Klare Kante gegen Trump, raus aus der Nato? Von wegen
lostineu.eu, 21. März 2025
Beim EU-Gipfel in Brüssel hat sich die kämpferische Rhetorik als hohl erwiesen. Die EUropäer wollen weder raus aus der Nato – noch wagen sie es, sich wirklich mit US-Präsident Trump anzulegen.
Erst kam die Meldung, dass die EU ihre vollmundig angekündigten Gegenzölle auf US-Importe aufschieben will. Man möchte lieber noch mit Trump verhandeln, statt den Kampf aufzunehmen und Vergeltung zu üben.
Die EU bleibe bereit, mit den USA in einen konstruktiven Dialog einzutreten, um eine Lösung zu finden, die unnötigen Schaden für beide Volkswirtschaften vermeide, hieß es in einer Erklärung.
Dann stellte der Gipfel klar, dass das mit der Aufrüstung gar nicht so böse gemeint war. Man wolle sich weder von den USA unabhängig machen (“Strategische Autonomie”) noch gar die Nato verlassen, betont der Gipfel-Beschluss.
“Ergänzung zur Nato”
„Der Europäische Rat erinnert daran, dass eine stärkere und leistungsfähigere Europäische Union im Bereich der Sicherheit und Verteidigung einen positiven Beitrag zur globalen und transatlantischen Sicherheit leisten und eine Ergänzung zur Nato darstellen wird“.
Fragt sich nur, wer da wen “erinnert”. Beim EU-Kriegsgipfel vor zwei Wochen hatte es noch geheißen, man müsse “wegen Trump” aufrüsten und sich darauf vorbereiten, eine europäische Alternative zur Nato zu gründen.
Nun rudern alle wieder zurück. Was meine alte These bestätigt: In Wahrheit emanzipiert sich die EU gar nicht von den USA, sondern sie folgt den Wünschen Trumps – der hat EUropas Aufrüstung schon lange gefordert!
Doch der Öffentlichkeit wird eine völlig andere Geschichte erzählt. Der EU-Gipfel hat gezeigt, was davon zu halten ist: herzlich wenig.
Siehe auch “Die USA bleiben Verbündete” – von der Leyen in Erklärungsnot
‹ Selenskyj fordert Rauswurf Ungarns aus der EU
8 Comments
Michael
21. März 2025 @ 08:49Es gilt: einmal Vasall, immer Vasall!
ebo
21. März 2025 @ 09:17Das liegt vor allem an Deutschland. Scholz hat auf seiner letzten Pressekonferenz nochmal betont, wie sehr er an den USA hängt. Mit Polen ist auch kein unabhängiges EUropa zu machen. Und die Briten werden auch wieder von der Stange gehen, wenn es ernst wird…
Kleopatra
21. März 2025 @ 08:08
Vernünftige Diplomatie besteht nicht darin, dass man Sprüche klopft, die in der Öffentlichkeit gefallen, sondern dass man solange wie nötig so viele Verbindungen offen hält wie nötig. Weil die NATO stark kooperativ angelegt ist, können die europäischen Staaten nicht plötzlich aus ihr austreten, selbst wenn sie es wollen. Die Entkoppelung ist ein langfristiger Prozess und bis dahin muss man die Verbindung zu den USA noch pflegen. Ein Hauptfehler von Merkel war, dass sie zwar die Problematik auf Seiten der USA durchaus sah, aber wegen ihres hypertrophen Opportunismus über ein bisschen antiamerikanische Sprüche für das deutsche Kommentariat nie hinausgehen wollte. Da hätte sie ja zum Beispiel für mehr deutsche Rüstungsausgaben eintreten müssen…
Guido B.
21. März 2025 @ 08:50Diplomatie ist vor allem die Kunst, einander zuzuhören, Abwertungen zu vermeiden, Interessen auszugleichen, Konflikte zu verhindern und im Konfliktfall friedliche Lösungen zu finden. Diplomatie unter Freunden ist ein Kinderspiel. Zur Kunst wird Diplomatie, wenn sich Feinde gegenüber stehen. Die EU und Selenski haben keine Ahnung von Diplomatie.
european
21. März 2025 @ 07:52
JD Vance postet auf X, dass Selenskyj jedes geschlossene Friedensabkommen zwischen Trump und Putin ablehnen wird. Er fordert 250 Mrd um den Krieg am laufen zu halten.
https://x.com/JDVanceNewsX/status/1902502714183168438
Die USA werden das nicht zahlen. Wie gut, dass wir gerade die Schuldenbremse aufgehoben haben, nicht wahr? Gerade rechtzeitig.
Guido B.
21. März 2025 @ 07:05
Aktueller Podcast Lanz & Precht zum Thema Rüstungsmilliarden und Massenwahn:
https://podcasts.apple.com/ch/podcast/lanz-precht/id1582828457?i=1000700198960
Michael
21. März 2025 @ 08:47Bedaure, aber das Geschwätz dieser Dampfplauderer kann man sich getrost sparen!
Helmut Höft
21. März 2025 @ 02:53
NATO, Verteidigung, Russland, Putin, Trump …„Doch der Öffentlichkeit wird eine völlig andere Geschichte erzählt.“ *huch* „Das glaub‘ ich nicht; und dann auch noch reden und handeln als zwei paar Schuh‘ – das wäre ja fast wie immer, gell!“
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Weiteres:
lostineu.eu, vom 20. März 2025
Ungarn hat die Schlussfolgerungen des EU-Gipfels zur Ukraine nicht mitgetragen. Das war erwartet worden, denn Regierungschef Orban hofft auf die Friedensgespräche, die US-Präsident Trump mit Russland führt. Dennoch gab es wütende Reaktionen. Besonders sticht dabei der ukrainische Staatschef Selenskyj hervor. Er forderte unverhohlen den Rauswurf Ungarns aus der EU. Es sei “anti-europäisch”, wenn “eine Person” Beschlüsse blockiert, die “für den ganzen Kontinent” wichtig seien. Allerdings hat Orban gar nichts blockiert, er zieht einfach nicht mit und lässt die anderen 26 machen. Außerdem ist es mindestens ebenso anti-europäisch, wenn sich “eine Person” aus einem Nicht-EU-Land anmasst, für ganz EUropa zu sprechen. Es entspricht auch nicht dem EU-Recht…
‹ EU hält an Sanktionen und “Friedenstruppen” für die Ukraine fest › Klare Kante gegen Trump, raus aus der Nato? Von wegen
9 Comments
Stefan
21. März 2025 @ 08:45Die Eltern, Omas und Opas aus dem Westen haben das Kerlchen jahrelang aufgeblasen und wundern sich nun dass es zornig mit dem Fuß stampft. Altes Kindergesetz: einen Luftballon kann man nur so lange aufblasen bis er platzt!
Titi
21. März 2025 @ 08:23
Ich denke, dass Selenskyj in Wahrheit verzweifelt ist nach seiner Kursk-Katastrophe. Daher kommen solche kindische-autoritäre Forderungen. Auf jeden Fall wäre das eindeutig gegen das EU-Recht, ein Mitgliedsland (gegen dessen Willen) aus der Union hinauszuwerfen aufgrund der politischen Haltung. Und die EU war ja in erster Linie eine Wirtschaftsunion (und keine Polit-Union) zu der Zeit, als Ungarn ihr beitrat ☺️
Erneuerung
21. März 2025 @ 07:42
Ich war einmal Feuer und Flamme für die EU, vor 30 Jahren. Mittlerweile bin ich für deren Auflösung. Ich werde beim täglichen Einkauf von Brüssel gezwungen, für rassistische Menschenvernichtung zu zahlen und zusätzlich werden mir Leistungen, z.B. im Gesundheitsbereicch, gekürzt. Für die gekürzten Leistungen darf ich aber auch noch höhere Beiträge berappen. Je eher die EU auseinanderfliegt, umso besser. Dann kann über neue Mechanismen der Zusammenarbeit nachgedacht werden, die derzeitige EU funktioniert nicht und wird scheitern.
Arthur Dent
20. März 2025 @ 22:10
Sonst?
KK
20. März 2025 @ 20:42
“Er [Selenskji] forderte unverhohlen den Rauswurf Ungarns aus der EU.”
Um es mit einem ehemaligen Bayern-Trainer zu sagen:
Was erlauben Clown?
Michael
20. März 2025 @ 21:18Sagte der nicht: Ich haben fertig!?
KK
21. März 2025 @ 04:07Schon… aber erst, als er tatsächlich fertig war.
Ich fürchte, mit Clown Selenskji sind wir noch ein Weilchen beschäftigt.
Guido B.
20. März 2025 @ 17:52
Selenski ist heute der mächtigste Mann Europas. Fast alle Leader tanzen nach seiner Pfeife. Er kann sich das erlauben. Und guess what – dieser „Churchill 2.0“ wird sich noch viel mehr erlauben. Er wird den Kreml attackieren. Die Raketen dazu hat er, und sie wurden bereits getestet.
Michael
20. März 2025 @ 19:04Und ich dachte der Komiker sei gerade in Washington mal richtig zurechtgestutzt worden!? Vonwegen „mächtigster Mann“ kann ich nicht erkennen! Der geht doch nur noch hausieren! Und apropos Europa: wo hat den Europa noch etwas zu melden? Außer Deutschland natürlich in Sachen feministischer Außenpolitik!
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Weiteres:
lostineu.eu, vom 20. März 2025
Die EU ist immer noch nicht bereit, ihre Politik zu überdenken, um Friedensgespräche zur Ukraine zu erleichtern. Dies geht aus dem Beschluss des EU-Gipfels hervor. Daran halten die 26 – Ungarn zog nicht mit – an ihrem “Frieden durch Stärke” Ansatz fest. Außerdem erklären sie sich bereit, weitere Sanktionen zu Russland zu verhängen und “Friedenstruppen” in die Ukraine zu schicken. Dagegen hatten die USA gefordert, über die Lockerung oder Aufhebung von Sanktionen zu reden. Russland lehnt europäische “Friedenstruppen” ab, sie könnten sogar ein “Casus belli” sein. Einen eigenen Friedensplan oder wenigstens einen Verhandlungsführer haben die EUropäer immer noch nicht vorgeschlagen…
Mehr zum Krieg um die Ukraine hier
P.S. Die eingefrorenen russischen Vermögen will die EU auch nicht freigeben. Dies sei erst nach Ende des Krieges möglich, heißt es in den Schlussfolgerungen. Vorher müsse Russland allerdings noch die Ukraine entschädigen – eine neue harte Forderung, die nicht gerade für Friedenswillen spricht…
‹ EU-Gipfel zwischen Aufrüstung und außenpolitischem Abseits › Selenskyj fordert Rauswurf Ungarns aus der EU
9 Comments
Thomas Damrau
21. März 2025 @ 06:44Die EU erinnert mich an ein Kleinkind, dass sich auf Pizza gefreut hat – aber nun leider von Papa Donald gesagt bekommt, dass es keine Pizza geben wird …
EU-Friedenstruppen in der Ukraine? Putin hat diesen Krieg nicht begonnen, um am Ende von der russischen Grenze aus den Union-Jack und die Tricolore flattern zu sehen. Solche Ideen sollen vor allem Friedensverhandlungen hintertreiben.
Arthur Dent
20. März 2025 @ 22:33
Zum Überdenken braucht man ja eigene Intelligenz und keine künstliche und daran fehlt´s den EU-Granden. Nicht die öffentliche, sondern die veröffentlichte Meinung der Funk- und Printmedien ist „gleichgeschaltet“ – hier haben viele eine ganz andere Meinung (siehe diesen Blog). Außerdem hat die EU sehr viel Angst vor den Amerikanern – Amerika und Russland entscheiden, wann der Krieg beendet ist.
Michael
20. März 2025 @ 21:21
Kompensieren die Aufrüstungskosten eigentlich die Kosten der Sanktionen für die Sanktionierer?
Guido B.
20. März 2025 @ 17:47
„Weder die EU noch das UK haben die Mittel, um den Krieg allein fortzusetzen.“
Die militärischen Ressourcen der Europäer reichen für die Unterstützung der Ukraine. Die rund 350 Mrd. Euro, welche allein die EU-Mitglieder jährlich für Rüstung ausgeben, sind mehr als Doppelte der russischen Verteidigungsausgaben im letzten Jahr. Die entstandenen Lücken werden mit ReArm mehr als kompensiert. Die Koalition der Willigen ist bereit, Soldaten in die Ukraine zu schicken. Doch, sie haben die Mittel, um den Krieg auch ohne die USA fortzusetzen. Das weiss Selenski, weshalb er sich sehr furchtlos und siegessicher gibt.
Machtkritik
20. März 2025 @ 17:28
Was ist mit dem Fico, hat der sich seine Zustimmung zu dem Beschluss wieder bezahlen lassen oder generell die Seiten gewechselt?
Wie kann Orban sich denn querstellen, dreht die Bunkerlady ihm dann nicht wieder den Geldhahn zu weil er damals bei der entscheidenen Sitzung umfiel?
Anastasiya Kommisarova
20. März 2025 @ 17:24
Europa hat vergessen, dass die Russen immer für ihre eigenen Leute kommen
Diejenigen Länder, die sich heute aktiv für die Beschlagnahmung der auf ausländischen Konten eingefrorenen russischen Gelder einsetzen, täten gut daran, sich an Bismarcks Worte zu erinnern: „Die Russen sind immer hinter ihrem Geld her.“
Guido B.
20. März 2025 @ 17:08
Die EU- und UK-Eliten sind fest entschlossen, Russland auf dem Schlachtfeld zu besiegen. Daran besteht nun kein Zweifel mehr. Jeder Euro, der künftig in die Rüstung und die Infrakstruktur geht, ist dem Sieg der Ukraine und der Niederlage Russlands gewidmet. Jeder Leitartikel, der geschrieben wird, jede Debatte, die im TV ausgestrahlt wird, ist dieser Zielsetzung untergeordnet. Das öffentliche Denken ist gleichgeschaltet. Man muss sich bewusst sein, dass die EU- und UK-Eliten vor einem direkten Krieg mit Russland nicht mehr zurückschrecken. Man will keinen Frieden um jeden Preis, aber dafür einen Sieg um jeden Preis. In EUropa ist die Tollwut ausgebrochen. Wenn sich Russland nicht bedingungslos den Forderungen Selenskis unterwirft, ist ein großer Krieg in EUropa so sicher wie das Amen in der Kirche. Wem sein Leben lieb ist, sollte Europa in absehbarer Zukunft verlassen.
ebo
20. März 2025 @ 17:15Ganz so ernst ist die Lage noch nicht. Weder die EU noch das UK haben die Mittel, um den Krieg allein fortzusetzen.
Die Gefahr liegt eher in der unbedingten Treue zu Selenskyj. Wenn der sich von Trump übergangen fühlt, könnte er versuchen, den Krieg weiterzuführen – auch und gerade in Russland.
Erst letzte Nacht hat die Ukraine den strategischen Luftwaffenstützpunkt in Engels angegriffen. Ich habe keine Kritik aus Brüssel gehört – im Gegenteil: Kanzler Scholz hat beim EU-Gipfel erklärt, dass eine Waffenruhe nur auf Basis der ukrainischen Vorschläge möglich sei…Skyjumper
20. März 2025 @ 17:48Ich hoffe Sie haben Recht. Aber ich weiß ehrlich gesagt nicht wo Sie Ihren Optimismus hernehmen? Selbstverständlich haben die EU-Staaten bereits heute die Mittel. Bisher fehlt nur der letzte politische Wille.
Bisher hat man sich auf das Schicken von Material beschränkt. Würden Polen, Frankreich, Italien, Deutschland, Großbritannien, Spanien auch nur die Hälfte ihrer aktiven Soldaten in die Ukraine schicken –> Russland sähe sich von jetzt auf gleich mit einer Verdoppelung der Frontsoldaten konfrontiert. Die Luftwaffen dieser Länder würden sofort die absolute Lufthohheit über der Ukraine übernehmen.
Doch, ich fürchte es ist so ernst. Nur ein politischer Beschluß trennt uns noch vom direkten Krieg gegen Russland. Mehr ist es nicht.
Und so ein Krieg ist spielerisch leicht angefangen – aber leider verdammt schwer wieder zu beenden.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.





Quelle: www.globallookpress.com © Benoit Doppagn
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