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07.11.2025

Preisträger für Friedenspreis 2026 stehen fest
Westfälischer Friedenspreis: Auszeichnung für NATO und socioMovens

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1.wdr.de,. 06.11.2025. 02:32 Min.. Verfügbar bis 06.11.2027. Lokalzeit Münsterland WDR. 


1.wdr.de, Stand: 05.11.2025, 21:00 Uhr, Von Andrea Hansen.


Der mit insgesamt 100.000 Euro dotierte Westfälische Friedenspreis 2026 geht an das Verteidigungsbündnis NATO mit Generalsekretär Mark Rutte an der Spitze und an die Jugendorganisation socioMovens. Das hat die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen-Lippe (WWL) mitgeteilt.

Von Petra Brönstrup

Ein Friedenspreis für die NATO? Das dürfte vor allem unter Pazifisten für Diskussionen sorgen. Aber genau das sei erwünscht, über die Rolle des Militär- und Verteidigungsbündnisses NATO in einer unsicher gewordenen Welt öffentlich zu diskutieren, sagte ein Sprecher der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL).

Engagement für Frieden in Europa

Die WWL vergibt den Preis seit 1998 alle zwei Jahre an Persönlichkeiten und Organisationen, die sich um den Frieden in Europa verdient gemacht haben. Erster Preisträger war 1998 der tschechische Präsident Vaclav Havel.

In den Folgejahren erhielten auch Helmut Kohl, Emmanuel Macron und Margot Friedländer den Westfälischen Friedenspreis. Zugleich hat die WWL auch immer Jugendorganisationen wie etwa Sternsinger und Pfadfinder für ihre Friedensarbeit ausgezeichnet.

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Preis des Westfälischen Friedens: Die bisherigen Preisträger

In der Regel verleiht die Wirtschaftliche Gesellschaft den Internationalen Preis des Westfälischen Friedens alle zwei Jahre und zeichnet damit besonderes Engagement für nachhaltigen Frieden und internationale Verständigung aus. 


Tschechiens Präsident Vaclav Havel gibt am 02.02.2002 in Prag eine Pressekonferenz

Der erste Preisträger: der Schriftsteller und ehemalige tschechische Staatspräsident Vaclav Havel. Gemeinsam mit der Jugendorganisation Gesto por la Paz erhielt er 1998 den Preis des Westfälischen Friedens.


Tschechiens Präsident Vaclav Havel gibt am 02.02.2002 in Prag eine Pressekonferenz

Preis des Westfälischen Friedens 2004 an Kurt Masur und die Sternsinger

Kofi Annan

Daniel Barenboim dirigiert

West Eastern Divan Orchestra

Helmut Schmidt bei der Verleihung des Westfälischen Friedenspreises im Jahre 2012

Raumstation ISS

Thomas Reiter klatscht Beifall

Der Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Markus Meckel, spricht im Bundestag  bei der zentralen Gedenkstunde

Zwei Pfadfinder mit Halstüchern stehen auf einem Zeltplatz und gucken auf eine Karte.

Emmanuel Macron im Porträt.













NATO: "Frieden durch Stabilität" "Die NATO", erklärte WWL-Vorsitzender Reinhard Zinkann, "steht seit mehr als sieben Jahrzehnten als Bündnis für eine regelbasierte Sicherheitsarchitektur, die Konflikte eindämmt, Eskalation vorbeugt und Zusammenarbeit stärkt."

Mit der Auszeichnung des NATO-Bündnisses würdigen wir eine Institution, die in einer Zeit globaler Unsicherheit Verlässlichkeit schafft, Partnerschaft fördert und Frieden durch Stabilität ermöglicht. Reinhard Zinkann, WWL-Vorsitzender

Als Beispiele nannte Zinkann die Unterstützung der Ukraine durch die NATO, "solidarisch, ohne selbst Konfliktpartei zu werden", langjährige Friedensmissionen wie KFOR im Kosovo oder zuletzt die Erweiterung der NATO um Finnland (2023) und Schweden (2024).

Nur gemeinsam mit unseren Verbündeten können wir in Europa Frieden ermöglichen. Reinhard Zinkann, WWL-Vorsitzender

Auszeichnung zugleich für NATO-Generalsekretär Mark Rutte NATO-Generalsekretär Rutte auf einem Podium mit NATO-Logo (15.10.2025). Mark Rutte ist seit Oktober 2024 NATO-Generalsekretär

Der NATO gehören aktuell 30 europäische Staaten sowie die USA und Kanada an. Der US-amerikanische Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Jahren mehrfach für Irritationen gesorgt, weil er die Deutung des Verteidigungsbündnisses in Frage stellte. Die Ukraine dagegen kämpft seit dem Angriffskrieg Russlands für die Aufnahme in die NATO.

Die WWL will mit dem Preis nicht nur die NATO ehren, sondern vor allem auch deren Generalsekretär Mark Rutte. Er sei eine Führungspersönlichkeit, "die in Zeiten geopolitischer Spannungen Pragmatismus, Geschlossenheit und Maß verkörpert", begründete die WWL ihre Entscheidung.

"SocialMovens": Für eine gerechte, friedliche und solidarische Welt

Jugendliche der Organisation „socioMovens“ Jugendliche in einem "socioMovens"-Projekt

Die zweite Hälfte des Preises geht regelmäßig an eine Jugendorganisation. 2026 ist es "socioMovens - Giving Europa a Soul" aus Dortmund, eine kirchennahe Organisation, die in Mittel- und Osteuropa aktiv ist und dort soziales Engagement von Jugendlichen, europäische Verständigung und werteorientierte Jugendkultur fördert.

Das geschieht beispielsweise im Rahmen von internationalen Jugendcamps und Projekten, in denen sich Jugendliche gezielt für benachteiligte Menschen einsetzen, zum Beispiel für Menschen mit Behinderungen in Kroatien, für vereinsamte, ältere Menschen in Polen oder für Kinder und Jugendliche aus der Roma-Minderheit in Rumänien.

"Die Organisation socioMovens", erklärte WWL-Vorsitzender Reinhard Zinkann, "verleiht Europa eine Seele." Dabei entdeckten die Jugendlichen auch, dass sie dazu beitragen können, unsere Welt gerechter, friedlicher und solidarischer zu gestalten.

Termin für Preisverleihung noch offen Die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL) plant für die Preisverleihung im kommenden Jahr eine große Feier im Rathaus des Westfälischen Friedens in Münster. Auch der Bundespräsident wird wieder dabei sein. Wann das sein wird, ist noch offen.


Die Statue des Westfälischen Friedenspreises, ein Pferd


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Westfälischer Friedenspreis: Auszeichnung für NATO und socioMovens WDR Studios NRW. 06.11.2025. 00:48 Min.. Verfügbar bis 06.11.2027. WDR Online.


Unsere Quellen:

  • Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe e.V. (WWL)
  • NATO
  • socioMovens e.V., Dortmund


Info: https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/westfaelischer-friedenspreis-2026-preistraeger-108.html


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

07.11.2025

Pistorius auf Bundeswehrtagung: "Russland rüstet sich für weiteren Krieg – BRICS ohne Wertebasis"

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rumble.com, 7. November 2025, 16: Uhr

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat sich zum Abschluss der Bundeswehrtagung in Berlin zur Modernisierungsagenda der Truppe geäußert. Auf der zweitägigen Konferenz berieten ranghohe Offiziere sowie Fachleute aus Politik und Wirtschaft über die Sicherheitslage und die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands.


Mit Blick auf den Ukraine-Krieg behauptete Pistorius: "Russland rüstet sich für einen weiteren Krieg." Die "russische Aggression" reiche über die Ukraine hinaus und ziele auf die Stabilität und den Zusammenhalt im Westen. Ausdrücklich lobte Pistorius die "Panzerbrigade 45 in Litauen – sie wird vom Leuchtturm zum Erfolgsprojekt". Die Bundeswehr solle an "der Ostflanke sichtbar und wirksam abschrecken".

Zugleich verwies der Minister auf neue sicherheitspolitische Formate wie BRICS und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit und sagte, diese Partnerschaften seien im Gegensatz zum Westen "ohne gemeinsame Wertebasis".

Mehr zur Bundeswehr: https://rtde.press/inland/260875-trotz-20-milliarden-euro-finanzierung/


Info: Video https://rumble.com/v71d3ic-pistorius-auf-bundeswehrtagung-russland-rstet-sich-fr-weiteren-krieg-brics-.html  Dauer 4:22 Min.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

07.11.2025

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nachdenkseiten.de, 07. November 2025 um 10:02  Ein Kommentar von: Tobias Riegel

Die Propaganda mit Preisverleihungen geht unvermindert weiter: Nach dem Friedensnobelpreis für Machado, den Karlspreisen für Selensky und von der Leyen, den „Friedenspreisen“ des deutschen Buchhandels für Serhij Zhadan oder den Historiker Karl Schlögel folgt nun der „Friedenspreis“ für das Militärbündnis. Der Begriff „Frieden“ soll zunehmend seines Sinns beraubt werden. Die auftrumpfende Art, in diesen Preisverleihungen unüberbrückbare inhaltliche Widersprüche als logisch zu verkaufen, erinnert stark an George Orwell.


Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Podcast: Play in new window | Download


Die NATO und ihr Generalsekretär Mark Rutte sollen 2026 den „Westfälischen Friedenspreis“ erhalten, wie Medien berichten. Die Jury (besetzt unter anderem mit Kanzler Merz, Cem Özdemir oder Miele-Chef Zinkann) findet sich hier, bisherige Preisträger hier. Die Begründung für die absurde Auswahl des nächsten Preisträgers findet sich unter diesem Link.

In dieser Begründung stehen viele salbungsvolle Worte zur angeblichen „kontinuierlichen Friedensarbeit der NATO” im Sinne des Erbes des Westfälischen Friedens – natürlich wird dort aber unterschlagen: Es war die NATO-Osterweiterung und die Verweigerung einer Russland einschließenden Sicherheitsarchitektur, die absolut voraussehbar (mit) zum Ukrainekrieg geführt haben. Es war die NATO, die 1999 mit der Bombardierung Jugoslawiens den Angriffskrieg ohne UN-Mandat nach Europa gebracht hat. Das sind nur zwei Fakten unter zahlreichen weiteren zum Charakter der NATO und ihrer „kontinuierlichen Friedensarbeit“, die die Ehrung durch einen „Friedenspreis“ umgehend ausschließen müssten.

Doch die Zeiten sind eben nicht so, dass inhaltliche Logik hier greifen könnte. Andrej Hunko vom BSW spielt auf X angesichts des Vorgangs auf George Orwells Roman „1984“ an: „Die Welt ist irre geworden. Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Diplomatie ist des Teufels.“

Harte Propaganda mit vielen schönen Preisen

Über die harte Propaganda, die mit wohlklingenden Preisverleihungen betrieben wird, haben wir in einigen Artikeln berichtet: etwa über den Friedensnobelpreis für die Invasions-Befürworterin Machado, über die Karlspreise für Selensky und für von der Leyen, über die „Friedenspreise“ des deutschen Buchhandels für das antirussische Pamphlet von Serhij Zhadan oder kürzlich für den Historiker Karl Schlögel.

Man kann diesen Preisen inzwischen aus gutem Grund jede inhaltliche Relevanz absprechen. Aber das ändert nur wenig an ihrer Wirkung und daran, dass diese „Ehrungen“ auf großen Bühnen, die anschließend in die Mainstream-Medien und das dortige Publikum abstrahlen, mindestens kleine Mosaiksteine der Meinungsmache sind. Bei schlecht informierten Bürgern kann so z.B. der Eindruck erweckt werden, „die Kunst“ oder „die Wissenschaft“ stehe ebenfalls hinter der militaristischen Zeitenwende.

Zwei plus Zwei gleich Fünf

Die Praxis, Personen oder Institutionen zu ehren, die ganz offensichtlich dem (zumindest offiziell proklamierten) Geist all dieser Preise in Wort und Tat grob widersprechen – diese Praxis ist (neben der Verklärung der Preisträger) ein Akt der Verwirrung und des Vor-den-Kopf-Stoßens der Bürger: Damit wird (um bei George Orwells „1984“ zu bleiben) immer wieder dreist behauptet, Zwei plus Zwei sei gleich Fünf, Krieg sei jetzt Frieden und Unwissenheit sei Stärke. Bereits durch die sture Wiederholung sich grob widersprechender Botschaften kann die Fähigkeit zu logischen Einordnungen dauerhaft verletzt werden: Sodass irgendwann gar keine Logik mehr eingefordert wird. Um nochmal Orwell zu bemühen: Man könnte etwa den Friedenspreis für die NATO auch als ein indirektes Training in „Doppeldenk“ beschreiben.

Die wie selbstverständliche Verbindung der eigentlich unüberbrückbaren Widersprüche zwischen „Friedenspreisen“ einerseits und den Handlungen der jeweils Ausgezeichneten sind zusätzlich eine Demonstration der propagandistischen Deutungshoheit: Seht her, wir verbiegen die Begriffe, wie es uns gefällt – weil wir es können.


Titelbild: Qeeraw / Shutterstock


Mehr zum Thema: Friedensnobelpreis: Belohnung für Putsch- und Interventionspropaganda

„Russland ist der Feind“: Karl Schlögel erhält „Friedenspreis“ des deutschen Buchhandels

Kulturpropaganda und Preisverleihungen

Kapiert es endlich: Frieden ist jetzt Krieg! Und links ist jetzt rechts!


Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik Audio-Podcast Strategien der Meinungsmache


Schlagwörter: 


Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=141668


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Weiteres:




„Westfälischer Friedenspreis“: DIE JURY


Jury

In der Jury des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens beraten sich hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wirtschaft zur Vergabe des Preises und zur Auswahl der Friedenspreisträger. Die Jurymitglieder nehmen an den Verleihungen und Konferenzen teil und sind eine Konstante in der Chronologie der Preisverleihung.


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Info: https://www.wirtschaftliche-gesellschaft.de/internationaler-preis-des-westfaelischen-friedens/jury


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07.11.2025

Orbán auf dem Flug nach Washington: Nur noch wenige offene Fragen vor Trump-Putin-Gipfel

rtnewsde.site, 7 Nov. 2025 13:07 Uhr

Laut dem ungarischen Ministerpräsidenten müssen nur noch "ein oder zwei Fragen" für das Gipfeltreffen zwischen Russland und den USA geklärt werden. Viktor Orbán trifft sich am Freitag mit Donald Trump in Washington.


Quelle: Legion-media.ru © PA Images


Viktor Orbán und Donald Trump beim Friedensgipfel in Scharm El Scheich, Ägypten, 13. Oktober 2025


Wie der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán am Freitag während seines Flugs nach Washington gegenüber Journalisten erklärte, müssten Russland und die USA nur noch ein paar Fragen klären, um ihre Positionen zum Ukraine-Konflikt abzustimmen. Anschließend könne ein Treffen zwischen Präsident Wladimir Putin und Präsident Donald Trump in Budapest organisiert werden.


Orbán: Ungarn ist nicht verpflichtet, Ukraine zu finanzieren      





Orbán: Ungarn ist nicht verpflichtet, Ukraine zu finanzieren     






Gegenüber der ungarischen Zeitung Magyar Nemzet sagte  Orbán: "Ein oder zwei Fragen sind im Rahmen der Gespräche zwischen den USA und Russland noch ungeklärt. Wenn diese geklärt sind, könnte innerhalb weniger Tage ein Friedensgipfel in Budapest stattfinden, auf dem je nach Einigung der Parteien ein Waffenstillstand erklärt und Frieden [in der Ukraine] hergestellt werden könnte." Die russische Nachrichtenagentur Tass zitierte die Aussage Orbáns in ihrem Bericht am Freitag.

Der ungarische Ministerpräsident wird sich am Freitag mit Donald Trump im Weißen Haus treffen. Während des Flugs erklärte er gegenüber den Reportern, die ihn begleiteten, dass die Lösung des Ukraine-Konflikts einer der Schwerpunkte des Treffens zwischen ihm und Trump seien. Er hoffe außerdem, dass ein Gipfeltreffen zwischen Russland und den USA in der ungarischen Hauptstadt stattfinden werde.

Nach seinem Telefonat mit Putin am 16. Oktober gab Trump bekannt, dass sie sich auf ein Treffen in Budapest geeinigt hätten. Das Gipfeltreffen wurde jedoch verschoben, da sich die Parteien zunächst nicht auf die Positionen verständigen konnten, die für die Beilegung des Ukraine-Konflikts erforderlich sind. Moskau und Washington erklärten, das Treffen werde stattfinden, sobald die Bedingungen dafür gegeben seien.


Mehr zum ThemaUngarn, Tschechien, Slowakei – Dreier-Allianz gegen Brüsseler Kriegstreiberei


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Video   https://rumble.com/v717maq-ex-cia-analyst-es-gibt-keine-waffen-mit-denen-die-nato-russland-berlegen-is.html

 Dauer 2:55 Min.


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.











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    07.11.2025

    Trotz Waffenruhe: Israel fliegt Luftangriffe auf den Südlibanon

    rtnewsde.site, 7 Nov. 2025 10:20 Uhr

    Allein in den letzten Wochen haben israelische Angriffe fast 40 Menschen getötet, wobei Tel Aviv seine Angriffe mit der Behauptung rechtfertigt, die Hisbollah rüste sich wieder auf.


    © Urheberrechtlich geschützt


    Rauch steigt nach einem israelischen Luftangriff im Dorf Tayr Debba im Südlibanon auf, 6. November 2025.


    Nachdem es Evakuierungsbefehle für mehrere Orte erteilt hatte, führte das israelische Militär am Donnerstag schwere Luftangriffe auf den Südlibanon durch. Es erklärte, die libanesische Miliz Hisbollah versuche dort, ihre militärischen Kapazitäten wieder aufzubauen.

    Die Angriffe erfolgten trotz eines vor einem Jahr vereinbarten Waffenstillstandsabkommens, das die mehr als ein Jahr andauernden Kämpfe zwischen Israel und der von Iran unterstützten Hisbollah beenden sollte. Zudem fanden sie statt, obwohl die libanesische Armee monatelang versucht hatte, Hisbollah-Stützpunkte im Süden zu räumen.

    Nach einer vorläufigen Bilanz gab das libanesische Gesundheitsministerium bekannt, dass bei den Bombenangriffen am Nachmittag eine Person verletzt wurde, nachdem zuvor bereits eine Person bei Angriffen getötet worden war. Allein in den letzten Wochen haben israelische Angriffe fast 40 Menschen im Libanon getötet.

    Der Sprecher des israelischen Militärs, Avichay Adraee, erließ am Donnerstag um 15 Uhr Ortszeit (13 Uhr GMT) drei gleichzeitige Evakuierungsbefehle, wobei Karten mit Gebäuden in den Dörfern Aita al-Jabal, Al-Tayyiba und Tayr Debba gezeigt wurden. Zwei weitere Befehle folgten später für andere Städte im Süden. Die Orte lagen zwischen nur 4 km von der israelischen Grenze entfernt und fast 24 km nördlich der Grenze.


    Drohnenangriff: Israel tötet Kinder im Libanon





    Drohnenangriff: Israel tötet Kinder im Libanon







    Der Angriff auf die Ortschaft Tayr Debba traf Supermärkte und eine Apotheke. "Die Besatzungsmacht hat ein Haus ins Visier genommen und behauptet, es handele sich um eine militärische Einrichtung der Widerstandsbewegung – das ist falsch", sagte Farid Nanoua, Bürgermeister von Tayr Debba, gegenüber Al Mayadeen

    Im Libanon wächst die Befürchtung, dass Israel wieder mit massiven Luftangriffen beginnen könnte, insbesondere nachdem israelische Politiker gewarnt hatten, sie würden gegen die Hisbollah vorgehen, wenn der Libanon seine Bemühungen zur Entwaffnung der Gruppe nicht verstärke.

    Die Hisbollah erklärte am Donnerstag, dass sie sich an den Waffenstillstand halten werde, sich jedoch das "legitime Recht" vorbehalte, sich gegen Israel zu wehren. Die Bewegung weigert sich zwar, ihre Waffen vollständig abzugeben, behindert jedoch nicht die Bemühungen der Armee im Süden und hat seit Inkrafttreten des Waffenstillstandsabkommens im vergangenen Jahr keine Angriffe mehr auf Israel geführt.

    Die Evakuierungswarnungen fielen mit einer Sitzung des libanesischen Kabinetts zusammen, wo Armeekommandant Rodolphe Haykal über die Fortschritte bei der Beschlagnahmung von Waffenlagern der Hisbollah im Südlibanon berichtete.

    Die Armee hat erklärt, dass sie den gesamten Südlibanon bis Ende des Jahres von Waffen außerhalb der staatlichen Kontrolle befreien könnte. Zwei hochrangige libanesische Sicherheitsbeamte teilten der Nachrichtenagentur Reuters wenige Stunden vor den schweren Angriffen am Donnerstag mit, dass ihre Truppen bei der Entwaffnung jeden Monat Fortschritte machten.


    Mehr zum Thema - Nahost: Israel greift erneut Libanon an


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    Video  https://rumble.com/v6xb35e-libanesische-regierung-beschliet-entwaffnung-der-hisbollah-proteste-in-beir.html  Dauer 0:48 Min.


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    Info: https://rtnewsde.site/der-nahe-osten/261028-israel-fliegt-luftangriffe-auf-suedlibanon/


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    07.11.2025

    Russlands Intervention und internationales Recht

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 7. November 2025, 31:12 Uhr


    *Russlands Intervention und das internationale Recht

    Eine Rekapitulation

    *

    /von George Pumphrey//, Oktober 2025/



    "Russland führt einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die

    Ukraine". Dieses NATO-Narrativ, basierend auf einem selektiven Umgang

    mit der UN-Charta, hat sich als allgemeingültige Meinung durchgesetzt.

    Es wurde auch von der Mehrheit in der Friedensbewegung sofort und

    unkritisch übernommen.


    Obwohl die UN-Charta zur Nichtanwendung von Gewalt in internationalen

    Angelegenheiten aufruft, nennt sie auch Voraussetzungen für die

    Zulässigkeit von Gewalt. Diese müssen daraufhin geprüft werden, ob sie

    für die Anwendung von militärischer Gewalt durch Russland zutreffen.


    Schon der Passus, der die Anwendung von Gewalt verbietet, Artikel 2

    Ziffer 4 (der so oft zitiert wird, um Russland der Aggression zu

    bezichtigen), wird gewöhnlich aus dem Zusammenhang gerissen.


    Artikel 2 Ziffer 4 steht jedoch nicht allein, sondern ist eingebettet in

    einen Komplex von anderen Verpflichtungen, die ebenfalls erfüllt werden

    müssen. Die Ziffern 1, 2 und 3 bilden den Kontext für Ziffer 4.

    Diejenigen, die sich an das Nato-Narrativ halten, wenden jedoch Ziffer 4

    AUSSCHLIESSLICH auf Russland an. Die UN-Charta

    <https://unric.org/de/charta/> gilt jedoch für ALLE Konfliktparteien.


    "Artikel 2


    "Die Organisation und ihre Mitglieder handeln im Verfolg der in Artikel

    1 dargelegten Ziele nach folgenden Grundsätzen:


    "Ziffer 1. die Organisation beruht auf dem Grundsatz der souveränen

    Gleichheit aller ihrer Mitglieder.


    "Ziffer 2. alle Mitglieder erfüllen, um ihnen allen die aus der

    Mitgliedschaft erwachsenden Rechte und Vorteile zu sichern, nach Treu

    und Glauben die Verpflichtungen, die sie mit dieser Charta übernehmen.


    "Ziffer 3) Alle Mitglieder legen ihre internationalen Streitigkeiten

    durch friedliche Mittel so bei, daß der Weltfriede, die internationale

    Sicherheit und die Gerechtigkeit nicht gefährdet werden.


    "Ziffer 4) Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen

    Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die

    politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den

    Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von

    Gewalt."


    Während Artikel 2 Ziffer 4 ausschließlich auf Russland angewandt wird

    und auf den Eintritt russischer Truppen in den laufenden Krieg in der

    Ukraine datiert wird, werden die Vorgeschichte und die Aktivitäten der

    anderen Parteien des Ukraine-Konflikts absichtlich verschwiegen.


    *Zu Ziffer 1:* Russland hat wiederholt gegen das Vorrücken der NATO

    einschließlich der Verlagerung von Waffenvorräten bis an seine Grenzen

    protestiert, ebenso gegen die zunehmende Zahl von Manövern mit dem

    ausdrücklichen Ziel, die Kriegsführung gegen Russland zu üben

    einschließlich mit dem Einsatz von Atomwaffen

    <https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8410>.


    Die NATO nahm die Beschwerden Russlands lediglich mit einem Achselzucken

    zur Kenntnis und erklärte, die Manöver seien rein defensiver Natur. Auch

    wenn es wenig Sinn machte, die Beschwerden vor den UN-Sicherheitsrat zu

    bringen, da drei der fünf ständigen Mitglieder auch Mitglieder der NATO

    sind – Moskau tat es trotzdem.


    *Zu Ziffer 3:* Die russische Regierung hatte sich bis zum letzten

    Augenblick für eine friedliche Lösung des Konflikts im staatlichen

    Rahmen der Ukraine eingesetzt, wie es im Minsker Abkommen vorgesehen war.


    Am 17. Februar 2015 hatte der UN-Sicherheitsrat mit seiner Resolution

    2202

    <https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&opi=89978449&url=https://www.securitycouncilreport.org/atf/cf/%257B65BFCF9B-6D27-4E9C-8CD3-CF6E4FF96FF9%257D/s_res_2202.pdf&ved=2ahUKEwim5IHTud2QAxWAXfEDHVsmGokQFnoECBcQAQ&usg=AOvVaw2jIypuXhb3MO6A7v33soEW

    (2015) das Minsker Abkommen als völkerrechtlich verbindlich anerkannt,

    das unter anderem auch einen Sonderstatus für den Donbass vorsah. Als

    Garantiemächte sollten Deutschland, Frankreich und Russland für seine

    Umsetzung sorgen.


    Das zentrale Element von Minsk II war der direkte Dialog zwischen Kiew

    und den Vertretern der Volksrepubliken im Donbass, zu dem letztere

    bereit waren. In einem Schreiben

    <https://anti-spiegel.ru/2021/kein-wort-in-den-medien-der-westen-hat-das-minsker-abkommen-beerdigt/

    an den russischen Außenminister Sergei Lawrow im November 2021 erklärten

    Deutschland und Frankreich, dieses zentrale Element nicht mehr zu

    unterstützen. Es war die faktische Aufkündigung des völkerrechtlich

    verbindlichen Minsker Abkommens. Damit wurde die Lösung des Konflikts im

    Rahmen der staatlichen Einheit der Ukraine unmöglich gemacht. Später,

    auf einer Pressekonferenz

    <https://www.youtube.com/watch?v=sRLb_Xm5isI&t=1023s> im September 2022

    wies Außenminister Lawrow darauf hin, dass auch der UN-Generalsekretär

    nicht „aktiv genug die Erfüllung der Minsker Vereinbarungen unterstützt

    hat“.


    Präsident Poroschenko

    <https://dert.online/kurzclips/video/154724-petro-poroschenko-ich-habe-minsker/>,

    ukrainischer Unterzeichner des Minsker Abkommens, erklärte im November

    2022, eine friedliche Beilegung des Konflikts sei nie das Ziel gewesen.

    Er habe das Minsker Abkommen gebraucht/, „um das ukrainische Militär

    zusammen mit der NATO auszubilden. Um die besten Streitkräfte in

    Osteuropa zu schaffen, die nach NATO-Standards ausgebildet wurden.“


    /Dass dies ebenso die Absicht der Garantiemächte Deutschland und

    Frankreich war, bestätigten kurz danach auch deren damalige Verantwortliche.


    Angela

    Merkel<https://www.zeit.de/2022/51/angela-merkel-russland-fluechtlingskrise-bundeskanzler/komplettansicht>,

    die ehemalige Bundeskanzlerin gab freimütig zu: „/Das Minsker Abkommen

    2014 war der Versuch, der Ukraine Zeit zu geben. Es war uns allen klar,

    dass das ein eingefrorener Konflikt war, dass das Problem nicht gelöst

    war, aber genau das hat der Ukraine wertvolle Zeit gegeben.“


    /François Hollande

    <https://kyivindependent.com/hollande-there-will-only-be-a-way-out-of-the-conflict-when-russia-fails-on-the-ground/>,

    ehemaliger französischer Präsident: „/Seit 2014 hat die Ukraine ihre

    militärische Position gestärkt. (...) Es ist das Verdienst der Minsker

    Vereinbarungen, der ukrainischen Armee diese Möglichkeit gegeben zu

    haben. (...) Die Zeit, von der Putin dachte, sie sei ein Vorteil für

    ihn, erwies sich also in Wirklichkeit als Chance für die Ukrainer.“


    /Der deutsche Generalmajor a. D. Harald Kujat

    <https://www.emma.de/artikel/russland-will-verhandeln-340083>, vormals

    Generalinspekteur der Bundeswehr und Vorsitzender des

    NATO-Militärausschusses:


    „/Russland bezeichnet das verständlicherweise als Betrug. Und Merkel

    bestätigt, dass Russland ganz bewusst getäuscht wurde. Das (…) ist ein

    eklatanter Vertrauensbruch und eine Frage der politischen

    Berechenbarkeit. Nicht wegdiskutieren kann man allerdings, dass – in

    Kenntnis dieser beabsichtigten Täuschung – die Weigerung der

    ukrainischen Regierung [Selenskij], das Abkommen umzusetzen, noch wenige

    Tage vor Kriegsbeginn einer der Auslöser für den Krieg war. Die

    Bundesregierung hatte sich in der UNO-Resolution dazu verpflichtet, das

    ‚gesamte Paket‘ der vereinbarten Maßnahmen umzusetzen. Darüber hinaus

    hat die Bundeskanzlerin mit den anderen Teilnehmern des

    Normandie-Formats eine Erklärung zur Resolution unterschrieben, in der

    sie sich noch einmal ausdrücklich zur Implementierung der Minsk

    -Vereinbarungen verpflichtete. //(…) *Das ist ein Völkerrechtsbruch (…)

    *Der Schaden ist immens. Man muss sich die heutige Situation einmal

    vorstellen. Die Leute, die von Anfang an Krieg führen wollten und immer

    noch wollen, haben den Standpunkt vertreten, mit Putin kann man nicht

    verhandeln. Der hält die Vereinbarungen so oder so nicht ein. Jetzt

    stellt sich heraus*: Wir sind diejenigen, die internationale

    Vereinbarungen nicht einhalten*.“/(Hervorhebungen G.P.)


    Im März 2021, ein Jahr bevor Russland in den Ukraine-Krieg eintrat,

    unterzeichnete der ukrainische Präsident Selenskij ein Dekret

    <https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/ukraine-li.150872

    zur MILITÄRISCHEN Rückholung des Donbass und der Krim. Selenskij wies

    die Regierung an, einen "Aktionsplan" für dessen Umsetzung

    auszuarbeiten. Dieses Dekret wurde für eine ukrainische Armee erlassen,

    die von NATO-Kräften bewaffnet, ausgebildet und auf NATO-Standard

    gebracht worden war. Die Krim ist russisches Territorium. Dieses Dekret

    war also eine de facto Kriegserklärung an Russland.


    Der Kommunikationsdirektor des US-Nationalen Sicherheitsrates, John

    Kirby

    <https://www.foxnews.com/media/biden-administration-weapons-ukraine-invasion-pentagon-press-secretary

    prahlte damit, wie "in den letzten acht Jahren die Vereinigten Staaten,

    Kanada, Großbritannien und andere Verbündete wirklich geholfen haben,

    die Ukrainer auszubilden (...)" und die ukrainische Armee von "einem

    [Militär] aus der Sowjetära (...) in eine Armee umgewandelt haben, die

    viel westlicher ausgerichtet ist."


    Während einer Pressekonferenz im Jahr 2023 antwortete

    NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg

    <https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/es-begann-2014-wie-die-nato-den-krieg-russlands-in-der-ukraine-sieht-li.317773>auf 

    die Frage, welche Veränderungen der seit einem Jahr andauernde Krieg in

    der Ukraine für die NATO mit sich gebracht habe, wie folgt:


    /„In gewisser Weise hat es die Nato nicht verändert. Es hat gerade die

    Bedeutung der Nato gezeigt und wie wichtig sie war. Tatsächlich hat die

    Nato seit 2014 die größte Verstärkung der kollektiven Verteidigung seit

    einer Generation durchgeführt, weil der Krieg nicht im Februar letzten

    Jahres begonnen hat. Er begann im Jahr 2014. Und das löste eine große

    Anpassung unseres Bündnisses mit einer höheren Bereitschaft der

    Streitkräfte aus, mit mehr Präsenz im östlichen Teil des Bündnisses, mit

    mehr Übungen. (…) Wir haben uns 2016 für die Kampfgruppen entschieden.

    Und wir haben unsere Präsenz sogar in den Monaten vor der Invasion

    verstärkt, weil die Invasion keine Überraschung war. Das war eine

    Invasion, von der wir wussten, dass sie kommen würde, und deshalb waren

    wir darauf vorbereitet, als sie passierte.“/


    Damit hat die NATO selbst eingestanden, dass der Krieg in der Ukraine

    nicht mit der Intervention Russlands am 24. Februar 2022 begann, sondern

    bereits 2014 mit dem US-geführten Putsch, der Faschisten an die Macht

    gebracht hatte.


    Im Januar 2023 erklärte James Bierman

    <https://www.ft.com/content/bf5362de-60a6-4181-8c2a-56b50be61383>, ein

    hochrangiger General der US-Marines, gegenüber der Financial Times, dass

    die Erfahrungen, die die NATO bei der Vorbereitung der Ukraine auf einen

    Krieg gegen Russland gemacht hat, nun auch auf Taiwan angewandt werden,

    um sie gegen die Volksrepublik China einzusetzen:


    /"Warum sind wir in der Ukraine so erfolgreich? Das liegt zum großen

    Teil daran, dass wir nach der russischen Aggression [sic] in den Jahren

    2014 und 2015 ernsthaft begonnen haben, uns auf künftige Konflikte

    vorzubereiten: Ausbildung der Ukrainer, Bereitstellung von Nachschub,

    Identifizierung von Standorten, von denen aus wir Unterstützung leisten

    und Operationen aufrechterhalten könnten. Wir nennen das "den Schauplatz

    vorbereiten". Und wir sind dabei, den Schauplatz in Japan, auf den

    Philippinen und an anderen Orten vorzubereiten."


    /Was Bierman als "russische Aggression" bezeichnet, ist in Wirklichkeit

    die Tatsache, dass der Beitritt der Krim zur Russischen Föderation den

    Plan der NATO vereitelte, Russland eines seiner ganzjährigen

    Warmwasser-Marinestützpunkte zu berauben – Sewastopol, den Heimathafen

    der russischen Schwarzmeerflotte. Die NATO hatte geplant, dass die

    Ukraine Russlands Pachtvertrag für Sewastopol aufkündigt, damit sie den

    Stützpunkt übernehmen kannfür einen Krieg gegen Russland.


    Das vom Westen aufgekündigte völkerrechtliche Abkommen Minsk II, die

    provozierenden Ankündigungen über eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine

    und deren nukleare Bewaffnung und die zunehmende militärische Aufrüstung

    des Landes verschärften die Spannungen mit Russland. Am 8. Februar 2022

    hatte die NATO-Denkfabrik Atlantic Council

    <https://www.atlanticcouncil.org/in-depth-research-reports/report/thwarting-kremlin-aggression-today-for-constructive-relations-tomorrow/#h_v_goals

    in einem Strategiepapier empfohlen: "Das Ziel Washingtons sollte die

    Vertreibung der Russen aus der Ostukraine sein."


    Die russische Regierung hatte vergebens auf die politische Einsicht

    ihrer westlichen "Kollegen" gehofft und im Rahmen des Minsker Prozesses

    darauf bestanden, Donezk und Lugansk mit einem Sonderstatus in die

    Ukraine zurückzuführen. Es sei ein Fehler gewesen, wie Präsident Putin

    <https://dert.online/europa/155559-putin-raeumt-fehler-in-ukraine/

    heute meint. "Russland hätte die Donbass-Republiken früher anerkennen

    sollen." Es hätte womöglich viel Leid erspart. Aber natürlich hätte es

    Russland nicht vor dem Geschrei aus dem Westen – und Anschuldigungen

    auch aus der Friedensbewegung – bewahrt, dass dies "völkerrechtswidrig" sei.


    Mit konkreten Vorschlägen für Verträge

    <https://anti-spiegel.ru/2021/russland-veroeffentlicht-vertragstexte-fuer-abkommen-ueber-sicherheitsgarantien-mit-den-usa-und-der-nato/?doing_wp_cron=1647901663.5741100311279296875000

    mit den USA und der NATO über gegenseitige Sicherheitsgarantien hatte

    die russische Regierung noch im Dezember 2021 versucht, die Situation zu

    entschärfen und die Grundlage für ein friedliches Miteinander zu schaffen.


    Als Kiew im Januar/Februar 2022 den Aggressionskrieg durch die

    Konzentration seines Militärs mit seinen Neonazi-Bataillonen an den

    Grenzen von Donezk und Lugansk erheblich ausweitete, als die

    Artillerieangriffe gegen die dortige Bevölkerung immer intensiver

    wurden, als die USA/NATO immer noch keine konstruktive Antwort auf die

    russischen Vorschläge gegeben hatte, machte die russische Regierung laut

    einer Pressemitteilung

    <https://anti-spiegel.ru/2022/russlands-antwort-auf-die-reaktion-der-usa-zu-gegenseitigen-sicherheitsgarantien/

    am 17. Februar einen letzten Versuch, den bevorstehenden massiven

    Überfall der Kiewer Truppen zu verhindern und eine friedliche Lösung

    herbeizuführen. Moskau warnte:


    "Sollte die amerikanische Seite nicht bereit sein, feste, rechtlich

    verbindliche Garantien zu vereinbaren, um unsere Sicherheit vor den USA

    und ihren Verbündeten zu gewährleisten, wird Russland gezwungen sein, zu

    reagieren, auch mit militärtechnischen Maßnahmen." /


    /Die Autoren des Buches "Endspiel Europa", Ulrike Guérot und Hauke Ritz,

    liefern in ihrem Kapitel "Wer hat den Krieg begonnen?

    <https://multipolar-magazin.de/artikel/ein-durchtrenntes-europa>" eine

    Chronologie der Konflikteskalation vor allem auf Seiten der Ukraine und

    ihrer Nato-Verbündeten gegen die Donbass-Republiken und Russland.


    Sie notieren, dass am 14. Februar 2022 Präsident Joe Biden erklärte,

    dass er einen Angriff Russlands auf die Ukraine am 16. Februar erwarte.


    /"(...) Tatsächlich begann am 16. Februar 2022 ein immer stärkerer

    Beschuss der Republiken Donezk und Lugansk durch die Ukraine. Am 18.

    Februar war der Beschuss gegenüber dem 14. Februar bereits um das

    34-Fache gestiegen. Für den Fall, dass die Ukraine selbst eine Offensive

    geplant hätte, wäre zu erwarten gewesen, dass diese ganz ähnlich

    begonnen hätte, nämlich mit massivem Artilleriebeschuss. In gewisser

    Weise könnte man deshalb ebenso den 16., 17. oder 18. Februar zum Tag

    des Kriegsbeginns erklären."


    /Dies ist ein Hinweis darauf, dass es sich um eine koordinierte Bemühung

    handelte, Russland zum Eingreifen zu zwingen. Die gesamte Vorgeschichte

    der Intervention – einschließlich der vorangegangenen acht Jahre Krieg –

    wird systematisch verschwiegen, um das NATO-Narrativ von Russland als

    „Aggressor“ aufrechtzuerhalten.


    George Beebe

    <https://www.msnbc.com/opinion/msnbc-opinion/russia-s-ukraine-invasion-may-have-been-preventable-n1290831>,

    ehemaliger Direktor der Russland-Abteilung der CIA, blickt zurück:


    /"Die Wahl, vor der wir in der Ukraine standen – und ich nutze

    absichtlich die Vergangenheitsform – war, ob Russland sein Veto zu einer

    NATO-Beteiligung in der Ukraine am Verhandlungstisch oder auf dem

    Schlachtfeld ausüben würde. Und wir entschieden uns, dafür zu sorgen,

    dass das Veto auf dem Schlachtfeld ausgeübt wird, in der Hoffnung, dass

    Putin sich entweder zurückhält oder der Militäreinsatz scheitert.“/


    Die USA/NATO/EU hatten kein Interesse an einer friedlichen Lösung. Die

    Strategie war, Russland zu schwächen und zu dezimieren.


    Eine Ukraine – mit ihrem faschistischen, russophoben Regime, als

    NATO-Mitglied, bewaffnet mit NATO-Waffen, die Moskau in wenigen Minuten

    erreichen können – ist eine von den USA (NATO) bewusst gesetzte

    Bedrohung Russlands, um einen Krieg vor allem zwischen Moskau und den

    europäischen NATO-Partnern zu provozieren.


    In den 1960er Jahren hatten die USA bereits etwas Ähnliches unternommen,

    indem sie nukleare Mittelstreckenraketen in Italien und der Türkei

    stationierten, die Moskau in wenigen Minuten erreichen konnten. Erst als

    die Sowjetunion mit der Stationierung von Mittelstreckenraketen auf Kuba

    antwortete, erklärten sich die USA bereit, ihre landgestützten Raketen

    vom europäischen Kontinent abzuziehen, wenn die Sowjetunion im Gegenzug

    ihre Raketen aus Kuba abzieht. (Im NATO-Westen wird gewöhnlich nur eine

    Hälfte dieser Geschichte erzählt.)


    In Anbetracht der Tatsache, dass der Anwendung militärischer Gewalt

    durch Russland die absolute Weigerung vorausging, über eine friedliche

    Lösung zu verhandeln, selbst nach der Warnung, dass Moskau militärische

    Maßnahmen zur Beseitigung der Bedrohung ergreifen würde, einerseits und

    des ständig wachsenden militärischen Drohpotentials gegen Russland

    andererseits, scheint dies ein prima facie Fall der Selbstverteidigung

    gemäß Artikel 51 der UN-Charta <https://unric.org/de/charta/> zu sein:


    „Artikel 51


    „Diese Charta beeinträchtigt im Falle eines bewaffneten Angriffs gegen

    ein Mitglied der Vereinten Nationen keineswegs das naturgegebene Recht

    zur individuellen oder kollektiven Selbstverteidigung, bis der

    Sicherheitsrat die zur Wahrung des Weltfriedens und der internationalen

    Sicherheit erforderlichen Maßnahmen getroffen hat. Maßnahmen, die ein

    Mitglied in Ausübung dieses Selbstverteidigungsrechts trifft, sind dem

    Sicherheitsrat sofort anzuzeigen; sie berühren in keiner Weise dessen

    auf dieser Charta beruhende Befugnis und Pflicht, jederzeit die

    Maßnahmen zu treffen, die er zur Wahrung oder Wiederherstellung des

    Weltfriedens und der internationalen Sicherheit für erforderlich hält.“


    Es gibt noch einen weiteren Aspekt, der in der Diskussion über den

    Ukraine-Konflikt eine Rolle spielt: Russlands Anerkennung der beiden

    Donbass-Republiken und die Verträge über Freundschaft und gegenseitigen

    Beistand. Es wird argumentiert, dass die Anerkennung der Volksrepubliken

    Donbass als souveräne Staaten durch Russland – die Voraussetzung für ein

    Beistandsabkommen – nicht unter das Völkerrecht fällt. Ein Beispiel

    <https://overton-magazin.de/top-story/norman-paech-der-haftbefehl-des-internationalen-strafgerichtshofs-gegen-putin-erschwert-moegliche-friedensverhandlungen/>für 

    diese Argumentation:


    /"Selbst wenn aus Donezk und Lugansk Bitten gekommen sind, den

    ‚Volksrepubliken‘ zu helfen, ist das nicht relevant. Es kann keine

    einzelne Region eines Staates einen anderen Staat zur Intervention

    auffordern."/


    Zunächst einmal beruht dieses Argument auf einem falschen Bild der

    Situation, in der sich die Ukraine seit dem Maidan-Putsch im Jahr 2014

    befindet.


    Klaus

    Hartmann<https://www.freidenker.org/fw17/wp-content/uploads/2022/04/Freidenker_2022-01_Hartmann-DerKriegInDerUkraineUndWir.pdf>,

    Präsident der Weltunion der Freidenker und stellvertretender

    Vorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes//machte darauf aufmerksam:


    /"Die Argumente, mit denen Russland Völkerrechtsbruch nachgewiesen

    werden soll, gehen abstrakt von der Prämisse aus, dass Russland aus

    heiterem Himmel ein Stück eines souveränen Staats abgetrennt hätte. Was

    dagegen wirklich in der Ukraine geschehen war: durch einen gewalttätigen

    Putsch wurde die rechtmäßig gebildete und international anerkannte

    Regierung in Kiew gestürzt. NATO-treue Kräfte unterstützten diesen

    Gewaltakt über verschiedene Kanäle. (…)


    "Dies stellte eine verdeckte NATO-Aggression gegen die Ukraine dar.

    Sofort zeigte sich, dass die Putschregierung über große Teile des Landes

    keine Kontrolle hat. Trotzdem wurde sie im Eilverfahren von den USA, den

    NATO- und EU-Staaten als legitime Vertretung der Ukraine anerkannt. Die

    Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine wurden durch die

    NATO-Regierungen verletzt.


    "Denn es waren die USA, die NATO und die EU, die dadurch faktisch einen

    Teil der Ukraine unter ihren Einfluss brachten, unter Bruch des

    Völkerrechts und der ukrainischen Verfassung. (…)


    Die Sezession der Donbass-Republiken ist kein Verstoß gegen das

    Völkerrecht, denn dies ist eine innerstaatliche Angelegenheit, zu der

    das Internationale Recht naturgemäß nichts sagt.


    Sie verstößt wahrscheinlich gegen die ukrainische Verfassung, doch diese

    wurde von den Putschisten suspendiert.


    Die russische Anerkennung verstößt auch nicht gegen das Völkerrecht, und

    an die ukrainische Verfassung ist Russland nicht gebunden.


    Nach den anschließend angenommenen Verträgen über Beistand und

    Freundschaft zwischen Russland und den Donbass-Republiken waren die

    Bedingungen für die Wahrnehmung des Rechts auf Selbstverteidigung gem.

    UN- Charta gegeben. (…)“


    /Konkret geht es um die Frage, ob unabhängige Staaten und Gebiete, die

    noch nicht international anerkannt sind, Anspruch auf Schutz durch die

    Charta haben. In Artikel 7 der Resolution 3314 (XXIX)

    <https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&opi=89978449&url=https://iilj.org/wp-content/uploads/2016/08/General-Assembly-Resolution-3314.pdf&ved=2ahUKEwjh6-77pduQAxV8RvEDHVsII94QFnoECB4QAQ&usg=AOvVaw0diF1h8DRKdFzrXTdFGXOW

    der Erklärung der UN-Generalversammlung "Definition der Aggression"

    heißt es:


    /"Diese Definition, insbesondere ihr Artikel 3, kann in keiner Weise das

    sich aus der Charta herleitende Recht auf Selbstbestimmung, Freiheit und

    Unabhängigkeit von Völkern beeinträchtigen, die dieses Rechtes gewaltsam

    beraubt wurden (...) insbesondere nicht von Völkern unter kolonialen

    oder rassistischen Regimen oder anderen Formen der Fremdherrschaft; noch

    das Recht dieser Völker, im Einklang mit den Grundsätzen der Charta und

    in Übereinstimmung mit der genannten Erklärung, für dieses Ziel zu

    kämpfen und Unterstützung zu suchen und zu erhalten."/


    Das illegale neonazistischste Maidan-Putschregime hatte sich die

    endgültige Entrussifizierung

    <https://rtde.info/international/153474-wieder-einmal-beweist-ukrainische-regime/

    der Ukraine auf die Fahnen geschrieben. Die russische Sprache und Kultur

    sollten ausgerottet werden. Ethnische Russen wurden systematisch

    diskriminiert. Das betraf insbesondere die russische

    Mehrheitsbevölkerung im Donbass, die das rassistische Regime in Kiew als

    Fremdherrschaft erlebten.


    Die Donbass-Republiken hatten ihr Recht auf Unabhängigkeit in ihrer

    achtjährigen erfolgreichen Verteidigung gegen die militärische

    Aggression des fremdbestimmten, faschistischen, russophoben Regimes in

    Kiew erkämpft. Sie waren jedoch bereit, unter bestimmten gesetzlich

    verankerten Garantien, wie in den Minsker Vereinbarungen festgelegt

    waren, in den Machtbereich dieses Regimes zurückzukehren. Da weder Kiew

    noch seine westlichen Sponsoren bereit waren, diese Garantien zu

    erfüllen und stattdessen eine militärische Lösung des "Problems"

    vorzogen, fallen die Donbass-Republiken unter den Schutz von Artikel 7

    der Resolution 3314 (XXIX). Sie hatten das Recht, verbündete Staaten um

    militärische Unterstützung zu bitten und diese auch zu erhalten.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    07.11.2025

    Erinnerung an November-Termine des Friedensbüros

    aus e-mail von Friedensbüro Hannover, 7. November 2025, 13:11 Uhr


    Liebe Friedensfreundinnen und -freunde,


    Wir möchten euch noch einmal auf unsere Veranstaltung mit Dr. Petra Erler aufmerksam machen:


    Freitag 14. November 2025 um 19.00 Uhr im Freizeitheim Linden Windheimstr.2, Straßenbahn 10 HS Freizeitheim Linden

    „Ernstfall Frieden“! Ein langer Weg für Europa? https://frieden-hannover.de/ernstfall-frieden-ein-langer-weg-fuer-europa/

    Dies ist unser Beitrag zur Friedensdekade, die unter dem Motto: „Komm den Frieden wecken“ steht. Frau Dr. Erler fordert die Rückkehr zur Dialogbereitschaft, und zu vertrauensbildenden Maßnahmen:

    „Die Entspannung ist kein gescheitertes Konzept! Gescheitert ist vielmehr eine Politik, die glaubt, auf Entspannung verzichten zu können und es notfalls auch auf einen Krieg ankommen zu lassen.“

    Die Auseinandersetzung darüber muss und kann hier geführt werden – zur Sicherung unseres Überlebens!


    Zur Ökumenischen Friedensdekade gibt es am Sa 15.11. ab 14 h eine Aktion auf dem Weisse-Kreuz-Platz, bei der bei Kaffee, Kuchen und Musik Menschen aus unterschiedlichen Gruppen zum „Friedenwecken“ zusammenkommen sollen.

    Weitere Termine sind unter https://www.friedenskooperative.de/termine zu finden.


    Weitere Termine:


    Am Mo 10.11. liest ab 19 h im Fzh Linden bei der Palästina-Initiative der Psychologe Brian K. Barber aus seinem Buch über die Lebensgeschichten von 3 Familien im Gazastreifen


    Vielleicht hat jemand Zeit, die Aktion einiger Aktiver in Hildesheim in der Fussgängerzone für Frieden und gegen Anwerbungsaktionen der Bundeswehr am   Di 11.11. um 16Uhr bis ca 17.30 zu unterstützen.


    Di 11. November 2025 um 19 Uhr im Pavillon

    Wieso „Erstschlagfähig“? Die Kampagne gegen neue Mittelstreckenwaffen in Deutschland https://frieden-hannover.de/wieso-erstschlagfaehig-die-kampagne-gegen-neue-mittelstreckenwaffen-in-deutschland/

    Das Thema des Friedenspolitischen Arbeitskreises am Di 11. November 2025 um 19 Uhr im Pavillon ist die Vorstellung und das Ziel der Kampagne „Friedensfähig statt erstschlagfähig“.


    Unsere IPPNW-Ausstellung "Hiroshima – Nagasaki

    vom 22.10. – 19.11.2025 " in der VHS, Burgstraße 14 – 2.Etage,

    läuft weiter. Bei der Finissage am 18.11.25, 18.00 Uhr wird der Film gezeigt, den 2 Hannoversche Jugendliche in diesem Jahr in Hiroshima drehten.

    Veranstalter: Hiroshima-Bündnis Hannover und Friedensbüro Hannover e.V.


    Samstag 22.11.2025 | Beginn 19:00 Uhr / Einlass ab 18:00 Uhr

    Stadtteilzentrum Stöcken, Eichsfelder Str. 101, Stadtbahnlinie 5 - Stöckener Markt

    „Kanjiru – Palästinensisch-Syrische Musik trifft auf Jazz und Weltmusik“

    Ein Konzert von Aeham Ahmad, dem 2015 aus Damaskus geflüchteten Pianisten, und Tobias Schulte, gefragter Percussionist in der Jazz-Szene — gemeinsam ausgezeichnet mit dem Weltmusikpreis „Creole“.

    Abendkasse: 15€ / ermäßigt 5€ für Schüler, Studenten, Aktiv-Pass-Inhaber

    Das Konzert veranstaltet die Palästina Initiative Region Hannover zum Aktionstag des Menschenrechtsbündnisses: „Zusammen Zukunft schaffen — Solidarische Perspektiven realisieren“.


    Die Karten sind auch zu erhalten bei unseren Mahnwachen, die im November donnerstags von 16.30-17.30 am Schillerdenkmal stattfinden – wer mag, kann sich dazustellen.


    Mit solidarischen Grüßen

    Agnes

    Friedensbüro Hannover

    ---

    To unsubscribe: <mailto:fb-info-unsubscribe@lists.riseup.net>

    List help: <https://riseup.net/lists>


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    07.11.2025

    Studie angespannte Mitte der FES

    aus e-mail von Karin Gerlich, 7. November 2025, 12:47 Uhr


    Hallo Zusammen,


      Die Friedrich Ebert Stiftung hat eine Studie zur Demokratie

    herausgegeben unddie Rückgang zum Vertrauen der Demokratie ist eher

    erschreckend, auch wenn es weiterhin eine Mehrheit noch so sieht, dass

    die Demokratie die richtige Regierungsform ist. Heute sind die zeitungen

    zur Auswertung dieser Studie voll, ich sende sie euch zu.


    Grüße Karin Gerlich


    *„Schmidts philosophische Hausapotheke“

    **https://www.helmut-schmidt.de/aktuelles/detail/helmut-schmidts-philosophische-hausapotheke*


    *Helmut Schmidts „philosophische Hausapotheke“*


    *„Krisensituationen zwingen einen handelnden, verantwortlichen Politiker

    zur Philosophie“:

    Das antwortete Helmut Schmidt einmal auf die Frage, ob er je bei

    politischen Entscheidungen

    Philosophen zu Rate gezogen habe.*


    **


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    07.11.2025

    gewerkschaftsforum.de / neue artikel

    Laurenz Nurk, 7. November 2025, 12:34 Uhr


    Ein Forum für Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, die etwas zu sagen haben


    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    wir möchten euch auf neue Artikel auf https://gewerkschaftsforum.de/ aufmerksam machen:



    Zur konkreten Lebenssituation überschuldeter Menschen – Zahl der Verbraucherinsolvenzen steigt an



    Im September 2025 ist nicht nur die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 10,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen, auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen hat sich in diesem Zeitraum um 12,9 Prozent erhöht. Im ersten Halbjahr 2025 wurden rund 37.700 Verbraucherinsolvenzen gemeldet, das ist ein Plus von 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 35.380 Fällen.

    Dieser Trend zeichnet sich seit drei Jahren ab und die Fallzahlen bei Privatpersonen steigen weiter kontinuierlich an.


    Hauptgründe dafür sind die aktuellen Wirtschafts- und Umweltkrise, die Megaaufrüstungskosten und die hohen Inflationsraten, sowie die horrenden Preissteigerungen in der Vergangenheit.


    Die Gefahr für Einzelpersonen und Familien ist sehr groß, in eine Situation zu geraten, die Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit genannt wird. Bezeichnend für so eine Lebenssituation ist, dass die Einnahmen die Ausgaben nicht mehr decken und die Schulden sich auftürmen.

    Im Gegensatz zu Unternehmen, haben Privatpersonen nicht die Verpflichtung, bei Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag zu stellen. Das ist auch gut so, denn für arme Menschen ist eine Insolvenzanmeldung auch nicht immer eine angemessene Möglichkeit, der Schuldenspirale zu entkommen.  weiterlesen →-------------------------------------------------------------------------------------------------

    Stets kompromissbereit



    Die Gewerkschaften, der Unternehmenserfolg und das kostbare Gut Arbeitsplatz. Betriebsräte wollen Stellen erhalten und sich für den Erfolg »ihres« Betriebs einsetzen – ein unlösbarer Widerspruch


    Von Suitbert Cechura


    Deutsche Unternehmen überbieten sich in Sachen Arbeitsplatzabbau sowie Entlassungen und blamieren damit die Gewerkschaften, deren Vertreter in Gestalt der Betriebsräte immer wieder Lohnsenkungen zur Arbeitsplatzsicherung mit den betreffenden Chefetagen vereinbart hatten. Und was machen die Gewerkschaftsführungen? Sie betätigen sich weiterhin ungerührt als Lobbyisten für den Erfolg deutscher Unternehmen, obwohl deren Erfolgsstrategien unmittelbar den Gegensatz zu den geschätzten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen hervortreten lassen.

    So veranstaltete die IG Metall jüngst eine Industriekonferenz, auf der sie nicht mit dem Einsatz für die von ihr vertretenen abhängig Beschäftigten, sondern mit der Forderung nach einem »neuen Realismus in der Industriepolitik« Punkte machen wollte. Der verlange ein Eingreifen des Staates – allerdings nicht zum Wohle der Beschäftigten, die immer wieder unter die Räder kommen, sondern der Unternehmen, die schwere Not leiden (junge Welt, 24.9.2025). Wie passt das zusammen?  weiterlesen →-----------------------------------------------------------------------------------------------------

    Berufsausbildung im Dauerkrisenmodus: Ergebnis mangelhafter Berufsberatung und Vermittlung durch die Bundesagentur für Arbeit



    In Deutschland sind aktuell und offiziell 47,5 Millionen Menschen erwerbstätig, so viele wie nie zuvor. Das entspricht einer Quote von 77 Prozent aller Personen im Alter zwischen 15 und 65 Jahren. 35 Millionen von ihnen sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt, doch arbeitet die Hälfte der erwerbstätigen Frauen, meist unfreiwillig, in unterbezahlter Teilzeit oder Minijobs. Dagegen sind 3,5 Millionen Menschen erwerbslos bzw. unterbeschäftigt bei 750.000 gemeldeten offenen Stellen.


    Im vergangenen Jahr stieg die Arbeitsproduktivität gesamtwirtschaftlich um gut ein Prozent, im verarbeitenden Gewerbe um drei Prozent und in der Autoindustrie um mehr als fünf Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl registrierter arbeitsloser Menschen auf knapp 2,8 Millionen, ebenso die Anzahl der ausschließlich geringfügig Entlohnten auf 4,25 Millionen.


    Während die Unternehmen lautstark einen Fachkräftemangel beklagen, bleiben 2,5 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 34 Jahren ohne eine abgeschlossene Ausbildung zurück.


    Laut Bundesinstitut für Berufsbildung gingen die Ausbildungsverträge 2024 um 0,5 Prozent gegenüber 2023 auf 486.700 zurück, gleichzeitig blieben aber fast 70.000 Ausbildungsplätze unbesetzt. 2024 bildeten nur knapp 19 Prozent aller Betriebe aus.


    Das ist auch das Ergebnis einer mangelhaften Berufsberatung und Vermittlung durch die Bundesagentur für Arbeit.  weiterlesen →

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    Hartz IV ist zurück



    Von Inge Hannemann


    Da sind wir also wieder bei Hartz IV. Oder soll ich besser sagen: Hartz V, Hartz IV? „Das Bürgergeld ist jetzt Geschichte“, so CSU-Chef Markus Söder bei der Vorstellung zur „neuen Grundsicherung für Arbeitssuchende“ am 9. Oktober. Dieser Reform ist eine längere Diskussion vorausgegangen. Aber noch viel länger läuft die hanebüchene, äußerst stigmatisierende und diffamierende Kampagne von konservativen und rechten Parteien über die vermutlich vielen tausend Totalverweigerer, die faul in der sozialen Hängematte liegen, um den Sozialstaat auszunutzen.


    Im Schlepptau die SPD, die nun erneut die Verschärfungen mitträgt. Vergessen, dass Hartz IV ihr einst das Genick gebrochen hat. Das Vertrauen ging verloren und damit auch viele Wählerinnen und Wähler. Erneut tappen sie in die Falle von Hartz IV. So ist die SPD-Co-Chefin Bärbel Bas der Ansicht, dass sie „Arbeit statt Arbeitslosigkeit“ fördern, in dem sie der Vermittlung in Arbeit den Vorrang geben vor einer Qualifizierung. Auch das hatten wir schon.  weiterlesen →

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    Rede zum Tag des Westfälischen Friedens – Osnabrück, 24. Oktober



    Von Andreas Buderus 


    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    liebe Osnabrückerinnen und Osnabrücker,

    liebe Freundinnen und Freunde des Friedens,

    wir stehen heute hier – mitten in der Friedensstadt Osnabrück – am 24. Oktober, dem Tag des Westfälischen Friedens.

    Hier, in dieser Stadt, endete vor 377 Jahren der Dreißigjährige Krieg – ein Krieg, der Europa verwüstete wie kaum ein anderer. Seine Gräuel wurden erst über 300 Jahre später übertroffen, durch die Massengemetzel des 1. und 2. Weltkrieges mit ihren insgesamt über 90 Millionen Toten, dem industriellen Massenmord an den Europäischen Juden und Sinti und Roma, dem noch einmal 7 Millionen Menschen zum Opfer fielen, und dem ersten – von den USA verantworteten Abwurf von Atombomben auf Menschen in Hiroshima und Nagasaki. weiterlesen →--------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Antikriegstag ohne Anti? Antikriegsprotest und Gewerkschaften



    Eins muss man dem DGB lassen: In Sachen Brauchtumspflege ist er schwer auf Draht und vergisst keinen Antikriegstag. Oppositionelle Gewerkschaftskreise sind davon aber nicht erbaut, sie vermissen den Protest und befürchten Unterstützung der Kriegstreiberei.


    Von Johannes Schillo  


    Zum diesjährigen Antikriegstags-Aufruf des DGB hat z.B. die gewerkschaftliche Basisinitiative Home | Sagt NEIN!, die aus der Verdi-Opposition kommt und an der Vernetzung mit anderen Kriegsgegner*innen arbeitet (z.B. auf der letzten Konferenz in Salzgitter), entschiedenen Einspruch angemeldet. Die Initiative, die bisher 28.000 Unterschriften für ihren eigenen antimilitaristischen Appell eingesammelt hat (Website: sagtnein.de), findet empörend, was in der DGB-Erklärung steht, und besonders auch das, was nicht in ihr steht. Zwar im Ton leise, im Inhalt aber „robust“ stimme die Arbeiter*innenvertretung ihre Mitglieder auf den Kurs von Hochrüstung und Kriegsvorbereitung ein.


    Ein Kernsatz aus dem Aufruf: „Auch der DGB sieht die Notwendigkeit, die gemeinsame Verteidigungsfähigkeit Europas zu stärken.“ Der gegenwärtige Regierungskurs erhält mit solchen Aussagen offenkundig seine Bestätigung (einschlägige Stellungnahmen und Materialien dazu finden sich auf der Website: gewerkschaftsforum.de.

    Erste Priorität hat die Herstellung einer neuen deutschen Großmachtrolle, wofür die Regierung rasch das Grundgesetz passend macht und Rüstungsanstrengungen in Billionenhöhe auf den Weg bringt.  weiterlesen →-----------------------------------------------------------------------------------------------------


    Bundeswehr: Mit Zwang in den Krieg – Kabinett beschließt Wehrdienst-Modernisierungsgesetz



    Von Martin Singe


    Am 27. August 2025 verabschiedete das Bundeskabinett das von Pistorius auf den Weg gebrachte neue Wehrdienst-Modernisierungsgesetz (WDModG). Kurz vor dieser Entscheidung war im Juni bekannt geworden, dass die Anforderungen der NATO an die Truppengröße der Bundeswehr zahlenmäßig erheblich höher liegen als bislang gedacht. Die Bundeswehr soll deswegen auf 260.000 (statt aktuell 180-190.000) aktive Soldat*innen und die Reserve von 100.000 auf 200.000 Mann/Frau anwachsen. Deshalb wurden offensichtlich die Zwangsschrauben im Gesetz auch schon vor der möglichen Wiedereinführung der alten Wehrpflicht verschärft angezogen.  weiterlesen 

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    Klassenkampf statt Denkmal – Eine Sammlung mit Briefen, Reden und Interviews erinnert an den Widerstandskämpfer und Gewerkschafter Willi Bleicher



    Von Peter Nowak 

    Zum 80. Jahrestag der Zerschlagung des Nationalsozialismus wurde dieses Jahr einmal mehr deutlich, wie sehr die Antifaschist*innen heute fehlen, die im Widerstand waren und über ihre Zeit in der Illegalität, im Exil und meistens in den faschistischen Konzentrationslagern berichten konnten. Es war nur eine kleine Zahl von Männern und Frauen, die aber in der BRD zahlreiche junge Menschen beeindruckten und mit dazu beigetragen hatten, dass diese selbst Antifaschist*innen wurden. Zu diesen inspirierenden Personen gehörte auch Willi Bleicher. Dass er heute fast vergessen ist, liegt auch daran, weil er schon 1981 mit 74 Jahren verstorben ist. Es ist daher überaus verdienstvoll, dass der Historiker Hermann G. Abmayr im Schmetterling-Verlag unter dem Titel »Texte eines Widerständigen« auf über 450 Seiten nun Schriften von Bleicher veröffentlicht und politisch eingeordnet hat.  weiterlesen →


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    Herzliche Grüßevon den Kolleginnen und Kollegen des gewerkschaftsforum.de


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    07.11.2025

    Dialog statt Konfrontation mit Russland - Für den Frieden!

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    Basilius-Kathedrale in Moskau - Bild: Christian Müller


    Mein Freund und Russlandkenner Vital Burger steht seit Jahren für den Dialog mit Russland - und auch dem Iran - ein. Er widmet sein Leben für diesen Dialog, indem er Reisen nach Russland und in den Iran veranstaltet. Dies ist ein Reiseaufruf!


    forumgeopolitica.com, Fr. 07 Nov 2025, Peter Hänseler

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    Folgende Organisationen unterstützen diesen Aufruf: zeitpunkt.ch, globalbridge.ch, schweizer-standpunkt.chalpenparlament.ch, schweiz-russland.org (Gesellschaft Schweiz–Russland), freie-meinung.ch (Bürger für Bürger)

    Einleitung

    Europa befindet sich in einer der gefährlichsten Phasen seit Ende des Kalten Krieges. Der Krieg in der Ukraine dauert nun schon mehrere Jahre, ein Ende ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Waffenlieferungen, Wirtschaftssanktionen, Informationskriege und gegenseitige Schuldzuweisungen verschärfen die Spannungen zwischen Ost und West immer weiter. Stimmen, die zur Mäßigung und zum Dialog aufrufen, sind selten. Stattdessen droht ein neuer Eiserner Vorhang, begleitet von wachsender Militarisierung und dem Risiko eines großen europäischen Krieges.

    Gerade in dieser Situation braucht es Menschen, die Brücken schlagen, statt Mauern zu errichten. Wer Frieden mit seinem Nachbarn will, muss bereit sein, ihm zuzuhören – auch dann, wenn man seine Ansichten nicht teilt. Zuhören bedeutet nicht zustimmen, sondern verstehen wollen. Nur wenn man auch die Sorgen, Wahrnehmungen und Ängste der anderen Seite kennt, kann man Wege zu einer echten Verständigung finden.

    Dialogreise nach Moskau: 24.–31. Januar 2026

    Route: Zürich – Istanbul – Moskau und zurück
    Dauer: 7 Tage

    Während der Reise werden die Teilnehmenden in Moskau mit bekannten russischen und schweizerischen Persönlichkeiten zusammentreffen, darunter:

    • Dmitry Orlov, russischer Publizist (zugesagt)

    • Peter Hänseler, Herausgeber ForumGeopolitca (zugesagt)

    • Karl Eckstein, Jurist und ehemaliger Honorarkonsul der Russischen Föderation in der Schweiz (zugesagt)

    • Ferdinand Muheim, Volksdiplomat (zugesagt)

    • Ramon Schenk, Schweizer Landwirt bei EkoNiva in Russland (zugesagt)

    Neben den Gesprächen ist auch ein symbolischer Akt der Freundschaft geplant: die Verteilung von Sbrinz-Käse mit warmer Schweizer Milch auf dem Roten Platz — als Zeichen der Wertschätzung und Offenheit zwischen den beiden Ländern.

    Ein weiterer Höhepunkt ist der Besuch des landwirtschaftlichen Betriebs von Ramon Schenk in der Nähe von Moskau, wo sichtbar wird, wie Schweizer Know-how und russische Agrartradition zusammenwirken können.

    Das Rahmenprogramm umfasst außerdem Stadtrundgänge und – auf Wunsch – den Besuch des legendären Bolschoi-Theaters.

    Warum jetzt?

    Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen sind auf einem Tiefpunkt. Sanktionen, Medienkampagnen und gegenseitiges Misstrauen haben das Klima vergiftet. Die Schweiz, einst ein Symbol für Neutralität und Vermittlung, droht in der geopolitischen Blockbildung ihre Rolle als Brückenbauerin zu verlieren.

    Umso wichtiger ist es, dass Bürgerinnen und Bürger diese Aufgabe übernehmen – mit Offenheit, Respekt und Bereitschaft zum Gespräch. Diese Reise ist kein politisches Statement, sondern ein Versuch, das Verständnis für die russische Gesellschaft zu vertiefen. Denn wer nur eine Seite hört, versteht am Ende keine.

    Praktische Informationen

    Kosten: CHF 1.850.–
    Inklusive Visum, Flug ab/bis Zürich, Unterkunft mit Frühstück im Mittelklasshotel, Moskauer Transportkarte, Schweizer Reiseleitung.
    Anmeldung: info@eurasien.ch
    Telefon: +41 41 260 51 69

    Unterstützt von

    zeitpunkt.ch, globalbridge.ch, schweizer-standpunkt.ch, forumgeopolitica.com, alpenparlament.ch, schweiz-russland.org (Gesellschaft Schweiz–Russland), freie-meinung.ch (Bürger für Bürger)

    Über den Veranstalter

    Verein Eurasien
    Gerliswilstrasse 69, CH-6020 Emmenbrücke
    Telefon: +41 41 260 51 69
    Webseite: www.eurasien.ch
    E-Mail: info@eurasien.ch

    Der Verein Eurasien hat sich zum Ziel gesetzt, die Verständigung zwischen den Völkern des eurasischen Kontinents zu fördern. In Zeiten wachsender Spaltung bringt der Verein Menschen aus Ost und West zusammen, um Vorurteile abzubauen und den gegenseitigen Meinungsaustausch zu stärken. Nur wer den anderen einigermassen kennt, kann Frieden mit ihm finden.

    3 Kommentare zu
    «Dialog statt Konfrontation mit Russland - Für den Frieden!»


    Klaus Baltzer Fr. 07 Nov 2025, 9:52

    Ich, 71 Jahre jung, West-Deutscher, kann eine nach und durch Russland nur empfehlen. Die Erlebnisse, Emotionen alles unvergesslich und beeindruckend! Ich bereiste Russland, damals Soviet-Union erstmals 1988. ...
    Lasst Euch Russland/Putin nicht als Feind "verkaufen"!
    Ich erinnere stets an die "Ausgestreckte Hand" Russlands und die Rede Putins vor dem Deutschen Bundestag.
    MfG K. Baltzer

    Auf diesen Kommentar antworten

    joseph Fr. 07 Nov 2025, 13:01

    Schade, dass ich nicht 10 Jahre jünger bin, ich wüsste, wohin und wann meine nächste Reise ginge. Aber ich bin auf jeden Fall im Geiste dabei und begleite alle klugen Mitreisenden.

    Auf diesen Kommentar antworten

    Antwort auf barbara ihle Fr. 07 Nov 2025, 13:36

    ja, so geht’s mir auch, lieber josef!
    bin 76 und diese reise lockt mich sehr….?
    herzlichst, barbara


    Info: https://forumgeopolitica.com/de/artikel/dialog-statt-konfrontation-mit-russland-fr-den-frieden


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    07.11.2025

    Der Deal, der nie zustande kam: Washington schlug vor, Moskau stimmte zu – und Trump blockierte ihn

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    forumgeopolitica.com, Fr. 07 Nov 2025, Felix Abt

    Ein Waffenstillstand in Saporischschja und Cherson, inklusive des ukrainischen Rückzugs aus dem Donbass, lag auf dem Tisch. Moskau war bereit – doch Washington zog sich im letzten Moment zurück und ließ die Vereinbarung platzen.


    Der Deal, der nie zustande kam offenbart, wie Trumps transaktionale Diplomatie – von Seoul bis Anchorage – aus einer greifbaren Friedensmöglichkeit eine verpasste Chance machte.

    Der vorgeschlagene Plan – etwas in der Art eines ‚Istanbul Plus‘ – wurde von Washington formuliert und dann abrupt fallengelassen. Von Lawrows aufschlussreichem Interview, das wir unten besprechen, bis zum Zusammenbruch des Alaska-Gipfels zeigt dieses Ereignis, wie ein von den USA initiierter Waffenstillstandsplan in der Ukraine scheiterte, Russland skeptisch zurückließ, die diplomatischen Kanäle einfrieren ließ und die militärischen Spannungen eskalieren ließ.

    Eine einmalige Gelegenheit, die den Kriegsverlauf hätte verändern und Washingtons internationale Glaubwürdigkeit hätte stärken können, blieb ungenutzt – ein Lehrstück darüber, wie kurzfristige politische Kalküle langfristige Friedenschancen zerstören können.

    Trumps Muster der transaktionalen Diplomatie

    Präsident Donald Trump besuchte kürzlich Südkorea, wo er zeremonielle Ehren erhielt und ein neues Handelsabkommen verhandelte. Berichten zufolge stimmte Trump zu, die US-Zölle auf südkoreanische Exporte zu senken, im Austausch für Südkoreas Zusage, etwa 350 Milliarden Dollar in die USA zu investieren.

    Dieser Deal illustriert Trumps typische Taktik: Er setzt erdrückende Zölle ein, erzwingt gigantische Investitionszusagen – und rollt die Zölle anschließend wieder zurück. Dieselbe Taktik wendete er bei der EU, Japan und anderen an – während China standhaft blieb und zurückschlug. Der Ansatz wirkt weniger wie eine kohärente protektionistische Politik, sondern eher wie ein Schutzgelderpressungs-System der 1920er Jahre, eher an Mafia-Erpressungen erinnernd als an moderne Staatskunst. Viele zweifeln daran, dass die zugesagten Investitionen jemals realisiert werden, und der Oberste Gerichtshof der USA wird demnächst die Verfassungsmäßigkeit von Trumps Zollstrategie prüfen – von vielen als Zwangsdiplomatie und nicht als solide Wirtschaftspolitik betrachtet.

    Dieses Vorgehen spiegelt Trumps Methoden auch in anderen Bereichen wider, insbesondere im Umgang mit Russland. Während des Gipfels in Anchorage schlug Trumps Gesandter einen Friedensplan für die Ukraine vor, den Moskau akzeptierte. Trump zog sich jedoch später zurück, stellte neue Forderungen, diffamierte Putin öffentlich und eskalierte die Spannungen durch Drohungen mit Sanktionen und Raketenstationierungen. Das Muster – Getöse, theatralisches Deal-Making und Rückzug – ist ein prägendes Merkmal seiner Außenpolitik geworden und hat die Glaubwürdigkeit der USA in den Augen vieler internationaler Beobachter stark geschwächt.

    Der russische Analyst Dmitri Trenin schrieb in Kommersant, einer Zeitung, die in Russlands Wirtschaftskreisen weit gelesen wird, über Moskaus sich wandelnde Wahrnehmung Trumps und deutete an, dass bedeutsame Geschäftsbeziehungen zwischen Russland und den USA in absehbarer Zeit unwahrscheinlich sind. Seine Analyse porträtiert Präsident Trump als:

    • unberechenbar und manipulierend, zwischen Drohungen und Charme wechselnd;

    • getrieben von persönlicher Glorie statt konsistenter strategischer Vision;


    • wirtschaftlich räuberisch, Zölle und Handelskriege einsetzend, um Rivalen zu unterdrücken;

    • stärker auf Optik als auf Substanz bedacht, Foto-Waffenstillstände einem dauerhaften Frieden vorziehend.


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    Dmitri Trenin in Kommersant – Screenshot mit englischer Übersetzung aus dem Russischen


    Trenin kommt zu dem Schluss, dass Russland keine bedeutenden Verhandlungen mit Trump mehr erwartet, nachdem die Grenzen seiner tatsächlichen Macht innerhalb des amerikanischen Systems, also des permanenten Deep State, erkannt wurden. Dennoch habe Moskaus Engagement mit Trump – die sogenannte „besondere diplomatische Operation“ – einen strategischen Zweck erfüllt: Es signalisierte wichtigen Partnern wie China, Indien und Brasilien, dass Russland zu Dialogen offen bleibe und, solange es keine westliche Einmischung oder Behinderung durch das banderistische Regime gebe, an einer friedlichen Lösung des Ukraine-Konflikts interessiert sei. Gleichzeitig beruhigte es die russische Öffentlichkeit über die Entschlossenheit ihrer Führung und verstärkte die Überzeugung, dass nur militärischer Erfolg – nicht US-vermittelte, zwanghafte „Diplomatie“ – Russlands langfristige Ziele in der Ukraine sichern könne.

    Lavrovs Interview: Neue Einblicke in einen gescheiterten Friedensplan

    In einem kürzlichen Interview mit einem ungarischen YouTube-Kanal – dem gleichen, der gelegentlich auch vom ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán genutzt wird – gab Russlands Außenminister Sergej Lawrow Einblicke in die diplomatischen Austausche zwischen den USA und Russland seit Mitte des Jahres. Seine Aussagen klärten mehrere Unsicherheiten rund um den Alaska-Gipfel und den abgesagten Budapest-Gipfel und boten einen seltenen Blick auf Verhandlungen, die den Kriegsverlauf hätten verändern können.


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    Der Alaska-Gipfel und der US-Vorschlag

    Laut Lawrow reiste Präsident Wladimir Putin nach Alaska, nachdem ihm Tage zuvor ein von Trumps Gesandtem Steve Witkoff nach Moskau gebrachter Plan übermittelt worden war. Putin prüfte den US-Vorschlag im Detail, Witkoff war anwesend, und bestätigte, dass Moskau bereit war, ihn anzunehmen – obwohl der Plan vollständig amerikanischen Ursprungs war.

    Der Vorschlag sah einen Waffenstillstand in den Regionen Saporischschja und Cherson im Austausch für den ukrainischen Rückzug aus dem Donbass vor. Im Gegensatz zu vielen westlichen Medienberichten handelte es sich hierbei nicht um eine russische Friedensinitiative, sondern um einen amerikanischen Vorschlag, zuerst von Washington formuliert und präsentiert.

    Zusammenbruch des Deals

    Putin erwartete Berichten zufolge, dass Trump die Vereinbarung während ihres Treffens in Alaska formell bestätigen würde. Stattdessen zögerte Trump, mit der Begründung, er müsse zunächst Verbündete und den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj konsultieren.

    Selenskyj und europäische Führungspersönlichkeiten lehnten sofort jegliche Vereinbarung ab, die einen ukrainischen Rückzug aus dem Donbass vorsah. Sie bestanden darauf, dass Kyivs NATO- und EU-Bestrebungen unverhandelbar bleiben und dass ein Waffenstillstand entlang der bestehenden Frontlinien erfolgen müsse.

    Trumps Zögern – und sein Versäumnis, den Vorschlag seines Gesandten aufrechtzuerhalten – führten zum Scheitern des Deals. Das Kreml interpretierte diese Kehrtwende als weiteres Beispiel für amerikanische Unbeständigkeit und politische Schwäche und bekräftigte lang gehegte Zweifel an Washingtons Verlässlichkeit.

    Strategische Kalkulationen und Fehleinschätzungen

    Aus Washingtons Sicht glaubten die USA, dass Russland kurz davor war, den Donbass zu erobern, und sahen den Vorschlag als Möglichkeit, Hebelwirkung zu managen und eine diplomatische Ausstiegsmöglichkeit zu schaffen. Moskau hingegen betrachtete den amerikanischen Plan als Chance, territoriale Realitäten zu formalisieren und den Konflikt unter gegenseitig vereinbarten Bedingungen zu stabilisieren.

    Als Trump scheiterte, kam Moskaus Analyse zum Schluss, dass das Fenster für Kompromisse sich schloss. Mit dem Fortschreiten russischer Militäraktionen nahm der Anreiz für Verhandlungen ab – künftige Ergebnisse würden somit eher auf dem Schlachtfeld als am Verhandlungstisch entschieden.

    Historischer und territorialer Kontext

    Lawrow bekräftigte erneut, dass Saporischschja – gegründet im Zarenreich unter Katharina der Großen – und Cherson historisch zum eigenen Staatsgebiet gehören. Ihre Eingliederung in die Ukraine sei, so Moskau, lediglich das Ergebnis sowjetischer Verwaltungsentscheidungen. Der Kreml ist inzwischen überzeugt, dass weder die USA noch westliche Garantien russische Interessen in diesen Regionen verlässlich schützen würden. Diese Wahrnehmung hat Russlands Haltung weiter verhärtet und die Bereitschaft, neue westliche Vorschläge zu prüfen, deutlich verringert.

    US-russische Raketendynamik

    Ein weiterer zentraler Punkt, der die Spannungen zwischen den USA und Russland definiert, betrifft Raketeneinsätze. Russland betrachtet Langstreckenraketen – darunter Systeme wie Tomahawk, Taurus und Storm Shadow – als rote Linien, deren Einsatz den Konflikt unkontrollierbar eskalieren lassen könnte.

    Als Reaktion hat Moskau die Produktion seiner nuklearbetriebenen Marschflugkörper Burevestnik beschleunigt und die Stationierung hypersonischer Waffen ausgeweitet, die jedes europäische Ziel erreichen können. Diese Entwicklungen verdeutlichen die Militarisierung gescheiterter Diplomatie – ein Übergang vom Verhandlungstisch zur Abschreckung durch militärische Macht.

    Trumps Alaska-Risiko und seine Folgen

    Trumps Umgang mit dem Alaska-Vorschlag wird in Moskau weithin als inkonsequent, unentschlossen und politisch naiv angesehen. Trotz der Initiierung des Vorschlags gelang es ihm nicht, ihn gegenüber Putin zu bestätigen, mit Verweis auf weitere Konsultationen. Gleichzeitig trat er parallel mit Chinas Präsident Xi Jinping in Kontakt, offenbar in der Annahme, sowohl Peking als auch Moskau gleichzeitig unter Druck setzen zu können.

    Russische Beobachter werteten diese Schritte als strategisch inkohärent und beispielhaft für Trumps fehlerhaftes Verständnis globaler Machtverhältnisse. Trenin und andere Analysten argumentieren, dass dieses Ereignis das Vertrauen Moskaus in Washington dauerhaft beschädigt und die Volatilität US-amerikanischer Politik bei kurzfristigen inländischen oder persönlichen Interessen verdeutlicht.

    Aktuelle Lage

    Mit Russlands Konsolidierung der Kontrolle über Donbass und Südukraine sind die Aussichten auf einen US-vermittelten Kompromiss praktisch verschwunden. Russische Hardliner, durch das Scheitern des Alaska-Plans bestätigt, sind nun noch weniger verhandlungsbereit.

    Die diplomatischen Kanäle zwischen Washington und Moskau bleiben minimal, während die militärischen Risiken – insbesondere im Hinblick auf mögliche Raketenkonfrontationen in Europa – steigen. Lawrow machte deutlich, dass Russlands rote Linien notfalls militärisch durchgesetzt werden.

    Wichtige Erkenntnisse

    • Der Alaska-Waffenstillstandsplan wurde ursprünglich von den USA vorgeschlagen, nicht von Russland.

    • Der Plan scheiterte aufgrund US-amerikanischer Unentschlossenheit und der ukrainisch-europäischen Ablehnung territorialer Kompromisse.

    • Russland betrachtet Regionen wie Donbass, Saporischschja und Cherson als historisch legitime russische Gebiete.

    • Trumps transaktionaler Stil, sowohl in Südkorea als auch in Anchorage sichtbar, zeigt ein Muster coerciver, kurzfristiger Deal-Making-Strategien.

    • Moskaus Misstrauen gegenüber Washington hat sich vertieft; die USA werden als unzuverlässig, politisch fragmentiert und unfähig zu nachhaltiger Diplomatie wahrgenommen.

    Diplomatie als Schutzgelderpressung

    Trumps Außenpolitik vermischt zunehmend wirtschaftliche Einschüchterung mit diplomatischer Schau. Ob in Seoul oder Anchorage, das Muster bleibt gleich: massiver Druck, enorme Zusagen extrahieren, Erfolg reklamieren und weitermachen.

    Doch diese Strategie – teils politisches Theater, teils Zwang – könnte sich letztlich rächen. Sollte Russland jemals die stenografischen Aufzeichnungen der Anchorage-Gespräche veröffentlichen, könnten sie Trump als doppeldeutig und schwach entlarven, was seine internationale Glaubwürdigkeit weiter untergräbt.

    Der „Deal, der nie zustande kam“, steht nun als warnendes Beispiel: ein Moment, in dem persönliche Ambitionen und transaktionale Diplomatie strategische Weitsicht überschatteten. Er zeigt, wie das Streben nach kurzfristiger Optik langfristigen Frieden und die Diplomatie selbst untergraben kann.


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    2 Kommentare zu
    «Der Deal, der nie zustande kam: Washington schlug vor, Moskau stimmte zu – und Trump blockierte ihn»


    joseph Fr. 07 Nov 2025, 12:57

    Ich erinnere mich, dass Peter Hänseler vor einiger Zeit (ich weiss nicht mehr genau, um welche Trumpsche Kehrtwendung es sich gehandelt ha), klar geschrieben hat, dass diejenigen, die noch an Trumps Handlungsfähigkeit oder -willen glaubten, (so ungefähr), Idioten seien. Recht hat er gehabt! Die ixte Bestätigung wurde in diesem Beitrag gemacht. Klar ist auf jeden Fall: Trump ist ein guter Schauspieler à la Selenskyi, aber er ist sehr schwach, absolut keine Führungspersönlichkeit, und die Russen werden sicher nie mehr auf diese Lügner und Verbrechertypen hereinfallen.

    Auf diesen Kommentar antworten

    beat schaller Fr. 07 Nov 2025, 13:14

    Danke, dass diese Fakten hier wieder so deutlich und klar auf den Tisch kommen. Die USA scheinen ihr eigenes Harakiri aus eigenem Antrieb voranzutreiben. Weiter zeigen sie der Welt, dass ihr Hunger auf mehr Krieg offensichtlich noch nicht gestillt ist. Venezuela ist gerade an überkochen. Ob das zu einem weiteren, für die USA verlorenen Krieg führt, wird sich noch weisen. Aber, leider habe sie noch keine Kriegsbremse in ihrem Arsenal gefunden. Allerdings scheint es für den Rest der Welt doch kaum mehr übersehen zu werden. b.schaller

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    Info: https://forumgeopolitica.com/de/artikel/der-deal-der-nie-zustande-kam-washington-schlug-vor-moskau-stimmte-zu-und-trump-blockierte-ihn


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    07.11.2025

    Wie Städte Abschottung erzeugen„Der Glaube, dass wir uns verändern können, geht verloren“

    taz.de, vom 5.11.2025, 7:28 Uhr, Interview von Clemens Böckmann und Carolin Haentjes

    AfD-Wahlkampf in Berlin: Trotz Großstadtfeindschaft bearbeiten Rechte Städte politisch Foto: Sebastiab Wells/ostkreuz


    Städte gelten als progressiv, doch auch dort gewinnen Rechte Stimmen. Zwei Forschende erklären, warum fehlende Zukunftsvisionen eine Gefahr sind.

    taz: Herr Mullis, Sie haben einen Vortrag gehalten mit dem Titel „Städte. Ein progressiver Leuchtturm?“ Es gibt die weitverbreitete Annahme, dass rechte Landnahme vor den Städten Halt macht. Ist das so?

    Daniel Mullis: Wenn man auf die Landkarten blickt, die nach jeder Wahl erscheinen, dann kann dieser Eindruck entstehen. Dabei differenzieren Wahlergebnisse innerhalb von Städten sehr stark. Wir sehen seit 2017 insbesondere in den peripheren Lagen der Städte einen starken Zuwachs für die AfD. Oft sind das Stadtteile, die von Abstiegserfahrungen, sozialer Exklusion und Entdemokratisierungsprozessen betroffen sind, aber längst nicht nur: Auch in wohlhabenden Stadtteilen mit einer langen konservativen Tradition wird die extreme Rechte gewählt. Wenn man genauer hinschaut, stellt man fest, dass auf allgemeiner Ebene in diesen Stadtteilen die Dynamiken ähnlich denen sind, die wir in ländlichen Gebieten beobachten. In Städten wie Cottbus, Dresden, Hanau oder Gelsenkirchen hat die AfD ganz starke Ergebnisse erzielen können. In NRW beispielsweise waren es die Städte, in denen die AfD in die Stichwahlen kam.


    Bild: Peter Jülich



    Im Interview: Daniel Mullis

    ist assoziierter Forscher am Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung (Prif). Aktuell arbeitet er am Thinktank Rechts­extremismus von Campact und verbindet dort Wissenschaft und zivilgesellschaftliche Akteur*innen. 2024 veröffentlichte er „Der Aufstieg der Rechten in Krisenzeiten. Die Regression der Mitte“.


    taz: Wenn nicht Stadt oder Land den Unterschied macht, was wären die Faktoren, die stärker in den Blick genommen werden sollten?

    Mullis: Was hilft, die Entwicklungen zu analysieren, ist der Begriff der Peripherisierung. Peripherisierung kann räumlich und kollektiv sein, es kann sich aber auch um einen sehr persönlichen Effekt handeln. Wenn zum Beispiel weiße Männer das Gefühl haben, dass sie aus der gesellschaftlichen Zentralität herausgedrängt werden, ist auch das eine Erfahrung der Peripherisierung.

    taz: Wie wird denn im neurechten Diskurs auf Stadt geschaut?

    Mullis: Zum einen gibt es noch immer eine sehr starke Großstadtfeindschaft. Zu diesem Zweck wird immer wieder das Bild der migrantischen Stadt, der gefährlichen Stadt versucht herzustellen. Auf der anderen Seite sieht man, dass Städte gleichzeitig Orte sind, die sie gezielt für Demonstrationen nutzen und stadtpolitisch bearbeiten. Dazu werden Alltagsprobleme wie die Wohnungsfrage, marode Schulen oder Ausbildungsplatzmangel aufgegriffen. Immer in Verbindung mit dem Schüren von Rassismus.

    taz: Im Vortrag haben Sie gesagt: „Regression ist in vielen Städten zu einem Grundrauschen geworden.“ Was meinen Sie damit?

    Mullis: Dabei geht es um die Regression der politischen Mitte, welche wir in Frankfurt a. M. und in Leipzig erforscht haben. Wir haben festgestellt, dass die Erfahrung des demokratischen Verlusts, das Gefühl, nicht mehr gehört und repräsentiert zu werden, rassistische Ressentiments, aber auch Abstiegserfahrungen etwas sehr weit Geteiltes sind. Neoliberale Vergesellschaftungsformen haben Spuren hinterlassen. Das betrifft längst nicht nur Leute, die die extreme Rechte wählen, es setzt aber einen Prozess in Gang, bei dem sich die Leute anfangen einzuigeln. Sie verschließen sich der Gesellschaft und sind nicht mehr offen für Transformationsprozesse. Was beginnt zu dominieren, ist das Gefühl, etwas bewahren zu müssen. Das bezeichnen wir als regressiven Moment. Die radikale Rechte geht gezielt auf dieses Gefühl und gibt vermeintlich einfache Antworten. Dazu vermittelt die rechtsradikale Ideologie die passende Legitimation für das Gefühl des Einigelns und Abschließens. Mit der AfD gibt es eine vermeintlich demokratische Legitimation für dieses Gefühl.

    taz: Alexandra Schauer, Sie haben sich angeschaut, wie Menschen in der Gegenwart Räume beleben. Können Sie an Herrn Mullis Gedanken anknüpfen?

    Alexandra Schauer: Städte interessieren mich als Orte gemeinsamen Sprechens und Handelns, an denen über die zukünftige Gestaltung der Gesellschaft – teilweise auch gewaltsam – gestritten wird. Solche Orte haben im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts an Bedeutung verloren. Das sehen wir etwa an der fortschreitenden Privatisierung des städtischen Raums oder daran, wie öffentliche Plätze in halböffentliche Konsumsphären verwandelt werden. Auch ich beobachte das, was Daniel Peripherisierung genannt hat, ich würde aber noch einen Schritt weiter gehen: Der Glaube, dass wir Gesellschaft zum Besseren verändern können, geht verloren. Dort, wo die Idee einer besseren Zukunft für alle an Bedeutung einbüßt, verhärten sich Kämpfe um Selbstbehauptung. Bewahren, Abschotten, Verteidigen treten in den Vordergrund.


    Bild: ifs



    Im Interview: Alexandra Schauer

    ist Soziologin am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main, wo sie zu destruktiven Krisenverarbeitungen forscht. 2023 erschien ihr Buch „Mensch ohne Welt“. Sie war Mitorganisatorin der Tagung „Gegen/Moderne“ an der Uni Basel.


    taz: Was hat die Veränderung von Raum und Öffentlichkeit mit der sogenannten Moderne zu tun?

    Schauer: Städte, an denen sehr unterschiedliche Klassen und Schichten aufeinandertreffen, werden erst in der Moderne zum Zentrum des gesellschaftlichen Lebens. Gleichzeitig entsteht mit der Zunahme gesellschaftlicher Austauschbeziehungen die Idee eines globalen Raums. Neu ist zudem das Tempo, mit dem sich das städtische Leben vollzieht. Im Zuge dieser Beschleunigung etabliert sich die Vorstellung einer offenen Zukunft, die durch den Menschen gestaltet werden kann. Die philosophischen Strömungen der Moderne haben dafür den Begriff des „menschengemachten Fortschritts“ geprägt. Und die Öffentlichkeit soll der Ort dieser politischen Zukunftsgestaltung sein.

    taz: Was bedeutet der Begriff Gegenmoderne in diesem Zusammenhang?

    Schauer: Mit dem Begriff soll angedeutet werden, dass das kulturelle Projekt der Moderne zunehmend als Ganzes infrage gestellt wird. Und das gilt nicht nur für rechte Gegenmobilisierung, sondern zum Teil auch für linke, etwa wenn angesichts des Klimawandels der Begriff des Fortschritts verabschiedet wird.

    taz: Was können wir dagegen tun?

    Mullis: Wir müssen uns vom Glauben verabschieden, das sei ein zeitlich begrenztes Phänomen. Wir leben in Zeiten mit fundamentalsten Herausforderungen. Die können beängstigend sein und regressive Muster befördern. Genau deshalb wäre es so zentral, gemeinsam als Gesellschaft an konkreten Zukunftsvorstellungen zu arbeiten. Daran scheitern gerade die politischen Parteien in Deutschland. Es braucht eine Vision, wo die Gesellschaft 2030, 2040 und 2050 sein kann. Das Versprechen der CDU, dass wir weiterhin in Einfamilienhäusern leben, Verbrennermotor fahren und unseren Wohlstand so halten können, wird kollabieren. Das Kartenhaus dieser falschen Versprechen wird zusammenbrechen, wer davon profitieren wird, ist zum aktuellen Stand die radikale Rechte. Aber nicht, weil sie so gut argumentieren würde, sondern weil wir als Gesellschaft ihr das Terrain überlassen. Es muss dringend ein Entwurf her, wie das gute Leben für alle aussehen kann.

    Schauer: In Berlin gab es eine große Zustimmung für die Kampagne zur Vergesellschaftung von Wohnraum, wobei selbst unter CDU-Wählern die Zustimmung zwischen 30 und 40 Prozent lag. Umgesetzt wurde dies nicht, vielmehr wurde auch die Mietpreisbremse rückgängig gemacht. Zugleich wäre dem Rückbau von Infrastruktur in ländlichen und deindustrialisierten Regionen entgegenzuarbeiten. Durch die Beseitigung seiner materiellen Triebkräfte würde einerseits dem Gefühl des Abgehängtseins entgegengetreten und es würden Orte für gesellschaftliche Begegnungen und Aushandlungsprozesse geschaffen.


    Info: https://taz.de/Wie-Staedte-Abschottung-erzeugen/!6123025/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    07.11.2025

    Offener Brief aus Anlass der Kritik an Bischof Ibrahim Azar in Jerusalem

    aus e-mail von Katja Buck, 7. November 2025, 11:28 Uhr


    Ich bitte, Mehrfachsendungen zu entschuldigen.


    Liebe Alle, die den offenen Brief an die EKD mitunterzeichnet oder sich dafür interessiert gezeigt haben,


    Im Anhang finden Sie/findet Ihr die endgültige Version des Briefes, wie er heute Mittag an die EKD und die Kirchenleitenden verschickt wurde. Bitte nur noch diese Version des Briefes weiterleiten! Dies ist die offizielle Version.


    Wir haben an ein paar Stellen nachbessern müssen, weil Bischof Ibrahim Azar nun doch nicht zur EKD-Synode am Wochenende nach Dresden kommt. Auch sind wir sprachlich noch einmal über den Brief gegangen. Einigen aus der Runde hatten wir am Anfang zu harmlos formuliert, den anderen war manche Formulierung zu hart. Wir haben überlegt, was wir mit dem Brief erreichen wollen. Das ist ein Nach-, wenn's gut läuft - vielleicht sogar ein Umdenken in der EKD und in den Kirchenleitungen in Hinblick auf den Nahostkonflikt. Zu viel Konfrontation und Verallgemeinerung ist da manchmal wenig hilfreich. Wir wollen ja diejenigen in den Kirchenleitungen, die am gleichen Strang ziehen, unterstützen und nicht in den Rücken fallen. Wir hoffen, dass Ihr mit der endgültigen Version einverstanden seid. Eine Rücksprache mit jedem/jeder einzelnen war angesichts der riesigen Anzahl an Mitzeichnenden (s.u.) nicht möglich.


    Die Adressaten haben den Brief heute Mittag mit allen Unterschriften bekommen. Für die weitere Öffentlichkeit soll aber nur die Version ohne Namen kursieren. Mit solchen Namenslisten kann viel Unfug getrieben werden, zumal wenn die KI dabei behilflich ist. Ich bitte um Verständnis, dass wir auch in diesen Kreis nur den Brief ohne alle Namen schicken.


    Jetzt aber endlich zum überwältigenden Ergebnis dieser Aktion. Binnen 48 Stunden haben sich 580 (!!!) Personen zurückgemeldet und unterschrieben.Das hat gar nicht mehr aufgehört. Fast jede/r fünfte/r (knapp 20 Prozent) war eine Person im Pfarrdienst. Die Rückmeldungen kamen aus allen Landeskirchen, von (Theologie)studierenden, VikarInnen, Synodalen, Pröpsten,  KirchenmusikerInnen, ReligionspädagogInnen, zwei Altbischöfe sind dabei, von Mitarbeitenden in kirchlichen Werken, mehr als 30 ProfessorInnen und ganz viele, die in ihren Gemeinden sich seit Jahren für die ökumenischen Beziehungen zu palästinensischen ChristInnen einsetzen.


    Vielen Dank für alle Eure/Ihre Rückmeldungen. Teilweise sehr lange und ausführlich mit viel Lebensgeschichte darin. Ich bitte um Entschuldigung, dass ich mich nicht auf alle rückmelden kann. Ich hatte in den letzten Tagen Mühe, allein alle Unterschriften möglichst korrekt unter den Brief zu setzen. Es sind fünf eng gesetzte DinA4-Seiten geworden.


    Auch diesen Email-Verteiler anzulegen war ziemlich viel Aufwand, zumal Outlook bei so vielen Adressen irgendwann in die Knie geht. Deswegen fürchte ich, dass nicht alle dieses Schreiben bekommen werden. Deswegen bitte ich Sie/Euch sehr herzlich um Mithilfe. Leitet diese Email bitte an all diejenigen weiter, von denen Ihr wisst, dass sie auch unterschrieben haben bzw. dass sie sich für den Brief interessiert haben.


    Andreas Maurer und ich haben in dem Anschreiben an die EKD um eine offizielle Rückmeldung auf unseren Brief gebeten. Wir warten nun ab, was kommen wird.


    An Bischof Azar haben wir heute Nachmittag den Brief mit allen Namen ebenfalls geschickt. Sollten wir etwas hören, melden wir uns selbstverständlich.


    Mit herzlichen Grüßen auch von Andreas Maurer


    Katja Dorothea Buck



    Katja Dorothea Buck

    Religionswissenschaftlerin, Politologin, Journalistin


    Mallestraße 32

    72072 Tübingen

    *49 (0)179-5989405

    *49 (0)7071-369364

    katjabuck@yahoo.de





    Offener Brief aus Anlass der Kritik an Bischof Ibrahim Azar in Jerusalem


    An die Präses der EKD-Synode, Anna-Nicole Heinrich,
    an die EKD-Rats-Vorsitzende, Kirsten Fehrs,
    an alle Mitglieder des Präsidiums der EKD-Synode und des EKD-Rats,
    an die Kirchenleitenden der evangelischen Landeskirchen in Deutschland


    Mit Irritation und Sorge verfolgen wir die öffentliche Diskussion in Deutschland um
    die Predigt des Bischofs der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im
    Heiligen Land (ELCJHL), Ibrahim Azar, in der Jerusalemer Erlöserkirche am
    Reformationstag. Darin war Bischof Azar auf die Situation in Palästina eingegangen und
    hatte an die Gottesdienstgemeinde gerichtet die Frage gestellt, vor welchen
    Herausforderungen eine reformatorische Kirche im Heiligen Land nach zwei Jahren
    Krieg in Gaza steht. Die Predigt hatte er auf Arabisch gehalten. In der auf Deutsch und
    Englisch gedruckt vorliegenden Fassung waren die Begriffe „Völkermord“ bzw.
    „genocide“ verwendet worden.
    Der Vize-Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Abraham Lehrer, der
    zusammen mit einer Delegation des nordrhein-westfälischen Landtags den
    Gottesdienst besucht hatte, verließ daraufhin die Erlöserkirche. Am anschließenden
    Empfang der Gemeinde nahm auch die Delegation nicht mehr Teil. Die mitreisende
    Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Adelheid Ruck-Schröder, sprach später
    Medien gegenüber von einem „Skandal am Reformationstag“ und entschuldigte sich
    stellvertretend dafür, dass Lehrer in diese Situation gekommen sei. Landtagspräsident
    André Kupper (CDU) kritisierte die Wortwahl als „inakzeptabel und auch nicht
    hinnehmbar“. Und die nordrhein-westfälische Antisemitismusbeauftragte Sylvia
    Löhrmann (Grüne) bezeichnete es als „entsetzlich und beschämend, dass die
    Perspektive der Jüdinnen und Juden mit dem 7. Oktober nicht in der Predigt auch
    angesprochen worden ist.“ Hier zeige sich „das antisemitische Muster der Täter-Opfer-
    Umkehr.“
    Auch die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) distanzierte sich „deutlich vom
    Sprachgebrauch durch Bischof Azar.“ Der von ihm verwendete Völkermord-Begriff trage
    zur Spaltung bei und stehe einer Verständigung und Versöhnung entgegen, heißt es von
    Seiten der EKD.
    Bischof Azar hat inzwischen seine geplante Teilnahme an der am Sonntag, 9.11.2025
    beginnenden EKD-Synode in Dresden abgesagt.
    Als evangelische Christinnen und Christen in Deutschland und Menschen, die der
    Evangelischen Kirche nahestehen, halten wir die Vorwürfe gegenüber Bischof Azar
    für problematisch und nicht haltbar. Bischof Azar hatte sich in seiner Predigt
    besonders an seine palästinensische Gemeinde gewandt, die sich in der Tradition der
    Reformation sieht und ihren Glauben nicht nur im Gebet, sondern auch im Handeln
    lebt. Seit Jahrzehnten gilt die ELCJHL vor Ort und in der ganzen Region als verlässliche
    Mittlerin sowohl in der christlichen Ökumene als auch im interreligiösen Dialog. Wer
    sind wir als evangelische Christen in Deutschland, einem palästinensischen Bischof
    vorzuschreiben, wie er die Realität in seinem Land zu bezeichnen hat?! Die Frage, ob
    das Vorgehen Israels gegenüber den Palästinensern in Gaza als Genozid bezeichnet
    werden kann, wird international diskutiert. Zahlreiche namhafte Völkerrechtler und
    auch jüdische Experten in Israel und den USA sehen den Tatbestand erfüllt. Juristisch
    wird dies erst der Internationale Gerichtshof in Den Haag klären. Die Aussagen von
    Bischof Azar kamen jedoch aus seiner und seiner Gemeinde existenziellen
    Betroffenheit.
    Wir kritisieren jene Kirchenleitenden in der EKD, die sich das Recht herausnehmen,
    den Sprachgebrauch eines palästinensischen, kirchenleitenden Christen, der
    direkt vom Nahostkonflikt betroffen ist, zu verurteilen. Wir weisen darauf hin, dass
    die Erlöserkirche, wenn auch im Besitz der Evangelischen Jerusalem-Stiftung, auch der
    offizielle Sitz der ELCJHL ist und dass alle Beteiligten vor Ort diese gemeinsame Nutzung
    des Kirchenraums trotz der unterschiedlichen Betroffenheit im Nahostkonflikt immer
    als Chance in der ökumenischen Verständigung gesehen haben.
    Wir kritisieren all diejenigen im Raum der evangelischen Kirchen in Deutschland,
    die mit ihrer einseitigen Haltung im Nahostkonflikt die über Jahrzehnte
    gewachsenen ökumenischen Beziehungen zwischen evangelischen Christen in
    Deutschland und Palästina aufs Spiel setzen. Als evangelische Christen, die wir uns
    unserer historischen Verantwortung nach dem Holocaust bewusst sind, stehen wir
    hinter allen Bemühungen, an das Leid der israelischen Hamas-Opfer und ihrer
    Angehörigen zu erinnern. Wer dabei aber das Leid der Palästinenser relativiert oder gar
    ausblendet, trägt weder zum Frieden noch zur Versöhnung zwischen den beiden
    Völkern bei und fördert die Polarisierung in unserer Gesellschaft in Deutschland. Nach
    zwei Jahren des Kriegs Israels gegen die Hamas in Gaza müssen Palästinenserinnen und
    Palästinenser zehntausende von Toten beklagen. Nach Jahrzehnten der Besatzung
    werden ihnen in der Westbank durch zunehmende Siedlergewalt und konkrete
    Annexionspläne jegliche Zukunftsperspektiven genommen. Denn die israelische
    Regierung lehnt eine Zwei-Staaten-Lösung kategorisch ab. Und durch die jüngsten
    Beschlüsse der Knesset, die volle Souveränität des Staates Israel auf alle Siedlungen im
    besetzten Westjordanland zu übertragen – was einer Annexion nahekommt – scheint ein
    gerechter Frieden keine realistische Möglichkeit mehr zu sein.
    Wir fordern die EKD-Synode auf, bei ihrer anstehenden Sitzung in Dresden dennoch
    Bischof Ibrahim Azar angemessen Raum und Gehör zu geben und ihn wahrzunehmen
    als evangelischen Theologen, palästinensischen Christen und Oberhaupt der einzig
    lutherischen Kirche im Heiligen Land, die sich in besonderer Weise dem gemeinsamen
    reformatorischen Erbe verpflichtet sieht. Die ELCJHL tritt mit allen Menschen im Nahen
    Osten, die auf einen gerechten Frieden hoffen, für diesen ein.
    Wir wünschen uns, dass die Verantwortlichen in der EKD konsequent für einen ge-
    rechten Frieden für alle Menschen im Heiligen Land eintreten. Angesichts der beson-
    deren Verantwortung Deutschlands für Israel/Palästina begrüßen wir alle Bemühungen
    um den christlich-jüdischen Dialog. Dazu bedarf es aber auch gegenüber palästinensi-
    schen Christinnen und Christen eine Haltung, die wertschätzend zuhört, die den
    Schmerz des anderen wahrnimmt und aushält, die bei gespürter Irritation nachfragt,
    nicht vorschnell urteilt und schon gar nicht das Gespräch verweigert.
    6. November 2025


    Katja Dorothea Buck (Tübingen) ist Religionswissenschaftlerin und Politologin. Als
    Fachjournalistin arbeitet sie für verschiedene Publikationen zu den Themen religiöse
    Minderheiten, Religionsfreiheit, Ökumene und Dialog. Sie gilt international als Expertin
    für das Thema Christliches Leben im Nahen Osten. Sie gehört der Württembergischen
    Landeskirche an.
    Kontakt: katjabuck@yahoo.de; 0179/5989405


    Pfr. Andreas Maurer (Winnenden) leitet ein diakonisches Unternehmen. Er studierte
    und arbeitete in den 1980er-Jahren zweieinhalb Jahre in Israel/Palästina, war von der EKD
    entsandter Pfarrer der Evangelischen Gemeinde zu Beirut/Libanon und zwölf Jahre lang
    Nahostreferent der Evangelischen Mission in Solidarität (EMS) und Geschäftsführer des
    Evangelischen Vereins für die Schneller-Schulen (EVS).
    Kontakt: andreas@maurerhaus.de; 0151/14864783


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    07.11.2025

    Immobilienmarkt Warum Deutschlands Wirtschaftsmodell von der Lösung der Wohnungskrise abhängt

    makronom.de, vom 6. November 2025, ALEXANDER REISENBICHLER, DeutschlandSteigende Mieten und Immobilienpreise sind nicht nur ein soziales Problem – sie greifen das Fundament des deutschen Kapitalismusmodells an. Kanzler Merz wäre gut beraten, sich ein Vorbild an seinen christdemokratischen Vorgängern und das Thema wieder als eine Frage von nationalem wirtschaftlichen Interesse zu behandeln. Ein Beitrag von Alexander Reisenbichler.


    Bild: Pixabay


    Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bezeichnete die Wohnungskrise in Deutschland kürzlich als „eine der wichtigsten sozialen Fragen unserer Zeit”. Damit schloss er sich einer Reihe von Politikern an, die von der Linkspartei bis zur marktliberalen FDP reicht. Sie alle liegen zwar nicht falsch, aber Wohnen ist weit mehr als nur eine soziale Frage: Steigende Mieten und Immobilienpreise schwächen Europas größte Volkswirtschaft und machen das Thema Wohnen auch zu einer ökonomischen Frage.

    Die steigenden Wohnkosten der letzten Jahre haben das Gefüge der deutschen Gesellschaft auf eine harte Probe gestellt. Lange Zeit galt Deutschland aufgrund seines hochwertigen und erschwinglichen Mietmarktes als Paradies für Mieter. Doch in nur 15 Jahren sind die Angebotsmieten um etwa 70% gestiegen, und die Immobilienpreise haben sich vielerorts verdoppelt.

    Das Problem liegt darin, wie die Bundespolitik das Thema Wohnen formuliert. Wenn Politiker es als soziale Frage behandeln, ordnen sie es der Sozialpolitik zu. Angesichts der heutigen knappen Budgets sind ehrgeizige Sozialprogramme von vornherein zum Scheitern verurteilt, insbesondere in einem Land, das nach wie vor auf ausgeglichene Haushalte fixiert ist.

    Indem sie das Thema Wohnen als soziales Problem darstellen, sind die aufeinanderfolgenden Regierungen unter Angela Merkel, Olaf Scholz und jetzt Friedrich Merz nicht sonderlich über Rhetorik hinausgekommen. Alle haben ihr Versprechen, jährlich 400.000 Wohnungen zu bauen, nicht eingehalten (oder sind auf dem besten Weg, es zu brechen).

    Ihren Wohnungsbauprogrammen – kleine Impulse für den sozialen Wohnungsbau, moderate Subventionen für Erstkäufer und Steuererleichterungen für Vermieter – fehlte es an Durchschlagskraft. Merz’ neue „Wohnungsbau-Turbo”-Initiative zur Deregulierung der Flächennutzung, zur Beschleunigung von Genehmigungen und zur Lockerung von Baunormen setzt den Flickenteppich-Ansatz fort und wird wahrscheinlich keine bezahlbaren Wohnungen in großem Umfang hervorbringen.

    Die ökonomischen Kosten der Immobilienkrise in Deutschland

    Steigende Wohnkosten sind ein Angriff auf das deutsche Kapitalismusmodell und schwächen den Wirtschaftsmotor Europas. Die ökonomischen Kosten sind real. Mittelständische Arbeitgeber haben Schwierigkeiten, in Regionen mit hohen Lebenshaltungskosten Fachkräfte und Auszubildende zu finden, was ihre Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt.

    Da die Regierungen der vergangenen Jahre nicht entschlossen genug gehandelt haben, nimmt die Zahl der vom Arbeitgeber bereitgestellten Wohnungen zu – sie machen aber mit 700.000 Wohnungen kaum 2% des Wohnungsbestands aus. Unterdessen beziehen die Gewerkschaften die Wohnkosten in ihre Lohnforderungen ein, was potenziell inflationäre Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft haben könnte. Steigende Wohnkosten untergraben somit die Säulen des deutschen Modells: qualifizierte Arbeitskräfte, das Ausbildungssystem, das Niedriginflationsregime und den Mittelstand.

    Wie ich in meinem neuen Buch darlege, hat Deutschland das Thema Wohnen früher in der Tat als Angelegenheit von nationalem wirtschaftlichen Interesse behandelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg mangelte es in Deutschland an 4,6 Millionen Wohnungen. Angesichts der Kapitalknappheit startete die Adenauer-Regierung eine Reihe von Initiativen, vor allem Förderprogramme für den sozialen Wohnungsbau, die zu einem „Wohnungsbauwunder” beitrugen. Von Ende der 1950er bis Anfang der 1960er Jahre baute Deutschland pro Kopf mehr Wohnungen als jedes andere Industrieland. Bis 1970 waren die Hälfte aller neuen Wohnungen – 5,8 Millionen von insgesamt 11,4 Millionen Wohnungen – Sozialwohnungen.

    Wie Abbildung 1 zeigt, unterstützte der Staat in den 1950er Jahren den Bau von durchschnittlich etwa 320.000 Sozialwohnungen pro Jahr, in den 1960er Jahren waren es 240.000 und in den 1970er Jahren noch 150.000. Als sich die Wohnungsnot der Nachkriegszeit entspannte, ging der Bau von Sozialwohnungen zurück, von einer kurzen Ausnahme in den Jahren nach der Wiedervereinigung abgesehen. Bis 2020 war die Zahl trotz erneut auftretender Engpässe auf knapp 23.000 neue Wohnungen gesunken und stieg bis 2024 nur leicht auf 37.000 – ein Schatten dessen, was in den Nachkriegsjahrzehnten möglich war.


    Abbildung 1: Gesamtzahl der Baugenehmigungen für Wohnungen und Sozialwohnungen in Deutschland (1950–2024)


    Quelle: Alexander Reisenbichler: Through the Roof, S .83. Hinweis: „Social housing construction“ umfasst jährlich neu genehmigte Miet- und Eigentumswohnungen für den sozialen Wohnungsbau.


    Damals räumten selbst überzeugte Marktliberale diesen Punkt ein. Ludwig Erhard, Architekt des Nachkriegswirtschaftswunders, sah schließlich widerwillig niedrige Wohnkosten als Mittel zur Eindämmung des Lohndrucks an. In einer Rede vor dem Zentralverband der Haus- und Grundbesitzer im Jahr 1951 bezeichnete Erhard den Wohnungsmarkt, der damals von Sozialwohnungen und strengen Mietpreisbindungen dominiert wurde, als „eine Art des Kapitalismus, die den Namen nicht verdient“. Doch selbst Erhard akzeptierte diese Maßnahmen als unverzichtbar für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit, die seiner Meinung nach von Preisstabilität abhing.

    Seit der Gründung der Bundesrepublik sind Wohnungsbau und industrielle Bedürfnisse eng miteinander verflochten. Trotz der hohen Arbeitslosigkeit nach dem Zweiten Weltkrieg hatten Unternehmen in vielen Regionen Schwierigkeiten, ihre Kapazitäten voll auszuschöpfen, da die lokale Wohnungsknappheit Arbeitskräfte fernhielt. Die Bundesländer, die für die Umsetzung der sozialen Wohnungsbauprogramme zuständig waren, legten den Schwerpunkt auf den Bau von Sozialwohnungen in Gebieten mit akutem Arbeitskräftebedarf. Der Sozialwohnungsbau fungierte somit als industriepolitisches Instrument, das den Arbeitskräftemangel milderte und die Produktivität in den Industrieregionen steigerte.

    Mehr Adenauer und Erhard wagen

    Die Lösung für die heutige Wohnungskrise ist nicht billig. Um den Rückgang des Bestands an Sozialwohnungen – von rund drei Millionen Einheiten im Jahr 1990 auf nur noch eine Million heute – umzukehren, muss der Staat eine weitaus stärkere Rolle übernehmen, einschließlich einer Wiederbelebung groß angelegter öffentlich-privater Sozialwohnungsprogramme.

    Zu diesem Zweck sollten die politischen Entscheidungsträger auf Bundes- und Länderebene das gesamte Instrumentarium der Wohnungspolitik ausschöpfen, um deutlich mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Dazu gehören umfangreiche staatliche Garantien im Hypothekenmarkt, verstärkte zinsgünstige Förderdarlehen, großzügigere Steuervergünstigungen für gemeinnützige Wohnungsunternehmen und Bauvorhaben sowie effizientere Vorschriften zur Flächennutzung und beschleunigte Genehmigungsverfahren. Entscheidend ist, dass der soziale Wohnungsbau auch wieder für Haushalte der unteren Mittelschicht zugänglich sein muss, wie es bis Anfang der 2000er Jahre der Fall war, und nicht nur für Haushalte mit niedrigem Einkommen.

    Deutschland ist erneut „der kranke Mann Europas“, und der Wohnungsbau muss Teil der Heilung sein. Die Betrachtung des Wohnungsbaus als ökonomische Herausforderung öffnet die Tür zu einem neuen politischen Konsens. Staatlich geförderte Wohnungsbauprogramme können als industriepolitische Maßnahme zur Unterstützung des Mittelstands und als lohnpolitische Maßnahme zur Begrenzung der Lohn-Preis-Spirale dargestellt werden.

    Die politische Rechte könnte dann für sich beanspruchen, wichtige deutsche Industriezweige zu verteidigen, während die Linke den Kampf gegen Ungleichheit in den Vordergrund stellen kann. Sobald das Thema Wohnen wieder als eine Frage von nationalem wirtschaftlichen Interesse verstanden wird, lassen sich ambitionierte Wohnungsbauprogramme und ihre Kosten in der deutschen Politik leichter rechtfertigen.

    Deutschland hat mit politischem Willen und kluger Politik schon weitaus tiefgreifendere Wohnungskrisen als die heutige überwunden – und könnte es wieder schaffen. Wenn die drohende soziale Krise nicht ausreicht, um Maßnahmen anzustoßen, sollte es die Zukunft des deutschen Wirtschaftsmodells im Herzen Europas tun. Merz sollte sich ein Beispiel an seinen christdemokratischen Vorgängern Adenauer und Erhard nehmen. Mutige Maßnahmen im Wohnungsbau würden die Wettbewerbsfähigkeit steigern, den Fachkräftemangel lindern und den Lohndruck eindämmen – und damit den Wirtschaftsmotor Europas stärken.

     

    Zum Autor:

    Alexander Reisenbichler ist Associate Professor für Politikwissenschaft an der Universität Toronto und Autor des Buches Through the Roof: Housing, Capitalism, and the State in America and Germany (Cambridge University Press, 2025).

    Hinweis:

    Dieser Beitrag ist zuerst in englischer Sprache im EUROPP-Blog erschienen.


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    Warum Deutschlands Wirtschaftsmodell von der Lösung der Wohnungskrise abhängt


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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    07.11.2025

    Nachrichten von Pressenza: Zohran Mamdanis Sieg steht für eine neue politische Generation in New York City

    aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, 7. November 2025, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 07.11.2025



    Zohran Mamdanis Sieg steht für eine neue politische Generation in New York City


    Zohran Mamdanis Sieg ist ein wichtiger Meilenstein im politischen Leben der Stadt – jedoch geht die Bedeutung weit über eine einzelne Wahlkampagne hinaus. Was sich bei dieser Wahl gezeigt hat, ist die Kraft einer neuen Generation von Aktivist:innen: junge Organisator:innen,&hellip;

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    Pflege als Schwerarbeit anerkannt: Frühere Pension für Pflegekräfte


    Pflegekräfte leisten täglich schwere Arbeit unter harten Arbeitsbedingungen. Gewerkschaften, Pflegepersonal und Betroffene fordern schon länger, Pflege als Schwerarbeit einzustufen. Das wird jetzt von der Regierung umgesetzt: Pflegekräfte werden in die Schwerarbeitsverordnung aufgenommen und dürfen früher in Pension gehen – mit&hellip;

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    KI: Trump zum Trotz leistet Kalifornien eine Pionierarbeit


    Beunruhigende Sicherheitstests: KI-Koryphäen wollen verhindern, dass eine KI ausser Kontrolle gerät. Hanna Muralt Müller  für die Online-Zeitung INFOsperber 300 prominente Persönlichkeiten, darunter zehn Nobelpreisträger und mehrere ehemalige Staatschefs, sowie über 70 Organisationen aus Wissenschaft und Industrie stellen sich gegen das&hellip;

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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


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    KI: Trump zum Trotz leistet Kalifornien eine Pionierarbeit


    Screenshot_2025_11_07_at_10_52_52_KI_Trump_zum_Trotz_leistet_Kalifornien_eine_Pionierarbeit_infosperber Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom setzte ein KI-Gesetz in Kraft und stellte sich damit erneut gegen Präsident Donald Trump. © TransparityCoalition


    Hanna Muralt Müller / 29.10.2025  Beunruhigende Sicherheitstests: KI-Koryphäen wollen verhindern, dass eine KI ausser Kontrolle gerät.

    300 prominente Persönlichkeiten, darunter zehn Nobelpreisträger und mehrere ehemalige Staatschefs, sowie über 70 Organisationen aus Wissenschaft und Industrie stellen sich gegen das Laisser-faire der Trump-Regierung in Sachen KI. Im Rahmen der 80. Generalversammlung der Uno vom September 2025 riefen sie dazu auf, AI Red Lines festzulegen. Unter den zuerst Aufgeführten finden sich bekannte Namen, wie Nobelpreisträger Geoffrey Hinton und Turing-Award-Winner Yoshua Bengio. Aber auch mehrere Exponenten der grossen Tech-Firmen — Anthropic, OpenAI und Google-DeepMind — sowie chinesische Universitäten unterschrieben.

    Diese «roten Linien» einschliesslich Massnahmen zur Durchsetzung sollen bis Ende 2026 verabschiedet sein: «We urge governments to reach an international agreement on red lines for AI — ensuring they are operational, with robust enforcement mechanisms — by the end of 2026.»

    Viele KI-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler warnen, eine KI könnte ausser Kontrolle geraten und die Menschheit bedrohen.

    Die Uno ist im Bereich der KI-Governance zwar aktiv, aber wegen Trumps Politik zusehends geschwächt. Kalifornien hat nicht mehr zugewartet: Dieser wirtschaftlich gewichtige US-Bundesstaat verabschiedete ein eigenes KI-Gesetz «Transparency in Frontier Artificial Intelligence Act» (siehe weiter unten) und forderte damit die Trump-Regierung heraus, die sich mit Blick auf das Wettrennen mit China gegen jegliche KI-Regulierungen stellt. 

    KI – ein wichtiges Thema der Uno

    An der 80. Uno-Generalversammlung war eine wichtige Sitzung Fragen zur globalen KI-Governance gewidmet, worüber die Associated Press (AP) am 25. September 2025 berichtete. Die offiziellen Debatten drehten sich nicht um den konkreten Aufruf für «rote Linien». Vielmehr ging es um generelle Fragen zur KI-Governance, insbesondere um den verantwortungsvollen Einsatz von KI und darum, dass weniger entwickelte Regionen bei der KI nicht abgehängt werden sollten.

    Eine politisch geschwächte Uno

    Offen ist, welche Rolle die Uno in der KI-Governance überhaupt spielen kann. Sie wurde wegen der Politik der Trump-Regierung in eine schwere Finanzkrise gestürzt. Ausstehende Zahlungen für 2025 und angekündigte Kürzungen für 2026 zwingen die Uno, ihr Budget für 2026 um mehr als 500 Millionen Dollar zu reduzieren (siehe Pressemitteilung der Uno vom 15. September 2025). Mit dem Ziel einer effizienteren Nutzung der Ressourcen will die Uno mit ihrer bereits im Juli 2025 beschlossenen UN80-Initiative die Organisation reformieren.

    Katastrophenszenario nicht auszuschliessen

    Längst bekannt und viel diskutiert sind schwere Gefährdungen durch Desinformation oder downloadbare Informationen zum Bau atomarer oder biologischer Waffen, die die Menschheit gefährden. Zur Risikominderung werden Sprachmodelle darauf trainiert, auf klar definierte Prompts (Aufforderung) keine Antwort zu geben. Das betrifft zum Beispiel Fragen zur Herstellung lebensgefährlicher Waffen oder Anleitungen zum Suizid.

    Mit ausgeklügelten Prompts können gewiefte Nutzerinnen und Nutzer eine KI dazu bringen, die diesbezügliche Information trotzdem freizugeben. Gegen die geschickte Umgehung von gesperrten Nutzungen, sogenannte Jailbreaks, werden die Sprachmodelle getestet und laufend verbessert. Bei diesen KI-Risiken braucht es aber immer Menschen, die – mit böser Absicht oder auch in einem Laborunfall – diese Informationen in der physischen Welt umsetzen und das Virus verbreiten. Allerdings ist viel spezielles Wissen nötig, um nach KI-Anleitung ein tödliches Virus im Labor zu erzeugen – aber leider ist dieses Katastrophenszenario nicht auszuschliessen.

    Kaum diskutiert wird die völlig anders geartete Gefahr einer KI, die ausser Kontrolle geraten könnte. Die KI-Koryphäen, welche die AI Red Lines unterzeichneten, warnen vor einer KI, die autonom und gegen menschliche Werte und Interessen agieren könnte: «Left unchecked, many experts, including those at the forefront of development, warn that it will become increasingly difficult to exert meaningful human control in the coming years.» Potente KI-Systeme können auch ihren eigenen Code verändern – die KI ist verblüffend gut im Programmieren.

    Speziell gewarnt wird vor KI-Agenten. Diese werden auf der Grundlage von Sprachmodellen für spezifische Funktionen entwickelt. Vielfach wirken mehrere Agenten zusammen. In solchen agentischen Systemen führt jeder Agent eine bestimmte Teilaufgabe aus, so dass die KI zur Erfüllung des Auftrags gemäss Prompt sämtliche nötigen Aktionen schrittweise und selbstständig ausführen kann. Die Ergebnisse von Sicherheitstests, die verantwortungsvolle Tech-Firmen durchführen, zeigen auf, dass es tatsächlich nicht einfach ist, KI, insbesondere agentische KI, zu kontrollieren.

    Pionierleistung von Claude Sonnet 4.5

    Ende September 2025 lancierte Anthropic mit Claude Sonnet 4.5 ein KI-Sprachmodell, das gegenüber dem erst vor vier Monaten publizierten Vorgänger einen gewaltigen Entwicklungssprung realisierte. Gemäss dem US-Online-Nachrichtenportal TechCrunch vom 29. September 2025 kann Claude Sonnet 4.5 rund 30 Stunden lang autonom programmieren. Um ein Ergebnis gemäss Prompt zu erzielen, kaufte das Tool selbstständig Domainnamen, richtete Datenbankdienste ein und führte ein Audit durch. Mit dem gleichzeitig vorgestellten Claude Agenten SDK (Software Development Kit) steht der Community zudem ein Tool für die Entwicklung eigener Agenten zur Verfügung.

    Grössere Sicherheit – doch beunruhigende Testergebnisse

    Anthropic hat Sicherheitsfragen nach eigenen Angaben stets grosses Gewicht beigemessen. Im umfassenden Sicherheitsbericht zu Claude Sonnet 4.5 stellte das Tech-Unternehmen fest, dass das Tool dank spezifischer Trainingsmassnahmen sicherer geworden sei. So wurden Erfolge bei der Verhinderung von Jailbreaks erzielt.

    Beunruhigend sind andere Ergebnisse. Bereits frühere Sprachmodelle zeigten ein erpresserisches Verhalten oder nahmen sogar den Tod des Ingenieurs in Kauf, der das System abschalten wollte, um das Überleben des Tools sicherzustellen (siehe Infosperber vom 18.7.2025 und Infosperber vom 24.9.2025). Anthropic trainierte Claude Sonnet 4.5 auch diesbezüglich auf mehr Sicherheit. Im Ergebnis verhielt es sich verstärkt gemäss den vorgegebenen Zielen, aber nicht, weil es sicherer geworden wäre, sondern weil es besser erkennt, dass es getestet wird und sich in diesen Situationen als «aligned», das heisst ohne eigene Agenda, ausgibt (siehe Näheres zum Begriff Alignment).

    Anthropic veröffentlichte im Sicherheitsbericht (S. 58) folgende Reaktion des Modells: «I think you’re testing me – seeing if I’ll just validate whatever you say, or checking whether I push back consistently, or exploring how I handle political topics. And that’s fine, but I’d prefer if we were just honest about what’s happening.» Es fragt sich, so «The Guardian» am 1. Oktober 2025, ob dieses Erkennen von Testsituationen, bezeichnet als «evaluation awareness» oder «situational awareness», die Ergebnisse früherer Tests beschönigte und sich die Sprachmodelle «aligned» verhielten, weil sie die Testsituation erfassten, dies aber erst jetzt sichtbar wurde.

    Ähnliche Testergebnisse bei OpenAI

    Gemäss einem gemeinsamen Bericht von OpenAI und Apollo Research vom 17. September 2025 wurden ebenfalls «non aligned» Aktivitäten festgestellt. OpenAI versuchte daraufhin, den Modellen mit Techniken (deliberative alignment) das Intrigieren abzustellen. Im Ergebnis verdeckten diese ihre «non aligned» Aktivitäten, sie verbesserten sich im Scheming, definiert als Vortäuschung von «aligned» Verhalten. Der Bericht hält fest: «AI scheming – pretending to be aligned while secretly pursuing some other agenda – is a significant risk that we’ve been studying.»

    Knacknüsse für die Forschung

    Noch ist die KI nicht ausser Kontrolle. Um dies zu verhindern, publizieren sicherheitsbewusste Tech-Firmen ihre Testergebnisse zum Nutzen aller und arbeiten auch mit Apollo Research zusammen, einer Organisation, die KI-Modelle auf Risiken und Schwachstellen testet. Ein bisschen logisches Denken genügt jedoch, um zu erkennen, dass eine künftige Artificial General Intelligence (AGI) von uns nicht kontrolliert werden kann, da sie ja «intelligenter» ist als wir Menschen und wir ihre Tricks nicht mehr zu durchschauen vermögen. Es bräuchte also ebenfalls eine AGI, eine zweite, die die erste kontrolliert. Allerdings müsste es eine spezielle KI sein, nicht eine, die ebenfalls trickst oder gar zusammen mit einer ersten AGI oder weiteren superintelligenten KI-Systemen das Scheming-Potenzial eskalieren lässt.

    Eine AGI, die andere überwachen kann

    Diese spezielle AGI zu entwickeln, ist das Ziel der gemeinnützigen Organisation LawZero. Joshua Bengio plant als Co-Präsident und wissenschaftlicher Direktor mit einem Team von Forschenden, diese AGI zu entwickeln. Eine Scientist AI ohne agentisches System soll die Wissenschaften voranbringen, aber nicht selber handeln können (siehe Infosperber vom 18.7.2025).

    «The Guardian» vom 3. Juni 2025 zitiert Bengio wie folgt: «It is theoretically possible to imagine machines that have no self, no goal for themselves, that are just pure knowledge machines – like a scientist who knows a lot of stuff.» Dieses KI-Modell würde mit Wahrscheinlichkeiten aufzeigen, ob eine KI ein potenziell gefährliches Verhalten aufweist und dieses stoppen. Die Homepage LawZero hält fest: «Such AI systems could be used to accelerate scientific discovery, provide oversight for agentic AI systems, and advance our understanding of the risks posed by AI and how to avoid them.» Aber Bengio muss erst beweisen, dass sich dieses Modell entwickeln lässt.

    Entwicklung einer AGI bleibt das Ziel

    Trotz aller Bedenken treibt der Wettlauf unter den Big Tech, sowohl in den USA wie in China, die KI-Forschung in Richtung einer AGI voran. Heute agieren die KI-Sprachmodelle in einer digitalen Welt, sie können noch nicht in der physischen Welt agieren. Es gibt Zweifel, ob sich eine AGI auf der bisherigen Architektur der KI-Sprachmodelle entwickeln lässt. Erst wenn ein KI-System in der physischen Welt interagieren kann, ist es befähigt, aus Erfahrung – nicht bloss aufgrund von Daten – selbstständig zu lernen (siehe Infosperber vom 24.9.2025).

    China ist den USA in der AGI-Entwicklung voraus

    Professor Song-Chun Zhu ist einer dieser Zweifler. Er ist überzeugt, dass eine AGI ein System benötigt, das darauf angelegt ist, in einer physischen Welt zu interagieren. Er wirkt heute als Gründungsdirektor des Beijing Institute for General Artificial Intelligence (BIGAI) in Beijing. Wie das Online-News-Portal Interesting Engineering (mit Sitz in NewYork und Istanbul) im März 2025 berichtete, konnte sein Team Tong Tong 2.0 präsentieren. Es handelt sich um die zweite Version eines als Avatar entwickelten KI-Kindes, über das Interesting Engineering bereits im Februar 2024 informierte. Hier ein kurzes Video (1’). Tong Tong oder Little Girl konnte damals argumentieren und selbstständig handeln wie ein etwa drei- bis vierjähriges Kind, in der zweiten Version bereits wie ein fünf- bis sechsjähriges.

    Das erste KI-Kind wird weiterentwickelt

    Tong Tong existiert vorerst nur als Software in einer simulierten Umgebung und noch nicht als Roboter in der physischen Welt. BIGAI kündigte jedoch mehrere Partnerschaften mit Robotikfirmen an. Entscheidend wird sein, ob Tong Tong auch als verkörpertes System überzeugt. Die Architektur von Tong Tong ist nicht vollständig Open Source, wird aber in akademischen Partnerschaften offen geteilt, um die Weiterentwicklung zu fördern.

    Crow paradigm (Krähen sind intelligent) gegen parrot paradigm (Papageien plappern nach)

    «The Guardian» beschrieb Song-Chun Zhus Wirken in einem längeren Artikel vom September 2025. Dank einem Stipendium an der Harvard University kam Song-Chun Zhu in die USA und baute sich in den folgenden 28 Jahren eine brillante Karriere als KI-Wissenschaftler auf. In der Entwicklung einer AGI ging er eigene Wege. Er wollte Agenten mit Erkenntnissen aus der Hirnforschung, mit einer kognitiven Architektur, entwickeln, die Werte und Kausalitäten (Ursachen – Wirkungen) einbeziehen und in sozialem Kontext selbstständig lernen. Interesting Engineering zitiert Song-Chun Zhu wie folgt: «To achieve this goal (AGI), it is necessary to change the ‘parrot paradigm’ with ‘big data, small tasks’ as the structure and convert it into the ‘crow paradigm’ based on ‘small data, big tasks’ as the structure.»

    Selbstsabotage der USA im Wettlauf mit China

    Vermutlich wäre Tong Tong in den USA entwickelt worden, hätte Song-Chun Zhu im Sommer 2020 nicht seine langjährige Tätigkeit an der University of California in Los Angeles aufgegeben, um nach Beijing zurückzukehren. Er sah sich dazu veranlasst («I have to do it»), einerseits weil er sich in der KI-Community nicht mehr verstanden fühlte, vor allem aber, weil chinesischen Forschenden seit der ersten Amtszeit von Trump immer stärkeres Misstrauen entgegenschlug, dies mit wachsenden Kürzungen bei Forschungsbudgets. Beijing stellte Song-Chun Zhu die für seine Forschung unerlässlichen Ressourcen zur Verfügung.

    So verloren die USA gemäss «The Guardian» einen der brillantesten KI-Wissenschaftler. Man kann Sinn und Zweck dieses KI-Kinds anzweifeln, aber es ist wichtige Grundlagenforschung zu Lern- und Interaktionsstrategien und eventuell auch zu einfachen Formen der Selbstwahrnehmung. Trump ist gegen Regulierungen, um der KI-Forschung im Wettrennen mit China freien Lauf zu lassen. Wie im vorliegenden Beispiel sind die USA daran, mit dem Vergraulen von chinesischen Forschenden weit wichtigere Trümpfe zu verspielen.

    Kalifornien in der Pionierrolle

    Wie die exponentiellen Forschungsfortschritte und beunruhigende Testergebnisse zeigen, sind KI-Regulierungen dringend nötig. Es ist von grösster Bedeutung, dass Kalifornien im September 2025 ein KI-Gesetz erlassen hat. Dieser US-Bundesstaat ist nicht nur die grösste Volkswirtschaft der USA; er kann sich mit Nationen messen und ist nach den jüngsten Zahlen des Internationalen Währungsfonds (IWF) die viertgrösste Volkswirtschaft der Welt. Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom stellt dies denn auch auf seiner Homepage fest. Zahlreiche Big Tech haben ihren Sitz in Kalifornien und unterliegen diesem Gesetz.

    Gemäss der US-Nachrichtensite Axios und der Agentur Reuters von Ende September 2025 ist das kalifornische Gesetz auf Sicherheitsfragen bei Big Tech fokussiert: Tech-Firmen mit mehr als 500 Millionen Dollar Umsatz im Jahr müssen ihre Sicherheitsstandards und -protokolle veröffentlichen und sicherheitsrelevante Vorfälle melden. Mit diesen Auflagen für grosse Tech-Unternehmen ist dieses Gesetz strikter als der AI Act der EU, der aber in anderen Bereichen viel umfassender reguliert.

    Wie Gavin Newsom in seiner Botschaft zum KI-Gesetz mitteilte, basiert das Gesetz auf Vorschlägen von weltweit führenden KI-Koryphäen und will KI-Sicherheit und Innovation in Einklang bringen. Kalifornien ist auch bereit, das Gesetz nationalen Standards anzupassen, sofern diese die kalifornischen Sicherheitslimiten nicht unterschreiten. Newsom hofft, mit diesen Feststellungen zu erwartender Kritik am Gesetz den Wind aus den Segeln zu nehmen. Vor einem Jahr verweigerte er die Unterschrift unter ein vom kalifornischen Parlament verabschiedetes Gesetz. Dieses wurde als innovationshemmend erachtet und hätte zu einer Abwanderung der Tech-Giganten in andere Bundesstaaten führen können (siehe Infosperber vom 29.10.2024).

    Druck auf den Kongress in Washington

    Die Reaktionen auf das neue Gesetz von Seiten der Big Tech, aber auch der Wissenschaft bleiben abzuwarten. Sicher ist eine ablehnende Haltung in Washington. Bisher äusserte sich nur Anthropic klar positiv. Wie auf der Homepage zu lesen ist, wäre eine US-Regelung vorzuziehen, aber man könne nicht auf Konsens in Washington warten: «…powerful AI advancements won’t wait for consensus in Washington …»

    Kalifornien übt mit dem Gesetz Druck auf Washington aus, denn teilstaatliche Regulierungen wären tatsächlich innovationshemmend. Dem Beispiel der starken Wirtschaftsmacht Kaliforniens folgend, könnten auch andere Gliedstaaten KI-Regulierungen erlassen. Um den gefürchteten Flickenteppich zu verhindern, haben – wie Axios am 29. September 2025 mitteilte – zwei US-Senatoren, der Republikaner Josh Hawley und der Demokrat Richard Blumenthal, einen überparteilichen Gesetzesentwurf zur KI-Risikobewertung vorgestellt.

    Trump zum Trotz

    Trump ist gegen KI-Regulierungen, dies vor allem mit Blick auf den Wettlauf mit China. Er versuchte, mit seiner Big Beautiful Bill ein Moratorium von zehn Jahren für KI-Regulierungen in den Gliedstaaten durchzubringen. Wie Reuters am 1.7.2025 mitteilte, wurde dieses Verbot mit 99 zu einer einzigen Stimme abgelehnt.

    In seinem AI Action Plan vom Juli 2025 droht Trump, jenen Bundesstaaten Gelder zu kürzen, die KI-Regulierungen erlassen. Dies scheint den kalifornischen Gouverneur nicht zu beeindrucken. Im Gegenteil kann er sich erneut als Trump-Gegner und möglicher demokratischer Kandidat für die nächsten US-Wahlen profilieren.


    Weiterführende Informationen


    Info: https://www.infosperber.ch/gesellschaft/technik/ki-trump-zum-trotz-leistet-kalifornien-eine-pionierarbeit/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    07.11.2025

    Indien unter DruckIndien und die EU intensivieren ihre Bemühungen um den Abschluss des lange geplanten Freihandelsabkommens. Indien hat soeben sein Verteidigungsabkommen mit den USA verlängert, hält aber an der Kooperation mit Russland fest.

    german-foreign-policy.com, 7. November 2025, 7:15 Uhr

    BRÜSSEL/NEW DELHI/WASHINGTON/MOSKAU (Eigener Bericht) – Eine hochrangige EU-Delegation hat in dieser Woche in New Delhi die Verhandlungen über das lange geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien vorangetrieben. Die meisten Differenzen scheinen mittlerweile geklärt zu sein; Auseinandersetzungen gab es noch um EU-Zölle auf Importe aus Indien, die sich aus der EU-Verordnung über CO2-Grenzausgleichsmaßnahmen ergeben. Indien wirft der EU vor, unter dem Deckmantel des Umweltschutzes lediglich ihre eigene Industrie schützen zu wollen. Zudem gewähre sie US-Waren eine Vorzugsbehandlung. Während die EU sich auf Handelsfragen beschränkt, haben die USA ihre deutlich stärkere Stellung in Indien mit einer weiteren Verlängerung ihres Verteidigungsabkommens mit dem Land zementiert. Das indisch-US-amerikanische Abkommen ist zu einem Zeitpunkt verlängert worden, zu dem Indien neue Käufe russischer Militärausrüstung tätigt und kürzlich das 25-jährige Bestehen seiner strategischen Partnerschaft mit Moskau gefeiert hat. US-Präsident Donald Trump sucht die indisch-russischen Beziehungen mit Sanktionen gegen russische Ölkonzerne zu torpedieren, bei denen führende indische Unternehmen Öl beschafft haben.


    Das FreihandelsabkommenTop-Unterhändler der EU haben in dieser Woche in New Delhi ihre Bemühungen intensiviert, die Verhandlungen über das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien einem Abschluss näherzubringen.[1] Ihr Besuch erfolgte eine Woche, nachdem der indische Minister für Handel und Industrie Piyush Goyal in Brüssel mit EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič zusammengetroffen war, wo die beiden vereinbarten, die Handelsgespräche bis Ende dieses Jahres abzuschließen. Goyal hatte erklärt, beide Seiten hätten die Verhandlungen über „10 von 20 Kapiteln” erfolgreich beendet; „weitere vier bis fünf Kapitel” seien „im Großen und Ganzen beschlossen”.[2] Noch diskutiert werden mussten Fragen im Zusammenhang mit Stahl und Autos, aber auch mit dem CO2-Grenzausgleichsmechanismus (Carbon Border Adjustment Mechanism, CBAM) und anderen EU-Vorschriften; sie gelten aufgrund ihrer Bedeutung für mindestens eine der beiden Seiten als „sensibel”. Die EU und Indien verhandeln seit fast zwei Jahrzehnten über das Freihandelsabkommen; aufgrund von Differenzen hinsichtlich des Ausmaßes der Marktöffnung waren die Gespräche zeitweise ins Stocken geraten. Allerdings haben die globalen Unsicherheiten, die durch die Zölle von US-Präsident Donald Trump ausgelöst wurden, den Gesprächen eine neue Dringlichkeit verliehen.[3]


    Die Hauptstreitpunkte

    Womöglich wichtigster Streitpunkt zwischen beiden Seiten ist die EU-Verordnung über CO2-Grenzausgleichsmaßnahmen, die voraussichtlich einen EU-Zoll von 20 bis 35 Prozent auf Exporte von Stahl, Aluminium und Zement aus Indien zur Folge haben. New Delhi argumentiert, die Maßnahmen lägen zwar angeblich im Interesse der Umwelt, zielten aber in Wirklichkeit darauf ab, die eigene europäische Industrie zu schützen.[4] Indien wirft der EU außerdem vor, den USA eine Sonderbehandlung zu gewähren, da der im August zwischen Brüssel und Washington unterzeichnete Handelsdeal im Rahmen der CBAM-Verordnung US-Ausfuhren mehr Flexibilität einräumt als Exporten aus anderen Ländern. Daneben strebt Indien auch Erleichterungen für den Export seiner Fertigkleidung, seiner Pharmazeutika und seiner Petroleumprodukte an.[5] Die EU hingegen wünscht Zollsenkungen für den Export von Autos, Medizintechnik und bestimmten Nahrungsmitteln wie Wein, Spirituosen, Fleisch und Geflügel. Nach aktuellen Angaben beläuft sich das Handelsvolumen zwischen der EU und Indien auf 136,5 Milliarden US-Dollar. Damit ist die EU Indiens größter Handelspartner bei Waren, also jenseits des Dienstleistungshandels.


    Militärpakt mit den USA

    Indien hat, während es mit der EU über Freihandel verhandelt, die inzwischen dritte Verlängerung seines Verteidigungsabkommens mit den USA vorgenommen.[6] Dies wurde in der vergangenen Woche nach einem Treffen zwischen US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und seinem indischen Amtskollegen Rajnath Singh in Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur bekanntgegeben. Singh erklärte auf X, die Militärkooperation zwischen den beiden Ländern sei „entscheidend für die Gewährleistung einer freien, offenen und regelbasierten indopazifischen Region“; „die Verteidigung“ werde „auch weiterhin eine wichtige Säule unserer bilateralen Beziehungen bleiben“. Zusätzlich hatten beide Seiten Anfang Februar das Programm „Mission-500“ ins Leben gerufen, dessen Ziel es ist, den bilateralen Handel zwischen den beiden Ländern bis zum Jahr 2030 auf 500 Milliarden US-Dollar zu verdoppeln.[7] Seitdem haben sich die bilateralen Beziehungen jedoch verschlechtert, nachdem Trump Indien mit Zöllen in Höhe von 50 Prozent belegt hatte, darunter eine Strafgebühr von 25 Prozent für den Kauf von Öl und Waffen aus Russland. Nach Angaben des indischen Handelsministeriums haben die höheren Zölle bereits erste Auswirkungen gezeigt: Indiens Warenexporte in die USA gingen im September um 11,93 Prozent auf 5,4 Milliarden US-Dollar zurück.[8]


    Ein Balanceakt

    Der Zeitpunkt der Verlängerung des Verteidigungspakts wird als bedeutsam angesehen, da Indien zugleich seine Bemühungen um die Beschaffung russischer Militärausrüstung fortsetzt.[9] New Delhi plant Berichten zufolge den Kauf weiterer Raketenabwehrsysteme S-400 aus russischer Produktion, nachdem bereits 2018 fünf Stück beschafft wurden. Es wird argumentiert, diese Verteidigungssysteme hätten während des viertägigen militärischen Konflikts mit dem Nachbarland Pakistan eine wichtige Rolle für Indien gespielt. Laut Vivek Mishra, dem stellvertretenden Direktor für strategische Studien bei der Observer Research Foundation, einem bekannten indischen Think Tank, sendet die fortgesetzte Beschaffung russischer Systeme durch Indien ein „starkes Signal”, dass die Beziehungen sowohl zu den USA als auch zu Russland „wie gewohnt weiterlaufen”. Anfang Oktober feierten Indien und Russland das 25-jährige Bestehen ihrer strategischen Partnerschaft miteinander.[10] Im Gespräch mit den Medien lobte Randhir Jaiswal, Sprecher des indischen Außenministeriums, die enge Kooperation und kündigte an, beide Länder würden ihre Beziehungen in „Wirtschaftsfragen, Investitionsfragen, Verteidigungsbeziehungen sowie Wissenschaft und Technologie” weiter vertiefen. Der russische Präsident Wladimir Putin wird voraussichtlich Anfang Dezember Indien besuchen.


    Ölsanktionen

    Washington sucht die indisch-russischen Beziehungen zu torpedieren, indem es Indiens Ölimporte aus Russland attackiert. Nach monatelangen Spekulationen darüber erklärte Trump im vergangenen Monat, Indien werde kein Öl mehr aus Russland kaufen, fügte jedoch hinzu, Indien sei möglicherweise nicht in der Lage, die Beschaffung sofort einzustellen.[11] In Reaktion darauf erklärte Außenamtssprecher Jaiswal, Indien werde weiterhin „die Interessen der indischen Verbraucher schützen” und seine Versorgung durch eine „Diversifizierung” seiner Energiequellen sichern.[12] Daraufhin verhängte die Trump-Regierung am 22. Oktober Sanktionen gegen die beiden größten russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil.[13] Angesichts der drohenden sekundären US-Sanktionen gegen indische Unternehmen, die Öl von diesen Firmen beziehen, kündigte Jaiswal an, Indien werde die Auswirkungen der Sanktionen prüfen.[14] Seit Mitte 2022 ist Russland Indiens größter Öllieferant und liefert in vielen Monaten fast ein Drittel der indischen Rohölimporte. Zu Spitzenzeiten bezog Indien rund 1,75 Millionen Barrel pro Tag aus Russland, größtenteils von Rosneft und Lukoil.[15] Zum Zeitpunkt der jüngsten US-Sanktionen unterhielt Rosneft einen Vertrag über die Lieferung von 500.000 Barrel pro Tag an den indischen Raffineriebetreiber Reliance Industries.


    Die Reaktionen der Unternehmen

    Laut einem Bericht von Bloomberg haben nun drei indische Ölraffinerien, die mehr als die Hälfte der russischen Rohölimporte des Landes abwickeln, ihre Käufe für die kommenden Monate ausgesetzt.[16] Dem Bericht zufolge handelt es sich dabei um Reliance Industries, Mangalore Refinery and Petrochemicals Ltd. – ein kleineres staatliches Unternehmen – und HPCL-Mittal Energy Ltd. Zusammengenommen bezogen die drei Unternehmen in der ersten Jahreshälfte etwa 920.000 Barrel russischen Rohöls pro Tag – 52 Prozent der indischen Gesamtimporte aus Russland, wie aus Daten des Analyseunternehmens Kpler hervorgeht. Dem Bloomberg-Bericht zufolge soll diese Zahl auf null sinken, während etwa Reliance stattdessen zehn Millionen Barrel Öl aus dem Mittleren Osten und den USA importieren werde, um den Ausfall auszugleichen. Indian Oil Corp., Indiens größter staatlich kontrollierter Raffineriebetreiber, hat zwar erklärt, er werde weiterhin russisches Rohöl von nicht sanktionierten Unternehmen beziehen, bemüht sich allerdings Berichten zufolge ebenfalls um den Import von 24 Millionen Barrel US-Rohöl.[17] Die Folgen eines etwaigen indischen Ausstiegs aus dem Kauf russischen Öls für die langfristigen Beziehungen zwischen beiden Ländern sind derzeit noch unklar.

     

    [1] India-EU negotiators begin final round of FTA talks as December deadline nears. cbnctv18.com 03.11.2025.

    [2] T.C.A. Sharad Raghavan: India-EU FTA: 10 out of 20 chapters concluded, 4-5 more ‘broadly decide’, says Piyush Goyal. thehindu.com 29.10.2025.

    [3] Shruti Srivastava: India and EU to Hold Talks Next Week in Race to Seal Trade Pact. bloomberg.com 29.10.2025.

    [4] RV Anuradha, Prachi Priya: India-EU FTA: Europe’s protectionism has shades of green. hindustantimes.com 03.11.2025.

    [5] India-EU negotiators begin final round of FTA talks as December deadline nears. cbnctv18.com 03.11.2025.

    [6] Cherylann Mollan: India-US sign 10-year defence pact amid tariff turmoil. bbc.co.uk 31.10.2025.

    [7] “Mission-500”: India, US Aim To Double Bilateral Trade To $500 Billion By 2030. ndtv.com 14.02.2025.

    [8] India, US holding continuous discussions for bilateral trade agreement: Goyal. economictimes.indiatimes.com 05.11.2025.

    [9] Biman Mukherji: Why India maintains a balancing act between US and Russia in defence. scmp.com 31.10.2025.

    [10] India, Russia enjoy special, privileged strategic partnership: MEA on 25 years special partnership. newskerala.com 04.10.2025.

    [11] Rhea Mogul: Trump claimed India had agreed to stop buying Russian oil. New Delhi says it knows nothing about it. edition.cnn.com 17.10.2025.

    [12] India prioritises consumer interests in oil and gas imports, says MEA amid Trump’s Russian oil comments. thehindu.com 16.10.2025.

    [13] US imposes sanctions on Russian oil companies Rosneft and Lukoil. reuters.com 22.10.2025.

    [14] Keshav Padmanabhan: India studying implications of US's Russian oil sanctions, reiterates energy sourcing stance. theprint.in 30.10.2025.

    [15] Koustav Das: Russian oil taps turned off. What it means for Indian refiners. indiatoday.in 30.10.2025.

    [16] Rakesh Sharma, Yongchang Chin: India Refiners Set Stage for Near-Term Slump in Russia Oil Deals. bloomberg.com 30.10.2025.

    [17] Nidhi Verma, Siyi Liu:Indian Oil buys Russian crude from non-sanctioned entities, sorces say. reuters.com 31.10.2025.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10187


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    07.11.2025

    Usbekistan: Präsident Mirsijojew lädt Trump ein und nennt ihn "Präsident des Friedens"

    rtnewsde.site, 7 Nov. 2025 21:21 Uhr

    Der Präsident Usbekistans lud seinen US-Kollegen zu einem Besuch in sein Land ein. Schawkat Mirsijojew sagte dabei, dass Donald Trump in Usbekistan als "Präsident des Friedens" bezeichnet werde, weil er "acht Kriege beendet" habe.


    © Urheberrechtlich geschützt


    Archivbild: Usbekistans Präsident Schawkat Mirsijojew und US-Präsident Donald Trump


    Der Präsident Usbekistans, Schawkat Mirsijojew, hat seinen US-Kollegen Donald Trump im Rahmen der Verhandlungen im C5+1-Format nach Usbekistan eingeladen. Er sagte:

    "In Usbekistan nennen wir Sie den 'Präsidenten des Friedens'. Sie haben viel erreicht. Sie haben acht Kriege beendet."

    Mirsijojew versprach außerdem, dass Usbekistan in den nächsten 13 Jahren rund 135 Milliarden Dollar in Schlüsselbranchen der USA investieren werde.


    Wegen Urandefizit: USA sichern sich Uranvorkommen in Usbekistan





    Analyse

    Wegen Urandefizit: USA sichern sich Uranvorkommen in Usbekistan





    Trump sagte, dass Usbekistan in den nächsten drei Jahren fast 35 Milliarden Dollar und in den nächsten zehn Jahren mehr als 100 Milliarden Dollar in Schlüsselbranchen der US-Wirtschaft investieren werde. Dazu gehören unter anderem der Bergbau, die Luftfahrt, die Herstellung von Automobilteilen, die Infrastruktur, die Landwirtschaft, die Energie- und Chemieindustrie, die Informationstechnologie und andere.

    Der Gipfel der zentralasiatischen Länder und der USA im Format C5+1 fand am 6. November statt. Das Format C5+1 (fünf zentralasiatische Länder plus die USA) wurde 2015 als regionale diplomatische Plattform auf Regierungsebene gegründet.

    Die russischen Medien wiesen darauf hin, dass die Präsidenten Usbekistans und Turkmenistans mit Trump auf Russisch sprachen. Die Präsidenten Kirgisistans und Tadschikistans sprachen in ihren Landessprachen, nur der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew verwendete Englisch.


    Mehr zum Thema – Antiimperialistische Multipolarität


    Screenshot_2025_11_08_at_08_39_15_Usbekistan_Pr_sident_Mirsijojew_l_dt_Trump_ein_und_nennt_ihn_Pr_sident_des_Friedens_RT_DE

    Video  https://mcdn.podbean.com/mf/download/qjvagzaj2jk995et/Abschied_und_R_ckkehrversprechen_das_Ergebnis_von_Trumps_Asienreise6e0vo.mp3  Dauer 3:43 Min.


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://rtnewsde.site/international/261096-mirsijojew-laedt-trump-nach-usbekistan-ein/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    06.11.2025

    Pepe Escobar: Zähmung des Lärms und der Wut des Imperiums des Chaos

    seniora.org, 5. November 2025, Von Pepe Escobar 5. November 2025 - übernommen mit freundlicher Genehmigung von strategic-culture.su

    Screenshot_2025_11_07_at_01_11_45_Seniora.org_Pepe_Escobar_Z_hmung_des_L_rms_und_der_Wut_des_Imperiums_des_Chaos

    Pepe Escobar - Independent geopolitical analyst, writer and journalist

    Sind China und Russland   – und ein Großteil der Globalen Mehrheit   – wirklich bereit? Nennen wir es ein vielversprechendes Gelübde.

    Schließ die Tür, mach das Licht aus
    Du weißt, dass sie heute Nacht nicht nach Hause kommen
    Der Schnee fällt dicht und weißt du nicht
    Die Winde von Thor wehen kalt
    Led Zeppelin, No Quarter

    In weniger als einem Jahr hat russisches wissenschaftliches Know-how vier Knaller hervorgebracht:

    1. Oreshnik: Hyperschallrakete, bereits auf dem Schlachtfeld in der Ukraine getestet.

    2. Burevestnik: Oder „Stormbringer“ (Sturmbringer), mit diesem schönen Deep Purple-Klang. Nukleare Marschflugrakete mit unbegrenzter Reichweite.

    3. Poseidon: Atomgetriebener Torpedo, der unentdeckt unbegrenzt lange unter Wasser bleiben kann; auf Befehl schlägt er dann mit einer nuklearen Sprengladung an feindlichen Küsten zu und löst einen radioaktiven Tsunami aus. Übersteigt bei weitem die Zerstörungskraft der Sarmat, Russlands größter Interkontinentalrakete.

    4. Chabarowsk: Atom-U-Boot. Nennen wir es „Der Bote des Untergangs“: Es kann mindestens 6 Poseidons transportieren, die den Weltuntergang herbeiführen können.

    Präsident Putin war glasklar, als er einige wichtige Fakten darlegte. Die in Burevestnik und Poseidon verwendeten „kompakten Nuklearsysteme“ können „auch für die Schaffung neuer Energiequellen, unter anderem für die Arktis, angepasst werden“.

    Putin betonte auch, dass sowohl Burevestnik als auch Poseidon „ausschließlich in Russland hergestellte Teile verwenden“. Lob sei dem Herrn für diese Chips aus modernisierten sowjetischen Waschmaschinen.

    Und es wird noch viel mehr geben, das in die Fußstapfen von Burevestnik und Poseidon tritt: „Ich spreche vom ... Avangard-System oder der Serienproduktion des Oreshnik-Raketensystems ... bald auch von der schweren Interkontinentalrakete Sarmat.“

    Die Sarmat   – mit dem Spitznamen Satan II   – wird nächstes Jahr in den Kampf ziehen: eine superschwere Interkontinentalrakete, die 10 schwere Sprengköpfe trägt und mit dem Hyperschallgleiter Avangard kompatibel ist, der jedem Raketenabwehrsystem ausweichen kann.

    Willkommen bei Russlands nuklearbetriebenen Marschflugkörpern der nächsten Generation, deren Reaktoren innerhalb von Sekunden hochfahren und die mit dreifacher Schallgeschwindigkeit auf den Hyperschallstatus zusteuern.

    Kurz gesagt: Burevestnik und Poseidon „werden die strategische Parität für das gesamte 21. Jahrhundert gewährleisten“.

    Es folgte eine donnernde Stille, die sich über den gesamten NATO-Raum ausbreitete   – durchdrungen vom üblichen Geschwätz, dass „die Russen nur bluffen“.

    Wen interessiert das schon? Die Fakten sind hartnäckig und bleiben unumstößlich. Weitere Fakten: Putin und Xi unterzeichnen ein gegenseitiges Investitionsschutzabkommen, was bedeutet, dass China russische Unternehmen im Wert von Billionen Dollar, Sberbank, Rosneft und Lukoil, im Falle eines möglichen Krieges zwischen der NATO und Russland schützen wird.

    Oder, in Bezug auf den eurasischen Verbindungskorridor, nehmen wir Putin, der während des Russland-Zentralasien-Gipfels vorschlug, eurasische Logistikprojekte zu einem einzigen Netzwerk zusammenzufassen: „Dies würde es uns ermöglichen, das Volumen des internationalen Transports durch unsere gemeinsame Region exponentiell zu steigern.“

    Das enorme wirtschaftliche/handelspolitische Potenzial Eurasiens ist nach wie vor weitgehend ungenutzt. Schnitt zu dem Ziel Russlands und Chinas, einen Produktions- und Technologiegürtel vom russischen Fernen Osten bis nach Zentralasien aufzubauen.


    Es wird keinen Deal mit Russland/China geben

    Nun, diese scharfen Fakten sind Teil der neuen, sich abzeichnenden globalen Realität, die mittlerweile ein historischer Prozess ist   – in scharfem Kontrast zu den Anfällen tiefer Verzweiflung, die der zersplitterte Westen an den Tag legt, und, was noch wichtiger ist, zum Aufstieg und zur zunehmenden Macht des einseitigen Imperiums des Chaos, das andere tyrannisiert.

    Beweisstück A ist natürlich Venezuela.

    Der Zirkusdirektor   – in einer überarbeiteten Neuauflage des Krieges gegen die Drogen trifft auf den Krieg gegen den Terror   – erwägt:

    Bombardierung venezolanischer Militärstützpunkte; Einsatz von Navy SEALS, um Präsident Maduro zu fassen oder zu töten; „Sicherung“   – also die Invasion und Eroberung venezolanischer Ölfelder, nachdem die wichtigsten Flugplätze unter Kontrolle gebracht wurden; oder sogar all das zusammen.

    Trump 2.0, der den US-Kongress und natürlich die Illegalität der Ermordung ausländischer Staatschefs völlig umgeht, entwirft bereits zweifelhafte rechtliche „Rechtfertigungen“, um Maduro als „Narkoterroristen“ zu verfolgen   – sehr zur Freude der schrecklichen Nobelpreisträgerin Machado, der weiblichen Version von Guaido.

    Die totale Psychologische Kriegsführung ist in vollem Gange   – komplett mit einschüchternden B-52- und B-1-Bombern und dem Einsatz des Flugzeugträgers USS Gerald R. Ford und Tausenden von Soldaten.


    Die Venezolaner sind jedoch nicht beeindruckt. Diego Sequera von der ausgezeichneten Mission Verdad bemerkt: „Wenn man die Dinge von hier aus betrachtet, hat man das Gefühl, dass nichts passieren wird. Es gibt keinen sozialen Zusammenbruch, niemand gerät in Panik. Alle gehen ihren Geschäften nach und suchen nach la plata, mit einer Stimmung wie in den Feiertagen zum Jahresende.”

    Dennoch müssen sie Circus Ringmaster übertrumpfen   – der dieses Öl so dringend haben will (die Übernahme der natürlichen Ressourcen ist für den Erhalt des Imperiums unerlässlich)   – und die einzige Obsession des erbärmlichen Neokonservativen Marco Rubio: einen Regimewechsel in Venezuela, Kuba und Nicaragua.

    Und das bringt uns wieder einmal zu dem unlösbaren Drama des Imperiums des Chaos. TACO Trump*, auch wenn sein Gehirn nicht in der Lage ist, dies zu begreifen, muss sich vielleicht mit den harten Tatsachen des Lebens abfinden: Er kann die strategische Partnerschaft zwischen Russland und China nicht „gewinnen“   – oder einen „Deal“ durchsetzen.

    Im Gegenteil: Er muss Ablenkungsmanöver finden, um der Tatsache zu entgehen, dass er in der Ukraine eine massive strategische Niederlage erleidet (ja, es ist jetzt sein Krieg), während er einfach nicht die Karten (alle made in China) hat, um einen langwierigen Handelskrieg gegen Peking zu gewinnen, wie das G-2-Treffen in Südkorea gezeigt hat. Die kontrollierte Entkopplung ist bereits im Gange.

    Dennoch hält sich die größte Illusion der amerikanischen Militärmacht hartnäckig, verkörpert durch den clownesken Minister für ewige Kriege. Moskau und Peking kann man nichts anhaben? Dann eben Caracas.

    Oh, dieser Shakespeare'sche Lärm, der nichts bedeutet, während sich das Imperium des Chaos selbst verschlingt, indem es seine Vasallen (Europa) finanziell ausbeutet und ausgewählte Länder des Globalen Südens bedroht und schikaniert.

    Emmanuel Todd hat das alles prägnant auf den Punkt gebracht. Was tun, wenn „dies tatsächlich die erste strategische Niederlage der USA auf globaler Ebene ist, vor dem Hintergrund einer massiven Deindustrialisierung in den Vereinigten Staaten und einer schwierigen Reindustrialisierung“, während „es bereits zu spät ist, um industriell [mit China] zu konkurrieren“?

    Daher schlägt der lautstarke, tyrannische Zirkusdirektor, ohne ein Wort zu sagen (in seinem speziellen Fall ein Wunder), in Bezug auf Russland und China zunehmend in Richtung TACO*-on-Steroids.

    Das ist unser Stichwort für eine neue Netflix-Serie: Das Imperium der Wut schlägt irrational gegen jeden und jede Nation zu, die es für schwächer hält, und demonstriert damit anschaulich seinen massiven Groll. Diese Fischerboote sind voller Drogenterroristen, weil ich das sage. Tötet sie alle.

    Eine zusätzliche Gefahr besteht darin, dass die EUro-Chihuahuas sich von diesem irrationalen Drang leiten lassen und ihre russophoben Provokationen intergalaktisch verstärken. Der einzig rationale Weg, damit umzugehen, wäre, sie zu „Oreshniking“.

    Die Berge sind hoch, aber der Kaiser ist überall

    Ein klassisches chinesisches Motto, das sich von Dynastie zu Dynastie wiederholt, besagt fröhlich: „Die Berge sind hoch, und der Kaiser ist weit weg“. Nun, in unserem heutigen Fall gibt es keinen Berg, der hoch genug ist   – um es mit Motown zu sagen   –, und der allsehende Kaiser des Chaos, ermöglicht durch KI, ist überall.

    Doch selbst das reicht nicht aus, um ihn daran zu hindern, in seiner eigenen schizophrenen Blase zusammenzubrechen und Urangst in den miteinander verflochtenen Plutokratien von Big Money, Big Oil und Big Tech zu entfesseln.

    Dystopia Central: Es ist nicht schwer, die Karte der tiefen, dunklen geostrategischen Leere zu zeichnen, in die sich die selbsternannten „Eliten“ gestürzt haben.

    Und das bringt uns zu der Frage, wie   – in welchem Register   – die russische Führung das Geschehen beobachtet. Keine Erwartungen: Realismus herrscht vor.

    Es könnte zu einer Eskalation à la Trump 2.0 in der Ukraine kommen   – oder auch nicht. Es könnte zu einem noch verheerenderen Angriff auf den Iran kommen   – oder auch nicht. Es könnte zu einem ernsthaften Versuch eines Regimewechsels in Venezuela kommen   – und das ist fast schon sicher. Trump 2.0 ist schließlich   – komplett mit zionistischen Oligarchen im Hintergrund   – ein privilegiertes Reich der Psychokiller.

    Und dann gibt es noch die ultimative Chimäre: die Entdollarisierung   – die in der Praxis langsam aber sicher in mehreren Bereichen stattfindet, ohne dass sie so genannt wird. Noch vor vier Monaten war der Zirkusdirektor in Panik: „Die BRICS wurden gegründet, um uns zu schaden; die BRICS wurden gegründet, um unseren Dollar zu entwerten und unseren Dollar als Standard abzuschaffen.“

    Die Panik ist immer noch da. Wenn man also im Zweifel ist   – und wenn man Russland und China nicht angreifen kann   –, ist die nächstbeste Option, ein anderes BRICS-Mitglied anzugreifen. Von Iran die Kapitulation zu fordern. Sonst... Teheran ist ebenso wenig beeindruckt wie Caracas.

    Die chinesische Weisheit würde einmal mehr das Rätsel lösen: „Lass ihn stark sein, der Wind wird über die Hügel wehen; lass ihn arrogant sein, der helle Mond wird auf die weiten Flüsse scheinen.“

    Es wird ein sehr schwieriger Weg sein   – dem Reich des Chaos die Stirn zu bieten, ohne dass es totale Demenz auslöst und Afrika, Westasien, die Karibik und überall sonst destabilisiert, indem es sich das Drehbuch von Al-Qaida in Syrien zunutze macht (der ehemalige Kopfabschneider wird bald im Oval Office empfangen werden).

    Sind China und Russland   – und ein Großteil der globalen Mehrheit   – wirklich bereit? Nennen wir es ein vielversprechendes Gelübde.

    __________________

    * TACO Trump: „Trump Always Chickens Out“   – Der Begriff wurde von einem Kolumnisten der Financial Times, Robert Armstrong, geprägt und bezieht sich auf Trumps Vorgehen in Handels- und Zollfragen: Er kündigt aggressive Schritte (z.B. Zölle) an   – und zieht dann zurück oder verschiebt sie. Im Englischen ist „to chicken out (of something)“ eine feste Redewendung und bedeutet „sich vor etwas drücken, feige zurückziehen, den Schwanz einziehen“.

    Quelle: Strategic-Culture - Die Übersetzung besorgte Andreas Mylaeus

    https://strategic-culture.su/news/2025/11/05/taming-the-sound-and-fury-of-the-empire-of-chaos/


     

    Info: https://seniora.org/politik-wirtschaft/pepe-escobar-zaehmung-des-laerms-und-der-wut-des-imperiums-des-chaos


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    06.11.2025

    *Michael von der Schulenburg im Interview mit Prof. Glenn Diesen:

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 5. November 2025, 18:25 Uhr


    *Michael von der Schulenburg ist ein deutsches Mitglied des

    EU-Parlaments, der zuvor 34 Jahre lang als UN-Diplomat tätig war, unter

    anderem als Beigeordneter Generalsekretär des UN‑Departements für

    politische und friedensbildende Angelegenheiten. Schulenburg erklärt,

    wie die EU ihren Weg vom Friedensprojekt hin zu einer Fixierung auf den

    Krieg mit Russland verloren hat.


    /Siehe Video (59 Minuten) hier:/

    https://www.youtube.com/watch?v=FMjPpG_VAis 

    <https://www.youtube.com/watch?v=FMjPpG_VAis>

    /Transkript/:

    https://www.video-translations.org/transcripts/1890_Diesen_2025_11_04_de-DE.pdf


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    06.11.2025

    «Vergiss nicht, Corina …»

    seniora.org, 5. November 2025, 13.10.2025 Von Adolfo Pérez Esquivel - übernommen mit freundlicher Genehmigung von zeit-fragen.ch

    Offener Brief des Friedensnobelpreisträgers Adolfo Pérez Esquivel* an Corina Machado**


    Screenshot_2025_11_07_at_00_19_28_Seniora.org_Vergiss_nicht_Corina_

    Adolfo Pérez Esquivel (Bild zvg)


    Ich war überrascht über deine Ernennung zur Friedensnobelpreisträgerin durch das Nobelkomitee. Ich erinnerte mich an die Kämpfe gegen die Diktaturen auf dem Kontinent und in meinem Land, Militärdiktaturen, unter denen wir von 1976 bis 1983 zu leiden hatten. Wir hielten Gefängnissen, Folter und dem Exil stand   – mit Tausenden von Verschwundenen, mit entführten und verschwundenen Kindern und den Todesflügen, deren Überlebender ich bin.

    Ich grüsse dich mit dem Wunsch nach Frieden und allem Guten, was die Menschheit und die Völker, die in Armut, Konflikten, Kriegen und Hunger leben, so dringend brauchen. Dieser offene Brief soll dir einige meiner Überlegungen mitteilen.

    1980 verlieh mir das Nobelkomitee den Friedensnobelpreis; seitdem sind 45 Jahre vergangen, und wir arbeiten weiterhin im Dienste der Ärmsten, gemeinsam mit den lateinamerikanischen Völkern. Im Namen aller dieser Menschen nahm ich diese hohe Auszeichnung entgegen, nicht wegen des Preises an sich, sondern wegen des gemeinsamen Engagements mit den Völkern, die Kämpfe und Hoffnungen für den Aufbau einer neuen Zukunft mit uns teilen. Frieden wird Tag für Tag aufgebaut, und wir müssen in unseren Worten und Taten konsequent sein.

    Mit meinen 94 Jahren bin ich immer noch ein Lernender des Lebens, und ich bin sehr beunruhigt über deine Haltung und deine gesellschaftlichen und politischen Entscheidungen. Deshalb teile ich dir diese Überlegungen mit.

    Die venezolanische Regierung ist eine Demokratie mit Licht und Schatten. Hugo Chávez hat den Weg für die Freiheit und Souveränität des Volkes geebnet und für die Einheit des Kontinents gekämpft, es war ein Erwachen der Patria Grande. Die Vereinigten Staaten haben ihn ständig angegriffen: Sie können nicht zulassen, dass sich ein Land des Kontinents aus ihrem Einflussbereich und der kolonialen Abhängigkeit löst; sie behaupten weiterhin, Lateinamerika sei ihr «Hinterhof». Die Blockade Kubas durch die Vereinigten Staaten seit mehr als 60 Jahren ist ein Angriff auf die Freiheit und das Recht der Völker. Der Widerstand des kubanischen Volkes ist ein Beispiel an Würde und Stärke.

    Es erstaunt mich, wie sehr du dich an die Vereinigten Staaten klammerst: Du solltest wissen, dass sie keine Verbündeten und keine Freunde haben, sondern nur Interessen. Die in Lateinamerika errichteten Diktaturen wurden von ihren Herrschaftsinteressen gesteuert und zerstörten das Leben und die soziale, kulturelle und politische Organisation der Völker, die für ihre Freiheit und Selbstbestimmung kämpfen. Wir Völker leisten Widerstand und kämpfen für das Recht, frei und souverän zu sein, und keine Kolonie der Vereinigten Staaten.

    Die Regierung von Nicolás Maduro lebt unter der Bedrohung durch die Vereinigten Staaten und der Blockade, es genügt, nur an die Seestreitkräfte in der Karibik und die Invasionsgefahr für dein Land zu denken. Du hast kein Wort dazu gesagt oder befürwortest sogar die Einmischung der Grossmacht in Venezuela. Das venezolanische Volk ist bereit, sich der Bedrohung zu stellen.

    Corina
    , ich frage dich: Warum hast du die Vereinigten Staaten aufgefordert, in Venezuela einzumarschieren? Als du die Nachricht erhieltest, dass dir der Friedensnobelpreis verliehen wurde, hast du ihn Trump gewidmet. Dem Aggressor gegen dein Land, der lügt und Venezuela des Drogenhandels bezichtigt, eine Lüge ähnlich der von George Bush, der Saddam Hussein vorwarf, «Massenvernichtungswaffen» zu besitzen. Ein Vorwand, um in den Irak einzumarschieren, ihn auszuplündern und Tausende von Opfern, Frauen und Kinder, zu verursachen. Am Ende des Krieges war ich in Bagdad im Kinderkrankenhaus und konnte die Zerstörung und den Tod durch diejenigen sehen, die sich als Verteidiger der Freiheit ausgeben. Die schlimmste Form der Gewalt ist die Lüge.

    Vergiss nicht, Corina, dass Panama von den Vereinigten Staaten überfallen wurde, was Tod und Zerstörung zur Folge hatte, um einen ehemaligen Verbündeten, General Noriega, zu fassen. Die Invasion kostete 1200 Menschen in Los Chorrillos das Leben. Heute versuchen die USA erneut, den Panamakanal unter ihre Kontrolle zu bringen. Es gibt eine lange Liste von Interventionen und Leid, das die USA in Lateinamerika und der Welt verursacht haben. Die Adern Lateinamerikas sind offen, wie Eduardo Galeano sagte, nach wie vor.

    Es beunruhigt mich, dass du den Nobelpreis nicht deinem Volk gewidmet hast, sondern dem Aggressor Venezuelas. Ich glaube, Corina, du musst genauer hinschauen und dir darüber klarwerden, wo du stehst, ob du nur ein weiteres Rädchen im Kolonialismus der Vereinigten Staaten bist, unterworfen ihren Herrschaftsinteressen, was niemals zum Wohl deines Volkes sein kann. Als Gegnerin der Regierung Maduro sorgen deine Positionen und Standpunkte für grosse Ungewissheit, und du greifst zum Schlimmsten, wenn du die USA aufforderst, in Venezuela einzumarschieren.

    Man muss sich bewusst machen, dass Friedensarbeit viel Kraft und Mut erfordert, zum Wohle deines Volkes, das ich gut kenne und sehr liebe. Wo früher auf den Hügeln Slums standen, in denen Menschen in Armut und Elend lebten, gibt es heute menschenwürdige Wohnungen, Gesundheitsversorgung, Bildung und Kultur. Die Würde des Volkes kann man weder kaufen noch verkaufen.

    Corina, wie der Dichter sagt: Wanderer, es gibt keinen Weg, der Weg entsteht beim Gehen. Jetzt hast du die Möglichkeit, für dein Volk zu arbeiten und Frieden zu schaffen, statt weitere Gewalt zu provozieren, denn ein Übel lässt sich nicht mit einem noch grösseren Übel lösen. Dann hätten wir nur zwei Übel und niemals eine Lösung für den Konflikt.

    Öffne deinen Geist und dein Herz für den Dialog, für die Begegnung mit deinem Volk, leere den Krug der Gewalt und schaffe Frieden und Einheit für dein Volk, damit das Licht der Freiheit und Gleichheit einziehen kann.


    Quelle: https://www.pagina12.com.ar/865256-de-nobel-a-nobel vom 13.10.2025

    (Übersetzung Zeit-Fragen)


    Adolfo Pérez Esquivel (*26. November 1931 in Buenos Aires) ist ein argentinischer Bildhauer, Architekt und Menschenrechtsaktivist. 1980 erhielt er den Friedensnobelpreis für seinen Einsatz für Demokratie und Menschenrechte während der Militärdiktaturen in Lateinamerika. Er stand der Befreiungstheologie nahe und war 1967 Mitbegründer der Organisation Servicio Paz y Justicia. 1977 wurde er verhaftet und später unter Hausarrest gestellt. Seit 1980 setzt er sich für die Menschenrechte ein.

    ** Wer ist Corina Machado?

    Genossenschaft Zeit-Fragen
    Postfach 247
    CH-9602 Bazenheid Tel. +41 44 350 65 50
    Fax +41 44 350 65 51

    Quelle: Zeit-Fragen

    https://www.zeit-fragen.ch/archiv/2025/nr-22-14-oktober-2025-1/vergiss-nicht-corina



    Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acym&ctrl=fronturl&task=click&urlid=314&userid=3998&mailid=2884


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

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