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21.09.2025

Demonstrationen in GB: "hochnäsige ARD-Berichterstattung"

aus e-mail von Doris Pumphrey, 21. September 2025, 16:04 Uhr


Berliner Zeitung 20.9.2025

<https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/katja-hoyer-ueber-grossbritannien-ard-zuschauer-bekommen-hochnaesige-berichterstattung-aus-zweiter-hand-li.2357392>


*Katja Hoyer über Großbritannien:

„ARD-Zuschauer bekommen hochnäsige Berichterstattung aus zweiter Hand“


*Mehr als 100.000 Menschen haben in London protestiert. Im Land wächst

der Unmut. Aber nicht gegen jede Form der Migration, wie es in deutschen

Medien heißt.


Katja Hoyer


„Was ist denn da bei euch in England los?“, fragte mich ein Bekannter in

Brandenburg, als ich dort in dieser Woche unterwegs war. Er hatte einen

Tagesschau-Bericht <https://www.youtube.com/watch?v=gqOsDJsq9NM> 

gesehen, in dem es hieß, dass in London, der Hauptstadt meiner

Wahlheimat, zehntausende Demonstranten „ein Ende der

Migration“ gefordert hätten. Die Korrespondentin erklärte, dass die

englische Flagge „den ganzen Sommer schon immer mehr von

Rechts-außen-Bewegungen aufgehängt gezeigt wurde, um die englische

Identität zu betonen und sich gegen Migration auszusprechen.“


In dem fast sechs Minuten langen Bericht des öffentlich-rechtlichen

Rundfunks (ÖRR) kommt nicht ein einziger Demonstrant zu Wort.

Stattdessen wird betont, dass die Ansammlung von weit mehr als 100.000

Menschen vom „rechtsextremen“ Tommy Robinson organisiert worden war, der

dort „ganz klar seine Zielgruppe“ zusammengetrommelt habe: „Männer,

hauptsächlich weiß“, wie man „von einigen Reportern gehört“ habe. Damit

ist für die ARD alles klar. Man kann sich die Mühe sparen, selbst mit

diesen Menschen zu sprechen, deren Ansichten anscheinend für die

Reportage als irrelevant empfunden wurden.


Andere deutsche Reporter sahen das anders. Jochen Bittner, Korrespondent

in London für Die Zeit

<https://x.com/JochenBittner/status/1966940696104812715>, begab sich

unter die Massen und traf dort vor allem „frustrierte Ex-Labour-Wähler“,

also ehemalige Sozialdemokraten, „die sich schon länger politisch

heimatlos fühlen“. Darin hätte man gerade im Zusammenhang mit den

Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen, die ja am gleichen Wochenende

stattfanden und bei denen die SPD historisch schlecht abschnitt, während

die AfD ihr Ergebnis verdreifachen konnte, aufschlussreiche Parallelen

entdecken können. Aber im ÖRR versucht man gar nicht erst zu verstehen,

was so viele Menschen, gerade in den Arbeiterschichten und im

Mittelstand, umtreibt. Man schüttelt lieber aus der Ferne den Kopf.


*Sie wollen nicht mehr mit ansehen, wie die Heimat sich verändert


*Bittner stellt fest, dass der Unmut eben nicht „gegen Migration“ an

sich gerichtet ist, sondern gegen ungesteuerte Migration. „Sie haben

nichts gegen geregelte Immigration“, fasst er die Aussagen der

Demonstranten zusammen. „Sie haben aber immer mehr gegen

Massenimmigration, deren Folgen sich in ihren Vierteln besonders

zeigen.“ In einem Video, das er auf seinem X-Account postete, sagt ein

lebenslanger Labour-Wähler aus Leicestershire: „Zuwanderung ist gut für

das Land: in das Gesundheitssystem, Ingenieurwesen, die Wissenschaft.

Aber die massenhafte, ungesteuerte Zuwanderung ist außer Kontrolle geraten.“


So sehen das viele auch in Norfolk, im Osten Englands, wo ich wohne. Die

Kleinstädte hier wurden alle, wie von der ARD-Korrespondentin berichtet,

mit Fahnen behangen. Ganze Straßenzüge sind gesäumt von der britischen

Union Flag und vom rot-weißen englischen Georgskreuz. Diese sind

allerdings nicht, wie behauptet, von „rechts-außen“ aufgehängt worden,

sondern von ganz normalen Menschen. Menschen, die ich hier jeden Tag

treffe: im Dorfladen, im Pub, im Zug oder auf der Straße. Es sind Leute,

die nicht mehr mit ansehen wollen, wie sich ihre Heimat verändert,

Menschen, die mitbestimmen wollen, was um sie herum passiert.


Auch in meiner Gegend gab es kleinere Proteste vor einem Hotel, in dem

Migranten untergebracht sind, Teil eines landesweiten Phänomens, das in

der Tagesschau als „Anti-Migrationsbotschaft“ angeprangert wurde. Ein

Taxifahrer, der mich manchmal zu Bahnhof fährt, wenn ich verreise,

erklärte mir, dass dort schon seit geraumer Zeit geflüchtete Frauen und

Kinder untergebracht seien, denen man mit Bürgerinitiativen geholfen

habe und die gut in der Schule und in der Stadtgemeinschaft angekommen

seien. Nun aber hat die Labour-Regierung, ohne der Kommune Bescheid zu

geben, beschlossen, diese Menschen woanders unterzubringen und das

einzige Hotel der Stadt ausschließlich für alleinstehende männliche

Flüchtlinge zu nutzen. Dagegen haben die Menschen hier demonstriert,

weil sie Angst um den sozialen Zusammenhalt und die Sicherheit haben.


Ein Protest, der landesweit für Schlagzeilen sorgte, fand nicht weit von

hier, in Epping in der Grafschaft Essex statt. Epping hat auch nur

11.000 Einwohner und auch dort sorgte die Unterbringung männlicher

Flüchtlinge in einem Hotel für Aufruhr. Ein Äthiopier, der dort lebte,

wurde vor zwei Wochen wegen sexueller Übergriffe auf ein 14-jähriges

Mädchen schuldig <https://www.bbc.co.uk/news/articles/cde3w04jwjzo> 

gesprochen. Er hatte versucht, die Minderjährige zu küssen, legte seine

Hand auf ihr Bein, ermutigte sie, ein anderes Kind vor ihm zu küssen,

und sagte ihr, er wolle „ein Baby mit ihr haben“. Der Vorfall ereignete

sich nur eine Woche, nachdem der Mann in Epping angekommen war. Die

Menschen dort waren wütend und besorgt. Dass dann auch rechte Akteure

dorthin reisten, um die Situation für sich auszuschlachten, ändert

nichts daran, dass die Unterbringung männlicher Migranten ohne Papiere

in der kleinen Gemeinde gegen den Willen der Bewohner passiert ist und

Auswirkungen hat.


*Viele britische Journalisten berichten mittlerweile differenzierter

über Migration


*Abgesehen von der Sicherheitsfrage ist die Unterbringung von

Flüchtlingen in Hotels schon lange ein Streitpunkt. Das Sozialsystem in

England ist schon seit Jahrzehnten überfordert, nicht zuletzt, weil man

unter Margaret Thatcher in den 1980er-Jahren viel sozialen Wohnraum

verkauft hat und Sozialhilfeempfänger nun in teuren Privatwohnungen

unterbringen muss. Davon gibt es nicht genug, Menschen werden oft

notdürftig oder gar nicht untergebracht. Dass Flüchtlinge in Hotels

leben, ist in dieser Situation natürlich politischer Brennstoff.


Die Times – wahrlich kein rechtes Blatt – berichtete

<https://www.thetimes.com/comment/the-times-view/article/housing-asylum-seekers-hotels-unsustainable-6bjnd5q2w> 

neulich von einem 460-Zimmer-Hotel in bester Londoner Randlage, das

exklusiv nur für Asylsuchende bereitgehalten wird. Dort seien Fernseher

aus den Fenstern geworfen und Matratzen angezündet worden. Im letzten

Jahr seien mehr als 40 Bewohner für insgesamt 90 Straftaten angezeigt

worden. Auch vor diesem Hotel fanden Demonstrationen statt.


Viele britische Journalisten berichten mittlerweile differenzierter über

diese Dinge. Trevor Phillips, ein hochangesehener Talkshow-Host bei Sky

News, dessen Eltern aus Guyana stammen, machte sich im Gegensatz zur

ARD-Korrespondentin die Mühe, lange mit den Demonstranten in London zu

sprechen, und schrieb in der Times

<https://www.thetimes.com/comment/columnists/article/dismiss-unite-the-kingdom-march-elon-musk-7t3c607jl>: 

„Das war keine wütende, aktivistische Menge. Und darin besteht die

Gefahr für unsere Demokratie. Wenn normale Menschen bereit sind, sich

dem ersten kalten Herbstwochenende auszusetzen, weil sie ein mehrfach

verurteilter Verbrecher und geständiger Betrüger dazu aufruft, dann ist

hier einiges faul im Staate Großbritannien. Das sind Leute, die man in

der Dorfkneipe mit ihrem Hund trifft oder in der Getränkeschlange in der

Halbzeit.“


Die Wut der „kleinen Leute“, die sich in Großbritannien gerade Bahn

bricht, ist der Stimmung in vielen Teilen Deutschlands nicht unähnlich.

Man hätte hier Erkenntnisse gewinnen und Vergleiche ziehen können.

Stattdessen bekamen die ARD-Zuschauer eine hochnäsige Berichterstattung

aus zweiter Hand serviert, die mehr über die Vorurteile der Journalisten

aussagt als über das, was sich am letzten Wochenende zugetragen hat.

Natürlich ist Tommy Robinson ein Scharfmacher, der schon seit Jahren

versucht eine rechte Massenbewegung aufzubauen. Aber er ist immer wieder

damit gescheitert. Die Frage, warum gerade jetzt über 100.000 Menschen

seinem Ruf gefolgt sind, bedarf einer Antwort, die über oberflächliche

Vermutungen hinausgehen sollte.


Bittner hat einen Demonstranten gefragt, warum er Robinsons Ruf gefolgt

sei, und der antwortete, dass der Aktivist zwar eine kriminelle

Vergangenheit habe, aber auch „auf den organisierten Missbrauch

minderjähriger Mädchen durch die sogenannten Grooming-Gangs und den

wachsenden Islamismus in seiner Heimatstadt Luton aufmerksam gemacht

habe“, lange bevor die Mainstream-Medien diese Themen behandelt

hätten. Bittner schlussfolgert

<https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-09/grossbritannien-keir-starmer-rechtsextremismus-labour-partei-tommy-robinson> 

anders als seine ARD-Kollegen: „Was die meisten Menschen auf die Straße

nach Westminster trieb, war nicht die Unterstützung von Extremisten.

Ihre Motive lassen sich eher zusammenfassen mit wachsenden Gefühlen von

Unfairness und Herabsetzung.“


*Bedient der ÖRR in Deutschland bewusst Klischees?


*Es ist nicht das erste Mal, dass ich mich frage, ob man beim ÖRR

bewusst Klischees bedient oder ob man die Zusammenhänge, die man dann

vereinfacht und tendenziös an ein Millionenpublikum weiterreicht, nicht

tiefgreifend verstehen /will/. Das Ergebnis ist dasselbe: eine

herablassende Art von Berichterstattung, die auch in Deutschland dazu

beiträgt, dass sich immer mehr Menschen von Medien ungehört fühlen, die

sie monatlich bezahlen müssen.


Was da bei mir in England los sei, wollte mein Brandenburger Bekannter

also wissen. „Das Gleiche wie in Deutschland“, war meine Antwort. Viele

Menschen wüssten nicht mehr, wohin mit ihrer Frustration. „Diese

Bewegung das Produkt eines extremistischen Rädelsführers zu nennen,

reicht nicht mehr“, schreibt Trevor Phillips in der Times. „Politiker

der Mitte müssen aufwachen.“ Sein Wort in deutsche Ohren, aber ich

fürchte, an vielen wichtigen Schaltstellen hat man schon länger auf

Durchzug gestellt.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

21.09.2025

… ein Video zum Einfluss der Israel-Lobby auf Donald Trumps Politik

Screenshot_2025_09_21_at_16_13_37_ein_Video_zum_Einfluss_der_Israel_Lobby_auf_Donald_Trumps_Politik_GlobalBridge

Er wagt es, die zionistische Unterstützung für Donald Trump zu analysieren und zu quantifizieren – und aufzuzeigen, warum Donald Trump jetzt – aus Dankbarkeit – die grauenvolle Kriegspolitik Israels immer noch unterstützen muss ... (Screenshot)


globalbridge.ch, 20. September 2025 Von: in Geschichte, Militär, Politik

(Red.) „Wer Israel kritisiert, ist ein Antisemit“, so lautet, nicht zuletzt in Deutschland, eine verbreitete These. Und so ist es anlässlich des grauenhaften israelischen Vernichtungskrieges in Gaza kein Wunder, dass Israel deutlich öfter kritisiert wird als bisher und dass also daraus abgeleitet der Antisemitismus zunimmt, wie gegenwärtig oft behauptet wird. Globalbridge macht da nicht mit. Die Redaktion wagt sogar, hier auf ein Video aufmerksam zu machen, in dem der deutsche Kommentator Carsten Winkler darauf aufmerksam macht, wie die politische Karriere von Donald Trump in starkem Masse von der Unterstützung jüdisch geführter Banken positiv beeinflusst wurde und warum Trump jetzt „dankbar“ sein muss, sprich: sich zugunsten von Israel einsetzen muss. Ein heikles Thema, ja, aber einfach unter den Teppich kann man all diese Fakten nicht schieben. (cm)

Um sich das kritische Video anzusehen, siehe hier (https://youtu.be/tbWd71uE1I4?si=Qno4D4wTngADxSsW).

Und so sieht es in Gaza am 15. September 2025 aus. Selbst BBC London scheut sich nicht, die Gräueltaten Israels sogar im Bild zu zeigen, siehe hier (https://www.bbc.com/news/videos/cr5q8mj6nrvo).
Und zur heute, am 20. September, absolut dramatischen Situation in Gaza und zur absoluten Hoffnungslosigkeit der dortigen Menschen – zum Hören nur knapp sieben Minuten – man höre hier (
https://www.srf.ch/audio/echo-der-zeit/die-zweistaaten-loesung-kontrastiert-mit-der-zerstoerung-gazas?partId=-FGz8v7IxRD0gfOPuykp56EpOBQ#autoplay).


Screenshot_2025_09_21_at_16_17_26_ein_Video_zum_Einfluss_der_Israel_Lobby_auf_Donald_Trumps_Politik_GlobalBridge

Hunderttausende Menschen fliehen aus Gaza-Stadt Richtung Süden – aber wohin? Und es gibt nur noch eine Straße, die offen ist …


Screenshot_2025_09_21_at_16_18_31_ein_Video_zum_Einfluss_der_Israel_Lobby_auf_Donald_Trumps_Politik_GlobalBridge

... und dazu auch noch ein anderes Bild, von der US-amerikanischen Plattform „The National Interest“


Und die Welt schaut zu. Und die USA unterstützen Israel noch immer.



Info: https://globalbridge.ch/ein-video-zum-einfluss-der-israel-lobby-auf-donald-trumps-politik/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres:




Donald Trumps zionistische Vergangenheit – und der jüdischer Einfluss“????Warum Trump alles deckt!????


Klartext Winkler - Politik. Gesellschaft. Echt.


youtube.com, 10.09.2025 EUROPA

Donald Trump wäre ohne die Bankenrettung in den 1990ern nie überlebt. Später flossen über eine halbe Milliarde Dollar jüdischer Milliardäre in seine Wahlkämpfe. Von Sheldon und Miriam Adelson bis Bernard Marcus und Ike Perlmutter – die Summen sind gigantisch. Die Hypothese: Dankbarkeit ist die härteste Währung in Washington. Und genau deshalb lässt Trump alles durchgehen, was Israel heute in Gaza und im Westjordanland tut


Wie wurde dieser Inhalt erstellt?

Automatisch synchronisiert

Audiotracks für einige Sprachen wurden automatisch erstellt. Weitere Informationen

(https://support.google.com/youtube/answer/15569972?hl=de)


Info: https://www.youtube.com/watch?v=tbWd71uE1I4


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres:



«Die Zweistaaten-Lösung kontrastiert mit der Zerstörung Gazas»


Schweizer Radio und Fernsehen, zur Startseite




 

Audio 06:55 Min.


Palästinenserinnen und Palästinenser flüchten vom Norden Gazas in den Süden, nachdem die israelische Armee Gaza-Stadt angegriffen hat.

Aus Echo der Zeit vom 20.09.2025


Bild: Keystone

Inhalt

Von: Brigitte Kramer

Gestern, 18:00 Uhr

Mit der Offensive der israelischen Armee auf Gaza-Stadt hat sich die Situation nochmals verschlimmert. Die Menschen befinden sich in grösster Not. Was ist die Zukunft des Gazastreifens? Welche Rolle spielen die Siedler? Das Gespräch mit dem Nahost-Experten René Wildangel.


Beitrag aus Sendung

Hinweis auf ein verwandtes Audio: Sparpläne belasten die Zusammenarbeit im AsylbereichEcho der Zeit vom 20.09.2025, 18:00 Uhr.



Info: https://www.srf.ch/audio/echo-der-zeit/die-zweistaaten-loesung-kontrastiert-mit-der-zerstoerung-gazas?partId=-FGz8v7IxRD0gfOPuykp56EpOBQ#autoplay


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21.09.2025

Patrik Baab: »Heutige Journalisten gucken nur in den Bildschirm«

overton-magazin.de, 21. September 2025,  11 Kommentare

In den Medien gewinnen die Kriegsbefürworter mehr und mehr die Oberhand. Unterstützt werden sie vom Hauptstadtjournalismus.

Patrik Baab seziert die Spezies wie kein anderer und zitiert dabei unter anderem auch Hunter S. Thompson, der mal sagte, dieser Journalistentypus bestehe aus „Witzfiguren, die sich gerne in der eigenen Pisse suhlen“.

Roberto De Lapuente hat mit dem Bestseller-Autor und Journalisten Patrik Baab gesprochen.

Patrik Baab ist Politikwissenschaftler und Publizist. Seine Reportagen und Recherchen über Geheimdienste und Kriege passen nicht zur Propaganda von Staaten und Konzernmedien. Er berichtete u.a. aus Russland, Großbritannien, dem Balkan, Polen, dem Baltikum und Afghanistan. In Russland machte er mehrfach Bekanntschaft mit dem Inlandsgeheimdienst FSB. Auch die Staatsschutzabteilung des Bundesinnenministeriums führt eine Akte über ihn. Im Westend Verlag publizierte er Im Spinnennetz der Geheimdienste. Warum wurden Olof Palme, Uwe Barschel und William Colby ermordet? (2017) und Recherchieren. Ein Werkzeugkasten zur Kritik der herrschenden Meinung (2022). Seine Homepage findet sich unter https://patrikbaab.de/


Redaktion
Die Redaktion unseres Magazins: Florian Rötzer und Roberto De Lapuente.
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11 Kommentare

  1. Miscellanous aus dem ‚Ukraine-Krieg im Liveticker‘ vom 21.9.2025 von 0:00 bis 12:00 !

    +++ 11:58 Estland: Nato notfalls bereit zur Gewaltanwendung +++
Die Reaktion der Nato auf die jüngste Provokation Russlands hat laut dem estnischen Verteidigungsminister Hanno Pevkur gezeigt, dass das Bündnis bereit sei, notfalls auch Gewalt anzuwenden. „Wir haben am Freitag gesehen, dass die Nato sehr effizient funktioniert“, sagt Pevkur dem estnischen Rundfunk ERR. Das sei so weit gegangen, „dass sie bereit wäre, als letztes Mittel Gewalt anzuwenden, wenn wir wirklich dazu gezwungen wären“. Laut Pevkur sollen Russlands Provokationen darauf abzielen, den Fokus des Westens von der Ukraine abzulenken. „Genau das will Russland – unsere Aufmerksamkeit davon ablenken, der Ukraine zu helfen, und uns auf unser eigenes Hinterland konzentrieren.“ Nach estnischen Angaben waren am Freitag drei russische Kampfjets nahe Vaindloo unerlaubt in den Luftraum des baltischen EU- und Nato-Staates eingedrungen. Am selben Tag meldete Polen zudem, zwei russische Kampfjets hätten sich im Tiefflug einer polnischen Bohrinsel in der Ostsee genähert und dabei eine Sicherheitszone über der Anlage verletzt.

    +++ 08:52 Pavel: Nato-Länder sind verpflichtet, auf Verletzung des Luftraums „auch militärisch“ zu reagieren +++
Der tschechische Präsident Petr Pavel äußert sich warnend zur Verletzung des Nato-Luftraums durch Russland. Diese verschärften die Spannungen in Europa deutlich, die Mitgliedsländer des Militärbündnisses seien verpflichtet, auf Moskaus Vorgehen „angemessen“ zu reagieren, „auch militärisch“, zitiert Radio Liberty Pavels Aussagen im tschechischen Fernsehen. Der ehemalige Chef des Nato-Militärausschusses bringt auch eine möglichen Aktivierung von Verteidigungsmechanismen ins Spiel, die sogar den Abschuss eines solchen Flugzeugs erfordern würden. „Das würde weder auf unserer noch auf der russischen Seite jemand wollen“, so Pavel. „Russland wird sich so verhalten, wie wir es zulassen.“

    +++ 08:20 London: Britische Kampflugzeuge flogen Nato-Luftverteidigungseinsatz über Polen +++
Britische Kampfflugzeuge haben im Rahmen der Nato-Mission „Eastern Sentry“ ihren ersten Nato-Luftverteidigungseinsatz über Polen geflogen, wie die Agentur Reuters unter Berufung auf die Regierung mitteilt. Ziel sei es gewesen, die Verteidigung des westlichen Bündnisses nach dem Eindringen russischer Drohnen in diesem Monat zu stärken. Die Mission, die am Montag von der britischen Regierung unmittelbar nach dem Eindringen in den polnischen Luftraum angekündigt wurde, sende „ein klares Signal: Der Luftraum der Nato wird verteidigt“, so Verteidigungsminister John Healey. In seiner Erklärung heißt es, zwei Typhoon-Jets der Royal Air Force seien am Freitagabend von einem britischen Militärstützpunkt in Ostengland gestartet, um den Himmel über Polen zu patrouillieren und Bedrohungen aus der Luft, darunter auch Drohnen, aus Russland abzuschrecken und abzuwehren. Am Samstagmorgen seien sie sicher nach Großbritannien zurückgekehrt .

    +++ 07:49 Von der Leyen: „Wir werden jeden Zentimeter der europäischen Grenzen schützen“ +++
wiederholten Luftraumverletzungen Russlands ruft EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zu mehr europäischer Eigenständigkeit in Sicherheitsfragen auf. „Die Vorfälle, insbesondere der in Polen, sind äußerst schwerwiegend. Und während die Nato der Mittelpunkt unserer kollektiven Verteidigung bleiben muss, brauchen wir auch eine wesentlich stärkere europäische Säule. Europa muss in Sicherheitsfragen eigenständiger und unabhängiger werden“, zitiert die „Welt am Sonntag“ aus einem schriftlichen Interview mit der Zeitungskooperation „Leading European Newspaper Alliance“. Von der Leyen betont danach, die EU habe mit „Bereitschaft 2030“ eine Agenda, um ihre Verteidigungsfähigkeit zu stärken. „Wir schließen unsere Fähigkeitslücken. Wir beschleunigen Verfahren. Wir mobilisieren bis zu 800 Milliarden EUR für Verteidigung. Wir werden jeden Zentimeter der europäischen Grenzen schützen.“
    +++ 07:25 Finnischer Präsident: Sicherheitsgarantien erfordern die Bereitschaft, gegen Russland zu kämpfen +++
Europäische Länder, die der Ukraine Sicherheitsgarantien für die Nachkriegszeit geben, werden nach Ansicht des finnischen Präsidenten Alexander Stubb notfalls auch gegen Russland kämpfen müssen. Auf die Frage, ob die Garanten für Nachkriegsgarantien bereit wären, militärisch gegen Russland vorzugehen, antwortet Stubb dem britischen „Guardian“: „Das ist per Definition die Idee von Sicherheitsgarantien.“ Diese seien im Wesentlichen eine Abschreckung. „Diese Abschreckung muss plausibel sein, und um plausibel zu sein, muss sie stark sein.“ Stubb merkt an, dass Russland trotz der lautstarken Opposition des Kremls kein Mitspracherecht bei den Sicherheitsgarantien haben werde, die die Ukraine und ihre Verbündeten derzeit ausarbeiten. „Für mich ist es also keine Frage, ob Russland zustimmen wird oder nicht. Natürlich werden sie das nicht tun, aber darum geht es auch nicht“, sagt Stubb. Die Ukraine und ihre Verbündeten arbeiten derzeit daran, Sicherheitsgarantien für die Nachkriegszeit zu schaffen, darunter eine Friedenstruppe zur Aufrechterhaltung eines künftigen Waffenstillstands oder Friedensabkommens.

    +++ 06:29 Abwehr von Drohnen: Innenminister Dobrindt fordert rasche Aufrüstung +++
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt dringt auf eine rasche Aufrüstung zur Abwehr von Drohnen. „Auf der nächsten Innenministerkonferenz platzieren wir das Thema prominent auf der Tagesordnung“, sagt der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Unser Ziel ist klar: Kompetenzen zwischen Bund und Ländern bündeln, neue Abwehrfähigkeiten entwickeln, polizeiliche und militärische Drohnenabwehr verzahnen.“ Dobrindt mahnt außerdem: „Wir befinden uns in einem technologischen Wettrüsten zwischen Drohnenbedrohungen und Drohnenabwehr – im hybriden wie im militärischen Bereich.“

    +++ 04:55 Generalinspekteur verspricht Tempo bei Drohnenabwehr +++
Generalinspekteur Carsten Breuer will bei der Einführung neuer Waffensysteme zur Abwehr von Drohnen schnell vorankommen. Der Zeitplan dafür werde bestimmt durch die laufende Без дальнейших комментариев! von Kampfdrohnen mit Sprengköpfen – auch als Loitering Munition oder Kamikazedrohnen bezeichnet, so Deutschlands ranghöchster Soldat. „Zur Loitering Munition haben wir im März eine Entscheidung getroffen, und Ende des Jahres wird die Truppe das erste Mal scharf damit schießen“.

    +++ 02:30 Linkspartei lobt Reaktion der Nato und kritisiert russische „Eskalationspolitik“ +++
Die Linksfraktion im Bundestag lobt die Reaktion der Nato auf das russische Eindringen in ihren Luftraum und fordert eine UN-Untersuchung der Vorfälle. „Die Linke verurteilt die militärische Eskalationspolitik Russlands gegenüber Estland und Polen in aller Deutlichkeit“, sagt ihr verteidigungspolitischer Sprecher Ulrich Thoden dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Putin verschärft auf unverantwortliche Weise die ohnehin angespannte Sicherheitslage zusätzlich und riskiert eine direkte militärische Konfrontation mit der Nato“, so Thoden. Die Nato habe „angemessen“ reagiert. Die wiederholten Luftraumverletzungen müssten auch vor den Vereinten Nationen thematisiert werden, sagt Thoden. Es brauche einen unabhängigen Untersuchungsmechanismus zur lückenlosen Aufklärung der wiederholten Sicherheitsvorfälle, „um den Verursacher und die Verantwortung durch eine neutrale Instanz für die internationale Öffentlichkeit unmissverständlich zu belegen.“

    +++ 00:30 CDU-Außenexperte Hardt: Russische Jets notfalls abschießen +++
Vor Beratungen der Nato über das Eindringen Russlands in ihren Luftraum bringt der Unions-Außenexperte Jürgen Hardt auch den Abschuss russischer Kampfjets über dem Gebiet des Verteidigungsbündnisses ins Spiel. „Der Kreml braucht ein klares Stoppschild“, sagt der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Nur eine klare Botschaft an Russland, dass jede militärische Grenzverletzung mit militärischen Mitteln beantwortet wird bis hin zum Abschuss russischer Kampfjets über Nato-Gebiet, wird Wirkung zeigen“, sagt Hardt. „Die Alternative wäre, dass die russische Kriegslogik immer weiter zündelt. Jetzt sind es Luftraumverletzungen, bald der Beschuss einzelner Ziele, dann kommen russische Soldaten“, warnt der CDU-Politiker.

    ***

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  2. Hallo den Machern des Magazins,

    ich sehe ziemlich selten Videos, aber ihr habt Leute vor der Kamera, die man hören sollte. Aber ich komme mit den kurzen Ausschnitten nicht klar und weiß oft nicht, ob sie aus einem Interview stammen, dass irgendwo in voller Länge zu sehen ist, bzw zu sehen sein wird. Ich fände es gut, wenn das vermerkt werden würde und auch, wenn das Datum das Entstehens des Interviews prominent gezeigt würde. Oder gibt es irgendwelche „Internetgründe“ die ich als älterer Herr einfach nicht mehr verstehe?

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  3. Ergänzend noch dieses:
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=139289

    Antworten

  4. Wenn man wirklich verstehen will, um was es in der gegenwärtigen Epoche geht, wird es schwierig.

    Noch schwieriger wird es, wenn es um Lösungen geht.

    Wenn die NATO wegen Bagatellen russiche Flugzeuge abschießen würde, wprde das den großen Krieg bedeuten, den sich nicht mal Trump zu leisten traut.

    Kein Journalist ist schlauer als ein anderer. Es gibt viel zu viele Meinungen, die alle mehr oder minder angreifbar sind.

    Journalisten behandeln Nachrichten als Ware, Sie wollen und müssen damit Geld verdienen, ob nun unmittelbar oder auf Umwegen.

    Welchen Wahrheitsgehalt die Nachrichte haben, das ist oft kaum noch zu verifizieren und die Einordmung in den großen geschichtlichen Prozess ist noch schwieriger.
    Was Motive von handelnden Personen sind, das kann man hin und wieder verifizeren.

    Falsche geschichtliche Vorbilder, aber auch falsches Denken können auf der individuellen Ebene die verücktesten Motive hervorbringen. Jede Ideologie hat das Potentiail dazu, auch jede Religion.

    Gegenwärtig werden an US-amerikanischen Universitäten hroße Konflikte innerhalb der Studierenden deutlich, auc beeinflusst von den Ideologien der Herkunftsländer von Studentinnen und Studenten.

    Ein großer Konflikt wird dadurch gekennzeichent, dass angenlich an den US-Universitäten die Zustimmung zu sozialistischen Ideen sehr groß ist.

    Fab es auch al in Deuztschland. Die Frabkfurter Schule, Adorno und andere und die RAF.
    Nur hat die Frankfurter Schule nichts mit dem klassischen Marxismus zu tun, der Stalinismus als auch der Maoismus, aber auch kein französischer Freudo-Marxismus haben je zu einer sozialistischen Gesellschaft freier Produzenten geführt.

    Der Ökonom Stiglitz gilt als ein Verfechter linker Ökonomie.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_E._Stiglitz

    Tut mir leid, der Mann ist ein Idiot.
    Da muss man sich fragen, warum der so geehrt wurde?
    Weil seine Ideen nie einen Sozialismus hervorbringen können.

    Da muss man heute fragen, welche Schuld die Damen und Herren Professoren an diesen Universitäten an Mordanschlägen gegen Andersenkende haben.

    Ich bin Marxist und interessiere mich für das Thema. Instinction Rebellion hat nur scheinbar etwas mit Marxismus zu tun, dann schon eher mit der Tatsache, dass der Globale Kapitalismus unfähig ist, den Menschen auf dieser Welt ein friedliches und glückliches Leben zu sichern.

    Und die Linke in Deutschland, benimmt sich wie eine Sekte und ist gleichzitig Steigbügelhalter von Kanzler Friedrich Merz.
    Kein einzies der alternativen Medien hat bisher auch nur andeutungsweise einen Weg auggezeigt, der ohne Großkonzerne und Banken funktioniert.

    Vor 35 Jahren galt mal die These, dass der Hauptwiderspruch in der Welt zwischen dem Kapitalismus und dem Sozialismus besteht und 1989 wurde von den Globalisten das Ende der Geschichte gefeiert. Alles war falsch.

    Es gab weder eine Sozialismus noch gibt es heute einen, es gibt nur unterschiedliche Imperien, die alle noch auf dem kapitalistischen Profitsystem beruhen.
    Weder staatliches noch genossenschaftliches Eigentum und erst recht keine Aktiengesellschaften sind taugliche Eigentumsformen einer materiellen Basis jenseits des Kapitalismus.

    Also bleibt die Frage des Überganges vom Kapitalismus zum Sozialismus eine offene Frage, die praktisch noch nicht beantwortet wurde. Theoretisch schon, entstanden schon vor 15 Jahren als Antwort auf die Weltfinanzkrise.

    Das wurde sogar mal versucht zu diskutieren bei Telepolis, aber der damalige Chefredakteur hat das nicht zugelassen.
    Es nuss also nicht wundern, wenn sich der globale Konflikt zwischen Staatengruppen vollzieht, die sich von der Hegemonie des Dollars befreien wollen und denen, die das alte Vasallensystem unbedingt aufrecht erhalten wollen.

    Sanktionieren wir uns zu Tode oder lassen wir uns willfährig sanktionieren und schaufeln unser eigenes Grab?

    Ein Kommantar zu dieser globalen Sicht der imperialen Auseinandersetzungen als Ansatz zu Neuem Denken.

    Petra Wilhelmi

    Do. 18 Sep 2025, 13:29

    Ich glaube, dass es heute nicht mehr möglich ist, so etwas abzuziehen wie bei Toshiba. Die Welt hat sich grundlegend geändert. Es gibt eine 2. Macht (BRICS+ SCO u.a.), die US-Sanktionen gelassen über sich ergehen lassen kann. Man benötigt die USA nicht mehr in dem Maße, wie früher. Wenn es so weiter geht und es wird so weiter gehen, dann benötigt niemand mehr die USA. Wir stehen am Beginn des asiatischen Jahrhunderts. Dazu kommt, dass in den führenden asiatischen Ländern plus Russland sehr viele Menschen leben und dass deren Bildungssystem super ist. Da liegt nicht das Hauptaugenmerk auf Diversität und Gender, da liegt das Hauptaugenmerk auf Leistung und Wissen.
    Wenn ich ein gutes Schulsystem habe und dazu noch einen Pool von vielen Millionen von Menschen, da gibt es zwangsläufig mehr Menschen, die superschlau sind.
    Und wenn man diese dann mit allen Mitteln fördert, dann kann der Westen einpacken und wir sind gerade in dieser Phase. Der Westen entwickelt sich gerade wieder zurück mit seinem Hang der Überhöhung tribalistischer und analphabetischer Menschen zu einer Gesellschaft mit verminderten IQ.
    Für uns ist der Zug abgefahren! Gesellschaften, die den Anschluss verloren haben, haben es zu 99% in der Geschichte nicht wieder geschafft, den Anschluss zu erreichen. Mir fällt dabei nur China ein.

    https://forumgeopolitica.com/de/artikel/der-krieg-des-mchtigsten-staates-gegen-ein-privates-unternehmen-huawei-der-verwundete-riese-und-sein-geheimer-delete-america-comeback#comments

    Ich weiß, dass China technologisch überholt werden kann. Und wer würde behaupten wollen, dass das Chinesische System für uns erstrebenswert wäre? Ich kenne keinen Bürger mit etwas Verstand.

    Der Hauptartikel, der dem Kommentar zugrunde liegt, zeigt ja deutlich, dass der Welthöchststand in der Chip-Produktion immer noch in Taiwan liegt und da spielt eine europäische Firma eine wichtige Rolle, die deshalb nach China nicht liefern darf.

    Das Genossenschaftsmodell von Huawai beruht immer noch auf einem kapitalistischen Reproduktionstyp.

    Wie in jedem Staatskapitalismus spielen natürlich staatliche Maßnahmen auch in China eine Rolle.

    Chinesen denken aber in Prozessen historischer Dimension und können diese Interessen bündeln.

    Das ist in Vasallenstaaten prinzipiell schwierig.

    Insoweit ist Europa in Teilen jenseits der Institutionen immer noch fortschrittlicher als China, theoretisch.
    Die Konfuzius-Institute haben immer noch das Problem von klassischen Kader-Strukturen, sie operieren im verordneten Tunnelblick.

    Das ist kein Ergebnis fehlender individueller Intelligenz, sondern ein in sozialen Gruppen übliches psychologisches Standardverhalten, das bis zur Bildung von Stereotypen führen kann, die eine ganze Gesellschaft dominieren.
    Psychologen nennen das wohl gruppendynamische Prozesse ider eben Blasendenken.

    Den entsprechenden Lackmustest hatte ich schon vor Jahren durchgeführt.

    Wenn die Chancen aber nicht genutzt werden, schließt sich in naher Zukunft vermutlich dieses Fenster.

    Chinesen sind nicht klüger als Europäer und China hat bereits große Probleme im Arbeitsmarkt, im Finanzsystem, auch in den Strukturen seiner Institutionen bis in die Partei hinein.

    Aber Deutschland droht in Lethargie, Demenz, Dekadenz oder Sozialromatik zu versinken.

    Dabei haben schon alte Maler sich mit dem Thema beschäftigt, auch ein Lieblingsmaler von mir, Hyronimus Bosch.
    Das Narrenschiff.

    https://duckduckgo.com/?t=ftsa&q=Hyronimus+Bosch.+Das+Narrenschiff.&ia=images&iax=images

    An was es bei uns mangelt, ist offensichtlich:

    An der Führungskompetenz in der dringend erforderlichen Umgestaltung der rechtlichen Ausgestaltung einer wirklichen Demokratie, die geistig und politisch emotional in der Lage ist, den naturgesetzlichen Zusammenhang von wirtschaftlichen Fähigkeiten und Kompetenzen als entscheidenden Machtfaktor in jeder menschlichen Gesellschaft anzuerkennen und im praktischen Leben jedes Menschen unmittelbar als Lebenswirklichkeit erlebbar zu machen.

    Wollen reicht nicht, man muss auch Können.

    Von der Bühne am 1. Mai konnte Propaganda betrieben werden, zu Produktionsergebnissen hat das nie geführt ????.
    Das ändert sich auch nicht, wenn der Bundestag zur Bühne der Propaganda gemacht wird.

    Mit Schafen im Wolfspelz kann niemand eine Revolution gewinnen.

    Mehr Futter im Schweine-Trog hilft auch nicht, im Gegenteil.

    Antworten

Zumal eine stechende Biene im allgemeinen Selbstmord begeht. Die Analogie ist also sehr treffend. Je…

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    21.09.2025

    Cancel Culture: Die geheuchelte Sorge um die Meinungsfreiheit in den USA

    rtnewsde.site, vom 20 Sep. 2025 14:59 Uhr, Von Gert Ewen Ungar

    Deutsche Medien sorgen sich um die Meinungsfreiheit in den USA. Das wirkt verlogen. Die Meinungsfreiheit ist dem Mainstream gleichgültig, wenn sie für jene eingeschränkt wird, die vom Narrativ abweichen. Deutscher Journalismus hat zudem aktiven Anteil am Rückbau von Grundrechten.


    Quelle: www.globallookpress.com © Photo Image Press


    Nach der Absetzung seiner Show erfährt Jimmy Kimmel die Solidarität des deutschen Mainstreams. Tucker Carlson erfuhr sie bei seinem Rausschmiss nicht.


    Endlich ist es so weit! Der deutsche Mainstream sorgt sich um die Meinungsfreiheit. Allerdings nicht in Deutschland, sondern in den USA. Anlass ist die Absetzung der Late-Night-Show von Jimmy Kimmel durch den US-Sender ABC. Deutsche Medien sehen die USA nun auf der Kippe zur Autokratie. Schuld daran ist, wie soll es anders sein, Donald Trump.

    Kimmel hatte sich anlässlich der Ermordung von Charlie Kirk im Ton vergriffen. Ob das ein hinreichender Grund sein kann, um seine Sendung zu canceln, sei dahingestellt. Darum soll es hier nicht gehen. 

    Worum es geht, soll ein zweites Beispiel eines Rauswurfs verdeutlichen: Vor etwas mehr als zwei Jahren wurde der US-Journalist Tucker Carlson von seinem Arbeitgeber Fox News ohne Angaben von Gründen gekündigt. Damals beklatschte der deutsche Mainstream den Rauswurf, denn Tucker Carlson vertritt politisch eine konservative Haltung und gilt nicht wie Kimmel als "Trump-Kritiker".

    Damit sich auch die Zuschauer und Leser auf der moralisch richtigen Seite positionieren konnten, wurde Carlson als Antisemit, homophob, ausländerfeindlich und misogyn diffamiert. Stellvertretend für zahlreiche andere großen deutschen Medien sei hier die Tagesschau zitiert: 


    Söder zum NDR-Rauswurf von Julia Ruhs: "Konservative Stimmen gehören zum Meinungsspektrum"




    Söder zum NDR-Rauswurf von Julia Ruhs: "Konservative Stimmen gehören zum Meinungsspektrum"






    "Tucker Carlson, ein Phänomen in der US-Medienlandschaft. Er gilt als ultrakonservativer Hetzer,  Quotengarant und Starmoderator." Im Beitrag zur Entlassung Carlsons heißt es dann weiter, "Fakt ist, dass er sich selbst jahrelang in seiner täglichen Abendsendung antisemitisch, rassistisch und homophob geäußert sowie Verschwörungserzählungen und Falschmeldungen verbreitet hat." 

    Weil das einfach Fakt ist, muss man das auch gar nicht weiter belegen. Den behaupteten Fakt mit Zitaten Carlsons zu unterfüttern, wäre auch schwierig. Eine Beweisführung erfolgte, wenn sie denn überhaupt stattfand, unter Verweis auf Hörensagen. Handfeste und vor allem eindeutige Belege für die gemachte Behauptung gibt es schlicht nicht. Die Diffamierungskampagne, mit der damals Tucker Carlson in den deutschen Medien überzogen wurde, wiederholen deutsche Medien von jeder Scham befreit nun gegenüber dem ermordeten Charlie Kirk. Irgendwie sei er an seiner Ermordung selbst schuld, wird suggeriert. Mit so einer Meinung wie Kirk sollte man sich einfach nicht auf die Straße trauen. 

    Die Kritik Carlsons am Ablauf der US-Präsidentschaftswahl im Jahr 2020 wurde übrigens sofort mit dem Prädikat "Verschwörungstheorie" versehen. Dass dieser Vorwurf ausgerechnet von Medien wie der Tagesschau erhoben wurde, die an der Geschichte einer russischen Wahleinmischung in den USA im Jahr 2016 auch dann noch festgehalten haben, als "Russiagate" längst als gut orchestrierte und in Szene gesetzte Lüge der demokratischen Partei aufgeflogen war, setzt der Dreistigkeit der Vorwürfe gegenüber Carlson dabei noch die Krone des Absurden auf.

    Während in der Angelegenheit wenig an Fakten aufgefahren wurde, lässt sich immerhin ein ganz konkretes Faktum festhalten: Sorgen um die Meinungsfreiheit in den USA machte sich die deutsche Journaille damals nicht.   

    Die kognitive Dissonanz ist leicht zu erklären. Damals traf es aus der Sicht der Mainstream-Medien den Richtigen. Nun trifft es mit Kimmel den Falschen. Richtig und falsch ergeben sich dabei an der Ausrichtung an einem sehr einseitigen, sich jeder Differenzierung verweigernden Narrativ. In diesem Fall lautet es: Wer gegen Trump ist, ist ein Guter, wer ihn unterstützt, einer aus dem Kreis der Bösen. 


    Wegen Kirks Ermordung: Kimmel-Show gestoppt, ZDF und ARD verbreiten falsche Vorwürfe




    Wegen Kirks Ermordung: Kimmel-Show gestoppt, ZDF und ARD verbreiten falsche Vorwürfe






    Die offensichtliche Unterkomplexität der deutschen Berichterstattung speist sich aus der Schlichtheit des Weltbildes, in dem dieses Narrativ wurzelt. Es gibt immer nur zwei Seiten. Schattierungen gibt es nicht. Wer abwägt, ist ein Nazi. Der deutsche Journalismus hat sich von dem Anspruch, Zusammenhänge zu erklären, vollständig befreit. Seine neue Aufgabe ist die Implementierung und Durchsetzung feststehender Narrative. 

    Glaubwürdiger werden die deutschen Medien durch diese offensichtliche kognitive Dissonanz und Unausgewogenheit natürlich nicht. Vielmehr zeigt sich an ihrer wenig glaubhaften Sorge um die Meinungsfreiheit in den USA erneut, dass die großen deutschen Medien in ihrer Breite längst vereinnahmt wurden und sich gleichgeschaltet haben. 

    Dass die Sorge um die Meinungsfreiheit nicht mehr als ein rhetorisches Tool der deutschen Propaganda ist, zeigt sich aber nicht nur an der unterschiedlichen Haltung zu Tucker Carlson und Jimmy Kimmel. Sie zeigt sich auch ganz konkret daran, dass die großen deutschen Medienkonzerne und die bekannten Talking-Heads wie Dunja Hayali, Anja Reschke und Georg Restle den Rückbau von Presse- und Meinungsfreiheit in Deutschland nicht nur hinnehmen, sondern sogar euphorisch begrüßen.


    "Wendepunkt USA": Der Mord an Charlie Kirk verschärft die ideologische Konfrontation





    Meinung

    "Wendepunkt USA": Der Mord an Charlie Kirk verschärft die ideologische Konfrontation





    Sie vertreten implizit die Auffassung, wenn alle zu den großen gesellschaftspolitischen Themen weitgehend die gleiche Auffassung haben, ist Meinungsfreiheit verwirklicht und die Demokratie geschützt. Abweichler müssen daher konsequent identifiziert, nach Möglichkeit um ihre Existenz gebracht und aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden.

    Jan Böhmermann hat es bei dieser pervertierten Version demokratischer Prinzipien in einer modernisierten Variante des Blockwarts und des Denunzianten aus Niedertracht zu hoher Professionalität gebracht. Der deutschen Gesellschaft zum Ruhm gereicht das alles natürlich nicht. Es drückt sich darin vielmehr eine grundlegende Unfähigkeit aus, die Freiheit des Anderen auszuhalten. 

    Offensichtliches Ziel all dieser Umdeutungen ist die Schaffung einer kontrafaktischen, medial konstruierten Realität, wo Demokratie und alles, was sie ausmacht, nur noch simuliert, aber nicht mehr gelebt wird. Von dieser Diktatur der Narrative werden die Multiplikatoren in den Redaktionen behaupten, es handele sich um die beste und höchste Form der Demokratie.

    Für die Umsetzung dieser Aufgabe des gesellschaftlichen Umbaus sind die deutschen Medien mit der deutschen Politik erneut eine ungute Symbiose eingegangen. Meinungs- und Pressefreiheit bleiben dabei nicht einfach auf der Strecke. Ihre Abschaffung ist das Ziel. 


    Mehr zum Thema - Deutsche verlieren Vertrauen in Staat und Medien


    Screenshot_2025_09_21_at_14_42_11_Cancel_Culture_Die_geheuchelte_Sorge_um_die_Meinungsfreiheit_in_den_USA_RT_DE

    Video https://rumble.com/v6z2wc0-druck-auf-theveen-nach-diffamierung-von-kirk-und-us-regierung-wadephul-poch.html Dauer 3:17 Min.


    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://rtnewsde.site/meinung/256521-cancel-culture-geheuchelte-sorge-um/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 





    Söder zum NDR-Rauswurf von Julia Ruhs: "Konservative Stimmen gehören zum Meinungsspektrum"


    rtnewsde.site, vom 18 Sep. 2025 18:37 Uhr

    Wegen eines migrationskritischen Beitrags hat sich der "NDR" von der Journalistin Julia Ruhs getrennt. Vorausgegangen waren dem Rauswurf Denunziationen von unter anderem Jan Böhmermann gegenüber der Journalistin. In Deutschland wird der Korridor des Sagbaren immer weiter verengt.


    Quelle: www.globallookpress.com © Thomas Eisenkrätzer


    Die Journalistin und Autorin Julia Ruhs bei einer Diskussionsveranstaltung zum Thema Meinungsfreiheit.


    Wer in Deutschland den sehr eng abgesteckten Korridor der zugelassenen Meinungen verlässt, muss mit harten Konsequenzen rechnen. Die deutsche Journalistin Julia Ruhs hatte mit einer migrationskritischen Sendung die von den Wächtern über die politische Korrektheit gezogenen roten Linien übertreten. Unter anderem warf Berufsdenunziant Jan Böhmermann Ruhs vor, "Irrsinn" als Debattenbeitrag zu verkaufen.

    Ruhs hatte in ihrer Sendung "Migration: Was läuft falsch" auf überlastete Behörden sowie die Folgen der Asylpolitik der Bundesregierung für die Kommunen hingewiesen. Opfer von Verbrechen, die von Migranten begangen wurden, durften ihre Sicht auf die Vorfälle berichten. Damit war in den Augen Böhmermanns und anderer Kritiker der Sendung die Grenze des in Deutschland zulässig Sagbaren überschritten.


    Alexander Dugin: Mord an Charlie Kirk ist Ergebnis der Cancel-Culture



    Alexander Dugin: Mord an Charlie Kirk ist Ergebnis der Cancel-Culture






    Aufgrund der Kritik an der Sendung gab der Norddeutsche Rundfunk (NDR) gestern bekannt, dass Ruhs die Sendung "Klar – Was Deutschland bewegt" ab 2026 nicht mehr moderieren werde. 

    Die Entlassung Ruhs' wegen abweichender Meinung führte zu scharfem Protest. Der Generalsekretär der CDU, Carsten Linnemann, sieht einen "Tiefpunkt der Debattenkultur" erreicht. "Viele Bürger haben bereits das Gefühl, man darf nicht mehr alles sagen, ansonsten wird man in eine bestimmte Ecke gestellt", sagte er der Welt. Linnemann fordert als Konsequenz, den Rundfunkbeitrag einzufrieren, um den Reformdruck auf die Sendeanstalten zu erhöhen. 


    Screenshot_2025_09_21_at_15_17_55_S_der_zum_NDR_Rauswurf_von_Julia_Ruhs_Konservative_Stimmen_geh_ren_zum_Meinungsspektrum_RT_DE


    Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wurde geschaffen, damit sich die im Dritten Reich gemachte Erfahrung einer politischen Instrumentalisierung des staatlichen Rundfunks nicht wiederholt. Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten scheitern seit Jahren an dieser Verpflichtung zur Unabhängigkeit und Pluralität. 


    RT DE bleibt erreichbar – auch dank Ihrer Hilfe





    RT DE bleibt erreichbar – auch dank Ihrer Hilfe







    Linnemann fordert eine Rückbesinnung auf diesen Auftrag und warnt vor einer Einengung der Meinungsfreiheit in Deutschland. "Wenn wir das Meinungsspektrum in Deutschland einengen, wenn wir nicht mal die Breite an Meinungen zulassen, funktioniert Demokratie nicht", sagte er. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk müsse sich auf die Bereiche Kultur, Bildung und Information fokussieren. Die Entlassung von Julia Ruhs aufgrund der Tatsache, dass sie eine eher konservative Meinung vertritt, bezeichnete Linnemann als "bitter". 

    Ähnlich sieht das der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Daniel Günther (CDU). Er nannte die Entlassung Ruhs' ein "extrem schlechtes Signal". Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) äußerte sich dahingehend. In einer Nachricht auf dem Kurznachrichtenportal X schrieb Söder:

    "Konservative Stimmen gehören zum demokratischen Meinungsspektrum, auch wenn das einigen Linken nicht gefällt."

    In Bayern wird Ruhs die Sendung "Klar" weiterhin moderieren. 


    Screenshot_2025_09_21_at_15_14_34_S_der_zum_NDR_Rauswurf_von_Julia_Ruhs_Konservative_Stimmen_geh_ren_zum_Meinungsspektrum_RT_DE


    Der Fall um die Journalistin Julia Ruhs ist allerdings nur die Spitze des Eisberges. Zu zahlreichen Themen wirken die deutschen Medien gleichgeschaltet. Das gilt auch für die Berichterstattung zum Ukraine-Konflikt und über Russland.

    Die Breite der deutschen Medien beteiligt sich 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder aktiv am Feindbildaufbau und verbreitet Propaganda. Vertreter der Mainstream-Medien wie beispielsweise Dunja Hayali, aber auch Institutionen wie der Deutsche Journalistenverband (DJV) begrüßen Zensur, Gesetzesverschärfungen und damit verbundene Einschränkungen der Meinungsfreiheit als Maßnahmen, mit denen angeblich die Demokratie geschützt werde. 


    Mehr zum Thema - Wegen Kirks Ermordung: Kimmel-Show gestoppt, ZDF und ARD verbreiten falsche Vorwürfe


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://rtnewsde.site/inland/256417-soeder-zum-rauswurf-von-julia/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


    unser weiterer Kommentar: Herr Linnemann und Söder sind ja diesmal auf der richtigen Seite?

    21.09.2025

    Re: youtube - ronnie chan

    aus e-mail von Irene Eckert, 21. September 2025, 13:49 Uhr


    Very interesting! An amazing guy this Chinese economist and trading

    diplomat Ronny Chan. I could not figure out when exactly this debate took

    place. It apparently was before 2022. Can not imagine such a

    conference today in my country. Best. Irene


    Am Sa., 20. Sept. 2025 um 11:51 Uhr schrieb Nara Luvsan <nluvsan@gmail.com>:


    interesting interview, stating the facts.


    ???? Watch Ronnie Chan Brutally Humiliates Two European Elites Over China’s

    Rise <https://www.youtube.com/watch?v=M3VcACSgtSw>

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    21.09.2025

    EU ersetzt Erdgasabhängigkeit von Russland durch neue Abhängigkeit von den USA

    Screenshot_2025_09_21_at_09_49_53_NEOPresse_Unabh_ngige_Nachrichten


    neopresse.com, Von: 21. September 2025, Dr. Bernd Heim, Themen:

    US-Präsident Donald Trump hat zunächst Japan und zu Beginn der letzten Woche auch die Europäische Union dazu gezwungen, ihren Vasallenstatus anzuerkennen und teures Erdgas, gewürzt mit reichlich Militärtechnik aus den Vereinigten Staaten zu importieren und gleichzeitig für die eigenen Produkte einem Mindestzoll von immer noch 15 Prozent zu akzeptieren.

    In Europa wird seitdem lebhaft darüber diskutiert, wie vorteilhaft oder unvorteilhaft der „Deal“ für die Alte Welt ist. Dabei steht außer Frage, dass die USA und Anleger, die beispielsweise in US-amerikanische Öl- und Gasvorkommen investieren, zu den großen Gewinnern dieser Vereinbarung zählen werden.

    Um Donald Trumps Wunsch nach einem geringeren Handelsdefizit zu entsprechen, hat die Europäische Union zugestimmt, in den USA jährlich Energieprodukte im Wert von 250 Milliarden US-Dollar einzukaufen. Auf der europäischen Einkaufsliste sollen dabei Flüssigerdgas (LNG), Öl, Kernbrennstoffe und raffinierte Brennstoffe stehen. Da die Vereinbarung über drei Jahre läuft, fließen über diesen Zeitraum hinweg insgesamt 750 Milliarden US-Dollar über den Atlantik.


    Eine genaue Aufschlüsselung darüber welche Energierohstoffe in welchen Mengen von den Europäern in den USA in Zukunft gekauft werden, wurde nicht veröffentlicht. Anzunehmen ist allerdings, dass insbesondere teures US-amerikanisches Flüssiggas auch weiterhin in großen Mengen von den Europäern gekauft wird, obwohl Pipelinegas aufgrund der geringeren Transportkosten eine deutlich billigere Alternative wäre.

    Das Erdgas steht im Zentrum der aus den USA importierten Energierohstoffe

    Im vergangenen Jahr beliefen sich die europäischen Importe von LNG aus den USA auf 35,13 Millionen Tonnen und hatten einen Gegenwert von rund 21,8 Milliarden US-Dollar. Amerikanisches Rohöl im Wert von 40 Milliarden US-Dollar und metallurgische Kohle für 2,7 Milliarden US-Dollar wurden ebenfalls in den USA gekauft. In Summe wurden damit von den Europäern rund 64,6 Milliarden US-Dollar in den USA ausgegeben.

    Geht man hypothetisch einmal davon aus, dass sich der Gegenwert der in den USA gekauften Energierohstoffe von 64,6 Milliarden US-Dollar auf 125 Milliarden US-Dollar annähernd verdoppeln würde, wäre immer noch nur die Hälfte der jährlich zugesicherten Käufe abgedeckt. Das deutet darauf hin, dass die EU ihre Einkäufe in den USA erheblich steigern muss, um das angestrebte Jahresziel von 250 Milliarden US-Dollar zu erreichen.

    Vor dem Hintergrund dieser Zahlen und den Erfahrungen der letzten Jahre, die Europa schmerzhaft erkennen ließen, wie gefährlich es ist, sich bei existentiell wichtigen Rohstofflieferungen von einem Lieferland abhängig zu machen, ist es höchst interessant und aufschlussreich, dass die Europäische Kommission keine Bedenken trägt, die frühere Abhängigkeit von Russland aus politischen Gründen zu beenden aber gleichzeitig, ebenfalls aus politischen Motiven, eine neue Abhängigkeit von den USA aufzubauen.


    Info: https://www.neopresse.com/


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    21.09.2025

    Die Unterwanderung der Demokratie: USA – NATO – WEF (Teil 2)

    rtnewsde.site, 21 Sep. 2025 07:00 Uhr

    Erst war von der "Zeitenwende" die Rede, dann sollte Deutschland wieder "kriegstüchtig" werden. Und schon steht der Feind wieder in den eigenen Reihen. Die NATO-Aggression nach außen geht mit zunehmender Repression nach innen einher. Das Ziel – die vollständige Umgestaltung von Staat und Gesellschaft im Interesse von USA, NATO und transnationalem Kapital.


    Quelle: Gettyimages.ru © Spencer Platt/Getty Images


    2002 durfte man noch offen vor dem WEF warnen: Anti-Globalisierungs-Demonstranten protestieren am 31. Januar 2002 in New York City in der Nähe des Waldorf-Astoria-Hotels am ersten Tag des Weltwirtschaftsforums.


    Teil 1 finden Sie hier.

    Von Wolfgang Bittner


    Einflussnahme und Ziele des Weltwirtschaftsforums

    Die Pläne des WEF zu einer Neuordnung der Gesellschaft sind in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt, und wenn man die Bekundungen zu einem zeitgleich zum Jahrestreffen für ein erlesenes Publikum stattfindenden "Open Forum" liest, wirkt das alles recht vernünftig: "… die Öffentlichkeit an den Diskussionen zwischen EntscheidungsträgerInnen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft teilhaben zu lassen …

    Zu unseren Panelisten zählen wir regelmäßig hochrangige RegierungsvertreterInnen, UnternehmensführerInnen, WissenschaftlerInnen, KünstlerInnen und AktivistInnen, welche ihre Geschichten und Sichtweisen mit dem Publikum teilen. Im Sinne des 'Spirit of Davos' soll das Open Forum den Dialog zwischen EntscheidungsträgerInnen aus unterschiedlichen Sparten und Lebenslagen fördern, um Lösungen zu den dringlichsten globalen Herausforderungen unserer Zeit zu suchen."


    BlackRock-Chef Larry Fink wird Co-Vorsitzender des WEF





    BlackRock-Chef Larry Fink wird Co-Vorsitzender des WEF







    Kriminell wird die Zielsetzung, wenn das WEF in seinem "Global Redesign"-Bericht aus dem Jahr 2010 fordert, "dass eine globalisierte Welt am besten von einer Koalition aus multinationalen Unternehmen, Regierungen (auch über das System der Vereinten Nationen (UN) und ausgewählten zivilgesellschaftlichen Organisationen (CSOs) gesteuert wird". Regierungen seien nicht mehr "die überwältigend dominierenden Akteure auf der Weltbühne", sodass "die Zeit für ein neues Stakeholder-Paradigma der internationalen Governance gekommen ist". 

    Demnach plant das WEF, demokratische Organisationsformen, in denen die Macht im Staat vom Volk mittels gewählter Vertreter ausgehen soll, durch ein Herrschaftssystem zu ersetzen, in dem eine Gruppe von "Stakeholdern", also "führenden Persönlichkeiten", ein globales Entscheidungsgremium bildet. Das bedeutet also eine plutokratische Diktatur in einer grenzenfreien, übernationalen Welt. Eine selbst ernannte "Elite" würde die Macht übernehmen und eine Art Weltregierung bilden.

    Ausgehend von dieser Zielsetzung, stellt sich das WEF als eine mächtige, quasi-mafiöse Organisation dar, die eine Machtübernahme nicht demokratisch legitimierter "Führungspersönlichkeiten" in globalem Ausmaß vorbereitet. Zur Durchsetzung der Programmatik können dann Phasen globaler Instabilität genutzt werden, zum Beispiel die Corona-Pandemie, Hungersnöte oder die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine. Der US-amerikanische Kommunikationsforscher Nick Buxton, der sich eingehend mit den Absichten des WEF befasst hat, kommt zu dem Ergebnis, "dass wir zunehmend in eine Welt eintreten, in der Zusammenkünfte wie Davos keine lächerlichen Milliardärsspielplätze sind, sondern die Zukunft der Global Governance". Es sei "nichts weniger als ein stiller Staatsstreich".

    Die Infiltration der Führungsebene

    Mit seinem 1992 begonnenen Programm zur Förderung geeigneter zukünftiger Führungskräfte gelang es dem WEF, viele der wichtigsten Positionen in Politik und Wirtschaft im Sinne des "Spirit of Davos" zu besetzen. In einem Interview renommierte dessen Gründer Klaus Schwab: "Worauf wir sehr stolz sind …, dass wir mit unsern Young Global Leaders in die Kabinette eindringen." Auf diese Weise nimmt das WEF weltweit Einfluss auf das öffentliche Leben.


    Tabula Rasa durch Corona-Krise: Das Weltwirtschaftsforum will den "Großen Neustart"




    Tabula Rasa durch Corona-Krise: Das Weltwirtschaftsforum will den "Großen Neustart"






    2019 wurde UN-Generalsekretär António Guterres von mehr als 400 zivilgesellschaftlichen Organisationen und 40 internationalen Netzwerken aufgefordert, ein Partnerschaftsabkommen zwischen dem WEF und den Vereinten Nationen zu beenden, da es eine "beunruhigende unternehmerische Vereinnahmung" der UN sei, die "die Welt gefährlich in Richtung einer privatisierten und undemokratischen Global Governance" bewege.

    Weitere bekannte Persönlichkeiten warnten vor dem Einfluss des Forums. Die US-amerikanische Journalistin Diana Johnstone hält das WEF für eine "Kombination aus kapitalistischer Beratungsfirma und gigantischer Lobby", konzentriert auf »digitale Innovation, massive Automatisierung durch ›künstliche Intelligenz‹ und schließlich sogar auf die 'Verbesserung' des Menschen, indem sie ihn künstlich mit einigen Eigenschaften von Robotern ausstatten: z. B. Problemlösung ohne ethische Ablenkungen." Sie nennt das Forum eine "Stimme der Möchtegern-Global-Governance": "Von oben entscheiden Experten, was die Massen wollen sollen, und verdrehen die angeblichen Wünsche des Volkes, damit sie in die Profitschemata passen, mit denen sie hausieren gehen." 

    Auch der Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, kritisierte, dass Menschen wie der Gründer und Organisator des WEF, der Ökonom Klaus Schwab, "auf dem Thron ihres Reichtums" säßen und von den alltäglichen Schwierigkeiten und Leiden der Menschen nicht berührt würden. Vielmehr sähen sie in Krisen wie der Corona-Pandemie eine Chance, ihre Programmatik eines meritokratischen globalen "Great Reset" mit zunehmender Kontrolle über die Gesellschaft durchzusetzen. Müller kritisierte eine Unterstützung unter anderem aus Bereichen des Transhumanismus, worauf ihm Antisemitismus vorgeworfen wurde.

    Schwab veröffentlichte 2020 gemeinsam mit dem französischen Ökonomen und "Globalstrategen" Thierry Malleret einen Bestseller mit dem Titel "COVID-19: Der große Umbruch" ("The Great Reset"). Darin heißt es zu den Intentionen des WEF: "Es geht darum, die Welt weniger gespalten, weniger verschmutzend, weniger zerstörerisch, integrativer, gerechter und fairer zu machen, als wir sie in der Zeit vor der Pandemie hinter uns gelassen haben." Es könne zu Veränderungen kommen, "die vor dem Ausbruch der Pandemie unvorstellbar schienen", es werde eine "neue Normalität" geben.

    Nach seinen Vorstellungen für den beabsichtigten "globalen Neuanfang" gefragt, antwortete Schwab in einem Interview vom 19. November 2020, also auf dem Höhepunkt der Corona-Krise: "Ich finde das Wort 'Reset' passend … Denn eines ist klar: Wir können nicht zur alten Normalität zurückkehren … Was wir also in unserer Welt brauchen, ist ein verstärkt systemischer Ansatz … eine Reform des internationalen Systems." Daran wird gearbeitet, und das bedeutet für das WEF offensichtlich die Implementierung einer "Stakeholder-Gesellschaft".


    Das Weltwirtschaftsforum und die "Elite" der Welt





    Meinung

    Das Weltwirtschaftsforum und die "Elite" der Welt






    In welchem Ausmaß das WEF mit seinen Schulungen tatsächlich weltweit Einfluss auf das öffentliche Leben nimmt, beweisen die Teilnehmerlisten des Global-Leaders-Programms. Gleich zu Beginn 1992 gehörten später sehr bekannt gewordene Persönlichkeiten zum Kreis der Ausgewählten, unter anderem Angela Merkel, Tony Blair, Nicolas Sarkozy, Manuel Barroso und Bill Gates.

    Es folgten Hunderte, die nach und nach wichtige Positionen einnahmen: Emmanuel Macron, David Cameron, Justin Trudeau, Sebastian Kurz, Matteo Renzi, Mark Rutte, Jacinda Ardern (Premierministerin von Neuseeland), Sanna Marin (Ministerpräsidentin von Finnland), Ida Auken (Ex-Umweltministerin von Dänemark), Königin Mary von Dänemark, Kronprinz Haakon von Norwegen, Elon Musk, Mark Zuckerberg (Gründer von Facebook), Larry Page (Mitgründer von Google), Leonardo DiCaprio (Schauspieler), Niklas Zennström (Mitentwickler von Skype), Jimmy Wales (Mitgründer von Wikipedia) …

    Bekannte deutsche Teilnehmer der vergangenen Jahre waren: Frank-Walter Steinmeier, Olaf Scholz, Markus Söder, Robert Habeck, Annalena Baerbock, Omid Nouripour, Cem Özdemir, Jens Spahn, Volker Bouffier, Armin Laschet, Winfried Kretschmann, Julia Klöckner, Wolfgang Ischinger, Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg, Claus Kleber, Sandra Maischberger, Kardinal Reinhard Marx … Der genannte umfangreiche Personenkreis lässt darauf schließen, dass die Durchsetzung der deutschen wie auch der europäischen Politikerkaste mit Persönlichkeiten, die der Zielsetzung des WEF folgen oder nahestehen, gelungen ist.

    Für Irritationen hat gesorgt, dass der WEF-Gründer Schwab am 21. April 2025 von seinen Ämtern zurückgetreten ist. Ihm wurde Veruntreuung von Geldern vorgeworfen. Nachfolger ist der österreichische Manager und ehemalige Präsident des Verwaltungsrates von Nestlé Peter Brabeck-Letmathe.

    Ende des zweiten und letzten Teils.

    Der Schriftsteller und Publizist Dr. jur. Wolfgang Bittner lebt in Göttingen. Er hat über 80 Bücher veröffentlicht, u. a. "Die Eroberung Europas durch die USA" (2014), "Deutschland – verraten und verkauft“ (2021) sowie "Die Heimat, der Krieg und der Goldene Westen" (Roman, 2019). Der vorstehende Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch "Geopolitik im Überblick. Deutschland-USA-EU-Russland", das kürzlich im Verlag Hintergrund in der Reihe WISSEN KOMPAKT erschienen ist.

    Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde darauf verzichtet, die zahlreichen Anmerkungen in der Online-Fassung dieses Auszugs wiederzugeben.


    Mehr zum Thema – Buchauszug: Wolfgang Bittner über das WEF und den "großen Umbruch"


    Screenshot_2025_09_21_at_13_58_31_Die_Unterwanderung_der_Demokratie_USA_NATO_WEF_Teil_2_RT_DE

    Video https://rumble.com/v6z4znm-proteste-gegen-sparplan-hunderttausende-franzosen-gehen-auf-die-strae.html Dauer 2:46 Min.


    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

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    Info: https://rtnewsde.site/meinung/256438-unterwanderung-der-demokratie-usa-nato-wef-teil2/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    21.09.2025

    Eine unmögliche Israel-Politik, Krise in Frankreich & Sanktionen für Trump

    lostineu.eu, vom 20. September 2025

    Die Watchlist EUropa vom 20. September 2025 – heute mit der Wochenchronik.

    Die vergangene Woche hat endgültig gezeigt, daß eine kohärente und wirksame europäische Israel-Politik derzeit so gut wie unmöglich ist. Und das auf zwei entscheidenden Ebenen – in der EU und in Deutschland.

    Für die EU hat Kommissionspräsidentin von der Leyen mehrere Sanktionen vorgeschlagen, die von der Streichung bilateraler Hilfen für Israel über die Einschränkung des Freihandels bis hin zu politischen Sanktionen gegen rechtsextreme israelische Minister gehen.

    Doch das Maßnahmen-Paket kommt angesichts der Vernichtung – die Uno spricht von einem Genozid – in Gaza viel zu spät, und es ist halbherzig.

    Von der Leyen macht Symbolpolitik

    Selbst scheinbar harte Maßnahmen im Handel sind nur weiche Sanktiönchen – es geht um Datteln! Von der Leyen macht Symbolpolitik – am fatalen Kurs der Regierung Netanjahu wird sie nichts ändern.

    Dabei hätte die EU als größter und wichtigster Handelspartner Israels durchaus wirksame Hebel, um Netanjahu zum Einlenken zu bewegen. Sie werden nicht genutzt, in Brüssel fehlt der politische Wille.

    Noch frustrierender ist die Lage in Berlin. Mit seiner Politik zugunsten Israels hat sich “Außenkanzler Merz” in eine Sackgasse manövriert. Selbst die halbherzigen Sanktionen der EU-Kommission will er nicht mittragen!

    Merz ist in schlechter Gesellschaft

    Nun befindet sich Merz in denkbar schlechter Gesellschaft – nur US-Präsident Trump und Ungarns Regierungschefs Orban halten Israel noch unbedingte Treue. Bei der Uno-Vollversammlung am Montag droht die nächste Pleite – dann geht es um die Anerkennung Palästinas.

    Einen entsprechenden Antrag Frankreichs wollen Australien, Belgien, Großbritannien, Kanada, Luxemburg, Malta, San Marino und Andorra sowie Portugal mittragen. Viele andere EU-Länder erkennen Palästina längst an – Deutschland ist international isoliert.

    Die deutsche “Führungsrolle” ist der EU nicht zu erkennen. Das liegt aber nicht etwa an von der Leyen, wie manche in Berlin meinen – sondern an Merz, der offenbar nicht erkennen will, dass seine unmögliche Israel-Politik auf hoffnungslose Abwege führt…

    P. S. Der Besuch in Madrid hat gezeigt, wie isoliert und starrsinnig Merz ist. Nicht einmal sein sozialistischer Gegenspieler Sanchez konnte ihn zu Konzessionen bewegen. Trotz des Streiks über Gaza und Israel behauptet Merz, die deutsch-spanischen Beziehungen seien super…

    Was war noch?

    • Krise in Frankreich. Die politische Krise in Frankreich beschäftigt nun auch die Finanzminister der Eurozone. Der deutsche Kassenwart Klingbeil macht sich Sorgen – warnt aber vor Panik: Eine neue Eurokrise sei nicht zu erwarten. – Selbst wenn – die französische EZB-Chefin Lagarde wird schon Feuerwehr spielen. Das war einer der Gründe, weshalb Präsident Macron vor sechs Jahren für von der Leyen kämpfte – um die Zentralbank französisch zu besetzen… – Mehr im Blog
    • Sanktionen für Trump. Der US-Präsident Trump hat den vollständigen Ausstieg der EUropäer aus Gas und Öl aus Russland gefordert. Nun folgt von der Leyen: Sie will den Ausstieg aus russischem LNG um ein Jahr vorziehen. Allerdings dürfte das Trump nicht reichen. – Weiteres Problem: die Slowakei blockiert das neue Sanktionspaket unter Hinweis auf sie Energiesicherheit. Das Land hängt, wie Ungarn, immer noch an russischen Lieferungen. Bisher war das NICHT verboten…
    • Ein Jahr Draghi-Bericht. Ein Jahr nach dem Bericht des früheren EZB-Chefs Draghi hat sich die Wirtschaftskrise in der EU verschärft. EU-Chefin von der Leyen will trotzdem alles richtig gemacht haben. Man habe Draghis wirtschaftsliberale Reformen umgesetzt, mehrere “Omnibusse” zur Entbürokratisierung seien auf dem Weg, heißt es in der Kommission. – In Wahrheit hat sie fast alles falsch gemacht – und Investitionen in die USA und das Militär umgeleitet…

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    Ein Festival in Gent hat den israelischen Dirigenten Shani ausgeladen, weil der sich nicht eindeutig vom Genozid in Gaza distanziert habe. Die deutsche Reaktion ist heftig – Belgien zeigt sich geschockt.

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    1 Comment

    1. Michael
      20. September 2025 @ 16:55

      … damit würden 156 von 193 Staaten Palästina offiziell und formell als Staat anerkennen, fast 80% oder über 3/4 der UN Mitgliedstaaten! Aber Merz/Deutschland verweigern sich, ganz weitere Sinnentleerung der scheinheiligen sog. Erinnerungskultur! Zutiefst beschämend!

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    Weiteres: 




    Nein, Luftraum-Verletzungen sind keine “Eskalation”


    lostineu.eu, von 20. September 2025

    Bei der Nato in Brüssel herrscht helle Aufregung wegen angeblicher russischer Luftraum-Verletzungen. Estland hatte am Freitag gemeldet, daß drei russische Maschinen vom Typ MIG-31 für zwölf Minuten in den Luftraum eingedrungen seien. Die Nato will deshalb am Montag eine Artikel-4-Sitzung einberufen – das ist ein Informationsaustausch, kein Bündnisfall. Bessere Informationen sind auch dringend nötig. Denn zum einen bestreitet Russland den Vorfall. Zum anderen kommen Luftraum-Verletzungen immer öfter vor – es handelt sich keineswegs um einen krassen Einzelfall. So fing die Nato allein 2022 in 570 Fällen russische Jets ab. Dafür gibt es sogar bewährte Prozeduren – deshalb ist die Aufregung ziemlich unverständlich. Von einer Eskalation kann (noch) keine Rede sein!

    5 Comments

    1. Stef
      20. September 2025 @ 17:18

      Die Nato sucht händeringend nach Rechtfertigungen für die bereits besiegelte Umverteilung vom Sozialstaat zum Rüstungskapital. Mäßigung, Diplomatie und Gott bewahre Frieden sind da nur im Weg…

    Antworten

  • Arthur Dent
    20. September 2025 @ 16:58

    @Michael
    Wie viele Verletzungen gehen auf das Konto der Nato?
    Bei Google hab ich jedenfalls darüber nichts gefunden. Wir machen das sicher nur heimlich. Die Hysterie geht mir auf den Senkel. Sigmund Freud hätte viel zu tun
    .

    Antworten

  • Herbert Krüger
    20. September 2025 @ 12:49

    Hochinterresant, die drei MIG 31 mussten 12 Minuten auf die Abfangjäger warten. Wie oft könnten die 45 000 km² bei einem “true air speed” von bedeutend weniger als “Mach 1” durchflogen worden sein?
    Die russischen Piloten haben sich in den Warteschleifen wahrscheinlich köstlich amüsiert.
    Die effektive Luftverteidigung der NATO besteht offenbar nur aus der Dampfplauderei von “Experten”.

    Antworten

    • Michael
      20. September 2025 @ 13:29

      Sehr schön und überzeugend auf den Punkt gebracht!
      Und wenn schon – angebliche – Luftraumverletzungen: wie viele Verletzungen gehen auf das Konto der NATO!?

      Antworten

    • KK
      20. September 2025 @ 23:14

      Ich habe mich angesichts der „Grösse“ Estlands und der Geschwindigkeit einer MiG31 gefragt, wie oft die in den 12 Minuten hin und her übers ganze Land geflogen sein müssen… vielleicht hat ja auch die NAhTOd nur deren GPS-Navigation gestört, ist ja schliesslich ein US-Satellitensystem

      Antworten

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    21.09.2025

    Nachrichten von Pressenza: Gewaltfreie Zivilverteidigung – für welche Gesellschaft?

    aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, 21. September 2025, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 21.09.2025


    Gewaltfreie Zivilverteidigung – für welche Gesellschaft?


    Sollte man an eine Wachstumsrücknahme (Degrowth) in Verbindung mit dem Klimawandel denken, um an einer realisierbaren gewaltfreien Zivilverteidigung zu arbeiten? Von Francois Vaillant Worüber sprechen wir? Donald Trump sollte uns nicht überraschen. In der Tat treibt die Bande im Oval&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/09/gewaltfreie-zivilverteidigung-fuer-welche-gesellschaft/


     -----------------------


    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    20.09.2025

    Viktor Orbán: Ungarn stuft Antifa als terroristische Organisation ein

    rtnewsde.site, 20 Sep. 2025 21:15 Uhr, 

    Orbán erinnert an eine italienische Antifa-Aktivistin, die in Budapest Menschen zusammen schlug. Von ihrer ungarischen Haft kam sie in italienischen Hausarrest. Von dort wurde sie ins EU-Parlament gewählt erlangte als EU-Abgeordnete Immunität. Nun belehre sie die Ungarn über Recht und Gesetz.


    Quelle: www.globallookpress.com © Paul-Philipp Braun / IMAGO


    Antifa-Demonstration in Jena, 14. Juni 2025


    Ungarn werde sich den USA anschließen und die Antifa ebenfalls als terroristische Organisation einstufen. Das erklärte der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán am Freitag in einem Kommentar im staatlichen Radio. Nach der Ankündigung des Weißen Hauses, die Antifa in den Vereinigten Staaten als "bedeutende terroristische Organisation" einzustufen, habe Orbán sich gefreut. Im Radio kündigte er an: "Auch in Ungarn ist es an der Zeit, dass wir Organisationen wie Antifa nach amerikanischem Vorbild als terroristische Organisationen einstufen." Den Radiokommentar veröffentlichte der Ministerpräsident auf auch auf seinem X-Account:


    Screenshot_2025_09_21_at_15_29_05_Viktor_Orb_n_Ungarn_stuft_Antifa_als_terroristische_Organisation_ein_RT_DE

    Video https://twitter.com/PM_ViktorOrban/status/1969060204105937129?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1969060204105937129%7Ctwgr%5Ea28d9b55504321bdeeb459d971b64dfec95be24c%7Ctwcon%5Es1_&ref_url=https%3A%2F%2Fde.rt.com%2Feuropa%2F256609-viktor-orban-ungarn-wird-antifa%2F Dauer 0:43 Min.


    Wie Euronews am Freitag berichtete, hat Orbán bei seinem Radioauftritt zur Illustration von Problemen mit Antifa-Aktivisten auch an einen Vorfall aus dem Jahr 2023 erinnert. Dabei hatten antifaschistische Aktivisten in aller Öffentlichkeit mehrere Menschen in Budapest gewalttätig angegriffen. Anschließend ist eine dieser sogenannten Antifaschisten als Abgeordnete ins Europaparlament gekommen. 

    Im Radio erklärte Orban den Vorfall mit den Antifaschisten:

    "Sie kommen nach Ungarn, schlagen friedliche Leute auf der Straße – manche werden halb tot geschlagen. Dann gehen sie hin und werden Mitglied des Europäischen Parlaments. Von dort aus belehren sie Ungarn über Recht und Gesetz. Herzlichen Glückwunsch! Das ist unakzeptabel! In Ungarn ist es daher an der Zeit, Organisationen wie die Antifa als terroristische Organisationen zu bezeichnen – genau wie in den USA."


    Linksextreme Leipziger haben in Ungarn Opfer mutmaßlich brutal mit Hämmern geschlagen




    Linksextreme Leipziger haben in Ungarn Opfer mutmaßlich brutal mit Hämmern geschlagen






    Bei Euronews argumentierte man, dass es sich bei den Opfern der Antifa mutmaßlich um Teilnehmer einer jährlichen rechtsextremen Veranstaltung in Budapest gehandelt habe. Eine der Angreiferinnen sei die italienische Aktivistin Ilaria Salis gewesen. Sie sei nach den Angriffen für über ein Jahr in Ungarn inhaftiert worden. Über ihre Haftbedingungen sei es zu einem diplomatischen Streit zwischen Rom und Budapest gekommen. Infolgedessen wurde die mutmaßliche Gewalttäterin Salis im Mai 2024 unter Hausarrest gestellt.

    Schließlich, so Euronews, habe diese einen Sitz im Europäischen Parlament "gewonnen"  und dadurch rechtliche Immunität erhalten, doch Ungarn sei damit nicht einverstanden und fordere ihre Rückführung. Salis soll in Ungarn vor Gericht gestellt werden. Für die mutmaßliche Gewalttäterin hat die ungarische Staatsanwaltschaft eine elfjährige Haftstrafe beantragt. 


    Mehr zum Thema – Mitglied der Antifa-"Hammerbande" in Ungarn zu Haftstrafe verurteilt


    Screenshot_2025_09_21_at_15_32_49_Viktor_Orb_n_Ungarn_stuft_Antifa_als_terroristische_Organisation_ein_RT_DE

    Audio https://mcdn.podbean.com/mf/download/d2e9ub/Xi_Trump_Orba_n_Ein_Beziehungsdreieck_voller_Liebe_Hass_und_Eifersucht882gg.mp3 Dauer 5:19 Min.


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://rtnewsde.site/europa/256609-viktor-orban-ungarn-wird-antifa/


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    20.09.2025

    Max Blumenthal: Charlie Kirk’s Story FALLS APART
    Screenshot_2025_09_21_at_15_09_15_Max_Blumenthal_Charlie_Kirk_s_Story_FALLS_APART_YouTube


    Dialogue Works


    youtube.com, 20. September, ca. 10 Uhr


    Aufrufe Vor 19 Stunden live gestreamt

    Diesem Video wurde keine Beschreibung hinzugefügt.


    Info: https://www.youtube.com/live/N3j50GbcT2k


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    20.09.2025

    Max Blumenthal: Charlie Kirk’s Story FALLS APART


    youtube.com, 20. September 2015



    Dialogue W


    Diesem Video wurde keine Beschreibung hinzugefügt.



    Info:


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    20.09.2025

    Gaza 2025 - Sabra und Shatila 1982

    aus e-mail von Ingrid Rumpf, 20. September, 19:06 Uhr


    Brief aus Jerusalem: Nach Massaker 1982 wies Israel Schuld von sich. In

    Gaza brüstet es sich damit


    /Von Helga Baumgarten, Jerusalem/


    /

    /


    *Jamal Saidi/REUTERS*


    /Hingerichtet im Auftrag Israels: Opfer des Massakers von Sabra und

    Schatila vom 16. bis 18. September 1982/


    /

    /


    Robert Fisk: Sabra und Schatila. Ein Augenzeugenbericht.

    Promedia-Verlag, Wien 2011


    Robert Fisk war einer der ersten internationalen Journalisten, die sich

    am 16. September 1982 nach dem Massaker an Palästinensern nach Sabra und

    Schatila wagten. Die israelischen Soldaten am Eingang des Lagers im

    südlichen Stadtgebiet von Beirut erklärten ihm laut seinem als Buch

    erschienenen Bericht: »Das sind alles Terroristen.« Auf die entsetzte

    Frage von Fisk: »Riechen Sie nicht den Gestank des Todes? All das

    erinnert doch an Treblinka«, erhielt er keine Antwort. Auch nicht auf

    seinen Einwand, dass es im Lager nur Tote gäbe: Frauen, Kinder, Babys,

    Greise – insgesamt 1.700 Menschen. Die Soldaten und Offiziere blieben

    stur. »Bleiben Sie weg von der Straße. Die Terroristen werden sie

    erschießen.« Ein Soldat erklärte ihm schließlich: »Wir Israelis machen

    so etwas nicht. Das waren die Christen.« Ein Phalangist (faschistischer

    christlicher Milizionär, /jW/), so die weitere Erklärung, habe einem

    Offizier ins Gesicht gesagt: »Schwangere Frauen werden Terroristen

    gebären. Wenn sie groß sind, werden sie Terroristen sein.« Doch Fisk

    zitiert in seinem Bericht einen Leutnant, mit dem er über Sabra und

    Schatila blickte: »Ich wäre froh, wenn die alle tot wären. Ich wäre

    froh, wenn all die Palästinenser tot wären, weil sie eine Plage sind,

    wohin auch immer sie gehen.«


    Alle Informationen, die Fisk und seine Kollegen zusammentrugen, zeigen,

    dass die Phalangisten von Israel bewaffnet und trainiert worden waren.

    Die Armee hatte sie in die Lager gelassen und das gesamte Gebiet hell

    beleuchtet, um die Massaker zu ermöglichen. Fisk zitierte auch den

    israelischen Philosophen Jeschajahu Leibowitz, der schrieb, dass »das

    Massaker von uns angerichtet wurde. Die Phalangisten sind unsere

    Söldner, genauso wie die Ukrainer und die Kroaten und Slowaken Söldner

    von Hitler waren, der sie organisierte, damit sie als Soldaten für ihn

    die Arbeit erledigten. Nicht anders haben wir die Mörder im Libanon

    organisiert, um die Palästinenser zu ermorden.« Fisk kritisierte auch

    den Untersuchungsbericht der von der Regierung eingesetzten

    Kahan-Kommission von 1983.Ihr sei es ausschließlich um »Zwischenfälle«

    in »Flüchtlingslagern« in Beirut und um »Terroristen« gegangen.


    Gaza im September 2025: Wieder jagt Israel »Terroristen«, und wieder

    will man, diesmal mit direkter US-Unterstützung, sämtliche »Terroristen«

    auslöschen. Kampfjets bombardieren erbarmungslos und zerstören die

    Gebäude, die bis heute noch intakt geblieben sind. Israels

    Premierminister Benjamin Netanjahu spricht von der endgültigen

    Auslöschung der »Hamas-Terroristen«, die sich in den in Schutt und Asche

    gebombten Hochhäusern versteckt hätten. Schon vorher war durch Politiker

    und Armee klar artikuliert worden: Jeder Palästinenser ist ein

    Terrorist, vom Moment seiner Geburt an.


    Nach dem ersten Artikel von Robert Fisk in der /London Times/ vom 19.

    September 1982 gab es Riesendemonstrationen in Tel Aviv, die gegen die

    Verbrechen der israelischen Armee in Sabra und Schatila protestierten.

    Heute geht es bei den Demonstrationen in Israel fast ausschließlich um

    die Rückkehr der Geiseln, nicht um den Völkermord. Die Kritik in der

    Presse richtet sich zuerst und vor allem gegen Netanjahu, weil er Israel

    zu einem neuen Sparta und zu einem ewigen Krieg verurteile. Nur eine

    Minderheit fordert ein Ende des Krieges und eine politische Lösung auf

    der Basis eines gerechten Friedens. Seit Beginn des Völkermordes in Gaza

    feiern sich Soldaten online und publizieren Bilder mit ihren

    Greueltaten. 1982 war man zwar verantwortlich für die Massaker, aber man

    brüstete sich nicht damit.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    20.09.2025

    Isaac ben Solomon Luria Ashkenazi, auch Isaak Luria

    de.wikipedia.org, Seite besucht am 20. September 2025, 22:30 Uhr

     (hebräischיִצְחָק בן שלמה לוּרְיָא אשכנזי, Akronym: Ari) (geboren 1534 in Jerusalem; gestorben 5. August[1] 1572 in Safed in Galiläa), war Rabbiner und der Begründer der neuzeitlichen Kabbala (lurianische Kabbala).[2]

    Namensvarianten und Beinamen

    Der hebräische Nameיִצְחַק לוּרְיָא wird im Deutschen meist als Isaak Luria wiedergegeben. Daneben kommen seltener auch stärker am Hebräischen orientierte Transkriptionen wie Jizchak(q) Lurja, auch Lurje vor. Der vollständige Name Lurias lautet Rabbi Jizchaq ben Schlomo Aschkenasi Lurja („Rabbi Isaak, Sohn des Salomo Aschkenasi Luria“). Der Beiname Aschkenasi, den bereits sein Vater führte, deutet auf dessen Herkunft aus Polen oder Deutschland hin. Seine Mutter war sephardisch.

    In der jüdischen Tradition ist Luria bekannt unter dem ehrenvollen Beinamen ARI. Für dieses Akronym existieren verschiedene Auflösungen:

    • (ha-)Elohi Rabbi Jizchaq („der göttliche/himmlische Rabbi Isaak“)[3]
    • Aschkenasi Rabbi Jizchaq („Der aschkenasische Rabbi Isaak“)[4]
    • Adonenu Rabbi Jizchaq („Unser Herr Lehrer Isaak“)

    ARI bedeutet im Hebräischen „Löwe“ (אַריֵה). Daher wird Luria auch als „Der Löwe“ oder „Der Heilige Löwe“ bezeichnet.

    Leben

    Isaak stammte aus einer Rabbiner- und Gelehrtenfamilie, die nach Luria in Oberitalien benannt war. Er wurde 1534 im osmanisch beherrschtem Jerusalem geboren, im Areal der heutigen Ari-Synagoge (jetzt „Old Jishuv Courtyard Museum“).[5] Nach dem frühen Tod des Vaters Shlomo Luria (um 1529–1542)[6] zog die Mutter Lipke Sara Luria, geborene Frances, mit ihm nach Kairo, wo sein Onkel, ein Grundbesitzer, ihn großzog und für seine jüdische Ausbildung sorgte.[7] Als 22-Jähriger begann er sich mit dem Sohar zu beschäftigen und lebte sieben Jahre lang auf einer einsamen Nilinsel. Er besuchte seine Familie nur am Sabbat, sprach sehr selten und ausschließlich hebräisch. Als Asket hatte er zahlreiche Visionen, in denen er sich mit dem Propheten Elija unterhielt.

    1569 kehrte Luria ins Heilige Land, einem Teil des osmanischen Herrscher- und Verwaltungsgebietes, zurück und ließ sich nach einem kurzen Aufenthalt in Jerusalem in Safed nieder. Dort wurde er Schüler von Moses Cordovero (1522–1570) und vertiefte seine kabbalistischen Studien. Moses Cordovero (Ramak) hatte den Sohar intensiv studiert. Es erscheint wahrscheinlich, dass Luria den Sohar durch seine Beziehungen zu seinen Lehrern und Gelehrten erlangte. Die Erkenntnisse Lurias wurden jedoch nur in kleinstem Kreis mündlich weitergegeben. Erst nach ihrer schriftlichen Aufzeichnung durch Lurias bedeutendsten Schüler, Chajim Vital (Safed 1543 – Damaskus 1620), verbreiteten sich die Lehren gegen Ende des 16. Jahrhunderts.[8] Josef ibn Tabul, mit dem der zuvor genannte Vital in einer konkurrierenden Beziehung stand, ist ein weiterer Schüler.[9]

    In Safed (Tzfat) war der Zusammenschluss kleiner jüdischer Gruppen, den Havurot (hebräischחברות havurot, deutsch ‚Gesellschaften‘ ‚Freundschaften‘)[10][11] während der Zeit der lurianischen Kabbala typisch. In dieser Stadt, das im 16. Jahrhundert ein Zentrum für kabbalistische Studien geworden war, organisierten sich viele Gelehrte und Anhänger in eben diesen Havurot, um sich gemeinsam mit mystischen Texten auseinanderzusetzen, Gebete zu verrichten und spirituelle Praktiken zu pflegen. Diese Gruppen förderten nicht nur das Lernen, sondern auch den sozialen Zusammenhalt innerhalb der jüdischen Gemeinde. Havurot ermöglichten es den Mitgliedern, tiefere persönliche Beziehungen zu entwickeln und die Lehren der Kabbala auf eine praxisnahe Weise zu erleben.[12]

    Lehren zu Schöpfung und Erlösung

    Luria interpretierte die theoretische und praktische Kabbala neu. Man spricht von „lurianischer Lichtmystik“. Zentrale Punkte seiner Lehre sind:

    • Der Tzimtzum, wörtlich (hebräischצמצום ‚Kontraktion‘[13] oder ‚Einschränkung‘[14] ‚Zusammenziehung‘ oder ‚Rückzug‘), ist ein Akt göttlicher Selbstbeschränkung des En Sof (hebräischאין סוף ēyn sōf, deutsch ‚Unendliches‘). Erst dadurch wird die Schöpfung ermöglicht. Dieser Rückzug von Gott ist eine Metapher für Exil. Nach der Vertreibung der Juden aus Spanien im Jahre 1492 erhielten die Begriffe Exil und Erlösung im Judentum neue Bedeutung. Zu Erlösung siehe unten Tiqqun.
    • Die Sephiroth als zehn Dimensionen des Seins entstehen, zugleich auch der erste Geistmensch, Adam Qadmon. Der kabbalistische Lebensbaum enthält diese Sephiroth.
    • Von Adam Qadmons (hebräischאדם קדמון ‚ursprünglicher Mensch‘) Gesicht strömt „Licht“[15] „Licht“, dass die „göttliche Energie oder Licht“ (hebräischאור or) in die Gefäße der Sefirot,
    • Es kommt zu einem Unfall im Schöpfungsgeschehen (תֹּהוּ וָבֹהוּ tōhū wā-ḇōhū, deutsch ‚Leere‘ ‚Chaos‘: Das Licht hebräischאור or) ist zu stark, die Gefäße brechen (Schwirat ha-Kelim (hebräischשבירת הכלים ‚Bruch der Gefäße‘), die Schöpfung gerät dadurch in Unordnung. Alle Geschöpfe befinden sich ab jetzt im Exil, vom Kleinsten bis zur Schechina (hebräischשְׁכִינָה šəchīnāh) als weiblicher Erscheinung Gottes.
    • Die materielle Welt entsteht, in der Gutes und Böses gemischt sind. Die Lichtfunken sind in den Qlipot (hebräischקליפה qliphah, deutsch ‚Schale‘ ‚Hülle‘ ,Schalen‘) gefangen.
    • Im Tiqqun (hebräischתיקון ‚Reparatur‘ ‚Wiederherstellung‘), einem komplizierten Prozess der Wiederherstellung, wird das Licht aus den Qlipot befreit und zum Ursprung zurückgebracht. Dem Menschen kommt dabei eine entscheidende Rolle zu. Beim Tiqqun spielen Gilgul (hebräischגִלְגּוּל נְשָמוֹת gilgul neschamot, deutsch ‚Seelenwanderung‘ oder ‚Reinkarnation‘) und Ibbur (hebräischעיבור ibbur, deutsch ‚Schwängerung‘) einer lebenden Seele durch eine andere Seele) ebenso eine Rolle wie die Kawwana (hebräischכוונה) als meditatives Gebet, aber auch Askese und die Erfüllung der Mitzwot (Gebote).

    Überlieferung und Wirkung

    Isaak Luria schrieb seine Lehren nicht selbst nieder bis auf ein paar kurze Traktate und drei Hymnen zum Schabbat, die im Judentum äußerst beliebt wurden. Die lurianische Kabbala sowie die Lebensgeschichte Lurias wurde zum größten Teil von seinem Schüler Chajim Vital aufgezeichnet.

    Um Isaak Luria rankten sich bald nach seinem Tod mannigfaltige Legenden. Bereits als Kind soll er durch wunderbare Eigenschaften aufgefallen sein. Sein Wirken in Safed brachte ihm die Bezeichnung „Heiliger Mann Gottes im Land Israel“ ein.[16]

    Sein Leben wie sein Werk wirkten auf die Kabbalisten, etwa den selbsternannten Messias Sabbatai Zwi, beeindruckten aber im 17. bis frühen 19. Jahrhundert auch weite Kreise im Judentum. Während einerseits Moses Mendelssohn die Philosophie der Aufklärung vertrat, entwickelten sich auf lurianischer Basis mystische Strömungen, die mit dem Chassidismus verknüpft sind.

    Er beschäftigte sich intensiv mit dem Sefer ha-Zohar (Das Buch des Glanzes). Dieses Buch ist das zentrale Werk der Kabbala und wurde traditionell Rabbi Schimon ben Jochai zugeschrieben. Es umfasst mystische Kommentare zur Tora und bildet eine Grundlage für die Kabbalistik.

    Luria beschäftigte sich intensiv mit dem Sefer ha-Zohar den er auf seine eigene Weise interpretierte und entwickelte daraus die lurianische Kabbala, die tiefgehende Konzepte wie Tzimtzum (die Selbstbeschränkung Gottes), Shevirat ha-Kelim (das Zerbrechen der Gefäße) und Tikkun (die Heilung oder Reparatur der Welt) betonte. Seine Interpretationen und Lehren machten seine Kabbala zu einer der einflussreichsten mystischen Strömungen in der gesamten jüdischen Tradition.[17]

    Literatur

    • Gerold Necker: Einführung in die lurianische Kabbala. Verlag der Weltreligionen, Frankfurt am Main u. a. 2008, ISBN 978-3-458-71008-0.
    • Daniela Hanin Balili: Gilgul und „Dybbuk“, die Rolle der Seelenwanderung und Besessenheit im Judentum. Magisterarbeit, Universität Wien, Wien 2010, auf services.phaidra.univie.ac.at, S. 8–17.

    Weblinks

    Commons: Isaak Luria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Einzelnachweise

    1. Arthur Kurzweil: Kabbalah for Dummies. Wiley Publishing, Hoboken NJ, 2007, ISBN 978-0-471-91590-4, S. 87; 221–222
    Normdaten (Person): GND: 119264528 (lobid, GND Explorer, OGND) | LCCN: n80098859 | VIAF: 120700932 | Wikipedia-Personensuche

    Kategorien:

  • nach anderen Quellen auch der 25. Juli 1572, siehe David B. Green: 1572: Father of Lurian kabbala and confidant of Elijah dies. Haaretz. 25. Juli 2016, [1].
  • John F. Oppenheimer (Red.) u. a.: Lexikon des Judentums. 2. Auflage. Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh u. a. 1971, ISBN 3-570-05964-2, Sp. 452.
  • Der Buchstabe „E“ vertritt das hebräische Alef
  • Für diese beiden Abkürzungen siehe G. Necker, Einführung in die lurianische Kabbala, S. 32 Anm. 7
  • Rabbi Yitzchak Luria Ashkenazi. Ascent of Safed, auf web.archive.org [2]
  • Genealogie der Familie
  • Lawrence Fine: Physician of the Soul, Healer of the Cosmos: Isaac Luria and his Kabbalistic Fellowship. Stanford University Press, 2003, ISBN 978-0-8047-4826-1, S. 29, auf [3].
  • Karl Erich Grözinger: Jüdisches Denken. Band 2: Von der mittelalterlichen Kabbala zum Hasidismus. Campus, Frankfurt am Main / New York 2005, ISBN 978-3-593-37513-7, S. 619–622
  • Gerold Necker: Einführung in die lurianische Kabbala. Verlag der Weltreligionen, Frankfurt am Main / Leipzig 2008, ISBN 978-3-458-71008-0, S. 59
  • hebräischחברות havurot leitet sich von der Wurzel hebräischחבר chaver ab, was „Freund“ oder „Geselle“ bedeutet
  • Pinchas Hacohen Pelit: The Ḥavurot That Were in Jerusalem. Hebrew Union College Annual Vol. 55 (1984), S. 55–74
  • Domagoj Akrap: Lurianische Kabbala. S. 7–11 In: René Clemencic: Kabbala Und nun war es in der Mitte der Nacht (1992). Oratorium in hebräischer Sprache nach Texten der prophetischen Kabbala, 70 Programmheft sirene Operntheater Produktion in Zusammenarbeit mit dem Planetarium Wien (Prater) Wien Modern 2022, auf opern.news [4]
  • Scholem: Die jüdische Mystik in ihren Hauptströmungen, S. 285.
  • Langenscheidts Handwörterbuch Hebräisch-Deutsch
  • hebräischאור or, deutsch ‚Licht‘. Der Begriff „Licht“, wie er im Hebräischen Kontext als אור steht, bedeutet aber nicht nur das physikalische Licht, sondern steht auch symbolisch für (spirituelle) „Erkenntnis“, „Klarheit“, siehe Rav P. S. Berg: Licht der Kabbala. Die Essenz des Sohar. Kreuz, Freiburg 2006, ISBN 978-3-7831-2818-5, S. 23–26
  • G. Scholem, Sabbatai Zwi, S. 45ff

  • Info: https://de.wikipedia.org/wiki/Isaak_Luria


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


    20.09.2025

    Scherivat ha-Qelim ( Der Bruch der Gefäße ) und die Konklusion von Tag und Nacht


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    Bevor noch irgendetwas erschaffen wurde, gab es das Wortlose ALL. Wir können sowieso nicht das formale Wort bzw. den perfekten Begriff für das ALL suchen, weil kein Begriff die Dimension erreicht wo nur die stofflosen Geist Ideen beheimatet sind.

    Inhalt:

    • Der negative begriffliche Aspekt des unausprechbaren Seins
    • Die Mystik symbolisiert die ersten Schöpfungen
    • Himmel, Erde und Wasser als Grund-Substanz der innerweltlichen Idee
    • Gott der Unbewegte Erstbeweger

     

    Der negative begriffliche Aspekt des unausprechbaren Seins

    So erschaffte aus nicht denk- und sprechbaren Urgründen das Ewige ALL, von sich selbst eine Matrize bzw. ein Hologramm ohne Inhalt.

    Das Hologramm könnte sogar eines von unendlichen Hologrammen im ALL sein. Aristoteles spricht vom Unbewegten Erstbeweger, den wir das ALL oder wie in der Jüdischen Mystik das Ainsoph genannt wird.

    Kausalität wurde erst mit dem Hologramm und deren gedanklicher Inhalt erschaffen, was auch zur Plural-Bewegung führte. Substanz und Stoff die nicht geordnet waren konnten so bzw. das was als Ur-Gedanke noch nicht manifestiert war, war eine formlose Kraft.

    Diese Kraft wurde von der Plural-Bewegung durch das All in sich selbst, zur seinen Lichtern erschaffen, doch durch die Plural-Bewegung standen die Lichter in sich selbst Plural entgegen, hier spricht der Mystiker oder Philosoph von der verursachten holografischen Schöpfung.

    Das ALL bzw. der Unbewegte Erstbeweger, bewegte nun sich selbst, die er mehrere Lichter zu gleich war, in einer Kontraktion, welche die jüdische Mystik ( Isaak Luria ) als Tzimtzum bezeichnet zu einem großen Ur-Licht.

    Durch die Kraft der Kontraktion wurden die Pluralen Ur-Lichter zerbrochen und die Lichtfunken verteilten sich unförmig im Unbewegten Erstbeweger selbst.

    Die Mystik symbolisiert die ersten Schöpfungen

    Isaak Luria bezeichnet diesen Vorgang als Bruch der Gefäße ( Scherivat ha- Qelim ).

    Isaak Luria schreibt dazu : “ Gott in der Schöpfung „

    —

    Der oft zitierte Ausgangspunkt der Kosmogonie liegt im ersten Schöpfungsakt, der dann als Gottes „Sich-Zurückziehen“ ( Tzimtzum ) bezeichnet wird. Am Beginn der ersten acht Tore von Samuel Vitals Bearbeitung des Ez Hajim heißt es: Bevor irgendeine Emanation hervorkam, gab es nur das Göttliche Licht, es erfüllte die ganze Wirklichkeit, kein Platz war frei, kein leerer Raum, sondern alles erfüllt vom Licht des Ainsoph, welches im Ur-Ain ruhte. Es gab weder Anfang noch Ende. Der Unterschied zur Genesis Illustration ist offensichtlich. Während die Bibel mit der Erschaffung von Himmel und Erde beginnt, ist hier zunächst gar keine Schöpfung, sondern eine Emanation vorgesehen. Daß die Schöpfung auch in der jüdischen Tradition nicht mit der neuplatonischen Lehre des Hervorgehens aus dem einen im Widerspruch stehen mußte, ist bekannt. Am Anfang gab es nur das Licht. Die Symbolik des göttlichen Lichtes ist von zentraler Bedeutung in der kabbalistische Literatur, am Beginn des Sohar, wo von der >>Dunklen Flamme<<,
    (Bozina-di-qardinuta ) die rede ist, die aus dem Urgrund, dem mystischen Nichts bzw. Der Unendlichen Gottheit, hervorgeht.
    Gott sprach, es werde Licht, das Ergebnis des Wirken Gottes-von manchen Exegeten wurde der biblische Text sogar so verstanden, dass das Licht das Erschaffende ist- sondern En_Sof ist selbst das Licht. Bevor Gott die Welt wirklich werden läßt, ist er selbst alles und das einzige […] „

    Das Sepher Yetzirah setzt da an, wo die Kontraktion des Ur-Geistes oder Unbewegter Erstbeweger die Plurale Bewegung in sich selbst zu einer einheitlichen Bewegung als teil von ihm schuf.

                                                                            Sepher Yetzirah

    Erster Abschnitt

    (1. Absatz) In zweiunddreißig verborgenen Bahnen der Weisheit ordnete Ja Jahwe Tabaot, der Gott Israels, der lebendige Gott und König der Welt, der allmächtige, barmherzige und gnädige Gott; hoch und erhaben ist er und ewig wohnend in der Höhe; Heilig ist sein Name, erhaben und heilig ist er. Er schuf seine Welt durch drei Zählerprinzipien: Zahl, Zähler und Gezähltes. Zehn Zahlen ohne etwas und zweiundzwanzig Grund Buchstaben. Drei Mütter, sieben Doppelte und zwölf Einfache.

    Nach dem die Welt aus den Lichtern und Bruchstücken der Gefäße zusammen gesetzt wurde, weshalb auch die Polarität in unserer Welt das Grundprinzip der Natur darstellt.

    Der Mystiker Isaak Luria schreibt:

    „En_Sof, die erste Ursache, erstreckte sich ewig über alle vorstellbaren und möglichen Orte, erfüllte alle mit seiner Unermeßlichkeit und Gegenwart, die von seiner Unendlichenkeit nicht verschieden ist; aber als er sich mitteilen und das Universum hervorbringen wollte, nahm er sich in sich zurück und schränkte sich gleichsam ein bzw. zog sich zurück, leerte einen Ort oder Raum jener unbegrenzten Räume, die er erfüllt hatte, um ihn auszufüllen, wie ihn die Wirkungen ausfüllen, die er darin hervorbrachte, während er darin immer noch genauso gegenwärtig blieb, wie er es vorher gewesen war“.

    Gerold Necker der die mystischen Werke von Isaak Luria studierte, schreibt dazu in seinem Buch: Einführung in die lurianische Kabbala:

    „Es ist kein Zufall, daß für das Zurückbleiben der Lichtfunken in den zerbrochenen Gefäßen ( hebr. Scherivat ha-Kelim ), die sich auf der Erde materialisierten, das gleiche Bild benutzt wird wie bei dem „Abdruck“ ( reshimu ), den das göttliche Licht bei seinem Rückzug im leeren Raum hinterlassen hatte – beide Male handelt es sich um Rückstände des göttlichen Lichts. Jeder dieser Vorgänge ist auf seine Weise auch ein Schöpfungsprozess. Das zerbrechen der Gefäße (= kosmische Sub-Elemente ) hat Nachwirkungen, und diese bestehen darin, den Aspekt der Schalen ( Qliphoth/Kelipot ), die außerhalb sind hervorzubringen. Das sind die Mächte des Bösen, die die Lichtfunken gefangen halten und sich von deren Lebenskraft ernähren. Nach Genesis 1,2 „und der Geist Gottes schwebte ( merahefet ) über dem Wasser“, beträgt die Anzahl der gefangenen Lichtfunken, die auch 4x den göttlichen Namen 72 enthalten, 288, was dem Zahlenwert der mittleren drei Wurzelkonsonanten von merahefet ( r-h-f ) entspricht ( 200+8+80 ). Die beiden äußeren Buchstaben m und t ergeben zusammen ein Wort, das den Zustand der Funken nach dem Bruch der Gefäße und ihr Gefangensein charakterisiert: met ( „gestorben“ ), d.h. sie sind in die Tiefe der Qliphoth gefallen, die die 288 Funken von vorne und von hinten wie die Buchstaben mem und taw umklammern. In den gefangenen Lichtfunken ist durch die Gottesnamen allerdings auch die Kraft enthalten, die für die „Wiederherstellung“ ( tikkun ) der Schöpfung benötigt wird“.

    Das bedeutet:

    R = Resch 200

    H = Heh 8

    F = Peh 80

    +

    = 288 Lichtfunken

    Die Drei Mütter, die das ALL oder der Unbewegte Erstbeweger gesprochen hat, erschufen damit den Raum.

    Himmel, Erde und Wasser als Grund-Substanz der innerweltlichen Idee

    Der Zahlenwert der 3 Mutter-Buchstaben:

    Aleph 1

    Mem 40

    Shin 300

    Im 1.Buch Genesis steht:

    1.Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.

    Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser.

    Und Gott sprach: Es werde Licht ! Und es ward Licht.

    Und Gott sah, daß das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und Morgen der erste Tag.

    Die 3 Mütter symbolisieren Himmel, Erde und Wasser.

    Die 7 Doppelten symbolisieren 6 Schöpfungstage + 1 Tag.

    3+7 = 10

    Hier sehen wir die Zehn zahlen ohne etwas, wie es im Sepher Yetzirah steht oder in späteren kabbalistischen Texten als 10 Sephiroth beschrieben.

    1. Buch Mose ( Genesis ):

    2 ) So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer.

    2 Und so vollendete Gott am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte.

    3 Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte.

    4 So sind Himmel und Erde geworden, als sie geschaffen wurden.

    Tag und Nacht sind im symbolischen 7 Tag vereint worden.

    Eine weitere symbolische Zahlenrechnung für die Schöpfung:

    1.000 = Schöpfung/Universum und 1 = Gott = 1001.

    Die Erlöschung 1001 = 1 + 0 + 0 + 1 = 11 = 2
    Der Mensch 334 = 3 + 3 + 4 = 10 = 1 ( + )
    Die Schöpfung 666 = 6 + 6 + 6 = 18 = 9 ( + )
    Der eine Gott 1 = 1 = 1 = 1 ( + )
    = 11 = 2

    Die Erlöschung 1001 = 1 + 0 + 0 + 1 = 11 = 2
    Der Mensch 1 = 1 = 1 = 1 ( + )
    Die Schöpfung 999 = 9 + 9 + 9 = 18 = 9 ( + )
    Der eine Gott 1 = 1 = 1 = 1 ( + )
    = 11 = 2

    Alles in der Schöpfung ( 1 + 999 oder 334 +666 ) bewegt sich im Rahmen der Gesetze Gottes ( 1 ). Und die Symbolzahl der endgültigen Wandlung ist die Elf, denn die elfte Sephirah ist das Allumfassende Gefäß. ( 1001 = 1 + 0 + 0 + 1 = 11).

    ___

    tzimtzum himmelsrichtungen sephiroth

    In dieser symbolischen Zahlenmystik wird die 11 als höchste göttliche Zahl verstanden.

    1 + 1 = 2

    = B ( Bereshit )

    Gott der Unbewegte Erstbeweger

    Das Alte Testament beginnt mit dem Wort Bereshit in der hebräischen Orginalsprache und Bereshit bedeutet zwar soviel wie Anfang, aber das B symbolisiert die 2 und hat auch den Zahlenwert von 2, das bedeutet die Schöpfung ist das Hologramm vom Unbewegten Erstbweger, der aber nicht existent vom Hologramm wohnt, sondern das Hologramm als Form seiner unendlichen Vielheit in sich selbst erschafft hat, bis die Eigenschaft die das Hologramm/Universum sich als Eigenschaft selbst sieht, dann erlischt auch das Hologramm im Ur-Geist.

    ___

    -anno 30. Januar 2019 bei Jupiter

    Zeichnungen bei Jupiter

    Zitate:

    • Gerold Necker- Einführung in die lurianische Kabbala
    • Giovanni Grippo – Das Sepher Yetzirah
    • Die Bibel
    • Giovanni Grippo – Der Henochische Orden


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    Info: https://kosmosarchitektur.wordpress.com/2019/01/30/scherivat-ha-qelim-der-bruch-der-gefaesse-und-die-konklusion-von-tag-und-nacht/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    20.09.2025

    Schewirat ha-Kelim (Bruch der Gefäße)

    Ungewöhnliche Objekte unserer Dauerausstellung erzählen Geschichten jüdischen Lebens

    Anselm Kiefers Werk „Bruch der Gefäße“ interpretiert die Auffassung des Kabbalisten Isaak Luria (1534–1572) von der Katastrophe, die sich während der Schöpfungsgeschichte ereignete:


    Skulptur einer Bibliothek aus Blei mit hineingesteckten Scherben, darüber ein Halbkreis mit dem Namen des unendlichen Gottes







    Schewirat ha-Kelim (Bruch der Gefäße) von Anselm Kiefer (geboren 1945), 1990–2019, Blei, Eisen, Glas, Kupferdraht, Holzkohle und Aquatec; Jüdisches Museum Berlin, Inv.-Nr. L-2019/29/0, Leihgabe von Anselm Kiefer, Foto: Roman März


    Um Platz für die Schöpfung zu machen, zog sich der allgegenwärtige Gott (hebräisch En Sof, wörtlich „ohne Ende“) in sich selbst zurück. In den so entstandenen leeren Raum sandte er einen Lichtstrahl, der den eigentlichen Schöpfungsakt einleiten sollte. Zehn Gefäße, hebräisch Sefirot, sinnbildlich für die Harmonie des Universums, sollten diesen Strahl auffangen. Sie konnten den gewaltigen Lichtstrom jedoch nicht fassen, die sieben unteren Gefäße zerbrachen, ihre Scherben vereinten sich mit Funken göttlichen Lichts und fielen in den Abgrund. Der Bruch der Gefäße wird als Symbol für die ins Ungleichgewicht geratene Welt interpretiert, in der das Böse Einzug gehalten hat.

    „Kiefer hat hier etwas ganz Entscheidendes im Judentum erfasst, nämlich das Verhältnis von Schrift zur Überlieferung.“ (Peter Schäfer, Judaist)

    KabbalaDie Kabbala ist eine mystische Tradition des Judentums und bezeichnet bestimmte überlieferte Lehren und Schriften. 
    Mehr bei Wikipedia


    Info: https://www.jmberlin.de/dauerausstellung-13-dinge-schewirat-ha-kelim


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    20.09.2025

    Metzler Lexikon jüdischer Philosophen: Isaak ben Salomon Luria

    spektrum.de, 20.09.2025


    (Akronym: Ari; Isaak Ashkenazi)

    Geb. 1534 in Jerusalem;

    gest. 5.8.1572 in Safed

    L. stammt väterlicherseits aus einer aschkenasischen Familie aus Deutschland oder Polen, die nach Jerusalem auswanderte. Die Mutter stammte aus der sefardischen Familie der Frances. Der Vater starb, als L. noch sehr jung war. Seine Mutter zog mit ihm nach Ägypten zu ihrem reichen Bruder Mordechai Frances. Unsere Kenntnisse über L. und seine Erziehung während seines Aufenthalts in Ägypten sind mit legendenhaften Traditionen verwoben. Mit Sicherheit läßt sich lediglich sagen, daß er bei David b. Salomon ibn Abi Zimra und seinem Nachfolger Bezalel Ashkenazi gelernt hat. Mit letzterem arbeitete L. bei der Verfassung eines halachischen Werkes Shitah Mequbbeẓet (»Gesammelte [halachische] Richtlinien«) zum Traktat Zevachim (»Schlachtopfer«) zusammen. Urkunden der Kairoer Geniza belegen, daß L. in Ägypten und später in Safed mit Weizen und Spezereien gehandelt hat, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Mit der Mystik begann sich L. schon zu beschäftigen, als er noch in Ägypten lebte. Er zog sich für sieben Jahre auf eine Insel in der Nähe von Kairo zurück, um sich mystischen und esoterischen Studien zu widmen. Er las das Sefer ha-Zohar (»Buch des Glanzes«), das Hauptwerk der mittelalterlichen spanischen Kabbala, und studierte die Werke der alten, aber auch der modernen Kabbalisten; vor allem hat er sich mit den Schriften des Moshe Cordovero (1522–1570) befaßt, eines der wichtigsten Schüler von Joseph Karo und eines der bedeutendsten Kabbalisten in Safed. In diese Zeit ist sein einziges schriftliches Werk zu datieren, ein Kommentar zu dem Sifra di-Ẓeni‘uta (»Buch der Verborgenheit«) aus dem Sohar. L.s Kommentar, der später im Sha‘ar Ma’amre Rashbi (»Tor der Worte des R[abbi] S[himeon] b[en] J[ochaj]«) seines wichtigsten Schülers Chajim Vital gedruckt wurde, enthält keinen Hinweis auf seine eigene Lehre, die er erst am Ende seines Lebens mitteilte, und weist eine große Abhängigkeit von Cordovero auf. Im Jahre 1569 bzw. 1570 ließ sich L. mit seiner Familie in Safed nieder und lernte bei Cordovero Kabbala. Zugleich begann er, seine eigene kabbalistische Lehre zu unterrichten. Bald bildete sich eine Akademie um L., besonders nach Cordoveros Tod (1570). Die Namen von 30 seiner Schüler sind uns bekannt. Die Figur von Vital ragt heraus, der sich als der wichtigste unter seinen Schülern profilierte und sich als Verwalter seiner Lehre verstand.

    Die meisten Kenntnisse über L. verdanken wir Vital, insbesondere auch über die Art und Weise seines mündlich-esoterischen Unterrichts der Kabbala: Selten hielt L. öffentliche Vorträge, indem er in der Synagoge predigte. Vielmehr unterrichtete er seine engsten Schüler bei langen Spaziergängen in der Umgebung von Safed und zeigte dabei Gräber von unbekannten Heiligen, die er durch persönliche Offenbarungen und Visionen entdeckt hatte. Er wurde bald als heiliger Mann verehrt, dem »die Offenbarung des Elijah« zuteil wurde. L. brachte seinen Schülern die theoretischen Grundsätze der Kabbala bei sowie die Art und Weise, sich mit den Seelen der Gerechten (den »zaddiqim«) in Verbindung zu setzen. Dies konnte man durch die Vereinung der Sefirot und die Konzentration auf bestimmte Namen Gottes und vor allem durch die kawwanah, d.h. die mystische Kontemplation bei der Ausführung der Gebote und der Gebetsprechung, erzielen. L. hat seine Lehre aus Prinzip kaum verschriftlicht, sondern geheim gehalten, solange er lebte. Nur wenigen privilegierten Schülern hat er sie mündlich anvertraut. Sogar berühmte Persönlichkeiten wie Joseph Karo und Moshe Alshekh wurden von der Teilnahme an dem Kreis abgewiesen. Dennoch unterhielt L. freundliche Beziehungen mit den anderen Gelehrten. In der Responsen-Sammlung des Joseph Karo ist ein Responsum von L. angeführt, das Karo bei ihm angefordert hatte. All dies trug dazu bei, eine geheimnisvolle Aura um L. und sein Leben zu schaffen. Schon bald nach seinem Tod rankten sich Legenden um ihn, die noch vor der Verbreitung seiner Lehre kursierten, und im Nachhinein ist es entsprechend schwer, Dichtung und Wahrheit zu unterscheiden. Sie basieren hauptsächlich auf zwei verschiedenen Schriften: zum einen auf einer Sammlung von Briefen des Salomon bzw. Shlomel Dresnitz, geschrieben zwischen 1602–1609 und 1629 von Joseph Salomon Delmedigo in seinem Sammelwerk Ta‘alumot Chokhmah (»Verborgene Weisheit«) veröffentlicht. Später, Ende des 18. Jahrhunderts, bekamen die Briefe den Titel Shivche ha-Ari (»Lob des Ari«). Zum anderen auf einer Lebensbeschreibung Toledot ha-Ari (»Geschichte von Ari«, Amsterdam 1648), die im 17. Jahrhundert handschriftlich kursierte. Von einigen Aussagen seiner Schüler kann man den Eindruck gewinnen, daß L. sich selbst als ein Erneuerer der kabbalistischen Lehre und als eine außergewöhnliche Persönlichkeit betrachtete. L. starb am 15. Juli 1572 als Opfer einer Seuche; sein Grab wurde als das eines Heiligen verehrt und zum Ziel von Pilgerfahrten. Nach seinem Tod sammelten seine Schüler, insbesondere Chajim Vital, »seine« Schriften und bemühten sich um ihre Veröffentlichung. Viele Schriften, die unter seinem Namen laufen, sind jedoch auf Notizen seiner Schüler zurückzuführen. Nur wenige »seiner« Schriften wurden zwischen 1572 und 1650 veröffentlicht, die meisten sind noch handschriftlich erhalten. Da L. seine Lehre nicht systematisch dargelegt hat und seine Schüler, viele von ihnen selbst berühmte Kabbalisten, sie ihrerseits zum Teil mündlich (und erst spät schriftlich – die Herstellung von Manuskripten galt als verboten) ihren eigenen Schülern weitergaben und dabei auch eigene Interpretationen hinzufügten, ist es nicht einfach, L.s originäre kabbalistische Lehre zu eruieren.

    Schon die Verbreitung der Lehre gibt einige Probleme auf. Dies gilt jedoch nicht für seine dichterischen Werke, die vorher bekannt wurden. Eine Sammlung seiner liturgischen Hymnen (pijjutim), nur teilweise kabbalistischen Inhalts, erschien in Venedig (1575–1580) unter dem Titel Jefeh Nof (»Schöne Aussicht«). Drei Hymnen für den Shabbat waren auch dadurch sehr verbreitet, daß sie oft den Gebetsbüchern beigefügt wurden. Sie interpretieren im kabbalistischen Sinn den Shabbat und das Verhältnis zwischen Menschen und Gott an diesem Tag. Weitaus komplexer aber ist die Verbreitung der kabbalistischen Lehre L.s. Gershom Scholem unterschiedet vier Quellen, die zur Verbreitung der lurianischen Kabbala beigetragen haben: (1) Chajim Vitals ‘Eẓ Chajjim (»Lebensbaum«), in dem dieser zwischen 1573 und 1576 die Lehre seines Meisters schriftlich niedergelegt hatte. Aus dieser ersten, handschriftlich überlieferten Zusammenfassung der Lehre L.s hatte Vitals Sohn Samuel eine andere Version entwickelt, die wie die Vorlage in acht Teile gegliedert ist. Diese Version wurde vor allem von den sefardischen (spanischen) Kabbalisten als die einzige autoritative Version von L.s Lehre angesehen. Erst im 19. Jahrhundert wurde sie unter dem Titel Shemonah She‘arim (»Die acht Tore«, Jerusalem 1850–98) gedruckt. Verschiedene handschriftliche Zusammenfassungen der Schriften Vitals begannen ab Mitte des 17. Jahrhunderts unter den Gelehrten zu kursieren und wurden am Ende des Jahrhunderts von Meir Poppers aus Krakau einer umfangreichen Revision unterzogen. Poppers gliederte sie in drei Teile, Derekh ‘Eẓ Chajjim (»Der Weg zum Lebensbaum«), Peri ‘E‘ẓ Chajjim (»Frucht des Lebensbaums«) und Nof ‘Eẓ Chajjim (»Wipfel des Lebensbaums«). Diese Fassung von Poppers hatte in Europa eine große Verbreitung, auch bevor sie 1784 in Korzec gedruckt wurde.

    Neben dieser über Vital verlaufenden Traditionslinie gibt es drei weitere Quellen, die für die Überlieferung und Konstitution der lurianischen Kabbala von Bedeutung sind. Scholem unterschied deshalb (2) eine unvollständige (es fehlt die Lehre des Zimzum), aber klare Darstellung der lurianischen Kabbala von Moshe Jonah aus Safed mit dem Titel Kanfe Jonah (»Flügel der Taube«, 1582). Davon gibt es zahlreiche Handschriften und eine nicht ganz fehlerfreie Fassung von Menachem Azarja Fano, die erst 1786 in Korzec erschienen ist. (3) Nach L.s Tod lehrte sein Schüler Joseph ibn Tabul die Kabbala seines Meisters weiter. Er verfaßte eine systematische Darstellung, die handschriftlich erhalten ist. Sie ist von besonderer Bedeutung bezüglich der Lehre des Zimzum. (4) Eine vierte Überlieferung, die nach 1590 in Italien und in anderen europäischen Ländern sehr verbreitet war, ist durch die Schriften von Israel Saruq vertreten. Saruq gehörte nicht zu L.s Schülern und lernte die lurianische Kabbala durch die Schriften einiger seiner Schüler kennen. Die daraus abgeleitete Darstellung der lurianischen Lehre ist erheblich durch persönliche Interpretationen von Saruq uminterpretiert. Dennoch wurde sie für lange Zeit als echt und autoritativ betrachtet, teilweise aber auch abgelehnt, weil Saruq lurianische Manuskripte unrechtmäßig an sich genommen haben soll. Infolge dieser unterschiedlichen Überlieferungen entstanden zahlreiche Kommentare vor allem in Italien, in der Türkei und in Nordafrika.

    Die zugleich geschichtstheologische und kosmologische Lehre L.s, wie sie in dieser Überlieferungstradition vermittelt wurde, basiert auf drei Haupttheoremen: zimzum (»Selbstbeschränkung«), shevirat ha-kelim (»Bruch der Gefäße«) und tiqqun (»harmonische Ausgestaltung«). Nach der kabbalistischen Lehre des Zimzum, die auf den Sefer ha-‘Ijjun (»Buch der Betrachtung«), einen kabbalistischen Traktat, der dem Rav Chamaj Gaon zugeschrieben wird (Provence 13. Jh.), zurückgeht, ist die Schöpfung durch eine »Selbstbeschränkung« Gottes bedingt. Sie schafft einen leeren Raum (tehiru), in dem die Emanation Gottes erfolgen kann. Die Weltschöpfung erfolgte durch das Einatmen Gottes, »wie ein Mann, der seinen Atem sammelt und zurückzieht«. Diese Interpretation der Schöpfung wird in der lurianischen Lehre zum kosmologischen Grundprinzip, demzufolge – und hier besteht die Originalität L.s – der erste Akt der Schöpfung keine Offenbarung oder Emanation Gottes ist, sondern eine Verbergung. Der Grundgedanke dieser Lehre des Zimzum ist es, daß die unbegrenzte Natur Gottes es nicht zuläßt, daß im Universum ein Raum ohne Gott existiert, weil dies die Natur Gottes begrenzen würde. Der erste Vorgang der Schöpfung erfolgte also nur durch einen Rückzug Gottes in sich selbst. Dadurch erst ermöglichte Gott die Entstehung von etwas, das es nicht gibt, dem en sof, dem »Unendlichen«. In dem frei werdenden Raum ließ Gott nun, gemäß diesem »kosmologischen Drama« (Scholem), sein Licht ausstrahlen. Dieses Licht gestaltete sich zum »Urmenschen« (adam qadmon), aus dessen Öffnungen das Licht der Sefirot ausstrahlte. Die Gefäße, die das Licht auffangen sollten, zerbrachen jedoch, ausgenommen jene der drei obersten Sefirot. Dieser »Unfall« hatte eine reinigende Wirkung, wodurch die »Schalen« des Bösen aus dem Urmenschen ausgeschieden wurden. An den Scherben der zerbrochenen Gefäße blieben »Lichtfunken« haften, die in dämonischen Welten eingefangen wurden. Durch den tiqqun schließlich müssen diese zerstreuten Lichtfunken von Gott wieder eingesammelt und vereint werden. Dafür soll Gott einen Lichtfunken aus der Stirn des Urmenschen ausstrahlen. Doch auch der Mensch kann am tiqqun durch die Erfüllung der Tora und durch Gebete mitwirken und damit die Vereinigung der zerstreuten Lichtfunken beschleunigen.

    L. selbst war die Originalität seiner Lehre bewußt. Er betonte vor allem den Unterschied gegenüber dem System von Cordovero. Cordovero hatte sich mit der Welt der Verwirrung (‘olam ha-tohu) beschäftigt, während L. über die Welt der harmonischen Ausgestaltung (‘olam ha-tiqqun) gelehrt hat. Beide waren zwei im Bereich der Emanationen völlig unterschiedliche, und deshalb nicht widersprüchliche, Ebenen des Seins.


    Werke:

    • Gesamtausgabe aller L. zugeschriebenen Werke, hg. von Y. Z. Brandwein, 15 Bde., Jerusalem 1988. –

    Literatur:

    • G. Scholem, Die jüdische Mystik in ihren Hauptströmungen, Frankfurt a.M. 1980, 267–314.
    • M. Idel, One from a Town, Two from a Clan: A New Look at the Problem of the Diffusion of Lurianic Kabbalah and Sabbatianism, in: Jewish History 7 (1993), 79–104.
    • R. Meroz, Faithful Transmission versus Innovation: L. and his Disciples, in: P. Schäfer, J. Dan (Hg.), Gershom Scholem’s Major Trends in Jewish Mysticism: 50 Years After, Tübingen 1993, 257–275.
    • L. Fine, The Art of Metoposcopy: A Study in I. L.s Charismatic Knowledge, in: L. Fine (Hg.), Essential Papers on Kabbalah, New York 1995, 315–337.

    Giuseppe Veltri

    Copyright 2003 J.B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung und Carl Ernst Poeschel Verlag GmbH in Stuttgart















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    Die Herausgeber

    Otfried Fraisse, promovierte an der FU Berlin zu mittelalterlicher jüdisch-arabischer Philosophie; freier Mitarbeiter des Simon-Dubnow-Instituts an der Universität Leipzig.

    Andreas B. Kilcher, Hochschuldozent am Institut für Deutsche Philologie II (neuere deutsche Literatur) in Münster. Bei Metzler ist erschienen: »Die Sprachtheorie der Kabbala als ästhetisches Paradigma« (1998) und »Metzler Lexikon der deutsch-jüdischen Literatur« (Hg., 2000).

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    Info: https://www.spektrum.de/lexikon/juedische-philosophen/isaak-ben-salomon-luria/82


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    20.09.2025

    Isaak Luria

    spiritwiki.org, Seite besucht am 20. September 2025, 22:55 Uhr


    Lurias Grab


    Isaak Luria (Yitzchak Luria, Rabbi Jizchaq ben Schlomo Aschkenasi Lurja : Rabbi Isaak, Sohn des Salomo Aschkenasi Luria'; * 1534 in Jerusalem; † 5. August 1572 in Safed in Galiläa) war ein jüdischer Rabbiner, der als Begründer der neuzeitlichen Kabbala (lurianische Kabbala) angesehen wird. In der jüdischen Tradition ist Luria unter dem ehrenvollen Beinamen ARI ('Löwe') bekannt.

    Inhaltsverzeichnis

    Lebenslauf

    Isaak wurde 1534 in Jerusalem in einer Rabbiner- und Gelehrtenfamilie geboren. Nach dem frühen Tod des Vaters zog die Mutter mit ihm nach Kairo, wo sein Onkel ihn großzog und für eine jüdische Ausbildung sorgte.
    Als 22jähriger begann Luria sich mit dem Zohar zu beschäftigen. Er lebte dann sieben Jahre lang auf einer einsamen Nilinsel und besuchte seine Familie nur am Sabbat. Als Asket hatte er vielfältige Visionen, in denen er sich mit dem Propheten Elija unterhielt.

    1569 kehrte Luria nach Israel zurück und ließ sich in Safed nieder, wo er Schüler von Moses Cordovero (1522–1570) wurde und so seine kabbalistischen Studien vertiefen konnte.
    Die Erkenntnisse Lurias wurden jedoch nur im engen Umkreis mündlich weitergegeben. Luria schrieb nur ein paar kurzen Traktate und drei Hymnen zum Sabbat selbst nieder. Erst nach ihrer schriftlichen Aufzeichnung durch Lurias bedeutendsten Schüler Chajim Vital verbreiteten sich seine Lehren gegen Ende des 16. Jahrhunderts.

    Lurianische Kabbala

    Der Kern der lurianischen Kabbala baut auf der Lehre des Buches Sohar auf, das Rabbi Shimon bar Johai aus dem 2. Jahrhundert zugeschrieben wurde(Zimzum – Schevirath ha-kelim – Tikkun; Kawwanah - Debhequth). Bedeutende Punkte sind

    1. Der Tzimtzum ('Zusammenziehung oder Rückzug') ist ein Akt göttlicher Selbstbeschränkung des En Sof, der erst die Schöpfung ermöglicht. Dieser Rückzug von Gott ist eine Metapher für Exil.
    2. Bei der Emanation der göttlichen Kräfte offenbart sich zuerst der göttliche Wille zur Schöpfung, der durch die erste Sefira Kether('Krone') repräsentiert wird. Die weiteren Sefirot als zehn Dimensionen des Seins entstehen und gleichzeitig auch der erste Geistmensch, Adam Qadmon. Von Adam Qadmons Gesicht strömt Licht in die Gefäße der Sefirot.
    3. Es kommt zu einem Unfall im Schöpfungsgeschehen, weil das Licht zu stark ist. Die Gefäße brechen (Bruch der Gefäße, hebr. Schwirat ha-Kelim) und die Schöpfung gerät dadurch in Unordnung. Alle Geschöpfe befinden sich ab jetzt im Exil, von der Mikrobe bis zur Schechina als weiblicher Erscheinung Gottes.
    4. Die materielle Welt entsteht, in der Gutes und Böses gemischt sind. Die Lichtfunken sind in den Qlipot (Schalen) gefangen.
    5. Im Tiqqun, einem komplizierten Prozess der Wiederherstellung, wird das Licht aus den Qlipot befreit und zum Ursprung zurückgebracht. Dem Menschen kommt dabei eine entscheidende Rolle zu. Gilgul (Seelenwanderung bzw. Reinkarnation) und Ibbur (Schwängerung einer lebenden Seele durch eine andere Seele) spielen eine Rolle wie auch die Kawwana als meditatives Gebet, daneben aber auch Askese und die Erfüllung der Mitzwot(Gebote).

    Ein weiterer Aspekt der lurianischen Kabbala ist die im Sohar adaptierte Mythologie der kastilischen Kabbalisten, welche eine dämonische Gegenwelt beschrieben, die aus der "linken anderen Seite" (sitra ahra) emanierte und an deren Spitze als männliche böse Macht Samael und sein Prinz Asmodeus stehen.

    Werke

    • Sefer shaʻar hagilgulim: the eighth gate of the eight, well-known gates, Autor Isaac ben Solomon Luria(Rabbi Hayyim Vital), Verlag Thirty Seven Books Pub., 2003, ISBN 0972792406, 9780972792400
    • Ets Chaim (Baum des Lebens)
    • Sjmone sjaarim" (acht Tore)
    • Shaar Ruach Ha-Kodesh - Tor des heiligen Geistes, Chayim Vital, übersetzt von Baal Even, Verlag David Smith, LLC, 2016, ISBN 1988631548 ISBN 9781988631547
    • Sha'ar ha-Kavvanot (Tor der Absichten)
    • Sefer Ez Hajjim ('Baum des Lebens'), Chajim Vital, Jerusalem 1910

    Literatur

    Weblinks


    Info: https://spiritwiki.org/w/Isaak_Luria


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    20.09.2025

    Isaak Luria – Die Aktualität der jüdischen Mystik




    Ziel frommer Verehrung: Das Grab des Isaak Luria in Safed, Israel  

    christen-und-juden.de, von Wolfgang Pauly, Seite besucht am 20. September 2025, 23:16 Uhr
    Religionen und Philosophien erheben den Anspruch, unterschiedliche Antworten auf zentrale Fragen des Menschen zu geben. Diese Antworten wirken oft fremd und aufgesetzt. Meist sind sie allerdings einfach auch unbekannt und selbst wenn sie bekannt werden, bleiben sie doch meist unverstanden. Ein wichtiger Grund für dieses Missverhältnis zwischen Frage und Antwort kann darin gesehen werden, dass oft Antworten gegeben werden, ohne die vorausgehende Frage überhaupt zu kennen. Dies gilt auch für die mystischen Traditionen in vielen Kulturen. „Mystisch“ bedeutet dann für Außenstehende meist soviel wie „unverständlich“ oder eine nicht nachvollziehbare Geheimlehre, die nur wenigen Eingeweihten offen steht. Die Fragen und Antworten sind dabei so vielfältig wie die Menschen selbst. Nie kann ungeschichtlich und eindimensional von „der“ Frage und einer einzigen darauf passenden Antwort gesprochen werden. Allerdings scheint es eine Grunderfahrung zu geben, die viele Menschen ob jung oder alt, ob Frau oder Mann, ob arm oder reich bewegt. Sie artikuliert sich in vielen Formen. Ihre Konkretion ist abhängig von Kultur, Sprache und Geschichte. Der am 8. Juli 1885 in Ludwigshafen geborene und am 4. August 1977 in Tübingen gestorbene Philosoph Ernst Bloch hat diese Grunderfahrung expressionistisch kurz formuliert: „Ich bin. Aber ich habe mich nicht. Darum werden wir erst“ (Bloch 1977, S. 13). Diese Formulierung der Grunderfahrung ist allerdings auch ihrerseits klärungsbedürftig. „Ich bin“: Der Mensch ist da, er ist körperlich vorhanden. Er nimmt unterschiedliche Funktionen in Familie und Gesellschaft wahr, spielt seine Rolle im Beruf und in der Freizeit. Doch dieses Vorhandensein scheint ihn nicht zu befriedigen. Zumindest in Phasen der geplanten oder ungeplanten Ruhe wie beispielsweise im Urlaub oder bei Krankheit überfällt ihn ein Gefühl des Ungenügens und der Leere: „Aber ich habe mich nicht“. Er ist weder ganz bei sich noch ganz beim andern. Vorgefertigte Lebensschablonen und Denk- und Deutekategorien helfen nicht wirklich weiter. Erfüllung und Gelingen stehen noch aus: „Darum werden wir erst“. Interessant ist bei Bloch der zweifache Wechsel von „ich bin“ zum „werden wir erst“. Das statische Dasein des „ich bin“ geht zunächst über in einen dynamischen Entwicklungsprozess: vom Sein zum Werden. Darüber hinaus verlässt der Autor die Rückschau auf ein einzelnes Ich zugunsten der Sozialdimension: wir werden erst. Ein dynamisches Leben, offen für Weiterentwicklung und Veränderung, bereit zum Wagnis des Neuen und das alles nur zusammen mit anderen: dies scheint der Horizont, auf den Ernst Bloch mit seiner Deutung der menschlichen Grunderfahrung verweist. Genau da setzt auch die Mystik ein. Myo – „die Augen schließen“ lautet die sprachliche griechische Wurzel. Die Augen schließen, um wach zu werden für das, was hinter / unter / jenseits des vordergründigen Eindrucks liegt. Die Augen schließen, um dadurch den Blick für Wesentliches zu öffnen. Die griechische Tragödie kennt die Figur des „blinden Sehers“ Teiresias, der mehr sieht als diejenigen, die offenen Auges in die Katestrophe laufen. So gibt sich Mystik auch nicht mit tradierten Antworten aus Religion und Gesellschaft zufrieden, nicht mit dem, was sozusagen „augenscheinlich“ da ist. Es geht ihr vielmehr um eine Tiefendimension des Lebens, an die Katechismuswahrheiten nicht heranreichen. So kann Mystik zur revolutionären Gegenbewegung werden gegenüber Vergegenständlichung, Verobjektivierung und Rationalisierung in Religionen und Theologien. Die insbesondere von Frauen gelebte und gelehrte Mystik des Mittelalters ist ein Protest gegen die Rationalisierung der männlich dominierten Scholastik der christlichen Theologie. Der Sufismus kann verstanden werden als Gegenbewegung gegenüber dem Gelehrtenstreit verschiedener muslimischer Denk- und Lebensschulen wie der Sunniten und Schiiten. Die jüdische Mystik wehrt sich gegen die Vergegenständlichung und Rationalisierung der rabbinischen Theologie. Nicht zuletzt ist ihre Rezeption ein Gegenpol zur Haskala, der jüdischen Aufklärung. Die Balance zwischen Kopf und Herz, zwischen Verstand und Gefühl zu halten, war dabei nicht immer leicht. Die Kritik an der Verkopfung der Religion konnte ihrerseits zu Irrationalität und Undurchschaubarkeit führen.
    Die jüdische Mystik verdankt sich stark spätbiblischer apokalyptischer Traditionen (vgl. Schäfer 2011, S. 15 – 162). Sie entfaltet sich in Spanien und in der Provence ab dem 12. Jahrhundert in geographischer und gedanklicher Nachbarschaft zu den christlichen Reformbewegungen der Katharer und Albigenser. Verschriftet werden die in sich sehr unterschiedlichen Traditionen im Sohar, dessen ältester Teil etwa 1275 entsteht (vgl. Scholem 1988, S.171 – 223). Ähnlich wie der rabbinische Talmud erfährt der Sohar zahlreiche redaktionellen Bearbeitungen. Als „Werk im Prozess“ umfasst er schließlich fünf Bände. Als 1492 die Juden zusammen mit den letzten Muslimen von Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragon, den Katholischen, aus Spanien vertrieben werden, nehmen sie den Sohar mit in die Diaspora. 1558 bzw. 1560 erfolgen die ersten Druckausgaben in Mantua bzw. in Cremona. Im Exil, in der Fremde suchen sie in ihm nach Antworten: „Wie konnte dies geschehen?“ Das Exil selbst wird zur Metapher der existentiellen Grunderfahrung: „Ich bin. Aber ich habe mich nicht“. Diese Erfahrung ist so unabgeschlossen wie ihre jeweilige kultur- und geschichtsabhängige Deutung. Die „Kabbala“ sammelt die verschrifteten Erfahrungen und deren auf dem Sohar basierende Deutungen. Um die eigene Identität in der Fremde zu wahren, schließt man sich ab und verbleibt bei eigenen Traditionen: „Kabbala gilt im doppelten Sinn als Geheimlehre: Zum einen behandelt sie die Grundfragen und tiefsten Geheimnisse des menschlichen Dasein, der himmlischen Welt und der Schöpfung, zum anderen wurde sie innerhalb eines ausgewählten Kreise von Eingeweihten tradiert“ (Necker 2008, S.11).
    Eine der bedeutendsten Gestalten der jüdischen Mystik ist Isaak Luria. 1534 wird er in Jerusalem als Sohn des Salomo Luria Aschkenasi und einer aus dem sephardischen Judentum stammenden Mutter geboren. Östliches und westliches Judentum treffen sich somit in seiner Familie. Nach dem frühen Tod ihres Mannes zieht die Mutter zu ihrem Bruder nach Kairo. Hier wird Isaak später eine Cousine heiraten. Den Lebensunterhalt erwirbt er zeitlebens durch seine Tätigkeit als Kaufmann – noch drei Tage vor seinem Tod ordnet er seine Geschäftsbücher (vgl. Necker 2008 S.84). Vergleichbar den großen Propheten und Religionsstiftern zieht er sich dabei immer wieder in die Einsamkeit zurück, hier insbesondere auf die Nilinsel Djazirat al-Rawda. Sein Interesse gilt der tradierten Kabbala, insbesondere aber dem Sohar. Nach 1569/70 zieht er sich in das galiläische Sefad zurück, jenes wichtige Zentrum jüdischer Mystik, „in dem die neue religiöse Bewegung sich am großartigsten kristallisierte und von der aus sie ihren Siegeszug durch die jüdischen Gemeinden aller Länder der Diaspora angetreten hat“ (Scholem 1988, S.275f). Isaak Luria nimmt hier Unterricht bei den angesehenen Rabbinern David ben Shlomo ibn Zimra und bei Bezalel Ashkenasi. Schnell bildet sich um ihn ein Schülerkreis. Insbesondere Chajim Vital und Josef ibn Tabal sammeln die Worte ihres Lehrers und beanspruchen dabei für ihre durchaus unterschiedlichen Aufzeichnungen und deren Interpretationen die Autorität Isaak Lurias. Dieser selbst – auch dies ein bei großen Gestalten der Religionsgeschichte bekanntes Phänomen – hat selbst keine größeren schriftlichen Aufzeichnungen hinterlassen. „Er hatte die Gabe der Feder nicht. Als einmal einer seiner Schüler, die in ihm ein Wunder Gottes verehrt zu haben scheinen, ihn fragte, warum er kein Buch über seine Lehre verfasse, in dem er alles systematisch darstelle, antwortete er: ´Das ist nicht möglich, weil alles miteinander verbunden ist. Kaum öffne ich meinen Mund, um die Dinge zu sagen, so ist es mir, als öffneten sch die Dämme des Meeres und überfluteten alles. Wie soll ich also das sagen, was meine Seele empfangen hat, und wie soll ich es gar in einem Buch niederschreiben?´“ (Scholem 1088, S.278). Später wird auch der bekannte litauische Gelehrte Salomon Maimon (1754 – 1800) sagen: „Von Rabbi Isaak Luria selbst hat man einige unzusammenhängende Schriften. Sein Schüler aber, Rabbi Chaim Witall, hat ein großes Werk unter dem Titel „Ez Chaiim“ („der Baum des Lebens“) geschrieben“ (Necker 2008, S. 30). Ohne seine Schüler wäre Luria heute vielleicht weitgehend vergessen. Allerdings unternehmen eben diese Schüler auch viele Systematisierungen seiner Gedanken, die möglicherweise in Lurias Denken so gar nicht angelegt ist. Zudem tragen Schüler – bewusst oder unbewusst – zur Legendenbildung bei der Darstellung ihres Lehrers bei. Auch legen sie ihrem Lehrer deutende Hoheitstitel zu, wie dies auch in der christlichen Tradition mit der Zuschreibung des Messiastitels für Jesus von Nazareth oder durch seine Nennung als Sohn-Gottes bekannt ist. Luria wird so zum „Ari“, zum Löwen, wenn dies auch nicht als Selbstbezeichnung überliefert ist. So tragen die beiden Sammelbände mit Sprüchen Lurias folgerichtig die Titel „Toldot ha-Ari“ („Geschichte bzw. Sprüche des Löwen“) und „Shivhe ha-Ari“ (Lobpreisungen des Löwen“. Auch ohne sich die Versuche der Systematisierung und dadurch auch die Verobjektivierung durch den Schülerkreis zu eigen zu machen, kann man dem Urteil des großen Kenners der jüdischen Mystik, Gershom Scholem (1897 – 1982), zustimmen, der von Isaak Lurias Denken sagt: „eine der erstaunlichsten und weitest reichenden mystischen Ideen, die in der Kabbala je gedacht worden sind“ (Scholem 1957, S.285). Lurias Gedanken kreisen um die Begriffe Gott, Schöpfung, Mensch und Versöhnung. Dabei sind seine Gedanken nie abstrakt, sondern sie sind von praktischer Lebenserfahrung gesättigt. Wir finden bei ihm gerade keine lehr- und lernbaren Katechismuswahrheiten, sondern ausgesprochen wird in ihnen die „Dialektik der menschlichen Grunderfahrungen“ (Necker 2008, S.77).   Zentrale Grundgedanken Schöpfung
    Viele Schöpfungsmythen und die ihnen nachfolgenden theologischen Deutungen haben ein gemeinsames gedankliches Problem zu bewältigen: wenn es die Götter oder einen einzigen Gott bereits vor der Schöpfung gab, wie und warum konnte es dann eine Schöpfung, also etwas anderes als Gott geben? Ist Schöpfung eine Emanation Gottes, also ein Ausfluss des Göttlichen in die Materie? Wird dann die Materie aber nicht selbst vergöttlicht oder gerade im Gegenteil als Gegensatz zum Göttlichen dämonisiert? Woraus ist die Schöpfung geschaffen, wenn nicht nur aus reiner Göttlichkeit? Warum und wozu haben die Götter oder Gott dieses große Werk überhaupt in Gang gesetzt? Wenn es aber die Götter oder den einzigen Gott vor der Schöpfung noch gar nicht gab, wenn diese also selbst als zeitlich und geschichtlich gedacht werden, kann man dann noch von den ewigen, unsterblichen Göttern sprechen? Die klassische Antwort auf diese Fragen bietet im Christentum die Lehre von einer „creatio ex nihilo“, der Lehre von einer Schöpfung aus dem Nichts. Der Grund und das Material der Schöpfung liegen ausschließlich in und bei Gott. Außer Gott gab es zunächst nichts. Alles, was ist, verdankt sich ausschließlich seinem Schaffen. Die katholische Kirche erhebt diese Schöpfungsvorstellung zum offiziellen Ausdruck ihrer Lehre: „Wir glauben, dass Gott zum Erschaffen nichts schon vorher Existierendes und keinerlei Hilfe benötigt. Die Schöpfung ist auch nicht zwangsläufig aus der göttlichen Substanz ausgeflossen. Gott erschafft in Freiheit ´aus nichts´“ (Katechismus der katholischen Kirche, 1993, S. 109, Nr. 296). Die vielfältigen Ausgestaltungen dieser Antwort prägen auch heute noch die Vorstellung vieler Menschen über die Entstehung von Kosmos und Mensch: alles muss einen Anfang gehabt haben, von nichts kommt nichts. Wenn allerdings die katholische Kirche lehrt: „Der Glaube an die Schöpfung ´aus nichts´ wird in der Schrift als eine verheißungs- und hoffnungsvolle Wahrheit bezeugt“ (Katechismus der Katholischen Kirche 1996, S.109, Nr. 297), dann irrt sie. Im ganzen Kontext der Bibel wird lediglich ein einziges Mal der Ausdruck von einer „Schöpfung aus dem Nichts“ erwähnt und zwar im zweiten Buch der Makkabäer (2 Makk 7,28). Und selbst in diesem eher randständigen und in griechischer Sprache geschriebenen Spätwerk der hebräischen Bibel hat dieser Ausdruck eine andere Funktion und Bedeutung, als die Entstehung der Welt zu klären. In dem Text wird erzählt, dass in den Kämpfen Israels um seine staatliche und kulturelle Identität im zweiten vorchristlichen Jahrhundert viele Menschen gestorben sind. Ein junger Mann fragt nach dem Tod seiner Brüder in diesem Freiheitskampf seine Mutter, ob auch er sich der Aufstandsbewegung der Makkabäer anschließen soll, selbst wenn auch ihm der Tod drohe. Die Mutter tröstet ihren Jüngsten und sagt: „Ich bitte dich, mein Kind, schau dir den Himmel und die Erde an; sieh alles, was es da gibt, und erkenne: Gott hat das aus dem Nichts erschaffen“ (2 Makk 7, 28ff). Die Rede der Mutter von einer „Schöpfung aus dem Nichts“ möchte hier keine Weltentstehungsformel geben. Sie will vielmehr Trost und Hoffnung vermitteln: siehe, Gott kann dort, wo keine Hoffnung besteht, wo alles als nichts und als sinnlos erscheint, neues Leben schenken. Dass diese biblische Erzählung gerade nicht als Ausgangspunkt einer theologischen Schöpfungslehre im Sinne einer „creatio ex nihilo“ verwendet werden kann, zeigt allein schon die Tatsache, dass eine solche Lehre in den ersten 1200 Jahren der christlichen Theologiegeschichte kaum ausgebildet wurde. Erst im 13. Jahrhundert formuliert das 4. Laterankonzil 1215 diese Lehre als für den christlichen Glauben verbindlich. Dies ist wiederum zeitgeschichtlich nur durch den Kampf Roms gegen die Bewegungen der Katharer und Albigenser zu verstehen, die zwei mehr oder weniger gleich mächtige Ursprungsgewalten von Gut und Böse, von Gott und dem Teufel postulierten. Hier gilt die kirchliche Lehrmeinung: Gott ist einer und als solche ist er der Ursprung von allem. Außer ihm gab es nichts, und aus diesem „Nichts“ hat er folgerichtig alles erschaffen (vgl. Pauly 2008, S.41–71). Isaak Luria setzt in seinen Gedanken andere Akzente. Vor der eigentlichen Schöpfung bedurfte es nach ihm einer besonderen Vorbereitung. Ganz konsequent das Bild zu Ende gedacht von einem Gott, der alles in allem ist und folgerichtig auch alles ausfüllt, stellt sich die Frage, wo denn überhaupt Platz für eine Schöpfung sein könnte. Lurias Schüler und Interpret Samuel Vital beschreibt dies so: „Bevor irgendeine Emanation hervorkam, gab es nur das einfache göttliche Licht, es erfüllte die ganze Wirklichkeit, kein Platz war frei, nirgendwo ein leerer Raum, sondern alles erfüllt von diesem einfachen des En – Sof. Es gab weder Anfang noch Ende, alles war vielmehr ein einziges undifferenziertes Licht. Dieses Licht heißt En – Sof“ (Necker 2008, S.80). En – Sof als Ausdruck für eine Gottheit, die alles in allem ist, reine Ununterschiedenheit. Mit naturwissenschaftlichen Begriffen verdeutlicht: Energie ohne Form, oder plastisch ausgedrückt: „Ursuppe“ ohne Differenz. Der erste Akt der Schöpfung musste folglich darin bestehen, erst einmal Raum für die zukünftige Schöpfung zu schaffen. Wenn die Gottheit aber bereits überall ist, gibt es keinen Freiraum, in den sie sich zurückziehen und so Platz für die Schöpfung schaffen könnte – außer dass er sich in sich selbst zurückzieht. Genau dieser Gedanke des „Zimzum“, des Zurückziehens auf sich selbst, wird zur Vorbedingung der lurianischen Schöpfungserzählung. Selbst-Rückzug, Selbst-Verschränkung und schließlich Selbst-Beschränkung beschreiben die Details: „Der erste aller Akte ist also kein Akt der Offenbarung, sondern ein Akt der Verhüllung und Einschränkung. Erst im zweiten Akt tritt nun Gott mit einem Strahl seiner Wesenheit aus sich hinaus und beginnt seine Offenbarung oder seine Entfaltung als Schöpfergott in jenem Urraum, den er sich selbst geschaffen“ (Scholem 1988, S. 287). „Zimzum“ aber ist mehr als die mythologische Umschreibung der Vorgeschichte der Schöpfung. Sie ist Ausdruck einer Lebenswirklichkeit: in ihr spiegelt sich das Selbstverständnis Lurias von dem Leben der Juden in der Diaspora wider, ein Judentum, das nach der Vertreibung aus Spanien 1492 wie so oft in früheren Zeiten und auch später leben muss in einer Welt, aus der sich Gott zurückgezogen hat. „Zimzum“ hat aber auch Konsequenzen für das Verständnis Gottes selbst: war er im Weltbild des Mittelalters für alles zuständig und füllte so gleichsam alles aus, so zieht er sich am Beginn der Neuzeit gleichsam zurück. Er schafft Frei-Raum für die Schöpfung, nicht zuletzt für den Menschen. Jetzt entsteht die Möglichkeit des Werdens, der Entwicklung, der Geschichte, während bisher alles geordnet und scheinbar unveränderlich beim Alten blieb. Der Mensch steht nicht im ungeteilten Licht der Gottheit. Sein Platz ist in der Zweideutigkeit, der Ambivalenz. Er hat durch den Rückzug Gottes die Freiheit der Entscheidung – ist aber gleichzeitig zu eben dieser Freiheit und zu verantwortungsvollem Handeln verurteilt. Insofern spricht sich bereits hier in Lurias Gedanken der Bruch zwischen mittelalterlichem und modernem Weltbild aus. Warum aber konnte oder musste es gar zur Schöpfung kommen? Die Lichtmetapher Lurias zeigt den Weg. Wenn bisher die Gottheit ununterscheidbares Licht war, dann stellt sich die Frage, was denn Licht sein könnte oder einen Gegenstand, ohne Materie, in dem sich das Licht brechen und spiegeln könnte. Licht ohne Widerschein ist nicht erkennbar, es ist nichts. Insofern kann hier eine Rede von einer Schöpfung aus Nichts eine sinnvolle und nachvollziehbare Interpretation erfahren: nicht nur die Schöpfung, auch Gott selbst ist an sich „Nichts“. Erst die Begegnung von Gott und Schöpfung, ihre Relation, verschafft beiden Existenz und Erfahrbarkeit. Die Gottheit braucht die Schöpfung und den Menschen, um zu sein, die Schöpfung und der Mensch brauchen die Gottheit, um sinnvoll und erfüllt zu sein. Luria konkretisiert dies in dem Bild vom „Adam Kadmon“ (vgl. auch die ähnliche Licht -Metapher in der islamischen Mystik des Sufismus, Schimmel 1995, S. 281f).
    Adam Kadmon
    Mit „Adam Kadmon“ beschreibt die lurianische Mystik das himmlische Ur-Bild des Menschen. Nicht zu verstehen ist dieser als erster Mensch, als Adam. Adam besteht aus Adama, aus Materie, konkret aus Ackerboden, wie die ältere Schöpfungserzählung der Genesis es beschreibt (vgl. Gen 2.4bff). Adam Kadmon aber ist noch ganz erfüllt vom Licht des En – Sof, er ist rein spirituell und deswegen ohne Materie. Er steht gleichsam für die Welt der Geistwesen, der Engel: “Adam Kadmon ist nichts als eine erste Konfiguration des göttlichen Lichts, das aus der Essenz des En – Sofs in den Urraum des Zimzum hineinströmte … Er ist also die erste und höchste Form, unter der die Gottheit sich nach dem Zimzum zu manifestieren beginnt“ (Scholem 1988, S. 291). Je weiter sich aber nun Adam Kadmon von dem sich verschränkenden En – Sof entfernt, umso deutlicher tritt der konkrete Mensch hervor: in der Zweideutigkeit des Lebens ist ihm göttliches Licht nicht mehr ungebrochen zugänglich. Die kabbalistische Spekulation spricht von 10 Stufen und Graden, den „Sefiroth“, in denen sich abstufend die Gottheit manifestiert. Die spezifische Existenz des Menschen kann mit dem Bild vom „Sündenfall“ beschrieben werden: sein Lebensraum ist in der Gebrochenheit, er ist aus dem Paradies vertrieben, er existiert „jenseits von Eden“. Durch die Gebrochenheit des Menschen werden gleichsam alle Stufen der göttlichen Manifestationen, alle „Sefiroth“, mitbetroffen. Sein Handeln hat Konsequenzen für alles Leben, für die gesamte Schöpfung. Hier wäre der Ort, auch über die theologische Rede von einer „Erbsünde“ als der Verflochtenheit allen menschlichen Handelns mit allen Dimensionen der Wirklichkeit neu zu reflektieren. Trotz Gebrochenheit und Fall bleibt dem Menschen aber „neshama“. Dies ist der Teil seiner Seele, in dem als göttlicher Funke die Erinnerung und die Hoffnung, das zurückgelassene Paradies und der ersehnte Himmel zugleich aufleuchtet. Der im Menschen eingeschlossene göttliche Funke führt dabei keineswegs zu einer Weltabwendung und zur Verachtung des Leibes und der Materie. Der in der lurianischen Mystik auftauchende Gedanke einer Seelenwanderung besagt, dass ein Mensch ohne Leib und Welt gerade kein Mensch ist: „Der schlimmste Zustand für die Seele ist ihr Ausschluss aus dieser Welt, wenn sie unerlöst und nackt in der Welt des Tohu umherirren muss, wenn ihre Sünden so groß waren, dass ihr eine Wiederverkörperung nicht erlaubt ist“ (Necker 2008, S.148). Die Verbindung von lichtvoller Seele und materiellem Leib ist somit gerade keine Bestrafung, kein Zustand, aus dem man Erlösung erhofft. Gelingen, Heil, Himmel gibt es nur in Verbindung von Geist und Materie, von göttlichem Licht und irdischer Materie. Die Christen beschreiben diese Abwehr eines leibfeindlichen Dualismus mit dem Bild von einer leiblichen Auferstehung der Toten.
    Der Mythos vom Bruch der Gefäße
    Das Sprachbild vom „Bruch der Gefäße“ („Schebirath ha-Kelim“) liegt bereits lange vor Isaak Luria in der Tradition der Kabbala vor. Hier aber erhält es eine originelle Deutung. Seine Aufgabe liegt darin, den erfahrbaren Zustand von Kosmos und Mensch zu deuten und gleichzeitig die Frage nach der Ursache dieser Ambivalenz, der Zweideutigkeit der Erfahrungswelt des Menschen, zu beantworten. Die unterschiedlichen Varianten der Erzählung stimmen darin überein, dass das Licht, als es vom sich zurückziehenden En – Sof in die unteren Sefirot strömte, die Begrenzungen dieser „Schalen“ sprengte. Insbesondere die unteren sieben „Gefäße“ oder „Schalen“ („Kelim“) der Sefiroth konnten das Licht nicht mehr halten und zerbrachen. Die Ursachen dieser kosmischen Katastrophe sind vielfältig: „Als unmittelbare Ursache werden gewisse technische Unvollkommenheiten in der Struktur jener sefirothischen Welt der Atome oder Punkte angegeben, aus denen dann der ´Unfall´ der Schebira sich mit Notwendigkeit ergeben musste“ (Scholem 1988, S. 293). Hinter der Frage nach der Ursache des Bruchs steht das Problem, wie das Dunkle in die Welt des Lichts, wie das Böse in die Welt des Guten und damit oft verbunden: wie die Materie in die Welt des Geistes eindringen konnte. Die Folgen dieses Bruches beschreibt Necker anschaulich anhand lurianischer Texte: „An den Bruchstücken (ha-shvarim“ bleib ein Teil des Lichts wie Tropfen oder Funken (nizozot) zurück. Das gleicht einem Gefäß, das voller Öl war, und zerbrach. Das Öl wurde verschüttet, aber an den Bruchstücken blieb etwas Flüssigkeit des Öls zurück, sie glichen Tropfen oder Funken. Als jene Bruchstücke auf den Boden der Welt der Herstellung (asija) hinabfielen, entstanden aus ihnen die vier Elemente – Feuer, Luft, Wasser und Erde – aus denen sich die vier Ebenen der mineralischen, pflanzlichen, tierischen und menschlichen Formen entwickelten. Als alle Dinge Gestalt angenommen hatten, blieben einige der Tropfen in diesen vier Bereichen verborgen“ (Necker 2008, S.126; vgl. zur Metaphorik der Lichtfunken auch Ariel 1993, S. 228 – 260). Alles ist somit von der Ambivalenz von Licht und Dunkel, von Heil und Unheil betroffen: Öl und Scherben, Licht und Materie sind miteinander verwoben. Vielfältige Beispiele können dieses Bild als Ausdruck menschlicher Grunderfahrungen aufzeigen: Das Messer kann für einen Menschen ein Hilfsmittel oder ein Mordinstrument sein. Selbst ein menschlicher Kuss kann einerseits der Ausdruck einer tiefen persönlichen Beziehung zwischen Mensche nsein, er kann aber wie der Kuss des Judas im Ölberggarten zum Zeichen des Verrates an dem Freund Jesus werden. Die Gebrochenheit des Lebens ist grundsätzlich. Der Bruch ist total, er umfasst auch die Schöpfung, die nach Paulus nach Erlösung seufzt (vgl. Röm 8,22 ff). Es ist wenig sinnvoll, den letzten Grund für diese den gesamten Lebensvollzug des Menschen prägenden Zweideutigkeit erfragen zu wollen: „Immer blieb natürlich an diesem Versuch, die Entstehung des Bösen oder, besser, dessen Mythos rational zu erklären, irgend etwas Unbefriedigendes zurück, ein unauflöslicher Rest, wie bei allen Versuchen, die Frage unde malum? zu beantworten“ (Scholem 1988, S.294). Alle existentiellen Fragen des Menschen lassen sich nicht rational beantworten. Deswegen werden diese auch dem Bereich des Transzendentalen, des Jenseits zugezählt. Transzendent, jenseits aber hier gerade nicht verstanden im Sinne einer spekulativen Theologie oder Metaphysik, sondern eben im ganz konkreten Sinne eines jenseits des Berechenbaren oder instrumentell-technisch Machbaren. Insofern bewahrheitet sich auch hier die häufig bei unvorhergesehenen Sterbefällen ausgesprochene Wahrheit jenseits ihrer mythologischen Sprache: „Gottes Wille kennt kein warum“. Begründetes Fragen versagt, trotz seiner unbestrittenen Leistung im Bereich der Technik und Weltbeherrschung, wenn es um existentielle Fragen nach Heil oder Unheil, nach Gelingen oder Misslingen menschlichen Lebens geht. Der Mensch existiert im Zustand der „Vermischung“ von Licht und Dunkelheit, von Geist und Geistlosigkeit, von Heil und Unheil. Auch die religiöse Welt- und Lebensdeutung vollzieht sich zusammen mit jeder religiös deutbaren Praxis mitten in dieser Ambivalenz inmitten dieser Welt, an dieser Welt und mit dieser Welt. Isaak Lurias Bild vom „Bruch der Gefäße“ bietet somit ein anschauliches Bild dieser existentiellen Wahrheit. Das von ihm am eigenen Leib erfahrene Exil wird so zur Metapher menschlichen Daseins. Sehr anschaulich dargestellt hat diese Grunderfahrung der Maler Anselm Kiefer in seinem Bild „Shebirat Ha Kelim“ von 1990. Der Arbeitskittel des Malers versammelt in den Taschen die zahlreichen (Glas- und Spiegel-) Splitter des zerbrochenen En – Sof. Der Alltag, die Arbeit und ganz besonders die Kunst sind Orte, wo sich Elemente des ursprünglichen, himmlischen Zustandes finden lassen (vgl. Kiefer 2011; zu den zahlreichen Bezügen von Kiefers Werk auf die jüdische Mystik vergleiche auch seine Dankesrede zur Verleihung des Friedenspreises des deutsches Buchhandels S. 134 - 143).
    Der Weg der Erlösung
    Liefert die Rede von der „Zerstörung der Gefäße“ ein anschauliches Bild zur Zustandsbeschreibung menschlichen Daseins, so ist ihm auch bereits ein Weg angedeutet, wie diese Grundbefindlichkeit zwar nicht einfach behoben, sondern wie inmitten der so beschriebenen Welt sinnvoll gelebt werden kann: „Das ganze Bestreben des jüdischen Menschen (ha adam ha israeli) soll es sein, diese Tropfen, die in dieser Welt verborgen sind, emporzuheben, sie durch die Macht seiner Seele zur Heiligkeit emporzuheben“ (Necker 2008, S.126). Mit Scholems Worten: „Die Restitution des idealen Zustandes, auf den die Schöpfung ursprünglich zielte, ist nun das geheime Ziel allen Geschehens“ (Scholem 1988, S. 294). Sprachlicher Ausdruck dieses Geschehens ist „Tikkun“. Im mythischen Bild ausgedrückt besteht die Aufgabe des Menschen darin, überall in der Zweideutigkeit die „Lichtfunken“, die „Tropfen“ der Eindeutigkeit zu sehen und zu sammeln. Überall dort, wo inmitten von Sinnlosigkeit sinnvolle Erfahrung gemacht und mit anderen geteilt wird, geschieht „Tikkun“, überall dort, wo inmitten von Zweideutigem eindeutig Gutes ermöglicht wird, geschieht Jenseitserfahrung. Auch dies nicht abstrakt, idealistisch oder metaphysisch, sondern in, an und mit der Welt. So können auch scheinbar banale Alltagserfahrungen zum „Tikkun“ beitragen. Isaak Luria erwähnt beispielsweise das Essen: „ Bei allem, was der Mensch tut, erreicht er einen Tikkun, sogar beim Essen. Der Mensch soll nicht denken, dass der Heilige, er sei gepriesen, will, dass der Menschen in dieser Welt nur zu seinem körperlichen Vergnügen isst, nur um seinen Bauch zu füllen. Vielmehr soll er einen Tikkun erreichen“ (Luria nach Necker 2008, S. 159). Wenn Essen mehr ist als Kalorienzufuhr, wenn menschliches Essen wirklich ein Grundvollzug des Lebens ist und er sich gerade darin vom Fressen der Tiere unterscheidet, dann leistet er auch hier einen wichtigen Beitrag zum „Tikkun“, zur Erfahrung paradiesischen Lebens unter irdischen Bedingungen. Gerade in der jüdisch - christlichen Tradition finden sich zahlreiche Beispiele für ein Essen, das zum Gottesdienst werden kann (vgl. zum Beispiel die Gemeinschaftsmähler der Essener, die Familienliturgie des Seder-Abends oder im Christentum das eucharistische Mahl). Es bleibt die Frage, ob „Tikkun“ wirklich „Wiederherstellung“ bedeutet. „Wiederherstellen des Urzustandes“, alles „auf Null“ bringen, heißt letztlich das Auslöschen von Geschichte: so tun, als ob es den Bruch, die Ambivalenz nie gegeben hätte. Menschliches Handeln wäre dann nur Mittel zum Zweck der Re-Formation. Ein an der Aufklärung orientiertes dialektisches Denken könnte hier eine Alternative zur „Wiederherstellung“ des Urzustandes bieten: im Dreischritt von These – Antithese – Synthese könnte dies bedeuteten: Dem Urzustand des ununterscheidbaren En – Sof folgt die Ambivalenz der Schebirath ha-Kelim. Aufgabe des Menschen wäre demnach gerade nicht die Wiederherstellung des ungebrochenen Lichts. Er soll vielmehr inmitten der Gebrochenheit die zerstreuten Lichtfunken bergen und sammeln. „Tikkun“ wird zu vermittelnden Synthese: Leben inmitten von Tod, Ewigkeit inmitten der empirischen Zeit, und inmitten der geschichtlich und gesellschaftlich verfassten Wirklichkeit des Menschen die Möglichkeit „himmlisch“ guter Erfahrungen. Bei dieser Dialektik bleibt die Bewegung, die Geschichte, ja das Leben selbst jeweils als Eigenwert erhalten. In dieser Deutung ist Raum für Neues, es bleibt nicht bei einer Wiederherstellung des Alten. Ein diesem dialektischen Ansatz verpflichtendes Lebens wäre nicht gleichzusetzen mit der Tat eines „homo faber“, der gleichsam sein Leben als machbare und leistbare Größe versteht. Es entspricht vielmehr einem Suchen der Funken, die auch trotz Gebrochenheit und Ambivalenz leuchten und sich finden lassen. Gershom Scholem deutet eine solche Interpretation des lurianischen „Tikkun“ an, wenn er fragt, welche Aufgabe denn dem Messias bleibt, wenn dieser am Ende der menschlichen Geschichte und nach dem Handeln aller Menschen am Ende der Zeiten kommt: „Das Erscheinen des Messias ist daher für Luria nicht anderes als das Siegel, das auf den Abschluss dieses Prozesses der Wiederherstellung, Tikkun, gesetzt wird“ (Scholem 1988, S. 300f). Statt „Wiederherstellung“ wäre es insofern besser, das Neue der Synthese von Geschichte und Unvergänglichkeit, von ewigem, zeitlosem Leben mitten in der vom vielfältigen Tod bedrohten Lebenswirklichkeit zu benennen. Das menschliche Leben selbst bekäme so nicht nur eine im wahren Sinn des Wortes die Welt verändernde Bedeutung. Es erhielte – wie das Siegel des Messias zeigt – selbst göttliche Qualität. Der Blick zurück auf das En – Sof würde so zum „Wunschtraum des Endes“ (Bloch, 4. Aufl. 1977, Bd. III, S. 14599. Diesen Wunschtraum praktisch zu leben in der Gegenwart und in ihm gleichzeitig einen wandernden und Orientierung verheißenden Horizont zu erkennen, ist dann bleibende Aufgabe des Menschen (vgl. Pauly 2013).   Text mit freundlicher Erlaubnis des Autors Bild: Wikipedia Commons (gemeinfrei)   Unter Buchtipp Gerold Necker: Einführung in die lurianische Kabbala

    Weiterführende Literatur Ariel, David S.: Die Mystik des Judentums. Eine Einführung. München 1993
    Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung, 3 Bd., Frankfurt 3. Aufl. 1977
    Bloch, Ernst: Tübinger Einleitung in die Philosophie, Frankfurt 1977
    Katechismus der Katholischen Kirche, München u.a. 1996
    Kiefer, Anselm: Ausgewählte Arbeiten aus der Sammlung Grothe, Baden – Baden 2011
    Necker, Gerold: Einführung in die lurianische Kabbala, Berlin 2008
    Pauly, Wolfgang: Abschied vom Kinderglauben. Ein Kursbuch für aufgeklärtes Christsein, Oberursel 2008
    Pauly, Wolfgang: Der befreite Jesus. Oberursel 2013
    Schäfer, Peter: Die Ursprünge der jüdischen Mystik, Berlin 2011
    Schimmel, Annemarie: Mystische Dimension des Islam. Die Geschichte des Sufismus, München, 3. Aufl. 1995
    Scholem, Gershom: Die jüdische Mystik in ihren Hauptströmungen, Frankfurt 3. Aufl. 1988
    Scholem, Gershom: Von der mystischen Gestalt der Gottheit. Studien zu Grundbegriffen der Kabbala; Frankfurt 1962




    Info: https://www.christen-und-juden.de/index.htm?html/luria.htm


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    20.09.2025

    Screenshot_2025_09_20_at_23_29_43_Verk_ndung_von_Kriegspolitik_im_Bundestag

    nachdenkseiten.de, 20. September 2025 um 14:00 Kommentar von  Marcus Klöckner

    „Die Trennung von Außen-, Sicherheits- und Innenpolitik ist überholt“ und: „Russland will unsere freien Gesellschaften schleichend destabilisieren.“ Dies sind aktuelle Aussagen von Friedrich Merz. Verstehen alle, was sie bedeuten? Wir gehen in eine politische Richtung, die brandgefährlich ist – und aller Voraussicht nach für Land und Gesellschaft fatal sein wird. Merz verkündet hier – man kann es kaum anders interpretieren – nichts Geringeres als eine Kriegspolitik. Ein Marcus Klöckner.

    Der politische Kurs Deutschlands wird immer klarer. Es ist ein Weg, der ins Verderben führt. Was Merz gerade im Parlament gesagt und auf der Plattform X gepostet hat, berührt den innersten politischen Kern des Landes. Und: Die Aussagen korrespondieren auf erschreckende Weise mit dem politischen Großvorhaben Kriegstüchtigkeit.

    Die neue Außen- und Sicherheitspolitik seit Antritt dieser Bundesregierung – sie ist zugleich Reformpolitik. Und diese Außen- und Sicherheitspolitik – sie ist zugleich Innenpolitik. Die Trennung von Innen und Außen ist einfach überholt. Denn das Engagement der Bundesregierung im Äußeren dient der Bewahrung von Freiheit und Frieden und Wohlstand.

    Versteht jeder, was diese Aussagen bedeuten?
    Merz‘ Ausführungen müssen im Zusammenhang mit dem großen politischen Ziel Kriegstüchtigkeit interpretiert werden. Wenn Außen-, Sicherheits- und Innenpolitik verschmelzen, heißt das, dass die Politik mindestens einen großen Grund sieht, der dafür Anlass gibt. Den Grund kennen wir alle. Es gibt aus Sicht der vorherrschenden Politik eine große Bedrohung im Äußeren. Und: Diese Bedrohung wird auch als Bedrohung im Inneren verstanden (z.B. Stichwort: Bauschaum). Die Bedrohung lautet: Russland. Wir wissen zugleich: Es geht um eine politische Feindbildkonstruktion – nicht um eine reale Bedrohung. Doch das tut der sehr realen Politik keinen Abbruch.

    Schon seit geraumer Zeit ist zu beobachten, wie die Politik die Weichen auf eine Weise stellt, dass Außen-, Sicherheits- und Innenpolitik immer weiter zusammengeführt werden. Der „Operationsplan Deutschland“ wird als „gesamtgesellschaftliche Aufgabe kommuniziert, das Vorhaben Kriegstüchtigkeit greift tief in das innenpolitische ein – man denke nur an die Diskussion um die Einführung der Wehrpflicht und die gigantischen Summe, die für Aufrüstung ausgegeben und auch als „Ukraine-Hilfen“ deklariert werden. All das weist den Weg.

    Was Merz nun sehr explizit sagt, ist ohnehin bereits deutlich sichtbar. Das Innenpolitische wurde vom Außen- und Sicherheitspolitischen übernommen. Was das bedeutet, mag vielen noch nicht klar sein.

    Gewisse Überlappungen zwischen Außen-, Sicherheits- und Innenpolitik sind normal. Wenn aber diese eigentlich mehr oder weniger voneinander getrennten politische Bereiche zu einem Guss geformt werden, dann müssen in einer Demokratie alle Warnanlagen angehen.

    Wir reden von nichts Geringerem als dem Primat des Militärischen, das aus Merz‘ Aussagen zwischen den Zeilen wahrgenommen werden kann. Denn: Eine Politik, die Kriegstüchtigkeit vorgibt und in der Außen- und Sicherheitspolitik längst auf einem Konfrontationskurs mit einem äußeren „Feind“ ist, wird diesen Kurs dann auch in der Innenpolitik setzen.

    Die Annahme, dass wir an einen Punkt kommen werden, wo die Feindbildprojektion zum übergreifenden, alles bestimmten Faktor wird, ist berechtigt. Sozialer Wohnungsbau? Nein, Kriegstüchtigkeit! Marode Schulen sanieren? Nein, Kriegstüchtigkeit! Sozialstaat ausbauen? Nein, abbauen, weil: Kriegstüchtigkeit! Armutsbekämpfung? Nein, Kriegstüchtigkeit!

    Wer den Blick in die Zukunft anders sieht: Merz sagte die Tage noch etwas. Auf der Plattform X setzte er folgenden Tweet ab:

    Putin testet längst Grenzen, sabotiert, spioniert, mordet, verunsichert. Russland will unsere freien Gesellschaften schleichend destabilisieren. Wir werden das nicht zulassen – nach außen nicht und nach innen nicht. Es gilt, unsere Resilienz und Verteidigungsfähigkeit zu stärken.

    Der Bundeskanzler sagt hier an alle Deutschen gerichtet, dass Russland gegen unsere Freiheit kämpft. Diese Worte sind ernst zu nehmen – nur anders, als Merz sie verstanden wissen will. Die Worte klingen nach einer Konfrontation, die immer weiter geführt wird – bis, womöglich, zu einem Krieg.

    Es wäre fatal, alle diese Äußerungen nur isoliert zu betrachten. In ihrer Gesamtheit und im Verbund mit der realen politischen Entwicklung zeigen sie ein Bild, das Anlass zur großen Besorgnis gibt.


    Titelbild: photocosmos1 / Shutterstock


    Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik einzelne Politiker/Personen der Zeitgeschichte


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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

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