jungewelt.de, vom 22.01.2026, Seite 2 / Kapital & Arbeit
Orgawahlen in der Gewerkschaft
Die Gewerkschaft sollte eine klare Antikriegsposition beziehen und ihre Basisstrukturen stärken, sagt Angelika Teweleit
Interview: Max Grigutsch
Stefan Boness/IPON
Bei vielen Beschäftigten selbstverständlich: Antimilitarismus (Berlin, 1.5.2022)
Angelika Teweleit ist Sprecherin des »Netzwerks für eine kämpferische und demokratische Verdi«
Das amWochenendein Kasselanstehende bundesweite Treffen des »Netzwerks für eine kämpferische und demokratische Verdi« steht unter anderem im Zeichen der Militarisierung. Wie positioniert sich dieGewerkschaftVerdiderzeitzuKrieg und Aufrüstung?
Auf dem letzten Bundeskongress wurde im Grunde über eine Aufweichung der bisherigen Antikriegspositionen von Verdi und der Gewerkschaften insgesamt debattiert. Das ganze hat angefangen mit Diskussionen über den Ukraine-Krieg und über Waffenlieferungen. Auch zum israelischen Staat hat Verdi eine unkritische Position bezogen. Das Thema wird außen vor gelassen. Es wäre absolut notwendig, dass die Gewerkschaften sich klar gegen diese Kriegspolitik und gegen die Militarisierung in Stellung bringen.
Wie sieht es an der Basis aus?
Es herrscht eine riesige Verunsicherung. Auf Streiks sagen mir viele Kolleginnen und Kollegen, früher seien sie pazifistisch gewesen, aber jetzt nicht mehr, es führe kein Weg mehr an Aufrüstung vorbei. Das ist das Resultat dieser Dauerpropaganda von Politik und Medien. Aber sehr viele sind dagegen. Sie haben zum Beispiel ein Problem damit, dass ein Staat wie Israel, der offensichtlich Massenmord begeht, unterstützt wird. Es wäre die Aufgabe der Gewerkschaften, eine unabhängige Klassenposition einzunehmen und deutlich zu machen: Diese Kriege sind nicht im Interesse von Demokratie, von Freiheit oder von Friedenssicherung. Diese Kriege sind nicht im Interesse der Arbeiterklasse. Es sind Interessen der Konzerne und Banken, die da verfolgt werden.
Ab Frühjahr stehen bei Verdi die sogenannten Organisationswahlen an. Was wird da gewählt?
Gewählt werden zunächst Vertrauensleute und Betriebsgruppenvorstände, dann die Bezirkskonferenzen, Landeskonferenzen und so weiter.
IhrNetzwerkstehtfür eine kämpferische Ausrichtung der Gewerkschaft und für transparente und demokratische Gewerkschaftsstrukturen.Wo hapert es dennbei diesen Themen?
Der Verdi-Apparat ist inzwischen ein ziemlich bürokratischer Koloss. Der ist sehr schwierig zu durchschauen, und es ist genauso schwierig, auf die konkrete Gewerkschaftspolitik Einfluss zu nehmen. Bei diesen Orgawahlen sollen die Gremien noch verkleinert werden. Das wird dazu führen, dass die Kollegen aus den Betrieben noch weniger Einfluss haben. Bei den Tarifrunden zeigen wir auch immer auf, dass es nicht gut läuft. Die streikenden Kollegen müssten das Zepter in der Hand haben, um zu entscheiden, wie die Arbeitskämpfe laufen. Sie müssten entscheiden können, ob ein Angebot angenommen oder weiter gestreikt werden soll, etwa durch gewählte Streikdelegierte. Außerdem wissen die meisten gar nicht genau, wie sie ihre Meinung überhaupt kundtun können. Das Problem fängt schon damit an, dass es eine gewisse Entleerung der Betriebsgruppenstrukturen gegeben hat. Dabei wäre es da besonders notwendig, Leute mit einer kämpferischen Politik zu begeistern und für die Gewerkschaft zu aktivieren.
Die Verdi-Führung würde sagen, dass die Strukturen bereits demokratisch sind.
Viele Entscheidungen liegen in der Praxis bei hauptamtlichen Strukturen. Auch diese müssten gewählt werden und jederzeit abwählbar sein. Wir sind zudem für eine Begrenzung der Funktionärsgehälter. Es ist nicht gerechtfertigt, dass Funktionäre in den oberen Gremien wesentlich mehr verdienen als das durchschnittliche Verdi-Mitglied. Das bedeutet schließlich, dass diese Leute sich immer mehr abheben und das normale Leben der Kollegen nicht mehr nachvollziehen können.
Wie will sich Ihr Netzwerk bei den Wahlen einbringen?
Will man eine kämpferische Alternative in die Gewerkschaften hineintragen, muss man sich dem auch stellen und sich in Positionen bringen. Bei unserem Treffen in Kassel werden Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Orten und Bereichen da sein. Jeder, der bei Verdi aktiv ist, kann sich unter netzwerk-verdi.de anmelden und dazukommen. Wir werden sehen, wie stark wir aufgestellt sind. Deswegen wollen wir uns vernetzen: um zu sehen, wo man im Gesamtkomplex Verdi Beispiele setzen kann. Es ist wichtig, das mit wirklich aktiven Kollegen in organisierten Betriebsgruppen zu unterfüttern. Letztendlich muss der Druck aus den Betrieben selbst kommen.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
unser weiterer Kommentar Zitat: Die Gewerkschaft sollte eine klare Antikriegsposition beziehen und ihre Basisstrukturen stärken Zitatende
Ich hört es wohl, nur bei den Gewerkschaftsfunktionären sehenlassen, tut sich da noch nichts
Weiteres:
hannover-heide-weser.verdi.de, zum 17.02.2026, 18:00 Uhr
[Diskussion] Rote Karte dem Kahlschlag – Sozialstaat stärken! Rechte von Beschäftigten verteidigen!
Gewerkschaftliche Diskussionsveranstaltung am 17. Februar in den ver.di-Höfen Hannover
[Diskussion] Rote Karte dem Kahlschlag – Sozialstaat stärken! Rechte von Beschäftigten verteidigen!
Fast kein Tag vergeht ohne neoliberale Angriffe auf den Sozialstaat und die Rechte von Beschäftigten – sei es bei Rente, Pflege, Arbeitslosengeld, Arbeitszeit, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall usw.
Mitten in dieser Polarisierung steht eine zentrale Frage: Können wir uns den Sozialstaat noch leisten? Kritiker behaupten: „Nein, er ist zu teuer!“ Doch diese Aussage ist nicht nur emotional aufgeladen – sie ist schlicht falsch.
Die Bundesregierung plant, den 8-Stunden-Tag abzuschaffen. Eine angeblich bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf – so lautet die fadenscheinige Begründung für diesen Schritt im Koalitionsvertrag. Aus dem Bürgergeld wird die neue Grundsicherung – inklusive härterer Sanktionen. Das sind nur zwei Beispiele für die aktuellen Attacken auf soziale Errungenschaften. Zeit also, dass wir darüber zu sprechen.
Der ver.di Bezirk Hannover-Heide-Weser und der ver.di Landesbezirk Niedersachsen-Bremen laden am 17. Februar von 18:00 bis 20:00 Uhr in die ver.di-Höfe in Hannover (Goseriede 12) ein.
Wir freuen über diese Gäste aus Gewerkschaft und Politik:
Ernesto Harder, der Vorsitzende des DGB-Bezirks Niedersachsen-Bremen-Sachsen-Anhalt
Patrick Schreiner aus dem Bereich Wirtschaftspolitik der ver.di-Bundesverwaltung
Maren Kaminski, MdB (Die Linke)
Timon Dzienus, MdB (Die Grünen)
Adis Ahmetovic, MdB (SPD)
Eingeladen sind interessierte ver.di Mitglieder, Kolleg*innen der DGB-Gewerkschaften sowie Angehörige der Demokratischen Parteien, der Wohlfahrtsverbände und politischer Initiativen.
Jegliche Form von Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Homo- oder Transfeindlichkeit oder andere diskriminierende, herabsetzende oder ausgrenzende Aussagen oder Verhaltensweisen werden nicht toleriert. Ein Verstoß gegen diese Bedingungen kann zum Ausschluss aus der Veranstaltung führen. Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
unser weiterer Kommentar: Allerdings das dringendst gebotene Nein zum Krieg, um die kommende Not zu wenden, das fehlt scheinbar auch bei dieser Veranstaltung. Obwohl der große weiße Elefant im Raum, inzwischen kaum noch Platz zur Bewegung lässt. Da sind Bewegungsexperten gefragt, die das noch ohne anzuecken schaffen.
24.01.2026
Das amerikanische System gegen das britische System: Ein historischer Überblick (I von II)
Das amerikanische System gegen das britische System: Ein historischer Überblick
Diese Woche waren viele Menschen schockiert zu hören, dass eine Rede in Davos, Schweiz, stattfand, in der der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer die Geschichte des amerikanischen Systems der politischen Ökonomie von 1776 bis heute umriss.
Seine Rede trug den Titel „From Hamilton to Today: Trade and U.S. Die Wirtschaftsstrategie “, die eine schockierend offene Darstellung der Ursprünge des amerikanischen Systems im Zuge der US-Revolution zeigte, die vom ersten US-Finanzminister Alexander Hamilton innoviert wurde, und wie dieses System von Schutzzöllen, nationaler Planung und internationaler Zusammenarbeit die besten Ausbrüche des industriellen Fortschritts sowohl in den USA als auch in vielen anderen Nationen, einschließlich Deutschland (unter Friedrich List), Russland, Japan (unter der Meiji-Restaurierung) und China (geleitet von den Erkenntnissen von Präsident Sun
Aber ist dies das System, das in Trumps USA wirklich wiederbelebt wurde? Oder fehlt etwas? Hat ein Delphischer Taschenspielertrick stattgefunden, der ein keynesischeres kaiserliches Programm abdeckt, als viele bereit sind zu glauben?
Im folgenden Aufsatz wird Cynthia Chung diese Frage untersuchen, indem sie den Zusammenstoß zwischen den beiden gegensätzlichen Systemen erneut aufgreift: Britisch gegen Amerika, die uns helfen werden, ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, welche Ideen unsere Welt heute prägen.
- Vorwort von Matthew Ehret
Von Cynthia Chung
Zwei Gegensysteme
Während des amerikanischen Bürgerkriegs hatte die britische Unterstützung für die konföderierte Armee einen Punkt erreicht, an dem Großbritannien sicherlich militärisch in ihrem Namen interveniert hätte, wenn Zar Alexander II. sieben Monate lang die russische Marine an den Ost- und Westküsten Amerikas zur Unterstützung von Lincolns Union eingesetzt hätte. Russland war bereit, mit Großbritannien in den Krieg zu ziehen, um die Vereinigten Staaten ganz zu halten.
Zar Alexander II. erklärte in einem Interview mit dem industriefreundlichen amerikanischen Bankier Wharton Barker am 17. August 1879, warum er es für wichtig hielt, dass Russland eine so starke Haltung im amerikanischen Bürgerkrieg einnehmen sollte (veröffentlicht in The Independent 24. März 1904):
„All dies tat ich wegen der Liebe zu meinem eigenen lieben Russland, anstatt aus Liebe zur amerikanischen Republik. Ich habe so gehandelt, weil ich verstanden habe, dass Russland eine ernstere Aufgabe zu erfüllen hätte, wenn die Amerikanische Republik mit der fortgeschrittenen industriellen Entwicklung aufgelöst würde und Großbritannien die Kontrolle über die meisten Zweige der modernen industriellen Entwicklung haben sollte. “
Mit anderen Worten, Zar Alexander II. verstand, dass die Vereinigten Staaten das einzige Wirtschaftssystem (bekannt als "The American System") geschaffen hatten, das in der Lage war, Großbritanniens sklavenbasierte Wirtschaftspolitik des Freihandels zu konkurrieren und zu besiegen. (Einen Überblick darüber, was das amerikanische System ist, finden Sie hier.)
Im krassen Gegensatz zu diesem Gefühl hatte Lord Robert Cecil, der später Marquess of Salisbury wurde, eine sehr prominente Position in der britischen Peerage, der dreimal als Premierminister von Großbritannien diente, dies im Parlament während des amerikanischen Bürgerkriegs zu sagen:
„Die Nordstaaten Amerikas können niemals sicher sein, dass Freunde, weil wir Rivalen, Rivalen politisch, rivalisieren kommerziell sind ... Mit den Südstaaten ist der Fall völlig umgekehrt. Die Bevölkerung ist ein landwirtschaftliches Volk. Sie liefern den Rohstoff unserer Industrie und verbrauchen die Produkte, die wir daraus herstellen. Mit ihnen muss jedes Interesse uns dazu bringen, freundschaftliche Beziehungen zu pflegen, und als der Krieg begann, kehrten sie sofort nach England als ihr natürlicher Verbündeter.zurück.
Mit anderen Worten, die Baumwollplantagen, die im amerikanischen Süden mit Sklavenarbeit betrieben wurden, standen im Dienst des globalen Baumwollhandels des britischen Empire, der auch von der Sklavenarbeit aus Indien ausging und eine schreckliche Ausbeutung seiner britischen Baumwollarbeiter durchführte.
Der amerikanische Bürgerkrieg war etwa zwei verschiedene Wirtschaftssysteme im Gegensatz zueinander, und es war der Süden, der der „natürliche Verbündete“ des britischen Empire war.
Die Union gewann jedoch den Bürgerkrieg und die Vereinigten Staaten schafften es, sich ganz zu halten. Der Süden musste seine Sklavenarbeit beenden und die Vereinigten Staaten schafften es, die auf Sklaven basierende Wirtschaftspolitik Großbritanniens zurückzudrängen (mehr dazu geht es hier.)
Tatsächlich drängten viele Staats- und Regierungschefs auf der ganzen Welt in dieser Zeit Großbritanniens sklavenbasierte Wirtschaftspolitik des Freihandels, die von der britischen Ost-Indien-Gesellschaft durchgesetzt wurde, zurück. Mit führender Opposition aus Deutschland, Russland, Japan und China, zusätzlich zu den Vereinigten Staaten.
1879 brach Otto von Bismarck das deutsche Freihandelssystem, das eine amerikanische Stilzollpolitik für seine Nation umsetzte. Die Verwandtschaft zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten wurde zu dieser Zeit so stark, dass die Rede von Otto von Bismarck im Parlament (1879) von McKinley im US-Kongress zitiert wurde:
„Ein Erfolg der Vereinigten Staaten bei der materiellen Entwicklung ist der berühmteste der Neuzeit. Die amerikanische Nation hat nicht nur erfolgreich den gigantischsten und teuersten Krieg aller Geschichte geboren und unterdrückt, sondern unmittelbar danach ihre Armee aufgelöst, die Beschäftigung für alle ihre Soldaten und Marines gefunden, den größten Teil ihrer Schulden bezahlt, Arbeit und Häuser allen Arbeitslosen in Europa so schnell gegeben, wie sie in ihrem Territorium ankommen konnten, und immer noch durch ein Steuersystem, das so indirekt ist, dass es nicht wahrgenommen wird, viel weniger gefühlt ... Weil es mein absichtliches Urteil ist, dass der Wohlstand.”
Otto von Bismarck organisierte stark den Bau der Bahnstrecke Berlin bis Bagdad, die nach langem Widerstand und Verspätung erst 1940 fertiggestellt werden sollte. Wenn dies während Otto von Bismarcks Leben erreicht worden wäre, hätte der Nahe Osten die Sykes-Picot-Schnitzarbeiten vermeiden Sykes Picot carving upkönnen.
Im Jahr 1869 leiteten japanische Modernisierer, die direkt mit den Lincoln-Carey-Strategen zusammenarbeiteten, die Meiji-Restaurierung, die Japan industrialisierte.
In den 1880er und 90er Jahren wurden Lincoln-Carey Philadelphia-Industrielle für riesige Infrastruktur- und Nation-Building-Projekte in China beauftragt. Der hawaiianische christliche Missionar Frank Damon, der an den Strategien der Carey-Gruppe auf sehr hohem Niveau teilgenommen hatte, half bei der Gründung, Gestaltung und dem Aufbau der Sun Yat-sen-Organisation, die das moderne China hervorgebracht hat.
Sun Yat-sen bezeichnete seine Bewunderung für Lincolns USA als Grundlage für ein neues multipolares System, das sagt:
„ Die Welt wurde von der Entwicklung Amerikas als industrielle und kommerzielle Nation sehr profitiert. So wird ein entwickeltes China mit ihrer vierhundert Millionen Bevölkerung eine weitere Neue Welt im wirtschaftlichen Sinne sein. Die Nationen, die sich an dieser Entwicklung beteiligen werden, werden immense Vorteile nutzen. Darüber hinaus kann die internationale Zusammenarbeit dieser Art nicht anders, als die Bruderschaft des Menschen zu stärken.
Es war glasklar, dass die Führung der Welt einen gemeinsamen Weg eingeschlagen hatte und sich wünschte, in ein neues Zeitalter einzutreten, in dem die Sklaverei wirklich der Vergangenheit angehören könnte; dass das Individuum von nun an als sakrosankt angesehen wurde, dass die Welt nach Jahrhunderten des brutalen Krieges endlich für den Frieden bereit war und bereit war, Freiheit und Freiheit für alle zu wahren.
War es nur ein Traum?
Nein, es war nicht nur ein Traum, obwohl es genauso flüchtig war. Der Grund dafür finden Sie in der Liste der Namen unten.
Diese Liste ist keineswegs vollständig, es gibt viel mehr Namen, die in dieser Säuberung von Anhängern des „amerikanischen Systems“ ermordet oder von ihren Positionen verdrängt wurden.
Doch nicht einmal diese anhaltende Säuberung wurde als genug angesehen, um zu garantieren, dass sich nichts wieder in der Opposition gegen das System des Imperiums erheben würde. Aus diesem Grund wurde die Welt in zwei Weltkriege hineingezogen...
„ Zwei Systeme sind vor der Welt; das eine zielt darauf ab, den Anteil der Personen und des Kapitals, die sich mit Handel und Transport beschäftigen, zu erhöhen und daher den Anteil der Güter zu verringern, mit denen man handeln kann, mit der notwendigerweise verminderten Rückkehr zur Arbeit aller; während der andere darauf abzielt, den Anteil der Produktion zu erhöhen und den anderen, der sich mit Handel und Transport beschäftigt, mit erhöhter Rückkehr zu allen, dem Arbeiter gute Löhne und den Eigentümern des Kapitals Der eine blickt auf einen universellen Krieg, der andere auf den universellen Frieden. Das eine ist das englische System; das andere können wir stolz sein, das amerikanische System zu nennen, denn es ist der einzige, der jemals die Tendenz hatte, dass es die Tendenz war, sich zu erheben, während wir den Zustand des Menschen in der ganzen Welt ausgleichen.
– Heinrich C. Carey, Harmonie der Interessen, 1851
Diese Worte von Henry C. Carey wurde einst von vielen als der inhärente Unterschied zwischen dem englischen und dem amerikanischen Wirtschaftssystem verstanden. Heute haben wir jedoch viel vergessen, was das amerikanische System ausmacht.
Auch die Römer standen einst vor einer ähnlichen existenziellen Situation.
Junius Brutus, bekannt als der Mann, der Rom rettete, beendete die Tyrannei der Herrschaft von König Superbus während des Zeitalters der Königreiche in Rom. Es waren die Handlungen von Junius Brutus, die die Bildung der Römischen Republik bewirkten, und er war es, der das römische Volk gelobt hatte, dass sie nie wieder die willkürliche Herrschaft eines Königs akzeptieren würden.
Im Laufe von fast fünfhundert Jahren vergaß das römische Volk jedoch zunehmend diese wichtige Lektion und was es bedeutete, ein römischer Bürger zu sein. Im Jahr 49 v. Chr. überquerte Julius Caesar den Rubikon, der zum Bürgerkrieg führte, und das römische Volk bot ihm eine Krone dafür an.
Das römische Volk hatte vergessen, was es bedeutete, ein römischer Bürger zu sein. Sie hatten vergessen, dass ein freies Volk, das Würde und Freiheit über alles andere aufrechterhielt, niemals akzeptieren würde, unter der willkürlichen Herrschaft eines Königs, eines Kaisers, zu dienen. Und als sie so etwas vergessen hatten, hatten sie sich jedes Tapferkeit beraubt, das sie einst hielten. Sie waren nur Untertanen geworden, der dem ausgeliefert war, der sich für diesen kurzen Moment auf dem Thron befand (denn mehr zu dieser Geschichte finden Sie hier).
Wenn wir nicht vorsichtig sind, wird ein solcher Moment uns auch besuchen...
***
Die Weltkriege wurden geführt, um die Partnerschaften zu spalten, die sich gegen das System des Imperiums bildeten. Deutschland und die Vereinigten Staaten sollten in beiden Weltkriegen gegeneinander antreten. Japan sollte auch im Zweiten Weltkrieg gegen die Vereinigten Staaten antreten. Infolgedessen waren die Volkswirtschaften Deutschlands und Japans stark zurückgewiesen, und ihre Souveränität war null und nichtig. Von der Zweiten Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten Deutschland und Japan keine andere Wahl, als den Willen des neu gegründeten anglo-amerikanischen Imperiums durchzusetzen (für die Geschichte, wie Großbritannien beide Weltkriege geschaffen hat, bezieht sich auf Carroll Quigleys Buch "The Anglo-American Establishment" und meine Zeitung).
Russland und China waren alles, was übrig blieb. Daher 80 Jahre Kalter Krieg, die stark sind...
Aber wie wurden die Vereinigten Staaten von Großbritannien als Folge der Weltkriege angezogen?
Unter dem Umliegenden Meer der Diktatur
Westeuropa hat nur noch 20 bis 30 Jahre Demokratie in sich; danach wird es rutschen, werkzeuglos und ruderlos, unter das umliegende Meer der Diktatur, und ob das Diktat aus einem Politbüro oder einer Junta kommt, wird nicht so viel Unterschied machen.
– Willy Brandt (Bundeskanzler, kurz bevor er 1974 zurücktrat)
Was Willy Brandt, der Samuel P. Huntington zitiert so liebevoll sowohl in seiner „Krise der Demokratie“ als auch in „Unzufriedenen Demokratien“, dass dies nicht nur als Unvermeidlichkeit für Westeuropa, sondern auch für die Vereinigten Staaten gedacht war.
Churchill hatte den Eisernen Vorhang am 5. März 1946 angekündigt und die Sowjetunion und China als die nächsten Ziele in Sicht erklärt. Wenn die Vereinigten Staaten sich zu dieser langfristigen Auseinandersetzung mit dem Kalten Krieg verpflichten sollten, dann sei es nur eine Frage der Zeit, bis sie zunehmend die Notwendigkeit eines Imperiums, einer globalen Diktatur und ihrer verfassungsmäßigen Ideale aufgeben.
Im August 1946, nachdem Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden, schrieb Bertrand Russell (Mitglied der Fabian Society und britischer Großstratege) The Bomb and Civilization und forderte eine eine Weltregierung:
“„Weder Krieg noch Zivilisation müssen enden, und wenn es Krieg sein soll, der endet, muss es eine internationale Autorität geben, mit der einzigen Macht, die neuen Bomben zu machen ... Aber ich fürchte, dass all dies utopisch ist ... Wenn Amerika imperialistischer wäre, gäbe es eine andere Möglichkeit, weniger utopisch und weniger wünschenswert, aber immer noch der Auslöschung des zivilisierten Lebens vorzuziehen. Es wäre möglich, dass die Amerikaner ihre Position der Überlegenheit nutzen, um nicht nur in Deutschland und Japan, sondern überall außer den Vereinigten Staaten oder jedenfalls in jedem Land, das nicht bereit ist, ein enges militärisches Bündnis mit den Vereinigten Staaten einzugehen, auf Abrüstung zu bestehen.
In den nächsten Jahren sollte diese Politik durchgesetzt werden. Wenn ein oder zwei Kriege notwendig wären, wären sie kurz und würden bald mit einem entscheidenden amerikanischen Sieg enden. Auf diese Weise könnte unter der amerikanischen Führung ein neuer Völkerbund gebildet werden, und der Frieden der Welt könnte sicher hergestellt werden. Aber ich befürchte, dass der Respekt vor der internationalen Justiz Washington davon abhalten würde, diese ‚Politik‘ zu übernehmen.“
Nur wenige Monate später, im Oktober 1946, schreibt Russell On the End of Nation-States, das im Bulletin of Atomic Scientists veröffentlicht wurde:
„Es gibt nur einen Weg, wie große Kriege dauerhaft verhindert werden können, und das ist die Errichtung einer internationalen Regierung ... Es gibt eine andere Methode, mit der theoretisch der Frieden der Welt gesichert werden könnte, und das ist die Vorherrschaft einer Nation oder einer eng verbündeten Gruppe von Nationen. Mit dieser Methode sicherte Rom den Frieden des Mittelmeerraums für mehrere Jahrhunderte. Amerika in diesem Moment, wenn es kriegerisch und imperialistisch wäre, könnte der Rest der Welt zwingen, zu entwaffnen und ein weltweites Monopol der amerikanischen Streitkräfte zu errichten. Aber das Land hat keinen Wunsch nach solchen Unternehmen. Und in ein paar Jahren wird die Gelegenheit weg sein.
In naher Zukunft würde ein Weltkrieg, wie schrecklich er auch sein mag, wahrscheinlich im amerikanischen Sieg ohne die Zerstörung der Zivilisation in der westlichen Hemisphäre enden. Ein amerikanischer Sieg würde zweifellos zu einer Weltregierung unter der Hegemonie der Vereinigten Staaten führen, ein Ergebnis, das ich meinerseits mit Begeisterung begrüßen sollte. "
Unglaublicherweise forderte Russell im Jahr 1946, etwas mehr als ein Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, einen weiteren Weltkrieg, einen Krieg, der die letzten beiden Länder beenden würde, die die anglo-amerikanische globale Hegemonie, Russland und China bedrohten.
Der Grund, warum Russell erklärte, dass in ein paar Jahren die Gelegenheit weg sein würde, war in Bezug auf die Sowjetunion und China, die die Bombe bekam, bis zu dem zu diesem Zeitpunkt, dem großen strategischen Vorteil der Vereinigten Staaten mit scheinbar fast null Konsequenzen, dieses Fenster der "Chance" für einseitige kolossale Zerstörung verloren ging.
Aus diesem Grund schockierte Russell im November 1948, als er an einer Versammlung an der Westminster School sprach, seine Zuhörer, als er sich für einen präventiven Atomschlag gegen die Sowjetunion einsetzte. Er argumentierte, dass ein Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion unvermeidlich sei. Es wäre daher eine humanitäre Geste, mit einem Atomkrieg schnell und einseitig zu beginnen.
Am 29. August 1949 führte die Sowjetunion ihren ersten erfolgreichen Waffentest durch. Das sogenannte Fenster der „Chance“ ging für die Bildung einer schnellen, von Amerika geführten globalen Herrschaft verloren.
Die Sowjets hatten entdeckt, wie man eine Atombombe einige Jahre vor dem von der CIA prognostizierten Datum von 1953 schafft. Dieses Aufkommen war ein entmutigender für diejenigen, die ähnliche Hoffnungen wie Russell hatten, aber sie verstanden es nicht, da alle Hoffnung verloren war, sondern dass jetzt ein viel längeres Spiel gespielt werden müsste.
Der Erwerb der Atombombe durch die Sowjets wurde als Rechtfertigung für die Bildung eines militärisch-industriellen Komplexes innerhalb der Vereinigten Staaten verwendet.
Der Gemeinsame Geheimdienstausschuss legte eine Schätzung der Art der nuklearen Bedrohung durch die Sowjets vor. JIC-502 mit dem Titel „Implikationen des sowjetischen Besitzes von Atomwaffen“ und vom 20. Januar 1950 verfassten Anspruch darauf, dass die Sowjets, sobald sie 200 Atombomben hatten, einen Überraschungsangriff starten und die Vereinigten Staaten besiegen könnten.
Es war JIC-502, das als erstes eine Rechtfertigung für das präventive Erstschlagskonzept vorlegen würde, unterstützt durch eine massive militärische Aufrüstung unter dem Vorwand eines Präventivkriegs.
NSC-68 würde im selben Jahr entworfen werden und erklären, dass sich die USA im moralischen Äquivalent des Krieges mit der Sowjetunion befinden und eine massive militärische Aufrüstung bis 1954 als "Jahr der maximalen Gefahr" fordern, in dem JIC-502 behauptete, dass die Sowjets militärische Überlegenheit erreichen und in der Lage sein würden, Krieg gegen die USA zu führen. Dieser vorgeschlagene militärische Aufbau würde das Verteidigungsbudget von $ 10 Milliarden auf $ 40 Milliarden von 1950-53 erhöhen. (Wie wir jetzt wissen, beruhte diese Entscheidung nicht auf tatsächlichen Beobachtungen sowjetischer Fähigkeiten oder Absichten, denn mehr dazu geht es hier.)
In dieser Zeit wurde eine weitere Sicherheitsdoktrin mit dem Titel „NSC-75: Ein Bericht des Exekutivsekretärs für britische Militärverpflichtungen“ an den NSC verfasst. Der Bericht kam zu dem Schluss, dass, wenn das britische Empire zusammenbricht und Großbritannien diese Einsätze nicht mehr durchführen könnte, um die „freie Welt“ gegen die Sowjets zu verteidigen, die USA nicht in der Lage wären, ihre derzeitige Außenpolitik, einschließlich NSC-68, durchzuführen.
Es wurde daher in dem Bericht zu dem Schluss gekommen, dass es kostengünstiger wäre, Großbritannien bei der Rettung seines Imperiums zu helfen!
Wenn Sie sich jemals gefragt haben, warum die CIA ständig mit dem britischen Geheimdienst gepaart wurde, beginnend von ihrer Gründung, in einer Reihe von Staatsstreichen in Ländern, in denen sie keinen Grund hatten, dabei zu sein, wissen Sie jetzt warum.
Die USA waren von einer expliziten Mission zur Beendigung des Imperialismus weltweit unter Roosevelt zur aktiven Unterstützung und Aufrechterhaltung britischer Kolonien und Vasallenstaaten unter Truman übergegangen.
Caesar hatte seine Krone erhalten und das amerikanische Volk hatte keine Ahnung.
Ein Jahrhundert des Krieges
Als Folge dieser sehr dummen Entscheidung fanden sich die Vereinigten Staaten wieder, das Gebot des britischen Empire zu erfüllen, und es gab nach dem Zweiten Weltkrieg viel zu tun, um die britischen Interessen wieder zu sichern.
Sie sehen, ein Großteil der Welt hatte den Zweiten Weltkrieg als über die Souveränität der Nationalstaaten gegen die Tyrannei des Faschismus und des Imperiums verstanden. Schließlich wurden die Imperialisten und die Faschisten oft mit Verbindung in Hand gefunden, wie er mit Edward VIII. (obwohl er in seinen Ansichten nicht allein in der britischen Königsfamilie war), die Vichy-Regierung in Frankreich, König von Italien Victor Emmanuel III., der 1922 Benito Mussolini zum Premierminister ernannte (der Mussolini nur 1943 absetzte, als klar war, dass sie den Krieg verlieren würden) und das kaiserliche Japan unter Kaiser Hiroh.
Aus diesem Grund haben wir gesehen, dass die Imperialisten und die Faschisten vor dem Zweiten Weltkrieg vor dem Ende miteinander diskutierten, was die Nachkriegswelt bilden würde. Aus diesem Grund wären die Länder, die diese Grand Strategy nach dem Zweiten Weltkrieg überwachen wollten, eher die USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Japan als Roosevelts Wahl der USA, Russlands, Großbritanniens und Chinas.
Länder aus der ganzen Welt begannen sich jedoch gegen ihre kolonialen Unterdrücker zu erheben, sobald der Zweite Weltkrieg „erkämpft“ war. Denn sie verstanden, dass, wenn Freiheit und Souveränität für alle tatsächlich gewonnen hätten, es keinen weiteren Platz für die brutale Herrschaft des Kolonialismus gäbe. Schließlich hätten alle Länder das Recht auf Selbstbestimmung.
Ho Chi Minh, ein Roosevelt-Verbündeter, der während des Zweiten Weltkriegs gegen die japanischen faschistischen Imperialisten gekämpft hatte, unterzeichnete am 2. September 1945 die Unabhängigkeitserklärung für eine neue Nation, die Demokratische Republik Vietnam, mit den Worten:
"Ein Volk, das sich seit mehr als achtzig Jahren mutig gegen die französische Herrschaft gestellt hat, ein Volk, das in den letzten Jahren Seite an Seite mit den Alliierten gegen die Faschisten gekämpft hat - ein solches Volk muss frei und unabhängig sein."
Nach einem langen und schrecklichen Kampf gegen die rücksichtslosen japanischen Faschisten, mit Unterstützung während des Krieges aus den Vereinigten Staaten und China, war es die Hoffnung von Ho-Chi-Minh, dass Vietnam mit seiner neu gefundenen Unabhängigkeit von der Kolonialherrschaft zu seinen früheren Tagen des Friedens zurückkehren könnte.
Stattdessen würden die Franzosen wieder nach Vietnam einziehen, um ihr koloniales Vermögen wieder zu sichern. Als sich auch in Algerien die Funken der Revolution bildeten, einigten sich die Vereinigten Staaten darauf, nach Vietnam einzureisen, um die kolonialen Interessen Frankreichs zu unterstützen (mehr dazu hier).).
Es gab auch einen anderen Grund.
Im Entwurf des Memorandums vom Verteidigungsminister McNamara am 3. November 1965 an Präsident Johnson steht unter „Aktionskurse in Vietnam“:
„ Die Entscheidung vom Februar, Nordvietnam zu bombardieren, und die Genehmigung von Phase-I-Einsätzen im Juli sind nur dann sinnvoll, wenn sie eine langfristige Politik der Vereinigten Staaten zur Eindämmung des kommunistischen China unterstützen. China – wie Deutschland 1917, wie Deutschland im Westen und Japan im Osten in den späten 30er Jahren, und wie die UdSSR 1947 – droht als eine Großmacht, die unsere Bedeutung und Effektivität in der Welt zu untergraben droht und, noch entfernter, aber bedrohlicher, ganz Asien gegen uns zu organisieren ... Dieses Verständnis einer einfachen Sicherheitsbedrohung ist mit einer anderen Wahrnehmung verwoben, nämlich, dass wir unsere Sicht auf die Art und Weise haben, wie die USA sich bewegen sollten Unsere Ziele können nicht erreicht werden, und unsere Führungsrolle kann nicht gespielt werden, wenn eine mächtige und virulente Nation - ob Deutschland, Japan, Russland oder China - ihren Teil der Welt nach einer Philosophie organisieren darf, die unserer widerspricht. "
Eine Philosophie, die der anglo-amerikanischen Vorherrschaft entgegenwirkt, die es ist.
Bandung: Die Stimme des Volkes
Obwohl die Amerikaner von 1950 bis 1953 den Koreakrieg starteten und an einem Putsch neben dem britischen MI6 des iranischen Premierministers Mosaddegh teilnahmen und den anderthalbjährigen Kampf des Iran für Souveränität zum Entgleisen brachten, blieb ein Großteil der Welt immer noch hoffnungsvoll, dass die Vereinigten Staaten dem Ruf der Sirene zum Imperium noch nicht vollständig erlegen waren.
Aus diesem Grund fand die Bandung-Konferenz statt, eine Konferenz, von der Sie wahrscheinlich noch nie gehört haben, und bei der mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in ihrem Ruf nach dem Recht auf Selbstbestimmung vertreten war. Es war die Hoffnung dieser Länder, dass die Vereinigten Staaten dies unterstützen würden, denn sie verstanden, dass es ihnen unwahrscheinlich sei, dass sie in ihrem Widerstand gegen die Systeme des Imperiums ohne amerikanische Unterstützung erfolgreich sein würden.
Sie verstanden auch, dass die Gründungsprinzipien der Vereinigten Staaten für genau diese Sache waren, und es war ihre Hoffnung, dass sich die Amerikaner an ihre ursprüngliche Sache gegen das Imperium erinnern würden.
Die Bandung-Konferenz im April 1955 war die erste groß angelegte asiatisch-afrikanische Konferenz in der Geschichte, ihre fünf Organisatoren waren Indonesien, Indien, Sri Lanka (früher die britische Kolonie Ceylon), Myanmar (früher die britische Kolonie Burma) und Pakistan (alle frisch aus dem britischen und niederländischen Kolonialismus). Die Konferenz fand an sechs Tagen statt und fand in Bandung, West Java, Indonesien, statt. 29 Länder nahmen teil, die eine Gesamtbevölkerung von 1,5 Milliarden Menschen repräsentierten, 54% der Weltbevölkerung zu dieser Zeit.
Das erklärte Ziel der Konferenz war es, die afro-asiatische wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit zu fördern und sich dem Kolonialismus oder Neokolonialismus durch jede Nation zu widersetzen. Die Konferenz war ein wichtiger Schritt zur schließlichen Schaffung der Blockfreien Bewegung, die als Versuch diente, die polarisierte Welt des Kalten Krieges zwischen kommunistischen und kapitalistischen Staaten zu vermeiden. Auf der Grundlage der auf der Bandung-Konferenz 1955 vereinbarten Grundsätze wurde die Blockfreie Bewegung 1961 in Belgrad, Jugoslawien, durch eine Initiative des indischen Premierministers Jawaharlal Nehru, des ghanaischen Präsidenten Kwame Nkrumah, des indonesischen Präsidenten Sukarno, des ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser und des jugoslawischen Präsidenten Josip Broz Tito gegründet.
Alle diese Männer im obigen Bild waren gewählte Führer ihrer jeweiligen Länder, die Anhänger des amerikanischen Systems waren, und hatten immer noch große Hoffnung für die Vereinigten Staaten, zu ihren Wurzeln als antiimperialistische Kraft in der Welt zurückzukehren (für mehr dazu hier.)
Das war es, was den Geist der Bandung-Konferenz ausmachte, wie Sun Yat-sen, Chinas erster Präsident der Republik China, in seinem Buch A True Solution for the Chinese Question (1904) hervorrief:
„Die Rettung Chinas zu erarbeiten, ist ausschließlich die Pflicht unserer eigenen, aber da das Problem in letzter Zeit ein weltweites Interesse gefunden hat, müssen wir, um unseren Erfolg sicherzustellen ... insbesondere an die Menschen in den Vereinigten Staaten für Ihr Mitgefühl und Ihre Unterstützung, entweder moralisch oder materiell, ansprechen, weil Sie die Pioniere der westlichen Zivilisation in Japan sind: Weil wir beabsichtigen, unsere Regierung nach Ihrer zu modellieren; Vor allem, weil Sie der Verfechter der Freiheit und der Demokratie sind. Wir hoffen, viele Lafayettes unter euch zu finden.“
Und in seiner Abhandlung von 1919:
Im Rahmen der Eröffnungsrede auf der Bandung Conference (April 1955) sprach Präsident Sukarno (einer seiner führenden Organisatoren):
„Heute ist ein berühmtes Jubiläum in dieser Schlacht – gegen den Kolonialismus. Am 18. April 1775, vor nur 180 Jahren, fuhr Paul Revere um Mitternacht durch die Landschaft von Neuengland und warnte vor der Annäherung der britischen Truppen und vor der Eröffnung des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, dem ersten erfolgreichen antikolonialistischen Krieg in der Geschichte y. Über diese Mitternachtsfahrt schrieb der Dichter Longfellow:
„Ein Schrei des Trotzes und nicht der Angst,
„Eine Stimme in der Dunkelheit, ein Klopfen an der Tür,
„Und ein Wort, das für immer widerhallen wird...“
Ja, es wird für immer widerhallen. Der Kampf, der vor 180 Jahren begann, ist noch nicht ganz gewonnen.
Der Kolonialismus hat auch seine moderne Kleidung, in Form von wirtschaftlicher Kontrolle, intellektueller Kontrolle, tatsächlicher physischer Kontrolle durch eine kleine, aber fremde Gemeinschaft innerhalb einer Nation ... Es obliegt uns, besonders darauf zu achten, dass das Prinzip, das normalerweise als "Leben und Leben lassen" bezeichnet wird - Mark, ich sage nicht das Prinzip von Laisser-faire, Laisser-Passer, des Liberalismus, der veraltet ist - zuerst von uns angewendet wird
Im April 1954 kurz vor der Genfer Konferenz über Vietnam initiierte Zhou Enlai, Premierminister der Volksrepublik China, bilaterale Abkommen mit Indien (unter der Führung von Nehru) und mit Myanmar (unter der Führung von U Nu), das die Fünf Prinzipien der friedlichen Koexistenz etablierte. Diese Initiative von Zhou, Nehru und U Nu würde zu einem zentralen Konzept werden, das den Geist der Bandung motiviert.
Panchsheel oder fünf Prinzipien der Koexistenz waren eine neue Reihe von Prinzipien für die Führung internationaler Beziehungen, die die Bestrebungen aller Nationen widerspiegeln würden, gemeinsam in Frieden und Harmonie zu existieren und zu gedeihen. Es war ein friedliches Angebot als Alternative zur Kriegsdoktrin, die die Doktrin des Kalten Krieges kritisierte.
Die drei Prinzipien des Volkes von Sun Yat-sen und Das Nationale System der politischen Ökonomie von Friedrich List wurden beide der amerikanischen Systemökonomie abbildet.
Bandung Konferenz 1955.
Im Jahr 2005 veröffentlichte das indische Regierungsministerium eine Broschüre zum 50. Jahrestag von Panchsheel:
„ Die zeitlose Relevanz von Panchsheel basiert auf seinen festen Wurzeln in den kulturellen Traditionen seiner Urheber, zwei der ältesten Zivilisationen der Welt. Die Verbindung, die durch die Verbreitung des Buddhismus in China hergestellt wurde, legte die historische Grundlage für die Formulierung der Prinzipien von Panchsheel durch Indien und China.
Zum 50. Jahrestag von Panchsheel können wir ohne zu zögern sagen, dass seine Relevanz, wie sie in der Gemeinsamen Erklärung von 1954 verkörpert ist, heute so hell leuchtet wie zu der Zeit, als sie zum ersten Mal konzipiert wurde. Panchsheel wurde im Kontext einer postkolonialen Welt entwickelt, in der viele nach einer alternativen Ideologie suchten, die sich dem Frieden und der Entwicklung aller widmet.
Fünfzig Jahre später sucht die Welt jetzt nach einer Alternative zu den kontradiktorischen Konstrukten, die die Ära des Kalten Krieges dominierten. Die Länder auf der ganzen Welt konzentrieren sich darauf, erweiterte und sich gegenseitig unterstützende Vereinbarungen zu schaffen und versuchen, eine neue wirtschaftliche, soziale und politische Weltordnung im Kontext der Globalisierung, nicht-traditioneller Sicherheitsbedrohungen und des Strebens nach Multipolarisierung zu definieren.
Heute kann Panchsheel der Welt helfen, sich von den traditionellen Konzepten des Kräfteverhältnisses und der Sicherheit im Wettbewerb, der konsequenten Suche nach einem Feind und der Vorhersage von Aktivitäten zu Konflikten und nicht von Kooperationen zu entfernen.
...Was heute betont werden sollte, ist, dass die Prinzipien von Panchsheel nicht nur stärkende Prinzipien sind, sondern auch Leitprinzipien, die einen bestimmten Verhaltenskodex verankern. Ihr Wesen ist der Nichtgebrauch der Macht, der Ansatz der Toleranz, „das Leben zu leben, von anderen zu lernen, aber weder zu stören noch zu stören“ und die Verpflichtung, anderen zu tun, wie ihr es euch tun lassen würdet. Es mag nicht fehl am Platz in einer Welt sein, die nach moralischen Gewissheiten sucht, um diese Botschaft von Panchsheel zu betonen.
British Southeast Asia Command (SEAC) – auch bekannt als Save England’s Asian Colonies!
Bevor der Zweite Weltkrieg überhaupt vorbei war, gründete Churchill 1943 auf der Quebecer Konferenz ein britisches Südostasienkommando (SEAC) mit Hauptsitz in Kandy British Ceylon (heute Sri Lanka) mit Admiral. Louis Mountbatten im Kommando.
Was dies tat, war, die Südostasien zwischen General MacArthurs Pacific Command und Mountbattens SEAC zu spalten. Die Briten bekamen Burma (heute Myanmar) und Malaya (heute Malaysia) ihre früheren Kolonien, sowie Thailand, Singapur und Sumatra. Aber sie waren nicht zufrieden und setzten die Vereinigten Staaten weiterhin unter Druck, die britische Priorität bei der „Befreiung“ der gesamten Region zuzulassen.
Die Absicht der USA, der Gründung von SEAC zuzustimmen, war, dass die Briten eine größere Rolle bei der Niederlage der japanischen Faschisten in Birma übernehmen und damit eine südliche Route für die Nachschubversorgung nach China eröffnen würden, um bei ihrem Kampf gegen die japanischen Faschisten zu helfen.
Bis 1944 hatte Mountbatten diese Bemühungen jedoch erfolgreich sabotiert, so dass General Stilwell, Kommandeur der US-Streitkräfte in China-Burma-Indien, zu dem Schluss kam:
"Limey" ist ein amerikanischer abfälliger Spitzname für eine britische Person. Einige der amerikanischen Militärangehörigen scherzten, dass SEAC in Wahrheit für Save Englands asiatische Kolonien stehe.
24.01.2026
Das amerikanische System gegen das britische System: Ein historischer Überblick (II von II)
Dies war nicht weit von der Vorstellungskraft, wenn man bedenkt, dass der Leiter der britischen Geheimdienstoperationen in China John Keswick, der Vorsitzende von Jardine Matheson, einem wichtigen Akteur im Opiumhandel, der gegen seinen Willen auf China durchgesetzt wurde, was in Chinas Verlust der beiden Opiumkriege gegen Großbritannien gipfelte. Keswick und seine Spezialoperationen wurden 1942 aus China heraus bestellt.
General Wedemeyer, der ein Kommandeur der US-Armee war, der während des Zweiten Weltkriegs von Oktober 1943 bis zum Ende des Krieges in Asien diente, erkannte einen der Hauptgründe, warum die KPCh (Kommunistische Partei Chinas) und die Kuomintang nicht in der Lage waren, ein Bündnis gegen die Japaner zu bilden, war auf britische Sabotage und Beschimpfung zurückzuführen. Die Briten spielten das gleiche alte, alte imperiale Spiel, um das böse Blut aufzuflammen, das sich bereits zwischen den beiden Gruppen entwickelt hatte, das uralte Spiel der Kluft und der Eroberung. Die KPCh erkannte an, dass dies letztendlich zur Balkanisierung Chinas führen würde, wenn die Vereinigung Chinas gegen die japanischen Imperialisten nicht als oberste Priorität vor allem vorgeschlagen würde.
General Wedemeyer erklärte:
Das eigentliche Ziel dieser britischen Politik wurde in einem Artikel in der London Daily Mail vom Oktober 1945 enthüllt:
„Die antibritische Psychologie wurde von unserem amerikanischen Verbündeten nicht entmutigt. US-Propagandisten haben von Lanchow, dem Tor nach Tibet, bis zur Gobi-Wüste der Mongolei gearbeitet ... Ein großer Plan, den Jangtse zu dammen, der als "Yangtze Valley Authority" bekannt ist, wird einer der größten Ingenieurverträge der Neuzeit sein ... Ihre Geologen haben die alten Karawanenpfade an die Ränder Tibets und die wilden westlichen Stammesländer geschoben. "
Mit anderen Worten, die Briten hatten bereits vor über fünfzig Jahren die „Bedrohung“ eines unabhängigen Chinas identifiziert, das bereits große Industrieprojekte wie den Yangtze-Damm (jetzt fertiggestellt als Drei-Schluchten-Staudamm) und den Wiederaufbau der alten Seidenstraße (heute Zentrum der chinesischen Entwicklungspolitik unter dem Namen der Eurasischen Landbrücke) im Visier hatte. Und wie heute gibt es viel Druck für die USA, nicht mit China bei so großen Projekten zusammenzuarbeiten. Und wie heute betrachten Großbritannien und die USA den Gürtel und die Straße als Bedrohung für die westliche Hegemonie und sind sogar so weit gegangen, die BRI als Bedrohung für die nationale Sicherheit zu bezeichnen.
Projekte wie der Mekong River Basin Survey nach dem Vorbild der Tennessee Valley Authority, die jahrzehntelang zurückgestellt wurde oder bis heute nie gebaut wurde, wie der Kra Canal oder der Thai-Kanal, der den Golf von Thailand mit der Andamanensee über den Kra Isthmus im Süden Thailands verbinden würde. Es ist vorgesehen, dass ein solcher Kanal den Transport in der Region verbessern würde, ähnlich dem Panamakanal und dem Suezkanal, und damit den Lebensstandard und die Entwicklung in den umliegenden Gebieten erheblich erhöhen würde.
Dies enthüllt die wahre Absicht der Doktrin des Kalten Krieges, die bis heute anhält, dass die Bedrohung nie wirklich als Kommunismus betrachtet wurde, sondern vielmehr die Ursache des Nationalismus (für den die Kommunisten meistens unterstützt wurden), da die Industrialisierung unter dem Nationalismus als grundlegend für die Befreiung des Volkes gilt. Es ist die Befreiung eines Volkes und die Schaffung souveräner Nationalstaaten, die als wirklicher Feind eines Systems des Imperialismus gilt, das heute die Realität des westlichen Rahmens ist.
Solche Bemerkungen von General Stilwell und General Wedemeyer zeigen weiter, wie die amerikanische Außenpolitik vom britischen Außenpolitik nach dem Tod von Präsident Roosevelt entführt wurde.
Roosevelt starb am 12. April 1945. Zwei Woche später fand die erste Konferenz der Vereinten Nationen statt (25. April bis 26. Juni 1945).
Auf der ersten Konferenz der Vereinten Nationen sprach Lord Cranborne:
Mit Roosevelts Tod konnten die Briten den eher naiven Präsidenten Truman davon überzeugen, die Nachkriegsverantwortung für ganz Südostasien unter Mountbatten an die britische SEAC zu übertragen.
Die Briten (und in geringerem Maße die Franzosen und die Niederländer) bei der Rückeroberung ihrer ehemaligen Kolonien versprachen gute Absichten, um schließlich zu entkolonisieren, aber sobald sie ihre Macht militärisch etabliert hatten, lehnten sie ihre Versprechen ab. Die Rechtfertigung war, dass diese Kolonien zu schwach waren, um sich gegen die Ausbreitung des von Russland diktierten Kommunismus zu verteidigen.
Menschen wie Sukarno wurden über Nacht als Aberbinder des japanischen Faschismus kritisiert, sondern ein kommunistischer Sympathisant. Und so fanden sich ein Großteil Asiens und Afrikas auf ähnlich entwürdigte Weise wieder, sie durften nicht Individuen sein, um frei zu sein, ihr eigenes Schicksal aus etwas Neuem zu erschaffen. Sie waren nicht frei, ihre eigenen Ideen zu haben, ihre eigenen Denkschulen, sondern sie wurden als Kinder behandelt, ohne die Wahl zu haben, als die Ideologie des einen oder anderen Elternteils zu wählen. Dies war jedoch weitgehend westliche Heuchelei, wie die sehr dominante Präsenz des westlichen Imperialismus und der zunehmend heimlichen Kriegsführung so deutlich zu erkennen war.
Der Grund, warum so viele nationalistische Führer offen für die Zusammenarbeit mit den Kommunisten in ihrem Land waren, war, dass die Kommunisten auch für den Nationalismus und gegen den Imperialismus waren, und nichts kam der Ebene der Zerstörung, die auf militärischer und wirtschaftlicher Ebene vom westlichen Imperialismus stattfand, nahe an die Ebene der Zerstörung, die den industriellen Fortschritt zugunsten der Rückständigkeit eindämmte. Die Seite des westlichen Imperialismus war gleichbedeutend mit der Zustimmung zur ewigen Tyrannei durch Armut und Versklavung.
Deshalb setzten so viele Länder eine starke pro-amerikanische Stimmung fort, auch nach der Katastrophe des Koreakriegs, weil sie erkannten, dass die Wahl zwischen dem westlichen Imperialismus und dem sowjetischen Kommunismus ein künstliches Konstrukt war, und dass es eine sehr klare dritte Option gab, die des amerikanischen Wirtschaftssystems, das gegen Systeme des Imperialismus war. Wie wir jedoch gesehen haben, wurde diese pro-amerikanische, pro-roosevelt-Stimmung völlig ignoriert.
An der Kreuzung
Sind wir verpflichtet, Caesar die Krone zu geben? Ich bin mir nicht so sicher, dass es noch viel Liebe zur Freiheit und zum Streben nach Glück gibt, aber wir müssen uns daran erinnern, dass dies nie für ein paar wenige in der Sache der Freiheit war, sondern eher in der Freiheit für alle.
Wenn wir uns täuschen, in so etwas wie Freiheit für einige wenige zu glauben, und du denkst, dass du in so wenige Privilegierte einbezogen bist, achte darauf, für morgen, wer sagt, was deine Station sein soll?
Freiheit für einige wenige, ist in Wirklichkeit Freiheit für keine. Es ist die Annahme, von einem Cäsar regiert zu werden und sich mit den Krümeln der Freiheit zufrieden zu geben und somit überhaupt keine Freiheit zu haben. Wenn wir uns auf die Seite des Unterdrückers der Welt stellen, werden auch wir dabei konsumiert.
Und so werde ich mit Präsident Sukarnos weiteren Kommentaren in seiner Eröffnungsrede bei Bandung aufhören. Beachten Sie, denn die Welt wartet noch, werden die Vereinigten Staaten endlich aus ihrem Jahrhundert des Wahnsinns aufwachen und zu ihren Gründungsprinzipien zurückkehren?
„ Große Abgründe gähnen zwischen Nationen und Gruppen von Nationen. Unsere unglückliche Welt ist hin- und hergerissen, und die Völker aller Länder gehen in Angst, damit die Kriegshunde nicht umsonst wieder entkettet werden... Die Nationen Asiens und Afrikas können nicht, selbst wenn sie wollen, ihren Teil dazu beitragen, Lösungen für diese Probleme zu finden ... Wir haben schwere Verantwortung gegenüber uns selbst und der Welt und den noch ungeborenen Generationen.
"Wir leben in einer Welt der Angst ... Vielleicht ist diese Angst eine größere Gefahr als die Gefahr selbst." [Präsident Roosevelt]
... Denken Sie an die Worte eines der größten Söhne Asiens [Sun Yat-sen]: "Zu sprechen ist einfach. Handeln ist schwer. Zu verstehen ist am schwierigsten. Wenn man es einmal versteht, ist das Handeln einfach.“
Der höchste Zweck des Menschen ist die Befreiung des Menschen von seinen Banden der Angst, seine Bande der menschlichen Erniedrigung, seine Bande der Armut – die Befreiung des Menschen von den physischen, geistigen und intellektuellen Bindungen, die die Entwicklung der Mehrheit der Menschheit zu lange verkümmert haben. Und erinnern wir uns daran, Schwestern und Brüder, dass wir Asiaten und Afrikaner um all dessen willen vereint sein müssen.
– Auszug aus der Eröffnungsrede von Präsident Sukarno auf der Bandung Conference
Für eine größere Darstellung der Irrtümer des Wirtschaftsprogramms von Keynes und seiner ideologischen Opposition gegen Franklin Roosevelt, Klicken Sie hier.
[ Teil 2 Ich werde heute über die asiatisch-afrikanische Orientierung diskutieren und wie dies mit Anglo-Amerika zusammenhängt.]
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
24.01.2026
Gabriele Gysi zur Rechts-Links Diskussion
aus e-mail von Doris Pumphrey, 24. Januar 2026, 14:42 Uhr
_RTDE 23.01.2026
_*Gabriele Gysi: "Die aktuelle Rechts-links-Diskussion schafft ein
Verkehrschaos der Begriffe"
*Gabriele Gysi erklärt ihre Sicht auf die Links-rechts-Debatte: Die
Linke sei nicht mehr links. Sie habe jeglichen Klassenstandpunkt
aufgegeben und den Internationalismus dem globalen Verwertungsanspruch
des Kapitals untergeordnet. Zudem dürfe man jemanden nicht nur deshalb
als "rechts" verorten, weil er national orientiert sei.
/Von Felicitas Rabe /
Im Interview mit /RT DE/ spricht die Schauspielerin und Regisseurin
Gabriele Gysi über ihre Sicht auf die Links-rechts-Debatte in
Deutschland. Sie erläutert Hintergründe der heutigen Verwirrung
politisch linker und rechter Positionen. Unterschiedliche Bildung trage
ebenso zur Verwirrung bei wie fehlende klare Definitionen von für den
Diskurs entscheidenden Begriffen. Gysi wirft auch einen Blick auf das
andere Bewusstsein der Ostdeutschen im Verhältnis zu Menschen in
Westdeutschland – das in den politischen Kämpfen der letzten Jahre
zutage tritt.
Ihr Fazit zu dieser Frage: Der Russe war's. Warum das so ist, erklärte
Frau Gysi am 14. Januar in Berlin im Gespräch mit Felicitas Rabe. Im
Interview bezog sie sich auch auf ihr neues Buch "Die Nacht, als
Soldaten Verkehrspolizisten wurden".
*(…)
*Angesichts der gegenwärtig verbreiten Russophobie muss man eine
beängstigende kulturelle und soziologische Geschichtsvergessenheit der,
nach dem Zweiten Weltkrieg Geborenen, konstatieren. Im Moment wird
deshalb "Links-Sein" meist im eigenen Gefühl verortet und als Lifestyle
gepredigt.
/RT DE: Wie wirkt sich dieser linke Lifestyle aktuell auf linke Politik
aus? /
Gabriele Gysi: Nehmen wir zum Beispiel die Debatte über
Migrationsbewegungen. Aus meiner Sicht werden Menschen, die durch Not,
Kriege und Wunschträume motiviert sind, um den Erdball gejagt. Dabei
handelt es sich um eine vom Kapital erzeugte Reservearmee von
Arbeitslosen, die in Europa den Wert der Ware Arbeitskraft nach unten
drücken. Auf diese Weise werden faktisch die Kämpfe und Errungenschaften
der Arbeiterklasse der letzten 200 Jahre zunichtegemacht.
Zuvor gut bezahlte Postbeamte und im gesamtgesellschaftlichen nationalen
Kontext geachtete Menschen werden nun durch Billiglöhner aus aller Welt
ersetzt – quasi ohne Rechte gegenüber ihren Arbeitgebern. Das ist es,
was Migration bedeutet! Wo bleibt denn hier die Linke mit ihrer Stimme
gegen solch einen Raubzug des Kapitals, der mittels Migrationsbewegungen
in den europäischen Gesellschaften veranstaltet wird? Für den eigenen
globalen Machtanspruch reißt das Kapital alle nationalen Grenzen ein,
die die Herrschaft des reaktionärsten Teils des Finanzkapitals behindern.
In westlichen Gesellschaften ist Links-Sein mit einer ablehnenden
Haltung zu gesellschaftlichen Traditionen verbunden. Solch Linke
vertreten ihren intellektuellen Herrschaftsanspruch mit einer
Überheblichkeit, als seien sie der Mittelpunkt der Welt. Sie stellen ihr
Ich ins Zentrum, als seien sie der Maßstab für alle Gesellschaften. Was
ist das für eine Provenzialisierung einst linker Traditionen.
Theoretisch gesprochen, ist die Linke nicht mehr links, weil sie
jegliche Form des Klassenstandpunkts aufgegeben hat, weil sie
Internationalismus dem globalen Verwertungsanspruch des Kapitals
unterordnet und im Kampf gegen nationale Bezüge und Forderungen globale
US-amerikanische Herrschaft legitimiert und unterstützt.
Tatsächlich setzt Internationalismus aber Nationalismen mit jeweils
eigener Geschichte, Kultur, Sprache und Erinnerung voraus. Das ist
tragisch, weil die Linke ihre Wirkung im medialen Schaukampf erschöpft
und die wirklichen Verteilungskämpfe nicht mehr zur Kenntnis nimmt.
Somit ist die Linke nicht mehr in der Lage, den Kulturkampf zwischen
sogenannten "Anywheres" und "Somewheres" zu verstehen. Nach der
Beschreibung des englischen Schriftstellers David Goodhart sind es junge
Menschen mit akademischen Hintergrund und urbanem Lifestyle, sogenannte
"Anywheres", die quasi traditions- und heimatlos in allen Großstädten
der Welt leben und für sich und ihren Lebensstil allgemeine Gültigkeit
fordern.
Als sogenannte "Somewheres" bezeichnet Goodhart die am Ort gebundenen
arbeitenden Bevölkerungsschichten, die nach wie vor die Grundlagen des
menschlichen Überlebens sichern.
Man könnte sagen, die Lifestyle-Linken, die als "Anywheres" um die Welt
ziehen, vertreten die Interessen des globalen Finanzkapitals. Denn sie
beteiligen sich, genau wie die Denkfabriken oder die großen
Geldverwalter wie BlackRock und andere, am Einreißen nationaler
Hegemonien zugunsten eines globalen Allmachtanspruchs.
Mittels einer etablierten Klimadoktrin fordern sie, direkt oder
indirekt, das Aufgeben jeglicher unterschiedlicher gesellschaftlicher
Traditionen. Den vorherigen Generationen werden die Zerstörungen des
Planeten angelastet und keinerlei ihrer Leistungen anerkannt. Sie
löschen jeglichen Anspruch der älteren Generation auf Respekt vor ihrer
Erfahrung und vor einer gewachsenen Kultur in der Geschichte ihrer
jeweiligen Herkunftsgesellschaften.
Gleichzeitig würde ich die heute als rechts beschriebenen "Rechten"
nicht mehr als rechts verorten, nur weil sie national orientiert sind.
Diese setzen sich für den Schutz des Mittelstands ein und beziehen
Stellung gegen die globale Vorherrschaft des Finanzkapitals.
/RT DE: Wie kann man dann überhaupt noch die rechte und linke Positionen
verstehen?/
Gabriele Gysi: Die aktuelle Rechts-links-Diskussion schafft ein
Verkehrschaos der Begriffe. Was rechts ist und was links ist, wird quasi
beliebig je nach Standpunkt verstanden und bewertet. Die
Rechts-links-Einordnung entgleist damit genauso wie das Verständnis der
Begriffe Populismus, Diktatur und Demokratie in allgemeinen
begrifflichen Verkehrsunfällen.
Insofern helfen uns diese Begriffe bei der Einordnung der politischen
und gesellschaftlichen Situation heute nicht mehr weiter. Wenn die Linke
das Großkapital stützt, wenn die mittelständischen Unternehmer gegen das
Großkapital antreten und Traditionen verteidigen gegen einen asozialen
Anspruch der Zentralisierung – wer ist dann links und wer ist dann rechts?
Wenn die aktuelle Emanzipationsbewegung der Frauen – unter Ausblendung
aller realen historischen Kämpfe für die Gleichheit der Frauen von den
Suffragetten bis zur Oktoberrevolution – sich heute auf das Erlangen
eigener Privilegien reduziert, wie heuchlerisch ist so eine
Frauenbewegung dann geworden? Wenn Regime-Changes zur Unterwerfung unter
US-amerikanische Gesetze als Freiheitskämpfe bezeichnet werden, was ist
dann an solchen Freiheitskämpfen links oder gar freiheitlich?
/RT DE: Wie ist es zu dieser geistigen Verwirrung gekommen?/
Gabriele Gysi: Es gibt viele Wege ins Chaos. In meinem Buch "Die Nacht,
als Soldaten Verkehrspolizisten wurden" versuche ich zu verstehen, wie
die große Unterwerfung am 9. November 1989 begann.
Aber wie kann und soll man sich als Zuschauer der Geopolitik in Bezug
auf die politischen Entscheidungen, die sich ganz konkret auf unser
Leben auswirken, noch orientieren? Wie verantwortungslos werden wir
Menschen, wenn uns alle historischen und kulturellen Bezüge als
inakzeptabel entzogen werden? Welche Allmachtsphantasien werden uns in
dieser Situation angeboten, damit wir die eigene Ohnmacht nicht zur
Kenntnis nehmen?
/RT DE: Welche Unterschiede nehmen Sie hinsichtlich aktueller
politischer Haltungen zwischen Ostdeutschen und Westdeutschen wahr?/
Gabriele Gysi: Ich fragte mich beim Schreiben des Buches, wie sich bei
den Ostdeutschen im Verhältnis zu den Westdeutschen ein anderes
Disqualifizierung von Ostdeutschen in politischen Debatten seit der
Maueröffnung 1989. Ich kam zu dem Schluss: "Der Russe war's." Die
Sowjetische Besatzungsmacht in Deutschland hat die deutsche Bevölkerung
als Träger, der in Russland geschätzten deutschen Kultur begriffen.
Zudem haben sie die deutsche Bevölkerung als unter den Zerstörungen des
Krieges leidend wahrgenommen.
Für die sowjetische Besatzungsmacht waren die Feinde die Nazis und nicht
die deutsche Bevölkerung. Im Gegensatz dazu hatte die US-amerikanischen
Besatzungsmacht die deutsche Bevölkerung als schuldig begriffen, während
führende Nazis in die neuen Verwaltungsstrukturen integriert wurden.
Was können wir Zuschauer der Weltgeschichte tun? Wir müssen uns auf die
eigenen Beobachtungen verlassen. Die kognitive Kriegsführung wird uns
nicht weiterhelfen, eher die Fähigkeit zur Empathie in jedem einzelnen
Mittelpunkt!
/In ihrem neuen Buch "Die Nacht, als Soldaten Verkehrspolizisten wurden"
wirft die Berliner Schauspielerin und Regisseurin Gabriele Gysiausgehend
vom 9. November 1989 einen Blick auf die deutsche Nachkriegsgeschichte.
Nach ihrer Ansicht könne es eine wirkliche Wiedervereinigung erst geben,
wenn eine deutsche Nachkriegsgeschichte zweier gegensätzlicher deutscher
Nachkriegsstaaten im Bezug aufeinander erzählt wird und die Rolle der
jeweiligen Besatzungsmächte mit einbezogen wird. Das Buch erschien im
September 2025 im Westend Verlag. /
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
24.01.2026
Paul Robeson -Stimme seiner Klasse
aus e-mail von Doris Pumphrey, 24. Januar 2026, 14:42 Uhr
Schriftsteller muss sich jetzt entscheiden, wo er steht. Er hat keine
Alternative. Der Künstler muss Partei ergreifen. Er muss sich
entscheiden, ob er für die Freiheit oder für die Sklavenhalter kämpfen
will.“ Robeson trat nicht nur zu Solidaritätskonzerten wie an
Weihnachten 1937 in der Londoner Albert Hall auf, sondern beschloss,
selbst nach Spanien zu reisen und seinen Beitrag zu leisten. Paul
Robeson sang in Barcelona, Benicasim, Albacete, Tarragona und im von den
Faschisten belagerten Madrid. Er sang in Feldlagern, Gräben, Lazaretten.
Auf dem Höhepunkt seiner Popularität war Paul Robeson endgültig zum
Kommunisten geworden – obwohl er nie einer Kommunistischen Partei
beitrat. Er spielte für Gewerkschaften, bei Arbeitskämpfen, und er
nutzte seine Konzerte, um sich zum Beispiel für die Freiheit von Earl
Browder, dem Generalsekretär der Kommunistischen Partei der USA,
einzusetzen, der wegen eines angeblichen Verstoßes gegen das Passgesetz
zu vier Jahren Haft verurteilt worden war. Er war Mitglied in
Organisationen wie der zur Hilfe für China, zur Unterstützung
antifaschistischer Flüchtlinge und natürlich des von ihm selbst
gegründeten „Rates für afrikanische Angelegenheiten“. Der Zweite
Weltkrieg war noch nicht vorbei, der Kalte Krieg noch nicht da, da
wetzte J. Edgar Hoover bereits seine Messer gegen den populären
Künstler. Am 7. Oktober 1946 musste Robeson dann das erste von vielen
Malen vor dem „Komitee über unamerikanische Tätigkeiten“ aussagen.
Die Hexenjagd gegen Kommunistinnen und Kommunisten nahm in den USA an
Fahrt auf, als Paul Robeson beschloss, den kommerziellen Konzerten den
Rücken zu kehren. Und er tat das mit einem Paukenschlag. Ausgerechnet in
Salt Lake City beendete er sein Konzert im März 1947 mit der Ballade
über Joe Hill, jenen Arbeiterführer, der in der gleichen Stadt 32 Jahre
zuvor in einem der größten Justizskandale der USA unschuldig zum Tode
verurteilt und hingerichtet worden war. Im Publikum saßen die
Kupferminenbosse (beziehungsweise ihre Erben), die die Verurteilung von
Joe Hill eingefädelt hatten, mit regungslosen Mienen. Doch der Applaus
war ohrenbetäubend, denn ebenfalls anwesend waren die Gewerkschafter
(oder ihre Söhne), die mit Massenprotesten versucht hatten, den Mord an
Joe Hill zu verhindern. Genau vor diesem Publikum machte Robeson seine
Ansage, dass er sich der politischen Zensur nicht mehr zu unterwerfen
gedenke: „Ich ziehe mich hier und heute von der Konzertarbeit zurück.
Künftig werde ich für meine Freunde aus der Gewerkschaftsbewegung
singen, mit anderen Worten, nur bei Versammlungen, bei denen ich singen
kann, was ich will.“
FBI, Medien und Politik verstärkten ihre Hexenjagd, Robeson seine
politische Arbeit. Im April 1949 nahm er am Kongress der
Weltfriedenskräfte in Paris teil, mit Picasso, Neruda, Aragon und 2.000
Delegierten aus 60 Ländern der Welt. Dort besiegelte er aus Sicht der
USA sein Schicksal endgültig. Im Namen seines Volkes und aller
unterdrückten Völker erklärte er dort, es sei unvorstellbar, dass die
Schwarzen in Amerika für jene, die sie seit Generationen entrechten,
gegen die Sowjetunion in den Krieg ziehen – dem Land, das im Laufe nur
einer Generation „in unserem Volk das Bewusstsein seiner Würde geweckt
hat“. Danach galt er den USA als zur Strecke zu bringender Verräter.
Dass dazu nicht nur der Entzug bürgerlicher Freiheiten und des
kommerziellen Erfolges gehörten, zeigte sich spätestens in Peekskill.
In Peekskill hatte Robeson bereits drei Open-Air-Konzerte bestritten, am
27. August 1949 sollte ein weiteres stattfinden. Doch die
antikommunistische Hetze gegen Robeson zeigte Wirkung: Hunderte von
Gegendemonstranten, zum Teil organisiert von der Veteranenorganisation
American Legion, blockierten das Gelände, bedrohten anreisende
Konzertbesucher und hängten eine Puppe mit dem Schild „Robeson“ um den
Hals an einen Galgen – die Polizei griff nicht ein. Robeson ließ sich
nicht kleinkriegen. Das Konzert wurde verlegt, auf ein freies Feld nur
wenige Kilometer entfernt, am Nachmittag des 4. September. Doch die
Robeson-Hasser ließen nicht locker: Auf den Hügeln um die Bühne hatten
sich Scharfschützen positioniert, bereit zum Mord. Robeson wurde, eng
umringt von 15 Menschen, zur Bühne gebracht, legte in seiner berühmten
Geste die Hand ans Ohr und begann, „Let my people go“ zu singen. Die
Scharfschützen bekamen ihn nicht zu Gesicht.
Gleich nach dem Konzert wurde Robeson in ein Auto gebracht, in dem er
sich auf den Boden legen musste. In tumultartigen Szenen wurden
abreisende Konzertbesucher aus ihren Autos gezerrt, verprügelt, die
Autos angezündet – und die Polizei mischte mit.
Für Robeson folgte der absolute Boykott. Zeitungen schmähten ihn, seine
Platten verschwanden aus den Verkaufsregalen, Konzerte wurden abgesagt,
Filmangebote blieben aus – auch finanziell ein harter Schlag. Dazu wurde
ihm der Reisepass entzogen. Doch Robeson gab nie auf. „Ich werde meine
Stimme überall dorthin tragen, wo es Leute gibt, die die Melodie der
Freiheit oder Worte hören wollen, die ihnen angesichts der Verzweiflung
und der Angst Hoffnung und Mut geben.“ Vor seinem Passentzug hatte er
für den Kongress des Weltfriedensrats, in dem er selbstverständlich
Mitglied war, gesungen. In den USA gefangen, gab er Konzerte per
Telefon, in der Londoner St. Pancras Town Hall und für walisische
Bergarbeiter. Als er noch nicht einmal mehr nach Kanada reisen durfte
(was US-Bürgern eigentlich auch ohne Pass erlaubt ist), bauten die
Veranstalter kurzerhand auf der US-Seite der Grenze ein kleines Podium
auf – und auf der kanadischen gigantische Lautsprecher. 30.000 Menschen
hörten dort seine Stimme. Auch politisch war Paul Robeson nicht
kleinzukriegen, er sprach vor der Konferenz von Bandung – per
Tonbandaufnahme, einen Pass hatte er immer noch nicht.
Auch wenn er in den folgenden Jahren Siege erringen konnte und unter
anderem seine Reisefreiheit zurückerhielt, die DDR besuchen und auf
verschiedenen Pressefesten Kommunistischer Parteien auftreten konnte,
forderte die Hexenjagd ihren Tribut. Paul Robeson erkrankte an
Depressionen, es folgten mehrere Suizidversuche und
Krankenhausaufenthalte in unterschiedlichen Ländern. Auch wenn er
weiterhin politisch und künstlerisch aktiv blieb, sollte er sich nie
wieder ganz erholen.
Am 23. Januar 1976 verließ Paul Robeson die Bühne für immer. Seine
Stimme und sein Kampf für eine gerechte Welt aber sind unsterblich.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Die EU hat weitere Zugeständnisse an US-Präsident Trump angekündigt – diesmal in Grönland. Zudem lässt sie ihm freie Hand bei den Friedensgesprächen mit Russland – in Abu Dhabi glänzen die EUropäer durch Abwesenheit.
War was? Beim Sondergipfel in Brüssel beschworen die EUropäer zwar ihre “Unabhängigkeit”. Nach dem Trump-Schock könne man nicht weitermachen wie bisher.
Doch statt wenigstens eine Drohkulisse aufzuzeigen, kam die EU Trump weiter entgegen. So kündigte Parlamentspräsidentin Metsola an, das gerade blockierte Handelsabkommen mit den USA doch wieder freigeben zu wollen.
Damit würde der unfaire Deal, den Kommissionschefin von der Leyen ausgehandelt hat, umgesetzt – als wenn nicht gewesen wäre: Zollfreiheit für US-Unternehmen, aber 15 Prozent US-Zölle für europäische Exporte.
Von der Leyen ging erneut auf Trump zu und kündigte ein “umfassendes Investitionspaket” für Grönland an. Die EU werde ihre Aufrüstung auch für arktistaugliche Ausrüstung wie einen europäischen Eisbrecher einsetzen.
Ein Mitspracherecht bei den von Trump angekündigten Verhandlungen über ein “Rahmenabkommen” für die Arktis forderte sie nicht. Die EU zahlt, darf aber nicht mitreden.
Dasselbe gilt für die Ukraine. EUropa zahlt, ist bei den neuen Friedensgesprächen mit Russland in Abu Dhabi aber nicht dabei. Auch damit macht sie sich von Trump abhängig…
Klingt fast schon filmreif: Der Eisbrecher „von der Leyen“ patrouilliert vor der grönländischen Küste, während die „MS Fu Manchu“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Fu_Manchu) und die „Potemkin“ auf eine Gelegenheit warten, auf Grönland seltene Erden zu stibitzen.
Wenn Trump behaupten würde, Kanada müsse US-Bundesstaat werden, um eine Übernahme durch die Marsmenschen zu verhindern, würde die EU sicher Geld in Musks Marsexpedition stecken, um das Problem an der Wurzel zu bekämpfen.
Die EU entwickelt sich von der Tragödie zur Farce: Jedes noch so seltsame Narrativ, mit dem Trump seine Expansionsgelüste erklärt, wird akzeptiert und durch Maßnahmen, die zum jeweiligen Narrativ passen, zur glaubhaften Begründung geadelt.
Ich bleibe dabei: Die US-Dienste haben all den Dreck, den die EUropäischen Politiker an ihren Stecken haben, zur jederzeitigen Veröffentlichung auf ihren Servern… – anders kann ich mir das zerstörerische Verhalten unserer “Vertreter” eigentlich nicht erklären!
Das ist auch mein Verdacht. Auch wenn ich Schwierigkeiten habe, mir das für ALLE Politiker EUropas vorzustellen, die in der bekannten Weise gegen die Interessen der EU und ihrer eigenen Länder entscheiden und handeln.
Vielleicht genügt es, wenn die jeweiligen Platzhirsche der unterschiedlichen Parteiverbünde und Obermotzer der verschiedenen Gremien der EU genug US-bekannten Dreck unter ihren Teppichen gestapelt haben. Den Rest erledigt dann der systemeigene Gruppendruck, genannt „Parteidisziplin“.
Doch, wenn man lange genug in wirklich allem, was jemals irgendwo digital geäussert oder auch nur abgespeichert wurde, sucht, wird man auch bei allen irgend etwas finden, dass die politische Karriere kosten oder zumindest massiv behindern könnte, da bin ich sicher!
Seit Snowdens Einblicken in diese Dienste sollten da keine Zweifel bestehen, dass dort wirklich alles irgendwie nützliche gesammelt wird!
Michael 23. Januar 2026 @
17:12
Ich bin gerührt: die EU „lässt“ Trump mit Moskau verhandeln“! Als ob die EU irgendetwas zu sagen hätte!
Wer will, dass zumindest das fürchterliche Töten aufhört, sollte sich über jeden Tag freuen, an dem die Europäer nicht an den Verhandlungen teilnehmen!
Wahrscheinlich wird kurz vor einem Ergebnis wieder irgendein Hansel aus der EU hinfliegen, um es zu sabottieren… das kennen wir ja schon aus Istanbul.
Erneuerung 23. Januar 2026 @
14:09
Die EU ist ein Sammelsurium von überbezahlten, aber unterbemittelten Schauspielern. Da reicht es, wenn der Oberschauspieler in Abu Dhabi dabei ist, um den Rest des europäischen Vermögens zu verbraten. Glaubwürdigkeit, Vertragstreue und sonstige Eigenschaften, die man von entwickelten Menschen erwarten könnte, sind eh nicht mehr vorhanden, wozu also Europäer in Abu Dhabi, eine Adresse für Rechnungen reicht aus.
Die EU ist für die USA 1) eine Cashcow mit Stockholm-Syndrom, 2) eine geopolitische und wirtschaftliche Rivalin und 3) im Übrigen ein lästiges Störgeräusch. Um die USA für den wachsenden Frust mit der EU zu entschädigen, werden die Kosten für den NATO-Schutz immer höher. Die dumme EU unter deutscher Führung zahlt jeden Preis. Trump ist Trump. Wer nach Missbrauch schreit, bekommt M
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
24.01.2026
Nachrichten von Pressenza: Mehrdimensionale Demokratie: Ein Heilmittel gegen Korruption und Grundlage „guter Regierungsführung“
Mehrdimensionale Demokratie: Ein Heilmittel gegen Korruption und Grundlage „guter Regierungsführung“
Wenn von „guter Regierungsführung“ die Rede ist, betrachten sowohl Kritiker als auch Befürworter dieses Thema meist unter seinen formalen Aspekten. Das heißt, die Frage wird beurteilt, indem der Fokus auf diejenigen gelegt wird, die derzeit zentrale Entscheidungspositionen in Exekutive, Legislative…
Repression gegen Menschenrechtlerin: Aminetu Haidar darf Westsahara nicht verlassen
Die sahrauische Menschenrechtsaktivistin Aminetu Haidar verurteilte die Tatsache, dass die marokkanischen Behörden sie daran gehindert hätten, die besetzte Westsahara zu verlassen. Wie sie selbst in den sozialen Netzwerken öffentlich bekannt gab, hat sie geäußert: „Die marokkanische Polizei hindert mich am…
Mark Carney in Davos: «Nicht um Trumps Gunst betteln»
«Hören Sie auf, von ‹regelbasierter internationaler Ordnung› zu reden. Sie kommt nicht zurück», erklärte Kanadas Premierminister. upg für die Online-Zeitung INFOsperber upg. Die britische «BBC» nannte Carneys Appell am WEF die bisher eindrücklichste Rede. Ohne den Namen Trump zu erwähnen,…
Stimmen zu Rojava – Brief an die politische Linke – internationale Solidarität und Spenden – gegen das Roulette von Imperialisten, Diktatoren und Faschisten
Von Peter Vlatten Brief an die politische Linke, Civan Akbulut Ich wende mich an euch angesichts der akut eskalierenden Situation in Rojava. In Rojava greifen Kräfte des syrischen Regimes gemeinsam mit jihadistischen Milizen die Selbstverwaltung und die Demokratischen Kräfte Syriens…
Pustekuchen: Humanismus und Demokratie – die elende Bürde mit der Würde
„Humanistisch müsst’ ma sei“, könnt‘ meine Omi Glimbzsch aus Zittau sagen. Sie wär‘ dabei gewesen vor 120 Jahren beim Streik der Textilarbeiterinnen 1903 im sächsischen Crimmitschau. 8.000 Menschen – vor allem Frauen – streikten fünf Monate! Das mach mal nach.…
Militärstützpunkte als Beweis: New York Times lügt über Grönland
Dies war eine Schlagzeile in der New York Times am Dienstag: „Mit Drohungen an Grönland bringt Trump Amerika in Position für Eroberung: Nach einem Jahrhundert des Verteidigens anderer Länder gegen ausländische Aggressionen haben sich die Vereinigten Staaten nun als imperiale…
Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
23.01.2026
nachdenkseiten.de, 23. Januar 2026 um 10:00 Ein Artikel von Shir Hever
Was wird aus Israel? Unser Gastautor Shir Hever berichtet in diesem Artikel über den Zustand des Landes und gibt eine Übersicht über die verheerenden wirtschaftlichen und psychischen Folgen des Krieges auch für die eigene Bevölkerung – von „Super-Sparta“, dem Zerbrechen der eigenen Erzählung, über Drogensucht bis zur massiven Auswanderung. Aus dem Englischen übersetzt von Maike Gosch.
Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.
Am 7. Oktober 2023 begannen viele Israelis, davon zu sprechen, dass der Staat Israel „verschwunden“ sei. Diese Aussage bezog sich zunächst auf das Versagen des Militärs, rechtzeitig zu reagieren und seine Bürger zu schützen. Professor Moshe Zimmermann kommentierte in einem ausführlichen Interview, dass der Staat Israel von der zionistischen Bewegung gegründet worden sei, um einen sicheren Hafen für Juden weltweit zu schaffen, und dass der Angriff vom 7. Oktober daher das Ende des zionistischen Projekts bedeutete.
Aber anstatt zusammenzubrechen, stellte der Staat Israel auf Kriegswirtschaft um, leitete Ressourcen in das Militär und kaufte Waffen im Wert von mehreren zehn Milliarden Dollar. In seiner Rede am 15. September 2025 bezeichnete Benjamin Netanjahu diesen Prozess als die Entwicklung Israels zu einem „Super-Sparta” – isoliert, autark, militaristisch. Seine Rede löste in Israel Panik aus und die Börse brach ein. Am nächsten Tag ruderte Netanjahu zurück. Doch unabhängig davon, ob man es „Sparta” nennt oder nicht, die Fakten vor Ort sind klar:
Das Sozialsystem Israels ist ausgehöhlt, und der Lebensstandard ist gesunken.
Wirtschaftlicher Zusammenbruch und Vertreibung
Der Krieg hat der israelischen Wirtschaft schwer zugesetzt. Innerhalb der ersten neun Monate des Krieges gingen 46.000 Unternehmen in Konkurs. Eine Viertelmillion Israelis wurden aus ihren Häusern und Arbeitsplätzen in der Nähe von Gaza und der nördlichen Grenze von der Regierung evakuiert. Reservisten, die lange Zeit in Gaza gedient hatten, schieden praktisch aus dem Erwerbsleben aus. Eine Umfrage des israelischen Zentralamts für Statistik ergab, dass 40 Prozent der Israelis im Alter von 20 Jahren und älter ihre Lebenshaltungskosten mit ihrem Einkommen nicht decken konnten und ihre Schulden jeden Monat weiter erhöhen mussten.
Die wegen des Kriegs intern aus den Gebieten nahe Gaza und im Norden des Landes evakuierten israelischen Bürger gerieten in eine unmögliche Situation. Sie erhielten Hotelzimmer – israelische Hotels standen ohnehin leer, da der Tourismus zum Erliegen gekommen war –, die jedoch weit von ihren Arbeitsplätzen entfernt waren, und ihre Kinder wurden aus den Schulen genommen. Da es keinen klaren Zeitplan für ihre Rückkehr gab, war es fast unmöglich, neue Arbeitsplätze zu finden oder sich an die neuen Bedingungen anzupassen. Wer sich entschloss, Israel zu verlassen, riskierte, staatliche Unterstützung und mögliche Entschädigungen für den Verlust seines Zuhauses zu verlieren. Einige gaben dennoch auf. Andere kehrten vorzeitig in ihre Häuser in meist verlassenen Kibbuzim oder Dörfern zurück. Große Teile der Öffentlichkeit warfen der Regierung vor, sich nicht um die vertriebenen Gemeinschaften zu kümmern und ihr Wohlergehen freiwilligen Organisationen der Zivilgesellschaft zu überlassen.
Der zwölftägige Krieg mit dem Iran im Juni war auch für den Immobiliensektor in Israel äußerst zerstörerisch, da hierdurch Tausende von Gebäuden beschädigt oder zerstört wurden. Bis Januar 2026 hatte der Ausschuss, der zur Erörterung des Wiederaufbaus dieser Gebäude eingerichtet worden war, seine Arbeit immer noch nicht aufgenommen, weil die Regierung es nicht geschafft hatte, einen Vorsitzenden zu ernennen.
Die Krise im Gesundheitswesen
Das israelische Gesundheitssystem wurde schwer getroffen, insbesondere der Bereich der psychischen Gesundheit. Tausende verletzte Soldaten erhielten vorrangig Behandlung auf Kosten der Allgemeinheit, aber die israelische Armee weigerte sich, die Zahl der hospitalisierten Soldaten offenzulegen. Die Zeitung Haaretz begann, Krankenhäuser anzurufen und stellte fest, dass sich in einem einzigen Krankenhaus mehr Soldaten befanden als die vom Militär gemeldete Gesamtzahl der verletzten Soldaten. Für Zivilisten verlängerten sich die Wartezeiten für Arzttermine dramatisch. Eine Israelin erzählte mir, dass sie anfangs sehr lange auf Termine warten musste, weil Ärzte zum Reservedienst einberufen wurden und nur wenige übrig blieben, um Zivilisten zu behandeln. Als im Januar 2025 der erste Waffenstillstand in Kraft trat, verkürzten sich die Wartezeiten in den Krankenhäusern ihrer Aussage nach dennoch nicht, da so viele Ärzte Israel verlassen hatten.
Die psychiatrischen Dienste Israels wurden nach einem Reformplan von 2015 stark ausgedünnt, wodurch sie geschwächt und auf die Notfallnachfrage nach dem Angriff vom 7. Oktober nicht vorbereitet waren. Die Anfälligkeit der psychiatrischen Dienste war bereits in einer Studie vom Mai 2023 diskutiert worden. Israelische Psychologen bezeichnen die israelische Gesellschaft als „Staat im Traumazustand“. Das israelische Nationale Traumazentrum („Natal”) registrierte jedes Mal, wenn Israel von Raketen aus dem Iran angegriffen wurde, aber auch jedes Mal, wenn Israel einen Waffenstillstand brach, einen Anstieg der Notrufe von Menschen, die unter Panik oder Selbstmordgedanken litten.
Ein Geständnis des israelischen Komikers Udi Kagan, der einen Monolog über sein eigenes Trauma hielt, das aus dem Massaker Israels im Flüchtlingslager Jenin im Westjordanland im Jahr 2002 herrührte, verbreitete sich viral. Millionen Israelis sahen zu, wie Kagan darüber scherzte, dass er, anstatt über seine Taten zu sprechen und sich mit seiner Schuld auseinanderzusetzen – als Nachgedanke bemerkte er beiläufig: „Für das, was ich dort getan habe, verdiene ich es nicht, zu leben“ –, Drogen genommen hatte. Harte, illegale Drogen. Die Drogenabhängigkeitsrate in Israel ist während des Krieges in die Höhe geschossen. Eine israelische Sozialarbeiterin erzählte mir, dass sie als Militärpsychiaterin rekrutiert wurde, obwohl sie keine Ausbildung in psychologischer Betreuung hatte. Als Militärpsychiaterin musste sie traumatisierte Soldaten behandeln.
Das israelische Verteidigungsministerium verfügt über eine Rehabilitationseinheit, die während des Krieges 22.000 neue Patienten aufgenommen hat – Soldaten, die sowohl körperliche als auch psychische Verletzungen erlitten hatten. Vor allem psychische Verletzungen, die israelische Psychologen als „moralische Verletzungen” bezeichneten: Die Teilnahme an einem Völkermord und die Ermordung von Kindern machten es diesen Soldaten unmöglich, mit sich selbst zu leben. Das israelische Verteidigungsministerium kündigte eine Kürzung des Budgets der Rehabilitationseinheit um 30 Prozent an, was zu einem arbeitsrechtlichen Konflikt mit dem überlasteten Personal führte.
Infrastruktur und Alltag
Das Verkehrssystem Israels ist ein weiteres Beispiel dafür, wie sich der Krieg auf die sozialen Dienste ausgewirkt hat. Zehntausende importierte Autos verrosteten auf Parkplätzen, weil viele Haushalte, die eigentlich vorhatten, ein Auto zu kaufen, feststellten, dass sie sich doch keines leisten konnten. Auch der öffentliche Nahverkehr war stark betroffen. Die Notsituation führte zu Störungen im öffentlichen Nahverkehr. Selbst als der öffentliche Nahverkehr wieder aufgenommen wurde, stiegen die Preise, obwohl die Taktfrequenz der Linien nie wieder das Vorkriegsniveau erreichte. Ein Freund aus Jerusalem erzählte mir, dass die Kosten für eine einfache Busfahrt während des Krieges um 60 Prozent gestiegen sind – ein schwerer Schlag für einkommensschwache Familien, die kein Auto besitzen. Der Krieg beeinträchtigte auch die Mobilität der Oberschicht, da der Flughafen mehrfach geschlossen wurde und viele Fluggesellschaften ihre Flüge nach Israel einstellten.
Obwohl zusammengenommen die Wirtschaftsindikatoren wie der Aktienmarkt, das Bruttoinlandsprodukt und die Stärke der israelischen Währung keine Katastrophe widerspiegelten, sah die Realität für die Menschen vor Ort anders aus. Die Lebenshaltungskosten stiegen sprunghaft an, insbesondere für Grundausgaben wie Lebensmittel. Durch die Unterbrechung der Importe lag der südliche Hafen von Eilat infolge der Blockade des Roten Meeres durch die Huthi brach und ging schließlich in Konkurs. Da die Landwirtschaft in den verlassenen Siedlungen weitgehend zum Erliegen gekommen war, wanderten Gastarbeiter in großer Zahl aus, während palästinensischen Arbeitern aus dem Gazastreifen und dem Westjordanland die Einreise verweigert wurde, viele Arbeiter in Transport und Versorgung zum Reservedienst eingezogen wurden und Kunden israelischer Agrarprodukte im Ausland Israel boykottierten. Alle Artikel im Supermarkt wurden teurer. Die offiziellen Inflationszahlen spiegelten den Anstieg der Lebenshaltungskosten nicht wider, da der Verbraucherpreisindex, der zur Berechnung der Inflation herangezogen wird, stark von den Wohnkosten beeinflusst wird. Zum ersten Mal seit über einem Jahrzehnt tendieren die Immobilienpreise nach unten, weil Käufer sich den Kauf von Immobilien nicht leisten können und Verkäufer keine andere Wahl haben, als die Preise zu senken – und wegen der Abwanderung (siehe dazu unten).
Im September 2025 veröffentlichte der israelische Rechnungshof einen vernichtenden Bericht, aus dem hervorgeht, dass Israels Heimatfront nicht auf einen Ausnahmezustand vorbereitet war. Der internationale Druck und die Boykotte, die Kosten des Krieges und die für den Reservedienst abgezogene Arbeitskraft führten zu einem „perfekten Sturm“, der das soziale System Israels zerstörte. Die Regierung richtete ein interministerielles Forum ein, das in den ersten drei Monaten des Krieges zwar insgesamt 27 Sitzungen abhielt, aber zu keinen Entscheidungen gelangte. Die Regierung versäumte es, Arbeitskräfte für die Organisation und Betreuung der Zivilbevölkerung während des Krieges zu rekrutieren (es wurden nur zwei neue Mitarbeiter eingestellt), Pläne und Strategien zur Unterstützung von Menschen zu entwickeln, die ihre Häuser verlassen mussten oder ihren Arbeitsplatz verloren hatten, und öffentliche Dienste während des Krieges zu unterstützen. Sie koordinierte keine zivilen Maßnahmen während des Krieges und stützte sich stark auf freiwillige zivilgesellschaftliche Gruppen.
Drogen und Polizei
Die Kombination dieser Faktoren hatte direkte Auswirkungen auf die Gesundheit der Israelis. Da das Gesundheitssystem nur sporadisch funktionierte, insbesondere im Bereich der psychischen Gesundheit, suchten Tausende Israelis Hilfe durch illegale Drogen, und die Drogenabhängigkeit breitete sich in Israel wie eine Seuche aus. Ein Drittel der israelischen Bevölkerung gab in einer Umfrage an, dass sie eine psychologische Behandlung benötigten. Zum ersten Mal seit der Gründung Israels sank die Lebenserwartung im Jahr 2024.
Besondere Erwähnung verdient die Polizei. Noch vor dem Völkermord gründete Israels Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, die „Nationalgarde“, eine Miliz aus bewaffneten rechtsextremen Schlägern, und setzte sie ein, um linke und oppositionelle Kräfte in Israel zu terrorisieren. Unterdessen wurde die normale Polizei Israels ausgehöhlt. Beamte wurden eher aufgrund ihrer Loyalität als aufgrund ihrer Verdienste befördert. Während die Kriminalitätsrate in Israel in die Höhe schoss, war die Polizei damit beschäftigt, Proteste zu unterdrücken. Die Anwältin Ann Suciu und der Wissenschaftler Nevo Spiegel gehören zu denen, die argumentieren, dass die israelische Polizei nicht mehr als Polizeikraft funktioniere und von Grund auf neu aufgebaut werden müsse. Das Jahr 2025 war mit 46 ermordeten Frauen zudem das tödlichste Jahr für Frauen in der Geschichte Israels.
Auswanderung
Die soziale Krise, die ich hier beschrieben habe, ist zwar schwerwiegend, aber nicht die schlimmste in der Geschichte Israels. Es gab auch früher schon Zeiten, in denen sich Kriegsausgaben negativ auf den Lebensstandard auswirkten und Finanzkrisen, Arbeitslosigkeit und Hyperinflation verursachten. In diesen früheren Fällen betrachtete die israelische Öffentlichkeit die Krise jedoch als vorübergehenden Rückschlag, der überwunden werden konnte. Die Regierungen versprachen, bessere politische Maßnahmen zu ergreifen, und das Leid wurde als nationale Mobilisierung und Opfer für das kollektive (jüdische) Interesse dargestellt. Wenn die Öffentlichkeit von den Versprechungen der Regierung nicht überzeugt war, protestierte sie, wie beispielsweise bei den sozialen Protesten von 2011-2012. Dieses Mal war die Reaktion der Öffentlichkeit jedoch deutlich anders.
Was konnte diesmal Positives für die israelische Öffentlichkeit aus dieser Krise entstehen?
Während des Völkermords in Gaza hat Israel internationale Journalisten daran gehindert, aus Gaza zu berichten, und dort mehr als 250 Journalisten getötet – mehr als in jedem anderen modernen Konflikt einschließlich des Zweiten Weltkriegs. Alle israelischen Medienkanäle verzichteten darauf, Palästinenser zu interviewen, mit Ausnahme des Journalisten Ohad Hemo, der, umgeben von schwer bewaffneten israelischen Soldaten, hungrigen Palästinensern Wasserflaschen gab, wenn sie dafür bereit waren, vor der Kamera „Fuck Hamas“ zu sagen.
Daraus kann man schließen, dass die Israelis wissen, dass die Sanktionen, die bereits Auswirkungen auf Israel haben, der Rückzug internationaler Investitionen, die Zurückhaltung von Touristen, Israel zu besuchen, der Ausschluss Israels aus internationalen Abkommen und Handelsabkommen und die Millionen, die sich weltweit der Boycott-, Desinvestitions- und Sanktionsbewegung (BDS) angeschlossen haben, sich nur noch verschlimmern werden, wenn das ganze Ausmaß der Gräueltaten, die Israel in Gaza begangen hat, öffentlich wird.
Was bringt es, zu demonstrieren? Wenn Netanjahu abgelöst wird, kann kein Politiker die Zeit zurückdrehen und die Toten wieder zum Leben erwecken. Ein Völkermord ist auch Selbstmord – auf kollektiver Ebene.
Daher stimmen Israelis, die die Zeichen der Zeit erkennen, mit den Füßen ab und wandern in großer Zahl aus. Ein Bericht des Zentralamts für Statistik zeigt, dass Familien der Mittelschicht mit höherem Bildungsniveau und Kindern als erste das Land verlassen. Das volle Ausmaß der Auswanderung ist nicht bekannt, da viele, die das Land verlassen, eine Adresse in Israel und eine Registrierung bei den Sozialdiensten behalten, um sich die Möglichkeit einer Rückkehr offen zu halten. Nur diejenigen, die länger als ein Jahr weggegangen und nicht zurückgekehrt sind, werden als Auswanderer gezählt, aber Schätzungen der Gesamtzahl der Israelis, die ohne die Absicht, zurückzukehren, das Land verlassen haben, reichen von 200.000 bis zu einer halben Million.
Die meisten Israelis können zudem nicht einfach ihre Sachen packen und gehen. Belastet durch familiäre und persönliche Verpflichtungen, durch einen Mangel an marktfähigen Fähigkeiten und Verbindungen im Ausland, gibt es eine Kluft zwischen der Zahl der Israelis, die über eine Auswanderung nachdenken (fast 40 Prozent), und denen, die tatsächlich ein Ticket kaufen. Nur eine Minderheit der Israelis besitzt einen zweiten Pass. Diejenigen, die zurückbleiben, sind diejenigen mit weniger Optionen. Von Freunden höre ich, wie sie die Auswirkungen der Auswanderung spüren: längere Wartezeiten für Arzttermine, weil viele Ärzte weggegangen sind, Studienabbruch oder gar keine Immatrikulation, weil die besten Professoren weggegangen sind – und welchen Wert hat ein akademischer Abschluss einer Universität, die einem weit verbreiteten akademischen Boykott ausgesetzt ist?
Gespräche mit denen, die bleiben
Ich versuche, mit Freunden in Israel in Kontakt zu bleiben, aber die Gespräche werden immer trauriger. „Warum bleibst du?“, frage ich, und die Antwort lautet „Ich kann nicht weggehen“, nie „Ich will nicht weggehen“. Ich frage: „Wird sich Israel von dieser Krise erholen?“, und die Antwort lautet: „Israel ist am Ende.“
Nur rechtsgerichtete religiöse Fanatiker klammern sich noch an die Hoffnung, dass Gott die Lage für Israel wenden wird. Ein Familienmitglied, das zu dieser Gruppe gehört, sagte mir, dass Trump Israel nicht untergehen lassen werde. Ich fragte ihn, was passieren würde, wenn die USA ihre Unterstützung für Israel beenden, die Finanzierung des israelischen Militärs reduzieren und ihre Bereitschaft verringern würden, US-Truppen in den Nahen Osten zu entsenden, um Israel zu helfen. Er sagte: „Wenn die USA uns nicht helfen, wird China unser neuer Verbündeter werden.“ Wenn die Israelis darauf setzen, ist es kein Wunder, dass die Mehrheit die Hoffnung verloren hat.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
23.01.2026
Im Gedenken an Fritz Bauer: "Habt ein besseres Gedächtnis"
seniora.org, vom 21. Januar 2026, 21.01.2026 Von Redaktion - Zuschrift eines Seniora-Lesers
Fritz Bauer Jurist und Kämpfer für Gerechtigkeit Bildquelle: fritz-bauer-forum.de
Unendlich fern erscheinen die Zeiten, in denen ein Fritz Bauer im öffentlich-rechtlichen Rundfunk der Bundesrepublik Deutschland zur besten Sendezeit eine Rede halten konnte, in der es um schon damals brennende Fragen ging. „Nie wieder Krieg!“ stand auf der Tagesordnung.
Die erneute Wiederaufrüstung eines deutschen Staates gegen einen „Feind im Osten“, den der Rechtsnachfolger dieses deutschen Staates 23 Jahre zuvor [6. Juni 1941 mit dem Unternehmen „Barbarossa”] mit einem Vernichtungskrieg überzogen hatte. Die Rede des von den Nazis aus Deutschland vertriebenen Vertreters eines im Geist Joseph Wirths demokratischen Weimar - eine solche Rede hinein in die zum dritten Mal in der neueren Geschichte hysterisch aufgeheizte Russenfeindlichkeit einer deutschen Öffentlichkeit? Undenkbar.
Undenkbar?
Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten, sagte Bert Brecht in den Zeiten des noch ungebremsten Siegeszugs der Nazi-Armeen bis Stalingrad. Wir Nachgeborenen drohen erneut in jener Flut unterzugehen, aus der Brecht uns utopisch schon aufgetaucht sah. Heute ist die gewesene Sowjetunion als einziger Gegner der transatlantischen Übermacht der Vergangenheit schwach im Vergleich: denn im globalen Süden und Osten des Erdballs organisiert sich im Geschwindschritt die Gegenbewegung einer großen Weltmehrheit. Allerdings weiß niemand, ob sie – informationstechnologisch und finanzstrategisch - rechtzeitig so einig und stark sein wird, dass sie dem US-Leviathan in den Arm fallen könnte.
Mit 26 Jahren war Bauer ab 1929 in Braunschweig der jüngste Landgerichtsrat der Weimarer Republik. Im Oktober 1933 verschwand er im Rahmen des terroristischen Warnschusses der Nazis gegen alle kritischen Geister für acht Monate in den KZ Heuberg und Oberer Kuhberg. Er war als Jude doppelt gefährdet und zog sich mit seiner Familie 1936 nach Dänemark zurück. Von dort entkam er den NS-Häschern, als diese im April 1940 Dänemark besetzten, in letzter Minute per Boot über die Ostsee nach Schweden.
Das Nachkriegsdeutschland – in das er mit der Absicht zurückkehrte, dort einen deutschen Staat aufzubauen, der endlich Frieden macht mit der Welt – enttäuschte seine Erwartungen. Die Bundesrepublik erwies sich als Fortsetzung des Vorgängerstaats mit anderen Mitteln. Das Reichssicherheitshauptamt als noch von Reinhard Heydrich erdachte Schaltzentrale der NS-Gewaltherrschaft hatte sich mit US-amerikanischer Hilfe im tiefen Staat Konrad Adenauers, Hans Globkes, Reinhold Gehlens klammheimlich „demokratisiert“. Dem berühmtesten Ausspruch Fritz Bauers zufolge habe er, sobald er sein Dienstzimmer verließ, Feindesland betreten.
Er trotzte dem Staat der alten Nazis den Frankfurter Auschwitz-Prozess ab. Er sorgte dafür, dass der Widerstand, auch der physische, gegen einen Verbrecherstaat grundsätzlich zu den verbrieften Rechten jedes Mitglieds einer demokratischen Gesellschaft gehört. Er wirkte in Zusammenarbeit mit dem israelischen Mossad an der Ergreifung Adolph Eichmanns mit. Mit der ganzen Autorität des hessischen Generalstaatsanwalts, als der er nach dem Krieg bundesweit bekannt war, plädierte und wirkte er als Jurist strukturell dafür, im Fall etwa eines Diebstahls den sozialen Ursachen des Delikts nachzugehen, anstatt es zum Anlass komplizierter logischer Gedankenketten zu machen, die mit den betroffenen Menschen nichts mehr zu tun haben.
Die moralische Statur Fritz Bauers ist weder mit der bewährten Antisemitismuskeule, noch mit dem Traumtänzer-Schmäh wegzucanceln. Noch der vor 58 Jahren Verstorbene bleibt verlässlich unterm Radar neoliberaler Wokeness. Vor dem Hintergrund der Neujahrsansprachen des staatsoffiziell moralischen Wachsfigurenkabinetts wirkt er wie ein Donnerschlag. Seine Erscheinungsweise – nur auf dem Podium ohne brennende Zigarette – grollt im Brustton wie aus der Spätromantik herüber.
Als Bauer, gerade zur Schule gekommen, seine Mutter fragte, wer Gott sei, antwortete sie, sie könne es ihm nicht sagen. Aber was sie ihm mitgeben wolle, das sei ihr Leitspruch: Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg‘ auch keinem andern zu. Er hat als Jurist sein Leben bis ins Große danach ausgerichtet. Fritz Bauer war der letzte Kantianer. Er ist 1968 unter äußerst fragwürdigen Umständen verstorben. Man wird über diese Umstände in dem Moment genaueres wissen, in dem die Geheimdienstakten dieser Zeit zugänglich sind.
"Für die konkrete Geheimdienstakte über Fritz Bauer ist öffentlich nur bekannt, dass sie gesperrt ist; eine exakte Sperrfrist oder ein verbindliches Datum der Öffnung wurde nicht allg. mitgeteilt", stellt Dieter Schenk fest, ehemaliger Mitarbeiter des BKA, Publizist und Professor. "Realistisch ist wegen der langen Fristen für Nachrichtendienstunterlagen eher von einer möglichen Öffnung, viele Jahrzehnte nach seinem Tod (...) auszugehen; ein genauer Termin lässt sich derzeit nicht seriös nennen, zumal individuelle Verlängerungen und Verkürzungen möglich sind."
Wie lange die Akten gesperrt sind, entscheidet ergo die gleiche Sorte Beamte wie jene, die sie angelegt haben. So vermodern Akten für Ewigkeiten in den Archiven der Konrad Adenauer Stiftung, die Auschwitz-Ermöglicher wie den Staatssekretär Hans Globke, Adenauers rechte Hand, das Genick hätten brechen müssen. Stattdessen brachten sie es zum personalpolitischen Strippenzieher und Mitmachthaber der frühen BRD.
Bauer hatte mächtige Feinde, nicht nur unter den regierungsamtlichen und verbeamteten Altnazis. Es stellt der liberalen Demokratie ein rabenschwarzes Zeugnis aus, wenn sie derart hermetisch dafür sorgt, dass Massenmörder in Staatsdiensten mit Sicherheit zu Lebzeiten unbehelligt bleiben und straffrei Karriere machen können, derweil andere dafür sorgen, dass juristisch exzellente Anti-Nazis überraschend aus dem Leben scheiden.
Der Kampf gegen den überlebenden Ungeist – den immer noch fruchtbaren Schoß der Vergangenheit - war Fritz Bauers Sache. Er wäre, ginge es um Propheten des Auswegs aus der tiefen Krise, in der Europa steckt, im Januar 2026 der Mann der Stunde für eine Neuausrichtung.
Quelle: Stefan Siegert - Mit freundlicher Genehmigung des Autors
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
23.01.2026
Maria Sacharowa zur Situation um Grönland
aus e-mail von Doris Pumphrey, 23. Januar 2026, 10:35 Uhr
*Pressesprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa zur
Situation um Grönland
*Unser Land, die größte arktische Macht, verfolgt aufmerksam die Lage
rund um Grönland. *Wir gehen davon aus, dass alle
Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf dieses autonome selbstverwaltete
Gebiet durch Verhandlungen, im Einklang mit dem Völkerrecht und unter
Berücksichtigung der Interessen der Bevölkerung dieses Gebiets gelöst
werden müssen.*
Es ist festzustellen, dass die aktuellen Spannungen rund um die
nördliche dänische Autonomie besonders deutlich die Unhaltbarkeit der
vom Westen angestrebten regelbasierten Weltordnung offenbaren. Auf der
Hand liegt die Mangelhaftigkeit der langjährigen Linie Kopenhagens, die
auf bedingungslose Unterordnung unter seinen „großen Verbündeten“ – die
USA – ausgerichtet war. Vor diesem Hintergrund wirkt der von Dänemark
und anderen Mitgliedern der Europäischen Union und der NATO über viele
Jahre hinweg eifrig verbreitete Mythos von der „russischen Bedrohung“
besonders widersprüchlich, denn gerade unter diesem ausgedachten Vorwand
begann man in Washington, sich um die Zukunft Grönlands Sorgen zu machen.
Wir solidarisieren uns mit der Position der Volksrepublik China
hinsichtlich der Unzulässigkeit von Verweisen auf eine angebliche
„Aktivität Russlands und Chinas“ rund um Grönland als Vorwand für die
derzeitige Eskalation. *Wir sind überzeugt, dass der sich abzeichnende
Anstieg der Spannungen in der Arktisregion eine direkte Folge der
Maßnahmen der NATO ist, die darauf gerichtet sind, konfrontative und
neokoloniale Ansätze in die Arktis hineinzutragen, die hohen Breiten zu
militarisieren und sie in eine Arena geopolitischer Konfrontation zu
verwandeln.*
Für Russland als größte arktische Macht war das Nordpolargebiet stets
und bleibt nach wie vor eine Region von besonderer strategischer
Bedeutung. *Unser Land hält unverändert an seinem Kurs fest, Frieden und
Stabilität in den hohen Breiten zu wahren, und ist für einen von
gegenseitigem Respekt getragenen Dialog mit konstruktiv gesinnten
ausländischen Partnern offen, einschließlich solcher aus anderen Regionen.*
Es ist wichtig zu verstehen, dass jegliche Versuche, die Interessen
Russlands im Nordpolargebiet zu ignorieren, insbesondere was Sicherheit
betrifft, nicht unbeantwortet bleiben und weitreichende Folgen haben
werden. Unser Land wird auch weiterhin entschlossen seine Positionen in
der Region verteidigen, um deren nachhaltige sozioökonomische
Entwicklung, den Erhalt der Natur, des kulturellen Erbes sowie der
traditionellen Lebensweise der indigenen Völker zu gewährleisten. Wir
werden unseren Kurs zur Stärkung der nationalen Souveränität in der
arktischen Zone fortsetzen, vor allem durch den Ausbau der eigenen
Verteidigungsfähigkeiten und der Infrastruktur des Nördlichen Seewegs
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
23.01.2026
Putin zum "Friedensrat" / Frieden-Diplomatie-UN
aus e-mail von Doris Pumphrey, 23. Januar 2026, 10:30 Uhr
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
23.01.2026
Nötig!! Solidarität mit Rojava und auch anderswo
aus e-mail von Friedensbüro Hannover, 23. Januar 2026, 21:47 Uhr
Liebe Leute,
hier zu eurer Kenntnis verschiedene Solidaritätsbekundungen mit Rojava:
Heute Morgen um 8.00 Uhr haben sich einige Unterstützer/innen auf den Weg dorthin gemacht.
Morgen (Samstag 24.1.) wird es um 15.00 Uhr wieder eine Kundgebung auf dem Opernplatz geben. Vielleicht kann der eine oder die andere von euch dort auch einmal vorbeischauen.
Was an konkreten Alternativen zum Kapitalismus besteht, wird bedroht, zu zerstören versucht und und die Menschen leiden Not. Vielleicht möchtet ihr etwas spenden?
Hier ist eine kleine Liste von Möglichkeiten für ...
Medico international organisiert inzwischen eine Nothilfe nicht mehr nur für Gaza, sondern es ist eine "Nothilfe für die palästinensische Bevölkerung in Gaza und im Westjordanland" geworden:
Seid so großzügig wie´s geht ... (und stellt euch nicht an ;)
Viele gute Grüße
Andrea
---
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Weiteres:
Der Angriff auf Rojava ist ein Angriff auf die Hoffnung deutsch.anf-news.com, 23 Januar 2026, 11:14 Uhr, DEVRİŞ ÇİMEN, ANF
Viele Denker:innen, Akademiker:innen, Schriftsteller:innen und Kunstschaffende weltweit übermitteln wichtige und moralisch stärkende Solidaritätsbekundungen an den Widerstand in Rojava.
Solidaritätsbekundungen aus aller Welt
Als Ergebnis verschiedener internationaler Abkommen und Weisungen hinter den Kulissen hat die syrische Übergangsregierung von Ahmed al-Scharaa und „Hayat Tahrir al-Sham“ (HTS) der Demokratischen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien (DAANES) und insbesondere den Errungenschaften der Rojava-Revolution den Krieg erklärt. Verschiedene Medien berichten, dass diese Angriffe Anfang Januar in hochriskanten Verhandlungen hinter verschlossenen Türen in Damaskus, Paris und im Irak beschlossen wurden.
Die Türkei macht keinen Hehl aus ihrer einflussnehmenden Rolle in dieser Angelegenheit, und die Behörden bringen ihre Zufriedenheit über diese Angriffe zum Ausdruck. Wie zuletzt auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos zu sehen war, versuchen internationale kapitalistische Polit-Händler, die Politik und Demokratie an sich zu reißen und die Zukunft der Völker im Sinne ihrer eigenen Interessen zu beeinflussen. Der Angriff auf Rojava, ein alternatives Modell, ist nicht unabhängig von den Politiken dieser Art, von Politiker:innen und zumindest von ihrem Schweigen.
Der Widerstand des kurdischen Volkes hat jedoch dazu geführt, dass Intellektuelle, Kunstschaffende, Akademiker:innen und Freund:innen, die in vielen Teilen der Welt das Gewissen der Öffentlichkeit vertreten, ihre Stimme erheben und Solidarität zeigen.
Grubačić: „Wenn Integration zur Unterordnung wird“
Andrej Grubačić ist Herausgeber des Journal of World-Systems Research, Professor und Vorsitzender des Fachbereichs Anthropologie und Sozialer Wandel am CIIS in San Francisco (USA):
„Vor wenigen Tagen hielt der kanadische Premierminister [Mark Carney] eine überraschende Rede. Er räumte ein, dass ‚die Geschichte der regelbasierten Ordnung teilweise falsch war‘, und merkte an, dass sie‚ je nach Identität des Angeklagten und des Opfers mit unterschiedlicher Strenge angewendet wurde‘. Diese Ordnung, so fuhr er fort, sei eine ‚Fiktion‘ – eine, die nur aufgrund der Vorteile der amerikanischen Hegemonie ‚nützlich‘ geblieben sei. Laut Premierminister Carney habe die internationale Gemeinschaft ‚an den Ritualen teilgenommen‘ und es dabei weitgehend ‚vermieden, auf die Diskrepanz zwischen Rhetorik und Realität hinzuweisen‘.
Dieser Kompromiss ist jedoch zusammengebrochen. Wir befinden uns nicht mehr in einer Übergangsphase, sondern in einer ‚Krise‘. Wie Carney es ausdrückte: ‚Man kann nicht in der Lüge des gegenseitigen Nutzens durch Integration leben, wenn die Integration zur Quelle der Unterordnung wird.‘
Krieg gegen die Alternative
Dieses Eingeständnis erfolgte unmittelbar vor dem Angriff auf Rojava. Im Vorfeld soll der französische Präsident Macron Donald Trump in einer SMS mitgeteilt haben, dass sie ‚in Bezug auf Syrien völlig einer Meinung seien‘, während Trump norwegischen Politiker:innen angeblich mitteilte, er habe kein Interesse an Frieden, da er nicht mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden sei. Diese verspätete Ehrlichkeit ist erfrischend, auch wenn Carney nur teilweise Recht hat.
Wir befinden uns in der Tat mitten in einem systemischen Wandel. Die Welt der endlosen Akkumulation – die Zivilisation, die wir Kapitalismus nennen – nähert sich ihrem Ende. Wir bewegen uns langsam auf ein Tributsystem zu, das durch politische Akkumulation und rohe Gewalt definiert ist. In einem so prekären Moment ist die Zerstörung jeder sinnvollen Alternative eine Priorität für den Status quo. Bei dem Krieg gegen Rojava ging es nie wirklich um Ressourcen; es ist ein Krieg gegen eine Alternative zum Nationalstaat.
„Wir müssen die direkte Demokratie verteidigen“
Der Demokratische Konföderalismus stellt einen ‚Bruch‘ dar – eine überzeugende Alternative zur Barbarei von Staat und Kapital. Deshalb wird den Menschen in Nordsyrien ‚Integration als Quelle der Unterordnung‘ aufgezwungen. In diesem chaotischen Übergang zwischen historischen Systemen stellt die konföderale Idee der kommunalen Demokratie eine Herausforderung dar, die die ‚zivilisierte Welt‘ auslöschen will. Wir müssen uns mobilisieren, um dieses Projekt der direkten Demokratie und des konföderalen Internationalismus zu verteidigen.“
Varoufakis: „Eine schwere Last im Namen der Menschheit“
Yanis Varoufakis ist ehemaliger griechischer Finanzminister, Wirtschaftsprofessor und Vorsitzender von der Partei MeRA25:
„Die Nachricht, dass Raqqa, Kobanê und andere Orte des heldenhaften Widerstands gegen organisierte Menschenfeindlichkeit massiv angegriffen werden, war für mich persönlich niederschmetternd. Ich hoffe und vertraue darauf, dass die multiethnischen, demokratischen Kräfte, die den IS besiegt haben, sich weiterhin gegen diesen Abstieg in ein neues dunkles Zeitalter wehren werden. Solidarität mit den Frauen und Männern, denen die Geschichte im Namen der Menschheit eine schwere Last auferlegt hat.“
Steyerl: „Ich lehne die bevorstehende Invasion ab“
Hito Steyerl ist Filmemacherin und Autorin sowie Professorin für Neue Medienkunst an der Universität der Künste Berlin:
„Die vorherige Invasion der Region Efrîn durch türkisch unterstützte Kräfte hat zur Vertreibung der Bevölkerung, massiven Menschenrechtsverletzungen und schweren Rückschlägen für die Rechte von Frauen und Kindern geführt. Ich lehne daher die bevorstehende Invasion Rojavas durch syrische Truppen ab.“
Mezzadra: „Horizonte für eine revolutionäre Politik der Befreiung“
Prof. Dr. Sandro Mezzadra lehrt politische Theorie an der Universität Bologna, Italien:
„Mit Wut und Besorgnis verfolge ich die militärischen Angriffe auf die multiethnische und demokratische Selbstverwaltung der Rojava-Revolution. Seit 2012 hat der Name Rojava Menschen in der Region und darüber hinaus mobilisiert und neue Horizonte für eine revolutionäre Politik der Befreiung eröffnet. Sich für Rojava einzusetzen und es zu verteidigen, ist eine Pflicht für jede:n, die:der sich für Freiheit und Gleichheit engagiert. In einer Zeit des Krieges und des Völkermords bedeutet der Kampf für Rojava den Kampf für eine andere Welt, die auf den ökologischen, feministischen und demokratischen Prinzipien aufgebaut ist, die die Demokratische Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien in den letzten Jahren in die Realität umgesetzt hat. Bijî Rojava!“
Zibechi: „Im Kampf um die globale Vorherrschaft“
Raúl Zibechi ist ein Journalist, Schriftsteller und politischer Theoretiker aus Uruguay und publiziert in den Wochenzeitung Brecha:
„Wir stehen vor einem Angriffskrieg mehrerer Staaten (Türkei und Syrien, unterstützt von Israel, den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union), um Rojava zu besetzen und seine Autonomie zu zerstören. Dieser Krieg ist Teil der großen globalen politischen Verschiebungen im Zusammenhang mit dem Kampf um die globale Vorherrschaft unter den Großmächten. Angesichts dieser Situation müssen wir, das Volk, uns über die Zeiten, in denen wir leben, im Klaren sein. Die Mächtigen haben sich geweigert, Vereinbarungen mit der Gesellschaft zu unterzeichnen, und sind weit davon entfernt, Friedensprozesse einzuleiten, obwohl sie, da Täuschung ein Schlüsselelement des Krieges ist, manchmal das Wort ‚Frieden‘ in den Mund nehmen, ohne die geringste Absicht, konsequent zu sein.
Wir befinden uns in einer Phase des Widerstands, aber nicht der absoluten Defensive. ‚Die Mobilisierung des gesamten Volkes wird ein riesiges Meer bilden, das den Feind ertränken wird‘, schrieb Mao Zedong als Reaktion auf die japanische Invasion im Jahr 1938. Ich glaube, dass dieses Prinzip unverändert gilt. Heute geht es darum, dass sich die Menschen weltweit gegen Imperialismus und Kapitalismus mobilisieren, um diese tödliche Offensive zu stoppen.“
Matin: „Es braucht prinzipielle Solidarität“
Kamran Matin ist außerordentlicher Professor für Internationale Beziehungen an der Sussex University (Großbritannien):
„Die unprovozierte Offensive der syrischen Übergangsregierung unter der Führung des ehemaligen HTS- und Al-Qaida-Kommandanten Ahmed al-Scharaa gegen das kurdische Volk und seine politischen, administrativen und verteidigungspolitischen Institutionen ist ein kolonialer Unterwerfungskrieg. Dieser Krieg, der von der Türkei geplant und unterstützt und von den Vereinigten Staaten gebilligt wird, zielt darauf ab, das aufkeimende kurdische Experiment der demokratischen, feministischen und ökologischen Selbstverwaltung zu zerstören.
Er trägt alle Merkmale der Brutalität und Barbarei des IS, den die kurdischen Verteidigungskräfte der YPG und YPJ unter dem Preis von Tausenden von Gefallenen besiegt haben. Wenn dieser Krieg erfolgreich ist, wird er die kurdische nationale Befreiungsbewegung um Jahrzehnte zurückwerfen und den islamistischen Totalitarismus in der Region für die kommenden Jahre wieder festigen. Die Völker von Rojava brauchen jetzt mehr denn je die aktive Unterstützung und prinzipielle Solidarität aller demokratischen, feministischen und progressiven Kräfte und Organisationen weltweit.
Levidow: „Die größte Hoffnung für eine demokratische Zukunft des Nahen Ostens“
Dr. Les Levidow ist Senior Research Fellow an der Open University von London (Großbritannien):
„Ich sende solidarische Grüße an die kurdische Freiheitsbewegung, die derzeit weiteren Angriffen reaktionärer islamistischer Kräfte ausgesetzt ist. Mit Unterstützung der Türkei haben diese Kräfte die syrische Armee übernommen, die SDF aus Aleppo vertrieben, nicht-arabische Minderheiten angegriffen und Frauen Beschränkungen auferlegt. Jetzt bedrohen diese Kräfte das Experiment Rojava in demokratischer Autonomie und Konföderalismus, das die größte Hoffnung für eine demokratische Zukunft des Nahen Ostens war. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Verteidigung und Ihrer Massendemokratie.“
Hill und Kathmann: „Der Kampf für Freiheit, Gleichheit und Frieden verdient aktive globale Solidarität“
Judyth Hill ist Poetin, Verlegerin und Vorsitzende des PEN International Women Writers Committee. Lucina Kathmann ist US-amerikanische Schriftstellerin und Aktivistin sowie Vizepräsidentin von PEN International:
„Das Women Writers Committee von PEN International steht stets in energischer Solidarität mit dem kurdischen Volk, kurdischen Journalist:innen und allen, die sich für Meinungsfreiheit, Würde, Demokratie und Selbstbestimmung in Nord- und Ostsyrien einsetzen. Seit Jahrzehnten leiden die Kurd:innen unter Unterdrückung, Auslöschung und Gewalt durch Staaten, die ihre Stimmen ebenso fürchten wie ihre Freiheit.
Wir sind uns der langjährigen Kampagne bewusst, die darauf abzielt, die Möglichkeit einer demokratischen, feministischen und pluralistischen Regierung im Nahen Osten zu zerstören – eine Kampagne, die durch Zensur, Einschüchterung, Inhaftierung und die systematische Unterdrückung von Schriftsteller:innen, Journalist:innen und Kulturschaffenden durchgeführt wird. Das Schweigen der internationalen Gemeinschaft angesichts dieser Unterdrückung ist sowohl gefährlich als auch beschämend.
Kurdische Medien, darunter Yeni Özgür Politika und die Nachrichtenagentur Firat, spielen eine wichtige Rolle als Zeug:innen, wenn andere wegschauen. Wir stehen Schulter an Schulter mit kurdischen Journalist:innen, die trotz Bedrohung weiterhin über die Wahrheit berichten, und mit dem kurdischen Volk, dessen Kampf für Freiheit, Gleichheit und Frieden kein Schweigen verdient, sondern aktive globale Solidarität.“
Die Stellungnahmen sind auf türkischer Sprache in der kurdisch-türkischen Tageszeitung Yeni Özgür Politika nachzulesen.
In Europa, den USA und vielen weiteren Regionen der Welt gehen die Zivilgesellschaft, Demokrat:innen und Aktivist:innen sowie Politiker:innen gemeinsam mit der kurdischen Diaspora auf die Straßen u...
In Göttingen haben am Donnerstagabend rund 1.000 Menschen gegen die anhaltenden Angriffe auf die Demokratische Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien (DAANES) protestiert. Es war bereits die zwei...
Rund 20 Internationalist:innen haben am Donnerstag die Parteizentrale der SPD in München besetzt, um auf die Angriffe dschihadistischer Milizen auf Rojava und die Rolle Deutschlands in diesem Krieg...
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
23.01.2026
Schlagzeile
Info:
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
23.01.2026
E. T. A. HoffmannSchriftsteller, Komponist, Getriebener
deutschlandfunk.de, 24. Januar 2026, 09:05 Uhr, Kaindlstorfer, Günter
Ein Künstler zwischen Disziplin und Exzess: E. T. A. Hoffmann war mehr als ein Autor des Unheimlichen. Er war auch Jurist, Zeichner und Komponist. Vor 250 Jahren wurde er geboren und gilt als eine der schillerndsten Figuren der deutschen Romantik.
Obwohl er bereits 1822 gestorben ist, beeinflusst der romantische Zeichner, Dichter und Komponist E.T.A. Hoffmann noch heute Kunst und Kultur. In Filmen, Animes, Computerkunst und Literatur gebe es viele Bezüge, sagt der Forscher Wolfgang Bunzel.
Aus dem PodcastStudio 9
Am 25. Juni 1822 – vor 200 Jahren – starb der Zeichner, Dichter und Komponist E.T.A Hoffmann. Seine schwarze Romantik hat aber bis heute Einfluss auf die Kunst. So ist beispielsweise kaum ein Autor so häufig verfilmt worden wie E.T.A. Hoffmann. Seine Spuren finden sich unter anderem auch in Werken des Regisseurs Fritz Lang, des Schriftstellers Ingo Schulze und der Band Rammstein.
Der Grund sei die „überbordende Fantasie“ des Romantikers Hoffmann, sagt Wolfgang Bunzel, Literaturprofessor und Leiter der Abteilung Romantikforschung im Freien Deutschen Hochstift in Frankfurt am Main, eine der ältesten deutschen Kulturinstitutionen. Man staune noch heute, wenn man etwa Hoffmans Texte liest, was er sich alles hat einfallen lassen, so Bunzel, Experte für Literatur der Romantik.
E.T.A. Hoffmann ist ja nichts anderes als der Erfinder der modernen Fantastik und öffnet im Grunde damit die Türen für die Moderne und damit natürlich auch schon für die modernen Medien des 20. und 21. Jahrhunderts.
Die unbekannten Welten sind so nah
Das sei zunächst der Film, aber zum Beispiel auch der Bereich der Animes. In der Musik, aber auch in der Computerkunst nähmen viele Bezug auf E.T.A. Hoffmann. „Man merkt, dass er seiner Zeit sehr stark voraus war.“
So habe er auch eines der erfolgreichsten literarischen Werke unserer Zeit beeinflusst, erklärt Bunzel. „Ich würde mal sagen, Harry Potter ist ohne E.T.A. Hoffmann nicht zu denken, auch wenn es vielleicht keine ganz direkte Verbindungslinie gibt.“ Die „konsistente Vorstellungswelt, die Joanne K. Rowling entwickelt“, erinnere sehr an Hoffmanns Fantasiewelten und sei gewissermaßen das Tor in eine andere Dimension.
Das ist der Hoffmannsche Gedanke schlechthin, dass wir in unserer Alltagsrealität leben und eigentlich unser Sensorium nur schärfen müssen. Und dann finden wir sozusagen zum Beispiel einen geheimnisvollen Bahnsteig oder eine geheimnisvolle Tür. Und dahinter beginnt eine neue und ganz unbekannte Welt.
Zwischen Welten
Das mache Hoffmann auch so aktuell: „Die Faszination, dass er das Wunderbare und das Fantastische ganz nah an das Alltägliche heranrückt, sodass es im Grunde nur ganz kleiner Verschiebungen bedarf, um von einem in das andere zu kommen.“ Diese Wahrnehmung sei uns heute sehr nah, „dass wir im Grunde immer in mindestens zwei verschiedenen Welten leben“.
Ihn selbst fasziniere an Hoffmanns Werk, sagt Bunzel, dass E. T. A. Hoffmann immer wieder die Grenzen des Menschseins befrage – vor allem die Grenze zwischen Mensch und Tier auf der einen Seite und die von Mensch und Maschine auf der anderen. Damit habe er zum ersten Mal Fragen gestellt, die heute noch relevant seien. So gingen die heutigen Fantasien von Automaten und künstlichen Menschen stark auf E.T.A. Hoffmann zurück.
Vor 200 Jahren, am 25. Juni 1822, starb E.T.A. Hoffmann. Kurz vor seinem Tod hatte er sich ein weiteres Mal bei den Mächtigen im Staate Preußen unbeliebt gemacht. Ein Nachtstück zu Ehren des Dichters und seines Freundes Adelbert von Chamisso.
Aus dem PodcastLiteratur
Die Spitzen des Staates Preußen sind in Aufruhr, dem Kammergerichtsrat und Dichter E.T.A. Hoffmann wird der Prozess gemacht. Der Vorwurf: „demagogische Umtriebe“. So nennt es jedenfalls die regierende Restauration. Hoffmann entgegnet empört: wegen eines Flohs! Genauer: wegen „Meister Floh“, einer Erzählung, in der sich ein Staatsbeamter wiedererkennt, leider Gottes unvorteilhaft gezeichnet.
Sind die Inquisitionsknechte im Anmarsch?
Den ganzen Tag hat Hoffmann seine Verteidigungsschrift diktiert, da klopft es spät in der Nacht des 21. Februar 1822 an der Tür, laut und bestimmt. Sind sie das schon? Wollen ihn die Inquisitionsknechte holen und in die Bleikammern schleifen? Hoffmann ist krank, er hat ein Attest – und Angst.
Doch es ist sein Freund Adelbert Chamisso mit einer Flasche Champagner. Hoffmann begrüßt ihn erleichtert: „Was bleibt einem sonst noch in diesen trostlosen Zeiten, als ein wenig zu träumen und zu schlampampen.“
Holger Teschke lässt die Freunde über die Südsee plaudern, wo Chamisso seine glücklichste Zeit verbrachte. Und natürlich über „Meister Floh“. In einer Gestalt der Erzählung, dem Geheimen Hofrat Knarrpanti, erkennt sich – durchaus nicht zu Unrecht – Karl Albert von Kamptz, Hoffmanns Gegner im Innenministerium.
Das Manuskript der Sendung können Sie hier herunterladen.
Der Dichter hat in seiner Wut auf die allgegenwärtige „Spitzeley“ und staatliche Repression in diesen Jahren auf Justizakten zurückgegriffen. In einer wird – wie in „Meister Floh“ – ein rot unterstrichenes Wort als Beleg für Hochverrat gewertet. Nun sieht sich mit dem hohen Beamten auch der König angegriffen. Adelbert von Chamisso fasst beeindruckt zusammen:
Also Beleidigung königlicher Beamter, Verletzung der Amtsverschwiegenheit, dazu noch Majestätsbeleidigung. Eine schöne Latte. Hast Du noch mehr auf dem Kerbholz?
Adelbert von Chamisso
Das bunte Treiben auf dem Markt
Da lächelt der Dichter, hustet und trinkt noch einen Schluck vom Lebenselixier. Holger Teschke lässt es dann hoffmannesk werden: Bevor Dappertutto, Coppelius und Kater Murr auftreten, sperrt er mit Hilfe der Poesie die Fenster von Hoffmanns Wohnung am Berliner Gendarmenmarkt auf. Vor ihnen liegt das bunte Treiben auf dem Markt, von dem „Des Vetters Eckfenster“ erzählt.
(pla)
Mit Ulrich Noethen als E.T.A. Hoffmann und Manuel Harder als Adelbert von Chamisso Ton: Hermann Leppich Regie: Beate Ziegs Redaktion: Jörg Plath Deutschlandfunk Kultur 2022
Der Schriftsteller und Komponist E.T.A. Hoffmann arbeitete kurze Zeit als Kapellmeister in Bamberg. Sein Leben dort war geprägt von musikalischem Misserfolg, einer hoffnungslosen Liebe und der Engstirnigkeit der Stadtgesellschaft.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Hoffmann gilt mit seiner Novellistik zeitlich nach Goethe und bis zum Durchbruch der Werke Kafkas nach 1945 als der einflussreichste deutschsprachige Erzähler. Ausgehend von den Gespenstergeschichten des 18. Jahrhunderts, der englischen Schauerliteratur und frühromantischen Märchen, beeinflussten seine Novellen und Erzählungen die Prosa zahlreicher bedeutender Autoren aus der russischen, französischen, US-amerikanischen und spanischen Literatur.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
23.01.2026
gewerkschaftsforum.de / neue artikel
aus e-mail von Laurenz Nurk, 23. Januar 2026, 10:59 Uhr
Ein Forum für Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, die etwas zu sagen haben
Der Deutsche Gewerkschaftsbund, seine Mitgliedsgewerkschaften und die Leiharbeit
Am 21. Juni 1972 beschloss der Deutsche Bundestag das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz(AÜG) einstimmig, bis zu dem Tag war Leiharbeit in Deutschland verboten. Doch es war nicht das Parlament, das die Lawine Leiharbeit ins Rollen brachte, sondern wie so oft in Deutschland, wenn es ums Arbeitsrecht geht, sind die Gerichte maßgeblich.
Im Fall der Leiharbeit war es das Bundesverfassungsgericht (BVG), das bereits am 4. 4.1967 die Arbeitnehmerüberlassung legalisierte und das Verbot der gewerbsmäßigen Arbeitnehmerüberlassung aufhob. Allen Ernstes vertrat das höchste Gericht die Ansicht, starke Regeln, die die Leiharbeit einhegen, würden den Leiharbeitsfirmen das Grundrecht auf Berufsfreiheit einschränken, auch weil „kaum eine Lebenserfahrung“ es hergäbe, dass in den Unternehmen über längere Zeit, fremde Beschäftigte arbeiten würden. Eine ziemlich weltfremde Lebenserfahrung des Gerichts, denn schon damals wurden Leiharbeitskräfte über einen längeren Zeitraum beschäftigt.
Mit diesem Freibrief im Rücken und mit Hilfe der „Arbeitsmarktreformen der Agenda 2010“ der Schröder–Regierung Anfang des Jahrhunderts, bekam die Leiharbeit unglaublichen Aufwind.
Und die Gewerkschaften? Sie waren und sind maßgeblich daran beteiligt, dass sich derzeit rund 800.000 Menschen in der Leiharbeit verdingen müssen und auch heute wieder die ersten sind, die entlassen werden. weiterlesen →-----------------------------------------------------------------------------------
Modernisierte Sklavenarbeit, millionenfach, global
Aufklärung und Widerstand müssen verstärkt und vernetzt werden, als Teil der Friedensbewegung. Ein Aufruf
Von Werner Rügemer
Es gibt eine modernisierte millionenfache Sklavenarbeit, die ständig ausgeweitet und gleichzeitig verdrängt wird. Gegenwärtig stoppt die EU das ohnehin schwache Lieferkettengesetz, mit Unterstützung durch die deutsche Regierung unter dem unchristlichen Bundeskanzler Friedrich Merz, dem Ex-BlackRock-Funktionär.
Diese modernisierte Sklavenarbeit wird für die entwickeltsten Technologien aus den kapitalistischen Staaten, v.a. aus den USA, ausgelagert in arme Staaten aller Kontinente. Dies gilt nicht nur für die Textil- und Nahrungsmittelkonzerne, sondern ungleich mehr etwa für die Produktion der Digitalgeräte wie laptops, Handys, für „Löscharbeiten“ in den (a)sozialen Medien, für e-Autos, für Roboter-Steuerung und KI-tools.[1] weiterlesen →
Über die konkrete Lebenssituation armer Menschen – Vom Leben an der Pfändungsfreigrenze
Immer mehr der rund sieben Millionen überschuldeten Menschen werden dazu gezwungen oder entschließen sich aus der Situation heraus dazu, ihre konkrete Lebenssituation an der, in der Zivilprozessordnung (ZPO) festgelegten Pfändungsfreigrenze auszurichten. Die Einhaltung dieser Grenzen bei Pfändungen sollte ursprünglich trotz Schulden das Existenzminimum garantieren.
Die Einkommensgrenze des Arbeitseinkommens, das nicht gepfändet werden darf, liegt derzeit bei monatlich 1.555,00 Euro für eine Einzelperson, bei Unterhaltsverpflichtungen erhöht sich der Betrag. Aber auch Sozialleistungen können wie Arbeitseinkommen gepfändet werden. Dies gilt insbesondere für sogenannte Sozialleistungen mit Lohnersatzfunktion, wie Arbeitslosengeld, Renten, Krankengeld, Übergangsgeld oder Unterhaltsgeld.
Menschen, deren Einkommen gepfändet wird, leben in einer existentiellen Dauerstresssituation, der sie meistens allein nicht entkommen können und nicht selten endet das Schuldnerleben in der Selbsttötung.
Richtig organisiert, gibt es sogar ein würdevolles und selbstbewusstes Leben an und mit der Pfändungsgrenze. weiterlesen →-------------------------------------------------------------------------------------------------------
Neues Jahr: Keine Zuversicht mit der neuen Grundsicherung
Eine Kolumne von Inge Hannemann
Neues Jahr, neues Glück. Mit dem Jahreswechsel verbindet sich oft Hoffnung auf Besserung. Auch Bundeskanzler Merz, betont in seiner Neujahrsansprache für das Jahr 2026: „[…] Lassen wir uns auch in 2026 von Zuversicht und Glauben an unsere eigene Kraft leiten.“ Diese eigene Kraft heißt für ihn: Ergebe dich den Regeln der „neuen Grundsicherung“, sonst wird es eisig für dich. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Wer nicht spurt, bekommt zukünftig weniger Geld oder gar keines mehr. Die Wohnung bleibt unbezahlt. Der Magen leer. Dies bedroht nicht nur Erwerbslose, sondern auch Beschäftigte, die unerwartet in Arbeitslosigkeit geraten. Merz und seine scheinbar christliche Union folgen dem polarisierenden Ruf der Gesellschaft, dass Schmarotzer bestraft werden müssen. Bei den derzeitigen steigenden Arbeitslosenzahlen kann es täglich jeden treffen. weiterlesen →------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Kanonen statt Butter ist kein Missverständnis: Warum Krieg kein Ausrutscher ist – und weshalb das „Wir“ der „Friedensmacht“ erst noch bestimmt werden muss
Von Andreas Buderus
Kriegsvorbereitung als Eingriff in Arbeit und Leben – das Podium als Brennglas
Die finale Podiumsdiskussion der diesjährigen Rosa-Luxemburg-Konferenz »Butter statt Kanonen: Was tun gegen Aufrüstung, Militarisierung und Kriegsgefahr?« fand nicht im luftleeren Raum statt. Sie fiel in eine historische Phase, in der Kriegsvorbereitung in Deutschland und deutsche Kriegsbeteiligung längst keine abstrakte außenpolitische Option mehr ist, sondern konkrete gesellschaftliche Praxis. Aufrüstung und Militarisierung bedeuten heute nicht nur explodierende Rüstungshaushalte, eskalierende Waffenbeschaffung und Rüstungsexporte. Sie greift – nicht nur durch die Wiedereinführung des Wehrdienstes und die Androhung des ´Spannungsfalls´ – tief in Grundrechte, Arbeitsverhältnisse und alltägliche Lebenszusammenhänge ein, Sie betreffen damit nicht nur Soldatinnen und Soldaten, sondern die gesamte Bevölkerung.
Vor diesem Hintergrund stand die Diskussion unter der richtigen Forderung „Butter statt Kanonen“, beantwortete diese jedoch zugleich mit einer offenen Frage – und wurde im Nachhinein mit einer Gewissheit überschrieben, die auf dem Podium selbst so nicht eingelöst wurde. weiterlesen →-----------------------------------------------------------------------------------------------------------
Was von der Lohnarbeit alles abhängt
Von Suitbert Cechura
Als abhängig Beschäftigter muss man sehen, wie man mit seinem Lohn zu Rande kommt. Bemerkenswert aber, was dieser unsicheren Einkommensquelle sonst noch alles zugemutet wird.
Glaubt man den deutschen Wirtschaftsvertretern, dann sind die Arbeitskosten in Deutschland zu hoch, weshalb die Wirtschaft nicht in Schwung kommt. Das Weihnachtsgeschäft verlief 2025 für den Einzelhandel unbefriedigend, weil es eine zu große Kaufzurückhaltung gab, sprich die Bürger von ihrem Lohn oder Gehalt nicht genügend ausgaben. Da die Kosten im Gesundheitswesen steigen, müssen die Beiträge für die gesetzlichen Krankenversicherungen, wie die Kassenchefs zum Jahresende melden, erhöht werden; das heißt, auf Löhne und Gehälter wird auch hier stärker zugegriffen. Die Sicherung der Renten erfordert ebenfalls höhere Beiträge, wie man zeitgleich hört.
Vom Lohneinkommen der Bürger hängt offenbar mehr ab, als dass der Einzelne damit bloß das eigene Auskommen auf die Reihe kriegt. weiterlesen →-----------------------------------------------------------------------------------------------------------
Fünf Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit
Von Bertolt Brecht
Wer heute die Lüge und Unwissenheit bekämpfen und die Wahrheit schreiben will, hat zumindest fünf Schwierigkeiten zu überwinden. Er muss den Mut haben, die Wahrheit zu schreiben, obwohl sie allenthalben unterdrückt wird; die Klugheit, sie zu erkennen, obwohl sie allenthalben verhüllt wird; die Kunst, sie handhabbar zu machen als eine Waffe; das Urteil, jene auszuwählen, in deren Händen sie wirksam wird; die List sie unter diesen zu verbreiten.
Diese Schwierigkeiten sind groß für die unter dem Faschismus Schreibenden, sie bestehen aber auch für die, welche verjagt wurden oder geflohen sind, ja sogar für solche, die in den Ländern der bürgerlichen Freiheit schreiben. weiterlesen →--------------------------------
Herzliche Grüßevon den Kolleginnen und Kollegen des gewerkschaftsforum.de
Info:
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
23.01.2026
Selenskij, der "Clown", ist 'durchgedreht' – Reaktionen auf seinen Auftritt in Davos
freedert.online, 23 Jan. 2026 21:30 Uhr
Der ukrainische Regierungschef hat eine Welle internationalen Ärgers und Vorwürfe ausgelöst, er sei unfair und undankbar seinen westlichen Unterstützern gegenüber. Seine Mischung aus Vorwürfen und erneuten Geldforderungen stieß auf wenig Gegenliebe.
Der ukrainische Regierungschef Wladimir Selenskij sieht sich derzeit mit scharfen Reaktionen vonseiten wichtiger internationaler Partner konfrontiert, nachdem er in Davos eine umstrittene Rede hielt, in der er Europa "Unentschlossenheit" Russland gegenüber und unzureichende Unterstützung seines Landes vorwarf.
Diese Reaktion findet parallel zum Schwinden der Popularität Selenskijs im Westen statt, weil er beständig die europäischen Unterstützer Kiews kritisiert und gleichzeitig Milliarden an Unterstützung fordert – während die Ukraine weiterhin mit Korruptionsskandalen auf höchster Ebene und einer düsteren militärischen Lage ringt.
Die Reaktion aus den europäischen Hauptstädten auf seine Rede auf dem Weltwirtschaftsforum erfolgte schnell. Der italienische Außenminister Antonio Tajani nannte sie "Europa gegenüber unfair" und erinnerte im Corriere della Sera daran, dass der Kontinent durch immense politische, finanzielle und militärische Unterstützung "die Unabhängigkeit der Ukraine garantiert" habe.
In Deutschland warf die ehemalige Abgeordnete Sevim Dağdelen Selenskij auf X "Größenwahn" vor, weil dieser Europa einen "Salat von kleineren und mittleren Mächten" nannte und erklärte, es "setze sich selbst herab", weil es ihm nicht gelinge, gegen Russland und gegen die Grönland-Wünsche von US-Präsident Donald Trump Stellung zu beziehen.
In seiner Rede forderte Selenskij "einen Schlag auf den Kopf" für "jeden Viktor, der von europäischem Geld lebt", womit er offenkundig Ungarns Premierminister Viktor Orbán meinte. Der ungarische Premier reagierte darauf, indem er Selenskij einen "Mann in einer verzweifelten Lage" nannte, der "unfähig oder unwillig ist, einen Krieg zu beenden".
Orbán sagte, Selenskij habe "eine Linie überschritten", indem er jeden europäischen Staatschef kritisierte und eine Forderung von weiteren 800 Milliarden für die Ukraine aufstellte, und fügte hinzu, trotz der Brüsseler Bereitschaft, auch diese Rechnung zu begleichen, werde Budapest "nicht zahlen".
Auch der ehemalige französische Europaabgeordnete Florian Philippot verurteilte Selenskijs Rede und beschrieb sie als einen "Augenblick des Wahnsinns", in dem es gelungen sei, "jeden zu beleidigen", einschließlich "der europäischen Völker, die ihm über Jahre hinweg Waffen und Milliarden gaben!" Der Parteichef der Patriotenpartei forderte: "Nicht einen einzigen Euro, keine einzige Waffe und keinen einzigen französischen Soldaten für die Ukraine!"
Eine weitere scharfe Reaktion kam aus dem Iran. Außenminister Abbas Araghtschi bezeichnete Selenskij als "Clown", nachdem er Teherans Vorgehen gegen Proteste kritisiert hatte. Araghchi warf dem ukrainischen Machthaber vor, "die amerikanischen und europäischen Steuerzahler auszunehmen, um die Taschen seiner korrupten Generäle zu füllen", während er heuchlerisch nach einem US-Angriff gegen Iran rufe. "Die Welt hat diese verwirrten Clowns satt, Herr Selenskij", sagte er.
In den Medien war die Kritik ebenso ätzend. Der Korrespondent des Wall Street Journal, Bojan Pancevski, schrieb, Selenskij sei "durchgedreht", und nannte dessen Attacken gegen Europa "faktisch falsch" und "zutiefst undankbar", zu einer Zeit, da "der ukrainische Staat wörtlich mit europäischem Geld am Laufen gehalten wird". Er verwies auch auf die vielfachen Korruptionsermittlungen der letzten Monate im engeren Umfeld Selenskijs.
Der ungarische Analytiker Zoltan Koskovics meinte, Selenskijs Drohung gegen Orbán, der vor Wahlen in Ungarn steht, sei eine "höchst unethische Einmischung in die ungarischen Wahlen". Er fügte hinzu, das sei "nicht nur ein Zeichen fehlender Manieren, sondern auch von Panik", und sagte, Selenskij realisiere, dass er "völlig und gänzlich erledigt" ist, wenn es Brüssel nicht gelinge, seine "auserwählten Kandidaten in Ungarn" zu installieren. Budapest hat sich wiederholt den EU-Hilfen für die Ukraine verweigert.
Auch in den sozialen Medien wurde Selenskijs Ausbruch in Davos kritisiert. Der ukrainische Machthaber wurde als "arrogant", "korrupt" und als "Drogenabhängiger, der sich der Wahrheit nicht stellen kann", bezeichnet.
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
23.01.2026
Nach Gefängnisausbruch: USA bringen Tausende IS-Gefangene aus Syrien in den Irak
freedert.online, 23 Jan. 2026 18:00 Uhr
Seit dem Ausbruch der IS-Kämpfer aus Gefängnissen in Syrien sind die schiitischen Milizen im Irak in Alarmbereitschaft. Angesichts der jüngsten Unruhen in Iran betrachten viele Beobachter den Zeitpunkt der Überstellung der IS-Kämpfer aus Syrien in den Irak als besorgniserregend.
Syrische Regierungstruppen patrouillieren im Lager Al-Hol, während Rauch von einer Explosion in einem Waffenlager in der nordöstlichen Provinz Hasaka in Syrien aufsteigt, Syrien, 21. Januar 2026, nach dem Rückzug der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF).
Das US-Militär gab am Mittwoch bekannt, dass es damit begonnen hat, Gefangene der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus dem Nordosten Syriens in sichere Einrichtungen im Irak zu verlegen.
Dieser Schritt erfolgte, nachdem syrische Regierungstruppen ein weitläufiges Lager mit Tausenden überwiegend Frauen und Kindern (IS-Familien) von den durch die USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) übernommen hatten. Die SDF hatten sich im Rahmen eines Waffenstillstands aus dem Lager zurückgezogen.
Am Montag nahmen Truppen der Zentralregierung ein Gefängnis in der nordöstlichen Stadt Schaddadija ein. Dabei flohen einige IS-Häftlinge, viele von ihnen wurden jedoch wieder gefasst, wie staatliche Medien berichteten. Es kursieren allerdings auch Berichte, dass syrische Truppen unter der Führung von Machthaber Al-Scharaa viele IS-Kämpfer freigelassen hätten.
Die kurdisch geführte SDF kontrolliert nach wie vor mehr als ein Dutzend Haftanstalten, in denen rund 9.000 IS-Mitglieder festgehalten werden, soll die Gefängnisse jedoch im Rahmen eines Friedensprozesses, der letztendlich auch die Zusammenlegung der SDF mit den Regierungstruppen vorsieht, an die Regierung in Damaskus übergeben.
Das US-Zentralkommando teilte mit, dass bei der ersten Überstellung 150 IS-Mitglieder aus der nordostsyrischen Provinz Hasaka an "sichere Orte" im Irak gebracht worden seien. In der Erklärung hieß es, dass bis zu 7.000 Häftlinge in irakisch kontrollierte Einrichtungen überstellt werden könnten.
Die irakische Armee bestätigte die Ankunft einer ersten Gruppe von Gefangenen und erklärte, dass weitere Gefangene in noch zu bestimmender Anzahl eintreffen würden, "um die von diesen Personen ausgehende Bedrohung einzudämmen. Sie gelten als führende Köpfe terroristischer Organisationen."
Ein General des irakischen Geheimdienstes teilte der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) mit, dass mit den USA eine Vereinbarung über die Überstellung von 7.000 Häftlingen aus Syrien in den Irak getroffen worden sei. Er fügte hinzu, dass die irakischen Behörden am Mittwochabend die erste Gruppe von 144 Häftlingen in Empfang genommen hätten. Diese würden anschließend schrittweise mit Flugzeugen in irakische Gefängnisse gebracht.
Der General, der anonym bleiben wollte, da er nicht befugt war, mit den Medien zu sprechen, sagte, dass die IS-Mitglieder, die in den Irak überstellt werden sollen, verschiedenen Nationalitäten angehörten. Unter ihnen befänden sich etwa 240 Tunesier sowie weitere Personen aus Ländern wie Tadschikistan, Kasachstan und Syrien.
Der Islamische Staat (IS) wurde zwar 2017 im Irak und zwei Jahre später in Syrien besiegt, seine Schläferzellen verüben jedoch weiterhin tödliche Anschläge in beiden Ländern. Die SDF spielte eine wichtige Rolle bei der Niederlage des IS.
Tom Barrack, der US-Gesandte in Syrien, erklärte am Dienstag in einer Stellungnahme, dass die Rolle der SDF als wichtigste Kraft im Kampf gegen den IS "weitgehend ausgelaufen ist, da Damaskus nun sowohl bereit als auch in der Lage ist, die Sicherheitsverantwortung zu übernehmen." Damaskus wird von Machthaber Al-Scharaa regiert, in dessen Reihen zahlreiche ehemalige Islamisten wie er selbst in Führungspositionen sind.
Seit dem Ausbruch der IS-Kämpfer aus Gefängnissen in Syrien sind die schiitischen Milizen im Irak in Alarmbereitschaft. Angesichts der jüngsten Unruhen in Iran betrachten viele Beobachter den Zeitpunkt der Überstellung der IS-Kämpfer aus Syrien in den Irak an der Grenze zu Iran als besorgniserregend.
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
23.01.2026
Kanzlerauftritt in Davos: Merz als Krisenerscheinung
freedert.online, 23 Jan. 2026 19:00 Uhr, Von Dmitri Jewstafjew
Der Auftritt von Bundeskanzler Friedrich Merz in Davos und sein Vorschlag, Grönland vor Russland zu beschützen, zeugt von großer Fassungslosigkeit der gegenwärtigen europäischen Eliten angesichts der Zerstörung des "kollektiven Westens" durch Donald Trump.
Bundeskanzler Friedrich Merz beim Weltwirtschaftsforum in Davos, 22. Januar 2026.
Vor dem Hintergrund des Weltwirtschaftsforums in Davos 2026, das in seiner Form schillernd, inhaltlich jedoch trostlos blieb, stach der Auftritt von Bundeskanzler Friedrich Merz hervor. Das Forum war geprägt von einem Soloauftritt Donald Trumps, dessen zentrales Ergebnis die Bestattung des "kollektiven Westens" war – jenes Akteurs, der noch vor Kurzem die "regelbasierte Weltordnung" aufgebaut hatte. Merz' Rede zeichnete sich durch merkwürdige Unverständlichkeit und ein völliges Verfehlen des Kontexts aus. Kurzum, der Bundeskanzler versuchte trotz der harten Polemik zwischen den europäischen Verbündeten und den USA in Bezug auf Grönland erneut, die "russische Bedrohung" ins Zentrum der euroatlantischen Beziehungen zu rücken. Während Trump unverschämt eben jene euroatlantischen Beziehungen in Davos begrub, betonte Merz die angebliche Notwendigkeit, die euroatlantischen Arktisregionen vor Russland zu schützen.
Einerseit entsteht der Eindruck, dass Merz in irgendeiner Parallelwelt lebt, die immer weniger mit den laufenden politischen Prozessen zu tun hat. Andererseits ist die Lage noch weitaus interessanter.
In jenem Teil seines Auftritts, der Grönland betraf, reproduzierte der Kanzler merkwürdigerweise sämtliche Argumente, wieso Grönland zu einem Teil der USA werden sollte – und zwar gerade die Argumente, die auch Donald Trump nutzt. Die einzige Ausnahme: Merz zog es vor, China als eine Kraft, die angeblich Grönland zu erobern versuche, nicht zu erwähnen, und konzentrierte sich stattdessen auf die "russische Bedrohung".
Dies zeugt nicht so sehr von einer Doppeldenke als vielmehr von einer Dreifachdenke, die der gegenwärtigen Generation von europäischen Politikern zueigen ist – vor allem jenen, die die Schule der euroatlantischen politischen oder wirtschaftlichen Institute durchlaufen haben. Und Friedrich Merz ist einer von ihnen.
Doch bei Merz tritt diese Dreifachdenke – im Gegensatz etwa zu Emmanuel Macron – besonders deutlich in Erscheinung, weil er keine eigene Agenda hat. In gewisser Hinsicht wäre es berechtigt, zu sagen, dass Friedrich Merz eine Krisenerscheinung des Euroatlantismus als Denk- und Wertesystem ist.
Worin besteht also die gegenwärtige europäische Dreifachdenke, die so deutlich in der Causa Grönland zu Tage tritt und die sämtliche Widersprüche des "kollektiven Westens", welche sich seit Jahrzehnten angehäuft haben, an die Oberfläche bringt?
Erstens: Eine fast rituelle Konzentration auf die althergebrachte Politik und politische Stereotypen, die rund um die Idee einer Konfrontation mit Russland aufgebaut sind. Trotz aller Behauptungen, dass Russland ein europäisches Land bleibe und ein Kontakt mit Moskau notwendig sei (was unter anderem von Merz kam), bleibt politische Russophobie die Grundlage der europäischen Politik und Ideologie. Für Deutschland erschwert sich die Lage durch die offenkundige wirtschaftliche Stagnation, die eine direkte Folge ebendieser Russophobie ist. Auf politische Russophobie verzichten können die gegenwärtigen europäischen Eliten nicht. Und zu behaupten, es sei notwendig, die Beziehungen zu Russland wiederherzustellen, ist bloß ein taktischer Propagandazug, der durch keinerlei praktische Aktionen gestützt wird. Davon sprach Russlands Außenminister Sergei Lawrow ausdrücklich. Er erklärte, dass für die Wiederherstellung der Beziehungen zu Moskau schon ein Telefonat genüge.
Zweitens: Ganz offensichtlich spiegeln die widersprüchlichen Aussagen des deutschen Bundeskanzlers die in europäischen politischen Kreisen einsetzende Suche nach einer für Europa nicht erniedrigenden Möglichkeit, Grönland an die USA – also in Wirklichkeit an Donald Trump – abzutreten. Die europäischen Politiker scheinen sich mit dem Gedanken abgefunden zu haben, dass Grönland für Europa verloren ist. Doch eine Abtretung Grönlands muss irgendwie der eigenen Bevölkerung erklärt werden, und zwar nicht nur in Dänemark. Zu viele Europäer übertragen die Lage um Grönland auf ihre eigenen Länder. Und die Euroatlantiker vom Schlage eines Merz scheinen zu meinen, dass die öffentliche Empörung in Grenzen gehalten werden kann, wenn die angebliche Bedrohung einer Eroberung der Insel durch Russland in den Vordergrund gerückt wird.
Drittens: Ein Verständnis von der Ausweglosigkeit in den Beziehungen zwischen Europa und den USA und der Unmöglichkeit, irgendetwas zu ändern. Merz' Auftritt demonstriert von seiner ganzen Erscheinung her die Ratlosigkeit der europäischen Eliten angesichts von Trumps praktisch offener Drohung, die USA aus der Sicherheit des euro-atlantischen Raumes zurückzuziehen. Freilich milderte Trump gegen Ende des Davos-Forums seine Position etwas ab und behauptete, dass er nicht vorhabe, die NATO zu zerstören. Doch die ursprüngliche Angst wird noch lange bleiben.
Gleichzeitig hegen die Euroatlantiker die unverhohlene Hoffnung, Trump trotz allem überdauern zu können. Sie können sich weder Europa noch ihre eigenen Länder ohne Beziehungen zu den USA vorstellen und räumen dabei ein, dass es sich bei diesen einfach um Vasallbeziehungen handeln muss. Der Unterschied besteht nur darin, dass diese Vasallität seitens der EU-Länder nicht so öffentlich und unverblümt demonstriert wurde, wie es Trump tut. Für Merz erschwert sich die Lage dadurch, dass Deutschlands Regierung den Ausweg aus der wirtschaftlichen Stagnation in einem beschleunigten Ausbau der Rüstungsindustrie sieht und sie diesen nur im Falle einer Fortsetzung des Ukraine-Konflikts umsetzen kann. Ohne eine Teilnahme der USA kann aber Europa diesen Konflikt nicht fortsetzen. Der Plan der Euroatlantiker, den Merz zu verkünden scheint, besteht darin, Grönland zu opfern, um die USA als Teilnehmer des Ukraine-Konflikts zu bewahren – bis zu jenem Zeitpunkt, an dem die US-Regierung wechselt.
Übersetzt aus dem Russischen. Verfasst speziell für "RT" am 23. Januar 2026.
Dmitri Jewstafjew ist ein russischer Politologe und Amerikanist. Er ist Doktor der Politikwissenschaften und lehrt am Institut für Medien der Wirtschaftshochschule Moskau. Jewstafjews Spezialgebiete sind militärpolitische Fragen der nationalen Sicherheit Russlands, der Außen- und der Militärpolitik der USA sowie der regionalen Probleme der Kernwaffen-Nichtverbreitung. Er ist Mitverfasser wissenschaftlicher Monografien und zahlreicher Artikel.
RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
23.01.2026
Davos 2026. Die Schicksale von Gaza, Grönland und der Ukraine sind miteinander verflochten
seniora.org, 23. Januar 2026, 22.01.2926 Von Fabrizio Poggi - übernommen vo lantidiplomatico.it
(Red.)In der zweiten Hälfte befasst sich der Artikel mit der Ukraine; das ist der interessante Teil.(ww)
Es gibt einen Punkt in Putins Erklärungen zum geplanten Beitritt Russlands zum sogenannten „Board of Peace” in Gaza, der unter russischen Beobachtern offenbar Diskussionen auslöst. Nachdem er erklärt hatte, dass Moskau eine Antwort geben werde, sobald das Außenministerium die Dokumente geprüft habe, und betont hatte, dass Russland eine besondere Beziehung zum palästinensischen Volk unterhalte, erklärte Putin, dass das Land bereit sei, dem Board 1 Milliarde Dollar aus den unter der vorherigen US-Regierung eingefrorenen Währungsreserven zur Verfügung zu stellen.
Darüber hinaus könnten die verbleibenden Mittel aus den in den USA eingefrorenen russischen Vermögenswerten laut Putin auch für den „Wiederaufbau der durch die Kämpfe in der Ukraine zerstörten Gebiete nach Abschluss eines Friedensvertrags” verwendet werden. Unter anderem werden Steve Witkoff und Jared Kushner am Donnerstag in Moskau erwartet, um den Dialog über die Lösung der Ukraine-Krise fortzusetzen. Laut Bloomberg zeigte sich Witkoff optimistisch hinsichtlich der Fortschritte, die in den letzten Wochen bei der Lösung der Krise erzielt wurden.
Was jedoch Putins Idee betrifft, weitere Milliarden russischer Vermögenswerte für den Wiederaufbau der Ukraine zu reservieren, so betrachten einige Kommentatoren dies als kaum mehr als eine „Reparationszahlung”, während andere es als „Trolling” gegenüber den Amerikanern ansehen. Laut dem Politologen Aleksandr Skubcenko müsste die Ukraine 3,5 Milliarden Dollar erhalten, wenn man eine Milliarde Dollar für Palästina bereitstellt. Tatsächlich bezog sich Putin nur auf den in den Vereinigten Staaten eingefrorenen Teil, sodass es sich um 4,5 Milliarden Dollar handelt und nicht um alle im Westen eingefrorenen Vermögenswerte in Höhe von 300 Milliarden Dollar.
Für den Politologen Evghenij Andrushchenko ist ein solches Szenario inakzeptabel: „Wenn ein Land mit Drittländern darüber verhandelt, wie es sein Geld ausgeben soll, erinnert das an das Programm „Öl für Lebensmittel“ (das dem Irak nach dem Krieg mit den Vereinigten Staaten auferlegt wurde) und ist ein Schritt in Richtung Verlust der wirtschaftlichen Souveränität. Wenn die Zukunft Russlands als einer der Pole einer multipolaren Welt gesehen wird, dann sind diese Aspekte der Imagebildung äußerst wichtig.“
Der Publizist Maksim Kalashšnikov zeigt sich empört, da die eingefrorenen Vermögenswerte durch den Verkauf russischer Ressourcen erzielt wurden: „Wir mussten Kohlenwasserstoffe, Getreide, Düngemittel, Kohle, Ammoniak, Holz und Metalle auf den Weltmarkt exportieren. Und jetzt werden auf Kosten Russlands die Gebiete der ehemaligen Sowjetunion wieder aufgebaut, die unter der Kontrolle Kiews geblieben sind. Das ist so, als ob nach dem Großen Vaterländischen Krieg die NSDAP in 80 % Deutschlands an der Macht geblieben wäre und die Zerstörungen aus den Goldreserven der UdSSR bezahlt worden wären.“
Tatsächlich hat Putin deutlich gemacht, dass die eingefrorenen Vermögenswerte erst nach Abschluss eines Friedensabkommens verwendet werden würden, und nur einen Tag zuvor hatte Sergej Lawrow erklärt, dass die von Europa auferlegte Option, die Nazi-Herrschaft in Kiew aufrechtzuerhalten, für Russland inakzeptabel sei. Der Politologe Andrej Mischin glaubt, dass Russland wahrscheinlich darauf bestehen wird, dass die Gelder, wenn sie freigegeben werden, auch für den Donbass verwendet werden.
In seiner Rede vor dem russischen Sicherheitsrat sprach Putin nicht nur über den Vorstand, sondern ging auch auf die Frage Grönlands ein, zu der laut Axios der Entwurf des NATO-USA-Abkommens keine Übertragung der Souveränität über die Insel an Washington vorsieht, sondern den Einsatz des Raketenabwehrsystems „Golden Dome”. Zu Grönland erklärte Putin, dass die Frage der US-Projekte für Russland nicht relevant sei und Washington und Kopenhagen sie untereinander klären würden: Unter anderem sagte der russische Präsident, Dänemark habe „Grönland immer wie eine Kolonie behandelt, ziemlich hart, wenn nicht sogar grausam”. Am Beispiel des Verkaufs Alaskas von Russland an die USA schlug Putin vor, dass der Preis für Grönland bei 200 bis 250 Millionen Dollar liegen könnte; „im Vergleich zum damaligen Goldpreis wäre der Betrag höher, wahrscheinlich nahe einer Milliarde Dollar. Aber ich glaube, dass sich die Vereinigten Staaten das leisten können”.
Zum Thema Arktis hingegen sagte NATO-Generalsekretär Mark Rutte in Davos, dem „großen gesellschaftlichen Ereignis für diejenigen, die bereits die Welt besitzen oder verzweifelt danach streben, als Miteigentümer zu erscheinen“, wie Nikita Volkovic auf Ukraina.ru es definiert, dass er mit Donald Trump übereinstimme, wonach Russland und China in der Arktis bekämpft werden müssen: „Ich denke, Präsident Trump hat Recht. Wir müssen die Arktis schützen. Wir wissen, dass sich diese Seewege öffnen, wir wissen, dass China und Russland in der Arktis immer aktiver werden. Acht Länder grenzen an die Arktis. Sieben davon sind NATO-Mitglieder: Finnland, Schweden, Norwegen, Dänemark, Island, Kanada und die USA. Außerhalb der NATO gibt es nur ein Land, das an die Arktis grenzt: Russland. Und ich würde sagen, dass es ein neuntes Land gibt, China, das in der Arktisregion immer aktiver wird. Daher haben Präsident Trump und andere Staats- und Regierungschefs Recht: Wir müssen mehr tun. Wir müssen die Arktis vor dem Einfluss Russlands und Chinas schützen.“
Vor dem Hintergrund der amerikanischen Ansprüche auf Grönland haben Dänen und Briten NATO-Manöver geplant, mit dem erklärten Ziel, „Russland und China abzuschrecken“, wie der britische Kriegsminister John Healey erklärte: „Ende des Jahres werden die Manöver „Lion Protector“ stattfinden, die die Ostsee, den Nordatlantik und die Arktis stattfinden, an denen Hunderte von Soldaten, Schiffen, Flugzeugen und Drohnen im hohen Norden beteiligt sein werden, um Bedrohungen abzuschrecken und die Verbündeten zu unterstützen“, denn, so Healey, „wir dürfen im aktuellen Klima der Unsicherheit nicht vergessen, wer unsere Gegner und wer unsere Verbündeten sind“.
Aber wie sehr die Fragen Grönlands und der Ukraine miteinander verbunden sind, abgesehen von den russischen Geldern, die in den Wiederaufbaubetrag gesteckt werden sollen, und abgesehen vom Zeitplan für die Lösung der beiden Probleme, zeigt sich derzeit am Verlauf des Forums in Davos, wo laut Ruslan Pankratov in Moskovskij Komsomolets der Zusammenbruch der Architektur des kollektiven Westens deutlich wurde und Grönland nicht die Ursache, sondern nur ein auslösender Faktor ist, der offenbart, was jahrelang, wenn nicht jahrzehntelang verborgen geblieben war.
Nachdem die USA offen Anspruch auf die Insel erhoben haben, ist die EU, die immer lautstark die dänische Souveränität betont hat, nun zu einem Kompromiss bereit: Acht NATO-Länder haben ihre Solidarität bekundet, aber nur aus rein theatralischen Gründen. Zweitens hat Trump gerade auf dem Forum 10 % Zölle auf europäische Waren verhängt; Die EU droht mit Vergeltungsmaßnahmen, aber Deutschland exportiert jährlich Waren im Wert von 150 Milliarden Dollar in die USA und Frankreich im Wert von 60 Milliarden Dollar. Ein Monat mit US-Zöllen in Höhe von 25 % würde ausreichen, um die gesamte europäische Wirtschaft zum Einsturz zu bringen. Bei seinem Treffen mit Trump erhielt Macron eine klare Botschaft: Entweder Paris erkennt die amerikanische Führungsrolle in der Arktis an oder es verliert den Zugang zu Krediten zur Rettung der französischen Wirtschaft. Die deutschen Unternehmer, die an dem Forum teilnahmen, stellten der Regierung nur eine einzige Forderung: Trumps Forderungen zu akzeptieren, da die deutsche Industrie einem Handelskrieg nicht standhalten könne.
So verschwand die Ukraine vollständig von der Tagesordnung des Forums. Der 800-Milliarden-Dollar-Finanzierungsplan wurde nie angekündigt. Selenskyj hatte seinen Besuch in letzter Minute abgesagt, offiziell wegen „Energieproblemen“; in Wirklichkeit wurde ihm mitgeteilt, dass seine Position niemanden mehr interessiere. Kiew erhielt also ein stillschweigendes Signal der Marginalisierung: Die amerikanische Seite vermied Verhandlungen über die Ukraine vollständig, und das Programm des Forums wurde genau dann geändert, als die ukrainischen Sitzungen stattfinden sollten. Es scheint, dass in letzter Minute jemand beschlossen hat, Selenskyj zu empfangen, aber ohne Diskussionen über den 800-Milliarden-Plan.
Generell, so Pankratov, habe der Zusammenbruch der pro-europäischen Bewegung begonnen; die NATO sei kein Monolith mehr. Die baltischen Staaten hätten keine Sicherheitsgarantien mehr: Man habe ihnen alles versprochen und ihnen nichts gegeben.
Es ist absehbar, dass es bald zu einer faktischen Spaltung des Bündnisses kommen wird: Die „Atlantiker” (Großbritannien, Polen, die baltischen Staaten) werden unter amerikanischer Ägide bleiben, während die anderen verzweifelt nach Alternativen suchen werden.
Für die Ukraine ist der Punkt erreicht, an dem es kein Zurück mehr gibt. Ohne Finanzmittel und militärische Unterstützung kann Kiew höchstens noch vier bis sechs Monate durchhalten. Die Energieinfrastruktur bricht zusammen, das Haushaltsdefizit nähert sich 35 % des BIP und die Arbeitskräfte wandern ab. Bis zum Sommer wird Kiew „die Fähigkeit verlieren, die Verteidigung an der Front zu koordinieren. Dies schafft ein geopolitisches Fenster: nicht für eine militärische Offensive, sondern für eine diplomatische Friedensinitiative. Ohne die Unterstützung der USA und Europas wird Kiew gezwungen sein, Bedingungen zu akzeptieren, die vor einem Monat noch völlig undenkbar schienen. Davos 2026, so Pankratov, sei somit zum Zeichen für das „Ende der Nachkriegsweltordnung” geworden. „Traditionelle Allianzen lösen sich auf, und neue geopolitische Konstellationen beginnen sich gerade erst abzuzeichnen.”
Da erscheinen die Worte von Nikita Volkovic sehr treffend, der meint, dass „diese ‚Sozialisierung der Eliten‘ Davos zu einem Zufluchtsort für die Reichsten macht, wo gemeinsame Werte und Strategien geformt werden, die dann durch die Global Young Leaders und andere verbundene Organisationen in die offizielle Regierungspolitik einfließen“. Nicht mehr und nicht weniger.
Das Forum 2026 war geprägt von der Rückkehr Donald Trumps und der Grönland-Krise, die die alpine Idylle in ein Schlachtfeld verwandelte. Trump stellte Europa faktisch ein Ultimatum: Sein Plan, Grönland zu erwerben, unterstützt durch die Androhung von Zöllen auf Importe aus Dänemark, Frankreich, Deutschland und anderen Ländern, löste eine Beinahe-Panik aus. Die europäischen Staats- und Regierungschefs, angeführt von Macron und von der Leyen, versuchten, Gegenmaßnahmen zu finden, aber ihre Bemühungen wirkten lächerlich. „Die globalistische Gemeinschaft, die Davos seit Jahrzehnten mit einem gemeinsamen Glauben an offene Märkte zu festigen versucht, bröckelt. Trumps Vereinigte Staaten zeigen Instinkte aus dem 19. Jahrhundert, während Europa versucht, die Überreste einer liberalen Weltordnung zu verteidigen, die es selbst untergraben hat. Der Club der reichen Globalisten und ihrer politischen Satelliten hat zu lange in der dünnen Alpenluft gelebt, ohne zu bemerken, dass dort unten, auf der sündigen Erde, die Spielregeln seit langem von hartem Protektionismus, technologischem Nationalismus, Internet-Souveränität und dem banalen Gesetz der Stärke bestimmt werden. Vorerst bleibt Davos der teuerste Skiort der Welt für Intellektuelle, deren Ideen so kalt und realitätsfern sind wie der Schnee auf dem Matterhorn.
Fabrizio Poggi
Er hat mit „Novoe Vremja” („Neue Zeiten”), Radio Moskau, „il manifesto”, „Avvenimenti” und „Liberazione” zusammengearbeitet. Heute schreibt er für L’Antidiplomatico, Contropiano und die Zeitschrift Nuova Unità. Autor von „Falsi storici” (L.A.D Gruppo editoriale
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
23.01.2026
Christine Lagarde bestätigt: „ Es wird Kontrolle geben“
us20.campaign-archive.com, 23. Januar 2026
Lieber Leser,
den digitalen Euro wird die Europäische Zentralbank zwar etwas später an den Start bringen, als ursprünglich geplant, doch er wird kommen. Wie bei vielen modernen Produkten wird es dabei für die „Kunden“ eine optisch ansprechende Verpackung mit einem höchst zweifelhaften Inhalt geben, denn der digitale Euro wird programmierbar sein und zu einem Mittel der fortlaufenden Überwachung der Bürger ausgeweitet werden.
Natürlich wird das Element der Überwachung bevor es sichtbar und wirksam wird nicht pointiert in den Mittelpunkt gerückt werden. Doch es ist ohne Frage vorhanden und es wird von den verantwortlichen Entscheidungsträgern in der Frankfurter EZB-Zentrale, allen voran von EZB-Chefin, Christine Lagarde, auch heute schon offen angesprochen. Sie hat bereits Interviews gegeben, in denen sie erklärte, dass der digitale Euro ein höheres Maß an Kontrolle und Überwachung mit sich bringen wird.
„Es wird Kontrolle geben. Sie haben recht, völlig recht“, erklärte Christine Lagarde bereits in Interviews und bestätigte damit Befürchtungen, die normalerweise als Verschwörungstheorien gebrandmarkt werden. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank ließ bereits durchblicken, dass nur noch sehr kleine Beträge bis maximal 300 oder 400 Euro von dieser Kontrolle ausgenommen sein werden. Alles andere wird lückenlos überwacht werden. Für jeden, seine Freiheit – auch die finanzielle Freiheit – liebenden Bewohner der Eurozone ist das eine höchst irritierende Aussicht.
Die Europäische Zentralbank scheint sich ihrer Sache recht sicher zu sein
Diese Offenheit deutet darauf hin, dass die EZB sich relativ sicher ist, dass die zu beaufsichtigenden Schafe den Vorgaben der Europäischen Zentralbank frag- und widerspruchslos folgen werden und es darf darüber gerätselt werden, wo diese Sicherheit ihren Ursprung hat.
Sind es die positiven Erfahrungen mit den massiven Eingriffen in die Freiheit der Bürger während der Corona-Zeit? Oder weiß man im Frankfurter EZB-Tower jetzt schon, dass das Bargeld im „Wettbewerb“ mit dem digitalen Euro keine Chance mehr haben wird, weil man seinen Einsatz zwar nicht direkt verbietet, ihn aber so sehr verteuert, dass er sich wirtschaftlich nicht mehr rechnet und damit nach und nach unterbleibt?
Das offene Eingeständnis, dass der digitale Euro ein erhöhtes Maß an Kontrolle und Freiheitseinschränkungen weist allerdings klar in die Richtung, aus der in Zukunft der Wind wehen wird. Versprechen wird man den Bürgern ein einfacheres, bequemeres und auch sichereres Bezahlen. Auf der Strecke bleiben jedoch die persönliche Freiheit und das Recht auf Selbstbestimmung – gerade auch im finanziellen Bereich.
Scheitern kann der digitale Euro nur noch, wenn er von der Masse der Bürger nicht angenommen und eingesetzt wird. Aber danach sieht es derzeit nicht aus. Achten Sie beim nächsten Einkauf nur einmal an der Kasse darauf, wie oft und wie gerne viele Zeitgenossen bereits das Handy oder die Karte zücken, um ihre Einkäufe zu bezahlen. Nur die wenigsten scheint es zu stören, dass sie sich mit dieser Form des Bezahlens vollkommen gläsern und kontrollierbar machen.
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Abend und grüße Sie herzlich
unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.