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18.01.2026

Iran-Afghanistan-Eisenbahnkorridor: Kabul wendet sich an Eurasien, als Pakistan seine Türen schließt

thecradle.co, vom  JAN 17, 2026, JAN 15, 2026, F.M. Shakil

Während Islamabad die Grenzen abriegelt und Washington die Isolation durchsetzt, wendet sich Kabul entschieden nach Osten und verankert sich in neuen eurasischen Korridoren, die vom Iran, Russland und China angeführt werden.


Bildnachweis: The Cradle


Gründer von tödlichen GHF-„gestalten“ neue von den USA unterstützte Regierung für Gaza: Bericht











Info: https://thecradle.co/articles-id/35413


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


18.01.2026

TWO BODIES/ Zwei Körper
Gedichte und die Literarische Kultur in Palästina 
(Rückblickend)

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Lesung und Vortrag mit anschließender Diskussion
am: Dienstag, den 13. Januar 2026
um: 19.00 Uhr
im: Haus der Wissenschaft,
Sandstaße 4/5, Bremen 28195
Nida Younis


Nida Younis liest erstmalig in Deutschland aus ihrem Gedichtband: Two Bodies/ Zwei
Körper. Gedichte. Mit Aquarellen von Lèa Kishida, Verlag Königshausen & Neumann 2025
Nida Younis Arbeit konfrontiert zwei gegensätzliche Kräfte: die seit Jahrzehnten anhaltende
völkerrechtswidrige israelische Besatzung, damit die Kontrolle über Palästina aufrecht hält und
das tief verwurzelte patriarchalische System. dass das Leben und den Körper von Frauen
konfisziert und ihnen die Autonomie über ihr eigenes Territorium verweigert. Angesichts des
Versuchs der israelischen Politik die Palästinenser zu vertreiben und das inzwischen weltweit als
Genozid qualifizierte andauernde Vorgehen nicht nur die Lebensgrundlagen zu zerstören,
sondern auch die kulturelle Identität zu beseitigen, wird es immer wichtiger, die weniger
werdenden Kulturschaffenden in Kunst und Literatur zu unterstützen und ihre Werke auch in
Europa zugänglich zu machen. In ihren Texten verarbeitet Nida Younis die intensiven
persönlichen Erfahrungen der Autorin über Liebe und Ablehnung. Die stellt die Postulate und
Dogmen in Frage, die sie in ihrem Leben qua Herkunft erfahren hatte. Sie hat inzwischen mehrere Gedichtbände publiziert, die auch in mehrere Sprachen übersetzt wurden, nun auch erstmalig in Deutschland. Sie erhielt zudem eine Auszeichnung des Jerusalem Festival for Art and Culture
Award. Trotz der Einschränkungen durch die Besatzung Einladungen zu Lesungen und
Vorträgen im Ausland annehmen zu können, gelang es der promovierten Lyrikerin über die
technische Möglichkeit per ZOOM zu kommunizieren. Da hierzulande wenig über
palästinensische Lyrik bekannt ist, bietet ihr neues Bändchen einen idealen Einstieg, sich der
Atmosphäre arabischer Poesie anzunähern.
Nida Younis lebt und arbeitet in Ramallah in der Westbank.
Veranstaltet von der Deutsch-Palästinensische Gesellschaft Bremen e.V. und der Palästinensische Gemeinde in Bremen und Umgebung e.V..;
(ViSdP.: Dr. Detlef Griesche), dr.griesche@gmx.de
Wir freuen uns über eine Spende auf: DPG; IBAN DE48 2505 0000 1012 5540 03. Wir senden absetzbare Spendenquittungen zu! 


Info: https://dpg-netz-bremen.de/wp-content/uploads/2025/11/26-01-13-nida-younis-flyer.pdf 


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Weitere: 




Nida Younis: Two Bodies / Zwei Körper – Lyrik aus Palästina


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youtube.com, 16.01.2026 BREMENweltnetzTV

Video  https://www.youtube.com/watch?v=k86r5lPy3ro&t=1s Dauer 25:34 Min.


Nida Younis: Two Bodies / Zwei Körper - Lyrik aus Palästina


dpg-netz-bremen.de, Veröffentlicht am 16. Januar 2026

Nida Younis liest drei Gedichte aus ihrem gerade erschienenen Gedichtband „Two Bodies / Zwei Körper“. Die Lyrikerin konfrontiert in ihrem Werk zwei gegensätzliche Kräfte: die israelische Besatzung, die seit langem die Kontrolle über Palästina und seine Bevölkerung beansprucht, und das tief verwurzelte patriachalische System, das das Leben und den Körper von Frauen konfisziert und ihnen die Autonomie über ihr eigenes Territorium verweigert. Nida Younis ist eine promovierte Journalistin und Dichterin. Sie schreibt Texte über intensive persönliche Erfahrungen von Liebe und Ablehnung. Sie stellt die Postulate und Dogmen in Frage, die ihr durch ihre Herkunft und das Erbe der Vergangenheit auferlegt wurden. Sie veröffentlichte bisher 11 Gedichtbände. Ihre Werke wurde in mehrere Sprachen übersetzt und mit dem Jerusalem Festival of Art and Culture Award ausgezeichnet.

Nida Younis war am 13. Januar 2026 auf Einladung der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft und der Palästinensischen Gemeinde in Bremen im Haus der Wissenschaft. Sie las drei Gedichte aus ihrem neuen Buch und führte anschließend ein intensives Gespräch mit dem Publikum.
Übersetzungen: Wendy Marth und die Lyrikerin Antemanha, die diese Lesereise initiierte und begleitete.
Moderation: Ivesa Lübben, Detlef Griesche, Johannes Waenehlt (DPG Bremen)
Video: Marlies und Sönke Hundt


Info: https://dpg-netz-bremen.de/?p=16065


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18.01.2026

Ein Text von Oleg Jasinski

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seniora.org, 18. Januar 2026

Ich fühle aufrichtig mit den Menschen in Kiew, die heute ohne Heizung und Licht leben müssen, insbesondere mit den älteren Menschen und Kindern. Ganz unabhängig von ihren aktuellen politischen Ansichten. Jegliche Überlegungen zu „verdienten kollektiven Strafen” sind abscheulich, egal aus wessen Mund sie kommen. Blutrünstige Couch-Idioten sind eine allgegenwärtige Plage.

Die Zerstörung des Energiesystems des Feindes ist keine „Bestrafung” oder „Einschüchterung” der Bevölkerung, sondern eine militärische Notwendigkeit, die man sehr lange zu vermeiden versucht hat, in der naiven Hoffnung, sich mit denen zu einigen, für die Krieg die einzige Garantie für ihre Macht und ihr Geschäft ist.

Bei allem Verständnis für die schreckliche Logik des Krieges tun mir die Menschen unendlich leid.

Es wäre wunderbar, wenn die westliche Presse in all den Jahren auch nur ein Hundertstel der Wahrheit geschrieben hätte, die sie heute über „Kiew, das von Russland ohne Heizung zurückgelassen wurde”, über Donbass und Krim schreibt, die all die Jahre infolge der Angriffe des Kiewer Regimes regelmäßig und für lange Zeit ohne Wasser, Heizung und Licht waren.

Ich wünsche mir sehr, dass wir alle den nächsten Winter ohne Kälte und Dunkelheit, ohne Tod und ohne den Tanz der Dummköpfe auf den Knochen anderer und unserer eigenen Knochen erleben dürfen. Das wird natürlich nicht von selbst kommen, dafür muss man arbeiten. Mit derselben Professionalität für das Leben arbeiten, mit der andere für den Tod arbeiten.

Die aktuellen Ereignisse sind ein Anlass, diese Worte des bemerkenswerten Charkiwers Viktor Prichodko noch einmal zu lesen:


„Man sagt mir oft: Die Ukraine hat 1991 „Unabhängigkeit und Freiheit erlangt”.

Das ist eine Lüge.

Sie hat ein fertiges Land bekommen.

Mit Fabriken.

Mit Wissenschaft.

Mit Universitäten.

Mit Raumfahrt.

Mit Flugzeugbau.

Mit Schiffbau.

Mit einer Ingenieursschule.

Mit Millionen gebildeter Menschen.

Sie hätte nicht geboren werden müssen.

Sie hätte sich nicht selbst zerstören müssen.

Aber genau das hat sie getan.

Zerschneiden.

Verkaufen.

Aufteilen.

Zerlegen.

Die Strategie wurde durch Plünderung ersetzt.

Entwicklung durch Privatisierung.

Der Staat durch einen Basar.

Die Fabriken wurden verschrottet.

Die Forschungsinstitute wurden vermietet.

Die Ingenieure gingen ins Ausland und auf den Markt, um Unterwäsche zu verkaufen.

Die Wissenschaftler gingen ins Nirgendwo.

Das Land, das Raketen baute, begann stolz darauf zu sein, dass es Menschen in andere Länder verschleppte, um dort als Tagelöhner zu arbeiten.

Das Land, das Schiffe baute, wurde zu einem Land der Minibusse und Stipendien.

Das Land, das die Zukunft gestalten konnte, musste nun in der Gegenwart überleben.

Aber das reichte nicht aus.

Um nicht für die Zerstörung verantwortlich zu sein, brauchte man einen Mythos.

Um nicht über die Wirtschaft sprechen zu müssen, erfand man einen Kult.

Um nicht bauen zu müssen, begann man zu hassen.

Die Vergangenheit wurde zum Feind erklärt.

Komplexität wurde zum Verbrechen.

Uneinigkeit wurde zum Verrat.

  Anstelle von Aufbau und Entwicklung des Landes erfand man ein neues Motto: „Armee, Sprache, Glaube“.

Wenn in einem Land die Armee an erster Stelle steht, bedeutet das, dass sie die Wirtschaft bereits verloren hat.

Wenn die Wissenschaft zerstört und die Forschungsinstitute geschlossen wurden, bedeutet das, dass keine Zukunft geplant war.

Wenn der Glaube an Gott zerstört wird, Geistliche in Keller geworfen werden und der Glaube zur Politik wird, ist die Gesellschaft am Ende.

Man hat Feinde benannt.

Biografien umgeschrieben.

Entwicklung durch Mobilisierung ersetzt.

Und man hat kein Land bekommen.

Sondern eine Front.

Denn Krieg fällt nicht vom Himmel.

Er wird herangezüchtet.

Jahrelang.

Auf den Trümmern von Fabriken.

Auf leeren Lehrstühlen.

Auf Hass statt Denken.

Das Erbe kann man weiterentwickeln.

Man kann es bewahren.

Man kann es vermehren.

Oder man kann es verfluchen, verbrennen und anderen die Schuld dafür geben.

Die Ukraine hätte ein starker Staat sein können.

Technologisch.

Souverän.

Komplex.


Sie hat sich dafür entschieden, korrupt, böse und zerstört zu sein. Mit einer „Mova“ [gemeint ist die ukrainische Sprache, die alle sprechen müssen], einer Hymne „Sche ne vmerla” ["Noch ist die Ukraine nicht gestorben"] und der Hoffnung auf Bandera, „pryide, poriadok navede” ["Komm und mach Ordnung"].

Ich lade alle auf meinen Kanal ein:  https://t.me/olegyasynsky

Oleg Yasinsky (teilweise auch Oleg Jasinskij bzw. Yasinsky) ist ein ukrainischer Journalist und Autor, der vor allem durch seine Arbeit im spanisch-sprachigen und internationalen medialen Raum bekannt geworden ist.

Mehr zu Oleg Jasinsky finden Sie hier: https://globaleuronews.com/2024/09/20/oleg-yasinsky-journalist-from-venezuela-telesur-nobody-forces-me-to-say-this-or-that-about-putin-i-say-what-i-think/ 



Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acym&ctrl=fronturl&task=click&urlid=374&userid=3998&mailid=2941


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

18.01.2026

Geld für Ukraine spaltet Europäische Union von innen heraus

freedert.online, 18 Jan. 2026 16:00 Uhr, Von Walerija Werbinina

Die europäische Einheit bröckelt, und ein weiteres Zeichen dafür ist die Entscheidung, 90 Milliarden Euro für Waffenlieferungen an die Ukraine auszugeben. Frankreich und Deutschland haben unterschiedliche Ansichten darüber, wohin genau diese Gelder fließen sollen.


Quelle: Gettyimages.ru © Christian Mang


Archivbild: Der französische Präsident Emmanuel Macron und der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz


Noch vor wenigen Wochen beglückwünschten sich die Europäer dazu, dass sie 90 Milliarden Euro für die Finanzierung der ukrainischen Militärmaschine "für mindestens zwei weitere Jahre" aufgebracht hatten. Ursprünglich hatten sie zu diesem Zweck souveräne Vermögenswerte Russlands stehlen wollen, aber der heftige Widerstand Belgiens, in dessen Verwahrstelle sich der größte Teil dieser Vermögenswerte befindet, zwang die Europäische Union (EU), auf einen Ersatzplan zurückzugreifen und einen Kredit aus dem Haushalt der EU zu vereinbaren. Dabei stimmten nur 24 von 27 Ländern zu – Ungarn, Tschechien und die Slowakei lehnten es ab, Haushaltsmittel für ein solches Abenteuer zu riskieren. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen stellte dennoch zufrieden fest:

"Einem anderen Land 90 Milliarden für die nächsten zwei Jahre zu garantieren – ich glaube, so etwas gab es in unserer Geschichte noch nie."

Allerdings wurde dieser Leckerbissen sofort zum Streitpunkt innerhalb der Europäischen Union. Trotz der scheinbaren Einigkeit gibt es innerhalb der EU unterschiedliche Meinungen darüber, wohin die Gelder aus dem 90-Milliarden-Budget fließen sollen. Wie Politico berichtete, sind Deutschland und Frankreich bereits in einen Streit darüber geraten, von wem Waffen gekauft werden sollen.

Laut dem Nachrichtenportal "sind Deutschland und die Niederlande anderer Meinung als Frankreich, weil sie Kiew die Möglichkeit geben wollen, US-Waffen zu kaufen". Das Problem ist, dass Paris sich aktiv dafür einsetzt, "EU-Militärunternehmen Vorzugsbedingungen zu gewähren, um die Verteidigungsindustrie des Blocks zu stärken". Offenbar betrachtet Emmanuel Macron die USA auch nicht mehr als Verbündeten – zumindest nicht als einen, dem man vertrauen kann. Die Franzosen wollen "vor dem Hintergrund der wachsenden Spaltung innerhalb der transatlantischen Allianz verhindern, dass Geld nach Washington fließt".

Was man den Franzosen zugutehalten muss, ist ihr gesunder Menschenverstand: Nach den offenen Erklärungen von US-Präsident Donald Trump, dass er sich auf die eine oder andere Weise Grönland aneignen werde, unabhängig davon, ob es jemandem gefällt oder nicht, sah sich Europa plötzlich in der Rolle einer Schafherde, die sich in Sachen Schutz vor dem fernen russischen Bären auf den Wolf verlassen hatte.


Geopolitik ohne Europa: Der stille Rückzug der EU





Meinung

Geopolitik ohne Europa: Der stille Rückzug der EU






Die hilflosen Erklärungen europäischer Politiker, dass eine Annexion Grönlands unmöglich sei, weil es sich um das Territorium Dänemarks, eines NATO-Mitgliedsstaates (einem Block, der von den USA dominiert wird), handele, und dass man lediglich "größere Anstrengungen" unternehmen müsse, um die Partnerschaft im Rahmen der NATO auszubauen, sind nur ein Versuch, dem Wolf die Zähne zu versiegeln. Unterdessen wurde im US-Kongress bereits ein Gesetzentwurf zur Annexion Grönlands und seiner anschließenden Anerkennung als neuer US-Bundesstaat eingebracht.

Wäre der große Fabeldichter Je de La Fontaine noch am Leben, hätte er zu diesem Thema sicherlich eine lehrreiche Fabel geschrieben, denn diese Geschichte ist wie geschaffen für seine Feder. Natürlich interessiert sich Frankreich nicht für das Schicksal Grönlands, und die Franzosen würden niemals für Grönland in den Krieg ziehen. Wenn jedoch die Annexion Grönlands durch die USA stattfindet, könnten diese durchaus Interesse an den französischen Überseegebieten entwickeln. Und genau wie im Fall Grönlands könnten sie beschließen, dass sie Korsika oder Französisch-Guayana gerade jetzt brauchen, um Russland und China in diesem Teil der Welt entgegenzuwirken.

Daher denkt Macron ganz rational: Man sollte nicht mit seinem Geld jemanden unterstützen, der morgen trotz aller bestehenden Verträge zum Feind werden könnte. Die begehrten 90 Milliarden müssen für die Entwicklung des eigenen militärisch-industriellen Komplexes ausgegeben werden, denn wie ein französisches Sprichwort sagt: Der Appetit kommt beim Essen, und nichts deutet bisher darauf hin, dass Trump sich an Grönland verschlucken könnte.

Andere EU-Regierungen denken aber lieber kurzfristig. Politico zitierte einen Brief der niederländischen Regierung an andere EU-Länder:

"Die Ukraine ... benötigt dringend Ausrüstung aus Drittländern, insbesondere Luftabwehrsysteme und Abfangjäger aus US-Produktion, Munition und Ersatzteile für F-16 sowie Mittel zur Durchführung von Tiefenschlägen."

In einem ähnlichen Schreiben der deutschen Regierung heißt es wiederum:

"Deutschland unterstützt keine Vorschläge zur Beschränkung von Beschaffungen in Drittländern."

Es gibt jedoch eine wesentliche Nuance: Die deutschen Behörden haben bei ihrer Ablehnung von Beschränkungen für US-Waffen ihre eigenen großen Rüstungsunternehmen nicht vergessen. Darüber hinaus haben die deutschen Behörden laut Politico Macrons Vorschlag einer Präferenzregelung für Unternehmen aus EU-Ländern abgelehnt, weil sie eine solche Regelung für Unternehmen aus Ländern fordern, die – Achtung – "der Ukraine die größte finanzielle Unterstützung gewährt haben".


Europa muss sich zwischen der Ukraine und Grönland entscheiden




Analyse

Europa muss sich zwischen der Ukraine und Grönland entscheiden






Nach Schätzungen des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz, die er im Dezember 2025 bekannt gab, hat sein Land 40 Milliarden Euro für militärische Hilfe und 36 Milliarden Euro für nichtmilitärische Hilfe ausgegeben, was insgesamt 76 Milliarden Euro ergibt. Zum Vergleich: Im September 2025 wurde die Militärhilfe Frankreichs für die Ukraine auf nur 8,6 Milliarden Euro geschätzt. Es überrascht nicht, dass die deutschen Behörden, die ihr Bestreben bekundet haben, die USA nicht zu verärgern und einen Teil der Waffen von ihnen zu kaufen, dennoch ihre Rolle bei der Unterstützung der Ukraine betonen und vorrangige Aufträge für den deutschen militärisch-industriellen Komplex sichern wollen.

Sollte das Angebot Deutschlands letztendlich angenommen werden, "würde dies Berlin, einem der größten Geldgeber, in die Hände spielen", stellte Politico melancholisch fest. Außerdem könnte dieser Weg andere Länder dazu veranlassen, mehr Geld für die Ukraine bereitzustellen, wenn sie auf eine Förderung ihres militärisch-industriellen Komplexes hoffen.

Es gibt noch ein weiteres Problem, das nach Ansicht der Franzosen mit dem rasanten Wachstum des deutschen militärisch-industriellen Komplexes einhergeht: Wie Bloomberg schrieb, "beobachtet Frankreich mit Sorge, wie Deutschland Ressourcen in eine historische Aufrüstung investiert und damit das langjährige Gleichgewicht auf dem Kontinent stört". Der Kernpunkt ist, dass "Berlin seine Verteidigungsausgaben auf ein Niveau erhöht, das für seine Verbündeten unerreichbar ist". Ja, all dies ist völlig legal, da sich die deutschen Behörden verpflichtet haben, bis 2029 mehr als 500 Milliarden Euro für Verteidigung auszugeben und damit das neue NATO-Ziel zu erreichen, 3,5 Prozent des BIP in die Streitkräfte zu investieren.

Den Franzosen ist dennoch unwohl: Einerseits scheint es gut zu sein, dass Deutschland mehr für die Verteidigung Europas tut, andererseits "gibt es Befürchtungen, dass die deutsche Industrie den französischen Verteidigungssektor verdrängen könnte". Und dabei geht es nicht nur um die Industrie.

Der französische Europaabgeordnete François-Xavier Bellamy erklärte:

"Die Tatsache, dass Deutschland eine solche Entschlossenheit an den Tag legt, wird natürlich eine Dynamik schaffen, die uns ins Abseits drängen könnte. Die interne Instabilität schwächt das geopolitische Gewicht Frankreichs."

"Existenzielle Krise" – Was erwartet Europa im Jahr 2026?





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Und angesichts der Rolle Deutschlands in früheren europäischen Konflikten erinnert eine übermäßig starke Armee die Nachbarn an die, gelinde gesagt, unangenehmen Auseinandersetzungen der Vergangenheit, die in zwei Weltkriegen endeten. Und obwohl sich die Politiker damit trösten, dass so etwas heute unmöglich ist und sie alle Mitglieder der NATO und der EU, enge Freunde und Verbündete sind, könnten Trumps Maßnahmen in Grönland durchaus den Anfang vom Ende der europäischen Sicherheitsarchitektur bedeuten. Und dieser Prozess könnte die unerwartetsten Folgen haben.

Bislang geht es darum, wie man die 90 Milliarden Euro, die vom Himmel gefallen sind, am vorteilhaftesten für sich selbst aufteilen kann, und Deutschland wird offenbar nichts davon versäumen und den USA einen Anteil zukommen lassen. Denn Geschäft geht vor – egal, was man in Europa sagt.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist zuerst am 14. Januar 2026 auf der Website der Zeitung Wsgljad erschienen.

Walerija Werbinina ist eine Analystin bei der Zeitung Wsgljad.

Mehr zum Thema – Finanzierung und Stationierung: Kiesewetter will deutsche Beteiligung an europäischen Atomwaffen


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Video https://mcdn.podbean.com/mf/download/zwhqqg/Macrons_Frankreich96xz3.mp3 Dauer 16:32 Min.


RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.

Info: https://freedert.online/meinung/267390-geld-fuer-ukraine-spaltet-europaeische-union-von-innen-heraus/


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18.01.2026

Kolumne Gedanken an die KI auslagern? Ich bleibe lieber intelligent

berliner-zeitung.de, 18. Januar 2026, 18.01.2026, 18.01.2026, 16:12 Uhr, In geistigen Dingen richtet „die KI“ – außer als mäßiges Lexikon – nur Schaden an. Journalisten, die „mit KI arbeiten“, machen sich und andere dümmer.


Unser Autor möchte auf den Einsatz von KI lieber verzichten.IMAGO/Omer Taha Cetin


Gewisse geistige Vollzüge sind scheinbar gar nicht kreativ – das Zusammenfassen eines Meetings in einigen Spiegelstrichen, die Auflistung bekannter Tatsachen der Geografie für die Urlaubsplanung oder die Alltagsrechnerei im Supermarkt. „Warum soll ich mich damit befassen? Das lasse ich die KI machen, das ist effizienter!“


In einer Zeit, in der selbst Geistesarbeiter wie Journalisten ihre geistige Anstrengung eifrig an „die KI“ auslagern und dies nicht faul, sondern fortschrittlich finden, frage ich heute: Ist es wirklich so, dass „die KI“ Menschen „effizienter“ macht?

Richtig, KI-Anwendungen können bei klar umschriebenen Aufgaben menschliche Arbeitszeit einsparen. Als erspart bezeichnen wir Arbeit immer dann, wenn wir sie als sinnlos oder nutzlos betrachten. Die Denkarbeit des Protokollschreibens, der Routenplanung und des Kopfrechnens im Supermarkt muss als sinnlos oder nutzlos beurteilt werden, damit die These von der Zeitersparnis und mithin einer Effizienzsteigerung durch „die KI“ plausibel ist.


Framing auf Knopfdruck: Wie KI zur Desinformation wird

Framing auf Knopfdruck: Wie KI zur Desinformation wird

KI tarnt Propaganda als Statistik – und verzerrt Geschichte. Neutral? Weit gefehlt. Ein Gastbeitrag.

Von Sebastian Köhler

Russland

01.08.2025


Wer das aber so betrachtet, liegt falsch. Das zu erkennen, ist nicht trivial, es erfordert rein menschliches Um-die-Ecke-Denken. Erstens liegt eine Verwechslung vor: KI beschleunigt im Vergleich mit menschlichem Denken oft die Erzeugung einer Antwort. Aber der Antwortprozess der KI ist nicht Denken. Wir ersparen uns nicht das Denken und lagern es anderswohin aus – wir verzichten auf Denken und vertrauen dem Rechenergebnis einer Maschine.


Zum Zweiten: Wie jemand gehen können muss, wenn er tanzen will, so ist die stete Ausübung schon beherrschter Denkarbeiten die Grundlage dafür, selbstständig und kreativ zu denken. Wer sie an KI „auslagert“, der wird in diesem Maße denkunfähig (also dumm), was auf längere Sicht einen Verlust an Effizienz und Kreativität bedeuten muss. Betrachten wir diese beiden Punkte näher.

Rechnen ist nicht Denken

Was tut die sogenannte „Künstliche Intelligenz“, wenn sie doch nicht denkt? KI bietet – egal, ob sie Texte, Bilder, Videos, Audiosequenzen oder etwas anderes auswirft – eine eindrucksvollere Form des Stöckchenholens beim Hund: Hasso sieht das Herrchen den Arm heben und den Oberkörper wenden, und weil darauf sein ganzes Hundeleben lang der Abwurf eines knautschigen Tennisballs folgte, fixiert Hasso nun das Herrchen, um dem Ball nachzuspringen.

Und das tut er dann auch, sobald die herrschaftliche Hand nach vorn schnellt, wohlgemerkt – auch wenn das Herrchen gar keinen Ball abwirft. Wir kennen die kurze Andeutung eines Sprints bei so veräppelten Hunden, der stets eine ruckartige Rückbesinnung auf das Herrchen folgt.


Künstliche Intelligenz vs. Urheberschutz: Wo KI den Menschen nicht ersetzen kann

Künstliche Intelligenz vs. Urheberschutz: Wo KI den Menschen nicht ersetzen kann

Berlin

19.02.2025


Naivität und überzogene Erwartungen: Die KI-Katastrophe in den Medien

Naivität und überzogene Erwartungen: Die KI-Katastrophe in den Medien

TV & Medien

08.12.2025


Und dieses Geschehen hinterlässt Daten (d.h. Spuren) in Bildern und in Texten, in denen die sabberigen Sprints der historisch doch beträchtlichen Anzahl von Hassos ebenso dokumentiert worden sind wie deren enttäuschte Rückwendungen zum sie reizenden Herrchen.

Nun kann auch „die KI“ diese Geschehnisse „lesen“ (d.h. nach Mustern aus Daten heraussuchen und diese Muster statistisch gegen andere gewichten), nun „weiß die KI“: Hebt das Herrchen das Händchen, so wackelt das Hündchen mit dem Schwänzchen. Es ist sozusagen ein Gesetzchen.

Ebenso wie Hasso „liest die KI“ ihr vorgegebene Datenbestände durch und schaut, welches Element mit welcher Wahrscheinlichkeit auf welche anderen folgt. Und je demnach reiht sie dann die Zeichen aneinander, die mit statistischer Plausibilität einem Menschen (denn von Menschen wurden die durchsuchten Daten hinterlassen) sinnvoll vorkommen könnten. „Die KI“ gibt mir das zurück, was in ihren Basisdaten rechnerisch nach meinen Assoziationen aussieht.

Denken ist Urteilen

Die wahrscheinlichkeitsorientierte Zeichenverkettung als elektronische Reaktion auf eine Eingabe ist jedoch nicht Denken. Wir lagern also nicht für uns lästiges Denken aus, wir fragen ein Rechenergebnis ab, und dieses akzeptieren wir als Antwort. Wir unterlassen einfach das Denken.

Denken ist Urteilen, das heißt, die oft instinktive, manchmal aber auch bewusst vollzogene Anwendung von Begriffen auf eine Erfahrung: „Der Hund ist verwirrt“ – so urteile ich, wenn Hasso vergeblich den nur scheinbar geworfenen Tennisball sucht.

Intelligenz kommt von intelligere, was „zwischen etwas wählen (oder lesen)“ bedeutet; sie ist die Fähigkeit, meinen Zugang zur Erfahrung durch Begriffswahl bewusst zu gestalten. Ich kann erklären, warum ich Hasso verwirrt finde und nicht freudig, traurig, o.ä., denn ich weiß, welchen Begriff ich zwischen der Erfahrung und mir eingesetzt habe, um das Geschehen zu erfassen.

Der Computer erteilt nicht Auskunft, er gibt etwas aus. Akzeptiere ich Maschinenergebnisse als valide Gedanken, dann mechanisiere ich mein Denken. Mein geistiges Leben und damit auch mein Schreiben werden schrittweise dem statistischen Mittel von Datenverkettungen mir unbekannter Herkunft angenähert, aus denen „die KI“ mir geistlos geistlose Ausgaben strickt.

Selbst- und Fremdverdummung

Menschliche Auskünfte, nicht maschinelle Ausgaben, sind der Einstieg in Kritik und Kreativität: Kreativität ist nicht keine Begriffsverwendung, sondern unerwartete Begriffsverwendung, auf die wir im Selberdenken kommen. Die Möglichkeit, Neues zu entdecken und anders zu denken, beruht auf der Beherrschung basaler Leistungen: sinnentnehmendes Lesen, Abwägung von Begriffen, Formulieren von Ergebnissen in wohlgeformten Sätzen.

Wer „die KI“ nutzt, um solche Arbeiten zu vermeiden, der verkümmert geistig und vertraut den Ausgaben einer anderswo gesteuerten Maschine – wohl weil es bequem ist und „weil ja alle es machen“? Das muss für einen Journalisten tabu sein.


Künstliche Intelligenz – Was bleibt vom Menschen, wenn die Maschine denkt?

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Auto

25.12.2025


Weltberühmter KI-Forscher warnt: „Maschinen werden uns auslöschen, wenn wir im Weg sind“

Weltberühmter KI-Forscher warnt: „Maschinen werden uns auslöschen, wenn wir im Weg sind“

Politik

26.12.2025


Ich will nicht schleichend zu einem Etwas mutieren, das so denkt und spricht, wie eine Maschine errechnet hat, dass ein Mensch wohl denkt und spricht. Ich will ein Mensch bleiben, der Maschinen nutzt, anstatt mich durch Bequemlichkeitsverwahrlosung mehr und mehr zum Zweitverwerter ihrer unintelligenten Auswürfe zu machen.

Deswegen bleiben meine Texte frei von Rechenausgaben unintelligenter Maschinen. „Frei von KI-Inhalten“ ist das eigentliche journalistische Gütesiegel des Zeitalters der KI. Denn kein Journalist verdummt für sich allein, er verdummt auch den Diskurs seiner Gesellschaft.

Michael Andrick ist Philosoph, Kolumnist der Berliner Zeitung und Bestseller-Autor („Im Moralgefängnis“). Sein Essay- und Aphorismenband „Ich bin nicht dabei – Denk-Zettel für einen freien Geist“ erschien im Mai 2025 im Verlag Karl Alber.

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Info: https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/michael-andrick-ki-ich-bleibe-lieber-intelligent-li.10014214


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18.01.2026

Jeffrey Sachs' kurz gefasste Geschichte der Russophobie

freedert.online, 17 Jan. 2026 20:00 Uhr, 

In einem der jüngsten Duran-Podcasts hat US-Starökonom Jeffrey Sachs die Entwicklung der deutschen und westlichen Russophobie über zwei Jahrhunderte so prägnant zusammengefasst, dass wir seine Darstellung unseren Lesern nicht vorenthalten wollten.


Quelle: Gettyimages.ru © Imprimerie et Jacomme Lemercier Publisher, Paris, 1855-1860


Eine Schlachtszene aus dem ersten Krimkrieg. Aus der Sammlung "Episodes de la guerre d'Orient", Farblithographie, 29x20 cm. Das war der einzige Fall, in dem Russland im Krieg mit Großbritannien, dem Aggressor, war. Sonst war man verbündet. Woher kommt also die britische Russophobie?


Der US-Wirtschaftswissenschaftler und politische Analyst Jeffrey Sachs hat vergangene Woche in einer Ausgabe des Podcasts Duran von Alexander Mercouris und Alex Christophorou einen historischen Rückblick auf die Geschichte der europäischen und US-amerikanischen Russophobie vorgetragen. Die ca. 20-minütige Zusammenfassung, die Sachs lieferte, war so einprägsam und verständlich, dass wir sie unseren Lesern nicht vorenthalten wollen.

Europa fahre einen suizidalen Kurs, provoziere eine "möglichst große Kriegsgefahr mit Russland", statt zu versuchen zu verstehen, was passiert ist, erklärte der streitbare Wissenschaftler eingangs sein Interesse am Thema. Durch intensive Beschäftigung mit diesem wurde ihm klar:

"Das läuft schon sehr lange so, und diese Art von Russophobie ist tief eingebrannt in die Rhetorik, die Glaubenssysteme und das Handeln der europäischen Regierungen."

Russland sei Teil Europas, zumindest bis zum Ural, und von seiner tatsächlichen Orientierung, seiner Geschichte her ein integraler Teil des Kontinents. Es werde "irgendwo willkürlich eine Linie quer durch Mitteleuropa" gezogen, wobei der Teil Europas westlich dieser Linie "in einer unerbittlichen, fast süchtig machenden und sich selbst erfüllenden Gegnerschaft" zum Teil östlich dieser Linie steht, umreißt Sachs das Phänomen.


Sachs über Kompetenz europäischer Führung: "Kallas, von der Leyen, Merz – soll das ein Witz sein?"




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Das gehe seit zwei Jahrhunderten so, meint der US-Analyst. Den Ausgangspunkt setzt er bei den Napoleonischen Kriegen, in denen Russland unter anderem mit Großbritannien verbündet war. 1815 wurde Napoleon durch gemeinsame Anstrengungen besiegt, und Russland war zu diesem Teil anerkannter Teil des europäischen "Konzerts der Mächte". Kaum 30 Jahre später galt dasselbe Russland aber bereits als Erzfeind Londons. Wie kam es dazu? Sachs:

"Das wirft ein Rätsel auf: In den 1840er‑Jahren war Russland plötzlich der Feind Großbritanniens. Ein wunderbarer Historiker namens Gleason hat dazu eine Studie veröffentlicht, 1950, die man online als PDF findet, 'The Genesis of Russophobia in Great Britain', 'Die Ursprünge der britischen Russophobie'. Er stellt die Frage: Nun, 1815 waren Briten und Russen Verbündete, aber 1840 war Russland der Feind. Was ist passiert? Was hat Russland getan? Und er untersucht alles in diesen 25 Jahren, und sein Fazit ist: Russland hat nichts getan. Es lag allein an der Haltung Großbritanniens."

Die Briten zielten auf ein ausgeweitetes Weltreich ab, und jeder große Staat, der dieses Empire irgendwie herausfordern konnte, war damit ein Feind. Also wurde Russland, ohne irgendetwas getan zu haben, zum Feind. Als dann, fährt Sachs fort, das Osmanische Reich, der "kranke Mann Europas", im 19. Jahrhundert verfiel und es auf dem Balkan zu Auseinandersetzungen kam, war Russland der Feind Großbritanniens:

"Russland geriet in den 1850er‑Jahren in eine Art Drei‑Parteien‑Konflikt – Frankreich, Russland und die Pforte, also das Osmanische Reich – um die Frage, wer die Christen in den osmanischen Gebieten kontrollierte, insbesondere im Heiligen Land. Das führte zu Spannungen, und dann zog Russland sich zurück. Interessant ist: In dem Moment, als Russland zurücksteckte, sagten die Briten und die Franzosen: 'Aha, jetzt gehen wir zum Schlag über.' Anstatt die Diplomatie nach einer Phase der Spannung tatsächlich den Frieden sichern zu lassen, sagten 1852 Lord Palmerston in Großbritannien und Napoleon III. in Frankreich: 'Jetzt greifen wir an, wir können diesen Feind loswerden.' Das war der erste Krimkrieg. Und das Faszinierende am ersten Krimkrieg ist, dass der Krieg, in dem wir uns heute befinden, der zweite Krimkrieg ist. Ziele, Zwecke und das ganze Gerede darüber sind fast genau wie 1853."

Im ersten Krimkrieg ging es darum, Russland aus dem Schwarzen Meer zu verdrängen. Das war das Ziel von Großbritannien und Frankreich. Heute ist das Ziel ebenfalls, Russland aus dem Schwarzen Meer zu drängen. Denn der ganze Punkt der NATO‑Erweiterung – und Zbigniew Brzeziński studierte Geschichte, das ist sein Konzept – war, Russland im Schwarzen Meer mit der NATO zu umzingeln. Sachs:


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"Denken Sie an den NATO‑Gipfel in Bukarest 2008, auf dem die Vereinigten Staaten darauf bestanden, dass die Ukraine der NATO beitreten wird. Ebenfalls hieß es, Georgien werde der NATO beitreten. Das Ziel war also: Ukraine, Rumänien, Bulgarien, Türkei und Georgien – eine komplette Umzingelung Russlands im Schwarzen Meer, um damit genau das zu tun, was Palmerston und Napoleon III. erreichen wollten, nämlich Russland zu einer dritt‑ oder viertrangigen Macht zu degradieren."

Rund 20 Jahre nach dem ersten Krimkrieg beschäftigte eine andere Frage Europa: der Aufstieg Deutschlands. Da kam Frankreich zu der Erkenntnis, dass es Russland auf seiner Seite braucht. Die Russophobie blieb in Großbritannien, aber sie griff nun auch auf Deutschland über. Und der Erste Weltkrieg hatte – sagt Sachs – mit der deutschen Angst vor Russland zu tun. Deutschland habe in der Vorstellung gehandelt, jetzt angreifen zu müssen, bevor Russland zu stark wird. O-Ton Sachs:

"Der Erste Weltkrieg hat seine Wurzeln in der deutschen Russophobie, nicht dessentwegen, was Russland tat, sondern dessentwegen, was Russland in Zukunft tun könnte, wenn man es jetzt nicht angreift."

Das Ergebnis des Ersten Weltkriegs war eine verheerende Zerstörung Europas. Für Russland führte er zum Sturz des Romanow-Reiches und zur bolschewistischen Revolution. Sachs erinnert daran, was unmittelbar danach geschah:

"Der Westen marschierte mit Expeditionsstreitkräften ein und überfiel Russland. (...) Heute ist das (im Westen) fast vergessen. Wir sprechen vom Russischen Bürgerkrieg und so weiter, aber die Rolle des Westens war sehr bedeutend und wird von den Russen nicht vergessen. Sie sagen: 'Jedes Mal, wenn wir am Boden liegen, versucht jemand, uns vom Westen her anzugreifen.' Das ist Teil der Denkweise und des strategischen Versändnisses Russlands."

Sachs macht nun einen Sprung in die 1930er-Jahre ein und empfiehlt ein Werk von Geschichtsprofessor Michael Jabara Carley von der Universität Montreal, an der dieser 30 Jahre gearbeitet hatte (Mercouris wird später im Video vier Bände zeigen und den beträchtlichen Umfang dieses Werks vorführen). Die Kernaussage dieser beachtlichen historischen Unetrsuchung ist laut Sachs und Mercouris:

"In den 1930er-Jahren, mit dem Aufstieg Hitlers, wandte sich Stalin wiederholt an Großbritannien und Frankreich und sagte: 'Wir sind bedroht, lasst uns zusammenkommen, um diese Bedrohung abzuwenden.' Erstaunlicher- und verheerenderweise war die Russophobie in Europa so stark ausgeprägt, dass in den Elitekreisen Großbritanniens während Hitlers Aufstieg argumentiert wurde: Lieber Hitlerismus als Bolschewismus. Und das hat jede Möglichkeit einer Allianz zur Eindämmung des faschistischen Ansturms zunichtegemacht."


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Die Antihitlerkoalition wurde vom Westen, nicht von Russland abgelehnt. Worauf Sachs besonders hinweist: Das Land, das es neben Großbritannien und Frankreich bis zum Schluss am vehementesten ablehnte, war Polen.

"Und Polen, unglaublich, aber wahr: Während Hitler Truppen sammelt, um Polen zu zerstören, sagt Stalin: 'Lasst uns einen Truppentransit durch Polen haben, damit wir euch gegen Hitler verteidigen können und damit wir ein Bündnis zwischen Frankreich, Großbritannien, Polen, Russland und der Sowjetunion schmieden können.' Und Warschau sagte Nein. Und so zerstörte sich Polen durch seine Russenfeindlichkeit selbst. Und eines der Dinge, die diese Geschichte zeigt, ist, wie verzerrt unser Geschichtsverständnis ist. Uns wird von der Schulzeit an beigebracht, dass der Molotow-Ribbentrop-Pakt, ein schockierendes Abkommen im Sommer 1939 zwischen der Sowjetunion und Hitlers Deutschland, eine Bösartigkeit Stalins war. Und die wahre Geschichte ist fast das genaue Gegenteil davon."

Nächste Station in den Betrachtungen ist das Jahr 1945, als Winston Churchill unmittelbar nach dem gemeinsamen Sieg über Hitlerdeutschland mit dem Gedanken spielte, zusammen mit übriggebliebenen Verbänden der Wehrmacht sofort in einen Krieg gegen die Sowjetunion zu ziehen. Die Pläne dafür waren unter dem Codewort "Operation Unthinkable" bereits ausgearbeitet.

Ein weiterer Zeitsprung:

"1963 sagte Präsident Kennedy: Es reicht! Wir haben beinahe das Ende der Welt erlebt, und wir müssen etwas anders machen. Dann begann er diese Friedenskampagne, mit der ich mich seit vielen Jahren beschäftige, darüber nachdenke und sie zu verstehen versuche, so gut ich kann. Er hat tatsächlich die Bedingungen für ein Ende des Kalten Krieges geschaffen – und er wurde ermordet. Und ich denke, es gibt gute Gründe, zu glauben, dass er von den eigenen Leuten ermordet wurde, und das gerade wegen seiner Friedensinitiative. Er hat viele Dinge getan, die der Tiefe Staat, speziell die CIA, zutiefst abgelehnt hat, und sie wussten ja, dass er davon sprach, die CIA in tausend Stücke zu zerschlagen. Ich denke, sie haben ihn ausgeschaltet. Das ist ein ungelöster Fall, aber ich glaube, es gibt immer mehr Beweise dafür, dass Mr. James Angleton eine Menge darüber wusste, was 1963 in Dallas passieren sollte."


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Sachs nähert sich langsam dem aktuellen Versuch des Westens, Russland zu vernichten, auf dem Weg dahin ist ihm jedoch noch wichtig, persönliche Erlebnisse zu schildern. Erlebnisse aus einer Zeit, in der ein dauerhafter Frieden zwischen Ost und West möglich und greifbar nahe war:

"Noch eine letzte Sache, an die ich mich erinnere – und das betrifft die Welt, in der wir jetzt leben. Denn als ich noch deutlich jünger war, war ich an den sowjetischen bzw. russischen Wirtschaftsreformen beteiligt, und ich hatte eine zentrale Botschaft: Unterstützt diese Reformen, damit wir in Frieden leben können! Denn ich habe von John Maynard Keynes und 'Die wirtschaftlichen Folgen des Friedensvertrages', das er 1919 nach dem Versailler Vertrag schrieb, gelernt, dass man seine Gegner niemals fertigmachen, sondern nachsichtig sein sollte. Also habe ich den Westen 1990, 1991, 1992 und 1993 nachdrücklich gebeten, die Reformen unter Gorbatschow und danach unter Jelzin zu unterstützen, aber die Antwort (des Westens) lautete: Njet. Ich war extrem frustriert, aber was ich damit vor allem sagen will: Es hätte nach dem Kalten Krieg Frieden geben können. Russland strebte nach nichts anderem als Frieden, Normalität sowie wirtschaftlicher Erholung und Entwicklung als ganz normales Land auf der Welt. Ich saß mit Boris Jelzin zusammen, ich saß auch mit Präsident Gorbatschow zusammen, ich weiß das also. Sie wollten Frieden."

Wenn der Westen etwas wolle, dann verspreche er viel. Als Helmut Kohl im Jahr 1990 die deutsche Wiedervereinigung anstrebte, saß er im Februar Tag für Tag mit Gorbatschow zusammen und sagte ihm:

"Wir werden [die Situation] nicht ausnutzen, wir werden die NATO nicht ausdehnen – nicht mal nach Ostdeutschland, geschweige denn nach Osteuropa!"

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Heute habe es Konjunktur im Westen, das zu bestreiten. Es war aber, besteht Sachs, "der diplomatische Kern der deutschen Wiedervereinigung". Er empfiehlt, dass Interessierte auf der Website des Nationalen Sicherheitsarchivs der George Washington University die Dokumentensammlung mit dem Titel "Was hat Gorbatschow gehört?" lesen sollten. Man könne dort mehr als 40 Dokumente nachlesen, in denen die Verpflichtungen des Westens gegenüber der Sowjetunion, sich nicht nach Osten auszudehnen, detailliert aufgeführt werden.

Wieder einmal stand die im Westen vorherrschende Russophobie – oder die Arroganz – der Aussicht auf Frieden im Weg. Schon 1992 sprachen die USA und die Deutschen also über eine Ausdehnung der NATO. Gerade Deutschland als großer Nutznießer dieser Versprechungen trat bereits ab 1993 für die Erweiterung der NATO ein. Was von sowjetischer wie auch russischer Seite mit dem ernsthaften Versprechen von Frieden und Zusammenarbeit begonnen hatte, wurde von den westlichen Mächten als Schwäche ausgelegt und zum Ausbau der eigenen Dominanz ausgenutzt.

Sachs empfiehlt an dieser Stelle das 1997 veröffentliche Buch "Die einzige Weltmacht" von Brzezinski, in dem dieser detailliert darlegt: Eurasien ist das Zentrum der Welt, das ist die Mackinder-Theorie, und die Ukraine ist der Schlüssel, Russland zu einer Macht dritten oder vierten Grades zu degradieren, womöglich sogar zu zersplittern.

Das, fährt Sachs fort, ist eine Initiative und ein Projekt des Tiefen Staates, das bereits 30 Jahre in Umsetzung ist. Über ihn, den Deep State, gibt es in den Vereinigten Staaten keinerlei demokratische Kontrolle: Die öffentliche Meinung zählt nicht, nichts wird erklärt, und das, was erklärt wird, führt auf eine falsche Fährte. Sachs wird emotional:

"Der unprovozierte russische Angriff 2022? Wollt ihr mich veräppeln? Nach dem, was in den letzten 30 Jahren passiert ist? Aber so läuft das nun mal."


Das verratene Wunder: Was die Geschichte Deutschland nach 1945 lehren wollte





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Und Europa? Deutschland?

"Meine Güte, die sind lebensmüde! Sie machen wieder und wieder und wieder dasselbe. Und wenn sie nur ein bisschen von der Geschichte wüssten … Und die größte Schande überhaupt: Keir Starmer – ich erwarte ja nichts von ihm, und in Großbritannien hält sich die Illusion des 'Empire' lang –, aber wer mich wirklich beunruhigt, ist Merz. Ein deutscher Bundeskanzler sollte es besser wissen. Die historische Verantwortung – ich spreche von den 1930er- und 40er-Jahren wie auch von den 1990er-Jahren. Und wie war das übrigens 2015, als Bundeskanzlerin Merkel Garantin von Minsk II war, damit kein vollumfänglicher Krieg in der Ukraine ausbricht? Deutschland hat sich dabei wiederholt falsch verhalten. Die erste Pflicht eines deutsche Bundeskanzlers wäre, das zu verstehen und mit seinem russischen Gegenpart den diplomatischen Weg zu gehen, bevor alles in die Luft fliegt."

Mit dieser Mahnung endet Professor Sachs Vortrag. Und was soll man darauf erwidern? Ja, er müsste. Ja, es wäre seine Pflicht. Es kommt einem allerdings eine Zeile aus Bertolt Brechts "Dreigroschenoper" in den Sinn:

"Doch die Verhältnisse, sie sind nicht so."

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18.01.2026

Das ZDF im Schattenkrieg

freedert.online, 17 Jan. 2026 18:12 Uhr, Von Astrid Sigena 

Antirussische Indoktrination findet nicht nur in Talkshows und Leitartikeln statt. Sie kommt auch in Krimiserien vor. Jüngstes Beispiel: Ein ZDF-Krimi, der als Anschauungsmaterial der BND-Warnungen vor „russischer hybrider Kriegsführung“ dienen könnte.


Das ZDF im Schattenkrieg© Urheberrechtlich geschützt.


Symbolbild: Schatten über dem Logo des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF).


Mit bisher 104 Folgen in 16 Staffeln ist die Krimi-Fernsehserie "Die Chefin" ein Dauerbrenner im ZDF. Seit 2012 jagt Kriminalhauptkommissarin Vera Lanz von der Münchner Mordkommission freitagabends Verbrecher auf der Mattscheibe. Und das mit recht erfreulichen Einschaltquoten, zumindest bei den älteren Zuschauergruppen. Für die jüngste Folge griffen Regisseur Andreas Senn und Autor Peter Kocyla tief in die Trickkiste antirussischer Narrative. Das Ergebnis: Ein Krimi, als hätte der BND Pate gestanden. Der ominöse Titel lautet "Schattenkrieger".


Lanz gegen von Storch: "Fake News" – Eklat um Daniel Günther



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Die Handlung beginnt mit dem Mord an dem Asylbewerber Lew Maganow, einem russischen Oppositionellen, der mit seiner schwangeren Frau nach Deutschland emigriert ist. Der Täter kann flüchten. Die Tatausführung lässt auf einen professionellen Killer schließen. Im Deutschland des Jahres 2025 steht selbstverständlich sofort der russische Geheimdienst in Verdacht, denn – so Kriminalhauptkommissar Böhmer (Minute 7.40): "Die sind bekannt dafür, dass sie Gegner auch im Ausland erledigen." "Die Chefin" zeigt sich gegenüber dieser Theorie skeptisch. Und als kritischer Zuschauer hofft man, dass der Plot des Films tatsächlich nicht so platt enden wird. Zumal auch Staatsanwalt Hartmann auf die Einschaltung von Generalbundesanwalt und Staatsschutz drängt – und in deutschen Krimis irrt die (meist als unsympathisch dargestellte) Staatsanwaltschaft traditionellerweise.

Tatsächlich führen die Ermittlungen zunächst auf andere Spuren. Beispielsweise zum sich als Schleuser betätigenden Spediteur Markus Wenzel, der vom Ehepaar Maganow Geld erpresste. Oder zu dem IT-Experten Alexander Becker, der als "D-Fense" seinen Hass auf Asylbewerber im Netz auslebt und gegenüber Lew Maganow Todesdrohungen geäußert hatte. Er muss als typische Symbolfigur für den Wutbürger herhalten, der im Internet Hass und Hetze sowie "russische Fake News" verbreitet und dabei noch auf seine Meinungsfreiheit pocht (für real existierende BRD-Verhältnisse ist die bei Becker durchgeführte Hausdurchsuchung äußerst rücksichtsvoll, ja geradezu lasch zu nennen). Weitere Indizien sprechen für Becker als Täter: So hat er vom Internetnutzer "Kamerad 95" die Wohnadresse der Maganows zugespielt bekommen und diese observiert. Allerdings fehlt die Tatwaffe – und Becker verdankt seiner pflegebedürftigen Mutter ein Alibi.


Unwahre Tatsachenbehauptung? – Ramelow lässt Kritik an Daniel Günthers Aussagen prüfen



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Die Witwe Marina Maganowa erhält derweil Polizeischutz und kommt bei der engagierten Flüchtlingshelferin Sabine Hübner und deren Tochter, der Studentin Hanna, unter. Die Kripo findet heraus, dass Lew Maganow kurzzeitig bei der Firma Deist Optics gearbeitet hatte, die – entgegen den Sanktionen – Lasertechnik nach Russland verkauft – an eine Moskauer Firma, die wiederum die russische Rüstungsindustrie beliefert. Lew war diesen Machenschaften auf die Spur gekommen; nach den von ihm sichergestellten Unterlagen sucht nun der russische Geheimdienst – in der Person von Sabine Hübner!

Die österreichische Industriemessenorganisatorin Hübner ist nämlich in Wirklichkeit eine russische Spionin – das wird dem Zuschauer klar, als die Dissidentin Marina auf Russisch bedroht (Minute 48: "Мы тоже на войне, Марина."). Die Geheimdienstlerin hatte in Südamerika die Identität einer Toten angenommen und koordiniert nun die geheimen Russlandgeschäfte der Firma Deist. Auch für die Ermordung von Lew Maganow aufgrund seiner investigativen Recherchen ist sie verantwortlich. Nebenbei ermordet sie noch  den lästigen Mitwisser Alexander Becker samt seiner hilflosen Mutter. Die fleißige Agentin hatte nämlich neben ihrer Spionagetätigkeit, ihrer bürgerlichen Berufsarbeit, ihrem Engagement für Flüchtlinge und ihrem Alltag als alleinerziehende Mutter noch Zeit dafür gefunden, als "Kamerad 95" Becker mit russischen Narrativen aufzuhetzen und ihn als Späher auf die Maganows anzusetzen.

À propos "alleinerziehende Mutter": Ganz am Ende wird noch das Narrativ vom angeblichen russischen Kinderraub angeschnitten. Kommissarin Lanz vermutet nämlich bei der Vernehmung der inhaftierten Agentin, deren (im Film nicht konkret benannte) Auftraggeber hätten der unfruchtbaren Sabine Hübner zu einem Kind verholfen und ihr vor zwanzig Jahren Hanna als Baby übergeben. Auch diese antirussische Verschwörungstheorie lässt der Film also nicht aus.


"Schutz unserer Demokratie" – SH-Ministerpräsident Daniel Günther für Verbot kritischer Medien




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"Der Schattenkrieger" ist in seiner Indoktrination hinterhältiger als die übliche Hetze gegen Russland und Russen, die man aus den Talkshows des BRD-Fernsehens und den Artikeln der Mainstream-Presse kennt. Mit dem Film erreicht die antirussische Propaganda auch die Zuschauer, die bei politischen Gesprächsrunden im Fernsehen schon längst abschalten und die Politikseiten der Zeitungen seit Langem überblättern. Aber einen Krimi am Freitagabend zur Entspannung schaut man sich immer noch gerne an. Was läge also näher, als mittels der Serie um die sympathische Kriminalhauptkommissarin Vera Lanz dem Zuschauer die Botschaft von der ach so bedrohlichen russischen Gefahr zu vermitteln?

Fragt sich nur, wer hier der wirkliche "Schattenkrieger" ist. Die Folge wirkt wie ein Bestandteil der psychologischen Kriegsführung zur Manipulation der Bevölkerung, wie eine Psy-Op im Schattenkrieg gegen Russland. Kritische Medien hat man in der BRD weitgehend an den Rand gedrängt, russische Sender verboten (in Minute 31 gibt es übrigens in dem Film auch noch den Wink mit dem Zaunspfahl, dass "berühmte russische Journalisten" ein Visum für Deutschland erhalten würden, russische Oppositionelle jedoch nicht – ein Aufruf zur verschärften Bedrängung russischer Berichterstattung aus Deutschland?). Nun geht es daran, der deutschen Bevölkerung einzutrichtern, wie gefährlich Russland ist. Schließlich hatte NATO-Politologin Florence Gaub erst kürzlich festgestellt, dass sich in der deutschen Öffentlichkeit erst allmählich das Bewusstsein durchsetze, "dass das Land massiven Angriffen ausgesetzt sei".


Precht: "Europa hatte nie vor, auf die russischen Sicherheitsinteressen und Bedürfnisse einzugehen"


Precht: "Europa hatte nie vor, auf die russischen Sicherheitsinteressen und Bedürfnisse einzugehen"






Hybride Kriegsführung, Morde, Unterminierung der Demokratie, Spaltung der Gesellschaft und Verfolgung russischer Oppositioneller im deutschen Exil: Der Film arbeitet nahezu alle Vorwürfe ab, die BND-Chef Martin Jäger bei einer Bundestags-Anhörung im vergangenen Oktober gegenüber Russland erhoben hatte. Und das alles in nur 58 Minuten! Regisseur Andreas Senn gebührt Anerkennung, diese Masse an antirussischen Narrativen so kompakt und spannend in eine einzige Folge verpackt zu haben.

Die Frage, wer in Wirklichkeit "der Schattenkrieger" ist, ist leicht beantwortet. Als Fazit des Films bleibt beim Zuschauer hängen: Russen machen immer Ärger. Indem sie die deutsche Gesellschaft destabilisieren und Morde begehen. Ganz so, wie es der altersweise Kriminalhauptkommissar Böhmer gegenüber seinem jungen Kollegen im Rückblick auf die 80er Jahre formuliert hatte (Minute 9): "Wir hatten die Aids-Welle, Tschernobyl, den Eisernen Vorhang… Und immer Ärger mit den Russen! Eigentlich genauso wie heute." Der Zuschauer darf gespannt sein, was der inoffizielle Schattenkrieg gegen Russland im deutschen Fernsehen noch so alles hervorbringen wird.

Mehr zum Thema – ARD-Tagesschau hält an widerlegter Darstellung der Zerstörung des Theaters in Mariupol fest


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Video https://rumble.com/v748htq-pressezensur-nach-eu-diktat-bundesregierung-will-politische-werbung-in-medi.html Dauer 8:31 Min.


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18.01.2026

Medien: Washington führte vor Festnahme Maduros geheime Verhandlungen mit venezolanischem Minister

freedert.online, 18 Jan. 2026 13:32 Uhr

Die USA führten geheime Verhandlungen mit dem venezolanischen Innenminister Diosdado Cabello, bevor sie den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro festnahmen, vermutet Reuters. US-Präsident Donald Trump habe damit angeblich Chaos vermeiden wollen, so die Zeitung.


Quelle: Gettyimages.ru © Pedro Rances Mattey/Anadolu


Venezuelas Innenminister Diosdado Cabello hält ein Blatt Papier mit einem Bild des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in der Hand (Archivbild)


Die Vereinigten Staaten sollen geheime Verhandlungen mit dem venezolanischen Innenminister Diosdado Cabello geführt haben, bevor sie ihre Operation gegen Präsident Nicolás Maduro durchführten. Darüber schrieb die Nachrichtenagentur Reuters.

Demnach nahm die amerikanische Seite einige Monate vor dieser Operation Kontakt zu Cabello auf und steht weiterhin mit ihm in Verbindung. Der venezolanische Minister stand sowohl direkt als auch über Vermittler in Kontakt mit dem Weißen Haus, präzisierte eine der Quellen der Zeitung.

Washington forderte den Beamten auf, von einem Einsatz der Streitkräfte gegen die Opposition abzusehen. Nach Angaben der Zeitung wurde Cabello während der Operation nicht festgenommen, obwohl sein Name in der Anklageschrift im Fall des Drogenhandels aufgeführt ist.

Sollte Cabello jedoch beschließen, die von ihm kontrollierten Kräfte einzusetzen, könnte dies zu "Chaos" führen. Dies wolle US-Präsident Donald Trump vermeiden, da es die Macht der Interimspräsidentin Delcy Rodríguez gefährden könnte, heißt es in dem Artikel.


Warum die großen US-Ölkonzerne nicht an die Story vom "Sieg" in Venezuela glauben




Meinung

Warum die großen US-Ölkonzerne nicht an die Story vom "Sieg" in Venezuela glauben





Am 3. Januar nahmen US-Soldaten auf Anordnung des US-Präsidenten Maduro und seine Frau in Venezuela fest und brachten sie nach New York, wo ein Gericht den venezolanischen Politiker wegen Drogenterrorismus anklagte.

Die venezolanischen Behörden bezeichneten das Geschehen als militärische Aggression. Nach Angaben des Innenministeriums der lateinamerikanischen Republik kamen bei dem Angriff der USA 100 Menschen ums Leben. Zuvor hatte die Washington Post berichtet, dass nach Angaben der amerikanischen Behörden bei dem Angriff auf Caracas etwa 75 Menschen ums Leben gekommen seien.

Trump sagte, dass die USA nun mit der amtierenden Präsidentin Venezuelas, Delcy Rodríguez, und den Überresten des Maduro-Regimes zusammenarbeiten, um zu verhindern, dass Venezuela zu einem zweiten Irak wird.

Zunächst verurteilte Rodríguez die Maßnahmen der USA als "barbarisch". Später nahm sie laut CNN eine "versöhnlichere" Haltung ein und schlug ein Kooperationsprogramm mit den USA vor. Auch Trump bekundete Rodríguez seine Unterstützung. Am 15. Januar traf sie sich in Caracas mit CIA-Direktor John Ratcliffe.

Dabei diskutierten sie über die Zusammenarbeit im Bereich der Nachrichtendienste, wirtschaftliche Stabilität und die Notwendigkeit, Venezuela von seinem Ruf als "Zufluchtsort für Gegner Amerikas, insbesondere für Drogenhändler" zu befreien.


Mehr zum Thema - Trumps Venezuela-Projekt verliert zentrale Unterstützung


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Audio https://freedert.online/international/267620-medien-washington-fuehrte-vor-festnahme/

 Dauer 10:15 Min.


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18.01.2026

Enthüllt: Von der CIA unterstützte Thinktanks schüren die Proteste im Iran

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Titelfoto | Auf diesem Foto der Associated Press nehmen Iraner am 9. Januar 2026 an einer Anti-Regierungs-Demonstration in Teheran, Iran, teil. Foto | UGC via AP


uncutnews.chJanuar 16, 2026, Von Alan Macleod, Alan Macleod via MintPress News


Während Wellen tödlicher Demonstrationen und Gegendemonstrationen den Iran erschüttern, untersucht MintPress die von der CIA unterstützten Thinktanks, die dazu beitragen, die Empörung zu schüren und weitere Gewalt anzustacheln.

Eine dieser Gruppen ist Human Rights Activists In Iran, in den Medien häufig als HRA oder HRAI bezeichnet. Die Gruppe und ihr Medienarm, die Human Rights Activists News Agency (HRANA), sind für westliche Medien zur ersten Anlaufstelle für Experten geworden und sind die Quelle vieler der aufrührerischsten Behauptungen und schockierend hohen Opferzahlen, über die in der Presse berichtet wird. Allein in der vergangenen Woche bildeten ihre Behauptungen einen Großteil der Grundlage für Berichte unter anderem bei CNN, The Wall Street Journal, NPR, ABC News, Sky News und The New York Post. Und in einem leidenschaftlichen Plädoyer an Linke, die Proteste zu unterstützen, schrieb Owen Jones am Dienstag in The Guardian, dass HRAI eine „angesehene“ Gruppe sei, deren Angaben zu den Todesopfern „wahrscheinlich deutlich zu niedrig angesetzt“ seien.

Was jedoch in keinem dieser Berichte erwähnt wird, ist, dass Human Rights Activists In Iran von der Central Intelligence Agency über ihre Tarnorganisation National Endowment for Democracy (NED) finanziert wird.

„Unabhängige“ NGOs, präsentiert von der CIA

Human Rights Activists in Iran wurde 2006 gegründet und hat seinen Sitz in Fairfax, Virginia, nur einen Steinwurf vom CIA-Hauptquartier in Langley entfernt. Die Organisation beschreibt sich selbst als „unpolitische“ Vereinigung von Aktivisten, die sich für die Förderung von Freiheit und Rechten im Iran einsetzen. Auf ihrer Website heißt es: „Da die Organisation unabhängig bleiben will, nimmt sie keine finanzielle Unterstützung von politischen Gruppen oder Regierungen an.“ Im selben Absatz heißt es jedoch auch: „HRAI hat auch Spenden von der National Endowment for Democracy (NED) angenommen, einer gemeinnützigen Nichtregierungsorganisation in den Vereinigten Staaten von Amerika.“ Die Investitionen der NED in HRAI waren, gelinde gesagt, beträchtlich. Der Journalist Michael Tracey fand heraus, dass die NED allein im Jahr 2024 weit über 900.000 Dollar für die Organisation bereitgestellt hatte.

Übersetzung von „X“: Die enormen Opferzahlen im Iran, die überall in den Medien zu sehen sind, stammen von einer Organisation in Fairfax, Virginia, namens „Human Rights Activists in Iran“, die überwiegend von der US-Regierung finanziert wird. Wie sieht ihre Methodik aus? Ist sie glaubwürdig? Wen interessiert das schon? Hauptsache, die großen Zahlen werden veröffentlicht.

Eine weitere NGO, die in den jüngsten Medienberichten über die Proteste häufig zitiert wird, ist das Abdorrahman Boroumand Center for Human Rights in Iran (ABCHRI). Die Gruppe wurde vielfach zitiert, unter anderem von der Washington Post, PBS und ABC News. Wie bei der HRAI wird auch in diesen Berichten nicht erwähnt, dass das Abdorrahman Boroumand Center enge Verbindungen zum nationalen Sicherheitsapparat der USA unterhält.

Obwohl dies in seinem Finanzierungshinweis nicht erwähnt wird, wird das Zentrum von der NED unterstützt. Im vergangenen Jahr bezeichnete die NED das Zentrum als „Partnerorganisation” und verlieh seiner Direktorin Roya Boroumand die Goler T. Butcher-Medaille 2024 für die Förderung der Demokratie.

„Roya und ihre Organisation haben rigoros und objektiv daran gearbeitet, Menschenrechtsverletzungen durch das Regime im Iran zu dokumentieren”, sagte Amira Maaty, Senior Director für die Nahost- und Nordafrika-Programme der NED. „Die Arbeit des Abdorrahman Boroumand Center ist eine unverzichtbare Ressource für Opfer, um Gerechtigkeit zu suchen und die Täter nach internationalem Recht zur Rechenschaft zu ziehen. Die NED ist stolz darauf, Roya und das Zentrum in ihrem Einsatz für Menschenrechte und ihrem unermüdlichen Streben nach einer demokratischen Zukunft für den Iran zu unterstützen.“

Darüber hinaus sitzt der umstrittene Wissenschaftler Francis Fukuyama, ehemaliges NED-Vorstandsmitglied und Herausgeber der Publikation „Journal of Democracy“, im Vorstand des Zentrums.

Wenn überhaupt, ist das Center for Human Rights in Iran (CHRI) noch weiter gegangen als HRAI oder ABCHRI. Das CHRI wird in den westlichen Medien (z. B. The New York Times, The Guardian, USA Today) häufig zitiert und ist die Quelle vieler der blutigsten und reißerischsten Geschichten aus dem Iran. Ein Artikel in der Washington Post vom Montag stützte sich beispielsweise auf das Fachwissen des CHRI, um zu berichten, dass iranische Krankenhäuser überlastet seien und sogar kein Blut mehr hätten, um die Opfer der staatlichen Repressionen zu behandeln. „Ein Massaker findet statt. Die Welt muss jetzt handeln, um weitere Todesopfer zu verhindern”, sagte ein Sprecher des CHRI. Angesichts der jüngsten Drohungen von Präsident Trump mit militärischen Angriffen der USA auf den Iran waren die Implikationen dieser Aussage klar.

Und doch hat, wie bei den anderen vorgestellten NGOs, keines der Mainstream-Medien, die das Center for Human Rights in Iran zitierten, auf dessen enge Verbindungen zum nationalen Sicherheitsapparat der USA hingewiesen. Das CHRI – eine iranische Menschenrechtsgruppe mit Sitz in New York City und Washington, D.C. – wurde von der chinesischen Regierung als direkt vom NED finanziert identifiziert.

Diese Behauptung ist keineswegs abwegig, da CHRI-Vorstandsmitglied Mehrangiz Kar ein ehemaliger Reagan-Fascell Democracy Fellow beim NED ist. Und 2002 überreichten First Lady Laura Bush und der spätere Präsident Joe Biden Kar bei einer mit Stars besetzten Gala im Kapitol den jährlichen Democracy Award des NED.

Eine Geschichte von Regimewechseloperationen

Die National Endowment for Democracy wurde 1983 von der Reagan-Regierung gegründet, nachdem eine Reihe von Skandalen das Image und den Ruf der CIA ernsthaft beschädigt hatte. Das Church-Komitee – eine Untersuchung des US-Senats aus dem Jahr 1975 zu den Aktivitäten der CIA – stellte fest, dass die Behörde die Ermordung mehrerer ausländischer Staatsoberhäupter geplant hatte, an einer massiven Überwachungskampagne gegen progressive Gruppen beteiligt war, Hunderte von US-Medien infiltriert und mit Agenten besetzt hatte und schockierende Experimente zur Bewusstseinskontrolle an unfreiwilligen amerikanischen Teilnehmern durchführte.

Technisch gesehen eine private Einrichtung, obwohl sie fast ausschließlich von der Bundesregierung finanziert wurde und mit ehemaligen Geheimagenten besetzt war, wurde die NED gegründet, um viele der umstrittensten Aktivitäten der Behörde, insbesondere Operationen zum Regimewechsel im Ausland, auszulagern. „Es wäre schrecklich, wenn demokratische Gruppen auf der ganzen Welt als von der CIA subventioniert angesehen würden“, sagte Carl Gershman, langjähriger Präsident der NED, 1986. Allen Weinstein, Mitbegründer der NED, stimmte zu: „Vieles von dem, was wir heute tun, wurde vor 25 Jahren heimlich von der CIA getan“, sagte er gegenüber der Washington Post.

Ein Teil der Mission der CIA bestand darin, ein weltweites Netzwerk von Medien und NGOs aufzubauen, die die Standpunkte der CIA wiederholten und sie als glaubwürdige Nachrichten ausgaben. Wie der ehemalige Leiter einer CIA-Taskforce, John Stockwell, zugab: „Ich hatte Propagandisten auf der ganzen Welt.“ Stockwell beschrieb weiter, wie er dazu beitrug, die Welt mit Fake News zu überschwemmen, die Kuba dämonisierten:

„Wir haben Dutzende von Geschichten über kubanische Gräueltaten, kubanische Vergewaltiger [an die Medien] weitergegeben … Wir haben [gefälschte] Fotos veröffentlicht, die fast in jeder Zeitung des Landes erschienen sind … Wir wussten von keiner einzigen Gräueltat, die von den Kubanern begangen worden wäre. Es war reine, unverfälschte, falsche Propaganda, um die Illusion zu schaffen, dass Kommunisten Babys zum Frühstück essen.“

Mike Pompeo, ehemaliger CIA-Direktor, deutete an, dass dies aktive CIA-Politik sei. Bei einem Vortrag an der Texas A&M University im Jahr 2019 sagte er: „Als ich Kadett war, lautete das Motto der Kadetten in West Point: Du sollst nicht lügen, betrügen oder stehlen und diejenigen, die dies tun, nicht tolerieren. Ich war CIA-Direktor. Wir haben gelogen, wir haben betrogen, wir haben gestohlen. Wir hatten ganze Ausbildungskurse dazu!“

Einer der größten Erfolge der NED kam 1996, als sie erfolgreich die Wahlen in Russland beeinflusste und enorme Summen ausgab, um sicherzustellen, dass der US-Marionettenherrscher Boris Jelzin an der Macht blieb. Jelzin, der 1993 durch einen Putsch an die Macht gekommen war, der das Parlament auflöste, war zutiefst unbeliebt, und es schien, als sei die russische Öffentlichkeit bereit, für eine Rückkehr zum Kommunismus zu stimmen. Die NED und andere amerikanische Behörden überschütteten Russland mit Geld und Propaganda, um sicherzustellen, dass ihr Mann an der Macht blieb. Die Geschichte wurde in einer berühmten Ausgabe des Time-Magazins dokumentiert, deren Titelseite mit den Worten „Yanks To The Rescue: the Secret Story of How American Advisors Helped Yeltsin Win“ (Die Amis kommen zur Rettung: Die geheime Geschichte, wie amerikanische Berater Jelzin zum Sieg verhalfen) geschmückt war.

Sechs Jahre später stellte die NED sowohl die finanziellen Mittel als auch die Köpfe für einen kurzzeitig erfolgreichen Staatsstreich gegen den venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez zur Verfügung. Die NED gab Hunderttausende von Dollar aus, um die Anführer des Staatsstreichs (wie Marina Corina Machado) nach Washington, D.C. und zurück zu fliegen. Nachdem der Staatsstreich vereitelt und die Verschwörung aufgedeckt worden war, erhöhte die NED sogar ihre Finanzmittel für Machado und ihre Verbündeten und finanziert sie und ihre politischen Organisationen bis heute.

In der Ukraine hatte die NED mehr Glück und spielte eine Schlüsselrolle bei der erfolgreichen Maidan-Revolution von 2014, die Präsident Viktor Janukowitsch stürzte und ihn durch einen pro-amerikanischen Nachfolger ersetzte. Die Maidan-Affäre folgte einem bewährten Muster: Eine große Anzahl von Menschen kam zu Protesten auf die Straße, und eine Kerngruppe von ausgebildeten Paramilitärs verübte Gewalttaten, um die Regierung zu destabilisieren und eine militärische Reaktion zu provozieren.

Die stellvertretende Staatssekretärin für europäische und eurasische Angelegenheiten (und spätere NED-Vorstandsmitglied) Victoria Nuland flog nach Kiew, um die volle Unterstützung der US-Regierung für die Bewegung zum Sturz Janukowitschs zu signalisieren, und verteilte sogar Kekse an die Demonstranten auf dem Hauptplatz der Stadt. Ein durchgesickertes Telefongespräch zeigte, dass der neue ukrainische Premierminister Arseniy Yatsenyuk direkt von Nuland ausgewählt worden war. „Yats ist der Richtige“, hört man sie dem US-Botschafter in der Ukraine, Geoffrey Pyatt, sagen, wobei sie seine Erfahrung und seine Freundschaft zu Washington als entscheidende Faktoren anführt. Die Maidan-Revolution von 2014 und ihre Folgen führten acht Jahre später zur Invasion Russlands in der Ukraine.

Gleich hinter der Grenze in Weißrussland plante die NED ähnliche Aktionen, um Präsident Alexander Lukaschenko zu stürzen. Zum Zeitpunkt des Versuchs (2020-2021) verfolgte die NED 40 aktive Projekte innerhalb des Landes.

In einem Zoom-Gespräch, das von Aktivisten infiltriert und heimlich aufgezeichnet wurde, prahlte die leitende Europa-Programmbeauftragte der NED, Nina Ognianova, dass die Gruppen, die die landesweiten Demonstrationen gegen Lukaschenko anführten, von ihrer Organisation ausgebildet worden seien. „Wir glauben nicht, dass diese beeindruckende und inspirierende Bewegung aus dem Nichts entstanden ist – dass sie einfach über Nacht entstanden ist“, sagte sie und wies darauf hin, dass die NED einen „wesentlichen Beitrag“ zu den Protesten geleistet habe.

Im selben Gespräch merkte NED-Präsident Gershman an, dass „wir viele, viele Gruppen unterstützen und ein sehr, sehr aktives Programm im ganzen Land haben, und viele der Gruppen haben offensichtlich ihre Partner im Exil“, und prahlte, dass die belarussische Regierung machtlos sei, sie zu stoppen. „Wir sind nicht wie Freedom House oder NDI [das National Democratic Institute] und das IRI [International Republican Institute]; wir haben keine Büros. Wenn wir also nicht vor Ort sind, können sie uns auch nicht rauswerfen“, sagte er und verglich die NED mit anderen US-amerikanischen Organisationen, die sich für Regimewechsel einsetzen.

Der Versuch einer farbigen Revolution schlug jedoch fehl, da die Demonstranten auf große Gegendemonstrationen stießen und Lukaschenko bis heute an der Macht bleibt. Die Maßnahmen der NED waren ein entscheidender Faktor für Lukaschenkos Entscheidung, seine Beziehungen zum Westen aufzugeben und Belarus mit Russland zu verbünden.

Nur wenige Monate nach ihrem Scheitern in Belarus stiftete die NED einen weiteren Versuch eines Regimewechsels an, diesmal in Kuba. Die Agentur gab Millionen von Dollar aus, um gefügige Musiker, insbesondere aus der Hip-Hop-Szene, zu infiltrieren und zu kaufen, um die lokale Populärkultur gegen die Revolution aufzubringen.

Angeführt von kubanischen Rappern versuchten die USA, die Menschen auf die Straße zu bringen, und überschwemmten die sozialen Medien mit Aufrufen von Prominenten und Politikern, die Regierung zu stürzen. Dies führte jedoch nicht zu einer Mobilisierung der Bevölkerung, und das Fiasko wurde sarkastisch als „Bay of Tweets” (Bucht der Tweets) der USA abgetan.

Viele der weltweit bekanntesten Protestbewegungen wurden stillschweigend vom NED orchestriert. Dazu gehören auch die Proteste in Hongkong von 2019 bis 2020, bei denen die Organisation Millionenbeträge an die Anführer der Bewegung fließen ließ, um die Menschen so lange wie möglich auf den Straßen zu halten. Der NED arbeitet weiterhin mit uigurischen und tibetischen Separatistengruppen zusammen, in der Hoffnung, China zu destabilisieren. Weitere bekannte Projekte, in die sich die NED eingemischt hat, sind die Wahlen in Frankreich, Panama, Costa Rica, Nicaragua und Polen.

Genau aus diesen Gründen sollte es für jede seriöse NGO oder Menschenrechtsorganisation undenkbar sein, Gelder von der NED anzunehmen, da so viele von ihnen als Frontorganisationen für die amerikanische Macht und geheime Regimewechseloperationen gedient haben. Aus diesem Grund sollte die Öffentlichkeit auch äußerst vorsichtig sein, wenn es um Behauptungen von Organisationen geht, die auf der Gehaltsliste einer CIA-Tarnorganisation stehen, insbesondere wenn diese versuchen, diese Tatsache zu verbergen. Auch Journalisten haben die Pflicht, alle Aussagen dieser Gruppen kritisch zu hinterfragen und ihre Leser und Zuschauer über die damit verbundenen Interessenkonflikte zu informieren.

Iran im Visier

Neben der Finanzierung der drei hier vorgestellten Menschenrechts-NGOs mit Sitz in den USA leitet die NED eine Vielzahl von Operationen, die sich gegen die Islamische Republik richten. Laut ihrer Förderliste für 2025 gibt es derzeit 18 aktive NED-Projekte für den Iran, obwohl die Agentur keine Angaben zu den Gruppen macht, mit denen sie zusammenarbeitet.

Sie weigert sich auch, konkrete Details zu diesen Projekten preiszugeben, abgesehen von eher nichtssagenden Beschreibungen wie:

„Stärkung” eines Netzwerks von „Aktivisten an vorderster Front und im Exil” innerhalb des Iran;

„Förderung unabhängigen Journalismus” und „Einrichtung von Medienplattformen zur Beeinflussung der Öffentlichkeit”;

„Überwachung und Förderung der Menschenrechte“

„Förderung der Internetfreiheit“

„Ausbildung von Studentenführern im Iran“

„Förderung von Politikanalysen, Debatten und kollektiven Aktionen zum Thema Demokratie“ und

„Förderung der Zusammenarbeit zwischen der iranischen Zivilgesellschaft und politischen Aktivisten im Hinblick auf eine demokratische Vision und Sensibilisierung der Rechtsgemeinschaft für Bürgerrechte; die Organisation wird Debatten über Modelle für den Übergang vom Autoritarismus zur Demokratie anregen.“

Zwischen den Zeilen versucht die NED, ein weitreichendes Netzwerk aus Medien, NGOs, Aktivisten, Intellektuellen, Studentenführern und Politikern aufzubauen, die alle aus dem gleichen Liederbuch singen, nämlich dem des „Übergangs“ vom „Autoritarismus“ (d. h. dem derzeitigen Regierungssystem) zur „Demokratie“ (d. h. einer von den USA ausgewählten Regierung). Mit anderen Worten: einen Regimewechsel.

Der Iran steht natürlich seit der Absetzung von Schah Mohammad Reza Pahlavi während der Islamischen Revolution von 1978-79 im Fadenkreuz der USA. Pahlavi selbst war von der CIA an der Macht gehalten worden, die einen Putsch gegen die demokratisch gewählte Regierung von Mohammad Mossadegh (1952-53) inszeniert hatte. Mossadegh, ein säkularer liberaler Reformer, hatte Washington verärgert, indem er die Ölindustrie des Landes verstaatlichte, eine Landreform durchführte und sich weigerte, die kommunistische Tudeh-Partei zu zerschlagen.

Die CIA (die Mutterorganisation der NED) infiltrierte die iranischen Medien, bezahlte sie dafür, hysterische Anti-Mossadegh-Inhalte zu verbreiten, führte Terroranschläge im Iran durch, bestach Beamte, damit sie sich gegen den Präsidenten wandten, pflegte Beziehungen zu reaktionären Elementen innerhalb des Militärs und bezahlte Demonstranten dafür, bei Anti-Mossadegh-Kundgebungen die Straßen zu überschwemmen.

Der Schah regierte zwischen 1953 und 1979 26 blutige Jahre lang, bis er durch die Islamische Revolution gestürzt wurde.

Die USA unterstützten Saddam Husseins Irak, der fast sofort in den Iran einmarschierte, was zu einem erbitterten, acht Jahre andauernden Konflikt führte, in dem mindestens eine halbe Million Menschen ums Leben kamen. Washington lieferte Hussein eine breite Palette von Waffen, darunter Komponenten für chemische Waffen, die gegen Iraner eingesetzt wurden, sowie andere Massenvernichtungswaffen.

Seit 1979 unterliegt der Iran außerdem restriktiven amerikanischen Wirtschaftssanktionen, Maßnahmen, die die Entwicklung des Landes erheblich behindert haben. Während seiner ersten Amtszeit zog sich Trump aus dem Atomabkommen mit dem Iran zurück und erhöhte den wirtschaftlichen Druck. Die Folge war ein Wertverfall des iranischen Rials, Massenarbeitslosigkeit, steigende Mieten und eine Verdopplung der Lebensmittelpreise. Die einfachen Menschen verloren sowohl ihre Ersparnisse als auch ihre langfristige Sicherheit.

Währenddessen drohte Trump dem Iran ständig mit Angriffen und setzte dies schließlich im Juni um, indem er eine Reihe von Infrastrukturprojekten im Land bombardierte.

Ein legitimer Protest?

Die aktuellen Demonstrationen begannen am 28. Dezember als Protest gegen steigende Preise. Doch sie weiteten sich schnell zu etwas viel Größerem aus, wobei Tausende den Sturz der Regierung und sogar die Wiedereinsetzung der Monarchie unter dem Sohn des Schahs, Kronprinz Reza Pahlavi, forderten.

Sie wurden schnell von den nationalen Sicherheitsbehörden der USA und Israels unterstützt und verstärkt. „Das iranische Regime ist in Schwierigkeiten“, verkündete Pompeo. „Ein frohes neues Jahr an alle Iraner auf den Straßen. Und auch an alle Mossad-Agenten, die neben ihnen herlaufen…“, fügte er hinzu. Israelische Medien berichten offen, dass „ausländische Elemente“ (d. h. israelische) „die Demonstranten im Iran mit scharfen Waffen ausrüsten, was der Grund für die Hunderte von Toten unter den Anhängern des Regimes ist“.

Übersetzung von „X“: Das iranische Regime steckt in Schwierigkeiten. Die Entsendung von Söldnern ist seine letzte Hoffnung. Unruhen in Dutzenden von Städten und die Basij unter Belagerung – Mashed, Teheran, Zahedan. Nächster Halt: Belutschistan. 47 Jahre dieses Regimes; POTUS 47. Zufall? Frohes Neues Jahr an alle Iraner auf den Straßen. Auch an alle Mossad-Agenten, die neben ihnen herlaufen…

Die israelischen Geheimdienste bestätigten Pompeos nicht gerade kryptische Behauptung. „Geht gemeinsam auf die Straße. Die Zeit ist gekommen“, forderten die offiziellen Social-Media-Konten der Spionageagentur die Iraner auf: „Wir sind mit euch. Nicht nur aus der Ferne und verbal. Wir sind mit euch vor Ort.“

Trump wiederholte diese Worte. „ÜBERNEHMEN SIE IHRE INSTITUTIONEN!!! Merkt euch die Namen der Mörder und Peiniger. Sie werden einen hohen Preis zahlen“, brüllte er und fügte hinzu, dass amerikanische „Hilfe auf dem Weg“ sei.

Jede Debatte darüber, was Trump mit „amerikanischer Hilfe“ meinte, wurde am Montag beendet, als er erklärte: „Wenn der Iran friedliche Demonstranten erschießt und gewaltsam tötet, wie es seine Gewohnheit ist, werden die Vereinigten Staaten von Amerika ihnen zu Hilfe kommen… Wir sind bereit und können loslegen.“ Er versuchte auch, eine totale Wirtschaftsblockade zu verhängen, und kündigte an, dass jedes Land, das mit Teheran Handel treibt, mit zusätzlichen Zöllen in Höhe von 25 % belegt wird.

All dies, zusammen mit der zunehmenden Gewalt der Proteste, macht es für die Iraner viel schwieriger, sich politisch zu äußern. Was als Demonstration gegen die Lebenshaltungskosten begann, hat sich zu einer riesigen, offen aufständischen Bewegung entwickelt, die von den USA und Israel unterstützt und angeheizt wird. Natürlich haben die Iraner jedes Recht zu protestieren, aber eine Vielzahl von Faktoren hat die sehr reale Möglichkeit erhöht, dass ein Großteil der regierungsfeindlichen Bewegung ein unorganischer, von den USA orchestrierter Versuch eines Regimewechsels ist. Während die Iraner darüber diskutieren können, wie sie sich äußern möchten und welche Art von Regierung sie sich wünschen, steht außer Frage, dass viele der Thinktanks und NGOs, die aufgefordert wurden, vermeintliche Expertenmeinungen und Kommentare zu diesen Protesten abzugeben, Werkzeuge der National Endowment for Democracy sind.

Quelle: Revealed: The CIA-Backed Think Tanks Fueling The Iran Protests


Info: https://uncutnews.ch/enthuellt-von-der-cia-unterstuetzte-thinktanks-schueren-die-proteste-im-iran/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

18.01.2026

Lukas Beckmann„Es lohnt mit Menschen zu sprechen“

deutschlandfunk.de, 18. Januar 2026, 13:30 Uhr, Marietta Schwarz 

Lukas Beckmann arbeitete eng mit Joseph Beuys zusammen, gründete die Grünen mit viel Mut zu unbequemen Positionen. Er stehe für einen „gesellschafts-ökologischen Ansatz“, sagt er, der „Mensch, Natur und Gesellschaft als Gesamtzusammenhang versteht“.


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Lukas Beckmann war zwischen 1991 und 2010 er als Fraktionsgeschäftsführer von Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag tätig. (AFP / Ronny Hartmann)


Info: https://www.deutschlandfunk.de/frueherer-gruenen-politiker-lukas-beckmann-es-lohnt-mit-menschen-zu-sprechen-100.html


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




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Lukas Beckmann: "Nichts spaltet so sehr unsere Gesellschaft wie Politik in ihrer oft traurigen Realität"


zeit.de, Aktualisiert am 25. Oktober 2025, 6:11 Uhr, 

Man könne keine andere Politik machen, ohne Politik als Methode zu verändern, sagt Beckmann. © Paulina Hildesheim für ZEITmagazin

Sind die Grünen an ihrer Arroganz gescheitert? Lukas Beckmann hat sie mitgegründet, er ist einer ihrer Vordenker, bis heute. Er sieht in Berlin Leere, fehlende Substanz und Politiker wie Robert Habeck, die zwar anders reden – aber nicht anders handeln.

"Nichts spaltet so sehr unsere Gesellschaft wie Politik in ihrer oft traurigen Realität"

Die Grünen sind nach nur drei Jahren an der Regierung gleich wieder in der Opposition gelandet und wurden vom Everybody’s Darling zur Zielscheibe fast aller anderen. Lukas Beckmann hat vor fast einem halben Jahrhundert die Partei mitgegründet, war unter anderem Sprecher, also Vorsitzender der Partei, und hat die parteinahe Heinrich-Böll-Stiftung initiiert. Beckmann, gerade 75 geworden, ist über all die Jahre zentrale innerparteiliche Instanz, Inspirationsquelle, Berater und Kritiker der Partei und der Parteiführung gewesen und geblieben. Auch heute, in ihrer vielleicht tiefsten Krise, pilgern grüne Spitzenpolitiker zu ihm. Was aber sagt er ihnen jetzt, wo die Hoffnung auf große gesellschaftliche Mehrheiten für die Themen der Grünen fast spurlos zu verschwinden droht?

ZEITmagazin: Herr Beckmann, Sie standen immer für den Teil der Grünen, der auf Bündnisfähigkeit mit allen demokratischen Parteien und auf einen grünen Mainstream zielte. Die zwei Politiker, die dafür in den vergangenen Jahren erfolgreich einstanden, Robert Habeck und Winfried Kretschmann, treten jetzt ab. Im Moment scheint es so: ohne Erben. An welchem Punkt stehen die Grünen jetzt?

Lukas Beckmann: Ich würde die Lage im Moment ähnlich beschreiben. Aber das war schon öfter in den Krisenzeiten bei den Grünen so. Und zu den Personen: Auch bei Kretschmann hat es lange gedauert, bis er Ministerpräsident wurde. Das war ein weiter Weg. Und vor 2018 war Robert Habeck bundesweit kaum bekannt. Das heißt, wer als Persönlichkeit zukünftig in den Vordergrund treten wird, das wissen wir gar nicht. Aus ökologischer Perspektive ist es so: Wenn es ein Problem gibt, dann ist die Lösung auch da. Entscheidend ist, ob man sie findet. Und ob man dann die Kräfte dafür freisetzt, die Lösungen zu ergreifen und umzusetzen. Das Wichtigste bei den Grünen für mich zurzeit ist, dass sie verstehen, dass sie sich nicht in einer politischen Krise befinden, sondern in einer geistigen.

ZEITmagazin: Robert Habeck war als Politiker angetreten, der für Transparenz, Offenheit und eine klare, formelfreie Sprache stand. Aber kaum ein Politiker erntete so viel Hass wie er. Wie erklären Sie sich das?

Beckmann: Es betrifft die Frage: Wie machen wir Politik? Robert hat Politik anders kommuniziert. Aber Robert hat nicht wirklich anders Politik gemacht. Die Methode ist geblieben. Er hat darüber anders gesprochen, was sehr wichtig ist. Aber: Er hat im ersten Ampelhaushalt eine aus meiner Sicht absehbare Verletzung des Grundgesetzes in Kauf genommen und unterstützt. Und dann später das abrupte Aus für die Förderung der E-Autos, ohne jede Vorwarnung, um zu retten, was letztlich nicht zu retten war.

ZEITmagazin: Lassen Sie uns über Möglichkeiten anderer Politik sprechen. Sie haben schon sehr früh für eine Koalition mit der CDU/CSU plädiert. Das hat Ihnen in der Partei viele Feinde eingebracht.

Beckmann: Ja, und wissen Sie, was der Auslöser war? Die Landtagswahl in Hessen 1987. Wir hatten da in einer rot-grünen Koalition mitregiert, ein knappes Jahr vor der Wahl war das Atomkraftwerk in Tschernobyl explodiert, in der Folge wollten eigentlich 80 Prozent der Deutschen aus der Kernenergie aussteigen – und trotzdem flogen wir in Hessen aus der Regierung, die CDU übernahm, sie stellte den Umweltminister, später auch auf Bundesebene. Diese Niederlage war für mich der Ausgangspunkt. Ich war einer von drei Sprechern der Grünen, normalerweise tritt man da am Montagmorgen vor die Presse und versucht, die Wahlniederlage als einen Sieg zu verkaufen. Da habe ich zu meinen zwei Co-Vorsitzenden Jutta Ditfurth und Rainer Trampert gesagt: Ihr könnt erzählen, was ihr wollt. Ich werde heute nichts sagen. Das habe ich dann auch den Journalisten gesagt: "Ich muss darüber nachdenken, ich lade Sie in 14 Tagen wieder ein." Ich musste darüber nachdenken, wie machen wir eigentlich Politik? Wen erreichen wir? Und was bedeutet das für diejenigen, die nicht Teil der grünen Gesellschaft sind, die wir aber brauchen? Als Demokrat brauchst du ja Mehrheiten. Und 14 Tage später habe ich dann meine Sicht der Dinge vorgetragen, die Fragen: "Wie öffnen wir uns?" und "Wie schaffen wir es, zusammen mit der CDU/CSU Mehrheiten für unsere Themen zu organisieren und über die jeweiligen Milieus hinaus zu wirken?".

ZEITmagazin: Ihnen ging es darum, sich den Konservativen gegenüber zu öffnen, auch über Koalitionen mit bisherigen Gegnern nachzudenken. Fast 40 Jahre später hat es auf Bundesebene immer noch keine schwarz-grüne Koalition gegeben.

Beckmann: Für mich ist das eine Frage, die das Ganze betrifft, jenseits von Parteien. Ökologie ist ja: das Ganze. Wie kann man dann ausgerechnet als Ökologe davon ausgehen, dass man wesentliche Grundströmungen dieser Gesellschaft ignorieren kann? Das ist mir nie in den Kopf gegangen. Das Problem haben wir jetzt massiv in Bezug auf den Rechtsradikalismus. Nach der Veröffentlichung des Deutschlandplans durch Correctiv über das Treffen in Potsdam im Januar 2024 sind ja einige Millionen Menschen auf die Straße gegangen, und wir hatten in Gransee, das ist der nächstgrößere Ort in Brandenburg, wo wir zeitweise wohnen, eine Demonstration mit 600 Leuten. Das war die größte Demonstration dort seit 1989. Für mich war es allerdings trotzdem enttäuschend, weil da sofort Leute draufgesprungen sind mit der verkürzten Botschaft "Gemeinsam gegen rechts". Wenn man aber für die Werte unseres Grundgesetzes und für unsere Demokratie demonstriert, dann kann es nicht sein, dass man erst mal links sein muss, um überhaupt mitmachen zu dürfen. Das geht nicht, da schließt man kulturell eine Tür. Das heißt nicht, dass einfach alle mitmachen können. Also nicht diejenigen, die diesen Teil des Grundgesetzes bekämpfen, das nicht. Aber wie leicht wäre es von der ganzen Ansprache her gewesen, sich etwas mehr Zeit zu lassen, einen vernünftigen Aufruf zu machen, der mehr Leute anspricht. Dann wären vielleicht aus 600 Menschen 6.000 geworden. So blieb es die einzige Demonstration, danach ist nie wieder was gekommen. Es war einfach vorbei. So ist es eigentlich bundesweit sehr oft gelaufen, leider. Es gibt eine Formulierung in der Politik, die mich wahnsinnig aufregt: "Die Gesellschaft wird immer mehr gespalten." Nichts spaltet so sehr unsere Gesellschaft wie Politik in ihrer oft traurigen Realität.

Die Sonnenblume war fast so wichtig für uns wie der Name, Die Grünen, der Name war ja möglicherweise das wichtigste Programm, das wir je geschrieben haben.

ZEITmagazin: Wie würden Sie diese traurige Realität beschreiben?

Beckmann: Dass man der Öffentlichkeit mit einer Leere begegnet, die keine Inhalte mehr hat. Und das ist nicht nur ein Problem der Politik, sondern auch der Medien. Jeden zweiten Abend bekommen wir Besuch von irgendeinem Staatschef, oder jemand aus unserer Regierung fliegt ins Ausland, oder es gibt ein Treffen im Kanzleramt. Darüber wird berichtet: Man sieht den Weg vom Auto zur Tür, den Weg zur Treppe. Und dann wird in allgemeinster Form gesagt, worüber vielleicht gesprochen wurde oder werden sollte und immer verklausuliert: "Es wird ein schwerer Weg", "Wir haben das Tal hoffentlich durchschritten". In der Hinsicht ist einer wie Donald Trump ein Systemsprenger, der einfach vieles von dem, was bisher hinter verschlossenen Türen lief, öffentlich macht.

ZEITmagazin: Lassen Sie uns einmal weit zurückgehen, zu den Anfängen, als die Grünen eine Systemsprengerpartei waren. Unsere Fotografin hat Ihnen für die Fotos eine Sonnenblume mitgebracht. Wie kam es eigentlich zur Sonnenblume als Symbol der Grünen?

Beckmann: Das passierte 1979 bei der Gründungsversammlung. Wir haben da ja bei null angefangen. Wir hatten eine Satzung geschrieben, dann ein Kurzprogramm, dann gab es die Gründung, nur hatten wir kein Plakat, kein Flugblatt, kein Logo. Aber da lag eine Broschüre, und auf der Rückseite war eine Sonnenblume. Und der Künstler Joseph Beuys, der in den Anfangsjahren eine ganz wesentliche Figur für die Grünen war, fand die Sonnenblume gut, weil sie die besondere Bedeutung der Sonne für die Erde und für uns Menschen hervorhebt. Die Sonnenblume war fast so wichtig für uns wie der Name, Die Grünen, der Name war ja möglicherweise das wichtigste Programm, das wir je geschrieben haben.

ZEITmagazin: Warum war Joseph Beuys so bedeutsam für die Gründung der Partei?

Beckmann: Sein, man könnte sagen, gesellschaftsökologischer Ansatz bestand darin, die Kreativität des einzelnen Menschen in den Mittelpunkt der Kunst zu stellen. Seine Philosophie hieß: Raus mit der Kunst aus dem Museum und rein ins Offene, in die Öffentlichkeit, in die Gesellschaft! Die 7.000 Eichen, die er 1982 auf der Documenta in Kassel gepflanzt hat, das war die markanteste Aktion, die er vor diesem spirituellen Hintergrund gemacht hat.

ZEITmagazin: Welche Bedeutung hatte diese spirituelle Kraft für die Grünen in den ersten Jahren?

Beckmann: In der Gründungsphase war das Bewusstsein dafür, dass der Mensch eine besondere Rolle hat im Kontext des Ganzen, der Natur, enorm wichtig. Und dass es Regeln gibt, die über uns Menschen hinausweisen, die das Ganze zusammenhalten. Beuys selbst war immer in mehreren Jahrhunderten unterwegs. Ich habe in meiner politischen Tätigkeit niemanden kennengelernt, der in der Zeit so weit zurückgedacht hat und ihr gleichzeitig so weit voraus war. Und er hatte so eine direkte Sprache. Ich war viel unterwegs mit ihm, hab ihn oft erlebt im Gespräch mit Arbeitern oder Landwirten, mit denen kam er viel selbstverständlicher ins Gespräch als mit Akademikern.

ZEITmagazin: Wie war das, mit Beuys unterwegs zu sein, ein spiritueller Wahlkampf mit einem Künstler?

Beckmann: Das waren tolle Reisen. Die Gründung war im März 1979, die Europawahl schon Anfang Juni. Drei Monate. Ohne Flugblatt, Plakat und Struktur ist das nicht viel Zeit. Wir haben uns auf Basisgruppen an den Hochschulen konzentriert und sind mit einem Peugeot 504 von Ort zu Ort gefahren, Freiburg, Frankfurt, Bremen. Neben mir saß Milan Horáček, ein Dissident, der 1968 aus Tschechien geflohen war, auf der mittleren Bank saßen Rudi Dutschke und Beuys und auf der Rückbank Roland Vogt und Petra Kelly. Das war natürlich eine Riesen-Gaudi. In der Peugeot-Zeit, da waren wir alle so unter Strom, es gab keinen Tag und es gab keine Nacht. Wir haben rund um die Uhr gearbeitet, wir hatten immer Energie, wir waren immer gut drauf. Die Leute freuten sich, wenn wir kamen. Das ist eine Form von Energie, um die sich die Grünen zu wenig gekümmert haben: Energie, die die Menschen selbst aufrichtet.

ZEITmagazin: Sie selbst haben die Partei als noch junger Mann mit gerade mal Ende zwanzig mitgegründet, waren all die Jahre als prägende Figur dabei, aber fast immer im Hintergrund. Auf der Straße kennt man Joschka Fischer, Jürgen Trittin, Renate Künast, Annalena Baerbock. Ihren Namen nicht. Warum?

Beckmann: Für mich war das ein Weg, meine innere Unabhängigkeit zu bewahren. Wenn du in die Strukturen, in denen Politik gemacht wird, reingehst, dann wirbst du für dich von Anfang an: Wählt mich, weil ich besser bin als andere. Im Ortsverband, im Kreisverband, im Landesverband, auf dem Bundesparteitag, immer musst du sagen: Ich bin besser als andere. Und das ist für mich nicht sehr sozial verträglich. Was ist das für eine Energie? Ich wollte auch nie Bundesgeschäftsführer werden, das ist 1991 nur aus der Situation heraus entstanden, irgendwie war klar, dass ich das mache.

ZEITmagazin: Wie könnten denn andere Strukturen in der Politik aussehen? Andere Rekrutierungsformen?

Beckmann: Ich war mal vor sehr langer Zeit bei einer Parteiveranstaltung der Grünen in Bonn, vielleicht 300 Leute im Saal. Es war irgendwie nicht organisiert, niemand moderierte, und alle wollten reden, klar. Dann sagte Heinrich Böll, der stand da so auf der Bühne in seiner Cordjacke: "Ja, wie soll ich das jetzt machen? Ihr könnt ja nicht alle gleichzeitig reden." Und aus der Not heraus sagte er: "Wen wollt ihr hören?" Es wurden alle möglichen Namen gerufen, aber dann, wie bei einem Chor, der vielstimmig beginnt und langsam einstimmig wird, kristallisierte sich mit der Zeit ein Name heraus, und das war Joseph Beuys. Ich habe diese Technik danach oft eingesetzt, der Erfolg war jedes Mal toll. Es spricht dann nicht immer der Lauteste, sondern der oder die Interessanteste.

ZEITmagazin: Die strahlende Figur dieser Gründungszeit war ganz sicher Petra Kelly. Ohne sie hätte es die Grünen vielleicht nie gegeben, und ganz bestimmt wäre die Partei 1983 nicht erstmals in den Bundestag eingezogen. Sie haben Petra Kelly über Jahrzehnte begleitet, wie würden Sie ihre Beziehung beschreiben?

Beckmann: Wir waren sehr gute Freunde, aber wir waren kein Paar. Wir hatten ein wirklich tiefes Vertrauensverhältnis, ich habe bis heute Kontakt zu ihrer Familie.

ZEITmagazin: Wie würden Sie ihre Wirkung beschreiben?

Beckmann: Sie veränderte einen Raum. Und sie war in allem sehr schnell. Als ich sie das erste Mal bei den Vorbereitungen zur Gründung der Grünen traf, saß ich neben ihr. Sie schrieb mit der Hand so schnell, wie ich gesprochen habe. Durch ihre amerikanischen Wurzeln und durch ihre Tätigkeit bei der EU hatte sie einen ganz anderen Hintergrund als die anderen, sie stach einfach heraus und war eine herausragende Rednerin in der Zeit. Sie hatte eine enorme Strahlkraft, und vor allem brachte sie eine große politisch-administrative Erfahrung aus den USA mit. Sie hat die Grünen von Beginn an für die Welt geöffnet, hat internationale Wochen organisiert, sie brachte uns in Kontakt mit Bob Kennedy, mit der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, später dann auch mit den osteuropäischen Bürgerrechtsbewegungen.

ZEITmagazin: Wie kam es dann, dass Petra Kellys Stern ab Mitte der Achtzigerjahre in der Öffentlichkeit, aber auch bei den Grünen selbst sank?

Beckmann: Als Petra, die lange eben diese großartige Rednerin war, ihre erste Rede im Bundestag hielt, merkte sie sofort: Ich dringe da nicht durch, da ist eine Wand, oft klatschten nur die Grünen, während sich die Union auf die Schenkel schlug. Sie hat also einen Teil ihrer Energie verloren ab dem Zeitpunkt, als sie im Bundestag saß. Dieser Hohn, den sie erntete von den alten, schenkelklopfenden Herren mit Krawatte und Selbstzufriedenheit, die Gleichgültigkeit weiter Teile des Parlaments, ihres parlamentarischen Publikums – das war sie nicht gewohnt. Es gab keine Zuhörbereitschaft in weiten Teilen des Bundestags für ihre Ideen. Dabei bekam sie zeitweise so viel Post wie die ganze restliche Fraktion zusammen, manchmal wie der ganze Bundestag. Sie war eben eine internationale Leitfigur. Einmal kam eine Postkarte an, da stand als Adresse nur drauf: "Petra – Germany". Diese Popularität hatte aber auch eine Kehrseite. Petra wurde bedroht, Sicherheit war ein großes Thema und eine enorme Belastung.

ZEITmagazin: 1992 erschoss Gert Bastian, Petra Kellys Partner, sie und sich selbst. Wie haben Sie das erlebt?

Beckmann: Dazu muss ich eine Geschichte erzählen. Einmal habe ich Petra mit dem Auto von Gert irgendwohin gebracht, und als ich ins Handschuhfach gegriffen habe, um nach einer Landkarte zu suchen, hatte ich plötzlich eine Pistole in der Hand. Ich dachte, was ist das denn jetzt? Da erzählte mir Petra, dass Gert zwei Pistolen hat, er wolle sie jederzeit schützen können. Ich fand das sehr befremdlich.

"Wir haben uns in Regierungsarbeit und Alltagspolitik verloren"

ZEITmagazin: Bastian war Offizier im Zweiten Weltkrieg, später stieg er in der Bundeswehr bis zum General auf. War er Ihnen als Ur-Grünem nicht ohnehin sehr fremd?

Beckmann: Ja, das kann man schon sagen, wobei wir uns rein politisch gut verstanden haben. Nur war es eben eine andere Welt. Als im April 1983 die angeblichen Hitler-Tagebücher des sterns veröffentlich wurden, sagte Gert sofort, dass die gefälscht sind. Ich fragte ihn, wie er darauf kommt, und er antwortete, Hitler habe keine Tagebücher geführt. Woher er das wissen wolle, habe ich nachgehakt. Da hat er gesagt, wie selbstverständlich: weil meine Mutter mit Hitlers Sekretärin befreundet war. Also, ja, es waren fremde Welten.

ZEITmagazin: Aber die sogenannten Realos haben Petra Kelly schon auch mit wachsender Skepsis begleitet.

Beckmann: Ach ja, Fundis und Realos oder später Linke und Realos – wissen Sie, bei Joschka Fischer und Jürgen Trittin war Strömungspolitik vielfach auch reine innerparteiliche Machtpolitik, wo Grundsatzdiskussionen über unterschiedliche programmatische Orientierungen viel zu kurz kamen. Winfried Kretschmann wiederum ist auf der einen Seite ein Beispiel dafür, wie wichtig der kulturelle Zugang zu einer Gesellschaft ist, um verändernd wirken zu können. Kulturell so tief in Baden-Württemberg verankert zu sein, das hat ihn ausgezeichnet. Auf der anderen Seite zeigt sein Beispiel, dass die Biografie, mit der man in die Grünen reingegangen ist – bei ihm eine K-Gruppe, der Kommunistische Bund Westdeutschland –, einen auch blockieren kann, weil er auf keinen Fall wieder mit dem alten Selbstbild konfrontiert werden will, also auf keinen Fall mehr extrem sein will. Winfried hätte es sich leisten können, auch systemkritischer zu sein. Und das ist für die Grünen zum Teil richtig tragisch, weil die ökologische Krise sehr grundsätzliche Fragen herausfordert, die wir ansprechen müssen.

ZEITmagazin: Die Grünen von heute erscheinen, gemessen an der Petra-und-Peugeot-Phase, durch und durch technokratisch. Die spirituellen Unterströmungen sind verschwunden. Sehen Sie das auch so?

Beckmann: Ja, was wir in unserem Alltagsverständnis Realpolitik nennen, ist leider oft rein auf die aktuelle Situation bezogen. Aber was ist denn wirklich Realpolitik? Petra hatte den Begriff der Anti-Parteien-Partei geprägt. Das war in den innerparteilichen Auseinandersetzungen die Gegenposition zu Otto Schily und Joschka Fischer. Ihr Grundgedanke war – und den teile ich bis heute, obwohl ich immer zum realpolitischen Teil der Partei gezählt wurde –, man müsse für neue Inhalte auch die Politik selbst als Methode und Ritual ändern. Das betrifft alle Parteien, aber besonders die Grünen: dass wir den Aufgaben nicht gerecht werden, weil die Methoden der Politik nicht mehr zu ihren Aufgaben passen. Die Annahme, man könnte eine andere Politik machen, ohne Politik als Methode zu verändern, das halte ich für eine Illusion.



ZEITmagazin: Können Sie das genauer erklären?

Beckmann: Es gibt keinen Raum, in dem vor der Diskussion um Maßnahmen ein Bewusstsein dafür geschaffen wird, was eigentlich das grundlegende Problem ist.

ZEITmagazin: Woran liegt das?

Beckmann: Es gibt keinen breiten Diskurs über die dramatische Situation, in der wir uns befinden. Das Rentensystem beispielsweise ist nicht mehr finanzierbar, niemand bezweifelt das. Aber jede Diskussion darüber gerät augenblicklich in die immer gleichen Bahnen: Reaktion der Gewerkschaften, dann SPD, dann die Grünen, dann die Linken, alle sagen in verschiedenen Tonlagen: Das ist ein Angriff auf die Lebensleistung der Menschen. Diese Rituale des Betriebs lösen die großen Probleme nicht mehr, sondern sie decken sie zu: Die Sitzungswoche beginnt montags mit einer Vorstandssitzung, dann kommt die erweiterte Vorstandssitzung, und dann kommen dienstags die Fraktionssitzungen. Und am Montagmorgen ist die erste Frage: Mit welchem Thema sind wir denn in dieser Woche auf den Titelseiten? Das spielt sich ganz überwiegend ab in einem Spannungsfeld zu den politischen Konkurrenten – aber nicht im Spannungsfeld zu den eigentlichen Aufgaben.

Die andere Aufgabe der Partei, die fortlaufende Substanzbildung, bezogen auf die Zukunft, die ist nicht erledigt worden.

ZEITmagazin: Liegt das Hauptproblem der Grünen nicht auch in dem eklatanten Widerspruch zwischen ihrer ökologischen Analyse, die eine tiefe und dringliche Krise feststellt, und den nur kleinteiligen, reformerischen Maßnahmen, die sie sich trauen vorzuschlagen?

Beckmann: Du willst ja als Partei auf parlamentarischer Ebene durch Mehrheitsbildung über Parteigrenzen hinweg etwas verändern. Das hat in der Vergangenheit oft funktioniert, beim Ausstieg aus der Atomenergie oder beim Lebenspartnerschaftsgesetz. Aber die andere Aufgabe der Partei, die fortlaufende Substanzbildung, bezogen auf die Zukunft, die ist nicht erledigt worden. Wir haben uns in Regierungsarbeit und Alltagspolitik verloren und dabei die längerfristigen Ziele und die möglichen Schritte dahin vernachlässigt. Für eine ökologische Politik ist das fatal. Die Grenzen des Wachstums sind längst erreicht, aber wir haben kein Konzept, da rauszukommen. Und wir wissen nicht, wie Kapitalismus auf Dauer auch sozial und ökologisch tatsächlich funktionieren kann.

ZEITmagazin: Eigentlich hat die Partei für solch fundamentale Zukunftsfragen ja eine eigene Stiftung.

Beckmann: Ja, wir hätten als Heinrich-Böll-Stiftung etwa zu Fragen der Geld- und Finanzordnung in den vergangenen Jahrzehnten substanziell mit einem Willen zur Veränderung arbeiten müssen. Das haben wir versäumt. Geld ist eigentlich im Alltag das wichtigste Medium zwischen Menschen, darum müsste man darüber noch mal gründlicher nachdenken, was nicht geschehen ist. Es muss um das große Ganze gehen, also Geldpolitik, Finanzpolitik, Rentenpolitik. Um Fragen, was überhaupt Einkommen ist in einer modernen, arbeitsteiligen, globalen Wirtschaft. Wir müssten gesellschaftliche Übereinkünfte grundsätzlich infrage stellen. Natürlich auch die Frage, warum die Selbstständigen und Beamten aus der Gesamtverantwortung herausgenommen werden und einen Sonderstatus haben in Bezug auf die Rente. Das wurde mal so entschieden, ist aber rational gar nicht begründbar. Über diese Fragen muss man sprechen, bevor man sagt, alles ist nicht mehr finanzierbar. Und die Stiftung ist frei und unabhängig von der Partei. Die könnte das alles radikal infrage stellen. Es gibt ja diesen ungeheuren Satz von Michelangelo, als er gefragt wurde, wie er seine David-Skulptur machen konnte. Er sagte: Den habe ich nicht gemacht, der war schon da, ich habe ihn nur herausgeschlagen aus dem Block. Das ist für mich politisch ein unglaublich starkes Bild. Politik ist immer darauf trainiert, zu sagen: Wir wollen, wir fordern, wir müssen. Dabei geht die Fähigkeit verloren, die Dinge so zu sehen, wie sie sich zeigen, um zu wissen, was ist überhaupt da, womit können wir arbeiten. Das würde auch den Widerstand in der Gesellschaft um ein Vielfaches verringern. Denn es geht nicht darum, den Menschen nach dem Mund zu reden, gerade in der Auseinandersetzung mit der AfD, sondern darum, erst mal die Wirklichkeit zu beschreiben, wie sie ist.

ZEITmagazin: Wie ist sie denn?

Beckmann: Ökologisch, ökonomisch und zwischenmenschlich falsch aufgestellt.

"Ohne Vertrauen in die Menschen kannst du nicht regieren"

ZEITmagazin: Dafür, dass Sie diese Fragen offenbar seit 45 Jahren beschäftigen und die Diskussion kaum vorankommt, wirken Sie ziemlich optimistisch und gut gelaunt.

Beckmann: Ja, was denn sonst?

ZEITmagazin: Viele Politiker, wenn nicht die meisten, sind von Angst getrieben. Auch deshalb werden bestimmte Dinge nicht angesprochen.

Beckmann: Wenn die Bundestagsabgeordneten für jeden Tweet, den sie loslassen, auch nur einen Buchstaben für ein Zukunftsprogramm schreiben würden, dann wären wir heute in einer völlig anderen Situation, in allen Parteien. Und wir hätten dann auch nicht die Angst unter den Politikern. Denn diese Angst ist ja berechtigt, weil es eben die Antworten nicht gibt. Ich kann das sehr gut verstehen, aber das ist keine Angst, die von außen kommt. Es ist eine Angst, die von innen kommt: Man weiß, dass die inhaltliche Substanz fehlt, es ist Simulation von Substanz. Natürlich fürchtet man, dass das irgendwann auffliegt.

ZEITmagazin: Ein ziemlich drastisches Urteil. Was bedeutet das denn für die Politik?

Beckmann: Wenn ich den Menschen nicht mehr vertraue, grundsätzlich nicht vertraue, dann fehlt einem doch ein ganz wesentliches Grundprinzip vom Urbild von Gesellschaft. Ohne Vertrauen in die Menschen kannst du weder regieren noch etwas kreieren.

ZEITmagazin: Sie meinen: Ihre Partei vertraut den Menschen nicht, deshalb spricht sie nicht wirklich offen mit ihnen?

Beckmann: Dem kann ich leider nicht widersprechen.

ZEITmagazin: Sie scheinen keine Angst zu haben, jetzt nicht und nicht vor 40 Jahren. Warum?

Beckmann: Ich glaube, für meine Angstfreiheit hat eine wichtige Rolle gespielt, dass ich neben Soziologie, Entwicklungsplanung, Entwicklungspolitik auch Philosophie studiert habe. Das hat bei mir dazu geführt, dass ich das Gefühl habe, am Ende ist man nicht allein. Weil wir als Menschen an eine gemeinsame Tankstelle angeschlossen sind, die uns verbindet. Und ich glaube einfach nicht, dass die Menschheit sich selbst vernichten wird, das kann gar nicht sein. Ich könnte den Sinn nicht sehen, und Menschsein ohne Sinn ist schwer.

ZEITmagazin: Das klingt so ganz anders als das, was uns viele Politiker heute sagen, wenn die Mikrofone aus sind: Sie halten die Bürgerinnen und Bürger für egoistisch, materialistisch und träge. Wo nehmen dagegen Sie bloß Ihr großes Vertrauen in die Menschheit her?

Beckmann: Das entspricht einfach meiner Lebenserfahrung. Menschen reagieren ganz anders, wenn man ihnen etwas zutraut, wenn man ihnen zeigt, dass man Vertrauen zu ihnen hat und keine Angst, wenn man offen und vorurteilsfrei auf sie zugeht, statt mit Misstrauen und Ressentiments. Derselbe Mensch reagiert ganz unterschiedlich, je nachdem, wie man ihn anspricht.

ZEITmagazin: Zum Beispiel?

Beckmann: Wir reden jetzt seit Jahrzehnten über Entbürokratisierung. Dabei braucht es im Wesentlichen nur eine einzige klare Ansage: Alle diejenigen, die in ihrem Aufgabenbereich Dinge entscheiden, sind dafür verantwortlich, dass sie das gut machen. Und wenn sie es nicht gut machen, dann hat das Konsequenzen. Punkt. Viele Mitarbeiter der Abgeordneten wechseln irgendwann in die Bundestagsverwaltung oder in die Bundesministerien. Und wenn ich die dann nach einem Jahr wieder gesprochen habe, sagten fast alle: Lukas, ich habe nicht gewusst, dass viele gar nichts zu tun haben! Zu viele Einkommensplätze, zu wenig Arbeitsplätze. Sie haben keine Verantwortung, dürfen auch gar nichts entscheiden. Das macht Menschen seelisch kaputt. Digitale Programme werden das Problem nicht lösen. Also, wenn wir aufhören, Menschen zu vertrauen, dann gibt es nichts mehr, worauf wir vertrauen könnten.

Beckmann: Ja genau.

Viele Grüne denken, es kommt nur darauf an, was sie sagen. Es kommt aber noch mehr darauf an, wie sie es sagen.

ZEITmagazin: Wie erleben Sie es, dass die Grünen zum Hassobjekt der Mehrheit geworden sind? Die Grünen, Ihr Lebensprojekt?

Beckmann: Das führt erst mal dazu, darüber nachzudenken, was wir als Grüne selbst mit dem Hass auf uns zu tun haben. Was ist eigentlich der Grund?

ZEITmagazin: Was glauben Sie? Sind die Grünen an ihrer Arroganz gescheitert?

Beckmann: Ich wohne ja zum Teil in Brandenburg, in Zernikow, einem Ort mit rund 150 Einwohnern. Da sind die Grünen gut präsent. Was aber gar nicht gut ankommt, das ist eine Art akademischer Arroganz zwischen den Zeilen. Und da sind die Ostdeutschen, das habe ich gelernt, eben echt pfiffig, weil die gelernt haben, zwischen den Zeilen zu lesen. Wissen Sie, man kann keine neue Politik "spielen", das funktioniert nicht. Menschen, die arrogant reden und sich wundern, dass sie bei den Leuten nicht ankommen, die müssen sich aus der Politik erst mal zurückziehen. Viele Grüne denken, es kommt nur darauf an, was sie sagen. Es kommt aber noch mehr darauf an, wie sie es sagen.

ZEITmagazin: Manchmal wirkt es, als würde unsere Gesellschaft, und besonders auch die Grünen, unter der Last der Probleme ersticken.

Beckmann: Ein Motto von Heinrich Böll lautete: Das Wirkliche liegt immer ein bisschen weiter als das Aktuelle. Und das ist für die Politik etwas ganz, ganz Entscheidendes. Heute jammern ja viele Menschen, und in der Politik heißt es oft: Wir stehen vor großen Herausforderungen. Also, ich weiß nicht. Wenige Tage nachdem Russland die Ukraine angegriffen hat, habe ich mir einen Transporter gemietet und bin damit an die polnisch-ukrainische Grenze gefahren, habe acht Leute abgeholt, bin wieder nach Berlin, habe denen Wohnraum besorgt und so weiter. Und wenn du auf so einer Ebene mit Wirklichkeit konfrontiert bist, mit Krieg und Not, und wenn ich dann hier bei uns fast alltäglich die Formulierung höre, wir stehen vor großen Herausforderungen, dann finde ich es fast unerträglich. Die Aufgaben, die sich Menschen und Politik in Deutschland stellen, sind wichtig, ja, aber mit echten Herausforderungen sind ganz andere Menschen in ganz anderen Lebenssituationen beschäftigt, das muss man einfach sehen und sagen.

ZEITmagazin: Sie sagen, viele führende Grüne sind in der aktuellen Phase möglicherweise überfordert. Wie würden Sie diese Phase beschreiben?

Beckmann: Wir brauchen eine neue Orientierung im Bereich des Wirklichen, das außerhalb der Parteiprogramme und der Social-Media-Welt liegt. Und wir brauchen eine Vernachlässigung des Aktuellen, kein Oppositionsgeschrei, das bringt niemandem was. Stattdessen muss für die Öffentlichkeit und die Gesellschaft sichtbar werden, dass die Grünen bei aller Kritik und Selbstkritik ein Potenzial und einen Freiheitswillen verkörpern, dass sie eine Partei sind, der man vertrauen kann.


Info: https://www.zeit.de/zeit-magazin/2025/45/lukas-beckmann-die-gruenen-ideale-realpolitik-robert-habeck


Dieser Artikel stammt aus der ZEIT Nr. 45/2025. Hier können Sie die gesamte Ausgabe lesen. Ausgabe entdecken  https://www.zeit.de/2025/45/index


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

18.01.2026

Was geschieht im Iran? Ein Blick hinter die Schlagzeilen.


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Gholamhossein Darzi, Botschafter und stellvertretender Ständiger Vertreter der Islamischen Republik Iran bei den Vereinten Nationen, spricht am 15. Januar 2026 an der Sitzung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen zur Lage im Iran.

globalbridge.ch
, vom 16. Januar 2026 Von: in Allgemein, Medienkritik, Militär, Politik, Wirtschaft

(Red.) Im Iran scheint ein bekanntes „Spiel“ abzulaufen: Sanktionen von westlicher Seite verschlechtern die wirtschaftliche Situation in einem Land. Sobald das erste Ziel erreicht, Unruhen in der Bevölkerung tatsächlich ausbrechen, werden die „Aufständischen“ von außen unterstützt und angetrieben – zum nächsten Ziel, dem Sturz der Regierung. Klar ist, dass westliche Geheimdienste aus Israel, Großbritannien und den USA im Iran schon lange am Werkeln sind. Karin Leukefeld, eine langjährige aufmerksame Beobachterin des Geschehens im Nahen und Mittleren Osten, erklärt, wie die deutschen Medien nach eigenen Vorgaben eigentlich berichten sollten – und wirft dann einen konkreten Blick auf den Iran. (cm)

Leitmedien in Funk und Fernsehen und große Tageszeitungen im deutschsprachigen Raum gelten in Sachen Berichterstattung als Instanz. Erstaunlich allerdings ist es, dass sie in der Berichterstattung über zahlreiche Krisen und Kriege ihren eigenen und auch internationalen Regeln nicht gerecht werden. 

Die aktuelle Berichterstattung über das Geschehen im Iran – die eher der Hetze gegen Feinde ähnelt – ist dabei nicht das einzige Beispiel dafür, dass Medien oft nicht informieren, sondern zum Sprachrohr bestimmter Interessen werden. Das zeigt ein Vergleich mit Medien in anderen Teilen der Welt, die mehr vorhandene Quellen nutzen und über den eigenen Tellerrand hinausblicken. Sie beziehen regionale, iranische, asiatische und internationale Quellen ein, lassen Minister der iranischen Regierung und Analysten zu Wort kommen, die Zusammenhang herstellen, der in hiesigen Medien nicht vorkommt. 

Dabei gibt es für die journalistische Berichterstattung in Deutschland Regeln: den Pressekodex. Ausführlich wird darin in 16 Artikeln dargestellt, welche Regeln für journalistische Arbeit gelten. Es geht um „Wahrhaftigkeit und Achtung der Menschenwürde“ und „Sorgfalt“, um den „Schutz der Persönlichkeiten, Schutz der Ehre, Religion und Weltanschauung“, um „Sensationsberichterstattung“, die vermieden werden soll, um „Diskriminierungen und Unschuldsvermutung“.

Die Bundeszentrale für politische Bildung, BpB hat verschiedene Hefte zur Medienpolitik veröffentlicht, die frei erhältlich sind. Eines dieser Hefte befasst sich mit den „Grundprinzipien der Medienethik“, die mit „Wahrhaftigkeit, Privatsphäre, Nichtdiskriminierung, Achtung der Menschenwürde, Vermeidung von Sensationsmache, Quellenintegrität und Transparenz bei Interessenkonflikten“ benannt werden. 

In der klassischen Ausbildung lernen Journalisten, dass es bis zu sieben „W-Fragen“ gibt, die für Nachrichten und in Berichten beantwortet werden sollten, um die Glaubwürdigkeit nachzuweisen: wer (hat etwas getan); was (hat er denn getan), wo (hat er es getan), wann (hat er es getan), wie (hat er es getan), warum (hat er es getan) und woher (ist die Information)? Besonders die Frage nach der Quelle oder woher eine Information stammt, ist dabei von besonderer Bedeutung. Die Quellenprüfung dient dem Wahrheitsgehalt und damit der Qualität einer Meldung oder eines Berichts. Allgemein heißt es, mindestens drei Quellen sollten einer Nachricht oder einem Bericht zugrunde liegen.

Angesichts einer chaotischen Entwicklung im Medienbereich durch soziale Medien und Künstliche Intelligenz, die zu einer großen Schnelligkeit im Nachrichten“geschäft“ führen, beschwören neue Lehrmeinungen, die „W-Fragen“ wegzulassen. Damit wird die Berichterstattung immer mehr zu einer Werbung für das, was man vermitteln wird, zu Public Relation. 

Hinzu kommt eine international hoch komplexe oft unübersichtliche Entwicklung, die Hintergrundwissen und Zeit erfordert, um sie an die Öffentlichkeit zu vermitteln. In Kriegs- und Krisenzeiten kommen politische und wirtschaftliche Interessen hinzu, die zunehmend – auch in Europa – mit dem Unterdrücken anderer Perspektiven gestärkt werden sollen. Medien aus anderen Teilen der Welt werden verboten, Journalisten diffamiert und seit einigen Monaten sollen Journalisten und Analysten von der EU-Kommission mit sogenannten „Sanktionen“ zum Schweigen gebracht werden.

Um das vor der Öffentlichkeit zu begründen oder zu rechtfertigen, werden so genannte „Fakten-Checker“ als besonders hochwertige Prüfinstanz eingestuft, um „Fälschungen“ von „Fakten“ zu unterscheiden. Die ARD hat beispielsweise ein eigenes Ressort „Faktenfinder“ eingerichtet, um den eigenen Meldungen Glaubwürdigkeit zu verleihen. In Brüssel gibt es ein „DesInformations Lab“, wo u.a. ein „Fact-checking project“ Standards für „Fakten“ für die EU ausarbeitet. Die „Fakten-Checker“ arbeiten im Auftrag ihrer Geldgeber, was sie tatsächlich in einen Interessenskonflikt bringen könnte. Wer überprüft sie?

In Deutschland und Europa schein eine neue Klasse von Journalisten zu entstehen. Neben den „Fakten-Checkern“ gibt es einen „privilegierten“ Journalismus, bei dem ausgewählte akkreditierte Journalisten privilegierte Informationen bei der EU-Kommission, der NATO, bei der Münchner oder anderen Sicherheitskonferenzen oder bei der Begleitung von Kanzler und Ministern auf Reisen erhalten.

Fernsehanstalten und Printmedien geben sich zudem eigene Regeln, die für ihre Redaktionsangestellten gelten. So legte die ARD im Oktober 2023 zur „internen Nutzung“ ein „Glossar zur Berichterstattung im Nahostkonflikt“ auf, wo für Mitarbeiter und Korrespondenten eine Sprachregelung festgelegt wurde. Das 44 Seiten umfassende Glossar erschien am 18.10.2023, 10 Tage nach dem Angriff palästinensischer Milizen auf israelische Dörfer östlich des Gaza-Streifens. Am gleichen Tag noch begann Israel einen mehr als zwei Jahre dauernden Vernichtungskrieg gegen die Bevölkerung des palästinensischen Küstenstreifens.

„Faktencheck“, Sprachregelungen und privilegierter Journalismus haben besonders in Kriegs- und Krisenzeiten Hochkonjunktur, denn die öffentlich zugängliche Information wird stark von Interessen der Regierungen, Unternehmen, von Herrschenden und herrschenden Bündnissen geprägt. Wenn Medien und Berichterstatter sich von den herrschenden Interessen nicht deutlich distanzieren oder diese Interessen mit anderen Perspektiven ergänzen, wird Information zur Propaganda. (Hervorhebung durch die Redaktion.)

Ungeprüfte Todeszahlen zu verbreiten und zu sagen, die Zahlen könnten in Kriegs- und Krisengebieten nicht überprüft werden, reicht nicht. Was nicht überprüft werden kann – und Angaben von Organisationen, die im Fall Irans in Norwegen oder in den USA sitzen,  sind nicht zu überprüfen – sollte den journalistischen Regeln entsprechend nicht übernommen werden.

Was also wissen wir über den Iran und seine Gesellschaft? Was ist bekannt über die wechselhafte Geschichte des Landes, das wegen seines Ölreichtums und der geostrategisch bedeutsamen Lage seit dem Ende des 2. Weltkrieges im Visier von USA und Großbritannien ist? 

Hintergrund Iran

91,5 Mio Einwohner (Quelle: Weltbank), etwa zur Hälfte Frauen und Männer. Hoher Bildungsstand der Frauen, die mehr als 60 Prozent der Hochschulabsolventen ausmachen. Stadt-Land-Gefälle. Das Land verfügt über Kohle, Öl, Gas, Eisen, Chrom, Mangan, Blei und Zink. Iran hat Außengrenzen zu 11 Ländern: Pakistan, Afghanistan, Turkmenistan, Aserbeidschan, Armenien, Türkei, Irak, Kuwait, Saudi-Arabien, Katar, Vereinigte Arabische Emirate). Iran grenzt an drei Meere: Kaspisches Meer im Norden, Persischer Golf im Westen, der über die Straße von Hormus mit dem Golf von Oman im Süden verbunden ist.

Seit Beginn des US-geführten „Krieg gegen den Terror“ im Jahr 2001, hat Iran 3,6 Mio Flüchtlinge aufgenommen. Die überwiegende Mehrheit kommt aus Afghanistan, weniger aus Irak. 20.000 Iraker und rund 2,6 Mio Afghanen sind offiziell im Iran als Flüchtlinge registriert. Nicht registriert sind rund 1 Mio Afghanen.

Iran gehört zu den 51 Staaten, die von den „Großen Vier“ China, Großbritannien, UdSSR und USA 1945 eingeladen worden waren, die Vereinten Nationen zu gründen. Iran unterzeichnete die UN-Charta am 26. Juni und ratifizierte die Charta am 16. Oktober 1945. 

Iran ist seit 2024 Mitglied bei BRICS, ein Bündnis, in dem sich Länder des Globalen Südens zusammengeschlossen haben, um dem politischen und wirtschaftlichen Druck aus den USA gemeinsam Grenzen aufzuzeigen. Iran ist seit 2023 Mitglied in der Schanghai Koordination für Kooperation. Mit Russland und China gibt es umfangreiche, auch militärische Abkommen.

Die wichtigsten Handelspartner des Iran sind China, Irak, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Türkei. Weniger Handel hat Iran mit Afghanistan, Pakistan, Oman, Indien, Russland und Turkmenistan, wie die Weltbank schreibt.

1953 verstaatlichte der iranische Ministerpräsident Mohamed Mossadegh die iranischen Ölquellen. CIA (USA) und MI6 (Großbritannien) organisierten einen Putsch, Mossadegh wurde entmachtet. Das Öl wurde wieder von US-Unternehmen kontrolliert. Unter der Führung des Schah Reza Pahlevi war Iran fest mit den USA und EU-Staaten sowie Israel verbündet.

Im Januar 1979 verließ der Schah den Iran, er war von einer Islamischen Revolution gestürzt worden. Ihr Führer Ayatollah Ruhollah Khomeini kehrte am 1. Februar 1979 aus dem französischen Exil in den Iran zurück. Im April 1979 wurde die Verfassung des Landes geändert, Iran wurde zur Islamischen Republik. Es folgte eine unruhige Geschichte. 

Ein Blick hinter die Schlagzeilen

Die jüngsten Unruhen begannen am 28. Dezember 2025. Auslöser war der Sturz des iranischen Rial an der Börse in Dubai, wo er 30 Prozent seines Werte verlor. Die Unternehmer des Bazars, des großen Marktes in Teheran, protestierten gegen den massiven Wertverlust der iranischen Währung. Die Regierung hatte die Händler beim Kauf und Verkauf von Waren mit subventionierten US-Dollar im Ausland unterstützt, was bei dem massiven plötzlichen Wertverlust nicht mehr eingehalten werden konnte.

Die Regierung signalisierte Verständnis für den Unmut der Händler, in Gesprächen und Verhandlungen sollte eine Lösung gefunden werden. Und man fand eine Lösung, die Händler öffneten ihre Geschäfte wieder. Allerdings hatten sich einfache Demonstranten aus allen Gesellschaftsteilen den Protesten der Händler angeschlossen. Die wirtschaftliche Situation ist aufgrund der langjährigen US- und EU-Sanktionen angespannt. Finanzielle Misswirtschaft machte die Lage nicht besser.

Was dann geschah war ein Aufstand, der von Geheimdiensten dirigiert war. Der Plan war mit großer Wahrscheinlich vom israelischen Mossad und der US-amerikanischen CIA entworfen worden. Bei ihrem Treffen in Florida Ende Dezember 2025 könnten Trump und Netanyahu sich geeinigt haben. In Israel waren Medien sich sicher, dass man von Trump „grünes Licht“ für einen Angriff auf Libanon und auf Iran bekommen habe. Die CIA überwacht ohnehin das ganze Gebiet, der Mossad verfügt über zwei große Basen in Erbil im Nordirak und in Aserbeidschan. Der Weg zum Irak von dort ist nicht weit.

Alastair Crooke, langjähriger britischer Diplomat bei der Europäischen Union und Geheimdienstoffizier des MI6, skizziert auf seinem Blog Conflicts Forum die einzelnen Schritte, die innerhalb kürzester Zeit die Lage eskalierten und zu einem bewaffneten „Regime Change“ führen sollten. Der Ruf „Khamenei beseitigen“ folgte in Europäischen Think-Tanks und Medien, kurz nachdem eine Spezialeinheit der USA-Armee den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro und seine Frau Cilia Flores in Caracas entführten und in die USA verschleppt hatten. 

Während sich die iranischen Proteste in erster Linie gegen die schlechte wirtschaftliche Lage richteten, wurde in westlichen Hauptstädten und Leitmedien ein „Sturz des Regimes“ in Teheran als „kurz bevorstehend“ bezeichnet, sofern die USA und Europa den Demonstranten helfen würden. Man stehe mit geladenem Gewehr an ihrer Seite, so US-Präsident Trump, Hilfe sei auf dem Weg. Die Demonstranten wurden aufgefordert, iranische Verwaltungsgebäude einzunehmen, kurz darauf brannten Regierungsstellen und Banken.

Die türkische Armee informierte den Iran über bewaffnete Aufständische, die aus dem kurdischen Nordirak über Kermanshah im westlichen Iran vordrangen. Der Iran tötete die meisten von ihnen, wurde aber von den Aufständischen, die sich landesweit unter Demonstranten mischten und rohe Gewalt einsetzten, überwältigt. Auf wackeligen Videobildern war das zerstörerische Vorgehen festgehalten: Geschäfte, Autos, Feuerwagen und Moscheen gingen in Flammen auf. Aus den hinteren Reihen oder von seitwärts der Demonstrationen wurde auf die iranischen Sicherheits- und Polizeikräfte geschossen. Die schossen ihrerseits zurück und trafen nur selten die eigentlichen Schützen, sondern einfache Demonstranten. 

Deutsche Politiker wie Außenminister Johann Wadepfuhl und Bundeskanzler Friedrich Merz frohlockten, dass das Ende des „Mullah-Regimes“ kurz bevorstehe. Die massiven Proteste gegen das „Ayatollah-Regime“ nannte Wadepfuhl eine Folge der EU Sanktionen: „Das heißt: Sanktionen wirken und auf diesem Weg sollten wir ⁠weiter vorangehen.” ‍ Der ehemalige französische Außenminister Domenique de Villepin warnte derweil vor einer ausländischen Intervention im Iran und plädierte im Interview mit Euronews Englisch für Gespräche.

Bundeskanzler Merz wiederum erklärte auf seiner Indienreise, er gehe davon aus, dass „Regime ist faktisch am Ende“. Deutschland koordiniere sich eng mit den USA und im E3-Format (Deutschland, Frankreich, Großbritannien), die Außenminister seien eng miteinander im Gespräch. Es könne nur noch „wenige Tagen oder Wochen“ dauern, so Merz. T-Online fragte darauf hin: „Was weiß Merz?“

Iran stellte das Internet ab, um Kontakte mit dem Ausland zu unterbinden. Israel und die USA aktivierten Starlink-Verbindungen, die allerdings rasch – mit Technologie aus China und Maschinen aus Russland – erfolgreich von Iran blockiert wurden. Rund 40.000 Starlink-Einheiten seien innerhalb kürzester Zeit effektiv stillgelegt worden, berichtet Alastair Crooke unter Berufung auf iranische Sicherheitsfirmen. Die Starlink-Einheiten, die mit einem kleinen Solarmodul ausgestattet sind, waren illegal in den Iran gebracht worden und konnten von iranischen Sicherheitsbehörden in Lagerhäusern konfisziert werden. Damit war die Verbindung zwischen den gewalttätigen Gruppen und ihren Anstiftern im Ausland unterbrochen. Die Demonstrationen ebbten auch wegen der enormen Gewalt und Zerstörung und wegen der vielen Todesopfer ab.

Der iranische Außenminister Abbas Aragchi erklärte am 12. Januar, der Iran habe Audiobotschaften aufgefangen, die aus dem Ausland gekommen seien. Die Anrufer hätten den Empfängern gesagt, sie sollten das Feuer eröffnen, solange sie unter den Demonstranten seien. „Wenn Ihr auf die Polizei schießen könnt, tut das. Wenn das nicht geht, schießt auf irgendjemanden. Und wenn das nicht geht, schießt auf das Mädchen oder den Jungen, der direkt vor Dir ist.“ 

Offizielle Zahlen

Aliireza Zakani, der Bürgermeister von Teheran, bezifferte am Mittwoch die Schäden in der Hauptstadt auf eine Summe von mehr als 20 Millionen US-Dollar. Die Verwüstung sei von gewaltsamen Terroristen verübt worden, sie sich unter die „friedlichen Proteste wegen der schweren Wirtschaftslage“ gemischt hätten, so Zakani.

Die Schäden an der Infrastruktur, auch am öffentlichen Transportnetz betrügen fast 39 Billionen Rial. 89 Busse seien angezündet worden, 57 davon seien so sehr beschädigt, dass einige aus dem Verkehr gezogen werden müßten. Zwei Gebäude der Stadtverwaltung und acht neu gekaufte Feuerwagen seien zerstört worden. Man bereite eine vollständige Liste des beschädigten Eigentums vor, die Verwaltungsbehörde werde darüber entscheiden, in welcher Höhe Reparaturen und Entschädigungen gezahlt werden könnten.

Der Gouverneur der Provinz Teheran sagte, rund 1000 private und öffentliche Fahrzeuge seien zerstört oder beschädigt worden. Darunter seien 54 Krankenwagen und 71 Löschfahrzeuge. 44 Moscheen, 26 Regierungsgebäude, Häuser und Geschäfte seien in Teheran und Umgebung zerstört oder beschädigt worden. Die iranische Nachrichtenagentur IRNA berichtete über große Schäden an der städtischen Infrastruktur aus Rasht im Norden, Mashhad im Osten und Kerman im Süden.

Die iranische Regierung machte Washington und Tel Aviv für die Verwüstungen verantwortlich. Sie hätten den öffentlichen Ärger über die schlechte wirtschaftliche Lage im Iran seit dem 12-Tage-Krieg Israels und der USA gegen Iran instrumentalisiert. Außenminister Aragchi erklärte, angebliche Hinrichtungsbefehle durch Erhängen im Schnellverfahren werde es nicht geben.

Bei den Vereinten Nationen reichte Iran am vergangenen Mittwoch eine offizielle Beschwerde bei UN-Generalsekretär Antonio Guterrez ein. Amir Saed Iravani, der iranische UN-Botschafter, bezog sich in dem Schreiben auf Aussagen von US-Präsident Donald Trump, mit denen dieser offen zur Gewalt im Iran aufgerufen und mit einer militärischen Intervention gedroht habe. „Iranische Patrioten, protestiert weiter, übernehmt Eure Institutionen! Hilfe ist auf dem Weg“ habe Trump erklärt und damit ausdrücklich die Menschen aufgefordert, die Lage politisch zu destabilisieren, anzuheizen und zu Gewalt aufgerufen. Das sei eine Bedrohung der Souveränität, der territorialen Integrität und der Sicherheit des Iran, so der Botschafter.

Nicht nur für Medien, auch für Politiker und Regierungen aller 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen gibt es Regeln: die UN-Charta. Angesichts der Erfahrung der zwei großen Kriege (1914/18 und 1939/45) verspricht die Präambel die Verpflichtung zum Frieden und erklärt für alle Menschen und für alle Staaten, groß und klein, Gleichberechtigung, Souveränität, Respekt der Grenzen und Sicherheit fest. Der Iran hält sich mit seinem Vorgehen im UN-Sicherheitsrat daran, die USA, Israel und andere Staaten im US-Orbit haben – basierend auf ihren eigenen Interessen – ihre eigene „Regel-basierte Ordnung“ entwickelt, die sich über die UN-Charta und internationale Abkommen hinwegsetzen will.  

Die Toten werden beerdigt

Während deutsche Medien Stimmen für einen „Regime-Change“ und neue Sanktionen gegen Iran noch eine breite Bühne geben, haben im Iran die Beerdigungen begonnen. Um einen Eindruck des Trauermarsches in Isfahan zu bekommen, verfolgt die Autorin iranische Fernsehaufnahmen. Man sollte genau auf die Bilder sehen. Jung und alt laufen in losen Reihen. Manche Frauen mit schwarzer Abaja, manche Frauen mit Hosen und halblangen Mänteln, die einen Schal leicht über das Haar geworfen haben. Der iranische Reporter spricht sie an, die meisten sprechen stolz über ihr Land und sind dennoch erschüttert. Junge und alte Männer marschieren in dem Trauerzug mit. Bilder der Toten sind auf Transparente vergrößert, dazwischen immer wieder Lautsprecherwagen, die große Bilder des Religionsführers Ali Khamenei und von General Qasim Solimani zeigen.  Der Kommandeur der Quds-Brigade in den iranischen Revolutionsgarden war vor fast genau 5 Jahren, Anfang Januar 2020 von der Trump-Administration mit einem Drohnenangriff am Flughafen von Bagdad ermordet worden. 

Auf einem dieser Wagen vorne steht ein noch junger Mann, der ein DIN A4 großes Bild hochhält. Er selber trägt schwarz, das Bild ist in Farbe. Es zeigt ein kleines Mädchen unter einer Girlande von bunten Luftballons. Ihr langes schwarzes Haar fällt über die Schultern, als sie sich in einem weiten, weißen Kleid dreht und strahlt. Die Schrift darunter ist für die Betrachterin der Filmaufnahmen nicht zu erkennen. In Farsi, der Landessprache im Iran, wird vermutlich ihr Name stehen, und was ihr widerfahren ist. Der Mann weint.

Unter den Toten, die die Iraner in allen Städten des Landes dieser Tage zu Grabe tragen, sind Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer, Angehörige der iranischen Sicherheitskräfte, Busfahrer, Händler, sie kommen aus allen Teilen der Gesellschaft. Auch ein Polizist, der von den Provokateuren zu Tode getrampelt wurde, wird seine Ruhe finden. Die Namen der meisten werden für Außenstehende unbekannt bleiben. Alle hinterlassen Familie, Angehörige, die nicht wissen, welche Zukunft sie erwartet.

Und eine aktuelle Ergänzung

Am Donnerstagabend – 15.1.2026 – befasste sich in New York der UN-Sicherheitsrat mit der Lage im Iran. Die UN-Berichterstatterin und beigeordnete UN-Generalsekretärin Martha Pobee fasste in einer kurzen Erklärung die bekannten Tatsachen zusammen und warnte vor Eskalation. Sie erinnerte an die Prinzipien der UN-Charta und an die Verpflichtung der Mitgliedsstaaten, Konflikte friedlich beizulegen. Die Androhung von Gewalt oder der Einsatz von Gewalt sei in internationalen Beziehungen zwischen den Staaten verboten. „Diese Prinzipien sind keine abstrakten Ideale“, so die UN-Berichterstatterin. Sie seien „das Fundament für internationalen Frieden und Sicherheit. Das gilt heute ebenso wie zu der Zeit, als die Vereinten Nationen gegründet wurden.“

Ganz anders äußerte sich die US-amerikanisch-iranische Journalistin Mahsih Alinejad. Die international bekannte und aktive Gegnerin der iranischen Regierung lebt seit 2009 im Exil in New York und machte in einer ausführlichen Anklage gegen die iranische Regierung aus ihrer Verachtung keinen Hehl. Die Islamische Republik verhalte sich „wie der Islamische Staat“, erklärte sie und forderte, dass der Iran auch so behandelt werden müsse, wie der Islamische Staat.

US-Botschafter Waltz griff die Forderungen auf und erklärte, im Weißen Haus seien „alle Optionen auf dem Tisch, um das Gemetzel zu stoppen“. Präsident Donald Trump sei ein Mann der Tat und nicht des nutzlosen Geredes, wie es bei den Vereinten Nationen üblich sei. Der Vertreter Russlands forderte die „Hitzköpfe“ in Washington auf, zur Vernunft zu kommen und der Vertreter Chinas erklärte, die „direkten Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen Iran“ müßten gestoppt werden.

Hier der Link zum kompletten Mitschnitt des Treffens in der UNO.



Info: https://globalbridge.ch/was-geschieht-im-iran-ein-blick-hinter-die-schlagzeilen/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

18.01.2026

US-Regimechange in Westeuropa 2026?

transition-news.org, vom 16. Januar 2026 von WS. Lesedauer: 14 Minuten. Drucken

Die neue Sicherheitsstrategie der USA war bereits eine scharfe Ansage an die globalistischen Eliten Westeuropas. Auf der Grundlage einer vertieften wirtschaftlichen und politischen Krise in Europa könnte die US-Regierung nun auch in Westeuropa auf Regimewechsel setzen. Ein Beitrag von Eric Angerer


Der Ökonom Martin Armstrong prognostiziert für die nahe Zukunft die Implosion Europas. Bisherige Erwartungen, dass ein Sturz der globalistischen Eliten in Westeuropa nur als revolutionäre Basisbewegung ohne Unterstützung aus dem Ausland möglich wäre, könnten sich als falsch herausstellen. Aber der Reihe nach.

Neue US-Sicherheitsdoktrin

Am 5. Dezember haben die USA ihre neue Nationale Sicherheitsstrategie (NSS) veröffentlicht. Darin wird Fokus auf den amerikanischen Doppelkontinent gelegt. Der unipolare globale Machtanspruch wird durch multipolaren Realismus ersetzt.

Am bemerkenswertesten sind die Aussagen von Trumps NSS zu Europa beziehungsweise den europäischen globalistischen Eliten. Gegenüber den bisherigen Verbündeten werden nämlich deutlich härtere Töne angeschlagen als gegenüber Russland und China. 

Die NATO wird nicht als eine auf Werten basierende Gemeinschaft dargestellt, sondern als eine transaktionale Partnerschaft, in der die Verpflichtungen der USA – Truppen, Finanzierung und nukleare Garantien – an die Erfüllung hoher neuer Anforderungen durch die europäischen Verbündeten geknüpft sind. Und auch bezüglich der Ukraine ist die Botschaft, dass eine Fortsetzung der Unterstützung nun weitgehend Sache der Europäer ist.

Besonders scharf kritisiert werden die europäische Energie- und Wirtschaftspolitik, die Abhängigkeit von China und die mangelnde innere Stabilität. Infolge der anhaltenden Deindustrialisierung gefährde die Bundesrepublik Deutschland die transatlantischen Lieferketten und die extreme Verteuerung der Energie würde auch die EU-Märkte destabilisieren.

Noch härter sind die Ansagen auf der politischen Ebene. Angeprangert werden die migrationsbedingte demografische Transformation Europas, «abstürzende Geburtenraten sowie der Verlust nationaler Identitäten und des Selbstvertrauens». Als europäisches Problem macht die US-Regierung insbesondere die Einwanderungspolitik aus.

Die Europäische Union und ihre «Aktivitäten» werden als grundsätzliches Problem für den Kontinent beschrieben. Die europäischen Eliten werden unterm Strich als Gefahr für die Interessen der USA und zu Feinden der europäischen Völker erklärt.

«Wir möchten, dass Europa europäisch bleibt», heißt es in dem Dokument. Der Charakter und die Geschichte der einzelnen europäischen Staaten müssten gewahrt und ihr Selbstbewusstsein gestärkt werden. Sollten sich die Trends fortsetzen, werde Europa in 20 Jahren oder weniger nicht mehr wiederzuerkennen sein.

Daher sei «alles andere als klar», ob Europa weiterhin ein verlässlicher Verbündeter bleiben könne. Die USA wollen demnach den «Widerstand gegen den aktuellen Kurs Europas innerhalb der europäischen Nationen kultivieren». «Unser Ziel sollte es sein, Europa dabei zu helfen, seinen derzeitigen Kurs zu korrigieren», heißt es weiter.

Scharf kritisiert werden auch die Einschränkungen der Meinungsfreiheit in Europa und die Unterdrückung der Opposition. Die USA versprechen, «patriotische» europäische Parteien zu unterstützen, die sich dagegen wehren. Ihr wachsender Einfluss sei «Anlass zu großem Optimismus». Damit wird die Unterstützung, die etwa Elon Musk und JD Vance schon bisher für rechtspopulistische Kräfte ausgedrückt haben, nun zur hochoffiziellen Politik der USA.

EU vor dem Zusammenbruch?

Eine Kombination aus weltfremder «Klimapolitik», steigenden Energiepreisen, zunehmender Regulierung, Zöllen, Konkurrenz aus China und Regierungspolitik hat Deutschland, das Rückgrat der europäischen Wirtschaft, schwer getroffen. Die Lieferketten des deutschen verarbeitenden Gewerbes erstrecken sich typischerweise über die gesamte EU, und der kontrollierte Abbau seiner Produktionskapazitäten hat weitreichende Folgen auf dem gesamten Kontinent.

Die deutsche Wirtschaft, der langjährige Motor der europäischen, steckt in einer Rezession. Das verarbeitende Gewerbe ist eingebrochen, insbesondere der wichtige Automobilsektor, der seit 2022 Hunderttausende Arbeitsplätze verloren und seit 2018 ein Drittel seines Produktionsvolumens eingebüßt hat.

Im August 2025 verzeichnete man den größten Rückgang der Industrieproduktion seit über drei Jahren – mehr als viermal so stark wie von Analysten erwartet. Der wichtige Sektor Maschinenbau ist seit der «Pandemie» um 22 % geschrumpft, und allein im Jahr 2025 wird ein weiterer Rückgang von 5,6 % erwartet.

Es ist diese dramatische ökonomische Lage, die dazu führt, dass das EU-Establishment aus Eigeninteresse einen Friedensschluss in der Ukraine sabotiert. Neue Ukraine-Fonds hätten eine Bürokratie geschaffen, die davon «lebt». Außerdem biete der Ukraine-Krieg die Möglichkeit, mit riesigen Rüstungsprogrammen eine künstliche Konjunktur zu schaffen.

Dieser Kurs der westeuropäischen Eliten wird entweder in einen offenen Krieg mit Russland führen oder das wirtschaftliche Desaster Westeuropas nur verzögern. Die Abwanderung europäischer Industrien wird sich nicht nur nach Asien fortsetzen, sondern vor allem in Richtung USA verstärken. Zuletzt hat auch der US-Ökonom und Analyst Martin Armstrong, der den Blog Armstrong Economics betreibt und schon des Öfteren treffende Prognosen abgeliefert hat, die Lage Europas als äußerst ernst beschrieben.

Armstrong erwartet, dass die westeuropäischen Führungen die Kriegspolitik fortsetzen würden. Die Ursache der dramatischen Krise sieht er im Euro. Er erklärt, dass die heutige Instabilität auf die Einführung des Euro zurückzuführen sei. Er sei durchgesetzt worden, ohne die Staatsschulden zu konsolidieren, wodurch schwächere Volkswirtschaften von Anfang an gefährdet waren. Und das System musste irgendwann unter seinem eigenen Gewicht zusammenbrechen.

Dieser Moment sei gekommen, als Griechenland einzubrechen begonnen habe. Die Märkte seien in Panik geraten, Kapital floh und der Druck breitete sich schnell aus. Armstrong merkt an, dass das nichts Neues oder Unvorhersehbares sei. Es folgte dem gleichen Muster wie frühere Schuldenkrisen, als das Vertrauen der Investoren fast über Nacht verschwand.

Noch gefährlicher sei die Situation jetzt, wo die europäischen Staats- und Regierungschefs offen darüber diskutierten, Länder wie Italien und Griechenland fallen zu lassen, anstatt das System zu reparieren. Reformen seien angesichts der Vielschichtigkeit und des Ausmaßes der Krise nun kaum mehr eine Option.

Angesichts der wachsenden öffentlichen Wut und der von innen heraus einbrechenden Strukturen würden sich die Staats- und Regierungschefs laut Armstrong nach außen wenden. Externe Konflikte würden zu einem Mittel, um von internen Versäumnissen abzulenken: «Und deshalb brauchen sie einen Krieg mit Russland.»

Europäischer Bürgerkrieg

Die ökonomische Zerstörungspolitik der Elite, ihr Kriegskurs und die verheerende Islamisierung des Kontinents treffen allerdings auf erheblichen Widerstand. Ungarn, Tschechien und die Slowakei bilden bereits einen Block, der bei dem Irrsinn nicht mehr mitmachen will. Auch Italien, Dänemark, Schweden, Polen sind zumindest in manchen Fragen nicht mehr auf Kurs. In vielen Ländern – wie Deutschland, Österreich, Frankreich, Spanien, Portugal oder Großbritannien – erleben (rechtspopulistische) Oppositionsbewegungen einen raschen Aufschwung.

David Betz, Spezialist für Aufstände und Aufstandsbekämpfung des King’s College London, meint:

«In Westeuropa sind fast alle strukturellen Voraussetzungen für einen Bürgerkrieg erfüllt, in einer Form, die man in der Fachliteratur als idealtypisch bezeichnet.»

Die Faktoren seien: tiefe Spaltung, Abwertung der Mehrheitsbevölkerung, dramatischer Vertrauensverlust in Institutionen. Diese gefährliche Mischung mache einen Bürgerkrieg immer wahrscheinlicher, warnte Betz. Bedeutend sei auch der Abstieg der bisherigen Mehrheitsbevölkerung:

«In mehreren europäischen Ländern wird die einheimische Bevölkerung innerhalb einer Generation zur Minderheit im eigenen Land. Im Vereinigten Königreich rechnet man damit um 2060, in anderen Ländern früher oder später.»

«Downgrading» bedeute, dass Sprache, Werte und politische Prioritäten der bisherigen Mehrheit nicht mehr maßgeblich seien. Masseneinwanderung sei, so Betz, «kein Projekt der Bevölkerung, sondern der Eliten. In Großbritannien hat es nie eine Wahl gegeben, bei der die Wähler sich bewusst für unbegrenzte Migration entschieden hätten. Offiziell hieß es immer ‹Kontrolle und Begrenzung› – real wurde der Wasserhahn voll aufgedreht. Diese Eliten – politische, wirtschaftliche, mediale, akademische – sind post-national geprägt».

Historisch hätten Wohlstand, gute Regierungsführung und eine einigermaßen geeinte Elite Bürgerkriege verhindert. Nach Betz sind diese drei Pfeiler im Westen angeschlagen: Produktivität und Innovation stagnieren seit Jahren, Bürokratie lähmt den Apparat. Die Staatsfinanzen würden außer Kontrolle geraten. Die aktuelle Energiepolitik zerstöre die Industrie. Für die junge Generation schaue es mit Einkommen, Wohneigentum, und Familiengründung schlecht aus.

Dass sich die Lage speziell in Großbritannien zuspitzt, dürfte mehrere Gründe haben. Aufgrund der sprachlichen und kulturellen Nähe kommt hier der Einfluss aus den USA schneller an: die MAGA-Bewegung und die Zeitenwende des Trumpismus. Und der bleierne Deckel der EU-Bürokratie ist nicht mehr vorhanden.
 
Reform UK von Nigel Farage liegt in diversen Umfragen bei über 30 Prozent und könnte angesichts des Mehrheitswahlrechts bei den nächsten Wahlen die absolute Mehrheit der Sitze schaffen. Ergänzt wird die elektorale Ebene durch Massendemonstrationen gegen die Islamisierung. Mit ihr wurden die Kräfte um Tommy Robinson nicht nur zu einem außerparlamentarischen Korrektiv für eine angepasste Reform UK, sondern zu einem echten politischen Faktor im Lande. 
 
Robinson spricht von «mass awakening», also einem Massenerwachen. Die bisher schweigende Mehrheit, die durch das woke Gesinnungsregime eingeschüchtert war, schweige nicht mehr. Diese Befreiung sei von den Herrschenden nicht mehr zurückzudrehen. Es sei eine Kulturrevolution im Gange. Und tatsächlich ist das der größte Unterschied Großbritanniens zu anderen europäischen Ländern – dass nämlich die Bevölkerung selbst aktiv geworden ist und die Straßen erobert hat.

Hilfreich für die aktuelle Bewegung unter der Führung von Robinson war auch die Unterstützung von Elon Musk: Durch sein politisches Gewicht erschwerte er Kriminalisierung und Diffamierung. Über X gab er Robinson und seinen Berichten große Reichweite. Er postete selbst die Informationen über die Massenvergewaltigungen durch pakistanische Banden und klagte die Regierung an.

Und Robinson plant schon eine neue und noch größere Mobilisierung. Stand die Demo im September unter dem Motto «Unite the Country», soll die kommende am 16. Mai 2026 unter dem Motto «Unite the West» stehen.

Paradigmenwechsel durch den Trumpismus

Viele haben es auch für unmöglich gehalten, dass die globalistischen Eliten die USA aus den Händen verlieren und dass sie einen Wahlsieg von Trump zulassen würden. Dass das trotzdem passiert ist, zeigt, dass auch diese Netzwerke nicht allmächtig sind. Und tatsächlich hat die Trump-Regierung einen Paradigmenwechsel eingeläutet – in den Bereichen Gesundheitspolitik, Migration, Klima/Energie und Wokeness.

Gleich nach Amtsantritt habe ich geschrieben, dass Trumps Sieg internationale Auswirkungen haben werde, jedenfalls auf Europa. Die Frage sei, «wie stark und wie schnell sich die Zeitenwende in den USA in Europa niederschlagen wird. Trumps Freunde in der EU wie Viktor Orbán werden Auftrieb bekommen, die bisherige EU-Politik wird noch mehr in Bedrängnis geraten. Das wird insbesondere für die Energiepolitik und die damit verbundene Klimareligion gelten. Wenn unter Trump die Energiekosten in den USA weiter sinken, stehen die EU-Staaten vor der Alternative: den Weg in den völligen ökonomischen Untergang mit einem grünen Grinsen auf den Lippen unverdrossen fortzusetzen oder eine scharfe Kehrtwendung einzuleiten».
 


Und weiter:

«Aber auch auf der politischen Ebene wird die US-Zeitenwende auf Europa durchschlagen. Klare Mehrheiten der EU-Bevölkerung, denen Massenzuwanderung und Wokeness auf totalitäre Weise als ‹alternativlos› aufgezwungen wurden und die diese Dinge seit langem sowas von satt haben, werden nun sehen, dass in den USA eine ganz andere Politik möglich ist. Und die politischen Kräfte in EU-Ländern, die das Diversity- und Gender-Regime und die unkontrollierte Zuwanderung kritisieren, werden auf die USA verweisen können.

Das EU-Establishment, das bisher seine Herrschaft autoritär und arrogant durchgesetzt hat, wird Druck aus drei Richtungen bekommen: von der eigenen Bevölkerung, von der Opposition und von den USA.
 
Musk, der ohne offiziellen Posten in der Trump-Regierung mehr Freiheiten haben wird, wird hier wohl den Ton vorgeben. Er hat ja schon vor einiger Zeit die deutsche Migrationspolitik scharf kritisiert, Olaf Scholz und Robert Habeck als Narren bezeichnet und im November bezüglich Italien gemeint, dass sich in der Migrationspolitik ungewählte Autokraten in der Justiz über den demokratischen Willen der Bevölkerung hinwegsetzen.

Zuletzt hat er Nigel Farage und Tommy Robinson in England unterstützt und die jahrzehntelange Vergewaltigung von zehntausenden englischen Mädchen durch pakistanische Banden durch seine Reichweite endlich zum großen Thema gemacht. Und Musk hat die verfemte AfD als einzige Hoffnung für Deutschland bezeichnet, Alice Weidel eine breite Bühne auf X gegeben und dem woken Regime in Berlin ein Verbotsverfahren gegen die AfD deutlich erschwert.»

All diese Interventionen Musks waren nur ein Vorgeschmack. Und sie sind als Teil der Veränderung in den USA definitiv eine Hoffnung für die oppositionellen Kräfte, dass auch in Europa eine Befreiung von der bleiernen Herrschaft des globalistischen Totalitarismus möglich ist und auch hier ein Paradigmenwechsel näher rückt.

Die neue Nationale Sicherheitsstrategie erklärte nun offen die Unterstützung für die oppositionellen Kräfte – in einer Weise, bei der es sich eindeutig um eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten handelt.

Regimechange in Europa durch die USA

Dass sich die globalistischen Eliten der EU und ihre medialen Anhängsel darüber empören, ist verständlich, aber auch heuchlerisch, denn diese Kräfte mischen sich ständig in die inneren Angelegenheiten anderer Länder ein. Aktuell versuchen sie wieder einmal, den aufmüpfigen ungarischen Regierungschef Viktor Orbán loszuwerden.

Unter den (wenigen) Linken, die nicht zu Cheerleadern des globalkapitalistischen woken Regimes geworden sind, sondern seiner Politik kritisch gegenüberstehen, wird kritisiert, dass es sich beim Trumpismus ja auch um eine politische Strömung des Großkapitals handle, die ja auch die Interessen von Konzernen und Banken bediene.

Das stimmt zu guten Teilen. Es stellt sich aber die Frage, ob man angesichts einer Bewegung zur Befreiung von Klimareligion, wahnwitziger Energiepolitik, Eskalation mit Russland, Islamisierung, Corona-Irrsinn und woker Gesinnungsdiktatur puristisch abseits stehen und damit neutral bleiben sollte – oder ob man eine solche Bewegung nicht lieber (kritisch) unterstützt.

Von neurechter Seite, etwa von der «Sezession» um Götz Kubitschek, wird problematisiert, dass sich europäische Patrioten nicht vor den Karren der USA spannen lassen, sondern lieber eigene Interessen definieren und die deutsche und europäische Selbstermächtigung vorantreiben sollen. Auch das mag sein – zumal ja gerade Deutschland ein «natürliches» Interesse an guten Beziehungen mit Russland und einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit in den eurasischen Raum hat.

Das sind wohl sinnvolle längerfristige Ziele, aber wie die systemkritischen Linken müssen sich auch diese Neurechten die Frage gefallen lassen, ob man nicht erstmal eine mögliche Chance zur Befreiung vom globalistisch-woken Regime in Westeuropa und seiner Zerstörungspolitik nutzen sollte.

Laut dem Wall Street Journal sind einige europäische Staats- und Regierungschefs so unzufrieden mit der Trump-Regierung, dass sie als eine Art Lektion amerikanische Staatsanleihen im Wert von Milliarden Dollar, die von europäischen Regierungen gehalten werden, liquidierten. Die Herrschaften sind sich offenbar nicht im Klaren darüber, wen sie da bedrohen und über welche Karten Washington verfügt. Erste Gegenmaßnahmen wären natürlich Zölle. Die Abhängigkeit Europas von den USA in Bezug auf die Dollar-Liquidität ist eine weitere Schwachstelle.

Die Trump-Administration könnte aber noch weiter gehen. Mit der neuen NSS wurden die EU und die globalistischen Regierungen in Europa de facto zu Feinden – und die rechtspopulistische Opposition zur einzigen Hoffnung zur Rettung der europäischen Zivilisationen erklärt. Die USA haben seit 1945 in dutzenden Ländern Regimewechseloperationen durchgeführt. Nach dieser Erfolgsbilanz könnten sie diese Fähigkeiten gegen die Machthaber in London, Paris, Madrid, Berlin und Brüssel einsetzen.

Die Kritik an den Einschränkungen der Meinungsfreiheit in Europa, das Einfordern «echter Demokratie» und die Ankündigung, Europa zu helfen, den aktuellen Kurs zu korrigieren, sind klare Ansagen in diese Richtung. Ähnlich wie beim Sturz von Slobodan Milosevic 2000, bei der «orangenen Revolution» in der Ukraine 2004, beim «arabischen Frühling» 2011 oder beim Maidan-Putsch 2014 könnten Massenproteste ermutigt und unterstützt werden.

Natürlich wäre der politische Inhalt entgegengesetzt – nicht mehr für, sondern gegen den Globalismus. Natürlich handelt es sich bei Großbritannien, Frankreich oder Deutschland um größere und stabilere Staaten, aber in allen drei Ländern sind die Regierungen angeschlagen und großem Unmut aus der Bevölkerung ausgesetzt. Massenproteste haben teilweise schon stattgefunden und/oder könnten sich intensivieren. Sie können sich um Massenzuwanderung und Islamisierung ebenso entwickeln wie um wirtschaftliche und soziale Fragen.

Die USA verfügen zweifellos über die nötigen Erfahrungen, Mittel und Fähigkeiten, solche Bewegungen und Oppositionskräfte zu unterstützen und zu befördern. Allerdings sind die bisher führend beteiligten Behörden und Strukturen für den Trumpismus nur mäßig einsetzbar. USAID war dermaßen hoffnungslos von woken Globalisten beherrscht, dass Trump den Laden schlicht aufgelöst hat.

Alex Krainer, der diese Frage auf seinem Blog ebenfalls diskutiert, ist der Ansicht, dass das weiterhin aktive «National Endowment for Democracy» (NED) für einen US-Regimewechsel in Westeuropa eingesetzt werden könnte. Es verfüge über Zugang zu einem riesigen Netzwerk von NGOs und «öffentlich-privaten Partnerschaften», die den europäischen politischen Raum durchdringen. Aufgrund der Durchsetzung auch des NED mit globalistisch-liberalen Figuren scheint es aber fraglich, ob die Trumpisten dieser Struktur wirklich vertrauen.

Es dürfte eher wahrscheinlich sein, dass die US-Regierung auf eigene neue Netzwerke, Strukturen und direkte Kontakte zur rechtspopulistischen Opposition in Europa setzt. Das sind die Beziehungen zu Regierungen wie der von Viktor Orbán oder auch der von Giorgia Meloni, aber auch von JD Vance zur AfD oder von Elon Musk zu Tommy Robinson.

Eine wichtige koordinierende Rolle dürften die Treffen und Vernetzungen rund um die «Conservative Political Action Conference» (CPAC) spielen, die seit 2022 auch jährlich in Ungarn stattfindet – dieses Jahr im März wieder unter dem Slogan «No migration! No gender! No war!».

Die US-Administration wird 2026 sowohl das europäische globalistische Establishment weiter unter Druck setzen als auch die Opposition weiter stärken. Das CPAC in Budapest im März und Tommy Robinsons Großdemo «Unite the West» werden Eckpunkte sein. Auf der Grundlage von ökonomischer Talfahrt und politischem Irrsinn werden weitere Bewegungen, Massenproteste und Regierungskrisen dazukommen.

Das europäische politische Spektrum wird sich in den kommenden Monaten auf interessante Weise entwickeln. Niemand sollte überrascht sein, wenn 2026 ein wirklicher «europäischer Frühling» ausbricht.

Quelle:

Weißes Haus: National Security Strategy of the United States of America

die Freiheit: US-Geopolitik: Schock für die EU-Eliten und Hoffnung für die Welt - 10. Dezember 2025

die Freiheit: Warum setzt Europa alles auf die Ukraine? Die ökonomischen Ursachen - 10. November 2025

 


Kommentare

17. Januar, 21:13, von Täusche & Herrsche

"Niemand sollte überrascht sein, wenn 2026 ein wirklicher «europäischer Frühling» ausbricht."

Das genaue GEGENTEIL wird der Fall sein! Es werden in Europa Chaos, Niedergang, Bürgerkrieg und (herbeiprovozierter) Krieg mit Russland ausbrechen!

Die über Elitennetzwerke an die Macht gekommenen europäischen Hochverräter-Eliten haben als transatlantische tributpflichtige Vasallen doch die Selbstzerstörung nicht von sich aus initiiert, sondern gehorsam umgesetzt (über Meinungs-/Presse-Zensur und Propaganda abgesicherte Ideologieprojekte mit Zersetzungscharakter, wie vor allem Massenzuwanderung, Vielfalt/Wokeness, Klima und dem verordneten Feindbild Russland verbunden mit Kriegstreiberei/Militarisierung sowie Zerstörung der eigenen Wirtschaft durch teure US-Energie statt günstige, nun weggebombte und zusätzlich sanktionierte russische Energie).

Trump hasst man zwar, aber versucht sich - wenn auch vergeblich - über eine unerträgliche Appeasement-Politik anzubiedern. Da setzt Trump bzw. dessen Einflüsterer doch lieber auf den Austausch der bisherigen ’europäischen Freunde’ durch die willfähigeren rechten Parteien mit ihren Trump-Groupies.

Wer jetzt auf Trump setzt, hat nicht verstanden, dass Europa und speziell Deutschland nun noch brutaler(!) für die Interessen des Hegemons verheizt und geopfert werden soll. Allem voran ist hier neben der Deindustrialisierung Europas der von den USA über den Maidan - RegimeChange 2013/2014 geostrategisch angezettelte Krieg Ukraine/Russland zu nennen, den nun die dummen Europäer für die USA auf dem Schlachtfeld Deutschlands zur Schwächung Russlands weiterführen sollen, während sich die USA bereits diplomatisch, finanziell, wie auch militärisch (s. Absage an den NATO-Artikel 5) geschickt herausgezogen haben und sich auf China konzentrieren können.

Dafür braucht man die naiven trumphörigen und vermutlich US-gesteuerten rechten Parteien, wie die AfD an der Macht. Ganz zu Schweigen von deren Doppelmoral, wenn man zum fortgesetzten Völkerrechtsbruch von Netanyahu und Trump in Gaza/Westjordanland bzw. Iran, Venezuela und - zumindest bislang nur rethorisch - in Grönland gnädig hinwegschaut.

16. Januar, 13:23, von coronistan.blogspot.com aka Ms Corona Hotspot

@Albrecht Storz

War der britische Weltmachtanspruch in den letzten paar Hundert Jahren nicht eher der Anspruch der Bankster, und ISrahell als eines ihres brutalsten und menschen- und lebensverachtendsten Schwerter um diesen Anspruch durchzusetzen?

Dieses Frühjahr könnte so explosiv werden wie schon lange nicht mehr: ISrahell zündelt überall, wobei das auch durchaus wörtlich zu nehmen ist, die von ISrahell ferngesteuerten USA unterstützen ISrahell, wo es nur geht, und dann sorgt der Bedarf an Metallen mit Bezug zu Klimabullshit, Computerchips und Batterien für Sprengstoff, der sich bald auf die eine oder andere Art entzünden könnte.

Ein anderes Thema, das vor ein paar Jahren schon mal hochgekocht ist, sorgt wird Wirbel: Deagel.

Sean Young (zum möglicherweise in UK geplanten Demozid): "The UK is the first country in a global initiative with Germany being the second nation in the plan and France being the third and then Canada is to be the fourth and the target is to complete those four initiatives in the four countries by 2027."

https://www.youtube.com/watch?v=uWJHME5iuUw (ab ca. 2:45)

Die Spars-"Pandemie könnte gleitend übergehen in den sog. Dritten Weltkrieg.

Bis vor ein paar Jahren hätte ich mir in meinem wildesten Albträumen nicht vorstellen können, wie unfassbar unfähig, korrupt und kriminell Politiker:innen sein können. Diese Figuren stellen wirklich alles in den Schatten.

16. Januar, 11:19, von Albrecht Storz

Es ist offensichtlich, dass das Affentheater von "links" auf "rechts" umdekoriert wird. So etwas geht natürlich nur langsam voran. Es müssen Figuren umgepolt oder ausgetauscht werden. Es gibt Reibung. Einige maßgebliche Personen kapieren nicht, was gerade passiert. Etc.
Also das ist ein Prozess, der mehrere Jahre in Anspruch nimmt, einige medial gesteuerte Wahlen erfordert, neue Erzählungen in die Köpfe gepflanzt werden müssen, vor allem auch die Notwendigkeit beinhaltet, die dann an der Regierung zu beteiligenden Parteien vorher handzahm gemacht zu haben. Was bei Altparteien nicht notwendig ist, aber bei "Newcomern".

Klarstes Zeichen für die "Zeitenwende" ist die Positionierung von "rechten" Medien ganz klar auf Israelischer Seite. Denn das ist die Grundvoraussetzung für jede Machtbeteiligung. Außerdem das Geschrei nach Rüstung und "Wehrfähigkeit".

Es gibt zwei Konstanten in der neuzeitlichen Geschichte:

der britische Weltmachtanspruch und Israel. Wer das bei seinen Überlegungen nicht auf dem Schirm hat, geht mehr oder weniger fehl.

Info: https://transition-news.org/us-regimechange-in-westeuropa-2026


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

18.01.2026

Meta setzt auf «grüne» Atomenergie

transition-news.org, 18. Januar 2026 von WS. Lesedauer: 6 Minuten. Drucken

Weil KI-Infrastruktur und Rechenzentren Massen an Strom benötigen – und erneuerbare Energien keine Versorgungssicherheit bieten – wird der Technologiekonzern in den USA zu einem der größten Kunden für Kernenergie. Auch Bill Gates Miniatomkraftwerke sollen Meta Strom liefern. Von Wiltrud Schwetje
Mark Zuckerbergs Technologiekonzern Meta baut in den USA seine Energieversorgung neu auf, weil KI-Infrastruktur und Rechenzentren immer mehr Strom benötigen. Um die Versorgungssicherheit für sein Unternehmen zu erhöhen und Rechenleistung planbar zu machen, schließt Zuckerberg derzeit langfristige Verträge über Atomstrom ab.

Dieser Schritt könnte Meta zu einem der größten Unternehmenskunden für Kernenergie machen, berichtet das Portal Capacity. Atomstrom wird in diesem Artikel als «Klimaretter» stilisiert, so heißt es mehrfach, Meta wolle seine CO₂-Emissionen begrenzen. Das Problem der Atommüll-Entsorgung wird dagegen nicht mit einem Wort erwähnt.

Meta will den Strom aus drei bestehenden Anlagen von Vistra kaufen. Dazu zählen die Reaktoren Perry und Davis-Besse in Ohio sowie Beaver Valley in Pennsylvania. In Summe könnten die Verträge bis 2035 bis zu 6,6 Gigawatt liefern. Diese Größenordnung entspreche der Leistung mehrerer großer Reaktoren, sodass der Bedarf großer Rechenzentren realistisch gedeckt werden könnte, teilt Capacity mit.

Für die KI-Infrastruktur sei das entscheidend, denn Training und Betrieb großer Modelle würden rund um die Uhr laufen. Daher zähle Grundlast, während flexible Ergänzungen nur einen Teil des Problems lösen würden. Auch für die Datenzentren bedeute das mehr Planungssicherheit, weil Strom nicht nur verfügbar, sondern über Jahrzehnte kalkulierbar bleibe.

Auch Bill Gates Miniatomkraftwerke (SMR), die schon seit 2022 vom Weltwirtschaftsforum (WEF) und der EU-Kommission als «grüne Klimaretter» propagiert werden, kommen bei Metas Ausbau der Energieversorgung ins Spiel. Wie Capacity informiert, will Zuckerberg seine Lieferverträge durch Partnerschaften für neue Atomenergie-Technologien ergänzen und mit Gates Unternehmen TerraPower zusammenarbeiten.

So soll die Entwicklung von bis zu acht Natrium-Reaktoren vorangebracht werden. Bis Anfang der 2030er Jahre könnten daraus rund «2,8 Gigawatt CO₂-freie Kapazität entstehen, während integrierte Speicher Lastspitzen abfedern».

Daneben will Meta mit Oklo arbeiten, einem Unternehmen, das sich auf die Entwicklung fortschrittlicher Kerntechnik konzentriert, insbesondere Minireaktoren. In Ohio sollen diese Projekte schon ab 2030 bis zu 1,2 Gigawatt ermöglichen.

Das sei ein ambitionierter Zeitplan, befindet Capacity. Die Kooperation zeige, wie ernst Meta den Ausbau seiner Strombasis nehme. Die Strategie passe zu einem breiteren Trend, denn große Cloud- und Plattformanbieter würden sich Energie zunehmend über direkte Langfristverträge sichern.

Eine absehbare Entwicklung

In den letzten Jahren haben vor allem europäische Politiker ihren Bürgern das hübsche Märchen vom Atomausstieg und vom Umstieg auf die so nachhaltige Solar- und Windenergie verkauft, die dem vermeintlichen Klimawandel Einhalt gebieten sollte. Dieser ideologische Taschenspielertrick fiel bei umweltbewussten europäischen Bürgern auf fruchtbaren Boden.

Kritiker hatten derweil darauf hingewiesen, dass die Stromversorgung durch erneuerbare Energien nicht ausreichen würde, um die von der Politik angekündigten KI- und Digitalisierungsprojekte umzusetzen. Gleichzeitig hatten sie gewarnt, dass es letztendlich darum gehe, das einträgliche privat-öffentliche Geschäftsmodell der erneuerbaren Energien in Schwung zu bringen – und Steuergelder in die Taschen der immer gleichen Akteure zu spülen.

Überall inszenierten nationale Politdarsteller mithilfe der Mainstream-Medien ihre Nachhaltigkeits-Show, leiteten den Ausstieg aus der Atomenergie ein und stampften Solar- und Windanlagen aus dem Boden, ohne deren Umweltverträglichkeit oder Rentabilität ernsthaft zu prüfen.

Auffällig war dabei, dass das Weltwirtschaftsforum, Milliardäre wie Bill Gates oder die EU-Kommission unter Ursula von der Leyen parallel zu diesem vermeintlichen Atomausstieg mit Entschlossenheit die «Schicksalswende» für die Atomkraft vorantrieben (hier, hier und hier).

Schon 2022 sorgte die EU-Kommission dafür, dass Atomkraft zur «grünen» und «nachhaltigen» Energie gekürt wurde. In Folge rollte die EU Gates und seiner Stiftung Breakthrough Energy den roten Teppich aus – und sicherte ihm volle Unterstützung beim Bau seiner Miniatomkraftwerke in EU-Ländern zu (hier und hier).

2024 kündigten Big Tech-Unternehmen wie Google, Microsoft oder Oracle zum ersten Mal an, sie würden eigene Atomkraftwerke benötigen, um die Stromversorgung ihrer KI-Rechenzentren gewährleisten zu können. Natürlich im Sinne der Klimaneutralität (wir berichteten).

«Schicksalswende» für die Atomkraft

Als entscheidendes Ereignis, das genutzt wurde, um den EU-Bürgern die Notwendigkeit zur Rückkehr der Atomenergie zu verkaufen, muss der spanische Blackout im April 2025 gewertet werden. Unzählige Indizien sprechen dafür, dass dieser absichtlich von der links-sozialistischen Regierung unter Ministerpräsident Pedro Sánchez provoziert wurde, um nach der «völlig wahnsinnigen» Energiewende, bei der sich Spanien komplett von Solar- und Windkraft abhängig gemacht hatte, den nächsten Schritt der WEF-Globalisten einleiten zu können (wir berichteten).

Sofort nach dem massiven Stromausfall hatte auch die EU-Krake die Lage genutzt, um die Souveränität der Mitgliedsstaaten noch weiter auszuhöhlen und ihre Macht auszubauen. Ein Sprecher hatte mitgeteilt, man müsse «die richtigen Lehren» aus dieser Situation ziehen: «Eine stärker integrierte und vernetzte Union ist auch ein Element zur Stärkung unserer Sicherheit im Bereich der Stromversorgung.»

Und während Sánchez & Co. noch behaupteten, die Abhängigkeit von den erneuerbaren Energien sei nicht schuld am Blackout gewesen, hatten internationale Banken wie Goldman Sachs, Barclays und Kepler der spanischen Regierung bereits eine «Energiewende» mit Investitionen und Atomkraft vorausgesagt. Das derzeitige Netz scheine «nicht bereit für die Zukunft zu sein».

Überraschend: Schon wenige Tage nach dem Stromausfall präsentierte Goldman Sachs die Analyse «Why blackouts matter: a major shift in Spanish energy policy is on the horizon» («Warum Stromausfälle wichtig sind: Eine bedeutende Veränderung in der spanischen Energiepolitik steht bevor»). Der Bericht, der offensichtlich in Überschallgeschwindigkeit geschrieben wurde, tat kund:

«Wir glauben, dass die spanischen Politiker verbesserte Investitionen in die Stromnetze unterstützen, ihre Strategie zur Batteriespeicherung vorantreiben, die Entwicklung der Solarenergie vorübergehend verlangsamen und die Lebensdauer der Kernreaktoren verlängern müssen.»

Goldman Sachs forderte also von Spanien eine fast vollständige Änderung der Energiepolitik und widersprach Pedro Sánchez und der Präsidentin des Strombetreibers Red Eléctrica, Beatriz Corredor, auf ganzer Linie. Damit wurde die «Schicksalswende für die Atomkraft» bestätigt, die das WEF und die EU-Kommission schon 2022 in Schwung gebracht hatten.

Nach dem spanischen Blackout überschlugen sich die Ereignisse: Nur zwei Wochen später nahm Belgien seinen Atomausstieg zurück. Gleichzeitig kündigte die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni an, sie wolle ihr Land zum «elektrischen Knotenpunkt des Mittelmeerraums» machen. Wie? Mit den von Bill Gates propagierten Miniatomkraftwerken. Griechenland versicherte, die Initiative unterstützen zu wollen.

Im Oktober 2025 stellte dann die EU-Kommission ihre neue Energiestrategie vor. Und wohl rein zufällig wurde der Atomkraft und den viel besungenen Miniatomkraftwerken nun «eine Schlüsselrolle» bei der Deckung des zukünftigen Energiebedarfs eingeräumt. Nur einen Monat später wurde auch in Großbritannien, wo bis dahin der Umstieg auf erneuerbare Energien auf Gedeih und Verderb vorangetrieben worden war, das «goldene Zeitalter» der Kernenergie eingeläutet. Als Eckpfeiler wurden Miniatomkraftwerke gepriesen.

Und kaum ist das Jahr 2026 in Schwung gekommen, hat der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz den Ausstieg aus der Kernkraft, den seine Parteikollegin Angela Merkel forciert hat, als «strategischen Fehler» gegeißelt. So scheint es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch in Deutschland, das sich für seinen Atomausstieg besonders gefeiert hat, eine «überraschende» Schicksalswende für die Atomkraft anstehen könnte.

Fazit: Bei allen Projekten wird die Atomkraft als «grün» und «nachhaltig» dargestellt. Dass die Nuklearenergie unisono als «Klimaretter» gepriesen wird, ohne auch nur ein Wort über die Entsorgung des Atommülls zu verlieren, der selbst laut Weltwirtschaftsforum «bis zu 300.000 Jahre radioaktiv bleiben kann», muss als Schlag ins Gesicht all der Umweltschützer gewertet werden, die jahrzehntelang für den Ausstieg gekämpft haben.

Das zeigt auch der Vorschlag, den das WEF bereits 2022 hinsichtlich der Entsorgung des Atommülls machte: Dieser soll einfach ins All geschossen oder in den Tiefen des Meeresbodens vergraben werden (wir berichteten).

Zwar haben unsere Politdarsteller den Anschein erweckt, als würden sie die Bedenken der Bürger über die ungelösten Probleme der Atommüllentsorgung ernst nehmen, doch letztendlich muss man davon ausgehen, dass sie von vornherein nur das privat-öffentliche Geschäft im Auge hatten – und genau wussten, dass der Ausstieg aus der Atomkraft nur eine medial inszenierte ideologische Show war.

Quelle:

Capacity: Meta locks in multi-gigawatt nuclear power deals to fuel AI and data centre growth - 9. Januar 2026


Dokumente

MPEG4 - (7.3 MiB)  https://transition-news.org/IMG/mp4/img_7711.mp4



Kommentare

18. Januar, 07:14, von coronistan.blogspot.com aka Ms Corona Hotspot

Atommüll ist der Rohstoff für moderne Atomkraftwerke, entwickelt von Deutschen außerhalb Deutschlands.

Es passt deshalb, dass die beste Regierung im besten Klimagottesstaat aller Zeiten den im Klimagottesstaat reichlich vorhandenen Atommüll so verbuddeln will, dass man nie wieder an ihn herankommt.

Man darf zudem gespannt sein, wie die besten Politiker im besten Klimagpottesstaat aller Zeiten den Schäfchen beibringen, dass Atomenergie für AI gut ist und sogar auch das Heilige Klima "rettet", dass der AI-Hunger nach Strom und Wasser (zur Kühlung) jedoch zu erheblich höheren Kosten in Sachen Energie und Wasser für Wahlschäfchen des Klimagottesstaates führen wird.

Info: https://transition-news.org/meta-setzt-auf-grune-atomenergie


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

18.01.2026

Trumps Venezuela-Putsch: Ein Abenteuer mit wenig Gewinn

aus e-mail von Friedensbüro Hannover, 18. Januar 2026, 13:30 Uhr


Anfang der weitergeleiteten Nachricht:


Von: Gewerkschaftsforum-H@web.de

Betreff: Trumps Venezuela-Putsch: Ein Abenteuer mit wenig Gewinn

Datum: 17. Januar 2026 um 17:48:43 MEZ

An: raibuten@gmail.com


Liebe Kolleginnen & Kollegen!

 

Kolonialistische und imperialistische Politik in Lateinamerika, Asien und anderswo betreiben die USA bereits seit mindestens zwei Jahrhunderten, militärische Interventionen, Mordanschläge auf missliebige Politiker, Blockaden oder von der CIA organisierte Staatsstreiche inklusive. Das begann lange bevor Donald Trump das Licht der Welt erblickte.

 

Doch die aktuelle außenpolitische Führungsriege im Weißen Haus unterscheidet sich durchaus von ihren Vorgängern. Das durfte der ehemalige Berater von Angela Merkel (ab November 2005) und Präsident der Münchener Wehrkunde-Tagung bzw. "Sicherheitskonferenz" (von Dezember 2021 bis Februar 2025) Christoph Heusgen (70) ganz dirtekt erfahren. In einem Interview mit der französischen Tageszeitung "Le Monde" vom 12. Oktober 2025 schilderte er den Moment der Gewahrwerdung:

 

Als er sich Jared Kushner (45) in Hommage an John F. Kennedy und George Bush senior, als Diplomat der alten Schule vorstellte, lautete die Antwort von Trumps Schwiegersohn und Chefberater in entwaffender Deutlichkeit: "Halt, Christoph! Wir sind keine Diplomaten. Wir sind Geschäftsleute. Und im Geschäftsleben bist Du heute ein Freund und morgen ein Feind. So betreiben wir unsere Außenpolitik."

 

Was der Immobilienentwickler, Medienunternehmer und Finanzinvestor Kushner natürlich nicht erwähnte, ist, dass es sich beim Trump-Clan und seinen Anhängseln um eine Clique rechtsradikaler Geschäftemacher, Glücksritter und Hasadeure handelt.

 

Doch zahlen sich diese skrupellosen Abenteuer und Raubaktionen für die USA längerfristig aus? Ist das die Erfolgsstrategie die "Amerika wieder groß macht", wie es Trump seiner MAGA-Gemeinde verspricht?

 

Der handelspolitische Kolumnist der "Financial Times" Alan Beattie bezweifelt das mit guten Argumenten und historischen Vergleichen. Hier folgend unsere Übersetzung seiner Einschätzung, die am 8.1.2026 erschien.

 

Mit solidarischen Grüßen,

 

Gewerkschaftsforum Hannover

 

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"Financial Times"  8. Januar 2026

 

Meinung. Handelsgeheimnisse.

 

Donald Trumps imperiale Venezuela-Torheit wird Amerika nicht reicher machen

 

Genau wie die spanischen Konquistadoren wird auch die Suche des Präsidenten nach Bodenschätzen in Südamerika die USA schwächen.

 

Alan Beattie

 

Bewaffnete Invasionen in Südamerika zur Sicherung von Bodenschätzen, wie sie Donald Trump am Samstag in Venezuela gestartet hat, sind nicht so produktiv, wie sie scheinen mögen. Das Gold und Silber, das die spanischen Konquistadoren im 16. Jahrhundert aus den Zivilisationen der Azteken und Inkas plünderten, mag sie persönlich bereichert haben, aber letztendlich finanzierte es zerstörerische Kriege und führte zu wirtschaftlichen Verwerfungen und Korruption in ihrer Heimat.

 

Nun ist es unwahrscheinlich, dass die begrenzte Menge an Öl, die die USA mittelfristig aus Venezuela gewinnen können – dessen Vorkommen sind bekanntermaßen schwer zu fördern –, ernsthafte wirtschaftliche Auswirkungen haben wird. Aber Trumps quasi-imperiale Ambitionen, einen Einflussbereich in der westlichen Hemisphäre zu etablieren, werden Amerika nicht wieder groß machen. Der Schlüssel zu mehr Wohlstand in den USA liegt darin, im Bereich neuer Technologien wettbewerbsfähig zu sein und die Probleme der heimischen Wirtschaft anzugehen, nicht darin, seine Nachbarn wegen Kohlenwasserstoffen zu plündern, über die es selbst bereits verfügt.

 

In dieser Hinsicht ist der Schachzug in Venezuela eine Intervention aus einer längst vergangenen Zeit vor der Schiefergasrevolution, als die USA nicht nur Nettoimporteur von Energie waren, sondern einen Großteil ihrer Außenpolitik darauf ausrichteten, den Fluss der Kohlenwasserstoffe aufrechtzuerhalten. Im Bündnis mit Großbritannien stürzte Washington 1953 den iranischen Premierminister Mohammad Mossadegh, nachdem dieser die britische Ölförderung verstaatlicht hatte. Die Kohlenwasserstoff-Diplomatie der 1970er Jahre nach dem wirtschaftlichen Schock des arabischen Ölembargos von 1973 trug zur Carter-Doktrin von 1980 bei, die darauf bestand, dass die ölreichen Golfstaaten sich den US-Interessen unterordnen sollten.

 

Wie Karthik Sankaran vom Quincy Institute in einem pointierten Artikel hervorhebt, hätte der Imperialismus der fossilen Brennstoffe eigentlich ausgedient haben müssen, nachdem die Schieferölförderung die USA Ende der 2010er Jahre zu einem Nettoenergieexporteur gemacht hatte. Mit seinem Versuch, US-Ölkonzerne zu Investitionen und Produktion in Venezuela zu drängen, behandelt Trump sie wie die staatlichen Unternehmen, die für andere ölabhängige Länder typisch sind und als geopolitische und fiskalische Instrumente eingesetzt werden.

 

Zu welchem wirtschaftlichen Zweck? Selbst wenn man davon ausgeht, dass die Produktion effizienter wird und die derzeitigen Förderkosten in Venezuela von rund 80 Dollar pro Barrel, die weit über dem aktuellen Weltmarktpreis liegen, sinken, wird das venezolanische Öl das US-Schieferöl verdrängen, das tatsächlich für die amerikanische Energiedominanz sorgt. Außerdem würde die Energieversorgung der USA damit den Launen der lateinamerikanischen Politik unterworfen.

 

Trumps weitergehende Ziele, wie sie in der nationalen Sicherheitsstrategie vom Dezember dargelegt wurden, bestehen darin, mit Zwangsmaßnahmen die Versorgung Amerikas mit Rohstoffen sicherzustellen. Aber die USA haben nicht nur das Pech, in dieser Hinsicht in einer nicht besonders idealen Nachbarschaft zu liegen, sondern um die Wirtschaft des Landes sicher und prosperierend zu machen, bedarf es auch verbesserter Technologien und nicht nur der Mineralien, die von quasi-imperialen Satrapen geliefert werden.

 

Es stimmt sicherlich, dass es in Lateinamerika einige nützliche Mineralien gibt, insbesondere Lithium in Bolivien und einige Seltene Erden in Venezuela selbst sowie in Brasilien und Argentinien. Aber der weltweite Preis für Lithium ist in den letzten Jahren eingebrochen, da das unaufhaltsame Wirken der Marktkräfte die Produktion an anderen Orten erhöht hat. Die Anfälligkeit der USA gegenüber Beschränkungen für Seltene Erden aus China ist hauptsächlich auf ihr Versäumnis zurückzuführen, Veredelungsverfahren zu entwickeln.

 

Es ist nicht der Mangel an Grundstoffen, der die US-Wirtschaft bremst. Amerika fällt hinter China zurück, was Innovationen im Bereich produktivitätssteigernder Technologien wie Batterien, Robotik und erneuerbare Energien angeht – obwohl, um fair zu sein, die manchmal verwerflichen Dienstleistungen seines Technologiesektors nach wie vor weltweit führend sind. Trumps Wachstumsstrategie scheint sich auf einen KI-Sektor zu stützen, der einer Blase ähnelt, auf fossile Brennstoffe, mit denen die Welt derzeit reichlich versorgt ist, und auf den sinnlosen Versuch, die grundlegende Produktion durch Zölle zurückzuholen.

 

Genau wie die USA in den vergangenen Jahrzehnten sieht sich auch China weiterhin mit enormen Energiekosten konfrontiert. Als Reaktion darauf hat das Land jedoch erneuerbare Technologien mit unglaublicher Geschwindigkeit vorangetrieben – ein Wettlauf, den die USA faktisch aufgegeben haben.

 

In einem Bereich, in dem Amerika seine Führungsposition behauptet hat (der Forschung und Entwicklung im Bereich Halbleiter), ermöglicht Trump Unternehmen, China dabei zu helfen, Schritt zu halten, indem er beispielsweise Nvidia erlaubt, High-End-Chips dorthin zu exportieren. Sollte China durch Trumps Missgeschick (misadventure) in Venezuela auch nur geringfügig ermutigt werden, sich Taiwan zu schnappen, würde es die Kontrolle über einen großen Teil der weltweiten Forschungs- und Produktionskapazitäten im Bereich Chips übernehmen. Was imperiale Plünderung angeht, ist eine unangreifbare Position in der Technologie, die die Weltwirtschaft vernetzt, mehr wert als einige klebrige Ölvorkommen Hunderte von Metern unter der Erde.

 

Einer der Gründe, warum das spanische Imperium so schnell implodierte, sicherlich im Vergleich zu seinem britischen Pendant, ist, dass es von einer korrupten, sich selbst bereichernden aristokratischen Elite regiert wurde, die mehr daran interessiert war, Reichtum und Macht zu erlangen, als Technologien zu entwickeln und Handelswege aufzubauen.

 

Trumpisten mögen stolz darauf sein, entschlossen im Interesse der USA zu handeln – zum Teufel mit dem Völkerrecht und außenpolitischen Allianzen –, aber der Aufbau einer geopolitischen Einflusssphäre, die keine erkennbaren wirtschaftlichen Vorteile bringt, ist definitiv nicht der richtige Weg.

 

(Übersetzung: Gewerkschaftsforum Hannover)

 

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18.01.2026

Aufzeichnung von Donald Trumps erstem Jahr im Amt: Wenige Erfolge, viel Spaltung, Zerstörung und Aggression. "Donald Trump ist außer Kontrolle"

Michel Chossudovsky

michelchossudovsky.substack.com, Jan 18, 2026,  Von Prof. Rodrigue Tremblay, (Übersetzt aus dem Englischen mit beta, unkorrigiert)


„Es ist wichtig, dass die Denkgewohnheiten in einem freien Land bei denen, die mit ihrer Verwaltung betraut sind, zur Vorsicht stiften, sich ihre jeweiligen verfassungsmäßigen Bereiche einschränken und in der Ausübung der Befugnisse einer Abteilung, in die andere einzudringen, vermeiden. Der Geist des Eindringens neigt dazu, die Kräfte aller Abteilungen in einem zu festigen und damit, unabhängig von der Form der Regierung, einen echten Despotismus zu schaffen.

George Washington (1732-1799), Gründungsvater und der erste Präsident der Vereinigten Staaten, die (1789-1797) dienen, (in "President George Washington's Farewell Address", veröffentlicht am Sept. 19, 1796).


„[Jeffery Epstein] macht viel Spaß. Es wird sogar gesagt, dass er schöne Frauen genauso mag wie ich, und viele von ihnen sind auf der jüngeren Seite.

Donald Trump (1946-), in einem Telefoninterview, wie in dem Artikel berichtet, "Jeffery Epstein: International Moneyman of Mystery", veröffentlicht vom New York Magazine, Okt. 28, 2002.

"Die Macht neigt dazu, zu korrumpieren und absolute Macht korrumpiert absolut."

John Dalberg-Acton (1834-1902), englischer Historiker und Moralist, (in einem Brief an einen anglikanischen Bischof, 1887).

*

Wie kann man die Aufzeichnungen der Donald Trump Donald-Trump-Regierung 2.0 bewerten, wenn der amerikanische Präsident im vergangenen Jahr viele nationale und internationale Gesetze und Verträge verletzt und jeden Präzedenzfall, jede Konvention, jeden Brauch abgelehnt und alles auf den Kopf gestellt hat!

I. I. Seit seiner Amtseinführung am 20. Januar 2025 haben die USA Präsident Donald Trump (1946-) hat einen räuberischen und instabilen Charakter und ein fragwürdiges Urteil gezeigt

Donald Trump scheint die Qualitäten zu fehlen, die den meisten Menschen in einer Demokratie in einem Führer schätzen: Kompetenz, Mäßigung, Ehrlichkeit, Vertrauen, Urteilsvermögen, Mitgefühl, Humanismus, Empathie, Verantwortung, Stabilität und Respekt für das menschliche Leben und die Rechtsstaatlichkeit.

Da Donald Trump keine dieser Eigenschaften zu haben scheint, machen ihn sein gewalttätiger räuberischer Charakter, sein übermäßiger Egozentrismus, sein Mangel an Ethik oder Moral, seine Ignoranz und seine Inkompetenz zu einem extrem gefährlichen Politiker.

Im Laufe der Jahre hat er sich bei vielen Psychiatern und Psychologen einen Namen gemacht, weil er ein narzisstischer Mensch ist, tyrannisch und mit einer instabilen Persönlichkeit - das heißt, jemand, der egozentrisch ist und "erfreut sich, Macht oder Autorität über Menschen auf unfaire oder grausame Weise auszuüben".

Was ihn zu einem gefährlichen Politiker macht, wie sein Stabschef dem Magazin Vanity Fair sagte, ist, dass ihr Chef eine "Alkoholikerpersönlichkeit" hat, das heißt, jemand, der sich nicht aller Konsequenzen dessen bewusst ist, was er sagt oder tut. Herr, Herr. Trump scheint auch so unsicher zu sein, dass er einen kindischen und ständigen Lobhunger hunger for praise entwickelt hat. Und er gratuliert sich ständig selbst und lügt.


[Bildquelle: Vanity Fair]

Trumps angebliche Beteiligung an Jeffery Epsteins internationalem Sexskandal mit Minderjährigen

Er unterhielt eine langjährige beziehung mit jeffery epstein, seinem freundlichen floridianischen nachbar und einem sexualverbrecher, der im fall eines groß angelegten internationalen rings des sexhandels verurteilt wurde.

Sobald er Präsident wurde, Mr. Trump wurde einer Vertuschung vorgeworfen, weil er sich weigerte, die Millionen von Seiten der sogenannten Epstein-Akten des Justizministeriums zu veröffentlichen (obwohl er dies während seines letzten Wahlkampfs versprochen hatte). Eine solche Freilassung könnte Licht auf seine angebliche Rolle in Jeffery Epsteins internationalem System der Bitte um Minderjährige für die Prostitution werfen.

Das amerikanische Volk hat daher das Recht, über diesen wichtigen politisch-moralischen Skandal, und vor allem, was D gewesen war. Trumps Teilnahme an einer solchen Perversion, die das Leben von etwa 1.200 amerikanischen und europäischen Mädchen im Teenageralter ruinierte

Ein Bundesgesetzlaw, das vom Kongress verabschiedet wurde und das "Epstein Files Transparency Act" wird, wurde am 18. November 2025 verabschiedet. Es erforderte, dass die Trump-Regierung die Gesamtheit der Dokumente in den Epstein-Akten einen Monat später freigab, aber mit wenig Erfolg.

Trotz des vom Kongress verabschiedeten Gesetzes besteht eine große Chance, dass Donald Trumps Beteiligung an dem Skandal nie offiziell bekannt wird. Die Trump-Regierung 2.0 könnte die Beweise zerstören oder auf unbestimmte Zeit zurückhalten, während sie gleichzeitig Kriege im Ausland startet, um eine Ablenkung zu schaffen.

II. Trumps Machtmissbrauch und staatliche Zensur der Meinungsfreiheit

Präsident D. Trump hat seine Macht als Präsident in vielen Bereichen missbraucht, insbesondere in Bezug auf die Unabhängigkeit des Justizministeriums. Zum Beispiel ernannte er seinen persönlichen Anwalt zum stellvertretenden Generalstaatsanwalt im Justizministerium.

Er hat das US-Rechts- und Justizsystem und die gesamte US-Regierung mit willkürlichen Anklagen gegen vermeintliche „politische Feinde“ bewaffnet, um Rache und Vergeltung auf Kosten der Steuerzahler zu üben.

Donald Trump hat auch die Begnadigungsbefugnis des Präsidenten missbraucht. Er erweiterte es auf Hunderte von verurteilten Unterstützern, von denen einige politische Spender sind, während einige andere den finanziellen Interessen seiner privaten Geschäftsorganisation und seiner unmittelbaren Familienunternehmen sehr nahe stehen. (N. B.: Er machte mehr als 1.500 Umkehrungen von Gerichtsurteilen per Dekret in einem Jahr, eine Allzeitaufzeichnung.)

  • In der Frage der Einwanderung, während es wahr ist, dass ein Land das Recht hat, seine Einwanderer auszuwählen, erhebt die Art und Weise, wie die Trump-Regierung grausame Verfolgungen von Menschen gestartet hat, die bereits in den USA leben, Augenbrauen.

In der Tat, um von den USA verhaftet zu werden. Die Einwanderungspolizei (ICE) bewaffnete maskierte Schläger und sie in Käfige legen zu lassen, die als Konzentrationslager dienen, im In- oder Ausland, können als grausam angesehen werden, was einem Polizeistaat entspricht. Einige Amerikaner wurden sogar auf schreckliche Weise getötet.

Es ist erwähnenswert, dass viele Merkmale von D, Trumps radikaler politischer Agenda und der Verwendung von autoritären und Mobbing-Taktiken im sogenannten „Projekt 2025“ (auch bekannt als das Presidential Transition Project 2025). Dies ist ein 920-seitiger politischer Plan, um die US-Bundesregierung tiefgreifend umzukrempeln.

In der Tat ist das zentrale Ziel des Plans (https://interamericantrends.com/resources/pubs/iat_adlc_tahfwfwd_en.pdf) "den Aufbau einer Regierungsagenda, nicht nur für den nächsten Januar (2025), sondern auch für die Zukunft".

Getreu seiner egozentrischen und autoritären Herangehensweise an die Politik und im Gegensatz zu früheren amerikanischen Präsidenten, Präsident D. Trump betrachtet sich nicht als Präsident aller Amerikaner, sondern nur für diejenigen, die ihn unterstützen. Damit hat er Spaltung, Hass und Angst in seinem Land geschürt.

Darüber hinaus, während der erste Zusatzartikel der USA ignoriert

Darüber hinaus muss man auch seine wiederholten feindlichen Äußerungen und Beleidigungen und seine ständigen „ad hominem“ mafiaähnlichen Drohungen gegen jeden erwähnen, einschließlich Journalisten, Intellektuelle, Künstler und Fernsehmoderatoren, die es wagen, ihn oder sein Team zu kritisieren, und damit ihr Grundrecht auf politische Meinungsfreiheit zu negieren.

Dies ist insbesondere der Fall von Gerichtspraktika oder anderem Druck und Drohungen einer von Ego-getriebenen Trump-Regierung gegen amerikanische Medien, einige im Zusammenhang mit öffentlichen Lizenzen für den Betrieb, um sie dazu zu stiften, Stand-up-Comics abzufeuern, die Kommentare zu einigen von D machen. Trumps Verhalten oder Aussagen, um sie einzuschüchtern und zum Schweigen zu bringen.

III. Trumps Angriffe gegen die USA Die Verfassung und seine politische Korruption

Die Vereinigten Staaten haben eine ausgezeichnete Verfassung, die Despoten, Tyrannen und Sonderinteressen daran hindern soll, die Regierung zu übernehmen. Dies geschah, indem in der Verfassung das Prinzip der Gewaltenteilung und ein System der Kontrollen und Gleichgewichte verankert wurden.

Seit seiner Amtseinführung im Januar 2025 als US-Präsident D. Trump hat solche Verfassungsschutzmaßnahmen ignoriert und die wichtigsten Hebel der politischen Macht im Weißen Haus zentralisiert.

Dabei D.H. Trump hat gezeigt, dass er nicht die Absicht hat, seinen Amtseid zu respektieren, um "die Verfassung der Vereinigten Staaten zu bewahren, zu schützen und zu verteidigen".

  • Donald Trump und sein Rekordniveau der politischen Korruption

Die New York Times führte eine Untersuchung über das Ausmaß der politischen Korruption von Donald Trump durch. Zum Beispiel analysierte die Zeitung, wie etwa 346 von D. Trumps Spender nach der Wahl erhielten im Jahr 2025 Vorteile von der neuen Trump-Regierung, im Austausch für mehr als eine halbe Milliarde Dollar an Beiträgen.

Alles scheint darauf hinzudeuten, dass der Politiker Trump der korrupteste Präsident in der Geschichte der USA ist.

Wie die USA Der Oberste Gerichtshof hat zum Niedergang der Demokratie in den Vereinigten Staaten beigetragen

Im Juni 2008, Januar 2010 und Juli 2024, eine Mehrheit der Richter in den USA Der Oberste Gerichtshof hat drei wichtige Verfassungsentscheidungen erlassen.

a. Im ersten Fall betraf die Entscheidung ein eingeschränktes persönliches Recht, Waffen in der Öffentlichkeit zu tragen, um sich „einer gut regulierten Miliz anschließen zu können“. Tatsächlich der zweite Verfassungszusatz zu den USA. Die Verfassung lautet wie folgt: "Eine gut regulierte Miliz, die für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, das Recht des Volkes, Waffen zu halten und zu tragen, darf nicht verletzt werden."

In der Entscheidung vom 26. Juni 2008 im District of Columbia v. Heller, eine 5-4 republikanische Mehrheit interpretierte das individuelle Recht, Waffen zu behalten und zu tragen, als ein fast absolutes Recht. Tatsächlich ersetzte die republikanische Mehrheit das Ziel der „Selbstverteidigung innerhalb des Hauses“ oder das Ziel, sich einer „gut regulierten Miliz“ anschließen zu können, wodurch das Recht, Waffen zu behalten und zu tragen, erheblich erweitert wurde.

b. Im zweiten Fall, in einem Urteil vom 21. Januar 2010, erneut mit einer Mehrheit von 5 Richtern gegen 4, Citizens United v. FEC, die Entscheidung befasste sich mit dem Recht von Unternehmen und Gewerkschaften, fast unbegrenzt Geld für Wahlen auszugeben, basierend auf dem Argument, dass "Geld ausgeben" eine "Form des Ausdrucks" sei. Dieses Recht sollte nicht eindeutig die Eigenschaft der wahlberechtigten Bürger sein, sondern muss nach Ansicht des Gerichtshofs auf Rechtsorganisationen ausgedehnt werden. In der Politik ist Geld jedoch viel mehr als ein „Ausdruck“, es ist vor allem ein Mittel, um politische Macht zu erlangen und gewählte Beamte zu beeinflussen.

In der dritten Instanz, am 1. Juli 2024, die USA Der Oberste Gerichtshof traf eine wegweisende Entscheidung, die für den derzeitigen Bewohner des Weißen Hauses am günstigsten war.

In der Tat entschied ein geteiltes 6-3 Gericht, im Fall von Trump v. Vereinigte Staaten, dass ein amerikanischer amtierender Präsident eine breite Immunität vor Strafverfolgung für kriminelle Handlungen hat, die im Laufe seiner offiziellen Pflichten begangen wurden, und verletzen damit die alte Regel, dass "kein Mensch über dem Gesetz steht". Und vergessen wir nicht, dass Donald Trump der einzige ehemalige oder amtierende US-Präsident ist, der wegen Strafanzeige verurteilt wurde.

[N. B.: Unter den neun derzeitigen Richtern in den USA Der Oberste Gerichtshof, sechs (Roberts, Thomas, Alito, Gorsuch, Kavanaugh, Barrett) wurden von einem republikanischen Präsidenten nominiert und drei (Kagan, Sotomayor, Brown) wurden von einem demokratischen Präsidenten nominiert.]

Trumps Wirtschaftspolitik basiert auf Isolationismus und Protektionismus gegen andere Länder

In Bezug auf die internationale Wirtschaftspolitik hat sich der derzeitige US-Präsident verpflichtet, sich auf die stumpfe Kraft der Regulierung und der einseitigen und willkürlichen Einfuhrsteuern zu verlassen. Sein Ziel scheint es zu sein, das 80-jährige multilaterale Wirtschaftssystem nach dem Zweiten Weltkrieg seit 1945 abzubauen und durch ein eigennütziges einseitiges und isolationistisches amerikanisches System zu ersetzen.

Um eine solche Vision in die Praxis umzusetzen, am 2. Februar 2025, Präsident D. Trump startete einen globalen Handelskrieg gegen die meisten Handelsnationen der Welt, einschließlich Nachbarländer, die langjährige Handelsabkommen mit den USA hatten.

Er verwendet viele Vorwände und Rechtfertigungen für die einseitige Einführung hoher und skurriler Zölle auf Importe aus einer Vielzahl von Ländern und um die bestehenden innerstaatlichen Gesetze durch Dekrete zu umgehen.

VI. Trumps illegale militärische Angriffe auf souveräne Länder

Im Bereich der militärischen Angelegenheiten, am 6. September 2025, Präsident D. Trump unterzeichnete ein Dekret zur Änderung des Namens der USA. Verteidigungsministerium zum Kriegsministerium. Eine solche aggressive Bezeichnung scheint mehr im Einklang mit seiner persönlichen Überzeugung zu stehen, dass "Recht machen könnte" und besser zu seinen militärischen Einsätzen im In- oder Ausland passen könnte.

Am 3. Januar 2026, D. Trump nutzte das US-Militär, um einen illegalen und nicht angemeldeten Krieg gegen Venezuela zu beginnen.

Das Ziel war es, Chaos zu schaffen und Venezuela seine Ölreserven, die größten der Welt, zu berauben und auch China daran zu hindern, venezolanisches Öl zu kaufen, ein Casus Belli.

Damit sind sieben Länder, die die Trump-Regierung in nur einem Jahr illegal bombardiert hat: Somalia, Nigeria, Iran, Jemen, Irak, Syrien und Venezuela.

  1. Trump sieht die Welt durch die Augen einer Potentaten aus dem neunzehnten Jahrhundert, als eine Handvoll militarisierter Imperien auf Erpressung angewiesen war, um die Welt mit vorgehaltener Waffe unter sich zu teilen.

Es ist nicht verwunderlich, dass die Vereinigten Staaten jetzt auf den unteren Rand des Global Peace Index of Countries gefallen sind, so ein aktueller Bericht des Institute for Economics & Peace (IEP).

Schlussfolgerungen

Es sollte jetzt, nach einem ersten Jahr einer zweiten Amtszeit, extremistischer und chaotischerer als dem ersten, offensichtlich sein, dass Donald Trump ein außer Kontrolle geratenes, impulsives und unverantwortliches Individuum ist, das ungeeignet zu sein scheint, eine hohe Autoritäts- und Entscheidungsposition als Regierungschef zu halten.

In der Tat, nach einem vollen Jahr im Amt, Donald Trump, mit seiner de facto Ein-Mann-US-Bundesregierung in seinem Bild, war ein Agent der Spaltung zu Hause und des Chaos und der Zerstörung im Ausland. Seine Handlungen haben das Leben von Millionen von Amerikanern und von Bürgern in anderen Ländern negativ beeinflusst. Einige haben mit ihrem Leben bezahlt.

Unter Trump scheint die US-Regierung in einen Zustand des moralischen Verfalls geraten zu sein.

Dies reicht von der Errichtung von Konzentrationslagern bis hin zu illegalen militärischen Interventionen gegen andere Länder, um sie einzuschüchtern und ihre natürlichen Ressourcen durch Gewalt zu ergreifen. Das ist ein räuberisches Verhalten und in der Moral, das ist nur ein reiner Raubüberfall.

In der Politik hat die Vereinigten Staaten zum ersten Mal in ihrer Geschichte einen Bewohner im Weißen Haus, der sich offen bekennt, den Buchstaben und Geist der amerikanischen Verfassung zu ignorieren, die er zu respektieren und zu bewahren einzubehalten. Das könnte ausreichen, um ihn als Präsident zu disqualifizieren.

In der Wirtschaft, die D. Die Politik des Trump-Regimes ist seit dem 20. Januar 2025 am chaotischsten. Sie sind interventionistisch, isolationistisch, imperialistisch und kolonialistisch. Viele von ihnen sind improvisiert, fehlgeleitet und störend.

Daher ist die allgemeine Schlussfolgerung, dass unter dem autokratischen Regime von Donald Trump die amerikanische Bundesregierung und ihre Politik de facto zu einer ernsthaften Bedrohung und einer Gefahr für das demokratische amerikanische Volk und für die zivilisierte Welt geworden sind.

***

Der internationale Ökonom Dr. Rodrigue Tremblay ist der Autor des Buches über Moral „Der Kodex für globale Ethik, zehn humanistische Prinzipien“ des Buches über Geopolitik „Das neue amerikanische Imperium“ und das jüngste Buch auf Französisch, “La régression tranquille du Québec, 1980-2018 “. Er war Minister für Handel und Industrie (1976-79) in der lévesken Regierung Quebecs. Er hat einen Ph.D. in internationalen Finanzen von der Stanford University.

Bitte besuchen Sie die Website von Dr. Tremblay oder senden Sie eine E-Mail an einen Freund hier.

Prof. Rodrigue Tremblay ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Centre for Research on Globalization (CRG).


Iain Harris

4h

Ich bin völlig anderer Meinung.

Während sein Stil ungewöhnlich ist, tragen seine Bemühungen gegen die Globalisten eindeutig Früchte

Angesichts des tiefen Staates hat versucht, ihn zu töten

Zweimal, wenn ich in seinen Schuhen war, würde die Opposition raten.

Was das Europa betrifft, hoffe ich, dass er ihnen eine Lektion erteilt und ich als Brite geschrieben habe.

Trump ist unsere letzte Haube gegen das WEF, DEI, verkauft, und das Konzept des ständigen Krieges, den vor allem die Briten seit Jahrzehnten vorantreiben.

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Thom Gange

4h

Wie in den vorherigen Kommentaren - der Autor dieses Hit-Stücks ist ein polemischer Hack.

Als ob Sie direkt für die grob voreingenommenen Legacy-Medien arbeiten würden - jeder Punkt übertrieben, irreführend und ungenau.

Unglaublich, so weit zu gehen, um so sehr falsch zu sein.

Versuchen Sie, die Zukunft unseres Landes im Hinterkopf zu haben - Sie werden sofort ein großer Präsident Trump Top Fan !!


Info: https://michelchossudovsky.substack.com/p/record-donald-trump-first-year-office


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

18.01.2026

Die EU wird jeden US-Landraub bejubeln

aus e-mail von Doris Pumphrey, vom 17. Januar 2026, 15:40 Uhr


_RTDE15.1.2026


_*Venezuela oder Grönland: Die EU wird jeden US-Landraub bejubeln,

selbst zum eigenen Schaden


*Westeuropa hat längst seine Unabhängigkeit gegen US-Vasallentum

eingetauscht, und erntet jetzt die Ergebnisse. Die Unfähigkeit, das

US-Handeln in Venezuela korrekt zu benennen, fällt ihm dabei in

Rekordgeschwindigkeit auf die eigenen Füße.


/Von Rachel Marsden


/Es gibt drei bedeutende außenpolitische Fragen auf dem Radar der EU,

und sie sind miteinander verbunden: Ukraine, Venezuela und Grönland. Bei

allen dreien tut Washington, was es will, größtenteils zum Nachteil der EU.


Und nein, das hat nicht mit Trump angefangen. Er hat nur die weißen

Handschuhe abgestreift und Washingtons blanke Knöchel in all ihrer

Glorie enthüllt. Bei allen drei Fällen geht es auch darum, dass die EU

zumindest vorgibt, auf Washingtons Seite zu sein – selbst, wenn

Widerstand klar im eigenen Interesse Europas wäre. Die USA sehen die EU

schon lange als wirtschaftlichen Konkurrenten und haben sich wiederholt

auf "nationale Sicherheit" berufen, um sie dazu zu bringen, sich ins

eigene Fleisch zu schneiden.


Die EU war nur zu glücklich, mitzuspielen, sobald ihr anfänglicher

Widerstand gegen die US-Sanktionen gegen die billigen russischen

Gaslieferungen via Nord Stream zusammenbrach, die ihre Wirtschaft am

Laufen hielten. Er löste sich endgültig in Luft auf, als Russland

endlich genug davon hatte, dass die von den USA geführte NATO die

ukrainische Seite seiner Grenze als militarisierte Absteige nutzte –

einschließlich in den Gästezimmern hausender Neonazis.


Bei Trumps jüngstem Angriff auf Venezuela folgte die EU demselben

Drehbuch: rituelles Nicken für die nationale Souveränität,

enthusiastisches Lob für das Ergebnis und eine entschiedene Weigerung,

den Täter zu nennen oder gar zu beschämen.


Sie benötigten ein paar Stunden, um ihre Stichworte abzustimmen. Kinder,

wie Anhänger einer Sekte, alle in identische rhetorische Gewänder

gehüllt, für Daddy Trump. Viel Gerede über "Illegitimität". Nicht zum

Putsch selbst. Nicht zu all den Vorwürfen von "Drogenhandel", auch wenn

in der Anklage nicht einmal das Wort "Fentanyl" auftaucht und das

Justizministerium bereits stillschweigend die Idee aufgegeben hat, es

gäbe so etwas wie ein "Kartell der Sonnen", das Maduro nach Behauptungen

der USA geleitet haben sollte. Und sicherlich nicht zur Illegitimität

einer Entführung eines amtierenden Staatschefs aus seinem eigenen Land,

um ihn in einem anderen Land für Verbrechen vor Gericht zu stellen –

ohne ein Auslieferungsabkommen. Stattdessen nennen sie weiter Maduro

selbst "illegitim", sogar auch dann noch, wenn er, von einem Land, in

dem das Recht, Waffen zu besitzen und zu tragen, in der Verfassung

steht, wegen Waffenbesitzes angeklagt wird – in Venezuela.


Insbesondere beim britischen Premier Keir Starmer ist schwer zu

begreifen, wie er es entschuldigt, bei dieser Scharade Trumps

mitzuspielen. Angeblich soll er ein Weltklasseanwalt für Völkerrecht und

Menschenrechte sein. Und doch steht er da, nicht bereit, einen

Staatsstreich und einen Enthauptungsangriff gegen den international

anerkannten Staatschef eines souveränen Landes zu verurteilen. Unter

Druck gesetzt, verfällt er in das ewig gleiche Mantra: Er habe nicht

alle Fakten, und Großbritannien sei nicht beteiligt. Übersetzung: Wenn

ich lange genug stillhalte, sagt Trump vielleicht etwas weniger offen

imperialistisches, und ich kann es vermeiden, Daddy zu kritisieren und

ihn aufzuregen.


Ein britischer Ministerpräsident versucht es, mit Selbstverteidigung zu

argumentieren. Für Trump. Weil es offenkundig Selbstverteidigung ist,

wenn man von jemandem besessen ist, der für einen keine wirkliche

Bedrohung darstellt, wenn man in dessen Haus marschiert, ihn herauszerrt

und entführt.


Vielleicht fühlt sich Trump jetzt, weil Europa chronisch stumpf

reagiert, ermutigt, es direkt ins Visier zu nehmen – angefangen mit

Grönland. Ist es jetzt an der Zeit, sich ein Rückgrat wachsen zu lassen?

Offenkundig immer noch nicht.


Die Erklärung ist einfach. Jedes Zugeständnis, das die EU auf Kosten

ihrer eigenen Souveränität Washington gegenüber gemacht hat, hinterließ

sie gänzlich abhängig davon, bei Trump weiterhin wohlgelitten zu sein –

wie eine traditionelle Ehefrau, die ihre Karriere aufgab und nun ganz

von ihrem Partner abhängt und seinen Stimmungen und Launen ausgeliefert

ist. Was passiert, wenn man aufwacht und feststellt, mit einem Trottel

verheiratet zu sein, aber die eigene Unabhängigkeit schon lange

verschleudert hat?


Die EU will Washington als eine Art Türsteher in der Ukraine. Russland

hat klargestellt, dass es dort keine NATO will, auch nicht bei einem

Waffenstillstand. Also stellt sich Europa mit Macrons und Starmers

"Koalition der Willigen" auf, um in naher Zukunft einen russischen Tritt

in den Hintern zu erhalten, wenn seine Friedensbemühungen scheitern

(wofür die Wahrscheinlichkeit über null liegt) – außer, Washington ist

da, hält seine Hand und murmelt: "Es ist okay."


Deshalb ist das ein besonders schlechter Augenblick dafür, dass die EU

anfängt, Washington zu erklären, was es tun soll, weil es genau zu dem

Zeitpunkt verzweifelt die Absicherung durch die USA will, an dem die

Trump-Regierung offen ihre Begierde nach Grönland zeigt – ein dänisches

Gebiet, und Dänemark ist Mitglied der EU.


Statt geschlossen aufzumarschieren und Trump deutlich zu verstehen zu

geben, was das Kollektiv denkt, macht die EU, was sie immer so macht mit

Daddy Trump. Sie veröffentlicht eine gemeinsame Erklärung und umgeht

dabei tapfer den Elefanten im Raum: amerikanische Kriegslüsternheit, die

nun durch den frischen Überfall auf Venezuela auf Turbo läuft. Und das

war alles fürs Öl, wie Trump gerade erst 90 Minuten lang im Fernsehen

als Tonschleife wiederholte, nur falls jemand verwirrt war oder auf

stumm geschaltet hatte. Das schloss wohl seinen eigenen, passend so

benannten "Kriegsminister" Pete Hegseth mit ein, der weiter darauf

bestand, dass es um Drogen gegangen sei, ebenso wie seinen

Spitzendiplomaten Marco Rubio, der zumindest vorgab, es ginge um Demokratie.


Die europäischen "Führer" betonen weiterhin, Dänemark und Grönland

sollten Grönlands Zukunft entscheiden – als wäre irgendjemand verwirrt,

was das angeht, und es wäre nicht vielmehr der Teil mit dem

US-Einmarsch, den zu erwähnen sie zu vermeiden suchten. Mit den

Stichworten in der Hand, tun sie, was sie am besten können – sie

wiederholen sich. Als würde das Argument "mein Körper, meine Wahl" bei

einem Kerl funktionieren, der damit prahlt, wie er Länder bei den

Rohstoffen begrapscht.


Trumps Politikberater Stephen Miller ging noch etwas weiter und stellte

infrage, mit welchem Recht Dänemark einen stärkeren Anspruch auf

Grönland habe als die USA – als spräche man von Hotelbedarf, der

einander ergänzen soll. Er ignoriert die Tatsache, dass die USA 1916 die

dänischen westindischen Inseln – jetzt die Virgin Islands der USA – in

einem Vertrag erwarben, in dem sie die Rechte Dänemarks an Grönland

anerkannten. Aber klar, das war vor über einem Jahrhundert. Zeiten

ändern sich. Trump will Grönland für die nationale Sicherheit. So, wie

er Venezuela für die nationale Sicherheit wollte, gegen Drogen, bis er

hatte, was er wollte, und den Vorwand gänzlich fallen ließ.


Die neuesten Erklärungen der EU brummen etwas davon, wie wichtig

arktische Sicherheit für die gesamte NATO sei, die EU eingeschlossen.

Währenddessen besteht die Truppe von Trump darauf, dass die USA die NATO

sind, und die NATO ohne die USA nichts ist. Man würde denken, dass die

EU das besser kontern könne, als lyrisch von den USA als "essenziellem

Partner" in Grönland zu schwurbeln, und arktische Sicherheit "kollektiv

erreicht" werden müsse, indem "die Prinzipien der UN-Charta,

einschließlich Souveränität, territorialer Integrität und der

Unverletztlichkeit von Grenzen" hochgehalten würden. Anders gesagt: All

das, was die USA gerade in Venezuela dreist verletzt haben – und worauf

klar hinzuweisen der EU das Rückgrat fehlte.


Gleichzeitig versichern sich die Europäer gegenseitig, dass Washington

niemals Gebiet eines NATO-Landes annektieren werde, denn das wäre

undenkbar. Es sei denn, dass Trump wiederholt laut darüber nachdenkt und

darauf besteht, dass der Erwerb Grönlands nicht verhandelbar sei. Rubio

erklärte, dass Trump es kaufen wolle. Also wollte er damit andeuten,

dass sie nicht unmittelbar zur Invasion übergehen würden. Erst, wenn die

Verhandlungen scheitern, vermutlich.


Und womit rechnen die USA? Dass die EU blinzelt. Stephen Miller sagte

blank heraus, es werde keine militärische Konfrontation mit der NATO

über Grönland geben. Warum? "Niemand wird militärisch mit den USA um die

Zukunft Grönlands kämpfen", sagte er.


Sie klingen schon fast wie der Besoffene an der Bar, der kein "Nein" als

Antwort akzeptiert. Und Trump verhält sich weiter so, weil keiner dieser

sogenannten europäischen Staatschefs die Nerven hat, ihm die Meinung zu

geigen – selbst, wenn es klar in ihrem eigenen Interesse ist.


Glückwünsche, ihr Eurodeppen. Die Strategie der Selbstsabotage, die ihr

über Jahre hinweg perfektioniert habt – auf Kosten eurer eigenen

Bevölkerungen fröhlich auf Washingtons Superautobahn des Regimewechsels

den Beifahrer gebend –, ist jetzt, wie ein Boomerang, spektakulär direkt

in die Windschutzscheibe eures eigenen Clownswagens gedonnert.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

18.01.2026

Eskalation um Grönland, Deal mit Mercosur – und News zu Nordstream

lostineu.eu, vom 17. Januar 2026

Die Watchlist EUropa vom 17. Januar 2025 – heute mit der Wochenchronik. Die Themen: Das Ringen mit den USA um die größte Insel der Welt, die größte Freihandelszone der Welt – und neue Indizien zur Verwicklung der Ukraine in den größten Terroranschlag

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In seinem Klassiker “Die Schlafwandler” beschreibt C. Clark, wie Europa in den 1. Weltkrieg geschlittert ist. Chronisten des 21. Jahrhunderts werden unsere 20er Jahre womöglich ähnlich bewerten. Seit der russischen Invasion in der Ukraine 2022 droht wieder ein großer Krieg in Europa, nun kommt auch noch der Großkonflikt um Grönland hinzu.

US-Präsident Trump will die größte Insel der Welt dem US-Imperium einverleiben, die EU und die Nato sehen (fast) tatenlos zu. Diese Woche wurden zwar ein paar dänische, deutsche und französisch Soldaten nach Nuuk geschickt. Doch das eher symbolische Militär-Kontingent soll nur aufklären und hat keine abschreckende Wirkung.

Trump wird sich damit nicht stoppen lassen – zumal der deutsche Verteidigungsminister Pistorius auch noch hinausposaunt, daß es nicht um den Schutz vor den USA, sondern um den Schutz vor einer imaginären russischen oder gar chinesischen Gefahr gehe. Dabei sagen Grönländer und Dänen, daß diese Gefahr gar nicht existiert!

Der Schuss nicht gehört?

Der US-Präsident eskaliert immer weiter – und droht nun allen Staaten, die seinen Besitzanspruch zurückweisen, mit Strafzöllen. Doch Deutschland und die EU tun so, als hätten sie den Schuss immer noch nicht gehört. Sie wirken wie Schlafwandler, die sich Augen und Ohren zugebunden haben, damit sie ja nicht aufwachen…

Dabei fehlt es nicht an Warnungen. „Dass die Vereinigten Staaten erklären, sie wollten die Kontrolle über Grönland übernehmen, müssen wir ernst nehmen”, sagt der frühere Nato-Generalsekretär Stoltenberg.  „Das Wichtigste ist jetzt, weitere Maßnahmen zu verhindern.“ Dazu müssten die EUropäer endlich auf Trumps Drohungen reagieren.

Die Möglichkeit hätten wir, wie in diesem Blogpost dargestellt habe. Allein, es fehlt der politische Wille. Anders als im Irakkrieg, als sich Deutschland und Frankreich den USA verweigerten und sogar mit der Gründung einer Gegen-Nato drohten, fehlt es diesmal an Entschlossenheit – dabei geht es um die ureigensten europäischen Interessen.

Deutschland will nichts tun

Damit meine ich nicht nur Dänemark, zum dem Grönland ja immer noch gehört. Ich meine auch die Nato und die viel beschworene “europäische Säule” im Bündnis. Wann soll diese Säule denn Gestalt annehmen, wenn nicht jetzt? Warum gibt es keinen Krisengipfel der europäischen Nato-Mitglieder? Nun, die Antwort liegt auf der Hand.

Weder Deutschland noch Polen und Balten wollen auf die USA und deren “Schutz” in der Nato verzichten. Die meisten Alliierten haben es klaglos hingenommen, als sie in Afghanistan von den Amerikanern verraten und alleingelassen wurden. Im Zweifel würden sie deshalb wohl sogar die Annexion Grönlands schlucken…

Mein Fazit: Trump weiß um die Schwäche der Europäer und nutzt sie gnadenlos aus. Solange der Krieg um die Ukraine andauert, wird sich daran nichts ändern. Die USA könnten deshalb nicht nur Grönland, sondern auch noch Island unter ihre Kontrolle bringen; sogar Kanada steht auf der Wishlist. In diesen Tagen entscheidet sich die Zukunft der Nato und der EU…

P.S. Trump hat seine Drohung bekräftigt und Zölle gegen mehrere EU-Länder angekündigt – als Reaktion auf die Verlegung von Truppen nach Grönland. Unter den betroffenen Ländern ist auch Deutschland. Die Europäer haben auch das nicht kommen sehen, wachen sie nun endlich auf?

ebo

ebo

EU-Korrespondent und Blogger bei Lost in EUrope

Ich arbeite seit 2004 als fest akkreditierter EU-Korrespondent für deutsche Medien in Brüssel. Mehr als 25 Jahre Erfahrung in Europapolitik, deutsch-französischen Beziehungen und Foreign Affairs. Blogge hier seit 2011 ????

Was war noch?

Deal mit Mercosur weiter umstritten. Die EU-Spitze will heute das Mercosur-Abkommen unterzeichnen. Die feierliche Zeremonie in Paraguay wird von anhaltenden Bauernprotesten in EUropa überschattet. Die Landwirte fürchten Importe aus Südamerika zu Dumpingpreisen sowie niedrigere Qualitätsstandards. Widerstand gegen den Deal gibt es auch weiter im Europaparlament. Die Abgeordneten wollen am kommenden Mittwoch darüber abstimmen, ob sie den Europäischen Gerichtshof anrufen, um das Abkommen auf die Vereinbarkeit mit den EU-Verträgen zu überprüfen. Die EU-Kommission will jedoch nicht abwarten; sie könnte den Deal vorzeitig in Kraft setzen und die “Volksvertreter” übergehen… – Mehr dazu in der “taz”

BGH äußert sich zu Nordstream. Der Bundesgerichtshof BGH äußert sich erstmals detail­liert zum Nordstream-Anschlag – und sch­reibt ihn der Ukraine zu. Nach Auffassung des Senats sprechen dringende Gründe dafür, dass der ukrainische Staat den Sabotageakt initiiert und gesteuert habe. Dass sich die Explosionen im September 2022 nahe der dänischen Insel Bornholm und damit in internationalen Gewässern ereigneten, stört den BGH nicht. Die Taten unterlägen der deutschen Strafgewalt, da die punktuelle Zerstörung der zwei Pipelines die Funktionalität der gesamten Pipeline beträfe. Das Attentat sei auch nicht durch Kriegsrecht gedeckt. – Damit widerspricht der BGH der polnischen Regierung – mehr hier

Korruption in Zypern. Seit dem 1. Januar führt Zypern den halbjährigen EU-Vorsitz – nun wird das Land von einem Korruptionsskandal erschüttert. Ein Video, das auf “X” zirkuliert, soll illegale Methoden zur Finanzierung des Wahlkampfs für die Präsidentschaftswahlen 2028 belegen. – Mehr im Blog

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Führende EU- und Nato-Politiker leugnen weiter, daß es ein Problem mit US-Präsident Trump und Grönland gibt. EU-Kommissar Jörgensen und Nato-Generalsekretär Rutte drehen völlig frei.

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11 Comments

  1. Thomas Damrau
    18. Januar 2026 @ 09:27

    Klassischer Zielkonflikt: Das Kind fürchtet gleichzeitig
    — den Liebesentzug durch den Vater
    — die Prügel des Vaters

    Was tun? Der menschliche Geist reagiert in solchen Zeiten gerne mit Dissoziation (https://de.wikipedia.org/wiki/Dissoziative_Identit%C3%A4tsst%C3%B6rung ): Wir stecken die sich widersprechenden Erfahrungen in unterschiedliche Bereiche unseres Bewusstseins, die (in unserer Weltsicht) nichts mehr miteinander zu tun haben.

    Die dissoziative Störung Europas begann schon in den 1990er:
    — Die Europäer hofften, dass mit dem Zusammenbruch des Warschauer Pakts ein Zeitalter der kooperativen Konfliktlösung beginnen werde.
    — US-Präsident Clinton wollte die Ernte in die Scheune fahren, die der gefühlte Sieg über den systemischen Gegner ermöglichte.

    Die europäische Lösung: „Friedensdividende“ reklamieren und sich gleichzeitig mehr (Afghanistan, Libyen, Kosovo) oder weniger (Irak, Plünderung Russlands) an den US-Abenteuern beteiligen.

    Und so ging das weiter von Clinton über Bush Jr. über Obama über Trump zu Biden: Immer leicht piquiert über das US-Großmachtgehabe sein, aber doch besser nicht zu laut meckern. Papa könnte ja ……..

    Und jetzt sind wir halt mit Donald I. konfrontiert, dem großmächtigen Herrscher beider Amerikas und Grönlands, der die Androhung von Prügeln zum Geschäftsmodell gemacht hat.

Antworten

  • Michael
    18. Januar 2026 @ 09:19

    @ebo
    Tut mir leid aber – Ironie beiseite – auch das war keine Gegenwehr sondern Champagner oder vielmehr Perlen vor die Säue werfen!

    Antworten

  • Guido B.
    18. Januar 2026 @ 07:38

    Trump hat Zölle gegen Abweichler verhängt. Es regt sich Protest gegen den POTUS. Mal schauen, ob es bei Zöllen bleibt. Selenski hängt gerade an einem sehr dünnen Faden. Ohne USA wird nix aus der Ukrainischen Union.

    Antworten

  • Erneuerung
    17. Januar 2026 @ 19:41

    Ich träume jetzt mal: Die schlimmsten Totengräber Europas verschwinden in der Bedeutungslosigkeit (vdL, Kallas, Merz, Selenskyj, Macron, Starmer) und werden durch kompetentere und humanere Personen ersetzt. Dann kommen die Leute östlich von Polen zu der Einsicht, dass sie eigentlich gar nicht so verschieden sind und am Ende nur das Volkswohl von allen Bewohnern zählt. Und wenn das durchgesickert ist, dann könnte das Realität werden, was Putin mal ausgesprochen hat: Ein Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostock, und damit gemeinsame Interessen, die auch militärisch gemeinsam vertreten werden. Unter diesem Aspekt wäre dann Europa in seiner kompletten Ausdehnung auch militärisch stark genug, um den Hirngespinsten der Amerikaner paroli zu bieten.
    Aber ja, das ist nur ein Traum, und solche Leute wie @Kleopatra werden schon dafür sorgen, dass man eiskalt aufwacht.

    Antworten

    • Nope
      18. Januar 2026 @ 01:21

      Es kann nicht der Sinn der Sache sein, die eine dominante Macht durch eine andere zu ersetzen, was passieren würde in einer politischen Union mit Russland (und der Ukraine vermutlich?!) und wie wir alle aus der EU gelernt haben sollten, kann man “einen Wirschaftsraum” nicht ohne eine solche haben.
      Wir brauchen Ruhe und ein Zurück zum Status Quo ante vor dem Scheiß der letzten 4 Jahre zwecks Erholung und keine Hals über Kopf Entscheidungen die uns auf Jahrzehnte binden oder in naher Zukunft wieder in turbulente Zeiten bringen.

      Antworten

  • Michael
    17. Januar 2026 @ 17:04

    Haben Deutschland und Frankreich „Gegenwehr“ geleistet als die USA den Irak überfallen haben!? Oder haben sie nur die Gefolgschaft verweigert und es kam trotzdem zum Krieg der weit über 210000 Menschenleben gefordert hat!?
    Und von wegen Island: die Insel ist militärisch laut bilateralem Abkommen mit den USA de jure, und damit und auch ansonsten politisch de facto unter US Kontrolle!
    Aus historischer Perspektive betrachtet kann man sich nur wünschen dass Grönland qua Dänemark ein Teil Europas bleibt, und die NATO scheitert und aufgelöst wird und das westliche Europa endlich wahrhaftiges und wirkliches Teil Eurasiens wird!

    Antworten

    • ebo
      17. Januar 2026 @ 18:12

      Stimmt, Schröder hat keine Gegenwehr geleistet. Aber die Franzosen waren immerhin so renitent, daß ihre amerikanischen Freunde den Champagner auf den Straßen von Washington demonstrative weggekippt haben, und zwar nicht in den Mund ????

      Antworten

  • Reykjavik
    17. Januar 2026 @ 16:27

    Da bei allen strategischen Überlegungen der EU immer noch die Ukraine und nur die Ukraine zählt, halte ich es für vorstellbar, dass man eigenes Gebiet klaglos hergibt,damit man dafür den Proxykrieg des Nicht-EU- und Nicht- NATO-Mitglieds Ukraine bloß weiter betreiben kann. Das wäre ein Offenbarungseid und damit wirklich das Ende von allem, das könnte man selbst dem desinteressiertesten EU-Bürger nicht mehr mit russischer Bedrohung zurechtlügen.
    Für die Grönländer täte es mir zutiefst leid, aber das wäre auch endlich die Stunde der Wahrheit. Falls wir noch eine Zukunft haben sollten, die können wir nicht auf die ungeheuerlichen Lügen aufbauen, mit denen wir mindestens die letzten 4 Jahre gefüttert worden sind.

    Antworten

    • ebo
      17. Januar 2026 @ 17:14

      Das ist auch meine Sorge!

      Antworten

  • Helmut Höft
    17. Januar 2026 @ 16:12

    “Mein Fazit: [Die USA wissen] um die Schwäche der Europäer und nutz[en] sie gnadenlos aus. “ ???? D’accord!

    Apropos Grönland: Ist halt Schoiße, dass die Grönländer nur zu gut wissen, wie die Kolonoalisierung von G abgelaufen ist und wie die Geschichte dann bis heute weiterging.

    Meine Prognose: Der Trend geht im Andenken dessen 1) kurzfristig weg von DK, 2) mittelfristig hin zu den USA (weil diese den Grönländern goldene Eier versprechen und auch anfangs liefern werden, dem widersteht die Mehrheit nicht) und 3) langfristig wachen die Grönländer dann in so etwas wie “blühende Landschaften” auf und fragen sich 4) “OMG wat nu!”

    Antworten

  • KK
    17. Januar 2026 @ 15:07

    Offenbar gibt es im französischen Parlament eine erste Initiative aus der grössten Fraktion (LFI) heraus, aus der NAhTOd auszutreten, und da der RN auch schon länger mit der NAhTOd fremdelt, könnte diese Initiative durchaus Erfolg haben.
    Ich drück jedenfalls die Daumen…

    Antworten

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    18.01.2026

    Nachrichten von Pressenza: DKG gibt den Widerstand gegen den Krankenhauskahlschlag auf

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 18. Januar 2026, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 18.01.2026


    DKG gibt den Widerstand gegen den Krankenhauskahlschlag auf


    In der heutigen Jahresauftaktpressekonferenz kündigte die Deutsche Krankenhausgesellschaft an, den Forderungen nach Umstrukturierung der Krankenhauslandschaft nachzukommen und in den nächsten Jahren mehrere hundert Krankenhäuser zu schließen. Das Bündnis Klinikrettung kritisiert das scharf: Laura Valentukeviciute, Sprecherin von Gemeingut:  „Nach Jahren des&hellip;

    https://www.pressenza.com/de/2026/01/dkg-gibt-den-widerstand-gegen-den-krankenhauskahlschlag-auf/


     -----------------------


    Lebensmittelmacht Deutschland


    Deutsche Unternehmen kontrollieren fast alle Glieder der globalen Lebensmittelketten mit und stützen so ein agrarindustrielles Produktionsmodell, das fatale Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt hat. Dagegen formiert sich Protest. Unter dem Motto „Wir haben es satt“ ruft ein breites Bündnis&hellip;

    https://www.pressenza.com/de/2026/01/lebensmittelmacht-deutschland/


     -----------------------


    Wann gehen Roboter eigentlich in Rente?


    In den grossen Industrienationen der Welt sichern im 21. Jahrhundert überwiegend Roboter [1] die benötigte Produktion, während der Mensch, die sogenannte &#8218;human resource&#8216; als kostenintensiver Rechnungsfaktor der bisher noch menschlichen &#8218;Industrie&#8216;, mehr und mehr entfernt wird. Doch weder die das Volk beherrschenden&hellip;

    https://www.pressenza.com/de/2026/01/wann-gehen-roboter-eigentlich-in-rente/


     -----------------------


    Mahnwache für Renee Nicole Good und die Opfer von ICE-Gewalt in New York


    Es ist Sonntag, der 11. Januar – ein Tag voller Emotionen. Ich verlasse eine U-Bahn-Station, die nur wenige Schritte vom Ort des Treffens entfernt liegt, um Renee Nicole Good zu gedenken. Sie wurde von Jonathan Ross, einem ICE-Beamten, kaltblütig ermordet.&hellip;

    https://www.pressenza.com/de/2026/01/mahnwache-fuer-renee-nicole-good-in-new-york/


     -----------------------


    No Wars, No Kings, No ICE, Hands Off Venezuela – Protestzug der Vielfalt in New York


    New York, Sonntag, 11. Januar: Diesmal sind wir alle da. Es demonstrieren die Gruppen für Palästina, die in den letzten zwei Jahren gegen den Völkermord gekämpft und ihn angeprangert haben; außerdem „Refuse Fascism” und „Hands Off Venezuela”, die Bewegung „No&hellip;

    https://www.pressenza.com/de/2026/01/no-wars-no-kings-no-ice-hands-off-venezuela/


     -----------------------


    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    No Wars, No Kings, No ICE, Hands Off Venezuela – Protestzug der Vielfalt in New York


    pressenza.com, vom 17.01.26 - Marina Serina

    Dieser Artikel ist auch auf Italienisch verfügbar

    Screenshot_2026_01_18_at_21_10_56_No_Wars_No_Kings_No_ICE_Hands_Off_Venezuela_Protestzug_der_Vielfalt_in_New_York

    (Bild von Marina Serina)


    New York, Sonntag, 11. Januar: Diesmal sind wir alle da. Es demonstrieren die Gruppen für Palästina, die in den letzten zwei Jahren gegen den Völkermord gekämpft und ihn angeprangert haben; außerdem „Refuse Fascism” und „Hands Off Venezuela”, die Bewegung „No Kings”, die Basis, die Zohran Mamdani (DSA, Democratic Socialists of America) unterstützt hat, sowie verschiedene Gewerkschaften.


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    Aber was am meisten auffällt, sind die vielen Tausend Leute, die spontan auf die Straße gegangen sind. Sie haben Schilder geschrieben und Cartoons gezeichnet; einige haben sich verkleidet, andere haben Bongos, Trommeln und Geigen hervorgeholt oder sich aus dem Topfregal bedient, um Lärm zu machen. Diesmal sind nicht nur junge Leute dabei; ich sehe Menschen jeden Alters marschieren.


    Screenshot_2026_01_18_at_21_15_51_No_Wars_No_Kings_No_ICE_Hands_Off_Venezuela_Protestzug_der_Vielfalt_in_New_York

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    Wegen eines Problems in der U-Bahn schließe ich mich dem Zug am Ende an; ich muss Laura und Dzafer finden, die ich bei der „Tax the Rich”-Kundgebung kennengelernt habe; sie sind direkt hinter dem Transparent der SDA, die den Zug anführt.

    Mit guter Laune und dem Handy auf Kamera eingestellt mache ich mich auf den Weg durch die Menge. Das Volk hat ein Talent, Böses mit kreativen Aktionen anzuprangern. Wir sind alle sauer wegen der kriminellen Aktionen der ICE und der Trump-Regierung; aber wenn wir einen Weg finden, unsere Gefühle in einem starken und friedlichen Ausdruck zu kanalisieren, werden wir noch überwältigender und unaufhaltsamer sein. Entweder hört die Regierung auf das Volk und ändert ihre Politik, oder sie wird fallen. Das ist mein Urteil.


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    Beim Laufen sehe ich Schilder, die die ICE mit der Gestapo und dem Ku-Klux-Klan vergleichen; die berüchtigten Agenten in den neunten Kreis von Dantes Hölle stecken; die sich fragen, wie Faschismus denn sonst aussehen sollte; die ein Mindestmaß an Anstand fordern (ein Satz aus einem historischen Ereignis, das McCarthy fertig gemacht hat); die Trumps Amtsenthebung fordern; die sich über die Verzerrung der Realität lustig machen (2 + 2 = 5); die den Präsidenten als verwöhntes Kind verspotten, das Krieg spielt – und die ICE als ein Stück Eis, das dazu bestimmt ist, kläglich zu schmelzen. Sie fordern die vollständige Offenlegung der Epstein-Dokumente und erinnern daran, dass New York die Stadt der Einwanderer ist, dass die Vereinigten Staaten auf deren Arbeit und  Hoffnungen aufgebaut wurden und dass Grönland den Grönländern gehört. Einige haben sich auf ein lapidares „Enough!” beschränkt.


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    Ich bin neben Familien mit kleinen Kindern unterwegs, die stolz ihre Plakate hochhalten. Es gibt jede Menge gestylte Paare, die mitmarschieren. Einige machen eine kurze Pause auf den Bänken an den Bushaltestellen oder auf den Stufen der Kirchen. Unter ihnen sehe ich einen netten älteren Mann, der sich selbst zum König der Vereinigten Staaten gekrönt hat – irgendwas sagt mir, dass er vielleicht mehr Kompetenz und Menschlichkeit zeigt als die offiziellen Führer. Ein vornehmer Herr kommt mit einem selbstgebastelten Schild in einer Hand, während er mit der anderen einen riesigen Koffer hinter sich herzieht – hat er alles gegeben, um hier zu sein und seine Empörung zu zeigen? Ein anderer hat sich als Tod verkleidet und hält Trumps Kopf und den Namen ICE in der Hand. Ein sehr beliebtes Motiv für besonders „off grid” (netzunabhängige) Fotos ist der resident alien (alien im Sinne von „Außerirdischer“). Der Umzug wird von Regenbogenpaaren und ethnischen Gruppen aus aller Welt bunt gestaltet. Ich treffe sogar die Schokoladenfrauen – ich nenne sie liebevoll so, weil sie von morgens bis abends unermüdlich, oft mit einem Säugling auf dem Rücken, Schokolade in den U-Bahnen verkaufen. Verschiedene Musikstücke beeindrucken mich. Ich unterhalte mich mit einer Gruppe von Mariachis, die „Stand by me“ singen, und verlasse sie, um einer kleinen Punkband zu folgen, die aus großen Lautsprechern schön laut und deutlich das ausdrückt, was wir alle hier denken: „Fuck Trump, Fuck ICE, Fuck MAGA“.

    Endlich sehe ich das Transparent der DSA. Nach etwa einer Stunde bin ich am Anfang des Zuges angelangt. Wir kommen gerade auf den Times Square; ein Typ kapiert die Situation, schnappt sich das Megafon und sagt uns, wir sollen uns zerstreuen: „Es ist vorbei. Geht nach Hause, geht in die Bar. Danke! Vielen vielen Dank! Hinter uns warten Tausende von Leuten, die sonst nicht bis zum Platz kommen können.“

    Alle Fotos von Marina Serina. Die Übersetzung aus dem Italienischen wurde von Domenica Ott vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!


    Info: https://www.pressenza.com/de/2026/01/no-wars-no-kings-no-ice-hands-off-venezuela/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    17.01.2026

    Massenproteste im Iran: Anmerkungen zu einer Erklärung von Friedensorganisationen

    jg-nachgetragen.blog, vom 16. Januar 2026

    In einer gemeinsamen Erklärung (s.u.) verurteilen die IPPNW, das Netzwerk Friedenskooperative, die DFG-VK und Ohne Rüstung Leben „die exzessive Gewalt der iranischen Regierung gegen die Protestierenden“, ohne auf die von Regimegegnern ausgehende Gewalt, die westliche Einmischung und den Wirtschaftskrieg gegen Land einzugehen. Dabei hat die massive Verschlechterung der Lebensbedinungen infolge der Verschärfung des Embargos durch Trump und die EU im Laufe des letzten Jahres, die Proteste angefacht.
    Anbei meine kritischen Anmerkungen, die ich in einer Mail über einen IPPNW-Verteiler sandte.

    Update: Die Erklärung der Bundesvereinigung VVN-BdA ist noch einseitiger und schräger. Hier wird allen Ernstes die deutsche Regierung aufgefordert, „den Druck auf die Machthaber in Teheran erhöhen.“

    Die erste Frage, die sich mir stellte, war, was treibt eigentlich die IPPNW, Netzwerk Friedenskooperative und  DFG-VK mal wieder an, eine Erklärung zu den inneren Geschehnissen eines fremden Landes abzugeben? Zu einem vom eigenen Land und seinen Verbündeten belagerten und angegriffenen Land und auf Basis ungesicherter Quellen und aus dem grob einseitigen Blickwinkel hiesiger Politik, Mainstreammedien und pro-westlicher iranischer Regimegegnern. Sollten Friedensorganisationen sich nicht zuerst um die unheilvolle Politik der eigenen Regierung kümmern?

    Wenn es um einen erklärten Feind geht, sollte man dann die Berichte darüber nicht mit einer gewissen Vorsicht lesen? Bekanntlich stirbt die Wahrheit schon lange vor dem Krieg. (s. z.B. Network linked to Israel pushes to shape external Iran protest narrative)
    Bevor man sich hinter die herrschenden Narrative stellt, sollte man sich m.E. wenigsten auch mal die Berichterstattung aus der Region anschauen. z.B. arabische wie Al Jazeera, die nicht pro-iranisch sind, aber näher dran und neutraler. Diese zeichnen ein deutlich anderes Bild.
    Oder kritischere westliche, kenntnisreichere Stimmen wie Knut Mellenthin, z.B. vor drei Tagen: Propagandakrieg um Iran


    Wenn man liest, dass bis letzten Sonntag schon über 100 staatliche Einsatzkräfte getötet wurden, dann dürfte doch klar sein, dass die staatlichen Organe nicht bloß – wie auch in der Erklärung unten suggeriert wird – gegen friedliche Proteste vorgehen.
    Tatsächlich hat die iranische Regierung, wie auch in westlichen Medien berichtet wurde, zunächst zurückhaltend reagiert und die ursprünglichen Proteste gegen die desolaten wirtschaftlichen Verhältnisse und die unzureichenden Maßnahmen der Regierung dagegen, als legitim und teils gerechtfertigt bezeichnet. Auch die Polizei reagierte anfangs verhalten.

    Das änderte sich, als bewaffnete Gruppen, wie die auch von Deutschland ausgerüsteten Volksmudschahedin, in Aktion traten, erste Einsatzkräfte getötet, Polizeistationen, Behörden, Bankfilialen … angegriffen und in Brand gesteckt wurden.


    Der Mossad brüstet sich bekanntlich offen, er unterstütze die Proteste mit tausenden Agenten. Die CIA und andere westl. Dienste sind natürlich auch schon lange vor Ort aktiv. Das ist erneut das typische Szenario, wie in Libyen und Syrien, wo genuine, sich gegen konkrete Probleme richtende Proteste, die die Chance hatten, Reformen zu bewirken, gekapert und in einen gewaltsamen Aufstand umgewandelt werden, der dann, wie zu erwarten auch die Reaktion des Staates eskalieren lässt.

    Auch John Mearsheimer, sprach gestern in einem Interview über die zentrale Rolle Israels und der USA bei der Auslösung und Anheizung der Proteste und betonte, dass ihr Ziel nicht bloß ein Regimewechsel ist, sondern auch die Spaltung des Iran, genau wie in Syrien (Trying to Wreck Iran and Failing).  

    (!!) 
    Im linken, auf West-Asien spezialisierten Magazin The Cradle erfährt man z.B. auch, dass es sehr große Demos gegen die gewaltsamen Ausschreitungen und die ausländische Einmischungen gibt.
    (Millions take to the streets of Iran in mass counterprotests against riots, foreign interference,
     

    (!!) 

    12.01.2026
    Dozens have been killed by armed rioters across Iran in recent weeks, including over 100 members of the security forces, several civilians, and children)

    Es geht nicht darum, das iranische Regime zu verteidigen, sondern durch ein vollständigeres Bild besser zu verstehen, was die größten Bedrohungen für die Iraner sind und wie der Mehrheit von ihnen am ehesten geholfen ist. Zu einem vollständigeren Bild gehört, dass im Iran die Todesstrafe leider exzessiv angewendet wird, es aber keine Massenhinrichtungen in den letzten Wochen gab. Die von den USA gestützte und im Westen oft zitierte Human Rights Activists News Agency (HRANA) meldete zwar, dass es Anfangs des Jahres schon viele Hinrichtungen gab, aber keine von Teilnehmern von Protesten.

    Die Geschichte hat gezeigt, dass unter massiver äußerer Einmischung, militärischer Bedrohung, wirtschaftlicher Strangulation … keine fortschrittliche gesellschaftliche Alternative möglich ist,

    Aktuell liegt die Zukunft des Irans leider nicht [wie der Pressereferent der IPPNW in Erwiderung auf eine Kritik meinte] „in einer demokratischen, säkularen Republik, in der das iranische Volk seine Geschicke selbst bestimmt“. Es gibt auch nicht „das iranische Volk“ – ein erheblicher Teil, wenn nicht die Mehrheit der Iraner, ist für einen islamischen Staat und noch mehr wenden sich gegen eine pro-westliche Orientierung. Im Falle eines Umsturzes würden die Gegensätze in bewaffnete Kämpfe münden und den Iranern das Schicksal der Syrer oder Libyer drohen.
    Und das wäre durchaus im Sinne Israels, der USA  & Co., würde es doch den Iran als Regionalmacht, BRICS-Mitglied, Verbündeter Russlands und China ausschalten.


    Natürlich können wir die Gewalt iranischer Einsatzkräfte gegen gewaltfreie Demonstranten anprangern, sofern sie gut belegt ist, dürfen aber die Gewalt der anderen Seite nicht ausblenden, die sie anstachelt und ebenfalls Zivilisten tötet und verwundet.

    Wer positive Änderungen im Iran will, muss sich vor allem gegen die Belagerung des Landes engagieren. Kluge iranische Regimekritiker, wie Bahman Nirumand haben immer wieder betont, dass Druck, Einmischung und Isolierung, stets zivil-gesellschaftliche Spielräume verengt.


    Und wir müssen auch gegen die brutalen Wirtschaftsblockaden protestieren, deren Auswirkungen das Gros der Bevölkerung am meisten belasten und die Protestwelle auslösten.

    Trump hat sie im Frühjahr noch weiter verschärft, mit dem erklärten Ziel, die Iraner durch drastische Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Lage derart in die Verzweiflung zu treiben, dass sie sich gegen das Regime erheben.
    Die direkte militärischen Aggression Israels und der USA steigerten die wirtschaftlichen Probleme des Landes weiter und Berlin, Paris und London gaben durch Reaktivierung der mit dem Wiener Atomabkommen aufgehoben Sanktionen, noch einen Schlag oben drauf.
    Der Wechselkurs der Rial wurde dadurch weiter nach unten gedrückt und die Inflation sprang von 40 auf 50 Prozent.

    (s. dazu meine Artikel Iran nach dem Zwölf-Tage-Krieg vom 26.12.2025, und Iran: Destabilisieren durch Strangulieren v. 7.1.2026)

    Außenminister Wadephul freut sich nun offen darüber, dass die EU-Restriktionen, die Millionen Iraner weiter in die Armut trieben, den Aufstand befeuert haben.  “Das heißt: Sanktionen wirken und auf diesem Weg sollten wir weiter vorangehen.” ‍(Wadephul freut sich über Aufstand im Iran: “EU-Sanktionen wirken”, Lost in EU, 12.1.2026)
    Er gesteht damit offen ein, dass sich die Wirtschaftsblockaden keineswegs „nur gegen das Regime“ richten, wie dt. Regierungen immer beteuern, sondern die Menschen im Iran unter Druck setzen sollen, sie als Geisel nehmen.


    Es gibt keine spezifische Schätzung, wie viele Todesopfer der Wirtschaftskrieg gegen den Iran schon forderte. Aber mit Sicherheit umfassen sie einen signifikanten Teil der halben Million Menschen, die gemäß einer Studie im britischen Fachjournal The Lancet pro Jahr weltweit durch Wirtschaftssanktionen ums Leben kommen.
    Die Wirtschaftsblockaden werden mit keinem Wort erwähnt. Der indische Historiker Vijay Prashad schreibt treffend:

    Die Iraner müssen ihre Probleme selbst lösen. Das Sanktionsregime und die Androhung von Gewalt tun nichts, um dies zu ermöglichen.
    Im Westen, wo Demonstranten geschlagen und sogar getötet werden, weil sie die Palästinenser unterstützen und gegen die Einwanderungspolitik protestieren, ist es leicht, „Solidarität mit den Iranern” zu sagen. Und irgendwie scheint es viel schwieriger zu sein, „Beendet die Sanktionen” zu fordern und damit dem iranischen Volk zu ermöglichen, selbst über seine Zukunft zu entscheiden.


    IPPNW-Pressemitteilung: Massenproteste im Iran, IPPNW fordert Ende der Gewalt


    Liebe alle,

    die IPPNW hat anlässlich der Massenproteste im Iran gestern eine Bündnis-Pressemitteilung versendet – gemeinsam mit Netzwerk Friedenskooperative, DFG-VK, Ohne Rüstung Leben -, in der wir die exzessive Gewalt der iranischen Regierung gegen die Protestierenden verurteilen, nachzulesen unter https://www.ippnw.de/frieden/artikel/de/friedensorganisationen-fordern-ende.html

    Unsere heute versendete IPPNW-Stellungnahme findet ihr im Folgenden.

    PPNW-Pressemitteilung 15. Januar 2026

    Massenproteste im Iran
    IPPNW fordert Ende der Gewalt

    Die IPPNW solidarisiert sich mit den Menschen im Iran, die unter Lebensgefahr für Demokratie und Menschenrechte demonstrieren. Die Friedensorganisation, in der sich Menschen aus dem Gesundheitswesen engagieren, fordert ein Ende der Gewalt gegen die Protestierenden und die Freilassung aller politischen Gefangenen. Die Bundesregierung müsse die Abschiebung iranischer Staatsangehöriger sofort stoppen und sich gegenüber den USA gegen eine militärische Intervention einsetzen. Die internationale Gemeinschaft solle alle ihr zur Verfügung stehenden gewaltfreien Mittel nutzen, um die Protestierenden zu schützen und der Gewalt im Iran ein Ende zu setzen. 

    Die iranische Regierung geht mit unvorstellbarer Härte gegen die Demonstrierenden vor. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation HRANA sind seit Protestbeginn im Iran mehr als 2.600 Menschen ums Leben gekommen, zehntausende wurden verhaftet. Den Verhafteten droht die Todesstrafe, wie erste Urteile belegen. Ein Augenarzt aus Teheran berichtet, dass in einer einzigen Klinik allein 400 Patient*innen mit Augenverletzungen durch Schusswaffen behandelt werden mussten. Die tatsächlichen Opferzahlen könnten weit über den Schätzungen liegen. Medizinische Gutachten zeigen eine Veränderung in den Unterdrückungsmethoden der Sicherheitskräfte. Während bei früheren Einsätzen gegen die Demonstrant*innen hauptsächlich Tränengas oder Gummigeschosse zum Einsatz kam, wird nun nach Medienangaben in viel größerem Umfang scharfe Munition verwendet. Mehrere Ärzt*innen bestätigten, dass die von ihnen behandelten Schussverletzungen sowohl von scharfer Munition als auch von Schrotkugeln stammen. Die Regierung lässt offenbar gezielt auf Augen und Unterleib schießen, damit den Demonstrierenden Verstümmelung droht, wenn sie die Angriffe überleben. 

    Laut Medienberichten arbeiten die Notaufnahmen in ganz Teheran in einem nahezu konstanten Zustand der Triage. Ärzt*innen berichten, dass Traumaverletzungen, Atemwegskomplikationen und unbehandelte Erkrankungen die Aufnahmen dominieren und wenig Raum für routinemäßige Notfälle wie Herzkrankheiten oder chirurgische Fälle lassen. Teilweise sind die Krankenhäuser so überfüllt, dass die Patient*innen bei Minusgraden unter freiem Himmel untergebracht werden müssen. Hinzu kommt noch, dass Sicherheitskräfte regelmäßig die Krankenhäuser durchkämmen und Patient*innen verhaften. Schon bei den Protesten vor drei Jahren wurde kritisiert, dass Patient*innen deshalb außerhalb von Gesundheitseinrichtungen betreut werden mussten und medizinisches Personal selbst zur Zielscheibe von Repression wurde.

    „Die brutale Unterdrückung des Strebens nach Demokratie und Menschenrechten spiegelt sich in den dramatischen Zuständen in iranischen Krankenhäusern wider. Die IPPNW fordert, dass die iranische Regierung das Recht auf körperliche und geistige Unversehrtheit friedlicher Protestierender wahrt. Demokratie lässt sich nicht herbei bomben, weder im Iran noch in Venezuela oder in Gaza“, erklärt die IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Claußen.–


    Info: https://jg-nachgetragen.blog/2026/01/16/massenproteste-im-iran-anmerkungen-zu-einer-erklaerung-von-friedensorganisationen/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    Proteste

    Propagandakrieg um Iran


    jungewelt.de Aus: Ausgabe vom 12.01.2026 , Von Knut Mellenthin


    US-Präsident droht mit Eingreifen, Teheran für diesen Fall mit Vergeltung gegen US-Militäreinrichtungen und Israel. Dutzende Tote unter Demonstranten und Einsatzkräften

    Uncredited/VALIDATED UGC/AP/dpa

    Vier Tage ohne Internet: Standbild eines in sozialen Netzwerken geteilten Videos der Proteste (Teheran, 9.1.2026)


    Die Protestaktionen in vielen Städten Irans, die am 28. Dezember begonnen haben, sind auch an diesem Wochenende fortgesetzt worden. Über die Teilnehmerzahl, die der von westlichen Politikern und Medien zum »Kronprinzen« hochgejubelte Sohn des 1979 vertriebenen Schahs Resa Pahlawi mit »Millionen« angibt, lässt sich nichts annähernd Zuverlässiges sagen. Fotos und Videos zeigen fast nie Massendemonstrationen, wie sie weltweit üblich sind, sondern lockere Gruppen, die um Feuer herumstehen oder Steine werfen.

    Die US-amerikanische Menschenrechtsorganisation Human Rights Activists News Agency (HRANA) gab die Zahl der – hauptsächlich durch Schüsse der Einsatzkräfte – getöteten Protestteilnehmer am Sonntag morgen mit mindestens 116 an. Es werden aber auch »deutlich höhere« Opferzahlen verbreitet, die sich auf angebliche Erzählungen von Krankenhauspersonal berufen.

    Iranische Medien berichten, dass Dutzende Angehörige der Polizei und anderer Einsatzkräfte getötet worden seien. Am Sonntag wurde der Tod von 30 Beamten in der Provinz Isfahan gemeldet. Der Kommandeur einer Spezialeinheit der Polizei teilte mit, dass am Donnerstag und Freitag acht ihrer Leute bei Operationen zur Unterdrückung der »Unruhen« in verschiedenen Städten getötet worden seien. Offizielle Zahlenangaben scheint es bisher nicht zu geben, aber die staatsnahe Nachrichtenagentur Tasnim sprach am Sonntag davon, dass während der Proteste im ganzen Land 109 Angehörige der Einsatzkräfte getötet worden seien.


    Dass bewaffnete Gruppen im Iran Protestwellen zu Angriffen auf Polizei, Milizen und paramilitärische Kräfte nutzen, ist auch aus der Vergangenheit bekannt. Besonders gilt das für Gruppen mit separatistischen Zielstellungen wie die Balutschen im Ostiran.

    Abweichend von der üblichen Vorgehensweise, direkte Einmischungen und Lenkungsversuche diskret zu behandeln oder zu leugnen, scheint sich Israels Auslandsgeheimdienst gegenwärtig bewusst provozierend aufzuspielen. Die Jerusalem Post berichtete am 29. Dezember, der Mossad habe auf seinem X-Account die iranische Bevölkerung aufgerufen: »Wir sind bei euch. Nicht nur aus der Ferne und verbal. Wir sind vor Ort bei euch.« In diesem Zusammenhang schrieb die Tageszeitung, dass an dem zwölftägigen Krieg im Juni vergangenen Jahres »Hunderte von Agenten« des Mossad im Iran beteiligt gewesen seien. Nach dem Krieg habe der Chef des Geheimdienstes, David Barnea, öffentlich verkündet, Israel »wird weiter dort bleiben, wie wir schon früher dort waren«.

    US-Präsident Donald Trump wiederholte auch am Wochenende seine Drohungen, er werde »den Iranern zu Hilfe kommen«, wenn die Führung des Landes weiter auf die Demonstrierenden schießen lasse. Die New York Times berichtete, Trump habe sich Optionen für ein militärisches Eingreifen im Iran vorlegen lassen. Irans Parlamentssprecher Mohammed Baker Kalibaf reagierte am Sonntag während einer Sitzung mit der Ankündigung, Iran würde im Fall eines Angriffs »die besetzten Territorien« – gemeint ist damit ganz Israel –, »alle amerikanischen Militärzentren, Stützpunkte und Schiffe in der Region als legitime Ziele betrachten«.

    Gleichzeitig bekräftigte Kalibaf, Iran erkenne »die friedlichen Proteste des Volkes wegen wirtschaftlicher Beschwerden« an, aber wende sich entschlossen gegen »bewaffnete Terroristen«. An dieser Unterscheidung halten die Vertreter des Staates, der Militärs und der Justiz nach wie vor fest. Westliche Medien, die es anders darstellen, sagen nicht die Wahrheit. Es ist aber zu beobachten, dass von Regierungsseite zunehmend der Vorwurf eingesetzt wird, die »Unruhen« würden vom Ausland – namentlich werden vor allem die USA und Israel genannt – unterstützt und angeheizt. Die Proteste seien seit Donnerstag in »bewaffnete Unruhen« umgeschlagen, hieß es in einigen Medien am Wochenende. Sicherheitsbehörden meldeten, sie hätten »mehrere bewaffnete Terrorzellen aufgelöst« und Aktivisten mit Auslandsverbindungen festgenommen.


    Info: https://www.jungewelt.de/artikel/515425.proteste-propagandakrieg-um-iran.html


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    17.01.2026

    Ein russischer Gelehrter in polnischer Geiselhaft

    freedert.online, 17 Jan. 2026 09:20 Uhr, Von Astrid Sigen

    Polnische Behörden nahmen im Dezember 2025 einen russischen Archäologen fest. Kiew hatte ihn wegen seiner Ausgrabungen auf der Krim angeklagt. Derzeit entscheidet ein Gericht in Warschau über die Auslieferung des Wissenschaftlers. Sie könnte lebensbedrohliche Folgen für ihn haben.


    Ein russischer Gelehrter in polnischer Geiselhaft© aus sozialen Medien


    Alexander Butjagin


    Seit Anfang Dezember 2025 sitzt Alexander Butjagin in Warschau in Haft. Beamte des polnischen Inlandsgeheimdienstes ABW hatten ihn festgenommen. Der Vorwurf: Der renommierte russische Archäologe hatte Ausgrabungen auf der zwischen Russland und der Ukraine umstrittenen Halbinsel Krim geleitet. Der Leiter der Abteilung für antike Archäologie der St. Petersburger Eremitage ist unter anderem für die Ausgrabung des antiken Myrmekion zuständig und hat dabei bedeutende Funde gemacht.

    Für die ukrainischen Behörden gilt Butjagins dortige Arbeit als Raubgräberei und "Zerstörung von Kulturgütern" – zumindest seit 2014, als sich die Krim mit Russland wiedervereinigte. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Haft, sollte er von einem ukrainischen Gericht verurteilt werden. Dabei hatte Butjagin zuvor jahrelang auf der Krim mit Erlaubnis der ukrainischen Behörden gegraben. Seit 1999 leitete er die Expedition. Schon als Schüler und Student war er an dortigen Ausgrabungen beteiligt, damals noch zu Sowjetzeiten. In seinen Äußerungen über die Krim wird deutlich, dass der Wissenschaftler die umstrittene Halbinsel als ein Stück Heimat betrachtet. Letztendlich ist sein Schicksal die Tragödie eines (ehemaligen) Sowjetbürgers, dessen Land vor 35 Jahren in mehrere Stücke zerbrach.


    Tusk verspricht "rasante Eroberung der Ostsee" im neuen Jahr





    Tusk verspricht "rasante Eroberung der Ostsee" im neuen Jahr






    Butjagins Warschauer Haftbedingungen sind schwierig. Nach Angaben seines Anwalts sitzt er in einer Dreierzelle ein. Ein Schachspiel steht ihm zur Verfügung, Bücher sind ihm bisher jedoch noch nicht erlaubt. Am vergangenen Montag verlängerte ein polnisches Gericht die Haft bis zum März 2026, obwohl Unterstützer Butjagins Geld für die Kaution sowie für die Anmietung einer Wohnung in Warschau zur Verfügung gestellt hatten. Die Verteidigung erweist sich als kompliziert: Juristische Unterlagen werden häufig erst kurzfristig zur Verfügung gestellt und dann nur auf Ukrainisch. Nun wurde am 15. Januar in Warschau über den ukrainischen Auslieferungsantrag gegen Butjagin verhandelt – unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

    Zuständig war Richter Dariusz Łubowski, der schon einmal pro-ukrainisch geurteilt hatte, nämlich im Auslieferungsfall Wladimir Schurawlew – deutsche Behörden verdächtigen Schurawlew, am Terroranschlag auf die Nordstream-Pipeline beteiligt gewesen zu sein, und hatten in Polen seine Auslieferung beantragt. Łubowski hatte die Auslieferung an Deutschland verweigert und den Verdächtigen auf freien Fuß setzen lassen. Dieser Umstand dürfte auch die Ursache für den Befangenheitsantrag gewesen sein, den Butjagins Verteidiger gestellt hatten. Das Verfahren wurde daraufhin bis zur Ernennung eines neuen Richtergremiums erst einmal vertagt.

    Unmittelbar bevor steht die Auslieferung Butjagins also nicht, auch wenn sich das Warschauer Gericht (wie weiterhin zu erwarten) auf die ukrainische Seite schlagen sollte. Butjagins polnischem Anwalt Adam Domański zufolge steht vor einer Auslieferung immer noch die Entscheidung eines Berufungsgerichts. Sollte auch dieses dem Auslieferungsantrag stattgeben, entscheidet letztendlich der polnische Justizminister, ob der Inhaftierte tatsächlich an die Ukraine ausgeliefert wird. Domański kündigte vorsorglich bereits an, bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen zu wollen, sollten die polnische Regierung die Auslieferung seines Mandanten betreiben.

    Und er tut recht daran. Denn eine Haft in ukrainischen Gefängnissen ist lebensgefährlich, insbesondere für politische Gefangene, denen eine prorussische Haltung unterstellt wird. Bekanntestes Beispiel dafür ist der chilenisch-US-amerikanische Videoblogger Gonzalo Lira, dessen Tod in einem ukrainischen Gefängnis sich am 11. Januar zum zweiten Mal jährte. Er soll dort gefoltert und gesundheitlich vernachlässigt worden sein (RT DE berichtete). Diese Gefahr ist auch Butjagin selbst klar, denn er beteuerte während des Auslieferungsverfahrens, dass in der Ukraine sein Leben bedroht sei.

    Dabei ist der St. Petersburger nicht einmal ein Befürworter der Militärischen Sonderoperation. Auf seiner Facebook-Seite finden sich zu Beginn des Ukraine-Krieges Äußerungen, die die Spaltung zwischen Russen und Ukrainern bedauern und die Entscheidung der russischen Führung kritisieren.Womöglich wähnte er sich deshalb in Sicherheit, als er Ende November 2025 seine Vortragsreise über das antike Pompeji auf seinem Telegram-Kanal ankündigte? Eine Ankündigung, die die ukrainischen Behörden womöglich erst auf seine Spur brachte. Einer anderen Lesart zufolge waren es ukrainische Wissenschaftler, die die ukrainische Botschaft in Athen über einen dort ebenfalls geplanten Vortrag Butjagins informierten – und so die Jagd auf den Archäologen in Gang brachten.


    Polen: Eremitage-Mitarbeiter auf Ersuchen Kiews festgenommen



    Polen: Eremitage-Mitarbeiter auf Ersuchen Kiews festgenommen






    Womöglich wurde Butjagin auch absichtlich nach Europa gelockt, um seine Festnahme zu ermöglichen? So etwas deutet zumindest der russische Jurist Janis Jukscha an. Von der Anklage des Kiewer Staatsanwalts zeigte sich Butjagin jedenfalls in einem Interview mit Ria Nowosti Krim im November 2025 wenig beeindruckt. Er muss sich völlig sicher gefühlt haben, als er seine Europareise antrat.

    Wenn Butjagins Festnahme eines deutlich gemacht hat, dann dieses: Jeder Russe ist in Gefahr, sobald er den Boden der EU betritt. Seine Meinung zu Wladimir Putin und zum Ukraine-Krieg ist dabei völlig gleichgültig, solange er sich nicht ganz von seinem Land lossagt und es in den schrillsten Tönen beschimpft. Sollte seine Verhaftung politisch zweckmäßig erscheinen, werden sich die sonst so auf Rechtsstaatlichkeit pochenden EU-Länder nicht lange um seine Menschenrechte scheren. Nicht ohne Grund hat das Außenministerium der Russischen Föderation mittlerweile eine verschärfte Reisewarnung für Polen herausgegeben.

    In einem 2014 veröffentlichten Gedicht schreibt Butjagin von seiner Bereitschaft, für Russland zu tun, was er tun müsse, selbst wenn es Gefängnis und Armut bedeute. Dabei bezieht er sich auf die Dichterin Anna Achmatowa, die sich in ihrer Lyrik den Stimmen, die sie ins Exil verlocken wollen, verweigert. Das Bekenntnis zu seinem Land hat den Archäologen ins Gefängnis gebracht – in eine andere Gefangenschaft, als er es beim Verfassen dieser Verse vielleicht dachte. Nun bleibt zu hoffen, dass ihm dieses Bekenntnis nicht auch noch das Äußerste abverlangen wird.

    Mehr zum ThemaMoskau wirft westlichen Medien Schweigen über Tod von US-Journalist Gonzola Lira vor


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    Video https://rumble.com/v73cfo4-spionagehysterie-und-paranoide-russophobie-letztes-russisches-konsulat-in-p.html Dauer 1:55 Min.


    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://freedert.online/europa/267401-russischer-gelehrter-in-polnischer-geiselhaft/


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