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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
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lostineu.eu, 25. September 2025
Die Watchlist EUropa vom 25. September 2025 – Heute mit News und Updates zu Trumps erratischer Kehrtwende in der Ukraine-Politik, einem umstrittenen neuen Umweltgesetz und Israels rücksichtslosen Attacken auf die neue Gaza-Hilfsflotte.
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In der EU-Kommission und im Auswärtigen Dienst dürften am Mittwoch die Sektkorken geknallt haben. Der Grund: US-Präsident Trump hat eine Kehrtwende in der Ukraine-Politik hingelegt und erklärt, mit europäischer Hilfe könne das Land die russischen Besatzer besiegen.
Das ist ziemlich genau das, worauf Kommissionschefin von der Leyen und ihre Außenbeauftragte Kallas seit Monaten hingearbeitet haben. Sie wollten Trump im transatlantischen Boot halten und ihn davon überzeugen, dass der Friedensprozess mit Kremlchef Putin zum Scheitern verurteilt sei.
Dafür haben sie alle Hebel in Bewegung gesetzt – von der massiven Erhöhung der Militärausgaben (sogar in der bisher zivilen EU) über die kampflose Unterwerfung im Handelsstreit bis hin zur Verschärfung der Russland-Sanktionen auf Kosten der deutschen und europäischen Wirtschaft.
Nun feiern die EU-Spitzen ihren (vermeintlichen) Sieg. Von der Leyen verstieg sich sogar zu der Behauptung, sie habe Trumps Sinneswandel allein bewirkt. “It has happened because of President von der Leyen”, ließ sie verkünden. Seit dem Zoll- und Handelsdeal verstehe man sich prächtig.
Das ist natürlich blanker Unsinn. Von der Leyen war vermutlich die letzte EU-Politikerin, der Trump ein wenig Vertrauen schenkte. Das Eis gebrochen hat Frankreichs Staatschef Macron, mit Geld geködert hat Kanzler Merz, ihren Charme ließ Italiens Regierungschefin Meloni spielen.
Durchgesetzt haben sich aber vor allem die außenpolitischen Hardliner in Washington und die Nato-Strategen in Brüssel und Wiesbaden. Sie haben alles getan, um einen amerikanischen Rückzug aus der Ukraine und aus Europa zu verhindern und den Krieg gegen Russland anzuheizen.
Während Trumps erratische Vermittlungsversuche im Sande verliefen, haben die Militärs massive Schläge gegen russische Öllager und Raffinerien geführt und versucht, Putin zu schwächen. Der Krieg eskalierte, auch von russischer Seite, der Frieden hatte letztlich keine Chance.
Nun geht der Konflikt in eine neue Phase. Aus einem amerikanischen Stellvertreter-Krieg in Europa wird – wenn nicht alles täuscht – ein europäischer Krieg. Geführt und finanziert werden soll er – folgt man Trumps wirren Worten – von der EU, also in erster Linie von Deutschland.
Das kann nicht gut gehen. Denn schon bisher, als die USA wenigstens noch halbherzig engagiert waren, ließ sich der Krieg um die Ukraine nicht gewinnen. Wenn die Europäer die Lasten alleine stemmen und alle besetzten Gebiete zurückholen sollen, ist ein Desaster programmiert.
Die EU weiß ja nicht einmal, wie sie die Ukraine finanziell über Wasser halten soll. Schon jetzt fehlt es nicht nur an Waffen und Soldaten, sondern auch an Geld. Der vorläufige Sieg der Hardliner könnte sich daher als Phyrrus-Sieg erweisen – für die Ukraine und ganz Europa…
Siehe auch “Der Ukraine-Krieg wird zu teuer – nun helfen nur noch Tricks”
Drohnenkrieg am Mittelmeer. Wegen unbewaffneter Drohnen aus Pappmaché in Polen wurde Nato-Alarm ausgelöst. Der Russe kommt, hieß es in Brüssel, doch beim nächstenmal werde zurückgeschossen. Dabei war das alles noch harmlos gegen den Drohnenkrieg, den Israel derzeit im Mittelmeer gegen eine eine private Flotte von Schiffen mit Gaza-Hilfslieferungen führt. In der Nacht zu Dienstag wurden die zivilen Boote mit Drohnen und Blendgranaten sowie möglicherweise auch mit Chemikalien angegriffen. Zuvor hatte Israel die freiwilligen Helfer zu Unterstützern der Hamas-Terroristen erklärt – und damit zum Abschuss freigegeben. Nun eskortiert eine italienische Fregatte die humanitären Helfer, unter denen sich auch Europaabgeordnete befinden. Das Schiff “Fasan” der italienischen Marine solle bei etwaigen Rettungsaktionen helfen, kündigte Verteidigungsminister Crosetto an. In Brüssel war das aber kein Thema – es geht ja nur um Gaza, nicht um Polen oder die Ukraine…
P. S. Am späten Abend wurde bekannt, dass auch Spanien ein Begleitschiff zum Schutz der Gaza-Helfer schickt.
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‹ Update Trump: Selenskyj jubelt, Wadephul lobt, Rheinmetall kassiert
2 Comments
european
25. September 2025 @
11:37
Deutschland schafft Geld wie Heu ????
https://www.politico.eu/article/germany-back-eu-creative-plan-send-frozen-russia-cash-ukraine/
“The idea, first reported by POLITICO, is to take billions of euros of Russian state cash currently held in a Belgian depository, send it to Ukraine, and replace the withdrawn cash with EU-backed bonds. By replacing the frozen cash with IOUs, the Commission hopes to avoid accusations of illegally confiscating property of the Russian state — an idea one diplomat described as “legally creative.”
Ich haette eher auf Garantien oder Buergschaften als Absicherung getippt, aber das bedeutet auch einen komplizierten Vorgang. Aber Eurobonds gehen natuerlich auch. Die Staaten finanzieren das Darlehn. Die Frozen Assets sind nur ein Vorwand fuer die Buerger.
172 Milliarden auf Kredit fuer das korrupteste Land Europas. Die Oligarchen werden sich freuen. Die lassen die Korken knallen. Das ist uebrigens der Merz, der den Buergergeldempfaenger massregelt, dass der Staat kein Selbstbedienungsladen ist.
Guido B.
25. September 2025 @
08:03
Der Krieg gegen Russland ist seit 2008 beschlossene Sache. Da Russland eine Atommacht ist, setzt die NATO auf militärische Präzisionsschläge aus der Ukraine, wirtschaftliches Aushungern und internationale Ächtung. Die NATO ist entschlossen, Russland zu verzwergen. Das war immer das Ziel der NATO, seit sich abzeichnete, dass Putin erfolgreich und selbstbewusst auf die Weltbühne zurückkehrt.
Der Westen wird diesen Krieg unbeirrt fortsetzen, denn ein Sieg Putins ist für die westlichen Eliten undenkbar.
Selbstverständlich wird dieser Krieg so lange eskalieren, wie Russland dazu militärisch und wirtschaftlich in der Lage ist. Sollte Russland dazu nicht mehr in der Lage sein, wird Putin Europa mit in den Abgrund reissen.
Die Politik des Westens ist an Arroganz, Dekadenz, Dummheit und Verantwortungslosigkeit nicht zu überbieten.
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Update Trump: Selenskyj jubelt, Wadephul lobt, Rheinmetall kassiert
lostineu.eu, vom 24. September 2025
Die jüngsten, überraschenden Aussagen von US-Präsident Trump zum Krieg um die Ukraine kommen in Kiew und Berlin gut an. Der ukrainische Staatschef Selenskyj sprach von einer “großen Kehrtwende”, die neue Perspektiven im Krieg gegen Russland eröffne. Beifall kommt auch von Außenminister Wadephul. Trump merke, dass seine Bemühungen um einen Frieden “bisher erfolglos waren, und daraus zieht er jetzt zurecht die richtigen Konsequenzen“, sagt Wadephul. Trump hatte gesagt, die Ukraine könne ihr gesamtes Territorium zurückerobern, die USA stünden an ihrer Seite. Wadephul sieht darin ebenfalls eine Kehrtwende. “Die nehme ich ernst, und das ist eine gute Entwicklung”, sagt der CDU-Politiker. Wann die ukrainische Gegenoffensive beginnen und wo sie enden soll, sagte er nicht…
Siehe auch Trump greift Europa frontal an – und schwenkt auf Kriegskurs
P.S. Trumps Aussagen zum Ukraine-Krieg lassen die Kassen der Rüstungskonzerne klingeln. Die Aktien von Rheinmetall kletterten in der Spitze um 2,5 Prozent auf 1959 Euro und erzielten damit ein neues Rekordhoch. Nun freuen wir uns auf die Zahlen der US-Waffenschmieden…
‹ Estland: Von russischen Jets ging keine Gefahr aus › Der Sieg der Hardliner, der Kampf ums Wasser & Drohnenkrieg im Mittelmeer
8 Comments
Dr. Rolf Lindner
25. September 2025 @
11:58
“Ukraine könne ihr gesamtes Territorium zurückerobern” Womit und welches Territorium? Siehe Kommentar von gestern.
Niko
25. September 2025 @
11:24
einfach nur zum Schämen. Da sitzen 150 Statslenker und lassen sich von Tramp abwatschen und verdummen. Was ist aus der UN geworden? Woher kommt die Kriegssehnsucht. Die Propaganda gegen alle Andersdenkenden in den Medien und vor allem in den Politikerkreisen ist nur noch ekelhaft und widert mich an. Offensichtlich können es einige nicht abwarten bis es richtig kracht. Man kann sich nur wünschen, dass die Kriegstreiber im Ernstfall ihr Fett abbekommen und nicht nur die ohnmächtige Masse an jungen Leuten welche im Krieg verheizt werden.
Thomas Damrau
25. September 2025 @
09:42
Jetzt aber! Die USA sind an Bord, die EU ist wild entschlossen und die Ukraine steht Gewehr bei Fuß: Alles bereit zur großen Gegenoffensive, die die Russen am Ende von der Krim vertreiben wird.
Läuft hier gerade eine Dokumentation über die Ereignisse (und Ambitionen) des Sommers 2023? Die Kamera zeigt das entschlossene Gesicht von Selenskyj, Kameraschwenk auf eine Flak-Batterie und auf einen Trupp Soldaten, der die Bedienung der Flak-Geschütze übt, Interview mit dem Anführer des Trupps, der stolz verkündet: „Wir werden sie vor uns hertreiben …“
Der Moderator mit tiefgelegter Stimme: „Von den im Film gezeigten zehn Soldaten leben noch zwei.“
Nicht nur im Fernsehen gibt es ständig Wiederholungen – auch in der Politik.
Neu ist auch nicht der ständige Wechsel in der Einschätzung der russischen Kampfkraft:
— gestern bereit zum Sturm auf Westeuropa
— heute Weicheier, die Selenskyj am Ende zur Minna machen wird
Karl
25. September 2025 @
08:28
Und wenn Rheinmetall kassiert, dann tun dies ihre US-Aktionäre. Rheinmetall ist kein deutscher Konzern, sondern befindet sich mehrheitlich im US-Besitz.
Und was Wadepuhl so alles “ernst” nimmt, siehe -> https://www.instagram.com/p/DNZJoJ1sqvP/?next=%2F
Michael
24. September 2025 @
20:03
…. und Baerbock beschämt das Land als Vorsitzende der UN Vollversammlung nachdem sie sich die Aufgabe qua Amtsmißbrauch angeeignet hat und sich jetzt auch noch auf Deutsch-Englisch in den Medien äußert, wie eine deutsche Touristin in Birkenstock Sandalen auf Mallorca! Eine einzige Zumutung!
KK
25. September 2025 @
02:52
Das ist in meinen Augen nicht nur Amtsmissbrauch, sondern streng genommen Vorteilsgewährung (§333 Abs. 1 StGB) in Tateinheit mit Vorteilsannahme (§331 Abs. 1 StGB) durch ein und dieselbe Person: da schmeisst eine Behördenleiterin auf Abruf die bereits nominierte Kandidatin für einen bestens dotierten Job noch vor Arbeitsaufnahme wieder raus und stellt stattdessen sich selbst ein.
Ausserhalb jeder juristischer Einordnung könnte man es aber auch einfach sehr treffend als “Stutenbissigkeit” bezeichnen…
Helmut Hoeft
24. September 2025 @
18:43
Trump merke, dass seine Bemühungen um einen Frieden “bisher erfolglos waren, und daraus zieht er jetzt zurecht die richtigen Konsequenzen“, sagt Wadephul. Und wer sagt dem Wadi, was Trump meint, gemeint hat, meinen wird?
Wann kommen die Männer die den „Jungs“ ihre Jäckchen anziehen und sie auf ihre Zimmer bringen?
c.c.: Der Clown muss ignoriert …
Erneuerung
24. September 2025 @
16:32
Nun, nicht alle Kenner nehmen diese Worte von Trump ernst. Herr Gilbert Doctorow meint, die Aussagen seien sarkastisch gemeint und Trump hätte seine Meinung nicht geändert. Es stellt sich die Frage, wer hier wem auf den Leim geht und wie es um Bildung mit IQ bei unseren Führern bestellt ist. Ich glaube, Trump möchte den Turbo bei der Beseitigung der EU als Konkurrent einlegen, die USA können das dringend gebrauchen.
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Estland: Von russischen Jets ging keine Gefahr aus
lostineu.eu, vom 24. September 2025
Die Nato hat eingeräumt, dass von den russischen Jets über Estland keine Gefahr ausging.
In Militärkreisen heißt es, dass die russischen Kampfflugzeuge schon bei ihrem Eintritt in den Luftraum “abgefangen” worden seien, berichtet die “FAZ”. Da die Russen auf einem Kurs waren, der den estnischen Luftraum über dem Finnischen Meerbusen lediglich schnitt, nicht aber auf estnisches Territorium oder gar Tallinn zielte, hätten die Abfangjäger sie lediglich eskortiert, ohne weiter einzugreifen. Zudem trugen die Typ MiG-31 offenbar keine Luft-Boden-Raketen. Deshalb stellten sie auch keine Bedrohung für Estland dar. Dies räumte sogar Nato-Generalsekretär Rutte ein: Es habe “keine unmittelbare Gefahr” bestanden, sagte er in Brüssel. Genau das stand schon vor zwei Tagen in meiner Analyse…
‹ Trump greift Europa frontal an – und schwenkt auf Kriegskurs › Update Trump: Selenskyj jubelt, Wadephul lobt, Rheinmetall kassiert
13 Comments
Niko
25. September 2025 @
11:35
welcher halbwegs vernünftige Mensch kann die täglichen Pöbeleien gegenüber Russland in unseren Staatspropagandasendern noch ernst nehmen?
Eigentlich müsste man entsprechend unser eigenen Gesetze sehr viele der schlimmsten Kriegstreiber vor Gericht stellen.
KK
25. September 2025 @
12:24
“welcher halbwegs vernünftige Mensch”
Leider gibt es offensichtlich sehr viele, die nicht mal halbwegs vernünftig sind und das tatsächlich alles ernst nehmen…
Titi
25. September 2025 @
10:35
Dafür versucht jetzt Dänemark zu eskalieren.
hg
25. September 2025 @
09:10
Dieser ” Alarmismus” hat höchstwahrscheinlich nur den einen Zweck, die EU- Bevölkerung auf den Tag X im grossen Vabanquespiel vorzubereiten nach dem überaus gewagten Spiel ” Angreifer ist, wer seinen Gegner zu den Waffen zwingt.” Nicht zu übersehen, dass ” the Trumpet” noch kürzlich darauf hinwies, das RUS große Schwierigkeiten in der UA habe und so ggf. leichte Beute für den Westen sein könnte Alleingang, dann mit der Kraft eines verwendeten Wokfes. Dann Gnade uns allen, angesichts eines nie dagewesenen Vernichtungspotentials!
european
24. September 2025 @
18:42
Sahra Wagenknecht trägt aktuell die bekanntesten “Die Russen warn’s” Geschichten mitsamt ihrer Auflösung zusammen. Da kommt schon was zusammen ????
KK
25. September 2025 @
01:12
Die muss jetzt ja leider nicht mehr nach Berlin – immerhin nutzt sie ihre freie Zeit zum Faktenfinden, denn die, die es eigentlich machen sollten und auch noch dafür bezahlt werden, sind ja tatsächlich alles kleine Propagandaminister im Dienste der Kriegstüchtigkeit und Russophobie!
european
25. September 2025 @
13:45
Ich denke, sie wird noch nach Berlin kommen. Da ist noch lange nicht das letzte Wort gesprochen. Das BSW muss auch in den Bundestag. Es ist m.E. die einzige Partei, die das GG noch ernst nimmt.
Helmut Hoeft
24. September 2025 @
18:39
„Nato-Generalsekratär Rutte … Es habe “keine unmittelbare Gefahr” bestanden, …“ Ooch nö! Ich habe mir doch schon massig Popcorn besorgt. Was mach‘ ich jetzt
c.c.: Der Clown muss ignoriert werden [alle Clowns] – schickt die Amis [und die Ruttens] nach Hause! Diese €U ist aufzulösen und durch eine neue EU zu ersetzen! Die Folgen sind vom Bürger zu tragen, so oder so!
Arthur Dent
24. September 2025 @
15:11
Da bin ich mal gespannt, ob jetzt Korrekturmeldungen erfolgen im ÖRR als auch in den Printmedien.
european
24. September 2025 @
13:20
Ueberraschung ????
Das ist jetzt die wievielte “Die Russen waren’s” story, die sich in Luft aufgeloest hat? Irgenwann hoert man auf zu zaehlen und zuzuhoeren.
KK
24. September 2025 @
12:28
Bezeichnend, dass unser ÖRR dieses – im Gegensatz zur allgegenwärtigen Alarmmeierei – nicht berichtet…
Der Skeptiker
24. September 2025 @
12:14
Eskalation durch Propaganda.
Andreas
24. September 2025 @
17:21
anscheinend nicht: ausser vielleicht versteckt im Audio von dlf, dw auch nix
aber ntv, pravda und Ukrainian national news_
https://unn.ua/en/news/there-was-no-immediate-threat-rutte-explained-why-russian-migs-were-not-shot-down-in-the-sky-over-estonia
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aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, 25. September 2025, 7:15 Uhr
Nachrichten von Pressenza - 25.09.2025
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Bereits im Frühjahr hat die Regierung die Mieten im geregelten Bereich eingefroren. In den meisten Altbau-, Genossenschafts- und Gemeindewohnungen sind damit die Mieten heuer nicht gestiegen. Jetzt beschließt die Regierung die Ausweitung der Mietpreisbremse: 2026 darf auch bei freien Mieten…
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Attac Österreich – Pressemitteilung: Drohnen ächten und verbieten statt bewerben / KZ-Verband kritisiert Ortswahl in ehemaligem KZ-Außenlager Heute am 23. September lädt der Rüstungskonzern Rheinmetall in die Wiener Werkshallen zum „Drohnensymposium“. Internationale Rüstungskonzerne bewerben dort neueste tödliche Kriegstechnologien und vernetzen…
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Modeunternehmen lassen Näherinnen im Stich
Ein Unternehmer stiehlt thailändischen Näherinnen ihren Lohn. Seinen Kunden, darunter Zalando und Otto, scheint dies egal zu sein. Barbara Marti für die Online-Zeitung INFOsperber Über 900 Näherinnen der Firma «Body-Fashion Thailand» warten seit mehr als fünf Jahren auf Löhne, Sozialleistungen, Boni…
https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/09/modeunternehmen-lassen-naeherinnen-im-stich/
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Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
german-foreign-policy.com, 25. September 2025
HAMBURG (Eigener Bericht) – Mit dem heute beginnenden Manöver Red Storm Bravo hält die Bundeswehr zum ersten Mal eine Kriegsübung nicht nur im Hafen, sondern im großen Stil auch in mehreren Stadtvierteln der norddeutschen Metropole Hamburg ab. Im Manöverszenario gehe es darum, dass NATO-„Truppen mit ihrer Ausrüstung und ihren Waffensystemen im Hamburger Hafen ankommen und von dort auf Straße und Schiene weiter Richtung Osten transportiert werden“, teilt der verantwortliche Kommandeur des Landeskommandos Hamburg mit. Militärkolonnen und -hubschrauber sollen im Rahmen der Übung tagsüber, vor allem aber auch nachts Stadtviertel durchqueren bzw. überfliegen; „Knallgeräusche“ und „Rauchentwicklung“ seien zu erwarten, heißt es. Eng eingebunden sind Behörden und zivile Unternehmen, darunter Airbus und die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA). Die Hamburger Agentur für Arbeit testet die Anwendung eines Gesetzes aus dem Jahr 1968, das es ermöglicht, Zivilpersonen zu bestimmten Arbeiten zu verpflichten, also Arbeitszwang zu exekutieren. Beobachter warnen, die Bedeutung Hamburgs als Umschlagsplatz für Militärtransporte mache die Stadt im Kriegsfall zu einem wichtigen Angriffsziel. Proteste gegen das Manöver sind angekündigt.
Zitat: Fluglärm, Knallgeräusche und Rauchentwicklung„Stellen wir uns vor, es ist Krieg“ – so titelt die Hamburger Lokalpresse anlässlich des diesjährigen Manövers Red Storm Bravo, das an diesem Donnerstag beginnt.[1] Im vergangenen Jahr probte die Bundeswehr im Kontext des eskalierenden Konflikts mit Russland zum ersten Mal das Absichern des Hamburger Hafens für Truppenverlegungen gen Osten. Damals nahmen 100 Soldaten an dem Manöver teil; dieses Jahr sind es bereits fünfmal so viele. Zudem weitet die Bundeswehr ihre „freilaufenden“ militärischen Aktivitäten in der Stadt aus; damit sind Übungsaktivitäten außerhalb von Truppenübungsplätzen mitten im zivilen Leben gemeint. Dieses Jahr steht nach Angaben der Armee nicht nur der Hafen, sondern auch „die Verlegung durch das Stadtgebiet im Fokus“ des dreitägigen Manövers. Es wird dabei in „verschiedenen Stadtteilen Hamburgs und dem Hafen“ zu militärischen Aktivitäten kommen. Genauere Informationen liefern weder die Bundeswehr noch die Bundesregierung oder der Hamburger Senat, die sich jeweils auf die militärische Geheimhaltung berufen.[2] Es heißt lediglich, es würden „Bundeswehr-LKWs durch Hamburg rollen“, und man werde Hubschrauber-Flüge erleben.[3] Laut der Lokalpresse ist mit „Knallgeräuschen und Rauchentwicklungen“ zu rechnen.[4] Truppenbewegungen in der Stadt fänden „im Schwerpunkt nachts statt – so wie im Ernstfall“, kündigt die Bundeswehr an. Dennoch müssten die Hamburger „ganztägig mit Fluglärm und Kolonnenfahrten im Stadtgebiet ... rechnen“. Die Bundeswehr müsse für den „Ernstfall“ üben, und das „so nah an der Realität wie möglich“.[5]
Im „Kriegsfall“, heißt es beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) anlässlich des Manövers, könnte die „Nachschublogistik“ für die NATO-Truppen an der Ostfront das zivile Leben in Hamburg „weitestgehend zurückdrängen“. Ursache sei, dass die Stadt mit ihrem Hafen unter anderem „den Transport von bis zu 200.000 Fahrzeugen“ an die Front organisieren müsse.[6] Das Übungsszenario von Red Strom Bravo geht deshalb von „großen Truppenverlegungen“ der NATO-Staaten in Richtung russische Westgrenze aus – und zwar „vorbeugend“, das heißt, ohne dass zuvor ein russischer Angriff auf NATO-Territorium erfolgt wäre.[7] Beim diesjährigen Red Storm Bravo-Manöver geht es darum, dass multinationale „Truppen mit ihrer Ausrüstung und ihren Waffensystemen im Hamburger Hafen ankommen und von dort auf Straße und Schiene weiter Richtung Osten transportiert werden“, erläutert der verantwortliche Kommandeur des Landeskommandos Hamburg, Kurt Leonards. Neben Bundeswehreinheiten und -institutionen aus Hamburg, etwa der Führunsgakademie, der Universität und einem Krankenhaus der Bundeswehr sowie einem Feldjägerregiment, sind unter anderem auch Einheiten aus Munster und Fassberg beteiligt. Die Bundesregierung verweigert nicht nur Auskunft über die genauen Schauplätze der Übung, sondern auch darüber, welche Waffensysteme und welches sonstige militärisches Gerät Teil des Manövers sind, welche zivilen und staatlichen Akteure in die Übung eingebunden werden und ob andere NATO-Staaten an ihr teilnehmen.
Im Fokus des Manövers steht die sogenannte Zivil-Militärische Zusammenarbeit, insbesondere das gemeinsame Agieren der Bundeswehr mit der Feuerwehr, dem Technischem Hilfswerk und der Polizei, aber auch mit den Hamburger Behörden – darunter die Agentur für Arbeit – und mit zivilen Unternehmen. Zivile Behörden und Unternehmen seien „integraler Bestandteil der Übung“, heißt es explizit.[8] Zentrale Schnittstelle zwischen der Armee und den zivilen Akteuren ist das sogenannte Landeskommando [9] der Bundeswehr. „Die Übung dient vor allem der internen Vernetzung, dass man schon im Frieden weiß, wen man anrufen soll, wenn es düster wird“, erläutert Oberstleutnant Jörn Plischke, Stabschef des Hamburger Landeskommandos.[10] Es gehe darum, eine „gemeinsame Sprache“ zu entwickeln, erklärt Kommandeur Leonards. Wie die Stadt Hamburg angibt, beteiligen sich unter anderen Airbus, Blohm + Voss, die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), die Hafenbehörde Hamburg Port Authority (HPA) und die Behörde für Inneres und Sport an dem Manöver. Lokale Radiosender werden laut der Bundeswehr „Verkehrsmeldungen zu Kolonnenfahrt und Hinweise zum Flugbetrieb senden“. Die Lokalpresse hat die Bürger der Stadt bereits informiert, wie sie sich im Verkehr gegenüber einer Militärkolonne zu verhalten haben.[11] Polizei und Bundeswehr trainieren im Rahmen von Red Storm Bravo auch ausdrücklich den „Umgang mit zivilen Protesten“.[12] Die Zivil-Militärische Zusammenarbeit beim Aufmarsch gen Osten probt die Bundeswehr zur Zeit auch beim Großmanöver Quadriga.[13]
Die Agentur für Arbeit testet im Rahmen von Red Storm Bravo – nach Angaben der Bundeswehr „erstmalig“ [14] – die Anwendung des Arbeitssicherstellungsgesetzes (ASG) von 1968. Das Gesetz ermöglicht es der Regierung nach Ausrufen des Spannungs- oder Verteidigungsfalles, die „Verpflichtung in Arbeitsverhältnisse“ und eine „Beschränkung der Beendigung von Arbeitsverhältnissen“ zu verhängen. Möchte etwa eine Krankenschwester im Spannungsfall kündigen, würde die Agentur für Arbeit auf Basis des ASG prüfen, ob sie die Kündigung „unterbindet“, erläutert ein Sprecher der Agentur.[15] Laut NDR proben während Red Storm Bravo 75 Mitarbeiter der Hamburger Agentur für Arbeit die Anwendung des Gesetzes. Das German Institute for Defence and Strategic Studies (GIDS), eine Denkfabrik der Bundeswehr-Führungsakademie, hatte bereits im vergangenen Jahr die Ausweitung der im AGS geregelten Befugnisse der Bundesregierung gefordert. Zurzeit erlaubt das Gesetz Zwangsverpflichtungen nur für Wehrpflichtige und auch dies nur zu Arbeiten in bestimmten Branchen. Die GIDS plädierte dafür, beide Restriktionen aufzuheben bzw. den Bereich des Zulässigen auszuweiten. „Gerade in der Drehscheibenfunktion Deutschlands“, die mit Red Storm Bravo trainiert wird, „könnte das ASG eine wichtige Bedeutung bekommen“, heißt es in dem Papier.[16]
Mit Red Storm Bravo trainiert die Bundeswehr in Zusammenarbeit mit Staat und Wirtschaft die Umsetzung des Operationsplans Deutschland [17], der fester Bestandteil der militärischen Pläne für die „Drehscheibe Deutschland“ ist. Gemeint ist damit die Rolle der Bundesrepublik als Aufmarsch- und Transitland für militärische Truppenbewegung der NATO in Richtung Russland. Deutsche Experten in Politik und Militär begründen diese Rolle gerne geographisch: Deutschland liege im Herzen Europas, heißt es. Deutschland als zentrales Aufmarschgebiet zu positionieren bleibt dennoch eine politische Entscheidung, die Berlin vor Jahren getroffen hat – auch in der Hoffnung, damit Deutschlands politisches Gewicht in NATO und EU zu steigern. Dies ist ungeachtet der Annahme erfolgt, dass dadurch für Deutschland „in besonderem Maße eine Bedrohung“ erwächst – „auch militärisch“.[18] Die Millionenstadt Hamburg etwa könnte als Knotenpunkt auf den NATO-Nachschubrouten „Ziel militärischer Schläge“ werden, warnt der NDR. Ein Großteil der Bundeswehr wäre zum Zeitpunkt möglicher Angriffe entweder auf dem Weg an die Ostfront oder bereits dort angekommen; er stünde somit für die Landesverteidigung nicht zur Verfügung. Dies liegt daran, dass die Bundesregierung im Landesinneren vor allem die sogenannten Heimatschutzkräfte, die hauptsächlich aus Reservisten bestehen, und Zivilisten einsetzen will.[19] Der Vorbereitung auf ein solches Szenario dient unter anderem Red Storm Bravo.
In Hamburg sind zahlreiche Protestaktionen gegen Red Storm Bravo angekündigt. Aktivisten halten bereits seit Tagen am sogenannten „Kriegsklotz“, einem in der Zeit des deutschen Faschismus errichteten Denkmal, eine Mahnwache gegen die Kriegsübung ab. Das Bündnis „Kein NATO-Hafen“ ruft für diesen Samstag zu einer Großdemonstration um 13 Uhr am Hauptbahnhof auf. Die Veranstaltenden rechnen mit 10.000 Teilnehmern. Dem Bundesverteidigungsministerium zufolge hat die Bundeswehr die Protestaktionen fest im Blick.[20]
[1] Riesen-Manöver „Red Storm Bravo“ in Hamburg: Stellen wir uns vor, es ist Krieg. mopo.de 22.09.2025.
[2] Red Storm Bravo: Bundeswehr-Übung 2025 in Hamburg. bundeswehr.de.
[3] Landeskommandeur Leonards zu Wehrpflicht und „Red Storm Bravo“. ndr.de 02.09.2025.
[4] „Red Storm Bravo“: Militärübung in Hamburg – das müssen Autofahrer wissen. mopo.de 23.09.2025.
[5] Red Storm Bravo: Bundeswehr-Übung 2025 in Hamburg. bundeswehr.de.
[6] Landeskommandeur Leonards zu Wehrpflicht und „Red Storm Bravo“. ndr.de 02.09.2025.
[7], [8] Red Storm Bravo: Bundeswehr-Übung 2025 in Hamburg. bundeswehr.de.
[9] S. auch Die vierte Division und „Krieg geht alle an“.
[10] „Red Storm Bravo“: Bundeswehr trainiert in Hamburg den Spannungsfall. ndr.de 18.09.2025.
[11] „Red Storm Bravo“: Militärübung in Hamburg – das müssen Autofahrer wissen. mopo.de 23.09.2025.
[12] Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke im Bundestag: Bundeswehrmanöver „Red Storm Bravo“. Berlin, 08.09.2025.
[13] S. dazu Szenario: Krieg gegen Russland.
[14] Red Storm Bravo: Bundeswehr-Übung 2025 in Hamburg. bundeswehr.de.
[15] Bundeswehr-Übung: Auch Arbeitsagentur bereitet sich auf Krisenfall vor. ndr.de 23.07.2025.
[16] Die Wehrpflicht muss weg – im Arbeitssicherstellungsgesetz! GIDS Statement 3/2024.
[17] S. dazu Auf Krieg einstellen (III).
[18] S. dazu Auf Krieg einstellen (II).
[19] S. dazu Zivilisten im Krieg (I).
[20] Bundeswehrübung „Red Storm Bravo“: Gegner kündigen Proteste an. ndr.de 22.09.2025.
Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10129
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
nachdenkseiten.de, 24. September 2025 um 13:00 Ein Artikel von Wolfgang Bittner
Die Ukraine, seit 2022 im Krieg gegen Russland, ist bekannt durch ihre fruchtbare Schwarze Erde (russ. Tschernosem), einem bis zu drei Meter tiefen, nährstoffreichen Humusboden, der hohe landwirtschaftliche Erträge hervorbringt. Das Gebiet umfasst 56 Prozent der Landfläche[1], vor allem im Osten und im Süden. Das sind mehr als 32 Millionen Hektar Ackerland, was etwa einem Drittel der gesamten EU-Agrarfläche und 30 Prozent der weltweiten Vorkommen an Schwarzerde entspricht.[2]
Die Ukraine ist, nach Russland, das zweitgrößte Land Europas, und in letzter Zeit sind ihre umfangreichen Bodenschätze wie Steinkohle, Eisenerz, Lithium, Graphit, Mangan, Kalium, Braunkohle, Erdöl und Erdgas ins Gespräch gekommen. Aber kaum bekannt ist, dass sie aufgrund ihrer ertragreichen Böden einen hohen Überschuss an Agrarprodukten für den Weltmarkt liefert und vor dem Krieg das drittgrößte Mais- sowie das fünftgrößte Weizenexportland war.[3] Auch der Weltmarktanteil an Gerste, Sonnenblumenöl, Raps und Rüben war erheblich.
Getreideanbau und -ausfuhr
Von den jährlich produzierten rund 60 Millionen Tonnen Getreide (hauptsächlich Mais, Weizen und Gerste) wurden über 50 Prozent exportiert. Damit stand die Ukraine noch vor wenigen Jahren weltweit an siebter Stelle der Getreideproduzenten.[4] 2019 erzielte sie mit rund 75 Millionen Tonnen eine Rekordernte. 2020 betrug die Getreideproduktion 64.342.357 Tonnen (im Verhältnis dazu lag Deutschland bei 43.265.100 Tonnen).[5] Aber nach 2022 haben sich die Bedingungen für den Anbau und Vertrieb verschlechtert, und wie es nach mehr als drei Jahren Krieg aussieht, steht in Frage.
Seit dem Maidan-Putsch von 2014 wird die Ukraine von westlicher Seite aufwändig finanziell und militärisch in ihrem Krieg gegen Russland unterstützt. Die Getreideexporte in die EU wurden in diesem Zusammenhang zeitweise subventioniert, doch das führte zu Wettbewerbsverzerrungen und vehementen Protesten insbesondere polnischer Landwirte[6], sodass die Vergünstigungen wieder eingestellt wurden.
Nach Beginn des Krieges im Februar 2022 hatte Russland die Seeausfuhren der Ukraine unter anderem über Odessa, Tschornomorks und Juschne (Piwdenne) blockiert, worauf der Export von Getreide ins Stocken geriet. Daraufhin kam es zu Nahrungsmittelengpässen in sogenannten Entwicklungsländern. Doch auf Initiative der Türkei und der Vereinten Nationen wurde im Juli 2022 ein Schwarzmeer-Getreideabkommen, auch „Schwarzmeer-Getreide-Initiative“ genannt, geschlossen, eine Vereinbarung zwischen Russland und der Ukraine mit der Türkei und den Vereinten Nationen, die den sicheren Seeweg garantierte.[7]
Allerdings verweigerte Russland im Juli 2023 die Verlängerung des Getreideabkommens, weil Zusagen nicht erfüllt worden seien. Die UN hatte in einem „Memorandum of Understanding“ eingewilligt, sich für die ungehinderte Ausfuhr russischer Lebensmittel und Düngemittel auf die Weltmärkte einzusetzen. Außerdem hatte Russland verlangt, dass seine Landwirtschaftsbank wieder an das internationale Zahlungssystem SWIFT angeschlossen werden sollte.[8] Das ist unterblieben und das Abkommen lief aus. Doch die Ukraine setzte den Export über das Schwarze Meer auch ohne Sicherheitsgarantien unbehindert weiter fort.
Wem gehört die Schwarze Erde?
Ganz im Stillen ist nach der Machtübernahme durch die prowestliche Kiewer Regierung die Einflussnahme des Westens auf die ukrainische Wirtschaft erfolgt. Nachdem gleich 2014 viele Vorstandsposten und Führungspositionen von Angehörigen der US-Politikerkaste besetzt wurden[9], begann die Privatisierung öffentlicher Einrichtungen und der Kampf um die Schwarze Erde. Das vom ehemaligen Präsidenten Janukowitsch abgelehnte und von Petro Poroschenko unterzeichnete Assoziierungsabkommen mit der EU, für das der Internationale Währungsfonds (IWF) seinerzeit 17 Millionen Dollar bereitstellte, war an Bedingungen geknüpft, die den Interessen der USA, Großbritanniens und der EU dienten.
So wurde das Verbot des Landverkaufs von der Werchowna Rada, dem ukrainischen Parlament, auf Druck des Westens mit dem Ziel einer „Marktliberalisierung“ gelockert, sodass westliche Agrarkonzerne Zugriff erhielten. In einer Anfrage aus der Fraktion der PfE (Patrioten für Europa) im Europäischen Parlament vom 13. November 2014 an die EU-Kommission heißt es unter dem Rubrum „Ukrainisches Ackerland zunehmend in US-Besitz“:
„Mehreren beunruhigenden Berichten zufolge kaufen vor allem US-amerikanische, aber auch saudische Agroindustrie- und Investmentunternehmen in großem Umfang ukrainisches Ackerland auf. Cargill, ADM, BlackRock, Oaktree Capital Management und Bunge Limited haben Berichten zufolge die Kontrolle über einen Großteil des ukrainischen Ackerlandes erlangt.“[10]
Der Ökonom Frédéric Mousseau, Direktor am Oakland Institute in Kalifornien, schrieb dazu 2015:
„Nach der Machtübernahme durch die prowestliche Regierung leitete der IWF als Vorbedingung für die Kreditvergabe ein Reformprogramm ein, das auf die Förderung von Privatinvestitionen im Lande abzielte. Das Maßnahmenpaket beinhaltete auch die Reform der öffentlichen Wasser- und Stromversorgung und die Beseitigung dessen, was die Weltbank als ‚strukturelle Ursachen‘ der derzeitigen ukrainischen Wirtschaftskrise bezeichnet hat: die hohen Kosten für Unternehmen, die in dem Land Geschäfte machen. Der ukrainische Agrarsektor gehört zu den vorrangigen Zielen ausländischer Privatinvestitionen und wird vom IWF und von der Weltbank deshalb als prioritär reformbedürftig eingestuft. Beide Finanzinstitutionen loben die Bereitschaft der neuen Regierung, ihren Empfehlungen zu folgen.“[11]
Die 2014 auf den Weg gebrachte „Agrarreform“ bereitete den „erleichterten Zugang zu Agrarland, weniger Regulierung und Kontrollen im Nahrungsmittel- und Nutzpflanzensektor und die Senkung von Steuern und Zöllen für Unternehmen vor“, so Mousseau. Seine Recherche entspricht der Anfrage an die EU-Kommission vom 13. November 2014: „Mehreren beunruhigenden Berichten zufolge kaufen vor allem US-amerikanische, aber auch saudische Agrar- und Investmentunternehmen in großem Umfang ukrainisches Ackerland auf. So sollen Cargill, ADM, BlackRock, Oaktree Capital Management und Bunge Limited die Kontrolle über weite Teile des ukrainischen Ackerlandes erlangt haben.“
Mousseau konstatierte:
„Der Aufwand, der um den ukrainischen Agrarsektor mit seinen ausgedehnten Schwarzerdeböden betrieben wird, könnte kaum höher sein.“ Und er präzisierte: „Das Taktieren um die Kontrolle des Landwirtschaftssektors ist ein ausschlaggebender Faktor im größten Ost-West-Konflikt seit dem Kalten Krieg. […] Agrarkonzerne wie Monsanto, Cargill und DuPont sind bereits seit geraumer Zeit in der Ukraine präsent und haben ihre Investitionen in den letzten Jahren erheblich erhöht. […] Obwohl die Ukraine die Herstellung von genetisch verändertem Saatgut nicht erlaubt, enthält das Assoziierungsabkommen zwischen der Ukraine und der EU, an dem sich der Konflikt entzündet hatte, der zur Absetzung von Janukowitsch führte, in Artikel 404 eine Klausel, in der sich beide Vertragspartner verpflichten, ‚die Anwendung der Biotechnologie innerhalb des Landes auszuweiten‘“ – ein „Türöffner, wie ihn sich die großen Agro- und Saatgutkonzerne wie Monsanto wünschen, um ihre Genprodukte auf den europäischen Markt zu bringen“.[12]
Der Ukraine-Krieg und die Flüchtlingsproblematik haben fast alle diese Informationen überdeckt und in den Hintergrund gerückt. Seit dem Regime Change von 2014 wurde mit weitreichenden Konsequenzen für Europa ein ganzes Land von ausländischen Kräften nach und nach übernommen, aber der Öffentlichkeit blieb das großenteils verborgen – ebenso, dass der Krieg hätte vermieden werden können, wie Donald Trump zugegeben hat. „Das ist nicht mein Krieg“, erklärte er am 19. Mai 2025. „Wir haben uns in etwas verstrickt, in das wir nicht hätten hineingezogen werden dürfen.“[13]
Die verschwiegene ukrainische Realität
Die Ukraine war bereits wenige Monate nach dem Maidan-Putsch bankrott und hing nur noch am Tropf des IWF und der EU. Nach Untersuchungen der Journalisten Friedhelm Klinkhammer und Volker Bräutigam (ehemalige Mitarbeiter des Norddeutschen Rundfunks) haben bis Mitte 2018 etwa acht Millionen Ukrainer ihre Heimat auf der Flucht vor Armut und Arbeitslosigkeit verlassen. Das Land war damals schon mit 13 Milliarden Euro bei der EU und mit weiteren elf Milliarden US-Dollar beim Internationalen Währungsfonds verschuldet.
„Diese Last wäre nur zu tragen, wenn ihr ein angemessenes Bruttosozialprodukt gegenüberstünde, so die Autoren 2018. Ihre damalige Prognose: „Wie das Poroschenko-Regime jedoch die im nächsten Jahr fälligen ersten Rückzahlungsraten aufbringen und seinen Tilgungsverpflichtungen nachkommen will, ist völlig unklar. […] Die EU und der IWF machen Druck, dass die ukrainische Regierung endlich die Beschränkungen für den Verkauf von Ackerland [den wertvollen ‚Schwarzen Böden‘] aufhebt, an dem internationale Investoren der Agrarindustrie großes Interesse haben. Außerdem soll das Ausfuhrverbot für Rundhölzer demnächst abgeschafft werden. Die ukrainischen Wälder dürften bald Vergangenheit sein.“[14]
Zu registrieren ist seit 2014 eine völlige Verelendung des kriegsgeschüttelten Landes, das von Skandalen, Korruption und Verbrechen heimgesucht wird. Aber über die teilweise Zerstörung von Schwarzerde und über die prekäre Situation der ukrainischen Bevölkerung wird kaum berichtet. Nur beiläufig erfuhr die Öffentlichkeit von einer Serie mysteriöser Todesfälle ukrainischer Oppositioneller und ehemaliger hoher Amtsträger, Funktionäre und Politiker. Darunter waren der ehemalige Leiter des staatlichen Grundstücksfonds, Michael Chechetov, der ehemalige Gouverneur von Saporischschja, Alexander Pekluschenko, der ehemalige Vorsitzende des Regionalrates in Charkiw, Nikolai Sergienko, und der ehemalige Bürgermeister von Melitopol, Sergei Walter. Obwohl es keine Abschiedsbriefe gab und die Umstände auf Mord schließen ließen, war die offizielle Version jeweils „Selbstmord“[15]
Wie es 2022/23 in der Ukraine aussah und worüber die westlichen Medien nicht berichteten, dokumentierte ein durchaus glaubwürdiger Beitrag des russischen Fernsehens, aus dem der Journalist und Russlandkenner Thomas Röper folgende Passagen übersetzte:
„Die Ukraine hat sich in eine Wildnis verwandelt, in der jeder Bezirk von einem eigenen Warlord befehligt wird. Odessa ging an Maxim Marchenko, den ehemaligen Chef des nationalistischen Aidar-Bataillons. Er wurde zum Gouverneur ernannt. Den Strand von Langeron hat er sofort vermint. Die Zivilisten werden als Schutzschilde benutzt. In Mariupol haben Soldaten der ukrainischen Armee hinter einem Kindergarten Artillerie aufgestellt. In Charkiw stehen sie mit Maschinengewehren auf den Balkonen von Hochhäusern. Von was für humanitären Korridoren ist die Rede? Die Einwohner von Mariupol versuchten, die Stadt zu verlassen, wurden aber in zerschossenen Autos aufgehalten und gerieten in einen Hinterhalt des nationalistischen Asow-Bataillons. Der Befehl lautete, niemanden hinauszulassen und so viel Zerstörung wie möglich zu hinterlassen […] Sie haben die Visapflicht für ausländische Söldner abgeschafft, ließen Gefangene frei und verteilten Waffen an alle, die welche haben wollten, […] für Andersdenkende haben sie sogar ihre eigene Strafe erfunden: Auspeitschen, indem man die Opfer mit Klebeband an einen Baum bindet.“[16]
Zu allen Behauptungen wurden entsprechende Bilder gezeigt. Die Schlussfolgerung lautete:
„Die Ukraine ist für die USA und Europa Verbrauchsmaterial, ihre historische Aufgabe ist es, Russland zu schaden. Das ist alles.“
Der Fernsehbericht zeigte ein Land im Chaos, beherrscht von Verbrecherbanden wie den Asow- und Aidar-Truppen, die ihre Stellungen in der Nähe von Kindergärten oder in Wohnhäusern einrichteten, Oppositionelle ermordeten und False-Flag-Operationen durchführten, wie zum Beispiel in Butscha.[17]
Das hielt die deutsche Regierung nicht davon ab, der Kiewer Regierung zu versichern, dass Deutschland dieses völlig heruntergekommene Staatswesen mit der Regierung Selenskyj unterstützen werde, „so lange es nötig sein wird“, militärisch, finanziell und politisch.[18] Das entsprach den Vorgaben der Obama- und Biden-Regierungen, aber nicht den deutschen Interessen, die verantwortungslos missachtet wurden, ebenso wie die existenzielle Gefährdung ganz Europas.
Die neuere Entwicklung
Durch die Präsidentschaft Donald Trumps hat sich die Situation für die Ukraine, aber auch für Deutschland und Europa gravierend verändert. Trump, der offensichtlich den Zusammenbruch des US-Wirtschafts- und Finanzsystems abzuwenden beabsichtigt, will Geschäfte („Deals“) machen und hat Abstand von der Ukraine-Politik Obamas und Bidens genommen. Er ist an den Bodenschätzen des Landes interessiert, um die Milliardenausgaben der USA für den Ukraine-Krieg wieder hereinzuholen.[19]
Aber das ist nicht neu. Einige Neocons und Kriegstreiber in Washington haben diese „Investitionen“ in die Ukraine schon länger ganz nüchtern als eine Win-win-Situation gesehen. So sagte der prominente US-Senator Lindsey Graham am 10. Juni 2024 in einem Interview des US-Senders CBS:
„Sie sitzen auf zehn bis zwölf Billionen Dollar an kritischen Mineralien in der Ukraine. Ich möchte Putin dieses Geld und diese Vermögenswerte nicht geben, um sie mit China zu teilen.“[20]
Für Graham ist die Ukraine eine Goldmine, die es auszubeuten gilt: „Sie könnten das reichste Land in ganz Europa sein […] Das ist eine sehr große Sache, wie die Ukraine endet. Helfen wir ihnen, einen Krieg zu gewinnen, den wir uns nicht leisten können, zu verlieren.“ Doch das will Trump anders regeln. Es wird sich zeigen, inwieweit Russland, das bis vor Kurzem noch aus strategischen und ökonomischen Gründen besiegt und entstaatlicht werden sollte, der Trump-Regierung entgegenkommen wird.
Derweil geht der Krieg weiter. Seit 2022 sind die Gebiete im Osten der Ukraine stark umkämpft, was aufgrund des massiven Einsatzes von Artillerie, Drohnen und Minen unter anderem die teilweise Zerstörung des Ackerbodens zur Folge hat. Auch die Sprengung des Kachowka-Staudammes führte zu schweren Schäden in den russischen Gebieten entlang des Dnipro und hat den Handel mit Agrarprodukten stark beeinträchtigt.
Ein von der Natur gesegnetes Land wurde zu Teilen zerstört und abgewirtschaftet, weil es vor der Haustür Russlands liegt, auf dessen Ressourcen sich die westlichen Begehrlichkeiten, abgesehen von den strategischen Zielen, letztlich richten. Das „Tor zu Russland“ ist auf Jahrzehnte hinaus ruiniert, und der Wiederaufbau nach einem Friedensschluss wird Abermilliarden kosten, die zum großen Teil von den westeuropäischen Staaten aufgebracht werden müssen.
Titelbild: Olya Humeniuk/shutterstock.com
Über den Autor: Der Schriftsteller und Publizist Dr. jur. Wolfgang Bittner lebt in Göttingen. Kürzlich ist im Verlag Hintergrund in der Reihe WISSEN KOMPAKT sein Buch „Geopolitik im Überblick: Deutschland-USA-EU-Russland“ erschienen.
[«1] Vgl. faz.net/aktuell/wissen/ukraine-die-kornkammer-europas-838136.htmletwa
[«2] Vgl. Frédéric Mousseau: Die schwarze Erde lockt, der Freitag, 8. April 2015
[«3] Ebd.
[«4] Siehe de.wikipedia.org/wiki/Ukraine#Wirtschaft (abgerufen am 6. September 2025)
[«5] Siehe de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_größten_Getreideproduzenten (abgerufen am 6. September 2025)
[«6] Vgl. tagesschau.de/ausland/europa/getreide-ukraine-polen-100.html
[«7] Vgl. Initiative für den sicheren Transport von Getreide und Lebensmitteln aus ukrainischen Häfen
[«8] tagesschau.de/ausland/europa/getreideabkommen-reaktionen-verlaengerung-104.html
[«9] Siehe Wolfgang Bittner, „Die Eroberung Europas durch die USA“, Westend, Frankfurt/Main 2017, S. 48 f. mit weiteren Hinweisen.
[«10] Vgl. www.europarl.europa.eu/doceo/document/E-10-2024-002526_EN.html
[«11] Frédéric Mousseau, a.a.O.
[«12] Mousseau, ebd.
[«13] Vgl. n-tv.de/politik/Trump-erklaert-europaeischen-Staatschefs-Putin-will-Krieg-nicht-beenden-article25786517.html
[«14] Vgl. nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25127, sowie zeit.de/wirtschaft/2015-03/ukraine-landwirtschaft-schwarzerde-monsanto
[«15] Vgl. RT Deutsch v. 16. April 2015, rtdeutsch.com/17071/headline/mordserie-gegen-oppositionspolitiker-in-der-ukraine-haelt-an-und-die-westlichen-medien-schweigen/ (abgerufen am 24. Juli 2015); Dazu auch: Die Zeit, zeit.de/politik/ausland/2015-04/ukraine-morde-busina-upa
[«16] Zit. n. Anti-Spiegel, 7. März 2022; anti-spiegel.ru/2022/in-der-ukraine-herrscht-das-chaos-und-selensky-lallt-vor-der-presse/
[«17] Dazu Wolfgang Bittner, „Geopolitik im Überblick, Verlag Hintergrund, Berlin 2025, S. 107-112.
[«18] Siehe bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Frank-Walter-Steinmeier/Reden/2022/10/221028-Alles-staerken-was-uns-verbindet.html
[«19] Vgl. tagesschau.de/ausland/amerika/selenskyj-washington-102.html
[«20] Vgl. youtube.com/watch?v=YS1s8GN77h0 (abgerufen 25. Februar 2025
Rubriken:
Militäreinsätze/Kriege Privatisierung Ressourcen Wirtschaftspolitik und KonjunkturSchlagwörter:
AgrarwirtschaftBodenschätzeExportFlüchtlingeGeostrategieInvestitionenIWFNahrungsmittelRusslandTrump, DonaldUkraineUNOWeltbankInfo: https://www.nachdenkseiten.de/?p=139547
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
seniora.org, 24. September 2025, Redaktion
Rainer Mausfelds neues Buch mit einer Rezension von René Burkhard Zittlau
Bücher, Schule & Bildung, Die soziale Natur des Menschen, Krieg und Frieden, Der Wunsch nach Frieden, Hegemonie, Meinungsmanipulation, Kulturgeschichte, Der Westen gegen Russland

Rainer Mausfeld ist Professor an der Universität Kiel und hatte bis zu seiner Emeritierung den Lehrstuhl für Wahrnehmungs- und Kognitionsforschung inne. Im Westend Verlag erschien zuletzt Hybris und Nemesis (2023).
„Und es geht, im öffentlichen Bewusstsein noch wenig präsent, um den planmäßig und beharrlich vorangetriebenen Übergang zu neuartigen Formen totalitärer Herrschaft.“
Eine Rezension von René Burkhard Zittlau Sanktionen wie im Mittelalter – oder: Die staatliche Angst vor der Wahrheit Wir leben in einer Zeit, in der der deutsche Staatsbürger türkischer Abstammung Hüseyin Doğru, Chefredakteur des Portals Red Media, von der deutschen Regierung unter Missbrauch des Rates der Europäischen Union für die Nutzung seines verfassungsmäßigen Rechts auf freie Meinungsäußerung umfassendst sanktioniert wird: Kontosperrung, Anstellungs- sowie Ein- und Ausreiseverbot in den gesamten EU-Raum. Die Begründung: Seine Berichterstattung über Pro-Palästina-Proteste in Deutschland sät angeblich „unter seinem überwiegend deutschen Zielpublikum ethnische, politische und religiöse Zwietracht“ und bedroht und untergräbt damit „die Stabilität und Sicherheit in der Union sowie mehrerer ihrer Mitgliedstaaten“. Seine Berichterstattung über angeblich gewaltsame Pro-Palästina-Proteste würde die „Handlungen der Regierung der Russischen Föderation“ unterstützen, „indem er gewaltsame Demonstrationen indirekt unterstützt und erleichtert und koordinierte Informationsmanipulation betreibt“.
Nachlesbar bei den Nachdenkseiten.
Abstruse regierungsamtliche Handlungen wie diese stellen das Resultat eines Demokratie- und Politikverständnisses dar, dem Rainer Mausfeld in seinem neuesten Buch „Hegemonie oder Untergang – die letzte Krise des Westens“ in einer Weise auf den Grund geht, dass man angesichts des Vorgehens der deutschen Regierung gegen Hüseyin Doğru um die Existenz des Autoren fürchten muss. Hüseyin Doğru wurde für die Information über die Auswirkungen der aktuellen Politik geradezu mittelalterlich bestraft, sozusagen als Bote der Nachricht wie angeblich dereinst im alten Griechenland. Mausfeld hingegen seziert in seinem Buch die Handlungen und Worte der Herrschenden und macht ausgehend von diesen das dem zugrunde liegende Denken derjenigen transparent, die ihre beamteten Vollstrecker auf Menschen wie Hüseyin Doğru loslassen.

Rainer Mausfeld, Erste Auflage Oktober 2025, Westend Verlag, Neu-Isenburg ISBN: 978-3-98791-334-1
Rainer Mausfeld arbeitet wissenschaftlich genau, zitiert die Mächtigen und macht sie anhand ihrer eigenen Worte nackt. So nackt, dass man um das Wohlbefinden des Buchautoren fürchten muss, wenn die Existenz Hüseyin Doğrus allein für die pure Information zerstört wird.
Mausfeld schreibt:
„Und es geht, im öffentlichen Bewusstsein noch wenig präsent, um den planmäßig und beharrlich vorangetriebenen Übergang zu neuartigen Formen totalitärer Herrschaft.“
Diesen Gedanken führt er wie folgt fort…:
„Es wäre jedoch nicht sinnvoll, die gegenwärtige gesellschaftliche Krise eine Krise der Demokratie zu nennen. Jedenfalls nicht im ursprünglichen Sinne der egalitären Leitidee von Demokratie als individueller und somit auch gesellschaftlicher Selbstbestimmung.“
… um dann das gegenwärtige von den Mächtigen zelebrierte System mit einer zwingenden Logik zu sezieren:
„Für die Organisationsform [Demokratie] des Staates beinhaltet diese zivilisatorische Leitidee eine radikale Vergesellschaftung von Herrschaft durch eine strikte vertikale Gewaltenteilung und eine Unterwerfung aller Staatsapparate unter die gesetzgebende Souveränität der gesellschaftlichen Basis. Da es Demokratie in diesem einzigen Sinn, der diese Bezeichnung verdient, in unserer Epoche nicht gibt, wäre die Behauptung ihrer Krise unsinnig. Die gegenwärtige schwere Krise des Westens kann also, da die Voraussetzungen nicht erfüllt sind, keine Krise der Demokratie sein. Es gibt indessen gute Gründe anzunehmen, dass es sich um eine Krise handelt, deren Wurzeln gerade in der jahrhundertelangen Verhinderung von Demokratie zu finden sind. Mehr noch: Diese Krise und ihre lange Vorgeschichte lassen deutlicher erkennen, dass das westliche Denken auf einem Fundament von Ressentiments errichtet ist, das sich grundsätzlich nicht mit der Leitidee einer egalitären Demokratie vereinbaren lässt. Der Westen scheint seinem Wesen nach demokratieunfähig zu sein.“
Und Mausfeld wird noch deutlicher:
„Eine solche Diagnose scheint oberflächlich betrachtet im Widerspruch damit zu stehen, dass heute ›Demokratie‹ weithin als einzig legitime Herrschaftsform gilt. Dieser Widerspruch löst sich jedoch sofort auf, wenn man sich vergegenwärtigt, dass der Begriff ›Demokratie‹ eine Bedeutungsverschiebung erfahren hat, die ihn geradezu in das Gegenteil seiner ursprünglichen Bedeutung verkehrt hat.“
Der folgende Gedanke - Mausfeld zitiert sich hier aus dem Jahre 2023 selbst - dürfte die Apologeten der Unfehlbarkeit der „Väter des Grundgesetzes“ in leichte Unruhe versetzen:
„Der Siegeszug der ›Demokratie‹ im Westen wurde, wie historische Studien im Detail nachweisen, überhaupt erst dadurch möglich, dass die »Väter der amerikanischen Verfassung« das Wort »Demokratie« seiner ursprünglichen Bedeutung beraubten und unter der neuen Bezeichnung »repräsentative Demokratie« ausdrücklich eine Form der Elitenherrschaft einführten.“
Er bezeichnet das als „Wortbetrug“, den die meisten gar nicht mehr als solchen wahrnehmen. Was die Mächtigen ihrerseits zu neuen Taten drängt:
„Vielmehr ist die Demokratiesimulation im »demokratischen Theaterstaat« so perfektioniert worden, dass sie dem überwiegenden Teil der Bevölkerung geradezu als Realität von Demokratie erscheint. In der Gegenwart verzichtet nun der Westen immer offener auf eine demokratische Maske zugunsten autoritärer Herrschaftsformen.“
Die Ursachen dafür?
„Ihre tieferen Wurzeln hat diese Krise in grundlegenden inneren Widersprüchen des Westens.“
Die Widersprüche selbst innerhalb des Westens sind so massiv, dass sich seine Führer bewusst oder unbewusst um Kopf und Kragen reden:
„Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, betonte 2025 die Dramatik der Situation, mit der die gesamte westliche Zivilisation konfrontiert sei und erklärte, dass »der Westen, wie wir ihn kannten, nicht mehr existiert«. Wie man diese Behauptung versteht, wird selbstverständlich davon abhängen, wer mit diesem »wir« gemeint ist und auf welcher Seite des Gewehrlaufes man steht.“
Karl Marx hätte es nicht klarer auszudrücken vermocht.
Alle bisher angeführten Zitate stammen aus dem Vorwort des Werkes, das Mausfeld mit „Erschütterungen“ betitelt. Für so manchen Leser, der bisher mit Mausfeld und seiner Denkweise in Berührung kam, dürfte der Titel Programm sein. Um so mehr bei Kapitelüberschriften wie
„Die Lebensform des Westens ist parasitär und beruht auf der Ausbeutung ökonomisch schwächerer Staaten: einige elementare Fakten“
oder
„Die Krise des Westens und der Kampf um das öffentliche Bewusstsein“
oder
„Der Westen und seine Feinde. Bausteine westlicher Ideologie zur Verdeckung organisierter Gewalt“
Das letzte Kapitel ist überschrieben mit „Hat das emanzipatorische Projekt einer Zivilisierung von Gewalt heute noch eine Chance?“.
Darin beschreibt Mausfeld den Zustand der gesellschaftlichen und politischen Gegenwart so:
„Heute bedeutet »Demokratie« in Wirklichkeit eine Wahloligarchie ökonomischer und politischer Eliten, bei der zentrale Bereiche der Gesellschaft, insbesondere die Wirtschaft, grundsätzlich jeder demokratischen Kontrolle und Rechenschaftspflicht entzogen sind. Die für eine Machtkontrolle zentrale Gewaltenteilung ist weitgehend aufgehoben. Durch die systematisch betriebene Einführung unbestimmter Rechtsbegriffe, wie »öffentliche Sicherheit«, »Gefährder«, »Befürwortung von Gewalt« oder »Desinformation«, werden Gesetze zu leeren Hülsen, deren Füllung den Apparaten der Exekutive überlassen bleibt. Damit ist dem Rechtsstaat die Grundlage entzogen.“
Damit legt der Autor ein seit Jahren genutztes Mittel der Manipulation ganz nebenbei offen: das Framing, das Entleeren von bisher klar definierten Begrifflichkeiten, die Neudefinierung von deren teils völlig entgegengesetzten Inhalten sowie die Schaffung völlig neuer unbestimmter Begriffe, die ganz bewusst im Ungefähren angesiedelt werden: links, rechts, Antifaschismus, Antisemitismus, Demokratie, Hass oder Hetze, um nur einige wenige zu nennen.
Ereignisse aus der realen Politik bestätigen diesen traurigen Befund: Sei es das völlig rechtswidrige Eingreifen Merkels in die Landtagswahlen in Thüringen im Februar 2020 oder die Annullierung der Präsidentschaftswahlen in Rumänien im Herbst 2024, das rechtswidrige und jeder demokratischen Kontrolle entzogene Handeln einer Frau von der Leyen sowohl auf nationaler Ebene als z.B. Verteidigungsministerin als auch später beim Zuschanzen von Milliardenaufträgen per SMS während der Corona-Zeit, um nur einige wenige Beispiele zu nennen.
Das Schlimmste, was einer Gesellschaft passieren kann, ist der Verlust des Glaubens an sich selbst, der Verlust des Glaubens an die eigene Geschichte, an die Kraft, Probleme lösen zu können. Ob der Westen es sich nun eingesteht oder nicht, das ist genau der Punkt, an dem der Westen insgesamt heute steht. Mausfeld beschreibt es so:
„Der Westen hat also die in der Zivilisationsgeschichte mühsam gewonnenen Institutionen für eine gewaltfreie Bewältigung von Konflikten korrumpiert und weitgehend in Instrumente zur Durchsetzung seiner hegemonialen Ansprüche verwandelt. Er war nie wirklich – es sei denn rein strategisch in Situationen einer Schwäche – an einem gewaltfreien Interessenausgleich interessiert.“
So bedrückend der Befund der gesellschaftlichen Zustände durch Mausfeld auch sein mag, er steht mit seiner Anamnese des Westens nicht allein.
Der französische Soziologe und Historiker Emmanuel Todd schlägt in dieselbe Kerbe. So äußerte er vor Kurzem, dass die europäischen Staats- und Regierungschefs, die von einem Regimewechsel in Russland und im Iran besessen sind, höchstwahrscheinlich erreichen werden, dass sie selbst sehr bald abgelöst werden. Die Regime in Russland und im Iran sowie die Wirtschaft dieser Länder werden sich nur noch weiter festigen und neue Dynamik gewinnen.
Er schlägt außerdem vor, die Begriffe „Populisten”, „Rechtsextreme” und „Nationalisten” in Bezug auf diejenigen, die sich gegen die globalistischen Eliten stellen, nicht mehr zu verwenden und sie einfach als „Kräfte des Volkes” zu bezeichnen. „Volkskräfte” gegen die liberalen globalistischen Eliten.
Todd behauptet, dass der Versuch der Eliten, die Aggression des mit ihnen unzufriedenen Volkes gegen die Russen zu richten, völlig gescheitert ist. Dieses Thema funktioniert nicht, und je mehr sie versuchen, eine Welle der Russophobie zu schüren, desto mehr werden sie selbst gehasst.
Bemerkenswert auch seine folgende Äußerung: Grundsätzlich sei es beinahe unmöglich, die Briten zu einer Kundgebung zu versammeln. Wenn mehrere Millionen Briten dennoch gekommen sind, um gegen Starmer zu protestieren, dann ist Starmer am Ende. Und das Ende von Starmer ist gleichzeitig das Ende von Macron und Merz. Russland hingegen hat die Konfrontation mit den liberalen Eliten nur gutgetan.
Todd glaubt auch, dass die Ukraine nur noch wenig Zeit hat.
Emmanuell Todd äußert sich nicht einfach so. Seine Prognosen sind wohlüberlegt und seit nun schon Jahrzehnten von hoher Genauigkeit. Bereits im Jahre 1976 sagte er den Untergang der Sowjetunion voraus, und das anhand von statistischen Daten über die Kindersterblichkeit.
Der Befund des Soziologen Mausfeld ist eindeutig. Die westliche Gesellschaft ist krank. Schwer krank. Sie leidet an der Abwesenheit von Demokratie und an der Zunahme von totalitären Tendenzen. Ob der Patient in der Lage ist, sich selbst zu heilen, werden die nächsten Wochen, Monate oder Jahre zeigen.
Die Menschheit insgesamt hat das Potential, auch sehr schwere Krisen zu überwinden. Auch darauf geht Mausfeld ein:
„Blicken wir auf die lange Zivilisationsgeschichte zurück, so können wir erkennen, dass unsere Epoche nicht die erste ist, in der die Organisation von Machtverhältnissen extrem ungünstige Bedingungen für emanzipatorische Bestrebungen bietet. Die Zivilisationsgeschichte zeigt uns, dass es immer wieder, wenn auch oft erst über lange Zeiträume, durch ein kollektives Lernen aus gesellschaftlichen Erfahrungen möglich war, Instrumente gegen Unterdrückung und Ausbeutung zu entwickeln. Daraus müssen wir lernen und die Bedingungsfaktoren genau studieren, die dies in der jeweiligen gesellschaftlichen Situation möglich gemacht oder verhindert haben.“
Allerdings gibt es ein großes ABER und die Menschheit hat möglicherweise nur einen Versuch:
„Was uns jedoch von allen vorhergehenden Epochen unterscheidet, sind vor allem zwei Aspekte. Erstens wurden in den vergangenen hundert Jahren die technologischen Mittel der Unterdrückung perfektioniert. Nie zuvor gab es einen so tiefgehenden Zugriff von Unterdrückungsmethoden auf unseren gesamten psychischen Apparat. Zweitens müssen wir heute in einer vergleichsweise kurzen Zeitspanne aktuelle Bedrohungen bewältigen, die in ihrem Ausmaß und ihrer Reichweite dergestalt sind, dass nach einer Zerstörung der menschlichen Zivilisation, wie wir sie kennen, ein kollektives Lernen aus dem Erlittenen wohl kaum mehr möglich sein wird. Denn diese Bedrohungen sind so groß, dass sie nur vor dem Eintreten der bedrohlichen Ereignisse bewältigt werden können. Darin unterscheidet sich unsere heutige Situation von allen vorhergehenden.“ (Hervorhebung durch RBZ)
Wir sehen unruhigen Zeiten entgegen. Analysen und Prognosen wie jene von Rainer Mausfeld und Emmanuel Todd, sollte die Gesellschaft die nötige Aufmerksamkeit widmen und sie ernst nehmen.
Ende der Rezension.
[...] Abschließend skizziert Rainer Mausfeld in dem Abschnitt „Ressourcen emanzipatorischen Handelns, die kaum zu zerstören sind“ mögliche Perspektiven für einen nachhaltigen Widerstand, um den notwendigen ganzheitlichen Wandel herbeizuführen:(7) [Die folgenden Passagen verdanken wir Dr. Amir Mortasawi https://afsaneyebahar.com/2025/09/22/20704979/ ]
„Blicken wir auf die lange Zivilisationsgeschichte zurück, so können wir erkennen, dass unsere Epoche nicht die erste ist, in der die Organisation von Machtverhältnissen extrem ungünstige Bedingungen für emanzipatorische Bestrebungen bietet. Die Zivilisationsgeschichte zeigt uns, dass es immer wieder, wenn auch oft erst über lange Zeiträume, durch ein kollektives Lernen aus gesellschaftlichen Erfahrungen möglich war, Instrumente gegen Unterdrückung und Ausbeutung zu entwickeln. Daraus müssen wir lernen und die Bedingungsfaktoren genau studieren, die dies in der jeweiligen gesellschaftlichen Situation möglich gemacht oder verhindert haben.
Was uns jedoch von allen vorhergehenden Epochen unterscheidet, sind vor allem zwei Aspekte. Erstens wurden in den vergangenen hundert Jahren die technologischen Mittel der Unterdrückung perfektioniert. Nie zuvor gab es einen so tiefgehenden Zugriff von Unterdrückungsmethoden auf unseren gesamten psychischen Apparat. Zweitens müssen wir heute in einer vergleichsweise kurzen Zeitspanne aktuelle Bedrohungen bewältigen, die in ihrem Ausmaß und ihrer Reichweite dergestalt sind, dass nach einer Zerstörung der menschlichen Zivilisation, wie wir sie kennen, ein kollektives Lernen aus dem Erlittenen wohl kaum mehr möglich sein wird. Denn diese Bedrohungen sind so groß, dass sie nur vor dem Eintreten der bedrohlichen Ereignisse bewältigt werden können. Darin unterscheidet sich unsere heutige Situation von allen vorhergehenden. […]
[…] Aus der Geschichte können wir lernen, dass alle gesellschaftlichen zivilisatorischen Fortschritte nur in beharrlichen und oft verlustreichen sozialen Kämpfen errungen wurden. Diese emanzipatorischen Fortschritte mussten den Mächtigen stets abgetrotzt werden. Sie konnten nicht durch einen Dialog mit den Herrschenden errungen werden. Auch nicht mit einem Appell an das Licht der Vernunft, geschweige denn mit einem Appell an deren Mitgefühl.
Durch einen Blick auf die Geschichte können wir auch die in der natürlichen Beschaffenheit des Menschen liegenden Ressourcen erkennen, die immer wieder – wenn auch zumeist erst nach langen Perioden des Stillstands oder eines Rückfalls – emanzipatorische Fortschritte ermöglicht haben. Zu diesen natürlichen Ressourcen unserer Beschaffenheit gehören die im Menschen angelegten moralischen Sensitivitäten, die Befähigung zu einem Andersdenken des Bestehenden sowie die Befähigung zu einer kollektiven Entwicklung gesellschaftlicher Normen. Wir verfügen also über eine reiche natürliche Ausstattung, die uns befähigt, Vorstellungen von einer menschenwürdigen Gesellschaft zu entwickeln und sie konkret werden zu lassen. […][…] Die Entscheidung, am emanzipatorischen Projekt der Aufklärung und damit an dem Ziel einer Schaffung einer menschenwürdigen Gesellschaft festzuhalten, führt auf einen gesellschaftlichen Weg, den zu beschreiten große affektive und intellektuelle Mühen bereitet. Ein solcher Weg kann nur gemeinschaftlich und solidarisch beschritten werden. Auch der unermessliche Schatz an Erfahrungen und Einsichten, die in der langen Tradition emanzipatorischer Bewegungen gewonnen wurden, kann nur in gemeinsamen Anstrengungen ausgewertet und für unser Handeln fruchtbar gemacht werden. Die großen emanzipatorischen Fortschritte, die trotz vielfacher Rückschläge in langen und mühevollen sozialen Kämpfen errungen wurden und tagtäglich in aller Welt errungen werden, sollten uns diese Anstrengungen als lohnend erscheinen lassen.
Wir profitieren heute von dem Mut, der Entschlossenheit und der Kraft derjenigen, die diese Kämpfe mit besonderem überpersönlichen Einsatz geführt haben. Oftmals gegen den Widerstand und die politische Apathie eines Großteils der Bevölkerung. Die zivilisatorischen Errungenschaften, auf die wir heute stolz sind, verdanken wir jenen, die diese sozialen Kämpfe geführt haben. Daraus ergibt sich eine Verpflichtung auch für unsere Gegenwart. Denn Geschichte wird von Menschen gemacht. Sie hängt wesentlich von menschlichen Entscheidungen ab. Auch der Umgang mit dem Problem der Gewalt in einer Gesellschaft oder zwischen Völkern hängt von menschlichen Entscheidungen ab.
Dies allein bietet Grund genug, Hoffnung zu haben, dass sich auch unter den gegenwärtig höchst ungünstigen Umständen Weiteres erreichen lässt, sofern diese Hoffnung mit einem klaren und entschlossenen emanzipatorischen Veränderungswillen sowie mit einer Bereitschaft zu kollektiven Anstrengungen Hand in Hand geht.“
Zum Autor:
Rainer Mausfeld, 1949 in Iserlohn geboren, ist emeritierter Professor an der Universität Kiel, wo er bis 2016 den Lehrstuhl für Wahrnehmungs- und Kognitionsforschung innehatte. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte umfassen die Wahrnehmungspsychologie, Kognitionswissenschaft sowie die Ideengeschichte der Naturwissenschaften. Seine gesellschaftspolitischen Arbeiten zeichnen sich durch eine thematische Vielfalt aus – von „weißer Folter“ über neoliberale Ideologie bis hin zur Transformation der Demokratie in einen autoritären Sicherheitsstaat sowie den psychologischen Techniken des Meinungs- und Empörungsmanagements.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
unser weiterer Kommentar:
Zitat: Der folgende Gedanke - Mausfeld zitiert sich hier aus dem Jahre 2023 selbst - dürfte die Apologeten der Unfehlbarkeit der „Väter des Grundgesetzes“ in leichte Unruhe versetzen:
„Der Siegeszug der ›Demokratie‹ im Westen wurde, wie historische Studien im Detail nachweisen, überhaupt erst dadurch möglich, dass die »Väter der amerikanischen Verfassung« das Wort »Demokratie« seiner ursprünglichen Bedeutung beraubten und unter der neuen Bezeichnung »repräsentative Demokratie« ausdrücklich eine Form der Elitenherrschaft einführten.“
Er bezeichnet das als „Wortbetrug“, den die meisten gar nicht mehr als solchen wahrnehmen. Was die Mächtigen ihrerseits zu neuen Taten drängt:
„Vielmehr ist die Demokratiesimulation im »demokratischen Theaterstaat« so perfektioniert worden, dass sie dem überwiegenden Teil der Bevölkerung geradezu als Realität von Demokratie erscheint. In der Gegenwart verzichtet nun der Westen immer offener auf eine demokratische Maske zugunsten autoritärer Herrschaftsformen.“
Zitatende
Das Vorhandensein des Phänomens "Repräsentative Demokratie" ermöglichte es bereits 1914 den sozialdemokratischen Reichstagabgeordneten, gegen den Willen der damaligen Bevölkerung, für die Kriegskredite zu stimmen.

rtnewsde.site, 23.09.2025 UNITED STATES
#Richard Wollf, #Gaza, #BlockadeEnds, #AidShips, #BreakingNews, #Israel, #Palestine, Breaking News & Analysis: Gaza celebrates as international aid ships break the long-standing blockade, delivering food, medicine, and hope to millions. In this 28-minute speech, Richard Wolff analyzes the geopolitical, humanitarian, and political implications of this historic moment. From the streets of Gaza to the global stage, discover how this breakthrough challenges long-held power structures and reshapes international solidarity. Wolff dives deep into the moral, economic, and political consequences of the siege’s end, providing an insightful, professional analysis for anyone following Middle East politics. ???? Why Watch This: Understand the humanitarian crisis in Gaza and its global impact. Learn how aid ships breaking the blockade symbolizes resistance and defiance. Explore international reactions and the future of regional politics. Gain expert insights from Richard Wolff on the geopolitics of the Middle East.
???? Timestamps:
0:00 – ???? Introduction & Hook: Gaza’s Historic Moment
2:15 – ???? Aid Ships Break the Blockade: What Happened?
5:40 – ???? Humanitarian Impact: Food, Medicine & Relief
9:30 – ✊ Symbol of Defiance: Challenging Power Structures
13:20 – ???? International Solidarity & Global Reactions
17:45 – ⚖️ Political Implications for Israel & Allies
21:10 – ???? Economic & Humanitarian Consequences
24:30 – ???? Future Uncertainty: What Comes Next for Gaza?
27:10 – ✅ Final Thoughts & Call for Global
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rtnewsde.site, 24 Sep. 2025 17:05 Uhr, Von Astrid Sigena
Zwist in der AfD-Fraktionsspitze: Weidel widerspricht Chrupalla auf einer Pressekonferenz. Streitthema war Russland. Weidel sieht Eskalationswillen bei Putin. Will Weidel so als künftige Koalitionspartnerin bei der Union punkten? Dafür gibt es auch andere Indizien.
Quelle: www.globallookpress.com
AfD-Doppelspitze Alice Weidel und Tino Chrupalla (Symbolbild).
Bekanntermaßen setzt die AfD auf das Prinzip Doppelspitze: Alice Weidel und Tino Chrupalla führen sowohl die Partei als auch die Bundestagsfraktion gemeinsam. Dieses Prinzip ist allerdings nicht unumstritten, und es gibt immer wieder mal Vorstöße, es abzuschaffen. Dazu kommt, dass laut regelmäßig wiederkehrenden Medienberichten das Verhältnis zwischen den beiden Führungsleuten von Partei und Fraktion zumindest von einer Entfremdung, vielleicht sogar von Zerrüttung geprägt sein soll.
Die grundsätzlichen Unterschiede in Wesensart und Herkunft hätten vielleicht noch überbrückt werden können: Hier Chrupalla, der bodenständige Malermeister aus Sachsen, der parteiintern auch "Pinsel" genannt wird und der auch schon mal passen muss, wenn er in einem Interview aufgefordert wird, ein Gedicht aufzusagen. Dort die weltläufige, westdeutsche Unternehmensberaterin Weidel (Spitzname "Lille"), die in einer lesbischen Beziehung lebt und einen Zweitwohnsitz in der Schweiz hat. Positiv gesagt: Beide Politiker stellen, wenn die Zusammenarbeit gelingt, ein weites gesellschaftliches Spektrum dar.
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Meinung
Die historische Aufgabe der AfD
Die Gegensätze zwischen beiden, gerade in der Außen- und Sicherheitspolitik, lassen sich allerdings kaum vereinbaren. Weidel gilt (insbesondere nach dem Antritt der zweiten Regierung Trump in den USA) als dezidierte Transatlantikerin; sie wurde durch das Gespräch mit dem damaligen Trump-Vertrauten Elon Musk vor der Bundestagswahl in den Augen vieler AfD-Anhänger noch zusätzlich geadelt.
Chrupallas außenpolitisches Agieren stieß dagegen in den AfD-Reihen öffentlich eher auf Widerstand als auf Zustimmung. Sein Besuch in der Botschaft der Russischen Föderation anlässlich der Feier des sowjetischen Sieges über Nazi-Deutschland am 9. Mai und sein Treffen mit Botschafter Netschajew auf den Seelower Höhen stießen in weiten Teilen der westdeutschen AfD auf Kritik. Aber Chrupalla lässt die Außenpolitik, gebrandmarkt durch diese Erfahrungen, dennoch keineswegs links liegen. Erst im Sommer dieses Jahres reiste er nach Japan und traf sich dort mit dem Chef der rechtspopulistischen Partei Sanseito.
Auch Weidel pflegt Kontakte nach Russland. So flog sie im Frühjahr 2021 mit einer AfD-Delegation nach Moskau. Andererseits gibt es auch immer mal wieder Zusammenstöße, so zum Beispiel, als Weidel auf Facebook der Opfer des Massakers von Nemmersdorf gedachte und die russische Botschaft mit einem harschen Kommentar reagierte (Weidels Post ist mittlerweile gelöscht). Von Chrupallas Botschaftsbesuch grenzte sie sich in einem Interview ab. Sie feiere nicht die Niederlage des eigenen Landes, ließ sie verlauten. Enger dürften Weidels Beziehungen zu China sein. Medienberichten zufolge soll sie mehrere Jahre dort verbracht haben und gut Mandarin sprechen. Von heimlichen Treffen mit dem chinesischen Botschafter in Berlin ist die Rede.
Während Chrupalla schon mal angesichts der drohenden Involvierung Deutschlands in den Ukraine-Krieg den Wunsch nach einer Wiederinkraftsetzung der Wehrpflicht aus dem Parteiprogramm streichen lassen wollte, forderte Weidel eine zweijährige Wehrpflicht für junge Leute (also länger, als die Wehrpflicht zuletzt vor ihrer Pausierung war). In seiner Skepsis gegenüber einem verpflichtenden Wehrdienst in der jetzigen geopolitischen Lage weiß Chrupalla die ostdeutschen Landesverbände und deren Spitzenverbände hinter sich.
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Meinung
Warum unterstützte AfD-Parteivorsitzende Weidel Russlandhasser im NRW-Wahlkampf?
Gegenüber Israel übt Chrupalla weitaus schärfere Kritik als Weidel. Im diesjährigen ZDF-Sommerinterview prangerte er sogar Verbrechen Israels gegenüber der Zivilbevölkerung in Gaza an. Weidel tut sich da weitaus schwerer. Und dies sind nur einige der Punkte, wo Weidels und Chrupallas Standpunkte nahezu diametral auseinanderliegen. Als Fazit könnte man zusammenfassen: Chrupalla wäre der ideale AfD-Koalitionspartner für das BSW, Weidel dagegen wäre wohl der Wunschpartner in einer Koalition mit der Union, sollte diese jemals die Brandmauer abreißen.
Allerdings kann sich Chrupalla nur schwer gegen Weidel durchsetzen und gerät immer mehr ins Hintertreffen. Das war schon vor der Bundestagswahl 2025 zu spüren, als Weidel zur Spitzenkandidatin der AfD gekürt wurde. Chrupalla musste dagegen vor dem Parteitag in Riesa eine Niederlage hinnehmen, als eine Mitgliederumfrage ein Ja zur Wehrpflicht ergab und die Delegierten in Riesa die Wehrpflicht weiterhin im Parteiprogramm verankerten.
Dabei ist Weidel innerparteilich nicht unumstritten. Ihre Personalpolitik im heimatlichen Baden-Württemberg, durchgesetzt durch ihren Adlatus Markus Frohnmaier, hat zu derartigen Verwerfungen geführt, dass bedeutende Persönlichkeiten wie Dirk Spaniel oder Thomas Seitz sich dazu veranlasst sahen, aus der Partei auszutreten. Auch ihr Umgang mit Parteispenden kocht in der parteiinternen Kritik gegen Weidel immer wieder hoch, so auch bezüglich einer Schweizer Spende an ihren Kreisverband Bodenseekreis anlässlich des Bundestagswahlkampfs 2017.
Weidels Stärke liegt vor allem in ihrer Beliebtheit bei den AfD-Wählern beziehungsweise potenziellen AfD-Wählern. So ergab eine aktuelle, von INSA durchgeführte Umfrage der BILD-Zeitung, dass Alice Weidel es auf Platz 10 von Deutschlands beliebtesten Politikern geschafft hat. Ein guter Mittelfeldplatz in einem Ranking von 20 Feldern, wobei sie noch vor Kanzler Merz (Platz 14) liegt und ihren innerparteilichen Konkurrenten Tino Chrupalla auf Platz 18 weit hinter sich lässt.
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Chrupalla: "Wir wollen in Europa mit Russland friedlich zusammenleben"
Am Dienstag flammte der Konflikt zwischen Weidel und Chrupalla mal wieder auf, was von der Mainstream-Presse auch sofort dankbar ausgeschlachtet wurde. In einer Pressekonferenz zu aktuellen Themen der laufenden Plenarwoche sprach sich Chrupalla (ab Minute 8) auf eine Journalistenfrage hin dagegen aus, Russland als Feind zu deklarieren, und mahnte zur Mäßigung angesichts propagandistischer Berichte über angebliche russische Luftraumverletzungen. Weidel dagegen kritisierte den russischen Präsidenten unverhältnismäßig scharf und widersprach damit unmittelbar dem neben ihr stehenden Chrupalla. "Irgendwo müsse sich auch Putin bewegen" –, wovon man bisher wenig sehe, ließ sie verlauten, und Moskau müsse sich deeskalierend verhalten.
Wie es weitergeht, ob es zu einem Showdown oder zu einer Klärung zwischen Weidel und Chrupalla kommt, ist noch ungewiss. In den nächsten Wochen steht erst einmal eine Fraktionssitzung an, die eine Entscheidung zum Thema Wehrpflicht bringen soll. Ein AfD-Antrag zur Wiedereinsetzung der Wehrpflicht im Bundestag darf dann getrost als Niederlage Chrupallas gewertet werden.
Mehr zum Thema - Richtungsänderung oder Klärungsprozess in der AfD: Droht jetzt ein Putsch der Russophoben?

Video https://rumble.com/v6zcqm6-weidel-zu-ukraine-krieg-putin-muss-sich-auch-mal-bewegen.html
Dauer 2:59 Min.
RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.
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Info: https://rtnewsde.site/inland/256927-uneinigkeit-in-afd-droht-zerwuerfnis-zwischen-weidel-chrupalla/
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
nachdenkseiten.de, 24. September 2025 um 12:00 Ein Kommentar vonMarcus Klöckner
Eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes bringt es zutage: Knapp ein Drittel der Bevölkerung muss bei unerwartet anfallenden Ausgaben in einer Höhe von 1.250 Euro passen. Eine größere Autoreparatur? Eine dringend notwendige Anschaffung? Bei jedem Dritten in Deutschland ist dann das Ende der finanziellen Fahnenstange erreicht. Das reiche Land sieht in der Realität ziemlich arm aus. Immerhin: Die Politik hat Geld für Kriegstüchtigkeit. „Und wir müssen jetzt wieder lernen, dass Bedrohungslage vor Kassenlage geht”, so Boris Pistorius. Das ist: unverantwortlich!
Das Gebälk im Land ist morsch. Und das Knarzen ist laut zu hören. Die als „Sozialreformen” angepriesene Agenda-Politik von Gerhard Schröder und seinen Mitstreitern ist lange her. Die Armutsverhältnisse in Deutschland bestehen allerdings noch immer. Wenn jeder Dritte in einem angeblich so reichen Land bei Ausgaben von 1.250 Euro finanziellen Schiffbruch erleidet, dann stimmt etwas Grundlegendes nicht. Armut oder genauer: arme Bürger sind für einen Staat ein großes Problem. Wenn jeder Dritte im Land in derartigen Verhältnissen lebt, muss etwas Grundlegendes schieflaufen, was sich nicht allein an individuellen Problemlagen festmachen lässt.
Die aktuell vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen lassen tief blicken. 32,2 Prozent der Bevölkerung können keine unerwarteten Ausgaben in der erwähnten Höhe stemmen.
„Die Spaltung in der Gesellschaft wird immer größer“, sagt laut einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands Deutschland (VdK) zu den aktuellen Zahlen. Und der Sprecher der Schuldnerberatung der Caritas des Bistum Aachen, Roman Schlag, führt aus: „Die Lebenshaltungskosten sind so stark gestiegen, dass es für Menschen mit knappen Einkommen immer schwieriger wird, Rücklagen zu bilden. Das führt dazu, dass selbst kleine Ausgaben diese Menschen schon in die Bredouille bringen.“
Während Bundesbürger dringend durch entsprechende politische Weichenstellungen deutliche finanzielle Entlastung erfahren müssten, schlägt die Politik einen anderen Weg ein. Günstige Energieversorgung aus Russland wird ausgeschlagen, dafür soll eine Billion Euro für das politische Großvorhaben Kriegstüchtigkeit locker gemacht werden.
Gerade sagte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius in einem Interview:
„Und wir müssen jetzt wieder lernen, dass Bedrohungslage vor Kassenlage geht.”
Bedrohungslage vor Kassenlage? Was ist das für eine Politik, die Geld in Panzer, Waffen, Drohnen und Raketen stecken will, während jeder dritte Bürger um sein finanzielles Überleben kämpfen muss? Diese Politik ist unverantwortlich. Parole: Gürtel enger schnallen und kriegstüchtig werden. Das sieht nach einer Fahrt mit Volldampf an die Mauer aus.
Titelbild: Screencap ARD Tagesschau
Rubriken: Finanzpolitik Ungleichheit, Armut, Reichtum
Schlagwörter: ArmutPistorius, BorisRüstungsausgabenStatistisches Bundesamt
Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=139558
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
unser weiterer Kommentar: Na dann, auf in die ewige Zinsknechtschaft.
rtnewsde.site, 24 Sep. 2025 18:44 Uhr,
US-Präsident Donald Trump hat auf der UN-Vollversammlung scharf gegen die UN, Europa und Klima-Aktivisten gehetzt. Er warnte: "Ihre Länder rollen in die Hölle." Seine Rede spaltet die Welt: Verbündete erkennen klare Linie, Kritiker fürchten Destabilisierung multilateraler Strukturen.
US-Präsident Donald Trump hat mit seiner Rede auf der 80. Generalversammlung der Vereinten Nationen für weltweites Aufsehen gesorgt, berichten internationale Medien. Dabei habe er scharfe Kritik an vielen Staaten, an Klima-Aktivisten und der UN selbst geübt – teils in aggressivem Ton.
Gemäß einem Bericht des Senders CNN habe Trump angedeutet, die Ukraine könne Gebiete zurückgewinnen, die Russland seit dem Jahr 2014 besetzt hält. Dies sei das erste Mal seit seinem Amtsantritt, dass er die Möglichkeit einer Rückgewinnung aller verlorenen Gebiete erwähnte. Wenige Stunden später stellte jedoch der US-Senator Marco Rubio klar, der Krieg könne "nicht militärisch beendet werden".
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Medwedew über Trump: "Bald lässt er Selenskij die Kapitulation unterschreiben"
Die New York Times berichtet, Trump habe Klima-Aktivisten attackiert, den muslimischen Bürgermeister von London beleidigt, Verbündete und Gegner weltweit scharf kritisiert und sogar die Existenzberechtigung der Vereinten Nationen infrage gestellt. Damit habe er deutlich gemacht, dass er wenig Interesse an den Kompetenzen der UN habe. Unter seiner Administration seien die US-Zahlungen an die Organisation bereits um eine Milliarde Dollar gekürzt worden, weitere Kürzungen seien geplant. Gleichzeitig habe Trump auf internationale Friedensverhandlungen verwiesen und militärische Stärke demonstriert, etwa durch Luftangriffe auf iranische Nuklearanlagen.
Der britische Guardian betont, dass Beobachter bereits vor der außergewöhnlich langen, 58-minütigen Rede Trumps erkannt hätten, dass die Werte der Vereinten Nationen vor ernsthaften Problemen stünden. Trumps Auftritt habe verdeutlicht, wie stark diese Weltmacht darauf ausgerichtet sei, alles zu zerstören, woran sie glaube. Dies verschärfe die Frage, wie die Welt ohne verlässliche US-Führung zurechtkommen solle.
Die BBC beschreibt Trumps Rede als Demonstration seiner Ideologie in Reinform. Fast eine Stunde lang habe er Gegner und deren Ideen attackiert – angefangen bei den USA selbst bis hin zu globalen Fragen. "Ich bin wirklich gut in dem, was ich tue", habe Trump gesagt. "Und Ihre Länder fahren zur Hölle." Während das UN-Publikum vor sechs Jahren über seine teils unbegründeten Aussagen gelacht habe, habe es diesmal größtenteils still zugehört.
Auch der Spiegel hebt Trumps ungewöhnlich breite Angriffsliste hervor: Neben Kritik an der UN habe er auch Verbündete, Migranten, Klima-Aktivisten, Windräder, Kühe sowie defekte Rolltreppen und Teleprompter verspottet. "Die Uno hat ein enormes Potenzial", habe er gesagt, "aber sie wird diesem Potenzial größtenteils nicht einmal annähernd gerecht". Auf dem Forum hätten seine Tiraden wie ein Befehl zur Ausgangssperre gewirkt – einschüchternd und drastisch.
Nach Informationen von Politico bezeichneten europäische Diplomaten Trumps Rede als "bestenfalls uninformativ, schlimmstenfalls kontraproduktiv". Einige seien besorgt, da Trump den Eindruck vermittelt habe, Europa habe "nichts unternommen, um Russland in Bezug auf die Ukraine einzudämmen". Andere hätten seine Aussagen als mögliche Provokation gegen Russland interpretiert, aus der sich jedoch keine unmittelbaren politischen Veränderungen ergeben würden.
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Peskow kontert Trump: Russland ist kein Tiger, sondern ein Bär, und es gibt keine "Papierbären"
Laut der französischen Libération katapultierte Trump die UN-Vollversammlung für 55 Minuten in eine neue Realität, deren Regeln er selbst definierte. Mit der Drohung eines "Höllen"-Szenarios für Europa habe er sich als Zerberus und Racheengel der neuen Weltordnung inszeniert. Mit oder ohne Teleprompter habe er die Türen zu einem neuen Ordnungsmodell weit aufgestoßen – und dieses sei laut dem Blatt beängstigend.
Die Genfer Zeitung Le Temps merkt an, dass sich Trumps Rede weniger an die 193 UN-Mitgliedstaaten als vielmehr an ein amerikanisches Publikum gerichtet habe. Inmitten seiner ultranationalistischen Rede verlor er kein Wort über Reformen der Organisation. Dafür demonstrierte er seinen Unmut über einen defekten Teleprompter und eine kaputte Rolltreppe. Zudem erinnerte er daran, dass er als Immobilienmogul die Renovierung des UN-Hauptquartiers für 500 Millionen Dollar vorgeschlagen hatte. Der Auftrag sei jedoch an andere gegangen und die Kosten hätten sich auf zwei bis vier Milliarden Dollar belaufen.
Somit hat Trumps Rede die internationale Öffentlichkeit gespalten. Während US-Medien und Verbündete eine klare, aggressive Linie erkennen, warnen andere Beobachter vor einer Destabilisierung multilateraler Strukturen. Die Rede verdeutlicht einmal mehr die Polarisierung, die durch Trumps Politik weltweit ausgelöst wird, und zeigt die Spannungen zwischen nationalem Alleingang und globaler Zusammenarbeit auf.
Mehr zum Thema – Trump geht mit UNO, Deutschland und anderen Ländern hart ins Gericht

Video https://rumble.com/v6ze9ci-trump-migration-wird-der-tod-westeuropas-sein-eure-lnder-fahren-zur-hlle.html Dauer 2:48 Min.
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.
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Tump bei seiner Rede am 23.09.2025
seniora.org, 24. September 2025, von Gilbert Doctorow 24.09.2025 – übernommen von gilbertdoctorow.substack.com
(Red.) Gilbert Doctorow folgt seiner Linie: Seiner Meinung nach arbeitet Donald Trump daran, dass eine Normalisierung der Beziehungen zwischen den USA und Russland Wirklichkeit wird, und sieht er sich daran durch innere und äussere Feinde gehindert. Auch wenn es auf der Oberfläche oft kaum danach aussieht, sollte man diese Hypothese nicht ausser Acht lassen. (am)
Trump dominiert Tag für Tag die weltweiten Nachrichten. Insbesondere gestern verdrängten seine Rede vor der UN-Generalversammlung und seine Aussagen gegenüber Reportern vor und nach der Rede fast alle anderen globalen Themen aus den Mainstream-Medien, abgesehen von dem heftigen Tropensturm im Südchinesischen Meer und den neuesten Berichten über Opfer in Gaza.
Ich habe bereits gesagt, dass Trump ein Meister der Doppelzüngigkeit und der Verwirrung ist, was seine wichtigsten Mittel sind, um seine vielen inneren und äußeren Feinde in Schach zu halten. Diese Feinde sehen in seinen Worten den Beweis dafür, dass er endlich die Einsicht gewonnen und seine politischen Positionen um 180 Grad geändert habe, um ihren Forderungen nachzukommen. So konzentriert sich BBC World News heute Morgen auf Trumps Antwort auf eine direkte Frage eines Journalisten, was die europäischen NATO-Mitgliedstaaten tun sollten, wenn russische Kampfflugzeuge erneut in den NATO-Luftraum eindringen, wie es Ende letzter Woche zuerst von Estland und gestern dann von Norwegen gemeldet wurde: „Sie abschießen“, sagte er. Sie berichten auch über Trumps Aussage, dass die Ukraine alle Gebiete zurückerobern kann, die derzeit von Russland besetzt sind, was als Zeichen dafür gewertet wird, dass er sich nun für die Sache der Ukraine einsetzt.
Ich bleibe dabei, dass diese Antworten rein sarkastisch gemeint waren und nicht wörtlich genommen werden dürfen. Trump ist sich vollkommen bewusst, dass ein Abschuss, sollte er versucht werden, eine sofortige Reaktion Russlands auslösen würde, die die Welt direkt in den Dritten Weltkrieg führen würde. Er weiß auch, dass kein europäisches NATO-Mitglied es wagen würde, russische Militärgüter anzugreifen, ohne die Garantie, dass die USA sich an den Kämpfen beteiligen, was nicht der Fall ist und auch nicht sein wird.
In Bezug auf die Ukraine hat Trump nicht gesagt, dass die USA ihre Politik umkehren und Kiew auf eigene Kosten wieder aufrüsten werden. Er hat diese Aufgabe Europa überlassen, das Kiew keine materielle Hilfe für eine Rückeroberung leisten kann, wenn die Vereinigten Staaten nicht vollwertiges Mitglied des Teams sind. Trump weiß genauso gut wie Sie und ich, dass die ukrainische Armee derzeit am Boden liegt und dass sich vor unseren Augen ein Zusammenbruch der Front vollzieht. Seine Worte, die Zelensky scheinbar Mut machen, sind unaufrichtig und eine Form des Spottes.
Dies steht im Einklang mit Trumps Aussage vor einer Woche oder mehr, dass die USA sich an der Koalition der Willigen beteiligen werden, wenn die Europäer den Kauf von russischem Gas und Öl vollständig einstellen. Er weiß ganz genau, dass dies derzeit unmöglich ist, nicht zuletzt, weil sein guter Freund Viktor Orban darauf besteht, dass sein Land weiterhin russische Kohlenwasserstoffe kaufen muss, um zu überleben.
Der aufrichtige Kern in allen Äußerungen Trumps gestern in Bezug auf Russland war seine Überraschung darüber, dass Russland den Krieg mit der Ukraine nicht innerhalb einer Woche beendet hat, sondern den Konflikt stattdessen seit mehr als drei Jahren hinauszögert. Seine Andeutung, Russland könnte tatsächlich ein „Papiertiger“ sein, war eine Provokation gegenüber Wladimir Putin.
Wie ich bereits seit einiger Zeit sage, lautete Trumps Botschaft an Putin seit seinem Amtsantritt: „Bring es hinter dich, Wladimir“, gewinne deinen Krieg, damit wir uns ernsthaften Geschäften zuwenden und die Beziehungen wiederherstellen können. In dieser Hinsicht stimme ich Donald Trump voll und ganz zu, dass Wladimir Putins Zermürbungskrieg wahrscheinlich weitaus mehr Menschenleben gekostet hat, sowohl russische als auch ukrainische, als es eine anfängliche Schock- und Einschüchterungskampagne nach amerikanischem Vorbild gewesen wäre, die die Ukraine überrollt hätte. Und selbst heute noch versuchen die russischen Streitkräfte, die ukrainische Armee langsam und methodisch zu vernichten, um russische Soldaten zu schonen, obwohl eigentlich ein schneller Knock-out-Schlag nötig wäre, der durch mehrere Oreshnik-Raketen erzielt werden könnte, die auf die Straßen in der Innenstadt von Kiew abgefeuert werden, wo sich alle ukrainischen Regierungsinstitutionen befinden. Putin, der Anwalt, der ohne die Zustimmung seines Parlaments keinen vollumfänglichen Krieg beginnen will, arbeitet gegen die Interessen von Putin, dem Oberbefehlshaber.
Die westlichen Medien haben über Donald Trumps gestrige Rede vor der UNO sehr selektiv berichtet und seine vernichtende Kritik an der europäischen Führung wegen der „offenen Grenzen“ und der grünen Politik, die zu gesellschaftlichem Chaos und zum Bankrott ihrer Volkswirtschaften führen, heruntergespielt. Der Stil von Trumps Sprache, gemütlich wie eine Familiendiskussion am Küchentisch, war typisch Trump. Obwohl der Text sicherlich von professionellen Redenschreibern vorbereitet wurde, stammten die Gedankengänge und sogar die Wortwahl von Trump selbst. Die Rede enthielt denkwürdige Punkte in den beiden Angriffsvektoren gegen Europa, die mit seiner Aussage in seiner ersten Amtszeit über die Idiotie der erneuerbaren Energien korrespondieren: „Margaret, bitte sag mir, ob heute Wind weht. Ich möchte am Nachmittag fernsehen.“ Mit diesen Worten fasste Trump vor fünf Jahren die offensichtliche und unverzeihliche Dummheit der heutigen politischen Korrektheit zusammen, wenn sie auf die Führung nationaler Volkswirtschaften angewendet wird. Seine Rede gestern trieb den Nagel noch tiefer in das Herz des Bösen, das derzeit Europa regiert und auch in den Vereinigten Staaten selbst noch immer in Machtpositionen auf lokaler Ebene sitzt.
In diesen Fragen sprach Trump Klartext. In seinen Worten über Russland war er jedoch irreführend.
Ein Hinweis darauf kam in den letzten Minuten seiner Rede vor den Vereinten Nationen, als er zeigte, dass er ein Seelenverwandter von Wladimir Putin ist. Nicht in dem Sinne, wie es unsere propagandistischen Mainstream-Medien meinen, nämlich dass er starke Männer und Autoritäre mag. Nein, ihre Verwandtschaft liegt in ihrer Weltanschauung, die die Grundlagen der neokonservativen Philosophie vollständig ablehnt. Diese Philosophie wurde Anfang der 1990er Jahre von Francis Fukuyama in seinem Werk „Das Ende der Geschichte“ sehr treffend dargelegt: eine Welt, in der alle Länder, ob groß oder klein, wie Eisenbahnwaggons sind, die hinter den USA als Lokomotive auf denselben Gleisen fahren. Nein, die gestern dargelegte Weltanschauung von Trump ist eine Welt der Vielfalt, in der jede Nation ihre eigenen Traditionen hat, die es zu feiern und zu pflegen gilt. Dies ist eine multipolare Welt, wenn es jemals eine geben sollte.
Quelle: Gilbert DoctorowMit freundlicher Genemigung übernommen.
Die Übersetzung besorgte Andreas Mylaeus.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Die Anwendung Künstlicher Intelligenz verspricht enorme Chancen für die Kreislaufwirtschaft, birgt aber auch ein hohes Risiko von KI-gestütztem Greenwashing. Entscheidend wird nicht die Technik selbst, sondern die Sicherung von Datenintegrität, Transparenz und unabhängiger Kontrolle sein. Ein Beitrag von Nicole Stein.
Bild: OBV _design via Unsplash
Die Kreislaufwirtschaft steht als zentrales Modell für eine nachhaltige Zukunft. Ihr Gelingen hängt jedoch maßgeblich von der Qualität, Transparenz und Integrität der Daten ab, mit denen Materialströme gemessen, Prozesse optimiert und Erfolge quantifiziert werden.
In diesen Datenraum drängt mit der Künstlichen Intelligenz (KI) nun eine ambivalente Technologie. Neue Möglichkeiten der Prozessoptimierung – von KI-gestützten Designs bis zur Mustererkennung in Sortierungen und Trackingaktivitäten – sorgen durchaus berechtigt für industrieübergreifende Begeisterung und versprechen eine beschleunigte Adaption von zirkulären Prinzipien.
Allerdings ist die Rolle der KI für die Kreislaufwirtschaft, unabhängig von den direkten Umweltbelastungen, die sie verursacht, komplexer und kritischer zu betrachten. Denn während das Potenzial für Innovation und höhere Effizienz enorm ist, birgt insbesondere KI-gesteuerte Datenmanipulation die Gefahr, das Vertrauen in das gesamte System zu untergraben und eine perfekte, aber fiktive Kreislaufwirtschaft zu simulieren.
Diese Gefahr zeigt sich besonders in der Erzeugung und dem Missbrauch von sogenannten „synthetischen“ Daten. Es handelt sich dabei um künstlich generierte Datensätze, die durch komplexe KI-Algorithmen erzeugt werden, mit dem expliziten Ziel, die statistischen Eigenschaften und Muster eines authentischen Originaldatensatzes nachzuahmen. Der entscheidende Unterschied: Synthetische Daten enthalten keine unmittelbaren Bezüge zu realen Ereignissen oder Personen.
Die gängigste Methode zur Erzeugung solcher Daten sind Generative Adversarial Networks (GANs). Dieses System besteht aus zwei neuronalen Netzen, die in einem fortwährenden Wettstreit (daher „adversarial”) stehen: Der Generator erschafft aus dem Nichts synthetische Datenbeispiele. Der Diskriminator erhält abwechselnd diese künstlichen und echte Daten und muss unterscheiden, was real und was falsch ist. Mit jeder Runde lernt der Generator, den Diskriminator besser zu täuschen, und der Diskriminator wird schwieriger zu überlisten. Das Ergebnis ist eine stetige Verbesserung der Qualität der synthetischen Daten, bis sie von echten Daten kaum noch zu unterscheiden sind.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Datenschutz und Skalierbarkeit. In Bereichen wie beispielsweise der medizinischen Forschung ermöglichen synthetische Daten das Trainieren von KI-Modellen ohne die Nutzung höchst sensibler personenbezogener Daten, was die Einhaltung von Vorschriften wie der Europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) erheblich erleichtert. Auch in der Kreislaufwirtschaft ist Datenschutz ein relevanter Teilaspekt. Aus scheinbar harmlosen Daten wie Zählerständen oder Abfallentsorgungsmustern, die beim Tracking von Ressourcenströmen erfasst werden, könnten sensible personenbezogene Informationen wie Tagesabläufe, Gesundheitszustände und Haushaltszusammensetzungen abgeleitet werden. Diese Datenbestände sind anfällig für zahlreiche Verstöße, nicht zuletzt für unbefugtes kommerzielles Profiling.
Die EU-Kommission erkennt dieses Potenzial in ihrer Datenstrategie explizit an und fördert die Entwicklung für sichere Innovationsräume, in denen synthetische Daten datenschutzkonform als Trainingsgrundlage für KI-Anwendungen genutzt werden können. Synthetische Daten lösen zudem das Problem der Datenknappheit, da nahezu unbegrenzte Mengen an Trainingsdaten generiert werden können – selbst für seltene Ereignisse oder Szenarien.
Doch genau diese Stärke – die Erschaffung einer perfekt kontrollierbaren, statistisch plausiblen Realität – kann in einem kontextfreien oder böswilligen Einsatz zur fundamentalen Schwäche werden. Die Kreislaufwirtschaft lebt von verbindlichen, ehrlichen Kennzahlen: Recyclingquoten, Reduktionsziele für Abfall, Effizienz von Sortieranlagen, Lebensdauer von Produkten und Transparenz von Lieferketten. Diese Kennzahlen sind die Währung, mit der Politik gestaltet, Investitionen gelenkt, Verbrauchervertrauen gewonnen und regulatorische Compliance nachgewiesen wird.
Hier besteht aber auch erhebliche Manipulationsgefahr. Ein KI-Algorithmus kann trainiert oder angewiesen werden, nicht einfach nur einen realen Datensatz zu replizieren, sondern ihn gezielt zu verzerren (Bias). Ein Unternehmen, das unter Druck steht, bspw. hohe Recyclingquoten zu erreichen, könnte ein Modell mit Daten füttern, die nur die effizientesten Prozessschritte oder die besten Chargen von Materialien beinhalten. Das daraus generierte synthetische Datenmodell würde dann eine Welt simulieren, in der diese idealen Bedingungen immer herrschen. Es produziert Daten, die eine nahezu perfekte Kreislaufführung vorgaukeln – eine sogenannte „Überanpassung” (Overfitting) an das gewünschte Ergebnis – und nicht an das reale.
Diese Praxis ist die technologische Eskalation des klassischen Greenwashings. Während herkömmliches Greenwashing oft nur vage, nicht belegbare Behauptungen in der Marketingsprache aufstellt, liefert KI-gestütztes Greenwashing nun präzise, komplexe und auf den ersten Blick überzeugende Datensätze, die eine nicht existierende Nachhaltigkeitsperformance belegen sollen.
Die Täuschung ist nicht nur viel subtiler, sondern auch viel weitreichender: Eine Kommune oder ein Entsorgungsunternehmen könnte synthetische Daten generieren, die eine Recyclingquote von 80% für Kunststoffe ausweisen, obwohl in Wirklichkeit aufgrund von Verunreinigungen oder technischen Problemen nur 50% erreicht werden. Die synthetischen Daten würden die „Ausschussraten” einfach wegrechnen oder die Effizienz der Sortieranlagen künstlich erhöht darstellen. Dies dient direkt der Erfüllung gesetzlicher Vorgaben wie der EU-Verpackungsrichtlinie (94/62/EG), die ambitionierte Recyclingquoten vorschreibt, ohne dass eine lückenlose, fälschungssichere Überwachung tatsächlich existiert.
Für das Funktionieren einer echten Kreislaufwirtschaft ist ein liquider Markt für Rezyklate essenziell. Synthetische Daten könnten hier verwendet werden, um hohe Handelsvolumen, stabile Preise und eine hohe Nachfrage nach recycelten Materialien zu simulieren. Dies könnte Investoren dazu verleiten, in nicht rentable Recyclinganlagen zu investieren, oder die Politik davon abhalten, korrigierende Maßnahmen zu ergreifen, weil die Daten ja „belegen”, dass der Markt bereits perfekt funktioniert.
Die Folgen eines solchen datenbasierten Betrugs wären systemisch und langfristig. Kapital fließt in ineffiziente oder gar nicht existierende Kreislaufsysteme, anstatt in echte Innovationen und Verbesserungen der physischen Infrastruktur. Ganze Regulierungen könnten auf Basis einer fiktiven Datenlage erlassen oder evaluiert werden und so zu einem stillen Scheitern der gesamten lokalen, nationalen und globalen Kreislaufwirtschaftsstrategie führen. Das größte Opfer wäre jedoch das Vertrauen: Skandale um manipulierte Umweltdaten würden das Vertrauen von Verbrauchern, Investoren und der Zivilgesellschaft in das Konzept der Kreislaufwirtschaft als Ganzes langfristig erschüttern – wobei fraglich ist, inwiefern das verlorene Vertrauen zurückgewonnen werden kann.
Die ambivalente Natur synthetischer Daten stellt die Kreislaufwirtschaft vor eine fundamentale Bewährungsprobe. Einerseits bieten sie unbestreitbare Chancen für Innovation und Datenschutz. Andererseits ermöglichen sie Greenwashing und Betrug mit einer Präzision und Glaubwürdigkeit, die bisher unmöglich war.
Die eigentliche Frage ist aber nicht technologischer, sondern governance-technischer Natur. Der Erfolg der Kreislaufwirtschaft wird künftig weniger vom technologischen Fortschritt abhängen als vielmehr von der Fähigkeit der Gesellschaft, robuste Rahmenwerke für Datenintegrität, lückenlose Transparenz und unabhängige Verifizierung zu etablieren. Nur wenn sichergestellt ist, dass digitale Anwendungen der Kreislaufwirtschaft klar reguliert sind, kann dieses zentrale Zukunftsmodell sein volles und vor allem reales Potenzial entfalten. Die größte Herausforderung einer technologisierten Kreislaufwirtschaft wird es sein, Vertrauen als wertvollste Ressource zu bewahren.
Zur Autorin:
Nicole Stein ist Tech Entrepreneurin und Forscherin mit den Schwerpunkten Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Sie promovierte in Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt auf Konsumentenverhalten in der Kreislauftwirtschaft an der Bergischen Universität Wuppertal und setzt ihre praxis-orientierte Forschung als Research Associate am Innovation Industrial Ecology Research Lab der Universität Tel Aviv fort.
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KI und synthetische Daten in der Kreislaufwirtschaft
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lostineu.eu, 24. September 2025
Bei der Uno-Generalversammlung hat US-Präsident Trump die EUropäer frontal angegriffen. Kurz darauf erklärte er, die Ukraine könne ihr von Russland besetztes Gebiet zurückerobern. Die EU begrüßte diesen neuen Kurs – obwohl er auf ihre Kosten geht.
“Ihre Länder gehen zur Hölle”, erklärte Trump mit Bezug auf die EU und Europa. Die offenen Grenzen, die Immigration und die Klimapolitik würden zum “Tod von West-Europa” führen.
Deutschland habe zwar gerade so die Kurve gekriegt, so Trump in Anspielung auf Kanzler Merz und dessen Kurs gegen die ungesteuerte Einwanderung. Allerdings sei die Ukraine-Politik der EU allzu halbherzig.
“Sie müssen unverzüglich alle Energiekäufe aus Russland einstellen”, forderte Trump in New York. “Andernfalls verschwenden wir alle viel Zeit.” Auch Ungarn müsse auf russisches Öl verzichten.
Für diese Ansage bekam Trump prompt Beifall von EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen. “Trump hat absolut recht. Wir arbeiten daran”, erklärte sie zum Thema Ölkauf in Russland.
Die größte Überraschung war aber, dass Trump plötzlich (und wider alle Evidenz) behauptete, die Ukraine könne alle von Russland besetzten Gebiete zurückerobern.
“Ich denke, dass die Ukraine mit der Unterstützung der EU in der Lage ist, zu kämpfen und die gesamte Ukraine in ihrer ursprünglichen Form zurückzugewinnen”, erklärte er.
Damit rückte er nicht nur von seinen eigenen Friedensbemühungen von Russland ab – sondern auch von seiner bisher vertretenen Haltung, die Ukraine müsse Gebiete an Russland abtreten.
Allerdings lockt er die EU in eine Falle. Denn die USA wollen den Krieg in der Ukraine nicht mehr finanzieren. Für den angeblich möglichen Sieg über Russland müssten also allein die EUropäer aufkommen.
Dennoch bekam er auch für diese absurde, um nicht zu sagen perverse, kriegerische Wende prompt Beifall aus Brüssel. Die EU-Außenbeauftragte Kallas, eine Hardlinerin, begrüßte Trumps Erklärung.
„Nun, wir stehen dem sehr positiv gegenüber“, sagte sie auf Nachfrage. „Ja, wir sollten aufhören, russische Energie zu kaufen. Ja, die Ukraine sollte den Krieg gewinnen.“
Na dann, auf ins Gefecht…
P.S. Trump hat die EUropäer auch ermutigt, russische Drohnen und Kampfjets abzuschießen. Damit konterkariert er die Nato, die bisher eine gewisse Vorsicht walten ließ…
‹ Freihandel: Auf Mercosur folgt CEPA
11 Comments
Thomas Damrau
24. September 2025 @
10:25
Sternendeuter Trump: Immer leicht kryptisch, selten auf irgendetwas festgelegt, zwischendurch für eine Überraschung gut.
Und die EU ist ein dankbarer Horoskopkonsument:
— Das meiste, was Trump sagt, wird abgelehnt: «Ist halt nur ein Horoskop!»
— Und wenn mal etwas zu den eigenen Überzeugungen passt, ist die EU: «Die Sterne lügen nicht!»
Wenn Trump andeutet, die Ukraine könne den Krieg gewinnen, meint er vermutlich «Wenn die EU in den nächsten 10 Jahren fleissig amerikanische Waffen kauft und in die Ukraine schickt, wäre das nicht schlecht für die US-Industrie. Was dabei herauskommt, ist mir doch wurscht.»
Karl
24. September 2025 @
09:42
Trumps Vandalismus ist die Begleitmusik zu den beinahe täglichen Provokationen an den Grenzen. Wir leben in einer Vorkriegszeit wie im 1. Weltkrieg, den der Kanzler Bethmann-Hollweg gegen Serbien und Russland tatsächlich herbeiprovoziert hat. Jeder weiß, wie das ausgegangen ist!
Hinter Trump steht die herrschende Klasse der USA. Ihre Interessen setzt er durch (wie an der Zollpolitik gut zu sehen ist). Will diese herrschende Klasse der USA zusammen mit ihrem Finanzdiener-Bläckrocker Merz den Weltkrieg auf Kosten Europas?
Michael
24. September 2025 @
09:32
Auch in Washington oder Brüssel ist Idiotie ein pathologischer Befund!
Titi
24. September 2025 @
08:50
Möglicherweise schielt Trump auch auf die „seltene Erden“ in der Ukraine, von denen die meisten sich im russisch besetzten Gebiet befinden sollen.
hg
24. September 2025 @
08:41
Kein Wunder, wenn durch die Unberechenbarkeit des Cowboys Putin nervös wird und auch Signale aussenden. Allerdings, wo soll das alles hinführen, in einen offenen 3.WK? Sind wir noch bei Trost, nach 2 Riesenkatastrophen im letzten Jahrhundert und nun mit der Aussicht auf die völlige Verelendung der Welt und nur, weil wieder Gier und Grossmannssucht von wenigen die Geschicke bestimmen wollen!
Titi
24. September 2025 @
08:28
Trump, der ja bekanntlich kein Europa-Freund ist, möchte insgeheim, dass die Europäer (Russen inkludiert) sich gegenseitig zerfleischen. Auch möchte er wahrscheinlich sehen, wie weit
EU-Vertreter in Sache Selbstzerstörung gehen würden (Kallas und Von der Leyen machen da, wie wir sehen, „richtige Fortschritte“). Dass Trump den Ukraine-Krieg „innerhalb von 24 Stunden „ beenden könne, daran haben eh die Meisten nicht geglaubt.
Guido B.
24. September 2025 @
08:28
Trump weiss, dass er gegen die EUropäer keinen Frieden in der Ukraine erzwingen kann. Also wählt er die beste Lösung für die USA: möglichst viel Profit aus dem Krieg generieren. Die EUropäer sollen Russland besiegen, und die USA werden das Geschäft ihres Lebens daraus machen. Nichts verfängt bei den kriegstollen EUropäern mehr als das Kokettieren mit dem Sieg der Ukraine. Der Sieg der Ukraine ist der Köder, den Trump ausgelegt hat, um die EUropäer zur totalen Opferbereitschaft zu motivieren.
Trump ist vielleicht ein Idiot, aber ohne intakten Business-Instinkt wird man in den USA nicht zum Milliardär.
Trump weiss genau, wir er die USA wieder reicher macht.
Michael
24. September 2025 @
09:30
Natürlich könnte er gegen EUropa einen Frieden in der Ukraine erzwingen! Warum denn nicht?
Karl
24. September 2025 @
10:22
Guido B.: “Trump weiß genau, wie er die USA wieder reicher macht.”
Falsch: An der Armut der USA und ihrer Arbeiter will Trump gar nichts ändern, wie sein “Big Beautiful”-Gesetz eindeutig zeigt. In grundlegenden Sozialdaten bilden die USA das Schlusslicht aller Industrieländer, zusammen mit der Ukraine: Kindersterblichkeit, Analfabetismus, Ingenieursausbildung usw.
Trump macht allerdings die herrschende Klasse der USA reich, durch den Militärisch-Industriellen Komplex – als der einzigen Industrie, die diese Klasse nicht nach China verlagert hat.
Erneuerung
24. September 2025 @
07:09
Trump geht es nur um eins: Die USA müssen überleben, dazu ist jedes Mittel recht, das sieht man ja auch schon in Nahost. Es ist der Kampf eines Ertrinkenden, der seine schwächeren Helfer mit nach unten zieht, und die lassen sich das gefallen und legen ihre Rettungswesten freiwillig ab. Es ist nur noch pervers, mit Demokratie und Menschenwürde hat das alles nichts mehr zu tun. Und die UN erweisen sich erneut als Papiertiger.
Titi
24. September 2025 @
08:31
Ja, leider ist mittlerweile die UN ziemlich kraftlos .
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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Weiteres:
Freihandel: Auf Mercosur folgt CEPA
lostineu.eu, 23. September 2025
Die Wirtschaft jubelt, Umweltschützer sind alarmiert: Nach fast zehnjährigen Verhandlungen haben Indonesien und die EU ein Freihandels- und Investitionsschutzabkommen abgeschlossen. CEPA und IPA – so heißen die beiden Abkommen im Brüsseler Jargon – sollen neue Exportmöglichkeiten für die deutsche und europäische Industrie eröffnen und wichtige Lieferketten für Energie und Rohstoffe sichern. Der Deal ist Teil der EU-Strategie, neue und zukunftsträchtige Handelspartner zu suchen. Er ist auch eine Antwort auf US-Präsident Donald Trump und seinen weltweiten Zollkrieg, unter dem auch Europa leidet. Doch genau wie das Mercosur-Abkommen kommt er zu spät, um die negativen Folgen zu kompensieren. – Mehr in der taz
‹ Palästina: Macron drängt, Meloni wird bedrängt – und Merz wird abgehängt › Trump greift Europa frontal an – und schwenkt auf Kriegskurs
1 Comment
Michael
23. September 2025 @
21:22
Und gleichzeitig prostituiert sich Brüssel bei Trump und fordert kein russisches Öl/Gas mehr zu kaufen und stattdessen teures fracking Öl/Gas in den USA zu kaufen! Naja, die Pathologie von Idiotie ….. !
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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Weiteres:
Palästina: Macron drängt, Meloni wird bedrängt – und Merz wird abgehängt
lostineu.eu, 23. September 2025
Nach Großbritannien, Kanada und Australien hat nun auch Frankreich einen Staat Palästina anerkannt. Präsident Macron wurde dafür bei einem Sondergipfel am Rande der UN-Vollversammlung in New York wie ein Held gefeiert.
„Nichts rechtfertigt den anhaltenden Krieg in Gaza. Nichts“, sagte Macron. Manche mögen sagen, die Anerkennung komme zu spät oder zu früh, „Doch eines ist sicher: Wir können nicht länger warten.“
Dafür gab es donnernden Beifall. “Politico” fühlte sich an die historische Rede von Ex-Premier De Villepin erinnert, der 2003 das französische Nein zum Irakkrieg begründet hatte. Auch De Villepin war weltweit gefeiert worden.
Allerdings sagt Macron nicht Nein zu den USA, die Israel weiter uneingeschränkt unterstützen. Er drängt lediglich auf ein Ende des Angriffskriegs in Gaza und auf eine friedliche Zweistaaten-Lösung.
Frankreich folgt damit einem weltweiten Trend.
Zuletzt hatten Portugal, Belgien, Malta, Luxemburg und das Fürstentum Monaco einen Palästinenser-Staat offiziell anerkannt. Sie schlossen sich damit mehr als 150 der 193 UN-Mitgliedstaaten an.
Deutschland will der Bewegung ebenso wenig folgen wie Italien. Für die rechtslastige italienische Regierungschefin Meloni wird ihre Nähe zu Israel allerdings zum Problem: Sie wird nun von ihrem eigenen Volk bedrängt!
An pro-palästinensischen Demonstrationen und Blockaden haben am Montag zehntausende Menschen in ganz Italien teilgenommen und den „Völkermord“ im Gazastreifen angeprangert.
In Rom versammelten sich mehr als 50.000 Menschen. Viele der Demonstranten in der italienischen Hauptstadt riefen „Befreit Palästina!“ und schwenkten Palästinenserflaggen.
Einen ähnlichen Aufstand hatte es zuvor in Belgien gegeben – dort ist die Regierung auf pro-palästinensischen Kurs umgeschwenkt. Bleibt die Frage, ob so etwas auch in Deutschland möglich wäre?
Am 27. September gibt es eine Demo in Berlin. “All eyes on Gaza” heißt das Motto. Dann könnte auch Kanzler Merz unter Druck kommen…
P. S. Kamela Harris hat eingeräumt, dass sie die US-Wahl wegen ihrer Israel-Politik verloren hat. Die demokratischen Wähler wollten eine klare Haltung zu Gaza – sie hat sich davor gedrückt!
‹ Ausstieg wird teuer, Drohnenwall wird konkret – und der Sommer war tödlich › Freihandel: Auf Mercosur folgt CEPA
7 Comments
Erneuerung
23. September 2025 @
19:34
Wenn schon Trump kurz nach seiner Amtsübernahme und seiner Waffenruhe vor Israel einknickt, gibt es für unsere Follower keinen Anlass, etwas anderes zu tun. Es ist ja auch bekannt, dass in jedem Handy israelische Software steckt und der Pager-Werdegang mit Explosionen sicher auch mossadmäßig andere Personen und Geräte treffen kann. Das muss nicht vom Gerät selbst ausgehen, da reichen ggf. Ortungsdaten, die man für einen Unfall verwerten kann. Und ob der Orban es wieder schafft, Handys aller Art durch Zwischenstop in Ungarn für die hehren Interessen Israels aufzubereiten, dürfte auch fraglich sein. Nein, da braucht es andere Mächte. Das Mördernetz Israels wird vermutlich nur durch eine Allianz aus arabischen Staaten, China und Russland gesprengt werden können. Nur sind diese 3 Protagonisten dafür noch nicht bereit, aber es wird kommen, je mehr das Ansehen Israels, Deutschlands und der USA im Rest der Welt sinken.
Arthur Dent
23. September 2025 @
15:29
…und auf eine friedliche Zwei-Staaten-Lösung…
Clinton, Bush, Obama haben alle an einer Zwei-Staaten-Lösung gearbeitet. Es gab ein Nahost-Quartett (UNO, USA, EU und Russland), eine Roadmap…
KK
23. September 2025 @
17:55
“Clinton, Bush, Obama haben alle an einer Zwei-Staaten-Lösung gearbeitet.”
Wenn sie das wirklich mit Überzeugung getan hätten, gäbe es sie inzwischen! Das waren immerhin 24 Jahre, in denen sich nichts, aber auch gar nichts in die Richtung bewegt hat, im Gegenteil: Israel hat seine Siedlungen in der Westbank nicht erst seit der Amtszeit von Clinton kontinuierlich weiter ausgebaut, einen möglichen Palästinenserstaat systematisch immer weiter fragmentiert und verkleinert – und nicht zuletzt Mauern nicht nur drumherum, sondern auch mitten hinein gebaut. Ohne, dass einer der genannten drei US-Präsidenten dagegen eingeschritten wäre oder es auch nur versucht hätte!
Michael
23. September 2025 @
13:59
„ Bleibt die Frage, ob so etwas auch in Deutschland möglich wäre?“
Soll das eine rethorische Frage sein?
Antwort: Nein, dass ist in Deutschland nicht möglich!
KK
23. September 2025 @
13:26
“Bleibt die Frage, ob so etwas auch in Deutschland möglich wäre?”
Ich fürchte, der Schuldkomplex, der ja immerhin eine “Staatsräson” begründet, ist derart gross, dass man lieber zum Mittäter an einem weiteren Völkermord wird, als wenigstens einmal Vernunft anzunehmen…
Rafael Poch de Feliu
23. September 2025 @
15:54
Es geht nicht um „Schuldkomplexe“, sondern um Geschichte und Tradition: Deutschland ist Europameister im Völkermord. Daher auch seine Nähe zu Israel.
Michael
23. September 2025 @
19:10
Meinen Sie evtl. Weltmeister statt Europameister?
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Weiteres:
taz.de, 23.9.2025, 16:17 Uhr, Von Eric Bonse
Zehn Jahre wurde verhandelt, jetzt ging alles ganz schnell. Die EU und die Industrie hoffen auf neue Exportmöglichkeiten. Umweltschützer schlagen Alarm.
Handelsabkommen geschlossen, Kritik von Umweltaktivistis geerntet Foto: Dita Alangkara/AP/dpa
Brüssel taz | Die Wirtschaft jubelt, Umweltschützer sind alarmiert: Nach fast zehnjährigen Verhandlungen haben Indonesien und die EU ein Freihandels- und Investitionsschutzabkommen abgeschlossen. CEPA und IPA – so heißen die beiden Abkommen im Brüsseler Jargon – sollen neue Exportmöglichkeiten für die deutsche und europäische Industrie eröffnen und wichtige Lieferketten für Energie und Rohstoffe sichern.
Der Deal ist Teil der EU-Strategie, neue und zukunftsträchtige Handelspartner zu suchen. Er ist auch eine Antwort auf US-Präsident Donald Trump und seinen weltweiten Zollkrieg, unter dem auch Europa leidet. Im Sommer hatte Trump der EU ein unfaires und für Europa ungünstiges Handelsabkommen aufgezwungen. CEPA und IPA werden nun in Brüssel als Befreiungsschlag gefeiert.
„Wir haben uns verpflichtet, Diversifizierung und Partnerschaften zu verdoppeln“, erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Nach dem Mercosur-Abkommen mit den wichtigsten südamerikanischen Staaten sei der Abschluss mit Indonesien ein weiterer Meilenstein. Mit CEPA werde eine Freihandelszone von über 700 Millionen Verbrauchern geschaffen.
In der Praxis sollen fast alle Einfuhrzölle wegfallen. Der Export von Autos, Agrarprodukten und Lebensmitteln wird vereinfacht. Indonesien verzichtet auf seine Autozölle, die für europäische Hersteller bislang bei 50 Prozent liegen. Sie sollen in den kommenden fünf Jahren schrittweise wegfallen. Auch Zölle auf Maschinenteile, Chemikalien und Medikamente sollen entfallen.
Das Abkommen verfügt nach Angaben der EU-Kommission auch über eine starke Nachhaltigkeits-Säule, die Ziele der „grünen“ und sozialen Entwicklung in den Bereichen Klima, Umwelt und Arbeitnehmerrechte integriert. Gleichzeitig soll es den Zugang zu Rohstoffen sichern, von denen viele „für den grünen und digitalen Sektor von entscheidender Bedeutung“ seien, wie es in Brüssel heißt.
Die Wirtschaft zeigt sich begeistert: „Mit der Unterzeichnung des neuen Handelsabkommens setzt Europa ein klares Signal in Zeiten globaler Unsicherheit“, sagte Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen, in Berlin. Der Bundesverband der Deutschen Industrie verwies auf die strategische Bedeutung „in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten“.
Lob kommt auch aus dem Europaparlament, das den Deal noch absegnen muß. „Es geht auch anders: regelbasiert und auf Augenhöhe“, sagte der Chef des Handelsausschusses, Bernd Lange (SPD). Dafür stehe das neue Abkommen mit Indonesien. Ähnlich äußerte sich Daniel Caspary von der CDU: Die EU sichere sich den Marktzugang zur größten Volkswirtschaft Südostasiens. Dies sei „eine frohe Botschaft in diesen schwierigen Zeiten.“
Ganz andere Töne kommen von Attac aus Österreich. Wie viele andere EU-Abkommen enthalte auch CEPA „keine wirksamen Schutzmechanismen gegen Entwaldung und Umweltverschmutzung“. Zudem gefährde es die Rechte von Indigenen, Arbeitnehmer*innen, Kleinbäuer*innen und Fischer*innen. Attac fordert daher die österreichische Regierung und das EU-Parlament auf, das Abkommen abzulehnen.
Info: https://taz.de/CEPA-und-IPA/!6115007/
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, 24. September 2025, 7:15 Uhr
Nachrichten von Pressenza - 24.09.2025
Weisung des Auswärtigen Amtes zum Familiennachzug: Die meisten Härtefälle werden ignoriert
Auf die Kritik an der zweijährigen Aussetzung des Familiennachzugs zu subsidiär Schutzberechtigten wurde auf Ausnahmen für Härtefälle hingewiesen. Die von FragDenStaat veröffentlichte Weisung des Auswärtigen Amtes zeigt aber: Die Kriterien sind unüberwindbar hoch. Zweifel, ob das verfassungs- und menschenrechtskonform ist,…
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Gestern protestierten in Berlin etwa 1.000 Menschen für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch und gegen den christlich-fundamentalistische
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german-foreign-policy.com, 24. September 2025
BERLIN (Eigener Bericht) – Während Abfangjäger der deutschen Luftwaffe in diesen Tagen über der Ostsee aufsteigen, um russische Militärflugzeuge abzufangen, probt die Bundeswehr im Rahmen ihres Großmanövers Quadriga dort einen möglichen Krieg gegen Russland. Die Übung, die sich über mehrere Wochen erstreckt, bindet Soldaten aus mehreren NATO-Staaten ein; diese trainieren unter deutscher Führung in einer Reihe miteinander verknüpfter Einzelmanöver offiziell noch bis Ende September die Verlegung ins Baltikum und die Kriegsführung dort. Verantwortlich für Planung und Umsetzung des Manövers ist das Marinekommando in Rostock. Das Operative Führungskommando der Bundeswehr führt die Operationen der Soldaten aus 14 NATO-Staaten, von denen der Großteil deutsche Militärs sind. Teilübungen umfassen unter anderem den Aufmarsch der Truppen in Deutschland, die Verlegung von Kampfverbänden über die Ostsee mit Hilfe ziviler Fähren und die logistische und medizinische Versorgung der Truppe an der NATO-Ostflanke. Die Bundeswehr greift dabei auch auf Reservisten, zivile Infrastruktur, sogenannte Blaulichtorganisationen – etwa Polizei und Feuerwehr – sowie eine Vielzahl an zivilen Akteuren zurück.
Zitat: „Was auf uns zukommen kann“
Das Großmanöver Quadriga umfasst nach Angaben der Bundeswehr „mehrere groß angelegte Verlege- und Gefechtsübungen“, bei denen bereits seit August 8.000 deutsche Soldaten mit rund 400 Militärs aus verbündeten Staaten „Einsatzbereitschaft, Mobilität und Durchhaltefähigkeit der deutschen und verbündeten Streitkräfte unter realistischen Bedingungen ... erproben und sichtbar ... machen“.[1] Die Bundeswehr trainiert bei dem Manöver militärische Aktivitäten im Baltikum „unter den Bedingungen von Krise und Krieg“.[2] Quadriga sei „nicht nur irgendeine Übung“, erläutert Brigadegeneral David Markus: „Es ist im Prinzip das Szenario, auf das wir uns vorbereiten. Und das schärft bei meinen Männern und Frauen die Wahrnehmung, was auf uns zukommen kann“.[3] Laut Bundeswehr ist das „Kernziel“ des Manövers, „die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr zu erhöhen“.[4] Dazu entwickeln die Soldaten während der Übung eine Bandbreite von militärischen Fähigkeiten: Sie machen sich weiter vertraut mit den Marschrouten Richtung Osten über Land, See oder Luft; sie trainieren die Absicherung des Aufmarsches durch die Heimatschutzkräfte, zudem Überschall- und Tiefflüge mit dem Eurofighter, das Aufbauen medizinischer Rettungsketten von den Kriegsschiffen über Häfen bis ins zivile Gesundheitssystem, die Drohnenabwehr, die Versorgung der Großverbände im Einsatz mit Treibstoff, den Einsatz von Spezialkräften – im Rahmen von Quadriga in Finnland – oder das Erkunden eines möglichen Einsatzgebiets – Lettland. Um „so realitätsnah wie möglich“ zu trainieren, werden Teile von Quadriga als sogenannte „freilaufende Übung“ abgehalten, also außerhalb der militärischen Truppenübungsplätze mitten im zivilen Leben.[5]
Kern von Quadriga ist der Bundeswehr zufolge „eine großangelegte Verlegung von Streitkräften“ nach Litauen. Zwei Tage brauchten die Heeresverbände der Bundeswehr, um per „Landmarsch“ über Polen nach Litauen zu verlegen.[6] Einen Teil ihrer Fahrzeuge hatten sie zuvor der Marine übergeben, die sie mit Hilfe von zivilen Fähren über die Ostsee nach Litauen verschiffte. Ziel sei es, die „militärischen Fähigkeiten der Marinen in der Ostsee zu stärken“, heißt es. Neben dem „strategische[n] Seetransport von Landstreitkräften nach Litauen“ trainiert die Bundeswehr nach eigenen Angaben erstmals auch das Eskortieren ziviler Handelsschiffe. Multinationale Marineeinheiten sammelten sich dabei laut der Bundeswehr zunächst in Kiel, um dann unter deutschem Kommando gemeinsam auf die Ostsee auszulaufen – ausrechnet am 1. September, dem Jahrestages des deutschen Überfalls auf Polen 1939.[7] Man höre, so heißt es in Berichten der Bundeswehr, „das Hämmern der MGs der vorausfahrenden Schiffe, sieht Gischt aufspritzen und riecht den Pulverdampf“. Das Verlegemanöver steigere sich „bis hin zur Bekämpfung von gegnerischen Kriegsschiffen. Wir sind einsatz- und kampfbereit, das heißt, wir sind voll ausgebildet, wir sind voll bewaffnet und aufmunitioniert“, so schildert es Fregattenkapitän Max Berger. Die „Waffen der Kriegsschiffe könnten optimal auf die Angreifer wirken und diese vernichten“, schreibt die Bundeswehr.[8] Wir haben gezeigt, dass wir innerhalb weniger Tage erhebliche Kräfte nach Litauen und an die Ostflanke verlegen können“, resümiert Bundeswehr-Brigadegeneral Marco Eggert.
Hohe Bedeutung schreibt die Bundeswehr der Fähigkeit zu, „dass sich die Truppe in der neuen und teilweise unbekannten Umgebung schnell zurechtfindet“. Deshalb übten die deutschen Soldaten im Rahmen von Quadriga „immer und immer wieder ... einsatznah ihre Fähigkeiten unter Nutzung ziviler litauischer Infrastrukturen“[9]. In Litauen errichtete die deutsche Armee dabei dieses Jahr zum ersten Mal ein „logistisches Netzwerk im Einsatzland“, um das Heer dort mit Nachschub versorgen zu können.[10] Damit zeige die Bundeswehr, dass sie „entschlossen“ sei, „über lange Zeit“ an der NATO-Ostflanke im Einsatz zu sein, heißt es in der Truppe: Die Unterstützungskräfte machten die „Kampftruppen durchhaltefähig“.[11] Die Logistikverbände der Bundeswehr hätten sich dabei „in erster Linie auf zivile Infrastruktur“ gestützt, heißt es; diese habe man „bereits im vergangenen Jahr erkundet und entsprechende Absprachen mit litauischen Unternehmen und Kommunen getroffen“. Teil von Quadriga sind zudem Aktivitäten eines „Erkundungskommandos“ mit dem Auftrag, „alternative Einsatzräume zu erkunden, die genutzt werden könnten, wenn der Verlauf eines heißen Konflikts dies fordert“. Bei diesen „Erkundungen“ werde auch Lettland „angesteuert“, „denn für die Bundeswehrlogistik ist das gesamte Baltikum mögliches Einsatzgebiet“.[12]
In Finnland beteiligten sich deutsche Soldaten im Rahmen von Quadriga an der laut Bundeswehr „bisher größte[n] Spezialkräfteübung auf finnischem Boden“. Finnland sei „NATO-Frontstaat“, hielt ein an dem Manöver beteiligter Soldat des Kommando Spezialkräfte (KSK) fest. Das Szenario der Übung beschreibt die Bundeswehr wie folgt: Nachrichtendienstliche – und damit für die Öffentlichkeit schwer zu überprüfende – Informationen weisen auf „einen unmittelbar bevorstehenden Angriff feindlicher Kräfte im Baltikum hin“. Daraufhin verlegen die NATO-Staaten „umgehend Spezialkräfte an die Nordflanke“. Im Einsatzland angekommen, werden die Spezialkräfte – über deren Auslandsaktivitäten die Bundesregierung die Öffentlichkeit nicht informieren muss – aktiv: „Sie sammeln Informationen über mögliche Zielobjekte, platzieren Drohnen, sabotieren feindliche Infrastruktur wie Flughäfen oder Bahnhöfe, schalten Flugabwehrsysteme aus und schwächen so die Kampfkraft des Gegners vor dessen weiterer Offensive gegen die Allianz.“ In Deutschland beginnen daraufhin die „Verstärkungskräfte“ mit der „Verlegung von Personal und Material“. „Sofort handlungsfähig bei Kriegsausbruch“, so formuliert die Bundeswehr ihren Anspruch an sich selbst.[13]
Quadriga 2025 ist nach Quadriga 2024 [14] und Air Defender 2023 [15] die dritte jährliche Großübung in Folge, mit der Deutschland seine Führungsambitionen in der NATO untermauert. Die multinationalen Großmanöver sind zwar NATO-Übungen, werden aber von der Bundesrepublik geplant und vor allem geführt. „Quadriga ist eine zentrale Übungsserie der Bundeswehr und Ausdruck unserer Wehrhaftigkeit“, urteilt Vizeadmiral Jan Christian Kaack, Inspekteur der Deutschen Marine und diesjähriger verantwortlicher Manöverleiter.[16] Mit Quadriga trainieren NATO-Truppen die „kurzfristige Verlegung großer [multinationaler] Truppenverbände über die ‘Drehscheibe Deutschland‘ ... bis hin zum gemeinsamen Kampf im Gefecht verbundener Waffen“ – und zwar unter „unter deutscher Leitung“. Teil von Quadriga 2025 war nicht umsonst ein prominent besuchter Medientag, mit dem Berlin hoffte, die „umfangreiche Rolle Deutschlands als Drehscheibe und Transitland im Herzen Europas“ „greifbar darzustellen“ und zugleich seine militärischen Führungswillen in NATO und EU zu unterstreichen.[17] Quadriga sei ein „deutliches Zeichen“ von „militärischer Leistungsfähigkeit“, hieß es [18] – ein Zeichen, das Berlin nicht nur nach Moskau sendet, sondern auch an seine Verbündeten in NATO und EU.
[1] Quadriga 2025 – Alle Einheiten erfolgreich verladen und einsatzbereit. Pressemitteilung der Deutschen Marine, 03.09.2025.
[2] Quadriga 2025 – Bundeswehr und NATO üben den Bündnisfall. Pressemitteilung der Deutschen Marine, 19.08.2025.
[3] Grand Eagle 2025: Panzergrenadiere in Litauen angekommen. soldat-und-technik.de 15.09.2025.
[4] Quadriga 2025 - Bundeswehr und NATO üben den Bündnisfall, Pressemitteilung der Marine 19.08.2025
[5] Quadriga 2025 – Bundeswehr und NATO üben den Bündnisfall. Pressemitteilung der Deutschen Marine, 19.08.2025.
[6] Quadriga 2025 – Alle Einheiten erfolgreich verladen und einsatzbereit. Pressemitteilung der Deutschen Marine, 03.09.2025.
[7] Marinemanöver Northern Coasts – Schwerpunkt der Übungsserie Quadriga 2025. Pressemitteilung der Deutschen Marine, 26.08.2025.
[8] Teilübung Northern Coasts: Einsatz- und kampfbereit in der Ostsee. bundeswehr.de 11.09.2025.
[9] S. dazu Weit gekommen und Vom Kosovo nach Litauen.
[10], [11] Grand Eagle. bundeswehr.de.
[12] Brave Blue und Safety Fuel. bundeswehr.de.
[13] Silver Dagger. bundeswehr.de.
[14], [15] S. dazu Einflusskampf im Baltikum.
[16], [17] Quadriga 2025 – Einladung zum Media Day am 4. September 2025 in Rostock. Pressemitteilung der Deutschen Marine, 29.08.2025.
[18] Northern Coasts 2025. bundeswehr.de.
Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10127
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
aus e-mail von Doris Pumphrey, 23. September 2025, 20:23 Uhr
*Der Mehrheit der israelischen Bevölkerung sind die Verbrechen der
israelischen Regierung im Gazastreifen völlig egal…
**Moshe Zuckermann auf der Kundgebung am 13.September in Berlin:
*Moshe Zuckermann erklärt u.a. „Es gibt heute nicht viele in der
Bevölkerung, die den Krieg beenden wollen, weil Israel mittlerweile eine
zweite Nakba einen Genozid im Gazastreifen verursacht, sondern nur
deshalb, weil man die jüdischen Geiseln, die in Hamas-Gefangenschaft
sind, befreien will. (…) Das Gros der israelischen Bevölkerung ist, im
Grund genommen, vollkommen indifferent gegenüber all dem was Israel
heute im Gazastreifen verbricht. Den allermeisten in Israel, ich rede
nicht nur von den Faschisten, von kanaanitischen Rassisten etc. sondern
auch vom Großteil der Bevölkerung, ist es vollkommen wurscht, wie viele
Leute im Gazastreifen umkommen. Im Gängigen Fall redet man davon, die
haben hier angefangen, also haben sie das jetzt auch verdient oder, ich
habe überhaupt keinen Platz mehr für Empathie für irgendwelche Leute,
alle sind ja sowieso Hamas, alle sind Terroristen etc. Das Problem mit
dem wir es hier zu tun haben, ist, dass im Grund genommen ein Großteil
der israelischen Bevölkerung aus ideologischen Gründen oder eben aus
Gründen der israelischen Befindlichkeit nicht fähig ist heute zu sagen,
wir wollen den Krieg beenden, weil dieser Krieg eine solche Inhumanität
in die Welt gesetzt hat, dass man sich selber schuldig macht, indem man
ein Bürger dieses Landes wird. Auch selbst dann, wenn man, wie meine
Wenigkeit, diesen Krieg und diese Regierung kritisiert bzw. die
Regierung abgeschafft wissen will, ist man schuldig weil man Teil eines
Landes ist, das das verursacht. Eines der zentralen Probleme liegt also
darin, dass aus der inneren Verfasstheit des Landes, politisch wie
sozial, ich im Moment keine Möglichkeit sehe, dass der Krieg beendet
wird. (…)
*/Siehe ganze Rede hier im Video:
/*https://www.youtube.com/watch?v=lDqB0OK2-t4
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Weiteres:
WATCH: Prof. Zuckermann (Tel Aviv Univ.) Sends Powerful Video Message at Berlin Gaza Protest | AM1E
youtube.com, vom 13.09.2025 #StopTheGenocide #FreePalestine #BreakingNews
Thousands of people have gathered at Berlin’s Brandenburg Gate for a protest titled “Stop the Genocide in Gaza.” The demonstration features speeches, performances, and video messages from prominent figures including:
Info: https://www.youtube.com/watch?v=lDqB0OK2-t4
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transition-news.org, 23. September 2025 von KD. Lesedauer: 2 Minuten. Drucken
Der Schriftsteller empfiehlt, auf jede erdenkliche gewaltfreie Art und Weise vozugehen, nicht nur durch Proteste und Kundgebungen. Der Kern dieses Krieges bestehe darin, die Zusammenarbeit mit der Regierung und den von ihr gelenkten Organisationen zu beenden. Er befürwortet einen internationalen Boykott Israels, dieser sei «auf lange Sicht sehr schmerzhaft und effektiv»:«Einige in Netanjahus Regierung planen, die Deportationen und Zerstörungen in Gaza und im Westjordanland fortzusetzen, und sie werden sicherlich nicht aufhören, wenn wir nicht versuchen, sie zu stoppen.»
«Doch der wichtigste Boykott ist nicht der, der uns aufgezwungen wird, sondern der, den wir selbst initiieren. Wir dürfen nicht einfach hoffen, dass uns externe Boykotte und Sanktionen vor unserer Regierung retten. Wir müssen selbst gegen die Regierung kämpfen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat uns Sparta und Autarkie versprochen. Doch damit eine solche Wirtschaft existieren kann, braucht die Regierung die Produktivität von uns allen. Und genau darauf setzt er: auf unseren unterwürfigen Gehorsam als Bürger, Eltern und Berufstätige.»
Mishani plädiert für zivilen Ungehorsam, Nichtarbeiten sowie Widerstand und Streiks. Er macht klar:
«Sie werden einen hohen Preis von uns fordern. Unsere Lebensgrundlagen werden wahrscheinlich beeinträchtigt. Unser Leben wird zerstört. Aber der Schaden, so schlimm er auch sein mag, wird nichts sein im Vergleich zu der Zerstörung, die die israelische Regierung in Gaza anrichtet.»
Auch deshalb müssten die Israelis darauf vorbereitet sein, in diesem Krieg Schaden zu nehmen: Sie müssten die unerträgliche Kluft zwischen ihrem täglichen Leben in Israel und dem Ausmaß der Katastrophe, die sich in ihrem Namen in Gaza abspielt, verringern. Dies sei auch ihre einzige Chance, die Zerstörung zu stoppen und die anhaltende Vertreibung zu verhindern. Mishani schließt:
«Netanjahu will Sparta errichten? Das wird ihm nur gelingen, wenn wir Spartaner werden. Also weigern wir uns, sie zu sein. Wir werden die Regierung nicht mit Munition, Brot und Kultur versorgen. Wir rufen die Welt dazu auf, sich uns anzuschließen und in den Krieg einzugreifen, um die Maschinerie der Vernichtung und Zerstörung zu stoppen. Wenn wir das nicht tun, wird er weiterhin Straßen, Viertel und Städte verschlingen – und das Leben hunderttausender Menschen zerstören.»
Quelle:
Haaretz: Opinion Strike, Resist, Refuse: Israelis Must Wage Nonviolent War on the Government - 22. September 2025
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aus e-mail von Helene+Ansgar Klein, 23. September 2025, 18:24 Uhr
Liebe Mitmenschen! - Doppel bitte entschuldigen -
Ein Projekt, das Hoffnung macht! -->> unten!
Friedliche Grüße!
Helene+Ansgar Klen
Rosengarten 11, 52146 Würselen, Tel.: 02405 72112
'Aachener für eine menschliche Zukunft' <<http://www.ac-frieden.de> >
Aachener Bürgerinitiative "Gute Nachbarschaft mit Russland"
Kampagne: NATO raus - raus aus der NATO <<http://www.NATOraus.de> >
Neuer Krefelder Appell - Den Kriegstreibern in den Arm fallen (
Deutschland neutral ! < <https://deutschlandneutral.de/> >
'Demokratischer Widerstand' <<https://demokratischerwiderstand.de/> >
"... von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem
vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk
... dieses Grundgesetz gegeben." aus der Präambel unseres Grundgesetzes
Art. 20 (4) GG: "Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu
beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere
Abhilfe nicht möglich ist."
"Meiner Meinung nach ist jeder ein Verräter an der Menschheit, der nicht
seine ganze Kraft dem Versuch widmet, weitere Kriege zu verhindern".
Christopher Morley (*1890, †1957)
PS.: Wer von uns auf diesem Wege keine Informationen mehr erhalten möchte,
möge diese Mail per 'Antworten' (kommentarlos) zurücksenden.
-----Original-Nachricht-----
Betreff: Musik gegen Feindbilder – Ein deutsch-russisches Friedensprojekt
trotzt dem Zeitgeist – 22. Sept
Datum: 2025-09-23T17:30:17+0200
Von: "Pit Främke" <PeterFraemke@t-online.de>
An: "Pit Främke" <PeterFraemke@t-online.de>
Musik gegen Feindbilder – Ein deutsch-russisches
Friedensprojekt trotzt dem Zeitgeist – 22. Sept.2025
Leo ENSEL zeigt den WEG … und Pit Främke geht mit über [01 Ensel]
- Global-BDIDGE - wagt zu sagen, was die Großen verschweigen -
[https://globalbridge.ch/wp-content/uploads/2025/09/Konzert-in-Izmir.png]
70 internationale, junge Musiker geben in Izmir ein Konzert.
Musik gegen Feindbilder – Ein deutsch-russisches
Friedensprojekt trotzt dem Zeitgeist
22. September 2025 Von: Leo Ensel
<https://globalbridge.ch/author/leo-ensel/> in Allgemein
<https://globalbridge.ch/thema/allgemein/> , Geschichte
<https://globalbridge.ch/thema/geschichte/> , Politik
<https://globalbridge.ch/thema/politik/>
Vier Fragen stellen sich dieser Tage angesichts einer
neuen europäischen Sicherheitsarchitektur dringlicher denn je:
Was ist nachhaltiger – Vertrauen oder Panzer?
Was ist umweltfreundlicher – Vertrauen oder Panzer?
Was ist kostengünstiger – Vertrauen oder Panzer?
Und schließlich:
Was ist zivilisierter – Vertrauen oder Panzer?
Fragen, die angesichts der eskalierenden Rhetorik zwischen dem Westen
und Russland,
der milliardenschweren Aufrüstungspakete und eines Klimas des Misstrauens
beinahe antiquiert wirken.
Dabei liegt die Antwort, so zeigen es die Geschichtsbücher, längst auf dem
Tisch.
Vom Schlachtfeld zur Freundschaft
Über Jahrhunderte standen sich Frankreich und Deutschland erbittert
gegenüber –
von den Scharmützeln des Mittelalters, den deutsch-französischen Kriegen
bis zum
Ersten und Zweiten Weltkrieg. Jahrhundertelang wurden Feindbilder gepflegt.
Frankreich und Deutschland – das waren nicht nur Feinde, sondern
in gesteigerter Form sogar Erzfeinde.
Kein Krieg, der nicht Leid, Verwüstung und Ressentiments in beiden Ländern
hinterlassen hätte.
Und heute? Keine Panzer am Rhein, keine Raketenstellungen zur
Abschreckung.
Der Hass ist Freundschaft gewichen, die einstigen Feinde sind zu Nachbarn
und Partnern geworden.
Deutsche flanieren in Paris und genießen Croissants – ohne
Eroberungsfeldzug.
Franzosen erleben Berlin und seine Kultur – ohne Ressentiments. In Freiburg
im Breisgau
ist gar eine ehemalige französische Kaserne, einst Symbol militärischer
Präsenz,
in das Ökoviertel Vauban verwandelt worden – ein weltoffener
Modellstadtteil, benannt nach dem
Festungsbaumeister von Louis XIV.
Schwerter zu Pflugscharen: Hier wird es Realität!
Wie war das möglich? Die Antwort beginnt nicht in den Zentralen der
Macht, sondern im Mut Einzelner.
Noch während des Weltkrieges entwarf die französische Gymnasiallehrerin
Marthe-Marie Dortel-Claudot
die Vision einer Aussöhnung mit Deutschland. Sie überzeugte Bischöfe,
Wallfahrten der Versöhnung mit
Zehntausenden Teilnehmern zu organisieren.
Daraus erwuchs die katholische Friedensbewegung „Pax Christi“.
Jahrzehnte später griffen die Staatslenker auf, was diese mutige Frau
zuvor gesät hatte:
1963 unterzeichneten Charles de Gaulle und Konrad Adenauer den
Élysée-Vertrag –
den Grundstein für das Deutsch-Französische Jugendwerk. Millionen junger
Menschen
begegneten sich seither, tauschten Ferienlager gegen Klassenzimmer,
Vorurteile gegen echte Begegnungen.
Das Ergebnis:
Vertrauen statt Waffen, Dialog statt Drohgebärden.
Eine Sicherheitsarchitektur, die keiner Milliardenbudgets bedarf.
Russland – das fehlende Kapitel?
Warum also, so drängt sich die Frage auf, wird dieses Erfolgsmodell
nicht auf die Beziehungen zu Russland übertragen?
Warum beantwortet die Europäische Union Spannungen heute wieder
militärisch?
Warum klammert sich die Politik an alte Kategorien wie „Erzfeind“?
(Außenminister Wadephul nannte es nur wenig anders
.) –
Worte, die an das dunkelste Kapitel deutsch-französischer Feindschaft
erinnern?
Während ganze Staaten nun in den Ton der Aufrüstung einstimmen, gibt
es im äußersten
Südwesten Deutschlands eine leise, aber beharrliche Gegenstimme, die Mut
macht.
Jugendliche gegen den Strom – Musik für den Frieden
Die Initiative nennt sich „Musik für den Frieden – Мyзыка ради Mира“
<https://www.musik-fuer-den-frieden.de/> .
Es sind deutsche Jugendliche, die zusammen mit Jugendlichen aus Russland
sich den Gedanken an Mitmenschlichkeit,
an den friedlichen Umgang miteinander nicht austreiben lassen wollen.
Ihre Vision ist es, sich dem politischen Zeitgeist entgegenzustellen,
um einen Keim zu legen für eine friedliche Zukunft in Europa.
Vielleicht, so wünschen sie es sich, kann aus diesem Keim dereinst ein
deutsch-russisches Jugendwerk entstehen!
Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.
Dafür setzen sie sich ein. Seit 2018 begegnen sich Jugendliche aus
Freiburg und Umgebung und Jugendliche aus Twer in Russland.
Sie machen gemeinsam Musik, überwinden Sprachbarrieren und politische
Feindbilder.
Musik, diese universelle Sprache, spricht ihr Herz und Verstand an, stiftet
Freundschaft, wo Politik polarisiert und tiefe Gräben zieht.
Die Konzerte und Musikfilmproduktionen der Initiative zeigen der
Öffentlichkeit, dass Verständigung möglich ist.
Während viele Partnerschaften nach dem 24. Februar 2022 ihre Zusammenarbeit
einstellten, machte „Musik für den Frieden“ einfach weiter –
unabhängig von staatlichen Stellen, getragen von der Überzeugung, dass
Menschlichkeit und Musik verbinden.
So wurde aus einer kleinen Idee ein handfestes Projekt mit
internationalem Echo:
In diesem Herbst plant die Initiative wieder ihr „Internationales
Musik-Friedens-Camp“ in der Türkei.
Über 60 junge Menschen aus Russland und Deutschland treffen sich, zusammen
mit Jugendlichen aus der Türkei
und anderen Ländern, für eine gute Woche in Çeşme in einem weitläufigen
Resort.
Sie leben dort intensiv zusammen, teilen in Gesprächsrunden ihre
Hoffnungen, Wünsche und Pläne für eine friedliche Zukunft.
Die Jugendlichen proben engagiert viele Stunden am Tag, um dann ein
musikalisches und choreografisches Programm
auf die Bühne zu bringen. Dabei werden die Songs auf Russisch, Deutsch,
Englisch und Türkisch von allen in
wechselnden Besetzungen performt. Die meisten Songs sind selbst komponiert,
getextet und arrangiert.
Höhepunkt werden große Konzerte in Izmir und Bursa sein –
Friedensbotschaften, die direkt von Herz zu Herz transportiert werden.
Begleitet von Social-Media-Kanälen und einem eigenen YouTube-Auftritt
<https://www.youtube.com/@musikfurdenfrieden-m8333> , trägt sich die
Botschaft weit über die Konzertsäle hinaus.
Naivität oder Gegenmacht?
Ist das alles nicht naiv? Eine Handvoll Studenten gegen
Rüstungsbudgets in dreistelliger Milliardenhöhe?
Ein David gegen Goliath, dessen Schleuder kaum die Panzerketten erreichen
könnte?
Nein, meint der Regensburger Propagandaforscher Dr. Jonas Tögel. In
seinen Studien zur „Kognitiven Kriegsführung“
<https://westendverlag.de/Kognitive-Kriegsfuehrung/1634>
kommt er zu einem klaren Schluss:
Kein Krieg ist ohne die Zustimmung der Bevölkerung möglich. Manipulierte
Wahrnehmungen, gezielte Feindbilder und
dauerhafte Propaganda bereiten den Boden für Eskalation.
Historisch betrachtet sei die öffentliche Ablehnung von Krieg, der
wichtigste Schutzmechanismus vor bewaffneten Konflikten gewesen.
Die Jugendlichen in Çeşme immunisieren sich – bewusst oder unbewusst –
gegen diese Manipulationen, kriegstüchtig zu werden.
Indem sie einander begegnen, entziehen sie sich Feindbildern und pauschalem
Hass. Wer ein Gesicht, einen Freund,
eine gemeinsame Erinnerung aus dem anderen Land kennt –
das ist die subversive Kraft von Freundschaft und Liebe! –, schießt nicht.
Vom Keim zur Blaupause
Vielleicht werden ihre Konzerte keine Rüstungspläne stoppen.
Vielleicht aber sind diese Begegnungen jenes unscheinbare Samenkorn, aus
dem einst auch die deutsch-französische Freundschaft erwuchs.
Der Weg von den Schlachtfeldern zu Partnerschaften begann damals ebenso
leise – mit einer Pädagogin, die an Versöhnung glaubte.
Heute sind es Jugendliche mit Instrumenten in der Hand.
Sie werden so selbst zur lebendigen Antwort auf die eingangs
gestellten Fragen:
Vertrauen ist nachhaltiger. Vertrauen ist kostengünstiger. Vertrauen ist
umweltfreundlicher.
Und Vertrauen ist, ohne Zweifel, die zivilisiertere Form von Sicherheit.
PS:
Das Friedenscamp in der Türkei kostet viel Geld für Flüge, Unterkunft und
Verpflegung.
Wer möchte, kann das Projekt finanziell unterstützen. Spenden an den
Verein Musik für den Frieden e.V.
Sparkasse Markgräflerland
IBAN DE24 6835 1865 0108 7211 43
BIC SOLADES1MGL
Eine Spendenbescheinigung kann vom Verein MUSIK FÜR DEN FRIEDEN e.V.
ausgestellt werden.
Bitte Mail- oder Postadresse angeben.
Infos: www.musik-fuer-den-frieden.de
<https://www.musik-fuer-den-frieden.de>
Siehe zum Thema «Musik für den Frieden» auch hier
und hier
und hier
und hier
<https://globalbridge.ch/frieden-ist-moeglich-ein-deutsch-russisches-filmprojekt-in-der-tuerkei/>
und hier
<https://globalbridge.ch/das-samenkorn-legen-fuer-ein-zukuenftig-friedliches-zusammenleben-in-europa/>
.
[03 Ensel][04 Ensel]
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
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