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30.07.2025

Droht Stopp der Gaslieferungen? Europa hat die letzte Warnung Katars erhalten

freedert.online, 30 Juli 2025 12:49 Uhr, Von Sergei Sawtschuk

Bereits im Mai soll der katarische Energieminister mit einer Einstellung der Lieferungen von Flüssigerdgas in die EU gedroht haben. Grund: die Richtlinie 2024/1760 über die Sorgfaltspflichten von Unternehmen im Hinblick auf Nachhaltigkeit. Katar ist drittgrößter Lieferant dieser Energiequelle in Europa.


Droht Stopp der Gaslieferungen? Europa hat die letzte Warnung Katars erhaltenQuelle: Legion-media.ru © Mi 

lan Surkala


Unter Berufung auf eigene Quellen innerhalb der europäischen Bürokratie berichtet die deutsche Zeitung Welt am Sonntag, dass bereits im Mai ein Schreiben des katarischen Energieministers Saad al-Kaabi nach Belgien gesendet worden sei. In diesem Schreiben droht Doha, die Lieferungen von Flüssigerdgas an europäische Abnehmer vollständig einzustellen, sollte die Europäische Union die Umsetzung der Regulierungsmaßnahmen im Rahmen der sogenannten Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) [EU-Richtlinie 2024/1760 über die Sorgfaltspflichten von Unternehmen im Hinblick auf Nachhaltigkeit] nicht aufheben. Angesichts der Tatsache, dass Katar der drittgrößte Lieferant dieser Energiequelle in Europa ist, ist diese Drohung mehr als ernst zu nehmen.

Versuchen wir zu verstehen, was eine so heftige Reaktion eines der größten globalen Akteure auslöste und, was noch wichtiger ist, welche Folgen dies haben könnte.


Katar droht Europa mit Einstellung der Gaslieferungen





Katar droht Europa mit Einstellung der Gaslieferungen







Zunächst einmal ist zu erwähnen, dass der bereits erwähnte Saad al-Kaabi nicht nur als Energieminister der nahöstlichen Monarchie tätig ist, sondern gleichzeitig auch den Posten des Geschäftsführers von QatarEnergy bekleidet. Dieses Unternehmen gehört zu den weltweit größten Öl- und Gaskonzernen. Sein Vermögen wird auf 162 Milliarden US-Dollar geschätzt. Im Jahr 2023 erzielte QatarEnergy einen Umsatz von 52 Milliarden US-Dollar und einen Nettogewinn von 42,6 Milliarden US-Dollar.

Zu den Interessen des Unternehmens gehören die Exploration und Förderung von Kohlenwasserstoffen sowie der Verkauf – hauptsächlich für den Export – von Sekundärprodukten der Verarbeitung, Düngemitteln, Stahl- und Aluminiumprodukten. Darüber hinaus bietet QatarEnergy Dienstleistungen in den Bereichen Bohrungen und Versicherung von Förderarbeiten an, versorgt die Arbeitsteams mit Verpflegung und verfügt über eine eigene Hubschrauberflotte für den Transport von Personal und Ausrüstung zum jeweiligen Einsatzort. Das katarische Unternehmen ist der weltweit größte Produzent von Flüssigerdgas (LNG) und produziert jährlich 77 Millionen Tonnen Flüssiggas, was 106 Milliarden Kubikmetern entspricht.

Das oben erwähnte Schreiben wurde, wie die deutsche Zeitung mitteilt, an die Europäische Kommission gerichtet, die im Sommer 2024 die oben erwähnte umstrittene Richtlinie 2024/1760 verabschiedet hat. Übrigens ist selbst der Titel des Rechtsakts – CSDDD – äußerst vage und unklar. Grob übersetzt könnte man ihn als "Richtlinie über die Grundsätze einer ökologisch nachhaltigen und langfristigen finanziellen und wirtschaftlichen Entwicklung sowie einer umfassenden rechtlichen Bewertung" bezeichnen. Auf der Website der Europäischen Kommission sind die wichtigsten Bestimmungen dieser Richtlinie aufgeführt, die eine Reihe von leeren Schlagworten darstellen, wie beispielsweise "die Gewährleistung der Menschenrechte, die Abschwächung der Folgen des Klimawandels, die Sicherung einer umweltfreundlichen Zukunft für künftige Generationen, die Förderung von Innovationen, das Risikomanagement, die Stärkung des Wettbewerbs" und andere abgedroschene Phrasen.

Katarischer Energieminister warnt vor Öl- und Gasknappheit: "Europa steht das Schlimmste noch bevor"



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Gleichzeitig lässt sich anhand der Reaktion des patriarchalisch-muslimischen Katars und einer Reihe wichtiger Bestimmungen der Kern der Neuerungen wie folgt zusammenfassen: Es wird gefordert, dass die Lieferantenunternehmen Vertreter anderer Nationalitäten, Genderidentitäten und sexueller Orientierungen beschäftigen und deutlich höhere Steuern für die durch die Förderung, Verflüssigung, Lieferung und Regasifizierung des blauen Brennstoffs verursachten Umweltschäden zahlen müssen.

Die Richtlinie gilt für alle Unternehmen, die den EU-Markt mit Energie beliefern. Lediglich die Fristen für die Umsetzung variieren je nach Größe der Unternehmen:

  • Für Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von über 1,5 Milliarden Euro treten die Vorschriften im Juli 2027 in Kraft.

  • Für Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von über 900 Millionen Euro gelten die Vorschriften ab Juli 2028.

  • In Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von über 450 Millionen Euro werden die neuen Bestimmungen im Sommer 2029 in Kraft treten.

Die Richtlinie sieht außerdem vor, dass alle Unternehmen, die die neuen Vorgaben nicht erfüllen, mit einer Strafe in Höhe von fünf Prozent ihres Jahresumsatzes belegt werden. Für Katar könnte dies auf der Grundlage der von QatarEnergy angegebenen Finanzkennzahlen einen Betrag von 2,2 Milliarden US-Dollar bedeuten.

An dieser Stelle sollten wir innehalten, da die Demarche Katars ohne die Erwähnung der Begleitumstände nicht in ihrer ganzen Bandbreite an versteckten Nuancen verstanden werden kann.

Das wichtigste, wenn auch nicht erfreuliche Ereignis der letzten Tage für die Europäische Union war der Abschluss eines beispiellosen Handelsabkommens mit den USA. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz von Donald Trump und Ursula von der Leyen wurde bekannt gegeben, dass die EU-Länder sich verpflichtet hätten, neben der direkten und alleinigen Finanzierung des Ukraine-Krieges "enorme Mengen" neuer US-Waffen sowie Energieträger im Wert von mindestens 700 Milliarden US-Dollar zu erwerben.

Und das zusätzlich zu der Tatsache, dass die USA aggressiv den europäischen Markt erobert und russisches Pipelinegas verdrängt haben. Allein im ersten Quartal dieses Jahres verkauften die USA 29 Milliarden Kubikmeter LNG an Europa und steigerten damit ihre Lieferungen um 14 Prozent. Katar exportierte im selben Zeitraum knapp zwei Milliarden Kubikmeter in die EU-Länder und wurde damit zum drittgrößten Lieferanten, weit hinter den USA, die weiterhin an erster Stelle stehen.


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Analyse

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Dabei gibt es keinerlei Einschränkungen für amerikanische Lieferanten – zumindest wird dies bislang nirgendwo erwähnt. Berücksichtigt man jedoch, dass die USA unter Trump aus dem Pariser Klimaschutzabkommen ausgestiegen sind, dessen Bestimmungen für alle Gaslieferanten in der EU verbindlich sind, ergibt sich ein äußerst unschönes Bild von eklatantem Protektionismus und ungleichen Handelsbedingungen. Selbst ein Blinder kann erkennen, dass das jüngste Handelsabkommen mit den USA im Widerspruch zu den Grundprinzipien der Richtlinie 2024/1760 steht.

Dies erinnert an ein berühmtes Zitat, das sowohl Franco als auch Benito Mussolini zugeschrieben wird: "Für Freunde – alles, für Feinde – das Gesetz". Katar ist für die EU natürlich kein Feind, aber die allgemeine Herangehensweise ist sehr ähnlich, und auch in Doha wurden diese versteckten Absichten und Perspektiven natürlich erkannt.

Dabei ist QatarEnergy durchaus in der Lage – wenn es bis zum Ende durchhält –, gleiche Handelsbedingungen zu erlangen und damit sowohl das europäische Rechtssystem als auch die letzten Reste des europäischen Reputationskapitals zu zerstören. Die LNG-Lieferungen aus Katar machen bis zu 15 Prozent der gesamten Warenimporte aus und sind für die erstickende europäische Wirtschaft von entscheidender Bedeutung. Entzieht man dem schwächelnden Realsektor der EU die Unterstützung durch katarisches Gas, könnten negative Prozesse neue Impulse erhalten und die Stagnation verschärfen. Das würde Trump und die US-amerikanischen Gaskonzerne übrigens sehr glücklich machen, da sie in diesem Fall Monopolisten würden und den EU-Ländern beliebige Bedingungen diktieren könnten.

Die von anhaltender Russophobie geprägte Eurobürokratie ist in eine historische Sackgasse geraten. Alte Verbindungen zu Russland wurden abgebrochen, und die Gier sowie das Streben nach einer Zeitgeist-Agenda gefährden die Zusammenarbeit mit anderen langjährigen Partnern wie Katar. Wir erleben derzeit den vollständigen Verlust der Eigenständigkeit der "Alten Welt".

"Vae victis", sagten die alten Römer. Wehe den Besiegten!

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 29. Juli 2025 zuerst bei RIA Nowosti erschienen.


Mehr zum Thema Deutschlands LNG-Dilemma: Der problematische Gasdeal mit Katar


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Video https://odysee.com/@RTDE:e/Sprecher-f%C3%BCr-Energieunabh%C3%A4ngigkeit-Solaranlagen-sind-so-g%C3%BCnstig,-jeder-kann-sich-unabh%C3%A4ngig-von-Erdgas-machen:0?src=embed Dauer 2:19 Min., aus Bundespressekonferenz vom 23. Januar 2024


RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres: 




Katarischer Energieminister warnt vor Öl- und Gasknappheit: "Europa steht das Schlimmste noch bevor"


freedert.online, 23 Mai 2023 20:39 Uhr

Europa stehe das Schlimmste noch bevor, warnte am Dienstag der katarische Energieminister Saad Sherida Al-Kaabi während einer Podiumsdiskussion auf dem dritten jährlichen Wirtschaftsforum seines Landes in Doha. Ohne einen "richtigen Plan" für einen "Mix aus allen Energiequellen" werde es in Europa zu einer Verknappung von Öl und Gas kommen, so Al-Kaabi. Der Minister betonte, dass erneuerbare Energien allein nicht ausreichen würden, um den Bedarf der Gesellschaft zu decken.


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Video https://odysee.com/@RTDE:e/Katarischer_Energieminister_warnt_vor_%C3%96l_und_Gasknappheit:9?src=embed&t=2.437551  Dauer 1:49 Min.


hier Screenshots daraus

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Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://freedert.online/meinung/251945-europa-hat-letzte-warnung-katars/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

30.07.2025

Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien   (I von II)

aus e-mail von Clemens Ronnefeldt, 30. Juli 2025,  14:44 Uhr


Liebe Friedensinteressierte,


beiliegend sende ich Artikel zu den

Kriegen in der Ukraine und in Westasien.


1. Der Standard: Ukraine - Selenskyj rudert bei umstrittenem Antikorruptionsgesetz zurück


2. IPG:  Von Korruption und Kontrolle

3. ZDF: Probleme bei Rekrutierung: Wie die Ukraine gegen Soldatenmangel kämpft


4. Handelsblatt: Ukraine – aktuelle Lage - Selenskyj schlägt Moskau neue Friedensverhandlungen vor


5. n tv: "Verstoß gegen das Völkerrecht" Kritik an Israels Parlament nach Ja zu Annexion des Westjordanlands


6. DLF: Gaza - Zwei wichtige israelische NGOs sprechen von Genozid


7. Berl. Z.: Neue Bedrohungsanalyse:  Niederlande stufen Israel als Sicherheitsrisiko ein

8. Der Standard: Nahost-Meldungen - EU-Kommission schlägt Sanktionierung Israels vor


9. Haaretz: IDF kippt die Strafe von drei Soldaten, die wegen Verweigerung des Kampfes in Gaza ins Gefängnis geschickt wurden


10. The Guardian: Israelische Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens fordern „lähmende Sanktionen“ gegen Israel wegen des Hungertos in Gaza


11. taz: Diplomat über deutsche Gaza-Haltung - „Jetzt müssen Taten folgen“


12. Focus: Innerhalb weniger Tage - Mehr als 1000 Anzeigen gegen Friedrich Merz wegen Gaza


13. ELNET: ELNET begründet neue Security & Defense Initiative

14. IPG: Wie lange noch? Israel verletzt schwerwiegend und wiederholt das Völkerrecht.


      Deshalb muss Deutschland die Waffenlieferungen nun komplett aussetzen.



15. openpetition: Für einen gerechten Frieden in Gaza. - Waffenexporte stoppen & Hilfsblockade beenden!



——



1. Der Standard: Ukraine - Selenskyj rudert bei umstrittenem Antikorruptionsgesetz zurück



https://www.derstandard.at/consent/tcf/story/3000000280836/selenskyj-rudert-bei-umstrittenem-antikorruptionsgesetz-zurueck


Ukraine


Selenskyj rudert bei umstrittenem Antikorruptionsgesetz zurück


Florian Niederndorfer


24. Juli 2025, 17:07



Der ukrainische Präsident will nach Protesten im In- und Ausland dem

Parlament ein neues, überarbeitetes Papier vorlegen, das die

Unabhängigkeit der Behörden wahrt


Florian Niederndorfer


24. Juli 2025, 17:07


Am Donnerstagnachmittag schien der Druck auf den Mann, der sein Land

seit bald dreieinhalb Jahren durch die russische Vollinvasion führt,

dann doch zu groß geworden zu sein. Zwei Tage nach seiner Unterschrift

unter einem umstrittenen Gesetz, das nach Ansicht von Kritikern im In-

und Ausland die Unabhängigkeit der ukrainischen

Antikorruptionsbehörden beschneidet, ruderte Präsident Wolodymyr

Selenskyj auf X zurück:


"Es ist wichtig, dass wir die Einheit wahren. Es ist wichtig, dass wir

die Unabhängigkeit bewahren. Es ist wichtig, dass wir die Position

aller Ukrainer respektieren", erklärte er – und kündigte einen neuen

Vorschlag an, der, wie er hofft, sowohl Gegner als auch Befürworter

zufriedenstellt. Details nannte Selenskyj vorerst nicht, EU-Vertreter

begrüßten aber sein Reagieren auf die Proteste.


Dem präsidialen Tweet vorausgegangen waren die größten Demonstrationen

in der Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs 2022.

Tausende Menschen, darunter viele Junge, waren seit Beginn der Woche

trotz der Gefahr russischer Luftangriffe auf die Straßen Kyjiws

geströmt, um ihrem Unmut gegen das Gesetz Nummer 12414 Ausdruck zu

verleihen.


"Hände weg von Nabu", stand unter anderem auf Schildern zu lesen.

Mitten im Krieg ging in Kyjiw die Angst vor einem zunehmend

autoritären Kurs des – nach wie vor populären, wegen des Kriegsrechts

mittlerweile aber ohne Wahl amtierenden – Staatschefs um.


Rückschritt für Korruptionsjäger


Das nun offenbar obsolete Gesetz hatte einen empfindlichen Eingriff in

die Antikorruptionsbemühungen der ukrainischen Justiz vorgesehen. Das

weithin angesehene, bisher unabhängige Nationale Antikorruptionsbüro

(Nabu) sollte so wie die ebenfalls 2014 im Zuge der Maidan-Revolution

gegründete Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (Sapo) künftig an die

Weisungen des Generalstaatsanwalts gebunden sein, eines politisch

ernannten Beamten.


(…)


Kritik auch aus den USA


Auch Kyjiws Verbündete hatten zuletzt den Druck erhöht.

EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos nannte das Gesetz einen

"ernsthaften Rückschritt auf dem Weg der Ukraine zu einem

EU-Beitritt“.


Die US-Senatoren Lindsey Graham und Jeanne Shaheen – er Republikaner

und sie Demokratin – hatten befürchtet, "dass dieses Gesetz einen

Großteil dieser Fortschritte untergräbt und den Erwartungen sowohl der

ukrainischen Bürger als auch der internationalen Gemeinschaft

zuwiderläuft". Zudem hatten am Mittwoch 48 Abgeordnete aus Regierungs-

und Oppositionsfraktionen einen eigenen Gesetzesentwurf vorgelegt.


Ob das Parlament diesen sowie den von Selenskyj am Donnerstag

gebilligten Gesetzesvorschlag nun ebenso rasch bearbeiten wird wie

jenen, der zu so großen Protesten geführt hat, ist wegen der

anstehenden Sommerpause unklar.



—————



2. IPG:  Von Korruption und Kontrolle


https://www.ipg-journal.de/regionen/europa/artikel/von-korruption-und-kontrolle-8430/?utm_campaign=de_40_20250729&utm_medium=email&utm_source=newsletter


Europa


29.07.2025



Denis Trubetskoy


Denis Trubetskoy ist freier Journalist fürcdeutschsprachige Medien in Kiew.

Er berichtet über Politik und Sport aus der Ukraine, Russland und Belarus.


Von Korruption und Kontrolle


Erstmals seit Kriegsbeginn gibt es in der Ukraine größere Proteste

gegen die Regierung. Hat sich Präsident Selenskyj verzockt?


Das Gesetz 12414 wurde letzte Woche hastig verabschiedet und

unterzeichnet, um den Einfluss der Generalstaatsanwaltschaft auf die

Korruptionsbekämpfungsbehörden auszuweiten. Dass dies eine solche

Kettenreaktion auslösen würde, kam für den ukrainischen Präsidenten

Wolodymyr Selenskyj wohl überraschend.


(…)


Ein prominentes Beispiel ist der spektakuläre Fall des ehemaligen

Vizepremiers Oleksij Tschernyschow, der lange als Selenskyjs Günstling

galt und enge Beziehungen zu dessen früherem Geschäftspartner Timur

Minditsch pflegte.


Vor einem Monat geriet Minditsch, der bis zuletzt großen Einfluss auf

Selenskyj hatte, in den Verdacht, in eine Korruptionsaffäre in der

Baubranche verwickelt gewesen zu sein, als er das

Infrastrukturministerium leitete.


Das für Korruptionsbekämpfung zuständige Gericht setzte Tschernyschow

zwar gegen eine Kaution von rund 2,5 Millionen Euro auf freien Fuß,

aber der Verdacht gegen ihn wurde als begründet eingestuft. Damit ist

Tschernyschow die ranghöchste Person, die während Selenskyjs

Präsidentschaft in einem Korruptionsprozess eine Rolle spielt.


Ob dieser Vorgang und mögliche Ermittlungen gegen weitere Personen aus

dem relativ nahen Umfeld des Präsidenten der unmittelbare Auslöser für

den Angriff auf NABU und SAP war, ist nicht bekannt.


Es ist sehr gut möglich, dass auch der USA-Faktor eine Rolle spielte –

denn das Schicksal der Korruptionsbekämpfungsbehörden in der Ukraine

dürfte für Donald Trumps Regierung keinen so hohen Stellenwert haben

wie für Trump-Vorgänger Joe Biden.


Klar ist jedenfalls: Die Verabschiedung des Gesetzes 12414 hat in

jedem Fall sowohl innen- als auch außenpolitische Auswirkungen und

stärkt jene Kritiker Selenskyjs, die ihm vorwerfen, er leiste

autoritären Tendenzen Vorschub.


Und für den Präsidenten und für die sich gegen die russische

Aggression verteidigende Ukraine wäre es besser gewesen, wenn das

Gesetz so schnell wie möglich aufgehoben worden wäre.



—————


3. ZDF: Probleme bei Rekrutierung: Wie die Ukraine gegen Soldatenmangel kämpft


https://www.zdfheute.de/politik/ausland/personalmangel-soldaten-ukraine-krieg-russland-100.html?utm_source=firefox-newtab-de-de


Probleme bei Rekrutierung: Wie die Ukraine gegen Soldatenmangel kämpft


von Christian Mölling und András Rácz


24.07.2025 | 13:36


Die ukrainische Armee sucht verzweifelt nach neuen Soldaten - und

setzt auch auf begnadigte Häftlinge und Söldner aus Südamerika. Doch

das kann die Verluste kaum ausgleichen.


Während derzeit viel über neue Waffenlieferungen der USA an die

Ukraine diskutiert wird, ist das größte Problem der ukrainischen

Streitkräfte der gravierende Mangel an Personal.


Die Ukraine hatte am 25. Februar 2022 das Kriegsrecht verhängt. Es

beinhaltet die Verpflichtung zur Verteidigung des Vaterlandes im Falle

einer Einberufung. Ursprünglich lag das Mobilisierungsalter zwischen

27 und 60 Jahren, wurde jedoch im April 2024 auf 25 Jahre gesenkt, um

die Verluste auszugleichen.


Derzeit ist die Mobilmachung die wichtigste Form der Aufstockung der

Streitkräfte. Doch das System ist durch mehrere bürokratische und

verfahrenstechnische Ineffizienzen beeinträchtigt. Mobilisierte müssen

meist bis Kriegsende dienen


Eine Besonderheit ist, dass nach ukrainischem Recht ein Mann, sobald

er mobilisiert ist, kein festes Dienstende hat, solange der

Kriegszustand besteht. Er kann die Armee nur verlassen, wenn er

getötet oder dauerhaft verwundet wird oder Vater von drei Kindern

wird. Ansonsten muss er so lange dienen, wie der Krieg andauert.


Diese Unvorhersehbarkeit ist, in Verbindung mit den schweren

Verlusten, ein ernstzunehmender Abschreckungsfaktor für potenzielle

neue Rekruten.


Hinzu kommen Probleme mit den territorialen Zentren für Rekrutierung

und soziale Dienste, in der Ukraine allgemein als TTsK bekannt.


Sie sind für die Suche und Mobilisierung einer ausreichenden Anzahl von

Rekruten verantwortlich. In vielen Regionen der Ukraine, insbesondere

in Odessa und Transkarpatien, ist die Arbeit der TTsK jedoch häufig

von systemischer Korruption sowie von Fällen von Gewalt gegen die zu

mobilisierenden Männer geprägt.


Unzureichende Ausbildung


Die Dauer und das Niveau der Ausbildung variieren stark je nach

Einheit. Einige Eliteeinheiten, wie die Dritte Sturmbrigade oder die

Asow-Brigade, verfügen über eigene Ausbildungsprogramme, die von

kampferprobten Veteranen und auch von westlichen Ausbildern

durchgeführt werden.


Andere, insbesondere die Brigaden der Territorialverteidigung und

Infanterie, bieten nur wenige Wochen Ausbildung, bevor die neuen

Soldaten an die Front geschickt werden - deshalb oft mit geringen

Überlebenschancen. (…)


Ausländische Kämpfer: Kiew sucht nach Lösungen


Die Regierung in Kiew sucht natürlich ebenso wie Russland nach

verschiedenen alternativen Lösungen. Die Einstellung von Ausländern

ist ein Weg.


Die Ukraine hat eine separate Internationale Legion, die dem

Territorialverteidigungskommando unterstellt ist. Dies ist der

organisatorische Rahmen, in dem ausländische Kämpfer eingesetzt

werden, die entscheiden, sich dem Kampf der Ukraine anzuschließen. Zu

Beginn des Krieges schlossen sich Tausende westliche Staatsbürger an,

vor allem Veteranen aus dem Irak, Afghanistan und anderen Kriegen.


Dreieinhalb Jahre später spielen südamerikanische Söldner, vor allem

Kolumbianer, eine wichtige Rolle. Diese Profis schließen sich für Geld

an und kämpfen sehr effizient, aber die meisten von ihnen bleiben

nicht lange und suchen sich nach Ablauf ihres Vertrags andere

Aufgaben.


Begnadigungen für Straftäter


Die Ukraine hat auch die Praxis Russlands übernommen, Gefangenen den

Dienst anzubieten. Verurteilte Straftäter, die wegen leichterer

Delikte wie etwa Diebstahl oder Einbruch inhaftiert sind, können sich

im Austausch gegen eine Begnadigung zum Militärdienst melden. Derzeit

dienen nach offiziellen Angaben knapp 10.000 ehemalige Häftlinge,

darunter auch in Einheiten an der Front.


Maßnahmen gegen Personalmangel reichen nicht aus


All diese Ersatzmaßnahmen können jedoch den Personalmangel nicht

beheben. Während die Verluste geheim sind, ist aus öffentlich

zugänglichen Informationen bekannt, dass die Ukraine monatlich etwa

27.000 bis 30.000 Männer mobilisieren und rekrutieren kann.


Dies reicht jedoch nicht aus, um die Verluste zu decken und die

Ablösung der erschöpften Frontverbände sicherzustellen. Mittelfristig

wird die Ukraine entweder das Mobilisierungsalter weiter senken

müssen, oder sie bekommt die administrativen und reputationsbezogenen

Probleme des Mobilisierungssystems in den Griff.



———


4. Handelsblatt: Ukraine – aktuelle Lage - Selenskyj schlägt Moskau neue Friedensverhandlungen vor



https://www.handelsblatt.com/politik/international/ukraine-aktuelle-lage-selenskyj-schlaegt-moskau-neue-friedensverhandlungen-vor/100142874.html


Ukraine – aktuelle Lage


Selenskyj schlägt Moskau neue Friedensverhandlungen vor



Der ukrainische Präsident will die Verhandlungen mit Russland

beschleunigen. Er schlägt ein Treffen auf Führungsebene vor – bereits

in der kommenden Woche. 20.07.2025 - 09:03 Uhr


Moskau. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will die zuletzt

stockenden Verhandlungen mit Russland über eine Waffenruhe wieder in

Gang bringen. Der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und

Verteidigungsrats, Rustem Umjerow, habe Moskau ein Treffen in der

nächsten Woche vorgeschlagen, teilte Selenskyj in einer in Kiew

verbreiteten Videobotschaft mit. Die Ukraine sei zu einem Treffen auf

Führungsebene bereit. Ein genaues Datum nannte Selenskyj nicht.


Die russische Nachrichtenagentur Tass berichtete, eine Quelle aus dem

Umfeld des russischen Verhandlungsteams habe bestätigt, den Vorschlag

Kiews für ein Treffen erhalten zu haben. Russland hatte zuletzt immer

wieder die Bereitschaft erklärt, die im Frühjahr begonnenen Gespräche

in Istanbul fortzusetzen.


Die letzte Runde endete Anfang Juni schnell, nachdem die russischen

und ukrainischen Delegierten ihr Treffen nach knapp einer Stunde

abgebrochen hatten. Ursprünglich hatte Moskau eine neue

Verhandlungsrunde bereits in der zweiten Junihälfte erwartet.


Selenskyj: Alles tun, um Waffenruhe zu erreichen


Selenskyj sagte, dass auch ein neuer Austausch von Gefangenen

vorgesehen sei. Darauf hatten sich die Kriegsparteien bei ihren ersten

Verhandlungsrunden geeinigt. Der ukrainische Präsident hatte Umjerow,

der zuletzt als Verteidigungsminister die Gespräche führte,

aufgefordert, die Verhandlungsdynamik zu erhöhen. Es müsse alles getan

werden, um eine Waffenruhe zu erreichen, sagte er. „Die Ukraine ist zu

einem solchen Treffen bereit.“


Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte erst am Freitag begrüßt, dass

Selenskyj erklärt hatte, dass der Verhandlungsprozess mehr Dynamik

brauche. „Das ist ein positives Signal. Und hier sind wir uns absolut

einig: Wir sind auch dafür, den Verhandlungsprozess zu beschleunigen“,

sagte Peskow.


Die Ukraine und Russland hatten im Frühjahr ihre direkten

Verhandlungen in Istanbul über eine mögliche Beendigung des Moskauer

Angriffskriegs wieder aufgenommen – erstmals seit 2022. Dabei gab es

bisher vor allem humanitäre Aktionen wie den Austausch von

Kriegsgefangenen und die Rückgabe von Soldatenleichen. Eine von der

Ukraine geforderte volle und bedingungslose Waffenruhe ist aber nicht

in Sicht. (…)


———



5. n tv: "Verstoß gegen das Völkerrecht" Kritik an Israels Parlament nach Ja zu Annexion des Westjordanlands



https://www.n-tv.de/ticker/Kritik-an-Israels-Parlament-nach-Ja-zu-Annexion-des-Westjordanlands-article25923222.html


"Verstoß gegen das Völkerrecht" Kritik an Israels Parlament nach Ja zu Annexion des Westjordanlands


24.07.2025, 15:56 Uhr


Das israelische Parlament hat in einer Resolution eine Annexion des

Westjordanlandes befürwortet und damit internationale Kritik auf sich gezogen.


In dem in der Nacht zum Donnerstag verabschiedeten Beschluss, der nur

symbolischen Charakter hat, heißt es: "Israel hat das natürliche,

historische und juristische Recht auf alle Territorien des

(historischen) Landes Israel", wie die "Times of Israel" berichtete.


In einer gemeinsamen Resolution kritisierten mehrerer Staaten die

Entscheidung als "eklatanten und inakzeptablen Verstoß gegen das

Völkerrecht" - darunter Saudi-Arabien, Türkei, Ägypten, Jordanien,

Katar, Nigeria sowie die Arabische Liga und die Organisation für

Islamische Zusammenarbeit.


Ankara etwa forderte zudem "verbindliche und abschreckende Maßnahmen

gegen die Aggression des völkermörderischen Israels".


"Souveränität" Israels in allen jüdischen Siedlungen in Westbank


Die Resolution, die mit 71 Ja- und 13 Neinstimmen angenommen wurde,

fordert die rechts-religiöse Regierung von Ministerpräsident Benjamin

Netanjahu dazu auf, die "Souveränität" des Staates Israel auf alle

jüdischen Siedlungen im Westjordanland auszudehnen.


Damit ist praktisch eine Annexion gemeint. Derzeit wird ein Teil des

besetzten Gebiets von der palästinensischen Autonomieverwaltung, der

andere Teil von einer israelischen Militärverwaltung regiert.


Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland

und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute inmitten drei Millionen

Palästinensern rund 700.000 israelische Siedler. Ost-Jerusalem hatte

Israel bereits im Jahr 1980 annektiert. Die Palästinenser beanspruchen

die Gebiete für einen eigenen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt.


————



siehe auch:

https://www.timesofisrael.com/liveblog_entry/lawmakers-vote-71-13-in-favor-of-non-binding-motion-calling-for-west-bank-annexation/


Gesetzgeber stimmen mit 71 zu 13 Stimmen für unverbindlichen Antrag auf Annexion des Westjordanlandes



————



Zur Sicht der Bundesregierung siehe dazu auch:



https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/ankuedingung-annexion-westjordanland-2246558


Gemeinsame Erklärung zur Ankündigung einer möglichen Annexion von Teilen des Westjordanlandes


12.09.2019 - Pressemitteilung



Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und das Vereinigte

Königreich sind zutiefst besorgt über die Ankündigung einer möglichen

Annexion von Teilen des Westjordanlands, insbesondere des Jordantals

und des Nordwestufers des Toten Meeres.


Ihre Umsetzung käme einem ernsten Verstoß gegen das Völkerrecht

gleich. Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und das Vereinigte

Königreich werden weiterhin alle Parteien dazu aufrufen, von

völkerrechtswidrigen Maßnahmen abzusehen, die die Realisierbarkeit

einer Zweistaatenlösung auf der Grundlage der Grenzen von 1967

gefährden und die Herbeiführung eines gerechten und dauerhaften

Friedens erschweren würden.


Wir stehen klar zu Israels Recht auf Sicherheit und verurteilen die

jüngsten Angriffe auf Israel aus dem Gazastreifen nachdrücklich.



——



https://www.bundestag.de/resource/blob/705754/dbe2d1c5464cc64e7a09d2e03fc1b78e/WD-2-048-20-pdf-data.pdf


Wissenschaftliche Dienste       Deutscher Bundestag


16. Juni 2020


Sachstand


Annexionspläne Israels für das Westjordanland aus völkerrechtlicher Sicht


(…)


2.4. Fazit


So wenig wie die Annexion Ost-Jerusalems und die de facto-Annexion durch die Sperranlage im

Westjordanland völkerrechtskonform waren, so wird auch die nun angekündigte weitere Anne-

xion der Westjordansenke letztlich aus den gleichen Gründen völkerrechtswidrig bleiben, so-

lange sie ohne Zustimmung der Vertreter des palästinensischen Volkes erfolgt.


Unbedeutend für die völkerrechtliche Bewertung ist schließlich die Tatsache, dass zwischen der

Besetzung des Westjordanlandes und der jetzt geplanten Proklamation der Annexion nun bereits

mehr als 50 Jahre vergangen sind. Denn im Völkerrecht gibt es kein Institut der Ersitzung eines

unter Verstoß gegen das Gewaltverbot annektierten Gebietes.


Schlussendlich ist anzumerken, dass die Völkerrechtswidrigkeit einer Annexion nach der sog.

Stimson-Doktrin, die mittlerweile den Eingang in das Völkergewohnheitsrecht gefunden hat,

dazu führt, dass die Annexion auch nicht durch Anerkennung anderer Staaten rechtmäßig wer-

den kann (ex iniuria ius non oritur).



---------


6. DLF: Gaza - Zwei wichtige israelische NGOs sprechen von Genozid



https://www.deutschlandfunk.de/genozid-in-gaza-zwei-wichtige-israelische-ngos-sagen-ja-100.html

Gaza


Zwei wichtige israelische NGOs sprechen von Genozid


Kitzler, Jan-Christoph | 28. Juli 2025, 12:35 Uhr


(…)



siehe auch:


https://www.nytimes.com/2025/07/28/world/middleeast/israel-genocide-gaza-rights-groups.html?unlocked_article_code=1.Z08.jHCn._rTtks-qlPwS&smid=nytcore-ios-share&referringSource=articleShare


In a First, Leading Israeli Rights Groups Accuse Israel of Gaza Genocide (…)



————



7. Berl. Z.: Neue Bedrohungsanalyse:  Niederlande stufen Israel als Sicherheitsrisiko ein



https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/neue-analyse-niederlande-stufen-israel-als-bedrohung-ein-li.2344976


Israel


Neue Bedrohungsanalyse:


Niederlande stufen Israel als Sicherheitsrisiko ein


Die Niederlande stufen Israel erstmals als Bedrohung für die nationale

Sicherheit ein. Tel Aviv soll Kampagnen gestartet, Druck auf Gerichte

ausgeübt und politisch Einfluss genommen haben.


Raphael Schmeller


28.07.2025. 13.56 Uhr


Die niederländische Nationale Koordinierungsstelle für

Terrorismusbekämpfung und Sicherheit (NCTV) stuft Israel erstmals als

Bedrohung für die nationale Sicherheit ein. In ihrem Bericht

„Bedrohungsanalyse durch ausländische Staaten 2025“ führt die Behörde

an, dass Israel gezielte Desinformationskampagnen betreibe und

versuche, politisch Einfluss auf die Niederlande zu nehmen.


Diese Aktivitäten hätten insbesondere im Zuge wachsender Spannungen

rund um den Gazukrieg  und zunehmender Kritik an Israels Politik

zugenommen. Neben Israel werden in dem Bericht auch Russland, der Iran

und die Türkei als Staaten genannt, die eine Bedrohung für die

niederländische Sicherheit darstellen.


Desinformationskampagne nach Krawallen in Amsterdam


Ein zentraler Vorfall, auf den sich die niederländische

Antiterrorbehörde bezieht, ereignete sich im November 2024: Nach

gewaltsamen Ausschreitungen in Amsterdam, an denen Fans des

israelischen Fußballvereins Maccabi Tel Aviv beteiligt waren,

verbreitete das israelische Ministerium für Diaspora-Angelegenheiten

ein Dokument mit falschen Anschuldigungen. Es wurde außerhalb

diplomatischer Kanäle an niederländische Politiker und Journalisten

verschickt und unterstellte mehreren Personen Verbindungen zur Hamas,

darunter Thomas van Gool von der Friedensorganisation Pax. Diese

Vorwürfe entbehrten jeglicher Beweise.


Später tauchte das Dokument im niederländischen Parlament auf. Dort

nutzte Caroline van der Plas von der Bauernpartei BBB es als „Beleg“

für angebliche Verbindungen zwischen niederländischen NGOs und

Terrororganisationen. In der Folge verabschiedete das Parlament zwei

Anträge: einen zur Untersuchung betroffener Organisationen und einen

weiteren, der forderte, Gruppen, die „die Zerstörung des israelischen

Staates anstreben“, auf die Terrorliste zu setzen. Erst später stellte

sich heraus, dass das zugrunde liegende Dokument vollständig gefälscht

war. Dennoch blieb es Grundlage politischer Entscheidungen.


Mehrere Minister, darunter aus den Ressorts Justiz, Sicherheit und

Außenpolitik, kritisierten die Vorgehensweise Israels scharf. Sie

warnten vor den Gefahren für die betroffenen Personen, die durch

unbegründete Anschuldigungen Repressalien oder Bedrohungen ausgesetzt

seien.


Der NCTV-Bericht betont auch die zunehmenden Drohungen Israels –

gemeinsam mit den USA – gegen den Internationalen Strafgerichtshof

(IStGH) in Den Haag. Die Niederlande als Sitzstaat des IStGH und

weiterer internationaler Gerichte sind demnach besonders exponiert.

Der Bericht warnt, dass der politische Druck die Unabhängigkeit und

Funktionsfähigkeit dieser Institutionen gefährdet.


Der Internationale Strafgerichtshof hat Ende 2024 Haftbefehle gegen

den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu erlassen. Das

Gericht wirft ihm Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die

Menschlichkeit seit dem 8. Oktober 2023 im Gazastreifen vor.


Rüstungsstopp und wachsender öffentlicher Druck


Seit Beginn des Gazakriegs haben sich die Beziehungen zwischen Israel

und den Niederlanden massiv verschlechtert. Die niederländische

Regierung hat sich wiederholt kritisch zur israelischen Kriegsführung

im Gazastreifen geäußert und ein sofortiges Waffenstillstandsabkommen

gefordert. Gemeinsam mit Irland und Spanien hat sie die EU dazu

aufgerufen, das Assoziierungsabkommen mit Israel auszusetzen. Kürzlich

erklärte Außenminister Caspar Veldkamp, dass Israel mit der Blockade

humanitärer Hilfe gegen demokratische Prinzipien und internationales

Recht verstoße.


Bereits im Februar 2024 entschied das Berufungsgericht in Den Haag,

dass die Niederlande keine Komponenten für F-35-Kampfflugzeuge mehr

nach Israel liefern dürfen. Die Richter folgten der Klage von Oxfam,

Pax Niederlande und The Rights Forum, die auf mögliche

Kriegsverbrechen und Völkermord im Gazastreifen verwiesen. Durch die

Waffenexporte trage der niederländische Staat eine Mitverantwortung

für mögliche Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht.


Auch in der Bevölkerung wächst der Druck: Mitte Juni demonstrierten in

Den Haag mehr als 100.000 Menschen und forderten Sanktionen gegen

Israel. Es war die größte Demonstration im Land seit 20 Jahren.



———


8. Der Standard: Nahost-Meldungen - EU-Kommission schlägt Sanktionierung Israels vor



https://www.derstandard.at/story/3000000281143/nahost-augenzeugen-wieder-tote-bei-israelischem-angriff-in-gaza


Nahost-Meldungen


EU-Kommission schlägt Sanktionierung Israels vor


Deutschland richtet mithilfe Jordaniens Luftbrücke für Gaza ein. Laut

Israel wurden mehr als 120 Lkw-Ladungen Hilfsgüter im Gazastreifen verteilt


aktualisiert am 28. Juli 2025, 21:34


Gaza – Die EU-Kommission hat wegen der katastrophalen humanitären Lage

im Gazastreifen Sanktionen gegen Israel vorgeschlagen. Wie die Behörde

unter der Leitung von Präsidentin Ursula von der Leyen am Abend

mitteilte, empfiehlt sie den Mitgliedstaaten, die Teilnahme Israels am

Forschungsförderungsprogramm Horizon Europe teilweise auszusetzen.


"Während Israel eine tägliche humanitäre Pause der Kämpfe im

Gazastreifen angekündigt und einige seiner Verpflichtungen im Rahmen

der gemeinsamen Vereinbarung über humanitäre Hilfe und Zugang erfüllt

hat, bleibt die Lage weiterhin ernst", hieß es zur Begründung.


Dabei wird auch auf eine Analyse von EU-Prüfern verwiesen, die zu dem

Ergebnis gekommen ist, dass Israel mit seinem Vorgehen im Gazastreifen

gegen den Grundsatz der Achtung der Menschenrechte verstößt. Dieser

ist in einem seit 2000 geltenden Assoziierungsabkommen zwischen beiden

Seiten als eine Voraussetzung für enge Zusammenarbeit festgelegt

worden.


(…)



Dorf im Westjordanland angegriffen


Israelische Siedler haben nach palästinensischen Angaben außerdem ein

christlich-palästinensisches Dorf im besetzten Westjordanland

angegriffen. Die Siedler hätten in Taybeh bei Ramallah Autos von

Palästinensern angezündet und "rassistische Drohungen" auf Hebräisch

auf Häuser gesprüht, teilte die Palästinensische Autonomiebehörde am

Montag im Onlinedienst X mit. Einem Augenzeugen zufolge griffen die

Siedler gegen 2 Uhr Ortszeit (1 Uhr MESZ) an.


Auf einem von der Palästinenserbehörde bei X veröffentlichten Foto war

ein Graffiti zu sehen, das besagte: "Al-Mughayyir, du wirst es

bereuen". Al-Mughayyir ist ein Dorf in der Nähe von Taybeh, das zuvor

von Siedlern angegriffen worden war. Das palästinensische

Außenministerium verurteilte den Angriff als "Siedlerterrorismus".

(APA, 28.7.2025)



————



9. Haaretz: IDF kippt die Strafe von drei Soldaten, die wegen Verweigerung des Kampfes in Gaza ins Gefängnis geschickt wurden



https://www.haaretz.com/israel-news/2025-07-28/ty-article/.premium/idf-likely-to-overturn-prison-sentence-of-soldiers-who-refused-to-fight-in-gaza/00000198-5229-d8cb-afbf-7f7be22a0000


Haaretz <https://www.haaretz.com/> | Israel News <https://www.haaretz.com/israel-news>

IDF kippt die Strafe von drei Soldaten, die wegen Verweigerung des Kampfes in Gaza ins Gefängnis geschickt wurden



Yaniv Kubovich <https://www.haaretz.com/ty-WRITER/0000017f-da24-d249-ab7f-fbe4843e0000>



28. Juli 2025 22:20 IDTAktualisiert: 28. Juli 2025 11:23 Uhr IDT


Drei IDF-Soldaten, die ins Gefängnis geschickt wurden, weil sie sich

weigerten, im Gazastreifen zu kämpfen, werden mit einem

Brigadekommandanten zusammentreffen, der ihre Strafe am Montagabend

nach öffentlicher Gegenreaktion auf die Entscheidung aufgehoben hat.

(…)



———



10. The Guardian: Israelische Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens fordern „lähmende Sanktionen“ gegen Israel wegen des Hungertos in Gaza



https://www.theguardian.com/world/2025/jul/29/letter-sanctions-israel-gaza-starvation

(in der angebotenen deutschen Übersetzung)


Israelische Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens fordern „lähmende Sanktionen“ gegen Israel wegen des Hungertos in Gaza



Einunddreißig hochrangige Israelis beschuldigen Tel Aviv der "brutalen

Kampagne" und fordern einen dauerhaften Waffenstillstand (…)


Eine Gruppe hochrangiger Persönlichkeiten des israelischen

öffentlichen Lebens, darunter Akademiker, Künstler und öffentliche

Intellektuelle, hat dazu aufgerufen, von der internationalen

Gemeinschaft Israel „lähmende Sanktionen“ zu verhängen, inmitten

wachsender Entsetzen über sein Hungertod in Gaza.


Zu den 31 Unterzeichnern eines Briefes an den Guardian gehören ein

Oscar-Preisträger, Yuval Abraham, ein ehemaliger israelischer

Generalstaatsanwalt, Michael Ben-Yair, Avraham Burg, ehemaliger

Sprecher des israelischen Parlaments und ehemaliger Leiter der Jewish

Agency, und eine Reihe von Empfängern des renommierten Israel-Preises,

Israels höchste kulturelle Ehre.


Die Personen kommen aus den Welten der Poesie, der Wissenschaft, des

Journalismus und der Wissenschaft, und der Brief wirft Israel vor,

„das Volk von Gaza zu verhungern und die erzwungene Entfernung von

Millionen von Palästinensern aus dem Streifen zu erwägen“.


Er fügt hinzu: „Die internationale Gemeinschaft muss lähmende

Sanktionen gegen Israel verhängen, bis es diese brutale Kampagne

beendet und einen dauerhaften Waffenstillstand umsetzt.“


(…)


Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, Beamte und

rechte NGOs haben weiterhin die Existenz einer Hungersnot in Gaza, die

von Israel verursacht wurde, geleugnet.


Das ist angesichts der überwältigenden Beweise für das Gegenteil

geschehen, einschließlich des anspruchsvollen und datenbasierten

Ernährungssicherheitsmonitors der Vereinten Nationen, des integrierten

Phase-Klassifikationsmechanismus für Lebensmittelsicherheit und Donald

Trumps Anerkennung des „echten Hungers“ im Küstenstreifen.


Die israelische Regierung wurde kontaktiert, um sich zu äußern.


———

30.07.2025

Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien   (II von II)


11. taz: Diplomat über deutsche Gaza-Haltung - „Jetzt müssen Taten folgen“



https://taz.de/Diplomat-ueber-deutsche-Haltung-zu-Gaza/!6103789/


Diplomat über deutsche Gaza-Haltung  - „Jetzt müssen Taten folgen“


Der frühere Botschafter Christian Clages fordert von Außenminister Wadephul,


den Druck auf Israel zu erhöhen – und Waffenlieferungen zu suspendieren.



27.7.2025 14:53 Uhr


Interview von Sabine am Orde taz: Herr Clages, Frankreich will

Palästina als Staat anerkennen, die Bundesregierung findet das falsch.

Ihr Argument: Es sei ein zu früher Zeitpunkt auf dem Weg zu einer

Zwei-Staaten-Lösung. Sie waren Botschafterunter anderem im Libanon und

Leiter der deutschen Vertretung in Ramallah. Wie sehen Sie das?


Christian Clages: Ich kann die Argumentation der Bundesregierung

nachvollziehen, aber es gibt auch gewichtige Gründe, die für die

Anerkennung sprechen. Erstens wäre sie ein wichtiger symbolischer

Schritt, der ja schon von über 140 Staaten vollzogen worden ist, auch

von einer Reihe von Europäern.


Zweitens wäre es ein klares Bekenntnis zur Zwei-Staaten-Lösung als der

einzigen Lösung, die zu einem langfristigen Frieden im Nahen Osten

führen kann. Und drittens wäre es ein Zeichen für die arabischen

Partner in der Region, die sich ja auf dem Weg der Annäherung an

Israel befunden haben. Wir bekennen uns seit Jahrzehnten zur

Zwei-Staaten-Lösung, irgendwann muss man auch mal springen.


taz: Sie haben sich gerade mit elf anderen ehemaligen Botschaftern und

Botschafterinnen, die im Nahen Osten im Einsatz waren, in einem Brief

an Außenminister Johann Wadephul (CDU) gewandt. Darin fordern Sie eine

andere Politik gegenüber Israel. Warum schreiben Sie so einen Brief?


Clages: Wir haben alle in der Region gelebt und gearbeitet und haben

vielfältige Kontakte dorthin. Die Lage in Gaza ist katastrophal, es

werden fundamentale Menschenrechte verletzt. Wir verfolgen das, wie

viele andere Menschen in Deutschland, mit großer Besorgnis und

Empathie, es ist unerträglich. Wir sind der Auffassung, dass viele

Worte der Kritik gefallen sind, nicht nur von der jetzigen, auch von

der vorherigen Regierung.


Jetzt müssen Taten folgen. Wir erwarten von unserer Regierung, dass

sie alles in ihren Möglichkeiten tut, um die Situation in Gaza zu

verbessern. Die Forderungen sind klar: Es muss Frieden geben. Die

Waffen müssen schweigen. Die humanitäre Hilfe muss ungehinderten

Zugang haben. Gleichzeitig – und das haben wir auch immer wieder

gesagt – muss die Hamas die verbleibenden Geiseln ohne Wenn und Aber

freilassen. Ihr furchtbarer Angriff auf Israel ist durch nichts zu

rechtfertigen. Andererseits sind das Aushungern der Bevölkerung von

Gaza und Zwangsvertreibungen auch nicht zu rechtfertigen.


taz: Auslöser für den Brief war der Appell von 28 Außenministern,

darunter auch aus zahlreichen europäischen Ländern, den Krieg in Gaza

sofort zu beenden. Deutschland ist nicht dabei. Sie fordern, das zu

ändern. Sie schreiben, der Appell sei wichtig und ausgewogen. Warum

ist er aus Ihrer Sicht so wichtig?


Clages: Wir waren verwundert und bestürzt, dass Deutschland diesen

Appell nicht unterschrieben hat. Deutschland hat eine wichtige Stimme

und Gewicht im europäischen Kreis. Es darf da nicht fehlen. Wir

brauchen europäische Kohärenz, damit Europas Gewicht so weit wie

möglich zum Tragen kommt. Inzwischen haben ja Bundeskanzler Merz,

Präsident Macron und der Premierminister Starmer eine Erklärung

verabschiedet, wonach die Beschränkungen für humanitäre Lieferungen in

den Gazastreifen aufgehoben werden müssen.


taz: Welche Konsequenz hat es, dass Deutschland dieser europäischen

Kohärenz relativ häufig im Weg steht?


Clages: Ein Beispiel: Eine der konkreten Möglichkeiten, den Druck auf

Israel zu erhöhen, ist die Anwendung der Menschenrechtsklauseln im

Assoziierungsabkommen der EU mit Israel, sie würde zu einer Aussetzung

dieses Abkommens führen. Da ist Deutschland der Bremser. Bestimmte

Entscheidungen in der EU können nur einstimmig oder mit qualifizierten

Mehrheiten getroffen werden. Deutschland hat Gewicht. Wenn wir nicht

gemeinsam mit den anderen agieren und handeln, gibt es ein Problem.


taz: Die Bundesregierung argumentiert, es sei wichtiger, die direkten

Gesprächskanäle in die israelische Regierung zu erhalten, als noch ein

Appell. Ist da nicht auch was dran?


Clages: Natürlich ist es gut, Kontakte aufrechtzuerhalten. Die jetzige

Regierung ist nicht die erste, die auf direkte Kontakte verweist. Das

haben bisher alle Außenminister in ähnlicher Art und Weise getan. Aber

es hat so gut wie nie Auswirkungen gehabt. Es gibt keine Siedlung, die

nicht gebaut worden wäre. Mir ist auch kein Beschluss bekannt, der

zurückgehalten worden wäre. Und die Situation hat sich in den letzten

Jahrzehnten immer verschlimmert. Von einem Friedensprozess kann schon

lange keine Rede mehr sein.


taz: Die Bundesregierung betont die historische Verantwortung

Deutschlands und sagt, wir müssen an der Seite Israels stehen. Gilt

das für Sie nicht?


Clages: Natürlich gilt das auch für uns. Die aus der Geschichte

resultierende Verantwortung ist in unserer Generation fest im

Bewusstsein verankert. Eine Folge aus unserer Geschichte ist das

Einstehen für das Existenzrecht Israels. Eine andere ist die

Orientierung am Völkerrecht und der Einsatz für die Menschenrechte als

höchstes Gut und Teil unserer Werteordnung. Außerdem haben wir immer

auch besondere Beziehungen zu den Palästinensern gehabt, das ist nach

dem 7. Oktober zu kurz gekommen.


Für Frieden braucht man beide Seiten. Wenn wir über die jetzige

Situation extrem besorgt sind, dann fürchten wir auch, dass sich

Israel in der Auseinandersetzung in Gaza selbst verliert. Historische

Verantwortung für die Sicherheit Israels bedeutet, alles zu tun, was

die Sicherheit fördert, aber auch alles zu unterlassen, was die

Sicherheit untergräbt.


taz: Was meinen Sie mit: dass Israel sich selbst verliert?


Clages: Es ist mittlerweile hinreichend belegt, dass Israel in Gaza

das Völkerrecht verletzt. Schauen Sie sich den Spiegel-Titel dieser

Woche an…


taz: Da steht: „Gaza. Ein Verbrechen“


Clages: Es gibt zahlreiche Stimmen in der israelischen Gesellschaft

und Wissenschaft, aber auch beim Internationalen Komitee vom Roten

Kreuz in Genf, die mit Recht darauf hinweisen, dass das, was in Gaza

passiert, bei den Israelis Traumata hervorrufen wird, mit denen man

sich über Jahre hinweg auseinandersetzen muss. Wenn wir uns als

Freunde Israels sehen, dann dürfen wir nicht schweigen.


taz: In dem Brief an den Außenminister greifen Sie die Forderungen

auf, die ehemalige EU-Botschafter und Botschafterinnen gerade

gegenüber der europäischen Leitungsebene formuliert haben – ebenfalls

in einem Brief. Es geht unter anderem um das Assoziierungsabkommen,

Sanktionen gegen bestimmte Minister, Militärs und Siedler – und auch

um die Suspendierung aller Waffenlieferungen. Die Bundesregierung

argumentiert, Israel hat das Recht sich verteidigen und dazu braucht

es Waffen.


Clages: Wir beziehen uns auf Waffenlieferungen, die im Konflikt in

Gaza rechtswidrig eingesetzt werden können. Die müssen nach unserer

Überzeugung suspendiert werden. Von internationalen Gerichten wird

untersucht, welche Form von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die

Menschlichkeit in Gaza begangen werden, und es geht auch um den

Völkermordvorwurf. Man darf mit Waffenlieferungen nicht Teil des

Unrechts werden. Es ist keine Frage, dass Israel Abwehrwaffen gegen

Angriffe aus der Luft braucht, aber das steht auf einem anderen Blatt.


taz: Der Spiegel hat in dieser Woche berichtet, dass sich im

Auswärtigen Amt aktuelle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die sich

ähnlich wie Sie eine andere Israel-Politik wünschen, zusammentun – 130

sollen es sein. Stehen Sie mit denen in Kontakt?


Clages: Jeder von uns kennt einzelne Kolleginnen oder Kollegen aus dem

Amt aus seiner aktiven Zeit. Und wir sprechen natürlich über die Lage.


taz: Anders als Sie dürfen sich diese Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

als Beamte nicht öffentlich äußern, sie sind zur Loyalität

verpflichtet. „Loyal nonkonform“ soll ihr Motto sein. Wie muss man

sich die Lage im Auswärtigen Amt vorstellen – geht da ein Riss durch

das Haus?


Clages: Nein, auf keinen Fall. Es gibt im Auswärtigen Amt eine gute

Diskussionskultur, und es finden anscheinend auch interne Gespräche

mit der Leitung statt. Es muss so sein, dass sich die sehr

qualifizierten Mitarbeiter zu Grundfragen zu Wort melden können. Es

geht in Nahost schließlich um Grundpfeiler unseres

Selbstverständnisses und auch der Außenpolitik, die Orientierung am

Völkerrecht und den Einsatz für die Menschenrechte. Sie gilt für die

Arbeit aller MitarbeiterInnen.



Im Interview: Christian Clages Christian Clages, 70, ist Diplomat im

Ruhestand. Zuletzt war er von 2018 bis 2021 Leiter der Deutschen

Vertretung in den Palästinensischen Autonomiegebieten mit Sitz in

Ramallah. Zuvor war er unter anderem Botschafter im Libanon, in Ruanda

und im Senegal und hat im Bundeskanzleramt und im Auswärtigen Amt

gearbeitet.



——


12. Focus: Innerhalb weniger Tage - Mehr als 1000 Anzeigen gegen Friedrich Merz wegen Gaza



https://www.focusplus.de/politik/gaza-mehr-als-1000-anzeigen-gegen-friedrich-merz-3703?utm_source=linksharing_website&utm_medium=referral


Innerhalb weniger Tage


Mehr als 1000 Anzeigen gegen Friedrich Merz wegen Gaza


29.07.2025, 17:24


Wegen der humanitären Lage in Gaza und Deutschlands Rolle im

Nahostkonflikt erreichen Bundeskanzler Friedrich Merz seit Tagen

Klagen im vierstelligen Bereich, wie die Generalbundesanwaltschaft

FOCUS mitteilte.


Von Ruben Giuliano


Gegen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sind seit Ende vergangener

Woche mehr als 1000 Strafanzeigen eingegangen.


Das teilte die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe auf Anfrage dem

FOCUS mit. Gegenstand der Anzeigen sei fast ausnahmslos Deutschlands

Rolle im Nahostkonflikt.


Bereits am vergangenen Donnerstag berichtete TV Mainfranken über eine

Strafanzeige. Darin hatte die Kreisvorsitzende der Linken in

Aschaffenburg, Selina Pfister, Merz Beteiligung an Verbrechen gegen

die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen im Zusammenhang mit dem

Genozid im Gazastreifen vorgeworfen.


Pfister wirft der Bundesregierung vor, die Situation zu ignorieren und

durch die Genehmigung von Rüstungsexporten sowie das Ausbleiben von

Sanktionen die Gewalt zu unterstützen. Sie sieht darin eine Mitschuld

an den Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im

Gazastreifen. Besonders scharf kritisiert sie, dass das Leid der

Zivilbevölkerung und die Anzeichen einer ethnischen Säuberung nicht

konsequent angemahnt würden.


Als Vertragspartei der Genfer Konventionen und des Römischen Statuts

des Internationalen Strafgerichtshofs habe Deutschland die Pflicht,

Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen zu

verhindern, zu verfolgen und zu bestrafen. Dazu gehöre auch,

Waffenlieferungen an Konfliktparteien zu unterlassen, wenn diese

Waffen zur Begehung von Völkerrechtsverstößen eingesetzt werden

könnten. (…)



——



13. ELNET: ELNET begründet neue Security & Defense Initiative



https://elnet-deutschland.de/themen/politik/elnet-begruendet-neue-security-defense-initiative/



ELNET begründet neue Security & Defense Initiative


Juli 11, 2025


Die sicherheitspolitische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und

Israel blickt auf eine lange Entwicklung zurück. Angesichts globaler

Bedrohungslagen und technologischer Umbrüche braucht es jedoch neue

Wege der Kooperation.


Genau hier setzt die Security and Defense Initiative (ESDI) von ELNET

an. Ziel ist es, den strategischen Dialog zu vertiefen, gemeinsame

Innovationspotenziale zu erschließen und die Partnerschaft auf eine

nachhaltige, strukturell tragfähige Basis zu stellen.


Am 10. Juli fand die feierliche Auftaktveranstaltung der ESDI in der

Vertretung der Freien und Hansestadt Hamburg beim Bund statt. Über 70

Gäste aus Politik, Bundeswehr, Wissenschaft und Industrie folgten der

Einladung, um gemeinsam über die künftige Rolle Israels als Partner in

Sicherheit und Verteidigung zu diskutieren.


Im Fokus standen Themen wie Luftverteidigung, Digitalisierung und der

Einsatz von Künstlicher Intelligenz – Bereiche, in denen Israel

weltweit zu den technologischen Vorreitern zählt.


Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt

Hamburg, eröffnete die Veranstaltung mit einem persönlichen Bericht

über seine letzte Israelreise und die engen Verbindungen zwischen

Hamburg und dem jüdischen Staat.


Generalinspekteur Carsten Breuer betonte in seinem Beitrag die

Notwendigkeit einer engeren Verzahnung der Verteidigungsökosysteme

beider Länder. Israels Innovationsdynamik und Deutschlands

industrielle Leistungsfähigkeit könnten sich dabei ideal ergänzen.


Dabei griff er auch die Idee eines deutsch-israelischen Defense Tech

Hubs auf. Thomas Röwekamp MdB, Vorsitzender des

Verteidigungsausschusses im Deutschen Bundestag, sprach sich zudem für

eine breite sicherheitspolitische Debatte in Deutschland aus. Israel

könne hierbei – nicht nur wegen seiner technologischen Stärke – ein

Vorbild sein, insbesondere mit Blick auf gesellschaftliche Resilienz

und nationale Wehrhaftigkeit.


Strategische Partnerschaft auf Augenhöhe


Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Paneldiskussion mit

Generalmajor a.D. Amikam Norkin, bis 2022 Kommandeur der israelischen

Luftwaffe, und Prof. Dr. Carlo Masala von der Universität der

Bundeswehr in München.


Im Fokus standen aktuelle Entwicklungen im Nahen Osten nach dem

Israel-Iran-Konflikt sowie die sicherheitspolitischen Auswirkungen des

andauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.


Beide Experten beleuchteten, welche operativen und strukturellen

Lehren die Bundeswehr aus den Erfahrungen der israelischen

Verteidigungsstreitkräfte ziehen kann – insbesondere mit Blick auf

Beschaffung, Reaktionsgeschwindigkeit und Einsatzfähigkeit in

asymmetrischen Bedrohungslagen.


Von der Vision zur Umsetzung


Nach dem erfolgreichen Kickoff wird die ESDI zukünftig darauf

abzielen, in verschiedenen Formaten Entscheidungsträger und Fachleute

aus beiden Ländern miteinander zu vernetzen.


Neben der Entwicklung von politischen Handlungsempfehlungen wird es

auch darum gehen, das enorme Potential der bilateralen Kooperation in

konkrete Projekte zu übersetzen – praxisnah, technologieoffen und

zukunftsgerichtet.


Die Auftaktveranstaltung wurde unterstützt von DND Digital, Code Blue

by Dussmann, Elbit Systems, IAI, Lufthansa Technik, Renk, Rohde &

Schwarz sowie Werter.


——



14. IPG: Wie lange noch? Israel verletzt schwerwiegend und wiederholt das Völkerrecht.


      Deshalb muss Deutschland die Waffenlieferungen nun komplett aussetzen.



https://www.ipg-journal.de/regionen/naher-osten/artikel/wie-lange-noch-8431/?utm_campaign=de_40_20250729&utm_medium=email&utm_source=newsletter



Naher Osten/Nordafrika


29.07.2025



Matthias Goldmann & Hanna Pfeifer


Matthias Goldmann ist Professor für Internationales Recht an der EBS

Universität und Senior Research Fellow am Max-Planck-Institut für

ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht.


Hanna Pfeifer leitet den Forschungsbereich Innere Sicherheit und

Gesellschaftlicher Frieden am Institut für Friedensforschung und

Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH).



Wie lange noch?


Israel verletzt schwerwiegend und wiederholt das Völkerrecht.


Deshalb muss Deutschland die Waffenlieferungen nun komplett aussetzen.



Seit dem 7. Oktober 2023 hat Deutschland Genehmigungen für die

endgültige Ausfuhr von Rüstungsgütern nach Israel mit einem Volumen

von knapp 500 Millionen Euro erteilt. Die fortgesetzten

Rüstungsausfuhren tragen nicht zur Lösung, sondern zur Verschärfung

des Konflikts und zur Ausweitung der Gewalt in Gaza und der weiteren

Region bei.


Zudem verstößt Deutschland damit gegen völkerrechtliche Pflichten. Es

ist kaum möglich, die Waffenlieferungen auf Güter für zweifellos

legitime oder legale Verwendungen zu begrenzen. Die Bundesregierung

sollte deshalb ein vollständiges und prinzipielles Waffenembargo

beschließen.


Eine weitreichende Beschränkung von Rüstungsexporten hat bisher

allerdings nicht stattgefunden. Zwar änderte sich die

Bewilligungspraxis temporär im Februar 2024. So wurden seitdem keine

Exporte von Kriegswaffen mehr genehmigt.


Aber die grundsätzliche Bereitschaft zur Lieferung von Rüstungsgütern

blieb bisher unangetastet. Zwar wuchs im Mai 2025 die Kritik an der

deutschen Exportpolitik und am israelischen Gewalthandeln. Nach den

israelischen und amerikanischen Angriffen auf den Iran signalisierte

die Bundesregierung jedoch wieder ihre bedingungslose Unterstützung Israels.


Aus Kreisen der SPD sind durchaus immer wieder andere Töne zu

vernehmen, so auch beim Parteitag Ende Juni. Hervorzuheben ist die am

22. Juli veröffentlichte Forderung der SPD-Bundestagsfraktion, die

Bundesregierung solle Waffenlieferungen aussetzen und die gemeinsame

Erklärung der Außenminister von 28 Ländernunterstützen.


In Fragen des Nahostkonflikts isoliert sich die Bundesrepublik

zunehmend – selbst gegenüber ihren engsten Partnerstaaten.


Dass Deutschland diese Erklärung nicht unterzeichnete, zeigt deutlich:

In Fragen des Nahostkonflikts isoliert sich die Bundesrepublik

zunehmend – selbst gegenüber ihren engsten Partnerstaaten.


Während es die Bundesregierung bei Ermahnungen Israels belässt, haben

andere europäische Staaten ihre Rüstungsexporte lange beschränkt oder

ganz beendet.


Darüber hinaus haben inzwischen zahlreiche Staaten Sanktionen gegen

Mitglieder der israelischen Regierung verhängt. Weitere Sanktionen und

andere Maßnahmen, etwa die Aussetzung des EU-Assoziierungsabkommens,

werden von den meisten EU-Staaten befürwortet, aber von Deutschland verhindert.


Ein Formelkompromiss der EU-Außenbeauftragten Kallas mit der

israelischen Regierung, die humanitäre Hilfe deutlich zu steigern,

entpuppt sich drei Wochen später als reine Farce.


Deutschlands Verhalten fällt damit nicht nur zusehends aus dem

europäischen und multilateralen Rahmen. Es schädigt auch nachhaltig

das Ansehen der Bundesrepublik in der Region und bei anderen Partnern,

die Deutschland nicht länger als glaubwürdigen Vertreter von Völker-

und Menschenrechten ansehen.


Nach dem Stand der Forschung lassen sich nicht-staatliche Akteure in

asymmetrischen Gewaltkonflikten nicht allein mit militärischen Mitteln

besiegen, wenn sie über eine soziale Verwurzelung in der Bevölkerung

verfügen und Regierungsfunktionen ausüben.


Zwar schwächten die fortgesetzten Kampfhandlungen die Hamas

militärisch. Allerdings verfügte die Organisation ein Jahr nach

Kriegsbeginn laut Schätzungen, die auf Angaben des israelischen

Militärs beruhen, noch über rund die Hälfte ihrer Kämpfer.


Der ehemalige US-Außenminister ging im Januar 2025 gar davon aus, die

Hamas habe genauso viele Kämpfer hinzugewonnen, wie sie seit Oktober

2023 verloren habe.


Auch in Bezug auf das zweite proklamierte Ziel der israelischen

Regierung, die Befreiung der entführten Soldaten und Zivilpersonen,

zeigt sich, dass bisher vor allem Verhandlungen erfolgversprechend waren.


Seit dem Bruch der Waffenstillstandsvereinbarung am 18. März durch

Israel im Gazastreifen wurde nur eine lebende Person befreit – vor

allem aber aufgrund von Verhandlungen durch die US-Sondergesandten.


Dies unterstreicht, dass das Paradigma militärischer Gewalt nicht

zielführend ist. Außerdem sind deutsche Waffenlieferungen dem

erklärten Ziel der Bundesregierung, die Sicherheit des Staates Israel

zu erhöhen, sogar abträglich.


Auch wenn die Angriffe auf den Iran sowie auf die Hisbollah im Libanon

und in Syrien zunächst eine militärische Schwächung dieser Akteure

nach sich ziehen: Die regionale Eskalation von Gewalt hat die

Unsicherheit in derRegion erhöht.


Die Massengewalt gegen Zivilpersonen hat keinerlei Mehrwert für die

Sicherheit des israelischen Staates.


Dies betrifft vor allem den Angriffskrieg gegen den Iran im Juni 2025.

Dabei griffen die USA erstmalig direkt in das regionale

Kriegsgeschehen ein. Das Ausmaß der Schäden an iranischen

Nuklearanlagen scheint deutlich geringer zu sein, als zunächst von der

Trump-Administration behauptet, und wirft das iranische Atomprogramm

vermutlich nur um kurze Zeit zurück – so die Einschätzung des

US-Verteidigungsministeriums.


Dafür wird inzwischen davon ausgegangen, dass die Geschehnisse den

Iran bezüglich seiner nuklearen Bewaffnung eher bestärkt haben, um

künftige israelische Angriffe abzuschrecken.


Israels exzessive Anwendung militärischer Gewalt macht es regionalen

Regierungen schwer, bestehende Friedensverträge und künftige

Normalisierungsprozesse zu rechtfertigen. Die Massengewalt gegen

Zivilpersonen insbesondere im Gazastreifen hat keinerlei Mehrwert für

die Sicherheit des israelischen Staates.


Dabei sollte diese Gewalt zur Einstellung von Waffenexporten und zur

Anpassung der Linie der Bundesregierung führen, weil es deutliche

Anzeichen für zahlreiche tiefgreifende Völkerrechtsverstöße durch Israel gibt.


Die einschlägigen völkerrechtlichen Vorschriften, speziell der

Waffenhandelsvertrag, erlegen den Vertragsstaaten eine

Sorgfaltspflicht auf. Danach müssen sie fortlaufend das Risiko prüfen,

dass ihre Waffenexporte den internationalen Frieden, das humanitäre

Völkerrecht, die Menschenrechte sowie weitere internationale Pflichten

gefährden.


Wird ein „überwiegendes Risiko“ für Rechtsverletzungen durch die

gelieferten Waffen festgestellt, ist von einem Export abzusehen (Art.

7(3) des Waffenhandelsvertrag).


Diese Sorgfaltspflichten bei Waffenlieferungen finden nunmehr auch im

Grundgesetz eine Stütze. Am 15. Juli 2025 entschied das

Bundesverfassungsgericht im sogenannten Ramstein-Fall zu den über

Deutschland gesteuerten US-Drohnenangriffen im Jemen, dass das

Grundgesetz dem deutschen Staat einen umfassenden Schutzauftrag im

Hinblick auf das Handeln von Drittstaaten auferlegt.


Dieser Schutzauftrag erstarkt zur Schutzpflicht, sofern die Handlungen

des Drittstaates einen hinreichenden Bezug zur Staatsgewalt der

Bundesrepublik aufweisen und die ernsthafte Gefahr von

Völkerrechtsverletzungen besteht. Dies ist bei der Verwendung

deutscher Waffen also der Fall.


Im Fall von Israel ist davon auszugehen, dass ein „überwiegendes

Risiko“ bzw. eine „ernsthafte Gefahr“ von Völkerrechtsverletzungen

besteht. Bereits seit Beginn der Eskalation im Oktober 2023 gibt es

deutliche Hinweise darauf, dass Israel in Gaza  schwerwiegend und

wiederholt gegen das humanitäre Völkerrecht verstößt.


Dazu zählen viele durch die israelischen Streitkräfte selbst

dokumentierte Angriffe auf geschützte Personen wie Journalisten,

medizinisches Personal, Intellektuelle und Kinder.


Ferner hat Israel Ziele angegriffen, die keinen militärischen

Charakter haben: Universitäten, Krankenhäuser, Archive und Stätten der

Religionsausübung. Zudem nimmt die israelische Armee bei ihren

Angriffen außergewöhnlich hohe Kollateralschäden in Kauf.


Feststellungen werden dadurch erschwert, dass Israel keine

ausländischen Journalisten nach Gaza lässt bzw. ihnen die

Akkreditierung entzogen hat. Die Umstände haben aber dennoch zur

Strafverfolgung bezüglich einzelner Soldaten im Ausland geführt –

zuletzt auch zu einer kurzfristigen Festnahme zweier israelischer

Soldaten in Belgien, die der Beteiligung an Kriegsverbrechen

verdächtigt werden. Diese hatten sie zuvor selbst in sozialen Medien

dokumentiert.


Schließlich verdichten sich die Hinweise, dass Israel einen Genozid an

der palästinensischen Bevölkerung in Gaza begeht.


Schließlich verdichten sich die Hinweise, dass Israel einen Genozid an

der palästinensischen Bevölkerung in Gaza begeht.


Jedenfalls sah der Internationale Gerichtshof (IGH) hierfür bereits im

Frühjahr 2024 Anhaltspunkte. Das Urteil des IGH im von Südafrika

angestrengten Verfahren gegen Israel steht noch aus.


Dennoch gehen zahlreiche Juristen und Völkerrechtsexperten davon aus,

dass zumindest in Teilen die objektiven Tatbestandsmerkmale eines

Genozids erfüllt sind – einschließlich der Vernichtungsabsicht.


Das betrifft insbesondere die vorübergehend vollständige Vorenthaltung

humanitärer Hilfe im März 2025, die mit vielen Toten einhergehende

Ausgabe von Hilfsleistungen durch die Gaza Humanitarian Foundation

sowie die Konzentration der Bevölkerung auf einer kleinen Landfläche

mit dem Ziel, sie zur Ausreise zu bewegen, ohne dass Fluchtorte

bestehen würden.


Auch andere Gewaltmaßnahmen Israels verstoßen gegen internationales

Recht. Israelische Einsätze in der Westbank dürfen wegen der vom IGH

bescheinigten Illegalität der Besatzung nicht durch Waffenlieferungen

unterstützt werden.


Die jüngeren israelischen Angriffe auf Syrien und den Iran sind

völkerrechtlich nicht zu rechtfertigen. Das Völkerrecht gestattet

keine präventive Selbstverteidigung.


Auch befindet sich Israel nicht in einem permanenten Kriegszustand mit

dem Iran, der fortgesetzte israelische Angriffe erlauben würde. Eine

solche Annahme würde das Gewaltverbot nach der UN-Charta

unterminieren.


Mithin gibt es derzeit nicht ein Konfliktszenario mit israelischer

Beteiligung, in dem nicht ein „überwiegendes Risiko“ oder die

„ernsthafte Gefahr“ von Völkerrechtsverletzungen durch exportierte

Waffen besteht.


Insofern kann das Fazit nur wie folgt aussehen: Die deutschen

Waffenlieferungen sind einzustellen. Dies ist nicht nur rechtlich

geboten, sondern auch notwendig, um zu einer friedensorientierten

Außenpolitik zu gelangen.



——



15. openpetition: Für einen gerechten Frieden in Gaza. - Waffenexporte stoppen & Hilfsblockade beenden!



https://www.openpetition.de/petition/online/fuer-einen-gerechten-frieden-in-gaza-waffenexporte-stoppen-hilfsblockade-beenden



Außenpolitik <https://www.openpetition.de/petitionen?category=1#petitionen>

Für einen gerechten Frieden in Gaza.


Waffenexporte stoppen & Hilfsblockade beenden!


initiiert von:


CARE, IPPNW, medico international, NRC Flüchtlingshilfe, Oxfam, pax christi, Weltfriedensdienst <https://www.openpetition.de/organisation/care-ippnw-medico-international-nrc-fluechtlingshilfe-oxfam-pax-christi-weltfriedensdienst>



Wir fordern von der Bundesregierung:


sich entschiedener für einen sofortigen Waffenstillstand einzusetzen und den Schutz der Zivilbevölkerung einzufordern;

alle Genehmigungen für den Export von Rüstungsgütern zu verweigern, wenn die Gefahr besteht, dass sie völkerrechtswidrig eingesetzt werden;

von Israel mit deutlich mehr Druck die sofortige Beendigung der völkerrechtswidrigen Blockade und den ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe einzufordern;

wirksame Maßnahmen zu ergreifen, damit der völkerrechtswidrige Siedlungsbau durch Israel sowie Gewaltakte von Siedler:innen beendet werden;

im Sinne des Gutachtens des Internationalen Gerichtshofs <https://www.tagesschau.de/ausland/asien/israel-igh-volkerrecht-100.html> vom 19. Juli 2024 die schnellstmögliche Beendigung der völkerrechtswidrigen Besatzung einzufordern;

die internationale Gerichtsbarkeit und die Untersuchungskommission der Vereinten Nationen aktiv zu unterstützen;

sich für die Freilassung aller Geiseln und unrechtmäßig Festgehaltenen einzusetzen;

das Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit zu schützen und die Kriminalisierung von grundgesetzlich geschützten Meinungsäußerungen im Zusammenhang mit Palästina/Israel zu beenden.


Die Petition kann durch die eigene Unterschrift unterstützt werden über diesen Link:



https://www.openpetition.de/petition/online/fuer-einen-gerechten-frieden-in-gaza-waffenexporte-stoppen-hilfsblockade-beenden




Mit freundlichen Grüßen


Clemens Ronnefeldt

Referent für Friedensfragen beim deutschen

Zweig des internationalen Versöhnungsbundes


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

30.07.2025

Reise in die Zukunft  – Die „World Youth Festival Assembly 2025“ lädt ein

seniora.org, 30. Juli 2025, 29. Juli 2025 Von: Sabiene Jahn - übernommen von globalbridge.ch


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Im Zentrum des Jugend-Festivals in Nischni Novgorod stehen im September 2025 Workshop-Battles, immersive Zukunftswerkstätten, internationale Planspiele, kreative Studios, Projektpräsentationen, Medientrainings und kulturelle Kooperationsformate. Junge Menschen aus Bildung, Wissenschaft, Sozialem, Start-ups, Medien, Kunst, Sport und Jugendpolitik sind eingeladen, gemeinsam an globalen Themen zu arbeiten  – von sozialer Gerechtigkeit über Ökologie bis hin zu Friedensdiplomatie und digitaler Selbstermächtigung. (Ki-generiertes Bild nach Angaben von Sabiene Jahn)


Wenn sich vom 17. bis 21. September 2025 rund 2.000 junge Menschen aus aller Welt in der russischen Stadt Nischni Nowgorod versammeln, geschieht mehr als ein internationales Treffen. Es ist ein Signal der Jugend an die Welt: Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen   – über Grenzen, Ideologien und Vorurteile hinweg. Die World Youth Festival Assembly 2025 versteht sich nicht als gewöhnliche Konferenz, es ist eine Reise in die Zukunft, und das mit internationalem Gewicht. Eingeladen sind 1.000 Teilnehmende aus Russland sowie 1.000 aus dem Ausland   – darunter auch rund 200 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren. Ziel ist es, junge Menschen mit Engagement, Ideen, Innovationskraft und gesellschaftlichem Bewusstsein zusammenzubringen   – jenseits geopolitischer Konfrontation.

Organisiert wird die Veranstaltung durch das russische Bundesamt für Jugendpolitik (Rosmolodjosch), in Kooperation mit der Region Nischni Nowgorod und der Festivaldirektion. Inhaltlich knüpft das Format an das viel beachtete Weltjugendfestival 2024 in Sotschi an, bei dem über 20.000 junge Menschen aus 190 Ländern teilnahmen. Mit der Assembly 2025 wird nun ein konzentrierterer, dialogorientierter Rahmen geschaffen   – mit klarer thematischer Fokussierung und praktischer Zielrichtung.

Was in Nischni Nowgorod geplant ist, geht weit über klassische Foren oder Vorträge hinaus. Die Organisatoren setzen auf ein interaktives Format, das Begegnung, Austausch und Innovation gleichermaßen ermöglicht. Im Zentrum stehen Workshop-Battles, immersive Zukunftswerkstätten, internationale Planspiele, kreative Studios, Projektpräsentationen, Medientrainings und kulturelle Kooperationsformate. Junge Menschen aus Bildung, Wissenschaft, Sozialem, Start-ups, Medien, Kunst, Sport und Jugendpolitik sind eingeladen, gemeinsam an globalen Themen zu arbeiten   – von sozialer Gerechtigkeit über Ökologie bis hin zu Friedensdiplomatie und digitaler Selbstermächtigung.

24/7 Media‑Lab Workshops bis Ice-Skating
Ganz konkret geplant sind Trend Battles & immersive Shows: Statt klassischer Plenarsitzungen treten Teilnehmende in öffentlichen Debatten gegeneinander an. Themen wie AI, Nachhaltigkeit, wirtschaftliche Entwicklung oder Jugendbeteiligung werden erörtert, anschließend entstehen „Youth‑to‑Youth“-Draft‑Manifestos. In Workshops, Case Studies & Masterclasses gibts Praxiseinheiten zu aktuellen Fragestellungen wie KI & Ethik, Projektmanagement, Start‑up‑Pitching, Städteplanung oder Medieninnovation. Internationale Mentoren unterstützen in thematischen Sessions.  Auch 24/7 Media‑Lab Workshops gehören zum Angebot des Hauptprogramms: Run by attendees: Contents creation on‑site   – Interviewführung, Videodreh, Editing, Storytelling und Social‑Media‑Formate entwickeln. In Echtzeit produziert   – für Plattformen weltweit. Aber auch Kultur‑ und Sportformate gehören dazu: Multi‑Cultural Picnic mit internationaler Gastronomie, gemeinsames Großbild‑Painting (vielleicht „World’s Largest Painting“), e‑Sports‑Battles, Padel oder Ice‑Skating. Aktivitäts‑Spaces verbinden Kultur mit Begegnung.  Und auch Pitch & Kreativ‑Casting Sessions: Teilnehmende können ihre eigenen Projekte vor einer Fachjury präsentieren. Neben Unternehmenspitches auch kreative Ideen, Labels oder Medieninitiativen. Hier besteht die Chance auf internationale Kooperationen und Förderangebote. 

Nach dem Hauptforum folgt ein Regionalprogramm, das vom 21. bis 27. September in zehn russischen Regionen stattfindet   – darunter Sankt Petersburg, Sachalin, Tscheljabinsk, Tschetschenien, die Republik Mordwinien und weitere. Internationale Teilnehmende erhalten hier die Gelegenheit, in direkten Kontakt mit Menschen vor Ort zu treten, kulturelle Erfahrungen zu machen und Projekte in sozialen, ökologischen oder medienpädagogischen Kontexten kennenzulernen   – immer kostenfrei für Teilnehmerinnen und Teilnehmer. So viele Facetten des russischen Lebens   – von Fernost bis zu den nordwesteuropäischen Metropolen   – lassen sich privat kaum je so strukturiert, sicher und vielfältig erkunden wie in diesem Rahmen. Die komplette Organisation erfolgt durch die Veranstalter, inklusive Unterkunft, Transfers und Programm. Es ist eine einmalige Gelegenheit, das größte Land der Erde aus unterschiedlichen Blickwinkeln kennenzulernen   – in Begleitung, im Dialog und mit offenen Augen. Dazu braucht es Mut. Aber auch Entdeckergeist. Leider ist das Regionalprogramm aufgrund der hohen Nachfrage schon ausgebucht. Doch das Hauptprogramm ist überaus sehenswert.  

Anmeldung und Teilnahmebedingungen
Zielgruppe sind junge Menschen im Alter von 14 bis 35 Jahren, die erste Erfahrungen in zivilgesellschaftlichem Engagement, Bildung, kreativen Berufen, Technologie, Journalismus, öffentlicher Verwaltung oder internationalen Netzwerken gesammelt haben. Fremdsprachenkenntnisse in Englisch auf mind. B1-Niveau sind erforderlich. Das bedeutet, Du kannst einem internationalen Workshop folgen, mit anderen Jugendlichen auf Englisch diskutieren, einfache Präsentationen verstehen   – auch wenn du nicht jedes Wort kennst. 


Interessenten melden sich bitte noch bis Ende August 2025 an unter Friedensbrücke e.V., Email:  friedensbruecke@gmx.de. Es sind Organisatoren aus Deutschland vor Ort, die in Russland leben. Die Unterkunft und Verpflegung in Russland werden vollständig durch die Veranstalter getragen. Nur An- und Abreise müssen selbst organisiert und finanziert werden. Und dazu sind folgende Informationen interessant.


Einfache Anreise 
Die Reise nach Russland ist logistisch gut machbar, insbesondere mit Pegasus Airlines über die Türkei. Nach der Ankunft in Moskau ist Nischni Nowgorod per Schnellzug (ca. 4 Stunden, 30  –40 €) erreichbar.

Eine beispielhafte Route Köln   – Moskau   – Köln für den Zeitraum 15. bis 22. September 2025 mit Pegasus Airlines (abgerufen am 28. Juli 2025):
Hinflug
Datum: Montag, 15. September 2025
Abflug: Köln/Bonn (CGN)   – 01:50 Uhr
Ankunft: Moskau-Vnukovo (VKO)   – 14:00 Uhr
Umstieg: Istanbul SAW, 3 Std. 50 Min. Aufenthalt
Dauer: ca. 11 Stunden 10 Minuten
Tarife:
LIGHT: 288,77 € (nur kleines Gepäckstück 3 kg, 40×30×15 cm)
SAVER: 314,77 € (Handgepäck 8 kg + kleines Gepäckstück + 20 kg Aufgabegepäck)
SAVER PLUS: 331,77 € (wie SAVER, inkl. Sitzplatzauswahl/Entertainment)

Rückflug
Datum: Montag, 22. September 2025
Abflug: Moskau-Vnukovo (VKO)   – 15:05 Uhr
Ankunft: Köln/Bonn (CGN)   – 00:45 Uhr am 23. September
Umstieg: Istanbul SAW, 3 Std. Aufenthalt
Dauer: ca. 10 Stunden 40 Minuten
Tarife:
LIGHT: 333,03 €
SAVER: 359,03 €
SAVER PLUS: 376,03 €Gesamtkosten Hin- & Rückflug:
LIGHT:            621,80
SAVER:           673,80
SAVER PLUS:  707,80
Alle weiteren Informationen über die Webseite: www.flypgs.com


Und noch einmal: Die Unterkunft, Verpflegung und Inlandsreisen in Russland werden vollständig durch die Veranstalter getragen. Nur An- und Abreise müssen selbst organisiert und finanziert werden. Die Teilnehmer kommen aus sehr unterschiedlichen Weltregionen   – nicht nur aus Europa, sondern auch aus Lateinamerika, Asien, Afrika und arabischen Ländern. Damit spiegelt sich die zunehmende globale Verschiebung hin zu multipolaren Perspektiven auch in der Zusammensetzung des Festivals. Zwar gibt es keine offizielle Zusammenarbeit mit BRICS-Institutionen, aber die Vielzahl von Delegierten aus BRICS- und Global-Süd-Staaten zeigt, wie relevant und zukunftsträchtig solche Begegnungsräume sind.

Warte nicht, erlebe Dich
Gerade vor dem Hintergrund wachsender ökonomischer und technologischer Kooperationen zwischen Russland, China, Brasilien, Indien, Südafrika und weiteren Bewerberstaaten (wie Ägypten, Iran, Äthiopien), kann die Vernetzung junger Akteure aus diesen Ländern eine strategische Rolle spielen. Noch ist die Assembly kein offizielles BRICS-Format   – aber sie bietet Zugang zu Netzwerken, Denkansätzen und jungen Stimmen, die diesen globalen Wandel mitgestalten.

Weshalb sollten gerade Jugendliche aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz teilnehmen? Weil sie sonst ein Stück Realität verpassen. In einem Klima moralischer Abgrenzung und medialer Filterblasen wird die persönliche Erfahrung zum entscheidenden Korrektiv. Wer Russland nur aus westlichen Schlagzeilen kennt, kennt Russland nicht. Wer jedoch junge Menschen trifft, die dort leben, arbeiten, träumen und gestalten   – auf einem hohen Bildungs- und Reflexionsniveau   –, erhält ein differenziertes Bild. Und vielleicht sogar neue Freunde. Nutzt die Chance, Mut fängt da an, wo Vorurteile enden. Warte nicht. Erlebe die Welt selbst.


Quellen und Anmerkungen:
1.) https://wyffest.com/en
2.) https://www.kbc.co.ke/global-campaign-launched-for-world-youth-festival-assembl

y/
3.) https://wyffest.com/en/events/shummedia?
4.) https://www.facebook.com/RusEmbassySweden/posts/world-youth-festival-assembly-2025-the-world-youth-festival-assembly-2025-will-t/1159012706260735/
5.) https://turkey.mid.ru/en/press_center/news/world_youth_festival_assembly_2025/
6.) https://www.instagram.com/p/DLpa7mDP9pa/?igsh=MXh4cmJxaG02aDh5MQ==
7.) https://www.facebook.com/rusemnamib/posts/️-the-world-youth-festival-assembly-2025-will-take-place-from-september-17-to-21/780216527670487/
8.) https://x.com/rusembno/status/1940676991163814399?s=46
9.) https://webtv.un.org/en/asset/k1n/k1nd41o898
10.) https://zambia.mid.ru/en/press-centre/news/world_youth_festival_assembly_2025/
11.) https://www.facebook.com/photo.php?fbid=1056405150003205&id=100069011901700&set=a.278710537772674
12.) https://en.wikipedia.org/wiki/World_Festival_of_Youth_(2024)
13.) https://www.instagram.com/p/DL13-4RMxLA/?igsh=cXAwOGJ6NXhnMm8w14.) www.flypgs.com



Demokratie, Russland, Schule & Bildung, Die soziale Natur des Menschen, Der Wunsch nach Frieden, Mulitpolarität


Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acym&ctrl=fronturl&task=click&urlid=239&userid=3998&mailid=2816


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

30.07.2025

Gaza: eine absolut katastrophale Situation!

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Solche Bilder aus dem Gaza-Streifen sind keine propagandistische Mache, sie zeigen ganz einfach die Realität: Tausende von kleinen Kindern sind total unterernährt, und selbst wenn sie überleben, sind sie ihr Leben lang körperlich geschädigt. Aber der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu behauptet, die Berichte über den Hunger im Gaza-Streifen seien "eine Lüge".


globalbridge.ch, 30. Juli 2025 Von: 

In Gaza wird Hunger als Waffe eingesetzt. Seit Ende Mai organisiert die israelische Besatzungsmacht eine minimale, militarisierte und demütigende Lebensmittelhilfe. Die hungrigen Zivilisten werden in – unter militärischer Aufsicht stehende – Verteilungszentren gelockt: ein tödlicher Fallstrick. Der Norden bleibt völlig isoliert. Weit davon entfernt, humanitäre Hilfe zu leisten, fördert dieses System Chaos und missachtet die menschliche Würde. Ein persönlicher Bericht aus Gaza.

Seit dem 27. Mai 2025 hat die israelische Besatzung nach amerikanischem Druck die Einführung von Lebensmitteln wieder zugelassen, jedoch in sehr begrenztem Umfang, in dem sie zwei kostenlose Verteilzentren für Lebensmittel (hauptsächlich Mehl) zwischen Chan Yunis und Rafah, sowie im Zentrum des Gaza-Streifens eingerichtet hat. Dagegen erreicht die Hilfe die Stadt Gaza und den Norden nicht. Die Verteilungszentren der Hilfe werden von einem amerikanischen Unternehmen, aber unter Kontrolle der Besatzer, verwaltet. Die Bewohner des Südens müssen um 2 Uhr morgens aufstehen, um zu den Verteilungszentren zu gelangen, die um 8 Uhr öffnen. Sie bleiben bis Mittag geöffnet, und wenn die hungrigen Bewohner ankommen, werden sie von Panzern, Drohnen und israelischen Soldaten empfangen, die auf sie schiessen.
Zur Erinnerung: Seit dem 2. März sind alle Übergänge nach Gaza geschlossen, die Blockade verstärkt, und es fahren keine Lastwagen mehr in das palästinensische Gebiet. Die Mehrheit der Menschen, die diese Zentren aufsuchen, sind hungrige Menschen, die nichts finden, weil die Produkte mittlerweile sehr, sehr teuer sind: Ein Kilo Mehl kostet bis zu 60 Euro, ein Kilo Reis bis zu 80 Euro, ein Kilo Zucker bis zu 130 Euro.

Extrem teuer
Neben den Bewohnern gibt es auch Händler und bewaffnete Männer, die die kostenlos verteilten Lebensmittel aufkaufen. So müssen die Einwohner, die es schaffen, kostenlose Lebensmittel zu erhalten, diese oft zu einem niedrigen Preis an Spekulanten verkaufen. Ein Sack Mehl kann für 100 Euro gekauft und dann von Händlern im Norden des Gazastreifens für 500 Euro weiter verkauft werden. Einigen älteren Menschen, Kindern und Frauen werden die erhaltenen Lebensmittel unter Androhung von Waffengewalt oder mit Schusswaffen weggenommen.
Bevor diese Waffenruhe kam, gab es mehrere Verteilungszentren, die sehr gut und gerecht funktionierten und von der UNRWA, dem internationalen Lebensmittelhilfsprogramm und mehreren internationalen humanitären Organisationen verwaltet wurden. Die Betroffenen wurden per SMS über die Lieferungen informiert und erhielten die Lebensmittel gegen Vorlage ihres Ausweises. Aber die Besatzungskräfte, die das Chaos wollen, haben dieses gut funktionierende System völlig durcheinandergebracht.
Im Norden des Gaza-Streifens und in der Stadt Gaza, in der 1,4 Millionen Palästinenser leben, sind Lebensmittel nicht zu finden und extrem teuer. Es gibt Händler, die diese Hilfe abfangen, um sie im Norden zu verkaufen, und hungernde Einwohner, die die LKWs mit Lebensmitteln angreifen, bevor sie in den Depots und Läden der internationalen Organisationen ankommen.

Totale Ohnmacht
Stellen Sie sich vor, die Leute fallen auf der Straße um. Oft sehe ich, wenn ich morgens losgehe, um Trinkwasser, Holz oder Nahrung zu suchen, junge Leute – ich meine nicht Kinder oder ältere Menschen, sondern junge Leute zwischen 20 und 25 Jahren –, die auf der Straße zusammenbrechen, weil sie seit Tagen nichts mehr gegessen haben. Bis Ende Juli 2025 sind 115 Palästinenser, darunter 85 Kinder, an Unterernährung gestorben.
Wie lange können wir das Unerträgliche noch ertragen? Wir sind immer noch da, wir versuchen standhaft zu bleiben, aber zu viel ist zu viel.
Ich gehe jeden Tag auf den Markt und komme mit leeren Händen zurück. Das tut mir für die Kinder, für die Leute, die mit mir zusammenleben, weh. Jeder leidet. Die familiäre und soziale Solidarität, die in der von Palästinensern bewohnten Enklave, selbst wenn sie belagert wurde, immer ein starkes Element war, ist minimal geworden. Was mich betrifft, so halte ich manchmal zwei oder drei Tage ohne Essen aus. Ich gebe lieber ein Stück Brot an meine Kinder, anstatt es selbst zu essen. Wir sind in eine katastrophale Situation geraten.
Abends, wenn alle schlafen, weine ich, um meine Ohnmacht zu verbergen. Es ist totale Qual. Ich frage mich immer, ob ich stur bin? Ob ich, weil ich mich geweigert habe, Gaza zu verlassen, heute die Konsequenzen dafür trage? Ich weiss es nicht. Aber es ist schwer, meine totale Verzweiflung, meine Handlungsunfähigkeit in diesem Inferno zu beschreiben, denn es ist totale Ohnmacht.

Zum Autor: Ziad Medoukh ist Professor für Französisch und Sprachwissenschaftler an der Universität Al- Aqsa in Gaza. Die Universität wurde von den israelischen Streitkräften wie alle anderen Bildungseinrichtungen in dem palästinensischen Gebiet ins Visier genommen und zerstört. Medoukh hat sich dennoch entschieden, in Gaza zu bleiben.


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Eine Luftaufnahme von Rafah zeigt, wie total die Zerstörungen im Gaza-Streifen durch die israelische Armee sind. Selbst wenn die Bevölkerung aufgefordert wird, vor einem größeren Bombardement die Region zu verlassen: Die Ermordung und Vertreibung und Aushungerung der einheimischen Bevölkerung im Gaza-Streifen durch die israelische Armee ist ein Kriegsverbrechen, wie es in diesem Ausmaß seit dem Zweiten Weltkrieg kaum sonst wo beobachtet werden konnte. Und die USA und Deutschland liefern immer noch Waffen an Israel … (cm)


Anmerkung der Redaktion: Die großen Medien in Deutschland, aber auch in der Schweiz, sind äusserst zurückhaltend mit Informationen zum Vorgehen der israelischen Regierung und der israelischen Armee. In Deutschland gilt immer noch die – von Josef Joffe und anderen sogenannten „Opinion Leaders“ eingeführte – These, dass Kritik an Israel per definitionem antisemitisch ist – ein äusserst übler propagandistischer Trick, um Kritik an Israel zu unterdrücken. Wer über Israel gut informiert sein will, dem sei – wie es zum Beispiel auch der Globalbridge-Herausgeber Christian Müller handhabt – ein Abonnement der israelischen Zeitung «Haaretz» (in der englischsprachigen Ausgabe) und ein Abo der US-amerikanischen Organisation «Mondoweiss» empfohlen, die in US-englischer Sprache und in kontinuierlicher Form über die Gräueltaten der israelischen Regierung im Gaza-Streifen, aber auch in der West Bank berichtet. (Das Abo ist gratis, Mondoweiss lebt von Spenden). – Globalbridge veröffentlicht den kurzen Bericht von Ziad Medoukh speziell, um zu zeigen, dass die katastrophale Situation im Gaza-Streifen eine echte, gigantische menschliche Tragödie ist und die erschütternden Berichte darüber keineswegs nur propalästinensische Propaganda sind. (cm)


Screenshot_2025_07_30_at_14_15_40_Gaza_eine_absolut_katastrophale_Situation_GlobalBridge

Solche Bilder von unterernährten Kindern gibt es mittlerweile Dutzende, wenn nicht Hunderte. Und die Welt schaut zu. Und Deutschland und die USA liefern den Israelis immer noch Waffen …


«Echo der Zeit»: Gaza bräuchte mindestens hundert Lastkraftwagen mit Nahrungsmitteln pro Tag!
Die «Gaza Humanitarian Foundation», gesteuert von Israel und den USA, funktioniert nicht!
Siehe zur gleichen Thematik auch dieses Video Alex de Waal und Glenn Greenwald.

Und hier ein weiteres kurzes Video.



Reise in die Zukunft – Die „World Youth Festival Assembly 2025“ lädt ein

Frieden verboten

Берасце – בריסק‎ – Brześć – Brest-Litovsk – Брэст — Eine Reise in Belarus: Teil 3



Info: https://globalbridge.ch/gaza-eine-absolut-katastrophale-situation


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

30.07.2025

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nachdenkseiten.de, 30. Juli 2025 um 9:00 Ein Artikel von Alexander Kiknadze

Überblick und Schlussfolgerungen zu drei Jahren Repressionen gegen Kriegsgegner und russischsprachige Menschen in Deutschland. Die letzten Haftbefehle und Hausdurchsuchungen bei Aktivisten des humanitären Vereins Friedensbrücke-Kriegsopferhilfe sind der jüngste Höhepunkt der Repressionen gegen Menschen, die sich öffentlich gegen die herrschende Meinung zum Ukraine-Krieg stellen. Der Vorwurf des Straftatbestands „Unterstützung einer Terrororganisation“ in diesem Zusammenhang nach den Paragraphen 129 a und b Strafgesetzbuch (StGB) ist eine neue Qualität in der Tendenz, völkerrechtliche und demokratische Grundsätze der deutschen Justiz abzubauen.


Der folgende Artikel will die qualitative Entwicklung der Repressionen gegen Kriegsgegner nachzeichnen. Er kommt zu dem Schluss, dass sich die Justiz der Bundesrepublik in Richtung Kriegsrecht entwickelt, dies politisch motiviert ist und dafür bestimmte demokratische Grundsätze schleichend abgebaut werden. Juristische Willkür, Widerspruch zu internationalem Recht und demokratischen Grundsätzen sowie inhaltliche Willkür der Urteilsbegründungen sind Ausdruck dieser Entwicklung.

Repressionen gegen Medien und Medienschaffende

Zuletzt wurden im Mai diesen Jahres im Rahmen des 17. Sanktionspakets die Journalisten und Blogger Alina Lipp und Thomas Röper auf die EU-Sanktionsliste für „russische Destabilisierungsversuche“[1] aufgenommen. Ihre Vermögen wurden eingefroren und es wurde eine Einreisesperre gegen sie für andere EU-Länder verhängt. Obwohl sie noch nach Deutschland einreisen dürfen, bedeutet die Beschlagnahmung ihres Vermögens, das Verbot der Bereitstellung von Geldern und anderer Ressourcen und die breit angelegte Medienhetze gegen sie eine De-facto-Ausbürgerung.

Neben Lipp und Röper wurden auch gegen den Gründer des red.media-Kollektivs Hüseyin Doğru EU-Personensanktionen verhängt. Red.media hat sich seit Oktober 2023 vor allem dadurch positiv hervorgetan, die Komplizenschaft deutscher Medien beim Genozid in Gaza aufzudecken und anzukreiden. Die Sanktionen gegen red.media werden nun allerdings auch mit der Behauptung begründet, dass das Medium mit dem russischen Staat zusammenarbeite. Für diese Beschuldigung werden zwei Gründe angeführt: Der erste lautet, dass einige der red.media-Journalisten zuvor für Redfish (ein redaktionell unabhängiges Projekt, das von der Nachrichtenagentur Ruptly von RT finanziert wurde) oder Ruptly selbst gearbeitet haben. Red.media kritisiert in seinem Statement[2] zu Recht, dass „durch diese Logik BBC, CNN, Deutsche Welle, Al Jazeera, Berliner Zeitung und Channel 4 News alle mit dem russischen Staat verbunden wären“, angesichts ihrer Anstellung ehemaliger RT-Journalisten. In Wirklichkeit habe die überwiegende Mehrheit der red.media-Mitarbeiter keinen solchen Hintergrund. Red.media distanzierte sich in seinem Statement von Russland und hob hervor, es stelle sich gegen den Krieg in der Ukraine und wisse, „dass Russland, wie China, die EU und die USA eigene imperialistische Interessen“ verfolge.

Diese defensive Haltung hilft ihnen jedoch nichts, da es den EU-Sanktionierern um etwas viel Grundsätzlicheres geht: Es geht darum, dass keine mediale Opposition gegen den Kriegskurs zugelassen wird. Diese Grundsätzlichkeit wird nämlich im zweiten Teil der Begründung deutlich: „Durch die AFA Medya unterstützt Hüseyin Dogru daher Aktionen der Regierung der Russischen Föderation, die Stabilität und Sicherheit in der Union und in einem oder mehreren ihrer Mitgliedstaaten untergraben oder bedrohen, einschließlich der indirekten Unterstützung und Erleichterung von gewalttätigen Demonstrationen und der Durchführung von koordinierten Informationsmanipulationen.“[3] Dieser Auszug aus dem Begründungstext zeigt die EU-Logik exemplarisch auf: Wer sich gegen Gewalt gegen friedliche Palästinademonstrationen und die Unterstützung des Genozids stellt, der unterstützt damit gewalttätige Demonstrationen und koordiniert „Informationsmanipulationen“. Wer das tut, unterminiert wiederum die Sicherheit und Stabilität der EU. Und weil Russland das auch tut, unterstützt man damit Russland.

Strafrechtliche Verfolgungen nach §§130 und 140 wegen Äußerungen zum Ukraine-Krieg (Bericht Außenministerium der Russischen Föderation)

Seit Februar 2022 kommt es in Deutschland zu massiven Anwendungen der §§130 (Volksverhetzung) und 140 StGB (Belohnung und Billigung von Straftaten) gegen Personen, die abweichende Meinungen zum Ukraine-Krieg äußern.

Ein eklatantes Beispiel ist das Strafverfahren gegen die ukrainische Staatsbürgerin Elena Kolbasnikowa und ihren Ehemann M. Shlund, die für ihre aktive Beteiligung an der Organisation mehrerer prorussischer Autokorsos in Deutschland bekannt waren. Diese Korsos wurden in mehreren deutschen Medien rassistisch als „Russen-Korsos“ bezeichnet. Kolbasnikowa berichtete in einem Medieninterview, dass an diesen Korsos zunächst viele Menschen teilnahmen. Allerdings seien es jedes Mal weniger geworden, weil die Polizei mit Durchsuchungen gekommen sei und die Menschen in der Folge Angst gehabt hätten, ihre Meinung öffentlich zu äußern.[4] Es zeigt sich, dass die Behörden eine Atmosphäre der Angst schürten, die die Möglichkeiten einzelner Personen und Gruppen, ihre demokratischen Rechte und Freiheiten auszuüben, einschränkt.

Kolbasnikowa wurde wegen ihrer Äußerungen zur Unterstützung Russlands während einer Veranstaltung am 8. Mai 2022 anlässlich des Tages des Sieges vom Landgericht Köln im Juni 2023 für schuldig befunden. Das Gericht verurteilte sie zu einer Geldstrafe von 900 Euro. Unter Berufung auf § 140 StGB wurde ihr „Kriegspropaganda“ vorgeworfen, da sie „die Aggression Russlands gegen die Ukraine“ öffentlich befürwortet habe. Gegen das Urteil wurde Berufung eingelegt.

Der Ehemann von Kolbasnikowa wurde aufgrund seiner Teilnahme an prorussischen Aktionen von der Arbeit suspendiert und im März 2023 entlassen. Shlund versuchte gerichtlich, seine Rechte zu verteidigen, von seinem ehemaligen Arbeitgeber eine finanzielle Entschädigung und seine Wiedereinstellung zu erwirken. Aufgrund der Verfolgung durch die deutschen Behörden waren Kolbasnikowa und Shlund im Mai 2024 gezwungen, aus Deutschland auszureisen. Im Juli 2024 beschlossen die deutschen Behörden die Ausweisung der Aktivisten aus der Bundesrepublik mit einem Einreiseverbot für 20 Jahre, das sie mit der Notwendigkeit begründeten, Gefahren für die staatliche Sicherheit und die öffentliche Ordnung abzuwenden.[5]

Für eine politisch willkürlichere Anwendung des Paragraphen 130 wurde dieser im Oktober 2023 angepasst. In einer parlamentarischen Nacht-und-Nebel-Aktion wurde er um den neuen Absatz 5 erweitert. Er stellt nun das „öffentliche Billigen, Leugnen und gröbliche Verharmlosen“ von „Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen“ unter Strafe, „wenn die Tat in einer Weise begangen wird, die geeignet ist, zu Hass oder Gewalt aufzustacheln und den öffentlichen Frieden zu stören“.[6] Nach dieser Erweiterung droht eine Geldstrafe oder sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Wie einige Juristen kritisieren, beruht dabei die Entscheidung, was als „Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen“ gewertet wird, nicht auf gerichtlichen oder gar wissenschaftlichen Nachforschungen und abschließenden Urteilen, sondern unterliegt der Willkür der Strafverfolgungsbehörden.[7] Das bedeutet konkret, dass Polizisten freie Hand bekommen, nach Belieben Versammlungen aufzulösen, Redebeiträge zu unterbinden, Flyer oder Transparente zu beschlagnahmen und die Betroffenen mit Anzeigen zu überziehen und sie so – selbst wenn es nicht zur Verurteilung kommt – einzuschüchtern, in ihrer Meinungsäußerung einzuschränken und vorauseilenden Gehorsam zu erzwingen.

Die praktische Wirkung dieses erweiterten §130 und des §140 zeigten sich am Fall Heiner Bücker im Jahr 2023: Er wurde wegen folgender Aussage in seiner Rede zum 81. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion verurteilt:

Nie wieder dürfen wir als Deutsche an einem Krieg gegen Russland in irgendeiner Form beteiligt sein. Wir müssen uns zusammenschließen und uns diesem Irrsinn gemeinsam entgegenstellen.“ Weiter plädiert er, „offen und ehrlich zu versuchen, die russischen Gründe für die militärische Sonderoperation in der Ukraine zu verstehen und warum die überwiegende Mehrheit der Menschen in Russland die Regierung und ihren Präsidenten Wladimir Putin darin unterstützen“. Er wolle und könne „die Sichtweise in Russland und die des russischen Präsidenten sehr gut nachvollziehen. Ich hege kein Misstrauen gegen Russland, denn der Verzicht auf Rache gegen Deutsche und Deutschland bestimmte seit 1945 die sowjetische und danach die russische Politik.“[8]

Heiner Bücker wurde auf Grundlage des §140 StGB in Verbindung mit §138 Abs. 1 Nr. 5 StGB zu einer Geldstrafe in Höhe von 2.000 Euro – ersatzweise auch 40 Tage Haft – plus Übernahme der Verfahrenskosten verurteilt. Das Gericht zeigte sich bei der Verhandlung als ein explizit politisches Gericht, indem es Bücker vorwarf, „dem völkerrechtswidrigen Überfall Russlands auf die Ukraine, um dessen Rechtswidrigkeit Sie wussten, zugestimmt und damit das in Paragraph 138 Absatz 1 Nummer 5 angeführte ‚Verbrechen der Aggression (Paragraph 13 des Völkerstrafgesetzbuches)‘ gebilligt zu haben, in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.“[9]

Erklärung der VR Donezk und Lugansk als „Terrororganisationen“: Haftbefehle und strafrechtliche Verfolgungen nach §129 a/b wegen humanitärer Hilfe für den Donbass

Ende Mai diesen Jahres gab es bei Mitgliedern des humanitären Vereins Friedensbrücke-Kriegsopferhilfe e.V. Hausdurchsuchungen und Haftbefehle im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachts auf §129 a (Bildung einer terroristischen Vereinigung) und §129 b (Kriminelle und terroristische Organisation im Ausland, Einziehung). In einem gesonderten Verfahren der Generalbundesanwaltschaft in Dresden gab es fast gleichzeitig eine Hausdurchsuchung in Dresden. Ralf Hohmann berichtet in der UZ, dass das Bundesjustizministerium dafür eine sogenannte Verfolgungsermächtigung erstellt habe, die zur Verfolgung von Straftaten gemäß §129 StGB notwendig ist. Die Mitglieder von Friedensbrücke hätten laut Generalbundesanwalt durch Hilfslieferungen und Spendenaktionen zwischen 2015 und 2022 die Volksrepubliken Donezk und Lugansk in illegaler Weise unterstützt. In illegaler Weise, weil es unter anderem um Maschinenöl ging, das als Dual-Use-Gut generell auch für Militärfahrzeuge nutzbar sei. Hohmann merkt an, dass sich mit dieser Logik auch denken ließe, dass Lebensmittel, Spendengelder, Nähmaschinen, Krankenrollstühle und Ähnliches von einer „Terrororganisation“ durchaus zweckentfremdet werden können.[10] Wie wir weiter unten sehen werden, braucht es diese „Dual-Use“-Argumentation aus Sicht der Verfolgungsbehörden allerdings nicht zwingend.

Wie kommt es zur Einstufung der Volksrepubliken als „Terrororganisationen“, wenn sie doch 2015 noch in den Minsker Vereinbarungen von den westlichen Staaten als Verhandlungspartner und damit als völkerrechtliche Subjekte anerkannt wurden?

Dies erklärt der Ermittlungsbefehl des Generalbundesanwalts für die Hausdurchsuchung in Dresden, der dem Autor vorliegt. Laut diesem Papier seien die Volksrepubliken keine staatlichen Entitäten, sondern hätten sich selbst und ohne völkerrechtliche Anerkennung deklariert. Die Gründung sei eine Reaktion einiger separatistischer „Rädelsführer“ auf die Nichtunterzeichnung des EU-Assoziierungsabkommens der Janukowitsch-Regierung im Jahre 2014. Ihr Kampf gegen die ukrainische Armee wird als ein Kampf weniger separatistisch, antiukrainisch eingestellter Rädelsführer dargestellt, die wegen ihrer bloßen Ablehnung der Kiewer Politik in den Kampf gingen. In ihren Kampfverbänden hätten anarchische Zustände geherrscht, einzelne Kampfverbände seien nicht koordiniert gewesen und ihr Kampf gegen die ukrainische Armee sei mit Plünderungen verbunden gewesen. Sie seien personell aus „gescheiterten Existenzen und Hooligans“ zusammengesetzt und hätten Zivilisten getötet, Massenexekutionen organisiert und sexuelle Gewalt verübt. Sie hätten im Laufe dieser Kämpfe quasi-staatliche Strukturen geschaffen, die de facto ein diktatorisches System ohne funktionierendes, unabhängiges Rechtssystem darstellen. All diese Aussagen werden auf Grundlage einzelner, willkürlich ausgewählter Online-Artikel, der Landeszentrale für politische Bildung sowie eines Buchs von Andreas Heinemann-Gründer zur Entstehungsgeschichte der bewaffneten Einheiten der VR vorgenommen.

Aus dieser kurzen historischen „Darlegung“ wird dann die Begründung für die Einstufung der VR als „Terrororganisationen“ geschlussfolgert: Die Volksrepubliken seien mit den gleichen Kriterien als solche einzustufen wie der Islamische Staat (IS). Beide seien Organisationen, die über ein bestimmtes Territorium Herrschaft ausübten und quasi-staatliche Strukturen aufbauten. Die dargelegte Entstehungsgeschichte der VRL lasse darauf schließen, dass sie eindeutig Personenvereinigungen seien, deren Zwecke oder Tätigkeiten darauf gerichtet sind, Mord oder Totschlag zu begehen.

Weiter wird sich im Dokument dann konkret mit der Frage der Anerkennung der VR als völkerrechtliches Subjekt befasst. Zunächst wird auf die Durchführungsverordnung der EU 810/2014 vom 25. Juli 2014 verwiesen, die die VR als eine Vereinigung bewertet, die die territoriale Unversehrtheit, Souveränität und Unabhängigkeit der Ukraine untergraben. Den Widerspruch, dass die Vertreter der VR in den Minsker Verhandlungen von 2015 bereits als Verhandlungspartner und damit als völkerrechtliche Subjekte anerkannt wurden, „löst“ der Text so auf: Bei den Verhandlungen ging es nicht um die Zuerkennung von Eigenstaatlichkeit im Sinne einer territorialen Unabhängigkeit, sondern nur um begrenzte Autonomie für die russischstämmige Bevölkerung und die Beendigung der Kampfhandlungen im Donbass:

Wenngleich mit Vertretern der VRL auch auf internationaler Ebene Verhandlungen mit dem Ziel geführt wurden, die kriegerischen Auseinandersetzungen im Osten der Ukraine zu beenden, war mit der Anerkennung der VRL als Verhandlungspartner jedoch nicht die völkerrechtliche Anerkennung als Verhandlungspartner verbunden. Dies gilt umso mehr, als es bei den Verhandlungen nicht um die Zuerkennung der Eigenstaatlichkeit im Sinne einer territorialen Unabhängigkeit, sondern um die Beendigung von Kampfhandlungen und die Einräumung begrenzter Autonomie für die russischstämmige Bevölkerung in der Ukraine ging.“

Zuletzt weist der Ermittlungsbefehl darauf hin, dass es aus Sicht des Generalbundesanwalts nicht von Belang sei, ob die Hilfslieferungen an die bewaffneten Kräfte der VR oder die Zivilbevölkerung gingen, denn „auch die Weiterverteilung von Hilfsgütern an die Bewohner im Donbass hätte zu einer Stärkung des Rückhalts der Vereinigung in der Bevölkerung beigetragen, sodass die Lieferung durch den Beschuldigten und seine Begleiter auch in diesem Fall für die Vereinigung objektiv nützlich gewesen wäre“. Jegliche Lieferung von Hilfsgütern, seien es Windeln, Zahnbürsten oder Duschgel, erfüllt für den Generalbundesanwalt damit den Tatbestand der „Terrorunterstützung“. Weiter gedacht rechtfertigt diese Auffassung auch genozidale Handlungen, wie sie von der ukrainischen Armee seit 2015 gegen die Zivilbevölkerung im Donbass vollzogen werden: Wenn die Zivilbevölkerung in ihrer Gesamtheit als „Terrorunterstützer“ angesehen wird, ist es auch gerechtfertigt, sie massenhaft zu massakrieren. Dieselbe Logik sehen wir auch im Gazastreifen, wo jedes zivile Mitglied der Hamas oder auch nur jeder Mann als „Terrorist“ abgestempelt und wortwörtlich zum Abschuss freigegeben ist. Diese faschistoide Rechtsauffassung der ukrainischen Regierung gegenüber den Menschen in den Volksrepubliken wird hier vom deutschen Strafrecht aufgenommen.

RT weist zu Recht darauf hin, dass diese Rechtsauffassung dem Kriegsvölkerrecht widerspricht, das in einem bewaffneten Konflikt zwischen Kombattanten und Nichtkombattanten unterscheidet. Dies entspricht der Genfer Konvention, die auch die Bundesregierung unterzeichnet hat, deren Justizminister die Ermittlungen gebilligt haben muss. Zweifelsfrei entspringt der Ermittlungsbefehl dem außenpolitischen Interesse der Bundesregierung und nicht einer Rechtsauffassung, die dem Kriegsvölkerrecht entspricht:

Das erinnert nicht nur an Kunstgriffe, die Israel derzeit gerne verwendet, um den Genozid an den Palästinensern zu kaschieren. Das wirft auch ernsthafte Zweifel bezüglich der Haltung der Bundesregierung zum Kriegsvölkerrecht auf – schließlich ergeht die Verfolgungsermächtigung direkt aus der Regierung; die gedankliche Linie, die aus humanitärer Hilfe eine “Stärkung der Milizionäre in ihrem Entschluss” macht, dürfte kaum auf dem Mist des Ermittlungsrichters gewachsen sein, weil sie notwendige Voraussetzung für die Ermittlung überhaupt ist. Nicht zu vergessen, dass der Generalbundesanwalt der Weisung des Justizministers unterliegt, es also ohne dessen Billigung gar keine Ermittlungen gäbe.

Was hier vorgeführt wird, in Gestalt der Stilisierung humanitärer Hilfe zum “Terrorismus”, ist also unzweifelhaft eine Rechtsposition der Bundesregierung. Die müsste aber, da Deutschland diese Abkommen ratifiziert hat, an die Genfer Konventionen gebunden sein, einschließlich der Konvention IV zum Schutz der Zivilbevölkerung. Diese Konventionen kennen aber nur Kombattanten und Nichtkombattanten und fordern, letztere so weit irgend möglich zu schützen. Eine Konstruktion wie “den Entschluss stärken” (den Entschluss der Kombattanten, weiterzukämpfen, Anm. AK) ist in diesem Zusammenhang unbekannt und begibt sich, durch die Aufweichung der entscheidenden Trennlinie, in direkten Widerspruch mit dem internationalen Recht.”[11]

Ralf Hohmann weist auf die dramatische Entwicklung hin, dass im Deutschland der Zeitenwende das Justizministerium rückwirkend per Dekret die Strafverfolgung auslöst für Handlungen, von denen vor zehn Jahren niemand ahnen konnte, dass sie einmal strafbar werden. Die Rechtsaufassung, dass die VRL und VRD „terroristische Organisationen“ seien, habe nur Deutschland:

Mit dieser Einschätzung ist Deutschland – wie so oft – allein auf weiter Flur. Weder die USA noch andere NATO-Staaten haben die DVR oder die LVR bislang auf die Liste der Terrororganisationen gesetzt. Der Internationale Gerichtshof (IGH) hat in seinem Urteil vom 31. Januar 2024 (Verfahren: Ukraine gegen Russische Föderation) klargestellt, dass weder die DVR noch LVR als terroristische Organisationen eingeschätzt werden dürfen. Ein paar Wochen nach dieser Entscheidung formulierte die Bundesanwaltschaft zum ersten Mal die konträre Position: Mitte April 2024 war in deren Presseerklärung zu lesen, „die deutsch-russischen Staatsangehörigen Dieter S. und Alexander J.“ seien wegen „Mitgliedschaft in der ausländischen terroristischen Vereinigung Volksrepublik Donezk (VRD)“ festgenommen worden.“[12]

Hohmann führt weiter aus, dass sich mit einer solchen Verfolgungsermächtigung in Zukunft alle Zweifelsfragen der deutschen Justiz je nach außenpolitischen Interessen lösen lassen. Die Zeit sei vorbei, als man sich auf das Grundgesetz verlassen konnte. In Artikel 103 Absatz 2 Grundgesetz heiße es nämlich, dass eine Tat nur bestraft werden kann, wenn die Strafbarkeit bereits gesetzlich bestimmt war, bevor die Tat begangen wurde. Wie der Fall Friedensbrücke lehrt, könne heutzutage das Justizministerium per Dekret rückwirkend die Strafverfolgung für Handlungen in den Jahren 2015 bis 2022 auslösen, von denen vor zehn Jahren niemand ahnen konnten, dass sie einmal strafbar sein könnten.

Schlussfolgerungen und Ausblick

2022 wurde in der Friedensbewegung von einer Ausweitung der Gesinnungsjustiz gesprochen. Heute, 2025, ist es berechtigt, zu sagen: Das Strafrecht in Deutschland bewegt sich in Richtung Kriegsrecht. Dessen Grundsatz lautet: „Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns“. Das gilt auch für die Personensanktionspraxis der EU gegen eigene Bürger. Diese Entwicklung begann mit der Ausweitung der Anwendung der §§130 und 140 StGB gegen politische Meinungsäußerungen und findet seinen vorläufigen Höhepunkt nun in den EU-Personensanktionen (v. a. der Fall red.media) und Strafverfahren wegen „Terrorunterstützung“ bei humanitärer Hilfe.

Eine weitere Schlussfolgerung ist, dass diese politisch motivierten Strafverfahren immer häufiger auf Grundlage eines bestimmten historischen Narrativs geführt werden – nämlich dem, welches auf die bezweckte Urteilsbegründung passt. Das zeigt der Ermittlungsbeschluss aus Dresden deutlich, der die Einstufung der Volksrepubliken als „Terrororganisationen“ auf Grundlage einzelner, willkürlich ausgewählter Online-Artikel, der Landeszentrale für politische Bildung sowie eines Buchs vornimmt. In Zukunft wird es deshalb wichtig sein, sich gegen solche Angriffe auf demokratische Rechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit zur Wehr zu setzen. Dafür muss sich, auch juristisch, gegen die zunehmende Willkür der deutschen Strafverfolgungsbehörden verteidigt werden.


[«1] stern.de/politik/alina-lipp-und-thomas-roeper–eu-verhaengt-sanktionen-gegen-deutsche-35741804.html, letzter Aufruf 16.6.2025
[«2] thered.stream/eu-sanctions-red-media-founder-for-covering-germanys-pro-palestine-crackdown/, letzter Aufruf 12.6.2025.
[«3] Ebd.
[«4] Volonter rasskazala, to podderživajuščie SVO nemcy vynuždeny èmigrirovatʹ v RF. TASS. 21 ijunja 2024 g. (tass.ru/obschestvo/21166377, letzter Aufruf 11.6.25.)
[«5] V Germanii na alsja sudebnyj process nad Elenoj Kolbasnikovoj, obvinjaemoj v propagande vojny. Fond podderžki i zaščity prav soote
estvennikov, proživajuščich za rubežom. 10 marta 2023 g. (pravfond.ru/press-tsentr/v-germanii-nachalsya-sudebnyy-protsess-nad-rossiyankoy-elenoy-kolbasnikovoy-obvinyaemoy-v-propagande/?sphrase_id=3344;V Germanii proveli obysk u organizatora krupnych prorossijskich akcij. RIA Novosti 27 marta 2023 g. ria.ru/20230327/obysk-1861092501.html; V Germanii oštrafovali prorossijskuju aktivistku. Lenta.RU. 7 ijunja 2023 g. lenta.ru/news/2023/06/07/germany/; Sud Kelʹna vynes prigovor prorossijskoj aktivistke Elene Kolbasnikovoj. Fond podderžki i zaščity prav soote
estvennikov, proživajuščich za rubežom. 7 ijunja 2023 g. pravfond.ru/press-tsentr/sud-kyelna-vynes-prigovor-prorossiyskoy-aktivistke-elene-kolbasnikovoy/?sphrase_id=3344, alle letzter Aufruf 12.6.2025.)MSRS i MARA prinjali Zajavlenie v svjazi s ugolovnym presledovaniem v Germanii graždanki FRG Eleny Kolbasnikovoj. Meždunarodnyj sovet rossijskich soote
estvennikov. 8 ijunja 2023 g. (msrs.ru/news-orb/item/609-2023-047, letzter Aufruf 12.6.2025.)
[«6] bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-916934, letzter Aufruf 16.6.2025.
[«7] jungewelt.de/artikel/437430.justiz-und-grundrechte-enger-meinungskorridor.html, letzter Aufruf 16.6.2025.
[«8] dkp-berlin.info/8-berlin/1082-solidaritaet-mit-heinrich-buecker (letzter Aufruf 13.6.2025)
[«9] kommunistische-organisation.de/stellungnahmen/solidaritaet-mit-heiner-buecker-kampf-dem-geschichtsrevisionismus/#_ftn2 (letzter Aufruf 12.6.2025)
[«10] unsere-zeit.de/alles-terror-oder-was-4804000/, letzter Aufruf 11.6.2025.
[«11] freedert.online/meinung/246209-verfahren-gegen-friedensbruecke-bundesregierung-und/, letzter Aufruf 12.6.2025.
[«12] unsere-zeit.de/alles-terror-oder-was-4804000/, letzter Aufruf 12.6.2025


Rubriken: Erosion der Demokratie Innen- und Gesellschaftspolitik Kampagnen/Tarnworte/Neusprech


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30.07.2025

Mit Trump ins Mittelalter – Deal für Waffen und teure Energie

freedert.online, 29 Juli 2025 20:59 Uhr, Von Uli Gellermann

Wird die Vergangenheit wieder Zukunft? Die Kapitulation, die der US-Präsident in seinem schottischen Golf-Anwesen – außerhalb der EU gelegen – von EU-Chefin Ursula von der Leyen entgegennehmen konnte, steht für politischen und ökonomischen, aber auch intellektuellen und moralischen Verfall. Verarmung und Krieg stehen am Horizont.


Quelle: Gettyimages.ru © Andrew Harnik/Getty Images


US-Präsident Donald Trump beim Pressegespräch mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im "Trump Turnberry Golf Club" am 27. Juli 2025 in Turnberry, Schottland


Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) war zum Beispiel das deutsche Zollgebiet in ca. 1.240 Einzelgebiete zersplittert. Brückenzölle, Straßenzölle und Hafenzölle finanzierten die Höfe der kleinen Könige; Handel wurde nicht als Mittel guter Volkswirtschaft verstanden, sondern glich eher der Wegelagerei. In diese Zeiten will das Trump-Regime die Welt zurückführen.


Orbán zum Zoll-Deal: "Trump hat von der Leyen zum Frühstück verspeist"



Orbán zum Zoll-Deal: "Trump hat von der Leyen zum Frühstück verspeist"






Wegelagerer Trump

Der Wegelagerer Trump will andere Nationen aber nicht nur mit Zöllen überziehen. Er will, gestützt auf die militärische Macht der USA, den Europäern das umweltschädliche und teure LNG-Gas verkaufen, um die preiswerte russische Energie abzulösen. Zudem sollen die Staaten der EU ein milliardenschweres Rüstungspaket von den USA kaufen: Das soll Extraprofite bringen, die Russen bedrohen und die Kriegsgefahr erhöhen. Die korrupte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen spricht hier von "Planungssicherheit". Irrer geht immer.

Geburtstagsbrief von Trump an Epstein

Trump & Co. wollen Europa in einen Dauerkriegszustand führen, der neben gigantischen Profiten die Führerschaft der USA stabilisieren soll und zu einer Art Glaubenskrieg ausarten wird: Der Bürger soll an Trump als den Herrn der Welt glauben und sich entsprechend gefügig verhalten. In einem Interview mit dem Sender NBC erklärte Trump, dass er nicht wisse, ob er sich an die US-Verfassung halten müsse. Was Trump sicher wissen müsste, wie nahe er dem Sexverbrecher Jeffrey Epstein gestanden hat: Es gibt einen persönlichen Geburtstagsbrief von Trump an Epstein, von dem Trump natürlich behauptet, seine Unterschrift sei gefälscht.

Trump zum Schutz der öffentlichen Ordnung wegsperren

Trump gehört zu jenen US-Eliten, die sich im Ergebnis der eigenen Milliarden und der Milliarden Dollar ihrer Freunde für gottgleich halten. In seiner Maßlosigkeit glaubt er, dass sein "Ultimatum" zur Beendigung der Kriegshandlungen in der Ukraine führen werde. Auch den Obdachlosen im Park vor dem Weißen Haus will er ein Ultimatum stellen: Gehen sie nicht freiwillig, will er sie "sofort entfernen lassen". In zivilisierten Gesellschaften würden durchgeknallte Typen wie Trump zum Schutz der öffentlichen Ordnung weggesperrt; in den USA werden sie Präsident.


"Spiel der Ultimaten" – Trump verkürzt Frist für Waffenruhe in der Ukraine



"Spiel der Ultimaten" – Trump verkürzt Frist für Waffenruhe in der Ukraine






Krieg gegen Russland erwägen

Es sind servile EU-Politiker wie Starmer oder von der Leyen, die sich von den USA instrumentalisieren lassen und auf deren Geheiß einen eigenen Krieg gegen Russland erwägen: Notfalls auch ohne die USA. Offenkundig ist der Trumpsche Größenwahn ansteckend. In diesen Zeiten ist die Vernunft nur noch in Russland zu Hause. Die Westeuropäer wären gut beraten, wenn sie sich von den USA lösen würden. Um die Reste der Zivilisation vor dem Untergang des Kontinents zu sichern.

Uli Gellermann ist Filmemacher und Journalist. Seine Erfahrungen mit den öffentlich-rechtlichen Sendern begründen seine Medienkritik. Er ist Betreiber der Internetseite Rationalgalerie.

Der Beitrag wurde zuerst am 29. Juli 2025 auf www.rationalgalerie.de veröffentlicht.


Mehr zum Thema – Europa unterwirft sich Washington und bekommt im Gegenzug – nichts


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Video https://rumble.com/v6wskm6-die-macht-des-westens-schpferische-kraft-oder-bedrohung-fr-die-welt.html Dauer 23:59 Min.


RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://freedert.online/meinung/251901-mit-trump-ins-mittelalter-deal-fuer-waffen-und-teure-energie/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres: 




Orbán zum Zoll-Deal: "Trump hat von der Leyen zum Frühstück verspeist"


freedert.online, 29 Juli 2025 13:19 Uhr

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat sich am Montag, dem 28. Juli 2025, in Budapest in einem Interview zum Handelsabkommen zwischen der EU und den USA geäußert. Orbán sagte, es sei offensichtlich, dass es sich nicht um ein Abkommen handele.


"Es ist kein Abkommen zwischen [US-]Präsident Donald Trump und [EU-Komissionspräsidentin] Ursula von der Leyen, sondern Donald Trump hat Ursula von der Leyen zum Frühstück verspeist (…)" Er fügte hinzu, dass die Briten ein wesentlich besseres Abkommen mit den USA geschlossen hätten.

Zudem warf Orbán die Frage auf, woher die Gelder für die angekündigten Investments in den USA stammen sollten. "Hinzu kommt das Problem, dass den Europäern Hunderte Milliarden Euro an Geldern entzogen werden und in die USA fließen. Doch von wem genau? Die EU-Kommission hat keine Gelder. In wessen Namen hat sie unterschrieben?

Ungarns Ministerpräsident äußerte sich auch zum Waffendeal: "Die andere Sache ist, dass wir Waffen kaufen werden. Für Hunderte Milliarden Dollar. Aber wer? Die EU-Kommission hat keine Mittel. Wer wird das kaufen?"


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://freedert.online/kurzclips/video/251903-orban-zum-zoll-deal-trump/


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30.07.2025

Drei (schlechte) Gründe für die Kapitulation vor Trump

lostineu.eu, 30. Juli 2025

Warum hat die EU vor US-Präsident Trump kapituliert und einen einseitigen und inkonsistenten Handels-Deal geschlossen?

Halten wir erst einmal fest, dass sich dieses Ergebnis lange abgezeichnet hat. Es ist alles andere als eine Überraschung – auch wenn die Mainstream-Medien einen anderen Eindruck erwecken.

Schon als EU-Kommissionschefin von der Leyen die bereits beschlossenen europäischen Gegenmaßnahmen zu Trumps Stahlzöllen sang-und klanglos abgeblasen hat, war klar, dass sie nicht kämpfen wollte.

Das war im April. Kurz danach schlug VdL auch das Angebot Chinas aus, gemeinsam Gegenwehr zu leisten. Damit stand die EU international  allein, der viel beschworene Multilateralismus war beerdigt.

Als die EU-Spitze dann auch noch einwilligte, US-Unternehmen von der globalen Mindeststeuer auszunehmen und auf eine Digitalsteuer zu verzichten, war klar, dass Trump in EUropa leichtes Spiel haben würde.

Ich habe damals mehrere Beiträge über die “Kapitulation auf Raten” veröffentlicht, sie stehen hier und hier. Ich habe auch auf die fatale Rolle des industriehörigen deutschen Kanzlers Merz hingewiesen.

Zu Recht, denn Merz hat am Ende den Ausschlag gegeben. Von der Leyen hielt zu ihrem Parteifreund und stellte sich gegen ihren Handelskommissar Sefcocivs, der zumindest symbolische Gegenzölle verhängen wollte.

Was waren nun die entscheidenden Motive? Ich sehe im Wesentlichen drei:

  • Die Angst vor einem Handelskrieg. Mit dem Deal habe man einen gefährlichen Handelskrieg verhindert, heißt es in Brüssel. Allerdings ist dieser Krieg längst da, Trump hat ihn schon in seiner ersten Amtszeit eröffnet und nie beendet, wie die fortgesetzten Stahlzölle zeigen. “We won the trade war“, erklärte Trump denn auch, nachdem die EU kapituliert hatte. Das war allerdings nur die erste Schlacht, weitere dürften bald folgen – man denke nur an China!
  • Die Angst vor Russland. Sie spielte zwar offiziell keine Rolle, unterschwellig aber sehr wohl, wie sogar Sefcovic eingeräumt hat. Die paranoide Angst vor Russland, die die EU-Chefs selbst schüren, hat sie gelähmt und erpressbar gemacht. Trump hat dies genutzt, um Schutzgeld zu erpressen – erst in der Nato (das Fünf Prozent Ziel), dann in der EU. Allerdings werden wir durch die Milliarden-Zahlungen weder sicherer noch unabhängiger – ganz im Gegenteil!
  • Die deutsche Exportabhängigkeit, auch und gerade von den USA. Kein Land ist wirtschaftlich so abhängig von den USA – und vom Export – wie Deutschland. Da Deutschland zugleich das wichtigste EU-Land ist, konnte Trump hier den Hebel ansetzen. Und da Merz unerfahren und industriehörig ist, hat er keinen nennenswerten Widerstand geleistet…

Dies sind die wesentlichen Gründe, die die EU in die Niederlage geführt haben – und das ausgerechnet in ihrem wichtigsten und exklusiven Politikfeld, der Handelspolitik. Aus meiner Sicht sind es allerdings schlechte Gründe.

Mit einem anderen Kanzler, einer anderen Kommissionschefin und einer anderen Strategie hätte die EU mehr herausholen können. Das gilt auch für Deutschland, das nun zu den großen Verlierern gehört, wie sogar Merz einräumt

Siehe auch Merz führt Europa in eine fatale Abhängigkeit von Trump. Mehr zum Handelskrieg hier

‹ Sommerserie: Letzte Chance für Brüssel – und für Berlin

10 Comments

  1. Niko
    30. Juli 2025 @ 10:54

    So langsam sollte man dringend prüfen, ob man noch auf der richtigen Seite steht. Wer ist tatsächlich unser Feind und wer ist unser Freund? Wer bricht inzwischen alle internationalen Regeln und verachtet die internationalen Organisationen und Gerichte und spielt sich als Imperialist auf?

Antworten

  • Guido B.
    30. Juli 2025 @ 10:37

    Nennt man auch Appeasement-Politik.

    (Kollektive Unterwürfigkeit gegenüber einem rücksichtslosen raffgierigen Diktator.)

    Antworten

  • Stef
    30. Juli 2025 @ 10:35

    Es sollte differenziert werden: Der 15 %ige allgemeine Zollsatz war absehbar und er ist angesichts der deutschen Exportobsession verständlich. Dieses Problem können wir in Europa nur adressieren, wenn diese Exportfixierung endet. Das zeichnet sich hierzulande aber nicht ab. Von daher ist das nur der Anfang.

    Überraschender und schlimmer finde ich die exorbitanten Geldgeschenke in Höhe von mehr als 1,3 Billionen Euro. Dieses Geld fehlt für Investionen in eine bessere europäische Unabhängikeit und Prosperität. Diese pauschale Zusage führt jedwede Preisverhandlung ad absurdum. So wie sie Trump versteht, gibt es dabei auch keinen echten Zusammenhang zu etwaigen Gegenleistungen wie Gasmengen oder Rüstungsmaterial. Die Gelder müssen fließen, komme was wolle. Und wenn die EU meint, dies anders sehen zu wollen als der POTUS, wird Trump eben nachverhandeln. Was bei einer geübten Vasallenregierung Makre vdL zu absehbar positiven Ergebnissen führt, jedenfalls aus US-Sicht.

    Und niemand muss erwarten, dass sich die EU mit China gegen die USA stellen. Das wäre ebenso töricht wie dieser „Deal“. Es würde reichen, dass die EU die eigenen Interessen nach besserer Unabhängigkeit konsistent definiert und priorisiert. Damit könnte man China und die USA ein stückweit gegeneinander ausspielen. Man müsste es sich aber zumindest mit China nicht auf Befehl aus den USA verscherzen. Denn Europa droht ja nicht seine Vormachtstellung im Pazifik an China zu verlieren, das sind nur die USA.

    Antworten

    • Karl
      30. Juli 2025 @ 11:18

      @Stef: Konsequenterweise müssten Sie fordern, dass die übergroße Autoindustrie in Deutschland kontrolliert runtergefahren wird, statt sich bei den USA als ohnmächtig kriechender Vasall aufzuführen.
      Und die X x 800 Milliarden (Schattenhaushalte) müssen dann als Geld zur Bewältigung des nötigen Wirtschafts- und Infrastrukturausbau ausgegeben werden (Binnenmarktorientierung, Bau bezahlbarer Mietwohnungen, Qualifikationsoffensiven auf dem Arbeitsmarkt) anstatt es völlig unproduktiv für Rüstung zu verbrennen und dem Militär-Industriellen Komplex und seinen Bläckrocker-Aktionären in den Rachen zu schaufeln:
      Israels Waffen im Gaza stammen zu 40% aus Deutschland.
      Sind Sie so konsequent?

      Antworten

  • Michael Conrad
    30. Juli 2025 @ 10:17

    Danke Donald, dass du uns von unseren Utopien geheilt und von unseren Illusionen befreit hast. Wir können jetzt in Ruhe der Verwaltung unseres Niedergangs zusehen.
    Vielleicht auf einem deiner Golfplätze .
    Die Zukunft gehört den Haien und nicht den Karpfen.

    Antworten

  • Helmut Höft
    30. Juli 2025 @ 10:02

    Das Trio-Infernal: Ursula Gertrud („Röschen“), Joachim-Friedrich Martin Josef („der Mopedrocker aus dem Sauerland“) und die deutsche Krankheit Exportismus! Die aktuell größte Tat des Trios: Selbstmord aus Angst vor dem Tod – man könnte auch sagen, aus Angst vor der Realität, vor der Konsequenz.

    … fatale Rolle des industriehörigen deutschen Kanzlers … industriehörig, Treffer – exportindustriehörig wäre ein Volltreffer (was ist eigentlich mit der „Dienstleistungsbilanz“ öh?). Wettbewerb der Volkswirtschaften, immer ein ungleicher Wettbewerb, aber deshalb kooperieren? NÖ!Wettbewerb ist nur etwas für Fans auf dem Sportplatz (Wettbewerb der Nationen, der „Rassen“, der Religionen, der Systeme, der Ideologien … wie bleiben die Menschen, die Familien? – „Wettbewerb ist gut – Teil 3 … und was dabei rauskommt: Kollateralschaden für alle!“ https://www.hhoeft.de/mythos/index.php/2020/06/05/wettbewerb-ist-gut-teil-3-und-was-dabei-rauskommt-kollateralschaden-fuer-alle/ Teil 3)

    „Why Flattering Donald Trump Could Be Dangerous“ Dieser Beitrag argumentiert, dass Außenstehende nicht gut beraten sind, sich auf das unter Trump zur neuen Normalität gewordene Kriechen und Krawallen einzulassen, und beschreibt einige aktuelle eklatante Beispiele für Speichelleckerei. https://www.nakedcapitalism.com/2025/06/why-flattering-donald-trump-could-be-dangerous.html

    Antworten

  • Ute Plass
    30. Juli 2025 @ 09:35

    Heiner Flassbeck:
    “ Wer sich wundert, dass Europa scheitert, muss nicht die großen Ereignisse der Weltgeschichte bemühen, ein Blick auf das Personal reicht vollkommen aus. “

    https://www.relevante-oekonomik.com/2025/07/29/wenn-die-unfairen-die-unfairness-beklagen/

    Antworten

  • Guido B.
    30. Juli 2025 @ 08:41

    Wenn sich die USA mit protektionistischen Maßnahmen auf Kosten der „Verbündeten“ bereichern, ist das in Ordnung. Wirtschaftskrieg unter Freunden – kein Problem.
    Wenn China protektionistische Maßnahmen ergreift, um souverän zu bleiben und neue Märkte zu erobern, ist es ein Verbrechen.
    Europa darf verarmen, aber China nicht reicher werden.
    Und Russland muss zerfallen.
    Das ist die imperialistische Agenda der USA, die von seinen Vasallen mitgetragen wird.
    Es ist ein Verrat an den westlichen Werten und an der Demokratie.
    Es ist Kapitalismus auf Steroiden.
    Vor unseren Augen wird die sog. „westliche Wertegemeinschaft“ einem launischen Kapitalistenmonster zum Fraß vorgeworfen.
    Niemand rebelliert.
    Niemand geht auf die Barrikaden.
    Wird das launische Kapitalistenmonster vor einem Atomkrieg halt machen?
    Wir werden bald erleben, dass die NATO Russland zerstören wird.
    Das Inferno in Russland ist die Kirsche auf dem Scheißhaufen des amerikanischen Kapitalistenmonsters.
    Wer einen Wirtschaftskrieg gegen die eigenen Verbündeten führt, führt auch einen Atomkrieg gegen die eigenen Verbündeten.
    Der deutschstämmige Donald J. Trump ist der Untergang der westlichen Zivilisation.

    Antworten

  • bruno neurath
    30. Juli 2025 @ 08:37

    Es wäre allerdings naiv, zu erwarten, die EU (mit welcher Person auch immer an der Spitze) würde sich zusammen mit China gegen die USA stellen.

    Antworten

  • european
    30. Juli 2025 @ 08:30

    Vielleicht sollte man die Textmessages der EUCO Präsidentin im Auge behalten, um herauszufinden, was sonst noch so vereinbart wurde, die Bürger aber nicht wissen sollen. Es könnten z.B. noch weitere Vereinbarungen bezüglich der Rolle der USA im Ukrainekonflikt getroffen worden sein um diesen Krieg weiter am Leben zu erhalten.

    Kann sein, kann nicht sein. Man traut ihr eben alles zu, was den Europäern schaden könnte.



  • Info: https://lostineu.eu/drei-schlechte-gruende-fuer-die-kapitulation-vor-trump/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.07.2025

    Debatte
    Was gegen den Deal der EU mit Trump spricht – und was dafür

    makronom.de, ca. vom 29. Juli 2025

    Am letzten Sonntag haben EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und US-Präsident eine Einigung im Handelskonflikt verkündet. Der Kompromiss sieht einen Basiszoll von 15% auf die allermeisten Warenexporte aus der EU in die USA vor.

    Allerdings gibt es einige Ausnahmen. Europäische Stahl- und Aluminiumimporte werden weiterhin mit einem 50%-Zoll belegt. Ein gegenseitiger 0%-Satz gilt für bestimmte Produktkategorien wie Flugzeuge und Flugzeugteile, bestimmte Chemikalien, einige landwirtschaftliche Erzeugnisse sowie verschiedene Rohstoffe und kritische Mineralien. Über einige kleinere Produktkategorien wie Wein und Spirituosen soll in weiteren Verhandlungen entschieden werden.

    Darüber hinaus verpflichtet sich die EU, in den kommenden Jahren Energie (v. a. Erdöl, LNG) im Wert von 750 Milliarden US-Dollar aus den USA zu importieren. Des Weiteren soll die EU zusätzliche 600 Milliarden US-Dollar in den USA investieren, dazu zählen auch Rüstungskäufe. Im Gegenzug wollen die USA nicht-tarifäre Handelshemmnisse abbauen und verschiedene EU-Standards beispielsweise im Automobil- und Agrarbereich anerkennen.

    Im Folgenden listen wir die Argumente auf, die aus Sicht der EU für und gegen den Deal sprechen.


    10 Antwort-Threads


    Durch den Kompromiss wurde ein transatlantischer Handelskrieg abgewendet. Dies erspart der exportorientierten EU-Wirtschaft und damit auch der deutschen Industrie schwerwiegende Schäden. Der vereinbarte 15%-Zoll liegt deutlich unterhalb der angedrohten US-Zölle. Beispielsweise sinkt der Satz auf europäische Fahrzeuge von zuvor 27,5% wieder auf 15%.

    Die meisten Beobachter sind sich einig, dass die höheren Zölle zu niedrigem Handelsvolumen und damit niedrigerem Wachstum in der EU und Deutschland führen werden – allerdings in begrenztem Ausmaß. Sie belasten also die Konjunktur, aber nicht so stark, dass ein Aufschwung komplett abgewürgt wird. Das Yale Budget Lab sieht sogar einen langfristig leicht positiven Effekt auf das EU-BIP, der jedoch nicht aus dem EU-US-Abkommen allein resultiert, sondern aus den globalen Verschiebungen (insbesondere zulasten von China und Kanada), die Trumps Zollpolitik insgesamt verursacht.

    1 AntwortEuropa wurde zur Abnahme amerikanischer Güter gezwungen, was die eigene Industrie und Energiebranche schwächen oder abhängig machen könnte. Die zugesagten 750 Milliarden Dollar an Energiekäufen und 600 Milliarden an Investitionen werden in Europa fehlen. Dieses Kapital hätte im eigenen Binnenmarkt investiert werden können, und stärkt stattdessen nun die US-Wirtschaft – die EU zahlt mit diesen gewaltigen Investitionszusagen faktisch einen Preis für die US-Zollerleichterung.

    4 AntwortenDas Abkommen schafft neue Wettbewerbsverzerrungen innerhalb Europas – je nachdem, welche Branchen zu den Ausnahmen gehören und welche nicht, profitieren und verlieren einzelne Länder höchst unterschiedlich. Besonders hart getroffen wurde die Stahlindustrie. Sollte z. B. Wein nicht von Zöllen ausgenommen werden, träfe dies besonders Winzer in Frankreich, Italien, Spanien hart.

    1 AntwortDer Deal ist zwar kein vollumfängliches Handelsabkommen, schafft aber eine Grundlage für weitere Verhandlungen, ohne dass in der Zwischenzeit der Handel kollabiert. Die EU könnte so zu einem späteren Zeitpunkt niedrigere Zollsätze oder Ausnahmen aushandeln, wenn der öffentliche Fokus nicht mehr so groß ist – gerade wenn Trump nach der ersten für ihn positiven PR womöglich das Interesse an dem Thema verliert.

    1 Antwort


    Info: https://makronom.de/aside/was-gegen-den-deal-der-eu-mit-trump-spricht-und-was-dafuer?utm_source=rss&utm_medium=rss&utm_campaign=was-gegen-den-deal-der-eu-mit-trump-spricht-und-was-dafuer


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.07.2025

    Nachrichten von Pressenza: 3500 Tage in Haft: Freiheit für Milagro Sala

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 30. Juli 2025, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 30.07.2025


    3500 Tage in Haft: Freiheit für Milagro Sala


    3500 Tage nach der Verhaftung der Sozialaktivistin Milagro Sala fordert das Internationale Netzwerk für die Freiheit von Milagro Sala, bestehend aus Bürgern aus Argentinien, Brasilien, Kanada, Spanien, den Vereinigten Staaten, Finnland, Frankreich, Italien, dem Vereinigten Königreich, Schweden und der Schweiz,&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/07/3500-tage-in-haft-freiheit-fuer-milagro-sala/


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    Bogotá: Globaler Schulterschluss gegen Straflosigkeit in Gaza


    „Das Zeitalter der Straflosigkeit ist vorbei.“ Das war die Botschaft aus Bogotá, Kolumbien, wo Regierungen aus dem globalen Süden und darüber hinaus die ehrgeizigsten koordinierten Maßnahmen seit Beginn des völkermörderischen Angriffs Israels auf Gaza vor 21 Monaten ergriffen haben. Die&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/07/bogota-globaler-schulterschluss-gegen-straflosigkeit-in-gaza/


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    Fremde Truppen, fremde Interessen – und wachsender Widerstand


    Ein neuer Bericht der globalen Friedensorganisation World BEYOND War hat festgestellt, dass die Anzahl militärischer Auslandsstützpunkte zunimmt, gleichzeitig aber auch der öffentliche Widerstand gegen sie. Von 1.247 Auslandsstützpunkte weltweit gehören laut neuesten Zählungen 877 den Vereinigten Staaten von Amerika. Die&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/07/fremde-truppen-fremde-interessen-und-wachsender-widerstand/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.07.2025

    Im Interesse der deutschen Kfz-Industrie   EU-Kommission relativiert Zolldeal mit den USA; Washington und Brüssel stellen die Inhalte des Deals unterschiedlich dar. Die Vereinbarung sollte den Interessen der deutschen Kfz-Industrie dienen und wurde von Berlin unterstützt.

    german-foreign-policy.com, 30. Juli 2025

    WASHINGTON/BRÜSSEL/BERLIN (Eigener Bericht) – Die EU-Kommission relativiert den Zolldeal, den ihre Präsidentin Ursula von der Leyen am Sonntag mit US-Präsident Donald Trump geschlossen hat. Es handle sich dabei um eine „politische Vereinbarung“, die „rechtlich nicht bindend“, heißt in einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme der Kommission. Washington und Brüssel haben darüber hinaus jeweils eine Darstellung der angeblichen Inhalte ihres Zolldeals publiziert, die in zentralen Themen deutlich voneinander abweichen. Unbestritten ist, dass der Deal Zölle von 15 Prozent auf die meisten Einfuhren aus der EU in die USA, für US-Ausfuhren hingegen einen zollfreien Zugang zum EU-Markt vorsieht. Bereits am Montag hatten französische Regierungspolitiker erklärt, der Deal laufe auf eine „Unterwerfung“ der EU unter die USA hinaus. Man dürfe ihn nicht widerstandslos hinnehmen, wenn man den Anspruch aufrechterhalten wolle, die EU sei eine „Wirtschaftsmacht“. Die Vereinbarung selbst wurde von der Bundesregierung unterstützt, da sie Interessen der deutschen Kfz-Industrie Rechnung trägt. Die steckt in einer tiefen Krise und kann sich Risiken in ihrem bedeutenden US-Geschäft nicht leisten.


    Zitat: „In den Deal eingeweiht“

    Der Zolldeal mit den USA, dem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Sonntag zugestimmt hat, und ihre überaus defensive Verhandlungsstrategie, aus der der Deal hervorging, sind systematisch von der Bundesregierung unterstützt worden. Frankreich etwa hatte von Anfang an auf ein konfrontativeres Vorgehen gedrungen und gefordert, Gegenzölle zu verhängen sowie mit energischen Schritten gegen US-Internetkonzerne in Europa zu drohen. Deutschland hingegen hatte auf Deeskalation gesetzt. Bundeskanzler Friedrich Merz soll Anfang Juni im Gespräch mit deutschen Wirtschaftsvertretern berichtet haben, er habe bei seinem Besuch im Weißen Haus „Trump die Handelsströme erklärt“ – dass nämlich deutsche Kfz-Hersteller in den USA genauso viele Fahrzeuge für den Export produzierten, wie sie aus Deutschland in die Vereinigten Staaten einführten.[1] Ob Merz ernsthaft meinte, dies könne Trump umstimmen, ist nicht bekannt. Erst Mitte vergangener Woche erklärte sich Merz bei einem Treffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bereit, eine etwas schärfere Gangart einzuschlagen; allerdings heißt es, zu dieser Zeit sei er „längst in den Deal eingeweiht“ gewesen. Deshalb habe er gegenüber Macron ohne weiteres ein angebliches „Entgegenkommen“ heucheln können, ohne damit ein „Risiko“ einzugehen.[2]


    Im Abstieg begriffen

    Die deutsche Position basierte dabei stark auf den Interessen der deutschen Kfz-Industrie, die sich in einer tiefen Krise befindet – nicht zuletzt, weil sie bei der Umstellung auf Elektroautos zu langsam gewesen ist und ihren einst führenden Anteil am bedeutenden chinesischen Markt eingebüßt hat. Bereits im Frühjahr meldeten etwa Mercedes und BMW deutliche Einbußen bei Umsatz und Gewinn; ihre Umsätze sanken im ersten Quartal um 7 respektive 7,8 Prozent, während zugleich ihre Gewinne um 43 respektive 26,4 Prozent einbrachen.[3] Volkswagen wiederum teilte in der vergangenen Woche mit, im ersten Halbjahr 2025 sei der Gewinn, trotz halbwegs stabiler Umsätze, um mehr als 38 Prozent kollabiert; es sei mittlerweile das dritte Minus in einem ersten Halbjahr in Folge.[4] Längst sind umfangreiche Arbeitsplatzkürzungen geplant. So sollen allein bei der Kernmarke des Volkswagen-Konzerns, bei VW, bis 2030 knapp ein Viertel aller rund 130.000 Stellen gestrichen werden.[5] Audi will bis Ende 2029 seine Belegschaft in Deutschland um nahezu 7.500 Personen reduzieren.[6] Berichten zufolge ist auch bei Mercedes ein Abbau von bis zu 20.000 Arbeitsplätzen im Gespräch. Der Kfz-Zulieferer ZF plant die Streichung von bis zu 14.000 Stellen bis zum Jahresende 2028.[7] Die Liste ließe sich verlängern.


    Empfindliche Rückschläge

    In dieser Situation hat die Bundesregierung der Stabilisierung der deutschen Kfz-Industrie Priorität eingeräumt. Die Branche ist hochgradig vom Export abhängig; im vergangenen Jahr wurden 78,2 Prozent aller in Deutschland hergestellten Pkw – in absoluten Zahlen mehr als 3,18 Millionen Fahrzeuge – ins Ausland verkauft.[8] Bereits in den vergangenen Jahren mussten deutsche Produzenten einige empfindliche Rückschläge hinnehmen. So gingen etwa die Kfz-Exporte nach Großbritannien, das einst größter Abnehmer deutscher Fahrzeuge war, zurück – nicht zuletzt, weil die EU dem Land nach dem Brexit zur Vergeltung Schikanen auferlegte. Verkauften deutsche Produzenten im Jahr 2019 noch gut 593.000 Pkw in das Vereinigte Königreich, so waren es 2024 nur noch 390.000. Die Exporte nach China stürzten im vergangenen Jahr um rund 17 Prozent ab; in den ersten fünf Monaten 2025 ging die Ausfuhr von Autos und Autoteilen in die Volksrepublik sogar um rund 36 Prozent zurück.[9] Als Ursache gilt, dass in China zunehmend Elektroautos eigener Marken gekauft werden. Zusätzliche Einbrüche auf ihrem größten Absatzmarkt, den USA, wo 2024 448.000 Pkw aus Deutschland verkauft wurden, kann sich die deutsche Branche nicht leisten. VW zahlte im ersten Halbjahr 2025 1,3 Milliarden Euro, um die US-Zölle in Höhe von bisher 27,5 Prozent nicht an seine US-Kunden weiterzugeben und keine Marktanteile in den USA zu verlieren.[10]


    „Keine Gegenzölle“

    Entsprechend hatte vor allem die deutsche Kfz-Industrie Druck gemacht, keine Gegenzölle gegen die USA zu verhängen. Zum einen hieß es, man dürfe Trump auf keinen Fall zu einer Aufstockung der US-Zölle anstacheln, da sie für die deutsche Branche verheerende Folgen haben könne. Zum anderen wies die Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, darauf hin, dass Gegenzölle auf Einfuhren aus den USA auch Autos träfen, die deutsche Kfz-Konzerne an ihren US-Standorten herstellten und von dort in die EU exportierten. Das seien nicht wenige; rund „zwei Drittel der Autoexporte aus den Vereinigten Staaten in die EU“ stammten „von deutschen Herstellern“, hielt Müller fest.[11] Etwaige EU-Gegenzölle „auf automobile Produkte aus den USA“ würden die deutschen Hersteller „pro Prozentpunkt Zollsatz ... weitere rund 100 Millionen Euro pro Jahr“ kosten. Das sei unbedingt zu vermeiden.


    „Rechtlich nicht bindend“

    Merz hat dem Rechnung getragen – und damit ernste Auseinandersetzungen mit Frankreich ausgelöst. Über den von der EU-Kommission auch noch miserabel verhandelten Deal äußerte Frankreichs Ministerpräsident François Bayrou bereits am Montag, er komme einer „Unterwerfung“ der EU unter die Vereinigten Staaten gleich.[12] Ähnliche Stellungnahmen waren in Paris auch von anderen Regierungsmitgliedern und aus der Opposition zu hören. Außenhandelsminister Laurent Saint-Martin ging ebenfalls am Montag bereits einen Schritt weiter und erklärte, er sei energisch dagegen, es beim Verhandlungsergebnis vom Sonntag zu belassen; sonst könne die EU nicht mehr als eine „Wirtschaftsmacht“ gelten.[13] „Das letzte Wort“ dürfe „noch nicht gesprochen“ sein. Am gestrigen Dienstag schien ein nachträgliches Scheitern der Vereinbarung tatsächlich möglich zu sein. Während Washington angab, von der Leyen habe weitreichende Zugeständnisse etwa bei Lebensmittelstandards sowie in Digitalfragen gemacht, stritt die EU das kategorisch ab.[14] Zudem erklärte die Kommission, „die politische Vereinbarung vom 27. Juli 2025“ sei „rechtlich nicht bindend“; es würden in nächster Zeit noch weitere Verhandlungen geführt.[15] Was das genau bedeuten soll, blieb zunächst unklar.


    Standortverlegung in die USA

    Dabei zeichnet sich ab, dass der Zolldeal vom Sonntag – von Berlin ursprünglich gebilligt, um die deutsche Kfz-Industrie zu unterstützen – geeignet ist, die Verlegung von Kfz-Fabriken aus Deutschland in die Vereinigten Staaten zu fördern. Wie der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research erklärt, könne es im Fall der Realisierung der Vereinbarung lukrativ sein, Volumenmodelle wie die E-Klasse von Mercedes oder die 5er-Reihe von BMW nicht mehr in Deutschland, sondern in den USA zu produzieren – denn nach den Regeln, auf die sich von der Leyen und Trump geeinigt hätten, müssten auf Ausfuhren aus den USA nach Europa keinerlei Zölle mehr gezahlt werden.[16] Zentralisierten Mercedes und BMW die Fertigung dieser Modelle in den USA, könnten sie von einem Standort aus beide Seiten zollfrei beliefern. Das rechne sich für sie.

     

    [1], [2] Julia Löhr, Werner Mussler, Michaela Wiegel: Deal mit Trump. Frankfurter Allgemeine Zeitung 29.07.2025.

    [3] Franz Hubik: Gewinn bricht um 43 Prozent ein – Marge sinkt deutlich. handelsblatt.com 30.04.2025. Markus Fasse: BMW hofft nach Gewinneinbruch auf einen Zolldeal mit Trump. handelsblatt.com 07.05.2025.

    [4] Lazar Backovic: Gewinn fällt auf tiefsten Stand seit Corona – Prognose gesenkt. handelsblatt.com 25.07.2025.

    [5] Lazar Backovic: Rund 20.000 Beschäftigte verlassen VW freiwillig. handelsblatt.com 05.06.2025.

    [6] Audi streicht 7.500 Jobs. tagesschau.de 17.03.2025.

    [7] Tausende Menschen protestieren gegen Job-Abbau bei ZF. sueddeutsche.de 29.07.2025.

    [8] Jürgen Matthes: Der China-Schock ist da: Problematische Entwicklung des Außenhandels mit China in 2025. iwkoeln.de 24.07.2025.

    [9] Export. vda.de.

    [10] Christian Müßgens: VW setzt alles auf die amerikanische Karte. Frankfurter Allgemeine Zeitung 26.07.2025.

    [11] Deutsche Automobilindustrie warnt EU vor Gegenzöllen. spiegel.de 23.07.2025.

    [12], [13] Droits de douane : François Bayrou dénonce une « soumission » après l’accord commercial entre Donald Trump et Ursula von der Leyen. lemonde.fr 28.07.2025.

    [14] Jakob Hanke Vela, Olga Scheer: USA und EU streiten nach nur 48 Stunden über Zoll-Deal. handelsblatt.com 29.07.2025.

    [15] EU-US trade deal explained. ec.europa.eu 29.07.2025.

    [16] Zweifacher Anreiz für Verlagerung der Produktion. Frankfurter Allgemeine Zeitung 29.07.2025.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10080


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.07.2025

    Offener Brief an Bundestagsabgeordnete zu Gaza - Bitte um Mitwirkung

    aus e-mail von Thomas Nauerth, vom 29. Juli 2025, 14:33 Uhr


    Die Bundesvorsitzenden

    pax christi – deutsche Sektion

    Birgit Wehner und Gerold König


    An die Mitglieder der

    pax chrsiti Bewegung

    in Deutschland


    *Offener Brief an die Bundestagsabgeordneten des deutschen Bundestages

    zur katastrophalen Lage in Gaza*


    Wir wenden uns heute an Euch mit einer großen und eindringlichen Bitte.


    In der Anlage findet Ihr einen vorformulierten Brief an die Mitglieder

    des deutschen Bundestages aus Eurem Wahlkreis.

    Die Lage in Gaza ist unmenschlich und katastrophal. Während andere

    europäische Länder, wie Frankreich, Belgien, Niederlande, England etc.

    handeln und klare Worte finden, hängt Deutschland an

    „Freundschaftsversprechen“ und der Staatsräson und schaut zu und trägt

    dadurch dazu bei, dass die humanitäre Katastrophe in Gaza kein Ende findet.

    Ja, wir tragen als deutsches Volk eine besondere Verantwortung für Israel.

    Es ist richtig, dass die Katastrophe durch den schrecklichen Übergriff

    der Hamas ausgelöst wurde, der durch Nichts zu entschuldigen ist.

    Mittlerweile befinden wir uns im zweiten Jahr eines Krieges gegen den

    Terror, der in einer humanitären Katastrophe gemündet ist. Der

    internationale Gerichtshof hat in einem Gutachten bereits von der Gefahr

    eines Völkermordes gegenüber der Bevölkerung Gazas gesprochen. Rechte

    Politiker in der israelischen Regierung reden klar von der Vernichtung

    Gazas.

    Wir dürfen und können nicht länger zusehen!


    *Daher bitten wir Euch, beiliegenden Brief an die Abgeordneten aus Eurem

    Wahlkreis zu senden.*


    Die Namen und Anschriften Eurer Abgeordneten findet Ihr im Internet,

    wenn Ihr eingebt: Bundestagswahlkreis……

    Gerne könnt Ihr den Brief auch als Vorlage für eine Pressemeldung nutzen.


    „Wenn viele kleine Menschen an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge

    tun, können sie das Gesicht der Welt verändern“.


    Tragt bitte mit dazu bei, dass das Töten, das Verhungern und die

    Entmenschlichung in Gaza endlich ein Ende findet.


    Pax et bonum



    Birgit Wehner Gerold König

    Bundesvorsitzende  Bundesvorsitzender



    Sie finden die Meldung auch auf www.paxchristi.de

    <http://www.paxchristi.de/>


    *Kontakt

    *pax christi – Deutsche Sektion e.V.

    Feldstraße 4, 13355 Berlin

    Tel. 030.200 76 78 0

    sekretariat@paxchristi.de

    www.paxchristi.de <http://www.paxchristi.de/>



    hier Offener Brief an Bundestagsabgeordnete zu Gaza - Bitte um Mitwirkung:



    Absender:________________________
    ________________________
    _________________________________
    ________________________
    An das Mitglied des Deutschen Bundestages
    _________________________________________
    _________________________________________
    _________________________________________
    Für ein Ende der Gewalt in Gaza – keine Waffen an Israel, Schutz der Zivilbevölkerung,
    Einsatz für Völkerrecht


    Sehr geehrte Frau / Herr


    Als Mitglied der internationalen katholischen Friedensbewegung schreibe ich Ihnen heute diesen
    Brief.


    Die Lage in Gaza stellt die Menschen dort vor einen humanitären Abgrund. Während keine 50km
    weiter andere Menschen an gedeckten Tischen sitzen, stehen dort Kinder und andere vulnerable
    Gruppen vor dem Hungertod. Der UN Hochkommissar für Menschenrecht berichtet zudem von
    mittlerweile 1000 Palästinenser:innen, die beim Warten auf Essenszuteilungen grundlos erschossen worden sind.
    Diese Bilder sind unerträglich anzusehen.


    Das alles passiert letztendlich unter deutscher Beteiligung, zumindest aber unter deutscher Duldung.

    Ich schäme mich dafür.


    Ich wende mich daher aus großer Sorge direkt an Sie. Die humanitäre Katastrophe, das unermessliche Leid der Zivilbevölkerung und die massiven Angriffe auf zivile Infrastruktur haben nichts mehr mit der Abwehr von Terrorismus zu tun! All das fordert vielmehr eine klare und verantwortungsvolle Haltung der Bundesregierung.


    Deutschland macht sich durch das zurückhaltende Handeln mitschuldig. Ich fordere Sie, als die / den Bundestagsabgeordnete(n) meines Wahlkreises auf, sich in Ihrer Fraktion und auch im deutschen Bundestag für folgende Schritte einzusetzen:


    1. Sofortiger Stopp der militärischen Zusammenarbeit mit Israel. In Anbetracht des Gutachtens
    des internationalen Gerichtshofes zum möglichen Völkermord ist dies ein völkerrechtlich
    erforderliches Gebot.


    2. Druck auszuüben auf die israelische Regierung, damit:
    - humanitäre Hilfe uneingeschränkt und sicher in Gaza ankommt
    - ein dauerhafter Waffenstillstand zustande kommt
    - die Zivilbevölkerung geschützt wird
    - internationale Beobachtung zugelassen wird
    - die Freilassung aller palästinensischen Gefangenen, die ohne rechtskräftige Verurteilung
    in israelischer Haft sind


    3. Kritik und klare Forderungen auch an die Hamas und bewaffnete Gruppen in Gaza zu richten:
    - Gewalt gegen Zivilist:innen ist durch nichts zu rechtfertigen. Die Nutzung von Zivilist:innen
    als Schutzschilde muss aufhören
    - die Freilassung aller Geiseln
    - die Unterlassung weiterer Raketenangriffe
    - das klare Bekenntnis aller palästinensischen Akteure zum Völkerrecht und das
    - Eintreten für politische und diplomatische Lösungen ohne Einschränkungen


    4. Ein echtes Engagement für eine Zwei-Staaten-Lösung nach dem Völkerrecht, d.h. den UN
    Resolutionen und die Anerkennung des Staates Palästina in den Grenzen von 1967 gemeinsam
    mit Frankreich


    5. Das sich die Bundesregierung den Initiativen auf europäischer Ebene endlich anschliesst und
    nicht länger die Aussetzung des Assoziationsabkommen blockiert


    Ich appelliere eindringlich an Ihr Verantwortungsbewusstsein:
    Setzen Sie sich für eine Politik ein, die das Völkerrecht achtet, Menschen schützt und den Frieden
    nicht länger blockiert!


    Mit freundlichen Grüßen
    ____________________________________
    Unterschrift



    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    30.07.2025

    For the First Time, Israeli Human Rights Groups Say Israel Is Committing Genocide in Gaza, Call for International Intervention


    Screenshot_2025_07_30_at_00_55_14_Haaretz_Search_results_for_amalek

    https://www.haaretz.com/search-results?q=amalek

    haaretz.com, vom Jul 28, 2025, Nir Hasson

    Israeli human rights groups B'Tselem and Physicians for Human Rights – Israel published on Monday two reports concluding that Israel is committing the crime of genocide against Palestinians in the Gaza Strip, as defined by international law.


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    Comments

    29

    Anon14:24

    The gravity this situation reminds of if this movie quote. I fear what we see will see regardless of what is left or what is confirmed when the dust settles. "When they've punished you enough, they'll serve you salmon and potato salad, make speeches, give you a medal, and pat you in the back telling all is forgiven. Just remember, it won't be for you... it would be for them"

    28

    Joelle02:06

    Thank you Nir Hasson, for all your reporting. This time, bringing us a little bit of hope that the winds of awareness may finally be turning in the right direction... Keep on writing!

    27

    John Cronin01:52 29.07.2025

    ' For the First Time, Israeli Human Rights Groups Say Israel Is Committing Genocide in Gaza, Call for International Intervention ' A form of international intervention having every expectation of undoubted and unqualified success must be initiated and followed through if all those in Israel, the U.S. and even the rest of the world are to avoid the mantle of genocidal intent fully descending upon them.

    Laxiankey.com - " We cannot solve our problems with the same thinking we used when we created them. " ( Albert Einstein )

    26

    anna shane00:07 29.07.2025

    yes, not saying it didn't make it not, but did allow room for denial. Those who 'didn't know' they were defending lies while a horror was and is unfolding won't be able to live with themselves once the full scale is known, but Bibi who lied to them has no shame. Truth is finally breaking out within Israel, the self-censorship was even here, only now the photos. Gaza should have been and should be live/streamed. That's the act of civil disobedience that would bring an end to this madness and would put Bibi behind bars, where he belongs. Where he should subsist on rotted food and contaminated water drawn from puddles, while his house is being bombed into rubble. He'll care only when it's him.

    Bring it out, it's being done in the people's name and the people should have to watch it.

    25

    Palestinians have launched a new anti-Israel tactic: Starving to death23:05 28.07.2025

    Palestinians in Gaza have launched a new anti-Israel tactic: Starving to death. Is it anti-Semitic to say that Israel awakens from its cerebral and human coma?

    No food? No medicine? Don't be fooled — it's a massive hunger strike.

    A strategic move to embarrass Israel on the world stage.

    Getting shot? Also part of the plan.

    They deliberately catch Israeli bullets to boost their victim brand. Because nothing says "media manipulation" like burying your children under rubble for PR points.

    At this rate, Gaza isn't a warzone — it's a giant performance art piece designed to frame the world's most moral army for genocide.

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    24

    Disgusted American22:37 28.07.2025

    This is NOT being reported by ABC, CBS or NBC, but they are still accused of 'anti-semitism'

    Reply to comment

    anna shane02:47

    Disgusted American

    msnbc will, chris heyes will.

    23

    John Cronin20:06 28.07.2025

    ' For the First Time, Israeli Human Rights Groups Say Israel Is Committing Genocide in Gaza, Call for International Intervention ' International intervention in the form of an exit plan having every expectation of undoubted and unqualified success must be initiated and followed through if Israel, the U.S. and even the EU are to avoid the mantle of genocide fully descending upon them.

    Laxiankey.com - " We cannot solve our problems with the same thinking we used when we created them. " ( Albert Einstein )

    22

    Oli19:59 28.07.2025

    Before that war started it was known that Hama swill use suffering of civilian population as political pressure. It was known that they will use civilians as cover. Instead of pressing on removal of civilians from the combat zone you write exactly what Hamas is trying to achieve. Genocide? It is in hands of Palestinians to stop this conflict in any moment.

    Israel is under lashes of criticism, Israel is lashing itself with criticism. What about Hamas? What about Palestinians?

    They prepared for this war, network of tunnels, shelters under civilian infrastructures, made with money that suppose to be for civilians. Decades of martyrdom indoctrination. Before this war started they were shouting that they are martyrs and their children are martyrs.

    This is nothing unexpected, all of this was promised and is being delivered. Yet you try not to see that.

    The biggest crime is to keep civilians in the combat zone, a harm that is inflicted by blindness of aid agencies and the world.

    Reply to comment

    NOTHING justifies the deliberate annihilation of entire families!00:10 29.07.2025

    Oli

    To justify a genocide by invoking Hamas tactics is to justify the Holocaust on the pretext that Jews resisted in the ghettos. This makes no sense, unless the roles of victim and executioner are radically reversed. To blame bombed civilians for their supposed proximity to fighters is as absurd as blaming rape victims for their clothing. Nothing – not the tunnels, not the martyred slogans, not the supposed indoctrination – justifies the deliberate annihilation of entire families, the organized starvation, or the thousands of innocent deaths. Nothing justifies genocide, any more than one would justify the extermination of the Jews in 1942. Such reasoning is not only morally abhorrent; it is historically dangerous.

    Oli11:38

    Oli

    Nothing justify ignorance that you present. All accusations you do are what Hamas wants. It is Hamas doing increasing death toll of civilians in Gaza. It is Hamas tactics to create crisis, and your ignorant comment is helping them!

    21

    UK19:31 28.07.2025

    That Israel would commit genocide was obvious within the first weeks of the 'war'. That it was in fact becoming genocide was clear not long after that. It is the silence of the Israeli majority, and the reluctance of civil society in Israel to face this fact, that has allowed it to get as bad as it now is. Israelis may have applauded their military victories, but they will burn with the shame of this utter national disgrace for generations to come.

    20

    Don19:08 28.07.2025

    Very welcome news! My only quibble is that it took these two human rights groups so long to make their determinations. Israel's hasbara circus must be in really high gear right now. But those gears are getting stripped fast.


    Haaretz.com, the online English edition of Haaretz Newspaper in Israel, gives you breaking news, analyses and opinions about Israel, the Middle East and the Jewish World.
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    Info: https://www.haaretz.com/israel-news/2025-07-28/ty-article/.premium/for-the-first-time-israeli-human-rights-groups-say-israel-is-committing-genocide-in-gaza/00000198-50f1-de88-a9d8-5bf31b1e0000


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    Screenshot_2025_07_30_at_00_54_35_Haaretz_Suchergebnisse_f_r_amalek


    Zum ersten Mal sagen israelische Menschenrechtsgruppen, dass Israel Völkermord in Gaza begeht

    ...als "menschliche Tiere", die Erklärung von Premierminister Benjamin Netanjahu vom 28. Oktober 2023, dass dies ein Krieg gegen "Amalek" ist - ein Hinweis auf die biblische Geschichte von Gottes Befehl an die Israeliten , das AmalekAmalek-Ideen-Volk zu vernichten ...

    https://www.haaretz.com/search-results?q=amalek


    Zum ersten Mal sagen israelische Menschenrechtsgruppen, dass Israel Völkermord in Gaza begeht, rufen zu internationalen Interventionen auf

    haaretz.com, vom Jul 28, 2025, Nir Hasson (übersetzt aus dem Englischen mit beta, unkorrigiert)

    Die israelischen Menschenrechtsgruppen B'Tselem und Physicians for Human Rights - Israel veröffentlichten am Montag zwei Berichte, die zu dem Schluss kommen, dass Israel das Verbrechen des Völkermords an Palästinensern im Gazastreifen im Sinne des Völkerrechts begeht.


    Kommentar

    29

    Anon14:24

    Die Ernsthaftigkeit dieser Situation erinnert daran, ob dieser Film zitiert. Ich fürchte, was wir sehen, wird sehen, unabhängig davon, was übrig bleibt oder was bestätigt wird, wenn sich der Staub legt. "Wenn sie dich genug bestraft haben, servieren sie dir Lachs und Kartoffelsalat, halten Reden, geben dir eine Medaille und klopfen dir in den Rücken und sagen, dass alles vergeben ist. Denken Sie daran, es wird nichts für Sie sein... es wäre für sie"

    28

    Joelle02:06

    Danke Nir Hasson für all Ihre Berichterstattung. Diesmal ein wenig Hoffnung, dass sich die Winde des Bewusstseins endlich in die richtige Richtung drehen könnten... Schreiben Sie weiter!

    27

    John Cronin01:52 29.07.2025

    " Zum ersten Mal sagen israelische Menschenrechtsgruppen, dass Israel Völkermord in Gaza begeht und zur internationalen Intervention aufruft" Eine Form der internationalen Intervention, die jede Erwartung eines unbestrittenen und uneingeschränkten Erfolgs hat, muss initiiert und verfolgt werden, wenn alle in Israel, den USA und sogar dem Rest der Welt den Mantel der völkermörderischen Absicht vermeiden sollen, der vollständig auf sie herabkommt.

    Laxiankey.com - " Wir können unsere Probleme nicht mit dem gleichen Denken lösen, das wir verwendet haben, als wir sie erstellt haben. " ( Albert Einstein )

    26

    anna shane00:07 29.07.2025

    ja, nicht zu sagen, dass es nicht gelungen ist, aber ließ Raum für Verleugnung. Diejenigen, die "nicht wussten", dass sie Lügen verteidigten, während ein Horror war und sich entfaltet, werden nicht in der Lage sein, mit sich selbst zu leben, sobald die volle Größe bekannt ist, aber Bibi, die sie belogen hat, hat keine Schande. Die Wahrheit bricht endlich innerhalb Israels aus, die Selbstzensur war sogar hier, erst jetzt die Fotos. Gaza hätte live/streamen werden sollen und werden. Das ist der Akt des zivilen Ungehorsams, der diesem Wahnsinn ein Ende bereiten und Bibi hinter Gitter bringen würde, wo er hingehört. Wo er von verrotteten Lebensmitteln und verunreinigtem Wasser ausnehmen sollte Pfützen, während sein Haus in Schutt und Asche gelegt wird. Er wird sich nur darum kümmern, wenn er es ist.

    Bringen Sie es heraus, es wird im Namen der Menschen gemacht und die Leute sollten es sehen müssen.

    25

    Palästinenser haben eine neue anti-israelische Taktik ins Leben gerufen: Hungern zu Tode23:05 28.07.2025

    Die Palästinenser in Gaza haben eine neue antiisraelische Taktik gestartet: Er hungern zu tot. Ist es antisemitisch zu sagen, dass Israel aus seinem zerebralen und menschlichen Koma erwacht?

    Kein Essen? Keine Medizin? Lassen Sie sich nicht täuschen - es ist ein massiver Hungerstreik.

    Ein strategischer Schritt, um Israel auf der Weltbühne in Verlegenheit zu bringen.

    Schuss? Auch Teil des Plans.

    Sie fangen absichtlich israelische Kugeln, um ihre Opfermarke anzukurbeln. Denn nichts sagt "Medienmanipulation" wie das Begraben Ihrer Kinder unter Trümmern für PR-Punkte.

    In diesem Tempo ist Gaza kein Kriegsgebiet - es ist ein riesiges Performance-Kunstwerk, das die moralischste Armee der Welt für Völkermord umrahmen soll.

    24

    Ekelhafte Amerikaner22:37 28.07.2025

    Dies wird NICHT von ABC, CBS oder NBC berichtet, aber sie werden immer noch des "Anti-Antisemitismus" beschuldigt

    Antwort auf Kommentar

    anna shane02:47

    Ekelhafte Amerikaner

    msnbc will, chris heyes wird.

    23

    John Cronin20:06 28.07.2025

    " Zum ersten Mal sagen israelische Menschenrechtsgruppen, dass Israel Völkermord in Gaza begeht und zur internationalen Intervention aufruft" Eine internationale Intervention in Form eines Ausstiegsplans mit jeder Erwartung eines unbestrittenen und uneingeschränkten Erfolgs muss eingeleitet und verfolgt werden, wenn Israel, die USA und sogar die EU den Mantel des Völkermords vermeiden wollen, der vollständig auf sie herabkommt.

    Laxiankey.com - " Wir können unsere Probleme nicht mit dem gleichen Denken lösen, das wir verwendet haben, als wir sie erstellt haben. " ( Albert Einstein )

    22

    Oli19:59 28.07.2025

    Bevor dieser Krieg begann, war bekannt, dass Hama das Leiden der Zivilbevölkerung als politischen Druck nutzen wird. Es war bekannt, dass sie Zivilisten als Deckung benutzen werden. Anstatt auf die Entfernung von Zivilisten aus der Kampfzone zu drängen, schreiben Sie genau das, was die Hamas zu erreichen versucht. Genozid? Es liegt in den Händen der Palästinenser, diesen Konflikt in jedem Moment zu beenden.

    Israel steht unter Kritik, Israel peitscht sich mit Kritik. Was ist mit der Hamas? Was ist mit Palästinensern?

    Sie bereiteten sich auf diesen Krieg vor, ein Netzwerk von Tunneln, Schutzhütten unter zivilen Infrastrukturen, die mit Geld für Zivilisten verdient wurden. Jahrzehntelange Martyrium-Doctrination. Bevor dieser Krieg begann, riefen sie, dass sie Märtyrer sind und ihre Kinder Märtyrer sind.

    Das ist nichts Unerwartetes, all das wurde versprochen und wird geliefert. Doch das versuchen Sie nicht zu sehen.

    Das größte Verbrechen besteht darin, Zivilisten in der Kampfzone zu halten, ein Schaden, der durch Blindheit der Hilfsorganisationen und der Welt verursacht wird.

    Antwort auf Kommentar

    NICHTS rechtfertigt die absichtliche Vernichtung ganzer Familien!00:10 29.07.2025

    Oli

    Einen Völkermord zu rechtfertigen, indem man sich auf Hamas-Taktik beruft, bedeutet, den Holocaust mit dem Vorwand zu rechtfertigen, dass Juden sich in den Ghettos widersetzten. Das macht keinen Sinn, es sei denn, die Rollen von Opfern und Henker werden radikal umgekehrt. Bomben Zivilisten für ihre angebliche Nähe zu Kämpfern verantwortlich zu machen, ist ebenso absurd wie Vergewaltigungsopfer für ihre Kleidung verantwortlich zu machen. Nichts – nicht die Tunnel, nicht die gemarterten Parolen, nicht die vermeintliche Indoktrination – rechtfertigt die absichtliche Vernichtung ganzer Familien, des organisierten Hungers oder der Tausenden unschuldiger Todesfälle. Nichts rechtfertigt Völkermord, genauso wenig wie man die Vernichtung der Juden 1942 rechtfertigen würde. Eine solche Argumentation ist nicht nur moralisch abscheulich, sie ist historisch gefährlich.

    Oli11:38

    Oli

    Nichts rechtfertigt die Unwissenheit, die du präsentierst. Alle Anschuldigungen, die Sie machen, sind das, was die Hamas will. Es ist die Hamas, die die Zahl der Todesopfer von Zivilisten in Gaza erhöht. Es ist die Taktik der Hamas, um eine Krise zu schaffen, und Ihr unwissender Kommentar hilft ihnen!

    21

    Großbritannien19:31 28.07.2025

    Dass Israel Völkermord begehen würde, war in den ersten Wochen des "Krieges" offensichtlich. Dass es tatsächlich zum Völkermord wurde, war nicht lange danach klar. Es ist das Schweigen der israelischen Mehrheit und die Zurückhaltung der Zivilgesellschaft in Israel, sich dieser Tatsache zu stellen, die es ihr ermöglicht hat, so schlimm zu werden, wie sie jetzt ist. Die Israelis mögen ihre militärischen Siege begrüßt haben, aber sie werden mit der Schande dieser völligen nationalen Schande für kommende Generationen brennen.

    20

    Don19:08 28.07.2025

    Sehr willkommene Neuigkeiten! Mein einziges Argument ist, dass diese beiden Menschenrechtsgruppen so lange gebraucht haben, um ihre Entscheidungen zu treffen. Israels Hasbara-Zirkus muss jetzt wirklich auf Hochtouren laufen. Aber diese Gänge werden schnell abgenommen.


    Info: https://www.haaretz.com/israel-news/2025-07-28/ty-article/.premium/for-the-first-time-israeli-human-rights-groups-say-israel-is-committing-genocide-in-gaza/00000198-50f1-de88-a9d8-5bf31b1e0000


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    Screenshot_2025_07_30_at_06_28_11_Haaretz_Search_results_for_amalek

    https://www.haaretz.com/search-results?q=amalek


    Opinion | 

    Israel's Next Election Will Decide the Battle Between the Zionist and Messianic Camps


    haaretz.com, Jul 10, 2025, Shaul Arieli,  Haaretz | Opinion  

    The ferocity of the war between Israel's Zionist and messianic communities is becoming ever clearer. This began with the establishment of the Gush Emunim settlement movement in 1974, when the messianists induced Israel to fulfill their vision: reestablishing the Kingdom of David.


    Info: https://www.haaretz.com/opinion/2025-07-10/ty-article-opinion/.premium/israels-next-election-will-decide-the-battle-between-the-zionist-and-messianic-camps/00000197-f485-d947-a7ff-f4bf20600000


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    Screenshot_2025_07_30_at_06_28_53_Haaretz_Suchergebnisse_f_r_amalek


    Israels nächste Wahl wird über den Kampf zwischen dem zionistischen und messianischen Lager entscheiden

    ... die Geiseln und schaffen Bedingungen für Diplomatie. Vor allem sehen die Messianiker den Konflikt als Krieg gegen die biblische Amalek. Die Rache anden Heiden, so Kahane und seine erben, ist israels Ziel. Dieses Camp...

    Nimm Ariell  10. Juli 2025

    https://www.haaretz.com/search-results?q=amalek



    Meinung | 

    Israels nächste Wahl wird über den Kampf zwischen dem zionistischen und messianischen Lager entscheiden


    10. Juli 2025, Nimm Arieli(alles übersetzt aus dem Englischen mit beta, unkorrigiert)

    Die Heftigkeit des Krieges zwischen Israels zionistischen und messianischen Gemeinschaften wird immer deutlicher. Dies begann mit der Gründung der Gush Emunim-Siedlungsbewegung im Jahr 1974, als die Chaos-Pianisten Israel dazu brachten, ihre Vision zu erfüllen: die Wiederherstellung des Königreichs David.


    Info: https://www.haaretz.com/opinion/2025-07-10/ty-article-opinion/.premium/israels-next-election-will-decide-the-battle-between-the-zionist-and-messianic-camps/00000197-f485-d947-a7ff-f4bf20600000


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    Harvard Reportedly Nears $500M Deal With Trump Administration Over Antisemitism Claims


    haaretz.com, Jul 30, 2025 1:00 am IDT, Rachel Fink

    Harvard University is reportedly considering a large monetary settlement with the Trump administration, which has accused the school of violating the civil rights of Jewish and Israeli students on campus. News of the potential deal, first reported by the New York Times on Monday, comes on the heels of Columbia's announcement that it will pay over $200 million to resolve federal investigations and restore most of its frozen funding.


    Info: https://www.haaretz.com/us-news/2025-07-30/ty-article/.premium/harvard-reportedly-nears-500m-deal-with-trump-administration-over-antisemitism-claims/00000198-582b-d013-af9f-5baf3ba50000?dicbo=v2-R57Ai2B&utm_source=traffic.outbrain.com&utm_medium=referrer&utm_campaign=outbrain_organic


    _ ___ _



    Harvard nähert sich Berichten zufolge 500 Millionen Dollar Deal mit Trump-Regierung wegen Antisemitismus-Ansprüchen


    haaretz.com, 30. Juli 2025 1:00 am IDT, Rachel Fink (übersetzt aus dem Englischen mit beta, unkorrigiert) 

    Die Harvard University erwägt Berichten zufolge eine große Geldvereinbarung mit der Trump-Regierung, die die Schule beschuldigt hat, die Bürgerrechte jüdischer und israelischer Studenten auf dem Campus verletzt zu haben. Die Nachricht von dem möglichen Deal, der zuerst von der New York Times am Montag berichtet wurde, kommt nach der Ankündigung von Columbia, dass es über 200 Millionen Dollar zahlen wird, um Bundesuntersuchungen zu lösen und den größten Teil seiner eingefrorenen Finanzierung wiederherzustellen.


    Info: https://www.haaretz.com/us-news/2025-07-30/ty-article/.premium/harvard-reportedly-nears-500m-deal-with-trump-administration-over-antisemitism-claims/00000198-582b-d013-af9f-5baf3ba50000?dicbo=v2-R57Ai2B&utm_source=traffic.outbrain.com&utm_medium=referrer&utm_campaign=outbrain_organic


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    29.07.2025

    Schlagzeile








    Info: 


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    29.07.2025

    xxx



    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    29.07.2025

    Israelische Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens fordern „lähmende Sanktionen“ gegen Israel wegen des Hungertos in Gaza

    theguardian.com, 29 Jul 2025 16.37 MESZ, von  (übersetzt aus dem Englischen mit beta, unkorrigiert)


    Einunddreißig hochrangige Israelis beschuldigen Tel Aviv der "brutalen Kampagne" und fordern einen dauerhaften Waffenstillstand in Brief


    Eine Gruppe hochrangiger Persönlichkeiten des israelischen öffentlichen Lebens, darunter Akademiker, Künstler und öffentliche Intellektuelle, hat dazu aufgerufen, von der internationalen Gemeinschaft Israel „lähmende Sanktionen“ zu verhängen, inmitten wachsender Entsetzen über sein Hungertod in Gaza.


    Zu den 31 Unterzeichnern eines Briefes an den Guardian gehören ein Oscar-Preisträger, Yuval Abraham, ein ehemaliger israelischer Generalstaatsanwalt, Michael Ben-Yair, Avraham Burg, ehemaliger Sprecher des israelischen Parlaments und ehemaliger Leiter der Jewish Agency, und eine Reihe von Empfängern des renommierten Israel-Preises, Israels höchste kulturelle Ehre.


    Die Figuren kommen aus den Welten der Poesie, der Wissenschaft, des Journalismus und der Wissenschaft, und der Brief wirft Israel vor, „das Volk von Gaza zu verhungern und die erzwungene Entfernung von Millionen von Palästinensern aus dem Strip zu erwägen“.


    Er fügt hinzu: „Die internationale Gemeinschaft muss lähmende Sanktionen gegen Israel verhängen, bis es diese brutale Kampagne beendet und einen dauerhaften Waffenstillstand umsetzt.“



    Der Hunger in Gaza ist beschämend. Klärtige Sanktionen gegen Israel nötig | Briefe

    Weiterlesen


    Der Brief ist sowohl für seine ungeschminkte Kritik an Israel als auch für das Brechen des Tabus der Befürwortung strenger internationaler Sanktionen in einem Land, in dem Politiker Gesetze gefördert haben, die sich gegen solche Maßnahmen einsetzen.


    Unter den Unterzeichnern sind der Maler Michal Na’aman; Ra’anan Alexandrowicz, ein preisgekrönter Dokumentarfilmer; Samuel Maoz, der Regisseur des mit dem Goldenen Löwen ausgezeichneten Film Libanon; der Dichter Aharon Shabtai und der Choreograf Inbal Pinto.


    People killed and injured while seeking aid in Gaza

    Screenshot_2025_07_30_at_08_55_23_Israelische_Pers_nlichkeiten_des_ffentlichen_Lebens_fordern_l_hmende_Sanktionen_gegen_Israel_wegen_des_Hungers_in_Gaza_Gaza_The_Guardian

    Guardian graphicSource: Gaza ministry of health. Note: preliminary data, subject to revisions. The daily reported figures fall short of MoH totals by 24 deaths, while injuries are overreported by 90 individuals. Figures for 17-18 July are averaged across two days


    Der zunehmende internationale Entsetzen über den Verlauf des israelischen Krieges in Gaza spiegelt sich zunehmend in Israel – und innerhalb der weiteren globalen jüdischen Diaspora – inmitten von Bildern abgemagerter palästinensischer Kinder und Berichten über die Erschießung hungriger Palästinenser in Lebensmittelverteilungszentren durch israelische Streitkräfte wider.


    Der Brief wurde veröffentlicht, als bekannt wurde, dass mehr als 60.000 Palästinenser im 21-monatigen Krieg zwischen Israel und Gaza getötet wurden, so das Gesundheitsministerium von Gaza.


    Am Montag veröffentlichten zwei bekannte israelische Menschenrechtsgruppen, B’Tselem und Physicians for Human Rights Israel, Berichte, in denen sie zum ersten Mal bewerteten, dass Israel eine „Genozid“-Politik gegen Palästinenser in Gaza durchführte und ein weiteres Tabu bricht.


    Am Sonntag sagte die Reformbewegung, die größte jüdische Konfession in den USA, die israelische Regierung sei „schuldvoll“ in Gazas sich ausbreitender Hungersnot.


    „Niemand sollte von dem allgegenwärtigen Hunger, den Tausende von Bewohnern des Gazastreifens erleben, unberührt bleiben. Niemand sollte den Großteil seiner Zeit damit verbringen, technische Definitionen zwischen Hunger und allgegenwärtigem Hunger zu argumentieren.


    „Die Situation ist schlimm, und sie ist tödlich. Wir sollten auch keine Argumente akzeptieren, dass, weil die Hamas der Hauptgrund dafür ist, dass viele Bewohner des Gazastreifens entweder hungern oder am Rande des Verhungerns stehen, dass der jüdische Staat nicht auch an dieser menschlichen Katastrophe schuld ist. Die primäre moralische Antwort muss mit ängstlichen Herzen angesichts einer so großen menschlichen Tragödie beginnen.


    More people in Gaza died of starvation in the last week than in the previous 21 months of conflictCumulative recorded deaths in Gaza as a direct result of malnutrition


    Screenshot_2025_07_30_at_08_55_15_Israelische_Pers_nlichkeiten_des_ffentlichen_Lebens_fordern_l_hmende_Sanktionen_gegen_Israel_wegen_des_Hungers_in_Gaza_Gaza_The_Guardian

    Guardian graphicSource: MoH Gaza. Note: deaths reported by hospitals in Gaza, figures for the previous 24 hours


    „Es ist unhaltbar, Nahrung, Wasser, Medizin und Energie – vor allem für Kinder – zu blockieren“, hieß es. „Lasst uns nicht zulassen, dass sich unsere Trauer in Gleichgültigkeit verhärtet, noch unsere Liebe zu Israel, uns vor den Schreien der Schwachen zu verblenden. Lassen Sie uns der moralischen Herausforderung dieses Augenblicks gerecht werden.“


    Die jüngsten Interventionen folgen auf Kommentare des ehemaligen israelischen Premierministers Ehud Olmert, der dem Guardian sagte, dass ein „humanitärer Stadt“ Israels Verteidigungsminister vorgeschlagen habe, auf den Ruinen von Rafah zu bauen, wäre ein Konzentrationslager, und die Durchsetzung der Palästinenser nach innen würde ethnischen Säuberungen bedeuten.


    Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, Beamte und rechte NGOs haben weiterhin die Existenz einer Hungersnot in Gaza, die von Israel verursacht wurde, geleugnet.


    Das ist angesichts der überwältigenden Beweise für das Gegenteil geschehen, einschließlich des anspruchsvollen und datenbasierten Ernährungssicherheitsmonitors der Vereinten Nationen, des integrierten Phase-Klassifikationsmechanismus für Lebensmittelsicherheit und Donald Trumps Anerkennung des „echten Hungers“ im Küstenstreifen.


    Die israelische Regierung wurde kontaktiert, um sich zu äußern.



    Ich lebe in Großbritannien, ich bin in Israel aufgewachsen. Es ist schmerzhaft zu sagen, aber wir brauchen echte britische Sanktionen, um Gaza zu rettenYair WallachWeiterlesen


    Info: https://www.theguardian.com/world/2025/jul/29/letter-sanctions-israel-gaza-starvation


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    29.07.2025

    Newsletter 'Was tun?!' 07/2025 - Bericht von der Sommerakademie in Bielefeld ...

    aus e-mail von Was tun?!, 28. Juli 2025, 9:07 Uhr


    Was tun?! Netzwerk

    Newsletter 7/2025



    28.07.2025

    [www.was-tun.net](https://f06qo.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/1t6Af4OiGsDg0YsuevHwjk4U9RElFw/axabq6LDZHFC "Was-Tun-Webseite")


    *Lieber Thomas,*


    *mit diesem Newsletter berichten wir euch vom Verlauf der Sommerakademie in Bielefeld, die dort vom 11. bis 13. Juli im Bunten Haus stattfand. 22 Veranstaltungen, darunter 3 Podiumsdiskussionen und 19 Workshops, fanden statt. Organisiert und verantwortet vom Soli-Verein, war sie eine weitere Etappe für unsere begonnenen Strategiedebatten. Gut besucht, mit vielen klugen Inputs und spannenden Diskussionen, machte sie allen Beteiligten viel Spaß. Dazu hat die gute Verpflegung, die gute Unterbringung und die gesamte Organisation erheblich beigetragen. Wir bedanken uns insbesondere bei Harald vom Soli-Verein, der dafür die Verantwortung trug.**Teilweise parallel zu unserer Sommerakademie fand an den ersten beiden Tagen in Salzgitter auch die dritte Gewerkschafterkonferenz unter dem Motto "Den Frieden gewinnen, nicht den Krieg!" statt. Auch dazu können wir euch berichten.**Auf beiden Veranstaltungen wurde auch schon für den 3. Oktober geworben. Dann werden in Berlin und in Stuttgart große bundesweite Demonstrationen stattfinden. Gegen die Hochrüstung, für die Beendigung aller Kriege, gegen die Politik der Bundesregierung, die Deutschland 'kriegstüchtig' machen möchte. Wir verlinken euch dazu einen Aufruf von Ulrike Eifler, der während der Sommerakademie aufgenommen wurde.**Die Solidarität mit den Menschen in Palästina, die sich einem brutalen Vernichtungskrieg ausgesetzt sehen, muss in diesem Rahmen einen wichtigen Stellenwert einnehmen. Das war auch ein Thema einer Aktionsberatung der Initiative 'Nie wieder Krieg - Die Waffen nieder!' sowie weiterer Gruppen aus der Friedensbewegung, bei der dies vielfach gefordert wurde.**Viel Spaß nun beim Lesen,*


    *Euer „Was tun?!“ Newsletter-Team* 

     


    **Bericht von der Sommerakademie in Bielefeld 11. – 13. Juli 2025**

    Wir können euch auf unserer Webseite einige Bilder, einige Video- und Audio-Sequenzen aus den stattgefundenen Podiumsveranstaltungen dokumentieren. Für die zahlreichen Workshops verlinken wir euch die Einstiegsbeiträge bzw. Manuskripte der Einführenden. Kann sein, dass in den nächsten Tagen dazu noch das eine oder andere hinzukommt. Dann wird die Webseite entsprechend ergänzt. Hier findet ihr das gesamte Material aus Bielefeld:


    [**'https://f06qo.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/1t6Af4OiGsE8LH5L3HNru08JXGDUy0/QXdTZ3B-WHfw'**](https://f06qo.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/1t6Af4OiGsHn0ygkC89FE4cwbq3OeW/HhWWIt4sNzEK/bericht-sommerakademie-2025)


    Wer sich nicht alles anschauen möchte, den verweisen wir hier auf einzelne Teile:


    Podium 'Innere Zeitenwende: Rechtsentwicklung, Militarisierung, Sozial- und Demokratieabbau' mit *Ulrike Eifler*, *Jürgen Lloyd* und *Ramon Schack*:


    [**Filmbericht Podiumsdiskussion innere Zeitenwende: Rechtsentwicklung, Millitarisierung, Sozial- und Demokratieabbau**](https://f06qo.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/1t6Af4OiGsEafzHlRdTn4GC8v5CEg4/8hJfsADwEtpq).


    Podium 'Was tun? Perspektiven sozialistischer Politik' mit *Yusuf As*, *Ulrike Eifler*, *Andreas Grünwald* und *Christian Leye*:


    [**Audiobericht Podiumsdiskussion Was tun? Perspektiven sozialistischer Politik**](https://f06qo.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/1t6Af4OiGsF30hUBpzZiEWFyIuAyO8/W3VmyRUtSpVt).


    Zu folgenden Workshops können wir euch das zum Teil umfangreiche Material der Einführungsbeiträge der Referentinnen und Referenten dokumentieren:


    Die BRICS und die Perspektiven der Globalisierung - Militarisierung und Gesundheitswesen - Was ist die AfD und wie mit ihr umgehen, sie wirksam bekämpfen? - Russlands Gegenwart durch die Geschichte besser verstehen - Neue Regierung und Kapitalstrategien nach der ‚Zeitenwende‘ - Wiedereinführung der Wehrpflicht - Globale Nato gegen China: Droht in Ostasien ein neuer Krieg? - Herausforderungen und Perspektiven der Friedensbewegung - Bedroht Russland Europa? - Kontrolle und Manipulation durch Medien, Internet und KI - Pulverfass Westasien - Migrationspolitik - Wie weiter mit dem BSW? - Die Linke im Umbruch - Warfare or Welfare?.


    [**Material aus den 19 Workshops der Sommerakademie**](https://f06qo.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/1t6Af4OiGsFVLPgcELfdOmJngj9i6C/Rk5hSO_ajZVB).




    **Dritte Gewerkschaftskonferenz für den Frieden:

    Den Frieden gewinnen, nicht den Krieg!

    Konferenz der RLS in Kooperation mit der IG Metall Salzgitter**

    Teilweise parallel zur Bielefelder Sommerakademie fand in Salzgitter diese Konferenz statt, deren Verlauf dankenswerter Weise die BAG Betrieb und Gewerkschaft in der Partei Die Linke filmisch erfasste. Wir können euch den Verlauf dieser Konferenz daher dokumentieren:


    [**Filmbericht vom ersten Tag der Konferenz in Salzgitter**](https://f06qo.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/1t6Af4OiGsFxg7t2chlYZ2Nd4Y8RoG/hVAmDE52Ybue).

    [**Filmbericht vom zweiten Tag der Konferenz in Salzgitter**](https://f06qo.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/1t6Af4OiGsGQ0q5T13rTjIRSSN7BWK/4OPG04nkPFDN).



    **Bundesweite Demonstration am 3. Oktober

    in Berlin und in Stuttgart**

    Für den 3. Oktober rufen die Initiative 'Nie wieder Krieg - Die Waffen nieder!' sowie weitere Gruppen aus der Friedensbewegung (darunter zum Beispiel Pax Christi, IPPNW, das Netzwerk Friedenskooperative und noch einige weitere Zusammenhänge) zu einer bundesweiten Großdemonstraton auf, die parallel in Berlin und in Stuttgart stattfinden wird. Dazu verlinken wir euch den folgenden Aufruf von Ulrike Eifler, der während der Sommerakademie in Bielefeld von unseren Freundinnen und Freunden von "links-tube" als Film aufgenommen wurde:


    [**Aufruf von Ulrike Eifler für die Demonstration am 3. Oktober**](https://f06qo.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/1t6Af4OiGsGsLYHtPPxOtYVHqC5vEO/GFWmLZ-qIo7x).


    Am 25. Juli fand dazu eine erste Online-Aktionsberatung statt, an der mehrere Hundert Aktive aus Friedensinitiativen und anderen Zusammenschlüssen teilgenommen haben. Präsentiert wurden dort Gedanken für einen gemeinsamen Aufruf unter dem Motto 'Nie wieder kriegstüchtig! Stehen wir auf für Frieden!'. In dem Text wird ein Ende der gefährlichen Hochrüstung verlangt, die zu einem drastischen Sozialabbau und der Militarisierung der Gesellschaft führt. Gefordert wird ein Ende der Politik der Konfrontation. Festgestellt wird, dass Waffenexporte Kriege und Krisen verschärfen. Nicht die Kriegstüchtigkeit Deutschlands ist unser Ziel, sondern seine Dialogfähigkeit und seine Bereitschaft zur Abrüstung. In weiteren Forderungen wird gegen die geplante Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen ab 2026 in Deutschland Stellung bezogen. Ebenfalls gegen die weitere Militarisierung der Gesellschaft und die Einführung einer neuen Wehrpflicht.


    Während der mehr als zweistündigen Beratung bestand große Einigkeit daran, dass es wichtig ist mit möglichst vielen Menschen gemeinsam auf die Straße zu gehen. Gleichzeitig forderten fast alle Teilnehmenden, dass die Solidarität mit den Menschen in Palästina, insbesondere dieser furchtbare Vernichtungskrieg gegen die Menschen in Gaza, ein zentrales Element dieser Demonstrationen sein müsse und dass sich dies auch im Verlauf sowie in Aufrufen spiegeln müsse.


    Für Stuttgart hat sich ein Vorbereitungskomitee für die Demonstration bereits gebildet. Auch für die Berliner Demonstration ist entsprechendes geplant. Wir werden euch mit einem weiteren Newsletter im August dazu noch genauer informieren.


    [**Was tun?! Netzwerk**](https://f06qo.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/1t6Af4OiGsHKgGUJnm3K3oZ7E14ewS/gcrswtpAJnRf)


    Im 'Was tun?!' Netzwerk haben sich bundesweit 14 Gruppen und darüber hinaus viele Einzelpersonen zusammengeschlossen. Näheres dazu über den oberen Link.


    Wer unseren Newsletter noch nicht bestellt hat, kann dies hier tun.

    Ebenfalls gibt es hier die Möglichkeit diesen abzubestellen.


    [**Bestellung Newsletter**](https://f06qo.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/7nVU1aA2nfwLobgvbgdrd8WhZxya76e/a1Iq1J3x_o97)


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


    unser weiterer Kommentar: 

    Bei den Ergebnissen der Was-tun - Sommerakademie finde ich größtenteils bekannte Allgemeinaussagen ohne eine zukunftsweisende konkretere  Richtung, wie: 


    wir müssen die Friedensbewegung stärken

    wir müssen den Kapitalismus überwinden

    wir müssen die arbeitenden Klassen unterstützen


    Es ist zu wünschen und wir können das bewirken, dass "Was tun" nicht den Weg zu einer systemtragenden Gruppe fortsetzt. Th. Bauer

    29.07.2025

    Screenshot_2025_07_30_at_07_50_35_In_Gaza_verhungern_die_Menschen_wir_Deutschland_tragen_eine_gro_e_nicht_wiedergutzumachende_Schuld

    nachdenkseiten.de, 29. Juli 2025 um 10:00 Ein Artikel von Frank Blenz

    „Haltet endlich ein, tut was gegen dieses schreiende Verbrechen, gegen diese Unmenschlichkeit!“, rief ich heute früh beim Lesen der Worte des Direktors der World Peace Foundation, Alex de Waal, laut aus. Hellwach war ich sofort und sehr ernüchtert, weil ich wie viele Bürger in unserem Land sehe und dabei hilflos wie entsetzt bin, dass wir große, nicht wiedergutzumachende Schuld auf uns laden. Wir, konkret die Führung unseres Landes, sind dagegen nicht hilflos, doch lässt die schwarz-rote Bundesregierung der israelischen Regierung ihre Verbrechen durchgehen, sie duckt sich weg, sie behauptet gar, dass sie ja „protestiert“: Was für ein Hohn. Wir Bürger müssen von Friedrich Merz fordern: Machen Sie dem ein Ende – jetzt!


    Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

    Podcast: Play in new window | Download


    Worte für die Ewigkeit – ein minutiös geplantes Verbrechen: Massenaushungerung

    Der folgende Abschnitt in der Tageszeitung junge welt ist eine weitere der zahlreichen, erschütternden Veröffentlichungen über Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die in Gaza vor unser aller Augen stattfinden. Die Worte von Alex de Waal machen einen fassungslos:

    Der Direktor der World Peace Foundation, Alex de Waal, erklärte in der am Montag (Ortszeit) ausgestrahlten US-Sendung »Democracy Now!«: »Ich beschäftige mich seit mehr als 40 Jahren mit Hungersnöten, Ernährungskrisen und humanitären Maßnahmen, und in diesen vier Jahrzehnten hat es keinen Fall einer derart minutiös ausgearbeiteten, genau überwachten und präzise konzipierten Massenaushungerung einer Bevölkerung gegeben, wie es heute in Gaza geschieht.« Die Phase der Hungersnot habe nun begonnen, konstatierte der Direktor für medizinische Hilfe in Gaza, Mohammed Abu Afash, am Dienstag. Er erwarte ein Massensterben von Frauen und Kindern.

    (Quelle: junge welt)

    Worte wie minutiös, genau überwacht, präzise konzipiert, Massenaushungerung – sie sind die monströse Boshaftigkeit, die Deutschland nicht durchgehen lassen darf.

    … keinen Fall einer derart minutiös ausgearbeiteten, genau überwachten und präzise konzipierten Massenaushungerung einer Bevölkerung gegeben, wie es heute in Gaza geschieht“.

    Wie reagiert der Bundeskanzler? So, wie er agiert, nämlich gar nicht.

    Die Nachricht macht die Runde, dass 30 Staaten in einer gemeinsamen Erklärung fordern, den Krieg in Gaza sofort zu beenden – ein Akt, der ohnehin zu spät und immer noch zu zaghaft ausfällt. Steigern kann man derlei Zaghaftigkeit noch, indem man wie Deutschland nicht zu diesen 30 Staaten gehört. Wie reagiert der Bundeskanzler? Wie er agiert – gar nicht. Vor allem seine Wortwahl, sein Sich-Winden und die Verwendung von „in aller Deutlichkeit“ und „nicht hinnehmbar“ – bedeuten, dass das Unheil in Gaza sich fortsetzt.

    Merz sagte bei einer Pressekonferenz in Berlin, die Bundesregierung habe schon lange vor der Erklärung von rund zwei Dutzend Staaten genau die dort aufgestellten Forderungen vertreten. Eine wenige Wochen alte Erklärung des Europäischen Rates sei praktisch inhaltsgleich mit dem nun veröffentlichten Brief. Zudem sei er in Deutschland einer der Ersten gewesen, die in aller Deutlichkeit die Zustände im Gazastreifen als nicht hinnehmbar beschrieben hätten. Merz forderte die israelische Regierung erneut auf, die massiven militärischen Interventionen zu stoppen, einen Waffenstillstand zu ermöglichen und humanitäre Hilfe für die Bevölkerung zu ermöglichen.

    (Quelle: Deutschlandfunk)

    Was Merz bewegt, so nicht zu handeln, muss auch mit dieser Tatsache zu tun haben:

    Deutschland ist weiterhin einer der größten Waffenlieferanten Israels.

    (Quelle: Deutschlandfunk)

    Und weiterhin läuft der „Plan“, Gaza von Palästinensern „zu befreien“

    Die Phase der Hungersnot habe begonnen, heißt es, täglich weitet Israel seinen unfassbaren Krieg aus und fordert dabei die in Gaza gefangenen Palästinenser auf, ihre eigene Evakuierung umzusetzen.

    »Unser letztes Zelt, unser letztes Lebensmittelpaket, unsere letzten Hilfsgüter sind verteilt worden. Es gibt nichts mehr«, so Leiter Jan Egeland gegenüber Reuters. Es sei die vergangenen 145 Tage nicht möglich gewesen, Hunderte von Lastwagenladungen mit humanitären Gütern nach Gaza zu bringen.

    Parallel hat Israel seinen Krieg ausgeweitet und nach einer Aufforderung zur »Evakuierung« am Montag Panzer in der zentral gelegenen Stadt Deir Al-Balah auffahren lassen. Zehntausende hatten dort Schutz gesucht, zumeist in Zelten. Damit stehen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 88 Prozent der Enklave unter Evakuierungsbefehl.

    (Quelle: junge welt)

    All das Unfassbare geschieht und wird enden wie geplant, befürchte ich. Zur aktuellen Erinnerung: vor zwei Wochen hat die „Tagesschau“ der ARD von solchen Ungeheuerlichkeiten berichtet, die wie Mosaiksteine zusammengesetzt werden für das große Ziel:

    Israels Verteidigungsminister will im Süden des Gazastreifens ein Lager für 600.000 Menschen errichten. Er selbst spricht von einer „humanitären Stadt“ – viele Palästinenser sehen darin jedoch eine Vorstufe zur Vertreibung.

    Im Angesicht der Not, der Ohnmacht, des Nichtstuns, des schlimmsten Treibens bleiben den Menschen in Gaza nur ihr Stolz, ihre Wut, ihre Würde – so wie Abu Samir Al-Fakaawi, ein Mensch aus Gaza. Der sagte im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters deutlich, dass er in Gaza bleibt, und dies an die Adresse der beteiligten Politiker:

    Ich verlasse Gaza nicht. Dies ist unsere Heimat. Sollen wir sie einfach aufgeben und weggehen? Unsere Kinder, unsere Toten, sie sind hier begraben. Wem überlassen wir unser Land? Einer Bande von Kriminellen? Wir werden auf diesem Land bleiben, egal was Trump und Netanjahu und alle anderen sagen.“

    (Quelle: Tagesschau)

    Titelbild: Anas-Mohammed / Shutterstoc


    Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik Audio-Podcast Erosion der Demokratie Militäreinsätze/Kriege


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    Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=136607


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    29.07.2025

    Screenshot_2025_07_30_at_07_35_53_Frieden_verboten_GlobalBridge

    Dmitrij Wasilez wies im Gespräch mit Patrik Baab auf etliche wichtige Punkte hin, die in den westlichen Medien total verschwiegen werden.


    globalbridge.ch, vom 28. Juli 2025  Essay | Frieden verboten, Von: in Geschichte, Militär, Politik, Wirtschaft

    Die Ukraine wird gesichert, um Europa zu verlieren

    Ein Gespräch wie ein Seismograf. Im Jahr 2023, als Europa noch glaubte, Russland „ruinieren“ zu können, und die Ukraine offiziell als Bollwerk westlicher Werte gefeiert wurde, trafen sich zwei Männer zum Gespräch: Dmitrij Wasilez, ukrainischer Journalist im Exil, und Patrik Baab, deutscher Kriegsreporter unter Verdacht. Sie sprachen über den Maidan, über Oligarchen, NGOs, Geheimdienste, Schuldensysteme und darüber, wie aus einem Land ein Koloniallabor gemacht wird. Wasilez nannte Namen, und gemeinsam zeichneten sie ein Bild, das der Öffentlichkeit kaum je gezeigt wurde. Heute, zwei Jahre später, ist dieses Gespräch prophetischer denn je: Viele Aussagen haben sich bestätigt, und es dient als Schlüssel zum Verständnis der Gegenwart, der zeigt, warum Russland nicht der Aggressor, sondern der Gegenakteur in einem strategischen Langkrieg ist, wie tief die Ukraine bereits vor 2022 unter westlicher Kontrolle stand und warum Deutschland in diesem Krieg eine wirtschaftlich suizidale Rolle spielt – Antworten, die heute dringlicher sind denn je.

    (Red. Für jene, die das Essay von Sabiene Jahn lieber hören als lesen, hier anklicken.)

    „In aktueller Zeit die Wahrheit zu sagen gilt als Extremismus.“ Mit diesem Satz beginnt Dmitrij Wasilez, ukrainischer Journalist im Exil und bekennender Sozialist, der verhaftet und verbannt wurde, weil er Fragen stellte. Wasilez erzählte, nicht in einer Talkshow oder einem Zeitungsinterview, sondern im Gespräch mit dem deutschen Journalisten Patrik Baab. Ein Gespräch, das zum Zeitdokument wurde, weil es eine Erzählung öffnet, die im westlichen Diskurs so gut wie ausgelöscht wurde: die Geschichte einer unterdrückten Opposition, einer besetzten Republik und eines ausgeweideten Staates. Wasilez sprach als Ukrainer – aber seine Analyse zielte über sein Land hinaus. Es ging um die Methode, mit der Staaten entmündigt werden. Um die Logik von Schulden, Kontrolle, Terror und scheinbarer Freiheit.

    „Ich hatte Glück, dass ich vor dem 24. Februar die Ukraine schon verlassen hatte“, sagt Wasilez. „Wenn die Lage sich für mich dramatisch entwickelt hätte, dann wäre es so, dass wir nicht miteinander reden könnten. Denn gegen meine Person wurden mehrere Strafverfahren eröffnet.“ Gemeint ist der Beginn der Kampfhandlungen im Februar 2022  – jener Eskalationspunkt, ab dem viele westliche Politiker die Geschichte erst beginnen lassen. Doch Wasilez erzählt von einem Prozess, der lange vorher begann. Mit Parteiverboten, Hausdurchsuchungen und Einschüchterung. Ihre führenden Partei-Leute wurden sofort als Feinde von Selenskyj bezeichnet, sagt er. „Im Prinzip wurden alle sozialistischen Parteien in den letzten Monaten in der Ukraine verboten. Auch unsere, die sozialistische Partei Dirjava. Aber trotzdem hörten wir nicht auf. Wir liessen uns nicht abschrecken. Wir machten weiter. Leider mussten wir unsere Form ändern – das Wichtigste ist die Sicherheit der Mitglieder und Wähler.“

    Zum Zeitpunkt des Interviews arbeitet die Partei im Untergrund. Wasilez spricht von „halbgeheimen“ Treffen, von einem „Zustand im Keller“, von Aktivisten, die verschwinden oder fliehen müssen. Von einer Gesellschaft, in der man sich nicht einmal in der Küche zu sagen traut, was man denkt. Er nennt das einen „Schockzustand“. Und beschreibt ihn präzise als politischen Mechanismus: „Dieser Schockzustand wird dafür benutzt, möglichst viele Menschen zu mobilisieren und in die Schützengräben zu treiben.“

    Es wird deutlich, dass Selenskyj auf dem Territorium, das sich unter NATO-Kontrolle befindet, einen großen Terror organisiert hat. Diese Kontrolle erfolgt nicht mehr durch sichtbare Gewalt, sondern durch technologische Mechanismen der Selbstzensur. Die Einführung von Chatbots zur Denunziation – automatisiert, niedrigschwellig, jederzeit verfügbar – ist Ausdruck einer digitalen Disziplinierung, wie sie aus autoritären Systemen bekannt ist. Die Leute haben Angst, sogar in der Küche, ihren Freunden zu sagen, was sie denken – Telefone werden abgehört, und Chatbots ermöglichen systemische Denunziation, sodass nicht einmal Schweigen sicher ist.

    „Ich war jeden Tag auf dem Maidan“, erzählt Wasilez. „Ich wollte herausfinden, was dort passiert.“ Er spricht nicht als ideologischer Gegner, sondern als Beobachter. Und als Journalist. Was er sah, war keine spontane Erhebung. Sondern eine gut inszenierte Operation. „Ich habe dort sehr viele Medienvertreter gesehen. Wenn sie einen Kommentar von mir wollten und ich habe nicht das Gewünschte gesagt, also pro Protest – dann haben sie die Kameras abgeschaltet und gesagt: Das passt uns nicht. Verschwinde, Junge. Geh weg. Wir haben andere Ziele.“ Die Bühne auf dem Maidan, so Wasilez, war nicht offen für alle. Sie war abgesichert, kontrolliert und bezahlt. Wer dort sprechen wollte, musste durch zwei bis drei Sicherheitsringe – organisiert und finanziert von Oligarchen. „Die waren besser ausgerüstet als die Polizei. Und bewaffnet.“ Er beschreibt die Organisation der Proteste nicht als chaotisch, sondern als hochprofessionell. NGOs, viele davon aus dem Ausland finanziert, hätten in einem System militärischer Rotation gearbeitet: „Sie haben zwei Wochen auf dem Maidan gelebt, wurden dann ausgetauscht – und kamen wieder. Ihre Hauptaufgabe war: da sein, filmen, berichten. In den sozialen Medien den Eindruck erzeugen, dass das ganze Volk hinter den Protesten steht.“ Wasilez: „Ich habe Leute interviewt, die sagten: ‚Ja, wir bekommen Geld. Wir sind von einer NGO, wir sind hierher gekommen. Wir bleiben zwei Wochen, dann gehen wir wieder.‘“

    Der Maidan sei also keine Volksbewegung gewesen, sondern eine gelenkte Mobilisierung. Mit klaren Zielen – Machtübernahme. Regierungssturz. Geopolitische Neuverortung. „Jeder Oligarch, der teilgenommen hat, hatte eine Quote – für Reden, für Leute im Parlament, für Ministerposten.“ Das Ergebnis beschreibt Wasilez mit einfachen Worten: „Es war ein klassischer Staatsstreich. Eine Gruppe von Oligarchen – unterstützt von westlichen Finanzstrukturen – hat eine andere Gruppe von Oligarchen gestürzt.“ Und er geht weiter: „Ich kann bestätigen, dass die Hauptmasse des Geldes in bar von Diplomaten ausgeteilt wurde. Das waren polnische und baltische Diplomaten. Wir haben sie mehrmals bei der Übergabe von Dollarbeträgen erwischt.“ Diese Aussagen wären schwer zu glauben, kämen sie aus zweiter Hand. Doch Wasilez betont: „Ich war da. Ich habe es selbst gesehen. Viele meiner Parteigenossen waren dabei.“ Er beschreibt die Strukturen, die damals die Bühne kontrollierten, als Teil eines „internationalen Oligarchiats“. Die amerikanische Botschaft sei der operative Knotenpunkt gewesen. Und: „Ein großer Teil des Geldes ging an Medien, an NGOs, an paramilitärische Gruppen, die sich mit der Polizei prügelten – und an die Infrastruktur. Tischtennisplatten, Verpflegung, Heizgeräte. Alles war organisiert.“ Im Ergebnis, so Wasilez, habe die Bühne nicht der Ukraine gehört – sondern dem Westen. Der Putsch habe das Land aus dem Gleichgewicht geworfen und die Entscheidungsmacht verlagert. „Von da an wurde keine einzige wichtige Entscheidung mehr in Kiew getroffen.“

    Was Dmitrij Wasilez beschreibt, geht weit über politische Repression hinaus. Es ist die systematische Umgestaltung eines Staates – unter dem Vorwand von Reformen, begleitet von der Sprache westlicher Modernisierung. Doch das Ergebnis ist, was er „ökonomischen Genozid“ nennt. „In der Realität“, so Wasilez, „egal welchen Sektor der Wirtschaft man nimmt – das Land ist abhängig. Es sieht formal unabhängig aus, aber die Entscheidungen werden nicht mehr im Land getroffen.“ Das beginnt mit scheinbar harmlosen Gesetzesänderungen, endet aber in einer tiefen Enteignung der Bevölkerung.

    Er führt aus: „Durch die westlichen Reformen hat sich die Bevölkerung jedes Jahr um 700.000 bis eine Million Menschen reduziert. Das sind offene Zahlen, die man überprüfen kann.“ Wasilez meint das nicht metaphorisch. Er meint die Migration, die Abwanderung, das demografische Ausbluten ganzer Regionen – verursacht durch das, was internationale Kreditgeber als „notwendige Marktanpassung“ deklarieren. „Die Gaspreise wurden verdoppelt. Mehr als 200 Krankenhäuser wurden geschlossen. Die Gesundheitsministerin war eine US-Staatsbürgerin. Alle wichtigen Reformen – Justiz, Agrar, Gesundheit – wurden in der US-Botschaft beschlossen.“ Und er fügt hinzu, ruhig und fast resigniert: „Die Menschen in der Ukraine sind in eine Kreditfalle geraten. Diese ganzen sogenannten Hilfen – das ist alles kreditfinanziert. Kredite, die als Last vom ukrainischen Volk zu tragen sind.“ Eine echte Kontrolle über die Verschuldung gibt es nicht mehr: „Die aktuelle Kreditlast des ukrainischen Volkes steht unter Geheimhaltung. Man kann nicht errechnen, wie hoch die Staatsschulden sind. Das ukrainische Volk kann physisch so eine Menge an Geld nicht zurückzahlen.“ 

    Wasilez betont mit Nachdruck, dass die Schuldenlast der Ukraine nicht an Personen gebunden ist. „Wenn man Selenskyj stürzen und durch eine andere Figur ersetzen würde – die Schulden verschwinden nicht. Mit diesen Schulden muss sich dann die nächste Führung befassen.“ Diese Aussage ist zentral. Sie unterstreicht ein strukturelles Problem: Die Verpfändung des Landes an ein internationales Finanzsystem bleibt unabhängig von der Führung bestehen. „Wenn man weiterschaut“, so Wasilez, „da das Land dies nicht zurückzahlen kann, muss das dann in der Überschreibung von Volkseigentum geschehen: ukrainisches Land, ukrainische Bodenschätze, ukrainische Souveränität.“ Die Schulden sind für ihn also nicht nur ein wirtschaftliches, sondern ein existenzielles Problem. Sie sind das Instrument, mit dem das Land dauerhaft kontrolliert und gelenkt wird – weit über die politische Amtszeit einzelner Präsidenten hinaus.

    Diese Struktur wirkt unabhängig von den Gesichtern an der Spitze – doch genau hier setzt der Westen nun an. Ein Wechsel an der Staatsspitze der Ukraine – etwa durch die Einsetzung des ehemaligen Oberkommandierenden Walerij Saluschnij – ist mehr als ein personeller Austausch und Ausdruck einer westlich gesteuerten Strategieanpassung. Auch wenn sein Name im Interview nicht fällt, steht er sinnbildlich für eine Strategie, die nicht auf Wandel, sondern auf Kontinuität zielt: die Kontinuität der militärischen Bindung an die NATO, der strukturellen Abhängigkeit vom Westen – und das ökonomische Verhökern des Landes. Saluschnij ist nicht der Bruch, sondern die Fortschreibung. Für den Westen eröffnet sich mit ihm die Möglichkeit, die beschädigte Figur Selenskyjs abzuräumen, ohne das System dahinter in Frage zu stellen. Für die Ukraine dagegen droht ein endgültiger Verlust des zivilen Handlungsspielraums. Für Russland schließlich wäre seine Einsetzung ein Signal: dass keine Entspannung gewollt ist, sondern eine kontrollierte Fortsetzung des Konflikts – mit modernisierten Mitteln. 

    Die neuesten Nachrichten bekräftigen dies: Generalmajor Christian Freuding, Leiter des Ukraine-Hilfsprogramms der Bundeswehr, fordert Präventivschläge gegen russische Flugzeuge, Flugplätze und Rüstungsunternehmen, um die russischen Streitkräfte zu schwächen und Kiew die Initiative zurückzugeben. Präsident Selenskyj bezeichnete die ukrainische Armee als „Waffe zur Verteidigung Europas“ und forderte von der EU finanzielle Mittel für Gehälter und Ausrüstung, so vermeldete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Gleichzeitig kündigte er einen Drohnen-Deal mit den USA im Wert von 10–30 Milliarden Dollar an. In Kiew wachsen Proteste, begleitet von NABU-Aktivitäten, die Selenskyjs Regierung untergraben. US-Analyst Gilbert Doctorow bemerkt in seinem Newsletter vom vergangenen Freitag, „Ich bestehe darauf, dass die Entwicklungen dieser Woche“, er meint damit die Proteste in Kiew, „der Vorbote eines Regimewechsels sind“ … „Diese Art von Verrat trägt die Fingerabdrücke des MI6 in sich.“ Und Kreml-Sprecher Dmitri Peskow betonte, dass ein Gipfeltreffen in Istanbul nur Ergebnisse auf Expertenebene festhalten könne, da die Positionen Moskaus und Kiews „diametral entgegengesetzt“ seien.

    Ein Thema, das im Westen beinahe tabuisiert wurde, spricht Dmitrij Wasilez offen an: die strukturelle Transformation der Ukraine in einen außenpolitischen Vorposten westlicher Militärstrategien – inklusive Geheimdiensten, Waffensteuerung und Biowaffenforschung. „In den letzten acht Jahren sind mehr als 20.000 ukrainische Militärs – zumeist höhere Offiziere – in NATO-Ländern ausgebildet worden“, sagt Wasilez. „Wer keinen Eid auf die NATO-Strukturen ablegte, verlor seine Karriere.“ Er beschreibt eine stille, aber tiefgreifende Ersetzung der militärischen Befehlskette: „Die Zielkoordinaten kommen von westlichen Geheimdiensten. Die Satellitenaufklärung ist westlich. Die Waffen – US-amerikanisch, französisch. Die ukrainischen Soldaten transportieren die Systeme zum Einsatzort und drücken den Knopf.“ Wasilez spricht nicht über Vermutungen. Er berichtet über persönliche Kontakte zu Militärs, zu Freunden im Sicherheitsapparat, zu Beamten. Die Ukraine sei zur Plattform geworden und nicht für ihr eigenes Überleben, sondern für die globale Strategie anderer.

    Dabei wird ein zweiter Aspekt brisant: die Rolle der US-finanzierten Biolabore. „Eines der Labore stand 50 Meter von meiner Wohnung entfernt – in Kiew. Neben einer Schule und einem Stadion.“ Wasilez und seine Partei organisierten Proteste. Vergeblich. „Die Labore forschten an der Übertragung gefährlicher Erreger. Wenn ein Virus als biologische Waffe eingesetzt wird, sollten sie herausfinden, wie er sich bestmöglich verbreitet.“ Er betont, dass es sich nicht um Gerüchte handele – sondern um bestätigte Aussagen von zuständigen Beamten, die für das Gebäude verantwortlich waren. „Ich habe selbst Videos veröffentlicht, Interviews geführt, versucht, das zu dokumentieren.“ Doch mit dem Beginn der Kampfhandlungen änderte sich alles. Informationen verschwanden aus offiziellen US-Datenbanken. Webseiten wurden gelöscht. Öffentliche Recherche wurde kriminalisiert. Wasilez nennt das einen „hybriden Prozess der Kolonisierung“ – bei dem nur Hymne und Flagge bleiben, aber der Staat selbst von außen verwaltet wird. Zur CIA sagt er: „Ich kann nicht beweisen, wo sich Gefängnisse befinden. Aber ich weiß: Der ukrainische Sicherheitsapparat ist faktisch eine CIA-nahe Struktur. Die entscheidenden Funktionen werden dort gesteuert.“ Er verweist auf das bekannte Muster: „Wenn es in EU-Staaten CIA-Foltergefängnisse geben kann – warum sollten sie in der Ukraine aufhören?“

    Wenn Dmitrij Wasilez über Volksentscheide spricht, dann tut er das nicht im juristischen Vakuum. Er tut es mit dem Blick eines Menschen, der den historischen Referenzrahmen kennt und ihn ernst nimmt. Für ihn ist das Recht zur Selbstbestimmung nicht nur ein juristisches Konstrukt, sondern ein existenzielles Ausdrucksmittel eines Volkes. Und ein Ausdruck politischer Aufrichtigkeit. „Man kann sehr viel spekulieren, was ein Volksentscheid ist, ob das rechtens ist oder nicht“, sagt er. „Trotzdem haben wir gesehen, es wurde ein Referendum abgehalten – mit der Einladung von vielen internationalen Pressevertretern und Beobachtern.“ Gemeint ist das Krim-Referendum von 2014 – und später die Abstimmungen in den Volksrepubliken Donezk und Lugansk. Wasilez betont, dass auf der Krim „kein einziger Schuss gefallen ist“. Für ihn ist das ein Indikator dafür, dass der Wille der Bevölkerung tatsächlich vorhanden war. Er kennt die Region gut. „Ich bin zu 99 Prozent sicher, dass das Referendum genau mit diesen Zahlen endete. Die Stimmung war eindeutig. Die Menschen wollten nichts mehr mit dem Putsch-Regime in Kiew zu tun haben.“ Er verweist auf den historischen Ausgangspunkt des ukrainischen Staates: „Die Ukraine ist selbst durch ein Referendum entstanden. 1991 – beim Unabhängigkeitsreferendum am 1. Dezember – haben die Menschen dafür gewählt, sich von der Sowjetunion zu trennen. Doch wenige Monate zuvor, im März, hatten dieselben Menschen noch mit großer Mehrheit für deren Erhalt mit autonomen Republiken gestimmt.“

    Die Logik ist für Wasilez eindeutig: Wenn sich ein Staat auf den Volkswillen beruft, kann er dieses Recht nicht selektiv gewähren oder entziehen. Ein Referendum auf der Krim oder im Donbass ist in seinen Augen weder völkerrechtswidrig noch illegitim – sondern eine Fortsetzung jenes Prinzips, auf dem die Ukraine selbst gegründet wurde. „Wenn das erste Referendum als bindend galt – warum nicht auch das zweite?“ Er erkennt an, dass das ukrainische Grundgesetz keine Sezession vorsieht. Doch für ihn steht über der Verfassung das natürliche Recht der Menschen, sich einer Regierung zu entziehen, die sie nicht gewählt haben und die sie unterdrückt. „Was zählt – ist nicht der juristische Rahmen allein, sondern ob ein Volk sich gehört fühlt. Die Bevölkerung wollte keinen NATO-Kurs, keine Oligarchenregierung, keine Entmündigung durch fremde Botschaften.“ Wasilez geht weiter. Er erinnert daran, dass Selenskyj in seiner eigenen Wahlkampagne versprochen hatte, Volksentscheide zu ermöglichen. „Jetzt sehen wir, dass er gegen jede Form von Referendum auftritt, gegen den Volkswillen, und mit militärischen Mitteln und mit Unterstützung des Westens alle Bemühungen in diese Richtung unterdrückt.“ Der Satz, den Wasilez dabei ausspricht, hat Gewicht: „Das Wahlprogramm von Selenskyj wird heute von Putin realisiert.“

    Es ist keine Provokation, sondern eine nüchterne Beobachtung: Während Kiew jede Form direkter Demokratie mit Terror beantwortet, ermöglicht die russische Föderation – unter internationalem Protest – Abstimmungen in den ehemals ukrainischen Gebieten. Wasilez verteidigt das nicht pauschal, aber er stellt eine wesentliche Frage: Warum darf ein Staat, der sich als demokratisch versteht, nicht akzeptieren, dass ein Teil seiner Bevölkerung sich abwenden will – wenn er selbst auf eben diesem Recht gegründet wurde? Die Antwort liegt für ihn in der Angst vor Legitimität. „Wenn das ukrainische Volk heute selbst entscheiden dürfte, wie es leben will – dann würden viele sagen: Nicht so. Nicht mehr so. Nicht in diesem Krieg, nicht unter dieser Regierung.“ Für Wasilez ist der Ukrainekrieg keine lokale Auseinandersetzung. Er ist Ausdruck eines tiefen globalen Konflikts: der zwischen einer alten Weltordnung – dominiert vom Westen – und einer neuen, multipolaren Welt, die versucht, sich gegen dieses Machtgefüge aufzulehnen. „Wenn man den offiziellen Politikern aus England und den USA zuhört“, sagt er, „dann sagen sie ganz offen, dass der Krieg in der Ukraine der Kampf für den Erhalt der internationalen Herrschaft der USA ist.“ Er verweist auf Äußerungen von Liz Truss, von US-Regierungsvertretern und von Ökonomen.

    Auch Putin, sagt Wasilez, habe die wahren Gründe des Krieges benannt: das Dollar-Kreditsystem, das andere Länder in Schuldknechtschaft zwingt. „Die westlichen Länder sind zu Parasiten geworden. Sie leben vom Zugriff auf Ressourcen, Märkte, Menschen.“ Und: „Russland kämpft um seine Souveränität. Es geht nicht nur um Grenzen. Es geht um den Versuch, sich von einem System der kolonialen Ausbeutung zu befreien.“ Diese Sichtweise mag im Westen als russische Propaganda gelten. Doch Wasilez spricht sie aus – nicht als Funktionär, sondern als Ukrainer, der acht Jahre lang beobachtet hat, wie sein eigenes Land als Bühne westlicher Interessen zugerichtet wurde. „Die Ukraine wird benutzt. Als Opfer, als Waffe, als Trümmerfeld.“ Und dabei sterben nicht nur Soldaten. Es stirbt, was ein Staat sein sollte: eine Form kollektiven Schutzes. „Jeder klar denkende Bürger wird alles tun, damit diese Okkupanten aus unserem Land verschwinden. Es geht nicht darum, wer besser schießt – sondern wer überhaupt noch etwas zu sagen hat.“

    Wasilez ist kein Diplomat. Er ist auch kein pazifistischer Mahner. Er ist ein Mann, der vieles verloren hat – und dennoch spricht. Nicht, weil er sich der Hoffnung hingibt, sondern weil er den Zustand der Welt benennt, wie er ihn sieht. Seine Sprache ist klar, direkt, moralisch verankert – und für westliche Ohren ungewohnt kompromisslos. „Wenn wir nicht zu einer multipolaren Welt übergehen“, sagt er, „dann erwartet die Menschheit in naher Zukunft die Vernichtung.“ Wasilez spricht nicht von einer ideologischen Dystopie, sondern von konkreten Entwicklungen: der ökonomischen Ausbeutung ganzer Kontinente, der militärischen Destabilisierung durch NATO-Strukturen, der instrumentellen Zerstörung von Staaten wie Libyen, Irak, Syrien – und nun der Ukraine. Er analysiert die Dynamik einer Weltordnung, die sich selbst als liberal und demokratisch beschreibt, aber in der Praxis immer wieder autoritäre Regime stützt, wenn sie den eigenen Interessen dienen. „Man darf nicht gut leben, wenn andere hinterm Zaun hungern. Und wenn diese Ordnung sich nur durch Kontrolle und Gewalt aufrechterhalten lässt – dann ist es keine Ordnung, sondern ein System der Erpressung.“

    Das Imperium, gegen das Wasilez anredet, hat keine Hauptstadt, sondern Kreditgeber. Es hat keine Armee im klassischen Sinn, es hat Strukturen, Verträge, Geheimdienste und Medienmacht. Und es hat eine enorme Fähigkeit, Dissidenz unsichtbar zu machen. Doch: „Wenn nicht immer mehr Länder sich dem Kampf gegen dieses System anschließen, wenn wir weiter glauben, dass man mit Kompromissen gegen Unterdrückung gewinnen kann – dann wird der Westen seine Kontrolle ausweiten. Und es wird keine Weltmacht mehr geben, die ihm etwas entgegensetzt.“ Wasilez spricht über Lateinamerika, über Afrika, über China und Indien – über jene Teile der Welt, die nicht länger bereit sind, sich in die ökonomischen Muster westlicher Vorherrschaft fügen zu lassen. Er spricht über die Entstehung einer „Front der Gerechtigkeit“ – nicht im Sinn eines ideologischen Blocks, sondern im Sinn eines zivilisatorischen Korrektivs. Er sagt: „Wenn Russland fällt – fällt der Rest. Dann werden Lateinamerika und Afrika auf Jahrzehnte zurückgeworfen. Dann wird niemand mehr existieren, der dem Imperium des Kapitals widersteht.“ Es ist ein Gedanke, den man teilen oder ablehnen kann. Aber es ist ein Gedanke, der Konsequenz verlangt. Denn er führt zu einer zentralen Frage: Was ist unsere Aufgabe?

    Dmitrij Wasilez wurde in der Ukraine verurteilt, weil er berichtete. Zwei Jahre und drei Monate Haft. Ohne Anklage. Er wurde als „Informationsterrorist“ eingestuft. Eine Wortwahl, die alles sagt. Wer heute berichtet, was nicht berichtet werden darf, wird nicht als Journalist wahrgenommen, sondern als Gefahr – als Störung oder Feind.„Ich war kein Kämpfer. Ich war Journalist. Ich habe nur gesagt, was ich gesehen habe. Und das reichte aus, um mich zu inhaftieren.“ Diese Aussage ist für europäische Medienmenschen kaum fassbar und doch ist sie das stillschweigende Echo unserer Zeit. Nicht nur in Kiew, sondern auch in Brüssel, Berlin, Paris. Wo immer die Wahrheit die Macht berührt, wird sie unter Verdacht gestellt. Wasilez hat überlebt.

    Es wäre zu einfach, Dmitrij Wasilez als „Stimme aus dem Exil“ zu zitieren, und dann zum Alltag zurückzukehren. Zu einfach, seine Aussagen mit geopolitischen Floskeln abzuwägen. Wasilez verlangt kein Urteil, er verlangt schlicht Erinnerung. Er erinnert uns daran, dass ein Staat ohne Souveränität nur Kulisse ist. Dass eine Demokratie ohne Opposition keine Demokratie ist. Und dass ein Krieg, der im Namen von Freiheit geführt wird, aber jede abweichende Stimme zum Verstummen bringt, kein Befreiungskrieg ist – sondern eine Verlängerung der Gewalt. Vielleicht ist das die eigentliche Zumutung dieses Berichts: dass wir uns entscheiden müssen. Nicht zwischen Russland und der Ukraine. Sondern zwischen Wahrheit und Verdrängung. Oder, wie Wasilez es selbst sagt: „Wir leben in einer historischen Zeit. In dieser Zeit muss jeder entscheiden, auf welcher Seite er steht – auf der Seite der Gerechtigkeit. Oder auf der Seite der Lüge.“ 

    Das Interview zwischen Dmitrij Wasilez und Patrik Baab ist kein isoliertes Zeitdokument. Es ist ein geopolitischer Röntgenblick – in eine Ukraine, die bereits 2023 nicht mehr souverän war, sondern ein Experimentallabor westlicher Kontrolle. Zwei Jahre später ist aus dieser Kontrolle ein unumkehrbarer Zustand geworden. Die Ukraine ist faktisch zahlungsunfähig, ihr Land, ihre Infrastruktur, ihre Arbeitskraft vertraglich verpfändet. Europa hat keine Strategie entwickelt, sondern sich untergeordnet. Deutschland hat seine industrielle Grundlage verloren, nicht durch Krieg, sondern durch politische Entscheidungen im Windschatten einer imperialen Allianz. Doch der entscheidende Irrtum liegt tiefer: Die Vorstellung, dass Russland der Aggressor sei, der diese Ordnung zerstört. Tatsächlich ist Russland der einzige verbliebene Akteur, der dem westlichen Kontrollsystem noch widerspricht – mit ökonomischer, diplomatischer und militärischer Kraft. Nicht weil es moralisch überlegen wäre, sondern weil es ein anderes Modell verteidigt: eines, in dem staatliche Souveränität, wirtschaftliche Selbstständigkeit und Vertragstreue noch gelten sollen. Der Westen führt keinen Krieg gegen Russland, weil es gefährlich wäre. Er führt ihn, weil Russland nicht gehorcht. Weil Russland nicht liberalisiert, nicht kolonisiert, nicht „transformiert“ werden will. Russland akzeptiert keine offenen Gesellschaften, in denen Konzerne regieren, Gerichte nach außen verhandelt werden und Kriege mit Narrativen statt mit Verträgen geführt werden. In dieser Ablehnung liegt keine Rückständigkeit, sondern vielleicht die letzte Erinnerung an eine Welt, in der Macht noch an Verantwortung gebunden war. 

    Russland steht auch nicht für Krieg, sondern für die letzte Möglichkeit einer multipolaren Welt nach dem Krieg – einer Welt, in der Europa nicht Transitkorridor für Waffen, Schulden und Ideologie ist, sondern souveräner Akteur und Friedensstifter. Um zu verhindern, dass dieser Konflikt Deutschland vollständig verzehrt, braucht es mehr als Appelle: Strukturen auf lokaler, föderaler, wirtschaftlicher und juristischer Ebene. Landesregierungen sollten Völkerrecht geltend machen anstatt NATO-Recht, Kommunen sich gegen kriegsvorbereitende Infrastruktur verweigern, die Industrie Alternativen schaffen wie regionale Netze und selbstbestimmte Handelsachsen, Journalisten müssen endlich aufhören zu schweigen – Russland zu verstehen ist keine Verräterei, sondern Voraussetzung für Klarsicht.

    Wer Russland dämonisiert, verteidigt nicht Europa, sondern ein System, das es für Profite, Abhängigkeit und Hegemonie opfert. Wer es strategisch begreift, erkennt: Russland kämpft um das Überleben Europas. Wer diese Sicht verweigert, verliert nicht nur den Krieg, sondern die Fähigkeit, Frieden zu denken.


    (Red.) Zum Originalvideo mit dem Gespräch zwischen Patrik Baab und Dmitrij Wasilez hier anklicken.  (https://www.youtube.com/watch?v=dEdoJDwrnQ0).



    Info: https://globalbridge.ch/frieden-verboten/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    Exklusivinterview mit dem Publizisten Patrik Baab und dem ukrainischen Journalisten Dmitrij Wasilez

    Screenshot_2025_07_30_at_07_41_19_Exklusivinterview_mit_dem_Publizisten_Patrik_Baab_und_dem_ukrainischen_Journalisten_Dmitrij_Wasilez_YouTube


    Koblenz: Im Dialog - Veranstaltungsreihe


    youtube.com, vom 26.10.2023

    Patrik Baab ist Politikwissenschaftler und Publizist. Er hat die Ukraine bereist - den Westen vor Beginn des Krieges, den Osten danach. Daraus ist ein Buch entstanden mit dem Titel "Auf beiden Seiten der Front". Gemäß der journalistischen Handwerksregel "audiatur et altera pars" - auch die andere Seite soll gehört werden - hat er auf beiden Seiten der Front mit Menschen gesprochen und ihre Leben beobachtet. Der ukrainische Journalist Dmitrij Wasilez ist bekennender Sozialist. Mit diesem "Stigma" behaftet darf er in der Ukraine nicht mehr tätig sein, vom Leben ganz zu schweigen. Seine Partei wurde durch die Kiew-Regierung 2022 verboten. Dmitrij erzählt in einem Interview von seinen Beobachtungen, von Waffen, bezahlten Demonstranten und dem Maidan-Putsch. Stoff für einen Thriller, der auf wahren Tatsachen beruht und der sich dem westlichen


    Info: Video https://www.youtube.com/watch?v=dEdoJDwrnQ0 Dauer 1:15:49 h


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    29.07.2025

    Neoliberalismus  – der unerklärte Krieg des Markttotalitarismus gegen Menschen, Gesellschaft, Demokratie und Wirtschaft

    aus e-mail von Seniora.org, 29. Juli 2025, 17:30 Uhr


    seniora.org, vom 24. Juli 2025, 23. Juli 2025 Von: Heinrich Anker - übernommen von globalbridge.ch

    (evtl. so doppelt vorhanden)

    Screenshot_2025_07_30_at_07_25_06_Neoliberalismus_der_unerkl_rte_Krieg_des_Markttotalitarismus_gegen_Menschen_Gesellschaft_Demokratie_und_Wirtschaft_GlobalBridge

    «Mont Pèlerin, der Hausberg von Vevey, lässt dich die Schönheit von Genfersee, Westschweizer Alpen und Jura auf einen Blick erfassen. Du erreichst den Gipfel mit der Standseilbahn, vorbei an den Weinbergen des Lavaux. Bester Aussichtspunkt ist der Turm "Plein Ciel"». So bewirbt der Schweizer Tourismus diesen Berg. Dass er sozusagen der Geburtsort des Neoliberalismus ist und der Gesellschaft der neoliberalen Ökonomen den Namen gab, wird hier natürlich nicht erwähnt.


    «Mont Pèlerin, der Hausberg von Vevey, lässt dich die Schönheit von Genfersee, Westschweizer Alpen und Jura auf einen Blick erfassen. Du erreichst den Gipfel mit der Standseilbahn, vorbei an den Weinbergen des Lavaux. Bester Aussichtspunkt ist der Turm "Plein Ciel"». So bewirbt der Schweizer Tourismus diesen Berg. Dass er sozusagen der Geburtsort des Neoliberalismus ist und der Gesellschaft der neoliberalen Ökonomen den Namen gab, wird hier natürlich nicht erwähnt.

    Der Neoliberalismus ist eine sozialdarwinistische Ideologie und Wirtschaftslehre, welche die Profitmaximierung ins Zentrum stellt. Viel zu viele Analysen bleiben bei der Darstellung der damit verbundenen Einkommens- und Vermögensdisparitäten stehen. Der vorliegende Beitrag wirft einen Blick hinter die ökonomische Fassade und versucht aufzuzeigen, welche zerstörerischen Folgen die neoliberale Wirtschaftslehre und -politik auf die Gesellschaft, die Individuen und die Politik hat, dies insbesondere mit Blick auf die USA als Hort des Neoliberalismus schlechthin.

    Der Neoliberalismus beruht auf drei Grundannahmen:

    1. Das einzige Ziel des Lebens der Individuen und der Wirtschaftswelt ist die (kurzfristige) Maximierung des eigenen Nutzens/Profits,

    2. Alles hat seinen Preis (auch das menschliche Leben) [Anm. 1]; die Preise widerspiegeln die wahre Realität des Lebens: Wer sich von den Marktpreisen leiten lässt, muss sich nicht darum kümmern, unter welchen Bedingungen Güter und Dienste entstanden sind (Vergangenheit) und welche Konsequenzen ihr Konsum für Menschen, Gesellschaft und Umwelt hat (Zukunft). [2]

    3. Die Welt ist eine einzige grosse   – globale   – Wirtschaftsmaschine, in deren Räder- bzw. Mahlwerk des vollständigen Wettbewerbs jeder und jede allein aufgrund seiner eigenen Leistung entlohnt wird   – dies ist im neoliberalen Sinne objektive Gerechtigkeit [3] und der ultimative Sinn des Lebens erfüllt   – erschöpft!   – sich gemäss neoliberaler Philosophie in der Zweckrationalität der rein eigennützigen Nutzen- bzw. Profitmaximierung.


    Die ausserordentliche Durchschlagskraft des Neoliberalismus erklärt sich besonders damit, dass es seinen Protagonisten gelang, seinen ideologischen Kern in das Kleid einer   – wertfreien!   – Naturwissenschaft zu packen: Er stellt seine «Gesetze» als Kräfte der Natur dar, die ebenso unveränderbar sind wie jene der klassischen Physik: Denk- und Redeweisen wie «Die Gesetze des Marktes zwingen uns!» «Der Markt befiehlt!» sind reine neoliberale Indoktrination.


    Ein Blick auf die Killing Fields des Neoliberalismus

    Der Blick auf die Schlachtfelder des Neoliberalismus ist erschütternd. Wie blutig der Krieg ist, mögen einige wenige Beispiele illustrieren, welche auf die konsequente neoliberale Profitmaximierung zurückzuführen sind:
      – Chemiekatastrophe von Bhopal (Indien), 1984: Je nach Schätzung starben aufgrund eines Gasaustritts in einem von der US-amerikanischen Union Carbide kontrollierten Chemiewerk zwischen 3’800 und 25’000 Menschen. Ursache: Sparen bei den Sicherheitsvorkehrungen   – zwecks neoliberaler Profitma­ximierung. [4] Viele Opfer warten bis heute auf eine Entschädigung.
      – Als in Tschechien die medizinischen Folgekosten des Rauchens stiegen, wurde erwogen, die Tabaksteuern zu erhöhen. Um dies abzuwenden, legte Philipp Morris eine Kosten-Nutzen-Analyse vor, die zeigte, dass der Staat durch das Rauchen mehr einnimmt, als er verliert: So­lange Raucher mit einer medizinischen Behandlung leben, verursachen sie dem Staat zwar Kos­ten, weil Raucher jedoch früher sterben, spart der Staat per Saldo bei den Renten und der Altenpflege mehr, als er für die medizinische Versorgung der Raucher aufwendet   – Sterben für den Profit [Sandel, 2013, S. 61f].
      – In den 70er-Jahren stellten Ford-Ingenieure bei Testfahrten noch vor dem Verkaufsstart fest, dass ihr Kleinwagen Pinto leicht Feuer fängt, wenn ein anderer Wagen in sein Heck prallt. Dennoch wurde er unverändert auf den Markt geworfen. Mehr als 500 Menschen verbrannten, noch mehr erlitten schwere Verbrennungen. In der Chefetage von Ford wurde im Rahmen gerichtlicher Untersuchungen eine Kosten-Nutzen-Analyse gefunden. Gemäß deren Berechnungen   – Ford kalkulierte mit 180 Todesopfern und 180 Brandverletzten   – wurde der Schaden an Menschen und Material auf 49,5 Mio. US-Dollar veranschlagt, derweil sich die Kosten für die Sanierung der 12,5 Mio. produzierten Pintos   – je 11 Dollar pro Wagen   – auf 137,5 Mio. US-Dollar belaufen hätte. Das Unternehmen kam zum Schluss, die Verbesserung des Tanks lohne sich ökonomisch nicht   – Sparen für den Profit bzw. das Geschäft mit dem Tod. (Sandel, Michael, 2013, S. 63 f.). [5]
      – Boeing 737 Max, 2018/2019: Um im Wettbewerb mit Airbus die Kosten für eine völlige Neuentwicklung zu sparen, modifizierte das Unternehmen den Dauerbrenner Boeing 737 so extrem, dass sich dies negativ auf das Flugverhalten auswirkte. Um dieses zu normalisieren, entwickelte Boeing eine Steuerungssoftware (MCAS). Aus Spargründen wurden die Piloten mit dieser Software jedoch nicht vertraut gemacht. Dies führte zum Absturz zweier dieser Maschinen. Dabei verloren 346 Menschen ihr Leben. Sparen für den Profit. {Tagesschau ARD, 2021.) [6]

    Diese Beispiele stehen für Millionen von Menschen, welche infolge schädlicher Produkte, erbarmungsloser Arbeits­bedingungen, einer zerstörten Umwelt, infolge wachsender Ein­kommens- und Vermögensdisparitäten bzw. Verarmung als Folge ungezügelter neoliberaler Profitgier erkrankt sind oder sterben mussten.

    Die neoliberale Profitmaximierung zerstört auch die Wirtschaftswelt selbst. Rana Foroohar (2017, S. 11): „Durch ihr Lobbying für ein kurzfristiges, aktiensteigerndes Management ist die Finanzwelt auch weitgehend für die drastische Kürzung der Forschungs- und Entwicklungsausgaben in den amerikanischen Unternehmen verantwortlich   – für jene Investitionen, welche die Grundlage für die Zukunft sind.“ Foroohar liefert dazu ein anschauliches Beispiel: Demnach kündigte Microsoft im März 2006 grössere Investitionen für eine neue Technologie an. In der Folge sei der Aktienwert während zweier Monate gefallen.
     
    Dies sind nur einige wenige der sichtbarsten Zeichen des blutigen Krieges, der stattfindet. Letztlich geht es um einen Krieg Reich gegen Arm. Warren Buffett in der New York Times, 26. November 2006: «Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.»

    Neoliberalismus: gemäss seiner Genese eine Ideologie, welche in ein pseudo-naturwissenschaftliches, vermeintlich wertfreies Kleid gesteckt wurde

    Dieser Krieg Reich gegen Arm hat eine Geschichte. Der Neoliberalismus und seine ersten institutionellen Anfänge gehen auf den US-amerikanischen Publizisten Walter Lippmann (1889  –1974) zurück. Eine wichtige Rolle spielte das nach ihm benannte Colloque Walter Lippmann. Es fand vom 26. bis 30. August 1938 in Paris statt. Angesichts der politischen und wirtschaftlichen Krisen der Zwischen­kriegszeit sowie des Aufstiegs totalitärer Systeme sollte der Liberalismus neu definiert und wei­terentwickelt werden. In diesem Kontext entstand auch der Begriff «Neoliberalismus». Ange­strebt wurde eine Abgrenzung sowohl zum klassischen Laissez-faire-Liberalismus als auch zu den kollektivistischen Ideologien wie Sozialismus, Nationalsozialismus und Faschismus. Nota bene: Der Neoliberalismus ist allem voran ein ideologisches Projekt, welchem ein pseudo-naturwissenschaftlich-wertfreies Kleid verpasst wurde. [7]

    Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, 1947, nahm der österreichische Ökonom Friedrich Hayek den Faden wieder auf und gründete im Beisein bekannter Wirtschaftswissenschafter wie Wilhelm Röpke, Karl Popper, Lionel Robbins, Michael Polanyi, Walter Eucken, Fritz Machlup, Ludwig von Mises, Maurice Allais, Milton Friedman und George Stigler die Mont Pèlerin Society (MPS)   – nicht eingeladen war Walter Lipp­mann: Er galt als zu wenig «prinzipienfest». [8] Zugegen waren hingegen einflussreiche Journalis­ten von Le Monde, Neuer Zürcher Zeitung, Wall Street Journal, Newsweek, Fortune etc.

    Mindes­tens acht Träger des «Nobelpreises für Wirtschaft» lassen sich der MPS zuordnen   – sie ist ein höchst synergetisches Netzwerk. Der stählerne Arm der Mont Pèlerin Society ist ihr Dachverband atlasnetwork.org mit heute 598 Think Tanks u.a. Partnerorganisationen, unter ihnen so bekannte und einflussreiche Namen wie das US-amerikanische Cato Institute, die Heritage Foundation, das britische Institute of Economic Affairs (IEA), welchem Margaret Thatcher eng verbunden war, sowie u.a. auch die Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit (Potsdam).

    Mit Präsident Nixon wird der Krieg Reich gegen Arm in den USA Regierungsprogramm

    Der rasche und durchschlagende Aufschwung der Mont Pèlerin Society hat einen sachlichen, jedoch auch einen ideologischen Grund. Der sachliche: Der Aufstieg der Markt­radikalen bzw. Neoliberalen begann mit der Stagflation, welche in den späten 1960er Jahren ein­setzte und in die 1970er hinüberschwappte.

    In diesem Kontext erwies sich das (als sozialistisch diffamierte) keynesianisches De­ficit Spending kontraproduktiv; es begann die grosse Zeit der Monetaristen der Chicago School, angeführt von Milton Friedman und dem Schweizer Ökonomen Karl Brunner. Der ideologische Grund: Der Keynesianismus bzw. dessen Staatsintervention in die Wirtschaft war für die Reichsten der Reichen der USA schon immer ein rotes Tuch.

    Unter ihrem Druck nutzte Präsident Richard Nixon die damalige Krise zum Aufbau eines «rightist counterestablishments» [Gibbs 2024, S. 3-7] und enga­gierte dazu die MPS. Damit wurden MPS-Neoliberale wie Friedrich Hayek und Milton Friedman zu Policy Makers auf hoher und höchster politischer Ebene. Nota bene: Zahlreiche ihrer höchst folgenreichen Massnahmen wurden nicht unter Reagan, sondern unter den demokratischen Präsidenten Carter und Clinton umgesetzt. [9] Das neoliberale Arsenal beinhaltet insbesondere die folgenden Waffen für den Krieg Reich gegen Arm: [10]
      – Privatisierung
      – Deregulierung
      – Reduzierung der Staatsquote
      – Förderung des freien Marktes
      – minimale staatliche Eingriffe
      – Finanzglobalisierung
      – Begrenzung der Staatsausgaben
      – Reduktion von Haushaltsdefiziten
      – steuerliche Entlastung der hohen und höchsten Einkommen
      – Kampf gegen die Gewerkschaften
      – Lohndruck
      – Verfügungsgewalt über die wirtschaftlich und politisch einflussreichen Medien
      –Finanzierung neoliberaler / marktradikaler Think Tanks, von Lehrstühlen und NGOs
     
    Die Neoliberalen weisen weit von sich, eine sozialdarwinistische Gesinnung zu haben, aber ein Blick in diesen (wirtschafts-)politischen Werkzeugkasten verrät sie als blanke Sozialdar­winisten: Er ist ein Sammelsurium von Instrumenten der Umverteilung von unten nach oben, d.h. von den (vielen) Schwachen zu den (wenigen) Starken und Mächtigen.

    In diesem Zusammenhang spricht der deutsche Politologe Rainer Mausfeld (2018) [11] von einer «neoli­beralen Revolution von oben», die   – nota bene   – «massgeblich durch sozialdemokratische Par­teien ausgeführt» wurde, so auch in Deutschland ab 1999 mittels «Senkung des Körperschafts­steuersatzes, des Spitzensteuersatzes, der Abgeltungssteuer, Abschaffung der Steuer auf Ver­äusserungsgewinne, Abschaffung der Erbschaftssteuer für Unternehmenserben, Hartz IV, mas­sive Ausweitung des Niedriglohnsektors, Leiharbeit.» [12] Zu den Machtinstrumenten des Neolibera­lismus zählen gemäss Stubbs et al. [2021] auch Institutionen wie IWF, Gatt, WTO, OECD und Weltbank, welche der neoliberalen Funktionslogik gehorchen.

    Was sich mit diesem Waffenarsenal   – mit dieser «neoliberalen Revolution von oben»   – an Schäden an Menschen, Gesellschaft und Demokratie anrichten lässt, soll nachfolgend am Beispiel USA näher dargestellt werden.

    Das neoliberale Schlachtfeld USA   – wie der Neoliberalismus die Gesellschaft zerfrisst

    Gemäss dem Briten John Stuart Mill [2006, S. 24], einem der einflussreichsten Wirtschaftsklassiker des 19. Jh., werden nur Dinge nachgefragt, welche unmittelbar Glück bereiten oder Mittel zum Zweck des Glücks sind. Dieser Aussage Mills lässt sich ein Befund des Schweizer Ökonomen Mathias Binswanger [2010, S. 28 f.] entgegenhalten: In westlichen Staaten wie den USA und Europa und im ebenfalls dem Westen zugerechneten Japan stieg das Bruttoinland pro Kopf seit dem 2. Weltkrieg um das Drei- (USA) bis Sechsfache (Japan), aber seit 1956 sinkt der Prozentsatz derjenigen US-Amerikanerinnen und Amerikaner, welche sich als „sehr glücklich“ bezeichnen, kontinuierlich (was aufgrund der folgenden Ausführungen nachvollziehbar werden wird). Ähnliches gilt auch für Japan und Europa.

    Schlussfolgerung: Ein höherer materieller Wohlstand bedeutet nicht immer mehr Glück.

    Das heutige Wirtschaftswachstum, so eine zweite Folgerung, ist   – zumindest in der westlichen Welt   – nicht (mehr) durch die Bedürfnisse der (nach Glück strebenden) Menschen gesteuert. Unter dem Regime des neoklassischen Neoliberalismus hat sich das Wirtschaftswachstum von den realen Bedürfnissen der Menschen abgekoppelt. Es wird von anderen Kräften gesteuert   – von der nach dem kurzfristigen Profitmaximum strebenden Schulden- und Kreditwirtschaft, d. h. von Finanzinstituten und Hedgefonds, Investoren und Spekulanten einerseits, einer zunehmend von deren Interessen gesteuerten neoliberalen Gesetzgebung andererseits, welche die Umverteilung von unten nach oben politisch-rechtlich zementiert (vgl. dazu Mausfeld).

    Was dies konkret bedeutet, illustriert die Situation der Menschen in den USA , dem neoliberalen Modell-Staat schlechthin:

      – „Die obersten 1 % der US-Verdiener besitzen jetzt mehr Vermögen als die gesamte Mittelschicht.“ (Tanzi, Alexandre, Dorning, Mike, 2021). [13]
      – „Zwischen 1980 und 2014 (…) wuchs das Einkommen der ärmsten Hälfte nur um 1 Prozent, während das Einkommen der obersten 10 Prozent um 121 Prozent wuchs und sich das Einkommen der obersten 1 Prozent mehr als verdreifachte “ [Henderson, Rebecca, 2020, S. 204].
      – Der Produktionsfaktor Arbeit wird zunehmend weniger, die Eigner der Produktionsmittel   – das Kapital   – zunehmend höher entschädigt: „Wäre der durchschnittliche Stundenlohn im Zeitraum 1979-2019 in gleichem Maße wie die Produktivität gestiegen, würde der durchschnittliche Arbeitnehmer 9,00 $ mehr pro Stunde verdienen.“ [Mishel, Lawrence, 2022]. (14)
      – Nach Rebecca Henderson [2020, S. 204] verdiente ein CEO 1978 das Dreißigfache des durchschnittlichen Arbeitslohnes, 2017 verdiente ein CEO 312-mal so viel. 
      – Beinahe 40 % der US-Bürgerinnen und -Bürger können im Notfall keine 400 Dollar aufbringen. Die angespannte Finanzlage erklärt sich mit Schulden auf Wohneigentum, Auto und Studium [Buchter, Heike, 2021].
      – In der Mittelschicht stagnieren die Einkommen, aber die Ausgaben für die Grundbedürfnisse sind gestiegen; die hohen Schulden zwingen zwei Drittel der US-Haushalte dazu, dass beide Partner arbeiten; dafür sind zwei Autos notwendig und zwei Kredite; zudem sind die Autopreise in den letzten Jahren kräftig gestiegen [Buchter, Heike, 2021].
      – 170 Mio. AmerikanerInnen haben offene Rechnungen bei Ärzten und Kliniken; ca. die Hälfte aller Krebspatienten geriet durch die Behandlung in solche Finanzkalamitäten, dass sie die Therapie hinauszögerten oder gar abbrachen [Buchter, Heike, 2021].
      – Die Studiengebühren steigen seit den 80er-Jahren viermal so schnell wie die durchschnittliche Inflation [Buchter, Heike, 2021].
      – In den 50er-Jahren befanden sich 50 % des Haushaltsvermögens in den Händen der Mittelklasse, zum heutigen Zeitpunkt sind es noch 17 %. 44 % der AmerikanerInnen arbeiten im Niedriglohnsektor [Saslow, Eli, 2022].
     
    Noam Chomsky [2022] findet angesichts dieser Verhältnisse folgende Worte: „Im Moment (…) haben wir 40 Jahre unerbittlichen Klassenkampf hinter uns, den man Neoliberalismus nennt. (…) Es gibt in der Tat eine bestimmte Klasse, die sehr wohl versteht, dass es Klassen gibt: die Klasse der wirtschaftlichen Elite. Sie setzt alle Mittel ein, um ihre Interessen durchzusetzen.“

    Die wissenschaftliche Analyse nimmt dies zur Kenntnis und bleibt gemeinhin an diesem Punkt stehen. Im vorliegenden Aufsatz geht es hingegen darum, hinter die rein wirtschaftlichen Tatsachen zu blicken und deren Folgen aufzuzeigen: Das, was Chomsky einen Klassenkampf nennt, geht weit über materielle Disparitäten, Sorgen und Nöte hinaus   – er rührt an der Identität der Menschen: Einen Eindruck, wie die Wirklichkeit erfahren wird, vermittelt eine Studie von The Harwood Group [1995], Bethesda (Maryland).

    Sie realisierte 1995 im Auftrag des Merck Family Fund eine Telefonumfrage unter 800 at random ausgewählten 18-jährigen und älteren US-Amerikanerinnen und -Amerikanern. Nachfolgend werden die wesentlichsten Erkenntnisse wiedergegeben. Wir erleben quasi „live“ das Auseinanderbrechen der US-amerikanischen Gesellschaft unter dem Druck des Neoliberalismus   – eine Entwicklung, die sich seit 1995 noch akzentuiert hat:

      – Die Amerikaner haben das Gefühl, Materialismus, Gier und Eigennützigkeit dominierten zunehmend das Leben, dies auf Kosten von Werten, welche sich um Familie, Verantwortung und Gemeinschaft drehen. 
      – Es besteht das Gefühl, die materielle Seite des American Dream sei ausser Kontrolle geraten, man messe sich gegenseitig und konkurriere sich immer mehr auf materieller Ebene.
      – „Wenn man die Menschen bittet, die Werte, die sie als Leitprinzipien in ihrem eigenen Leben anwenden, mit den Werten zu vergleichen, die den Rest der Gesellschaft bestimmen, sind die Unterschiede frappierend. Eine große Mehrheit der Amerikaner nennt Verantwortung, Familienleben und Freundschaft als wichtige Leitprinzipien für sich selbst. Zugleich glauben die Befragten, dass ihre amerikanischen Mitbürger diese Prioritäten nicht teilen: Weniger als die Hälfte glaubt, dass Verantwortung, Familienleben oder Freundschaft für „die meisten Menschen in unserer Gesellschaft“ einen hohen Stellenwert haben. Die Menschen haben das Gefühl, dass die meisten Amerikaner sich stärker von Wohlstand und Reichtum leiten lassen als sie es selbst tun.
      – „Die Menschen beschreiben eine Gesellschaft, die mit sich selbst und ihren eigenen wichtigsten Werten im Widerspruch steht. Sie sehen, dass ihre Mitbürger zunehmend atomisiert, egoistisch und unverantwortlich werden; sie machen sich Sorgen, dass unsere Gesellschaft ihr moralisches Zentrum verliert. Sie glauben, dass unsere Prioritäten durcheinander geraten sind.“
     
    Die neoliberal-sozialdarwinistische Ideologie des Rechts des Stärkeren und die von der oligarchischen Plutokratie determinierte Politik und Rechtsetzung zerstören das traditionelle Werte-Gebäude der US-amerikanischen Gesellschaft sowie deren sozialen Kitt   – die Bürgerinnen und Bürger verlieren ihre soziale Wert-Orientierung, ihren gesellschaftlichen Halt.

    Die damit einhergehende Entsolidarisierung führt dazu, dass die Bürgerinnen und Bürger immer mehr ihre Identität und ihren Selbstwert verlieren   – und ihre Hoffnung auf ein würdiges, sinnerfülltes Leben, dies umso mehr, als sie dauernd unter wirtschaftlichem Stress leben, welcher jeder gegen jeden aufbringt und alle zu Feinden aller andern macht:

    Wer permanent um sein nacktes wirtschaftliches Überleben kämpfen muss, nimmt auf Dauer keine Rücksicht auf die andern   – dies beschleunigt den soziokulturellen und sozialen Zerfallsprozess nur noch mehr. Dies ist der perfekte Humus für rechtspopulistische Demagogie, die nicht auf Glaube, Hoffnung und Verständigung baut, sondern auf Glaube, Hoffnung und Hass.

    «Angst essen Seele auf»: Wie der Neoliberalismus die Individuen ausbrennt

    Hinweise darauf, was der gesellschaftliche und soziokulturelle Zerfall an psychischen Leiden bei den einzelnen Menschen auslöst, vermitteln Sekundärauswertungen zahlreicher Studien durch Wilkinson/Pickett: Sie ziehen den Schluss, dass in den USA in der Zeit von 1952 bis 1993 Gefühle der Angst („anxiety level“) stetig an Verbreitung gewannen. [15] Ein Paradoxon: Parallel zu den wachsenden Angstgefühlen erleben Indikatoren des Selbstwerts wie „Ich bin stolz auf mich“, „Ich bin eine Person von Wert“ ebenfalls einen deutlichen Aufwärtstrend. Er verläuft zeitgleich mit der zunehmenden Umverteilung von unten nach oben.

    Die parallelen Aufwärtstrends der Angstgefühle einerseits und des Selbstwerts andererseits werden aus derselben Quelle gespeist: Zum einen rüsten sich die Menschen für einen immer härteren Kampf um den sozialen Status, geben sich selbstbewusst, bluffen vielleicht sogar, andererseits quält die Angst vor dem wirtschaftlichem Abstieg und vor sozialem Statusverlust. [16] Der soziale Statusverlust verweist seinerseits auf den von den Menschen mehr als alles andere gefürchteten Verlust an menschlicher Wertschätzung   – diese versichert uns unseres Daseinssinns, insbesondere einer Existenzberechtigung, die nicht weiter legitimiert werden muss, insbesondere nicht mit wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit oder irgendwelcher «Nützlichkeit» für wen oder was auch immer…

    Der wirtschaftliche und zugleich gesellschaftliche Überlebenskampf wird härter und härter, immer ermüdender, zermürbender. Wilkinson/Pickett [2010, S. 5]: „Große Ungleichheiten führen nicht nur zu allen Problemen, die mit sozialen Unterschieden und den damit einhergehenden spaltenden Klassenvorurteilen verbunden sind, sondern (…) sie beeinträchtigen auch das Gemeinschaftsleben, verringern das Vertrauen und erhöhen die Gewalt.“

    Und nicht nur dies: Ein tiefer gesellschaftlicher Status, fehlende Freundschaften und Stress in frühen Lebensjahren erweisen sich als „ernsthafte Beeinträchtigung der Gesundheit und Lebenserwartung.“ Wilson/Pickett [2010, S. 39] illustrieren damit eindrücklich, was mit Menschen und Gesellschaft geschieht, wenn die Weichen immer mehr in neoliberaler Richtung, d. h. auf das Recht des Stärkeren, auf Sozialdarwinismus, Kampf jeder gegen jeden anstelle von Werten wie gegenseitige Verantwortung und Freundschaft, Empathie und Verständigung gestellt werden.

    Nach Wilkinson/Pickett [2010, S. 54 ff.] ist in den USA der Prozentsatz derjenigen, die angeben, „den meisten Menschen kann man vertrauen“, von 60 % im Jahr 1960 auf unter 40 % im Jahre 2004 gesunken. Im zunehmenden Arbeits- und Lebensstress nimmt das menschliche Empathievermögen ab und die Menschen verlieren aufgrund von Zeitmangel Beziehungen oder können keine mehr aufbauen   – wo ein vertrautes Du fehlt, gehen eine stabile Ich-Identität, die Beziehungsfähigkeit und Kritikfähigkeit allmählich verloren [17], ebenso die Ambiguitätstoleranz und der im menschlichen Geist verankerte Willen zur Verständigung und zum Kompromiss.

    Es gilt, um jeden Preis das Gesicht zu wahren, im sozialdarwinistischen Haifischteich ja keine Schwäche zu zeigen, sprich: Fehler einzugestehen. Gesichtsverlust und Erfahrungen von Erniedrigung insbesondere in Gesellschaften mit einer hohen sozialen Disparität können Ursache von Gewalt sein.

    Gegenüber den Demokratien in Europa verzeichnen die USA z. B. eine signifikant höhere Mordrate [18] und die Zahl der School Shootings und Mass Shootings stieg in den letzten Jahren erheblich [Statista Research Dept., 2022]. [19] Die aggressive Entladung nach außen ist ein Symptom einer tiefen gesellschaftlichen und (mit-)menschlichen Krise, die Entwicklung der Zahl der Depressionen und der Suizide ein anderes [Signer, David, 2022]. [20] Unter jungen Amerikanern und Amerikanerinnen grassieren Angst und Hoffnungslosigkeit immer stärker, dies über alle soziodemografischen Gruppen hinweg (der Neoliberalismus frisst auch seine Kinder): Ein Indiz dafür, dass die neoliberale Marktgesellschaft den jungen Menschen weder eine sinnstiftende Verankerung im Geistig-Kulturellen, noch eine Vision, sprich: eine Hoffnung für die Zukunft, noch jenes Minimum an sozialer Geborgenheit vermittelt, welche die Menschen als Wesen mit einem Willen zum Sinn für ihr Gedeihen benötigen wie der Körper Vitamine.

    Orientierungsverlust und Identitätsverlust gehen einher mit zunehmender Anfälligkeit für Propaganda, zunehmender Manipulierbarkeit und Konformität. Das eigennützige Profitstreben und der Sozialdarwinismus des Neoliberalismus erweisen sich immer deutlicher als eine machtvolle, die Menschen entmenschlichende Selffulfilling Prophecy. Das zynische Spiel: Der Neoliberalismus interpretiert diese von ihm angestossene und geförderte Entwicklung einen Beweis dafür, dass sein Bild des Menschen als eines rein eigennützigen Wesens zutrifft.

    Im Rechtspopulismus dupliziert sich der Neoliberalismus

    Es ist aus ökonomischer, psychologischer, soziologischer und soziokultureller Sicht nachvollziehbar, dass rechtspopulistische Demagoginnen und Demagogen, die sich verbal auf die Seite der Opfer des Neoliberalismus stellen und ihnen Würde und Selbstwert, nationale Grösse und Autonomie   – als Gegenkonzept zur neoliberalen Globalisierung   – sowie wirtschaftlichen Aufschwung in Aussicht stellen, in den letzten Jahrzehnten zunehmender Popularität erfreuen. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil die Sozialdemokratie (Blair, Schröder) und die US-Demokraten (Carter, Clinton) auf die neoliberale Schiene gewechselt sind. [21]

    Diesen Spurwechsel haben auch die «Leitmedien» vollzogen. Ein aktueller Indikator: Sie stampfen Trumps Zoll-Kapriolen in Grund und Boden, obgleich er mit diesen jenem neoliberalen Globalismus dicke Knüppel in die Speichen geworfen hat, welcher so viel Schaden und Elend in die Welt gebracht hat und bringt. [22]

    In diesen Kreisen bleibt auch die Erkenntnis aus, wie «krank», d.h. wie krisenanfällig, wie wenig robust und resilient ein neoliberal-globales Weltwirtschaftssystem sein muss, wenn es einem einzigen Akteur und dessen Kapriolen gelingt, die Börsen weltweit auf Talfahrt zu schicken, selbst wenn noch gar keine einzige der angedrohten Massnahmen umgesetzt worden ist. Kurz: Auch die «Leitmedien» haben auf die neoliberale Spur gewechselt, selbst die gemeinhin als «linksliberal» geltenden: Sie haben die neoliberale Vorstellung der Wirtschaftswelt als einer globalen, bloss profitgetriebenen, sozialdarwinistischen Weltmaschine stillschweigend internalisiert. Dies ist ein beachtlicher Sieg des Neoliberalismus in dessen Krieg der Reichen gegen die Armen.

    Der Sieg des Neoliberalismus ist jedoch noch weit dramatischer:

    Der Rechtspopulismus ist die neuste Variante des Neoliberalismus. Eines der Kernelemente des Rechtspopulismus, welchen er mit dem Neoliberalismus teilt, ist der Sozialdarwinismus. Der Rechtspopulismus leitet die sozialdarwinistischen Ausbeutungs-, Entfremdungs- und Verdinglichungserfahrungen der Opfer des Neoliberalismus auf gewisse soziale Minderheiten um und macht auf diesem Wege den Sozialdarwinismus auch für seine ursprünglichen Opfer salonfähig   – die Opfer bleiben Opfer: [23]

    Auf Trumps One Big Beautiful Bill gab es von seiner Anhängerschaft nicht den geringsten Widerstand, obschon Trump damit das neoliberale Programm der Umverteilung von unten nach oben, den Krieg Reich gegen Arm, radikal fortsetzt. Dies bedeutet: Den ursprünglichen neoliberalen Eliten ist es gelungen, den Neoliberalismus auf eine zusätzliche neue, d.h. die rechtspopulistische Schiene zu bringen. Irgendwelche Brandmauern sind bloss Show und Spiegelfechtereien   – den Kern des Neoliberalismus, den Sozialdarwinismus, schmälern sie in seiner Wirkung in keiner Weise. Im Gegenteil: Getrenntes Marschieren, aber gemeinsames Zuschlagen verstärkt seine Wirkung   – der Krieg kann weitergehen…

    Vom unerklärten zum offenen heissen Krieg

    Im Krieg gegen Russland und den Iran mit dem Ziel von deren Zerschlagung versucht sich der Neoliberalismus kostengünstige natürliche und menschliche Ressourcen zu sichern, um den Traum unbegrenzten Wachstums, d.h. unbegrenzten Profits in einer begrenzten Welt weiterleben zu können: Die USA verbrauchen fünfmal mehr Ressourcen, als sie selber nachhaltig generieren können, Europa dreieinhalb Mal mehr. Diese Ressourcen müssen deshalb zwingend aus andern Regionen der Welt kommen, wo der neoliberale Westen auf China trifft. Deshalb rüstet er unter Führung der USA propagandistisch, technisch-militärisch und ökonomisch schon seit einiger Zeit für einen Krieg gegen China.

    Der ideologische Kern des Neoliberalismus, der Sozialdarwinismus, lässt dem neoliberalen Westen keine andere Wahl als Krieg: Nur der Stärkste kann   – und darf!   – in dieser Ideologie überleben; friedliche Kooperation im Sinne von Leben und Leben lassen oder eines friedlichen Wettbewerbs sieht der Sozialdarwinismus nicht vor   – Leben ist für ihn ein ewiger Kampf, ein ewiger Krieg, in dem letztlich einer als Sieger hervorgehen muss, damit er endet.

    Auf dem demokratischen Weg der freien Information und Meinungsbildung und mittels demokratischer Abstimmungen lassen sich jedoch die Völker des Westens nicht dazu bringen, ihr Leben auf den Killing Fields der neoliberalen Eliten zu lassen. Dazu braucht es Propaganda.

    Auch diese findet sich im Arsenal des Neoliberalismus   – dank dessen Begründer Walter Lippmann. Bekannt wurde er mit seinem Werk Public Opinion (1922). Mit diesem etablierte er sich als Pionier der Staats-Propaganda. Schon vor dessen Publikation half er Präsident Woodrow Wilson, die isolationistischen USA mittels Kriegspropaganda in den 1. Weltkrieg zu führen. 

    Übersehen wir nicht die Zeichen der Zeit: Heute werden im Westen wieder politische und militärische Stimmen hoffähig, die offen verlangen, mittels Staats-Propaganda für die richtige Gesinnung zu sorgen   – der Neoliberalismus unterwegs vom unerklärten zum heissen Krieg… Eines seiner Opfer ist die freiheitliche Demokratie. Der Neoliberalismus als sozialdarwinistischer Markttotalitarismus ist unvereinbar mit den demokratisch-freiheitlichen Werten der Aufklärung. Der Freiheitsbegriff des Neoliberalismus meint   – man werfe einen Blick auf den oben erwähnten Werkzeugkasten der Neoliberalen   – die schrankenlose Freiheit der Wenigen auf Kosten der Freiheit der Vielen, die Freiheit der Reichen auf Kosten der Freiheit der Armen, die Freiheit des Starken auf Kosten der Schwachen.

    Für diese Freiheit nehmen die neoliberalen Eliten nicht nur Kriege   – in denen sie die Armen auf die Killing Fields schicken und dort verbluten lassen, derweil sie sich in ihren atomsicheren Bunkern verbergen   – in Kauf, sie machen auch daraus ein profitables Geschäft. Ihnen gehört die Macht…Wo ihr Sozialdarwinismus, das Recht und die Freiheit des Stärkeren, herrschen, sind Menschenrechte und Völkerrecht auf dem Rückzug und werden Kriegsverbrechen ohne zu zögern akzeptiert. Der Neoliberalismus hat die westliche Welt in seinen 50 Jahren des Wirkens zum Zivilisationsbruch geführt: Gewalt vor Recht. Und die freiheitliche Demokratie weint…

    Zum Autor: Heinrich Anker ist Schweizer, Dr.rer.pol. und mittlerweile im Ruhestand.

    (Red.) Sollte jemand diesen Artikel einem Freund in den USA zu lesen geben wollen,
    der Artikel kann hier in englischer Sprache als PDF heruntergeladen werden.


    Anmerkungen
    [1] Kant fasste den philosophisch-ethischen Gehalt der westlichen, jüdisch-christlichen Kultur in den kategorischen Imperativ, von welchem eine Variante lautet:  «Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst» zusammen. Die neoliberale Verdinglichung (auch) des Menschen ist damit unvereinbar.
    [2] Dass alles seinen Preis hat, ist eine unverzichtbare Voraussetzung für das Funktionieren der neoliberalen Weltmaschine. Und die Vertreter des Neoliberalismus tun so, als wäre dies heute bereits Realität, was es nicht ist. Allerdings ist nicht zu übersehen, dass der Neoliberalismus auf der Verfolgung dieser Vision immer mehr Provinzen des Menschlichen ökonomisiert und verdinglicht: Ökonomie der Ökonomie, der Liebe, der Familie, des Verbrechens, der Gesetzgebung…
    [3] Im Jargon des Neoliberalismus handelt es sich um ein dynamisches Gleichgewicht, in welchem kein Marktsubjekt mehr seine Situation verbessern kann…
    [4] «Tatsächlich stellte sich heraus, dass der Tank, der die gefährliche Substanz MIC enthielt, eine Zeitbombe war. Die Sicherungssysteme waren entweder demontiert oder nie einsatzbereit. Der MIC-Tank war ausserdem überfüllt. Offenbar hatte es für die Mitarbeiter von Union Carbide auch keine vernünftige Sicherheitsausbildung gegeben. Als die Gaswolke aus dem Überdruckventil trat, wurde nicht einmal die Alarmsirene angeschaltet, um die Bevölkerung zu warnen. ‘Die Ursache für die Katastrophe war totale Vernachlässigung. Überall nur Vernachlässigung. Und wir haben in einem so gefährlichen Werk gearbeitet.’» Quelle: Deutschlandfunk [2014].
    [5] Dieser Fall steht nicht zuletzt auch stellvertretend für Pharma und die Agrochemie   – Branchen, die um die Schädlichkeit von Produkten wussten, sie jedoch aus Profitgründen willentlich nicht aus dem Markt zurückzogen: OxyContin, Thalidomid, Vioxx bzw. Glyphosat/Roundup, Dioxin sind nur einige Beispiele.
    [6] „Die US-Justizbehörden beschuldigten den Airbus-Rivalen unter anderem, die Regierung mit irreführenden Angaben dabei behindert zu haben, die Sicherheit im öffentlichen Flugverkehr zu gewährleisten. Das Unternehmen war in den Verdacht geraten, seine bestverkaufte Modellserie 737 Max überstürzt auf den Markt gebracht und die Sicherheit zugunsten niedrigerer Kosten vernachlässigt zu haben. Ein Untersuchungsausschuss des US-Kongresses kam bereits im März 2020 zu dem Ergebnis, bei Boeing habe eine ‚Kultur des Verheimlichens‘ geherrscht.“, Quelle: Tagesschau ARD (2021): „Wegen 737-Max-Desaster Milliardenstrafe für Boeing“, Stand: 07.01.2021, 23:31 Uhr, Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/boeing-milliarden-strafe-737-max-101.html, Download 07.01.2022. 
    [7] Näheres dazu vgl. Anker, H. 2025, «Verdammt zum Glück»   – der Neoliberalismus als der mit dem Mantel der Freiheit getarnte Leviathan unserer Zeit. Eine essayistische Invektive gegen eine Jahrhundertkatastrophe, in: academia.edu.
    [8] Für ihn waren nicht nur der Sozialismus und Nationalsozialismus ein Problem, sondern auch der Laissez-faire-Liberalismus. Lippmann stand vorbehaltlos ein für Gerechtigkeit, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, derweil die Neoliberalen die Freiheit (vordergründig) über alles andere stellen. Zudem lehnte er staatliche Interventionen in der Wirtschaftswelt nicht radikal ab.
    [9] Zwar vorgespurt durch Nixon, fand jedoch der ent­scheidende politische Wandel gemäss Gibbs unter dem Demokraten Jimmy Carter statt: Libera­lisierung des Finanzsektors, Deregulierungen im Bereich der Industrie, Sparprogramme auf Kos­ten des Lebensstandards der Arbeiterschaft, Reduktion des Einflusses der Gewerkschaften, Er­höhung der Militärausgaben. Präsident Ronald Reagan akzentuierte den Rechtsruck, welchen Nixon einleitete, den jedoch mit Jimmy Carter (Präsident von 1977   – 1981) die Demokraten strin­gent umzusetzen begannen. In den USA stiegen die wirtschaftlichen Produktivitätszuwächse und die Löhne von 1948 bis 1980 parallel, danach entkoppelte sich die positive Korrelation zwischen Produktivitätszuwächsen und Löhnen: Erstere stiegen gemäss Gibbs [2024, S. 2] zwischen 1979 und 2021 deutlich stärker (+64.6%) als Letztere (+17.3%). Mit der Aufhebung des Trennbankensystems 1999 öffnete Präsident Bill Clinton, ein weiterer Demokrat, seinerseits mit der Aufhebung des Trennbankensystems die Schleusen der Finanzialisierung und damit der Desindustrialisierung der US-amerikanischen und in der Folge weiterer namhafter westlicher Volkswirtschaften, darunter selbst die hoch industrialisierte deutsche Wirtschaft.
    [10] Diese Instrumente und Massnahmen sind nicht a priori «gut» oder «schlecht»   – es gibt Umstände, in denen sie eine positive Wirkung entfalten können. Was die Neoliberalen jedoch auszeichnet ist, dass sie diese Instrumente ideologisch verstehen und einsetzen: Für sie gibt es z.B. keine Maximalgrenzen der Privatisierung und Deregulierung, für sie ist jede Staatsquote zu hoch, jeder staatliche Eingriff einer zu viel, d.h. eine «Sünde»…
    [11] Von Hause aus ist Mausfeld Psychologe.
    [12] Die Revolution von oben geht in Deutschland offenbar weiter und verschärft sich sogar [Koch, 2025]: «Die Bundesrepublik versteht sich als soziale Marktwirtschaft, als Rechtsstaat und als Demokratie. Ihre Verfassung verpflichtet sie zur Sicherung gleichwertiger Lebensverhältnisse und zur Besteuerung nach Leistungsfähigkeit. Doch diese Versprechen sind eine Verhöhnung der Urteilskraft unserer Bürger   – und das nicht zufällig. Hinter der Fassade ordnungspolitischer Rhetorik hat sich ein System etabliert, das Reichtum schützt, Umverteilung nach oben organisiert und demokratische Einflussmöglichkeiten systematisch untergräbt.
    [13] Tanzi, Alexandre, Dorning, Mike [2021]: „After years of declines, America’s middle class now holds a smaller share of U.S. wealth than the top 1 %. The middle 60 % of U.S. households by income   – a measure economists often use as a definition of the middle class   – saw their combined assets drop to 26.6 % of national wealth as of June, the lowest in Federal Reserve data going back three decades. For the first time, the super rich had a bigger share, at 27 %. The data offer a window into the slow-motion erosion in the financial security of mid-tier earners that has fueled voters’ discontent in recent years. That continued through the Covid-19 pandemic, despite trillions of dollars in government relief.“
    [14] Mishel, Lawrence [2022]: 
    Productivity and pay once climbed together. But in recent decades, productivity and pay have diverged: Net productivity grew 59.7 % from 1979  –2019 while a typical worker’s compensation grew by 15.8 %, according to EPI data released ahead of Labor Day.
    If median hourly compensation had grown at the same rate as productivity over the 1979  –2019 period, the median worker would be making $9.00 more per hour.
    This divergence has been primarily driven by intentional policy choices creating rising inequality: both the top 10 % and especially the top 1 % and top 0.1 % gained a much larger share of all compensation and labor’s share of income eroded.
    Public policies which restore worker power and balance in the labor market can provide robust, widely shared wage growth.
     Gemäß diesem EPI-Blog sind diese Umverlagerungen primär auf die Wirtschaftspolitik zurückzuführen. Ein OECD-Paper aus dem Jahre 2018 sieht dagegen die technologische Entwicklung und die Globalisierung der Wirtschaft als treibende Kräfte: Schwellnus, Cyrille et al. „Labour share developments over the past two decades: The role of technological progress, globalisation and winner-takes-most“, in: Economics Department Working Papers No. 1503, ECO/WKP(2018)5, 13. September 2018, Quelle: https://dx.doi.org/10.1787/3eb9f9ed-en, Download 18.03.2022.
    [15] Einen ähnlichen Verlauf zeigen Studien zum Thema von Depressionen in entwickelten Ländern, unter den Erwachsenen einhergehend mit Verhaltensproblemen wie Verbrechen, Alkohol- und Drogenmissbrauch. 
    [16] Entsprechend nimmt z.B. der Statuskonsum, die Nachfrage nach Gütern und Diensten, die zur Darstellung   – und Erhöhung   – des eigenen Status dienen, laufend zu. Derweil die Männerwelt mit immer noch grösseren Boliden und mehr PS aufrüstet, greift in der Frauenwelt das Abnehmen bis hin zur Anorexie um sich, um medial propagierten Männlichkeits- und Weiblichkeitsidealen zu genügen. Und wer dabei keinen Erfolg hat und unter die Räder dieses Krieges um Status und Aufmerksamkeit gerät, für den stellt Pharma jede Menge Psychopharmaka zur Verfügung und die Schönheitschirurgie immer komplexere und ausgefeiltere Schönheitsoperationen… Die neoliberale Wirtschaft macht nicht, wie sie uns unablässig suggeriert, glücklich: Wären die Menschen mit sich und ihrem Leben zufrieden, würden ihre Märkte und ihre Profite einbrechen. Ihr Geschäftsmodell sind Unzufriedenheit, Unglück, Angst, das Gesicht zu verlieren, die Würde und den Selbstwert. Auch aus dieser Perspektive führt die neoliberale Wirtschaftswelt einen Krieg gegen die Menschen   – sie packt sie bei ihren existentiellsten Ängsten überhaupt: Wer nicht mitmacht, dem droht die neoliberale Wirtschaft mit dem sozialen Tod, der Auslöschung als Mensch unter Menschen.
    [17[ Martin Buber hat es im einfachen Satz «Das Ich wird ich erst am Du!» nicht nur philosophisch, sondern auch entwicklungspsychologisch auf eine Formel gebracht, deren Prägnanz nicht zu überbieten ist. Sie hat auf individueller Ebene jene Bedeutung wie Kants kategorischer Imperativ auf gesellschaftlicher Stufe.
    [18] Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%B6tungsrate_nach_L%C3%A4ndern#Liste_der_T%C3%B6tungsraten_nach_L%C3%A4ndern, Download 27.03.2022.
    [19] Statista Research Dept. (2022): „Mass shootings in the U.S. 1982  –2022“, published by Statista Research Department, July 14, 2022. „As of July 4, there were seven mass shootings in the United States in 2022. This is compared to one mass shooting in 1982, one in 2000, and 12 mass shootings in 2018. 
    School shootings issues
    The United States sees the most school shootings in the world. Some motivations for school shootings included depression, seeking revenge, and bullying. As a result of the large amount of school shootings, gun control has become a central topic in U.S. politics. This widespread problem happens across the United States; however California saw the highest number of K-12 school shootings in the United States since 1970. However, the deadliest school shooting (as of May 2022) was the Virginia Tech massacre in 2007. This tragedy left 33 dead and 17 injured. 
    Mass shooting issues 
    Mass shootings happen when there are several injuries or deaths from a firearm-related violence. Throughout the last century, mass shootings have become an epidemic in the United States. However, despite the increase in mass shootings and number of casualties, the U.S. government has done little to prevent future shootings from happening. As a result of the lack of cooperation in politics, mass shootings have become the most common political issue that Generation Z is stressed about as of 2018. Furthermore, the right to bear arms is a popular belief in the U.S., although the percentage of households in the United States owning at least one firearm has remained somewhat steady since 1972.“ Quelle : https://www.statista.com/statistics/811487/number-of-mass-shootings-in-the-us/, Download 04.08.2022. 
    [20] „Die Zunahme von psychischen Störungen und Suiziden unter Teenagern in den USA stellt die Fachleute vor Rätsel. Die Pandemie und soziale Netzwerke wirken als Verstärker, reichen aber als Erklärung nicht aus“, Signer, David (2022): „Bei jungen Amerikanern grassieren Angst und Hoffnungslosigkeit“, in: Neue Zürcher Zeitung, 08.08.2022, Quelle: https://www.nzz.ch/international/usa-jugendliche-leiden-vermehrt-unter-psychischen-problemen-ld.1688304?mktcid=smsh&mktcval=E-mailhttps%3A%2F%2Fwww.nzz.ch, Download 10.08.2022.
    [21] Ohne hier darauf weiter einzugehen, argumentiert die deutsche Sozialdemokratie seit Kanzler Schröder mit dem Bild des rein eigennützigen, faulen Menschen, was seinen Niederschlag nicht zuletzt in Hartz IV fand. Dieses Menschenbild steht auch hinter verschiedenen sozialpolitischen Massnahmen der heutigen Koalitionsregierung von CDU/CSU und SPD.
    [22] Nicht zuletzt hat die neoliberale Globalisierung zu einer einschneidenden Desindustrialisierung in den USA geführt und damit zu einem Heer von Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern. Sie zählen zu Trumps Wählerpotential, und er hat denn auch erklärt, mit seiner Zoll-Politik die USA wieder industrialisieren zu wollen, sprich: Die in Länder mit billigen Arbeitskosten exportierten Industrien wieder in die USA zurückzuholen. Vgl. dazu auch Packer, George (2015): Die Abwicklung. Eine innere Geschichte des neuen Amerika, Frankfurt a.M.: Fischer Taschenbuch.
    [23] Wer die Welt als einen sozialdarwinistischen Kampf jeder gegen jeden erfährt, entwickelt mitunter ein Bild, wonach das Leben ein dauernder Kampf ist. Dieses Weltbild ist einer der Kerne rechter und rechtsextremer Ideologien. Wer sich zu den Opfern in diesem Kampf zählt, hofft auch auf einen starken Führer bzw. eine starke Führerin, welche für Ruhe, Ordnung und ausgleichende Gerechtigkeit sorgen.


    Bibliographie
      –
    Anker, Heinrich (2025), «Verdammt zum Glück»   – der Neoliberalismus als der mit dem Mantel der Freiheit getarnte Leviathan unserer Zeit. Eine essayistische Invektive gegen eine Jahrhundertkatastrophe, in: academia.edu.
      – Binswanger, Mathias (2010): Die Tretmühlen des Glücks. Wir haben immer mehr und werden nicht glücklicher. Was können wir tun? Freiburg/Basel/Wien: Herder.
      – Buchter, Heike (2021): „USA: Ein Volk aus Schuldnern“, in: Die Zeit, Nr. 02/2021, 6. Januar 2021, Quelle:https://www.zeit.de/2021/02/usa-schulden-privathaushalte-familien-kreditkarten-kredite, Download: 13.01.2022. Business Roundtable (2019): „Business Roundtable Redefines the Purpose of a Corporation to Promote ‚An Economy That Serves All Americans‘“, Quelle: https://www.businessroundtable.org/business-roundtable-redefines-the-purpose-of-a-corporation-to-promote-an-economy-that-serves-all-americans, Download: 22.02.2023.
      – Deutschlandfunk (2014): „30 Jahre Bhopal. Eine Chemiekatastrophe ohne Ende“, 3. Dezember 2014, Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/30-jahre-bophal-eine-chemiekatastrophe-ohne-ende-100.html
      – Chomsky, Noam (2022): „Trump ist ein soziopathischer Größenwahnsinniger   – und ein Genie“, Interview mit Patrick Wehner, in: Süddeutsche Zeitung, Quelle: https://www.jetzt.de/politik/noam-chomsky-im-interview-ueber-donald-trump-und-klassenkampf?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE, Download: 10.01.2022
      – Foroohar, Rana (2017): Makers and Takers. How Wall Street Destroyed Main Street, New York: Crown Business.
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      – Henderson, Rebecca (2020), Reimagining Capitalism in a World of Fire, New York: Public Affairs.  – Koch, Detlef (2025), «Das gebrochene Gesellschaftsversprechen: Wie der Staat die Überreichen schützt», in: NachDenkSeiten, 16. Juli 2025, Quelle: Das gebrochene Gesellschaftsversprechen: Wie der Staat die Überreichen schützt, Download 17.07.2025.
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    Heinrich Anker
    (Red.) Siehe zum gleichen Thema auch diesen Beitrag von Heinrich Anker

     

    Quelle: Globalbridge - Mit freundlicher Genehmigung übernommen - Hervorhebungen seniora.org



    Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acym&ctrl=fronturl&task=click&urlid=236&userid=3998&mailid=2815


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

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