerien, die alles über den Haufen werfen, was vorher gegolten hatte. Über Folgen, Auswirkungen und Reaktionen macht sich im Trump-Lager offenbar kaum jemand Gedanken. Der Staatsapparat wird im Galoppschritt auf Linie gebracht. Ein geordneter Plan ist dabei nicht in Sicht.
- Mehr für dich: „Wie eine Schlinge, die sich um den eigenen Hals legt“
So ließ Präsident Donald Trump die gesamte Führungsebene des „John F. Kennedy Center for the Performing Arts“ in Washington DC austauschen und ernannte sich selbst zum Vorsitzenden. Das Center, über Jahrzehnte eine überparteiliche Bastion des kulturellen Reichtums der USA, war schon lang etlichen Republikanern und vor allem Trump ein Dorn im Auge. Denn dort wurde all das gefeiert, was für ein offenes und modernes Amerika steht und so gar nicht in das „MAGA“- und „America-First“-Bild von Trump passt, nämlich „Diversity, Equality, Inclusion“. Diversität, Gleichheit, Inklusion.
Der Aufschrei war groß und laut. Zahlreiche Musiker:innen sagten ihre geplanten Auftritte im Kennedy Center umgehend ab. Jacob Stensberg ist künstlerischer Leiter des US-weit bekannten „San Francisco Gay Men’s Chorus“, der in der Vergangenheit auch schon im Kennedy Center aufgetreten ist. Für ihn war das Center immer ein „Sinnbild für Kunst und Kultur. Für die Vielfalt im Land“. Und er ergänzt im Gespräch mit der WZ: „Zu sehen, wie es nun zerfällt und fast zu einem Propagandainstrument wird, ist wirklich herzzerreißend und entmutigend, wenn man das in Echtzeit miterlebt.“
Doch damit nicht genug. Umgehend ließ die Trump-Administration alle Zuschüsse durch die „National Endowment for the Arts“ und die „National Endowment for the Humanities“, staatliche Fördertöpfe in den USA für Kunst und Kultur und für Geisteswissenschaften, darunter Geschichte, Sprache, Philosophie und Literatur, stoppen. All das, was die Vielfalt und den kulturellen Reichtum der Vereinigten Staaten ausmacht. Trump legte darüber hinaus fest, dass fortan schwerpunktmäßig nur noch patriotische Projekte im Hinblick auf den 250. Geburtstag der USA gefördert werden sollten. Für den Gay-Chor aus San Francisco bedeutet das einen finanziellen Verlust in sechsstelliger Höhe.
An der 16. Straße in San Francisco liegt „The Lab“, ein seit Mitte der 1980er-Jahre existierender Auftrittsort für experimentelle Musik und Performance. Mit einem Budget von etwas unter einer Million Dollar im Jahr werden etwa 150 Künstler:innen unterstützt. „The Lab“ erhielt eine finanzielle Teilförderung durch die „National Endowment for the Arts“ – bis jetzt. Auch hier werden die Kürzungen deutlich zu spüren sein, meint Executive Director Andrew Smith. Bis zu 30 Prozent des Budgets sind in Gefahr. Smith glaubt, dass Einrichtungen wie „The Lab“ in San Francisco diese finanziellen Einschnitte in naher Zukunft ausgleichen können, aber „ich denke, die Auswirkungen werden sich vor allem außerhalb der Großstädte bemerkbar machen. Eben im Heartland Amerikas, da, wo solche Förderungen für Museen, Galerien, Theater, Ausstellungen, kulturelle Events lebenswichtig sind.“
Selbst die Digitalisierung von alten Tonaufnahmen aus den 1920er- und 1930er-Jahren in einem der bedeutendsten Klangarchive in den USA an der UC Santa Barbara, gefördert durch Mittel der „National Endowment for the Humanities“, wurde Ziel der neuen Kulturpolitik. Kommentarlos wurde der Leiter der Einrichtung, David Seubert, vor kurzem darüber informiert, dass die bewilligten Gelder für das Projekt gestrichen wurden.
Kritiker:innen als Staatsfeinde gebrandmarkt
All diese Kürzungen im weitesten kulturellen Bereich erscheinen in diesem großen Umbau Amerikas, diesem Frontalangriff auf die Grundfesten der USA, nahezu unwichtig. Doch sie stehen repräsentativ für das Bild einer von Trump umfassend kontrollierten Gesellschaft und eines Staatsapparats, der auf ihn und seine Ideen ausgerichtet wird. Kritik daran wird als „Fake News“ abgetan, Pressevertreter:innen, die darüber berichten, als Staatsfeind:innen gebrandmarkt.
„Ich denke, die Geschwindigkeit, mit der alles passiert, hat uns alle überrascht“, meint Chrissie Juliano, Executive Director der „Big Cities Health Coalition“, einem Verbund der 35 größten Metropolregionen in den USA. Finanziert wird diese „Public Health“-Koalition auch durch Bundeszuschüsse in Höhe von einer halben Milliarde Dollar. Ob die weiterhin für allgemeine Präventionsmaßnahmen in der Gesundheitsvorsorge und für gezielte Programme für benachteiligte Bevölkerungsgruppen fließen werden, ist unwahrscheinlich. Denn die „Big Cities Health Coalition“ arbeitet unter dem Begriff „health equity“, Gerechtigkeit im Gesundheitswesen. Doch genau damit macht sich diese überparteiliche Koalition in Trumps Amerika verdächtig, auch wenn Chrissie Juliano betont, dass in ihrem Bereich „equity“ (Gerechtigkeit) etwas ganz anderes bedeutet als das, was nun unter DEI (Diversity, Equity, Inclusion) verschrien ist. „Wir wissen, dass es in den Communities Menschen gibt, die einem höheren Gesundheitsrisiko ausgesetzt sind. Das sind einfach die Daten, die vorliegen. Das hat nichts mit DEI zu tun. Es geht darum, das Leben aller Menschen so gesund und sicher wie möglich zu machen. Gerechtigkeit ist die Aufgabe des öffentlichen Gesundheitswesens, egal wie man es nennt.“
Chrissie Juliano ist eine der wenigen, die noch bereit ist, überhaupt mit Pressevertreter:innen zu sprechen. Auf die Frage, ob sie Angst um ihre Zukunft habe, erwidert sie: „Ich versuche, die Dinge, die gesagt werden müssen, in angemessener Weise, zu gegebener Zeit und am richtigen Ort zu sagen. Nichts von dem, was ich gesagt habe, ist falsch. Das ist einfach die Realität. Ich denke, wir müssen jeden Tag entscheiden, was wir wem sagen und ob es sich lohnt, und das werden wir auch weiterhin tun müssen.“
Angst vor Konsequenzen
Doch die Angst macht sich breit. Das ist etwas, was ich in meiner Funktion als Berichterstatter seit nunmehr 30 Jahren in den USA noch nie erlebt habe. Gerade an Universitäten wird das mehr als deutlich. Auf Interviewanfragen bekommt man entweder keine Antwort, eine kurze Mail mit einem Verweis, die Leitung der Universität zu kontaktieren, oder aber einen Anruf, in dem einem persönlich gesagt wird, man wolle keine schriftlichen Spuren hinterlassen. Man würde ja gern reden, aber dürfe nicht oder habe Angst, dass das persönliche oder berufliche Folgen haben könnte.
Karen Ebel ist demokratische Abgeordnete im State House von New Hampshire. Vor ein paar Wochen veröffentlichte sie mit einem Vertreter einer japanischen Interniertenkoalition einen Beitrag im Time Magazin über die Gefahren des „Alien Enemies Act“. Ein Gesetz von 1798, mit dem es möglich war, während des Zweiten Weltkriegs Japaner:innen, Japan-Amerikaner:innen und deutsche Staatsbürger:innen zu internieren (die WZ berichtete). Auf diesem Gesetz beruhen die Deportationsziele von Donald Trump. Karen Ebel, deren Vater Max Ebel interniert war, sagt im Gespräch mit der WZ: „Ich bin ganz ehrlich. Ich habe zuvor mit meinem Mann darüber diskutiert, ob ich das tun sollte, weil ich Angst hatte, ins Visier genommen zu werden.“ Auch das ist Amerika im Jahr 2025. Eine demokratisch gewählte Abgeordnete hat Angst, Kritik an dem zu äußern, was sie auch aus persönlichen Gründen als Unrecht erkennt.
Da ist der evangelische Pfarrer, Ben Daniel, der der kleinen „Montclair Presbyterian Church“ in Oakland vorsteht. Schon zu Trumps erster Amtszeit hatte die Gemeinde einer „undocumented family“, einer Familie ohne Aufenthaltsstatus, Unterschlupf gewährt. Ein Akt der Nächstenhilfe, so Daniel. Doch nun? „Ich fürchte mich, ich bin ganz ehrlich“, sagt er. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch progressive Christen ins Visier genommen werden. Und ich weiß nicht, wie das aussehen wird.“ Pastor Daniel macht keinen Hehl daraus, was er von Trumps Politik hält. Er spricht das allwöchentlich in seinen Predigten an, auch wenn er wisse, dass dies eine Zeit sei, in der man vorsichtig sein sollte: „Genau deshalb muss ich als Pastor weiterhin meine Stimme erheben. Andere werden gefeuert, verhaftet, inhaftiert und abgeschoben, alles ohne ordnungsgemäßes Verfahren. Diejenigen von uns, die noch in der Lage sind, ihre Stimme zu erheben, müssen ihre Stimme, ihre Kanzeln, ihre Publikationen, ihre sozialen Medien, ihre Blogs, ihre Autoaufkleber und was auch immer nutzen. Wir müssen unsere Stimme erheben, solang wir können, um ein gewisses Maß an Vernunft in unseren Gemeinden zu bewahren.“
Die Hoffnung lebt
Aber nicht alles ist hoffnungslos im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Am Cesar Chavez Day, dem 31. März, kamen in Delano, dem Herzen der kalifornischen Landwirtschaftsregion, weit über 5.000 Menschen zusammen, um gegen die Regierung Trump zu demonstrieren. „Stand with immigrant workers“ war der gemeinsame und lautstarke Ruf der Farmarbeiter:innen und Gewerkschaften. Vorausgegangen waren erste Verhaftungen durch die Immigrationspolizei ICE in genau diesem Bezirk, Kern County. Man wolle Angst verbreiten, so Antonio De Loera-Brust, Sprecher der UFW, der United Farmworkers. Er weist darauf hin, dass etwa die Hälfte aller Farmarbeiter:innen im Golden State ohne legalen Status sei. Kaliforniens Justizminister Rob Bonta war auch vor Ort, reihte sich ein in den Protestzug, war stolz darauf, wie er betonte, Teil dieser „people power“ zu sein. Gegenüber der WZ meinte er: „Die Menschen im ganzen Land blicken nach Westen, um zu sehen, was wir tun, wie wir kämpfen, welchen Mut wir zeigen, wie wir uns gegen Unrecht wehren und wie wir unsere Werte verteidigen. Wenn die Zukunft auf dem basiert, was Kalifornien tut, dann haben wir meiner Meinung nach eine große und sehr gute Chance auf Erfolg. Ich setze immer auf Kalifornien und seine Führungsrolle in der Union.“
Ein paar Tage später dann der nationale Protesttag, der erste seiner Art nach der Wiederwahl Donald Trumps. „Hands Off“ hieß es auf mehr als 1.000 Veranstaltungen zwischen Boston und Los Angeles, zwischen Miami und Oakland und dort war Nancy Latham Mitorganisatorin. Mit 2.000 Teilnehmer:innen hatte man gerechnet, weit über 6.000 kamen. Dazu noch weitere acht Veranstaltungen in der Region. Latham war überwältigt und rief der Menge entgegen, die genau diese Worte nach Wochen der Ohnmacht hören wollte: „An Trump, Musk und all ihre kleinen Marionetten: Oakland lässt sich nicht einschüchtern. Wir lassen uns nicht kaufen und nicht unterkriegen. Wir werden das tun, was wir am besten können: organisieren. Wir werden mobilisieren und zurückschlagen.“
Ein Anfang, so scheint es, ist gemacht. Den USA steht ein heißer Sommer aus Widerstand, Protest und zivilem Ungehorsam bevor. Ausgang noch ungewiss.
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Infos und Quellen
Genese In den USA unter Präsident Donald Trump macht sich bei jenen, die ihn nicht unterstützen, Angst breit. Diese Angst ist etwas, was WZ-Korrespondent Arndt Peltner seit nunmehr 30 Jahren in den USA noch nie erlebt hat. Auf Interviewanfragen bekommt er entweder keine Antwort, eine kurze Mail, mit der er an eine höhere Stelle verwiesen wird, oder einen Anruf, in dem ihm gesagt wird, man wolle keine schriftlichen Spuren hinterlassen. Man würde ja gern reden, aber dürfe nicht oder habe Angst, dass das persönliche oder berufliche Folgen haben könnte. Das wollte Peltner so nicht stehenlassen und hat mit denen gesprochen, die den nötigen Mut dazu hatten.
Gesprächspartner:innen
- Andrew Smith, Kulturmanager
- Chrissie Juliano, Executive Director eines Verbundes für Gerechtigkeit im Gesundheitswesen
- Karen Ebel, demokratische Abgeordnete
- Ben Daniel, evangelischer Pfarrer
- Antonio De Loera-Brust, Sprecher der United Farmworkers
Daten und Fakten
- Tausende Demonstrant:innen haben am 5. April in mehreren US-Städten gegen Präsident Donald Trump und seine Politik protestiert. In der Hauptstadt Washington zogen die Menschen unter dem Motto „Finger weg!" zur in der Nähe des Weißen Hauses gelegenen Parkanlage National Mall, um ihren Unmut über den Republikaner und dessen Berater Elon Musk kundzutun. Es waren die größten Anti-Trump-Demonstrationen seit dessen Rückkehr ins Weiße Haus. Die Demonstrant:innen kritisieren unter anderem dessen Vorgehen gegen Migrant:innen ohne Aufenthaltsgenehmigung, den Kahlschlag bei Bundesbehörden und Regierungsprogrammen und die aggressive Zollpolitik des Präsidenten.
- Laut einer Ende März in Nature veröffentlichten Umfrage denken mehr als 75 Prozent der Wissenschaftler:innen in den USA über den Wegzug ins Ausland nach. Der Trend sei besonders ausgeprägt unter Forschenden, die noch am Anfang ihrer Laufbahn stünden, schrieb das renommierte Wissenschaftsmagazin.
- Nach Frankreich prangert auch Spanien eine versuchte Einflussnahme der USA zum Stopp der Diversitätsprogramme europäischer Unternehmen an. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump fordert laut Medienberichten von Unternehmen, keine Gleichstellungs- und Diversitätspolitik zu betreiben, damit sie mit den USA zusammenarbeiten dürfen. Dies sei „ein eklatanter Verstoß gegen die in unserem Land geltende Gesetzgebung", heißt es dazu aus Madrid.
Das Thema in der WZ
- Angst zu Trumps Amtsantritt
- Trumps Geschichtsumschreibung
- Oakland nach Trump-Sieg geschockt und kämpferisch
Das Thema in anderen Medien
Info: https://www.wienerzeitung.at/a/us-sommer-des-ungehorsams
Weiteres:
Warum uns CBS kein Interview geben konnte
© Illustration: WZ
wienerzeitung.at, vom 29.04.2025, von Verena Frank
Warum man bei einem großen USA-TV-Sender auf eine Mauer des Schweigen trifft, bleibt offen.
Unter US-Präsident Donald Trump verlieren kritische Medien den Zugang zum Weißen Haus, werden verklagt – oder sie verstummen aus Angst vor (weiteren) Repressalien. Pressefreiheit in den USA? Formal intakt. De facto unter Beschuss.
Eigentlich sollte dieser Text eine aktuelle Stimmungslage widerspiegeln. Nämlich wie Journalist:innen beim US-TV-Sender CBS mit der Klage umgehen, die Donald Trump gegen ihren Mutterkonzern Paramount angestrengt hat. Immerhin geht es um zehn Milliarden Dollar – ein massiver Angriff, der direkte Auswirkungen auf die Redaktion, die Berichterstattung oder sogar auf die Einladungspolitik des TV-Senders haben könnte. Grund für die Klage war ein Interview während des Wahlkampfs mit der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris in der Sendung „60 Minutes“, das Trump als irreführend bezeichnete.
Mehr für dich: „Wie eine Schlinge, die sich um den eigenen Hals legt“
Doch wer bei CBS nachfragt, stößt auf eine Mauer des Schweigens. Keine Stellungnahmen, keine Interviews, nicht einmal informelle Gespräche. „Wir dürfen nichts sagen“, heißt es. Warum, bleibt offen – aus juristischer Vorsicht, aus Angst oder weil die Strategie inzwischen darin besteht, keine Angriffsfläche mehr zu bieten.
CBS ist kein Einzelfall. Vielmehr steht der TV-Sender exemplarisch für eine tiefgreifende Veränderung in den USA: eine systematische Verdrängung kritischer Berichterstattung durch juristischen Druck, strukturelle Einschränkungen und ein Klima der Einschüchterung.
So etwas habe ich noch nie erlebt.
Journalist Arndt Peltner
„Die Angst sitzt tief – so etwas habe ich in 30 Jahren USA noch nie erlebt“, sagt der Journalist Arndt Peltner, der in Kalifornien lebt und unter anderem für den Deutschlandfunk und die WZ arbeitet. Die Atmosphäre sei geprägt von Unsicherheit und Selbstzensur. „Ich habe mit Professoren gesprochen, die sich weigern, Interviews zu geben – aus Angst, auf schwarzen Listen zu landen. Und Journalist:innen bekommen von ihren Arbeitgeber:innen E-Mails mit dem Hinweis: Kein Kommentar, keine Auskunft, nicht einmal off the record.“
Diese Stille ist kein Zufall. „CBS wurde bereits verklagt“, erklärt Peltner gegenüber der WZ. „Die Strategie lautet: Keine Angriffsfläche bieten.“ Auch andere Medienhäuser handeln vorsichtig – nicht aus Überzeugung, sondern aus Angst vor Prozessen, politischen Repressalien oder öffentlicher Hetze.
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Ein Insider aus New York City, der anonym bleiben möchte, bestätigt im WZ-Gespräch: „In den USA ist derzeit jeder extrem empfindlich, wenn es um Trump geht. Viele wollen einfach, dass mögliche Probleme verschwinden, man einigt sich außergerichtlich. Viele sind mit dieser Praxis nicht einverstanden – also dem Nachgeben gegenüber Trumps Forderungen –, aber die Situation ist im Moment einfach unübersichtlich und angespannt.“
Ausschluss statt Zugang
Neben juristischem Druck verändert die Regierung selbst die Spielregeln. Wie aus einem Bericht der APA vom 16. April hervorgeht, hat das Weiße Haus den privilegierten Zugang für Nachrichtenagenturen wie AP, Reuters und Bloomberg News aufgehoben. Der fest zugeordnete Platz im „White House Press Pool“ – dem Kernteam von Journalist:innen, das den Präsidenten auf Reisen oder Pressekonferenzen begleitet – entfällt. Stattdessen sollen Agenturen künftig rotieren. Das Präsidialamt unter Trump entscheidet täglich neu, wer Zugang erhält. Ein Willkürakt? Um einmal mehr Druck auf Medien ausüben zu können? Mit der Zusammensetzung dieses Kreises hat Trump schließlich Einfluss darauf, wer ihm Fragen stellen und direkt über seine Aussagen berichten kann.
Demokratie braucht unabhängige Nachrichten
Reuters warnte in dem APA-Bericht: Für die Demokratie sei es unerlässlich, dass die Öffentlichkeit Zugang zu unabhängigen Nachrichten über ihre Regierung hat. „Jeder Schritt der US-Regierung, den Zugang zum Präsidenten zu beschränken, bedroht dieses Prinzip, sowohl für die Öffentlichkeit als auch für die Medien weltweit.“
Im Fall der Associated Press (AP) lag der Ausschluss offenbar daran, dass die Agentur sich weigerte, Trumps umstrittene Bezeichnung „Golf von Amerika“ anstelle von „Golf von Mexiko“ zu übernehmen. Inzwischen hat Richter Trevor McFadden das Weiße Haus angewiesen, AP wieder Zugang zum Oval Office, zur Air Force One und anderen Bereichen zu gewähren, wenn diese auch für andere Journalist:innen geöffnet sind. Nun beruft die US-Regierung gegen die Entscheidung des Bundesrichters.
Zwei Lager, keine gemeinsame Faktenbasis
Die US-Medienlandschaft ist gespalten. „Die klassische Medienlandschaft zerfällt – stattdessen hast du parallele Informationsblasen“, sagt Peltner. „Die einen schauen nur noch Fox News, die Trump unterstützen, die anderen konsumieren linksliberale Nischenformate. Es gibt keine gemeinsame Faktenbasis mehr.“
Innerhalb der Redaktionen selbst ist die Lage nicht weniger angespannt. Der New Yorker Insider berichtet: „Ich kenne viele Kollegen, die Trump entschieden ablehnen, aber auch einige, die ihn voll und ganz unterstützen. Trotzdem ist es wichtig, Fakten gründlich zu prüfen – egal, ob es um Trump, Biden oder Obama geht.“
Doch Fakten allein reichen nicht mehr. Trump bezeichnet alles, was ihm nicht gefällt, als „Fake News“ – und schafft so systematisch Misstrauen gegenüber jeder Form unabhängiger Berichterstattung.
Eine gezielte Strategie
Clayton Weimers, Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen USA in Washington, sieht im WZ-Gespräch eine bewusste politische Taktik: „Pro-Trump-Medien genießen neuen Zugang zum Weißen Haus, während kritische Medien ausgeschlossen oder öffentlich beleidigt werden.“ Trump habe die FCC (Federal Communications Commission), die die Kommunikationsbranche regelt, und das Justizministerium explizit angewiesen, Medienorganisationen zu untersuchen. Gleichzeitig habe er „über tausend Medienmitarbeiter bei den Sendern unter dem Dach der US Agency for Global Media entlassen“. Die US-Behörde ist für alle internationalen nicht-militärischen Hörfunk- und Fernsehprogramme der Regierung verantwortlich.
Besonders gefährdet seien ausländische Journalist:innen mit befristeten Arbeitsvisa. „Einige von ihnen müssten in sehr feindliche Länder zurückkehren, wo ihnen Verhaftung drohen würde“, warnt Weimers.
Auch wenn sich viele Redaktionen gegen den Druck behaupten – die Sorge bleibt, dass Konzernleitungen auf politische Drohungen reagieren. Welche Entscheidungen intern getroffen werden, bleibt intransparent. „Paramount befindet sich mitten in einem sehr bedeutenden Verkaufsprozess, der die Zustimmung der Regierung erfordert. Die Drohung seitens der Regierung ist offensichtlich – kooperiert, oder wir verhindern euren Verkauf“, analysiert Weimers den tieferen Grund für Trumps Klage gegen die CBS.
Und die Aufgabe der Presse?
Was bleibt Journalist:innen in einem Klima, das zunehmend auf Kontrolle, Druck und Polarisierung setzt?
Für Weimers ist die Antwort klar: „Die Presse hat dieselbe Verantwortung wie immer – die Wahrheit über das, was geschieht, zu berichten und sie für ihr Publikum richtig einzuordnen.“ Gerade jetzt, wo eine Regierung selbst zu einem der größten Verbreiter von Desinformation geworden sei, habe diese Aufgabe eine neue Dringlichkeit.
Auch Peltner sieht nur einen Weg: „Weiter berichten, beobachten, dokumentieren – auch wenn der Zugang erschwert ist.“ Es sei kein leichter Job, sagt er, aber ein notwendiger. „Denn was hier passiert, betrifft nicht nur Amerika, sondern die globale Pressefreiheit.“ Und diese ist laut Weimers in Gefahr: „Die Pressefreiheit ist aktuell der ernsthaftesten Bedrohung in der modernen amerikanischen Geschichte ausgesetzt, und Trump eröffnet ständig neue Fronten in seinem Krieg gegen die Pressefreiheit.“
Infos und Quellen
Gesprächspartner
- Clayton Weimers ist Executive Director von Reporter ohne Grenzen (RSF) USA in Washington. Er war zuvor stellvertretender Direktor der Advocacy-Abteilung. In dieser Zeit hat er mit Interessenvertreter:innen im Kongress, der US-Regierung, der NGO-Gemeinschaft und den Medien zusammengearbeitet, um den Einfluss von RSF in Amerika und weltweit voranzutreiben. Seine Artikel über die Pressefreiheit sind unter anderem in der Washington Post, The Hill und The Independent erschienen. Weimers studierte Internationale Beziehungen an der University of Chicago.
- Arndt Peltner ist seit 1996 freier Korrespondent in den USA, u. a. für die WZ, Deutschlandfunk Kultur, SRF, Nürnberger Zeitung, Amnesty Journal und Publik Forum. 1996 gründete er Radio Goethe, eine „syndicated“, nicht-formatierte und nicht-kommerzielle Radioshow auf College- und Community-Stationen mit Musik aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Einmal im Monat moderiert Arndt die Nachtsendung „Klangwerk“ mit experimenteller und elektronischer Musik auf KKUP in San José.
- Ein Insider (Name der Redaktion bekannt) lebt seit rund 35 Jahren in den USA und arbeitet als Freelancer für unterschiedliche europäische und US-amerikanische TV-Sender als Producer und Editor.
Fakten und Daten
- Reporter ohne Grenzen (englisch: Reporters Without Borders, französisch: Reporters sans frontières – RSF) ist eine internationale Nichtregierungsorganisation (NGO), die sich weltweit für die Pressefreiheit und den Schutz von Journalist:innen sowie die Verteidigung der Pressefreiheit einsetzt. Die Organisation dokumentiert Verstöße gegen die Medienfreiheit – darunter Zensur, Einschüchterung, Gewalt, Verhaftungen und Morde an Medienschaffenden – und veröffentlicht jährlich einen vielbeachteten Index zur Lage der Pressefreiheit in über 180 Ländern. Neben der Analyse und Öffentlichkeitsarbeit unterstützt RSF bedrohte Journalist:innen auch konkret: durch juristische Hilfe, finanzielle Unterstützung, Sicherheitsberatung oder Notfallmaßnahmen wie Evakuierungen. Zudem setzt sich die Organisation gegenüber Regierungen und internationalen Institutionen für strukturelle Reformen und den Schutz unabhängiger Medien ein.
- CBS – Columbia Broadcasting System – gehört zu den ältesten und einflussreichsten Fernsehsendern der USA. Gegründet 1927 als Radiosender, entwicke








Eine Antwort
Danke für dieses Stück, David. Ich glaube, Wangari Maathai verdiente den Preis im Jahr 2004. Sie war die erste afrikanische Frau und erste Umweltschützerin, die den Preis erhielt. Leider war sie eine der Ausnahmen. Einige Jahre nach Erhalt des Preises starb sie im Alter von 71 Jahren an Krebs.