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11.08.2024

Friedensaktivist Heinrich Bücker über seinen Strafprozess und Anfeindungen aus linken Kreisen

freedert.online, 11 Aug. 2024 12:00 Uhr, Von Felicitas Rabe

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat die Revision gegen das Urteil im Prozess gegen Heiner Bücker in zweiter Instanz zurückgezogen. Der Berliner Friedensaktivist wurde wegen vermeintlicher Unterstützung des "russischen Angriffskriegs" angezeigt. Er berichtet über seine Erlebnisse in einer gespaltenen Friedensbewegung.


Friedensaktivist Heinrich Bücker über seinen Strafprozess und Anfeindungen aus linken Kreisen© Felicitas Rabe


Friedensaktivist und Cafébetreiber Heinrich Bücker vor dem Coop Anti-War Café in Berlin, am 2. August 2024


Vor zwei Jahren, am 22. Juni 2022, hielt der Berliner Friedensaktivist Heinrich Bücker am 81. Jahrestags des deutschen Einmarsches nach Russland eine Rede vor dem sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park in Berlin. Die Berliner Friedenskoordination hatte die Gedenkveranstaltung organisiert, um an die Opfer des Unternehmens Barbarossa zu erinnern. Infolge seiner Rede wurde der Friedensaktivist von einem Rechtsanwalt bei der Berliner Staatsanwaltschaft wegen angeblicher Unterstützung von "Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine" angezeigt.


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Analyse

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Im April 2023 endete die erste Hauptverhandlung beim Amtsgericht Tiergarten mit einem Freispruch für Bücker. Auch bei der von der Staatsanwaltschaft beantragten Revisionsverhandlung, die am 26. Februar am Landgericht Berlin stattfand, wurde er freigesprochen. Bückers Rede sei vollumfänglich vom Recht auf Redefreiheit gedeckt, urteilte das Gericht. Die Staatsanwaltschaft war aber weiterhin der Überzeugung, der Betreiber des Berliner Friedenscafés habe einen "völkerrechtswidrigen Angriffskrieg" unterstützt. Insofern legte sie nach dem erneuten Freispruch in der 2. Hauptverhandlung nochmals Einspruch ein und beantragte eine weitere Berufungsverhandlung.


Freispruch für Heiner Bücker – Staatsanwaltschaft Berlin zieht Revisionsantrag zurück

Im Coop Anti-War Café in Berlin sprach RT am Donnerstag mit Heinrich Bücker über den überraschenden Ausgang des Gerichtsverfahrens und über die Situation der Friedensbewegung in Deutschland. Wie es denn nach dem erneuten Einspruch der Staatsanwaltschaft mit dem Verfahren weitergegangen sei, will die Autorin zunächst wissen. Nach der Revisionsverhandlung vor dem Berliner Landgericht sei ihm zunächst vom Gericht mitgeteilt worden, dass die Staatsanwaltschaft nochmals Widerspruch gegen den Freispruch erhoben habe. Anschließend habe er wochenlang weder von der Staatsanwaltschaft noch vom Gericht etwas gehört, erklärt der Friedensaktivist. Erst drei Monate später, im Juli, sei er vom Gericht benachrichtigt worden, dass die Staatsanwaltschaft ihren Revisionsantrag zurückgezogen habe. Eine offizielle Begründung für den Sinneswandel bei der Justiz habe er nicht erhalten.

Im Ergebnis würde somit das Urteil des Amtsgerichts Tiergartens rechtskräftig: Das Amtsgericht hatte ihn bereits im April 2023 vom Vorwurf der Unterstützung eines russischen Angriffskriegs freigesprochen. Das nunmehr rechtskräftige Urteil bedeute auch, dass er bezüglich seiner Rede bei der Gedenkveranstaltung im Treptower Park nicht mehr weiter angeklagt werden könne. Ob Bücker Vermutungen habe, was die Staatsanwaltschaft zur Rücknahme ihres Revisionsvorhabens gebracht haben könnte, fragt die Autorin. Da könne er nur nach Bauchgefühl spekulieren, so Bücker. Als ein möglicher Grund für den Sinneswandel der Staatsanwaltschaft käme für ihn unter anderem ein Wechsel des Narratives beim Ukrainekrieg infrage:

"Die Stimmung schlägt gerade um, was den Ukrainekrieg betrifft. Selenskij will jetzt eine weitere Friedenskonferenz einberufen, zu der nach seiner Aussage auch Putin einberufen werden soll."

Inzwischen gäbe es immer wieder Berichte in zahlreichen Presseorganen, die eigentlich gegen Russland eingestellt seien, wonach die ukrainische Militärkampagne gegen Russland nicht so erfolgreich sei wie anfangs erwartet. Zudem könnte bei seinem Freispruch auch eine gewisse Prominenz eine Rolle gespielt haben, die er als Betreiber des Coop Anti-War Cafés habe. Durch zahlreiche Interviews zu seinem Strafverfahren sei sein Bekanntheitsgrad noch verstärkt worden. Schließlich habe der ehemalige US-amerikanische CIA-Analyst Ray McGovern seinen Fall im Jahr 2023 auf Initiative von Russland sogar in einer Rede vor dem UNO-Sicherheitsrat erwähnt.

Bückers Kommentar zu weiteren US-Raketenstationierungen in Deutschland

Deutschland sei maßgeblich an den geplanten US-Raketenstationierungen beteiligt, weil deutsche Politiker dies zuließen, so Bücker. Sollten die neuen US-Raketen und Marschflugkörper tatsächlich bis 2026 in Deutschland stationiert werden, dann verkürze sich die Vorwarnzeit für die russische Raketenabwehr auf nur wenige Minuten. Bücker erläutert die deutsche Beteiligung:  

"Und damit beteiligt sich auch Deutschland skandalöserweise nach dem schrecklichen Zweiten Weltkrieg an einer solchen Provokation."

Die Kriegsgefahr wachse durch die neuen US-Raketenstationierungen ins Unermessliche. In der Konsequenz werde es auch dazu führen, dass Russland wahrscheinlich keinerlei Beziehungen mehr mit Deutschland aufbaue. Dazu käme noch die eskalierende Kriegsgefahr aufgrund der geopolitischen Lage im Mittleren Osten, wo die Bundesregierung auch noch den Genozid der zionistischen Israelis an den Palästinensern unterstützen.

Wie bewertet der Berliner Friedensaktivist aktuell die deutsche Friedensbewegung?

Die Friedensbewegung sei zum einen sehr geschwächt und zum anderen sehr gespalten. Obwohl er sich als linker Aktivist verstehe, habe er mittlerweile sehr viel Ärger aus seinem politischen Umfeld. Von großen Teilen der Linken werde ihm vorgeworfen, einen "russischen Angriffskrieg in der Ukraine" zu unterstützen. Insbesondere käme der Vorwurf auch von den Teilen der Linkspartei, die Russland als Feind betrachteten. Der Konflikt ginge mittlerweile so weit, dass ihm auch schon die Glasscheibe der Cafétüre zerstört und sein Lokal von außen mit Schmierereien verunstaltet worden sei.

Warum teilt Heiner Bücker das Narrativ "eines russischen Angriffskriegs" nicht?

Als Betreiber des Coop Anti-War Cafés vermittle er all seinen Gästen, dass er weder gegen Russland noch gegen China eingestellt sei. Von Anfang an mache er jedem Café-Besucher zudem deutlich, dass er für die Unterstützung des Globalen Südens und für die Unterstützung Palästinas sei. Und er halte nicht mit seiner Meinung hinterm Berg, wonach in der Ukraine große Teile des Machtapparats beim Militär, bei der Polizei, sowie in Politik und Verwaltung Neonazis seien. Als Beispiel führt Bücker an:

"Ukrainische Neonazis sind dafür verantwortlich, dass mindestens seit 2014 in der Ukraine Hunderte von Denkmälern für Bandera und andere faschistoide Persönlichkeiten errichtet wurden. Das habe ich in meiner Rede am 22. Juni 2022 ausführlich erläutert."

Seiner Meinung nach entspräche diese Nazi-Verehrung aber nicht der Haltung der Mehrheit der ukrainischen Bevölkerung. Viele Ukrainer versuchten inzwischen, sich der Rekrutierung zu entziehen, und es gebe immer stärker werdenden Widerstand gegen die Maßnahmen der Regierung. Aber dies würde in Deutschland kaum zum Thema gemacht. Im Coop Anti-War Café würde man darüber sprechen. Der Friedensaktivist betont:

"Das Coop Anti-War Café ist einer der wenigen Orte in Berlin, wo diese Zustände in der Ukraine offen thematisiert werden und wo es eine offene prorussische Haltung gibt."

Wie erklärt Heinrich Bücker den Einmarsch Russlands in die Ukraine und den Wechsel der Donbass-Republiken nach Russland?

Der Einmarsch der Russen in die Ukraine sei vom Westen bewusst provoziert worden, so Bücker. Kurz vor dem Einmarsch der Russen in die Ukraine konstatierten sogar die Mitarbeiter der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) ganz offiziell, dass 10 Tage vorher der Beschuss seitens der ukrainischen Armee auf die Ostukraine um ein Zigfaches erhöht wurde. Infolge dieses massiven Beschusses habe Russland die Donbass-Republiken als von der Ukraine unabhängige Staaten anerkannt.

Anschließend sei im Schnellverfahren ein gegenseitiges Beistandsabkommen beschlossen worden. Per Volksabstimmung hätten sich die Bürger von Donezk und Lugansk dann mehrheitlich für den Beitritt ihrer Länder zu Russland entschieden. Dem Beitrittsansinnen wurde vonseiten des russischen Parlaments nur wenige Tage vor dem militärischen Konflikt zugestimmt. Der weitere Beschuss des ukrainischen Militärs auf den Donbass habe ab dann für die Russen als Angriff der Ukraine auf Russland gegolten. Dagegen habe sich Russland zur Wehr gesetzt. Bücker fasst zusammen:

"Sodass man den sogenannten Einmarsch Russlands vielleicht sogar als russische Verteidigungsmaßnahme bewerten könnte."

Vor der Militäraktion habe der russische Präsident Wladimir Putin den Westen mehrfach aufgefordert, sich zu besinnen und keine Roten Linien zu überschreiten. An der Stelle erinnert Bücker auch noch einmal daran, dass der ehemalige russische Präsident Michael Gorbatschow bereits direkt nach dem Mauerfall erklärt hatte, die NATO dürfe nicht einen Zentimeter nach Osten ausgedehnt werden. Schließlich hätten die Ukraine und Russland bereits Ende April 2022 ein unterschriftsreifes Friedensabkommen ausgehandelt und es hätte nur noch von den Präsidenten Putin und Selenskij unterzeichnet werden müssen. Aber dann sei der britische Premier Boris Johnson umgehend nach Kiew geflogen und habe den Ukrainern erklärt, sie sollten weiterkämpfen.


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Info: https://freedert.online/inland/214959-friedensaktivist-heinrich-buecker-ueber-seinen


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11.08.2024

Ukrainischer Überfall auf Kursk: Der Krieg um die Existenz Russlands tritt in eine neue Phase

freedert.online, 11 Aug. 2024 07:00 Uhr,Von Oleg Jassinski

Der Durchbruch ukrainischer Truppen in das Gebiet Kursk ist nicht lediglich eine weitere Provokation, meint Oleg Jassinski. Mit ihr beginnt eine neue Phase des westlichen Plans der Zerstörung Russlands. Die ukrainischen Soldaten begreifen dabei nicht, dass sie gegen ihre eigene Zukunft kämpfen.


Ukrainischer Überfall auf Kursk: Der Krieg um die Existenz Russlands tritt in eine neue PhaseQuelle: Sputnik © RIA Nowosti


Zerstörungen in der Stadt Sudscha im Gebiet Kursk (06.08.2024)


Der Einmarsch regulärer ukrainischer Truppen in die Region Kursk ist keine Provokation, sondern der Beginn einer neuen Etappe des westlichen Projekts zur Zerstörung Russlands. Dazu gehört auch die Übergabe von F-16 an das Kiewer Regime, die in naher Zukunft am Himmel auftauchen werden.

Für den Westen ist dies die ideale Form des "Beitritts" der Ukraine zur NATO: Kiew erfüllt alle ihm zugewiesenen militärischen Aufgaben auf eigene Kosten und zahlt sogar Darlehenszinsen, während niemand dem Land irgendetwas garantieren muss. Weil es töricht wäre, Todgeweihten irgendetwas zu garantieren.


Achmat-Kommandeur bezeichnet Kämpfe im Gebiet Kursk als "Entscheidungsschlacht"





Achmat-Kommandeur bezeichnet Kämpfe im Gebiet Kursk als "Entscheidungsschlacht"






Wenn wir von der vom Westen angestrebten Zerstörung Russlands sprechen, geht es nicht unbedingt um einen Stausee an der Stelle Moskaus oder um Konzentrationslager mit Gaskammern für seine Einwohner. Es würde dem Westen genügen, dort irgendeinen lokalen Selenskij an die Macht zu bringen, von denen der pseudopazifistische liberale Sumpf nur so wimmelt. Was passiert, wenn sie an die Macht gelangen, haben wir bereits gesehen.

Es geht nicht nur um die Verletzung der russischen Staatsgrenzen: Es geht um die Zerstörung aller Grenzen überhaupt, in einem Weltkrieg, in dem das Reden über "rote Linien" so naiv und unangebracht ist, als würde man an das Gewissen eines blutrünstigen Irren appellieren. Dieser Krieg richtet sich nicht nur gegen Russland und China, er richtet sich gegen alle, die nicht bereit sind, Teil eines einzigen räuberischen und unersättlichen Organismus zu werden, der Länder und Kulturen verschlingt, um sie zu Kot verwandelt wieder auszuscheiden.

Die ukrainischen Militärs, die an dem Überfall auf Russland beteiligt sind, begreifen nicht, dass sie gegen die letzte Chance kämpfen, ihr Land in einem wenigstens halbwegs bewohnbaren Zustand zu erhalten, womit nicht der unwahrscheinliche Einsatz von Atomwaffen durch Russland gemeint ist. Gemeint ist das Wirken der Konzerne Monsanto, BlackRock und anderer, die sich das ukrainische Territorium bereits zum großen Teil angeeignet haben und nun damit beschäftigt sind, es von überschüssiger Bevölkerung und Industrie zu befreien.


Bericht: Für Kriegsverbrechen berüchtigte Söldner aus Georgien kämpfen in der Region Kursk (Video)





Bericht: Für Kriegsverbrechen berüchtigte Söldner aus Georgien kämpfen in der Region Kursk (Video)





Falls es noch niemandem aufgefallen ist: Der Krieg in der Ukraine spielt sich nicht zwischen dem längst untergegangenen ukrainischen Staat und Russland ab, sondern zwischen seiner Zukunft als Eigentum und riesiges Labor globaler Konzerne und der Chance, als souveräner Staat zum menschlichen Leben zurückzukehren.

Russland befindet sich an der vordersten Front des Krieges mit dem mächtigsten und schrecklichsten Feind der Menschheit, und der gesamte, von der monströsen Dystopie noch nicht verschlungene Teil dieser Menschheit ist verpflichtet, es zu unterstützen. Nicht, weil jeder die russische Regierung mögen muss, sondern einfach, weil er als Nächstes auf dem Speiseplan steht. Jede Friedensverhandlung unter diesen Bedingungen wäre eine Kapitulation.

Oleg Jassinski (englische Transliteration: Yasinsky), ein aus der Ukraine stammender Journalist, lebt überwiegend in Chile und schreibt für RT Español sowie unabhängige lateinamerikanische Medien wie Pressenza.com und Desinformemonos.org. Man kann ihm auch auf seinem Telegram-Kanal folgen.


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RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

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Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.

Info: https://freedert.online/meinung/215156-ukrainischer-ueberfall-auf-kursk-krieg-um-existenz-russlands-tritt-in-neue-phase


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11.08.2024

Bremer Friedensforum - Veranstaltungstipp: "Sonst noch was?"

aus e-mail von newsletter bremerfriedensforum, 11. August 2024, 13:17 Uhr


Bremer Friedens­­forum


Zeit: 28.8.2024 19:00 Uhr

Ort: wird nach Anmeldung bekannt gegeben


„Sonst noch was?" – Das Bremer Friedensforum lädt ein  


Das Bremer Friedensforum bietet eine neue Veranstaltungsreihe an.


Die Idee:


Wir treffen uns abends und beschäftigen uns mit Themen und Inhalten, für die sonst oft keinen Platz ist. Zum Einstieg gibt es Vorträge, Filme oder auch Buchvorstellungen, danach ist Raum für gemeinsame Diskussionen.


Für den ersten Abend der Reihe laden wir ein zu einem „Hörkino“:


Wir werden uns gemeinsam den neuesten Podcast von Michael Lüders ( „Armageddon? Warum der Nahe Osten zu explodieren droht“  (https://michael-lueders.de/kategorie/aktuelles/) ) anhören und anschließend darüber sprechen – es geht also nicht nur um den Vortrag von Michael Lüders (den kann man sich auch bequem zu Hause anhören), sondern auch um den gemeinsamen Austausch danach.


Wann? Am Mittwoch, den 28.8. ab 19 Uhr


Wo? Das geben wir den Menschen, die sich angemeldet haben, rechtzeitig bekannt – jedenfalls wird es in Bremen-Stadt stattfinden.


Wir bitten um vorherige Anmeldung per Mail an 


info@bremerfriedensforum.de  (mailto:info@bremerfriedensforum.de)


da wir noch nicht einschätzen können, wie groß diese Treffen werden.


Und wer zukünftig per Extra-Newsletter über die nächsten Veranstaltungen der Reihe informiert werden möchte, schreibt uns das bitte an die gleiche Adresse.


 


Zur Website  (https://www.bremerfriedensforum.de/)


facebook  instagram 


Sie möchten uns etwas schreiben?

Schreiben Sie bitte an newsletter@bremerfriedensforum.de  (mailto:newsletter@bremerfriedensforum.de?subject=Bitte%20vom%20Newsletter%20abmelden)


 


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11.08.2024

Nachrichten von Pressenza: Nescafés «verantwortungsvolle» Kaffeebeschaffung

aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 11. August 2024, 7:30 Uhr


Nachrichten von Pressenza - 11.08.2024


Nescafés «verantwortungsvolle» Kaffeebeschaffung


Nestlé, der weltgrösste Kaffeekonzern, verspricht, ab 2025 nur noch «verantwortungsvoll» beschafften Kaffee zu verkaufen. Der 2010 lancierte Nescafé Plan soll weltweit das Leben von Hundertausenden Kaffeebäuerinnen und -Arbeitern verbessert haben. Ein neuer Public Eye Bericht zeigt auf: In Brasilien und&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/08/nescafes-verantwortungsvolle-kaffeebeschaffung/


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Die Zukunft schimmert im humanen Rot!


Innerhalb und außerhalb Deutschlands herrscht Unruhe und auch Angst bei den Parteien und in der Bevölkerung. Der Bundeskanzler spricht von einer Wendezeit, ohne offen zu sagen, was sich ändert. In Deutschland stagniert die Wirtschaft, die Lebenslage der Bevölkerung hat sich&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/08/die-zukunft-schimmert-im-humanen-rot/


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Die Friedensstatue ARI: Ein universelles Denkmal über die Ehrung der &#8218;Trostfrauen&#8216; hinaus


In der aktuellen Debatte um die Friedensstatue Ari in Berlin-Mitte steht das Schicksal der Überlebenden des „Trostfrauen“-Systems und anderer Opfer sexualisierter Gewalt im Mittelpunkt (Pressenza informiert). Der Korea Verband setzt sich vehement für den Erhalt dieses bedeutenden Denkmals ein, das&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/08/die-friedensstatue-ari-ein-universelles-denkmal-ueber-die-ehrung-der-trostfrauen-hinaus/


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Gemeinsame Kundgebung am Roma Holocaust Gedenktag vor dem Eingang des Denkmals


Wir rufen auf zum gemeinsamen Protest für den Erhalt unseres Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas! Unser Denkmal ist durch den geplanten Bau einer S-Bahnlinie massiv bedroht. Das Denkmal erinnert an den Völkermord an 1,5 Millionen&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/08/gemeinsame-kundgebung-am-roma-holocaust-gedenktag-vor-dem-eingang-des-denkmals/


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Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


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10.08.2024

Video Link zu unserer Mahn -und Gedenkveranstaltung am 06.08. an der Weltfriedensglocke im Volkspark Friedrichshain

aus e-mail von friedensglockengesellschaft@web.de, vom 9. August 2024, 12:10 Uhr


Liebe Mitstreiter,


anbei der Link zu unserer jährlichen Mahn- und Gedenkveranstaltung für die Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki an der Weltfriedensglocke im Volkspark Friedrichshain.


Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an unseren Kameramann Alexej, der wieder in einer hervorragenden Qualität diese Aufzeichnungen für uns erstellt und zeitnah zur Verfügung gestellt hat.


Link zur Gesamtveranstaltung:


https://youtu.be/cCz-bS3kr7k


und der OKV-Seite:


https://youtu.be/cCz-bS3kr7k


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10.08.2024

Was der Ukraine-Krieg mit dem in Vietnam gemeinsam hat

transition-news.org,  10. August 2024 von TG. (Tilo Gräser)

Der Westen und voran die USA begehen in der Ukraine wie im Vietnam-Krieg die gleiche Torheit, «sich knietief in einen langwierigen Konflikt zu stürzen, ohne eine realistische Siegestheorie zu haben». Das stellt der Politikwissenschaftler Mark Episkopos fest und warnt zugleich vor den Folgen.


Der Westen steht mit seinem Versuch, Russland in der Ukraine zu schlagen und damit grundlegend zu schwächen vor einem Scheitern und einer Sinnkrise. Das werde «nicht durch unzureichende Ressourcen oder nachlassenden politischen Willen, sondern durch eine unklare Siegestheorie ausgelöst».

Das schreibt der Politikwissenschaftler Mark Episkopos vom Quincy Institute for Responsible Statecraft in Washington/DC in einem aktuellen Beitrag in dessen Online Magazin Responsible Statecraft. Darin setzt er sich mit den mutmaßlichen Zielen des US-geführten Westen bei der Unterstützung der Ukraine auseinander.

Es habe in der von den USA angeführten Koalition aus rund 50 Nationen «nie völlige Einigkeit» über die Ziele geherrscht, so der Politologe. Aber es sei klar gewesen, «dass das ursprüngliche Ziel darin bestand, die Ukraine durch eine Kombination aus militärischer Hilfe, Sanktionen und diplomatischem Druck in die Lage zu versetzen, das russische Militär entscheidend zu schwächen und potenziell zu besiegen«.

In der zweiten Hälfte des Jahres 2023 habe sich gezeigt, dass einige der Annahmen dabei nicht haltbar waren – «auch wenn viele Beobachter schon eine ganze Weile vorher die Alarmglocken läuteten». Dennoch sei dieser Ansatz auch nach drei Jahren noch das vorherrschende Paradigma für die Gestaltung des Krieges. Der Grund: Es gebe keine klar artikulierte Alternativstrategie.

Im Westen seien die entscheidenden Kräfte weiter überzeugt, dass die Ukraine mit der richtigen Waffenausstattung das Kräfteverhältnis zu ihren Gunsten verändern kann. Das habe mit Leopard-Panzern und Patriot-Raketensystemen angefangen, während jetzt die F-16-Kampfjets das Ziel erreichen sollen.

Doch laut Episkopos steht «die größere und wichtigere Frage, für welche Ziele diese Waffen eingesetzt werden sollten». Nach der gescheiterten ukrainischen Gegenoffensive 2023 werde Kiew vom Westen nun zu einer Verteidigungshaltung gedrängt. Das sei eine realitätsbedingte Abkehr von der vorherigen These, das ukrainische Militär verfüge über die notwendige Offensivkraft, um die russischen Streitkräfte vom eroberten Territorium zu vertreiben.

Dieser Ansatz gehe aber nicht weit genug, stellt der Politologe fest, angesichts der schweren militärischen, politischen, wirtschaftlichen und demografischen Faktoren, die auf und außerhalb des Schlachtfelds gegen die Ukraine wirken. Er verweist darauf, dass Personalausstattung und Feuerkraft die beiden «Währungen» seien, mit denen der Sieg in der Ukraine erkauft werden soll. Doch das ukrainische Militär sei mit einem gravierenden und wachsenden Defizit in beiden Bereichen konfrontiert.

«Das Land befindet sich in einer demografischen Abwärtsspirale, deren Behebung eine generationenübergreifende, gesamtgesellschaftliche Anstrengung erfordern wird, selbst wenn der Krieg heute beendet würde.»

Zudem sei jüngsten Umfragen zufolge «die eiserne Geschlossenheit der ukrainischen Bevölkerung hinter den Kriegszielen der Regierung fast verschwunden». Das habe zu neuem und unwillkommenem innenpolitischen Druck auf den Kiewer Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geführt, der sich aber für immun dagegen halte. Eine Mehrheit der Ukrainer befürwortet jetzt die Aufnahme von Friedensgesprächen mit Russland, was Selenskyj «faktisch verboten» hatte.

Aus Sicht von Episkopos sind die vorgeschlagenen Defensivstrategien «sogar noch gefährlicher als frühere maximalistische Pläne» im Jahr 2022, den Krieg zu gewinnen, indem man den Russen durch blitzartige Offensivmanöver einen vernichtenden Schlag versetzt. Mit der neuen Verteidigungsstrategie solle Zeit für Kiew gewonnen werden, «die es wahrscheinlich nicht hat». Auch könnten seine westlichen Partner es nicht mit den notwendigen Ressourcen ausstatten.

«In Form und Funktion ist dies eine Übung im Pfeifen auf dem Friedhof.»

Der Krieg könne «nicht einfach auf Autopilot geschaltet werden», indem die Offensivoperationen verschoben und in die Verteidigung investiert würde. Es gebe nicht nur eine starke Asymmetrie der latenten Macht zwischen Russland und der Ukraine, sondern auch und vor allem «die Asymmetrie der vitalen Interessen und des Eskalationspotenzials zwischen Russland und den westlichen Partnern der Ukraine».

Episkopos schreibt zur Debatte, ob die für die Ukraine negativen Tendenzen verlangsamt werden können oder nicht:

«Verlangsamt zu welchem Zweck? Wenn die Absicht darin besteht, mehr Zeit zu gewinnen, wofür ist dann die Zeit? Geht es darum, eine weitere groß angelegte Gegenoffensive vorzubereiten, um Russland aus dem Krieg zu drängen; Russland in einem Zermürbungskrieg langsam zu besiegen; oder die Kosten für Russland so zu erhöhen, dass der Kreml in Verhandlungen zu einigermaßen günstigen Bedingungen für die Ukraine und den Westen einwilligt?»

Die ersten beiden Annahmen seien «kaum realistischer» als alle «leichtfertigen Annahmen» in Bezug auf die Gegenoffensive 2023. Die dritte Annahme bezüglich der Verhandlungspositionen sei angesichts der beschriebenen Trends «bestenfalls zweifelhaft».

Die jüngste Berichterstattung über den Krieg habe gezeigt, dass die Ukraine die Frontlinie nicht halten kann und Gefahr läuft, eine noch größere Niederlage hinnehmen zu müssen. Doch diese weit verbreitete Erkenntnis scheine immer noch hinter einer Mauer aus politischen und militärischen Annahmen verborgen zu sein, die seit der zweiten Hälfte des Jahres 2022 nicht mehr aktualisiert wurden, so der Politologe.

Es werde kein «realistischer Endzustand» formuliert, «der die ukrainische Souveränität bewahrt und die Interessen der USA voranbringt». Mehr Militärhilfe für die Ukraine und zusätzliche Sanktionen gegen Russland würden zu oft als Ziele an sich und nicht als Instrumente zur Gestaltung der Ergebnisse auf strategischer Ebene behandelt.

Episkopos schreibt, dass in den USA eine «Art von dezentralem Techno-Optimismus» vorherrsche, der eine einzigartige unternehmerische, lösungsorientierte Kultur ermögliche, die die USA zu einem weltweiten Innovationsführer gemacht habe.

«Doch dieser technokratische Geist, der in allen möglichen kommerziellen und wissenschaftlichen Unternehmungen ein großer Segen ist, kann in eher obskurantistischen Angelegenheiten der Staatskunst, Geopolitik und Militärstrategie zu einer großen Belastung werden.»

Während des Vietnam-Krieges habe der «forsch selbstbewusste» Verteidigungsminister Robert S. McNamara für diesen technokratischen Geist gestanden. Doch er habe den «Nebel des Krieges» in Vietnam nicht durchdringen können, weil er von strategisch unsicheren Annahmen über die allgemeine Dynamik des Konflikts ausgegangen sei und sich weigerte, den Kurs an entscheidenden Punkten zu korrigieren. Der US-Politologe warnt:

«Die Variablen, die in der Ukraine eine Rolle spielen, sind zweifellos ganz andere, aber die potenzielle Torheit – sich knietief in einen langwierigen Konflikt zu stürzen, ohne eine realistische Siegestheorie zu haben – ist dieselbe, und es steht ähnlich viel auf dem Spiel.»

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10.08.2024

Pepe Escobar: Die Ewigen Kriege werden zum Krieg des Terrors

seniora.org, 10. August 2024, 10. August 2024 Von Pepe Escobar - übernommen von strategic-culture.su

Sowohl die Achse des Widerstands als auch das christlich-orthodoxe Russland müssen ihr Engagement verstärken. Radikal.


© Photo: Public domain










Dies ist eine sehr einfache Demonstration. Erlauben Sie mir bitte, nur zwei Exponate zu präsentieren, A und B.


Exponat A

Die verblüffende Bestätigung kam direkt vom stellvertretenden russischen Außenminister Rjabkow in einem recht aufschlussreichen Interview auf Rossiya TV. Rjabkow, ein äußerst kompetenter Mann, ist auch der führende russische Sherpa für BRICS+, der den Gipfel im kommenden Oktober in Kasan vorbereitet.

Im Wesentlichen hat der russische Geheimdienst herausgefunden, dass der kiewer Geheimdienst die gemeinsame Ermordung von Präsident Putin und Verteidigungsminister Belousov während der Parade zum Tag der Marine Ende letzten Monats in St. Petersburg vorbereitet hatte.

Rjabkow äußerte sich sehr zurückhaltend, da es sich um eine Angelegenheit der nationalen Sicherheit handelt, an der mehrere hochrangige Stellen beteiligt sind. Auf die direkte Frage, ob "eine Aktion bei der Hauptmarineparade" gegen Putin vorbereitet worden sei, äußerte sich Rjabkow nicht explizit: Er bestätigte lediglich das Vorhandensein "einer gewissen Verbindung mit dieser Art von Veranstaltung"   – so das russische Außenministerium.

Rjabkow bezeichnete diese von Kiew vorbereitete Provokation als eine "sehr beunruhigende" Episode, die im Zusammenhang mit "unseren internen Ereignissen geplant wurde, um maximalen Schaden anzurichten und den maximalen Medieneffekt zu erzielen, den sie brauchen".

Faszinierend ist, wie sich der Handlungsstrang entwickelt hat.

Normalerweise würden Bortnikow (FSB) oder Patruschew (Sonderberater Putins) den Hörer abnehmen und Burns von der CIA anrufen, um eine ernsthafte Erklärung zu verlangen.

In diesem Fall war die Sache viel knallhärter. Belousov selbst rief den Chef des Pentagon, den Waffenhändler Lloyd "Raytheon" Austin, an und forderte ihn unmissverständlich auf, die Kiewer Schläger an die Kandare zu nehmen   – sonst!

Stellen Sie sich nun vor, wie die Niederschrift der unverblümten russischen Botschaft lauten würde.

Wie Andrej Martjanow bemerkt hat, muss Belousow detailliert dargelegt haben, wie Kiew einfach aufhören würde zu existieren   – und zu gegebener Zeit "auch D.C.", wenn die Amerikaner beschließen würden, den Anschlag zu genehmigen.

Rjabkow verwies auch auf "einige andere Länder", die Teil des Pakets gewesen wären. Übersetzt: Briten und Polen.

Was uns diese kleine Geschichte sagt, ist, dass Moskau endlich zu begreifen scheint, dass man mit Terrororganisationen nicht vernünftig umgehen kann, außer ihnen höflich ins Gesicht zu sagen, dass sie, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, gnadenlos verbrannt werden.


Exponat B

Es geht um die kosmische Demenz, die das zionistische Projekt durchdringt.

Abgesehen von dem unschätzbaren Alastair Crooke, der alle darauf aufmerksam gemacht [auf deutsch hier] hat, was wirklich auf dem Spiel steht, haben nur wenige Menschen im kollektiven Westen eine Vorstellung von der "langen schwarzen Wolke", die, um Dylan zu zitieren, auf uns zukommen könnte.

Dies geht weit über die Tatsache hinaus, dass die Regierung in Tel Aviv "die Kontrolle über die extreme Rechte verloren hat".

Hier die wichtigsten Passagen eines Interviews mit Moshe "Bogie" Ya'alon, dem ehemaligen Stabschef der IDF und ebenfalls ehemaligen Verteidigungsminister.

"Wenn Sie über Smotrich und Ben Gvir sprechen: Sie haben einen Rabbiner. Sein Name ist Dov Lior. Er ist der Rabbi des jüdischen Untergrunds, der den Felsendom in die Luft jagen wollte   – und davor die Busse in Jerusalem. Und warum? Um den 'letzten Krieg' zu beschleunigen."

Übersetzung: Die beiden extremsten Mitglieder des Netanjahu-Kabinetts folgen demselben Rabbi, der die Al-Aqsa-Moschee sprengen will, um den jüdischen Tempel wieder aufzubauen, alle Palästinenser zu vertreiben oder zu töten und in einem kommenden Armageddon zu siegen.

Ya'alon bringt es dann auf den Punkt: "Dieses Konzept beruht auf der jüdischen Vorherrschaft: ‚Mein Kampf‘ (sic!) in umgekehrter Form". In diesem Fall "ein Krieg von Gog und Magog". Ya'alon fügt hinzu: "Das ist es, was in den Entscheidungsprozess der israelischen Regierung einfließt."

Der Hintergrund: In Tel Aviv, dem Hauptquartier eines völkermörderischen, siedler-kolonialen Konstrukts, diktiert eine eschathologische, extrem rabiate Sekte die Politik   – komplett mit einer massiven Bürgerwehr oder ineinandergreifenden Milizen von Hunderttausenden von Siedlern, die bis an die Zähne bewaffnet, unkontrollierbar und zu allem bereit sind, sogar zu Angriffen auf das Militär und den israelischen Staat selbst.

Es gibt keine Möglichkeit, mit diesem fanatischen Mob zu reden oder zu argumentieren. Es gibt nur eine einzige Möglichkeit, mit ihnen umzugehen. Und Tatsache ist, dass es die Achse des Widerstands nicht gibt   – noch nicht.


‚Mein Kampf‘ (sic!) in umgekehrter Form trifft auf die Achse des Widerstands

Die Exponate A und B machen deutlich, dass sich die "Ewigen Kriege" des Imperiums zu einem nahtlosen Krieg des Terrors* ausweiten, von Mini-Völkermorden innerhalb des größeren Völkermords in Gaza bis hin zu gezielten Serienmorden   – von Beirut bis Teheran und Angriffen auf Zivilisten von Belgorod bis Kursk.

Trotz aller Erwartungen der globalen Mehrheit, dass die Achse des Widerstands die talmudischen Psychopathen ernsthaft demütigen würde, erleben wir gerade das Spektakel der Perser, die ihre Beherrschung von Sun Tzu demonstrieren.

Psy-Ops, strategische Zweideutigkeit, Abwarten: Die Anwendung von Sun Tzu durch den Iran ist einwandfrei   – und treibt die talmudischen Psychos und ihre Ermöglicher in den Wahnsinn.

An der ukrainischen Front könnte derweil ein neues Gefühl der Dringlichkeit unvermeidlich werden. Dmitrij Medwedjew hat, unplugged wie nie zuvor, den Ton angegeben: Von nun an sollte es keine Grenzen mehr geben:

"Von nun an muss die SMO einen offen extraterritorialen Charakter annehmen. Es handelt sich nicht mehr nur um eine Operation zur Rückgabe unserer offiziellen Territorien und zur Bestrafung der Nazis. Wir können und müssen in die Gebiete der noch existierenden Ukraine gehen. Nach Odessa, nach Charkow, nach Dnepropetrowsk, nach Nikolajew. Nach Kiew und weiter. Es sollte keine Einschränkungen im Sinne von irgendwelchen Grenzen des ukrainischen Reiches (SIC!) geben, die von irgendjemandem anerkannt werden. Und darüber können und müssen wir jetzt offen reden, ohne Peinlichkeiten und diplomatische Knicks. Die terroristische Operation der Banderiten muss dieses Thema enttabuisieren. Alle, auch die englischen Bastarde, sollen wissen: Wir werden erst aufhören, wenn wir es für akzeptabel und vorteilhaft für uns halten."

Wir nähern uns also schnell dem "Zeig mir Dein Geld"-Cliffhanger**. Sowohl die Achse des Widerstands als auch das christlich-orthodoxe Russland müssen die Sache beschleunigen. Und zwar radikal. Andernfalls könnten die miteinander verflochtenen Kriege des Terrors auf bedrohliche Weise unkontrollierbar werden.

Quelle: https://strategic-culture.su/news/2024/08/10/the-forever-wars-go-full-war-of-terror/
Die Übersetzung besorgte Andreas Mylaeus

__________________

Anmerkung des Übersetzers:

* statt: “Krieg gegen den Terror”

** Der deutsche Begriff für "Cliffhanger" ist "offenes Ende" oder "spannendes Ende". Der Begriff "Cliffhanger" wird allerdings oft auch im Deutschen verwendet, besonders in der Medienbranche. Ein "Cliffhanger" bezeichnet eine dramatische Situation am Ende eines Kapitels, einer Folge oder eines Films, bei der die Handlung bewusst an einem spannenden Punkt unterbrochen wird, um das Publikum in Spannung zu halten und neugierig auf die Fortsetzung zu machen.


Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acymailing&ctrl=url&subid=3998&urlid=6127&mailid=2301


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

10.08.2024

Ungarischer Militärexperte: Kiew ist stellvertretender Vollstrecker Washingtons

nachdenkseiten.de, 21. Dezember 2023 um 11:00 Ein Artikel von Éva Péli

Für den ungarischen Oberst István Resperger besteht die Chance auf Frieden in der Ukraine dann, wenn sie bankrottgeht. In einem Interview mit den NachDenkSeiten analysiert der Militärexperte die aktuelle Phase des russisch-ukrainischen-Konflikts, die Bedeutung der Waffenlieferungen für den Verlauf des Krieges und Ungarns Sonderposition zu dem Krieg und seine Sicherheitspolitik aus militärischer Sicht. Resperger ist Professor und Leiter des Szent-István-Sicherheitsforschungszentrums an der Ungarischen Universität für Agrar- und Biowissenschaften in Gödöllő. Das schriftliche Interview mit István Resperger führte Éva Péli.

Viele halten die NATO-Osterweiterung für die Ursache des Konflikts zwischen Russland und den Vereinigten Staaten beziehungsweise der NATO. Wie sehen Sie das?

Nach meiner Einschätzung stimmt es einerseits, dass sich der geopolitische Vorstoß der NATO nach Osten negativ auf die Sicherheitslage Russlands ausgewirkt hat. Mit dem Beitritt der Ukraine wäre Moskau etwa 400 bis 500 Kilometer von den Raketen in der Ukraine entfernt. Andererseits würde die sogenannte Pufferzone verschwinden, die die Russen zwischen der NATO und sich selbst aufrechterhalten wollten – wie Belarus und die Ukraine. Aus Russlands Sicht ist es wichtig, dass kein unmittelbares Nachbarland zu der Nordatlantischen Allianz gehört, und andererseits, dass die größeren NATO-Länder in diesen Gebieten keine strategischen Angriffsfähigkeiten haben, keine Raketen, Kampfflugzeuge und Flugabwehrraketensysteme stationieren können.

Die Situation wurde dadurch verschärft, dass die Sicherheitsbedenken Russlands selbst im Zusammenhang mit Putins Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2007 beiseitegeschoben wurden. Niemand hat diese Bedenken als real angesehen.

Hinzu kommt, dass der NATO-Russland-Rat und der NATO-Ukraine-Rat es versäumt haben, die Lage besser zu analysieren und zu bewerten und nach entsprechenden Schlussfolgerungen eine politische Vereinbarung und eine Zusammenarbeit zur Förderung der Sicherheitsinteressen Russlands und der NATO zu erreichen.

Harald Kujat, ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr und ehemaliger Vorsitzender des NATO-Militärausschusses, ist der Ansicht, der Krieg hätte vermieden oder zumindest nach sechs Wochen beendet werden können. Warum wurde der Friedensvertrag Ihrer Meinung nach Anfang April 2022 nicht unterzeichnet?

General Kujat war Dozent auf dem deutschen Generalstabskurs, den ich in den Jahren 2002 bis 2004 besucht habe. Ich stimme dem General zu, dass der Krieg früher hätte beendet werden können. Auch der Leiter der ukrainischen Verhandlungsdelegation sagte, dass es möglich gewesen wäre, den bewaffneten Konflikt im März/April 2022 zu beenden, wenn die Ukraine den neutralen Status gewählt hätte. Die USA benutzen Kiew als stellvertretende Kriegspartei, um die geopolitischen Ambitionen Russlands, die russische Wirtschaft und das russische Militär in eine äußerst verwundbare Lage zu bringen. Daher sind die Vereinigten Staaten für die Fortsetzung des Krieges eindeutig verantwortlich.

In Ihrem Vortrag „Im Osten nichts Neues“ sprechen Sie von einem Stellvertreterkrieg zwischen Russland und den Vereinigten Staaten. Sie verwenden eine Formulierung, die in den deutschen Medien selten zu hören ist: „Die Ukraine führt einen normalen Krieg gegen Russland.“ Bitte erklären Sie, was Sie damit meinen.

Ein Stellvertreterkrieg bedeutet, eine Organisation, eine terroristische Gruppe, eine bewaffnete Guerillagruppe, ein Land zu benutzen, um den eigenen nationalen Willen durchzusetzen. Die USA benutzen die Ukraine als Stellvertreter gegen die russischen Streitkräfte, um eine Konfrontation mit Russland selbst zu vermeiden. Die Ukraine hingegen ist eindeutig ein stellvertretender Vollstrecker der Vereinigten Staaten durch Land-, Luft-, See- und Cyber-Operationen, das heißt, sie führt den Krieg auf normale Weise gegen die Russische Föderation.


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Warum nimmt Ungarn im Vergleich zu vielen Ländern eine andere Position in Bezug auf die militärische „Hilfe“ für die Ukraine ein? Steht Ungarn damit allein da, und was sind die Folgen für das Land?

Unser Land hat den ungerechten, unerwarteten, brutalen und unverhältnismäßigen Angriff Russlands auf die unabhängige Ukraine seit dem ersten Tag des Krieges konsequent verurteilt. Die nationalen Interessen Ungarns verlangen jedoch, dass dem Krieg im Nachbarland mit erhöhter Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme auf die ungarische Minderheit in der Ukraine begegnet wird.

Ungarn hält seit Beginn des Krieges an seiner Verpflichtung fest, keine tödlichen Waffen an die Ukraine zu liefern und nicht zuzulassen, dass diese auf sein Territorium gebracht werden. Ungarn ist der Ansicht, dass der Konflikt auf diplomatischem Wege beigelegt und der Frieden in dieser Region aufrechterhalten werden sollte.

Grundsätzlich liefert Ungarn keine Waffen in Krisengebiete, da dies nicht zur Lösung des Problems beiträgt. Es gibt aber noch einen Grund, warum wir die Waffenlieferungen nicht unterstützen. Der Transport durch von der ungarischen Minderheit besiedelten Gebiete könnte angegriffen werden und die Bevölkerung ebenfalls Verluste erleiden. Unsere ungarische Minderheit hat in der Ukraine in der 128. Gebirgsjägerbrigade viele Männer verloren.

Der Position von Budapest haben sich bereits mehrere Länder angeschlossen, wenn auch nicht sofort. Die Tschechische Republik und die Slowakei haben ebenfalls die Waffenlieferungen an die Ukraine gestoppt. Allerdings hat Ungarn sämtlichen EU-Sanktionen zugestimmt.

Was bedeuten aus militärischer Sicht die Waffenlieferungen an die Ukraine? Hätte es für den Westen eine andere Möglichkeit gegeben, die Ukraine zu unterstützen? Was hätte dies für den Verlauf des Krieges bedeutet?

Bezüglich der Waffenlieferungen kann man sagen, dass die Ukraine in den ersten zwei Wochen eine militärische Niederlage erlitten hätte, wenn sie nicht die volle geheimdienstliche Unterstützung der USA für den Krieg erhalten hätte.

Was die Waffen betrifft, so bin ich der Meinung, dass einerseits alte Ausrüstung aus sowjetischer Produktion an die Ukraine geliefert wurde, andererseits wurde nur ein kleiner Prozentsatz von acht bis zwölf Prozent der modernen westlichen Ausrüstung an die Ukraine geliefert. Was die Flugabwehrraketen betrifft, so konnte die Fähigkeit, kritische Infrastrukturen zu verteidigen, Truppen zu schützen und die Hauptstadt zu verteidigen, nur mit den modernen westlichen Abwehrraketensystemen gewährleistet werden.


Am Anfang war es nur möglich, die alte russische Ausrüstung zu liefern, um damit kämpfen zu können, oder die russische Ausrüstung mit der entsprechenden Munition der Flugabwehrraketensysteme vom Typ Haubitze auszurüsten.

Außerdem war die Ausbildungszeit war kurz. Die Soldaten konnten die Kampfeinsatzverfahren nicht vollständig erlernen. Der Einsatz westlicher Waffen erforderte eine Ausbildung in Westeuropa, wo die Panzersoldaten in der Regel fünf bis acht Wochen lang geschult wurden – in den USA dauert die Ausbildung in der Regel fast ein halbes Jahr (25 Wochen). Das Training für Flugabwehrraketensysteme dauerten zwei bis drei Monate, während in den USA am PATRIOT-System von einem halben Jahr bis elf Monate geübt wird. Die Ukrainer haben die Waffen auch deswegen nicht früher erhalten, damit die moderne Ausrüstung nicht zu früh in russische Hände fiel.

Auch im Bereich der Logistik gibt es zahlreiche Mängel. Siehe die Panzerhaubitze 2000, die in den ersten Tagen zerstört wurde, weil zu viele Geschosse abgefeuert wurden und ihre Software versagte.

Das nächste Problem mit der abgegebenen Ausrüstung ist, dass die westlichen Länder keine Simulationssysteme für die Ausbildung zur Verfügung gestellt haben – damit die Soldaten die Techniken und Methoden an diesen Geräten noch schneller und präziser erlernen können. Dies ist heute bei Panzern, Artillerie, gepanzerten Mannschaftstransportern und Flugabwehrgeräten undenkbar.

In Deutschland wird der Ukraine-Krieg häufig in Verbindung mit dem Adjektiv brutal verwendet: „Russland führt einen brutalen Krieg gegen die Ukraine.“ Ist dieser Krieg unmenschlicher und brutaler als andere Kriege?

Wir befinden uns jetzt in der Phase 5 des Krieges, im sogenannten Zermürbungskrieg. Der dauert schon sehr lange an, und die Frontlinien haben sich kaum bewegt. Die ukrainische Gegenoffensive ist ins Stocken geraten, die Hauptrolle spielen die Artillerie- und Luftangriffe sowie die Raketenangriffe der russischen Seite. Kiew versucht, ihre Langstreckenraketen mit einer Reichweite von 300 Kilometern aus dem Westen und ihre Raketen der HIMARS-Serie (Anm. der Red.: ein leichtes Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesystem auf Lastwagenfahrgestell des Herstellers Lockheed Martin) mit einer Reichweite von 80 Kilometern einzusetzen.

Das Wort brutal bezieht sich eindeutig auf die Zahl der Opfer und die Qualität der Verluste. Dieser Krieg fordert oft 600 bis 1.000 Tote pro Tag, nimmt damit nach dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg sowie dem Vietnamkrieg den vierten Platz bei den täglichen Verlusten ein. Das zeigt die Unmenschlichkeit und Brutalität dieses Krieges.

Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock wollte „Russland ruinieren“. Heute ist Russlands Armee viel stärker als vor 2022. Auch seine Wirtschaft ist trotz der Sanktionen stärker geworden. Gab es eine realistische Grundlage für diese Aussage Baerbocks?

Nach den Erfahrungen der Weltgeschichte erreichten Sanktionen wie die gegen den Iran, den Irak oder Nordkorea ihre Ziele nicht. Das sanktionierte Land hat in der Regel durch ein drittes Land die Instrumente erhalten, die es zum Überleben in dem Konflikt braucht, um seine militärischen Ziele zu erreichen.

Russland haben die Sanktionen wirtschaftlich keineswegs ruiniert. Seine Erdöl- und Erdgasexporte, die aus Europa verdrängt wurden – Letztere sind im letzten Jahr um 84 Prozent zurückgegangen –, konnten auf neue Märkte in Indien, China, Pakistan beziehungsweise in andere Länder über Indien und andere Wege exportiert werden. Es war nicht realistisch, dass Russland vernichtet werden könnte. Es produziert immer noch 100 Panzer, 60 bis 100 Raketen pro Monat und setzt monatlich 150 bis 200 Artilleriegeschütze an der Frontlinie ein. Es zeigt, dass Russlands Wirtschaft die Sanktionen während des Krieges überstanden und seine eigene Rüstungsindustrie angekurbelt hat.


Ende August sagten Sie in einem Fernsehinterview in Ungarn, dass „dieser Krieg für alle verloren ist. Laut Experten wird es ab September einen Waffenstillstand geben.“ Dies ist nicht eingetreten. Wie sehen Sie die Situation jetzt?

Basierend auf bisherigen Erfahrungen im Krieg, auf den operativen Fähigkeiten der Kriegsparteien, ihren Mobilisierungsfähigkeiten, schätzte ich als Experte Ende September als das Datum ein, an dem die Parteien angesichts des Wetters, des Personals und der zur Verfügung gestellten technischen Ausrüstung nicht in der Lage sein werden, eine größere Offensive durchzuführen. Ich könnte dies auch damit begründen, dass die Ukraine bis zum Ende der großen Gegenoffensive 290 Quadratkilometer an Territorium gewonnen hat, während Russland mit seinen verschiedenen kleineren Gegenoffensiven 350 Quadratkilometer an neuem Territorium gewonnen hat. Russland hat nun 17,84 Prozent des ukrainischen Territoriums besetzt (98 Prozent der Oblast Luhansk, 72 Prozent der Oblast Donezk, 73 Prozent der Oblast Saporischschja und 76 Prozent der Oblast Cherson).

Da die ukrainische Gegenoffensive ins Stocken geraten ist, sehe ich keine realistische Möglichkeit, dass die Ukraine mit neuen Kräften die 20 bis 40 Kilometer tiefen russischen Verteidigungslinien durchbrechen kann. Die Ukraine ist zwar in der Lage, kleinere Brückenköpfe in vom Russland besetzten Gebiet zu errichten, aber die zehn bis zwölf im Westen für die Offensive ausgebildeten Brigaden hat sie bereits aufgebraucht. Sie hat keine zusätzlichen Kräfte, um den Gegenangriff zu beleben oder die Verteidigungsanlagen zu durchbrechen.


In den letzten Wochen haben Sie gesagt: „Jetzt drückt Amerika ein Auge zu, wenn russisches Gebiet angegriffen wird.“ Nach Ansicht von General a.D. Kujat ist dies der Punkt, an dem die Situation wieder eskalieren könnte und die westlichen Kriegsparteien sowie die Ukraine sich zurückhalten sollten. Deutschland will jedoch die Hilfe für die Ukraine 2024 verdoppeln. Wie beurteilen Sie das?

Offensichtlich wird die Ukraine mit den Waffen angreifen, die ihr zur Verfügung stehen. Sie greift laufend die Halbinsel Krim, die Brücke von Kertsch und die Gebiete um Belgorod-Kursk auf russischem Territorium an, versucht, militärische Ziele in der Tiefe zu zerstören und hat mehrfach zivile Infrastrukturen getroffen und die Zivilbevölkerung gefährdet. Das Recht, dies in einem Krieg zu tun, hat sie, da Russland mit seinen neuen Raketensystemen das gesamte Gebiet der Ukraine angreift. Zuvor hatten die USA nur Angriffe auf ukrainischem Gebiet erlaubt. Die Ukraine kann mit dem HIMARS-System russische Kommandoposten und logistische Zentren in einer Reichweite von 80 Kilometern, mit STORMSHADOW-Raketen bis zu 150 und mit den ATACMS-Systemen Ziele in bis zu 300 Kilometern Entfernung zerstören.

Doch: Da nicht viele dieser Geräte zur Verfügung stehen, wird dies den Kriegsverlauf nicht verändern, denn 20 Raketen mit einer Reichweite von 300 Kilometern auf einer Frontlinie von 1.000 Kilometern können den Kriegsverlauf nicht entscheidend verändern. Daneben hat die Ukraine vor allem Selbstmorddrohnen – Unterwasser- und Überwasserdrohnen – erhalten, um auf russischer Seite entlang ihrer fast 900 Kilometer langen Küstenlinie im Asowschen Meer vor der Halbinsel Krim, Marinestützpunkte und Marineschiffe anzugreifen.

Ich denke, dass aus Deutschland eher Panzer des älteren Typs Leopard 1 A5 an die Ukraine geschickt werden. Eine größere Hilfe, wie das PATRIOT-System, ist eher unwahrscheinlich.

General a.D. Kujat hat den Eindruck, dass dies die letzte Phase ist, „bevor die Ukraine westliche Truppen und westliche Waffensysteme anfordert“. Teilen Sie diese Ansicht?

Meines Erachtens kann die Ukraine mit der Menge an Waffen, die sie erhielt, den Krieg nicht auf eine höhere Eskalationsstufe bringen, auch nicht mit den zukünftigen F-16-Kampfflugzeugen. Aus meiner Sicht würden weder die NATO noch ein NATO-Land der Ukraine eigene Truppen zur Verfügung stellen: Dazu wäre ein Beschluss des UN-Sicherheitsrates erforderlich, der aber wegen des russischen Vetos nicht gefasst werden kann.

Was sind die Kosten eines Krieges? Können Sie einige Beispiele nennen? Und wer bezahlt sie?

Die Kosten des Krieges werden auf 300 bis 350 Millionen US-Dollar pro Tag geschätzt. Eine Javelin-Panzerabwehrrakete kostet 70 Millionen Forint (ca. 183.000 Euro), ein Stück Munition für den HIMARS-Raketenwerfer 60 Millionen Forint (ca. 157.000 Euro). Diese Preise zeigen, dass eine ganze Menge Geld ausgegeben werden muss. Die Versorgung von fast 350.000 Soldaten auf beiden Seiten mit Lebensmitteln, Trinkwasser, medizinischer Versorgung, Treibstoff und logistischen Hilfsgütern für einen Tag ist für beide Seiten eine Belastung. Bislang hat die Ukraine 347 Milliarden US-Dollar an Hilfe erhalten. Davon entfielen 94,7 Milliarden auf militärische Hilfe. 60 Prozent der Militärhilfe wurde von den USA bereitgestellt. Ich glaube, dass es auf Dauer nicht tragbar ist, dies beizubehalten, wenn sich die USA auf Taiwan und den Gazastreifen konzentrieren.


Sicherheit bedeutet mehr als militärische Verteidigung. Angesichts des massiven Anstiegs der Rüstungsproduktion scheint Sicherheit heute jedoch fast ausschließlich unter militärischen Gesichtspunkten betrachtet zu werden. Was ist der Grund für die Konzentration auf das Militär und die Rüstungsindustrie? Was bedeutet Ihrer Meinung nach Sicherheit?

Unter Sicherheit verstehe ich auch, dass wir in allen Dimensionen – politisch, wirtschaftlich, finanziell, cyber, militärisch – eine ausgewogene Rolle anstreben müssen, die es uns ermöglicht, den Interessen der Bevölkerung des Landes zu dienen. Dies erfordert eine militärische Kraft, die Ungarn ebenfalls aufzubauen beginnt, eine professionelle, junge militärische Kraft. Wir haben bereits 2016 begonnen, militärische Ausrüstung zu beschaffen, hauptsächlich aus Deutschland – wie den Leopard 2 A7 HU-Panzer, den Lynx-Schützenpanzer, die Panzerhaubitze 200, den Airbus Helikopter H-145M und H-245. Darüber hinaus ist Ungarn auch an der Produktion dieser Ausrüstungen interessiert. Rheinmetall hat im August 2023 seine neue Schützenpanzer-Fabrik in Zalaegerszeg eröffnet. In der hochmodernen Produktionsstätte wird zukünftig der Schützenpanzer Lynx hergestellt, einer der modernsten Schützenpanzer der Welt. Wir haben in Ungarn erreicht, dass wir zwei Prozent des BIP für die Streitkräfte und davon 30 Prozent für die Beschaffung ausgeben können. Wenn diese konsequent umgesetzt werden, kann die ungarische Armee einen Teil der militärischen Sicherheit gewährleisten, und in den anderen Bereichen muss der Staat dafür sorgen, dass alle Einwohner Ungarns in Sicherheit leben können.


Militärtechnische Anlagen in Ungarn – Quelle: Fáy (2021): i. m. 26.

Wie schätzen Sie die Chancen für einen Frieden ein, der nach vorliegenden Informationen bereits sechs Wochen nach dem Einmarsch der Russen möglich war?

Die Chancen für einen Frieden sind derzeit eher gering. Mittelfristig wäre ein Waffenstillstand ab März/April 2024 vorstellbar. Dem würden lange Verhandlungen folgen, während der Konflikt mit geringer Intensität, aber sehr starken Artillerieeinschlägen auf beiden Seiten weitergeht. Die Chance auf Frieden besteht dann, wenn die Ukraine bankrottgeht und niemand mehr die ukrainischen Militär- und Staatsausgaben finanziert. Auf russischer Seite, wenn sich die Lage an der Front deutlich ändert, aber das ist derzeit nicht absehbar.

Prof. Dr. István Resperger ist seit 2023 Professor und Leiter des Szent-István-Sicherheitsforschungszentrums der Ungarischen Universität für Agrar- und Biowissenschaften in Gödöllő.

Oberst Resperger hat eine militärische Laufbahn vom Panzerkommandanten bis hin zum Bataillonskommandeur. Von 2002 bis 2004 absolvierte er an der Hamburger Führungsakademie den Generalstabslehrgang, wo unter anderen General a. D. Harald Kujat Dozent war. In zahlreichen Vorträgen äußert er sich zu Fragen über die regionale und globale Sicherheitspolitik.


Die Grafiken sind von Prof. Dr. István Resperger.

Titelbild: Quelle – Prof. Dr. István Resperger


Mehr zum Thema: Stimmen aus Ungarn: Der Westen enttäuscht, Selenskyj nervös Stimmen aus Ungarn: Brüssel und das ukrainische Fass ohne Boden

„Europa spielt keine Rolle mehr“ – Ungarischer Politologe über Waldai-Klub 2023


Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik Interviews Militäreinsätze/Kriege

Schlagwörter:


Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=108582


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

10.08.2024

Friedenswahl in Ostdeutschland?


Berliner Zeitung 10.8.2024

<https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/ukraine-krieg-und-ostdeutschland-bsw-erteilt-tomahawks-klare-absage-li.2243070>


*Friedenswahl in Ostdeutschland? BSW will „Tomahawks klare Absage erteilen“


*Die Ostdeutschen lehnen die Stationierung von Mittelstreckenraketen aus

den USA ab. Werden die Landtagswahlen auch eine Abstimmung über Krieg

und Frieden?


/Von Simon Zeise


/Deutschland rüstet auf. 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr, zwei

Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Nato, und ab 2026 sollen

amerikanische Mittelstreckenraketen des Typs Tomahawk stationiert werden

– mit einer Reichweite von 2500 Kilometern können die Raketen Moskau

oder Sankt Petersburg erreichen.


In Ostdeutschland lehnt eine klare Mehrheit die Stationierung der

Tomahawk-Raketen ab. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage sprechen sich 74

Prozent der Ostdeutschen dagegen aus, dass die Tomahawk-Marschflugkörper

in Deutschland positioniert werden. Nur 23 Prozent der Befragten in

Ostdeutschland sind dafür. Die Ablehnung fällt im Osten erheblich klarer

aus als im Westen. Hier sagen 49 Prozent der Befragten nein zu den

Tomahawks, allerdings begrüßen 45 Prozent der Westdeutschen die

Entscheidung.


*Tomahawk-Stationierung in Deutschland: Russland könnte nuklear eskalieren


*Die Stationierung der amerikanischen Mittelstreckenraketen kann

weitreichende Folgen haben. „Moskau könnte angesichts der eigenen

Unterlegenheit im Kriegsfall nuklear eskalieren“, heißt es in einer

aktuellen Analyse

<https://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/alles-nur-routine-7655/

des IPG-Journals der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung. „Selbst

präemptive Schläge wären denkbar, sollte man im Kreml zur Ansicht

gelangen, dass konventionelle, aber präzise Abstandswaffen in Europa in

der Lage wären, die eigenen nuklearen Fähigkeiten zu bedrohen.“


Die Stationierung der Tomahawk-Raketen in Deutschland sei weder ein

militärisches Wundermittel ohne Risiken, noch alternativlos, heißt es in

der IPG-Analyse. „Doch während man in den USA derartige Fragen intensiv

und auch öffentlich diskutiert, werden diese hierzulande kaum

problematisiert.“


Das BSW hat diese Diskussion angestoßen. Insbesondere bei den

Landtagswahlen in Ostdeutschland rückt die Friedensfrage in den Fokus.

Sahra Wagenknecht hatte zuletzt erklärt, dass sich ihre Partei nur an

einer Landesregierung beteiligen werde, bei der sich der

Koalitionspartner zu Friedensverhandlungen in der Ukraine bekennt. „Wir

werden uns nur an einer Landesregierung beteiligen, die auch

bundespolitisch klar Position für Diplomatie und gegen

Kriegsvorbereitung bezieht“, sagte Wagenknecht Ende Juli der Deutschen

Presseagentur.


*BSW-Vorsitzende Mohamed Ali: „Keine Zustimmung für Rüstungsmilliarden“


*Damit hat das BSW den Nerv der Bevölkerung getroffen. Die

Zustimmungswerte der Partei steigen. Wagenknecht könnte die Partei aus

dem Nichts in drei Landesregierungen führen. Aber ist Wagenknechts

Friedensformel nicht nur Populismus? Über Krieg und Frieden wird

schließlich im Bund entschieden. Den Landesregierungen in Brandenburg,

Thüringen und Sachsen bleibt da nur die Zuschauerrolle.


Die Parteivorsitzende des BSW, Amira Mohamed Ali, sieht klare

Möglichkeiten, wie die Ministerpräsidenten in die Verantwortung genommen

werden können. „Wir wollen, dass die Länder sich im Bundesrat für

Frieden und Abrüstung einsetzen“, sagt sie im Gespräch mit der Berliner

Zeitung. Für eine Verlegung der Tomahawk-Raketen aus den USA ist das BSW

nicht zu haben. „Wir würden einer Stationierung von amerikanischen

Mittelstreckenraketen in Deutschland eine klare Absage erteilen“, sagt

Mohamed Ali.


„Deutschland ist aufgrund seiner zentralen geografischen Lage in Europa

die Drehscheibe für Marschbewegungen der Partnerstreitkräfte“, erklärt

das Bundesverteidigungsministerium. Doch in Ostdeutschland ist die

Kriegsgefahr unmittelbarer. Die bisher größte Nato-Übung Steadfast

Defender unter Beteiligung von 90.000 Soldaten fand im März im

angrenzenden Polen statt. Von Frankfurt an der Oder bis zur

Bundeswehrbrigade in Litauen sind es keine 1000 Kilometer.


Ostdeutschland wird immer mehr zum Militärumschlagplatz. Ein Sprecher

des Territorialen Führungskommandos der Bundeswehr sagte der Berliner

Zeitung: „Im Falle einer Verlegung an die Nato-Ostflanke ist eine gut

ausgebaute Infrastruktur notwendig, um Verlegungen effektiv

gewährleisten zu können. Die Bundeswehr hat ein großes Interesse, über

eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur der Bewegungsachse Ost–West

zu verfügen.“


Gegen die weitere Militarisierung der Gesellschaft könne man durchaus

vor Ort aktiv werden, sagt Mohamed Ali: „Im Bundesland selbst kann sich

eine Landesregierung dafür starkmachen, dass die Schulen und

Universitäten von militärischer Werbung und Forschung frei bleiben.“


In letzter Instanz ist Aufrüstung aber eine Frage des Geldes. Die

Rüstungsfinanzierung soll bei einer Regierungsbeteiligung des BSW auf

den Prüfstand. „Wir würden auch beim Haushalt genau hinschauen“, sagt

Mohamed Ali. „Für ein weiteres Milliardenpaket, das in Aufrüstung geht,

statt in unsere Schulen und Krankenhäuser, würde es keine Zustimmung von

einer BSW-Landesregierung geben.“


Rüstungsausgaben auf den Prüfstand? Die wirtschaftspolitischen

Positionen des BSW kommen nicht überall gut an. Der Lobbyverband „Die

Familienunternehmer“ hat eigens eine Broschüre

<https://www.familienunternehmer.eu/vor-ort/lb-sachsen/presse/pressemitteilungen/detail/article/familienunternehmer-mit-analysepapier-bsw-als-bunte-sozialistische-wundertuete.html

für – oder besser gesagt gegen – die Partei herausgebracht. „Das BSW

postuliert zwar, Leistung und individueller Fleiß müssten die Grundlage

für Wohlstand sein – doch bei Betrachtung der verschiedenen

BSW-Wahlprogramme scheint das nur eine Floskel zu sein“, heißt es darin.


*Thüringer Wirtschaft begrüßt einige Positionen im BSW-Wahlprogramm


*Der Lobbyvereinigung scheint die Friedensforderung Wagenknechts sauer

aufzustoßen: „Darüber hinaus fällt auf, wie sehr das BSW jegliche

Unterstützung der Ukraine ablehnt, mit der sich das Land gegen den

russischen Überfall wehrt. Dementsprechend fordert die Partei ohne

Rücksicht auf die Grenzen der Ukraine Frieden mit Russland, um so wieder

Zugang zu dessen Gasreserven zu bekommen.“ Mit einer Mischung aus

„unpräziser sozialistischer Wirtschaftspolitik und pragmatisch bis

konservativer Haltung in anderen Politikfeldern“ wirke das BSW wie eine

„Bunte Sozialistische Wundertüte“.


Doch in der ostdeutschen Wirtschaft klingt ein anderer Ton. Aus

Unternehmerkreisen in Thüringen fällt die Position zum BSW

differenzierter aus. Zahlreiche Positionen aus dem Programm für die

Landtagswahl würden in der Wirtschaft begrüßt, heißt es unter Thüringer

Unternehmern, die aber keine Wahlempfehlung abgeben und deshalb nicht

namentlich genannt werden wollen.


„Einige unserer Forderungen, wie zum Beispiel Bürokratieabbau,

Breitbandausbau, Digitalisierung und Modernisierung der Verwaltung,

Senkung von Energiepreisen, Aufgabenkritik und Förderregimeüberprüfung

in der Landesverwaltung sind im BSW-Programm aufgegriffen. Das

befürworten wir.“ Zuweilen bleibe das Programm aber noch unbestimmt.

Forderungen der Wirtschaft, wie Steuersenkungen für Unternehmen, fehlten.


„Unter den Mitgliedern und Unterstützern des BSW sind viele Unternehmer

und Selbstständige“, sagt die Parteivorsitzende Mohamed Ali der Berliner

Zeitung. „Gemeinsam kämpfen wir für eine starke Wirtschaftspolitik,

insbesondere für den Mittelstand. Wir wollen, dass unser Land durch

Wachstum und Wohlstand bekannt wird, statt durch Rezession und

Unternehmenspleiten oder -abwanderungen.“


Das Verhältnis zu Russland ist für das BSW auch eine wirtschaftliche

Frage. „Entscheidend für eine bessere ökonomische Aussicht sind

niedrigere Energiepreise und ein Ende der Sanktionspolitik“, führt

Mohamed Ali aus. Zudem brauche es staatliche Investitionen in die

Infrastruktur, die Entbürokratisierung der Verwaltung und eine

Qualifikationsoffensive für Menschen ohne Schulabschluss oder in

Arbeitslosigkeit. „Für diese vernunftgeleiteten Positionen in der

Wirtschaftspolitik erfahren wir auch im Landtagswahlkampf große Zustimmung.“


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

10.08.2024

Ostereuropa: immer weniger Rekruten

aus e-mail von Doris Pumphrey, 10. August 2024, 12.47 Uhr


Berliner Zeitung 9.8.2024

<https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/militaer-osteuropa-immer-weniger-junge-leute-wollen-fuer-ihr-land-sterben-warum-li.2243409>


*In Osteuropa wollen immer weniger junge Menschen für ihr Land sterben –

warum?

*/Von Raphael Schmeller


/Es ist eine paradoxe Situation: Obwohl die Aufrüstung in Osteuropa seit

Beginn des Ukrainekrieges auf Hochtouren läuft, haben die Länder der

Region derzeit große Schwierigkeiten, Nachwuchs für die Armee zu

rekrutieren.


Laut einem Bericht von Reuters verfehlt beispielsweise Tschechien seit

Jahren seine Rekrutierungsziele. Die Armeeeinheiten sind daher

unterbesetzt und können ihre Truppenstärke nicht aufrechterhalten.

General Karel Rehka, Oberbefehlshaber der tschechischen Streitkräfte,

spricht von einer problematischen Situation. „Wenn wir nichts gegen den

Personalmangel in der Armee unternehmen, kann das bedeuten, dass wir

nicht in der Lage sind, unseren Frieden zu bewahren und einen

potenziellen Feind abzuschrecken“, sagt Rehka zu Reuters. Im Jahr 2021

erreichten die Tschechen 56 Prozent ihres Rekrutierungsziels, 2022 waren

es immerhin 85 Prozent, so die jüngsten Armeedaten.


*Regierungen starten Marketingkampagnen und erhöhen Rekrutierungsprämien


*Mit diesem Problem sind die Tschechen nicht allein. In ganz Osteuropa

haben Länder Schwierigkeiten, neue Soldaten zu rekrutieren und erfahrene

Soldaten zu halten. Die Regierungen haben deshalb digitale

Marketingkampagnen gestartet und die Rekrutierungsprämien erhöht. Die

Arbeitslosenquoten in Osteuropa sind derzeit niedrig. Die große

Herausforderung besteht also darin, junge Menschen davon zu überzeugen,

sich für weniger Geld zu verpflichten, als sie in der Privatwirtschaft

verdienen könnten.


„Wir stehen vor Herausforderungen. Sie hängen damit zusammen, dass der

Arbeitsmarkt hier sehr umkämpft ist“, sagt Generalmajor Karol

Dymanowski, erster stellvertretender Generalstabschef der polnischen

Streitkräfte, gegenüber Reuters. In Polen erklären zwar Regierungs- und

Militärvertreter, dass sie ihre Rekrutierungsziele erreicht haben und

planen, die Rekrutierungsgrenzen zu erhöhen. Das Land versucht auch,

seine Verteidigungsausgaben auf fast fünf Prozent des BIP zu erhöhen,

und hat vor kurzem eine Rekrutierungskampagne mit dem Titel „Urlaub mit

der Armee“ gestartet, die Bürgern zwischen 18 und 35 Jahren eine

28-tägige militärische Grundausbildung anbietet.


Beobachter bezweifeln jedoch, dass das Ziel der Regierung, eine Armee

mit 300.000 Soldaten aufzubauen, realistisch ist. Aktuelle Daten des

polnischen Verteidigungsministeriums zeigen, dass die Zahl der Rekruten

zwar gestiegen ist, 2023 aber eine Rekordzahl von 9000 Berufssoldaten

aus dem Dienst ausscheiden wird.


Auch die ungarische Armee, die keine aktuellen Rekrutierungszahlen

veröffentlicht, hat eine Medienkampagne gestartet, um neue Soldaten zu

finden. Plakate, Anzeigen und eine Fernsehserie über das Militär, die

bis Ende 2024 ausgestrahlt werden soll, sollen in Ungarn die Suche nach

neuen Soldaten unterstützen.


In Rumänien hat die Regierung eine Rekrutierungskampagne gestartet,

nachdem jüngste Daten des Verteidigungsministeriums gezeigt hatten, dass

43 Prozent der Offiziersstellen und 23 Prozent der Stellen für Soldaten

und andere Berufssoldaten unbesetzt waren. Das südosteuropäische Land

verfügt über vier Patriot-Raketenabwehrbatterien, von denen jedoch nur

zwei einsatzbereit sind. Die Regierung in Bukarest hat mehrere

F-16-Kampfflugzeuge gekauft, verfügt aber nicht über genügend

ausgebildete Piloten, um sie zu fliegen.


*Osteuropa-Experte Libman: Hohe Opferzahlen in der Ukraine verschärfen

Rekrutierungsprobleme


*Wie ist es zu erklären, dass Osteuropa trotz des Ukrainekrieges und

beispielloser Anstrengungen der Regierungen mit derartigen

Rekrutierungsproblemen zu kämpfen hat? Für den Politikwissenschaftler

und Osteuropa-Experten Alexander Libman von der Freien Universität

Berlin ist „der Tatbestand, dass junge Leute ungern in einer modernen

Gesellschaft in die Armee ziehen, per se gar nicht verwunderlich“, wie

er der Berliner Zeitung erklärt. Das gebe es überall auf der Welt.


Die Frage sei nur, warum das auch in Osteuropa so sei, wo Politiker viel

über einen möglichen Angriff aus Russland reden. Libman sieht zwei

Erklärungen: „Zum einen kann es sein, dass die meisten doch davon

ausgehen, dass ein Angriff aus Russland sehr unwahrscheinlich ist, oder

sie setzen eher auf die nukleare Abschreckung der Nato.“ Zum anderen

könne es sich um ein sogenanntes Collective Action Problem handeln. Das

heißt: „Man glaubt zwar, jemand sollte das Vaterland verteidigen, will

aber nicht die Person sein, die es tut“, erklärt der Experte. Auch die

hohen Opferzahlen in der Ukraine würden dazu beitragen, dass die

Menschen die Situation so wahrnehmen.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

10.08.2024

FSB enthüllt Dokumente: Hitler wollte Atombombe gegen Sowjetunion einsetzen

freedert.online, 10 Aug. 2024 07:00 Uhr

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB veröffentlichte die Zeugenaussage des Gruppenführers Wächter über die Entwicklung von neuen Waffentypen durch Nazi-Deutschland. Er vermutete, dass Berlin vorhatte, im Sommer 1945 Atomwaffen gegen die UdSSR einzusetzen.


Quelle: www.globallookpress.com © imago stock&people


Führer und Reichskanzler Adolf Hitler auf dem Reichsparteitag 1933 in Nürnberg.


Russlands Inlandsgeheimdienst FSB hat Archivdokumente über die Entwicklung der Atombombe in Nazi-Deutschland freigegeben und der Öffentlichkeit präsentiert. Aus diesen Akten geht hervor, dass im September 1945 der Leiter der NKWD-Außenstelle Berlin, Generalmajor Alexei Sidnew, dem stellvertretenden Kommissar für innere Angelegenheiten der UdSSR, Generaloberst Iwan Serow, einen Sonderbericht über den Stand der Ermittlungen im Fall des SA-Gruppenführers Werner Wächter zukommen ließ. Während des Verhörs sagte der Nazi-Offizier über die Entwicklung neuer Waffentypen aus.


FSB öffnet Archiv: Ermittlungsergebnisse der Nazis zu Massaker von Katyn sind eine Fälschung





FSB öffnet Archiv: Ermittlungsergebnisse der Nazis zu Massaker von Katyn sind eine Fälschung





Generalmajor Walter Dornberger, der für die Herstellung der Fieseler Fi 103 (Marschflugkörper) und der ballistischen Rakete A4 verantwortlich war, soll demnach der Hauptverantwortliche für alle Arbeiten an den Atombomben gewesen sein.

Wächter erfuhr im Jahr 1943 von den umfangreichen Arbeiten, die in Berlin zur Entwicklung der Atombombe durchgeführt wurden. In einem Verhör erzählte er, er habe gewusst, dass im Rüstungsministerium des Nazi-Deutschlands praktische Vorbereitungen für den Einsatz der Atombombe getroffen worden seien.

So wurden demnach ein Jahr später Projekte für Bomber mit sehr großer Reichweite entwickelt, mit denen militärische Bauzentren der UdSSR im Ural und Industrieanlagen in Nordamerika bombardiert werden konnten. Die Nazis beabsichtigten, diese Flugzeuge für den Transport von Atombomben einzusetzen.

Aufgrund von Gesprächen mit Dominik (vollständiger Name nicht bekannt, Anm. d. Red.), dem Chefingenieur des Propagandaministeriums, und Hans Hertel, dem Redakteur eines geheimen Regierungsbulletins, kam Wächter zu dem Schluss, dass das NS-Rüstungsministerium Vorbereitungen für den Einsatz von Atombomben im Jahr 1945 traf. Er verfügte zwar nicht über genaue Angaben darüber, dass Atombomben zu bestimmten Zeitpunkten des Krieges gegen die Sowjetunion eingesetzt werden könnten, aber bestimmte Anzeichen machten Wächter auf die Möglichkeit des Einsatzes solcher Waffen gegen die Sowjetunion im Sommer 1945 aufmerksam.


Mehr zum Thema"Verbrecherische Kriegsführung" – FSB veröffentlicht Aussagen eines Wehrmachtsgenerals


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://freedert.online/international/214853-fsb-enthuellt-dokumente-ueber-entwicklung-der-atombombe-in-nazi-deutschland


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

10.08.2024

Kriege um Ukraine und Israel: Deutschland an vorderster Front

lostineu.eu, vom 9. August 2024

Die Bundesregierung nutzt das Sommerloch, um sich in den beiden Kriegen um die Ukraine und Israel noch mehr zu exponieren. Gemeinsame Außenpolitik? Fehlanzeige!

Im Krieg um Israel und Gaza hat die Bundesregierung beim Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) beantragt, dass keine Haftbefehle gegen Netanyahu und andere israelische Offizielle veranlasst werden sollen. Damit verlässt sie die EU-Linie – und deckt mögliche Kriegsverbrechen!

Doch es kommt noch toller: Im Krieg um die Ukraine sind deutsche Waffen offenbar für die Invasion in der russischen Region Kursk im Einsatz. Auf aktuellen Drohnenaufnahmen sind deutsche Marder-Schützenpanzer zu sehen, die auf russischem Boden an der Offensive beteiligt sind.

Auch das ist durch keinen EU- oder Nato-Beschluss gedeckt. Die ebenso überraschende wie brisante ukrainische Offensive – die die vagen Hoffnungen auf eine Verhandlungslösung zunichte macht – ist angeblich nicht mal mit den Alliierten abgesprochen!

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marcus Faber (FDP), sieht allerdings kein Problem. „Mit der Übergabe an die Ukraine sind es ukrainische Waffen“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das gelte „für jegliches Material“, auch den Kampfpanzer Leopard 2.

Der Mann hat offenbar keine Skrupel – und keine Ahnung von der deutschen Geschichte. Um Kursk tobte 1943 die größte Panzerschlacht des 2. Weltkriegs. 81 Jahre später rollen wieder deutsche Panzer auf die russische Stadt zu. Und das soll völlig in Ordnung sein – geht’s noch?

Siehe auch “Reden ist Appeasement, Krieg ist Frieden”

P.S. „Putin schäumt“ wegen deutscher Panzer in Russland, meldet “BILD”. Peinlich für “BILD”! Deren Kriegsberichterstatter Ronzheimer hatte es vor einem Jahr – beim ARD-Presseclub – noch empört zurückgewiesen, als ich die rhetorische Frage stellte, ob wir es zulassen wollten, dass deutsche Panzer gen Moskau rollen…

4 Comments

  1. Michael Conrad
    10. August 2024 @ 09:42

    Die Ukraine hat in Richtung der Verzögerung des Untergangs so einiges von Deutschland gelernt . Jetzt unternehmen sie sogar ihre eigene Ardennenoffensive. Was allerdings nur dazu führen wird, daß auch dem letzten Russen klar wird, daß nur eine vollständige Niederlage der Ukraine ihnen Sicherheit bringen wird.

Reply

  • Michael
    9. August 2024 @ 17:14

    Was heißt Deutschland “deckt mögliche Kriegsverbrechen”!?Deutschland ermöglicht die Kriegsverbrechen des israelischen Kolonialstaats qua Finanzierung, Waffenlieferungen, sowie politischen, diplomatischen und juristischen Beistand!
    Und im Ukrainekonflikt beweist man keinerlei Geschichtsbewusstsein zu haben!
    Deutschland eine Farce: nicht wegen WWII und Holocaust, sondern trotz … !

    Reply

    • exKK
      9. August 2024 @ 22:55

      Da können die deutschen Politiker nicht aus ihrer Rolle: wenn ein Weltkrieg im Anmarsch ist, müssen sie ganz vorne mit dabei sein. Das steckt tief drin.
      Und wie immer – Sie kennen uns – auf der falschen Seite.

      Vorschlag: „Ganz vorne“ ist an der Front, und die Politiker sollten als allererste hin. Jede/r zehnte, der/die künftig im Bundestag die Hand für Militäreinsätze hebt, muss in das erste Kontingent – wer, wird ausgelost, gedrückt wird sich nicht; das kennen wir so ähnlich aus Roms Legionen, daher kommt unser Wort „dezimieren“…

      Reply

      • Michael
        10. August 2024 @ 09:54

        Leider ist das kein “Vorschlag” sondern nur eine “Phanta


  • Info: https://lostineu.eu/kriege-um-ukraine-und-israel-deutschland-an-vorderster-front


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Die EU und die neue Welt(un)ordnung: Lost in a dangerous world


    lostineu.eu, vom 9. August 2024

    Kommissionschefin von der Leyen soll die EU aus der Dauer-Krise holen. Dabei hat sie sie selbst mit verursacht. Was taugt ihr Programm für die zweite Amtszeit? – Teil fünf einer mehrteiligen Serie. Heute: Die EU und die neue Welt(un)ordnung.

    Europa ist ein Garten. Der größte Teil der restlichen Welt ist ein Dschungel und der Dschungel könnte in den Garten eindringen.

    Josep Borrell 2022

    In einer Welt, die so gefährlich ist wie seit Generationen nicht mehr, muss Europa seine strategischen Interessen entschlossener vertreten.

    Ursula von der Leyen (“Political Guidelines”)

    Die Welt ist gefährlicher geworden – mit dieser Binse versucht Kommissionspräsidentin von der Leyen, ihre Abkehr von der einst hoch gelobten europäischen “Soft Power” und die Hinwendung zu “harten” Maßnahmen zu erklären.

    Diese Wende zeigt sich nicht nur im Ukraine-Krieg, wo Brüssel mit militärischen und wirtschaftlichen Mitteln (bisher erfolglos) versucht, Zwang auf Russland auszuüben. Auch im Handel setzt die EU zunehmend auf “harte” Machtmittel.

    Doch die Strafzölle auf chinesische E-Autos dürften sich ebenso als kontraproduktiv erweisen wie die Sanktionen gegen Russland. Denn die Welt folgt nicht mehr den USA oder den einstigen Kolonialmächten in EUropa, sie geht längst eigene Wege.

    Mit der strategischen Annäherung zwischen Russland und China, dem Aufstieg des “globalen Südens” und dem (relativen) Abstieg der USA und der EU ist eine neue Welt(un)ordnung entstanden, auf die von der Leyen keine Antwort hat.

    Dies zeigt ihr Programm für die zweite Amtszeit in Brüssel. Schlüsselbegriffe wie “globaler Süden”, “BRICS” oder gar “multipolare Welt” kommen darin nicht vor. Warum die Welt gefährlicher geworden sein soll, kann VDL auch nicht erklären.

    Der fatale “Krieg gegen den Terror”, die Spaltung der EU im Irakkrieg, der Euro-Maidan und der Bürgerkrieg in der Ukraine, die Niederlage der Nato in Afghanistan, die Vertreibung aus Mali und Niger – nichts davon wird reflektiert.

    Die deutsche Kommissionschefin ist “lost in a dangerous world” – ihr fehlen die Worte, um die Niederlagen der Vergangenheit und die Herausforderungen der Zukunft zu beschreiben. Entsprechend schwach fallen ihre Antworten aus.

    Die strategischen Interessen EUropas werden zwar erwähnt, aber nicht definiert. Es bleibt auch unklar, wer sie – außer Russland – bedroht. China, der größte Handelspartner? Die Türkei, die Sanktionen umgeht? Die Huthis, die die Schifffahrt gefährden?

    Und wie sieht es mit den USA aus, die EUropa mit ihrem wettbewerbswidrigen “Inflation Reduction Act”, ihrer protektionistischen “Buy American”-Politik und ihrem unilateralen Handelskrieg gegen China in die Zange nehmen?

    Die Angst vor dem Abstieg

    Was ist mit der Ukraine, die die Welt mit militärischen Alleingängen noch gefährlicher macht? Oder mit Israel, das mit seinem endlosen Feldzug gegen Gaza, Iran, den Libanon und Syrien einen dritten Weltkrieg auslösen könnte?

    Fragen über Fragen – doch keine Antworten. Die “Political Guidelines”, die von der Leyen für ihre neue Kommission herausgegeben hat, erweisen sich bei näherer Betrachtung nicht nur als populistisches Wünsch-Dir-Was-Programm.

    Sie zeugen auch von der Angst vor dem Abstieg EUropas – der Furcht vor einer gefährlichen Welt, die man nicht mehr versteht und der man nur durch Kraftmeierei (“entschlossener auftreten”) beizukommen glaubt…

    Teil vier der Serie (Reden ist Appeasement, Krieg ist Frieden) steht hier

    P.S. Dass die EU sich so schwer tut, ist natürlich nicht nur VDL anzulasten. Es liegt auch daran, dass sie allzu lange der Ideologie der neoliberalen Globalisierung anhing – und den Schuss nicht gehört hat, als diese zu Ende ging.

    3 Comments

    1. Helmut Höft
      10. August 2024 @ 10:02

      „… Abkehr von der einst hoch gelobten europäischen “Soft Power” und die Hinwendung zu “harten” Maßnahmen“ Die „Soft Power“ fuhr ja immer mit angezogenen Handbremse, immer stramm (ausschließich) eigene (und us-amerikanische) Interessen im Sinn. Kein Wunder, dass darob die „Welt immer gefährlicher“ wurde/wird.

      cc: Die Saat geht auf!

    Reply

  • Arthur Dent
    9. August 2024 @ 13:36

    Gerade war Europa noch ein Idyll, nun schon ein Jammertal. Mit der militärischen Interventionspolitik des Westens ist die Welt in Unordnung geraten und ein gefährlicherer Ort geworden – sagt selbst Carlo Marsala. Um die Welt zu gestalten, braucht man Fachwissen, man muss Zusammenhänge verstehen. Davon ist die westliche Politik Lichtjahre entfernt. Die können nur in Worthülsen mit vorgefertigten
    Satzbausteinen reden.

    Reply

    • exKK
      9. August 2024 @ 22:16

      Nicht die Welt ist gefährlicher geworden, sondern das Personal, dem erlaubt ist, sie zu lenken! Allen voran der selbsternannte Herrscher der Welt in DC, aber auch unsere hinterherdackelnden Laien in EUropa sind Legion…


  • Info: https://lostineu.eu/lost-in-a-dangerous-worl


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    10.08.2024

    Nachrichten von Pressenza: Militärausgaben erreichen neuen Höchstwert

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 10. August 2024, 7:30 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 10.08.2024


    Militärausgaben erreichen neuen Höchstwert


    Fast 4000 Atomsprengköpfe sind in mindestens 5 Ländern einsatzbereit. Die Schweiz steht global an 15. Stelle der Rüstungsexporte. Heinrich Frei für die Online-Zeitung INFOsperber Allein die USA gaben letztes Jahr 916 Milliarden US-Dollar fürs Militär aus, China schätzungsweise 296 Milliarden und Russland mutmaßlich 109 Milliarden&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/08/militaerausgaben-erreichen-neuen-hoechstwert/


     -----------------------


    Chinas Initiative zum völkervertraglichen Verzicht auf den Ersteinsatz von Atomwaffen aufgreifen!


    Chinas Initiative zum völkervertraglichen Verzicht auf den Ersteinsatz von Atomwaffen aufgreifen! China hat bislang wiederholt betont, dass es Atomwaffen nur zur Verteidigung entwickelt und stationiert. Nunmehr hat der chinesische Vertreter auf dem 2. Vorbereitungstreffen zur 11. Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag (NPT)&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/08/chinas-initiative-zum-voelkervertraglichen-verzicht-auf-den-ersteinsatz-von-atomwaffen-aufgreifen/


     -----------------------


    Wenn finanzielle Werte bedeutungslos und nur noch absurd sind


    Hier eine verblüffende Nachricht, die auf der Website von Kotaku, einem auf die Spieleindustrie spezialisierten Nachrichtenunternehmen, von Ethan Gach erschienen ist: &#8222;Nvidia ist gerade an einem einzigen Tag um 329 Milliarden Dollar gewachsen&#8222;. Dies ist das größte Wachstum der Marktkapitalisierung,&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/08/wenn-finanzielle-werte-bedeutungslos-und-nur-noch-absurd-sind/


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    Klimawandel verstärkt Landkonflikte – Indigene in Bolivien rufen Notstand aus


    Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) warnt zum Tag der indigenen Völker am 9. August vor einer zunehmenden Bedrohung für indigene Gemeinschaften in Südamerika durch die Folgen des Klimawandels und den Anstieg von Landkonflikten. „Durch Waldbrände, Ernteausfälle und Konflikte über&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/08/klimawandel-verstaerkt-landkonflikte-indigene-in-bolivien-rufen-notstand-aus/


     -----------------------


    Lohndiskriminierung von Frauen


    Die Aufsatzsammlung zeigt, wie Frauen in der Ökonomie und im Arbeitsleben nach wie vor benachteiligt werden. Die Herausgeber Torsten Niechoj und Marco Tullney treffen eine facettenreiche Auswahl an Aufsätzen zum Thema „Geschlechterverhältnisse in der Ökonomie“. Trotz der thematischen Vielfalt lässt&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/08/lohndiskriminierung-von-frauen/


     -----------------------


    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    10.08.2024

    Hiroshima: Ein „Militärstützpunkt“ laut Präsident Harry Truman

    Global Research, 10. August 2024,  Global Research 5. August 2017

    Von Prof. Michel Chossudovsky


    Region: ,

    Thema: ,

    Ausführlicher Bericht:


     

    Erstmals veröffentlicht am 5. August 2017

    ***

    .

    Vor 79 Jahren. Die erste Atombombe wurde auf Hiroshima abgeworfen, „ einen Militärstützpunkt“, wie Harry Truman es nannte.


    Der Begriff des Kollateralschadens war noch nicht definiert. In den ersten sieben Sekunden der Explosion wurden 100.000 Zivilisten getötet.


    Michel Chossudovsky,  Hiroshima-Tag, 6. August 2024

    ***

    Die Gefahren eines Atomkriegs sind in den Mainstream-Medien nicht Gegenstand von Debatten und Analysen.

    Die öffentliche Meinung wird sorgfältig in die Irre geführt. „Alle Optionen liegen auf dem Tisch.“ Atomwaffen werden als friedensstiftende Bomben dargestellt.

    Wussten Sie, dass taktische Atomwaffen oder sogenannte Mininukes mit einer Sprengkraft zwischen einem Drittel und dem sechsfachen einer Hiroshima-Bombe im Auftrag des Pentagons nach wissenschaftlicher Auffassung als „unschädlich für die umliegende Zivilbevölkerung gelten, da die Explosion unter der Erde stattfindet“ ?

    Es ist eine Lüge.

    Die USA verfügen über ein riesiges Atomwaffenarsenal, mit dem sie den Planeten mehrfach in die Luft jagen könnten.

    Die Welt gedenkt des 79. Jahrestages der Atomkatastrophe von Hiroshima und Nagasaki (6. und 9. August 1945)

    Wussten Sie, dass   Hiroshima ein „Militärstützpunkt“ war und dass der Zweck des Abwurfs der ersten Atombombe auf zwei dicht besiedelte Gebiete Japans im August 1945 laut Präsident Truman darin bestand, das Leben unschuldiger Zivilisten zu retten?

    „Die Welt wird zur Kenntnis nehmen, dass die erste Atombombe auf Hiroshima, einen Militärstützpunkt, abgeworfen wurde. Das geschah, weil wir bei diesem ersten Angriff den Tod von Zivilisten so weit wie möglich vermeiden wollten … ( Präsident Harry S. Truman in einer Radioansprache an die Nation , 9. August 1945, Beginn 05:15 Uhr).

    Audio anhören


    Die erste Atombombe wurde am 6. August 1945 auf Hiroshima abgeworfen; die zweite auf Nagasaki am 9. August, am selben Tag, an dem Truman um 5.15 Uhr seine Radioansprache an die Nation hielt.

    Ungeahndete Verbrechen gegen die Menschlichkeit, „Kollateralschaden“.

    Mit den Worten von Präsident Harry Truman in seinem Tagebuch (Hervorhebung hinzugefügt):

    „Wir haben die schrecklichste Bombe der Weltgeschichte entdeckt. Sie könnte die Feuervernichtung sein, die im Zeitalter des Euphrat-Tals prophezeit wurde, nach Noah und seiner sagenhaften Arche … Diese Waffe soll gegen Japan eingesetzt werden … [ Wir] werden sie so einsetzen, dass militärische Ziele und Soldaten und Matrosen das Ziel sind und nicht Frauen und Kinder.“

    Auch wenn die Japaner Wilde, rücksichtslose, erbarmungslose und fanatische Menschen sind, können wir als Weltführer zum Wohle aller diese schreckliche Bombe nicht auf die alte oder die neue Hauptstadt werfen. … Das Ziel wird rein militärischer Natur sein … Es scheint die schrecklichste Entdeckung aller Zeiten zu sein, aber man kann sie äußerst nützlich nutzen.“

    (Präsident Harry S. Truman, Tagebuch, 25. Juli 1945 )

    Bis heute hat sich weder die US-Regierung beim japanischen Volk entschuldigt, noch haben die Mainstream-Medien eingestanden, dass Harry Truman ein Lügner und ein Krimineller war.

    Trumans Tagebucheintrag vom 25. Juli  (siehe oben) lässt darauf schließen, dass er nicht wusste, dass Hiroshima eine Stadt war.

    Hatten ihn seine Berater in die Irre geführt und ihm gesagt, Hiroshima sei ein Militärstützpunkt und Bomben darauf seien in Ordnung, oder hat er sich selbst belogen?

    War er dumm und ungebildet?

    Jeder in den hohen Rängen des US-Militärs wusste, dass Hiroshima ein dicht besiedeltes Stadtgebiet mit etwa 350.000 Einwohnern (1945) war.

    Der vollständige Text der Radioansprache mit dem Titel „ Radiobericht an das amerikanische Volk über die Potsdamer Konferenz“  befindet sich in der Harry Truman Library and Museum, Public Papers of Harry S. Truman , University of Missouri. 

    Truman erwähnte Hiroshima und die Atombombe ganz am Ende einer langen Radioansprache, in der es hauptsächlich um Deutschland und die Potsdamer Konferenz ging.

    Es ist bemerkenswert, dass die USA sich auf dem Höhepunkt der Friedensverhandlungen in Berlin für den Abwurf der Atombombe auf Hiroshima entschieden.

    Nach Trumans Rückkehr nach Washington wurde die zweite Atombombe auf Nagasaki abgeworfen.

    ( Hören Sie sich die Audioaufnahme von Trumans Radiobericht aus Potsdam vom 9. August 1945 an, Rede, Hiroshima-Audio-Video )

    Auszug über die Hiroshima-Bombe, beginnt um 05.15 Uhr

    Hier ist die Abschrift von Trumans Radioansprache zur Atombombe (Hervorhebung hinzugefügt):

    Truman globalresearch.ca„Die Welt wird zur Kenntnis nehmen, dass die erste Atombombe auf Hiroshima, einen Militärstützpunkt, abgeworfen wurde. Das geschah, weil wir bei diesem ersten Angriff den Tod von Zivilisten so weit wie möglich vermeiden wollten. Aber dieser Angriff ist nur eine Warnung vor dem, was kommen wird. Wenn Japan nicht kapituliert, müssen Bomben auf seine Rüstungsindustrie abgeworfen werden und leider werden Tausende von Zivilisten ihr Leben verlieren. Ich fordere die japanische Zivilbevölkerung auf, die Industriestädte sofort zu verlassen und sich vor der Zerstörung zu retten.

    Ich bin mir der tragischen Bedeutung der Atombombe bewusst.

    Die Produktion und Verwendung dieses Rohstoffs wurde von dieser Regierung nicht leichtfertig in Angriff genommen. Aber wir wussten, dass unsere Feinde auf der Suche danach waren. Wir wissen jetzt, wie nahe sie daran waren, ihn zu finden. Und wir wussten, welche Katastrophe diese Nation und alle friedliebenden Nationen, die gesamte Zivilisation treffen würde, wenn sie ihn zuerst gefunden hätten.

    Aus diesem Grund fühlten wir uns gezwungen, die langwierige, unsichere und kostspielige Arbeit der Entdeckung und Produktion auf uns zu nehmen.

    Wir haben das Wettrennen der Entdeckungen gegen die Deutschen gewonnen. [Es ist hinreichend bestätigt, dass Nazi-Deutschland nie die Entwicklung von Atombomben in Erwägung zog]

    Nachdem wir die Bombe gefunden hatten, haben wir sie eingesetzt. Wir haben sie gegen jene eingesetzt, die uns ohne Warnung in Pearl Harbor angegriffen haben, gegen jene, die amerikanische Kriegsgefangene ausgehungert, geschlagen und hingerichtet haben, gegen jene, die jeden Anschein aufgegeben haben, das internationale Kriegsrecht zu befolgen. Wir haben sie eingesetzt, um die Qualen des Krieges zu verkürzen, um das Leben Tausender und Abertausender junger Amerikaner zu retten.

    Wir werden sie so lange einsetzen, bis wir Japans Kriegsmacht vollständig zerstört haben. Nur eine japanische Kapitulation kann uns aufhalten.

    Die Atombombe ist zu gefährlich, um sie in einer gesetzlosen Welt frei herumlaufen zu lassen. Deshalb beabsichtigen Großbritannien, Kanada und die Vereinigten Staaten, die das Geheimnis ihrer Herstellung kennen, dieses Geheimnis nicht preiszugeben, bis Mittel gefunden sind, die Bombe zu kontrollieren und uns und den Rest der Welt vor der Gefahr der totalen Zerstörung zu schützen.

    Bereits im Mai letzten Jahres hat Kriegsminister Stimson auf meinen Vorschlag hin ein Komitee eingesetzt, in dem Außenminister Byrnes als mein persönlicher Vertreter fungierte, um Pläne für die zukünftige Kontrolle dieser Bombe auszuarbeiten. Ich werde den Kongress um seine Mitarbeit bitten, damit ihre Produktion und ihr Einsatz kontrolliert werden und ihre Macht einen überwältigenden Einfluss auf den Weltfrieden ausübt.

    Wir müssen uns zu Treuhändern dieser neuen Kraft machen, um ihren Missbrauch zu verhindern und sie in den Dienst der Menschheit zu stellen.

    Es ist eine gewaltige Verantwortung, die auf uns lastet.

    Wir danken Gott, dass es zu uns und nicht zu unseren Feinden gekommen ist, und wir beten, dass er uns leitet, es auf seine Art und Weise und für seine Zwecke einzusetzen.“ 

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    Die Originalquelle dieses Artikels ist Global Research

    Copyright © Prof. Michel Chossudovsky , Global Research, 2024


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    10.08.2024

    Als Deutscher in Russland: "Ich bin fassungslos"

    freedert.online, vom 9 Aug. 2024 11:51 Uhr,Von Tom J. Wellbrock

    Unser Autor Tom J. Wellbrock lebt seit April 2024 am Rande Moskaus. Als Journalist verfolgt er das politische Geschehen in Deutschland schon aus professionellen Gründen. Doch seit den ukrainischen Angriffen auf Kursk ist er auf ganz persönlicher Ebene angefasst.


    Als Deutscher in Russland: "Ich bin fassungslos"Quelle: Legion-media.ru ©

    Credit: Alejandro Bernal


    Die ukrainischen Angriffe auf Kursk quittiert der Westen mit launischen Hinweisen darauf, dass deutsche Waffen ukrainische werden, sind sie erst einmal geliefert.





    Nach Russland zu gehen, das war für meine Frau und mich die logische Konsequenz der politischen Entwicklungen in Deutschland. Die ehemalige Demokratie ist zu einem woken Totalitarismus verkommen, in dem Andersdenkende es schwer haben. Als die Entscheidung gefallen war, gingen wir davon aus, dass nichts besser, aber alles schlimmer werden würde. Bisher haben sich unsere Befürchtungen bestätigt.


    80 Jahre später: Deutsche Panzer rollen wieder durch Russland





    80 Jahre später: Deutsche Panzer rollen wieder durch Russland






    In unseren zahlreichen Gesprächen ging es natürlich auch um einen möglichen Krieg. Als wir an einem Abend darüber sprachen, waren wir sehr beunruhigt, denn wir redeten über das Thema mit einer Kombination aus Pragmatismus und Emotionalität. Ganz nüchtern kamen wir zu dem Schluss, dass Deutschland, der Westen, die NATO und die USA diese Eskalation wollen und von Anfang an wollten. Wir dachten über mögliche Auswege für die deutsche Politik nach, konnten jedoch keinen finden. Die politischen Kräfte in Deutschland, die eine Deeskalation befürworten, sind zu machtlos, um ernsthaft etwas ändern zu können. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) und die AfD sprechen sich klar für Deeskalation und wirtschaftliche Zusammenarbeit aus, doch sie bewirken auf der politischen Entscheidungsebene nichts.

    Als wir also über den Krieg sprachen, stellte sich uns die Frage, wo wir im schlimmsten aller anzunehmenden Fälle sein möchten. Die Antwort lautete: Russland. Das war nicht nur so dahingesagt, sondern die Folge unserer Überlegungen hinsichtlich der Frage, "auf welcher Seite" wir stehen. Weite Teile der deutschen Politik haben sich für eine Seite entschieden; sie glauben (oder glauben es nicht), auf der "richtigen" Seite zu stehen, wie auch immer sie diesen Begriff definieren. Denn wie kann es richtig sein, auf der Seite zu stehen, die den Krieg fortsetzt, anheizt, verlängert und so täglich für neue Todesopfer sorgt?

    Wir wissen, dass die meisten Deutschen nicht auf der Seite der Politik stehen. Es dürfte nur ein geringer, aber eben doch einflussreicher Teil von Menschen sein, der den deutschen Faschismus entweder vergessen hat oder Hitlers Werk als nach wie vor unvollendet ansieht. Wir bewundern jeden Deutschen, der sich dem Wahnsinn widersetzt; wir selbst waren dazu nicht mehr in der Lage. Wir haben aber auch mit Sorge und Enttäuschung gesehen, wie wenige Menschen Anfang August bei der Friedens-Demo in Berlin auf der Straße waren.


    Ein Akt der Verzweiflung vor der Kapitulation: Pläne für den Angriff auf das Gebiet Kursk offenbart




    Analyse

    Ein Akt der Verzweiflung vor der Kapitulation: Pläne für den Angriff auf das Gebiet Kursk offenbart





    Immer wieder hören wir den Vorwurf, uns der Lage in Deutschland nicht zu stellen, abgehauen zu sein, den bequemen Weg gewählt zu haben. Doch abgesehen davon, dass der Weg nach Russland alles andere als bequem war, ist der Grund unseres Weggangs nicht nur die Unerträglichkeit der Lage in Deutschland gewesen, sondern auch die tiefe Überzeugung, uns für eine Seite entscheiden zu müssen. Das wäre in Deutschland nur bis zu einem gewissen Punkt möglich gewesen. Da die Antwort auf die Frage, wo wir im Falle eines Krieges sein und vermutlich unsere letzten Tage und Stunden verbringen wollen, Russland lautete, war das Auswandern nicht nur konsequent, sondern ohne Alternative. Wir sind jetzt dort, wo wir sein wollen, egal, was passiert.

    Als Journalist verfolge ich das politische Geschehen in Deutschland professionell und in der Regel verhältnismäßig unaufgeregt. Nicht emotionslos oder gefühlskalt, aber wenn ich jede Meldung zu dicht an mich herankommen ließe, könnte ich meinen Job nicht mehr machen. Jetzt aber hat sich das geändert. Ich bin einfach nur fassungslos.

    Deutsche Panzer schießen wieder auf Russen. Ukrainische Soldaten töten Zivilisten auf russischem Boden, und in Deutschland wird das für gut befunden. Marcus Faber (FDP), Vorsitzender des Verteidigungsausschusses, sagte zum Einsatz von aus Deutschland gelieferten Waffen auf russischem Staatsgebiet:

    "Mit der Übergabe an die Ukraine sind es ukrainische Waffen."

    Er sagt das, als rede er über einen Gebrauchtwagen, der den Besitzer wechselt, als sei die Tatsache, dass mit deutschen Waffen auf Russen geschossen wird, eine Kleinigkeit, nichts, was Beachtung verdiene. Und er steht damit nicht allein. In ganz Europa wird auf politischer Ebene – von ein paar kritischen Stimmen abgesehen – akzeptiert und begrüßt, was die Ukraine gerade in Kursk tut.

    Und die Medien sind natürlich auch wieder an "vorderster Front" dabei. Die taz beginnt einen Artikel mit dem fast schon infantilen Hinweis, die Ukraine sei "immer noch für eine Überraschung gut", als gehe es hier um eine neue Taktik bei einem Fußballspiel nach der Halbzeitpause. Dieselbe Zeitung schreibt dann:

    "Und Russland? Moskau hat die Grenzen offensichtlich doch nicht lückenlos unter Kontrolle und ist nicht in der Lage, die Menschen vor den mörderischen Auswirkungen seiner 'Spezialoperation' zu schützen."

    Wie gesagt, ich bin fassungslos. Wo kommt er her, dieser Hass? Wie entsteht diese verstörende Freude über den Tod von Russen? Gibt es eine Grenze der menschlichen Abscheulichkeit? Die Frage ist inzwischen rhetorischer Natur, denn dieselben Akteure, die sich über russische Tote freuen, lassen zu, was Israel im Gazastreifen tut.


    Böse Erinnerung an 1941: Eine ukrainische Einheit vor Kursk heißt wie damals "Nachtigall"





    Böse Erinnerung an 1941: Eine ukrainische Einheit vor Kursk heißt wie damals "Nachtigall"






    Offen gestanden interessiert mich auch die Theorie nicht mehr, dass die ukrainischen Angriffe auf Kursk taktisch bedingt seien und zu einer guten Ausgangslage für Verhandlungen über einen grundsätzlichen Waffenstillstand führen sollen. In Kursk werden übelste Kriegsverbrechen begangen, und der Westen rechtfertigt diese mit einer heuchlerischen und unmenschlichen moralischen Berechtigung.

    Währenddessen metzeln Mitglieder des "Nachtigall" Bataillons auf russischem Gebiet. Der Name ist nicht neu, im Zweiten Weltkrieg gab es schon einmal ein Bataillon mit diesem Namen. Es arbeitete eng mit den Nazis zusammen, und man glaubt es nicht, aber in einem Artikel über dieses Bataillon liest man:

    "Der offen ausgelebte Sadismus der ukrainischen Nationalisten des Bataillons und ihre Disziplinlosigkeit wurden selbst der Wehrmacht zu viel …"

    Nein, da ist nichts mehr zu retten. Deutschland, der Westen, die NATO, die USA – sie sind zu Monstern geworden, zu Monstern, die weitere Monster erschaffen und fördern. Die Welt steht am Abgrund, und die schuldigen Mächte drängen den Rest der Menschheit weiter in Richtung des tiefen Sturzes hinab in die Dunkelheit.

    Meine Frau und ich sind am richtigen Ort. Hier ist es heller, selbst wenn wir mitgerissen werden in die Katastrophe.

    Tom J. Wellbrock ist Journalist, Sprecher, Podcaster, Moderator und Mitherausgeber des Blogs neulandrebellen.


    Mehr zum Thema - Russland ersucht UNO um Bewertung der Rolle des Westens und der Ukraine bei Terroranschlägen


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    Info: https://freedert.online/meinung/215056-als-deutscher-in-russland-ich


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    10.08.2024

    Frank Castorf sieht AfD als "Rache des Ostens": "Jetzt will der Westen die Mauer wieder hochziehen"

    freedert.online, vom 9 Aug. 2024 20:53 Uhr

    Seit jeher streitbarer Theaterregisseur wurde er in den letzten wirren Jahren der Bundesrepublik oft für seine Meinung angefeindet. Wenn es um die heutige Einschüchterung von Andersdenkenden durch Politik, Justiz und Medien geht, sieht Frank Castorf Parallelen zur späten Weimarer Republik und der DDR.


    Quelle: www.globallookpress.com © Imago/Reiner Zensen


    14.01.2019, Berlin, Deutschland - Pressekonferenz mit Frank Castorf (Symbolbild)


    In einem Interview mit der Berliner Zeitung nimmt Frank Castorf wie gewohnt kein Blatt vor den Mund. Mit Bezug auf seine aktuelle Inszenierung von Hans Falladas "Kleiner Mann, was nun?" beim Berliner Ensemble geht es Castorf in dem Gespräch mit der Zeitung um die Radikalisierung des Kleinbürgers, der wirtschaftlich und politisch entmachtet wird – und entsprechend reagiert. Ab einem bestimmten Punkt muss dann eine gesellschaftliche Zäsur einsetzen, meint der 73-Jährige:

    "Ich freue mich, wenn eine Situation eskaliert. Wenn man der Frage 'wie soll ich weiterleben?' nicht mehr ausweichen kann. Wäre es nicht schön, wenn wir ein bisschen so wie Lämmchen [Protagonistin in Falladas Roman und Castorfs Inszenierung] wären, die sich ein ganz klein bisschen Wohlstand wünscht zwischen all den teuren Autos auf dem Kurfürstendamm und dann sagt, dass sie beim nächsten Mal die Kommunisten wählt."

    Krieg billiger als Verhandlungen? Lindner will die Ostdeutschen über Ukraine-Konflikt belehren




    Krieg billiger als Verhandlungen? Lindner will die Ostdeutschen über Ukraine-Konflikt belehren






    Wer heute für die Dauerkrise verantwortlich ist, steht für Castorf auch fest: "Mir fällt dann 'Das politische Lied' der Punkband 'Die Kassierer' aus Bochum-Wattenscheid ein: 'Wer hat uns verraten, Sozialdemokraten. Wer war mit dabei? Die grüne Partei'." Der universalistische Kampf der Regierung "gegen Rechts", also sämtliche der zahlreichen Konfliktlinien darin einzuordnen und die Konflikte dadurch "von oben" und mit Hypermoral einzufrieren, erinnert Castorf an die späte DDR:

    "Die vielen, die gegen rechts oder was sie dafür halten, auf die Straße gehen, erinnern mich mehr an die Demonstrationen zum Tag der Republik und zum 1. Mai in der DDR, wo alle Erich Honecker, der tatsächlich bei den Nazis im Zuchthaus in Brandenburg gesessen hat, mit ihren roten Fahnen zugewinkt haben und dann schnell abgebogen sind, um einen schönen freien Tag zu haben. Nach dem Motto: Ich mach, was ihr wollt, aber ansonsten leckt mich am Arsch."

    Gerade das sich darin zeigende kleinbürgerliche "Gutseinwollen" sieht der Berliner kritisch. Es ist – in typisch deutscher Manier – eine "nicht sehr haltbare Illusion". Wenig verwundert ist Castorf dann auch über die wütenden Ostdeutschen, die in letzter Konsequenz als Zeichen der Ablehnung dieser Bundesrepublik und der "Erfahrung" von 35 Jahren "Wiedervereinigung" dann eben AfD wählen, nicht zuletzt durch die immer noch vorhandene Zweiklassengesellschaft, die sich seit den 1990er-Jahren zementiert und durch die Dauerkrise der letzten Jahre noch verstärkt hat:

    "Die AfD ist die Rache des Ostens. Es ist ja auch ein Skandal: Wer leitet die Redaktionen, Theater, Museen, Hochschulen, wer sitzt den Gerichten vor? Christoph Hein hat zutreffend beschrieben, wie die Westprofessoren, die zu Hause keine Posten abbekommen haben, aus der zweiten Reihe in die offene Wunde Ostdeutschlands stießen. Wie die sich unterbringen und in aller Selbstverständlichkeit bereichern wie die ehemalige rbb-Intendantin. Ja, und die Rache löst den pawlowschen Reflex auf der anderen Seite aus."

    Nach dem AfD-Parteitag in Essen: Mit Hass und Hetze gegen Hass und Hetze




    Meinung

    Nach dem AfD-Parteitag in Essen: Mit Hass und Hetze gegen Hass und Hetze






    Das bedeutet: "Jetzt will der Westen die Mauer wieder hochziehen. Schnell die AfD-Wähler ausgrenzen und von den Institutionen fernhalten – aber wie soll das gehen, ohne die Wahlkabinen mit Überwachungskameras auszustatten? Und dann sind wir in der DDR plus." Ähnlich hatte sich zuletzt auch der Entertainer Harald Schmidt geäußert. Castorf stellte allerdings auch klar: "Man schämt sich ein bisschen, dass so gewählt wird, aber man kann es ihnen doch nicht verbieten. Der Zustand gefällt mir nicht, aber ich kann nichts dazu sagen, weil ich keine richtige Lösung sehe." Die aktuelle Kultur der Cancel Culture habe er jedenfalls so ähnlich schon mal erlebt:

    "Mit unausgesprochenen Pflichten und Verboten muss man heute auch zurechtkommen. Man wird so schnell kaltgestellt, wenn man etwas Falsches sagt. Ich kenne das noch. Es geht nicht darum, dass jeder, der den Mund aufgemacht hat, erschossen wurde. Das Unangenehmste war die innere Übereinstimmung, die meisten sind damit gut hingekommen, indem sie sich nicht mit den Bonzen anlegten. Und als es dann ans Eingemachte ging, haben sie nach dem Mercedes und der Banane gegriffen."

    Mehr zum ThemaWiderstand in Berlin: Kritische Künstler verspotten die Regierenden


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    09.08.2024

    Widerstand in Berlin: Kritische Künstler verspotten die Regierenden

    freedert.online, vom 8 Aug. 2024 12:03 Uhr,Von Wladislaw Sankin

    Es gibt sie noch, die politisch völlig unkorrekte Kunst. Seit der Corona-Zeit haben in Berlin Netzwerke kritischer Künstler Wurzeln geschlagen. Nun treten sie auch gegen die Kriegspolitik der Bundesregierung ein, mittels bitterböser Satire. Ein Ausstellungsbericht.


    Widerstand in Berlin: Kritische Künstler verspotten die Regierenden© Jill Sandjaja, fotografiert von


    Wladislaw Sankin


    "Die russophoben Schreibtisch-Krieger in den Redaktionen sind mitverantwortlich für den Tod hunderttausender Menschen in der Ukraine. Sie müssen strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden, denn sie haben Blut an ihren Händen", liest der Reporter, ehemalige Hochschullehrer und Publizist Patrik Baab vor – aus seinem neuen Buch im Kleinformat "Propagandapresse. Wie uns Medien und Lohnschreiber in Kriege treiben".

    Messerscharf ist seine Kritik, die Begriffe haargenau, die Argumente wissenschaftlich fundiert und von seiner eigenen Erfahrung getragen. Telefonate in einem Donezker Hotel wegen einer denunziatorischen Fake-News-Kampagne gegen ihn in der deutschen Presse haben ihn und seinen Begleiter fast das Leben gekostet. Die Anklage des viel reisenden Journalisten und sein Zorn auf seine Ex-Kollegen bleiben beim Publikum hängen.


    Dirk Sattelmaier: "Das Unrecht, was vielen Menschen widerfahren ist, muss aufgearbeitet werden!"




    Dirk Sattelmaier: "Das Unrecht, was vielen Menschen widerfahren ist, muss aufgearbeitet werden!"






    Das ist die erste Lesung aus dem Buch und sie findet im "Sprechsaal" nahe S-Bahnhof Friedrichstraße in einem vornehmen Berliner Viertel statt, vom frisch gegründeten Diskussionsforum "Berlin-in-Dialog" und dem Nachrichtenmagazin Hintergrund organisiert. Versammelt ist ein kleinerer Kreis aus dem interessierten Fachpublikum, wobei viele der anwesenden Deutschen, wie sich später herausstellt, gut Russisch sprechen. Auch während der Fragerunde klingen die Antworten des ehemaligen NDR-Journalisten, der wegen seiner Donbass-Reisen Lehraufträge an zwei deutschen Unis verlor, wie echte Vorträge zur deutschen Mediengeschichte. Ich darf mit dem Experten ausführlich die Frage klären, ob etwa ich und andere Angehörige russischer Medien auch kritikwürdige "Lohnschreiber" seien.


    Erst am Ende der Diskussionsrunde merke ich, dass wir uns eigentlich in einer Ausstellungshalle befinden. Sämtliche Wände um uns herum sind mit Bildern, Kollagen und Karikaturen behängt. Auch bei oberflächlichem Hinsehen sind auf ihnen die allseits bekannte Protagonisten aus der Bundespolitik gut zu erkennen. Was ich in diesem Moment noch nicht weiß – eine der Künstlerin, die viele dieser Bilder gemacht hat, ist hier anwesend. Sie wird von Baab zum Schluss vorgestellt.


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    Patrik Baab während seiner Buchvostellung im Sprechraum.Wladislaw Sankin / RT


    Ich lerne sie kennen – sie heißt Jill Sandjaja. Nur langsam begreife ich, wie ihr Name auszusprechen ist, die junge Frau ist indonesischer Herkunft. Ich bitte die Künstlerin um eine kleine Einführung in ihr Werk. Diese gewährt sie gerne. Im Laufe des Gesprächs stellt sich heraus: Seit der ersten Stunde ihres Bestehens gehört sie der Bürgerbewegung "Demokratischer Widerstand" an. Ihr Lebensgefährte, Theaterregisseur und Publizist Hendrik Sodenkamp, ist wiederum Mitbegründer und Herausgeber der gleichnamigen Zeitung. Auf einer der Kollagen ist er mit einem Kranz aus gelben Gerichtsschreiben abgebildet.

    "Damit habe ich angefangen, als auch all diese gelben Briefe abfotografiert und sie um seinen Kopf herum als Heiligenschein platziert habe. Denn man fühlt sich auch geehrt."


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    Wladislaw Sankin / RT


    Auch der Ex-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Sodenkamp angeklagt, wegen Verleumdung, nachdem dieser Spahn in seiner Zeitung als "Koksnase" beschimpft hatte. Auf einem der Bilder ist Spahn in einer Toilette zusammen mit seinem Ehemann Daniel Funke dargestellt, mit Geld und Kokain. Wie auch alle anderen Kollagen steckt dieses Bild voller Zitate. Darunter die Anspielungen auf den Masken-Skandal auf einem in der Toilette aufgehängten Bild; und auf den Reichtum von Spahn, der in Form seiner Villa in Berlin-Dahlem ebenso auf einem der Bilder dargestellt ist. Das Zitat "The World is yours" aus dem Film "The Scarface" rundet das Bild ab. 

    Jill sieht einen Zusammenhang zwischen Pandemie-Politik, Impfzwang und Kriegspolitik, wo die Bürger nun mal zu "Kriegstüchtigkeit" erzogen werden. "Diese Politik ist menschenverachtend. Und es geht um Geld und Macht, um nichts anderes", sagt sie. Als "Reiter der Apokalypse" seien sowohl die Akteure der Corona-Krise als auch des Kriegstreibens zu sehen: Biden, Macron, Pistorius, Lauterbach, Baerbock und Strack-Zimmermann. "Pistorius wohnt hier in der Straße, ein paar Meter weiter. Wir wollten ihm den Katalog überreichen, aber er wollte ihn nicht haben", merkt sie an.


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    Wladislaw Sankin / RT


    Auf einer der ersten Kollagen dieser Art versinkt der grinsende Kopf des Bundeskanzlers in einer Zitronenpresse, deren Hebel in einer US-Hand liegt. Oben und unten Helikopter aus Koppolas "Apocalypse Now" und im Hintergrund das Symbol des Schweigens – Finger vor den Lippen.

    "Das ist die Dokumentation einer Zeit, die passiert ist. Wir werden von den USA erpresst, ich sehe das so. Und Bezüge, Zitate und die ganze Architektur des Bildes müssen und können für jederman sofort erkennbar sein, da braucht man keine Vorkennstnisse", betont die Künstlerin. 

    Die anderen Motive – Baerbock, die den "Zenith ihrer Dummheit erreicht hat", mit historischen Bildern aus der Friedensbewegung, "die immer da ist, weil sich nichts ändert", garniert mit den letzten Bauernprotesten. Das Bild, das ihr besonders am Herzen liegt, ist das Traum-Tribunal, wo die bekanntesten Akteure der coronakritischen Szene als Ankläger auf dem Podium sitzen. Alle Kollagen wurden in nur zwei Original-Exemplaren auf LKW-Plane gefertigt und je zum Preis von 300 Euro angeboten. "Sie müssen für ganz normale Bürger bezahlbar sein", erklärt mir Jill den günstigen Preis.  

    Auch drei andere Künstler haben hier ihre Bilder ausgestellt, sind aber an diesem Tag nicht anwesend – Rudolf BauerOliver Sperl, Arndt Nollau. Eine Masse von kleineren bösen, satirischen Memes zieht meine Aufmerksamkeit auf sich, und ich mache auch davon ein paar Fotos.


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    Wladislaw Sankin / RT


    Im Laufe des Abends erfahre ich, dass Jill mit ein paar Dutzend anderer gleichgesinnter Künstler vor zwei Jahren die Internationale Agentur für Freiheit (IAFF) mitbegründet hat. Dass die Agentur schon mehrere Großveranstaltungen und Ausstellungen in Berlin organisiert hat. Und dass der nächste Termin unter dem Namen "Ausstellung für Freiheit" in der Musikbrauerei in September stattfinden wird. "Sicherlich gibt es doch Widerstand gegen euch?", frage ich Jill und denke sofort an die "Antifa" und ähnliche Gruppen, die mitunter fast alles, was sich gegen den Strich der Corona- und Ukraine-Politik der Bundesregierung sowie den NATO-Expansionismus richtet, unter verschiedenen Vorwänden niederbrüllen.

    "Ja, den gibt es", sagt sie und verweist auf abgesagte Ausstellungen in Berlin-Neukölln und mehrere Kampagne-Artikel bei der Taz. In der Tat: "Coronaleugner machen sich in der Kunstszene breit, veranstalten Theater und Ausstellungen. Schwurbel sucht alternative Räume", schreibt die Taz im gewohnten Denunzianten-Duktus. Dieser Artikel ist fast nur ihrem Wirken gewidmet, und auf dem Titelbild prangt ein Foto von ihrem Lebensgefährten Hendrik Sodenkamp auf einer Kundgebung. Erst im Dezember gab es eine Taz- und Antifa-Kampagne gegen eine Vernissage in Café Rix in Neukölln, die sogar mit einem aberwitzigen Polizeigroßaufgebot endete.

    Dennoch, die Künstler um Sandjaja und Sodenkamp haben nicht nur Feinde in der Berliner Presse. So fand im April in der Musikbrauerei eine Ausstellung gegen "Cancel Culture" statt, die von einem Mitarbeiter der Berliner Zeitung moderiert wurde. Am Ende bekomme ich von einer Kollegin von Jill ein paar Merchandise-Artikel der IAFF geschenkt und kaufe einen Ausstellungs-Katalog für 15 Euro. Ich weiß, die kritischen Künstler haben es besonders schwer, denn sie sind stets diejenigen, die um ihre Existenz bangen müssen.

    Aber diese Menschen, die sich erdreisten, ausgerechnet in der heutigen Zeit eine freche, politisch völlig unkorrekte Kunst zu machen, haben ein besonderes Funkeln in den Augen. Und das zählt. Denn sie leben mit all ihrem Wirken das aus, wofür ihrer Meinung nach die Freiheit der Kunst überhaupt da ist. 

    Die Abschlussveranstaltung, die "Finnisage" mit der Teilnahme von Uli Gellermann und allen ausstellenden Künstlern – Jill Sandjaja, Arndt Nollau, Rudolf Bauer und Oliver Sperl – findet am Freitag, dem 9. August um 19 Uhr statt. Geöffnet ist der "Sprechraum" an diesem Tag wie gewohnt ab 17 Uhr.


    Mehr zum Thema - Die Friedensbewegung kann sich in dieser politischen Lage keine Spaltung leisten


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    Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
    Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
    Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.

    Info: https://freedert.online/meinung/214764-widerstand-in-berlin-kritische-kuenstler-verspotten-herrschenden


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    09.08.2024

    Israel ausgeladen: USA und Deutschland boykottieren Gedenkfeier zum US-Atombombenabwurf auf Nagasaki

    freedert.online, 9 Aug. 2024 17:49 Uhr

    Am 9. August findet in Japan eine Gedenkveranstaltung anlässlich des Atombombenabwurfs der USA auf Nagasaki vor 79 Jahren statt. Dabei sorgte die Entscheidung mehrerer westlicher Länder, die Gedenkfeier zu boykottieren, für diplomatische Spannungen. Den Hintergrund bildete die Ausladung Israels durch die Stadt Nagasaki aufgrund von Sicherheitsbedenken.

    Mögliche Proteste gegen Israels Krieg in Gaza könnten die Feierlichkeit der Zeremonie beeinträchtigen, hieß es. Mehrere Botschafter, darunter die der USA und Deutschlands, haben ihre Teilnahme wegen der Ausladung Israels abgesagt.


    Screenshot_2024_08_10_at_00_47_10_Israel_ausgeladen_USA_und_Deutschland_boykottieren_Gedenkfeier_zum_US_Atombombenabwurf_auf_Nagasaki_RT_DE

                                                      Video   Dauer   1:03 min


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    09.08.2024

    Chinas Militär sorgt für wachsende Unruhe in Südostasien.

    Foto: Reuters


    handelsblatt.com, vom 15.08.2022 - 18:37 Uhr, Mathias Peer

    Bangkok. Seit dem Wochenende fliegen chinesische Kampfjets und Jagdbomber gemeinsam mit Thailands Streitkräften ein auf elf Tage angesetztes Manöver. China und der älteste US-Verbündete in Asien wollen nach Angaben der Regierung in Peking unter anderem „Angriffe auf Bodenziele sowie kleine und große Truppenentsendungen“ trainieren. Ausgangspunkt für die Übung ist eine Militärbasis in der thailändischen Provinz Udon Thani – im Vietnamkrieg ein Stützpunkt der US-Luftwaffe.


    Die Militärübung mit dem Namen „Falcon Strike“ erfolgt nur wenige Tage nach dem Ende von Chinas militärischer Machtdemonstration rund um Taiwan. Peking reagierte damit auf den als Provokation empfundenen Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi auf der Insel.

    China zeigt in Asien fernab der eigenen Grenzen eine zunehmende militärische Präsenz. Von Sri Lanka im Indischen Ozean über Kambodscha am Golf von Thailand bis zu den Pazifikinseln in unmittelbarer Nähe zu Australien baut Chinas Armee ihren Einfluss an strategisch wichtigen Orten aus – und sorgt damit für wachsende Unruhe.


    USA-China-Konflikt um Taiwan: Chinas Militär baut Einfluss aus

    Im Fall von Thailand bemüht sich China, das Land militärisch stärker an sich zu binden. Das Verteidigungsministerium in Peking teilte vor Beginn der Militärübung mit, man ziele darauf ab, „das gegenseitige Vertrauen und die Freundschaft zwischen den Luftstreitkräften der beiden Länder zu stärken und die praktische Zusammenarbeit zu vertiefen“.

    Vergangene Woche hatten 5000 Soldaten aus den USA, Indonesien, Australien, Japan und Singapur gemeinsame Übungen abgehalten – die umfangreichsten seit Beginn der militärischen Kooperation der Länder im Jahr 2009. Auch Thailand trainiert regelmäßig mit der US-Armee. Seit dem Militärputsch in Bangkok im Jahr 2014 nähert sich das Land, das die USA nach wie vor als „wichtigen Verbündeten“ außerhalb der Nato führen, aber zunehmend an China an.


    China kooperiert militärisch schon länger mit Thailand.

    Foto: AP


    Die gemeinsamen Luftmanöver von China und Thailand gibt es seit 2015. So angespannt wie in diesem Jahr war das sicherheitspolitische Umfeld aber noch nie: Mit Blick auf den Taiwankonflikt warnte der südostasiatische Staatenbund Asean Anfang des Monats explizit vor einer drohenden Destabilisierung der Region, die zu „Fehlkalkulationen, ernsthaften Konfrontationen, offenen Konflikten und unvorhersehbaren Folgen zwischen Großmächten“ führen könnte.


    Indien sorgt sich vor chinesischem Spionageschiff

    Westliche Staaten fürchten, dass sich China in Vorbereitung auf einen möglichen Konflikt Stützpunkte in weiten Teilen des Indopazifikraums sichert. Auch Indien zeigt sich besorgt. Derzeit verunsichert ein militärisches Überwachungsschiff der Volksbefreiungsarmee die Regierung in Neu-Delhi.

    Das Schiff „Yuan Wang 5“ wird am Dienstag in dem Hafen von Hambantota in Sri Lanka anlegen, wie die Regierung in Indiens Nachbarland mitteilte. Offizieller Grund für den Besuch ist, dass Vorräte an Bord aufgestockt werden müssen.

    Doch Indiens Regierung befürchtet, dass die unter anderem zur Überwachung von Satelliten und Interkontinentalraketen dienende „Yuan Wang 5“ in Wahrheit indische Militäranlagen ausspionieren könnte.


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    Seit Tagen sorgt die erwartete Ankunft des Schiffs für diplomatische Verstimmungen: Indiens Außenministerium warnte Ende Juli, das Land werde „jede Entwicklung, die sich auf Indiens Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen auswirkt, sorgfältig überwachen und alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um sie zu schützen“. Anschließend wurde die ursprünglich bereits für vergangene Woche geplante Ankunft der „Yuan Wang 5“ verschoben – am Wochenende kündigte Sri Lanka jedoch an, das Schiff trotz der indischen Bedenken willkommen zu heißen.


    >>Lesen Sie hier: „Wir lassen uns von keiner Kraft stoppen“ – China veröffentlicht Taiwan-Manifest


    Sri Lanka steckt mitten in einer tiefen Wirtschaftskrise und kann seine Schulden nicht mehr bedienen. China ist ein wichtiger Geldgeber und finanzierte unter anderem den Tiefseehafen in Hambantota.


    China könnte Hafen in Sri Lanka militärisch nutzen

    Bereits vor fünf Jahren bekam Sri Lankas Regierung Probleme bei der Rückzahlung der chinesischen Kredite und willigte als Ausweg ein, den Hafen an einen chinesischen Konzern für 99 Jahre zu verpachten. Seither steht die Vermutung im Raum, China verfolge mit seinem Engagement in Hambantota militärische Zwecke. Dayan Jayatilleka, ein früherer Diplomat aus Sri Lanka, zeigt sich überzeugt: „Chinas Ziel ist es, den Hafen sowohl kommerziell als auch militärisch zu nutzen.“

    Die USA vermuten, dass China des Stützpunkt in Kambodscha für eigene Zwecke nutzen will.

    Foto: Reuters

    Die USA vermuten, dass China ähnliche Pläne in Kambodscha verfolgt. Seit Anfang Juni baut das südostasiatische Land seine Marinebasis Ream im Golf von Thailand mit chinesischer Hilfe aus. Die Regierung in Washington geht davon aus, dass Chinas Marine den Stützpunkt in Zukunft für eigene Zwecke nutzen und dort Schiffe stationieren wird. Sowohl Kambodscha als auch China bestreiten, dass es entsprechende Pläne gibt. Anlässlich der Grundsteinlegung sprach Chinas Botschafter in Kambodscha allerdings von einer „eisernen Partnerschaft“ beider Länder.

    US-Außenminister Antony Blinken rief die kambodschanische Regierung Anfang August zu mehr Transparenz mit Blick auf das Militärprojekt auf und warnte davor, einem anderen Land die Kontrolle über die Basis zu geben, das „die Sicherheit anderer Länder in der Region“ untergrabe.

    >>Lesen Sie hier: Gegner oder Herausforderer? Nato streitet über China-Strategie

    Dass die Details zu Chinas militärischem Engagement in der Region in der Regel vor der Öffentlichkeit verborgen werden, sind Beobachter inzwischen gewohnt. Auch mit den Salomonen schloss China eine Geheimvereinbarung zu einer Sicherheitspartnerschaft ab. Diese könnte laut Australien und den USA zu einer Stationierung chinesischer Soldaten im Südpazifik führen.


    Der Einfluss von Chinas Militär: „Die USA sind zu spät gekommen“

    Wie in Kambodscha weist auch die Regierung der Salomonen zurück, dass eine chinesische Militärbasis geplant sei. Ein geleakter Entwurf des Sicherheitsabkommens sieht jedoch vor, dass chinesische Militärschiffe in dem Land anlegen dürfen. Zudem könnten chinesische Soldaten demnach von den Salomonen im Krisenfall zur Unterstützung ins Land geholt werden.

    Auch die USA zeigen verstärktes Interesse an den Salomonen und kündigten Anfang des Jahres an, ihre Botschaft wiederzueröffnen. Die Partnerschaft mit China konnten die US-Diplomaten aber nicht verhindern.

    Dies zeigt auch eine Analyse der Denkfabrik United States Institute of Peace. „Die Vereinigten Staaten sind zu spät gekommen“, heißt es darin. Wenn die USA in Zukunft einen weiteren chinesischen Sicherheitspakt verhindern wollten, müsse die Regierung in Washington hart daran arbeiten, „nach Jahrzehnten der Vernachlässigung Vertrauen und gegenseitig vorteilhafte Beziehungen zu den Pazifikinseln aufzubauen“.


    Info: https://www.handelsblatt.com/politik/international/usa-china-konflikt-kampfjets-in-thailand-spionageschiff-in-sri-lanka-so-baut-chinas-militaer-seinen-einfluss-aus/28600478.html


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




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    Grenzstreit zwischen Atommächten Indien und China: „Konflikte mit Folgen für globale Sicherheit“ drohen


    fr.de, vom Stand: 22.02.2024, 09:10 Uhr, Von: Christiane Kühl

    Der schwelende Grenzkonflikt im Himalaya zwischen Indien und China verhindert eine Annäherung der beiden Atommächte. Beide Regierungen agieren zunehmend unversöhnlich.


    Indien hat acht Monate lang eine Taube festgehalten. Der Verdacht: Der Vogel sei ein chinesischer Spion. Die Polizei in Mumbai hatte chinesische Schriftzeichen auf den Beinringen des Vogels gefunden und ihn eingesperrt. Später wurde er vergessen – bis lokale Tierwohl-Aktivisten an das Schicksal der Taube erinnerten. Tierärzte kamen daraufhin zu dem Schluss, dass der inhaftierte Vogel eine aus Taiwan entflohene Brieftaube war, die es bis nach Indien geschafft hatte. Die Veterinäre übergaben die Taube an eine Tierschutzorganisation, die sie Anfang Februar freiließ.

    Was wie eine Posse anmutet, hat einen ernsten Hintergrund. Indiens Misstrauen gegenüber China ist groß, die Beziehungen zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Ländern der Welt sind seit Jahrzehnten angespannt. Hauptgrund dafür ist der Konflikt entlang der gemeinsamen Grenze im Hochgebirge des Himalaya (“Actual Line of Control“/LAC). Sie basiert auf einer Grenzziehung der einstigen britischen Kolonialherren und wurde weder von Indien, noch von China jemals in ihrer Gänze akzeptiert. 1962 führten beide einen kurzen blutigen Grenzkrieg, den China gewann. Erst Anfang der 1990-er Jahre einigten sich beide Seiten darauf, den Status quo so lange nicht anzutasten, bis eine endgültige Lösung gefunden werde. Jahrzehntelang war es ruhig.


    Indien und China: Grenzscharmützel im Himalaya erodierten das Vertrauen

    Doch 2017 kam es zu Zusammenstößen in Doklam am Dreiländereck zwischen Indien, China und Bhutan, der nach 73 Tagen in einem Patt endete. Im Frühjahr 2020 prügelten Soldaten beider Länder mit Knüppeln und Eisenstangen im Galwan-Tal zwischen Ladakh und Tibet aufeinander ein und bewarfen einander mit Felsbrocken. Dabei sollen mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen sein, manche Quellen sprechen sogar von 60 Toten. Dieser Zwischenfall habe die Beziehungen zwischen den zwei Atommächten grundlegend verändert, urteilt die Denkfabrik Crisis Group in einem aktuellen Bericht. Die aus der geopolitischen Rivalität der beiden Länder resultierenden Nervositäten seien seither auf den Grenzkonflikt übergeschwappt. Das habe „die militärische Aufrüstung angeheizt und steigert das Risiko neuer Kämpfe.“



    Seit Jahrzehnten streiten Indien und China über den Grenzverlauf. Scharmützel zwischen ihren Truppen verhindern eine Normalisierung der bilateralen Beziehungen (Symbolbild). © IMAGO/xtanaontex


    2022 gab es erneut kleinere Zwischenfälle mit Verletzten, unter anderem in der Region Tawang an der Nordgrenze des indischen Bundesstaats of Arunachal Pradesh. Indische Grenztrupps hätten unter anderem im November jenen Jahres die Eroberung eines Grenzpostens durch chinesische Soldaten verhindert, bereichtete Reuters im Januar unter Berufung auf eine militärische Ehrungszeremonie in Indien. Im Oktober 2023 vereinbarten Neu-Delhi und Peking einmal mehr, den Frieden an der Grenze zu bewahren. Eine inhaltliche Lösung der Grenzfrage aber ist nicht in Sicht.


    Indiens Außenminister: Keine Normalisierung ohne Lösung des Grenzkonflikts

    China fordert seit Jahren, die bilateralen Beziehungen nicht von der Grenzfrage bestimmen zu lassen. Doch das lehnt Indien ab. „Ich habe meinem chinesischen Amtskollegen erklärt, dass man nicht erwarten kann, dass die übrigen Beziehungen normal weitergehen, wenn man keine Lösung für die Grenze findet, wenn sich die Streitkräfte weiterhin gegenüberstehen und es Spannungen gibt“, stellte Außenminister Subrahmanyam Jaishankar im Januar nach einem Treffen mit Chinas Chefdiplomaten Wang Yi klar.

    Heikel sind vor allem zwei größere Regionen. Indien beansprucht das Gebiet Aksai Chin, das China im Grenzkrieg 1962 erobert hatte. Umgekehrt beansprucht Peking den gesamten indischen Bundesstaat Arunachal Pradesh östlich von Bhutan. Eine neue offizielle Landkarte Chinas zeichnet Arunachal Pradesh als chinesisches Staatsgebiet mit neuem Namen „Zangnan“, Südtibet, aus. Neu-Delhi legte gegen die Karte Protest ein.


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    Die Crisis Group-Analyse gibt wenig Grund zum Optimismus: Die Unklarheit über den Grenzverlauf bedeute, „dass es zwangsläufig immer wieder zu feindseligen Begegnungen und möglicherweise sogar zu zwischenstaatlichen Konflikten kommen wird – mit weitreichenden Folgen für die regionale und globale Sicherheit“, heißt es darin. Die Spannungen seien gestiegen, seit Chinas Staatschef Xi Jinping und Indiens Ministerpräsident Narendra Modi an der Macht sind. „Beide sind Nationalisten, die ihr politisches Ansehen eng mit souveräner Selbstbehauptung und Machtprojektion im Ausland verbunden sehen.“


    China liegt wirtschaftlich und militärisch bislang vor Indien

    Modi strebt nach einer wachsenden globalen Rolle Indiens; das Land entwickelt sich rasant und hat China als bevölkerungsreichstes Land der Welt überholt. Doch wirtschaftlich und militärisch bleibt die Volksrepublik bisher überlegen. Die Infrastruktur im unwegsamen Gelände der Grenze ist auf chinesischer Seite deutlich besser, was die Verlegung von Truppen oder Ausrüstung erleichtert. Neu-Delhi hat erst vor wenigen Jahren angefangen, Straßen in die Grenzregion zu bauen. „Indien kann China in den nächsten 20-30 Jahren auf keinen Fall einholen“, zitierte das britische Magazin Economist kürzlich Oberst Zhao Xiaozhuo von der Chinesischen Akademie für Militärwissenschaften.

    Die im April und Mai anstehenden Parlamentswahlen in Indien könnten die Spannungen weiter verschärfen, wenn Modi und seine Gegner eine harte Linie gegenüber China im Wahlkampf propagieren. „Auch wenn eine Lösung des Konflikts schwer vorstellbar ist, sollten sich China und Indien gegen Risiken absichern“, mahnt derweil die Crisis Group. Sie schlägt mehr Pufferzonen zwischen ihren Armeen an der Grenze vor und bessere Mechanismen für ein Krisenmanagement.


    Info: https://www.fr.de/politik/spannungen-geopolitik-indien-china-grenzkonflikt-beziehungen-zr-92844496.html


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    analyse

    Malediven, China und Indien Machtspiele im Indischen Ozean

    tagesschau.de, Stand: 16.03.2024 15:23 Uhr, Von Markus Spieker, MDR

    Auch im Indischen Ozean ringen Indien und China um Einfluss. Nun haben die Malediven mit Indien gebrochen und sich stattdessen China zugewandt. Indien hat schon eine Antwort angekündigt.


    Manche Menschen versetzt der Gedanke an die Malediven in friedvolle Stimmung. Vielen Indern geht das mittlerweile anders. Denn die benachbarte Inselgruppe hat sie ziemlich brüsk vor die Tür gesetzt - nicht die Touristen, sondern die indischen Soldaten, die dort stationiert sind.

    Der Präsident der Malediven, Mohammed Muizzu, hat ihren Rausschmiss dekretiert. Damit nicht genug: Gleichzeitig wurde ein Militärabkommen zwischen den Malediven und Indiens Rivalen China publik. Und dann kreuzte auch noch ein chinesisches Spionageschiff vor den Malediven auf.

    Was ist da los, fragen sich immer mehr internationale Beobachter. Womöglich ein dramatischer Wandel in der Machtbalance im indischen Ozean und sogar global? Eine weitere Etappe auf dem Weg zur chinesischen Vorherrschaft in Asien und darüber hinaus?


    "China hat feste Wurzeln geschlagen"

    Tatsächlich wächst der chinesische Einfluss in der Region seit Jahren kontinuierlich, durch Allianzen mit Pakistan, Sri Lanka, nun auch immer stärker mit den Malediven. Alok Bansal, militärpolitischer Experte vom indischen Thinktank "SAISA", erklärt: "China hat in dieser Region feste Wurzeln geschlagen und tief in die Tasche gegriffen. Es investiert kräftig in vielen Ländern, auch in den Malediven. Nicht von ungefähr hat der neue Präsident der Malediven zuerst China besucht." Und nicht den Nachbarn Indien. Ein Affront.

    Aber warum sind die Malediven überhaupt von enormer strategischer Bedeutung? Weniger wegen der Bevölkerung, eher wegen der Lage inmitten des Indischen Ozeans.

    Nur eine halbe Million Menschen lebt dort, fast die Hälfte dicht zusammengedrängt in der Hauptstadt Male. Von dort geht neuerdings eine Brücke zum Flughafen, der sich auf einer vorgelagerten Insel befindet. Etwa 200 Millionen Euro kostete das 1,4 Kilometer lange Prestigeprojekt, das 2018 den Betrieb aufnahm. Der Großteil des Geldes kam von China.

    Der dafür mitverantwortliche Infrastrukturminister der Malediven hieß Mohammed Muizzu, wie das gesamte damalige Kabinett war er auf einen Pro-China-Kurs eingeschworen. Immer wieder griff Peking der Regierung in Male mit Krediten unter die Arme. Mittlerweile beläuft sich die Kreditschuld auf umgerechnet mehr als eine Milliarde Euro. Das klingt aus deutscher Sicht nicht nach viel, ist aber mehr als die Hälfte der jährlichen Staatseinnahmen der Malediven. So hohe Verbindlichkeiten machen abhängig.


    Eines der von China finanzierten Infrastruktur-Projekte: die Sinamale -Brücke in der Hauptstadt Male. (Bild)


    Weg von China - und wieder zurück

    Nachdem das Kabinett, dem Muizzu angehörte, 2018 abgewählt wurde - nicht zuletzt aufgrund von Korruptionsvorwürfen -, versuchte die Nachfolgeregierung einen Kurswechsel weg von China, hin zum indischen Nachbarn. Dessen Festland liegt nur 2.000 Kilometer entfernt (China hingegen 5.000 Kilometer) und die diplomatischen Kontakte sind traditionell viel intensiver.

    Nunmehr profilierte sich Indien als Kreditgeber - und als Infrastrukturförderer. Im indischen Auftrag entsteht derzeit eine Brücke, die Male gleich mit drei Nachbarinseln verbinden soll, Gesamtlänge fast sieben Kilometer. Auch die Touristenströme von Indien schwollen an. In den letzten drei Jahren kamen die meisten ausländischen Besucher der Malediven aus Indien. Und nun alles wieder zurück?

    Tatsächlich sieht es so aus. Mohammed Muizzu kandidierte als Präsident und setzte im Wahlkampf auf eine "Indien Raus"-Kampagne. Das war einerseits eine Retourkutsche für die Unterstützung der Vorgängerregierung durch Indien.

    Andererseits stößt der Hindu-Nationalismus von Indiens Premierminister Narendra Modi bei den konservativ-muslimischen Wählern der Muizzu-Partei auf wenig Gegenliebe - die Einwohnerschaft der Malediven ist offiziell zu hundert Prozent muslimisch. Weniger störend wird offenbar Pekings Vorgehen gegenüber der muslimischen Minderheit der Uiguren in China empfunden.


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    Wenige Wochen nach Amtsantritt reiste Maledivens Präsident Muizzu mit Ehefrau nach China, wo er von Präsident Xi und seiner Gattin empfangen wurde.


    Soldaten müssen gehen - Touristen bleiben weg

    Muizzu gewann im Herbst 2023 und machte kurz darauf Ernst, zunächst mit der erzwungenen Ausreise der indischen Militärkräfte. Deren Zahl ist zwar auf den ersten Blick mit 80 minimal und die Tätigkeit eher nicht-militärischer Art. Im Katastrophenfall sollten die Soldaten und Soldatinnen bei der Evakuierung helfen.

    Aber die symbolische Bedeutung des Laufpasses ist erheblich. Die ersten 25 sind gerade abgeflogen, der Rest soll bis zum zehnten Mai folgen. Wie zum Protest bleiben dafür immer mehr indische Touristen weg. Ihre Anzahl ist seit Jahresanfang um ein Drittel rückläufig. Die meisten Besucher kommen nunmehr, wen wundert’s, aus China.


    Info: https://www.tagesschau.de/ausland/asien/malediven-indien-china-102.html


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    09.08.2024

    Harald Schmidt: „Wahlen abschaffen oder Ergebnis vorher festlegen“

    nachdenkseiten.de, 09. August 2024 um 12:13 Uhr, Ein Kommentar von Tobias Riegel.

    Er hat mal wieder sein Talent bewiesen, politische Fragen unterhaltsam auf den Punkt zu bringen: In wenigen Worten entblößt der Satiriker und Entertainer Harald Schmidt die Doppelmoral des offiziellen „Kampfes für die Demokratie“.


    Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

    Podcast: Play in new window | Download


    Die „Wahrheit“ – oder was man selber hochtrabend als solche bezeichnet – geht nicht einfach ihren Weg durch die Welt, nur weil man sie ausspricht. Man muss wichtige Botschaften auch in einer Form anbieten, die eine weite Verbreitung findet und die zusätzlich Wege in die Hirne und Herzen der Menschen ebnet. Hilfreich ist außerdem eine prominente Persönlichkeit, die diese Aspekte zusammenbringen kann und die keine Scheu hat, auch „einfache Wahrheiten“ immer wieder in Erinnerung zu rufen – der Satiriker und Entertainer Harald Schmidt ist für mich so eine Person.


    Solange gewählt wird, haben wir eine Demokratie“

    Schmidt sagte bereits vor einigen Tagen bei einer Veranstaltung des Deutschlandfunks, dass der mögliche Erfolg von BSW und AfD ihm keine Sorgen machen würde. Die Aufregung über eine veränderte Parteienlandschaft in Ostdeutschland könne er absolut nicht nachvollziehen. Die Sorge, dass die Demokratie in Gefahr sei, weil AfD und BSW starke Ergebnisse erzielen könnten, teile er nicht. „Solange gewählt wird, haben wir eine Demokratie“, so Schmidt. Auch wenn die Ergebnisse von AfD und BSW stark ausfallen sollten. Schmidt wörtlich:

    Das sind Ergebnisse von freien Wahlen, von freien, gleichen und geheimen Wahlen. Wenn ich das nicht will: Wahlen abschaffen oder Ergebnis vorher festlegen. Für beides gibt es Modelle, aber diese Aufgeregtheit… (…) Das verstehe ich nicht.“

    Dann fügt er noch eine weitere „einfache Wahrheit“, ein weiteres wichtiges Argument an, das von der Bundesregierung und anderen Kämpfern für „die Demokratie“ stur missachtet wird: Wenn solche Wahlergebnisse unerwünscht seien, so Schmidt, dann müsse man eine „Politik machen, dass solche Wahlergebnisse nicht zustande kommen“.

    Doch das Gegenteil ist festzustellen: Die politisch und medial Verantwortlichen verweigern es, eine hoch problematische Politik und die Kommunikation darüber zu hinterfragen – unter vielem anderen bezüglich Diplomatie, Soziale Ungleichheiten, Corona-Aufarbeitung oder Energieversorgung. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Vorstöße, um auch nicht-extremistische Regierungskritiker als Extremisten darzustellen, oder dafür, die AfD zu verbieten, anstatt sie endlich inhaltlich und mit einer guten Politik „zu stellen“: Können diese Praktiken (und viele andere, etwa bezüglich der Meinungsfreiheit) nicht eine viel größere Gefahr für die Demokratie darstellen als ein „falsches“ Wahlverhalten von Bürgern bei demokratischen Wahlen? Nochmal Schmidt:

    Wahlergebnisse sind immer ein Zeichen dafür, dass wir eine tolle Demokratie haben. Nur viele sind mit den Wahlergebnissen nicht einverstanden.

    Der „Kampf für die Demokratie“ und die Doppelstandards

    Harald Schmidts Hinweise auf die Heuchelei in einem „Kampf für die Demokratie“, der auf manchen Ebenen eher ein Kampf gegen bestimmte Parteien ist, erinnern noch an weitere Doppelstandards, die hier nur kurz erwähnt werden sollen: Regierungskritiker hierzulande werden oft als rechtsextrem hingestellt, während bekennende Nazis aus der Ukraine toleriert werden. Die Praxis, Wahlergebnisse anzuzweifeln, wird bei Donald Trump dämonisiert, im Fall von Venezuela ist das aber in Ordnung (beide Wahlergebnisse sollen hier nicht bewertet werden). Und während hierzulande immer wieder ein Verbot der Oppositionspartei AfD gefordert wird, kritisiert man eine Verbotspraxis an anderen Orten:


    Titelbild: Frank Gaertner / Shutterstock


    Rubriken: Audio-Podcast Demokratie Wahlen

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    Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=119418


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