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26.05.2025

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nachdenkseiten.de, 26. Mai 2025 um 10:00 Ein Artikel von György Varga

Im Schatten der Feierlichkeiten in Moskau am 9. Mai und am selben Tag in Lwiw in der Ukraine unterzeichneten 20 Außenminister der EU sowie aus der Ukraine eine Erklärung zur Einrichtung eines Sondertribunals gegen die Verantwortlichen der russischen Aggression in der Ukraine. Diese Initiative macht ein rasches Ende des Krieges noch unwahrscheinlicher. Sie passt in die Eskalationsstrategie der sogenannten Koalition der Willigen, die darauf abzielt, einen sinnlos provozierten Krieg um weitere Jahrzehnte zu verlängern und die von den USA initiierten Friedensbemühungen vollständig zu vereiteln. Viele EU-Bürger möchten, dass die Politiker, die die Voraussetzungen für den Krieg geschaffen und dessen Beendigung verhindert haben, vor Gericht gestellt werden. Mit meinem Beitrag möchte ich zur Erstellung der ersten Schriftsätze beitragen. Von György Varga, aus dem Ungarischen übersetzt von Éva Péli.

Es scheint, dass es der EU-Führung nicht genug ist, dass sie seit 2002 das Gesetz der Vereinigten Staaten zur Ignorierung und Sanktionierung des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) sowie deren fallweise Reaktionen, die im krassen Gegensatz zur Position der EU stehen, demütig ertragen muss. Die „umsichtigen“ Außenminister aus 20 EU-Ländern haben auch die sich vertiefende Vertrauenskrise ignoriert, die die Anwendbarkeit solcher selektiv und nach politischen Interessen funktionierenden Gerichte unter den heutigen Umständen völlig ausschließt. Auch Ungarn hat sich deshalb entschieden, den IStGH zu verlassen.

Es ist unwahrscheinlich, dass eine deutsche, französische, polnische oder baltische Regierung – oder irgendeine andere Regierung – jemals ein Verfahren vor einem internationalen Gericht gegen ein Mitglied der derzeit 2,8 Millionen Mann starken US-Streitkräfte, geschweige denn gegen den US-Präsidenten beantragen oder unterstützen würde. Nicht einmal dann, wenn die Aggression der Vereinigten Staaten ohne Zustimmung des UN-Sicherheitsrats erfolgt (zum Beispiel im Irak, in Serbien, in Syrien) und in diesem Zusammenhang US-Soldaten Straftaten begehen. Unter anderem auch deshalb, weil Washington in dem 2002 von Präsident George W. Bush unterzeichneten Gesetz über die „Invasion gegen Den Haag“ keinen Zweifel daran gelassen hat, dass es solche Initiativen mit aller Härte ahnden wird. Damit teilen sich die souveränen Staaten der UNO bereits in zwei Lager: die Strafbaren und die über den Regeln Stehenden. Damit sind alle Voraussetzungen für die Bildung und Aufrechterhaltung einer weiteren sinnlosen Vereinigung gegeben, die diesmal nicht im Rahmen der UNO initiiert wurde.

Lassen wir unsere moralischen und politischen Bedenken sowie die selektive Anwendung der „EU-Werte“ beiseite und seien wir konstruktiv in Bezug auf die Einrichtung eines Sondertribunals, die von 20 EU-Ländern im Rahmen des Europarats initiiert wurde. (Die EU-Außenminister stört es nicht, dass sie Russland 2022 aus der Organisation ausgeschlossen haben, sodass es nicht Mitglied des Europarats ist.)

Helfen wir dem künftigen Tribunal, indem wir diejenigen politischen Akteure (Staats- und Regierungschefs, Minister) zusammentragen, die nach den bisher bekannten Informationen für den Krieg in der Ukraine und dessen Fortsetzung bis heute verantwortlich sind.

Als ersten Schritt schauen wir uns an, wer in einem stabilen, friedlichen Europa für die Störung des sicherheitspolitischen Status quo auf dem Kontinent verantwortlich war. Wir werden sie schnell finden. Im Jahr 2008 wurde die Ukraine in der NATO-Erklärung von Bukarest als künftiges NATO-Mitglied festgelegt, wodurch die NATO die staatliche Souveränität der Ukraine verletzt und einen starken Schritt zur Veränderung des militärischen Gleichgewichts in Europa unternommen hat.

Die NATO ignorierte den Willen des ukrainischen Volkes, der damals eindeutig nicht in einem NATO-Beitritt bestand:

  • Die NATO hat die in den Jahren 1990 und 1991 angenommenen Souveränitäts- und Unabhängigkeitserklärungen sowie die 1996 verabschiedete ukrainische Verfassung, die die Neutralität und den blockfreien Status der Ukraine festlegten, nicht respektiert.
  • Die NATO hat nicht anerkannt, dass die damals noch 52 Millionen Einwohner der Ukraine am 1. Dezember 1991 sogar in einem Referendum mit über 90 Prozent Ja-Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 84 Prozent die Neutralität und Blockfreiheit ihres Landes bekräftigt haben.
  • Die NATO hat nicht respektiert, dass die Ukraine am 5. Dezember 1994 als neutrales Land das Budapester Memorandum über die atomare Abrüstung unterzeichnet hat. Dieses enthielt Sicherheitsgarantien für eine neutrale und blockfreie Ukraine – und nicht für die heutige De-facto-NATO-Mitgliedschaft der Ukraine!
  • Die NATO hat den Willen des ukrainischen Volkes nicht respektiert; es gab keine mehrheitliche gesellschaftliche Unterstützung für eine NATO-Mitgliedschaft in der Ukraine.

Die Anklage lautet: Verletzung der staatlichen Souveränität der neutralen und blockfreien Ukraine im Jahr 2008 und Schaffung der Voraussetzungen für einen europäischen Krieg.

Die Verdächtigen: Staats- und Regierungschefs, die die NATO-Entscheidung erzwungen und die Folgen ignoriert oder bewusst herbeigeführt haben.

Wenn wir in der Zeit vorwärtsgehen, finden wir weitere verantwortliche europäische Politiker und ihre Regierungen. Im Jahr 2014 unterstützten EU- und NATO-Länder unter US-amerikanischer Koordination – so durch Staatssekretärin Victoria Nuland – den verfassungswidrigen Machtwechsel in der Ukraine, die zwischen Ost und West um ein Gleichgewicht bemüht war.

Am 21. Februar 2014 unterzeichneten die Außenminister der EU- beziehungsweise der NATO-Staaten, darunter der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und der polnische Außenminister Radosław Sikorski, ein Abkommen. Sie boten sich als Garanten für eine politische Lösung zwischen der Opposition und dem damaligen Präsidenten Wiktor Janukowitsch an, der mit vom Ausland unterstützten Protesten zu kämpfen hatte. Der Putsch, der sich am nächsten Tag ereignete, wurde weder von den Garantiemächten (Deutschland, Frankreich, Polen) noch von der NATO oder der EU verurteilt und sanktioniert. Stattdessen erkannten sie die durch den Putsch an die Macht gekommene politische Elite an, trotz der katastrophalen Folgen für die Ukraine.

Bekanntlich führte der Putsch zu einem Bürgerkrieg: Einen Monat später spaltete sich die Krim in einem Referendum von der Ukraine ab und schloss sich Russland an, während separatistische Prozesse in der Ostukraine die Möglichkeit Kiews, die Kontrolle über Teile der Oblaste Luhansk und Donezk zu behalten, endgültig zunichtemachten. Die wertebasierte EU hat die Rollen vertauscht: Ihrer Narrative zufolge sind diejenigen, die die putschistische Führung nicht anerkannt haben, Kriminelle. Nach Ansicht der Bevölkerung der Ostukraine hingegen sind die Schuldigen unter denen zu suchen, die den verfassungswidrigen und gewaltsamen Sturz eines demokratisch gewählten Staatsoberhauptes und einer Regierung gefördert, koordiniert und anerkannt haben und damit ein souveränes, neutrales Land ins Chaos gestürzt haben.

Die Anklage: Die Außenminister Deutschlands, Polens und Frankreichs (und die Regierungen, in deren Namen sie handelten) sind bis heute ihren Garantenpflichten nicht nachgekommen, was ab dem 22. Februar 2014 zum Ausbruch eines Bürgerkriegs in der Ukraine führte. Die Garanten haben den demokratisch gewählten ukrainischen Staatschef getäuscht, der leider auf die Unterschrift der EU-/NATO-Außenminister in ihrer Rolle als Garanten vertraute und nach dem Abschluss eines politischen Abkommens mit der Opposition unter diesen Bedingungen die Sicherheitskräfte in den Entspannungsmodus versetzte.

Es wäre interessant zu wissen, ob der am 6. Mai ernannte neue deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) sich der Verantwortung des heutigen deutschen Staatsoberhauptes Frank-Walter Steinmeier im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg bewusst ist, während er die Einrichtung eines internationalen Tribunals zur Verhandlung des Ukraine-Krieges begeistert unterstützt. Möchte der deutsche Außenminister den Bundespräsidenten oder seinen polnischen Kollegen, Außenminister Sikorski, ins Gefängnis bringen, der 2014 ebenfalls in der Rolle des säumigen Garanten war und nun selbst ahnungslos die Einrichtung eines internationalen Tribunals unterstützt?

Wadephuls Scharfsichtigkeit zeigt sich darin, dass er in einem Interview am 10. Mai die NATO-Mitgliedschaft der Ukraine als unumkehrbar bezeichnete, obwohl er weiß, dass dies einer der Gründe für den Krieg ist und diese Position bereits vom Präsidenten der Vereinigten Staaten als unrealistisch bezeichnet wurde. Am selben Tag stellt sein Chef, Kanzler Friedrich Merz, in Kiew Russlands Präsident Wladimir Putin ein Ultimatum für einen 30-tägigen Waffenstillstand, worauf dieser nur lächeln kann: die Einrichtung eines internationalen Tribunals gegen ihn auf Initiative vom 9. Mai, die Bestätigung der NATO-Mitgliedschaft der Ukraine durch Deutschland am 10. Mai und die Einleitung einer 30-tägigen bedingungslosen (!) Waffenruhe auf Kanzlerebene ebenfalls am 10. Mai. Unterdessen erhöht die Koalition der Willigen ihre Waffenlieferungen an die Ukraine, und das Dekret vom 4. Oktober 2022 des ukrainischen Präsidenten über das Verbot von Friedensverhandlungen bleibt in Kraft, ohne dass Bundeskanzler Merz und seine westlichen Kollegen dessen Aufhebung fordern. Wo bleibt hier die Nüchternheit?

Die Politiker der Weimarer Gruppe (Deutschland, Frankreich, Polen) werden voraussichtlich eine wichtige Rolle unter den Angeklagten spielen, wenn es gelingt, ein internationales Gremium zu bilden, das sich mit der Frage der russischen Aggression in der Ukraine, ihren Ursachen und ihrem Verlauf korrekt auseinandersetzt.

Der vorangegangene Anklagepunkt betrifft alle drei, der nächste nur die Führung zweier Länder. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande unterzeichneten 2014 und 2015 als Bürgen die sogenannten Minsker Vereinbarungen, die nach der erwähnten irreführenden Bürgschaft ihrer Außenminister in Kiew den ausgebrochenen Bürgerkrieg beenden sollten. Diese Abkommen legten Verpflichtungen für die Ukraine zur friedlichen Wiedereingliederung der Ostukraine fest.

Die EU/NATO unterstützt heute die Ukraine bei der gewaltsamen Rückeroberung von Gebieten, zu deren friedlicher Wiedereingliederung die ukrainische Führung zwischen 2015 und 2022 trotz einstimmiger Resolution des UN-Sicherheitsrats nicht bereit war. Die Minsker Vereinbarungen, die auch vom UN-Sicherheitsrat bestätigt wurden, wurden von der Ukraine nicht umgesetzt, und die separatistischen Gebiete in der Ostukraine wurden nicht friedlich reintegriert.

Die als Garanten fungierenden Regierungen Deutschlands und Frankreichs haben die Ukraine nicht zur Einhaltung der Minsker Vereinbarungen gedrängt. Gemäß den Vereinbarungen hätte die Ukraine bereits bis Dezember 2015 ihre Verfassung in Richtung einer Dezentralisierung ändern müssen, um die Wiedereingliederung der separatistischen Gebiete zu ermöglichen. In den acht Jahren zwischen 2015 und 2022 wurden keine EU-Sanktionen gegen die Ukraine verhängt, um die Umsetzung der Resolution des UN-Sicherheitsrats zu erzwingen. Vielmehr hat die Ukraine neben der millionenstarken russischen Minderheit auch Minderheiten aus NATO-/EU-Ländern ihre zuvor erworbenen Rechte in den Bereichen Sprachgebrauch, Kultur und Bildung entzogen. Auch diese Schritte wurden nicht mit EU-Sanktionen geahndet, obwohl klar war, dass ein Nachbarland, eine Atommacht, die Diskriminierung von Millionen ethnischer und russischsprachiger Menschen nicht hinnehmen würde.

Die deutsche Altbundeskanzlerin Merkel und der französische Altpräsident Hollande erklärten im Dezember 2022 unabhängig voneinander, dass die Minsker Vereinbarungen dazu dienten, der Ukraine (und logischerweise auch der sie unterstützenden und bewaffnenden NATO) Zeit zu verschaffen, um sich auf einen Krieg gegen Russland vorzubereiten.

Der Vorwurf: Das Ignorieren der in den vom UN-Sicherheitsrat bestätigten Minsker Vereinbarungen übernommenen Verpflichtungen über einen Zeitraum von acht Jahren, was zum Krieg in der Ukraine geführt hat. Die Gewährung von Zeit für die Ukraine, um sich auf einen Krieg vorzubereiten (siehe ihre offiziellen Erklärungen).

Die deutsche und die französische Regierung haben ihre Verpflichtungen als Garanten nicht erfüllt, obwohl klar war, dass die Ablehnung der bereits bis Ende 2015 vorgeschriebenen Verfassungsänderungen allein schon den gesamten Friedensprozess unmöglich machte: Eine verfassungsmäßig garantierte Dezentralisierung und eine gewisse nationale Autonomie waren die einzige friedliche Möglichkeit für eine Wiedereingliederung. Die Garantiemächte sahen ab 2020 tatenlos zu, wie die ukrainische Regierung eindeutig bekräftigte, keinerlei Absicht zu haben, die Resolution des UN-Sicherheitsrates zu erfüllen. Sanktionen seitens der Garantiemächte oder der EU/NATO kamen überhaupt nicht zur Sprache.

Eine rhetorische Frage: Kann sich jemand vorstellen, dass die Vereinigten Staaten tatenlos zusehen, wie ein Land, das den US-amerikanischen Interessen zuwiderhandelt, acht Jahre lang nicht einmal mit der Umsetzung der für sie verbindlichen einstimmigen Resolution des UN-Sicherheitsrats beginnt? Jeder weiß, dass die USA eine einstimmige Resolution des UN-Sicherheitsrats, die ihren Interessen dient, auch mit Waffengewalt innerhalb einer angemessenen Frist (nicht acht Jahre!) durchsetzen würden.

Die Strafverfolgung der Kriegsverantwortlichen ist ein unterstützenswertes Bestreben, ebenso wie die Strafverfolgung jener Politiker, die einen Krieg nicht beenden oder auf dem Verhandlungsweg regeln lassen wollen. In dieser Kategorie schlage ich zwei Richtungen vor, die für sich sprechen.

Die erste ist eine allgemeine politische Verantwortung der EU/NATO-Staaten, die nicht einmal die Grundsätze der Gründungsdokumente dieser Organisationen einhalten. So verpflichten sich die Parteien beispielsweise gemäß Artikel 1 der NATO-Grundakte, „in Übereinstimmung mit der Satzung der Vereinten Nationen, jeden internationalen Streitfall auf friedlichem Wege so zu regeln …“. Hat jemand eine Aufforderung im Rahmen der EU/NATO gesehen, in der diese Organisationen die Konfliktparteien in diesem seit vier Jahren andauernden Krieg zu Verhandlungen auffordern?

Die Schuld der EU-Elite im Umgang mit dem derzeit in Europa stattfindenden und teilweise Merkmale eines sich entwickelnden Weltkrieges aufweisenden Krieg ist nachweisbar. Als Beispiel möchte ich die berühmt gewordene Aussage des Hohen Vertreters für Außen- und Sicherheitspolitik, Josep Borrell, anführen: „Der Krieg in der Ukraine wird auf dem Schlachtfeld entschieden werden.“ Angesichts der Tatsache, dass weder Josep Borrell noch seine Nachfolgerin Kaja Kallas auch nur einen einzigen Schritt unternommen haben, um den Krieg in Europa zu isolieren und zu beenden oder aufgrund ihrer Position eine diplomatische Lösung zu suchen, ist es nicht schwer, unter den Urhebern und Aufrechterhaltern der heutigen Kriegspsychose Schuldige zu finden.

Wenn das verehrte Internationale Tribunal die Frage der allgemeinen politischen Verantwortung prüfen wird, werden die Anklage und die Verteidigung sicherlich auch auf die Erklärung des US-Außenministers Marco Rubio vom 6. März 2025 verweisen, wonach „der Krieg in der Ukraine ein Stellvertreterkrieg zwischen den Vereinigten Staaten und Russland ist und beendet werden muss“. US-Präsident Donald Trump zufolge sind „neben Präsident Putin auch der ukrainische Präsident Selenskyj und US-Präsident Biden für den Krieg in der Ukraine verantwortlich“. Das bedeutet, dass die neue US-Regierung selbst anerkennt, dass die Ursachen des Konflikts nicht nur auf russischer Seite zu suchen sind, und die Verantwortlichen für die Verlängerung des Krieges schon gar nicht.

Diese Erklärungen werden eine gute Ausgangsbasis für den Internationalen Gerichtshof bilden, da sie durch die Legitimität eines ständigen Mitglieds des UN-Sicherheitsrats und der führenden Macht der NATO gestützt werden. Wo könnte man besser wissen, was die Grundlage für den Krieg in der Ukraine war, als in Washington? Das Gericht wird wahrscheinlich auch ein starkes Interesse an dem ehemaligen britischen Premierminister Boris Johnson und seinen mutmaßlichen Komplizen in zweierlei Hinsicht zeigen:

  • Im April 2022 haben sie unter Ausnutzung ihres politischen, militärischen und wirtschaftlichen Drucks auf die Ukraine die Regierung der souveränen Ukraine daran gehindert, ein für die Zukunft des Landes entscheidendes internationales Dokument, das Abkommen von Istanbul, zu unterzeichnen. Die Verantwortung für den Krieg nach April 2022 liegt bei diesen Politikern, bekräftigte auch der ehemalige israelische Ministerpräsident Naftali Bennett.
  • Diese Länder lassen die ihnen ausgelieferte Ukraine, ein souveräner Staat der Vereinten Nationen, für unerreichbare Ziele kämpfen. Sie tun dies, um ihre eigenen politischen Ziele zu erreichen, die darauf abzielen, Russland in die Knie zu zwingen und sich die Bodenschätze und andere nationale Reichtümer der Ukraine anzueignen. Siehe das am 30. April dieses Jahres unterzeichnete US-amerikanisch-ukrainische Abkommen.

Vertreter Russlands und der Ukraine haben bereits am 28. Februar 2022, dem vierten Tag des Krieges, Verhandlungen über eine friedliche Beilegung begonnen. Als Ergebnis der Verhandlungsrunden in Minsk und Istanbul haben die beiden Delegationen die Vereinbarung auf fachlicher Ebene erfolgreich abgeschlossen (paraphiert). Die Unterzeichnung des Dokuments, das die Interessen beider Seiten festhält, wurde durch den Druck des damaligen britischen Premierministers Boris Johnson während seines Besuchs in Kiew am 9. April 2022 verhindert.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass ein internationales Gericht, das von 20 EU-Ländern initiiert wurde, seine Berechtigung hätte, und zwar sowohl wegen der systematischen Schaffung der Voraussetzungen für einen europäischen Krieg als auch wegen der Vereitlung seiner Beendigung. Bei korrekten Ermittlungen könnten jedoch auch europäische und US-Politiker auf die Anklagebank geraten, an die die Außenminister ihrer Länder beim Treffen in Lwiw am 9. Mai vermutlich nicht einmal gedacht haben.

Glauben Menschen, die sich in internationalen Beziehungen auskennen (im besten Fall die Mehrheit der EU-Außenminister), ernsthaft, dass es ohne Russland wieder Frieden in Europa geben wird? Glauben sie ernsthaft, dass die russische Führung die aktuelle Initiative nicht so behandelt, wie es jedes normale Land tun würde – als Eskalation, auf die nur mit militärischen Mitteln reagiert werden kann, da die Vertreter des globalen Westens keine andere Option, keine Verhandlungslösung zulassen? Glauben sie wirklich, dass die weitere Zerschlagung der Ukraine und die Verlängerung des Krieges die „Werteorientierung“ der Europäischen Union stärken?

Die Außenminister der EU (genauer gesagt 20 der 27 Mitgliedsländer) haben mit „aufopferungsvoller Arbeit“ Bedingungen geschaffen, die es ermöglichen, gemeinsam über das von ihnen vorgeschlagene internationale Tribunal nachzudenken, Anklageschriften zu erstellen und Beweise korrekt zu dokumentieren. Um die Zahl der in meinem Artikel genannten Eigentore zu verringern, die Freiheit von Herrn Steinmeier, Herrn Sikorski und Herrn Johnson zu gewährleisten und einen dauerhaften Frieden in Europa zu schaffen, schlage ich vor, ihre Initiative langsam einzuschläfern.

Die Anklageschrift gegen die russische Seite, die von den 20 genannten EU-Ländern erstellt wird, ist zweifellos in Arbeit. Nach ihrer Veröffentlichung können wir zur Erweiterung oder vorgeschlagenen Korrektur beitragen.

Ich möchte jedoch vorab auf ein verfahrensrechtliches Problem hinweisen: Dank der „segensreichen“ Tätigkeit der EU-Elite sind russische Medienkanäle für 450 Millionen EU-Bürger seit Februar 2022 nicht mehr zugänglich. Darüber hinaus werden frühere Nachrichten zum Ukraine-Krieg und seinen Vorgeschichten zunehmend unzugänglich oder dauerhaft entfernt. Fakten, Nachrichten, Artikel und Analysen, die der Ukraine-Erzählung der globalistischen Elite widersprechen, sind auf den vom Westen kontrollierten Medienplattformen ebenfalls nicht verfügbar. Wo sie erscheinen durften, wurde der Eigentümer in Paris verhaftet (Telegram), oder es wurde mit Zerstörung gedroht (TikTok).

Somit können wir natürlich sicher sein, dass die unvoreingenommene Vorbereitung der EU-Bürger, einschließlich der künftigen Staatsanwälte, Richter und Verteidiger, die in Bezug auf den Ukraine-Krieg einen Informationszugang auf nordkoreanischem Niveau haben, garantiert einseitig sein wird. Um sich effektiver fachlich vorzubereiten, werden die ernannten Richter und Staatsanwälte nach ihrer Amtseinführung Pjöngjang besuchen, um dort die Funktionsweise der Justiz in einem Umfeld ohne Informationsfreiheit zu studieren.

Die EU wird auch auf Künstliche Intelligenz (KI) zurückgreifen, denn in Brüssel weiß man sehr genau: Was die Inhaltsmoderatoren seit vier Jahren nicht ins Internet hochladen lassen (Informationen aus russischen Quellen), das kann die KI auch nicht zur Entscheidungsfindung, als Ausgangspunkt zur Beurteilung von Geschehnissen und somit auch nicht für die Arbeit eines internationalen Gerichts nutzen. Jede ukrainisch präsentierte Information ist verfügbar und kann als feststehende Tatsache behandelt werden, da russische Informationen von westlichen Inhaltsmoderatoren nicht einmal ins Internet gelassen wurden. Die Staatsanwälte werden es leicht haben: Nur der Standpunkt der Anklage kann aus verfügbaren Quellen untermauert werden.

Die Umerziehung der europäischen Bevölkerung zu Zombies ist dank der wertebasierten politischen Praxis der EU-Elite im Gange. Der Aufruf der EU-Außenminister am 9. Mai in Lwiw zur Einrichtung eines internationalen Tribunals unter den oben genannten Umständen verstärkt das sich vertiefende europäische Chaos weiter.


Titelbild: Shutterstock / Deutschland Ryan Nash Photography


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Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik Militäreinsätze/Kriege Strategien der Meinungsmache


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Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=133531


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

26.05.2025

Streitgespräch: Klaus Wittmann und Michael von der Schulenburg

aus e-mail von Doris Pumphrey, 26. Mai 2025, 12:47 Uhr


_Berliner Zeitung 25.5.2025_


*Der frühere General Klaus Wittmann und der frühere UN-Diplomat Michael

von der Schulenburg streiten über die Zukunft der Ukraine.*


*Streitgespräch über die Ukraine: Sind deutsche Waffenlieferungen

„Beihilfe zum Mord“?*


Simon Zeise


Seit mehr als drei Jahren wird in der Ukraine gekämpft. Doch mit dem

Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump könnten sich die

Kräfteverhältnisse dramatisch ändern. Trump hat angekündigt, die

Militärhilfe für die Ukraine einstellen zu wollen. Washington will, dass

die Europäer die Kosten des Krieges tragen. Trump hat bereits mehrere

Bemühungen gestartet, um zwischen Russland und der Ukraine einen

Waffenstillstand zu vereinbaren.


Was folgt daraus? Sollen Deutschland und die EU die Ukraine noch stärker

unterstützen als zuvor? Oder ist es an der Zeit, dass aus Berlin und

Brüssel diplomatische Initiativen gestartet werden? In der Berliner

Zeitung diskutieren darüber der General a.D. Klaus Wittmann und der

frühere UN-Diplomat und heutige Europaabgeordnete für das BSW, Michael

von der Schulenburg.


/- Herr Wittmann, die USA haben erste Verhandlungen mit den

Kriegsparteien Ukraine und Russland initiiert. Ist es der richtige Weg,

den Donald Trumps Regierung beschreitet?/


*Wittmann:* Ich möchte zunächst etwas über den Charakter dieses Krieges

sagen. Es handelt sich nicht um ein Kräftemessen zwischen „zwei

Kriegsparteien“, sondern um die brutale Unterwerfungsoffensive gegen ein

friedliches Nachbarland. Wenn immer gesagt wird, das Sterben muss

aufhören, kann ich nur sagen: Jede und jeder Tote geht auf Putins Konto.

Wenn Russland aufhört mit dem Krieg, dann ist er zu Ende, von heute auf

morgen. Wenn die Ukraine aufhört zu kämpfen, dann ist es mit der Ukraine

zu Ende. Trumps „Friedens-Deal“ pervertiert den Friedensbegriff, er

bedeutet Kapitulation.


/- Die USA waren die größten Unterstützer der Ukraine. Ohne Hilfen aus

Washington dürfte Kiew kaum noch eine Chance auf dem Schlachtfeld haben ../.


*Wittmann: *Die USA scheinen die Seiten gewechselt zu haben. Sie haben

sich nicht etwa zum neutralen Vermittler gewandelt, sondern üben Druck

auf das Angriffsopfer statt auf den Aggressor aus. Die Demütigung von

Selenskyj im Oval Office war bisher der Höhepunkt. Verhandlungen dürfen

nicht über den Kopf der Ukraine hinweg geführt werden, und sie müssen

bewirken, dass das Recht wiederhergestellt wird. Das bezieht sich vor

allem auf die Prinzipien der Schlussakte von Helsinki von 1975,

bekräftigt in der Charta von Paris 1990. Souveräne Gleichheit aller

europäischen Staaten, territoriale Integrität, Unverletzlichkeit der

Grenzen, friedliche Streitbeilegung und freie Wahl von Bündnissen. Die

hat Putin alle zertrümmert und unterstreicht mit jedem Wort, dass er

keine fairen Verhandlungen oder einen wirklichen Frieden will. Und Trump

übernimmt seine Narrative, auch über die Kriegsgründe. Europa muss die

Ukraine militärisch weiter und kraftvoller unterstützen und zugleich

danach streben, die USA „an Bord“ zu behalten.


/- Herr von der Schulenburg, wie bewerten Sie die Initiative der

US-Regierung?/


*Schulenburg:* Wer die Kriegsschuld trägt, ist eine ausgesprochen

schwierige Frage, die lange nicht beantwortet wird. In allen Kriegen

haben die Kriegsparteien ihre eigenen Narrative, die denselben

Prinzipien folgen: Der andere ist schuld, der andere ist der Verbrecher,

der andere vergewaltigt Frauen, usw.


Ihre Ausführungen, Herr Wittmann, sind keine Analyse, sondern Teil einer

westlichen Kriegsführung. Auf die Charta von Paris können Sie sich dabei

sicherlich nicht berufen. Mit solchen Schwarz-Weiß-Darstellungen soll

dem deutschen Bürger gesagt werden, dass Waffenlieferungen und eine

Weiterführung des Krieges, ohne jede Bereitschaft zu Verhandlungen, die

richtigen Antworten sind, um das Gute in der Welt zu verteidigen. Nach

dem Motto: Wir sind die Guten und wir schießen auf die Bösen. Für

Friedensverhandlungen ist diese Haltung aber absolut unbrauchbar. Da

geht es um Interessen, nicht um Moral. Die Frage ist, welche Interessen

jede Seite in dem Krieg verfolgt und wie diese am besten ausgeglichen

werden können. Das wird in den Ukraineverhandlungen die Kunst sein.


/- Russland fordert, dass die Ukraine weite Teile ihrer Gebiete abtritt.

Wie sollen die Interessen zwischen Moskau und Kiew ausgeglichen werden

können?

/

*Schulenburg: *In den Ostgebieten der Ukraine leben Menschen, die seit

der Unabhängigkeit immer zu 70 Prozent und mehr prorussische Parteien

gewählt haben. Diese Gebiete haben wir mit den von uns gelieferten

Waffen jetzt über drei Jahre bombardiert. Ich kann mir gut vorstellen,

dass da keiner mehr Teil der Ukraine sein will. Die ukrainische

Regierung verbietet es der Bevölkerung, Russisch zu sprechen,

russischsprachige Medien sind verboten. Sogar das traditionelle

russische Weihnachten soll nicht mehr gefeiert werden. Die Menschen in

der Ostukraine haben nie für eine Politik gestimmt, wie sie in Kiew

jetzt gemacht wird.


/- Herr Wittmann, Sie waren in führenden Positionen für die Nato tätig.

Welche Schuld trägt das Militärbündnis an der Eskalation in der Ukraine?/


*Wittmann:* „Aggression“ durch die Nato ist Putin-Propaganda, genauso

wie die Behauptungen über einen westlich inspirierten Putsch in Kiew,

Nazis und die Verhältnisse in der Ostukraine. Ich war im Internationalen

Militärstab der Nato-Referatsleiter für strategische Planung, als die

Mauer fiel. Ich habe als Erster Ideen für die neue Nato entwickelt, die

später zu dem strategischen Konzept von 1991 geführt haben,

programmatisch einer „Strategie ohne Gegner“. Ich bekam als junger

Oberst den Auftrag, für den Vorsitzenden des Militärausschusses beim

ersten Besuch des sowjetischen Generalstabschefs, General Michail

Moissejew, im Nato-Hauptquartier, die Begrüßungsrede zu entwerfen, die

enge Zusammenarbeit betonte. Ich habe dann immer wieder Artikel und

Buchbeiträge verfasst, mit Ideen für eine kooperative Sicherheit mit

Russland.


/- Aber aus russischer Sicht wird die Osterweiterung als Verletzung der

eigenen Sicherheitsinteressen gewertet./


*Wittmann:* In dem Moment, als sich der Warschauer Pakt aufgelöst hatte,

haben die vom sowjetischen Joch und der Gängelung im Warschauer Pakt

befreiten Länder Schlange vor den Türen der Nato gestanden und wollten

alle möglichst schnell beitreten. Trotzdem hat sich die Nato acht Jahre

lang geziert und nicht expansiv ausgedehnt. Es wird immer wieder gesagt,

dass sie irgendwelche Zusagen gemacht habe, dass sie sich nicht nach

Osten ausweitet. Auch das ist unwahr. Nichts dergleichen wurde vereinbart.

Es gibt aus Gesprächen der deutschen und amerikanischen Außenminister,

Genscher und Baker, zwar häufig zitierte Äußerungen. Genscher wurde aber

sofort von Kohl und Baker von Bush Senior zurückgepfiffen. Und ich habe

dem russischen Botschafter Grinin einmal gesagt, dass keine noch so

prominente Persönlichkeit überhaupt die Befugnis gehabt hätte, im Namen

der Nato – also aller Alliierter – eine solche Zusage zu machen.


*Schulenburg:* Da möchte ich widersprechen. Es geht nicht nur um die

Nato als Organisation, es geht auch um die Mitgliedstaaten und vor allem

um die Vereinigten Staaten. Schon ab 1992 verfolgten die USA die

sogenannte Wolfowitz-Doktrin. Es war eine aggressive Doktrin, die

besagte, dass die USA auch Waffengewalt einsetzen müssten, um zu

verhindern, dass ein Land – und speziell Russland wird erwähnt – die

Vorherrschaft der Amerikaner in Zweifel zieht.

/

- In der Ukraine ist aber die russische Armee einmarschiert./


*Schulenburg:* Ist sie. Aber die Nato hat regelmäßig Militärmanöver auf

ukrainischem Gebiet und Manöver der US-Kriegsmarine im Schwarzen Meer

abgehalten. Ende 2021 hatten zudem die USA mit der Ukraine eine

strategische Partnerschaft vereinbart und auf eine volle

Nato-Mitgliedschaft hingesteuert. Russland hat dies als existenzielle

Gefahr für ihre Sicherheit angesehen und Verhandlungen angeboten. Die

sind aber von den USA abgelehnt worden. Erst dann kam es zum Krieg.


/- Sie meinen, die USA tragen eine Mitschuld am Ukrainekrieg?/


*Schulenburg:* Nicht nur in Russland, sondern in vielen Teilen der Welt

wird die USA, die hinter einer Nato-Erweiterung steht, als Aggressor

wahrgenommen. Laut einer Studie des wissenschaftlichen Dienstes des

US-Kongresses haben die Vereinigten Staaten zwischen 1992 und 2022,

meistens unter Teilnahme europäischer Staaten, 251-mal militärisch in

anderen Ländern eingegriffen.


Auch die meisten Menschenrechtsverletzungen, die ich in meiner

Diplomatenkarriere erlebt habe, sind von westlichen Truppen begangen

worden. Es gibt keinen anderen Staat und keine andere

Staatengemeinschaft, die so viele Kriegstote und Flüchtlinge in diesem

Zeitrahmen zu verantworten hatte. Das ist auch der Grund, warum viele

Länder in der Putin-Frage nicht auf unserer Seite stehen. Die

Brics-Staaten haben sich sogar während des Ukrainekriegs in Russland

getroffen. Da sollten wir doch mal anfangen nachzudenken, ob unsere

Narrative richtig sind.

/

- Deutschland, Polen, Frankreich und Großbritannien haben eine Koalition

der Willigen gebildet, um die Unterstützung der Ukraine weiter zu

sichern. Die vier Staaten wollen das EU-Einstimmigkeitsprinzip

aushebeln, weil Ungarn und die Slowakei ein Veto einlegen. Verliert die

EU dadurch an Legitimität?/


*Wittmann:* Ich halte das für vernünftige Formate, auch innerhalb der

Nato. Aber ich bin gleichzeitig der Meinung, dass es nicht die EU sein

wird, die hier die Federführung innehat, sondern dass wir alles tun

müssen, den europäischen Pfeiler der Nato zu stärken. Zudem sollten wir

dringend darauf hinwirken, dass der Spalt zwischen den USA und

Nato-Europa plus Kanada nicht noch größer wird. Ich spekuliere darauf,

dass Putins Spielen auf Zeit und seine völlige Weigerung, auch nur

irgendeines seiner Kriegsziele aufzugeben, die Geduld von Trump

überstrapazieren wird.


/- Friedrich Merz will der Ukraine den Taurus liefern. Heizt er damit

den Krieg nicht unnötig an, wo es doch schon Verhandlungen gibt?/


*Schulenburg:* Die Ukraine ist zunehmend entvölkert und ausgeblutet. Die

Ukrainer sind von uns betrogen worden, weil man ihnen immer wieder

versprochen hat, dass es eine Möglichkeit gibt, diesen Krieg zu

gewinnen. Aber sie haben ihn nicht gewonnen und sie können ihn auch

nicht mehr gewinnen. Daran wird auch der Taurus nichts ändern. Höchstens

wird die Gewalt weiter eskalieren. Weil die Amerikaner den Krieg beenden

wollen, wird der Krieg beendet. Wir haben gar nicht die Möglichkeit

dazu, dem gegenzusteuern.


Die Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten – allen voran Deutschland – haben

nie eine Friedensinitiative unterstützt, geschweige denn unternommen.

Sie haben sich 2021 geweigert, über Russlands Sicherheitsinteressen und

die Nato-Ausweitung zu verhandeln, haben sich gegen die

ukrainisch-russischen Friedensverhandlungen vom März 2022 in Istanbul

gestellt, haben den Vorschlag zu Verhandlungen des US-Generals Mark

Milley vom November 2022 ignoriert und stellen sich heute gegen Trumps

Friedensbemühungen. Eigene Friedensvorschläge gibt es nicht. Dabei

sollte doch ein Frieden in Europa die vorrangige Verantwortung der

Europäer sein.


*Wittmann:* Taurus ist natürlich keine Wunderwaffe. Ähnliche Waffen

haben die Briten und die Franzosen bereits an Kiew geliefert, mit etwas

geringerer Reichweite und etwas geringerer Durchschlagskraft. Nach

meiner Theorie wird dieser Krieg nicht mit der physischen Rückeroberung

des letzten ukrainischen Quadratkilometers enden.


Aber die Lage muss für die Russen so unhaltbar gemacht werden, dass die

Generäle Putin melden, die Invasion sei nicht mehr durchzuhalten. Dazu

gehört, auch auf russischem Gebiet Logistik- und Kommandoeinrichtungen,

Truppen, Bereitstellungsräume, Militärflugplätze und

Abschussvorrichtungen zu beschießen.


Flugabwehr allein, die wir den Ukrainern zur Verfügung stellen, wird

nicht reichen. Ich würde Herrn Merz raten, sofort die Entscheidung zu

treffen, mit Vorbereitungen wie der Taurus-Ausbildung der Ukrainer zu

beginnen, damit diese Option zu gegebener Zeit gezogen oder zumindest

angedroht werden kann. Der Wagenknecht-Hysterie, Merz würde damit

Deutschland in den Krieg hineinführen, sollte man nicht verfallen. Putin

spielt ohnehin schon sehr gekonnt mit den Ängsten der Deutschen.


- Europa ist in den Ukraineverhandlungen bislang außen vor. Wie können

wir einen Fuß in die Tür bekommen, die Trump und Putin verschlossen halten?


*Schulenburg: *Der deutsche General Vad hat gesagt, wir benehmen uns wie

pubertäre Kinder. Wir sind nämlich gar nicht in der Lage dazu, diese

Kriege zu führen – wenn ich hier Herrn Wittmann zuhöre, kann ich nur

sagen: glücklicherweise. Wir reden in Europa nur noch vom Krieg. Dabei

ist der Ukrainekrieg verloren, und wenn wir jetzt sagen, wir sollen

weiterkämpfen, dann schlachten wir nur ohne jeden Sinn weiter junge

Menschen dahin. Ich halte daher Durchhalteparolen für eine Art Beihilfe

zum Mord. Inzwischen ist dieser Krieg ein Stellvertreterkrieg der EU

geworden. Damit werden wir die Ukraine nur weiter zerstören und gegen

unsere eigentlichen Interessen handeln. Denn wir brauchen den Osten –

auch ökonomisch. Wir müssen die Initiative von Trump unterstützen. Es

ist die einzige Alternative zum Krieg, die es im Moment gibt.


*Wittmann:* Der unerhörte Vorwurf, die EU betreibe „Beihilfe zum Mord“,

erfordert es, klar den „Mörder“ zu benennen. Und der Brigadegeneral a.D.

Dr. Erich Vad hat seit Invasionsbeginn immer im Sinne Moskaus argumentiert.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

26.05.2025

Luis Posada Carriles: Terrorist und Mörder im Auftrag der CIA

freedert.online, 26 Mai 2025 06:30 Uhr,Von Oleg Jassinski

Am Wochenende gedachten kubanische Exilanten in Miami des siebten Todestages von Luis Posada Carriles. Der ehemalige CIA-Agent war an zahlreichen blutigen Anschlägen beteiligt und lebte zuletzt unter dem Schutz der US-Regierung. Sein Leben zeigt die Schattenseiten des Kalten Kriegs.

Luis Posada Carriles: Terrorist und Mörder im Auftrag der CIAQuelle: RT


Luis Posada Carriles, Archivfoto


Am Wochenende gedachten die ältere Generation der "Kämpfer für Demokratie in Kuba" in Miami des siebten Todestages ihres Anführers – des kubanischen Terroristen Nummer eins, Luis Posada Carriles, der zuletzt unter lebenslangem Schutz der US-Regierung gestanden hat.

Posada Carriles wurde in Kuba geboren, erwarb die venezolanische Staatsbürgerschaft und trat als junger Mann in die US-Armee ein. Aus freigegebenen CIA-Dokumenten geht hervor, dass er von 1960 bis 1974 dieser Organisation angehörte und Missionen zur Sicherung der Geheimdienste Venezuelas, Guatemalas, El Salvadors, Chiles und Argentiniens ausführte.

In Venezuela gehörte er zur Spitze des Sicherheitsdienstes und leitete die Folter zahlreicher Revolutionäre. Er wurde vom Nationalen Kubanisch-Amerikanischen Fonds finanziert, der sich aus Anhängern des gestürzten kubanischen Diktators Batista zusammensetzte.


Der Westen legitimiert Terror als politisches Mittel





Meinung

Der Westen legitimiert Terror als politisches Mittel






Im Jahr 1961 war er einer der Organisatoren der Mission zur Landung von Söldnern in Playa Girón in Kuba. 1971 plante er ein Attentat auf Fidel Castro, als dieser sich zu einem Staatsbesuch in Chile aufhielt.

In Washington war er 1976 an der Organisation des Attentats auf Orlando Letelier, den Außenminister der abgesetzten Regierung Allende, beteiligt. Im selben Jahr organisierte er von Venezuela aus die Explosion eines kubanischen Zivilflugzeugs, wobei 73 Passagiere ums Leben kamen. Wegen dieser Tat landete er in Venezuela im Gefängnis, konnte aber fliehen und zog nach Guatemala, Honduras und El Salvador, von wo aus er in den folgenden Jahren an subversiven Aktivitäten gegen die sandinistische Regierung Nicaraguas beteiligt war.

1997 organisierte er eine Reihe von Bombenanschlägen auf Hotels in Havanna, die zu Todesopfern führten, was er im folgenden Jahr in einem Interview mit der New York Times voller Stolz gestand. Während eines Treffens der lateinamerikanischen Präsidenten in Panama versuchte er im Jahr 2000, ein Attentat auf Fidel Castro zu verüben. Er wurde daraufhin verhaftet, aber amnestiert.

Im Jahr 2005 gelangte er illegal in die USA, wurde dafür in Haft genommen, aber nach Zahlung einer Kautionssumme vom Gericht freigelassen. Posada Carriles lebte in Miami unter dem Schutz der US-Behörden, die alle kubanischen Forderungen nach seiner Auslieferung ignorierten, und kämpfte bis zu seinem letzten Atemzug für das "verlorene" Kuba.

Als eine der ersten außenpolitischen Gesten der Trump-Regierung wurde Kuba wieder auf die Liste der Länder gesetzt, die den internationalen Terrorismus unterstützen.

Übersetzt aus dem Russischen

Oleg Jassinski (englische Transliteration: Yasinsky), ein aus der Ukraine stammender Journalist, lebt überwiegend in Chile und schreibt für "RT Español" sowie unabhängige lateinamerikanische Medien wie "Pressenza.com" und "Desinformemonos.org". Man kann ihm auch auf seinem Telegram-Kanal folgen.


Mehr zum Thema - Verschwörungstheorien werden Wahrheit: Trump enthüllt Geheimoperationen der CIA


Screenshot_2025_05_26_at_14_54_45_Luis_Posada_Carriles_Terrorist_und_M_rder_im_Auftrag_der_CIA_RT_DE

Audio https://mcdn.podbean.com/mf/download/n432cz/RT_DE_PODCAST_INTERVIEW_Exklusiv-Interview_mit_dem_Botschafter_Kubas_Die_USA_sprechen_uns_jedes_Recht_auf_Souver_nit_t_ab7ct60.mp3 Dauer 34:01 min


RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://freedert.online/international/245902-gedenken-an-luis-posada-carriles/


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Weiteres:




Der Westen legitimiert Terror als politisches Mittel


freedert.online, vom 13 Mai 2023 07:30 Uhr,Von Dmitri Jewstafjew

Die fehlende westliche Reaktion auf Morde und Attentate gegen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Russland zeigt, dass dem Westen im Kampf um die Hegemonie alle Mittel recht sind. Inklusive der Mordanschläge auf Nichtkombattanten und Terror gegen Zivilisten.


Quelle: Sputnik © Russlands Ermittlungskomitee


Ein Mitarbeiter des russischen Ermittlungskomitees am Ort des Anschlags gegen Sachar Prilepin am 6. Mai.


Es ist kein Zufall, dass die Terroranschläge gegen Darja Dugina, Wladlen Tatarski, Sachar Prilepin, die Publikation von "Todeslisten" russischer Persönlichkeiten, der Angriff auf den Kreml, die Sprengungen von Eisenbahnlinien und der Beschuss von Siedlungen keine Reaktion von Seiten der Länder des "kollektiven Westens" hervorrufen. Dies würde aus dem Rahmen der politischen Russophobie fallen, die im Westen zur Grundlage der Ideologie geworden ist. Ein abschließendes Zeugnis dafür lieferte die Rede von Olaf Scholz im Europarlament am 9. Mai 2023, die alle Gipfel der Heuchelei überstieg.


FSB nimmt ukrainische Terroristen fest: Britischer Sprengstoff diente für Anschläge in Russland




FSB nimmt ukrainische Terroristen fest: Britischer Sprengstoff diente für Anschläge in Russland






Wir beobachten den Versuch einer schleichenden Legalisierung terroristischer Methoden in der Außenpolitik, und zwar in allen Erscheinungen: Vom Individualterror gegen Personen des öffentlichen Lebens in Russland bis hin zu Handlungen, die massenhaft Opfer unter Zivilisten und Nichtkombattanten hervorrufen können. Etwas prinzipiell Neues an der Legalisierung des Individualterrors gegen die Gegner des Westens gibt es nicht. Dutzende Attentate auf Fidel Castro, der Tod des panamaischen Staatschefs Omar Torrijos bei einem Flugunfall, die Morde an Patrice Lumumba und am kolumbianischen Politiker Jorje Gaitán – diese und zahlreiche andere Fälle sind jedem bekannt, der sich für Politik interessiert.

Doch erstens gehörte der Großteil dieser Vorgänge zur Periode des erbitterten militärisch-ideologischen Widerstands in den Jahren des Kalten Kriegs. Zweitens, selbst als das Schicksal der Welt auf dem Spiel stand, wurden bisweilen aufkommende Ideen von jungen Radikalen aus CIA oder NSA, Chruschtschow oder Breschnew zu ermorden, rigoros unterbunden, bevor sie eine politische Ebene erreichten. Und erst recht berichteten davon keine seriösen Zeitschriften. Inzwischen kann man über die Zweckmäßigkeit der Beseitigung des russischen Präsidenten Wladimir Putin in vielen westlichen Medien lesen. Schließlich verhielten sich die USA und erst recht ihre europäischen Verbündeten negativ zu Anschlägen auf gesellschaftliche Aktivisten.

Es sei daran erinnert, wie empfindlich die USA auf die Ermordung des chilenischen Politemigranten, des ehemaligen Außenministers der Allende-Regierung Orlando Letelier, reagierten, die vom mit den USA quasi blutsverwandten Pinochet-Regime verübt wurde.

Heute ist alles anders.

Und es wird klar, wie viel für Washington auf dem Spiel steht, wenn es bereit ist, diejenigen Grenzen zu überschreiten, die selbst von eifrigsten Feinden der Sowjetunion in den 1960er- und 1980er-Jahren nicht überschritten wurden.

Das Gesagte bedeutet freilich nicht, dass Russland genauso wie die westlichen Länder handeln sollte. Im Gegenteil, es sollte versuchen, hierbei selbst äußere Ähnlichkeiten mit dem Westen zu vermeiden.

Doch es gibt zwei Nuancen.


"Putin, wir kommen dir immer näher": Bild konstruiert Attentat auf russischen Präsidenten





Analyse

"Putin, wir kommen dir immer näher": Bild konstruiert Attentat auf russischen Präsidenten 





Erstens sollte man anerkennen, dass es sich bei den jüngsten Geschehnissen nicht um "Exzesse des Ausführenden", also des Kiewer Regimes, handelt. Ebenso wenig ist es eine Deviation, die aus persönlichen Eigenschaften einzelner europäischer und nordamerikanischer Politiker entsteht, noch die Selbstsicherheit von Geheimdiensten. Wir haben es mit einer systematischen und konsequenten Politik zu tun. Ja, wir können den moralischen Zerfall des Westens bedauern, doch gegenwärtig hat es keine Konsequenzen. Viel produktiver wäre es, anzuerkennen, dass sich der Westen tatsächlich entschieden hat, gegen Russland einen Krieg ohne Regeln auf allen verfügbaren Ebenen zu führen und dass er bisher keine Konsequenzen für sich befürchtet.

Zweitens ist unter den entstandenen Bedingungen eine Beseitigung von Organisationszentren des Terrorismus aus der Sicht von russischen Interessen nicht nur legitim, sondern geboten, um eine globale Stabilität zu erhalten. Hierbei ergibt sich nicht so sehr die Frage nach "legitimen Zielen", sondern nach der Notwendigkeit, ein Potenzial antiterroristischer Eindämmung durch präventive Neutralisierung von Bedrohungen für russische Staatsbürger zu schaffen. Nicht nur einzelne Personen, sondern auch Vorbereitungszentren für Terroristen sollten neutralisiert werden.

Übersetzt aus dem Russischen.

Dmitri Jewstafjew ist Professor am Institut für Medien an der Moskauer Wirtschaftshochschule.


Mehr zum ThemaKreml reagiert auf die Drohung der Ukraine, Russen überall zu töten


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Audio https://mcdn.podbean.com/mf/download/piat6w/Anschlag_auf_Prilepin9wzxo.mp3 Dauer 6:46 min


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Info: https://freedert.online/meinung/169766-westen-legitimiert-terror-als-politisches/


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26.05.2025

Mahnwache - Pistorius - Generäle Fliegerhorst

Dienstag, den 27.05.25 * *von 11.00 - 13.00 Uhr

aus e-mail von Gerhard Biederbeck, vom 25. Mai 2025, 22:20 Uhr


Hallo zusammen!

An diesem Dienstag treffen sich auf dem Fliegerhorst zentrale Personen


wie der Verteidigungsminister und führende Militärs , die kriegsfähige

Strukturen


vorantreiben, eben auf der politischen Entscheidungs- und auf der

militärischen Durchführungsebene.


Es sind Menschen in Hauptverantwortung dafür, dass die Bevölkerung kriegstüchtig gemacht werden soll.


Äußerer Anlass  für die Veranstaltung ist die Verabschiedung des

Generalinspekteurs der Luftwaffe Ingo Gerhartz und die Einführung des Nachfolgers  Holger Neumann.


Wir wollen dem symbolisch ein Zeichen entgegen setzen, dem wahnwitzige Züge annehmenden Aufrüsten; der Propaganda, die die Bereitschaft zum 'Krieg führen' und damit zum Töten in weiten Teilen der Bevölkerung wecken will, unseren Friedenswillen für den Erhalt des Lebens entgegen  setzen.


Wir ermuntern dazu, unsere Energie, unsere Kräfte dafür einzusetzen, die Konflikte nichtmilitärisch zu lösen, denn letztlich mussten alle zum Krieg führende Konflikte diplomatisch gelöst werden.


Um dieses Zeichen zu setzen, werden wir am


*Dienstag, den 27.05.25 *


*von 11.00 - 13.00 Uhr


*am Haupteingang des Fliegerhorsts (Fliegerstr.)*


*eine Mahnwache  durchführen.*


Da die BW-Veranstaltung so kurzfristig angekündigt wurde, bleiben uns geringe Mittel unsere Aktion publik zu machen.


Es ist wichtig, dass wir gerade jetzt uns zeigen.


Kommt!


Gerhard Biederbeck


Ps. Siehe auch im Anhang Presse-Artikel zur Veranstaltung auf dem

Fliegerhorst


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26.05.2025

Entwurf: Tagung - "Pazifismus im 21. Jahrhundert - Analysen und Perspektiven" im Juni 2026

aus e-mail von Wilfred Twachtmann, vom 25. Mai 2025, 22:40 Uhr


Protokoll eines Ideen-Themen individueller Brainstorming.


Gedenkveranstaltung zum Lebenswerk von  Prof. Dr. Karl Holl ( 22. Juni 1931 in Altendiez ; 23. April 2017 in Bremen )

Projekt:  Pazifismus im 21. Jahrhundert  - Analysen und Perspektiven


-  Historischer Rückblick    Stand der Pazifismusforschung, Beiträge zur Geschichte des Pazifismus.   ( Guido Grünewald, Wolfram Wette, Helmut Donat, David Scheuing u.a.m.)


-  Pazifismus und die Herausforderungen der aktuellen Politik.......... .   ( Jürgen Grässlin)


 - Pazifismus im technischen-wissenschaftlichen-atomaren-kommunikation-informations (KI) Zeitalter.   ( Informationsstelle Militarisierung e.V., N.N. )


 - Pazifistische Friedensinitiativen und Impulse.   ( Hanne-Margret Birckenbach, Christine Schweitzer u.a.m.


 - Der kritische-politische Pazifismus stellt sich den Konflikten und Problemen unserer Zeit.  


1.     Pazifismus Extern   


1.1.  Entwicklung der Weltbevölkerung von den Völkerwanderungen zu den Nationalstaaten und der Kooperation (Internationalismus).           ( Ole Nymoen )    


1.2.  Standortanalyse der Vereinten Nationen und ihren Unterorganisation.           ( Klaus Schlichtmann)    1.3.  Internationale Bündnisse und deren Gefahr für den labilen " Weltfrieden " ( III. Weltkrieg)            ( N.N.)   


2.     Pazifismus Intern   2.1.  Gewalt und Gewaltfreiheit.           ( Bernd Drücke )    


2.2.  Krieg und Frieden in unserer Zeit.           ( N.N. )    


2.3.  Perspektiven des Pazifismus in einer Welt organisierter Friedlosigkeit.           ( Dieter Senghaas ?, N.N. )   - Warum Pazifismus ?   ( N.N.)


-  Von der Völkerverständigung des historischen Pazifismus zum politischen Pazifismus und der Graswurzelrevolution.   Immanuel Kant, Bertha von Suttner, Alfred Hermann Fried, Ludwig Quidde, Carl von Ossietzky Helene Stöcker, Kurt Hiller, Mahatma Gandhi, Martin L. King.   ( Wolfgang Hertle, Michael Schulze von Glaßer, DFG-VK )


-  Wissenschaftlicher Pazifismus von Alfred Hermann Fried.   ( Petra Schönemann-Behrens, N.N. )


-  Die ersten Studien zur Geschichte des Pazifismus, der Deutschen Friedensgesellschaft von Friedrich-Karl Scheer, Stefan Appelius, Guido Grünewald, Karl Holl.   Helmut Donat, Wolfram Wette u.a.m. .   ( N.N. )


-  Friedensbewegungen und Pazifismus. Kontroversen zur Militärpolitik und Krieg.    ( N.N. )


-  Kriegsdienstgegner und Kriegsdienstverweigerung nach dem Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzt der Bundesrepublik Deutschland und der Pazifismus. (WRI)   ( IDK, Berlin )


-  Internationaler Pazifismus und die Herausforderungen unserer Zeit.  Zitat von Martin Luther King ju ;    " Diejenigen, die den Frieden lieben, müssen lernen, sich genauso effektiv zu organisieren wie diejenigen, die den Krieg lieben."   


- WRI, 1921  - Internationales Friedensbüro, IPB, Den Haag      - Internationaler Versöhnungsbund      


- Pax Christi International     


- Die Quäker (Religiöse Gesellschaft der Freunde)     


- Weltfriedenskonferenzen      


- Vereinte Nationen ?   (N.N. )


-  Die Idee des Weltbürgers als Perspektive für eine friedlicherer Welt.    (N.N.)


-  Zukunft des pazifistischen Friedensgedanken !   ( Kollektiv ) Schirmherrin Frau Margot Käßmann  -  Schirmherr Jürgen Grässlin


Für weitere Ideen und Organisationvorschläge währe ich euch sehr Dankbar. Erstmal werde ich zu den Potenziellen Referentinnen und Referenten Kontakt aufnehmen.

Über die Notwendigkeit einer Pazifismusdiskussion in unserer Zeit, so denke Ich, beseht ja eine Übereinstimmung in den pazifistischen Friedensinitiativen. Und dazu gehört eben auch die Reflexion der Entwicklung des Pazifismus, seit Bertha von Suttner und Alfred Hermann Fried in ihren Publikationen, Schriften und Büchern diesen Begriff des "Pazifismus" seit 1901 verwenden.

Für eine gemeinsame konstruktive Zusammenarbeit, für die Zukunft des Menschen und dem Leben auf unserem blauen Planeten Mutter Erde.


Mit pazifistischen Grüßen 

Wilfred Twachtmann


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26.05.2025

Dimensionen der chinesischen Aufholjagd   Militärexperten warnen vor Unterlegenheit europäischer Kampfjets gegenüber chinesischen Modellen. Chinas technologische Aufholjagd erreicht nach Solarpanelen, E-Auto-Batterien und KI nun auch die Rüstungsindustrie.

german-foreign-policy.com, 26. Mai 2025

BERLIN/BEIJING (Eigener Bericht) – Militärexperten warnen vor einer etwaigen Unterlegenheit europäischer Kampfjets gegenüber chinesischen Modellen. Wie es in Analysen des kurzen Waffengangs zwischen Indien und Pakistan übereinstimmend heißt, konnte die pakistanische Luftwaffe mit einem chinesischen Jet vom Typ J-10C und einer chinesischen Rakete vom Typ PL-15 einen oder sogar mehr indische Jets des Typs Rafale abschießen; die Rafale wird in Frankreich gebaut. In Manövern habe sich die J-10C bereits zuvor sehr klar gegen den Eurofighter durchsetzen können, wird berichtet. Damit verhilft Chinas rasante technologische Aufholjagd auch der chinesischen Rüstungsproduktion zum Durchbruch. In den vergangenen Jahren war es der Volksrepublik zunächst gelungen, in der Herstellung etwa von Solarpanelen, Elektroautobatterien und Schiffen technologisch an die Weltspitze vorzustoßen und jeweils den Weltmarkt zu erobern. Zur Zeit sind chinesische Firmen dabei, bei Künstlicher Intelligenz (KI) und der Produktion modernster Halbleiter zu den führenden Westkonzernen aufzuschließen. Ein deutscher Kfz-Zulieferer plädiert dafür, die Kooperation mit China zu stärken: Man brauche das Land „in Sachen Innovationskraft“ als „Fitnessraum“.


Zitat: Weltmarktführer

China ist es in den vergangenen zwei Jahrzehnten gelungen, bei einer wachsenden Zahl an Technologien nicht nur aufzuholen, sondern sogar eine globale Spitzenstellung zu erreichen. Ein frühes Beispiel waren Solarzellen, bei denen chinesische Unternehmen unter anderem deutsche Konkurrenten verdrängten. Bereits im Jahr 2022 meldete die Internationale Energieagentur (IEA), der Weltmarktanteil der Volksrepublik bei den gesamten Lieferketten für die Produktion von Solarpanelen liege inzwischen bei mehr als 80 Prozent.[1] Ähnlich verhält es sich in der Herstellung von Batterien für Elektroautos. Laut Angaben der IEA wurden mehr als 70 Prozent aller Elektroautobatterien, die jemals hergestellt wurden, in der Volksrepublik produziert; chinesische Unternehmen hätten daher immenses Know-how aufgebaut und profitierten außerdem von stark integrierten Lieferketten, was es ihnen heute erlaube, Preise von 20 Prozent unter der nordamerikanischen und von 30 Prozent unter der europäischen Produktion zu erzielen.[2] Ein weiteres Beispiel liefert der Schiffbau; auf diesem Feld hält die Volksrepublik mittlerweile nach Angaben des Washingtoner Center for Strategic & International Studies einen Weltmarktanteil von 53,1 Prozent und hat damit Südkorea (29,1 Prozent) wie auch Japan (13,1 Prozent) deklassiert.[3]


Bei KI ganz vorn

Chinas Aufholjagd an die Spitze hat längst auch die avanciertesten High-Tech-Branchen erreicht. Im Januar etwa wurde bekannt, dass das chinesische Unternehmen DeepSeek ein KI-Modell entwickelt hat, das dem führenden Modell des bisherigen westlichen Spitzenreiters OpenAI, ChatGPT, ebenbürtig ist, gleichzeitig aber um ein Vielfaches geringere Kosten verursacht.[4] Ex-Google-Chef Eric Schmidt hat kürzlich eingeräumt, die jüngste Version des Modells sei zur Zeit die beste weltweit.[5] China liegt längst auch bei der Installation von Industrierobotern vorn. Nach Angaben der International Federation of Robotics (IFR) wurden im Jahr 2023 in der Volksrepublik insgesamt 276.288 Industrieroboter installiert – 51 Prozent der Gesamtzahl weltweit.[6] Davon kam schon fast die Hälfte aus chinesischer Fertigung. Japan lag mit 46.106 Stück klar auf Platz zwei vor den USA (37.587), Südkorea (31.444) und Deutschland (28.355). Selbst ganz Europa zusammengenommen erreichte mit 92.393 Stück nicht einmal ein Drittel des chinesischen Werts. Mittlerweile holt die Volksrepublik sogar bei Halbleitern auf, die bislang als ihre größte Schwachstelle galten. So hat Huawei KI-Chips entwickelt, die zuvor als konkurrenzlos geltende Halbleiter des US-Konzerns Nvidia ersetzen können. Sie sollen nun in die Massenproduktion überführt werden.[7]


Deutschland im Nachsehen

Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich aktuell bei der Umstellung auf die Nutzung grünen Wasserstoffs als Energieträger ab. Bei der Produktion von Elektrolyseuren, die zur Erzeugung grünen Wasserstoffs aus erneuerbarer Energie benötigt werden, hoffen deutsche Firmen wie ThyssenKrupp Nucera oder das Startup Sunfire auf eine starke Weltmarktposition. Jüngst haben sich die Aussichten darauf verschlechtert, weil die Nutzung grünen Wasserstoffs nicht nur in Deutschland, sondern auch in der EU insgesamt kaum von der Stelle kommt; manche Energiekonzerne, etwa die norwegische Statkraft, stoppen bereits entsprechende Vorhaben.[8] Die deutsche Branche hatte bis vor kurzem darauf gesetzt, eine führende Stellung bei neuen Wasserstoffprojekten Saudi-Arabiens im Volumen von zehn Milliarden US-Dollar erhalten zu können. Riad setzt für die Post-Erdöl-Ära auf erneuerbare Energien, über die es in gewaltigen Mengen verfügt. Nun allerdings zeichnet sich ab, dass der Großteil des Wasserstoffgeschäfts an die chinesische Konkurrenz geht. Beijing fährt die Wasserstoffbranche in raschem Tempo hoch, was einheimischen Unternehmen Skalenvorteile sichert. Ihre Angebote seien daher „bis zu 15 Prozent günstiger ... als die der Konkurrenz“, heißt es; deutsche Firmen müssten sich wohl in Saudi-Arabien mit „ein paar kleinere[n] Aufträge[n]“ zufriedengeben.[9]


„Ein Fitnessraum in Sachen Innovation“

Deutsche Industrievertreter plädieren mit Blick auf Chinas rasante Tech-Entwicklung dafür, die Kooperation mit der Volksrepublik nicht bloß aufrechtzuerhalten, sondern sie womöglich sogar noch weiter auszubauen. Das Land sei „ein wesentlicher Markt“ – und zwar nicht nur wegen seiner schieren Größe, sondern vor allem auch „in Sachen Innovationskraft“, hielt vor kurzem der Vorstandsvorsitzende des Kfz-Zulieferers ZF Friedrichshafen, Holger Klein, fest. Mit Blick auf Chinas rasche technologische Entwicklung konstatierte Klein, sein Markt sei zwar „hochkompetitiv und anstrengend“, aber zugleich „für uns ein Fitnessraum“ – wer dort „eine gute Form erreicht“ habe, sei „auch in anderen Märkten wettbewerbsfähig“.[10] Dies sei unerlässlich; denn selbst wenn die EU sich gegen chinesische Elektroautos abschotte – in China entstünden „neue Wettbewerber ..., die uns anderswo in der Welt wieder begegnen, vielleicht nicht in Europa, aber in Brasilien, Mexiko oder Thailand“. Aus diesem Grund sei ZF Friedrichshafen bestrebt, in der Volksrepublik nicht den Anschluss zu verlieren, vielmehr weiter zu wachsen. Zur Zeit liege der Asien-Pazifik-Anteil bei rund 23 Prozent, der China-Anteil bei etwas unter 20 Prozent, beides freilich mit steigender Tendenz: „Wir steigern unseren China-Anteil sehr bewusst.“[11]


„Mit null zu neun verloren“

Chinas technologische Aufholjagd hat inzwischen dazu geführt, dass erstmals chinesische Waffensysteme europäischen Produkten überlegen sind. Wie Militärexperten bestätigen, hat im jüngsten Waffengang zwischen Indien und Pakistan die pakistanische Luftwaffe mindestens zwei, vielleicht sogar mehr indische Kampfjets abgeschossen – überraschend, denn die pakistanischen Streitkräfte wurden von Experten vorab als unterlegen eingeschätzt. Der Abschuss gelang einem in China produzierten Kampfjet J-10C, der mit einer gleichfalls in China gefertigten Rakete PL-15 mindestens einen, womöglich sogar mehrere indische Kampfjets vom Typ Rafale traf. Die Rafale stammt aus französischer Produktion; sie ist mit französischen Meteor-Raketen ausgestattet, denen kein Abschuss einer pakistanischen Maschine gelang.[12] Berichten zufolge hatte sich die J-10C bereits im vergangenen Jahr in einem Manöver, in dem pakistanische Piloten mit ihr gegen Eurofighter der Luftwaffe Qatars kämpften, als dem europäischen Flugzeug überlegen erwiesen, „sowohl im Nah- als auch im Fernkampf“, wie es heißt. Der zu Teilen in Deutschland produzierte Eurofighter habe den Übungskampf gegen die J-10C „mit null zu neun“ verloren.[13] „China baut bessere Systeme, die auch noch billiger sind“, urteilt ein Experte.[14]


Mit unterlegenen Waffen

Dies könnte sich schon bald nicht nur auf Waffenexporte auswirken, mit denen westliche Konzerne nicht nur viel Geld verdienen, sondern auch Streitkräfte in Drittstaaten in gewisse Abhängigkeit vom Westen bringen. Indonesien zieht Berichten zufolge bereits in Betracht, seine Rafale-Bestellungen zu stornieren.[15] Vor allem aber rückt mit der Einschätzung, die J-10C sei europäischen Kampfjets überlegen, zum ersten Mal die Möglichkeit in den Blick, der Westen werde, sollte der eskalierende Konflikt mit China in einen Waffengang münden, nicht mehr mit über-, sondern mit unterlegenen Waffensystemen in den Krieg gegen die aufstrebende Großmacht ziehen, auf den sich auch die Bundeswehr mit ihren Asien-Pazifik-Manövern längst vorbereitet (german-foreign-policy.com berichtete [16]). Aus deutscher Sicht wäre damit ein dritter verlorener Weltkrieg nicht mehr undenkbar.

 

[1] Solar PV Global Supply Chains: Executive Summary. iea.org.

[2] Teo Lombardo, Leonardo Paoli, Araceli Fernandez Pales, Timur Gül: The battery industry has entered a new phase. iea.org.

[3] Matthew P. Funaiole, Brian Hart, Aidan Powers-Riggs: China Dominates the Chipbuilding Industry. csis.org 25.03.2025.

[4] S. dazu Von Stargate zu DeepSeek.

[5] Eric Schmidt, Selina Xu: DeepSeek. Temu. TikTok. China Tech Is Starting to Pull Ahead. nytimes.com 05.05.2025.

[6] Record of 4 Million Robots in Factories Worldwide. ifr.org 24.09.2024.

[7] Liza Lin, Raffaele Huang: China’s Huawei Develops New AI Chip, Seeking to Match Nvidia. wsj.com 28.04.2025.

[8], [9] Kathrin Witsch: So erobert die chinesische Konkurrenz den Markt für Wasserstoff. handelsblatt.com 23.05.2025.

[10], [11] „Ohne China wird es sehr, sehr schwer“. Frankfurter Allgemeine Zeitung 28.04.2025.

[12] Martin Benninghoff, Mathias Peer: China feiert Kampfjeteinsatz gegen Indien als „Deepseek-Moment“. handelsblatt.com 22.05.2025.

[13] Chinas Kampfjets hängen die europäischen bei Luftgefecht ab. t-online.de 23.05.2025.

[14] Brandon J. Weichert: Indonesia Is Having Second Thoughts About the Dassault Rafale Fighter. nationalinterest.org 21.05.2025.

[15] Resty Woro Yuniar: Indonesia’s costly bet on French Rafale jets under scrutiny after India-Pakistan aerial clash. smcp.com 14.05.2025.

[16] S. dazu Europas Rolle im Krieg gegen China und Kriegsübungen im Pazifik.


Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9989


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26.05.2025

German Journalist Patrik Baab Lays Bare the Harsh Realities of Ukraine

Dialogue Works

youtube.com, vom 25. Mai 2025, Vor 21 Stunden live gestreamt Interviews

Diesem Video wurde keine Beschreibung hinzugefügt.


Screenshot_2025_05_26_at_10_50_31_German_Journalist_Patrik_Baab_Lays_Bare_the_Harsh_Realities_of_Ukraine_YouTube-Kopie


Info: Video https://www.youtube.com/live/O2ej0yAMA1o?si=0CUgY49Hem0739OE Dauer 1:23:43 h

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26.05.2025

Handelskrieg: Trump gewährt von der Leyen eine Schonfrist

lostineu.eu, 26. Mai 2025

Die Uhr tickt: Ab dem 1. Juni wollte   US-Präsident Trump alle Waren aus der EU mit einem Strafzoll von 50 Prozent belegen. Von der Leyen bat um mehr Zeit – und bekommt eine letzte Schonfrist.

In Brüssel wurde eine Eskalation nicht mehr ausgeschlossen, nachdem US-Präsident Trump am Freitag überraschend mit neuen Einfuhrzöllen in Höhe von 50 Prozent gedroht hatte. 

Die Aufschläge auf europäische Produkte sollten bereits am 1. Juni in Kraft treten – viel früher als erwartet. Eigentlich war man in der EU-Kommission von einer Schonfrist bis Mitte Juli ausgegangen.

Handelskommissar Sefcovic hatte sich noch am Freitagabend um Dialog bemüht – vergeblich. Nun liegen die Nerven blank. Man werde sich von Drohungen nicht beeindrucken lassen, warnte Sefcovic.

Von der Leyen zögert

Die EU-Kommission hat ein ganzes Arsenal an möglichen Gegenmaßnahmen ausgearbeitet. Die Liste reicht von Nüssen und Gemüse über Whiskey und kalifornischem Wein bis hin zu US-Konzernen wie Boeing und Ford. Insgesamt geht es um bis zu 95 Mrd. Euro.

Damit würde der Schaden aber noch größer, warnt das Institut der deutschen Wirtschaft. Sollten die Trump-Zölle kommen und bis 2028 bleiben, würde das die deutsche Wirtschaft etwa 200 Mrd. Euro kosten. Bei Vergeltung drohe sogar ein Schaden von 250 Mrd. 

EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat deshalb bisher größte Zurückhaltung geübt. Sie hat sogar beschlossene Gegenmaßnahmen wegen der US-Sonderzölle auf Aluminium und Stahl ausgesetzt, um Verhandlungen zu erleichtern.

Will Trump keinen Deal?

Doch Trump will offenbar gar nicht verhandeln. Er sei nicht auf der Suche nach einem Deal, erklärte der für seine unberechenbare Entscheidungen bekannte und berüchtigte US-Präsident.

Die laufenden Gespräche mit Brüssel führten “nirgendwo hin“, behauptete er – dabei ist die EU zu teuren Zugeständnissen bereit. Von der Leyen will noch mehr Flüssiggas in den USA kaufen, womöglich auch mehr Waffen…

…und bittet um mehr Zeit: “To reach a good deal, we would need the time until July 9“, schrieb sie nach einem Telefonat mit Trump. Welchen guten Deal meint sie?

Mehr zu Trump 2.0 hier

P.S. Trump hat den Aufschub gewährt. Der Anruf von der Leyens sei “sehr nett gewesen”, lässt er wissen. Was sie ihm wohl versprochen hat?

‹ NGO-Gesetz und EU-Budget: Der Streit mit Orban eskaliert

3 Comments

  1. Thomas Damrau
    26. Mai 2025 @ 08:20

    Die EU erinnert mich an eine Ehefrau, die jeden Abend von ihrem betrunkenen Ehemann verprügelt wird. Trennung kommt aber nicht in Frage – wegen der drei gemeinsamen Kinder NATO, Finanzkapitalismus ( https://redfirefrog.wordpress.com/2025/01/09/das-ist-progressiv-7-analyse-finanzkapitalismus/ ) und Neo-Kolonialismus ( https://redfirefrog.wordpress.com/2024/11/14/das-ist-progressiv-2-analyse-teil-2/ ), die sonst in ihrer weiteren Entwicklung gestört werden könnten..

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  • Stef
    26. Mai 2025 @ 07:51

    Die EU sitzt in der Falle. Alle halbwegs relevanten politischen Entscheidungsträger sind so transatlantisch organisiert, dass sie über strategische Souveränität nicht einmal nachdenken können. Die USA haben ihre Ziele in Europa erreicht, sie können jetzt mit geringstem Aufwand ernten. Durch die „Demokratie“ in Europa droht diesem üblen Spiel kein Schaden, siehe Rumänien.

    Bevor das Imperium USA kollabiert, soll Europa über die Klinge springen. Ich wette, die Zölle kommen.

    Antworten

    • WBD
      26. Mai 2025 @ 08:23

      Ich könnte mir gut vorstellen, daß es Onkel Donald (auch) um die Problematik Ukraine geht: die EUropäischen Reiter der Apokalypse wollen bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag Waffen liefern, und den Krieg am köcheln halten. Onkel Donald will aber anscheinend Ruhe dort.
      Der Deal könnte auch in einer Mässigung des EUropäischen Narrativs ‘Die Ukraine muss gewinnen’ liegen…

      Antworten

  • Was sagen Sie dazu?


    Info: https://lostineu.eu/handelskrieg-mit-den-usa-die-woche-der-wahrheit/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    NGO-Gesetz und EU-Budget: Der Streit mit Orban eskaliert


    lostineu.eu, 25. Mai 2025

    Es ist eine ungewöhnliche Maßnahmen, noch dazu am Wochenende: Die EU-Kommission hat Ungarn vor der Verabschiedung eines Gesetzes für Nichtregierungsorganisationen (NGO) gewarnt. Sollte die Regierung Orban die Regelung umsetzen, wäre dies “ein schwerwiegender Verstoß gegen Prinzipien und Recht der EU”, erklärte die Kommission am Samstag. Brüssel werde “nicht zögern, die notwendigen Schritte einzuleiten, wenn dieser Gesetzesentwurf verabschiedet wird”. Das Gesetz soll mehr “Transparenz im öffentlichen Leben” schaffen und es der Regierung erlauben, die Finanzierung von NGO aus dem Ausland zu überwachen. Kritiker fühlen sich an Russland und Georgien erinnert. Zwei Dutzend Europaabgeordnete fordern nun, alle Zahlungen aus dem EU-Budget an Ungarn auszusetzen.

    ‹ Die Trump-Wette platzt, Schulden für Waffen – und Schwenk in Israel-Politik › Handelskrieg: Trump gewährt von der Leyen eine Schonfrist

    12 Comments

    1. Helmut Höft
      25. Mai 2025 @ 22:27

      “”Kritiker fühlen sich an Russland und Georgien erinnert.” und keiner denkt an die Vorlage von 1938 Namens “FARA” https://de.wikipedia.org/wiki/Foreign_Agents_Registration_Act Das ist das Original!

      Zitat: “Mit der Durchführung ist die FARA Registration Unit in der Counterintelligence and Export Control Section (CES) in der National Security Division (NSD) des United States Department of Justice beauftragt.
      Der FARA ist nach wie vor in Kraft (2021). Zuwiderhandlungen gegen das Gesetz sind strafbewehrt mit maximal 5 Jahren Haft und/oder maximal 10.000 Dollar Geldstrafe.
      Das Justizministerium berichtete 2007, dass es etwa 1.700 Lobbyisten gebe, die mehr als 100 Länder vor Kongress, Weißem Haus und Bundesregierung repräsentieren.
      Anfang November 2017 wurde der russische Fernsehsender Russia Today auf Grundlage dieses Gesetzes gezwungen, sich als foreign agent („ausländischer Vertreter“) registrieren zu lassen. “

    Antworten

  • umbhaki
    25. Mai 2025 @ 22:22

    Im Text steht über die „Bedenken“ der EU-Kommission:
    Kritiker fühlen sich an Russland und Georgien erinnert.

    Also, ich fühle mich zuerst an die USA erinnert, genauer den »Foreign Agencies Registration Act (FARA)« von 1938, der nämlich das Vorbild für das entsprechende russische Regelwerk ist.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Foreign_Agents_Registration_Act

    Zudem entwickeln die Heuchler in Brüssel meines Wissens gerade selber eine solche Regelung. Manchmal ist es wirklich nur noch schwer zu ertragen.

    Antworten

    • ebo
      25. Mai 2025 @ 22:36

      Na klar, über FARA hatten wir hier schon ausführliche Debatten. Russland, Georgien und Ungarn beziehen sich ja regelmäßig auf diese US-Vorlage. Die EU-Kommission hingegen tut so, als gebe es nur bei den “Bösen” entsprchende Gesetze…

      Antworten

    • KK
      26. Mai 2025 @ 01:11

      „Manchmal ist es wirklich nur noch schwer zu ertragen.“

      Manchmal? Immer öfter!

      Antworten

  • Arthur Dent
    25. Mai 2025 @ 20:13

    NGOs, die staatlich finanziert oder teilfinanziert werden, sind keine Zivilgesellschaften, sondern “Propaganda-Tröten”. Sie werden häufig instrumentalisiert, um bestimmte politische Ziele zu erreichen. Ein verschwindend geringer Teil der Gesellschaft wird häufig als überwiegende Mehrheit dargestellt. Eine Anfrage der CDU zu “Demokratie leben” ist ja schnell im Sande verlaufen. Warum unterstützt ein US-amerikanischer Fond die “Letzte Generation” in Deutschland? Als steuerzahlender Souverän hätte ich gern Transparenz, was mit Steuergeldern passiert. Eine Regierung, die gar nicht wissen will, wer sich in die inneren Angelegenheiten ihres Landes einmischt, ist gar keine. Eine echte Regierung handelt im Interesse ihres Volkes.

    Antworten

    • KK
      26. Mai 2025 @ 01:09

      „NGOs, die staatlich finanziert oder teilfinanziert werden…“

      …sind ja eben keine NON-governmental Organisations / NICHTregierungsorganisationen, da sie via Geldfluss ja eben doch von Regierungen abhängig sind und daher ein grosses Interesse daran haben, diesen wohlgefällig zu sein!
      Denn wie war das noch gleich mit dem Beissen von Händen, die einen füttern?

      Antworten

  • Guido B.
    25. Mai 2025 @ 20:10

    In Demokratien besteht die Herausforderung der Mächtigen darin, die öffentliche Meinung möglichst unbemerkt und unkontrolliert für ihre Interessen zu manipulieren – und dabei auch Desinformation zu streuen. Das geschieht mittels Lobbyismus, Denkfabriken, PR-Profis und NGOs. Transparenz, insbesondere bezüglich Finanzierung, kann einer Demokratie niemals schaden, sondern nur nützen.

    Antworten

  • KK
    25. Mai 2025 @ 18:40

    Wenn man diesen Artikel
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=133363
    gelesen hat, kann man sich nur wünschen, Ungarns Beispiel machte Schule!

    Antworten

    • Michael
      25. Mai 2025 @ 19:49

      In der Tat sehr interessant! Ob wirklich aufschlußreich weiß ich nicht und setze deshalb darauf das Glenn Diesen weiß wer dieser Oberst Lawrence Wilkerson ist und dass er kein Wolf im Schafspelz oder auch kein Schaf im Wolfspelz ist!?
      Warum? Weil etliche Ausführungen des Oberst mehr Allgemeinwissen denn harte empirische Insider Neuigkeiten sind! Das „Überraschungselement“ jedenfalls fehlt mir!

      Antworten

  • european
    25. Mai 2025 @ 17:38

    Tja. Was soll man dazu sagen? Wehe, wenn sie losgelassen.

    DIESE EU gräbt ihr eigenes Grab, indem Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Achtung des Souveräns immer weiter missachtet. Je mehr sie in die Länder hineinregiert umso mehr werden sich die Bürger wehren.

    Ich habe heute morgen ein interessantes Gespräch mit Thomas Röper vom Anti-Spiegel gesehen, in dem er von den Auswirkungen der Sanktionen gegen seine Person und Alina Lipp berichtet. Jeder sollte sich das anhören und eigentlich müssten alle Journalisten dagegen auf die Barrikaden gehen, denn das was da gerade passiert, wird jedem unangenehmen Journalisten passieren, wenn er nicht aufpasst. Dies ist erst ein Testballon.

    Es ist völlig egal, ob man ihn nun mag oder nicht oder ob man seine Ansichten teilt. Hier geht es um das Prinzip und den Verstoß gegen die Meinungs- und Informationsfreiheit. Heute die, morgen wir. Die Einschnitte in die persönliche Freiheit durch diese Sanktionen sind enorm und m.E. nicht zu rechtfertigen.

    https://youtu.be/OhLjGEJz5eQ?feature=shared

    Da verweise ich noch auf meine zuvor genannte Liste der “russischen Desinformationen”, die sich alle mittlerweile als wahr herausgestellt haben. Wer verbreitet hier die Desinformationen und wer ist hier antidemokratisch?
    Das wird nicht besser werden. Dazu muss man sich nur einmal den kurzen Clip mit JD Vance anhören über die Zukunft der US-amerikanischen Interventionspolitik. “US will not fight anymore ‘open-ended conflicts’ says US vice president JD Vance”

    https://youtu.be/VjZVEt7VwCs?feature=shared

    Damit ist die Ukraine ein rein europäisches Problem und DIESE EU wird sich daran verheben. Wir können offensichtlich nur zusehen und erdulden, denn weder Politik noch Medien sind auf der Seite des Souveräns.

    Antworten

    • Michael
      25. Mai 2025 @ 19:54

      Das der Ukrainekonflikt ein rein europäisches Problem sei und die Distanzierungen der USA dienen m. E. nur der Kaschierung der Tatsaches das es ein Washington-Moskau Konflikt war, ist und bleibt!

      Antworten

      • european
        25. Mai 2025 @ 20:14

        So ist es. Aber die Verantwortung wird nicht mehr dafür übernommen, denn schließlich war es Biden’s Krieg. Was übrigens auch stimmt. Bisher hat nur niemand mehr die Geschichte um den Biden-Laptop und die 20 Scheinfirmen der Familie Biden näher untersucht. Die persönlichen Interessen der Familie Biden kamen in den europäischen Medien nie zur Sprache.

        Alles russische Desinformation ????

        Jetzt hat die EU das Ukraine-Problem allein, ist von der teuren und umweltschädliche US-Fracking-Energie abhängig statt vom billigen russischen Gas, kämpft mit exorbitanten Zöllen und hat ihre Wirtschaft zertrümmert. Und sie kennt keinen Rückwärtsgang bezüglich ihrer verfehlten Strategie.

        Erfolg sieht m.E. anders aus.


  • Info: https://lostineu.eu/ngo-gesetz-und-eu-budget-der-streit-mit-orban-eskaliert/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    26.05.2025

    Nachrichten von Pressenza: Pamphlet gegen rentable Arbeit

    aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, 26. Mai 2025, 7:30 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 26.05.2025


    Pamphlet gegen rentable Arbeit


    Arbeit braucht so gut wie jeder, genauer: Den Lohn, den man dafür bekommt. Einen „Platz“ zu deren Ausübung zu bekommen, gilt eher als Glücksfall, auch wenn es nicht selten Plackerei bedeutet. Politiker führen solche Plätze als das A und O&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/05/pamphlet-gegen-rentable-arbeit/


     -----------------------


    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    25.05.2025

    Wissenschaftsfreiheit und internationale Solidarität

    overton-magazin.de, 25. Mai 2025 10 Kommentare

     

    Screenshot_2025_05_26_at_09_24_39_Wissenschaftsfreiheit_und_internationale_Solidarit_t_Overton_Magazin

    Norman Paech sprach auf der Veranstaltung „Academia Under Attack. Konferenz für Wissenschaftsfreiheit und internationale Solidarität“, die am 12. und 13. April 2025 an der Universität Hamburg stattfand.


    Nicht erst seit der umstrittenen Antisemitismus-Resolution des Bundestags vom 29. Januar 2025, in der u.a. von den Universitäten gefordert wird, „dass Aktivitäten von Gruppierungen, die israelbezogenen Antisemitismus verbreiten, zu deren Mittel auch Boykottaufrufe, Delegitimierung, Desinformation und Dämonisierung des jüdischen Staates gehören, unterbunden werden“, und Unterstützer der Boykott-Kampagne BDS und „ähnlich gesinnte Bewegungen in deutschen Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen keinen Platz haben“ dürfen, fürchten Universitäten und Wissenschaftler zunehmenden autoritären Druck von außen und Eingriff in die Wissenschaftsfreiheit. Beliebtes Mittel: Kürzung oder Versagen finanzieller Unterstützung. Das erzeugt eine Mentalität des Schwankens zwischen Anpassung oder Verzicht, die für eine freie Wissenschaft Gift ist.

    Im Jahr 1966, zur Hochzeit des Vietnamkrieges, hielt Noam Chomsky an der Harvard University einen Vortrag, der 1968 auch in der Bundesrepublik im Suhrkamp- Verlag veröffentlicht wurde. Sein Titel: „Die Verantwortlichkeit der Intellektuellen“. Dort heißt es unter anderem: „Die Intellektuellen sind in der Lage, die Lügen der Regierenden zu entlarven, die Handlungen nach ihren Ursachen, Motiven und oft verborgenen Absichten zu analysieren. Zumindest in der westlichen Welt haben sie jene Macht, die sich aus der politischen Freiheit, dem Zugang zu Informationen und der Redefreiheit herleitet. Für eine privilegierte Minderheit hält die westliche Demokratie die Muße, die Einrichtungen und die Ausbildung bereit, die ihr erlauben, die Wahrheit zu suchen, die sich hinter dem Schleier von Verzerrung und Verdrehung, Ideologie und Klasseninteressen verbirgt, unter dem die gegenwärtigen geschichtlichen Ereignisse sich uns darstellen. Die Verantwortlichkeit der Intellektuellen reicht also weit tiefer als die Verantwortlichkeit der Völker“ – wegen der einzigartigen Privilegien, die sie genießen“. (Noam Chomsky, Die Verantwortlichkeit der Intellektuellen, in: Amerika und die neuen Mandarine, Frankfurt 1966, S. 140/41.)

    Noam Chomsky begreift die Wissenschaftler als Intellektuelle – folgen wir ihm. Sie alle leben und arbeiten von der Forderung nach Freiheit der Wissenschaft.

    Man könnte zahllose tiefgreifende und erhebende Worte über die Wissenschaftsfreiheit zitieren. Sie ist nicht nur im Grundgesetz kodifiziert, sondern auch in zahlreichen Dokumenten der UNESCO und internationalen Verträgen der Vereinten Nationen. Sie ist global als verpflichtend anerkannt. Sie trägt Verantwortung für die Garantie der Menschenwürde, den Erhalt des Friedens, den sozialen Fortschritt der Menschheit, die Überwindung der Armut und die Sicherung der materiellen Grundlagen des Überlebens auf diesem Planeten. Doch wie konkret stellt sich diese Verantwortung der Wissenschaft und ihren Vertretern? Und welche Rolle spielt die internationale Solidarität, nach der wir im Grundgesetz suchen müssen?

    Nehmen wir ein Beispiel, bleiben wir in den USA und blenden wir 20 Jahre zurück. Es war die Administration von George W. Bush, und die Falken im Kongress heizten die iranische Nukleargefahr an. Bush selbst erklärte im Oktober 2007 in einer Pressekonferenz, wenn man einen dritten Weltkrieg und einen „nuklearen Holocaust“ verhindern wolle, müsse man Iran unverzüglich daran hindern, die Bombe zu bauen. Die Vorbereitungen für einen Militärschlag gegen Iran waren getroffen.

    Doch im November 2007 berichteten ihm seine Geheimdienste – insgesamt 16 – in der verbindlichsten Form eines „Estimate“, dass der Iran keine Atombombe baue, Teheran habe schon 2003 sein Atomprogramm gestoppt. Dieser Bericht drohte, wenn er an die Öffentlichkeit gelangte, was immer wahrscheinlich war, die Militärstrategie Präsident Bushs zu durchkreuzen, er war hoch gefährlich. Also musste Bush reagieren. Er schrieb dazu 2010 in seinen Memoiren „Decision Points“:

    Einen großen Teil des Jahres 2008 verbrachte ich damit, die diplomatische Koalition gegen den Iran wieder aufzubauen, wir schafften es auch, eine neue Runde von Uno-Sanktionen zu bekommen […]. Außerdem dehnten wir unseren Raketenschild aus, darunter ein neues Raketensystem mit Stützpunkten in Polen und der tschechischen Republik, um Europa vor einem iranischen Angriff zu schützen.“

    Erinnern wir uns: Diese Ausdehnung des Raketensystem gen Osten war der Ausgangspunkt der unseligen Osterweiterung der NATO. In jenem Jahr trafen sich US-Außenminister Baker, Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Sarkozy in Bukarest zu einem NATO-Gipfel, auf dem Baker die Aufnahme der Ukraine und Georgiens vorschlug, was aber damals auf den Widerstand von Merkel und Sarkozy stieß. Wie es weiterging, sehen wir heute täglich. Kurz zuvor im Januar 2008 reiste Bakers Chef Bush nach Saudi-Arabien zu König Abdullah, um sich für den Geheimdienstbericht, er war nun öffentlich geworden, zu entschuldigen und die Front gegen Iran zu stabilisieren: „Ich bin über diesen Bericht genauso verärgert, wie Sie es sind“, bekennt er in seinen Memoiren.

    Ich bringe diese Anekdote nicht wegen des grenzenlosen Zynismus und der arroganten Dreistigkeit dieses Kriegstreibers – nein, bei der Frage nach der „Wissenschaftsfreiheit und internationalen Solidarität“ ist die Tatsache erschreckend, dass die in Think-Tanks, NGOs und Universitäts-Instituten versammelte Friedens- und Strategieforschung sich dieser Diffamierung Irans angeschlossen hat und sich nicht der Entwicklung dieses angsteinflößenden Schreckensgemäldes von einer Atommacht Iran widersetzt hat.

    Israels Premier Netanjahu erklärte im September 2012 ohne konkrete Beweise vor den Vereinten Nationen, der Iran habe seine Atombombe bereits zu 70 Prozent fertiggebaut. Seitdem wird dieses Horrorscenario unablässig aufgefrischt und mit neuen Sanktionen untermauert. Israels Premier Netanjahu hat nie einen Zweifel daran gelassen, dass er sofort einen Krieg gegen den Iran anzetteln würde, wenn die USA ihm die Bunker-brechenden Waffen liefern würde. Doch die Wissenschaft hält sich zurück.

    Wir brauchen nicht so weit über den Atlantik zu gehen, es gibt auch hier genügend Beispiele. Wir sollten nicht vergessen, dass der ehemalige Bundeskanzler Schröder erst 2014 öffentlich bei Phönix erklärte, dass der Überfall der NATO auf Ex-Jugoslawien 1999 völkerrechtswidrig gewesen war. Schon lange zuvor war klar geworden, dass auch der Vorwand für diesen Krieg, die Gefahr eines drohenden Völkermords im Kosovo, erfunden war. Doch nur wenige Kritiker in der Wissenschaft mochten sich seinerzeit dem Krieg entgegenstellen, zu wenig, um den ersten Einsatz einer deutschen Armee nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verhindern zu können. Das „nie wieder“ ist seitdem zum unglaubwürdigen Slogan verkommen.


    Es gibt keine Kriege ohne Lügen derer, die sie führen

    So ist Deutschland zum Beispiel nur deshalb nicht vom Internationalen Gerichtshof im Prozess Nicaraguas gegen die Bunderepublik wegen Unterstützung des Völkermordes in Gaza zum Stopp seiner Waffenlieferungen an Israel verurteilt worden, weil er der Bundesregierung glaubte, dass 98 % der Lieferungen keine Kriegswaffen, sondern nur allgemeine Rüstungsgüter gewesen seien. 10 Monate später, im Oktober 2024 erklärte Bundeskanzler Scholz im Plenum des Bundestags offen: „Wir haben Waffen geliefert und wir werden Waffen liefern.“ Die Regierung hatte den Internationalen Gerichtshof offensichtlich belogen. Doch die institutionelle Friedens- und Konfliktforschung, die Experten für Krieg und Frieden, schwieg und sah auch hier keinen Anlass, sich einzumischen. Wer hatte den Mut, sich hinter den von Nicaragua erhobenen Vorwurf der Beihilfe zum Völkermord auf der Basis der unzweideutigen Normen des Völkerrechts zu stellen?

    Jetzt nun fordern 77 Völkerrechtler den Stopp von Waffenlieferungen. Das ist zwar aufrecht, dieser Aufruf fehlte aber Anfang 2024 zur Unterstützung der Klage Südafrikas gegen Israel wegen des Vorwurfs des Völkermordes und deren Forderung nach sofortigem Waffenstillstand. Nach über eineinhalb Jahren eines mörderischen Krieges, der in zahllosen Erklärungen der israelischen Regierung, Knesseth und Armee offen als Säuberungs- und Vernichtungskrieg begrüßt wird, bezweifeln die Mandarine der deutschen Völkerrechtswissenschaft in den Medien immer noch, dass es sich hier um einen Völkermord handelt. Unbeeindruckt von den eindeutigen Verurteilungen als Völkermord von Amnesty International, Human Rights Watch, der Ärzte ohne Grenzen, der UN-Menschenrechtsbeauftragten Francesca Albanese und zahlreicher internationaler Völkerrechtler, hüllt sich diese Wissenschaft in den dünnen Mantel der Staatsräson, um ja nicht die lukrativen Verbindungen zur Regierung zu verlieren.

    Erst dieser Tage hat die südafrikanische Regierung dem IGH auf 227 Seiten immer neue Beweise für die Absicht der israelischen Regierung vorgelegt, die palästinensische Bevölkerung aus Gaza zu vertreiben und zu vernichten. Im Februar dieses Jahres forderte  Elad Barashi, ein namhafter Medienproduzent in Israel, den Holocaust für die Palästinenser. Das fand keine Erwähnung in den Medien und die Wissenschaft schweigt. Hat man sich daran gewöhnt?

    Die unfassbaren Zahlen an Toten, Verletzten und Zerstörungen, die barbarischen Methoden der Kriegsführung, der gezielte Einsatz des Hungers und die ständigen Vertreibungen von einem Fluchtort in den anderen verlangen auch über den Ruf nach einer Verurteilung durch die internationalen Gerichte hinaus unsere Solidarität mit den Opfern. Diese ist notwendig trotz des furchtbaren Massakers am 7. Oktober 2023. Doch diese Solidarität ist in dem Gestrüpp beliebiger Antisemitismus-Vorwürfe und unter dem vermeintlichen Auftrag einer ebenso beliebig konstruierten Staatsräson vollkommen verrutscht und in Schieflage gekommen.

    Unsere Solidarität soll die Juden schützen, was zweifellos notwendig ist. Sie schützt jedoch ein Regime, welches mit seinen Siedlern und seiner Armee schwerster Kriegsverbrechen bis zum Völkermord an der palästinensischen Bevölkerung schuldig ist. Die Kritik an Netanjahu und seiner rechtsradikalen und faschistischen Umgebung ist billig, solange ihr nicht die Solidarität mit den Opfern, dem palästinensischen Volk folgt. Wo bleibt die Unterstützung für den einzigen den Palästinensern verbliebenen zivilen Widerstand, den Aufruf zum Boykott, De-Investition und Sanktionen (BDS), wenn man ihnen das Recht zum bewaffneten Widerstand nicht zugestehen will? Eine halbierte Solidarität ist eine falsche Solidarität.#


    Wer sich im Schutz des juste milieu in seine Wissenschaft zurückzieht, kapituliert vor der Komplexität des Krieges

    Hier fängt Wissenschaftsfreiheit erst an. Wer sich im Schutz des juste milieu in seine Wissenschaft zurückzieht, schließt sich den vorherrschenden Rationalitätskriterien, den dominierenden Werten und gesellschaftlich erzwungenen Maßstäben für Leistung und politische Neutralität an. Er überlässt die Sorge um das Ganze anderen und kapituliert vor der Komplexität des Krieges. Dieser Wissenschaftler braucht sich um die Wissenschaftsfreiheit nicht zu sorgen.

    Im Jahr 1961 veröffentlichte der US-Ökonom Paul A. Baran – bekannt geworden auch hier durch sein Buch mit Paul Sweezy „Monopolkapital“, ebenfalls im Suhrkamp Verlag erschienen – einen Aufsatz im Monthly Review unter dem Titel „The commitment of the Intellectual“. Baran nennt diese Wissenschaftler „Intellektarbeiter“ und schreibt: „Sie nehmen eine agnostische Haltung gegenüber den Zielen selbst ein … Es sollte vollkommen klar sein, dass eine solche Preisgabe in der Praxis auf die Billigung des Status quo hinausläuft, auf die Unterstützung derer, die versuchen, jede Veränderung der bestehenden Ordnung zugunsten einer besseren zu verhindern. Es ist die ‚ethische Neutralität‘, die viele Ökonomen, Soziologen und Anthropologen – ich füge die Juristen hinzu – zu der Erklärung veranlasst hat, dass sie als Wissenschaftler keine Meinung“ zu dem Ganzen äußern können. (Paul A. Baran, The Commitment of the Intellectuel, Monthly Review Vol. 13 No.1, May 1961, zit. nach Reprint in MR Pamphlets Series No. 23, 1966, eigene Übersetzung)

     Die zeitnahe Auseinandersetzung von Chomsky und Baran mit den Intellektuellen in den USA erklärt sich aus der Situation des Krieges Mitte der sechziger Jahre. Es ist die Hochzeit des Vietnamkrieges, der die Gesellschaft zur Wahrheit und Stellungnahme zwang: Bist du für oder gegen diesen Krieg? Doch viele Wissenschaftler, Experten, „Intellektarbeiter“ tauchen zwischen dieser Entscheidung ab.

    Eine solche Situation des Krieges haben wir jetzt auch hier. Nicht dass die Bundesrepublik direkt Krieg führt in der Ukraine und in Gaza. Sie ist aber an beiden Kriegen direkt beteiligt und es stellt sich die Frage der Wahrheit und der Stellungnahme gleichermaßen. Auch hier spricht einiges für die Schlussfolgerung von Chomsky, „dass es in der Tat so etwas wie einen Konsensus unter den Intellektuellen gibt, die bereits zu Macht und Wohlstand gekommen sind, oder die glauben, dass sie beides erreichen können, wenn sie die Gesellschaft nehmen, wie sie ist und die Werte fördern, die in dieser Gesellschaft hochgehalten werden.“ Für sie ist die Wissenschaftsfreiheit kein Problem, sie genießen sie ohne Einschränkung.


    Der Frieden ist der Kern der internationalen Solidarität und die zentrale Aufgabe der Wissenschaft ist, für den Frieden zu arbeiten

    Der Wissenschaftler als Intellektueller hingegen muss sich entscheiden, „die Lügen der Regierenden zu entlarven, die Handlungen nach ihren Ursachen, Motiven und oft verborgenen Absichten zu analysieren“, wie Chomsky es formuliert hat. Es ist also nicht allein die Suche nach der Wahrheit, die für ihn die Wissenschaftsfreiheit begründet. Es ist vor allem der Mut, rationale Forschung durchzuführen, wohin auch immer sie führen mag, und „schonungslose Kritik an allem, was existiert, zu üben, schonungslos in dem Sinne, dass die Kritik weder vor ihren eigenen Schlussfolgerungen noch vor Konflikten mit den Mächtigen zurückschreckt.“ Das bedeutet, die Angst zu überwinden, von der herrschenden Klasse in Politik, Regierung und den Medien als Unruhestifter -neudeutsch als Verschwörungstheoretiker – gebrandmarkt zu werden, der um den Status und die Privilegien eines in ihren Diensten stehenden Intellektuellen fürchten musss.

    Hier wird die Wissenschaftsfreiheit erst relevant. Schon Immanuel Kant verband 1789 in seinem „Streit der Fakultäten“ die Forderung nach einer besonderen Unabhängigkeit der philosophischen Fakultät von obrigkeitlichem Einfluss mit der Verpflichtung der Wissenschaft allein auf die Wahrheit und Vernunft. Doch das allein garantiert ihre Freiheit nicht. Die Unabhängigkeit und Freiheit der Wissenschaft hat ihren Ursprung in den Kämpfen der bürgerlichen Revolution und muss auch heute immer wieder erkämpft werden. Hegel sah die wissenschaftliche Autonomie noch als durch den Staat gewährleistet. Das Grundgesetz lässt in Artikel 5 Abs. 3 den Staat aus dem Spiel: „Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei.“ Es bindet einen Teil ihrer Praxis aber an eine neue Verpflichtung: „Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.“ Wie aber die aktuelle Praxis und die Angriffe auf die kritische Wissenschaft und Solidarität zeigen, stellt sich der Staat nicht als Garant der Wissenschaftsfreiheit, sondern als die Gefahr heraus, gegen die es die Wissenschaft zu verteidigen gilt.

    Und dazu ein letztes Beispiel. Vor genau zwei Jahren hatte der ASTA der Hamburger Universität die Räume der Universität einer Internationalen Konferenz unter dem Titel „Challenging Capitalist Modernity IV -WE WANT OUR WORLD BACK!“ in der vorlesungsfreien Zeit zur Verfügung gestellt. Diese Konferenz, ihre internationalen Dozenten und Dozentinnen und über tausend Besucherinnen und Besucher hatten die Gastfreundschaft der Universität bereits dreimal zuvor in den vergangenen Jahren genossen. In diesem Jahr untersagte der Präsident der Universität die Vergabe der Räume genau eine Woche vor Beginn der Konferenz. Zur Begründung des Verbots bezog er sich auf eine Warnung des Verfassungsschutzes, es handele sich um eine Propagandaveranstaltung für die kurdische PKK. Die PKK ist seit 1993 als Terrororganisation in Deutschland und Europa verboten.

    Die Initiative für diese Konferenzreihe ging von kurdischen Studierenden aus, die auch bei der Organisation maßgeblich beteiligt waren. Die drei vorangegangenen Konferenzen waren ohne Zwischenfälle vorübergegangen. Noch ehe sich die Studierenden des ASTA sammeln konnten, reichte der Präsident eine weitere Begründung nach, die er ebenfalls vom Verfassungsschutz erhalten hatte. Es sei eine Reihe von kurdischen Vereinen identifiziert worden, die die Konferenz unterstützten und ebenfalls Verbindung zur PKK hätten. Es handelt sich um ca. 7 Vereine, die seit Jahren ohne Probleme und polizeiliche Beanstandungen ihren kulturellen und sozialen Aufgaben nachgehen. Das angerufene Oberverwaltungsgericht konnte nicht mehr rechtzeitig eine Entscheidung fällen. Es mussten schnellstens verschiedene Räume in der Stadt gemietet werden, wo die Konferenz dann in reduzierter Form stattfinden konnte.

    In letzter Zeit sind Forderungen laut geworden, den Verfassungsschutz mit der Identifizierung antisemitischer und islamistischer Aktivitäten in Universitäten zu betrauen. Weitgehend unbekannt war bisher, dass die verschiedenen Verfassungsschutzämter schon seit Jahren in den Universitäten undercover aktiv sind.  Wie kann es sein, dass autonome Institutionen der Wissenschaft das zulassen und auch noch beliebigen ungeprüften Denunziationen Folge leisten?

    Der Akademische Senat hat am 13. April 2023 eine Erklärung verabschiedet, in der er mit 9 gegen 3 bei 6 Stimmenthaltungen unter anderem „dem Präsidium der Universität Hamburg empfiehlt, zukünftige Versuche des Landesamtes für Verfassungsschutz, auf den Inhalt und den Ablauf wissenschaftlicher Tagungen und Veranstaltungen an der Universität Hamburg Einfluss zu nehmen, zurückzuweisen. Einstimmig wurde die Bitte des Senats an das Präsidium angenommen, „unter Einbeziehung des Akademischen Senats öffentliche Veranstaltungen zum Verständnis und der Praxis der Wissenschaftsfreiheit an der UHH zu planen und durchzuführen.“

     Zwei Jahre fand das Präsidium offensichtlich keine Zeit, diese Bitte zu erfüllen. Nun haben die Studierenden dieser Universität die Initiative ergriffen und eine solche Konferenz zur „Praxis der Wissenschaftsfreiheit“ organisiert, wofür ihnen Dank gebührt.

    Was hat Wissenschaftsfreiheit mit internationaler Solidarität zu tun, kann man sie von der Wissenschaft überhaupt einfordern? Ich komme auf mein erstes Beispiel zurück, die Drohungen gegen Iran wegen des angeblichen Baues einer Atombombe in den Jahren 2007/2008. Zwei Atommächte, die USA und Israel, drohen auch heute wieder offen mit Gewalt, wenn sich der Iran ihnen nicht unterwirft. In dieser Zeit, inmitten von Kriegen, an denen die europäischen Staaten alle aktiv beteiligt sind, ist der Frieden der Kern der internationalen Solidarität und die zentrale Aufgabe der Wissenschaft, für den Frieden zu arbeiten.

    Solidarität mag sich in Entwicklungs- und Katastrophenhilfe äußern. Solidarität für den Frieden verlangt jedoch mehr, sie verlangt die schonungslose Kritik an dem System, in dem wir leben, das immer wieder den Krieg aus sich hervorbringt. Sie verlangt den Mut, auch ohne Rücksicht auf die eigenen Statusprivilegien gegen die forcierte Militarisierung, gegen die unverkennbaren strategischen Vorbereitungen auf einen großen Krieg und gegen die ideologische Einstimmung der Menschen auf den Krieg, sprich „Kriegstüchtigkeit“, zu arbeiten. Das ist mehr als „Friedensforschung“, das fordert uns auf, der Schlächterei in Gaza und den Plänen einer „Endlösung“ offen entgegenzutreten.

    Die Freiheit der Wissenschaft muss immer wieder erkämpft werden, und das wird uns nur gelingen als Wissenschaft für den Frieden. Das ist riskant, braucht Mut und kostet Kraft, doch nur so können wir die Freiheit der Wissenschaft sichern.

    Prof. Dr. Norman Paech hielt diesen Text als Vortrag im Rahmen der Veranstaltung „Academia Under Attack. Konferenz für Wissenschaftsfreiheit und internationale Solidarität“, die am 12. und 13. April 2025 an der Universität Hamburg stattfand. Sie wurde von Lehrenden, Beschäftigten und Studierenden der Hamburger und anderer norddeutscher Hochschulen organisiert, die eine kritische, friedensorientierte und internationalistische Orientierung verbindet.

    Zum Thema siehe auch das Gespräch mit Norman Paech: „Wer in der Verantwortung zu Israel steht, steht auch in der Verantwortung zu Palästina“

     

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    1. Bravo und danke!

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  • Wissenschaft ler und Intellektuell: innen
    sind heute meist Wasserträger ihrer Geld geber und ihrer Arbeitgeber, vollgestopft mit Daten aber ohne Bildung.

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    1 Antwort auf diesen Kommentar anzeigen ▼

  • „Es ist schwierig, jemandem etwas verständlich zu machen, wenn sein Gehalt davon abhängt, dass er es nicht versteht!“ (Upton Sinclair). Es lebe die Wissenschaftsfreiheit…????

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  • Danke, solche Intellektuellen sind leider Ausnahmeerscheinungen.
    Intellektuell meint ja nur, dass der Betroffene eine bestimmte Bildung durchlaufen hat und sagt nichts über seinen Verstand aus. Schopenhauer sagte dazu :
    „Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand.“

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  • „Deutschlands Intellektuelle sind wie Stabhochspringer, die nie abheben. Sie rennen an, sie schwitzen, sie zittern – aber springen? Niemals. Zu groß die Angst, das herrschende Dogma zu verletzen. Zu groß die Sorge, aus dem Kreis der Gleichdenkenden ausgeschlossen zu werden.
    Zu groß die Sorge, sein üppiges Staatsgehalt zu verlieren.“
    Mehr ist dazu nicht zu sagen! Solange es sich im Elfenbeinturm in Luxus leben lässt, steigt von dort kaum jemand freiwillig herab…

    Antworten

  • Es waren und sind Wissenschaftler und Intellektuelle, die in „Think Tanks“, NGO… , Regierungsdienststellen die Strategien und Pläne ausgearbeitet haben, Russland zu vernichten.
    Es waren Wissenschaftler, die die Propagandastrategien ausgearbeitet haben, um die Bevölkerung „kriegstüchtig“ zu machen. Es waren Wissenschaftler, Ärzte und Psychologen, die die Foltermethoden der Geheimdienste und Militärs akribisch ausgearbeitet haben….
    All das haben diese Leute freiwillig und oft auch mit Begeisterung getan. Die Folgen ihrer Arbeiten waren und sind ihnen egal!

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    1 Antwort auf diesen Kommentar anzeigen ▼

  • This is real science in action:
    https://original.antiwar.com/joseph_terwilliger/2025/05/25/in-defense-of-whataboutism-the-scientific-method-of-justice/

    Antworten

  • Man muss sich mal vorstellen, was für ein Wahnsinn das ist, wenn ein Staat das Töten von Menschen in Friedenszeiten entweder als schwerstes aller Verbrechen bestraft oder im Kriegsfall dann verlangt.

    Der Staat schwingt sich also als Herrscher über Leben und Tod auf.

    Mit welchem verdammten Recht?

    Gleichzeitig erzählen die uns was über „Werte“, z.B. die Menschenrechte und behaupten, man müsse diese im Kriegsfall gegen den bösen Feind verteidigen. Oder die Demokratie! Denkt denn keiner an die arme Demokratie?

    Frage: Werden Soldaten eigentlich demokratisch gefragt, ob sie in den Krieg ziehen wollen?

    Komisch. Die Bilder aus der Wiege der Demokratie, die ja neuerdings in der Ukraine geboren wurde, sehen nicht so aus, als würden die Zwangsrekrutierten jubeln, wenn man sie von der offenen Straße weg gegen ihren massiven Widerstand und mit zahlenmäßiger Übermacht seitens der Feldjäger in Kleinbusse prügelt.

    Entschuldigung: Der erste Feind eines Soldaten ist sein eigener Staat, der ihn in den Krieg zwingt.

    Wieso akzeptieren das soviele Leute? Mein Naturrecht als Mensch ist das Recht auf Leben, auf Überleben, darauf niemanden töten zu müssen. Kein Staat der Welt hat das Recht, mich zum Töten zu zwingen oder mich auf ein Schlachtfeld zu schicken, auf dem ich getötet werden kann. Ich gehöre keinem Staat mit Haut und Haar und ich akeptiere es nicht, wenn so getan wird, als sei das trotzdem so! Das ist nämlich eine Lüge!

    Wieso tun die vielen sendungsbewußten Akademiker so, als hätten sie nie was vom Naturrecht gehört? Oder vom rousseau´schen Gesellschaftsvertrag? Alles vergessen, was am Anfang stand? An dem Anfang, als im Rahmen der Aufklärung plötzlich Staaten sich vor ihren Bürger zu legitimieren hatten und nicht umgekehrt?

    Was ist der Unterschied zum Gottesgnadentum absolutistischer Monarchen? Dass Staaten inzwischen selbst Gott spielen und sich nicht mehr nur auf ihn berufen?

    Man kann die Menschenrechte nicht an- und ausschalten wie einen Lichtschalter. Entweder gelten sie oder sie sind nur hohles Gelaber für Dummköpfe, denen man weismachen kann, sie müssten diese Rechte mit ihrem Leben verteidigen und zwar genau in dem Moment, in dem ihr eigener Staat sie ihnen bereits abgesprochen hat, weil dieser Staat glaubt, er könne über Leben und Tod bestimmen.

    Ich habe das Gefühl, dass viele Akademiker (Intellektuelle sind das nämlich gerade nicht!) so sehr in Narrativen verstrickt sind, dass ihnen vollständig die Klarheit abhanden gekommen ist. Nein, Krieg führen ist nicht legitim. Es ist nicht legitim, Individuen zu bestrafen für Politikerentscheidungen. Es ist nicht legitim, Menschen zum Objekt zu degradieren für staatliche Interessen.

    In Friedenszeiten würde es das Bundesverfassungsgericht empört weit von sich weisen, Menschen zum bloßen Werkzeug zu machen. Wieso sollte das in Kriegszeiten anders sein? Gelten Rechte universal oder doch nicht? Ist die Menschenwürde nicht anzutasten oder doch? Was denn jetzt?

    Was mich schon im Studium aufgeregt hat, das war diese Mentalität, die offensichtliche Widersprüche einfach hingenommen und eine fragende Studentin als ein bisschen naiv hingestellt hat, wenn die wagte, auf diese Widersprüche hinzuweisen. Ich bin aber der Meinung, dass es Voraussetzungen dafür gibt, einem Staat zu gestatten, persönliche Freiheiten einzuschränken (um z.B. das Recht des Stärkeren einzuschränken und damit Freiheit für alle zu schaffen). Aber nein, es ist nicht legitim, wenn Staatsgebilde sich selbst für wichtiger halten als das Leben ihrer Bürger. Das kann man natürlich so machen, aber dann will ich nicht die Schalmeien-Gesänge von den Menschenrechten hören. Das löst nämlich zusätzlich zum Zwang durch einen Staat, der mich zum Werkzeug seiner Macht degradiert, auch noch einen Brechreiz aus. Ich will nicht auch noch angelogen werden und das ist genau der Punkt, der mich an den sog. „Intellektuellen“ so ankotzt: Die meinen, sie könnten mit vielen Nebensätzen und Wortgeklingel verschleiern, dass die Menschenrechte ein Beschiss sind, wenn sie im Kriegsfall nicht gelten.

    Und dabei wäre es genau ihre Aufgabe, unermüdlich immer und immer wieder auf diesen Betrug hinzuweisen.


  • Info: https://overton-magazin.de/top-story/wissenschaftsfreiheit-und-internationale-solidaritaet/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    25.05.2025

    Über 40 Prozent des Bundeshaushalts sollen in Aufrüstung „investiert“ werden – Was sagt die SPD-Ministerin für Arbeit und Soziales dazu?

    nachdenkseiten.de, 25. Mai 2025 um 13:00 Ein Artikel von: Florian Warweg

    Kanzler Friedrich Merz und sein CDU-Kollege und Außenminister Wadephul sprechen sich dafür aus, fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in militärische Aufrüstung zu stecken. Was für unbedarfte Ohren vielleicht erst mal nach gar nicht so viel klingt, ist in Wirklichkeit eine gigantische Summe, die über 40 Prozent (rund 220 Milliarden Euro) des aktuellen Bundeshaushalts entspricht. Die NachDenkSeiten wollten vor diesem Hintergrund wissen, ob die SPD-Ministerin für Arbeit und Soziales, Bärbel Bas, angesichts der zahlreichen Baustellen bei sozialen Themen in dieser Republik diese Priorisierung des Militärischen zu Lasten sozial- und arbeitspolitischer Maßnahmen so teilt oder eine andere Position einnimmt.

    Screenshot_2025_05_26_at_09_17_31_ber_40_Prozent_des_Bundeshaushalts_sollen_in_Aufr_stung_investiert_werden_Was_sagt_die_SPD_Ministerin_f_r_Arbeit_und_Soziales_dazu

    Video https://www.youtube.com/watch?v=c65ZplIGDsE Dauer 2:00 min


    Auszug aus dem Wortprotokoll der Regierungspressekonferenz

    Frage Lunday
    Meine Frage richtet sich an Herrn Müller. Die Forderung des Außenministers gestern in Bezug auf das Fünf-Prozent-Ziel der Verteidigungsausgaben hat vor allem bei den Regierungsabgeordneten für Aufruhr gesorgt. Wurde Ihr Haus vor der Verkündung gestern über die Aussagen von Herrn Wadephul informiert? Wie bewerten Sie die Signalwirkung einer solchen Aussage, besonders mit Blick auf den NATO-Gipfel und die Forderungen der USA?

    Müller (BMVg)
    Unser Minister hat sich gestern ausgiebig zur Thematik geäußert. Er hat auch geäußert, was für ihn wichtig ist. Wichtig ist, dass wir die Fähigkeiten schaffen, um die Bündnisverteidigung und dem Auftrag der Bundeswehr gemäß Grundgesetz gerecht zu werden. Er hat auch ganz klar gesagt, dass dazu weitere finanzielle Anstrengungen nötig sein werden. Das ist kein Geheimnis. Das ist ein Prozess, der seit Monaten, wenn nicht seit Jahren läuft. Wir wissen das, und es ist auch kein neuer Weg, denn wir steigern ja nicht nur Ausgaben. Ich will gar nicht über Ausgaben reden. Wir steigern unsere Anstrengungen seit Jahren kontinuierlich, um diesen Weg weiter zu gehen. Wir werden dies in der Zukunft weiter konsequent fortführen. Maßgeblicher Meilenstein werden hier die NATO-Fähigkeitsforderungen sein, die im Juni zum Gipfel bekannt und final abgestimmt sein werden. Davon ausgehend wird dann innerhalb der Regierung festgelegt werden, wie dieser Weg weiter zu gehen ist.

    Zusatzfrage Lunday
    Es ist ja doch ein Geheimnis, ob das Haus im Vorfeld zu der Verkündung informiert wurde. Wurde das Haus darüber informiert?

    Müller (BMVg)
    Wir haben eine ganz interne Regierungskommunikation, die die Regierung ganz eng abstimmt. Alles weitere hat der Minister gestern gesagt.

    Wagner (AA)
    Als NATO-Ressort kann ich zum Verständnis von allem noch einmal einordnen: Das war eine Äußerung, die am Rande des informellen NATO-Außenministertreffens in Antalya gefallen ist. Im Moment wird der NATO-Gipfel im Juni vorbereitet. Da geht es eben um die Frage, wie wir uns für unsere Sicherheit und Verteidigung im Bündnis für die Zukunft aufstellen. Das ist im NATO-Prozess immer aus der Bedrohungslage, aus der Gefährdungslage abgeleitet. Im Moment stellt Russland die große Bedrohung für das Bündnisgebiet dar. Aus dieser Bedrohungslage heraus leitet die NATO dann Fähigkeitsziele ab und unterlegt diese mit einer Zielmarke, die es an Verteidigungsausgaben braucht. In der Hinsicht hat der NATO-Generalsekretär Mark Rutte einen Vorschlag unterbreitet, der 3,5 Prozent für Verteidigungsausgaben plus 1,5 Prozent für weitere sicherheitsrelevante Infrastrukturausgaben für Mobilität, Sicherheit, Resilienz vorsieht. Das ist ein Vorschlag, zu dem sich der Außenminister gestern eingelassen hat. Er hat aber auch betont, dass es dazu jetzt natürlich die Gespräche innerhalb des Bündnisses gibt.

    Frage Herzog
    Herr Meyer, ist das denn nun eine Position der Bundesregierung insgesamt oder bisher nur eine Positionierung des Außenministers?

    Vize-Regierungssprecher Meyer
    Die Bundesregierung hat gestern in unterschiedlichen Konstellationen dazu kommuniziert und hat sehr klar gemacht, dass die Verteidigungsausgaben steigen werden. Das ist völlig klar, und es ist auch notwendig, wenn man sich anschaut, wie groß die Bedrohungslage für Europa und Deutschland sein wird. Es gab das große Finanzpaket, das durch den Bundestag gegangen ist und das auch eine Grundlage für den Koalitionsvertrag war. Sie wissen, dass eine Säule davon ist, die Verteidigungsausgaben deutlich zu erhöhen und insbesondere im Bündnis Aufgaben wahrzunehmen. Zum weiteren Prozess haben die Kollegen gerade alles gesagt. Sie sahen hier gerade einen sehr glücklichen stellvertretenden Regierungssprecher, weil das sehr gut zusammenpasste. Das wird jetzt im weiteren Prozess, auch im NATO-Prozess entschieden. Am Ende wird es eine Entscheidung geben.

    Zusatz Herzog
    Dass die Verteidigungsausgaben steigen sollen, wissen wir ja eigentlich schon, das wussten wir auch schon vorgestern. Die Frage ist, ob sich die Bundesregierung insgesamt hinter diese Fünf-Prozent-Forderung bzw. die 3,5 Prozent plus 1,5 Prozent stellt oder nicht.

    Meyer
    Das ist ein Vorschlag, der im Raum steht. Das wurde ja gerade beschrieben. Die Bundesregierung ist sich einig, dass man jetzt sich weiter in diesen Prozess bei der NATO einbringen wird und dann Entscheidungen treffen wird, auch im Rahmen des NATO-Summits, vor allen Dingen abgeleitet von Fähigkeitszielen.

    Frage Dr. Rinke
    Es gibt ja insofern ein kleines Problem, weil der Haushaltsentwurf vor dem NATO-Gipfel aufgestellt werden muss. Ist von daher diese öffentliche Äußerung von Herrn Wadephul nicht sogar berechtigt? Es muss ja eine Zielorientierung geben, die man vor dem NATO-Gipfel treffen muss, was den Haushalt angeht. Wäre der Bundeskanzler einverstanden, wenn man in diesem Jahr – wie Herr Pistorius das anscheinend möchte – die Verteidigungsausgaben auf mehr als 60 Milliarden Euro im normalen Einzelplan für den Verteidigungshaushalt anhebt?

    Meyer
    Das Verfahren zum Haushalt und die Gespräche dazu beginnen jetzt sehr zeitnah. Den konkreten Verhandlungen möchte ich aber nicht vorgreifen. Klar ist: Die Verteidigungsausgaben werden steigen, müssen steigen. In Bezug auf die Positionierung zur NATO ist sich die Bundesregierung komplett einig.

    Frage Jung
    Eine kurze Lernfrage an Frau Wetter. Fünf Prozent des BIP wären 220 Milliarden Euro im Jahr 2025. Da wären wir bei 45 Prozent des gesamten Bundeshaushalts. Ist der Bundesregierung klar, wie groß dieser Anteil ist, was das für ein Wahnsinn ist?

    Wetter (BMF)
    Ich kann dazu nur auf die Aussagen vom Bundesfinanzminister Klingbeil verweisen, der sich ja gestern im Rahmen der Pressekonferenz zur Steuerschätzung dazu geäußert hat. Wie es gerade schon von meinen Kollegen hier vorgebracht wurde, hat auch er noch einmal darauf verwiesen, dass die Bundesregierung vor dem Beginn der Koalitionsverhandlungen die Grundgesetzänderungen geschaffen hat, dass wir eine Ausnahme für die Verteidigungsausgaben haben und vor allem die Fähigkeitsziele der NATO im Fokus stehen.

    Zusatzfrage Jung
    Ich hatte jetzt nur gebeten, dass Sie uns bestätigen, wie viel fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts sind. Herr Wagner: Weiß das der Außenminister? Herr Meyer: Weiß das der Bundeskanzler?

    Herr Meyer, wir arbeiten hier nicht zusammen! Ich bitte Sie, diese unglückliche Formulierung nicht mehr zu verwenden.

    Wagner (AA)
    Herr Jung, natürlich weiß der Außenminister, was für die Sicherheit und Verteidigung Europas und Deutschlands notwendig ist. Es geht hier nicht um eine Fünf-Prozent-Debatte, sondern es gibt einen Vorschlag des NATO-Generalsekretärs für eine etwaige Zielmarke, über die man sich dann beim anstehenden NATO-Gipfel verständigen wird. Mit Bezug auf das, was Herr Rinke vorhin gefragt hat: Es geht nicht darum, es für diesen Haushalt in diesen Größenordnungen geltend zu machen, sondern es geht um NATO-Zielmarken, die eine gewisse zeitliche Streckung haben werden. Das sind auch keine Fantasiezahlen, sondern das sind Zahlen, die in der NATO von einer Bedrohungsanalyse ausgehend abgeleitet werden, und zwar abgeleitet von der Frage: Was müssen wir, um die Abschreckungs- und die Sicherungsfähigkeit der NATO beizubehalten, uns als Bündnis leisten, um unsere Sicherheit zu garantieren? Mark Rutte stellt dort dieses Modell 3,5 Prozent plus 1,5 Prozent in den Raum. Zur historischen Einordnung: Es gab schon Zeiten in diesem Land, zu denen wir Verteidigungsausgaben um die 3,5 Prozent hatten. Das ist noch gar nicht so lange her.

    Vorsitzende Buschow
    Herr Jung, Ich glaube, das Gegenteil von „nicht zusammenarbeiten“ ist „gegeneinander arbeiten“. Auch wenn man auf zwei verschiedenen Seiten steht, arbeitet man zusammen, denn das Gegenteil verstehe ich nicht. Auf jeden Fall würde ich Sie bitten, Rufe zur Ordnung der Sitzungsleitung zu überlassen.

    Zusatzfrage Jung
    Hier geht es um das Grundsätzliche. Journalisten arbeiten nicht mit PR-Leuten der Bundesregierung zusammen. Wir haben ein unterschiedliches Rollenverständnis. Darauf hat ja auch die scheidende Regierungssprecherin Hoffmann beim letzten Mal hingewiesen. Ich glaube, Sie waren auch dabei. Es ist essenziell, dass wir das hier trennen und nicht zusammenarbeiten.

    Ich hatte gefragt, ob Herrn Merz klar ist, wie viel fünf Prozent eigentlich bedeutet.

    Meyer
    Mathematisch, meinen Sie?

    Zusatz Jung
    In der Relation.

    Meyer
    Ich gehe davon aus, dass ihm das bekannt ist.

    Frage Warweg
    Herr Stratmann, der Kollege hat es ja schon erwähnt: Fünf Prozent des BIP entspräche über 40 Prozent des aktuellen Bundeshaushalts. Gerade angesichts der vielen Baustellen, die Ihr Ministerium im Bereich Arbeit und Soziales hat: Teilt denn die Ministerin diese aktuelle Prioritätensetzung auf das Militärische, die effektiv zu Lasten der ganzen sozialen Baustellen geht, die wir in dieser Republik haben?

    Stratmann (BMAS)
    Sie können davon ausgehen, dass regierungsinterne Beratungen stattfinden und da entsprechende Gespräche über einzelne Punkte stattfinden. Insbesondere darüber habe ich mich mit der Ministerin jetzt nicht ausgetauscht.

    Zusatz Warweg
    Aber meine Frage war ja eher grundsätzlicher Art, nämlich ob sie diese Prioritätenverschiebung hin zu Militärischem – per se eigentlich nicht besonders nachhaltige Investitionen – und merklich zu Lasten auch ihres eigenen Ministeriums, gerade im Bereich Arbeit und Soziales, so teilt oder ob sie da eine andere Position einnimmt.

    Stratmann (BMAS)
    Sie können davon ausgehen, dass das Ganze regierungsintern beraten und abgestimmt wird und dass ich dem nichts hinzuzufügen habe.


    Titelbild: Screenshot NachDenkSeiten, Bundespressekonferenz 16. Mai 2025


    Mehr zum Thema: Steinmeier: „Ein schlecht gerüstetes Deutschland ist heute die größere Gefahr für Europa als ein stark gerüstetes Deutschland“ Die große Simulation – Wie uns Künstliche Intelligenz, Medien und Regierung auf Krieg polen

    „Die Mehrheit will keinen Krieg – wir müssen ihr wieder eine Stimme geben“

    Und der Wählerwille? „Sondervermögen” soll noch durch abgewählten Bundestag gepeitscht wer


    Rubriken: Aufrüstung Finanzpolitik


    Schlagwörter:



    Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=133392


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    25.05.2025

    Aus dem Maschinenraum einer Weltmacht – Ein explosives Interview mit Oberst Lawrence Wilkerson, ehemaliger Stabschef von Colin Powell unter George W. BushScreenshot_2025_05_25_at_22_27_20_Col._Lawrence_Wilkerson_Washington_s_Rivalries_Coups_Wars_Cover_Ups_YouTube

    nachdenkseiten.de, 25. Mai 2025 um 12:00 Ein Artikel von Maike Gosch

    Oberst Lawrence Wilkerson gab kürzlich dem norwegischen Professor Glenn Diesen in einem Video-Interview tiefe Einblicke in die Strategien der USA in Europa mit Bezug auf die NATO, aber auch auf die gesamte aggressive Interventions- und Außenpolitik inklusive Regime-Change-Operationen und den Einsatz der Geheimdienste sowie (besonders interessant) die Rolle von NGOs hierbei – und das über den Zeitraum von 2002 bis heute. Meiner Ansicht nach sind diese Aussagen ungeheuer relevant, denn hier spricht nicht jemand, der diese Tätigkeiten als „Verschwörungstheorie“ in den Raum stellt, sondern ein Insider, der an ihrer Planung und Durchführung beteiligt war. Alles, was Wilkerson in diesem Interview erzählt, klingt nach dem, was von vielen Politikern und den etablierten Medien inzwischen nur noch als „russische Narrative bedienen“ verleumdet wird. Es spricht hier jedoch ein sehr hochrangiger Militär aus dem Team um den republikanischen Präsidenten George W. Bush, dem bisher (es kann ja noch kommen!) keine Nähe zur russischen Regierung vorgeworfen werden konnte. Ein Artikel von Maike Gosch.


    Ich halte dieses Interview (Video https://www.youtube.com/watch?v=bGEE0O6PM1Q Dauer 21:40 min) norwegischen Professors Glenn Diesen mit Oberst Lawrence Wilkerson, dem früheren Stabschef von US-Außenminister Colin Powell in der Regierungszeit von George W. Bush, für so relevant und interessant, dass ich es mit den Lesern und Leserinnen der NachDenkSeiten weitgehend vollständig teilen möchte. Der Teil, auf den ich mich hier beziehe, ist ein Ausschnitt aus einem etwa einstündigen Gespräch. Dieses ist auch in seiner gesamten Länge interessant, Sie finden es hier auf YouTube (Video https://www.youtube.com/watch?v=fHJJDOHV9dc Dauer 1:00:27 h).

    Warum halte ich die Aussagen in diesem Interview für so relevant? Lawrence Wilkerson beschreibt, wie Washington gezielt europäische Länder beeinflusste, um deren Zustimmung zur Ausdehnung des NATO-Bündnisses zu sichern. Dabei kamen laut Wilkerson auch verdeckte Operationen zum Einsatz, insbesondere in der Ukraine, Georgien, Skandinavien, Osteuropa und Rumänien. Vieles, was Wilkerson hier aus eigener Erfahrung berichtet, sind Ereignisse und Strategien der USA und ihrer sowie anderer Geheimdienste, die von kritischen geopolitischen Beobachtern seit Jahren vermutet werden. Hier plaudert aber ein Beteiligter aus dem Nähkästchen über die Strategie und das Vorgehen der USA in den Jahren seit ca. 2002 bis heute, um die Bevölkerung und die Politiker in den europäischen Ländern durch ausdrücklich undemokratische und geheimdienstliche Methoden und mit Hilfe von sogenannten NGOs auf NATO-Kurs zu bringen und auch in eine Beteiligung in einem Krieg mit Russland zu treiben. Ich fühlte mich beim Zuhören teilweise wie beim Lesen des letzten Kapitels in einem Agatha-Christie-Roman, in dem Hercule Poirot der versammelten Mannschaft aufdröselt, wie der Mord begangen wurde. Und plötzlich ergibt alles, was man bis dahin gelesen hat und das Fragezeichen auslöste, einen Sinn.

    Insbesondere vor dem Hintergrund, dass seit einigen Jahren Politiker, Aktivisten und Intellektuelle in Deutschland massiv angegriffen und sogar vom Verfassungsschutz beobachtet werden dafür, dass sie ihre Vermutungen oder Überzeugungen äußern, es gebe massive Beeinflussung der deutschen und europäischen Außenpolitik durch die USA und ihre Geheimdienste und es handele sich bei dem Ukraine-Krieg um einen Stellvertreterkrieg der USA, sind die Ereignisse und Hintergründe, die Wilkerson hier aufdeckt, hochgradig brisant und relevant.

    Aber lesen Sie selbst. Ich habe das Interview transkribiert, im Sinne der besseren Lesbarkeit sprachlich etwas bearbeitet und teilweise gekürzt. Wo nötig, habe ich erklärende Hinweise oder Erläuterungen eingefügt:


    Das Interview

    Zunächst fragt Prof. Glenn Diesen seinen Gesprächspartner Oberst Lawrence Wilkerson, wie die USA Schweden und Finnland dazu bekommen haben, ihre Neutralität aufzugeben und Mitglieder der NATO zu werden, obwohl die Bevölkerung in diesen Ländern über Jahrzehnte mehrheitlich gegen eine Mitgliedschaft und für Neutralität war.

    Lawrence Wilkerson: Wir wussten das und haben große Anstrengungen unternommen, die noch immer andauern. Unsere Bemühungen begannen im Jahr 2002, sie begannen in meiner Regierung und sie begannen mit aller Macht mit Jens Stoltenberg. Wir wollten, dass Jens Stoltenberg der neue Generalsekretär der NATO wird, und wir waren fest entschlossen, dies zu erreichen.

    Glenn Diesen: Warum?

    Warum? Weil wir wussten, dass er unser Mann war. Wir wussten, dass er tun würde, was wir von ihm wollten. Wir wussten, dass er in Bezug auf die NATO-Erweiterung auf unserer Linie lag. Wir sprachen davon, dass letztendlich wahrscheinlich jedes Land, das wir geografisch zu Europa zählen könnten, egal wie klein, egal wie kriminell, egal wie undemokratisch, jedes einzelne Land in Europa Mitglied der NATO werden sollte, und wir brauchten eine ganz neue Strategie für diejenigen, die sich entweder aus Neutralitätsgründen weigerten oder einfach eine Bevölkerung hatten, die nicht Mitglied der NATO werden wollte. Also begannen wir mit dem, was wir „Farbrevolutionen“ nennen. Sie wurden innerhalb der Länder orchestriert, jedes Land hatte sein eigenes Paket, und dieses Paket umfasste alles von Nichtregierungsorganisationen über „qua-orgs“, also quasi-staatliche Organisationen, bis hin zu Regierungsorganisationen, politischen Organisationen oder Besuchen von (Anm. M.G.: U.S.-amerikanischen) Senatoren und Abgeordneten. Das war ein großer Teil der Kampagne, und sie konzentrierten sich heimlich und offen bei all diesen Aktionen, wie die Besuche von Senats- und Kongressdelegationen, auf die Menschen innerhalb des Landes, die unseren Wünschen entsprechen wollten, die wollten, dass ihr Land Mitglied der NATO wird – egal, wie lange sie vielleicht neutral gewesen waren, wie im Fall einiger Skandinavier –, die wollten, dass ihr Land ein Vasall der Vereinigten Staaten wird, um die Sterne auf den Schultern (Anm. M.G.: um ihre Karriere zu fördern) und die Panzer und die F-35 und all das andere Zeug zu bekommen, und es war sehr erfolgreich.

    Meiner Meinung nach sind wir nur in ein oder zwei Ländern gescheitert, die ganz oben auf unserer Zielliste standen, vor allem, weil – und das ist meine Vermutung – das kommunistische Erbe dort nicht so ausgeprägt war wie in anderen Ländern, die hinter dem Eisernen Vorhang gewesen waren, und auch nicht etwas war, das die Skandinavier oder andere Länder, die nicht hinter dem Eisernen Vorhang lagen, erschreckte. In ein oder zwei Ländern war das der Fall, und man wurde als NATO-Mitglied wirklich willkommen geheißen, in anderen Ländern war das nicht so, ich würde sagen, bei Viktor Orbán in Ungarn und vielleicht in der Slowakei, wo es nicht dieses Gefühl gab: „Wir waren unter dem Joch der Sowjetunion, jetzt wollen wir nicht unter dem Joch der Russen sein, weil sie die Gleichen sind, sie nennen sich nur anders, und deshalb wollen wir das nicht“, und das hat beispielsweise Polen und andere dazu gebracht, Mitglieder der NATO werden zu wollen, unbedingt Mitglieder der NATO werden zu wollen, sogar führende Mitglieder der NATO werden zu wollen.

    Einige dieser anderen Länder wollten das nicht, also haben wir in einigen, in denen wir es versucht haben, verloren, aber wir haben es in jedem einzelnen Land versucht. In Montenegro hat es hervorragend funktioniert, in Albanien hat es hervorragend funktioniert. Ich sagte zu Powell: „Warum wollen wir kriminelle Staaten in der NATO aufnehmen? Albanien ist ein krimineller Staat. In Montenegro werden mehr Autos gestohlen als in den Vereinigten Staaten. Was zum Teufel machen wir da, wie können sie die NATO-Mitgliedschaftsvoraussetzungen erfüllen?“ „Ich weiß es nicht“, sagte er. Aber wir haben es getan, wir haben sie aufgenommen. Und wir haben diese Kampagnen inszeniert, um das zu erreichen, was ich „Tyrannei der Minderheit“ nenne. Wir haben die politische Minderheit gefunden, nicht die politische Mehrheit, die die NATO-Mitgliedschaft wollte, die unbedingt die NATO-Mitgliedschaft wollte, und wir haben sie bis zum Äußersten unterstützt, wir haben Zeitungen gekauft, wir haben Zeitschriften gekauft, wir haben Artikel gekauft – genau das, was wir 1948 in Italien gemacht hatten, als wir nicht wollten, dass die Kommunisten gewählt werden, wir haben die italienische Regierung gekauft, wir haben 1953 die iranische Regierung gekauft, wir haben 1954 die Regierung in Guatemala gekauft und so weiter und so fort.

    Nun, jetzt sind wir raffinierter vorgegangen, es sind jetzt nicht mehr CIA-Agenten, die das direkt tun. Das sind von der CIA-orchestrierte Kampagnen, die von Nichtregierungsorganisationen durchgeführt werden, manchmal wissentlich, manchmal unwissentlich. Das ist es, was wir zum Beispiel jetzt gerade in Georgien anwenden, indem wir versuchen, die derzeitige Regierung loszuwerden und die vorherige Regierung wieder an die Macht zu bringen, weil diese sich gegen Russland stellen und Mitglied der NATO werden wollen und so weiter. Aber die derzeitige Regierung ist sehr ausgewogen, sie will gute Beziehungen zur EU, gute Beziehungen zu Washington, gute Beziehungen zur NATO und gute Beziehungen zu Moskau. Das gefällt uns nicht, also versuchen wir, sie zu stürzen. So gehen wir heutzutage vor. Wir machen das nicht mit direkten Aktionen, wir machen es mit Aktionen durch NGOs und andere, die, wie ich schon sagte, manchmal wissentlich und manchmal unwissentlich sind. Die Organisationen, die mit dem Republican Institute in Verbindung stehen, handeln meistens wissentlich.

    (Anm. M.G.: Wilkerson spricht hier vermutlich vom Republican International Institute (IRI), eine den Republikanern nahestehende „Nichtregierungsorganisation“, die vom US-amerikanischen Kongress finanziert wird und das republikanische Pendant zum National Democratic Institute (NDI) darstellt. Beide Organisationen erhalten ihre Mittel überwiegend über den National Endowment for Democracy (NED) – ein vom US-Kongress finanziertes Institut, das angeblich die „Förderung von Demokratie weltweit“ zum Ziel hat.)

    Und ich nehme an, das National Endowment for Democracy ist auch eine dieser wichtigen NGOs?

    Das ist eine große, ja, und es gibt noch andere, von denen man gar nicht denkt, dass sie so etwas tun, wie zum Beispiel die FDD (Anm. M.G.: Abkürzung für Foundation for the Defense of Democracies, Stiftung zur Verteidigung der Demokratien, eine neokonservative Denkfabrik mit Sitz in Washington). Und sie tun das natürlich nicht nur im Interesse der Vereinigten Staaten, sondern auch im Interesse Israels, weil das alles miteinander vernetzt ist, sodass mehrere Parteien an der Planung und der Propaganda beteiligt sind. Zum Beispiel arbeiten der Mossad und die CIA zusammen. Gehen Sie mal davon aus, dass der Mossad in der Ukraine tätig ist.

    War das auch die Vorgehensweise gegenüber der Ukraine? Ich meine, wir müssen gar nicht erst bis 2014 gehen, sondern schon 2004 mit der Orangenen Revolution, denn das wurde ganz offen gemacht. Ich erinnere mich, dass Juschtschenko (Anm. M.G.: Der damalige ukrainische Präsidentschaftskandidat Wiktor Juschtschenko) damals sogar die EU-Staaten als die „Paten der Orangenen Revolution“ bezeichnete. Es gab viele ganz offene Einmischungen, und ich denke, die Rosenrevolution in Georgien 2003 und die Orangene Revolution in der Ukraine 2004 waren insofern außergewöhnlich, weil es echte Unzufriedenheit gab, die dort aufgegriffen werden konnte. Ich meine, es gab Korruption, demokratische Defizite, viele Gründe, warum man gegen die Regierung demonstrieren würde, aber zur Bereitschaft, der NATO beizutreten: Alle Umfragen lagen bei etwa 20 Prozent. Niemand wollte Teil der NATO sein, aber die Unzufriedenheit über die Korruption wurde für ein sehr geopolitisches Ziel missbraucht, nämlich der NATO beizutreten und sich gegen die Russen zu stellen. Die überwiegende Mehrheit der Ukrainer bevorzugte Sicherheitsvereinbarungen mit den Russen, nicht mit der NATO. Es war einfach eine außergewöhnliche Entwicklung, aber bei uns wurde sie damals als großer demokratischer Fortschritt verkauft. Aber natürlich scheiterte diese „demokratische Revolution“, weil die Ukrainer diese Regierung nie wollten. Und dann kam 2014, zehn Jahre später, und sie taten genau dasselbe, nur noch brutaler, mit der Entfernung der alten Opposition. Was waren Ihre Erfahrungen im Jahr 2004 mit der gesamten Orangenen Revolution in der Ukraine?

    Ein CIA-Agent sagte mir einmal: „Larry, es gab noch nie eine Waffe, ein Werkzeug oder ein Instrument der nationalen Politik, das so mächtig war wie das, was wir jetzt haben, denn wir haben jetzt die „liberale Demokratie“ auf unserer Seite.“ Denken Sie mal einen Moment darüber nach: Sie haben die „liberale Demokratie“ zu einer Waffe gemacht und nutzten all diese Institutionen und Menschen, die sich stark für ihre Sache engagierten, um „liberale Demokratie“ zu implementieren, Land für Land. Und wie er sagte, ist sie eine sehr mächtige Waffe, wahrscheinlich die mächtigste Waffe, die wir je in die Hand genommen haben. Und ich denke, das beschreibt mit Nuancen, was wir in ganz Europa getan haben und was wir immer noch tun, wie bereits erwähnt, aktuell in Georgien. Nur in Rumänien haben wir es vermasselt. Oder, wir haben es nicht vermasselt, wir waren erfolgreich. Wir haben Călin Georgescu abgesägt. Er war derjenige, der so aussah, als würde er der neue rumänische Präsident werden, also haben wir ihn abgesägt, er ist weg. Ich weiß nicht genau, wie wir das gemacht haben, aber ich weiß, dass wir es gemacht haben, weil mich jemand angerufen und mir gesagt hat, dass sie es machen würden, und wir haben es gemacht, und er war weg.

    In der Woche, in der das passierte, sollte ich ihn noch anrufen, um mit ihm zu sprechen, weil jemand, den ich sehr gut kenne, ihn sehr gut kennt und Georgescu wirklich kalte Füße bekommen hatte. Mein Freund wollte, dass ich mit ihm spreche und versuche, ihn aufzubauen. Ich sagte zu meinem Freund: „Was zum Teufel soll ich zu ihm sagen? Ich kenne ihn überhaupt nicht, wie soll ich ihn dazu bringen, durchzuhalten?“ Er sagte: „Nun, sie werden ihn vernichten, sie werden ihn kriegen.“ Ich wusste, dass sie ihn kriegen würden, und sie haben ihn gekriegt.

    Haben sie das auch 2004 in der Ukraine gemacht?

    2004 mussten sie nicht ganz so direkt vorgehen, um Leute loszuwerden. Aber ja, wir haben schon 2005 und 2006 Leute vom European Command (Anm. M.G.: United States European Command (EUCOM), übergreifendes Kampfkommando der US-Streitkräfte mit Sitz in Stuttgart, zuständig für die Koordination der US-Streitkräfte in Europa) in die Ukraine geschickt, um mit den Asow-Bataillonen und anderen ähnlichen Gruppen zusammenzuarbeiten, um alles vorzubereiten, sodass wir operativ in der Lage sein würden, unsere Geheimdienstarbeit, Waffen und andere Dinge zu integrieren. Wir hatten sogar einen Vier-Sterne-General, der gerne große Motorräder fuhr, insbesondere Harleys, und der gelegentlich als Vier-Sterne-General auf sein Motorrad stieg, um herumzufahren und diese Koordinierungsaufgaben dort zu erledigen. Das alles geschah vor der wirklich angespannten Zeit im Jahr 2014, als wir – wie Sie wissen – so unverhohlen Partei ergriffen haben, dass es schon erbärmlich war. Wir haben die ganze Zeit daran gearbeitet.

    Wurden einige dieser Instrumente für Regimewechsel oder sogenannte Farbrevolutionen inzwischen abgeschafft? Trump hat ja hier die Mittel gekürzt. (Anm.: M.G.: Vermutlich bezieht sich Diesen hier unter anderem auf die massiven Mittelkürzungen an die „Nichtregierungsorganisation“ USAID)

    Das ist eine sehr wichtige Frage. Ich habe neulich gefragt, wie Tulsi als DNI (Anm. M.G.: Tulsi Gabbard, die neue Director of National Intelligence, d.h. die oberste Koordinatorin der US-Nachrichtendienste) und Ratcliffe (Anm. M.G.: John Ratcliffe ist der aktuelle CIA-Direktor) hierzu stehen, und mir wurde gesagt, Ratcliffe sei in all das verwickelt, er sei für alles, was vor sich geht. Also sagte ich: „Sie sagen, Tulsi ist dagegen und Ratcliffe ist dafür – wie zum Teufel will sie ihn umstimmen?“ Keine Antwort.

    Wenn Ratcliffe ein Neocon (Anm. M.G.: Neokonservativer, d.h. Vertreter einer interventionistischen und aggressiven US-Außenpolitik) par excellence ist oder was auch immer er ist, aber entschlossen ist, all diese Dinge aufrechtzuerhalten, komme, was wolle – und ich weiß verdammt gut, wie die CIA Dinge am Laufen hält, wenn der Präsident der Vereinigten Staaten, der Außenminister und der Verteidigungsminister nicht einmal wissen, dass sie das tun – das ist heute gängige Praxis.

    (…)

    Das geht immer so weiter, von Präsident zu Präsident, weil der Präsident keine Klarheit darüber hat, was die CIA vor Ort tut, und die CIA zu einem eigenständigen Akteur innerhalb des nationalen Sicherheitsapparats geworden ist. Die Leute haben davor gewarnt, als wir den DNI geschaffen haben, und dachten, der DNI würde die Macht konsolidieren und vom Präsidenten nicht kontrolliert werden können, aber der DNI hat nie Geld und Personal bekommen. Trump hat versprochen, das mit Tulsi zu tun, aber soweit ich weiß, hat er das noch nicht getan. Wenn man kein Geld hat, wenn man keine Kontrolle über den Haushalt und auch nicht über den geheimen Haushalt hat und wenn man keine Kontrolle über die Leute hat, das heißt, wenn man die Leute nicht entsprechend ihrer Klugheit, ihrem Talent, ihrer Flexibilität oder was auch immer von der CIA zum INR (Anm. M.G.: Bureau of Intelligence and Research, Nachrichtendienst des US-Außenministeriums für politische Analyse, diplomatische Berichterstattung und die Bewertung außenpolitischer Entwicklungen) im Außenministerium oder vom INR im Außenministerium zum DNI oder in ein Amt oder zu Mitarbeitern oder zur CIA oder was auch immer versetzen kann – wenn man das nicht kann, wie mächtig ist man dann? Wenn Sie nur große Reden schwingen können, wie mächtig sind Sie dann? Trump hat Tulsi versprochen, ihr Geld und Macht zu geben, weil sie das wusste und es zu einer Bedingung für ihre Einstellung gemacht hat, und ich habe bisher keine Anzeichen dafür gesehen. Ratcliffe macht, was er will, und Tulsi übt keine wirkliche Aufsicht aus. Und was Ratcliffe tut, ist meiner Meinung nach alles andere als das, was Trump gerne von ihm hätte, wenn Trump davon wüsste.

    Wir haben also einfach nur ein riesiges Chaos: ein typisches Chaos, wenn ein Imperium am Ende ist und niemand weiß, wie man es kontrollieren soll, und niemand weiß, wie man Leute aus dem System loswird. Man kann das einfach nicht mehr tun, weil das System zu groß und zu unkontrollierbar geworden ist und zu viel Geld hineinfließt – Geld, das übrigens nur aus den Druckerpressen kommt und durch nichts gedeckt ist.

    Das ist einfach unglaublich.

    (…)


    (…) Ich war immer neugierig, inwieweit die Beteiligung Norwegens in Libyen im Jahr 2011 dazu beigetragen hat, ihn (Stoltenberg) in die Position des NATO-Generalsekretärs zu bringen. War es der Interventionismus, der ihn in Washington beliebt gemacht hat, oder war es auch seine Unterstützung für die NATO-Expansion?

    Ich glaube, es hat ziemlich früh angefangen, soweit ich mich erinnere. Er war maßgeblich daran beteiligt, dass wir nicht nur von einem oder zwei Ländern, sondern von vier oder fünf Ländern politische Unterstützung erhielten, die uns nach dem 11. September bei unseren Maßnahmen halfen.

    Wir hatten nach dem 11. September eine riesige Tabelle erstellt, in der oben die diplomatischen und anderen Missionen aufgeführt waren, links die Länder und in jedem kleinen Quadrat, das so entstand, stand: Dänemark wird politische Unterstützung leisten, und unser Botschafter wird sich darum kümmern, Deutschland wird dies und das bereitstellen, und der Außenminister wird sich darum kümmern, Pakistan wird einen Anruf des Präsidenten und einen Besuch des Außenministers oder seines Stellvertreters in Islamabad benötigen, weil wir Überflugrechte brauchen, wir brauchen Durchreiserechte, wir brauchen Hilfe bei der Logistik, Usbekistan … und so weiter. In diesem Dokument waren also alle Länder der Welt aufgeführt, alle Botschafter und alle Kabinettsmitglieder, die die Anweisungen des Präsidenten in Bezug auf das jeweilige Land umsetzen sollten, und zwar über die Botschafter hinweg. Es umfasste militärische Hilfe, politische Unterstützung, einfach alles, und wir erhielten dabei wirklich großartige Unterstützung von Jens Stoltenberg. Das Ganze hat sich also über einen längeren Zeitraum hinweg entwickelt. Ich würde sagen, es begann etwa ein Jahr nach dem 11. September 2001, denn es dauerte eine Weile, bis wir diese Matrix aufgestellt hatten und alle daran arbeiteten. Aber ich kann sagen, dass es zumindest ab 2003 richtig losging, und wir haben die ganze Zeit über Leute identifiziert, einige davon haben wir aussortiert, weil wir sagten: „Nein, diese Frau oder dieser Mann ist nicht die Art von Person, die wir brauchen, okay, streich das, lass uns diese oder jene Person nehmen.“ Die Leute vor Ort haben das gemacht, unsere Botschafter, unsere Länderteams. Manchmal gab Powell die Anweisungen, manchmal die CIA, manchmal das Verteidigungsministerium, aber Powell hat versucht, alles im Griff zu behalten und zu verstehen, was in den Länderteams vor sich ging.

    Ich weiß nicht, ob Sie das wissen, aber in unseren Länderteams sind alle Elemente unserer staatlichen Behörden und Geheimdienste vertreten, und die größeren Teams haben mehrere Mitglieder dieser Bürokratie. So gibt es zum Beispiel einen Stationsleiter für die CIA und alle möglichen Leute, die unter diplomatischer Tarnung für die CIA arbeiten. Der Botschafter in diesem Land und generell das Länderteam, die, wenn man so will, Zivilisten sind, wissen oft nicht, was die CIA von ihrer Botschaft aus tut. Oft weiß selbst der konventionelle Militärkommandant, der für das jeweilige Land in seinem Zuständigkeitsbereich verantwortlich ist, nicht, was die CIA in seiner AOR (Anm. M.G.: Area of Responsibility, Bereich der Zuständigkeit) tut, es ist alles extrem komplex. Powell wusste manchmal, was vor sich ging, und manchmal wussten wir nicht, was los war. Wenn George Tenet (Anm. M.G.: damaliger CIA-Chef) beschloss, dass Powell nichts davon wissen sollte, wusste Powell nichts davon, und das ist bis heute so geblieben. Wenn die CIA nicht will, dass der Botschafter und das Landesteam (bis auf den Stationsleiter) wissen, was in Pakistan vor sich geht, dann wissen sie es auch nicht.

    Der CIA-Direktor sagt manchmal: „Ich möchte nicht, dass der Botschafter lügen muss.“ Denn wenn der Botschafter über diese Operation informiert ist und dann von der Presse gefragt wird, muss er entweder sagen, dass er die Frage nicht beantworten kann, was kein Botschafter tun möchte, oder er muss lügen. Und wir wollen nicht, dass er lügen muss, also sagen wir ihm nichts davon.“ Das ist eine verdammt schlechte Ausrede, um das Team in einem Land über etwas im Dunkeln zu lassen, das man in diesem Land tut und das schwerwiegende Folgen haben könnte, wenn es an die Öffentlichkeit gelangt. Aber so lief es nun einmal, und wir haben wirklich hart an Europa gearbeitet, ich meine, wir haben wirklich hart an Europa gearbeitet. Wenn mich Leute fragen: „Warum hängt Europa so tief in dieser Ukraine-Angelegenheit drin?“, sage ich: „Wir haben sie dazu gemacht! Das ist ein Krieg zwischen Washington und Moskau, nicht zwischen Kiew und Moskau. Kiew ist das Instrument unseres Krieges.“


    Titelbild: Screenshot von Interview „Wie wir die Europäer gehorsam und bereit für den Kampf gegen Russland mach


    Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik


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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    25.05.2025

    Krieg sei mit euch

    manova.news, 22. Mai 2025, 13:00 Uhr, von Stefan Nold

    Die evangelische Kirche hat mehrheitlich vor der Logik von Gewalt und Gegengewalt kapituliert — an die Bibel hält man sich nur noch höchst selektiv.


    Screenshot_2025_05_25_at_21_46_24_Krieg_sei_mit_euch_Manova_MagazinFoto: PeopleImages.com - Yuri A/Shutterstock.com


    Queer-freundlich, für Klimaschutz, gegen rechts, für angemessene militärische Verteidigung gegen den Feind im Osten ... Von welcher Organisation ist hier die Rede — den Grünen? Ebenso könnte diese Beschreibung auf die evangelische Kirche in ihrem jetzigen Zustand passen. Wie schon Paulus es von den Gläubigen verlangte, ist sie „untertan der Obrigkeit“ und bot Politik-Granden wie Roderich Kiesewetter und Bodo Ramelow ein Forum. „Gott ist queer“, die Bibel jedoch eigentlich homophob — diese Kirchenpolitik verwirrt, weil ihr Bezug zur Heiligen Schrift eigentlich nur noch Rosinenpickerei ist. Was zum Zeitgeist passt, wird übernommen, was nicht so passt, kann weg. Der Pazifismus zum Beispiel, Feindesliebe und so. Die Älteren von uns erinnern sich noch daran. Heute ist nicht die Zustimmung zum Töten, sondern das Bekenntnis zu Gewaltfreiheit, Frieden und Vergebung auf dem Kirchentag Minderheitenprogramm. Wie zu Zeiten von Kaiser Konstantin ist die Kirche bei der Kriegspolitik vorn dabei. „In diesem Zeichen wirst du gegen Putin siegen.“ Der Autor hat dennoch die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Menschen sich von der eigentlichen Botschaft Jesu weiterhin berühren lassen.


    Der „Verfassungsschutz“ stuft die AfD als „gesichert rechtsextrem” ein. Na, „die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche“ (1). Ein Mitarbeiter des hessischen Landesamts für Verfassung war dabei, als der junge Halit Yozgat am 6. April 2006 in seinem Internetcafé in Kassel erschossen wurde. Der „Verfassungsschützer“ beteuert, er habe den Mord nicht mitbekommen. Ach was! Er ist kein schwerhöriger alter Mann, und ein Internetcafé ist keine Bahnhofshalle. Der Sportschütze stand lange selbst unter Mordverdacht, aber „der Mord wird mittlerweile dem NSU zugeschrieben“ (2). So lenkt man davon ab, dass der Täter vielleicht noch frei herumläuft.

    Wer ist rechtsextrem? Die AfD, der „Verfassungsschutz“ oder beide? Die Einschätzung der staatlichen Aufpasser ist nur mit Vorsicht zu genießen. Voltaire wird der Spruch zugeschrieben: „Ich bin nicht einverstanden mit dem, was sie sagen, aber für ihr Recht, das auszusprechen, würde ich mich duellieren“ (3). Richtig! Demokratie basiert auf einer freien, offenen Auseinandersetzung und nicht auf Verboten.

    Aber die Kirchen sind auf den Zug aufgesprungen, den diese seltsame Behörde in Gang gesetzt hat.

    Der evangelische Kirchentag fordert ein Verbot der AfD. Gleichzeitig bietet er einem Mann ein Forum, der Ministerien in Moskau bombardieren will (4).

    Mit ihm auf dem Podium waren ein Militärbischof, ein Militärhistoriker und zwei weitere gut bezahlte Büchsenspanner (5), um „Deutschland in den dritten Weltkrieg zu quasseln“ (6). Wenn schöne Reden sie begleiten, wird ihre Tat erst recht zum Mord. Aber Kirchensteuer verpflichtet – auch zur Kriegstüchtigkeit. Eine Bibelarbeit zum Thema „Liebet Eure Feinde“ (7) wäre da fehl am Platz. „Bergpredigt Jesu war nicht mehrheitsfähig“ (8), stellt der Schweizer Rundfunk fest. Deshalb haben Margot Käßmann und ihre Mitstreiter vom Ökumenischen Friedenszentrum parallel zur offiziellen Veranstaltung mit 100.000 Besuchern eine Friedenssynode mit etwa 300 Teilnehmern organisiert (9). Das Ergebnis war ein von Jesus, Jesaja, Moses und Micha inspirierter Friedensruf. Darin heißt es:

    „Es wird gesagt, Aggressoren müssten auf dem Schlachtfeld besiegt oder militärisch zu Verhandlungen gezwungen werden. Jesus Christus mutet uns jedoch zu, unsere Feinde zu lieben. Das bedeutet nicht, Unrecht und Aggression hinzunehmen. Doch es verlangt, sich von vereinfachendem Gut-Böse-Denken zu lösen und die eigene Mitverantwortung für die Entwicklung von Konflikten zu erkennen“ (10).

    Aber der Kirchentag beschäftigte sich lieber mit Polyamorie, Sadomaso und LGTBQ+. (11) Dennoch empfiehlt die Kirchentagsleitung „die Bibel als eine Richtschnur“ (12).

    Na dann wollen wir mal. Lassen wir das alte Testament außen vor, in denen Frauen das Eigentum ihrer Männer waren, wo ein Mann, um die eigene Haut zu retten, seine Nebenfrau einer Bande von Räubern überlässt, die sie dann die ganze Nacht vergewaltigen (Richter 19). Sprechen wir von Paulus, dessen Briefe einen wesentlichen Teil der christlichen Verkündigung bilden. Der schreibt in seinem Brief an die Römer über Lesben und Schwule:

    „Darum hat Gott sie dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr verlassen und sind in Begierde zueinander entbrannt und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihrer Verirrung, wie es ja sein musste, an sich selbst empfangen“ (Römer 1, 26-27).

    Bevor die Bibel ein Fall für den Verfassungsschutz wird, sollte die Kirche von sich aus die Luther-Bibel aus dem Verkehr ziehen und sie durch eine verfassungskonforme Version ersetzen.

    Ein solcher Antrag dürfte auf dem nächsten Kirchentag eine breite Mehrheit finden. Bei der Gelegenheit ließen sich dieses lästige Jesus-Wort von der Feindesliebe und das anarchistische Gedankengut aus 1. Samuel 8 gleich mit entsorgen.

    Aber man darf das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Die Bibel ist ja sonst ganz brauchbar. Die Beschreibung der blutigen Eroberung Palästinas durch das Volk Israel im Buch Josua samt der Vernichtung der dort lebenden Stämme ist eine geeignete Blaupause für den künftigen Russland-Feldzug. Die Ureinwohner Nordamerikas könnten ein Lied von dieser Art der „Landnahme“ singen, wenn die frommen weißen Siedler sie nicht ausgerottet hätten. Wer ans ewige Leben glaubt, ist eben ein besserer Eroberer, als einer, für den mit dem Tod alles aus ist. Die Kirche hat also eine wichtige Aufgabe, zumal sie sich schon immer eher von dem Paulus-Spruch „Jedermann sei untertan der Obrigkeit“ leiten lässt als von dem Friedensgedöns ihres merkwürdigen Heiligen aus Nazareth. Denn Paulus weiß: „Wo Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet“ (Römer 13,1). Da kann nichts schief gehen.

    Adolf Eichmann, Organisator der Todeszüge nach Auschwitz, hatte 1943 eine weitere Aufgabe übernommen und berichtete darüber: „Ja, politisierende Kirche, Herr Hauptmann, da wurde ich kaum tätig. Es war ein totes Referat. Was die Einzelfälle gewesen sein mögen, Herr Hauptmann, das weiß ich nicht, die hat ja der Sturmbannführer Jahr bearbeitet“ (13). „Wir passen uns an“ (14), ist der Running Gag einer französische Filmkomödie über einen Eventmanager, der Hochzeiten organisiert. Die Kirche macht das seit 2.000 Jahren. In dem Film werden die Gäste mit Sardellen-Snacks bei Laune gehalten, während im Hintergrund Ersatz für eine verdorbene Fleischlieferung beschafft wird. In den Kirchen in Deutschland ist mehr verdorben als bloß eine Ladung Fleisch.

    Die Protagonisten der Bibel sind Persönlichkeiten mit Licht und Schatten, insbesondere Paulus. Seine Obrigkeitshörigkeit, seine manische Fixierung auf Sünden, seine Verleugnung ganz natürlicher Lüste sind ein enormer Rückschritt gegenüber der Sinnlichkeit, wie sie im Hohen Lied, einem wunderbar erotischen Wechselgesang zwischen Mann und Frau, zum Ausdruck kommt. Aber ausgerechnet Paulus, der als Saulus die ersten Christen schlimmer verfolgt hat als die Stasi die Dissidenten, dieser Paulus hat wie kaum ein anderer vor ihm die sanftmütige Liebe als Kern menschlicher Beziehungen herausgearbeitet, wie zum Beispiel im 13. Kapitel des 1. Korintherbriefs. Ohne seinen unermüdlichen Missionsdienst wäre das Christentum nur eine kleine, unbeachtete jüdische Sekte geblieben, eine Fußnote römischer Geschichtsschreiber.

    So mancher mag argumentieren, dass das nicht das Schlechteste gewesen wäre. Angesichts der ungeheuren Verbrechen, die im Namen Jesu begangen wurden, fällt es mir schwer zu widersprechen. Auferstehung?

    Wir nageln Jesus jeden Tag aufs Neue ans Kreuz. Aber ich bin immer noch so verrückt zu glauben, dass am Ende dieses krummen, gewundenen Weges durch ständige Irrungen und Wirrungen hindurch Jesus doch noch die Herzen der Menschen erreicht.

    Für mich ist die Bibel kein alter Sack, den man mit braunen, schwarzen, roten, blauen oder grünen, linken oder rechten, konservativen oder progressiven Inhalten füllen kann. Für mich dokumentiert die Bibel den tausende Jahre alten Weg des Menschen von einer rachsüchtigen Stammesreligion zu der Hoffnung auf ein universelles, friedliches Miteinander. Gerade der scharfe Kontrast zwischen hell und dunkel gibt der Bibel ihre ehrliche, nichts beschönigende Kontur. In Brechts Dreigroschenoper heißt es:

    Ein guter Mensch sein? Ja, wer wär‘s nicht gern?
    Doch leider sind auf diesem Sterne eben
    Die Mittel kärglich und die Menschen roh.
    Wer möchte nicht in Fried und Eintracht leben?
    Doch die Verhältnisse, die sind nicht so
    (15).

    Ja der Brecht, der brave Konfirmand aus der Barfüßerkirche in Augsburg, der lebensfrohe Atheist aus Berlin-Ost, der Brecht hat recht. Aber Jesus macht uns Hoffnung und sagt: „Siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch“ (Lukas 17,21). Das trägt uns hinweg über unsere Schwächen, sodass wir neu denken können wie in diesem Lied:

    Wo Menschen sich vergessen
    Die Wege verlassen
    Und neu beginnen, ganz neu
    Da berühren sich Himmel und Erde
    Dass Frieden werde unter uns
    (16).

    Diese Hoffnung, dieser Glaube verpflichtet.


    Quellen und Anmerkungen:

    (1) Bernstein, F.W. (Fritz Weigle) (um 1965) Gedichtet in fröhlicher Runde auf einer Autofahrt von Paris nach Colmar https://www.korrekturen.de/vermischtes/die_kritiker_der_elche.shtml
    (2) https://www.fr.de/rhein-main/nsu-mord-kassel-verfassungsschutz-muss-antworten-13795156.html
    (3) Voltaire Je ne suis pas d‘accord avec ce que vous dites, mais je me battrais pour que vous ayez le droit de le dire. https://www.buboquote.com/fr/auteur/13-voltaire?&source_id%5B%5D=249
    (4) https://www.berliner-zeitung.de/news/cdu-aussenpolitiker-roderich-kiesewetter-der-ukraine-krieg-muss-nach-russland-getragen-werden-li.2186077
    (5) https://dert.site/kurzclips/video/244093-kiesewetter-sind-sie-bereit-etwas/
    (6) Hallervorden, Didi (18. April 2025) Video-Botschaft für die Friedensprozession in Dresden. https://www.youtube.com/watch?v=qPXn_jmH1Zg
    (7) Käßmann, Margot (1. Mai 2025) „Liebet Eure Feinde“. Bibelarbeit: Matthäus 5, 43-48. 9:30- 10:30. Unabhängige Friedenssynode friedensfähig statt kriegstüchtig, Hannover 1. bis 3. Mai 2025. Ökumenisches Friedenszentrum.
    (8) https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/abschluss-dekt-2025-evangelischer-kirchentag-mut-machen-in-zeiten-der-verunsicherung
    https://www.tagesspiegel.de/politik/zeitenwende-auch-beim-kirchentag-radikaler-pazifismus-hat-in-der-kirche-keine-konjunktur-mehr-13629430.html
    (9) https://www.ndr.de/kultur/Friedensfaehig-werden-Der-Glaube-in-Zeiten-des-Krieges,kirchentagkaessmann100.html
    (10) https://www.friedensdekade.de/christlicher-friedensruf-2025-verabschiedet/
    (11) https://www.focus.de/politik/deutschland/queere-gaga-workshops-gott-gegendert-dieser-kirchentag-ist-woker-irrsinn_e867223a-9151-4cba-8cb0-d428f194dfd2.html
    (12) https://www.evangelisch.de/inhalte/242668/02-05-2025/kirchentag-diskutiert-ueber-afd-verbot-populismus-und-zusammenhalt
    (13) von Lang, Jochen, Das Eichmann Protokoll. Tonbandaufzeichnungen der israelischen Verhöre, S. 97. Berlin: Severin und Siedler. (1982)
    (14) Nakache, Olivier und Éric Toledano (Regie und Drehbuch (2017) Le sens de la fête (Dt: Das Leben ist ein Fest). Produktion: Nicolas Duval, Yann Zenou und Laurent Zeitoun (Frankreich).
    (15) Brecht, Bertolt, Dreigroschenoper (1928). Erstes Dreigroschen-Finale über die Unsicherheit menschlicher Verhältnisse, Songs aus der Dreigroschenoper (1949). S. 24. Gebr. Weiss: Berlin-Schöneberg. Ddd
    (16) Laubach, Thomas und Christoph Lehmann (Musik)(1989) Da berühren sich Himmel und Erde.


    Info: https://www.manova.news/artikel/krieg-sei-mit-euch


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    25.05.2025

    Die Trump-Wette platzt, Schulden für Waffen – und Schwenk in Israel-Politik

    lostineu-eu, 24. Mai 2025

    Die Watchlist EUropa vom 24. Mai 2025 – heute mit der Wochenchronik.

    Es war eine gewagte Wette, die Kanzler Merz und seine EU-Freunde eingegangen sind: Mit einer großen Charme-Offensive und vielen Telefonaten haben sie versucht, US-Präsident Trump auf ihre Seite zu ziehen.

    Nun ist diese Wette mit einem großen Knall geplatzt: Trump ist von den angeblich vereinbarten gemeinsamen Russland-Sanktionen abgerückt.

    Schlimmer noch: Er hat die Ukraine zu einer europäischen Angelegenheit erklärt – und auch noch mit 50-Prozent-Zöllen auf alle EU-Exporte gedroht.

    Berlin schreit “Verrat”

    In Berlin schreien sie nun “Verrat”. Merz habe doch alles mit Trump vereinbart – doch der Bösewicht aus dem Weißen Haus sei einfach unberechenbar.

    Auch in Brüssel herrscht große Wut. EU-Kommissionschefin von der Leyen wähnte sich in den Handelsgesprächen mit Trump auf einem guten Weg.

    In Wahrheit sind Merz, von der Leyen und ihre Fans den eigenen Illusionen erlegen. Trump hat sich nie festgelegt, sondern die EU immer wieder attackiert.

    Brüssel hat keinen Plan B

    Daher kommt sein Ultimatum bei den Handelsgesprächen ebenso wenig überraschend wie seine Drohung, sich aus der Ukraine zurückzuziehen.

    Doch die EU hat keinen Plan B. Sie hat alles auf die Trump-Karte gesetzt, nun ist die Wette geplatzt. Die Folgen sind noch nicht absehbar.

    Sie könnten katastrophal sein – für die Wirtschaft, aber auch für die Ukraine. Merz ist “all in” gegangen – wie kommen wir da wieder raus?


    Siehe auch: Scholz war schwach? Mit Merz könnte alles noch schlimmer werden und meine neue Kolumne im “Makroskop”

    Was war noch?

    • Neue EU-Schulden für noch mehr Waffen. Die EU-Staaten haben grünes Licht für das neue Rüstungsprogramm SAFE gegeben. Dafür will die EU bis zu 150 Mrd. Euro neue Schulden aufnehmen, die sie dann zu günstigen Konditionen als Darlehen an die Staaten weiterreicht. Die ersten Rüstungsprojekte könnten schon im Herbst bewilligt werden, heißt es in Brüssel. – Deutschland ist nicht interessiert, da es sich das nötige Geld selbst am Markt besorgen kann, zu günstigeren Konditionen. Interessant ist das Programm vor allem für die Ukraine, die auf Waffenkäufe von EU-Ländern zu ihren Gunsten hofft, aber auch für das UK. Nach dem “Reset” mit EUropa dürfen auch britische Waffenschmieden mitmachen…
    • Schwenk in der Israel-Politik. Überraschende Kehrtwende in der europäischen Israel-Politik: Gegen den ausdrücklichen Willen Deutschlands will die EU das Kooperationsabkommen mit Israel auf den Prüfstand stellen. Eine „starke Mehrheit“ habe sich dafür ausgesprochen, zu überprüfen, ob sich Israel an Artikel 2 des Abkommens hält, sagte die EU-Außenbeauftragte Kallas. – Mein Bericht in der “taz”. Von Sanktionen ist übrigens noch keine Rede, nicht mal von der Aussetzung der Zusammenarbeit…
    • EU-Sanktionen gegen deutschen Blogger in Russland. Es ist eine unrühmliche Premiere: Erstmals setzt die EU deutsche Staatsbürger auf die Sanktionsliste – wegen “Desinformation”. Den in Russland tätigen Bloggern Alina Lipp (“Neues aus Russland”) und Thomas Röper (“Anti-Spiegel”) wird vorgeworfen, “systematisch Fehlinformationen über den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine” zu verbreiten. – Die EU hat ihr Pulver verschossen; die Sanktionen wirken immer grotesker…

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    5 Comments

    1. Adigo
      25. Mai 2025 @ 13:28

      Frage an Eric Bonse: weder in dem Hinweis zum “Schwenk in der Israel-Politik” noch in dem ausführlichen TAZ-Artikel steht, ob für die Annahme des NL-Vorschlags im Ministerrat Einstimmigkeit erforderlich ist. Meine Frau hat in einer Politik-Debatte in einem französischen Sender den Hinweis gehört, dass auch hier Einstimmigkeit erforderlich sei.
      Stimmt das?

    Antworten

    • ebo
      25. Mai 2025 @ 13:48

      Nein, für diesen Vorschlag ist keine Einstimmigkeit erforderlich. Es ist ja auch erstmal nur ein Prüfantrag an die EU-Kommission. Wenn diese – wider alle Erwartungen – Sanktionen vorschlagen sollte, dann wäre Einstimmigkeit nötig. Ich gehe davon aus, dass die Kommission die Prüfung in die Länge zieht und eine Entscheidung verschleppt.

      Antworten

  • Helmut Höft
    25. Mai 2025 @ 11:28

    Neben dem was @european aufzählt (FACK!):

    Die US-Hilfe bei der “Revolution” (aka Sturz Wiktor Janukowytsch [der sicher kein Engel war] *) und die Förderung des “Maidan-Prozesses” mit 5 Mrd. USD – mit einem deutlichen “fuck the EU” garniert – hat “unseren Politniks und der Resterampe in Brüssel” immer noch keine Idee bzgl. “unserer besten Freunde und Beschützer” gebracht …

    Wir können froh sein, dass Russland einäugig auf Militär fixiert ist. Hätte man dort die Mitgliedschaft der UA in der €U gefördert, wäre diese schon längst auseinander geflogen!

    Die US-Hilfe hat leider in der UA nicht ganz so gut geklappt, wie damals bei Mossadegh, Allende und allen anderen, wo die Amis ihre Hilfe brachten, z. Z. helfen sie Gza und den Palestinensern …

    Antworten

  • european
    24. Mai 2025 @ 15:49

    Das ist die deutsche/europäische Verblendung, die immer offensichtlicher wird. Arroganz, Selbstüberschätzung, Ignoranz. Wer es sehen wollte, konnte dieses Ergebnis vorhersagen.

    Das passt in das gleiche Schema wie die aktuelle Biden-Enthüllung. Gemäß unserer Altpapiermedien und der Politik hat die Biden-Familie uns schändlich über den wahren Gesundheitszustand von Joe Biden getäuscht. Der Mann war doch tatsächlich dement und nicht fähig, dieses Amt zu führen. Wer hätte das gedacht? Hätte doch keiner ahnen können, oder?

    Jeder, der sehen wollte, konnte es sehen.

    Jetzt wäre eigentlich die logische Frage danach zu stellen, wer uns denn die ganze Zeit regiert hat. Wer ist der oberste Dienstherr der EUCO-Präsidentin, die die Befehle von jenseits des Atlantiks eins zu eins umgesetzt hat. Von wem stammt denn die vielgepriesene “regelbasierte Weltordnung” und der Befehl diesen unsäglichen Krieg mit immer mehr Waffen zu eskalieren?

    Jetzt die Trump-Geschichte. Wer ist Friedrich Merz? Wer die EUCO-Präsidentin? Trump wird seine Geschäfte mit Putin machen. Die USA stecken im Dilemma, weil das große Handelsdefizit nicht dazu beiträgt, die ständig steigenden Zinslasten zu tragen. Zuletzt hat Moodies das Land heruntergestuft. Da erkennt man auch gern die multipolare Welt an und macht Geschäfte, die beiden Seiten dienen. Ja, isses denn möglich?

    Die EU guckt derweil in die berühmte Röhre und darf den Deckel zahlen.

    China-Briefing hat auf seiner Titelseite sehr detailliert beschrieben, was mit den USA ausgehandelt wurde. Das ist höchst interessant, ganz besonders für Investoren.

    https://www.china-briefing.com/news/us-china-tariff-rates-2025/

    Russia-Briefing wurde ja wegen der Sanktionen vom Netz genommen. Wir sollen uns nicht mehr informieren dürfen, sagt das Frollein Rottenmeier.

    Biden-Demenz – russische Desinformation
    Biden-Laptop- russische Desinformation
    Nordstream – Russland war’s, nein doch nicht, Hobbytaucher waren es, nein doch nicht. Ach, wen interessiert’s
    CIA-Bunker in der Ukraine – russische Desinformation
    Nazis in der Ukraine – russische Desinformation
    US Biolabore in der Ukraine – natürlich russische Desinformation

    die Liste ist sicher nicht vollständig und lässt sich beliebig fortsetzen. Vor all dieser “Desinformation” sollten wir eigentlich geschützt werden. Natürlich nur zu unserem Wohl und zum Schutz “unserer Demokratie”. Wer dahinter Zensur vermutet, unterliegt auch der russischen Desinformation ????

    Antworten

  • Guido B.
    24. Mai 2025 @ 15:15

    Alle, die nun den Krieg der Ukraine bis zum „Sieg über Russland“ weiterführen wollen, werden nicht umhin kommen, ihren Wählern große Opfer zuzumuten.

    Die Ukraine muss bis zum hypothetischen Sieg durchgefüttert werden (am besten per fixe BIP-Quote), und daneben muss auch die gigantische Aufrüstung finanziert werden. Die Verschuldung wird ihren sozialen Preis haben. Dazu kommt irgendwann die Wehrpflicht.

    So hat sich das „freie“ Europa das Leben in Frieden und Wohlstand (Saus & Braus) aber nicht vorgestellt.

    Wo bleiben das Party-Gaudi und der hippe Lifestyle?

    Der „Garten“ verwandelt sich absehbar in einen „Dschungel“. Damit haben
    die liberalen Demokratien ihre Existenzberechtigung verwirkt. Wer
    den Wohlstand verkackt, verkackt Europa.

    Antworten

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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    25.05.2025

    Nachrichten von Pressenza: Ein Land erstickt in unserer alten Kleidung

    aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, 25. Mai 2025, 7:30 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 25.05.2025


    Ein Land erstickt in unserer alten Kleidung


    Was passiert eigentlich mit unserer getragenen Kleidung, wenn wir sie „spenden“? Oft geben wir sie an Organisationen weiter &#8211; in der Überzeugung, damit etwas Gutes zu tun. Schließlich kann sie so weiterverwendet werden, auch zu einem günstigen Preis. Doch nicht&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/05/ein-land-erstickt-in-unserer-alten-kleidung/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


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    24.05.2025

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