Diese Website verwendet nur technisch notwendige Cookies.
10.09.2025

Alles fängt gerade erst an: Merz enthüllt Putins geheimen Plan

freedert.online, 10 Sep. 2025 18:46 Uhr, Von Pjotr Akopow

Immer wieder werden Russland imperialistische Ambitionen unterstellt, der Unterwerfung der Ukraine werde ein Angriff auf das Baltikum folgen. Diese Vorwürfe kommen vornehmlich aus der EU, welche ihrerseits aggressiv ihren Machtbereich bis an Russlands Grenzen auszudehnen versucht. 



Quelle: Gettyimages.ru © picture alliance / Kontributor



Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz ist in Rage geraten: In letzter Zeit nehmen seine Äußerungen über den russischen Präsidenten Wladimir Putin und Russland immer schärfere Züge an. Nachdem der deutsche Kanzler vor einer Woche den russischen Präsidenten als "den vielleicht gefährlichsten Kriegsverbrecher unserer Zeit" bezeichnet hatte, schien es kaum möglich, dass er noch "höhere Töne" anschlagen könnte. Doch nichts ist unmöglich für den, der sich bemüht – und so verkündete Merz gestern seine Überzeugung, dass "alles darauf hindeutet, dass Putins imperialistische Pläne nicht mit der Eroberung der Ukraine enden, sondern erst damit ihren Anfang nehmen werden".

Obwohl Friedrich Merz in den vier Monaten seiner Kanzlerschaft mehr derartige Äußerungen tätigte als sein Vorgänger Olaf Scholz in den letzten drei Jahren, war es gerade der ehemalige Kanzler, der den Begriff "Imperialismus" in Bezug auf Wladimir Putin und Russland zu verwenden begann. Friedrich Merz ist hier nur ein Nachahmer: Er wiederholt auch die von Olaf Scholz verbreitete Behauptung, dass Wladimir Putin Angst vor Freiheit und Demokratie habe, für die die Ukraine stehe. Allerdings formuliert Friedrich Merz dies noch drastischer: "Dies ist nicht nur ein Territorialkrieg gegen die Ukraine. Putin fühlt sich nicht von der NATO bedroht. Er fühlt sich lediglich von der Kraft der Demokratie und der Freiheit bedroht. Deshalb will er dies nicht um sich herumhaben".


Kanzler Merz, der Kalte Krieger






Meinung

Kanzler Merz, der Kalte Krieger






Mit anderen Worten: Nach Ansicht von Friedrich Merz wird Russland zunächst die Ukraine erobern und dann gegen Europa vorgehen, wo Demokratie und Freiheit herrschen, was für den Kreml-Führer unerträglich ist. Daher versuche Putin derzeit, "die europäischen Demokratien zu destabilisieren", um anschließend gemäß seinem imperialistischen Plan den Westen anzugreifen: "Wenn man Putin zuhört und sich mit seiner Doktrin befasst, wird deutlich, dass er die ehemalige Sowjetunion in ihrer territorialen Ausdehnung wiederherstellen möchte. Deshalb muss man diese Angelegenheit sehr ernst betrachten."

"Einheit Europas und Unterstützung der USA nötig"

In der Tat, was könnte es da noch Ernsthafteres geben: Der Westen nahm die baltischen Staaten in die EU und die NATO auf, versucht, auch die Ukraine und Moldawien dort hineinzuziehen, behält Georgien weiterhin im Auge, umwirbt Armenien, und der Imperialist Putin will die UdSSR wiederherstellen! Friedrich Merz weiß das natürlich besser – zuerst konnte Deutschland dank der UdSSR wiedervereinigt werden und wurde zur Lokomotive der expandierenden Europäischen Union, und dann stellte es plötzlich fest, dass diese Russen aus irgendeinem Grund gegen die Ausdehnung der NATO auf den westlichen Teil ihrer historischen Gebiete protestieren. Schreckliche Imperialisten, Unterdrücker der Freiheit – was können wir von ihnen noch nehmen, außer der Ukraine? Es wäre natürlich gut, noch die "Wirtschaft Russlands zu schwächen", um dem Land die Möglichkeit zu nehmen, seine Militärmaschine aufrechtzuerhalten, sagt Friedrich Merz, aber dafür seien die Einheit ganz Europas und die unermüdliche Unterstützung der USA erforderlich (wobei es Probleme gebe, räumt der Kanzler selbst ein).


"Signal gegen Russland" – Merz, Macron und Tusk beim Unabhängigkeitstag Moldawiens




"Signal gegen Russland" – Merz, Macron und Tusk beim Unabhängigkeitstag Moldawiens







Nimmt man an, dass Friedrich Merz aufrichtig ist, dann bedeutet dies, dass er einen Atomkrieg prophezeit, falls die Versuche des Westens, die Ukraine unter seiner Kontrolle zu halten, scheitern sollten. Denn was ergibt sich, wenn man seiner Logik folgt? Nach dem Fall der Ukraine (in ihrer derzeitigen Form als Vasall des Westens) würde Russland die baltischen Staaten angreifen. Das würde einen Krieg mit der NATO auslösen und die USA zum Kriegseintritt provozieren. Wohin würde ein Krieg zwischen zwei Atommächten auf europäischem Boden führen? Richtig, zu einem Atomkonflikt, dessen Ausmaß von lokal bis europäisch oder sogar global variieren würde. Bedeutet dies, dass Russland in seinem Bestreben, die baltischen Staaten zurückzugewinnen, einen Atomkrieg auslösen würde? Gibt es jemanden, der so etwas ernsthaft in Betracht zieht?

Die "Atlantisierung" der Ukraine ist für Russland nicht hinnehmbar

Russland könnte jedoch die Atlantik-Einheit vorab untergraben (und US-Präsident Donald Trump tut dies auch schon) – und dann würden die Vereinigten Staaten im Falle einer Besetzung der baltischen Staaten untätig bleiben, während Großbritannien und Frankreich es nicht wagen würden, sich im Alleingang auf einen nuklearen Konflikt mit Russland einzulassen. Genau davor warnt Bundeskanzler Merz. Könnten Putins "imperialistische Pläne" tatsächlich verwirklicht werden?

Nein. In Berlin ist man sich dessen durchaus bewusst. Russland hat nicht die Absicht, NATO-Staaten anzugreifen, auch wenn es sich darüber im Klaren ist, dass Artikel 5 des NATO-Vertrags nur eine Relativität darstellt. Zwischen der Ukraine und den baltischen Staaten besteht ein grundlegender Unterschied: Der Beitritt der baltischen Staaten zur NATO ist bereits vollzogen, während der NATO-Beitritt der Ukraine noch verhindert werden könnte. Ja, Russland ist mit der "Atlantisierung" der baltischen Staaten nicht einverstanden, obwohl es sich damit abfinden kann, aber die "Atlantisierung" der Ukraine ist grundsätzlich unvereinbar mit der Existenz Russlands als Großmacht. Die Wiederholung dieser banalen Tatsache scheint sogar peinlich, aber anstatt das Offensichtliche anzuerkennen, werden uns immer wieder Vorwürfe des Imperialismus entgegengebracht und Märchen über unsere Angst vor Freiheit und Demokratie erzählt.

In dieser Situation ist weder ein Dialog noch eine konstruktive Diskussion möglich, da unsere grundlegenden nationalen Interessen nicht nur ignoriert, sondern sogar ihre Existenz geleugnet wird. Stattdessen hören wir den Unsinn über unsere Pläne, Europa zu erobern – dasselbe Europa, das seine Grenzen nach Osten, bis nach Kursk und Don, ausdehnen will. Dabei wird vergessen, dass Europa bereits mehrmals (und zwar ebenfalls als Einheit) einen solchen Versuch unternahm – und wie dieser ausging. Dieses Mal müssen wir jedoch nicht einmal bis nach Berlin vorrücken – die europäische Einheit wird nach dem Scheitern des neuen "Drangs nach Osten" von selbst zerfallen.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 9. September 2025 zuerst bei RIA Nowosti erschienen.


Mehr zum Thema - Ist Kiew bereits im Besitz von Taurus-Raketen? Ein schwaches Dementi aus Berlin


Screenshot_2025_09_10_at_22_35_04_Alles_f_ngt_gerade_erst_an_Merz_enth_llt_Putins_geheimen_Plan_RT_DE

Video https://rumble.com/v6ycj5a-merz-heute-die-ukraine-berbermorgen-sind-wir-dran.html Dauer 1:09 Min.


RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://freedert.online/meinung/255521-alles-faengt-gerade-erst-an/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

10.09.2025

L'Eclaireur
Beno't Paré : "Ukrainische nationalistische Gruppen lehnen jegliche Kompromisse von Präsident Selenskyj entschieden ab"

eclaireur.eu, mai 14, 2025, Pascal Clérotte (übersetzt aus dem Französischen mit beta, unkorrigiert)

Ein Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine könnte die anhaltenden Konflikte nicht vollständig stoppen, warnt ein ehemaliger französischer MoD-Analyst, der von 2014 bis 2020 im Donbass in der OSZE-Laufsüberwachungsmission diente.

Beno't Paré, ein Reserveoffizier der französischen Armee und ehemaliger Analyst des Verteidigungsministeriums, bringt umfangreiches Know-how aus internationalen Missionen in Konfliktgebieten mit, insbesondere mit der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Von 2014 bis März 2020 überwachte er den Waffenstillstand in der ukrainischen Donbass-Region. Sein detaillierter Bericht wird in einem Buch festgehalten, das sehr zu empfehlen ist.

Im Gegensatz zu den in den westlichen Medien präsentierten Erzählungen stellt Paré fest, dass russischsprachige Gemeinden im Donbass wenig Feindseligkeit gegenüber westlichen Ukrainern hegen, obwohl Spannungen in umgekehrter Richtung offensichtlich sind.

Nach den Maidan-Ereignissen 2014, die Paré als einen vom Westen unterstützten Putsch beschreibt, der die ukrainischen ultranationalistischen Fraktionen erhöhte, intensivierte Kiew die Operationen mit „Freiwilligen-Bataillonen“ (ATO) zur Durchführung kontroverser Repressionen. Diese Bemühungen wurden vom damaligen Innenminister Arsen Avakov überwacht, wobei Eka Zgouladzé als Abgeordneter ein georgischer Politiker war, der damals mit dem Abgeordneten Raphael Glucksmann verheiratet war (der Mann, der die USA forderte, gab Frankreich nach Trumps Wahl die Freiheitsstatue zurück). Avakov, eine Figur, die sich mit den US-Interessen verbündet hat, ist seitdem inmitten der laufenden Militäroperation Russlands von der Prominenz verschwunden.

L'-CLAIREUR ist eine Leser-unterstützte Publikation. Vielen Dank, dass Sie ein kostenloses oder bezahltes Abonnement in Betracht gezogen haben.


Parés Beobachtungen stellen die vereinfachten Erzählungen in Frage, die in der Mainstream-Berichterstattung über den Konflikt zu finden sind. Während die Verhandlungen in der Türkei zu Beginn der Verhandlungen zunehmen, wirft er Bedenken darüber auf, ob die westliche Unterstützung für Hardliner-Gruppen in der Ukraine, angetrieben von ihrem Widerstand gegen Russland, die Gefahr laufen, destabilisierende und gefährliche Kräfte zu schaffen, die denen in vergangenen Konflikten wie Afghanistan während der Sowjetära zu sehen sind.

Es folgt eine Zusammenfassung dieser ausführlichen Diskussion - die im Podcast unten, auf Französisch zu finden ist.

Le Coup de projecteurBeno't Paré : "Les nationalistes ukrainiens interdisent toute concession - Zelensky"

Pascal Clérotte

-

14. Mai

Screenshot_2025_09_10_at_21_10_01_transcoded_1747136497.webp_WEBP_Grafik_690_363_Pixel_

Officier de réserv de l’armée de terre, ancien analyste au ministére de la défense, Beno't Paré a surt ts longue expérience des missions en zone de conflite, plus particuli-rement au de l’Organisation pour la sécurité et la coopération en Europe (OSCE) Il consigne ce qu’il a vu ces huit années durant dans

Lesen Sie die ganze Geschichte


L'éclaireur: Könnten Sie die Rolle der OSZE, einer weniger bekannten Organisation, und ihrer Ziele klären?

Benoet Paré: Die OSZE oder Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa wurde 1975 als Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa gegründet, um den Dialog zwischen westlichen und ehemaligen Sowjetstaaten zu fördern, um globale Konflikte zu verhindern. Ihr Schwerpunkt ist die Förderung von Demokratie, Menschenrechten und Rüstungskontrolle.

Bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion funktionierte sie ruhig durch jährliche Treffen. Seine Relevanz schwand nach dem Kalten Krieg, aber der bosnische Bürgerkrieg belebte seine Rolle. Nachdem die Glaubwürdigkeit der Vereinten Nationen geschwächt war, griff die OSZE ein, um Bosniens Nachkriegswahlen zu organisieren, nachdem das Dayton-Abkommen von 1995, das am 14. Dezember in Paris unterzeichnet wurde, unterzeichnet wurde.

Damals diente ich im Hauptquartier der französischen Rapid Action Force unter General Morillon, das für sein UN-Schutzversprechen in Srebrenica bekannt war. Später wurde er zurückgerufen und ausgegrenzt. Nach Dayton wurde die OSZE mit der Wahlaufsicht als Alternative zur UNO beauftragt, was ihre erste große Mission darstellt. Ich trat zunächst als Militäroffizier bei, damals als Zivilist, beginnend mit kurzen Einsätzen vor längeren Einsätzen, einschließlich der Ukraine im Jahr 2015.

L'cclaireur : Was war das OSZE-Mandat in der Ukraine?

Beno't Paré: Wie in meinem Buch What I Saw in der Ukraine ausführlich beschrieben, ging es in der Ukraine-Mission der OSZE darum, unparteiisch Daten zu sammeln, die Menschenrechte zu überwachen und den lokalen Dialog zu fördern. Letzteres erwies sich als herausfordernd. Die OSZE und ihre Mitgliedsstaaten erkannten die selbsternannten Donbass-Republiken nicht an, was das Engagement mit ihnen erschwerte, während die Interaktionen mit der ukrainischen Regierung nahtlos waren. Dieses Ungleichgewicht behinderte unsere Neutralität entgegen unserem Mandat. Meine Bemühungen, dies intern anzusprechen, sind gescheitert, was zu meinem Rücktritt führte.

L'éclaireur: War die Mission in erster Linie symbolisch, die es dem Westen erlaubte, ohne tiefes Engagement dabei zu sein?

Beno't Paré: Anfangs war sein Umfang unklar. Es wurde am 21. März 2014 nach der Krimia-Referendum gestartet und reagierte auf sich schnell entfaltende Ereignisse, einschließlich des Auftauchens nicht identifizierter „kleiner grüner Männer“. Westliche Mächte, die unvorbereitet wurden, bauten die Mission auf, um die Situation zu überwachen, ohne anfängliche bewaffnete Konflikte.

Die Dynamik hat sich mit der ukrainischen Anti-Terror-Operation (ATO) am 7. April verschoben, die in einen Krieg eskalierte. Frühe zivile Beobachter, die nicht in militärischen Angelegenheiten ausgebildet waren, waren schlecht ausgestattet. Separatistische Geiselnahmen im April-Mai stockten die Rekrutierung bis September. Die Mission hatte mit kurzfristigen Verträgen und einer Mischung aus zivilem, militärischem und Polizeipersonal zu kämpfen, denen es an zusammenhängender Führung mangelte.


Info: https://www.eclaireur.eu/p/benoit-pare-ukrainian-nationalist


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

10.09.2025

OSZE-Beobachter deckt Lügen über den Ukraine-Krieg auf

Screenshot_2025_09_10_at_21_02_40_OSZE_Beobachter_deckt_L_gen_ber_den_Ukraine_Krieg_auf_YouTube


youtube.com, vom 31.08.2025, Glenn Diesen Deutsch

Benoît Paré, ein Reserveoffizier der französischen Armee und ehemaliger Analyst im Verteidigungsministerium, bringt seine Fachkenntnisse und Erfahrungen als OSZE-Beobachter im Donbas ein. Original Video:    • Benoît Paré: OSCE Observer Exposes Lies Ab...  


Info: https://youtube.com/watch?v=sPOpWXXZHcc&feature=shared


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

10.09.2025

Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien - und zum Thema Militarisierung  (I von II)

aus e-mail von Clemens Ronnefeldt, 10. September 2025, 16:05 Uhr

Liebe Friedensinteressierte,


beiliegend sende ich Artikel zu den

Kriegen in der Ukraine und in Westasien -

und zum Thema Militarisierung.


1. n tv: Ukraine-Krieg im Liveticker


2. Die Zeit: Flugzeug von Ursula von der Leyen:  Russland nennt Vorwurf der GPS-Störung "Paranoia"


3. SZ: EU - Wie Putins Störfunk von der Leyen in Bedrängnis bringt


4. IPG: Frieden in Sicht?


5. IPG: Bromance mit Bruchstellen - China und Russland inszenieren ihre Einigkeit.



6. n tv: Trump gab grünes Licht - Israel greift Hamas-Spitze in Katars Hauptstadt Doha an


7. Die Zeit: Israels Armee ruft erstmals alle Bewohner auf, Gaza-Stadt zu verlassen


8. DW:  Faktencheck: Israel zahlt Millionen für Propaganda-Kampagne


9. RND: Ex-Merkel-Berater Heusgen - Warum Deutschland einen Palästinenserstaat anerkennen sollte


10. Open Petition: Den Staat Palästina anerkennen!


11. IPG: Mit Solidarität in die Sackgasse



12. UN: Militärausgaben weltweit erreichen Rekordwert von 2,7 Billionen Dollar


13. Fabian-Scheidler: Friedenstüchtig - Wie wir aufhören können, unsere Feinde selbst zu schaffen



——



1. n tv: Ukraine-Krieg im Liveticker



https://www.n-tv.de/politik/11-32-Munz-Belarus-sagt-man-habe-Polen-vorgewarnt--article23143824.html


10.09.2025


Ukraine-Krieg im Liveticker


11:32 Munz: "Belarus sagt, man habe Polen vorgewarnt"


Polen meldet in der Nacht mehrere russische Drohnen in seinem

Luftraum, das Nato-Land ist hochgradig alarmiert. Ob es sich bei dem

Eindringen allerdings um eine bewusste oder unabsichtliche Aktion

handelt, ist unklar. ntv-Moskaukorrespondent Rainer Munz sieht in

einer Meldung aus Belarus ein Indiz für ein Versehen.



11:15 Bericht: Deutsche Patriots an Ortung russischer Drohnen beteiligt


An der Ortung russischer Drohnen waren nach Informationen aus

Sicherheitskreisen auch zwei in Polen stationierte deutsche

Patriot-Flugabwehrsysteme beteiligt. Das sagt ein Insider gegenüber

der Nachrichtenagentur Reuters. Aus Nato-Kreisen war zuvor verlautet,

die in der Region stationierten Patriot-Luftabwehrsysteme hätten die

Drohnen zwar auf dem Radar erfasst, aber nicht bekämpft.



10:55 Polen beantragt Nato-Konsultationen zu Bedrohungsfall


Nach dem Abschuss von mehreren Drohnen hat Polen Konsultationen nach

Artikel 4 des Nato-Vertrags beantragt. Das erklärt Regierungschef

Donald Tusk in Warschau. Der Artikel sieht Beratungen mit den

Verbündeten vor, wenn sich ein Nato-Staat von außen gefährdet sieht.



10:43 SPD-Fraktion über Drohnen in Polen: Russland testet Reaktion der Nato


Das Eindringen russischer Drohnen in den polnischen Luftraum treibt

die Bundespolitik um. "Das bereitet uns wirklich große Sorgen", sagt

der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Dirk Wiese, vor

Journalisten in Berlin. (…)



10:20 Selenskyj: "Äußerst gefährlicher Präzedenzfall für Europa“


Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft Russland vor, bei

nächtlichen Angriffen Drohnen gezielt auf Polen gerichtet zu haben. Es

habe sich nicht um eine einzelne Drohne gehandelt, die als Versehen

bezeichnet werden könnte, schreibt Selenskyj auf X. Mindestens acht

Drohnen seien auf das Nato-Mitgliedsland gerichtet gewesen und hätten

im polnischen Luftraum operiert. Dies sei ein weiterer Schritt der Eskalation.


Er sprach von einem "äußerst gefährlichen Präzedenzfall

für Europa". Selenskyj warnte, wenn Maßnahmen gegen Russland und

dessen Verbündete verzögert würden, nähme die Brutalität der Angriffe

nur zu. Ausreichend Waffen seien nötig, um Russland abzuschrecken.



09:58 Insider: Nato wertet Drohnen-Einflug nicht als Angriff


Die Nato wertet das Eindringen russischer Drohnen in den polnischen

Luftraum einem Insider zufolge nicht als Angriff. Ersten Anzeichen

zufolge sei der Einflug von sechs bis zehn Drohnen absichtlich

erfolgt, erfährt die Nachrichtenagentur Reuters aus Nato-Kreisen. Es

sei das erste Mal gewesen, dass Flugzeuge des Bündnisses potenziellen

Bedrohungen im alliierten Luftraum entgegengetreten seien.


(…)


06:04 Trump kündigt Telefonat mit Putin an


US-Präsident Donald Trump will nach eigenen Angaben noch in dieser

oder Anfang nächster Woche mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir

Putin telefonieren. Weitere Angaben machte er bisher nicht. (…)



——



2. Die Zeit: Flugzeug von Ursula von der Leyen:  Russland nennt Vorwurf der GPS-Störung "Paranoia"


https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-09/flugzeug-ursula-von-der-leyen-gps-stoerung-russland


Flugzeug von Ursula von der Leyen:


Russland nennt Vorwurf der GPS-Störung "Paranoia"


Russland steht unter dem Verdacht eines Störangriffs auf ein Flugzeug,

mit dem die EU-Kommissionspräsidentin unterwegs war. Das sei "Fake",

sagt die Regierung in Moskau.


Aktualisiert am 4. September 2025, 7:44 Uhr


Quelle: DIE ZEIT, Reuters, dpa, akm



Russland hat Vorwürfe über eine Störung des GPS-Systems des Flugzeugs

von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zurückgewiesen. Die

Sprecherin des Außenministeriums, Marija Sacharowa, bezeichnete die

Vorwürfe als "Fake und Paranoia".


Das Flugzeug mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an

Bord war am Sonntag bei einer Reise nach Bulgarien mutmaßlich Ziel

einer absichtlichen Störung des satellitenbasierten Navigationssystems

GPS geworden. Nach Angaben einer EU-Sprecherin vermuten die

bulgarischen Behörden, dass Russland hinter der Attacke stecke. Sie

seien dabei, den Fall zu untersuchen.


Für von der Leyen und die anderen Mitreisenden endete der Zwischenfall

glimpflich. Ihr Charterflugzeug konnte demnach am Ende sicher in der

Stadt Plowdiw landen. Lebensgefahr für die Insassen bestand nach

Angaben des Flughafendirektors Krassimir Peschew nicht. (…)



------------



Vorbemerkung von C. Ronnefeldt:


Bei den beiden nachfolgenden Meldungen der Süddeutschen Zeitung

möchte ich auf die Überschriften aufmerksam machen, die sowohl in

der Online- wie auch in der Printausgabe m.E. in Spannung zum Text stehen.



——————


3. SZ: EU - Wie Putins Störfunk von der Leyen in Bedrängnis bringt



https://www.sueddeutsche.de/politik/von-der-leyen-putin-gps-jamming-bulgarien-li.3307713?reduced=true


EU - Wie Putins Störfunk von der Leyen in Bedrängnis bringt


5. September 2025, 14:12 Uhr


War das Flugzeug der Kommissionspräsidentin wirklich Opfer von russischem GPS-Jamming?


Die Geschichte wirkte spektakulär, nun löst sie sich in Mutmaßungen auf –


und beschert dem Kreml einen PR-Erfolg.



Von Josef Kelnberger <https://www.sueddeutsche.de/autoren/josef-kelnberger-1.1143280> und Hubert Wetzel <https://www.sueddeutsche.de/autoren/hubert-wetzel-1.1143340>, Brüssel


(...)



——



In der SZ-Printausgabe vom 6./7.9.2025 auf Seite 9 steht der Text


unter der Überschrift: „PR-Erfolg für den Kreml“.


(…)


Am Dienstag tat sich in der Geschichte dann ein gewaltiges Loch auf:

Der als überaus seriös geltende globale Onlinedienst Flightradar24

verbreitete die Meldung:


Der Flug von der Leyens sei den Daten zufolge nur mit minimaler

Verspätung gelandet, nicht mehr als eine Stunde später, wie die FT

geschrieben hatte. Zudem habe die Maschine von Anfang bis Ende eine

stabile GPS-Verbindung gehabt.


Damit konfrontiert, erwiderte eine Kommissionssprecherin am Dienstag,

sie sei an Bord gewesen und könne bestätigen, dass der Flug eine

„beträchtliche" Verspätung gehabt habe.


Wenig später stellte sich heraus: Die Maschine war nur etwa zehn

Minuten länger als geplant unterwegs. In Brüssel kursiert die Theorie,

die Menschen an Bord der Chartermaschine hätten schlicht die

Zeitverschiebung zwischen Warschau und Plovdiv - plus eine Stunde -

nicht bedacht und seien daher beim Blick auf ihre Uhren verwirrt gewesen.

(…)


————



4. IPG: Frieden in Sicht?



https://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/frieden-in-sicht-1-8516/?utm_campaign=de_40_20250904&utm_medium=email&utm_source=newsletter


Außen- und Sicherheitspolitik 04.09.2025 |


Moritz Gathmann <https://www.ipg-journal.de/ipg/autorinnen-und-autoren/autor/moritz-gathmann/>

Frieden in Sicht?



Putins Krieg in der Ukraine dauert an. Doch steigende Kosten, westlicher

Druck und neue Waffen machen ein mögliches Ende wahrscheinlicher.


Moritz Gathmann ist freier Journalist und berichtet seit 20 Jahren aus Osteuropa,


zuletzt vor allem für den Stern aus der Ukraine.



Die Aufregung im August war groß: Wladimir Putin in Alaska – empfangen

auf dem roten Teppich, beklatscht von Donald Trump. Bedeutet das

Treffen einen Durchbruch in Richtung Frieden? Oder verrät der

US-Präsident die Ukraine? Wenig später dann das „Team Selenskyj“ im

Weißen Haus – der ukrainische Präsident an Trumps Seite, unterstützt

von seinen europäischen Partnern. Und was folgte danach?


Zwei Wochen nach dem Spektakel scheint es, als hätten diese Tage in

Amerika einmal mehr nur heiße Luft produziert. Trumps jüngstes

Ultimatum für ein bilaterales Treffen zwischen Wladimir Putin und

Wolodymyr Selenskyj ist erwartungsgemäß ohne Folgen geblieben.


Der Krieg an der Front im Osten der Ukraine geht derweil mit

unverminderter, blutiger Intensität weiter, im Luftkrieg haben beide

Seiten zuletzt sogar noch einmal nachgelegt. Und doch mehren sich die

Anzeichen, dass dieser Krieg in seine Schlussphase eintreten könnte.

Denn langsam kristallisieren sich mögliche Kompromissformeln für eine

Friedensvereinbarung – oder zumindest für einen Waffenstillstand – heraus.


Zum einen hat sich in der Ukraine wie auch im Westen die Überzeugung

durchgesetzt, dass ein NATO-Beitritt derzeit praktisch ausgeschlossen

ist. Zugleich erscheint ein Friedensschluss nur dann sinnvoll, wenn er

auf andere Weise einen erneuten russischen Angriff verhindert.


Die praktikabelste Variante besteht darin, die Ukraine in ein

„Stachelschwein“ zu verwandeln – sie also militärisch so zu stärken,

dass Moskau von einem weiteren Angriff abgeschreckt wird. Eine von

Marco Rubio geleitete „Task Force“ soll in diesen Tagen zudem

Sicherheitsgarantien für die Ukraine erarbeiten. Wie diese allerdings

ohne eine Beteiligung der USA aussehen sollen – die Trump immer wieder

ausdrücklich ausgeschlossen hat –, bleibt fraglich.


Zum Zweiten hielten die Ukraine und mit ihr die meisten westlichen

Partner lange an völkerrechtlich nachvollziehbaren Forderungen fest,

allen voran am Rückzug der russischen Truppen vom ukrainischen

Territorium oder zumindest auf den Stand vom 24. Februar 2022.


Putin will bis zu einem möglichen Waffenstillstand so viel Gebiet wie

möglich einnehmen.


Doch auch hier hat sich inzwischen die Einsicht durchgesetzt, dass

dies unter den gegebenen Bedingungen nicht zu erreichen ist.

Realistisch erscheint vielmehr ein Einfrieren der Frontlinie –

möglicherweise inklusive eines „Gebietstauschs“.


Dieser könnte jedoch höchstens bedeuten, dass die russischen Truppen

aus den kleineren besetzten Teilen von Sumy, Mykolajiw und Charkiw

abziehen – und im Gegenzug ein ähnlich großes Gebiet in Donezk

erhalten. Für die von Russland vor Alaska geforderte kampflose Aufgabe

der heute noch unbesetzten Teile von Donezk, einschließlich der

Agglomeration Kramatorsk, gibt es aus ukrainischer Sicht keinerlei Anlass.


Gegenüber der eigenen Bevölkerung wäre das politisch nicht vertretbar,

und strategisch wäre es im Hinblick auf einen möglichen erneuten

Angriff Moskaus ein schwerer Fehler: Dieses Gebiet haben die Ukrainer

zur Festung ausgebaut – und sie werden es bis zuletzt verteidigen.


Was Putin Trump offenbar weismachen wollte: Früher oder später werde

die russische Armee diese Gebiete ohnehin erobern, da könne die

Ukraine sie für einen sofortigen Frieden doch gleich preisgeben. Doch

dem ist nicht so. Und offenbar gelang es Selenskyj und den Europäern,

Trump davon zu überzeugen.


Zweifellos: Die Russen sind auf dem Vormarsch. In manchen Wochen

eroberte die russische Armee in diesem Sommer 30 Quadratkilometer, in

anderen über 150. Den Russen ist es gelungen, mehrere Städte wie

Pokrowsk oder Kupjansk weitgehend einzukesseln. Eingenommen haben die

Russen jedoch keine dieser Städte – und die Sommeroffensive neigt sich

dem Ende zu.


Das bedeutet: Obwohl die ukrainische Armee anders als die russische

unter ständigem Personalmangel leidet, obwohl es an einzelnen

Frontabschnitten immer wieder zu kleineren Durchbrüchen kommt, hält

sie den russischen Angriffen weitgehend stand. Seit Ende August

verlegt Russland nun gut ausgebildete Einheiten aus anderen

Frontbereichen in das Gebiet Donezk. Das Ziel ist eindeutig:


Putin will bis zu einem möglichen Waffenstillstand so viel Gebiet wie

möglich einnehmen – und der Ukraine, den Europäern und insbesondere

Trump beweisen, dass es eben doch besser wäre, das Gebiet kampflos

aufzugeben.


Während sich also an der Front selbst die Lage kaum verändert hat,

versucht die Ukraine, im Luftkrieg technisch mit Russland

gleichzuziehen. Ende August präsentierte die Ukraine neu entwickelte

Raketen, die sich schon in Serienproduktion befinden sollen.


Neben einer Modernisierung der bestehenden „Neptun“-Rakete bietet

insbesondere der jetzt vorgestellte Marschflugkörper „Flamingo“ mit

einem Sprengsatz von über einer Tonne und einer Reichweite von bis zu

3 000 Kilometern den Ukrainern bislang unbekannte Möglichkeiten, etwa

folgenschwere Angriffe auf russische Rüstungsunternehmen.


90 Prozent der russischen Rüstungsproduktion, so der ukrainische

Militärexperte Walerij Romanenko, befänden sich nun in Reichweite der

Ukraine. Und der wichtigste Aspekt: Die Ukraine bräuchte anders als im

Falle der vom Westen gelieferten ATACMS- oder Storm-Shadow-Systemen

für den Einsatz der eigenen Raketen auch gegen russisches Territorium

nicht mehr die Erlaubnis aus Washington, London oder Paris.


Zugleich hat die Ukraine die Serienproduktion von FP-1-Kampfdrohnen

aufgenommen, die vom Typ den russischen Angriffsdrohnen ähneln. Auf

diese Weise wollen die Ukrainer die Strategie der Russen kopieren: mit

billigen Drohnen die russische Raketenabwehr überlasten, damit später

die Raketen weitgehend ungehindert ins Ziel fliegen können.


Dass die Russen dieses Szenario fürchten, zeigen ihre jüngsten

Angriffe, bei denen sie vor allem Rüstungsbetriebe angriffen, unter

anderem eine im Bau befindliche Bayraktar-Fabrik und das Büro eines

ukrainischen Drohnenproduzenten in Kiew.


Schon mit den bislang zur Verfügung stehenden Mitteln hat die Ukraine

den Russen in den vergangenen Wochen mehr als nur Nadelstiche zugefügt.


Schon mit den bislang zur Verfügung stehenden Mitteln hat die Ukraine

den Russen in den vergangenen Wochen in einem sensiblen Bereich mehr

als nur Nadelstiche zugefügt:


Mit Drohnen-Attacken auf Ölraffinerien tief im russischen Hinterland

gelang es einer Berechnung von Reuters zufolge, 17 Prozent der

russischen Ölproduktion zu unterbrechen – und damit die Produktion von

1,1 Millionen Barrel pro Tag. Die Ukraine versucht so, auch gegenüber

Präsident Trump zu zeigen, dass sie durchaus fähig ist, sich gegen den

Angreifer zur Wehr zu setzen.


Im Ölsektor – neben Gas das wichtigste Mittel Russlands zur

Kriegsfinanzierung – erhöhen die westlichen Staaten den Druck. Die USA

verhängten Ende August zusätzlich 25-prozentige Zölle gegen Indien,

ausdrücklich als Strafe dafür, dass das Land Waffen und Öl aus

Russland bezieht. Im ersten Halbjahr importierte Indien im Schnitt

1,73 Millionen Barrel pro Tag und war damit nach China der zweitgrößte

Abnehmer. Experten erwarten, dass Indiens Ölimporte aus Russland

bereits ab September zurückgehen.


Anfang September trat zudem eine neue Preisobergrenze der G7-Staaten

in Kraft: Die bisher geltende Marke von 60 US-Dollar pro Barrel wurde

auf 47,60 Dollar gesenkt. Damit steigt der Druck auf Russland nicht

nur in der Produktion, sondern auch beim Export von Öl deutlich an.


Ist aufseiten Russlands also der Wille gewachsen, den Angriffskrieg

gegen die Ukraine zu beenden? Der stellvertretende Chef des

ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR erklärte in einem Interview im

August, interne russische Strategiepapiere enthielten eine klare

Zielvorgabe: Der Krieg müsse bis zum Jahr 2026 beendet sein. Der

wichtigste Grund: die immensen Kosten.


Zudem: Die USA unter Trump bieten Russland enge politische und

wirtschaftliche Kooperation an – sollte Putin in Sachen Ukraine

endlich einlenken. Die Vorstellung, ein goldenes

russisch-amerikanisches Zeitalter auch ohne eine Lösung im

Ukraine-Krieg einleiten zu können, hat sich seit Alaska erledigt. Die

Zusammensetzung der russischen Delegation machte jedoch deutlich, dass

man sich von dem Treffen genau dies erhofft hatte.


Aber auch die Vorstellung, ein von Trump per „ordre de mufti“

erzwungenes Treffen zwischen Selenskyj und Putin könne Frieden

bringen, ist unrealistisch. Dafür sind viel zu viele komplexe Fragen

offen, die zuvor auf der Ebene von Diplomaten und Experten verhandelt

werden müssen.


Aber sollte die Ukraine und der mehr oder weniger geeinte Westen Kurs

halten und Russlands Kosten für eine Fortführung des Kriegs weiter

steigern – durch konstante Waffenlieferungen an die Ukraine und eine

zielgerichtete Reduzierung der russischen Einnahmen aus Öl und Gas –,

dann ist ein Ende des Krieges zwar nicht greif-, aber zumindest sichtbar.



——



5. IPG: Bromance mit Bruchstellen - China und Russland inszenieren ihre Einigkeit.


https://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/bromance-mit-bruchstellen-8526/?utm_campaign=de_40_20250909&utm_medium=email&utm_source=newsletter



Außen- und Sicherheitspolitik 09.09.2025


 Niels Hegewisch <https://www.ipg-journal.de/ipg/autorinnen-und-autoren/autor/niels-hegewisch/> & Alexey Yusupov <https://www.ipg-journal.de/ipg/autorinnen-und-autoren/autor/alexey-yusupov/>

Bromance mit Bruchstellen


China und Russland inszenieren ihre Einigkeit.


Doch hinter der „grenzenlosen Partnerschaft“ verbirgt sich ein fragiles Bündnis voller Misstrauen.


Dr. Niels Hegewisch ist Referent für China und Geopolitik im

Asien-Referat der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Berlin. Zuvor

leitete er die FES-Büros in der Mongolei und Pakistan.


Alexey Yusupov leitet das Russlandprogramm der

Friedrich-Ebert-Stiftung und das FES-Büro "Dialog Osteuropa". Zuvor

war er Büroleiter der FES in Myanmar und Afghanistan. Er unterstützt

politische Akteure als Berater und Moderator.



Als die chinesische Volksbefreiungsarmee zum „Tag des Sieges“ ihr

modernstes Gerät und perfekt einstudierte Marschformationen über den

Platz des Himmlischen Friedens ziehen ließ, zelebrierte Staats- und

Parteichef Xi Jinpingauf der Ehrentribüne die Freundschaft mit

Russlands Präsident Wladimir Putin.


Wenige Tage zuvor hatten sie auf dem Gipfeltreffen der Shanghai

Cooperation Organisation (SCO) in Tianjin den Anspruch untermauert,

die Weltordnung neu zu gestalten. Die Hegemonie des US-geführten

Westens soll gebrochen werden und der Globale Süden mehr Mitsprache,

Entwicklung und Sicherheit erhalten.


Grundlage dieser globalen Ambitionen ist die „grenzenlose

Partnerschaft“, die China und Russland wenige Tage vor dem russischen

Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 besiegelten. Dass es sich

dabei um mehr als eine Floskel handelt, zeigen die über 40

persönlichen Treffen zwischen Xi und Putin seit 2013 – eine

rekordverdächtige Zahl in der internationalen Diplomatie.


Das Handelsvolumen erreichte 2024 rund 245 Milliarden US-Dollar und

ist damit fast doppelt so groß wie vor der Corona-Pandemie. Heute ist

China Russlands wichtigster Handelspartner. Chinesische Exporte – von

Autos bis Elektronik – schließen die Lücken, die westliche Sanktionen

gerissen haben. Russland wiederum liefert China billiges Öl. Zugleich

nimmt auch die Zahl gemeinsamer Militärmanöver stetig zu.


Zur Vertiefung der Partnerschaft wurden am Rande des SCO-Gipfels mehr

als 20 neue Kooperationen vereinbart – von Landwirtschaft bis

Künstliche Intelligenz. Symbolträchtig war neben der chinesischen

Visafreiheit für russische Staatsbürger vor allem die Ankündigung, die

seit Jahren geplante Gaspipeline Power of Siberia 2 endlich

voranzutreiben. Gazprom-Chef Alexej Miller sagte Lieferungen von 50

Milliarden Kubikmetern pro Jahr zu – ein Volumen vergleichbar mit Nord

Stream 1 und 2.


Auf den ersten Blick scheinen es China und Russland mit ihrer

„grenzenlosen Partnerschaft“ ernst zu meinen. Doch schon bei der

geplanten Pipeline zeigen sich Bruchlinien. Peking hat das Projekt

lange hinausgezögert – aus Sorge vor Abhängigkeit und wegen

Streitigkeiten über den Preis. Dass es nun wiederbelebt wird, liegt an

Russlands schwacher Verhandlungsposition: Moskau braucht dringend

Alternativen zum europäischen Markt und lockt Peking mit hohen

Preisnachlässen. Für China ist das Vorhaben nützlich, aber keineswegs

überlebenswichtig.


Das ist symptomatisch für den trotz aller Zuwächse der vergangenen

Jahre asymmetrischen Handel, der weit hinter seinen Möglichkeiten

zurückbleibt. Beide Seiten errichten Hürden: Moskau schützt seine

heimische Industrie mit Importzöllen auf chinesische Autos, während

Peking den russischen Finanzsektor weitgehend abschottet.


Auch auf gesellschaftlicher Ebene bleibt die Partnerschaft

oberflächlich. Kulturaustausch, Tourismus sowie wissenschaftliche

Kooperation sind marginal. Stattdessen sind sich beide Seiten

kulturell fremd, und es herrscht historisch gewachsenes Misstrauen.

Die Sicherheitsdienste beäugen Kontakte argwöhnisch und bei zu engen

Beziehungen ins Nachbarland ist der Spionageverdacht schnell bei der Hand.


Auch auf gesellschaftlicher Ebene bleibt die Partnerschaft oberflächlich.


Das verbindende Element zwischen Peking und Moskau ist die Ablehnung

der US-Hegemonie. China verweist auf das aggressive Auftreten der

Trump-Regierung selbst gegenüber amerikanischen Verbündeten – für

Peking ein Beleg für die Scheinheiligkeit der angeblich werte- und

regelbasierten internationalen Ordnung. Washington nutze seinen

globalen Einfluss, um Chinas Aufstieg zu bremsen. Russland wiederum,

das sich in einem Kampf mit den USA und ihren Partnern um die

Vorherrschaft in Europa wähnt und jede Unterstützung gebrauchen kann,

ist für China ein logischer Partner.


Dabei ist die Interessenpartnerschaft Pekings und Moskaus gegen

Washington keine Allianz wie die NATO. Es fehlt eine gemeinsame

langfristige Vision für die Partnerschaft und für eine zukünftige

Weltordnung, die über die Gegnerschaft der USA hinausgeht. China will

die bestehende internationale Ordnung zu seinen Gunsten reformieren,

während Russland auf ihre Zerstörung setzt.


Die episodischen Annäherungsversuche der Trump-Regierung gegenüber

Russland wie zuletzt beim Gipfeltreffen in Alaska verfolgt China

dennoch gelassen. Man ist sich sicher: Statt echter Freundschaft geht

es dem Taktiker Putin darum, einen Keil in den Westen zu treiben und

gegenüber China Handlungsfreiheit zu demonstrieren. Trump wiederum

strebt aus Sicht Pekings nach Rohstoffen und Einflusssphären und ist

von der fixen Idee getrieben, er könnte den Friedensnobelpreis

erhalten. Doch all das wird nicht ausreichen, um Russland aus Chinas

Einflussbereich zu lösen.


Doch hinter der glitzernden Fassade der chinesisch-russischen

Eintracht verbergen sich echte Bruchstellen. Ein Führungswechsel in

Moskau oder ein Ende des Ukraine-Krieges könnte den Blick der

russischen Eliten rasch wieder auf den Westen lenken.


Die klare Rollenverteilung – Peking als Koch, Moskau als Kellner –

widerspricht zudem Russlands imperialem Selbstverständnis. China

wiederum schielt weiterhin auf den weitaus attraktiveren europäischen

Markt und auf eine Schwächung des transatlantischen Bündnisses durch

eine Annäherung an Europa. Hinzu kommen weitere potenzielle

Konfliktherde wie ein wachsender Nationalismus, alte Grenzkonflikte,

geopolitische Rivalitäten in Zentralasien und der Arktis sowie Moskaus

immer engere Beziehung zu Nordkorea.


Die Oberflächlichkeit des chinesisch-russischen Bündnisses ist

historisch erklärbar. Über Jahrhunderte prägten Grenzkonflikte das

Verhältnis beider Staaten; mehrfach eroberte das Zarenreich

chinesische Gebiete. Auch die kommunistische Allianz nach 1949

zerbrach bald an ideologischen Differenzen und offenen

Grenzscharmützeln. Nach dem Ende der Sowjetunion kam es zu einer

vorsichtigen Normalisierung. Erst seit der Jahrtausendwende und im

Kontext der wachsenden Rivalität mit den USA verfolgt China eine

aktivere Russlandpolitik.


Am deutlichsten wird die Fragilität der chinesisch-russischen

Beziehungen mit Blick auf den Ukraine-Krieg. Hinter verschlossenen

Türen bewerten chinesische Experten die russische Invasion als

strategischen Fehler. Eigentlich wollte Moskau, so die weit

verbreitete Einschätzung, durch die kurze „Spezialoperation“ auch die

Asymmetrie in der Partnerschaft mit China korrigieren. Nach ihrem

Scheitern ist Russland abhängiger von China denn je.


Hinter verschlossenen Türen bewerten chinesische Experten die

russische Invasion als strategischen Fehler.


Für Peking ist das ein Dilemma: Ein russischer Sieg widerspräche

Chinas Anspruch, die UN-Charta zu verteidigen, und zugleich würde er

die Vorteile untergraben, die ein geschwächtes Russland für China

bietet. Eine russische Niederlage hingegen könnte Instabilität an der

gemeinsamen Grenze, unklare Kontrolle über russische Atomwaffen und

Rückzugsräume für grenzüberschreitenden Terrorismus zur Folge haben.


Chinas „pro-russische Neutralität“ mit diplomatischem Flankenschutz

für Moskau bei gleichzeitiger Lieferung von Dual-Use-Gütern an beide

Seiten löst dieses Dilemma nicht, erlaubt aber ein Spiel auf Zeit.

Willkommener Nebeneffekt: Die USA sind für die Dauer des

Ukraine-Krieges in Europa gebunden und damit fernab vom Indo-Pazifik.


Auch wenn Peking nicht müde wird, sein Interesse an einem baldigen

Frieden in der Ukraine zu betonen, rechnet dort kaum jemand damit.

Beide Kriegsparteien, so die Einschätzung, glauben weiterhin an einen

militärischen Sieg. Zugleich erweist sich Putins Kriegswirtschaft als

widerstandsfähig, während die westliche Unterstützung für Kiew zum

Verlieren zu viel, zum Siegen jedoch zu wenig ist. Den chaotischen

US-Initiativen wird wenig zugetraut. Für Chinas Planung heißt das:

mindestens ein bis zwei weitere Jahre Krieg.


Daher warnt China Europa davor, die bilateralen Beziehungen zu

„ukrainisieren“. Aus Pekings Sicht darf der Krieg die Zusammenarbeit

nicht blockieren. Europa wiederum kritisiert Chinas Unterstützung für

Russlands Angriff auf die europäische Friedensordnung als Verletzung

eines elementaren Kerninteresses.


Peking weist das entschieden zurück: Man sei weiterhin der größte

Handelspartner der Ukraine, habe weder die Krim-Annexion noch

Russlands weitergehende Gebietsansprüche anerkannt und teile auch

nicht das russische Narrativ eines Präventivkriegs gegen eine drohende

NATO-Einkreisung. Zwar habe der Westen legitime russische

Sicherheitsinteressen verletzt, doch sehe man darin in Peking keine

Rechtfertigung für einen Angriffskrieg. Wie sehr man aneinander

vorbeiredet, zeigte der ergebnislose EU-China-Gipfel im Juli 2025.


Ein substanzieller Beitrag Chinas zu einem Waffenstillstand oder gar

einem Friedensschluss ist daher nicht zu erwarten. Peking sieht die

Verantwortung bei den Kriegsparteien, den USA und der EU. Auch beim

Wiederaufbau und einer möglichen Beteiligung an der Friedenssicherung

hält man sich zurück – und verweist auf logistische, finanzielle und

nicht zuletzt politische Hürden.


Ein größeres Engagement in der Ukraine schließt China jedoch nicht

grundsätzlich aus. Für eine Abkehr von Russland erwartet Peking

allerdings ein attraktives Angebot, um im Wettbewerb mit den USA nicht

ins Hintertreffen zu geraten. Würde Brüssel auf diesen transaktionalen

Ansatz eingehen, müsste es statt moralischer Ermahnungen vertiefte

Wirtschaftsbeziehungen, den Abbau von Handelshemmnissen und mehr

„strategische Autonomie“ von den USA anbieten. Ein Preis, den derzeit

kaum jemand zu zahlen bereit ist.


Die vermeintliche „Achse der Autokraten“ ist in Wahrheit vor allem

eine inszenierte „Bromance“ zwischen Xi und Putin. Fehlender

gesellschaftlicher Rückhalt und fehlende ideologische Gemeinsamkeiten

werden mit einem Überschuss an Symbolpolitik kaschiert. Europa sollte

daher nicht der Erzählung einer unerschütterlichen Allianz erliegen,

sondern die Komplexität des chinesisch-russischen Verhältnisses

erkennen und strategisch für sich nutzen.



——————————



7. n tv: Trump gab grünes Licht - Israel greift Hamas-Spitze in Katars Hauptstadt Doha an



https://www.n-tv.de/politik/Israel-greift-Hamas-Spitze-in-Katars-Hauptstadt-Doha-an-article26021164.html


Trump gab grünes Licht


Israel greift Hamas-Spitze in Katars Hauptstadt Doha an


09.09.2025, 20:40 Uhr


In der katarischen Hauptstadt Doha kommt es zu einer Explosion. Kurze

Zeit später meldet die israelische Armee einen Angriff auf die Führung

der Hamas. US-Präsident Trump hat die Operation abgesegnet.

International stößt der Angriff auf massive Kritik.


Israel hat einen Luftangriff auf ranghohe Mitglieder der Hamas im

Golfstaat Katar verübt. Nach Explosionen in der katarischen Hauptstadt

Doha meldete die Armee, Streitkräfte und Inlandsgeheimdienst "haben

einen präzisen Schlag gegen die Führungsspitze der Terrororganisation

Hamas ausgeführt". Informationen zum Ort nannte sie zunächst nicht.


Die politische Vertretung der Hamas befindet sich in Doha. Israels

Luftwaffe bestätigte, sie sei an dem Angriff beteiligt gewesen. Laut

Medienberichten griffen Kampfjets und Drohnen an. Nach Hamas-Angaben

gab es fünf Tote in den eigenen Reihen. Doch die Führungsspitze habe überlebt.


Der Angriff sei eine direkte Antwort auf das vom bewaffneten Arm der

Hamas beanspruchte Attentat mit sechs Toten an einer Bushaltestelle in

Jerusalem vom Vortag, erklärte die israelische Regierung.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu habe die Sicherheitskräfte am

Vortag nach dem Anschlag angewiesen, "sich für die Möglichkeit eines

Angriffs auf Hamas-Anführer bereit zu machen", hieß es einer von

Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz veröffentlichten Erklärung.


Am heutigen Dienstag habe sich dann die Möglichkeit für einen Angriff

ergeben. Laut Netanjahus Büro handelte es sich bei dem Angriff auf die

"obersten Terroristenführer der Hamas" um einen "völlig unabhängigen"

Einsatz der israelischen Armee.


Die USA haben den verbündeten Golfstaat Katar nach Angaben des Weißen

Hauses vor dem Luftangriff gewarnt. US-Präsident Donald Trump

betrachte Katar "als einen starken Verbündeten und Freund der

Vereinigten Staaten" und sei "über den Ort dieses Angriffs sehr

bestürzt", sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt.

Das katarische Außenministerium widersprach der Darstellung, man sei

vorab über den Angriff informiert worden. Ein US-Regierungsvertreter

habe in dem Moment in Katar angerufen, als die Explosionen bereits zu

hören waren.


Sie sagte weiter, der Angriff diene weder den Zielen Israels noch den

Bemühungen Trumps um einen Frieden im Nahen Osten. Der US-Präsident

habe nach dem Vorfall mit dem Emir von Katar sowie dem Regierungschef

des Golfstaats telefoniert. "Er hat ihnen versichert, dass sich so

etwas auf ihrem Boden nicht noch einmal wiederholt", betonte die

Sprecherin. Trump habe zudem mit Netanjahu gesprochen.


Trump hatte vor zwei Tagen die Hamas aufgefordert, die verbliebenen

israelischen Geiseln freizulassen und einen Deal zu akzeptieren. "Dies

ist meine letzte Warnung, eine weitere wird es nicht geben", hatte er

auf seiner Plattform Truth Socialgeschrieben.


Hamas-Quellen bestätigten Al-Dschasira, dass der Angriff auf das

Verhandlungsteam der Organisation gezielt habe. Ein Vertreter der

Terrororganisation sagte dem Sender, die Führungsspitze der

Organisation habe überlebt. Chalil al-Haja ist der höchste

Hamas-Führer im Ausland, der auch die Hamas-Delegation bei den

indirekten Verhandlungen mit Israel um eine Waffenruhe leitet. Al-Haja

hielt sich die meiste Zeit in Katar auf.


Seit 2012 Hamas-Büro in Katar


Katar verurteilte den Angriff auf Wohngebäude von Hamas-Offiziellen

als "feige". Die Attacke sei eine eklatante Verletzung des

Völkerrechts, teilte die Regierung mit. Eine Untersuchung auf höchster

Ebene sei im Gange. UN-Generalsekretär Antonio Guterres kritisierte

den Angriff als "eklatante Verletzung der Souveränität und

territorialen Integrität" des Golfstaates. Katar vermittelt zusammen

mit Ägypten und den USA im Gaza-Krieg zwischen Israel und der Hamas.

Die Verhandlungen um eine Waffenruhe kommen aber seit Monaten nicht voran.


Bundesaußenminister Johann Wadephul kritisierte die Aktion als

"inakzeptabel". Der Angriff verletzt nicht nur die territoriale

Souveränität Katars, "sondern gefährdet auch unser aller Bemühungen

zur Freilassung der Geiseln". Wadephul telefonierte nach eigenen

Angaben mit seinem israelischen Amtskollegen Gideon Saar. Er habe

diesem gesagt, er sei "in größter Sorge über das Leben und die

Sicherheit der Geiseln in den Händen der Hamas, darunter auch deutsche

Staatsangehörige".


Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nannate den Angriff

"inakzeptabel, unabhängig vom Grund". Auf X schrieb er, der Krieg

dürfe "sich in keinem Fall in der Region ausbreiten". Der britische

Premierminister Keir Starmer äußerte sich ähnlich kritisch. "Ich

verurteile die Angriffe Israels auf Doha", schrieb er bei X.


Nach den Unruhen der arabischen Aufstände in der Region eröffnete die

Hamas 2012 ein politisches Büro in Katar. Schon vorher war aus dem

Golfemirat viel Geld an die Hamas geflossen, die 2007 die Macht im

Gazastreifen übernommen hatte. Nach dem Terrorangriff der Hamas vom 7.

Oktober 2023 auf Israel wurden Forderungen an die Regierung Katars

lauter, das Büro zu schließen. Der israelische Generalstabschef Ejal

Zamir hatte vor zehn Tagen Angriffe auf Hamas-Führer im Ausland angedroht.


Quelle: ntv.de, jpe/AFP/rts/dpa



————


7. Die Zeit: Israels Armee ruft erstmals alle Bewohner auf, Gaza-Stadt zu verlassen



https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-08/krieg-in-gaza-liveblog?utm_source=firefox-newtab-de-de


Israels Armee ruft erstmals alle Bewohner auf, Gaza-Stadt zu verlassen


Das israelische Militär ruft alle Bewohner von Gaza-Stadt zur Flucht

aus dem gesamten Gebiet auf. Die Armee werde dort "mit größerer Härte"

vorgehen. Das Liveblog


Aktuell bloggen:  Maline Hofmann und  Simon Sales Prado


Aktualisiert am 9. September 2025, 9:01 Uhr


(…)


08:36 Uhr


Maline Hofmann


Israels Armee fordert erstmals alle Bewohner von Gaza-Stadt zur Flucht auf


Die israelische Armee hat alle Einwohner von Gaza-Stadt zur

Evakuierung des Gebiets aufgerufen. Armeesprecher Avichay Adraee

schrieb auf X auf Arabisch: "Die Verteidigungskräfte sind

entschlossen, die Hamas zu besiegen, und werden im Gebiet der Stadt

Gaza mit größerer Härte vorgehen." Die Menschen sollten sich zu ihrer

eigenen Sicherheit nach Al-Mawasi in den Süden begeben, hieß es.


Es ist die erste Fluchtaufforderung der Armee für die gesamte Stadt.

Zuvor hatte es derlei Aufrufe nur für einzelne Gegenden gegeben. (…)



12:29 Uhr


Maline Hofmann


UN-Menschenrechtskommissar: "Wir versagen gegenüber dem palästinensischen Volk in Gaza"

10.09.2025

Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien - und zum Thema Militarisierung  (IIvon II)

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte hat Israels Kriegsführung im

Gazastreifen erneut mit deutlichen Worten kritisiert. Bei der Sitzung

des UN-Menschenrechtsrats in Genf warf Volker Türk Israel "ein

Kriegsverbrechen nach dem anderen" vor. "Wir müssen jetzt handeln, um

das Gemetzel zu beenden."


Volker Türk, UN-Hochkommissar für Menschenrechte Die internationale

Gemeinschaft versage in ihrer Pflicht, sagte Türk. "Wir versagen

gegenüber dem palästinensischen Volk in Gaza. Wo bleiben die

entschlossenen Schritte, um Völkermord in Gaza zu verhindern? Warum

tun die Länder nicht mehr, um Gräueltaten zu verhindern?" Der

UN-Kommissar forderte zudem einen Lieferstopp für Waffen an Israel,

mit denen das Kriegsvölkerrecht verletzt werden könnte.


Israel müsse sich für seine Kriegsführung vor dem Internationalen

Gerichtshof verantworten, sagte Türk. Gründe dafür seien die

"massenhafte Tötung von Palästinenserinnen und Palästinensern", die

Zerstörung und das "unbeschreibliche Leid" der Zivilbevölkerung.


Er rief die anderen Länder dazu auf, "entschiedene Maßnahmen" zu

ergreifen, "um sich gegen die geplante militärische Besetzung Gazas

durch Israel und die beschleunigte Annexion des besetzten

Westjordanlands zu wehren". Türk appellierte zudem daran, "das

Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes zu unterstützen“.


(…)



10:54 Uhr Anja Keinath


Spanien geht gegen Waffentransporte für Israel vor


Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hat angekündigt, Schiffen und

Flugzeugen mit Waffen für Israel die Nutzung spanischer Häfen und des

Luftraums zu untersagen. Zudem werde das Land seine Hilfe für die

Palästinensische Autonomiebehörde und das UN-Palästinenserhilfswerk

UNRWA aufstocken. Geplant sei auch ein Embargo für Waren aus

israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland, sagte Sánchez.


Spanien wertet das Vorgehen der israelischen Armee als Völkermord und

verbietet allen Personen, die direkt daran beteiligt sein sollen, die

Einreise. Israel bezeichnete die Maßnahmen der spanischen Regierung

als antisemitisch und verhängte ein Einreiseverbot gegen

Arbeitsministerin Yolanda Díaz und Jugendministerin Sira Rego.



————



8. DW:  Faktencheck: Israel zahlt Millionen für Propaganda-Kampagne



https://www.dw.com/de/faktencheck-was-wir-über-israels-bezahlte-propaganda-werbekampagne-wissen/a-73891470 <https://www.dw.com/de/faktencheck-was-wir-%C3%BCber-israels-bezahlte-propaganda-werbekampagne-wissen/a-73891470>



Politik


Nahost <https://www.dw.com/de/nahost/s-12323>

Faktencheck: Israel zahlt Millionen für Propaganda-Kampagne



Kathrin Wesolowski


08.09.2025


Israel investiert Millionen von Euro, um Propaganda über Gaza zu

verbreiten und richtet sich dabei an Menschen in Europa. Das Hauptziel

der Kampagne: die Hungersnot im Gazastreifen leugnen.


Eine Recherche von Mitgliedern des Eurovision News Spotlight, darunter

das DW-Faktencheck-Team, zeigt: Israel nutzt eine eigene

Regierungswerbeagentur namens "Israeli Government Advertising Agency",

um mit bezahlter Werbung die Meinung von Menschen in Europa und

Nordamerika zu beeinflussen.


Seit mindestens einem Jahr schaltet Israel über einen Regierungsaccount

auf YouTube Werbevideos, um UN-Organisationen und weitere internationale

Initiativen zu diskreditieren. Ein öffentlich einsehbares Dokument der israelischen

Regierung zeigt:


Das Land investiert seit Juni 2025 mindestens 42 Millionen Euro in

diese Kampagnen, zum Beispiel auf YouTube und X. Die Kampagne ist Teil

von "Hasbara", auf Hebräisch etwa "Erklärung" - einer Initiative,

deren Ziel es ist, die öffentliche Meinung im Ausland zugunsten

Israels zu beeinflussen.


Am 22. August, dem gleichen Tag an dem die international anerkannte

Initiative Integrated Food Security Classification (IPC) die

Hungersnot in Teilen Gazas ausrief, startete Israel eine neue

Werbekampagne. Ihr Ziel: die Hungersnot in Gaza leugnen.


Die israelische Werbeagentur bewarb konkret zwei mehrsprachige Videos, die

auf dem Account des israelischen Außenministeriums veröffentlicht

wurden. An dem schwarzen Häkchen neben dem Namen des Accounts ist zu

erkennen, dass er offiziell zur israelischen Regierung gehört.



Eines der Werbevideos zeigt Märkte voller Essen, das andere Speisen in

Restaurants - beide zeigen angeblich Szenen aus Gaza im Juli und

August dieses Jahres. Eine KI-generierte Stimme spricht darüber, zudem

wird folgender Text eingeblendet: "Es gibt Lebensmittel in Gaza. Jede

andere Behauptung ist eine Lüge."


Die Videos haben insgesamt mehr als 18 Millionen Aufrufe und wurden

auf Englisch, Italienisch, Deutsch Polnisch veröffentlicht. Laut dem

Werbezentrum von Google kann jeder, der Werbung auf YouTube schaltet,

entscheiden, wer genau die Videos ausgespielt bekommt: nach

Geschlecht, Alter und Region zum Beispiel. Israel hat sich nach

Angaben des Werbezentrums von Google für folgende Zielgruppe

entschieden: Menschen in Deutschland, Österreich, Italien, Polen, dem

Vereinigten Königreich und den USA. Das ist öffentlich einsehbar. (…)



Seit dem 7. Oktober 2023 tötete Israel mehr als 60.000 Menschen im

Gazastreifen. Davon waren laut der Nachrichtenagentur Reuters ein

Drittel minderjährig. UN-Experten sowie zwei israelische

Nichtregierungsorganisationen und die weltweit führende Vereinigung

von Völkermord-Forschern (IAGS) verurteilen Israels massives Töten von

Palästinensern als Genozid. Israel selbst bestreitet dies.


Unter anderen bezeichnet auch die Weltgesundheitsorganisation die

Hungersnot als "vom Menschen verursacht". Laut international anerkannten

Organisationen wie der UN hält diese an, da Israel Gaza weiterhin

angreift und humanitäre Hilfe blockiert.


Mitarbeit: Alima de Graaf und Björn Kietzmann


Die Recherche ist Teil einer Kooperation der öffentlichen Medien

Deutsche Welle, BR24 (Deutschland), ORF (Österreich), VRT (Belgien)

und EBU (Schweiz).


Der Artikel wurde von Rachel Baig und Felix Tamsut redigiert und

erschien zunächst auf Englisch.


——


siehe auch:



https://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-10499-2025-DCL-1/en/pdf


Council of the European Union


Brussels, 8 September 2025


Subject: Note of the Office of the EU Special Representative for Human Rights


(…)


----



9. RND: Ex-Merkel-Berater Heusgen - Warum Deutschland einen Palästinenserstaat anerkennen sollte



https://www.rnd.de/politik/christoph-heusgen-warum-deutschland-einen-palaestinenserstaat-anerkennen-sollte-YKXQDT7YFBGCRL7NT46OQOKE2A.html


Ex-Merkel-Berater Heusgen

Warum Deutschland einen Palästinenserstaat anerkennen sollte


Christoph Heusgen, Ex-UN-Botschafter Deutschlands und Verfechter der

deutschen Staatsräson gegenüber Israel, spricht sich für die

Anerkennung eines palästinensischen Staates aus. Und er warnt vor

einer Entwicklung Israels zu einem Apartheidstaat. Ein Gastbeitrag.


Ein Gastbeitrag von Christoph Heusgen


22.08.2025, 00:00 Uhr



Berlin. Das Völkerrecht bestimmt die Voraussetzungen für die

Anerkennung eines Staates: Dieser muss über ein Staatsvolk verfügen,

über Staatsgebiet und Staatsgewalt, also über die Fähigkeit, auch

tatsächlich zu regieren.


Es gibt die „Palästinenser“, ihr Staatsgebiet ist völkerrechtlich in

den Grenzen von 1967 klar umrissen, aber sie verfügen in Wirklichkeit

nur über einen kleinen Teil dieses Gebietes, der Großteil ist von

Israel besetzt. Und Staatsgewalt übt die Palästinensische

Autonomiebehörde nur sehr eingeschränkt aus.


Also ist die bisherige Haltung der Bundesregierung eigentlich richtig,

die eine Anerkennung auf das Ende eines Friedensprozesses verschiebt.


Eigentlich? 147 von 194 Staaten sind zu einem anderen Schluss

gekommen. Auch Frankreich und Großbritannien wollen Palästina

anerkennen.


Als ich die von mir bisher geteilte deutsche Rechtsauffassung mit

Yoram Ben-Zeev, israelischer Botschafter in Berlin von 2007 bis 2011,

diskutierte, bekam ich eine überraschende Antwort: Ja, meine

Rechtsauffassung sei korrekt, aber es gehe jetzt auch um historische

und moralische Argumente.


Als Juden den Anspruch erhoben, einen eigenen Staat zu gründen, seien

die Voraussetzungen auch nicht gegeben gewesen. Stalin hätte sogar die

Existenz eines jüdischen Volkes geleugnet. Dennoch sei die

Staatsgründung erfolgt.



Bis heute gibt es viele Palästinenser, die die Gründung des Staates

Israel nicht akzeptieren. Präsident Mahmoud Abbas und die PLO aber

haben Israel anerkannt, stehen hinter der Zwei-Staaten-Lösung.


Anders als seine Vorgänger Ehud Olmert und Jitzchak Rabin lehnt

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu einen Palästinenserstaat

vehement ab. Seine Abneigung gegen die Palästinensische

Autonomiebehörde (PA) ging so weit, dass er die Terrororganisation

Hamas in Gaza akzeptierte und durch Katar finanzieren ließ.


Die tragischen Folgen dieser Fehlkalkulation haben wir erlebt: den

brutalen, durch nichts zu rechtfertigenden Angriff vom 7. Oktober

2023. Trotz seiner Fehlkalkulation lehnt Netanjahu weiter die

Übernahme der Verwaltung in Gaza durch die PA ab; er will jeden

Schritt in Richtung eines Palästinenserstaates verhindern.


Das israelische Trauma des 7. Oktober


Der 7. Oktober bleibt für Israel ein traumatisches Erlebnis. Dass

Israel von seinem Selbstverteidigungsrecht Gebrauch machte, war

gerechtfertigt. Aber jede Selbstverteidigung muss verhältnismäßig

sein. Israels Bombardierungen, denen mehrheitlich wehrlose, nicht am

Angriff auf Israel Beteiligte zum Opfer fallen, wurden von dem

ehemaligen US-Präsidenten Joe Biden als „willkürlich“ und damit als

gegen das Völkerrecht verstoßend bezeichnet.


Der einzige Mensch, der die israelische und palästinensische

Staatsangehörigkeit besitzt, der Dirigent Daniel Barenboim, hat es auf

den Punkt gebracht: „Ja, Israel hat das Recht, sich gegen den

Terrorismus zu verteidigen, aber nein, Israel hat nicht das Recht, in

diesem Prozess ein ganzes Volk auszurotten, auszuhungern und zu

vertreiben.“


Die palästinensischen Opferzahlen sind dramatisch: fast 70.000 Tote.

Unicef hat eine erschütternde Zahl genannt: Seit Beginn des Krieges

werden jeden Tag 28 palästinensische Kinder getötet, so viel wie eine

Schulklasse.


Ebenfalls mit dem Ziel, eine Zwei-Staaten-Lösung zu verhindern, treibt

die israelische Regierung den Siedlungsbau im Westjordanland weiter

voran, toleriert und unterstützt die Siedlergewalt gegen

Palästinenser. Auch dieser Siedlungsbau stellt laut einer von den USA

mitgetragenen Resolution des Weltsicherheitsrates eine „flagrante

Verletzung des Völkerrechts“ dar.


Deutschland bleibt ein treuer Freund Israels


Alle diplomatischen Versuche, die israelische Regierung zum Einlenken

zu bringen, haben nichts bewirkt. Von einer Zwei-Staaten-Lösung sind

wir weit entfernt. Es steht zu befürchten, dass die Voraussage des

ehemaligen US-Außenministers John Kerry in Erfüllung geht, nämlich

dass sich Israel zum Apartheidstaat entwickelt.


In dieser Situation soll Deutschland einen palästinensischen Staat

anerkennen? Ja, denn ein Instrument der Diplomatie - wenn es auf dem

Verhandlungsweg gar nicht weiter geht - ist es, symbolische Zeichen zu

setzen.


Es wird die Situation kurzfristig nicht verändern, aber ein starkes

Signal der Solidarität mit dem palästinensischen Volk senden, wenn wir

uns der Staatenmehrheit anschlössen. Es würde weltweit als besonders

starke Geste wahrgenommen, weil Deutschland zu Recht als treuer Freund

Israels gilt.


Israels Sicherheit ist deutsche Staatsräson, aber zur israelischen

Sicherheit gehört auch, dass sich das Land nicht durch den exzessiven

Einsatz militärischer Gewalt und den Bruch des Völkerrechts weltweit

Feinde macht und isoliert.


Keine gewaltsame, nur eine gerechte politische Lösung kann beiden

Völkern Frieden bringen. Zumindest diejenigen in Israel, die dies

genauso sehen - so wie Yoram Ben-Zeev - würden die Anerkennung

Palästinas begrüßen und als Umsetzung der deutschen Staatsräson in die

Tat verstehen. Und vielleicht würde dieser Schritt die Regierenden in

Jerusalem zum Nachdenken bringen.


———


10. Open Petition: Den Staat Palästina anerkennen!



https://www.openpetition.de/petition/online/den-staat-palaestina-anerkennen


pax christi - Deutsche Sektion und Deutsch-Palästinensische Gesellschaft


Den Staat Palästina anerkennen!



Petition gestartet: 23.05.2025


Sammlung endet: 15.11.2025


Statt auf Gewalt, Vertreibung und Tod zu setzen, braucht es Hoffnung

und eine Zukunftsperspektive für die Menschen in Israel und Palästina.

Sonst nähren die Erfahrungen von Gewalt nur neue Gewalt, Verzweiflung

und Angst.


Wir fordern, dass Deutschland den Staat Palästina endlich anerkennt

und das palästinensische Selbstbestimmungsrecht respektiert. Damit

stärkt die Bundesregierung auch die europäische Stimme und die

Friedensbemühungen arabischer Staaten wie auch jene Gruppen in der

israelischen und palästinensischen Zivilgesellschaft, die sich für die

Koexistenz beider Völker einsetzen.


(…)


Hier kann die Petition unterzeichnet werden:


https://www.openpetition.de/petition/online/den-staat-palaestina-anerkennen



——



11. IPG: Mit Solidarität in die Sackgasse


https://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/mit-solidaritaet-in-die-sackgasse-8515/?utm_campaign=de_40_20250904&utm_medium=email&utm_source=newsletter



Außen- und Sicherheitspolitik 04.09.2025


Nadav Tamir

Mit Solidarität in die Sackgasse


Deutschlands Zurückhaltung gegenüber Netanjahu gefährdet nicht nur die

Zwei-Staaten-Lösung, sondern auch Israels demokratische Zukunft.


Nadav Tamir ist geschäftsführender Direktor von JStreet Israel. Zudem

ist er Berater für Internationale Beziehungen am Peres-Zentrum für

Frieden und Innovationen. Er ist Mitglied des Lenkungskomitees der

Geneva Initiative sowie Vorstandsmitglied des Thinktanks Mitvim. Zuvor

arbeitete er für das israelische Außenministerium und als Berater für

Präsident Shimon Peres.


Schilder und Banner mit Aufschriften wie „One genocide does not

justify another“ („Ein Völkermord ist keine Rechtfertigung für einen

anderen“) sind auf Demonstrationen in ganz Deutschland zu lesen.


Sie fordern die Bundesregierung auf, alle ihr zur Verfügung stehenden

Druckmittel einzusetzen, um die israelische Führung unter Benjamin

Netanjahu dazu zu zwingen, den Krieg im Gazastreifen zu beenden. Der

Satz spiegelt das Dilemma wider, dem sich die deutsche Regierung im

Umgang mit der Regierung Netanjahu gegenübersieht – obwohl sie

inzwischen offene Kritik geäußert hat.


Der Holocaust steht nach wie vor im Mittelpunkt der besonderen

deutsch-israelischen Beziehungen. Das Vorgehen der Netanjahu-Regierung

– die weiterhin auf einen endlosen Krieg drängt und gleichzeitig Pläne

zur Deportation der Zivilbevölkerung aus Gaza-Stadt vorantreibt – hat

erstmals die bedingungslose Unterstützung erschüttert, die der

deutsche Staat jahrzehntelang gegenüber israelischen Führungen

demonstriert hatte.


Mit der Erklärung von Bundeskanzler Merz, die Waffenausfuhren nach

Israel zu stoppen, hat Deutschland seine Kritik an der amtierenden

israelischen Regierung erstmals in konkrete Maßnahmen umgesetzt.

Dennoch bewegt sich die Bundesregierung wie bei einem Tanz: einen

Schritt vor, zwei zurück.


Denn unmittelbar danach weigerte sie sich, eine Erklärung von 27 EU-

und Partner-Staaten zu unterzeichnen, in der Israel aufgerufen wird,

humanitäre Hilfe in den Gazastreifen zu lassen. Ebenso hielt sich die

Bundesrepublik zurück, als mehrere Länder ihre Absicht bekundeten,

einen palästinensischen Staat anzuerkennen.


Während seines Besuchs in Israel Anfang August warnte

Bundesaußenminister Johann Wadephul vor einer internationalen

Isolation Israels und forderte die Regierung Netanjahu auf, sich klar

gegen Vertreibung und Annexion zu positionieren. Seitdem hat Netanjahu

jedoch das Gegenteil getan:


Er setzt seinen Plan zur Eroberung und Zerstörung des Gazastreifens

fort, fördert den Siedlungsbau im Gebiet E1 des besetzten

Westjordanlands und mehr. Dennoch hat der deutsche Außenminister nicht

nur davon abgesehen, seine Kritik an der israelischen Regierung zu

verschärfen, sondern sogar angekündigt, Deutschland werde weitere

europäische Sanktionen gegen die Netanjahu-Regierung nicht

unterstützen.


Die historische Bedeutung der Anerkennung eines palästinensischen

Staates kann nicht stark genug betont werden.


Wie es scheint, ist die deutsche Führung trotz ihrer Kritik noch immer

nicht gewillt, die ganze Tragweite des Verhaltens der rechtsradikalen

israelischen Regierung zu begreifen. Um Netanjahus messianische

Mitstreiter – wie die Minister Smotrich und Ben-Gvir, deren politische

Ansichten denen deutscher Rechtsextremer wie Björn Höcke ähneln – zu

beschwichtigen, setzt die Regierung Israels auf extreme Maßnahmen.


Deutschlands historisches Engagement für das jüdische Volk und den

Staat Israel hätten statt der gezeigten Zurückhaltung eher dazu führen

sollen, dass es sich den Ländern anschließt, die die Anerkennung eines

palästinensischen Staates fordern.


Die historische Bedeutung der Anerkennung eines palästinensischen

Staates kann nicht stark genug betont werden. Genau wie im Fall der

Balfour-Erklärung, die die erste internationale Anerkennung des

Zionismus markierte, wäre nun – 108 Jahre später – eine internationale

Anerkennung der Grundstein für die Verwirklichung des Rechts auf

palästinensische Selbstbestimmung. Dies wiederum würde Israel vor dem

Schicksal einer blutigen binationalen Katastrophe oder eines

Apartheidstaats bewahren. Beides würde das Ende des Zionismus bedeuten.


Zum ersten Mal scheint es, als könnte die Regierung Netanjahu durch

ihr Versagen für eine positive Wende für die Palästinenser und nicht

weniger für uns Israelis sorgen. Deutschland sollte Teil dieser Wende sein.


Die zionistische Vision eines demokratischen Nationalstaats für das

jüdische Volk benötigt dringend einen palästinensischen Staat und wird

ohne ihn nicht mehr lange bestehen können. Das Massaker vom 7. Oktober

hat die israelische Gesellschaft zutiefst erschüttert, und die

Schrecken des Gaza-Kriegs haben das palästinensische Opferbewusstsein

weiter verstärkt. Fast zwei Jahre später stehen wir jedoch wieder am

Ausgangspunkt: Ohne einen palästinensischen Staat gibt es keine

Zukunft für Israel.


Ohne einen palästinensischen Staat gibt es keine Zukunft für Israel.


Stattdessen versucht die Regierung Netanjahu, uns in eine

Ein-Staaten-Realität zu drängen. Ihre Vertreter im Westjordanland

eskalieren die gewaltsame Vertreibung der palästinensischen

Bevölkerung; der endlose Krieg in Gaza dauert ohne Hoffnung und Sinn

an und führt zu einer humanitären Tragödie historischen Ausmaßes.

Einige Minister Netanjahus fordern bereits die Annexion von Teilen des

Gazastreifens.


Angesichts dieser Realität müssen wir die Bemühungen unserer Freunde

auf der ganzen Welt begrüßen und unterstützen, die sich für eine

andere Realität einsetzen. Eine Realität, die auf der einzig gangbaren

Lösung basiert: zwei Staaten für zwei Völker als Teil einer regional

zusammenarbeitenden Koalition.


Als Israels wichtigster Verbündeter in Europa sollte Deutschland in

dieser Richtung eine Führungsrolle übernehmen – und keine zögerliche

Politik gegenüber einer israelischen Regierung verfolgen, die

ihrerseits entschlossen ist, eine Zwei-Staaten-Lösung zu verhindern.


Nach 58-jähriger Herrschaft über ein anderes Volk hat der Staat Israel

den Höhepunkt seines moralischen Versagens erreicht. Wir befinden uns

an einem entscheidenden Punkt in der Geschichte der zionistischen

Bewegung.


Es muss eine politische Alternative zu der Sackgasse geben, in die uns

diese machtbesessene Regierung führt, die von den gefährlichsten und

extremsten Elementen in der Geschichte Israels kontrolliert wird.


Diese Alternative muss auf einer Vereinbarung zwischen zwei souveränen

Einheiten aufbauen und entweder zu einer vollständigen Trennung, zu

einer Konföderation oder zu zwei politischen Einheiten führen, die

sich das Land „from the river to the sea“ ohne starre Grenzen teilen –

sofern dies einvernehmlich vereinbart wird.


Die israelische Gesellschaft ist verletzt und lädiert, sowohl durch

die Morde der Hamas als auch durch einen endlosen, erschöpfenden und

entmutigenden Krieg. Die israelische Opposition muss jetzt eine

Alternative zu Racheakten, Messianismus und zur Dominanz über ein

anderes Volk anbieten.


Anstatt die internationale Anerkennung des palästinensischen Staates

zu kritisieren, sollte sie diese fördern sowie mit den liberalen

Demokratien der Welt zusammenarbeiten, um eine bessere Lebensrealität

für uns alle zu schaffen.


Angesichts der Bemühungen, die zionistische Vision durch eine

messianische zu ersetzen, müssen wir mit unseren Verbündeten auf der

ganzen Welt, darunter auch Deutschland, zusammenstehen – nicht um den

Krieg stetig fortzuführen, sondern um eine politische Lösung zu forcieren.


——



12. UN: Militärausgaben weltweit erreichen Rekordwert von 2,7 Billionen Dollar



https://news.un.org/en/story/2025/09/1165809?_gl=1*1nfeaoa*_ga*OTI1OTUyMTU1LjE3NTc0OTQwNzk.*_ga_TK9BQL5X7Z*czE3NTc0OTQwNzkkbzEkZzEkdDE3NTc0OTQ5MjMkajEkbDAkaDA


United Nations


Militärausgaben weltweit erreichen Rekordwert von 2,7 Billionen Dollar


Von Ileana Exaras


9. September 2025


Frieden und Sicherheit


„Die Welt gibt viel mehr für den Krieg aus als für den Aufbau von

Frieden“, sagte UN-Generalsekretär Antonio Guterres bei einer

Pressekonferenz zu seinem neuen Bericht über die Bedrohung durch den

stetigen Anstieg der Militärausgaben.


Die Ausgaben für den Sicherheitsbedarf stiegen in allen fünf globalen

Regionen im Laufe des Jahres 2024, was den steilsten Anstieg im

Vergleich zum Vorjahr mindestens für die letzten drei Jahrzehnte

darstellt. Im Vergleich zu den 2,7 Billionen Dollar, die an

Militärbudgets gerichtet sind, könnte die Welt extreme Armut für knapp

300 Milliarden Dollar beseitigen.


„Eine sicherere Welt beginnt damit, mindestens so viel in die

Armutsbekämpfung zu investieren wie wir in dieKriegsführung“, sagte

Herr. Guterres


Eine Wahl zwischen Hilfe oder Armen


Der alarmierende Betrag, der allein im vergangenen Jahr für die

Rüstungskosten ausgegeben wurde, ist das 750-fache des regulären

UN-Haushalts 2024. Es entspricht auch fast dem 13-fachen

Entwicklungshilfeausschuss der OECD im Jahr 2024, was auf einen

starken Kompromiss zwischen Militärausgaben und nachhaltiger

Entwicklung hindeutet.


„Auch ein Bruchteil der heutigen Militärausgaben umzulenken, könnte

wichtige Lücken schließen - Kinder in die Schule zu bringen, die

Gesundheitsversorgung zu stärken, saubere Energie und

widerstandsfähige Infrastruktur zu erweitern und die Schwächsten zu

schützen“, sagte Herr. Guterres


Für einen kleinen Teil dessen, was im vergangenen Jahr in Militärs

investiert wurde - und im vergangenen Jahrzehnt - könnte die Welt

Bildung für jeden Studenten in Ländern mit niedrigem und niedrigem

mittlerem Einkommen finanzieren, Kinderunterernährung weltweit

beseitigen, die Anpassung an den Klimawandel in den

Entwicklungsländern finanzieren und die internationale Gemeinschaft

der Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) näher

bringen, schätzt die UN.


„Die Neuausrichtung globaler Prioritäten ist nicht optional – es ist

ein Imperativ für das Überleben der Menschheit“, sagte der

UN-Abrüstungschef Izumi Nakamitsu bei der Pressekonferenz.


„Nachhaltige Entwicklung ist in Gefahr“


Nur einer der fünf SDGs auf Kurs, Mr. Guterres betonte, dass „unser

gemeinsames Versprechen einer nachhaltigen Entwicklung in Gefahr

sei“.Während mehr für Militärs ausgegeben wird, wird weniger für

soziale Investitionen, Armutsbekämpfung, Bildung, Gesundheit,

Umweltschutz und Infrastruktur ausgegeben - was den Fortschritt bei

fast allen SDGs behindert und die UN-Charta, das Eckpfeilerdokument

der Vereinten Nationen, untergräbt.


„Aber wir wissen, dass Entwicklung ein Motor für die Sicherheit und

die multilaterale Entwicklungszusammenarbeit ist“, sagte der

stellvertretende Chef des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP), Haoliang Xu.


„Wenn sich das Leben der Menschen verbessert, wenn sie Zugang zu

Bildung, Gesundheitswesen, wirtschaftlichen Möglichkeiten haben und

wenn sie ein Leben von Würde und Selbstbestimmung führen können,

werden wir mehr friedliche Gesellschaften und eine friedlichere Welt

haben.“ (…)


------


siehe auch:



https://front.un-arm.org/Milex-SDG-Study/SG_Report_TheSecurityWeNeed.pdf



The Security We Need


Rebalancing Military Spending for a Sustainable and Peaceful Future


Report of the Secretary-General


2025



(…)


Seite 57ff:


7. Pathways to peace with sustainable development


(…)



——


13. Fabian-Scheidler: Friedenstüchtig - Wie wir aufhören können, unsere Feinde selbst zu schaffen



https://fabian-scheidler.de/friedenstuechtig/


Friedenstüchtig


Wie wir aufhören können, unsere Feinde selbst zu schaffen


Promedia Verlag, Wien 2025, 224 Seiten


Print: € 20,00. ISBN: 978-3-85371-549-9.

E-Book: € 14,99. ISBN: 978-3-85371-934-3



Seit Jahren bewegt sich die westliche Welt in Richtung eines

permanenten Ausnahmezustandes. Auf jede neue Krise, auf jeden Konflikt

reagiert die Politik mit drakonischen Maßnahmen und zunehmender

Militarisierung.


In seinem neuen Buch warnt Fabian Scheidler, Autor des internationalen

Bestsellers „Das Ende der Megamaschine“, dass dieser Weg in eine

Spirale von ökonomischem Niedergang, politischem Chaos und Krieg

führt. Grundlegende demokratische und soziale Errungenschaften drohen

einer als alternativlos dargestellten militärischen Logik geopfert zu

werden. Der Wohlfahrtsstaat mutiert zum Kriegsstaat.


Scheidler deutet den Ausnahmezustand als Versuch, die sich

zuspitzenden globalen Krisen autoritär zu beherrschen. Dabei zeigt er,

wie die Feinde, die bekämpft werden sollen, zu einem großen Teil durch

die Politik selbst geschaffen werden. Die Verweigerung von Diplomatie

schafft Kriegsanlässe, so wie Anti-Terror-Kriege immer neue

Terroristen hervorbringen.


Doch der Abstieg in die selbstzerstörerische Kriegslogik ist

keineswegs alternativlos. Angesichts der Gefahren, die mit den

weltpolitischen Umbrüchen, der Zerstörung der Biosphäre und der

Aushöhlung der Demokratie verbunden sind, weist das Buch neue Wege zum

Umgang mit den Herausforderungen unseres Jahrhunderts.


Westliche Gesellschaften müssen lernen, sich von ihrer

jahrhundertelangen Politik der Dominanz zu verabschieden, um eine

Kultur der Kooperation zu entwickeln.


Leseprobe mit Inhaltsverzeichnis:


https://fabian-scheidler.de/wp-content/uploads/sites/2/2025/08/Scheidler_Friedenstuechtig_IHVZ.pdf


------


Mit freundlichen Grüßen


Clemens Ronnefeldt

Referent für Friedensfragen beim deutschen

Zweig des internationalen Versöhnungsbundes


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

10.09.2025

Artikel aus J.W. zu GAZA

aus e-mail von Karin Gerlich, 10. September 2025, 16:36 Uhr


Palästina: »Unser Lager, unsere Festung«

Westbank: Wie das Flüchtlingslager Dschenin zu einem Symbol des Freiheitskampfes der Palästinenser wurde

von Mathias Dehne

   --> [Debatte]https://www.jungewelt.de/artikel/507994.palästina-unser-lager-unsere-festung.html



Palästina: Nah an Abbas?

Exmilitanter Zakaria Zubeidi im <em>New York Times</em>-Interview

von Mathias Dehne

   --> [Debatte]https://www.jungewelt.de/artikel/507995.palästina-nah-an-abbas.html


Krieg in Nahost : Staatsterrorismus

Erst Drohnenbeschuss auf Gazaflottille vor Tunesien. Dann israelischer Luftangriff auf Hamas-Führung in Katar

von Jakob Reimann

   --> [Debatte]https://www.jungewelt.de/artikel/507983.krieg-in-nahost-nbsp-staatsterrorismus.html


Repression am Arbeitsplatz: Zalando: Repression für Israel

Protest gegen Onlinehändler in Berlin nach Kündigung wegen Palästina-Solidarität

von Alicja Flisak

   --> [Online-Abo] [Debatte]https://www.jungewelt.de/artikel/508024.repression-am-arbeitsplatz-zalando-repression-für-israel.html *siehe Anlage*


Kommentar: Widerwillig zugestimmt

Spanisches Waffenembargo gegen Israel

von Carmela Negrete

   --> [Debatte]https://www.jungewelt.de/artikel/507948.widerwillig-zugestimmt.html


Israel/Palästina: Der Bumerang der Barbarei

Fast zwei Jahre nach Beginn des Völkermords greifen Zionisten auch in Deutschland zunehmend zu Gewalt. Eine unvollständige Chronik

von Leon Wystrychowski

   --> [Online-Abo] [Debatte]https://www.jungewelt.de/artikel/507882.israel-palästina-der-bumerang-der-barbarei.html -*siehe Anlage*


Krieg gegen Gaza: Verhandlungen werden hintertrieben

Gazakrieg: US-Präsident erhöht Druck auf Hamas. Die ist bereit, zu verhandeln – Israel wohl nicht

von Ina Sembdner

   --> [Debatte]https://www.jungewelt.de/artikel/507912.krieg-gegen-gaza-verhandlungen-werden-hintertrieben.html


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

10.09.2025

Screenshot_2025_09_10_at_14_48_16_Donald_Trump_Der_V_lkermord_Organisator_als_Friedensfreund

nachdenkseiten.de, 31. August 2025 um 12:00 Ein Artikel von Werner Rügemer

Verbreitet ist die Meinung, US-Präsident Donald Trump sei ein Friedensfreund, er wolle ja den Krieg in der Ukraine beenden. Doch die Trump-Truppe ist global aggressiv, konzentriert sich auf China – und aktuell auf Groß-Israel, mit Völkermord.

Trump: Die Kapital-Fraktion der armen Multimilliardäre

Trump mit der Republikaner-Partei verkörpert eine neue, andere US-Kapital-Fraktion und eine neue, noch aggressivere Strategie der USA als „einzige Weltmacht“. Trumps Regierungsmannschaft und seine Berater sind Unternehmer und Investoren, die wie er selbst nur der (bisher) zweiten Liga der Kapitalisten angehören, die höchstens zehn Milliarden haben. Die einzige Ausnahme war Elon Musk von Tesla, der 50-mal mehr hat, aber, wie sich nach wenigen Monaten zeigte, doch nicht reinpasst.

Trump hat als New Yorker Immobilien-Tycoon bestenfalls vier Milliarden an Vermögen zusammengerafft, in den USA. Er hat zwar auch einen schönen großen Golfplatz in Irland, und noch zwei Golfclubs in Dubai, aber kein richtiges Unternehmen außerhalb der USA. Auch die 13 Mitglieder der Trump-Regierung, die ebenfalls Einfach-Milliardäre der zweiten Liga sind, haben ihr Vermögen nur in den USA gemacht.

Dagegen hat die bisher führende, mit der Demokraten-Partei der Clintons, Obamas und Bidens groß gewordene Kapital-Fraktion der Globalisten, vor allem die Silicon-Valley-Konzerne und ihre Großaktionäre, also die Gates von Microsoft, Bezos von Amazon, Zuckerberg von Facebook & Co., also die erste Liga, jeweils etwa hundertmal mehr US-Dollar an Vermögen und Unternehmenseigentum, 300 Milliarden, 400 Milliarden, 500 Milliarden, wie Musk, der im Ausland Fabriken hat und noch ungeklärt zwischen den beiden Ligen herumlaviert.

Trump & Co.: Am Ukraine-Krieg verdienen wir nichts

Deswegen können die Trumpisten mit voller Überzeugung sagen: Schluss mit dem Krieg in der Ukraine! Daran verdienen wir nichts! Das ist das Geschäft der großen Rüstungs-, Digital- und Energiekonzerne, da haben wir keine Aktien drin!

Und die Gates, Bezos, Zuckerberg und ihre Großaktionäre wie BlackRock und Vanguard sind zwar inzwischen, nach einigem Zögern, mit der zweiten Präsidentschaft Trumps von der Demokraten-Partei zu ihm übergelaufen, politisch, auch ideologisch: Ihre lange propagierten „neuen Werte“ wie Umwelt und Diversität werden jetzt flexibel abgebaut. Da bahnt sich auch eine kapitale Verbindung an, aber die geht nicht so schnell. Da wird noch gerangelt, hinter den Kulissen.

Deshalb will die Trump-Regierung für ihre Kapital-Fraktion zum einen neue Investitionen in den USA, wo sie selbst mitmischen und größer werden kann. Deshalb steigt die Trump-Regierung jetzt selbst als Aktionär in US-Konzerne ein, zum Beispiel in den schwächelnden Chip-Hersteller Intel: Der hat dafür seinen Plan aufgegeben, in Magdeburg/Sachsen-Anhalt eine große Chip-Fabrik zu bauen.

Deshalb auch die milliardenschweren Zoll-Einnahmen für den Staat, global, auch aus dem politisch besonders „befreundeten“ England, und die von Trump der EU ebenfalls mit leichter Hand aufgedrückten zusätzlichen Käufe von US-Frackinggas und von noch mehr US-Waffen, die die europäischen „Freunde“ für die von Trump verordneten, auf fünf Prozent erhöhten Militärbudgets kaufen sollen.

Global aggressiv, vor allem gegen Systemfeind China!

Was Obama mit der Feinderklärung gegen China (Pivot to Asia, ab 2010) begonnen hat, spitzen die Trumpisten jetzt zu: China als erfolgreichste Industriemacht, die zudem politisch und global aufsteigt – das ist der Systemfeind! Dagegen ist Russland zweitrangig.

So wollen die Trumpisten in neuer Weise aufrüsten. Trump will das US-Militär zur tödlichsten Militärmacht der Welt machen. Das ist sie zwar schon, da waren auch die freundlicheren Demokraten-Regierungen mit Obama und Biden/Harris nicht zögerlich – aber der gegenwärtige Zustand dieser Militärmacht reicht Trump nicht. Die Möglichkeiten der direkten Brutalität sollen erhöht werden.

So geht Trump auch schon in den USA selbst vor: Einsatz von Militär gegen Gouverneure und Polizei einzelner Bundesstaaten, gegen demonstrierende Migranten, gegen inszenierte „Kriminelle“ und vor allem gegen Kritiker des israelischen Völkermords.

Und Trump hat das Kopfgeld für die Ergreifung des Regierungschefs von Venezuela, Nicolás Maduro, auf 50 Millionen Dollar erhöht und schickt drei Kriegsschiffe nach Venezuela unter dem Vorwand, den Drogenhandel zu bekämpfen.[1]

Taiwan: Zehn Prozent des BIP für Aufrüstung!

In Asien sind die USA zwar schon seit dem Zweiten Weltkrieg massiv vertreten, mit Militärstützpunkten und Vasallen. Aber auch das neue, von Obama zusätzlich aufgebaute indopazifische Militärbündnis AUKUS (Australien, England, USA) reicht jetzt nicht.

Deshalb also noch mehr US-Stützpunkte und noch mehr eigene Aufrüstung auch der asiatischen Vasallen, wie in der EU, noch mehr gemeinsame Manöver, in Indonesien, in Japan, in Südkorea. Das US-Militärpersonal auf der annektierten Pazifikinsel Guam soll zum Beispiel von jetzt 21.700 bis zum Jahr 2037 auf 44.000 erweitert werden.

Und der bisher schon hochgerüstete US-Stellvertreter-Krieger Taiwan soll sein Militärbudget mithilfe von US-Rüstungsgütern jetzt von drei Prozent auf zehn Prozent des BIP verdreifachen![2]

Palantir & Co.: Noch aggressiver gegen die Feinde, mit KI

Gleichzeitig wird technologisch aufgerüstet, mit KI. Zu Trumps Truppe gehört Alexander Karp, Chef von Palantir Technologies: Für „Amerikas Exzeptionalität“ brauche es eine größere „organisierte Gewaltausübung“ (organized violence). Die bisherigen US-Regierungen seien zu rücksichtsvoll gewesen, mahnt Karp.

Mit KI-gestützter Überwachungstechnologie im Regierungsauftrag – auch unter Präsident Biden – wurde Karp in kurzer Zeit zum Multimilliardär, immerhin zwölf Milliarden, bis jetzt. Der ideologisch flexible Karp, zunächst Anhänger der Demokraten-Partei, wurde groß mit den Chefs der jüngeren und aggressiveren Silicon-Valley-Generation, mit Peter Thiel (Paypal und Palantir-Investor), dem Hedgefonds-Investor Marc Andreessen und Trump-Vize J. D. Vance, der von Thiel gesponsert wurde.

Palantir arbeitet mit ähnlichen jungen, aggressiveren Tech- und KI-Aufsteigern wie Anduril, L3Harris und ShieldAI zusammen. Sie bekommen von der Trump-Regierung Milliarden-Aufträge. Karps Versprechen: Mithilfe von KI kann das Pentagon seine Feinde mit 20 Leuten angreifen statt wie bisher mit 2.000.[3]

Neue, noch aggressivere Welle der Globalisierung

Gleichzeitig wollen die Trumpisten nicht nur militärisch, sondern auch investiv globalisieren, auf ihre Weise, verbunden mit dem erweiterten und noch aggressiveren Militär. Sie suchen Lücken in der bisherigen Globalisierung.

So hat Trump seine ersten Projekte eingefädelt:

  • Panama-Kanal: Der von der Demokraten-Partei übergelaufene Kapitalorganisator BlackRock hat jetzt die zwei Häfen des Panama-Kanals gekauft und drei Dutzend Häfen weltweit noch dazu, auf Trumps Wunsch. So kassieren die USA die Gebühren und können bestimmen, wer und zu welchen Bedingungen durchfahren darf und wer nicht.
  • Grönland: Die USA betreiben da zwar schon seit 1941 den immer weiter erweiterten Militärstützpunkt Thule, mit Nebenanlagen, zunächst zur Ausspähung der Sowjetunion, dann Russlands und der Arktis und der Seewege. Aber als die wirtschaftlich unabhängige Regierung Grönlands mit chinesischer Hilfe ihre Infrastruktur ausbauen wollte (Häfen, Straßen, Flugplätze, Wohnungen, Industrie, Tourismus), hat das Trump in seiner ersten Präsidentschaft mithilfe der vasallischen Regierung Dänemarks verhindert.[4] Jetzt will Trump weitergehen, Grönland kaufen, zumindest dort einsteigen wegen der seltenen Erden: Dafür ist u.a. sein Handelsminister Howard Lutnick mit dem Unternehmen Critical Metals aktiv, begleitet von US-Geheimdiensten, die nach Mittätern für die Abspaltung der Insel von Dänemark suchen.[5]
  • Eurasien: Trump hat die beiden verfeindeten Kleinstaaten Armenien und Aserbaidschan zusammengebracht und sich Bau und Betrieb des auf 99 Jahre geplanten Sangesur-Korridors zwischen den beiden Staaten gesichert. Das ist zugleich gegen Russland und den Iran gerichtet.[6]
  • Kryptowährungen und Social Media: Der Trump-Clan selbst erweitert über seine Trump Media & Technology Group – bekannt ist Trumps Truth Social App – seine Krypto-Geschäfte, auch mit dem japanischen Software-Milliardär Mayayoshi Son.[7]

Vor allem: Mit Völkermord zu Groß-Israel

Das bei Weitem größte Globalisierungsprojekt der Trumpisten ist der Nahe Osten: mit Israel, Palästina, dem Libanon, Syrien, den Golfstaaten und in Perspektive auch mit dem Iran und nebenbei auch dem Jemen.

In seiner ersten Amtszeit hat Trump damit begonnen: Mit den Abraham Accords von 2020 hat er die beiden Golfstaaten Vereinigte Arabische Emirate (VAE) und Bahrain mit Israel zusammengebracht: Sie haben Friedensverträge abgeschlossen und wirtschaftliche Zusammenarbeit vereinbart, natürlich unter US-Führung.

Gleicher zionistischer Sponsor für Trump und Netanjahu

Die ungleich längere Vorbereitung läuft seit 40 Jahren: Als Benjamin Netanjahu von 1984 bis 1988 Vertreter Israels bei der UNO in New York war, freundete er sich mit dem aufsteigenden New Yorker Immobilien-Tycoon Donald Trump an. Seitdem sind die Clans befreundet und verschwägert, Trumps ständige Formel: „Bibi and I“.

Das hätte für den weiteren politischen Aufstieg nicht gereicht. Aber: Seit den 1990er-Jahren hatten die beiden Zionisten denselben Hauptsponsor, den wohl reichsten israelisch-amerikanischen Staatsbürger: Sheldon Adelson. Der machte mit Casinos und Resorts in Las Vegas, Singapur und Macao seine vielen Milliarden. So hatte er es bis zu seinem Tod 2021 auf Platz 28 der Forbes-Liste der reichsten Menschen dieser Erde gebracht.

Dieser reichste Zionist war Dauerspender sowohl für Trump wie für Netanjahu, gleichzeitig für deren jeweils unkonventionellen Aufstieg als Politiker. Für Netanjahu gründete er u.a. die größte Tageszeitung Israels: Israel Hayom, nach dem Vorbild von USA Today, der dortigen BILD-Zeitung. Adelson hat für Netanjahu und Trump mehrere Hundert Millionen Dollar gespendet, allein 100 Millionen für Trumps Wahlkampf 2016, auch 2024 wieder 100 Millionen.[8] Seit Adelsons Tod übernimmt die Adelson Foundation unter Leitung seiner Frau Miriam diese Aufgaben, z.B. als Herausgeberin von Israel Hayom.

Zionisten beherrschen die Trump-Regierung

Zionist Trumps meiste Minister, Berater, oberste Behördenchefs sind militante Zionisten, zum Beispiel:

  • Pete Hegseth, „Verteidigungs“minister, bezeichnet sich selbst, wahrheitsgemäß, als Kriegsminister. Er versteht sich als „Agent des Wechsels“: Das US-Militär muss „tödlicher werden“ und eine „Krieger-Kultur“ entwickeln. In seinem Buch „American Crusade“ (2020) verkündet er: Heiliger Krieg gegen China, die Linke, den Islam! Den Iran bombardieren! Hegseth will die Al-Aksa-Moschee in Jerusalem zerstören und dort auf dem Tempelberg den Dritten Tempel Zion errichten. Er zeigt auf seiner Brust ein großes Tattoo: Neben der US-Flagge das Große Jerusalem-Kreuz, das Wappen des im Jahre 1099 von Kreuzfahrern gegen den Islam errichteten christlichen Königreichs Israel. Ein weiteres Tattoo zeigt das Schwert im christlichen Kreuz mit „Jesus“ im hebräischen Schriftzug: „Ich bin nicht gekommen, den Frieden zu bringen, sondern das Schwert“. Das wird in deutschen Staatsräson- und Leitmedien ohne Kritik berichtet.[9]
  • Howard Lutnick, Handelsminister, wurde als Chef der US-Staatsanleihen-Brokerfirma Cantor Fitzgerald Multimilliardär. Seine Tochterfirma Tether mit Sitz auf den Virgin Islands betreibt die Kryptowährung Tether. Lutnick ist wie Trump Anhänger von Rabbi Menachem Schneerson, der als Messias verehrt wird.
  • Steve Witkoff, Sonderbeauftragter für den Nahen Osten und die Ukraine, US-Immobilienmilliardär, hat enge Geschäftsverbindungen in die Golfstaaten, arbeitet mit Trumps orthodox-jüdischem Schwiegersohn Jared Kushner zusammen, der auch Immobilien in israelischen Siedlungen im Westjordanland betreibt.

Trump arbeitet aber auch eng mit Evangelikal-Fundi-Christen und mit „christlichen Zionisten“ zusammen. So ist Mike Huckabee, US-Botschafter in Israel, der Erste, der nicht selbst jüdischer Herkunft ist, sondern christlicher Zionist, Mitglied bei den Christians United for Israel (CUFI). Das Westjordanland heißt bei ihnen „Judäa und Samaria“. Die Prophetie lautet: Jesus wird wiederkehren, ihn werden dann auch die Juden als ihren Messias anerkennen; bis dahin ist Israel das endzeitliche Schlachtfeld Armageddon – nach dem Sieg wird Israel der Sitz der einzigen Weltregierung.

Trump: Israels Völkermord ganz offen – und ganz cool

Nach einem Jahr des israelischen Völkermords in Gaza veröffentlichte Trump das Video „Gaza 2025 What’s Next“: Da sitzen Trump und Netanjahu und damals noch Musk in Badehosen am Strand von Gaza und schlürfen Cocktails. Denn nach Trumps Vorschlag haben die USA Gaza übernommen, nachdem Netanjahu „seinen Job gemacht“ hat, die Palästinenser vertrieben und Gaza zur neuen Riviera gemacht hat, verschönt durch Trump-Immobilien.

Schon in seiner ersten Amtszeit hatte Trump die jahrzehntelange US-Staatsräson der fundamentalistischen Unterstützung Israels verschärft: Er brach das bisher von den anderen Unterstützern Israels noch eingehaltene Tabu, Jerusalem nicht als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Aber Trump verlegte die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem.

Und vor allem: Trump belieferte Israel nicht nur weiter mit Waffen, sondern errichtete zum ersten Mal einen US-Militärstützpunkt in Israel. Er untersteht dem US 10th Army Air and Missile Defense Command (AAMDC): Mit anderen Worten: Wenn Israel angegriffen wird, werden die USA angegriffen.[10]

Besatzung und Völkermord als Geschäftsmodell

In der ersten Amtszeit Trumps errichtete BlackRock eine Filiale in Israel, berät bei der Erweiterung der Börse Tel Aviv und verwaltet die Gewinne der vielen neureichen Multimillionäre des von den USA und der EU hochsubventionierten Staates.

Und weil Israel die völkerrechtswidrige Besetzung und Überwachung Palästinas – Gaza und Westjordanland – seit drei Jahrzehnten als Geschäftsmodell betreibt und dabei am lebenden Objekt der Palästinenser die weltweit führende Überwachungstechnologie entwickelte –, auch durch Start-ups, die von jung ausscheidenden Offizieren der Streitkräfte gegründet wurden – deshalb wurde Israel zum weltweit führenden Standort und Exporteur für Überwachungstechnologie. Bekannt wurde die in Handys eingeschmuggelte Software Pegasus, mit deren Hilfe Israel die von ihm selbst erklärten Feinde tötete. Die US-Digitalkonzerne sind mit vor Ort, auch US-Hedgefonds, die erfolgreiche Start-ups mit Krediten versehen.[11]

So ist auch jetzt der Völkermord ein lukratives Geschäft, wie der lang dauernde Stellvertreter-Krieg der Ukraine: Die UNO-Beauftragte Francesca Albanese hat dokumentiert, wie Amazon, Google, Hewlett Packard, Intel, Microsoft, Caterpillar (gepanzerte Bulldozer im Dienst des Militärs) & Co. mit Vorbereitung und Durchführung des Völkermords ihre Extragewinne machen: „Von der Ökonomie der Besatzungswirtschaft zur Ökonomie des Völkermords“.[12]

Humanität“ als Instrument des Völkermords

Perverser geht’s nicht: Trump setzt mit Netanjahu ein zusätzliches Völkermord-Instrument ein, die Gaza Humanitarian Foundation (GHF): Sie pervertiert das Humanitäre, ersetzt nach US- und Israel-Diktat die völkerrechtlich etablierten humanitären Organisationen der UNO, die mit Nahrung an der Grenze zu Gaza bereitstehen, aber ausgesperrt bleiben.

Die GHF schafft mit ihren gefährlichen und weitaus viel zu geringen Lebensmittellieferungen gezielt Hunger und Unterernährung, wird von israelischem Militär begleitet, das täglich gezielt und kalkuliert zwischen drei und fünf Dutzend um Nahrung bettelnde Palästinenser ermordet, auch Kinder.

Die GHF begleitet die militärische Zerstörung von Krankenhäusern, Schulen, Wohnungen, Küchen, provisorischen Zeltunterkünften, Universitäten, Kirchen und Moscheen.

Auch die Wahrheit töten!

Israel tötet gezielt und schrittweise Zehntausende Zivilisten, und gezielt auch die Wahrheit: Die braven westlichen Medien wie ARD und ZDF berichten diffus über Gaza und das Westjordanland aus Tel Aviv/Israel, unter israelischer Militär-Zensur.

Israel lässt keine ausländischen Journalisten nach Gaza herein und hat bisher 278 einheimische Journalisten, die digital präzise erfasst waren, ermordet. Sie hatten vor allem für Al Jazeera (mit Sitz in Doha, Emirat Katar) berichtet, auch für Reuters und Associated Press.[13]

Groß-Israel mit Palästina, Libanon, Syrien, den Golfstaaten

Mit Trump verschärfen die USA die Operationen ihres jahrzehntelangen Stellvertreter-Kriegers Israel und erweitern sie territorial. Die USA liefern noch mehr Waffen und militärische Dienstleistungen als bisher, auch über den neuen US-Militärstützpunkt in der Wüste Negev.

  • Nicht nur das Militär geht gegen die Palästinenser in Gaza vor: Gleichzeitig morden und enteignen israelische Siedler im Westjordanland Palästinenser, mit Militärunterstützung.
  • Auch die israelische Regierung hat hier ein neues Großsiedlungsprojekt begonnen, zur Trennung des Westjordanlands in zwei Hälften, nach dem Vorbild in Gaza.
  • Israel hat die seit Jahrzehnten annektierte Besatzungszone im Libanon während des Gaza-Krieges noch weiter vorgeschoben und baut Militärstützpunkte in Syrien aus.[14]
  • So bombardiert Israel nicht nur Gaza, sondern auch den Libanon und Syrien, bekämpft als feindlich eingestufte islamistische Organisationen, bombardiert auch christliche Kirchen – katholische und orthodoxe –, unterstützt aber wie in Syrien auch islamistische, prowestliche Terroristen – so, wie es die US-Lügenweltmeister seit Langem vormachen.
  • Israel baut dauerhafte Militärstützpunkte in Syrien aus.
  • Israels Atommacht ist mit US-Unterstützung von der Kontrolle durch die IAEA ausgenommen – im Unterschied zum Todfeind Iran, der vernichtet werden soll. Israel hat jetzt im Iran Wohnungen bombardiert und mehrere Hundert Menschen getötet, wie in Gaza. Die Trump-Regierung hat das mit einem Bombardement der angeblichen Atombomben Irans begleitet.

Zionistisches Groß-Israel, ohne festgelegte Grenzen

Der Trump-Netanjahu-Plan: Israel errichtet ein zionistisches Groß-Israel bis hinein nach Ägypten, also ein Staatsgebilde wie seit der Gründung Israels: ohne festgelegte und mit ständig schrittweise weiter vorgeschobenen Grenzen, mit Besatzung, Enteignungen, Vertreibungen.

Gleichzeitig werden US-Investoren der Trump-Kapital-Fraktion in ausgewählten Golfstaaten aktiv: Immobilien, Digital- und Rüstungstechnologie, Infrastruktur. Und diese Staaten sollen und wollen neben ihrem bisherigen Öl- und Gasgeschäft neue Wirtschaftsbereiche aufbauen, auch noch mehr Tourismus und Luxus-Immobilien für Superreiche aller Länder.

Auch mit den Golfstaaten, die noch nicht direkt mitmachen, wird verhandelt: Sie sollen in den USA investieren, hoch subventioniert.

Aber wenigstens doch Frieden mit Russland?

Trump will keinen Frieden mit Russland, sondern Ruhe an dieser Front, erst mal, vordergründig – und dabei verdienen.

So hat es Trump mit den untertänigen EU-Oberen, den Vasallen-Führern Merz, Macron, Starmer und von der Leyen erreicht: Ihr führt den Krieg weiter, die USA liefern weiter Waffen an die Ukraine – aber die EU muss sie jetzt bezahlen! Und welche Waffen ihr dafür kriegt, das bestimmen wir! Trumps Befehl an Bundeskanzler Merz: Halt dich etwas zurück! Taurus-Raketen: Nein, dürft ihr nicht!

Und die Führung des Krieges mit eurer vornedran kaputten Medien-Marionette Selenskyj – die Führung bleibt weiter in US-Hand, wie bisher, bei der U.S. Army Europe and Africa (USAREUR-AF), genauer beim Kommando der NATO Security Assistance and Training for Ukraine (NSATU), in Wiesbaden! Insofern ist auch Trumps Zusage, die Ukraine solle kein NATO-Mitglied werden, relativ unwichtig.

So will Trump den Krieg gegen Russland durchaus weiterführen, aber auch begrenzen. Denn mit Russland sollen, durchaus unter Druck, Geschäfte ausgehandelt werden, auch als Gegenleistung für die zumindest vorläufige Anerkennung der Republiken in der Ostukraine, die vom russischen Militär gesichert sind. Diese Anweisung hat auch schon der besonders Trump-untertänige, neue NATO-Generalsekretär Mark Rutte übernommen, mit der Formel „De-facto“-Anerkennung, nicht „de jure“, also eben die militärisch geschaffenen Fakten anerkennen, erstmal.

So soll es nach Trumps Absicht zu Abkommen mit Russland für eventuell gemeinsame Erschließung von Rohstoffen in der Ukraine kommen, auch seltener Erden: Sie sind für die von Trump erhoffte Re-Industrialisierung der USA wichtig, auch für die Chip-Industrie, nachdem China seine Lieferungen einschränkt hat und noch weiter einschränken würde, wenn die Trump-Truppe die Aggression gegen China in Asien weitertreibt. Und Russland hätte eine gewisse Sicherheit durch eine solche Kooperation, zumindest, solange das „de facto“ gilt, erstmal, vorläufig.

Dass Trump keinen Frieden will, geht auch aus Folgendem hervor:

  • Die europäischen NATO-Staaten dürfen laut Trump in einem „Nachkriegs-Sicherheitsplan“ Soldaten in der Ukraine stationieren – natürlich kommen keine US-Soldaten dorthin, die werden geschont. Aber die USA werden der Ukraine und den europäischen NATO-Staaten auch dafür weiter „strategische Wegbereiter“ (strategic enablers) bereitstellen, also geheimdienstliche Erkennung und Überwachung über die US-Satelliten, Flugzeuge und Luftverteidigungskapazitäten, Logistik und Radar, also insgesamt Führung und Kontrolle durch die USA.[15]
  • Trump geht in keiner Weise von der Forderung ab, dass die europäischen NATO-Staaten ihre Militärbudgets auf fünf Prozent erhöhen müssen.
  • Trump deutet nicht mal an, ob die beim NATO-Gipfel 2024 in Washington beschlossene Aufstellung von drei weitreichenden Raketensystemen in Deutschland – Tomahawk-Marschflugkörper, ballistische Raketen SM-6, Hyperschall-Raketen – eventuell doch nicht stattfindet.
  • Trump macht auch keine Andeutung über eine langfristige Sicherheitsarchitektur in Europa, die die NATO, Russland, die Ukraine und weitere Staaten in Osteuropa umfasst.

Diese Strategie gilt also wie im Nahen Osten, der Situation in Europa angepasst: Der Konflikt wird offengehalten, auch offen auf Erweiterung und Verschärfung. Das muss auch der Friedensbewegung klar sein, auch den erstarkenden, notwendigen Bewegungen, die Europa von den USA endlich abkoppeln, befreien wollen – militärisch, wirtschaftlich, politisch, kulturell. Übrigens: Auch in den USA organisieren sich solche Kräfte!

Anmerkung Jens Berger: Dieser Artikel gibt – wie alle Gastartikel der NachDenkSeiten – die Position des Autors, aber nicht die Position der NachDenkSeiten wieder.


Titelbild: noamgalai/shutterstock.com


[«1] US offers $50m reward for arrest of Venezuelan leader Nicolas Maduro, bbc.com/news, 8. August 2025

[«2] Taiwan needs to hike defense spending to 10 % of GDP, reuters.com, 4. März 2025

[«3] Palantir CEO signs off year with nod to West’s „organized violence“, thestack.technology/palantir, 4. Februar 2025

[«4] Werner Rügemer: Grönland: US-Militär gegen chinesischen Ausbau der Infrastruktur, nachdenkseiten.de, 16. Oktober 2018

[«5] U.S. Orders Intelligence Agencies to Step Up Spying on Greenland, Wall Street Journal, 6. Mai 2025

[«6] U.S. secures strategic transit corridor in Armenia-Azerbaijan peace deal, reuters.com/world, 7. August 2025

[«7] Ties between SoftBank’s Son and Trump are double-edged sword, Financial Times, 27. August 2025

[«8] Sheldon Adelson backs Trump trip to Israel after $100m pledge, sources say, The Guardian, 20. Mai 2016; Miriam Adelson gives $100m to Trump campaign, The Times of Israel, 17. Oktober 2024

[«9] Trumps Kreuzritter, FAZ 14. November 2024, BILD, 14. November 2024; Abstreiten wie der Präsident. FAZ, 22. August 2025

[«10] Christian Müller: Jetzt auch eine neue US-Militärbasis in Israel, infosperber.ch, 3. Oktober 2017

[«11] Werner Rügemer: Israel – globaler Hotspot der digitalen Überwachungsindustrie, mit US-Hilfe, Die Krähe (Wien, Januar), 2024

[«12] Francesca Albanese: From Economy of Occupation to Economy of Genocide, www.un.org, 16. Juni 2025

[«13] At least 278 Journalists and media workers, mostly Palestinians, have been killed in Israel’s war in Gaza, aljazeera.com/news, 25. August 2025

[«14] Israel says its troops will remain in Syria, Financial Times, 27. August 2025

[«15] US offers air and command back-up for Ukraine force, Financial Times, 27. August 2025

Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik Aufrüstung einzelne Politiker/Personen der Zeitgeschichte


Schlagwörter: 


Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=138159


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.



10.09.2025

gewerkschaftsforum.de / neue artikel

aus e-mail von Laurenz Nurk, 10. September 13:10 Uhr


Ein Forum für Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, die etwas zu sagen haben



Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir möchten euch auf neue Artikel auf https://gewerkschaftsforum.de/ aufmerksam machen:



Zum Tag der Wohnungslosen – Vom Leben auf der Straße



Zu den unveräußerlichen Menschenrechten gehören ohne Zweifel eine sichere Unterkunft und das Wohnen in Würde, auch in Deutschland. In den vergangenen 10 Jahren ist die Zahl der Menschen ohne Wohnung stetig angestiegen. Mittlerweile leben schätzungsweise 50.000 Männer und Frauen auf der Straße, mehr als 600.000 sind wohnungslos.


Doch diese düsteren Zahlen sind nur die Spitze des Eisbergs. Denn darin nicht erfasst sind Asylbewerber in Sammelunterkünften sowie die vermutlich ziemlich hohe, nicht genau bezifferbare und offensichtlich wachsende Dunkelziffer: Menschen, darunter viele Kinder und Jugendliche, die bei Freunden und Bekannten unterkommen – oder direkt auf der Straße leben.


Diese Entwicklung wird sich weiter fortsetzen, explodierende Kosten für Miete und Energie, wegbrechender Neubau von Sozialwohnungen und steigende Einkommensarmut sorgen dafür, dass immer mehr Menschen auf der Straße leben müssen.

Hinter den Zahlen verbergen sich Menschen, die in Armut gedrückt wurden, deren Leben irgendwann einmal ins Schlingern kam und die nun dem mörderischen Leben auf der Straße ausgesetzt sind. weiterlesen →------------------------------------------------------------------------------------------------

Donald Trump: Der Völkermord-Organisator als Friedensfreund?



Verbreitet ist die Meinung, US-Präsident Donald Trump sei ein Friedensfreund, er wolle ja den Krieg in der Ukraine beenden. Doch die Trump-Truppe ist global aggressiv, konzentriert sich auf China – und aktuell auf Groß-Israel, mit Völkermord.


Von Werner Rügemer


Trump: Die Kapital-Fraktion der armen Multimilliardäre


Trump mit der Republikaner-Partei verkörpert eine neue, andere US-Kapital-Fraktion und eine neue, noch aggressivere Strategie der USA als „einzige Weltmacht“. Trumps Regierungsmannschaft und seine Berater sind Unternehmer und Investoren, die wie er selbst nur der (bisher) zweiten Liga der Kapitalisten angehören, die höchstens zehn Milliarden haben. Die einzige Ausnahme war Elon Musk von Tesla, der 50-mal mehr hat, aber, wie sich nach wenigen Monaten zeigte, doch nicht reinpasst.


Trump hat als New Yorker Immobilien-Tycoon bestenfalls vier Milliarden an Vermögen zusammengerafft, in den USA. Er hat zwar auch einen schönen großen Golfplatz in Irland, und noch zwei Golfclubs in Dubai, aber kein richtiges Unternehmen außerhalb der USA. Auch die 13 Mitglieder der Trump-Regierung, die ebenfalls Einfach-Milliardäre der zweiten Liga sind, haben ihr Vermögen nur in den USA gemacht.

Dagegen hat die bisher führende, mit der Demokraten-Partei der Clintons, Obamas und Bidens groß gewordene Kapital-Fraktion der Globalisten, vor allem die Silicon-Valley-Konzerne und ihre Großaktionäre, also die Gates von Microsoft, Bezos von Amazon, Zuckerberg von Facebook & Co., also die erste Liga, jeweils etwa hundertmal mehr US-Dollar an Vermögen und Unternehmenseigentum, 300 Milliarden, 400 Milliarden, 500 Milliarden, wie Musk, der im Ausland Fabriken hat und noch ungeklärt zwischen den beiden Ligen herumlaviert.  weiterlesen →-------------------------------------------------------------------------------------------------

Vor 20 Jahren wurden die Vorschläge der ersten „Externe Expertenkommission“ in die Hartz-Gesetzgebung gegossen – ein solches undemokratisches Gremium gab es bis dahin nicht, später umso öfter und heute wieder als Neuauflage



In der Debatte über eine Reform des Sozialstaates hat Bundesfinanzminister Klingbeil für mehr Augenmaß plädiert und dabei auch auf die Agenda 2010 verwiesen. Wie unter dem früheren Kanzler Schröder seien heute Veränderungen nötig.


Die schwarz-rote Regierungskoalition will bei dem Streitthema Sozialstaat, für die „Staatsmodernisierung“, Rente, Pflege und Gesundheit eine Kommission einrichten. Die Sozialstaatskommission nimmt ihre Arbeit noch im September auf und wird entsprechend des Koalitionsvertrages bis Ende 2025 ihre Ergebnisse in Form eines Abschlussberichts vorlegen.


Die konkreten Maßnahmenvorschläge sollen ab dem Jahresanfang 2026 von den fachlich zuständigen Ressorts umgesetzt werden. Für Punkte, bei denen eine weitere konzeptionelle Prüfung und Konkretisierung notwendig ist, wird die Kommission Prüfaufträge formulieren. Diese sollen dann in den Ministerien konzeptionell weiterentwickelt und zur Entscheidungsreife gebracht werden.

Da werden Erinnerungen wach: Vor 20 Jahren wurden die Vorschläge der ersten „Externe Expertenkommission“ in die Hartz-Gesetzgebung gegossen – ein solches undemokratisches Gremium gab es bis dahin nicht. weiterlesen →------------------------------------------------------------------------------------------------

Solidarisch mit Flüchtlingen sein: Diesen Wert dürfen wir nicht aufgeben



»Vor zehn Jahren habe ich gesehen, wie die Bewohner*innen von Lesbos Flüchtlinge willkommen geheißen haben. Heute wird in der öffentlichen Debatte behauptet, dies sei ein Fehler, ein Verbrechen gewesen«, schreibt Efi Latsoudi von Refugee Support Aegean. Sie erinnert sich zurück an den Sommer der Solidarität in Griechenland.


Von Efi Latsoudi / PRO ASYL


Ich bin 2001 nach Lesbos gezogen. Das war fast 80 Jahre, nachdem meine neunjährige Großmutter als Flüchtling aus Ayvalık auf dieselbe Insel gekommen war. Sie blieb dort zwei Jahre, bevor sie nach Piräus zog. Meine Großmutter gehörte zu den fast 1,5 Millionen Griech*innen, die in den 1920er Jahren aus Kleinasien fliehen mussten.


Bis 2001 war die Geschichte von Lesbos als Zufluchtsort fast in Vergessenheit geraten, und doch diente die Insel weiterhin als Zwischenstation für Menschen, die das östliche Mittelmeer überquerten, um in Europa Schutz zu suchen.

Im Jahr 2015 stand Lesbos erneut im Mittelpunkt eines nächsten Kapitels der Fluchtgeschichte. Kriege und Instabilität zwangen Millionen Menschen zur Flucht über das Meer. Fast die Hälfte derjenigen, die versuchten, Griechenland zu erreichen, kamen auf der Insel an.  weiterlesen →----------------------------------------------------------------------------------------------

— DIE WAHRHEIT IST KONKRET — 70 Jahre »Kriegsfibel« – Das Buch für den Frieden / Brechts großes Anti-Kriegsbuch



Brechts »Kriegsfibel« ist das große Anti-Kriegs-Buch. Es erschien 1955, ein Jahr vor seinem Tod, zum ersten Mal in der DDR – im Eulenspiegel Verlag – und seither in vielen Ländern. Und es ist im siebzigsten Jahr seiner Erstpublikation so aktuell wie je.


1938 hatte Bertolt Brecht – im Exil – begonnen, Zeitungsfotos zum Alltag der Soldaten und der Bevölkerung in Krieg und Faschismus zu sammeln und mit Epigrammen zu kommentieren, die hinter den banal erscheinenden oder gar propagandistischen Bildern die Wahrheit des grausamen Krieges und des menschenverachtenden Faschismus erscheinen lassen sollten. Die zunächst auf schwarzem Karton begonnene Sammlung wuchs nach und nach an und stellte nach dem Krieg ein Kompendium der „Wahrheit hinter der Wirklichkeit“ über den Krieg dar.

Am bekanntesten aus der Kriegsfibel ist das Epigramm zur letzten Bildtafel (das Adolf Hitler bei einer Propagandarede zeigt): Das da hätt einmal fast die Welt regiert. / Die Völker wurden seiner Herr. Jedoch / Ich wollte, dass ihr nicht schon triumphiert: / Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.  weiterlesen →-----------------------------------------------------------------------------------------------

278 getötete Journalist*innen: Wenn Wahrheit zum Risiko wird



Bei der Geschwindigkeit, mit der Journalist*innen in Gaza von Israel getötet werden, wird es bald niemanden mehr geben, der Sie informiert.


Seit dem 7. Oktober 2023 wurden mindestens 278 Journalist*innen und Medienmitarbeiter*innen – überwiegend Palästinenser*innen – im Krieg Israels gegen Gaza getötet.  weiterlesen →


--------------------------------


Herzliche Grüßevon den Kolleginnen und Kollegen des gewerkschaftsforum.deundviel Freude beim Lesen


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

10.09.2025

Palästina »Unser Lager, unsere Festung«

jungewelt.de, 10.09.2025, Seite 3 / Schwerpunkt, Von Mathias Dehne

Westbank: Wie das Flüchtlingslager Dschenin zu einem Symbol des Freiheitskampfes der Palästinenser wurde



Raneen Sawafta/REUTERS

Steine gegen Panzer: Widerstand gegen Einmarsch der israelischen Armee in Dschenin am 23. Februar 2025


Hintergrund: Unity-Intifada

Nach der prominenten Rolle Dschenins in der Zweiten Intifada wurden in den Folgejahren die lokalen bewaffneten Gruppen deutlich geschwächt. Eine jüngere Generation Palästinenser wuchs im Schatten der Zweiten Intifada auf. Ihr Alltag war durch Israels Apartheidsystem von Checkpoints und Sperranlagen gezeichnet. Zwar kam es bei den Kriegen gegen Gaza immer wieder zu Protesten in der Westbank, doch die drohenden Zwangsräumungen palästinensischer Familien in Scheich Dscharrah (Ostjerusalem) und die Polizeigewalt auf dem Gelände der Al-Aqsa-Moschee am 7. Mai 2021 während des Ramadan waren ein Katalysator. In der Folge starteten die Al-Kassam-Brigaden die Operation »Schwert von Jerusalem« und feuerten Tausende Raketen auf Israel, das mit Angriffen aus der Luft reagierte. Die Ereignisse führten zu einer seltenen gleichzeitigen Mobilisierung in Gaza, der Westbank, Ostjerusalem und arabischen Städten in Israel, der »Unity-Intifada«.

Wie das Resistance News Network berichtete, führte der 1996 im Flüchtlingslager Dschenin geborene Jamil Al-Amouri in diesem Klima einen Protestzug für Gaza an. Al-Amouri hatte zuvor sein Auto verkauft, das ihm den Lebensunterhalt sicherte, um sich ein Gewehr zuzulegen. In Anspielung auf die Schlacht von Dschenin taufte er dieses auf den Namen »Nisan« (arabisch für April) und führte eigenhändig Operationen gegen die israelische Armee durch. Zur Gründung der Dschenin-Brigade sei er später im Zuge der Proteste von Familie und Freunden gedrängt worden. Aus einer Zelle von vier wurden acht Militante, und sie entwickelte sich weiter. Al-Amouri selbst erlebte den Aufstieg »seiner« Dschenin-Brigade nicht mehr. Er geriet am 10. Juni 2021 in einen Hinterhalt der Besatzungstruppen, der ihn sein Leben kostete.

Für die neuen Gruppierungen in der Westbank wie die Dschenin-Brigade spielt es dabei keine Rolle, ob Mitglieder aus säkularen oder islamischen Bewegungen stammen. »Kämpfer der Al-Kassam-Brigaden, der Al-Aksa-Märtyrerbrigaden oder der Volksfront sind alle gleich. Solche Überlegungen sollten bei nationalen Bemühungen und Widerstand keine Rolle spielen«, wie Akram Al-Ajouri (PIJ) in einer Al-Dschasira-Dokumentation äußerte. Grundlage hierfür ist eine stark antikoloniale Ausrichtung: Für die PIJ ist Israel nur der verlängerte Arm westlicher Kolonialinteressen, um die wirtschaftliche, politische und militärische Vorherrschaft in der islamischen Welt und im gesamten globalen Süden zu bewahren, wie der Historiker Erik Skare sagte. Die PIJ ist so ein zentrales Bindeglied in Dschenin – gerade jetzt im Zuge einer neuen Welle des Siedlerkolonialismus. (md)

Verkleinern


Dschenin hat zuletzt große internationale Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Um den Ort im Norden der Westbank gruppiert sich bewaffneter Widerstand gegen Apartheid und Siedlerkolonialismus. Im Lied »Unser Lager, unsere Festung« bezeichnet Sänger Ibrahim Al-Ahmad das Flüchtlingslager Dschenin als »Kleingaza« und huldigt dem revolutionären Geist von Bewohnern und Militanten der »Dschenin Brigade«, einem Feldbündnis aus Al-Kuds-Brigaden, Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden und Al-Kassam-Brigaden.

Die Aufstände seit 2000

Der Metapher eines »Kleingazas« wohnt eine immense Bedeutung inne: Sie beschreibt, wie vom Flüchtlingslager Dschenin seit Jahrzehnten bewaffneter und kultureller Widerstand ausgeht. Auch zeigt sie, wie das Lager nicht nur einmal blinde Zerstörungswut der israelischen Besatzungsarmee durchlebte – und seine Bewohner von neuem begannen. Während der Zweiten Intifada erlebte das Lager das Wiederaufleben und den Aufstieg der Palästinensischen Bewegung Islamischer Dschihad (PIJ) zur drittgrößten bewaffneten Fraktion. Wie die Hamas sicherte sich auch die PIJ über die Zeit größere Unterstützung in der palästinensischen Bevölkerung. Von Januar 2001 bis Januar 2006 waren es im Schnitt 10 Prozent, was in der Ablehnung des Friedensprozesses und der Befürwortung des bewaffneten Kampfes begründet war.

Die Zweite Intifada war die Zeit der sogenannten Märtyreroperationen. In dieser Zeit wurden bis zu 28 Selbstmordattentate – rund ein Fünftel aller Anschläge – von Dschenin aus geplant und durchgeführt. Sie trafen mehrheitlich Zivilisten. Der Großteil der Anschläge wurde vom militärischen Arm der PIJ, den Al-Kuds-Brigaden, durchgeführt. Ebenso eine Rolle spielten die säkularen, der Fatah nahestehenden Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden rund um Zakaria Zubeidi, genauso wie die Al-Kassam-Brigaden der Hamas. Als Folge erlebte das Flüchtlingslager im April 2002 während der Schlacht von Dschenin seine bis dato schlimmsten Tage. Nach UN-Angaben wurden 150 Häuser zerstört und viele mehr unbewohnbar zurückgelassen. 52 Palästinenser, die Hälfte davon Zivilisten, und 23 israelische Soldaten starben. Später wurden Berichte über Menschenrechtsverletzungen veröffentlicht. Die israelische Armee nutzte gezielt Zivilisten als menschliche Schutzschilde. Mit finanziellen Hilfen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten gelang der Wiederaufbau des Lagers.


Die Unity-Intifada entfachte eine neue Welle des Widerstandes in der Westbank. Dieser historische Moment sorgte für eine Einheit über einstige politische Trennlinien hinweg – in Dschenin, Nablus oder Tulkarem. In den Jahren 2021 bis 2023 richteten sich eine Vielzahl der Operationen der Dschenin-Brigade gegen Militärcheckpoints, illegale Siedlungen oder kürzere Razzien der Besatzungstruppen im Lager. Im Juli 2023 schließlich stürmte diese das Lager. Laut Menschenrechtsorganisation B’Tselem sorgte Operation »Haus und Garten« für 48 Stunden der Gewalt mit über 100 Verletzten, dem Tod von 12 Palästinensern sowie der Zerstörung von Infrastruktur und Häusern, die 57 Familien beherbergt hatten. Operative Ziele von politischer Seite, »Dschenin als sicheren Hafen für Militante zu beseitigen«, standen im Widerspruch zur Darstellung der Streitkräfte von einer »begrenzten Operation gegen Terrorinfrastruktur«. Der ultrarechten Regierung sei es um eine »Show für Siedler« gegangen, wie die linksliberale israelische Zeitung Haaretz berichtete.

Dschenin heute

Im Lager Dschenin lebten nach Angaben des UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) etwa 24.000 Menschen. Doch leider hat die Kleingaza-Metapher auch Einzug in die Narrative von Israels rechter Mehrheit gehalten. Mit dem Begriff der »Gazaifizierung« werden Ängste deutlich, dass von Dschenin eine ähnliche Bedrohung für die israelische Sicherheit ausgehen könne wie von Gaza. Gleichzeitig soll der antikoloniale Kampf der Dschenin-Brigade mit aller Härte bekämpft werden: »Wenn Dschenin sich entscheidet, sich wie Gaza zu verhalten, wird es mit ähnlichen Konsequenzen konfrontiert werden.« Es handelt sich um nicht weniger als genozidale Phantasien, die Meir Ben-Shabbat, Leiter des Misgav-Instituts für nationale Sicherheit und zionistische Strategie, in der rechten Zeitung Israel Hajom darlegte.

Diese Äußerungen sind keine Worthülsen – sie sind längst im politischen Kurs angelangt. Seit Beginn des Jahres wütet die Operation »Eiserne Wand« der israelischen Streitkräfte über der Stadt. Dem Medienkomitee im Lager Dschenin zufolge setzt Israel seine Aggression mit Razzien, Verhaftungen und umfangreichen Zerstörungen auch den siebten Monat in Folge fort. 70 Prozent des Lagers wurden zerstört, über 650 Gebäude sind dem Erdboden gleichgemacht, das Lager in neue Viertel fragmentiert und Bewohner vertrieben worden. Der israelische Journalist Gideon Levy beschreibt dieses Vorgehen in Haaretz als »besonders abscheuliches Kriegsverbrechen«. Es ist vollkommen irrelevant, dass im Lager ein beliebtes Theater, das Freiheitstheater, mit Aufführungen für Erwachsene und Kinder stand oder dass Projekte wie die »Not to Forget 2002«-Assoziation psychologische Grundfürsorge für Frauen und Kinder leisten. Die Situation in Dschenin gleicht bereits jetzt in mancher Hinsicht der im Gazastreifen. Doch die großen Lücken, die Getötete hinterlassen, würden immer wieder gefüllt, wie die Dschenin-Brigade verlauten lässt.


Info: https://www.jungewelt.de/artikel/507994.pal%C3%A4stina-unser-lager-unsere-festung.html


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

10.09.2025

G. Krone-Schmalz im Interview

aus e-mail von Doris Pumphrey, 10. September 2015, 10:02 Uhr


Berliner Zeitung 9.9.2025

<https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/gabriele-krone-schmalz-unsere-demokratie-wird-nicht-in-der-ukraine-verteidigt-li.2355488>


*Gabriele Krone-Schmalz:

„Unsere Demokratie wird nicht in der Ukraine verteidigt“


*Die Russland-Expertin kritisiert die deutsche Ukraine- und

Rüstungspolitik. Am Samstag spricht sie auf einer Friedensdemo in Berlin.


/Interview Simon Zeise


/Trotz erster Verhandlungsversuche zwischen Russland und den USA geht

der Krieg in der Ukraine unentwegt weiter. Die Regierungen in

Westeuropa, insbesondere in Deutschland, setzen weiterhin auf

Eskalation. Waffenlieferungen statt Verhandlungen, lautet die Devise.


Doch in der Bevölkerung wird der Ruf nach Frieden lauter. In jüngsten

Umfragen spricht sich mittlerweile eine Mehrheit für ein Ende der

Waffenlieferungen an die Ukraine aus. Am Samstag rufen mehrere

Persönlichkeiten aus Politik und Kultur zu einer Friedensdemo in Berlin

auf. Neben Sahra Wagenknecht, Dieter Hallervorden und dem Rapper Massiv

wird auch die Publizistin und Russland-Expertin Gabriele Krone-Schmalz

dabei sein. Die Berliner Zeitung sprach mit ihr über Perspektiven für

eine Friedenslösung in der Ukraine, über das russisch-amerikanische

Verhältnis und die störrische Haltung der Europäer.


/Frau Krone-Schmalz, Sie treten am Samstag in Berlin auf einer

Friedenskundgebung auf. Was treibt Sie auf die Straße?/


Die Sorge vor den Konsequenzen einer Politik, die sich durch

Realitätsverweigerung und merkwürdiges Demokratieverständnis

auszeichnet. Es war nie eine realistische Option, dass die Ukraine

Russland militärisch besiegen könnte. Wie soll man sich bitte einen

militärischen Sieg über eine Atommacht vorstellen? Es sei denn im Rahmen

eines Dritten Weltkriegs mit Beteiligung der Nato. Danach dann aber von

einem Sieg reden zu wollen, verbietet sich von selbst.


Und was das Demokratieverständnis betrifft: Ich fühle mich zum

Untertanen degradiert und nicht als mündiger Bürger behandelt, wenn es

immer wieder heißt: Die Bevölkerung muss davon überzeugt werden, dass

Russland unser Feind war, ist und bleibt und dass wir kriegstüchtig

werden müssen. Wer nüchtern und faktenbasiert dagegen argumentiert, wird

wahlweise als naiv oder ferngesteuert abqualifiziert. Ich finde, das

geht so nicht.


Unsere Demokratie wird auch nicht in der Ukraine verteidigt – das stimmt

diesmal genauso wenig wie damals im Afghanistankrieg, als es hieß,

unsere Demokratie würde am Hindukusch verteidigt. Das ist alles nur

Mittel zum Zweck, auch den letzten davon überzeugen zu wollen, sich

mental auf kriegerische Zeiten einzustellen.


Gabriele Krone-Schmalz (geb.1949) ist Journalistin und Publizistin. Von

1987 bis 1991 war sie Korrespondentin der ARD in Moskau, wo sie u.a.

Michail Gorbatschow interviewte.

Für ihre Arbeit erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter den

Grimme-Preis, die Puschkin-Medaille und das Bundesverdienstkreuz erster

Klasse.

Zuletzt ist von Krone-Schmalz erschienen: „Russland verstehen. Der Kampf

um die Ukraine und die Arroganz des Westens.“


/Deutsche Politiker, die jahrelang Pazifismus gepredigt haben, sind seit

dem Ukrainekrieg zu eisernen Kriegern mutiert. Überrascht Sie das?/


Die Kriegsgeneration stirbt langsam aus und ich fürchte das Bewusstsein

für die Zerbrechlichkeit von Frieden auch. Ich habe Krieg zwar nicht

mehr selbst erlebt, bin Jahrgang ’49, aber ich kenne genug, die im Krieg

gelitten haben und weiß, was Krieg bedeutet. Ich bin im zerstörten Köln

aufgewachsen und habe auf Trümmergrundstücken gespielt. Den meisten

politischen Entscheidungsträgern fehlen diese Erfahrungen, was man ihnen

nicht vorwerfen kann, aber die unbekümmerte Art, mit der sie über Krieg

und Frieden reden, als handele es sich um eine Investitionsentscheidung,

halte ich für gefährlich und verantwortungslos.


/Die Ukraine wurde am vergangenen Wochenende den bislang stärksten

Angriffen aus Russland ausgesetzt. Auch das Parlament in Kiew wurde

getroffen. Ist ein Frieden überhaupt noch möglich?/


Aber sicher. Streng genommen ist Frieden nichts anderes als

funktionierender Interessenausgleich. Was fehlt ist der politische

Wille, Wege aus dieser Sackgasse herauszufinden, ohne in Kategorien von

Sieg und Niederlage zu denken. Man kann von Trump und Putin halten, was

man will, aber allein die Tatsache, dass die derzeitigen Präsidenten der

beiden größten Atommächte sich getroffen haben und respektvoll

miteinander geredet haben, ist sachlich betrachtet von Vorteil.


Das Dazwischengrätschen der Europäer halte ich nicht für hilfreich. Erst

kommt über drei Jahre lang nichts Konstruktives aus Berlin, Paris oder

Brüssel und jetzt will man plötzlich mitmischen? Sämtliche

Friedensinitiativen kamen bisher aus China, aus Brasilien oder

afrikanischen Staaten. Das verstehe wer will. Und die einzigen, die die

Macht haben, irgendetwas durchzusetzen, sind nun mal die USA. Hätte uns

auch schon früher auffallen können. Ich hoffe jedenfalls, dass es den

Europäern nicht gelingt, erste Ansätze zu weiteren Verhandlungen zu

boykottieren.


/US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, den Ukrainekrieg in 24

Stunden zu beenden. Trotz einiger Treffen in Istanbul und zuletzt in

Alaska sind die Ergebnisse bisher überschaubar. Meint Trump es ernst,

oder war es nur ein PR-Gag?/


Ich denke schon, dass er das ernst meint. Trump ist von seiner Biografie

her ein interessegeleiteter Dealmaker. Das ist das, was zählt. Und es

ist durchaus im Interesse der USA, gute, vor allem wirtschaftlich gute,

Beziehungen zu Russland zu haben. Das hatte Trump schon im Wahlkampf vor

seiner ersten Amtszeit immer wieder betont.


Wie man mittlerweile weiß, sind seine diesbezüglichen Aktivitäten damals

durch interessierte amerikanische Kreise erfolgreich hintertrieben

worden. Man muss auch sagen, dass er damals noch Rücksicht auf

traditionelle Republikaner nehmen musste, deren Russlandbild ein ganz

anderes war.


Dem hat er diesmal mit seiner Personalpolitik und dem Austausch ganzer

Abteilungen vorgebaut. Jedenfalls halte ich es nicht für abwegig, dass

der amerikanische Präsident ernsthaft daran interessiert ist, die

Beziehungen mit Russland zu verbessern. Das kann sich alles auch wieder

drehen. Insofern wäre es aus meiner Sicht intelligent, dieses

Zeitfenster zu nutzen und nicht von europäischer Seite abzubremsen.


/Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat Trump für den

Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Die richtige Wahl?/


Nein, auf keinen Fall. Wie soll man denn die Pläne von Trump und

Netanjahu zur Vertreibung der Palästinenser aus dem Gaza-Streifen mit

einem Friedenspreis in Verbindung bringen? Abgesehen von der

Geschmacklosigkeit, dass so jemand wie Benjamin Netanjahu sich erlaubt,

jemanden für den Friedensnobelpreis vorzuschlagen, sollte das Komitee

seine Auswahlkriterien überdenken, wenn der Friedensnobelpreis noch

etwas von seinem Renommee behalten will.


Spätestens seit der Verleihung an Barack Obama und die EU habe ich so

meine Zweifel. Michael Gorbatschow, der letzte sowjetische Präsident,

ist da ein anderes Kaliber. Solche Auszeichnungen leben von der

Glaubwürdigkeit der Geehrten und nicht vom politischen Kalkül der Verleiher.


/Der Kalte Krieg ist vorbei, aber die Zahl der heißen Konflikte nimmt

zu. Haben Sie Angst, dass der Krieg eskaliert und auch nach Westeuropa

kommt?/


Ja, und zwar nicht, weil irgendjemand das wirklich will und schon gar

nicht, weil Russland uns angreifen könnte – dazu gleich noch ein Satz –

sondern weil in einer Zeit, die von abgrundtiefem gegenseitigem

Misstrauen geprägt ist, ein Missverständnis oder eine Provokation

ausreichen, um etwas auszulösen, das sich nicht mehr einfangen lässt,

schon gar, wenn eine Atommacht sich – zu Recht oder zu Unrecht – bedroht

sieht.


Ich vermisse substanzielle Diskussionen über Strukturen einer

funktionierenden Sicherheitsarchitektur. Spätestens seit dem Ende der

Ost-West-Konfrontation und der Auflösung des Warschauer Paktes war klar,

dass die Nato für die Herausforderungen der Zukunft nicht geeignet ist.

Sie war für eine historisch ganz andere Lage geschaffen. Mit dem Managen

von Regionalkonflikten ist sie rein von der Konstruktion her heillos

überfordert, wie man sieht. Und sie hat ein anderes – wie ich finde –

toxisches Selbstverständnis entwickelt. Mit ihren „/Out of

area/“-Einsätzen, den Operationen außerhalb der eigenen Gebiete, agiert

sie in der Rolle eines Weltpolizisten, ohne dafür ein Mandat der Welt zu

haben.


/Die EU bleibt dabei: Mit Russland wird nicht verhandelt. Stattdessen

wird ein massives Rüstungsprogramm zum Schutz vor einer angeblich

drohenden russischen Invasion aufgelegt. Wird Europa so zu einem

friedlichen und stabilen Kontinent?/


Auf diese Weise sicher nicht. Und ich halte diese Gesprächsverweigerung

mit der stets wiederholten Behauptung, Putin wolle ja gar nicht

verhandeln, für eine intellektuelle Zumutung. Egon Bahr wird das Zitat

zugeschrieben: Wir können politisch alles Mögliche ändern, nur nicht die

Geografie. Das heißt, wir werden es immer mit Russland zu tun haben. Wie

naiv muss man sein zu glauben, Sicherheit auf dem eurasischen Kontinent,

ohne oder gar gegen Russland organisieren zu können.


Und was die angeblichen russischen Invasionspläne betrifft – sämtliche

US-amerikanischen Geheimdienste gehen davon aus, dass Russland keinerlei

Interesse daran hat, Nato-Staaten anzugreifen und es insofern auch keine

Bedrohung darstellt. Das ist ja auch logisch, wenn man sich das

Kräfteverhältnis Russland und Nato-Staaten ansieht. Ich halte es für

eine verantwortungslose Panikmache zu behaupten, demnächst stünden „die

Russen“ in Berlin, nachdem sie sich Polen und die baltischen Staaten

einverleibt haben.


/Im kommenden Jahr sollen in Deutschland amerikanische

Mittelstreckenraketen stationiert werden, die weit nach Russland

reichen. Werden wir dadurch zum potenziellen Kriegsziel Nummer eins?/


Absolut. Mir erschließt sich jedenfalls nicht, wie sich ausgerechnet

durch diese Raketenstationierung unsere Sicherheit erhöhen soll. Glaubt

wirklich jemand ernsthaft, Russland könnte das in der derzeitigen

Situation als defensive Maßnahme des Westens begreifen? Das ist alles

nicht zu Ende gedacht.


Außerdem – um noch mal auf Demokratie zurückzukommen – das ganze

Prozedere ist höchst undemokratisch. Als es in den 80er-Jahren um den

Nato-Doppelbeschluss ging und die Aufstellung von Mittelstreckenraketen

in Europa, nicht nur in Deutschland wie diesmal, da gab es eine

intensive parlamentarische und gesellschaftliche Debatte. Sogar in der

Nato wurde darüber kontrovers debattiert und es dauerte vier Jahre bis

der Bundestag zustimmte.


Und heute? Deutschland beugt sich einfach einem einseitigen Beschluss

der USA, der zudem nicht erst nach dem russischen Angriff auf die

Ukraine gefasst wurde, sondern weit vorher, und über den es weder eine

parlamentarische noch eine gesellschaftliche Debatte bei uns gibt. Aber

wer den Sinn der Stationierung infrage stellt, kann ja nur verblendet

oder aus Moskau bezahlt sein.


Es wird Zeit, das, was man Streitkultur nennt, wieder zu beleben und

sich im doppelten Sinne anständig zu streiten. Für eine Demokratie, in

der um die besten und praktikabelsten Lösungen gerungen werden muss, ist

das lebensnotwendig.


/Die USA und Russland verhandeln über die Nachkriegsordnung in der

Ukraine. Muss die Bundesregierung auch aktiv werden, damit nicht über

die Köpfe der Europäer hinweg entschieden wird?/


Vielleicht hätte es einen frühen Zeitpunkt gegeben, in dem die

Bundesregierung hätte aktiv werden können und müssen, aber der Zug

scheint mir abgefahren. Die deutsche Politik der letzten Jahre, und auch

die aus Brüssel, hat sicher nicht dazu geführt, dass Europa im Sinne von

EU in der Welt ernst genommen wird: doppelte Standards in der

Außenpolitik, auch hier Realitätsverweigerung mit Blick auf

Gewichtsverschiebungen, Stichwort Brics-Staaten; dann die immer noch

durchschimmernde Hybris vergangener Kolonialzeiten.


Europa ist nicht mehr der Nabel der Welt. Und ob uns das gefällt oder

nicht: letztlich wird über das Ende des Krieges in der Ukraine und über

die Bedingungen dafür in Washington und Moskau entschieden werden. Je

eher das begriffen wird, umso schneller wird das Gemetzel in der Ukraine

beendet sein.


----------------------------------------------------------------------

Hallervorden wirbt für Kundgebung am 13. September

https://www.youtube.com/shorts/uYMlDyCo_J8


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

10.09.2025

Screenshot_2025_09_10_at_14_15_10_ffentliches_Gel_bnis_Hunderter_Bundeswehrsoldaten_mit_Panzer_vor_dem_Parlament_Zur_Schau_gestellter_politischer_Offenbarungseid

nachdenkseiten.de, 10. September 2025 um 9:00  Ein Kommentar vonMarcus Klöckner

Öffentliches Gelöbnis der Bundeswehr mit mehreren Hundert Soldaten vor dem Parlament – mit Panzer? Was Nordrhein-Westfalen sich dieser Tage geleistet hat, dokumentiert: In den Parlamenten sitzen Politiker, die dem Militarismus den Weg ebnen. Selbst dem WDR ist das zu viel und er fragt: „Was soll der Panzer beim Gelöbnis?“ Die Verherrlichung von Kriegsgerät vor jenen Orten, wo das Herz der Demokratie schlägt? Panzer statt Worte? Krieg statt Argumente? Das Zelebrieren des Militärischen auf Zurufen der Politik? Vor den Augen der Öffentlichkeit, von Kindern und Jugendlichen? Mit dem Panzer vor dem Parlament stellt die Politik ihren eigenen Offenbarungseid zur Schau – und merkt es nicht einmal.

Hunderte Soldaten haben vergangene Woche vor dem Landesparlament in Düsseldorf ihr Gelöbnis abgelegt. Sie sind nun fester Teil der Bundeswehr. Die erste Frage, die sich aufdrängt, lautet: Wen? Oder genau: Wen interessiert das? Es ist ein „Ereignis“, das Bestandteil der Bundeswehr ist – seit vielen Jahrzehnten. Bisher hat das Gelöbnis in den Kasernen stattgefunden, das heißt an einem Ort, wo der feierliche Schwur hingehört. Was interessiert die breite Öffentlichkeit, dass frischgebackene Bundeswehrsoldaten in Uniform ein Gelöbnis ablegen? Die Antwort lautet: Die Öffentlichkeit hat dieser Akt dumpfer ritueller Unterwerfung unter die Prinzipien von Befehl! und Gehorsam! zu interessieren. Warum? Weil „wir“ nun in einer „Zeitenwende“ leben. Weil „wir“ kriegstüchtig“ werden sollen. Weil Russland „uns“ „bedroht“. Weil das Militärische in der Gesellschaft verankert werden soll. Soweit das Phantasma der politischen Propaganda.

Seit geraumer Zeit versucht die Politik, ihr Feindbild im Kopf zum Feindbild der Öffentlichkeit zu machen. Immer unverhohlener lassen Politiker den Militarismus in den Boden der Gesellschaft sickern. Nicht nur, dass sie tagein, tagaus das Bild von einem russischen Angriff an die Wand malen, jetzt belästigen sie auch noch die Öffentlichkeit mit Bundeswehrritualen und Werkzeugen des Todes.

Wer sich die Bilder anschaut, die als Dokument eines neuen deutschen Polit-Militarismus zu verstehen sind, erkennt: Diese Politik hat Gespür und Verstand verloren.

Hier das Parlament – die Herzkammer der Demokratie, da der Leopard-Panzer vor der Volksvertretung. Die Symbolik könnte kaum weitreichender sein.

In einem WDR-Kommentar von Klaus Scheffer heißt es:

Todbringende Waffen sind eben nicht das Symbol einer wehrhaften Demokratie, die sich für den Eventualfall vorbereitet. Nicht das Symbol einer Parlamentsarmee, die als integraler Teil der Gesellschaft vom Bundestag beauftragt und kontrolliert wird.

So ist es. Die – wenn man den Ausdruck schon gebrauchen will – Waffen einer wehrhaften Demokratie sind Worte und Diplomatie. Eine Politik, die das nicht versteht, nicht verstehen will, nicht verstehen kann oder zu blöd ist zum Verstehen, soll abtreten. Politiker, die darauf stehen, Menschenvernichtungsmaschinen aus ihrem Parlamentsbüro bestaunen zu können, mögen bitte den Raum der Demokratie verlassen und ein One-Way-Ticket nach Nordkorea buchen.

Gerade auch mit der deutschen Geschichte im Rücken sind Panzer vor Parlamenten eine Zumutung.

In ihrer Verblendung glaubt die Politik, dass das zur Schau gestellte Militärgerät die Bürger anlocken und durch die Kraft und Macht, die es ausstrahlt, verführen kann. In ihrer Umnachtung glaubt die Politik, dass der Panzer von der Bevölkerung voller Ehrfurcht als bewundernswerter Teil der politischen Macht wahrgenommen werden wird. Was politische Geistesriesen aber nicht bedenken: Der Panzer an diesem Ort steht für einen manifestierten politischen Offenbarungseid – und der ist für jeden zu erkennen. Krieg und Rheinmetall, wo die Demokratie nach Vernunft und Friedenspolitik ruft? Eine Billion Euro für Aufrüstung, anstatt marode Schulen zu sanieren? Auf diese Politik kann das Land verzichten.


Titelbild: Screenshot WDR


Rubriken: Innen- und Gesellschaftspolitik Kampagnen/Tarnworte/Neusprech


Schlagwörter: 


Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=138721


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

10.09.2025

Frankreich „Alles blockieren“: Landesweite Proteste überschatten Amtsantritt von Premier Lecornu

berliner-zeitung.de, 10.09.2025, 08:08 Uhr, 10.09.2025, Alexander Schmalz

Frankreich: Blockaden und Proteste gegen Sparkurs – schwieriger Start für Premier Lecornu


Frankreichs neuer Premier Sébastien Lecornu erlebt einen schwierigen Amtsstart. Landesweit blockieren Demonstranten Straßen und fordern ein Ende des Sparkurses.


Demonstranten bereiten sich auf eine Straßenblockade vor.imago


Schon am ersten Tag im Amt steht Frankreichs neuer Premierminister Sébastien Lecornu unter massivem Druck. Landesweit haben in der Nacht und am Mittwochmorgen Protestaktionen begonnen, die sich gegen den angekündigten Sparkurs der Regierung richten. Unter dem Motto „Bloquons tout“ („Lasst uns alles blockieren“) riefen linke Gruppen, Gewerkschaften und auch frühere Gelbwesten-Aktivisten zu landesweiten Blockaden auf.


Straßen, Bahnhöfe, Flughäfen betroffen

Nach Angaben der Behörden kam es in mehreren Großstädten zu Störungen: In Paris blockierten Demonstranten mit Barrikaden und Rauchfackeln Abschnitte des Stadtrings, unter anderem an der Porte de la Chapelle und an der Porte de Montreuil. Auch der Betrieb eines Busdepots im 18. Arrondissement wurde behindert, die Polizei setzte Tränengas ein.



Die Blockadebewegung in Valenciennes blockiert das Einkaufszentrum Auchan in Petite Forêt.imago

- Anzeige -

In Lyon sperrten Protestierende den Verkehr auf der M7-Autobahn, in Bordeaux legten Aktivisten einen Tram-Depot zeitweise lahm. In Poitiers blockierten Demonstranten die Autobahn A10, der Verkehr kam vollständig zum Erliegen. Aus Toulouse meldete die Bahn einen Kabelbrand, der den Zugverkehr Richtung Auch lahmlegte. Auch in der Gironde und anderen Regionen kam es zu Straßenblockaden.

Die französische Eisenbahngesellschaft SNCF warnte vor Einschränkungen im Regionalverkehr, die Luftfahrtbehörde DGAC vor Verzögerungen an Flughäfen. In Bordeaux und Lyon mussten Pendler am Morgen bereits lange Staus in Kauf nehmen.

80.000 Polizisten im Einsatz

Innenminister Bruno Retailleau kündigte an, landesweit 80.000 Polizisten und Gendarmen einzusetzen. Sicherheitskräfte seien bereits in der Nacht in Alarmbereitschaft versetzt worden, um Blockaden zu räumen und Sabotageakte zu verhindern. Retailleau sprach am Mittwochmorgen von einer „Instrumentalisierung durch die Ultralinke“ und warnte vor einer „ultraviolenten“ Bewegung.

???? ALERTE INFO - #Paris : Le périphérique est bloqué.

???? Des manifestants sont sur les voies au niveau de la porte de la Chapelle. La police intervient actuellement. (???? Enzorabouyy) #BloquonsTout pic.twitter.com/cbIKYdsaok

— FLASH INFO Ile-de-France (@info_Paris_IDF) September 10, 2025

Hintergrund: Regierungskrise und Sparkurs

Die Proteste sind eine Reaktion auf die Haushaltspläne der Regierung. Lecornus Vorgänger François Bayrou war am Montag nach nur neun Monaten im Amt über eine verlorene Vertrauensabstimmung gestürzt. Bayrou hatte einen strikten Sparkurs vorgeschlagen, um die Staatsfinanzen zu konsolidieren. Lecornu muss nun mit den tief gespaltenen Fraktionen in der Nationalversammlung – Macrons Mitte, Marine Le Pens rechtsnationale Partei und das linke Lager – einen neuen Haushalt aushandeln.

Der 38-Jährige gilt als Vertrauter von Präsident Emmanuel Macron, war zuvor Verteidigungsminister und hat den Ruf, auch mit Le Pen im Gespräch zu sein. Ob er die verhärteten Fronten im Parlament überwinden kann, ist unklar. Oppositionsparteien reagierten bereits ablehnend.

Druck auf Macron wächst

Nicht nur Lecornu, auch Macron selbst steht im Fokus der Proteste. Die Linkspartei LFI forderte seinen Rücktritt, rechtsnationale Kräfte drängen auf eine Parlamentsauflösung. Dass Macron unmittelbar nach Bayrous Sturz einen neuen Premier ernannte, wird von Beobachtern als Versuch gewertet, selbst aus der Schusslinie zu geraten.

Weitere Streiks angekündigt

Unabhängig von den Blockaden am Mittwoch haben die Gewerkschaften für den 18. September zu landesweiten Streiks und Demonstrationen gegen den Sparkurs aufgerufen. Laut der Gewerkschaft Solidaires soll der Protest „in die Dauer überführt“ werden – mit regelmäßigen Streiks und Versammlungen in Betrieben und Universitäten. (mit dpa)


Experte zu Frankreichs Schuldenkrise: Deutschland droht die gleiche Falle

Experten zu Frankreichs Schuldenkrise: Deutschland droht die gleiche Falle

Wirtschaft

02.09.2025


Frankreich: Regierung gestürzt – Macron droht Europa in den Abgrund zu reißen

Macrons Taumeln droht Europa in den Abgrund zu reißen

Internationales

08.09.2025


Info: https://www.berliner-zeitung.de/news/frankreich-blockaden-und-proteste-gegen-sparkurs-li.2355740


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

10.09.2025

Faeser-Auftritt bei Lanz - viel Kritik!

neopresse.com, 10. September 2025, Von: NEOPresse

Die ehemalige Bundesinnenministerin Nancy Faeser trat nun in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz auf. Der Moderator versuchte, eine Bilanz ihrer Amtszeit zu ziehen und sprach mehrere kontroverse Themen an. Dabei ging es um die One-Love-Armbinde bei der Fußball-WM in Katar, ein von ihr in Auftrag gegebenes Gutachten zur AfD kurz vor der Amtsübergabe, die Migrationspolitik sowie die steigende Messergewalt in Deutschland.

Faeser reagierte mit langen Wortbeiträgen und verwies auf eigene Deutungen. Besonders auffällig wirkte ihre Rechtfertigung der Armbinde, die sie als Beitrag zur „Sicherheit der Fans“ darstellte. Während Vizekanzler Robert Habeck in Katar über Gaslieferungen verhandelte, präsentierte sich Faeser als moralische Botschafterin. Der Journalist Robin Alexander kommentierte, dass die Gastgeber wohl eher amüsiert reagiert hätten.

Bei Fragen zur Migrationskrise und zu Angriffen in Aschaffenburg, Brokstedt und Magdeburg zeigte Faeser wenig Selbstkritik. Sie relativierte die Ereignisse mit dem Hinweis, dass Gewalttaten überall vorkämen. Alexander sprach daraufhin von einem Realitätsverlust und warf der SPD vor, Misserfolge als Erfolge zu verkaufen.


Unterstützung erhielt Faeser in der Sendung vom Migrationsforscher Gerald Knaus. Er lobte ihr Aufnahmeprogramm für afghanische Ortskräfte, bemängelte aber die Umsetzung. Beide verteidigten eine ähnliche Linie, unterbrachen Alexander wiederholt und erschwerten so eine strukturierte Debatte.

Für zusätzliche Kritik sorgte das AfD-Gutachten, das Faeser am letzten Tag im Amt veröffentlichte. Sie erklärte, keinen Einfluss auf den Zeitpunkt gehabt zu haben. Alexander verglich den Vorgang mit einem Abschiebeflug kurz vor ostdeutschen Landtagswahlen und sprach von politischem Kalkül.

Der Auftritt hinterließ den Eindruck einer Politikerin, die ihre Amtszeit positiv darstellt, während Kritiker deutliche Widersprüche zur Realität sehen.


Info: https://www.neopresse.com/politik/faeser-auftritt-bei-lanz-viel-kritik/?


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

10.09.2025

Nachrichten von Pressenza: Wie die UN mit Entschlossenheit handeln kann, um den Völkermord in Gaza zu beenden.

aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 10. September 2025, 7:15 Uhr


Nachrichten von Pressenza - 10.09.2025


Wie die UN mit Entschlossenheit handeln kann, um den Völkermord in Gaza zu beenden.


Vor einem Jahr forderte die UN-Generalversammlung Israel auf, seine Besetzung der palästinensischen Gebiete innerhalb von zwölf Monaten zu beenden. &nbsp; Von Medea Benjamin und Nicolas J. S. Davies Die Generalversammlung stimmte mit 124 zu 14 Stimmen bei 43 Enthaltungen für&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/09/wie-die-un-mit-entschlossenheit-handeln-kann-um-den-voelkermord-in-gaza-zu-beenden/


 -----------------------


Solidarität unter allen, die unterwegs waren


Tareq Alaows, flüchtlingspolitischer Sprecher von PRO ASYL und syrisch-deutscher Aktivist, kam im Sommer 2015 nach Deutschland. Mario Neumann von Medico sprach mit ihm über ein Leben zwischen syrischer Revolution, deutscher Migrationspolitik und wie er die Solidarität der deutschen Zivilgesellschaft gegenüber&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/09/solidaritaet-unter-allen-die-unterwegs-waren/


 -----------------------


EU-Mercosur-Abkommen soll ohne Mitbestimmung der nationalen Parlamente ratifiziert werden


Mit einem undemokratischen Manöver hat die EU-Kommission den Ratifizierungsprozess des umstrittenen EU-Mercosur-Abkommens gestartet. Statt wie vorgesehen die nationalen Parlamente abstimmen zu lassen, will die Kommission das Abkommen in zwei Teile “splitten”. Für ein vorläufiges Inkraftsetzen des entscheidenden Handelsteils wäre dann&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/09/eu-mercosur-abkommen-soll-ohne-mitbestimmung-der-nationalen-parlamente-ratifiziert-werden/


 -----------------------


Nie wieder Krieg! – Für eine neue weltweite Friedensarchitektur


1945 tönte in den Städten Europas, Russlands, Chinas, in Hiroshima und Nagasaki der weltweite Aufruf. Auch die Mütter der Soldaten der US-Armee, die ihre Söhne und Ehepartner verloren hatten, stimmten dem Ruf „Nie wieder Krieg“ bei. Seit 1917 kam zu&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/09/nie-wieder-krieg-fuer-eine-neue-weltweite-friedensarchitektur/


 -----------------------


Warum Personenfreizügigkeit uns allen schadet


Bereits Aristoteles, Urvater der Wirtschaft, war gegen den freien Personenverkehr. Weil er wirklich etwas von Ökonomie verstand. Ein Kommentar von Werner Vontobel in der Online-Zeitung INFOsperber Die modernen Ökonomen sind unisono für flexible Arbeitsmärkte bis hin zum grenzüberschreitenden freien Personenverkehr.&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/09/warum-personenfreizuegigkeit-uns-allen-schadet/


 -----------------------


Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

10.09.2025

Nach fatalem Trump-Deal: Von der Leyen verliert massiv an Vertrauen

lostineu.eu, 10. September 2025

Der umstrittene Handelsdeal mit den USA sorgt für dicke Luft im Europaparlament. Kurz vor einer Grundsatzrede von EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen am Mittwoch in Straßburg äußerten Abgeordnete aller Fraktionen scharfe Kritik.

Folgt man einer neuen Umfrage, so durchläuft von der Leyen eine schwere Vertrauenskrise.

Eine Mehrheit der 5302 Befragten in Deutschland, Frankreich und drei weiteren EU-Ländern sprachen sich für einen Rücktritt der deutschen Kommissionschefin aus.

52 Prozent sagten, der Handelsdeal sei eine „Demütigung“ für die EU. 70 Prozent erklärten, daß sie bereit seien, amerikanische Waren zu boykottieren.

Die Umfrage hatte das auf EU-Themen und Geopolitik spezialisierte französische Magazin „Le Grand Continent“ in Auftrag gegeben.

“Da kann es krachen”

Die Ergebnisse seien nicht überraschend, sagte der grüne Europaabgeordnete Rasmus Andresen. „Der Frust über von der Leyen und ihren Handelsdeal steigt – nicht nur bei den Bürgern, sondern auch im Parlament.“

Bei ihrer Rede zur Lage der Union müsse sie sich daher auf viele kritische Fragen gefasst machen: „Beim Handelsdeal kann es krachen.“ Das Abkommen sei schlecht für Europa.

Von der Leyen und Trump hatten sich auf einen 15-Prozent-Zoll auf die meisten europäischen Waren geeinigt. Demgegenüber sollen amerikanische Industriegüter völlig vom Zoll befreit werden.

Zudem verpflichtet sich die EU, mehr Energie aus den USA abzunehmen und mehr US-Waffen einzukaufen. Trotz der Abmachung, die Brüssel bereits teilweise umsetzt, hat Trump mit weiteren Zöllen gedroht.

Neues Misstrauensvotum?

Neben den Grünen haben sich auch die Sozialdemokraten kritisch über den Deal geäußert. Der SPD-Europaabgeordnete René Repasi sprach von einem „Angriff auf das Herz der europäischen Integration“.

Sozialdemokraten, Grüne und Linke drohen damit, gegen das Abkommen zu stimmen.

Die Linke erwägt sogar ein neues Misstrauensvotum gegen von der Leyen. Ein erster Antrag, der aus dem rechtsnationalen Lager kam, war im Juli gescheitert.

Siehe auch die Debatte im Leserform: Wieder eine gute Umfrage: “Deutsche setzen auf die EU”

P.S: “Diese Kommission ist gescheitert und sollte zurücktreten”, sagte der deutschen Co-Chef der Linken-Fraktion, Martin Schirdewan. Das wollen die deutschen Grünen nicht mittragen – für sie ist VDL alternativlos…

6 Comments

  1. Erneuerung
    10. September 2025 @ 08:45

    Die EU ist sozusagen die Kapelle der Titanic, und vdL die Steuerperson des Schiffes. Ich sehe nur einen Unterschied: Vor dem kompletten Untergang werden die Wertsachen aus dem Oberdeck noch über den großen Teich in die USA verfrachtet. Ich schätze, unsere Enkel werden Lohnarbeiter für die USA, in allen Bereichen, und deshalb die noch vorhandenen sozialen Errungenschaften bereitwillig abgeben. Regierungen und Verwaltungen sind ja jetzt schon Angestellte des weißen Hauses.

Antworten

Schreibe einen Kommentar


Info: https://lostineu.eu/nach-fatalem-trump-deal-von-der-leyen-kaempft-mit-schwerer-vertrauenskrise/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres:




Sturz der Regierung Bayrou: Es ist Macrons Krise – und eine der EU


lostineu.eu, vom 9. September 2025

Der Sturz des französischen Premiers Bayrou hat in Deutschland die üblichen Sorgen vor politischer Instabilität und einer neuen Schuldenkrise geweckt. Doch es geht um etwas anderes.

Wenn drei Premierminister kurz nacheinander stürzen, dann kann man das durchaus “politische Instabilität” nennen.

Aber Präsident Macron ist immer noch da – und er ist der wichtigste Ansprechpartner für Deutschland und die EU. Er steht für Stabilität – auch in der Europa- und Außenpolitik.

Wenn die Staatsverschuldung über 100 Prozent des BIP liegt und die Anleihezinsen höher klettern als in Italien, darf man sich auch schon mal Sorgen um die finanzielle Stabilität machen.

Doch Großbritannien hat auch eine Schuldenkrise. Und dazu hört man keine Warnungen aus Berlin.

Schuldenregeln und Aufrüstung

Das eigentliche Problem liegt denn auch woanders: Bei den EU-Schuldenregeln und der neuerdings auch von Brüssel forcierten Aufrüstung.

Die Schuldenregeln sind unnötig strikt. Zudem taugen sie offenbar nicht dazu, ein Land wie Frankreich zu disziplinieren.

Und die Aufrüstung zwingt ALLE EU-Staaten, auch Deutschland, sich massiv neu zu verschulden. Dafür – und nur dafür – hat EU-Chefin von der Leyen eine Ausnahme von den strikten Schuldenregeln eingeführt.

Besser wird die Finanzlage dadurch aber nicht, ganz im Gegenteil.

Doch in Deutschland werden diese grundlegenden Fakten ignoriert – genau wie die Tatsache, dass Macron die aktuelle Krise selbst verschuldet hat.

Franzosen wollen eine andere Politik

Er hat ohne Not die Nationalversammlung aufgelöst, um seine von Berlin und Brüssel so hoch geschätzte neoliberale Politik durchzuziehen.

Dafür bekommt er nun die Quittung – in Gestalt einer neuen Regierungskrise.

Bayrou’s Sturz ist nur das Symptom für eine tiefere Malaise – die Franzosen haben kein Vertrauen mehr in Macron, sie wollen eine andere Politik.

Auch eine andere Europapolitik…

Siehe auch Bayrou: “Überleben Frankreichs steht auf dem Spiel”

P.S. Nur einen Tag nach dem Sturz von Bayrou hat Macron den bisherigen Verteidigungsminister Sébastien Lecornu zum Premierminister ernannt. Der 39-Jährige Konservative gilt als Vertrauter Macrons – er soll die gescheiterte Politik fortsetzen…

9 Comments

  1. Helmut Höft
    10. September 2025 @ 08:15

    “Franzosen wollen eine andere Politik” Welche? “Eine andere” Achso! m(

Antworten

Schreibe einen Kommentar


Info: https://lostineu.eu/bayrous-sturz-es-ist-macrons-krise-und-eine-der-eu/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres:




Der Krieg um die Ukraine verschlingt Rekordsummen


lostineu.eu, vom 9. September 2025

Die europäischen Militärhilfen für die Ukraine werden nach Angaben der EU-Außenbeauftragten Kallas in diesem Jahr einen Rekordwert erreichen. Die EU-Staaten würden dieses Jahr 25 Mrd. Euro zur Verfügung stellen, so Kallas in Straßburg. Ingesamt habe die EU seit dem Beginn des Kriegs um die Ukraine bereits Finanzhilfen im Wert von 169 Mrd. Euro gewährt. Davon seien mehr als 63 Mrd. Euro für militärische Unterstützung gewesen. – Noch höher fallen die Zahlen für Deutschland aus: Da summieren sich die Kosten auf mehr als 200. Mrd. Euro – wenn man die Folgen für die Wirtschaft mit einrechnet. Diese Zahl dürfte bald deutlich steigen, denn Brüssel und Berlin bereiten weitere Sanktionen vor, die ebenfalls auf die Wirtschaft zurückschlagen...

15 Comments

  1. Josef Berchtold
    10. September 2025 @ 09:02

    Putin will die ganze Ukraine, koste es was es wolle. Danach will er womöglich die baltischen Staaten. Nur gut, das es Polen gibt, die Putin stets misstraut haben. Die Polen verstehen etwas von ihren Russen. Grenzen zu verändern, mit Panzern, sollte in Europa unter allen Umständen verhindert werden. Putin ist nicht mal bereit für einen Waffenstillstand, um danach weiter zu verhandeln.

Antworten

Schreibe einen Kommentar


Info: https://lostineu.eu/der-krieg-um-die-ukraine-verschlingt-rekordsummen/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


  • Thomas Damrau
    10. September 2025 @ 08:43

    Dass die Kommission zurücktreten sollte, wurde auf diesem Forum schon mehrfach gefordert. Ich bezweifle, dass von den Laien abgesägt werden wird. Am Ende werden die „multiplen Krisen“ (Ukraine-Krieg, russische Eroberungspläne, Trump, französische Regierungskrise, wachsende De-Industrialisierung …) dramatisch auf die Leinwand projiziert werden. Das werden sich die Fraktionsvorsitzenden im EU-Parlament ansehen, ihren Kopf skeptisch hin und her wiegen und am Ende seufzend feststellen, dass man in einer solchen Situation nicht durch eine Absetzung der Kommission führungslos werden wolle.

    … da sollte man sich des seligen Lindners erinnern: Besser keine Führung als eine orientierungslose Führung.

    Antworten

  • Helmut Höft
    10. September 2025 @ 08:28

    Die F-35 vergleichbar mit der Erfindung des tiefen Tellers? Eher nicht! Sie hier: “Armed Madhouse – The Trouble with ALIS” https://www.nakedcapitalism.com/2025/08/coffee-break-armed-madhouse.html

    Zitat: “The F-35 fighter jet is the most expensive weapons program in U.S. history, but one of its biggest failures isn’t in the air — it’s on the ground. …” Im Rahmen der NATO-Taktik der “verbundenen Waffensysteme” ist die F-35 wertlos … wenn’s am Boden nicht funzioniert!

    Lustiges Detail am Rande: Das Cockpit moderner “Kämpfer” (Fighter) ähnelt immer mehr ‘nem Kompjuterspiel. https://de.wikipedia.org/wiki/Lockheed_Martin_F-35#/media/Datei:Lockheed_Martin_F-35_Lightning_II_mock-up_instrument_panel.JPG Die nächste Generation der “Kämpfer” hebt wohl gar nicht mehr ab … und kann von Kids bedient werden (+ KI). Wenn das kein Fortschritt ist!!

    Antworten

  • Guido B.
    10. September 2025 @ 07:57

    „70 Prozent erklärten, daß sie bereit seien, amerikanische Waren zu boykottieren.“

    Wenn die EU zusammen mit den USA noch Sekundärsanktionen-Strafzölle von 100% auf chinesische und indische Produkte erheben, wirds langsam eng für das europäische Konsumparadies. Dann wird a) die Auswahl kleiner und b) alles viel teurer.
    Nun ja, Armut soll ja gut für die Umwelt sein.

    Antworten

    • Stef
      10. September 2025 @ 08:51

      @Guido B.: Da will ich mal um der Diskussion willen eine Gegenposition einnehmen. Wir erleben jetzt die Schattenseiten einer übertriebenen und rein kapitalgetriebenen Globalisierung. Eine Reduktion des Außenhandelsvolumens zur Verringerung von Risiken ist m.E. sinvoll. Das bedeutet nicht, gleich in Isolationismus zu verfallen, sondern den Außenhandel in signifikanten Größenordnungen auf strategische Güter zu beschränken und die damit einhergehenden Wohlfahrtsverluste in Kauf zu nehmen, um der heimischen europäischen Wirtschaft den Anreiz zu geben, in die freiwerdenden Felder wieder hineinzuwachsen. Zölle und Währungspolitik sind dabei ein Mittel der demokratischen politischen Gestaltung und kein Tabuthema. Nennen wir es: Rückbesinnung auf eine stärkere binnenwirtschaftliche Orientierung.

      M.E. ist das sinnvoll, aber nur dann zu erreichen, wenn die abhängig Beschäftigten von der Putzfrau bis zum angestellten Geschäftsführer erkennen, dass sie die Verlierer der Globalisierung waren aber potenziell die Profiteure eines solchen Kurswechsels sein könnten.

      Eine Verschlechterung des Lebensstandards wäre in diesem Szenario deutlich glaubwürdiger als Zwischenstadium zu einem nachhaltigeren Wohlstandsmodell zu erklären. Immer weiter auf den maximalen globalisierten Austausch zu setzen bedeutet, den internationalen Risiken und der Macht des internationelen Kapitals auch maximal ausgesetzt zu sein. Im “weiter so” vermag ich kein nachhaltiges Wohlstandsmodell mehr zu erkennen.

      Antworten

  • KK
    10. September 2025 @ 04:06

    “…sprachen sich für einen Rücktritt der deutschen Kommissionschefin aus.”

    Rücktritt? Aus dem Palast und aus Brüssel jagen sollte man die endlich! Vorher aber noch vor Gericht stellen, das ist überfällig!

    “das … französische Magazin „Le Grand Continent“…”

    Bei soviel Sch***e in EUropa sollte das Magazin eher “Le Grand Incontinent” heissen!

    Antworten

  • KK
    10. September 2025 @ 04:17

    Der neue ist wieder ein Kumpel von Macron… Lecornu… (le cornu… da hat wohl jemand eine zeitige Namensänderung verpennt) ????

    Antworten

  • Arthur Dent
    9. September 2025 @ 22:56

    Die französischen Staatsanleihen erfreuen sich noch großer Beliebtheit, die EZB steht bestimmt Gewehr bei Fuß, um notfalls alles aufzukaufen. Ehrlich gesagt, hab ich da keine Ahnung von.
    Im Allgemeinen hört und sieht man in Deutschland nichts von der französischen Tagespolitik, plötzlich sollen die Ereignisse auch Auswirkungen auf Deutschland haben. Krisen dienen den Politikern zur Karriereplanung, die Menschen sind denen nicht wichtig. Ich würd sagen, viel Lärm um nichts. Der Globus dreht sich einfach weiter.

    Antworten

  • european
    9. September 2025 @ 19:12

    Tja. Böse gesagt, braucht Frankreich jetzt einen eigenen Trump, der die Überschussnachbarn mit hohen Zöllen belegt. ????

    H.Flassbeck’s Kommentar dazu auf seinem Blog

    https://www.relevante-oekonomik.com/2025/09/09/frankreich-ist-verloren-wenn-es-sich-nicht-intellektuell-befreit/

    Antworten

    • Helmut Höft
      10. September 2025 @ 08:13

      @european
      Die imho entscheidende Passage „Doch alle, die sich in Deutschland die Mäuler verreißen über den unsoliden Nachbarn, sollten lieber die Klappe halten. Deutschland ist mittelbar die entscheidende Ursache dafür, dass Frankreich unregierbar geworden ist. Wer solche Nachbarn hat, braucht keine anderen Feinde mehr (wie hier schon nach den Wahlen vom vergangenen Jahr gezeigt). Doch das können alle die klugen deutschen Kommentatoren, die sich in Paris Mikrophone vor die Nase halten, nicht kapieren. Man muss sich nur das Interview von Armin Laschet im Deutschlandfunk anhören, um zu begreifen, welch grandioser Unsinn hier üblicherweise erzählt wird.“

      Die „deutsche Krankheit“ (Exportismus aka „Wir sind wieder wer! Alle wollen unsere Waren haben!“ * stolz *) zerreißt diese €U hoffentlich bald! Auf der für Deutschland zu billigen Fremdwährung (€uro) reiten und die €U nieder konkurrieren. UND KEINER KAPIERT DAS!

      Antworten

  • Erneuerung
    9. September 2025 @ 18:48

    Es braucht einen kompletten Neuanfang, überall in Europa. Das System EU ist von innen her verfault, durch eine unfähige und korrupte Elite, die ihre ganze Kraft dafür verschwendet, Erklärmechanismen für ihre korrupten Handlungen zu generieren und zu verbreiten, statt die Kraft für ein zukunftsfähiges Europa zu verwenden. Es ist nur noch ein Selbstbedienungsladen für die oberen 10% und der Rest wird zur Kasse, in den Krieg und auf die Straße getrieben. Auch eine US-Erpressung muss man sich nicht gefallen lassen und könnte die ursächlichen, minderbemittelten US-Vasallen in Europa zum Teufel jagen statt sie mit Abermilliarden am Leben zu halten. Europa hätte die Chance gehabt, Nr. 2 in der Welt zu werden, nun zerfällt es in Einzelkämpfer, die in Zukunft rein gar nichts mehr in der Welt bewegen werden. Je eher das notwendige Ende und der notwendige Neuanfang kommt, umso besser.

    Antworten

  • Michael
    9. September 2025 @ 18:35

    Macron „ … steht für Stabilität – auch in der Europa- und Außenpolitik.“ Ist das (schwarzer) Humor? Ironie? Sarkasmus?
    Ich dachte Macron (und die Vorausschau auf die Präsidentschaftswahlen 2027) ist der „casus instabilitis“!?

    Antworten

    • ebo
      9. September 2025 @ 22:29

      Stabilität im Sinne der EU-Führung und der deutschen Bundesregierung – nicht der Franzosen!

      Antworten

  • KK
    9. September 2025 @ 17:32

    “Doch Großbritannien hat auch eine Schuldenkrise. Und dazu hört man keine Warnungen aus Berlin.”

    Mit dem UK sitzt man ja auch nicht im gleichen Währungsboot.
    Im übrigen wird Berlin auch bald seine eigene Schuldenkrise haben, denn die inzwischen über eine Billion betragenden sogenannten “Sondervermögen” wollen ja auch – über Schulden, wie sonst? – finanziert werden…

    Bloß gut für die Mächtigen, dass wir bald im Krieg mit den pösen Russen sein werden, denn dann haben wir alle ganz andere Probleme… oder bald gar keine mehr!

    Antworten

  • hg
    10. September 2025 @ 08:06

    Schließt sich ja fast nahtlos an die von Afghanistan an; auch wieder alles für nichts oder nur für US- Interessen!?

    Antworten

  • Erneuerung
    9. September 2025 @ 16:47

    Ich würde unseren Demokratie-Attrappen mal empfehlen, langsam eine Ausstiegsstrategie zu entwickeln. Irgendwann werden nachwachsende Fachkräfte fragen, weshalb Europa hinter Afrika zurückgefallen ist. Da dürften “Putin” und “Hamas” als Erklärung nicht sonderlich attraktiv werden, denn es gibt jede Menge Daten, die anderes beweisen. Schließlich war Europa mal Vorreiter in Technologie und Humanität, was nun aktiv von innen her zerstört wird.

    Antworten

  • Arthur Dent
    9. September 2025 @ 16:20

    Wer zahlt und wer bekommt?
    Die einen sind die Profiteure, deren Bankkonten immer dicker werden, die anderen die “Zitronen”. In Deutschland bist du als Rentner schon oberhalb von 1048 Euro “reich” – da finanziert der reiche Rentner demnächst diejenigen, die es nicht so gut haben.

    Antworten

  • Guido B.
    9. September 2025 @ 16:07

    Eigentlich muss man mit Wladimir Putin stinksauer sein. Nicht, weil er der Banderisten-Junta gemächlich das Leben aushaucht, sondern weil er uns diesen unsäglichen Diktator Selenski auf den Hals gehetzt hat. Es vergeht kein Tag, wo man von diesem unverschämten Oberbefehlshaber nicht mindestens sieben Befehle und Forderungen hört. Ich fordere, ich fordere, ich fordere, ich fordere …!! Die Welt muss, die Welt muss, die Welt muss …!! Gebt mir Waffen, gebt mir Geld, gebt mir Waffen, gebt mir Geld …!!
    Lieber Wladimir Putin, warum hasst du uns alle so sehr, dass wir uns Tag für Tag diesem Dikator sagen lassen müssen, was wir gefälligst zu tun haben?
    Wir haben ja echt Mist gebaut und deinen Zorn verdient. Aber kein Tag ohne Selenskis Unverschämtheiten? Das ist Folter! Das ist die Hölle!

    Antworten

    • umbhaki
      9. September 2025 @ 22:09

      Der Herr Selenskyj stellt seine Forderungen weder auf Putins Befehl noch auf seine Veranlassung hin.

      Bei dieser Marionette ziehen ganz andere die Strippen. Und nein: das ist auch nicht Trump, möglicherweise aber dessen Hintermänner. Man weiß es nicht.

      Antworten

      • Josef Berchtold
        10. September 2025 @ 08:54

        Die Veränderung von Grenzen sollte in Europa nicht hingenommen werden. Wenn ein Diktator imperiale Geilheit ausleben will, sollten die übrigen Länger dem überfallenen Land helfen. Außerdem, wenn Deutschland Geld an die Ukraine gibt, zur Drohnen-Entwicklung und Drohnen-Abwehr, dann muss das Geld nicht in Deutschland ausgegeben werden. Würde aufgrund der deutschen Bürokratie nur länger dauern und viel viel mehr kosten. Die neue Drohe mit Raketenantrieb steht kurz vor dem ersten Probeflug, ich meine nicht die Flamingo sondern so etwas wie der Taurus, nur für viel viel weniger Geld. Außerdem – die USA bekommen derzeit Nachhilfe im Bereich der Seedrohnen, von der Ukraine.

  • Stef
    9. September 2025 @ 15:51

    Langsam frage ich mich, ob dieses Geldgrab in der Ukraine und die darauf aufbauende Forderung nach 5 % des BIP für Rüstungsausgaben Teile eines unausgesprochenen Plans sind:

    Wäre die Bereitschaft der Bevölkerung, dem Staat derart viele Mittel für Militär zur Verfügung zu stellen, ohne die dramatischen Restriktionen an allen “Fronten” denkbar? Eine Lehre aus der Corona-Zeit ist doch, dass weitreichende Entscheidungen am besten in der Not durchgeprügelt werden können, ohne signifikante Gegenreaktionen der WÄhler fürchten zu müssen.

    Dienen neue Panzerfahrzeuge und andere Waffen gar nicht dem Kampf gegen Russland, sondern demjenigen gegen innenpolitischen Widerstand? Auch aus diesem Gedanken ergibt sich eine Logik: Wenn durch eine fortgesetzte Eskalation in der Ukraine für immer alle Verbindungen nach Osten gekappt werden und die Abhängigkeit von den USA damit auf ewig festgenagelt wird, wird die Bevölkerung eines Tages fragen, wer uns dieses Schicksal eingebrockt hat. Mittel zur Kontrolle allzu kritischer Bevölkerungsteile werden da nützlich sein.

    Letzte Frage: War die ultimative Kettung des Schicksals Europas auf Gedeih und Verderb an das Wohlwollen der USA vielleicht der Kern des Plans? Was man wohl zuwanglos als Fakt festhalten kann: Es ist jedenfalls die offensichtliche Konsequenz der Entscheidungen unserer politischen Entscheidungsträger in Deutschland und der EU.

    Antworten

    • Helga Karim
      9. September 2025 @ 19:06

      Der Gedanke, daß Panzer intern eingesetzt werden könnten, kam mir auch schon. Wenn man sieht, wieviel Gewalt die Polizei neuerdings auf Demos anwendet, bzgl. Gaza und gegen Militär. Wenn sich Russland in seiner Existenz ernsthaft bedroht sieht, kommt es nicht mit Panzern, sondern nuklear. Oder mit viel Glück mit Haselnüssen o.ä.

      Antworten

      • EK
        10. September 2025 @ 09:28

        Ich empfehle jedem, das Buch von Naomi Klein zu lesen: Die Schockstrategie.
        Schon etwas älter, aber trotzdem beängstigend aktuell.

    • Arthur Dent
      9. September 2025 @ 23:18

      @Stef
      Schon mal was von der Atlantik Brücke gehört? Vom German Marshall Fund, der Trilateralen Kommission, den ganzen Think Tanks? Dort werden die Gehirne gewaschen, die uns das alles eingebrockt haben. Und nach Beendigung der politischen Karriere fallen die Diener weich – man bekommt Gastprofessuren in Berkley, einen Job bei den Vereinten Nationen, wird Präsident oder Berater von irgendwas order irgendwem.

      Antworten

      • KK
        10. September 2025 @ 04:00

        Viele ware auch mal im Program für „Young Global Leaders“ … alles dieselbe Mischpoke.

  • Michael
    9. September 2025 @ 14:25

    Ehe ich anfange zu spekulieren auf wieviel sich die Folgekosten zukünftiger Sanktionen für die deutsche Wirtschaft und die EU belaufen werden hätte ich – mein Mantra – gerne gewusst wieviel die bisher angefallenen Folgekosten betragen!? Diese dürften enorm sein, werden aber ständig hinter den direkten Kosten versteckt! Das ist Betrug am Bürger!

    Antworten

  • Guido B.
    9. September 2025 @ 13:51

    So kann man den EU-Bürgern wenigstens erklären, warum die Staaten bankrott sind und kein Geld mehr für Soziales übrig ist. Hauptsache, die Ukraine kann weiterhin auf Kosten der europäischen Bürger Krieg führen und vielleicht in 20 Jahren die Krim zurückerobern. Wichtig ist auch, dass alle Europäer ihre Energie zu Monopolpreisen in den USA beschaffen. Herr Selenski will es so. Sein Wunsch ist uns Befehl.

    Antworten

    • KK
      9. September 2025 @ 14:19

      Es ist ja für nichts mehr Geld übrig, vom Sozialen über Gesundheit, Bildung oder Infrastruktur – es sei denn, etwas erfüllt Double-Use-Kriterien und man kann es auch militärisch nutzen, dann ist plötzlich Geld da: Für Brücken, Strassen und Schienen, für Krankenhäuser, fürs Wohnen (Kasernen!)…

      Antworten

  • 10.09.2025

    Israel Attacks Qatar In Hamas Assassination Attempt, What Next?

    aus e-mail von Irene Eckert, 10. September, 2025, 7:41 Uhr (übersetzt aus dem Englischen mit DeepL. unkorrigiert)


    Danke, Genie, mein lieber Freund, und  danke an alle für ihre Solidarität:  „Israel als Atommacht gefährdet den ohnehin schon fragilen Weltfrieden.“ Der verstorbene deutsche Schriftsteller und Nobelpreisträger (Günter Grass) prägte diesen Satz mit seinem  letzten Werk im Jahr  2012  nach einem weiteren Krieg  Israels gegen das Konzentrationslager GAZA.
     Das Gedicht, das auch in der New York Times und in der italienischen La Repubblica veröffentlicht wurde, forderte eine internationale „Agentur“, die die dauerhafte Kontrolle über die Atomwaffen Israels und die Atomanlagen des Iran übernehmen sollte. https://de.wikipedia.org/wiki/Was_gesagt_werden_muss
    Die veröffentlichte Meinung stellte den mutigen Schriftsteller  als „Antisemiten” und ehemaligen  SS-Angehörigen (in die er mit 17 Jahren aufgenommen wurde) dar.  Die „Operation Cast Lead”  vom Dezember 2008  bis Januar 2009, gefolgt vom Goldstone-Bericht , dem Bericht der UN-Menschenrechtskommission Menschenrechtskommission,  der später vom südafrikanischen Richter Goldstone nach schweren Drohungen zurückgezogen wurde, zeriss mir das Herz, ebenso wie all die grausamen Angriffe auf palästinensische Leben. Ich war zum ersten Mal im Alter von 20 Jahren nach Israel gereist, blieb einen Monat lang bei einer befreundeten Familie in Tel Aviv,
    reiste ausgiebig durch die Region und wurde durch die Diskriminierung arabischer Menschen innerhalb Israels ausgegrenzt. Irgendwann verstummte ich,  nachdem ich selbst als „Antisemit” diffamiert worden war. Ich fühlte mich hilflos und erkannte die Dringlichkeit eines globalen Wandels, bevor die palästinensische Sache auf gerechte Weise gelöst werden konnte.

    Es zerreißt mir das Herz, dass ich so lange Zeuge vieler Aspekte des Leidens der Palästinenser sein musste, ein Leiden, das nun schon ein Jahrhundert andauert.


    Danke, Genie, für deine unermüdlichen Bemühungen! Irene
    Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    „Rogue State“: Israel greift Katar an, was soll als nächstes kommen?


    Screenshot_2025_09_10_at_11_23_24_Israel_greift_Katar_beim_Hamas_Attentat_an_was_soll_als_n_chstes_kommen

    Video   Dauer 41:33 Min.


    zeteo.com, 09 Sep 2025, Mehdi HasanTeam ZeteoRula Jebreal, und Muhammad Shehada, (übersetzt aus dem Englischen mit beta, unkorrigiert)

    Mehdi, Rula Jebreal und Muhammad Shehada brechen Israels Mordversuch gegen Hamas-Führer nieder und diskutieren Donald Trumps Rolle bei all dem.


    Nach Israels großer militärischer Eskalation heute Morgen – ein Attentat gegen mehrere hochrangige Hamas-Führer in Katar – schlossen sich Mehdi, ZeteoZeteo-Mitwirkende Rula Jebreal und der politische Analyst Muhammad Shehada aus Gaza einem Live-Nachrichten-Rathaus Q&A mit ZeteoZeteo-Abonnenten an, um die Nachrichten und die Auswirkungen zu besprechen. Die Art von Kontext, die man anderswo nicht findet.

    Rula schlägt vor, dass Israels Angriff von Design ist: "Seitdem diese Regierung gewählt und ihr Amt antrat, sind sie sich über ihre völkermörderische Absicht, ihre ethnische Säuberungsagenda im Klaren. Sie haben es nie versteckt... Und ich denke, es ist sehr wichtig zu verstehen, dass der Mordversuch kommt, nachdem sie im letzten Monat acht Länder bombardiert haben.“

    Berichte heute Morgen ergaben, dass Präsident Trump vor dem Angriff gewarnt wurde. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, sagte jedoch später am Tag, dass Präsident Trump „sehr schlecht“ über den Angriff denke, und fügte hinzu: "Einseitig Bombenangriffe innerhalb Katars, einer souveränen Nation und engen Verbündeten der Vereinigten Staaten, die sehr hart arbeiten und mit uns Risiken eingehen, um Frieden zu vermitteln, rückt Israel oder Amerikas Ziele nicht voran."

    Angesichts der engen Beziehung zwischen Israel und den USA, argumentiert Rula: "Ich glaube nicht, dass Trump in keiner Weise davon wusste... Sie sind Partner im Verbrechen."

    Muhammad fügt hinzu: "Die USA haben gerade eine Botschaft an ihre wichtigsten Verbündeten auf der ganzen Welt gesendet, dass nichts Sie schützen wird, egal wie viel US-Waffen Sie kaufen oder wie viel Sie in US-Territorium oder US-Industrien investieren oder wie viel amerikanische Truppen Sie auf Ihrem Boden setzen, nichts davon wird Sie vor Israel schützen. Israel ist über alles hinaus und es ist an nichts gebunden.

    Er spricht auch darüber, wie Katar, ein wichtiger Verbündeter in der Region, die die größte US-Basis im Nahen Osten beherbergt, es genommen hat: "Im Grunde die Botschaft, die Israel ihnen [Katar] sendet, dass ich jetzt von Menschen in Katar und in anderen Golfländern höre, ist, dass wir Milliarden und Milliarden an die USA zahlen, um uns zu schützen. Und Trump verwendet diese Milliarden, um Bomben zu produzieren, mit denen er uns dann bombardiert, um uns zu bombardieren, die Bomben, die mit unserem eigenen Geld entwickelt wurden.


    Beobachten Sie das ganze Gespräch oben, um auch zu hören, was die Angriffe für die weitere Region sowie die Zukunft der Beziehungen der USA zu Katar bedeuten könnten.

    Dieses Rathaus war nur für bezahlte Abonnenten gedacht. Erwägen Sie, Ihr Abonnement zu aktualisieren, um zukünftigen Rathäusern beizutreten, wo Sie Ihre Fragen live beantworten können.


    Informieren Sie sich über einige der neuesten Geschichten von Zeteo:


    Israel wird definitiv einem anderen Standard unterworfen – nur nicht der Weg, den es denktMouin Rabbani

    -

    8. Sept.

    Lesen Sie die ganze Geschichte


    Ma'amoul Cookie meiner Großmutter in Brooklyn finden: Eine Geschichte des palästinensischen ÜberlebensNadine Apelian Dobbs

    -

    7. Sept.

    Lesen Sie die ganze Geschichte


    Erster Biden, jetzt Trump: Die USA haben "nichts" getan, um Israel für das Töten junger Amerikaner zur Rechenschaft zu ziehenPrem Thakker

    -

    6. Sept.

    Lesen Sie die ganze Geschichte


    Info: https://zeteo.com/p/rogue-state-israel-attacks-qatar-what-next?publication_id=2325511&play_audio=true&utm_content=watch_now_button&triedRedirect=true


    unser weiterer Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    Was gesagt werden muss - ein Gedicht von Günter Grass

    Günter Grass Grass bei wikipedia > > https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnter_Grass

    (1927 – 2015)
    deutscher Schriftsteller, Bildhauer, Maler, Grafiker
    Nobelpreis für Literatur 1999


    Grass' Gedicht im Wortlaut:Was gesagt werden muss
    10. April 2012, 9:26 Uhr
    Günter Grass warnt in der "Süddeutschen Zeitung" vor einem Krieg gegen Iran. In seinem Gedicht mit dem Titel "Was gesagt werden muss" fordert der Literaturnobelpreisträger deshalb, Israel dürfe keine deutschen U-Boote mehr bekommen.


    Günter Grass


    Warum schweige ich, verschweige zu lange,
    was offensichtlich ist und in Planspielen
    geübt wurde, an deren Ende als Überlebende
    wir allenfalls Fußnoten sind.


    Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag,
    der das von einem Maulhelden unterjochte
    und zum organisierten Jubel gelenkte
    iranische Volk auslöschen könnte,
    weil in dessen Machtbereich der Bau
    einer Atombombe vermutet wird.


    Warum sage ich jetzt erst,
    gealtert und mit letzter Tinte:
    Die Atommacht Israel gefährdet
    den ohnehin brüchigen Weltfrieden?
    Weil gesagt werden muß,
    was schon morgen zu spät sein könnte;
    auch weil wir - als Deutsche belastet genug -
    Zulieferer eines Verbrechens werden könnten,
    das voraussehbar ist, weshalb unsere Mitschuld
    durch keine der üblichen Ausreden
    zu tilgen wäre.


    Und zugegeben: ich schweige nicht mehr,
    weil ich der Heuchelei des Westens
    überdrüssig bin; zudem ist zu hoffen,
    es mögen sich viele vom Schweigen befreien,
    den Verursacher der erkennbaren Gefahr
    zum Verzicht auf Gewalt auffordern und
    gleichfalls darauf bestehen,
    daß eine unbehinderte und permanente Kontrolle
    des israelischen atomaren Potentials
    und der iranischen Atomanlagen
    durch eine internationale Instanz
    von den Regierungen beider Länder zugelassen wird.


    Nur so ist allen, den Israelis und Palästinensern,
    mehr noch, allen Menschen, die in dieser
    vom Wahn okkupierten Region
    dicht bei dicht verfeindet leben
    und letztlich auch uns zu helfen.


    Doch warum untersage ich mir,
    jenes andere Land beim Namen zu nennen,
    in dem seit Jahren - wenn auch geheimgehalten -
    ein wachsend nukleares Potential verfügbar
    aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung
    zugänglich ist?


    Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes,
    dem sich mein Schweigen untergeordnet hat,
    empfinde ich als belastende Lüge
    und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt,
    sobald er mißachtet wird;
    das Verdikt "Antisemitismus" ist geläufig.


    Jetzt aber, weil aus meinem Land,
    das von ureigenen Verbrechen,
    die ohne Vergleich sind,
    Mal um Mal eingeholt und zur Rede gestellt wird,
    wiederum und rein geschäftsmäßig, wenn auch
    mit flinker Lippe als Wiedergutmachung deklariert,
    ein weiteres U-Boot nach Israel
    geliefert werden soll, dessen Spezialität
    darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe
    dorthin lenken zu können, wo die Existenz
    einer einzigen Atombombe unbewiesen ist,
    doch als Befürchtung von Beweiskraft sein will,
    sage ich, was gesagt werden muß.


    Warum aber schwieg ich bislang?
    Weil ich meinte, meine Herkunft,
    die von nie zu tilgendem Makel behaftet ist,
    verbiete, diese Tatsache als ausgesprochene Wahrheit
    dem Land Israel, dem ich verbunden bin
    und bleiben will, zuzumuten.


    Info: https://www.denkanstoesse-von-links.de/index_htm_files/Grass.pdf


    unser weiterer Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    10.09.2025

    Was gesagt werden muss    (I von III)

    de.wikipedia.org, Seite besucht am 10. September 2025, 10:55 Uhr


    Günter Grass, Autor des Gedichts (2012)


    Was gesagt werden muss ist ein politisches Gedicht des Schriftstellers Günter Grass, das am 4. April 2012 in den Tageszeitungen Süddeutsche Zeitung, La Repubblica und El País erschien. In diesem Prosagedicht wirft Grass Israel vor, mit seinen Kernwaffen den „ohnehin brüchigen Weltfrieden“ zu gefährden und einen „Erstschlag“ gegen die Islamische Republik Iran zu planen, „der das […] iranische Volk auslöschen könnte“. Er kritisiert in diesem Zusammenhang die Lieferung von deutschen Unterseebooten an Israel.

    Zugleich setzt er sich in dem Text mit einer von ihm behaupteten Tabuisierung der Kritik an einem unkontrollierten atomaren Potential Israels auseinander. Die Missachtung dieses Tabus werde als Antisemitismus beurteilt. Deutschland, das „von ureigenen Verbrechen, die ohne Vergleich sind“, betroffen sei und „zur Rede gestellt“ werde, drohe – durch diese U-Boot-Lieferung, die vordergründig als eine Form der Wiedergutmachung ausgegeben würde – einen möglichen Angriff auf den Iran zu unterstützen, der nur durch Befürchtungen statt Beweise begründet sei. Als Lösung des Konflikts fordert der Sprecher des Gedichts internationale Kontrollen der „vom Wahn okkupierten Region“.

    Nach der Veröffentlichung entspann sich eine Debatte, an der sich Politiker, Journalisten, Schriftsteller, Geisteswissenschaftler und Vertreter jüdischer Organisationen beteiligten. Das Gedicht wurde in den deutschen Medien mehrheitlich abgelehnt, was Grass zur Kritik an einer angeblichen „gewissen Gleichschaltung der Meinung“ veranlasste. Zum Teil wurde der Vorwurf des Antisemitismus erhoben, zum Teil wurden Grass und sein Gedicht gegen diesen Vorwurf verteidigt.

    Am 8. April 2012 erklärte der israelische Innenminister Eli Jischai Günter Grass zur Persona non grata und verhängte ein Einreiseverbot gegen Grass.[1] Einige israelische Persönlichkeiten und die Tageszeitung Haaretz kritisierten das Einreiseverbot.

    Form und Inhalt

    Form

    Der Text ist in Form eines Prosagedichts gehalten.[2] Er besteht aus neun Absätzen oder Strophen, von denen jede für sich einen inhaltlichen Abschnitt bildet und auf kurze reimlose Zeilen umbrochen ist. Grass verwendet ein Lyrisches Ich, um seinem „Aufruf“, wie er sein Gedicht im Tagesthemen-Interview auch nennt,[3] Nachdruck zu verleihen. Sechs der neun Strophen thematisieren ein „Schweigen“ bzw. „Verschweigen“.

    Inhalt

    Das Gedicht beginnt mit der Frage nach dem Schweigen des Sprechers darüber, „was offensichtlich ist und in Planspielen geübt wurde, an deren Ende als Überlebende wir allenfalls Fußnoten sind.“ Das „behauptete Recht auf den Erstschlag“ könne „das von einem Maulhelden“ – gemeint ist Mahmud Ahmadinedschad – „unterjochte und zum organisierten Jubel gelenkte iranische Volk auslöschen“. In seinem Machtbereich werde der Bau einer Atombombe lediglich vermutet, während Israel über ein geheimgehaltenes wachsendes unkontrolliertes atomares Potenzial verfüge. Das allgemeine Verschweigen dieser Tatsache empfinde er als „belastende Lüge und Zwang“, der bei Missachtung zu Strafe führe. „Das Verdikt ‚Antisemitismus‘“ sei „geläufig“.

    Als Grund für die Beendigung seines bisherigen Schweigens wegen seiner „von nie zu tilgendem Makel behafteten Herkunft“ nennt Grass in seinem Text die beabsichtigte „rein geschäftsmäßig“ als Wiedergutmachung deklarierte Lieferung eines weiteren U-Bootes an Israel „aus meinem Land, das von ureigenen Verbrechen, die ohne Vergleich sind, Mal um Mal eingeholt und zur Rede gestellt wird.“ Die Spezialität dieser U-Boote bestehe darin, „allesvernichtende Sprengköpfe dorthin (gemeint ist der Iran) lenken zu können, wo die Existenz einer einzigen Atombombe unbewiesen“ sei. Diese „ausgesprochene Wahrheit“ sei „dem Land Israel, dem ich verbunden bin und bleiben will, zuzumuten.“ Mit „letzter Tinte“ sage er, „die Atommacht Israel gefährde den ohnehin brüchigen Weltfrieden.“ Deutsche könnten als Zulieferer eines voraussehbaren Verbrechens mitschuldig werden – eine Mitschuld, die „durch keine der üblichen Ausreden zu tilgen wäre.“

    Der Sprecher kritisiert weiterhin die „Heuchelei des Westens“ und hofft, „es mögen sich viele vom Schweigen befreien, den Verursacher der erkennbaren Gefahr zum Verzicht auf Gewalt aufzufordern“. Schließlich fordert er eine „unbehinderte und permanente Kontrolle des israelischen atomaren Potentials und der iranischen Atomanlagen durch eine internationale Instanz“, die von den Regierungen beider Staaten zugelassen werde; nur so sei „allen, den Israelis und Palästinensern, mehr noch, allen Menschen, die in dieser vom Wahn okkupierten Region dicht bei dicht verfeindet leben und letztlich auch uns zu helfen.“[4]

    Rezeption

    Nach der Veröffentlichung des Gedichts begann insbesondere in Deutschland eine kontroverse Diskussion, an der sich die mediale Öffentlichkeit, aber auch eine breitere Öffentlichkeit durch Leserbriefe und Internetbeiträge beteiligte. Dabei waren Diskrepanzen zwischen in den Medien erschienenen, überwiegend kritischen und ablehnenden Stellungnahmen und den in Leserbriefen[5] und in der Ostermarschbewegung vertretenen, mehrheitlich positiven Bewertungen auffällig. Im Internet gab es darüber hinaus offen antisemitische Äußerungen.[6]

    Umstritten ist nicht nur Grass’ Darstellung des Konflikts zwischen Israel und dem Iran und sein Postulat einer Verpflichtung zum politischen Schweigen über Israel. Auch hinsichtlich seiner Wortwahl gibt es unterschiedliche Auffassungen. Einige Kritiker warfen Grass persönlich Antisemitismus vor oder bescheinigten jedenfalls dem Text antisemitische Argumentationsstrukturen, andere Rezipienten nahmen sowohl seine Person als auch sein Gedicht vor Antisemitismusvorwürfen in Schutz. Befürworter begrüßten seinen politischen Impuls und folgten seiner zentralen Argumentation. Viele Kommentatoren betonten, dass Kritik an Israel grundsätzlich zulässig sei. Einige von ihnen beanstandeten aber, dass sich Grass als moralische Instanz und Kritiker Israels durch sein – im Gedicht nicht thematisiertes – jahrzehntelanges Verschweigen der eigenen Waffen-SS-Angehörigkeit als Jugendlicher persönlich disqualifiziert habe.

    Rezeption durch Politiker und andere politische Rezeption

    Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bezeichnete kurz nach der Veröffentlichung die Aussagen des Gedichts als falsch und verwerflich. Es überrasche ihn nicht, dass ein Schriftsteller, der 60 Jahre lang seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS verschwiegen habe, den einzigen jüdischen Staat für die größte Bedrohung des Weltfriedens halte und ihm das Recht abspreche, sich selbst zu verteidigen.[7] Grass’ Behauptung, Israel bedrohe den Weltfrieden, nannte Netanjahu später gegenüber der Welt am Sonntag einen „absoluten Skandal“. Grass habe eine „perfekte moralische Verdrehung geschaffen, in der der Aggressor zum Opfer wird und das Opfer zum Aggressor.“ Noch empörender sei, dass dies von einem deutschen Nobelpreisträger komme und nicht etwa von einem Teenager einer Neo-Nazi-Partei.[8]

    Seine Ablehnung drückte ebenfalls der israelische Gesandte in Berlin Emmanuel Nahshon aus: Israel sei der einzige Staat, dessen Existenzrecht öffentlich angezweifelt werde. Man sei „nicht bereit, die Rolle zu übernehmen, die Günter Grass uns bei der Vergangenheitsbewältigung des deutschen Volkes zuweist“. Ferner stellte er das Gedicht in die „europäische Tradition“, zu der es gehöre, „die Juden vor dem Pessach-Fest des Ritualmords anzuklagen.“[9]

    Israels ehemaliger Botschafter in Deutschland Avi Primor äußerte, er schätze Grass als Schriftsteller und glaube nicht, dass er Antisemit sei. Jedoch beurteile er die Lage falsch, da Israel den Iran „niemals“ mit Atomwaffen angreifen und das iranische Volk damit „vernichten“ werde.[10]

    Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, nannte Grass zwar einen „hervorragenden Autor“, den Text aber „ein aggressives Pamphlet der Agitation“, denn es sei der Iran, der den Frieden bedrohe, dessen Regime die Bevölkerung unterdrücke und den Terrorismus finanziere.[11]

    Der Sprecher der Bundesregierung Steffen Seibert verweigerte eine Bewertung mit Verweis auf die in Deutschland geltende Freiheit der Kunst.[12]

    CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe sagte am Tag der Veröffentlichung, er sei „über (…) Tonlage [und] (…) Ausrichtung dieses Gedichtes entsetzt“. Ruprecht Polenz, CDU-Abgeordneter und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages, widersprach der einseitigen Schuldzuweisung an Israel. „Das Land, das uns Sorgen bereitet, ist der Iran.“ Grass verwechsele Ursache und Wirkung.[13] Auch die SPD-Politiker Andrea Nahles und Rolf Mützenich äußerten sich ablehnend. Der Grünenvorsitzende Cem Özdemir hielt Grass Populismus vor, da er sich als Überwinder eines Tabus inszeniere, das es gar nicht gebe. Antisemitismusvorwürfe als Indiz dieses vermeintlichen Tabus ins Feld zu führen, sei „perfide“. Volker Beck nannte das Gedicht „ein verbrämtes ‚Man muss doch einmal sagen dürfen‘“ sowie eine „Kolportage des antisemitischen Stereotyps eines vermeintlichen Tabus der Kritik an israelischer Politik“.[14] Der Vorsitzende der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe Jerzy Montag von den Grünen nahm Bezug auf die Kunstfreiheit, meinte aber einschränkend, wenn Grass einen politischen Meinungsartikel mit diesen Argumenten geschrieben hätte, wäre dieser „verheerend“.[15]

    In einer Pressemitteilung der Bundestagsfraktion der Partei Die Linke kommentierte Wolfgang Gehrcke das Gedicht positiv. Grass habe „den Mut auszusprechen, was weithin verschwiegen wurde“.[16] Laut Jan Korte, ebenfalls Vertreter dieser Partei, ist es hingegen „fragwürdig, dass ausgerechnet ein ehemaliges Mitglied der Waffen-SS ein angebliches Tabu bricht“. Grass unterstelle Israel einen „Vernichtungswillen“ und verwechsle damit Ursache und Wirkung.[17]

    Imre Török, Vorsitzender des Verbandes deutscher Schriftsteller, wies unter der Überschrift Mit Goethe für Grass die Kritik der „General-Sekretäre der Parteien“ als „einseitig und überzogen“ zurück.[18]

    Beate Klarsfeld verglich eine Hitler-Rede aus dem Jahre 1939 gegen „das internationale Finanzjudentum“ mit dem Grass-Gedicht. Werde die Bezeichnung „internationales Finanzjudentum“ durch „Israel“ ersetzt, „dann werden wir von dem Blechtrommelspieler die gleiche antisemitische Musik hören“, schrieb sie in ihrer Erklärung. Sie argumentierte, der Iran drohe ständig damit, den Staat Israel auszulöschen. Sie halte diese Drohungen für ernst zu nehmen und sehe eine Parallele zur Bedrohung der europäischen Juden durch Nazi-Deutschland.[19]


    Demonstrantin mit Günter-Grass-Porträt auf dem Frankfurter Ostermarsch 2012


    Anlässlich der jährlichen Ostermärsche dankte Andreas Buro im Namen der Dachorganisation Kooperation für den Frieden Grass in lyrischer Form für sein Gedicht. Außerdem sagte er: „Günter Grass hat vor Krieg gewarnt, Israel als eine Gefahr für den Weltfrieden bezeichnet. Wir hätten auch die USA, die Erfinderin der Achse des Bösen, genannt, aber auch die vielen arabischen und islamischen Staaten, die (…) aktuelle Konflikte anheizen. Deutschland, das in Konfliktzonen Waffen liefert.“[20][21]

    Lob erhielt Grass von der iranischen Regierung. Der Vize-Kulturminister Dschawad Schamakdari schrieb in einem Brief an Grass, dieser habe mit seinem Gedicht „die Wahrheit gesagt“ und weiter: „Ich habe Ihr warnendes Gedicht gelesen, das auf so großartige Weise Ihre Menschlichkeit und Ihr Verantwortungsbewusstsein zum Ausdruck bringt“.[22]

    Omid Nouripour, bei den Grünen Rechtsextremismusexperte und Mitglied im Sicherheitsausschuss des Bundestags, argumentierte gegen Grass, der in eine Populismusfalle hineingetappt sei, und wies auf den Applaus für das Gedicht seitens der rechtsradikalen Nationalzeitung hin.[23] Die NPD spendete Beifall und veröffentlichte eine Erklärung ihres sächsischen Landtagsabgeordneten Jürgen Gansel, der von einem „befreienden Tabubruch“ sprach.[24][25]

    Bundesaußenminister Guido Westerwelle äußerte sich in der Bild am Sonntag vom 8. April 2012. Mit der Conclusio „Israel und Iran auf eine gleiche moralische Stufe zu stellen, ist nicht geistreich, sondern absurd.“ schrieb er, es gebe glaubhafte Hinweise auf eine militärische Dimension des iranischen Nuklearprogramms. Der Iran verweigere völkerrechtswidrig seit Jahren umfassende Zusammenarbeit bei dessen Kontrolle. Ohne Grass zu nennen, fuhr er fort: „Denen, die das auch jüngst nicht wahrhaben wollten, sei gesagt: Das alles ist keine Spielwiese für Polemik, Ideologie und Vorurteile, sondern bitterer Ernst.“ Angestrebt werde eine atomwaffenfreie Zone in der gesamten Region. Während in Israel die Siedlungspolitik kritisiert werden könne, sei Vergleichbares im Iran undenkbar.[26]

    Am 8. April 2012 erklärte der israelische Innenminister Eli Jischai Grass zur „persona non grata“ und erließ ein Einreiseverbot nach Israel für den Schriftsteller. Er begründete dies mit seiner Mitgliedschaft in der Waffen-SS und bezog sich dabei auf ein Gesetz aus dem Jahre 1952, wonach ehemaligen Nationalsozialisten die Einreise nach Israel verboten ist.[27][28] Weiterhin hatte Jischai das Nobelpreiskomitee dazu aufgefordert, Grass den Nobelpreis für Literatur abzuerkennen. Das Komitee lehnte diese Forderung „kategorisch“ ab.[29]

    Der israelische Historiker Tom Segev kritisierte das Einreiseverbot als überzogen sowie als „zynischen und albernen Schritt des Innenministers“. Er rücke Israel in die Nähe fanatischer Regimes – wie etwa jenes des Iran.[30] Die israelische Tageszeitung Haaretz nannte das Einreiseverbot „hysterisch“. Israel müsse auch provokante Äußerungen ertragen. Zwar seien die Gefühle verständlich, die die Entscheidung zum Ausdruck bringe, aber es sei schwer, die Überreaktion zu akzeptieren. „Wenn der Innenminister sagt, er schlage Günter Grass vor, seine falschen und verqueren Werke vom Iran aus zu verbreiten, weil er dort ein begeistertes Publikum habe, versteht er gar nicht die Ironie seiner Worte. Denn es ist gerade seine Entscheidung, Grass wegen eines Gedichts nicht nach Israel einreisen zu lassen, die eher für düstere Regimes wie den Iran und Nordkorea typisch ist“.[31] In der deutschen Presse gab es ebenfalls kritische Meinungen zum Einreiseverbot.[32]

    SPD-Politiker wie der parlamentarische Geschäftsführer der Bundestagsfraktion Christian Lange gaben am 9. April bekannt, sie wollten in Zukunft auf Grass’ Wahlhilfe verzichten.[33] Wolfgang Thierse lehnte diese Vorstöße, Grass zur „persona non grata der SPD“ zu erklären, ab. Grass habe vor einem israelischen Atomkrieg gewarnt und eine in Deutschland weit verbreitete Angst angesprochen, dies aber „mit falschen Argumenten und in teilweise sehr unglücklichen Formulierungen (…) und mit einem sehr einseitigen Blick“. Es wäre fatal, ihn als Antisemiten zu bezeichnen und zu behaupten, aus ihm spreche noch nach 60 Jahren „der Waffen-SS-Mann, der er als Jüngling nicht ganz freiwillig gewesen ist.“[34] Auch der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel verteidigte Mitte April 2012 das Gedicht, das er teilweise inhaltlich kritisiere, als „zulässige politische Meinungsäußerung“, wandte sich gegen eine unangemessen „unernste Art der Auseinandersetzung“ und überzogene, teilweise hysterische Reaktionen. Es sei absehbar gewesen, „dass sich die selbsternannten Hüter der Political Correctness die Chance nicht entgehen lassen würden, endlich mal die große Keule gegen Grass auszupacken“. Er hoffe, dass Günter Grass der SPD weiter in Wahlkämpfen als „streitbarer Literat“ helfen werde. „Es wäre feige und undankbar, jetzt von ihm abzurücken.“[35]

    In einem Interview mit dem Spiegel bezeichnete der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn die „teilweise hysterische Reaktion“ in Deutschland auf Grass’ Gedicht als schwer verständlich für Nicht-Deutsche. „Er wird ja wie ein Aussätziger behandelt“. Dabei sei er eine herausragende Persönlichkeit der deutschen Literatur und habe sehr viel für das Ansehen Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg geleistet. Asselborn sprach die Hoffnung aus, dass das Gedicht eine Diskussion beflügele, die „dringend geführt werden muss.“ Der Außenminister wandte sich gegen Grass’ Argumentation hinsichtlich «Planspielen» für einen «Erstschlag», mit dem Ziel, das «iranische Volk auszulöschen». Damit rücke er Iran in die Opferrolle und mache Israel zum Aggressor. „Niemand käme auf den Gedanken, Südkorea zu unterstellen, es wolle das nordkoreanische Volk auslöschen, wenn es sich gegen die aggressive Politik der nordkoreanischen Diktatur militärisch wappnet.“[36]

    Gegenüber Haaretz äußerte Bundespräsident Joachim Gauck während seines ersten Staatsbesuchs nach Israel Ende Mai 2012: „Günter Grass hat seine persönliche Meinung geäußert. Das darf er. Ich stimme ihm ausdrücklich nicht zu, und Günter Grass’ Haltung entspricht auch nicht der deutschen Politik gegenüber Israel.“[37]

    Medienecho, Rezeption durch Schriftsteller und Literaturkritiker

    In der Tageszeitung Die Welt erschien am 4. April 2012, zeitgleich mit der Veröffentlichung des Gedichts in der Süddeutschen Zeitung, eine Antwort des Journalisten Henryk M. Broder unter der Überschrift Günter Grass, der ewige Antisemit,[38] die einige Stunden später in der Online-Ausgabe den Titel Günter Grass – Nicht ganz dicht, aber ein Dichter erhielt.[39] Broder erinnerte an frühere Äußerungen von Grass, der 2001 verlangt habe, die Besitznahme und Besiedelung palästinensischen Bodens durch Israel rückgängig zu machen,[40] und 2011 entgegen dem historischen Forschungsstand behauptete, nach dem Zweiten Weltkrieg seien acht Millionen deutsche Soldaten in sowjetische Kriegsgefangenschaft geraten und von diesen alle bis auf zwei Millionen liquidiert worden, und dies, so Broder, mit dem Holocaust verglichen habe – ein „Nullsummenspiel“ der Opfer.[41] Broder urteilte: „Grass ist der Prototyp des gebildeten Antisemiten, der es mit den Juden gut meint. Von Schuld- und Schamgefühlen verfolgt und zugleich von dem Wunsch getrieben, Geschichte zu verrechnen, tritt er nun an, den „Verursacher der erkennbaren Gefahr“ zu entwaffnen.“[42]

    „Tief erschüttert“ zeigte sich der Schriftsteller Ralph Giordano. Das Gedicht sei ein Anschlag auf Israels Existenz.[43]

    Nach Frank Schirrmacher (FAZ) hat Grass Leitartikel und Gedicht „zusammengeschraubt“. In Form eines Leitartikels bringe er hauptsächlich oft gehörte Meinungen vor, abgesehen von der Behauptung, «die Atommacht Israel» gefährde den Weltfrieden. Dahinter verberge sich in lyrischer Form „eine ziemlich bestürzende Umkehrung westdeutscher Nachkriegsdiskurse.“ „Assoziativ“ rufe „dieser Meister der Sprache“ Begriffe auf. So raube er „das Wort «Überlebende» und damit die moralische Autorität der überlebenden Verfolgten des Dritten Reichs.“ Vor der Gefahr, «Fußnoten der Geschichte» zu werden, habe Charlotte Knobloch 2008 bezogen auf die Opfer des Holocaust während einer Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht gewarnt, eine Formulierung, die Grass fast wörtlich übernommen habe. Damit versuche Grass „als künftiger Überlebender eines geplanten Völkermords, einen historischen Rollentausch vorzunehmen“. Das Gedicht sei „ein Machwerk des Ressentiments“. Sich auf Nietzsche beziehend, nannte Schirrmacher den Text „ein Dokument der «imaginären Rache» einer sich moralisch lebenslang gekränkt fühlenden Generation.“ Grass wünsche eine Diskussion darüber, ob man Israel kritisieren dürfe. „Die Debatte aber müsste darum geführt werden, ob es gerechtfertigt ist, die ganze Welt zum Opfer Israels zu machen, nur damit ein fünfundachtzigjähriger Mann seinen Frieden mit der eigenen Biographie machen kann.“[44]

    Der WDR-Korrespondent Thomas Nehls warf den Publizisten Broder und Giordano in einem ARD-Kommentar mit dem Titel Friedenspreis statt Schelte für Günter Grass „meinungspolizeiliche Maßnahmen“ vor und kritisierte das „Bündel der meisten Berliner Reaktionen“ als „empörend“.[45]

    In einem Kommentar auf Spiegel Online bezeichnete Sebastian Hammelehle Grass’ Gedicht als „lyrischen Erstschlag“ und bezichtigte ihn, in Stammtischmanier antisemitische Verschwörungstheorien zu bedienen.[46] Der Journalist Christoph Sydow setzte sich ebenfalls auf Spiegel Online mit den acht Thesen auseinander, die Grass in seinem Gedicht aufgestellt habe. In vier Punkten stimmte er Grass zu, zwei Thesen lehnte er ganz, die restlichen zumindest teilweise ab.[47]

    Jakob Augstein, Journalist und Verleger, kommentierte in seiner Spiegelkolumne Im Zweifel links den Text von Grass mit den Worten: „Ein großes Gedicht ist das nicht.“ Er gab ihm aber in seinen politischen Aussagen Recht. Augstein kommentierte den Satz von Grass: „Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden“ mit den Worten: „Dieser Satz hat einen Aufschrei ausgelöst. Weil er richtig ist. Und weil ein Deutscher ihn sagt, ein Schriftsteller, ein Nobelpreisträger, weil Günter Grass ihn sagt. Darin liegt ein Einschnitt. Dafür muss man Grass danken. Er hat es auf sich genommen, diesen Satz für uns alle auszusprechen. Ein überfälliges Gespräch hat begonnen.“ Mit der Rückendeckung aus den USA und Deutschland führe die Regierung Netanjahu die ganze Welt „am Gängelband eines anschwellenden Kriegsgesangs“. Auf Israel müsse Druck aufgebaut werden. Dabei gehe es nicht um deutsche Geschichte, „sondern um die Gegenwart der Welt“.[48]

    Im Zusammenhang mit dem Gedicht sprach Malte Lehming von einer Verrohung des Geistes und bezeichnete Grass im Tagesspiegel als Antisemiten. Er biedere sich dem Pöbel an, indem er dessen Gier nach historischer Entlastung bediene. Grass sei zu klug, um nicht die „klammheimliche Freude derer antizipiert zu haben, die sonst so verschämt wie unverschämt hinter vorgehaltener Hand vor sich hin giften, man dürfe wegen des Holocausts über Juden‚ ja sowieso nicht die Wahrheit sagen‘.“[49]

    Die italienische Zeitung La Repubblica, die das Gedicht ebenfalls veröffentlichte, kritisierte, es erzeuge „ein konfuses Rauschen, eine unmögliche Gleichstellung Israels mit dem Iran, eine unglaubwürdige Verdrängung jener Bedrohung, die das Regime in Teheran für Jerusalem darstellt“.[50] Im englischen Guardian vertrat Hans Kundnani die Auffassung, in Grass’ Gedicht drücke sich aus, dass viele Deutsche eine zunehmende Wut gegenüber Israel empfänden. Deutsche hätten teilweise das Gefühl, nicht sagen zu dürfen, was sie denken, was zu Vorbehalten gegen den Staat Israel führe, die eines Tages „explodieren“ könnten.[51]

    Durch den staatlichen iranischen Sender Press TV erhielt Grass Unterstützung, nie zuvor habe „im Nachkriegs-Deutschland ein prominenter Intellektueller Israel auf so mutige Weise angegriffen“ wie Günter Grass mit „seinem umstrittenen Gedicht“. Grass sei bildlich gesprochen „ein tödlicher lyrischer Schlag gegen Israel gelungen“.[52]

    Zeit-Herausgeber Josef Joffe machte eine auffällige Diskrepanz zwischen der „redende[n] und schreibende[n] Zunft diesseits der Linken und der NPD“, die sich „gegen den Stichwortgeber gestellt“ und „den Subtext des Ressentiments und der Dämonisierung Israels sehr wohl erkannt“ habe, und einer Mehrheit beipflichtender Kommentare in den Internetforen aus: „Deprimierend, was dort zu Israel und Juden aus der Psyche bricht, jedenfalls im befreienden Schutze der Anonymität. Hoffen wir, dass es eine nicht repräsentative, selbstselektierte Stichprobe ist. Sonst würde Grass dort unten die Schlacht gewinnen, wo er sie in der nachdenkenden Öffentlichkeit so schmählich verloren hat.“[53]

    Der Literaturkritiker Tilman Krause sah in einer Textanalyse „zahlreiche Denkfiguren der NS-Ideologie“ von einem Menschen, der sich „von den intellektuellen Prägungen seiner Jugend offenbar nicht lösen“ kann: „Die demagogische Rhetorik, die den gesamten Text durchzieht, dieses bohrende anaphorische ‚warum‘ und ‚darum‘, das zu Strophenbeginn unablässig wiederholte ‚warum schweige ich‘, ‚warum sage ich jetzt erst‘ erinnert an das aus der NS-Phraseologie sattsam bekannte Muster des trotzigen Donnerworts, das sich irgendwann Bahn brechen muss.“ Er verglich sie mit den gefühlten „Demütigungen und Knebelungen des ‚Weimarer Systems‘ oder ‚Schandfriedens von Versailles‘“, die lange hingenommen, aber jetzt herausmüssten, „und koste es das Leben (oder die ‚Strafe‘, dem ‹Verdikt ,Antisemitismus‘› zu verfallen). Da steht dann einer für alle, und Grass will ja auch möglichst ‚viele vom Schweigen befreien‘.“ Krause zog Parallelen zwischen Grass’ Rhetorik und der von Joseph Goebbels in seiner Sportpalastrede, „dessen angeblich lange unterdrückter Aufschrei schließlich in die Formel mündete: ‚Nun, Volk, steh auf, und Sturm brich los!‘“[54]

    Unter der Überschrift Der an seiner Schuld würgt veröffentlichte der Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik in der taz Eine Entgegnung auf den apokalyptischen Dichter. Nicht die israelische Regierung wolle das iranische Volk auslöschen, vielmehr habe der iranische Revolutionsführer Ali Chamenei von Israel mehrmals als „Krebsgeschwür“ gesprochen, das aus der Region entfernt werden müsse.[55]

    Der Präsident des deutschen PEN-Zentrums, Johano Strasser, verteidigte Grass gegen Henryk M. Broders Vorwurf des Antisemitismus[56] und unterstützte ihn hinsichtlich seiner Kritik an Waffenexporten an ein kriegsbereites Israel.[57] Zustimmung erhielt Grass auch von dem Schriftsteller Peter Schneider.[58] In der Mitteldeutschen Zeitung nahm der Präsident der Akademie der Künste, Klaus Staeck, Günter Grass mit Verweis auf das Recht auf Meinungsfreiheit in Schutz und bezeichnete die „reflexhaften Verurteilungen als Antisemit“ als „unangemessen“.[59] In einem Interview mit dem Deutschlandradio Kultur verteidigte er Grass mit den Worten: „[…] die Angriffe, die jetzt der Günter Grass auszuhalten hat, die sprechen natürlich auch eine Sprache, nach dem Motto: Misch dich nicht ein, wenn du das tust, dann kriegst du schon eine übergebraten“.[60]

    Der Literaturkritiker Jörg Magenau wiederum bezeichnete das Gedicht als „kitschig“ und „pathetisch“. Grass nehme eine Form für sich in Anspruch, die er nicht mit dem fülle, was Dichtkunst ausmache, und überhöhe damit auf perfide Weise seine schlichte politische Meinungsäußerung. Dieser Plan sei nicht aufgegangen. Grass habe ein Recht auf seine Meinung, müsse aber mit berechtigter Kritik leben.[61]

    Ein „ekelhaftes Gedicht“ nannte der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki den Grass-Text, dessen Absicht es sei, den „Judenstaat zu attackieren.“ Grass sei immer schon an Sensationen, an Affären, an Skandalen interessiert gewesen. Er habe viele Sachen fabelhaft beschrieben und sei der wichtigste deutsche Vertreter der Nachkriegsliteratur. Sein Werk enthalte keine antisemitischen Klischees. „Im Gegenteil. Ich fand die jüdischen Figuren in der Blechtrommel zum Beispiel sehr gut. Er hat den Antisemitismus in sich komplett verdrängt, besiegt. Aber im Alter wird das alles anders. Weil auch die Erinnerung an die Jugend stärker wird.“ Der Iran wolle Israel auslöschen und Günter Grass dichte das Gegenteil. Ein Antisemit sei er nicht, allerdings gebe es eine große Anzahl von Bürgern in diesem Land mit antisemitischen Neigungen. „Und Grass drückt das aus.“[62]

    Der Kulturkritiker Denis Scheck äußerte dagegen, Grass habe „sich (…) inhaltlich einmal mehr als Minenspürhund der deutschen Literatur erwiesen (…)“, und bezeichnete den Text als „ein gutes, ein überfälliges tagespolitisches Gedicht.“[63] In der ARD wandte er sich Ende April 2012 scharf gegen die bisherige Medienresonanz und kennzeichnete die Debatte als „schwärzeste Stunde der deutschen Literaturkritik“, die er erlebt habe. „Statt ästhetische Maßstäbe anzulegen, hat man sie zugunsten eines politischen Verdikts über Bord geworfen“.[64]

    Das „metrische Grundmuster, das die Zeilen zu Versen macht, ohne ihren Prosaklang aufzuheben“, und Formmerkmale wertet der Literaturkritiker und Lyriker Heinrich Detering als poetologisches Qualitätskriterium des Gedichts. Die Mehrzahl der Verse sei vierhebig, also mit vier betonten Silben zu lesen. „Da die Zahl der unbetonten Silben frei bleibt, sind Norm und Abweichung so ausbalanciert, dass dieses Muster zum Wasserzeichen[65] in einem Papier wird, auf dem ganz unterschiedlich geschrieben werden kann.“ Grass gehe mit Brechts Lehre der deutschen prosaischen Lyrik „erstaunlich leicht und genau“ um. So sei die Zeile: «Es íst das beháuptete Récht auf den Érstschlag» im „epischen Dreivierteltakt des Daktylus“ gebaut; der Kontext mache sie prosaisch. „Noch öfter nützt Grass die Balance der Form zu semantischen Effekten (…). Beispielsweise beim Reden über die deutschen Verbrechen, «díe óhne Vergléich sínd»: Die Zeile verlangt danach, verlangsamt und mit beschwerten Hebungen gelesen zu werden. Hier geht es, gegen alle Relativierungsversuche, um Verbrechen, «die – ohne – Vergleich – sind».“ Auch das Motiv des Schweigens dränge zu „metrischem Pathos.“ Das Metrum habe den Sätzen etwas hinzufügt: „Zuerst das Land, mit dem sich der Sprecher verbunden sieht, dann erst die bedrohliche Macht. Und feierlich macht das Verspaar am Schluss die erhoffte Versöhnung hörbar (…).“ Die auf die politische Lage bezogenen Verse erheben, wie Detering kritisch anmerkt, einen „objektivierendem Geltungsanspruch“, während die erste Hälfte aus Lyrik als „bekenntnishafter Selbstausdruck“ besteht. Der Autor hebt Grass’ „Sprech- und Kunstanstrengung“ hervor. Er bilanziert die bisherige Debatte: „Erstaunlich viele Kritiker haben die Lektüre ersetzt durch Einblicke in das Unterbewusstsein des Autors. (…) Eine solche Lektüre ist nicht falsifizierbar. (…) Die Schwundstufe dieser Kritik, und die bedenklichste Formulierung ihrer Konsequenz, lese ich jetzt in unserer Universitätsstadt (Göttingen) auf dem Sockel einer von Grass entworfenen Skulptur:[66] «SS! Günni halt’s Maul».“[67]

    Herta Müller, wie Grass mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet, bemängelte hingegen die Form des Textes. In dem „Artikel“ stehe kein einziger literarischer Satz. Für „größenwahnsinnig“ halte sie, dass Grass sein „sogenanntes Gedicht“ an drei Zeitungen mehrerer Länder geschickt habe. Gegenüber der FAZ beanstandete sie: „Er ist ja nicht ganz neutral. Wenn man mal in der SS-Uniform gekämpft hat, ist man nicht mehr in der Lage, neutral zu urteilen.“[68]

    Auch der US-amerikanische Schriftsteller Louis Begley kritisierte besonders die Gedichtform des Textes. Seiner Ansicht nach nutzte Grass die „Atommacht“ seines Namens, um einen „billigen Prosatext“ veröffentlichen zu können, der als einfacher Leitartikel niemals erschienen wäre. Er habe die Tatsache missbraucht, dass Gedichte allgemein höher geschätzt würden als politische Pamphlete.[69]

    Herbert Rosendorfer sagte im Gespräch mit Paul Sahner: „Ich habe nur den Kopf geschüttelt und habe gesagt: „Jetzt hat ihn der Altersschwachsinn ergriffen.“ Es ist ein schlechtes Gedicht. Das heißt, es ist überhaupt kein Gedicht eigentlich. Es tut so, als sei es ein Gedicht.“[70]

    Mely Kiyak, deutsch-kurdische Schriftstellerin, verglich die Reaktionen auf Deutschland schafft sich ab mit denen auf Grass’ Gedicht. Wenn ein Sarrazin hetze, mache kaum ein Kommentator den Mund auf, aber beim bloßen Verdacht auf Antisemitismus machten alle den angeblichen Täter fertig. Als Sarrazin „Leute wie mich als minderwertige, der Gesellschaft schadende Subjekte beschrieb (…), passierte erstmal nichts.“ Der Mob habe ungestört getobt „und unsere Existenzberechtigung in Frage gestellt.“ Leute wie sie, mit Kontakten in alle Welt, schreibt sie über das Grass-Gedicht, ließen sich ihre Worte nicht durch „eine Staatsraison vorformulieren.“ Sie verdammten jeden Terroristen, jeden Rassisten, jeden Nationalisten. Die Bekämpfung jedes Rassismus, darunter Antisemitismus, gehöre zum Menschsein. „Deshalb frage ich: Warum könnt ihr alten grauköppigen Kollegen, Chefs, Botschafter, Schriftsteller und Historiker, uns, die wir mit euch zusammenleben, nicht auf die gleiche, heldenhafte Art schützen, wie ihr es tut, wenn ihr meint, Hass und Unrecht richte sich gegen unsere jüdischen Freunde?“[71]

    Die israelische Schriftstellerin Zeruya Shalev, die sich selbst gegen einen israelischen Angriff auf den Iran aussprach, warf Grass vor, auf bedrohliche Weise die Lage zu verkennen, da vom Iran eine riesige Gefahr ausgehe.[72] In einem späteren Interview mit der österreichischen Kleinen Zeitung fügte sie hinzu, sie verehre Grass als Autor, erwarte aber, dass er fähig sei, die Welt in ihrer Komplexität zu erfassen, und bezeichnete die Reaktionen auf sein Gedicht als „kindisch und hysterisch“.[73]

    Eli Amir, ein im Irak geborener israelischer Schriftsteller und früherer Teilnehmer an Nahost-Friedensverhandlungen, wandte sich ebenfalls gegen Grass und schrieb in Focus online, Israel sei nicht dabei, den Iran zu vernichten. Die meisten Israelis glaubten allerdings, dass umgekehrt das iranische Atomprogramm die Sicherheit in der Welt bedrohe. Anstatt Israel anzuklagen, sollte Grass besser Deutschland dazu anstiften, dass es zusammen mit Europa und den USA das iranische Atomprogramm stoppe.[74]

    Der Schriftsteller Clemens Meyer äußerte in der Leipziger Volkszeitung, Grass habe mit den Waffenlieferungen von Deutschland nach Israel Recht. Einiges, was er sage, sei undifferenziert, allerdings gäben ihm allein die Reaktionen von „Broder und Co.“ recht.[75]

    Auf Faz.net schrieb der Schriftsteller Clemens J. Setz: „Schade, dass das ein bedeutender Schriftsteller wie Günter Grass gesagt hat, und nicht ein Blogger von Youtube. Den könnte man einfach ignorieren. Denn nichts anderes hätte eine derartige Aussage verdient.“ Weiterlesen
     

    10.09.2025

    Was gesagt werden muss    (II von III)

    Auf Faz.net schrieb der Schriftsteller Clemens J. Setz: „Schade, dass das ein bedeutender Schriftsteller wie Günter Grass gesagt hat, und nicht ein Blogger von Youtube. Den könnte man einfach ignorieren. Denn nichts anderes hätte eine derartige Aussage verdient.“[76]

    Der Dramatiker Rolf Hochhuth attackierte Grass u. a. mit den Worten: „Du bist geblieben, was Du freiwillig geworden bist: der SS-Mann, der das 60 Jahre verschwiegen hat, aber den Bundeskanzler Kohl anpöbelte, weil der Hand in Hand mit einem amerikanischen Präsidenten einen Soldatenfriedhof besuchte, auf dem auch 40 SS-Gefallene liegen.“[77] Am 6. Mai verließ Hochhuth die Berliner Akademie der Künste unter Protest wegen einer Diskussion über das Grass-Gedicht in der Vollversammlung. „Ich weigere mich, zwischen Antisemiten zu sitzen,“ überschrieb er seine Begründung. Der Text, so Hochhuth, hätte auch im Stürmer stehen können. Er habe diese Diskussion verhindern wollen, weil er befürchtete, dass sie „einseitig zugunsten des Iran und der Palästinenser auf Kosten Israels“ verlaufen werde. Hochhuth war 2005, wie Faz.net in diesem Zusammenhang berichtete, selbst des Antisemitismus bezichtigt worden, als er für den Holocaustleugner David Irving eintrat. Später entschuldigte er sich für seinen Artikel in der rechtskonservativen Jungen Freiheit. Klaus Staeck bedauerte den Austritt, wies aber den Vorwurf des Antisemitismus nachdrücklich zurück.[78][79] Kurz darauf entschuldigte sich Hochhuth bei jenen seiner jahrzehntelangen Kollegen, die keine Antisemiten seien.[80]

    Als „stümperhafte Prosa“ bezeichnete der Lyriker und Liedermacher Wolf Biermann den Text und warf Grass einen „künstlichen Tabubruch“ vor. Jedoch verteidige er ihn „schweren Herzens im Namen der Meinungsfreiheit“. Sympathiebekundungen durch deutsche Neonazis sowie durch „die iranische Propagandamaschine“ machten aus Grass „noch keinen Nazi“ und „keine Moslemkarikatur“. Zum allgemeinen Medienecho sagte er: „Nun werden alle über ihn herfallen, die Journalisten, weil sie Auflage schinden müssen, die Politiker, weil sie wiedergewählt werden wollen, seine Kollegen aus echtem Neid und echter Empörung.“[81]

    Den Vorwurf des Antisemitismus gegen Grass hielt der Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg für „so absurd unbillig und unverhältnismässig, dass man über die fast geschlossene Front gegen den Autor nur staunen kann“. Zudem fragte er, warum sich die deutschsprachige Reaktion vor der Frage drücke, ob sich Grass’ Kritik erledigt habe, und womit dieser Autor verwirkt habe, „sich weltbürgerlich zu äussern“.[82]

    Sowohl inhaltlich als auch formal kritisierte der österreichische Schriftsteller Vladimir Vertlib das Gedicht. Es sei das alte Muster: Für die eigenen Machtphantasien, Verdrängungen und neurotischen Ängste müssten die Juden herhalten. Er stellte gleichzeitig zugespitzt die Reaktion der israelischen Regierung infrage. Sie entkräfte ein positives Klischee, „nämlich jenes, dass die Juden humorvolle und selbstironische Menschen wären.“ Klüger wäre es gewesen, so schreibt er, Grass zu einer Lesereise nach Israel einzuladen, sodass er seine Auffassungen hätte vor einem israelischen Publikum vertreten müssen. „«Israelkritiker» Grass auf Einladung der israelischen Regierung in Jerusalem als Gastredner – das wäre mutig, das wäre originell, das wäre witzig!“[83]

    Der Schriftsteller Durs Grünbein verwarf das Gedicht als ein „Pamphlet“. Das Argumentationsmuster erinnere von fern an die dialektischen Gedankenspiele des Marxisten Brecht, nur verfehle es gerade dessen Pointe des listigen Sowohl-als-auch. Israel erscheine darin als der hässliche Atomwaffenstaat, der in der Region immer nur Unfrieden säe. Er sprach von einer „heimlichen Stimmung“ im Land und monierte Grass’ „derbe Manier“. „Es ist bei ihm stets eine gewisse Gefühlsblindheit im Spiel.“ Man müsse davon ausgehen, dass er der historischen Existenzangst der Juden tatsächlich nie auf den Grund gegangen sei. Nur so lasse sich das völlige Ausblenden der israelischen Gründungsproblematik, die staatgewordene Überlebensstrategie einer durch die ganze Welt vertriebenen Religionsgemeinschaft, die nur dank ihrer Wehrhaftigkeit überhaupt noch existiere, erklären.[84]

    Der israelische Schriftsteller, Maler und Journalist Yoram Kaniuk lehnte in der Welt das Einreiseverbot als „staatliche Behinderung des freien Worts eines Schriftstellers“ ab. Der Antisemitismus-Vorwurf gegenüber Grass sei überzogen. „Zumindest ist er nicht antisemitischer als allgemein üblich, wenn er, wie so häufig, an allem den Juden die Schuld gibt.“ Ahmadinedschad erwähne Grass nur indirekt. Niemand in Israel spreche „von der Auslöschung des Iran oder 75 Millionen Iranern“. Er hätte erwartet, dass Grass seine SS-Vergangenheit literarisch aufarbeite. Kaniuk schloss mit den Worten: „Ich kann es nicht mehr hören: Erst immer der obligatorische Satz, wie sehr sie für uns sind, bevor sie dann erklären, warum sie sich gegen uns wenden - immer wenn wirklich unsere Existenz bedroht ist. Es lebt sich einfach schwer mit dem Holocaust.“[85]

    Uri Avnery, israelischer Journalist und Schriftsteller, widersprach der Auffassung, das Grass-Gedicht sei antisemitisch, und wies sie als „Unsinn“ zurück. „Jede Einstellung, die besagt, dass Israel eine Art Sonderbehandlung haben muss, ist antisemitisch.“ Auch den Vorwurf, Grass habe nicht nur die israelische Regierung kritisieren wollen, wies er zurück. „Wenn Israel Atombomben produziert oder Iran angreift, dann ist das eine Entscheidung der Regierung.“ Die „Ayatollahs“, die im Iran die Politik bestimmten, seien „sehr vorsichtige und oft vernünftige Menschen“. Er hielt Grass’ Aussage, Israel sei eine Gefahr für den Weltfrieden, für „weit übertrieben“. Grass neige zu Übertreibungen. Israel werde Iran nicht angreifen. Mit scharfen Worten kritisierte er das Einreiseverbot. In Deutschland und Israel gebe es einen Wettbewerb, wer Grass „mehr beschimpfen“ könne und „extremere Ausdrücke“ finde. Es sei antisemitisch, darauf zu bestehen, dass Israel in Deutschland nicht kritisiert werden dürfe.[86][87]

    Der US-amerikanische Schriftsteller Dave Eggers, der 2012 den Albatros-Literaturpreis der Günter-Grass-Stiftung erhielt, nahm angesichts der Kontroversen um das Gedicht nicht an der Übergabezeremonie teil. Wie sein Verlag wissen ließ, wäre er sonst „dazu genötigt worden (...), endlose und nutzlose Kommentare über Grass, Israel und Iran abzugeben“, anstatt über sein eigenes Buch sprechen zu können.[88]

    In einem Brief an das internationale PEN-Zentrum verlangten der Verband hebräischsprachiger Schriftsteller und der israelische PEN-Club, „diese bösartige Verzerrung von Fakten (durch das Gedicht) zu verurteilen“. Israel als Bedrohung für den Weltfrieden zu bezeichnen, sei ein Missbrauch von Literatur. Grass habe nie die Holocaust-Leugnung Ahmadinedschads und dessen Aufrufe zur Zerstörung Israels missbilligt, sondern führe einen „Kreuzzug gegen den Staat Israel“.[89] Die deutsche Sektion des PEN beschloss am 12. Mai 2012 mit Verweis auf die Meinungsfreiheit, dass Grass Ehrenpräsident der Schriftstellervereinigung bleibt.[90]

    Als Freund von Günter Grass wies Jürgen Flimm, damals Intendant der Berliner Staatsoper, auf den schlechten Gesundheitszustand des Schriftstellers hin. Man sollte „etwas sorgsamer“ mit ihm umgehen, weniger hysterisch reagieren und genauer lesen: „«Was noch gesagt werden muss»“ und „«letzte Tinte»“.[91]

    2019 stellte Christian Buckard in der Jüdischen Allgemeinen anlässlich einer Rezension eines Buches von Volker Weidermann über das Verhältnis zwischen Grass und Reich-Ranicki fest, dass Reich-Ranickis Verriss des Grass-Romans Ein weites Feld, der 17 Jahre vor Was gesagt werden muss stattgefunden hatte, die Überschrift „... und es muss gesagt werden“ trug. Der Verdacht liege nahe, dass Grass in seinem Gedicht „hier zwar Israel angriff, doch in erster Linie Reich-Ranicki meinte. Vielleicht, weil er dessen Beachtung brauchte – unbedingt, um jeden Preis“.[92]

    Rezeption durch Historiker, Literatur-, Sozial-, Politik- und Rechtswissenschaftler

    Der israelische Historiker Tom Segev kritisierte die Gleichsetzung Israels mit dem Iran und stufte das Gedicht zudem als „auch ein bisschen egozentrisch“ ein, sagte jedoch, Grass sei „kein Antisemit, er ist nicht antiisraelisch. Er kritisierte die Politik der israelischen Regierung.“ In keinem anderen Land werde die israelische Regierung heftiger kritisiert als von Israelis selber, „und die sind auch nicht antisemitisch und sind auch nicht antiisraelisch. Im Gegenteil ist es oft so, dass Kritik an Israel ein Zeichen von Freundschaft und Unterstützung sein kann.“[93] Gegenüber Spiegel online bezog er den Begriff „Schweigen“ in dem Gedicht auf Grass’ Schweigen hinsichtlich seiner kurzzeitigen Zugehörigkeit zur Waffen-SS. Ein Schweigen über Israels Nuklearpolitik gebe es nicht. Die ganze Welt diskutiere darüber, auch Israel.[94]

    Für den Historiker Michael Wolffsohn ist das Gedicht ein in Scheinlyrik gepresstes antisemitisches Pamphlet, das in der National-Zeitung gut platziert gewesen wäre. Es enthalte „ziemlich jedes antisemitische Klischee […], das man aus der rechtsextremen Ecke“ kenne. Grass wisse zudem nichts von den tatsächlichen politisch-strategischen Hintergründen. So seien die U-Boote allenfalls Waffen für den Zweitschlag und könnten eine durch einen Atomschlag getroffene Nation in die Lage versetzen, auf einen Angriff zu reagieren. Aus der Geschichte hätten die Juden gelernt, dass Drohungen – wie jetzt aus dem Iran – „mehr als Spinnereien“ seien. Es stehe zudem in einer üblen Tradition, das Gedicht kurz vor dem Pessach-Fest erscheinen zu lassen, da dies seit jeher eine Zeit der Pogrome gewesen sei, in der Ritualmordlegenden verbreitet wurden. Grass’ Behauptung, er sei „ein Freund des jüdischen Volkes“, stuft Wolffsohn als selbstgestrickte Legende ein. Er sei schon während seines ersten Israel-Besuchs 1971 aufgetreten „wie der Elefant im Porzellanladen“ und habe seine israelischen Zuhörer historisch und moralisch belehren wollen.[95]

    Anders reagierte der israelische Historiker Moshe Zuckermann. Er unterstützte Grass’ Thesen zum großen Teil, sprach von einem „medialen Amoklauf“, von einem tatsächlichen „Tabu“ in Deutschland und schrieb: „Man mag vieles an Grass aussetzen, nicht zuletzt auch eine Selbstgefälligkeit, die nicht davor zurückschreckt, von „letzter Tinte“ zu reden. Aber ein Antisemit ist er nicht – es sei denn in den Augen der Broders, Graumanns, Giordanos und Wolffsohns, denen das Wohl Israels so am Herzen liegt, dass sie Israel – aus angemessener Entfernung! – emphatisch „in Schutz“ nehmen, um sich für sein Wohl umso effektiver blind machen zu können.“[96] Die inflationäre Verwendung des Begriffs Antisemitismus habe zu dessen Banalisierung beigetragen.[97]

    Als „Hassgesang“ klassifizierte der Schweizer Historiker und Leiter des Fritz Bauer- sowie des Leo-Baeck-Instituts in London Raphael Gross das Gedicht. In der Berliner Zeitung ging er der „schwierigen“ Frage nach, ob Grass Antisemit sei. Der offen artikulierte Antisemitismus des 19. Jahrhunderts sei nach dem Holocaust kaum noch vorhanden, sondern ein „Fortwirken von NS-Mentalität“ oder „NS-Moral“, die tiefer in das Denken und Handeln von Personen verankert sei als tagespolitische Überzeugungen. „Diese schreckliche Mentalität (…), diese direkt aus dem Nationalsozialismus in Deutschland zwischen 1933–1945 erwachsene „Moral der Volksgemeinschaft“ – ist es, deren Echo wir (…) gar nicht so selten hören, wenn wir der Generation von Grass nur genau zuhören.“ Subjektiv werde dieses Fortwirken, insbesondere des Antisemitismus, wohl meist nicht gesehen. Die Forschung dazu stehe erst am Anfang.[98]

    Den Politologen Werner Patzelt überraschte die Intensität des von ihm erwarteten Aufschreis. Er sprach im Deutschlandfunk von dem „bundesdeutschen Entrüstungritual“. Grass habe als Linker bisher „Tabus politischer Korrektheit“ selbst durchgesetzt. Es habe „etwas Putziges an sich, wenn Grass ausgerechnet jetzt, wo sich diese Tabufront gegen ihn wendet, zum ersten Mal entdeckt, dass es in Deutschland mit dem Pluralismus bei manchen Themen nicht so weit her ist, wie manche es unterstellen“. Sein Vorwurf einer „gleichgeschalteten Presse“ gehe zu weit, wie auch der, er würde antisemitische Stereotype bedienen. Beiderseits reagiere man überdreht mit überzogener Sprache. Einerseits warnte Patzelt, sich auf Broder berufend, vor einem „linken Antisemitismus“, den man in Grass’ Gedicht hineinlesen könne, andererseits schloss er mit der Aufforderung, man müsse nicht so streng mit ihm (einem psychisch so differenzierten Mann) sein.[99]

    In einem Essay schrieb der US-amerikanische Politikwissenschaftler Daniel Goldhagen über Grass’ „politisches Flugblatt“, er kaue „nicht anders als jene am Stammtisch, die kulturellen Klischees und Vorurteile seiner Zeit“ durch. Über die Existenz dieser (israelischen) Atomwaffen sei in Wahrheit jeder im Bilde und sie werde routinemäßig diskutiert. Grass führe „die Perversion – die Verkehrung von Opfern zu Tätern – auf ein neues Niveau.“ Goldhagen bezieht sich zustimmend auf Grass’ Aussage, es sei Deutschlands Verantwortung, einen weiteren Genozid zu verhindern, und fährt fort: „Doch er [Grass] sagt dies nicht im Hinblick auf einen möglichen Genozid an dem Volk, das erneut regelmäßig bedroht wird, das der Juden nämlich, die von Deutschen einst ermordet wurden und gegen die eine Atomwaffe durchaus zum Einsatz kommen könnte, wenn sie in die Hände des tausendjährigen iranischen Regimes gelangt.“[100]

    Grass, früher ein großer Autor, habe die Mehrheitsmeinung der Deutschen, jedenfalls der deutschen Intellektuellen, ausgedrückt und sich damit zum Sprecher eines „radikalen Pazifismus“ gemacht, schrieb der Literaturwissenschaftler Hans Ulrich Gumbrecht in der Welt. Sein zentrales Argument lautete, dass Grass’ „Schweigen“ „jenes Schweigen ist, das sich Nationalsozialisten und vor allem Mitglieder der SS nach dem 8. Mai 1945 auferlegt hatten.“ Grass als „im konkreten Sinn Mitschuldiger“ habe jeden, den er der Sympathie für die CDU verdächtigte, „in das dunkle Licht des Neofaschismus“ gestellt. Er „überließ uns Nachgeborenen die unmögliche Aufgabe, Schuld für etwas zu übernehmen, das besiegt und vermeintlich aus der Welt geschafft war (…).“ Grass und andere Deutsche hätten „im neunten Lebensjahrzehnt“ ihr Schweigen gebrochen, wobei „eine für den Nazismus typische Mentalität“ zum Vorschein gekommen sei. So habe der Begriff „Erstschlag“ „zum Repertoire der nationalsozialistischen Kriegsrhetorik“ gehört. Gumbrecht lehnt Erstschläge nicht in jedem Fall ab. Schließlich polemisierte er, in Anspielung auf dessen Alter, er wünsche neue Grass-Texte nicht mehr lesen zu müssen.[101]

    Der israelische Historiker Moshe Zimmermann bezeichnete das „absurde“ Einreiseverbot als „Versuch einer Zensur“. Hart ging er mit Grass ins Gericht. Dieser habe „die nationalistische israelische Rechte bedient, indem er Israel, nicht Iran, als potentiellen Auslöser eines GAUs attackierte“. Damit habe er geholfen, von der Palästina-Frage abzulenken, und der Regierung ermöglicht, sich als „Opfer Irans“ und „Opfer von Grass“ zu zeigen. Seine Sprache sei typisch für jemanden, der mit seiner eigenen Vergangenheit vor 1945 zurechtkommen wolle. Grass, „natürlich kein rabiater Antisemit“, benutze „Bilder und Mythen, die antisemitisch angehaucht“ seien. „Die Art und Weise, wie er Israel pauschalisiert, erinnert an die Art und Weise wie Juden pauschalisiert wurden und werden.“ Das Gedicht könnte laut Zimmermann die Überschrift „Israel ist unser Unglück“ tragen. Er zieht eine Parallele zu Treitschkes Satz, der später auf der Titelseite des Stürmers stand: „Die Juden sind unser Unglück.“ Zimmermann schlussfolgert: „Grass bewegt sich auf sehr gefährlichem Terrain. Das muss eben gesagt werden, aber im Rahmen einer zivilisierten Gelehrtendiskussion.“ Der Antisemitismusvorwurf dürfe nicht dazu missbraucht werden, „Kritik an Israel automatisch zu verhindern“.[102]

    Das „Grass-Bashing“ bemängelte der Literaturwissenschaftler und Journalist Thomas Rothschild. Grass habe ein „schlechtes Gedicht“ geschrieben, bei dem es allein um die politische Aussage gehe, die in jeder Form zum gleichen Ergebnis geführt hätte. Die Kritiker „wiederholten rhetorisch ihre seit Langem bekannten Voreinstellungen.“ Er setzte sich mit den negativen Reaktionen von Broder, Joffe, Wolffsohn, Reich-Ranicki und Zimmermann auseinander. Dagegen unterstrich er: Es gebe eine beträchtliche Zahl von Juden, die eher mit Grass als mit Broder übereinstimmten. Die Antisemitismusvorwürfe habe nur Rolf Hochhuth mit seiner „Gehässigkeit“ gegenüber dem „eindeutig begabteren Kollegen“ überboten.[103]

    Alfred Grosser deutete Grass’ Gedicht ausschließlich als Kritik an der israelischen Regierung und gab seinen Aussagen inhaltlich recht. Er widersprach der Behauptung, das Gedicht sei antisemitisch, und wandte sich dabei namentlich gegen Reich-Ranicki. Zwar gebe es in der Tat kein Tabu, Kritik an israelischer Politik zu äußern, es werde darauf jedoch zu schnell mit Antisemitismusvorwürfen reagiert. Er werfe Grass vor, dass er seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS zu lange verschwiegen habe. „Aber da muss man ergänzen: Es gab damals 900.000 junge Deutsche, die in der Waffen-SS waren, nicht aber in der SS.“ Zur französischen Reaktion bemerkte er, man könne die „ganze Emotion in Deutschland“ nicht verstehen. Es habe lediglich ein paar kleinere, eher Grass zustimmende Artikel gegeben.[104]

    Der US-amerikanische jüdische Politologe Peter Beinart schrieb im Stern, der Text sei „verstörend“. Grass bediene sich „nationalsozialistischen Vokabulars“, wenn er davon spreche, Israel wolle das iranische Volk «auslöschen». Durch die „Gleichsetzung israelischer Politik mit dem Holocaust“ untergrabe Grass „jedes seiner vielleicht richtigen Argumente.“ Beinart übte scharfe Kritik an der Regierung Netanjahu, vor allem hinsichtlich ihrer Siedlungspolitik.[105]

    Dem Literaturhistoriker und Philologen Klaus Briegleb zufolge gab es bei Grass immer wieder „eine aggressiv belehrende Rechthaberei in jüdischen Angelegenheiten“ sowohl literarisch wie auch politisch. Dass Grass kurz nach Erscheinen seines Gedichtes mehrmals betonte, er habe erstmals öffentlich gegen die israelische Politik Stellung bezogen, sei falsch. Bereits 1973 habe er in seinem Aufsatz „Israel und ich“ geschrieben, durch die schleichende Annexion der besetzten Gebiete habe Israel den arabischen Staaten den Kriegsvorwand geboten. Auch hier habe Grass, urteilt Briegleb, wie in seinem jüngsten Gedicht, mit der Umkehr von Tätern und Opfern gearbeitet. In seiner Novelle Im Krebsgang schreibe er beim Untergang des Flüchtlingsschiffs Gustloff Anfang 1945 von einem «nie gehörten Endschrei», „eine Umdrehung in der Metapher von der Endlösung der Judenfrage.“ Damit verrate er „einen bildlich wertenden Rollentausch der deutschen Opfer gegen die Opfer der Shoah.“ Für Grass, so Briegleb, sei die Attacke eine Form der Verdrängung eigener Schuld.[106]

    Hamid Dabashi – iranisch-amerikanischer Historiker und Literaturwissenschaftler – arbeitete den nicht abgeschlossenen post-kolonialen europäischen Diskurs heraus, in dem Israel als eines der letzten Objekte der europäischen Verbrechen in der Welt, selbst als Resultat dieser, besteht. Dabashi untersucht weiterhin das Gedicht und kommt nach Berücksichtigung historischer und politischer Aspekte zu dem Urteil, dass der Vorwurf des Antisemitismus gegen Grass haltlos sei.[107]

    Nach Auffassung des US-amerikanischen Historikers Fritz Stern ist das Gedicht eine „ungeheure Selbstverwundung,“ die „der Sache“ geschadet habe. Er kenne Grass persönlich aus den 1960er und 70er Jahren, sei sehr beeindruckt von der „Blechtrommel“ und habe sein politisches Engagement geschätzt. „Er hat sich schon seit langer Zeit als Moralapostel aufgespielt,“ konstatiert Stern. Seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS „als Halbwüchsiger“ in den Mittelpunkt zu stellen, sei unfair, „wie überhaupt die ganze Debatte in Deutschland.“ Besonders störe ihn „das exzessive ad personam“ und der Antisemitismus-Vorwurf. Zu glauben, wer Israel kritisiere, sei deshalb ein Antisemit, hält er für „gefährlichen Blödsinn.“ Das Gedicht enthalte einige richtige Aussagen oder Ansichten – und sehr viele falsche. „Es war eine Provokation“, auch weil Grass versucht habe, es gleichzeitig international zu publizieren. Naivität könne man ihm nicht zubilligen. Die Verwendung „historisch belasteter Begriffe“ wie «Auslöschung» und das „Gleichsetzen von Israel mit Iran“ nannte er „bedrückend“. Scharf verurteilte er die offizielle Antwort des israelischen Innenministers. Ihn (Grass) so wichtig zu nehmen, dass ihm die Einreise verweigert werde, zeige „autistische Arroganz, die toll und gefährlich ist.“ Kritik an der israelischen Politik sei ein „Akt der Solidarität“.[108]

    Aus der Sicht des Germanisten, Grass-Biografen und Herausgebers seiner Werkausgabe Volker Neuhaus öffnet das „tagespolitische Protestgedicht“ eine „neue Dimension im Werk“. Die heftige Diskussion über die Verse sei ein „Riesenerfolg für die Literatur“. Positiv bewertet er auch, dass die deutschen Waffenlieferungen an Israel bekannter wurden. Er spricht von einer „Vergeltungssucht“ einzelner Kritiker wie Durs Grünbein[109] und Hans Ulrich Gumbrecht.[110] Einer der Gründe für die schon häufiger geübte „Totalkritik“ sei, dass Grass sich meistens politisch mit „Absolutheit“ äußere. Neuhaus vermutet einen „inszenierten Konflikt“, denn am Tag der Erstveröffentlichung sei in der Welt Henryk M. Broders Replik erschienen,[111] im Internet sogar früher. Der Zeit hatte Grass, laut Neuhaus, kurz zuvor vergeblich eine erste Version angeboten, auf die Broder reagiert habe.[112]

    Den Begriff „Erstschlag“ bezieht Neuhaus nicht auf Israel, sondern auf die Debatten der Reagan-Zeit in den USA über die Möglichkeit eines Atomkriegs. Er betont Grass’ antikapitalistisches Denken mit dem Ziel einer gerechten Gesellschaft und weist auf seine Freiheitskritik, seine antiwestliche Haltung und seine Abneigung gegen die Ideale der Französischen Revolution hin. Daher sei das Argument, bei Israel handle es sich um die einzige Demokratie im Nahen Osten, für Grass substanzlos. Mit seinem „nie zu tilgenden Makel“ beschreibe Grass seine oftmals dargelegte Herkunft aus einer nationalsozialistischen Familie und sein Festhalten an dieser Ideologie bis nach Kriegsende. Auch das Klima des Schweigens über die Beteiligung an Naziverbrechen war sein lebenslanges Thema. Im Fall seiner Zugehörigkeit zur Waffen-SS habe er aber lange geschwiegen. In dem Gedicht spreche der Bürger, nicht der Schriftsteller oder Nobelpreisträger.[113]

    Der Bonner Völkerrechtler Stefan Talmon veröffentlichte in der FAZ eine juristische Einschätzung zu den in Grass’ Gedicht angesprochenen Sachverhalten.[114] Darin setzt er sich u. a. mit der Zulässigkeit eines Präventivschlags auseinander. Mangels unmittelbar drohender oder naher Gefahr würde ein Angriff auf die Atomanlagen einen Verstoß gegen die Charta der Vereinten Nationen darstellen. Der in „mutmaßlicher feindseliger Absicht erfolgende Erwerb der Fähigkeit zur Herstellung von Nuklearwaffen“ gebe dem bedrohten Staat kein Recht zur vorweggenommenen Selbstverteidigung.

    Grass’ Vorwurf gegen Deutschland, durch die Waffenlieferung zum «Zulieferer des Verbrechens» zu werden, sei völkerrechtlich dagegen nur als Beihilfe relevant, wenn es eine bewusste Lieferung mit dem Ziel gewesen wäre, diesen Angriff zu unterstützen. Davon geht Talmon in seiner Einschätzung jedoch nicht aus. Eine „völkerrechtlich nicht gerechtfertigte Verteidigung des Aggressors“ wäre jedoch die Einlösung einer Beistandserklärung, die Merkel vor der Knesset 2008 für den Fall eines militärischen Erstschlags gegeben habe.

    Talmon sieht aus völkerrechtlicher Sicht einen Unterschied zwischen Iran und Israel. Israel habe im Gegensatz zum Iran nie die Verträge über Nichtverbreitung von Kernwaffen und umfassende Sicherungsmaßnahmen mit der Internationalen Atombehörde abgeschlossen. Deswegen habe auch nur der Iran seine völkerrechtlichen Verpflichtungen aus den Verträgen gebrochen, indem er sich nämlich der umfassenden Kontrolle seiner Atomanlagen verweigert habe.[115]

    Nach Ansicht von Carla Dondera zeichnet Grass sich durch eine „frappierende Faktenresistenz […] hinsichtlich der realen Bedrohungslage Israels im Nahen Osten“ aus. Grass’ „Hirngespinste“ erfüllten jedoch „ihre Funktion als Gewissensentlastung insbesondere dort“, wo Juden, „die in der Post-Holocaust-Gesellschaft stets die Erinnerung an die Shoah repräsentieren“, in der Sichtweise von Antisemiten selbst zu Tätern würden. Dondera erwähnt zudem „zwei weitere Exempel antisemitisch geprägter Kontroversen“ aus demselben Jahr, die Beschneidungsdebatte sowie die Augstein-Debatte. Auch wenn sich ein direkter Zusammenhang zwischen diesen Debatten nicht nachweisen lasse, sei es auffallend, dass sich innerhalb weniger Monate eine „Erosion politisch-diskursiver Grenzen“ ereignet habe.[116]

    Stellungnahmen von Grass

    Günter Grass sagte im NDR in einer ersten Stellungnahme am 5. April 2012, dass „alte Klischees bemüht“ würden, die zum Teil verletzend seien: „Es wird sofort, was ja auch zu vermuten war, mit dem Begriff Antisemitismus gearbeitet.“ Weiter kritisierte er, dass „in einem demokratischen Land, in dem Pressefreiheit herrscht, eine gewisse Gleichschaltung der Meinung im Vordergrund steht und eine Weigerung, auf den Inhalt, die Fragestellungen, die ich hier anführe, überhaupt einzugehen.“ So stehe in einer „der Springer-Zeitungen“ der „ewige Antisemit“, was „eine Umkehrung des ‚ewigen Juden‘“ sei. Dies empfinde er als „verletzend“ und „demokratischer Presse nicht würdig“. Dem Vorwurf des Antisemitismus trat Grass entgegen, indem er seinen Kritikern einen Blick in seine Bücher empfahl, „in denen ich immer wieder den deutschen Antisemitismus kritisiert habe.“[117]

    In einem Interview mit Tom Buhrow in den tagesthemen vertrat er die These, ein Präventivschlag sei „das Aufkündigen des diplomatischen Verhaltens“, das „uns unter anderem über sechs Jahrzehnte Frieden in Europa garantiert“ habe. Ein israelischer „Angriff auf eine iranische Atomanlage“ würde zu einem „atomaren GAU“ führen und wäre als „Ausweitung eines Konflikts in einer ohnehin instabilen Region (…) äußerst gemeingefährlich.“ Auf die Frage nach möglichen wohlwollenden Kommentaren „aus der rechten Ecke“, erwiderte Grass: „Mein Standpunkt ist: Nur keine Angst vor dem Beifall der falschen Seite. Wenn man dem folgt, verbietet man sich selbst das Maul.“ Außerdem betonte er, er habe zahlreiche zustimmende E-Mails erhalten. Der Begriff des Schweigens stehe im Mittelpunkt seines Gedichtes. „Dieses Aussparen, dieses feige sich Wegducken, das schlägt schon in Nibelungentreue um.“ „Ja keine Kritik an Israel“ sei das schlimmste, was man Israel antun könne. Er wolle mit seinem Gedicht und Aufruf auch die Warnungen des Verteidigungsministers de Maiziere vor einem militärischen Konflikt mit dem Iran unterstützen, entgegnete er auf eine entsprechende Frage Buhrows. Hier (in Deutschland) werde verschwiegen, dass Israel Atommacht sei. Dagegen seien der „Blödsinn und die Lügen“, die Mahmud Ahmadinedschad von sich gebe, bekannt. Anschließend begründete er, warum er in dem Gedicht von der „Heuchelei des Westens“ spreche. „Wie viele Diktaturen von der Qualität des Iran sind vom Westen unterstützt worden,“ nur weil sie antikommunistisch gewesen seien. Der Iran habe nicht die Macht, den Weltfrieden zu gefährden, Israel habe das Potenzial dazu. Da die „illegale“ Siedlungspolitik von vielen kritisiert werde, „steht sie hier (in dem Gedicht) nicht drin.“ Er äußere sich zum ersten Mal in diesem Umfang kritisch über Israel, weil er der Auffassung sei, man müsse zunächst vor der eigenen Tür kehren. Zum Schluss wünschte er sich eine „weniger gleichgeschaltete Presse“.[118][119]

    Im 3sat-Kulturmagazin Kulturzeit unterstrich er, er wolle sein Gedicht „auf keinen Fall widerrufen“. Er bezeichnete es jedoch als Fehler, von Israel und nicht von der „gegenwärtigen Regierung Israels“ gesprochen zu haben. Die Lieferung „eines sechsten U-Boots an Jerusalem“ durch Deutschland sei jedoch „eine falsche Form der Wiedergutmachung“.[120]

    Auch der Süddeutschen Zeitung gab er ein Interview und machte deutlich, er sei es gewohnt, dass seine Werke zum Teil auf heftige Kritik stießen. Enttäuscht äußerte er sich jedoch darüber, dass „der kränkende und pauschale Vorwurf des Antisemitismus“ gegen ihn erhoben worden sei. Nicht er sei ein Friedensstörer, sondern die derzeitige israelische Regierung, die mit „dem Iran und der Vermutung, dass dort eine Atombombe gebaut wird, einen Popanz“ aufbaue. Nach einem zeitlichen Abstand hoffe er auf eine Versachlichung der Debatte und eine Diskussion über die Inhalte seines Gedichts. Er sprach von einem „Hordenjournalismus“ gegen ihn und sagte zu den wiederholten Vorwürfen wegen seiner NS-Vergangenheit: „Ich bin entsetzt, wie 30-, 35- und 40-jährige Journalisten, die das Glück gehabt haben, in einer langen Friedensperiode aufzuwachsen, über einen Mann urteilen, der im Alter von 17 Jahren in die Waffen-SS gezogen wurde, sich nicht freiwillig gemeldet hat. Dies tut eine Generation, die von ihren Freiheitsrechten, die sie heute hat, meiner Meinung nach viel zu wenig Gebrauch macht.“[121][122]

    Grass reagierte auf das gegen ihn auf Grund des Gedichtes ausgesprochene „Einreiseverbot“ nach Israel mit dem Text „Damals wie heute – Meine Antwort auf jüngste Beschlüsse“ in der Süddeutschen Zeitung, in welchem er die gegen ihn verhängten Einreiseverbote – durch die Diktaturen DDR und Birma und das demokratische Israel – und die späteren Entwicklungen in diesen Staaten reflektiert. Er äußerte, dass der Tonfall des israelischen Innenministers ihn an das Verdikt des Chefs der DDR-Staatssicherheit, Erich Mielke, erinnere.[123]

    Siehe auch

    Literatur

    Weblinks

    Einzelnachweise

    1. Günter Grass reagiert auf Israels Einreiseverbot – „Wie bei Minister Mielke“. Süddeutsche Zeitung online am 11. April 2012.
    Normdaten (Werk): GND: 1043073205 (GND Explorer, lobid, OGND) | VIAF: 305320280
  • Israel: Einreiseverbot für Günter Grass, Merkur.de, 8. April 2012
  • Germanist: Günter Grass spricht als Dichter. Zusammenfassung eines Gesprächs mit Helmuth Kiesel. Westfälische Nachrichten online vom 5. April 2012
  • Interview mit Günter Grass von Tom Buhrow, Videoaufzeichnung von tagesschau.de am 5. April 2012
  • Günter Grass: Was gesagt werden muss – Originaltext der Erstveröffentlichung in der Süddeutschen Zeitung vom 4. April 2012, Süddeutsche online am 4. April 2012
  • beispielsweise Leserkommentare auf der Internetplattform der Wochenzeitung Die Zeit am 4. April zum Artikel: Israel wirft Grass Antisemitismus vor. Leserkommentare, gereiht nach Leserzustimmung: Israel wirft Grass Antisemitismus vor. Zeit online am 4. April
  • Josef Joffe: Grass-Gedicht: Günters neue Freunde. Zeit online am 13. April 2012.
  • Hans-Christian Rößler: „Anständige Leute sollten die Aussagen verurteilen“. Faz online am 5. April 2012
  • Clemens Wergin: Klare Mehrheit der Deutschen steht an der Seite Israels. Welt am Sonntag online am 21. April 2012
  • Der Gesandte Emmanuel Nahshon zur Veröffentlichung Günter Grass. Botschaft des Staates Israel in Berlin am 4. April 2012
  • Martina Doering: „Günter Grass versteht nicht, worum es geht“. Frankfurter Rundschau online am 5. April 2012
  • Michel Friedman zu Günter Grass Israel-Kritik: Grass-Gedicht ein „aggressives Pamphlet der Agitation“. Focus Online am 4. April 2012
  • Israel-Kritik von Grass stößt auf Empörung (Memento vom 7. April 2012 im Internet Archive). Zeit Online am 4. April 2012
  • Wirbel um Grass-Gedicht zu Israel. Orf.at am 4. April 2012
  • Karl Doemens: Eine gestörte Beziehung zu Israel. Frankfurter Rundschau online am 4. April 2011.
  • Israel-Kritik von Grass stößt auf Empörung (Memento vom 7. April 2012 im Internet Archive). Zeit Online am 4. April 2012
  • Pressemitteilung der Bundestagsfraktion 'Die Linke' (Memento vom 7. April 2012 im Internet Archive), abgerufen am 6. April 2012
  • Florian Gathmann, Philipp Wittrock: Grass’ Israel-Schelte. Dichter im Abseits. Spiegel Online am 4. April 2012
  • Mit Goethe für Grass: VS-Vorsitzender kritisiert einseitige Kritik der Generäle (Memento vom 9. Mai 2012 im Internet Archive). Verdi online am 5. April 2012
  • Politisches Gedicht. Klarsfeld wirft Grass Hitler-Analogie vor. Zeit online am 6. April 2012
  • Debatte um Israel-Gedicht: Grass erntet Lob vom Iran und der Friedensbewegung. Stern online am 7. April 2012
  • Ostermärsche für den Frieden und für Grass (Memento vom 24. Juni 2012 im Internet Archive). tagesschau.de online am 7. April 2012
  • Debatte um Israel-Gedicht Grass erntet Lob vom Iran und der Friedensbewegung. Stern online am 7. April 2012
  • Interview mit Omid Nouripour: Alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Deutschlandradio Kultur am 5. April 2012
  • Nazibeifall für Günter Grass. Kurier.at am 7. April 2012
  • Josef Joffe: Grass-Gedicht: Günters neue Freunde. Zeit online am 13. April 2012.
  • Außenminister Westerwelle antwortet Günter Grass. Israel und Iran auf eine gleiche moralische Stufe zu stellen ist absurd. Bild am Sonntag online am 8. April 2012
  • Grass erhält Einreiseverbot in Israel. Zeit Online am 8. April 2012.
  • Israel erklärt Grass zur Persona non grata. Tagesschau online am 8. April 2012
  • Israels Innenminister bietet Grass Treffen an neutralem Ort an. Spiegel online am 12. April 2012
  • Einreiseverbot für Grass. „Damit rückt Israel sich in die Nähe Iran“. Spiegel online am 8. April 2012
  • Kritik am Einreiseverbot auch in Israel. Frankfurter Rundschau online vom 10. April 2012
  • Presseschau zum Einreiseverbot für Grass. tagesschau.de, 10. April 2012, archiviert vom Original am 12. April 2012; abgerufen am 10. April 2012.
  • Israel-Gedicht. Politiker distanzieren sich von Günter Grass. Handelsblatt am 9. April 2012
  • Thierse: Kritische Meinung zu Israel darf nicht Antisemitismusvorwurf folgen. Deutschlandfunk am 10. April 2012
  • Gabriel verteidigt Grass gegen „hysterische“ Kritik. Spiegel online, Vorankündigung eines Interviews in der Printausgabe vom 16. April 2012, am 15. April 2012
  • Streit über Israel-Gedicht: „Grass wird wie ein Aussätziger behandelt“. Spiegel Online am 12. April 2012
  • zit. nach: Bundespräsident Gauck in Israel Vergiß nicht! Niemals. FAZ online am 29. Mai 2012
  • Henrik M. Broder: Günter Grass der ewige Antisemit; zunächst veröffentlicht in der Printausgabe Die Welt vom 4. April 2012, Welt online 4. April 2012
  • Henryk M. Broder: Günter Grass – Nicht ganz dicht, aber ein Dichter. Welt online am 4. April 2012
  • Interview mit Günter Grass (II): „Amerikakritik ist ein Freundschaftsdienst“. Spiegel online am 10. Oktober 2001
  • Gegen diese Deutung hatte Tom Segev, der das entsprechende Interview geführt hatte, 2011 Grass in Schutz genommen.Umstrittenes Grass-Interview. Segev-Stellungnahme im Wortlaut. Spiegel online am 3. September 2011
  • Henryk M. Broder: Günter Grass –  Nicht ganz dicht, aber ein Dichter. Welt online am 4. April 2012
  • Polit-Poem. Israel kritisiert Grass-Gedicht (Memento vom 6. April 2012 im Internet Archive). Financial Times Deutschland online am 4. April 2012
  • Frank Schirrmacher: Frank Schirrmacher: Was Grass uns sagen will. FAZ o
  • 10.09.2025

    Was gesagt werden muss    (III von III)

    Polit-Poem. Israel kritisiert Grass-Gedicht (Memento vom 6. April 2012 im Internet Archive). Financial Times Deutschland online am 4. April 2012 Frank Schirrmacher: Frank Schirrmacher: Was Grass uns sagen will. FAZ online am 4. April 2012 Thomas Nehls: Kommentar: Friedenspreis statt Schelte für Günter Grass (Memento vom 4. April 2012 auf WebCite). Tagesschau online am 4. April 2012 Grass-Gedicht über Israel: Lyrischer Erstschlag. Spiegel online vom 4. April 2012 Christoph Sydow: So falsch liegt Günter Grass. Spiegel Online am 4. April 2012 Jakob Augstein: Es musste gesagt werden. Spiegel online am 6. April 2012 Malte Lehming: Günter Grass – ein Kreis schließt sich. Tagesspiegel online am 4. April 2012 Israel-kritisches Gedicht sorgt für Empörung. Stern online am 4. April 2012 Hans Kundnani: Günter Grass and changing German attitudes towards Israel; guardian.co.uk am 5. April 2012 Günter Grass beklagt „Gleichschaltung der Meinung“. Spiegel online am 5. April 2012. Josef Joffe: Grass-Gedicht: Günters neue Freunde. Zeit online am 13. April 2012. Grass’ Anti-Israel-Gedicht steckt voller NS-Stereotypen. Berliner Morgenpost online am 4. April 2012. Micha Brumlik: Der an seiner Schuld würgt TAZ am 5./6. 1012 Julia Jakob: Die Reaktionen auf das Grass Gedicht (Audio), Ndr, 4. April 2012. Reaktion des Gesandten in Berlin. Israel verdammt Grass-Gedicht. Spiegel online am 4. April 2012 Medienrummel im Hause Grass. Kritik weltweit. Welt online am 6. April 2012 Reaktionen: Staeck verteidigt Grass. Spiegel Online am 5. April 2012 Staeck: Künstler müssen sich einmischen. Deutschlandradio Kultur vom 5. April 2012 Kitschig und pathetisch: Günter Grass hat nicht zufällig die Gedichtform gewählt (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2018. Suche in Webarchiven), Deutschlandradio Kultur am 4. April 2012 Marcel Reich-Ranicki über Grass. Es ist ein ekelhaftes Gedicht. FAZ online vom 8. April 2012 Grass wehrt sich gegen Kritik an umstrittenem Gedicht (Memento vom 8. April 2012 im Internet Archive), tagesschau.de vom 5. April 2012 Denis Scheck: Über die Diskussionen zu Günter Grass und seinem Gedicht. (Memento vom 1. Dezember 2016 im Internet Archive) Sendung in der ARD: Druckfrisch vom 29. April 2012 Hier spielt Detering auf Andreas Thalmayrs (Pseudonym von Hans Magnus Enzensberger) Werk: Das Wasserzeichen der Poesie (Frankfurt a.M. 1997) an. Grass-Denkmal beschmiert (Memento vom 11. Juni 2012 im Internet Archive). Welt online am 7. April 2012 Heinrich Detering: Günter Grass. Gestischer Rhythmus oder lyrische Hochstapelei (Memento vom 22. Mai 2012 im Internet Archive)? Cicero online am 16. April 2012 Reaktionen auf Günter Grass. Hat der alte Deutsche sein Haupt erhoben? FAZ online vom 5. April 2012 Louis Begley: Was nicht hätte geschrieben werden müssen, faz.net am 10. April 2012 Herbert Rosendorfer: Ich beginne an der Nichtexistenz Gottes zu zweifeln – letzte Gespräche. Langen Müller, München 2013, ISBN 978-3-7844-3332-5, S. 83. Kommentar zum Grass-Gedicht: Wieso schützt ihr nicht alle? (Memento vom 9. April 2012 im Internet Archive), Frankfurter Rundschau vom 7. April 2012 Hans-Christian Rößler: „Anständige Leute sollten die Aussagen verurteilen“, faz.net am 5. April 2012 „Israel wie ein Kind mit genetischer Störung“. Kleine Zeitung am 28. April 2012 Harsche Reaktion auf Anti-Israel-Gedicht. Eli Amir – Günter Grass soll keinen „Hass sähen“. Focus online am 6. April 2012 Leipziger Schriftsteller Clemens Meyer verteidigt Günter Grass, Leipziger Volkszeitung Online am 4. April 2012 Schriftsteller zu Grass: Intellektuelle Senkgrube, FAZ vom 6. April 2012 Er legte seine Kritik in einem offenen Brief dar. Rolf Hochhuth schreibt Grass. Merkur online am 7. April 2012 Sein zweiter offener Brief ist in der Welt und im Merkur erschienen. Hier zitiert nach: Akademie der Künste: Staeck macht weiter, Hochhuth geht (Memento vom 21. Februar 2014 im Internet Archive). Frankfurter Rundschau online am 6. Mai 2012 Hochhuth gegen die Akademie der Künste. Türenschlagen in Berlin. Faz online am 7. Mai 2012 Rolf Hochhuth: Warum der Dramatiker Rolf Hochhuth die Kulturinstitution verlassen hat (Memento vom 26. September 2018 im Internet Archive). Jüdische Allgemeine online am 10. Mai 2012 Biermann über Grass: „Stümperhafte Prosa. Eine literarische Todsünde“. Welt am Sonntag online am 8. April 2012 Adolf Muschg: Nicht diese Töne, Der Sonntag online am 7. April 2012 Günter Grass, Israel und die Blödheit. In: Zwischenwelt. Literatur, Widerstand, Exil. Hg. Theodor Kramer Gesellschaft, 28. Jahrgang, Heft 1–2, Mai 2012 S. 73 Durs Grünbein: „Er ist ein Prediger mit dem Holzhammer“. Faz online am 11. April 2011 Interview mit Yoram Kaniuk: „Es lebt sich schwer mit dem Holocaust“. Welt online am 11. April 2012 NP-Interview: Uri Avnery zum Fall Günter Grass: „Total unnötig“. Neue Presse online am 10. April 2012 Kritik-Verbot an Israel ist antisemitisch. Süddeutsche Zeitung online am 9. April 2012 Autor Dave Eggers bleibt Ehrung der Bremer Günter-Grass-Stiftung fern. Weser Kurier online am 12. April 2012 Israelische Autoren fordern Verurteilung von Grass. Orf.at am 22. April 2012 Entscheidung der Schriftstellervereinigung. Grass bleibt PEN-Ehrenpräsident. Süddeutsche Zeitung online am 12. Mai 2012 Jürgen Flimm. Sorge um Günter Grass. News at. am 25. April 2012, gesamter Text in der Printausgabe News 17/2012 Christian Bockard: Hassliebe www.juedische-allgemeine.de, 7. September 2019 Israelischer Historiker hält Günter Grass für „pathetisch“ und „egozentrisch“. Deutschlandradio Kultur am 4. April 2012 Interview mit Tom Segev: Historiker Tom Segev. „Grass denkt an sein SS-Schweigen“. Spiegel online am 5. April 2012 Historiker Wolffsohn über Grass-Gedicht. Spiegel online am 4. April 2012 Moshe Zuckermann: Eine gut orchestrierte Hysterie (Memento vom 1. August 2012 im Webarchiv archive.today). Der Hintergrund online am 6. April 2012 Moshe Zuckermann: Ich sage, wer Antisemit ist. Taz online am 10. April 2012 Raphael Gross: Debatte um Grass-Gedicht. Antisemitismus ohne Antisemiten. Berliner Zeitung online am 7. April 2012 Grass: Premier Netanjahu schafft Israel mehr und mehr Feinde; hier: Audioversion des Patzelt-Interviews, Deutschlandradio am 7. April 2012 Daniel Jonah Goldhagen: Grass – Ignorant oder berechnender Zyniker? Welt online am 7. April 2012 Hans Ulrich Gumbrecht: Deutsche haben das Trauma von 1945 nicht überwunden. In: Welt online am 9. April 2012 Moshe Zimmermann: Einreiseverbot. Wie Grass Israels Rechte bedient. In: Spiegel online am 9. April 2012. Vgl. auch: Podiumsdiskussion in Hamburg über Antisemitismus-Vorwürfe gegen Günter Grass. Audiodatei und Was noch gesagt werden muss, von Verena Herb. Deutschlandradio Kultur vom 11. Juni 2012 Grass-Bashing (Memento vom 11. Mai 2012 im Internet Archive). in: Kontext: Wochenzeitung vom 11. April 2012, Text eingereicht am 9. April 2012 Interview mit Alfred Grosser. Süddeutsche Zeitung online am 10. April 2012 Stern-Interview mit US-Politologe Beinart: „Grass untergräbt seine Argumente“. Stern online am 11. April 2012 Lothar Schröder: Debatte um israelkritisches Gedicht. Günter Grass – die Attacke als Verdrängung. Rheinische Post online am 11. April 2012 Vgl. Hamid Dabashi: Günter Grass, Israel and the crime of poetry; aljazeera.com am 10. April 2012 Interview: Fritz Stern zum Fall Grass. Eine Provokation mit bedrückendem Ergebnis. FAZ online am 13. April 2012, Printausgabe 14. April 2012 Durs Grünbein: „Er ist ein Prediger mit dem Holzhammer.“ Faz online am 11. April 2011 Hans Ulrich Gumbrecht: Deutsche haben das Trauma von 1945 nicht überwunden. Welt online am 9. April 2012 Henryk M. Broder: Günter Grass – Nicht ganz dicht, aber ein Dichter. Welt online am 4. April 2012 Grass zieht schon immer Totalkritik auf sich (Memento vom 13. September 2012 im Webarchiv archive.today). Neue Osnabrücker Zeitung online am 16. April 2012 Günter Grass, ein Nobelpreisträger polarisiert. Volker Neuhaus im Gespräch mit Markus Schwering. WDR5 Funkhausgespräche moderiert von Jürgen Wiebicke am 3. Mai 2012, https://webdatenbank.grass-medienarchiv.de/receive/ggrass_mods_00001833 Stefan Talmon: Was noch gesagt werden muss – Schon die Androhung eines 'Erstschlags' Israels gegen Iran verstößt gegen die Charta der Vereinten Nationen. FAZ am 3. Mai 2012. Stefan Talmon: Zum Fall Grass. Was noch gesagt werden muss. Faz online am 2. Mai 2012 Carla Dondera: „Was gesagt werden muss: Günter Grass und der inszenierte Tabubruch“. In: Samuel Salzborn (Hrsg.): Antisemitismus seit 9/11. Ereignisse, Debatten, Kontroversen. Nomos, Baden-Baden 2019, S. 76, 80 f. Günter Grass beklagt „Gleichschaltung der Meinung“. Spiegel Online am 5. April 2012. Tom Buhrow: Interview mit Günter Grass; Videoaufzeichnung von tagesschau.de am 5. April 2012 Der Dichter wehrt sich. Spiegel Online am 5. April 2012 Günter Grass beklagt „Gleichschaltung der Meinung“. Spiegel Online am 5. April 2012. Grass präzisiert Kritik an Israel. Süddeutsche Zeitung online am 6. April 2012, abgedruckt in der Printausgabe vom 7. April 2012 Günter Grass. Streit über Kritik an Israel. Spiegel online am 7. April 2012



    Normdaten (Werk): GND: 1043073205 (GND Explorer, lobid, OGND) | VIAF: 305320280

    Kategorien:


    Info: https://de.wikipedia.org/wiki/Was_gesagt_werden_muss


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    10.09.2025

    Die Krisen der EU   Unmut über von der Leyen nimmt vor der heutigen State of the Union-Rede der EU-Kommissionspräsidentin stark zu – wegen ihres Zolldeals mit den USA, ihrer Israel-Politik, dem Mercosur-Abkommen. Letzteres verschärft die Krise in Frankreich.

    german-foreign-policy.com, 10. September 2025

    PARIS/BERLIN/BRÜSSEL (Eigener Bericht) – Vor der diesjährigen State of the Union-Rede der EU-Kommissionspräsidentin am heutigen Mittwoch schwillt der Unmut über die Amtsführung von Ursula von der Leyen in der EU an. Insbesondere wächst der Widerstand gegen den Zolldeal, den von der Leyen mit US-Präsident Donald Trump geschlossen hat; die einseitigen Zölle, die er vorsehe, seien „illegal“ und untergrüben die Glaubwürdigkeit und die Autonomie der EU, heißt es aus der sozialdemokratischen Parlamentsfraktion. Wachsende Proteste löst auch die beinahe bedingungslose Rückendeckung aus, die von der Leyen Israels Kriegsführung im Gazastreifen zukommen lässt. Auf heftigen Unmut stößt zudem, dass die Kommissionspräsidentin das EU-Freihandelsabkommen mit dem Mercosur nun zur Annahme vorgeschlagen hat. Damit könnte Frankreich überstimmt werden, das die Vereinbarung im Interesse seiner Landwirte ablehnt. Dies wiederum droht die Krise weiter zu verschärfen, in der Frankreich – der zweitstärkste EU-Staat – nach dem Sturz von Ministerpräsident François Bayrou am Montag steckt. Mit Blick auf die zunehmende Verschuldung Frankreichs und der Bundesrepublik werden erste Warnungen vor einer neuen EU-Finanzkrise laut.


    Zitat: Die Folgen der Aufrüstung

    Nach dem Sturz der französischen Regierung unter Ministerpräsident François Bayrou, der am Montag mit einem Misstrauensvotum in der Nationalversammlung scheiterte, schwillt die Debatte über eine mögliche neue Eurokrise an. Hintergrund ist Frankreichs zunehmende Verschuldung, die mittlerweile mit 3,3 Billionen Euro 114 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreicht hat und weiter ansteigt – nicht zuletzt, weil Paris den Militäretat drastisch in die Höhe schraubt. Hatte er beim Amtsantritt von Präsident Emmanuel Macron im Jahr 2017 noch bei etwas mehr als 32 Milliarden Euro gelegen, so soll er im Jahr 2027 64 Milliarden Euro erreichen, eine Verdoppelung binnen nur zehn Jahren.[1] Der Anstieg der französischen Staatsschulden hat dazu beigetragen, dass die großen Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit des Landes in den vergangenen Jahren gesenkt haben. Dies wiederum hat die Zinsen nach oben getrieben; Frankreich zahlt inzwischen höhere Zinsen als Griechenland und muss dieses Jahr rund 67 Milliarden Euro für den Schuldendienst aufbringen.[2] Dieser könne schon bis 2029 auf 100 Milliarden Euro anschwellen, heißt es. Laut Berechnung von Ökonomen der Commerzbank ist für die frühen 2030er Jahre ein französischer Staatsschuldenstand von rund 150 Prozent des BIP denkbar.[3]


    Wege in die Schuldenkrise

    Experten sind sich weithin einig, dass ein akuter Absturz Frankreichs in eine Finanzkrise äußerst unwahrscheinlich ist.[4] Dass Wirtschafts- und Finanzminister Éric Lombard kürzlich erklärt habe, man könne bei einem Scheitern von Bayrous Plänen zur Haushaltskürzung eine Intervention des Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht ausschließen, wird von manchen als – gescheiterter – Versuch gewertet, Panik zu schüren, um quasi in letzter Minute Unterstützung für Bayrou zu mobilisieren. Viele urteilen freilich, die politische Krise und vor allem das Erstarken des extrem rechten Rassemblement National (RN), dem ein Sieg in der nächsten Präsidentenwahl zugetraut wird, könne der Wirtschaft heftig zusetzen und in der Tat in eine Finanzkrise münden. Ein Experte vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim spekuliert, die Europäische Zentralbank (EZB) könne eine mögliche RN-Regierung „in die Schuldenkrise segeln“ lassen.[5] Es komme hinzu, dass nun erstmals auch Deutschland sich in riesigem Umfang verschulde, um seine Hochrüstung zu finanzieren; seine Schuldenquote werde von aktuell gut 62 Prozent wohl auf bis zu 100 Prozent des BIP steigen. Sollten die Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit der Bundesrepublik senken, sei die Möglichkeit einer Schuldenkrise durchaus gegeben, heißt es beim ZEW.[6]


    Bruch mit der WTO

    Die politische Krise in Frankreich, dem zweitstärksten EU-Mitglied nach Deutschland, verstärkt vor der diesjährigen State of the Union-Rede von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am heutigen Mittwoch die aktuelle politische Krise in der EU. Hintergrund ist zum einen der Zolldeal, den von der Leyen mit US-Präsident Donald Trump geschlossen hat. Der Deal trägt bedeutenden Interessen der deutschen Kfz-Industrie Rechnung (german-foreign-policy.com berichtete [7]), wird jedoch ansonsten als eine krachende Niederlage der EU eingestuft [8]. Neben der einfachen Tatsache, dass im transatlantischen Handel US-Exporteure künftig keine Zölle zahlen müssen, EU-Exporteure aber Zölle von 15 Prozent, wiegt schwer, dass Zollbegünstigungen für ein einzelnes Land abseits gängiger Freihandelsabkommen das Regelwerk der Welthandelsorganisation WTO brechen. Der SPD-Europaabgeordnete René Repasi stuft die implizite Absage an die WTO als einen „Angriff auf das Herz der europäischen Integration“ ein. Die Vorsitzende der sozialdemokratischen Fraktion im Europaparlament, Iratxe García, warnt, „die Akzeptanz illegaler einseitiger Zölle“ sowie die Anpassung der EU-Normen „an externen Druck“ unterminierten „sowohl unsere Glaubwürdigkeit als auch unsere Autonomie massiv“.[9] Die Zustimmung ihrer Fraktion zu dem Zolldeal ist damit ungewiss.


    Gegen Frankreichs Interessen

    Zwar heißt es, der Deal könne in diesem Fall womöglich mit Zustimmung extrem rechter Fraktionen – vor allem der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer (EKR) – durch das Europaparlament gebracht werden. Allerdings braut sich zugleich weiterer Unmut zusammen. Von der Leyen hat am 3. September das EU-Freihandelsabkommen mit dem Mercosur den Mitgliedstaaten und dem Europaparlament zur Annahme vorgeschlagen – dies vor allem auf deutschen Druck.[10] Bisher wird das Abkommen von Frankreich abgelehnt, weil es den Interessen der französischen Landwirte diametral zuwiderläuft. Paris könnte aber nun überstimmt werden. „Einen solchen Vertrag gegen den Willen Frankreichs zu schließen, wäre einst undenkbar gewesen“, urteilen Beobachter. Mit „Macron als Präsident auf Abruf und einer Regierung“, die in „internen Querelen gefangen“ sei, „scheint es machbar zu sein.“ „Die Folgen für das politische Klima in Frankreich“ aber seien „unabsehbar“.[11] Die RN-Fraktionsvorsitzende im französischen Parlament, Marine Le Pen, hat schon angekündigt, die RN-Abgeordneten im Europaparlament würden ein erneutes Misstrauensvotum gegen von der Leyen einleiten, um gegen das Mercosur-Abkommen zu protestieren. Beobachter spekulieren, der RN könne den in Frankreich verbreiteten Unmut über das Abkommen sogar nutzen, um nationale Neuwahlen zu erzwingen.[12]


    Loyal zu Israel

    Im Europaparlament schwillt der Unmut über von der Leyens Amtsführung nicht zuletzt aufgrund ihrer faktischen Rückendeckung für die israelische Kriegsführung im Gazastreifen an. Von der Leyen hatte schon in den ersten Tagen des Gazakriegs Proteste in der EU ausgelöst, als sie Israel trotz erster Kriegsverbrechen bedingungslose Unterstützung zugesagt hatte – in Übereinstimmung mit Berlin, nicht abgestimmt in Brüssel [13] – und nicht einmal dazu bereit war, die Abriegelung des Gazastreifens von der Lieferung von Elektrizität und Wasser zu kritisieren [14]. Die Forderung einer wachsenden Zahl an EU-Staaten, Sanktionen gegen Israel zu verhängen, um die Planungen zur Zwangsvertreibung der Palästinenser zu unterbinden [15], hat die Kommissionspräsidentin lange Zeit ignoriert; als sie scheinbar erste Zugeständnisse machte und sich bereit erklärte, die für Israel bestimmten Gelder aus dem EU-Forschungsprogramm Horizon Europe einzufrieren, scheiterte das an einer Ablehung der Bundesregierung [16], zu der von der Leyen enge Kontakte unterhält. In diversen weiteren EU-Staaten nimmt der Druck zu; am Montag hat etwa Spanien nicht nur ein komplettes Waffenbargo gegen Israel verhängt, sondern auch Schiffen und Flugzeugen, die Waffen oder anderes Gerät für Israels Streitkräfte transportieren, jeglichen Aufenthalt in den Häfen und Flughäfen des Landes untersagt.[17] Heute wird nun aufmerksam beobachtet, ob – und wenn ja, wie – von der Leyen in ihrer State of the Union-Rede zum Gazakrieg Stellung bezieht – umso mehr nach dem gestrigen Terrorangriff Israels auf Doha, die Hauptstadt Qatars.

     

    [1] Emmanuel Macron annonce 3,5 milliards d’euros de dépenses supplémentaires pour la défense en 2026 et 3 milliards d’euros en 2027. lemonde.fr 13.07.2025.

    [2] Niklas Záboji: Frankreichs Weg in den Schuldensumpf. faz.net 12.07.2025.

    [3] Werner Mussler, Niklas Záboji: Droht eine neue Eurokrise? faz.net 09.09.2025.

    [4] Thomas Moller-Nielsen: Pourquoi la crise politique française n’est pas (encore) une crise économique. euractiv.fr 09.09.2025.

    [5], [6] Werner Mussler, Niklas Záboji: Droht eine neue Eurokrise? faz.net 09.09.2025.

    [7] S. dazu Im Interesse der deutschen Kfz-Industrie.

    [8] S. dazu Das Recht des Stärkeren.

    [9] Thomas Gutschker: Missmutig aus der Sommerpause. Frankfurter Allgemeine Zeitung 09.09.2025.

    [10] Commission proposes Mercosur and Mexico agreements for adoption. ec.europa.eu 03.09.2025.

    [11] Jan Diesteldorf, Josef Kelnberger: Die französische Malaise dringt ins Herz der EU vor. sueddeutsche.de 07.09.2025.

    [12] Javier Villamor: Le Pen Seeking To Force Elections With Battle Against Mercosur. europeanconservative.com 04.09.2025.

    [13] S. dazu Die Glaubwürdigkeit des Westens.

    [14] S. dazu Kein Waffenstillstand.

    [15] S. dazu Die Riviera des Genozids.

    [16] Deutschland blockiert EU-Strafmaßnahmen gegen Israel. dw.com 30.08.2025.

    [17] Carlos E. Cué: Sánchez anuncia un decreto para legalizar el embargo total de armas a Israel y habla por primera vez de “genocidio” de los palestinos. elpais.com 08.09.2025.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10109


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    Seite 157 von 1087

    < 1 2 3 4 .. 10 .. 20 .. 30 .. 100 .. 130 .. 140 .. 150 .. 154 155 156 157 158 159 160 .. 170 .. 180 .. 190 .. 200 .. 300 .. 400 ... 800 .. 900 .. 1000 .. 1060 .. 1070 .. 1080 .. 1084 1085 1086 1087 >