Am Volkstrauertag: Botschafter Lambsdorff hetzt in Moskau gegen Russland
rtnewsde.site, 18 Nov. 2025 15:45 Uhr
Anlässlich des in Deutschland gefeierten Volkstrauertages nutzte der deutsche Botschafter in Moskau eine Kranzniederlegung, um gegen sein Gastland zu agitieren. Dieses Verhalten steht im krassen Gegensatz zum Auftreten seines russischen Kollegen in Deutschland und Versuchen der AfD zur diplomatischen Verständigung zwischen Deutschland und Russland.
© Deutsche Botschaft in Moskau
Alexander Graf Lambsdorff, der Botschafter Deutschlands in Russland, hält eine Rede anläßlich des deutschen Volkstrauertages auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Moskau.
Traditionell gedenkt Deutschland im November der Gefallenen der beiden Weltkriege, der Opfer von Gewaltherrschaft, Krieg und Terrorismus weltweit sowie der Verluste der Bundeswehr. Dieser Gedenktag fällt stets auf einen Sonntag, zwei Wochen vor dem ersten Adventssonntag. Es ist üblich, dass die deutschen Botschafter in den Tagen um den Volkstrauertag deutsche Soldatenfriedhöfe in ihren jeweiligen Gastländern besuchen und dort Kränze niederlegen.
Dies tat auch der deutsche Botschafter in Moskau, Alexander Graf Lambsdorff, einige Tage vor dem Volkstrauertag. Am 14. November suchte er die deutsche Kriegsgräberstätte Ljublino im Südosten Moskaus auf. Es handelt sich um den einzigen deutschen Soldatenfriedhof auf Moskauer Stadtgebiet. Dort liegen nicht die sterblichen Überreste von Wehrmachtsangehörigen, die 1941 Moskau zu erobern suchten, sondern von deutschen Soldaten, die in Kriegsgefangenschaft starben.
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Kriegsdenkmäler: Botschafter Netschajew warnt deutsche Behörden vor "Weg des Vandalismus"
In seiner Stellungnahme nahm Lambsdorff Bezug auf das sich 2025 zum 80. Mal jährende Ende des Zweiten Weltkriegs. Man müsse "aufrichtig und ehrlich" erinnern. Nur dann könne man "künftige Generationen vor den Schrecken und Gewalt bewahren." Der deutsche Botschafter warf Russland vor, das Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkriegs für imperialistische Zwecke zu missbrauchen. Man sehe, "zu welch zweifelhaften Ergebnissen Versuche führen" würden, "Erinnerung zur Rechtfertigung von Gewalt zu nutzen."
Lambsdorff stellte Russland als Aggressor dar, das einen Krieg verschuldet habe, der "schon fast so lange dauert wie der Große Vaterländische Krieg." Der Krieg Russlands gegen die Ukraine sei "keineswegs eine Fortsetzung des Großen Vaterländischen Krieges", sondern eine Militäraktion imperialistischen Charakters, "die Hunderttausende sinnloser Opfer gefordert hat." Russland werde nicht angegriffen, es habe selbst angegriffen – und tue dies jeden Tag aufs Neue. Die Sonderoperation in der Ukraine sei definitiv keine Fortsetzung des Kampfes gegen den Faschismus. Das sei nur ein Vorwand, um Russlands imperialistisches Vorgehen zu verschleiern.
Worte der Versöhnung oder des Bedauerns für den deutschen Angriff 1941, der 27 Millionen Sowjetbürger das Leben kostete (und auch rund 3,8 Millionen deutsche Soldaten sowie über einer Million deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion) äußerte der deutsche Botschafter nicht.
Dieses Verhalten Lambsdorffs steht im Gegensatz zum Auftreten des Berliner Botschafters der Russischen Föderation, Sergei Netschajew, der stets auf Anklagen gegen sein Gastland bei ähnlichen Trauerzeremonien verzichtet, sei es im brandenburgischen Lebus oder beim sowjetischen Ehrenmal in Berlin-Tiergarten. In Lebus betonte Netschajew die gemeinsame Erinnerungskultur, die Russland mit seinen deutschen Freunden verbinde, und unterstrich das in den vergangenen Jahrzehnten "im Sinne der Versöhnung und gegenseitigen Respekts" Erreichte. Der russische Diplomat Netschajew vergisst nie, sich bei den deutschen Behörden zu bedanken, die für die Pflege der Gräber verantwortlich sind.
Das Auftreten des deutschen Botschafters in Moskau ist in den allgemeinen Konfrontationskurs der deutschen Regierung gegenüber Russland einzuordnen. Wie der AfD-Bundestagsabgeordnete Steffen Kotré bei einem Interview während seines Aufenthalts im russischen Sotschi betonte, sind es deutsche Waffen, die in der Ukraine Russen töten, nicht umgekehrt. Kotré bedauerte, dass sich Deutschland in einen Konflikt einmische, der "nicht unser Krieg" sei. Die antirussische Haltung, die von den Altparteien vertreten werde, sei offenkundig.
Eine Stellungnahme russischer Außenpolitiker oder von Vertretern des russischen Außenministeriums zu Lambsdorffs auffällig feindseligen Ausführungen liegt noch nicht vor. In den Kommentaren auf der Telegram- beziehungsweise Facebook-Seite der deutschen Botschaft fand sich Kritik. So schrieb ein Nutzer:
"Der Botschafter ist gekommen, um der Kriegsgefangenen zu gedenken, die als Eindringlinge nach Russland kamen. In seiner Rede hört man keine Worte über die Versöhnung der Völker und die Entwicklung der guten Nachbarschaft."
Stattdessen erklängen Worte, die die Russen für die Tragödie in der Ukraine verantwortlich machten. Es sei seltsam, derartiges von einem Vertreter eines Staates zu hören, der an dem militärischen Konflikt in der Ukraine beteiligt sei und Waffen liefere.
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Weiteres:
Russische Historikerin: Unvollständigkeit des Nürnberger Prozesses ist die Ursache für heutige Krise
rtnewsde.site, vom 18 Nov. 2025 20:46 Uhr
Die Geschichte der faschistischen Verbrechen sei nicht vollständig aufgearbeitet. So wurden große Verbrechergruppen vom Urteil des Nürnberger Tribunals verschont. Dies ist laut einer russischen leitenden Historikern einer der Gründe für die heutige Weltlage.

Historikerin Jelena Malyschewa auf einem Symposium (Symbolbild).
In Russland wird darüber nachgedacht, warum im Westen und in den westlichen Ex-Sowjetrepubliken Umdenken in Bezug auf die Ursachen und Folgen des Zweiten Weltkrieges stattgefunden hat. Laut der renommierten Historikerin Jelena Malyschewa wird vor allem Russland und sein historisches Gedächtnis dabei angegriffen. Malyschewa leitet das Nationale Zentrum für historisches Gedächtnis beim russischen Präsidenten. Ihr zufolge liegen die Gründe dafür in Unvollständigkeit des Nürnberger Prozesses. Dies sei auch die Grundlage für die heutige Weltlage.
"Die Auseinandersetzung mit den Lehren aus Nürnberg heißt nicht nur, die Bedeutung seiner Entscheidungen für die Entwicklung der Normen des Völkerrechts und die Verurteilung des Nationalsozialismus festzuhalten, sondern auch, seine Unvollständigkeit zu verstehen, um die Ursprünge der heutigen Situation zu begreifen. Die gezielten destruktiven Angriffe, die heute gegen unser Land und unser historisches Gedächtnis gerichtet sind, haben ihre Wurzeln in der Unvollständigkeit von Nürnberg",
sagte die Historikerin im Interview mit der Tass.
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Am Volkstrauertag: Botschafter Lambsdorff hetzt in Moskau gegen Russland
Ein Beispiel für derartige Unvollständigkeiten ist aus ihrer Sicht die Nichtverurteilung der Wehrmacht. Die Weigerung des Nürnberger Tribunals, die Wehrmacht zu verurteilen, ermöglichte in der weiteren Geschichtsschreibung, das Bild unschuldiger deutscher Soldaten zu schaffen, sie mit sowjetischen Bürgern gleichzusetzen und damit die Rolle der Sowjetunion beim Sieg über den Nationalsozialismus zu schmälern.
"Nürnberg konzentrierte sich in seiner Anklage ausschließlich auf die SS und betrachtete die Verbrechen der deutschen Streitkräfte – der Wehrmacht – nicht als strafbar", erläuterte sie auf die noch in den 1990er Jahren verbreitete Auffassung hin, wonach die Wehrmacht unschuldig und harmlos gewesen sei. Soldaten der Wehrmacht wurde sogar Mitgefühl entgegengebracht, was sie mit dem sowjetischen Volk gleichsetzte. "Dies lenkte von der Wahrheit ab und ermöglichte, den Charakter des Krieges zu revidieren und damit die Rolle der Sowjetunion zu schmälern", so die Historikerin. Malyschewa schloss:
"Das heißt, die Unvollständigkeit von Nürnberg in Bezug auf die Feststellung der Taten der Soldaten der deutschen Armee als kriminell und die Nichtverfolgung ihrer Verantwortung nach so vielen Jahren ermöglichte es, dies für geopolitische Zwecke zu nutzen und die Rolle der Sowjetunion und der Roten Armee beim Sieg über den Nationalsozialismus zu schmälern.
Auf einem Symposium in Berlin in der ersten Novemberhälfte wurden die Wege zur umfassenden Umgestaltung der sowjetischen Ehrenmale und Gedenkstätten in Deutschland diskutiert – RT DE berichtete. Diese wurden unzulässiger Propaganda und Desinformation verdächtigt. Die Leiterin des Ukrainischen Kulturinstituts, die das Treffen mitinitiiert hat, beschimpfte dabei Menschen, Russen und Deutsche, die sich zum Gedenken am Tag des Sieges über den Hitler-Faschismus versammelten. Der russische Botschafter Sergei Netschaew erkannte in der Diskussion vandalistische Absichten und warnte die deutschen Behörden davor.
Auch das Verhalten des deutschen Botschafters in Russland, Alexander von Lambsdorff, ist bemerkenswert. Bei einer Gedenkzeremonie am Volkstrauertag in Moskau verzichtete er auf Erwähnung der 27 Millionen sowjetischen Opfer des Krieges und des Beitrags der Roten Armee bei der Zerschlagung der braunen Pest. Stattdessen bezichtigte er sein Gastland zum wiederholten Male der Aggression und des Imperialismus. Die Sonderoperation in der Ukraine sei definitiv keine Fortsetzung des Kampfes gegen den Faschismus. Das sei nur ein Vorwand, um Russlands imperialistisches Vorgehen zu verschleiern.
Mehr zum Thema – Kriegsdenkmäler: Botschafter Netschajew warnt deutsche Behörden vor "Weg des Vandalismus"
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Roberto J. De Lapuente, Jahrgang 1978, ist gelernter Industriemechaniker und betrieb acht Jahre lang den Blog »ad sinistram«. Von 2017 bis 2024 war er Mitherausgeber des Blogs »neulandrebellen«. Er war Kolumnist beim »Neuen Deutschland« und schrieb regelmäßig für »Makroskop«. Seit 2022 ist er Redakteur bei »Overton Magazin«. De Lapuente hat eine erwachsene Tochter und wohnt in Frankfurt am Main.
Ein Jugendverband mit eigener Meinung? Für manche Genossen in der „Linken“ nur schwer zu ertragen. Berufsempört: Bodo Ramelow und Jan van Aken (rechts daneben). (Foto:
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