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30.09.2024

Deutsch oder gar nicht     Berlin sucht größeren Einstieg der italienischen Großbank UniCredit bei der Commerzbank zu verhindern – kurz nachdem die Lufthansa Italiens größte Airline übernommen hat. Rom beschwert sich über doppelte Standards.

german-foreign-policy.com, 30. September 2024, 7:30 Uhr

BERLIN/ROM (Eigener Bericht) – Die Bundesregierung löst mit ihrer Ablehnung eines größeren Einstiegs der italienischen Großbank UniCredit bei der Commerzbank erheblichen Unmut in Italien sowie in anderen Staaten Europas aus. Bundeskanzler Olaf Scholz hatte den UniCredit-Vorstoß in der vergangenen Woche als „unfreundliche Attacke“ angeprangert; Bundesfinanzminister Christian Lindner sucht seinen italienischen Amtskollegen stark unter Druck zu setzen, um die Übernahme der Commerzbank durch das italienische Finanzinstitut zu verhindern. Die italienische Regierung, aber auch Banker und Experten von Denkfabriken in weiteren Staaten Europas weisen nicht nur darauf hin, dass Scholz, als er noch als Bundesfinanzminister amtierte, einen Ausbau der EU-Bankenunion forderte, während er jetzt einen praktischen Schritt zur Konsolidierung der EU-Bankenbranche blockiert. Zudem heißt es, der deutsche Schritt sei umso bemerkenswerter, als soeben erst die Lufthansa Italiens größte Airline, ITA Airways, übernommen habe. Die Berliner Ablehnung der Commerzbank-Übernahme folgt einem alten Muster: Zusammenschlüsse innerhalb der EU werden unter deutscher Führung realisiert, oder sie werden von Berlin blockiert.


Zitat: Der Einstieg der Unicredit

Der Einstieg der italienischen Großbank UniCredit bei der Commerzbank hatte im großen Stil Anfang September begonnen, als die Bundesregierung bekanntgab, sie wolle ihre Anteile an dem Frankfurter Kreditinstitut verringern. Die Regierung hatte im Jahr 2008, um die Bank in der globalen Finanzkrise zu stabilisieren, einen Anteil von 25 Prozent an ihr erworben. Einen Teil hatte sie schon abgestoßen; Anfang September hielt sie noch 16,49 Prozent. Den Anteil verringerte sie nun weiter auf 12 Prozent. Die abgestoßenen Anteile übernahm die UniCredit, die zuvor rund 4,5 Prozent auf gewöhnlichem Wege erworben hatte und nun, nach dem Kauf der von der Bundesregierung veräußerten Anteile, auf einmal bei 9 Prozent lag. Der italienischen Bank gelang es dann relativ schnell, sich den Zugriff auf auf weitere 11,5 Prozent der Commerzbank-Aktien zu sichern. Dieser muss jetzt nur noch offiziell genehmigt werden. Schon am 11. September beantragte die UniCredit zudem bei den Behörden, bis zu 29,9 Prozent an der Commerzbank übernehmen zu dürfen.[1] Dies zeigt, dass sie konsequent auf die Übernahme eines starken Anteils an der zweitgrößten börsennotierten Bank in der Bundesrepublik – nach der Deutschen Bank –, wenn nicht gar auf eine vollständige Übernahme zielt.


„Unfreundliche Attacke“

Die Bundesregierung hat sich entschieden gegen den Versuch der UniCredit ausgesprochen, eine führende Stellung in der Commerzbank zu erhalten oder das Kreditinstitut gar komplett zu übernehmen. Bundeskanzler Olaf Scholz stufte den Vorgang zu Beginn der vergangenen Woche als „unfreundliche Attacke“ bzw. als eine „feindliche Übernahme“ ein.[2] Ende vergangener Woche wurde bekannt, dass Finanzminister Christian Lindner bereits Druck auf Italiens Finanzministerium ausübt, eine „feindliche Übernahme“ zu verhindern.[3] Auf der behördlichen Ebene gelten die Einflussmöglichkeiten als begrenzt. Der mittlerweile bei der EZB gestellte UniCredit-Antrag, bis zu 29,9 Prozent an der Commerzbank übernehmen zu dürfen, hat gute Aussicht auf Erfolg, weil die EZB-Spitze um Präsidentin Christine Lagarde Bankenfusionen im Euroraum im Grundsatz befürwortet: Sie gelten als Mittel, starke, international schlagkräftige Kreditinstitute zu schaffen. Ein Versuch, den UniCredit-Einstieg über die Finanzaufsicht Bafin zu stoppen, wäre möglich – die Bafin untersteht direkt dem Bundesfinanzministerium –, er gilt aber als nicht ganz einfach zu legitimieren.[4] Demnach wäre politischer Druck im aktuellen Fall für Berlin womöglich das Mittel der Wahl.


Lufthansa übernimmt ITA Airways

Diesem Druck sucht sich die italienische Regierung bislang allerdings noch zu widersetzen. Außenminister Antonio Tajani brachte Anfang vergangener Woche sein „Unverständnis“ über Scholz‘ Einwände zum Ausdruck. „Wenn jemand ein italienisches Unternehmen kauft, ist die Rede vom einheitlichen europäischen Markt, doch wenn ein Italiener außerhalb Italiens zukauft, ist man nicht mehr im einheitlichen europäischen Markt“, beschwerte sich Tajani: „Das verstehe ich nicht.“[5] Der Außenminister bezog sich dabei darauf, dass die Lufthansa 41 Prozent an der italienischen Fluggesellschaft ITA Airways – der einstigen Alitalia – übernommen hat; der entsprechende Deal wurde am 3. Juli 2024 von der EU-Kommission genehmigt.[6] Erfüllt die Lufthansa bestimmte Kriterien, dann darf sie in weiteren Schritten zunächst zusätzliche 49 Prozent, dann bis 2033 die restlichen 10 Prozent erwerben. Der Einstieg und die erwünschte Komplettübernahme sollen der Lufthansa helfen, ihre führende Stellung in der europäischen Branche auszubauen. Lediglich Ryanair transportierte zuletzt mehr Passagiere pro Jahr als die Lufthansa. Ganz besonders hofft das deutsche Unternehmen, mit dem Ausbau des Drehkreuzes Rom seine Flüge nach Afrika sowie nach Lateinamerika deutlich ausweiten zu können.


„Dramatisch an Bedeutung verloren“

Die Tatsache, dass Berlin die Übernahme von ITA Airways durch die Lufthansa unterstützt, einen größeren Einstieg der UniCredit bei der Commerzbank aber zu verhindern sucht, stößt nicht nur in Italien auf Unmut – umso mehr, als Olaf Scholz, wie David Marsh von der Londoner Denkfabrik OMFIF (Official Monetary and Financial Institutions Forum) nun in Erinnerung ruft, in seiner Amtszeit als Bundesfinanzminister einen Ausbau der Bankenunion forderte, nun jedoch einen praktischen Schritt hin zur Konsolidierung der Bankenbranche in der EU unterbinden will. „Deutschlands Banken haben in den vergangenen 30 Jahren im Vergleich zu anderen Staaten der Eurozone dramatisch an Gewicht und an Bedeutung verloren“, konstatiert Marsh.[7] Die EU ihrerseits liege nahezu hoffnungslos hinter den USA zurück; der Marktwert der größten US-Bank, JP Morgan, sei so groß wie derjenige der zwölf größten Banken der Eurozone zusammengenommen. Der Versuch der UniCredit, mit dem Einstieg bei der Commerzbank oder einer etwaigen Übernahme wenigstens ein kleines Stück aufzuschließen, sei „eine Wasserscheide für Deutschland und Europa“. Die Bundesrepublik müsse sich jetzt vorwerfen lassen, die Integration der EU-Banken „nur zu ihren eigenen Bedingungen“ zu tolerieren.


Die EU spricht deutsch

Dies ist freilich nicht neu. Bereits der Einführung der EU-Gemeinschaftswährung, des Euro, stimmte Bonn lediglich unter der Voraussetzung zu, dass die Währungsunion wie auch die Europäische Zentralbank (EZB) nach deutschen Modellen gestaltet wurden. „Der Euro spricht deutsch“, betonte im Jahr 1998 der damalige Bundesfinanzminister Theo Waigel.[8] Ähnlich verhält es sich seit je bei Konzernzusammenschlüssen sowie Übernahmen von Unternehmen auf EU-Ebene. Im deutsch-französisch dominierten Airbus-Konzern ist Berlin stets eifersüchtig bemüht, nicht gegenüber Paris ins Hintertreffen zu geraten. Ein ähnlicher Zusammenschluss europäischer Werften kam nicht zustande, weil die Bundesrepublik keine Chance sah, in ihm eine führende Rolle zu übernehmen.[9] Ein identisches Bild ist auf militärischer Ebene zu erkennen. So führt Deutschland etwa den Aufbau eines europäischen Luftverteidigungssystems (European Sky Shield Initiative, ESSI) an, das nicht nur deutsche, sondern auch israelische und US-amerikanische Abwehrsysteme nutzt, französische sowie italienische hingegen nicht.[10] Umgekehrt hat Berlin sich mehrmals Einsätzen der EU-Battlegroups verweigert, wenn diese französischen Interessen entsprochen hätten.[11] Unter anderem deshalb wurden die Gemeinschaftstruppen bislang noch nie eingesetzt. Auf der Ebene der Bankenfusionen wiederholt sich jetzt nur, was in der EU als unumstößliche Regel gelten kann: Zusammenschlüsse sind deutsch dominiert, oder sie werden verhindert.

 

[1] Christian Schubert, Inken Schönauer: Unicredit stockt auf, Scholz blockt ab. Frankfurter Allgemeine Zeitung 24.09.2024.

[2] Scholz kritisiert Unicredit scharf. Frankfurter Allgemeine Zeitung 24.09.2024.

[3] Kontakt zu Italiens Amtskollege: Lindner warnt offenbar vor feindlicher Übernahme der Commerzbank. tagesspiegel.de 27.09.2024.

[4], [5] Deutsch-italienischer Bankenmachtkampf. Frankfurter Allgemeine Zeitung 25.05.2024.

[6] Jens Koenen: Lufthansa ist bei ITA am Ziel – aber lohnt sich der hart erkämpfte Deal? handelsblatt.com 03.07.2024.

[7] David Marsh: Watershed for Europe in UniCredit-Commerzbank dispute. omfif.org 24.09.2024.

[8] S. dazu Das Brüsseler Abkommen.

[9] S. dazu Abwehrschlachten.

[10] S. dazu Auf Kosten Frankreichs.

[11] S. auch EU-Kriegskoalitionen der Willigen.



Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9701


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

30.09.2024

Nachrichten von Pressenza: Klimarettung oder Kriegsunterstützung – Beides zusammen geht nicht

aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 30. September 2024,


Nachrichten von Pressenza - 30.09.2024


Klimarettung oder Kriegsunterstützung – Beides zusammen geht nicht


Die politische und gesellschaftliche Entwicklung, besonders der letzten drei Jahre, beschäftigt mich schon lange. Mit jedem Tag werden meine Sorgen größer, was die Kriegsgefahr in der Welt und die Klimasituation angeht. Augenscheinlich geht man davon aus, dass man die anvisierten&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/09/klimarettung-oder-kriegsunterstuetzung-beides-zusammen-geht-nicht/


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Stella Assange: „Zusammen können wir die Geschichte verändern, auch in Gaza“


Strahlender als je zuvor gab Stella Assange am 8. September der stellvertretenden Herausgeberin von Il Fatto Quotidiano, Maddalena Oliva, ein langes Interview vor vollem Saal auf dem FattoFest in der Casa del Jazz in Rom. Die erste, obligatorische Frage: Wie&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/09/stella-assange-zusammen-koennen-wir-die-geschichte-veraendern-auch-in-gaza/


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29 Jahre MedienGalerie Berlin: Das Ende einer Ära der gewerkschaftlichen Kulturarbeit


Nach fast drei Jahrzehnten erfolgreicher Ausstellungsarbeit in der ver.di-MedienGalerie Berlin schließt der Galerierat seine Türen endgültig. Die letzte Ausstellung, die dem 50. Jahrestag der portugiesischen Nelkenrevolution gewidmet war, markierte den Abschluss einer langen Tradition gewerkschaftlicher Kunst- und Kulturarbeit. Trotz zahlreicher&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/09/29-jahre-mediengalerie-berlin-das-ende-einer-aera-der-gewerkschaftlichen-kulturarbeit/


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Bürgergelddebatte: Schuften wie im Frühkapitalismus?


Vor 20 Jahren wurde in Ostdeutschland gegen die Einführung von Hartz IV protestiert. Im Museum des Kapitalismus in Berlin wurde kürzlich über die heutige Situation von Arbeitslosen diskutiert. Friedrich Merz war erst wenige Stunden zum Kanzlerkandidaten der Union ausgerufen, als er&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/09/buergergelddebatte-schuften-wie-im-fruehkapitalismus/


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Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


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30.09.2024

Rechtsruck in Österreich: Nagelprobe für die ÖVP – und die EVP

lostineu.eu, 30. September 2024

Der Rechtsruck in Österreich ist stärker ausgefallen als erwartet, die FPÖ hat die regierende ÖVP auf Platz zwei verwiesen. Auf die Konservativen in Wien und Brüssel kommt nun eine Nagelprobe zu.

“Es ist ein Stück Geschichte, das wir heute geschrieben haben”, sagte FPÖ-Parteichef Herbert Kickl. Um regieren zu können, braucht die für ihren scharfen Asylkurs bekannte Partei aber einen Bündnispartner. Ob das gelingt, ist offen.

Erstmal ist Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Zug. Er will Sondierungsgespräche führen und erst danach entscheiden, wen er mit der Regierungsbildung beauftragt. Das muß nicht unbedingt Kickl sein.

Doch egal wie sich Van der Bellen entscheidet – auf die Konservativen kommt eine Nagelprobe zu.

Wenn sie eine große Koalition unter Ausschluss der FPÖ versuchen, setzen sie sich dem Vorwurf aus, an der Macht zu kleben und das Wahlergebnis zu ignorieren.

Wenn sie hingegen mit der FPÖ regieren (und sei es ohne Kickl), brechen sie die neuerdings viel beschworene “Brandmauer gegen Rechts”.

Dann wäre auch die EVP – also die konservative europäische Parteienfamilie – nicht mehr glaubwürdig. Wer die FPÖ in Brüssel ausgrenzt, kann sie nicht zugleich in Wien stützen.

Eine FPÖ/ÖVP-Regierung könnte zudem die Machtverhältnisse auf EU-Ebene erschüttern und eine Sperrminorität im Ministerrat erreichen.

Gemeinsam mit Ungarn, Italien und den Niederlanden hätte eine österreichische Rechtsregierung die Möglichkeit, EU-Gesetze zu blockieren…

5 Comments

  1. Stef
    30. September 2024 @ 12:21

    Ich bin bei Kleopatra, es ist müßig darüber zu sinnieren, wer weiter rechts steht, FPÖ oder AfD. Ich sehe dasselbe Phänomen auf der Linken: Das BSW soll von vornherein als wahlweise linksextremistisch bis rechtsoffen geframt werden, um sie in Wahlkämpfen besser stigmatisieren zu können. Das hat schon bei der AfD nicht funktioniert und wird hier wieder scheitern.

    Der Punkt ist, dass die sogenannte Mitte (darunter verstehe ich SPD, CDU/CSU, FDP und die GRÜNEN) seit geraumer Zeit versucht, den politischen Diskursraum auf sich selbst zu verengen. Das bedeutet, dass zulässige Politik sich nicht nach den grundgesetzlichen Grenzen definiert, sondern danach, wer sie vertritt. Kommt z.B. eine Position von der CDU, die jahrelang zuvor genauso von der AfD vertreten wurde, ist sie auf einmal vollkommen in Ordnung und im Einklang mit der FDGO. Zuvor war sie der klare Beweis für die Verfassungsfeindlichkeit der AfD. Vertritt das BSW klassisch sozialdemokratische Positionen, wie sie seit Willy Brandt bis Schröder ein Markenkern der SPD waren, liegen diese jetzt jenseits des “offiziell vertretbaren” und sind verfassungsfeindlich, jedenfalls soweit es die Systemparteien der Mitte betrifft.

    Die Verengung des Diskursraumes erfolgt mit massiver massenmedialer Unterstützung, der öffentliche-rechtliche Rundunk ist in diesem Zusammenhang eindeutig als parteipolitischer Akteur zu identifizieren.

Reply

  • Kleopatra
    30. September 2024 @ 08:49

    Regierungen unter FPÖ-Beteiligung hat es seit Österreichs EU-Beitritt bereits mehrfach gegeben, neu wäre nur, dass diesmal die FPÖ eindeutig in der Wahl die stärkste Partie wurde. Aber auch bei einer ÖVP-FPÖ-Koalition ergibt sich daraus kein Anspruch, in der Politik mehr durchzusetzen, als wenn sie etwa weniger Stimmen hätte als die ÖVP. In einer Koalition hat jeder Partner die Möglichkeit, das Regierungsbündnis zu sprengen.
    Die Möglichkeiten, eine Sperrminorität zu organisieren, existieren unabhängig von der parteipolitischen Zugehörigkeit einer Regierung.

    Reply

    • Skyjumper
      30. September 2024 @ 11:20

      Theoretische Möglichkeiten sind das eine, faktische Wahrscheinlichkeiten das andere.

      Es sind ja nicht „nur“ Ungarn, Italien und die Niederlande wo es zu tendenziellen Unstimmigkeiten zur off. EU-Linie kommen kann. Belgien und die Slowakei (obwohl eher links-populistisch) würde ich auch dazu zählen. In Frankreich und Polen kann sich die politische Situation UNerwartet schnell ändern und deutlich EU-skeptischer werden.

      Ich glaube daher schon, dass die Machtverhältnisse in Brüssel insgesamt gesehen fragiler geworden sind, und durch den Wahlsieg der FPÖ nicht gerade stabiler werden.

      „Aber auch bei einer ÖVP-FPÖ-Koalition ergibt sich daraus kein Anspruch, in der Politik mehr durchzusetzen, als wenn sie etwa weniger Stimmen hätte als die ÖVP.“

      Auch wenn Sie dichter dran sind: Den ANSPRUCH mehr durchsetzen zu wollen wird die FPÖ nach meiner Auffassung durchaus haben, nachdem sie nun die stärkste Fraktion ist. Ob sie es auch durchsetzen kann ist natürlich eine andere Frage. Im Moment sieht es tatsächlich nicht danach aus.

      Reply

  • Skyjumper
    30. September 2024 @ 07:59

    Erstaunlich wie VERGLEICHSWEISE ruhig diese Wahl und auch das Ergebnis von den Medien kommentiert wird. Dabei ist die FPÖ nach meiner Wahrnehmung in ihren Positionen extremer als z.B. die hiesige AfD oder auch RN (unter Marine le Pen).

    Falls es nicht zu der von mir erwarteten, großen Koalition (ohne FPÖ) kommen sollte sehe ich die Nagelprobe allerdings viel stärker bei van der Bellen. Der österreichische Bundespräsident hat eine deutlich größere Machtbefugnis als etwa der deutsche, und könnte einer FPÖ Regierung die Ernennung durchaus verweigern.

    Das wird wohl eine unruhige Zeit für Österreich, und für die EU erst Recht.

    Reply

    • Kleopatra
      30. September 2024 @ 09:27

      Dass die FPÖ extremer sein soll als die AfD, kann ich als in Österreich Ansässiger nicht nachvollziehen.
      Der Bundespräsident ist frei in der Entscheidung, wen er zum Bundeskanzler ernennt. Und auch zu Fachministern kann er zwar nur Kandidaten ernennen, die ihm vom Bundeskanzler vorgeschlagen wurden, aber er ist frei, diese Vorschläge abzulehnen. (Davon wurde bei der ersten ÖVP-FPÖ-Koalition Gebrauch gemacht). Die Regierung muss sich freilich zeitnah einer Vertrauensabstimmung im Nationalrat stellen. Aber wie sich aus diesen Überlegungen ergibt, hat der Bundespräsident bei der Regierungsbildung einen großen Spielraum.


  • Info: https://lostineu.eu/oesterreich-nagelprobe-fuer-die-oevp-und-die-evp/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.09.2024

    Zentralstelle für betreutes Denken

    zlv.lu, 27. September 2024, Auslandvon Ralf Hohmann

    Bürgerrat »Forum gegen Fakes« empfiehlt »Desinformation« als Straftatbestand


    Einige Wochen war es still im deutschen Bundesinnenministerium. Nancy Faeser von der SPD hat die Zeit genutzt. Der vom Innenministerium, dem Meinungskonzern Bertelsmann und den Beratern des Verfassungsschutzes initiierte Bürgerrat »Forum gegen Fakes« hat in am 12. September zugeschlagen und die Innenministerin mit frischen Ideen zur Bekämpfung von »Desinformation« versorgt.

    Dazu gehört das »Fake News Quiz« auf den Werbemonitoren in Bussen und Bahnen, bei dem die Fahrgäste anhand der Frage »Wahr oder falsch?« raten dürfen, ob eine zuvor eingespielte Behauptung für richtig gehalten werden darf oder nicht. Die Texte, empfiehlt der Bürgerrat, sind wöchentlich zu erneuern, »damit es nicht langweilig wird«. Koordiniert wird das Quiz für eher schlichte Gemüter von einer »Stabsstelle Desinformation«, die direkt dem Bundesinnenministerium untersteht. Sie wird sich auch darum kümmern, »die Medienhäuser« mit stets »gut aufbereiteten« Hintergrundinformationen zum Thema »Wahr oder falsch« zu bespielen.

    Da der verunsicherte Bürger sofort erkennen muß, über welches Stöckchen er springen soll, werden die »News« der »Stabsstelle« mit einem »Wahrheitssiegel« per QR-Code ausgestattet. Apropos Siegel: Besonders folgsame Medien, die unter Beweis gestellt haben, daß sie den Sinn für das Wahre beherrschen, bekommen als Ehrenzeichen das »Gütesiegel für qualitativen Journalismus«. Es sorgt für »zusätzliche Motivation, sich an Qualitätskriterien zu halten«.

    Um diejenigen, die trotz QR-Code und Gütesiegel immer noch nicht kapiert haben, daß man von »Desinformationen« die Finger zu lassen hat, sorgt sich die Zentralstelle für betreutes Denken besonders. In ihrem Hause soll ein KI-gestütztes Programm erstellt werden, das in den sozialen Medien desinformatorische Posts kennzeichnet.

    Wie das geht? »Vor dem Posten soll es eine angemessene Bedenkzeit (2 – 5 Minuten) geben«, innerhalb derer die KI den Eintrag prüft. Ist der Inhalt »unbedenklich«, gibt die Staatssoftware den Post frei. Ist er es nicht, bekommt der User eine Warnung. Postet er trotzdem, löscht das Programm sofort.

    Und damit kommen wir zu der Klientel, die wirklich Pech hat: Der Bürgerrat empfiehlt der Innenministerin als Lordsiegelbewahrerin der Wahrheit in diesen Fällen strafrechtliche Verfolgung. Um den hierzu noch fehlenden Tatbestand einer »strafbaren Desinformation« will man sich in Kürze kümmern.

    Diese und viele weitere Ideen zur endgültigen Vernichtung des letzten Rests an Meinungsfreiheit lassen sich im »Gutachten« des pseudo-repräsentativen Bürgerrats nachlesen, ein Handbuch aus der Giftküche des Innenministeriums. Zutaten: Handverlesene 120 »Räte«, versorgt und angeleitet von der steuerbegünstigten Bertelsmann-Stiftung, umsorgt von den Beiköchen des Verfassungsschutzes, die, wie zu lesen ist, mit »Expertenwissen« für viel Inspiration gesorgt haben.

    Gekocht wurde in sechs Konsultationen, nach den Rezepten der Bertelsmann-Stiftung, die vor fünf Jahren mit dem Vorschlag zur Halbierung der Krankenhausbetten Furore machte. Nancy Faeser hat das »Gutachten«, wie die Pressefotos zeigen, mit großer Freude entgegengenommen. Eines ist sicher: In wenigen Wochen werden die kruden Ideen von »Bürgern«, die sich gern selbst die Wahrheit nehmen lassen, in neue Gesetzesentwürfe gegossen werden.


    Info: https://www.zlv.lu/db/1/1417825069959/0


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    30.09.2024

    Schräges Theater in Thüringen

    Tobias Riegel

    nachdenkseiten, 30. September 2024 um 11:00 Ein Artikel von: Tobias Riegel

    Der Vorgang um die Wahl des Landtagspräsidenten in Thüringen ist eine aufgebauschte Farce. Es ist bedauerlich, dass das BSW sich daran beteiligt hat. Bei dem Vorgang hat sich keine Partei mit Ruhm bekleckert. Ein Kommentar von Tobias Riegel.





    Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

    Podcast: Play in new window | Download


    Die Wahl des Landtagspräsidenten in Thüringen ist nun vollzogen, wie Medien berichten. Die rechtlichen Details, um die gerungen wurde und wegen denen sogar das Verfassungsgericht angerufen wurde, gehen in der Betrachtung vieler Bürger inzwischen unter: Was aber bleibt, ist bei manchen Bürgern der Eindruck, dass das BSW gemeinsam mit den „Altparteien“ und unter Nutzung nicht eindeutiger parlamentarischer Verfahren, die sich von bisherigen Verfahrensweisen unterscheiden, gegen die AfD vorgeht.

    Dazu, dass sich bei dem Vorgang alle Parteien fragwürdig verhalten haben, folgt unten mehr. Zunächst zur Rolle des BSW.

    Wenn sich das BSW in dieser Frage enthalten hätte – wäre sie dann ein „Steigbügelhalter“ für die AfD? Nein: Den aufhaltsamen Aufstieg der AfD haben CDU-SPD-GRÜNE-FDP-LINKE zu verantworten. Diese Parteien hätten durch eine andere Politik in den vergangenen Jahren und einen anderen Umgang mit politischen Gegnern (etwa bei Corona) den Erfolg der AfD erheblich schmälern können. Nun, da das politische Kind im Brunnen liegt, mit (mutmaßlichen) Verfahrenstricks die Folgen der eigenen Politik aus den Parlamenten „aussperren“, oder gar verbieten zu wollen und das auch noch als besonders „demokratisch“ verkaufen zu wollen, ist sehr fragwürdig.

    Es ist nicht die Aufgabe des BSW, „die AfD zu verhindern“. Das BSW wurde nicht für diese Aufgabe gewählt, sondern meiner Meinung nach vor allem dafür, dass es endlich wieder eine echte Opposition gibt. Ich fände es sogar vertretbar, wenn das BSW künftig einzelnen parlamentarischen Vorstößen unabhängig von deren Ursprung zustimmen würde, wenn diese Vorstöße inhaltlich absolut einwandfrei wären.

    Einem Eintreten des BSW in Koalitionen auf Landesebene stehe ich eher distanziert gegenüber, sie sollten vorher sehr kritisch geprüft werden. Diese Frage muss natürlich von Fall zu Fall beurteilt werden, eine Unregierbarkeit in einzelnen Bundesländern sollte das BSW nämlich ebenfalls nicht provozieren – es ist vertrackt.

    Die während des Vorgangs von Thüringen genutzten Diffamierungen gegen die AfD („Machtergreifung“) treffen in abgemilderter Form auch oft das BSW: Die Marotte, dass CDU-SPD-GRÜNE-FDP-LINKE politische Konkurrenten immerzu als „undemokratisch“ bezeichnen, ist zum einen lächerlich und zum anderen: Genau dieses Verhalten empfinden viele Bürger als undemokratisch, es hat das Zeug, die AfD noch stärker zu machen.

    Ich finde es bedauerlich, dass das BSW sich an dem Theater von Thüringen beteiligt hat. Der Vorgang wird nun medial aufgebauscht und von mehreren Seiten ausgeschlachtet. Aber diese Instrumentalisierung des Vorgangs durch verschiedene politische Interessen hätte man voraussehen können. In der befeuerten Aufregung gehen nun viele politische und juristische Details unter. Festzustellen ist, dass sich bei dem Streit alle Parteien fragwürdig verhalten haben – allen voran die CDU, die durch ein Taktieren mit der Geschäftsordnung das Chaos mit gestiftet hat.


    Titelbild: va.happyfamily2017/shutterstock.com


    Rubriken: Audio-Podcast BSW Wahlen


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    Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=122258


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    30.09.2024

    UNO-Netanjahu / Gaza / Libanon

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 30. September 2024, 17:58 Uhr


    *Beifall für Netanjahu trotz leeren Saals –

    Wer hat da applaudiert?

    *Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat am Freitag vor

    der UN-Generalversammlung gesprochen. Viele Diplomaten verließen den

    Saal, als Netanjahu das Wort ergriff. Trotzdem ertönte von der

    Zuschauertribüne aus Beifall und Applaus. Der chinesische Journalist Xu

    Dezhi ging der Sache auf den Grund.

    Er befragte den Sprecher des UN-Generalsekretärs, Stéphane Dujarric, ob

    dieser wüsste, woher diese Zuschauer kamen. "Die israelische Delegation

    darf wie jede andere Delegation Gäste mitbringen, wenn ihr

    Delegationschef eine Rede hält. Das waren Gäste des [israelischen]

    Ministerpräsidenten", antwortete der Sprecher auf die Frage.

    /Siehe kurzes

    Video:/https://odysee.com/@RTDE:e/Beifall-f%C3%BCr-Netanjahu-trotz-leeren-Saals-%E2%80%93-Wer-hat-da-applaudiert-:b



    *Gaza: Schiessen aus Langeweile

    **Mehrere israelische Soldaten berichten von willkürlichen

    Erschiessungen und Zerstörungen, von «totaler Handlungsfreiheit».*

    /Von Pascal Derungs/*


    *Die israelische Armee billige de facto willkürliche Gewaltanwendung in

    Gaza durch ihre Truppen, berichtete Oren Ziv im «+

    <https://www.972mag.com/about/>972 

    <https://www.972mag.com/israeli-soldiers-gaza-firing-regulations/>Magazin 

    <https://www.972mag.com/about/>». Das unabhängige Online-Magazin, das

    von einer Gruppe palästinensischer und israelischer Journalisten

    betrieben wird, stützt sich dabei auf die Aussagen von sechs

    israelischen Soldaten, die vor ihrer Entlassung aus dem aktiven Dienst

    in Gaza stationiert waren. Diese bezeugen, dass es im Gaza-Krieg kaum

    Schiessvorschriften gebe, dass die Truppen auf Palästinenser schiessen

    würden, wie sie wollten, Häuser in Brand setzten und Leichen auf den

    Strassen liegen liessen – alles mit der Erlaubnis ihrer Kommandeure.


    Diese Zeugenaussagen bestätigen Videodokumentationen des Senders Al

    Jazeera vom Juni 2024. Darin wurden bei drei verschiedenen Gelegenheiten

    sogenannte «summarische Hinrichtungen» enthüllt. Israelische Soldaten

    erschossen mehrere unbewaffnete Palästinenser, die in der Nähe der

    Küstenstrasse im Gazastreifen unterwegs waren. In jedem dieser

    dokumentierten Fälle stellten die Opfer keine unmittelbare Bedrohung dar.

    Alle sechs vom «+972 Magazin

    <https://www.972mag.com/israeli-soldiers-gaza-firing-regulations/>» 

    befragten Soldaten sagten aus, dass sie autorisiert gewesen seien,

    praktisch nach Belieben das Feuer auf Palästinenser zu eröffnen, auch

    auf Zivilisten, Frauen und Kinder.

    /Hier weiterlesen:

    /https://www.infosperber.ch/politik/gaza-schiessen-aus-langeweile/



    _RT DE 30.9.2024


    _*Libanon: 100 Tote und rund 350 Verletzte in 24 Stunden –

    Israel attackiert das Zentrum von Beirut

    *

    Israel setzt seinen Vernichtungsfeldzug im Libanon mit unveränderter

    Härte fort. So wurde am Sonntag und Montagfrüh das Stadtgebiet Kola in

    Beirut bombardiert und damit erste direkte Angriffe auf die libanesische

    Hauptstadt außerhalb der südlichen Vororte seit Beginn der erweiterten

    Offensive durchgeführt.

    Laut dem arabischen Sender /Al Jazeera /erlebte der Libanon erneut

    "blutige 24 Stunden, in denen durch den unerbittlichen israelischen

    Luftangriff mindestens 105 Menschen getötet und 359 weitere verletzt

    wurden", wie die lokalen Gesundheitsbehörden mitteilten.


    So wurden zuletzt am Sonntag und in der Nacht zum Montag aus dem

    gesamten Libanon Luftangriffe gemeldet. Als mehr als besorgniserregende

    Tatsache eines nahenden, beginnenden erneuten Libanonkriegs, gilt die

    Tatsache, dass unter den jüngsten attackierten Zielen sich zum ersten

    Mal "seit Jahren ein Treffer im Herzen der Hauptstadt Beirut ergab, was

    auf eine weitere mögliche Eskalation hin zu einem totalen Krieg

    hindeutet", so /Al Jazeera/. Die beiden letzten Libanonkriege fanden in

    den Jahren**1982 und 2006 statt. Eyal Zisser, Vizerektor der Universität

    Tel Aviv, wird in einem//aktuellen/Spiegel/-Interview mit den Worten

    zitiert

    <https://www.spiegel.de/geschichte/israel-und-libanon-die-geschichte-der-libanonkriege-a-f9b16c1c-92db-425e-98a3-ff98795ede10

    (Bezahlschranke):

    /"Wir sind nicht nur auf dem Weg dahin. Wir befinden uns bereits in

    einer Art drittem Libanonkrieg. Das Ausmaß der Gewalt ist größer als im

    Jahr 2006."/


    Bei dem israelischen Angriff in der gestrigen Nacht wurde arabischen

    Medien zufolge ein Wohnhaus im Beiruter Stadtteil Kola getroffen, dies

    als Folge einer Drohnenattacke. Dabei wurde das obere Stockwerk des

    Wohnhauses zerstört. Gesamtzahlen zu Todesopfern und Verletzten liegen

    nicht vor, jedoch heißt es in Berichten, dass der Angriff Mitgliedern

    der "Volksfront zur Befreiung Palästina (PFLP)" galt.


    Nach Angaben seitens der PFLP wurden "drei ihrer Führer getötet":

    Muhammad Abdel Aal, Mitglied des politischen Büros der PFLP und Leiter

    ihrer militärischen Sicherheitsabteilung, Imad Odeh, Mitglied der

    militärischen Abteilung der PFLP und militärischer Befehlshaber im

    Libanon, sowie Abdul Rahman Abdel Aal.

    Die libanesischen Nachrichtensender /mtv Al Lubnaniya/ und /Al Mayadeen/

    berichteten, dass es am Montagmorgen erneut israelische Angriffe auf die

    Beiruter Vororte Dahieh und das südlich gelegene Quzai, nahe dem

    Flughafen,**gegeben hat.


    Während Israels Armee weiterhin erklärt, dass die Angriffe

    ausschließlich Hisbollah-Zielen galten, erklärten libanesische Beamte

    laut /Al Jazeera/, "die Bombardierungen hätten vor allem zivile Häuser

    und Gebäude im Südlibanon, im Bekaa-Tal, im Gouvernement Baalbek-Hermel

    und in den südlichen Vororten von Beirut getroffen". Libanesische

    Politiker bezeichneten die Angriffe unmissverständlich "als ein

    Massaker" an der Zivilbevölkerung.


    So wurden bei einem einzigen Anschlag am Wochenende zwei Wohnhäuser

    komplett zerstört und dabei 32 Menschen getötet, wie das libanesische

    Gesundheitsministerium mitteilte. Unter den Opfern befanden sich laut

    der Behörde "viele vertriebene Familien, die dort Zuflucht gefunden hatten".


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.09.2024

    Wolfgang Ischinger: Russland rote Linien aufzeigen

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 30. September 2024, 17:14 Uhr


    _RT DE 30.9.2024


    _*Wolfgang Ischinger: Russland rote Linien aufzeigen


    *Bei Verhandlungen zur Beilegung des Ukraine-Konflikts werden weder

    Deutschland noch Frankreich mit am Tisch sitzen, sagte

    <https://www.politico.eu/article/west-should-set-its-own-red-lines-not-just-accept-putin-wolfgang-ischinger-veteran-diplomat-munich-security-conference/> der

    ehemalige Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger,

    gegenüber dem Magazin /Politico/. Bemerkenswert ist in diesem

    Zusammenhang, dass Ischinger die Ukraine gar nicht erst erwähnt.


    Erwähnung finden bei ihm dagegen China, die Türkei, Saudi-Arabien und

    Katar. Der Grund dafür ist naheliegend. Sie haben bereits

    Verhandlungserfolge erzielt. Die Türkei hat den Getreidedeal

    mitverhandelt und richtete die Verhandlungen zwischen der Ukraine und

    Russland zur Beilegung des Ukraine-Konflikts im Frühjahr 2022 aus, die

    schließlich vom Westen hintertrieben wurden.


    Die arabischen Staaten vermittelten erfolgreich den Austausch von

    Gefangenen und die Rückführung von Kindern, die von Russland aus dem von

    der Ukraine unter Beschuss genommenen Donbass evakuiert wurden. China

    entwickelte eine eigene Friedensinitiative. Sie sind Deutschland und

    Frankreich auf dem diplomatischen Weg zur Vermittlung und Durchführung

    von Verhandlungen große Schritte voraus, da die beiden europäischen

    Länder Verhandlungen bisher ablehnen und stattdessen den Konflikt

    verlängern und eskalieren.


    Für die bisherige Eskalation sind zwar die USA federführend

    verantwortlich, doch Ischinger sieht die USA schon allein deshalb mit am

    Verhandlungstisch, weil Russland nicht daran glaubt, dass Deutschland

    und Frankreich überhaupt Verhandlungsmacht mitbringen.


    /"Wenn wir eine Bewegung in diese Richtung fördern wollen, ist es

    richtig, dafür zu sorgen, dass die Ukrainer im Donbass nicht noch mehr

    Territorium verlieren, und ihnen zu helfen, diesen Winter zu

    überstehen"/, meint Ischinger und fügt hinzu /"Wenn es einen Prozess

    gibt, dann wird er zunächst von Washington und Moskau skizziert." /


    Der Grund dafür ist einfach: "/Sie halten die Europäer für Vasallen der

    USA"/, erklärt der Diplomat die russische Position.


    Vom Westen fordert Ischinger das deutliche Aufzeigen von roten Linien

    gegenüber Russland, deren Überschreiten weitreichende negative Folgen

    für Russland hätte.


    /"Russland sagt immer, wenn ihr diese rote Linie überschreitet, werden

    wir eskalieren. Warum drehen wir das nicht um und sagen den Russen, wir

    haben rote Linien und wenn ihr ein weiteres ziviles Gebäude bombardiert,

    solltet ihr nicht überrascht sein, wenn wir Taurus liefern oder Amerika

    hebt alle Beschränkungen auf."/


    Ischinger glaubt, Russland könnte damit zur Aufnahme von Verhandlung

    gedrängt werden. Moskau hat dagegen immer wieder deutlich gemacht, dass

    man zu Verhandlung bereit sei – allerdings nur zu realistischen

    Bedingungen. Selenskijs sogenannter "Friedensplan" bildet dafür keine

    Grundlage, denn er fordert als Voraussetzung für die Aufnahme

    von Gesprächen zur Regulierung des Konflikts faktisch die bedingungslose

    Kapitulation Russlands.


    Moskau weist zudem den Vorwurf zurück, die russische Armee würde gezielt

    Zivilisten und zivile Infrastruktur angreifen. Schäden an zivil

    genutzten Gebäuden und Einrichtungen gehen in der Regel auf

    herabfallende Raketenteile zurück, die von der ukrainischen Luftabwehr

    abgeschossen wurden, erklärte Moskau wiederholt. Ein Vergleich mit den

    Zahlen ziviler Opfer, die der israelische Beschuss von Gaza und jetzt

    dem Libanon fordert, stützt die russische Aussage. Die Zahl ziviler

    Opfer in Gaza ist um ein Vielfaches höher als in der Ukraine. Dabei ist

    noch zusätzlich anzumerken, dass Opfer im Donbass, die auf ukrainischen

    Beschuss zurückzuführen sind, von den UN als ukrainische Opfer gezählt

    werden, da sie die Abspaltung der Donbass-Republiken und ihre

    Eingliederung ins russische Staatsgebiet nicht anerkennt.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.09.2024

    Türkei bald BRICS-Mitglied

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 30. September 2024, 17:23 Uhr


    _RT DE 30.9.2024


    _*Goldenes Zahnrad Eurasiens – Türkei bald BRICS-Mitglied

    */Von Elem Chintsky


    /Eine BRICS-Mitgliedschaft der Türkei scheint nicht mehr weit weg.

    Stimmen aus Deutschland tun dies als verzweifelten Versuch ab, Brüssel

    dazu zu bewegen, die Türkei jetzt doch als EU-Mitglied aufzunehmen.

    Israelische Medien vermuten einen antiwestlichen Paradigmenwechsel.


    In weiser Voraussicht hatte das anglo-franko-amerikanische Establishment

    die Türkei bereits im Jahr 1952 in den Nordatlantikpakt integriert –

    lediglich sieben Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges. Mit dem ersten

    Antrag auf Mitgliedschaft begannen Ankaras NATO-Bemühungen sogar schon

    im Jahr 1948, aber der Westen war zu dem Zeitpunkt noch nicht bereit,

    sich zu erbarmen. Immerhin wurden aber die Türken drei Jahre vor

    Westdeutschland in dem sogenannten Verteidigungsbündnis zugelassen.


    Wir schreiben inzwischen das Jahr 2024: Die Republik Türkei stellte vor

    kurzem einen neuen Antrag. Es ist ein offizielles Gesuch auf

    Mitgliedschaft in dem eurasischen Staatenbund der BRICS-Gruppe, der

    zufälligerweise aus den Gründungsmitgliedern Russland und China besteht.

    Was das eigentlich für eine Bedeutung hat, wird in den Berichten dazu im

    /Spiegel/ oder auf der /Deutschen Welle/ zu schwach vermittelt

    <https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/brics-tuerkei-will-als-erstes-nato-land-mitglied-werden-a-4b333887-db07-4045-a1b0-bcc18a30eba6>.

    Wiederbelebt wird die Rede von der Türkei als vitalem

    "EU-Beitrittskandidaten", der diese hohe Ehre leichtsinnig hinaus aufs

    Glatteis geführt hat. Es wird von einem atemberaubenden EU-Binnenmarkt

    fabuliert, von dem sich die Türkei zu entfernen droht.


    So wird auch der EU-Kommissionssprecher für Auswärtige Angelegenheiten

    zitiert

    <https://www.dw.com/de/brics-oder-eu-wohin-will-die-t%C3%BCrkei/a-70217492>,

    der mahnt, dass "die EU jedoch erwartet, dass sie [die

    Mitgliedschaftsanwärter] die Werte der EU nachdrücklich und

    uneingeschränkt unterstützen". Dabei werden Ankara deshalb seit knapp 25

    Jahren die Pforten zu Borrells "europäischem Garten" verweigert: "still

    not democratic enough" (zu Deutsch: "immer noch nicht demokratisch

    genug"). Aus dem Europäischen Parlament sind regelmäßig Klagen über ein

    fehlendes "echtes Interesse, die ständigen Rückschritte [Ankaras] bei

    den Grundfreiheiten zu stoppen" zu hören.


    Wenn man noch den abgelehnten Antrag auf Mitgliedschaft in den

    EU-Vorgänger – die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft – von April 1987

    berücksichtigt, geht die Historie der Verweigerungen über 37 Jahre

    zurück. Der Antrag auf eine EU-Kandidatur wird seit Dezember 1999 von

    Brüssel "rasant bearbeitet". Als regulierbare, geostrategische

    Pufferzone für die unmissverständlich große Völkerwanderung aus Afrika

    und dem Nahen sowie Mittleren Osten nach Europa ist die Türkei für

    Brüssel natürlich allemal verwertbar. Während der Spiegel, Deutsche

    Welle und andere versuchen, ein harmloses, vorübergehendes Kalkül

    Erdoğans hinter dem BRICS-Flirt zu vermuten, zeigt sich

    <https://www.jpost.com/middle-east/article-821275> die israelische

    Jerusalem Post sichtlich besorgter. Die englischsprachige Tageszeitung

    schreibt, wie folgt:


    /"Der Beitritt zu BRICS könnte die Beziehungen der Türkei – des am

    meisten gestörten Mitglieds – zur NATO dauerhaft untergraben. Seit

    Erdoğan in der Türkei an die Macht kam, hat das Land konsequent

    taktische und außenpolitische Ziele verfolgt, die im Widerspruch zum

    Westen stehen."/


    Des Weiteren spekuliert das Blatt, dass die jüngsten diplomatischen

    Bemühungen der Türkei, eine neue islamische Allianz im Nahen Osten zu

    schaffen – die darauf abzielt, Israel zu delegitimieren und zu

    destabilisieren – Grund sein könnten für den zu antizipierenden

    BRICS-Beitritt. Auch wird ein Erdogan-Zitat herangezogen, dass solche

    Sorgen tatsächlich einigermaßen mit Indizien verziert:


    /"Der einzige Schritt, der die israelische Arroganz, Schlägerei und den

    Terrorismus stoppen kann, ist eine Allianz islamischer Länder. Die neuen

    Schritte, die die Türkei gegenüber Ägypten und Syrien unternimmt, zielen

    darauf ab, eine Solidaritätslinie gegen die wachsende Bedrohung durch

    den Expansionismus zu bilden."/


    Stellt man sich die Frage, ob eine solche Außenpolitik eher mit der EU

    und NATO – als mit der BRICS-Gruppe – umsetzbar wäre, ist die Antwort

    klar. Außerdem wird die historisch signifikante Tatsache unterschätzt,

    dass die tiefe ideologische Spaltung im Islam zwischen Sunniten (vor

    allem die Türkei und Saudi-Arabien) und Schiiten (Iran) wegen der

    brutalen Rücksichtslosigkeit Israels in der Region das erste Mal seit

    Jahrhunderten die Chance hat, gemäßigt zu werden. Eine

    religiös-geostrategische Spaltung, die seit dem 19. Jahrhundert das

    angelsächsische Establishment meisterhaft für sein eigenes

    Machtinteresse zu manipulieren und auszuschlachten verstand.


    Die erste große Frucht dessen war bei "der Spaltung innerhalb der

    Spaltung" – also der Balkanisierung des Osmanischen Reiches als

    imperialen sunnitischem Zentrum vor knapp über hundert Jahren inmitten

    des Ersten Weltkrieges, während welchem das britische Mandat über

    Palästina gestülpt wurde. Damals verstand London die einheimische,

    arabische Bevölkerung besonders in Palästina – noch Subjekte des

    Osmanischen Reiches – mit falschen Versprechen über die Beihilfe zur

    eigenen Souveränität zu täuschen, während es eigentlich den

    zionistischen Führern in Europa und Nordamerika dasselbe Land als

    "Heimat der Juden" zusicherte. Besonders das vom britischen

    Kriegskorrespondenten J. M. N. Jeffries verfasste Buch "Palestine – The

    Reality" (1939) geht bei diesen historischen Entwicklungen in die Tiefe.


    Diese britisch-kuratierte, anthropologisch künstlich forcierte

    Firmenübernahme im Nahen Osten rückt heute erneut in den Vordergrund.

    Nur ist es seit langem nicht allein mehr London – wie vor einem

    Jahrhundert – sondern vor allem Washington, D.C. und Brüssel als

    Mitläufer, die diesen konfliktschürenden Störfaktor namens Israel

    bedingungslos in der Region unterstützen. Das bisherige Gleichgewicht,

    welches die westliche Machtprojektion durch Israel kanalisierte, ist

    durch Ankaras eingeschlagenen Sonderweg in eine starke Schieflage geraten.


    Laut den Aussagen von Ömer Celik, dem Sprecher von Erdoğans

    AKP-Regierungspartei, ist nicht bekannt, wann genau Ankara den Antrag

    auf BRICS-Mitgliedschaft gestellt hat, aber über die ersten Ergebnisse

    werde man die Öffentlichkeit in Kenntnis setzen. Auch als Region

    Kleinasien bekannt, ist die Türkei eine natürliche Brücke zwischen

    Europa und Asien. Diese Gewichtsverschiebung in der Region hat große

    Bedeutung, egal, wie viel Mühe aufgewendet wird, diese Signifikanz

    abzusprechen.


    Die Türkei hat in der letzten Dekade meistens konstruktive Beziehungen

    zu Russland unterhalten. Abgesehen von einigen Ausnahmen, wie dem

    Abschuss eines russischen Suchoi-Kampfjets über Syrien im Jahr 2015 –

    wofür sich Erdoğan kurze Zeit später entschuldigte – lief die Annäherung

    beider Länder ungehindert weiter.


    Ankara verweigerte sich bei den Sanktionsserien gegen Moskau, die der

    Wertewesten, zusammengesetzt aus den EU- und NATO-Blöcken – wegen des

    Ukraine-Konfliktes verhängte. Auch die Bereitschaft, bei dessen

    Beilegung zu vermitteln, sondert die Türkei von der normativen

    Kriegshetze des Westens gegen Russland sichtlich ab. Der Beitritt der

    Türkei zu der BRICS-Gemeinschaft wird auf dem dazugehörigen

    Gipfeltreffen in Kasan, Russland im Oktober erörtert werden, schloss die

    Jerusalem Post mit Nachdruck ab.


    Die jüdisch-israelische Perspektive der Jerusalem Post ist mit

    berechtigter Ungewissheit ausgestattet: Der Westen solle die

    problematische Rolle Ankaras in einer möglichen Eskalation im Nahen

    Osten ernst nehmen. Was im Gazastreifen und im Westjordanland bisher

    geschah und mittlerweile im Süden Libanons geschieht, wird wohl

    mittelfristig zu einem NATO-Austritt der Türkei führen müssen – ein

    Präzedenzfall, der dem atlantischen "Verteidigungsbündnis" großen

    Schaden zufügen würde. Zumal Ankara dort die zweitgrößte Armee stellt.


    Das Streben Ankaras in Richtung BRICS ist kein Versuch einer

    kalkulierten Zweigleisigkeit, wie deutsche Medien es versuchen zu

    suggerieren – es ist der Anfang einer aufrichtigen, strategischen Abkehr

    vom Westen auf Raten inmitten einer schwächer werdenden US-Hegemonie.

    Die Türkei ist bisher das einzige NATO-Mitglied, das auf einem realen

    Kurs zur vollen Mitgliedschaft im eurasischen Staatenbündnis ist.

    Vergleicht man die Beitrittsbedingungen der BRICS mit denen des

    EU-NATO-Gerüsts, kann bald von einer vollen BRICS-Mitgliedschaft die

    Rede sein, die enthusiastische Nachahmer generieren könnte. Verzichtet

    die BRICS doch auf all das neoliberal-kryptofaschistische

    Kleingedruckte, worauf die EU und NATO so großen Wert legen.


    Obwohl Erdoğan in seiner Aversion gegenüber Netanjahu und seiner

    Regierung rhetorisch bereits alle Register gezogen hat

    <https://www.politico.eu/article/turkey-recep-tayyip-erdogan-compare-israel-benjamin-netanyahu-adolf-hitler-unga/>,

    die man hätte ziehen können, unterhält die Türkei mit Israel weiterhin

    weitestgehend uneingeschränkte Handelsbeziehungen – viele davon durchaus

    relevant für die bisherige Fähigkeit Israels, seine Kriegsverbrechen am

    palästinensischen Volk zu begehen. Aufgrund dieses zynischen

    Interessenkonfliktes wächst die Empörung innerhalb des türkischen

    Volkes, welches Israel gegenüber mit jedem Tag skeptischer wird. Dass

    mit Israel und seiner Kriegslust auch die USA assoziiert werden, wird

    ebenfalls zu einem immer schwieriger zu hütenden Geheimnis. Diese Art

    öffentliche Meinung innerhalb der Türkei wird in der Causa "Abkehr vom

    Westen" noch einen ganz eigenen Katalysator stellen, dem sich Erdoğans

    Kreise bald annehmen werden müssen. Zumal Israel insgesamt – man

    betrachte auch die Größe des Landes – überproportional große

    Rüstungslieferungen aus dem NATO-Netzwerk bezieht.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    29.09.2024

    RT-Verbot: der Globale Süden meldet sich zu Wort

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 29. September 2024


    _RT DE 27.9.2024


    _*Der Westen versucht, RT zum Schweigen zu bringen – Jetzt meldet sich

    der Globale Süden zu Wort

    */Von Anna Belkina – Stellvertretende Chefredakteurin von RT/


    Die Regierung der Vereinigten Staaten hat vor Kurzem neue Sanktionen

    gegen /RT/ verhängt. Das Außenministerium kündigte eine neue

    /"diplomatische Kampagne" /an, bei der – über Diplomaten der USA,

    Kanadas und des Vereinigten Königreichs – versprochen wird, /"Verbündete

    und Partner auf der ganzen Welt zu versammeln, um gemeinsam mit uns

    gegen die von RT ausgehende Bedrohung vorzugehen"./


    Mit anderen Worten: Der Plan besteht darin, Länder außerhalb des

    kollektiven Westens dazu zu zwingen, ihrer Bevölkerung den Zugang zu

    /RT/-Inhalten zu verwehren, um das nahezu globale Informationsmonopol

    des Westens wiederherzustellen. Lateinamerika, der Nahe Osten und Afrika

    scheinen für James Rubin vom Außenministerium von besonderem Interesse

    zu sein, da die US-Außenpolitik in diesen Regionen keinen allgemeinen

    Anklang gefunden hat.


    Wie Rubin auf einer Pressekonferenz sagte, /"ist einer der Gründe, warum

    ein Großteil der Welt die Ukraine nicht so umfassend unterstützt, wie

    man es erwarten würde, die große Reichweite von RT"./

    Offensichtlich traut Rubin niemandem außerhalb der westlichen

    Elitenkreise zu, selbst zu denken und zu entscheiden, zu welchen

    Nachrichtenquellen die Menschen Zugang haben sollten und zu welchen

    nicht. Er versprach, dass die USA /"anderen Regierungen dabei helfen

    werden, ihre eigenen Entscheidungen darüber zu treffen, wie sie RT

    behandeln sollen"/.


    Die Aussage riecht nach Bevormundung und einer neokolonialistischen

    Haltung, vor allem wenn man bedenkt, welche Länder ins Visier genommen

    werden.

    Daher war es beruhigend, in den letzten Wochen die Vielfalt der Stimmen

    zu beobachten, die sich gegen diesen jüngsten Kreuzzug der USA

    ausgesprochen haben.


    /The Hindu/, eine der wichtigsten indischen Zeitungen, war eine der

    ersten und berichtete, dass /"US-Beamte mit dem indischen

    Außenministerium darüber gesprochen haben, sich ihren Maßnahmen gegen RT

    anzuschließen". /Regierungsbeamte erklärten jedoch,/"die Debatte über

    Sanktionen sei für Indien nicht relevant, während ein ehemaliger

    Diplomat sagte, das Verbot von Medienorganisationen zeige, dass die

    westlichen Länder mit zweierlei Maß messen"./


    Diese Position vertritt auch die indische Wirtschaftszeitung /Financial

    Express/: /"Angesichts der langjährigen freundschaftlichen Beziehungen

    zu Russland und der eigenen Haltung zur Medienzensur ist es

    unwahrscheinlich, dass Indien diesem Antrag [auf ein Verbot von RT]

    nachkommt. … In Indien erfreut sich RT einer beträchtlichen

    Zuschauerzahl, wobei die Inhalte des Senders eine große Anzahl

    englischsprachiger Zuschauer erreichen und ihre Reichweite auch durch

    eine hindisprachige Social-Media-Plattform vergrößern. RT hat in Indien

    und anderen Teilen der Welt an Popularität gewonnen und behauptet, dass

    seine Hauptaufgabe darin besteht, die westliche Sichtweise zu widerlegen

    und die russische Perspektive auf das Weltgeschehen zu vermitteln."/


    Im Nahen Osten erklärte die saudi-arabische Zeitung /Okaz/ /: "Es ist

    paradox, dass die USA und der Westen die freie Meinungsäußerung

    einschränken, wenn sie sie als Bedrohung empfinden, wie es beim Verbot

    von RT unter dem Vorwand mangelnder Transparenz, der Verbreitung

    falscher Informationen, der Einmischung in innere Angelegenheiten und

    der Aufstachelung zum Hass geschehen ist – etwas, das Washington und der

    Westen selbst gegenüber anderen Ländern tun."/


    Die führende libanesische Tageszeitung /Al Akhbar/ schrieb: /"Trotz

    aller Versuche, den Sender zu verbieten, sendet RT weiter und beunruhigt

    die Befürworter imperialer Kriege. Diese Bemühungen zeigen auch die

    Heuchelei ihrer Autoren und ihre falschen Behauptungen über

    'Redefreiheit' und 'Pressefreiheit', neben ihren anderen lauten

    Proklamationen. Sie behaupten, RT sei ein 'Sprachrohr der

    Desinformation', aber wenn das so ist, warum hat man dann solche Angst

    davor? Wenn der Sender wirklich Lügen verbreiten würde, könnten die

    Zuschauer das nicht bemerken? Das funktioniert nur, wenn die westlichen

    Machthaber ihre Bürger als einfältig und leicht zu täuschen ansehen, was

    wiederum die Fehlinformationen erklärt, die von allen Seiten der

    westlichen Medien kommen."/


    Es ist sicher, dass die /"westlichen Herrscher"/ nicht nur ihre eigenen

    Bürger, sondern den Großteil der Weltbevölkerung mit solcher Missachtung

    und solchem Misstrauen betrachten. Aber ich schweife ab.


    In Lateinamerika lobte das in Uruguay ansässige Magazin /Caras y

    Caretas/ /RT/ dafür, dass es /"eine wahrheitsgetreue redaktionelle Linie

    verfolgt, die über die eines staatlichen Mediums hinausgeht, und seine

    Popularität und Glaubwürdigkeit gesteigert hat, indem es eine

    Perspektive aufzeigt, die es kreativ, originell und authentisch macht. …

    RT hat dazu beigetragen, einem sehr großen Teil der Weltbevölkerung und

    immer zahlreicheren Regierungen und Ländern die Augen zu öffnen. Das ist

    der Grund für die Sanktionen, die die USA und hegemoniale

    Medienkonglomerate wie Meta und Facebook gegen RT und seine Direktoren

    verhängt haben, indem sie sie mit Anschuldigungen belegen, die

    unglaubwürdig und lächerlich sind. Die Erklärungen hochrangiger

    Vertreter der US-Regierung, die sich als Verteidiger der Pressefreiheit

    ausgeben und RT beschuldigen, eine Fassade für den russischen

    Geheimdienst zu sein, sind nur ein Ausdruck der Ohnmacht gegenüber einer

    alternativen Erzählung zur hegemonialen imperialistischen Geschichte."/

    Amen.


    Rosario Murillo, die Vizepräsidentin von Nicaragua, schickte /RT/ einen

    Brief zur Unterstützung. Darin beschimpfte sie die US-Behörden für ihr

    Vorgehen gegen den Sender und fragte, wann sie "/lernen/ /werden, dass

    die Aggressionen, die sie schamlos als Sanktionen bezeichnen (als ob sie

    göttliche Kräfte hätten, um Strafen zu verhängen) … nicht mehr Sinn

    haben, als ihre Ansprüche auf die Position [der] Diktatoren der Welt zu

    begründen"./ Sie lobte die Arbeit von /RT /und/ "die kreative,

    durchdachte, anschauliche, einfühlsame und bewegende Art und Weise",/

    mit der /RT "zu kommunizieren versteht"./


    Eine Reihe afrikanischer Zeitungen hat sich ebenfalls über die Heuchelei

    von Amerikas globaler Zensur geäußert. Die nigerianische Zeitung /The

    Whistler/ fasste das jüngste westliche Mediendiktat und seine

    kolonialistischen Untertöne folgendermaßen zusammen: /"Die Amerikaner

    gerieten in einen Streit mit Russland und schalteten dann diesen

    russischen Nachrichtensender ab. Ein von einem amerikanischen Politiker

    in Washington unterzeichneter Befehl veranlasste das europäische

    Unternehmen, das Multichoice beliefert, RT nicht mehr zu übertragen. Das

    Ergebnis? Wir in Nigeria wachten eines Tages auf und stellten fest, dass

    wir RT nicht mehr im Fernsehen ansehen oder auf Facebook streamen

    konnten, weil in Washington und Moskau ein Drama stattfand. Was für eine

    Unverschämtheit! Es war eine Entscheidung, die von Amerikanern und

    Europäern getroffen wurde, ohne jemanden hier in Afrika zu fragen, was

    wir davon halten. Sie haben entschieden, was wir mit unseren eigenen

    Fernsehern ansehen können und was nicht."/


    Es ist ermutigend zu sehen, dass sich so viele verschiedene Länder mit

    unglaublich unterschiedlichen politischen, gesellschaftlichen und

    kulturellen Gegebenheiten dagegen aussprechen, dass Washington ihnen

    sein Weltbild aufzwingt. Sie beweisen, dass die Stimme von /RT/

    weiterhin nicht nur notwendig, sondern auch willkommen und gefragt ist.


    Als Teil der Reaktion von /RT/ auf die Maßnahmen der US-Regierung

    leuchtete gestern Abend das leuchtend grüne /RT/-Logo an der Fassade der

    US-Botschaft in Moskau mit der Botschaft auf: /"Wir gehen nicht weg."/

    Nicht in den USA, nicht im Westen insgesamt, nicht in anderen Teilen der

    Welt.

    Man sieht sich!


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    29.09.2024

    Nachrichten von Pressenza: Dr. Bernd Hontschik: Charité ist überall!

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 29. September 2024, 7:30 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 29.09.2024


    Dr. Bernd Hontschik: Charité ist überall!


    Die gravierenden Missstände in der Charité sind heute Thema in der Sitzung des Wissenschaftsausschusses im Abgeordnetenhaus in Berlin. Auslöser war eine RTL-Dokumentation vom 12. September 2024, die die katastrophalen Zustände im dortigen Krankenhausbetrieb enthüllte. by laura Dr. med. Bernd Hontschik,&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/09/dr-bernd-hontschik-charite-ist-ueberall/


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    Zahl der Unterstützerstaaten für nukleare Abrüstung wächst auf 73


    Drei neue Beitritte zum Atomwaffenverbotsvertrag Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW gratuliert den drei Staaten Indonesien, Sierra Leone und Solomon Islands zu ihrem Beitritt zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag (AVV). Damit wächst die Zahl der Mitglieder des Vertrages auf 73 Staaten. Mit Indonesien tritt zudem&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/09/zahl-der-unterstuetzerstaaten-fuer-nukleare-abruestung-waechst-auf-73/


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    Pluriversum – Kreislaufwirtschaft


    Pluriversum ist eine Reihe von Beiträgen aus dem gleichnamigen Buch, gewidmet all jenen, die für das Pluriversum kämpfen, indem sie sich gegen Ungerechtigkeit wehren und nach Wegen suchen, in Harmonie mit der Natur zu leben. Die Welt, die wir wollen,&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2024/09/pluriversum-kreislaufwirtschaft/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    28.09.2024

    Ehemaliger IWF-Direktor: Der Dollar ist eine "gefährliche Währung"

    freedert.online, 28 Sep. 2024 19:14 Uhr

    Die US-Währung und der in Washington beheimatete IWF werden als Waffen gegen jene Staaten eingesetzt, die die Gunst des Westens verloren haben, kritisierte der brasilianische Wirtschaftswissenschaftler Paulo Batista. Bei gehorsamen Ländern seien dessen Regeln hingegen egal.


    Quelle: www.globallookpress.com © Robert Schmiegelt/Geisler-Fotopr


    Symbolbild


    Der US-Dollar ist zu einer gefährlichen Währung geworden, sagte Paulo Nogueira Batista Jr., ein ehemaliger brasilianischer Vertreter des Internationalen Währungsfonds (IWF), in einem Interview mit RT am Freitag.

    Der Wirtschaftswissenschaftler hob hervor, dass das Vertrauen in den Dollar als globale Reservewährung stetig abgenommen habe, da immer mehr Nationen – im Rahmen einer umfassenden Entwicklung der De-Dollarisierung – Alternativen suchen.


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    "Der Dollar ist eine gefährliche Währung, sagen wir es einmal so. Sehen Sie sich an, was mit den russischen Reserven passiert ist", erläuterte Batista unter Bezug auf die Tatsache, dass etwa 300 Milliarden aus Moskaus staatlichen Reserven, die sich im Westen befanden, eingefroren wurden.

    Der ehemalige Exekutivdirektor des IWF betonte, die USA seien "der Hauptfeind des Dollars", da sie ihre nationale Währung zunehmend als Waffe einsetzten und damit eine steigende Zahl von Nationen zwängen, "Alternativen zum westlichen Finanzsystem zu suchen".

    Batista räumte zwar ein, dass der Dollar eine "sehr wichtige Währung" bleiben werde, betonte aber, dass die Nutzung des Dollars als Waffe gegen Länder, die der Westen als feindlich ansieht, unvermeidlich das Vertrauen in ihn verringert.

    Während er über die Methoden des Zwangs sprach, die gegen "Nationen, die als dem Westen und seinen Interessen gegenüber feindlich angesehen" würden, zum Einsatz kommen, unterstrich Batista die Rolle des IWF. Dieser handle, wie er glaubt, nicht als multilaterale Einrichtung, sondern eher "als ein politisches Werkzeug vor allem des Westens und der USA".

    Er wies darauf hin, dass etwa "die Ukraine enorme Kreditsummen erhalten hat, ohne finanzielles Programm und ohne solides Wirtschaftsprogramm". Währenddessen erhielten Staaten, deren Politik mit dem Westen nicht auf einer Linie lägen, keinen Zugang zum Fonds, wofür er Serbien als Beispiel anführte.


    Mehr zum ThemaNeues Hilfspaket für die Ukraine in Milliardenhöhe – Republikaner zeigen sich empört


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    Video https://rumble.com/v5eiscb-varoufakis-usa-wrden-fr-das-dollar-monopol-sogar-sich-selbst-mit-atomwaffen.html Dauer 2:37 min


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/international/220797-ehemaliger-iwf-direktor-dollar-ist


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    28.09.2024

    Medwedtschuk: Kollektiver Westen will ukrainisches Volk zu Sklaven machen

      freedert.online, 28 Sep. 2024 14:39 Uhr

      Wiktor Medwedtschuk kritisiert das Verbot der russischen Sprache in der Ukraine als Versuch des kollektiven Westens, das intellektuelle Potenzial der Bürger zu schwächen. Er vergleicht die Situation mit Hitlers Plänen und warnt vor einem Genozid an der Bevölkerung.


      Quelle: Sputnik © Kristina Kormilitsyna


      Viktor Medwedtschuk, ukrainischer Oppositionspolitiker und Vorsitzender des Rates der Bewegung Andere Ukraine, gibt der Nachrichtenagentur RIA Novosti am 16. Februar 2024 ein Interview.


      Der kollektive Westen, der das Verbot der russischen Sprache in der Ukraine vorantreibt, will das intellektuelle Potenzial seiner Bürger verringern und sie in "Sklaven, Diener und Kanonenfutter" verwandeln, meint Wiktor Medwedtschuk, der Vorsitzende des Rates der Bewegung Andere Ukraine, in einer Kolumne für die Website Smotrim.ru:

      "Die Idee, dem Volk einen sprachlichen Maulkorb anzulegen, stammt nicht von Zelenskij. Der kollektive Westen braucht Sklaven, Diener, Kanonenfutter.

      Deshalb ist es notwendig, das intellektuelle Potenzial der Bevölkerung dieser Kolonie zu reduzieren."

      Somit sei das Ziel der politischen Veränderung der Sprachumgebung in der Ukraine, die Menschen zu täuschen und die Behörden zu bemühen, sie "zum Glauben an ihre Minderwertigkeit zu bringen". In diesem Zusammenhang erinnerte Medwedtschuk an Hitlers Pläne in den von den Nationalsozialisten besetzten Gebieten, wonach die slawischen Völker besser nicht lesen lernen sollten:

      "Die Einschränkung und Erschwerung der Sprache blockiert sofort die Denkprozesse. Es ist etwas anderes, wenn ein Mensch in eine fremde Sprachumgebung gerät, dann wird sein Denken natürlich aktiviert. Etwas anderes ist es, wenn diese Sprachumgebung politisch verändert werden soll. Dann entwickelt sich die Sprache nicht natürlich, sondern auf Befehl von oben, und dann werden die Denkprozesse der gesamten Gesellschaft blockiert, wie wir es in der Ukraine erleben."

      Zuvor hatte Ruslan Marzynkiw, der Bürgermeister von Iwano-Frankowsk, die Einführung von Sprachpatrouillen in der westukrainischen Stadt angekündigt, um über die große Zahl russischsprachiger Einwohner – Vertriebene aus den russisch bevölkerten östlichen Regionen des Landes – Kontrolle auszuüben.

      Selenskij habe nicht nur sein Land bankrott und zum ärmsten in Europa gemacht, sondern auch sein Volk in die Armut gestürzt und darüber hinaus das westliche Finanzsystem zerstört, resümiert Medwedtschuk. Das habe er aber nicht alleine geschafft, die Spuren des britischen Bankensystems und des Hauses Rothschild seien deutlich sichtbar, da sie aktiv gegen die EU und die USA, also gegen den Euro und den Dollar agierten. Selenskij sei für sie ein Rammbock und Verbrauchsmaterial. Somit habe er aber das ukrainische Volk zu Verbrauchsmaterial gemacht, um seine Ziele zu erreichen, was zu einem Genozid am ukrainischen Volk führe.


      Mehr zum Thema – Medwedtschuk zu Putins Friedensinitiative: Letzte Chance, die Ukraine als Staat zu erhalten

      Ukrainische "Sprachpolizei" soll Russisch sprechende Menschen auf der Straße zurechtweisen

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    28.09.2024

    Hisbollah bestätigt: Hassan Nasrallah ist tot

    freedert.online, 28 Sep. 2024 13:42 Uhr

    Die Hisbollah hat den Tod ihres Anführer Hassan Nasrallah bestätigt. Nasrallah kam bei dem massiven israelischen Luftangriff auf das Hauptquartier der Organisation ums Leben. Bereits am Morgen hatte das israelische Militär den Tod Nasrallahs gemeldet.


    Quelle: www.globallookpress.com © Bilal Jawich/XinHua


    Beirut nach dem israelischen Luftangriff vom Freitag


    Die Hisbollah hat den Tod ihres Generalsekretärs Hassan Nasrallah offiziell bestätigt. Das berichtete der Hisbollah-eigene Fernsehsender Al-Manar. Nasrallah kam bei dem israelischen Luftangriff auf das Hauptquartier der Organisation in Beirut am Freitag ums Leben. In einer Mitteilung heißt es:

    "Seine Eminenz Sayyed Hassan Nasrallah, Generalsekretär der Hisbollah, hat sich seinen großen und unsterblichen Märtyrerkameraden angeschlossen, deren Weg er fast 30 Jahre lang von Sieg zu Sieg führte."


    Israel meldet Tod von Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah





    Israel meldet Tod von Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah






    Bereits am Morgen hatte das israelische Militär Nasrallah für tot erklärt. In einer Nachricht auf dem Netzwerk X hieß es, dass "Nasrallah nicht länger in der Lage sein wird, die Welt zu terrorisieren". In einer Pressemitteilung des israelischen Militärs hieß es außerdem:

    "Die israelischen Verteidigungskräfte geben bekannt, dass Hassan Nasrallah, der Anführer der terroristischen Hisbollah-Organisation und einer ihrer Gründer, gestern (Freitag), am 27. September 2024, zusammen mit Ali Karki, dem Kommandeur der Südfront der Hisbollah, und weiteren Hisbollah-Kommandeuren von den IDF eliminiert wurde."

    Laut Medienberichten warfen die israelischen Streitkräfte mehr als 80 bunkerbrechende Bomben mit einem Gewicht von je einer Tonne auf den Bunker am Stadtrand von Beirut, in dem Nasrallah vermutet wurde.


    Praktisch nicht zu entdecken: Israel versteckte den Sprengstoff in Batterien der explodierten Pager




    Praktisch nicht zu entdecken: Israel versteckte den Sprengstoff in Batterien der explodierten Pager






    Nachdem das israelische Militär den Tod Nasrallahs verkündet hatte, meldete sich der religiöse Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, zu Wort. Laut der iranischen Nachrichtenagentur IRNA erklärte er, Israel sei "zu klein, um der starken Struktur der Hisbollah einen bedeutenden Schlag zu versetzen". Den Tod Nasrallahs erwähnte Chamenei nicht.

    Das Schicksal der Region werde von den Kräften des Widerstands entschieden werden, so Chamenei weiter. Es sei die Pflicht aller Muslime, dem libanesischen Volk und der "stolzen Hisbollah" in ihrem Kampf gegen das "usurpatorische, grausame und böse Regime" nun beizustehen.


    Mehr zum ThemaRainer Rupp: Israels Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Libanon und westliche Komplizenschaft


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    Hisbollah bestätigt: Hassan Nasrallah ist tot

    freedert.online, 28 Sep. 2024 13:42 Uhr

    Die Hisbollah hat den Tod ihres Anführer Hassan Nasrallah bestätigt. Nasrallah kam bei dem massiven israelischen Luftangriff auf das Hauptquartier der Organisation ums Leben. Bereits am Morgen hatte das israelische Militär den Tod Nasrallahs gemeldet.


    Quelle: www.globallookpress.com © Bilal Jawich/XinHua


    Beirut nach dem israelischen Luftangriff vom Freitag


    Die Hisbollah hat den Tod ihres Generalsekretärs Hassan Nasrallah offiziell bestätigt. Das berichtete der Hisbollah-eigene Fernsehsender Al-Manar. Nasrallah kam bei dem israelischen Luftangriff auf das Hauptquartier der Organisation in Beirut am Freitag ums Leben. In einer Mitteilung heißt es:

    "Seine Eminenz Sayyed Hassan Nasrallah, Generalsekretär der Hisbollah, hat sich seinen großen und unsterblichen Märtyrerkameraden angeschlossen, deren Weg er fast 30 Jahre lang von Sieg zu Sieg führte."


    Israel meldet Tod von Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah





    Israel meldet Tod von Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah






    Bereits am Morgen hatte das israelische Militär Nasrallah für tot erklärt. In einer Nachricht auf dem Netzwerk X hieß es, dass "Nasrallah nicht länger in der Lage sein wird, die Welt zu terrorisieren". In einer Pressemitteilung des israelischen Militärs hieß es außerdem:

    "Die israelischen Verteidigungskräfte geben bekannt, dass Hassan Nasrallah, der Anführer der terroristischen Hisbollah-Organisation und einer ihrer Gründer, gestern (Freitag), am 27. September 2024, zusammen mit Ali Karki, dem Kommandeur der Südfront der Hisbollah, und weiteren Hisbollah-Kommandeuren von den IDF eliminiert wurde."

    Laut Medienberichten warfen die israelischen Streitkräfte mehr als 80 bunkerbrechende Bomben mit einem Gewicht von je einer Tonne auf den Bunker am Stadtrand von Beirut, in dem Nasrallah vermutet wurde.


    Praktisch nicht zu entdecken: Israel versteckte den Sprengstoff in Batterien der explodierten Pager





    Praktisch nicht zu entdecken: Israel versteckte den Sprengstoff in Batterien der explodierten Pager





    Nachdem das israelische Militär den Tod Nasrallahs verkündet hatte, meldete sich der religiöse Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, zu Wort. Laut der iranischen Nachrichtenagentur IRNA erklärte er, Israel sei "zu klein, um der starken Struktur der Hisbollah einen bedeutenden Schlag zu versetzen". Den Tod Nasrallahs erwähnte Chamenei nicht.

    Das Schicksal der Region werde von den Kräften des Widerstands entschieden werden, so Chamenei weiter. Es sei die Pflicht aller Muslime, dem libanesischen Volk und der "stolzen Hisbollah" in ihrem Kampf gegen das "usurpatorische, grausame und böse Regime" nun beizustehen.


    Mehr zum ThemaRainer Rupp: Israels Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Libanon und westliche Komplizenschaft


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

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    28.09.2024

    Wahlkampflügen über BSW: Habeck muss Unterlassungserklärung abgeben

    freedert.online, 28 Sep. 2024 14:03 Uhr

    Das BSW lässt sich von Russland finanzieren. Das hatte Robert Habeck im Wahlkampf in Sachsen behauptet. Nun hat er eine Unterlassungserklärung abgeben lassen und sich darin verpflichtet, derartige Äußerungen nicht zu wiederholen.


    Quelle: www.globallookpress.com © Kay Nietfeld/dpa


    "Aussagen, die möglicherweise als Tatsachenbehauptungen missverstanden werden konnten": Robert Habeck im September 2024 im Bundeskabinett in Berlin


    Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat eine Unterlassungserklärung abgegeben, in der er sich verpflichtet, Äußerungen, nach denen das BSW von Russland finanziert werde, nicht zu wiederholen. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ), der nach eigener Aussage ein entsprechendes Schreiben von Habecks Anwalt Gernot Lehr vorliegt.

    In dem zweiseitigen Brief an den Rechtsbeistand von Sahra Wagenknecht heißt es laut SZ, dass Habeck im Falle einer Zuwiderhandlung eine "von Ihrer Mandantin festzusetzende angemessene Vertragsstrafe" zahlen werde, "deren Höhe gegebenenfalls von dem zuständigen Landgericht überprüft werden kann".


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    Meinung

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    Anwalt Lehr schreibt zur Begründung, Habeck habe "in freier Rede" Aussagen über die "zweifelhafte Herkunft" von BSW-Geldern getätigt, "die möglicherweise als Tatsachenbehauptungen missverstanden werden konnten, aber eine politische Einschätzung zum Ausdruck bringen sollten". Um eine überflüssige rechtliche Auseinandersetzung darüber zu vermeiden, so der Anwalt, gebe er im Auftrag des Politikers dennoch eine "Unterlassungsverpflichtungserklärung" ab.

    Habeck war bei der Abschlussveranstaltung seiner Partei im sächsischen Landtagswahlkampf in Dresden Ende August unter anderem über das BSW hergezogen. Der Kinderbuchautor hatte dabei emotional erregt ausgerufen:

    "Sich seine Meinung bezahlen zu lassen, im Internet Stimmen zu kaufen, Trollarmeen aufzubauen, eine Meinung gekauft zu bekommen, das ist widerlich und das gehört sich nicht und ihr wisst, dass AfD und BSW genau so bezahlt werden."

    Wagenknecht hatte empört auf Habecks Vorwürfe reagiert und diese als "dreiste Lüge" bezeichnet. Beim Amtsgericht Dresden stellte Wagenknecht einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung. Ob sie diese nun weiterverfolgen wird, ist derzeit noch unklar.

    Die Süddeutsche bemüht sich in ihrem Artikel, Habeck in Schutz zu nehmen. Wagenknecht verbreite ja tatsächlich "russische Narrative", Habeck könne auch auf Indizien verweisen, die seine Thesen stützten. Allerdings gebe es keine Belege, der Minister sei deshalb "übers Ziel hinausgeschossen".

    Wagenknechts Parteifreund Fabio De Masi zeigte sich erfreut über die Unterlassungserklärung. In einem Beitrag in dem Netzwerk X schrieb der EU-Abgeordnete:

    "Robert Habecks 'They-are-eating-the-cats!'-Moment. Er muss Unterlassungserklärung wegen seiner Wahlkampf-Lügen über das BSW abgeben."


    Mehr zum Thema ‒ AKW-Abschaltung: Interne Mail belastet Habeck


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/inland/220724-wahlkampfluegen-ueber-bsw-habeck-muss


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    28.09.2024

    Sammlung rund um Grünen BuVo und Grüne Jugend

    aus e-mail von Ralf Henze, 28. September, 23:19 Uhr

    26.09.2024

    *Nach Rücktritt des Bundesvorstands der Grünen Jugend: Auch Spitze der

    Grünen Jugend in RLP will zurücktreten*

    https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/auch-spitze-gruene-jugend-rlp-kuendigt-ruecktritt-an-102.html


    27.09.2024

    *Vorstände der Grünen Jugend in Bayern, Niedersachsen und

    Rheinland-Pfalz treten zurück*

    Die Chefinnen der Grünen Jugend verlassen die Partei, nun ziehen einige

    Mitglieder der Landesvorstände mit. Häufig genannte Gründe: die

    Entscheidungen, die Grüne in der Regierungsbeteiligung getroffen haben.

    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/gruene-jugend-vorstaende-in-bayern-niedersachsen-und-rheinland-pfalz-treten-zurueck-a-66df10ae-c6ff-468d-9952-5aa0757dab72


    28.09.2024: *Auch Vorstand der Grünen Jugend NRW tritt aus Partei aus*

    https://www.stern.de/politik/deutschland/richtungsstreit-der-gruenen--auch-vorstand-der-gruenen-jugend-nrw-tritt-aus-partei-aus-35103570.html



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    Die Grünen-Politikerin Klara Schedlich (Mitglied des Abgeordnetenhauses

    von Berlin) erklärte auf radioeins, dass sie der Grünen Jugend treu

    bleibt, obwohl sie mit der bundespolitischen Linie der Grünen oft nicht

    einverstanden ist. Sie betonte die Notwendigkeit, innerhalb der Grünen

    für progressive Werte zu kämpfen und, dass die Grünen sich

    selbstkritisch hinterfragen und nicht von rechten Debatten treiben

    lassen sollten.


    https://www.radioeins.de/programm/sendungen/modo1619/_/gruenen-politikerin-klara-schedlich-die-gruenen-gruene-jugend.html



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    Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Renate Künast sieht den angekündigten

    Parteiaustritt des Grüne-Jugend-Vorstands gelassen. „Da wundere ich mich

    nicht und da weine ich auch nicht“, sagte sie am Donnerstag dem RBB

    Inforadio. Für ihre Begriffe sei der Vorstand der Grünen Jugend „nicht

    realitätstauglich“ gewesen und habe „einen Klassensystem-Sozialismus

    aufbauen“ wollen.


    „Ich glaube, dass es viele junge Menschen in und um die Partei herum

    gibt, die sich jetzt vielleicht freier engagieren können bei den

    Grünen“, sagte die frühere Bundeslandwirtschaftsministerin und

    Fraktionschefin Künast. „Wir wollen es mit Verve jetzt anders aufbauen.“


    Viel stärker als in der Vergangenheit müsse es jetzt darum gehen, was

    die Sorgen der Menschen seien, sagte die 68-jährige Künast. Der

    Rücktritt des Bundesvorstands um Ricarda Lang und Omid Nouripour

    ermögliche einen Neuanfang. „Wir müssen uns fragen, welche Fehler haben

    wir gemacht.“ „Wir sind aber auch in der Situation, dass sich die

    gesamte Parteienlandschaft massiv verändert“, sagte Künast. Es gehe um

    weit mehr als die Grünen. „Es geht um den Zustand unserer Demokratie.“


    Die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Katharina Dröge, hat den

    Parteiaustritt des Vorstands der Partei-Jugendorganisation kritisiert.

    Sie hätte „geraten, dass diejenigen, die jetzt die Grüne Jugend

    verlassen, dass die bleiben und für eine andere Politik werben“, sagte

    Dröge am Donnerstag im Deutschlandfunk. „Aber das ist jetzt die

    Entscheidung von jungen Leuten, und das ist dann so.“


    Dröge erinnerte in dem Deutschlandfunk-Interview daran, dass sie zur

    Zeit der rot-grünen Koalition von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD)

    selbst einmal Vorsitzende der Grünen Jugend gewesen sei. Diese sei

    traditionell ein „stacheliger Jugendverband“, sagte sie.


    https://www.heidelberg24.de/politik-und-wirtschaft/nouripour-ampel-koalition-soeder-reaktionen-nachfolger-gruene-vorstand-ruecktritt-ricarda-lang-omid-zr-93320274.html



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    Zum Rücktritt des Landesvorstandes der Grünen Jugend NRW und zum

    Austritt des Landesvorstandes der Grünen Jugend NRW aus der Partei sagt

    *Yazgülü Zeybek*, Landesvorsitzende der GRÜNEN NRW:


    „Die Entscheidung des Landesvorstandes der Grünen Jugend NRW bedauere

    ich. Umso zuversichtlicher bin ich, dass gerade in ganz Deutschland und

    auch in NRW sehr viele Basismitglieder der Grünen Jugend NRW klar

    machen, dass sie bleiben und den Verband mit optimistischem Blick nach

    vorne wieder aufbauen wollen. Die Grüne Jugend bleibt unser

    Jugendverband und ich freue mich über alle engagierten Mitglieder, die

    sich dort für grüne Politik einsetzen.“


    https://gruene-nrw.de/2024/09/yazguelue-zeybek-zum-ruecktritt-des-landesvorstandes-der-gruenen-jugend-nrw/



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    Damit zeigt sich, dass es sich nicht um einen Alleingang einer kleinen

    Gruppe innerhalb der Grünen Jugend handelt. Allerdings gibt es auch

    andere Stimmen: Die Landessprecherin der Grünen Jugend

    Mecklenburg-Vorpommern, Henriette Held, erklärte zwar, sie teile die

    "inhaltliche Kritik an der Politik der Grünen Partei". Der

    Landesvorstand werde aber nicht austreten, sondern die "Amtsperiode wie

    geplant durchführen".


    https://www.stern.de/politik/deutschland/ampel-vergrault-gruene-jugend---weitere-landesvorstaende-treten-ab-35103670.html



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    Vorsitzende der Grünen Jugend Hessen "Wir müssen innerhalb der Partei

    für linke Werte eintreten"


    Jetzt brodelt es auch noch in der Grünen Jugend: Mit Kritik am Kurs der

    krisengeplagten Mutterpartei hat sich ein ganzer Bundesvorstand

    verabschiedet. Landessprecherin Lily Sondermann erklärt, warum sie bei

    aller Unzufriedenheit im Amt bleiben will.

    https://www.hessenschau.de/politik/vorsitzende-der-gruenen-jugend-hessen-wir-muessen-in-der-partei-fuer-linke-werte-eintreten-v1,gruene-jugend-100.html



    ------------------------------------------------------------------------


    Bremer Grüne Jugend bleibt: "Rechtsruck nicht weiter mitmachen"


    Der Vorstand der Grünen Jugend tritt zurück, erst auf Bundesebene, dann

    in Niedersachsen. In Bremen sei die Situation anders, sagt der

    Landesvorstand – und will bleiben.

    https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/gruene-jugend-vorstand-bremen-100.html



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    *Und Boris Palmer!!!*


    Boris Palmer hält Rücktritt des Vorstands der Grünen Jugend für richtig


    "Eine gute Entwicklung" nennt das der Oberbürgermeister von Tübingen,

    dass der Vorstand der Grünen Jugend zurückgetreten ist. Der frühere

    Grünen-Politiker sieht darin eine Chance.


    Boris Palmer (parteilos) findet die zahlreichen Rücktritte bei den

    Grünen und der Grünen Jugend wichtig für die Partei und den Klimaschutz,

    sagte er am Donnerstag im SWR-Interview. Der Oberbürgermeister aus

    Tübingen denkt über viele politische Forderungen der Grünen Jugend, dass

    sie den Klimaschutz eher hindern als voranbringen würden.


    https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/tuebingen/palmer-zu-ruecktritt-bundesvorstand-gruene-jugend-100.html



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    „Extrem enttäuscht“: Online-Meeting gibt Einblicke in das Innenleben der

    Grünen Jugend


    https://www.fr.de/politik/extrem-enttaeuscht-online-meeting-gibt-einblicke-in-das-innenleben-der-gruenen-jugend-93325336.html



    *Zum Rücktritt des BuVo der Grünen*



    Grünen-Spitze tritt ab: *Respekt aus dem Norden* für "beherzten Schritt"

    Stand: 25.09.2024 23:30 Uhr

    Die Grünen-Spitze tritt nach den Niederlagen bei den Wahlen in Sachsen,

    Thüringen und Brandenburg geschlossen zurück. Das gaben Ricarda Lang und

    Omid Nouripour am Mittwoch bekannt. Parteikollegen im Norden begrüßten

    diesen Schritt.

    https://www.ndr.de/nachrichten/info/Norddeutsche-Reaktionen-auf-Ruecktritt-der-Gruenen-Spitze,gruene1866.html



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    Nach mehreren Wahlniederlagen der Grünen - in Brandenburg flogen sie aus

    dem Landtag - hat der Bundesvorstand um Omid Nouripour und Ricarda Lang

    den Rücktritt erklärt. Die Landesverbände Berlin und Brandenburg fordern

    einen Neustart.


    *Berliner und Brandenburger Grüne* fordern Fokus auf Themen Klimaschutz,

    soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte

    https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2024/09/brandenburg-berlin-gruene-respekt-fuer-bundesvorstand-nouripour-lang-ruecktritt.html



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    Nach dem überraschenden Rücktritt des Bundesvorstands müssen sich die

    Grünen in *Hessen *erst einmal sammeln. Für den Bundesvorsitzenden Omid

    Nouripour aus Frankfurt fand der Landesvorstand warme Worte - und einen

    Fußball-Vergleich.

    https://www.hessenschau.de/politik/gruene-in-hessen-zollen-nouripour-respekt-und-hoffen-auf-aufbruch-v4,gruene-parteivorsitz-ruecktritt-100.html



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    Nach einer Serie von Wahlniederlagen hat der Bundesvorstand der Grünen

    geschlossen seinen Rücktritt erklärt. In Bremen findet der Schritt

    Zustimmung.

    https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/gruene-bundesvorstand-ruecktritt-bremen-100.html



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    Es ist gar nicht lange her, da haben drei hessische, einst sehr

    erfolgreiche Grünen-Politiker der eigenen Partei den Spiegel

    vorgehalten. Zu viel Ideologie und Überheblichkeit seien das Problem,

    zudem ein Ausmaß an Arroganz gegenüber der derzeitigen Lage der Partei,

    die man besorgniserregend nennen kann. Es waren drei Realos: Hubert

    Kleinert, Jochen Partsch und Daniela Wagner, die diese Kritik formulierten.

    https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/gruene-ruecktritt-lang-nouripour-kommentar-100.html


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    28.09.2024

    Dutzende Untätigkeitsklagen von Geflüchteten aus palästinensischen Gebieten vor deutschen Gerichten

    nd - Journalismus von links: Nachrichten, Reportagen, Hintergründe aus Berlin-Brandenburg, Deutschland und der Welt.



    Bundesamt bearbeitet keine Asylanträge von Menschen aus Gaza nd-aktuell.de, 25.09.2024, 13:14 Uhr,

    Das Bundesinnenministerium hält die Lage in Gaza für »volatil«. Jedoch ist der Streifen durch die israelischen Angriffe so schwer zerstört worden ist, wie keine Region seit Ende des 2. Weltkriegs.




















    Weiterhin bearbeitet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) keine Asylanträge von Menschen aus dem Gazastreifen. In der noch unveröffentlichte Antwort auf eine Kleine Anfrage nennt das Bundesinnenministerium zur Begründung eine »volatile Lage« in Gaza infolge der andauernden Kämpfe. Eine abschließende Lagebewertung sei demnach aktuell nicht möglich, da weiterhin Verhandlungen über einen Waffenstillstand geführt würden.

    Die Anfrage stammt von der Linke-Bundestagsabgeordneten Clara Bünger. Als Sprecherin für Flucht- und Rechtspolitik kritisiert sie die Untätigkeit des BAMF scharf und betont gegenüber dem »nd«, dass im Gazastreifen aufgrund des Krieges absehbar kein menschenwürdiges Leben möglich sei. »Dass das BAMF weiterhin von einer ›volatilen Lage‹ spricht und sich weigert, über Asylanträge zu entscheiden, kommt einer Verhöhnung dieser Menschen gleich«, so Bünger.

    Die Linke-Abgeordnete fordert das Bundesinnenministerium auf, den Entscheidungsstopp aufzuheben und den Betroffenen den nötigen Schutz zu gewähren. Das fordern auch Pro Asyl und Landesflüchtlingsräte seit Monaten. 51 von dem Entscheidungsstopp Betroffene aus palästinensischen Gebieten haben mittlerweile Untätigkeitsklagen eingereicht.

    Das Bundesamt stützt die Pausierung auf Paragraf 24 Abs. 5 des Asylgesetzes, wonach Asylverfahren bei vorübergehend ungewisser Lage aufgeschoben werden können. Mehrere Verwaltungsgerichte, darunter in Dresden und Sigmaringen, haben jedoch entschieden, dass die Situation im Gazastreifen nicht mehr als ungewiss betrachtet werden kann. Dies wird durch eine Einschätzung der UN-Entwicklungsagentur UNDP untermauert, wonach der Gazastreifen durch die israelischen Angriffe so schwer zerstört worden ist, wie keine Region seit Ende des 2. Weltkriegs.

    Die palästinensische Diaspora in Deutschland ist mit 200 000 Menschen die größte in Europa. Viele von ihnen sind nach Fluchtwellen seit den 1960er Jahren staatenlos oder besitzen die Staatsbürgerschaft eines anderen Landes. In den letzten Jahren flohen viele weitere vor dem Bürgerkrieg in Syrien aus dortigen Flüchtlingslagern nach Deutschland. Nur wenige Menschen dürften indes nach Ausbruch des jüngsten Krieges und von Israel und Ägypten weitgehend geschlossenen Grenzübergängen eine Flucht aus dem Gazastreifen geschafft haben.

    Die Zahl der deutschen Abschiebungen von Personen aus den palästinensischen Gebieten ist in den letzten Jahren gering geblieben – auch wegen der unsicheren rechtlichen Situation der Betroffenen, die häufig staatenlos sind und keine Rückkehrmöglichkeiten haben. Seit 2015 wurden deshalb nur vereinzelte Personen unter Zwang zurückgeführt, meist als sogenannte Dublin-Fälle in andere EU-Staaten. Nur 2018 gab es zwei direkte Abschiebungen in die palästinensischen Gebiete, schreibt das Bundesinnenministerium.

    Nach dem Angriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023 und dem darauffolgenden Krieg im Gazastreifen werden Palästinenser*innen in Deutschland von der Politik und einschlägigen Medien mit Sicherheitsrisiken assoziiert oder pauschal unter Antisemitismusverdacht gestellt. Ihre Ausschlusserfahrungen finden hingegen wenig Beachtung, auch durch die Polizei: Für Straftaten im Zusammenhang mit antipalästinensischem Rassismus gebe es »keine bundesweite Begrifflichkeit«, schreibt das Innenministerium in der Antwort auf die Anfrage, regelmäßige Statistiken dazu könne das zuständige Bundeskriminalamt deshalb nicht liefern.

    Abonniere das »nd


    Freispruch für Dreyeckland-Redakteur rechtskräftig

    25.09.2024

    Bundesamt bearbeitet keine Asylanträge von Menschen aus Gaza


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    Info: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1185526.entscheidungsstopp-beim-bamf-bundesamt-bearbeitet-keine-asylantraege-von-menschen-aus-gaza.html


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    28.09.2024

    Kritik an Venezuela, Stille zu Israel: Die Doppelmoral der EU-Abgeordneten

    freedert.online, 28 Sep. 2024 17:30 Uhr, Von Pierre Levy

    Das EU-Parlament inszeniert sich als moralische Instanz, doch in Sachen Gaza herrscht ohrenbetäubendes Schweigen. Während Venezuela scharf kritisiert wird, scheint das Leid von 40.000 Palästinensern keine Erwähnung wert. Warum schaut Straßburg einfach weg?


    Quelle: Gettyimages.ru © Ali Jadallah/Anadolu


    Eine Frau umarmt während der Bestattung des bei israelischen Angriffen auf das Nuseirat-Flüchtlingslager getöteten Palästinensers Abdullah al-Shatli ein weinendes Kind, Deir al-Balah, Gaza, 23. September 2024.


    Das Europäische Parlament enttäuscht einen nie. Die neuen EU-Abgeordneten, die im Juni letzten Jahres frisch gewählt wurden (schlecht gewählt, mit einer durchschnittlichen Wahlenthaltung von fast 50 Prozent), haben nicht lange gezögert, um die Tradition und die Heldentaten ihrer Vorgänger fortzusetzen.

    Die Straßburger Versammlung verfügt über keine Legitimität, da es kein europäisches Volk gibt. Sie versucht also, diesen Mangel zu kompensieren, indem sie sich selbst zum universellen moralischen Maßstab und zum obersten Richter der Menschenrechte für die ganze Welt erklärt. Die erhabene Institution verteilt gute und (vor allem) schlechte Punkte auf dem ganzen Planeten. Hier verurteilt sie eine Regierung, da beschuldigt sie einen Staat, dort fordert sie Sanktionen gegen einen Führer. Sie tadelt, rügt und stigmatisiert, was das Zeug hält.


    Merkt euch diese Namen: Abgeordnete, die im Europarat für die Entrechtung von Russen stimmten




    Meinung

    Merkt euch diese Namen: Abgeordnete, die im Europarat für die Entrechtung von Russen stimmten





    Nichts ist den Europaabgeordneten zu viel, um sich in dem Glauben zu bestärken, dass sie unentbehrlich sind und dass das ganze Universum auf Straßburg schaut. Die Sitzung, die am 19. September dort stattfand, stellte in dieser Hinsicht einen merkwürdigen Rekord auf.

    Die Zusammenfassung des Pressedienstes verdeutlicht dies. Sie enthält einige der Titel der verabschiedeten Resolutionen. "Venezuela: Abgeordnete erkennen Edmundo González als Präsidenten an"; "Ukraine muss in der Lage sein, legitime militärische Ziele in Russland anzugreifen"; "Menschenrechtsverletzungen in Afghanistan, Belarus und Kuba". (Man erfährt auch, dass "das Parlament auf die jüngsten extremen Wetterereignisse in Europa reagiert", wobei es wohl der Meinung ist, dass sich selbst die Götter des Himmels nicht seiner Gerichtsbarkeit entziehen sollten.)

    Es ist sinnvoll, die Beschwerden und Forderungen des ersten Textes zu erläutern, der mit 309 Stimmen (gegen 201 Stimmen bei 12 Enthaltungen) angenommen wurde. Die Resolution "erkennt" den venezolanischen Oppositionskandidaten als "legitimen und demokratisch gewählten" Präsidenten an und widerspricht damit der Wahlkommission des Landes. Sie fordert also die EU auf, alles zu tun, "damit Edmundo González Urrutia sein Amt am 10. Januar 2025 antreten kann".

    Insbesondere verlangt sie, dass die EU "die Sanktionen gegen die Mitglieder des Nationalen Wahlrats wieder einführt" und "fordert die Verlängerung der Sanktionen [...] gegen [das derzeitige Staatsoberhaupt] Nicolás Maduro und seinen engsten Kreis".

    Die Versammlung spricht sich also dafür aus, dass die europäischen Führer die Haltung des Westens aus dem Jahre 2019 erneuern, die die Anerkennung des selbsternannten "Präsidenten" Juan Guaidó aus den Reihen der Opposition beinhaltete, nachdem die Opposition ein "Machtvakuum" festgestellt hatte – eine Behauptung, für deren Zustimmung das Weiße Haus nicht einmal eine Viertelstunde gebraucht hatte.

    Diese Strategie hatte sich als Fiasko erwiesen. Sowohl in Washington als auch in Brüssel, Paris und Berlin musste man im Laufe der Jahre feststellen, dass Herr Guaidó weit davon entfernt war, die Unterstützung der Bevölkerung zu genießen, und dass seine alternativen Institutionen nur aus Pappmaché bestanden. Daher ist der Realismus heute größer – außer in Straßburg.


    Venezuela: Den Imperialismus nicht aus den Augen verlieren





    Analyse

    Venezuela: Den Imperialismus nicht aus den Augen verlieren






    All diese Unrast könnte nur lachhaft sein, wäre da nicht der Kontrast zu einem ohrenbetäubenden Schweigen: Die Europaabgeordneten haben noch keinen Moment gefunden, um sich für den Nahen Osten zu interessieren.

    Muss man daran erinnern, dass seit Oktober 2023 fast 40.000 Bewohner des Gazastreifens durch israelische Bombardements ihr Leben verloren haben? Die Zahl der Toten in diesem Freiluftgefängnis wird tatsächlich weit unterschätzt: Wenn man die Todesfälle infolge der von den Besatzern bewusst herbeigeführten Hungersnot und der Krankheiten mit einbezieht, könnte diese apokalyptische Zählung auf über 100.000 ansteigen. Dabei sind die Verletzten noch nicht einmal mitgerechnet, denn in diesem Gebiet sind die Krankenhäuser das Hauptziel, und die meisten von ihnen haben ihren Betrieb eingestellt – ebenso wie die Schulen.

    Mehr als ein Viertel der Opfer sind Kinder. Von denen, die überleben, haben Tausende, darunter auch Kleinkinder, keine Familie mehr. "Dies ist ein Krieg gegen Kinder und ihre Zukunft", sagte der Leiter des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNRWA). Philippe Lazzarini präzisierte bereits am 12. März: "Die Zahl der in nur vier Monaten in Gaza getöteten mutmaßlichen Kinder ist höher als die Zahl der in vier Jahren in allen Konflikten weltweit getöteten Kinder."

    Das Abschlachten betrifft nicht nur Menschen ‒ es umfasst auch die systematische Zerstörung von Museen, Universitäten und Kultur ‒ kurzum, von dem, was die Wurzeln und die Zukunft eines Volkes ausmacht.


    "Stoppt die Entmenschlichung der Palästinenser" – UN-Sonderberichterstatterin appelliert an Medien



    "Stoppt die Entmenschlichung der Palästinenser" – UN-Sonderberichterstatterin appelliert an Medien





    All das ist den Europaabgeordneten wahrscheinlich entgangen, zumindest der Mehrheit von ihnen. Ebenso wenig wie der koloniale Zugriff auf das Westjordanland, der sich nun beschleunigt und in wenigen Monaten Hunderte von Opfern gefordert hat.

    Aber vielleicht ist man in Straßburg der Ansicht, dass die Palästinenser nur "menschliche Tiere" sind, wie es der israelische Verteidigungsminister vor einem Jahr elegant formulierte? Denkt das EU-Parlament das auch von den Libanesen, die jetzt ebenfalls im Visier der Armee Tel Avivs stehen?

    Denn die Offensive an Israels "Nordfront" fordert nun jeden Tag Hunderte von Todesopfern. Sie zielt offiziell darauf ab, der Hisbollah entgegenzutreten, und hatte einen Wendepunkt erreicht, als die Explosion von mit Sprengfallen versehenen Kommunikationsgeräten Dutzende ihrer Aktivisten tötete, nicht ohne zahlreiche Opfer unter der Zivilbevölkerung zu verursachen.

    Andernorts wäre diese Strategie als "terroristisch" bezeichnet worden. Sie hätte den Zorn der Torquemadas im Europaparlament auf sich gezogen. Im Moment schauen sie weg. Ohne jedes Schamgefühl.


    Mehr zum ThemaEU-Parlament fordert Freigabe von Langstreckenwaffen für Ziele in Russland


    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/meinung/220461-kritik-an-venezuela-stille-zu-israel


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    28.09.2024

    Hochrangiger iranischer Offizier im Libanon getötet

    Zusammen mit dem Anführer der Hisbollah, Hassan Nasrallah, ist bei dem massiven israelischen Luftangriff auf die Hauptstadt des Libanon auch der iranische Kommandeur der Al-Quds-Brigaden, Abbas Nilforoushan, getötet worden. Das bestätigten am Sonnabend iranische Nachrichtenagenturen.


    Hochrangiger iranischer Offizier im Libanon getötetQuelle: Sputnik © IRNA


    Abbas Nilforushan, Befehlshaber der Al-Quds-Brigaden im Libanon (Archivfoto)


    Abbas Nilforoushan, Kommandeur der Al-Quds-Brigaden des Korps der Islamischen Revolutionsgarden Irans, wurde bei dem israelischen Luftangriff auf Beirut am Freitagabend, der dem Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah galt, ebenfalls getötet. Das berichtet die iranische Nachrichtenagentur Mehr am Sonnabend.

    "Der Brigadegeneral und Kommandeur der Al-Quds-Brigaden im Libanon, Abbas Nilforoushan, wurde zusammen mit dem Märtyrer Hassan Nasrallah bei einem israelischen Luftangriff auf Beirut getötet", so der Bericht der Agentur.

    Am Freitagabend kam es in Beirut zu einer Serie von Explosionen. Das israelische Militär meldete unter anderem einen gezielten Luftangriff auf das Hauptquartier der libanesischen Hisbollah-Bewegung, das sich in einem Bunker unter Wohnhäusern im Zentrum des Stadtteils Dahiyeh befand. Der Generalsekretär der Bewegung, Hassan Nasrallah, und der Kommandeur der Südfront, Ali Karki, wurden dabei getötet. Die Hisbollah hat den Tod ihres Anführers inzwischen bestätigt.

    Laut Medienberichten warfen die israelischen Streitkräfte mehr als 80 bunkerbrechende Bomben mit einem Gewicht von je einer Tonne auf den Bunker am Stadtrand von Beirut, in dem Nasrallah vermutet wurde.


    Mehr zum ThemaHisbollah bestätigt: Hassan Nasrallah ist tot


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    28.09.2024

    Ein europäischer Putsch? Die aktuelle Entwicklung der EU aus Sicht eines italienischen Linken

    nachdenkseiten, vom 27. September 2024 um 11:00 Ein Artikel von Maike Gosch

    Der zweite Teil des Interviews mit dem italienischen Autor und Journalisten Thomas Fazi über die EU als demokratisches oder antidemokratisches Projekt und seine aktuelle Studie „Der stille Putsch – der Griff der Europäischen Kommission nach der Macht“. Das Interview hat Maike Gosch geführt und aus dem Englischen übersetzt.

    Thomas Fazi ist ein vielfach ausgezeichneter italienischer Autor und Journalist, der sich selbst als Sozialist bezeichnet. Seine Artikel sind in zahlreichen Online- und Printpublikationen erschienen, u.a. ist er Kolumnist für das britische Magazin UnHerd und Redakteur des amerikanischen Magazins Compact. Kürzlich hat er eine europapolitische Studie mit dem Titel „The silent coup – The European Commission’s power grab“ („Der stille Putsch – der Griff der Europäischen Kommission nach der Macht“) veröffentlicht. Wir sprachen mit ihm im ersten Teil des Interviews über die Vorgeschichte dieser Entwicklung und darüber, inwieweit die EU demokratisch konstituiert und legitimiert ist oder es je war, was ihre „wahre Geschichte“ ist und wie sie sich aktuell entwickelt. In diesem zweiten Teil werden wir genauer auf Fazis aktuelle Studie eingehen.

    Maike Gosch: Im ersten Teil des Interviews haben wir viel über den Hintergrund und die Geschichte der EU gesprochen und auch über die allmähliche Machtverschiebung von den Mitgliedsstaaten hin zur EU. Kommen wir nun zu den Krisen, die laut Ihrer Studie „Der stille Putsch: der Griff der Europäischen Kommission nach der Macht” dazu benutzt wurden, die Macht weiter auf die EU und insbesondere auf die Europäische Kommission zu übertragen.

    Thomas Fazi: In dieser Untersuchung konzentriere ich mich auf drei historische Wendepunkte: Die Eurokrise, die Covid-19-Pandemie und die Ukraine-Krise, und wie all diese Krisen von der Kommission genutzt wurden, um ihre Befugnisse radikal auszuweiten – bis zu dem Punkt, dass die Europäische Kommission (und damit die EU als supranationale Einheit) heute mächtiger ist als je zuvor. Das interinstitutionelle Machtgleichgewicht hat sich massiv verschoben, weg vom Europäischen Rat, wo die Regierungen zusammenkommen, hin zur Kommission selbst. Und Ursula von der Leyen hat dies als Präsidentin der Kommission, die sie sowohl während der Covid-19-Krise als auch zu Beginn des Ukraine-Krieges geführt hat und die sie natürlich immer noch führt, ganz entscheidend gefördert. Ich denke, dass sich bei der Analyse der Krisen klare Muster herauskristallisieren, und zwar in Bezug darauf, wie die Kommission diese Krisen bewusst genutzt hat, um immer mehr Macht in ihren eigenen Händen zu konzentrieren. Das ist sehr besorgniserregend, denn jetzt haben wir eine undemokratische, nicht rechenschaftspflichtige, nicht gewählte Institution, die im Grunde genommen enorme Macht über so ziemlich jeden Bereich der Politik ausübt – von der öffentlichen Gesundheit über Wirtschafts-, Währungs- und Steuerangelegenheiten bis hin zur Außen-, Militär- und Sicherheitspolitik, für die die Kommission nach den Verträgen eigentlich überhaupt nicht zuständig ist.

    Die Außenpolitik, insbesondere die Militär- und Sicherheitspolitik, war schon immer ein Bereich, in dem die Regierungen verständlicherweise nur ungern Macht an die Europäische Union abgaben. Tatsächlich hatte die Kommission in diesen Bereichen immer nur einen sehr begrenzten Einfluss. Aber jetzt, dank des Ukraine-Krieges und der Art und Weise, wie von der Leyen diese Krise geschickt ausgenutzt hat, um die Macht zu übernehmen und zu einer Art Oberbefehlshaberin der Europäischen Union zu werden, haben wir nun eine völlig undemokratische Institution, die in hohem Maße über die Außenpolitik und die Militär- und Sicherheitspolitik der gesamten Europäischen Union entscheidet, was wirklich ziemlich erschreckend ist, wenn man bedenkt, dass wir über das wichtigste Thema überhaupt sprechen: Krieg und Frieden und die potenzielle Bedrohung des Überlebens jedes einzelnen Menschen in Europa angesichts der zunehmenden Aussicht und Wahrscheinlichkeit einer direkten Konfrontation mit Russland.

    Das ist der Prozess, den ich in meiner Studie beschreibe. Ich hielt es für wichtig, die Menschen darauf aufmerksam zu machen, denn nicht genug Menschen sind sich darüber im Klaren, was in den letzten Jahren geschehen ist und wie gefährlich die Situation ist, die aus dieser zunehmenden „Supranationalisierung” der Politik entstanden ist. Die heutige Kommission ist nicht nur eine Bedrohung für die Demokratie, sondern auch für die Sicherheit und das Wohlergehen aller europäischen Bürger.

    Lassen Sie uns über diese Krisen sprechen, die Ihrer Analyse zufolge ausgenutzt wurden und mit der Euro-Krise beginnen, und vielleicht besonders über Deutschland in diesem Zusammenhang.

    Deutschlands Politik gegenüber der Europäischen Union entsprach lange Zeit der Beschreibung des Prozesses, den ich im ersten Teil des Interviews beschrieben habe, nämlich dass nationale Regierungen und nationale Eliten die Europäische Union zu ihrem eigenen Vorteil nutzten. Deutschland ist wahrscheinlich das klarste Beispiel dafür, dass ein Land die Europäische Union sowie das Narrativ der „Europäisierung Deutschlands” und der angeblichen Abkehr von Deutschlands hypernationalistischen Tendenzen der Vergangenheit nutzt, um in Wirklichkeit die nationalen Interessen Deutschlands, genauer gesagt die seiner kapitalistischen Eliten, zu fördern und etwas zu verfolgen, was man als eine Form von Wirtschaftsnationalismus bezeichnen könnte. Lange Zeit konnte man die Beziehung Deutschlands zur Europäischen Union als eine Art „Nationalismus durch Europäismus“ beschreiben. Ein Großteil der Erzählung über Deutschlands Beziehung zur Europäischen Union ist völlig falsch, selbst wenn man bis zum Beitritt Deutschlands zum Euro zurückgeht.

    Offiziell heißt es, Deutschland habe dem Euro nicht beitreten wollen, aber dies sei der Preis gewesen, den das Land zahlen musste, damit andere Länder, allen voran Frankreich, die Wiedervereinigung akzeptierten. Aber das ist weitgehend ein Mythos. Wenn man sich die Geschichte dieser Zeit, der frühen 90er-Jahre, anschaut, stellt man fest, dass die politischen und wirtschaftlichen Eliten in Deutschland sehr wohl wussten, dass der Euro für Deutschland von wirtschaftlichem Vorteil war, oder besser gesagt: von Vorteil für seine Eliten.

    Der erste wirkliche Coup der Kommission geschah während der Eurokrise, als die Kommission unter dem Deckmantel der Reaktion auf diese Krise beispiellose Befugnisse zur Überwachung und Einmischung in die Wirtschaftspolitik der Länder erhielt. Die Übertragung von mehr Befugnissen an die Europäische Union zur Einmischung in die eigene Wirtschaft war etwas, dem Deutschland immer sehr misstrauisch gegenüberstand, da es als Land immer sehr stolz auf seine wirtschaftliche Souveränität war, und das zu Recht. Aber Deutschland stimmte vielen dieser institutionellen Veränderungen zu, weil es erkannte, dass die Kommission sich nicht auf Deutschland konzentrieren würde, sondern auf die schwächeren Länder der Union, um sie zu zwingen, bestimmte Wirtschaftsreformen durchzuführen und sich an die von Deutschland gewünschte Wirtschaftsagenda zu halten. Dies sind eindeutige Beispiele dafür, wie Deutschland Europa „benutzt” hat, um seine wirtschaftliche und sogar politische Hegemonie über Europa zu behaupten und zu festigen.

    Als die Eurokrise ausbrach, sagten die Europäische Kommission und die anderen supranationalen Institutionen wie die Europäische Zentralbank: Wir müssen eine viel größere Rolle bei der Verwaltung der finanziellen und wirtschaftlichen Angelegenheiten der Länder spielen, um sie vor einem Zahlungsausfall zu bewahren. Tatsächlich war die Architektur des Euro der Hauptgrund dafür, dass mehrere Länder überhaupt erst in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Und dennoch wurde die Krise von der Europäischen Kommission genutzt, um vorübergehend die Kontrolle über die Finanzen dieser Länder zu übernehmen. Dies geschah zum Beispiel durch die „Troika”, die Ad-hoc-Institution, die sich aus der Kommission, der EZB und dem IWF zusammensetzt und während der Krise geschaffen wurde. Und was bei all diesen Krisen passiert, ist, dass bestimmte Maßnahmen als vorübergehend und „einmalig” dargestellt werden, dann aber zu einem dauerhaften institutionellen Wandel führen. So führte die Troika, die eine Ad-hoc-Institution war, welche angeblich nur geschaffen wurde, um die aktuelle Krise zu lösen, zu einer Reihe von neuen Regeln, Gesetzen, Verordnungen, Organisationen wie dem Europäischen Stabilitätsmechanismus und sogar einem Vertrag, dem Fiskalpakt (Fiscal Compact), der die Sparpolitik und das System der fiskalischen Überwachung effektiv institutionalisierte, wobei die Kommission weitreichende Befugnisse erhielt, um die fiskalischen Haushalte der Mitgliedsstaaten zu überwachen. Dies führte zu einem massiven institutionellen Wandel und bedeutete eine enorme Machtverschiebung von der nationalen auf die supranationale Ebene.

    Und dies war ein Muster, das sich in den folgenden Krisen wiederholte. Als die Covid-Krise im Jahr 2020 ausbrach, setzte sich Ursula von der Leyen sofort an die Spitze der Krise, sowohl an der wirtschaftlichen Front als auch an der Front der Impfstoffbeschaffung. Und das Argument war immer dasselbe: „Wir haben es mit einer massiven Krise zu tun, deshalb können wir die nationalen Regierungen nicht allein damit fertig werden lassen. Wir haben das Fachwissen und sind die einzigen, die Entscheidungen für alle treffen können.“ Und wenn man sich die wirtschaftlichen Maßnahmen ansieht, die während der Pandemie ergriffen wurden, wie z.B. die Einrichtung des Europäischen Aufbauplans (The Next Generation EU Fund), der als wirtschaftlicher Unterstützungsfonds vorgestellt wurde, um den Ländern bei der Bewältigung der Krise zu helfen, so führte dies in Wirklichkeit zu einer Änderung der faktischen wirtschaftlichen Verfassung der Europäischen Union. Denn zum ersten Mal sahen wir, wie die EU ein massives gemeinsames Kreditaufnahmeprogramm durchführte, was von bestimmten Ländern, insbesondere von Deutschland, und von bestimmten Wählergruppen immer abgelehnt wurde.

    Und dieser Widerstand wurde nicht durch eine demokratische öffentliche Debatte oder eine Vertragsänderung überwunden, sondern einfach unter dem Vorwand, auf die Krise zu reagieren. Unter dem Vorwand, wirtschaftlich auf die Covid-Krise zu reagieren, sind wir nun in eine Situation geraten, in der die EU gemeinsame Schulden aufnimmt, was sie noch nie getan hat, jedenfalls nicht in diesem Umfang. Hinzu kommt, dass die Kommission für die Auszahlung dieser Gelder zuständig ist, was ihr natürlich einen enormen zusätzlichen Einfluss verschafft, nicht nur bei der Verwendung dieser Gelder – denn die Kommission entscheidet letztendlich, wohin diese Gelder fließen –, sondern sie kann diese Gelder auch dazu verwenden, Staaten zu erpressen, die sich nicht an die Brüsseler „Agenda“ halten, indem sie damit droht, diese Gelder zurückzuhalten, wie sie es zum Beispiel bereits mit Ungarn und Polen getan hat.

    Und dann, in der zweiten Phase der Covid-Krise, leitete die Kommission, oder besser gesagt von der Leyen selbst, im Alleingang ein massives Impfstoff-Beschaffungsprogramm für die gesamte EU und unterzeichnete im Namen der Mitgliedstaaten Verträge im Wert von sage und schreibe 71 Milliarden Euro. Die meisten dieser Verträge wurden hinter verschlossenen Türen unterzeichnet. Ein einziger Vertrag im Wert von 35 Milliarden Euro wurde von von der Leyen selbst in einer Reihe von Textnachrichten und Anrufen mit dem CEO von Pfizer, Albert Bourla, ausgehandelt, die inzwischen verschwunden sind. Alle Bemühungen von Rechnungsprüfern, Transparenzbeauftragten, Europaabgeordneten, Journalisten und Bürgern, herauszufinden, was genau passiert ist, wurden abgewürgt, und „Pfizergate” ist zu einem der größten Skandale in der Geschichte der EU geworden. Und selbst das Argument der Kommission für dieses gemeinsame Beschaffungsprogramm, sie könne durch Verhandlungen im Namen aller Mitgliedstaaten niedrigere Preise erzielen, erwies sich als unbegründet.

    Nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine Anfang 2022 setzte sich Ursula von der Leyen wieder an die Spitze der Reaktion durch die EU und erreichte damit zwei Ziele, die sie seit ihrem Amtsantritt 2019 verfolgt hatte: die Ausweitung des Mandats der EU und der Kommission im Bereich Sicherheit und gleichzeitig die Unterordnung des Blocks unter die US-NATO-Strategie, wodurch die EU im Grunde zum politischen Arm der NATO wurde.

    Sie begann mit der Verabschiedung eines beispiellosen Sanktionspakets, das buchstäblich am Tag nach der russischen Invasion verabschiedet wurde, also offensichtlich lange im Voraus vorbereitet worden war. Viele weitere folgten. Die Machtübernahme, um die es hier geht, besteht darin, dass traditionell der Rat für Sanktionsregelungen zuständig ist, während die Kommission nur die technischen Einzelheiten und die Umsetzung überwacht. Die Rollen wurden nun einfach vertauscht, und der gesamte Prozess wurde von von der Leyen entwickelt und vorangetrieben, zweifellos in enger Abstimmung mit Washington – bis zu dem Punkt, dass die USA zumindest zu Beginn mehr über die Arbeit an den Sanktionen wussten als die Mitgliedstaaten selbst. Und Ende 2022 beschloss der Rat, der Kommission die Befugnis zu übertragen, Sanktionen für die Verletzung von Sanktionen festzulegen und durchzusetzen, was bis dahin in die Zuständigkeit der einzelnen Mitgliedstaaten gefallen war.

    Ursula von der Leyen hat in allen öffentlichen Äußerungen und Reden einen zunehmend kriegerischen Ton zum Ukraine-Konflikt angeschlagen, immer mehr Sanktionspakete abgefeuert und dann maßgeblich dazu beigetragen, dass die Militärhilfe ausgerechnet mit 3,6 Milliarden Euro aus dem Finanzierungsmechanismus der Europäischen Friedensfazilität finanziert wurde. Mit dieser Strategie öffentlicher Erklärungen, die sich immer weiter verschärfen und immer radikaler werden, gelang es ihr, die EU-Strategie und die NATO-Strategie (die zu diesem Zeitpunkt nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind) allen überzustülpen, indem sie die Mitgliedstaaten durch Überrumpelung und einen gewissen Gruppendruck dazu brachte, ihrer Führung weitgehend zu folgen – wohlgemerkt in Fragen der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik, für die die EU, wie gesagt, gar keine formale Zuständigkeit hat.

    In meinem Bericht gehe ich näher darauf ein und beschreibe auch die Art und Weise, wie die Kommission diese Krise genutzt hat, um ihre Bemühungen voranzutreiben, abweichende Meinungen und Desinformation (wie es jetzt heißt) in der EU durch eine neue Zensurregelung in Form des Gesetzes über digitale Dienste einzuschränken und zu verbieten.

    Ihre Studie wurde von MCC Brüssel veröffentlicht. Können Sie uns ein wenig über diese Institution und Ihre Beziehung zu ihr erzählen?

    MCC Brüssel ist eine ungarische Denkfabrik. Sie wird nicht direkt von der Regierung finanziert, ist also eine unabhängige Denkfabrik, aber wie alle Denkfabriken vertritt sie eine Ideologie. Und MCC Brüssel ist ziemlich eng mit den Ansichten von Victor Orbán verbunden. Ungarn ist heute eines der wenigen Länder, die meines Erachtens noch für die Grundprinzipien der Souveränität und der Demokratie eintreten und versuchen, sich gegen die zunehmende Einmischung der EU in die inneren Angelegenheiten der Nationalstaaten zu wehren. Und es ist auch praktisch das einzige Land, das sich gegen die EU-NATO-Strategie in der Ukraine wehrt.

    Die Institution hat natürlich ihre eigenen Ansichten, die sich teilweise mit denen von Orbán decken. Ich stimme nicht in allen Fragen mit Orbán überein, aber ich stimme definitiv mit ihm überein, wenn es um seine Einstellung zur Europäischen Union und seine geopolitischen Ansichten geht, insbesondere gegenüber der Ukraine und der NATO. Allein die Tatsache, dass die Denkfabrik mit Orbán in Verbindung gebracht wird, wird sie in den Augen einiger in Misskredit bringen. Aber ich denke auch, dass diese Methode, jede kritische Meinung zu delegitimieren, indem man sie einfach als „rechtsextrem” oder „pro Putin“ oder was auch immer bezeichnet, nicht mehr so gut zu funktionieren scheint. Ich würde mir wünschen, dass mehr Menschen erkennen, dass dies nur ein Weg ist, sich einer Debatte zu verweigern.

    Ich habe den Bericht kürzlich in Brüssel vorgestellt, und es kamen viele feindselige Journalisten zu der Präsentation. Ich glaube, sie kamen in der Hoffnung, ein paar gute Zitate zu bekommen, um einen Artikel gegen MCC zu schreiben, aber stattdessen haben sie festgestellt, dass das, was sie gehört haben, eine solide Analyse war, die nichts „Rechtsextremes” enthielt. Und tatsächlich haben die meisten von ihnen am Ende nicht darüber geschrieben – aus genau diesem Grund, denke ich, denn sie haben erkannt, dass sie die Zeitung oder die Veranstaltung nicht verunglimpfen können, und einer von ihnen hat das mir gegenüber sogar ausdrücklich zugegeben. Ich schreibe also gerne für jeden, der mich ohne Zensur oder Einmischung schreiben lässt. Das kann eine konservative Denkfabrik wie MCC sein, aber ich würde genauso gerne für eine linke Denkfabrik schreiben. Das Problem ist, dass sich die Linke, wie bereits erwähnt, so weit von ihren traditionellen Werten entfernt hat, dass sie einen Sozialisten der alten Schule wie mich für einen Rechten hält, wenn er über die Bedeutung der nationalen Souveränität oder andere derartige Themen spricht.

    Es ist eines der Paradoxe des Zeitalters, in dem wir leben, dass ich als jemand, der von der Linken kommt, von der sozialistischen Linken, in einer Reihe von grundlegenden Fragen – wie nationale Souveränität, die Europäische Union, die NATO, der Krieg in der Ukraine – heute oft mehr mit Leuten übereinstimme, die von rechts kommen oder die aus ganz anderen politischen Traditionen kommen als ich, als mit denen auf der Linken. Aber wie gesagt, ich sehe das nicht so, dass ich nach rechts gerutscht bin. Ich sehe es so, dass die meisten Leute auf der Linken völlig verrückt geworden sind. Wie ich bereits gesagt habe, hat sich meine Position zu diesen Themen in den letzten zwanzig Jahren nicht geändert, und sie stimmt sogar eng mit der Position überein, die die Linke in diesen Fragen bis vor ein paar Jahrzehnten vertrat.

    Ich denke, unabhängig davon, ob man Ihrer Beschreibung der Entwicklungen als „Putsch” zustimmt oder nicht, können die meisten Menschen zustimmen, dass wir in den letzten Jahren einen Machtzuwachs der Kommission erlebt haben und dass sie Kompetenzen in Bereichen übernommen hat, die sie vorher nicht hatte. Ich frage mich, ob es gegen diese „Machtübernahme”, die Sie beschreiben, irgendeinen Widerstand gegeben hat, sei es vom Europäischen Parlament, von den nationalen Regierungen oder von irgendeiner anderen Stelle oder Person.

    Was zunächst das Europäische Parlament (EP) betrifft, so wäre es naiv zu erwarten, dass ausgerechnet das EP sich dagegen wehrt, denn das EP hat sich schon immer für die Stärkung der Europäischen Union auf Kosten der nationalen Regierungen eingesetzt. So haben die Abgeordneten des Europäischen Parlaments in der Vergangenheit stets die Übertragung von Souveränität von der nationalen auf die supranationale Ebene gefördert. Das Europäische Parlament hat sich in der Vergangenheit immer für die föderalistische Idee eingesetzt – die Vereinigten Staaten von Europa usw. – und hat sich daher in der Vergangenheit immer für die Übertragung von Befugnissen auf die Kommission und für eine Ausweitung der Befugnisse der Kommission auf Kosten der Nationalstaaten ausgesprochen, auch wenn sie von der Notwendigkeit einer „Demokratisierung der Kommission” usw. sprechen. Aber das ist nur eine Beschönigung dessen, was im Grunde die vollständige Unterstützung der Idee der Supranationalisierung selbst ist. Vielleicht wird das jetzige Parlament einen etwas anderen Ansatz verfolgen, aber historisch gesehen war das Parlament immer für die Übertragung von Befugnissen an die Kommission.

    Also nein, es gab nicht viel Widerstand. Es gab auch sehr wenig Widerstand von Seiten der Bürger an der Basis, aber das liegt, glaube ich, daran, dass sich viele Menschen nicht wirklich bewusst sind, was passiert – außer auf einer Art instinktiven Ebene, dass sie das Gefühl haben, dass die Europäische Union zu mächtig ist, als sie es sein sollte. Aber es fehlt ihnen ein tieferer Einblick da hinein, was genau auf institutioneller Ebene passiert.

    Es gab auch relativ wenig Widerstand von Seiten der Regierungen, aber ich denke, das könnte zum Teil damit zu tun haben, dass im Kalkül einiger Regierungen immer noch ein wenig von der vorhin erwähnten Schuldzuweisungslogik im Spiel ist. Wenn Sie zum Beispiel die Ukraine massiv unterstützen und einen Stellvertreterkrieg gegen Russland führen wollen, aber Ihre Bevölkerung diese Politik wahrscheinlich nicht unterstützt, dann kann es sinnvoll sein, die Kommission mit der Verfolgung dieser Politik zu betrauen, denn dann können Sie sagen: „Es ist die gesamte Europäische Union, die das tut. Es ist nicht das, was wir wollen, aber sehen Sie, es ist die Kommission, die die Führung in dieser Sache übernimmt. Es ist die Europäische Union, die auf diese Politik drängt, und alle anderen tun es auch. Also müssen wir uns dem anschließen.” Aber ich denke, es hat eher mit der Pfadabhängigkeit der Supranationalisierung zu tun. Wenn dieser Prozess einmal begonnen hat, ist es sehr schwer, ihn zu stoppen oder zu unterbrechen, geschweige denn umzukehren. Es entwickelt sich eine Art Eigenlogik.

    Selbst eine kleine Übertragung von Souveränität auf die supranationale Ebene schafft die Voraussetzungen dafür, dass weitere Souveränitätsübertragungen unvermeidlich oder scheinbar unvermeidlich sind. Die Existenz einer supranationalen Institution und die Mitgliedschaft in dieser supranationalen Institution schafft einen sehr starken institutionellen, materiellen und ich würde sagen sogar psychologischen Druck auf die Regierungen, weitere Souveränitätsübertragungen zu akzeptieren. Besonders deutlich wird dies im wirtschaftlichen Bereich. Wenn man seine geldpolitische Souveränität aufgegeben hat, hat man auch einen großen Teil seiner wirtschaftlichen Souveränität aufgegeben. Wenn es dann zu einer Krise kommt, hat man natürlich keine andere Wahl, als weitere Kontrolle an die Institution abzutreten, die tatsächlich die eigene Wirtschaft kontrolliert, und das ist nun einmal die Europäische Union, wie wir während der Eurokrise gesehen haben. Aber allein die Zugehörigkeit zur Europäischen Union, zu dieser Art von multinationalem Club, erzeugt einen enormen Druck. Wann immer eine Krise von kontinentalem oder sogar globalem Ausmaß auftritt, übt dies einen enormen Druck auf die Regierungen aus, zu akzeptieren, dass die Kommission als einzige Institution, die in der Lage ist, schnell und auf europäischer Ebene zu handeln, die Führung übernehmen sollte.

    Ich denke, der Aufstieg der sogenannten „populistischen” Parteien in ganz Europa ist eindeutig eine starke Ablehnung ihrer eigenen Regierungen und deren Politik. Aber es ist definitiv auch, indirekt, eine Ablehnung von politischen Entscheidungen auf EU-Ebene und der Entwicklungen dort, da die Regierungen oft nur die Umsetzer der Politik der Europäischen Union sind. Die Menschen haben also in gewisser Weise versucht, sich durch ihre Stimmabgabe zu wehren. Und natürlich sollten wir darauf hoffen, dass dies noch viel mehr geschieht.

    Haben Sie darüber hinaus eine Idee oder einen Vorschlag, was die europäische Öffentlichkeit oder die deutsche Öffentlichkeit gegen diese Machtübernahme tun könnte, wenn sie mit Ihrer Analyse übereinstimmt?

    Was wir meiner Meinung nach tun müssen, ist, das Bewusstsein dafür zu schärfen, was passiert, und mehr Bewusstsein dafür zu schaffen, was für ein Problem die Europäische Union wirklich ist und wie sehr sie eine Bedrohung darstellt. Ich denke, das ist das Beste und Wichtigste, was wir tun können. Wir müssen einfach das Bewusstsein dafür schärfen, wie wichtig es ist, diese Institution zurückzubauen. Es ist für die Menschen fast unmöglich geworden, sich ein Europa ohne die EU vorzustellen, aber ehrlich gesagt müssen wir feststellen, dass sich die inneren Widersprüche der Europäischen Union immer mehr verstärken. Und so ist es alles andere als klar, dass die EU die nächsten zehn oder zwanzig Jahre überleben kann. Die wirtschaftlichen Widersprüche, die sich aus ihr ergeben, werden immer größer und größer. Die Wirtschaftsleistung Europas ist im Grunde die schlechteste unter den Industrieländern, und dafür trägt die EU einen großen Teil der Verantwortung. Hinzu kommt der ständige Druck, den die EU auf den demokratischen Prozess ausübt. Wie lange kann das gut gehen? Wie lange kann man Parteien unterdrücken, die kritisch gegenüber der Europäischen Union sind? Und dann gibt es natürlich noch das geopolitische Element – die Art und Weise, wie die Europäische Union eine Schlüsselrolle dabei spielt, uns in einen potenziell katastrophalen Konflikt mit Russland zu ziehen. Die Europäische Union ist heute also ein völliger wirtschaftlicher, politischer und geopolitischer Misserfolg – vielleicht nicht aus der Sicht der Eliten, aber definitiv aus der Sicht der überwältigenden Mehrheit der Menschen. Sie hat uns alle auf so vielen Ebenen im Stich gelassen.

    Ich würde mir wünschen, dass in ganz Europa eine starke Bewegung gegen die EU entsteht, denn ich denke, dass wir nur aus der Asche der Europäischen Union ein Europa wieder aufbauen können, das auf echter Zusammenarbeit zwischen den Staaten – echtem Internationalismus – basiert, was die Existenz souveräner Staaten voraussetzt. Das ist etwas ganz anderes als das, was wir jetzt haben, nämlich den Supranationalismus, der die Negation der Nationalstaaten und damit die Negation des Internationalismus ist. Hoffen wir also alle, dass sich eine Form des europaweiten Widerstands gegen diese höchst destruktive Institution herausbildet. Und das Beste, was wir tun können, ist, das Bewusstsein dafür zu schärfen, was die EU wirklich ist, und hoffentlich eine Rolle bei der Entstehung dieser Bewegung zu spielen.


    Vielen Dank für dieses Gespräch.

    Den ersten Teil des Interviews können Sie hier nachlesen.

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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    28.09.2024

    Überraschender Machtwechsel in Colombo: Sri Lanka wählt einen Marxisten zum Staatsoberhaupt

    nachdenkseiten.de, 28. September 2024 um 12:00 Ein Artikel von Ramon Schack

    In Sri Lanka, der Inselrepublik, die eingehüllt vom Indischen Ozean in unmittelbarer Nachbarschaft des indischen Subkontinents liegt, hat sich ein markanter Machtwechsel vollzogen. Die Strategen in der EU und der NATO haben die Region des Indopazifiks, zu der Sri Lanka zweifelsohne gehört, als ihr Aufmarschgebiet auserkoren – als Ausdruck einer immensen geostrategischen Überdehnung, ja als das drohende Scheitern eines strategischen Entwurfs, von denen der Westen in den letzten Jahren einige hinnehmen musste. Von Ramon Schack.

    Am Montagmorgen (Ortszeit) ist der Marxist Anura Kumara Dissanayake als neunter Präsident des südasiatischen Inselstaates Sri Lanka vereidigt worden. Überraschend deutlich hatte er als einer von 38 Kandidaten die Wahlen gewonnen.

    Die Amtszeit des bisherigen Präsidenten Ranil Wickremesinghe wurde von den ökonomischen Problemen belastet, die zum Sturz der Vorgängerregierung führten. Wickremesinghe führte die Regierung, nachdem sein Amtsvorgänger Gotabaya Rajapaksa gezwungen war, das Land zu verlassen. Zuvor hatten wütende Demonstranten vor zwei Jahren im Zuge der schweren Wirtschaftskrise dessen Rücktritt gefordert. Wickremesinghe, der bereits sechsmal Premierminister war, galt als Experte, um die Wirtschaft zu sanieren.

    Als Verkünder eines politischen Neuanfangs wurde er weder in seinem Land noch im Ausland betrachtet, eher als Mann der alten Regierung. Wickremesinghe erhoffte sich, wie er dem Verfasser dieses Beitrages bei einem Besuch in Berlin im vergangenen Jahr erklärte, eine Rückkehr der Touristen und warb diesbezüglich für Kooperationen in der deutschen Hauptstadt. In Berlin blickt man aber durch die amerikanische Brille auf den Inselstaat und vor allem auf dessen Verhältnis zu Peking.


    Neustart im Präsidentenpalast

    Das Amt des Präsidenten ist in Sri Lanka mit umfangreichen Vollmachten (executive presidency) ausgestattet, weshalb sich ein markanter Politikwechsel anzubahnen scheint. AKD, wie der neue Präsident in Sri Lanka gerne in den Medien genannt wird, kündigte am Sonntag schon zeitnah Parlamentswahlen an. Dies scheint aus seiner Sicht sinnvoll, denn sein Bündnis aus 21 linken und Mitte-links-Parteien, die sogenannte National People’s Power, verfügt bisher nur über drei von 225 Sitzen im Parlament. Andernfalls wäre die Präsidentschaft von Anfang an belastet.


    Linksrutsch

    Anura Kumara Dissanayake, der 1968 geboren wurde, ist schon seit dem Jahr 2000 Abgeordneter im Parlament. 2019, als er zum ersten Mal für das Präsidentenamt kandidierte, landete er auf dem dritten Platz. Dissanayake ist Vorsitzender der Janatha Vimukthi Peramuna (JVP – Volksbefreiungsfront), einer marxistisch-leninistischen Partei, die in der jüngeren Geschichte Sri Lankas zweimal mit revolutionären Umsturzversuchen in Erscheinung trat.


    Quelle: Rohana Rezel (Bild)


    Sri Lanka zwischen China und Indien

    Für die außenpolitische Orientierung Sri Lankas sehen Beobachter aufgrund des ideologischen Hintergrunds des neuen Präsidenten eine verstärkte Hinwendung zur Volksrepublik China eingeläutet, zumal seine Partei häufig den „indischen Expansionismus” kritisierte, welcher besonders unter der singhalesisch-buddhistischen Bevölkerungsmehrheit für Unbehagen sorgt.

    Allerdings bleibt Indien aufgrund seiner wirtschaftlichen, räumlichen und kulturellen Beziehungen ein wichtiger strategischer Partner. Pekings Position allerdings, welche bisher schwerpunktmäßig auf Fristverlängerungen oder die Eröffnung neuer Kreditlinien ausgerichtet war, wird für die Umstrukturierung der Schulden Sri Lankas von existenzieller Bedeutung sein, und die Umstrukturierungsverhandlungen könnten durch mögliche Abweichungen von Vereinbarungen mit dem IWF belastet werden.

    Sri Lanka liegt in jener Region, welche von den Strategen der westlichen Politik im asiatischen, vor allem aber süd- und südostasiatischen Raum pauschal als „Indopazifik” bezeichnet wird. Das Land liegt also prominent im Zentrum dieser Region, welche für die Strategen in Berlin angeblich an Bedeutung gewinnt.

    Viel eher ist es aber so, dass man im Auswärtigen Amt brav die geopolitischen Pfade der USA austrampelt – völlig unabhängig davon, ob diese für die geopolitische Zukunft Europas sinnvoll erscheinen. Dadurch wird sich auch in dieser Region der Einfluss Berlins verringern.


    Titelbild: Acute Tomato


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