aus e-mail von Doris Pumphrey, 27. Dezember 2023, 11:41 Uhr
https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/huthis-an-deutschland-mischen-sie-sich-nicht-in-ein-problem-ein-das-nur-die-usa-betrifft-li.2171338
27.12.2023
*Huthi-Militär an Deutschland: „Mischen Sie sich nicht in ein Problem
ein, das nur die USA betrifft“
*Die Huthis haben mit ihren Angriffen im Roten Meer den Welthandel
gefährdet. Jetzt richten sie eine Warnung an Berlin. Ein
Huthi-Brigadegeneral im Exklusivinterview.
Katerina Alexandridi
Seit Ende Oktober, kurz nach Beginn des Krieges zwischen Israel und der
Hamas im Gazastreifen, haben die jemenitischen Huthis wiederholt
Handelsschiffe im Roten Meer angegriffen. Einige Unternehmen, darunter
BP, Maersk oder die deutsche Reederei Hapag-Lloyd, hatten angekündigt,
alle Fahrten durch das Rote Meer einzustellen. Die vom Iran unterstützte
Bewegung, die seit 2015 weite Teile des Jemen, darunter auch die
Hauptstadt Sanaa, kontrolliert, feuerte zudem Drohnen und Raketen auf
Israel <https://www.berliner-zeitung.de/topics/israel> ab. Die Huthis
fordern einen sofortigen Waffenstillstand in Gaza und drohen, jedes
Schiff auf dem Weg nach Israel anzugreifen.
Die Berliner Zeitung hat sich mit den Huthis (auch bekannt als Ansar
Allah) in Verbindung gesetzt, um zu erfahren, wie sie ihre Ziele
verstehen, was ihre Forderungen sind und wie sie ihr Vorgehen
rechtfertigen. In einem Exklusivinterview, das schriftlich stattfand,
nutzte der *Brigadegeneral Aber al-Thaur*, militärischer und
strategischer Experte sowie stellvertretender Direktor der Abteilung für
moralische Führung der Armee, die Gelegenheit, eine Botschaft an Berlin
zu richten. (Das Interview übersetzte Eman Alsaeed.)
/Brigadegeneral al-Thaur, wer sind die Huthis beziehungsweise Ansar
Allah? Donald Trump hatte sie als „Terrororganisation“ eingestuft, Joe
Biden machte diese Entscheidung dann rückgängig.
/
Al-Kaida und IS breiteten sich in den südlichen und östlichen
Gouvernements des Jemen aus, die alle unter der Kontrolle der
Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabiens und jemenitischer Söldner
standen. Diese Gruppen werden international als terroristisch
eingestuft. Die saudischen und amerikanischen Streitkräfte schützten
sie, versorgten sie mit Waffen, Ausrüstung und Geld und setzten sie als
Söldner an der Seite der Kräfte ein.
Als die Vereinten Nationen und die USA Al-Kaida und IS als
terroristische Gruppen einstuften, führte dies zu einer Zunahme der
Bedrohungen gegen amerikanische und westliche Interessen in den
südlichen und östlichen Regionen. Unsere Streitkräfte bekämpften die
Terrorgruppen, töteten und nahmen viele von ihnen gefangen und räumten
die Gebiete, die seit dem Jahr 2000 unter ihrer Kontrolle waren.
Die USA befanden sich zwischen zwei realen Gefahren: den terroristischen
Gruppen und den Kräften von Sanaa unter der Führung von Ansar Allah, die
von den USA als terroristische Organisation eingestuft wurde, was der
Realität und der Vernunft widersprach.
Sobald die Standorte der Terrorgruppen unter die Kontrolle von Ansar
Allah gerieten, änderte sich die Haltung der USA: Sie widerriefen die
Einstufung der Ansar Allah als ausländische terroristische Organisation,
um ihr Image im In- und Ausland zu verbessern. Aber Sanaa hat immer noch
die Dokumente und Beweise, die die USA in gemeinsame Aktionen mit
Al-Kaida und dem IS verwickeln – diese werden von Jemen gegen die USA
vorgelegt.
Die Ansar Allah wurden zu den Rettern des jemenitischen Volkes, als sie
die Revolution vom 21. September 2014 durchführten. Ihr Ziel war es, den
Jemen von seiner 45-jährigen saudischen Vormundschaft zu befreien, das
amerikanische Diktat über die politischen Entscheidungen im Jemen
abzulehnen und den ausländischen Mantel abzulegen.
Diese Situation hat die USA und ihre Verbündeten beunruhigt. Die
Republik Jemen, ihre Hauptstadt Sanaa und ihre hoch entwickelten
Streitkräfte sind „ein arabischer Pol in der Region“ und ein wichtiger
Akteur in der arabischen nationalen Sicherheit. Ansar Allah ist heute
eine politische Kraft, die die Führung des Jemen übernommen und dem Land
geholfen hat, in die Reihen der Industrieländer aufzusteigen und die
Selbstversorgung in allen Aspekten des Lebens zu erreichen.
/Was ist das Ziel der derzeitigen Operationen am Roten Meer? Was würde
die Huthis dazu veranlassen, keine Schiffe mehr anzugreifen?
/
Das Hauptziel ist es, Israel zu zwingen, seine Aggression und seine
Verbrechen gegen Palästina und den Gazastreifen einzustellen und die
Einfuhr von Lebensmitteln, Medikamenten und Trinkwasser für die Menschen
in Gaza zu ermöglichen. Die USA haben angekündigt, die Position Israels
zu unterstützen, das sich an der Hamas rächen will, indem es die
Bevölkerung des Gazastreifens ab dem ersten Tag nach dem 7. Oktober 2023
angreift.
Die Hamas hat die Operation Al-Aqsa-Flut durchgeführt, um die
israelische Armee vor den Palästinensern, den Arabern und der Welt
bloßzustellen und zu zeigen, dass Israel ein koloniales Gebilde ist, das
ein arabisches Land besetzt hält, und dass sich sein politischer Ansatz
in der Politik der israelischen Armee und den von ihr begangenen
Verbrechen widerspiegelt, zu denen Völkermord und die Vertreibung der
Bevölkerung aus ihrem Land gehören.
Jemen erfüllt seine nationale und religiöse Pflicht, da Palästina ein
arabisch-muslimischer Staat ist. Diese Pflicht, Palästina zu
verteidigen, liegt in der Verantwortung aller arabischen und islamischen
Länder, genau wie die USA und Europa Israel verteidigen. Die
vorsätzlichen Angriffe auf zwei Millionen Muslime und Christen müssen
aufhören, die Familien sollten die Möglichkeit haben, ihre Toten zu
begraben und die Vermissten aus den Trümmern zu bergen.
*Brigadegeneral al-Thaur: Änderung der Schifffahrtsrouten ein „Erfolg
für den Jemen“
*/Die Huthi-Angriffe haben den Welthandel gefährdet. Die größten
Unternehmen der Welt suchen derzeit nach anderen Routen. Warum zielen
Sie auf ihre Schiffe?
/
Ansar Allah und die Parteien der Gemeinsamen Sitzung des Allgemeinen
Volkskongresses, die Sozialistische Partei und andere nationale Parteien
sind die legitimen Vertreter der Republik Jemen. Als der Jemen am 31.
Oktober 2023 ankündigte, dass er in eine militärische Konfrontation an
der Seite Palästinas gegen Israel eintritt, geschah dies mit dem Ziel,
die israelischen Angriffe und ihre täglichen Verbrechen gegen wehrlose
Zivilisten zu stoppen.
Deshalb hat der Jemen seine Kontrolle über Bab al-Jemen, den Golf von
Aden, das Arabische Meer und das Rote Meer durchgesetzt und israelische
Schiffe an der Durchfahrt durch internationale Gewässer im Roten Meer
gehindert. Die Änderung der Schifffahrtsrouten hat Israels Verbrechen
gegen den Gazastreifen und dessen Belagerung nicht gestoppt. Deswegen
hat der Jemen die Belagerung Israels verschärft: Er hindert nun alle
Schiffe, die das Rote Meer durchfahren wollen, um israelische Häfen zu
erreichen, unabhängig von ihrer Nationalität.
Jedes Schiff, das die jemenitischen Warnungen ignoriert, wird
militärisch behandelt, ohne Rücksicht auf Verluste und Konsequenzen.
Jemen ist bestrebt, die Sicherheit der internationalen Schifffahrt für
alle Schiffe in der Welt zu gewährleisten, mit Ausnahme derjenigen, die
israelische Häfen anlaufen wollen – dies ist verboten. Die Tatsache,
dass mehrere internationale Unternehmen ihre Schifffahrtsrouten geändert
haben, wird als Erfolg für den Jemen gewertet, denn das bedeutet, dass
wir das Hauptziel der Maßnahme erreichen konnten: die Verhängung einer
wirtschaftlichen Seeblockade gegen Israel.
Alle angegriffenen Schiffe waren mit Israel verbunden. Die hohen
Transport- und Versicherungsgebühren für die internationale Schifffahrt,
die eine Folge dieser Operation sind, sind darauf zurückzuführen, dass
Israel den Frieden ablehnt und sich weigert, seine Verbrechen gegen den
Gazastreifen einzustellen. Die internationale Schifffahrt im Roten Meer,
im Arabischen Meer und im Bab al-Mandab ist in jeder Hinsicht sicher. Es
ist keine einzige Beschwerde eingegangen, und alle von Jemen
durchgeführten Maßnahmen gegen Schiffe, die sich weigerten, den
Warnungen der jemenitischen Armee Folge zu leisten, sind dokumentiert.
/Die Huthi-Angriffe haben nicht nur den Handel beeinträchtigt, sondern
auch die Lieferung von humanitärer Hilfe in der ganzen Welt. Glauben
Sie, dass dies gerechtfertigt ist?
/
Die Seeoperationen haben keine direkten Auswirkungen auf den Welthandel,
sondern nur auf Unternehmen, die im Hinblick auf das Handelsvolumen eine
bedeutende Beziehung zu Israel haben. Diese Unternehmen werden
sicherlich von den Ereignissen im Roten Meer betroffen sein, wenn sie
israelische Häfen anlaufen. Was die Unternehmen betrifft, die andere
Häfen anlaufen, so gibt es für sie keine Probleme, auch wenn sie starke
Verbündete Israels sind.
Unser Ziel ist klar, die Dimensionen der Operation sind klar. Es ist
unzutreffend zu sagen, dass die Lieferung von Hilfsgütern weltweit
beeinträchtigt wurde: Der Anteil des Welthandels über das Rote Meer
beträgt etwa 13 Prozent des Welthandelsvolumens, die Route bedient einen
höheren Prozentsatz von Ländern in Europa, Nordafrika und dem Roten
Meer. Israelische Schiffe sind die einzigen Schiffe, die keine
humanitäre Hilfe transportieren, und die arabischen Länder der Region
akzeptieren keine Hilfe aus Israel. Daher ist die Menge der betroffenen
humanitären Hilfe vernachlässigbar. Selbst die
Weltgesundheitsorganisation und die Welternährungsorganisation haben das
nicht erwähnt.
*Abed al-Thaur warnt Militärkoalition im Roten Meer: „Die Folgen werden
unkalkulierbar sein“
*/Welche Waffen werden bei dieser Operation eingesetzt?
/
Land- und Seedrohnen, die für solche präzisen Operationen entwickelt
wurden, und intelligente und präzise Seeraketen, die gute Ergebnisse
beim Stoppen von Schiffen erzielten, sowie Hubschrauber bei einigen
Operationen wie bei dem israelischen Schiff „Galaxy Leader“ zusätzlich
zu anderen modernen Waffen, über die die jemenitischen Streitkräfte
verfügen. Der Jemen könnte gezwungen sein, weitere Mittel einzusetzen,
insbesondere wenn andere Parteien als Israel in die Konfrontation eintreten.
/Woher erhalten die Huthis diese Waffen und die Ausbildung?
/
Die derzeitige jemenitische Armee ist dieselbe wie die frühere Armee.
Sie ist seit Jahrzehnten im Besitz von Waffen und verfügt über
Militärschulen, von denen einige bereits vor mehr als 70 Jahren
gegründet wurden. Die Bewaffnung im Jemen, einschließlich ballistischer
Raketen, wurde von Russland, den USA, Frankreich, Italien und vielen
anderen Ländern geliefert. Nach der Revolution vom 21. September 2014
war die politische Führung bestrebt, Institute, Militärschulen und
Akademien im Bereich der militärischen Fertigung und Produktion zu
mobilisieren. Viele jemenitische Offiziere, Experten und Techniker haben
ihren Abschluss an den größten Universitäten, Akademien und Instituten
der Welt gemacht, und als sich der Jemen von der saudischen
Vormundschaft befreite, suchte er nach konkreten Alternativen, um das
Leistungsniveau und die Effizienz der Streitkräfte zu erhöhen und die
jemenitische Einheit zu stärken.
Am 22. Mai 1990 [/das ist der Tag, an dem die Demokratische
Volksrepublik Jemen mit der Arabischen Republik Jemen zur Republik Jemen
vereinigt wurde; Anm. d. Red./] wurden zwei Armeen zu einer vereinigt:
Die Armee des Südens repräsentierte das damalige sowjetische
Militärarsenal, die Armee des Nordens den Osten und Westen. In beiden
Fällen handelte es sich um professionelle Armeen, und das Aufkommen
hochwertiger Waffen ist heute eine natürliche Entwicklung.
/Welche Rolle spielt der Iran? Was ist seine Verbindung zu den Huthis?/
Der Iran ist das einzige Land, das dem Jemen politisch zur Seite steht
und alle Entscheidungen des Obersten Politischen Rates [/der
Huthi-Exekutive; Anm. d. Red./] in Sanaa unterstützt. Jemen pflegt seit
1960 enge Beziehungen zum Iran. Irans Haltung zu den USA und Israel hat
die Beziehungen gestärkt, die nur in den letzten Jahren der Herrschaft
von Ali Abdullah Saleh angespannt waren. Damals erhielt Sanaa seine
Diktate von den USA. Nach der jemenitischen Revolution und dem Sturz
Salehs wurden die bilateralen Beziehungen zum Iran wiederhergestellt und
entwickelten sich kontinuierlich weiter. Auch heute noch, trotz der
ungerechten Belagerung des jemenitischen Volkes und der Frage der
Unterstützung Sanaas mit Waffen.
Sanaa und alle dem Obersten Politischen Rat angeschlossenen
Gouvernements werden auf dem Land-, See- und Luftweg tödlich belagert.
Alle Schiffe, die im einzigen verbliebenen Hafen Jemens, dem Hafen von
Hodeidah, ankommen, werden einer sorgfältigen Kontrolle unterzogen, und
kein Schiff oder Marineschiff darf den jemenitischen Hafen oder die
Küste erreichen. Die Amerikaner versuchen, die Situation zu ihren
Gunsten auszunutzen und den Iran in alles, was mit Sanaa zu tun hat, so
weit hineinzuziehen, dass sie sich weltweit lächerlich gemacht haben.
/Die internationale Gemeinschaft versucht, Mittel und Wege zu finden, um
ihre Interessen im Roten Meer zu schützen, die USA wollen eine
internationale Koalition bilden. Wie werden Sie reagieren, wenn
internationale Containerschiffe von bewaffneten Militärschiffen
begleitet werden?
/
Die internationale Gemeinschaft sucht nicht nach Möglichkeiten, die
internationale Schifffahrt auf See zu schützen – die Vereinten Nationen
oder der Sicherheitsrat
<https://www.berliner-zeitung.de/topics/sicherheitsrat-der-vereinten-nationen>
haben ihren Segen nicht gegeben. Daher ist es nicht richtig, von einem
internationalen Bündnis zu sprechen, sondern von einem begrenzten
amerikanisch-europäischen Bündnis, das die Folgen militärischer Aktionen
im Roten Meer zu tragen hat, um den Jemen zu konfrontieren oder ihn an
der Umsetzung seiner Entscheidung und Politik gegenüber Israel zu hindern.
Der Jemen wird auf militärische Optionen zurückgreifen, die eine reale
Bedrohung für die amerikanischen Interessen im Roten und Arabischen Meer
und im Golf von Aden darstellen können, zusammen mit den Ländern, die
Amerika in diese illegale Allianz aufgenommen hat, die in erster Linie
Israel dient. Sie werden in ein Problem verwickelt sein, das in einem
Maße eskalieren kann, wie es sich die USA und die an dieser törichten
Aktion beteiligten Länder nicht vorstellen können. Die Folgen werden
unkalkulierbar sein und die Region und die Welt in eine Seekatastrophe
mit schlimmen Konsequenzen stürzen.
*Huthi-General al-Thaur: „Für uns ist Deutschland eine rote Linie“
*/Sind Sie nicht besorgt, dass die Operation zu Angriffen, zum Beispiel
durch die USA, im Jemen führen könnte?
/
Wir erwarten, dass die USA solche Angriffe auf unser Land durchführen,
und wir haben die Situation unter allen Aspekten einschließlich der
militärischen Situation vollständig untersucht. Die USA und ihre
Verbündeten, einschließlich Saudi-Arabien und die Emirate, werden alle
Konsequenzen der amerikanischen Dummheit tragen. Das Recht, mit all
unseren Fähigkeiten zu antworten, ist uns garantiert, insbesondere in
Anbetracht der Tatsache, dass unsere Nachbarländer amerikanische
Stützpunkte auf ihrem Gebiet haben.
/Es werden Befürchtungen geäußert, dass sich der Krieg im Gazastreifen
zu einem regionalen Krieg ausweiten könnte. Glauben Sie, dass dies den
Interessen der Huthis dienen würde?
/
Wir erwarten, dass sich ein regionaler Krieg entwickeln wird, da die
internationale Gemeinschaft nicht in der Lage ist, Israel von seinem
Vorgehen gegen Gaza abzuhalten. Die Ausweitung des Kriegskreises durch
den Eintritt Amerikas und anderer Parteien wird zu einem regionalen
Krieg führen, der im Moment niemandem nützt. Vielmehr wird es dadurch
schwierig, Israel zu schützen und zu verteidigen, und die Möglichkeiten,
dass andere Länder in den Krieg gegen Israel und die USA eintreten,
werden zunehmen. Die USA sind nicht mehr der einzige Pol in der Welt. Es
gibt andere Pole, die ein Interesse daran haben, die USA in den Konflikt
um den Jemen und das Rote Meer hineinzuziehen.
/Deutschland ist eines der Länder, dessen Schiffe und Interessen bedroht
sind, obwohl es nicht in den Krieg gegen Gaza verwickelt ist. Wie lautet
Ihre Botschaft an die Bundesregierung?
/
Wir haben seit mehr als 70 Jahren starke Beziehungen zu Deutschland.
Selbst unter den schwierigsten Umständen hat Deutschland dem Jemen immer
zur Seite gestanden und alle seine Aktivitäten unterstützt – das
schließt auch militärische Ausbildung und Unterstützung ein. Heute ist
es mit den USA verbündet. Das beunruhigt uns, denn wir haben uns nicht
vorstellen können, dass Deutschland sich von den amerikanischen
Forderungen täuschen lässt, die es [/in die Militärkoalition; Anm. d.
Red./] im Roten Meer hineinziehen sollen.
Für uns ist Deutschland eine rote Linie und wir wollen nicht, dass es in
einen Konflikt und Krieg verwickelt wird, an dem es kein Interesse hat.
Wir sind weiterhin sehr daran interessiert, unsere Beziehungen auf
höchster Ebene zu pflegen. Wir sind an deutschen Schiffen und am Handel
interessiert und hoffen, dass die bilateralen Handelsaktivitäten mit
Israel im Roten Meer eingestellt werden, um Druck auf Israel auszuüben.
Die nächste Etappe wird auch ein schwieriger Test für die deutsche
Position gegenüber dem Jemen sein: Ihre Haltung kann andere langfristige
Folgen haben. Wir bitten unsere Freunde in Deutschland, sich nicht mit
den USA in ein Problem einzumischen, das nur die USA und kein anderes
Land betrifft. Ich appelliere auch an Deutschland und sein Volk, unseren
Willen und unsere Rechte zu respektieren und sich nicht dazu verleiten
zu lassen, den Kreis des Hasses und der Abneigung gegenüber den in
Deutschland lebenden Arabern und Muslimen zu erweitern, denn dies wird
auf alle arabischen und islamischen Länder und alle Muslime in der Welt
zurückfallen, und das wünschen wir uns nicht.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.