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17.08.2025

Über Kriege

aus e-mail von Gerd Reincke, 17. August 2025, 11:57 Uhr


Hallo,

eine Abhandlung aus der Berliner Zeitung vom Mai.    Gerd


80 JAHRE KRIEGSENDE

Der 8. Mai im Lichte der Erinnerung: Unser Land muss friedensfähig sein!

Am heutigen Donnerstag, dem „Tag der Befreiung“, wird in Deutschland dem Ende des Hitlerfaschismus gedacht. Warum dieser Gedenktag auch in Zukunft wichtig bleibt, lesen Sie hier.

Peter Brandt

Reiner Braun

Michael Müller

07.05.2025

09.05.2025, 22:30 Uhr



112



Hissen der amerikanischen Flagge auf Iwojima.


Hissen der amerikanischen Flagge auf Iwojima.

Photo12/imago

Man muss den rollenden Schneeball zertreten.

Die Lawine hält keiner mehr auf!

Erich Kästner

Der 8. Mai ist in ganz Europa der „Tag der Befreiung“, wie Richard von Weizsäcker das Ende des Zweitem Weltkriegs und des Hitlerfaschismus genannt hat. Der 8. Mai steht für den Sieg der alliierten Kräfte über die Verbrechen und die Barbarei des Nationalsozialismus. Und der 8. Mai muss ein Tag der Erinnerung bleiben, um zu verstehen, was nie wieder passieren darf: Eine Ideologie des Großmachtstrebens und der Vernichtung allen Lebens, das nicht dem „Volkskörper“ entspricht.


Am Tag, als in Europa die Waffen schwiegen, waren vom 1. September 1939 bis zum 8. Mai 1945 nicht einmal sechs Jahre vergangen, in denen mehr als 70 Millionen Menschen getötet worden waren. Die Zahl der toten Zivilisten überstieg die der gefallenen Soldaten. Die Sowjetunion erlitt den unfasslichen Verlust von mehr als 27 Millionen Toten. Deshalb muss der Schwur der befreiten KZ-Häftlinge von Buchenwald auch heute gelten, wo die militärischen Technologien eine noch größere Vernichtungskraft möglich machen: „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“.

Die „Entfernung der Juden überhaupt aus der deutschen Volksgemeinschaft“ war Hitlers Ziel seit seiner Machtübernahme am 30. Januar 1933. Mehr als 6 Millionen europäischer Juden, darunter eine Million Kinder, wurden vom NS-Regime und seinen Verbündeten und Kollaborateuren systematisch durch Kugeln oder Gas ermordet. Der Dichter Paul Celan schrieb in der „Todesfuge“: „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland.“ Durch die SS-Einsatztruppen gab es in den Städten der Sowjetunion keine Juden mehr. In seinem extremen Antisemitismus sah Hitler im Sowjetregime die „Repräsentanten eines jüdischen Bolschewismus“.


Der 8. Mai muss ein Tag der Erinnerung bleiben, ein Tag der Besinnung zum Frieden und der Verpflichtung zur Humanität. Am 7. Mai 1945 hatte Generaloberst Jodl gegenüber General Eisenhower im französischen Reims die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht unterzeichnet. Auf Drängen der Sowjets wurde der Vorgang am 8. Mai 1945 in Berlin-Karlshorst durch Generalfeldmarschall Keitel für den 9. Mai um 0 Uhr wiederholt. Im Pazifik endete der Zweite Weltkrieg erst nach dem Abwurf der beiden amerikanischen Atombomben auf Hiroshima am 6. und Nagasaki am 9. August mit der Kapitulation Japans am 2. September 1945.

Heute herrscht in Europa wieder Krieg, der russische Krieg gegen die Ukraine. Schon deshalb ist es geboten, sich an die Verbrechen des Zweiten Weltkriegs, der in sich keine Grenzen kannte, zu erinnern, und sich der überragenden Bedeutung des Friedens bewusst zu werden. Das Wichtigste heißt, das Leben der Menschen zu schützen und Wege zum Frieden zu finden. Darum muss es heute gehen, auch eingedenk der eigenen deutschen Geschichte.

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Andrang zum städtischen Obdachlosenasyl in Berlin aufgrund der großen Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit in Deutschland. (Aufnahmedatum: 01.01.1929-31.12.1929)

Andrang zum städtischen Obdachlosenasyl in Berlin aufgrund der großen Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit in Deutschland. (Aufnahmedatum: 01.01.1929-31.12.1929)

SZ Photo/picture alliance

Blicken wir zurück: Kein Krieg kommt aus heiterem Himmel. Zu Beginn der 1930er-Jahre war nach der großen Wirtschaftskrise, die mit dem „Schwarzen Freitag“ an der New Yorker Börse am 25. Oktober 1929 begann, die globale Ökonomie zerrüttet. Mehr als 30 Millionen Menschen wurden arbeitslos, in Deutschland waren es sechs Millionen. Politische Instabilitäten nahmen zu, es kam zur Schwächung der Demokratien und zum Erstarken autoritärer Bewegungen. In Deutschland wurde die Weimarer Republik von nationalistischen Kräften unter Druck gesetzt. Am 30. Januar 1933 kam es zur Machtergreifung Hitlers.

Am 3. Oktober 1935 begann das faschistische Königsreich Italien in Ostafrika den mit äußerster Brutalität durchgeführten letzten großen kolonialen Eroberungsfeldzug gegen das unabhängige Abessinien (Äthiopien). Nach einem Feuergefecht an der Marco-Polo-Brücke kam es in Asien zu einem Zugriff Japans auf die zu China gehörende rohstoffreiche Mandschurei. Am 7. Juli 1937 begann der zweite japanisch-chinesische Krieg, der nach 1941 zu einem Teil des Zweiten Weltkriegs im Pazifik wurde. Getarnt als „Freiwilligenverband“ unterstützten 25.000 Soldaten der Legion Condor die nationalistischen Putschisten unter General Franco im spanischen Bürgerkrieg (1936 bis 1939), berüchtigt wurde ihr brutaler Luftangriff auf die Zivilbevölkerung von Guernica am 26. April 1937.

Die Expansion Hitlerdeutschlands begann nach Südosten: mit dem Anschluss Österreichs, dann des Sudetenlands, schließlich der „Rest-Tschechei“. Damit war im Laufe des Jahrzehnts die internationale Ordnung über den Haufen geworfen. Der 1918 im Versailler Vertrag vom amerikanischen Präsident Woodrow Wilson initiierte Völkerbund, der auch auf Immanuel Kants Schrift „Zum ewigen Frieden“ von 1795 zurückgeht, erwies sich als zu schwach für die Wahrung des Friedens und die Schlichtung internationaler Konflikte. In den zwischen Deutschland und der Sowjetunion gelegenen ostmitteleuropäischen und südosteuropäischen Staaten hatten sich seit Mitte der 1920er-Jahre nach und nach etliche rechtsautoritäre Regimes etabliert.

Im Vorfeld des Großen Krieges hatten Großbritannien und in dessen Gefolge Frankreich mit dem „Münchener Abkommen“ vom 29. Oktober 1938 die deutschsprachigen Randgebiete der Tschechoslowakei, die dadurch militärisch wehrlos gemacht wurde, dem Deutschen Reich zugesprochen. Die durchaus kalkulierte und von realen Interessen geleitete Beschwichtigungspolitik der europäischen Siegermächte im Ersten Weltkrieg gegenüber dem NS-Deutschland gehört zur unmittelbaren Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs ebenso wie der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt vom 23. August 1939 (Hitler-Stalin-Pakt) mit dem geheimen Zusatzabkommen zur Aufteilung Polens und Abgrenzung der Interessensphären. Auf Druck Hitlers gab auch Litauen im März 1939 das Memelgebiet an das Deutsche Reich.

Nach monatelanger Verschärfung der zwischenstaatlichen Spannungen, ausgelöst auch durch Konflikte zwischen den ethnischen Polen und der deutschsprachigen Minderheit, startete Hitlerdeutschland am 1. September 1939 mit 57 Divisionen der Wehrmacht, und unterstützt von slowakischen Truppen, einen Großangriff auf das östliche Nachbarland, legitimiert mit einem selbstinszenierten und durchsichtigen Überfall auf den deutschen Sender Gleiwitz. In dem ersten „Blitzkrieg“ wurde binnen fünf Wochen die polnische Gegenwehr zerschlagen. Schon am 27. September kapitulierte Polen. 60.000 bis 100.000 polnische und 10.000 bis 14.000 deutsche Soldaten sowie 25.000 Zivilisten kamen zu Tode. Mindestens 400.000 Polen wurden gefangen genommen. Die Hälfte des besetzten Polens wurde direkt dem deutschen Reich angegliedert und sollte „germanisiert“ werden; der Rest wurde als „Generalgouvernement“ zu einer Art Kolonie mit einer rechtsfreien Ausbeutung; Ostpolen ging an die UdSSR. Vorgesehen war die Auslöschung der polnischen Nation durch die Vernichtung der führenden und gebildeten Schichten, vor allem Kleinadel, Gewerkschafter, Priester und Juden, und für die Volksmehrheit ein Heloten-Status, der keine Staatszugehörigkeit mehr zuließ.

Deutsche Soldaten an einem Grenzübergang nach Polen, 1. September 1939.

Deutsche Soldaten an einem Grenzübergang nach Polen, 1. September 1939.

United Archives International/imago

Entgegen Hitlers Erwartungen erklärten Großbritannien und Frankreich am 3. September 1939 Deutschland den Krieg, ohne aber kriegerische Aktionen zu unternehmen. Es folgten Monate des bangen Abwartens. Bevor das Deutsche Reich am 10. Mai seine Großoffensive an der Westfront startete und dabei durch die Niederlande, Belgien und Luxemburg, deren Neutralität ignorierend, vordrang, hatte es die neutralen skandinavischen Staaten Dänemark und Norwegen besetzt, wo erste Kämpfe mit gelandeten britischen Truppen stattfanden. Hitler wollte „nach kurze(n), entscheidende(n) Schläge(n) nach Westen“ sein Hauptziel angehen, den „Lebensraum im Osten erobern“.

Mit einer überraschenden Panzeroffensive durch die Ardennen konnte die Wehrmacht auch den Frankreich-Feldzug binnen weniger Wochen für sich entscheiden. Am 22. Juni unterzeichnete Armeegeneral Huntzinger die Kapitulation. Mehr als 90.000 Franzosen waren gefallen, weitaus mehr noch vermisst oder gefangen. Auf deutscher Seite starben bis zu 49.000 Soldaten. In Vichy konstituierte sich unter der Oberhoheit von Marschall Pétain ein autoritäres Kollaborationsregime, das längere Zeit eine beträchtliche Unterstützung in der Bevölkerung, insbesondere in der Oberklasse, besaß, während die „Freien Franzosen“, die unter General de Gaulle in London den alternativen Pol bildeten, zunächst weitgehend isoliert blieben.

Das britische Expeditionskorps war schon nach Beginn des Krieges in der Normandie faktisch eingeschlossen worden, konnte aber in einer spektakulären, von zahlreichen Zivilisten unterstützen Rettungsaktion zurück auf die Insel evakuiert werden. Die neue britische Regierung unter Churchill zeigte sich entschlossen im Kampf gegen Hitlerdeutschland, hoffend auf eine Rückendeckung seitens der sich zurückhaltend zeigenden USA, deren Eingreifen den Ersten Weltkrieg entschieden hatte. Zunächst musste Großbritannien jedoch die im Juli 1940 beginnende Luftschlacht über England und die Bombardierung Londons mit insgesamt 43.000 toten und 143.000 verletzten Zivilisten bestehen, mit denen London zur Aufgabe gezwungen werden sollte. Die im Mittelmeer strategisch wichtige britische Kolonie Malta wurde mit mehr als 3300 Luftangriffen zum meistbombardierten Ort des Krieges.

Mit seiner Kriegserklärung war das Mussolini-Italien am 10. Juni 1940 in das Geschehen gegen das faktisch schon besiegte Frankreich und gegen Großbritannien eingetreten. Das Expansionsinteresse Roms richtete sich allerdings auf den Mittelmeerraum. Dort konnte Griechenland zuerst mithilfe der Briten einen italienischen Durchmarsch zum Suezkanal nach Ägypten und in die britischen und französischen Kolonien Nordafrikas abwehren. Weil sich die Truppen jedoch als zu schwach erwiesen, schickte Hitler im April 1941 Verbände der Wehrmacht in den Feldzug gegen Jugoslawien sowie nach Griechenland und Nordafrika.

Operation Barbarossa: So hieß die Invasion der Deutschen in die Sowjetunion während des Zweiten Weltkriegs.

Operation Barbarossa: So hieß die Invasion der Deutschen in die Sowjetunion während des Zweiten Weltkriegs.

United Archives International/imago

Am 22. Juni 1941 startete Nazideutschland auf breiter Front mit insgesamt mehr als drei Millionen Soldaten den Angriff auf die Sowjetunion. Das „Unternehmen Barbarossa“ war die größte und brutalste militärische Auseinandersetzung der Menschheitsgeschichte. Hitler hoffte, die westliche Sowjetunion, deren Bevölkerung am stärksten unter dem Krieg leiden musste, in einem kurzen Feldzug besiegen zu können. Anschließende Kleinkriege am Ural waren einkalkuliert.

Nicht allein, aber vor allem im Verständnis der NS-Führung handelte es sich um eine existentiell und rassenideologisch begründete Expansion, bei der weder humanitäre Erwägungen noch gültiges Kriegs- und Völkerrecht zu berücksichtigen wären. Mit der Unterwerfung der europäischen Sowjetunion wollte sich Hitler, auch durch die Aneignung der Rohstoffreserven und der agrarischen Überschussgebiete, ein langfristig nicht zu erschütterndes Kontinentalimperium mit der Hauptstadt Germania verschaffen, das Platz für neue deutsche Ostsiedlungen bieten würde. Die Nationalsozialisten wollten „Lebensraum im Osten“ schaffen, wo die ethnischen Gruppen „minderwertig“ seien. Der „jüdische Bolschewismus“, der in der Nazi-Ideologie die Weltherrschaft anstrebe, sollte vernichtet werden, der Hungertod eines Großteils der Ostslawen war eingeplant. Dem überlebenden Rest war eine primitive Knechtschaft zugedacht. Vordergründig ging es bei der Expansion nach Osten auch darum, Großbritannien die Hoffnung auf eine deutsch-russische Auseinandersetzung mit der Folge eines Übergangs der UdSSR ins Anti-Hitler-Lager zu nehmen.

In den ersten Monaten verlief der Ostfeldzug günstig für die Deutsche Wehrmacht. Die weit im Westen stationierten sowjetischen Verbände sollten in großen Kesselschlachten ausgeschaltet werden, doch im Herbst geriet der Vormarsch ins Stocken. Nachdem die bereits erwartete Einnahme Moskaus durch die Wehrmacht gescheitert war, trat die Rote Armee zur Gegenoffensive an. Sie konnte die deutschen Kräfte zurückdrängen. Nur unter größten Anstrengungen hielt die deutsche Front. Im Sommer und Herbst 1942 sollten die deutschen Truppen bis zur Wolga vorrücken, zum einen, um an dem operativen Ziel des symbolträchtigen Industriestandorts Stalingrad, der 1925 nach dem Sowjetführer umbenannt worden war, die wichtige Wasserstraße vor allem für Rüstungsgüter aus den USA nach Zentralrussland zu blockieren und zum anderen auch den Kaukasus mit seinen wichtigen Ölfeldern um Maikop, Grosny und Baku und seine großen Rohstoffreserven einzunehmen.

Der Kampf um Stalingrad vom 23. August 1942 bis zum 2. Februar 1943 wurde zur brutalsten Schlacht im Zweiten Weltkrieg. Ein „Rattenkampf“, in dem 250.000 deutsche Soldaten bei Temperaturen von bis zu minus 30 Grad eingekesselt wurden. Dennoch wies Hitler an, bis zur letzten Patrone zu kämpfen. In Stalingrad starben schätzungsweise 200.000 deutsche Soldaten oder wurden sehr schwer verletzt. Die Rote Armee verzeichnete fast fünfmal so hohe Verluste und konnte sich dennoch behaupten. Von den 91.000 Gefangenen starb der allergrößte Teil bei Gewaltmärschen oder im Gefängnis. Nur 6000 deutsche und rumänische Soldaten kehrten in ihre Heimat zurück.

Im Winter 1943/44 drängten die Rotarmisten die Wehrmacht aus großen Teilen der Ukraine zurück. Die Region um Kursk wurde zur letzten großen Panzerschlacht an der Ostfront. Etwa 6000 Panzer trafen aufeinander, fast 4000 Flugzeuge waren beteiligt. Am 5. Juli 1943 griff die Wehrmacht mit 900.000 Soldaten die russische Streitmacht an, die etwa 1,3 Millionen Soldaten und 500.000 Mann Reserve aufgeboten hatte. Durch den Einsatz der Rotarmisten, die Minen vor herannahende Panzer warfen, konnte der Vormarsch der Wehrmacht bis zum 16. Juli gestoppt werden. Die Rote Armee konnte nach Westen vorstoßen. Der Preis dafür war hoch. Insgesamt verloren über eine Million Soldaten ihr Leben.

Die Schlacht von Stalingrad: Am 2. Februar 1943 kapitulieren in Stalingrad die Reste der 6. Armee der Wehrmacht.

Die Schlacht von Stalingrad: Am 2. Februar 1943 kapitulieren in Stalingrad die Reste der 6. Armee der Wehrmacht.

UIG/imago

Beim Kriegseintritt der USA im Dezember 1941 und dem gleichzeitig sich anbahnenden Scheitern des „Unternehmens Barbarossa“ als Blitzkrieg war ein großer Sieg Deutschlands schon unwahrscheinlich geworden. Mit dem Jahreswechsel 1942/43, dem Sieg über die 6. Armee in Stalingrad, dem Scheitern des Afrikakorps vor El-Alamain und der sich durch neue Langstreckenbomber und die Entschlüsselung der Enigma-Codes abzeichnenden Niederlage der deutschen U-Boote in der Atlantik-Schlacht wurde er nahezu unmöglich.

Das Blatt hatte sich gewendet. Nach der Kapitulation der Wehrmacht in Nordafrika am 13. Mai 1943 landeten die Westalliierten am 9. Juli auf Sizilien. Der Große Faschistische Rat setzte Mussolini ab, der König trat aus dem Schatten hervor und ließ den „Duce“ verhaften. Allerdings konnte die deutsche Wehrmacht trotz des Seitenwechsels der neuen italienischen Regierung die Front stabilisieren. Nach der spektakulären Befreiung Mussolinis gelang es, eine Satellitenrepublik zu installieren. Erst am 4. Juni 1944 wurde Rom von den Westalliierten befreit.

Im Mai 1943 hatten Roosevelt und Churchill für zwölf Monate später eine Landung in Frankreich verabredet, Codename Operation Overlord. Stalin hatte zur Entlastung der Roten Armee die Errichtung einer Front im Westen wiederholt angemahnt. Am 6. Juni 1944 begann an fünf Stränden der Normandie ab 6.30 Uhr die Landung von 156.000 Soldaten aus den USA, Großbritannien und Kanada. In den nächsten zehn Monaten kamen 2,5 Millionen Soldaten und 500.000 Militärfahrzeuge nach Frankreich. Nach heftigen Kämpfen in der Normandie wurden die deutschen Truppen bis Ende 1944 aus dem Land vertrieben. Eine letzte deutsche Offensive, die Ardennen-Offensive, scheiterte nach anfänglichen Erfolgen, insbesondere aufgrund der Luftüberlegenheit der Alliierten. Am 8. März 1945 überquerten die Amerikaner den Rhein bei Remagen.

Zwei Wochen nach dem D-Day in der Normandie begann im Osten der Frontalangriff der Rotarmisten mit 2,4 Millionen Soldaten über Weißrussland nach Westen. Er führte faktisch zur Vernichtung der Heeresgruppe Mitte. Die Wehrmacht verlor 300.000 Mann und wurde Mitte Juli auch in der Ukraine überrannt. Im Februar 1945 stand die Rote Armee 64 Kilometer vor Berlin, der Endkampf hatte begonnen. Zuvor wurde am 27. Januar 1945 das Arbeits- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit. Dort waren nur noch 7000 zurückgelassene Gefangene, darunter 180 Kinder, die für medizinische Experimente missbraucht worden waren. In den sechs Gaskammern des Konzentrationslagers waren 1,3 Millionen Menschen, davon rund eine Million europäischer Juden, ermordet worden.

Das erste von der SS geführte KZ war in Dachau. Nach der Annexion Polens wurde das Jahrhundertverbrechen der Judenvernichtung, die Shoah, dort systematisch in fünf Vernichtungslagern (Auschwitz-Birkenau, Belzec, Majdanek, Sobibor und Treblinka) durchgeführt. Die Grundlagen für die Deportation zur fabrikmäßigen Vernichtung der Juden aus ganz Europa, auch von Sinti, Roma und Homosexuellen, wurden auf der geheimen Wannsee-Konferenz am 20. Januar 1942 von 15 Vertretern der Reichsregierung und SS-Führung geschaffen. Die Entscheidung für den Holocaust war schon zuvor mit den Massenmorden in den besetzten Ostgebieten gefallen. Dabei ist zweitrangig, ob dem ein im Voraus gefasster Plan zugrunde lag oder ob sich die sogenannte Endlösung aus der kumulativen Radikalisierung des NS-Regimes ergab.

Februar 1945: Kinder im Konzentrationslager Auschwitz.

Februar 1945: Kinder im Konzentrationslager Auschwitz.

Reinhard Schultz/imago

Mit den Bombenangriffen der Westalliierten, hauptsächlich auf dichtbesiedelte Wohngebiete, wurde das deutsche Territorium seit 1942 und verstärkt seit 1943 in das Kriegsgeschehen einbezogen. Noch in den ersten vier Monaten 1945 – Deutschland war faktisch längst niedergerungen – überzogen amerikanische und britische Bomber deutsche Städte mit 1,5 Millionen Tonnen Sprengstoff und töteten dabei mehr als 600.000 Menschen. Am schlimmsten betroffen war Dresden, das nach schweren Bombardierungen im Februar 1945 wochenlang brannte und mehr als 25.000 zivile Opfer zu beklagen hatte. Berlin wurde 310-mal bombardiert. Dabei wurden zwischen 30.000 bis 49.000 Zivilisten getötet, 500.000 Wohnungen zerstört und weitere 100.000 schwer beschädigt.

Am 16. April bis zum 2. Mai 1945 kam es unter Beteiligung polnischer Verbände – Deutschland war faktisch längst geschlagen – mit 2,5 Millionen Rotarmisten zum Angriff auf Berlin. Der Anfang war Mitte April der Kampf an der Oder um die Seelower Höhen gegen das „letzte Aufgebot“, den „Volkssturm“ und Reste deutscher Heeresgruppen. Die Kämpfe in und um Berlin forderten geschätzt mehr als 150.000 gefallene und rund 500.000 verletzte Soldaten sowie mehrere Zehntausend getötete Zivilisten.

Im Pazifik ging der Krieg nach der Kapitulation Deutschlands noch weiter, bis es nach der schrecklichen Zuspitzung durch die Atombombenabwüfe am 2. September 1945 zur Kapitulation der kaiserlich-japanischen Armee durch General Yoshigiro auf dem US-Schlachtschiff Missouri kam. Zuletzt war auch die UdSSR in den Krieg gegen Japan eingetreten.

Zur wirtschaftlichen Autonomie Japans sollte die Invasion von Niederländisch Indien, Malaya und den Philippinen eine „Großostasiatische Wohlstandssphäre“ schaffen. Zum Zweiten Weltkrieg wurde der Pazifikkrieg am 7. Dezember 1941 mit dem überraschenden Angriff Japanischer Flugzeuge auf die US-Pazifikflotte in Pearl Habor. Damit sollte für die nächsten Jahre die Vormacht Japans im pazifischen Raum gesichert werden. Hier kollidierten die imperialen Interessen zweier aufstrebender Großmächte. Erst Pearl Habor und die folgende Kriegserklärung Deutschlands und Italiens ermöglichten es dem amerikanischen Präsident Roosevelt, der Großbritannien und die Sowjetunion schon zuvor mit Waffenlieferungen unterstützt hatte, auch offiziell in den Krieg einzutreten und dabei die zeitliche Priorität auf Europa zu legen.

Der Krieg weitete sich auf den ganzen pazifischen Raum aus und führte zwischen Japan und den alliierten Kräften zu verlustreichen Schlachten um Midway, die Salomonen, Neuguinea sowie Leyte, Mindoro und Luzon (Philippinien) und schließlich Burma. Anfang 1945 hatten amerikanische Streitkräfte und ihre Alliierten, insbesondere die Briten, die Oberhand gewonnen. Die USA mussten noch zwei Inseln südlich von Japan einnehmen, bevor es zum Angriff auf das Kaiserreich selbst kommen sollte. Die Kämpfe um Iwojima und Okinawa leiteten die Schlussphase des Pazifikkriegs ein. Um die Inseln entbrannten grausame Schlachten. In einer Erklärung der japanischen Heeresleitung hieß es: „Auf diesen Inseln steht eine große Tragödie bevor. Wir werden die Inseln bis zum Ende verteidigen. Dies wird ein Kampf bis zum Tod.“ Und so geschah es: Von 20.000 schwer bewaffneten japanischen Soldaten auf Iwojima blieben nur 216 am Leben. Noch weitaus blutiger verlief die Eroberung der Hauptinsel Okinawa.

Hissen der amerikanischen Flagge auf Iwojima.

Hissen der amerikanischen Flagge auf Iwojima.

Photo12/imago

In der Schlussphase des Krieges regnete der Tod vom Himmel. Am 9. und 10. März warfen mehr als 300 amerikanische B-29 Superfortress Brandbomben über Tokio ab. Sie setzten rund 250.000 Häuser in Brand, töteten fast 100.000 Menschen und machten Millionen Einwohner obdachlos. Es war der verheerendste Bombenangriff aller Zeiten. Doch der Schrecken nahm noch kein Ende. Am 6. und 9. August 1945 kam es erstmals zum Einsatz von Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki. Die dem amerikanischen Präsidenten – nach dem Tod von Roosevelt inzwischen Harry Truman - im Franck-Report vorgelegten moralischen und ethischen Bedenken wurden beiseite gewischt. Der Bericht enthielt auch mögliche Alternativen wie den Abwurf über unbewohnten japanischen Gebieten oder zumindest eine frühzeitige Warnung der Bevölkerung.

Die Bomben detonierten über Hiroshima und Nagasaki mit grellem Blitz, Hitze und Strahlung, gefolgt von einer Druckwelle, die in einem Umkreis von 1,6 Kilometern nahezu jedes Gebäude zerstörte und einen Feuersturm in den Städten entfachte. Die Atombombenabwürfe führten in den beiden Hafenstädten zu mehr als 120.000 Soforttoten und in den folgenden Monaten rund 226.000 Strahlungstoten. Eisenhower äußerte seine Zweifel an dem Vorgehen: „Die Japaner waren bereit zu kapitulieren, und es war nicht notwendig, sie mit diesem entsetzlichen Ding zu schlagen.“ Doch das Atomzeitalter hatte begonnen und der die nächsten Jahrzehnte prägende Ost-West-Konflikt deutete sich an. Der Abwurf war auch als eine Drohung gegen die Sowjetunion zu verstehen, die aber bereits vier Jahre später in Semipalatinsk ihren ersten Atomwaffentest durchführte. Heute verfügen neun Staaten über insgesamt rund 13.600 Atomsprengköpfe, von denen die USA und Russland mehr als 90 Prozent besitzen.

Die Bilanz ist grausam. Das 20. Jahrhundert war blutiger und grausamer als alle seine Vorläufer. Nimmt man die Kriegstoten in der Zivilbevölkerung durch Hungersnöte und Genozid zu den gefallenen Soldaten hinzu, sind mehr als 150 Millionen Menschen im Verlauf der beiden Weltkriege ums Leben gekommen.

Die UdSSR verlor allein im Zweiten Weltkrieg rund 27 Millionen Menschen, mehr als 11 Millionen Soldaten und bis zu 17,5 Millionen Zivilisten, davon mindestens 1,2 Millionen Tote bei der Belagerung von Leningrad zwischen 1941 und 1944. In der westlichen Sowjetunion wurden 1710 Städte, mehr als 70.000 Dörfer und sechs Millionen Häuser schwer oder völlig zerstört, 25 Millionen Menschen wurden am Beginn des strengen Winters 1941/42 obdachlos. Bis 1945 waren weit mehr als zehn Millionen Soldaten in die Kämpfe an der „Ostfront“ verwickelt. Und von den rund sechs Millionen sowjetischen Soldaten, die in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten waren, starb die Hälfte an Hunger und Krankheiten.

Die USA verloren rund 400.000 Soldaten. Auch von den Briten fielen rund 400.000, dieselbe Zahl wie für die Kämpfer aus den Commonwealth-Ländern, darunter 87.000 Inder, 45.000 Kanadier und 40.000 Australier. Die deutsche Wehrmacht verlor an der Westfront eine halbe Million Soldaten, an der Ostfront mehr als 2,3 Millionen. China erlitt in Asien mit vier Millionen toten Soldaten die höchsten Verluste, vor Japan mit mehr als zwei Millionen Gefallenen.

Ein Bild aus der damals polnischen Stadt Lwow von 1941 nach einem Angriff der Nazis.

Ein Bild aus der damals polnischen Stadt Lwow von 1941 nach einem Angriff der Nazis.

picture alliance/AP Images

Allein im Zweiten Weltkrieg haben wahrscheinlich 40 Millionen Zivilisten ihr Leben verloren. In China starben unter japanischer Besatzung mehr als 16 Millionen. Polen verlor (einschließlich der ermordeten Juden) prozentual am meisten, mit 5,6 Millionen Menschen mehr als ein Fünftel der Bevölkerung. In Jugoslawien wurden 1,2 Millionen Zivilisten und Partisanen getötet. In Griechenland verhungerten während der deutschen Besatzung 300.000 Menschen. In Deutschland starben 2,8 Millionen Zivilisten.

In den großen Städten wurde der Wiederaufbau zu einer Mammutaufgabe. In Polen waren 30 Prozent der Gebäude zerstört. In Deutschland hatten die 49 größten Städte wenigstens 40 Prozent der Wohngebäude durch Bomben verloren. Der Zweite Weltkrieg war nicht nur der blutigste, er war auch der weitaus teuerste in der Geschichte. Und er hatte gewaltige weltpolitische Folgen. Großbritannien, der Hegemon des 19. Jahrhunderts, verlor die Macht über das Empire. Die Dekolonialisierung des globalen Südens begann im großen Maßstab. So sah zum Beispiel Algerien den 8. Mai 1945 auch als Tag der Befreiung von der französischen Herrschaft. In Reaktion auf die Demonstrationen haben die französischen Kolonialtruppen ein fürchterliches Massaker angerichtet.

Als Weltmächte blieben die Sowjetunion und die Supermacht USA, deren Rivalität die kommenden Jahrzehnte bestimmen sollte. Dabei entwickelte sich schnell ein Systemkonflikt, in dem der eine Block in Anspruch nahm, für die Freiheit, der andere für den sozialen Fortschritt zuständig zu sein. Mehrfach stand im Kalten Krieg die Menschheit am Rande des atomaren Abgrunds. Die gefährlichste Konfrontation, die Kuba-Krise im Oktober 1962, gab Anlass, nach und nach eine Politik der Entspannung einzuleiten, die, unterbrochen auch von Rückschlägen, Ende der 1980er-Jahre die Auflösung der Blockkonfrontation maßgeblich ermöglichte.

Ein Aufklärungsflugzeug der US-Marine fliegt vor der Küste Costa Ricas über das US-Kriegsschiff USS-Barry (vorne) und den sowjetische Frachter Anosow.

Ein Aufklärungsflugzeug der US-Marine fliegt vor der Küste Costa Ricas über das US-Kriegsschiff USS-Barry (vorne) und den sowjetische Frachter Anosow.

UPI/dpa

Selbst ein konventioneller Krieg – der Einsatz „taktischer“ Atomwaffen war in den militärischen Überlegungen im Kriegsfall dennoch frühzeitig vorgesehen – hätte von dem an der Konfrontationslinie geteilten Deutschland wenig übriggelassen. Die exponierte Lage Deutschlands führte Anfang der 1980er-Jahre zu einem breiten Widerstand der Bevölkerung gegen die Stationierung amerikanischer Mittelstreckenraketen. Heute dagegen erhebt sich bislang noch zu wenig Protest gegen die für 2026 von der NATO geplante Stationierung von drei amerikanischen Mittelstreckensystemen in Deutschland, unter anderem die Hyperschallrakete Dark Eagle, eine Erstschlagwaffe, die atomar bestückt werden kann.

Die Festlegungen der Kriegs- und Nachkriegskonferenzen in Jalta (Februar 1945) und Potsdam (Juli/August 1945) beinhalteten de facto die Teilung der Welt, genauer der nördlichen Hemisphäre, und einen Frieden auf Kosten des besiegten und geteilten Deutschlands. Doch enthielten sie auch die neue Weltordnung mit der Schaffung der Vereinten Nationen und Ansätzen einer zukunftsweisenden Gestaltung der internationalen Beziehungen.

Die Befreiung Europas war nur möglich geworden durch den opferreichen Kampf der Völker der Sowjetunion, die den Krieg mit viel Blut bezahlten; durch die Standhaftigkeit des britischen Volks, die auf ihrem Territorium durch mehr Zeit zur Kriegswende beigetragen haben, und durch das historische Bündnis der liberal-kapitalistischen USA mit der kommunistischen UdSSR, das der Welt vor allem Geld für Waffen gebracht hat. Mit hohen Opfern vor allem der Sowjetunion konnte der Hitlerfaschismus besiegt werden. Auch in Deutschland erkannte 1945 nicht nur die antifaschistische Minderheit, sondern auch die desorientierte Mehrheit, dass ein Bruch mit dem historischen Irrweg, der die Welt in die Katastrophe geführt hatte, erforderlich war.

Der Schwur von Buchenwald bleibt Hoffnung und Verpflichtung auf eine friedliche Zukunft. Aber 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges hat sich die Menschheit nicht vom Dämon Krieg befreit. Vor allem in der südlichen Hemisphäre fanden seit 1945 eine Vielzahl von Bürgerkriegen, zwischenstaatlichen und Befreiungskriegen statt, die nicht selten Stellvertreterkriege waren. Viele dieser gewaltsamen Konflikte hatten und haben wir nicht vor Augen. Doch auch in den letzten 25 Jahren starben Millionen Menschen im Krieg. Allein im zweiten Kongokrieg bis 2003 waren es 3,6 Millionen, im Afghanistankrieg bis zu zwei Millionen, im somalischen Bürgerkrieg, im Irakkrieg und im syrischen Bürgerkrieg jeweils mindestens eine halbe Million Tote. Die Zahl der Kriegstoten wird pro Jahr auf durchschnittlich 180.000 geschätzt, und es sind eine Million Menschen, die der Krieg pro Jahr arm gemacht hat. Weltweit steigt die Armutsquote, absolut und relativ. Derzeit werden 21 Kriege und 171 militärische Auseinandersetzungen gezählt.

Rahmat Bay: Nachdem bei Rahmat Bay festgefahre Dingo-Panzerwagen geborgen werden müssen, sichern Soldaten mitten in einem heftigen Sandsturm die Umgebung.

Rahmat Bay: Nachdem bei Rahmat Bay festgefahre Dingo-Panzerwagen geborgen werden müssen, sichern Soldaten mitten in einem heftigen Sandsturm die Umgebung.

EST&OST/imago

Robert Kagan, konservativer Vordenker in den USA, beschreibt das 21. Jahrhundert als Rückkehr traditioneller Machtpolitik und imperialer Konkurrenz, als Kampf zwischen westlichen Demokratien und dem strategischen Dreieck der autoritären Regime Chinas, Russlands und des Irans, von dem die Islamische Revolution vorbreitet wurde. Was aber, wenn die Menschen merken, dass von der „europäischen Welt“ keine wichtigen Zukunftsimpulse mehr ausgehen, die ihnen Hoffnung geben?

In Europa war ungeachtet des völkerrechtswidrigen Krieges der Nato gegen Serbien 1999 in den letzten Jahrzehnten „Krieg“ ein fast verdrängtes Thema. Doch mit dem russischen Überfall auf die Ukraine am 23. Februar 2022 ist alles wieder anders. Krieg ist, auch durch die Bedrohungsszenarien aus Politik und Medien, mit aller Härte nach Europa zurückgekehrt. In vielen Ländern, auch in Deutschland, ist es zu einer Remedur des Bellizismus gekommen. Tatsächlich leben wir in dem gefährlichsten Jahrzehnt seit Ende des Zweiten Weltkriegs, und müssen alles tun, dass es nicht dramatisch endet.

Dazu ist ein Waffenstillstand in der Ukraine unabdingbar, der die Tür zu einem Friedensprozess in dem verblutenden Land öffnen muss, auch wenn die Bedingungen für einen allseits akzeptablen Friedensschluss inzwischen schlechter geworden sind als in den ersten beiden Kriegsjahren. Letztlich geht es um eine neue europäische Sicherheitsarchitektur auf der Basis der Leitidee Gemeinsame Sicherheit. Es ist ein eklatantes Versagen der europäischen Diplomatie, in den drei Kriegsjahren, in denen nach Angaben internationaler Beobachter rund eine Million Tote und Schwerstverletzte zu beklagen waren, nicht einen einzigen Friedensplan vorgelegt zu haben. Die Ukraine ist das Opfer geopolitischer Machtkämpfe in einem Stellvertreterkrieg, der die Welt radikal verändert.

Das Gebot der Stunde im Zeitalter neuer atomarer Aufrüstung muss die Abschaffung der „Institution Krieg“ (Carl-Friedrich von Weizsäcker) sein. Das ist unser Auftrag. Kriege haben immer eine Vorgeschichte, die wir erkennen und verstehen müssen, um Frieden schaffen zu können. Die heutigen Giftspuren stammen aus der Ausbreitung von Nationalismus, Kulturchauvinismus, neuem Weltordnungskrieg und der Verschlechterung der wirtschaftlichen und sozialen Lage in vielen Ländern. In der Folge erleben wir eine Zeit westlicher Überheblichkeit. Es widerspricht den schmerzlichen Erfahrungen der europäischen Geschichte, dass der Deutsche Bundestag keinen Vertreter Russlands und Weißrusslands zur Gedenkfeier zum 80. Jahrestags des Kriegsendes eingeladen hat. Das Land der Kriegsverursacher macht sich zum verlogenen Zensor der Weltgeschichte.

Der Krieg in der Ukraine ist falsch. Er verschärft auch die imperialen Konflikte der USA mit der neuen Supermacht China. Der einflussreiche Atlantic Council aus Washington hat einen Plan mit unterstellten chinesischen Bedrohungen der USA vorgelegt. Darin wird ein gemeinsames Vorgehen mit den europäischen Partnern und gleichgesinnten asiatischen Staaten gefordert, um eine grundlegende „Änderung der chinesischen Politik herbeizuführen“. Sogar ein Krieg gegen China wird nicht ausgeschlossen. Es klingt fast wie ein Nato-Konzept.

Heute sind wir erneut in einer weltgeschichtlichen Umbruchsituation. Wir dürfen zutiefst autoritäre und inegalitäre Gesellschaftsverhältnisse nicht tolerieren; wir müssen den neuen Kreuzzugsideen und imperialen Expansionsphantasien widerstehen; wir müssen auch global Verständigung und Vertrauensbildung neu lernen; wir müssen auch mit Russland wieder zur Kooperation kommen; wir dürfen die neuartigen Formen kapitalistischer Marktsteuerung nicht kritiklos zulassen; wir müssen soziale und ökologische Reformen miteinander verbinden; wir müssen die Demokratie und den Gemeinschaftssinn solidarisch stärken. Wir brauchen mehr Meinungsfreiheit, auch damit unser Land nicht „kriegstüchtig“ wird, sondern friedensfähig bleibt. Der 8. Mai muss auch zum Tag der Besinnung werden.Ein

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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

17.08.2025

Jeffrey Sachs: Offener Brief an den israelischen Außenminister Sa'ar

seniora.org, 17. August 2025, 11.08.2025 Von Jeffrey D. Sachs - übernommen von commondreams.org

Die größte Bedrohung für Israels Überleben sind nicht die arabischen Nationen, die Palästinenser oder der Iran, sondern die Politik der extremistischen israelischen Regierung.


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Jeffrey D. Sachs (jeffsachs.org/)


Sehr geehrter Herr Minister,


ich schreibe Ihnen im Anschluss an Ihre Rede (https://www.gov.il/en/pages/fm-sa-ar-addresses-the-special-un-security-council-meeting-on-the-issue-of-the-hostages-5-aug-2025) vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am 5. August. Ich war bei der Sitzung anwesend, hatte jedoch keine Gelegenheit, im Anschluss mit Ihnen zu sprechen. Ich möchte Ihnen meine Gedanken zu Ihrer Rede mitteilen.

In Ihrer Rede haben Sie nicht erkannt, warum fast die ganze Welt, darunter viele Juden wie ich, über das Verhalten Ihrer Regierung entsetzt sind. Nach Ansicht des Großteils der Welt, der ich zustimme, ist Israel in Massenmord und Hungersnot verwickelt; das hätten Sie aus Ihrer Rede nicht erfahren. Sie haben nicht anerkannt, dass Israel bisher für den Tod von rund 18.500 palästinensischen Kindern verantwortlich ist, deren Namen kürzlich von der Washington Post aufgelistet wurden . Sie haben die Schuld für den gesamten Massenmord an Zivilisten durch israelische Streitkräfte der Hamas gegeben, obwohl die Welt täglich Videoclips sieht, in denen israelische Streitkräfte kaltblütig hungernde Zivilisten töten, wenn sie sich Lebensmittelausgabestellen nähern. Sie beklagten den Hungertod von 20 Geiseln, versäumten es aber, den Hungertod von 2 Millionen Palästinensern durch Israel zu erwähnen. Sie haben nicht erwähnt, dass Ihr eigener Premierminister über die Jahre aktiv an der Finanzierung der Hamas mitgewirkt hat, wieDie Times of Israel hat dies dokumentiert .

Ob Ihre Versäumnisse nun das Ergebnis von Begriffsstutzigkeit oder Ausflüchten sind, sie wären allein für Israel eine Tragödie, wenn Sie nicht versucht hätten, mich und Millionen anderer Juden in die Verbrechen Ihrer Regierung gegen die Menschlichkeit hineinzuziehen. Sie erklärten bei der UN-Sitzung, Israel sei „der souveräne Staat des jüdischen Volkes“. Das ist falsch. Israel ist der souveräne Staat seiner Bürger. Ich bin Jude und Bürger der Vereinigten Staaten. Israel ist nicht mein Staat und wird es nie sein.

Ihre Worte über Juden in Ihrer Rede verrieten die Kluft zwischen uns. Sie bezeichneten das Judentum als Nationalität. Dies ist zwar das zionistische Konstrukt, widerspricht aber 2000 Jahren jüdischen Glaubens und jüdischen Lebens. Es ist eine Idee, die ich und Millionen anderer Juden ablehnen. Für mich und zahllose andere außerhalb Israels ist das Judentum ein Leben voller Ethik, Kultur, Tradition, Recht und Glauben, das nichts mit Nationalität zu tun hat. 2000 Jahre lang lebten Juden in allen Teilen der Welt in unzähligen Nationen.

Die großen rabbinischen Gelehrten des Babylonischen Talmuds verboten ausdrücklich eine Massenrückkehr des jüdischen Volkes nach Jerusalem und forderten das jüdische Volk auf, in seiner eigenen Heimat zu leben ( Ketubot 111a ). Traurigerweise führten die Zionisten massive Kampagnen durch, darunter finanzielle Subventionen und Panikmache, um die jüdischen Gemeinden dazu zu bewegen, ihre Heimat, ihre Sprachen, ihre lokale Kultur und ihre Beziehungen zu ihren Mitbürgern aufzugeben und sie nach Israel zu ziehen. Ich bin um die Welt gereist und habe fast leere Synagogen und verlassene jüdische Gemeinden besucht, in denen nur noch wenige ältere Juden lebten. Diese wenigen verbliebenen Juden beharrten darauf, dass ihre Gemeinden einst in Frieden und Harmonie mit der nichtjüdischen Mehrheit lebten. Der Zionismus hat zahllose lebendige Gemeinschaften unserer Glaubensbrüder auf der ganzen Welt geschwächt oder ausgelöscht.

Die jüdischen Propheten lehrten immer wieder, dass ungerechte Staaten nicht lange überleben würden.

Es ist eine Ironie des Schicksals, dass, als die Zionisten die britische Regierung 1917 davon überzeugten, die Balfour-Deklaration herauszugeben, der einzige Jude im Kabinett, Sir Edwin Montagu, heftige Einwände erhob und erklärte, er sei ein britischer Staatsbürger, der zufällig Jude sei, und nicht Angehöriger einer jüdischen Nation: „Ich behaupte, dass es keine jüdische Nation gibt. Die Mitglieder meiner Familie beispielsweise, die seit Generationen in diesem Land leben, haben keinerlei gemeinsame Ansichten oder Wünsche mit irgendeiner jüdischen Familie in irgendeinem anderen Land, abgesehen von der Tatsache, dass sie sich mehr oder weniger zur gleichen Religion bekennen.“

In diesem Zusammenhang sollte man sich auch daran erinnern, dass in der Balfour-Deklaration klar und eindeutig steht: „Nichts soll getan werden, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nichtjüdischen Gemeinschaften in Palästina beeinträchtigen könnte.“ Der Zionismus hat diesen Test nicht bestanden.

Ihre Regierung bekennt sich zur dauerhaften Besetzung ganz Palästinas und steht einem souveränen Staat Palästina gewaltsam und unerbittlich ablehnend gegenüber. Das Gründungsprogramm des Likud von 1977 verbirgt diesbezüglich nichts und erklärt offen : „Zwischen dem Meer und dem Jordan wird es nur israelische Souveränität geben.“ Um dies zu erreichen, dämonisiert Israel das palästinensische Volk und unterdrückt es physisch durch Massenhunger, Mord, ethnische Säuberungen, Verwaltungshaft, Folter, Landnahme und andere Formen brutaler Unterdrückung. Sie selbst haben schändlicherweise erklärt, „alle palästinensischen Fraktionen“ unterstützten den Terrorismus.

Ihr Amtskollege bei der Sitzung des UN-Sicherheitsrats, der palästinensische Botschafter Riyad Mansour, erklärte genau das Gegenteil. Er stellte klar: „Die Lösung besteht in der Beendigung dieser illegalen Besatzung und dieses verheerenden Konflikts. Sie besteht in der Verwirklichung der Unabhängigkeit und Souveränität des palästinensischen Staates und nicht in seiner Zerstörung. Sie besteht in der Erfüllung unserer Rechte und nicht in ihrer fortgesetzten Verweigerung. Sie besteht in der Achtung des Völkerrechts und nicht in seiner Missachtung. Sie besteht in der Umsetzung der Zweistaatenlösung und nicht in der Realisierung einer Einstaatenlösung, bei der die Palästinenser zu Völkermord, ethnischer Säuberung oder Apartheid verurteilt sind.“

Israel steht mit seinem Bestreben, die Zweistaatenlösung zu blockieren, gegen fast die gesamte Welt. Bereits jetzt erkennen 147 Länder den Staat Palästina an, und viele weitere werden dies bald tun. 170 UN-Mitgliedsstaaten haben sich kürzlich für das Recht des palästinensischen Volkes auf politische Selbstbestimmung ausgesprochen, nur sechs (Argentinien, Israel, Mikronesien, Nauru, Paraguay, USA) waren dagegen.

In Ihrem Vortrag haben Sie die kraftvolle „ New Yorker Erklärung zur friedlichen Beilegung der Palästinafrage und zur Umsetzung der Zweistaatenlösung “ völlig außer Acht gelassen. Diese Erklärung wurde von der Weltgemeinschaft auf der hochrangigen internationalen Konferenz zur Umsetzung der Zweistaatenlösung am 29. Juli 2025 verabschiedet, nur eine Woche vor Ihrer Rede vor dem UN-Sicherheitsrat. Saudi-Arabien und Frankreich hatten den gemeinsamen Vorsitz dieser hochrangigen Konferenz inne. Arabische und islamische Nationen auf der ganzen Welt forderten Frieden und eine Normalisierung der Beziehungen zu Israel, sofern Israel sich an das Völkerrecht und die Anständigkeit im Sinne der Zweistaatenlösung hält. Ihre Regierung lehnt Frieden ab, weil sie stattdessen die Herrschaft über ganz Palästina anstrebt.

Israel hält seine extremistische Position nur mit Mühe und Not aufrecht und wird (bisher) von den USA, aber keiner anderen Großmacht unterstützt. Wir sollten auch einen Hauptgrund für die bisherige Unterstützung der USA anerkennen: die christlichen evangelikalen Protestanten, die glauben, die Versammlung der Juden in Israel sei der Auftakt zur Vernichtung der Juden und zum Weltuntergang. Sie sind die Verbündeten Ihrer Regierung. In der amerikanischen Öffentlichkeit insgesamt missbilligen derzeit 60 Prozent Israels Vorgehen , nur 32 Prozent befürworten es.

Herr Minister, die von Ihnen angesprochene weltweite Abneigung richtet sich gegen das Vorgehen Ihrer Regierung, nicht gegen Juden. Israel ist von innen heraus durch Fanatismus und Extremismus bedroht, die wiederum weltweite Missbilligung Israels bei Juden und Nichtjuden hervorrufen. Die größte Bedrohung für Israels Überleben sind nicht die arabischen Nationen, die Palästinenser oder der Iran, sondern die Politik der extremistischen israelischen Regierung unter Benjamin Netanjahu, Bezalel Smotrich und Itamar Ben-Gvir.

Die Zweistaatenlösung ist der Weg   – und der einzige Weg   – zum Überleben Israels. Sie mögen glauben, dass Atomwaffen und die US-Regierung Ihre Rettung sind, aber rohe Gewalt wird verschwinden, wenn Israels schweres Unrecht gegenüber dem palästinensischen Volk anhält. Die jüdischen Propheten lehrten immer wieder, dass Unrechtsstaaten nicht lange überleben können.

Mit freundlichen Grüßen,

Jeffrey D. Sachs

New York City

Quelle: Commondreams - automatische Übersetzung

https://www.commondreams.org/opinion/open-letter-to-sa-ar



Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acym&ctrl=fronturl&task=click&urlid=259&userid=3998&mailid=2832


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres: 




Ministerium für auswärtige Angelegenheiten

FM Sa’ar spricht vor dem Sondertreffen des UN-Sicherheitsrates zur Frage der Geiseln
gov.il, vom 05.08.2025 (übersetzt aus dem Englischen mit beta, unkorrigiert)

FM Sa’ar: Wir fordern die sofortige und bedingungslose Freilassung unserer Geiseln. Wir fordern den UN-Sicherheitsrat auf, die Hamas endlich für ihre bösen Verbrechen zu verurteilen. Um sie zur Verantwortung zu ziehen. Und die sofortige Freilassung aller Geiseln zu fordern.

FM Sa’ar hält das Bild von Evyatar David auf der Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates - Ohad Kab
Außenminister Gideon Sa'ar heute (Dienstag, 5. August 2025) sprach vor einer speziellen UN-Sicherheitsratssitzung, die er in das Thema der Geiseln initiierte.FM Sa’ar: "Ich frage hier im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen: Wissen Sie, was Generalsekretär Guterres twitterte, nachdem die schrecklichen Bilder von Evyatar und Rom veröffentlicht wurden? Kein Wort. ohrenbetäubendes Schweigen."

FM Sa'ar verwies auch auf die verdrehte antiisraelische Agenda so vieler internationaler Medien: "Ich habe die New York Times am Tag nach der Veröffentlichung des verzerrten Videos von Evyatar David gelesen. Ich schaute - aber ich konnte Evyatar nicht auf der Titelseite finden. Und dann - ich konnte sein Bild nicht in der ganzen Zeitung finden. Ich rufe die internationalen Medien an: Put Evyatar und Rom in den Mittelpunkt! Ist das nicht nachrichtenwürdig? Wir erleben eine auf dem Kopf stehende Welt."


Vollständige Rede:

"Danke, Herr. Präsident

Wir hörten das herzzerreißende Zeugnis von Ilay, Bruder der Geisel Evyatar David, der von der Hamas verhungert wurde.

Ich möchte den USA und anderen Ländern dafür danken, dass sie unseren Anruf beantwortet haben. Vielen Dank für die Einberufung dieses dringenden und wichtigen Treffens des UN-Sicherheitsrates.

Aber wir haben hier auch so viele Lügen gehört, ich kann mich nicht auf sie alle beziehen. Aber es war wirklich lustig, den Vertreter der Russischen Föderation nach dreieinhalb Jahren einer brutalen Invasion und einem brutalen Krieg in der Ukraine und Bombardements auf die Zivilbevölkerung in Kiew und anderen Orten, die hier sprachen, zu hören.

Ich habe auch den palästinensischen Vertreter gehört. Ich muss sagen, die Palästinenser lernen Propaganda von Ihnen, aus der Sowjetzeit waren Sie gute Lehrer.

Die Palästinenser haben den Terrorismus erfunden, um ihre Mittel zu fördern, und dazu gehören alle palästinensischen Fraktionen. Bis heute zahlt die Palästinensische Autonomiebehörde weiterhin Gehälter an Terroristen und terroristische Familien, so das Verbrechen, das der Terrorist begangen hat. Und so fördern sie den Terrorismus bis heute.

Sie sprachen über Frieden. Ab 1947 hatten Sie unzählige Möglichkeiten, Frieden zu erreichen.

Sie haben sie alle abgelehnt.

Ich komme heute als Außenminister des Staates Israel hierher. Der souveräne Zustand des jüdischen Volkes. Seit fast zwei Jahren für seine Existenz kämpfen - an sieben verschiedenen Fronten.

Ich bin heute hier, weil unsere Geiseln immer noch da sind. Verhungert. Gefoltert von der Hamas und dem Islamischen Dschihad in den Kerker von Gaza.

****

Am 7. Oktober drang die Hamas ohne Grund in Israel ein.

Es beging böse Verbrechen wie die Nazis und ISIS.

Sie ermordeten und vergewaltigten Frauen.

Getötete Kinder vor ihren Eltern - und Eltern vor ihren Kindern.

Sie enthaupteten die Menschen.

Verbrennen ganze Familien lebendig.

Er nahm 251 Geiseln in grausame Gefangenschaft.

50 von ihnen sind immer noch da. Verhungert und gefoltert.

Ich möchte aus dem Bericht des Dinah-Projekts lesen. Dieser Bericht beschreibt die widerwärtigen Sexualverbrechen und Gräueltaten der Hamas - die am 7. Oktober begangen wurden, und seitdem:

Leichen wurden mit Gegenständen gefunden, die in ihre privaten Teile eingeführt wurden.

Leichen von nackten Frauen wurden mit an Bäumen gefesselt gefunden.

Leichen wurden mit Anzeichen von Genitalverstümmelung gefunden.

Die meisten der sexuell angegriffenen Frauen gehörten zu den 1.166, die an diesem Tag ermordet wurden.

Nach der Vergewaltigung wurden sie ermordet.

Sie werden für immer zum Schweigen gebracht.

Aber die sexuelle Gewalt setzte sich für diejenigen fort, die in Gefangenschaft gehalten wurden.

Amit Soussana wurde aus der grausamen Gefangenschaft der Hamas entlassen.

Sie beschrieb tapfer, wie sie an einem Schusswaffenpunkt gezwungen wurde, eine sexuelle Handlung an ihrem Entführer zu begehen.

Das ist das reine Böse, dem Israel gegenübersteht.

*****

Die Verbrechen der Hamas dauern noch an.

Am vergangenen Wochenende wurde die ganze Welt Zeuge des grausamen Hungers von Evyatar David und Rom Braslavski.

Gefoltert durch die Hamas und den Islamischen Dschihad.

Die Welt sah ihren schrecklichen Zustand.

Knochen, die in ihrer Haut stehen. Wie lebende Skelette.

Der Tod ins Auge schauen.

Evyatar wurde gezwungen, sein eigenes Grab zu graben.

Sie haben gerade seinen Bruder Ilay gehört.

Die Hamas und der Islamische Dschihad benutzen den Hunger und die Folter von Geiseln als böses Werkzeug.

Es ist Teil einer bewussten und gut geplanten sadistischen Propagandakampagne.

Seine Ziele:

1. Psychologischer Terror.

2. Ein Versuch, eine Verbindung zwischen unseren verhungerten Geiseln und ihrer Blutverleumdung gegen Israel herzustellen.

Aber es ist eine Lügenkampagne.

Israel leistete seit Beginn des Krieges riesige Hilfen in Gaza.

In einer beispiellosen Art und Weise in der Geschichte der Kriege.

Und so wachsen die Mengen jeden Tag. Sie können es folgen.

Dennoch wird es immer noch des Hungertodes beschuldigt.

Die Wahrheit muss gesagt werden:

Die Hamas verhungert sadistisch unsere Geiseln, während die Terroristen Fleisch, Fisch und Gemüse genießen.

Die Welt sah den dicken, fleischigen Arm des gut gefütterten Terroristen - neben Evyatar, dem lebenden Skelett, das gezwungen war, sein eigenes Grab zu graben.

Israel erleichtert riesige Mengen an Hilfe in Gaza.

Kein anderes Land handelt im Krieg so. In einem so großen Maßstab.

Unter solch schwierigen Umständen.

Aber die Hamas plündert die Hilfe und nutzt sie als Finanzinstrument.

Wir hatten kein Wort davon von dem palästinensischen Vertreter gehört.

Die verzerrten Hamas-Terroristen entscheiden auf grausame Weise, ob und was die Geiseln fressen werden.

Hauptsächlich - was sie nicht essen werden.

Evyatar sprach von ganzen Tagen, an denen er überhaupt nicht aß.

Unsere kranken und verhungerten Geiseln haben immer noch keine Vertreter des Roten Kreuzes gesehen. Bis heute.

Obwohl dies im Geisel-Deal im November 2023 ausdrücklich vereinbart wurde.

Die Medizin, die sie dringend zum Überleben brauchen, hat sie nicht erreicht.

Während die Terroristen, die Mörder, die in israelischen Gefängnissen festgehalten werden, medizinische Versorgung und Ernährung erhalten - foltern die Hamas und der Islamische Dschihad unsere Geiseln.

*****

Terrorstaaten und Organisationen, die Zivilisten entführen, sind nicht nur unser Problem.

Aber die Hamas hat es am 7. Oktober in großem Maßstab getan.

Diese Terrorstaaten und Organisationen tun dies, um ihr eigenes Überleben und ihre eigenen Interessen zu sichern.

Terroristen entführen unmenschlich unschuldige Zivilisten als Werkzeuge, um ihre Ziele zu erreichen.

Im Fall der Hamas - versuchen sie, uns ihre Bedingungen aufzuzwingen: Verbleib in Gaza an der Macht.

Und täuschen Sie sich nicht. Es ist ihnen egal, dass jemand anderes die zivile Herrschaft der Ruinen übernehmen wird. Sie wollen die dominierende Militärmacht in Gaza bleiben

Dieses gefährliche Phänomen könnte morgen überall auf der Welt passieren.

Die Welt muss der Entführung von Zivilisten ein Ende setzen.

Die internationale Gemeinschaft muss es für die Terroristen nicht lohnen.

Heute ist es Israel.

Morgen bist du es!

****

Die Welt wurde auf den Kopf gestellt.

Während die Hamas ihre Propagandamaschinerie betreibt - ignoriert ein großer Teil der internationalen Medien sowohl die Wahrheit als auch den Kauf ihrer Lügen.

Ich habe die New York Times am Tag nach der Veröffentlichung des verzerrten Videos von Evyatar David gelesen.

Ich schaute - aber ich konnte Evyatar nicht auf der Titelseite finden.

Und dann - ich konnte sein Bild nicht in der ganzen Zeitung finden.

Ich rufe die internationalen Medien auf:

Stellen Sie Evyatar und Rom in den Mittelpunkt!

Ist das nicht nachrichtenwürdig?

Wir erleben eine auf dem Kopf stehende Welt.

Wir erleben die verdrehte antiisraelische Agenda so vieler globaler Medien.

Immer wieder.

Sie verlagern die Verantwortung:

Von den Entführern und Vergewaltigern - bis zum angegriffenen Land.

Sie schieben die Schuld ab:

Von den Terroristen – zu den Vicims.

Anstatt zu Israel zu stehen - Sie geben den Opfern die Schuld.

Die Opfer eines Angriffs von 7 verschiedenen Fronten.

Und ich frage hier im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen:

Wissen Sie, was Generalsekretär Guterres twitterte, nachdem die schrecklichen Bilder von Evyatar und Rom veröffentlicht wurden?

Kein Wort. Taubheitliche Stille.

Dennoch sehen wir alle seine endlosen und obsessiven Tweets gegen Israel.

****

Meine Damen und Herren,

Was wir heute erleben, ist der Anstieg des psychotischen Antisemitismus auf der ganzen Welt, der von modernen Blutverleumdungen geflammt wird, wie die dunkelsten Tage der Geschichte.

Juden werden auf der ganzen Welt gejagt, einfach weil sie Juden sind.

In Melbourne. In Amsterdam. In Paris.

Es ist nicht der einzige Krieg auf Erden.

Aber es ist der einzige Fall, dass Menschen aufgrund ihrer Nationalität überall gejagt werden.

Wissen Sie von einer anderen Nation, die weltweit vor Feindseligkeit und Gewalt um ihr Leben kämpft und leidet?

Wir leben in einer auf dem Kopf stehenden Welt.

Eine Welt, in der Israel auf die Bank des Angeklagten gesetzt wird - während es um sein Überleben kämpft.

Es gibt einen Namen dafür.

Es heißt Antisemitismus.

80 Jahre nach dem Ende des Holocaust hat der Antisemitismus sein goldenes Zeitalter.

Wieder einmal.

Es gibt Länder, die - sogar in diesem Gebäude - gehandelt haben, um Israel anstelle der Hamas während sensibler Tage in den Verhandlungen unter Druck zu setzen.

Sie trugen direkt zur Ermordung der Chancen bei, ein Geiselabkommen und einen Waffenstillstand zu erreichen.

Sie verlängerten den Krieg.

Das haben sie getan.

****

Lassen Sie uns nun die einfachsten Fragen stellen:

Wer hat den Krieg am 7. Oktober begonnen?

Wer ist für seine Fortsetzung verantwortlich?

Für das endlose Leid?

Es gibt nur eine klare Antwort: HAMAS.

Die Hamas marschierte in Israel ein und beging die Gräueltaten vom 7. Oktober.

Die Hamas weigert sich immer noch, die hungernden Geiseln aus ihren Kerkern zu befreien.

Die Hamas weigert sich immer noch, ihre Waffen niederzulegen.

Der Aufruf an die Hamas, unsere Geiseln freizulassen, muss auf der Weltbühne im Mittelpunkt stehen. Es darf nicht aufhören, bis sie alle nach Hause kommen.

Wir fordern die sofortige und bedingungslose Freilassung unserer Geiseln.

Wir fordern den UN-Sicherheitsrat auf:

Die Hamas endlich für ihre bösen Verbrechen zu verurteilen.

Um sie zur Verantwortung zu ziehen.

Und die sofortige Freilassung aller Geiseln zu fordern.

Danke."

Bitte beachten Sie, dass bei Unterschieden oder Konflikten zwischen den Informationen auf dieser Seite und dem Gesetz die Bestimmungen des Gesetzes gelten.


Info: https://www.gov.il/en/pages/fm-sa-ar-addresses-the-special-un-security-council-meeting-on-the-issue-of-the-hostages-5-aug-2025


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

17.08.2025

Globale Neuausrichtung im Gange (16.08.2025)

aus e-mail von Irene Eckert, 17. August 2025, 10:22 Uhr


Das Kräfteparallelelogramm ändert sich


*Im Browser öffnen*

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/mr/sh/6rqJ8GoudeITQRcRz4DwV3dj7Rf/3lE4mGtYeB6N>


E.I.R. Nachrichten (eirna.de)

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIPRQTtTykQRJGSL2v9/xJOB0DW20S1H>

vom 16.08.2025

Chefredakteur: Dr. Wolfgang Lillge

Ein guter Zeitpunkt und Ort für einen strategischen Gipfel


Der 15. August ist ein bedeutendes Datum in der Geschichte. An diesem Tag

vor 54 Jahren, am 15. August 1971, verkündete Präsident Richard Nixon (auf

Geheiß der Wall Street) das Ende des internationalen Finanzsystems mit

festen Wechselkursen. Damit läutete er eine Ära der ungezügelten globalen

Spekulation und Deindustrialisierung ein. Lyndon LaRouche warnte damals,

dass dies zu Kriegen, Wirtschaftskrisen und Völkermord führen würde, wenn

dieser Trend nicht umgekehrt würde.


Das folgende halbe Jahrhundert ist ein Beweis für die Richtigkeit von

LaRouches Prognose – und dafür, dass seine politischen Alternativen im

transatlantischen Raum abgelehnt wurden. Es ist diese Dynamik, die die Welt

heute an den Rand eines Atomkrieges gebracht hat und die den heutigen

Gipfel zwischen Präsident Donald Trump und Präsident Wladimir Putin in

Anchorage, Alaska, so dringend macht.


Werden wir in einigen Jahren auf diesen Gipfel vom 15. August zurückblicken

und sagen, dass er den Beginn einer neuen Ära markierte – diesmal auf der

Grundlage einer neuen internationalen Sicherheits- und

Entwicklungsarchitektur? Wird dies der Zeitpunkt sein, an dem die Gefahr

einer thermonuklearen Vernichtung schließlich abgewendet werden konnte und

die Entwicklung aller Nationen und aller Menschen zum Maßstab für Erfolg

wurde?


Diese Frage lässt sich noch nicht beantworten. Es ist eine Zukunft, die wir

noch gestalten müssen.


In seiner Rede auf der gemeinsamen Pressekonferenz nach dem Gipfeltreffen

in Alaska betonte Präsident Putin, dass das Treffen mit Präsident Trump

sehr konstruktiv und längst überfällig gewesen sei. Er hoffe, so Putin,

dass damit eine Ära gegenseitig vorteilhafter Beziehungen zwischen Russland

und den USA eingeläutet werde, einschließlich der Zusammenarbeit bei der

Weltraumforschung und der Erschließung der Arktis. Es sei an der Zeit, von

der Konfrontation zum Dialog überzugehen, sagte er. Die beiden Länder lägen

nur wenige Kilometer voneinander entfernt über der Beringstraße. Man könne

dort die Datumsgrenze überqueren und „buchstäblich von gestern nach morgen

hinübertreten“.


Präsident Trump erklärte gegenüber den Medien, dass er und Putin ein

„äußerst produktives Treffen“ gehabt und in den meisten Punkten große

Fortschritte erzielt hätten. Es seien noch einige wenige Punkte zu klären,

bevor eine Erklärung abgegeben werden könne, da „kein Deal vorliegt, bis

ein Deal vorliegt“. Zudem kündigte er an, unverzüglich die Staats- und

Regierungschefs der NATO und der Ukraine anzurufen, um sie zu informieren.

Trump betonte, dass er ein „fantastisches Verhältnis zu Wladimir“ habe, und

fügte hinzu, dass nur die Einmischung durch die Anti-Russland-Hetzkampagne

in den USA es „für uns als Land schwieriger gemacht hat“: „Er wusste, dass

es ein Schwindel war, und ich wusste, dass es ein Schwindel war“.

Abschließend sagte er zu Putin: „Wir werden uns sehr bald wieder sprechen

und uns wahrscheinlich auch sehr bald wiedersehen.“ Darauf antwortete Putin

auf Englisch: „Das nächste Mal in Moskau.“ Trump erwiderte: „Oh, das ist

interessant. Ich weiß nicht. Das wird mir wohl etwas Ärger einbringen, aber

ich könnte mir vorstellen, dass es klappt.“


Weitere Details zu den Gesprächen wurden von keiner der beiden Seiten

bekannt gegeben und es wurden keine Fragen der Presse beantwortet.


Da es in den Medien auf beiden Seiten des Pazifiks endlose Spekulationen

darüber gab, was wirklich auf dem Gipfel passiert ist, möchten wir unsere

Leser an zwei Punkte erinnern, da offiziell nichts bekannt gegeben wurde.

Erstens hat der stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow

betont, dass das Wichtigste, was mit den Gesprächen erreicht werden soll,

die Wiederaufnahme eines normalen Dialogs zwischen den beiden Ländern ist,

um die strategischen und Rüstungskontrollfragen anzugehen, die einen

kritischen Stand erreicht haben.


Zweitens haben britische Geheimdienste und Politiker wiederholt betont,

dass ein persönliches Treffen zwischen Trump und Putin um jeden Preis

verhindert werden müsse. Sir Richard Dearlove, ehemaliger Chef des MI6 und

einer der Hauptarchitekten der „Russiagate“-Verschwörung, brachte es am

Vorabend des Gipfels auf den Punkt: „Ich bin äußerst besorgt; ich weiß

einfach nicht, was Trump vorhat.“


Im Zusammenhang mit dem Gipfel war in den BRICS-Staaten und anderen Ländern

des Globalen Südens der Zollkrieg der Trump-Regierung gegen sie ein

zentrales Thema. Es werden Möglichkeiten geprüft, ihre Exporte in

befreundete Länder des Globalen Südens umzuleiten und eigene

Kreditmechanismen für produktive Investitionen zu schaffen, die sie für

ihre Entwicklung benötigen. Zwei bevorstehende Anlässe, bei denen ein

Paradigmenwechsel im internationalen Wirtschaftssystem auf der Tagesordnung

stehen wird, sind das Treffen der Shanghai Cooperation Organization (SCO)

vom 31. August bis 1. September in Tianjin, China, und die internationalen

Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs im

Pazifik am 3. September in Peking.


Nachdem Trump nun mit Putin zusammengetroffen ist, ist es dringender denn

je, den nächsten strategischen Schritt zu tun. Dies hat die Gründerin des

Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, in einem Appell vom 11. August an

die Präsidenten Trump, Putin und Xi Jinping unter dem Titel „Das

Beringstrassentunnel-Projekt ist die perfekte Politik zur Vermeidung von

Kriegen

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIR6SwBdT3pzEraGgEB/DkvVv9KLVAi9>“

vorgeschlagen: „Der Beringstraßentunnel und damit verbundene große

Infrastrukturprojekte könnten auch als Grundlage für weitere eingehende

Gespräche zwischen den Präsidenten Trump, Putin und Chinas Xi Jinping

dienen – wie ich bereits zuvor vorgeschlagen habe –, sollte Präsident Trump

eingeladen werden und sich bereit erklären, an den Feierlichkeiten zum 80.

Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs teilzunehmen, die am 3.

September in China stattfinden werden.


Dieses Projekt für eine integrierte Infrastruktur der ganzen Welt als

Grundlage für Entwicklung wird den Grundstein dafür legen, Krieg als Mittel

zur Konfliktlösung für immer zu beenden. Die Hoffnung der Menschheit ruht

auf Ihnen!“

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Inhalt

STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR


   - Sir Richard Dearlove zählt auf Deutschland und Marco Rubios Team, um

   den Krieg in der Ukraine am Laufen zu halten

   - Der ungarische Außenminister behauptet, Brüssel wolle drei

   friedensorientierte europäische Regierungen stürzen


NEUES PARADIGMA


   - Der Beringstraßentunnel könnte jährlich bis zu 400 Millionen Tonnen

   Fracht transportieren.

   - Russische Strategieanalysten: „In Alaska liegt eine neue

   Sicherheitsordnung auf dem Tisch.“

   - China und Indien machen Fortschritte bei der Beilegung ihrer

   Streitigkeiten

   - Indiens Reaktion auf Trumps Zölle: „Wir exportieren woanders hin“

   - Am 3. September befasst sich das Östliche Wirtschaftsforum in

   Wladiwostok mit der Entwicklung der Arktis

   - Militärführer des Iran und Südafrikas vereinbaren Ausbau der

   Beziehungen

   - Russische Medien veröffentlichen Interviews mit den Botschaftern

   Indiens und Pakistans in Russland


USA UND KANADA


   - Eine weitere Enthüllung von Gabbard: DNI Clapper drängte NSA-Chef

   Rogers zur Unterzeichnung eines gefälschten Berichts


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STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR

Sir Richard Dearlove zählt auf Deutschland und

Marco Rubios Team, um den Krieg in der Ukraine am Laufen zu halten


15. August 2025 (EIRNS) – Der ehemalige MI6-Chef Richard Dearlove, einer

der führenden Köpfe hinter der „Russiagate“-Lüge, die Präsident Donald

Trump zu Recht als „sehr gefährlich“ für die Vereinigten Staaten bezeichnet

hat, erklärte in seinem Podcast „One Decision

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dISlVOTmxNFXASiCJXD/zLVD2O26UtQ4>“

wenige Stunden vor dem Gipfeltreffen in Alaska mit großer Bestürzung, er

sei „äußerst besorgt“, dass es zu einem langfristigen Friedensabkommen

kommen könnte. „Ich weiß einfach nicht, was [Trump] vorhat … Ich verstehe

es einfach nicht … Sehr viele Menschen sind besorgt.“ Er beklagte, dass

„wir“ dachten, beim letzten NATO-Treffen mit Trump sei etwas erreicht

worden, aber jetzt…” Dearlove ereiferte sich, die Europäer seien so

verärgert, dass sie „mit den Spielsachen um sich werfen.“


„Sir Russiagate“ hat jedoch nicht die Absicht, aufzugeben, denn

anschließend umriss der britische Spionagechef die wichtigsten Elemente

einer Strategie zur „Rettung“ ihres Krieges: Deutschland solle die gesamten

Kosten für die Finanzierung der Waffen für die Ukraine übernehmen.

US-Außenminister Marco Rubio und sein Team sollen dafür sorgen, dass die

Vereinigten Staaten den Deutschen die Waffen verkaufen, damit diese in die

Ukraine geliefert werden können.


Die Europäer müssten sich hinter Selenskij stellen, argumentierte er. Wenn

die Deutschen wirklich in die Bresche springen, hätten sie die finanzielle

Macht, um die Ukraine zu unterstützen. Deutschland habe „den nötigen

Reichtum und die Mittel“, um die Ukraine zu unterstützen, wenn die

Amerikaner ihnen die Waffen verkaufen würden – und er gehe davon aus, dass

die USA dies tun werden. „Es gibt sicherlich Leute, die für Rubio arbeiten,

die ich kenne, und die eine ganz andere Sicht auf eine Lösung haben. Sie

werden die Ukraine nicht im Stich lassen,“ verriet Dearlove.


Er prognostizierte, dass das Treffen in Alaska nichts als „Optik“ bringen

werde: Russland werde Kiew weiter bombardieren, Trump werde erneut wütend

werden, dann zur Vernunft kommen und erkennen, dass „Zwangsmaßnahmen“ der

einzige Weg seien, um mit Putin umzugehen. Das bedeute sekundäre

Wirtschaftssanktionen und genügend militärisches „Equipment“, um der

Ukraine die Grundlage für eine „realistische Pattsituation“ auf dem

Schlachtfeld zu verschaffen – allerdings nicht für die Rückeroberung großer

Gebiete, räumte er ein.

Der ungarische Außenminister behauptet, Brüssel wolle drei

friedensorientierte europäische Regierungen stürzen


15. August 2025 (EIRNS) – Der ungarische Außenminister Péter Szijjártó

beriet sich gestern mit seinen Amtskollegen Juraj Blanár aus der Slowakei

und Marko Đurica aus Serbien. Die drei vereinbarten, ihre Haltung zur

Souveränität zu stärken und sich angesichts des ihrer Meinung nach

wachsenden Drucks von außen gegenseitig Solidarität zu versichern.

Anschließend schrieb Szijjarto auf Twitter: „Brüssel spielt in der

Weltpolitik keine Rolle mehr. Die Tatsache, dass Europa von den Gesprächen

in Alaska ausgeschlossen wurde, beweist dies.“


Er sagte, dass Ungarn, Serbien und die Slowakei im Gegensatz zur EU, die

auf eine Fortsetzung des Krieges gegen Russland drängt, den nationalen

Interessen Vorrang eingeräumt hätten. „Das frustriert natürlich die

liberalen Mainstream-Politiker, und infolgedessen wächst der Druck auf

Regierungen, die sich für Frieden einsetzen, nationalen Interessen folgen

und sich nicht Brüssel unterordnen.“ Es sei „klarer als der helle Tag“,

dass in Mitteleuropa „externe Interventionsexperimente stattfinden, um die

patriotischen Regierungen der Slowakei, Ungarns und Serbiens zu

destabilisieren und zu stürzen.“ All dies seien „verschiedene Kapitel

desselben Szenarios in Brüssel: Sie wollen die friedlichen, patriotischen,

national interessierten Regierungen beseitigen,” um sie durch

Marionettenregierungen zu ersetzen und so Brüssel „einen Platz zu

verschaffen.“


Weiter argumentierte er: „Sie haben ständig Öl ins Feuer gegossen und damit

den Krieg verlängert, die europäisch-russischen Beziehungen fast

unversöhnlich gemacht und die europäische Sicherheit untergraben.“

Szijjártó erklärte, der Krieg hätte innerhalb von anderthalb Monaten

beendet sein können, wenn das ukrainisch-russische Abkommen zugelassen

worden wäre. Westeuropa habe die Ukrainer jedoch überredet und gezwungen,

weiterzukämpfen. „Es ist ziemlich hart, dies als Friedensstiftung zu

bezeichnen.“ Und nun fördere die jüngste Erklärung der europäischen Staats-

und Regierungschefs, die Ungarn nicht unterzeichnen wollte, nicht den

Frieden, sondern versuche vielmehr, ihn zu untergraben.

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NEUES PARADIGMADer Beringstraßentunnel könnte jährlich bis zu 400 Millionen

Tonnen Fracht transportieren.


15. August 2025 (EIRNS) – Ein Tunnel unter der Beringstraße wäre sowohl für

die Vereinigten Staaten als auch für Russland von großem Nutzen. Laut dem

Eisenbahnfachmann Scott Spencer könnte er bis zu 400 Millionen Tonnen

Fracht pro Jahr transportieren. Im Hinblick auf das bevorstehende

Gipfeltreffen der Präsidenten Russlands und der USA, Wladimir Putin und

Donald Trump, am 15. August, sagte Scott gegenüber TASS: „Ich persönlich

glaube, dass die Interkontinentalbahn eines von vielen Themen ist, in denen

sich Präsident Trump und Präsident Putin einigen können. Das wäre für beide

Länder von Vorteil.“ Spencer fügte hinzu, dass die Kapazität des unter der

Beringstraße verlaufenden Tunnels auf der Interkontinentalbahn „über 400

Millionen Tonnen pro Jahr beträgt. Das sind 3 % des derzeitigen weltweiten

Handelsvolumens.“


Spencer bezeichnete den Tunnel als „Panamakanal des 21. Jahrhunderts“ und

führte aus: „Von diesem Projekt würden nicht nur die Vereinigten Staaten

und Russland, sondern auch Kanada und China profitieren.“


In Bezug auf die Zusammenarbeit zwischen Russland und den USA verglich er

das Projekt mit der Internationalen Raumstation. Tatsächlich seien die

Kosten für den Bau eines Tunnels mit denen für den Bau der ISS

vergleichbar. „Der Bau der Internationalen Raumstation hat 100 Milliarden

Dollar gekostet, hinzu kommen mehrere Milliarden Dollar aus unseren

Ländern, sowohl aus den Vereinigten Staaten als auch aus Russland und den

europäischen Ländern. Japan und andere beteiligen sich an den

Betriebskosten,“ erklärte er. „Wir haben also die Möglichkeit, ein viel

nachhaltigeres Projekt zu realisieren.“


Die Anfangsinvestition von 100 Milliarden Dollar über die 150- bis

200-jährige Lebensdauer des Tunnels, so Spencer, würde sich durch die

Entwicklung des internationalen Handels, der das Wirtschaftswachstum

ankurbelt, um ein Vielfaches amortisieren.


Spencer ist ein bekannter Eisenbahnberater und arbeitet für die

Inter-Continental Railway, eine Organisation, die vom kürzlich verstorbenen

Tunnelexperten George Koumal und dem alaskischen Anwalt Joseph R. Henri

gegründet wurde. Der dritte Mitbegründer ist Viktor Rasbegin, einer der

führenden Berater der Eisenbahnindustrie in Russland. Spencer ist außerdem

Mitbegründer von AmeriStarRail (ASR), einer Interessenvertretung für

Hochgeschwindigkeitszüge in Amerika.

Russische Strategieanalysten: „In Alaska liegt eine neue Sicherheitsordnung

auf dem Tisch.“


15. August 2025 (EIRNS) — Zwei der prominentesten Strategieanalysten

Russlands haben gestern auf den Seiten von RT einen Überblick über die

Themen gegeben, die beim Gipfeltreffen zwischen Präsident Wladimir Putin

und Donald Trump am 15. August in Alaska zur Sprache kommen könnten. Dmitri

Suslow (Experte des Valdai-Clubs und Mitglied des Russischen Rates für

Außen- und Verteidigungspolitik) und Fjodor Lukjanow (ebenfalls Mitglied

des Valdai-Clubs und Chefredakteur von Russia in Global Affairs) waren sich

einig, dass es um weit mehr als territoriale Fragen oder sogar den Krieg in

der Ukraine geht. Vielmehr stehe eine grundlegende Veränderung der globalen

Sicherheitsordnung bevor. Lukjanows Artikel

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIUQXqlwRgf563q7wqF/bq90zWJO7_ag>

trug die Überschrift „Eine neue Sicherheitsordnung steht in Alaska zur

Debatte: Das Treffen zwischen Putin und Trump erinnert an die

Herausforderungen der deutschen Wiedervereinigung“.


Lukjanow betonte, dass der Gipfel in Alaska ein Meilenstein sein könnte

„für die Grundsätze, auf denen eine umfassendere Einigung zwischen den

führenden Weltmächten erzielt werden könnte… Beunruhigend ist jedoch, dass

sich die öffentliche Debatte weiterhin auf territoriale Aufteilungen

konzentriert – wer was bekommt und was im Gegenzug gegeben wird. Dabei wird

das Kernproblem übersehen. Die akute Phase der Ukraine-Krise wurde nicht

durch Territorialgelüste ausgelöst. Sie begann, als Moskau die nach dem

Kalten Krieg entstandene Sicherheitsordnung in Frage stellte – eine

Ordnung, die auf der unbegrenzten Erweiterung der NATO als vermeintlichem

Garant für die Stabilität in Europa beruhte.“


Lukjanow betonte auch, dass die von den BRICS-Staaten angeführte globale

Mehrheit selbst wichtige Schritte in Richtung eines Paradigmenwechsels

unternehme. Donald Trumps jüngster Versuch, die größten Staaten der

sogenannten „globalen Mehrheit“ – China, Indien, Brasilien und Südafrika –

dazu zu drängen, sich den Anweisungen Washingtons zu fügen, habe nicht die

gewünschten Ergebnisse gebracht. „Der Versuch hat nicht zu dem Ergebnis

geführt, das sich das Weiße Haus erhofft hatte. … Aber die Unverblümtheit

des amerikanischen Vorstoßes hat sie diesmal gezwungen, ihre Positionen zu

verhärten.“ Lukjanow kam zu dem Schluss: „Die Häufigkeit der Treffen Putins

mit den Staats- und Regierungschefs der BRICS-Staaten zeigt, dass Moskau

diese Realität versteht. Ob Washington dies auch tut, bleibt abzuwarten.“


Suslow betonte zudem

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIW5aJ45w04d1ey3a9H/QR8tLXIN0oaG>,

dass „Trumps Bemühungen, Moskau unter Druck zu setzen, indem er China und

Indien dazu drängt, den Kauf von russischem Öl einzustellen, nach hinten

losgegangen sind… Dies hat auch zu einer Entspannung zwischen Indien und

China geführt, so dass Premierminister Narendra Modi nun an dem

Gipfeltreffen der SCO in Tianjin teilnehmen wird.“


Suslow kam zu dem Schluss, dass „die BRICS, die Trump offen zu schwächen

versprochen hat, nur noch enger zusammengewachsen sind. Der Gipfel in

Alaska ist Trumps Chance, aus der Falle zu entkommen, die er sich selbst

gestellt hat, indem er versucht hat, Moskau über Peking und Neu-Delhi unter

Druck zu setzen, und Ergebnisse in der Ukraine vorzuweisen, die er als

diplomatischen Erfolg verkaufen kann.“


Eine Möglichkeit dafür sei eine groß angelegte wirtschaftliche

Zusammenarbeit zwischen Russland und den USA mit einer offenen Tür für die

BRICS. „Die seit 2014 weitgehend eingefrorene wirtschaftliche

Zusammenarbeit in der Arktis könnte wiederbelebt werden,” schrieb Suslow.

„Beide Seiten würden von einer gemeinsamen Entwicklung im hohen Norden

profitieren, und ein Abkommen in diesem Bereich hätte politische

Symbolkraft – als Beweis dafür, dass die beiden Länder trotz der Altlasten

des letzten Jahrzehnts zusammenarbeiten können.“

China und Indien machen Fortschritte bei der Beilegung ihrer Streitigkeiten


15. August 2025 (EIRNS) — Die langwierigen und heiklen Gespräche über die

Beilegung des Grenzkonflikts zwischen China und Indien werden fortgesetzt,

wenn der chinesische Außenminister Wang Yi am 18. August zu Gesprächen mit

dem indischen Nationalen Sicherheitsberater Ajit Doval nach Indien reist.

Dies berichtete laut RT

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIXkclMFQJUAxG5zDSJ/Hs5-hPT9MFRj>

die Press Trust of India (PTI) am 13. August. Doval hatte im Juni des

vergangenen Jahres ein Treffen mit Wang in Peking, bei dem dieser sagte,

die Beziehungen zwischen China und Indien hätten „positive Fortschritte“

gemacht.


Zu diesen Fortschritten gehören laut Presseberichten Pläne zur

Wiederaufnahme der direkten Passagierflüge zwischen den beiden Ländern im

nächsten Monat sowie die Wiederaufnahme des Grenzhandels nach mehr als fünf

Jahren.


RT merkt an, dass „Wangs Besuch zu einem Zeitpunkt stattfindet, zu dem

Berichte kursieren, dass der indische Premierminister Narendra Modi plant,

am 31. August am jährlichen Gipfeltreffen der Shanghai Cooperation

Organization (SCO) in der chinesischen Stadt Tianjin teilzunehmen“. Es ist

gut möglich, dass es am Rande des SCO-Treffens zu einem Treffen zwischen

Modi und Xi Jinping kommen wird, obwohl es dafür noch keine offizielle

Bestätigung gibt.


Im Juli zeigten hochrangige Vertreter aus Peking, Moskau und Neu-Delhi

Interesse an einer Wiederbelebung des trilateralen Formats RIC

(Russland-Indien-China), berichtete RT.

Indiens Reaktion auf Trumps Zölle: „Wir exportieren woanders hin“


15. August 2025 (EIRNS) — Die Times of India berichtete, dass die Regierung

Modi auf die Einführung von 50-prozentigen Zöllen auf Importe aus Indien

durch die Trump-Regierung reagiert, indem sie ihre Exportpräsenz in 50

anderen Ländern ausbauen will, die 90 % der gesamten Exporte Indiens

ausmachen. „Die Strategie sieht laut einem Bericht von CNBC TV18 vor,

insbesondere die Beziehungen zu neuen Märkten im Nahen Osten und in Afrika

zu intensivieren,“ berichtete RT

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIZPfDeOuctisrDuqlL/3pt0GMmuIAHY>.

„Der Ansatz wird auf bestimmte Produkte zugeschnitten sein und sich an drei

Hauptzielen orientieren: Diversifizierung der Exporte, Ersatz von Importen

durch inländische Produkte und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der

Exporte, fügte der Bericht hinzu. … Die neue Politik zielt darauf ab, die

Abhängigkeit von einem einzelnen Markt zu verringern und die mit

Handelsstörungen verbundenen Risiken zu minimieren.“


Auch wenn dies noch nicht in den Nachrichten aufgetaucht ist, denken andere

von Trumps Zöllen betroffene BRICS-Staaten in die gleiche Richtung. So

exportiert etwa Brasilien, das ebenfalls mit Zöllen in Höhe von 50 %

konfrontiert ist, 13 % seiner gesamten Exporte in die Vereinigten Staaten,

während 36 % in die 20 BRICS-Staaten (10 Vollmitglieder und 10

Partnerländer) gehen. Indonesien exportiert 10 % in die USA und 57 % in

andere BRICS-Staaten.


In den letzten Jahren hat sich die Kluft zwischen den Exporten der

BRICS-Staaten in die USA und den Exporten innerhalb der BRICS-Staaten

insgesamt stetig vergrößert – ein Trend, der sich als Reaktion auf Trumps

Zölle noch beschleunigen wird.

Am 3. September befasst sich das Östliche Wirtschaftsforum in Wladiwostok

mit der Entwicklung der Arktis


15. August 2025 (EIRNS) – Am 3. September, dem Tag, an dem in Peking der

80. Jahrestag des Sieges im Pazifik im Zweiten Weltkrieg gefeiert wird und

der russische Präsident Wladimir Putin Ehrengast sein wird, beginnt in

Wladiwostok das jährliche Östliche Wirtschaftsforum.


Am 5. September wird Putin die Grundsatzrede vor dem internationalen

Treffen halten, das sich in der Regel mit Entwicklungsprojekten und

Perspektiven in der Arktis und Ostsibirien befasst.


Wie der Journalist Pepe Escobar in einem Artikel für Sputnik

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIb4hfwYOwJGoSLqU4N/NFn2RT9Kt6L0>

erklärte, „bringt uns das zur Arktis – und zu ernsten Themen, die

sicherlich auf dem bevorstehenden Forum in Wladiwostok ausführlich

diskutiert werden“. Die Arktis verfügt über mindestens 13 % der weltweit

unentdeckten Ölreserven und 30 % der unentdeckten Erdgasvorkommen. Russland

kontrolliert mindestens die Hälfte all dieser Reserven.“


Escobar weist auf die Möglichkeit einer Zusammenarbeit zwischen Russland

und den USA bei der Erschließung dieser Ressourcen sowie derjenigen auf der

amerikanischen Seite der Beringstraße hin. „Eine Möglichkeit wären massive

US-Investitionen in gemeinsame Arktis-Projekte mit Russland. Etwas ganz

anderes wäre es, wenn die USA der Nordischen Seeroute (NSR) beitreten

würden, die von den Chinesen als ‚Arktische Seidenstraße‘ bezeichnet wird.

Die NSR verkürzt die Schiffsfahrzeiten zwischen Asien und Europa um bis zu

50 %. Escobar kommt zu dem Schluss: „Alaska hat in der gegenwärtigen Lage

und unter Berücksichtigung der vielfältigen Auswirkungen des hybriden

Krieges gegen die BRICS-Staaten das Potenzial, Washington einen Ausweg aus

den Trümmern einer massiven strategischen Niederlage zu bieten.“

Militärführer des Iran und Südafrikas vereinbaren Ausbau der Beziehungen


15. August 2025 (EIRNS) — Die obersten Militärbefehlshaber des Iran und

Südafrikas trafen sich am 12. August in Teheran und vereinbarten konkrete

Schritte zum Ausbau der Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich. Der

iranische Generalstabschef Generalmajor Seyyed Abdolrahim Mousavi und der

Befehlshaber der südafrikanischen Nationalen Verteidigungskräfte, General

Rudzani Maphwanya, erörterten ihre gemeinsamen nationalen Interessen und

bezeichneten ihre Partnerschaft als strategische Priorität. Laut Al Mayadeen

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIcjk8EhtFiok3Tm7NP/eTchrQv82EzJ>

sehen beide Seiten den Besuch als Wendepunkt in den Beziehungen zwischen

Teheran und Pretoria.


Der Iran ist ein neues Mitglied der BRICS, während Südafrika zu den fünf

Gründungsmitgliedern gehört.


Mousavi bezeichnete die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) als die weltweit

größte Anti-Terror-Truppe mit wertvollen operativen Erfahrungen, die sie

mit Südafrika teilen könne. Er fügte hinzu, dass die IRGC „über bedeutende

Fähigkeiten in verschiedenen militärischen, technischen und industriellen

Bereichen verfügt“, die „in Zusammenarbeit mit den Streitkräften und dem

Verteidigungsministerium Südafrikas genutzt werden können, um gemeinsame

nationale Interessen zu fördern und die regionale und internationale

Sicherheit zu stärken.“


Der iranische Generalmajor Amir Hatami nahm ebenfalls an den Gesprächen

teil und erklärte: „Die Islamische Republik und Südafrika haben sich immer

gegenseitig und unterdrückte Nationen unterstützt.“ Er bezeichnete die

Entscheidung Südafrikas, wegen des Völkermords in Gaza rechtliche Schritte

gegen Israel einzuleiten, als eine Maßnahme, die „in die Geschichte

eingehen wird“.


General Maphwanya

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/SMK1E8tHeFuYwWIky8daHJSMJdKx/_WQ0tGpxxHDN>

verwies seinerseits auf die anhaltende Unterstützung des Iran für Südafrika

während des Kampfes gegen die Apartheid als Beispiel für die „historische

Verbundenheit zwischen den beiden Nationen“. Dies sei die Grundlage für die

heutige Zusammenarbeit und er freue sich auf den Ausbau der

Verteidigungsbeziehungen.

Russische Medien veröffentlichen Interviews mit den Botschaftern Indiens

und Pakistans in Russland


15. August 2025 (EIRNS) — Zwischen Indien und Pakistan mag es erhebliche

Spannungen geben, doch ihre jeweiligen Botschafter in Russland wurden in

den letzten Tagen in den russischen Medien positiv dargestellt. Beide

gingen auf die ausgezeichneten Beziehungen ihrer Länder zu Russland und auf

die Aussichten für eine künftige Zusammenarbeit ein.


RT veröffentlichte am 13. August ein Interview mit dem indischen

Botschafter in Russland, Vinay Kumar. Darin betonte er, dass „zwischen dem

russischen Präsidenten Putin und dem indischen Premierminister Modi

definitiv eine positive Chemie herrscht. Sie haben sich schon oft getroffen

und telefonieren regelmäßig miteinander.“


Sputnik interviewte unterdessen den pakistanischen Botschafter in Russland,

Muhammad Khalid Jamali. Dieser betonte, dass „die Beziehungen zwischen

Russland und Pakistan auf einem positiven Weg sind.“ Auf die Frage, ob

Pakistan dem BRICS-Verbund beitreten wolle (einem Bericht zufolge lehnte

Indien den Antrag in diesem Jahr ab), sagte Jamali: „Wir glauben, dass wir

für die BRICS ein wichtiges Mitglied Südasiens sind und dass unsere

Teilnahme nicht nur für unser Land, sondern auch für die BRICS-Mitglieder

von Vorteil wäre. Und ich bin sicher und hoffe, dass die BRICS frei von

jeglicher Politisierung sein werden.“


Jamali fügte hinzu, dass Pakistan mit seinen 240 Millionen Einwohnern „eine

sehr geostrategisch günstige Lage hat. Wir liegen am Schnittpunkt zwischen

dem Nahen Osten, Westasien und Südostasien. Um die Vorteile der

Konnektivität nutzen zu können, sind wir ein natürlicher Korridor für

Präsident Putins Vision eines internationalen Nord-Süd-Transportkorridors

(INSTC). In dieser Hinsicht kann Pakistan eine zentrale Rolle bei der

Förderung der Entwicklung und der sozioökonomischen Entwicklung der

gesamten Region spielen … Wir möchten uns mit dieser Region verbinden. Wir

wollen die alte Seidenstraße zwischen dieser Region und unserer

Indus-Zivilisation wiederbeleben.“


Der INSTC ist ein bedeutendes Infrastrukturprojekt, das Indiens Westküste

auf dem Seeweg mit dem Iran verbindet und von dort aus weiter nach Norden

bis nach Russland führt. Russland hat Pakistan kürzlich zur Teilnahme am

INSTC eingeladen. Pakistan hat das Angebot angenommen, wodurch das Land nun

mit Indien in einer Arbeitsbeziehung im Rahmen dieses großen

Infrastrukturentwicklungsprojekts steht.

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USA UND KANADAEine weitere Enthüllung von Gabbard: DNI Clapper drängte

NSA-Chef Rogers zur Unterzeichnung eines gefälschten Berichts


15. August 2025 (EIRNS) — Am 13. August veröffentlichte die Direktorin der

Nationalen Nachrichtendienste (DNI), Tulsi Gabbard, freigegebene

Geheimdienstdokumente, die die verräterische Rolle des ehemaligen DNI James

Clapper bei der Fälschung von Geheimdienstberichten belegen. Mit diesen

sollte „bewiesen“ werden, dass Russland zugunsten von Donald Trump in die

Präsidentschaftswahlen 2016 eingegriffen habe.


Unter den veröffentlichten Dokumenten befinden sich zwei E-Mails vom 22.

Dezember 2016, die Clapper und Mike Rogers, der damalige Leiter der

National Security Agency, ausgetauscht haben. Sie enthüllen Clappers

Beharren darauf, dass unbestätigte Geheimdienstinformationen über die

angebliche Rolle Russlands beim Hackerangriff auf das DNC (Democratic

National Committee) und das DCCC (Democratic Congressional Campaign

Committee) durchgedrückt und in die Geheimdienstbewertung 2017 aufgenommen

und Präsident Barack Obama vorgelegt werden sollte.


Dies, obwohl Rogers argumentierte, dass sein Team „angesichts der Eile

dieser Aktion keine Zeit hatte, alle zugrunde liegenden

Geheimdienstinformationen vollständig einzusehen, zu prüfen und abzuwägen“

und sich „vor der Vorlage an den Präsidenten nicht zu 100 % wohl damit

fühlt.“ „Um es klar zu sagen“, fuhr er fort, „ich sage nicht, dass wir

inhaltlich anderer Meinung sind, aber ich möchte sicherstellen, dass wir,

wenn wir in Zukunft gefragt werden, ob wir voll und ganz hinter dem Papier

stehen können, keinen Grund haben, aufgrund des Verfahrens zu zögern.“


„Wir haben eine Chance, dies richtig zu machen, und es ist entscheidend,

dass wir dies tun,“ warnte Rogers, insbesondere, wenn das Endprodukt

gemeinsam von CIA, FBI, ODNI und NSA verfasst werde. Im letzteren Fall, so

stellte er klar, „erwarte ich persönlich, dass auch die sensibelsten

Beweise im Zusammenhang mit der Schlussfolgerung offengelegt werden.“ Er

fügte jedoch hinzu, dass er, wenn das Endprodukt nur von der CIA oder von

der CIA und dem FBI verfasst werden soll, „diese Bedenken zurückstellen

werde“.


Clapper wies Rogers‘ Bedenken zurück. In einer E-Mail-Antwort, die er ihm

am selben Tag schickte und die auch an CIA-Direktor John Brennan und

FBI-Direktor James Comey adressiert war, betonte er, dass es unerlässlich

sei, dass „wir (CIA, NSA, FBI, ODNI) alle an einem Strang ziehen und den

Bericht in der höchsten Tradition von ‚UNSERER Geschichte, an der wir

festhalten‘ unterstützen.“ Er fügte hinzu, dass die CIA bereits am selben

Tag den „vollständigen Entwurf der Ad-hoc-Fusionsgruppe“ – der kleinen

Gruppe, die John Brennan zur Ausarbeitung der Bewertung der Geheimdienste

für 2017 eingerichtet hatte – an die nationalen Geheimdienste übermittelt

habe. „Wir werden bei der Fertigstellung des Berichts so viel gegenseitige

Transparenz wie möglich gewährleisten,” antwortete Clapper, „aber mehr Zeit

ist nicht verhandelbar. Wir müssen möglicherweise Kompromisse bei unseren

‚normalen‘ Modalitäten eingehen, da wir dies in einem so engen Zeitrahmen

tun müssen. Dies ist ein Projekt, das als Teamarbeit durchgeführt werden

muss.“


In einem Kommentar zu dem freigegebenen E-Mail-Austausch erklärte Tulsi

Gabbard am 13. August knapp: „Die führenden Figuren der Russland-Lüge haben

jahrelang die amerikanische Öffentlichkeit getäuscht, indem sie ihre

erfundenen und politisierten Einschätzungen als glaubwürdige

Geheimdienstinformationen präsentiert haben. Die heute veröffentlichte

E-Mail bestätigt, was wir bereits aufgedeckt haben: Die Entscheidung, bei

der Erstellung der gefälschten Geheimdienstbewertung von 2017 Standards zu

kompromittieren und Protokolle zu verletzen, war bewusst und kam von ganz

oben.“



Herausgeber: E.I.R., Bahnstraße 4, 65205 Wiesbaden (Deutschland)


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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres: 




Offener Brief von Helga Zepp-LaRouche an Trump und Putin: Atomkrieg verhindern und Beringstraßen-Tunnel bauen!


schillerinstitute.com, 10. August 2025 (EIRNS) – Am 11. August wird die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, einen offenen Brief an Präsident Donald Trump und Präsident Wladimir Putin (https://schillerinstitute.com/de/blog/2025/08/11/offener-brief-von-helga-zepp-larouche-an-trump-und-putin-atomkrieg-verhindern-und-beringstrassen-tunnel-bauen/?ref=eirna.de) veröffentlichen, der auch an den chinesischen Präsidenten Xi Jinping weitergeleitet wird.

Dem Brief sind drei Artikel aus der Zeitschrift EIR vom 4. Mai 2007 beigefügt, die sich mit dem Bau eines Tunnels durch die Beringstraße befassen, durch den eine Eisenbahnlinie das eurasische und das amerikanische Bahnnetz miteinander verbinden würde. („Russisch-amerikanisches Team: Die Welt braucht einen Tunnel durch die Beringstraße!“„Mendelejew hätte zugestimmt“„Die Ursprünge des Beringstraßenprojekts“.) Es folgt der Wortlaut von Zepp-LaRouches Brief.


„An Präsident Donald Trump und Präsident Wladimir Putin:


Wenn Sie sich am 15. August in Alaska treffen, liegt das Schicksal der Menschheit in Ihren Händen. Gegen alle Bemühungen der Feinde des Friedens können Sie nicht nur den Krieg in der Ukraine beenden und damit das Damoklesschwert der nuklearen Auslöschung der Menschheit zumindest in diesem Konflikt beseitigen, sondern Sie können auch die Diplomatie in die Beziehungen zwischen den beiden mächtigsten Atommächten der Welt zurückbringen.

Aber Sie können noch etwas Höheres erreichen, indem Sie nicht nur die Bedrohungen für die Menschheit abwehren, sondern der ganzen Welt eine schöne Vision für die Zukunft geben. Sie könnten sich auf den Bau eines Korridors durch die Beringstraße einigen und mit diesem Eisenbahn- und Tunnelprojekt die Bahnnetze Eurasiens mit denen Amerikas verbinden. Dieses Projekt würde die riesigen unerschlossenen Ressourcen Sibiriens und die Ressourcen der USA in der Arktis – Öl, Gas, Edelmetalle aller Art sowie Süßwasser – für die Entwicklung erschließen. Sibirien und der russische Fernen Osten verfügen über die größten Vorkommen an Rohstoffen aller Elemente, die in Mendelejews Periodensystem zu finden sind, und die gemeinsame Erschließung dieser Ressourcen, zu der viele andere rohstoffarme Länder eingeladen werden könnten, könnte das perfekte Programm zur Vermeidung von Kriegen werden und den Wohlstand der Welt erheblich steigern.

In nicht allzu ferner Zukunft könnte man dann mit Hochgeschwindigkeitszügen um die Welt reisen, von den Südspitzen Argentiniens und Chiles in Ushuaia und Puerto Williams durch ganz Amerika, dann durch die Beringstraße über Eurasien und mit einem Tunnel unter der Straße von Gibraltar weiter durch den gesamten afrikanischen Kontinent bis zum Kap der Guten Hoffnung.

Das Projekt eines Tunnels unter der Beringstraße wird seit Jahrzehnten von führenden Wissenschaftlern und Politikern in den Vereinigten Staaten, Russland und China untersucht und gefördert, dies dokumentieren die beigefügten Artikel aus dem Magazin EIR aus dem Jahr 2007 sowie ein 8-minütiges Video von Dr. Victor Rasbegin, stellvertretender Vorsitzender des SOPS, des Russischen Rats für die Erforschung der Produktivkräfte, der auf der Weltausstellung 2010 in Shanghai den Großen Preis für Innovation gewann.

Der Beringstraßen-Tunnel und damit verbundene große Infrastrukturprojekte könnten auch als Grundlage für weitere eingehende Gespräche zwischen den Präsidenten Trump, Putin und Chinas Xi Jinping dienen – wie ich bereits zuvor vorgeschlagen habe –, sollte Präsident Trump eingeladen werden und sich bereit erklären, an den Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs teilzunehmen, die am 3. September in China stattfinden werden.

Dieses Projekt für eine integrierte Infrastruktur der ganzen Welt als Grundlage für die Entwicklung wird den Grundstein dafür legen, Krieg als Mittel zur Konfliktlösung für immer zu beenden. Die Hoffnung der Menschheit ruht auf Ihnen!

Mit freundlichen Grüßen, Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts, 11. August 2025 (cc.: Präsident Xi Jinping)“


Info: https://schillerinstitute.com/de/blog/2025/08/11/offener-brief-von-helga-zepp-larouche-an-trump-und-putin-atomkrieg-verhindern-und-beringstrassen-tunnel-bauen/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

17.08.2025

Globale Neuausrichtung im Gange (16.08.2025)

aus e-mail von Irene Eckert, 17. August 2025, 10:22 Uhr


Das Kräfteparallelelogramm ändert sich


*Im Browser öffnen*

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E.I.R. Nachrichten (eirna.de)

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vom 16.08.2025

Chefredakteur: Dr. Wolfgang Lillge

Ein guter Zeitpunkt und Ort für einen strategischen Gipfel


Der 15. August ist ein bedeutendes Datum in der Geschichte. An diesem Tag

vor 54 Jahren, am 15. August 1971, verkündete Präsident Richard Nixon (auf

Geheiß der Wall Street) das Ende des internationalen Finanzsystems mit

festen Wechselkursen. Damit läutete er eine Ära der ungezügelten globalen

Spekulation und Deindustrialisierung ein. Lyndon LaRouche warnte damals,

dass dies zu Kriegen, Wirtschaftskrisen und Völkermord führen würde, wenn

dieser Trend nicht umgekehrt würde.


Das folgende halbe Jahrhundert ist ein Beweis für die Richtigkeit von

LaRouches Prognose – und dafür, dass seine politischen Alternativen im

transatlantischen Raum abgelehnt wurden. Es ist diese Dynamik, die die Welt

heute an den Rand eines Atomkrieges gebracht hat und die den heutigen

Gipfel zwischen Präsident Donald Trump und Präsident Wladimir Putin in

Anchorage, Alaska, so dringend macht.


Werden wir in einigen Jahren auf diesen Gipfel vom 15. August zurückblicken

und sagen, dass er den Beginn einer neuen Ära markierte – diesmal auf der

Grundlage einer neuen internationalen Sicherheits- und

Entwicklungsarchitektur? Wird dies der Zeitpunkt sein, an dem die Gefahr

einer thermonuklearen Vernichtung schließlich abgewendet werden konnte und

die Entwicklung aller Nationen und aller Menschen zum Maßstab für Erfolg

wurde?


Diese Frage lässt sich noch nicht beantworten. Es ist eine Zukunft, die wir

noch gestalten müssen.


In seiner Rede auf der gemeinsamen Pressekonferenz nach dem Gipfeltreffen

in Alaska betonte Präsident Putin, dass das Treffen mit Präsident Trump

sehr konstruktiv und längst überfällig gewesen sei. Er hoffe, so Putin,

dass damit eine Ära gegenseitig vorteilhafter Beziehungen zwischen Russland

und den USA eingeläutet werde, einschließlich der Zusammenarbeit bei der

Weltraumforschung und der Erschließung der Arktis. Es sei an der Zeit, von

der Konfrontation zum Dialog überzugehen, sagte er. Die beiden Länder lägen

nur wenige Kilometer voneinander entfernt über der Beringstraße. Man könne

dort die Datumsgrenze überqueren und „buchstäblich von gestern nach morgen

hinübertreten“.


Präsident Trump erklärte gegenüber den Medien, dass er und Putin ein

„äußerst produktives Treffen“ gehabt und in den meisten Punkten große

Fortschritte erzielt hätten. Es seien noch einige wenige Punkte zu klären,

bevor eine Erklärung abgegeben werden könne, da „kein Deal vorliegt, bis

ein Deal vorliegt“. Zudem kündigte er an, unverzüglich die Staats- und

Regierungschefs der NATO und der Ukraine anzurufen, um sie zu informieren.

Trump betonte, dass er ein „fantastisches Verhältnis zu Wladimir“ habe, und

fügte hinzu, dass nur die Einmischung durch die Anti-Russland-Hetzkampagne

in den USA es „für uns als Land schwieriger gemacht hat“: „Er wusste, dass

es ein Schwindel war, und ich wusste, dass es ein Schwindel war“.

Abschließend sagte er zu Putin: „Wir werden uns sehr bald wieder sprechen

und uns wahrscheinlich auch sehr bald wiedersehen.“ Darauf antwortete Putin

auf Englisch: „Das nächste Mal in Moskau.“ Trump erwiderte: „Oh, das ist

interessant. Ich weiß nicht. Das wird mir wohl etwas Ärger einbringen, aber

ich könnte mir vorstellen, dass es klappt.“


Weitere Details zu den Gesprächen wurden von keiner der beiden Seiten

bekannt gegeben und es wurden keine Fragen der Presse beantwortet.


Da es in den Medien auf beiden Seiten des Pazifiks endlose Spekulationen

darüber gab, was wirklich auf dem Gipfel passiert ist, möchten wir unsere

Leser an zwei Punkte erinnern, da offiziell nichts bekannt gegeben wurde.

Erstens hat der stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow

betont, dass das Wichtigste, was mit den Gesprächen erreicht werden soll,

die Wiederaufnahme eines normalen Dialogs zwischen den beiden Ländern ist,

um die strategischen und Rüstungskontrollfragen anzugehen, die einen

kritischen Stand erreicht haben.


Zweitens haben britische Geheimdienste und Politiker wiederholt betont,

dass ein persönliches Treffen zwischen Trump und Putin um jeden Preis

verhindert werden müsse. Sir Richard Dearlove, ehemaliger Chef des MI6 und

einer der Hauptarchitekten der „Russiagate“-Verschwörung, brachte es am

Vorabend des Gipfels auf den Punkt: „Ich bin äußerst besorgt; ich weiß

einfach nicht, was Trump vorhat.“


Im Zusammenhang mit dem Gipfel war in den BRICS-Staaten und anderen Ländern

des Globalen Südens der Zollkrieg der Trump-Regierung gegen sie ein

zentrales Thema. Es werden Möglichkeiten geprüft, ihre Exporte in

befreundete Länder des Globalen Südens umzuleiten und eigene

Kreditmechanismen für produktive Investitionen zu schaffen, die sie für

ihre Entwicklung benötigen. Zwei bevorstehende Anlässe, bei denen ein

Paradigmenwechsel im internationalen Wirtschaftssystem auf der Tagesordnung

stehen wird, sind das Treffen der Shanghai Cooperation Organization (SCO)

vom 31. August bis 1. September in Tianjin, China, und die internationalen

Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs im

Pazifik am 3. September in Peking.


Nachdem Trump nun mit Putin zusammengetroffen ist, ist es dringender denn

je, den nächsten strategischen Schritt zu tun. Dies hat die Gründerin des

Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, in einem Appell vom 11. August an

die Präsidenten Trump, Putin und Xi Jinping unter dem Titel „Das

Beringstrassentunnel-Projekt ist die perfekte Politik zur Vermeidung von

Kriegen

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIR6SwBdT3pzEraGgEB/DkvVv9KLVAi9>“

vorgeschlagen: „Der Beringstraßentunnel und damit verbundene große

Infrastrukturprojekte könnten auch als Grundlage für weitere eingehende

Gespräche zwischen den Präsidenten Trump, Putin und Chinas Xi Jinping

dienen – wie ich bereits zuvor vorgeschlagen habe –, sollte Präsident Trump

eingeladen werden und sich bereit erklären, an den Feierlichkeiten zum 80.

Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs teilzunehmen, die am 3.

September in China stattfinden werden.


Dieses Projekt für eine integrierte Infrastruktur der ganzen Welt als

Grundlage für Entwicklung wird den Grundstein dafür legen, Krieg als Mittel

zur Konfliktlösung für immer zu beenden. Die Hoffnung der Menschheit ruht

auf Ihnen!“

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Inhalt

STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR


   - Sir Richard Dearlove zählt auf Deutschland und Marco Rubios Team, um

   den Krieg in der Ukraine am Laufen zu halten

   - Der ungarische Außenminister behauptet, Brüssel wolle drei

   friedensorientierte europäische Regierungen stürzen


NEUES PARADIGMA


   - Der Beringstraßentunnel könnte jährlich bis zu 400 Millionen Tonnen

   Fracht transportieren.

   - Russische Strategieanalysten: „In Alaska liegt eine neue

   Sicherheitsordnung auf dem Tisch.“

   - China und Indien machen Fortschritte bei der Beilegung ihrer

   Streitigkeiten

   - Indiens Reaktion auf Trumps Zölle: „Wir exportieren woanders hin“

   - Am 3. September befasst sich das Östliche Wirtschaftsforum in

   Wladiwostok mit der Entwicklung der Arktis

   - Militärführer des Iran und Südafrikas vereinbaren Ausbau der

   Beziehungen

   - Russische Medien veröffentlichen Interviews mit den Botschaftern

   Indiens und Pakistans in Russland


USA UND KANADA


   - Eine weitere Enthüllung von Gabbard: DNI Clapper drängte NSA-Chef

   Rogers zur Unterzeichnung eines gefälschten Berichts


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STRATEGISCHE KRIEGSGEFAHR

Sir Richard Dearlove zählt auf Deutschland und

Marco Rubios Team, um den Krieg in der Ukraine am Laufen zu halten


15. August 2025 (EIRNS) – Der ehemalige MI6-Chef Richard Dearlove, einer

der führenden Köpfe hinter der „Russiagate“-Lüge, die Präsident Donald

Trump zu Recht als „sehr gefährlich“ für die Vereinigten Staaten bezeichnet

hat, erklärte in seinem Podcast „One Decision

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dISlVOTmxNFXASiCJXD/zLVD2O26UtQ4>“

wenige Stunden vor dem Gipfeltreffen in Alaska mit großer Bestürzung, er

sei „äußerst besorgt“, dass es zu einem langfristigen Friedensabkommen

kommen könnte. „Ich weiß einfach nicht, was [Trump] vorhat … Ich verstehe

es einfach nicht … Sehr viele Menschen sind besorgt.“ Er beklagte, dass

„wir“ dachten, beim letzten NATO-Treffen mit Trump sei etwas erreicht

worden, aber jetzt…” Dearlove ereiferte sich, die Europäer seien so

verärgert, dass sie „mit den Spielsachen um sich werfen.“


„Sir Russiagate“ hat jedoch nicht die Absicht, aufzugeben, denn

anschließend umriss der britische Spionagechef die wichtigsten Elemente

einer Strategie zur „Rettung“ ihres Krieges: Deutschland solle die gesamten

Kosten für die Finanzierung der Waffen für die Ukraine übernehmen.

US-Außenminister Marco Rubio und sein Team sollen dafür sorgen, dass die

Vereinigten Staaten den Deutschen die Waffen verkaufen, damit diese in die

Ukraine geliefert werden können.


Die Europäer müssten sich hinter Selenskij stellen, argumentierte er. Wenn

die Deutschen wirklich in die Bresche springen, hätten sie die finanzielle

Macht, um die Ukraine zu unterstützen. Deutschland habe „den nötigen

Reichtum und die Mittel“, um die Ukraine zu unterstützen, wenn die

Amerikaner ihnen die Waffen verkaufen würden – und er gehe davon aus, dass

die USA dies tun werden. „Es gibt sicherlich Leute, die für Rubio arbeiten,

die ich kenne, und die eine ganz andere Sicht auf eine Lösung haben. Sie

werden die Ukraine nicht im Stich lassen,“ verriet Dearlove.


Er prognostizierte, dass das Treffen in Alaska nichts als „Optik“ bringen

werde: Russland werde Kiew weiter bombardieren, Trump werde erneut wütend

werden, dann zur Vernunft kommen und erkennen, dass „Zwangsmaßnahmen“ der

einzige Weg seien, um mit Putin umzugehen. Das bedeute sekundäre

Wirtschaftssanktionen und genügend militärisches „Equipment“, um der

Ukraine die Grundlage für eine „realistische Pattsituation“ auf dem

Schlachtfeld zu verschaffen – allerdings nicht für die Rückeroberung großer

Gebiete, räumte er ein.

Der ungarische Außenminister behauptet, Brüssel wolle drei

friedensorientierte europäische Regierungen stürzen


15. August 2025 (EIRNS) – Der ungarische Außenminister Péter Szijjártó

beriet sich gestern mit seinen Amtskollegen Juraj Blanár aus der Slowakei

und Marko Đurica aus Serbien. Die drei vereinbarten, ihre Haltung zur

Souveränität zu stärken und sich angesichts des ihrer Meinung nach

wachsenden Drucks von außen gegenseitig Solidarität zu versichern.

Anschließend schrieb Szijjarto auf Twitter: „Brüssel spielt in der

Weltpolitik keine Rolle mehr. Die Tatsache, dass Europa von den Gesprächen

in Alaska ausgeschlossen wurde, beweist dies.“


Er sagte, dass Ungarn, Serbien und die Slowakei im Gegensatz zur EU, die

auf eine Fortsetzung des Krieges gegen Russland drängt, den nationalen

Interessen Vorrang eingeräumt hätten. „Das frustriert natürlich die

liberalen Mainstream-Politiker, und infolgedessen wächst der Druck auf

Regierungen, die sich für Frieden einsetzen, nationalen Interessen folgen

und sich nicht Brüssel unterordnen.“ Es sei „klarer als der helle Tag“,

dass in Mitteleuropa „externe Interventionsexperimente stattfinden, um die

patriotischen Regierungen der Slowakei, Ungarns und Serbiens zu

destabilisieren und zu stürzen.“ All dies seien „verschiedene Kapitel

desselben Szenarios in Brüssel: Sie wollen die friedlichen, patriotischen,

national interessierten Regierungen beseitigen,” um sie durch

Marionettenregierungen zu ersetzen und so Brüssel „einen Platz zu

verschaffen.“


Weiter argumentierte er: „Sie haben ständig Öl ins Feuer gegossen und damit

den Krieg verlängert, die europäisch-russischen Beziehungen fast

unversöhnlich gemacht und die europäische Sicherheit untergraben.“

Szijjártó erklärte, der Krieg hätte innerhalb von anderthalb Monaten

beendet sein können, wenn das ukrainisch-russische Abkommen zugelassen

worden wäre. Westeuropa habe die Ukrainer jedoch überredet und gezwungen,

weiterzukämpfen. „Es ist ziemlich hart, dies als Friedensstiftung zu

bezeichnen.“ Und nun fördere die jüngste Erklärung der europäischen Staats-

und Regierungschefs, die Ungarn nicht unterzeichnen wollte, nicht den

Frieden, sondern versuche vielmehr, ihn zu untergraben.

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NEUES PARADIGMADer Beringstraßentunnel könnte jährlich bis zu 400 Millionen

Tonnen Fracht transportieren.


15. August 2025 (EIRNS) – Ein Tunnel unter der Beringstraße wäre sowohl für

die Vereinigten Staaten als auch für Russland von großem Nutzen. Laut dem

Eisenbahnfachmann Scott Spencer könnte er bis zu 400 Millionen Tonnen

Fracht pro Jahr transportieren. Im Hinblick auf das bevorstehende

Gipfeltreffen der Präsidenten Russlands und der USA, Wladimir Putin und

Donald Trump, am 15. August, sagte Scott gegenüber TASS: „Ich persönlich

glaube, dass die Interkontinentalbahn eines von vielen Themen ist, in denen

sich Präsident Trump und Präsident Putin einigen können. Das wäre für beide

Länder von Vorteil.“ Spencer fügte hinzu, dass die Kapazität des unter der

Beringstraße verlaufenden Tunnels auf der Interkontinentalbahn „über 400

Millionen Tonnen pro Jahr beträgt. Das sind 3 % des derzeitigen weltweiten

Handelsvolumens.“


Spencer bezeichnete den Tunnel als „Panamakanal des 21. Jahrhunderts“ und

führte aus: „Von diesem Projekt würden nicht nur die Vereinigten Staaten

und Russland, sondern auch Kanada und China profitieren.“


In Bezug auf die Zusammenarbeit zwischen Russland und den USA verglich er

das Projekt mit der Internationalen Raumstation. Tatsächlich seien die

Kosten für den Bau eines Tunnels mit denen für den Bau der ISS

vergleichbar. „Der Bau der Internationalen Raumstation hat 100 Milliarden

Dollar gekostet, hinzu kommen mehrere Milliarden Dollar aus unseren

Ländern, sowohl aus den Vereinigten Staaten als auch aus Russland und den

europäischen Ländern. Japan und andere beteiligen sich an den

Betriebskosten,“ erklärte er. „Wir haben also die Möglichkeit, ein viel

nachhaltigeres Projekt zu realisieren.“


Die Anfangsinvestition von 100 Milliarden Dollar über die 150- bis

200-jährige Lebensdauer des Tunnels, so Spencer, würde sich durch die

Entwicklung des internationalen Handels, der das Wirtschaftswachstum

ankurbelt, um ein Vielfaches amortisieren.


Spencer ist ein bekannter Eisenbahnberater und arbeitet für die

Inter-Continental Railway, eine Organisation, die vom kürzlich verstorbenen

Tunnelexperten George Koumal und dem alaskischen Anwalt Joseph R. Henri

gegründet wurde. Der dritte Mitbegründer ist Viktor Rasbegin, einer der

führenden Berater der Eisenbahnindustrie in Russland. Spencer ist außerdem

Mitbegründer von AmeriStarRail (ASR), einer Interessenvertretung für

Hochgeschwindigkeitszüge in Amerika.

Russische Strategieanalysten: „In Alaska liegt eine neue Sicherheitsordnung

auf dem Tisch.“


15. August 2025 (EIRNS) — Zwei der prominentesten Strategieanalysten

Russlands haben gestern auf den Seiten von RT einen Überblick über die

Themen gegeben, die beim Gipfeltreffen zwischen Präsident Wladimir Putin

und Donald Trump am 15. August in Alaska zur Sprache kommen könnten. Dmitri

Suslow (Experte des Valdai-Clubs und Mitglied des Russischen Rates für

Außen- und Verteidigungspolitik) und Fjodor Lukjanow (ebenfalls Mitglied

des Valdai-Clubs und Chefredakteur von Russia in Global Affairs) waren sich

einig, dass es um weit mehr als territoriale Fragen oder sogar den Krieg in

der Ukraine geht. Vielmehr stehe eine grundlegende Veränderung der globalen

Sicherheitsordnung bevor. Lukjanows Artikel

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIUQXqlwRgf563q7wqF/bq90zWJO7_ag>

trug die Überschrift „Eine neue Sicherheitsordnung steht in Alaska zur

Debatte: Das Treffen zwischen Putin und Trump erinnert an die

Herausforderungen der deutschen Wiedervereinigung“.


Lukjanow betonte, dass der Gipfel in Alaska ein Meilenstein sein könnte

„für die Grundsätze, auf denen eine umfassendere Einigung zwischen den

führenden Weltmächten erzielt werden könnte… Beunruhigend ist jedoch, dass

sich die öffentliche Debatte weiterhin auf territoriale Aufteilungen

konzentriert – wer was bekommt und was im Gegenzug gegeben wird. Dabei wird

das Kernproblem übersehen. Die akute Phase der Ukraine-Krise wurde nicht

durch Territorialgelüste ausgelöst. Sie begann, als Moskau die nach dem

Kalten Krieg entstandene Sicherheitsordnung in Frage stellte – eine

Ordnung, die auf der unbegrenzten Erweiterung der NATO als vermeintlichem

Garant für die Stabilität in Europa beruhte.“


Lukjanow betonte auch, dass die von den BRICS-Staaten angeführte globale

Mehrheit selbst wichtige Schritte in Richtung eines Paradigmenwechsels

unternehme. Donald Trumps jüngster Versuch, die größten Staaten der

sogenannten „globalen Mehrheit“ – China, Indien, Brasilien und Südafrika –

dazu zu drängen, sich den Anweisungen Washingtons zu fügen, habe nicht die

gewünschten Ergebnisse gebracht. „Der Versuch hat nicht zu dem Ergebnis

geführt, das sich das Weiße Haus erhofft hatte. … Aber die Unverblümtheit

des amerikanischen Vorstoßes hat sie diesmal gezwungen, ihre Positionen zu

verhärten.“ Lukjanow kam zu dem Schluss: „Die Häufigkeit der Treffen Putins

mit den Staats- und Regierungschefs der BRICS-Staaten zeigt, dass Moskau

diese Realität versteht. Ob Washington dies auch tut, bleibt abzuwarten.“


Suslow betonte zudem

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIW5aJ45w04d1ey3a9H/QR8tLXIN0oaG>,

dass „Trumps Bemühungen, Moskau unter Druck zu setzen, indem er China und

Indien dazu drängt, den Kauf von russischem Öl einzustellen, nach hinten

losgegangen sind… Dies hat auch zu einer Entspannung zwischen Indien und

China geführt, so dass Premierminister Narendra Modi nun an dem

Gipfeltreffen der SCO in Tianjin teilnehmen wird.“


Suslow kam zu dem Schluss, dass „die BRICS, die Trump offen zu schwächen

versprochen hat, nur noch enger zusammengewachsen sind. Der Gipfel in

Alaska ist Trumps Chance, aus der Falle zu entkommen, die er sich selbst

gestellt hat, indem er versucht hat, Moskau über Peking und Neu-Delhi unter

Druck zu setzen, und Ergebnisse in der Ukraine vorzuweisen, die er als

diplomatischen Erfolg verkaufen kann.“


Eine Möglichkeit dafür sei eine groß angelegte wirtschaftliche

Zusammenarbeit zwischen Russland und den USA mit einer offenen Tür für die

BRICS. „Die seit 2014 weitgehend eingefrorene wirtschaftliche

Zusammenarbeit in der Arktis könnte wiederbelebt werden,” schrieb Suslow.

„Beide Seiten würden von einer gemeinsamen Entwicklung im hohen Norden

profitieren, und ein Abkommen in diesem Bereich hätte politische

Symbolkraft – als Beweis dafür, dass die beiden Länder trotz der Altlasten

des letzten Jahrzehnts zusammenarbeiten können.“

China und Indien machen Fortschritte bei der Beilegung ihrer Streitigkeiten


15. August 2025 (EIRNS) — Die langwierigen und heiklen Gespräche über die

Beilegung des Grenzkonflikts zwischen China und Indien werden fortgesetzt,

wenn der chinesische Außenminister Wang Yi am 18. August zu Gesprächen mit

dem indischen Nationalen Sicherheitsberater Ajit Doval nach Indien reist.

Dies berichtete laut RT

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIXkclMFQJUAxG5zDSJ/Hs5-hPT9MFRj>

die Press Trust of India (PTI) am 13. August. Doval hatte im Juni des

vergangenen Jahres ein Treffen mit Wang in Peking, bei dem dieser sagte,

die Beziehungen zwischen China und Indien hätten „positive Fortschritte“

gemacht.


Zu diesen Fortschritten gehören laut Presseberichten Pläne zur

Wiederaufnahme der direkten Passagierflüge zwischen den beiden Ländern im

nächsten Monat sowie die Wiederaufnahme des Grenzhandels nach mehr als fünf

Jahren.


RT merkt an, dass „Wangs Besuch zu einem Zeitpunkt stattfindet, zu dem

Berichte kursieren, dass der indische Premierminister Narendra Modi plant,

am 31. August am jährlichen Gipfeltreffen der Shanghai Cooperation

Organization (SCO) in der chinesischen Stadt Tianjin teilzunehmen“. Es ist

gut möglich, dass es am Rande des SCO-Treffens zu einem Treffen zwischen

Modi und Xi Jinping kommen wird, obwohl es dafür noch keine offizielle

Bestätigung gibt.


Im Juli zeigten hochrangige Vertreter aus Peking, Moskau und Neu-Delhi

Interesse an einer Wiederbelebung des trilateralen Formats RIC

(Russland-Indien-China), berichtete RT.

Indiens Reaktion auf Trumps Zölle: „Wir exportieren woanders hin“


15. August 2025 (EIRNS) — Die Times of India berichtete, dass die Regierung

Modi auf die Einführung von 50-prozentigen Zöllen auf Importe aus Indien

durch die Trump-Regierung reagiert, indem sie ihre Exportpräsenz in 50

anderen Ländern ausbauen will, die 90 % der gesamten Exporte Indiens

ausmachen. „Die Strategie sieht laut einem Bericht von CNBC TV18 vor,

insbesondere die Beziehungen zu neuen Märkten im Nahen Osten und in Afrika

zu intensivieren,“ berichtete RT

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIZPfDeOuctisrDuqlL/3pt0GMmuIAHY>.

„Der Ansatz wird auf bestimmte Produkte zugeschnitten sein und sich an drei

Hauptzielen orientieren: Diversifizierung der Exporte, Ersatz von Importen

durch inländische Produkte und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der

Exporte, fügte der Bericht hinzu. … Die neue Politik zielt darauf ab, die

Abhängigkeit von einem einzelnen Markt zu verringern und die mit

Handelsstörungen verbundenen Risiken zu minimieren.“


Auch wenn dies noch nicht in den Nachrichten aufgetaucht ist, denken andere

von Trumps Zöllen betroffene BRICS-Staaten in die gleiche Richtung. So

exportiert etwa Brasilien, das ebenfalls mit Zöllen in Höhe von 50 %

konfrontiert ist, 13 % seiner gesamten Exporte in die Vereinigten Staaten,

während 36 % in die 20 BRICS-Staaten (10 Vollmitglieder und 10

Partnerländer) gehen. Indonesien exportiert 10 % in die USA und 57 % in

andere BRICS-Staaten.


In den letzten Jahren hat sich die Kluft zwischen den Exporten der

BRICS-Staaten in die USA und den Exporten innerhalb der BRICS-Staaten

insgesamt stetig vergrößert – ein Trend, der sich als Reaktion auf Trumps

Zölle noch beschleunigen wird.

Am 3. September befasst sich das Östliche Wirtschaftsforum in Wladiwostok

mit der Entwicklung der Arktis


15. August 2025 (EIRNS) – Am 3. September, dem Tag, an dem in Peking der

80. Jahrestag des Sieges im Pazifik im Zweiten Weltkrieg gefeiert wird und

der russische Präsident Wladimir Putin Ehrengast sein wird, beginnt in

Wladiwostok das jährliche Östliche Wirtschaftsforum.


Am 5. September wird Putin die Grundsatzrede vor dem internationalen

Treffen halten, das sich in der Regel mit Entwicklungsprojekten und

Perspektiven in der Arktis und Ostsibirien befasst.


Wie der Journalist Pepe Escobar in einem Artikel für Sputnik

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIb4hfwYOwJGoSLqU4N/NFn2RT9Kt6L0>

erklärte, „bringt uns das zur Arktis – und zu ernsten Themen, die

sicherlich auf dem bevorstehenden Forum in Wladiwostok ausführlich

diskutiert werden“. Die Arktis verfügt über mindestens 13 % der weltweit

unentdeckten Ölreserven und 30 % der unentdeckten Erdgasvorkommen. Russland

kontrolliert mindestens die Hälfte all dieser Reserven.“


Escobar weist auf die Möglichkeit einer Zusammenarbeit zwischen Russland

und den USA bei der Erschließung dieser Ressourcen sowie derjenigen auf der

amerikanischen Seite der Beringstraße hin. „Eine Möglichkeit wären massive

US-Investitionen in gemeinsame Arktis-Projekte mit Russland. Etwas ganz

anderes wäre es, wenn die USA der Nordischen Seeroute (NSR) beitreten

würden, die von den Chinesen als ‚Arktische Seidenstraße‘ bezeichnet wird.

Die NSR verkürzt die Schiffsfahrzeiten zwischen Asien und Europa um bis zu

50 %. Escobar kommt zu dem Schluss: „Alaska hat in der gegenwärtigen Lage

und unter Berücksichtigung der vielfältigen Auswirkungen des hybriden

Krieges gegen die BRICS-Staaten das Potenzial, Washington einen Ausweg aus

den Trümmern einer massiven strategischen Niederlage zu bieten.“

Militärführer des Iran und Südafrikas vereinbaren Ausbau der Beziehungen


15. August 2025 (EIRNS) — Die obersten Militärbefehlshaber des Iran und

Südafrikas trafen sich am 12. August in Teheran und vereinbarten konkrete

Schritte zum Ausbau der Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich. Der

iranische Generalstabschef Generalmajor Seyyed Abdolrahim Mousavi und der

Befehlshaber der südafrikanischen Nationalen Verteidigungskräfte, General

Rudzani Maphwanya, erörterten ihre gemeinsamen nationalen Interessen und

bezeichneten ihre Partnerschaft als strategische Priorität. Laut Al Mayadeen

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/6rqJfgq8dIcjk8EhtFiok3Tm7NP/eTchrQv82EzJ>

sehen beide Seiten den Besuch als Wendepunkt in den Beziehungen zwischen

Teheran und Pretoria.


Der Iran ist ein neues Mitglied der BRICS, während Südafrika zu den fünf

Gründungsmitgliedern gehört.


Mousavi bezeichnete die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) als die weltweit

größte Anti-Terror-Truppe mit wertvollen operativen Erfahrungen, die sie

mit Südafrika teilen könne. Er fügte hinzu, dass die IRGC „über bedeutende

Fähigkeiten in verschiedenen militärischen, technischen und industriellen

Bereichen verfügt“, die „in Zusammenarbeit mit den Streitkräften und dem

Verteidigungsministerium Südafrikas genutzt werden können, um gemeinsame

nationale Interessen zu fördern und die regionale und internationale

Sicherheit zu stärken.“


Der iranische Generalmajor Amir Hatami nahm ebenfalls an den Gesprächen

teil und erklärte: „Die Islamische Republik und Südafrika haben sich immer

gegenseitig und unterdrückte Nationen unterstützt.“ Er bezeichnete die

Entscheidung Südafrikas, wegen des Völkermords in Gaza rechtliche Schritte

gegen Israel einzuleiten, als eine Maßnahme, die „in die Geschichte

eingehen wird“.


General Maphwanya

<https://djga3.r.sp1-brevo.net/mk/cl/f/sh/SMK1E8tHeFuYwWIky8daHJSMJdKx/_WQ0tGpxxHDN>

verwies seinerseits auf die anhaltende Unterstützung des Iran für Südafrika

während des Kampfes gegen die Apartheid als Beispiel für die „historische

Verbundenheit zwischen den beiden Nationen“. Dies sei die Grundlage für die

heutige Zusammenarbeit und er freue sich auf den Ausbau der

Verteidigungsbeziehungen.

Russische Medien veröffentlichen Interviews mit den Botschaftern Indiens

und Pakistans in Russland


15. August 2025 (EIRNS) — Zwischen Indien und Pakistan mag es erhebliche

Spannungen geben, doch ihre jeweiligen Botschafter in Russland wurden in

den letzten Tagen in den russischen Medien positiv dargestellt. Beide

gingen auf die ausgezeichneten Beziehungen ihrer Länder zu Russland und auf

die Aussichten für eine künftige Zusammenarbeit ein.


RT veröffentlichte am 13. August ein Interview mit dem indischen

Botschafter in Russland, Vinay Kumar. Darin betonte er, dass „zwischen dem

russischen Präsidenten Putin und dem indischen Premierminister Modi

definitiv eine positive Chemie herrscht. Sie haben sich schon oft getroffen

und telefonieren regelmäßig miteinander.“


Sputnik interviewte unterdessen den pakistanischen Botschafter in Russland,

Muhammad Khalid Jamali. Dieser betonte, dass „die Beziehungen zwischen

Russland und Pakistan auf einem positiven Weg sind.“ Auf die Frage, ob

Pakistan dem BRICS-Verbund beitreten wolle (einem Bericht zufolge lehnte

Indien den Antrag in diesem Jahr ab), sagte Jamali: „Wir glauben, dass wir

für die BRICS ein wichtiges Mitglied Südasiens sind und dass unsere

Teilnahme nicht nur für unser Land, sondern auch für die BRICS-Mitglieder

von Vorteil wäre. Und ich bin sicher und hoffe, dass die BRICS frei von

jeglicher Politisierung sein werden.“


Jamali fügte hinzu, dass Pakistan mit seinen 240 Millionen Einwohnern „eine

sehr geostrategisch günstige Lage hat. Wir liegen am Schnittpunkt zwischen

dem Nahen Osten, Westasien und Südostasien. Um die Vorteile der

Konnektivität nutzen zu können, sind wir ein natürlicher Korridor für

Präsident Putins Vision eines internationalen Nord-Süd-Transportkorridors

(INSTC). In dieser Hinsicht kann Pakistan eine zentrale Rolle bei der

Förderung der Entwicklung und der sozioökonomischen Entwicklung der

gesamten Region spielen … Wir möchten uns mit dieser Region verbinden. Wir

wollen die alte Seidenstraße zwischen dieser Region und unserer

Indus-Zivilisation wiederbeleben.“


Der INSTC ist ein bedeutendes Infrastrukturprojekt, das Indiens Westküste

auf dem Seeweg mit dem Iran verbindet und von dort aus weiter nach Norden

bis nach Russland führt. Russland hat Pakistan kürzlich zur Teilnahme am

INSTC eingeladen. Pakistan hat das Angebot angenommen, wodurch das Land nun

mit Indien in einer Arbeitsbeziehung im Rahmen dieses großen

Infrastrukturentwicklungsprojekts steht.

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USA UND KANADAEine weitere Enthüllung von Gabbard: DNI Clapper drängte

NSA-Chef Rogers zur Unterzeichnung eines gefälschten Berichts


15. August 2025 (EIRNS) — Am 13. August veröffentlichte die Direktorin der

Nationalen Nachrichtendienste (DNI), Tulsi Gabbard, freigegebene

Geheimdienstdokumente, die die verräterische Rolle des ehemaligen DNI James

Clapper bei der Fälschung von Geheimdienstberichten belegen. Mit diesen

sollte „bewiesen“ werden, dass Russland zugunsten von Donald Trump in die

Präsidentschaftswahlen 2016 eingegriffen habe.


Unter den veröffentlichten Dokumenten befinden sich zwei E-Mails vom 22.

Dezember 2016, die Clapper und Mike Rogers, der damalige Leiter der

National Security Agency, ausgetauscht haben. Sie enthüllen Clappers

Beharren darauf, dass unbestätigte Geheimdienstinformationen über die

angebliche Rolle Russlands beim Hackerangriff auf das DNC (Democratic

National Committee) und das DCCC (Democratic Congressional Campaign

Committee) durchgedrückt und in die Geheimdienstbewertung 2017 aufgenommen

und Präsident Barack Obama vorgelegt werden sollte.


Dies, obwohl Rogers argumentierte, dass sein Team „angesichts der Eile

dieser Aktion keine Zeit hatte, alle zugrunde liegenden

Geheimdienstinformationen vollständig einzusehen, zu prüfen und abzuwägen“

und sich „vor der Vorlage an den Präsidenten nicht zu 100 % wohl damit

fühlt.“ „Um es klar zu sagen“, fuhr er fort, „ich sage nicht, dass wir

inhaltlich anderer Meinung sind, aber ich möchte sicherstellen, dass wir,

wenn wir in Zukunft gefragt werden, ob wir voll und ganz hinter dem Papier

stehen können, keinen Grund haben, aufgrund des Verfahrens zu zögern.“


„Wir haben eine Chance, dies richtig zu machen, und es ist entscheidend,

dass wir dies tun,“ warnte Rogers, insbesondere, wenn das Endprodukt

gemeinsam von CIA, FBI, ODNI und NSA verfasst werde. Im letzteren Fall, so

stellte er klar, „erwarte ich persönlich, dass auch die sensibelsten

Beweise im Zusammenhang mit der Schlussfolgerung offengelegt werden.“ Er

fügte jedoch hinzu, dass er, wenn das Endprodukt nur von der CIA oder von

der CIA und dem FBI verfasst werden soll, „diese Bedenken zurückstellen

werde“.


Clapper wies Rogers‘ Bedenken zurück. In einer E-Mail-Antwort, die er ihm

am selben Tag schickte und die auch an CIA-Direktor John Brennan und

FBI-Direktor James Comey adressiert war, betonte er, dass es unerlässlich

sei, dass „wir (CIA, NSA, FBI, ODNI) alle an einem Strang ziehen und den

Bericht in der höchsten Tradition von ‚UNSERER Geschichte, an der wir

festhalten‘ unterstützen.“ Er fügte hinzu, dass die CIA bereits am selben

Tag den „vollständigen Entwurf der Ad-hoc-Fusionsgruppe“ – der kleinen

Gruppe, die John Brennan zur Ausarbeitung der Bewertung der Geheimdienste

für 2017 eingerichtet hatte – an die nationalen Geheimdienste übermittelt

habe. „Wir werden bei der Fertigstellung des Berichts so viel gegenseitige

Transparenz wie möglich gewährleisten,” antwortete Clapper, „aber mehr Zeit

ist nicht verhandelbar. Wir müssen möglicherweise Kompromisse bei unseren

‚normalen‘ Modalitäten eingehen, da wir dies in einem so engen Zeitrahmen

tun müssen. Dies ist ein Projekt, das als Teamarbeit durchgeführt werden

muss.“


In einem Kommentar zu dem freigegebenen E-Mail-Austausch erklärte Tulsi

Gabbard am 13. August knapp: „Die führenden Figuren der Russland-Lüge haben

jahrelang die amerikanische Öffentlichkeit getäuscht, indem sie ihre

erfundenen und politisierten Einschätzungen als glaubwürdige

Geheimdienstinformationen präsentiert haben. Die heute veröffentlichte

E-Mail bestätigt, was wir bereits aufgedeckt haben: Die Entscheidung, bei

der Erstellung der gefälschten Geheimdienstbewertung von 2017 Standards zu

kompromittieren und Protokolle zu verletzen, war bewusst und kam von ganz

oben.“



Herausgeber: E.I.R., Bahnstraße 4, 65205 Wiesbaden (Deutschland)


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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres: 




Offener Brief von Helga Zepp-LaRouche an Trump und Putin: Atomkrieg verhindern und Beringstraßen-Tunnel bauen!


schillerinstitute.com, 10. August 2025 (EIRNS) – Am 11. August wird die Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, einen offenen Brief an Präsident Donald Trump und Präsident Wladimir Putin (https://schillerinstitute.com/de/blog/2025/08/11/offener-brief-von-helga-zepp-larouche-an-trump-und-putin-atomkrieg-verhindern-und-beringstrassen-tunnel-bauen/?ref=eirna.de) veröffentlichen, der auch an den chinesischen Präsidenten Xi Jinping weitergeleitet wird.

Dem Brief sind drei Artikel aus der Zeitschrift EIR vom 4. Mai 2007 beigefügt, die sich mit dem Bau eines Tunnels durch die Beringstraße befassen, durch den eine Eisenbahnlinie das eurasische und das amerikanische Bahnnetz miteinander verbinden würde. („Russisch-amerikanisches Team: Die Welt braucht einen Tunnel durch die Beringstraße!“„Mendelejew hätte zugestimmt“„Die Ursprünge des Beringstraßenprojekts“.) Es folgt der Wortlaut von Zepp-LaRouches Brief.


„An Präsident Donald Trump und Präsident Wladimir Putin:


Wenn Sie sich am 15. August in Alaska treffen, liegt das Schicksal der Menschheit in Ihren Händen. Gegen alle Bemühungen der Feinde des Friedens können Sie nicht nur den Krieg in der Ukraine beenden und damit das Damoklesschwert der nuklearen Auslöschung der Menschheit zumindest in diesem Konflikt beseitigen, sondern Sie können auch die Diplomatie in die Beziehungen zwischen den beiden mächtigsten Atommächten der Welt zurückbringen.

Aber Sie können noch etwas Höheres erreichen, indem Sie nicht nur die Bedrohungen für die Menschheit abwehren, sondern der ganzen Welt eine schöne Vision für die Zukunft geben. Sie könnten sich auf den Bau eines Korridors durch die Beringstraße einigen und mit diesem Eisenbahn- und Tunnelprojekt die Bahnnetze Eurasiens mit denen Amerikas verbinden. Dieses Projekt würde die riesigen unerschlossenen Ressourcen Sibiriens und die Ressourcen der USA in der Arktis – Öl, Gas, Edelmetalle aller Art sowie Süßwasser – für die Entwicklung erschließen. Sibirien und der russische Fernen Osten verfügen über die größten Vorkommen an Rohstoffen aller Elemente, die in Mendelejews Periodensystem zu finden sind, und die gemeinsame Erschließung dieser Ressourcen, zu der viele andere rohstoffarme Länder eingeladen werden könnten, könnte das perfekte Programm zur Vermeidung von Kriegen werden und den Wohlstand der Welt erheblich steigern.

In nicht allzu ferner Zukunft könnte man dann mit Hochgeschwindigkeitszügen um die Welt reisen, von den Südspitzen Argentiniens und Chiles in Ushuaia und Puerto Williams durch ganz Amerika, dann durch die Beringstraße über Eurasien und mit einem Tunnel unter der Straße von Gibraltar weiter durch den gesamten afrikanischen Kontinent bis zum Kap der Guten Hoffnung.

Das Projekt eines Tunnels unter der Beringstraße wird seit Jahrzehnten von führenden Wissenschaftlern und Politikern in den Vereinigten Staaten, Russland und China untersucht und gefördert, dies dokumentieren die beigefügten Artikel aus dem Magazin EIR aus dem Jahr 2007 sowie ein 8-minütiges Video von Dr. Victor Rasbegin, stellvertretender Vorsitzender des SOPS, des Russischen Rats für die Erforschung der Produktivkräfte, der auf der Weltausstellung 2010 in Shanghai den Großen Preis für Innovation gewann.

Der Beringstraßen-Tunnel und damit verbundene große Infrastrukturprojekte könnten auch als Grundlage für weitere eingehende Gespräche zwischen den Präsidenten Trump, Putin und Chinas Xi Jinping dienen – wie ich bereits zuvor vorgeschlagen habe –, sollte Präsident Trump eingeladen werden und sich bereit erklären, an den Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs teilzunehmen, die am 3. September in China stattfinden werden.

Dieses Projekt für eine integrierte Infrastruktur der ganzen Welt als Grundlage für die Entwicklung wird den Grundstein dafür legen, Krieg als Mittel zur Konfliktlösung für immer zu beenden. Die Hoffnung der Menschheit ruht auf Ihnen!

Mit freundlichen Grüßen, Helga Zepp-LaRouche, Gründerin des Schiller-Instituts, 11. August 2025 (cc.: Präsident Xi Jinping)“


Info: https://schillerinstitute.com/de/blog/2025/08/11/offener-brief-von-helga-zepp-larouche-an-trump-und-putin-atomkrieg-verhindern-und-beringstrassen-tunnel-bauen/


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17.08.2025

Nachrichten von Pressenza: Gewaltfreie zivile Verteidigung: Wer bedroht wen?

aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>,17. August 2025, 
Nachrichten von Pressenza - 17.08.2025
Gewaltfreie zivile Verteidigung: Wer bedroht wen?
Was versteht man unter Bedrohungen? Nach welchen Kriterien erfolgt die Analyse von Bedrohungen? Welcher Prozess führt dazu, dass wir ein bestimmtes Ereignis als bedrohlich empfinden? Wie kann man zwischen Rhetorik, die sich an die öffentliche Meinung richten, und einem tatsächlichen&hellip;https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/08/gewaltfreie-zivile-verteidigung-wer-bedroht-wen/
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Die Völkerrechtswidrigkeit von Atomwaffen und daraus folgende Anforderungen an die deutsche Sicherheitspolitik
Vortrag von Otto Jäckel in der Veranstaltung „70 Jahre Russell-Einstein-Manifest“ am 5. Juli 2025 an der Universität Göttingen Nach der “Göttlichen Komödie” von Dante enden Gewalttäter und Massenmörder in dem siebten und schrecklichsten Kreis der Hölle. Hieran erinnerte der argentinische&hellip;https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/08/die-voelkerrechtswidrigkeit-von-atomwaffen-und-daraus-folgende-anforderungen-an-die-deutsche-sicherheitspolitik/
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Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


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17.08.2025

Trump kommt Putin weit entgegen – EUropäer geraten unter Druck

lostineu.eu, 16. August 2025

Beim Alaska-Gipfel ist US-Präsident Trump dem russischen Kremlchef Putin weit entgegen gekommen. Nun liegt der Ball – bzw. der Schwarze Peter – im Feld der EUropäer. Sie sind die Verlierer und könnten den Friedensprozess torpedieren.

Erst die Einladung in die USA. Dann der Empfang auf dem roten Teppich am Flughafen in Anchorage. Danach die gemeinsame Fahrt in der Präsidenten-Limousine zum Tagungsort: Symbolisch ist Trump seinem russischen Gast weit entgegengekommen – viel weiter, als er mußte.

Auch inhaltlich ließ er Putin viel Raum und Zeit. Nach dem dreistündigen, offenbar vorzeitig abgebrochenen Treffen durfte der Kremlchef zuerst zur Presse reden und seine Sicht darlegen. Putin sprach von einem “Agreement” und äußerte die Hoffnung, dass die EUropäer es nicht vermasseln.

Er forderte die Ukraine und die EUropäer auf, eine Friedenslösung nicht “durch Provokationen oder Intrigen” zu hintertreiben. Spätestens hier hätte Trump intervenieren können. Er tat es nicht und verzichtete darauf, die europäische Kernforderung – einen Waffenstillstand – aufzugreifen.

Damit liegt der Ball – bzw. der Schwarze Peter – nun im Feld der EUropäer. Was auch immer Trump und Putin vereinbart haben mögen – sie sollen es abnicken und könnten es torpedieren. So oder so sind sie die Verlierer. Ihre Versuche, Trump im Vorfeld “auf Kurs” zu bringen, sind gescheitert.

Vor allem Kanzler Merz muß eine bittere Niederlage einstecken. Er hatte sich gebrüstet, Trump den Weg zum Frieden gewiesen zu haben und stolz auf den Besuch Selenskyjs in Berlin verwiesen. Nun reist der ukrainische Präsident nach Washington – denn dort spielt die Musik.

Derweil haben die EU-Granden offenbar große Mühe, die Gipfel-Ergebnisse zu verstehen und darauf zu reagieren. Ein gemeinsames Statement ließ lange auf sich warten.  “Der nächste Schritt müssen nun weitere Gespräche unter Einschluss von Präsident Selenskyj sein”, hieß es in Brüssel.

Historisches Versagen

Wieder einmal verlassen sich die EUropäer auf Selenskyj. Wieder geloben sie der Ukraine “unerschütterliche Solidarität”. Wieder legen sie ihr Schicksal in die Hände des ukrainischen Staatschefs und des amerikanischen Präsidenten, statt endlich selbst aktiv zu werden.

Damit beweisen sie erneut ihr historisches Versagen. Die EUropäer hätten alles dafür tun müssen, dass der Gipfel in Europa stattfindet, dass sie selbst am Verhandlungstisch sitzen und einen eigenen Draht nach Moskau haben. Nun stehen sie unter maximalem Druck – und winden sich…

Siehe auch Trump-Putin: Drei mögliche Ergebnisse – alle sind schlecht, eins katastrophal

P.S. In meinem Ausblick auf den Gipfel hatte ich drei mögliche Ergebnisse skizziert. Wenn nicht alles täuscht, läuft es nun auf das dritte Szenario hinaus: Trump übergeht die EUropäer, und die sagen Nein. Das wäre katastrophal…

‹ Der deutsche Beitrag zur Diplomatie: Mehr US-Waffen und mehr Sanktionen

22 Comments

  1. Frank
    16. August 2025 @ 21:39

    Die Reaktionen in den deutschen Mainstream-Medien zeigen, die Musik spielt in Washington. Die Europäer dürfen nicht mal an den Katzentisch, sie werden hinterher informiert.
    Ich habe extra noch einmal zwei Artikel gelesen. Einmal „Der Ukraine-Krieg im Lichte des Völkerrechts“ und „Die Abspaltung des Donbass von der Ukraine war kein Verstoß gegen das Völkerrecht“. Beide Autoren öffnen Wege für eine Friedenslösung. Es geht um die Anerkennung des Selbstbestimmungsrechts der russischspachigen Bevölkerung im Donbass. Dem wird sich vehement verweigert. Wenn Trump nun die Friedenslösung favorisiert kommt die Ukraine und EUropa nicht umhin, sich dieser Frage zu stellen. Faktisch heißt das die Krim und die Donbass-Republiken sind nicht mehr Bestandteil der Ukraine.
    Eine militärische Rückeroberung dieser Gebiete durch die Ukraine ist nicht mehr realistisch. Der Frontverlauf und die Fortschritte Russlands sprechen für sich. Deutsche Nachrichten widerspiegeln nicht die Realität.
    Quellen:
    https://globalbridge.ch/die-abspaltung-des-donbass-von-der-ukraine-war-kein-verstoss-gegen-das-voelkerrecht/
    https://multipolar-magazin.de/artikel/ukraine-konflikt-volkerrecht

Antworten

  • KK
    17. August 2025 @ 01:55

    „Es geht um die Anerkennung des Selbstbestimmungsrechts der russischspachigen Bevölkerung im Donbass.“

    Was die ethnischen Albaner im Kosovo – sogar mit Hilfe von völkerrechtswidrigem NAhTOd-Bombardement Serbiens – dürfen, dürfen die ethnischen Russen im Donbas eben noch lange nicht.
    Die Regeln macht halt immer noch der Westen – denkt er jedenfalls! Höchste Zeit, endlich umzudenken!

    Antworten

Was sagen Sie dazu?


Info: https://lostineu.eu/trump-kommt-putin-weit-entgegen-europaeer-geraten-unter-massiven-druck/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


unser weiterer Kommentar: Zitat: Wenn nicht alles täuscht, läuft es nun auf das dritte Szenario hinaus: Trump übergeht die EUropäer, und die sagen Nein. Das wäre katastrophal… Zitatende

Die nur scheinbar ehemaligen Stellvertreterkriegsanzetteler machen sich setzt einen schlanken Fuß und zetteln weiter.

  • pittiplatsch
    16. August 2025 @ 19:28

    Zieht Trump Putin an sich, schwächt er China

    Antworten

    • ebo
      16. August 2025 @ 19:47

      Das ist zu hoch für die “geopolitische EU-Kommission” ????

      Antworten

  • Kalle
    16. August 2025 @ 17:32

    Das Bild zum Tage: https://www.instagram.com/p/DNZJoJ1sqvP/

    Antworten

  • KK
    16. August 2025 @ 16:16

    “Die EUropäer hätten alles dafür tun müssen, dass…sie selbst am Verhandlungstisch sitzen…”

    So, wie sie das bisher getan haben, bin ich eigentlich ganz froh, dass sie das eben nicht tun! Denn es stünde zu befürvhten, dass dies in einem grossen EUropäischen Krieg münden würde… mit immerhin minderstens drei involvierten Atommächten.

    Antworten

    • Karl
      16. August 2025 @ 17:27

      @KK: am Tisch sitzen, heißt Diplomatie. Wer sich an den Tisch setzt, verhandelt.

      Wenn die EU-Europäer sich aus der Geschichte verabschieden und ohnmächtig zugucken, wie die verbliebenen Großmächte handeln, erhalten wir einen weiteren 30-Jährigen Krieg in Europa.

      Er diente der weiteren Schwächung Europas und besonders Deutschlands. Der letzte 30-Jährige Krieg hatte den Absturz Deutschlands, aus Frieden & dem relativen Wohlstand seiner Städte, in eine langwährende wirtschaftliche und politische Bedeutungslosigkeit zur Folge. Seine Ursache war ebenfalls die Ohnmacht der Kleinfürstentümer, ihrer Arsch-kriechenden Erbhofschranzen, wie sie heute die Bläckrocker sind, ihre Unfähigkeit zur Diplomatie.

      Antworten

      • KK
        16. August 2025 @ 17:57

        @ Karl:
        „@KK: am Tisch sitzen, heißt Diplomatie. Wer sich an den Tisch setzt, verhandelt.“

        Ich sehe bei den EUropäern keinen Verhandlungswillen – die kennen nur Maximalforderungen, von denen auch nur einen Millimeter abzurücken ihnen seit Februar 2022 nicht im Traum einfiele! Wenn die sich an den Tisch setzen, dann nicht, um zu verhandeln, sondern bestenfalls um Verhandlungen zu boykottieren wie zB bereits 2022 in Istanbul, ich fürchte aber eher noch weiterte Eskalationen…

        Und nach Minsk trauen die Russen ohnehin den EUropäern nicht mehr über den Weg, und zwar durchaus begründet!

        Aber seien Sie beruhigt, der nächste EUropäische Krieg wird keine 30 Jahre dauern – das geht mit modernen Waffen sehr viel schneller, sobald einer Seite der Finger zuckt… immerhin hat die NAhTOD eine nukleare Erstsschlagsstrategie.

      • Arthur Dent
        16. August 2025 @ 23:38

        @Karl
        Deutschland ist schon Vasall seit Adenauers Zeiten. Deutschland ist freiwillig Vasall und macht das gern. (ach so – mit „Deutschland“ sind natürlich die „Tüpen“ im Politikumfeld gemeint, nicht die Otto Normalverbraucher).

  • Erneuerung
    16. August 2025 @ 15:08

    Irgendwann wird man feststellen müssen, dass man eher die Ukraine mit Sanktionen hätte belegen müssen als Russland, Gründe hätte man genug gehabt: Dem Westen wurde mehrfach rechtswidrig das Gas abgestellt, man hat die Menschenrechte mit Füßen getreten durch Bombardierungen der eigenen Zivilisten, durch Sperrung von Wasser und Renten, durch Sprach- und Religionsverbot. All diese Dinge widersprechen der erklärten Demokratie.

    Antworten

  • Guido B.
    16. August 2025 @ 14:36

    Wenn sich die Bosse der grössten Atommächte wieder die Hand geben und gegenseitig Respekt zollen, ist das erst mal eine sehr gute Nachricht. Da muss man Fico und Orban recht geben.
    Die Pinscher-Meute in den Hauptstädten Europas, die sich für gefährliche Rottweiler halten, dürfen weiter den Gummi-Wurfbällchen nachjagen und die Löwen verkläffen. Der Löwe im Weissen Haus wird sich allerdings standhaft gegen die Pro-Selenski-Meute im Capitol Hill und in den Mainstream-Medien wehren müssen. Trump steht jetzt unter enormem Druck. Ob er diesem standhalten wird, ist fraglich. Es ist gut möglich, dass er bald wieder aggressivere Töne gegen Putin und Russland anschlagen wird. Die Pinscher-Fraktion und ihre Geheimdienste werden garantiert dafür sorgen. Wie wärs mit einem Butscha 2.0?

    Antworten

  • Ute Plass
    16. August 2025 @ 14:32

    “Europa auf der Speisekarte der Weltgeschichte // Verfassungsmäßige Regierungshandlungsunfähigkeit”

    https://www.youtube.com/watch?v=TPX2OW-kKZI

    Antworten

    • european
      16. August 2025 @ 15:06

      Sehr interessanter podcast.

      Er hat völlig recht, aber ich glaube, dass die Bevölkerungen, zumindest viele Bürger, doch spüren das die Erde unter ihren Füßen bebt und u.a. deshalb Parteien an den Rändern wählen, um aus diesem drohenden Szenario auszusteigen. Ob das hilft, ist eine andere Frage. Ich bezweifle das.

      Antworten

      • Karl
        16. August 2025 @ 17:13

        @ Sehr interessanter podcast: – Mit der Falschen Begründung!
        — RICHTIG: Wir stehen auf der Speisekarte, weil die USA ihre Vasallen nun verzehren und 100.000 deutsche kleine und ganze kleine Bläckrocker ihnen brav zu Diensten sind…
        — FALSCH: Die USA haben in Deutschland nicht die meisten und größten Militärstützpunkte außerhalb der USA, weil sie Europa schützen. Das ist Propaganda, und der PostCast plappert sie unverstanden nach.

        Vielmehr brauchen die USA Deutschland, um ihre Weltmacht über Eurasien zu entfalten. Ohne den gigantischen Militärstützpunkt in Europa wäre die USA keine Weltmacht. Nicht umsonst sind mehrere Hauptquartiere, der größte Militärflughafen Ramstein, das größte Militärhospital usw. in Deutschland stationiert.
        Richtig wäre für ein souveränes Deutschland: dafür Geld zu verlangen, anstatt es zu zahlen! Aber faktisch gelten noch Teile des alten Besatzungsrechts. Also zeigt mehr Selbstbewußtsein: Schüttelt eure Ketten ab, Ihr Vasallen!

  • european
    16. August 2025 @ 14:13

    Die Europäer sind ja nicht solidarisch mit der Ukraine. Solidarität wäre gewesen, sich nicht auf den Handel mit den USA einzulassen, um über die Ukraine einen Stellvertreterkrieg gegen Russland zu führen. Solidarität mit den Ukrainern würde bedeuten, ihren Willen nach Beendigung des Krieges endlich zu respektieren. Solidarität hätte geheißen, sich deutlich gegen den Beschuss der russischen Bevölkerung auszusprechen.

    Solidarität hätte bedeutet, sich aktiv für friedliche Lösungen einzusetzen anstatt die Ukraine mit Gewalt in die EU ziehen zu wollen, um den geostrategischen Anforderungen von jenseits des Atlantiks zu genügen.

    Antworten

    • ebo
      16. August 2025 @ 14:26

      Völlig richtig! Es geht auch nicht um DIE Europäer, sondern um die EUropäer, also ihre Vertreter auf EU-Ebene. Und die sind solidarisch mit Selenskyj – dem Präsidenten – aber nicht mit seinem Volk.

      Antworten

    • Ute Plass
      16. August 2025 @ 18:23

      Ja, immer wieder weiterführende Denkimpulse von dem Demokratie-Enthusiasten Ardalan Ibrahim. Aktuell hat sich (im Sinne paradoxer Intervention) eine Losdemokratiepartei gegründet, deren Absicht es ist das vorherrschende Parteisystem überflüssig werden zu lassen.

      Antworten

  • Arthur Dent
    16. August 2025 @ 13:59

    den europäischen Betonfrisuren, Betonköpfen, (eis)kalten Kriegern und kläffenden Chihuhuas zum Merken:
    Ich hab zwar nicht teilgenommen, aber es geht nicht um die Ukraine, es geht um etwas viel größeres: DIE ARKTIS!!!
    Da möchte “Goldfinger” mitspielen.
    Ende August, Anfang September beginnt in Wladiwostok ein Wirtschaftsforum, in China die SCO…

    Antworten

  • Michael
    16. August 2025 @ 13:07

    Man will in Berlin und EU nicht wahrhaben dass die USA und Russland zunächst einmal die globalen geostrategischen Aspekte besprechen, einschl. Multipolarität und Nukleare Sicherheit, etc.! Dazu gehört auch NATO! Da Russland als Großmacht Teil Europas ist das restliche Europa zunächst einmal von nachgeordneter Bedeutung, egal was Merz, UvdL, und Konsorten denken! Die Ukraine ist nur ein Stolperstein der aus dem Weg geräumt werden muß, so wie Russland und die USA es entscheiden!

    Antworten

    • ebo
      16. August 2025 @ 13:29

      Mein Eindruck ist auch, dass sie vor allem über Wirtschaft, Sanktionen, Zölle und andere internationale Themen gesprochen haben. Da es in der Ukraine keine Einigung gab, hat man vorzeitig abgebrochen.

      Antworten

      • Michael
        16. August 2025 @ 15:54

        Hm!? Ich höre allenthalben es habe in Sachen Ukraine keine Einigung gegeben und deshalb abgebrochen!?
        Ich glaube es hat ein Einigung gegeben – und zwar eine ziemlich schnelle – die darin besteht einen Waffenstillstand auszuschließen und stattdessen eine substantielle und grundsätzliche Friedenslösung anzustreben! Der „Waffenstillstand“ ist schließlich nur Taktik, eine „Friedenslösung“ ist hingegen Strategie. Auch deshalb ist mein Eindruck dass man die Gespräche nicht abgebrochen sondern verkürzt hat!
        Deshalb, meine ich, hat man

  • WBD
    16. August 2025 @ 12:30

    „Er tat es nicht und verzichtete darauf, die europäische Kernforderung – einen Waffenstillstand – aufzugreifen“

    Ich hatte die Bemerkungen Trumps nach dem Treffen so verstanden, daß er nicht nur die o.a. Kernforderung ‚Waffenstillstand‘ nicht aufgegriffen hat, sondern daß er sogar die russische Kernforderung erwähnt hat, nämlich ‚langfristigen Frieden anstatt Waffenstillstand‘ (Trump auf TruthSocial).

    Damit steht EUropa nun wirklich alleine mit dem Krieg da…

    Antworten


  • unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    17.08.2025

    Sozialökonomik - Geschichte und Gegenwart eines Wissenschaftskonzepts   (I von VIII)

    Sozialökonomik - Geschichte und Gegenwart eines Wissenschaftskonzepts



     

    exploring-economics.org, Seite besucht am 17. August 2025, 11:30 Uhr

    Frank Fehlberg
    Exploring Economics, 2021

    Level: leicht


    Thema:Reflexion der Ökonomik
    Format:Grundlagentext


    Die Sozialökonomik ist 1) die historische Fachbezeichnung einer integrierten Sozial- und Wirtschaftswissenschaft (vgl. Einzelwissenschaft, Disziplin). Als (Sozial-)Ökonomik wird die Wissenschaft selbst bezeichnet, ihr Gegenstand als (Sozial-)Ökonomie. 2) Ein kontextabhängiger Ausdruck für komplexe Zusammenhänge von Gesellschaft und Wirtschaft (vgl. Sozialökonomie bzw. Sozioökonomie).

    Vortrag von Karsten Nowrot aus der Reihe Rechtswissenschaftliche Beiträge der Hamburger Sozialökonomie (2014). [vergrößern] [Quelle]


    Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts stand die Bezeichnung im deutschsprachigen Raum für das übergreifende Wissensgebiet von Geschichte, Rechts- und Staatswissenschaft, Volkswirtschaftslehre und Soziologie. Das jüngere sozialökonomisch wurde oft synonym mit den älteren nationalökonomisch oder volkswirtschaftlich verwendet, womit v.a. der „gesellschaftliche und politische Kontext wirtschaftlicher Aktivität“ hervorgehoben werden sollte.[1] Als charakteristisch gilt der erkenntnistheoretische Versuch, historisch-soziale Wirklichkeitswissenschaft mit wirtschaftstheoretisch-logischer Analyse zu verbinden.[2] Als Wissenschaftskonzept repräsentierte die Sozialökonomik die anfänglich interdisziplinär ausgerichtete universitäre Praxis der institutionalisierten Volkswirtschaftslehre (VWL). Durch methodologische Spezialisierung und akademische Restrukturierung seit den 1950er-Jahren verlor sie jedoch ihren disziplinären Leitbildcharakter.[3]

    In der Gegenwart werden Sozial- oder Sozioökonomik und VWL kaum mehr auf derselben Bedeutungsebene verwendet. Dagegen sind u.a. Sozialpolitik, Sozialstatistik, Sozioökonomische Bildung und Verhaltensforschung, Soziale Arbeit, Sozialwirtschaft, sozial-betriebliche Organisation, sozial-ökologische Transformation oder die Christlichen Soziallehren mit dem Begriff assoziiert. Oft werden im Sprachgebrauch mit sozioökonomisch sozialstatistische Sachverhalte (Sozio-oekonomisches Panel) und mit sozialökonomisch wirtschafts- und sozialpolitische Themen adressiert (FB Sozialökonomie Hamburg). Hierbei wird zuweilen offen auf wirtschaftsethische Prämissen bzw. auf einen notwendigen ethischen Diskurs in den Wirtschaftswissenschaften und der Wirtschaft selbst hingewiesen.[4]

    In diesem doppelten Sinne werden z.B. die neueren historisch-sozial wie statistisch-formal angelegten Studien des Ökonomen Thomas Piketty in der Literatur sowohl der älteren Tradition einer disziplinären Sozialökonomik als auch aktuellen sozioökonomischen oder transformativ-wirtschaftspolitischen Forschungsansätzen zugeordnet.[5] Die Juristin Katharina Pistor knüpft rechtshistorisch und rechtstheoretisch an diese Fragestellungen an.[6]

    Inhalt

    1. Überblick
    2. Geschichte 1850-1970
      1. Ausgangssituation im 19. Jahrhundert
      2. Leitmotive
      3. Der sozial-ökonomische Diskurs
    3. Diskurselemente und Diskursfelder einblenden
      1. Die Sozialökonomik als integratives Disziplinmodell
      2. Sozialökonomik und Wirtschaftspraxis bis 1970
    4. Literatur und Weblinks
      1. Literaturauswahl bis 1970
      2. Literaturauswahl ab 1970
      3. Zeitschriften und Periodika
      4. Institutionen, Studiengänge, Gesellschaften
    5. Einzelnachweise

    Überblick

    Die Sozialökonomik prägte zu Beginn des 20. Jahrhunderts gemeinsam mit der Soziologie den Fächerkanon der modernen Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Anders als die Soziologie konnte sich die Sozialökonomik jedoch nie als eigenständige Wissenschaftsdisziplin etablieren, wenngleich sie als interdisziplinäres Wissensgebiet präsent blieb.[7]

    Das Wissenschaftskonzept der Sozialökonomik als disziplinärer Komplex: Die Sozialökonomische Brille. [vergrößern] [Quelle: Frank Fehlberg]


    In der Wirtschaftswissenschaft dominierten lange Zeit vor allem Politik, Staat, Nation bzw. Volk als disziplinäre Bestimmungsbegriffe (z.B. Nationalökonomie, Volkswirtschaftslehre, Staatswirtschaftslehre, Politische Ökonomie). Vor diesem Hintergrund kann man die umfassender ausgerichtete Sozialökonomik als eine „verspätete Wissenschaft“ bezeichnen.[8] Sie setzte sich zwar teilweise begrifflich-konzeptionell durch, nicht aber akademisch-institutionell. Als klassische Idee einer ökonomischen Querschnittswissenschaft verlor sie im Zuge der Fächerdifferenzierung des 20. Jahrhunderts an Boden. Nach dem Ende des Kalten Krieges und im Zuge der voranschreitenden ökonomisch-ökologischen Globalisierung fand sie wieder stärkere Beachtung.

    Die erste wissenschaftstheoretische Grundlegung: Heinrich Dietzels Theoretische Socialökonomik (1895). [vergrößern] [Quelle]


    Der Gegenstandskomplex der Gesellschaftswirthschaft (1852) bzw. des Gesellschaftlichen Systems der menschlichen Wirthschaft (1867) wurden in Verbindung mit ersten Ansätzen einer disziplintheoretischen Beleuchtung von Karl Rodbertus und Albert Schäffle eingeführt.[9]

    Unter der Bezeichnung Sozialökonomik wurden diese Grundlagen ab etwa 1880 von Adolph Wagner und Heinrich Dietzel systematisch als Wissenschaftskonzepte weiterentwickelt. Ziel war die erkenntnistheoretische und methodologische Verknüpfung der institutionen- und sozialhistorischen Expertise der Historischen Nationalökonomie mit dem Theorieschwerpunkt der Klassischen Nationalökonomie.[10]

    Max Weber verlieh der Sozialökonomik als ihr prominentester Exponent und als Schriftleiter der mehrbändigen Lehrbuchreihe Grundriss der Sozialökonomik (GdS, 1914-1930) andauernde Bekanntheit und Wirkung; insbesondere mit seinem 1921/22 darin erschienenen Beitrag Die Wirtschaft und die gesellschaftlichen Ordnungen und Mächte (später als Soziologische Kategorienlehre bezeichnet).[11] Ab 1956 wurden seine nachträglich kompilierten sozialökonomischen Schriften als Wirtschaft und Gesellschaft – Grundriß der verstehenden Soziologie (WuG) herausgegeben und wirkten v.a. in der Soziologie und in der Politikwissenschaft weiter. Mittlerweile stellt die Max-Weber-Gesamtausgabe (MWG) unter dem Obertitel Wirtschaft und Gesellschaft mehrere Einzelbände mit den originalen und z.T. unvollendeten sozialökonomischen Texten bereit.[12]

    Vielen GdS-Autoren und Mitherausgebern wie z.B. Karl Bücher, Joseph Schumpeter, Friedrich von Wieser und Werner Sombart hängt wie Weber bis heute der Nimbus der letzten „Jedi-Ritter“ an – der letzten sozialwissenschaftlichen Universalgelehrten.[13]


    Richard T. Ely veröffentlichte 1884 unter dem Reihentitel Institutions and Economics den Teilband The Past and the Present of Political Economy. Wie der Herausgeber Herbert B. 


    Adams war Ely vom deutschen Historismus geprägt. [vergrößern] [Quelle]

    In den USA legte Richard T. Ely – der in Deutschland im Sinne des Historismus ausgebildet worden war – den Grundstein für die spätere Institutionenökonomik.[14] Ely war Initiator der am Verein für Socialpolitik orientierten American Economic Association (1885), führende Figur der Progressive Era, Autor populärer Lehr- und Schulbücher sowie Herausgeber der Reihe Citizen’s Library of Economics, Politics and Sociology (1900ff.). Seine Darstellungen beschäftigten sich mit der ökonomischen Bedeutung historisch bedingter Institutionen der modernen Gesellschaft wie etwa der Privatautonomie. Seine disziplinäre Auffassung stand der Sozialökonomik sehr nahe, was seine frühe Beschäftigung mit Karl Rodbertus, Albert Schäffle und Adolph Wagner zeigt.[15] Ely war akademischer Lehrer u.a. von John R. Commons, Thorstein Veblen und Wesley Clair Mitchell sowie des US-Präsidenten Woodrow Wilson.[16]

    Als der Einfluss der Wirtschaftstheorie des Keynesianismus in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg zurückging, konnte sich die Neoklassik als die Dominante aller postklassischen Wirtschaftstheorien etablieren. An den westlichen Universitäten wurde die Neoklassische Synthese weitgehend mit der ökonomischen Wissenschaft als solcher identifiziert, weshalb sie bis heute oft als „Orthodoxie“ bezeichnet wird. Abweichende wissenschaftstheoretische Disziplinmodelle wie die traditionelle Sozialökonomik oder wirtschaftstheoretische Alternativansätze (ugs. meist „Paradigmen“ oder „Denkschulen“), welche im Forschungs- und Lehrkanon der institutionalisierten VWL unterrepräsentiert sind, zählen seither zur „Heterodoxie“. Diese verfügt nicht über eine hinreichend homogene Interessen- und Organisationsstruktur und eine vergleichbare akademische Basis wie der postklassisch geprägte Mainstream (vgl. Kritik seitens der Pluralen Ökonomik).[17]

    Geschichte 1850-1970

    Ausgangssituation im 19. Jahrhundert

    Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Wirtschaftswissenschaft keine einheitlich institutionalisierte Disziplin. Wie alle im 19. Jahrhundert entstandenen Sozialwissenschaften hatte sie kein exklusives Forschungsfeld und keine entsprechend verbindlichen Erkenntniswege gefunden. Einzelne Lehrstühle an den Universitäten hatten großen subjektiven Einfluss auf Forschung und Lehre.


    "Die Politische Ökonomie ist nichts anderes als die Ökonomie der Gesellschaft", so der französische Klassiker Jean-Baptiste Say 1828 zum Gegenstand der ökonomischen Wissenschaft (Seite 1 von 2). [vergrößern] [Quelle]


    In den klassischen Schriften von Adam Smith, Thomas Robert Malthus, David Ricardo und ihren Zeitgenossen zeigte sich die moderne Wirtschaftswissenschaft als Kind der Aufklärung. Ihre moral-, staats- und sozialphilosophischen Aspekte schlugen sich in der frühen Fachbezeichnung Politische Ökonomie nieder (heute ugs. meist nur Klassik). Sie vereinte wissenschaftliche Bereiche, die heute mit der Wirtschaftsethik, der Wirtschaftsgeschichte und der Wirtschaftstheorie assoziiert werden, in einer Sozialwissenschaft, die vom freiheitlichen Antifeudalismus und einem bürgerlich-individualistischen Privatrechtssystem nach antikem Vorbild ausging. Seit der Unabhängigkeit der USA 1776 und der Französischen Revolution 1789 prägten diese aufklärerischen Elemente die modernen westlichen Gesellschafts- und Wirtschaftsordnungen.

    Die Isolation und Formalisierung von einzelnen Theoremen und Motivationen menschlichen Verhaltens verstärkten jedoch bald die Tendenz zur Naturalisierung von Wirtschaft. Aus vergesellschafteten Menschen und Rechtssubjekten wurden zunehmend autonome Individuen, welche als ökonomisch rationalisierte Akteure in quasi-naturgesetzlichen Kausalzusammenhängen handelten. Mehr und mehr verlagerte sich so die Auffassung des Ökonomischen in das Vorfeld zwischenmenschlicher und sozialer Bindungen. Historische Entwicklung, Komplexität und Brisanz gesellschaftlicher Wirklichkeit wurden weitgehend ausgeklammert.

    Im deutschsprachigen Raum herrschte zunächst die Historische Schule der Nationalökonomie als Erfahrungswissenschaft komplexer und jeweils einzigartiger sozialer Sachverhalte vor. Der ökonomische Historismus hatte sich bei Adam Müller und Friedrich List sowie später bei Wilhelm Roscher, Bruno Hildebrand und Karl Knies v.a. als traditional-entwicklungsorientierte Gegenströmung zur naturrechtlich-rationalistischen Rechtslehre der Aufklärung formiert.


    Für die Sozialökonomie ("économie sociale") als Disziplinbezeichnung sei es aufgrund der Konventionen zu spät, auch wenn sie die Sache besser treffe, so Jean-Baptiste Say 1828 (Seite 2 von 2). [vergrößern] [Quelle]


    Dementsprechend betrachtete der Historismus Wirtschaftszustände – in bewusster Abkehr von allgemeingültigen Gesetzmäßigkeiten – als Äußerungsformen von ethischer und institutioneller Entwicklung. Empirische Fakten wurden weniger auf deren verallgemeinerungsfähige Bedeutung als auf ihre geschichtliche Eigenart hin untersucht. Der Historischen Schule wurde deshalb mitunter Erklärungsschwäche aufgrund von Theorielosigkeit vorgeworfen. Sie ließe keinerlei allgemeine Aussagen über ökonomische Einzelvorgänge zu und sei deshalb blind für die Methoden des Vergleichs, der Abstraktion und der Ableitung von Erkenntnissen. Aus diesem Grund sei sie keine anwendungsbezogene Wissenschaft, die ihre Aktualität durch Prognosefähigkeit unter Beweis stellen könne.

    Die revolutionären Ereignisse in Europa nach 1789, vor allem aber die sozialistischen und kommunistischen Bewegungen in Frankreich, riefen in Deutschland den Wunsch nach der Etablierung einer Gesellschaftswissenschaft wach. So fragte der Jurist und Ökonom Lorenz von Stein 1842: „Werden wir uns von dem gewaltigsten Widerspruch unsrer Zeit, wie er sich in Frankreich Bahn bricht, überwältigen lassen, weil wir ihm kein bestimmtes Bewusstsein über Wesen und Gestalt der gesellschaftlichen Aufgabe, kurz keine Wissenschaft der Gesellschaft entgegenzustellen hatten?“[18] Der Inspirator von Karl Marx und Publizist Friedrich Wilhelm Schulz beklagte 1843 eine „Staatenkunde und Statistik, die sich mit ihren Durchschnittszahlen überall durchschleicht“, ohne „die Wirklichkeit des Volkslebens nur zu berühren“.[19]

    Ebenso früh wurde die Vorstellung geäußert, durch wissenschaftlich begründete Wirtschaftspolitik der Gesellschaft einen Dienst erweisen zu können. Der Chemiker und Ökonom Karl Marlo stellte 1850 in einer Abhandlung über das System der Weltökonomie fest, dass „aller Fleiß und alle Anstrengung der einzelnen Bürger […] vergeblich“ sei, „wenn die gesetzliche Organisation des socialen Lebens falsch“ sei. „Jeder ökonomische Mißgriff“ könne „das Verderben der Gesellschaft zur unabwendbaren Folge haben.“[20]

    Leitmotive

    Karl Rodbertus – die Kategorien Geschichte und Theorie

    Ab 1842 begann der Jurist und Landwirt Karl Rodbertus seine sozialen und ökonomischen Studien zu veröffentlichen (Erkenntnis unserer Zustände 1842, Soziale Briefe 1850-52[21]).[22] Sein Ansatz war es einerseits, die begrifflich-analytische und logische Stärke der klassischen Ökonomik für entwicklungsgeschichtliche Studien der griechischen und römischen Antike sowie der Moderne fruchtbar zu machen. Andererseits griff er die theoretischen Annahmen und Konzepte vor allem Adam Smiths an, indem er die empirische Dynamik und die historischen Besonderheiten gesellschaftlicher Prozesse betonte. Seine methodologische Kombination von Theorie und Geschichte nahm den späteren Wesenszug neu entwickelter Wissenschaftskonzeptionen vorweg, die ähnliche Syntheseversuche darstellten.[23]


    Karl Rodbertus (1805-1875). [vergrößern] [Quelle]


    Rodbertus bezeichnete den Forschungsgegenstand der modernen Ökonomik als Gesellschaftswirtschaft. Diese grenzte er ausdrücklich von der Nationalökonomie und anderen engführenden Vorgängerbegriffen ab. Rodbertus verwarf die Alleingültigkeit des klassischen Konzepts der individualistisch angelegten arbeitsteiligen Tauschwirtschaft. Seine Vorstellung von der Gesellschaftswirtschaft basierte auf einer von ethisch-systemischen Abhängigkeiten geprägten Arbeits- und Verbrauchsgemeinschaft. Hieraus leitete er u.a. den Begriff der relativen Armut, eine Theorie der Einkommens- und Vermögensverteilung sowie der wirksamen Nachfrage ab (Gesetz der fallenden Lohnquote 1850).[24]

    Rodbertus gilt als Begründer der sozial-ökonomischen Kategorienlehre (1842). Diese verdeutlichte er v.a. am Doppelcharakter des Kapitals als eines sozialen bzw. ethisch-rechtlichen Verhältnisses einerseits und als eines materiellen Produktionsmittels andererseits. Begriffsjuristisch geschult, unterschied er in seiner systematischen Begriffsstruktur etwa Arbeitskosten als spezifisch historische Kategorie der Unternehmer-Perspektive und Kostenarbeit als generelle ökonomische Aufwandsgröße der Produktionstheorie. Ergäben sich die Arbeitskosten aus einem gegenseitigen Anspruchsverhältnis in Geldform, schaffe die Kostenarbeit tatsächlich Einkommen und Produktionsmittel in Güterform.[25]

    Karl Rodbertus über die Doppelbedeutung des Kapitals als materielles Produktionsmittel und als soziales Verhältnis:

    „Auch in der Lehre vom Einkommen haben die Nationalökonomen niemals das Verhältniss oder die Wirkung des Kapitals an sich, sondern immer nur des Privatbesitzes von Kapital behandelt.“[26]

    Die Reflexion der Mehrdeutigkeit des Kapitalbegriffs stellte dessen wirtschaftstheoretisch wertfreie Verwendung infrage. Rodbertus definierte 1868 den „Capitalismus“ als „sociales System“ des „Capitalbesitzes“ und der „Capitalpräponderanz“, das die Wahrnehmung der realen Abläufe der Gesellschaftswirtschaft durch privilegierte soziale Partikularinteressen verzerre.[27] Mit der parallelen Analyse der historisch-sozialen und der logischen Bedeutungsebenen von Begriffen prägte er v.a. Adolph Wagner, Heinrich Dietzel, Max Weber sowie Werner Sombart und trug laut Joseph Schumpeter maßgeblich zur „Gesamtauffassung“ und zu den „Grundbegriffen“ der Sozialökonomik bei.[28]

    Albert Schäffle – Wirtschafts- als Gesellschaftswissenschaft


    Albert Schäffle (1831-1903). [vergrößern] [Quelle]


    Der Ökonom und Staatswissenschaftler Albert Schäffle gilt als einer der ersten deutschsprachigen Soziologen. Ab 1860 war er mehr als vier Jahrzehnte einer der Herausgeber der Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft, welche zu dieser Zeit ein zentrales Publikationsorgan der interdisziplinären sozial-ökonomischen Wissenschaftsgemeinschaft war. Mit seinen stark organologisch-institutionell angelegten Arbeiten grenzte er sich von der Klassik ab, ohne jedoch auf eine rein historisch-ethische Darstellung zu verfallen (v.a. Gesellschaftliches System der Wirtschaft 1867 u. Bau und Leben des socialen Körpers 1875-78[29]).

    Schäffle postulierte, dass die „Wirtschaftswissenschaft eine Gesellschaftswissenschaft“ sei. Eine explizite Begriffsabgrenzung zwischen „Gesellschafts-, [und] Nationalökonomie“ (wie bei Karl Rodbertus) findet sich bei Schäffle nicht. So wies er einer weiterhin meist national gedachten Gesellschaft einen „gemeinwirtschaftlichen“ Charakter zu, den er „streng nationalökonomischen“ Studien unterzog. Hiervon unterschied er das „privatwirtschaftliche System der bürgerlichen Gesellschaft“, welches wiederum von nationalökonomischen Erwägungen abweichende „privatwirtschaftliche Grundlehren“ erfordere (Privatwirtschaftslehre). Das vielzitierte Wort des Historischen Nationalökonomen Wilhelm Roscher - „Ausgangspunkt, wie Zielpunkt unserer Wissenschaft ist der Mensch“ - geht auf die direkte Anregung durch ihn zurück. Schäffle steht für die erste sozialwissenschaftliche Annäherung einer spezifischen historisch-ethischen Nationalökonomie an die theoretische Nationalökonomie im Vorfeld der Jüngeren Historischen Schule Gustav Schmollers.[30]

    Eine ethische Wirklichkeitswissenschaft des Anthropozäns

    Mehrere Vertreter eines Wissenschaftskonzepts der Sozialökonomik verorteten die Zukunft der Wirtschaftswissenschaft bereits früh in einem anthropologisch-weltwirtschaftlichen Bezugsrahmen (vgl. Anthropozän). Sie gingen damit sozialwissenschaftlich sowohl über die Klassik als auch die Historische Schule hinaus, ohne diese jedoch als berechtigte Forschungsperspektiven verwerfen zu müssen.

    1861 forderte Albert Schäffle, den Menschen als das Wesen mit einem freien und „bewussten Willen“ in den Mittelpunkt zu stellen, da allein für dessen Zwecke gewirtschaftet werde. Das Wirtschaften sei „Kulturtätigkeit“, kein „Naturprozess“. „In diesem Sinn verlangen wir eine ethisch-anthropologische, statt einer chrematistischen Nationalökonomie.“ Als praktische Konsequenz erschien Schäffle etwa die Begrenzung des persönlichen Privateigentums für Zwecke des „lebendigen sozialen Zusammenhangs“ und des „sozialen Bedürfnisses“ als selbstverständlich, da es unter anthropologischen Gesichtspunkten „keine rein isolierten Persönlichkeiten“, sehr wohl aber „gemeinsame Güter“ gebe.[31] Im Sinne der unterschiedlichen historisch-sozialen Verhältnisse griff er die klassische Lehre von Arbeit, Kapital und Natur als „mechanischer“ Produktionsfaktoren an.

    Albert Schäffle über den „ethisch-anthropologischen Standpunkt in der Nationalökonomie“:

    „Wenn man den Menschen als ethisches, als Kulturwesen in den Mittelpunkt rückt, ihn zum Agens und Ziel des Wirthschaftens erhebt, ist es absolut ausgeschlossen, den Erzeugungsproceß als Naturproceß, als Produkt dreier mechanisch aufeinander wirkender ‚Faktoren,‘ als Zusammenfluß dreier ebenbürtiger Kräfte aufzufassen. […] der Mensch, der reale, kulturhistorische Mensch [ist] der treibende Mittelpunkt, der Faktor im eigentlichen Sinne des Wortes […]“[32]

    1871 sah Karl Rodbertus das Zeitalter der Anthropokratie (Menschenherrschaft) gekommen. Er forderte das Ende der deterministischen Ökonomik und griff die physiokratischen Denkmuster in der Klassik an (v.a. den Grundsatz Laissez-faire). „Wir müssen diesen ‚Naturgesetzen‘ freie, sittliche, neubelebende Menschengesetze substituiren […] Wir müssen es und wir können es. Denn wir Menschen vermögen ‚das Unmögliche‘; wir dürfen [‚]alles Irrende, Schweifende nützlich verbinden.‘“ An die Stelle blinder Bewegungsgesetze sollte die Auffassung von der Selbstorganisation des „freien geschichtlichen Organismus“ der Menschheit treten.[33]


    In den Sozialen Briefen ab 1850 verhandelte Karl Rodbertus neben wirtschaftstheoretischen auch wissenschaftstheoretische Fragen. [vergrößern] [Quelle]


    Karl Rodbertus in den Sozialen Briefen zum „moralischen“ statt „mathematischen“ Gesamtzusammenhang menschlicher Wirtschaft:

    „Sie [die individualistische Nationalökonomie] hat z.B. den Begriff des Vermögens des Einzelnen zum Grunde gelegt, ohne zu bedenken, daß das Vermögen eines mittelst der Theilung der Arbeit mit Anderen vergesellschafteten Menschen etwas ganz Anderes ist, als das eines völlig isolirt wirthschaftenden Individuums. […] Sie hat gethan, als ob die Gesellschaft nur eine Summe verschiedener wirthschaftlicher Einer, ein mathematisches und kein moralisches, denn das heißt sociales Ganze wäre, als ob sie selbst, die Staatswirthschaft, nur ein Aggregat individueller Wirthschaften und keine organische Gesammtwirthschaft wäre […].“[34]

    Max Weber betrachtete 1895 die Volkswirtschaftslehre ebenfalls als „Wissenschaft vom Menschen“.[35] Anders als Schäffle und Rodbertus thematisierte er die normative Problematik der Werturteile einer derart selbstbezogenen anthropologischen Forschung. Rodbertus war etwa noch überwiegend von einer auf Harmonie und Gleichgewicht abstellenden, also klassisch-aufklärerisch geprägten Moralphilosophie der Ökonomik ausgegangen. Weber versuchte hingegen, Bereiche und Wirkung von vorgelagerten Werturteilen und Wertbeziehungen in den Sozialwissenschaften auszuloten, um eine kritische Reflexion unterschiedlicher methodologischer Denkvoraussetzungen (Axiome) zu ermöglichen.

    Webers eigene methodologische Verbindung von verstehender Deutung und erklärender Analyse menschlicher Ökonomien konnte sich zwar durchaus an der rationalen Aufklärung über Naturzusammenhänge anlehnen. Letztlich musste sie aber historisch-sozial informierte Wirklichkeitswissenschaft und damit kulturbezogene Wissenschaft vom Menschen bleiben. Disziplinäre Axiome, die ausschließlich in unterschiedlichen Methodenlehren begründet lagen (z.B. Geschichte oder Theorie), bezeugten Weber weniger ein allgemein wissenschaftliches denn ein spezifisch weltanschauliches Interesse. Methoden blieben Mittel zum Zweck, sie waren dem umfassenden Erfassen und Erkennen des Forschungskomplexes der menschlichen Kultur nachgelagert.

    Max Weber im sogenannten Objektivitätsaufsatz (1904):

    „Die Sozialwissenschaft, die wir treiben wollen, ist eine Wirklichkeitswissenschaft. Wir wollen die uns umgebende Wirklichkeit des Lebens, in welches wir hineingestellt sind, in ihrer Eigenart verstehen – den Zusammenhang und die Kulturbedeutung ihrer einzelnen Erscheinungen in ihrer heutigen Gestaltung einerseits, die Gründe ihres geschichtlichen So-und-nicht-anders-Gewordenseins andererseits.“[36]

    Der sozial-ökonomische Diskurs

    Die Zeit von ca. 1870 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges war von belebenden Kontroversen unter konkurrierenden Auffassungen von Ökonomik geprägt. Sie ging als Periode des Methoden- und Werturteilstreits in die Geschichte ein, wobei die geführten Debatten keineswegs nur als methodologische Binnenkonflikte, sondern als Teil sozial- und kulturwissenschaftlicher sowie disziplintheoretischer Zukunftsdiskurse wahrgenommen wurden. Im Zentrum standen die Auseinandersetzungen zwischen den „Theoretikern“ und den „Historikern“ unter den Ökonomen und der Konflikt um die Wertfreiheit der Sozialwissenschaften.[37] Die ersten programmatischen Wissenschaftskonzepte der Sozialökonomik gingen unmittelbar aus diesen Spannungen hervor.

    Lujo Brentano über Vielfalt und mangelnde „Übereinstimmung“ in der Volkswirtschaftslehre:

    „Fast auf jeder deutschen Universität wird die Volkswirtschaftslehre in einer von der Behandlung der anderen verschiedenen Weise vorgetragen, und wo mehrere Professuren bestehen – zur Verzweiflung der Schüler – oft an derselben Universität. Einer der berühmtesten deutschen Nationalökonomen, Lorenz von Stein, hat den Professor definirt als ‚Jemand, der anderer Meinung ist.‘ Wäre diese Definition zutreffend, so wären die Professoren der Volkswirtschaftslehre offenbar das Ideal der Professoren […]“[38]

    Methodenstreit – Geschichte und Theorie

    Oftmals wird der Methodenstreit auf die Streitfrage von Deduktion oder Induktion reduziert. Dabei machte er die Diskussion um allgemein-gültige und bedingt-gültige Erkenntnismöglichkeiten zum Gegenstand zahlreicher weiterer Einzelstreitfragen, die auf den Gegensatz von Theorie und Geschichte bezogen werden konnten (z.B. a priori vs. a posteriori, ex ante vs. ex post, methodologischer Individualismus vs. Kollektivismus und Holismus, Philosophie vs. Realität, Naturwissenschaft vs. Kultur- bzw. Geisteswissenschaft).[39]

    Eugen Böhm-Bawerk kritisiert die erkenntnistheoretische Einseitigkeit der Historischen Schule:

    „Die klassische Nationalökonomie hat Theorie ohne Geschichte getrieben; die historische Nationalökonomie ist im besten Zuge[,] Geschichte ohne Theorie zu treiben, […] aber die Zukunft muß und wird einem dritten Wahlspruch gehören: ‚Geschichte und Theorie!‘“[40]

    Die an den Universitäten noch vorherrschende historische Richtung geriet zunehmend unter Druck, die Volkswirtschaftslehre zu einer wirtschaftstheoretisch fundierten und dadurch statistisch wie wirtschaftspolitisch prognosefähigen Disziplin umzugestalten. Die wissenschaftspolitischen Allianzen verschiedenster ökonomischer Strömungen setzten sich je nach Methodenschwerpunkt zusammen, so dass z.B. der Staatssozialismus um Adolph Wagner und Werner Sombart genauso wie die individualistisch geprägte Österreichische Schule um Carl Menger und Eugen Böhm-Bawerk den theoretischen Standpunkt betonten, obwohl sie wirtschaftspolitisch zu entgegengesetzten Urteilen kamen. Später sollten sich beide Richtungen tatsächlich im Umfeld der sozialökonomischen Konzeptionen wiederfinden.

    Franz Oppenheimer zur synthetischen Methodik einer sozial-ökonomischen Geschichtsauffassung:

    „Das ist der Hauptinhalt der sozial-ökonomischen Geschichtsauffassung und der Sozialwissenschaft überhaupt: denn Historik und Ökonomik sind nur zwei verschiedene Ansichten desselben wissenschaftlichen Objektes, des menschlichen Kollektivlebens; jene stellt seine Entwickelungsgeschichte, diese seine Physiologie dar, jene arbeitet sozusagen mit Längs-, diese mit Querschnitten; beide zusammen erst geben die volle Erkenntnis.“[41]

    Insgesamt zeigte der Methodenstreit, dass eine strikte Trennung von Erfahrungswissen und Verstandeswissen weder möglich, noch – mit Immanuel Kant – erkenntnistheoretisch angezeigt ist: „Alle Kultur der Erkenntnisvermögen teilt sich in zwei Zweige auf: Geschichte und Philosophie.“[42] Die methodologische Integration beider Erkenntniswege in eine sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Einzeldisziplin – wie sie die Sozialökonomik im Zuge des Methodenstreits anzustreben begann – war jedoch damit noch nicht erreicht.

    Werturteilsstreit – Ethik

    In die Methodenfrage von Geschichte und Theorie wurde im Rahmen des Werturteilsstreits eine dritte strittige Größe einbezogen, die Wissenschaftsethik. Auslöser war die weitverbreitete Verschränkung von Wirtschaftswissenschaft und Wirtschaftspolitik, also die Verbindung von spezifisch methodischer Sein-Beschreibung und Sein-Analyse mit spezifischen Vorstellungen eines normativen Sein-Sollens. So hatten die Liberalen der theoretisch geprägten sog. Manchesterschule (Kongreß deutscher Volkswirte) wie Heinrich B. Oppenheim und die historisch-ethisch orientierten sog. Kathedersozialisten (Verein für Socialpolitik) wie Gustav Schmoller teilweise sehr erfolgreich Einfluss auf Gesetzgebung und Politik genommen.


    Gustav Schmoller (1838-1917). [vergrößern] [Quelle]


    Schmoller sprach sich für eine bewusst-selbstreflexive Haltung zu den unvermeidlichen eigenen Werturteilen und Interessen aus. Er argumentierte vor allem mit objektiven Werten, die der Ökonomik, egal welcher subjektiven Wertorientierung der einzelne Ökonom noch nachstrebe, seit jeher innewohnten, v.a. mit dem Streben nach dem Gemeinwohl. In diesem Sinne habe die Wirtschaftswissenschaft des ausgehenden 19. Jahrhunderts über alle methodologischen und politischen Gräben hinweg eine objektivierende Wirkung gehabt. Wenn auch idealisierende Wertvorstellungen vom praktischen Zweck der Wissenschaft weiter existierten, so seien diese an den Lehrstühlen der Universtäten nicht identisch mit denjenigen, die in Parteizeitschriften und anderen Organisationen des Klasseninteresses vorherrschten.[43]

    Max Weber zu Gustav Schmollers These der objektiven ethischen Konvergenz:

    „Denn der radikalste Zweifel ist der Vater der Erkenntnis. […] Die spezifische Funktion der Wissenschaft scheint mir […]: daß ihr das konventionell Selbstverständliche zum Problem wird.“

    17.08.2025

    Sozialökonomik - Geschichte und Gegenwart eines Wissenschaftskonzepts   (II von VIII)

    File:Max Weber, 1918.jpg

    Max Weber (1864-1920). [vergrößern] [Quelle]


    Max Weber sprach sich für eine strenge Trennung von Werturteil- und Methodenfragen aus. Aus einem methodisch ermittelten Sein könne nicht methodisch auf ein Sollen geschlossen werden (Humes Gesetz). Dies gelte für vermeintlich historisch entwickelte „Kulturwerte“ ebenso wie für theoretische „Grundprinzipien“ des Wirtschaftens. Allerdings machte Weber deutlich, dass der Zweck bzw. das Erkenntnisziel einer sozialwissenschaftlichen Disziplin wie der Ökonomik in jedem Falle wertgebunden und damit a priori gesetzt werde (Axiom). Dabei verbürge die Allgemeinheit und Ergebnisoffenheit eines gemeinsamen Zwecks größere Wirklichkeitsnähe als eine strittige „Wahl der Zwecke“, welche die Wissenschaften beschränkten Erkenntnisinteressen unterordnen und damit einer ungenügenden Methodik sowie einer einseitigen Normativität zuführen könne.


    Max Weber über eine möglichst ergebnisoffene Formulierung des Forschungszwecks einer umfassenden sozialökonomischen Disziplin:

    „Es ist einfach eine Naivität, wenn auch von Fachmännern gelegentlich immer noch geglaubt wird, es gelte, für die praktische Sozialwissenschaft vor allem ‚ein Prinzip‘ aufzustellen und wissenschaftlich als gültig zu erhärten, aus welchem alsdann die Normen für die Lösung der praktischen Einzelprobleme eindeutig deduzierbar seien.“[45]

    „Die zu theoretischen Zwecken nützlichen Fiktionen der reinen [theoretischen] Oekonomik können aber nicht zur Grundlage von praktischen Wertungen realer Tatbestände gemacht werden. […] Denn – um nur eins zu erwähnen – hinter der ‚Handlung‘ steht: der Mensch. Für ihn kann die Steigerung der subjektiven Rationalität und objektiv-technischen ‚Richtigkeit‘ des Handelns als solche über eine gewisse Schwelle hinaus – ja, von gewissen Anschauungen aus ganz generell – als eine Gefährdung wichtiger (z. B. ethisch oder religiös wichtiger) Güter gelten.“[46]

    Begründung des erkenntnistheoretischen Pluralismus

    Bei der Entwicklung einer integrativen Position in den Gegenstandsbereichen der Geschichte, Theorie und Ethik profitierte der sozial-ökonomische Diskurs von grundlegenden Entwicklungen im Bereich der Wissenschaftsphilosophie. In Reaktion auf die naturalistisch rationalisierte Aufklärung und ihren Anspruch, selbst historische, soziale und ethische Gegenstände naturalistisch verstehen und erklären zu können, war die Wissenschaftslehre von den Natur- und den Geisteswissenschaften entstanden.

    Die einflussreichen Programme der historischen Schulen des 19. Jahrhunderts (z.B.  Geschichtliche Methode, Wilhelm Roscher 1843; Historik, Johann Gustav Droysen 1868; Geisteswissenschaften, Wilhelm Dilthey 1883)[47] stellten heraus, dass die Mensch- und Menschheitswissenschaften „die Geschichte“ nicht als erledigte Vergangenheit betrachten oder mit abgestorbenen Anschauungsmaterial verwechseln dürften. Ebenso wenig könne die Geschichte, wie u.a. Georg Simmel betonte (Probleme der Geschichtsphilosophie 1892), in Form von universellen Geschichtsphilosophien „richtig“ interpretiert, auf „natürliche“ und „ewige“ Prinzipien reduziert werden. Sie könne nicht als überzeitlicher Ziellauf einer generellen Vernunft interpretiert werden, weil derartige Zuschreibungen immer auf den subjektiven Werten des Interpreten basierten (z.B. Fortschritts-, Kreislauf- oder Gleichgewichtsdenken).[48]

    Vielmehr verbinde die Geschichte als Erfahrungshorizont den Menschen einerseits mit dem Gewesen-Sein und Werden seines individuellen und gattungsmäßigen Selbst sowie andererseits mit dessen denkbaren Zustandsmöglichkeiten. Subjekt und Objekt würden nicht, wie in den Naturwissenschaften, durch Erklärung in eine äußerliche und gesetzesmäßige Beziehung gebracht, sondern durch sinnhaftes Verstehen (Hermeneutik) aus der menschlichen Innenansicht heraus zueinander geführt – zur Sach- tritt die Selbsterkenntnis.[49] Wilhelm Dilthey prägte dafür den Satz: „Die Natur erklären wir, das Seelenleben verstehen wir.“[50]

    Die neukantianischen Wissenschaftsphilosophen Wilhelm Windelband und Heinrich Rickert prägten eine Lehre der Wissenschaften, die spezifische systematische Erkenntnisinstrumente nach spezifischen Erkenntniszielen unterschied. Windelband legte die Unterscheidung von nomothetischen und idiographischen Wissenschaften zugrunde (Gesetzes- und Wirklichkeitswissenschaften). Diese ordnete Rickert wiederum den Kategorien der generalisierenden Naturwissenschaften und der individualisierenden Kulturwissenschaften zu.[51] Beide akzeptierten Diltheys Betonung der Hermeneutik für die Geistes- bzw. Kulturwissenschaften, ließen aber auch „natur-“ bzw. gesetzeswissenschaftliche Erklärungen gesellschaftlicher Zusammenhänge unter Vorbehalten gelten.[52]


    File:Heinrich Rickert.jpg

    Heinrich Rickert (1863-1936). [vergrößern] [Quelle]


    Rickert entwickelte dabei eine Erkenntnistheorie der Heterologie, die eine Wissenschaft nicht aus einer definitorischen Objekt-Klassifikation (Definition der Gattung), sondern aus der ihr zugrunde gelegten Wertbeziehung als Bedeutungszusammenhang bzw. Auswahlprinzip heterogener Untersuchungsobjekte hervorgehen lässt (Definition des Zwecks). Das daran ausgerichtete Erkennen muss andersartige Erkenntnisobjekte im Erkenntnisganzen nicht methodisch zwingend in genetischer, hierarchischer, mathematischer oder dialektischer Konstellation ordnen, sondern kann sie heterothetisch (von Heterothese bzw. „Anderthese“) kombinieren und sie so zu einer verbundenen Synthese zusammenführen, zu einer „Einheit der Mannigfaltigkeit“.[53] Rickert habe gezeigt, so Werner Flach, dass „das Letzte, was wir zu denken vermögen, mindestens eine Zweiheit darstellt“ und dass damit der „erkenntnistheoretische Pluralismus eine (endgültige) Begründung“ erhalten habe.[54]

    Eine disziplinäre Zweck-Definition findet sich in Max Webers Auffassung der Sozial- und Wirtschaftswissenschaft als „wissenschaftliche[r] Erforschung der allgemeinen Kulturbedeutung der sozialökonomischen Struktur des menschlichen Gemeinschaftslebens und seiner historischen Organisationsformen“.[55] Diese allgemeine Form der Verbindung von Entwicklung und Struktur kann auch für andere Konzeptionen der Sozialökonomik als kennzeichnend gelten, wobei die methodologische Heterogenität des Faches aufgrund seiner Zusammenschau des Andersartigen jeweils vorausgesetzt wurde.

    Das sozial-ökonomische Diskursfeld im Überblick

    Die wachsende Kluft zwischen „ethischen“, „kulturwissenschaftlichen“, „politischen“ und „sozialen“ Ökonomen auf der einen und den „theoretischen“, „mathematischen“ und „naturwissenschaftlichen“ Ökonomen auf der anderen Seite drohte, den disziplinären Diskurs auf Dauer zu spalten. Dabei war dieser Diskurs in den Jahrzehnten vor und nach 1900 keinesfalls nur dualistisch angelegt und bildete zahlreiche Probleme und Fragestellungen der damaligen Zeit ab, welche innerhalb eines diskursiven Netzwerks mit sozialen, politischen und ökonomischen Sachverhalten in Verbindung gebracht wurden.

    Im Folgenden werden einige dieser Diskurselemente anhand ihrer Inhalte sowie mit diesen in Verbindung stehenden Personen und Institutionen aufgeführt. Die Diskursfelder ihrerseits lassen sich u.a. in Anlehnung an die vier „fundamental fields“ entfalten, wie sie der zeitgenössische Disziplinhistoriker der Sozialökonomik, Joseph Schumpeter, dargelegt hat: Geschichte, Statistik, Theorie und Wirtschaftssoziologie bzw. Sozialökonomik.[56] Über den sozial-ökonomischen Kerndiskurs hinaus sind interdisziplinäre, ethische, rechtliche, politische und supradisziplinäre Bezüge berücksichtigt, wie sie sich aus der Geistesgeschichte der europäischen Neuzeit ergeben.

    Personen- und ideengeschichtliche Rück- und Vorgriffe sowie semantische Übergänge in „nicht-wissenschaftliche“ Diskursbereiche sind über den Darstellungszeitraum (1850 bis 1970) hinweg fließend gehalten, sofern sie wissenschaftshistorisch in Betracht kommen. Die Mehrfachnennung von Personen ist möglich. Auflistungen erfolgen nicht primär nach chronologischen, sondern nach inhaltlichen Gesichtspunkten.

    Diskurselemente und Diskursfelder einblenden





     

    Diskurs- als Netzwerktheorie: (https://de.wikipedia.org/wiki/Akteur-Netzwerk-Theorie) Veranschaulichung diskursiver Knotenpunkte, ihrer Verbindungen und ihrer Verhältnispositionen. [vergrößern] [Quelle]

    historisch-soziale Knotenpunkte:

    Adam Müller, Friedrich List, Bruno Hildebrand, Karl Knies, Wilhelm Roscher, Gustav Cohn, Wilhelm Neurath, Lujo Brentano, Gustav Schmoller, Gustav Schönberg, Georg F. Knapp, Robert René Kuczynski, Johannes Conrad, Wilhelm Lexis, Karl Bücher, Franz Eulenburg, Bernhard Harms, Arthur Spiethoff, Carl Brinkmann sowie die sog. Kathedersozialisten des frühen Vereins für Socialpolitik

    Albert Schäffle, Otto Hintze, Richard T. Ely, Georg Simmel, Max Weber, Edgar Jaffé, Alfred WeberW. E. Burghardt „W. E. B.“ Du Bois, Franz Oppenheimer, Heinrich Herkner, Werner Sombart, Friedrich von Gottl-Ottlilienfeld, Othmar Spann, Johann Plenge, Alfred von Martin, Edgar Salin, Albert Salomon, Helmuth Plessner, Norbert Elias, Hans Freyer, Alfred Müller-Armack, Alexander Rüstow, Karl Polanyi, Gottfried Eisermann

    Herbert B. Adams, Richard T. Ely, John B. Clark, Henry C. Adams, Edwin R. A. Seligman, Edmund J. James, Simon N. Patten (Gründergeneration der American Economic Association), sowie Walton H. Hamilton, John R. Commons, Thorstein Veblen, Wesley C. Mitchell, John M. Clark, John K. Galbraith, Robert Liefmann, Karl William Kapp

    Henri de Saint-Simon, Auguste Comte, Herbert Spencer, Jacob Burckhardt, Wilhelm Wundt, Ernst Cassirer, Eberhard Gothein, Karl Lamprecht, für die Philosophische Anthropologie: Max Scheler, Helmuth Plessner, Arnold Gehlen, für die Annales-Schule: Marc Bloch, Lucien Febvre, Fernand Braudel, für die Bielefelder Schule bzw. Historische Sozialwissenschaft: Hans-Ulrich Wehler, Jürgen Kocka; für die Weltsystem-Theorie: Immanuel Wallerstein

    theoretisch-formale Knotenpunkte:

    Adam Smith, Thomas Robert Malthus, David Ricardo, Jean-Baptiste Say, John Stuart Mill, für die deutschsprachige Ökonomik u. Agronomie: Albrecht Thaer, Johann Heinrich von Thünen, Karl Heinrich Rau, Hermann Heinrich Gossen

    Alfred Marshall, William Stanley Jevons, Léon Walras, John B. Clark, Irving Fisher, Philip Henry Wicksteed, Paul Howard Douglas, Charles Wiggins Cobb, Paul A. Samuelson, Robert M. Solow, für die Österreichische Schule: Carl Menger, Frank A. Fetter, für die Theoretische Sozialökonomik: Heinrich Dietzel, für die Schwedische Schule: Knut Wicksell, Gustav Cassel

    Carl Menger, Eugen von Böhm-Bawerk, Frank A. Fetter, Friedrich von Wieser, Joseph Schumpeter, Ludwig von Mises, Friedrich Hayek (u.a. methodologischer Individualismus, Verhaltens- und Grenznutzentheorie, Unternehmer- und Innovationstheorie, Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung)

    für die Birmingham Currency School: Thomas Attwood, Matthias Attwood; Jean-Charles-Léonard Simonde de Sismondi, Karl Rodbertus, John A. Hobson, Michał Kalecki, für den (Post-)Keynesianismus: John M. Keynes, Richard Kahn, Joan Robinson, Nicholas Kaldor, John R. Hicks, für die Neoricardianische Schule: Piero Sraffa

    Henri de Saint-Simon, Karl Rodbertus, Ferdinand Lassalle, Karl Marx, Friedrich Engels, Adolph Wagner, Eugen Dühring, Werner Sombart, Eduard Bernstein, Karl Kautsky, John A. Hobson, Rosa Luxemburg, Johann Plenge, Michail Iwanowitsch Tugan-Baranowski, Rudolf Hilferding, Eduard Heimann, Michał Kalecki, Jürgen Kuczynski (u.a. methodologischer Kollektivismus oder Holismus, Klassen- und Kapitalismustheorie, Verteilungs- und Konflikttheorie, Imperialismustheorie, makroökonomische Unterkonsumtions- und Profittheorie)

    Lewis H. Morgan, Henry T. Buckle, Friedrich Engels, Karl Marx, Franz Mehring, Rudolf Stammler

    Ferdinand Tönnies, Georg Simmel, Gustav Ratzenhofer, Rudolf Goldscheid, Émile Durkheim, Robert Michels, Friedrich von Wieser, Leopold von Wiese, Alfred Schütz, Karl Mannheim, Talcott Parsons, Jürgen Habermas, Werner Hofmann, Niklas Luhmann, Ralf Dahrendorf

    Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Herbert Marcuse, Erich Fromm, Leo Löwenthal, Franz L. Neumann, Otto Kirchheimer, Friedrich Pollock, Walter Benjamin

    Wolfgang Abendroth, Heinz Maus, Werner Hofmann

    • Kommunitarismus und Socio-Economics (Society for the Advancement of Socio-Economics)

    Robert N. Bellah, Amitai Etzioni

    ethisch-politische Knotenpunkte:

    Wilhelm Emmanuel von Ketteler, Wilhelm Hohoff, Joseph Mausbach, Franz Hitze, Heinrich Weber, Heinrich Pesch, Papst Leo XIII. (Sozialenzyklika Rerum Novarum 1891), Karl Wasserrab, Theodor Brauer, Oswald von Nell-Breuning, Hans Küng, für die vormalige Catholic Economic Association (1941/42) bzw. Association for Social Economics (seit 1970): Thomas F. Devine, Bernard W. Dempsey

    Johann Hinrich Wichern (Innere Mission u. Diakonie), Christoph Blumhardt, Adolf Stoecker, Rudolf Todt, Friedrich von Bodelschwingh d.Ä. (Hochschule Bethel), Rudolph Sohm, Caspar René Gregory, Friedrich Naumann, Paul Göhre, Gertrud Bäumer, Gottfried Traub, Adolf von Harnack, Ernst Troeltsch, Paul Tillich, Karl Barth sowie der Evangelisch-Soziale Kongress (1890)

    Thomas Hobbes, Jeremy Bentham, John Stuart Mill

    Richard Cobden, John Bright, Harriet Martineau, Jean-Baptiste Say, Frédéric BastiatJohn Prince-Smith, Eugen Richter, Henry Charles Carey

    Friedrich Hayek, Albert Hunold, Ludwig von Mises, Karl Popper, Walter Eucken, Wilhelm Röpke, Alexander Rüstow, für die Chicagoer Schule: Frank Knight, George Stigler, Milton Friedman, für die Sozialökonomische Verhaltensforschung: Günter Schmölders

    Friedrich Wilhelm Schulz, Friedrich Naumann, Eugen von Philippovich, Franz Oppenheimer, Gerhart von Schulze-Gaevernitz, Adolf Weber, Ludwig Erhard, Alfred Müller-Armack

    Walter Eucken, Franz Böhm, Leonhard Miksch, Hans Großmann-Doerth, Arbeitsgemeinschaft Erwin von Beckerath

    Alfred Müller-Armack, Ludwig Erhard, Alexander Rüstow, Wilhelm Röpke, Günter Schmölders, Franz Böhm, Karl Schiller

    Max Hirsch, Franz Duncker, Ferdinand Lassalle (Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein 1863), Johann Baptist von Schweitzer, Wilhelm Hasenclever, Wilhelm Liebknecht, August Bebel, Karl Kautsky, Clara Zetkin, Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht, für den Revisionismus: Karl Höchberg, Carl August Schramm, Karl Flesch, Eduard Bernstein

    Eduard Baltzer, Louise Otto-Peters, Marianne Weber, Anita Augspurg, Clara Zetkin, Hermann Schulze-Delitzsch, Friedrich Wilhelm Raiffeisen, Karl Marlo, Theodor Hertzka, Henry George, Adolf Damaschke, Silvio Gesell, Wilhelm Ostwald, Ernst Bloch (u.a. Renten- und Zinstheorie, Bodenreform, Produktions-, Wohnungsbau- u. Siedlungs-, Kredit- und Konsumgenossenschaften, alternative Geldtheorie und -reform, Freiwirtschaft, energetisch-physikalische Kulturtheorie, Konkrete Utopie)

    Charles A. Beard, James Harvey Robinson, Thorstein Veblen, Wesley C. Mitchell, Alvin S. Johnson, Hannah Arendt, Emil Lederer, Hanns Eisler, Alfred Schütz, Albert Salomon, Erich Fromm, Karl Löwith, Marie Jahoda, Arnold Brecht, Eduard Heimann, Adolf Löwe (Adolph Lowe), Hans Jonas, Hans Simons, Helmuth Plessner

    rechts- und staatspolitische Knotenpunkte:

    Thomas Hobbes, William Petty, Hugo Grotius, John Locke, Samuel Pufendorf, Christian Wolff, Jean-Jacques Rousseau, Thomas Paine, David Hume, Immanuel Kant

    Johann Gottlieb Fichte, Georg W. F. Hegel, Henri de Saint-Simon, Pierre-Joseph Proudhon, Lorenz von Stein, Karl Rodbertus, Rudolf von Gneist, Adolph Wagner, Gustav Schmoller, Otto von Gierke, Hugo Preuß, für die Sozialrechtliche Schule: Rudolf Stolzmann, Rudolf Stammler, Karl Diehl; für das Staats- und Völkerrecht: Ferdinand von Martitz, Walther Schücking, Hans Kelsen

    Ferdinand Lassalle, Anton Menger, Carl Bulling, Anita Augspurg, Karl Flesch, Philipp Lotmar, Hugo Sinzheimer, Hermann Heller, Otto Kahn-Freund, Ernst Fraenkel, Franz L. Neumann, Thilo Ramm

    Lorenz von Stein, Rudolf von Jhering, Philipp Heck, Eugen Ehrlich, Max Weber, Friedrich von Wieser, Niklas Luhmann

    wissenschafts- und erkenntnistheoretische Knotenpunkte:


    17.08.2025

    Sozialökonomik - Geschichte und Gegenwart eines Wissenschaftskonzepts   (III von VIII)

    Immanuel Kant, Friedrich Schleiermacher, Friedrich Ast, Friedrich Carl von Savigny (Historische Rechtsschule), Ferdinand Christian Baur (Tübinger Schulen), Adam Müller, Friedrich List, Leopold von Ranke, Johann G. Droysen, Theodor Mommsen, Wilhelm Roscher (Historische Schule der Nationalökonomie), Karl Knies, Wilhelm Dilthey (Kategorie der Geisteswissenschaften), Adolf von Harnack (Historische Theologie), Ernst Troeltsch (Religionsgeschichtliche Schule), Karl Lamprecht (Institut für Kultur- und Universalgeschichte), Marc Bloch, Lucien Febvre (Annales-Schule), Hans-Ulrich Wehler, Jürgen Kocka (Bielefelder Schule)

    Francis Bacon, Thomas Hobbes, William Petty, John Locke, Auguste Comte, Herbert Spencer, John Stuart Mill, Gottlob Frege, Rudolf Carnap, Ludwig Wittgenstein, für den Wiener Kreis: Hans Hahn, Otto Neurath, Kurt Gödel, Karl Menger, Richard von Mises

    für die Marburger Schule: Friedrich Albert Lange, Hermann Cohen, Paul Natorp, Karl Vorländer, Rudolf Stammler, Walther Schücking; für die Südwestdeutsche Schule: Wilhelm Windelband, Heinrich Rickert

    Karl Popper, Hans Albert

    Immanuel Kant, Johann Gottlieb Fichte, Adam Müller, Friedrich W. J. Schelling, Georg W. F. Hegel, Henri de Saint-Simon, Johann Caspar Bluntschli, Georg Jellinek, Gustav Radbruch, Hans Kelsen

    Christian Wolff, Samuel Pufendorf (mos geometricus), Friedrich Carl von Savigny (Historische Rechtsschule), Georg Friedrich Puchta, Bernhard Windscheid (Pandektenwissenschaft), Rudolph von Jhering, Philipp Heck (Interessenjurisprudenz)

    Friedrich Schleiermacher, Wilhelm von Humboldt, Wilhelm Dilthey, Eduard Spranger, Theodor Litt

    17.08.2025

    Sozialökonomik - Geschichte und Gegenwart eines Wissenschaftskonzepts   (IV von VIII)

    Die Sozialökonomik als integratives Disziplinmodell

    Adolph Wagner (1835-1917). [vergrößern] [Quelle]

    Von Beginn an trat die Sozialökonomik weniger als klarer definitorischer Gattungsbegriff denn als allgemeine Zweckorientierung des sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Erkenntnisinteresses auf. Als Ausdruck eines programmatischen integrativen Disziplinmodells formierte sich die Sozialökonomie, Sozialwirtschaftslehre bzw. Sozialökonomik erstmals zu Beginn der 1880er-Jahre im Umfeld des Berliner Ökonomen und Staatswissenschaftlers Adolph Wagner, welcher vor allem Karl Rodbertus und Albert Schäffle als seine Einflüsse kennzeichnete und seinerseits z.B. Heinrich Dietzel, Werner Sombart und Max Weber beeinflusste. Wagner lehrte 45 Jahre an der Friedrich-Wilhelms-Universität und prägte Generationen, die in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, im Staatsrecht, im Staatsbeamtentum oder im Journalismus tätig wurden. Franz Oppenheimer formulierte anlässlich seines Todes, dass „wir Berliner Akademiker“ in Wagner „unseren lieben und verehrten Altmeister“ sahen.[57]

    Adolph Wagner – Sozialökonomik als Staatswissenschaft

    Erste programmatische Texte stellten Adolph Wagners Antikritik (1883) sowie seine Systematische Nationalökonomie (1886) dar, welche an die Diskussion von Gustav Schönbergs Handbuch der politischen Oekonomie (1882) anknüpften.[58] Darin kritisierte er einseitige Auffassungen sowohl auf Seiten der historisch-gesellschaftlichen (Gustav Schmoller) wie auch der theoretisch-individualistischen Ökonomik (Carl Menger) und betonte die Notwendigkeit, beide Perspektiven in einer Wissenschaft der Socialökonomie zusammenzuführen.

    Adolph Wagner zu Beginn des Methodenstreits in der Antikritik (1883):

    „Nicht das Aufgehen der Polit[ischen] Oekon[omie] in eine einstweilen noch recht unklare ‚Socialwissenschaft‘ sondern die Umbildung der Polit. Oek. in eine wahre Socialökonomie scheint mir die Aufgabe und, wenn ich auch einmal prophezeien darf, das Resultat der Weiterentwicklung unserer Wissenschaft zu sein.“[59]

    Nachdem Wagner 1892 bekundet hatte, sein eigenes bekanntes Lehrbuch in der 3. Auflage nur noch der Konvention halber der Politischen Ökonomie statt der Socialökonomie gewidmet zu haben, vollzog er 1907 schließlich auch offen den Schritt zur Sozialökonomik.[60] Nicht zuletzt vor dem Hintergrund dieser Entwicklung bezeichnete Adolf Weber ihn 1909 als den „sympathischen Nestor der deutschen sozialökomischen Wissenschaft“.[61] Die aus der Kameral- und Staatswissenschaft (v.a. Karl Heinrich Rau) herrührende disziplinäre Dreigliedrigkeit der öffentlichen Wirtschaftswissenschaften behielt Wagner in seiner Gesamtkonzeption der Sozialökonomik bei:[62]

    A. allgemeine bzw. theoretische Wissenschaft (Wirtschaftskunde)

    B. spezielle bzw. praktische Wissenschaft (Wirtschaftspolitik)

    C. Finanzwissenschaft (Staatswirtschaftslehre)

    Heinrich Dietzel – Sozialökonomik als Akteurswissenschaft

    In seiner 1882 vorgelegten Dissertation unter der Betreuung von Adolph Wagner schied Heinrich Dietzel die kausal-logisch aufgebaute Sozialwirtschaftslehre von der historisch-ethisch motivierten Volkswirtschaftslehre. Der ersten legte er die deduktive und der zweiten die induktive Vorgehensweise als zwar gleichberechtigte Methoden, jedoch letztlich als unvereinbare disziplinäre Axiome zugrunde. Anders als Wagner, der diese Spaltung der Gesamtdisziplin zunächst tolerierte, aber ablehnte, legte Dietzel den Schwerpunkt seiner Überlegungen auf die Rechtfertigung des methodologischen Individualismus im Gefolge der ökonomischen Klassik.[63] Als erster und einziger Biograph von Karl Rodbertus stellte er ab 1886 dessen Werke sowie wissenschafts- und wirtschaftstheoretische Ideen systematisch dar.[64]

    Heinrich Dietzel (1857-1935). [vergrößern] [Quelle]

    Der klassisch orientierte Wirt­schafts­theore­tiker Heinrich Dietzel formulierte in seiner Theoretischen Socialökonomik (1895) die erste dezidierte Wissenschaftskonzeption der Sozialökonomik aus:

    „Zum Siege gelangt, verfiel der Liberalismus in den Fehler, die von ihm vertretene sociale Ordnung für die absolute, ‚natürliche‘ zu halten. Denen, welche diesem Glauben huldigten, verschwand immer mehr die Erkenntniss, dass ein Unterschied natürlicher und socialer Kategorien bestehe. Den Gegnern dieser liberalen Orthodoxie, den Männern der historischen Schule, konnte es nicht in den Sinn kommen, solchen Unterschied, welcher von ihnen nur als Nachklang der verspotteten ‚naturrechtlichen‘ Anschauungsweise rubricirt worden wäre, wieder zu beleben. Ihnen war Alles historisch wandelbar, Nichts natürlich. Erst durch Rodbertus und Ad. Wagner ist der Gegensatz ‚rein-ökonomischer‘ und ‚historisch-rechtlicher‘ Kategorien gewissermaassen neu entdeckt worden.“

    „Während Menger die Theorie ‚exact‘ nennt, erkennen die Historiker nur der Historie dieses Epitheton zu. Und Beide mit Recht: denn eine historische Untersuchung, welche einen concreten Vorgang vollendet beschreibt und ursächlich erklärt, darf sich ebenso als ‚exacte‘ bezeichnen, wie eine mittelst der Isolirmethode geführte Untersuchung, welche die Reactionen von ‚Wirthschaftsmenschen‘ auf ein wirtschaftlich relevantes Ereigniss und das daraus sich ergebende Phänomen richtig bestimmt.“

    „Wenn demnach der Ausdruck ‚Nationalökonomik‘ nur auf die Analyse gewisser Phasen der concreten wirthschaftlichen Entwicklung zutrifft, so trifft der Ausdruck ‚Socialökonomik‘ auf alle zu.“[65]

    Unter Berücksichtigung der Kritik Wagners lieferte Dietzel 1895 im gemeinsamen Lehr- und Handbuch der politischen Oekonomie die erste dezidiert disziplintheoretische Neukonzeption, die aus dem Methoden- und Werturteilsstreit hervorging. Seine bisherige disziplinäre Zweiteilung führte er nun unter dem Begriff der Sozialökonomik zusammen.[66] Abweichend von den traditionellen Disziplingliederungen hielt Dietzel eine Einteilung für wissenschaftstheoretisch und wissenschaftsethisch angebracht, welche die Erkenntnisdimensionen und die ethischen „Zwecksysteme“ trotz gleicher Gegenstände weitgehend selbstständig und damit neutralitätsfördernd einband:[67]

    A. Theoretische Sozialökonomik (beschreibend – Sein)

            a) Wirtschaftsgeschichte – historisch-rechtliche, soziale Kategorien

            b) Wirtschaftstheorie – rein-ökonomische, natürliche Kategorien

     

    B. Praktische Sozialökonomik (vorschreibend – Sein-Sollen)

            a) Wirtschaftsethik (normativ)

                aa) Individualprinzip (Individualismus)

                ab) Sozialprinzip (Kollektivismus)

            b) Wirtschaftspolitik (kritisch-technisch)

                ba) angewandtes Individualprinzip

                bb) angewandtes Sozialprinzip

    Max Weber – Sozialökonomik als Gesellschaftswissenschaft

    Max Weber verwendete den Begriff der Sozialökonomik erstmals 1894/95 in seiner Freiburger Vorlesung Allgemeine („theoretische“) Nationalökonomie. Sowohl der Zeitpunkt als auch die Begründung seiner Begriffsnutzung lassen auf eine Entlehnung aus dem Umfeld Adolph Wagners und Heinrich Dietzels schließen. Im Rahmen seiner juristischen Habilitation über die römische Agrargeschichte (1891) hatte er sich eingehend auch mit den methodologischen und begriffstheoretischen Vorarbeiten Karl Rodbertus‘ beschäftigt.[68]

    Weber selbst führte 1904 im sog. Objektivitätsaufsatz Wilhelm Roscher und Karl Marx als herausragende Vordenker der „sozialökonomischen Wissenschaft“ an, womit er auf die historische und theoretische Methodik seines eigenen Ansatzes hinwies.[69] Statt zu einer Entscheidung für die Methoden der theoretischen Deduktion oder der historischen Induktion tendierte Weber zur Abduktion als eines kombinierenden, heuristisch angelegten begriffslogischen Verfahrens der „Idee“ des Wirklichen (Idealtypus-Lehre).[70] Ziel sei die „wissenschaftliche Erforschung der allgemeinen Kulturbedeutung der sozialökonomischen Struktur des menschlichen Gemeinschaftslebens und seiner historischen Organisationsformen“.[71]

    Wegen seiner Gesamtperspektive auf die historische Genese des gesellschaftlichen Wirtschaftssystems des Kapitalismus und seiner daran ausgerichteten disziplinären Stoffsystematik ist er auch als „bürgerlicher Marx“ (Albert Salomon) bezeichnet worden.[72] Weniger theoretische Gesetzmäßigkeiten als vielmehr historisch-ethische Erwägungen ließen Weber die Möglichkeiten der „inneren Umbildung und die Zukunftschancen des Kapitalismus“ zum Kern des sozialökonomischen Erkenntnisinteresses zählen.[73] Er selbst äußerte die Befürchtung, dass der historisch entstandene „Kosmos der modernen Wirtschaftsordnung, der heute den Lebensstil aller einzelnen, die in dieses Triebwerk hineingeboren werden, mit überwältigendem Zwange bestimmt“, herrschen „wird, bis der letzte Zentner fossilen Brennstoffs verglüht ist“.[74]

    File:Max Weber 1917.jpg

    Max Weber 1917 (Mitte, im Profil). [vergrößern] [Quelle]

    Max Weber über die Bedeutung der Problemorientierung bei der disziplinären Bestimmung der Sozialökonomik (Definition über den subjektiven Zweck, nicht über die objektive Gattung des Gegenstands); aus dem Objektivitätsaufsatz anlässlich der Übernahme der Herausgeberschaft des Archivs für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik zusammen mit Werner Sombart und Edgar Jaffé im Jahr 1904:

    „Unsere Zeitschrift nun befaßt sich wie die sozialökonomische Wissenschaft seit [Karl] Marx und [Wilhelm] Roscher nicht nur mit ‚wirtschaftlichen‘ sondern auch mit ‚wirtschaftlich relevanten‘ und ‚wirtschaftlich bedingten‘ Erscheinungen. Der Umkreis derartiger Objekte erstreckt sich natürlich, – flüssig, wie er je nach der jeweiligen Richtung unseres Interesses ist, – offenbar durch die Gesamtheit aller Kulturvorgänge.“

    „[…] Nicht die ‚sachlichen‘ Zusammenhänge der ‚Dinge‘, sondern die gedanklichen Zusammenhänge der Probleme liegen den Arbeitsgebieten der Wissenschaften zugrunde: wo mit neuer Methode einem neuen Problem nachgegangen wird und dadurch Wahrheiten entdeckt werden, welche neue bedeutsame Gesichtspunkte eröffnen, da entsteht eine neue ‚Wissenschaft‘. […]“[75]

    1909 wurde Max Weber von dem Verleger Paul Siebeck mit der Konzeption und Schriftleitung einer neuen Lehrbuchreihe beauftragt. Für deren Titel favorisierte Weber schließlich 1912 die Sozialökonomik als den „modernsten [und] besten Namen der Disziplin“ – in ausdrücklicher Abwendung von der Volkswirtschaftslehre.[76] Mehr noch als Heinrich Dietzel (Ausgliederung der Finanzwissenschaft) wich Weber mit seiner Gliederung von den bisherigen Disziplinmodellen seit der Klassik ab (Ausgliederung der praktischen VWL bzw. Wirtschafts- und Sozialpolitik), was seiner Sozialökonomik langfristig den größten interdisziplinären Einfluss sicherte (z.B. in Soziologie, Politikwissenschaft). Mittelfristig erodierte mit dem Rückgang historisch ausgebildeter Ökonomen die inhaltliche, begriffliche und disziplinäre Bindungskraft seines Ansatzes in der zunehmend theoretischen Wirtschaftswissenschaft.

    Die blauen Bände gehören zum Grundriss der Sozialökonomik in Form des Nachdrucks von 1985. In der Bildmitte Max Webers Wirtschaft und Gesellschaft von 1922 (hrsg. posthum von Marianne Weber) als ursprüngliche Dritte Abteilung des GdS. Links Teile der Rodbertus-Werkeausgabe von 1972. [vergrößern] [Quelle: Frank Fehlberg]

    Webers Wissenschaftskonzeption zeigte sich zuletzt in den originären Planungen der Sammelbandreihe Grundriss der Sozialökonomik (GdS, erschienen ab 1914). Diese verantwortete er stellvertretend für einen Herausgeberkreis allein und schloss demonstrativ ein „theoretisches Muster einer Stoffgruppierung“ bzw. ein „theoretisches Ideal“ aus (wie z.B. historistische und insbesondere (neo-)klassische Dogmatiken à la Principles of Economics von David Ricardo, Carl Menger, Alfred Marshall u.a.).[77] Hierzu konnte es allein schon deshalb nicht kommen, da Weber im Sinne seines hybriden historisch-theoretischen bzw. sozial- und kulturwissenschaftlichen Ansatzes namhafte Ökonomen, Historiker und Sozialwissenschaftler „aus methodisch und politisch verschiedensten Lagern“ in die Mitarbeit eingebunden hatte.[78]

    Die Bemühungen Webers um disziplinäre Integration machte bereits die heterologische Gruppierung der Historischen Schule in Person von Karl Bücher und der neoklassisch-österreichischen Gesellschaftstheorie in Person Friedrich von Wiesers im ersten Band des GdS von 1914 deutlich. Dieser „erkenntnistheoretische Pluralismus“ (nach Werner Flach) – der im gleichen Band durch den vermittelnden Beitrag Dogmen- und Methodengeschichte von Joseph Schumpeter unter die gemeinsame sozialökonomische Perspektive gestellt wurde – stand für den ausdrücklich gewünschten „didaktischen Charakter“ sowie die „nach Problemstellung und Stoffverteilung gänzlich heterogene Anlage“ des GdS.[79]

    Erstes Buch, Teil C: Max Webers Wirtschaft und Gesellschaft als GdS-Ausgabe von 1922. [vergrößern] [Quelle: Frank Fehlberg]

    Die Stoff- und Problemsystematik des Grundrisses der Sozialökonomik (Auszug Planungsstand in Band 1 von 1914):[80]

    Erstes Buch – Grundlagen der Wirtschaft

    • A. Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft
      • I. Volkswirtschaftliche Entwicklungsstufen [Karl Bücher]
      • II. Epochen der Dogmen- und Methodengeschichte [Joseph Schumpeter]
      • III. Theorie der gesellschaftlichen Wirtschaft [Friedrich von Wieser]
    • B. Die natürlichen und technischen Beziehungen der Wirtschaft
      • I. Die geographischen Bedingungen der menschlichen Wirtschaft
      • II. Wirtschaft und Bevölkerung
      • III. Die Konsumtion
      • IV. Arbeit und Arbeitsteilung
      • V. Wirtschaft und Technik
    • C. Wirtschaft und Gesellschaft
      • I. Die Wirtschaft und die gesellschaftlichen Ordnungen und Mächte [Max Weber]
      • II. Entwicklungsgang der wirtschafts- und sozialpolitischen Systeme und Ideale

      File:MarianneWeberInLemgo.jpg

      Marianne Weber (1870-1954) im Jahr 1896. Ursprünglich sollte der GdS-Teilband Wirtschaft und Gesellschaft Beiträge von Max Weber ("Ordnungen und Mächte") und Eugen von Philippovich ("Systeme und Ideale") enthalten. Nach dem Tod ihres Mannes 1920 war es Marianne Weber, welche den Band durch die Edition weiterer unveröffentlichter Schriften nachträglich zu einem seiner Hauptwerke machte. Ab 1956 löste Johannes Winckelmann diese Edition aus dem GdS-Kontext und brachte sie als "Wirtschaft und Gesellschaft - Grundriß der verstehenden Soziologie" heraus. [vergrößern] [Quelle]

    Zweites Buch – Spezifische Elemente der modernen kapitalistischen Wirtschaft

    • I. Prinzipielle Eigenart des modernen Kapitalismus
    • II. Die moderne Privatrechtsordnung und der Kapitalismus
    • III. Die moderne Staatsordnung und der Kapitalismus
    • IV. Die Finanzen und Betriebe der öffentlichen Körperschaften und der Kapitalismus
    • V. Allgemeine Bedeutung des modernen Nachrichtenwesens
    • VI. Die Elemente des privatwirtschaftlichen Betriebs
    • VII. Bedarfsdeckung und Erwerbswirtschaft. Haushalt, Betrieb, Unternehmung
    • VIII. Vermögenskategorien und Einkommensformen
    • IX. Die Berufsgliederung
    • X. Kapitalbildung und Kapitalverwertung
    • XI. Geld und Kredit; Kapitalmarkt; Notenbanken
    • XII. Die Preisbildung in der modernen Wirtschaft
    • XIII. Konjunkturen und Krisen

    Drittes Buch – Die einzelnen Erwerbsgebiete in der kapitalistischen Wirtschaft und die ökonomische Binnenpolitik im modernen Staate

    • A. Güterverkehr
      • I. Handel
      • II. Kreditbankwesen
      • III. Transportwesen
    • B. Güterproduktion
      • I. Industrie, Bergwesen, Bauwesen
      • II. Land- und forstwirtschaftliche Produktion
    • C. Versicherungswesen

    Viertes Buch – Kapitalistische Weltwirtschaftsbeziehungen und äußere Wirtschafts- und Sozialpolitik im modernen Staate

    Fünftes Buch – Die gesellschaftlichen Beziehungen des Kapitalismus und die soziale Binnenpolitik im modernen Staate

    • I. Ökonomische und gesellschaftliche Hemmungen des Kapitalismus
    • II. Kapitalismus und Bevölkerungsgruppierung
    • III. Kapitalismus und Einkommensverteilung
    • IV. Kapitalismus und Konsumenten
    • V. Ökonomische und soziale Aristokratie im kapitalistischen Zeitalter
    • VI. Der Mittelstand im kapitalistischen Zeitalter
    • VII. Wesen und gesellschaftliche Lage der Arbeiterklasse
    • VIII. Sozialpolitik und Karitätspolitik in geschichtlicher Entwicklung
    • IX. Die antikapitalistischen Massenbewegungen
    • X. Die Tendenzen zur inneren Umbildung und die Zukunftschancen des Kapitalismus

    Die Heterogenität des Disziplin- und Lehrbuchkonzepts sowie dessen editorische Behandlung nach seinem Tod wurden lange Zeit als Fortschreibung von Webers vielfältigen und außergewöhnlichen Forschungsinteressen begriffen. Es wurde nur selten hinreichend interdisziplinär-diskurshistorisch auf seine verbindenden Elemente und seine Entstehungszeit hin untersucht. So konnte der Politikwissenschaftler Wilhelm Hennis noch 1997 behaupten, „daß diese Bezeichnung [Sozialökonomik] in der Nationalökonomie – außer für Dietzel – für niemanden die geringste, die Sache näher definierende Bedeutung hatte“.[81]

    Für andere Weber-Forscher war die Problematisierung ebenso wie der Begriff der Sozialökonomik dagegen der zentrale, aufgrund des frühen Todes unvollendet gebliebene Versuch Max Webers, dem Anspruch einer „Wissenschaft vom Menschen“ disziplinär gerecht zu werden. Weniger in seinen fragmentarischen Einzeldarstellungen zur Wirtschafts- und Sozialwissenschaft als vielmehr in der metadisziplinären „Sozialökonomik als Kulturwissenschaft“ (Heino H. Nau), im „Rahmen einer sozialökonomischen Theorie“ (Dirk Kaesler), in der „sozialökonomischen Konstruktionslogik“ (Bernhard Quensel) und in seiner erkenntnisleitenden sozialökonomischen „Programmatik“ (Hans-Peter Müller) sei bei Weber systematische Geschlossenheit zu finden.[82]

    Sozialökonomik und Wirtschaftspraxis bis 1970

    Die Ereignisse des Ersten Weltkriegs nur wenige Monate nach Erscheinungsbeginn des Grundrisses der Sozialökonomik sowie der frühe Tod Max Webers (1920) markierten den Höhe- und Scheitelpunkt des Wissenschaftskonzepts der Sozialökonomik. Nachfolger in der Schriftleitung des Grundrisses wurde Emil Lederer, der die seit Kriegsbeginn stockende Herausgebertätigkeit im Sinne Webers bis zur Einstellung der Arbeiten 1930 fortführte. Lederer leitete in Heidelberg ab 1924 gemeinsam mit dem Bruder Alfred Weber das Institut für Sozial- und Staatswissenschaften (ehemals Volkswirtschaftliches Seminar). Die Wirkung des Lehrbuchs als Gesamtwerk wird als „überaus bescheiden eingeschätzt“ (Dirk Kaesler), wenngleich Teile daraus internationale Reichweite erzielen konnten.[83]

    Das Projekt einer disziplinären Integration von Geschichte und Theorie trat im Fachdiskurs in den Hintergrund. Als Kern des methodologischen und auch des wissenschaftsethischen Grundkonflikts blieb es jedoch allgegenwärtig. Die Bereitstellung anwendbarer sozialökonomischer Theorien sowohl zur Analyse wirtschaftspolitischer Einzelfragen als auch zur Beantwortung andauernder gesellschaftlicher Fragen entfaltete v.a. nach 1945 ihre Wirkung (vgl. polit- und rechtsökonomische Konzepte wie das Sozialstaatsprinzip, die Soziale Marktwirtschaft oder den Ordoliberalismus).

    Vom Kaiserreich in die Weimarer Republik

    Durch die Erfordernisse der Kriegswirtschaft forciert, entwickelte sich die Volkswirtschaftslehre immer mehr zu einer beratenden und instrumentell anwendbaren wirtschaftspolitischen Wissenschaft. Die krisenhafte Lage der Zwischenkriegszeit erhöhte zudem die Nähe zu politischen Parteien und zur Tagespolitik. Selbst der strengste Vertreter der wissenschaftlichen Wertfreiheit, Max Weber, war in der Novemberrevolution von 1918 zum Mitgründer einer politischen Partei geworden (DDP).[84]

    Die sozialökonomischen Studien der Zeit bildeten die ganze Bandbreite wirtschaftspolitischer Erwägungen ab. Gustav Cassel, ein ehemaliger Student Adolph Wagners, legte ein post- bis neoklassisch ausgerichtetes Werk vor (Theoretische Sozialökonomie 1918), das von keynesianischer Seite später wegen seines theoretischen Schwerpunktes und wegen seiner Vorwegnahme des Harrod-Domar-Modells als „Wendepunkt in der Entwicklung der Wirtschaftswissenschaft in Deutschland“ gewertet wurde.[85] Einer der Hauptvertreter der wirtschaftsliberalen Österreichischen Schule, Friedrich von Wieser, veröffentlichte 1924 seine Theorie der gesellschaftlichen Wirtschaft (1914) im Grundriss der Sozialökonomik in zweiter Auflage als eigenständige Monographie.[86] Alfred Müller-Armack legte die Grundlagen der kredit- und konjunkturpolitischen Wirtschaftslenkung und seiner Konzeption einer Sozialen Marktwirtschaft (Krisenproblem der Sozialökonomik 1923, Ökonomische Theorie der Konjunkturpolitik 1926).[87] Mit dem ehemaligen Generalsekretär der Sozialisierungskommission (1919), dem Sozialdemokraten Eduard Heimann, vertrat einer der ersten Lehrstuhlinhaber für Sozialökonomie (Hamburg 1925) offen einen ökonomischen und politisch-religiösen Sozialismus (Entwicklungsgang der wirtschafts- und sozialpolitischen Systeme und Ideale 1924, Soziale Theorie des Kapitalismus 1929).[88]

    Historische und theoretische Grundlagen: die erweiterte zweite Auflage des ersten Bandes des Grundrisses der Sozialökonomik 1924. Eduard Heimann und Eugen von Philippovich stellten in zwei neuen Beiträgen den "Entwicklungsgang der wirtschafts- und sozialpolitischen Systeme und Ideale" dar. [vergrößern] [Quelle: Frank Fehlberg]


    Auf die disziplinäre Weiterentwicklung ausgelegte Konzeptionen zeigten sich etwa in der Kultursoziologie (Alfred Weber 1920/21)[89], in Wirtschaft und Gesellschaft (Max Weber 1921/22, posthum kompiliert)[90], im System der Soziologie (Franz Oppenheimer 1922-1935)[91], in der Staatsordnung des Kapitalismus (Carl Brinkmann 1925)[92], in der Anschaulichen Theorie (Edgar Salin 1927)[93], in der Verstehenden Nationalökonomie der Wirtschaftssysteme (Werner Sombart 1930)[94], in der Modernen Wirtschaftsverfassung (Alfred Müller-Armack 1932)[95] oder in einer Geschichtlichen Theorie der Wirtschaftsstile (Arthur Spiethoff 1932)[96]. Derartige Ansätze verfolgten in ihrer historisch-theoretischen sowie zivilisations- und kulturwissenschaftlichen Orientierung das „sozialökonomische Forschungsprogramm“ Max Webers weiter.[97]

    Im Falle von Franz Oppenheimers wirtschaftsethischer Schwerpunktsetzung ergaben sich über zahlreiche Rezeptionen verschiedene Spielarten eines wirtschaftspolitischen Programms des Sozialliberalismus bzw. des Liberalen Sozialismus (u.a. Ludwig Erhard, Alexander Rüstow, Adolf Löwe, Eduard Heimann, Erich Preiser, Paul Tillich, Gerhard Colm). Von der Kategorienlehre in Max Webers hybrider Sozialökonomik-Konzeption dichotomisch abweichend, sah Oppenheimer die Ökonomische Soziologie für die Untersuchung der historischen Wirtschaftsgesellschaft und ihre „Schwesterwissenschaft“, die Sozialökonomik, zur Untersuchung der rein-ökonomischen bzw. politischen Gesellschaftswirtschaft vor.[98]

    Die Vorstöße, welche nach 1918 in Richtung einer Verbindung von Geschichte und Theorie orientiert waren, werden in der Forschung noch überwiegend als Ausläufer der Jüngsten Historischen Schule bzw. des Neohistorismus gewertet, zugleich aber oft auch als sozialökonomische Synthesen beschrieben.[99] Die unmittelbare Bedeutung der internationalen Lage für die breite Bevölkerung und die beschleunigten politisch-gesellschaftlichen Umwälzungen in der Weimarer Republik verstärkten die Begriffsnutzung der Sozialökonomik sowohl durch den Studierenden-Nachwuchs als auch durch die Nachkriegs-Nationalökonomie selbst.[100]

    Sozialökonomik und Nationalsozialismus

    Während der in den 1920er-Jahren aufkommende Nationalsozialismus unter Adolf Hitler (NS) den „neuen“ Historismus stellenweise für seine Zwecke vereinnahmte, gab es von Seiten bekannter Fachgrößen auch aktive Versuche einer Annäherung.[101] Ältere Ökonomen wie Werner Sombart glaubten (Deutscher Sozialismus 1934), sich als Künder des lange gehegten und vermeintlich gemeinsamen Interesses an einer klassenübergreifenden Wirtschafts- und Sozialpolitik profilieren zu können.[102] Vertreter der jüngeren Generation – wie etwa Alfred Müller-Armack (Wirtschaftsordnung im neuen Reich 1933, ebd. NSDAP-Eintritt) – erhofften sich die Ermöglichung neuartiger konjunkturpolitischer Krisenmaßnahmen unter den Bedingungen eines „totalen Staates“.[103]

    Auch theoretisch orientierten Vertretern der „neuen Wirtschaftslehre“ wie Erich Preiser (SA 1933, NSDAP-Mitglied 1937) oder den mathematisch arbeitenden Erich Schneider (NSDAP-Mitglied 1933) und Wilhelm Kromphardt (NSDAP-Mitglied 1937) schwebte eine wissenschaftlich fundierte Wirtschaftspolitik zur dauerhaften Stabilisierung der Marktwirtschaft vor.[104] Sie standen damit für die Schnittstelle der theoretischen Ökonomik zum Neohistorismus – aber auch für den Gedanken, dass das NS-Regime der neuen Konjunkturpolitik zum Durchbruch verhelfen könnte. Das sozialökonomische Denken sah sich – wenn auch Preiser noch die Wertfreiheit hervorhob[105] – vor ethischen und praktischen „Problemen, die von der Historischen Schule angesprochen wurden und auf die der Nationalsozialismus katastrophale Antworten gab“ (Helge Peukert).[106] In der BRD verstanden sich Vertreter der „neuen Wirtschaftslehre“ später überwiegend als Vertreter des Keynesianismus.[107]

    Die Verbindung ökonomischer Forschung mit den politischen Möglichkeiten der Zeit - Alfred Müller-Armack 1933. [vergrößern] [Quelle]

    Die Annäherung Alfred Müller-Armacks an das NS-Regime:

    Die nationale Bewegung ist die Mobilmachung des Historismus. […] Dieser Nationalismus ist bewußt gewordener Geschichtsaktivismus. […] Es muß hier zunächst darauf hingewiesen werden, daß das Aufkommen der Konjunkturpolitik im letzten Jahrzehnt der Tendenz zum totalen Staate innerlich entspricht. Denn an die Stelle der bisher auf Förderung einzelner Wirtschaftszweige oder sozialer Schichten gerichteten Maßnahmen, tritt mit ihr ein Typ Wirtschaftspolitik, der […] in seiner Zielsetzung auf die Gesamtsituation der Volkswirtschaft abgestellt ist. Dem liberalen Staate ist es bisher nicht möglich gewesen, die Konjunkturpolitik in größerem Umfange praktisch zu entwickeln.“[108]

    Im Umfeld der Mitarbeiter und Autoren des Grundrisses der Sozialökonomik hatte Robert Michels, der in Italien vom Sozialismus zum Faschismus übergegangen war (SPD-Mitglied 1903, PNF 1922), die Abschnitte Wirtschaft und Rasse (1914/23) sowie Psychologie der antikapitalistischen Massenbewegungen (1926) übernommen.[109] Othmar Spann (NSDAP-Mitglied Ende der 1920er-Jahre) und Friedrich von Gottl-Ottlilienfeld (NSDAP-Mitglied 1937) waren neben Werner Sombart (Gründungsmitglied der Akademie für Deutsches Recht 1933, Mitunterzeichner des Aufrufes Deutsche Wissenschaftler hinter Adolf Hitler 1934) die bekanntesten Ökonomen aus der Vorkriegsgeneration, welche versuchten, Einfluss auf den NS zu nehmen.[110]

    Schon früh wurden dagegen v.a. Ökonomen jüdischer Herkunft, aber auch politisch Andersdenkende ins Exil oder in die innere Emigration gedrängt. Wichtige Vertreter der Österreichischen Schule wie Joseph Schumpeter und Friedrich August von Hayek waren vor 1933 aus anderen Gründen in die USA bzw. nach Großbritannien gegangen und nützten dort teilweise ihre Stellungen, um Emigranten zu unterstützen.[111] Ein Zentrum des deutschsprachigen sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Exils wurde die New School in New York, an der 1933 die University in Exile gegründet wurde. Neben Eduard Heimann zog sich u.a. auch Emil Lederer (u.a. Arbeiterschutz u. Sozialversicherung 1927) dorthin zurück und wurde erster Dekan der Graduate Faculty of Political and Social Science.[112] Er war noch 1931– statt des Mitbewerbers Joseph Schumpeter – Lehrstuhl-Nachfolger Sombarts in Berlin geworden.[113]

    File:Land tenure in Palestine (IA landtenureinpale00opperich).pdf


     

    Franz Oppenheimer inspirierte mit seiner Theorie der Siedlungsgenossenschaft (1896) eine der ersten zionistischen Gründungen im osmanischen Palästina (Merchavia 1911, später ein Kibbuz). Aus der abgebildeten Broschüre: "It is not domination that we have again to introduce into Palestine, but its eternal and historic antithesis, co-operative association." [vergrößern] [Quelle]

    Neben den sozialdemokratischen bzw. sozialistischen gerieten auch (sozial-)liberale Ökonomen unter Druck: Walter Eucken und der Freiburger Schule kam innerhalb der in Deutschland verbliebenen Befürworter einer weitgehend „freien Marktwirtschaft“ die Rolle als Aushängeschild und Widerstandsnest des Wirtschaftsliberalismus zu. Alexander Rüstow und Wilhelm Röpke befassten sich ab 1933 im türkischen Exil an der Universität Istanbul durchaus kritisch mit der historischen Rolle des Wirtschaftsliberalismus in der Geistes- und Gesellschaftsgeschichte.[114] Franz Oppenheimer, Wegbereiter der Sozialen Marktwirtschaft und Vordenker des genossenschaftlichen Zionismus (1934/35 noch in Palästina als Dozent tätig), musste Deutschland 1938 endgültig verlassen. Zum 70. Geburtstag 1934 hatte ihm Erich Preiser geschrieben, dass in Deutschland doch nun Oppenheimers Gedanken eines „dritten Weges zwischen Kapitalismus und Marxismus“ der Verwirklichung nahe seien und er, Preiser, deshalb „mit Überzeugung Mitglied der SA“ geworden sei.[115]

    Auch aufgrund der völkischen und rassenantisemitischen Überformung nationaler und sozialpolitischer Ziele durch den NS kam es nach 1933 zu Konflikten u.a. zwischen Werner Sombart und Othmar Spann und dem Regime, weshalb sie zwar als „Wegbereiter“, aber gemeinhin nicht als originäre „Vordenker“ interpretiert werden.[116] Sombart starb 1941 mit 78 Jahren, zuletzt zensiert und isoliert, nachdem er sich früh enttäuscht von den neuen Machthabern gezeigt und Abstand genommen hatte. Spanns konservativ-ständische und zum Teil romantische bzw. klerikalfaschistische Vorstellungen einer Staats- und Wirtschaftsordnung wurden zum Anlass NS-interner Auseinandersetzungen. Er wurde 1938 nach dem Anschluss Österreichs einige Wochen inhaftiert, die Lehre an der Universität Wien wurde ihm verboten.[117]

    17.08.2025

    Sozialökonomik - Geschichte und Gegenwart eines Wissenschaftskonzepts   (V von VIII)

    Friedrich von Gottl-Ottlilienfeld kann hingegen als aktiver Förderer der völkischen Wirtschaftslehre bis zum Ende des NS gelten. Er wurde 1940 Direktor des Forschungsinstituts für Deutsche Volkswirtschaftslehre bei Graz.[118] Dennoch wurde auch er vom NS-Regime „mit Bedenken betrachtet“, als „Gelehrter alter Schule“ vertrete er weiterhin „die autonome Nationalökonomie, die die Interessen der Volksgemeinschaft nicht berücksichtigt“ (Dienststelle Rosenberg 1942).[119]

    In der Forschungsliteratur sind die Begriffe von der Neuen Wirtschaftslehre, des Deutschen Sozialismus und auch der frühe deutschsprachige Keynesianismus in einem ambivalenten politökonomischen und personellen Entwicklungskomplex von der Weltwirtschaftskrise über die NS-Diktatur bis in die Bundesrepublik miteinander verbunden.[120] Der traditionelle Disziplinbegriff der kulturgeschichtlichen Volkswirtschaftslehre hatte sich zunehmend zur Deutschen Volkswirtschaftslehre und schließlich zur völkischen Wirtschaftslehre verschoben, in der eine biologistisch definierte „Volksgemeinschaft“ sowohl den Wirtschafts- als auch den Wissenschaftszweck bestimmte.

    Die unreflektierte Weiternutzung hergebrachter Begriffe nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die während des NS geschwächte Prominenz der Sozialökonomik als Alternative zu Volkswirtschaftslehre oder Nationalökonomie weiter herab.[121]

    Weltwirtschaftskrise und Keynesianismus

    1929 hatte die Weltwirtschaftskrise große Arbeitslosigkeit mit sich gebracht, was die wirtschaftspolitische Diskussion über geeignete Krisenmaßnahmen anfachte. Im Verlauf der 1930er-Jahre deutete sich in Deutschland ein großer Einfluss der postklassischen Allgemeinen Theorie von John M. Keynes an (1936), die im Vergleich zur Neoklassik als realistischer und anwendungsbereiter galt und insofern auch den sozialökonomischen Ansätzen von historisch wandelbaren Wirtschaftssystemen, Wirtschaftsverfassungen oder Wirtschaftsstilen entgegen zu kommen schien.

    Im „Sofortprogramm“ der NSDAP im Mai 1932 wurde erstmals eine Forderung nach kreditfinanzierter Arbeitsbeschaffung und Konjunkturbelebung parteipolitisch aufgenommen.[122] Diese ging nicht unmittelbar auf NS-Kreise oder die theoretische Vorarbeit von Keynes zurück und war zuvor bereits in Regierungskreisen als politisch nicht vermittelbar bzw. unerwünscht verworfen worden.[123] Schon 1931 hatte Wilhelm Lautenbach (Reichswirtschaftsministerium) mit dem geheimen sog. Lautenbach-Plan eine Kreditausweitung der Reichsbank vorgeschlagen, welche jedoch wegen Befürchtungen einer Inflation nicht umgesetzt wurde.

    Eduard Heimann gehörte zu den wenigen Ökonomen, die Lautenbachs Vorschläge früh unterstützten.[124] Werner Sombart sprach sich 1934 – ausdrücklich angelehnt an Keynes‘ Vorstudien zur Allgemeinen Theorie – offen für eine „planmäßige Konjunkturpolitik“ aus.[125] Erich Preiser beschrieb schließlich 1941 das Wirtschaftssystem unter dem NS als das „System einer gelenkten Marktwirtschaft“, das über seine historische „Einmaligkeit“ und „Individualität“ hinaus „Züge“ bereithielte, „die für die allgemeine Theorie der Wirtschaft und der Wirtschaftspolitik wesentlich“ seien.[126]

    Im nationalsozialistischen Deutschland und in den USA des New Deal fiel die Allgemeine Theorie 1936 solchermaßen auf bereits „beackerten Boden“, da hier traditionell nicht-klassische ökonomische Lehrauffassungen erwogen und schon politische Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und auf den Weg gebracht worden waren.[127] Die keynesianische Ökonomin Joan Robinson formulierte 1972 rückblickend: „Hitler hatte bereits herausgefunden, wie man Arbeitslosigkeit kurierte, bevor Keynes mit der Erklärung fertig war, warum sie eintrat.“[128] Die US-Arbeitsministerin Frances Perkins notierte, Keynes sei bei seinem ersten Gespräch mit Franklin D. Roosevelt (1934) begeistert von dessen Maßnahmen, aber erstaunt über seine wirtschaftstheoretische Unbedarftheit gewesen.[129]


    Keynes 1933.jpg

    John Maynard Keynes (1883-1946). [vergrößern] [Quelle]


    John M. Keynes im deutschen Vorwort der Allgemeinen Theorie von 1936:

    „In Deutschland hat es immer wichtige Wirtschaftsschulen gegeben, die die Zulänglichkeit der klassischen Theorie für die Analyse zeitgenössischer Ereignisse stark in Frage gestellt haben. Sowohl die Manchester-Schule wie der Marxismus stammen letzten Endes von Ricardo ab – eine Folgerung, die nur bei oberflächlicher Betrachtung zu überraschen braucht. Aber in Deutschland hat es immer einen großen Teil der Meinung gegeben, der weder zur einen noch zur anderen Schule gehalten hat.

    Es kann jedoch kaum behauptet werden, daß diese Gedankenschule einen gegnerischen theoretischen Aufbau errichtet hat oder auch nur versucht hat, dies zu tun. Sie ist skeptisch, realistisch gewesen, zufrieden mit historischen und empirischen Methoden und Ergebnissen, die eine formelle Analyse verwerfen. [...]

    Trotzdem kann die Theorie der Produktion als Ganzes, die den Zweck des folgenden Buches bildet, viel leichter den Verhältnissen eines totalen Staates angepaßt werden als die Theorie der Erzeugung und Verteilung einer gegebenen, unter Bedingungen des freien Wettbewerbes und eines großen Maßes von laissez-faire erstellten Produktion. Das ist einer der Gründe, die es rechtfertigen, daß ich meine Theorie eine allgemeine Theorie nenne. Da sie sich auf weniger enge Voraussetzungen stützt als die orthodoxe Theorie, läßt sie sich umso leichter einem weiten Feld verschiedener Verhältnisse anpassen.“[130]

    Deutsche Demokratische Republik (DDR)

    In der DDR folgte die universitäre Lehre weitgehend den Vorgaben des marxistisch-leninistischen Partei- und Staatssozialismus bzw. des sog. Wissenschaftlichen Sozialismus, welche anfangs unter dem maßgeblichen Einfluss der Sowjetunion standen. Die Verbindung von gesellschaftlicher und ökonomischer Lehre im Sinne der Partei- und Staatsideologie setzte an die Stelle der Volkswirtschaftslehre und in Ablehnung aller bisherigen Konzepte sog. bürgerlicher Wissenschaft die Unterweisung in den Politischen Ökonomien des Sozialismus und des Kapitalismus.[131]

    Zur allgemeinen Politischen Ökonomie traten aufgrund des Wirtschaftssystems der Zentralverwaltungswirtschaft verschiedene anwendungsorientierte Fächer der Planökonomie. Zu den beispielhaften Lehr- und Ausbildungsinstitutionen gehörte die 1950 gegründete Hochschule für Ökonomie Berlin, welche unter Gründungsrektorin Eva Altmann die Fachrichtungen der marxistisch-leninistischen Wirtschaftswissenschaften, der zentralen Wirtschaftsplanung sowie der Betriebsführung zusammenfasste.


    Jürgen Kuczynskis 40-bändiges Monumentalwerk zur Theorie und Geschichte der Lage der Arbeiter unter dem Kapitalismus erlangte durch seine umfangreichen statistischen Studien (u.a. zum Relativlohn) auch internationale Bedeutung. [vergrößern] [Quelle]


    Für die bedingte Fortsetzung des sozialökonomischen Wissenschaftskonzepts kann in diesem Umfeld das Wirken des marxistischen Ökonomen und Historikers Jürgen Kuczynski betrachtet werden (KPD-Mitglied 1930, SED 1946).[132] Als Student wurde er in den 1920er-Jahren stark vom Umfeld der Heidelberger Gelehrtenwelt geprägt (z.B. „Sonntagskreis“ von Marianne Weber). Dort wirkten damals u.a. Heinrich Rickert, Edgar Salin und Emil Lederer. Der Student schätzte das ethisch-politisch offene „problemwissenschaftliche Leben“: „Heidelberg gibt die Synthese von Mensch und Wissenschaftler“ (1923).[133] Bei dem Erlanger Philosophen Paul Hensel, ein langjähriger Freund seines Vaters Robert René Kuczynski und Max Webers, promovierte Kuczynski 1925 über den ökonomischen Wertbegriff aus historischer, soziologischer und theoretischer Perspektive.[134]

    In der kritischen Betrachtung der stalinistisch-dogmatischen Ära bis zur Mitte der 1950er-Jahre setzte sich Kuczynski u.a. für eine Trennung spezifischer Soziologischer Gesetze (1957)[135] von den als allgemein verstandenen historisch-materialistischen Gesetzmäßigkeiten ein, was eine bereits laufende „Revisionismus“-Debatte befeuerte und ihm persönlich die Bedrohung seiner wissenschaftlichen Existenz einbrachte. Seine Gegner warfen ihm vor, mit dem Vorschlag einer eigenständigen disziplinären Soziologie innerhalb der prinzipiellen Stellung des Historischen Materialismus die Wiederherstellung „bürgerlicher“ Wissenschaft und damit die Relativierung der Erkenntnisse des Wissenschaftlichen Sozialismus anzustreben. Aus dem Streit um das parteioffizielle Philosophie- bzw. Theorieprimat über die Einzeldisziplinen ging das geflügelte Wort Robert Havemanns von der „Hauptverwaltung ‚Ewige Wahrheiten‘“ hervor (1956).[136]

    Die „Revisionismus“-Debatte änderte an der ideologischen Durchdringung der Wissenschaftsinstitutionen nichts Wesentliches. Nach einer verhaltenen wirtschaftspolitischen Öffnung durch das Neue Ökonomische System der Planung und Leitung 1963 unter Erich Apel lehnte sich die Partei- und Staatsführung bald wieder enger an die zentralistische Planung an. Die Präambel der Verfassung formulierte ab 1974, dass „das Volk der [DDR] in Übereinstimmung mit den Prozessen der geschichtlichen Entwicklung unserer Epoche sein Recht auf sozial-ökonomische […] Selbstbestimmung verwirklicht“ habe und nunmehr „die entwickelte sozialistische Gesellschaft [gestaltet]“.[137]

    Bundesrepublik Deutschland (BRD)

    Die wirtschaftstheoretischen Implikationen und die ökonomischen Ergebnisse des Arbeitsbeschaffungs- und Rüstungsprogramms ab 1933 sollten sich bis in die Nachkriegsdebatten um Wirtschaftslenkung und Soziale Marktwirtschaft (Alfred Müller-Armack) hinein sowie für das westdeutsche „Wirtschaftswunder“ als prägend erweisen.[138] Mit dem Keynesianismus war zudem ein neues, vorübergehend bestimmendes Element in die ökonomischen Diskursfelder der Wirtschaftstheorie und der Wirtschaftspolitik eingetreten, welches die deutschsprachige Diskussion an den britisch-amerikanischen Diskurs anschloss.

    Bald nach dem Zweiten Weltkrieg gab es kontroverse Pläne und Interessen einer Neuordnung und Vereinheitlichung der institutionalisierten Volkswirtschaftslehre. Einerseits gab es aus wirtschaftstheoretisch und wirtschaftspolitisch ausgerichteten Hochschulkreisen Konzepte für die endgültige Abtrennung der Volkswirtschaftslehre von den Rechts- und Sozialwissenschaften und für ihre Zusammenlegung mit der Betriebswirtschaftslehre (heute als disziplinäres Konzept der Wirtschaftswissenschaften verbreitet). In diesem Sinne taten sich z.B. der sozialökonomisch bis theoretisch ausgerichtete Erich Preiser oder die Keynesianer Erich Schneider und Wilhelm Kromphardt hervor, welche auf den „Stand der Wissenschaft“ im Ausland verwiesen, hinter den man nicht zurückfallen dürfe. Andererseits erstellten behördlich eingesetzte Kommissionen noch Anfang der 1950er-Jahre Richtlinien für Diplomprüfungsordnungen, die Pflichtleistungen in den Rechtswissenschaften vorsahen und formal-statistische Studien lediglich als Wahlbereich festsetzten.

    Im Hintergrund flammte erneut der bekannte Diskurs um Methoden- und Werturteilsfragen auf: Plädoyers für das sozial-ökonomische Konzept der „Einheit der Sozialwissenschaften“ sowie der gegenseitige Vorwurf „Politischer Ökonomie“ im Sinne verschiedener transformativer Agenden vom Konservatismus über den Liberalismus bis hin zum Sozialismus und Marxismus riefen entsprechende Gegenpositionen hervor.[139]

    Die Frage der „Einheit der Sozialwissenschaften“

    1959 empfahl der Fachausschuss für die wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Diplomprüfung der Westdeutschen Rektorenkonferenz (WRK, seit 1990 HRK) und der Kultusministerkonferenz (KMK) der Sache nach die Umsetzung des disziplinhistorisch herausgebildeten sozialökonomischen Wissenschaftskonzepts. So schrieb das Kommissionmitglied Hans Achinger, der Vorschlag solle „alle beteiligten Teildisziplinen wieder dem Zustand nahebringen, der zur Zeit von Werner Sombart und Max Weber (‚Wirtschaft und Gesellschaft‘) noch selbstverständlich war“. Parallel zu diesem teilweise als konservativ wahrgenommenen Vorstoß hatten Universitäten 1953 in Berlin und 1956 in Nürnberg bereits den Diplom-Sozialwirt als Abschluss eingeführt.[140]


    Studentische Maschinenabschrift von Werner Hofmanns Elend der Nationalökonomie an der Freien Universität Berlin (Mai 1968). [vergrößern] [Quelle]


    In Hamburg war – nachdem Eduard Heimann 1925 bis 1933 den Lehrstuhl für theoretische und praktische Sozialökonomie inne gehabt hatte – 1948 die Akademie für Gemeinwirtschaft gegründet worden. Aus dieser ging 1970 die Hochschule für Wirtschaft und Politik (HWP) mit einem kombinierten Studiengang aus Anteilen der Volks- und Betriebswirtschaftslehre sowie der Soziologie und der Rechtswissenschaften hervor. Ab den 1980er-Jahren wurde der konsekutive Studiengang Diplom-Sozialökonom eingerichtet. Bis heute beherbergt der Fachbereich Sozialökonomie den meistbelegten Studiengang der Universität Hamburg. Der Hamburger Rechtswissenschaftler Karsten Nowrot forderte 2014 eine Weiterentwicklung in Form der „Ausarbeitung und Konkretisierung eines sozialökonomischen Wissenschaftsparadigmas“ auf einer integrierten einzeldisziplinären Grundlage. Er bezog sich hierbei namentlich auf Heimann und Amitai Etzioni.[141]

    Der Ökonom und Soziologe Werner Hofmann vertrat die disziplinäre Tradition der Sozialökonomik zuletzt in Marburg (Sozialökonomische Studientexte 1964ff.; Grundelemente der Wirtschaftsgesellschaft 1969).[142] Er trat u.a. als theoretisch versierter Kritiker der Nutzen- und Modellökonomik auf (Das Elend der Nationalökonomie 1968). Diese billige dem „wirklichen“ historisch-gesellschaftlichen Individuum letztlich immer nur das Verhalten eines generalisierten „rechnenden Unternehmers“ zu, weshalb sie die „ideologische Vereinheitlichung der Gesellschaft“ durch gleichförmige Fragmentierung der Einzelnen aktiv forciere. Mit der Entfernung der geschichtlichen und der ethisch-rechtlichen Perspektive aus dem Methodenkanon habe sie zudem dafür gesorgt, dass „Alternativen“ oder überhaupt erst die „Möglichkeit eines Anderen“ keinerlei erkenntnistheoretische Rolle mehr spielen. Aus diesen Gründen bezeichnete er die sich formierende ökonomische Lehre als affirmative „Rechtfertigungslehre“ und sprach von der „Pauperisierung des Geistes“ der Ökonomik – ein Ausdruck, der stark an die Charakterisierung des entwicklungsgeschichtlichen „Geistes des Kapitalismus“ von Max Weber erinnert.[143]

    Das Ende der älteren Sozialökonomik

    Wenn sich die Empfehlungen zu einer einheitswissenschaftlich geprägten Diplomprüfungsordnung von 1959 bundesweit durchgesetzt hätten, wäre dies dem Urteil des Wissenschaftshistorikers Jan-Otmar Hesse zufolge dem „umfassendsten Einschnitt in die Wirtschaftswissenschaft“ gleichgekommen, „den es seit dem 19. Jahrhundert in Deutschland überhaupt gegeben hätte“. Doch im Laufe der 1960er-Jahre neigte sich die Auseinandersetzung zwischen einer eher sozial-ökonomisch und einer eher statistisch-formal orientierten Fachordnung aus verschiedenen Gründen der letzteren zu. Hesse konstatiert ein komplexes personelles und stetiges institutionengeschichtliches Abrücken vom bisherigen Disziplinmodell der VWL. Voraussetzung sei der endgültige Abtritt der Epigonen der Historischen Schule gewesen.[144]

    Zunächst schufen sich Soziologie und Politologie erfolgreich eigene disziplinäre Fundamente, was die Befürworter der Spezialisierung einer Wirtschaftswissenschaft begünstigte. Vor dem Hintergrund der Besetzung Deutschlands und der Entnazifizierung der Eliten stand die Volkswirtschaftslehre zudem früh im Fokus von nicht-staatlichen Geldgebern wie der Rockefeller-Stiftung. Neben Lehrenden wurden v.a. auf unmittelbare wirtschaftspolitische Anwendung ausgerichtete außeruniversitäre Einrichtungen wie die Münchener Informations- und Forschungsstelle (Ifo) für Wirtschaftsbeobachtung gefördert. Dies trug zur Verschiebung der institutionellen Rahmenbedingungen der überlieferten sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Diskursstruktur bei.[145]

    Bedürfnisbefriedigung als marktförmiges Optimum: Der Gleichgewichtspreis definiert die maximale ökonomische Wohlfahrt der Marktteilnehmer. Veranschaulichung neoklassischer Wirtschaftstheorie im Preis-Mengen-Diagramm (Marktdiagramm). [vergrößern] [Quelle]

    Die in der frühen BRD von außen oftmals als „rückständig und etatistisch[146] bewerteten Universitäten wurden durch diese Art der zweckorientierten Rationalisierung und Zuständigkeitskonzentration der Wirtschaftswissenschaft bis in die 1970er-Jahre eines Teils ihrer öffentlichen Zuständigkeiten benommen. Die bis dahin als endgültig erwiesen geltenden Erklärungspotentiale des herausgebildeten disziplinären Mainstream-Diskurses zwischen den postklassischen Wirtschaftstheorien des Keynesianismus und der Neoklassik deckten offenbar den politischen Bedarf an verwertbarer volkswirtschaftlicher Expertise.

    Zugleich immunisierte sich dieser herrschende Diskurs der Neoklassischen Synthese mit seiner erkenntnistheoretischen statistisch-formalen Geschlossenheit gegen „fachfremde“ Kritik. Nach der sog. Methodentagung des Vereins für Socialpolitik (VfS) 1963 verstetigte sich die Binnenperspektive einer stofflich und methodisch exklusiven einzeldisziplinären Ökonomik. So wurde etwa die Mathematik von einer partiellen zu einer zentralen Methode der „exakten“ Auffassung und Strukturierung des Wissensgebietes. Galt selbst der Oppenheimer-Schüler Erich Preiser bereits 1953 als „Verächter“ der social science und Förderer der economics, so wurde nunmehr die Sozialwissenschaft „per se als eine Perspektive von inkompetenten Fachfremden modelliert“ und „der vormals so zentrale Gegensatz zwischen ‚reiner Theorie‘ und ‚sozialer Theorie‘ regelrecht in die Soziologie ausgelagert“.[147]

    Die Wirtschaftswissenschaft hatte sich von der „historisch-rechtlichen“ auf die „rein ökonomische“ Kategorie zurückgezogen und ihr Zweck war ein anderer als noch derjenige der Sozialökonomik geworden.

    Literatur und Weblinks Literaturauswahl bis 1970 Im Folgenden sind zentrale wissenschaftstheoretische und beispielhafte thematische Schriften aus dem Umfeld der historischen Sozialökonomik aufgeführt.

    Ein Großteil der Literatur ist mit direkten Links zu den digitalisierten Texten versehen. Einzelne Autor*innen werden kurz vorgestellt.

    Literaturauswahl bis 1970 einblenden

    W. E. B. Du Bois (1868-1963) lehrte Geschichte und Ökonomik an der Atlanta University. Der afroamerikanische Soziologe und Bürgerrechtler gründete die National Association for the Advancement of Colored People mit und hatte u.a. bei Adolph Wagner in Berlin und Max Weber in Heidelberg studiert. [vergrößern] [Quelle]


    • Adams, Herbert B. (Hrsg.): Monographs on American Social Economics. Department of [Education and] Social Economy for the United States Commission to the Paris Exposition of 1900, 2 Bde., Boston 1900 (bei hathitrust.org; im Pavillon der Sozialökonomie war u.a. eine Ausstellung über afroamerikanisches Leben zu sehen, die von W.E.B. Du Bois u.a. erstellt wurde; vgl. Fotografien und sozialstatistische Materialien bei der Library of Congress).
    • Adorno, Theodor W./Hans Albert/Ralf Dahrendorf/Jürgen Habermas/Harald Pilot/Karl R. Popper: Der Positivismusstreit in der deutschen Soziologie, Neuwied/Berlin 1969.
    • Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik (begr. von Max Weber, Werner Sombart und Edgar Jaffé, 1904-1934) (digitalisierte Zeitschriftenbände bei archive.org suchen).
    • Arendt, Hannah: Natur und Geschichte. Vortrag, Bayerischer Rundfunk 1957 (Audio bei youtube.de; Text bei gellhardt.de).
    • Böhm-Bawerk, Eugen:
      • Macht oder ökonomisches Gesetz?, in: Zeitschrift für Volkswirtschaft, Sozialpolitik und Verwaltung, Bd. 23 (1914), S. 205ff. (bei archive.org).
      • Rez. L. Brentano, Die klassische Nationalökonomie, in: Göttingische gelehrte Anzeigen 1889/12, S. 465ff. (bei hathitrust.org).
      • Kapital und Kapitalzins. Erste Abteilung: Geschichte und Kritik der Kapitalzins-Theorien (1884), 4. unveränd. Aufl., Jena 1921 (bei archive.org).
    • Brinkmann, Carl: Die moderne Staatsordnung und der Kapitalismus, in: Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 4. Abteilung: Spezifische Elemente der modernen kapitalistischen Wirtschaft, Tübingen 1925, S. 49ff.
    • Bücher, Karl:
      • Volkswirtschaftliche Entwicklungsstufen, in: Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 1. Abteilung: Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft, Tübingen 1914, S. 1ff.
      • Die Entstehung der Volkswirtschaft. Sechs Vorträge. Tübingen, 1893ff. (im Deutschen Textarchiv).
    • Cassel, Gustav: Theoretische Sozialökonomie, Leipzig 1918.
    • Commons, John R.:
    • Diehl, Karl: Über Sozialismus, Kommunismus und Anarchismus. Fünfundzwanzig Vorlesungen, 4. Aufl., Jena 1922 (bei archive.org).
    • Dietzel, Heinrich:
      • Theoretische Socialökonomik, Leipzig 1895 (bei archive.org).
      • Karl Rodbertus. Darstellung seines Lebens und seiner Lehre, 2 Bde. (Darstellung seines Lebens und Darstellung seiner Socialphilosophie), Jena 1886/88 (Bd. 1 u. 2 bei archive.org).
      • Ueber das Verhältniss der Volkswirthschaftslehre zur Socialwirthschaftslehre, Berlin 1882 (bei books.google.de).
    • Dilthey, Wilhelm: Einleitung in die Geisteswissenschaften. Versuch einer Grundlegung für das Studium der Gesellschaft und der Geschichte, Bd. 1, Leipzig 1883 (bei archive.org).
    • Du Bois, W. E. Burghardt: Die Negerfrage in den Vereinigten Staaten, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 22, 1906, S. 31ff. (bei archive.org).
    • Eisermann, Gottfried:


    • Richard T. Ely (1854-1943) ist einer der Vordenker der Älteren Institutionenökonomik. Anders als John B. Clark, der später zu einem der führenden US-amerikanischen Neoklassiker wurde, blieb Ely seiner auf Karl Knies in Heidelberg zurückgehenden historisch-sozialwissenschaftlichen Ausbildung treu. [vergrößern] [Quelle]


      • /Wilhelm Bernsdorf (Hrsg.): Die Einheit der Sozialwissenschaften. Franz Eulenburg zum Gedächtnis, Stuttgart 1955.
      • (Hrsg.): Wirtschaft und Kultursystem. Festschrift Alexander Rüstow, Erlenbach-Zürich/Stuttgart 1955.
    • Ely, Richard T.:
      • (Hrsg.): Citizen’s Library of Economics, Politics and Sociology, New York 1900ff. (Werke- und Linkliste für archive.org).
      • An Introduction to Political Economy, New York 1889 (bei archive.org).
      • The Past and the Present of Political Economy (Johns Hopkins University Studies in Historical and Political Science, Bd. 2: Institutions and Economics), Baltimore 1884 (bei archive.org).
      • French and German Socialism in Modern Times, New York 1883 (bei archive.org).
    • Engels, Friedrich:
      • Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft (1880) (popularisierte Kurzform des Anti-Dühring), 4. Aufl., Berlin 1891 (bei archive.org).
      • Herrn Eugen Dühring's Umwälzung der Wissenschaft. Philosophie. Politische Oekonomie. Sozialismus (sog. Anti-Dühring), Leipzig 1878 (bei der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf).
    • Erhard, Ludwig: Franz Oppenheimer, dem Lehrer und Freund. Rede zu Oppenheimers 100. Geburtstag, gehalten in der Freien Universität Berlin (1964), in: Ders.: Gedanken aus fünf Jahrzehnten. Reden und Schriften (hrsg. Karl Hohmann), Düsseldorf u.a. 1988, S. 858ff. (bei franz-oppenheimer.de).
    • Eucken, Walter: Die Überwindung des Historismus, in: Schmollers Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft im Deutschen Reiche, Bd. 62/2 (1938), S. 191ff. (in der Duncker & Humblot eLibrary).
    • Gonner, Edward C. K.: The Social Philosophy of Rodbertus, London/New York 1899 (bei archive.org).
    • Harms, Bernhard:
      • Das Staatswissenschaftliche Institut an der Universität Kiel. Unter besonderer Berücksichtigung seiner Abteilung für Seeverkehr und Weltwirtschaft. Rede gehalten bei der Eröffnungsfeier am 24. Febr. 1911, Jena 1911 [Grundlegung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft IfW] (bei archive.org).
      • Ferdinand Lassalle und seine Bedeutung für die deutsche Sozialdemokratie, Jena 1909 (bei archive.org).
    • Heimann, Eduard:


    • "Das Geld ist ein Geschöpf der Rechtsordnung; es ist im Laufe der Geschichte in den verschiedensten Formen aufgetreten: eine Theorie des Geldes kann daher nur rechtsgeschichtlich sein." Georg Friedrich Knapp (1842-1926) wird heute als Vordenker der Modern Monetary Theory in Anspruch genommen. [vergrößern] [Quelle]


      • Soziale Theorie des Kapitalismus. Theorie der Sozialpolitik, Tübingen 1929.
      • Entwicklungsgang der wirtschafts- und sozialpolitischen Systeme und Ideale. II. Die jüngste Entwicklung, in: Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 1. Abteilung: Historische und theoretische Grundlagen, I. Teil: Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft, 2. erw. Aufl., Tübingen 1924, S. 184ff.
    • Hofmann, Werner:
      • Grundelemente der Wirtschaftsgesellschaft. Ein Leitfaden für Lehrende, Reinbek b. Hamburg 1969 (Leseprobe bei books.google.de (Neuauflage 2019)).
      • Das Elend der Nationalökonomie, in: Heinz Maus u.a. (Hrsg.): Gesellschaft, Recht und Politik. Wolfgang Abendroth zum 60. Geburtstag, Neuwied/Berlin 1968, S. 161ff. (Digitalisat einer Abschrift an der FU Berlin im Mai 1968).
      • (Hrsg.): Sozialökonomische Studientexte. 1. Wert- und Preislehre; 2. Einkommenstheorie vom Merkantilismus bis zur Gegenwart; 3. Theorie der Wirtschaftsentwicklung vom Merkantilismus bis zur Gegenwart, 3 Bde., Berlin 1964ff.
    • Knapp, Georg Friedrich: Staatliche Theorie des Geldes (1905), 3. Aufl., Leipzig/München 1921 (bei archive.org).
    • Kozak, Theophil: Rodbertus-Jagetzow’s socialökonomische Ansichten, Jena 1882 (bei books.google.de).
    • Lamprecht, Karl:
    • Lassalle, Ferdinand: Das System der erworbenen Rechte. Eine Versöhnung des positiven Rechts und der Rechtsphilosophie, Leipzig 1861 (bei books.google.de).
    • Lederer, Emil:


    • Rosa Luxemburg (1871-1919) sorgte mit ihrem imperialismustheoretischen Buch über Die Akkumulation des Kapitals u.a. für eine prominente Interpretation von Karl Rodbertus. Mit Sarkasmus schmetterte die marxistische Wirtschaftstheoretikerin hingegen Gustav Schmollers "bürgerliche" Elemente der VWL ab: "Uff! Holen wir Atem. Wie war's also? Gesellschaftliche Wirtschaftseinrichtungen - privates und öffentliches Recht - psychische Kräfte - Ähnliches und Gleiches - Gleiches und Ähnliches - Statistik - Statik - Dynamik - durchschnittliche Verfassung - kausale Entwicklung - sittlich-historische Werturteile... [...] nichts als klingende Phrasen, als geschraubtes Wortgebimmel [...]." [vergrößern] [Quelle]


      • Schriften zur Wissenschaftslehre und Kultursoziologie. Texte von Emil Lederer (hrsg. Peter Gostmann/Alexandra Ivanova), Wiesbaden 2014.
      • Arbeiterschutz (mit Jakob Marschak) und Sozialversicherung, in: Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 9. Abteilung: Das soziale System des Kapitalismus, II. Teil: Die autonome und staatliche soziale Binnenpolitik im Kapitalismus, Tübingen 1927, S. 259ff. u. S. 320ff.
    • Luxemburg, Rosa:
      • Einführung in die Nationalökonomie (hrsg. Paul Levi, posthum), Berlin 1925 (beim polnischen Digitalen Repositorium).
      • Die Akkumulation des Kapitals. Ein Beitrag zur ökonomischen Erklärung des Imperialismus (1913), in: Dies.: Gesammelte Werke, Bd. VI, Berlin 1923 (bei archive.org).
    • Marx, Karl:
      • [Randglossen zu Adolph Wagners „Lehrbuch der politischen Ökonomie“ (1879)] (1879/80), in: Karl Marx/Friedrich Engels Werke (MEW), Bd. 19, Berlin (Ost) 1987, S. 355ff. (bei marx-wirklich-studieren.net).
      • Das Kapital. Kritik der politischen Oekonomie, Erster Band, Buch I: Der Produktionsprocess des Kapitals, Hamburg 1867 (bei archive.org).
      • Zur Kritik der Politischen Oekonomie. Erstes Heft, Berlin 1859 (bei books.google.de).
    • Menger, Anton: Das Recht auf den vollen Arbeitsertrag in geschichtlicher Darstellung (1886), 2. Aufl., Stuttgart 1891 (bei archive.org).
    • Menger, Carl:
      • Zur Theorie des Kapitals, in: Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik N.F. 17/1 (1888), S. 1ff. (bei digizeitschriften.de).
      • Untersuchungen über die Methode der Socialwissenschaften und der Politischen Oekonomie insbesondere, Leipzig 1883 (bei archive.org).
    • Müller-Armack, Alfred:
      • Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft, Hamburg 1947.
      • Entwicklungsgesetze des Kapitalismus. Ökonomische, geschichtstheoretische und soziologische Studien zur modernen Wirtschaftsverfassung, Berlin 1932.
      • Ökonomische Theorie der Konjunkturpolitik, Leipzig 1926.
      • Das Krisenproblem in der theoretischen Sozialökonomik. Versuch einer Neubegründung der absoluten Ueberproduktionslehre, Köln 1923.
    • Naumann, Friedrich:

      Franz Oppenheimer (1864-1943), überzeugter Zionist und Anhänger eines Dritten Weges "zwischen Kapitalismus und Kommunismus", gehörte zu den frühen Vertretern einer stark ethisch gefärbten Sozialökonomik. Er beeinflusste u.a. Ludwig Erhard, Eduard Heimann und Erich Preiser. [vergrößern] [Quelle]



    • Neurath, Otto:
      • Empirische Soziologie. Der wissenschaftliche Gehalt der Geschichte und Nationalökonomie, Wien 1931 (bei archive.org).
      • (Hrsg.): Gesellschaft und Wirtschaft. 100 farbige Tafeln. Bildstatistisches Elementarwerk des Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseums in Wien. Produktionsformen, Gesellschaftsordnungen, Kulturstufen, Lebenshaltungen, Leipzig 1930 (bei der wienbibliothek.at).
    • Neurath, Wilhelm: Grundzüge der Volkswirtschaftslehre oder Grundlage der socialen und politischen Oekonomie, Leipzig/Berlin 1885 (bei hathitrust.org).
    • Oppenheimer, Franz:
      • System der Soziologie, Jena 1922ff. (u.a. Bd. 3: Theorie der reinen und politischen Ökonomie, Halbbd. 2: Die Gesellschaftswirtschaft, 1924).
      • Sozialökonomik. Die Gesellschaftswirtschaft (Drittes Buch), in: Ders.: Theorie der reinen und politischen Ökonomie. Ein Lehr- und Lesebuch für Studierende und Gebildete, Berlin 1910, S. 171ff. (bei archive.org).
      • Skizze der sozial-ökonomischen Geschichtsauffassung I u. II, in: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie und Soziologie 27 (1903), S. 323ff. u. S. 369ff. (bei gallica.bnf.fr).
    • Ostwald, Wilhelm: Energetische Grundlagen der Kulturwissenschaft, Leipzig 1909 (bei archive.org).
    • Pesch, Heinrich:
      • Ethik und Volkswirtschaft, Freiburg 1918 (bei archive.org).
      • Lehrbuch der Nationalökonomie, 5 Bde., Freiburg 1905ff. (Erster Band, Grundlegung, bei archive.org).
    • Polanyi, Karl:
      • Economy and Society. Selected Writings (hrsg. Claus Thomasberger/Michele Cangiani), New York 2018.
      • /Conrad M. Arensberg/Harry W. Pearson (Hrsg.): Trade and Market in the Early Empires. Economies in History and Theory, Glencoe 1957 (bei archive.org).
      • The Great Transformation. The Political and Economic Origins of Our Time (1944), Nachdruck d. 2. Aufl. 1957, Boston 2001 (bei archive.org).

      "Auch ist es nicht unwahrscheinlich, daß künftig einmal die Menschheit einen Genuß darin finden wird, mit geringem Energieverbrauch ein anmutiges Dasein zu führen und die rohe Energiefresserei des gegenwärtigen Lebens wie eine beklagenswerte Barbarei anzusehen." Der Nobelpreisträger für Chemie Wilhelm Ostwald (1853-1932) führte als erster die sog. Energetik in die Sozial- und Kulturwissenschaften ein, auf die sich später u.a. Nicholas Georgescu-Roegen bezog. [vergrößern] [Quelle] 


    17.08.2025

    Sozialökonomik - Geschichte und Gegenwart eines Wissenschaftskonzepts   (VI von VIII)

    • Rickert, Heinrich:
    • Rodbertus, [Johann] Karl:
      • Gesammelte Werke und Briefe. Zusammengestellt auf Grund früherer Ausgaben und mit Einleitung sowie Bibliographie (hrsg. Thilo Ramm), 6 Bde., Osnabrück 1972 (Verzeichnis bei der Deutschen Nationalbibliothek).
      • Overproduction and Crises (Zweiter Sozialer Brief übersetzt von Julia Franklin, mit einem Vorwort von John B. Clark), London/New York 1898 (bei archive.org).
      • Untersuchungen auf dem Gebiete der Nationalökonomie des klassischen Alterthums, in: Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik (6 Folgen: Teil I in Bd. 2 1864; Teil II in Bd. 4, Bd. 5 (1) u. Bd. 5 (2) 1865 sowie Bd. 8 (1) u. Bd. 8 (2) 1867 bei digizeitschriften.de).
      • Das Kapital. Vierter socialer Brief an von Kirchmann (1852/1884 posthum), in: Adolph Wagner/Theophil Kozak (Hrsg.): Aus dem literarischen Nachlass von Dr. Carl Rodbertus-Jagetzow, Bd. II, Berlin 1884 (bei archive.org).
      • Sociale Briefe an von Kirchmann. Dritter Brief: Widerlegung der Ricardo’schen Lehre von der Grundrente und Begründung einer neuen Rententheorie, Berlin 1851 (bei archive.org).
      • Sociale Briefe an von Kirchmann. Zweiter Brief: Kirchmann’s sociale Theorie und die meinige, Berlin 1850 (Nachdruck von 1875 bei der Bayerischen Staatsbibliothek).
      • Sociale Briefe an von Kirchmann. Erster Brief: Die sociale Bedeutung der Staatswirthschaft, Berlin 1850 (bei archive.org).
      • Zur Erkenntniss unsrer staatswirthschaftlichen Zustände, H. 1 (Fünf Theoreme), Neubrandenburg/Friedland 1842 (bei archive.org).
    • Röpke, Wilhelm:

    Alexander Rüstow (1885-1963) mit Ehefrau Lorena auf dem Weg ins türkische Exil (1933). Er führte den Begriff des Neoliberalismus in Deutschland ein, der in seinem Sinne einen wirtschaftspolitischen Weg zwischen altliberalem Kapitalismus und marxistisch-leninistischem Kommunismus bezeichnete. [vergrößern] [Quelle]


    • Civitas Humana. Grundfragen der Gesellschafts- und Wirtschaftsreform, Zürich 1944.
    • Die Gesellschaftskrisis der Gegenwart, Erlenbach-Zürich 1942.
  • Roscher, Wilhelm:
    • System der Volkswirthschaft. Ein Hand- und Lesebuch für Geschäftsmänner und Studierende (5 Bde. 1854ff.), Erster Band: die Grundlagen der Nationalökonomie enthaltend, 9. Aufl., Stuttgart 1871 (bei hathitrust.org).
    • Grundriß zu Vorlesungen über die Staatswirthschaft. Nach geschichtlicher Methode, Göttingen 1843 (bei books.google.de).
  • Rüstow, Alexander: Das Versagen des Wirtschaftsliberalismus (1945), 3. Aufl. (hrsg. Frank P. u. Gerhard Maier-Rigaud), Marburg 2001.
  • Salin, Edgar: Hochkapitalismus. Eine Studie über Werner Sombart, die deutsche Volkswirtschaftslehre und das Wirtschaftssystem der Gegenwart, in: Weltwirtschaftliches Archiv, Bd. 25 (1927), S. 314ff. (beschränkter Zugang bei digizeitschriften.de).
  • Schäffle, Albert:
    • Bau und Leben des socialen Körpers. Encyklopädischer Entwurf einer realen Anatomie, Physiologie und Psychologie der menschlichen Gesellschaft mit besonderer Rücksicht auf die Volkswirthschaft als socialen Stoffwechsel, Bd. 1: Allgemeiner Theil, Tübingen 1875 (bei archive.org).
    • Das gesellschaftliche System der menschlichen Wirthschaft. Ein Lehr- und Handbuch der Nationalökonomie […], Tübingen 1867 (bei archive.org).
    • Mensch und Gut in der Volkswirthschaft oder der ethisch-anthropologische und der chrematistische Standpunkt in der Nationalökonomie, mit besonderer Rücksicht auf die Grundprincipien der Steuerlehre, in: Deutsche Vierteljahrs-Schrift 24/4 (1861), S. 232ff. (bei archive.org).
  • Schmölders, Günter:
    • Sozialökonomische Verhaltensforschung. Ausgewählte Aufsätze, mit einem Verzeichnis der wissenschaftlichen Publikationen 1924 - 1973 (Festschrift hrsg. von Gerhard Brinkmann u.a.), Berlin 1973.
    • Volkswirtschaftslehre als Sozialwissenschaft. Rektoratsrede am 10. November 1965, Krefeld 1965 (bei der Historischen Kommission der Bayerischen Akademie der Wissenschaften).
    • Geschichte der Volkswirtschaftslehre. Überblick und Leseproben (1961ff.), Reinbek b. Hamburg 2017.

    Joseph Schumpeter (1883-1950) übernahm im ersten Band des Grundrisses der Sozialökonomik 1914 die Darstellung der Dogmen- und Methodengeschichte. 1917 trat er neben den Gründungsredakteuren Max Weber, Werner Sombart und Edgar Jaffé in den Herausgeberkreis des einflussreichen Archivs für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik ein. [vergrößern] [Quelle]


  • Schmoller, Gustav:
    • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre, 2 Bde., Leipzig 1900-1904 (bei visuallibrary.net).
    • Über einige Grundfragen der Socialpolitik und der Volkswirtschaftslehre, Leipzig 1898 (bei der Bayerischen Staatsbibliothek).
    • Die Volkswirtschaft, die Volkswirtschaftslehre und ihre Methode, Frankfurt a.M. 1893 (im Deutschen Textarchiv).
    • Zur Methodologie der Staats- und Sozialwissenschaften [Methodenstreit mit Carl Menger], in: Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft im Deutschen Reich, NF, 7. Jahrgang, Leipzig 1883 (bei archive.org).
  • Schumpeter, Joseph A.:
    • Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie (1942), 10. Aufl., Tübingen 2020.
    • History of Economic Analysis (hrsg. Elizabeth Boody Schumpeter 1954, posthum), [Taylor & Francis e-Library] 2006 (Vorschau bei digamo.fr).
    • Epochen der Dogmen- und Methodengeschichte, in: Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 1. Abteilung: Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft, Tübingen 1914, S. 19ff. (bei archive.org).
    • Das Wesen und der Hauptinhalt der theoretischen Nationalökonomie, Leipzig 1908 (bei archive.org).
  • Simmel, Georg: Die Probleme der Geschichtsphilosophie. Eine erkenntnistheoretische Studie, Leipzig 1892 (bei archive.org).
  • Sombart, Werner:
    • Die drei Nationalökonomien. Geschichte und System der Lehre von der Wirtschaft, München/Leipzig 1930 (bei visuallibrary.net).
    • Der moderne Kapitalismus, 3 Bde., Leipzig 1902/1927 (bei visuallibrary.net).
    • Die römische Campagna. Eine sozialökonomische Studie, Leipzig 1888 (bei archive.org).

    Werner Sombart (1863-1941) trieb neben Max Weber die akademische Popularisierung des Kapitalismus-Begriffs voran. Nach anfänglichen Sympathien für den national- und sozialpolitischen Aufbruchsgeist wandte er sich zuletzt enttäuscht vom deutschen Nationalsozialismus ab. [vergrößern] [Quelle]


  • Spiethoff, Arthur: Die Allgemeine Volkswirtschaftslehre als geschichtliche Theorie. Die Wirtschaftsstile, in: Schmollers Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft im Deutschen Reiche, Bd. 56/2 (1932), S. 51ff. (Sonderabdruck in: Ders. (Hrsg.): Festgabe für Werner Sombart zur siebenzigsten Wiederkehr seines Geburtstages 19. Jänner 1933, München 1933).
  • Stammler, Rudolf: Wirtschaft und Recht nach der materialistischen Geschichtsauffassung. Eine sozialphilosophische Untersuchung, Leipzig 1896 (bei archive.org).
  • Stolzmann, Rudolf:
    • Der Zweck in der Volkswirtschaft. Die Volkswirtschaft als sozial-ethisches Zweckgebilde. Versuch einer sozialorganischen Begründung der Volkswirtschaftslehre, Berlin 1909 (bei archive.org).
    • Die soziale Kategorie in der Volkswirthschaftslehre. I. Grundlegender und kritischer Teil, Berlin 1896 (bei archive.org).
  • Tönnies, Ferdinand: Gemeinschaft und Gesellschaft. Abhandlung des Communismus und des Socialismus als empirischer Kulturformen, Leipzig 1887 (bei archive.org).
  • Troeltsch, Ernst: Der Historismus und seine Probleme. Erstes Buch: Das logische Problem der Geschichtsphilosophie, Tübingen 1922 (bei archive.org).
  • Veblen, Thorstein: Why is Economics not an evolutionary Science?, in: The Quarterly Journal of Economics 12 (1898), S. 373ff. (bei archive.org).
  • Wagner, Adolph:
    • Theoretische Sozialökonomik, 2. Abt., Bd. 1: Sozialökonomische Theorie des Kommunikations- und Transportwesens, Bd. 2: Sozialökonomische Theorie des Geldes und Geldwesens, Leipzig 1909 (Verzeichnis bei der Deutschen Nationalbibliothek).
    • Theoretische Sozialökonomik oder Allgemeine und theoretische Volkswirtschaftslehre. Grundriss in tunlichst prinzipieller Behandlungsweise […], Leipzig 1907ff. (1. Abt. bei archive.org).
    • Allgemeine und theoretische Volkswirtschaftslehre oder Sozialökonomik (Theoretische National-Ökonomik). Grundlegung und Ausführung in aphoristischer Form. Grundriss zu seiner bezüglichen Universitäts-Vorlesung [seit Wintersemester 1893/94], 3. Aufl., Berlin 1901 (bei archive.org).
    • Die akademische Nationalökonomie und der Socialismus. Rede zum Antritt des Rectorats der Königlichen Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin gehalten in der Aula am 15. October 1895, Berlin 1895 (bei der Historischen Kommission der Bayerischen Akademie der Wissenschaften).
    • Grundlegung der politischen Oekonomie, 3. Aufl., Leipzig 1892 (= Adolph Wagner/Karl Bücher/Heinrich Dietzel (Hrsg.): Lehr- und Handbuch der politischen Oekonomie, Erste Hauptabtheilung: Grundlegung der politischen Oekonomie) (bei archive.org).
    • Einiges von und über [Karl] Rodbertus-Jagetzow, in: Zeitschrift für die gesammte Staatswissenschaft, Bd. 34 (1878), Tübingen 1878, S. 199ff. (bei digizeitschriften.de).
  • Weber, Alfred: Prinzipielles zur Kultursoziologie. Gesellschaftsprozess, Zivilisationsprozess und Kulturbewegung, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 47, 1920/21, S. 1ff. (bei archive.org).
  • Weber, Max:
  • Friedrich von Wieser (1851-1926) stand wie kein anderer Autor für den wirtschaftstheoretischen Part des Grundrisses der Sozialökonomik. Ganz nach der kulturwissenschaftlichen Problemorientierung Max Webers vollführte er seine analytischen Grundlegungen überwiegend im Sinne der verhaltensbasierten ("psychologischen") Österreichischen Schule und weniger im logisch-funktionalen Rahmen der Gleichgewichtsmodelle der Neoklassik. [vergrößern] [Quelle]


    • 1. Die Wirtschaft und die gesellschaftlichen Ordnungen und Mächte; 2. Typen der Vergemeinschaftung und Vergesellschaftung; 3. Typen der Herrschaft, in: Ders. u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 3. Abteilung: Wirtschaft und Gesellschaft, Tübingen 1922 (bei archive.org).
    • u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, IX Abt., 12/13 Bde., Tübingen 1914-1930 (Verzeichnis bei der Deutschen Nationalbibliothek).
    • Der Sinn der ‚Wertfreiheit‘ der soziologischen und ökonomischen Wissenschaften (1917), in: Ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1922, S. 451ff. (bei archive.org).
    • ‚Energetische‘ Kulturtheorien [Rez. Wilhelm Ostwald: Energetische Grundlagen der Kulturwissenschaft] (1909), in: Ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1922, S. 376ff. (bei archive.org).
    • Die protestantische Ethik und der ‚Geist‘ des Kapitalismus, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 20 u. 21, 1905, jew. S. 1ff. (Teil I und Teil II bei archive.org).
    • Die ‚Objektivität‘ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 19, 1904, aus Ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1922, S. 146ff. (bei archive.org).
    • Roscher und Knies und die logischen Probleme der historischen Nationalökonomie (1903-05), in: Ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1922, S. 1ff. (bei archive.org).
    • Der Nationalstaat und die Volkswirtschaftspolitik. Akademische Antrittsrede, Freiburg i.Br./Leipzig 1895 (bei archive.org).
    • Die römische Agrargeschichte in ihrer Bedeutung für das Staats- und Privatrecht, Stuttgart 1891 (bei archive.org).
  • Wiese, Leopold von: Wirtschaftstheorie und Wirtschaftssoziologie, in: Schmollers Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft im Deutschen Reiche, Bd. 60/6 (1936), S. 647ff. (in der Duncker & Humblot eLibrary).
  • Wieser, Friedrich von:
    • Social Economics, London 1927 [= Theorie der gesellschaftlichen Wirtschaft, 2. Aufl. 1924; mit einem Vorwort von Wesley C. Mitchell] (bei archive.org).
    • Theorie der gesellschaftlichen Wirtschaft, 2. Aufl. (1914), Tübingen 1924 (= Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik. 1. Abteilung: Historische und theoretische Grundlagen, II. Teil).
  • Windelband, Wilhelm: Geschichte und Naturwissenschaft. Rede zum Antritt des Rektorats der Kaiser-Wilhelms-Universität Strassburg (1894), 3. Aufl., Strassburg 1904 (bei archive.org).
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    Literaturauswahl ab 1970

    Im Folgenden sind Schriften aus dem sozial- und sozioökonomischen Diskurs der letzten fünf Jahrzehnte bis zur Gegenwart aufgeführt.

    Stellenweise führen Links zu den Texten oder weiterem Material. Einzelne Autor*innen werden kurz vorgestellt.

    Literaturauswahl ab 1970 einblenden


     Über Jahrzehnte im marxistischen, feministischen und ökologischen Ökonomiediskurs: Adelheid Biesecker war von 1971 bis 2004 Professorin für Ökonomische Theorie unter besonderer Berücksichtigung ihrer gesellschaftshistorischen Entstehungsbedingungen am Institut für Institutionelle und Sozial-Ökonomie (iiso) der Universität Bremen. [vergrößern] [Quelle]


    • Adloff, Frank/Sighard Neckel (Hrsg.): Gesellschaftstheorie im Anthropozän, Frankfurt a.M./New York 2020.
    • Althaler, Karl S./Egon Matzner/Manfred Prisching/Brigitte Unger (Hrsg.): Sozioökonomische Forschungsansätze. Historische Genese, Methoden, Anwendungsgebiete, Marburg 1995.
    • Bachinger, Karl/Herbert Matis: Entwicklungsdimensionen des Kapitalismus. Klassische sozioökonomische Konzeptionen und Analysen, Wien 2009.
    • Backhaus, Jürgen:
      • /Günther Chaloupek/Hans A. Frambach u.a. (Hrsg.): The European Heritage in Economics and the Social Sciences, 24 Bde., Cham (CH) u.a. 2003ff. (Verzeichnis bei springer.com).
      • /Reginald Hansen: Methodenstreit in der Nationalökonomie, in: Journal for General Philosophy of Science 31/2 (2000), S. 307ff.
    • Biesecker, Adelheid:
      • /Sabine Hofmeister: Die Neuerfindung des Ökonomischen. Ein (re)produktionstheoretischer Beitrag zur Sozial-ökologischen Forschung, München 2006.
      • /Stefan Kesting: Mikroökonomik. Eine Einführung aus sozial-ökologischer Perspektive, München/Wien 2003.
    • Bilstein, Johannes/Jörg Zierfas (Hrsg.): Das Geben und das Nehmen. Pädagogisch-anthropologische Zugänge zur Sozialökonomie, Weinheim/Basel 2017.
    • Blanckenburg, Peter von u.a. (Hrsg.): Sozialökonomie der ländlichen Entwicklung, Bd. 1 des Handbuchs der Landwirtschaft und Ernährung in den Entwicklungsländern, 2. Aufl., Stuttgart 1982.
    • Bohmann, Gerda:

      Gerda Bohmann ist Professorin am Institut für Soziologie und Empirische Sozialforschung an der Wirtschaftsuniversität Wien. Einer ihrer Schwerpunkte ist die Verbindung der Historisch-genetischen Theorie der Kultur von Günter Dux mit der sozioökonomisch orientierten Forschung.  [vergrößern] [Quelle]


      • /Heinz-Jürgen Niedenzu: Zur Aktualität von Günter Dux, Wiesbaden 2021.
      • /Heinz-Jürgen Niedenzu: Historisch-Genetische Theorie, Wiesbaden 2020.
      • /Johanna Hofbauer/Johann August Schülein (Hrsg.): Sozioökonomische Perspektiven. Texte zum Verhältnis von Gesellschaft und Ökonomie, Wien 2014.
    • Bombach, Gottfried/Hans-Jürgen Ramser/Manfred Timmermann/Walter Wittman (Hrsg.): Der Keynesianismus II. Die beschäftigungspolitische Diskussion vor Keynes in Deutschland, Berlin/Heidelberg 1976.
    • Bremer Diskussionspapiere zur institutionellen Ökonomie und Sozial-Ökonomie. Veröffentlichung des Instituts für Institutionelle und Sozial-Ökonomie an der Universität Bremen (1996-2006), Bremen 1996ff. (Verzeichnis bei der Deutschen Nationalbibliothek).
    • Brintzinger, Klaus-Rainer: Die Nationalökonomie an den Universitäten Freiburg, Heidelberg und Tübingen 1918-1945. Eine institutionenhistorische, vergleichende Studie der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten und Abteilungen südwestdeutscher Universitäten, Frankfurt a.M. u.a. 1996 (Retro-Digitalisat bei Peter Lang, Open Access 2018).
    • Bürgenmeier, Beat: Sozioökonomie. Für eine ethische Erweiterung der wirtschaftspolitischen Diskussion, Marburg 1994.
    • Carlson, Benny: Wagner’s Swedish Students. Precursors of the Middle Way?, in: Journal of the History of Economic Thought 25/4 (Dezember 2003), S. 437ff.
    • Caspari, Volker:
      • /Klaus Lichtblau: Franz Oppenheimer. Ökonom und Soziologe, Frankfurt am Main 2014.
      • (Hrsg.): Theorie und Geschichte der Wirtschaft. Festschrift für Bertram Schefold, Marburg 2009.
    • Claas, Herbert/Jörg Baberowski (Hrsg.): Werner Hofmann. Gesellschaftslehre in praktischer Absicht, Marburg 1999.
    • Clauß, Franz-Joachim: Wissenschaftslogik und Sozialökonomie. Über die formalistische Degeneration einer Wissenschaft, Berlin 1981 (Auszüge bei books.google.de).
    • Dürmeier, Thomas/Tanja v. Egan-Krieger/Helge Peukert (Hrsg.): Die Scheuklappen der Wirtschaftswissenschaft. Postautistische Ökonomik für eine pluralistische Wirtschaftslehre, Marburg 2006.
    • Dux, Günter:
      • Historisch-genetische Theorie der Gesellschaft, Wiesbaden 2019.
      • Historisch-genetische Theorie der Kultur (2000), 4. Aufl., Wiesbaden 2017.
    • Ebner, Alexander:

      Amitai Etzioni gilt als einer der einflussreichsten internationalen Vordenker der neueren Sozial- und Sozioökonomik. Der Soziologe ist außerdem als führender Vertreter des Kommunitarismus bekannt. 1980 wurde er zum ersten Professor an der neu gegründeten privaten George Washington University berufen, an der er das Institute for Communitarian Policy Studies mitgründete. [vergrößern] [Quelle]


      • Ökonomie als Geisteswissenschaft? Grundzüge der Erklären-Verstehen-Kontroverse in den deutschen Wirtschaftswissenschaften, in: Heinz D. Kurz (Hrsg.): Die Ökonomik im Spannungsfeld zwischen Natur- und Geisteswissenschaften. Alte und neue Perspektiven im Licht des jüngsten Methodenstreits, Berlin 2014, S. 73ff.
      • Wirtschaftskulturforschung. Ein sozialökonomisches Forschungsprogramm, in: Volker Caspari (Hrsg.): Theorie und Geschichte der Wirtschaft. Festschrift für Bertram Schefold, Marburg 2009, S. 121ff.
    • Eisermann, Gottfried: Max Weber und die Nationalökonomie, Marburg 1993.
    • Ekardt, Felix: Theorie der Nachhaltigkeit. Ethische, rechtliche, politische und transformative Zugänge am Beispiel von Klimawandel, Ressourcenknappheit und Welthandel, 2. überarb. Aufl., Baden-Baden 2016.
    • Elsner, Wolfram:
      • Social Economics and Evolutionary Institutionalism Today. Theoretical Components and 'Heterodox' Convergence in a Socio-Economic Perspective, in: Forum for Social Economics 46 (2017), S. 52ff.
      • /Werner Wilhelm Engelhardt/Werner Glastetter (Hrsg.): Ökonomie in gesellschaftlicher Verantwortung. Sozialökonomik und Gesellschaftsreform heute. Festschrift zum 65. Geburtstag von Siegfried Katterle, Berlin 1998.
    • Engartner, Tim/Christian Fridrich/Silja Graupe/Reinhold Hedtke/Georg Tafner (Hrsg.): Sozioökonomische Bildung und Wissenschaft. Entwicklungslinien und Perspektiven, Wiesbaden 2018.
    • Etzioni, Amitai:
      • Toward a new socio-economic paradigm, in: Socio-Economic Review, 1/1 (Januar 2003), S. 105ff.
      • Essays in Socio-Economics, Berlin/Heidelberg 1999.
      • /Paul R. Lawrence (Hrsg.): Socio-Economics. Toward a New Synthesis, New York/London 1991.
      • The Moral Dimension. Toward a New Economics, New York/London 1988.
    • Fehlberg, Frank:
      • Arbeitswert und Nachfrage. Die Sozialökonomik von Karl Rodbertus zur Einführung, Marburg 2017.
      • Sozialökonomik und Kapitalistik. Karl Rodbertus’ Beitrag zur Sozioökonomie, in: Jakob Kapeller/Stephan Pühringer/Katrin Hirte/Walter O. Ötsch (Hrsg.): Ökonomie! Welche Ökonomie? Stand und Status der Wirtschaftswissenschaften, Marburg 2016, S. 231ff.
      • Protestantismus und Nationaler Sozialismus. Liberale Theologie und politisches Denken um Friedrich Naumann, Bonn 2012.
    • Fischer, Andreas/Bettina Zurstrassen (Hrsg.): Sozioökonomische Bildung, Bonn 2014.
    • Fridrich, Christian/Reinhold Hedtke/Georg Tafner (Hrsg.): Historizität und Sozialität in der sozioökonomischen Bildung, Wiesbaden 2019.
    • Fridrich, Christian/Reinhold Hedtke/Walter Otto Ötsch (Hrsg.): Grenzen überschreiten, Pluralismus wagen. Perspektiven sozioökonomischer Hochschullehre, Wiesbaden 2020.
    • Glaeser, Johannes: Der Werturteilsstreit in der deutschen Nationalökonomie. Max Weber, Werner Sombart und die Ideale der Sozialpolitik, Marburg 2014.
    • Goldschmidt, Nils/Erik Grimmer-Solem/Joachim Zweynert: On the Purpose and Aims of the Journal of Contextual Economics, in: Journal of Contextual Economics - Schmollers Jahrbuch, Bd. 136/1 (2016), S. 1ff.
    • Granovetter, Marc: Economic Action and Social Structure. The Problem of Embeddedness, in: American Journal of Sociology 91 (1985), S. 481ff. (bei sociology.stanford.edu).
    • Granvogl, Heinz/Louis Perridon: Sozioökonomie [Reihe Internationale Standardlehrbücher der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften], München/Wien 2000.
    • Haarmann, Moritz Peter: Wirtschaft – Macht – Bürgerbewusstsein. Walter Euckens Beitrag zur sozioökonomischen Bildung, Wiesbaden 2015.
    • Hall, Peter/David Soskice (Hrsg.): Varieties of Capitalism. The Institutional Foundations of Comparative Advantage, Oxford 2001.
    • Hedtke, Reinhold (Hrsg.): Was ist und wozu Sozioökonomie?, Wiesbaden 2015.
    • Heise, Arne:

      Die Soziologin Katrin Hirte begann ihre wissenschaftliche Laufbahn als Agraringenieurin in der DDR. Sie gehört zu den wenigen Stimmen in der Agrarwissenschaft, die Agrarökonomik, Agrarpolitik und Agrarsoziologie nicht ausschließlich als weitere Anwendungsfälle des Paradigmas der sog. Wirtschaftlichkeit betrachten. In ihrer Fundamentalkritik der gegenwärtigen Ökonomik geht sie auf anthropologische Ausgangspunkte und auf den gegenseitigen Bezug von Geschichte und Theorie sowohl bei der Erkenntnisgewinnung als auch bei der Gestaltung gesellschaftlicher Wirklichkeit ein ("doppeltes Reflexionsproblem"). Ihre epistemologische Unterscheidung von "Bewirtschaftung" und "Ökonomie" lässt sich der traditionellen sozialökonomischen Kategorienlehre zuordnen (versorgungsbasiertes Haushaltsprinzip vs. historische Formen der Verwertungswirtschaft). [vergrößern] [Quelle]


    • Hellmich, Simon N.: What is Socioeconomics? An Overview of Theories, Methods, and Themes in the Field, in: Forum for Social Economics 46 (2017), S. 3ff.
    • Hennis, Wilhelm: Max Webers Wissenschaft vom Menschen. Neue Studien zur Biographie des Werks, Tübingen 1996.
    • Henßler Patrick/Josef Schmid: Historismus und Sozialökonomik, in: Dies.: Bevölkerungswissenschaft im Werden. Die geistigen Grundlagen der deutschen Bevölkerungssoziologie, Wiesbaden 2007, S. 33ff.
    • Hesse, Jan-Otmar: Wirtschaft als Wissenschaft. Die Volkswirtschaftslehre in der frühen Bundesrepublik, Frankfurt a.M. 2010.
    • Hirte, Katrin:  
      • Das doppelte Reflexionsproblem. Wie die Ökonomik ihren Gegenstand verfehlt und sich ihrer Wirkung auf ihn entzieht, in: Lars (Hrsg.): economists4future. Verantwortung übernehmen für eine bessere Welt, Hamburg 2020, S. 43ff. (vgl. Interviewbeitrag bei agora42.de).
      • Die deutsche Agrarpolitik und Agrarökonomik. Entstehung und Wandel zweier ambivalenter Disziplinen, Wiesbaden 2019.
      • /Sebastian Thieme: Heterodoxie in der Ökonomik. Aktuelle Situation und erkenntnistheoretische Probleme, in: Michael Schetsche/Ina Schmied-Knittel (Hrsg.): Heterodoxie. Konzepte, Traditionen, Figuren der Abweichung, Köln 2018, S. 117ff.
      • Die ‚Landnahme‘-These von Rosa Luxemburg – empirisch beobachtbar, aber theoretisch falsifiziert?, in: Dies./Jakob Kapeller/Stephan Pühringer/Walter Otto Ötsch: Ökonomie! Welche Ökonomie?, Marburg 2016, S. 273ff.
    • Hochmann, Lars (Hrsg.): economists4future. Verantwortung übernehmen für eine bessere Welt, Hamburg 2020.
    • Hodgson, Geoffrey M.: How Economics Forgot History. The Problem of Historical Specificity in Social Science, London/New York 2001.
    • Jahrbuch für Sozialökonomie und Gesellschaftstheorie. Veröffentlichung der Hochschule für Wirtschaft und Politik Hamburg (1978-1989), Opladen 1978ff. (Verzeichnis bei der Deutschen Nationalbibliothek).
    • Janssen, Hauke: Nationalökonomie und Nationalsozialismus. Die deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, 4. Aufl., Marburg 2012.
    • Jens, Uwe/Hajo Romahn (Hrsg.):
      • Methodenpluralismus in den Wirtschaftswissenschaften, Marburg 2010.
      • Sozialpolitik und Sozialökonomik. Soziale Ökonomie im Zeichen der Globalisierung (Festschrift für Lothar F. Neumann), Marburg 2000.
    • Kaesler, Dirk:
      • Über Max Weber. Beiträge in literaturkritik.de 2006-2020, Marburg 2020.
      • Max Weber. Preuße, Denker, Muttersohn. Eine Biographie, München 2014.

      Der Historiker Jürgen Kocka begründete zusammen mit Hans-Ulrich Wehler die Bielefelder Schule bzw. die Historische Sozialwissenschaft. Diese rückte statt politische Ereignisse und Einzelpersonen die Entwicklung von Sozial- und Wirtschaftsstrukturen in den Vordergrund der Betrachtung. [vergrößern] [Quelle]


    • Kapp, Karl W.: The Nature and Significance of Institutional Economics, in: Kyklos 29 (1976), S. 209ff. (bei kwilliam-kapp.de).
    • Kasprzok, Carsten: Der Sozialökonom Heinrich Dietzel. Ein deutscher Klassiker, Marburg 2005.
    • Kaufman, Bruce E.: The Origins and Theoretical Foundation of Original Institutional Economics Reconsidered, in: Journal of the History of Economic Thought 39/3 (2017), S. 293ff.
    • Kesting, Stefan: Die Rückkehr der Jedi-Ritter. Ein kritische Bilanz von Etzionis Beitrag zur Sozialökonomie, in: Arne Heise/Kathrin Deumelandt (Hrsg.): Sozialökonomie – ein Zukunftsprojekt, Marburg 2015, S. 111ff.
    • Klump, Rainer (Hrsg.): Wirtschaftskultur, Wirtschaftsstil und Wirtschaftsordnung. Methoden und Ergebnisse der Wirtschaftskulturforschung, Marburg 1996.
    • Kocka, Jürgen: Geschichte des Kapitalismus, München 2013.
    • Köster, Roman: Die Wissenschaft der Außenseiter. Die Krise der Nationalökonomie in der Weimarer Republik, Göttingen 2011.
    • Kollmorgen, Raj/Wolfang Merkel/Hans-Jürgen Wagener (Hrsg.): Handbuch Transformationsforschung, Wiesbaden 2015 bzw. in Übersetzung Dies.: The Handbook of Political, Social, and Economic Transformation, Oxford 2019.
    • Kruse, Volker: Von der historischen Nationalökonomie zur historischen Soziologie. Ein Paradigmenwechsel in den deutschen Sozialwissenschaften um 1900, in: Zeitschrift für Soziologie 19/3 (Juni 1990), S. 149ff.
    • Kuczynski, Jürgen: Studien zu einer Geschichte der Gesellschaftswissenschaften, 10 Bde., Berlin 1975ff.
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    • Lichtblau, Klaus: Max Webers Verständnis von ‚Sozialökonomik‘. Werkgeschichtliche Betrachtungen zum Ursprung seiner Verstehenden Soziologie, in: Georg Peter/Reuß-Markus Krauße (Hrsg.): Selbstbeobachtung der modernen Gesellschaft und die neuen Grenzen des Sozialen, Wiesbaden 2012, S. 203ff.
    • Lutz, Mark A.: Economics for the Common Good. Two Centuries of Social Economic Thought in the Humanistic Tradition (1999), London/New York 2003.
    • Maurer, Andrea:

      Soziologischer und ökonomischer Institutionalismus sind nicht dasselbe: Andrea Maurer lehrt Soziologie mit den Schwerpunkten Soziologische Theorie, Neuer Institutionalismus und Wirtschaftssoziologie an der Universität Trier. Sie ist Direktoriumsmitglied des Hans-Albert-Instituts. [vergrößern] [Quelle]


      • (Hrsg.): Mit Leidenschaft und Augenmaß. Zur Aktualität von Max Weber, Frankfurt a.M. 2021.
      • /Gertraude Mikl-Horke: Wirtschaftssoziologie, Baden-Baden 2015.
      • (Hrsg.): Wirtschaftssoziologie nach Max Weber, Wiesbaden 2010.
      • /Michael Schmid (Hrsg.): Ökonomischer und soziologischer Institutionalismus. Interdisziplinäre Beiträge und Perspektiven der Institutionentheorie und -analyse (2003), 2. Aufl., Marburg 2006.
    • McAdam, Mark/Stefan Kolev/Erwin Dekker: Methods for Understanding Economic Change. Socio-Economics and German Political Economy, 1896–1938, in: Journal of Contextual Economics - Schmollers Jahrbuch, Bd. 138/3-4 (2018), S. 185ff. (in der Duncker & Humblot eLibrary; = Einleitung der Sonderausgabe historischer sozial-ökonomischer Beiträge Socio-Economics and Its Methodology: German Political Economy, 1896–1938). 
    • Melch, Simon: Werner Hofmanns Überlegungen zur Wissenschaftssoziologie der Nationalökonomie, in: Soziologie, 43/4 (2014), S. 426ff.
    • Merz-Benz, Peter-Ulrich: Max Weber und Heinrich Rickert. Die erkenntniskritischen Grundlagen der verstehenden Soziologie, Würzburg 1990 (2. Aufl. vsl. 2022).
    • Mikl-Horke, Gertraude:

      Gertraude Mikl-Horke ist ausgewiesene Kennerin der sozial- und sozioökonomischen Wissenschaftsidee. Die Vergegenwärtigung der Wissenschaftsgeschichte, v.a. auch der traditionellen Historischen Soziologie und der Sozialökonomik, stützt sich bis heute auf ihre einschlägigen Standardwerke. Ihre Darstellungen des sozial-ökonomischen Diskurses in einer Zusammenschau des Andersartigen stehen beispielhaft sowohl für den praktizierten erkenntnistheoretischen Pluralismus als auch für die Beherrschung sozialökonomischer Disziplinarität. Mikl-Horke lehrte seit 1981 u.a. Wirtschaftssoziologie und Wissenschaftssoziologie der Ökonomie an der Wirtschaftsuniversität Wien. [vergrößern] [Quelle]


      • Was für eine Ökonomie ist die Sozialökonomie/Sozioökonomie? Begriffsverwendungen in Geschichte und Gegenwart, in: Arne Heise/Kathrin Deumelandt (Hrsg.): Sozialökonomie – ein Zukunftsprojekt, Marburg 2015, S. 13ff.
      • (Hrsg.): Sozioökonomie. Die Rückkehr der Wirtschaft in die Gesellschaft, Marburg 2011.
      • Historische Soziologie – Sozioökonomie – Wirtschaftssoziologie, Wiesbaden 2011.
      • Historische Soziologie der Wirtschaft. Wirtschaft und Wirtschaftsdenken in Geschichte und Gegenwart, München/Wien 1999.
    • Milonakis, Dimitris/Ben Fine: From Political Economy to Economics. Method, the Social and the Historical in the Evolution of Economic Theory, London/New York 2009.
    • Morlok, Christoph: Rentabilität und Versorgung. Wirtschaftstheorie und Wirtschaftssoziologie bei Max Weber und Friedrich von Wieser, Wiesbaden 2013.
    • Morris, Aldon D.: The Scholar Denied. W.E.B. Du Bois and the Birth of Modern Sociology, Oakland (Kalifornien) 2015.
    • Müller, Hans-Peter: Max Webers Sozialökonomik, in: Klaus Kraemer/Florian Brugger (Hrsg.): Schlüsselwerke der Wirtschaftssoziologie, Wiesbaden 2017.
    • Müller, Karl H.: Sozioökonomische Modelle und gesellschaftliche Komplexität. Vermittlung und Designs, Marburg 1998.
    • Nau, Heino Heinrich:
      • Institutional, Evolutionary and Cultural Aspects in Max Weber's Social Economics, in: Cahiers d'économie Politique 49/2 (2005), S. 127ff. (bei cairn.info).
      • /Bertram Schefold (Hrsg.): The Historicity of Economics. Continuities and Discontinuities of Historical Thought in 19th and 20th Century Economics, Berlin u.a. 2002.
      • (Hrsg.): Gustav Schmoller. Historisch-ethische Nationalökonomie als Kulturwissenschaft. Ausgewählte methodologische Schriften, Marburg 1998.
      • Eine ‚Wissenschaft vom Menschen‘. Max Weber und die Begründung der Sozialökonomik in der deutschsprachigen Ökonomie 1871 bis 1914, Berlin 1997.

      Die Interessen und das Wirken von Walter Ötsch erstrecken sich weit über die Wirtschaftswissenschaft hinaus. Der Professor für Ökonomie und Kulturgeschichte an der Cusanus Hochschule für Gesellschaftsgestaltung ist u.a. als prominenter Kritiker des neoklassischen Marktparadigmas, der personalen und ideellen Netzwerke innerhalb der Ökonomik und der "ökonomisierten Gesellschaft" bekannt. Er war 2009 der erste Leiter des Linzer Instituts für die Gesamtanalyse der Wirtschaft und 2016 Gründungsmitglied der Gesellschaft für sozioökonomische Bildung und Wissenschaft. [vergrößern] [Quelle]


    • Netzwerk Vorsorgendes Wirtschaften (Hrsg.): Wege Vorsorgenden Wirtschaftens (2013), 2. Auf., Marburg 2014.
    • Novy, Andreas/Richard Bärnthaler/Veronika Heimerl (Hrsg.): Zukunftsfähiges Wirtschaften, Weinheim/Basel 2020.
    • Nowrot, Karsten: Sozialökonomie als disziplinäre Wissenschaft. Alternative Gedanken zur sozialökonomischen Forschung, Lehre und (Eliten-)Bildung (Vortrag 2014), erschienen in: Rechtswissenschaftliche Beiträge der Hamburger Sozialökonomie, Heft 2, Hamburg 2015 (beim Hamburger Fachbereich Sozialökonomie).
    • O'Boyle, Edward J. (Hrsg.): Teaching the Social Economics Way of Thinking. Selected Papers From the Ninth World Congress of Social Economics, Lewiston (NY) 1999.
    • Ötsch, Walter Otto:
      • /Stephan Pühringer/Katrin Hirte: Netzwerke des Marktes. Ordoliberalismus als Politische Ökonomie, Wiesbaden 2018.
      • /Katrin Hirte/Jürgen Nordmann (Hrsg.): Gesellschaft! Welche Gesellschaft? Nachdenken über eine sich wandelnde Gesellschaft, Marburg 2011.
      • /Stephan Panther (Hrsg.): Ökonomik und Sozialwissenschaft. Ansichten eines in Bewegung geratenen Verhältnisses, Marburg 2002.
    • Oppolzer, Alfred: „Sozialökonomie“. Zu Gegenstand, Begriff und Geschichte eines interdisziplinären und praxisbezogenen Wissenschaftskonzeptes, in: Sozialökonomische Beiträge. Zeitschrift für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft 1/1 (1990), S. 6ff. (beim Fachschaftsrat Sozialökonomie an der Universität Hamburg).
    • Osterhammel, Jürgen:
      • Gesellschaftsgeschichte und Historische Soziologie, in: Ders. (Hrsg.): Wege der Gesellschaftsgeschichte, Göttingen 2006, S. 81ff. (= Geschichte und Gesellschaft, Sonderh. 22; Aufsatz im KOPS der uni-konstanz.de).
      • Spielarten der Sozialökonomik. Joseph A. Schumpeter und Max Weber, in: Wolfgang J. Mommsen (Hrsg.): Max Weber und seine Zeitgenossen, Göttingen 1988, S. 147ff. (Aufsatz im KOPS der uni-konstanz.de).
    • Peukert, Helge:
      • Richard Theodore Ely. Christian solidarist, initiator of the American Economic Association, fountainhead of critical old institutionalism, and the 'midwife' from Germany, in: Harald Hagemann (Hrsg.): German Influences on American Economic Thought and American Influences on German Economic Thought, Berlin 2017, S. 124ff.
      • Nationalökonomie und Nationalsozialismus, in: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 40/2 (1999), S. 215ff.
      • Das sozialökonomische Werk Wilhelm Röpkes, 2 Bde., Frankfurt a.M. u.a. 1992.

      Die Juristin Katharina Pistor formuliert die Kapital- als Rechtstheorie - und kehrt damit im Rahmen der Rechtsphilosophie sowie der Rechtsgeschichte zu den rechtsökonomischen Diskursthemen und den begriffstheoretischen Anfängen der älteren Sozialökonomik zurück. Sie ist Direktorin des Center on Global Legal Transformation an der Columbia Law School. [vergrößern] [Quelle]



    • Pfriem, Reinhard/Uwe Schneidewind/Jonathan Barth/Silja Graupe/Thomas Korbun (Hrsg.): Transformative Wirtschaftswissenschaft im Kontext nachhaltiger Entwicklung, Marburg 2017.
    17.08.2025

    Sozialökonomik - Geschichte und Gegenwart eines Wissenschaftskonzepts   (VII von VIII)

    • Piketty, Thomas:
      • Kapital und Ideologie, München 2020.
      • Das Kapital im 21. Jahrhundert, München 2014.
    • Pistor, Katharina: Der Code des Kapitals. Wie das Recht Reichtum und Ungleichheit schafft (engl. Orig. 2019), Berlin 2020.
    • Prasch, Robert E.: W.E.B. Du Bois's Contributions To U.S. Economics (1893-1910), in: Du Bois Review 5/2 (2008), S. 309ff. (bei cambridge.org).
    • Quaas, Friedrun:
      • /Georg Quaas: Die Österreichische Schule der Nationalökonomie. Darstellung, Kritiken und Alternativen, Marburg 2013.
      • /Rolf H. Hasse (Hrsg.): Wirtschaftsordnung und Gesellschaftskonzept. Zur Integrationskraft der Sozialen Marktwirtschaft, Bern/Stuttgart/Wien 2002.
      • Soziale Marktwirtschaft. Wirklichkeit und Verfremdung eines Konzepts, Bern/Stuttgart/Wien 2000.
      • /Thomas Straubhaar (Hrsg.): Perspektiven der Sozialen Marktwirtschaft, Bern/Stuttgart/Wien 1995.
    • Quensel, Bernhard K.: Max Webers Konstruktionslogik. Sozialökonomik zwischen Geschichte und Theorie, Baden-Baden 2007.
    • Rieter, Heinz: Eduard Heimann – Sozialökonom und religiöser Sozialist, in: Rainer Nicolaysen (Hrsg.): Das Hauptgebäude der Universität Hamburg als Gedächtnisort. Mit sieben Porträts in der NS-Zeit vertriebener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Hamburg 2011, S. 229ff.
    • Schäfer, Axel R.: American Progressives and German Social Reform 1875-1920. Social ethics, moral control, and the regulatory state in a transatlantic context, Stuttgart 2000.
    • Schefold, Bertram (Hrsg.): Wirtschaftssysteme im historischen Vergleich, Stuttgart 2004 (u. Mitw. v. Helge Peukert u.a., Wirtschaftsstilforschung, Datensatz bei der Deutschen Nationalbibliothek).
    • Schellschmidt, Henner: Ökonomische Institutionenanalyse und Sozialpolitik. Gustav Schmoller und John R. Commons als Vertreter einer sozialreformerisch ausgerichteten Institutionenökonomie, Marburg 1997.
    • Schluchter, Wolfgang (Hrsg.): Wirtschaft und Gesellschaft. Entstehungsgeschichte und Dokumente, Max-Weber-Gesamtausgabe I/24, Tübingen 2009.
    • Schmidt, Manfred G./Tobias Ostheim: Die Sozioökonomische Schule, in: Dies./Nico A. Siegel/Reimut Zohlnhöfer (Hrsg.): Der Wohlfahrtsstaat. Eine Einführung in den historischen und internationalen Vergleich, Wiesbaden 2007, S. 29ff. (Auszüge bei books.google.de).
    • Schultz, Reinhard: Betriebswirtschaftslehre. Eine sozialökonomische Einführung, München/Wien 1988.
    • Sozialökonomische Beiträge. Zeitschrift für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft (1990-1993), Frankfurt a.M. 1990ff.
    • Swedberg, Richard: Max Weber and the Idea of Economic Sociology, Princeton 1998.
    • Thieme, Sebastian:

    Friedrun Quaas hat sich neben ihrer kritischen Auseinandersetzung mit Geschichte und Theorie des Konzepts der Sozialen Marktwirtschaft v.a. als Vertreterin der Paderborner Erwägungskultur profiliert. In den Leipziger Erwägungsseminaren folgte sie dieser ethisch-sozialwissenschaftlichen Lehrform gemeinsam mit Georg Quaas, um den erwägenden Umgang mit andersartiger Vielfalt auch in der Ökonomik zu verankern. [vergrößern] [Quelle]

    • Plurale Einführung in die VWL? Zu den Gestaltungsmöglichkeiten pluraler Einführungsveranstaltungen, in: Janina Urban/Lisa-Marie Schröder/Harald Hantke/Lukas Bäuerle (Hrsg.): Wirtschaft neu lehren. Erfahrungen aus der pluralen, sozioökonomischen Hochschulbildung, Wiesbaden 2021 (Sammelband bei springer.com).
    • Eine bessere Gesellschaft ausrechnen? Zum Umgang mit Werten in der Ökonomik, in: Lars Hochmann (Hrsg.): economists4future. Verantwortung übernehmen für eine bessere Welt, Hamburg 2020. S. 223ff.
    • Die Ökonomik als Sozialwissenschaft? Kritische Anmerkungen zur Pluralismus-Debatte, in: Silja Graupe/Walter Otto Ötsch/Florian Rommel (Hrsg.): Spiel-Räume des Denkens. Festschrift zu Ehren von Karl-Heinz Brodbeck, Marburg 2019, S. 257ff.
    • Integratives Wirtschaftsstildenken. Über den sozialökonomischen Charakter und das integrative Potenzial des Wirtschaftsstilkonzepts von Arthur Spiethoff, in: Arne Heise/Kathrin Deumelandt (Hrsg.): Sozialökonomie – ein Zukunftsprojekt, Marburg 2015, S. 139ff.
    • Der Ökonom als Menschenfeind? Über die misanthropischen Grundmuster der Ökonomik, Opladen/Berlin/Toronto 2013.
  • Urban, Janina/Lisa-Marie Schröder/Harald Hantke/Lukas Bäuerle (Hrsg.): Wirtschaft neu lehren. Erfahrungen aus der pluralen, sozioökonomischen Hochschulbildung, Wiesbaden 2021 (Sammelband bei springer.com).
  • Wallerstein, Immanuel:
    • Welt – System – Analyse. Eine Einführung, Wiesbaden 2019.
    • Die Sozialwissenschaften öffnen. Ein Bericht der Gulbenkian-Kommission zur Neustrukturierung der Sozialwissenschaften, Frankfurt a.M. 1996.
    • Die Sozialwissenschaft „kaputtdenken“. Die Grenzen der Paradigmen des 19. Jahrhunderts, Weinheim 1995.
  • Wöhler, Sven: Das heterologische Denkprinzip Heinrich Rickerts und seine Bedeutung für das Werk Max Webers. Die Einheit der modernen Kultur als Einheit der Mannigfaltigkeit, Norderstedt 2005.
  • [zurück zum Einklappen]

    Zeitschriften und Periodika

    Zeitschriften:

    Andere Periodika:

    Institutionen, Studiengänge, Gesellschaften

    Institute und Studiengänge:

    Wissenschaftliche Gesellschaften:

    Einzelnachweise

    [1] Vgl. Alfred Oppolzer: „Sozialökonomie“. Zu Gegenstand, Begriff und Geschichte eines interdisziplinären und praxisbezogenen Wissenschaftskonzeptes, in: Sozialökonomische Beiträge. Zeitschrift für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft 1/1 (1990), S. 6ff.

    [2] Vgl. Gertraude Mikl-Horke: Traditionen, Problemstellungen und Konstitutionsprobleme der Sozioökonomie, in: Reinhold Hedtke (Hrsg.): Was ist und wozu Sozioökonomie?, Wiesbaden 2015, S. 95ff. u. zum erkenntnistheoretischen Zusammenhang treffend Geoffrey M. Hodgson: How Economics Forgot History. The Problem of Historical Specificity in Social Science, London/New York 2001, S. 21ff. Aktueller Christian Fridrich/Reinhold Hedtke/Georg Tafner (Hrsg.): Historizität und Sozialität in der sozioökonomischen Bildung, Wiesbaden 2019.

    [3] Zur geschichtlichen Entwicklung der VWL zu einer „mathematisch und axiomatisch argumentierenden Wirtschaftstheorie“ vgl. Jan-Otmar Hesse: Wirtschaft als Wissenschaft. Die Volkswirtschaftslehre in der frühen Bundesrepublik, Frankfurt a.M. 2010.

    [4] Vgl. Gertraude Mikl-Horke: Was für eine Ökonomie ist die Sozialökonomie/Sozioökonomie? Begriffsverwendungen in Geschichte und Gegenwart, in: Arne Heise/Kathrin Deumelandt (Hrsg.): Sozialökonomie – ein Zukunftsprojekt, Marburg 2015, S. 13ff. und breiter in Verbindung mit dem Bildungsbegriff vgl. Andreas Fischer/Bettina Zurstrassen (Hrsg.): Sozioökonomische Bildung, Bonn 2014 sowie Tim Engartner/Christian Fridrich/Silja Graupe/Reinhold Hedtke/Georg Tafner (Hrsg.): Sozioökonomische Bildung und Wissenschaft. Entwicklungslinien und Perspektiven, Wiesbaden 2018 und Christian Fridrich/Reinhold Hedtke/Walter Otto Ötsch (Hrsg.): Grenzen überschreiten, Pluralismus wagen. Perspektiven sozioökonomischer Hochschullehre, Wiesbaden 2020. Zur Verbindung von Sozialer Arbeit und Sozialwirtschaft vgl. Klaus Schellberg: Die Wirtschaftswissenschaften und ihr Verhältnis zur Sozialwirtschaft (und der Sozialen Arbeit), in: Reinhilde Beck/Armin Wöhrle/Klaus Grunwald/Klaus Schellberg/Gotthart Schwarz/Wolf Rainer Wendt: Grundlagen des Managements in der Sozialwirtschaft, Baden-Baden 2013, S. 117ff.

    [5] Vgl. zu Pikettys „Kapital im 21. Jahrhundert“ (2014) Frank Fehlberg: Sozialökonomik und Kapitalistik. Karl Rodbertus’ Beitrag zur Sozioökonomie, in: Jakob Kapeller/Stephan Pühringer/Katrin Hirte/Walter O. Ötsch (Hrsg.): Ökonomie! Welche Ökonomie? Stand und Status der Wirtschaftswissenschaften, Marburg 2016, S. 231ff. und Till van Treeck: Zur Bedeutung von r > g in Pikettys „Kapital im 21. Jahrhundert“, in: Peter Bofinger/ Gustav A. Horn/Kai D. Schmid/Till van Treeck (Hrsg.): Thomas Piketty und die Verteilungsfrage. Analysen, Bewertungen und wirtschaftspolitische Implikationen für Deutschland, o.O. 2015, S. 73ff.

    [6] Vgl. Katharina Pistor: Der Code des Kapitals. Wie das Recht Reichtum und Ungleichheit schafft (engl. Orig. 2019), Berlin 2020, S. 20. Zum Verhältnis von Rechts- und Wirtschaftsentwicklung vgl. den Handbuch-Eintrag Dies.: Rechtssystem und Wirtschaftsentwicklung, in: Raj Kollmorgen/Wolfang Merkel/Hans-Jürgen Wagener (Hrsg.): Handbuch Transformationsforschung, Wiesbaden 2015, S. 657ff.

    [7] Vgl. allgemein zum Überblick Volker Kruse: Von der historischen Nationalökonomie zur historischen Soziologie. Ein Paradigmenwechsel in den deutschen Sozialwissenschaften um 1900, in: Zeitschrift für Soziologie 19/3 (Juni 1990), S. 149ff. sowie v.a. Gertraude Mikl-Horke: Historische Soziologie der Wirtschaft. Wirtschaft und Wirtschaftsdenken in Geschichte und Gegenwart, München/Wien 1999; Dies.: Historische Soziologie – Sozioökonomie – Wirtschaftssoziologie, Wiesbaden 2011; Dies. (Hrsg.): Sozioökonomie. Die Rückkehr der Wirtschaft in die Gesellschaft, Marburg 2011; Gerda Bohmann/Johanna Hofbauer/Johann August Schülein (Hrsg.): Sozioökonomische Perspektiven. Texte zum Verhältnis von Gesellschaft und Ökonomie, Wien 2014 sowie Andrea Maurer/Gertraude Mikl-Horke: Wirtschaftssoziologie, Baden-Baden 2015. Die Präsenz explizit volkswirtschaftlich-sozialökonomischer Forschungen zeigte sich in den letzten Jahrzehnten in Beiträgen wie Beat Bürgenmeier: Sozioökonomie. Für eine ethische Erweiterung der wirtschaftspolitischen Diskussion, Marburg 1994; Karl S. Althaler/Egon Matzner/Manfred Prisching/Brigitte Unger (Hrsg.): Sozioökonomische Forschungsansätze. Historische Genese, Methoden, Anwendungsgebiete, Marburg 1995; Uwe Jens/Hajo Romahn (Hrsg.): Sozialpolitik und Sozialökonomik. Soziale Ökonomie im Zeichen der Globalisierung (Festschrift für Lothar F. Neumann), Marburg 2000 und Dies. (Hrsg.): Methodenpluralismus in den Wirtschaftswissenschaften, Marburg 2010.

    [8] Vgl. Oliver Römer/Ina Alber-Armenat: Die „verspätete Wissenschaft“, in: Soziologie, 47/4 (2018), S. 403ff., 417f. Der Beitrag formuliert für die Göttinger Soziologie und in Anlehnung an den lokalen Klassiker Helmuth Plessner (Die verspätete Nation 1959): „Der ‚Sonderweg‘ der Göttinger Soziologie zeigt sich dagegen in einer nachholenden Gründung und Verwissenschaftlichung einer Disziplin.“

    [9] Zit. bei Karl Rodbertus: Das Kapital. Vierter socialer Brief an von Kirchmann (1852/1884 posthum), in: Adolph Wagner/Theophil Kozak (Hrsg.): Aus dem literarischen Nachlass von Dr. Carl Rodbertus-Jagetzow, Bd. II, Berlin 1884, S. 77f. und Albert Schäffle: Das gesellschaftliche System der menschlichen Wirthschaft. Ein Lehr- und Handbuch der Nationalökonomie […], Tübingen 1867. Vgl. zur Ideen- und Theoriegeschichte der Sozialökonomik im Überblick Frank Fehlberg: Arbeitswert und Nachfrage. Die Sozialökonomik von Karl Rodbertus zur Einführung, Marburg 2017.

    [10] Vgl. Adolph Wagner: Theoretische Sozialökonomik oder Allgemeine und theoretische Volkswirtschaftslehre. Grundriss in tunlichst prinzipieller Behandlungsweise […], Leipzig 1907. Chronologisch eher, jedoch konzeptionell und begrifflich bereits von Wagner beeinflusst: Heinrich Dietzel: Theoretische Socialökonomik, Leipzig 1895. Vgl. im Überblick Gertraude Mikl-Horke: Traditionen, Problemstellungen und Konstitutionsprobleme der Sozioökonomie, in: Reinhold Hedtke (Hrsg.): Was ist und wozu Sozioökonomie?, Wiesbaden 2015, S. 95ff., S. 101 [Historische Nationalökonomie und Wirtschaftstheorie: Sozialökonomik als Verbindung].

    [11] Durch seinen frühen Tod sei Weber an der systematischen Zusammenfassung „seiner über Jahrzehnte angehäuften, universalhistorischen vergleichenden Untersuchungen“ und ihrer Einordnung „in den Rahmen einer sozialökonomischen Theorie“ gehindert worden. So Dirk Kaesler: Eine Konstruktion wird dekonstruiert. Max Webers „Wirtschaft und Gesellschaft“ zerfällt in Einzelteile, in: literaturkritik.de. 4/2006 (https://literaturkritik.de/id/9356 v. 14.08.2020). Vgl. Heino Heinrich Nau: Eine ‚Wissenschaft vom Menschen‘. Max Weber und die Begründung der Sozialökonomik in der deutschsprachigen Ökonomie 1871 bis 1914, Berlin 1997 und Bernhard K. Quensel: Max Webers Konstruktionslogik. Sozialökonomik zwischen Geschichte und Theorie, Baden-Baden 2007. Neuer dagegen Christoph Morlok: Rentabilität und Versorgung: Wirtschaftstheorie und Wirtschaftssoziologie bei Max Weber und Friedrich von Wieser, Wiesbaden 2013 und Hans-Peter Müller: Max Webers Sozialökonomik, in: Klaus Kraemer/Florian Brugger (Hrsg.): Schlüsselwerke der Wirtschaftssoziologie, Wiesbaden 2017, S. 89ff.

    [12] Vgl. zum Ganzen Wolfgang Schluchter (Hrsg.): Wirtschaft und Gesellschaft. Entstehungsgeschichte und Dokumente, Max-Weber-Gesamtausgabe I/24, Tübingen 2009.

    [13] In Anlehnung an Stefan Kesting: Die Rückkehr der Jedi-Ritter. Ein kritische Bilanz von Etzionis Beitrag zur Sozialökonomie, in: Arne Heise/Kathrin Deumelandt (Hrsg.): Sozialökonomie – ein Zukunftsprojekt, Marburg 2015, S. 111ff.

    [14] Vgl. Bruce E. Kaufman: The Origins and Theoretical Foundation of Original Institutional Economics Reconsidered, in: Journal of the History of Economic Thought 39/3 (2017), S. 293ff. und Helge Peukert: Richard Theodore Ely. Christian solidarist, initiator of the American Economic Association, fountainhead of critical old institutionalism, and the 'midwife' from Germany, in: Harald Hagemann (Hrsg.): German Influences on American Economic Thought and American Influences on German Economic Thought, Berlin 2017, S. 124ff.

    [15] „Political economy is a part of sociology.“ Richard T. Ely: An Introduction to Political Economy, New York 1889, S. 13. Zur ökonomischen Bedeutung der Privatautonomie vgl. etwa den Abschnitt „Fundamental Institutions in the Existing Socio-economic Order“ in Richard T. Ely: Elementary Principles of Economics. Together with a short Sketch of Economic History, London 1904, S. 9ff. Zur theoretischen und damit disziplinären Bedeutung des ökonomischen Sozialismus als postklassischer Strömung vgl. Richard T. Ely: French and German Socialism in Modern Times, New York 1883, S. 156ff. Hier hieß es, die eigenen institutionenökonomischen Anleihen am deutschen Historismus ergänzend: „Rodbertus, one of the ablest socialists who ever lived, is perhaps the best representative of pure theoretical socalism. Professor Wagner of Berlin calls him the Ricardo of socialism. This gives him an important place in the history of political economy, for political economists may be considered as practically unanimous in the opinion that ‚scientific socialism represents an economic system which no science of political economy can any longer neglect.‘ (Wagner).“ Ebd., S. 159f.

    [16] Vgl. zur institutionell-ökonomischen new school in Abgrenzung zur klassisch geprägten old school und deren „Economic Orthodoxy“ Richard T. Ely: The Past and the Present of Political Economy (Johns Hopkins University Studies in Historical and Political Science, Bd. 2: Institutions and Economics), Baltimore 1884, S. 9ff. u. 43ff. Vgl. zu den wissenschaftspolitischen Schlagworten und Begriffen der new school, der new economics oder der realistic school sowie zu geistigen Wurzeln und Wirken von Ely immer noch Benjamin G. Rader: The Academic Mind and Reform. The Influence of Richard T. Ely in American Life, Lexington 1966. Zum Verhältnis von Ely und Wilson vgl. Clifford F. Thies/Gary M. Pecquet: The Shaping of a Future President’s Economic Thought. Richard T. Ely and Woodrow Wilson at "The Hopkins", in: The Independent Review 15/2 (2010), S. 257ff.

    [17] Zur Einordnung der Sozialökonomik in das Diskursfeld „Orthodoxie“, „Heterodoxie“ und „Mainstream“ vgl. Sebastian Thieme: Integratives Wirtschaftsstildenken. Über den sozialökonomischen Charakter und das integrative Potenzial des Wirtschaftsstilkonzepts von Arthur Spiethoff, in: Arne Heise/Kathrin Deumelandt (Hrsg.): Sozialökonomie – ein Zukunftsprojekt, Marburg 2015, S. 139ff. und für den Gesamtüberblick Arne Heise/Henrike Sander/Sebastian Thieme: Das Ende der Heterodoxie? Die Entwicklung der Wirtschaftswissenschaften in Deutschland, Wiesbaden 2017.

    [18] Lorenz Stein: Der Socialismus und Communismus des heutigen Frankreichs. Ein Beitrag zur Zeitgeschichte, Leipzig 1842, S. IVf.

    [19] [Friedrich] Wilhelm Schulz: Die Bewegung der Production. Eine geschichtlich-statistische Abhandlung zur Grundlegung einer neuen Wissenschaft des Staats und der Gesellschaft, Zürich/Winterthur 1843, S. 173.

    [20] Karl Marlo: Untersuchungen über die Organisation der Arbeit oder System der Weltökonomie. Bd. I: Historische Einleitung in die Oekonomie (1850), 2. Aufl., Tübingen 1885, S. 182.

    [21] Johann Karl Rodbertus: Gesammelte Werke und Briefe. Zusammengestellt auf Grund früherer Ausgaben und mit Einleitung sowie Bibliographie (hrsg. Thilo Ramm), Osnabrück 1972. Wichtige Einzelwerke: Karl Rodbertus: Zur Erkenntniss unsrer staatswirthschaftlichen Zustände, H. 1 (Fünf Theoreme), Neubrandenburg/Friedland 1842; Ders.: Sociale Briefe an von Kirchmann. Erster Brief: Die sociale Bedeutung der Staatswirthschaft, Berlin 1850; Ders.: Sociale Briefe an von Kirchmann. Zweiter Brief: Kirchmann’s sociale Theorie und die meinige, Berlin 1850; Ders.: Sociale Briefe an von Kirchmann. Dritter Brief: Widerlegung der Ricardo’schen Lehre von der Grundrente und Begründung einer neuen Rententheorie, Berlin 1851; Ders.: Das Kapital. Vierter socialer Brief an von Kirchmann (1852/1884 posthum), in: Adolph Wagner/Theophil Kozak (Hrsg.): Aus dem literarischen Nachlass von Dr. Carl Rodbertus-Jagetzow, Bd. II, Berlin 1884.

    [22] Vgl. zur Einführung Frank Fehlberg: Arbeitswert und Nachfrage. Die Sozialökonomik von Karl Rodbertus zur Einführung, Marburg 2017.

    [23] Zum Einfluss z.B. auf Max Weber vgl. Jürgen Deininger in der Einleitung von Max Weber: Die römische Agrargeschichte in ihrer Bedeutung für das Staats- und Privatrecht (1891) (hrsg. Jürgen Deininger), Max-Weber-Gesamtausgabe I/2, Tübingen 1986, S. 19ff. „Dabei handelt es sich nicht um die, wie Weber selbst gleich in der Einleitung zu erkennen gibt, teilweise sehr problematischen sachlichen Resultate von Rodbertus, sondern um dessen grundsätzliche Methoden und Problemstellungen. An der Spitze steht dabei zweifellos Rodbertus‘ Versuch, überhaupt systematische Fragestellungen und ökonomische Theorien für die Analyse der antiken literarischen Quellen fruchtbar zu machen. Dies hatte vor ihm zumindest in Deutschland noch niemand in vergleichbarer Intensität unternommen. […] Nur bei Rodbertus fand Weber das, was ihm so weder Meitzen noch Mommsen bieten konnten: eine Analyse der antiken Quellen mithilfe genuin ökonomischer und fiskalischer Kategorien.“ (Ebd., S. 21f.). Vgl. zur späteren Verbindung von Theorie und Geschichte in verschiedensten Disziplinen Volker Kruse: Von der historischen Nationalökonomie zur historischen Soziologie. Ein Paradigmenwechsel in den deutschen Sozialwissenschaften um 1900, in: Zeitschrift für Soziologie 19/3 (Juni 1990), S. 149ff.

    [24] Zur Gesellschaftswirtschaft vgl. Karl Rodbertus: Das Kapital. Vierter socialer Brief an von Kirchmann (1852/1884 posthum), in: Adolph Wagner/Theophil Kozak (Hrsg.): Aus dem literarischen Nachlass von Dr. Carl Rodbertus-Jagetzow, Bd. II, Berlin 1884, S. 103ff. Zum Lohnquotengesetz in „sich selbst überlassenen“ Privatkapitalwirtschaften und zur relativen Armut vgl. Karl Rodbertus: Sociale Briefe an von Kirchmann. Erster Brief: Die sociale Bedeutung der Staatswirthschaft, Berlin 1850, S. 3 u. S. 71.

    [25] Karl Rodbertus: Sociale Briefe an von Kirchmann. Dritter Brief: Widerlegung der Ricardo’schen Lehre von der Grundrente und Begründung einer neuen Rententheorie, Berlin 1851, S. 26 und zur Geldtheorie Ders.: Die Preußische Geldkrisis, Anclam/Swinemünde 1845.

    [26] Karl Rodbertus: Das Kapital. Vierter socialer Brief an von Kirchmann (1852/1884 posthum), in: Adolph Wagner/Theophil Kozak (Hrsg.): Aus dem literarischen Nachlass von Dr. Carl Rodbertus-Jagetzow, Bd. II, Berlin 1884, S. 293.

    [27] Zit. b. u. vgl. Karl Rodbertus: Zur Erklärung und Abhülfe der heutigen Creditnoth des Grundbesitzes (1868), Bd. I u. II (Die Ursachen der Noth u. Zur Abhülfe), 2. Ausg., Jena 1876, S. 92 [Bd. I] u. S. XVf. [Bd. II]. Vgl. auch Albert Schäffle: Kapitalismus und Socialismus. Mit besonderer Rücksicht auf Geschäfts- und Vermögensformen. Vorträge zur Versöhnung der Gegensätze von Lohnarbeit und Kapital, Tübingen 1870. Zur Begriffsgeschichte des Kapitalismus vgl. Jürgen Kocka: Geschichte des Kapitalismus, München 2013, S. 8. Rodbertus vermutete, dass Albert Schäffle, Karl Marx und Eugen Dühring stark von ihm beeinflusst gewesen seien. Dühring habe v.a. in Ders.: Cursus der National- und Socialökonomie einschließlich der Hauptpunkte der Finanzpolitik, Berlin 1873 Gedanken ohne Nennung von ihm übernommen. Vgl. Frank Fehlberg: Arbeitswert und Nachfrage. Die Sozialökonomik von Karl Rodbertus zur Einführung, Marburg 2017, S. 296.

    [28] Vgl. z.B. Werner Sombart: Die drei Nationalökonomien. Geschichte und System der Lehre von der Wirtschaft, München/Leipzig 1930, S. 322: „Meiner Auffassung entspricht die Einteilung, die Karl Rodbertus und ihm folgend Adolph Wagner vornahmen, in ‚ökonomische‘ und ‚historische‘ Kategorien der Wirtschaftswissenschaft. Ihre Terminologie war falsch (es handelt sich in beiden Fällen um ‚ökonomische‘ Kategorien, und die sachentsprechende Bezeichnung muß lauten: allgemein-ökonomisch und historisch-ökonomisch), aber ihr Gedanke war richtig.“ Vgl. zudem Joseph Schumpeter: Epochen der Dogmen- und Methodengeschichte, in: Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 1. Abteilung: Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft, Tübingen 1914, S. 19ff., S. 55 u. 71.

    [29] Vgl. etwa Albert Schäffle: Bau und Leben des socialen Körpers. Encyklopädischer Entwurf einer realen Anatomie, Physiologie und Psychologie der menschlichen Gesellschaft mit besonderer Rücksicht auf die Volkswirthschaft als socialen Stoffwechsel, Bd. 1: Allgemeiner Theil, Tübingen 1875.

    [30] Zit. b. Albert Schäffle: Das gesellschaftliche System der menschlichen Wirthschaft. Ein Lehr- und Handbuch der Nationalökonomie […], Tübingen 1867, S. VIII u. 4. Vgl. weiterführend Eugenie Fabian-Sagal: Albert Schaeffle und seine theoretisch-nationalökonomischen Lehren, Gera 1909 sowie Heino Heinrich Nau (Hrsg.): Gustav Schmoller. Historisch-ethische Nationalökonomie als Kulturwissenschaft. Ausgewählte methodologische Schriften, Marburg 1998. Wilhelm Roscher machte ausdrücklich auf Hinweis Schäffles ab der fünften Auflage seines Systems der Volkswirthschaft den Menschen zum Ausgangspunkt des Wirtschaftens, nicht mehr den Begriff des Gutes. Ab der siebten Auflage stellte Roscher seinem Werk den zitierten Satz voran. Vgl. Ders.: System der Volkswirthschaft. Ein Hand- und Lesebuch für Geschäftsmänner und Studierende (5 Bde. 1854ff.), Erster Band: die Grundlagen der Nationalökonomie enthaltend, 5. u. 7. Aufl., Stuttgart 1864 u. 1868, jew. S. 1f.

    [31] Albert Schäffle: Mensch und Gut in der Volkswirthschaft oder der ethisch-anthropologische und der chrematistische Standpunkt in der Nationalökonomie, mit besonderer Rücksicht auf die Grundprincipien der Steuerlehre, in: Deutsche Vierteljahrs-Schrift 24/4 (1861), S. 232ff., S. 305.

    [32] Albert Schäffle: Mensch und Gut in der Volkswirthschaft oder der ethisch-anthropologische und der chrematistische Standpunkt in der Nationalökonomie, mit besonderer Rücksicht auf die Grundprincipien der Steuerlehre, in: Deutsche Vierteljahrs-Schrift 24/4 (1861), S. 232ff., S. 241 u. S. 244.

    [33] Vgl. Karl Rodbertus: Physiokratie und Anthropokratie?, in: Ders.: Briefe und Socialpolitische Aufsätze von Dr. Rodbertus-Jagetzow (hrsg. Rudolph Meyer), Berlin 1882 [1881], Bd. 2, S. 518ff., S. 521f.

    [34] Karl Rodbertus: Sociale Briefe an von Kirchmann. Zweiter Brief: Kirchmann’s sociale Theorie und die meinige, Berlin 1850, S. 48.

    [35] Max Weber: Der Nationalstaat und die Volkswirtschaftspolitik. Akademische Antrittsrede, Freiburg i.Br./Leipzig 1895, S. 17. Vgl. zu Webers Hintergrund Wilhelm Hennis: Max Webers Wissenschaft vom Menschen. Neue Studien zur Biographie des Werks, Tübingen 1996, S. 152ff., zu Webers Faszination (Arbeit an Begriffen) und Abstoßung („krasse […] Konstruktionen“) hinsichtlich Rodbertus S. 187 u. 190.

    [36] Max Weber: Die ‚Objektivität‘ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 19, 1904, aus Ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1922, S. 146ff., S. 170f. (Hervorh. i. O.).

    [37] Vgl. hierzu Johannes Glaeser: Der Werturteilsstreit in der deutschen Nationalökonomie. Max Weber, Werner Sombart und die Ideale der Sozialpolitik, Marburg 2014, S. 135ff.

    [38] Lujo Brentano: Die Meinungsverschiedenheiten unter den Volkswirtschaftslehrern, in: Cosmopolis. Revue internationale (Nr. 4, April 1896), S. 241ff., S. 242.

    [39] Vgl. hierzu Jürgen Backhaus/Reginald Hansen: Methodenstreit in der Nationalökonomie, in: Journal for General Philosophy of Science 31/2 (2000), S. 307ff.

    [40] Eugen Böhm-Bawerk: Rez. L. Brentano, Die klassische Nationalökonomie, in: Göttingische gelehrte Anzeigen 1889/Nr. 12, S. 465ff., S. 475 (Hervorh. i. O.).

    [41] Franz Oppenheimer: Skizze der sozial-ökonomischen Geschichtsauffassung I u. II, in: Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Philosophie und Soziologie 27 (1903), S. 323ff. und S. 369ff., S. 410.

    [42] Immanuel Kant, Akademieausgabe XIII 115 (opus postumum), zit. nach Manfred Riedel: Einleitung, in: Immanuel Kant: Schriften zur Gesellschaftsphilosophie, Ditzingen 1999, S. 3ff., S. 4 (Hervorh. ebd.).

    [43] Vgl. Gustav Schmoller: Über einige Grundfragen der Socialpolitik und der Volkswirtschaftslehre, Leipzig 1898, S. 340f.

    [44] Max Weber: Der Sinn der ‚Wertfreiheit‘ der soziologischen und ökonomischen Wissenschaften (1917), in: Ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1922, S. 451ff., S. 458 u. S. 464 (Hervorh. i. O.).

    [45] Max Weber: Die ‚Objektivität‘ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 19, 1904, aus Ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1922, S. 146ff., S. 153 (Hervorh. i. O.).

    [46] Vgl. dazu u. zit. n. Max Weber: Der Sinn der ‚Wertfreiheit‘ der soziologischen und ökonomischen Wissenschaften (1917), in: Ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1922, S. 451ff., S. 491f.

    [47] Vgl. Wilhelm Roscher: Grundriß zu Vorlesungen über die Staatswirthschaft. Nach geschichtlicher Methode, Göttingen 1843, S. 1: „Der Philosoph will ein System von Begriffen […] möglichst entkleidet von allen Zufälligkeiten des Raumes und der Zeit; der Historiker eine Schilderung menschlicher Entwicklungen […] getreu dem wirklichen Leben […].“; Johann Gustav Droysen: Grundriss der Historik, Leipzig 1868, S. 11: „Nach den Objecten und nach der Natur des menschlichen Denkens sind die drei möglichen wissenschaftlichen Methoden: die (philosophisch oder theologisch) speculative, die mathematisch-physikalische, die historische. Ihr Wesen ist: zu erkennen, zu erklären, zu verstehen. Daher der alte Canon der Wissenschaften: Logik, Physik, Ethik: – nicht drei Wege zu Einem Ziel, sondern die drei Seiten eines Prisma, wenn das menschliche Auge das ewige Licht, dessen Glanz es nicht zu ertragen vermag, im Farbenwiederschein ahnen will.“; Wilhelm Dilthey: Einleitung in die Geisteswissenschaften. Versuch einer Grundlegung für das Studium der Gesellschaft und der Geschichte, Bd. 1, Leipzig 1883, S. XVf.: „Welcher ist der Zusammenhang von Sätzen, der gleicherweise dem Urtheil des Geschichtsschreibers, den Schlüssen des Nationalökonomen, den Begriffen des Juristen zu Grunde liegt und deren Sicherheit zu bestimmen ermöglicht? […] wo ist der feste Rückhalt für einen Zusammenhang der Sätze, der den Einzelwissenschaften Verknüpfung und Gewißheit giebt?“ Gustav Schmoller nutzte Diltheys Darlegungen gleich nach Erscheinen als Argumentationshilfe gegen Carl Menger. Vgl. Gustav Schmoller: Zur Methodologie der Staats- und Sozial-Wissenschaften, in: Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirthschaft im Deutschen Reich, 7. Jgg. (1883), S. 239ff.

    [48] Vgl. Georg Simmel: Die Probleme der Geschichtsphilosophie. Eine erkenntnistheoretische Studie, Leipzig 1892, S. 92ff.

    [49] Vgl. Gudrun Kühne-Bertram: Zum Verhältnis von Naturwissenschaften und Geisteswissenschaften in der Philosophie Diltheys, in: Christian Damböck/Hans-Ulrich Lessing (Hrsg.): Dilthey als Wissenschaftsphilosoph, Freiburg/München 2016, S. 225ff. und zur Verbindung zur „verstehenden Soziologie“ Max Webers etwa Klaus Lichtblau: Soziologie und Anti-Soziologie um 1900: Dilthey, Simmel und Weber, in: Peter-Ulrich Merz-Benz/Gerhard Wagner (Hrsg.): Soziologie und Anti-Soziologie. Ein Diskurs und seine Rekonstruktion. Konstanz 2001, S. 17ff. „[...] daß Weber im Unterschied zu anderen soziologischen Klassikern den Begriff ‚Gesellschaft‘ bewußt vermieden hat und insofern die von ihm begründete Richtung der verstehenden Soziologie auch nicht als Beitrag zu einer ambitionierten Theorie der Gesellschaft verstand, sondern als eine soziologische Begriffslehre, die der historischen Forschung dienend zur Seite stehen sollte.“ Klaus Lichtblau: Die Eigenart der kultur- und sozialwissenschaftlichen Begriffsbildung, Wiesbaden 2011, S. 261.

    [50] Wilhelm Dilthey: Ideen über eine beschreibende und zergliedernde Psychologie, in: Sitzungsberichte der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Sitzung der philosophisch-historischen Classe, Berlin 1894, S. 1309–1407, S. 1314.

    [51] Vgl. Wilhelm Windelband: Geschichte und Naturwissenschaft. Rede zum Antritt des Rektorats der Kaiser-Wilhelms-Universität Strassburg (1894), 3. Aufl., Strassburg 1904 u. Heinrich Rickert: Die Grenzen der naturwissenschaftlichen Begriffsbildung. Eine logische Einleitung in die historischen Wissenschaften. Erste Hälfte, Freiburg/Leipzig 1896 sowie Ders.: Kulturwissenschaft und Naturwissenschaft. Ein Vortrag, Freiburg 1899.

    [52] „So wenig Erfreuliches diese Wissenschaft […] auch bisher erreicht haben mag, so wenig ist unter logischen Gesichtspunkten gegen eine naturwissenschaftliche Darstellung der gesellschaftlichen Wirklichkeit einzuwenden“. Heinrich Rickert zit. b. Volker Kruse: Von der historischen Nationalökonomie zur historischen Soziologie. Ein Paradigmenwechsel in den deutschen Sozialwissenschaften um 1900, in: Zeitschrift für Soziologie 19/3 (Juni 1990), S. 149ff., S. 151 (Hervorh. i. O.).

    [53] Vgl. im Überblick Sven Wöhler: Das heterologische Denkprinzip Heinrich Rickerts und seine Bedeutung für das Werk Max Webers. Die Einheit der modernen Kultur als Einheit der Mannigfaltigkeit, Norderstedt 2005 bzw. Heinrich Rickert: Das Eine, die Einheit und die Eins. Bemerkungen zur Logik des Zahlbegriffs, in: Logos. Internationale Zeitschrift für Philosophie der Kultur, Bd. 2 (1911/12), Tübingen 1912, S. 26ff.

    [54] Vgl. Werner Flach: Negation und Andersheit. Ein Beitrag zur Problematik der Letztimplikation, München 1959, S. 26: „Empirie und Logik sind unter ein gemeinsam begründetes Prinzip zu bringen. Sie sind aber nicht Spezialfälle eines Denkens überhaupt, sondern sie sind einundasselbe [sic!], das eine Denken. Und das heterothetische Prinzip ist ein Fundamentalprinzip dieses einen Denkens, die Formulierung seines Ursprungs.“ Vgl. vor diesem Hintergrund die Darstellungen von Klaus Lichtblau: Max Webers Verständnis von ‚Sozialökonomik‘. Werkgeschichtliche Betrachtungen zum Ursprung seiner Verstehenden Soziologie, in: Georg Peter/Reuß-Markus Krauße (Hrsg.): Selbstbeobachtung der modernen Gesellschaft und die neuen Grenzen des Sozialen, Wiesbaden 2012, S. 203ff. Weiterführend vgl. Peter Koslowski (Hrsg.): Methodology of the Social Sciences, Ethics, and Economics in the Newer Historical School. From Max Weber and Rickert to Sombart and Rothacker, Berlin/Heidelberg/New York 1997.

    [55] Max Weber: Die ‚Objektivität‘ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 19, 1904, aus Ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1922, S. 146ff., S. 165 u. vgl. ebd. ff. (Hervorh. i. O.).

    [56] Vgl. Joseph A. Schumpeter: History of Economic Analysis (hrsg. Elizabeth Boody Schumpeter 1954, posthum), [Taylor & Francis e-Library] 2006, S. 10f. u. 19, wobei Schumpeter unter „Wirtschaftssoziologie“ die spezifisch „deutsche Tradition“ verstand, die Max Weber als „Sozialökonomik“ entwickelt habe und welche als „vervollständigend“ (engl. complement) hinsichtlich der ersten drei „fundamental fields“ zu betrachten sei. Vgl. ursprünglich Joseph Schumpeter: Epochen der Dogmen- und Methodengeschichte, in: Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 1. Abteilung: Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft, Tübingen 1914, S. 19ff. Vgl. zu Schumpeter im Überblick Heinz D. Kurz: Joseph A. Schumpeter. Ein Sozialökonom zwischen Marx und Walras, Marburg 2005.

    [57] Vgl. insbes. zur Vorgeschichte der Wort- und Begriffsnutzung Bernhard K. Quensel: Max Webers Konstruktionslogik. Sozialökonomik zwischen Geschichte und Theorie, Baden-Baden 2007, S. 37ff. und Richard Swedberg: Max Weber and the Idea of Economic Sociology, Princeton 1998, S. 177ff. Wagner über Rodbertus: „Das Urtheil, welches ich glaubte schon früher über Rodbertus als socialökonomischen Autor fällen zu dürfen, indem ich ihn den ‚Ricardo des ökonomischen Socialismus‘ nannte, findet durch die vorliegende Schrift über das ‚Kapital‘ [...] seine volle Bestätigung. Rodbertus zeigt hier eine Kraft des abstrakten Denkens, wie sie nur den grössten Meistern eigen ist. Er schliesst sich an diese an und tritt wohl auf dem Gebiete der Nationalökonomie an ihre Spitze.“ Aus dem Vorwort zu Karl Rodbertus: Das Kapital. Vierter socialer Brief an von Kirchmann (1852/1884 posthum), in: Adolph Wagner/Theophil Kozak (Hrsg.): Aus dem literarischen Nachlass von Dr. Carl Rodbertus-Jagetzow, Bd. II, Berlin 1884, S. VIIf. Wagners Mitherausgeber hatte bereits zwei Jahre früher veröffentlicht: Theophil Kozak: Rodbertus-Jagetzow’s socialökonomische Ansichten, Jena 1882. Wagner über Schäffle: „Wesentlich [Schäffle], als der bedeutendste Autor dieser Richtung, hat die neuste vorwiegend ‚sozialökonomische‘ Richtung der Nationalökonomie angebahnt, ja zum Durchbruch gebracht.“ Adolph Wagner: Theoretische Sozialökonomik oder Allgemeine und theoretische Volkswirtschaftslehre. Grundriss in tunlichst prinzipieller Behandlungsweise […], Leipzig 1907, S. 16. Vgl. zudem die einschlägigen Dissertationen der Schüler Wagners, Heinrich Dietzel: Ueber das Verhältniss der Volkswirthschaftslehre zur Socialwirthschaftslehre, Berlin 1882 und Werner Sombart: Die römische Campagna. Eine sozialökonomische Studie, Leipzig 1888 (promoviert bei Gustav Schmoller). Zu Franz Oppenheimer vgl. Ders.: Adolf Wagner. Gedächtnisrede gehalten bei der zum Andenken an Gustav Schmoller und Adolf Wagner veranstalteten Trauerfeier der Staatswissenschaftlichen Vereinigung am 8. Januar 1918, in: Europäische Staats- und Wirtschaftszeitung 5/1918 (02.02.1918), 5 S. in der Presse-Dokumentation des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archivs.

    [58] Die Antikritik von Wagner gegen Schmoller kann als „Vorspiel“ des Methodenstreits gelten. Vgl. Heino Heinrich Nau: Eine ‚Wissenschaft vom Menschen‘. Max Weber und die Begründung der Sozialökonomik in der deutschsprachigen Ökonomie 1871 bis 1914, Berlin 1997, S. 160ff. Vgl. dazu Adolph Wagner: Rez. Gustav Schönberg: Handbuch der politischen Oekonomie 1882 („Antikritik“), in: Zeitschrift für die gesammte Staatswissenschaft 1883, S. 258ff. u. Ders.: Systematische Nationalökonomie. Rez. Gustav Cohn: Systematik der Nationalökonomie 1885, in: Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik N.F. 12/3 (1886), S. 197ff.

    [59] Adolph Wagner: Rez. Gustav Schönberg: Handbuch der politischen Oekonomie 1882 („Antikritik“), in: Zeitschrift für die gesammte Staatswissenschaft 1883, S. 258ff., S. 271.

    [60] Vgl. Adolph Wagner: Grundlegung der politischen Oekonomie, 3. Aufl., Leipzig 1892 (= Adolph Wagner/Karl Bücher/Heinrich Dietzel (Hrsg.): Lehr- und Handbuch der politischen Oekonomie, Erste Hauptabtheilung: Grundlegung der politischen Oekonomie), S. 2 u. S. 65ff. (Die Socialökonomie als eigene selbstständige Wissenschaft) und S. 264 („Socialökonomie […] allerdings correcter […] Socialökonomik“). Zur semantischen Begründung: die Sozialökonomie integriere „das, was neben dem ‚Oekonomischen‘ das Wesentliche in der Disciplin ist, das gesellschaftliche, ‚sociale‘ Moment“ (S. 266, Hervorh. i. O.). Später dann Ders.: Theoretische Sozialökonomik oder Allgemeine und theoretische Volkswirtschaftslehre. Grundriss in tunlichst prinzipieller Behandlungsweise […], Leipzig 1907.

    [61] Adolf Weber: Die Aufgaben der Volkswirtschaftslehre als Wissenschaft, Tübingen 1909, S. 1.

    [62] Vgl. zur institutionellen Disziplingeschichte und zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden von Wagner und Weber Bernhard K. Quensel: Max Webers Konstruktionslogik. Sozialökonomik zwischen Geschichte und Theorie, Baden-Baden 2007, S. 37ff. u. S. 175ff.

    [63] Vgl. Heinrich Dietzel: Ueber das Verhältniss der Volkswirthschaftslehre zur Socialwirthschaftslehre, Berlin 1882 und Adolph Wagner: Grundlegung der politischen Oekonomie, 3. Aufl., Leipzig 1892, S. 266.

    [64] Biographisch bis heute ungenügend: Heinrich Dietzel: Karl Rodbertus. Darstellung seines Lebens und seiner Lehre, 2 Bde. (Darstellung seines Lebens und Darstellung seiner Socialphilosophie), Jena 1886/88. Vgl. auch Edward C. K. Gonner: The Social Philosophy of Rodbertus, London/New York 1899.

    [65] Heinrich Dietzel: Theoretische Socialökonomik, Bd. 1, Leipzig 1895, S. 56, 74 u. 125. (Hervorh. i. O.).

    [66] Heinrich Dietzel: Theoretische Socialökonomik, Bd. 1, Leipzig 1895 (= Adolph Wagner/Karl Bücher/Heinrich Dietzel (Hrsg.): Lehr- und Handbuch der politischen Oekonomie, Zweite Hauptabtheilung: Theoretische Socialökonomik).

    [67] Vgl. Heinrich Dietzel: Theoretische Socialökonomik, Bd. 1, Leipzig 1895 und den Kontext darstellend Carsten Kasprzok: Der Sozialökonom Heinrich Dietzel. Ein deutscher Klassiker, Marburg 2005, S. 61ff. sowie Heino Heinrich Nau: Eine ‚Wissenschaft vom Menschen‘. Max Weber und die Begründung der Sozialökonomik in der deutschsprachigen Ökonomie 1871 bis 1914, Berlin 1997, S. 196ff.

    17.08.2025

    Sozialökonomik - Geschichte und Gegenwart eines Wissenschaftskonzepts   (VIII von VIII)

    [69] Max Weber: Die ‚Objektivität‘ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 19, 1904, aus Ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1922, S. 146ff., S. 163.

    [70] Vgl. Max Weber: Die ‚Objektivität‘ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 19, 1904, aus Ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1922, S. 146ff., S. 190f. Zur Abduktion Webers (Wolfgang Schluchter) vgl. Christoph Morlok: Rentabilität und Versorgung: Wirtschaftstheorie und Wirtschaftssoziologie bei Max Weber und Friedrich von Wieser, Wiesbaden 2013, S. 73ff. [Max Webers erste Konzeption der Sozialökonomie].

    [71] Max Weber: Die ‚Objektivität‘ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 19, 1904, aus Ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1922, S. 146ff., S. 165 (Hervorh. i. O.).

    [72] Vgl. u. zit n. Wolfgang J. Mommsen: Max Weber als Kritiker des Marxismus, in: Zeitschrift für Soziologie 3/3 (Juni 1974), S. 256ff., S. 257.

    [73] Zit. aus dem Gliederungsplan Max Webers im ersten der Sammelwerk-Bände Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 1. Abteilung: Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft, Tübingen 1914, S. XIII.

    [74] Max Weber: Die protestantische Ethik und der ‚Geist‘ des Kapitalismus (hg. v. Klaus Lichtblau/Johannes Weiß), 3. Aufl., Weinheim 2000, S. 153 (Fassung 1905).

    [75] Max Weber: Die ‚Objektivität‘ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 19, 1904, aus Ders.: Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, Tübingen 1922, S. 146ff., S. 163 u. S. 166 (Hervorh. i. O.).

    [76] Max Weber in einem Brief an den Verleger Paul Siebeck v. 22. März 1912, zit. n. Heino Heinrich Nau: Eine ‚Wissenschaft vom Menschen‘. Max Weber und die Begründung der Sozialökonomik in der deutschsprachigen Ökonomie 1871 bis 1914, Berlin 1997, S. 255f. (Hervorh. i. O.). Einen erschöpfenden Einblick bietet Wolfgang Schluchter (Hrsg.): Wirtschaft und Gesellschaft. Entstehungsgeschichte und Dokumente, Max-Weber-Gesamtausgabe I/24, Tübingen 2009.

    [77] Die postklassische Tradition der dogmatischen, von unhinterfragten „Prinzipien“ getragenen „Lehrbuchwissenschaft“ prägt bis heute das Studium der VWL und deren disziplinären Begriff von „normaler“ Wissenschaftlichkeit. Vgl. Lukas Bäuerle: Die ökonomische Lehrbuchwissenschaft. Zum disziplinären Selbstverständnis der Volkswirtschaftslehre, in: Momentum Quarterly 6/4 (2017), S. 252ff. (Open Access).

    [78] Vgl. dazu Max Webers Vorwort in Ders. u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 1. Abteilung: Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft, Tübingen 1914.

    [79] Max Weber im Vorwort zu Ders. u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 1. Abteilung: Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft, Tübingen 1914, S. IX.

    [80] Zit. aus der Einteilung des Gesamtwerkes im ersten der Sammelwerk-Bände Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 1. Abteilung: Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft, Tübingen 1914, S. Xff.

    [81] Vgl. Wilhelm Hennis: Noch’n Diskurs. Max Weber war er schnuppe, Heino Heinrich Nau nicht, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 14.10.1997 (Nr. 238), S. L36 (https://www.faz.net/-gr0-6q38b v. 14.08.2020).

    [82] Vgl. Heino Heinrich Nau: Eine ‚Wissenschaft vom Menschen‘. Max Weber und die Begründung der Sozialökonomik in der deutschsprachigen Ökonomie 1871 bis 1914, Berlin 1997, S. 252ff. und Dirk Kaesler: Eine Konstruktion wird dekonstruiert. Max Webers „Wirtschaft und Gesellschaft“ zerfällt in Einzelteile, in: literaturkritik.de. 4/2006 (https://literaturkritik.de/id/9356 v. 14.08.2020) sowie Bernhard K. Quensel: Max Webers Konstruktionslogik. Sozialökonomik zwischen Geschichte und Theorie, Baden-Baden 2007, S. 137 u. S. 16 (FN 25): „Gegen die überkommenen Arten, Weber zu lesen, tut eine sozialökonomische Relecture dringend not. […] Dabei ist doch gerade der politisch-ökonomische Kontext mit seinen einschlägigen Problemstellungen zur Entfaltung und Kulturbedeutung des modernen Kapitalismus das derzeit vielleicht wichtigste Desiderat der Weber-Forschung. Inwieweit vor solcherart disziplinenkritischem Hintergrund von Webers Werk Forschungsprogramme zurecht sich als ‚weberianisch‘ bezeichnen […], für die Webers klar sozialökonomische Ausrichtung bestenfalls nur noch Bildungsverweis ist, mag hier dahingestellt bleiben.“ Zudem Hans-Peter Müller: Max Webers Sozialökonomik, in: Klaus Kraemer/Florian Brugger (Hrsg.): Schlüsselwerke der Wirtschaftssoziologie, Wiesbaden 2017, S. 90.

    [83] Vgl. Dirk Kaesler: Max Weber. Preuße, Denker, Muttersohn. Eine Biographie, München 2014, S. 651.

    [84] Vgl. Roman Köster: Die Wissenschaft der Außenseiter. Die Krise der Nationalökonomie in der Weimarer Republik, Göttingen 2011, S. 62ff. u. S. 78ff. Vgl. weiterführend Klaus-Rainer Brintzinger: Die Nationalökonomie an den Universitäten Freiburg, Heidelberg und Tübingen 1918-1945. Eine institutionenhistorische, vergleichende Studie der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten und Abteilungen südwestdeutscher Universitäten, Frankfurt a.M. u.a. 1996 [Retro-Digitalisat, Open Access 2018].

    [85] Gustav Cassel: Theoretische Sozialökonomie, Leipzig 1918. Vgl. Erich Schneider: Gustav Cassels ‚Theoretische Sozialökonomie‘. Ein Rückblick, in: Weltwirtschaftliches Archiv, Bd. 101 (1968), S. 153ff., S. 153 u. S. 157 sowie weiterführend Benny Carlson: Wagner’s Swedish Students. Precursors of the Middle Way?, in: Journal of the History of Economic Thought 25/4 (Dezember 2003), S. 437ff.

    [86] Friedrich von Wieser: Theorie der gesellschaftlichen Wirtschaft, 2. Aufl., Tübingen 1924 (= Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik. 1. Abteilung: Historische und theoretische Grundlagen, II. Teil).

    [87] Alfred Müller[-Armack]: Das Krisenproblem in der theoretischen Sozialökonomik. Versuch einer Neubegründung der absoluten Ueberproduktionslehre, Köln 1923 und Ders.: Ökonomische Theorie der Konjunkturpolitik, Leipzig 1926. Vgl. Ders.: Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft, Hamburg 1947.

    [88] Eduard Heimann: Entwicklungsgang der wirtschafts- und sozialpolitischen Systeme und Ideale. II. Die jüngste Entwicklung, in: Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 1. Abteilung: Historische und theoretische Grundlagen, I. Teil: Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft, 2. erw. Aufl., Tübingen 1924, S. 184ff. und Ders.: Soziale Theorie des Kapitalismus. Theorie der Sozialpolitik, Tübingen 1929. Vgl. Heinz Rieter: Eduard Heimann – Sozialökonom und religiöser Sozialist, in: Rainer Nicolaysen (Hrsg.): Das Hauptgebäude der Universität Hamburg als Gedächtnisort. Mit sieben Porträts in der NS-Zeit vertriebener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Hamburg 2011, S. 229ff.

    [89] Alfred Weber: Prinzipielles zur Kultursoziologie. Gesellschaftsprozess, Zivilisationsprozess und Kulturbewegung, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 47, 1920/21, S. 1ff.

    [90] Max Weber: Wirtschaft und Gesellschaft, Tübingen 1922 (= Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik. III. Abteilung: Wirtschaft und Gesellschaft).

    [91] Franz Oppenheimer: System der Soziologie, Jena 1922ff. (u.a. Bd. 3: Theorie der reinen und politischen Ökonomie, Halbbd. 2: Die Gesellschaftswirtschaft, 1924).

    [92] Carl Brinkmann: Die moderne Staatsordnung und der Kapitalismus, in: Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 4. Abteilung: Spezifische Elemente der modernen kapitalistischen Wirtschaft, Tübingen 1925, S. 49ff.

    [93] Edgar Salin: Hochkapitalismus. Eine Studie über Werner Sombart, die deutsche Volkswirtschaftslehre und das Wirtschaftssystem der Gegenwart, in: Weltwirtschaftliches Archiv, Bd. 25 (1927), S. 314ff.

    [94] Werner Sombart: Die drei Nationalökonomien. Geschichte und System der Lehre von der Wirtschaft, München/Leipzig 1930.

    [95] Alfred Müller-Armack: Entwicklungsgesetze des Kapitalismus. Ökonomische, geschichtstheoretische und soziologische Studien zur modernen Wirtschaftsverfassung, Berlin 1932.

    [96] Arthur Spiethoff: Die Allgemeine Volkswirtschaftslehre als geschichtliche Theorie. Die Wirtschaftsstile, in: Schmollers Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft im Deutschen Reiche, Bd. 56/2 (1932), S. 51ff. (Sonderabdruck in: Ders. (Hrsg.): Festgabe für Werner Sombart zur siebenzigsten Wiederkehr seines Geburtstages 19. Jänner 1933, München 1933).

    [97] Vgl. Alexander Ebner: Wirtschaftskulturforschung. Ein sozialökonomisches Forschungsprogramm, in: Volker Caspari (Hrsg.): Theorie und Geschichte der Wirtschaft. Festschrift für Bertram Schefold, Marburg 2009, S. 121ff. und neuer Ders.: Ökonomie als Geisteswissenschaft? Grundzüge der Erklären-Verstehen-Kontroverse in den deutschen Wirtschaftswissenschaften, in: Heinz D. Kurz (Hrsg.): Die Ökonomik im Spannungsfeld zwischen Natur- und Geisteswissenschaften. Alte und neue Perspektiven im Licht des jüngsten Methodenstreits, Berlin 2014, S. 73ff.

    [98] Zum Einfluss Franz Oppenheimers u.a. auf die Soziale Marktwirtschaft vgl. etwa Volker Caspari/Klaus Lichtblau: Franz Oppenheimer. Ökonom und Soziologe, Frankfurt am Main 2014. Das Konzept des „liberalen Sozialismus“ als eines dritten Weges findet sich erstmals ausformuliert in Franz Oppenheimer: Theorie der reinen und politischen Ökonomie. Ein Lehr- und Lesebuch für Studierende und Gebildete, Berlin 1910, S. 57 [Schwesterwissenschaft] (ähnlich Ders.: Kapitalismus, Kommunismus, Wissenschaftlicher Sozialismus, Berlin/Leipzig 1919, später überarb.: Weder Kapitalismus noch Kommunismus 1931ff.).

    [99] Vgl. zum Neohistorismus Heinz Rieter: Historische Schulen, in: Otmar Issing (Hrsg.): Geschichte der Nationalökonomie, 4. Aufl., München 2002, S. 135ff., S. 154ff., S. 158 u. S. 160. Für die Kennzeichnung der „Verbindung von historischer Methode und ökonomischer Theorie“ als „Kernpunkt des ordoliberalen Programms“ dagegen Nils Goldschmidt: Hermann Schumacher – nur ein weiterer Erbe Schmollers oder der erste Ordoliberale? Anmerkungen zu einem ‚missing link‘ zwischen der Historischen und der Freiburger Schule, in: Jürgen G. Backhaus (Hrsg.): Historische Schulen, Münster 2005, S. 53ff., S. 83. Von dem Schumacher-Schüler Walter Eucken ist bekannt, dass er sich neben der philosophischen Prägung durch den Vater Rudolf Eucken auch intensiv mit Henri de Saint-Simon, Karl Rodbertus und Eugen von Böhm-Bawerk auseinandergesetzt hatte. Vgl. Wendula Gräfin von Klinckowstroem: Walter Eucken. Eine biographische Skizze, in: Lüder Gerken (Hrsg.): Walter Eucken und sein Werk. Rückblick auf den Vordenker der sozialen Marktwirtschaft, Tübingen 2000, S. 53ff., S. 66 [Rodbertus-Böhm-Bawerk-Arbeitszirkel während der Habilitation].

    [100] Vgl. zum Ganzen Roman Köster: Die Wissenschaft der Außenseiter. Die Krise der Nationalökonomie in der Weimarer Republik, Göttingen 2011, S. 174f. [Begriffsnutzung].

    [101] Vgl. im Überblick Hauke Janssen: Nationalökonomie und Nationalsozialismus. Die deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, 4. Aufl., Marburg 2012.

    [102] Vgl. Werner Sombart: Deutscher Sozialismus, Berlin 1934.

    [103] Vgl. Alfred Müller-Armack: Staatsidee und Wirtschaftsordnung im neuen Reich, Berlin 1933.

    [104] Vgl. Hauke Janssen: Nationalökonomie und Nationalsozialismus. Die deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, 4. Aufl., Marburg 2012, S. 602, S. 612 u. S. 578.

    [105] Vgl. Erich Preiser: Gestalt und Gestaltung der Wirtschaft. Eine Einführung in die Wirtschaftswissenschaften, Tübingen 1934, S. 99.

    [106] Helge Peukert: Nationalökonomie und Nationalsozialismus, in: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte 40/2 (1999), S. 215ff., S. 227.

    [107] Zur nachträglichen Identifikation der Neuen Wirtschaftslehre mit dem Keynesianismus vgl. Andreas Paulsen: Neue Wirtschaftslehre. Einführung in die Wirtschaftstheorie von John Maynard Keynes und die Wirtschaftspolitik der Vollbeschäftigung, Berlin 1950. Vgl. Hauke Janssen: Nationalökonomie und Nationalsozialismus. Die deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, 4. Aufl., Marburg 2012, S. 224.

    [108] Alfred Müller-Armack: Staatsidee und Wirtschaftsordnung im neuen Reich, Berlin 1933, S. 18f. u. S. 60 (Hervorh. i. O.).

    [109] Dirk Kaesler: Michels, Robert, in: Neue Deutsche Biographie 17 (1994), S. 451f. Vgl. Robert Michels: Wirtschaft und Rasse, in: Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 2. Abteilung: Die natürlichen und technischen Beziehungen der Wirtschaft, Tübingen 1914,  S. 97-102 und erweitert 2. Aufl., Tübingen 1923, S. 124-187 sowie Ders.: Psychologie der antikapitalistischen Massenbewegungen, in: Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 9. Abteilung: Das soziale System des Kapitalismus, Tübingen 1926, 241ff.

    [110] Zu Spann vgl. Sabine A. Haring: Spann, Othmar, in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 629f. Zu Gottl-Ottlilienfeld vgl. Hauke Janssen: Nationalökonomie und Nationalsozialismus. Die deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, 4. Aufl., Marburg 2012, S. 560. Vgl. die entsprechenden Einträge zu Sombart (hier fälschlicherweise dem Aufruf der Kulturschaffenden 1934 zugeordnet) und Gottl-Ottlilienfeld auf der Webpräsenz Geschichte der Wirtschaftswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (abgerufen am 06.09.2020).

    [111] Vgl. Christian Fleck: Schumpeter und die Emigranten, in: Newsletter des AGSÖ, Bd. 15 (1997) [Open Access] und zu Hayek Johannes Feichtinger: Wissenschaft zwischen den Kulturen. Österreichische Hochschullehrer in der Emigration 1933-1949, Frankfurt a.M./New York 2001: „Als österreichischer Wirtschaftswissenschaftler nach 1938 ohne Hayeks Zustimmung in England einzureisen und akademische Ambitionen zu verfolgen, hatte in jedem Fall eine Konsequenz – die unaufhaltsame Deakademisierung.“ Ebd., S. 233.

    [112] Vgl. zu diversen Lederer-Beiträgen z.B. Max Weber u.a. (Hrsg.): Grundriss der Sozialökonomik, 9. Abteilung: Das soziale System des Kapitalismus, II. Teil: Die autonome und staatliche soziale Binnenpolitik im Kapitalismus, Tübingen 1927.

    [113] Vgl. im Überblick Hauke Janssen: Nationalökonomie und Nationalsozialismus. Die deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, 4. Aufl., Marburg 2012, umfangreiches bio-bibliographisches Personenverzeichnis S. 533-640 und Harald Hagemann/Claus-Dieter Krohn (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen wirtschaftswissenschaftlichen Emigration nach 1933, München 1999.

    [114] Zu Eucken aktuell Moritz Peter Haarmann: Wirtschaft – Macht – Bürgerbewusstsein. Walter Euckens Beitrag zur sozioökonomischen Bildung, Wiesbaden 2015, vgl. zur nachträglichen „Vereinnahmung ‚ordoliberalen‘ Denkens“ für die Propagierung des „freien Marktes“ insbes. S. 93ff. Vgl. zudem Alexander Rüstow: Das Versagen des Wirtschaftsliberalismus (1945), 3. Aufl. (hrsg. Frank P. u. Gerhard Maier-Rigaud), Marburg 2001 und Wilhelm Röpke: Die Gesellschaftskrisis der Gegenwart, Erlenbach-Zürich 1942. Vgl. darüber hinaus Helge Peukert: Das sozialökonomische Werk Wilhelm Röpkes, 2 Bde., Frankfurt a.M. u.a. 1992. Röpke wird wegen seiner 1964 geäußerten Rechtfertigungen der Apartheid in Südafrika und zumal ihres Vergleichs mit der Vertreibung der Araber im Umfeld der israelischen Staatsgründung zum Teil eine sozialdarwinistische bis rassistische Haltung attestiert. Vgl. ursprünglich Wilhelm Röpke: Südafrika. Versuch einer Würdigung, in: Schweizer Monatshefte 44/2 (1964), S. 97ff., S. 105f.

    [115] Vgl. Klaus Lichtblau: Franz Oppenheimer (1864-1943). Chronik, Arbeitspapier 2015, S. 140 (abgerufen auf Goethe-Universität Frankfurt a.M. am 18.09.2020). Preiser schrieb den Brief wenige Monate vor der Zerschlagung der SA durch den sog. Röhm-Putsch. „Sie [die Sturmabteilung, SA] vor allem erscheint mir der Garant dafür, dass die Bewegung nicht erstarrt.“ Hierzu und zu Preisers Rolle während des NS vgl. Juliane C. Wilmanns: Erich Preiser, Franz Oppenheimer und der Nationalsozialismus, in: Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik 223/6 (2003), S. 752ff. sowie über den „sozial-ethischen“ Ökonomen Detlef J. Blesgen: Erich Preiser. Wirken und wirtschaftspolitische Wirkungen eines deutschen Nationalökonomen (1900–1967), Berlin 2000.

    [116] Vgl. Hauke Janssen: Nationalökonomie und Nationalsozialismus. Die deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, 4. Aufl., Marburg 2012, S. 78f. u. S. 286.

    [117] Vgl. Hauke Janssen: Nationalökonomie und Nationalsozialismus. Die deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, 4. Aufl., Marburg 2012, S. 86ff.

    [118] Vgl. Hauke Janssen: Nationalökonomie und Nationalsozialismus. Die deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, 4. Aufl., Marburg 2012, S. 56 u. S. 560.

    [119] Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945, Frankfurt a.M. 2005, S. 193.

    [120] Vgl. Hauke Janssen: Nationalökonomie und Nationalsozialismus. Die deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, 4. Aufl., Marburg 2012, S. 223ff. [Entstehung und Entwicklung einer neuen Wirtschaftslehre in Deutschland nach 1933] u. S. 288ff. [Die geld- und konjunkturtheoretischen Wurzeln der neuen Wirtschaftslehre in Deutschland].

    [121] Vgl. Hauke Janssen: Nationalökonomie und Nationalsozialismus. Die deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, 4. Aufl., Marburg 2012, S. 116ff. u. Jan-Otmar Hesse: Wirtschaft als Wissenschaft. Die Volkswirtschaftslehre in der frühen Bundesrepublik, Frankfurt a.M. 2010, S. 255ff.

    [122] Vgl. hierzu Udo Kissenkoetter: Gregor Straßer und die NSDAP, Stuttgart 1978, S. 83ff. [Wirtschaftsprogramm der NSDAP 1932]. Kissenkoetter (S. 109ff.) und auch Hauke Janssen: Nationalökonomie und Nationalsozialismus. Die deutsche Volkswirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts, 4. Aufl., Marburg 2012, S. 85f. betonen die Rolle der Studiengesellschaft für Geld- und Kreditwirtschaft als Schnittstelle ökonomischer, konjunkturpolitischer, industrieller und (NS-)politischer Interessen. So habe sich einer der Gründer, Heinrich Dräger, bei seinen eigenen Überlegungen zur Arbeitsbeschaffung durch Kenntnisse, Vorträge und Kontakte der Gesellschaft u.a. von und mit Robert Friedländer-Prechtl, Ernst Wagemann, Rudolf Dalberg, Wladimir S. Woytinsky, Werner Sombart, Wilhelm Grotkopp und auch John M. Keynes inspirieren lassen, der offenbar mit Dalberg und Grotkopp als Vertretern der Studiengesellschaft in Kontakt gestanden hatte. Vgl. Kissenkoetter, S. 109.

    [123] Vgl. die Dokumentation Gottfried Bombach/Hans-Jürgen Ramser/Manfred Timmermann/Walter Wittman (Hrsg.): Der Keynesianismus II. Die beschäftigungspolitische Diskussion vor Keynes in Deutschland, Berlin/Heidelberg 1976. Werner Sombart unterstützte im August 1932 mit einem eigenen Gutachten einen Vorschlag der Studiengesellschaft für Geld- und Kreditwirtschaft für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Der dem Reichskanzler Franz von Papen unterbreitete Entwurf basierte auf Geldschöpfung und direkter Staatsfinanzierung durch die Reichsbank. Für die Idee der direkten Staatsfinanzierung wurde als Urheber der Ökonom Ernst Wagemann genannt, Präsident des Statistischen Reichsamtes und Namensgeber des geld- und konjunkturpolitischen Wagemann-Plans vom Januar 1932 (unter Reichskanzler Heinrich Brüning verworfen). Vgl. ebd., S. 160ff. u. Ernst Wagemann: Geld- und Kreditreform, Berlin 1932.

    [124] Vgl. im Überblick Ursula Büttner: Politische Alternativen zum Brüningschen Deflationskurs. Ein Beitrag zur Diskussion über ‚ökonomische Zwangslagen‘ in der Endphase von Weimar, in: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte 37/2 (1989), S. 209ff., S. 228 [Heimann].

    [125] Vgl. Werner Sombart: Deutscher Sozialismus, Berlin 1934, S. 319f.

    [126] Vgl. Erich Preiser: Wesen und Methoden der Wirtschaftslenkung, in: Finanzarchiv, Neue Folge Bd. 8/2 (1941), S. 225ff., S. 225.

    [127] Vgl. zum Einfluss des deutschen ethischen Historismus und der US-Institutionenökonomik auf die staatliche Sozialpolitik der Bismarck-Zeit und des New Deal Henner Schellschmidt: Ökonomische Institutionenanalyse und Sozialpolitik. Gustav Schmoller und John R. Commons als Vertreter einer sozialreformerisch ausgerichteten Institutionenökonomie, Marburg 1997.

    [128] Vgl. zum Ganzen und zit. n. Werner Abelshauser: Kriegswirtschaft und Wirtschaftswunder. Deutschlands wirtschaftliche Mobilisierung für den Zweiten Weltkrieg und die Folgen für die Nachkriegszeit, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 47/4 (Okt. 1999), S. 503ff., S. 512 [Robinson-Zitat]. Abelshauser nennt als „wichtige Quelle“ des „NS-Konjunkturprogramms“ Robert Friedlaender-Prechtl: Wirtschaftswende. Die Ursachen der Arbeitslosen-Krise und deren Bekämpfung, Leipzig 1931. Vgl. zudem George Garvy: Keynes and the Economics Activities of Pre-Hitler Germany, in: Journal of Political Economy, 83/2 (1975), S. 391ff. und Kiran Klaus Patel: Amerika als Argument. Die Wahrnehmungen des New Deal am Anfang des ‚Dritten Reichs‘, in: Amerikastudien - American Studies, 45/3 (2000), S. 349ff. Garvy betont den Wahrnehmungsspalt zwischen den bereits laufenden deutschen und US-amerikanischen Krisenprogrammen und dem über Keynes' Theorie staunenden größeren Teil der englischsprachigen Ökonomenzunft. Ebenso stellte er Keynes‘ Angaben zu dessen wirtschaftstheoretischen Inspirationsquellen infrage.

    [129] Roosevelt hielt Keynes eher für einen „Mathematiker“ als für einen „politischen Ökonomen“. Vgl. Frances Perkins: The Roosevelt I Knew, New York 1946, S. 225f.

    [130] Deutsches Vorwort (1936) in John M. Keynes: Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes (1936), 11. Aufl., Berlin 2009, S. XIIf. (Hervorh. i. O.).

    [131] Vgl. bspw. den Lehrstuhl-Aufbau der Parteihochschule ‚Karl Marx‘ beim ZK der SED (s. Bestand DY 30 Bundesarchiv).

    [132] Zur KPD-Mitgliedschaft Horst Haun: Kommunist und ‚Revisionist‘. Die SED-Kampagne gegen Jürgen Kuczynski (1956-1959), Dresden 1999, S. 157, die SED-Mitgliedschaft ist aus dem Zwangsvereinigungsparteitag von SPD und KPD 1946 in der Sowjetischen Besatzungszone abgeleitet.

    [133] Jürgen Kuczynski: Memoiren. Die Erziehung des J.K. zum Kommunisten und Wissenschaftler, Berlin/Weimar 1972, S. 63 u. S. 65.

    [134] Vgl. Stefan Schöbel: Jürgen Kuczynski: ‚Die Erziehung des J.K. zum Kommunisten und Wissenschaftler‘, in: Markus Bitterolf/Oliver Schlaudt/Stefan Schöbel (Hrsg.): Intellektuelle in Heidelberg 1910-1933. Ein Lesebuch, Heidelberg 2014, S. 151ff. und zur Rolle Heidelbergs als akademisch-internationales „Weltdorf“ Hubert Treiber/Karol Sauerland (Hrsg.): Heidelberg im Schnittpunkt intellektueller Kreise. Zur Topographie der ‚geistigen Geselligkeit‘ eines ‚Weltdorfes‘ 1850-1950, Opladen 1995 (zwischen 1879 und 1914 lag z.B. der Anteil ausländischer Studierender durchgehend über 10 %, S. 12). Zum Ökonomen und historisch-statistisch ausgebildeten Vater sowie dessen Prägungen durch Georg F. Knapp, Lujo Brentano und Paul Hensel vgl. Franz Menges: Kuczynski, Robert René, in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 164f. Zur (auch verwandtschaftlichen) Beziehung Weber-Hensel vgl. Dirk Kaesler: Max Weber. Preuße, Denker, Muttersohn. Eine Biographie, München 2014, S. 456 u. S. 519f. [„Heidelberger liberales Gelehrtenmilieu um 1900“].

    [135] Veröffentlicht zuerst in der UDSSR, Jürgen Kuczynski: Sociologičeskie zakony [Soziologische Gesetze], in: Voprosy filosofii, 1957/5, S. 95ff.

    [136] Vgl. im Ganzen Horst Haun: Kommunist und ‚Revisionist‘. Die SED-Kampagne gegen Jürgen Kuczynski (1956-1959), Dresden 1999. Zur Einordnung neuer Till Düppe: A Science Show Debate. How the Stasi Staged Revisionism, in: Contemporary European History 30/1 (2021), S. 92ff. und vgl. für weitere Literatur zum Komplex DDR das Projekt Modernisierungsblockaden in Wirtschaft und Wissenschaft der DDR im Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Universität Bremen.

    [137] Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik vom 6. April 1968 (in der Fassung vom 7. Oktober 1974), in: documentarchiv.de v. 20.09.2020.

    [138] Vgl. Werner Abelshauser: Kriegswirtschaft und Wirtschaftswunder. Deutschlands wirtschaftliche Mobilisierung für den Zweiten Weltkrieg und die Folgen für die Nachkriegszeit, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, 47/4 (Okt. 1999), S. 503ff. und das zentrale Nachkriegswerk Alfred Müller-Armacks: Wirtschaftslenkung und Marktwirtschaft, Hamburg 1947.

    [139] Vgl. und zit. n. Jan-Otmar Hesse: Wirtschaft als Wissenschaft. Die Volkswirtschaftslehre in der frühen Bundesrepublik, Frankfurt a.M. 2010, S. 95f. u. 270ff.

    [140] Vgl. und zit. n. Jan-Otmar Hesse: Wirtschaft als Wissenschaft. Die Volkswirtschaftslehre in der frühen Bundesrepublik, Frankfurt a.M. 2010, S. 93f.

    [141] Vgl. Karsten Nowrot: Sozialökonomie als disziplinäre Wissenschaft. Alternative Gedanken zur sozialökonomischen Forschung, Lehre und (Eliten-)Bildung (Vortrag 2014), erschienen in: Rechtswissenschaftliche Beiträge der Hamburger Sozialökonomie, Heft 2, Hamburg 2015, S. 12 [Wissenschaftsparadigma].

    [142] Vgl. Dieter Boris: Hofmann, Werner, in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 461f.

    [143] Vgl. im Überblick und zit. n. Simon Melch: Werner Hofmanns Überlegungen zur Wissenschaftssoziologie der Nationalökonomie, in: Soziologie, 43/4 (2014), S. 426ff., S. 433 u. S. 436 (Hervorh. i. O.).

    [144] Vgl. und zit. n. Jan-Otmar Hesse: Wirtschaft als Wissenschaft. Die Volkswirtschaftslehre in der frühen Bundesrepublik, Frankfurt a.M. 2010, S. 93 [umfassender Einschnitt] sowie 270ff. [Debatte Einheitswissenschaft] u. S. 400.

    [145] Vgl. Jan-Otmar Hesse: Wirtschaft als Wissenschaft. Die Volkswirtschaftslehre in der frühen Bundesrepublik, Frankfurt a.M. 2010, S. 141ff. u. 159 [US-Einflüsse u. Rockefeller-Stiftung], S.156ff. [ifo].

    [146] So zumindest die Rockefeller-Stiftung, vgl. Jan-Otmar Hesse: Wirtschaft als Wissenschaft. Die Volkswirtschaftslehre in der frühen Bundesrepublik, Frankfurt a.M. 2010, S. 158.

    [147] Vgl. u. zit. Jan-Otmar Hesse: Wirtschaft als Wissenschaft. Die Volkswirtschaftslehre in der frühen Bundesrepublik, Frankfurt a.M. 2010, S. 275ff., S. 276.

      

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    Schlagwörter: economic history | EE foundational text | introduction to pluralist economics | social economy | Socialeconomy | socio-economics


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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
    16.08.2025

    Akteur-Netzwerk-Theorie

    wikipedia.org, Seite besucht am 17. August 2025, 13:48 Uhr

    Die Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT, englisch actor-network theory) ist eine sozialwissenschaftliche Schule, die sich ab den 1980er Jahren im Bereich der Science and Technology Studies (STS) entwickelt hat und sich von dort aus auch in anderen Bereichen der Soziologie und benachbarter Disziplinen etablieren konnte.

    Kerngedanke der Akteur-Netzwerk-Theorie ist, dass die Gesellschaft bzw. Welt netzwerkartig verfasst ist und sich aus verschiedenen Elementen zusammensetzt. Dieser Zusammenschluss unterschiedlicher Elemente zu mehr oder weniger kohärenten Akteuren wird von der Akteur-Netzwerk-Theorie als der zentrale Untersuchungsgegenstand der Soziologie gesehen. Sie identifiziert das Soziale mit Assoziationen, die sich zwischen verschiedenartigen (heterogenen) Entitäten entfalten können.

    Damit verbindet sie auch eine Kritik der klassischen Soziologie in der Tradition Émile Durkheims und vielen ihrer gängigen Konzepte wie Gesellschaft, Interaktion, Struktur oder der Unterscheidung zwischen Mikro- und Makroebene. Die ursprünglichen Methoden der Akteur-Netzwerk-Theorie sind Ethnografie und Semiotik, mit der Zeit fand sie aber auch im Bereich der Diskursanalyse und bei historischen Untersuchungen Anwendung.

    Die maßgeblichen theoretischen Beiträge zur Akteur-Netzwerk-Theorie wurden vor allem von Madeleine Akrich, Michel Callon, John Law und Bruno Latour ausgearbeitet, häufig zusammen mit anderen Vertretern der Science and Technology Studies und Vertretern anderer akademischer Disziplinen. Während die frühen Arbeiten vor allem die Produktion und Funktionsweise von Wissenschaften und Technologien untersuchten, befasste sich die Akteur-Netzwerk-Theorie später mit den Grundbegriffen der Soziologie und damit auch der modernen Philosophie und versuchte, die Moderne nicht als eine Entwicklungsstufe, sondern als eine gleichberechtigte Kulturform unter vielen anderen zu beschreiben.

    Überblick

    Die Akteur-Netzwerk-Theorie wurde zunächst entwickelt, um wissenschaftliche und technische Innovationen zu erforschen und zu erklären. Aber sie hat sich zu einer umfassenden soziologischen Theorie und Forschungsmethode entfaltet.

    Die Theorie wurde dadurch bekannt, dass sie im Gegensatz zu den meisten (nahezu allen) sozialen Theorien das Soziale nicht als etwas ansieht, das zwischen den Menschen entsteht, sondern die Beteiligung nichtmenschlicher Entitäten hervorhebt. Die Methode kann als „material-semiotisch“ bezeichnet werden. Dies bedeutet, dass sie die Verbindungen aufzeigt, die ebenso materiell (zwischen Dingen) als auch semiotisch (zwischen Konzepten) bestehen. Die Theorie geht davon aus, dass viele Verbindungen sowohl materiell als auch semiotisch sind. Zum Beispiel bezieht der Interaktionsraum einer Universität Studenten, Dozenten sowie deren Ideen ebenso ein wie Technologien, z. B. Stühle, Tische, Tafeln, Laptops und Stifte. Zusammen bilden sie ein einziges Netzwerk namens „Universität“.

    Die ANT versucht nun zu erklären, wie materiell-semiotische Netzwerke zusammenkommen, um als Ganzes zu handeln (z. B. ist die Universität sowohl ein Netzwerk als auch ein Akteur, und für manche Zwecke agiert sie als eine einzige Entität). Als einen Teilaspekt hiervon betrachtet die ANT explizite Strategien, die dazu dienen, verschiedene Elemente zusammen in ein Netzwerk zu integrieren, damit sie nach außen hin als ein kohärentes Ganzes erscheinen.

    Gemäß der ANT sind solche Akteur-Netzwerke kurzlebig. Sie befinden sich in ständigem Wandel und dauernder Wiedererschaffung. Dies bedeutet, dass bestimmte Beziehungen wiederholt vollzogen werden müssen, da sich das Netzwerk ansonsten auflösen würde (in unserem Beispiel müssen die Studenten täglich Lehrveranstaltungen besuchen, die von den Dozenten angeboten werden müssen und die Computer müssen in Gebrauch bleiben etc.). Es wird ebenso vorgeschlagen, dass Beziehungsnetzwerke nicht an sich kohärent seien und tatsächlich Konflikte enthalten können (z. B. könnte ein gespanntes Verhältnis zwischen Studenten und Dozenten bestehen oder auf den Computern Inkompatibilitäten bestehen). Soziale Beziehungen sind mit anderen Worten stets im Wandel und müssen permanent vollzogen werden.

    Soziale, technische und natürliche Objekte werden in der Akteur-Netzwerk-Theorie nicht als durch die Gesellschaft zu erklären betrachtet, sondern als die Gesellschaft (mit)erklärend; ihr Einfluss auf die Gesellschaft wird also betrachtet. Wissenschafts- und Technikentwicklung ist demnach weder allein durch natürliche oder technische Faktoren noch allein durch soziale Faktoren verursacht.

    Geschichte

    Die Akteur-Netzwerk-Theorie wird seit Mitte der 1980er Jahre vor allem von den französischen Soziologen Michel Callon und Bruno Latour vorangetrieben. Im englischsprachigen Raum ist sie stark beachtet worden. Weitere klassische Beiträge zur Akteur-Netzwerk-Theorie stammen von John Law und Madeleine Akrich, jüngere Beiträge u. a. von Annemarie Mol. Diese Denkschule hat über die letzten drei Jahrzehnte die internationale Wissenschafts- und Technikforschung stark beeinflusst. Seit Mitte der 1990er Jahre findet sie auch in Deutschland verstärkt Beachtung. Sie spielt in der durch den Material turn ausgelösten theoretischen Debatte über Materialitätskonzepte eine zunehmend wichtige Rolle. So zählt sie neben der Affordanz-Theorie zu den theoretischen Grundlagen des Sonderforschungsbereich 933 „Materiale Textkulturen“ an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

    Themen und Begriffe

    Aktanten

    Bruno Latour versteht im Kontext seiner Akteur-Netzwerk-Theorie auch Dinge als interaktive Akteure, die zusammen mit menschlichen Akteuren in netzwerkartigen Handlungszusammenhängen agieren. Ein einfaches Beispiel dafür ist der Akteur „Mensch-Pistole“, der aus dem Zusammenwirken der beiden Agenten Pistole und Mensch entsteht und nicht auf einen dieser beiden reduziert werden kann. Da Latour der Begriff „Akteur“ für Nicht-Menschen unnatürlich erscheint, schlägt er den Begriff Aktant zur Bezeichnung der jeweils agierenden Entitäten vor.

    Er unterscheidet zwischen Akteur und Aktant dahingehend, dass Aktanten erst dann zu Akteuren werden, wenn sie in einer bestimmten Weise figuriert werden, d. h. im soziologischen Bericht eine benennbare Figur, Gestalt angenommen haben. Derselbe Aktant kann auf verschiedene Weise figuriert werden, beispielsweise: „Die Vereinigten Staaten“ wollen sich aus der UNO zurückziehen oder „der Imperialismus“ will das, oder „Bush“ oder „einige Offiziere und Neokonservative“.[1] Das heißt, Aktant ist das noch nicht figurierte Agierende im Sinne eines latenten Handlungspotentials, Akteur das figurierte und benannte.

    Netzwerke

    Eine zentrale Aussage der Akteur-Netzwerk-Theorie lautet: Es handeln und agieren in der Gesellschaft nicht Subjekte oder Menschen oder Personen als alleinige Akteure, sondern immer in Abhängigkeit zu anderen Akteuren oder Entitäten. Deshalb ist auch von Akteur-Netzwerken die Rede. Pasteur mit seinen (gezähmten) Mikroben ist der soziale Akteur, den man für seine historische Leistung feiert, für Latour ist dieser Pasteur ein Akteur-Netzwerk. Dass auch die Person Pasteur zu diesem Netzwerk gehört, scheint offensichtlich, aber wie genau, ist eine interessante, relativ offene Frage (auch die Subjekte oder Subjektivität müssen aus Netzwerken nicht zwangsläufig verschwinden).

    Von diesen Akteur-Netzwerken (oder Akteurnetzwerken) sind die landläufig als Netzwerke bezeichneten Infrastrukturen wie Telefon- oder Stromversorgungsnetze (oder „das Internet“) zu unterscheiden, eine Differenz, auf die Latour des Öfteren hinweist.[2] Einmal unterscheidet er recht klar beide Bedeutungen dadurch, dass Akteurnetzwerke eine Art und Weise für Soziologen seien, um technischen Netzwerken (aber auch anderen sozialen Phänomenen) Sinn zu geben. Man könnte darin eine Unterscheidung zwischen (Untersuchungs- oder Darstellungs-)Methode und Gegenstand wiedererkennen, wenn man will. Zur Bezeichnung für die so verstandenen Akteurnetzwerke schlägt er den alternativen Begriff „Werknetz“ (worknet) oder „Aktionsnetz“ (action net) anstelle von Netzwerk (net work) vor.[3]

    Quasi-Objekte und Mittler

    Die Objekte, die das Soziale binden, tragen und erzeugen, werden manchmal auch als Quasi-Objekte bezeichnet. Dieser Begriff ist von Michel Serres entlehnt und erfasst beispielsweise die Rolle eines Balls in einem Ballspiel. Dieser ist mehr als ein Mitspieler, ihm jagen die Spieler nach, er verbindet sie untereinander als Spieler und Gegner. Ein Quasi-Objekt ist ein das Soziale oder das Kollektiv webendes Objekt.[4]

    Ein weiterer Begriff, um die Elemente der Akteur-Netzwerke zu bezeichnen, lautet: „Mittler“ (médiateur).[5] Auch Dinge, Objekte sind „ereignishafte Mittler“; sie lassen sich unterscheiden von den „selbstverständlich gewordenen und stabilisierten Mitteln, den sogenannten ‚Zwischengliedern‘ (intermédiaires). Mittler sind (nicht nur, aber auch) die Dinge, als Ereignis betrachtet, Zwischenglieder die Dinge (möglicherweise dieselben), als Black Boxes betrachtet, die sich wie selbstverständlich für Handlungen, als Glieder in Handlungsketten darbieten.“[6]

    Symmetrieprinzip

    Vor allem das „Symmetrieprinzip“ wird oft herangezogen, um die Besonderheit der Akteur-Netzwerk-Theorie zu erklären. Demnach geht es ihr um eine symmetrische Behandlung menschlicher und nicht-menschlicher Akteure. Das bedeutet beispielsweise, dass gleichrangige Interaktionen eigenständiger Arbeitspersonen, Arbeitsmittel und Arbeitsgegenstände kennzeichnend sind für Akteurnetzwerke in der Arbeitswelt.

    Allerdings hat dieses Prinzip zu einigen Missverständnissen geführt und wird auch unterschiedlich verstanden. Bruno Latour sah sich zu verschiedenen Richtigstellungen gezwungen, darunter als relativ letzte und deutliche: „ANT ist nicht, ich wiederhole: ist nicht die Behauptung irgendeiner absurden ‚Symmetrie zwischen Menschen und nicht-menschlichen Wesen‘. Symmetrisch zu sein bedeutet für uns einfach, nicht a priori irgendeine falsche Asymmetrie zwischen menschlichem intentionalen Handeln und einer materiellen Welt kausaler Beziehungen anzunehmen.“[7]

    Das Symmetrieprinzip ist also ein Nicht-Asymmetrieprinzip, es korrigiert eine falsche dualistische Ontologie von intentionalem Handeln und kausalen Mechanismen, auf deren Grundlage nur ersteres zum Baustein von Sozialität werden kann.

    Übersetzung

    Weiterhin wichtig für die Akteur-Netzwerk-Theorie ist der Begriff der Übersetzung (sie wird auch manchmal als „Soziologie der Übersetzung“ bezeichnet[8]). Er ist den Arbeiten von Michel Serres entlehnt, der diesem Konzept einen ganzen Band („Hermes III“) gewidmet hat.

    Unter einer Übersetzung ist eine Relationierung oder Inbezugsetzung zu verstehen, die eine Transformation mit sich bringt. Eine Übersetzungsoperation verknüpft Elemente und Sachverhalte, die als inkommensurabel gelten. Zwischen heterogenen Aktivitäten oder Elementen stellt sie eine Verbindung her. Damit lässt sich das Netzwerk, zu dem sie gehören, intelligibel und verständlich machen. Mit der letzten Aussage nehmen wir gewissermaßen eine Außenperspektive ein, um ein Netzwerk zu rekonstruieren (oder zu beschreiben, verstehen, erklären).

    Bruno Latour definiert Übersetzung einmal als „eine Relation, die nicht Kausalität transportiert, sondern zwei Mittler dazu veranlaßt zu koexistieren“.[9]

    Methode

    Methodisch ist die Akteur-Netzwerk-Theorie deskriptiv orientiert. Sie verfolgt „heterogene menschliche und nicht-menschliche Akteure auf ihrem Weg der Netzwerkbildung“; dabei beachtet und beobachtet sie Kontroversen sowie „Prozesse der gegenseitigen Übersetzung und Kooperation“.[10]

    Man kann die Frage aufwerfen, ob die ANT entgegen ihrem Namen nicht viel eher eine Methode als eine Theorie ist, wobei „Methode“ unter eine großzügige Definition fallen würde, im Sinne einer Vorgehensweise. Ihre Begriffe sind dann eher Aufzeichnungsgeräte, um in konkreten Untersuchungen Netzwerke aufzuspüren und nachzuzeichnen.[11]

    Literatur

    • Andréa Belliger, David J. Krieger (Hrsg.): ANThology. Ein einführendes Handbuch zur Akteur-Netzwerk-Theorie. Bielefeld: Transkript 2006, ISBN 978-3-89942-479-9.
    • Wolfgang Eßbach: Die Gesellschaft der Dinge, Menschen, Götter. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften 2011, ISBN 978-3-531-92835-7.
    • Josef Früchtl, Maria Moog-Grünewald: Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft Schwerpunktthema: Akteur-Netzwerk-Theorie, 57/1, Hamburg: Felix Meiner Verlag 2012, ISSN 0044-2186.
    • Lars Gertenbach, Henning Laux: Zur Aktualität von Bruno Latour. Einführung in sein Werk. Springer VS, Wiesbaden 2019.
    • Markus Holzinger: Natur als sozialer Akteur. Realismus und Konstruktivismus in der Wissenschafts- und Gesellschaftstheorie. Opladen: Verlag für Sozialwissenschaften 2004, ISBN 978-3-663-10879-5.
    • Markus Holzinger: Where are the missing practices? Bruno Latours experimentale Metaphysik. In: Zeitschrift für Theoretische Soziologie. (ZTS), Heft 1/2013, S. 31–55.
    • Georg Kneer, Markus Schroer, Erhard Schüttpelz (Hrsg.): Bruno Latours Kollektive. Kontroversen zur Entgrenzung des Sozialen. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-518-29462-8.
    • Markus Krajewski: Akteur-Netzwerk-Theorie. In: Arch+. Zeitschrift für Architektur und Städtebau, Nr. 221, Winter 2015, S. 11–12.
    • Bruno Latour: Science in Action: How to Follow Scientists and Engineers Through Society. Milton Keynes: Open University Press 1987, ISBN 978-0-674-79291-3.
    • Bruno Latour: On Actor-network Theory. A few Clarifications. In: Soziale Welt 47, 1996, Heft 4,
    • Bruno Latour: Wir sind nie modern gewesen. Entwurf einer symmetrischen Anthropologie, Berlin: Akademie 1995.
    • Bruno Latour: Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft. Einführung in die Akteur-Netzwerk-Theorie. Aus dem Englischen von Gustav Roßler. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2007, ISBN 978-3-518-29567-0 (Originalausgabe: Reassembling The Social. Oxford University Press, 2005).
    • Bruno Latour: Existenzweisen. Eine Anthropologie der Modernen. Berlin: Suhrkamp 2014, ISBN 978-3-518-58607-5.
    • Henning Laux: Latours Akteure. Ein Beitrag zur Neuvermessung der Handlungstheorie. In: N. Lüdtke und H. Matsuzaki (Hrsg.): Akteur – Individuum – Subjekt. Fragen zu „Personalität“ und „Sozialität“. Wiesbaden: VS Verlag 2011, S. 275–300.
    • Henning Laux: Soziologie im Zeitalter der Komposition. Koordinaten einer integrativen Netzwerktheorie. Weilerswist: Velbrück 2014, ISBN 978-3-942393-57-7.
    • Henning Laux (Hrsg.): Bruno Latours Soziologie der Existenzweisen. Einführung und Diskussion. Bielefeld: Transcript 2016, ISBN 978-3-8376-3125-8.
    • John Law, John Hassard (Hrsg.): Actor Network Theory and after. Malden, CA: Blackwell Publishers 1999, ISBN 0-631-21194-2.
    • Annemarie Mol: The Body Multiple: ontology in medical practice. Durham, North Carolina: Duke University Press 2002, ISBN 978-0-8223-2917-6.
    • Gustav Roßler: Der Anteil der Dinge an der Gesellschaft. Sozialität – Kognition – Netzwerke. Bielefeld: Transcript 2016, ISBN 978-3-8376-3297-2.
    • Gustav Roßler: „Zur Akteur-Netzwerk-Theorie“, in: Lore Knapp (Hrsg.): Literarische Netzwerke im 18. Jahrhundert. Mit den Übersetzungen zweier Aufsätze von Latour und Sapiro. Bielefeld: Aisthesis 2019, S. 35–43.
    • Gustav Roßler: Dingpolitik. In: W. Friedrichs und S. Hamm (Hrsg.): Zurück zu den Dingen! Politische Bildungen im Medium gesellschaftlicher Materialität. Baden-Baden: Nomos 2020, S. 33–48.
    • Gustav Roßler: Die ANT und der Anteil der (natürlichen) Dinge an der Gesellschaft, in Marco Sonnberger, Alena Bleicher, Matthias Groß (Hrsg.) Handbuch Umweltsoziologie, 2. Aufl. (2024), Springer VS
    • Ingo Schulz-Schaeffer: Sozialtheorie der Technik. Frankfurt am Main: Campus 2000, (S. 102ff., 128ff., 295ff.), ISBN 978-3-593-36479-7.
    • Ingo Schulz-Schaeffer: „Akteur-Netzwerk-Theorie. Zur Ko-Konstitution von Gesellschaft, Natur und Technik“, in: Johannes Weyer (Hrsg.): Soziale Netzwerke. Konzepte und Methoden der sozialwissenschaftlichen Netzwerkforschung. 2., überarbeitete und aktualisierte Auflage. München u. a.: Oldenbourg Verlag, S. 277–300.
    • Dierk Spreen: Der Körper in der Upgradekultur und die Grenzen des neuen Technokonservatismus. In: Karin Harrasser, Susanne Roeßinger (Hrsg.): Parahuman. Neue Perspektiven auf das Leben mit Technik. Köln: Böhlau 2016, ISBN 978-3-412-50518-9, S. 49–64.
    • Martin Voss, Birgit Peuker (Hrsg.): Verschwindet die Natur? Die Akteur-Netzwerk-Theorie in der umweltsoziologischen Diskussion. Bielefeld: Transkript 2006, ISBN 978-3-89942-528-4.

    Weblinks

    Einzelnachweise

    1. Bruno Latour: On Actor-network-theory. In: Soziale Welt. Band 47, 1996, S. 374.
    Normdaten (Sachbegriff): GND: 7539965-9 (GND Explorer, lobid, OGND)

    Kategorien:

  • Bruno Latour: Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft. Frankfurt am Main 2007, S. 93ff.
  • vgl. Bruno Latour: Existenzweisen. Eine Anthropologie der Modernen, Berlin 2014, S. 69–73.
  • Bruno Latour: Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft. Frankfurt am Main 2007, S. 229.
  • Vgl. Bruno Latour: On Actor-network-theory. In: Soziale Welt. 47 (1996).
  • Bruno Latour: Wir sind nie modern gewesen, Berlin 1995, S. 108 ff., und Bruno Latour: Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft. Frankfurt am Main 2007, S. 69 ff.
  • Gustav Roßler: Der Anteil der Dinge an der Gesellschaft. Bielefeld 2016, S. 80.
  • Bruno Latour: Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft. Frankfurt am Main 2007, S. 131.
  • Bruno Latour: Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft. Frankfurt am Main 2007, S. 183.
  • Bruno Latour: Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft. Frankfurt am Main 2007, S. 188.
  • Claudia Mareis: Theorien des Designs zur Einführung. Hamburg 2014, S. 150f.

  • Diese Seite wurde zuletzt am 10. August 2025 um 15:29 Uhr bearbeitet.


    Info: https://de.wikipedia.org/wiki/Akteur-Netzwerk-Theorie


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