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20.04.2025

Friedensgespräche in Paris: Rubio stellt Erfolg infrage – Warnung an EU?

lostineu.eu, vom 18. April 2025

Eigentlich sollte es nur ein Treffen mit US-Außenminister Rubio in Paris werden. Doch dann hat Frankreichs Präsident Macron kurzerhand noch Vertreter aus der Ukraine, Deutschland und Großbritannien hinzugerufen. Zum ersten Mal seit dem Amtsantritt von US-Präsident Trump saßen damit Europäer beim Thema Ukraine mit am Verhandlungstisch. Die Friedensgespräche seien ein Durchbruch gewesen, weil sich alle “an einen Tisch gesetzt” hätten, sagte der französische Außenminister Barrot. Ganz andere Töne kamen von Rubio: Die USA und ihre Partner müssten “in den nächsten Tagen” prüfen, ob Frieden “machbar” ist. Wenn nicht, werde man sich “anderen Dingen” zuwenden, denn die “USA haben andere Prioritäten”. Das klingt fast wie eine Drohung…

Mehr zum Krieg um die Ukraine hier

P.S. Um Rubios Worte ist ein Streit der Experten entbrannt. Will er sagen, dass US-Präsident Trump die Geduld verliert, weil Kremlchef Putin nicht mitspielt? Will er der Ukraine drohen, damit sie den Rohstoffdeal abgesegnet? Oder ist es eine letzte Warnung an die EUropäer, ihre Blockadehaltung aufzugeben? Ein Stolperstein sind bekanntlich die EU-Sanktionen…

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12 Comments

  1. Skyjumper
    18. April 2025 @ 22:50

    Der erste Teil wollte beim ersten mal irgendwie nicht mitkommen:

    Ich bin da noch ziemlich skeptisch was die Verhandlungen, bzw. einen positiven Ausgang anbelangt. Wie schauts denn aus, wenn man sich die Parteien mal so ansieht?

    Die USA? Es ist noch immer völlig undurchsichtig welche Gruppierung da letztlich die Oberhand behalten wird. Die Falken zusammen mit dem MIK, oder die Oligarchen die Russland gerne wieder gewinnbringend beackern können wollen. Entsprechend widersprüchlich sind auch die Aussagen die man aus den USA hört.

    Die Ukraine? Krankhaft bemüht den Krieg weiter zu treiben. Und was bleibt der politischen Elite dort auch anderes übrig? Nach Kriegsende werden die wirtschaftlichen Probleme, die demografischen Probleme und die ethnischen Probleme mit Macht über ihnen zusammenschlagen. Ein Kriegsende bedeutet entweder eine schnelle Bedeutungslosigkeit, oder Knast, oder Tot.

Antworten

  • Skyjumper
    18. April 2025 @ 22:48

    Russland? Auch da würden nach Kriegsende wirtschaftliche Probleme aufploppen. Nicht so intensiv wie in der Ukraine, aber sicher unangenehm. Ausserdem kann nach derzeitigen Stand ein reailistischer Friedensvertrag nicht das bringen was Russland Sicherheitstechnisch dahin bringen könnte wo sie glaubt stehen zu müssen.

    Frankreich? Ein Ende der sogenannten äusseren Bedrohung wäre Macrons Ende. Die Innenpolitik würde ihn schneller zerfetzen als man gucken kann wenn die Franzosen sich wieder auf sich fokussieren.

    Großbritannien? Auch für Starmer ist die Aussenpolitik gegen Russland das einzige wo er noch den dicken Macker markieren kann. Innenpolitisch sieht es auch für ihn eher mau aus.

    Deutschland? Schweigen wir besser drüber. Aber vom Grundsatz her vermute ich, dass die deutsche Politik als letztes so richtig auf den Kriegszug aufgesprungen ist, und fürs Abspringen hatten wir es noch nie eine Kompetenz.

    Die Entscheider stehen allesamt nicht selbst an der Front, haben allesamt nicht selbst wirtschaftlich darunter zu leiden, aber alle viel „Reputation“ zu verlieren. In deren persönlicher Bewertung ist eine Fortführung des Krieges vorteilhafter. Im Moment sehe ich bestenfalls einen eingefrorenen Krieg als möglich an.

    Antworten

    • Ric
      19. April 2025 @ 19:26

      …Einschätzung finde ich gut. Hoffentlich ist sie im guten Sinne falsch.

      Antworten

  • Stef
    18. April 2025 @ 19:41

    Es haben sich eben nicht „alle an einen Tisch gesetzt“. Die Russen sitzen nur mit den USA am Tisch. Der Rest vom Schützenfest (dem Westen) will von einem Dialog mit Russland nichts wissen. Von daher ist das Ausbleiben einer Einigung auch nicht erstaunlich. Der gesamte Krieg beruhte und beruht noch zu einem substanziellen Teil auf einer Ignoranz gegenüber russischen Interessen. Ob die USA wirklich bereit sind, die russischen Interessen wirklich in die Gleichung aufzunehmen ist zudem auch noch ungeklärt.

    Antworten

  • WBD
    18. April 2025 @ 16:43

    Es klingt, als ob die amerikanische Regierung die Geduld mit beiden Kontrahenten verliert; allerdings kommt an einer anderen Stelle auch ein Frust über Ukraine und EUropa (der Begriff EUkraine ist wirklich treffend) durch.
    Rubio lt. einem russischen BLOG:
    ‘We must find out very soon – and I am talking about days, not weeks – whether it is possible to end this war. If it is possible, we are prepared to do everything in our power to facilitate that and to make sure that it ends in a lasting and just manner.
    If that’s not possible, if the parties are so far apart that it’s not going to happen, then I think the president will probably at that stage say, ‘Well, we did what we could.’

    We are ready to help in some aspects, we will be ready to help when you are ready for peace. But we are not going to continue this initiative for weeks and months without end. So we need to determine very quickly now, and I am talking about a few days, whether this is feasible in the next few weeks. If it is, then we are in. If not, then we have other priorities to focus on.’

    Antworten

  • Michael
    18. April 2025 @ 14:49

    Sollten die USA ihre Sanktionen gegen Russland, einschl. Sekundärsanktionen, aufheben, bricht der europäische Sanktionismus zusammen, nicht zuletzt weil die europäischen Sanktionen die Sanktionierer mehr kosten als den Sanktionierten, also Russland!
    Und jetzt: wie schon mit den Sanktionen manövriert sich Europa mit dem Widerstand gegen Frieden erneut in eine Ecke! Und weil man in Europa Dinge nie vom Ende her durchdenkt weiß man wieder einmal nicht wie bzw. ob man sich aus der Ecke wird befreien können!?

    Antworten

  • european
    18. April 2025 @ 12:03

    Das passt zu dem was man im aktuellen Podcast von The Duran hoeren kann. Demzufolge ist Rubio nicht nur skeptisch, sondern es gibt in USA zwei Lager, die aktiv gegeneinander bzw nebeneinander an unterschiedlichen Zielen arbeiten. Da sind zum einen die Realisten um Trump, die den Krieg einfach nur zum Vorteil der USA beenden wollen, um sich wichtigeren Themen zu widmen, zum anderen sind die Neocons immer noch sehr aktiv und man geht davon aus, dass sie auch die Faeden in die EU weiter aufrecht erhalten und parallel zur Trump-Regierung ihre eigene Agenda strikt verfolgen – einschliesslich enger Zusammenarbeit mit EU – Laendern.

    https://youtu.be/7QnNjgqmEEA?feature=shared

    Ein sehr hoerenswerter Podcast, der sehr gut verdeutlicht wie der sogenannte tiefe Staat immer noch funktioniert und eigene Interessen verfolgt, die ueber die Trump-Aera hinausgehen sollen. Die Neocons sind in beiden Parteien vertreten. Die “Koalition der Willigen” sind ausschliesslich Kandidaten auf dem absteigenden Ast, die ein persoenliches Interesse am Ablenkungsmanoever Ukrainekrieg haben und somit an jeder unheiligen Agenda der Neocons mitstricken werden.

    Antworten

    • Karl
      19. April 2025 @ 06:56

      @ european: Dieselbe Einschätzung von der Wiederkehr der US-Neocons vertritt auch Sabiene Jahn, mit Quellen aus Russland (sie kann Fremdsprache!), in ihrem furiosen Beitrag: „Die Neokonservativen um US-Außenminister Marco Rubio und Keith Kellogg hätten, so wurde es in russischen Talk-Sendungen wie ‚Das große Spiel‘ besprochen, längst Trumps Ohr – sie wollten den Krieg verlängern, nicht beenden. Ihre natürlichen Verbündeten? Europa … hat der Westen seine Augen besonders auf Odessa gerichtet …“

      „Und Merz? … mit Formulierungen wie: ‚Deutschland ist wieder da.‘ Was wie ein stolzer Satz klingt, ist für Doctorow eine ‚Neukonfiguration der antirussischen Koalition von 1941‘. … Wie lange noch, bis der erste Taurus auf Moskau zielt – und etwas zurückkommt?“
      Sabiene Jahn, passend zum Ostermarsch heute, in: — https://overton-magazin.de/top-story/zum-frieden-schiessen-friedrich-merz-und-die-taurus-raketen/

      Antworten

  • Guido B.
    18. April 2025 @ 10:59

    Natürlich darf es keinen Frieden geben. Die Ziele der EUkraine sind noch nicht erreicht. Zuerst muss der Krieg unter deutscher Führung noch einmal richtig eskaliert werden, damit Russland seine Niederlage akzeptiert und bedingungslos kapituliert. Es gibt in Europa noch genug Waffen und Soldaten, die an die Front disponiert werden können. Bei Bedarf gibt es auch noch genug Fronten. Und die Medien schildern uns verdienstvollerweise täglich das entsetzliche Leid, das der Krieg mit sich bringt, so lässt die kollektive Empörung über den russischen Aggressor nie nach. Diese Empörung ist genau die Stimmung, die es braucht, um eine Atommacht entschlossen und mit der gebührenden Todesverachtung in die Knie zu zwingen. Helm auf und nieder mit den Russen!

    Antworten

  • Titi
    18. April 2025 @ 10:46

    Zur selben Zeit haben die Ukraine und die USA eine Absichtserklärung für den Abschluss eines Rohstoffabkommens unterzeichnet.
    https://www.n-tv.de/politik/Ukraine-und-USA-unterzeichnen-Absichtserklaerung-fuer-Rohstoffabkommen-article25713472.html

    Ob es da nicht einen Zusammenhang gibt (was Rubios Aussage betrifft)?

    Antworten

    • ebo
      18. April 2025 @ 10:52

      Könnte gut sein!

      Antworten

    • Stef
      18. April 2025 @ 12:18

      Fehlt nur noch, dass die USA Nordstream kaufen…



  • Info: https://lostineu.eu/nach-friedensgespraechen-in-paris-rubio-weckt-zweifel-an-erfolg/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


    unser weiterer Kommentar: Der Kriegstreiber und Vergewaltiger zieht sich aus seiner Mitverantwortung.



    Weiteres:




    Die Watchlist EUropa vom 19. April 2025


    lostineu.eu, vom 19. April 2025

    Heute mit der Wochenchronik. Die Themen: Meloni soll es richten, Trump will nicht mehr – und (un)sichere Herkunftsländer

    Weiterlesen hier (Newsletter).

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    Meloni soll es richten, Trump will nicht mehr – und (un)sichere Herkunftsländer 19. April 2025

    Ruinöse Rüstung, Russland-Sanktionen – und Orban verbietet den Regenbogen 15. April 2025

    EU kriegt die Trump-Krise, Waffenschau ohne USA – und Merz ohne Hurra 12. April 2025

    Der heimliche Handelskrieg in der EU, Merz kommt – und KI aus der Fabrik? 10. April 2025

    Freihandel oder Digital-Steuer, Streit um NGOs – und Faeser plant für Krieg 8. April 2025

    Rubio widerlegt Merz, neue Front im Wirtschaftskrieg – und Angriff auf ICC 5. April 2025

    Nato not dead, Pflüge zu Schwertern – und Angst vor dem Trump-Crash 3. April 2025

    EUropas “Demokratieschild”, der Fall Le Pen – und Golf-Diplomatie mit Trump 1. April 2025

    Macrons neue Allianz, Melonis neue Opposition – und die neue Heimatfront 29. März 2025

    Das sind EUropas “Friedenspläne”, Rutte droht Putin & Brüssel im Bunker 27. März 2025

    Kein Frieden mit dieser EU, mehr Geld für EU-Beamte & zu wenig Schießpulver 25. März 2025

    Aufrüstung spaltet die EU, Mißtrauen gegen Merz – und Freibrief für Israel 22. März 2025

    Von der Leyen wird kriegstüchtig, Erdogan wird hofiert & Kallas ist isoliert 20. März 2025

    “Deutschland ist zurück”, EUropa ist ganz klein – und Ungarn ist nicht allein 18. März 2025

    EUropa im Abseits, Grüne helfen Merz – und Handelskrieg 2.0 15. März 2025

    Hundert Tage in der Defensive, Handelskrieg 2.0 – und Holland in Not? 13. März 2025

    Wer zahlt die Zeche, wie standhaft sind die Grünen – und hatte Vance doch recht? 11. März 2025

    Die EU bewaffnet sich, Merz ermächtigt sich – und Kickl kommt doch nicht 8. März 2025

    Kriegsgipfel ohne Friedensplan, Selenskyj likes Trump & Baerbock geht 6. März 2025

    Narren regieren EUropa, Aufschub für Autobauer – und Nord Stream 2.0?


    Info: https://lostineu.eu/die-watchlist-europa-vom-19-april-2025/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


    20.04.2025

    Nachrichten von Pressenza: Österreichisches Forum für den Frieden 2025: Frieden in der Krise

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 20. April 2025,


    Nachrichten von Pressenza - 20.04.2025


    Österreichisches Forum für den Frieden 2025: Frieden in der Krise


    Frieden befindet sich nicht nur in der Krise – er steht an einem Wendepunkt. Vom 30. Juni bis 3. Juli 2025 lädt das Österreichische Forum für den Frieden unter dem Motto „Frieden in der Krise“ nach Burg Schlaining in Stadtschlaining&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/04/oesterreichisches-forum-fuer-den-frieden-2025-frieden-in-der-krise/


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    Mache ich es mir zu leicht?


    Vor ein paar Tagen hatte ich mich in einem Essay dazu bekannt, nicht für „mein Land“ kämpfen zu wollen. Die einzelnen Argumente, mit denen ich meine Position erläuterte, lassen sich online HIER nachlesen. Natürlich hatte ich mit Kritik an dieser&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/04/mache-ich-es-mir-zu-leicht/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    19.04.2025

    Ostermarsch Hannover am 19. April

    Der Ostermarsch startet am Ostersamstag 19.4. um 11 h in der Aegidienkirche mit der Begrüßung durch Pastor i.R. Paul Oppenheim von der Ev-Reform. Gemeinde.
    Die Demo geht durch die Innenstadt zum Bahnhofsvorplatz, wo uns wieder die Peace Development Crew begrüßt. Dort gibt es ab 13 h Redebeiträge zu Palästina, zu Krieg und Klima, zu den Folgen der Rüstungspolitik für unsere Soziale Lage und zum Verhältnis Ukraine, USA und Europa.

    Wer das verpaßt hat, findet hier die Dokumentation:
    https://radioflora.de/ostermarsch-hannover-2025-mit-frieden-gewinnen/


    Hier findet ihr den Flyer. https://frieden-hannover.de/wp-content/uploads/2025/03/Flyer-Ostermarsch-2025-250311-A.pdf

     Screenshot_2025_04_23_at_10_32_31_Flyer_Ostermarsch_2025_250311_A.indd_Flyer_Ostermarsch_2025_250311_A.pdf


    Screenshot_2025_04_23_at_10_32_50_Flyer_Ostermarsch_2025_250311_A.indd_Flyer_Ostermarsch_2025_250311_A.pdf


    Info: https://frieden-hannover.de/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    19.04.2025

    Nachrichten von Pressenza: Die Wurzeln des philippinischen Humanismus: Teil 4 „May Pag-asa“

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 19. April 2025, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 19.04.2025


    Die Wurzeln des philippinischen Humanismus: Teil 4 „May Pag-asa&#8220;


    May Pag-asa- Es gibt Hoffnung. Palaging may-pag-asa &#8211; Immer hoffnungsvoll. Pag-asa ng bayan- Hoffnung für die Nation. May pag-asa pa para sa iyo- Es gibt noch Hoffnung für dich. May Pagasa ba ko? Ob ich Hoffnung habe? Pag-asa ang huling&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/04/die-wurzeln-des-philippinischen-humanismus-teil-4-may-pag-asa/


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    Wenn Politik zu Krieg wird


    Eine liebe Freundin hat sich heute an mich gewandt, eine hochgeschätzte Älteste im Way of Council, um sich nach meinem Befinden zu erkundigen. Ich sagte, dass es mir so vorkomme, als beobachte ich einen Zusammenstoß in Zeitlupe, und verspüre dabei&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/04/wenn-politik-zu-krieg-wird/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    19.04.2025

    Friedensgespräche in Paris: Rubio stellt Erfolg infrage – Warnung an EU?

    lostineu.eu, vom, 18. April 2025

    Eigentlich sollte es nur ein Treffen mit US-Außenminister Rubio in Paris werden. Doch dann hat Frankreichs Präsident Macron kurzerhand noch Vertreter aus der Ukraine, Deutschland und Großbritannien hinzugerufen. Zum ersten Mal seit dem Amtsantritt von US-Präsident Trump saßen damit Europäer beim Thema Ukraine mit am Verhandlungstisch. Die Friedensgespräche seien ein Durchbruch gewesen, weil sich alle “an einen Tisch gesetzt” hätten, sagte der französische Außenminister Barrot. Ganz andere Töne kamen von Rubio: Die USA und ihre Partner müssten “in den nächsten Tagen” prüfen, ob Frieden “machbar” ist. Wenn nicht, werde man sich “anderen Dingen” zuwenden, denn die “USA haben andere Prioritäten”. Das klingt fast wie eine Drohung…

    Mehr zum Krieg um die Ukraine hier

    P.S. Um Rubios Worte ist ein Streit der Experten entbrannt. Will er sagen, dass US-Präsident Trump die Geduld verliert, weil Kremlchef Putin nicht mitspielt? Will er der Ukraine drohen, damit sie den Rohstoffdeal abgesegnet? Oder ist es eine letzte Warnung an die EUropäer, ihre Blockadehaltung aufzugeben? Ein Stolperstein sind bekanntlich die EU-Sanktionen…

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    12 Comments

    1. Skyjumper
      18. April 2025 @ 22:50

      Der erste Teil wollte beim ersten mal irgendwie nicht mitkommen:

      Ich bin da noch ziemlich skeptisch was die Verhandlungen, bzw. einen positiven Ausgang anbelangt. Wie schauts denn aus, wenn man sich die Parteien mal so ansieht?

      Die USA? Es ist noch immer völlig undurchsichtig welche Gruppierung da letztlich die Oberhand behalten wird. Die Falken zusammen mit dem MIK, oder die Oligarchen die Russland gerne wieder gewinnbringend beackern können wollen. Entsprechend widersprüchlich sind auch die Aussagen die man aus den USA hört.

      Die Ukraine? Krankhaft bemüht den Krieg weiter zu treiben. Und was bleibt der politischen Elite dort auch anderes übrig? Nach Kriegsende werden die wirtschaftlichen Probleme, die demografischen Probleme und die ethnischen Probleme mit Macht über ihnen zusammenschlagen. Ein Kriegsende bedeutet entweder eine schnelle Bedeutungslosigkeit, oder Knast, oder Tot.

    Antworten

  • Skyjumper
    18. April 2025 @ 22:48

    Russland? Auch da würden nach Kriegsende wirtschaftliche Probleme aufploppen. Nicht so intensiv wie in der Ukraine, aber sicher unangenehm. Ausserdem kann nach derzeitigen Stand ein reailistischer Friedensvertrag nicht das bringen was Russland Sicherheitstechnisch dahin bringen könnte wo sie glaubt stehen zu müssen.

    Frankreich? Ein Ende der sogenannten äusseren Bedrohung wäre Macrons Ende. Die Innenpolitik würde ihn schneller zerfetzen als man gucken kann wenn die Franzosen sich wieder auf sich fokussieren.

    Großbritannien? Auch für Starmer ist die Aussenpolitik gegen Russland das einzige wo er noch den dicken Macker markieren kann. Innenpolitisch sieht es auch für ihn eher mau aus.

    Deutschland? Schweigen wir besser drüber. Aber vom Grundsatz her vermute ich, dass die deutsche Politik als letztes so richtig auf den Kriegszug aufgesprungen ist, und fürs Abspringen hatten wir es noch nie eine Kompetenz.

    Die Entscheider stehen allesamt nicht selbst an der Front, haben allesamt nicht selbst wirtschaftlich darunter zu leiden, aber alle viel „Reputation“ zu verlieren. In deren persönlicher Bewertung ist eine Fortführung des Krieges vorteilhafter. Im Moment sehe ich bestenfalls einen eingefrorenen Krieg als möglich an.

    Antworten

    • Ric
      19. April 2025 @ 19:26

      …Einschätzung finde ich gut. Hoffentlich ist sie im guten Sinne falsch.

      Antworten

  • Stef
    18. April 2025 @ 19:41

    Es haben sich eben nicht „alle an einen Tisch gesetzt“. Die Russen sitzen nur mit den USA am Tisch. Der Rest vom Schützenfest (dem Westen) will von einem Dialog mit Russland nichts wissen. Von daher ist das Ausbleiben einer Einigung auch nicht erstaunlich. Der gesamte Krieg beruhte und beruht noch zu einem substanziellen Teil auf einer Ignoranz gegenüber russischen Interessen. Ob die USA wirklich bereit sind, die russischen Interessen wirklich in die Gleichung aufzunehmen ist zudem auch noch ungeklärt.

    Antworten

  • WBD
    18. April 2025 @ 16:43

    Es klingt, als ob die amerikanische Regierung die Geduld mit beiden Kontrahenten verliert; allerdings kommt an einer anderen Stelle auch ein Frust über Ukraine und EUropa (der Begriff EUkraine ist wirklich treffend) durch.
    Rubio lt. einem russischen BLOG:
    ‘We must find out very soon – and I am talking about days, not weeks – whether it is possible to end this war. If it is possible, we are prepared to do everything in our power to facilitate that and to make sure that it ends in a lasting and just manner.
    If that’s not possible, if the parties are so far apart that it’s not going to happen, then I think the president will probably at that stage say, ‘Well, we did what we could.’

    We are ready to help in some aspects, we will be ready to help when you are ready for peace. But we are not going to continue this initiative for weeks and months without end. So we need to determine very quickly now, and I am talking about a few days, whether this is feasible in the next few weeks. If it is, then we are in. If not, then we have other priorities to focus on.’

    Antworten

  • Michael
    18. April 2025 @ 14:49

    Sollten die USA ihre Sanktionen gegen Russland, einschl. Sekundärsanktionen, aufheben, bricht der europäische Sanktionismus zusammen, nicht zuletzt weil die europäischen Sanktionen die Sanktionierer mehr kosten als den Sanktionierten, also Russland!
    Und jetzt: wie schon mit den Sanktionen manövriert sich Europa mit dem Widerstand gegen Frieden erneut in eine Ecke! Und weil man in Europa Dinge nie vom Ende her durchdenkt weiß man wieder einmal nicht wie bzw. ob man sich aus der Ecke wird befreien können!?

    Antworten

  • european
    18. April 2025 @ 12:03

    Das passt zu dem was man im aktuellen Podcast von The Duran hoeren kann. Demzufolge ist Rubio nicht nur skeptisch, sondern es gibt in USA zwei Lager, die aktiv gegeneinander bzw nebeneinander an unterschiedlichen Zielen arbeiten. Da sind zum einen die Realisten um Trump, die den Krieg einfach nur zum Vorteil der USA beenden wollen, um sich wichtigeren Themen zu widmen, zum anderen sind die Neocons immer noch sehr aktiv und man geht davon aus, dass sie auch die Faeden in die EU weiter aufrecht erhalten und parallel zur Trump-Regierung ihre eigene Agenda strikt verfolgen – einschliesslich enger Zusammenarbeit mit EU – Laendern.

    https://youtu.be/7QnNjgqmEEA?feature=shared

    Ein sehr hoerenswerter Podcast, der sehr gut verdeutlicht wie der sogenannte tiefe Staat immer noch funktioniert und eigene Interessen verfolgt, die ueber die Trump-Aera hinausgehen sollen. Die Neocons sind in beiden Parteien vertreten. Die “Koalition der Willigen” sind ausschliesslich Kandidaten auf dem absteigenden Ast, die ein persoenliches Interesse am Ablenkungsmanoever Ukrainekrieg haben und somit an jeder unheiligen Agenda der Neocons mitstricken werden.

    Antworten

    • Karl
      19. April 2025 @ 06:56

      @ european: Dieselbe Einschätzung von der Wiederkehr der US-Neocons vertritt auch Sabiene Jahn, mit Quellen aus Russland (sie kann Fremdsprache!), in ihrem furiosen Beitrag: „Die Neokonservativen um US-Außenminister Marco Rubio und Keith Kellogg hätten, so wurde es in russischen Talk-Sendungen wie ‚Das große Spiel‘ besprochen, längst Trumps Ohr – sie wollten den Krieg verlängern, nicht beenden. Ihre natürlichen Verbündeten? Europa … hat der Westen seine Augen besonders auf Odessa gerichtet …“

      „Und Merz? … mit Formulierungen wie: ‚Deutschland ist wieder da.‘ Was wie ein stolzer Satz klingt, ist für Doctorow eine ‚Neukonfiguration der antirussischen Koalition von 1941‘. … Wie lange noch, bis der erste Taurus auf Moskau zielt – und etwas zurückkommt?“
      Sabiene Jahn, passend zum Ostermarsch heute, in: — https://overton-magazin.de/top-story/zum-frieden-schiessen-friedrich-merz-und-die-taurus-raketen/

      Antworten

  • Guido B.
    18. April 2025 @ 10:59

    Natürlich darf es keinen Frieden geben. Die Ziele der EUkraine sind noch nicht erreicht. Zuerst muss der Krieg unter deutscher Führung noch einmal richtig eskaliert werden, damit Russland seine Niederlage akzeptiert und bedingungslos kapituliert. Es gibt in Europa noch genug Waffen und Soldaten, die an die Front disponiert werden können. Bei Bedarf gibt es auch noch genug Fronten. Und die Medien schildern uns verdienstvollerweise täglich das entsetzliche Leid, das der Krieg mit sich bringt, so lässt die kollektive Empörung über den russischen Aggressor nie nach. Diese Empörung ist genau die Stimmung, die es braucht, um eine Atommacht entschlossen und mit der gebührenden Todesverachtung in die Knie zu zwingen. Helm auf und nieder mit den Russen!

    Antworten

  • Titi
    18. April 2025 @ 10:46

    Zur selben Zeit haben die Ukraine und die USA eine Absichtserklärung für den Abschluss eines Rohstoffabkommens unterzeichnet.
    https://www.n-tv.de/politik/Ukraine-und-USA-unterzeichnen-Absichtserklaerung-fuer-Rohstoffabkommen-article25713472.html

    Ob es da nicht einen Zusammenhang gibt (was Rubios Aussage betrifft)?

    Antworten

    • ebo
      18. April 2025 @ 10:52

      Könnte gut sein!

      Antworten

    • Stef
      18. April 2025 @ 12:18

      Fehlt nur noch, dass die USA Nordstream kaufen…



  • Info: https://lostineu.eu/nach-friedensgespraechen-in-paris-rubio-weckt-zweifel-an-erfolg/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    18.04.2025

    Ostermarsch und nächste Termine

    aus e-mail von Friedensbüro Hannover, 18. April 2025, 14:55 Uhr


    Liebe Friedensfreundinnen und -freunde,


    allerletzte Erinnerung an den Ostermarsch

    Samstag 19. April um 11 h an der Aegidienkirche – wer noch mithelfen will, kommt früher. Unsere Route geht durch die Marktstr., Karmarschstr. zum Kröpcke, wo die Jugend die Zwischenkundgebung gestaltet, dann links vom Cafe Kröpcke zur Luisenstr. und dann zur Brüstung der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade.

    Um 13 h sind wir dann hoffentlich am Bahnhofsvorplatz zur Schlußkundgebung, wo uns die Peace Development Crew schon mit schmissiger Musik begrüßt hat.


    Wir freuen uns auf schönes Wetter – und wenns nicht so ist, trotzdem gute Stimmung.


    Auch danach gibt es interessante Veranstaltungen:


    Am Sonntag 20.04. um 20:00 h im UJZ Kornstrasse 28-30 „Hoppla, wir sterben“ – der Antimilitarismus lebt   https://ujz-korn.de/termin/hoppla-wir-sterben-der-antimilitarismus-lebt/

    Die „Schnelle kulturelle Eingreiftruppe“ S.K.E.T. von Theater X /Berlin geht mit „Rheinmetall Entwaffnen“ auf Ostertour „Hoppla, wir sterben“ – der Antimilitarismus lebt. Vorverkauf im annabee Buchladen (https://annabee.de/)


    Am Fr 25.4. wurde unser Offenes Treffen zum Klönen und Sich-Kennenlernen zu Luci della Montagne verlegt.


    Am 1.Mai ist Erster Mai, wo wir wieder mit einem Stand vor der Kestnergesellschft vertreten sind.


    Vom 1.-4.Mai ist Evangelischer Kirchentag. Die Friedensaktiven haben dafür das verdi-Haus als Ökumenisches Friedenszentrum gestaltet. Das Programm erhaltet ihr gern bei uns. Wer Kontakt zu Kirchengemeinden hat, kann gern von mir Material zur Werbung bekommen.


    Am 2. Mai gibt es im Pavillon Veranstaltungen zu Cuba, z.B. um 13 h zu Menschenrechten, 16 h zu Religion und 19 h zu Demokratie und Zivilgesellschaft.


    Der 3.Mai ist auch Palästina gewidmet, das Programm des Palästina-Tages findet ihr auf der Webseitehttp://www.palaestina-initiative.de/ . Im Kino am Raschplatz läuft immer wieder der Film „No other Land“, der hilft, die Probleme zu verstehen.


    Am 6.Mai dient unser Friedenspol. AK um 19 h im Pavillon zur Auswertung des diesjährigen Ostermarsches.


    Am 8.Mai gedenken wir des 80. Jahrestags des Kriegsendes – so langsam wird das auch hier ein Tag der Befreiung. Es gibt viele Veranstaltungen, genaueres folgt.


    Und schon mal vormerken: am Samstag, 31.Mai von 11:00 – 15:00 Uhr spricht im Stadtteilzentrum Stöcken (Eichsfelder Str. 101) Lühr Henken zum Thema „Niedersachsen – Zentrum der Militarisierung".


    So das reicht erstmal. Ich hoffe, wir sehen einige von euch zumindest beim Ostermarsch.


    Herzliche Grüße

    Agnes

    Friedensbüro Hannover


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    18.04.2025

    Erfolg der Ostermärsche und Aktionen

    aus e-mail vom Friedensbüro Hannover, 18. April 2025, 21:37 Uhr


    Liebe Hiltraud,

    Deine Rede ist nicht gut, sie verbreitet Defätismus. Und sie setzt fälschlich auf die friedenspolitische Kraft von Parlamentsparteien. Die Friedensbewegung wirkt außerhalb des Parlamentes, seit Ende des Weltkrieges. Ihr kann es vielleicht gelingen, in das Parlament  hineinzuwirken. Sie wirkt momentan vor allem in die Öffentlichkeit hinein. Sie wird genau beobachtet, auch von ihren Gegnern. Ihre Stärke oder Schwäche wird deren Reaktion bemessen. Sie wird an Stärke gewinnen, je klarer ihre Forderungen den Erfordernissen der politischen und militärischen Lage entsprechen.

    Der folgende Aufruf kommt dem nach meiner Meinung am nächsten, es fehlt allein die Faschisierung.    viele Grüße Gerd


    Ostermarsch 2025 in Lübeck


    Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!


    Die künftige Regierung aus CDU/CSU und SPD plant eine gigantische Aufrüstung. Dafür sollen in Deutschland künftig unbegrenzt Schulden gemacht werden dürfen. Die EU plant weitere 800 Mrd. € für die Hochrüstung. Während die Ukraine zum Spielball der Atommächte USA und Russland zu werden droht, findet in Deutschland und anderen europäischen Ländern eine seit dem 2. Weltkrieg ungekannte Militarisierung der Gesellschaft statt.

    Ein Wettbewerb um die höchsten Militärausgaben ist entfacht, eine atomare Aufrüstung Europas und die Wiedereinführung der Wehrpflicht sind im Gespräch und die Aufträge an deutsche Rüstungsunternehmen werden euphorisch als Motor gepriesen, der die lahmende Wirtschaft wieder ankurbeln kann - so, als handele es sich um eine Ware wie jede andere und nicht um ein Produkt, das darauf ausgelegt ist, zu drohen, zu töten, zu verwunden, zu zerstören.

    Wir werden eingestimmt auf „Kriegstüchtigkeit". Dabei kein Wort davon, was Krieg bedeutet: Zerstörung, Vertreibung, Vergewaltigung, massenhaftes Sterben, unermessliches Leiden unschuldiger Menschen, ein Verbrechen an der Menschheit!

    Wir werden eingestimmt darauf, dass wir bereit sind, Milliarden für Hochrüstung auszugeben, die dringend für Gesundheit und Pflege, Renten, Bildung und bessere Infrastruktur gebraucht werden.

    Militärische Konfliktlösungen werden als alternativlos dargestellt.

    Dabei bringen die neuen Waffensysteme nicht mehr Sicherheit, sondern sie kurbeln die Rüstungsspirale weiter an und führen zu einer gefährlichen, u.U. atomaren Eskalation der Konflikte.

    Die Stationierung neuer Mittelstreckenwaffen in Deutschland macht unser Land zu einem möglichen Angriffsziel feindlicher Staaten. Die verkürzten Vorwarnzeiten neuer Hyperschallwaffen vergrößern die Instabilität und erhöhen das Risiko eines durch einen Irrtum ausgelösten Atomschlags.

    Mehr Sicherheit gibt es nur durch Abrüstung!

    Wir fordern

    die Wiederaufnahme von Verhandlungen über Rüstungskontrolle und [nukleare] Abrüstung!

    den Beitritt Deutschlands zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag!

    die Beendigung aller Kriege: Vorhandeln statt töten!

    den Stopp aller Waffenexporte! Waffen befördern Kriege, die wiederum zu Migration zwingen.

    keine Auslandseinsätze der Bundeswehr!

    keine Wiedereinführung der Wehrpflicht!

    Für das uneingeschränkte Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung und politisches Asyl für Armee Deserteure!

    keine neuen Mittelstreckenwaffen in Europa!

    Wir wollen friedensfähig werden statt kriegstüchtig! Das Bündnis Ostermarsch Lübeck 2025

    Kontakt: DFG-VK Lübeck, 23552 Lübeck, eMail: luebeck@dfg-vk.de <mailto:luebeck@dfg-vk.de>, luebeck.dfg-vk.de <http://luebeck.dfg-vk.de/>


    Am 18.04.2025 um 13:52 schrieb Hiltraud Stenzel (via fb-info Mailing List) <fb-info@lists.riseup.net>:


    Liebe Friedensfreundinnnen und -freunde,


    wir hoffen auf eine große bundesweite Beteiligung an den Antikriegsdemos. Aber machen wir uns nichts vor: egal wie groß unserer Protest wird, die gigantische Aufrüstung werden wir nicht stoppen. Zu einig sind sich die Machthabenden. Eine standfeste friedenpolitische Kraft im Parlament haben wir verhindert. 9500 Stimmen mehr aus unseren Reihen, dann hätte Rot-Schwarz keine absolute Mehrheit bekommen und könnte nicht einfach durchregieren.  

    Der zukünftige Kanzler Merz will die 500 km weit reichende TAURUS-Raketenwaffe an die Ukraine liefern. Wenn er damit durch kommt, würde lt. Putin eine rote Linie überschritten, von Deutschland verantwortet! Das hatte sich Scholz  wohlweislich nicht getraut.  Die Lieferung von Taurus stärkt zwar die Ukraine   militärisch, aber dient nicht der Abschreckung oder der Beendigung des Krieges, kann aber eine militärische Reaktion auf unser Land zur Folge haben. Sahra Wagenknecht warnt: Dieser Sommer wird vielleicht unser letzter in Frieden sein. Taurus darf nicht geliefert werden! Ich sehe das auch so. Deshalb kämpfen wir für die Beendigung aller Kriege mit friedlichen Mitteln!

    In diesem Sinne "Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts."


    Hiltraud

    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    18.04.2025

    Vollständiger Diskussion nun auf YouTube: 80 Jahre UNO

    aus e-mail von friedensglockengesellschaft@web.de, 18. April 2025, 12:39 Uhr


    Von: Moegling, Klaus <klaus@moegling.de

    Gesendet: Freitag, 18. April 2025 10:24

    An: Klaus@moegling.de

    Betreff: Vollständiger Diskussion nun auf YouTube: 80 Jahre UNO



    Liebe Friedensfreunde_innen,


    wer  gestern bei der aus meiner Sicht sehr spannenden Veranstaltung mit

    Vorträgen und Diskussionsbeiträgen zur Kritik und Veränderungsperspektiven

    der UNO nicht dabei sein konnte, kann nun die vollständige Veranstaltung auf

    YouTube sehen.


    Leider hatte es ja auch zwischendurch eine Internet-Störung gegeben. Dies

    ist jetzt aber ‚geheilt‘ und der vollständige Ablauf wiederhergestellt, da

    die Veranstaltung parallel hierzu auf Zoom aufgezeichnet wurde.


    Nun auf Dauer auf YouTube hochgeladen:


    Diskussionsforum



    "80 Jahre UNO -



    Hoffnung für die Welt oder Auslaufmodell?"



    vom 17. April 2025


    frei zu verfolgen auf Videokanal YouTube

     



    https://www.youtube.com/watch?v=qYYYxIOg32c



    Themenschwerpunkte:


    Kritische Analyse des gegenwärtigen Zustands der Vereinten Nationen;


    Chancen einer Reform der Vereinten Nationen, der UN-Charta und

    insbesondere des UN-Sicherheitsrats;


    Wie kann die Zivilgesellschaft, können internationale NGOs den

    Reformprozess unterstützen?

     

    Teilnehmer/-in:



    Dr. med. Angelika Claußen, Präsidentin IPPNW Europa, Co-Vorsitzende der

    deutschen IPPNW-Sektion



    Dr. h.c. Hans-C. von Sponeck, Beigeordneter UN-Generalsekretär a.D.;


     


    apl. Prof. Dr. Klaus Moegling, i.R., habilitierter Politikwissenschaftler

    und Autor, FB Gesellschaftswissenschaften der Universität Kassel;



    Andreas Bummel, Direktor von Democracy without Borders;



    Rolf Bader, ehem. Geschäftsführer der deutschen Sektion der Internationalen

    Ärzte/-innen für die Verhütung des Atomkrieges/ Ärzte/-innen in sozialer

    Verantwortung e.V. (IPPNW).



    Moderation: Josef Mühlbauer, Autor, Politikwissenschaftler,

    Friedensjournalist


    Veranstalter:

    NGOs: Empowerment for Peace, Democracy Without Borders, IPPNW


    4/2025


    Wir bitten um Kommentierung des Videos und auch um Weiterleitung dieser

    Information bzw. des neuen und dauerhaften Links.


    Beste Grüße


    Klaus Moegling


    ------------------------------------------------------------


    apl. Prof. Dr. habil. Klaus Moegling, ret.


    Am Ahlberg 10


    34376 Immenhausen, Germany


    Homepage: https://www.klaus-moegling.de <https://www.klaus-moegling.de/


    Buchpublikation: Neuordnung. Eine friedliche und nachhaltig entwickelte Welt

    ist (noch) möglich. 6. aktualisierte u. erweiterte Auflage, 2025.


    Deutsche Ausgabe im freien Zugang:

    https://www.klaus-moegling.de/aktuelle-auflage-neuordnung/


    Fourth English edition in open access:

    https://www.klaus-moegling.de/international-edition/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    18.04.2025

    Suche nach Wegen zum Frieden in Zeiten des Krieges

    Screenshot_2025_04_18_at_21_43_51_Suche_nach_Wegen_zum_Frieden_in_Zeiten_des_Krieges_Transition_News

    Bild: Transition News/Midjourney


    transition-news.org, 18. April 2025 von TG. Lesedauer: 13 Minuten. PDF herunterladen Drucken

    Ein dreitägiger Kongress kritischer Psychologen und Psychotherapeuten beschäftigte sich kürzlich in Berlin damit, wie die Gesellschaft «kriegstüchtig» gemacht wird. Dabei wurden die zugrundeliegenden Interessen und Mechanismen analysiert und nach Alternativen für den Frieden gesucht. Ein Bericht von Tilo Gräser


    Krieg und Frieden – das sind große Themen, die schwer in einem Beitrag zu erfassen sind. Selbst ein dreitägiger Kongress kann sich nur einzelnen Aspekten widmen und nur ansatzweise die komplexen Zusammenhänge darstellen. Aber den Versuch ist es wert und die aktuellen Geschehnisse machen einen solchen notwendig.

    Wahrscheinlich haben sich die Mitglieder der Neuen Gesellschaft für Psychologie (NGfP) um die Psychotherapeuten Klaus-Jürgen Bruder und Almuth Bruder-Bezzel das auch gedacht. Sie hatten für den 10. bis 12. April nach Berlin eingeladen, um mit Berufskollegen, externen Experten und Friedensaktivisten über «Krieg und Frieden» zu diskutieren. Die drei Tage des Kongresses der NGfP waren vollgepackt mit interessanten Vorträgen, deren Inhalt nur ansatzweise in einem Bericht wiedergegeben werden kann.

    Die Spannbreite der einzelnen Themen reichte von der Friedensarbeit und psychoanalytischen Reflexionen über die «Zeitenwende», über die Rolle des US-Kapitalismus als Kriegstreiber und die psychischen Folgen des jahrzehntelangen israelischen Krieges gegen die Palästinenser bis zur Rolle der Medien als «Kriegstrommler» und der Notwendigkeit einer Pädagogik der Kriegsuntüchtigkeit. Und es waren noch eine ganze Reihe mehr, die in Vorträgen und kurzen Diskussionen dazu beleuchtet wurden.

    So sprach die Berliner Friedensaktivistin Laura von Wimmersperg am ersten Tag über die Friedensarbeit als Aufklärungsarbeit. Die heute 91-Jährige und frühere Lehrerin engagiert sich seit 1980 für Frieden und gegen Militarisierung. Ihre Offenheit für neue Bündnisse angesichts der erneuten Kriegs- und Aufrüstungspolitik stößt zum Teil bei Mitstreitern aus der «alten» Friedensbewegung auf Unverständnis.

    Dabei braucht diese Bewegung nicht nur breitere Resonanz in der Bevölkerung, sondern ebenso neue Partner angesichts veränderter politischer und gesellschaftlicher Verhältnisse. Doch ihr widerfährt, was Doris Pumphrey, ebenfalls Friedensaktivistin, so beschrieb:

    «Der Protest der Friedensbewegung richtet sich gegen Regierungspolitik. Je deutlicher ihre Positionierung und je stärker die Meinungsfreiheit eingeschränkt wurde, desto größer ihre Missachtung oder Diffamierung durch Politik und Medien.»

    Sie machte auf die «Brandmauer» aufmerksam, die die Friedensbewegung «gegen Rechts» ab 2014 errichtet und in der Corona-Krise noch weiter erhöht hat. So sei erfolgreich eine «Aktionseinheit von ‹alter› und ‹neuer› Friedensbewegung» verhindert worden, die der herrschenden Kriegsallianz ein Dorn im Auge wäre. Mit «aktiver Schützenhilfe von Parteien, Medien und diversen Organisationen», die sich selbst als «antifaschistisch» darstellten, sei die «neue» Friedensbewegung, hervorgegangen aus der Coronapolitik-kritischen Bewegung, als «rechts-offen» diffamiert worden.


    Wirkungslose Demonstrationen?

    Das geschieht bis heute erfolgreich und verhindert, dass das, was Pumphrey einforderte, möglich wird:

    «Die Friedensbewegung muss endlich den Mut haben, die anti-russische Aggressionspolitik als zentrales Problem zu benennen und zu bekämpfen. Und sie muss der Bevölkerung klarmachen: Deutschlands Feind ist nicht Russland, sondern Geschichtsvergessenheit, Größenwahn und der völlige Realitätsverlust seiner Regierung und des politisch-medialen Establishments.»

    Doch all die Demonstrationen und auch solche Kongresse bringen nichts, behauptete am zweiten Tag der Sozialwissenschaftler und Künstler Rudolph Bauer. Damit sorgte er für Zustimmung und Widerspruch, auch wenn er nur zum Ausdruck brachte, was viele Friedensaktivisten angesichts der neuen Kriegspolitik bewegt. Er forderte in seinem Vortrag auf, vom Krieg zu reden, wenn der Frieden gewollt sei.


    Rudolph Bauer (alle Fotos: Tilo Gräser)

    Er bezog sich damit auf den Satz «Wer aber den Frieden will, der rede vom Krieg.» des deutschen Schriftstellers und Philosophen Walter Benjamin. Dieser entstammt dem Text «Friedensware» aus dem Jahr 1926, einer vernichtenden Besprechung des 1925 erschienenen Buchs «Flügel der Nike. Buch einer Reise» von Fritz von Unruh.

    Bauer wies darauf hin, dass das Deutsche Panzermuseum in Munster dieses Zitat an seinen Außenmauern angebracht hat. Der Satz sei aus dem Zusammenhang gerissen worden, so der Sozialwissenschaftler und Künstler aus Bremen. Es fehle, was Benjamin dem voranstellte:

    «Die große Prosa aller Friedenskünder sprach vom Kriege. Die eigne Friedensliebe zu betonen, liegt denen nahe, die den Krieg gestiftet haben.»

    Und ebenso, was folgt:

    «Er rede vom vergangenen (…), er rede von dem kommenden vor allem. Er rede von seinen drohenden Anstiftern, seinen gewaltigen Ursachen, seinen entsetzlichsten Mitteln.»

    Das griff Bauer auf und zählte auf, wovon heute zu reden sei angesichts neuer Kriegstreiberei und neuem Aufrüstungswahn. So unter anderem von Folgendem:

    «Wir müssen sprechen über die milliardenteuren Waffensysteme zu Land, zu Wasser, in der Luft und im Weltall, über Drohnen, Satelliten, Cyberwaffen, Roboter und Biowaffen. Über Kriegsspielzeug und Jugendoffiziere in den Schulen, über den verbrecherischen militärisch-industriellen Komplex, der ein Rüstungs- und Zerstörungskomplex ist, über den aufgeblähten Militäretat, zu Lasten von Schulen, Infrastruktur, Renten und Wohnen, über Geopolitik und Bodenschätze.»

    Es war eine lange Liste von Themen, die zeigte, was alles dazugehört, wenn eine Gesellschaft «kriegstüchtig» gemacht werden soll. Und der Sozialwissenschaftler stellte einen provokativen Befund auf: «Den Frieden zu beschwören, verhindert keine Kriege.» Er ging noch weiter und sagte, auch «ritualisierte Ostermärsche» würden dabei nicht helfen, ebenso keine Gedenktage wie der Antikriegstag am 1. September.

    Bewaffnete Übermacht

    Keine Friedensgottesdienste, Blumengebinde, Appelle, auch keine «Pädagogik der Kriegsuntüchtigkeit» könnten Kriege verhindern angesichts einer «straff organisierten, gehorsamsgedrillten und mit modernster Technik bewaffneten Übermacht, eines omnipotenten Gewaltapparates» auf der Gegenseite. Bauer kritisierte auch jene Vertreter der Friedensbewegung, die den Kampf gegen den Antifaschismus mit dem Widerstand gegen den Krieg vermischen, die Letzteren «antifaschistisch aufblähen».

    So würden mögliche Bündnisse mit all jenen verhindert, die sich gegen Krieg und für Frieden einsetzen, stellte er fest. So gebe es nur «ein Friedensstrohfeuer, das sich in der regierungskonformen Ablehnung des Rechtsradikalismus beziehungsweise in der wiederholten Behauptung von Putins völkerrechtswidriger Aggression erschafft und die Vergangenheit ausblendet».

    Das aktuelle Versagen und Scheitern der Friedensbewegung sei nicht neu, sondern habe Geschichte, sagte Bauer und belegte das mit Beispielen aus der historischen Friedensbewegung vor dem Ersten und vor dem Zweiten Weltkrieg. Nur eine Minderheit habe zum Generalstreik aufgerufen, um den drohenden Krieg zu verhindern.

    Und er machte deutlich: Wer für den Frieden ist, aber dabei den Kapitalismus ausblendet, der scheitert. Der Bremer Friedensaktivist forderte, sich auf Carl von Ossietzky berufend, der Pazifismus müsse politisch werden und «den Weg zum Volk» finden. Aus seiner Sicht könnte die Kampagne «Für ein neutrales Deutschland», die auf dem Kongress von Walter Schumacher vorgestellt wurde, zum «Meilenstein der neuen Friedensbewegung» werden und neue Impulse geben.

    In der Diskussion zu seinen Aussagen bedauerte Bauer mit Blick auf die «alte» und «neue» Friedensbewegung, dass von Ersterer her «nicht zusammengearbeitet wird, sondern dass man sich gegenseitig abgrenzt, dass man meint, mit dem Kampf gegen den Faschismus den Krieg verhindern zu können». Es stimme nicht, «dass, wenn man gegen den Faschismus ist, ist man sozusagen automatisch gegen den Krieg». Dabei würden aktuelle totalitäre und faschistoide Tendenzen in Politik und Gesellschaft, wie sie sich in der Corona-Krise zeigten, übergangen.


    Folgenreiche US-Strategie

    In der Debatte griff der Publizist und ehemalige Bundeswehr-Offizier Wolfgang Effenberger das Stichwort Generalstreik auf. Er erinnerte mit Blick auf die Gegenwart daran, dass durch einen solchen 1920 der Kapp-Putsch in Deutschland scheiterte.

    «Alle bleiben zu Hause, die Räder stehen still. Dann bewegt sich nichts mehr. Man muss nichts machen. Man braucht keine Vernetzungsbüros, man braucht keine Organisation und Funktionäre, Funktionärinnen, wie auch immer. Sondern einfach diese Klarheit schaffen, keine Angst zu haben. Wenn es soweit ist, bleiben wir alle zu Hause.»

    Dabei hatte Effenberger zuvor in seinem eigenen Vortrag deutlich gemacht, mit welchen Kräften die Friedensbewegung es zu tun hat. Er ging von der Schrift «Zum ewigen Frieden» von Immanuel Kant aus, die vor 230 Jahren erstmals veröffentlicht wurde. Was der Königsberger Philosoph damals niederschrieb, sei die Vorlage für die UNO-Charta, sagte der Ex-Bundeswehr-Offizier.


    Wolfgang Effenberger

    Er benannte die Kräfte und Interessen, die sich nicht nur nicht um Kants Altersschrift, sondern ebenso wenig um das Völkerrecht und das Friedensgebot der UNO-Charta kümmern. Angesichts der US-Kriegsmaschine und der von ihr angezettelten Konflikte und Kriege sei der globale Frieden «ferner denn je», sagte Effenberger.

    Zu den Folgen der US-Vorherrschaft gehöre, dass die korrumpierte UNO nicht reformiert werden könne:

    «Das System der UNO ist unter falschen Vorzeichen installiert und weiter missbraucht worden und somit irreparabel.»

    Der Publizist ging auf eine ganze Reihe grundlegender Strategiepapiere aus den USA ein, so auf das Dokument Tradoc 525-5 «Force XXI Operations» von 1994, das Krieg im 21. Jahrhundert beschreibt. Ein anderes ist das Konzept «Win in a complex world» von 2014, auf das Effenberger aufmerksam machte und das nach seinen Worten die US-Streitkräfte auf einen Krieg gegen Russland und China vorbereitet.

    Solche und weitere Strategiepapiere würden in der Öffentlichkeit, aber auch in der Friedensbewegung kaum wahrgenommen, bedauerte er. Immer offener werde in Deutschland ein Krieg gegen Russland vorbereitet, so der Publizist, der in dem Zusammenhang auf den geheimen «Operationsplan Deutschland» hinwies, von dem nur Ausschnitte bekannt sind.

    Als anderes Beispiel nannte Effenberger das «Grünbuch ZMZ 4.0», das «viel schlimmer» als der Operationsplan sei. Der ausführliche Titel des Dokuments ist «Zivil-Militärische Zusammenarbeit 4.0 im militärischen Krisenfall». Es geht von einem Krieg aus, der im Mai 2030 beginnt.


    Allmächtiges Kapital

    Was der ehemalige Bundeswehr-Offizier beschrieb, erinnert an das, was der US-amerikanische Politikberater Karl Rove 2004 so beschrieb:

    «Wir sind jetzt ein Imperium, und wenn wir handeln, schaffen wir unsere eigene Realität. Und während ihr diese Realität studiert – mit Bedacht, wie ihr wollt – werden wir wieder handeln und andere neue Realitäten schaffen, die ihr ebenfalls studieren könnt, und so werden sich die Dinge sortieren. Wir sind die Akteure der Geschichte (...) und ihr, ihr alle, werdet nur noch das studieren, was wir tun.»

    Das machte auch deutlich, was der Publizist Werner Rügemer in seinem Vortrag zum Thema «Der US-Kapitalismus als Kriegstreiber und die Neuordnung der Weltgesellschaft» darstellte. Er machte klar:

    «Da ist zuerst das Kapital, das heißt die Kapitalisten, und dann kommt die Demokratie. Also die Kapitalisten finanzieren die politischen Parteien.»

    Auch Rügemer schilderte detail- und faktenreich, wie der US-geführte Kapitalismus seine Macht und seinen Zugriff auf jeden Punkt der Erde sichert. Er schilderte, wie die US-Konzerne schon immer mit Faschisten und anderen Verbrechern zusammenarbeiten, solange der Profit stimmt. So sei die faschistische deutsche Wehrmacht mit US-Hilfe ausgerüstet worden.


    Werner Rügemer

    Verantwortlich seien die Kapitalisten, die mit Hilfe der Politik ihre Interessen durchsetzen, aber ebenso mit Hilfe von Geheimdiensten. Ein Beispiel sei der frühere Wallstreet-Anwalt Allan W. Dulles, der den ersten strategischen US-Geheimdienst OSS und dessen Nachfolger CIA mitgründete.

    Der Publizist sprach sich dafür aus, auf zivilgesellschaftlicher Ebene international zusammenzuarbeiten, wenn es um die Analyse des Kapitalismus gehe. Seine Idee: «eine neue Seidenstraße für die von den Kapitalisten nicht korrumpierte Wissenschaft».

    Auf manche Beobachter des Kongresses machte dieser den Eindruck eines Treffens altlinker Aktivisten aus der alten Bundesrepublik. Es ging insgesamt auch erstaunlich wenig um psychologische Themen, die aber auch zum Programm gehörten.


    Große Wunden

    So sprach die Sozialwissenschaftlerin Sarah El Bulbeisi vom Orient-Institut Beirut über die Tabus und Traumata geflüchteter Palästinenserinnen und Palästinenser in der Schweiz und Deutschland. Sie hatte zu dem Thema 2020 das Buch «Tabu, Trauma und Identität – Subjektkonstruktionen von PalästinenserInnen in Deutschland und der Schweiz, 1960-2015» veröffentlicht.

    Sie beschrieb die Vertreibungserfahrungen der Menschen aus Palästina, die in der Bundesrepublik und in der Schweiz nicht als politische Flüchtlinge anerkannt wurden. Die Einzelfälle, wie die Betroffenen mit ihren Erlebnissen von Vertreibung und Nichtanerkennung umgehen, die sie aus ihrer Studie zitierte, berührten das Publikum, das in der nachfolgenden Diskussion mit der Autorin nach den passenden Worten suchte.

    Zuvor hatte die Nahost-Korrespondentin Karin Leukefeld über den aktuellen israelischen Krieg gegen die Palästinenser gesprochen, der nicht erst seit dem 7. Oktober 2023 geführt werde. Das sei neben der Verfolgung der Kurden in der Türkei, den Kriegen im Irak, im Libanon und zuletzt auch in Syrien die «große Wunde in der Region».

    «Seit mehr als 100 Jahren gehören Vertreibung und die Zerstörung von Lebensgrundlagen und von ziviler Infrastruktur zu den Werkzeugen, mit denen Staaten sich Land in Westasien zwischen dem östlichen Mittelmeer und der Persischen Golf-Region aneignen wollen, das ihnen nicht gehört.»

    Leukefeld wies daraufhin, dass unter denjenigen, die in den USA gegen die Unterstützung Israels protestieren, zahlreiche Ureinwohner zu finden sind. Sie würden in dem, was die Palästinenser erleben, von Landraub über Vertreibung bis zur physischen Vernichtung, wiedererkennen, was sie in ihrer Geschichte erlebten.


    Karin Leukefeld

    Den westlichen Staaten, allen voran den USA, die Israel unterstützen, gehe es um Macht und Kontrolle der Region mit ihren Handelswegen, Rohstoffen und Meerengen. Die Journalistin, die seit 25 Jahren aus dem Nahen Osten berichtet, kritisierte die Medien deutlich:

    «Anstatt Unrecht, Freude, Leid und Lüge aufzuzeigen und alle Seiten zu Wort kommen zu lassen, damit die Öffentlichkeit sich ein Bild machen und verstehen kann, bereiten Medien politische Krisen vor und drängen zur Eskalation. Die sie dann wie Kriegstrommler und Trompeter früherer Heere begleiten. Wir erleben das in Deutschland sehr extrem.»

    Medienkritik kam am dritten Tag des Kongresses auch von dem Kommunikationswissenschaftler Michael Meyen. Er beschrieb, wie Propaganda und Zensur zusammengehören und zusammenwirken. Herrschaft werde über die Definitionsmacht von Politik und Leitmedien durchgesetzt, sagte er.


    Überschätzte Medien

    Wichtigster «Propagandahebel» sei die Ideologie vom Journalismus als «4. Gewalt», die die anderen drei Gewalten Parlament, Regierung und Justiz kontrolliere. Doch es stelle sich nicht nur die Frage, wer die Kontrolleure kontrolliert. Medien seien selbst Teil der Macht und könnten die ihnen zugeschriebene Aufgabe gar nicht wahrnehmen, da sie entweder im Besitz weniger Reicher seien oder im Fall des öffentlich-rechtlichen Rundfunks von der Politik kontrolliert würden.

    Meyen machte auch darauf aufmerksam, wie das Militär immer mehr eigene Medienarbeit macht, um Einfluss auf die Gesellschaft ausüben zu können. So habe die Bundeswehr ihre entsprechenden Etats massiv ausgeweitet, wie auch andere Regierungsorgane bis hin zum Bundespresseamt mit allein rund 500 Mitarbeitern.


    Michael Meyen

    Der US-Sicherheitsstaat habe die Medien seit 1945 unter Kontrolle, so der Kommunikationswissenschaftler. Das US-Militär habe auch aktiv bei der Entwicklung der digitalen Plattformen mitgewirkt, stellte er klar. Aus Meyens Sicht sind analoge Medien eine Alternative zu den digitalen, die zunehmend der Zensur und Kontrolle unterworfen seien.

    Am dritten Kongresstag waren psychologische Themen wie die Frage der persönlichen Entfremdung und die nach den massenpsychologischen Mechanismen der Beeinflussung der Bevölkerung im Sinne der Kriegspolitik auf der Tagesordnung. Ein Vortrag plädierte für eine «Pädagogik der Kriegsuntüchtigkeit», die Kinder und Jugendliche zu Friedfertigkeit erziehen soll.

    Corinna Desch setzte sich zum Kongressabschluss mit dem «Omniwar-Konzept» auseinander. Bei diesem geht es um einen «verdeckten, nicht deklarierten Krieg gegen die Bevölkerung, der von der herrschenden, transnational agierenden Klasse mit dem Ziel lanciert wurde, eine Technokratie zu installieren».


    Folgenlose Ängste

    Zuvor suchte der Konfliktforscher Leo Ensel Antworten auf die Frage «Warum bleiben die Ängste vor einer Ausweitung des Ukraine-Krieges stumm und folgenlos?». Er verwies dabei auf die Erkenntnisse des Philosophen Günter Anders, der feststellte, dass der Schrecken eines Atomkrieges so groß ist, dass er unfassbar ist. Das führe zu einer «Apokalypse-Blindheit».


    Leo Ensel

    Die wachsende Kriegsgefahr sei immer noch zu abstrakt, so dass sie für die Menschen nicht greifbar sei. Ensel beklagte, dass im Bundestag keine wirklich antimilitaristische Partei vertreten und die neue Friedensbewegung zu klein und unwirksam sei. Dabei gelte:

    «Passivität und Resignation können wir uns nicht leisten.»

    Ebenso gelte die Losung aus den 1980er Jahren:

    «Der Frieden ist zu wichtig, um ihn nur den Generälen und Politikern zu überlassen.»

    Der Konfliktforscher forderte Widerstand gegen Feindbilder ebenso wie zivilen Ungehorsam und gewaltfreien Widerstand als «Sand im Getriebe der Kriegsmaschine».


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    Info: https://transition-news.org/suche-nach-wegen-zum-frieden-in-zeiten-des-krieges


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    18.04.2025

    Die Friedensbewegung im Spannungsfeld

    seniora.org, vom 17. April 2025, 16.04.2025 Vortrag von Doris Pumphrey - übernommen von freidenker.org  (doppel)

    Die Friedensbewegung in Deutschland im Spannungsfeld zwischen der alten, vom NATO-Westen dominierten Welt und der sich entwickelnden neuen multipolaren Weltordnung.

    Screenshot_2025_04_18_at_21_02_21_Seniora.org_Die_Friedensbewegung_im_Spannungsfeld

    Ostermarsch 2018 in Berlin-Moabit Foto: Bernd.Brincken, CC BY-SA 4.0


    Vortrag von Doris Pumphrey gehalten auf dem Kongress „Krieg und Frieden“ der Neuen Gesellschaft für Psychologie, Berlin 10. bis 12. April 2025 Die Friedensbewegung ist eine sog. Graswurzelbewegung, die die Mühen durchlaufen muss eines Aufbaus und einer Mobilisierung von unten. Authentische, unabhängige Graswurzelbewegungen haben es heute viel schwerer als früher.

    Massen werden heute mobilisiert von professionell geführten, künstlich geschaffenen Graswurzelbewegungen, mit ihren unzähligen NGOs und Vereinen, die von Ministerien, der EU, Stiftungen, Finanzkonzernen, Soros, USAID etc. subventioniert werden. Mit viel professioneller PR und Medienrummel bedienen ihre Massenevents die staatlich geförderte Meinung und politische Agenda der herrschenden Elite.

    Der Protest der Friedensbewegung richtet sich gegen Regierungspolitik. Je deutlicher ihre Positionierung und je stärker die Meinungsfreiheit eingeschränkt wurde, desto größer ihre Missachtung oder Diffamierung durch Politik und Medien.

    In der Friedensbewegung agieren lokale und bundesweite Organisationen und Einzelpersonen mit z.T. sehr unterschiedlichen ideologischen und politischen Positionen, auf die ich aber in diesem Rahmen nicht eingehen kann. Hinzu kommt die sog. „neue“ Friedensbewegung.

    Wenn ich von DER Friedensbewegung spreche, dann ist das eine notwendige Verallgemeinerung. Es geht hier vor allem um die, in der BRD geprägte „alte“ Friedensbewegung, wie sie in ihrer Gesamtheit nach außen und in ihrem geschichtlichen Zusammenhang erscheint.

    * * *

    Viele fragen, was ist aus der Friedensbewegung geworden, die im Kalten Krieg Anfang der 80er Jahre in der alten BRD Hunderttausende mobilisieren konnte im Kampf gegen die Stationierung der US-Atomraketen Pershing II und Cruise-Missiles.

    Geschichtliche Entwicklungen werden meist von ihrem Ende her betrachtet. Manche erinnern sich gerne an die bunten Massen im Bonner Hofgarten. Was rückblickend oft vergessen wird: Die Großdemonstrationen waren das Ergebnis eines z.T. zähen politischen Kampfes, in dem Kommunisten, Anti-Imperialisten, Grüne, linke Sozialdemokraten, Gewerkschafter und Christen zusammenwirkten.

    Fälschlicherweise wird diese Massenbewegung als pazifistische Bewegung bezeichnet. Auch wenn Pazifisten immer Teil von Friedensbewegungen sind, die Friedensbewegung per se ist keine pazifistische Bewegung.

    Die NATO-Propaganda hatte die neuartigen US-Erstschlagwaffen als Antwort auf die sowjetischen SS-20 dargestellt. Natürlich gab es innerhalb der Friedensbewegung den Versuch, diese falsche Gleichsetzung durchzusetzen, unter dem Vorwand, nur auf der Grundlage der sog. Äquidistanz die gewünschte „Bündnisbreite“ erreichen zu können.

    Der Bewegung, die um den Krefelder Appell so viel Momentum entwickelte, gelang es, ihre ganze Kraft auf den Widerstand gegen die neuen US-Atomraketen zu fokussieren. Die unterschiedlichen Kräfte waren bereit, ihre politischen und ideologischen Meinungsverschiedenheiten und Forderungen zurückzustellen. Wer diese eine konkrete, gemeinsame und zentrale Forderung teilte, war willkommen. Gesinnungsprüfung und McCarthy-ähnliche Hexenjagd fand nicht statt. Die Friedensbewegung war inklusiv und nicht exklusiv.

    Eines dürfen wir nicht vergessen: Die Bipolarität   – Imperialismus gegen Sozialismus   – bestimmte die geopolitischen Auseinandersetzungen. In der Friedensbewegung war das Bewusstsein über die politischen und militärischen Fronten prägend. NATO und Warschauer Vertrag standen sich gegenüber   – und die BRD einer DDR, die von antifaschistischen Widerstandkämpfern aufgebaut worden war. In der DDR waren Frieden, Antifaschismus und anti-imperialistische Solidarität politische Grundlage und Aufgabe.

    Der Staatsapparat der BRD hingegen war nicht nur durch hochrangige Beteiligung von Nazis und SS-Veteranen aufgebaut worden. Sie spielten eine wichtige Rolle in der Wirtschaft, Politik und Justiz. Natürlich auch in der Bundeswehr   – ganz im Interesse der NATO, die gegen die Sowjetunion gegründet worden war.

    Im Bundestag der alten BRD saßen über viele Jahre ehemalige NDSAP-Mitglieder. Den „Nachkriegskonsens: Keine Zusammenarbeit mit extremen Rechten“, den Olaf Scholz heute herbeifantasiert, hat es nie gegeben.

    In der BRD wurde der Nazi-Faschismus systematisch reduziert auf den Völkermord an Juden. Der Raub- und Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion wurde nie aufgearbeitet. Das wirkt sich in der Politik der Bundesregierung gegenüber Israel und Russland bis heute aus. Deutsche Staatsraison bedeutet volle Unterstützung des israelischen Völkermords an Palästinensern. Die geopolitische Hauptstoßrichtung deutscher Außen- und Kriegspolitik ist heute wieder gegen Russland.

    Von der bipolaren zur unipolaren Welt des „Menschenrechts“-Imperialismus

    Als der BRD durch Gorbatschow die DDR auf einem Silbertablett überreicht wurde, feierte der tiefsitzende bundesdeutsche Revanchismus seinen langersehnten Sieg. Die BRD konnte sich nun an der DDR rächen, die sie seit 1949 mit allen Mitteln bekämpft hatte.

    Die mediale Lügen- und Hetzkampagne gegen alles was DDR war, diente auch dazu, den Deutschen langfristig jeden Gedanken einer sozialistischen Alternative auszutreiben. Die PDS-Führung trug dazu bei mit ihren würdelosen Entschuldigungen für und Distanzierungen von der DDR   – statt die Auseinandersetzung mit der Geschichte und dem Charakter der alten BRD zu suchen.

    Viele in der Friedensbewegung der BRD hatten ihre Hoffnung auf die PDS gesetzt. Doch ihre Führung verabschiedete sich immer deutlicher vom Antiimperialismus und Antimilitarismus   – beides zentrale Erkennungsmerkmale linker Politik. Schließich versprach Gregor Gysi dem US-Botschafter, er werde in seiner Partei die Forderung nach einem NATO-Austritt Deutschlands verhindern und mit der illusionären Forderung nach einer Auflösung der NATO ersetzen.

    Der Verlust der Sowjetunion   – des Gegenpols zum US-Imperialismus   – und des Friedensstaates DDR führte zu einer allgemeinen Schwächung der politischen Linken in Deutschland   – mit entsprechender Auswirkung auf die Friedensbewegung. Linke Koordinaten kamen durcheinander. Das begann mit der Begriffsverwirrung von „links“ und „rechts“, Begriffe, die heute oft in ihr Gegenteil verkehrt werden.

    Der Krieg gegen Jugoslawien

    Im neuen Großdeutschland konnte der alte BRD-Revanchismus, mit seiner völkischen Ideologie, die außenpolitischen Fesseln abwerfen, die ihm die Nachkriegsordnung auferlegt hatte. Er zielte sofort auf die Zerschlagung Jugoslawiens, begleitet von einer hysterischen anti-serbischen Hetze und Dämonisierung von Präsident Milosevic.

    Das wirkte sich auf die Friedensbewegung aus: Sie schwieg   – bis auf wenige Ausnahmen. Und ihre große Mehrheit schwieg, als unter der SPD-Grünen Regierung 1999 Außenminister Josef Fischer die Bombardierung Jugoslawiens mit seinem „Nie wieder Auschwitz!“ als antifaschistischen Akt deklarierte.

    Die Beteiligung am völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der NATO gegen Jugoslawien war der Türöffner für deutsche Kriegseinsätze. Die Zerstörung des blockfreien Landes war auch der erste Einsatz der NATO außerhalb des eigenen Bündnisgebiets und diente als Rechtfertigung für ihre weitere Existenz.

    Von nun an verteidigte die „Westliche Wertegemeinschaft“ mit „humanitären Interventionen“ die „Menschenrechte“ weltweit. Dafür schrieb sie sich die „regelbasierte internationale Ordnung“ auf die Fahne, die Volker Perthes, vormals Leiter der regierungsfinanzierten Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) im Klartext definierte: „Eine Allianz williger Staaten muss internationale Regeln ersinnen, ohne den Verdacht zu erwecken, dass es dabei um westliche Dominanz geht.“

     „Krieg gegen den Terror“ und Regime-Change

    Nach dem Anschlag in den USA vom 11. September 2001, sicherten sich die, mit Israel eng verbundenen US-Neokonservativen, entscheidenden Einfluss auf die US-Außenpolitik. Der sog. „Krieg gegen den Terror“ diente ihnen als Vorwand für den Krieg gegen Afghanistan. Sog. „Humanitäre Interventionen“ dienten den Regime-Change Operationen u.a. gegen Irak, Libyen und Syrien zur „Neuordnung des Mittleren Osten“.

    Um störenden Protest an der westlichen „Heimatfront“ zu verhindern, wurde das immer gleiche Propaganda-Drehbuch durchgespielt:

    US-Geheimdienste nutzten soziale Unzufriedenheit in den sog. Schurkenstaaten, schürten latente Konflikte, unterstützten materiell   – auch mit Waffen   – oppositionelle Kräfte, um Proteste zu Aufständen auszuweiten und staatliche Repressionen zu provozieren. In groß angelegten Medienkampagnen und mit Hilfe von NGOs wurden die Staatsoberhäupter dämonisiert. Zum „Schutz der Zivilgesellschaft“ wurden die Länder mit Sanktionen geknebelt und schließlich mit Gewalt terrorisiert.

    Vom Westen finanzierte und instruierte NGOs wurden ein wichtiger Teil der hybriden Kriegsführung, auch in den sog. Farbrevolutionen an der Peripherie Russlands. Die derzeitigen Enthüllungen über die Aktivitäten von USAID bestätigen, was vorher gerne als „Verschwörungstheorie“ abgetan wurde.

    Die Friedensbewegung muss die imperialistischen Regime-Change Operationen in ihren geopolitischen Zusammenhängen sehen und sich davor hüten, eigene, zumal eurozentristische Vorstelllungen auf andere Länder zu projizieren. Nicht wir, sondern die Menschen in den angegriffenen Ländern erleiden schließlich die Konsequenzen.

    Von der eigenen Regierung muss gefordert werden: Keine direkte oder indirekte Beteiligung und Unterlassung aller Aktivitäten, die die Lage in den angegriffenen Ländern weiter anheizen.

    Durch die Schwächung der anti-imperialistischen Kräfte nach 1990 war der ideologische Einfluss des „Menschenrechts“-Imperialismus besonders fatal auch in der Friedensbewegung. Beeinflusst vom Propaganda-Drehbuch, distanzierten sich Akteure der Friedensbewegung in Aufrufen und Reden immer wieder aufs Neue vom jeweils dämonisierten Feind, um „glaubwürdig“ zu sein. Diese Distanzierungsrituale schwächten die Friedensbewegung.

    Kriegswaffe „Sanktionen“

    Erinnern wir uns: Als eine CBS-Journalistin 1996 die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Madeleine Albright fragte, ob der Tod von mehr als einer halbe Million Kinder, als Folge der Sanktionen gegen Irak den Preis wert sei, antwortete sie „ja das ist den Preis wert“.

    Hier sei angemerkt, dass der Begriff „Sanktionen“ der Verschleierung dient: Denn nichts und niemand gibt einem Staat oder einem Staatenbündnis wie der EU das Recht, selbstherrlich Strafmaßnahmen zu verhängen. Dazu ist allein der UN-Sicherheitsrat legitimiert. In UN-Dokumenten werden sie daher als „unilaterale Zwangsmaßnahmen“ bezeichnet.

    Sanktionen sind ein völkerrechtswidriges Instrument des Krieges. Große Teile der Friedensbewegung haben nie oder kaum gegen die Sanktionspolitik protestiert. Wir sehen das auch heute mit den Sanktionen der USA und EU gegen Russland, die von Teilen der gesellschaftlichen Linken und der Friedensbewegung sogar unterstützt werden.

    Die NATO rückt vor Richtung Russland

    Zum Abzug der alliierten Streitkräfte aus Berlin 1994 hatten die USA und die Stadt Berlin eine gemeinsame Parade aller Alliierten abgelehnt. Sie wollten damit die sowjetischen, bzw. russischen Truppen demütigen.
    Der bekannte DDR-Schriftsteller Volker Braun notierte dazu: „Die gesonderte Verabschiedung der russischen Streitkräfte war eine stille Kriegserklärung an Russland. Die Westalliierten, die im 2. Weltkrieg zögernd die zweite Front eröffnet hatten, sind im 3. auf deutscher Seite.“

    Es dauerte nicht lange und die NATO begann, samt Aufbau militärisch-technischer Infrastruktur, Richtung Russland vorzudringen   – entgegen der Abmachungen.
    Russlands diesbezüglicher Vorwurf wurde durch den Fund eines Vermerks im britischen Nationalarchiv bestätigt. Demnach hatte Bonns Vertreter Jürgen Chrobog erklärt:
    „Wir haben in den Zwei-plus-Vier-Verhandlungen deutlich gemacht, dass wir die NATO nicht über die Elbe hinaus ausdehnen.“

    Das eigentliche Ziel der NATO-Osterweiterung war die Ukraine. Ohne die Ukraine könne Russland keine Großmacht mehr werden, schrieb der bekannte US-Stratege Brzeziński 1997. In den NATO-Ländern war man sich des Risikos einer NATO-Ausdehnung in die Ukraine bewusst   – und damit der Verletzung der legitimen Sicherheitsinteressen Russlands. Das belegen inzwischen zahllose Aussagen westlicher Diplomaten, Militärs und Experten.

    Der ungarische Ex-Diplomat, Dr. György Varga, machte vor kurzem auf einen weiteren wichtigen Aspekt aufmerksam, der hierzulande kaum Beachtung fand: Bei ihrem Gipfel in Bukarest 2008 hatte die NATO mit ihrer Ankündigung einer Mitgliedschaft der Ukraine die nationale Souveränität der Ukraine verletzt. Diese hatte sich nämlich seit ihrer Unabhängigkeit in ihren grundlegenden Dokumenten als „ständig neutrales und blockfreies“ Land definiert. Als solches war sie auch von Russland anerkannt worden.

    Der Krieg gegen Russland

    Leider ist es aus Zeitgründen im Rahmen dieses Vortrags nicht möglich, die mit genauen Fakten belegte, bewusst organisierte westliche Eskalation des Konflikts darzustellen, die zum Einschreiten der russischen Armee führen musste und die bis heute von Politik und Medien systematisch ignoriert wird. Die Einzelheiten sind alle nachzulesen in zahllosen Berichten westlicher Insider, z.B. von Jeffrey Sachs, Jacques Baud, György Varga, etc.

    Auch in der Friedensbewegung hatten viele anfänglich die Vorgeschichte ausgeblendet oder kleingeredet. Im Eiltempo hatten sie Russland abgeurteilt unter Auslassung wichtiger Bestimmungen des Völkerrechts, die diesem Einschreiten zugrunde liegen.

    Bereits 2014, nach dem Beitritt der Krim zur Russischen Föderation hatte das Ignorieren der Geschichte und die selektive Auslegung des Völkerrechts zum ständigen Distanzierungsritual von der sog. „völkerrechtswidrigen Annexion der Krim“ geführt.
    Dass mit diesem Beitritt der Plan aus Sewastopol einen US/NATO-Stützpunkt gegen Russland zu machen, vereitelt wurde   – womit eine höchst friedensgefährdende Situation entstanden wäre   – spielte für den Großteil der Friedensbewegung keine Rolle.

    Am Morgen des 24. Februar 2022, als die russische Intervention begann, sollte offenbar ganz schnell der Ton vorgegeben werden für die Reaktion der Friedensbewegung. Bereits um 08:25 wurde über den offiziellen E-Mailverteiler des Bundesausschuss Friedensratschlag eine Erklärung verteilt. Darin verurteilten Reiner Braun und Willy van Ooyen die „militärische Aggression Russlands“, die auch durch die „Mitschuld des Westen“ (…)  keinesfalls gerechtfertigt“ sei. Und sie erklärten „es gibt keine militärische, sondern nur eine politische Lösung auf der Basis der Prinzipien der gemeinsamen Sicherheit“.

    Diesen beiden prominenten Akteuren der Friedensbewegung war sehr wohl bekannt, dass Russland genau diese Lösung den USA und der NATO im Dezember 2021 mit konkreten Vorschlägen für Verträge über gegenseitige Sicherheitsgarantien angeboten und dann im Februar 2022 vergeblich wiederholt hatte.

    Ein von Politik und Medien organisierter anti-Putin Tsunami überrollte das Land. In einer Sondersitzung des Bundestages wurde der damalige ukrainische Botschafter Andrij Melnyk, bekennender Verehrer des Nazi- und SS-Kollaborateurs und Massenmörders Stepan Bandera, als Ehrengast empfangen. Alle Fraktionen erhoben sich (einschließlich der Linken aber nur wenige Abgeordnete der AfD) und begrüßten ihn mit langanhaltendem Applaus.

    Blau-Gelb beflaggt feierte Deutschland seine moralische Hybris. Die bedingungslose Unterstützung der Ukraine wurde oberste Priorität deutscher Politik   – einer Ukraine, die per Gesetz die russische Sprache aus dem öffentlichen Leben verbannte, allem Russischem den Kampf ansagte, alle oppositionellen Parteien, regierungskritische Zeitungen und die Russisch-Orthodoxe Kirche verbot, Dissidenten verfolgt, foltert und ermordet, Nazi- und SS-Kollaborateure als Helden verehrt und faschistische Bataillone in ihre Armee integrierte.

    Bundeskanzler Scholz kennt in seinem Geschichtsrevisionismus keine Roten Linien. Er erklärte die Unterstützung dieser Ukraine als „Vermächtnis des 8. Mai“.

    Auf einer Schleimspur hatte die Bundesregierung Washington unverbrüchliche Treue geschworen. Der Grüne Vizekanzler Habeck hatte seinem Herrn und Meister in Washington versprochen, dass Deutschland eine „dienende Führungsrolle“ im Kampf gegen Russland spielen werde.

    Als Schoßhündchen Bidens und Blinkens hatten die Politikerinnen und Politiker Putin jahrelang hysterisch angekläfft. Sie hatten Diplomatie durch Sanktionen und Eskalation ersetzt. Drei Jahre hatten sie damit verbracht, alle Brücken nach Moskau einzureißen.

    Putin wolle keinen Frieden, wir müssen ihn militärisch an den Verhandlungstisch zwingen, war das Mantra, das der Bevölkerung tagein, tagaus heruntergebetet wurde.

    Und dann kam Donald Trump und brachte durch ein Telefonat mit Putin das Kartenhaus aus anti-russischen Lügen zum Einsturz. Das kennen deutsche Politiker nicht mehr, einen Dialog, offenbar geprägt von gegenseitigem Respekt. Mit ihren britischen und EU-Kollegen gerieten diese russophoben Fanatiker vollends in Panik. Plötzlich droht der Frieden!

    Die Friedensbewegung grenzt sich ein

    Die „alte“ Friedensbewegung hatte schon 2014 eine Brandmauer „gegen rechts“ errichtet, gegen die Montagsmahnwachen für den Frieden. Die Brandmauer wurde immer höher, als die Bewegung gegen die anti-demokratischen Corona-Maßnahmen den Kampf für den Frieden aufgenommen hatte. Durch die Diffamierungen, die diese Bewegung erfahren hatte, hatten sie ein widerständigeres Potential entwickelt, das vielen in der „alten“ Friedensbewegung schon längst abhandengekommen war.

    Dies gilt insbesondere für die Ostdeutschen, die die sog. Deutsche Einheit vor allem als westdeutsche Hybris, als permanente Diffamierung ihrer eigenen Lebensleistung und der Errungenschaften der DDR erfahren.

    Allgemein weniger anfällig für die NATO-Propaganda, wurde von ihnen der Zusammenhang zwischen den steigenden Energiepreisen, ihrer wachsenden Armut und antirussischen Sanktionen schnell erkannt und benannt.

    Was der deutsche Faschismus in der Sowjetunion angerichtet hatte, spielt zudem für die Ostdeutschen aufgrund ihres Geschichtsbewusstseins eine unvergleichlich höhere Rolle als für die Westdeutschen. „Freundschaft mit Russland“ empfinden auch heute noch sehr viele Ostdeutsche, während viele in der westlich dominierten „alten“ Friedensbewegung diesen Begriff kaum über ihre Lippen bringen.

    Die herrschende Kriegsallianz konnte eine Aktionseinheit von „alter“ und „neuer“ Friedensbewegung nicht zulassen. Mit aktiver Schützenhilfe von Parteien, Medien und diversen Organisationen, die sich selbst als „antifaschistisch“ bezeichnen, wurde die „neue“ Friedensbewegung als „rechts-offen“ diffamiert.

    Doch was ist „rechts-offen“, wenn Menschen für Diplomatie, Frieden und Verständigung mit Russland demonstrieren   – auch wenn sie mit der AfD sympathisieren. Sind die Forderungen rechts? Den Organisatoren der Friedensaktionen käme doch nicht in den Sinn, Demonstranten auszuschließen, die „Diplomatie statt Waffen“ fordern, auch wenn sie Wähler oder Mitglieder der Grünen und SPD sind, den hauptverantwortlichen Waffenlieferanten und Kriegshetzern.

    Oder wäre z.B. ein Streik von abhängig Beschäftigten für gemeinsame Forderungen vorstellbar, würden alle Streikwilligen erst nach ihrem Wahlverhalten überprüft?

    Die „alte“ Friedensbewegung aber grenzte sich in ihrer ohnehin schwachen Mobilisierung auch noch mit Brandmauern ein.

    Inzwischen gibt es auf lokaler und regionaler Ebene erfolgreiche Bemühungen die Gesinnungs-Brandmauer einzureißen und sich nicht von den sog. „Antifas“ einschüchtern zu lassen.

    Die Friedensbewegung muss raus aus der Defensive

    Die Osterweiterung der NATO mit Truppenstationierungen und Militärmanövern, waren immer ein zentrales Thema des Protestes der Friedensbewegung.

    Als Russland nach vergeblichen Bemühungen den Ukraine Konflikt friedlich zu lösen, der NATO am 24. Februar 2022 deutlich machte „bis hierher und nicht weiter“, versagte die Friedensbewegung. Eine ernsthafte Antwort auf die Frage, welch andere Option Russland denn gehabt hätte, blieb bis heute aus.

    Die Friedensbewegung hat sich von Anfang an selbst in die Defensive gebracht.
    Mit der Übernahme des NATO-Mantras vom „völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieg“ wollte sie „glaubwürdig“ und nicht „angreifbar“ sein. Damit hat sie, laut Albrecht Müller, dem Herausgeber der NachDenkSeiten, nur dazu beigetragen „Vorurteile und Aggressionen gegen Russland“ zu verstärken.

    Warum hat die Friedensbewegung, die sich auf den Antifaschismus beruft, nicht in jedem Aufruf und auf jeder Kundgebung dagegen protestiert, dass Deutschland politisch, finanziell und militärisch ein Nazi-verherrlichendes Regime in Kiew unterstützt. Damit hätte sie die Regierung in Erklärungsnot bringen können.

    Warum hat sie nicht die Offensive ergriffen und immer wieder darauf verwiesen, dass die Bundesregierung durch ihre Sabotage von Minsk II am Krieg mitschuldig ist und die NATO im April 2022 die Istanbul-Vereinbarung zur sofortigen Beendigung der Kampfhandlungen verhindert hat.

    Mit äquidistanten Forderungen wie „Waffen nieder“ und „Verhandeln“ hat die Friedensbewegung vermieden klarzustellen, dass nicht Putin, sondern Selenskij und seine NATO-Auftraggeber beides konsequent verweigerten.

    Verantwortlichkeiten klar zu benennen und Forderungen entsprechend zu adressieren ist Teil der Aufklärung, die die Friedensbewegung leisten muss.

    Die Mehrheit der Friedensbewegung schwieg zur russophoben Stimmungsmache, die von Politik und Medien systematisch betrieben wurde. Sie hat drei Jahre lang vermieden, den dringend notwendigen Widerstand gegen die zunehmende Volksverhetzung aufzubauen   – aus Angst „Bündnispartner“ zu verprellen.

    Was sind Bekenntnisse zur deutschen Verantwortung vor der Geschichte, wenn sich die Friedensbewegung nicht offensiv gegen die völlig enthemmte Anti-Russland-Propaganda der deutschen Regierung stellt, die jede anti-soziale und anti-demokratische Maßnahme mit „Putin“ rechtfertigt.

    Die „Vernichtung der Lebenskraft Russlands“, wie Hitler es formuliert hatte, war nicht gelungen. Die deutsche Außenministerin wollte „Russland ruinieren“. Und der deutsche Kanzler gelobte: „Es muss unser Ziel bleiben, dass Russland diesen Krieg nicht gewinnt.“

    Doch die Realität ist hartnäckig, Fakten am Ende immer stärker als Fakes. EU und Bundesregierung hatten den Krieg in der Ukraine als ihren eigenen Krieg gegen Russland propagiert. Drei Jahre lang hatten sie die „Schwäche“ Putins beschworen und täglich den Sieg Kiews verkündet. Die Niederlage Kiews wird zur eigenen Niederlage.

    Nun stehen sie vor ihrer gescheiterten Politik. Das können sie nicht eingestehen. Mit allen Mitteln versuchen sie einen möglichen Friedensprozess zu torpedieren.

    Die Bundesregierungen haben das eigene Land an den Rand des wirtschaftlichen Ruins gebracht   – mit ihrem „Green Deal“, den Corona-Maßnahmen, den Sanktionen gegen Russland und der Alimentierung des Ukraine-Krieges. Frieden und politische Entspannung würde der Bevölkerung das ganze Desaster der Regierungspolitik deutlich machen.

    Was eignet sich in diesem Deutschland besser zur Ablenkung von der eigenen Schuld als „Putin“? Also muss Putin nach der „Eroberung der Ukraine“ nach Westen weitermarschieren, denn Deutschland hat beschlossen bis spätestens 2030 „kriegstüchtig“ zu werden mit Kriegskrediten in Billionenhöhe, beispielloser Aufrüstung und Militarisierung der Gesellschaft.

    Die immer extremere Einengung der Meinungsfreiheit in den letzten Jahren hat die Bevölkerung eingeschüchtert. Die Angst vor der angeblichen „russischen Bedrohung“ soll sie vollends gefügig machen, um die drohende wirtschaftliche und soziale Katastrophe widerstandslos hinzunehmen. Dem muss die Friedensbewegung entgegenwirken.

    Wie war der Westen doch überzeugt, sein Sieg im Kalten Krieg sei das Ende der Geschichte und die NATO die Garantie seiner globalen Vorherrschaft. Und dann kam Putin, bot dem siegestrunkenen „kollektiven Westen“ die Stirn und zerschmetterte dessen Allmachtsanspruch.

    Der 24. Februar 2022 markiert das Ende der unipolaren Welt. Das Eingreifen Russlands wirkte geopolitisch wie ein Katalysator und hat die Dynamik der internationalen Entwicklung, Richtung einer multipolaren, demokratischen Weltordnung, auf der Basis der „souveränen Gleichheit“ aller Nationen beschleunigt. Es hat bereits Ländern im globalen Süden, insbesondere in Afrika, neuen Aufrieb gegeben in ihrem Kampf gegen den Neokolonialismus.

    Die Friedensbewegung muss sich klar werden, wer in den internationalen Konflikten und in dieser geopolitischen Entwicklung welche Interessen verfolgt. Sie muss sich entscheiden wo sie steht.

    Im Mai jährt sich zum 80sten Mal der Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus durch die Rote Armee. Das deutsche Außenministerium empfiehlt, russische und belarussische Diplomaten von offiziellen Veranstaltungen auszuschließen   – wenn nötig sie vor die Tür zu setzen. Man wolle vermeiden, dass diese Diplomaten mit ihrer „Propaganda, Desinformation und geschichtsrevisionistischer Verfälschung“ das Gedenken der Deutschen „instrumentalisieren“.

    Jegliches Schuld- und Schamgefühl über die eigene deutsche Geschichte wurde abgelegt. Der Angriffskrieg Nazideutschlands, der 27 Millionen Tote und verbrannte Erde in der Sowjetunion hinterließ, soll endgültig aus dem Gedächtnis der Deutschen getilgt werden. Mit anti-russischer Hysterie, die Goebbelsches Ausmaß schon längst übertroffen hat, soll die deutsche Bevölkerung erneut in den Krieg gegen Russland gehetzt werden.

    Die Friedensbewegung muss endlich den Mut haben, die anti-russische Aggressionspolitik als zentrales Problem zu benennen und zu bekämpfen. Und sie muss der Bevölkerung klarmachen:
    Deutschlands Feind ist nicht Russland, sondern Geschichtsfälschung, Verantwortungslosigkeit, Größenwahn und der völlige Realitätsverlust seiner Regierung und des politisch-medialen Establishments.

    Doris Pumphrey ist langjährige Aktive in der Friedensbewegung, u.a. in der Friedenskoordination


    Quelle: Freidenker.org

    Quelle: https://www.freidenker.org/?p=21493


    Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acym&ctrl=fronturl&task=click&urlid=109&userid=3998&mailid=2696


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    18.04.2025

    Nachrichten von Pressenza: Frieden mit der Natur – Von Verwaltern des Lebens zu Lebensaktivisten

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 18. April 2025, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 18.04.2025


    Frieden mit der Natur – Von Verwaltern des Lebens zu Lebensaktivisten


    „Frieden mit der Natur“ ist eine Serie von Essays aus dem gleichnamigen Band, der anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Verlags Neue Erde zusammengestellt und uns zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt wurde. Im nachfolgenden Essay erlebt die argentinische Autorin und Aktivistin&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/04/frieden-mit-der-natur-von-verwaltern-des-lebens-zu-lebensaktivisten/


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    Mit Digitalabgaben gegen Autozölle


    Neue US-Zölle auf die Einfuhr von Autos und Autoteilen treffen die deutsche Kfz-Branche schwer. EU-Kommission zieht Gegenmaßnahmen gegen US-Digitalkonzerne in Betracht. Experten warnen vor „Nokia-Moment“ der deutschen Kfz-Industrie. Die EU-Kommission zieht in Reaktion auf neu angekündigte US-Zölle zum ersten Mal&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/04/mit-digitalabgaben-gegen-autozoelle/


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    Drei Geschwister &#8211; eine Friedensgeschichte


    Für meine Brüder und Schwestern in Israel und Palästina und nicht nur dort, für meine Freunde in der Ukraine und in Russland, in Jemen, Syrien, Irak, Rojava, Ägypten, im Sudan, für meine Brüder und Schwestern auf der ganzen Welt: Möget&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/04/drei-geschwister-eine-friedensgeschichte/


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    Die Frauen Österreichs – Von Pionierinnen und Kämpferinnen: Marianne Hainisch


    Marianne Hainisch – die Frau, die Bildung zur Frauenfrage machte. Sie war keine Rebellin im klassischen Sinn. Keine, die laut auftrat oder Schlagzeilen suchte. Aber sie veränderte Österreich – leise, konsequent und mit langem Atem. Marianne Hainisch glaubte an Bildung&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/04/die-frauen-oesterreichs-von-pionierinnen-und-kaempferinnen-marianne-hainisch/


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    Dialog statt Drohgebärden – SIPRI zeigt neue Wege zur Abrüstung in Korea


    Ein SIPRI-Bericht plädiert für eine schrittweise, kooperative Sicherheitsstrategie mit Nordkorea. Seit Jahrzehnten ist die koreanische Halbinsel ein geopolitischer Brennpunkt. Während Südkorea gemeinsam mit den USA großangelegte Militärmanöver durchführt und unter dem Schutz des US-Atomwaffenschirms steht, setzt Nordkorea auf eine aggressive&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/04/dialog-statt-drohgebaerden-sipri-zeigt-neue-wege-zur-abruestung-in-korea/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


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    18.04.2025

    Update Taurus: Moskau warnt Berlin vor “direkter” Kriegs-Beteiligung

    lostineu.eu, vom 17. April 2025

    Jeder ukrainische Angriff mit Taurus-Marschflugkörpern auf russische Ziele würde nach Angaben des Außenministeriums in Moskau als eine “direkte Beteiligung” Deutschlands an dem Konflikt gewertet. “Ein Schlag mit diesen Raketen gegen russische Einrichtungen (…) wird wie eine direkte Beteiligung Deutschlands an den Kampfhandlungen an der Seite des Regimes in Kiew aufgefasst, mit allen Konsequenzen, die das mit sich bringt“, erklärte Außenamtssprecherin Sacharowa. Wie üblich, wird auch diese klare Warnung von den einschlägigen deutschen “Experten” zurückgewiesen. Und Merz dürfte sich wohl auch nicht daran halten… – Siehe auch “Merz will Taurus liefern und Kertsch-Brücke zerstören”

    ‹ Neues vom Wirtschaftskrieg (270): Der Rubel schlägt den Dollar › Friedensgespräche in Paris: Rubio stellt Erfolg infrage – Warnung an EU?

    5 Comments

    1. Michael Conrad
      18. April 2025 @ 12:22

      Sollte man Merz wirklich noch ernst nehmen? Er hat doch nun umfassend bewiesen, dass er verlogen, schwach und unfähig ist. Ein großer Teil der Bevölkerung hat das inzwischen verstanden, was sich in den Umfragen zur öffentlichen Meinung über Merz widerspiegelt. Merz reagiert nun darauf mit der Vortäuschung und Simulation von Stärke , in dem er die Drohungen mit den Taurus Einsätzen in die Medien bringt. In der Realität wird dies nur ein weiteres Mal seine politische Unfähigkeit und seinen Mangel an Urteilsvermögen beweisen.

    Antworten

    • KK
      18. April 2025 @ 14:42

      “Sollte man Merz wirklich noch ernst nehmen?”

      Natürlich nehme ich jemanden ernst, der neben meinem Leben auch das von rund 80 Millionen Deutschen aufs Spiel setzt – und sei es zur Befriedigung seines Egos, endlich Kanzler anstelle des Kanzlers zu werden.

      Antworten

  • Erneuerung
    18. April 2025 @ 08:45

    Taurus ist der letzte Joker vor der Komplettzerstörung Europas. Möglich wäre folgender Werdegang:
    DE liefert und bedient Taurusse, die von UA in Richtung Moskau oder Kertschbrücke fliegen. RU identifiziert einige Trägerflugzeuge und schießt die ab, bevor Taurus ausgeklinkt wird, andere kommen durch.
    Der Gamechangecharakter der Taurus ist Geschichte, die Verkaufszahlen sinken.
    Da aber DE ohne Not direkt RU angegriffen hat, setzt RU Oreshnik & Co gegen DE ein, mit dem Ziel Infrastruktur, also Rheinbrücken, Elbtunnel, Wiesbaden, Ramstein e.c.t,.
    Die Nato kann einige davon vorher unschädlich machen, aber nicht alle.
    Es gibt kein zurück mehr, beim Stärkeren werden ein paar Häuser stehenbleiben, beim Gegenüber sieht es dann so aus wie in Gaza.
    WEM IST DAMIT GEHOLFEN?

    Antworten

  • Michael
    17. April 2025 @ 22:59

    Geschichtsrevisionismus: Berlin will die „Schmach der Befreiung“ durch Russland qua Ausladung zu Gedenkfeiern am 8.05. durch Taurus Lieferungen wettmachen! Berlin will Rache und das Bauernopfer Ukraine soll der Anlass sein! Wird sich klein Merzchen gegen die Geschichte und Trump durchsetzen!?

    Antworten

  • Guido B.
    17. April 2025 @ 19:45

    Alles spricht nur für eine einzige Perspektive:
    te jahrelange antirussische Propaganda hat erreicht, dass die Zerstörung Russlands mehrheitlich gewünscht oder zumindest akzeptiert wird. Der Kreml muss in die Luft fliegen. Um jeden Preis. Alle bisherigen Kriegsmaßnahmen dienten nur dem Zweck, den direkten Krieg mit Russland für den Westen so verlustarm wie möglich zu machen. Es gibt für die Russenhasser-Union nur ein Happy End: die ultimative Zerstörung der Russischen Föderation.

    Frohe Ostern!

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    Info: https://lostineu.eu/update-taurus-moskau-warnt-berlin-vor-direkter-kriegs-beteiligung/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:





    Neues vom Wirtschaftskrieg (270): Der Rubel schlägt den Dollar


    lostineu.eu, vom 17. April 2025

    Trump will die EU im Zoll- und Handelskrieg gegen China aufstellen. Brüssel plant offenbar kein Verbot russischer Flüssiggas-Importe mehr. Und der Rubel schlägt den Dollar – die russische Währung legt zu, während die amerikanische abschmiert.

    • Rubel schlägt Dollar. Der Rubel hat seit Jahresbeginn gegenüber dem Dollar im Freiverkehr um 38 Prozent aufgewertet, wie von Bloomberg zusammengestellte Daten zeigen. Während die US-Währung unter dem zunehmenden Druck der eskalierenden Zollkriege von US-Präsident Donald Trump litt, wurde die russische Währung auch durch inländische Faktoren gestärkt, darunter rekordhohe Zinsen. „Im Gegensatz zu vielen Schwellenländerwährungen steht der Rubel nicht unter dem Druck von Kapitalabflüssen, die durch den Rückzug globaler Investoren aus risikoreicheren Anlagen verursacht werden“, sagte Sofja Donez, Ökonomin bei T-Investments. „Die Kapitalverkehrskontrollen haben Russland weitgehend davor geschützt“, während die hohen Zinsen die Währung stützen, sagte sie. (Bloomberg / Luxemburger Wort) Hieß es nicht noch vor kurzem, der Rubel werde unter dem Druck der westlichen Sanktionen wertlos? Nun steht der Dollar unter Druck – durch den Wirtschaftskrieg 2.0, den US-Präsident Trump vom Zaun gebrochen hat.
    • Kein Verbot russischer Flüssiggas-Importe. Die Europäische Union hat sich nach Angaben von EU-Vertretern von der Idee verabschiedet, in künftigen Sanktionsrunden auf ein Verbot russischer Flüssiggasimporte zu dringen. Gründe dafür seien der Widerstand einiger EU-Staaten sowie die Ungewissheit, wie die Ausfälle alternativ aufgefangen werden sollen. Stattdessen will die EU-Kommission nun einen neuen Fahrplan ausarbeiten, um die Abhängigkeit von russischer Energie bis 2027 zu beenden. Der Plan soll Anfang Mai vorgestellt werden, aber es gibt dazu bislang kaum Details. Ein 17. Sanktionspaket gegen Russland wird bis Juni erwartet. (Reuters/ORF)Vor allem Frankreich und Deutschland importieren immer noch viel Flüssiggas aus Russland. Was aus Brüssel zu dem Thema kommt, ist völlig weltfremd und kontraproduktiv.
    • Trump will die EU gegen China aufstellen. The United States will seek to force the European Union to choose between the US and China on trade, according to briefings circulated to senior ministers and officials after Tánaiste Simon Harris’s meeting in Washington last week with US commerce secretary Howard Lutnick. The briefings, confirmed by multiple senior sources, go considerably further than before in identifying the ultimate US agenda for any future trade negotiations. They suggest that the overall US strategy is to decouple from China, and that any country who wishes to have a trade deal with the US will also have to distance itself from Beijing. (The Irish Times)Nach allem, was man aus der EU-Kommission hört, könnte sie sich von Trump erpressen lassen und vom “De-Risking” zum “De-Coupling” übergehen. Nötig wäre das Gegenteil – mehr Handel mit China…

    Siehe auch China leistet Widerstand und wirbt um die EU. Mehr zum Wirtschaftskrieg hier

    ‹ Von der Leyen: “Europa ist immer noch ein Friedensprojekt” › Update Taurus: Moskau warnt Berlin vor “direkter” Kriegs-Beteiligung

    6 Comments

    1. palman
      18. April 2025 @ 22:13

      . . . und gut “17” Billionen USD haben US-GeldManager in EUROPA zwischen “2008 und 2018” in ihre Heimat “abfliessen” lassen !?! – liest man just auf “uncutnews.ch” (17. April) mit Titel – “Wie US-Megafonds heimlich Europa kontrollieren” (!!!) – äußerst erhellend ????

    Antworten

  • Helmut Höft
    18. April 2025 @ 17:28

    Okay! China = Politik für chin. Interessen, USA = Politik für US-Interessen, EU = Politik?
    Soweit man das sieht: China = zuverlässig, USA nicht –> EU auch nicht.
    Vorschlag: Politik in europäischem Interesse, ggf. auch mit China oder sonst wem, aber endlich mal EU-Politik in genuin europäischem Interesse.

    Antworten

  • Arthur Dent
    17. April 2025 @ 23:26

    Wollte Trump nicht einen „weichen Dollar“, um die USA wettbewerbsfähiger zu machen und die Leistungsbilanzdefizite durch höhere Exporte auszugleichen? Na, bitte. Den Titel „Exportweltmeister“ muss man sich allerdings vom Munde absparen.

    Antworten

  • Skyjumper
    17. April 2025 @ 17:54

    “– Vor allem Frankreich und Deutschland importieren immer noch viel Flüssiggas aus Russland.”

    Bezogen auf das “immer noch” ist das mal wieder verarsche pur was uns die EU hier vorsetzt. Bezogen auf das unabhängig machen wollen nicht mehr ganz so pur, aber immer noch Verarsche.

    Für das Jahr 2022 kann ich leider keine verlässlichen Zahlen über die europäischen Flüssiggasimporte aus Russland finden. Alles was ich dazu gefunden habe besagte jedoch dass die Importe in 2023 deutlich gegenüber 2022 angestiegen sind. Gestiegen. Nicht gefallen.

    Und wie wars 2024? Letztes Jahr importierte die EU erneut rund 20 % MEHR Flüssiggas aus Russland als im Vorjahr. 2023 = 13,35 mio. to. und in 2024 waren es 15,93 mio. to.

    Und das sind nur die offziellen Zahlen. Böse Verschwörungstheoretiker behaupten ja das weitere Flüssiggasimporte der EU ursprünglich gleichfalls aus Russland stammen und nur umdeklariert wurden. Das sie damit recht haben kann man wahrscheinlich nicht bestreiten. Vielleicht ist es prozentual nur wenig, vielleicht aber auch viel.

    Antworten

    • KK
      18. April 2025 @ 01:42

      Auf normales Pipelinegas wird ja weitgehend verzichtet – wäre ja auch viel billiger und umweltfreundlicher.
      Da habens wir den Russen aber gezeigt. Jawoll! Mann, sind wir EUropäer gut!

      Antworten

  • Michael
    17. April 2025 @ 17:46

    EU gegen China!? Vom Rivalen zum Feind? Ich dachte die USA sind schon jetzt der Feind !?

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    • Blog-Kommentare (6)

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    Weiteres:




    Krieg ohne Ende? EUropäer wollen Soldaten in die Ukraine schicken


    lostineu.eu, 17. April 2025

    Die Friedensgespräche der USA sind ins Stocken geraten. Höchste Zeit für die EU, selbst Diplomaten in die Ukraine und nach Russland schicken, sollte man meinen. Stattdessen redet man über Soldaten – Dänemark könnte schon bald die ersten nach Kiew abstellen.

    Die Meldung ließ aufhorchen: Dänemark will unbewaffnete Soldaten zum Training in die von Russland angegriffene Ukraine schicken. Das sagte der Chef des dänischen Heeres, Peter Boysen, dem Fernsehsender TV 2.

    Demnach sollen die dänischen Soldaten von den ukrainischen Militärs und vor allem von deren Erfahrungen im Drohnenkrieg lernen. Das Training könnte dem Heereschef zufolge schon im Sommer beginnen.

    Später ruderte das dänische Militär zwar zurück: Man ziehe lediglich die Möglichkeit in Betracht, dänische Soldaten zu kürzeren Kursen in die Ukraine zu schicken, hieß es in Kopenhagen.

    Ein Testballon aus Dänemark

    Doch da war das seit Kriegsbeginn aus guten Gründen beachtete Tabu – die Entsendung von europäischen Soldaten in die Ukraine – schon gebrochen. Der Testballon aus Dänemark ist in der Luft.

    Und das könnte erst der Anfang sein. Schließlich bereitet sich die “Koalition der Willigen” bereits auf die Entsendung von Truppen vor. Frankreich und Großbritannien stehen nach eigenen Angaben bereit.

    Bisher wurde – soweit bekannt – zwar nur ein Einsatz nach einem Waffenstillstand vorbereitet. Französische und britische Truppen sollen demnach als “Rückversicherung” für die Ukraine dienen.

    Einsatz vor dem Sommer?

    Doch die Begehrlichkeiten gehen längst viel weiter. “Coalitions of the willing must be deployed to Ukraine before the summer” heißt es in einem Beitrag des Thinktanks EPC, der von der EU gefördert wird.

    Zwar geht es noch nicht um einen Kampfeinsatz. Die EU-Experten fordern aber, die Ukraine gegen eine mögliche russische Offensive im Sommer zu unterstützen. Damit wäre EUropa mit einem Bein im Krieg…

    Gefährliche Pläne hat auch Nato-Generalsekretär Rutte. Bei einem Besuch in Odessa erklärte er, das Land werde der Nato beitreten – zwar nicht als Teil eines Friedensdeals, aber ganz sicher danach.

    Wer die Entwicklungen der letzten Wochen genauer betrachtet, die vor allem von Frankreich und Grossbritannien vorangetrieben werden, muss den Eindruck gewinnen, dass wir Gefahr laufen, in einen europäischen Krieg zu taumeln. 

    Harald Kujat in “Globalbridge”

    Für Russland ist das eine rote Linie. Begreifen diese Leute denn nicht, dass sie die laufenden Verhandlungen weiter erschweren und einen möglichen Frieden gefährden? Oder legen sie es genau darauf an?

    Mehr zum Krieg um die Ukraine hier

    P. S. US-Außenminister Rubio will am Donnerstag in Paris über die Lage in der Ukraine sprechen. Europäische Diplomaten fordern bereits, Präsident Macron müsse hart bleiben und dürfe nichts ausschließen, auch nicht die Entsendung von Truppen…

    ‹ Wegen Siegesfeier in Moskau: Kallas droht Armenien und Serbien › Von der Leyen: “Europa ist immer noch ein Friedensprojekt”

    7 Comments

    1. european
      17. April 2025 @ 10:07

      Da moechte ich auf Erich Vad verweisen, der diesbezueglich ein grosses Dilemma aufgezeigt hat.

      Einerseits beherbergt die EU mWn ca 700.000 ukrainische Maenner im wehrpflichtigen Alter, die wir aus guten Gruenden nicht dem Schlachtfeld ausliefern. Andererseits schicken wir die (erwachsenen) Kinder der Europaeer in einen Krieg, der nicht einmal unser Krieg ist. (Trump: That’s Biden’s war). Vad sagte ganz deutlich, dass das europaeischen Eltern nicht vermittelbar ist.

      Die “westlichen Werte” werden ebensowenig in der Ukraine wie seinerzeit am Hindukusch verteidigt. Hier werden ganz einfach willkuerlich Regeln auf den Kopf gestellt, weil den Europaeern ihr oekonomisches Modell verloren gegangen ist und die Frage nach dem Investment in Infrastruktur und Wirtschaft (gern auch oekologische Wirtschaft) bisher durch Austeritaet ungeloest bleibt.

    Antworten

  • Ulii H.
    17. April 2025 @ 10:05

    Könnte es nicht sein, dass die EU-Militärs auf die Russische Föderation maximal bedrohlich wirken sollen, um Putin zu mehr Zugeständnissen beim Verhandeln mit Trump zu drängen? Oberstes Ziel ist doch weiterhin: maximale Schwächung der Russen und maximaler Zugriff auf Ressourcen in der Region. Die Ukraine kaputt und unzählige Menschen tot, das interessiert die nicht. Die NATO ist ein übler Verbrecher-Club und wir alle gehören dazu, weil wir nicht genügend dagegen protestieren.

    Antworten

  • Jimmyi
    17. April 2025 @ 09:35

    Es gibt nur eine Richtung – Waffen liefern, Truppen entsenden, Verhandlungen boykottieren. Diplomatie, Kompromiss, Frieden, das Sterben beenden existieren nicht.
    Wir werden von Leuten mit nur einer Hirnhälfte regiert, die wir nicht abwählen oder wegen unverantwortlichen Handelns abberufen können.

    Antworten

  • Stef
    17. April 2025 @ 09:24

    Die politischen Führungsfiguren in Europa wie Macron, Starmer, vdL und künftig Merz wollen keinen Frieden, weil dann massive interne Konflikte ausbrechen. Diese internen Konflikte werden derzeit durch den Krieg überdeckt. Vermutlich ist die Wahrnehmung unserer Elite, dass sie die absehbaren Konflikte auch nicht lösen kann.

    Was würde im Fall eines Friedensschlusses (wohlgemerkt: Kein Waffenstillstand) in Deutschland passieren? Z.B. würden die Forderungen nach russischem Gas wieder aufflammen und die Frage von Zerstörung und Wiederinbetriebnahme von Nordstream könnte nicht mehr elegant unter Verweis auf die Russen unter dem Teppich gehalten werden. Das aufgelegte maßlose Rüstungsprogramm wäre auf einmal seiner wesentlichen Begründung beraubt, die kommenden Sozialkürzungen zu dessen Gegenfinanzierung wären nicht mehr zu verkaufen. Die Interessen zwischen Ost- und Zentraleuropa würden auseinanderdriften. Auf einmal wäre wieder Raum da, kritische Fragen zu den Entscheidungen unserer Regierungsverantwortlichen in diesem Konflikt zu stellen. Und vieles mehr.

    Der Krieg ist für Merz und Konsorten mit anderen Worten zur Geschäftsgrundlage geronnen. Und es gibt in meinen Augen nichts, dass sie daran in Amt und Würden selbst ändern könnten. Unsere Politelite muss den nunmehr eingeschlagenen Weg zu einer stetigen Vertiefung des Konflikts mit Russland jetzt weiterführen oder mit ihrer Beseitigung aus dem Amt rechnen.

    So sieht ein selbstgestellter Automatismus zum Krieg aus. Daran werden sich die Historiker abarbeiten. Das einzige, was der Bürger dagegen unternehmen kann, ist für Frieden öffentlich einzustehen und dabei in Kauf zu nehmen, dass sich die geballte mediale und staatliche Macht dafür gegen ihn richtet. Weil das jeder spürt, werden die Ostermärsche auch dieses Jahr kaum größer ausfallen, als in den Vorjahren.

    Willkommenin republikanischen, demokratischen Rechtsstaat 2025.

    Antworten

    • Ulii H.
      17. April 2025 @ 10:14

      Stef, Sie beschreiben sehr genau die äußerst dramatische und traurige Situation in unserem “Wertwesten”.

      Antworten

  • palman
    17. April 2025 @ 09:10

    . . . und will man so FRIEDEN sicher hin-“kriegen” ?!? – bin mal gespannt, was unser “FriedensArm SchMERZensReich” dazu sagen wird ?!? – und ob ER dabei einfach “engSTIERnig” bleibt ?!? (Taurus = Stier) ????

    Antworten

  • Guido B.
    17. April 2025 @ 07:20

    Bloss keinen Frieden! Der Krieg muss weitergehen! Russland muss weg!

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    Info: https://lostineu.eu/europaeer-wollen-soldaten-in-die-ukraine-schicken/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse

    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    17.04.2025

    Taurus-Einsatz der Kriegsbesoffenen

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 17. April 2025, 19:36 Uhr


    /Zu beachten: Die „Feindstaatklausel“ ist immer noch Bestandteil der

    UN-Charta in den Artikeln 53 und 107 – ob die BRD das nun anerkennen

    will oder nicht.


    „Nachdem deutsche Lenkraketen nur mit deutschem Bedienpersonal treffen,

    wäre ein Einsatz dieser Raketen gegen russisches Gebiet, also auch gegen

    die von Merz erwähnte Brücke von Kertsch, eine Kriegshandlung

    Deutschlands gegen Russland. Weil es eben besagte Feindstaatklausel

    gibt, wäre eine unmittelbare russische Reaktion gegen Deutschland völlig

    völkerrechtskonform, ohne Einbeziehung des UN-Sicherheitsrats.“ (siehe

    Dagmar Henn zu Merz, Taurus und die Feindstaatklausel*, *RT 14 Apr. 2025) /


    */UND -  es sei hier hinzugefügt - Deutschland agiert heute in jeder

    Beziehung als Feindstaat gegen Russland…/*/(Doris Pumphrey) /


    _RTDE 17.4.2025


    _*Russisches Außenministerium:

    Taurus-Einsatz bedeutet deutsche Kriegsbeteiligung


    *Ein Angriff mit Taurus-Raketen auf russisches Territorium käme nach

    Ansicht Moskaus einem Kriegseintritt Deutschlands mit allen Konsequenzen

    gleich, erklärt Außenamtssprecherin Maria Sacharowa. CDU-Chef Friedrich

    Merz hatte die Lieferung zuvor ins Gespräch gebracht.


    Moskau hat eine deutliche Warnung an Berlin ausgesprochen: Sollte

    Deutschland der Ukraine Taurus-Marschflugkörper liefern und damit

    russische Ziele angreifen, wertet Russland das als direkte

    Kriegsbeteiligung. Dies erklärte Maria Sacharowa, die Sprecherin des

    russischen Außenministeriums, am Donnerstag bei einem Briefing. Sie

    sagte wörtlich:


    /"Wissen Sie, ich denke, es wäre für den CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz

    sinnvoll, Folgendes zu verinnerlichen: Da ein Kampfeinsatz dieser

    Marschflugkörper ohne direkte Unterstützung durch Bundeswehrsoldaten

    unmöglich ist, wird ein Angriff auf beliebige russische Ziele,

    insbesondere auf kritische Verkehrsinfrastruktur – und Merz hat dabei

    ganz selbstverständlich die Krim-Brücke als Ziel genannt – als direkte

    Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland an den Kampfhandlungen

    aufseiten des Kiewer Regimes gewertet werden. Mit allen sich daraus

    ergebenden Konsequenzen für Deutschland."/


    Sacharowa fügte hinzu, dass man eigentlich nur der Form halber von einer

    Beteiligung "aufseiten des Kiewer Regimes" spreche, da dieses keine

    eigenständige Partei, sondern ein Werkzeug westlicher Manipulation sei.


    *Debatte in Deutschland über Taurus-Lieferung*

    Hintergrund dieser Aussagen sind jüngste Äußerungen von Friedrich Merz,

    CDU-Vorsitzender und möglicher nächster Bundeskanzler. In einem

    Interview mit der /ARD/ erklärte er, eine Lieferung von

    Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine sei "grundsätzlich denkbar" –

    allerdings nur in Abstimmung mit den europäischen Partnern.

    Verteidigungsminister Boris Pistorius äußerte sich deutlich

    vorsichtiger. Es gebe laut Pistorius "viele Argumente" gegen einen

    solchen Schritt.


    *Taurus für Kiew: Internationale Unterstützung nimmt zu*

    Dennoch zeichnet sich in Europa Bewegung ab: Mehrere Diplomaten,

    darunter Vertreter Polens und der Niederlande, haben eine

    Taurus-Lieferung bereits unterstützt, wie die Zeitung /Kommersant/

    berichtet. Am 9. Mai wollen Vertreter von 30 Ländern in Kiew im Rahmen

    der sogenannten "Koalition der Willigen" über das Thema beraten.


    Auch Großbritannien signalisiert Unterstützung. Wie der /Telegraph/ am

    Mittwoch unter Berufung auf Regierungskreise meldete, würde London eine

    deutsche Entscheidung zur Lieferung von Taurus-Raketen mittragen.


    *Moskau sieht in Merz' Aussagen klare Eskalation*

    Kremlsprecher Dmitri Peskow kommentierte die Äußerungen von Friedrich

    Merz ebenfalls. Seiner Einschätzung nach spreche sich der

    CDU-Vorsitzende mit Blick auf die Taurus-Frage eindeutig für eine

    härtere Gangart im Ukraine-Konflikt aus.


    Auch Sergei Netschajew, der russische Botschafter in Deutschland,

    äußerte sich warnend. In einem Interview für die Nachrichtenagentur

    /TASS/ betonte er, Moskau werde auf jede feindselige Handlung Berlins

    reagieren:

    /"Wir mischen uns nicht in die innerdeutsche Diskussion über eine

    mögliche Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die ukrainischen

    Streitkräfte ein. Wir beteiligen uns auch nicht am Wahlkampf. Aber wir

    sagen ganz klar: Jede feindselige Handlung Berlins gegenüber Russland

    wird eine Antwort nach sich ziehen – sei es die Stationierung von

    Taurus-Raketen oder die geplante Stationierung von

    US-Mittelstreckenraketen auf deutschem Territorium."/


    *Ablehnung internationaler Truppen in der Ukraine*

    Zugleich wies Netschajew westliche Überlegungen zurück, im Falle eines

    Waffenstillstands sogenannte "Friedenstruppen" in die Ukraine zu

    entsenden. Russland habe stets deutlich gemacht, dass die Präsenz

    ausländischer Truppen – insbesondere eines NATO-Kontingents – auf

    ukrainischem Boden völlig inakzeptabel sei.


    Er erklärte weiter, die Diskussionen über Friedenstruppen und ein

    mögliches "Einfrieren" des Konflikts spiegelten seiner Meinung nach vor

    allem das wachsende Bewusstsein über die militärischen Erfolge der

    russischen Streitkräfte wider – und die sich unaufhaltsam

    verschlechternde Lage des Selenskij-Regimes.



    https://overton-magazin.de/top-story/merz-vabanquespiel-mit-dem-taurus/

    16.4.2025

    *Merz‘ Vabanquespiel mit dem Taurus

    *Von Sevim Dagdelen


    *Das Problem der designierten Bundesregierung unter Friedrich Merz ist,

    dass die Kriegsbesoffenen mit dem Leben der Bevölkerung in Deutschland

    spielen.*


    Ein Spieler, der am Roulette-Tisch kontinuierlich verliert, versucht am

    Ende doch noch mit einem Gewinn aus dem Spiel herauszukommen und setzt

    auf eine All-In-Strategie. Alles, was ihm noch verblieben ist, wird

    jetzt eingesetzt – allerdings mit dem entsprechend hohen Risiko, im Fall

    des Falles alles zu verlieren. Wenn wir uns die deutsche Politik

    anschauen, scheint es hier einen solchen Spieler zu geben: Dieser

    Spieler ist der Bundeskanzler in spe Friedrich Merz.


    Merz hat erklärt, den Taurus in Abstimmung mit europäischen Verbündeten

    an die Ukraine liefern zu wollen. Mit dem Lenkwaffensystem könnte die

    Ukraine dann in Zukunft auch Ziele in Moskau präzise treffen, denn der

    Taurus verfügt im Vergleich zu ähnlichen Waffensystemen über eine

    Reichweite von 500 Kilometern – und eignet sich auch aufgrund seiner

    Treffsicherheit gegen Kommandoeinrichtungen für so genannte

    Enthauptungsschläge. Merz hatte die Tauruslieferungen für Angriffe auf

    Nachschublinien in Aussicht gestellt, etwa die Brücke von Kertsch, die

    vom russischen Festland auf die Halbinsel Krim führt.


    Merz kann für seine Vabanquestrategie alles riskieren, kann auf die

    Unterstützung sowohl aus der eignen Partei, wie auch der Grünen bauen.

    Die SPD hält sich mit dem amtierenden Verteidigungsminister Boris

    Pistorius noch bedeckt, schließt aber eine Unterstützung des Merzschen

    Ansinnens nicht generell aus. Merz ist sicherlich bewusst, dass er die

    deutsche Bevölkerung ins volle Risiko setzt. Nach allen Verlautbarungen

    aus Moskau zum Thema, wäre mit russischen spiegelbildlichen Angriffen in

    Deutschland zu rechnen. Das aber wäre dann nichts anderes als der Beginn

    eines großen Krieges in Europa.


    *Noch kann man es verhindern!

    *Wer also sich die Forderung der Taurus-Lieferungen zu eigen macht, ist

    entweder völlig ahnungslos oder aber würde bewusst einen Kriegseintritt

    Deutschlands riskieren. Beides sollte ein Ausschlussgrund für künftige

    Regierungsmitglieder in Deutschland sein. Wer sich aber anschaut, wie

    das künftige Kabinett Merz zusammengesetzt ist, muss große Zweifel

    haben, dass die Kriegsbesoffenen dort nicht künftig unwidersprochen den

    Ton angeben und mit ihren Entscheidungen die Bevölkerung in Deutschland

    aufs Äußerste gefährden werden. Allen voran der designierte

    Außenminister, den die CDU zum ersten Mal seit 60 Jahren stellen soll,

    Johann Wadephul, sprach sich dafür aus, dass „alle Optionen auf dem

    Tisch liegen müssen“. Das Zaudern bei den Waffenlieferungen in den

    letzten Jahren, „habe Putin nur ermutigt“. Wer so wie Wadephul redet,

    der will den Krieg.


    Merz und Wadephul bringen Deutschland in eine Vabanquesituation.

    Vabanque: Das ist eine Spielstrategie, die auf die Höhe der gesamten

    Bankeinlage setzt. Das Problem hier aber ist, dass die Kriegsbesoffenen

    mit dem Leben der Bevölkerung in Deutschland spielen.

    Es gilt den Kriegstreibern in den Arm zu fallen. Noch ist es Zeit eine

    Koalition mit der Union zu verhindern.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    17.04.2025

    Merz‘ Vabanquespiel mit dem Taurus

    overton-magazin.de, vom 16. April 2025 131 Kommentare
    Friedrich Merz




    European People’s Party, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons, bearbeite


    Das Problem der designierten Bundesregierung unter Friedrich Merz ist, dass die Kriegsbesoffenen mit dem Leben der Bevölkerung in Deutschland spielen.

    Ein Spieler, der am Roulette-Tisch kontinuierlich verliert, versucht am Ende doch noch mit einem Gewinn aus dem Spiel herauszukommen und setzt auf eine All-In-Strategie. Alles, was ihm noch verblieben ist, wird jetzt eingesetzt – allerdings mit dem entsprechend hohen Risiko, im Fall des Falles alles zu verlieren. Wenn wir uns die deutsche Politik anschauen, scheint es hier einen solchen Spieler zu geben: Dieser Spieler ist der Bundeskanzler in spe Friedrich Merz.

    Merz hat erklärt, den Taurus in Abstimmung mit europäischen Verbündeten an die Ukraine liefern zu wollen. Mit dem Lenkwaffensystem könnte die Ukraine dann in Zukunft auch Ziele in Moskau präzise treffen, denn der Taurus verfügt im Vergleich zu ähnlichen Waffensystemen über eine Reichweite von 500 Kilometern – und eignet sich auch aufgrund seiner Treffsicherheit gegen Kommandoeinrichtungen für so genannte Enthauptungsschläge. Merz hatte die Tauruslieferungen für Angriffe auf Nachschublinien in Aussicht gestellt, etwa die Brücke von Kertsch, die vom russischen Festland auf die Halbinsel Krim führt.

    Merz kann für seine Vabanquestrategie alles riskieren, kann auf die Unterstützung sowohl aus der eignen Partei, wie auch der Grünen bauen. Die SPD hält sich mit dem amtierenden Verteidigungsminister Boris Pistorius noch bedeckt, schließt aber eine Unterstützung des Merzschen Ansinnens nicht generell aus. Merz ist sicherlich bewusst, dass er die deutsche Bevölkerung ins volle Risiko setzt. Nach allen Verlautbarungen aus Moskau zum Thema, wäre mit russischen spiegelbildlichen Angriffen in Deutschland zu rechnen. Das aber wäre dann nichts anderes als der Beginn eines großen Krieges in Europa.

    Noch kann man es verhindern!

    Wer also sich die Forderung der Taurus-Lieferungen zu eigen macht, ist entweder völlig ahnungslos oder aber würde bewusst einen Kriegseintritt Deutschlands riskieren. Beides sollte ein Ausschlussgrund für künftige Regierungsmitglieder in Deutschland sein. Wer sich aber anschaut, wie das künftige Kabinett Merz zusammengesetzt ist, muss große Zweifel haben, dass die Kriegsbesoffenen dort nicht künftig unwidersprochen den Ton angeben und mit ihren Entscheidungen die Bevölkerung in Deutschland aufs Äußerste gefährden werden. Allen voran der designierte Außenminister, den die CDU zum ersten Mal seit 60 Jahren stellen soll, Johann Wadephul, sprach sich dafür aus, dass „alle Optionen auf dem Tisch liegen müssen“. Das Zaudern bei den Waffenlieferungen in den letzten Jahren, „habe Putin nur ermutigt“. Wer so wie Wadephul redet, der will den Krieg.

    Merz und Wadephul bringen Deutschland in eine Vabanquesituation. Vabanque: Das ist eine Spielstrategie, die auf die Höhe der gesamten Bankeinlage setzt. Das Problem hier aber ist, dass die Kriegsbesoffenen mit dem Leben der Bevölkerung in Deutschland spielen.

    Es gilt den Kriegstreibern in den Arm zu fallen. Noch ist es Zeit eine Koalition mit der Union zu verhindern.


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    Info: https://overton-magazin.de/top-story/merz-vabanquespiel-mit-dem-taurus/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


    17.04.2025

    Donald Trumps Projekte (1/2)

    seniora.org, 16. April 2025, 15. April 2025 Von Thierry Meyssan Voltaire Netzwerk | Paris (Frankreich) | übernommen von voltairenet.org


    Screenshot_2025_04_17_at_15_55_46_Seniora.org_Donald_Trumps_Projekte_1_2_

    Donald Trump und Elon Musk


    Präsident Donald Trump handelt schneller als andere Politiker seiner Generation. Nach drei Monaten hat er bereits den "amerikanischen Imperialismus" zugunsten seines "Exzeptionalismus" umgedreht. Das ist noch nicht das Ende des Problems, aber sowohl für die Vereinigten Staaten als auch für den Rest der Welt stellt es einen bedeutenden Schritt nach vorn dar. Gleichzeitig entlastete er die Bundesbürokratie, indem er Behörden abbaute, die außerhalb seiner Zuständigkeit lagen, und 230.000 Bundesangestellte entließ.


    Mehr als drei Monate ist es her, dass Donald Trump seine zweite Amtszeit im Weißen Haus begonnen hat. Er hat eine erstaunliche Anzahl von Dekreten aller Art erlassen, die den Eindruck einer chaotischen Persönlichkeit erwecken. Doch trotz der kurzen Zeit, die ihm zur Verfügung stand, zeigen sich die ersten Ergebnisse.

    Das "Amerikanische Imperium" dekolonisieren

    Er hat zunächst versucht, das "amerikanische Imperium" zu dekolonisieren. Da sein Versuch 2017 jedoch ein kläglicher Fehlschlag war, hat er seine Methode geändert. Während seiner ersten Amtszeit hatte er am achten Tag per Dekret die ständigen Sitze des Stabschefs und des Direktors der CIA aus dem Nationalen Sicherheitsrat entfernt [1]. Darauf folgte eine Revolte der obersten Verwaltung, die ihn sechzehn Tage später dazu veranlasste, seinen Nationalen Sicherheitsberater, General Michael Flynn, zu entlassen.

    Diese Affäre hat Spuren hinterlassen, da die Hohe Nationale Sicherheitsbehörde während des letzten Wahlkampfs intervenierte, um fälschlicherweise zu behaupten, dass Hunter Bidens Computer nicht existiere und dass diejenigen, die behaupteten, ihn gesehen zu haben, Agenten russischer Desinformation seien [2]. Daher hat Donald Trump ihnen schon in den ersten Tagen seiner zweiten Amtszeit ihre geheime Verteidigungsfreigabe entzogen [3].

    Diesmal hat Donald Trump den Stier bei den Hörnern gepackt: Er hat alle Beamten, die während seiner ersten Amtszeit gegen ihn gekämpft haben, in den Vorruhestand versetzt und das Federal Executive Institute, das sie ausgebildet hatte, aufgelöst [4]. Nachdem diese Ebene von Persönlichkeiten bereinigt hatte, entzog er auch 15 Politikern (darunter dem ehemaligen Präsidenten Joe Biden und der ehemaligen Außenministerin Hillary Clinton) ihre Sicherheitsfreigabe, um sicher zu sein, ihnen nicht mehr auf seinem Weg zu begegnen [5]. "Jamais deux sans trois“ [Niemals zwei ohne drei!], heißt es: So entließ er am 2. April sechs Beamte aus seinem Nationalen Sicherheitsrat [6], weil sie noch mit ihren Strauss’schen Freunden zusammenarbeiteten [7].

    Nachdem diese Leute keine Gefahr mehr darstellten, begann Präsident Donald Trump Friedensverhandlungen über die Ukraine, Palästina und den Iran. Alle haben reagiert, als er den nicht gewählten ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in seine Schranken verwies, aber er verwies auch den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zweimal in seine Schranken [8]. Beim ersten Mal reagierte er auf dessen Gaza-Annexionsplan, indem er ihm sagte, er würde lieber eine neue Riviera daraus machen, anstatt zuzusehen, wie er dieses Gebiet besetzt; beim zweiten Mal sagte er ihm, er könne nichts tun, um Syrien zu spalten, noch könne er den Iran angreifen.

    Man muss natürlich zugeben, dass in keinem dieser drei Brennpunkte im Moment Frieden herrscht, aber die Sachen gehen schnell voran:

    • Hinsichtlich der Ukraine hat er wissen lassen, dass die Krim, der Donbass und ein Teil „Neurusslands“ tatsächlich nun russisch sind. Zudem ist klar, dass in der Ukraine eine Präsidentschaftswahl stattfinden müsse. Die "integralen Nationalisten"[9] wissen bereits, dass sie verloren haben. Was die umstrittenen Gebiete betrifft, gibt es nur zwei ukrainische Forderungen: Zum einen die Rückeroberung des zivilen Kernkraftwerks Saporoschje (was Russland entschieden ablehnt[10]) und zum anderen die Frage, ob Moskau Odessa annektieren darf, ohne es erobern zu müssen.
    • In Palästina hat er fast alle Akteure dazu gebracht, zuzugeben, dass die Hamas in Gaza nicht an die Macht zurückkehren könne, aber es gelang ihm nicht, eine Alternative für die "revisionistischen Zionisten" (d.h. den Anhängern des Faschisten Vladimir Jabotinsky[11]) in Israel zu finden. Donald Trump ist es nicht gelungen, dem Massaker der Palästinenser, die immer noch in Gaza hungern, Einhalt zu gebieten, noch den konfessionellen Massakern in Syrien ein Ende zu setzen, das immer noch von den Dschihadisten beherrscht wird, aber er hat Israel gezwungen, seine Ambitionen in Palästina, im Libanon und in Syrien aufzugeben.
    • Im Iran hat er gerade erst begonnen und die Islamische Republik noch nicht dazu gebracht, zuzugeben, dass sie die schiitischen Minderheiten in der Region nicht ohne Gefahr bewaffnen kann, aber er hat dem Iran noch nicht vorgeschlagen, seine Sicherheit auf eine andere Weise zu gewährleisten. Die Lage hier ist schwieriger, weil er dem Iran gedroht hat, so wie er es mit der Ukraine und den Palästinensern getan hat, was sofort zu einer Verhärtung Teherans geführt hat[12].

    In allen drei Fällen benutzte Präsident Trump seine Armeen, ohne sie kämpfen zu lassen: er setzte kurzzeitig die Geheimdienstinformationen aus, die das Pentagon den ukrainischen Armeen zur Verfügung stellte [13], was zu einem militärischen Zusammenbruch führte; er setzte auch kurzzeitig die Waffenlieferungen an Israel aus, auch wenn dieser Punkt nicht veröffentlicht wurde, aber im israelischen Generalstab große Besorgnis auslöste. Dagegen versammelt er in Diego Garcia Streitkräfte, um den Iran zu bedrohen [14]. Seine einzige militärische Aktion war der Angriff auf Ansar Allah im Jemen; eine mörderische und taktisch nutzlose Aktion, da die Jemeniten darauf vorbereitet waren, die aber nützlich war, um dem Iran seine Botschaft zu übermitteln.

    Die Bürokratie in Washington säubern

    Parallel zu seiner Neuordnung der US-Außenbeziehungen hat Präsident Donald Trump damit begonnen, "das Mammut abzuspecken" [ein Ausdruck eines franz. Unterrichtsministers], d.h. die nutzlosen Äste des US-Bundesstaates zu stutzen. Dies ist das andere große Projekt der "Jacksonianer", d.h. der Jünger von Präsident Andrew Jackson [15]. Dafür setzt er auf den Oligarchen Elon Musk. Nun, der reichste Mann der Welt ist kein Jacksonianer, sondern ein Libertärer. Ihm geht es nicht darum, die verfassungswidrigen Zuständigkeitsbereiche von Washington zugunsten der Bundesländer zu zerstören, sondern ihren Einfluss zu verringern. Im vorliegenden Fall werden diese beiden unterschiedlichen Ziele zumindest bisher mit denselben Rechtsakten verfolgt.

    Innerhalb von zwölf Wochen war es Elon Musk gelungen, von Bundesangestellten eine Kündigung zu erhalten oder 230.000 von ihnen zu entlassen. Natürlich spüren wir [in Europa] diese Vorgehensweise als Wildheit, aber die Tatsache bleibt, dass er ihnen nicht ihre Kompetenz abspricht, sondern ihre Nützlichkeit in Frage stellt, was etwas ganz anders ist. Die meisten von ihnen überwachten die Umsetzung von Regeln, die es nicht hätte geben dürfen. Das heißt nicht, dass sie schlecht waren, sondern dass sie nicht Teil der Funktion des Bundes sind und deshalb nicht mit Steuergeldern umgesetzt werden sollten. Diese Personalverkleinerung hat versehentlich viele Korruptionsfälle ans Licht gebracht, zum Beispiel einen Zuschuss in Höhe von 900.000 Dollar, den die Small and Medium Enterprise Agency einem neun Monate alten Baby gewährte. Das eigentliche Problem ist jedoch noch nicht da. Subventionen des Pentagons in der Höhe von Sechs Milliarden Dollar wurden gerade entdeckt, insbesondere für Universitäten, ohne jegliche Verbindung zur Verteidigung des amerikanischen Territoriums. Sobald es dem DOGE-Apparat gelungen ist, die Buchhaltung des Landes zu konsultieren, wird es möglich sein, zu sehen, wofür jede von der Bundesregierung getätigte Überweisung verwendet wurde, wie zum Beispiel die Gehälter, die an viele ausländische Staatsoberhäupter gezahlt werden. Man kann also den laufenden Rechtsstreit verstehen, um all dies geheim zu halten.

    Das Department of Government Efficiency (DOGE) prognostiziert Einsparungen in Höhe von 150.000.000.000 US-Dollar (150 Milliarden US-Dollar) pro Jahr durch diese Bürokratiekürzungen und die Betrugsbekämpfung, was einem Gewinn von 931,68 US-Dollar pro Steuerzahler entspricht. Das ist nicht viel im Vergleich zu dem, was man sich vorgestellt hatte, aber absolut beachtlich.

    Es sollte kein Vergleich zwischen den Vereinigten Staaten und anderen Staaten gezogen werden, sondern nur mit der Europäischen Union, deren föderale Bürokratie ebenso undurchsichtig ist, wie der aktuelle Skandal der versteckten Subventionen an NGOs zeigt [16].

    (… Fortsetzung folgt)

    Die Hinweise in diesem Artikel umfassen sowohl kostenlose Artikel von unserer Website Voltairenet.org als auch Sendungen aus unserem vertraulichen kostenpflichtigen Newsletter Voltaire, Internationale Nachrichten.

    Thierry Meyssan Politischer Berater, Gründer und Präsident vom Voltaire Netzwerk - Réseau Voltaire. Letztes französisches Werk: Sous nos yeux - Du 11-Septembre à Donald Trump

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    [1] „Donald Trump löst die Organisation des US-Imperialismus auf“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich , Voltaire Netzwerk, 31. Januar 2017.

    [2] “Public Statement on the Hunter Biden Emails”, Voltaire Network, 19 October 2020.

    [3] "2721 Donald Trump nimmt Geheimdienstmitarbeitern, die an politischer Fälschung beteiligt waren, ihr Freizugangsrecht", Voltaire, Internationale Nachrichten - N°117 - 24. Januar 2025.

    [4] "2872 Donald Trump löst die US-amerikanische ENA auf", Voltaire, Internationale Nachrichten - N°120 - 14. Februar 2025.

    [5] "3138 Donald Trump zieht die Sicherheitsfreigaben von 15 Persönlichkeiten seiner Opposition zurück.", Voltaire, Internationale Nachrichten - N°126 - 28. März 2025.

    [6] «Trump Fires 6 N.S.C. Officials After Oval Office Meeting With Laura Loomer», Maggie Haberman, Jonathan Swan & Ken Bensinger, The New York Times, April 3, 2025.

    [7] „Russland erklärt den Straussianern den Krieg“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich , Korrekturlesen : Werner Leuthäusser, Voltaire Netzwerk, 8. März 2022.

    [8] "2228 Benjamin Netanjahu enttäuscht von seinem Besuch im Weißen Haus", Voltaire, Internationale Nachrichten - N°128 - 11. April 2025.

    [9] „Wer sind die ukrainischen integralen Nationalisten?“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich , Korrekturlesen : Werner Leuthäusser, Voltaire Netzwerk, 15. November 2022.

    [10] „Erklärung des russischen Außenministeriums zum Kernkraftwerk Saporoschje“, Übersetzung Horst Frohlich , Voltaire Netzwerk, 26. März 2025.

    [11] „Der Schleier zerreißt: Die verborgenen Wahrheiten von Jabotinsky und Netanjahu“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich , Korrekturlesen : Werner Leuthäusser, Voltaire Netzwerk, 23. Januar 2024.

    [12] „Iran prangert Drohungen der USA gegen den Frieden an“, von Amir Saeid Iravani , Übersetzung Horst Frohlich , Voltaire Netzwerk, 31. März 2025.

    [13] „Der Westen gegen CRINK“, von Manlio Dinucci , Übersetzung Horst Frohlich , Voltaire Netzwerk, 7. April 2025.

    [14] "3185 Das Pentagon bereitet sich auf einen möglichen Krieg gegen den Iran vor", Voltaire, Internationale Nachrichten - N°127 - 4. April 2025.

    [15] „Donald Trump, ein zweiter Andrew Jackson?“, von Thierry Meyssan, Übersetzung Horst Frohlich , Korrekturlesen : Werner Leuthäusser, Voltaire Netzwerk, 19. November 2024.

    [16] "3249 Der Skandal der undurchsichtigen Finanzierung bestimmter NGOs durch die Europäische Kommission", Voltaire, Internationale Nachrichten - N°128 - 11. April 2025.


    Quelle: Voltaire Netzwerk - Mit freundlicher Genehmigung übernommen

    Quelle: https://www.voltairenet.org/article222096.html

    Übersetzung Horst Frohlich, Korrekturlesen : Werner Leuthäusser



    Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acym&ctrl=fronturl&task=click&urlid=108&userid=3998&mailid=2695


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


    unser weiterer Kommentar: Die hier positiv erscheinende Auslegung als Sichtweise auf das, wie Mr. Trump "auch den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Sachen Gaza zweimal in seine Schranken verwies", kann den Blick auf die seit Beginn inzwischen offiziell

    auf 20.000 angewachsene Zahl toter Kinder,

    auf 20.000 angewachsene Zahl toter Frauen und die auf

    20.000 angewachsene Zahl toter Männer, nicht ausschließen.
    17.04.2025

    Netanjahu will Gaza befreien – von den Palästinensern

    aus e-mail von Ingrid Rumpf, 17. April 2025, 0:37 Uhr


    Es gibt nichts mehr zu sagen! Die palästinensische Pietat:



    Meinung, 15.04.2025


    Naher Osten


    Netanjahu will Gaza befreien – von den Palästinensern

    =====================================================


    Der Regierungschef in Jerusalem verbirgt gar nicht mehr, worum es ihm

    geht in dem Küstengebiet – um das Leben und das Schicksal der Menschen

    dort jedenfalls nicht.


    Kommentar von Bernd Dörries


    Am Sonntagfrüh trafen die israelischen Raketen das Al-Ahli-Krankenhaus

    in Gaza-Stadt, das letzte funktionierende der Stadt. Die Operationssäle

    sollen zerstört worden sein, außerdem die Sauerstoffproduktion für die

    Intensivstationen, ein kleiner Junge starb bei der Evakuierung. Die

    israelische Armee teilte mit, der Angriff habe einer Kommandozentrale

    der Hamas gegolten. Nachprüfen kann man das nicht. Letztlich ist für die

    Regierung von Benjamin Netanjahu der ganze Gazastreifen eine

    Hamas-Zentrale, die dem Erdboden gleichgemacht werden muss.


    Er wollte die Waffenruhe nicht länger

    -------------------------------------


    Sechs Wochen lang gab es eine Waffenruhe, die nur der Anfang sein sollte

    für eine zumindest mittelfristige Lösung. Netanjahu ließ sie brechen, um

    seine rechtsradikalen Koalitionspartner zufriedenzustellen. Er ließ sie

    brechen, weil Donald Trump ihm freie Bahn gibt in Gaza. Ein ohnehin

    schon brutaler Krieg ist noch brutaler geworden. Die israelische Armee

    tötete 15 Sanitäter, einen nach dem anderen, aus kurzer Distanz.

    Hamas–Terroristen sollen sie alle gewesen sein, bis Videos ein anderes

    Bild zeigten. Nach Untersuchungen der Vereinten Nationen gab es seit dem

    Bruch der Waffenruhe 224 israelische Angriffe „auf Wohnhäuser und Zelte

    von Binnenvertriebenen“. Bei 36 Angriffen seien die Opfer ausschließlich

    Frauen und Kinder gewesen.


    Seit sechs Wochen darf keine humanitäre Hilfe mehr in den Gazastreifen,

    keine Medikamente, keine Prothesen für Kinder. Nach einer Analyse der UN

    sind durch den Krieg 90 Prozent des Viehs verendet und 70 Prozent der

    Anbauflächen zerstört. Die größte Entsalzungsanlage hat keinen Strom

    mehr zur Wasseraufbereitung.


    Etwa 2,1 Millionen Palästinenser leben heute auf etwa einem Drittel des

    Gazastreifens. Die israelische Armee hat dort nun zur Räumung der Stadt

    Rafah aufgerufen, der Küstenstreifen wird in Sicherheitszonen

    aufgeteilt, in denen auf alles geschossen wird, was sich bewegt.


    Wie man das bezeichnet? Für die Menschen in Gaza ist es egal

    ------------------------------------------------------------


    Wohin das alles führen soll? „Israel will den Gazastreifen zerstören“,

    schreibt der Economist. Ziel sei es, die zwei Millionen Einwohner aus

    Städten und Dörfern zu vertreiben, in kleine Enklaven an der Küste.

    „Kurzfristig sollen so ‚Tötungszonen‘ geschaffen werden, in denen

    theoretisch nur Hamas-Kämpfer verbleiben. Längerfristig hofft Israel,

    dass die Bewohner des Gazastreifens ‚freiwillig‘ auswandern werden.“

    Benjamin Netanjahu selbst sagte dazu: „Wir werden die Umsetzung des

    Trump-Plans für freiwillige Migration ermöglichen. Das ist der Plan.“


    Man kann das je nach Sichtweise als Drama bezeichnen, als ethnische

    Säuberung oder noch Schlimmeres. Es sind nur Worte, die für Aktivisten

    und ihre Gegner in Europa eine Rolle spielen. Für die Menschen in Gaza

    zählt die Realität. „Gaza ist ein Schlachtfeld, und die Zivilbevölkerung

    befindet sich in einer Endlosschleife des Todes“, sagte

    UN-Generalsekretär António Guterres.


    Wann wird diese Schleife enden? Alle Appelle sind schon dutzendfach

    gemacht worden. Unendliche Male ist geschrieben worden, dass Israel ein

    Recht auf Sicherheit hat, auf eine Zukunft ohne die Hamas, aber so das

    Gegenteil erreichen wird. Wie oft wurde gesagt, dass auch im Krieg

    Regeln gelten, dass auch die Zivilbevölkerung geschützt werden muss. Was

    kann man noch sagen? In Deutschland wird darüber gestritten, ob „From

    the River to the Sea – Palestine must be free“ unter Strafe zu stellen

    sei. Gaza wird bald befreit sein von den Palästinensern, Israel wird es

    versuchen, es ist schon dabei.


    Bernd Dörries

    =============

    Bernd Dörries wurde 1974 in Stuttgart geboren und hat

    Politikwissenschaft in Tübingen, Berlin und New York studiert.

    Volontariat bei der SZ, dann Korrespondent in Stuttgart und Düsseldorf,

    von 2017 an in Kapstadt. Er hat 42 Länder Sub-Sahara-Afrikas bereist,

    ist den Kongo-Fluss hinuntergefahren, hat in Äthiopien Weingüter besucht

    und in Simbabwe den Sturz des Diktators Robert Mugabe miterlebt. Seit

    2023 Korrespondent für die arabische Welt und Nordafrika. Wohnt in Kairo

    mit einer Bananenstaude vor dem Fenster.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    17.04.2025

    Kommentar vom Hochblauen   Zionistischer Völkermord die neue Realität – Das „Fest der Freiheit“ gilt nur für Juden Von Evelyn Hecht-Galinski

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    sicht-vom-hochblauen.de, 16. April 2025 Evelyn Hecht-Galinski Kommentar vom Hochblauen, Kommmentar vom Hochblauen primär


     

    Kommentar vom Hochblauen

    Zionistischer Völkermord die neue Realität – Das „Fest der Freiheit“ gilt nur für Juden

    Von Evelyn Hecht-Galinski

     

    Als am Samstag, dem 12. April 2025, viele Juden weltweit den ersten Sederabend des Pessach-Festes – die Befreiung aus der Sklaverei – feierten, das zweite, das inmitten des andauernden Völkermords stattfindet, den Israel an den Palästinensern in Gaza verübt, da muss natürlich über Palästina gesprochen werden. Ich bin sicher, dass jeder antizionistische Jude, der einen Widerwillen verspürt, wenn wir zu der Zeile kommen, die jeden Pessach-Seder beschließt: „Nächstes Jahr in Jerusalem!“ Was bedeuten diese Worte im Zeitalter des Zionismus wirklich: Wenn ein Jude nicht erst nächstes Jahr, sondern schon morgen nach Jerusalem fliegen und bei seiner Ankunft sofort ein Bürger werden kann? Wie können diese Worte voller Freude gerufen werden, wenn wir wissen, dass Israel 1948 die ethnische Säuberung der einen Hälfte Jerusalems durchführte und 1967 die andere Hälfte militärisch eroberte und besetzte? Was bedeuten diese Worte, wenn es unzähligen Palästinensern, die seit Generationen tief mit dem Land verbunden sind, verboten ist, auch nur einen Fuß in diese Stadt zu setzen?

     

    So sieht Entmenschlichung aus

     

    Der „jüdische Staat“ wollte schon seit Staatsgründung Palästinenser vertreiben – jetzt aber ganz offen und mit unaufhaltsamer US-Unterstützung. Schließlich wurde der Plan zur ethnischen Säuberung Palästinas von Zionisten längst vor dem Holocaust erdacht, formuliert und im Plan Dalet genannt. Er nutzte verschiedene Daten des Jüdischen Nationalfonds, um alle palästinensischen Gemeinden zu identifizieren und dann festzustellen, wer vertrieben und wer getötet werden sollte. Natürlich wussten die jüdischen Siedler und Eindringlinge, dass Palästina mindestens 750.000 Einwohner hatte und keineswegs das „Land ohne Volk“ war. Diese Planung ermöglichte es den Zionisten, militärisch zu trainieren und ein großes Waffenarsenal anzulegen. (1)

     

    Was sich daraus entwickelte, erleben wir heute immer präziser und erschreckender. Unverhohlen wird gezeigt, wie man die Stärke der Besatzer, die Verbrechen des Völkermords nicht verschleiert, sondern als notwendig darstellt, im Kampf gegen den „Terror“. Regelmäßig gelangen sadistische Gräueltaten und Videos jüdischer Besatzungssoldaten an die Öffentlichkeit. Manche fühlten sich „wie Nazis“ nach Völkermord Taten. (2)

     

    Selbst im Tod mussten die ermordeten Sanitäter beweisen, dass sie humanitäre Helfer waren. Und dennoch berichteten viele westliche Medien zuerst über die Version Israels – „Israel sagt …“, „die IDF erklärt …“, „eine Militärquelle berichtet …“. Diese sorgfältig formulierten Zeilen haben mehr Gewicht als die blutbefleckten Uniformen des Roten Halbmonds. Mehr als die Beweise. Mehr als die Wahrheit. (3) Das ist nichts Neues. Das ist kein Einzelfall. Das ist ein System. Ein System, in dem Palästinenser als schuldig gelten. Ein System, in dem Krankenhäuser beweisen müssen, dass sie Krankenhäuser sind, Schulen beweisen müssen, dass sie Schulen sind, und Kinder beweisen müssen, dass sie keine menschlichen Schutzschilde sind. Ein System, in dem ihre Existenz als Bedrohung behandelt wird – eine Bedrohung, die gerechtfertigt, erklärt und verifiziert werden muss –, bevor irgendjemand um sie trauert. So sieht Entmenschlichung aus.

     

    Vertreibungs- und Ausrottungspolitik

     

    Leugnung kann viele Formen annehmen. Für einige wurzelt sie in der rassistischen Entmenschlichung des Anderen; andere sind vielleicht einfach zu überwältigt, um das massive Abschlachten von Kindern auf solch abscheuliche Weise zu begreifen; wieder andere verdrängen die Wahrheit und bezeichnen den Massenmord als „Kollateralschaden“ oder als den Einsatz von „menschlichen Schutzschildern“ durch die Hamas (eine zynische Behauptung, die von Menschenrechtsbeobachtern immer wieder widerlegt wurde). (4)

     

    Besonders erschreckend: nicht nur das rechtsextreme Netanjahu-Regime, sondern auch der Großteil der jüdisch-israelischen Gesellschaft unterstützt diese Vertreibungs- und Ausrottungspolitik. Machen wir uns nichts vor: es ist kein „Verteidigungskrieg“, sondern es ist Netanjahus Krieg als Garantie, sein Regime fortbestehen lassen zu können. Auch die Demonstrationen gegen Netanjahu sind mehr als kritisch zu sehen, sie dienen dazu, jüdische Geiseln zu befreien, dafür den Krieg zu stoppen, danach aber weiter zu machen. Die Leiden der Palästinenser und deren Ausrottung sind für die wenigsten der Demonstrierenden ein Thema. Ja einige wollen Netanjahu weghaben, aber im Grunde nicht seine Politik. Weder gibt es eine noch politisch relevante Linke, noch eine echte Opposition, die etwas zu sagen hätte. Längst hat die Siedlerbewegung dank der Unterstützung dieses Regimes einen Großteil der Macht übernommen.

     

    Fragen wir uns doch einmal, warum die westliche „Wertegemeinschaft“ die ethnische Säuberung Palästinas so schweigend hinnimmt? Von der Nakba bis heute ist das zionistische Regime seinen Ausrottungsplänen mit dem Endziel der „Endlösung“ auf dem Weg zu einem „Groß-Israel“ „vom Jordan bis zum Meer“ eines palästinenser-freien Palästina/Israel immer nähergekommen. Es sind trübe Aussichten, denen wir entgegensehen.

     

    Völkermord ist die neue Realität

     

    Deutschland beweist seine Liebe zu Israel, indem es Andersdenkenden einen Maulkorb verpasst. Deutschlands politische Führer kommen und gehen schließlich. Die Entscheidungen, die sie treffen, können noch lange nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt Konsequenzen haben. Deutschlands „Staatsräson“ – die Verpflichtung, die „Sicherheit“ Israels zu verteidigen – ist nun zu einem Instrument der Unterdrückung geworden. (D.C.) (5)(6)

     

    Derzeit erleiden Palästinenser und ihre Verbündeten die Hauptrepressalien und leiden unter der Zensur und der gewaltsamen Unterdrückung der Staatsmacht. Was haben diese Maßnahmen noch mit der vielgepriesenen westlichen „Wertedemokratie“ zu tun? Auch die geplante Abschaffung des Informationsfreiheitsgesetzes, nach dem jeder Bürger einen Rechtsanspruch auf Zugang zu amtlichen Informationen gegenüber Behörden des Bundes hat, ist zu kritisieren. Deutschland braucht ein starkes Transparenzgesetz im Namen der Meinungsfreiheit. (7)

     

    Das zweite Schweigen der Deutschen

     

    Die deutschen Behörden haben die Abschiebung von vier ausländischen Einwohnern angeordnet, weil sie an Protesten gegen den Völkermord im Gazastreifen teilgenommen haben. Die Staatsräson-Politik wird mit voller Härte übernommen, denken wir nur daran, dass es inzwischen dazugehört, dass wenn man den Wunsch hat, einen deutschen Pass zu erlangen, dass Existenzrecht Israels anzuerkennen. Was für eine Forderung! (8)

     

    Ganz anders wird es, geht es um ukrainische Demonstrationen und Proteste gegen Russland. Schließlich sind es die ukrainischen Kämpfer, die „unsere Freiheit“ verteidigen. Während die Widerstandskämpfer und Palästinenser Terroristen sind, die das zionistische Regime in „Selbstverteidigung“ bekämpft. Es werden gezielt durch das zionistische Regime Schulen, Krankenhäuser und medizinisches Personal, Sportler und Kinder ins Visier genommen. Man nimmt Palästinenser als Schutzschilder. Auch das wird als „normal“ hingenommen und kommt kaum mehr in den Medien vor. Geht es aber um die Ukraine, dann wird jede Bombe, jeder getötete Zivilist oder jedes getötete Kind als Kriegsverbrechen in die Medien gebracht. Ein Großteil der Medien verschweigt die Gräuel in Gaza, während die Ukraine und Selenskyj „Stammgäste“ in der Tagesschau sind. (9)(10)

     

    Nachdem der Zentralratsvorsitzende der Juden, Schuster, sich erneut als Sprachrohr und Zweitvertretung des zionistischen Regime geoutet hat, ist es an der Zeit, nicht dem Palästinenserhilfswerk der UNO, UNRWA, die Gelder zu sperren, sondern dem Zentralrat der Juden in Deutschland. Nachdem Gaza nach Genozid, Krieg, völliger Blockade und Verweigerung von humanitären und medizinischen Hilfsgütern am Abgrund steht, ist es unsere Pflicht, das Palästinenserhilfswerk zu unterstützen. Ein Zentralratspräsident, der sich dermaßen äußert, ist untragbar. Wie lange will sich Deutschland eigentlich noch die ständigen Einmischungen des langen Arms der israelischen Regierung gefallen lassen? Brauchen deutsche Juden so einen Vertreter und Vertretung? (11) Ebenso ist endgültig der Posten des „Antisemitismusbeauftragten“ der Bundesregierung zu hinterfragen, da Klein mit seinen Gaza-Aussagen zum „Genozidbeauftragten“ mutierte. (12)

     

    Die Maske ist gefallen: Gaza und der Mythos der westlichen Moral

     

    Der „jüdische Staat“ hat in Jahrzehnten Zwietracht zwischen den politischen Kräften in Palästina gesät. Mit der Korrumpierung der regierenden Fatah-Regierung im besetzten Westjordanland und der Bekämpfung, der versuchten Auslöschung der Hamas-Regierung in Gaza, gelang es Israel, den Palästinensern noch mehr zu schaden und sie in jeder Hinsicht noch mehr zu schwächen. Wurde Widerstand geleistet, dann wurde dieser sofort als Hamas-Terrorismus bekämpft. Wen wundert da eigentlich, dass der 7. Oktober kam, ein Aufschrei der Verzweiflung, der für Israel nicht unerwartet, sondern sich mit ignorierten Warnungen ankündigte und nicht ungelegen kam. (13)(14)

     

    Endlich konnte die geplante „Endlösung“ beginnen. Mit allen schrecklichen Völkermord-Folgen bis heute: 51.000 getötete, 116.343 verwundete Palästinenser, inzwischen wurde die Zahl der getöteten allerdings auf 61.700 erhöht, da noch Tausende von Vermissten unter den Trümmern liegen. Was für eine unvorstellbare Zahl unschuldig getöteter Palästinenser. Das Versprechen „Nie wieder“ ist so verlogen wie Israels Propaganda und Einmischung, die es sogar schafft, auf die Wahl von Rednern Einfluss zu nehmen oder auf Ausladungen oder Abbruch von Veranstaltungen zu drängen. Nein, der Holocaust rechtfertigt keine dieser Eingriffe und schon gar nicht durch ein zionistisches Regime, das weder vor Völkermord noch vor Verbrüderung mit rechtextremen Parteien oder Personen zurückschreckt. Das sollte gerade der kommende(?) „BlackRock-Kanzler“ Merz verinnerlichen, wenn er den vom Internationalen Gerichtshof per Interpol-Haftbefehl gesuchten Netanjahu einlädt und Straffreiheit garantiert. Was für ein Verständnis vom Völkerrecht! Spricht da vielleicht das „Blut“ und sein so verehrter Großvater Sauvigny (trat schon 1938 in die NSDAP ein) aus ihm? Diese deutsche Ukraine-Affinität: beruht sie auf alten Banden? Allerdings hatten auch die USA ein kleines „schmutziges“ Geheimnis mit der Ukraine. (15)(16)

     

    Zionistischer Völkermord darf nicht zur neuen Realität werden

     

    Nicht das „jüdische Haus“ muss von Brotresten befreit werden, sondern die Palästinenser von der Besatzung! Aus diesem Grund habe ich die Geschichte des Pessach-Festes – passend zum heutigen Palästina unter „jüdischer Besatzung“ – etwas „umgeschrieben“! Wenn am 12. April das jüdische Pessach-Fest begann, dann werden vorher traditionsgemäß bei gläubigen Juden das Haus, die Küche und die Schränke nach Brotresten durchsucht und gereinigt. Die Reste werden anschließend verbrannt. Auch alle Küchenutensilien werden von allen Brot (Chamez)-Resten befreit.

     

    Aus diesem Anlass möchte ich dieses Pessach/jüdische „Osterfest“ allen Palästinensern widmen, die immer noch in Unfreiheit, Krieg, Vertreibung, Hunger als auch unter Besatzung leben müssen und auf eine Rückgabe ihres gestohlenen Eigentums warten – so wie die Millionen von Diaspora-Palästinenser auf eine legitime Rückkehr in ihr Heimatland. Allen trauernden Palästinensern und den verletzten Palästinensern, gilt meine Empathie – besonders den Kindern, die im Gaza-Krieg durch die israelische Besatzungsarmee schändlich gezielt ermordet wurden. Das gilt ebenso allen von jüdischer Besatzungsarmee und jüdischen Siedlern ermordeten, verletzten Palästinensern im illegal besetzten Westjordanland, alles unter Mithilfe der „jüdischen Verteidigungsarmee“ der „moralischsten aller Armeen“. (17)

     

    Passt doch schließlich der Sinn dieses Festes genau auf den heutigen traurigen Zustand, in dem das palästinensische Volk auf seine Befreiung hofft und dafür kämpft. Während des „Festes der Freiheit“ sollte sich jeder feiernde Jude einmal so fühlen wie es den Menschen in Gaza geht. Erst dann wäre das Pessach-Fest ein Fest! Noch ein persönlicher Wunsch: Ich hoffe sehr auf die SPD-Basis und dass diese sich nicht nur mit vielen sondern auch klaren Sinnen gegen diese Koalition mit der Merz-CDU/CSU ausspricht und es zu Neuwahlen kommt, die das BSW und Sarah Wagenknecht, der einzig verbliebenen Friedenspartei nochmals eine gerechte Chance gibt. Allen christlichen und Andersgläubigen oder Ungläubigen Lesern der Hochblauen Seite wünsche ich ein angenehmes Osterfest! Zionistischer Völkermord darf nicht zur neuen Realität werden.

     


    Worauf es ankommt

    Erich Fried

     

    Es kommt im Augenblick

    nicht darauf an

    wann es war

    daß die Unterdrückerregierung

    in Israel

    sich verwandelt hat

    in eine Verbrecherregierung

     

    Aber es kommt darauf an

    zu erkennen

    daß sie jetzt eine

    Verbrecherregierung ist

     

    Es kommt auch nicht mehr

    darauf an

    darüber zu streiten

    nach welchem Vorbild

    sie ihre Verbrechen begeht

    Diese Verbrechen selbst

    tragen sichtbar die Spur ihres Vorbilds

     

    Aber es kommt darauf an

    nicht nur klagend oder erstaunt

    den Kopf zu schütteln

    über diese Verbrechen

    sondern endlich

    etwas dagegen zu tun

     

    In der Neuen Rheinischen Zeitung (NRhZ) veröffentlicht in Ausgabe 845 vom 17.04.2025 unter http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=29448

     

     

    Fußnoten:

    1 https://www.jewishvoiceforpeace.org/2013/10/15/plan-daleth-plan-d-2/

    2 https://x.com/clashreport/status/1871455402384294138

    3 https://mondoweiss.net/2025/03/the-first-responders-massacre-14-aid-workers-found-dead-and-buried-hands-bound/

    4 https://www.jewishvoiceforlabour.org.uk/article/we-have-to-talk-about-palestine-at-passover/

    5 https://www.dfjv.de/publikationen/news/kritik-an-geplanter-abschaffung-des-informationsfreiheitsgesetzes-ifg

    6 https://www.haaretz.com/opinion/2025-04-15/ty-article-opinion/.premium/to-save-its-democracy-and-respect-the-holocaust-germany-must-stop-blindly-backing-israel/00000196-38b5-d5cf-a3f6-3df528340000

    7 https://taz.de/Palaestina-Solidaritaet-in-Berlin/!6080192/

    8 https://electronicintifada.net/blogs/david-cronin/germanys-devotion-israel-becomes-more-and-more-sinister

    9 https://www.middleeastmonitor.com/20240129-ukraine-and-gaza-exposing-the-wests-double-standards/

    10 https://www.counterpunch.org/2025/04/15/the-mask-has-fallen-gaza-and-the-myth-of-western-morality/

    11 https://www.deutschlandfunk.de/zentralrat-der-juden-fordert-ende-der-deutschen-unterstuetzung-fuer-palaestinenserhilfswerk-der-uno-100.html

    12 https://jacobin.de/artikel/israel-palaestina-gaza-antisemitismus-trump-bundesregierung-staatsraeson-voelkermord

    13 https://electronicintifada.net/blogs/ali-abunimah/key-7-october-mass-rapes-witness-denounced-liar-israeli-reporter

    14 https://electronicintifada.net/blogs/asa-winstanley/army-was-ordered-kill-israelis-7-october-defense-minister-confirms

    15 https://taz.de/Merz-Grossvater-SA–und-NSDAP-Mitglied/!803355/

    16 https://www.thenation.com/article/archive/seven-decades-nazi-collaboration-americas-dirty-little-ukraine-secret/

    17 https://english.almayadeen.net/news/politics/hundreds-of-israeli-settlers-raid-al-aqsa-on-third-day-of-pa

     

     

    Evelyn Hecht-Galinski, Tochter des ehemaligen Zentralratsvorsitzenden der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, ist Publizistin und Autorin. Ihre Kommentare für die NRhZ schreibt sie regelmäßig vom “Hochblauen”, dem 1165 m hohen “Hausberg” im Badischen, wo sie mit ihrem Ehemann Benjamin Hecht lebt. (http://sicht-vom-hochblauen.de/) 2012 kam ihr Buch “Das elfte Gebot: Israel darf alles” heraus. Erschienen im tz-Verlag, ISBN 978-3940456-51-9 (print), Preis 17,89 Euro. Am 28. September 2014 wurde sie von der NRhZ mit dem vierten “Kölner Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik” ausgezeichnet.

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    1 Kommentar zu Kommentar vom Hochblauen Zionistischer Völkermord die neue Realität – Das „Fest der Freiheit“ gilt nur für Juden Von Evelyn Hecht-Galinski

    1. Großartiger und mutiger Kommentar zur entsetzlichen Situation!
      Herzliche und solidarische Grüße

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    Info: https://www.sicht-vom-hochblauen.de/kommentar-vom-hochblauen-zionistischer-voelkermord-die-neue-realitaet-das-fest-der-freiheit-gilt-nur-fuer-juden-von-evelyn-hecht-galinski/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    17.04.2025

    Screenshot_2025_04_17_at_15_27_25_Die_vergessenen_Pal_stinenser

    nachdenkseiten.de, 16. April 2025 um 9:00 Eine Rezension von Maike Gosch

    Ilan Pappé, der renommierte israelische Historiker, Professor an der Universität Exeter, wirft in seinem Buch „Die vergessenen Palästinenser“ ein Schlaglicht auf die Hunderttausenden von Palästinensern, die als israelische Staatsbürger innerhalb der Grenzen des Staates Israel leben und die – wie der Titel richtig sagt – in der Binarität Israelis vs. Palästinenser in den besetzten Gebieten im Westjordanland und im Gazastreifen (und natürlich auch als Flüchtlinge im Ausland) oft vergessen werden.


    Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

    Podcast: Play in new window | Download


    Audio https://www.nachdenkseiten.de/upload/podcast/250416-Die-vergessenen-Palaestinenser-NDS.mp3 Dauer 13:30 min


    Ilan Pappe wurde 1954 als Sohn deutscher Juden, die vor den Nazis aus Deutschland nach Israel geflohen waren, in Haifa geboren. Er studierte in Jerusalem und promovierte in Oxford. Er wird den „neuen israelischen Historikern“ zugerechnet, die für eine Revision der offiziellen Geschichtsschreibung des Zionismus und des Staates Israel und für einen kritischen Ausgleich mit den Palästinensern plädieren. Diese Haltung führte zu harten Repressalien in Israel, bis zu Morddrohungen, die ihn letztlich dazu bewegten, 2006 das Land zu verlassen und nach England umzusiedeln. In einem Interview mit der britischen Zeitung The Guardian erklärte er sein Gefühl der moralischen Verpflichtung, gegen die schreckliche Behandlung der Palästinenser durch Israel zu protestieren.

    Seine sehr ausführliche Analyse auf der Grundlage umfangreichen Archiv- und Interviewmaterials erschien bereits 2013 auf Englisch. Dennoch ist das Buch sehr aktuell – nicht nur durch ein neues Vorwort, dass die Entwicklungen seit 2013 und insbesondere 2023 bis 2025 nachzeichnet, sondern auch, weil gerade für die deutsche Debatte und Einschätzung der Situation noch sehr viel mehr Hintergrundinformationen notwendig sind.

    Oder, wie Pappé im Vorwort zur deutschen Ausgabe eindrücklich schreibt:

    Nur wenn die Welt versteht, dass sie einen anderen Ansatz zur gesamten Palästina-Frage verfolgen und dazu beitragen muss, zwischen dem Fluss und dem Meer eine echte Demokratie für alle zu schaffen, wäre das Schicksal dieser Gemeinschaft gesichert. Darüber hinaus ist diese Gemeinschaft die einzige palästinensische Gemeinschaft, die die israelischen Juden nicht nur als Siedler oder Soldaten kennt. Ihre enge Beziehung zu vielen jüdischen Bürgern ist die beste Garantie für den Wiederaufbau einer arabisch-jüdischen Verständigung in einem befreiten Staat, der frei von Apartheid, Fanatismus und Rassismus ist. Sie sind die Brücke in eine bessere Zukunft und eine echte Versöhnung im zerrissenen Land – eine Errungenschaft, die enorme und positive Auswirkungen auf die ganze Region haben würde.“

    Nach dem aktuellen Vorwort für die deutsche Ausgabe (siehe oben) beginnt Pappé seine Untersuchung mit der Haltung und Erwartung der jüdischen Siedler im historischen Palästina zu den bzw. an die Einheimischen. Als eine der Wurzeln für viele spätere Konflikte und Probleme arbeitet er die Erwartung vieler Siedler heraus, ein „leeres“ Land vorzufinden. Oder, wie es in einem bekannten zionistischen Slogan hieß:

    A land without a people for a people without a land”
    („Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land“)

    Sie betrachteten die einheimischen Palästinenser daher als „Fremde und Eindringlinge“, die ein Land bewohnten, dass dem jüdischen Volk gehöre. Diese feindselige und in gewisser Weise die Realität verkehrende Haltung war aber nicht einheitlich. Pappé zitiert hierzu den palästinensischen Politikwissenschaftler Ibrahim Abu-Lughod mit folgender Beobachtung:

    Die Negierung und völlige Missachtung der Palästinenser vor Ort durch die frühen zionistischen Siedler schockierte diejenigen jüdischen europäischen Denker jener Zeit, die wohlmeinend, aber ziemlich ohne Einfluss waren.“

    Dies zieht sich leider wie ein roter Faden durch Darstellung der historischen Ereignisse, die Pappé etwa mit der Vorbereitung und Durchführung der sogenannten „Nakba“ (Katastrophe) 1947 beginnt. Dieses einschneidende Ereignis, das im deutschen Diskurs kaum je erwähnt wird, prägte die Realität für Palästinenser und Israelis massiv und legte den Grundstein für viele der schrecklichen Ereignisse des 20. und 21. Jahrhunderts im Nahen Osten. Hierbei handelte es sich um die gewaltsame Vertreibung von etwa 750.000 Palästinensern durch das israelische Militär und paramilitärische zionistische Gruppen im Jahr 1948, die durch Mord, Enteignung, Folter und Terror erfolgte. Nach dem früheren zionistischen Narrativ handelte es sich hierbei um eine „freiwillige Flucht“ infolge von Aufrufen arabischer Führungspersönlichkeiten. Aber schon lange ist anerkannt, dass es sich hierbei um Propagandalügen handelte, und auch im vorliegenden Buch wird umfangreiches historisches Material zitiert, das beweist, dass diese Beschreibung der Realität Hohn spricht.

    Nach der Nakba teilte sich das palästinensische Volk in zwei Teile mit jeweils sehr unterschiedlichem juristischen Status. Auf der einen Seite die Vertriebenen, die – zumindest in Staaten wie Deutschland, das Palästina nicht als Staat anerkennt – als staatenlos gelten, auf der anderen Seite die Palästinenser, denen die israelische Staatsbürgerschaft angeboten wurde und die diese annahmen. Um die zweite Gruppe geht es in Pappés Buch primär. Allerdings erzählt er ihre Geschichte, ihre Lebensrealität und -entwicklung immer im Kontext der Ereignisse auch außerhalb des Territoriums Israels in den besetzen Gebieten und teilweise auch im Ausland.

    Das Buch ist sehr detailreich und ausführlich, dabei aber immer gut lesbar. Es bietet eine interessante und anregende Mischung aus persönlichen Geschichten, Zitaten und Eindrücken. Zeitzeugen kommen zu Wort, Biographien werden skizziert. Einzelne Menschen und ihre Schicksale treten heraus und werden spürbar. Aber auch Studien werden zitiert, Zahlen genannt und die größeren Linien der Entwicklungen erkennbar. Der Ton des Buches wechselt zwischen sachlich und objektiv und empathisch und emotional – für jemanden, der deutsche wissenschaftliche Bücher gewohnt ist, ein erfrischendes und ungewohntes Leseerlebnis.

    Was beim Lesen des Buches auch deutlich wird, ist, wie wenig wir in Deutschland von der (vollständigen) Geschichte Israels, dem Schicksal der Palästinenser und der palästinensischen israelischen Bürger („einheimische arabische Minderheit“) wissen. Kaum eine der wichtigen Figuren war mir namentlich bekannt, viele der Ereignisse ebenfalls nicht, wie zum Beispiel die Zeit der scharfen Militärherrschaft über die Palästinenser und die Zerstörung unzähliger Dörfer und Städte; oder das Vorgehen der israelischen Streitkräfte und Paramilitärs nicht nur gegen muslimische Glaubensstätten, sondern auch gegen die einheimischen Christen und die Schändung von Kirchen. Die Geschichte Israels wird hierzulande oft ausschließlich aus der Sicht der Israelis erzählt und es wird dabei extrem viel weggelassen, das zu einem wirklichen Verstehen der Situation essenziell ist.

    Pappé arbeitet heraus, wie es den palästinensischen (in Israel nur „arabisch“ genannten) Staatsbürgern in den folgenden Jahrzehnten erging und in was für einer Zwickmühle sie steckten: zwischen der Sehnsucht nach voller Anerkennung als gleichberechtigte Staatsbürger (was sie weder legal noch viel weniger faktisch erreichten) und der gleichzeitigen Solidarität mit ihren palästinensischen Brüdern und Schwestern in den besetzten Gebieten, die in einem viel stärkeren Maße der Willkür und Gewalt des neuen Staates ausgesetzt waren. Pappé lässt auch die Rolle und das Schicksal anderer ethnischer und religiöser Gruppen in den Gebieten einfließen, das der Drusen, der Beduinen und der Christen. Interessant ist ferner die Rolle der sogenannten Mizrahi-Juden, Angehörige der aus dem Nahen Osten, insbesondere dem arabischen Raum, stammenden jüdischen Volksgruppe.

    Der Bericht führt uns von der Nakba über die Militärherrschaft, die bis zum Ende der 60er-Jahre anhielt, über die Erste Intifada bis in die 80er-, 90er- und schließlich 2000er-Jahre. Immer wieder gibt es Momente der Hoffnung und Entspannung, die sich aber schnell wieder zerschlagen und in einer sich stetig steigernde Spirale der Gewalt münden. So gut und flüssig das Buch geschrieben ist (wenn auch die Übersetzung an manchen Stellen etwas holperig wirkt), so bedrückend ist es doch, immer wieder Hoffnung aufblitzen zu sehen, von mutigen Widerstands- und Bürgerrechtskämpfern auf palästinensischer Seite zu erfahren und von anständigen und ebenfalls mutigen Mitkämpfern unter den israelischen Bürgern oder jüdischen Persönlichkeiten aus dem Ausland, die sich für eine gerechtere Lösung einsetzen, nur um dann wieder zu erfahren, wie all diese Bemühungen durch Gesetzesänderungen, Gerichtsurteile oder brutale und repressive Maßnahmen wie Verhaftungen, Schikane, Folter und Mord vernichtet werden und zu wiederum gewalttätigeren Reaktionen der unterdrückten Palästinenser und ihrer Verbündeten in der arabischen Welt führen.

    Das Buch beschreibt, wie Israel letztlich an seinen zwei Geburtsfehlern in der Grundkonstruktion scheitert und wahrscheinlich auch scheitern musste: zum einen die Negierung der Realität, dass zur Besiedlung des Gebietes die gewaltsame Vertreibung der einheimischen Bevölkerung notwendig war, die dieses nicht verzeihen kann und die daher ihre Rückkehr, Rücknahme der Enteignungen und Gerechtigkeit für die ihnen angetane Gewalt fordert, während Israel diese Enteignung, Landnahme und Vertreibung immer weiter fortzusetzen gedenkt, und zum anderen die Konstruktion Israels als einer ethnisch-religiösen Demokratie (einzigartig in der Welt), die daher davon abhängig ist, dass die Anzahl der jüdischen Staatsbürger ein gewisses Quorum nie unterschreitet, sodass sie das Bevölkerungswachstum der israelischen arabischen (palästinensischen) Bevölkerung immer ängstlich kontrollieren muss und auch eine Rückkehr der Vertriebenen schon wegen ihrer Auswirkung auf diese Zahlenverhältnisse nicht erlauben kann („demographische Gefahr“). Max Blumenthal hat dieses „Dilemma“ bereits 2013 in seinem Interview mit Tilo Jung sehr gut erläutert.

    Die Sympathie Pappés ist eindeutig mit den Palästinensern, dennoch hat er viel Verständnis für die israelisch-jüdische Seite (der er ja selbst angehört), ihr Schicksal, ihre Geschichte und die Hoffnung, die sie mit der Besiedlung des historischen Palästinas und der Staatsgründung Israels verband. Er bemüht sich auch erkennbar um Fairness und führt einige Bemühungen zur Verbesserung der Lage der palästinensischen jüdischen Staatsbürger im Rahmen von Modernisierungsmaßnahmen auf, entlarvt aber gleichzeitig vieles an der offiziellen Erzählung über diese Entwicklung als irreführend und Propaganda.

    Es lohnt sich, dieses Buch zu lesen; nicht nur, weil es eine klaffende Bildungslücke bei vielen Deutschen füllen wird, sondern auch, weil die tiefe Humanität und Empathie des Autors immer wieder Hoffnung dafür aufscheinen lassen, wie eine Lösung für die schreckliche Situation aussehen könnte.

    Im Lichte der Ereignisse der letzten anderthalb Jahre seit dem 5. Oktober 2023 und der schrecklichen Kriegsverbrechen Israels seitdem wird immer deutlicher, wie unerträglich und untragbar die Situation ist. Die deutsche Politik und in weiten Teilen die deutsche Bevölkerung stehen hier leider mit ihrer Position – anders, als sie es meinen – nicht auf der richtigen Seite der Geschichte. Es ist kein Frieden ohne Gerechtigkeit möglich. Und es ist kein Beitrag zu einer Lösung einer Situation möglich, von der man nur eine sehr verzerrte und ausschnittsweise Version kennt. Insofern ist Pappés Buch ein wichtiger Beitrag zur Aufklärung der deutschen Öffentlichkeit, dem man schon aus diesem Grund eine große Leserschaft wünscht.

    Ilan Pappé: „Die vergessenen Palästinenser: Die Geschichte der Palästinenser in Israel“. aus dem Englischen von Giselher Hickel, Abraham Melzer, Uli Schieszl, Viktoria Waltz, Neu-Isenburg 2025, Westend Verlag, Taschenbuch kartoniert, 336 Seiten, ISBN 978-3864894930, 24 Euro.


    Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik Audio-Podcast Militäreinsätze/Kriege Rezensionen


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    Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=131674


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    17.04.2025

    Kurztext: Welt und Stecker

    seniora.org, vom 16. April 2025, 15.04.2025 Von Stefan Siegert


    Screenshot_2025_04_17_at_15_21_36_Seniora.org_Kurztext_Welt_und_Stecker

    Stecker


    Wo immer sich im Frühjahr 2025 weltpolitisch etwas zusammenbraut, wo immer es, über gigantische Trümmerhaufen und Leichenberge hinweg, etwas zu verhandeln gibt wegen Gaza, Ukraine, Syrien, Iran, egal   – Europa sitzt draußen vor der Tür, der alte Kontinent ist einfach nicht mehr gefragt.

    Aber Schmollen und Hände in den Schoß? Nicht mit Ursula von der Leyen, Marc Rutte, Emmanuel Macron, Keir Starmer, Kaja Kallas, Friedrich Merz udm. Ein Europa, welches, bis zum letzten Ukrainer kämpfend, Russland militärisch besiegt und wirtschaftlich ruiniert, dachten sie wohl, könnte es noch einmal unter die Großmächte schaffen. Ob sie sich dabei noch als echte Partner des transatlantischen Bündnisses fühlten, weiß man nicht - sie führten sich so auf und sonnten und stärkten sich im strahlenden Licht des regelbasierten Westens. Aber spätestens mit den beiden Explosionen auf dem Grund der westlichen Ostsee im September 2022 muss ihnen klar geworden sein: die transatlantische Sonne hat eine Steckdose. Und die liegt nicht in Europa.

    Boris Pistorius ging als Erstem auf, Deutschland und Europa brauchen eigenen Strom. Endlose Waffenlieferungen an die Ukraine reichen für einen Kampf gegen den Bedeutungsverlust nicht aus. Der Begriff „Kriegstüchtigkeit“, wenn man sich recht erinnert, brauchte für seine Glaubwürdigkeit die unverschämte Lüge, Russland, das laut Greenpeace für seine Rüstung 10 Prozent dessen aufwendet was die NATO für Waffen verpulvert, bereite einen Krieg gegen Westeuropa vor. Nur der Ampelkanzler   – das einzig Gute, was man im Rückblick von ihm sagen kann   – zögerte mit dem Geld für die Milliarden-Rüstung.

    Dann wurde Anfang März 2025 der Stecker im Oval Office erneut gezogen; so heftig gezogen, dass die Steckdose mitsamt Stecker an Drähten aus der Wand hing. Der transatlantische Boden unter den Füßen der europäischen Anführer und Scharfmacher war weg. Sie sahen sich aufgefordert, über Wasser zu laufen.

    Auf diese Weise wurde auf Weiteres die Idee heiliggesprochen, nicht allein die Ukraine müsse künftig mit europäischen Waffen rausgehauen werden, nein, ganz Europa gelte es vor dem Monster Putin zu retten. Also hurtig ganz, ganz schnell ganz gewaltig aufrüsten. Die Nullen hinter den Zahlen links vorne schossen ins Kraut; die Europäer jeden Geschlechts lernten auf diese Weise irgendwann sogar, wieviel Nullen eine Billion hat.

    Europa wurde im Kopf immer mächtiger. In den Augen der Weltmehrheit blieb indes der alte Kontinent ohne die Amerikaner in der Weltpolitik eine Randerscheinung. Auch der Versuch des Vereinigten Königreichs, per Koalition williger Pyromanen einen weiteren Weltenbrand zu entfachen, scheint   – dreimal Holz   – nicht zu gelingen. Allerdings, während der Abfassung dieses Textes versucht auch der inzwischen zum „designierten“ Kanzler aufgestiegene Friedrich Merz noch einmal, sich in einer Weltgeschichte zu positionieren, die es aufgrund seines Wirkens vielleicht gar nicht mehr geben wird. Sein Projekt „Taurus“ hätte gute Chancen, die ersehnte Reaktion Moskaus, wie im Fall Ukraine, nur diesmal atomar bestückt, endlich auch für ganz Europa und mithin für die ganze Welt herbeizuführen.

    Mengen an Bettlern und Obdachlosen auf Gehsteigen und in den Verkehrsmitteln der Metropolen signalisieren den Sinkflug des Lebensstandards in Europa, Orientierungslosigkeit und Angst macht sich breit. Guck dir die Autobahnen und Straßen allein in Deutschland an, die Schulen, die Sportstätten, die Brücken und Krankenhäuser. Und denk dran, wie lange sie inzwischen für den Bau eines einzigen Berliner Großflughafens, eines Stuttgarter Hauptbahnhofs, einer Elbphilharmonie brauchen und wieviele öffentliche Millionen als Schmiergelder dabei in private Taschen fließen; von den Albtraum-Profiten der Rüstungskonzerne nicht weiter zu reden. In England, Frankreich und sonst wo in Europa dasselbe. Ist es ein Trost, dass auch diese Erzählung ihre Dialektik hat?

    Denn stellt Euch vor, in den Kopfhörern kriegstüchtiger Frontsoldaten, auf den Bildschirmen der Willigen des Wahnsinns erscheinen, wenn es soweit kommen sollte, Meldungen wie: „Die 7. Panzerdivision, Angriffszeit ursprünglich 6.34 Uhr hat voraussichtlich 70 Minuten Verspätung. Grund dafür sind defekte Motoren und Fahrzeugketten. Wir bitten um Entschuldigung. Thank you for using Rheinmetall“.


    Stefan Siegert schreibt...



    Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acym&ctrl=fronturl&task=click&urlid=107&userid=3998&mailid=2694


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    17.04.2025

    Re: Vijay Prashad: The Historical Revision of Buchenwald

    aus e-mail von Irene Eckert, 16. April 2025, 9:13 Uhr


    Dear friends and colleagues. Here is another exceptionally well grounded

    and timely  article by prolific writer Vijay Prashad. That we have to

    re-learn history, the history of the true antifascist struggle of the 20th

    century by an Asian author is paradigmatic. It says a lot about the course

    of history.  Please, share this precious piece widely - also in

    commemoration of our late friend Edith Ballantyne.

    Bitte, deutschsprachige Freunde, benutzt den automatischen

    Übersetzerdienst. Unbedingt lesen zum 80. Jahrestag der Befreiung vom

    Hitlerfaschismus, weil  sehr informative Lektüre über deutsche

    Vergangenheit und Gegenwart (?) von unserem  großartigen indischen Autor

    Vijay Prashad. Ein Must für jeden, der  der will, dass die Erde ein

    lebenswerter Ort für uns Menschen bleibt. Gegenwärtig wird sie vom gleichen

     Gesindel wie vor 80 Jahren in den Ruin getrieben . Herzliche

    vor-österliche Grüße  an alle aus Potsdam von Irene Eckert


    Am Sa., 12. Apr. 2025 um 09:17 Uhr schrieb irene eckert <

    irene.eckert@gmail.com>:


    >

    ---------- Forwarded message ---------

    Von: Consortium News <info@consortiumnews.com>

    Date: Fr., 11. Apr. 2025, 21:03

    Subject: Vijay Prashad: The Historical Revision of Buchenwald

    To: Irene Eckert <irene.eckert@gmail.com>



    <https://default.salsalabs.org/T9fbc7351-b692-4fec-ab5c-b55e15b51300/ed6a4b7d-6d96-45b4-a00f-6b3afcaa0193>



    <https://default.salsalabs.org/T37ab53b9-3d80-4b44-afdb-f50b5ce39878/ed6a4b7d-6d96-45b4-a00f-6b3afcaa0193>


    * Vijay Prashad: The Historical Revision of Buchenwald *



    * On April 11, 1945 the U.S. took over the Buchenwald concentration camp.

    But it was communist prisoners who organised and liberated the Nazi camp.

    Today, such heroic victories of anti-fascist resistance are under attack.

    Read here...

    <https://default.salsalabs.org/Tcebfbc44-a9fc-4102-9239-14b78ca59d7f/ed6a4b7d-6d96-45b4-a00f-6b3afcaa0193>

    _______________________________________________________________________________________

    <https://default.salsalabs.org/T79ebe1c1-2d5e-41c3-bf62-6d2a5b78b00e/ed6a4b7d-6d96-45b4-a00f-6b3afcaa0193>

    Max Blumenthal: AIPAC CEO Brags of US Clout In an audio leak, the leader of

    Israel’s main U.S. lobby detailed his organization’s grooming of Trump’s

    top national security officials. Read here...

    <https://default.salsalabs.org/Tc2d0519c-6df6-4117-82f7-dc6130cb3cd9/ed6a4b7d-6d96-45b4-a00f-6b3afcaa0193>

    _______________________________________________________________________________________

    <https://default.salsalabs.org/T4da5ec86-b549-48e6-9b0c-e3a5278a6e61/ed6a4b7d-6d96-45b4-a00f-6b3afcaa0193>

    Israeli TV Network Spikes Story Exposing Oct 7 ‘Hero’ After public

    pressure, the network suppressed a report on a key voice in Israel’s Oct. 7

    PR campaign whose lies about Hamas rapes and rescuing 750 hostages were

    cited by the U.N. and filmmaker Sheryl Sandberg. Wyatt Reed reports. Read

    here...

    <https://default.salsalabs.org/Tcb7b5a31-2409-4b24-9c44-f0a7d0e1b379/ed6a4b7d-6d96-45b4-a00f-6b3afcaa0193>

    _______________________________________________________________________________________

    <https://default.salsalabs.org/T1b481add-92d8-4889-a260-bfb8d3a3eba4/ed6a4b7d-6d96-45b4-a00f-6b3afcaa0193>

    *



    * You can make a donation to Consortium News by   credit card online

    <https://default.salsalabs.org/Tf9d9a514-5f79-4679-b306-f643d4016cfe/ed6a4b7d-6d96-45b4-a00f-6b3afcaa0193>

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    <https://default.salsalabs.org/Tf7010c88-4306-4fe7-8111-09f990ad5059/ed6a4b7d-6d96-45b4-a00f-6b3afcaa0193>

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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Vijay Prashad: Historische Revision des Buchenwald


    consortiumnews.com, vom 11. April 2025, Von Vijay Prashad, Tricontinental: Institut für Sozialforschung (übersetzt mit beta, unkorrigiert) 

    Am 11. April 1945 übernahmen die USA das KZ Buchenwald. Aber es waren kommunistische Gefangene, die das Nazi-Lager organisiert und befreiten. Heute werden solche heroischen Siege antifaschistischen Widerstands angegriffen.

    Screenshot_2025_04_17_at_15_04_30_Boris_Taslitzky_France_Linsurrection_victorieuse_de_Buchenwald_11_avril_1945_1965.jpg_JPEG_Grafik_800_495_Pixel_1964 Gemälde von Boris Taslitzky, Frankreich, Aufstand - Buchenwald 11 avril 1945 oder Insurrection in Buchenwald 11. April 1945. (Via Tricontinental: Institut für Sozialforschung)


    Vor achtzig Jahren, am 11. April 1945, Einheiten von General George S. Pattons 4. Panzerdivision der US-Streitkräfte fuhr in Richtung der Stadt Weimar, wo sich das Konzentrationslager Buchenwald befand.

    Pattons Truppen übernahmen schließlich die Kontrolle über das Lager, aber die Aussagen der Soldaten, die später von Historikern gesammelt wurden, deuten darauf hin, dass die US-Panzer nicht das waren, was Buchenwald befreite: Das Lager war bereits von der Organisation und dem Mut der Gefangenen ergriffen worden, die die Flucht der deutschen Soldaten angesichts der Alliierten ausnutzten.

    Politische Häftlinge im Konzentrationslager Buchenwald hatten sich zu Kampfgruppen (Kampfgruppen) gebildet, die mit ihrem versteckten Waffencache einen Aufstand im Lager schürten, die Nazi-Wachen entwaffnen und den Turm am Eingang des Lagers beschlagnahmten.

    Die Häftlinge wehten eine weiße Fahne aus dem Turm und bildeten einen Ring um das Lager, um die US-Truppen darüber zu informieren, dass sie bereits das Konzentrationslager Buchenwald befreit hatten. „Das Lager hatte seine selbst“, sagten sie: „Das Lager befreite sich.“

    Nicht nur in Buchenwald rebellierten die Häftlinge. Im August 1943 erhoben sich Treblinka-Gefangene in einer bewaffneten Rebellion und zwangen die Nazis, obwohl sie niedergeschossen wurden, die Nazis zu schließen, dieses abstoßende Vernichtungslager (die Nazis ermordeten allein in diesem Lager fast eine Million Juden).

    Die Rote Armee und die US-Streitkräfte der Sowjetunion befreiten auch mehrere Lager, die meisten von ihnen schreckliche Todeslager des Holocaust. US-Truppen befreiten Dachau im April 1945, aber es war die Rote Armee, die die Türen für die meisten der schlimmsten Lager öffnete, wie Majdanek (Juli 1944), Auschwitz (Januar 1945) in Polen und Sachsenhausen (April 1945) und Ravensbrück (April 1945) in Deutschland.


    Dominik Cerni, Tschechoslowakei, K.L. Dora: Bydlen ve'tole oder K. L. Dora: Wohnen im Tunnel, 1953. (Via Tricontinental: Institut für Sozialforschung) (Bild)


    Im Juli 1937 brachte das NS-Regime Gefangene aus Sachsenhausen in ein Gebiet in der Nähe von Weimar (Heimat von Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller sowie den Ort, an dem die deutsche Verfassung 1919 unterzeichnet wurde). Die Häftlinge räumten fast 400 Hektar Wald, um ein Konzentrationslager zu bauen, um 8.000 Menschen zu halten, die der Nazi-Lagerkommandant Hermann Pister (1942–1945) für medizinische Experimente und Zwangsarbeit einsetzte.

    Nach der Schließung des Lagers acht Jahre später hielten es fast 280.000 Gefangene (meist Kommunisten, Sozialdemokraten, Roma und Sinti, Juden und christliche Dissidenten) auf. Ende 1943 erschossen die Nazis fast 8.500 sowjetische Kriegsgefangene im Lager und töteten viele Kommunisten und Sozialdemokraten.

    Die Nazis töteten schätzungsweise 56.000 Gefangene in diesem Lager, darunter der Führer der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), Ernst Thälmann, der am 18. August 1944 nach 11 Jahren in Einzelhaft erschossen wurde. Aber Buchenwald war kein Vernichtungslager wie Majdanek und Auschwitz. Es war nicht direkt Teil von Adolf Hitlers abscheulicher „Endlösung der Judenfrage“.

    Innerhalb von Buchenwald gründeten Kommunisten und Sozialdemokraten das Internationale Lagerkomitee, um ihr Leben im Lager zu organisieren und Sabotage- und Rebellionshandlungen (auch bemerkenswerterweise gegen die nahe gelegenen Rüstungsfabriken) durchzuführen. Schließlich reifte die Organisation in das 1944 gegründete Volksfrontkomitee mit vier Führern: Hermann Brill, Werner Hilpert (Christdemokraten), Ernst Thape (Sozialdemokraten) und Walter Wolf (Kommunistische Partei Deutschlands).

    Bemerkenswert an dieser Initiative war, dass das Komitee trotz seiner Gefangenen bereits begonnen hatte, die mögliche Zukunft eines neuen Deutschlands zu diskutieren, das von oben bis unten entnaziert worden war und auf einer kooperativen Wirtschaft basieren würde. Während seiner Zeit in Buchenwald schrieb Wolf A Critique of Unreason: On the Analysis of Nationalsozialistische Pseudo-Philosophie.


    Nachum Bandel, Ukraine, Block 51. Buchenwald Kleines Lager, 1947. (Via Tricontinental: Institut für Sozialforschung) (Bild)


    Eine Woche, nachdem die Häftlinge Buchenwald befreit hatten, platzierten sie eine Holzskulptur in der Nähe des Lagers als Symbol ihres antifaschistischen Widerstands. Sie wollten sich nicht an das Lager erinnern, nicht wegen der Morde, sondern wegen ihrer Widerstandsfähigkeit während ihrer Inhaftierung und in ihrer Selbstbefreiung.

    1945 hatten die Häftlinge bereits den Buchenwalder Eid geprägt, der zu ihrem Credo wurde: „Wir werden den Kampf erst aufgeben, wenn die letzten Schuld vom Gericht aller Nationen gerichtet wurden. Die absolute Zerstörung des Nazismus bis hin zu seinen Wurzeln ist unser Gerät. Der Aufbau einer neuen Welt von Frieden und Freiheit ist unser Ideal.“

    Das Lager, damals in der DDR (DDR oder DDR), wurde in ein Gefängnis für Nazis umgewandelt, die auf ihre Prozesse warteten. Einige Nazis wurden wegen ihrer Verbrechen erschossen, darunter der Weimarer Bürgermeister Karl Otto Koch, der 1941 die Verhaftung von Juden in der Stadt organisiert hatte.

    Über den Eisernen Vorhang hat die Bundesrepublik Deutschland (Westdeutschland) schnell ehemalige Nazis in die Landesbürokratie integriert, wobei zwei Drittel des leitenden Personals des Bundeskriminalamts (Bundeskriminalpolizei) aus ehemaligen Nazis bestehen. [Reinhard Gehlen, ehemaliger Chef des NS-Militärgeheims, wurde von 1956 bis 1968 Chef des Bundesdienstnachrichtens (BND), der westdeutschen Auslandsgeheimdienst.]

    Als der Prozess der Gerichtsverfahren und Bestrafung für die Nazis zu Ende ging, wurden die Überbleibsel des Buchenwald-Projekts zur öffentlichen Gedenkfeier in der DDR.


    Ilse Häfner-Mode, Deutschland, Porträt einer Frau vor einer Holztür, n.d. (Via Tricontinental: Institut für Sozialforschung) (Bild)


    1958 öffnete Otto Grotewohl, ein Sozialdemokrat, der der erste Ministerpräsident der DDR war, das Lager für Hunderttausende von Arbeitern und Schulkindern, um die Gebäude zu besuchen, die Geschichten sowohl der Gräueltaten als auch des Widerstands zu hören und sich dem Antifaschismus zu verpflichten.

    Im selben Jahr veröffentlichte der ehemalige Häftling Bruno Apitz Nackt unter Wölfen (Naked Among Wolves), das die Geschichte erzählte, wie die Widerstandsbewegung im Lager einen kleinen Jungen mit großer Gefahr für die Bewegung selbst versteckte und wie die Bewegung 1945 das Lager einfängte.

    Der Roman wurde 1963 in der DDR von Frank Beyer verfilmt. Die Geschichte basierte auf dem eigentlichen Bericht von Stefan Jerzy Zweig, einem Jungen, der von den Gefangenen versteckt wurde, um ihn vor der Entsendung nach Auschwitz zu bewahren. Zweig überlebte die Tortur und starb 2024 im Alter von 81 Jahren in Wien.

    Die DDR prägte ihre nationale Kultur um das Thema Antifaschismus. 1949 forderte das Ministerium für Volkserziehung die Schulen auf, einen Veranstaltungskalender zu bauen, der eher den antifaschistischen Kampf als religiöse Feiertage wie den Weltfriedenstag anstelle von Fasching (Mardi Gras) hervorhob.

    Die alte Jugendweihe (Jugendinitiationszeremonie) wurde von nur einem Übergangsritus zu einer Bestätigung für junge Menschen umgebaut, sich dem Antifaschismus zu verpflichten. Schulen nahmen ihre Schüler mit auf Exkursionen, um Buchenwald, Ravensbrück und Sachsenhausen zu besuchen, um mehr über die Abscheulichkeit des Faschismus zu erfahren und humanistische und sozialistische Werte zu pflegen.

    Dies war eine kraftvolle Übung in der sozialen Transformation für eine Kultur, die in den Nazismus gefegt worden war.


    Herbert Sandberg, Deutschland, wir wussten nicht, 1964. (Via Tricontinental: Institut für Sozialforschung) (Bild)


    Als Westdeutschland 1990 den Osten annektierte, begann ein Prozess, der die Fortschritte des Antifaschismus in der DDR zu untergraben begann. Buchenwald war für diese Übung Null.

    Erstens wurde die Führung in Buchenwald zu einer Kontroverse. Dr. Irmgard Seidel, die 1988 die Nachfolge des ehemaligen KPD-Häftlings Klaus Trostorff angetreten hatte, fand heraus, dass sie durch einen Zeitungsartikel entlassen worden war. (Mit der Untersuchung der SS-Aufzeichnungen, Dr. Seidel hatte entdeckt, dass es 28.000 weibliche Gefangene in Buchenwald gab, die als Sklavenarbeiter arbeiteten, hauptsächlich in den Rüstungsfabriken).

    Sie wurde durch Ulrich Schneider ersetzt, der dann entfernt wurde, als bekannt wurde, dass er Mitglied der Kommunistischen Partei in Westdeutschland war. Auf Schneider folgte Thomas Hofmann, der den neuen politischen Führern ausreichend antikommunistisch war.

    Zweitens musste die antifaschistische Ausrichtung des öffentlichen Gedächtnisses geändert werden, um den Antikommunismus zu fördern, etwa durch die Herunterführung des Denkmals für Thälmann. Neu wurde der Einsatz der Sowjets Buchenwald zur Inhaftierung der Nazis gelegt.

    Historiker aus dem Westen Deutschlands begannen, Berichte zu schreiben, dass es Pattons Soldaten waren, nicht die Gefangenen, die das Lager befreiten (dies war die Interpretation von Manfred Overeschs einflussreicher Buchenwald und die DDR. Oder die Suche nach Selbstlegitimation (Buchenwald und DDR. Oder die Suche nach SelbstLegitimierung, 1995.

    Im Juni 1991 leitete Bundeskanzler Helmut Kohl eine Zeremonie, um sechs große Kreuze für die Opfer der „kommunistischen Terrordiktatur“ zu installieren und sprach von den Nazi-Verbrechen, als wären sie identisch mit den Aktionen der Sowjetunion.

    Zwischen 1991 und 1992 leitete der deutsche Historiker Eberhard Jäckel einen Auftrag, um die Geschichte Buchenwalds umzuschreiben, darunter die kommunistischen Häftlinge der Zusammenarbeit mit den Nazis und dem Gedenken an die „Opfer“ des antifaschistischen Gefängnisses. Dies war eine offizielle Neuordnung historischer Fakten, um die Faschisten zu erheben und die Antifaschisten zu untergraben.

    Der historische Revisionismus hat in den letzten Jahren neue Höhen erreicht. Diplomatische Vertreter aus Russland und Weißrussland - zwei ehemalige Sowjetrepubliken - waren von den jährlichen Gedenkveranstaltungen nicht eingeladen.

    In Reden, die an der Gedenkstätte stattfanden, haben Sprecher die Nazi-Konzentrationslager mit sowjetischen Arbeitslagern gleichgesetzt. Und während israelische Flaggen in Buchenwald offen ausgestellt wurden, wurden Besucher, die die Keffiyeh tragen, aus dem Gelände verbannt und jede Erwähnung des Völkermords in Palästina wurde gerügt.

     

    Hilde Kolbe nimmt ihre Klasse vietnamesischer Schüler an der Medizinischen Hochschule Dorothea Christiane Erxleben in Quedlinburg, DDR, nach Buchenwald, 15. April 1976. (Via Tricontinental: Institut für Sozialforschung) (Bild)


    In den 1950er Jahren schlossen sich kommunistische Künstler zusammen, um eine Reihe von Gedenkstätten in Buchenwald zum Gedenken an den Kampf gegen den Faschismus zu errichten. Die Bildhauer René Graetz, Waldemar Grzimek und Hans Kies schufen Reliefsteln mit einem Gedicht des DDR-Premiers Johannes R. Becher auf der Rückseite geätzt:

    Thälmann sah, was eines Tages geschah:
    Sie gruben die Waffen aus, die versteckt waren
    Aus dem Grab roseen die zum Scheitern verurteilten Männer
    Sehen Sie, wie ihre Arme weit ausgestreckt sind
    Sehen Sie ein Denkmal in vielen Kleidern
    Unsere Kämpfe evozieren, die wir präsent und vergangen
    Der tote Ermahnung: Erinnern Sie sich an Buchenwald!

    Gemälde in diesem Artikel stammen von ehemaligen Buchenwald-Häftlingen und das Foto zeigt „Revolte der Häftlinge“, eine große Bronzeskulptur der Häftlinge, die sich von Fritz Cremer befreien, der 1929 zur KPD kam.


    Vijay Prashad ist indischer Historiker, Redakteur und Journalist. Er schreibt und Chefkorrespondent bei Globetrotter. Er ist Herausgeber von LeftWord Books und Direktor des Tricontinental: Institut für Sozialforschung. Er ist Senior Non Resident Fellow am Chongyang Institute for Financial Studies, Renmin University of China. Er hat mehr als 20 Bücher geschrieben, darunter The Darker Nations und The Poorer Nations. Seine neuesten Bücher sind Struggle Makes Us Human: Learning From Movements for Socialism und, mit Noam Chomsky, The Withrawwal: Irak, Libyen, Afghanistan und die Fragilität der USA. Macht.

    Dieser Artikel stammt von Tricontinental: Institut für Sozialforschung.

    Ansichten, die in diesem Artikel geäußert werden, können die der Consortium News


    Info: https://consortiumnews.com/2025/04/11/vijay-prashad-the-historical-revision-of-buchenwald/?eType=EmailBlastContent&eId=4ee3be2a-c8f1-495f-8e5f-fdcaf9ee9ee8


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

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