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18.12.2025

Auf dem Weg in den Krieg
Merz schließt Einsatz deutscher Soldaten in der Ukraine nicht aus. Berlin und EU beharren auf Truppenstationierung dort; deutsch-ukrainische Rüstungskooperation wird forciert. Rutte: „Krieg wie zur Zeit der Großeltern oder Urgroßeltern“.

german-foreign-policy.com, 18. Dezember 2025

BERLIN/KIEW (Eigener Bericht) – Vor dem heute beginnenden EU-Gipfel mit Schwerpunkt Ukraine schließt Bundeskanzler Friedrich Merz die Stationierung deutscher Soldaten in dem Land nach dem Abschluss eines Waffenstillstands nicht aus. Über Details zur Entsendung von Truppen in die Ukraine werde erst nach einer Einstellung der Kampfhandlungen gesprochen, erklärte Merz am gestrigen Mittwoch im Bundestag. Auf einen Einsatz europäischer Militärs hatten sich die Staats- und Regierungschefs von zehn europäischen Staaten am Montag geeinigt – in klarer Kenntnis der Tatsache, dass Russland, militärisch auf dem Weg zum Sieg, dies nicht akzeptiert und angekündigt hat, Soldaten aus NATO-Staaten in der Ukraine als Angriffsziel zu behandeln. Auch der deutsche Plan, die bereits seit vier Jahren laufende enge Kooperation der deutschen und der ukrainischen Rüstungsindustrie mächtig auszubauen, läuft zentralen russischen Forderungen zuwider und ist geeignet, einen Friedensschluss in der Ukraine weiter zu verzögern. Gleichzeitig schwillt die propagandistische Kriegsvorbereitung auch in Frankreich und Großbritannien an. NATO-Generalsekretär Mark Rutte fordert, auf „Zerstörung, Millionen von Vertriebenen und extreme Verluste“ vorbereitet zu sein.


Zitat: Die Sicherheitsgarantien der EU

Die Erklärung zur vorgeblichen Beendigung des Ukraine-Krieges, auf die Bundeskanzler Friedrich Merz, acht weitere Staats- und Regierungschefs der EU, der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sowie NATO-Generalsekretär Mark Rutte sich am Montagabend in Berlin geeinigt haben, sieht eine Reihe an Maßnahmen vor, die die militärische und die rüstungsindustrielle Kooperation der EU-Staaten mit der Ukraine in der Zeit nach einem etwaigen Waffenstillstand betreffen. Dies gilt zunächst für die sogenannten Sicherheitsgarantien. Offiziell heißt es, sie seien „robust“ und „weitgehend“ und sähen „eine rechtsverbindliche Verpflichtung“ vor, im Fall eines künftigen Angriffs auf die Ukraine gewisse „Maßnahmen“ zur Wiederherstellung des Friedens zu ergreifen.[1] Konkret sieht die Erklärung Schritte vor, die militärische Operationen umfassen „können“. Erlaubt ist es den Staaten Europas freilich auch, sich auf geheimdienstliche oder logistische Unterstützung oder auch ein nicht genauer präzisiertes „wirtschaftliches und diplomatisches“ Vorgehen zu beschränken. Resümierend heißt es dazu: „Das entspräche dem aktuellen Grad der westlichen Unterstützung für Kiew.“[2] Um eine klassische militärische Beistandsgarantie handelt es sich demnach nicht.


Truppen in die Ukraine

Zeigt dies, dass Berlin und die EU nicht bereit sind, sich auf einen Krieg einzulassen, der unter Umständen ihren Interessen nicht entspricht, so zeigen andere Elemente der Erklärung, dass sie zu einem Krieg in ihrem Interesse jederzeit bereit sind. Demnach planen sie eine „multinationale Ukraine-Truppe“ unter europäischer Führung, die offiziell zur Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte aufgestellt werden soll. Sie soll den Luftraum und die Gewässer der Ukraine im Schwarzen Meer sichern und auch auf ukrainischem Territorium stationiert werden. Eine Eingliederung von Militärs aus europäischen NATO-Staaten in ukrainische Einheiten ist im Gespräch.[3] Russland lehnt jegliche Stationierung von Einheiten der NATO oder der EU in der Ukraine grundsätzlich ab und betrachtet etwaige Truppen dort als potenzielles Angriffsziel. Dies ist allgemein bekannt, hält die EU-Staaten aber nicht davon ab, den Schritt dennoch zu beschließen. Wird er umgesetzt, läuft dies auf einen Kriegseintritt der europäischen NATO-Staaten hinaus. Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp (CDU), verlangt: „Deutschland muss sich personell und materiell an einer multinationalen Mission beteiligen.“ Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bundestag, Matthias Miersch, erklärt: „Wir schließen nichts aus.“[4]


Im Krieg mit Russland

Bundeskanzler Merz hat das deutsch-europäische Vorhaben, Soldaten auf ukrainischem Territorium zu stationieren, inzwischen konkretisiert. Man werde, erklärte Merz am Dienstag in einem Fernsehinterview, „zum Beispiel eine entmilitarisierte Zone zwischen den Kriegsparteien absichern“.[5] Unter Umständen müsse man dabei „auch russische Übergriffe und Angriffe erwidern“. Dann stünden die Staaten Europas, darunter Deutschland, im Krieg mit der Atommacht Russland.


Gemeinsame Hochrüstung

Zur weiteren Eskalation trägt auch das deutsche Vorhaben bei, die deutsch-ukrainische Rüstungskooperation systematisch auszubauen. Dazu hat die Bundesregierung am Montag einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt.[6] Er sieht neben einer generellen Intensivierung der Zusammenarbeit unter anderem „Leuchtturmprojekte“ zur gemeinsamen Entwicklung und Herstellung von Kriegsgerät vor – insbesondere auf Feldern, auf denen die ukrainischen Streitkräfte im aktuellen Krieg spezielle Erfahrungen gesammelt haben. Geplant ist zudem eine „strategische Förderung rüstungsindustrieller Joint Ventures“. Allgemein sollen die ukrainischen Waffenschmieden in den EU-Rüstungsmarkt eingebunden werden. Für gemeinsame deutsch-ukrainische Vorhaben stellt die Bundesregierung außerdem staatliche Investitionsgarantien in Aussicht, dringt umgekehrt allerdings darauf, von Kiew digitale Gefechtsfelddaten zu erhalten. Als Zentrum für die Koordination und die Planung der deutsch-ukrainischen Rüstungskooperation ist ein Verbindungsbüro in Berlin geplant; vom „Ukraine Freedom House“ ist die Rede.[7] Um die Rüstungskooperation konsequent zu kontrollieren und bei Bedarf rasch präzise nachjustieren zu können, sind regelmäßige Konsultationen der Verteidigungsministerien beider Länder geplant.


Kriegserfahrungen nutzen

Dabei kann die deutsch-ukrainische Rüstungskooperation auf eine inzwischen beinahe vierjährige Vergangenheit zurückblicken. Bereits in den ersten Kriegsmonaten nahmen erste deutsche Drohnen-Startups Kontakte nach Kiew auf, um die ukrainischen Streitkräfte mit Drohnen zu beliefern. Daraus entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit, in deren Rahmen die deutschen Unternehmen in engem Kontakt zu den Einheiten an der Front ihre Waffen kontinuierlich anpassen und optimieren konnten; im sich rasch entwickelnden Drohnenkrieg war das unverzichtbar, schuf aber auch die Grundlagen für die im Entstehen begriffene deutsch-europäische Drohnenindustrie um erfolgreiche deutsche Startups wie Helsing oder Quantum Systems (german-foreign-policy.com berichtete [8]). Die Erfahrungen aus dem Krieg, über die die Ukraine verfügt, erweisen sich dabei für die deutsche Branche als starker Konkurrenzvorteil. In Fachkreisen ist mittlerweile von der Ukraine als dem „Silicon Valley der Rüstungsindustrie“ die Rede.[9] Entsprechend nahmen an einem deutsch-ukrainischen Wirtschaftsforum am Montag in Berlin 110 Rüstungsfirmen aus beiden Ländern teil. Dabei kollidiert die systematische Stärkung der Rüstungskooperation mit der Forderung Russlands, die Ukraine solle sich nach einem Waffenstillstand nur beschränkt hochrüsten dürfen.


„Die Front ist überall“

Die deutsch-europäischen Provokationen gegen Russland – Pläne zur Stationierung eigener Truppen in der Ukraine und zur systematischen Stärkung der ukrainischen Rüstungsindustrie – werden von einem massiven Anschwellen propagandistischer Kriegsvorbereitungen auch jenseits der Bundesrepublik begleitet. Am Donnerstag vergangener Woche hatte NATO-Generalsekretär Mark Rutte in einer Rede in Berlin verlangt, man solle „auf ein Ausmaß des Krieges vorbereitet sein, wie es unsere Großeltern oder Urgroßeltern erlebt haben“: „ein Konflikt, der jedes Zuhause, jeden Arbeitsplatz erreicht, Zerstörung, Massenmobilisierung, Millionen von Vertriebenen, weit verbreitetes Leid und extreme Verluste“.[10] Bereits am 18. November hatte Frankreichs Generalstabschef Fabien Mandon vor der Versammlung der französischen Bürgermeister gefordert, die französische Bevölkerung müsse bereit sein, „den Verlust ihrer Kinder zu akzeptieren“.[11] Am Montag sprach sich nun die neue Leiterin des britischen Auslandsgeheimdiensts MI6, Blaise Metreweli, dafür aus, umgehend auf einen „gesamtgesellschaftlichen Ansatz für Abschreckung und Verteidigung“ einzuschwenken.[12] Notwendig sei nicht nur die Mobilisierung aller industriellen und personellen Reserven für die Rüstungsproduktion und die Streitkräfte, sondern auch eine ideologische Formierung der Bevölkerung für den Propagandakrieg: „Die Front ist überall.“

 

[1], [2] Mit welchen Sicherheitsgarantien Kiew rechnen darf. Frankfurter Allgemeine Zeitung 17.12.2025.

[3] „Einzige Möglichkeit, einen Nachfolgekrieg zu verhindern“. tagesschau.de 16.12.2025.

[4] Koalition schließt Einsatz deutscher Truppen nicht aus. Frankfurter Allgemeine Zeitung 16.12.2025.

[5] Sebastian Huld: „Wir würden auch russische Übergriffe und Angriffe erwidern“. n-tv.de 16.12.2025.

[6] Frank Specht, Leila Al-Serori: Deutschland legt Zehn-Punkte-Plan für Kooperation mit Ukraine vor. handelsblatt.com 15.12.2025.

[7] „Ukraine Freedom House“ für Rüstungskooperation geplant. sueddeutsche.de 17.12.2025.

[8] S. dazu Rüstungsknotenpunkt Ukraine (II) und Die Drohnenkrise (II).

[9] Gregor Grosse: Ein Silicon Valley für Rüstung. Frankfurter Allgemeine Zeitung 20.09.2025.

[10] Keynote speech by NATO Secretary General Mark Rutte and moderated discussion with Minister for Foreign Affairs of Germany Johann Wadephul. nato.int 11.12.2025.

[11] Après des propos de Fabien Mandon, chef d’état-major des armées, la porte-parole du gouvernement promet que « nos enfants » n’iront pas « combattre et mourir en Ukraine ». lemonde.fr 21.11.2025.

[12] MI6 Chief says the “front line is everywhere” in first speech, as the UK faces new “age of uncertainty”. gov.uk 15.12.2025.


Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10241


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

17.12.2025

Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien sowie zum Thema Militarisierung in Deutschland  (I von III)

aus e-mail von Clemens Ronnefeldt, 17. Dezember 2025

Liebe Friedensinteressierte,


nachfolgend sende ich einige Artikel zu den Kriegen

in der Ukraine und in Westasien sowie zum Thema

Militarisierung in Deutschland - auch heute mit dem

Hinweis, dass ich nicht mit allen Aussagen aller Artikel

übereinstimme, die folgenden Beiträge aber für wichtig halte.



1. Ukraine-Krieg im Liveticker


2. Focus: Gabor Steingart: Westen führt Selbstgespräche: Die 6 wichtigsten Lehren aus dem Berlin-Gipfel


3. Berl. Z.: Offener Brief von Jeffrey Sachs: „Lernen Sie Geschichte, Herr Bundeskanzler!“


4. Berl. Z.:  Peter-Alexis Albrecht: Die Chance auf Frieden nutzen


5. Tagesspiegel: Warum fliehen derzeit so viele ukrainische Soldaten aus der Armee?


6. FR: Brisanter Bericht: NATO-Land sieht Trumps USA als Risiko


7. IPG: Helmut W. Ganser: Europa, bleib nüchtern!


    Wie die Europäer auf Trumps neue Sicherheitsstrategie reagieren sollten.



8. IPG: Merz' erster Besuch bei Netanjahu steht für Zögern.


    So verspielt der Kanzler eine wichtige Chance auf glaubwürdige Israel-Politik. Völkerrecht adé


9. FR: Eva Menasse fragt – Wer ist es wirklich, der nicht diskutieren will?



10. paxchristi: Nein zum Operationsplan Deutschland und zur Instrumentalisierung der Kirchen

11. IPG: Diebstahl an der Zukunft. Gefährlich und kurzsichtig:


      Warum die Militarisierung Deutschlands keine industriepolitische Lösung ist.


12. BSV: Wehrhaft ohne Waffen



13. ZDF: Die Anstalt: Weihnachten, aber normal


14. paxchristi: Auf den Spuren von Jesus von Nazareth


      pax christi ruft zu einem Weihnachtsfrieden im Krieg in der Ukraine auf



——



1. Ukraine-Krieg im Liveticker


https://www.n-tv.de/politik/13-02-Von-der-Leyen-mahnt-vor-EU-Gipfel-Muessen-uns-Realitaet-stellen-article23143824.html


Ukraine-Krieg im Liveticker


17.12.2025

13:18 Putin: Moskaus Ziele in der Ukraine werden "mit Sicherheit" erreicht


Russlands Präsident Wladimir Putin zeigt sich entschlossen, Moskaus

Ziele in der Ukraine durchzusetzen. "Die Ziele der militärischen

Spezialoperation werden mit Sicherheit erreicht", sagt Putin vor

Vertretern des Verteidigungsministeriums in Moskau. Dabei bezieht er

sich insbesondere auf Russlands Gebietsansprüche in der Ukraine.


"Wir würden es vorziehen, dies (die Ziele) auf diplomatischem Wege zu

erreichen und die Ursachen des Konflikts zu beseitigen", fährt der

Kreml-Chef fort. Doch wenn "das gegnerische Land und seine

ausländischen Förderer" sich "substanziellen Gesprächen" verweigerten,

werde Russland die ukrainischen Gebiete "mit militärischen Mitteln"

erobern.

(…)


11:44 Kreml: Ausländische Soldaten in Ukraine Gegenstand von Verhandlungen  


Der Kreml sieht eine Stationierung ausländischer Truppen in der

Ukraine als Gegenstand von Verhandlungen. Die russische Position zur

Stationierung sei bekannt, betont Kremlsprecher Dmitri Peskow. "Aber

noch mal, das ist Thema der Verhandlungen", fügt er hinzu. Er lässt

offen, welche Verhandlungen gemeint seien und sagt dabei nicht, dass

Russland bereit sei, über Truppen aus Nato-Staaten zu sprechen.


Der Vorschlag war bei den Gesprächen in Berlin zwischen

US-Amerikanern, Europäern und Ukrainern wieder aufgekommen. Die Truppe

soll nach Abschluss eines Waffenstillstands in der Ukraine stationiert

werden und dessen Einhaltung überwachen. In der Vergangenheit hat

Russland solche Ideen scharf kritisiert.


Russlands Außenminister Sergej Lawrow drohte erst in der vergangenen

Woche, dass "solche sogenannten Friedenstruppen für uns sofort zu

legalen Zielen werden", wenn sie in der Ukraine stationiert würden.

Zudem erklärte Vize-Außenminister Sergej Rjabkow laut russischen

Staatsmedien an diesem Dienstag, die Regierung in Moskau werde unter

keinen Umständen einer Stationierung von Nato-Soldaten in der Ukraine

zustimmen.

(…)



07:50 "NYT": Zwei Entwürfe umreißen Sicherheitsgarantien  


Einem Bericht der "New York Times" zufolge sind bei den Berliner

Verhandlungen der Vertreter aus den USA, der Ukraine und Europa zwei

Dokumente entworfen worden, die Sicherheitsgarantien für die Ukraine

umreißen. Beide seien bisher nicht öffentlich, heißt es.


Eines der Dokumente lege allgemeine Grundsätze fest, schreibt die

Zeitung und beruft sich auf Offizielle, die mit den Entwürfen vertraut

sind. Dabei gehe es um ein Bekenntnis ähnlich dem Nato-Beistandspakt.


Der zweite Teil der Vereinbarung werde von amerikanischen Offiziellen

als "mil-to-mil operating document" (zu Deutsch etwa: militärisches

Arbeitsdokument) bezeichnet, so die Zeitung weiter. Demnach enthält

dieses Dokument detailliertere Angaben. Zum Beispiel werde erläutert,

wie amerikanische und europäische Streitkräfte mit dem ukrainischen

Militär zusammenarbeiten würden, um sicherzustellen, dass Russland in

den kommenden Jahren nicht erneut versucht, ukrainisches Territorium

zu erobern.


Das Dokument sei "sehr konkret" in Bezug darauf, wie weitere

Einmärsche verhindert werden könnten und Russland im Falle ihres

Eintretens bestraft werden könnte, wird ein US-Offizieller zitiert,

der anonym bleiben will. Aufgeführt würden laut einem europäischen

Diplomaten zudem Einzelheiten zu militärischer Ausrüstung für die Ukraine.

(…)



22:08 Ukraine und Russland tauschen Zivilisten aus - Kriegsgefangene bekommen Post


Die Ukraine und Russland vollziehen an der belarussischen Grenze einen

Austausch von Zivilisten. "Die Mehrzahl der Rückkehrer ist wenig

beweglich, sie werden in Krankenhäuser gebracht, um erste Hilfe zu

bekommen", schreibt der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro

Lubinez bei Telegram.


Insgesamt seien 60 Zivilisten an die ukrainische Seite übergeben

worden. 45 davon seien in vorübergehender Haft in Russland gewesen.

Auf der russischen Seite informiert die Menschenrechtsbeauftragte

Tatjana Moskalkowa über 15 Zivilisten aus 11 Familien, die an Russland

übergeben worden seien. Beide Seiten informieren zudem über einen

Austausch von Post für Kriegsgefangene. Dabei seien allein 2.000

Päckchen mit humanitärer Hilfe an ukrainische Kriegsgefangene in

Russland überbracht worden.



——————————



2. Focus: Gabor Steingart: Westen führt Selbstgespräche: Die 6 wichtigsten Lehren aus dem Berlin-Gipfel


https://www.focus.de/politik/deutschland/die-6-wichtigsten-lehren-aus-den-ukraine-friedensverhandlungen_83221d4e-cb77-4fdb-a03b-d5b9073c7645.html


Gastkommentar von Gabor Steingart


Westen führt Selbstgespräche: Die 6 wichtigsten Lehren aus dem Berlin-Gipfel


Dienstag, 16.12.2025, 10:05


Die europäischen Regierungschefs um Friedrich Merz sowie Donald Trump

feiern sich für die Friedensverhandlungen im Ukraine-Krieg. Dabei saß

Russland gar nicht mit am Tisch. So hätte der Gipfel in Berlin besser

laufen können.


Wahrheit gibt es nur zu zweien – es sei denn, man lädt den

Andersdenkenden gar nicht erst ein. Unter dieser Prämisse konnte heute

Nacht über dem Kanzleramt "ein Zeichen der Hoffnung" ("FAZ")

ausgemacht werden. Denn, so die "Süddeutsche": "Europa steht an der

Seite der Ukraine.“


Der Gipfel zelebrierte die Überzeugung der Überzeugten, dass der

Frieden in Europa durch die Nato gesichert und durch Putin gestört

werde. Oder wie Friedrich Merz formulierte:


"Es liegt jetzt nur noch an Russland, ob es gelingt, bis Weihnachten

einen Waffenstillstand zu erzielen."


Doch Staaten haben keine Gefühle, sondern Interessen. "Nur noch an

Russland" ist die höfliche Umschreibung der Tatsache, dass die

Koalition der Willigen, wie man sich selbst nennt, ein Selbstgespräch

geführt hat. Sechs Anmerkungen zu den Ukraine-Verhandlungen im

Kanzleramt:


#1 Keine Aufarbeitung der Kriegsursachen


Jede Konfliktlösung beginnt mit dem Aufarbeiten von Konfliktursachen –

im privaten wie im politischen Raum. Diese Aufarbeitung unterblieb erneut.


Der Westen geht weiterhin davon aus, dass John F. Kennedy legitim

handelte, als er im Oktober des Jahres 1962 die Stationierung

russischer Nuklearwaffen auf Kuba mit einer Kriegsdrohung verhinderte,

während Putin illegitim handelte, als er im Dezember 2021 unter

Berufung auf verkürzte Vorwarnzeiten die Nato-Mitgliedschaft der

Ukraine als inakzeptabel bezeichnete.


Das westliche Europa will über die Nato-Osterweiterung im Vorfeld des

Ukraine-Krieges nicht sprechen. Wir sind gnädig – vor allem zu uns

selbst. Der Westen unterstellt, dass es nur eine, seine Wahrheit gibt.


Die Erkenntnis von Kurt Tucholsky – "Toleranz ist der Verdacht, der

andere könnte Recht haben" – gilt heute nicht als klug, sondern als Verrat.


Andererseits: Putins ausschweifende Herleitungen seines Überfalls auf

die Ukraine aus der russischen Geschichte befördern die

Interpretation, es gehe ihm nicht um die Ukraine, sondern um die

Wiederherstellung eines großrussischen Reiches.


Fest steht: Ohne Aufarbeitung der westlich-russischen Geschichte nach

1990 – unter besonderer Berücksichtigung der gegenüber Gorbatschow

gemachten Versprechen – dürfte es schwierig werden, eine neue Balance

zu finden. Das Unausgesprochene verdichtet sich schnell zu Ängsten mit

Aggressionspotenzial. Und der Minderwertigkeitskomplex steigert sich

zur Großmannssucht.


#2 Europa ohne Moderation


Zu Zeiten der Entspannungspolitik übernahmen die Deutschen –

glaubwürdig angeführt durch den Widerstandskämpfer Willy Brandt – die

Rolle des Moderators. Brandt und Egon Bahr stellten nicht das

Interesse an deutsch-deutscher Wiedervereinigung ins Zentrum ihrer

Politik (was ihnen die Konservativen damals vorwarfen), sondern

strebten einen Gleichgewichtszustand an, der die Blockkonfrontation

verhindern sollte.


Der Kalte Krieg dürfe nach dem Ungarnaufstand und der Kubakrise nicht

in einen heißen Konflikt umschlagen, war ihre Meinung. Es ging nicht

um einen Konsens der Werte, sondern um einen Vernunftkonsens. Die

Berufungsinstanz von Brandt war nicht die Wahrheit, sondern das

gemeinsame Interesse an friedlicher Entwicklung.


Diese Moderatorenrolle nimmt im heutigen Europa niemand ein. Als

letzter Ausläufer einer "wertegeleiteten Außenpolitik" will man der

Freund der Ukraine sein, betont immer wieder, dass man fest an der

Seite der Ukraine steht (oder sitzt, wie Merz beim Gespräch im

Kanzleramt), und fällt als fairer Vermittler zwischen den

Kriegsparteien damit aus.


In genau diese Lücke ist Trump gestoßen. Durch die Avancen an Putin

und die Demütigungen Selenskyjs hat er sich als Mann in der Mitte positioniert.


Das Merz-Macron-Lager hält ihm das (leise) vor. Die Russen halten ihm

das, ebenfalls leise, zugute. Der russische Botschafter in Berlin sagt

in einem vertraulichen Gespräch:

Trump ist der einzige im Westen, der anerkennt, dass Russland

Interessen hat.


#3 Selektive Einigkeit


Ein Blick ins Kanzleramt erweckt den Eindruck europäischer

Geschlossenheit: Die Regierungschefs aus Nord- und Mitteleuropa stehen

Schulter an Schulter.


Erst auf den zweiten Blick erkennt man den kleinen, aber sichtbaren

Bruch im Bild. Die Ministerpräsidentin Italiens, Giorgia Meloni, steht

merklich abseits der Gruppe. Ihr Land hat nach neuen Zahlen des Kieler

Instituts für Weltwirtschaft seine ohnehin vergleichsweise niedrige

Unterstützung an die Ukraine in diesem Jahr im Vergleich zu den

Vorjahren um weitere 15 Prozent verringert.


Vergebens sucht man bei diesem Treffen die Gesichter derer, die

abweichende Meinungen vertreten.


Spaniens Premier Pedro Sánchez: hat in diesem Jahr seine Zahlungen an

die Ukraine fast vollständig eingestellt. Ungarns Viktor Orbán und der

Slowake Robert Fico stellen die militärische Unterstützung der Ukraine

prinzipiell in Frage. Und Belgiens Premierminister Bart de Wever

blockiert seit Monaten Zahlungen aus dem in der EU eingefrorenen

russischen Vermögen von etwa 210 Milliarden Euro.


Der Präsident des Nato-Mitglieds Türkei, Recep Tayyip Erdoğan, fehlt

sowieso. Sein Handel mit Russland läuft hochtourig: Er bekommt Energie

und liefert Industrieprodukte. Im Kanzleramt wurde demnach eine

europäische Solidarität gefeiert, die es im wahren Leben nicht gibt.

Wir haben es mit einem politischen Minimalkonsens von Teil-Europa zu

tun, der die Durchsetzungskraft Amerikas nicht nur stärkt, sondern

erfordert.


#4 Das Ende des Triumphalismus


Der Kinderglaube, nach der Implosion der Sowjetunion eine westlich

geprägte Weltordnung durchsetzen zu können, hat sich verflüchtigt. Die

aus Amerika importierte Agenda, die kulturell grundiert durch Francis

Fukuyama (Das Ende der Geschichte) mit der "open-door-policy" der Nato

begann und mit den Beitrittsverhandlungen der Ukraine zur EU ihren

Höhepunkt fand, hat sich nicht durchgesetzt. Das "global village", so

Neil Postman, entpuppte sich als Potemkinsches Dorf.


Die wiedererwachte Hegemonialmacht Russland setzte mit der

Krim-Besetzung den blutigen Schlussstrich unter das Ansinnen, die

Ukraine westlich umzugestalten. Die Idee, sich die früheren Staaten

des Warschauer Paktes und des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe

(RGW) einzuverleiben, wurde von Putin ungültig gestempelt. Erkennbar

hat der westliche Triumphalismus russische Hegemonialgelüste nicht

gezügelt, sondern stimuliert.


Der Ukraine-Krieg brachte den Wendepunkt, auch in der Wahrnehmung des

Westens seiner selbst. Prof. Julian Nida-Rümelin in seinem Essayband

"Der Epochenbruch":


Auf einmal wurde offenkundig, dass wir in einer anderen Welt leben als gedacht.


#5 Die ignorierte Nuklearmacht


"Ein Atomkrieg kann nicht gewonnen und darf niemals geführt werden" –

das wussten schon Ronald Reagan und Michail Gorbatschow, als sie 1987

den INF-Vertrag zur Zerstörung ihrer Kurz- und Mittelstreckenraketen

unterschrieben. In diesem Satz steckte kein moralischer Appell,

sondern eine sicherheitspolitische Erkenntnis.


Auch Donald Trump muss in der Moderation zwischen Wladimir Putin und

Wolodymyr Selenskyj reflektieren, dass Russland nicht einfach nur

Kriegspartei ist, sondern die größte Nuklearmacht der Welt. Dass er

dem Kreml nicht um jeden Preis den gesamten Katalog an Bedingungen

abringen kann, den Selenskyj, Merz und Starmer bei ihm bestellt haben,

liegt in der Natur der Sache.



Foreign Affairs schreibt: „Trump konzentriert sich darauf, Anreize für

Russland zu schaffen, den Krieg gegen die Ukraine zu beenden, anstatt

den Druck zu erhöhen.“


#6 USA und Europa: Lebendige Beziehung


Die vor wenigen Tagen erschienene Nationale Sicherheitsstrategie der

Vereinigten Staaten wurde in Europa weitgehend als

Quasi-Kriegserklärung der USA aufgefasst. Die "Süddeutsche Zeitung"

sprach von einer "Anklage gegen die langjährigen Verbündeten", Le

Monde urteilte, die Scheidung der Europäer von den USA sei vollendet.


In Wahrheit bleibt Europa ein Kernbestandteil der amerikanischen

Sicherheitsstrategie. Im Wortlaut:


Der transatlantische Handel ist nach wie vor eine der Säulen der

Weltwirtschaft und des amerikanischen Wohlstands. Wir können es uns

nicht leisten, Europa zu vernachlässigen – dies wäre kontraproduktiv

für die Ziele dieser Strategie.


Über den Krieg in der Ukraine:


Es liegt im Kerninteresse der Vereinigten Staaten, eine rasche

Beendigung der Kampfhandlungen in der Ukraine auszuhandeln, um die

europäischen Volkswirtschaften zu stabilisieren.


Der amerikanische Präsident will Frieden – auch, damit aus dem

regionalen Konflikt nicht ein atomarer Schlagabtausch wird. Die

Interessen der Ukraine ist er bereit, diesem übergeordneten Interesse

zu opfern. Er will den Krieg beenden, nicht gewinnen.


Fazit: Wer die heutigen Zeitungsseiten liest, die unisono die

angebliche Geschlossenheit Europas bejubeln, könnte meinen, die Presse

in Deutschland sei verstaatlicht worden. Eine mehrschichtige

Wirklichkeit wird in die regierungsfreundliche Eindimensionalität

gezwungen. Die unbequeme Wahrheit: Kerneuropa und Trump haben bisher

keine Friedensverhandlungen geführt, sondern Selbstgespräche.


——


3. Berl. Z.: Offener Brief von Jeffrey Sachs: „Lernen Sie Geschichte, Herr Bundeskanzler!“



https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/offener-brief-von-jeffrey-sachs-lernen-sie-geschichte-herr-bundeskanzler-li.10010628


Dokumentation

Offener Brief von Jeffrey Sachs: „Lernen Sie Geschichte, Herr Bundeskanzler!“


Der amerikanische Ökonom Jeffrey Sachs zeigt Friedrich Merz Wege auf,


wie Diplomatie den Krieg in der Ukraine beenden könnte. Der Brief im Wortlaut.



Jeffrey D. Sachs


17.12.2025   17.12.2025, 13:03 Uhr



Offener Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz


Sicherheit ist unteilbar – und Geschichte zählt


Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Merz,


Sie haben wiederholt von Deutschlands Verantwortung für die

europäische Sicherheit gesprochen. Diese Verantwortung lässt sich

nicht durch Parolen, selektive Erinnerung oder die Normalisierung von

Kriegsrhetorik ersetzen. Sicherheitsgarantien sind keine Einbahnstraßen.


Sie wirken in beide Richtungen. Dies ist weder ein russisches noch ein

amerikanisches Argument; es ist ein Grundprinzip der europäischen

Sicherheit, das explizit in der Schlussakte von Helsinki, dem

OSZE-Rahmen und jahrzehntelanger Nachkriegsdiplomatie verankert ist.


Deutschland ist verpflichtet, diesem Moment mit historischem Ernst und

Ehrlichkeit zu begegnen. In dieser Hinsicht bleibt Ihre jüngste

Rhetorik gefährlich hinter den Erwartungen zurück.


Seit 1990 wurden Russlands zentrale Sicherheitsbedenken wiederholt

ignoriert, verwässert oder direkt verletzt – oft mit aktiver Beteiligung oder

Duldung Deutschlands.


Diese Geschichte darf nicht ausgelöscht werden, wenn der Krieg in der

Ukraine beendet werden soll, und sie darf nicht ignoriert werden, wenn

Europa einen permanenten Konfrontationszustand vermeiden will.


Am Ende des Kalten Krieges gab Deutschland der sowjetischen und später

der russischen Führung wiederholt und unmissverständlich die

Zusicherung, dass die NATO nicht nach Osten expandieren würde.


Diese Zusicherungen erfolgten im Kontext der deutschen Wiedervereinigung.

Deutschland profitierte enorm davon.


Die rasche Wiedervereinigung Deutschlands – innerhalb der NATO – wäre

ohne die auf diesen Zusagen beruhende sowjetische Zustimmung nicht

möglich gewesen. Später so zu tun, als seien diese Zusicherungen

bedeutungslos gewesen oder lediglich beiläufige Bemerkungen, ist nicht

realistisch, sondern geschichtsrevisionistisch.


1999 beteiligte sich Deutschland an den NATO-Bombenangriffen auf

Serbien, dem ersten größeren Krieg, den die NATO ohne Mandat des

UN-Sicherheitsrates führte. Dies war keine Verteidigungsaktion,

sondern eine wegweisende Intervention, die die Sicherheitsordnung nach

dem Kalten Krieg grundlegend veränderte.


Für Russland war Serbien keine abstrakte Angelegenheit. Die Botschaft

war unmissverständlich: Die NATO würde Gewalt jenseits ihres

Territoriums anwenden, ohne UN-Mandat und ohne Rücksicht auf

russische Einwände.


Im Jahr 2002 traten die Vereinigten Staaten einseitig aus dem

ABM-Vertrag aus, einem Eckpfeiler der strategischen Stabilität über

drei Jahrzehnte. Deutschland erhob keine ernsthaften Einwände. Doch

die Aushöhlung der Rüstungskontrollarchitektur erfolgte nicht im

luftleeren Raum.


Raketenabwehrsysteme, die näher an Russlands Grenzen stationiert

wurden, wurden von Russland zu Recht als destabilisierend

wahrgenommen. Diese Wahrnehmungen als Paranoia abzutun, war

politische Propaganda und keinesfalls kluge Diplomatie.


2008 erkannte Deutschland die Unabhängigkeit des Kosovo an, trotz

ausdrücklicher Warnungen, dass dies den Grundsatz der territorialen

Integrität untergraben und einen Präzedenzfall mit weitreichenden

Folgen schaffen würde. Erneut wurden Russlands Einwände als böswillig

abgetan, die grundsätzlichen Bedenken wurden nicht ernst genommen.


Das stetige Drängen auf eine NATO-Erweiterung um die Ukraine und

Georgien – formell erklärt auf dem Gipfeltreffen in Bukarest 2008 –

überschritt die deutlichsten roten Linien, trotz jahrelanger,

lautstarker, klarer, konsequenter und wiederholter Einwände Moskaus.


Wenn eine Großmacht ein zentrales Sicherheitsinteresse benennt und es

über Jahrzehnte hinweg immer wieder betont, ist dessen Ignorieren

keine Diplomatie, sondern eine bewusste Eskalation.


Deutschlands Rolle in der Ukraine seit 2014 ist besonders beunruhigend.


Berlin vermittelte gemeinsam mit Paris und Warschau das

Abkommen vom 21. Februar 2014 zwischen Präsident Janukowitsch und

der Opposition – ein Abkommen, das die Gewalt beenden und die

verfassungsmäßige Ordnung wahren sollte.


Innerhalb weniger Stunden scheiterte dieses Abkommen. Es folgte ein

gewaltsamer Umsturz. Eine neue Regierung entstand auf

verfassungswidrigem Wege. Deutschland erkannte das neue Regime

umgehend an und unterstützte es. Das von Deutschland garantierte

Abkommen wurde folgenlos aufgegeben.


Das Minsker Abkommen II von 2015 sollte die Korrektur darstellen – ein

ausgehandelter Rahmen zur Beendigung des Krieges in der Ostukraine.


Deutschland fungierte erneut als Garantiemacht. Doch sieben Jahre lang

wurde das Minsker Abkommen II von der Ukraine nicht umgesetzt.


Kiew lehnte seine politischen Bestimmungen offen ab. Deutschland

setzte sie nicht durch. Ehemalige deutsche und andere europäische

Staats- und Regierungschefs haben inzwischen eingeräumt, dass Minsk

weniger als Friedensplan denn als Verteidigungsmaßnahme behandelt

wurde. Allein dieses Eingeständnis erfordert eine Auseinandersetzung

mit den Vorgängen.


Vor diesem Hintergrund klingen Forderungen nach immer mehr Waffen,

immer schärferer Rhetorik und immer größerer „Entschlossenheit“ hohl.


Sie fordern Europa auf, die jüngste Vergangenheit zu vergessen, um

eine Zukunft permanenter Konfrontation zu rechtfertigen.


Genug der Propaganda! Genug der moralischen Infantilisierung der

Öffentlichkeit! Die Europäer sind durchaus in der Lage zu verstehen,

dass Sicherheitsdilemmata real sind, dass NATO-Aktionen Konsequenzen

haben und dass Frieden nicht dadurch erreicht wird, dass man so tut,

als gäbe es Russlands Sicherheitsbedenken nicht.


Die europäische Sicherheit ist unteilbar. Dieses Prinzip bedeutet,

dass kein Land seine Sicherheit auf Kosten eines anderen stärken kann,

ohne Instabilität zu provozieren. Es bedeutet auch, dass Diplomatie

nicht Beschwichtigung ist und historische Ehrlichkeit kein Verrat.


Deutschland hat dies einst verstanden. Ostpolitik war keine Schwäche,

sondern strategische Reife. Es wurde erkannt, dass Europas Stabilität

von Dialog, Rüstungskontrolle, Wirtschaftsbeziehungen und der Achtung

der legitimen Sicherheitsinteressen Russlands abhängt.


Deutschland braucht diese Reife heute erneut. Es darf nicht länger so

reden, als sei Krieg unvermeidlich oder gar tugendhaft. Strategisches

Denken darf nicht länger auf Bündnisparolen reduziert werden.


Es muss sich endlich um echte Diplomatie bemühen – nicht als PR-

Maßnahme, sondern als ernsthafter Versuch, eine europäische

Sicherheitsarchitektur wiederaufzubauen, die Russland einschließt,

statt es auszuschließen.


Eine erneuerte europäische Sicherheitsarchitektur muss mit Klarheit

und Zurückhaltung beginnen. Zunächst erfordert sie ein

unmissverständliches Ende der NATO-Osterweiterung – um die Ukraine,

Georgien und jeden anderen Staat entlang der russischen Grenzen.


Die NATO-Erweiterung war keine unvermeidliche Folge der

Nachkriegsordnung; sie war eine politische Entscheidung, die unter

Verletzung feierlicher Zusicherungen von 1990 getroffen und trotz

wiederholter Warnungen vor einer Destabilisierung Europas verfolgt

wurde.


Sicherheit in der Ukraine wird nicht durch die Stationierung

deutscher, französischer oder anderer europäischer Truppen erreicht,

da diese die Spaltung nur vertiefen und den Krieg verlängern würde.


Stabilität wird durch Neutralität erreicht, gestützt auf glaubwürdige

internationale Garantien.


Die Geschichte ist eindeutig: Weder die Sowjetunion noch die Russische

Föderation haben in der Nachkriegsordnung die Souveränität neutraler

Staaten verletzt – weder Finnland, Österreich, Schweden, die Schweiz

noch andere. Neutralität funktionierte, weil sie legitime

Sicherheitsbedenken aller Seiten berücksichtigte. Es gibt keinen

triftigen Grund, anzunehmen, dass sie nicht erneut funktionieren kann.


Zweitens erfordert Stabilität Entmilitarisierung und Gegenseitigkeit.


Russische Streitkräfte müssen von den NATO-Grenzen ferngehalten

werden, und NATO-Streitkräfte – einschließlich Raketensysteme – müssen

von den russischen Grenzen ferngehalten werden. Sicherheit ist

unteilbar, nicht einseitig. Grenzregionen sollten durch überprüfbare

Abkommen entmilitarisiert und nicht mit immer mehr Waffen überladen

werden.


Sanktionen sollten im Rahmen einer Verhandlungslösung aufgehoben

werden; sie haben keinen Frieden gebracht und der europäischen

Wirtschaft schweren Schaden zugefügt.


Insbesondere Deutschland sollte die leichtfertige Beschlagnahmung

russischer Staatsvermögen ablehnen – ein eklatanter Verstoß gegen das

Völkerrecht, der das Vertrauen in das globale Finanzsystem untergräbt.


Die Wiederbelebung der deutschen Industrie durch rechtmäßigen, auf

Verträgen beruhenden Handel mit Russland ist keine Kapitulation,

sondern wirtschaftlicher Realismus. Europa sollte seine eigene

Produktionsbasis nicht im Namen moralischer Rhetorik zerstören.


Schließlich muss Europa zu den institutionellen Grundlagen seiner

eigenen Sicherheit zurückkehren. Die OSZE – nicht die NATO – sollte

wieder als zentrales Forum für europäische Sicherheit,

Vertrauensbildung und Rüstungskontrolle dienen. Strategische Autonomie

für Europa bedeutet genau dies: eine europäische Sicherheitsordnung,

die von europäischen Interessen geprägt ist, nicht von der permanenten

Unterordnung unter den NATO-Expansionsgedanken.


Frankreich könnte seine nukleare Abschreckung als europäischen

Sicherheitsschirm ausweiten, jedoch nur in einer rein defensiven

Haltung, ohne vorgeschobene Systeme, die Russland bedrohen.


Europa sollte dringend auf eine Rückkehr zum INF-Rahmen und auf

umfassende strategische Verhandlungen zur nuklearen Rüstungskontrolle

unter Beteiligung der Vereinigten Staaten und Russlands – und später

auch Chinas – drängen.


Die Analogie zwischen Kosovo und Ukraine muss ebenfalls ehrlich

anerkannt werden: Grenzen wurden in Europa bereits mit westlicher

Unterstützung verschoben. Grenzen werden verschoben. Das Streben nach

Frieden muss unantastbar sein.


Und das Wichtigste: Lernen Sie Geschichte, Herr Bundeskanzler! Und

seien Sie dabei ehrlich! Ohne Ehrlichkeit kann es kein Vertrauen

geben. Ohne Vertrauen kann es keine Sicherheit geben. Und ohne

Diplomatie riskiert Europa die Katastrophen zu wiederholen, aus denen

es angeblich gelernt hat.


Die Geschichte wird beurteilen, woran sich Deutschland erinnert – und

was es vergisst. Lassen Sie Deutschland dieses Mal Diplomatie und

Frieden wählen und zu seinem Wort stehen.


Mit freundlichen Grüßen,


Jeffrey D. Sachs

Universitätsprofessor, Columbia University



—————————



4. Berl. Z.:  Peter-Alexis Albrecht: Die Chance auf Frieden nutzen



https://epaper.berliner-zeitung.de/article/c3dc962700ff859f335c4396de994da17afce91ceb5c510892c92d087e18f424



Mittwoch, 10. Dezember 2025, Berliner Zeitung



Die Chance auf Frieden nutzen



Der Ukraine-Konflikt kann nur enden, wenn man die Vergangenheit


versteht und die Schlüsse daraus umsetzt.



Ein Gastbeitrag


Peter-Alexis Albrecht



In drei zeitlichen Schritten beschreibt der Jurist Peter-Alexis

Albrecht einen möglichen Weg zu einer Friedenslösung in der Ukraine.

Zuletzt war von ihm und Herwig Roggemann das Buch „Die Ukraine im

zerstörerischen Zugriff globaler Machtpolitik. Erfahrungen, Analysen,

Aufklärung und Hoffnung“ erschienen.



Die Vergangenheit: Erosionen des Vertrauens statt konstruktivem Miteinander


Bis 1990 war die Ukraine integraler Bestandteil der Sowjetunion,

politisch, militärisch und ökonomisch. Wichtige Industrie- und

Wirtschaftsmetropolen lagen auf ihrem Territorium, eingebettet in die

arbeitsteilige Struktur der sowjetischen Planwirtschaft.


Der Zusammenbruch des sowjetischen Imperiums um 1990 ist global nie

hinreichend aufgearbeitet worden. Er führte nur zu scheinbaren Siegern

und faktischen Verlierern. Eine für Ost und West gebotene gemeinsame

Sicherheitsordnung erstickte im Dominanzstreben um militärisch

abgesicherten ökonomischen Machtzuwachs des Westens.


Die heutige Ukraine ist kein homogener Nationalstaat, sondern sozial,

sprachlich, wirtschaftlich und historisch stark regional geprägt.

Zwischen Westen und Osten, zwischen Stadt und Land, in den

unterschiedlichen Erinnerungskulturen und politischen Traditionen

verlaufen zum Teil tiefe Bruchlinien.


Die bis heute umstrittene Figur Stepan Bandera, Vertreter eines

ungebändigten Nationalismus in der Ukraine, stand und steht

exemplarisch für die konflikthaften Diskurse um nationale Identität.

Nach dem Zweiten Weltkrieg existierten in Teilen der Westukraine über

Jahre hinweg Untergrundgruppen, die gegen die sowjetische Herrschaft

kämpften. Und mit Beginn des Kalten Krieges wurde die Ukraine – wie

ganz Osteuropa – zu einem geopolitischen Zwischenraum zwischen der

Nato und dem Warschauer Pakt.


Beim Vertrag zur deutschen Einheit um 1990 stellte sich die Frage, wie

weit sich die Nato nach Osten ausdehnen dürfe. Damaliger informeller

Konsens: „Not One Inch“. Bis heute wird darüber gestritten, ob es

politische Zusagen gab, die Allianz nicht in Richtung russischer

Grenze zu erweitern.


Nach dem Zerfall der Sowjetunion verfolgten indes alle

USA-Administrationen in der Jelzin-Ära eine Politik, die faktisch auf

eine Begrenzung der Machtressourcen der Russischen Föderation

hinauslief. Ein zentrales Instrument war das Programm „Partnership for

Peace“, das postsowjetische Staaten behutsam an die Nato heranführte –

ohne ihnen eine explizite Beitrittsperspektive einzuräumen. Das kam

erst später – ohne Einbeziehung Russlands.


Parallel begann die europäische Sicherheitsordnung zu erodieren. In

den maßgeblichen KSZE/OSZE-Dokumenten – der Charta von Paris (1990),

der Istanbuler Charta (1999) und der Erklärung von Astana (2010) –

wurde ein Doppelprinzip verankert: das Recht jedes Staates auf freie

Bündniswahl und das Prinzip der Unteilbarkeit von Sicherheit, das

verhindern soll, dass die Sicherheit des einen auf Kosten der

Sicherheit des anderen organisiert wird.


Der zunehmende Mangel an Ausgleich zwischen beiden Prinzipien führte

zu einem wachsenden Vertrauensverlust zwischen West und Ost. Mit dem

Scheitern des Normandie-Formats und den Ereignissen von 2014 – dem

Maidan, dem politischen Umbruch in Kiew sowie den Konflikten um Krim,

Donezk und Luhansk – verschärfte sich die Lage dramatisch. Die Ukraine

wurde zur faktischen Frontlinie einer neu aufbrechenden

Blockkonfrontation.


Ein weiterer entscheidender Wendepunkt war die „Charta über die

strategische Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten von

Amerika und der Ukraine“ vom 10. November 2021, nur drei Monate vor

dem russischen Angriff. Aus russischer Sicht bestätigte dieses

Abkommen, dass die Ukraine dauerhaft in den militärischen und

sicherheitspolitischen Orbit der USA eingebunden werden solle –

inklusive weitreichender Kooperation bei Aufrüstung, Ausbildung und

Infrastruktur.


In Moskau wurde dies als unmittelbare Bedrohung der eigenen

Sicherheitsinteressen interpretiert, vergleichbar mit der Wahrnehmung

der USA während der Kuba-Krise 1962. Eine gemeinsame europäische

Friedens- und Sicherheitsordnung für ein „gemeinsames Haus Europa“ war

damit faktisch suspendiert.



Die Gegenwart: Dominanz militärischer Siegerlogik


Die Formel „Russland muss verlieren, die Ukraine muss gewinnen“ bringt

nachvollziehbare moralische Empörung über einen völkerrechtswidrigen

Angriff zum Ausdruck. Als alleinige strategische Leitlinie für einen

ganzen Kontinent ist sie jedoch unzureichend.


Würde man sie zu Ende denken, würde „Russland muss verlieren“

bedeuten, dass Russland militärisch dauerhaft geschlagen wird, jede

sicherheitspolitische Forderung des Westens akzeptiert, auf eigene

Einflusszonen verzichtet und einen möglichen innenpolitischen

Regimewechsel hinnimmt.


Eine Atommacht wird ein solches Szenario nicht freiwillig akzeptieren.

Wird der Sieg zur Voraussetzung von Frieden gemacht, ohne dass er

realpolitisch erreichbar ist, führt dies in einen Zustand permanenter

und potenziell eskalierender Kriegsführung.


Eine alternative Perspektive wären multilaterale Sicherheitsgarantien:

klar definierte Sicherheitszonen, keine weitere Vorverlagerung

militärischer Bündnisse an gegnerische Grenzen, überprüfbare Abkommen

zur Rüstungskontrolle und Inspektion sowie verlässliche

Schutzgarantien für die territoriale Integrität der Ukraine – ohne

automatische Eskalationsmechanismen in Richtung eines globalen

Konflikts. Das wäre nüchterne, realistische Sicherheitspolitik.


Nach 1945 versprach sich Europa: „Nie wieder Krieg als normales Mittel

der Politik.“ Heute erleben wir erneut junge Ukrainerinnen und

Ukrainer an der Front, junge Russinnen und Russen in einem

Abnutzungskrieg und eine gesamte europäische Jugend, die erneut in

eine Logik der Blockkonfrontation hineinsozialisiert wird – verbunden

mit der Botschaft, sich innerlich auf einen „großen Konflikt“

vorzubereiten.


Wird dieser Zustand zur Normalität, verwandelt sich das „Nie wieder

Krieg“ in ein bedingtes Versprechen: „Nie wieder Krieg – außer wenn es

geopolitisch opportun erscheint.“


Russland wird nicht verschwinden – weder geografisch noch

machtpolitisch noch als nukleare Großmacht. Eine nachhaltige

europäische Sicherheitsordnung kann daher nicht gegen, sondern nur mit

Russland entstehen.



Die Zukunft: Europäische Sicherheit neu denken


Europa muss sich bei aller notwendigen Solidarität mit der Ukraine

wieder stärker als eigenständiger Akteur verstehen. Mit eigener

strategischer Agenda, eigenen diplomatischen Initiativen und eigenen

Formaten der Konfliktbearbeitung. Ein reines „Anhängen“ an

amerikanische Strategien wird dem europäischen Interesse an

langfristiger Stabilität nicht gerecht.


Föderale oder regional differenzierte Modelle in den beiderseitigen

Grenzregionen zwischen der Ukraine und Russland könnten Stabilität

schaffen, indem sie verfassungsrechtlich gesicherte Autonomierechte,

Minderheitenschutz bei Sprache, Kultur und Bildung sowie eine faire

Beteiligung der Regionen an wirtschaftlichen Ressourcen vorsehen –

flankiert durch internationale Garantien.


So könnte eine Ukraine entstehen, die nicht länger als Front- oder

Vorpostenstaat fungiert, sondern als Brückenstaat zwischen

unterschiedlichen Integrationsräumen – mit eigener pluraler Identität

und politischem Handlungsspielraum.


Vor diesem Hintergrund gewinnt der diskutierte 28-Punkte-Plan der USA

für die Ukraine und Europa besondere Bedeutung. Ein solches Programm

würde militärische Kooperation, Sicherheitsgarantien, Wiederaufbau,

politische Reformen und energiepolitische Weichenstellungen

miteinander verbinden. Entscheidend ist, wie dieser Plan konzipiert ist.


Er stärkt eine gesamteuropäische Sicherheitsordnung, wenn er Raum

lässt für Rüstungskontrolle, Dialogformate mit Russland und eine

kooperative Sicherheitsarchitektur. Problematisch wird er, wenn er

ausschließlich auf Abschreckung und Eindämmung setzt und russische

Sicherheitsinteressen pauschal ausblendet.


Er schafft Souveränität für die Ukraine, wenn er sie in die Lage

versetzt, innenpolitisch pluralistisch, rechtsstaatlich und

wirtschaftlich eigenständig zu handeln. Er schwächt ihre Souveränität,

wenn er sie dauerhaft zu einem geopolitischen Vorposten macht.

17.12.2025

Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien sowie zum Thema Militarisierung in Deutschland  (II von III)


Er denkt die junge Generation mit, wenn er Bildung,

Austauschprogramme, zivile Wiederaufbauprojekte und

Versöhnungsinitiativen betont. Er bleibt rückwärtsgewandt, wenn er vor

allem militärische Kennziffern stärkt und die Logik der Aufrüstung perpetuiert.


Aus europäischer Sicht sollte ein solcher Plan nur dann unterstützt

werden, wenn er sich in eine erneuerte OSZE-basierte

Sicherheitsordnung einpasst, die politische und wirtschaftliche

Eigenständigkeit Europas stärkt und der jungen Generation in der

Ukraine, in Russland und in der EU eine Zukunft eröffnet, in der

Kooperation und gegenseitige Sicherheit mehr gelten als militärische

Dominanz.


Erfüllt er diese Kriterien, könnte er ein Baustein einer neuen

europäischen Friedensordnung sein. Bleibt er einseitig machtpolitisch

geprägt, würde er die Ukraine weiter zur Spielfigur im globalen

Machtkonflikt machen und Europa in eine Ära dauerhafter Konfrontation

führen.



Peter-Alexis Albrecht hatte bis zu seiner Emeritierung 2011 am Institut

für Kriminalwissenschaften und Rechtsphilosophie an der Goethe-Universität

in Frankfurt am Main die  Professur für Kriminologie und Strafrecht inne.



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5. Tagesspiegel: Warum fliehen derzeit so viele ukrainische Soldaten aus der Armee?


https://www.tagesspiegel.de/internationales/die-meisten-machen-sich-nach-der-ausbildung-aus-dem-staub-warum-fliehen-derzeit-so-viele-ukrainische-soldaten-aus-der-armee-15031622.html

„Machen sich nach der Ausbildung aus dem Staub“:


Warum fliehen derzeit so viele ukrainische Soldaten aus der Armee?


Zunehmende Ausreisen junger Ukrainer machten zuletzt Schlagzeilen.

Doch das Problem der Desertionen ist größer – offenbar sogar im

Vergleich zu Russland. Ein Blick auf Zahlen und Ursachen.


Von Tobias Mayer Stand: 11.12.2025, 10:57 Uhr


Junge ukrainische Männer verlassen in Scharen ihr Land. Das ist

nachvollziehbar, denn ab 25 Jahren kann man in der Ukraine zum

Kriegsdienst verpflichtet werden. Wer eingezogen wird, muss

schlimmstenfalls mit Tod oder Verwundung rechnen; in jedem Fall aber

wird der Krieg an Körper und Seele seine Spuren hinterlassen.


Dieser Tage mag der lebensgefährliche Fronteinsatz in den Augen vieler

Männer sogar noch sinnloser wirken, da ein durch Russland und die USA

aufgezwungener Waffenstillstand droht.


Doch für die ukrainische Armee mit ihren etwa 200.000 entlang der

Kampflinie eingesetzten Soldaten ist jede Flucht ein Problem. Zumal

sich eben nicht nur die Jungen – mitunter Jahre vor einer etwaigen

Einberufung – dem Militärdienst entziehen. Die Gründe sind außerdem

komplexer, Todesgefahr allein erklärt das Problem nicht. Doch der

Reihe nach.


„Der größte Teil der Deserteure macht sich nach der Ausbildung und vor

der Eingliederung in einen Frontverband aus dem Staub. Wenn die

Ukraine hier nicht nachbessert, gehen ihr bald die Soldaten aus, egal

wie aggressiv sie rekrutiert“, sagte Militärexperte Gustav Gressel dem

Tagesspiegel.


„Der Korruptionsskandal hat die Vertrauenslage freilich nicht besser

gemacht“, fügte er hinzu. Seinen Zahlen nach gab es im Oktober und

November noch mal einen starken Anstieg der unerlaubten Abwesenheiten.


Insgesamt haben sich seit Januar 2022 ungefähr 150.000 ukrainische

Soldaten unerlaubt von ihrer Truppe entfernt,schätzt die ukrainische

OSINT-Gruppe „Frontelligence Insight“ in einer Ende November

veröffentlichten, umfangreichen Analyse des Problems.


Die Zahl der Deserteure wirkt hoch, auch wenn man berücksichtigt, dass

sich manche der Soldaten gar nicht wirklich dem Kriegsdienst

entziehen. Sie wechseln nur aus Unzufriedenheit ihre Einheit und

fließen trotzdem in die Statistik ein, weil das auf inoffiziellem Weg

passiert, statt mit Genehmigung ihrer Vorgesetzten.


Auffällig ist, dass Veteranen nicht die größte Gruppe unter den

Deserteuren ausmachen. Einheiten wie das 3. Armeekorps seien „in sehr

aktiven Frontgebieten im Einsatz“ und hätten trotzdem niedrige

Desertionsraten. Die Kampfintensität sei daher nicht allein

ausschlaggebend für das Verlassen der Truppe, schreibt „Frontelligence

Insight“.


Warum desertieren so viele frisch ausgebildete Soldaten?


Vielmehr seien es die frisch rekrutierten Soldaten im Training oder in

der direkt anschließenden Zeit vor der Verlegung an die Front, die die

höchsten Desertions-Raten aufweisen würden. Dieses fehlende Personal

verursache nur selten unmittelbare Probleme an der Front, „schwächen

aber allmählich die Verteidigung“, weil der Nachschub sinke.


Frontelligence Insight“ nennt fünf Gründe für die vielen Desertionen

unter den Nachwuchs-Soldaten. Sie haben auch mit den diplomatischen

Bemühungen auf höchster Ebene zu tun – und mit schlechter

militärischer Führung.


Angst vor der Verlegung in Regionen mit hohen Verlusten. Niedriges

Vertrauen in Ausbildungssysteme und die Sorge, dass zivile Fähigkeiten

ignoriert werden. Mangel an Motivation oder fehlender Glaube an einen

positiven Ausgang des Kriegs, kombiniert mit Frustration gegenüber

militärischer oder politischer Führung.


Eine als ungerecht empfundene Mobilisierung, die überproportional

viele arme Menschen treffe. Unrechtmäßige Mobilisierungen, bei denen

etwa Menschen mit Behinderungen eingezogen wurden, selbst wenn

entsprechende Dokumente vorgelegt werden. Die OSINT-Gruppe geht von

einer Desertionsrate von elf bis 14 Prozent der Truppenstärke aus.


In der russischen Armee liege sie dagegen zwischen sieben und zehn

Prozent. Für die Ukraine sei das Problem auch deswegen größer, weil

Russland auf mehr potenzielle Rekruten zurückgreifen könne.


Kiew drohe „ein möglicher Zusammenbruch der Frontverteidigung“. Klar

ist: Während die Ukraine bei Geld und Waffen auf ausländische Hilfe

setzen kann, ist sie bei den Soldaten auf sich allein gestellt.

Russland dürfte das wissen.


Das Problem scheint inzwischen ganz oben in der ukrainischen Politik

angekommen zu sein. Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj kündigte eine

Verbesserung der militärischen Ausbildung an.


Unter anderem sollen das Basistraining auf 51 Tage verlängert, die

Auswahl der Ausbilder verbessert und frisch ausgebildete Soldaten

psychologisch betreut werden, berichtet „The Kiev Independent“. (mit dpa)



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6. FR: Brisanter Bericht: NATO-Land sieht Trumps USA als Risiko



https://www.fr.de/politik/brisanter-bericht-nato-land-daenemark-sieht-trumps-usa-als-risiko-zr-94078445.html


Brisanter Bericht: NATO-Land sieht Trumps USA als Risiko


Stand: 11.12.2025, 05:54 Uhr


Die USA nutzen ihre Stärke als Machtmittel gegen Partner. Es gibt

Unsicherheit über die Rolle als Garant europäischer Sicherheit. Das

ist beispiellos.


Kopenhagen – Der NATO-Verbündete Dänemark hat in einem jährlichen

Risikobericht, der am Mittwoch vom dänischen

Verteidigungsnachrichtendienst veröffentlicht wurde, erstmals die

Vereinigten Staaten als eine der Sicherheitsbedrohungen benannt, mit

denen das Land konfrontiert ist.


In dem Bericht heißt es, dass die USA „ihre wirtschaftliche und

technologische Stärke nun als Machtmittel einsetzen, auch gegenüber

Verbündeten und Partnern“, und dass es „Unsicherheit über die Rolle

der USA als Garant der europäischen Sicherheit“ gebe.


Dänischer Risikobericht: USA erstmals als Sicherheitsbedrohung für

NATO-Verbündeten benannt


Zu Grönland – einem dänischen Territorium, für das Präsident Donald

Trump Interesse gezeigt hatte – und der weiteren Arktis stellt der

dänische Bericht fest, dass der Machtkampf zwischen China, Russland

und den USA zugenommen hat.


„Die strategische Bedeutung der Region nimmt zu, je weiter der

Konflikt zwischen Russland und dem Westen eskaliert. Der ausgeprägte

Sicherheitsfokus der Vereinigten Staaten auf die Arktis wird diese

Entwicklung beschleunigen“, heißt es in dem Bericht, der ursprünglich

auf Dänisch verfasst wurde. Der „zunehmende Machtwettbewerb in der

Arktis“ habe „die internationale Aufmerksamkeit für die Region

erheblich vergrößert.


Wachsendes US-Interesse: Bedrohung durch Spionage und Cyberspionage

auf Königreich Dänemark nimmt zu


Und weiter: „Dies gilt insbesondere für das wachsende Interesse der

Vereinigten Staaten an Grönland und dessen Bedeutung für die nationale

Sicherheit der USA. Diese Aufmerksamkeit vergrößert auch die Bedrohung

durch Spionage, einschließlich Cyberspionage, sowie Versuche der

Einflussnahme auf alle Teile des Königreichs Dänemark.“ (Dieser

Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com <http://newsweek.com/>)


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7. IPG: Helmut W. Ganser: Europa, bleib nüchtern!


    Wie die Europäer auf Trumps neue Sicherheitsstrategie reagieren sollten.



https://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/europa-bleib-nuechtern-8750/?utm_campaign=de_40_20251216&utm_medium=email&utm_source=newsletter



Außen- und Sicherheitspolitik 15.12.2025 | Helmut W. Ganser <https://www.ipg-journal.de/ipg/autorinnen-und-autoren/autor/helmut-w-ganser/>

Europa, bleib nüchtern!


Wie die Europäer auf Trumps neue Sicherheitsstrategie reagieren sollten.



In der deutschen Debatte über die Konsequenzen der Nationalen

Sicherheitsstrategie Trumps ist viel Panik verbreitet worden. Auch

weil die Relevanz solcher Grundlagendokumente überschätzt wird.


Nationale wie multilaterale sicherheitspolitische Konzeptionen haben

eine Doppelfunktion. Sie sind Mittel der Selbstvergewisserung über den

bereits eingeschlagenen Weg und senden zugleich außenpolitische

Botschaften.


Meist zeichnen sie jedoch lediglich das nach, was seit einiger Zeit

bereits gedacht und getan wird. Die Praxis geht dabei oft der Theorie

und Konzeptualisierung voraus.


Solche Dokumente werden häufig in ihrer Bedeutung für das konkrete

Regierungshandeln überschätzt. Sie sind in bestimmten Lagen nicht

unmittelbar handlungsleitend.


In klarem Gegensatz zum Grundton der Sicherheitsstrategie hat Trump

noch im Juni 2025 beim NATO-Treffen in Den Haag eine Gipfelerklärung

mitverabschiedet, in der das eiserne, unerschütterliche Engagement und

die Bündnisverpflichtung zur kollektiven Verteidigung bekräftigt werden.


Immerhin ist jetzt endgültig klar, dass Trump keine isolationistische

Politik verfolgt, wie das noch vor Monaten in Europa fälschlich

befürchtet wurde. Er strebt offenbar ganz im Gegenteil eine

Vasallisierung der Europäer im transatlantischen Verbund an, die bis

zum Versuch der Einflussnahme auf die Innenpolitik der Bündnispartner

reicht.


Trumps Sicherheitsstrategie erreicht inhaltlich und handwerklich nicht

die Qualität der Strategiedokumente früherer Präsidenten. Wesentliche

Herausforderungen für die USA werden ausgeklammert. Der Umgang mit den

Alliierten in Europa und Asien ist nicht mit den längerfristigen

strategischen Interessen Washingtons vereinbar.


Die allgemeine Unruhe über die US-Strategie sollte jedoch einer

aktiven Gelassenheit und strategischen Nüchternheit gegenüber Trumps

Volten weichen. Kassandrarufe sind verfrüht.


Trump selbst räumt in der Sicherheitsstrategie ein, dass Europa für

die Vereinigten Staaten strategisch und kulturell von entscheidender

Bedeutung bleibt.


Der transatlantische Handel sei nach wie vor eine der Säulen des

amerikanischen Wohlstands. Die Europäer können durchaus ökonomische

Substanz in die künftige Gestaltung des transatlantischen

Verhältnisses einbringen, wenn sie selbstbewusst und geschlossen

auftreten.


Vor wenigen Tagen erschien in Foreign Affairs ein Artikel unter dem

Titel: „How Much Abuse Can America’s Allies Take? Longtime Partners

Will Soon Start to Drift Away“. Der Beitrag enthält zu Recht die

Warnung, Trump dürfe nicht überziehen, weil sich die Europäer von den

USA abwenden könnten.


Es wird in den kommenden Monaten darauf ankommen, dass die

europäischen Führungsmächte, allen voran die E3 mit Deutschland,

Frankreich und Großbritannien, geschlossen auftretend mit der

Trump-Administration auf Augenhöhe einen konstruktiven, wenn nötig

harten Dialog über das künftige transatlantische Verhältnis führen.


Nicht in der von Trump bevorzugten öffentlichen Arena und schon gar

nicht im Halbkreis der Regierungschefs vor dessen Schreibtisch im Oval

Office, sondern im diplomatischen Ringen um politische Wege in

fensterlosen Konferenzräumen ohne die Medien.


Dabei ist das persönliche Eingreifen der Staats- und Regierungschefs

nur notwendig, wenn die Beratungen auf hoher Beamtenebene an

Knackpunkten ins Stocken geraten.


Die Europäer können durchaus ökonomische Substanz in die künftige

Gestaltung des transatlantischen Verhältnisses einbringen, wenn sie

selbstbewusst und geschlossen auftreten.


(...)


Die Nationale Sicherheitsstrategie Trumps unterstreicht, dass der

russische Krieg in der Ukraine nicht nur Kiew fokussiert, sondern im

Kontext der gesamteuropäischen Sicherheit analysiert und behandelt

werden muss.


Jede Verhandlungslösung muss die europäische Sicherheit stabilisieren

und darf sie nicht schwächen. Die Eskalationsrisiken eines noch

längeren Krieges für Kiew und für Europa sind größer als die Risiken,

die mit einer baldigen, für die Ukraine schmerzhaften, aber

letztendlich annehmbaren Verhandlungslösung verbunden sind.



Helmut W. Ganser, Hamburg


Helmut W. Ganser, Brigadegeneral a.D., war Stellvertretender

Leiter der Stabsabteilung Militärpolitik im Verteidigungsministerium,

Strategie-Dozent an der Führungsakademie der Bundeswehr und

militärpolitischer Berater bei der NATO und bei der UN.



——



8. IPG: Merz' erster Besuch bei Netanjahu steht für Zögern.


    So verspielt der Kanzler eine wichtige Chance auf glaubwürdige Israel-Politik. Völkerrecht adé



https://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/voelkerrecht-ade-8743/?utm_campaign=de_40_20251211&utm_medium=email&utm_source=newsletter



Außen- und Sicherheitspolitik 11.12.2025 | Yoav Shemer-Kunz <https://www.ipg-journal.de/ipg/autorinnen-und-autoren/autor/yoav-shemer-kunz/>


Merz' erster Besuch bei Netanjahu steht für Zögern.


So verspielt der Kanzler eine wichtige Chance auf glaubwürdige Israel-Politik.


Völkerrecht adé



Dr. Yoav Shemer-Kunz ist Politikwissenschaftler an der Universität von

Straßburg und EU Advocacy Officer bei B’Tselem – The Israeli

Information Center for Human Rights in the Occupied Territories.


Der erste offizielle Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz in Israel

hätte ein klares Zeichen für Deutschlands prinzipientreue

Führungsrolle in einer Zeit setzen sollen, in der internationale

Normen stark unter Druck stehen.


Stattdessen offenbarte der Besuch eine beunruhigende Kluft zwischen

Deutschlands erklärten Verpflichtungen zu Menschenrechten und

Völkerrecht auf der einen Seite und seiner Politik gegenüber der

offensichtlichen Verletzung dieser Prinzipien durch die israelische

Regierung auf der anderen Seite.


Der streng kontrollierte 24-Stunden-Zeitplan, der sich auf hochrangige

israelische Beamte und symbolträchtige Orte beschränkte, vermittelte

nicht Entschlossenheit, sondern Ausflüchte. Was der Kanzler nicht

sehen wollte, war ebenso bedeutsam wie das, was auf dem Programm

stand.


Das folgenreichste Signal war seine Entscheidung, sich an die Seite

eines Regierungschefs zu stellen, gegen den der Internationale

Strafgerichtshof (IStGH) einen Haftbefehl wegen Kriegsverbrechen und

Verbrechen gegen die Menschlichkeit erlassen hat. Unabhängig von den

diplomatischen Kalkülen Berlins trägt der öffentliche Auftritt mit

einem vom IStGH gesuchten Amtsträger, ohne die Verpflichtungen

Deutschlands gegenüber dem Gerichtshof zu bekräftigen, direkt zur

Normalisierung dieser mutmaßlichen Verbrechen bei.


Es verstärkt das Klima der Straflosigkeit, das Israels groß angelegte

Tötung palästinensischer Zivilisten, die Zerstörung von Gemeinden und

die Verweigerung grundlegender Schutzmaßnahmen im Gazastreifen und im

Westjordanland ermöglicht hat.


Der IStGH ist keine symbolische Institution, sondern die letzte

Instanz für Opfer schwerer Menschenrechtsverletzungen. Wenn

demokratische Staaten seine Autorität als Ermessenssache behandeln,

untergraben sie genau die Struktur, die Zivilisten weltweit, nicht nur

in Israel bzw. Palästina, schützen soll.


Bundeskanzler Merz deutete zwar eine Zwei-Staaten-Lösung an, bestand

jedoch darauf, dass eine Anerkennung durch Deutschland erst am Ende

eines Verhandlungsprozesses erfolgen sollte.


Diese Dynamik wurde auf der gemeinsamen Pressekonferenz selbst noch

einmal unterstrichen. Premierminister Benjamin Netanjahu bekräftigte

seine absolute Ablehnung eines palästinensischen Staates und stellte

diesen als existenzielle Bedrohung für Israel dar. Bundeskanzler Merz

deutete zwar eine Zwei-Staaten-Lösung an, bestand jedoch darauf, dass

eine Anerkennung durch Deutschland erst am Ende eines

Verhandlungsprozesses erfolgen sollte.


Angesichts der aktuellen Lage – die durch aggressive israelische

Siedlungsexpansion, die dauerhafte Verfestigung der israelischen

Infrastruktur und die Zwangsumsiedlung palästinensischer Landgemeinden

gekennzeichnet ist – ist eine Verschiebung der Anerkennung kein Weg

zur Gerechtigkeit.


Sie zögert diese vielmehr auf unbestimmte Zeit hinaus und ermöglicht

es Israel, seine jahrzehntelange Politik der faktischen Annexion des

Westjordanlands fortzusetzen.


Bundeskanzler Merz äußerte sich vorsichtig zur palästinensischen

Staatlichkeit, während er neben einem Politiker stand, der diese

kategorisch ablehnt und dessen gesamte Koalition das Prinzip der

palästinensischen Souveränität zwischen Mittelmeer und Jordanien

grundsätzlich zurückweist. Dies ist eher ein Zeichen der Anpassung als

eine grundsätzliche Meinungsverschiedenheit.


Für Deutschland handelt es sich hierbei nicht um eine technische

Abweichung in der Außenpolitik. Es war ein Test, ob die von ihm

geltend gemachten Prinzipien der historischen Verantwortung, der

universellen Rechte und des starken Bekenntnisses zum Völkerrecht als

echte Leitlinien oder lediglich als Rhetorik fungieren.


Die tiefgreifende Verantwortung Deutschlands für die Sicherheit des

jüdischen Volkes kann die Verpflichtungen, die Deutschland im Rahmen

der Genfer Konventionen und des Römischen Statuts eingegangen ist,

nicht ersetzen.


Diese Rahmenwerke existieren geradezu, um staatliche Gewalt

einzudämmen und Zivilisten zu schützen, wenn politische Anreize in die

entgegengesetzte Richtung drängen. Sie lassen keine selektive

Anwendung zu, sondern verlangen Konsequenz.


Er hat das Westjordanland nicht besucht, wo die Strukturen der

Besatzung – Mauern und Barrieren, militärische Kontrollpunkte, Angst

vor israelischen Siedlern – das tägliche Leben der Palästinenser

prägen.


Die Auslassungen in Merz’ Reiseplan während seines Besuchs

verdeutlichen diesen Punkt. Er hat sich nicht direkt mit

Palästinensern auseinandergesetzt, die unter den politischen Maßnahmen

leben, zu denen sich seine Regierung regelmäßig äußert – über die

seine Regierung Besorgnis zum Ausdruck bringt.


Er hat das Westjordanland nicht besucht, wo die Strukturen der

Besatzung – Mauern und Barrieren, militärische Kontrollpunkte,

getrennte Straßen, bürokratische Beschränkungen, Abrissverfügungen,

Landbeschlagnahmungen, Angst vor israelischen Siedlern – das tägliche

Leben der Palästinenser prägen. Hätte er diese Zustände mit eigenen

Augen gesehen, hätten seine politischen Äußerungen eine Grundlage in

der Realität gehabt, auf die sie sich beziehen.


Bundeskanzler Merz hätte palästinensische Familien treffen können,

deren Häuser zerstört wurden, Studenten und Arbeiter, deren

Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist, ganze Gemeinden, deren Zugang zu

grundlegenden Dienstleistungen wie Bildung und medizinischer

Versorgung systematisch behindert wird. Ohne solche Begegnungen werden

hochrangige Diskussionen über „politische Horizonte“ von der Realität

losgelöst, in der sie stattfinden müssen.


Diese Kluft zwischen bekundeter Besorgnis und gewählter Blindheit

verschleiert die unangenehme Tatsache, dass palästinensische

Zivilisten weiterhin mit Massenvertreibungen, tödlicher Gewalt,

illegalen Verhaftungen und Verwaltungshaft, mit unmenschlicher

Behandlung, die einer Folter der Inhaftierten gleichkommt, und mit

Einschränkungen in großem und systematischem Umfang konfrontiert sind,

während die politische Führung Israels sogar die Prämisse ihrer

politischen Rechte ablehnt.


Deutschland verfügt durchaus über Instrumente, mit denen es sein

Handeln an den Normen ausrichten könnte, die es zu verteidigen

vorgibt. Es kann klar zum Ausdruck bringen, dass Maßnahmen, die einer

Annexion, dauerhaften Enteignung oder institutionalisierten

Verweigerung der Selbstbestimmung der Palästinenser gleichkommen,

diplomatische Konsequenzen nach sich ziehen.



Dies ist keine symbolische Strafmaßnahme, sondern die Anwendung des

Völkerrechts und des Gutachtens des Internationalen Gerichtshofs vom

19. Juli 2024, in dem erneut bekräftigt wurde, dass die Besetzung

durch Israel seit 1967 illegal ist. Die Konditionierung der

bilateralen Zusammenarbeit mit Israel an konkrete Verbesserungen vor

Ort – wie die Eindämmung der Gewalt durch Siedler, die Einstellung von

Zerstörungen, den Schutz humanitärer Operationen und die Erleichterung

der Bewegungsfreiheit – würde zeigen, dass Deutschlands Einfluss an

rechtliche Standards gebunden ist und nicht an politische

Opportunität.


Es ist noch nicht zu spät für Berlin, den Kurs zu korrigieren. Dazu

müsste anerkannt werden, dass das Gedenken an den Holocaust und die

Achtung des Völkerrechts keine gegensätzlichen Gebote sind, sondern

sich gegenseitig verstärken: die Verpflichtung Deutschlands gegenüber

seiner Vergangenheit zu würdigen und gleichzeitig das Leiden der

Palästinenser nicht hinzunehmen.



————



9. FR: Eva Menasse fragt – Wer ist es wirklich, der nicht diskutieren will?


https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/eva-menasse-fragt-wer-ist-es-wirklich-der-nicht-diskutieren-will-94083323.html



Eva Menasse fragt – Wer ist es wirklich, der nicht diskutieren will?

14.12.2025, 16:12 Uhr


Gesellschaftliche Toleranz und Liberalität nehmen ab, Angriffe zu.


Über die inflationäre Verwendung des A-Vorwurfs.


Von Eva Menasse


14.12.2025, 16:12 Uhr


In Deutschland hängt eine Schallplatte fest, seit vielen Jahren. Aber

niemand tritt dagegen, um die arme Nadel zu befreien. Die grässlichen

Geräusche halten an, die ständig das A-Wort, einen der schlimmsten

Vorwürfe hierzulande, kreischen, gegen vormals unverdächtige Menschen.


Die galoppierende Inflation, mit der es inzwischen in der Manier

„jeder gegen jeden“ verteilt wird, nimmt ihm dabei nichts von seinem

Schrecken. Das ist schon gruselig, denn es scheint um kaum etwas

anderes mehr zu gehen, in einer medialen Massenhysterie.



Zuletzt spuckte der kaputte Apparat das A-Wort zusammen mit dem Namen

Sophie von der Tann aus, die seit Jahren für den

öffentlich-rechtlichen Rundfunk aus der Konfliktregion

Israel-Palästina berichtet.


Einen Preis für ihre Arbeit durfte sie dennoch entgegennehmen, obwohl

Bataillone von Anklägern schweres A-Wort-Feuer eröffnet hatten. Vor

dem Ort der Verleihung demonstrierten Menschen, die mit vollem Ernst

Schilder trugen wie „Ist die ARD die Pressestelle der Hamas?“


Solche Bilder wird man später in Geschichtsbüchern zeigen, neben

Corona-Leugnern mit Judensternen und dem Mann mit den Bisonhörnern,

Symbol des Sturms auf das US-Kapitol. Und man wird sich fragen, wie es

bloß dazu kommen konnte.


Viele waren erleichtert, als die ARD-Journalistin den Preis bekam, ein

Hoffnungsschimmer, dass noch nicht alle völlig verrückt geworden sind.

Ich hingegen fürchte, der diskursive deutsche Wahn ist uneinholbar

weit fortgeschritten. Allein dass die

Hanns-Joachim-Friedrichs-Medaille zum Zentrum nationaler Erregung

werden konnte!


Und es besteht der begründete Verdacht, dass nur die Kombination von

sehr zufälligen individuellen Details die Geschichte hat gut ausgehen

lassen: Sophie von der Tann ist hellhäutig und trägt einen adeligen

Namen, der an Christbäume erinnert; Nemi el-Hassan dagegen, eine

ebenso begabte Nachwuchsjournalistin, die im WDR die

Wissenschaftssendung „Quarks“ hätte moderieren sollen, konnte vom

damaligen „Bild“-Chefredakteur und heutigen „Nius“-Einpeitscher Julian

Reichelt umstandslos als „Islamistin“ abgeräumt werden, in Tateinheit

mit dem damaligen Intendanten Tom Buhrow, der die üblichen eiskalten

deutschen Füße bekam.


In dieser schamvollen Affäre wurde sämtlichen jungen Menschen mit

Migrationshintergrund und fremdländischen Namen noch einmal

klargemacht, wie wenig sie zählen, auf welch rassistische Weise man

sie abserviert, sobald die einschlägigen Vorwürfe kommen.


Mir und anderen wird seit einiger Zeit vorgeworfen, kein anderes Thema

mehr als Nahost und das A-Wort zu kennen. Auch das ist ein – wohl

absichtliches – Missverständnis.


Denn es ist ja umgekehrt: Wir kritisieren, dass besonders über dieses

Thema Diskursräume verengt werden – wie hältst du es mit Israel? Und

dass – als gefährlichste Eskalation – hysterisch überzogene

A-Wort-Unterstellungen dazu dienen, Bürgerrechte wie Meinungs-, Kunst-

und Wissenschaftsfreiheit einzuschränken, inzwischen sogar den Zugang

zum Aufenthaltsrecht.


Das nämlich bewirken die beiden fatalen Bundestags-Resolutionen von

2019 und 2024. Sie folgen demselben Muster, mit dem in den USA Donald

Trump die Universitäten zerstören und unliebsame Ausländer irregulär

verhaften und ausweisen lässt.


In der jüngsten Resolution vom November des Vorjahres ( „Nie wieder

ist jetzt – Jüdisches Leben in Deutschland schützen, bewahren und

stärken“) – die genau wie ihre unselige Vorgängerin, die

Anti-BDS-Resolution, klar dem Grundgesetz widerspricht – wird etwa die

Berlinale 2024 pompös als „großer Antisemitismusskandal“ angeführt,

der rechtsradikale bewaffnete Anschlag auf die Synagoge in Halle mit

zwei Toten hingegen nicht einmal erwähnt.


Kann das wahr sein? Und warum sollte man grundgesetzwidrige

Bundestagsresolutionen, die enorme Auswirkungen auf das Land haben,

nicht diskutieren dürfen?


Stattdessen geht es darum, wer (noch) rechtgläubig ist und wer schon

Radikalinski. Auch an der Hervorhebung angeblich abgedrifteter

Einzelner erkennt man, dass gesellschaftliche Toleranz und Liberalität

abnehmen – man achte auf die verräterischen Epitheta „problematisch“

oder „umstritten“.


Allein, dass so viele Juden und Israelis wegen ihrer scharfen Kritik

am israelischen Vorgehen in Gaza massiv attackiert worden sind – Yuval

Abraham, Nadav Lapid, Susan Neiman, Omri Boehm, Omer Bartov, Moshe

Zimmermann, Tomer Dotan-Dreyfus, Candice Breitz, Masha Gessen, Nancy

Fraser, Laurie Anderson – zeigt doch, dass es niemals um den Schutz

der Juden geht, sondern um die Durchsetzung einer bestimmten

Weltanschauung: die der unumschränkt proisraelischen „deutschen

Staatsräson“.


Der australische Genozidforscher Dirk A. Moses nannte das vor Jahren

einen neuen „deutschen Katechismus“ – schon damals zur Empörung von

weiten Teilen der deutschsprachigen Medien.


Hierzu ein paar Fakten. Erstens hat der neue „Civicus Monitor“

Deutschland in der Bewertung seines „zivilgesellschaftlichen

Handlungsraums“ von „beeinträchtigt“ auf „beschränkt“ herabgestuft,

das Niveau von Ungarn, Brasilien, Südafrika. Begründet wurde dies

explizit mit der Einschränkung des Demonstrationsrechts bei

propalästinensischen Demos, dem Verbot, dort Arabisch zu sprechen

sowie der eskalierenden Polizeigewalt, außerdem mit Überwachung und

Repression gegen israelkritische NGOs.


Wer all das richtig findet, sollte seine Definition von

Meinungsfreiheit überdenken. Harte Kritik, zumal in Zeiten des

Krieges, ist noch lange nicht dasselbe wie Vernichtungswunsch.


Zweitens wertete die linke Zeitschrift „Jacobin“ im vergangenen

September 5000 Schlagzeilen deutscher Leitmedien aus und stellte fest,

dass die offiziellen Angaben Israels in der überwältigenden Mehrheit

sind:


„Sämtliche palästinensischen und libanesischen Quellen sowie alle zum

Nahen Osten aktiven internationalen Organisationen und NGOs zusammen

schaffen es nicht einmal halb so oft in die Schlagzeilen deutscher

Nachrichten wie Israels Regierung und Armee allein“.


Drittens konnte im Februar dieses Jahres eine Veranstaltung mit der

UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese und dem israelischen

Architekturprofessor Eyal Weizman („Forensic Architecture“) an der

Freien Universität Berlin nicht stattfinden; begründet unter anderem

mit dem Sicherheitsempfinden jüdischer Studierender.


Nur wenige Tage später bekundete aber viertens der Wahlsieger

Friedrich Merz seine Absicht, den israelischen Premier Netanjahu nach

Deutschland einzuladen – man werde „Mittel und Wege finden“, den

Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs zu umgehen. Das

zumindest hat sich als Irrtum herausgestellt; Merz musste sich an die

Levanteküste begeben – dennoch ist dieser Besuch fünftens, so wie der

von Bundespräsident Steinmeier davor, ein krasser Bruch der

Gepflogenheiten jener Länder, die den ICC anerkennen und das

internationale Recht hochhalten wollen.


Nicht einmal die diesbezüglich dickfelligen Franzosen beehrten Muammar

al Gaddafi weiterhin mit Staatsbesuchen, nachdem ihn der ICC zur

Fahndung ausgeschrieben hatte. Aber all das ist in Deutschland kein Thema.


Aktuell wird die Konferenz „The Rise and Fall of the BRD“, auf der am

vergangenen Wochenende in Zürich all diese Themen friedlich, aber

keineswegs unkontrovers diskutiert wurden, in Teilen der deutschen

Medien mit schrillen Worten skandalisiert.


Wer etwa die „Zeit“ liest (Zitat aus dem Leitartikel: „Wenn man den

Berichten glauben darf …“), muss den Eindruck gewinnen, dass dort ein

paar radikalisierte Spinner die wehrlose Bundesrepublik fertigmachten

und dabei noch jammerten, dass sie das daheim in Deutschland nicht tun

dürften. Online illustrierte man das mit einem Foto der rechtswidrig

abgebrochenen Berliner „Palästina-Konferenz“ aus dem Vorjahr.


Diese Lesart unterschlägt die schwere Bedrängnis, in die deutsche Unis

seit der Anti-BDS-Resolution geraten sind, sie unterschlägt den

„Offenen Brief“ eines „Netzwerks Jüdischer Hochschullehrender“, der

die Gastgeber, die ETH und das Kunsthaus Zürich schon vorab „mit

großer Sorge und Bestürzung“ aufgefordert hatte, „die Kooperation zu

überdenken und die institutionelle Unterstützung zu überprüfen“ – im

Klartext: das Ganze einfach zu abzublasen.


Inzwischen setzt auch die rechtslastige NZZ, Artikel um Artikel, jene

Schweizer Einrichtungen unter Druck, die für eine seriöse Riege

internationaler Intellektueller und Wissenschaftler Geld und Räume zur

Verfügung stellten. Das Thema der Konferenz bestätigt sich also

laufend selbst.


Genauso war es schon dreißig deutschen Kulturinstitutionen ergangen,

die sich 2020 als „Initiative Weltoffenheit“ vehement gegen die

Anti-BDS-Resolution wandten, weil sie ihre internationale Kulturarbeit

bedroht sahen; ebenso der Berliner Konferenz „Hijacking Memory“ aus

dem Juni 2022, die untersuchen wollte, wie sich rechte Kräfte in

verschiedenen Ländern des Holocaust-Gedenkens und des A-Wort-Vorwurfs

für ihre eigene Agenda bemächtigen – „Eine Bühne für Israelhass –

mitten in Berlin“ titelte die Springer-Presse und unterschlug, dass

die überwiegende Mehrheit der vortragenden Akademiker Juden aus aller

Welt gewesen waren.


Wer finanziert das eigentlich? Und dürfen die das überhaupt? – das

uralte illiberale Skript ist gerade wieder groß in Mode. Was früher

kritisiert oder beschwiegen worden wäre, dem wird heute die

Berechtigung abgesprochen, „Kollaborateure“ werden medial markiert.


Auch die Eskalationslogiken ähneln einander, wie bei Nemi el-Hassan

und Sophie von der Tann. Von braun und sowieso fremdartig bis hin zur

eigenen Fünften Kolonne. Naja, das wird nicht falsch gewesen sein, den

Palästina-Kongress zu verbieten; und schon ein Jahr später hält man

für denkbar, dass Zusammenkünfte von Adam Tooze, Daniel Marwecki, Ben

Ratskoff, Diedrich Diederichsen, Eyal Weizman, Jakob Tanner und Dirk

A. Moses unterbunden gehören.


Es ist seit jeher ein untrügliches Warnzeichen, wenn politische

Debatten in Kultur und Wissenschaft übertragen und dort ausagiert

werden. Zwar war erwartbar, dass nach der Vorarbeit knallharter

rechter Akteure und des toxischen Digitalschlamms liberale Zeitungen

wie die „Zeit“ dem schweren Denkfehler erliegen, den Überbringer der

schlechten Nachricht für den Täter zu halten. Aber verdammt schnell

ist es doch gegangen.


Vermutlich hilft, dass aus einer demokratischen

Meinungsverschiedenheit längst ein Millionengeschäft geworden ist –

Institutionen wie Volker Becks „Tikvah-Institut“ oder Ahmed Mansours

„Mind“, die sich dem „Kampf“ gegen „israelbezogenes A-Wort“, „A-Wort

der Linken“ oder „migrantisches A-Wort“ widmen, werden mit

öffentlicher Förderung gerade nur so überschüttet.


Nicht schwer vorherzusagen, dass all diese Millionen für den „Kampf

gegen A-Wort“ immer nur weiteres A-Wort erzeugen werden, analog den

Gleichstellungsbeauftragten, über die der Philosoph Robert Pfaller

schon vor vielen Jahren schrieb, dass sie wohl kaum an ihrer eigenen

Überflüssigwerdung arbeiten würden. Mehr Geld und noch mehr Geld für

die Kämpfer, Schnüffler und Diffamierer. Mehr Repression, noch mehr

Repression. Das ist, was auf Deutschland zurollt und wovor man in

Zürich warnte.


Dabei ist das Einzige, was die offene Gesellschaft garantiert, Bildung

und Teilhabe für alle, sowie größtmögliche Toleranz für alle

Meinungen, Ansichten, Kulturleistungen und wissenschaftlichen

Fragestellungen, die nicht gegen das Strafgesetzbuch verstoßen. Wer

ist es wirklich, der hier nicht mehr diskutieren will?



Die Autorin


Eva Menasse, geboren 1970 in Wien, ist eine vielfach ausgezeichnete

Essayistin und Schriftstellerin, unter anderem hat sie die Romane

„Vienna“ und „Dunkelblum“ vorgelegt. In diesem Jahr erhielt sie den

Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und

Handeln.


Sprecherin des neugegründeten PEN Berlin war sie bis November 2024,

zusammen mit Deniz Yücel.


————————



siehe auch:


https://www.arte.tv/de/videos/125537-000-A/disunited-nations-die-uno-und-der-nahe-osten/



Disunited Nations - Die UNO und der Nahe Osten



2025 feiert die UNO ihr 80-jähriges Bestehen – doch statt Jubel herrscht Ernüchterung.


Die Weltorganisation steht im Nahen Osten vor einer ihrer schwersten


Bewährungsproben und Francesca Albanese, die


UN-Sonderberichterstatterin für die Palästinensischen Gebiete,


befindet sich wegen ihrer Vorwürfe des Völkermords in Gaza, im


Kreuzfeuer der Kritik.



——



10. paxchristi: Nein zum Operationsplan Deutschland und zur Instrumentalisierung der Kirchen



https://www.paxchristi.de/meldungen/view/5246544565501952/Nein%20zum%20Operationsplan%20Deutschland


Nein zum Operationsplan Deutschland und zur Instrumentalisierung der Kirchen


16. Dez 2025


Kommission Friedenspolitik: "Wir widersetzen uns einem Aufrüstungsimperativ"


Die pax christi-Kommission Friedenspolitik widerspricht dem

sogenannten „Operationsplan Deutschland“, der die innere Aufrüstung

gegen eine Bedrohung seitens Russlands und Chinas propagiert.


Der Operationsplan Deutschland ist Teil der immensen militärischen

Aufrüstung in der Folge des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine

von 2022. Wesentlicher Teil des Operationsplans wird das am 10.09.2025

vom Bundeskabinett beschlossene „Dachgesetz zur kritischen

Infrastruktur“, kurz „KRITIS“, sein. Dieses soll die EU-Richtlinie

2022/2557 „CER“ umsetzen.

17.12.2025

Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien sowie zum Thema Militarisierung in Deutschland  (III von III)

Das „Grünbuch ZMZ (Zivil-Militärische Zusammenarbeit) 4.0“ des

„Zukunftsforums Öffentliche Sicherheit“, einer Fachgruppierung von

Mitgliedern des Deutschen Bundestags, lässt Rückschlüsse zu auf die

Inhalte des nach wie vor geheimen Operationsplans Deutschland mit

inakzeptablen Zumutungen.


Während das Grünbuch ZMZ 3.0 noch die Hilfe bei Umweltkatastrophen als

Schwerpunkt hatte, geht es beim Grünbuch ZMZ 4.0 um konkrete

Kriegsvorbereitung. Es soll eine schnelle, ungehinderte

Truppenverlegung von West nach Ost (!) ermöglicht werden.


Einseitige „Szenarien“ propagieren Feindbilder. Wie beim geplanten

„Gesundheitssicherstellungsgesetz“ soll militärischen Kriterien bei

der Frage, wer medizinisch behandelt wird (Triage), Vorzug gegeben

werden.


Die früher, u. a. im Zusammenhang mit dem

EU-Verfassungsvertragsentwurf von 2005, von der Friedensbewegung und

insb. auch von der pax christi-Kommission Friedenspolitik vehement

kritisierte Ausweitung der Zivilen Agenda auf militärische

Komponenten, hat sich ins Gegenteil verkehrt: Heute greift das

Militärische ganz unverhohlen nach dem Zivilen.


Wir widersetzen uns einem Aufrüstungsimperativ, der versucht, Felder

der Zivilgesellschaft zu besetzen, sowie im „Rahmenkonzept Seelsorge

und Akutintervention im Spannungs- und Bündnisfall“ sogar die

kirchliche Seelsorge zu instrumentalisieren und dem Militärischen

unterzuordnen.


In der Wortwahl des Titels des auch als „Geistlicher Operationsplan

Deutschland“ bezeichneten Rahmenkonzepts verrät sich übrigens deutlich

die Herleitung aus den Notstandsgesetzen von 1968, die auch nach mehr

als 50 Jahren wie ein Fremdkörper im Grundgesetz stehen.


Gemäß Grundgesetz ist jeglicher Einsatz der Bundeswehr im Innern

abzulehnen. Katastrophenschutz lässt sich in bewährter Weise zwischen

Feuerwehr, THW und Polizei koordinieren. Die Verletzlichkeit unserer

Gesellschaften im Bereich der Mobilität, Energieversorgung,

Kommunikation bis zu Geldtransfers, stellt zugegeben eine große

Herausforderung dar. Dieser zu begegnen ist jedoch Aufgabe von Polizei

und Zivilschutz und nicht einer Armee.


Das Bedrohungsszenario, das eine NATO-Politik der Stärke und der

Abschreckung legitimieren soll, verkennt den Ernst der globalen

ökologischen Lage. Sie spielt „russisches Roulette“ im Blick auf ein

NATO-Übergewicht des Schreckens, verdeckt die ökonomischen

Herrschafts- und Besitzverhältnisse und macht sich zum Büttel von

Profitinteressen von Rüstungskonzernen und Tech-Milliardären, die

ganze Staaten und Staatenbünde vor sich hertreiben.


Das gängige Bedrohungsszenario ist im Verlauf einer

Eskalationsgeschichte entstanden, an der die NATO auch ihren Anteil

hat. Wir müssen es so klar sagen: Ohne eine Politik des

Interessensausgleichs, von Rüstungskontrollvereinbarungen unter dem

Dach der UN und gemeinsamer Sicherheit mit Russland bzw. China wird es

keine nennenswerte Zukunft in Deutschland, Europa und der Welt geben.


Wir erinnern an die Synode in Görlitz, die 1987 bekannte: „Im Gehorsam

gegen den dreieinigen Gott haben wir unsere Absage an Geist, Logik und

Praxis der Abschreckung ausgesprochen. Denn der Geist der Abschreckung

steht im Widerspruch zum Geist Gottes.


Die Logik der Abschreckung steht im Widerspruch zum Versöhnungshandeln

Christi. Sie zwingt trotz aller ethischen Proteste und vernünftigen

Einsichten zum Wettrüsten. Weil wir Christus nachfolgen, widersprechen

wir der Logik der Abschreckung. Wir bitten, dass Christus uns auf

seinen Weg führt.


Die Praxis der Abschreckung steht im Widerspruch zur Gerechtigkeit

Gottes:

- Sie führt zu einer Militarisierung des Lebens und Denkens.

- Sie vergeudet die materiellen und geistigen Schätze der Menschheit.


Für friedens- statt sicherheitslogisches Handeln ist uns das von Michail

Gorbatschow 1990 beworbene „Gemeinsame Haus Europa“ Leitbild. Mit

Gewaltfreiheit, Versöhnungsbereitschaft und Entspannungswillen bedarf

es eines erneuerten OSZE-Prozesses, damit Geist, Logik und Praxis der

Abschreckung zugunsten kollektiver (gemeinsamer) Sicherheit überwunden

werden.



——



11. IPG: Diebstahl an der Zukunft. Gefährlich und kurzsichtig:


      Warum die Militarisierung Deutschlands keine industriepolitische Lösung ist.



https://www.ipg-journal.de/rubriken/wirtschaft-und-oekologie/artikel/diebstahl-an-der-zukunft-8751/?utm_campaign=de_40_20251216&utm_medium=email&utm_source=newsletter


Wirtschaft und Ökologie 16.12.2025 | Julian Rossmann <https://www.ipg-journal.de/ipg/autorinnen-und-autoren/autor/julian-rossmann/>

Diebstahl an der Zukunft



Gefährlich und kurzsichtig: Warum die Militarisierung Deutschlands keine industriepolitische Lösung ist.


Der US-Präsident Eisenhower warnte bereits 1953 vor den Kosten der

Aufrüstung. „Jede hergestellte Waffe, jedes vom Stapel gelassene

Kriegsschiff, jede abgefeuerte Rakete bedeutet letztlich einen

Diebstahl an jenen, die hungern und nicht gespeist werden, an jenen,

die frieren und nicht gekleidet werden.“


In der aktuellen politischen Debatte werden steigende Ausgaben für die

Verteidigung bisweilen als „industriepolitische Chance“ und

Rüstungsinvestitionen als Wachstumsmotor verkauft. Ist das die

Zukunftsagenda, die uns aus der Krise retten soll?


Die Transformation unseres Wirtschaftssystems in eine Art

Kriegswirtschaft wird weder die deutsche Industrie nachhaltig beleben

noch die eigentlichen Ursachen der industriellen Krise lösen.


Im Gegenteil: Sie bindet dringend benötigte Ressourcen, Fachkräfte und

politische Energie in einer Industrie, die strukturell auf permanenten

Konflikt angewiesen ist und deren Produkte bestenfalls ungenutzt in

Depots verstauben.


Wenn es um Investitionen in die Verteidigungsfähigkeit geht, wird zu

Recht die Oligopolstellung der Rüstungsindustrie kritisiert: Steigende

Nachfrage führt hier zwangsläufig zu höheren Preisen.


Keine Branche ist derart konzentriert wie die Rüstungsindustrie: In

den USA gehen über 50 Prozent der Pentagon-Ausgaben an nur fünf

Konzerne. Europa produziert zwar viele unterschiedliche Waffensysteme

verglichen mit nur wenigen Modellen in den USA – doch die Vielfalt

täuscht:


Statt echten Wettbewerb zu schaffen, dominieren in jedem europäischen

Land nationale Champions faktisch konkurrenzlos. Das Ergebnis:

monopolistische Preise ohne Skaleneffekte. In Deutschland und in

Frankreich machen die jeweils zwei größten Rüstungsunternehmen jeweils

rund 70 Prozent der Branchenumsätze aus.


Ob ein Teil der Lösung des Problems in der Ausnahme von Schuldenregeln

und der Fütterung des Oligopols mit dreistelligen Milliardenbeträgen

liegt, sei dahingestellt. Die Dominanz weniger Mega-Konzerne in der

Waffenproduktion bedeutet zudem, dass jeder dieser Top-Player mehr

Geld für Lobbyarbeit und Einflussnahme zur Verfügung hat. Mehr

Produktionsstätten und Beschäftigte in politisch wichtigen Regionen

schaffen zusätzlichen Druck auf Abgeordnete.


Wenn Verteidigungsindustrie tatsächlich so strategisch wichtig ist,

wie behauptet wird, stellt sich eine grundsätzliche Frage: Warum

sollte sie in privaten Händen bleiben? Die Idee ist nicht neu:


Franklin D. Roosevelt forderte im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs hohe

Steuern auf „excess profits“ und warnte, niemand solle sich durch

Krieg bereichern. Im 18. Jahrhundert wurde die Rüstungsproduktion

weitgehend verstaatlicht – nicht zuletzt um zu verhindern, dass Waffen

an verfeindete Armeen verkauft wurden.


Nationale Verteidigung kann nicht den Anreizen privater Unternehmen

überlassen werden. Rüstungsunternehmen sind auf staatliche

Abnahmegarantien, Produktionshilfen und Forschungsförderung angewiesen

– eine Sozialisierung von Kosten und Risiken. Gleichzeitig bleiben

Gewinne und strategische Entscheidungen privat. Der Steuerzahler

investiert, die Aktionäre kassieren.


Nationale Verteidigung ist ein öffentliches Gut und eine Kernfunktion

des Staates.


Die zentrale Frage lautet nicht, ob der Staat innovieren kann, sondern

ob Innovation vom öffentlichen Interesse oder von Aktionärsrenditen

gesteuert werden soll. Nationale Verteidigung ist ein öffentliches Gut

und eine Kernfunktion des Staates.


Wenn dieser Sektor tatsächlich ausgebaut werden soll, dann unter

demokratischer Kontrolle und ohne Profitmotiv. Sonst verzerren

finanzielle Anreize für Waffenproduktion die Verteidigungspolitik; ein

gefährlicher Interessenkonflikt.


Eine Vergesellschaftung der Rüstungsindustrie ist keine Patentlösung

für alle Probleme, aber sie würde zumindest sicherstellen, dass

strategische Entscheidungen am öffentlichen Interesse und nicht am

Shareholder-Value ausgerichtet werden.


Eine militarisierte Wirtschaft schafft ihre eigene Logik: Sie ist

strukturell darauf angewiesen, dass irgendwo auf der Welt ständig

Krieg herrscht – nicht nur für den Export, sondern auch zur

Systemerprobung und Nachfragesicherung.


Die politische Abhängigkeit liegt auf der Hand: ohne Kriege keine

Nachfrage, ohne Nachfrage keine Arbeitsplätze. Zu unterscheiden ist

zwischen einer aufgeblähten Rüstungsindustrie, die wirtschaftlich von

Konflikten lebt, und bestimmten sicherheitspolitischen

Grundfähigkeiten, die jeder souveräne Staat unabhängig von einer

Kriegswirtschaft benötigt.


Basisfähigkeiten wie Luftverteidigung oder Cyberabwehr rechtfertigen

jedoch keine industriepolitische Illusion, in der Aufrüstung als

Wachstumsmodell verkauft wird.


Die Antwort auf hybride Kriegsführung sind keine Panzer, sondern

soziale Resilienz. Funktionierende öffentliche Dienste, bezahlbare

Energie, gute Arbeit und sozialer Zusammenhalt schützen gegen

Destabilisierungsversuche.


Eine Priorisierung der Rüstungsindustrie bei der Bindung technischer

Fachkräfte kann langfristig zulasten der gesellschaftlichen Resilienz

in Bereichen wie Gesundheit, Bildung und ziviler Innovation gehen.

Deutschland steht vor der größten wirtschaftlichen Transformation seit

der Industrialisierung. Jeder Ingenieur, der Waffensysteme entwickelt,

fehlt woanders.


Dekarbonisierung, Erneuerbare, Verkehrswende,

Verwaltungsdigitalisierung – all das erfordert genau die hoch

qualifizierten Fachkräfte, die nun systematisch in die

Rüstungsindustrie gezogen werden sollen.


Rüstungsausgaben mobilisieren enorme Mittel, schaffen aber kaum

nachhaltigen wirtschaftlichen Nutzen: Ein Panzer erzeugt keine

Energie, fördert keine Innovation und baut keine Infrastruktur.


Rüstungsausgaben entfalten nur begrenzte gesamtwirtschaftliche Effekte

und binden Kapital, das außerhalb des militärischen Sektors kaum

produktiv wirkt. Demgegenüber zeigen Studien, dass Investitionen in

Bildung, Gesundheit, Infrastruktur und erneuerbare Energien deutlich

höhere Beschäftigungs- und Wertschöpfungseffekte haben.


Sie wirken lokal, sind weniger importabhängig und erzeugen reale

Wertschöpfung. Selbst die oft beschworenen „Dual-Use-Innovationen“

taugen kaum als Argument, denn zivile Forschung wäre ohne militärische

Umwege effizienter, transparenter und gesellschaftlich sinnvoller.


Jeder seltene Rohstoff, der in ein Raketenlenksystem wandert, fehlt

bei Batterien, Elektromotoren oder beim Netzausbau. Kurz gesagt: Geld

für Waffen verpufft.


Ein besonders fataler Aspekt der Verteidigungsagenda ist der Versuch,

die Krise der Automobilindustrie mit Rüstungsproduktion zu „lösen“.


Ein besonders fataler Aspekt der Verteidigungsagenda ist der Versuch,

die Krise der Automobilindustrie mit Rüstungsproduktion zu „lösen“.


Der Vorschlag, Automobilzulieferer sollten auf militärische Produktion

umstellen, ignoriert fundamentale ökonomische Realitäten und die

Geschichte. Nach dem Kalten Krieg scheiterten viele

Konversionsversuche von Rüstungs- zu Zivilproduktion an fehlender

Marktkenntnis und mangelnder Wettbewerbsfähigkeit. Der umgekehrte Weg

von zivil zu militärisch birgt die gleichen Risiken.


Drei Gründe sprechen dagegen: Erstens entstehen Pfadabhängigkeiten:

Investitionen in Produktionsanlagen und Know-how binden Unternehmen

langfristig an die Rüstungsproduktion.


Zweitens werden die strukturellen Schwächen der Automobilindustrie

nicht gelöst, sondern zementiert, weil die nötige Transformation

verschleppt wird.


Drittens brauchen Automobilzulieferer keine Konversion zu

Waffenproduktion, sondern eine Transformation zu nachhaltiger

Mobilität: Dort liegen langfristige Zukunft und wachsende Märkte.


Die deutsche Automobilindustrie verfügt weiterhin über beträchtliche

Exportkraft, Know-how und Kapital. Was fehlt, ist nicht militärische

Ersatzproduktion, sondern eine konsequente Modernisierung hin zu

nachhaltiger Mobilität.


Rüstung kann keine Zukunftsmärkte ersetzen, aber die Transformation

blockieren. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) nennt

hohe Energie- und Arbeitskosten als Hauptprobleme der deutschen

Industrie.


Die Umstellung der Produktion auf Militärgüter wird diese Probleme

nicht lösen. Günstige, saubere Energie ist der Schlüssel zur

Reindustrialisierung, nicht die Konversion zu Waffenproduktion.

Strukturpolitisch ist die Auto-Rüstungs-Konversion ein Irrweg.


Sie bietet kurzfristige Linderung für einzelne Betriebe, verschärft

aber langfristig die strukturellen Probleme und verhindert die

notwendige ökologische Transformation der Industrie.


Deutschland und Europa stehen vor einer fundamentalen Weichenstellung

bei der Prioritätensetzung. Die Gefahr ist nicht nur, dass vermehrt

militärisch investiert wird, sondern dass die Militarisierung der

Wirtschaftspolitik die sozial-ökologische Transformation in die zweite

Reihe drängt.


Wenn Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse ausgenommen werden,

während für Klimaschutz, Bildung und Gesundheit weiter

Haushaltsdisziplin gilt, dann ist die Priorisierung eindeutig. Wenn

Ingenieure und Fachkräfte systematisch in die Rüstungsindustrie

gelenkt werden, fehlen sie in den Bereichen, die unsere Zukunft

langfristig sichern.


Wenn politische Energie und öffentliche Aufmerksamkeit von

Aufrüstungsdebatten absorbiert werden, verliert die ökologische

Transformation an Dringlichkeit.


Es geht um die Frage, was im Zentrum der Industriepolitik steht und

was an den Rand gedrängt wird. Eine Wirtschaftspolitik, die Aufrüstung

als „Chance“ begreift und ihr unlimitierte Ressourcen zur Verfügung

stellt, während die existenzielle Herausforderung der Klimakrise und

der damit einhergehenden sozial-ökologischen Transformation als

nachrangig behandelt wird, hat ihre Prioritäten falsch gesetzt.


„Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts.“ Eine

sozialdemokratische Industriepolitik heute müsste diesem Geist folgen:


Investitionen in Kooperation statt Konfrontation, in Transformation

statt Destruktion. Eisenhowers Warnung von 1953 gilt heute mehr denn je:


Jeder für Waffen ausgegebene Euro ist ein Diebstahl an der Zukunft –

an besseren Schulen, Krankenhäusern, Klimaschutz und sozialer

Sicherheit. Es ist ein Diebstahl am Genie unserer Wissenschaftler und

an den Hoffnungen unserer Kinder, die eine lebenswerte Zukunft verdienen.


Julian Rossmann Brüssel


Julian Rossmann hat Politikwissenschaften an der Universität Wien studiert.

Derzeit arbeitet er im EU-Büro der FES in Brüssel. Politisch aktiv ist er bei

der Federation of Young European Greens.

——————


siehe auch:


https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/ezb-aufruestung-kaum-wachstum-li.10010410


EU-Verteidigungspolitik


EZB zerlegt EU-Narrativ: Aufrüstung bringt kaum Wachstum


Auf Anfrage des BSW-Europaabgeordneten Fabio De Masi warnt EZB-Chefin


Christine Lagarde vor den wirtschaftlichen Risiken der Aufrüstung.


16.12.2025


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12. BSV: Wehrhaft ohne Waffen



https://soziale-verteidigung.de/wehrhaft-ohne-waffen/



Wehrhaft ohne Waffen


Die Kampagne „Wehrhaft ohne Waffen“ ist ein offenes, parteipolitisch,

weltanschaulich und konfessionell unabhängiges Netzwerk von

Einzelpersonen und Organisationen in Deutschland, die das

Handlungskonzept Soziale Verteidigung als Anwendungsfall der

Gewaltfreien Aktion bzw. des Zivilen Widerstands in besonderen

Bedrohungslagen verstehen.


Soziale Verteidigung arbeitet mit der Kraft der aktiven Gewaltfreiheit

und gehört zum breiten Repertoire der Zivilen Konflikttransformation

mit dem großen Ziel, Gewalt durch friedenslogisches Vorgehen zu

überwinden. Sie will


Die wechselseitige Vernetzung der Mitglieder der Kampagne fördern, u. a.

durch Zusammenarbeit nach innen und außen sowie durch gegenseitige

fachliche Beratung und Unterstützung,


In der Öffentlichkeit den Kenntnisstand über die Notwendigkeit und die

Möglichkeiten Sozialer Verteidigung erhöhen und die gesellschaftliche

Basis für die Umsetzung und Weiterentwicklung Sozialer Verteidigung in

Deutschland verbreitern  und


In gesellschaftlichen und politischen Willensbildungs- und

Entscheidungsprozessen für die Soziale Verteidigung und ihren Vorrang,

eine Stärkung ihrer Potenziale sowie ihre Ausstattung mit Ressourcen

eintreten sowie die Verankerung der Sozialen Verteidigung fördern.


Derzeit bestehende Arbeitsgruppen arbeiten leidenschaftlich an den

Modellregionen (Wendland, Oberrhein und Berlin-Moabit), Konzepten der

Bildungsarbeit und manchem  mehr.


Gerne möchten wir Euch alle einladen, die Kampagne in Euren Netzwerken

und an Orten, an denen ihr unterwegs seid, bekannter zu machen und

Menschen zu einem Austausch einzuladen. Dafür ist die Kampagne

hauptsächlich per E-Mail an info@wehrhaftohnewaffen.de <mailto:info@wehrhaftohnewaffen.de> zu erreichen.

Die Kampagne hat auch eine eigene Webseite: https://wehrhaftohnewaffen.de/ <https://wehrhaftohnewaffen.de/>


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13. ZDF: Die Anstalt: Weihnachten, aber normal


https://www.zdf.de/play/shows/die-anstalt-104/die-anstalt-vom-16-dezember-2025-100



Weihnachten, aber normal <https://www.zdf.de/video/shows/die-anstalt-104/die-anstalt-vom-16-dezember-2025-100>


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14. paxchristi: Auf den Spuren von Jesus von Nazareth


      pax christi ruft zu einem Weihnachtsfrieden im Krieg in der Ukraine auf



https://www.paxchristi.de/meldungen/view/6393012131201024/Auf%20den%20Spuren%20von%20Jesus%20von%20Nazareth

 


Auf den Spuren von Jesus von Nazareth


17.12.2025


pax christi ruft zu einem Weihnachtsfrieden im Krieg in der Ukraine auf

 


Papst Benedikt XV schlug im Dezember 1914 die Vereinbarung eines

Weihnachtsfriedens vor. Die verantwortlichen Regierungen und

Waffenschmieden der damaligen Zeit lehnten ab.


Es lag nicht in ihrem Interesse. Nicht so die einfachen Soldaten: Sie

taten das scheinbar Selbstverständliche, das in der Luft lag und für

kurze Zeit in den Zeitungen diskutiert wurde: Sie fraternisierten an

vielen Stellen in sechsstelliger Zahl für einige wenige Tage.


In vielen Erzählungen und Erinnerungen lebt dieses Ereignis weiter.

Auch dass nur einer von sechs Soldaten im Krieg wirklich auf seine

Gegner schießt, weil alle anderen es nicht übers Herz bringen, zeigt

etwas von der Unnatürlichkeit von Kriegen, die, wie Papst Franziskus

immer wieder betonte, stets eine Niederlage für die Menschheit darstellen.


Die temporäre Waffenruhe von 1914 blieb ohne disziplinarische

Konsequenzen, es sollte kein Aufheben davon gemacht werden, da ohnehin

schon genug davon in die Öffentlichkeit gedrungen war. Der Vorfall

wiederholte sich allerdings nicht mehr in den folgenden, noch nahezu

vier schrecklichen Jahren.


Mehr als hundert Jahre nach den Friedensbemühungen des damaligen

Papstes ähnelt der fortdauernde Wahnsinn des Kriegs in der Ukraine dem

Ersten Weltkrieg in vielem und inzwischen auch in der Dauer.


Deshalb appelliert die deutsche Sektion der Internationalen

Katholische Friedensbewegung pax christi heute im Dezember 2025 an die

russische Militärführung und alle, die auf die Kriegsführung der

Ukraine Einfluss nehmen können, in einer Phase des Kriegs, in der es

zu vermehrten Sondierungen für ein Ende der Kampfhandlungen kommt,

einen Weihnachtsfrieden vom 24. Dezember bis 6. Januar zu praktizieren.


An Weihnachten 1914 waren die Zerstörungen in Nordfrankreich und auch

in der Ukraine noch zu übersehen. Heute liegen in der Ukraine die das

ganze Land überziehenden Kriegsfolgen offen zutage, der

waffentechnische Modernisierungssprung namentlich im Drohnenkrieg

offenbart sich in aller Brutalität.


Umso mehr sollte ein Appell an die in den einfachen Menschen immer

erreichbare Bereitschaft zum Innehalten entlang der

friedensbringenden, menschenfreundlichen Tradition des Weihnachts- und

Geburtsfestes Jesu Christi seine Wirkung tun und die laufenden

Friedensgespräche unterstützen. Die beiden christlich geprägten Völker

sollten nach einer Waffenruhe den Krieg im Neuen Jahr gleich gar nicht

mehr aufnehmen.


Fordern und tun wir das Selbstverständliche und zugleich Subversive,

dem die einfachen Leute immer schon am nächsten standen, dem die

Medienschaffenden und die am Krieg Verdienenden diesseits und jenseits

des Atlantik allerdings viel zu wenig ihre Aufmerksamkeit zukommen

lassen möchten: Selig die Friedensstiftenden, die reinen Herzens sind!


pax christi, Geschäftsführender Vorstand


——



Mit freundlichen Grüßen und guten Wünschen

für die Weihnachtstage sowie das neue Jahr 2026



Clemens Ronnefeldt

Referent für Friedensfragen beim deutschen

Zweig des internationalen Versöhnungsbundes


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

17.12.2025

Schlagzeile







Info:


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17.12.2025

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17.12.2025

Putin zur russischen Bedrohung und westlichen Revanche

aus e-mail von Doris Pumphrey, 17. Dezember 2025, 22:42 Uhr


*"Lügen und Unsinn": Putin weist Behauptungen über russische Bedrohung

zurück


*Russlands Präsident Wladimir Putin hat europäischen Regierungen

vorgeworfen, die Bevölkerung mit einem angeblich "unvermeidlichen"

Konflikt mit Russland einzuschüchtern. Bei einer Sitzung des Kollegiums

des russischen Verteidigungsministeriums sprach Putin von "Lügen" und

"Unsinn" über eine russische Bedrohung – während die NATO ihre

Offensivkräfte ausbaue, neue Waffen entwickle und stationiere.

Putin erklärte zudem, westliche Staaten hätten zur Eskalation in der

Ukraine beigetragen und Russlands Interessen ignoriert. Versuche,

Russland zu "zerschlagen", seien jedoch gescheitert. Mit Blick auf den

Verlauf der russischen Sonderoperation sagte er, russische Truppen

hätten in diesem Jahr über 300 Ortschaften unter Kontrolle gebracht.

Siehe Video:

https://rumble.com/v7353s2-lgen-und-unsinn-putin-weist-behauptungen-ber-russische-bedrohung-zurck.html




*Putin: "Die europäischen Schweine wollten Revanche nehmen und sind

gescheitert"


*Russlands Staatschef Wladimir Putin hat am Mittwoch, dem 17. Dezember

2025, bei einer Sitzung des Verteidigungsministeriums über den Umgang

des Westens mit Russland gesprochen.

"Man klopfte uns auf die Schulter und lud uns zu verschiedenen

Veranstaltungen ein. Aber der Westen setzte seine Interessen in Bezug

auf Russland durch, und zwar mit Gewalt – auch mit Waffengewalt. Die

Unterstützung von Separatismus und Terrorismus wurde offen demonstriert

und mit Waffengewalt durchgesetzt", erklärte der russische Präsident.

Die westlichen Länder seien davon überzeugt gewesen, dass sie Russland

in kurzer Zeit zerstören und davon profitieren könnten. Doch ihre Pläne

seien gescheitert und Russland sei heute in jeder Hinsicht wieder

vollständig souverän.

/Siehe Video:/

https://odysee.com/@RTDE:e/Putin---Die-europ%C3%A4ischen-Schweine-wollten-Revanche-nehmen-und-sind-gescheitert-:8


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17.12.2025

So klingen Kriegstreiber

Merz: „Mehr Diplomatie als in den letzten Tagen und Stunden hier von Berlin aus geht nicht mehr!“

anti-spiegel.ru, 17. Dezember 2025, 20:43 Uhr, von Anti-Spiegel

Kanzler Merz hat in einer Regierungserklärung mitgeteilt, für den Ukraine-Krieg werde es aus Berlin mehr Diplomatie als bei den Treffen der letzten nicht mehr geben. Merz setzt weiterhin auf Krieg, denn von ihm hat es ja noch keinen einzigen Ansatz für Diplomatie gegeben.

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Bundeskanzler Merz sagte in seiner Regierungserklärung im Bundestag heute:

„Wir erleben in diesen Tagen eine große diplomatische Dynamik auf dem Weg zu einem Friedensprozess. Und erlauben Sie mir, dass ich diese Bemerkung von dieser Stelle auch mache, weil so oft nach Diplomatie gerufen worden ist, statt nach Bewaffnung der Ukraine. Meine Damen und Herren, mehr Diplomatie als in den letzten Tagen und Stunden hier von Berlin aus geht nicht mehr! Mehr geht nicht mehr!“

Um zu verstehen, was diese Aussage bedeutet, müssen wir uns daran erinnern, was Diplomatie eigentlich bedeutet. Diplomatie bedeutet, in einem Konflikt mit beiden Seiten zu verhandeln und nach Kompromissen zu suchen, um einen Konflikt zu lösen.

Allerdings hat die Merz-Regierung im Ukraine-Krieg bisher noch keinen einzigen Anlauf für eine diplomatische Lösung gemacht, oder kann jemand auch nur ein Beispiel nennen, bei dem Merz oder Mitglieder seiner Regierung oder auch nur niedere Abgesandte seiner Regierung das direkte Gespräch mit Russland gesucht hätten, um Diplomatie zu betreiben?

Nein, denn das gab es nicht. Von Deutschland geht in diesem Krieg keine Diplomatie aus, sondern Deutschland ist eine Konfliktpartei in dem Krieg, die stolz darauf ist, Kiews Krieg gegen Russland mit inzwischen 76 Milliarden Euro unterstützt zu haben. Das ist eine faktische Kriegsbeteiligung, also das Gegenteil von Demokratie.

Auch die von Merz als „Diplomatie“ bezeichneten Gespräche in Berlin vor einigen Tagen hatten mit Diplomatie nichts zu tun, denn Russland saß ja gar nicht am Tisch. Die Gespräche waren eher ein Selbstgespräch der Ukraine-Unterstützer, wenn man von den Versuchen der US-Vertreter absieht, eine Verhandlungslösung zu finden.

Es sind Merz und die Europäer, die das nach Kräften verhindern, indem sie bei ihren Maximalforderungen bleiben, anstatt endlich die Realität anzuerkennen, dass die Ukraine den Krieg trotz der Unterstützung des gesamten Westens verliert. Das muss einem nicht gefallen, aber das ist die Realität, die die Europäer – unter maßgeblicher Beteiligung von Merz persönlich – nicht sehen wollen.

Und zu dieser Realität gehört auch, dass eine Fortsetzung des Krieges, die die Europäer mit ihren sinnlosen Forderungen erreichen wollen, nur dazu führt, dass die Verhandlungsposition Kiews (und damit auch der Europäer selbst) mit jedem Tag schwächer wird. Die Bedingungen für einen Frieden werden also für die Ukraine und die sie unterstützende EU zukünftig also noch ungünstiger.

Das wiederum bedeutet, dass jeder Tag der Fortsetzung des Krieges auf ukrainischer Seite zu vollkommen sinnlosen Opfern führt, weil sie umsonst sterben, während die Verhandlungsposition und die Lage der Ukraine immer schlechter werden. Und ihr Tod ist deshalb vollkommen sinnlos, weil er daran nichts ändern kann.

Man muss es so deutlich sagen: Der Kriegstreiber Merz hat das Blut eines jeden ukrainischen Soldaten an seinen Händen kleben, der nun noch sinnlos sein Leben lässt.

Ob Merz sich dafür irgendwann einmal persönlich wird verantworten müssen?

Die spontane Antwort auf diese Frage lautet „Nein“, denn in den letzten Jahrzehnten sind die Politiker des Westens bei all ihren Angriffskriegen und Kriegsverbrechen straflos davon gekommen. Daran sind sie gewöhnt und auch wir können uns nur schwer vorstellen, dass sich daran etwas ändern könnte.

Wenn man allerdings berücksichtigt, was die USA über die EU in ihre neue Sicherheitsstrategie geschrieben haben und was Präsident Putin in seiner heutigen Rede über die “europäischen Eliten” gesagt hat, ist es zumindest nicht ausgeschlossen, dass die aktuellen europäischen Kriegstreiber vielleicht ganz persönlich eine große und unangenehme Überraschung erleben…


Info: https://anti-spiegel.ru/2025/merz-mehr-diplomatie-als-in-den-letzten-tagen-und-stunden-hier-von-berlin-aus-geht-nicht-mehr


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

17.12.2025

Linke Pazifisten, bitte nicht verzweifeln! Ein offener Brief an die SP Schweiz.

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Pascal Lottaz ist Associate Professor an der Universität Kyoto und forscht weltweit zum Thema Neutralität (Screenshot aus seinem Video-Gespräch mit dem US-Politologen Jeffrey Sachs).


globalbridge.ch, vom 02. September 2023 Von: in Allgemein, Militär, Politik

(Red.) Der Schweizer Politologe an der Universität Kyoto in Japan mit dem Forschungsschwerpunkt Neutralität, Pascal Lottaz, liest seinen Schweizer SP-Parteikolleginnen und -kollegen, die die SP zu einer Kriegspartei haben werden lassen, die Leviten – unterwegs im Flugzeug in den Laptop gehackt, spontan und umso persönlicher und ehrlicher. (cm)

Eine rote Schande

Wer hätte je gedacht, dass es ausgerechnet die Schweizer Sozialdemokraten – die pazifistischen, Armee-ablehnenden, Zivildienst-aufbauenden, 1914-die-Landesverteidigung-verweigernden, alle-Arten-von-Waffenexport-verbieten-wollenden – Sozialdemokraten sein würden, die jetzt lauthals Waffen und Munition in vollen Kübeln in einen Europäische Krieg schleudern möchten? Schweizer Kugeln für Europa, damit an der Ostfront mit noch mehr Gewallt noch mehr Menschen elendiglich krepieren dürfen? Es ist eine rote Schande. Dass die geldgierige FDP so was will, verstehe ich ja noch, da macht’s wenigstens Sinn, respektive hat Tradition. Aber die SP? Als linker Pazifist fühlt man sich doch nur noch von Judas geküsst.

Schon in der Coronahysterie hat die SP einen Grossteil ihrer Grundwerte verraten und das Durchregieren bis in die Stuben und Körper der Bevölkerung im Namen des Gutmenschentums befürwortet. Hinter diesen Einstellungen konnte man wenigstens noch die nackte Angst ums Überleben vermuten. Menschen tun ja fast alles, wenn sie sich nur genug fürchten. Aber die Waffenfrage lässt sich noch nicht mal damit entschuldigen. Niemand kann ernsthaft behaupten, dass Russland die Sicherheit der Schweiz gefährde, man sehe sich nur mal eine Landkarte an. In über 700 Jahren haben die Russen nicht einmal die Schweiz angegriffen – anders als unsere direkten Nachbarn. Nur wenn es zu einem Atomkrieg in Europa kommt, sind wir ernsthaft in Gefahr, und dann würden a) die Bomben und Raketen aller Nuklearmächte uns zu Tode strahlen und b) macht die Eskalation mit mehr Waffen das Horrorszenario nur noch wahrscheinlicher.

Ich habe mich noch nie im Leben so sehr geschämt, ein zahlender Sozialdemokrat zu sein, der sich zwei Mal als Auslandschweizer für den Nationalrat hat aufstellen lassen, wie jetzt. Die SP hat wie ihre deutsche Schwesterpartei und deren Grünen Cousins den Pazifismus offensichtlich überwunden und ist dem Sirenengesang der NATO und ihres Chef-Hausierers Jens Stoltenberg verfallen, der im Januar doch wörtlich sagte: «Waffen sind, in der Tat, der Weg zum Frieden». Orwell lässt grüssen und die SP salutiert, denn sie vertritt und beflügelt diese Meinungen auch.

Kriegstreiberei ist immer ein Verbrechen

Das ist natürlich ein absoluter Unsinn. Es ist ja genau die Logik des Krieges, dass sich beide Seiten im Recht fühlen, mit Waffengewallt den Feind zur Strecke zu bringen, um ihre Vision des Friedens durchzusetzen. Das ist der ganze Witz des Krieges. Wer sich zur Waffengewalt bekennt, aus welchem Grund auch immer, ist der Kriegslogik verfallen. Und ja, sogar die Selbstverteidigung ist Teil dieser Kriegslogik. So gut wie jeder Krieg seit 1945 wurde im Namen der (kollektiven) Selbstverteidigung begonnen. So war es im Vietnam-, Afghanistan- und im Irakkrieg der Amerikaner und so ist es auch jetzt in dieser Monstrosität, in der die Russen behaupten, dass sie nur den Donbass-Republiken zu Hilfe kämen, um sich kollektiv gegen die (West)Ukraine zu verteidigen. Das ist natürlich ein schlechter Witz, so wie jede Rechtfertigung zur Waffengewallt im Namen der «Fremd-Selbstverteidigung» (kollektive Selbstverteidigung kann man das nicht mehr nennen) ein schlechter Witz ist. Leider ist dieser schlechte Witz sogar in der UNO-Charta (Artikel 51) verankert, und alle Kriegstreiber der letzten 78 Jahre haben sich darauf berufen. «Wir gehen ja nur helfen» – ja, ja, und dann sind anstatt ein paar Duzend ein paar Millionen Menschen tot. Toll geholfen! Super! Die Vietnamesen, Kambodschaner, Laoten, Afghanen, Libyer, Syrer, sie danken den Amerikanern sicher herzlich für all die Hilfe. Seit 500 Jahren ist es ein europäischer Nationalsport (Amerikaner sind ja nur ausgewanderte Europäer, die erfolgreich einen Genozid an der indigenen Zivilisation verübt haben), andere Bevölkerungen dazu zu bringen, Kriege in ihrem Namen zu führen und fremde Länder auszubluten. Der Ukrainekrieg hat lange, lange Tradition. Und jede Generation begeht wieder die gleichen Verbrechen und ist auch noch stolz darauf! 

Diesen Punkt kann man nicht genug betonen, vor allem wenn einem diese Argumente «aber die Ukraine verteidigt sich doch» ins Gesicht geschleudert werden. Ja, die Ukraine verteidigt sich. Doch einen Krieg beendet man nur auf zwei Arten, entweder eine Seite gewinnt und unterwirft die andere oder beide Seiten einigen sich auf ein Ende. Und beides ist besser als ein ewig in die Länge gezogenes Gemetzel, auf dem Soldaten und Zivilisten elendig verrecken. 

Deutschland wurde im Zweiten Weltkrieg in Schutt und Asche gelegt, Japan ebenso. Beide mussten sich ergeben, beide hätten sich eine Kapitulation auch nur ein Jahr zuvor nie vorstellen können. Und beide sind aus der Asche auferstanden, weil die Überlebenden die Länder wieder aufbauen konnten. Japan ist diesbezüglich noch eindrücklicher als Deutschland, denn Japan hätte 1945 weiterkämpfen können. Es gab viele Generäle und Admiräle im Kaiserreich, die «100 Millionen Märtyrer» schaffen wollten – sprich die gesamte Bevölkerung, inklusive des besetzten Koreas – opfern wollten, nur um nicht verlieren zu müssen. Es gibt immer Leute, die noch mehr Tote in Kauf nehmen wollen, nur um ihre Version eines Sieges durchzusetzen. 


Hitlers langer Schatten tötet noch heute das Proletariat

Und wenn jetzt irgend jemand einhakt und sagt «du hättest also auch Hitler gewinnen lassen» und Russland mit Nazi-Deutschland vergleicht, dann schüttle ich nur ungläubig den Kopf, denn dieses Argument ist nichts weiter als der späte Sieg Hitlers über Europa. Schon wieder wird in seinem Namen gegen die Russen in den Krieg gezogen. Fast 80 Jahre nach seinem Tod sind die Deutschen bereit, wieder ihre Panzer in den Osten zu schicken, wieder mit einem Hitler-Argument. Dieser Mann muss sich doch in der Hölle schmorend kugeln vor Lachen, wie toll sein Vermächtnis noch immer dafür herhält, das zu erledigen, was er sich wünschte – den Kampf gegen die Russen. Das Argument ist der lange Schatten Hitlers, und das sollte jedem bewusst sein, der es ins Feld führt. 

Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich verstehe, warum die Ukrainer kämpfen – im Westen und im Osten des Landes –, denn beide Seiten werden angegriffen (voneinander) und fühlen sich im Recht, Verteidigung und Gegenangriff zu üben. Respektive sie fühlen sich legitimiert zu verteidigen, was sie als Recht an «ihrem» Land verstehen. Natürlich kämpfen Menschen für ihr Fleckchen Erde. Und natürlich verlangen beide Seiten, dass man sich ihrer Logik des «das hier gehört aber uns» anschliessen, und daraus erwächst dann ein internationaler Krieg, wenn andere Länder sich einzumischen beginnen. 

Hätten die USA und später die Westeuropäer nicht die Kräfte in Kiew befeuert, die 2014 den Umsturz des demokratisch gewählten Präsidenten herbeiführten, hätten sich die Donbass-Republiken nicht abgespaltet und Russland hätte die Krim nicht übernommen. Hätte dann Russland die Donbass-Republiken nicht unterstützt, hätten die Westukrainer ihnen bald den Garaus gemacht und man wäre zurück zur Kiew-dominierten Ordnung gekommen. Und hätte dann die NATO die Westukrainer nicht bis an die Zähne bewaffnet, wäre der jetzige Krieg so schnell beendet gewesen wie die Annexion der Krim – soweit wären wir sogar fast gewesen, im März 2022, hätte nicht Boris Johnson samt dem Westen die Friedenspläne von Istanbul vereitelt. Nein, anstatt ein schnelles Ende des Krieges wegen numerischer Unterlegenheit auf der einen oder anderen Seite haben wir einen neun Jahre andauernden, seit 2022 zum Flächenbrand entfachten Stellvertreterkrieg, in dem beide Seiten bis zum letzten Mann kämpfen wollen – Putin mit der russischen Arbeiterklasse und Biden mit der ukrainischen. Armes proletarisches Schlachtvieh.

Und glauben Sie mir, es ist kein Zufall, dass die Ukraine eines der ärmsten Länder Europas ist. Wir Westeuropäer und ehemalige Kolonialherren waren schon immer hervorragend darin, die Ärmsten der Armen der Welt für unsere Empfindlichkeiten Kriege austragen zu lassen. Grosskapital kämpft nie selbst. Nie. Sie lassen zu Hause und im Ausland immer die ärmeren und ärmsten Schichten für sich krepieren. Was anderes wäre ja nicht lustig. Und unsere SP will für diesen bourgeoisen Aderlass auch noch die Kugeln liefern. Das kann man noch nicht mal mehr beweinen.

Die SP ist tief, tief in den Abgrund der transatlantisch-neokonservativen Ideologie des «Werte Westens» gesunken, so tief, dass sie Grundprinzipien der alten Sozialdemokratie einfach aus dem Fenster schmeisst.

Direkte Demokratie ist Hoffnung

Die Welt steht Kopf. Denn heute ist es die SVP, die sich gegen Waffenlieferungen in Kriegsgebiete und gegen eine Beteiligung der Schweiz im ukrainischen Stellvertreterkrieg zwischen Russland und den USA einsetzt. Und ganz ehrlich, dafür applaudiere ich der SVP stehend. So konfus, verwirrend und auch niederschmetternd diese Situation für diejenigen von uns ist, die sich zum Teil ein Leben lang für Pazifismus in der Sozialdemokratie eingesetzt und damit identifiziert haben, so sehr muss es uns Mut machen, dass Hopfen und Malz noch nicht ganz verloren ist und wir zum Glück ein Mehrparteiensystem und die direkte Demokratie haben. 

Einen Grossteil der SVP-Werte teile ich nicht und ich werde mich auch weiterhin für eine offene und multikulturelle Schweiz einsetzten, aber wenn die SVP bezüglich eines ausländischen Krieges recht hat, dann werde ich mich nicht wie ein kleines Kind gegen eine gute Idee stämmen, nur weil sie von Leuten kommt, mit denen ich vorher viele Differenzen hatte. 

Offensichtlich wurden die politischen Karten in der Schweiz (wie im Ausland) kräftig neu gemischt. Der Grund für die Gesinnungsverschiebungen wird uns Historiker wahrscheinlich noch lange beschäftigen. Wenn ein guter Teil der SP in die Kriegstreiberei abrutscht, werde ich das aber nicht mitmachen, sondern geselle mich zu denen, die sich dagegenstemmen. Ich bleibe links, ich bleibe pazifistisch, auch wenn die Partei als Ganzes das nicht mehr ist. Mit der SVP zusammen zu arbeiten ist keine Schande, sondern ein Privileg und eine Tugend unseres fluiden politischen Systems. Weder im Parlament noch in der Bevölkerung müssen wir starre Blöcke bilden, um in der Politik etwas zu bewegen, so wie die bemitleidenswerten Amerikaner oder Engländer, die ja nur ein Zweiparteiensystem haben. In der Schweiz haben wir echte Demokratie mit Initiativ- und Referendumsrecht, was uns immer wieder die Möglichkeit gibt, fluid und themenbedingte politische Allianzen einzugehen. Wir können, dürfen, und sollen sogar uns politisch immer wieder themengerichtet neu mischen. 

Auch wenn die SVP nicht gerade eine pazifistische Partei ist und die Landesverteidigung über eine starke Armee herbeiführen will, so kann ich doch ihre Aktivitäten bezüglich einer auf Frieden ausgerichteten Neutralität, die als Partei Sanktionen und Waffenlieferungen ablehnt, unterstützen. Die Neutralitätsinitiative, welche aus SVP-nahen Kreisen kommt, ist eine hervorragende Idee, denn sie würde bei einem Ja unsere Neutralität besser definieren und dem Bundesrat die Hände binden, wenn er sich politisch einer Kriegspartei annähern will. Ich kann mich dann mit der SVP wieder streiten, wenn sie dumme Ideen in den Raum wirft, aber ich werde mich nicht aus Trotzhaltung verweigern, erst recht nicht, wenn meine eigene Partei den Verstand verloren hat. 

Und wie soll ich mich parteipolitisch verhalten?

Bleibt nur noch die Frage, was tun mit meiner SP-Mitgliedschaft? Künden, weil die SP sich so arg verirrt hat, dass ich sie nicht wiedererkenne? Nein. Schlussendlich bin ich und bleibe ich ein Sozialdemokrat, auch wenn die institutionalisierte Sozialdemokratie gerade den Wald vor lauter Bäumen nicht erkennt. Ich gebe sie nicht auf, die Hoffnung, dass meine pazifistische SP zurückkommt und sich wieder auf ihre Grundwerte zurückbesinnt. Die SP, der ich damals 2007 beigetreten bin, weil die SVP so viele Sitze im Nationalrat gewonnen hat wie nie zuvor, und ich mich gegen diesen Populismus einsetzten wollte. 

Heute breche ich eine Lanze für diese SVP und gegen meine Genossen und Genossinnen, weil ich den Wert unseres Mehrparteiensystems und die Fähigkeit zum Wandel und zum Streben nach dem, was «gut» ist in beiden Parteien, durchaus erkenne. Wir haben nur nicht die gleichen Vorstellungen davon, wie wir zum Guten kommen.  Schlussendlich gehören wir in der Schweiz alle zusammen, wir ringen zusammen, aber wünschen uns gegenseitig ja nichts Böses. Wir sind uns nur nicht immer einig, was richtig und gut ist. Darum setzte ich mich für das ein, was ich für richtig halte. Ich werde der SP treu bleiben, solange ich kann und solange sie mich dort wollen. Aber ich werde nicht meine Werte verraten. 

Daher zahle ich weiter meinen Mitgliederbeitrag, aber diesen Herbst gehe ich mit einem offenen Herzen über die Nationalratskandidaturen und wähle die Personen, die meine Auffassungen am ehesten teilen – auch wenn das SVP-Vertreter sein sollten. 

Ich hoffe, meine SP kommt bald zurück. Ich vermisse die pazifistische Linke. 


Zum Autor: Pascal Lottaz ist 1985 in Freiburg (Schweiz) geboren und hat in Freiburg Philosophie und Geschichte studiert. Seinen Master (in Public Policy) und seinen PhD (in Internationalen Beziehungen) hat er am «National Graduate Institute for Policy Studies» in Tokyo absolviert. Heute ist er Associate Professor für Neutralitätsforschung an der Rechtsfakultät und dem Hakubi Center an der Universität Kyoto in Japan. Er leitet das Forschungsprojekt neutralitystudies.com an der Universität Kyoto. 

Siehe auch Pascal Lottaz‘ Interview mit Jeffrey Sachs zum Thema Neocons in den USA.


Info: https://globalbridge.ch/linke-pazifisten-bitte-nicht-verzweifeln-ein-offener-brief-an-die-sp-schweiz/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres: 







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17.12.2025

Victor Grossman gestorben

Online Extra

jungewelt.de, 17.12.2025, 18:49:19 / Inland

D15D091AusstellungGabrieleSenft200853.jpg

Christian-Ditsch.de

Victor Grossman (r.) bei der Eröffnung einer Fotoausstellung in der jW-Ladengalerie (Berlin, 11.9.2015)





Berlin. Victor Grossman ist tot. Der Journalist, Autor und Übersetzer starb am Mittwoch im Alter von 97 Jahren in Berlin. Das erfuhr junge Welt aus seinem familiären Umfeld. Grossman wurde 1928 in New York City als Stephen Wechsler geboren. Als Jugendlicher trat er 1942 der Jugendorganisation der Kommunistischen Partei der USA und während des Studiums in Harvard auch der Partei bei. Als in Bayern stationierter US-Soldat desertierte er 1952, nachdem er eine Vorladung vor das Militärgericht in Nürnberg erhalten hatte – weil er seine Mitgliedschaft in der KP nicht offengelegt hatte, musste er mit einer Haftstrafe rechnen. Bei Linz schwamm er über die Donau, um in die sowjetische Besatzungszone Österreichs zu gelangen. Von dort kam er in die junge DDR, wo er auf Anraten eines sowjetischen Offiziers den Namen Victor Grossman annahm.

In Leipzig absolvierte Grossman zwischen 1954 und 1958 ein Journalismus-Studium, arbeitete anschließend in Berlin als Lektor und Redakteur und baute an der Akademie der Künste das Paul-Robeson-Archiv auf. Seit 1968 arbeitete er als als freier Autor, Übersetzer und Vortragsredner. Den Niedergang der DDR nahm er früh wahr und ist, wie er 2023 in einem jW-Interview sagte, »darüber verzweifelt«. Nach 1990 trat er in die PDS ein, war weiter publizistisch aktiv und nahm bis ins hohe Alter regen Anteil am politischen Leben. Ein Nachruf folgt. (jW)

Info: https://www.jungewelt.de/artikel/514506.victor-grossman-gestorben.html


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17.12.2025

Deutschland
Aktionsplan für die Kernfusion


Die Sonne ist ein Kernfusionsreaktor in dem Wasserstoffatomkerne bei extrem hohem Druck und hoher Temperatur zu Helium fusionieren. Die Fusionsforschung versucht, diese Reaktion auf der Erde stabil zu rekreieren und damit Energie zu produzieren (Bild: Getty Images / Unsplash+ Lizenz).


energiezukunft.eu

Deutschland investiert Milliarden in die Kernfusion und plant das erste Fusionskraftwerk. Experten zweifeln jedoch, ob die Technologie zeitnah Strom liefern kann. Der Fokus auf Fusion könnte zudem von verfügbaren Erneuerbaren Energien ablenken.


17.12.2025 – Europa und Deutschland investieren gezielt in die Fusionsforschung. Die Bundesregierung plant sogar, in Deutschland das „weltweit erste Fusionskraftwerk“ zu bauen – wobei Länder wie die USA, Großbritannien und China ähnliche Zeitpläne verfolgen.

Kernfusion könnte langfristig eine CO₂-freie, grundlastfähige Ergänzung zu erneuerbaren Energien bieten – zumindest in der Theorie. An der Kernfusion wird bereits seit den 1950er Jahren geforscht. Viele Energieexperten bezweifeln, dass die Kernfusion absehbar einen wirtschaftlich tragfähigen Beitrag zur Energieversorgung leisten kann. Der Traum der sauberen Atomenergie könnte auch von Energiewende-Technologien ablenken, die bereits emissionsfreie Energie liefern.

Deutschland will erstes Fusionskraftwerk bauen

Bund und Länder finanzieren bereits jetzt kontinuierlich die Forschung unter anderem am IPP, KIT und Forschungszentrum Jülich. Im Oktober hat das Bundeskabinett einen milliardenschweren Aktionsplan für Fusionsforschung auf den Weg gebracht. Innerhalb der kommenden drei Jahre sollen mehr als zwei Milliarden Euro in die Fusionsforschung fließen. Bis Mitte der 2030er sollen technologische Ansätze weiterentwickelt und in der zweiten Hälfte der 2040er dann Fusionskraftwerke gebaut und in Betrieb genommen werden.

Fusion ist extrem forschungs- und kapitalintensiv – auch, weil noch viel Grundlagenforschung notwendig ist. In den vergangenen Jahren stieg das Interesse an Kernfusion deutlich: Weltweit wurden etwa 2025 über 10 Milliarden US‑Dollar an privatem Kapital in Fusionsunternehmen investiert.

Auf EU-Ebene wird die Fusionsforschung über das umstrittene Euratom-Programm koordiniert, das Forschung, Ausbildung und Großinfrastrukturen bündelt. Zusätzlich fördern neue, zeitlich begrenzte Programme gemeinsam mit der Industrie gezielt die Technologieentwicklung, etwa im Rahmen der Important Project of Common European Interest (IPCEI).

Atomkraft, nein danke?

Ein IPCEI ist ein EU-Förderrahmen, mit dem Mitgliedstaaten große, strategisch wichtige Technologien unterstützen dürfen, die für Europa insgesamt relevant sind – auch dann, wenn diese Förderung normalerweise nach EU-Beihilferecht nicht erlaubt wäre. IPCEI sind für Fusions-Startups interessant, weil die Förderung große, langfristige Finanzierung, europäische Industriekooperation und politische Priorisierung in einem Instrument bündelt. Die Teilnahme an einem im kommenden Jahr startenden IPCEI für innovative Kerntechnologien hat Deutschland allerdings noch nicht bestätigt.


In Deutschland soll das erste Kraftwerk entstehen, das aus Kernfusion Energie erzeugt. Trotz großer Fortschritte sind sich Forscher uneinig über die Machbarkeit eines solchen Projekts. Die Fusionsforschung steht noch vor so einigen Herausforderungen.

Das liegt wohl auch daran, dass die deutsche Öffentlichkeit der Atomforschung kritisch gegenübersteht. In einer Umfrage des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Anfang des Jahres stimmten etwa nur rund 18 Prozent der Deutschen den Plänen der Bundesregierung zu, innovative Energieerzeugung wie Kernfusion staatlich zu unterstützen. Zudem fördert das IPCEI für innovative Kerntechnologien auch SMRs – also kleine Fissions-Atomkraftwerke.

Startups auf dem Weg zur Kernfusion

In Deutschland gibt es derzeit vier Fusions-Startups, die um die deutsche Teilnahme am IPCEI für innovative Kerntechnologien bangen. Sie verfolgen unterschiedliche Wege zur Kernfusion und deren Energienutzung: Proxima Fusion setzt auf das magnetische Stellarator-Prinzip, bei dem ein sehr heißes Plasma dauerhaft durch komplexe Magnetfelder eingeschlossen wird. Ihr Ansatz zielt darauf ab, die Physik zu durchdringen und besonders stabileFusionsprozesse zu schaffen. Ein Demonstrator ist für die frühen 2030er-Jahre geplant.

Gauss Fusion arbeitet ebenfalls an magnetischer Fusion, konzentriert sich jedoch weniger auf neue Grundlagenphysik als auf die industrielle Umsetzung. Das Unternehmen entwickelt Konzepte für Bau, Integration und Betrieb künftiger Fusionskraftwerke und denkt diese von Anfang an als Großindustrieanlagen. Entsprechend liegt der Zeithorizont für kommerzielle Anlagen eher ab den 2040er-Jahren.

Marvel Fusion und Focused Energy setzen auf laserbasierte Trägheitsfusion. Dabei werden winzige Brennstoffkapseln mit starken Lasern beschossen, sodass in kurzen, intensiven Impulsen Fusion entsteht. Marvel Fusion legt den Schwerpunkt auf Hochleistungslaser und industrielle Skalierbarkeit. Focused Energy arbeitet verstärkt an der Effizienz und Entwicklung der neuen Lasersysteme. Beide planen Demonstrationsanlagen in den 2030er-Jahren.

Die Fusionskonstante

Bei der Kernfusion verschmelzen zwei leichte Atomkerne zu einem schwereren Kern und geben dabei Energie ab. Nach diesem Prinzip funktioniert auch die Sonne, in der Wasserstoffatomkerne bei extrem hohem Druck und hoher Temperatur zu Helium fusionieren. Der Zustand der Materie unter diesen Bedingungen wird als Plasma bezeichnet. Auf der Erde ist es nicht möglich, den Druck der Sonne – rund 200 Milliarden Bar – zu reproduzieren. Um einen Fusionsprozess zu erzeugen, muss der fehlende Druck mit mehr Hitze kompensiert werden. Kernfusionsreaktoren müssen so dauerhaft Temperaturen von mehr als 15 Millionen Grad Celsius standhalten.


Ein konkreter Pfad zur energetischen Nutzung von Kernfusion ist laut einer neuen DIW-Studie auch nach Jahrzehnten der Forschung nicht erkennbar. Dennoch treiben privat kofinanzierte Unternehmen mit hohen Investitionen die Forschung weiter an.

Energieexperten sehen die Kernfusionspläne kritisch. Über Jahrzehnte wurde in der Wissenschaft über die Fusionskonstante gewitzelt, nach der ein Durchbruch in der Fusionsforschung stets etwa 30 Jahre in der Zukunft liegt. Eine DIW-Studie befand erst im Frühjahr, dass ein konkreter Pfad zur energetischen Nutzung von Kernfusion auch nach Jahrzehnten der Forschung weiterhin nicht erkennbar sei. Alle derzeit gebauten Anlagen verbrauchen noch deutlich mehr Energie, als sie produzieren.

Unendliche, saubere Energiequelle, oder Ablenkung von der Energiewende?

Die Idee von Fusionskraftwerken passt zum derzeitigen Energiesystem, in dem sich Leistungsgrößen und Grundlast von 2 Gigawatt oder mehr gut integrieren lassen. Wären sie bereits verfügbar, könnte sie Lastspitzen abfedern und Versorgungssicherheit erhöhen, an neue Gaskraftwerke wäre kaum noch zu denken.

Doch um Erneuerbare Energien wie Wind und Solar effektiv zu nutzen, muss das Stromsystem flexibler und mehr auf volatile Einspeisung ausgerichtet werden. Einige Energieexperten stellen infrage, ob große, grundlastfähige Fusionskraftwerke in 20 bis 30 Jahren gut in ein stark auf volatile Einspeisung ausgerichtetes Stromsystem passen würden.

Kritiker warnen davor, dass der Traum von sauberer Atomenergie politische und finanzielle Aufmerksamkeit von bereits verfügbaren Energiewende-Technologien abziehen könnte. Bundeskanzler Merz hatte zum Beispiel im Wahlkampf wiederholt die Förderung der Kernfusion erwähnt, um andere Erneuerbare Energien zu ersetzen, etwa weil er Windräder hässlich fände. In Zeiten, in denen noch lange nicht der gesamte Strombedarf, geschweige denn der Energiebedarf aus Erneuerbaren Quellen gedeckt wird, könnte angenommen werden, ein schnelles Ersetzen fossiler Energieträger sei relevanter. jb


Mehr zum Thema

FusionsforschungDer Traum von der sauberen Atomenergie


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EnergieforschungKernfusion ist für die Energiewende irrelevant


Info: https://www.energiezukunft.eu/politik/aktionsplan-fuer-die-kernfusion


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

17.12.2025

Deutschland plant 200 Millionen Euro Soforthilfe für Gaza Unmittelbare Unterstützung beim Wiederaufbau und neue Kontrollmechanismen

aus e-mail von Karin Gerlich, 17. Dezember 2025, 12:13 Uhr


Liebe Kolleginnen und Kollegen,


  auf meine e - mail an den SPD Bundesvorstand, habe ich heute sogar von

der zuständigen Ministerin eine Antwort bekommen. Das freut mich

natürlich, weil es seit Ausruf der Staatsräson, nicht selbstverständlich

ist. Ich will euch das zur Kenntnis geben,  wir müssen jede erdenkliche

Hilfe nutzen, weil GAZA gerade in Regen und Schlamm untergeht, weiter

bombardiert wird und es zusätzlich, immer noch Politiker hierzulande

gibt, die das alles verharmlosen. Wenn wir nun aus dem Bundestag

hochkarätig Antwort bekommen, sollte wir uns freuen.


Grüße Karin Gerlich



-------- Weitergeleitete Nachricht --------

Betreff: Fw: Deutschland plant 200 Millionen Euro Soforthilfe für Gaza

Unmittelbare Unterstützung beim Wiederaufbau und neue Kontrollmechanismen

Datum: Wed, 17 Dec 2025 10:41:57 +0000

Von: Ursula Mathern <urs.math@gmx.net>

An: urs.math@gmx.net



zur Info

Mit liebem Gruß

Ursula

*Gesendet: *Dienstag, 16. Dezember 2025 um 22:53

*Von: *"Ursula Mathern" <urs.math@gmx.net>

*An: *reem.alabali-radovan@bundestag.de, poststelle@bmz.bund.de

*Betreff: *Deutschland plant 200 Millionen Euro Soforthilfe für Gaza

Unmittelbare Unterstützung beim Wiederaufbau und neue Kontrollmechanismen


Ursula Mathern


Bachstr. 24


55627 Merxheim


urs.math@gmx.net


An die


Bundesministerin für *wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)*


Frau Reem Alabali Radovan


reem.alabali-radovan@bundestag.de;


poststelle@bmz.bund.de


*Deutschland plant 200 Millionen Euro Soforthilfe für Gaza*


*Unmittelbare Unterstützung beim Wiederaufbau und neue

Kontrollmechanismen: So will Deutschland den Menschen im Gazastreifen

helfen – und Missbrauch der Hilfsgelder verhindern.*


Werte Frau Radovan,


bereits im Oktober kündigten Sie laut Wirtschaftswoche vom 15.10.2025

an, kurzfristig mindestens 200 Millionen Euro als Soforthilfe für den

Wiederaufbau des Gazastreifens bereitstellen. „Das ist die

Größenordnung, die im Haushalt jetzt schon zur Verfügung steht“. - Dass

Sie peinlich genau darauf achten wollten, wohin das Geld fließt,

versteht sich von selbst.


In dem Beitrag war auch von einer geplanten internationalen Konferenz

zum Wiederaufbau des Gazastreifens die Rede, die im November in Kairo

stattfinden sollte.


Auch wenn diese Ankündigungen bereits 2 Monate zurückliegen, finde ich

sie doch außerordentlich frappierend.


*Wie kamen Sie eigentlich auf die Idee, Wiederaufbauhilfen für den

Gazastreifen bereitzustellen und sogar eine entsprechende internationale

Konferenz mit ausrichten zu wollen????*


Natürlich ist es keineswegs so, dass im Gaza nicht jede Unterstützung

gebraucht würde.


Allerdings kam der*IGH*bereits im Juli 2024 bezüglich des Staates Israel

zu folgenden Ergebnissen (Rn. 285):


/*- Die fortgesetzte Anwesenheit des Staates Israel im besetzten

palästinensischen Gebiet ist rechtswidrig.*/


/*- Der Staat Israel ist verpflichtet, seine rechtswidrige Anwesenheit

im besetzten palästinensischen Gebiet so schnell wie möglich zu beenden.*/


/*- Der Staat Israel ist verpflichtet, alle neuen Siedlungsaktivitäten

unverzüglich einzustellen und alle Siedler aus dem besetzten

palästinensischen Gebiet zu evakuieren.*/


/*- Der Staat Israel ist verpflichtet, den Schaden zu ersetzen, der

allen betroffenen natürlichen oder juristischen Personen im besetzten

palästinensischen Gebiet entstanden ist.*/


Die *UNO-Generalversammlung* beschloss infolgedessen am 13.09.2024 eine

*Resolution,* in der sie*forderte, dass Israel seine unrechtmäßige

Anwesenheit im besetzten palästinensischen Gebieten binnen 12 Monaten

beendet. An die Staaten richtete sie u.a. diese Aufforderung (Ziff. 5):*


„/(a) //*Maßnahmen*//zu ergreifen, um sicherzustellen, dass ihre

Staatsangehörigen und Unternehmen und Einrichtungen, die ihrer

Gerichtsbarkeit unterliegen, sowie ihre Behörden//*nicht in einer Weise

handeln, die eine Anerkennung, Hilfe oder Unterstützung bei der

Aufrechterhaltung der durch die illegale Anwesenheit Israels im

besetzten palästinensischen Gebiet geschaffenen Situation mit sich

bringen würde;*//

(b) Maßnahmen zu ergreifen, um die Einfuhr von Produkten mit Ursprung in

den israelischen Siedlungen sowie die //*Lieferung oder den Transfer von

Waffen, Munition und damit verbundener Ausrüstung an die Besatzungsmacht

Israel in allen Fällen, in denen der begründete Verdacht besteht, dass

sie im besetzten palästinensischen Gebiet verwendet werden könnten,

einzustellen;*//

(c) S//*anktionen, einschließlich Reiseverbote und Einfrieren von

Vermögenswerten, gegen natürliche und juristische Personen zu verhängen,

die an der Aufrechterhaltung der unrechtmäßigen Präsenz Israels im

besetzten palästinensischen Gebiet beteiligt sind, auch im Zusammenhang

mit der Gewalt von Siedlern;*//

(d) //*die Bemühungen um Rechenschaftspflicht für alle Opfer zu

unterstützen;“*/


*NICHTS DAVON WURDE UND WIRD UMGESETZT! *Im Gegenteil: Mit diesen

Maßnahmen erkennen Sie die illegale Israelische Besatzung an, ebenso

deren fortgesetzten Bruch der Waffenstillstandsvereinbarung,die

fortgesetzten Militärangriffe auf Gaza wie auf das Westjordanland,

willkürliche Verhaftungen, absolut unzureichende Nahrungs- und

Hilfsgüterlieferungen, insbesondere auch wetterfeste Zelte!


Es ist ja nicht so, dass vieles nicht in Reichweite vorhanden wäre. Der

Punkt ist, dass Israel die Lieferungen nur sehr begrenzt durchlässt.


*IGH UND UNO SIND FÜR SIE WIE DIE GESAMTE REGIERUNG OFFENSICHTLICH

SCHALL UND RAUCH! *


*RECHTSNIHILISMUS nennt man das! WAS FÜR EIN ABGRUND!*


Natürlich trifft der Vorwurf nicht Sie allein, sondern die gesamte

Regierung,


(Dasselbe gilt auch für den Diebstahl an Russischem Eigentum.)


Interessant ist zudem, wofür Geld im Haushalt „zur Verfügung steht“ und

wofür nicht.


Scheinbar unbegrenzt für Aufrüstung, Kriege, die Militarisierung der

gesamten Gesellschaft hierzulande, während am Lebensnotwendigen geknapst

wird.


*DIESE POLITIK IST EINE INTERNATIONALE SCHANDE! AN NIEDERTRACHT

ÜBERTIFFT DIESE REGIERUNG ALLES SEIT DEM 2. WELTKRIEG DAGEWESENE. *


Ursula Mathern


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

17.12.2025

Europas Doktrin Wenn ein Feindbild zur fixen Idee wird: Russland. Ist. Die. Bedrohung.

berliner-zeitung.de, 17.12.2025, 10:38 Uhr, 

Der Ukraine-Krieg geht weiter. Schuld ist auch die Russenangst der Europäer. Wie ein Keil verhindert sie jeden russisch-ukrainischen Kompromiss. Eine Einordnung.


Screenshot_2025_12_17_at_17_12_46_Ukrainekrieg_Wenn_ein_Feindbild_zur_fixen_Idee_wird_Russland._Ist._Die._Bedrohung

Gruppenfoto zu Beginn des Ukraine-Gipfels im Bundeskanzleramt (vorne v.l.n.r.): Bundeskanzler Friedrich Merz, Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, Steve Witkoff, US-Sondergesandter, und Jared Kushner, Schwiegersohn des US-PräsidentenKay Nietfeld


Was wollen die Europäer eigentlich? Die Frage ist völlig ernst gemeint. Ginge es ihnen um Frieden für die Ukraine, hätten sie im Frühjahr 2022 die fortgeschrittenen russisch-ukrainischen Verhandlungen nicht torpediert. Ginge es ihnen um eine Neuordnung der europäischen Sicherheitsarchitektur, so säßen sie seit langem mit Moskau am Verhandlungstisch.


Und ginge es ihnen um den ukrainischen Sieg, dann würden sie nicht nur wesentlich mehr Geld und Waffen liefern, sondern auch die Möglichkeit einer eigenen Kriegsbeteiligung zumindest glaubhaft machen. Schließlich stehen in der Ukraine, folgt man der veröffentlichten Rhetorik, unsere Freiheit und unsere Demokratie unter Beschuss. Und wenn wir die nicht mit Waffen zu verteidigen bereit sind, was dann?

Also was wollen die Europäer? Sucht man einen Fixpunkt in ihrem geopolitischen Selbstverständnis, ist da wenig mehr als das Feindbild Russland. Es ist übrigens das wiederauferstandene Feindbild Sowjetunion von vor 50 Jahren; beide gleichen sich wie ein Ei dem anderen.


Und was sagt das Feindbild über die russischen Absichten? Den Russen wird unterstellt, dass sie sich den postsowjetischen Raum als Einflusssphäre sichern wollen, dass sie am liebsten die Jalta-Ordnung von 1944 wiederherstellen wollten und eigentlich, im letzten Schritt nach dem befürchteten Rückzug der USA, die Hegemonie über den gesamten Kontinent anstreben.

Balten, Polen und transatlantische Falken

Diese Sichtweise wird vor allem von Balten und Polen getragen, unterstützt von den transatlantischen Falken in Westeuropa, in den Medien und in der Politik. Wie erfolgreich die sind, beweisen in Deutschland der öffentlich-rechtliche Rundfunk und die sogenannten Leitmedien. Kein Tag vergeht, an dem nicht gleich mehrere Experten eindringlichst davor warnen, die russischen Absichten zu unterschätzen oder gar russischen Narrativen zu glauben. Russische Perspektiven werden als „Desinformation“ unterdrückt, ihre Verbreitung in der EU scharf sanktioniert. Solche Sanktionen treffen übrigens auch Westeuropäer, dieser Tage etwa den Schweizer Jacques Baud und den Franzosen Xavier Moreau.

Die Bedrohung durch Russland wird zur Idée fixe der europäischen Politik, zur handlungsbestimmenden Doktrin. Wer sie relativiert, wird als Ketzer ausgegrenzt und unter Strafe gestellt. Den identitätsstiftenden Wert solcher Strategie sollte man nicht unterschätzen. Ein Feindbild schweißt zusammen, erst recht in schweren Zeiten und völlig egal, ob real oder fiktiv.

Außerdem erleichtert es den Politikern die Arbeit; es erlöst sie von Zielkonflikten. Wenn nichts wichtiger ist als die Abwehr russischer Bedrohung, ergeben sich die Prioritäten von selbst: Aufrüstung, Abschreckung, Wehrtüchtigkeit, Kriegstüchtigkeit, Kriegsbereitschaft.


Deutsche Soldaten für die Ukraine: Oder alles nur ein Täuschungsmanöver?

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News

gestern


Ukraine-Verhandlungen in Berlin: Eine Ohrfeige aus Washington

Ukraine-Verhandlungen in Berlin: Eine Ohrfeige aus Washington

Internationales

15.12.2025


Das Genialste an einem Feindbild-Konstrukt ist zudem, dass es die Wahrheit ersetzt. Die ist schließlich kompliziert; das wusste schon Pontius Pilatus: „Was ist Wahrheit?“ Dagegen ist eine Doktrin so einfach wie das Einmaleins: Russland. Ist. Die. Bedrohung.

Wer das hinterfragt, sollte an die beiden Sanktionierten denken, Baud und Moreau. Bestrafe einen, erziehe Hundert. Stellen wir trotzdem die Eingangsfrage ein zweites Mal, diesmal umgemünzt: Was wollen die Russen eigentlich erreichen?

Die Antwort fällt leicht: wenig von dem, was der Westen ihnen unterstellt. Was sie definitiv nicht wollen, ist die Nato in der Ukraine oder die Ukraine in der Nato. Dasselbe gilt für Belarus. Was sie genauso wenig wollen, ist ein Anti-Russland in Gestalt der Ukraine oder in der Gestalt von Belarus. Sie wollen, dass beide Länder zumindest neutral sind. Sie wollen, dass die russischstämmige Bevölkerung jenseits ihrer Westgrenzen fair und gerecht behandelt wird, übrigens auch im Baltikum. Und sie wollen das okkupierte ukrainische Territorium plus die nicht okkupierten Teile der ukrainischen Oblaste Luhansk und Donezk.

Eurasische Sicherheitsordnung nach KSZE-Vorbild

Sie hätten auch gern eine Wiederbelebung der Rüstungskontroll-Architektur und, aber das wäre schon ein Sahnehäubchen, eine neue eurasische Sicherheitsordnung nach dem Vorbild der KSZE vor 50 Jahren.

Den Normen des internationalen Kriegs- und Völkerrechts entsprechen weder das russische Handeln noch einige der russischen Forderungen, Ansprüche und Erwartungen. Aber Normen sind Normen, und es gab noch keinen vierjährigen Krieg in Europa, an dessen Ende kein neuer Status quo gestanden hätte, auch in normativer Hinsicht.

Zwischen Russland und der Ukraine wäre ein Kompromissfriede möglich. Er wird jedoch unmöglich gemacht durch zwei Prämissen der europäischen Politik, die beide in Fiktionen wurzeln, nicht in der Realität. Prämisse Nummer eins: Die Grenzen von 1991, die freie Bündniswahl der Ukraine usw. – alles gilt fort. Prämisse Nummer zwei: Russland ist die eine große Bedrohung der Ukraine und des restlichen Europas.

Kriege lassen sich auch herbeireden

Beide Prämissen perpetuieren den Krieg. Die erste nährt die ukrainische Hoffnung auf Wiedergewinn verlorener Territorien, die zweite zwingt die Europäer, für die Ukraine eine hochgerüstete 800.000-Mann-Armee zu fordern plus eine europäische Truppenpräsenz zur Abwehr der nächsten russischen Invasion. So geschehen in dem großspurig als „Merz-Plan“ bezeichneten Verhandlungsergebnis der Europäer vom Wochenende.


Putin wird toben: Europäer wollen Soldaten in die Ukraine schicken

Putin wird toben: Europäer wollen Truppen in Ukraine schicken

Wirtschaft

•vor 6 Stunden


Bundeskanzler Merz im ZDF: „Wir würden russische Übergriffe und Angriffe erwidern“

Bundeskanzler Merz im ZDF: „Wir würden russische Übergriffe und Angriffe erwidern“

News

gestern


Russland wird diese Forderung nicht anerkennen, und Europa, gefangen in seiner Feindbild-Doktrin, kann von ihar nicht abrücken. Der Krieg in der Ukraine wird fortgesetzt. Und mehr noch: Solange Europa dieses Feindbild nicht überwindet, steuert der gesamte Kontinent auf einen Krieg zu. Zukunft ist unvorhersehbar, aber in der Politik gibt es selbsterfüllende Prophezeiungen. Kriege lassen sich auch herbeireden, und wir sind auf dem besten Weg.

Wenn es dann irgendwann so weit ist, werden wir den Russen vorwerfen, sie hätten das Desaster mit der Krim-Annexion 2014 und ihrem Einmarsch 2022 angezettelt. Die Russen werden daraufhin uns vorwerfen, wir hätten den Krieg mehr gewollt als sie. Worauf wir entgegnen werden, sie hätten den Krieg mehr verdient als wir. Dabei könnte man ihn noch verhindern.


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DebatteGeopolitikPolitikUkraineRusslandEuropaInternationalesSanktion


Info: https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/wenn-ein-feindbild-zur-fixen-idee-wird-russland-ist-die-bedrohung-li.10010543


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17.12.2025

EZB zerlegt EU-Narrativ: Aufrüstung bringt kaum Wachstum

aus e-mail von Doris Pumphrey, 17. Dezember 2025, 11:18 Uhr


Berliner Zeitung 16.12.2025

<https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/ezb-aufruestung-kaum-wachstum-li.10010410>


*EZB zerlegt EU-Narrativ: Aufrüstung bringt kaum Wachstum


*Auf Anfrage des BSW-Europaabgeordneten Fabio De Masi warnt EZB-Chefin

Christine Lagarde vor den wirtschaftlichen Risiken der Aufrüstung.


Raphael Schmeller


Die Europäische Zentralbank (EZB) widerspricht zentralen politischen

Versprechen der EU <https://www.berliner-zeitung.de/topics/eu> rund um

den geplanten massiven Ausbau der Verteidigungsausgaben in Europa. In

einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des Europaabgeordneten

Fabio De Masi kommt die Notenbank zu dem Schluss, dass von der

Aufrüstung nur sehr begrenzte Wachstumsimpulse ausgehen, während die

Inflationsrisiken gleichzeitig steigen. Die EU-Kommission unter Ursula

von der Leyen vertritt hingegen ausdrücklich die Position, dass

Rüstungsinvestitionen auch wirtschaftlich positiv seien.


EZB-Präsidentin Christine Lagarde stellte in ihrem Schreiben an den

BSW-Politiker nun fest, dass „erhebliche Unsicherheit“ darüber bestehe,

„wie stark sich höhere Verteidigungs- und Infrastrukturausgaben auf

Produktion und Inflation auswirken“. Entscheidend seien Umfang, Tempo

und Ausgestaltung der zusätzlichen Ausgaben sowie die zugrunde liegenden

Fiskalmultiplikatoren.


*Begrenzte Kapazitäten, steigender Preisdruck


*Laut den Berechnungen der EZB belaufen sich die zusätzlichen

Wachstumseffekte durch höhere Verteidigungsausgaben auf lediglich rund

0,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2027, selbst bei weiter

steigenden Militärausgaben wären es nur 0,4 bis 0,6 Prozent. Die

vielfach beschworenen Effekte eines „Militärkeynesianismus“ bleiben

damit aus.


Zugleich warnt die EZB davor, dass zusätzliche Rüstungsausgaben eher

preistreibend sein könnten. Laut Lagarde wirken zusätzliche

Verteidigungsausgaben stärker inflationär, „wenn sie die Wirtschaft

näher an ihre volle Produktionskapazität bringen“. Zudem könnten laut

EZB-Chefin begrenzte Kapazitäten im Verteidigungssektor, Engpässe in der

Stahlindustrie oder bei anderen Vorleistungen sowie Einschränkungen bei

der Umstellung ziviler Produktionsanlagen „zu einem stärkeren

Aufwärtsdruck auf die Inflation beitragen“.


Fabio De Masi sieht sich durch diese Aussage in seiner Analyse bestärkt.

„Die EZB bestätigt, dass Aufrüstung zu minimalen Wachstumseffekten

führt“, sagt der Europaabgeordnete der Berliner Zeitung. Der

militärisch-industrielle Komplex werde durch den Rüstungsboom vor allem

die Preise erhöhen, da die Marktmacht der Rüstungskonzerne hoch sei und

die Produktionskapazitäten begrenzt seien. „Da viele Waffensysteme nur

mit US-Systemen kompatibel sind, hauen wir Donald Trump auch noch die

Auftragsbücher voll, während er uns mit Strafzöllen überzieht. Diese

Politik kann nur scheitern“, sagt De Masi.


Die Einschätzung der EZB bestätigt die Warnungen anderer Ökonomen. So

kommen die Wirtschaftswissenschaftler Tom Krebs und Patrick Kaczmarczyk

in ihrer Studie „Wirtschaftliche Auswirkungen öffentlicher

Militärausgaben in Deutschland“ (Universität Mannheim) zu dem

ernüchternden Ergebnis, dass der wirtschaftliche Nutzen steigender

Militärausgaben praktisch inexistent ist.


*Rüstungsmilliarden fließen in Dividenden und Aktienkurse


*In ihrer Untersuchung zum sogenannten Fiskalmultiplikator – einem Maß

für die ökonomische Wirkung öffentlicher Ausgaben – zeigen sie, dass

jeder zusätzlich für Rüstung ausgegebene Euro bestenfalls 50 Cent zur

Wirtschaftsleistung beiträgt. Im schlechtesten Fall liege der Effekt

sogar bei null.


Nach ihrer Einschätzung ist die deutsche Rüstungsindustrie derzeit

weitgehend ausgelastet. Neue Aufträge würden daher eher die Preise und

Gewinne der Hersteller steigern, aber nicht die Produktion, schreiben

sie in einem Artikel für das Wirtschaftsmagazin Surplus. Das führe dazu,

dass sich zwar die Auftragsbücher füllten, der ökonomische Impuls jedoch

schwach bleibe. Das Geld fließe vor allem in Dividenden und Aktienkurse

statt in eine breite wirtschaftliche Erholung.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

17.12.2025

Jetzt wissen sie, von wem wir wirklich abhängig sind

Das Portal des Anderwelt Verlags für kritischen Journalismus und Meinungsbildung


anderweltonline.com,

vom 12. Dezember 2025,

Von Peter Haisenko 


"Wir in Deutschland sind seit dem 8. Mai. 1945 zu keinem Zeitpunkt mehr voll souverän gewesen". Wolfgang Schäuble am 18.11.2011. Das bezieht sich auf die BRD. Die kann nicht souverän sein, denn es fehlt das wichtigste Element eines souveränen Staats: Die Verfassung. Die DDR hatte eine Verfassung.


Screenshot_2025_12_17_at_16_33_43_Deutschland_ist_zu_keinem_Zeitpunkt_mehr_voll_souver_n_seit_dem_8._Mai_1945_gewesen_W._Sch_uble_YouTube

Fankfurt a. M. am 18.11.2011 über die nicht Souveränität von Deutschland nach dem 2. Weltkrieg. Er sagt wörtlich: "Wir in Deutschland sind seit dem 8. Mai. 1945 zu keinem Zeitpunkt mehr voll souverän gewesen". In seinen Erklärungen verweist er auch auf die Geheimverträge mit den Siegermächten, die auch heute noch gelten, diese Geheimverträge wurden im Laufe der Zeit nur namentlich geändert, sie sind aber immer noch geltendes Recht in Deutschland. Also steht über dem Grundgesetz und der Verfassung der Deutschen das Geheimrecht der Siegermächte. Das müsste endlich mal geändert werden. Sobald jemand diese Thema in Deutschland aufgreift, wird er von den meisten Politikern fertig gemacht und eines Lügners bezichtigt. Es scheint einen geheimen Auftrag im Hintergrund zu geben, den Schein so Lange wie möglich aufrecht zu erhalten, das ist die einzige logische Schlussfolgerung, das ist in meinen Augen Amtseidverletzung, und das ist nach deutschen Gesetzen strafbar. Ein Beispiel dafür ist die Hetze der Medien auf Xavier Naidoo nachdem er friedlich und in liebe öffentlich verkündet hat, Deutschland ist nicht souverän, wurde er vom Spiegel und der Bildzeitung in die rechte Ecke gestellt. Danach haben ca. 2000 Menschen vor der Spiegelzentrale dagegen demonstriert. Dann hat der Spiegel sich bei den Menschen endschuldigen müssen und hat zugegeben, dass der Spiegel gelogen hat. Auch die Medien in Deutschland verkehren in fast den gleichen Netzwerkorganisationen (z. B. Atlantik-Brücke, American Council on Germany, Deutsche Atlantische Gesellschaft, The Aspen Institue, Council on Foreign Relations, Group of Thirty usw.) wie die Politiker, ohne diese Netzwerke, und damit auch Förderung der Politiker und Journalisten, schafft man es nicht in die vorderen Reihen. Das ist immer noch ein Geheimnis in Deutschland, ist aber leicht recherchierbar. Diese Netzwerke gehören den 5 großen Privatbanken, diese Netzwerke werden auch zum großen Teil von den 5 großen Privatbanken bezahlt. Wer jetzt noch nicht an Interessenskonflikte denkt, dem ist nicht mehr zu helfen. Die fünf großen Privatbanken sind Goldman & Sachs, Internationale Währungsfonds (IWF), Bank für Internationalen Zahlungsausgleich(BIZ oder engl. BIS), Federal Reserve Bank (FED) und JP Morgan Chase. Diese fünf großen Privatbanken gehören mehrheitlich den 13. reichsten Familien der Welt (zum Beispiel: Goldman Sachs, Rockefeller, Lehmans und Kuhn Loebs von New York, die Rothschilds in Paris und London, die Warburgs in Hamburg, die Lazards in Paris, die Israel Moses Seifs in Rom, die Schiffs, die Stillmans, Harriman, Carnegie und Morgan). Das Weltfinanzsystem wird größtenteils mit diesen fünf Banken gesteuert. Diesen 13. Familien gehören weltweit etwas 60% aller Unternehmen. Das ist durch zwei Universitätsstudien belegt worden. Diese Studien besagen, dass ca. 60% aller Unternehmen weltweit letztendlich in knapp über 100 Holdings organisiert sind. Diesen Holdings gehören also ca. 60% aller Unternehmen weltweit. Diese Holdings gehören wiederum den fünf großen Privatbanken. Wer jetzt immer noch nicht aufwacht, dem kann ich auch nicht mehr helfen. Alles was hier berichtet worden ist, ist leicht recherchierbar. Wir müssen endlich mal Verantwortung übernehmen auch im Namen unserer Kinder, jeder kreiert diese Welt mit. Das Finanz- und Machtsystem ist in den Händen der 13 reichsten Familien der Welt. Wer das verinnerlicht, wird verstehen, ab einem gewissen Wissensstand, warum die Welt so ist, wie sie ist, dem gehen mehrere Lichter auf. Dann werdet ihr auch rausfinden, warum unser System so dunkel ist, warum die Menschen so leiden müssen. Geld ist genug vorhanden, es ist nur sehr schlecht verteilt, es wurde künstlich bei den allermeisten Menschen bewusst verknappt. Wenn man das weltweite Geldeinkommen jährlich mit 100% gleichsetzt, werden davon nur ca. 4% durch eigene Arbeit generiert. Geht euch da in eurer Erziehung ein Licht auf. Es wäre sogar möglich, einem jeden Erdenbürger ein gewisses bedingungsloses Grundeinkommen zu zahlen. Der Hunger könnte endlich abgeschafft werden und die sozialen Ungerechtigkeiten direkt mit. Informiert euch in freien Medien, alle anderen Medien sind leider noch sinnlos. Ich hoffe, ich konnte der Welt und damit euch helfen.


Video https://www.youtube.com/watch?v=yjPvpJ3n4Ds Dauer 1:54 Min.


Die Sowjetunion ist mit ihrem Teil Deutschlands, der abfällig SBZ (Sowjetische-Besatzungs-Zone) genannt wurde, anders umgegangen als die Westalliierten mit ihren Teilen. Es gab zwar in beiden Teilen Deutschlands eine starke Abhängigkeit von ihren Hegemonen, aber die DDR war niemals so unterwürfig gegenüber der UdSSR wie die BRD gegenüber den USA. Das musste sie auch nicht sein, denn Moskau hat zugelassen, dass das Volk der DDR über eine Verfassung abstimmen durfte und so einen völkerrechtlich souveränen Staat geschaffen. Und der hat in Moskau oft genug kräftig auf den Putz gehauen. Die BRD hingegen kann bis heute keine Verfassung haben, weil das Verbot der USA nach wie vor in Kraft ist, bundesweite Volksabstimmungen abzuhalten. Ohne Volksabstimmung keine Verfassung. Ohne Verfassung kein souveräner Staat. Ein Grundgesetz ist das Mittel, einen besetzten Staat verwalten zu können.



ॐ Die Bewusstseinsbrücke ॐ

  • vor 9 Jahren

In dem Ausschnitt beleuchten Max Uthoff & Claus von Wagner das Verhältnis BR Deutschland - USA nach altbwährtem Muster mithilfe einer Tafel.
Anlaß ist die Bespitzelung von Bürgern im In- & Ausland, der massenhafte Verstoß gegen das verfasungsmäßig garantierte Brief- & Fernmeldegeheimnis durch us-amerikanische Behörden, insbesondere der NSA.
Grundlage ist die Situation nach dem 2. Weltkrieg, insbesondere das Besatzungsrecht - Originalzitat von Wagner: "Ich erinnere mich da an zwei Weltkriege, einen Völkermord - würden Sie so jemanden unbeaufsichtigt lassen?".
Weitere Stichworte sind "Besatzungsstatut", "Alliierte Vorbehaltsrechte", "G 10 Gesetz", "Geheime Verwaltungsvereinbarung zum G 10 Gesetz", "Zusatzabkommen zum NATO-Truppenstatut Art. 38".
Abschließend wird das aus einem Interview stammende Zitat des Historikers Josef Foschepoth angeführt:
"Die Interessen der ehemaligen Alliierten sind in deutschen Gesetzen verankert. Sie sind damit deutsches Recht."

Weiterführende Links:

- Deutschland ist zu keinem Zeitpunkt mehr voll souverän seit dem 8. Mai 1945 gewesen - W. Schäuble: 
https://www.youtube.com/watch?v=yjPvpJ3n4Ds&list=PLmMbTpfQkZGmu2TXbNo706noOQacSu5QQ&index=2


- Die Zeit - Die USA dürfen Merkel überwachen: 
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-10/nsa-uerberwachung-merkel-interview-foschepoth





Nach 1990 hat die Russische Föderation ihr Militär ohne Wenn und Aber aus dem Gebiet der ehemaligen DDR abgezogen. Vollständig. Nicht nur das. Sie ist auch aus allen Gebieten des jetzt aufgelösten Warschauer Pakts abgezogen. Die USA haben das nicht getan. Ihr Militär, die Besatzungssoldaten, sind bis heute in der BRD, in exterritorialen Gebieten, über die die BRD kein Verfügungsrecht hat. Die BRD bezahlt dafür große Summen an die USA. Was die Russische Föderation aber zurückgelassen hat, sind die Pipelines, die den gesamten Westteil des ehemaligen Warschauer Pakts mit Gas und Öl, also mit Energie versorgt hat und weiter versorgen könnten. Mit preiswerter Energie. Das funktionierte auch zuverlässig. Sogar dann noch, als sich die NATO weit nach Osten vorgeschoben hatte. Russland hält Verträge ein. Es war wieder einmal Polen, das als erstes Land ausgestiegen ist und fortan sein Gas über die BRD bezog. Russisches Gas durch russische Pipelines, eben auch durch Nordstream.

Ohne Energie kein Wohlstand

Eine erstrangige Voraussetzung für das Gedeihen einer Industrienation ist preiswerte Energie. Die zuverlässigen Gas- und Öllieferungen aus Russland haben Deutschland da einen Vorteil garantiert. Bis Kanzlerin Merkel das Sanktionsregime gegen Russland vorangetrieben und schließlich den Liefervertrag mit Russland gebrochen hat. Die USA haben schließlich Nordstream gesprengt und so die Diskussionen über die Lieferung russischer Energie beendet. Jetzt ist Deutschland abhängig von den Lieferungen von Flüssiggas aus USA und bezahlt ein Mehrfaches, als das russische Gas gekostet hat. Anzumerken ist da, dass es mit den USA keinen langfristigen Liefervertrag gibt. Der wäre aber sowieso nur Papier, denn im Gegensatz zu Russland halten sich die USA nur an Verträge, solange sie dazu Lust haben. Soviel zur Energieseite. Aber wie sieht es politisch aus?

Niemand bei Verstand wird der Feststellung widersprechen, dass die BRD seit Bestehen keine (Außen-)Politik machen kann, ohne das OK aus Übersee. Daran hat sich auch nichts geändert, seit Trump auf die politische Bühne gekommen ist. Geändert hat sich aber, dass erstmals offener Hass auf einen US-Präsidenten gezeigt, ja gefeiert wird. Unter Obama und Biden hat die BRD eifrigst mit gearbeitet am Umsturz in Kiew, eine Lösung für die Ukraine torpediert und so Russland gezwungen einzugreifen, um das Morden im Osten zu beenden. All das durfte nur geschehen, weil Washington genau das wollte.

Nie wieder Krieg?

Mit der zweiten Amtszeit Trumps hat er sich eines Besseren besonnen und will Frieden in die Region bringen, das unsinnige Sterben beenden. Das passt den Europsychopathen nicht. Die versuchen den Krieg fortzusetzen, bis zum letzten Ukrainer. Aber mit welchem Erfolg? Der Ablauf der Geschehnisse zeigt auf, dass weder die BRD noch die EU einen entscheidenden Einfluss geltend machen können. Sie verfügen nicht über die Mittel. Weder militärisch noch diplomatisch. Trump macht und die anderen können nur zusehen. Ja, sie machen sich lächerlich.

Das zeigt auf, dass es eben nicht Russland ist, von dem Westeuropa abhängig ist. Wäre dem so, dann wäre das Verhalten gegenüber Russland ein anderes. Tatsächlich war die BRD politisch noch nie abhängig von der Sowjetunion oder später der Russischen Föderation. Gerade in Bezug auf Russland war das Verhältnis immer abhängig von den Vorgaben aus Washington. Diese haben jetzt, nach der Sprengung von Nordstraem, noch mehr Gewicht, denn jetzt ist Europa abhängig von der Gnade der USA, was die Energielieferungen betrifft. Eben weil die BRD die Gaslieferungen aus Russland verweigert. Wie weit das Vorgaben aus Washington, von der Biden-Regierung, geschuldet ist, lasse ich dahingestellt. Aber auch Trump ist darüber nicht unglücklich. Schließlich hat er so die totale Kontrolle über Europa, die europäische Politik.

Die zahnlose Blindschleiche

Militärisch sieht es noch böser aus. Die NATO, die EU und die BRD sind ohne die USA nur zahnlose Blindschleichen. Ja, blind im wahrsten Sinn des Wortes. Ohne die Satellitenaufklärung der USA haben sie keine Zieldaten und wissen nicht, was auf einem Schlachtfeld abläuft. Das gilt auch für Kiews Ukraine. Aber das entscheidende Moment sind die Waffen. Ohne Ersatzteile aus Übersee sind die schnell nur noch Schrott. Dann die Elektronik. Nicht einmal hochrangige Führungskräfte der NATO wissen genau, in welchen hochtechnischen Waffensystemen elektronische Abschaltsysteme verbaut sind, mit denen die USA jederzeit das System stilllegen können. Da sind die sündteuren F 35 nichts mehr wert und trotzdem werden sie von dumm-ahnungslosen eingekauft. Obwohl es ein europäisches System ist, erinnere ich hier an die „Exocet-Raketen“ und den Falklandkrieg. Obwohl ein britisches Schiff getroffen wurde, explodierte die Sprengladung nicht, weil eine „Freund-Feind-Kennung“ eingebaut ist und diese die Wirkung der Waffe nach Belieben des Herkunftslandes einfach abschalten kann. Glauben Sie, US-Waffen hätten das nicht?

Auch in zwanzig Jahren werden die Armeen der EU und der BRD nicht „kriegstauglich“ sein ohne die USA. Jedenfalls nicht gegen einen potenten Gegner, dessen Bewaffnung nicht von den USA abhängt. Es sind folglich die USA die darüber bestimmen, ob und wo europäische Staaten Krieg führen dürfen. China und Russland hingegen können Aggressionen nur vorbeugen, indem sie ein hohes Abschreckungspotential aufbauen. Und wieder einmal ist es genau umgekehrt als das, was die BRD-Politiker behaupten. Russland wird kein anderes europäisches Land angreifen, muss aber auf die Aufrüstungen und Kriegsrhetorik derselben reagieren. Da sind wir bei der „Reagan-Doktrin“, die die Sowjetunion „totrüsten“ sollte. Allerdings mit dem aktuellen Unterschied, dass sich die EU-Staaten jetzt selbst totrüsten und die amerikanische Waffenindustrie mit hunderten Milliarden unterstützen.

NATO ohne USA ist nichts mehr wert

Und was wird sein, wenn die USA tatsächlich aus der NATO aussteigen? Ich denke, dann wird sich die Kriegsrhetorik in Europa ganz schnell gegen Null bewegen. Unter diesen Aspekten muss die aktuelle Lage um den Ukrainekonflikt gesehen werden. Das dumme Gekläffe der „Koalition der Willigen“ in Europa hat keinerlei Substanz. Selbst wenn die USA dabei blieben, kann Russland Europa binnen weniger als einer Stunde lahmlegen, sobald Russland angegriffen werden sollte. Und es gibt keine Gegenwehr, gegen die überlegenen Raketen. Im Gegensatz zu Kiew wird Russland aber keine Atomkraftwerke angreifen. In Russland gilt Moral und Ehre noch etwas. Und das gesprochene Wort. Siehe NATO-Osterweiterung.

In vielerlei Bereichen ist die BRD, Europa, nahezu vollständig abhängig von den USA. Das müssen die Kriegstreiber jetzt einsehen, nachdem aus Washington das Ziel Frieden ausgelobt worden ist. Da können sie noch so viel auf den Putz hauen, zu sagen haben sie nichts. Weder den USA, noch Russland. So seltsam es anmuten mag, die BRD ist abhängig von den USA, sowohl wenn es um Krieg geht als auch wenn es um Frieden geht. Russland kann sich da entspannt zurücklehnen und zusehen, wie sich die Europäer selbst ins Knie schießen, solange Trump keinen Krieg mit Russland will. Und bitte niemals vergessen: Die USA werden Russland niemals mit Atomraketen beschießen, um Europa zu „verteidigen“. Das würde erstmals in der Geschichte ihre eigene Unversehrtheit bedrohen. 


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Um Ihnen noch etwas zum Nachdenken zu liefern, stelle ich die Frage in den Raum, wer den Kalten Krieg hergestellt hat und warum. Es bedarf genaueren Hinsehens, das zu erkennen und zu verstehen. Ich sage nur soviel: Es waren Offiziere aus dem Widerstand gegen Hitler: Gehlen, Canaris & Co. Bevor Sie jetzt ungläubig den Kopf schütteln, lesen Sie die zwei Werke von Reinhard Leube: „Nicht noch einen Friedensvertrag“ und „Entzaubert – Kohl und Genscher, diese beiden“. Erst dann werden Sie wirklich verstehen können, wie die Nachkriegspolitik gelaufen ist und welch großen Anteil das besiegte Deutschland daran hatte. Bestellen Sie Ihre Exemplare direkt beim Verlag hier oder erwerben Sie die in Ihrem Buchhandel.




















Info: https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-20252/jetzt-wissen-sie-von-wem-wir-wirklich-abhaengig-sind/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




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US-Geheimdienst NSA: "Die USA dürfen Merkel überwachen"


zeit.de, vom Aktualisiert am 2. März 2016, 9:00 UhrInterview: 94 Kommentare

Die NSA hat deutsche Politiker schon immer ganz legal observiert, sagt der Historiker Foschepoth. Im Interview fordert er, Gesetze und geheime Verträge zu ändern.


ZEIT ONLINE: Der US-Geheimdienst hat offenbar auch das Handy der Kanzlerin abgehört. Überrascht Sie das?

Josef Foschepoth: Nein. Es gibt Verträge zwischen Deutschland und den ehemaligen Alliierten, die eine solche Überwachung erlauben. Da steht natürlich nicht drin, dass die Amerikaner die Kanzlerin abhören dürfen, aber auch nicht, dass sie das nicht dürfen. Ein Geheimdienst, der Interessantes erfahren will, observiert natürlich die Topleute. Daher ist völlig klar, dass die Kanzlerin wie andere führende Personen in Politik und Wirtschaft überwacht werden.

ZEIT ONLINE: In Ihrem Buch Überwachtes Deutschland haben sie nachgewiesen, dass die US-Geheimdienste die Kommunikation in Deutschland seit Jahrzehnten umfassend observieren. Sind auch schon frühere Kanzler ausspioniert worden?

Foschepoth: Mit Sicherheit. Konrad Adenauer hat sich einmal beklagt, dass er ständig ein Knacken in seinem Telefon höre. Aber nicht nur Kanzler, auch Militärs und selbst Bischöfe, Ärzte und alle andere, die eine exponierte Position in der Gesellschaft besitzen, wurden überwacht. Das Besondere an der NSA-Affäre ist nur, dass die Geheimdienste jetzt über gigantische technologische Möglichkeiten verfügen, Milliarden an Überwachungsmaßnahmen gleichzeitig durchzuführen. Daneben gibt es aber weiterhin die Einzelüberwachung  wichtiger Persönlichkeiten.

ZEIT ONLINE: Also hätte Merkel Obama eigentlich gar nicht anrufen brauchen. Sie hätte sich auch bei jemand anderem über ihre Überwachung beschweren können – er hätte es ohnehin erfahren.

Foschepoth: So könnte man es zuspitzen. Aber natürlich wird auch ein US-Präsident von der NSA nicht über jeder Einzelheit informiert.

ZEIT ONLINE: Wie ist es über die Jahrzehnte zu dieser flächendeckenden Überwachung gekommen?

Foschepoth: Das ist nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden. Die NSA wurde 1952 gegründet und ist gleichsam in Deutschland groß geworden. Die Bundesrepublik war für den US-Geheimdienst als Frontstaat im Kalten Krieg der bedeutendste Standort. Bei den Verhandlungen über den Deutschlandvertrag, den Truppenvertrag und die Rechte der Alliierten in den 1950er Jahren war eines der wichtigsten Themen die enge Zusammenarbeit der deutschen und der westlichen Geheimdienste. Die ist seitdem immer weiter ausgebaut worden. Ich habe kein einziges Dokument gefunden, in dem den USA und den anderen Alliierten irgendwelche Beschränkungen auferlegt wurden. Im Gegenteil: Mit der technischen Entwicklung wurden die Überwachungsformen immer vielfältiger – mit Kenntnis aller Bundesregierungen, egal welcher Couleur. Sie alle haben dem zugestimmt.

ZEIT ONLINE: Merkel empört sich also zu Unrecht?

Foschepoth: Als Regierungschefin dieses wichtigen Landes müsste sie von den Vereinbarungen wissen und über die Zusammenarbeit der Dienste informiert sein. Ich selber habe in den Geheimarchiven der Regierung geforscht. Da findet man das alles. Sie müsste einfach nur mal in den Keller ihres Kanzleramtes gehen oder mein Buch lesen. Deshalb ist das schon ein bisschen Heuchelei, wenn sie sich nun öffentlich beschwert, nur weil sie jetzt selber betroffen ist.

ZEIT ONLINE: Vor der Wahl hat sie die NSA-Affäre noch ziemlich abgetan.

Foschepoth: Das war das Ärgerliche an diesem Wahlkampf, dass der schwere Eingriff in die Grundrechte der Bürger nicht Gegenstand der politischen Auseinandersetzung war.

ZEIT ONLINE: Vielleicht lag das auch daran, dass schon unter Verantwortung von Rot-Grün und früheren Regierungen die US-Observation immer weiter verstärkt wurde?

Foschepoth: Ja, alle Regierungen haben mitgemacht. Der große Sündenfall geschah 1968. Damals hat die erste Große Koalition das Grundgesetz geändert und durch das G-10-Gesetz Eingriffe in das Post- und Fernmeldegeheimnis erlaubt. Grundlage dafür waren Forderungen der Alliierten, dass sich an ihrem Recht auf Überwachung nichts ändern dürfe. Verkauft hat man das damit, dass die Vorbehaltsrechte der Alliierten abgelöst würden und die Bundesrepublik souveräner würde. Die gleichen geheimdienstlichen Rechte der drei Westmächte waren aber längst im Zusatzvertrag zum Nato-Truppenstatut von 1959 dauerhaft gesichert. Die gelten bis heute. 

"Die Zusammenarbeit der Geheimdienste ist Staatsräson"

ZEIT ONLINE: Anders als von Merkel behauptet, gilt also in Deutschland nicht nur deutsches Recht?

Foschepoth: Was die Kanzlerin im Sommer gesagt hat, war ziemlich zynisch. Denn sie hat den Eindruck erweckt, als würden Deutsche in Deutschland durch hiesige Gesetze vor einer Überwachung geschützt. Dem ist nicht so. Die Interessen der ehemaligen Alliierten sind in deutschen Gesetzen verankert. Sie sind damit deutsches Recht. Dazu gehört nicht nur die intensive Kooperation der Geheimdienste, sondern auch die Möglichkeit der USA, von ihren militärischen Standorten in Deutschland aus selber zu observieren. Wir werden noch staunen, was von dem geplanten großen NSA-Zentrum in Wiesbaden alles möglich sein wird. Das "souveräne Deutschland" lässt zu, dass so etwas auf dem eigenen Staatsgebiet passiert!

ZEIT ONLINE: Obwohl die Vorrechte der Alliierten seit der deutschen Einheit entfallen sind?

Foschepoth: Nach der Einheit wurde kein Vertrag und kein Geheimabkommen gekündigt. Nach sechs Jahrzehnten Überwachungsgeschichte in Deutschland müssten dringend neue vertragliche Vereinbarungen geschlossen werden, die den Geheimdiensten Barrieren setzen, insbesondere den amerikanischen. Die USA müssten verpflichtet werden, Deutschland nicht mehr zu überwachen.

ZEIT ONLINE: Die schwarz-gelbe Regierung hat ja ein "No-Spy"-Abkommen angekündigt.

Foschepoth: Das ist viel zu wenig. Seit der Grundgesetzänderung von 1968 gilt, dass bei einer Überwachung der Betroffene nicht informiert werden muss und der Rechtsweg ausgeschlossen ist. Es gibt also keine Kontrollen. Die Exekutive sagt, sie wisse von nichts oder sie dürfe nichts sagen. Die Gerichte sind ausgeschaltet. Und im Parlament kontrolliert die G-10-Maßnahmen eine vierköpfige Kommission, die auf Informationen der Dienste angewiesen sind, genauso wie das geheim tagende Parlamentarische Kontrollgremium. Überwachungsmaßnahmen der USA und der Alliierten hat die G-10-Kommission immer zugestimmt. Faktisch gibt es im Rechtsstaat Bundesrepublik keine wirksame Kontrolle der geheimen Dienste.

ZEIT ONLINE: Die Bundesanwaltschaft will die Lauschaktion gegen die Kanzlerin nun rechtlich prüfen.

Foschepoth: Dafür gibt es keine Grundlage. Ihre Überwachung ist durch die Verträge mit den USA gedeckt. Deshalb hat sich die Kanzlerin ja auch so merkwürdig zu der NSA-Affäre verhalten. Sie hat sich ein paar Mal ausweichend dazu geäußert, aber nichts dazu, was hier eigentlich mit dem Rechtsstaat passiert. Das deutsche Recht verhindert die Überwachung nicht. Die Verträge mit den USA verpflichten die Bundesregierung vielmehr, ihre Informationen darüber für sich zu behalten.

ZEIT ONLINE: Die Bundesregierung schützt nicht die Grundrechte der Bürger, sondern die Interessen der USA?

Foschepoth: So ist es! Die Zusammenarbeit der Geheimdienste ist zur Staatsräson in Deutschland geworden. Wir werden beherrscht von einem großen nachrichtendienstlichen Komplex, der sich immer weiter ausbreitet, egal wer gerade regiert, und der kaum noch zu kontrollieren ist. Das ist ein zentrales Thema für den Rechtsstaat und die Zivilgesellschaft.

ZEIT ONLINE: Was müsste getan werden, um die Überwachung zumindest einzuschränken?

Foschepoth: Zunächst müsste man alle Gesetze durchforsten, in die amerikanische Interessen hineingespielt haben. So sind zum Beispiel gemäß Artikel 38 des Zusatzabkommens zum Nato-Truppenstatut nicht nur die Exekutive, sondern auch die Gerichte verpflichtet, dafür zu sorgen, dass ein amerikanisches Amtsgeheimnis oder eine entsprechende Information nicht preisgegeben wird. Dieses und vieles mehr müsste bereinigt werden. Vor allem aber müsste als Erstes die Grundgesetzänderung von 1968 zurückgenommen werden, die die flächendeckende Überwachung ermöglicht und die Gewaltenteilung aushebelt, bis heute. Das wäre eine Legitimation für die Große Koalition mit ihrer 80-Prozent-Mehrheit.

ZEIT ONLINE: Große Hoffnungen haben Sie da aber offenbar nicht?

Foschepoth:
Nein. Die Große Koalition hat das damals eingeführt. Es ist zu befürchten, dass sie daran trotz der Aufregung über die Observation der Kanzlerin nichts ändern wird.


Info: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-10/nsa-uerberwachung-merkel-interview-foschepoth


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17.12.2025

Das russische Außenministerium berichtete über Versuche des Westens, die Lage in drei Ländern zu destabilisieren

anti-spiegel.ru, 17. Dezember 2025  02:35 Uhr, von Anti-Spiegel

Es handele sich um die befreundeten Staaten Burkina Faso, Mali und Niger, sagte der stellvertretende Außenminister Sergej Werschinin.

MOSKAU, 17. Dezember (TASS). Der Westen versucht, die Lage in Burkina Faso, Mali und Niger zu destabilisieren, mit denen Russland seine Zusammenarbeit intensiviert, erklärte der stellvertretende Außenminister Sergej Werschinin in einem Interview mit der TASS.

„Im Einklang mit den Zielen des außenpolitischen Konzepts der Russischen Föderation 2023, insbesondere der Unterstützung der Souveränität und Unabhängigkeit afrikanischer Staaten durch Unterstützung im Bereich der Sicherheit sowie der Hilfe bei der Beilegung bewaffneter Konflikte auf dem afrikanischen Kontinent, ​​stärken wir die Verteidigungsfähigkeiten afrikanischer Länder“, sagte Werschinin. „Wir helfen ihnen, ihre Kapazitäten zur Abwehr innerer und äußerer Bedrohungen, vor allem terroristischer, auszubauen.“

Ihm zufolge sind die Aussichten auf den Aufbau einer nachhaltigen Architektur für Afrikas sozioökonomische, Investitions-, Infrastruktur- und technologische Entwicklung „kaum vorstellbar, ohne die drängenden Herausforderungen des Kontinents im Bereich Frieden und Sicherheit rasch zu bewältigen“. „Es gibt hier in der Tat Probleme, und ihre Auswirkungen auf die Lage in Afrika dürfen nicht unterschätzt werden“, bemerkte der Diplomat. „Dazu gehören vor allem die Bedrohungen durch Terrorismus und Extremismus, grenzüberschreitende Kriminalität, innere politische Krisen, interethnische Konflikte und zwischenstaatliche Spannungen. Die Situation ist in der Sahara-Sahel-Region, am Horn von Afrika und in der Region der Großen Seen besonders schwierig.“

Moskau ist zuversichtlich, dass wirksame und langfristige Lösungen für die Brennpunkte der Region erreicht werden können, vor allem „wenn die Afrikaner selbst in diesem Prozess eine führende Rolle spielen und ausschließlich in ihrem eigenen Interesse handeln“. „Unsere Vorgehensweise in diesem Bereich basiert auf der bedingungslosen Achtung der Souveränität afrikanischer Staaten, den Prinzipien des gegenseitigen Respekts und der Gleichberechtigung, dem Verzicht auf die Aufzwingung vorgefertigter Lösungen und der Bereitstellung von Hilfe in den Bereichen und im Umfang, die von unseren afrikanischen Partnern gewünscht werden“, erklärte er. „Wir unterstützen konsequent den Grundsatz ‚Afrikanische Lösungen für afrikanische Probleme‘ und das zentrale Ziel der Afrikanischen Union in der Agenda 2063, die Waffen bis 2030 zum Schweigen zu bringen.“


Info: https://anti-spiegel.ru/2025/das-russische-aussenministerium-berichtete-ueber-versuche-des-westens-die-lage-in-drei-laendern-zu-destabilisieren/


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17.12.2025

Dokumentation Offener Brief von Jeffrey Sachs: „Lernen Sie Geschichte, Herr Bundeskanzler!“

berliner-zeitung.de, 17.12.2025, 13:03 Uhr, 17.12.2025, Jeffrey D. Sachs

Der amerikanische Ökonom Jeffrey Sachs zeigt Friedrich Merz Wege auf, wie Diplomatie den Krieg in der Ukraine beenden könnte. Der Brief im Wortlaut.


Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor Beginn der Kabinettssitzung in Berlin am 17.12.2025www.imago-images.de


Offener Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz

Sicherheit ist unteilbar – und Geschichte zählt


Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Merz,


Sie haben wiederholt von Deutschlands Verantwortung für die europäische Sicherheit gesprochen. Diese Verantwortung lässt sich nicht durch Parolen, selektive Erinnerung oder die Normalisierung von Kriegsrhetorik ersetzen. Sicherheitsgarantien sind keine Einbahnstraßen. Sie wirken in beide Richtungen. Dies ist weder ein russisches noch ein amerikanisches Argument; es ist ein Grundprinzip der europäischen Sicherheit, das explizit in der Schlussakte von Helsinki, dem OSZE-Rahmen und jahrzehntelanger Nachkriegsdiplomatie verankert ist.

Deutschland ist verpflichtet, diesem Moment mit historischem Ernst und Ehrlichkeit zu begegnen. In dieser Hinsicht bleibt Ihre jüngste Rhetorik gefährlich hinter den Erwartungen zurück.


Seit 1990 wurden Russlands zentrale Sicherheitsbedenken wiederholt ignoriert, verwässert oder direkt verletzt – oft mit aktiver Beteiligung oder Duldung Deutschlands. Diese Geschichte darf nicht ausgelöscht werden, wenn der Krieg in der Ukraine beendet werden soll, und sie darf nicht ignoriert werden, wenn Europa einen permanenten Konfrontationszustand vermeiden will.

Am Ende des Kalten Krieges gab Deutschland der sowjetischen und später der russischen Führung wiederholt und unmissverständlich die Zusicherung, dass die NATO nicht nach Osten expandieren würde. Diese Zusicherungen erfolgten im Kontext der deutschen Wiedervereinigung. Deutschland profitierte enorm davon. Die rasche Wiedervereinigung Deutschlands – innerhalb der NATO – wäre ohne die auf diesen Zusagen beruhende sowjetische Zustimmung nicht möglich gewesen. Später so zu tun, als seien diese Zusicherungen bedeutungslos gewesen oder lediglich beiläufige Bemerkungen, ist nicht realistisch, sondern geschichtsrevisionistisch.

1999 beteiligte sich Deutschland an den NATO-Bombenangriffen auf Serbien, dem ersten größeren Krieg, den die NATO ohne Mandat des UN-Sicherheitsrates führte. Dies war keine Verteidigungsaktion, sondern eine wegweisende Intervention, die die Sicherheitsordnung nach dem Kalten Krieg grundlegend veränderte. Für Russland war Serbien keine abstrakte Angelegenheit. Die Botschaft war unmissverständlich: Die NATO würde Gewalt jenseits ihres Territoriums anwenden, ohne UN-Mandat und ohne Rücksicht auf russische Einwände.

Im Jahr 2002 traten die Vereinigten Staaten einseitig aus dem ABM-Vertrag aus, einem Eckpfeiler der strategischen Stabilität über drei Jahrzehnte. Deutschland erhob keine ernsthaften Einwände. Doch die Aushöhlung der Rüstungskontrollarchitektur erfolgte nicht im luftleeren Raum. Raketenabwehrsysteme, die näher an Russlands Grenzen stationiert wurden, wurden von Russland zu Recht als destabilisierend wahrgenommen. Diese Wahrnehmungen als Paranoia abzutun, war politische Propaganda und keinesfalls kluge Diplomatie.

2008 erkannte Deutschland die Unabhängigkeit des Kosovo an, trotz ausdrücklicher Warnungen, dass dies den Grundsatz der territorialen Integrität untergraben und einen Präzedenzfall mit weitreichenden Folgen schaffen würde. Erneut wurden Russlands Einwände als böswillig abgetan, die grundsätzlichen Bedenken wurden nicht ernst genommen.

Das stetige Drängen auf eine NATO-Erweiterung um die Ukraine und Georgien – formell erklärt auf dem Gipfeltreffen in Bukarest 2008 – überschritt die deutlichsten roten Linien, trotz jahrelanger, lautstarker, klarer, konsequenter und wiederholter Einwände Moskaus. Wenn eine Großmacht ein zentrales Sicherheitsinteresse benennt und es über Jahrzehnte hinweg immer wieder betont, ist dessen Ignorieren keine Diplomatie, sondern eine bewusste Eskalation.

Deutschlands Rolle in der Ukraine seit 2014 ist besonders beunruhigend. Berlin vermittelte gemeinsam mit Paris und Warschau das Abkommen vom 21. Februar 2014 zwischen Präsident Janukowitsch und der Opposition – ein Abkommen, das die Gewalt beenden und die verfassungsmäßige Ordnung wahren sollte. Innerhalb weniger Stunden scheiterte dieses Abkommen. Es folgte ein gewaltsamer Umsturz. Eine neue Regierung entstand auf verfassungswidrigem Wege. Deutschland erkannte das neue Regime umgehend an und unterstützte es. Das von Deutschland garantierte Abkommen wurde folgenlos aufgegeben.

Das Minsker Abkommen II von 2015 sollte die Korrektur darstellen – ein ausgehandelter Rahmen zur Beendigung des Krieges in der Ostukraine. Deutschland fungierte erneut als Garantiemacht. Doch sieben Jahre lang wurde das Minsker Abkommen II von der Ukraine nicht umgesetzt. Kiew lehnte seine politischen Bestimmungen offen ab. Deutschland setzte sie nicht durch. Ehemalige deutsche und andere europäische Staats- und Regierungschefs haben inzwischen eingeräumt, dass Minsk weniger als Friedensplan denn als Verteidigungsmaßnahme behandelt wurde. Allein dieses Eingeständnis erfordert eine Auseinandersetzung mit den Vorgängen.

Vor diesem Hintergrund klingen Forderungen nach immer mehr Waffen, immer schärferer Rhetorik und immer größerer „Entschlossenheit“ hohl. Sie fordern Europa auf, die jüngste Vergangenheit zu vergessen, um eine Zukunft permanenter Konfrontation zu rechtfertigen.

Genug der Propaganda! Genug der moralischen Infantilisierung der Öffentlichkeit! Die Europäer sind durchaus in der Lage zu verstehen, dass Sicherheitsdilemmata real sind, dass NATO-Aktionen Konsequenzen haben und dass Frieden nicht dadurch erreicht wird, dass man so tut, als gäbe es Russlands Sicherheitsbedenken nicht.

Die europäische Sicherheit ist unteilbar. Dieses Prinzip bedeutet, dass kein Land seine Sicherheit auf Kosten eines anderen stärken kann, ohne Instabilität zu provozieren. Es bedeutet auch, dass Diplomatie nicht Beschwichtigung ist und historische Ehrlichkeit kein Verrat.

Deutschland hat dies einst verstanden. Ostpolitik war keine Schwäche, sondern strategische Reife. Es wurde erkannt, dass Europas Stabilität von Dialog, Rüstungskontrolle, Wirtschaftsbeziehungen und der Achtung der legitimen Sicherheitsinteressen Russlands abhängt.

Deutschland braucht diese Reife heute erneut. Es darf nicht länger so reden, als sei Krieg unvermeidlich oder gar tugendhaft. Strategisches Denken darf nicht länger auf Bündnisparolen reduziert werden. Es muss sich endlich um echte Diplomatie bemühen – nicht als PR-Maßnahme, sondern als ernsthafter Versuch, eine europäische Sicherheitsarchitektur wiederaufzubauen, die Russland einschließt, statt es auszuschließen.

Eine erneuerte europäische Sicherheitsarchitektur muss mit Klarheit und Zurückhaltung beginnen. Zunächst erfordert sie ein unmissverständliches Ende der NATO-Osterweiterung – um die Ukraine, Georgien und jeden anderen Staat entlang der russischen Grenzen.

Die NATO-Erweiterung war keine unvermeidliche Folge der Nachkriegsordnung; sie war eine politische Entscheidung, die unter Verletzung feierlicher Zusicherungen von 1990 getroffen und trotz wiederholter Warnungen vor einer Destabilisierung Europas verfolgt wurde.

Sicherheit in der Ukraine wird nicht durch die Stationierung deutscher, französischer oder anderer europäischer Truppen erreicht, da diese die Spaltung nur vertiefen und den Krieg verlängern würde. Stabilität wird durch Neutralität erreicht, gestützt auf glaubwürdige internationale Garantien. Die Geschichte ist eindeutig: Weder die Sowjetunion noch die Russische Föderation haben in der Nachkriegsordnung die Souveränität neutraler Staaten verletzt – weder Finnland, Österreich, Schweden, die Schweiz noch andere. Neutralität funktionierte, weil sie legitime Sicherheitsbedenken aller Seiten berücksichtigte. Es gibt keinen triftigen Grund, anzunehmen, dass sie nicht erneut funktionieren kann.

Zweitens erfordert Stabilität Entmilitarisierung und Gegenseitigkeit. Russische Streitkräfte müssen von den NATO-Grenzen ferngehalten werden, und NATO-Streitkräfte – einschließlich Raketensysteme – müssen von den russischen Grenzen ferngehalten werden. Sicherheit ist unteilbar, nicht einseitig. Grenzregionen sollten durch überprüfbare Abkommen entmilitarisiert und nicht mit immer mehr Waffen überladen werden.

Sanktionen sollten im Rahmen einer Verhandlungslösung aufgehoben werden; sie haben keinen Frieden gebracht und der europäischen Wirtschaft schweren Schaden zugefügt.

Insbesondere Deutschland sollte die leichtfertige Beschlagnahmung russischer Staatsvermögen ablehnen – ein eklatanter Verstoß gegen das Völkerrecht, der das Vertrauen in das globale Finanzsystem untergräbt. Die Wiederbelebung der deutschen Industrie durch rechtmäßigen, auf Verträgen beruhenden Handel mit Russland ist keine Kapitulation, sondern wirtschaftlicher Realismus. Europa sollte seine eigene Produktionsbasis nicht im Namen moralischer Rhetorik zerstören.

Schließlich muss Europa zu den institutionellen Grundlagen seiner eigenen Sicherheit zurückkehren. Die OSZE – nicht die NATO – sollte wieder als zentrales Forum für europäische Sicherheit, Vertrauensbildung und Rüstungskontrolle dienen. Strategische Autonomie für Europa bedeutet genau dies: eine europäische Sicherheitsordnung, die von europäischen Interessen geprägt ist, nicht von der permanenten Unterordnung unter den NATO-Expansionsgedanken.

Frankreich könnte seine nukleare Abschreckung als europäischen Sicherheitsschirm ausweiten, jedoch nur in einer rein defensiven Haltung, ohne vorgeschobene Systeme, die Russland bedrohen.

Europa sollte dringend auf eine Rückkehr zum INF-Rahmen und auf umfassende strategische Verhandlungen zur nuklearen Rüstungskontrolle unter Beteiligung der Vereinigten Staaten und Russlands – und später auch Chinas – drängen. Die Analogie zwischen Kosovo und Ukraine muss ebenfalls ehrlich anerkannt werden: Grenzen wurden in Europa bereits mit westlicher Unterstützung verschoben. Grenzen werden verschoben. Das Streben nach Frieden muss unantastbar sein.

Und das Wichtigste: Lernen Sie Geschichte, Herr Bundeskanzler! Und seien Sie dabei ehrlich! Ohne Ehrlichkeit kann es kein Vertrauen geben. Ohne Vertrauen kann es keine Sicherheit geben. Und ohne Diplomatie riskiert Europa die Katastrophen zu wiederholen, aus denen es angeblich gelernt hat.

Die Geschichte wird beurteilen, woran sich Deutschland erinnert – und was es vergisst. Lassen Sie Deutschland dieses Mal Diplomatie und Frieden wählen und zu seinem Wort stehen.


Mit freundlichen Grüßen,

Jeffrey D. Sachs

Universitätsprofessor

Columbia University


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Info: https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/offener-brief-von-jeffrey-sachs-lernen-sie-geschichte-herr-bundeskanzler-li.10010628


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17.12.2025

Die vermehren sich noch! – Der "woke" Anti-Antisemitismus-Rassismus deutscher Amtsträger

freedert.online, vom 16 Dez. 2025 20:33 Uhr, Von Susan Bonath

Weil die Bevölkerung im zerstörten Gazastreifen angeblich weiter wachse, könne dort kein Genozid stattfinden. Das behauptet Hessens Antisemitismus-Beauftragter Uwe Becker. Seine rassistische Vermehrungsthese "untermauert" er mit Fakezahlen. Mit seinen Ausfällen ist Becker nicht allein.


Quelle: Legion-media.ru © Abed 

Rahim Khatib/dpa


Gaza-Streifen: Ein vertriebener palästinensischer Junge durchsucht den Müll auf der Deponie nördlich von Chan Yunis nach Plastik oder Papier, um damit ein Feuer zum Kochen zu machen, da es an Gas mangelt, 13. Dezember 2025.


Sie inszenieren sich auf LGBTQ-Paraden, faseln von "westlichen Werten" und fahnden eifrig nach "Antisemiten". Doch solche "woken" Verrenkungen deutscher Polit-Eliten sind meistens nur Fassade. Wie bei Uwe Becker: Der hessische CDU-Karrierist, derzeit Landesrechnungshof-Präsident und Antisemitismus-Beauftragter, nutzte (mal wieder) sein Amt und eine irreführende, veraltete Prognose, um rassistische Klischees über Palästinenser zu verbreiten – und Israels Massenmord im Gazastreifen zu legitimieren.


Chaotische Demo am ACAB-Tag in Berlin – "Das Problem im Stadtbild ist die Polizei"



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Rassistische Hetze

Es ist bereits für sich genommen ein rassistischer Ausfall sondergleichen, wenn ein deutscher Politiker abfällig über angebliche Vermehrungsgewohnheiten einer unterdrückten Bevölkerung schwadroniert. Das hetzerische Level des hessischen Antisemitismus-Beauftragten Uwe Becker geht noch weiter: Er "untermauerte" seine Darstellung mit falschen Daten, um den Massenmord an Palästinensern zum Zweck angeblichen "Judenschutzes" in Israel zu rechtfertigen. So schrieb der CDU-Amtsträger am Samstag auf seinen amtlichen Profilen bei Facebook, Instagram und X Folgendes:

"Für alle, die Israel immer wieder 'Völkermord' vorwerfen, hier ein Blick auf die Bevölkerungsentwicklung im Gaza-Streifen seit 1950 mit Prognose bis 2050. Wer von 'Völkermord' spricht, geht der Hamas-Propaganda auf den Leim."

Dazu zeigte Becker einen Screenshot der Website Statista,
der ein steigendes Bevölkerungswachstum im Gazastreifen belegen soll. Dies zeige, so behauptete der deutsche Amtsträger, dass Israel im Gazastreifen keinen Völkermord betreibe. Dann zückt Becker noch die bekannte "Totschlagkeule": Wer seine Auffassung nicht teile, verbreite "Hamas-Propaganda".


Netanjahu macht australische Regierung für Terroranschlag am Bondi Beach verantwortlich





Netanjahu macht australische Regierung für Terroranschlag am Bondi Beach verantwortlich





Irreführende Daten

Als Präsident des Hessischen Rechnungshofs sollte Becker jedoch klar sein, wie irreführend diese Zahlen sind. Es handelt sich bereits für die Vergangenheit nicht um genaue Daten, sondern um Schätzwerte, wie man auf der Seite lesen kann. Auf dieser Basis beruht auch die "Prognose" für die Gegenwart und Zukunft bis zum Jahr 2050.

Becker muss wissen, dass die Prognose ab spätestens Oktober 2023, als Israel damit begann, aus offensichtlicher Rache den Gazastreifen samt Bevölkerung in Schutt und Asche zu bombardieren, keine ansatzweise valide Grundlage mehr haben kann. Die genauen Opferzahlen sind schlicht nicht bekannt. Man weiß nicht, wie viele Leichen unter den Trümmern liegen, wie viele Kinder und Erwachsene aufgrund der israelischen Blockade an Hunger und vermeidbaren Krankheiten gestorben sind. Es ist unmöglich, in einem derart zerbombten Gebiet ohne Zugang für die Außenwelt Geburten und Sterbefälle korrekt zu erfassen.

Becker betreibt also das, was deutsche und westliche Regierende stets nur Russland, China und anderen politischen Gegnern ihres imperialen Machtkampfes vorwerfen: Er desinformiert und belügt die Öffentlichkeit auf unterirdischem Niveau, um sie zugunsten Israels gegen die Palästinenser aufzuhetzen.


Jerusalem: Razzia und Schließung der UNRWA-Agentur für palästinensische Flüchtlinge





Jerusalem: Razzia und Schließung der UNRWA-Agentur für palästinensische Flüchtlinge






Nicht erfasste Tote

Die offiziellen Angaben aus dem Gazastreifen beinhalten lediglich rund 71.000 namentlich identifizierte Opfer ausschließlich durch israelische Bombardierungen und Beschüsse. Das deutsche Max-Planck-Institut hält auch diese Zahl für massiv unterschätzt. Tatsächlich dürften allein der israelischen Waffengewalt etwa 100.000 bis 126.000 Menschen, darunter etwa 30.000 Kinder unter 15 Jahren, zum Opfer gefallen sein, ermittelte es in einer Studie. 

All die Toten durch mangelnde Versorgung, die auf das Konto der israelischen Blockade und Bombardierung ziviler Infrastruktur gehen, haben die Wissenschaftler gar nicht eingerechnet. Das könnten Zehntausende oder Hunderttausende sein. Die meisten Leichen unter Gazas Trümmerbergen wird man wohl niemals bergen. Denn Israels Armee hält mehr als die Hälfte des Gebiets weiterhin besetzt und pflügt dort alles gerade mit Bulldozern um. Auch das restliche Gebiet überwacht und blockiert Israel weiter.

Den Max-Planck-Forschern zufolge hat sich die Lebenserwartung im Gazastreifen mehr als halbiert. Sie resümierten, dass "die Alters- und Geschlechtsverteilung der gewaltsamen Todesfälle den demografischen Mustern ähnelt, die bei anderen dokumentierten Völkermorden beobachtet wurden". Das palästinensische Zentralbüro für Statistik schätzte schon vor einem Jahr, dass die Bevölkerung um mindestens sechs Prozent geschrumpft sei. 


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Meinung

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Rechtliche Desinformation

Becker führt seine Leserschaft auch rechtlich in die Irre. Selbst wenn die Bevölkerung in dem von Israel komplett zertrümmerten und rundum abgeriegelten Gazastreifen seit Ende des Jahres 2023 tatsächlich noch gewachsen wäre: Ein Völkermord definiert sich nicht durch die Anzahl der ermordeten Menschen. Ein deutscher Amtsträger sollte und muss so etwas wissen.

Das Völkerrecht beschreibt einen Genozid als Intention, "eine nationale, rassische, religiöse oder ethnische Gruppe ganz oder teilweise zu zerstören", nicht nur durch Tötungen, sondern unter anderem durch das Auferlegen "von Lebensbedingungen, die geeignet sind, ihre körperliche Zerstörung ganz oder teilweise herbeizuführen". Das trifft auf Gaza allemal zu.

Obwohl Israel keine westlichen Journalisten in den Gazastreifen lässt, sind die dortigen Bedingungen recht gut bekannt: Die israelische Armee hat mehr Bomben auf den 360 Quadratkilometer kleinen Streifen abgeworfen als einst die Alliierten im Zweiten Weltkrieg auf Dresden und Magdeburg zusammen. Die meisten Häuser und nahezu die gesamte zivile Infrastruktur sind zerstört. Israel hat die Überlebenden auf gut einem Drittel der Fläche zusammengetrieben und eingesperrt. Sie hausen in Zelten auf Trümmern, die gerade von schweren Regenfällen überflutet werden. Israel blockiert weiterhin lebenswichtige Hilfsgüter.

Ernstzunehmende Völkerrechtler, darunter israelische, sind sich längst einig: Israel begeht im Gazastreifen Völkermord. Der Internationale Gerichtshof sah schon im Januar 2024 so gravierende Anzeichen dafür, dass er die Klage von Südafrika annahm und nun ermittelt. Im September legten die Vereinten Nationen einen eigenen Bericht vor, der zu demselben Ergebnis kam. Die Masse der Indizien und Beweise ist erdrückend. Kein anderer Genozid in der Geschichte ist wohl so gut dokumentiert.

Die UN-Völkermord-Konvention hat mehr als 150 Staaten ratifiziert, darunter Deutschland und sogar Israel. Sie alle sind danach verpflichtet, jeden drohenden Genozid mit allen möglichen Mitteln zu verhindern.
Deutschland tut das Gegenteil und liefert Waffen. Das ist wohl der Hauptgrund dafür, dass deutsche Amtsträger wie Becker das Ersichtliche leugnen, abgesehen von der ersichtlich immer noch präsenten Kolonialherrenmentalität, heute gern verkleidet in der Floskel von "westlichen Werten".


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"Woke" Heuchelei

Beim Heucheln sind viele deutsche Politiker bekanntlich spitze. Während sie Arbeitslose unter die Brücke sanktionieren und Obdachlose vertreiben lassen, statt sie in den Hunderttausenden leer stehenden Wohnungen unterzubringen, während sie jährlich Tausende Asylbewerber in Abschiebeknäste verfrachten und Millionen Alleinerziehende und Rentner verarmen lassen, feiern sie sich für "woke Errungenschaften" wie Gender-Sternchen, Frauenquoten und LGBTQ-Paraden.

Vergangenes Jahr inszenierte sich auch Uwe Becker auf dem Christopher Street Day in Frankfurt am Main. Damals war Becker noch Staatssekretär im Hessischen Finanzministerium. Wo immer er auftaucht, fabuliert er gern von "westlichen Werten". Auch seinen vermeintlichen "Kampf gegen Antisemitismus" beschwört er gern als solchen Wert – und den Kolonialstaat Israel samt seinem Hauptschutzpatron USA als seinen Träger.

Unter diesem Label jagt Becker mit großem Eifer vor allem Linke und Migranten, die sich angeblich gegen Israel verschworen hätten. Munter würfelt Becker in antisemitischer Manier alle Juden und Israelis in einen Topf. Man muss Palästinenser schon für wert- und rechtlos, unterdrückungs- und vertreibungswürdig halten und Massenmord an ihnen voll gerecht finden, um von Becker nicht als Antisemit verschrien zu werden. Man kann sich denken: Rassistische Kolonialherrenmentalität verhindert keine Karrieren im deutschen Staatsapparat.


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Großisrael-Trophäe für IDF-Soldaten

Und so benimmt sich Becker auch. Im September 2024 ehrte er in Frankfurt frisch vom Völkermord zurückgekehrte IDF-Soldaten mit deutscher Staatsbürgerschaft und brüstete sich damit in den sozialen Medien. Zur Ehrung überreichte er ihnen eine "Großisrael-Trophäe", wie es der Verein Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost beschrieb. Gemeint ist ein Pokal mit einer Großisrael-Karte ohne Palästina. Becker posierte selbst damit für Fotos.

Eisern zieht der Beauftragte gegen die Palästina-Solidaritätsbewegung zu Felde. In diesem September forderte er sogar, das Tragen einer Kufiya, also des Palästinensertuchs, zu verbieten. Das ging sogar der israelfreundlichen Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu weit. Ein Autor derselben bezeichnete Becker schon im Mai als "Lautsprecher Israels"

Regelmäßig wettert der hessische Beauftragte gegen palästinasolidarische Demonstrationen und Veranstaltungen. Zuletzt forderte er Anfang Dezember, eine Konferenz verbieten zu lassen, an der sowohl Palästinenser als auch Juden teilnahmen. Mit Becker im Chor protestierte Jutta Ditfurth gegen das Event. Sie ist eine "Ikone" der sogenannten "Antideutschen", man kann sie inzwischen dem harten rechten Kern dieser Szene zurechnen.


Der Raubtierinstinkt ist das Fundament des westlichen Aufstiegs





Meinung

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In "guter" Gesellschaft

CDU-Mann Becker ist mit seiner Einstellung in bester Staatsräson-Gesellschaft. Unter dem Deckmantel des vermeintlichen "Anti-Antisemitismus", gepaart mit "woker" Heuchelei (in Israel dürfe man schließlich schwul sein, in Palästina angeblich nicht) blüht der antipalästinensische Rassismus in deutschen Amtsstuben ganz unabhängig vom Parteibuch. Man könnte fast meinen, er sei Voraussetzung für einen Posten als "Antisemitismus-Beauftragter".

Deutschlands Bundesbeauftragter in dieser Funktion ist der parteilose Felix Klein. Wie Becker mimt er ein Sprachrohr der israelischen Regierung. Zu Beginn dieses Jahres befürwortete er zum Beispiel die von US-Präsident Donald Trump ins Spiel gebrachte Zwangsvertreibung aller Gaza-Bewohner zugunsten einer Reichen-Riviera. Die Organisation Amnesty International sprach von einer "klaren Missachtung von Völkerrecht und Menschenrechten"

Klein fällt schon seit Jahren mit Hetzkampagnen selbst gegen antizionistische Juden auf, wie ihm der Verein Jüdische Stimme im Jahr 2020 bescheinigte. Zwei Jahre zuvor, 2018, beteiligte er sich gar an einer Demonstration evangelikaler Fundamentalisten, die "von einer Bekehrung der Juden träumen", wie Die Zeit es ausdrückte. 

Brandenburgs "Antisemitismus-Beauftragter" Andreas Büttner ist sogar Mitglied der Linkspartei, in welche er – warum auch immer – nach Mitgliedschaften bei der CDU und FDP erst im Jahr 2015 wechselte. Ein Versuch, ihn loszuwerden, scheiterte kürzlich an der rechten Linke-Spitze. In der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung tritt er aber weiterhin auf. Zuletzt referierte er Anfang Dezember über einen angeblichen "postkolonialen Angriff auf das Wertefundament des Westens"


Terroristen attackieren Chanukka-Feier in Sydney: 16 Tote



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Die sogenannte "postkoloniale Theorie" ist unter westlichen Israel-Fans extrem verhasst, weil sie verbliebene kolonialistische Macht- und Unterdrückungsstrukturen untersucht. Danach soll etwa mit dem Geschwätz vom "Wertefundament des Westens", zu dem angeblich ja auch Israel gehört, die fortbestehende ökonomische Unterdrückung des "Globalen Südens" als vermeintlich "kulturell rückständig" legitimiert werden. Kein Wunder, dass die offen koloniale Praxis des "wertewestlichen" Militärstaats in Nahost dort auf Kritik stößt.

Dass Deutschland mit geschätzt 200.000 direkt von Israel Vertriebenen die größte palästinensische Diaspora im Westen beherbergt, die oft bis heute als Staatenlose nicht einmal Bürgerrechte genießen, verdeutlicht die innenpolitische Dimension von Israels Gebaren. Für sie gibt es jedoch, genauso wenig wie für antizionistische Juden, keine "Beauftragten" in der BRD. Becker, Klein, Büttner und Co. stört das wenig.


Mehr zum Thema – PR-Tour für "German Young Leaders": Wie Israel deutsche Nachwuchseliten beeinflusst


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Video https://rumble.com/v72sjhc-esc-gert-unter-druck-russland-und-weissrussland-ausgeschlossen-israel-tritt.html Dauer 3:22 Min.


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17.12.2025

Ein Massaker ausnutzen, um einen Völkermord zu verdecken

consortiumnews.com, 15. Dezember 2025

Zionisten haben wenig Zeit damit verschwendet, Anti-Völkermord-Aktivisten für den schrecklichen Angriff auf unschuldige Menschen in Sydney, Australien, am Sonntag verantwortlich zu machen, um Israels anhaltende Verbrechen in Gaza zu verdunkeln, schreibt Joe Lauria.

Screenshot_2025_12_17_at_13_36_05_Ein_Massaker_ausnutzen_um_einen_V_lkermord_zu_vertuschen_Konsortium_NewsAnti-Völkermord-Demonstranten, die im August über die Sydney Harbour Bridge marschierten, gehören zu denen, die für den schrecklichen Terroranschlag am Sonntag verantwortlich gemacht wurden. In der ersten Reihe von links nach rechts: Mary Kostakidis, Gabriel Shipton und Julian Assange. (Konsortiumsnachrichten)

Von Joe Lauria
Speziell für Konsortium News
CN bei 30

Er 15 unschuldige Opfer, die bei dem Terroranschlag am Sonntag auf eine Chanukka-Party am Bondi Beach in Sydney, Australien, getötet wurden, werden von extremen Zionisten ausgenutzt, um vom anhaltenden Völkermord in Israel in Gaza abzulenken.

Ihre Erinnerungen werden von israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu und anderen israelischen sowie australischen Beamten, Medienvertretern und Mitgliedern der Öffentlichkeit genutzt.

Anstatt die Schuld auf die einzigen bekannten Täter zu schieben, die die Polizei bisher identifiziert hat - die Vater-Sohn-Schützen Sajid und Naveed Akram -, beziehen zionistische Extremisten unschuldige Bürger an, die es gewagt haben, gegen israelische Gräueltaten zu protestieren.

An die Adresse des australischen Premierministers Anthony Albanese sagte Netanjahu: „Ich habe Sie aufgefordert, Schwäche durch Maßnahmen, Beschwichtigung und Entschlossenheit zu ersetzen. Stattdessen, Premierminister, haben Sie Schwäche durch Schwäche und Beschwichtigung durch mehr Beschwichtigung ersetzt. "

Er sagte, Albanese habe "nichts getan, um die Ausbreitung des Antisemitismus in Australien zu stoppen, Sie haben nichts getan, um die Krebszellen einzudämmen, die in Ihrem Land wachsen."

Netanjahu sagte, er habe Anfang des Jahres an Albanese geschrieben, weil sein „Aufruf nach einem palästinensischen Staat Treibstoff auf das antisemitische Feuer gießt. Sie belohnt Hamas-Terroristen. Es ermutigt diejenigen, die australische Juden bedrohen, und ermutigt den Judenhass, der jetzt Ihre Straßen verfolgt. "

Als Reaktion auf Netanjahu versprach Albanese, den Hass auf Juden zu „beseitigen“. "Wir werden alles Notwendige tun, um Antisemitismus auszumerzen", sagte er am Montag. "Es ist eine Geißel und wir werden sie gemeinsam ausrotten."

Aber wie genau kann eine Regierung einen abscheulichen Glauben beenden, den manche Menschen haben? Es kann nicht gesetzlich vorgeschrieben oder geschlagen werden. Und wie könnte der Antisemitismus anderer Australier für den Antisemitismus oder andere Motive der Schützen verantwortlich sein, über die die Polizei bisher nichts gesagt hat?

Die Antwort ist, dass Netanjahu nicht will, dass Albanese den Antisemitismus „beendet“ – was er nicht kann –, sondern die Proteste gegen Netanyahus völkermörderische Amokläufe in Gaza beenden, die fälschlicherweise als antisemitisch bezeichnet wurden.

Netanyahu wurde von dem israelischen Präsidenten Issac Herzog begleitet, der sagte: "Immer wieder haben wir die australische Regierung aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen und gegen die enorme Welle des Antisemitismus zu kämpfen, die die australische Gesellschaft plagt."

Sharren Haskel, Israels stellvertretender Außenminister, sagte Sky News Australia, "das ist es, was es bedeutet", den Demonstranten zu erlauben, "die Intifada zu skandieren" ... wenn Sie das weitergehen lassen und auf Ihren Straßen laufen lassen", fragten Sie nach mehr Terrorismus, sagte sie und verknüpfte die Demonstranten direkt mit Terroristen. Haskel hatte zuvor Anti-Völkermord-Demonstranten in Australien als „nützliche Idioten“ für die Hamas bezeichnet.

Extreme australische Reaktionen

Jillian Segal, Australiens Sondergesandter zur Bekämpfung von Antisemitismus, gab eine alarmierende Erklärung ab, in der er Anti-Völkermord-Demonstranten für das verantwortlich machte, was am Strand passiert ist. Sie sagte:

"Das kam nicht ohne Vorwarnung. In Australien begann es am 9. Oktober 2023 im Sydney Opera House. Wir sahen uns dann einen Marsch über die Sydney Harbour Bridge an, der terroristische Flaggen schwenkte und extremistische Führer verherrlichte. Jetzt hat der Tod Bondi Beach erreicht. Das sind australische Ikonen. Sie anzusprechen ist bewusst. Das ist nicht zufällig. Es ist ein Angriff auf Australien."

Der Protest des Opernhauses war der erste in Sydney gegen Israels Reaktion auf den Oktober. 7. Die Polizei wies die Behauptung zurück, dass es bei diesem Protest Gesänge von „Gas den Juden“ gebe, obwohl diese Lüge immer noch wiederholt werde, auch von der israelischen stellvertretenden Außenministerin in ihrem Sky News-Interview. (Konsortium News ‘ Cathy Vogan filmte den Protest des Opernhauses und ihr Video half der Polizei festzustellen, dass der Gesang von „Gas the Jews“ nicht gehört wurde.)

Der Hafenbrückenmarsch war ein großer Protest am 3. August dieses Jahres gegen Israels völkermörderische Gaza-Kampagne mit bis zu 300.000 Menschen, die daran teilnahmen. WikiLeaksWikiLeaks-Gründer Julian Assange hatte einen seltenen öffentlichen Auftritt auf dem Marsch.

Neben ihm war die australische Journalistin Mary Kostakidis, die vor dem Bundesgericht der Zionistischen Föderation Australiens des Antisemitismus beschuldigt wird, weil ihre Social-Media-Berichterstattung Israel kritisch gegenübersteht.

Segal versucht, tatsächlich bis zu 300.000 Australier, darunter Assange und Kostakidis, mit dem Massaker an Unschuldigen in Bondi zu machen.

[Nachdem die Palästinensische Aktionsgruppe, die den Marsch der Harbour Bridge organisierte, sagte, sie sei "entsetzt" über Segals Kommentare und warnte sie davor, das Bondi-Massaker "in weiteren rassistischen Hass" zu verwandeln, sagte Segal und sagte, sie erkenne das Recht auf Protest an, "aber es ist die hasserfüllte Rede, die wir in Betracht ziehen müssen."

Segal hatte bereits 49 Vorschläge an Albanese in einem drakonischen „Aktionsplan“ zur Bekämpfung von Antisemitismus vorgelegt, der verstärkte Abschiebungen, die Streichung von Universitätsmitteln und die Zensur von Medien beinhalten würde. Laut The Guardian enthalten sie diese Maßnahmen:

  • „Verschärfung der Gesetzgebung über antisemitisches Verhalten und „Einschüchterung von Protestaktivitäten“.

  • Härtere Überprüfung von Visumantragstellern auf antisemitische Ansichten, mit Schwerpunkt auf der Behandlung von Visumverweigerungen oder Stornierungen.

  • Eine "Berichtskarte" über den Umgang der Universitäten mit Antisemitismus auf dem Campus, die vorschlägt, die staatliche Finanzierung zu blockieren, wenn sie nicht handeln.

  • Die Quellen für Universitäten, Wissenschaftler und Kunstorganisationen, die antisemitisches Verhalten fördern oder nicht dagegen handeln, zurückzuhalten oder zu kündigen.

  • Zunehmende Bildung von Antisemitismus in Schullehrplänen.

  • "vertrauenswürdige Stimmen zu verwenden, um antisemitische Ansichten öffentlich zu widerlegen" in den sozialen Medien.

  • Ein Plan, „Medienorganisationen zu überwachen ... um zu vermeiden, falsche oder verzerrte Narrative zu akzeptieren.“

Albanese hat noch nicht entschieden, ob er die Vorschläge annimmt oder nicht. Anstatt Segal für ihre unverschämte Bemerkung über den Brückenmarsch zu entlassen, wird Albanese eher durch das Bondi-Massaker angetrieben, um sie umzusetzen.

Chris Minns, Premierminister des Bundesstaates New South Wales, in dem Sydney ansässig ist, erweckte auch das Gespenst für mehr Zensur in den sozialen Medien und forderte "eine starke und klare Ablehnung des Antisemitismus in all seinen Formen ... ob es sich um zerstörerische, schreckliche Gewalttaten oder ... Internetposts handelt".

Medienkomplizenschaft

Auch Sektionen der Mainstream-Medien haben Anti-Völkermord-Demonstranten für das Massaker verantwortlich gemacht. Sehen Sie, wie diese Frau in Bondi gegen einen TV-Reporter für Sky New Australia vorgeht, der versucht, den "Antisemitismus" allgemein zu beschuldigen.

Die Murdoch-eigenen Australisch Demonstranten und Universitäten in einem Leitartikel verantwortlich gemacht:

„In Australien sind die Anzeichen von Antisemitismus schon lange unheilvoll. Es begann im Sydney Opera House Vorplatz zwei Nächte nach dem Anschlag vom 7. Oktober. Es hätte dann in der Knospe geschnappt werden müssen. Die Unfähigkeit des Beamtentums setzte ein Muster für entsetzliche Szenen.

Mehr als zwei Jahre lang lief der ungezügelte Aufstieg des Antisemitismus weitgehend unkontrolliert – auf den Straßen, auf dem Universitätsgelände, bei der Demonstration, komplett mit Nazi-Slogans, vor dem NSW-Parlament, in der Adass-Israel-Synagoge in Melbourne, die in Brand gesteckt wurde.

Der Kolumnist der New York Times, Bret Stephens, schrieb in einer Kolumne mit der Überschrift: "Bondi Beach ist, was 'Globalisieren Sie die Intifada' sieht aus", schrieben die Bondi-Terroristen im Wesentlichen, um ihre Anweisungen von Anti-Völkermord-Demonstranten zu erhalten. Stephens sagte:

"Obwohl wir wahrscheinlich in den kommenden Wochen mehr über die Denkweise der Mörder vom Sonntag erfahren werden, ist es vernünftig zu vermuten, dass das, was sie zu tun glaubten, die Intifada globalisiert hat. Das heißt, sie nahmen sich Slogans wie „Widerstand ist gerechtfertigt“ und „mit allen notwendigen Mitteln“ Notizen, die bei antiisraelischen Kundgebungen auf der ganzen Welt allgegenwärtig geworden sind.

Für viele von denen, die diese Zeilen singen, mögen sie wie Abstraktionen und Metaphern erscheinen, eine politische Haltung zugunsten der palästinensischen Freiheit und nicht als Aufruf, ihre mutmaßlichen Unterdrücker zu töten.

Aber es gibt immer Literalisten - und es sind die Literalisten, die normalerweise glauben, dass ihre Ideen reale Konsequenzen haben sollten. Am Sonntag wurden diese Konsequenzen in jüdischem Blut geschrieben. Die Geschichte sagt uns, dass es nicht das letzte Mal sein wird.“

Dann gibt es dieses ungelenke Stück von David Frum in The Atlantic, "Die Intifada kommt zu Bondi Beach."

Nirgendwo in diesem sogenannten Journalismus wird erwähnt, dass diese Proteste nicht nur aus dem Nichts entstanden sind, angetrieben von reinem, irrationalem Hass auf Juden, sondern stattdessen in direkter Reaktion und proportional zum fortschreitenden israelischen Völkermord in Gaza.

Wenn man das völlig aus der Geschichte herauslässt, scheint es, als ob die Proteste vom reinen Antisemitismus befeuert werden. Und wenn dann ein schrecklicher Akt von reinem Antisemitismus und Terrorismus stattfindet, sind die beiden miteinander verbunden.

Den Völkermord aus der Geschichte zu lassen, entschuldigt und verdeckt ihn nicht nur, sondern stellt Gegner des Völkermords fälschlicherweise als willige Komplizen von Terroristen dar.

Diese Art von Medien lässt durchschnittliche Menschen dissinfiziert zurück, so dass sie legitimen und legalen Protest mit dem verbinden, was in Bondi passiert ist.

Die israelische Tageszeitung Haaretz berichtete:

"Amanda Gordon, ein Mitglied der jüdischen Gemeinde Sydneys, deren Verwandter getötet wurde und der Sohn bei dem Vorfall verletzt wurde, sagte Haaretz, dass der Vorfall passieren musste. Es gab einen solchen Mangel an Führung und eine Art die Erlaubnis für immer extremere Beispiele für Hass, Woche für Woche auf die Straße zu marschieren ... es gab Proteste gegen die IDF und gegen Israel unter dem Deckmantel der Unterstützung für die Gazastreifen ", sagte sie.

Eine Warnung Vor Ausbeutung Aus Israel

Die israelische Zeitung Haaretz warnte, dass die Bondi-Gräueltat von israelischen Führern ausgebeutet werden würde:

"Ich fühle mich sehr traurig und für meine Gemeinschaft und habe Angst vor dem, was kommen wird", sagte Jess Bricker, die in Australien aufgewachsen ist und jetzt in Tel Aviv lebt und in der jüdisch-arabischen Bewegung Standing Together aktiv ist.

Er sagte Haaretz, sie sei unglaublich untröstlich über den schrecklichen Angriff, warnte aber, dass der Schmerz, das Trauma und die Angst, die die jüdische Gemeinschaft jetzt von Politikern "ausbeuten" könnte, "Politiken zu verfolgen, die andere diskriminieren, während nur wenige tatsächliche Maßnahmen ergriffen werden, um Juden in Australien und anderswo sicher zu machen.

Die israelische Regierung hat sich in ihrer Antwort dafür entschieden, ihre Sorgen zu verwirklichen und den Angriff auszunutzen. Premierminister Benjamin Netanjahu schlug Australiens "schwache" Führung nieder und sagte, dass die Politik des Landes, einen palästinensischen Staat anzuerkennen, und seine Kritik an Israels Verhalten in seiner Gaza-Offensive im vergangenen Jahr das sind, was "den Treibstoff auf das antisemitische Feuer gießt".

Zur gleichen Zeit teilte der israelische Minister für Diaspora-Angelegenheiten, Amichai Chikli, auf X einen Beitrag des rechtsextremen niederländischen Politikers Geert Wilders über den Angriff, der die Worte enthielt: „Kein Terror mehr. Keine Morde mehr. Kein Islam mehr. Genug ist genug.“

Fragen zur Polizeiantwort

Unabhängig vom islamfeindlichen Tweet des Ministers für Diaspora-Angelegenheiten hat ein unbewaffneter Muslim, der in demselben Antrag das Gewehr von einem der Schützen weggenommen hat, die anti-islamische Botschaft erschwert. Netanjahu musste ihn für Lob auszeichnen, während er erwähnte, dass er ein Muslim war.

Der bescheidene Tabakhändler aus Syrien, der seit 2006 in Australien lebt, sagte, er wisse nicht, was über ihn gekommen sei, um sein Leben zu riskieren, um andere Menschen zu retten. Im Video oben sehen Sie, wie Ahmed al-Ahmed den Schützen nicht tötet und dann das Gewehr gegen einen Baum lehnt und einen Arm hebt, damit die Polizei ihn nicht erschießen würde. Außer, dass es dort keine Polizei gab, um jemanden zu erschießen.

Ein weiteres Video läuft zehn ununterbrochene Minuten lang und zeigt die Angreifer auf einer Fußgängerbrücke, die auf die Chanukka-Party schießt. Während dieser Zeit hat vermutlich jemand die Polizei gerufen und den genauen Ort angegeben. Wir hören Sirenen im Hintergrund.

Warum ist die Polizei während dieser zehn Minuten nicht an diesem Ort erschienen? An der 0:22-Marke ist ein Polizeikreuzer zu sehen, der direkt an den Schützen vorbeifährt, scheinbar ohne zu wissen, was vor sich geht.

Ein Zeuge sagte, er habe vier Polizisten gesehen, die die Schießerei beobachteten, ohne das Feuer zu erwidern.

Die Iran-Verbindung?

Haaretz bot diesen Leckerbissen auch in seiner Berichterstattung über die Schießereien an:

"Eine israelische Quelle sagte Haaretz, dass Israel in den letzten Wochen Informationen erhalten hat, die auf Pläne hinweisen, Angriffe gegen die jüdische Gemeinde Australiens durchzuführen, und vermutet, dass der Iran derjenige ist, der für den Angriff verantwortlich ist.

Im August dieses Jahres beschuldigte die Australian Security Intelligence Organization (ASIO), der Inlandsgeheimdienst, den Iran für die Brandbombardierung eines jüdischen Restaurants in Sydney und einer Synagoge in Melbourne.

"ASIO hat jetzt genug glaubwürdige Informationen gesammelt, um zu einem zutiefst beunruhigenden Abschluss zu kommen", sagte Albanese damals. „Die iranische Regierung hat mindestens zwei dieser Angriffe geleitet. Der Iran hat versucht, seine Beteiligung zu verschleiern, aber ASIO bewertet, dass es hinter den Anschlägen steckt.“

Natürlich wurde keines dieser Beweise jemals mit der Öffentlichkeit geteilt. Australien hat den iranischen Botschafter ausgewiesen und die diplomatischen Beziehungen abgebrochen. Wir könnten erwarten, nach diesem Angriff etwas Ähnliches zu hören.

Außer ASIO sagt, dass der jüngere Akram im Jahr 2019 Verbindungen zu einer lokalen ISIS-Zelle hatte. Dieses Video, das auch verschiedene Bürger zeigt, die den Vater zu Boden ringen, zeigt, dass Schützen eine schwarze ISIS-Flagge in ihr Fahrzeug gehängt haben. ISIS und Iran sind sterbliche Feinde. Es mag also unwahrscheinlich sein, dass der Iran etwas damit zu tun hatte.

Die Zukunft der Proteste

Die absichtliche Verschmelzung von legitimem Protest mit Terrorismus, um Israel vor Kritik an dem Völkermord zu schützen, wirft die Frage auf, ob die Behörden in Australien zukünftige Proteste zulassen werden. Es scheint unwahrscheinlich in der gegenwärtigen Atmosphäre.

Eine Idee, die den Moment trifft, wäre, einen Marsch zu organisieren, der sowohl das Bondi-Massaker als auch den Völkermord in Gaza verurteilt. Mal sehen, dass die Behörden versuchen, das zu stoppen.

Video: "Weil diese Gemeinschaft diese Tragödie politisiert hat."

Joe Lauria ist Chefredakteur von Consortium News und ehemaliger UN-Korrespondent für das Wall Street Journal, Boston Globe und andere Zeitungen, darunter The Montreal Gazette, die London Daily Mail und The Star of Johannesburg. Er war investigativer Reporter für die Sunday Times of London, ein Finanzreporter für Bloomberg News und begann seine professionelle Arbeit als 19-jähriger Stringer für die New York Times. Er ist Autor von zwei Büchern, A Political Odyssey, mit Sen. Mike Gravel, Vorwort von Daniel Ellsberg; und How I Lost By Hillary Clinton, Vorwort von Julian Assange.


 

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24 Kommentare zu “ Ausnutzen eines Massakers, um einen Völkermord zu verdecken ”

  1. Ich selbst

    16. Dezember 2025 um 21:36 Uhr

    Dieses zionistische Spielbuch plagiiert den Matrix-Film

    Lesen Sie, was KI über die Ähnlichkeit sagt. „haben Sie das getan“ gähnen,,,

    Im Kontext der Filmtrilogie ist Zion nicht böse, aber es ist ein komplexer Teil eines größeren „Kontrollsystems“.

    Während die Menschen in Zion die Helden und Protagonisten der Geschichte sind, zeigen die Filme eine dunklere, philosophischere Wahrheit über die Existenz der Stadt. Hier ist eine Aufschlüsselung, warum Zions Rolle so kompliziert ist:

    1. Zion als „Sicherheitsventil“
    In The Matrix Reloaded enthüllt der Architekt, dass Zion tatsächlich von den Maschinen existieren durfte. Es fungiert als „Quarantäne“ oder „Sicherheitsventil“ für die etwa 1% der Menschen, die die Matrix unbewusst ablehnen.

    Das Ziel: Indem sie diesen Rebellen einen Ort geben, an den sie gehen können (Zion), verhindern die Maschinen, dass sie in der Matrix bleiben und die gesamte Simulation abstürzen lassen.

    Der Zyklus: Das war fünfmal vor Neo geschehen. Jedes Mal, wenn Zion zu groß wurde oder die „Anomalie“ (Die Eine) erschien, zerstörten die Maschinen Zion und ließen den aktuellen „Einen“ ein paar Überlebende auswählen, um ihn wieder aufzubauen, und den Zyklus um.

    2. Die Moral der Menschen
    Aus moralischer Sicht sind die Bewohner von Zion die „guten Jungs“. Sie sind:

    Kampf für die Freiheit: Sie wollen die gesamte Menschheit von der geistigen und physischen Versklavung befreien.

    Wahrlich Mensch: Zion repräsentiert rohe menschliche Emotionen, Kultur und Kampf, gegen die kalte, sterile und künstliche Welt der Maschinen.

    Ohne sich der Falle bewusst zu sein: Für den größten Teil der Trilogie glauben die Menschen in Zion, dass sie einen revolutionären Krieg gewinnen, ohne zu wissen, dass ihre „Rebellion“ ein vorprogrammierter Teil des Stabilitätsplans der Maschinen ist.

    3. War Zion eine „Zweite Matrix“?
    Es gibt eine populäre Fantheorie, dass Zion nur eine weitere Ebene der Simulation ist (eine „Matrix innerhalb einer Matrix“), weshalb Neo seine Kräfte in der „realen Welt“ am Ende von Reloaded nutzen kann.

    Offizielle Haltung: Die Filme deuten darauf hin, dass Zion die tatsächliche physische Welt ist, aber es ist ein „Gefängnis des Geistes“, weil die Maschinen immer noch den Anfang und das Ende ihrer Geschichte kontrollieren.

    Die Änderung: Neo durchbricht diesen Zyklus in The Matrix Revolutions, indem es einen anderen Weg als seine Vorgänger wählt, was eher zu einem Waffenstillstand als zu der totalen Zerstörung und dem „Neustart“ von Zion führt.

Antworten

  • JaXorNein

    16. Dezember 2025 um 13:42 Uhr

    Bravo.

    Antworten

  • Kategorie: J. Anthony

    16. Dezember 2025 um 05:41 Uhr

    Die kranke, traurige Ironie ist, dass es Israel und das zionistische Projekt sind, das weiterhin Juden in Gefahr bringt. Die kleingeistigen und bigotten malen sie einfach mit dem gleichen breiten Pinsel und reagieren entsprechend. Es ist falsch, und es ist ihre eigene verdammte Schuld. Dass sie mit einer solchen Hybris und einem Gefühl der Unverwundbarkeit gefüllt sind, ist, wie sie in der Lage sind, ihren Müll zu spucken. In einer gesunden Welt würden diese Menschen gewaltsam ihrer Macht beraubt, ihr Vermögen an ihre Opfer beschlagnahmt und umverteilt und eingesperrt werden. Aber leider.

    Antworten

  • Damien

    15. Dezember 2025 um 22:54 Uhr

    Wenn Albanese die vollständige Umsetzung des Sondergesandten-Berichts zur Bekämpfung des Antisemitismus vorantreibt, werden alle öffentlichen Kritiken an den Handlungen der israelischen Regierung kriminalisiert. Aber die Menschen werden nicht getäuscht. Sie haben den mörderischen Völkermord in Gaza, von Krankenhäusern, die bombardiert wurden, von Kindern, die als offizielle israelische Regierungspolitik ausgehungert wurden, von IDF-Scharfschützen, die unbewaffnete Frauen und Kinder abholten, von israelischen Zivilisten, die von der Regierung Waffen erhalten, um Palästinenser im Westjordanland zu jagen, und von israelischen Bürgern, die in Armstühlen in den umliegenden Hügeln von Gaza sitzen und die massiven israelischen Bombenangriffe anfeuern. Bei den nächsten Wahlen werden sie mit den Füßen gegen die albanesische Regierung stimmen, um diese eklatante Kriminalität zu befürworten.

    Antworten

  • blackcat

    15. Dezember 2025 um 21:31 Uhr

    Typisch für diese schleimige kleine Runte Albanese!
    Er ist so ein zuckender Feigling, der einem völkermörderischen psychopathischen kaltblütigen Tyrannen nicht standhalten kann.
    Bully’s sind Feiglinge, es liegt in ihrer Natur und muss auf die am besten geeignete Weise behandelt werden.
    Vom Fluss zum Meer.....

    Antworten

  • Jimm

    15. Dezember 2025 um 21:26 Uhr

    Haben Netanjahu und der Firmenwunsch der siebte Oktober nie stattgefunden? Wünschen sie sich, dass der 11. September nie passiert ist? Natürlich nicht. Unschuldige müssen sterben, um das Endspiel des Zionisten zu vervollständigen. Herr, Herr. Gagnons Kommentar ist genau richtig.

    Antworten

  • Stefan Moore

    15. Dezember 2025 um 19:03 Uhr

    Wir waren zu Hause in Bondi, als wir die Schüsse hörten, die wir zuerst mit Feuerwerk verwechselten. Dann kamen die Textnachrichten, die uns anwiesen, den Fernseher einzuschalten. Bewaffnete waren auf einer Brücke am nördlichen Ende des Strandes und schossen hochgetriebene Gewehre in eine Menschenmenge, die Chanukka feierte. Inmitten der Panik und Verwirrung flohen Hunderte von Menschen vor den Schüssen. Videos, die auf X veröffentlicht wurden, zeigten blutgetränkte Leichen auf dem Boden mit Sanitätern und Lebensrettern, die den Opfern hektisch CPR verabreichten. Wir würden später herausfinden, dass die Schwägerin eines Freundes unter den Toten war.

    Wie alle von Bondi waren wir schockiert und ungläubig, aber wie dieser hervorragende Artikel betont, nutzten die politischen Opportunisten diese Tragödie sofort, um diejenigen zu beschuldigen, die gegen den Völkermord in Gaza protestiert haben, und um die Kritik an Israel zum Schweigen zu bringen.

    Obwohl die Angriffe weitgehend gegen den australischen Premierminister Anthony Albanese gerichtet waren, der bereits der zionistischen Lobby Australiens durch die weitere Lieferung von Waffen an Israel erlegen ist, sind die wahren Ziele Australiens arabische und palästinensische Gemeinschaften und diejenigen, die ihr Recht ausüben, gegen Israels Kriegsverbrechen zu protestieren. Wir können nicht zulassen, dass diese Tragödie von sehnsüchtigen Politikern und der rassistischen und spaltenden zionistischen Lobby entführt wird.

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  • XFretensis

    15. Dezember 2025 um 17:07 Uhr

    Ich stimme Jillian Segal bei der Beschleunigung der Abschiebungen zu. Wenn wir jeden Zionisten in diesem Land abschieben würden, hätten wir kein antijüdisches Problem. Beachten Sie, dass ich antijüdisch und nicht antisemitisch bin.

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    • Fiona Letzte

      15. Dezember 2025 um 20:47 Uhr

      Considering that Judaism represents 0.4% of our total population this is really overreach.The way Netanyahu is gaslightiing Australians for judging his Genocidal behaviour and blaming protestors for the Bondi Beach tragedy is a typical psychopathic reaction from a true zionist. He is responsible for all of it.

      Antworten

    • Ian Perkins

      16. Dezember 2025 um 00:37 Uhr

      Was ist der Unterschied, in deinem Kopf, zwischen antijüdisch und antisemitisch? Die meisten Wörterbücher definieren Antisemitismus als etwas wie Feindseligkeit gegenüber Juden, die – für mich – antijüdisch rein und einfach erscheint.

      Antworten

      • Casey VanSise

        16. Dezember 2025 um 02:25 Uhr

        Ohne zu beabsichtigen, Worte in den Mund von XFretensis zu stellen, weil sie die Unterscheidung getroffen haben, die sie getan haben, wurde "Semite" historisch als eine ethnolinguistische Kategorie angesehen, die viele Völker mit indigenen Ursprüngen in der Region des Nahen Ostens und Nordafrikas (MENA) umfasst, einschließlich derjenigen der jüdischen und arabischen Extraktion, die traditionell semitische Sprachen wie Hebräisch, Arabisch und Aramäisch sprechen. Folglich kann es als reduktiv angesehen werden, die Anwendung von „Antisemitismus“ ausschließlich auf vorurteilsmotivierte Handlungen, Verhalten und Vorstellungen gegen Juden zu umschreiben, insbesondere wenn diese antijüdischen Aktivitäten von Arabern und nicht von europäischen Nachkommen oder anderen Völkern in getrennten Regionen der Welt begangen werden (d.h. die Bondi Beach-Erschießung würde wahrscheinlich genauer als ein intrasemitisches Verbrechen angesehen, das wahrscheinlich durch antijüdische Vorurteile motiviert ist

        Innerhalb des europäischen Milieus des neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhunderts, in dem sich der Begriff „Antisemitismus“ etymologisch entwickelt hat, war es sinnvoller, ihn speziell auf die Verfolgung jüdischer Bevölkerungen mit Wohnsitz dort anzuwenden (da dies typischerweise nicht-semitische Akteure beinhaltete, die Vorurteile gegen jüdische Semiten zeigten), aber es gibt einen plausiblen Fall, dass es ungenau oder irreführend ist, dies zu tun, wenn man sich auf Arab-on-Je bezieht

        Antworten

        • Ian Perkins

          16. Dezember 2025 um 10:05 Uhr

          It meant anti-Jewish since it was first used in English. (The OED has an anti-Semite and an anti-Semitic in this sense from 1882.)
          The IHRA has a new definition that includes opposition to zionism and/or Israel.
          I don’t see the benefit of yet another definition, even if it makes some sense etymologically.

        • Casey VanSise

          December 16, 2025 at 20:24

          Ich räume ein, dass Ihr historischer Bericht über die englische Etymologie des „Antisemitismus“ richtig ist und erklärt, warum der Begriff oft zufällig verwendet wird, um sich auf alle Arten von antijüdischen Vorurteilen zu beziehen, unabhängig davon, welche Individuen es begehen (ob es sich um Nicht-Semiten oder Semiten handelt, die nicht jüdisch sind), manchmal von mir selbst, aber es macht Sinn, eine nitpickigere Definition zu verfolgen

          Gleichzeitig glaube ich nicht, dass jemand verwirrt sein wird, indem jemand eine bewusste Entscheidung trifft, die Terminologie "antijüdisch" (oder eine offensichtliche Variation davon, z. B. "Judeophobe") zu verwenden, anstatt "antisemitisch" zu sein, nicht zuletzt, wenn sie offen darauf hinweisen, dass sie zwischen den beiden Begriffen unterscheiden.

        • Ian Perkins

          17. Dezember 2025 um 01:11 Uhr

          Re: Ihr Kommentar beginnt mit „Ich räume zu ...“ (was keine Antwort-Sache hat):

          I, for one, was genuinely confused by your “If we deport every Zionist in this country we would not have an anti-Jewish problem. Note I put anti-Jewish and NOT anti-semitic.”

          Außerdem sagen Sie jetzt: "Der Begriff [Antisemitismus] wird oft beiläufig in einer Sammelmethode verwendet, um sich auf alle Arten von antijüdischen Vorurteilen zu beziehen." Ich weiß nicht, warum du „beiläufig“ sagst, als ob es im Englischen eine formellere Verwendung gibt oder jemals gegeben hat. Wörterbücher definieren es so, und so wird es seit dem deutschen Proto-Nazi Wilhelm Marr und seiner Antisemiten-Liga verwendet. (Die deutschen Äquivalente wurden kurzzeitig von ein paar bis zu einer Feindseligkeit gegenüber Semites verwendet, aber diese Verwendung hat sich nie durchgesetzt, während Marr's es tat.)

      • Casey VanSise

        16. Dezember 2025 um 03:11 Uhr

        Als Nachtrag zur Änderung von Aspekten meiner eigenen ersten Kommentarantwort, die irreführend gewesen sein könnten: Der mutmaßliche Schütze Sajid Akram scheint aus Pakistan nach Australien eingewandert zu sein, anstatt aus irgendwelchen arabischen Ländern, vielleicht besser, ihn und seinen Sohn Naveed Akram (der andere verdächtige Schütze) als nicht-semitische südasiatische Muslime zu klassifizieren, die die Aktionen gegen Juden bei einer von Chabad organisierten Hanukka-Zeremonie am Sonntag in Konflikt geraten Der Punkt steht immer noch darin, dass es wohl falsch ist, diejenigen, die solidarisch mit dem Kampf eines semitischen Volkes (d.h. Palästinenser) gegen ein anderes (d.h. überwiegend jüdisches Israelis) handeln, als „antisemitisch“ und nicht als „antijüdisch“ zu identifizieren.

        Antworten

        • Ian Perkins

          16. Dezember 2025 um 10:29 Uhr

          "Wohl falsch", wenn Sie darüber streiten wollen, welche Wörter "sollen" bedeuten, anstatt darüber, was sie bedeuten (und in diesem Fall, was sie gemeint haben, seit sie zum ersten Mal auf Englisch verwendet wurden).

          Es gibt viele englische Wörter, die nicht bedeuten, was sie "sollten". Sky bedeutete ursprünglich Cloud. Stellen Sie sich die Verwirrung vor, wenn Wetternachrichten, Piloten und so weiter auf diese Weise den Himmel nutzen. Das gilt auch für Antisemitismus. Niemand wird wissen, was jemand meint, wenn die Leute anfangen, es für Feindseligkeit gegenüber semitischen Menschen im Allgemeinen oder bestimmten semitischen Menschen zu verwenden. (Und die Gewässer wurden ursprünglich von dem deutschen Antisemiten Wilhelm Marr verdreckt, dessen Antisemiten-Liga Juden aus Deutschland wollte.)

      • Maria

        16. Dezember 2025 um 12:31 Uhr

        Wenn ich einwerfen darf, würde ich behaupten, dass Judeophobie ein Hauptzweig des Antisemitismus ist, und Islamophobie ist der andere Hauptzweig. Jeder ist durch irrationale Angst und Hass auf eine semitische Gruppe (oder semi-angrenzende Gruppe, im Fall von aschkenasischen Juden) gekennzeichnet, WEIL sie semitisch sind.

        Der Antizionismus hingegen ist kein Fall von Antisemitismus. Überhaupt nicht. Antizionismus ist rationaler, mitfühlender, menschenrechtlicher Widerstand gegen ein rassistisches, fremdenfeindliches, völkermörderisches Projekt.

        Da der Zionismus auf Islamophobie beruht, ist er von Natur aus antisemitisch.

        Antworten

        • Ian Perkins

          17. Dezember 2025 um 01:20 Uhr

          Die meisten Menschen wären durch und durch verwirrt zu hören, dass die Schießereien in der Christchurch-Moschee 2019 antisemitisch waren. Wenn Kommunikation das Ziel ist, würde ich behaupten, dass das englische Wort Antisemitismus verwendet werden sollte, wie es immer war, um Judeophobie zu bedeuten.

  • Lintonisch

    15. Dezember 2025 um 17:01 Uhr

    Tragisches Ereignis, aber denken Sie am wenigsten daran, wie die israelische Regierung ihre Nachbarn mit Verachtung behandelt hat, viele Tausende von unschuldigen Menschen getötet hat, die Wurzel des Problems ist Israel, keine gesellige Gruppe usw. Albanesen müssen es sagen, da es nicht das ist, was Israel glücklich macht

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  • Lois Gagnon

    15. Dezember 2025 um 14:34 Uhr

    Die Ironie hier ist, dass keine der Regierungen, die die pro-palästinensischen Proteste mit Antisemitismus verschmelzen, sich weniger um den Verlust von Menschenleben kümmern könnte. Was sie interessiert, ist die Aufrechterhaltung ihres kolonialistischen Projekts im Nahen Osten und weltweit um jeden Preis. Jedes Ereignis, das Futter für ihre Propagandamaschine erzeugt, wird bis zum Maximum ausgenutzt. Es mag zynisch klingen, darauf hinzuweisen, aber die historischen Beweise sprechen für sich.

    Wir müssen wachsam sein, wenn wir uns gegen diese Manipulation wehren.

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  • Claire

    15. Dezember 2025 um 12:03 Uhr

    Wenn jemand in der Führung eine zielsichere Erkenntnis besaß, reagierten sie auf den jüdischen israelischen psychopathischen Netanjahu-Rassisten und seine Kohorten - wenn Sie Ihr Massenabschlachten und Auslöschen von Palästinensern und ihren kulturellen Institutionen stoppen, werden wir Ihre moronische propagandistische Identifizierung von Anti-Semitismus mit Anti-Apartheid, anti-jüdisch-zionistischer Vorherrschaft ansprechen. Ihre absichtliche Fehlbezeichnung ist eine List, um Sie von Ihrem niederträchtigen antijüdischen Verhalten zu entlasten, das es Ihnen ermöglicht, als das "ewig unendliche" unschuldige Opfer täuschlich zu paradieren. Wenn Sie "das Opfer" aus Ihrer Selbstidentifikation austreiben, hätten Sie eine Chance, die Tiefe Ihres Bösen zu sehen.

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  • gesunder Menschenverstand

    15. Dezember 2025 um 11:57 Uhr

    Wäre sicher nicht das erste Mal, Zionisten(!) Töte absichtlich jüdische Menschen in anderen Ländern, um sie dazu zu bringen, sich in dem, was immer noch „Israel“ genannt wird, niederzulassen.

    Und um die Opfererzählung zu nähren, wieder die jüdische Religion und ihre Menschen zu missbrauchen.

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  • Drew Hunkins

    15. Dezember 2025 um 10:11 Uhr

    Leider ist ein Rückschlag zu erwarten, wenn eine Gruppe von Menschen indirekt am grausamsten und massivsten Völkermord beteiligt war, den die Welt in den letzten 50 Jahren erlebt hat.

    Die zionistische Vorherrschaft gefährdet anständige Juden.

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  • Juan PASCUAL Plaza

    15. Dezember 2025 um 08:54 Uhr

    Cualquier muerte es una perdida irreparabel, denunziierbar und gerechtfertigt. Los gobiernos see eligen para proteger a los ciudadanos. Australien buscará a los responsives, sin interferenzicas de falsas banderas.

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  • Info: https://consortiumnews.com/2025/12/15/exploiting-a-massacre-to-cover-up-a-genocide/?eType=EmailBlastContent&eId=3654af0d-d177-4e13-a956-13737638d439


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

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