aus e-mail von Clemens Ronnefeldt, 21. November 2025, 11:49 Uhr
Liebe VB-Mitglieder,
beiliegend sende ich zwei Presseberichte über eine Veranstaltung
mit Dr. Angelika Claussen (IPPNW) und mir in Landsberg am Lech am
15.11.2025.
Mit lieben Grüßen
Clemens
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https://www.kreisbote.de/lokales/landsberg/landsberger-ippnw-beharrliche-arbeit-fuer-den-frieden-94042782.html
Landsberger IPPNW: beharrliche Arbeit für den Frieden
Stand: 18.11.2025, 08:10 Uhr
Von: Ulrike Osman
Was können Nichtregierungsorganisationen (NGOs) erreichen? Was bewirkt
ihr Einsatz für Frieden, Klima und Humanität? Zu messen ist das
schwer, doch in der Rückschau wird deutlich, dass es die großen
Meilensteine ohne die beharrliche Arbeit der zivilgesellschaftlichen
Organisationen nicht gegeben hätte.
Landkreis/Landsberg – „Ihr als Zivilgesellschaft seid das Fundament
der UN-Charta“ – diesen Satz hat Rolf Bader von einer
UN-Zivilkonferenz in Nairobi mitgebracht, an der er im vergangenen
Jahr als Delegierter der deutschen IPPNW teilnahm. (IPPNW steht für
International Physicians for the Prevention of Nuclear War, zu
Deutsch: Internationale Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkriegs.)
Der Satz begleitet den Landsberger seitdem, unterstreicht er doch, was
NGOs seit Jahrzehnten weltweit leisten, und seien die Rahmenbedingungen
noch so widrig.
IPPNW Landsberg zu 80 Jahre UN: NGOs als Fundament der UN-Charta
Die Landsberger Regionalgruppe der IPPNW hatte aus Anlass des
80-jährigen Bestehens der UN zu einer Veranstaltung in den
Gemeindesaal der evangelischen Christuskirche eingeladen. Hochkarätige
Referenten gaben einen Einblick in die Arbeit von IPPNW und IFOR, dem
Internationalen Versöhnungsbund.
Frieden ist durch die im Juni 1945 verabschiedete UN-Charta zur
international verbindlichen Norm geworden. „Seitdem ist Frieden die
Norm und Krieg die Abweichung“, unterstrich Dr. Angelika Claußen in
ihrem Vortrag. Die Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie besitzt
zusätzlich zu ihren medizinischen Qualifikationen einen Masterabschluss
in Friedenswissenschaften. Sie ist Co-Vorsitzende der IPPNW und
Präsidentin der IPPNW Europa.
Aufgabe der UN ist Friedenssicherung, der Schutz der Menschenrechte
sowie die Förderung von wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung,
erinnerte Claußen. In den 1980er Jahren kamen die Themen Umwelt,
Klimaschutz und Nachhaltigkeit hinzu. 1992 und 2015 wurden hierzu
völkerrechtlich bindende Verträge abgeschlossen.
Allerdings verhinderten damals die Lobbyisten der Rüstungsindustrie,
dass auch der militärisch bedingte CO2-Fußabdruck berücksichtigt wird.
Dabei stoße ein Eurofighter in einer Flugstunde so viel CO2 aus wie
ein deutscher Durchschnittsbürger im ganzen Jahr.
Heute stehe die UN unter massivem Druck, nicht zuletzt durch die tief
zersplitterte Weltgemeinschaft und die zerstörerische Politik von
US-Präsident Donald Trump, so Claußen. Und sicherlich gebe es viel zu
reformieren. Doch trotzdem sei die UN noch immer eine Plattform, auf
der alle Regierungen, NGOs und Experten zusammenkommen. Und sie könne
Hilfseinsätze besser steuern als private Organisationen.
IPPNW Landsberg zu 80 Jahre UN: Es geht darum, Brücken zu bauen
Auf 35 Jahre Friedensarbeit im Dienste des Internationalen
Versöhnungsbunds (IFOR) blickt der Theologe und Buchautor Clemens
Ronnefeldt zurück. Seine Antwort auf die Frage, ob
Friedensorganisationen etwas erreichen können, ist ein eindeutiges Ja.
„Ohne NGOs hätte es keine Abschaffung chemischer und biologischer
Waffen, kein Verbot von Landminen und Clustermunition gegeben“, so
Clemens Ronnefeldt.
Friedensarbeit bedeute auch, auf zivilgesellschaftlicher Ebene Brücken
zu bauen, bevor es zu einer Eskalation komme. Es bedeute,
Straßenkinder zu unterstützen, Aufklärungs- und Bildungsarbeit zu
leisten. „Ich bin begeistert. Mir tut es richtig gut zu merken, was
NGOs bewirken können“, kommentierte eine Zuschauerin.
Dass Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius heute davon spricht,
das Land müsse bis 2029 kriegstüchtig sein, steht für Ronnefeldt im
Widerspruch zum Grundgesetz.
Mit Sorge erfüllt ihn, dass sogar die Evangelische Kirche in
Deutschland in einer jüngst veröffentlichen Denkschrift ihre
Friedensethik neu ausrichtet. In Abkehr vom absoluten Pazifismus heißt
es nun, dass zum Schutz vor Gewalt notfalls auch Gegengewalt nötig sei.
Die Angst vor den geopolitischen Herausforderungen sei nicht
wegzureden, sagte Angelika Claußen, doch Widerstand gegen falsche
Sicherheitsversprechen sei angezeigt. Realpolitik heiße
Rüstungskontrolle. (…)
——
https://www.augsburger-allgemeine.de/landsberg/bei-veranstaltung-in-landsberg-geht-es-um-frieden-klima-und-humanitaet-112804521
Landsberg
Im Einsatz für Frieden, Klima und Humanität
Seit 80 Jahren gibt es die Vereinten Nationen. Die IPPNW
(Internationale Ärzte für Verhütung des Atomkriegs) bezieht in
Landsberg klar Stellung.
Von Hertha Grabmaier
18.11.25, 14:00 Uhr
Um den Frieden nach dem Zweiten Weltkrieg zu sichern, wurde am 26.
Juni 1945 die UN-Charta unterzeichnet. Die zivilgesellschaftlichen
Organisationen, NGOs, arbeiten direkt mit der UN zusammen, um sich
unabhängig von staatlichen Organisationen für soziale, ökologische
oder humanitäre Ziele einzusetzen.
Die 1980 von einem sowjetischen und einem amerikanischen Kardiologen
gegründete IPPNW (Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs)
setzt sich auf allen Kontinenten für eine friedliche,
atomtechnologiefreie und menschenwürdige Welt ein.
Vor dem Hintergrund „80 Jahre Vereinte Nationen und Einsatz der NGOs“
lud die IPPNW-Regionalgruppe Landsberg mit ihrem Sprecher Dr. Wolfgang
Lerch jetzt in das Gemeindehaus der evangelischen Christuskirche ein.
(…)
Als Friedensreferent berichtete Clemens Ronnefeldt aus Freising von
seinen zahlreichen Erfahrungen bei Delegationsteilnahmen, die ihn nach
Israel, in die Palästinensergebiete, nach Syrien, den Libanon, den
Iran, Ägypten, Jordanien und die Türkei führten.
Er beschrieb die Wichtigkeit der Nichtregierungsorganisationen als
Hoffnungsträger und setzte sich kritisch mit dem Wort „kriegstüchtig“
und denen, die bereits den Ernstfall planen, auseinander.
„Friedensfähig statt kriegstüchtig“, lautet sein Credo.
Der Frieden als Ziel für die Gesellschaft steht auch in Landsberg im Mittelpunkt
Dr. Angelika Claußen, Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie aus
Bielefeld, behandelt auch Kriegstraumata. In ihrem Vortrag stellte sie
„Frieden als Ziel für unsere Gesellschaft“ in den Mittelpunkt. Die
Co-Vorsitzende der IPPNW sowie Präsidentin der IPPNW Europa war
zusammen mit Prof. Ulrich Gottstein in Bagdad.
Sie sah Kriegsschäden und Plünderungen und erinnerte an das weltweite
Kriegsgeschehen. „Die UNO steht heute unter massivem Druck, die drei
Weltmächte Russland, USA und China wollen die Macht der UNO
einschränken“, so Claußen. Auch in Deutschland müsse ein
Strategiewechsel stattfinden. Eine humanitäre Perspektive, die zur
Konfliktlösung beitragen könne, führe weg vom
militärisch-strategischem Denken. Das Ziel, auch der
Weltklimakonferenz, müsse sein: „Frieden für alle – Erde für alle.
—
Im IPPNW-Forum wird dieser Beitrag erscheinen:
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Clemens Ronnefeldt
Referent für Friedensfragen beim deutschen
Zweig des internationalen Versöhnungsbundes
A.-v.-Humboldt-Weg 8a
85354 Freising
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(Hier Anhang: JK 80 Jahre UN- Vorträge Landsberg 15.11.2025-1)
Frieden als Norm, Krieg als Abweichung
Clemens Ronnefeldt (IFOR) und Angelika Claußen (IPPNW) sprachen am 15.11.2025 in
Landsberg am Lech zu „80 Jahren UN“ und dem „Einsatz der NGOs für Frieden,
Klima und Humanität“.
Impuls der Veranstaltung war die Zivilkonferenz der Vereinten Nationen im Mai 2024 in
Nairobi, an der 700 Nichtregierungsorganisationen, über 40 UN-Botschafter und UN-
Experten aus der ganzen Welt teilnahmen. Die Zivilgesellschaft sei eine tragende Säule der
Vereinten Nationen, auf die er baue, betonte Generalsekretär Antonio Guterres in seiner
Abschlussrede. Er appellierte an die über 2100 Delegierten, die Öffentlichkeit über das
weltweite Engagement der Nichtregierungsorganisationen aufzuklären. Eine Reform der
Vereinten Nationen könne nur gelingen, wenn sich die Zivilgesellschaft aktiv einbringe.
In Landsberg folgten nach einleitenden Grußworten des gastgebenden Pfarrers der örtlichen
evangelischen Kirche, die sehr treffend die „menschliche Verbundenheit“ als Grundgedanken
der UN betonten, einem verlesenen Text von Thomas Göbel, des Ständigen Vertreters der
Bundesrepublik Deutschland bei der Abrüstungskonferenz in Genf und einer Videobotschaft
des Liedermachers Konstantin Wecker, der das gegenwärtige „Anwachsen von Rassismus,
Militarismus und Faschismus“ beklagte, die beiden Hauptvorträge.
Der Theologe Clemens Ronnefeldt, Friedensreferent des Internationalen Versöhnungsbundes
(IFOR), berichtete zunächst über seine jahrzehntelange Arbeit im Nahen und Mittleren Osten
(Westasien). Seine Grundfrage „Was können NGOs bewirken?“ beantwortete er gewisser-
maßen durch sein Friedensengagement in Israel/Palästina, im Libanon, Ägypten, Iran und
anderen Ländern selbst. Überall ging es darum, das Gespräch mit allen(!) Seiten zu suchen,
Brücken zu bauen, Türen zu öffnen und solchermaßen die Gewalt zu reduzieren und mensch-
liches Leid zu lindern. Beeindruckend und berührend das große Engagement Ronnefeldts zu
hören und über Bilder an der Leinwand des gut besuchten Saales auch dokumentiert zu sehen.
Die weltweit tätigen NGOs identifizierte er als „Hoffnungsträger“ und „Trägerinnen des
Widerstands“ gegen eine von kriegerischen Handlungen geprägten Welt. Konkret: „Ohne die
NGOs hätte es 1972 keinen Bann der biologischen Waffen“ mittels einer völkerrechtlichen
Konvention gegeben, ebensowenig den der chemischen Waffen, von Landminen und Streu-
munition später. „Das vernetzte und sich verbindende Subjekt“ (nach Dorothe Sölle) sei es,
das den Widerstand trage. Daher auch Ronnefeldts Frage an die Zuhörerschaft: „Was trage
ich bei?“ für eine friedliche Welt.
Angelika Claußen, Co-Vorsitzende vom IPPNW-Deutschland, unterlegte dann im 2. Teil die
sehr persönlichen Worte Ronnefeldts mit einer mehr systematischen Darstellung. Der Frage
„Wie entsteht Frieden?“ ging sie mit dem Konzept von Hanne Margret Birckenbach nach, das
auf der ethischen Norm der Menschenrechte den Dialog als zentrale Kategorie zur Konflikt-
transformation betont. Die Aufgabe der UN weitete sie über die Friedenssicherung auch auf
den Klimaschutz aus. Die UN heute sieht sie, trotz ihrer Arbeit für Frieden, Menschenrechte
und Klima, „unter massivem Druck“, berichtete, dass alle drei Weltmächte (USA, China,
Russland) „die Macht der UN einschränken wollen“. Als Wirken der IPPNW wurde auch die
Initiative „Peace through Health“ vorgestellt und wie solch eine humanitäre Perspektive weg
vom militärischen Denken führen kann. Im Fokus müsse stehen „zu verhindern, dass es über-
haupt zum Krieg kommt“ - ein abschließender Aufruf auch an die Friedensbewegung.
Rolf Bader von der Landsberger IPPNW-Regiogruppe, der diesen Abend zu „80 Jahre UN“
mit viel Herzblut initiiert hatte, zeigte sich am Ende der dreistündigen Veranstaltung glücklich
über das durch die Referenten vermittelte humanitäre Licht.
Jürgen Karres / Landsberg am Lech, 20.11.2025
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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.