Trumps Zollhammer: Worüber will von der Leyen eigentlich verhandeln?
lostineu.eu, 4. April 2025
Brüssel wollte durch Gespräche erreichen, dass US-Präsident Trump die EU mit seinem Zollhammer verschont. Dieses Ziel wurde krachend verfehlt – was gibt es jetzt noch zu verhandeln?
Das konnte die EU-Kommission nach der Eskalation im Handelskrieg am 2. April selbst nicht sagen. “Alles liegt auf dem Tisch” – mehr kam nicht aus Brüssel. Hat Kommissionschefin von der Leyen überhaupt einen Plan?
Ich glaube nicht. Denn ihr erster Plan – durch Verhandlungen und “Deals” die Eskalation zu verhindern, ist krachend gescheitert. Der Zollhammer ist da – und die EU steht kein bißchen besser da als der Rest der Welt.
Jetzt geht es nur noch darum, entweder Vergeltung zu üben, womit der Handelskrieg weiter eskalieren würde – oder Trump dazu zu bewegen, zurückzurudern. US-Handelsminister Lutnick schließt dies allerdings aus.
Trump will nichts zurücknehmen
Trump werde seine Ankündigungen nicht zurücknehmen, sagt Lutnick dem US-Sender CNN. Trump werde auch nur dann verhandeln, wenn andere Länder ihre Zölle und andere Handelshemmnisse abbauten.
Verhandlungen können sich demnach also nur darum drehen, dass die EU ihre eigenen Barrieren abbaut. Da dürften vor allem “nichttarifäre” Hindernisse auf den Tisch kommen, z.B. die EU-Digitalgesetze.
Das wiederum schließt von der Leyen aus – jedenfalls bisher. Die EU liege ohnehin nur um einen Prozentpunkt über den USA, wenn es um solche Probleme gehe, heißt es in Brüssel. Da wäre also nicht viel zu holen.
Geht es um EU-Geschenke?
Bliebe eigentlich nur, Trump neue Geschenke anzubieten – mehr EU-Importe von US-Frackinggas und Kriegswaffen, um die US-Handelsbilanz aufzubessern? Meine Sorge ist, dass von der Leyen genau das im Schilde führt!
Darauf deutet ihr gebetsmühlenartiges Bekenntnis zur “transatlantischen Kooperation” ebenso hin wie ihr Appeasement gegenüber Trump. Von der Leyen klammert sich an eine alte, verlorene Welt – den neuen Realitäten will sie nicht ins Auge schauen.
In der Sicherheitspolitik hat die CDU-Politikerin Trump bereits gegeben, was der haben wollte – die “Wiederbewaffnung” EUropas, also eine massive Aufrüstung. Warum sollte sie ihm nun nicht noch weiter entgegenkommen?
Siehe auch US-Handelskrieg: Von der Leyen wartet auf “Deal” mit Trump. Mehr zum Wirtschaftskrieg hier
P.S. Trumps Handelspolitik beruht auf falschen Daten, falschen Berechnungen und falschen Annahmen über die Weltwirtschaft. Wie soll man da verhandeln, auf welcher Basis?
‹ Nach dem Zollhammer: Angst vor dem Trump-Crash › Gegen die “Hysterie”: USA schwören Treue zur Nato
8 Comments
Ulla
4. April 2025 @ 09:07ob Heiner Flassbeck hier recht hat, kann ich jetzt nicht beurteilen aber das, was er schreibt, klingt logisch.
ebo
4. April 2025 @ 09:27Danke für den Hinweis. Natürlich ist der deutsche Merkantilismus ein Problem – in der guten alten Zeit habe ich ihn auch “Merkelantismus” genannt ????
Die deutsche Regierung müsste sich an die eigene Nase fassen, die Exportfixierung beenden und den europäischen Binnenmarkt beleben. Doch auf diesen Gedanken kommen Merz & Co. nicht…
Erneuerung
4. April 2025 @ 08:43
Wenn die Demokraten in den USA vernünftige Politik gemacht hätten, wäre Trump gar nicht ran gekommen. Ähnlich ist es in Europa. Wenn die angeblich demokratischen Parteien vernünftige Politik gemacht hätten, gäbe es die rechtsnationslen Parteien in dieser Größe gar nicht. Eine logische Konsequenz könnte lauten: Wir versuchen, mit wirtschaftlichen und humanen Belangen, Europa konkurrenzfähig zu machen oder noch zu halten. Aber genau das wird nicht gemacht. Mit “Deriscing” legen wir uns mit China an, russische Energieträger wollen wir nicht und Europa wird mit bildungsresistenten Einwandern geflutet. Und die menschenverachtendsten Gestalten werden von Europa massiv unterstützt mit Geldern der europäischen Steuerzahler. Mehr kann man nicht falsch machen und es wird weiter abwärts gehen.
Helga Karim
4. April 2025 @ 08:09
Diese Zölle müssen doch die US-Bürger zahlen. Trump sanktioniert sich also selbst. Weil er glaubt, das würde so erfolgreich sein wie in Russland? Die stellen vieles, was zuvor importiert wurde, jetzt selber her und haben im Gegensatz zu EUropa Wachstum und steigende Einkommen. Die EU möchte doch auch unabhängig werden, das kommt ihr doch entgegen. Win-win.
Skyjumper
4. April 2025 @ 08:05
Das die neuen Zollsätze, Berechnungsformel hin oder her, mehr oder weniger gewürfelt wurden, braucht man wohl nicht diskutieren. Die USA hätten auch die Wuppdität der Erdachsen einbeziehen können, das wäre auch nicht weniger stringent geworden.
Was mich jedoch wundert ist der blinde Fanatismus, oder auch die Realitätsverweigerung in der EU und DE bei der Zolldiskussion. Liegt das nur an der schlechten Information durch unsere Medien?
Vor der trump‘schen Rundumkeulerei galt für PKW ein Einfuhrzoll in die USA von ~ 2,5 %. Umgekehrt hat die EU 10,o % genommen. Die USA haben eine Einfuhrumsatzsteuer von quasi 0 % berechnet, Deutschland hat 19 % berechnet.
Wie kann man glauben, dass diese Ungleichheit ewig gutgehen könnte? Trump betreibt da gerade das Äquivalent zur Kirchhofschen Steuererklärung auf dem Bierdeckel. Und das kann kaum gutgehen. Aber der Kernvorwurf der USA, der ja im übrigen schon sehr sehr lange erhoben wird, ist berechtigt. Und das fällt der EU jetzt auf die Füsse. Die EU schwadroniert immer über freien Handel – aber mit einen Mix aus „Schutz“auflagen und Zöllen hat die EU (nebst Vorgängerinstitutionen) über die Jahrzehnte real einen ziemlich abgeschotteten Binnenmarkt geschaffen.
Thomas Damrau
4. April 2025 @ 07:45
Ich habe den Eindruck, dass Trump die USA in eine Art wirtschaftlicher Autarkie führen möchte – nachdem er die Rohstoff-Basis der USA durch die Annektion Kanadas und Grönlands sowie durch die Kolonisierung der West/Rest-Ukraine verbreitert hat. Nicht nur Make-America-Great-Again sondern Make-America-Independent-Again.
Deshalb bin ich skeptisch, dass Trump sich durch europäische Unterwerfungsgesten von seiner Declaration of Independence abbringen lässt. Er wird zwar gerne den einen oder anderen lukrativen Deal mitnehmen, die ihm die (aus seiner Sicht) doofen Europäer zu Füßen legen werden. Aber ein genereller Strategie-Wechsel? Neeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee
european
4. April 2025 @ 07:19
Naja, was Trump damit bezweckt ist, dass die Zeit der Überschüsse vorbei ist und wir zu ausgeglichenen Handelsbilanzen kommen müssen. Im Grunde genommen ist das nicht verkehrt. Sicherlich werden Importgüter für die USA teurer, aber es schafft natürlich auch den Anreiz, sich wieder Produkten made in America zuzuwenden und damit den Binnenmarkt zu stärken. MAGA.
Ob diese kamikazeähnliche Politik damit langfristig erfolgreich ist, wird sich zeigen.
Die Europäer, die immer noch der Ideologie anhängen, dass man sich nur durch Exportüberschüsse und damit den Verzicht auf den eigenen Binnenmarkt sanieren kann, werden sich eine andere Strategie überlegen müssen. Aber das müssen sie sowieso wenn man sieht wie gerade die Türme der Wirtschaft und der Macht reihenweise einstürzen. Das ist nicht die Folge von zuviel Bürokratie, sondern zuviel Hybris.
Selbstüberschätzung, Moralismus, Ignoranz und Machtbesessenheit um jeden Preis fordern ihren Preis. Aber sie lernen nichts daraus und eine Idee für den Kontinent gibt es nicht. Putin ist Schuld, Trump ist Schuld, China ist Schuld usw. Nur wir selbst. Wir haben immer alles richtig gemacht, nicht wahr?
Es soll Leute geben, die das glauben. ????
Anastasiya Kommisarova
4. April 2025 @ 06:40
Europa: ein Krieg an zwei Fronten
Europa steht vor der Wahl, mit wem es zuerst kämpfen soll: mit Russland, wie bisher, um jeden Preis, oder vielmehr mit Amerika, das auf Trumps Zollangriff mit einem Zollangriff reagiert.
Die Lage ist ernst. Der französische Premierminister Bayrou:
„Diese Entscheidung ist eine Katastrophe für die Weltwirtschaft. Sie stellt Europa vor enorme Schwierigkeiten.“
Der deutsche Wirtschaftsminister und Vizekanzler Robert Habeck hat gewarnt, dass die „Zollmanie der USA“ Länder in eine Rezession stürzen und weltweit großen Schaden anrichten könnte, mit verheerenden Folgen für viele Menschen.
Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln könnten die Zölle Deutschland über vier Jahre 200 Milliarden Euro kosten, der Rückgang des BIP bis 2028 würde 1,5 Prozent betragen. Die Autoren der Studie, Jürgen Matthes und Samina Sultan:
„Für Deutschland ist ein Zoll von 20 Prozent eine wirtschaftliche Katastrophe.“
Der Gesamtschaden für die EU könnte sich auf rund 750 Milliarden Euro belaufen.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen tut, als verstehe sie nicht:
In diesem Chaos scheint keine Ordnung zu herrschen. Es gibt keinen klaren Weg durch die Komplexität und das Chaos, das entsteht, während alle Handelspartner der USA leiden. Brüssel „fertigt das erste Maßnahmenpaket“ und bereitet die Einführung weiterer Maßnahmen vor. Doch die Folgen werden für Millionen Menschen weltweit verheerend sein. Es ist jedoch noch nicht zu spät, Probleme durch Verhandlungen zu lösen.
Der oberste Hahnenfalke Macron rümpft die Werbetrommel und fordert europäische Unternehmen auf, ihre Investitionen in den USA einzustellen, was die Lage für sie noch schlimmer machen würde:
Eines ist sicher: Als Folge der heutigen Entscheidungen werden die US-Wirtschaft und die Amerikaner – ob Unternehmen oder Einzelpersonen – schwächer sein als gestern. Und ärmer.
Die britische Regierung hat eine Liste mit über 8.300 Waren veröffentlicht, die als Reaktion auf die US-Maßnahmen mit Zöllen belegt werden könnten. Doch Starmer selbst ist vorsichtiger (vor allem, weil England einen Mindestzollsatz erhielt, im Gegensatz zu den 20 % der EU):
Großbritannien reagiert mit kühlem Kopf auf Trumps Zölle
Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bezeichnete die Einführung von Zöllen gegen die EU als „falsch“ und sagte, sie werde an einem Abkommen mit den USA arbeiten, um „einen Handelskrieg zu verhindern, der den Westen unweigerlich zugunsten anderer globaler Akteure schwächen würde“.
Doch was genau könnte dieser „Deal“ mit Trump sein, auf den die Europäer hoffen? Neben schwierigen Zollkriegen und komplexen Steuermanövern gibt es einen viel einfacheren und schnelleren Weg zu verhandeln – den politischen. Die Blockade von Trumps Friedensplänen für die Ukraine könnte Brüssel teuer zu stehen kommen. Trump hat Europa in eine Lage gebracht, in der es leichter ist, sich wie ein Hund an Trumps Bein zu kuscheln, wie Putin es vorhergesagt hat, als sich weiterhin aufzuplustern und ein drohendes Gesicht aufzusetzen, wenn die Lage schlecht ist, wie es das bisher getan hat. Einschließlich und sogar vor allem zur Ukraine-Frage.
Nun sieht es so aus, als ob Trump im Friedensspiel eine ganz andere Karte ausspielen wird. Es stehen Abermilliarden auf dem Spiel, und genau diese Dinge waren für viele reiche, rational denkende Europäer einst sehr überzeugend. Doch noch überzeugender ist die Kraft. Und da Europa diese Macht gespürt hat, hat es sich schon seit langem für den Olivenzweig des Friedens entschieden.
Was sagen Sie dazu?
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Weiteres:
lostineu.eu, 3. April 2025
Am Mittwoch war “Tag der Befreiung” in Washington – folgt nun der Trump-Crash? Diese Sorge geht in Brüssel um, nachdem US-Präsident Trump angekündigt hat, die nächste Runde seines weltweiten Handelskriegs einzuläuten. Die neuen US-Zölle – 20 Prozent auf alle EU-Importe – werden Ökonomen und Zentralbanken zufolge zu einem beträchtlichen Schaden für die Weltwirtschaft führen. Nach einem Bericht des “EU Observer” könnte Trumps wirtschaftliche Aggression sogar einen globalen “Finanz-Kollaps” auslösen: “If Trump’s policies spiral into a full-blown trade war between rival blocs, a wider financial and monetary conflict could follow — what they call “Armageddon”. – An den Börsen ging es am Donnerstag schon kräftig bergab…
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7 Comments
Skyjumper
4. April 2025 @ 07:40@Arthur Dent
Der Gedanke schoß mir auch schon durch den Kopf. Aber die Börse ist genauso irre wie die Politik. Trotz der ziemlichen Verluste der letzten Tage:
year-to-year = plus 18 % für den DAXHätte man (nur als eine Milchmädchenrechnung) nach der Wiedervereinigung 500 Mrd. € Sondervermögen genommen und im DAX investiert, läge da heute ein Kapital von ca. 5,5 Billionen (Natürlich ohne Berücksichtigung von Zinsen und Entnahmen). Man hätte schlechtere Ideen haben können.
Arthur Dent
3. April 2025 @ 23:58
Was haben wir doch für ein Glück. Christian Lindner und Hubertus Heil wollten kürzlich noch die Generationenrente auf Aktien einführen, weil man da ja immer Renditen einfährt, die höher sind, als die Kreditkosten. Angeblich. Sind die aber nicht mehr zu gekommen. Zum Glück – hätte die Aktienrente schon sofort minus gemacht. ????
Skyjumper
3. April 2025 @ 23:09
@Helmut Höft
„„Bis 1971, solange das 1944 geschaffene System von Bretton Woods mit dem goldgedeckten US-Dollar als Leitwährung in Kraft war, war es unmöglich, andauernde Außenhandelsdefizite aufzubauen.“ Das scheint mir Unsinn zu sein“
Eigentlich ist das kein Unsinn. Gerade WEIL es nach Bretton Woods eben nicht möglich war ANDAUERNDE Außenhandelsdefizite aufzubauen, mußte Nixon es 1971 ja aufkündigen. Den USA wäre sonst schlicht das Gold ausgegangen.
Man müßte eigentlich konstatieren, dass das im Prinzip schlaue Bretton Wood’s abgeschaft wurde als es seine Schutzfunktion hätte entfalten sollen. „Schutzgeländer? Was brauche ich ein Schutzgeländer. Weg damit, das schränkt mich nur ein.“
Aber das ist natürlich auch nur eine mögliche Betrachtungsweise. Gold-/Silber- what-ever Deckung hat durchaus auch massive Nachteile.
Nur am Rande sei angemerkt, das Frankreich, und vor allen Deutschland, genau durch diese Golddeckung des US-$ an seine Goldreserven gekommen ist. Deutschland hat nämlich seine bereits damals bestehenden Aussenhandelsüberschüsse (US-Dollars) mit den USA fleissig in Gold getauscht. Frankreich (de Gaulle) hat die so erworbenen Golddevisen sogar mit einen Kriegsschiff aus den USA abholen lassen und nach Frankreich geholt.
umbhaki
3. April 2025 @ 21:57
Der Blogger „fefe“ hat mal aufgedröselt, wie die Helden der Trump-Administration auf ihre Zölle der Höhe nach gekommen sind.
https://blog.fefe.de/?ts=99108f54
Das ist wirklich Volkswirtschaft für ganz arme im Geiste, was der Stab der „Florida-Orange“ (fefe) sich da leistet. Aber leider mit mächtiger Wirkung …
Helmut Höft
3. April 2025 @ 19:19
@palman
Aus Deiner angebotenen Adresse: „Bis 1971, solange das 1944 geschaffene System von Bretton Woods mit dem goldgedeckten US-Dollar als Leitwährung in Kraft war, war es unmöglich, andauernde Außenhandelsdefizite aufzubauen.“ Das scheint mir Unsinn zu sein: Der Dollar war nie goldgedeckt – nur tlw., Golddeckung ist a priori Unsinn – und, nachdem es nicht länger zu verbergen war, hat Nixon – ganz in trumpscher Manier – den Laden „Golddeckung des USD“ einfach hochgehen lassen.
Sry, weiter bin ich in dem Beitrag nicht gekommen.
palman
3. April 2025 @ 18:58
. . . und WER sich “wirklich schlau machen will”, liest von Peter Haisenko auf “anderweltonline.com” just seine “KLAR-Stellung” unter dem Titel – “Trumps Zölle und die Reaktionen aus dem Kinder-Garten” !?! – viel Glück dabei ????
KK
3. April 2025 @ 18:32
Ein Zoll sind 25,4mm… mit 20% ist EUropa also noch gut bedient – wenn ich die Zahlen vom DLF richtig im Kopf habe, ist Japan mit 24% näher dran, Taiwan liegt mit 34% sogar drüber, und Kambodscha mit 49% muss offenbar ein Riesenproblem für die USA sein [Zynismus aus]
Info: https://lostineu.eu/nach-dem-zollhammer-angst-vor-dem-trump-crash
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Weiteres:
US-Handelskrieg: Von der Leyen will verhandeln
lostineu,eu, vom 3. April 2025
Als Reaktion auf die von US-Präsident Trump angekündigten weltweiten Zölle hat EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen entschiedene Gegenmaßnahmen angekündigt, die Tür für Verhandlungen aber offengelassen. Es sei “noch nicht zu spät” für Verhandlungen, sagte von der Leyen. Die Europäer seien aber “bereit zu reagieren” und Vergeltung zu üben. Dies hat von der Leyen allerdings bereits mehrfach erklärt – passiert ist nichts. Mit Beschlüssen wird in Brüssel ohnehin erst Mitte April gerechnet. Die EU-Kommission hat ein erstes Paket mit Gegenzöllen angekündigt, die am 14. April in Kraft treten sollen. Weitere Maßnahmen könnten folgen – wenn alle EU-Staaten mitziehen. Allerdings steht Deutschland auf der Bremse. Der Exportweltmeister hat am meisten zu verlieren…
Siehe auch US-Handelskrieg: Von der Leyen wartet auf “Deal” mit Trump. Mehr zum Handelskrieg hier
‹ Die Watchlist EUropa vom 03. April 2025 › Nach dem Zollhammer: Angst vor dem Trump-Crash
6 Comments
Helmut Höft
3. April 2025 @ 19:11„Allerdings steht Deutschland auf der Bremse. Der Exportweltmeister hat am meisten zu verlieren…“ … wenn er wie gewohnt in den amerikanischen A… kriecht! Kranke, dysfunktionale Strukturen bleiben erhalten, die ewig beschworene „Wettbewerbsfähigkeit“ geht über den Jordan für den kurzfristigen Vorteil der Exportniks, zu Lasten aller anderen. (… was man ja auch gut finden könnte; Wettbewerb auf dem Sportplatz, auf Unternehmensebene: Ja! Auf Nationenebene: Niemals! https://www.hhoeft.de/mythos/index.php/2020/06/05/wettbewerb-ist-gut-teil-3-und-was-dabei-rauskommt-kollateralschaden-fuer-alle/)
Hände weg von Exportüberschüssen https://www.hhoeft.de/mythos/index.php/2025/01/15/was-ist-geld-nachtrag-3-export-verlust-import-gewinn/
„We give ‚em „widschits“, they give us „didschids“!“ („Wir geben ihnen Dinge (Waren), sie geben uns Zahlen!“) https://stephaniekelton.substack.com/p/trade-isnt-money-for-nothing?utm_source=substack&utm_medium=email#media-4e78507c-1e45-42bc-b337-25ef591c1cb9 (ab 1’11“) und wenn’s schon Der Spiegel kapiert hat … https://archive.ph/8oXYg
KK
3. April 2025 @ 18:25
@ Arthur Dent:
“Aus Wohlstand für alle wird Wohlstand für einige wenige.”
Wieso “wird”?
Dieses Programm läuft doch schon seit Jahrzehnten!
“Dann wird die “warme Bude” für 90 Prozent zum Luxusgut in Deutschland, ein Auto wird sich nur noch die “Upper Class” leisten können.”
Wir im Westen werden im Rückblick die DDR-Bürger um ihre “Platte” und “Trabis” beneiden… und viele im Osten sich in ihre Allerwertesten beissen, dass sie sich so schnell ihre staatliche Souveränität haben regelrecht abkaufen lassen ????
Arthur Dent
3. April 2025 @ 14:08
Außen- und Wirtschaftspolitik mit Hass, Wut und Vergeltung – super Idee. Bloß nicht eigenen Interessen folgen. Aus Wohlstand für alle wird Wohlstand für einige wenige. In einigen Jahren beginnen die Kreditzinsen und Tilgung für den Billionenkredit. Dann wird die “warme Bude” für 90 Prozent zum Luxusgut in Deutschland, ein Auto wird sich nur noch die “Upper Class” leisten können. Wer Glück hat, kann sich noch eine amerikanische Jeans leisten. Wir wollen noch einen weiteren Ausbau von Wind- und Solarenergie, Fernwärme, Wasserstoffhochlauf samt wasserstofffähige Gaskraftwerke, bis jetzt ohne Wasserstoff und ohne entsprechende Gaskraftwerke, dafür mit amerikanischem Luxusgas. Es gibt weder in Europa noch außerhalb Europas entsprechende Produktionskapazitäten oder technologische Transportmöglichkeiten. 2030 soll alles fertig sein, dann steigen wir aus der Kohleverstromung aus. Bis dahin sollten wir bis an die Zähne bewaffnet sein, wenn der Russe kommt. Ab 2045 wollen wir auch kein Gas mehr, dann sind wir in Deutschland klimaneutral und Wohlbefinden breitet sich aus. Die Rest-EU muss noch fünf Jahre länger warten.
????
KK
3. April 2025 @ 13:35
@ Stef:
“Dies wird allenfalls nach einem kompletten Generationswechsel in der politischen Elite Europas zu ändern sein…”
Wo sehen Sie denn in den kommenden beiden Politikergenerationen andere Sichtweisen, die diese Änderungen herbeiführen könnten? Grundlegend andere Sichtweisen haben doch in den herrschenden Strukturen gar keine Möglichkeit, überhaupt nur in die Nähe einer Erbfolgeposition zu kommen… die lässt man erst am ausgestreckten Arm auf den Hinterbänken verhungern und dann stellt man sie bei kommenden Wahlen erst gar nicht oder allenfalls an aussichtsloser Position auf. Die Wahlrechtsänderung in D, wo jetzt selbst sicher gewonnene Wahlkreise keine Garantie mehr auf einen Sitzplatz im Bundestag sind, wenn die Unbequemen nur weit genug hinten auf den Landeslisten platziert werden, begünstigt dies noch.
Michael
3. April 2025 @ 11:40
… und wenn Trump nicht verhandeln will !? Dummheit triumphiert über Willen! Längst nicht mehr tragisch, sondern nurmehr eine Farce!
Stef
3. April 2025 @ 11:35
Ich frage mich, was die Kommission und vdL in etwaigen Verhandlungen auf die Waagschale bringen will?
Europa ist in Sachen Energieversorgung durch die USA in vollem Umfang erpressbar. Dieses Risiko ließe sich allenfalls mit russischem Gas diversifizieren, von nichts ist die EU inzwischen weiter weg. Die EU will die USA im Ukrainekrieg halten, das stärkt die US-Verhanldungsposition noch weiter. Europa kann sich nicht selbst verteidigen ohne die USA und diskutiert dies auch noch in aller Lautstärke, was dem europäischem Verhandlungsgewicht zusätzlich abträglich ist. Und Gegensanktionen Marke Baerbocks “Update-Steuer” hätten die hiesigen Verbraucher zu zahlen, solange sie keine europäischen Alternativen haben, das dürfte sowohl der US-Regierung als auch den Tech-Konzernen herzlich egal sein.
VdL und die EU haben inzwischen nichts mehr zu bieten, was die USA irgendwie beeindrucken könnte. Dies ist der ebenso freiwilligen wie vermeidbaren Unterordung europäischer Interessen unter US-Interessen geschuldet. Dies wird allenfalls nach einem kompletten Generationswechsel in der politischen Elite Europas zu ändern sein, sonst verhindert die Angst vor Gesichtsverlust durch Eingeständnis vergangener Fehlentscheidungen alle echten Alternativen und Gegenmaßnahmen.
VdL landet nicht nur als Bettvorleger, sie springt noch nicht einmal als Tiger los.
Was sagen Sie dazu?
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.












Quelle: Gettyimages.ru © Kevin Dietsch/Getty Images