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07.01.2026

Iran: Destabilisieren durch Strangulieren

aus e-mail von Doris Pumphrey, 7. Januar 2026, 19:24 Uhr


Nachgetragen - Blog von Joachim Guilliard

<https://jg-nachgetragen.blog/2026/01/07/iran-destabilisieren-durch-strangulieren/>

7.1.2026


*Iran: Destabilisieren durch Strangulieren

Anmerkungen zur neuen Protestwelle im Iran


*/Von Joachim Guillard


Erscheint komprimiert als Kommentar in der UZ vom 9. Januar 2026/

/Siehe dazu auch meinen Artikel vom 26. Dezember 2025, Iran nach dem

Zwölf-Tage-Krieg

<https://jg-nachgetragen.blog/2025/12/31/iran-nach-dem-zwoelf-tage-krieg/>/


Die starke Welle des Protests, die sich Ende 2025 im Iran gegen die

wirtschaftliche Misere ausbreitete, kam nicht überraschend. Die im Lauf

des Jahres immer weiter verschärften Wirtschaftsblockaden und die

direkte militärische Aggression Israels und der USA im Juni, haben die

wirtschaftlichen Probleme des Landes erheblich verschärft. Das Embargo,

mit dem der Iran konfrontiert ist, ist ähnlich umfassend und brutal wie

das gegen Kuba.


Es gelingt dem Land zwar durch Ausweitung des Handels mit Russland,

China und seinen asiatischen Nachbarn, die Auswirkungen einigermaßen

abzufedern. Die finanziellen Einbußen und Versorgungsprobleme sind aber

dennoch erheblich. Sie führen unter anderem zur steten Abwertung der

iranischen Währung, zu wachsenden Kaufkraftverlusten und einer anhaltend

hohen Inflation, die seit der Wiederinkraftsetzung der Blockaden durch

US-Präsident 2018 auf über 50 Prozent schnellte und seither bei

durchschnittlich 35 Prozent liegt. Auch sonstige inländischen Krisen

werden durch das Embargo noch verschärft. Millionen Menschen, auch aus

der Mittelschicht, werden so zunehmend in die Armut getrieben. [1]

<https://jg-nachgetragen.blog/2026/01/07/iran-destabilisieren-durch-strangulieren/#_ftn1>


Genau das ist das offen verkündete Ziel Trumps. Die Iraner sollen durch

drastische Verschlechterung der Lebensbedingungen derart in die

Verzweiflung getrieben werden, dass sie sich gegen das Regime erheben.

Das ist an sich auch das generelle Kalkül hinter

Wirtschaftssanktionen[2]

<https://jg-nachgetragen.blog/2026/01/07/iran-destabilisieren-durch-strangulieren/#_ftn2

und wird auch von Berlin, Paris und London verfolgt. Die von ihnen über

den „Snapback“ reaktivierten Wirtschaftssanktionen der UNO und der EU

ließen den Währungskurs weiter verfallen und trieben die Inflation auf

fast 50 Prozent.


Auslöser der aktuellen Proteste war schließlich ein extremer Absturz des

Wechselkurses des Rial gegenüber dem Dollar. Händler auf dem Teheraner

Bazar schlossen daraufhin ihre Läden und gingen auf die Straße. Der Rial

hatte innerhalb weniger Tage weitere 10 Prozent seines Wertes verloren.

Da dies selbst für den Kursstürze gewohnte Iran außergewöhnlich war,

sieht seine Führung die „Hand des Feindes“ dahinter. [3]

<https://jg-nachgetragen.blog/2026/01/07/iran-destabilisieren-durch-strangulieren/#_ftn3>


Demonstrationen breiteten sich zwar im weiten Teilen des Landes aus, die

Hoffnungen der USA und ihrer europäischen Verbündeten erfüllten sich

bisher jedoch nicht. Auch wenn die westlichen Medien einen anderen

Eindruck zu vermitteln suchen, zielen die Proteste nicht auf einen

Umsturz, sondern richten sich überwiegend gegen Inflation, unsichere

Arbeitsverhältnisse, prekäre Lebensbedingungen und die unzureichenden

Maßnahmen der Regierung dagegen.


Diese reagiert in der angespannten Lage zurückhaltender als bei früheren

Protesten.[4]

<https://jg-nachgetragen.blog/2026/01/07/iran-destabilisieren-durch-strangulieren/#_ftn4

Sie erklärt die Forderungen für berechtigt, sucht den Dialog und machte

erste Zugeständnisse, wie Steuernachlässe für Händler und höhere

Subventionen.[5]

<https://jg-nachgetragen.blog/2026/01/07/iran-destabilisieren-durch-strangulieren/#_ftn5

Präsident Massud Peseschkian räumte aber auch ein, dass der Regierung

aktuell die Mittel zur Lösung der Wirtschaftskrise fehlen.[6]

<https://jg-nachgetragen.blog/2026/01/07/iran-destabilisieren-durch-strangulieren/#_ftn6>


Offensichtlich bemühten sich allerdings auch bewaffnete Gruppen,

Demonstrationen eskalieren zu lassen. In mehreren Provinzen kam es zu

gewalttätigen Ausschreitungen, wurden Gebäude in Brand gesteckt und

Polizeistationen angegriffen. Die iranischen Sicherheitskräfte

reagierten mit entsprechender Härte. Sie gehen, sicherlich nicht zu

Unrecht, auch von ausländischer Einmischung aus.


Überwachung, Anklagen und Verhaftungen hatten seit Juni zugenommen,

nachdem Drohnenangriffe, Attentate und Sabotage von iranischem

Territorium aus gezeigt hatten, in welchem Maße sensible Bereiche des

Landes von israelischen und US-amerikanischen Geheimdiensten unterwartet

worden waren. Pro-westliche Oppositionelle gerieten so verstärkt unter

Verdacht. Wie immer verengen Angriffe, Destabilisierungsbemühungen und

Wirtschaftsblockaden drastisch die politischen zivilgesellschaftlichen

Spielräume.


Doch die westlichen Strangulationsmaßnahmen und die massive

Unterstützung regierungsfeindlicher Kräfte im Land haben nichts mit

Bemühungen um Freiheit und Demokratie zu tun. Sie richten sich auch

nicht primär gegen das iranische Atomprogramm. Ziel ist die Ausschaltung

einer Regionalmacht, die mit ihrem Ressourcenreichtum, hohem

Bildungsgrad und technologischem Niveau ein enormes

Entwicklungspotential hat. Und die – ähnlich wie Venezuela –

strategische Allianzen mit China, Russland und anderen Gegnern des

Westens unterhält, Handel am Dollar vorbei betreibt und durch seine

geografische Lage ein multipolarer Knotenpunkt ist.


Da im Land selbst ausreichend starke Kräfte fehlen, um ein

pro-westliches Regime zu installieren, zielen USA, Israel und der EU

darauf, den Iran auf das Niveau von Syrien, Irak oder Libanon

herunterzubringen.


[1]

<https://jg-nachgetragen.blog/2026/01/07/iran-destabilisieren-durch-strangulieren/#_ftnref1

Iran nach dem Zwölf-Tage-Krieg

<https://jg-nachgetragen.blog/2025/12/31/iran-nach-dem-zwoelf-tage-krieg/>,

UZ vom 26. Dezember 2025


[2]

<https://jg-nachgetragen.blog/2026/01/07/iran-destabilisieren-durch-strangulieren/#_ftnref2

Joachim Guilliard, Arsenal des Faustrechts: Wirtschaftsblockaden,

Menschenrechte und der Widerstand des Südens

<https://www.imi-online.de/2024/05/24/arsenal-des-faustrechts/>,

IMI-Studie 2024/4, 24. Mai 2024


[3]

<https://jg-nachgetragen.blog/2026/01/07/iran-destabilisieren-durch-strangulieren/#_ftnref3>Sayyed 

Khamenei links currency devaluation to ‚enemy hand‘

<https://english.almayadeen.net/news/politics/sayyed-khamenei-links-currency-devaluation-to--enemy-hand>,

Al Mayadeen, 3 Jan 2026


[4]

<https://jg-nachgetragen.blog/2026/01/07/iran-destabilisieren-durch-strangulieren/#_ftnref4>Tehran 

adjusts its public tone as protests return

<https://www.iranintl.com/en/202601014346>, Iran International, 1.1.2026


[5]

<https://jg-nachgetragen.blog/2026/01/07/iran-destabilisieren-durch-strangulieren/#_ftnref5>Iran 

President Moves to Calm Protests With Vow to Fix Budget

<https://www.bloomberg.com/news/articles/2025-12-30/iran-s-president-moves-to-calm-protests-with-vow-to-fix-budget>,

Bloomberg, 30.12.2025, Iran Offers Citizens $7 a Month in a Bid to Cool

Protests

<https://www.nytimes.com/2026/01/05/world/europe/iran-protests-payments.html>,

New York Times, 5.1.2026


[6]

<https://jg-nachgetragen.blog/2026/01/07/iran-destabilisieren-durch-strangulieren/#_ftnref6>Iran’s 

Pezeshkian urges unity as protests over economic woes turn deadly

<https://www.aljazeera.com/news/2025/12/31/protests-in-iran-spread-amid-deep-discontent-over-economic-duress>,


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

07.01.2026

Iran: Spannungen steigen

aus e-mail von Doris Pumphrey, 7.  Januar 2026


/_Zur Erinnerung:


_/*Israelischer Geheimdienst unterstützt Proteste


*Die iranischen Sicherheitsbehörden beurteilen die Proteste als eine

"ausländische Verschwörung der Feinde Irans" mit dem Ziel, Unruhe und

Instabilität im Land zu schaffen. Die Öffentlichkeit solle wachsam sein

und sich nicht an den Protesten beteiligen. Präsident Massud Peseschkian

versprach in einer kurzen Botschaft wirtschaftliche Reformen und zeigte

sich offen für Dialog.


Der israelische Geheimdienst Mossad sprach seine Unterstützung für die

Demonstranten im Iran aus. Die Menschen sollten ihren Protest

fortsetzen, sie würden dabei vom Mossad "vor Ort" unterstützt, teilte

der Geheimdienst am Mittwoch im Onlinedienst X mit. "Geht zusammen raus

auf die Straße. Die Zeit ist gekommen. Wir sind mit euch", schrieb der

Mossad in einer Botschaft auf Farsi, wie das israelische Armeeradio

berichtete.

_Quelle Die Zeit 31.12.2025

<https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-12/iran-proteste-teheran-studenten-gxe>


_

_RTDE 7.1.2026

_*Spannungen steigen: Iran droht nach Trumps Warnung mit Präventivschlag


*Der Verteidigungsrat in Iran warnte vor einem möglichen Präventivschlag

gegen Israel. Die Erklärung folgte, nachdem Donald Trump damit gedroht

hatte, die Demonstranten in Iran notfalls militärisch zu unterstützen.


Wie der neu gegründete Verteidigungsrat am Dienstag mitteilte, warnt die

iranische Führung vor einem möglichen Präventivschlag gegen Israel.


"Die Zunahme der Drohungen und Interventionen, die über reine Rhetorik

hinausgehen, kann als feindliches Verhalten interpretiert werden", hieß

es in der am Dienstag veröffentlichten Erklärung des Verteidigungsrates

in Teheran. Iran werde sich zur Selbstverteidigung nicht auf Reaktionen

beschränken, sondern "konkrete Anzeichen von Bedrohungen als Teil der

Sicherheitsgleichung" betrachten. Dies klang wie die Androhung eines

Präventivschlags.


Die Erklärung folgte, nachdem Donald Trump damit gedroht hatte, die

Demonstranten in Iran notfalls militärisch zu unterstützen. Am Montag

hatte der amerikanische Präsident bekräftigt:

/"Wenn sie anfangen, Menschen zu töten, wie sie es in der Vergangenheit

getan haben, werden sie von den Vereinigten Staaten sehr hart getroffen

werden."/


Angesichts einer schweren Wirtschaftskrise und galoppierender Inflation

gibt es in Iran schon seit Tagen Proteste und Unruhen. Besonders

auffällig ist die hohe Gewaltbereitschaft der teilweise sehr gut

organisierten Protestierenden. Die iranischen Beamten sehen hier die

lange Hand des Mossad am Werk.


Die staatliche Zeitung /Tehran Times/ sprach von einer möglichen

"präventiven Selbstverteidigung". Premierminister Benjamin Netanjahu

soll Teheran über Moskau mitgeteilt haben, dass Israel keine

militärische Eskalation plane. Israel und Iran unterhalten keine

diplomatischen Beziehungen, und es bestehen keine direkten

Kommunikationskanäle.


Der oberste Führer Irans, Ali Khamenei, veröffentlichte eine Erklärung

auf X, in der er sagte, dass er den Zusicherungen Israels nicht vertraue.

/"Was veranlasst den Feind, zuerst einen Waffenstillstand zu fordern …

und dann Botschaften zu senden, in denen er sagt, er wolle nicht gegen

uns kämpfen? Natürlich ist der böswillige Feind ein betrügerischer

Lügner, und wir vertrauen ihm nicht."/


Die /New York Times/ behauptete unter Berufung auf drei hochrangige

iranische Beamte, dass führende Mitglieder der Islamischen Republik in

geschlossenen Gesprächen eingestanden hätten, dass sich Iran angesichts

der wachsenden Proteste im Land und des westlichen Sanktionsdrucks auf

den "Überlebensmodus" vorbereiten müsse.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

07.01.2026

„Hält sich für Ludwig XIV.“: BSW-Chef De Masi geht gegen von der Leyen vor Gericht
Soll Rüstungskontakte offenlegen

berliner-zeitung.de, 07.01.2026, 07.01.2026, 08:19 Uhr, dpa

BSW-Chef Fabio De Masi zieht vor den EuGH – Grund ist die nach seiner Ansicht unzureichende Auskunft von der Leyens über ihre Kontakte zu Rüstungskonzernen.


Der Co-Parteichef des BSW, Fabio De Masidts Nachrichtenagentur/imago


Der Europaabgeordnete und BSW-Chef Fabio De Masi zieht im Streit mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vor den Europäischen Gerichtshof. Von der Leyen habe nach De Masis Sicht nur unzureichende Auskunft über ihre Kontakte zu Rüstungskonzernen erteilt, berichtete die Deutsche Presseagentur unter Berufung auf die Klageschrift, die ihr nach eigenen Angaben vorliegt.

Ziel sei, „ein Präzedenzurteil für die Rechte des EU-Parlaments zu erstreiten“, erklärte De Masi demnach. Er beruft sich dabei als Europaabgeordneter auf Informationsrechte zur demokratischen Kontrolle der EU-Kommission. Von der Leyen habe ihre in den EU-Verträgen vorgesehene Pflicht verletzt, Anfragen aus dem Parlament zu beantworten, heißt es in der Klageschrift.

Auf Anfrage der Berliner Zeitung erklärte De Masi: „Frau von der Leyen ist vom Beschaffungsfilz der Bundeswehr bis zur Pfizer-Affäre immer wieder durch Missmanagement und Löschung von Akten in Erscheinung getreten. Es gab sogar ein europäisches Gerichtsurteil gegen die EU-Kommissionspräsidentin.“ Im vergangenen Jahr hatte ein EU-Gericht entschieden, dass die Kommission Textnachrichten zwischen von der Leyen und Pfizer-Chef Albert Bourla während der Corona-Pandemie herausgeben müsse.

Bei der Hochrüstung würden neue Beschaffungsskandale drohen, so De Masi. „Frau von der Leyen weigerte sich zunächst über Monate, meine parlamentarische Anfrage zu ihren Kontakten zur Rüstungsindustrie zu beantworten und tat dies dann erst nach mehrfacher Aufforderung der Parlamentspräsidentin unvollständig“, sagte er.

De Masi: Von der Leyens vergangene Antwort zu allgemein

De Masi verlangte demnach im März 2025 Auskunft über alle Kontakte von der Leyens mit Rüstungsherstellern seit Mitte 2024, also Treffen, Telefonate, Videokonferenzen, E-Mails und Briefwechsel. Die Antwort vom Oktober 2025 war aus seiner Sicht zu spät und zu allgemein.


Von der Leyen hatte in ihrer Antwort im Oktober unter anderem auf ihren öffentlichen Terminkalender verwiesen und erklärt, dass sie Einladungen zu Konferenzen zu Verteidigungsthemen erhalten habe, an denen sie wegen anderer Termine nicht teilnehmen konnte. Zudem hätten ihr einige Rüstungsunternehmen nach ihrer Wiederwahl im Jahr 2024 gratuliert.

Weiter nannte sie Termine wie den Strategischen Dialog mit der europäischen Verteidigungsindustrie im Mai 2025 sowie ein Arbeitsessen im Juni 2025 mit Vertretern verschiedener Unternehmen. Darüber hinaus verwies sie auf öffentlich zugängliche Informationen der EU-Kommission, die unter anderem im Transparenzregister, in Pressemitteilungen und über soziale Medien geteilt werden.

De Masi kritisierte: „Frau von der Leyen hält sich für Ludwig XIV.“ Gemeint ist der absolutistische „Sonnenkönig“ im Frankreich des 17. Jahrhunderts.

Die Klage richtet sich formal nicht gegen von der Leyen selbst, sondern gegen die EU-Kommission. Ein Sprecher der Brüsseler Behörde sagte dazu: „Die Kommission teilt die Rechtsauffassung von Herrn De Masi ausdrücklich nicht. Es ist aber sein gutes Recht, eine ihn nicht zufriedenstellende Verwaltungsentscheidung gerichtlich überprüfen zu lassen.“


EU-Kommission will Fördergelder für NGOs und Medien um fast 600 Prozent erhöhen

EU-Kommission will Fördergelder für NGOs und Medien um fast 600 Prozent erhöhen

Milliardenprogramm der EU: Mehr Geld für NGOs und Medien – Bezeichnungen wie „Desinformation“ und die Verteilung bleiben jedoch unklar.

Von Franz Becchi

Internationales

02.01.2026

Lesen Sie mehr zum Thema

NewsEU-KommissionBündnis Sahra WagenknechtDeutsche Presse-Agentur


Info: https://www.berliner-zeitung.de/news/haelt-sich-fuer-ludwig-xiv-bsw-chef-de-masi-geht-gegen-von-der-leyen-vor-gericht-li.10012939


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07.01.2026

USA ziehen Unterschrift zu Ukraine-Garantien zurück

lostineu.eu, 7. Januar 2026

Rückschlag für die neue “Paris Declaration” zu möglichen Sicherheitsgarantien für die Ukraine: Die USA haben ihre Unterschrift zurückgezogen, wie “Le Monde” meldet.

Die Amerikaner seien ohnehin nicht offizieller Partner gewesen, heißt es dazu im Pariser Elysée-Palast. Man habe aber alle Details mit den US-Vertretern abgesprochen. Allerdings fehlt in der Schlusserklärung ein entsprechender Passus. Dort ist nur noch von einem “proposed support of the US” die Rede.

“Wir gehen davon aus, dass die Zusagen der USA stark sind”, sagte demgegenüber Regierungssprecher Kornelius in Berlin nach dem Treffen der sogenannten Koalition der Willigen in Paris. Die USA seien zu einer substanziellen Unterstützung von Sicherheitsgarantien bereit.

Allerdings ist weiter unklar, wie diese Garantien aussehen sollen. Er habe “keine klare Antwort” erhalten, wie die “Willigen” auf einen russischen Angriff reagieren würden, klagt Präsident Selenskyj, ebenfalls laut “Le Monde”.

Belgien wagt mehr als Deutschland

Auch die angeblich substantielle deutsche Unterstützung bleibt vage: Während sogar Belgien Truppen in die Ukraine schicken will, ist Deutschland nur zur Entsendung der Bundeswehr in Nachbarstaaten wie Rumänien bereit.

Demgegenüber wollen Frankreich und Großbritannien sogar Militärstützpunkte in der Ukraine errichten. Damit setzen sie sich direkt über die russischen Einwände gegen die künftige Entsendung von Nato-Truppen hinweg – und schaffen ein neues Hindernis auf dem Weg zum Frieden.

Ergebnis: Die Debatte dreht sich im Kreise, einer Verständigung mit Russland ist man keinen Schritt näher gekommen. Auch die Ukraine hat weiter Vorbehalte – wegen der nach Ansicht der “Willigen” unvermeidlichen Abtretung von russisch besetztem Territorium…

Mehr zur Ukraine und zum Krieg hier


Info: https://lostineu.eu/usa-ziehen-unterschrift-zu-ukraine-garantien-zurueck/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

07.01.2026

Deutschland 2026 – Ein Wiederholungstäter?

aus e-mail von Doris Pumphrey, 7. Januar 2026, 16:11 Uhr


_grh Mitteilungen 1/26


_*Deutschland 2026 – Ein Wiederholungstäter?

*von Hans Bauer*



„Deutschland ist wieder zurück auf der internationalen Bühne“ ist die

frohe Botschaft von Bundeskanzler Friedrich Merz in seiner jüngsten

Regierungserklärung.


Wer auf der Bühne mitspielt, muss bühnenreif sein. Ist Deutschland

„bühnenreif“?

Im Allgemeinen ist „bühnenreif“, wer hohe Qualität mit positiver

Ausstrahlung liefert. Global gesehen hieße das, Deutschland müsste das

Beispiel eines friedlichen, demokratischen und sozialen Landes geben.


Trifft das auf das Deutschland des Jahres 2025/26 zu? Und was heißt

„wieder zurück“?

In der jüngeren Geschichte kann man von einem bühnenreifen Land

Deutschland, das Gutes in die Welt ausstrahlt, nicht sprechen. Solange

zwei deutsche Staaten bestanden, hat die Bundesrepublik als Fortsetzung

des Deutschen Reiches mit reaktionären und faschistischen Staaten und

als NATO-Mitglied paktiert. Im Kalten Krieg und in heißen Konflikten.

Und es hat alles getan, um das friedliche Deutschland, die DDR, zu

schädigen und zu beseitigen. Und nach 1990 nachträglich zu

delegitimieren. Und wie verbrecherisch das Deutschland des 20.

Jahrhunderts auf der Weltbühne agiert hat, sollte allen bekannt sein.

Mit der Hauptschuld an zwei Weltkriegen, mehr als 100 Millionen Toten,

Elend und Zerstörung.


  Mit dem „Zurück“ hat Merz allerdings Recht. Die Politik der Gegenwart

und die Absichten und Ziele des staatlich vereinten Deutschlands wecken

Erinnerungen an das Deutschland des vorigen Jahrhunderts, vor allem der

1930-Jahre. Die von Scholz ausgerufene „Zeitenwende“ und die

„Staatsräson“ bedeuten ein Zurück in die Vergangenheit. Und die neuen

Machthaber unter Merz beschleunigen das noch. Das gesamte öffentliche

Leben wird auf Krieg getrimmt. Kein Bereich bleibt ausgespart.

Unbegrenzte Mittel stehen dafür zur Verfügung. Hunderte Milliarden von

EURO. Rüstungsindustrie und Rüstungsexport boomen, werden zur

„Jobmaschine“.  „Die Trennung zwischen Rüstungs- und ziviler Industrie

macht keinen Sinn“, meint Kriegsminister Pistorius. Wahrheit lässt sich

so besonders gut verschleiern.


Die Militarisierung schreitet in deutschem Eiltempo voran. Die

Bundeswehr soll stärkste Armee Europas werden. Und die Heimatfront aus

Jung und Alt wird zum sicheren Hinterland aufgebaut. Die Bevölkerung

wird zur Kriegstüchtigkeit dressiert, um siegfähig zu sein. Ein Teil hat

sich schon dem Kriegstaumel hingegeben. Für Geld, Posten, scheinbare

Sicherheit. Auch aus Angst vor persönlichen und beruflichen Nachteilen.

Wer nicht spurt, wird diszipliniert und bestraft. Recht und Rechtsstaat

sind zunehmend völliger Willkür unterworfen. Es wird gemeinsam mit der

reaktionären EU sanktioniert. Und das Wichtigste aus der Vergangenheit:

Russland ist wieder der Feind. Der deutsche Imperialismus setzt zum

wiederholten Versuch an, den Nachbarn im Osten zu vernichten. Dieses Mal

nicht in einem Zweifrontenkrieg, sondern zusammen mit westlichen

NATO-Spießgesellen.


Natürlich sind Argumente und Methoden der Zeit angepasst. Neue Medien,

Elektronik und Technik sowie Globalisierung ermöglichen nicht nur

veränderte Kriegsführung, sie erleichtern auch massenhafte

Beeinflussung, sprich Verdummung der Menschen.


Soll dies die Aussicht auf das gerade begonnene Jahr 2026 sein? Die

Perspektive für die Zukunft? Die Bühne, auf der Deutschland agieren will?


Das darf und kann nicht sein.


Wesentlicher Bestandteil der verfassungsmäßigen Ordnung im Grundgesetz

ist das Friedensgebot. Die Deutschen Machthaber verletzen es entgegen

ihrem Amtseid in schwerwiegender Weise. Dagegen ist Widerstand geboten,

auch in Übereinstimmung mit dem Grundgesetz (Art. 20). Lasst uns danach

handeln. Um eine Wiederholung der Verbrechen des vorigen Jahrhunderts

mit noch schlimmeren Folgen zu verhindern.


*/*/*/Hans Bauer ist der Vorsitzende der //GRH/

<https://www.grh-ev.org/home.html>


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

07.01.2026

Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien sowie zum Thema Militarisierung in Deutschland     (I von II)

aus e-mail von Clemens Ronnefeldt, 7. Januar 2026, 12:30 Uhr


Liebe Friedensinteressierte,


nachfolgend sende ich einige Artikel zu den Kriegen

in der Ukraine und in Westasien sowie zum Thema

Militarisierung in Deutschland - auch heute mit dem

Hinweis, dass ich nicht mit allen Aussagen aller Artikel

übereinstimme, die folgenden Beiträge aber für wichtig halte.



1. n tv: Ukraine-Krieg im Liveticker


2. Tagesschau: Umbau in der Regierung - Selenskyj will Verteidigungsminister austauschen


3. n tv: Reisners Blick auf die Front - "Die USA tun das, was sie zuvor den Russen vorgeworfen haben"


4. Berl. Z.: Ukraine und Russland: Wie dieser Krieg mit einem Verhandlungsfrieden beendet werden kann


5. Tagesschau: Ukraine-Gespräche in Miami - Selenskyj und Witkoff sprechen von Fortschritten


6. AXios: Putin-Gesandter führt an diesem Wochenende Gespräche mit Trump-Mitarbeitern über den US-Friedensplan in Miami


7. nsarchive: Memorandum des Gesprächs.  - Betrifft: Treffen mit dem Präsidenten Russlands


8. IPG: Ein simples Njet - Deutschland streitet über die Beteiligung der Bundeswehr an einer


   multinationalen Schutztruppe für die Ukraine. Doch die Frage stellt sich gar nicht.



9. Der Spiegel: Für den Fall größerer Unruhen Ajatollah Khamenei soll laut Medienbericht Flucht nach Moskau vorbereitet haben


10. NYT: Syrien und Israel beleben Sicherheitsgespräche, die von den USA vermittelt wurden.



11. ECCHR: Eilantrag beim Bundesverfassungsgericht: Palästinenser aus Gaza will deutsche Panzergetriebe-Lieferungen nach Israel stoppen


12. Correctiv: Die neue deutsche Kriegsmaschine


13. ARD: Y-Kollektiv - Vom Abi an die Front



------



1. n tv: Ukraine-Krieg im Liveticker


7.1.2026


https://www.n-tv.de/politik/11-47-Partisanen-melden-Zerstoerung-von-russischem-Kommunikationsturm-in-Kursk-article23143824.html


(…)

08:44 CDU-Generalsekretär Linnemann will keine deutschen Soldaten in der Ukraine zusagen


Nach der Einigung über Sicherheitsgarantien auf dem Gipfel in Paris

will CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann keine Bundeswehrsoldaten

für einen Einsatz direkt in der Ukraine zusagen. Deutschland sei

natürlich dazu bereit, Frieden abzusichern. Es gehe aber primär um

Nato-Gebiet, so Linnemann im Frühstart von RTL/ntv. "Wir reden über

einen Waffenstillstand, wir reden über eine Friedensmission, dass man

die absichert – und das ist auch richtig." Die Bundeswehr sei bereits

jetzt trotz der Gefahr durch Russland zur Verteidigung des Baltikums

im Einsatz.



(…)


07:40 Ex-Trump-Beraterin: Kreml brachte 2019 "seltsame

Tauschvereinbarung zwischen Venezuela und der Ukraine" ins Spiel


Die Ukraine gegen Venezuela? Während der ersten Amtszeit von

US-Präsident Donald Trump sollen russische Beamte signalisiert haben,

dass sie Washington in Venezuela freie Hand lassen würden, wenn die

USA Russland dasselbe in der Ukraine gestatten würden. Dies sagte die

ehemalige Trump-Beraterin Fiona Hill in einer Anhörung vor dem

Kongress im Jahr 2019, worauf "Kyiv Independent" nun hinweist.


Demnach hatte der Kreml im April 2019 die Möglichkeit ins Spiel

gebracht, seinen Einfluss in Venezuela aufzugeben, um uneingeschränkte

Kontrolle über die Ukraine zu erlangen. Russische Beamte

"signalisierten sehr deutlich, dass sie irgendwie eine sehr seltsame

Tauschvereinbarung zwischen Venezuela und der Ukraine treffen

wollten", so Hill.



21:59 Selenskyj: Trotz Fortschritten bleibt Territorialstreit


Trotz Fortschritten bei Gesprächen über einen Frieden gibt es nach

Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj noch ungeklärte Punkte.

Territorialfragen seien nicht zu 100 Prozent gelöst, sagt Selenskyj in

Paris. Ukrainische Unterhändler sollten deshalb vor Ort bleiben und

die Gespräche fortsetzen. Bei dem Streit um Territorium geht es darum,

ob die Ukraine - wie von Moskau gefordert - ihre Truppen vollständig

aus den Gebieten Donezk und Luhansk im Osten abzieht. Die USA drängen

Kiew dazu, weil sonst ein Frieden mit Russland nicht zu erreichen sei.

Die Ukraine lehnt das ab. Russland versucht seit Jahren erfolglos, den

ganzen Donbass zu erobern.



21:14 Witkoff nennt Ukraine-Sicherheitspläne „weitgehend abgeschlossen"


Der US-Sondergesandte Steve Witkoff bezeichnet die Planungen für die

Sicherheitsgarantien für die Ukraine als "weitgehend abgeschlossen".

"Die Menschen in der Ukraine müssen wissen, dass wenn (der Krieg)

beendet ist, dass es dann für immer ist", sagt Witkoff in Paris. Er

räumt ein, dass die Frage nach einer möglichen Aufgabe von Gebieten

durch die Ukraine noch nicht geklärt und "ein besonders kritisches

Thema" sei. Der zweite US-Gesandte Jared Kushner nennt das Pariser

Treffen einen "wichtigen Meilenstein". Es gebe nun "echte

Schutzmechanismen", um sicherzustellen, dass die Ukraine nicht erneut

angegriffen würde.

----



2. Tagesschau: Umbau in der Regierung - Selenskyj will Verteidigungsminister austauschen



https://www.tagesschau.de/ausland/europa/selenskyj-ukraine-verteidigungsminister-100.html



Umbau in der Regierung


Selenskyj will Verteidigungsminister austauschen


Stand: 03.01.2026 00:56 Uhr



Präsident Selenskyj will den Sicherheitsapparat der Ukraine neu

aufstellen. Nach nur einem halben Jahr im Amt soll deshalb der

Verteidigungsminister ausgetauscht werden. Auch eine weitere

Schlüsselrolle wird neu besetzt.


Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat einen Wechsel an der

Spitze des Verteidigungsministeriums angekündigt.


Er habe den bisherigen Vizeregierungschef und Minister für digitale

Transformation, Mychajlo Fedorow, als neuen Verteidigungsminister

nominiert, teilte Selenskyj in einer Videobotschaft mit. Fedorow soll

auf Denys Schmyhal folgen, der das Amt erst im Sommer übernommen

hatte. Seiner Nominierung muss das ukrainische Parlament noch zustimmen.


Fedorow beschäftige sich intensiv mit dem Einsatz von Drohnen im Krieg

und arbeite sehr effektiv an der Digitalisierung staatlicher

Dienstleistungen, so Selenskyj. Die Personalie ist Teil einer von

Selenskyj angestoßenen Neuaufstellung des Verteidigungs- und

Sicherheitsapparats der Ukraine. Der ukrainische Präsident sprach von

einem "grundlegenden Neustart" - wegen Problemen in der Vergangenheit

gebe es eine "Welle personeller Veränderungen". Weitere sollen demnach folgen.



Neue Rolle für Chef des Militärgeheimdiensts


Zuvor hatte Selenskyj die Ernennung des bisherigen

Militärgeheimdienstchefs Kyrylo Budanow zu seinem neuen Stabschef

bekanntgegeben. Die Ukraine müsse sich jetzt mehr auf

Sicherheitsthemen, die Entwicklung der Verteidigung und diplomatische

Verhandlungen konzentrieren. Sein vorheriger Stabschef Andrij Jermak

war im November nach einem Korruptionsskandal zurückgetreten. Budanow

leitet künftig das Büro des Präsidenten.


Budanow gilt auch wegen zahlreicher erfolgreicher Operationen im Kampf

gegen den russischen Angriffskrieg als populärer Strippenzieher in der Ukraine.


—————


Hinweis von C. Ronnefeldt: Im folgenden Interview widerspreche ich insbesondere

der Aussage von Oberst Reisner: "Bislang rüstet Europa zu langsam auf.“


Das Interview enthält eine Reihe von Aussagen, die ich für relevant halte,

warum ich es in meine Auswahl aufgenommen habe.


———



3. n tv: Reisners Blick auf die Front


"Die USA tun das, was sie zuvor den Russen vorgeworfen haben"



https://www.n-tv.de/politik/Die-USA-tun-das-was-sie-zuvor-den-Russen-vorgeworfen-haben-id30205344.html?utm_source=firefox-newtab-de-de


Politik


Reisners Blick auf die Front


"Die USA tun das, was sie zuvor den Russen vorgeworfen haben"


05.01.2026, 19:03 Uhr


Für die Ukraine bedeutet die US-Intervention in Venezuela nichts

Gutes. Trumps Vorgehen in Caracas könne ein Zeichen für eine Einigung

zwischen ihm und Putin sein, sagt Oberst Reisner. So könnten sich

Washington und Moskau die Welt in Einflusszonen aufgeteilt haben.


ntv.de: US-Präsident Donald Trump will Venezuela durch die

Gefangennahme des Ex-Präsidenten Nicolas Maduro unter Kontrolle

bringen. Dient ihm Wladimir Putin als Vorbild, der mit seiner Invasion

in die Ukraine ebenfalls die Landkarte nach seinen Vorstellungen

ändern will?


Markus Reisner: Die USA tun das, was sie zuvor den Russen vorgeworfen

haben, nämlich durch unilaterale Handlungen Fakten schaffen. Mit ihrer

neuen Nationalen Sicherheitsstrategie verdeutlichen die Amerikaner,

wie sie die America First Politik verteidigungspolitisch verstehen:

Sie wollen durch den Einsatz von militärischen Kräften neue Realitäten

schaffen. Trump begründet sein Vorgehen mit der Monroe-Doktrin aus dem

19. Jahrhundert, die er nun Donroe-Doktrin nennt. Demnach betrachtet

er sein Einflussgebiet in Mittel- und Südamerika als seinen Spielplatz

und steckt seine Forderungen in Bezug auf die westliche Hemisphäre ab.


Was bedeutet das für die Ukraine?


Zum einen rückt der Fokus der internationalen Öffentlichkeit von der

Ukraine ab und konzentriert sich auf Venezuela. Zum anderen haben die

USA im schlimmsten Fall ein gesteigertes Interesse an einer Befriedung

des Angriffskriegs auf Kosten der Ukraine, da sie sich mit Russland

geeinigt haben könnten mit Blick auf das Abstecken von Einflusszonen.

Trump könnte sich mit Putin über die Aufteilung der Welt geeinigt

haben. Die USA würden sich dann auf Mittel- und Südamerika fokussieren

und die weitere Peripherie wie etwa Grönland. Trump und seine Anhänger

haben nicht zufällig ihren Anspruch erneuert, die Kontrolle über

Grönland erlangen zu wollen. Das wiederum könnte China ermutigen,

seinen Anspruch auf Taiwan gewaltsam durchzusetzen.


Trumps Idee dahinter wäre also: Die USA sichern sich Nord-, Mittel-

und Südamerika. Dafür bekommt Russland grünes Licht für die Einnahme

der gesamten Ukraine - und China darf sich ungestraft Taiwan einverleiben?


So unglaublich dies klingt, aber das wäre ein möglicher Verdacht.

Obwohl das, um ehrlich zu sein, bereits sehr weit gegriffen erscheint,

vor allem was einen möglichen Angriff Chinas auf Taiwan angeht. Nach

wie vor sehen die USA in China den eigentlichen Rivalen um die

Weltherrschaft. Und Trump versucht immer wieder, Russland aus Chinas

Umklammerung zu lösen. Er hatte Putin deshalb beim Gipfel in Alaska

angeboten, die Nordpolarregion gemeinsam zu explorieren und

auszubeuten - ohne China.


Wie ist die US-Intervention in Venezuela in diesem Zusammenhang zu bewerten?


Den USA geht es um die Kontrolle über das weltweit größte Ölvorkommen,

das auch eine geostrategische Rolle spielt. Denn Venezuela ist wichtig

für die chinesische Ölversorgung. Man nimmt an, dass viel Öl aus

Venezuela nach China verkauft wurde, unter anderem über die Straße von

Malakka. Falls das venezolanische Öl künftig nur noch in die USA

verkauft wird, bleibt China nur noch Russland als kooperationswilliger

Großlieferant. Die Abhängigkeit Chinas von Russland würde damit

zunehmen.


Damit wäre Russland dann gestärkt gegenüber China - ist das in Trumps Sinne?


Nicht unbedingt. Eher wollen die Vereinigten Staaten China und

Russland zugleich schwächen - und teilweise könnte ihnen das durch die

Intervention in Venezuela gelingen. Denn der Ölpreis ist deshalb

bereits gefallen. Sollte er weiter stark sinken, würde das Putins

Regime wirtschaftliche Schmerzen bereiten. Zudem muss sich China

künftig mit den USA arrangieren, will es weiter auf die

venezolanischen Ölvorkommen zugreifen. Peking soll Caracas, teilweise

noch unter der Regierung von Hugo Chávez, 100 Milliarden US-Dollar an

Krediten gegeben haben - ein Investment dieser Größe will niemand

einfach so aufgeben.


Mal aus rein militärischer Sicht: Überfordern sich die USA nicht, wenn

sie in den Amerikas ihre Vorherrschaft ausbauen wollen, zugleich

Israel und den Indopazifik im Blick behalten müssen und Kiew weiter

gegen Moskau stützen?


So ist es. Möglicherweise haben die USA realisiert, dass sie in dieser

Welt nicht mehr unilateral den Ton angeben können. Aber sie wollen in

bestimmten Teilen der Welt absolute Dominanz ausüben. Und sie wollen

im Ringen mit anderen Großmächten in einer multipolaren Welt zumindest

generellen Einfluss haben, beziehungsweise, wenn möglich, den Ton

angeben, das ist das Entscheidende. Falls die USA bei dieser Strategie

bleiben, würden sie militärisch nur noch dann rasch intervenieren,

wenn sich etwas in ihrem Hinterhof in der westlichen Hemisphäre

abspielt. In allen anderen Bereichen akzeptieren sie dann die

Vorherrschaft anderer Mächte. So ist auch Trumps Verweis auf die

Monroe-Doktrin zu verstehen.


Die Monroe-Doktrin beruhte im 19. Jahrhundert auf Gegenseitigkeit –

beide Seiten ließen sich damals in Ruhe. Den USA gehörten demnach die

Amerikas, während der Rest der Welt Europa überlassen blieb. Trump

lässt die Europäer jetzt aber nicht in Ruhe. Stattdessen mischt er

sich ein, indem er rechtspopulistische Politiker feiert oder gegen

EU-Gesetze wettert.


Richtig. Man muss die Monroe-Doktrin in der Einordnung ihrer Zeit

sehen. Die Doktrin wurde von den Europäern damals belächelt, weil sie

im Gegensatz zu heute den USA noch militärisch überlegen waren. Erst

in den Jahren danach, als die USA stärker wurden, kam es tatsächlich

zur Umsetzung. Europa ist im Vergleich zu damals nun ein Schatten

seiner selbst.


Deshalb müssen sich die Europäer von Trump mobben lassen?


Wie überfordert die Europäer sind, sehen wir auch in den ersten

europäischen Reaktionen auf die Ereignisse in Venezuela. Es bleibt bei

reinen Appellen an die USA und der Aufforderung zur Mäßigung. Dahinter

steht aber nichts. Da Europa für die eigene Verteidigung von den USA

abhängt, kann es seine moralischen Überzeugungen realpolitisch nicht

umsetzen. Die USA wiederum nutzen jede Schwäche aus, um in Europa

Regierungen an die Macht zu bringen, die eher proamerikanisch, aber

vor allem pro Trump sind. Es ist nur ein Beispiel für den Versuch, in

einer multipolaren Welt weiter Einfluss auszuüben oder eben den Ton

anzugeben.


Was sollten europäische Politiker angesichts der aktuellen

Entwicklungen tun?


Die Europäer müssen aufwachen, die eigene Rolle realistisch

einschätzen und basierend auf dieser Einschätzung über notwendige, oft

sogar schmerzhafte Handlungen entscheiden. Wenn wir jetzt wieder zum

Teil im 19. Jahrhundert angekommen sind und sich kaum jemand um

internationales Recht schert, muss Europa bereit sein, militärische

Macht zu entwickeln. Es geht nicht um Aggression, sondern um

Abschreckung gegenüber Großmächten. Die Mächte, die jetzt versuchen,

die Welt neu zu ordnen, dürfen nicht auf die Idee kommen, sich Stück

für Stück Teile aus Europa herauszureißen, weil sie davon ausgehen,

dass die Europäer rein gar nichts dagegen tun können, außer vollmundig

zu erklären, dass man dies unterlassen sollte. Bislang rüstet Europa

zu langsam auf.


Werfen wir einen Blick auf die Ukraine. Wie ist die Situation dort am

Jahresanfang?


Die Ukraine greift Russland verstärkt aus der Luft an. Laut einem

Medienbericht soll die CIA die Ukraine in den letzten Monaten im

großen Stil unterstützt haben. Hierbei sieht man wieder einen Versuch

Trumps, Druck auszuüben und mitzumischen, ohne unmittelbar zu

intervenieren. Die Ukraine führt nun fast täglich Luftangriffe auf

Russland durch, oft mit bis zu 100 Drohnen. Zumindest sind das die

Zahlen, die Russland meldet. Die Ergebnisse sind noch nicht messbar,

es gibt aber diese konstante und schleichende Wirkung auf die

russische Wirtschaft durch den Wegfall der Exporte von Erdölprodukten.


Schlägt Moskau zurück?


Ja, die Russen haben ihre Angriffe ebenfalls gesteigert. Seit Anfang

November gab es neun schwere Luftangriffe mit bis zu 600 Drohnen.

Einige davon wurden in den vergangenen Tagen durchgeführt, dabei

wurden jeweils bis zu 200 Drohnen eingesetzt. Kiew wollte die

Produktion von Abfangdrohnen ausweiten. Allerdings beginnt Moskau

seine Drohnen jetzt so technisch ausstatten, dass diese die

Abfangdrohnen blenden können. Es ist ein Katz und Maus Spiel. Daran

sieht man, wie schwer die Ukraine sich tut mit der Flugabwehr.


Können die russischen Luftattacken nicht mehr abgefangen werden?


Vergangenes Jahr wurden mehr als 2000 Raketen wurden von der

Russischen Föderation auf das Gebiet der Ukraine abgefeuert, davon

wurden mindestens 1100 abgeschossen. Zudem wurden in dem gesamten Jahr

mehr als 54.000 Angriffsdrohnen wurden gegen die Ukraine eingesetzt,

von denen mindestens 46.000 abgefangen wurden. Während die

Abschlussrate also bei den Drohnen relativ groß ist, ist sie bei den

Raketen sehr gering. Die Raketen treffen also meist ihre Ziele.


Wie sieht es bei den Geländegewinnen der Russen aus?


Neutralen Quellen zufolge haben die Russen circa 4400 Quadratkilometer

ukrainisches Territorium letztes Jahr besetzt. Die Russen sprechen von

6200, die Ukrainer von knapp 4000 Quadratkilometern. Insgesamt sind

116.165 Quadratkilometer ukrainischen Landes von Russland besetzt. Das

sind 19,25 Prozent des gesamten Territoriums oder jeder fünfte

Quadratkilometer. Mit den Grauzonen ist die Zahl sogar noch höher.

Trump sprach kürzlich von bis zu 25 Prozent. Die Russen behalten also

die Initiative und schreiten allmählich voran. Die Ukraine schafft

Verzögerungen des Vormarschs, aber nur punktuell.


Wo toben momentan besonders schwere Kämpfe?


Im Mittelabschnitt ist der strategisch wichtige Knotenpunkt Siwersk

gefallen. Es gibt Befürchtungen, die Russen könnten von dort stetig

Richtung Westen vormarschieren. Jedenfalls bauen die Russen ihre

Kräfte dort weiter aus, während die Ukraine in einem Wettlauf

versucht, die Verteidigungsstellungen auszubauen. Die Stadt Pokrowsk,

ebenfalls im Mittelabschnitt der Front gelegen, ist laut russischen

Bloggern komplett eingenommen. Es gibt aber noch Gefechte im Nordteil

der Stadt. Videos zeigen dies deutlich. Die Ukraine hat immer wieder

versucht, Gegenangriffe durchzuführen.


Wo sind weitere Hotspots?


Dazu kommen noch die Hotspots bei Konstantinowka, etwas weiter im

Norden von Pokrowsk. Auch Kupjansk ist hart umkämpft. In Kupjansk hat

es die Ukraine geschafft, durch Gegenangriffe fast 75 Prozent der

Stadt zurückzuerobern. Als Reaktion darauf ziehen die Russen dort nun

verstärkt weitere Kräfte zusammen. Auch im Nord- und Südabschnitt wird

heftig gekämpft. Das bald vierte Kriegsjahr setzt sich mit

unverminderter Heftigkeit fort.


Mit Markus Reisner sprach Lea Verstl

———



4. Berl. Z.: Ukraine und Russland: Wie dieser Krieg mit einem Verhandlungsfrieden beendet werden kann



https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/ukraine-krieg-verhandlungsfrieden-plan-gerechter-frieden-europa-li.10012558


Gastbeitrag


Ukraine und Russland: Wie dieser Krieg mit einem Verhandlungsfrieden beendet werden kann


Ein breit getragener Vorschlag namhafter Experten skizziert einen Weg zu


Waffenstillstand und Friedensvertrag in der Ukraine – jenseits von Kapitulation und Eskalation.


Peter Brandt

Hajo Funke

Johannes Klotz

Harald Kujat

Michael von der Schulenburg

Horst Teltschik


05.01.2026 05.01.2026, 16:47 Uhr


Vernunft, Kooperation und gleiches Recht für alle Nationen entscheiden

über die Zukunft Europas. Eine Kapitulation und ungelöste

Territorialfragen führen nicht zu einem dauerhaften Frieden. Gerechte

Lösungen beginnen mit der Art und Weise des Übergangs zu den

Friedensverhandlungen.


Deshalb hat dieser Vorschlag zum Ziel,


- Lösungsmöglichkeiten für die wichtigsten Probleme aufzuzeigen, die

bei entsprechender Kompromissbereitschaft der Konfliktparteien

geeignet wären, den Krieg zu beenden;


- den Fortbestand der Ukraine als souveränen, unabhängigen und

funktionsfähigen europäischen Staat zu sichern und den Menschen dort

nach vier Jahren eines grausamen Krieges wieder Hoffnung auf eine

Zukunft zu geben;


- unter Berücksichtigung der Sicherheitsinteressen sowohl Russlands

als auch der Ukraine den Grundstein für eine gesamteuropäische

Sicherheits- und Friedensordnung zu legen.


Wir wollen mit unserem Vorschlag dazu beitragen, eine tragfähige

Grundlage für die Aufnahme von Friedensverhandlungen zu schaffen. Ein

Waffenstillstand ist erst dann sinnvoll und realistisch, wenn die

Kriegsparteien zuvor in Verhandlungen verbindliche Regeln für dessen

Einhaltung vereinbart haben. Eine bloße Feuerpause ohne klare und

verbindliche Vereinbarungen bleibt fragil: Schon geringfügige

Zwischenfälle können zur Wiederaufnahme der Kampfhandlungen führen und

ein noch größeres Misstrauen erzeugen, das die Aufnahme der

eigentlichen Friedensverhandlungen zusätzlich erschwert.


Es ist wichtig, dass Frankreich, Großbritannien und Deutschland sich

gemeinsam mit anderen europäischen Staaten entschlossen haben, sich

aktiv in dem Bemühen von Präsident Trump um ein Verhandlungskonzept

als Grundlage für die Aufnahme von Friedensverhandlungen zu

engagieren. Schließlich ist ein gerechter und dauerhafter Frieden im

Sicherheitsinteresse aller Europäer. Denn scheitern die

Friedensbemühungen Trumps, droht die Ausweitung des Krieges zu einem

großen europäischen Krieg und damit auch das Risiko einer nuklearen

Eskalation.


Die Aufnahme von Friedensverhandlungen darf nicht länger an

Maximalpositionen scheitern. Jede Seite wird schmerzhafte

Zugeständnisse machen müssen. Der Preis des Nichtverhandelns ist – das

lehrt die Realität der vergangenen Jahre – höher als der Preis des

Kompromisses. Das heißt aber auch, dass der Beginn von Verhandlungen

nicht verzögert oder gefährdet werden darf. Eine militärische

Niederlage der Ukraine oder eine ungeregelte Waffenruhe ohne

politische Klammer würden die europäische Sicherheitslage

verschlechtern, nicht verbessern.


Nur eine Friedensregelung, die den Interessen der Ukraine und

Russlands entspricht und für die USA wie für Europa annehmbar ist,

schafft die Voraussetzungen für eine gerechte und dauerhafte

gesamteuropäische Sicherheits- und Friedensordnung. Die Europäer

sollten im Sinne der Selbstbehauptung die Verantwortung für unseren

Kontinent in Frieden und Freiheit übernehmen, für ein berechenbares

Europa, für eine internationale Ordnung, die Konflikte eindämmt, statt

sie zu befeuern.



A) Allgemeine Bestimmungen


1. Die Konfliktparteien bekräftigen ihre Entschlossenheit, die

Verhandlungen in der festen Absicht zu führen, den Krieg zu beenden

und eine dauerhafte, friedliche Regelung aller strittigen Fragen

anzustreben.


2. Die Konfliktparteien


- betrachten sich künftig nicht als Gegner und verpflichten sich, zu

den Prinzipien gleicher und unteilbarer Sicherheit zurückzukehren,


- verpflichten sich, auf die Androhung und Anwendung von Gewalt zu

verzichten,


- verpflichten sich, keine kriegsvorbereitenden Maßnahmen gegenüber

dem Vertragspartner vorzunehmen,


- verpflichten sich zu Transparenz in ihren militärischen Planungen

und Übungen sowie zu größerer Vorhersehbarkeit ihres militärischen und

politischen Handelns,


- akzeptieren eine demilitarisierte Zone von 60 Kilometern Breite, die

durch den mittigen Verlauf der Front gebildet wird,


- akzeptieren, dass die demilitarisierte Zone von einer

UN-Friedenstruppe nach Kapitel VII der UN-Charta überwacht wird, an

der Streitkräfte von Nato-Mitgliedstaaten nicht beteiligt sind,


- verpflichten sich, alle Streitfragen ohne Anwendung von Gewalt durch

die Vermittlung der Garantiestaaten oder, falls dies geboten ist, des

Sicherheitsrates der Vereinten Nationen zu lösen.



B) Ausgangslage für Friedensverhandlungen


I. Die Territorialfrage


Um die strittige Territorialfrage zu lösen, müssen beide

Konfliktparteien zu einem schwierigen Kompromiss bereit sein. In

unserem Vorschlag vom 30. August 2023, den Krieg durch einen

Verhandlungsfrieden zu beenden, haben wir ein Referendum für den Fall

vorgeschlagen, dass bilaterale Verhandlungen über die Territorialfrage

erfolglos verlaufen. Angesichts der zwischenzeitlichen politischen

Entwicklung und der heutigen militärischen Lage kann dieser Vorschlag

nicht aufrechterhalten werden.


Ein möglicher Lösungsansatz ergibt sich aus der Tatsache, dass sich

die Regionen Luhansk und Donezk im April 2014 zu unabhängigen

Volksrepubliken (Volksrepublik Luhansk/LVR und Volksrepublik

Donezk/DVR) erklärt haben. Russland erkannte Luhansk und Donezk am 21.

Februar 2022 als „unabhängige Staaten“ an, nahm jedoch am 30.

September alle vier östlichen Regionen in die Russische Föderation

auf.


1. Die Lage in Saporischschja und Cherson wird entlang dem

Frontverlauf eingefroren, wodurch die Gebiete unter der Kontrolle der

russischen Streitkräfte zunächst de facto russisches Territorium

bleiben.


2. Russland bekräftigt die Anerkennung der Regionen Donezk und Luhansk

vom 21. Februar 2022 als „unabhängige Staaten“.


3. Die Ukraine erkennt die Unabhängigkeit von Donezk und Luhansk an.

Russland gibt im Gegenzug Teile der von den russischen Streitkräften

besetzten Regionen Saporischschja und Cherson auf. Einzelheiten werden

von den Vertragsparteien festgelegt.


4. Russland und die Ukraine ziehen ihre Streitkräfte innerhalb von 30

Tagen* nach der Paraphierung des bilateralen Abkommens vollständig aus

den Regionen Donezk und Luhansk zurück. Der Rückzug wird von der

UN-Friedenstruppe überwacht.


5. Beide Regionen werden unter UN-Treuhandverwaltung gestellt, um sie

unter internationaler Aufsicht zur Selbstbestimmung zu führen.


6. Die Ukraine führt innerhalb von 100 Tagen nach der Paraphierung des

Abkommens ein landesweites Referendum gemäß Artikel 73 der Verfassung

durch, in dem die ukrainische Bevölkerung über die Sezession dieser

beiden Regionen abstimmt. Das Referendum wird unter internationaler

Beobachtung der OSZE durchgeführt. Am Referendum nehmen alle

ukrainischen Staatsbürger teil, die am 31. Dezember 2021 ihren

ständigen Wohnsitz in der Ukraine hatten und bis zum Tage des

Referendums an ihren Wohnsitz zurückkehren.


7. Russland und die Ukraine verpflichten sich, das Ergebnis des

Referendums anzuerkennen und unverzüglich in ihre nationale

Gesetzgebung zu implementieren.


II. Nato-Mitgliedschaft der Ukraine


Unmittelbar nach Beginn des Krieges hatte der ukrainische Präsident

öffentlich erklärt, die Nato sei nicht bereit, die Ukraine

aufzunehmen. Er äußerte Gesprächsbereitschaft über Neutralität, die

dann auch in dem Vertragsentwurf der Istanbuler Verhandlungen vom 15.

April 2022 („Vertrag über die dauerhafte Neutralität und

Sicherheitsgarantien für die Ukraine“) kodifiziert wurde. Im September

2022 forderte Selenskyj jedoch wieder die Nato-Mitgliedschaft und

stellte einen formellen Antrag auf einen beschleunigten Nato-Beitritt.


Kurz vor Beginn der letzten Abstimmung mit den europäischen Staats-

und Regierungschefs und den amerikanischen Unterhändlern am 15.

Dezember 2025 erklärte Selenskyj erneut, weil die USA und einige

europäische Staaten den Vorstoß zu einem Nato-Beitritt zurückgewiesen

hätten, erwarte er, dass der Westen seinem Land umfassende

Sicherheitsgarantien anbietet, ähnlich denen, die

Allianz-Mitgliedstaaten erhalten. Dies ist als Verhandlungsangebot zu

betrachten, das eine Lösung dieser Frage ermöglicht.


1. Die Ukraine bekräftigt ihre in der Erklärung über die staatliche

Souveränität vom 16. Juli 1990 „feierlich (erklärte) Absicht, ein

dauerhaft neutraler Staat zu werden, der sich nicht an

Militärbündnissen beteiligt und sich an die drei nuklearwaffenfreien

Grundsätze hält: keine Atomwaffen anzunehmen, herzustellen oder zu

erwerben“. Die damaligen Grundlagen des künftigen ukrainischen Staates

fanden über die Unabhängigkeitserklärung vom 24. August 1991 Eingang

in die Präambel der Verfassung.


2. Das ukrainische Parlament revidiert die Verfassungsänderung vom 7.

Februar 2019, in der es heißt: „Die Ukraine strebt den vollständigen

Beitritt zur Europäischen Union und zur Nato an“, indem der Bezug zur

Atlantischen Allianz gestrichen wird.


3. Die Nordatlantische Allianz ändert die Charta über eine besondere

Partnerschaft zwischen der Nato und der Ukraine vom 9. Juli 1997

(„Nato-Ukraine Charter on a Distinctive Partnership“), indem sie

einfügt, dass eine Mitgliedschaft der Ukraine in der Allianz von den

Mitgliedstaaten nicht beabsichtigt sei.


4. Die Ukraine


- bekräftigt ihre dauerhafte Neutralität,


- verzichtet auf die Entwicklung, den Besitz und die Stationierung von

Nuklearwaffen auf ihrem Territorium,


- wird keine permanente oder befristete Stationierung von

Streitkräften einer fremden Macht oder deren militärischer

Infrastruktur auf ihrem Territorium zulassen,


- wird keine Übungen und Manöver von ausländischen Streitkräften auf

ihrem Territorium zulassen.


III. Sicherheitsgarantien für die Ukraine


Langfristige, wirksame Sicherheitsgarantien sind für die Ukraine eine

unabdingbare Voraussetzung für die Aufnahme von Friedensverhandlungen.

Allerdings müssen sie als Teil des Friedensvertrags von Russland

akzeptiert werden. Für die Garantiemächte bedeuten sie einen schmalen

Grat zwischen Kriegsverhinderung durch Abschreckung und Kriegseintritt

bei Versagen der Abschreckung.


Die Ukraine hat Sicherheitsgarantien gefordert, die der

Beistandsverpflichtung des Artikels 5 des Nato-Vertrages entsprechen.

Der bestimmt zwar, dass ein Angriff auf einen Mitgliedstaat als

Angriff auf alle gewertet wird. Wie die einzelnen Staaten darauf

reagieren, ist aber nicht verbindlich festgelegt. Das ergibt sich aus

den Verteidigungsplänen, die jedoch im Falle der Ukraine nicht gegeben

wären. Deshalb erfüllt eine entsprechende Regelung ohne konkrete

Festlegungen der Garantiemächte möglicherweise nicht die Erwartungen

der Ukraine.


1. Die Souveränität, territoriale Integrität und staatliche

Unabhängigkeit der Ukraine werden bestätigt und durch entsprechende

Zusagen von Garantiemächten gewährleistet. Die Garantiezusagen gelten

nicht für die Krim, Donezk und Luhansk sowie für die russisch

kontrollierten Gebiete von Saporischschja und Cherson.


2. Die von der Ukraine benannten Garantiemächte werden keine Truppen

auf das Territorium der Ukraine verlegen.


3. Das Recht der Ukraine auf individuelle und kollektive

Selbstverteidigung gemäß Artikel 51 der UN-Charta ist davon unberührt.


4. Im Falle eines Angriffs Russlands auf die Ukraine werden sich die

Garantiemächte auf Ersuchen der ukrainischen Regierung binnen 24

Stunden beraten, um über angemessene weitere Schritte zu entscheiden.


5. Sie werden die Ukraine bei der Ausübung ihres in Artikel 51 der

UN-Charta verankerten Rechts auf individuelle und kollektive

Selbstverteidigung unterstützen.


6. Im Einklang mit den rechtlichen und völkerrechtlichen

Voraussetzungen werden sie unverzüglich modernes militärisches Gerät

und Waffensysteme sowie wirtschaftliche und finanzielle Unterstützung

zur Abwehr des Angriffs und zur Wiederherstellung der territorialen

Integrität der Ukraine leisten.


IV. Präsenzstärke der ukrainischen Streitkräfte


1. Die Ukraine wird ihre Streitkräfte nach Abschluss des

Friedensvertrags innerhalb von drei Monaten auf einen Präsenzumfang

von 600.000 Soldaten reduzieren.


2. Im gleichen Zeitraum wird die Ukraine alle paramilitärischen

Verbände auflösen.



C) Waffenstillstand


(…)



D) Friedensvertrag


(…)



E) Maßnahmen zur Stärkung der regionalen Sicherheit und Stabilität


(…)



F) Eine europäische Sicherheits- und Friedensordnung


(…)



Ein Gastbeitrag von Professor Dr. Peter Brandt, Professor Dr. Hajo


Funke, Dr. Johannes Klotz, General a.D. Harald Kujat, Michael von der


Schulenburg (ehemaliger UN-Assistant Secretary General) und Professor


Dr. h.c. Horst Teltschik


—————————



5. Tagesschau: Ukraine-Gespräche in Miami - Selenskyj und Witkoff sprechen von Fortschritten



https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ukraine-gespraeche-116.html



Ukraine-Gespräche in Miami


Selenskyj und Witkoff sprechen von Fortschritten


Stand: 22.12.2025 02:53 Uhr


Die Ukraine-Gespräche in Miami sind laut US-Sondergesandtem Witkoff

und ukrainischem Präsidenten Selenskyj konstruktiv verlaufen. Positiv

äußerte sich auch Russlands Unterhändler Dmitrijew. Über Ergebnisse

ist aber nichts bekannt.


Die Gespräche in den USA über eine Friedenslösung für den

Ukraine-Krieg sind nach Angaben verschiedener Seiten positiv

verlaufen, ohne dass Details oder konkrete Fortschritte bekannt

wurden. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff schrieb auf der Plattform

X, die Gespräche zwischen Vertretern ​der USA, Europas und der Ukraine

zur Beendigung des Krieges seien "produktiv und konstruktiv" gewesen.


Ähnlich äußerte sich der russische Unterhändler Kirill Dmitrijew laut

russischer Staatsagentur Tass mit Blick auf die

russisch-amerikanischen Unterredungen. Aus Moskau hatte es zuvor

geheißen, Dmitrijew solle in Miami Informationen darüber erhalten, was

von den Amerikanern und Europäern an dem von den USA im November

vorgelegten 28-Punkte-Plan geändert worden sei.


Nach den Gesprächen will nun Russland dem außenpolitischen Berater des

russischen Präsidenten Wladimir Putin, Juri Uschakow, zufolge seine

Position erneut darlegen. ‌Laut Uschakow wird Dmitrijew am Montag nach

Moskau zurückkehren und ‍dem Präsidenten über ​das Ergebnis seiner

Gespräche berichten. "Danach werden wir die Position formulieren, mit

der wir fortfahren werden, auch in unseren Kontakten mit ​den

Amerikanern", sagte Uschakow in Bemerkungen, die der

Kreml-Pool-Journalist Pawel Zarubin in seinem Telegram-Kanal

veröffentlichte.



"Nächstes Mal in Moskau"


Später postete der russische Unterhändler Dmitrijew eine Nachricht mit

einem Selfie vor einer Strandkulisse: "Danke, Miami. Nächstes Mal:

Moskau." Auf dem Foto trägt Dmitrijew ein T-Shirt mit der Aufschrift:

"Next time in Moscow" (Nächstes Mal in Moskau).


Diesen Satz hatte Putin im August bei seinem Gipfeltreffen mit

US-Präsident Trump in Alaska zu dessen offenkundigem Erstaunen gesagt.

Trump hatte damals geantwortet: "Das ist interessant. Das wird mir

wohl etwas Ärger einbringen". Dennoch fügte er hinzu: "Ich könnte mir

vorstellen, dass das passiert." Witkoff war schon öfter zu

Verhandlungen in Russland und hat sich mehrfach mit Putin getroffen.



Selenskyj fordert mehr Druck auf Russland


Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigte sich ebenfalls

zufrieden über den Verlauf der Gespräche in Miami. "Die Arbeit an den

Dokumenten über die Beendigung des Krieges, über Sicherheitsgarantien

und den Wiederaufbau geht weiter - jeder Punkt wird detailliert

durchgesprochen", sagte er in seiner abendlichen Videoansprache.


Die Zusammenarbeit mit den US-Vertretern sei konstruktiv, so Selenskyj

weiter. "Das ist wichtig", betonte er. Bei den Verhandlungen in Miami

sei auch über einen Zeitplan für bestimmte Entscheidungen gesprochen

worden. Er erwarte den Bericht seines Verhandlungsteams.


Mit Blick auf die zunehmenden russischen Angriffe auf die

südukrainische Region Odessa und die dortigen Häfen warf Selenskyj

Russland allerdings vor, keine Bereitschaft zur Beendigung des Kriegs

zu zeigen. "Jeder muss sehen, dass Russland ohne Druck nicht bereit

ist, seine Aggression wirklich zu beenden. Der Druck muss erhöht

werden", sagte er.


Witkoff schrieb nach den Gesprächen auf X: "Russland bleibt

‌vollständig dem Ziel verpflichtet, Frieden in der ​Ukraine ⁠zu

‍erreichen.“

07.01.2026

Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien sowie zum Thema Militarisierung in Deutschland     (II von II)


Gespräche in unterschiedlichen Konstellationen


An den Unterredungen in Miami waren in wechselnden Konstellationen

Delegationen beziehungsweise Unterhändler aller Seiten beteiligt - von

den USA, Russland, der Ukraine und den Europäern. Für Deutschland war

der außenpolitische Berater von Bundeskanzler Friedrich Merz, Günter

Sautter, nach Florida geflogen. Zum Hauptziel wurde erklärt, die

Ergebnisse der jüngsten Gespräche am vergangenen Sonntag und Montag in

Berlin mit den Vertretern Russlands zu besprechen.


Der Kreml dementierte Angaben aus Kiew, wonach es in Miami auch

direkte Gespräche zwischen Unterhändlern der Ukraine und Russlands

geben könne.


————



6. Axios: Putin-Gesandter führt an diesem Wochenende Gespräche mit Trump-Mitarbeitern über den US-Friedensplan in Miami



https://www.axios.com/2025/12/18/trump-russia-ukraine-war-peace-talks-putin-envoy-miami


Dez 17, 2025 - Politik & Politik <https://www.axios.com/politics-policy>

Putin-Gesandter führt an diesem Wochenende Gespräche mit Trump-Mitarbeitern


über den US-Friedensplan in Miami


Barak Ravid <https://www.axios.com/authors/barak_ravid>


Der Gesandte des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Kirill

Dmitriev, wird voraussichtlich an diesem Wochenende Miami besuchen, um

mit dem Gesandten des Weißen Hauses, Steve Witkoff, und dem Berater

und Schwiegersohn von Präsident Trump, Jared Kushner, über den US-Plan

zur Beendigung des Krieges in der Ukraine zu sprechen, sagte ein

Beamter des Weißen Hauses und eine Quelle mit Wissen.


Warum es darauf ankommt: Es wird erwartet, dass Trumps Berater Putins

Berater über die Fortschritte informieren, die in den Gesprächen

zwischen US-amerikanischen und ukrainischen Beamten erzielt wurden,

und versuchen, die russische Regierung dazu zu bringen, dem

aktualisierten Vorschlag zur Beendigung des Krieges zuzustimmen


——



7. nsarchive: Memorandum des Gesprächs.  - Betrifft: Treffen mit dem Präsidenten Russlands


(in deutscher Übersetzung)


https://nsarchive.gwu.edu/document/33711-document-3-memorandum-conversation-subject-meeting-president-russia


Memorandum des Gesprächs.


Betrifft: Treffen mit dem Präsidenten Russlands


Datum


Apr 6, 2008


Beschreibung


Dies ist das letzte Treffen zwischen Putin und Bush, das in Putins

Residenz in Bocharov Ruchei in Sotschi am Schwarzen Meer stattfindet.

Der Ton unterscheidet sich auffallend von den frühen Gesprächen, bei

denen beide Präsidenten die Zusammenarbeit in allen Fragen zugesagt

und sich für eine starke persönliche Beziehung verpflichtet haben.


Dieses Treffen findet direkt nach dem NATO-Gipfel in Bukarest statt,

wo die Spannungen über die US-Kampagne für eine Einladung an Georgien

und die Ukraine zum Beitritt zur NATO aufflammten.


Putin ist ein gnädiger Gastgeber und Bush ist ein höflicher Gast, aber

sie können Meinungsverschiedenheiten nicht vermeiden. Dennoch ist es

beeindruckend, wie sie noch in der Lage sind, inhaltliche Fragen

konstruktiv zu diskutieren. Putin gibt eine gute Erklärung für die

russische Perspektive der Raketenabwehreinsätze in Polen und der

Tschechischen Republik. Bush hört die russischen Bedenken, würde aber

seine Position nicht ändern.


In Bezug auf Gespräche in Bukarest erklärt Putin seine starke

Opposition gegen die NATO-Mitgliedschaft für die Ukraine und Georgien

und sagt, dass Russland sich auf Anti-NATO-Kräfte in der Ukraine

verlassen und "die ganze Zeit Probleme" in der Ukraine schaffen würde,

weil es besorgt ist, dass "Militärstützpunkte und neue Militärsysteme

in der Nähe Russlands eingesetzt werden“.


Überraschenderweise drückt Bush als Antwort seine Bewunderung für die

Fähigkeit des russischen Präsidenten aus, seinen Fall zu präsentieren:

„Eines der Dinge, die ich an Ihnen bewundere, ist, dass Sie keine

Angst hatten, es der NATO zu sagen. Das ist sehr bewundernswert. Die

Leute hörten genau zu und hatten keinen Zweifel an Ihrer Position. Das

war eine gute Leistung.“


Quelle

National Security Archive FOIA Klage, George W. Bush Bibliothek



——


8. IPG: Ein simples Njet - Deutschland streitet über die Beteiligung der Bundeswehr an einer


   multinationalen Schutztruppe für die Ukraine. Doch die Frage stellt sich gar nicht.



https://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/ein-simples-njet-8760/?utm_campaign=de_40_20251218&utm_medium=email&utm_source=newsletter


Außen- und Sicherheitspolitik 18.12.2025 |


Roland Bathon <https://www.ipg-journal.de/ipg/autorinnen-und-autoren/autor/roland-bathon/>

Ein simples Njet



Deutschland streitet über die Beteiligung der Bundeswehr an einer


multinationalen Schutztruppe für die Ukraine. Doch die Frage stellt sich gar nicht.


Roland Bathon ist freier Journalist. Er schreibt vor allem zu Russland und Osteuropa.


Bei den oft sprunghaften Verhandlungen zwischen den USA und Russland

zur Beendigung des Ukrainekriegs stand die EU zuletzt häufig wie ein

Zuschauer daneben. Eine Rolle, die ihr kaum behagen konnte, verfügt

Brüssel doch über eine lange Tradition als diplomatisch aktiver

Vermittler, etwa im Kosovokonflikt oder der Zypernkrise. Umso größer

fiel die Freude in deutscher Politik und Presse aus, als die New York

Times berichtete, die US-Diplomatie habe beim jüngsten Treffen in

Berlin die EU-Forderung nach europäischen Truppen in der Ukraine als

Sicherheitsgarantie übernommen.


Für Überraschung sorgte zudem anschließend die verbreitete

Schlagzeile, Kreml-Sprecher Dmitri Peskow schließe das Thema

Friedenstruppen nicht grundsätzlich aus, anders als viele bisherige

EU-Vorschläge zuvor. Er bezeichnete die Initiative schlicht als

„Gegenstand für Diskussionen“. In den Kurzmeldungen ging jedoch unter,

dass er im selben Statement die Stationierung von EU-Militärpersonal

in der Ukraine weiterhin ausschließt, insbesondere wenn dieses aus

NATO-Mitgliedstaaten käme.


Trotz dieses im aktuellen Moskauer Tonfall relativ gemäßigten Signals

sollte man sich nicht der Illusion hingeben, Russland werde im Rahmen

von Verhandlungen ein EU-dominiertes Militärkontingent akzeptieren.

Ein Festhalten an dieser Forderung könnte sogar ein Scheitern

jeglicher Gespräche über einen Waffenstillstand oder Frieden

provozieren, selbst wenn Moskau angesichts wirtschaftlicher Probleme

grundsätzlich zu Verhandlungen bereit wäre.


In diesem Zusammenhang ist die akademische Frage, wie sich

„Sicherheitstruppen“ von „Friedenstruppen“ unterscheiden, kaum

relevant. In beiden Fällen handelt es sich um Truppen, die zwecks

Deeskalation vor Ort stationiert werden sollen. Entscheidend ist, dass

beide Konfliktparteien ihrer Zusammensetzung zustimmen. Ist diese

ausschließlich westlich oder zumindest westlich dominiert, wird das

Einverständnis aus dem Kreml ausbleiben.


Hierfür lohnt ein Blick auf die Motive, mit denen Moskau 2022 die

Invasion rechtfertigte und bis heute legitimiert. Ein zentrales

Argument lautet, das Vordringen des Westens an Russlands Grenzen zu

stoppen. Russland betrachtet die Ukraine ebenso wie Belarus als

Pufferstaat, Nationalisten sehen sie gar als „russisches Land“,

ungeachtet des Selbstverständnisses der dortigen Bevölkerung.


Die frühere, zähneknirschende Akzeptanz der NATO-Osterweiterung wird

in Moskau – über radikale Kreise hinaus – als außenpolitischer Fehler

gesehen. Vor diesem Hintergrund wird man westliche Truppen auf

ukrainischem Boden niemals akzeptieren, unabhängig davon, ob sie als

Friedens- oder Sicherungskräfte auftreten.


Moskau bewertet jede Präsenz von NATO-Truppen in der Ukraine als

Eskalationsrisiko und strebt eine Sicherheitsordnung in Osteuropa an,

die ohne westliche Beteiligung auskommt. Den wachsenden Einfluss

Chinas in Eurasien muss Russland hinnehmen, gegenüber dem Westen

besteht diese Bereitschaft nicht. Ein Kompromiss an dieser Stelle wäre

aus Moskauer Sicht ein gefährlicher Präzedenzfall für Konflikte wie in

Georgien oder Moldau, wo ebenfalls versucht wird, westlichen Einfluss

zurückzudrängen.


Moskau bewertet jede Präsenz von NATO-Truppen in der Ukraine als Eskalationsrisiko.


Diese Haltung entspringt nicht allein dem in den letzten Jahren

radikalisierten Nationalismus der russischen Führung, sondern speist

sich auch aus historischen Erfahrungen mit Bedrohungen aus dem Westen

– vom napoleonischen Frankreich bis zu Hitlerdeutschland. Nicht

umsonst greifen russische Medien solche Vergleiche gezielt auf, um die

zunehmend kriegsmüde Bevölkerung bei der Stange zu halten.


Das bedeutet jedoch nicht, dass der Kreml Friedenstruppen

grundsätzlich ablehnt. Aus ukrainischer Sicht sind sie angesichts der

realen Bedrohung unverzichtbar. Sie müssten jedoch aus Staaten

stammen, die für beide Seiten als neutral gelten. Vor allem große

Akteure des Globalen Südens wie Indien oder China kommen in Betracht.

Allerdings würde Indien sich höchstens im Rahmen eines UN-Mandats

beteiligen, China schließt eine Teilnahme bislang vollständig aus.


Die massive Konzentration von Militärgerät in der Ostukraine legt aber

nahe, dass die Sicherheit vor Ort durch militärisch starke Staaten

gewährleistet werden müsste, um einen Aggressor wirksam abzuschrecken.

Eine besondere Rolle könnte die Türkei spielen. Trotz

NATO-Mitgliedschaft betont sie ihre Neutralität im Ukrainekrieg und

wurde für Gespräche wie in Istanbul von beiden Seiten akzeptiert.


Eine Beteiligung an einer rein westlichen Mission lehnt Ankara zwar

ab, könnte sich jedoch an einer breiter legitimierten, internationalen

Truppe beteiligen. Eine Teilnahme großer Staaten des Globalen Südens

wird es jedoch nur auf Grundlage eines UN-Mandats oder eines ähnlich

neutralen Rahmens geben. Staaten wie Indien oder China werden nicht

das Leben ihrer Soldaten weit entfernt von der Heimat aufs Spiel

setzen, nur weil Washington dies verlangt.


Angesichts des bisherigen Verlaufs der Verhandlungen zwischen den

Regierungen Trump und Putin ist es wenig wahrscheinlich, dass die nun

in Florida fortgesetzten Gespräche schnell zu Ergebnissen führen. Auch

unter gemäßigten russischen Außenpolitik-Experten wie Andrej Kortunow

herrscht große Skepsis gegenüber den weitreichenden, wechselhaften und

stark auf wirtschaftliche „Deals“ zugeschnittenen US-Vorschlägen. Auf

der anderen Seite würden jedoch selbst harte Moskauer Falken eine von

Putin selbst getragene Vereinbarung kaum offen infrage stellen. Zu

groß wäre die Gefahr, die volle Wucht der russischen Staatsmacht

abzubekommen.


Umso wichtiger ist, dass eine mögliche Einigung, die das massenhafte

Sterben in der Ukraine zumindest unterbrechen könnte, nicht an

unrealistischen Forderungen der Europäer scheitert. Das liegt auch im

Interesse der ukrainischen Bevölkerung, die – wie inzwischen große

Teile der russischen Gesellschaft – Frieden wünscht.


Die bereits angestoßene Debatte, ob Deutschland sich an einer Truppe

vor Ort beteiligen sollte, erübrigt sich angesichts des fehlenden

Realitätsbezugs. Russland betrachtet Deutschland längst nicht mehr als

Vermittler, und wird aufgrund der schwierigen gemeinsamen Geschichte

niemals deutsche Truppen in der Ostukraine akzeptieren. Noch immer

steht deutsches Militär in russischer Erinnerung für alles andere als

Frieden, nach dem sich auch viele Russen angesichts wachsender

Opferzahlen sehnen.



—————


9. Der Spiegel: Für den Fall größerer Unruhen Ajatollah Khamenei soll laut Medienbericht Flucht nach Moskau vorbereitet haben



https://www.spiegel.de/ausland/iran-ajatollah-khamenei-soll-laut-medienbericht-flucht-nach-moskau-vorbereitet-haben-a-a94ff9ce-eec1-490e-a9b9-9cc9adea235a?utm_source=firefox-newtab-de-de


Für den Fall größerer Unruhen Ajatollah Khamenei soll laut Medienbericht


Flucht nach Moskau vorbereitet haben


Für den Fall größerer Unruhen Ajatollah Khamenei soll laut

Medienbericht Flucht nach Moskau vorbereitet haben


Mit Nicolás Maduro wurde erneut ein Verbündeter Irans gestürzt. Das

religiöse Oberhaupt des Landes bereitet sich laut »Times« nun selbst

auf eine Flucht vor – inspiriert von Syriens Ex-Diktator Assad.



05.01.2026, 13.13 Uhr


Das geistliche Oberhaupt Irans, Ajatollah Ali Khamenei, soll für den

Ernstfall eine Flucht aus seinem Land vorbereitet haben. Der

Notfallplan sei für den Fall gedacht, dass es den Sicherheitskräften

des Regimes nicht mehr gelinge, wachsenden Protest niederzuschlagen,

so die britische »Times« unter Berufung auf einen westlichen

Geheimdienstbericht. Dasselbe gelte für den Fall, dass

Sicherheitskräfte desertierten oder den Befehl verweigerten.


Der 86-jährige Khamenei plane, im Notfall mit einem Kreis von etwa 20

Personen aus Teheran zu entkommen, heißt es weiter. Der sogenannte

Plan B gelte für Khameneis engste Vertraute und Angehörige,

»einschließlich seines Sohnes und designierten Thronfolgers Mojtaba«,

zitiert die Zeitung eine Geheimdienstquelle.


Analyst sieht Moskau als einzig denkbares Ziel


Die »Times« zitiert in ihrem Bericht außerdem den israelischen

Geheimdienst-Analysten und Iranexperten Ben Sabti. Ihm zufolge sei für

den Ajatollah allein eine Flucht nach Moskau denkbar, da es »keinen

anderen Ort für ihn gibt«. Khamenei bewundere zudem die russische Kultur.


Der Plan basiere laut dem Geheimdienstbericht auf der Flucht des

syrischen Diktators Baschar Assad, der Ende 2024 nach Russland floh,

ehe oppositionelle Kämpfer die Hauptstadt Damaskus eroberten. (…)


In Iran hatte es in der vergangenen Woche erneut landesweite Proteste

gegeben. Als Auslöser gelten die anhaltende wirtschaftliche Notlage

des Landes sowie grundlegende Unzufriedenheit mit dem Regime, das in

der Vergangenheit international ein Netzwerk von Verbündeten von Gaza

über den Libanon bis Venezuela unterstützt hatte.



——


10. NYT: Syrien und Israel beleben Sicherheitsgespräche, die von den USA vermittelt wurden.


( in deutscher Übersetzung)



https://www.nytimes.com/2026/01/06/world/middleeast/syria-israel-us-talks-paris.html



Syrien und Israel beleben Sicherheitsgespräche, die von den USA vermittelt wurden.



Die Gespräche in Paris sind das jüngste Angebot, die Spannungen

zwischen zwei langjährigen Feinden abzubauen. Ein Abkommen würde

beiden helfen, sich bei der Trump-Regierung zu begünstigen.


von Christina Goldbaum


Berichterstattung aus Beirut, Libanon


Jan. 6, 2026


Syrien und Israel nahmen die von den USA vermittelten Gespräche über

den Abbau der Spannungen entlang ihrer Grenze wieder auf, berichtete

die staatliche syrische Nachrichtenagentur, die jüngsten Bemühungen,

die Beziehungen zwischen den beiden Ländern nach Jahrzehnten der

Feindseligkeiten zurückzusetzen.


Die Gespräche fanden am Dienstag in Paris statt, wie ein westlicher

Diplomat und französische, israelische und syrische Beamte mitteilten,

die unter der Bedingung der Anonymität sprachen, weil sie nicht befugt

waren, mit den Medien zu sprechen. Thomas J. Barrack Jr., der

amerikanische Sondergesandte für Syrien und den Libanon, vermittelte

die Diskussionen, sagten die Beamten.


Die Diskussionen konzentrierten sich auf die Wiederbelebung einer von

den Vereinten Nationen patrouillierten Pufferzone zwischen den

Streitkräften der beiden Länder, berichtete die syrische staatliche

Nachrichtenagentur SANA unter Berufung auf eine syrische

Regierungsquelle.


Die syrische Delegation wurde laut SANA von Außenminister Asaad

al-Shaibani und dem Geheimdienstchef des Landes, Hussein al-Salama,

geleitet. Die Nachrichtenagentur sagte, das Team drängte darauf, dass

Israel Truppen aus dem Territorium abzieht, das es nach dem Sturz der

Regierung von Baschar al-Assad im Dezember 2024 beschlagnahmt hat. (…)


Ein Sicherheitsabkommen zwischen Syrien und Israel würde auch beiden

Ländern helfen, sich bei der Trump-Regierung zu begünstigen, die auf

ein von den USA vermitteltes Abkommen zwischen ihnen gedrängt hat.


"Der Dialog wurde als Teil von Präsident Trumps Vision zur Förderung

des Friedens im Nahen Osten geführt", sagte das Büro des israelischen

Premierministers in einer Erklärung am Dienstagabend. "Es wurde

vereinbart, dass der Dialog fortgesetzt wird, um gemeinsame Ziele

voranzutreiben."


Beide Seiten einigten sich auch auf die Schaffung eines eigenen

Kommunikationskanals, um die militärische Deeskalation und das

diplomatische Engagement zu erleichtern, so eine Erklärung des

Außenministeriums. Dieser Kanal wird auch verwendet, um "kommerzielle

Möglichkeiten unter der Aufsicht der Vereinigten Staaten" zu fördern,

heißt es in der Erklärung.


Israel und Syrien befinden sich seit 1948 offiziell im Krieg. Der

beständigste Streitpunkt sind die Golanhöhen, ein strategisches

Plateau, das Israel im arabisch-israelischen Krieg von 1967 eroberte

und später annektierte.


Beide Länder unterzeichneten 1974 ein Abkommen, das eine Pufferzone

zwischen ihren Streitkräften einrichtete und die Grenze weitgehend

ruhig hielt. Aber nachdem eine Rebellenallianz unter der Führung von

Herrn al-Sharaa die Regierung von al-Assad gestürzt hatte, sagten

israelische Beamte, sie hielten das Abkommen für nichtig.


Israel hat seitdem Gebiete in Südsyrien besetzt und Hunderte von

Luftangriffen im Land durchgeführt, unter Berufung auf

Sicherheitsbedenken und sagt, dass es in Notwehr handelt. Herr

al-Sharaa hat gesagt, dass seine Regierung sich trotz Israels

wiederholter Verstöße gegen sie weiterhin an das

Waffenstillstandsabkommen von 1974 gehalten hat.


Seit einem Großteil des vergangenen Jahres sprechen syrische Beamte

mit den Israelis mit US-Mediation über ein mögliches

Sicherheitsabkommen für Südsyrien.


Aber diese Mediation war mit mehreren Rückschlägen konfrontiert,

darunter einem Aufflammen, nachdem Israel im Juli Luftangriffe in der

Nähe des Präsidentenpalastes in Damaskus durchgeführt und das

Verteidigungsministerium beschädigt hatte. Herr al-Sharaa beschuldigte

Israel daraufhin, in Syrien „Chaos“ säen zu wollen, seine direkteste

Verurteilung Israels seit seiner Machtübernahme Ende 2024.


In der jüngsten Gesprächsrunde wollen syrische Beamte eine

gegenseitige Vereinbarung treffen, die die syrische Souveränität

garantiert und die israelische Einmischung in die inneren

Angelegenheiten Syriens verhindert, so SANA. (…)


Israelische Beamte sagten zuvor, dass Israel die Truppen in Syrien

behalten wollte, um zu verhindern, dass sich feindliche Kräfte in der

Nähe seiner Grenzen verfestigen. Israel will auch, dass Südsyrien frei

von syrischen Regierungstruppen bleibt, weil es den Streitkräften

misstraut, zu denen ehemalige Rebellen gehören, von denen einige Teile

extremistischer Fraktionen waren.


Euan Ward, Adam Rasgon, Aaron Boxerman, Hussam Hammoud und Reham

Mourshed trugen zur Berichterstattung bei.


Christina Goldbaum ist die Büroleiterin der Times in Beirut und leitet

die Berichterstattung über den Libanon und Syrien.



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11. ECCHR: Eilantrag beim Bundesverfassungsgericht: Palästinenser aus Gaza will deutsche Panzergetriebe-Lieferungen nach Israel stoppen



https://www.ecchr.eu/pressemitteilung/eilantrag-beim-bundesverfassungsgericht-palaestinenser-aus-gaza-will-deutsche-panzergetriebe-lieferungen-nach-israel-stoppen/


Eilantrag beim Bundesverfassungsgericht: Palästinenser aus Gaza will deutsche Panzergetriebe-Lieferungen nach Israel stoppen


19.12.2025


Das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) und

seine palästinensischen Partnerorganisationen unterstützen einen

Palästinenser aus Gaza bei einem Eilantrag an das

Bundesverfassungsgericht. Der Eilantrag soll sicherstellen, dass keine

weiteren Panzergetriebe ausgeliefert werden, solange das

Bundesverfassungsgericht noch nicht über die im Oktober 2025

eingereichte Verfassungsbeschwerde entschieden hat – und bevor die

Getriebe in Gaza gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt werden.


Keine Sicherheit trotz sogenannter Waffenruhe


Der Beschwerdeführer lebt mit seiner Familie in einem Zelt im Süden

des Gazastreifens, unter höchst prekären Bedingungen und in ständiger

Lebensgefahr. Die sogenannte „Waffenruhe" bietet keinerlei Schutz.

Israelische Streitkräfte verletzen sie fortlaufend durch Beschuss aus

der Luft und vom Boden. Dokumentiert sind auch Einsätze von Panzern;

bei einem Teil davon handelt es sich um solche mit deutscher

Getriebetechnologie. Regelmäßig werden Orte angegriffen, an denen

Zelte von Binnenvertriebenen stehen.


„Wir fühlen uns überhaupt nicht sicher. Wir rechnen jederzeit damit,

dass ein israelischer Luftangriff uns trifft", schildert der

Beschwerdeführer in einer aktuellen eidesstattlichen Erklärung. „Vor

wenigen Tagen wurde ein Zeltlager nur etwa 150 Meter nördlich von uns

bombardiert. Mehrere Menschen wurden getötet."


Trotz der anhaltenden Angriffe hat die Bundesregierung ihren im August

2025 verhängten Genehmigungsstopp bereits wieder aufgehoben. Neue

Exportgenehmigungen können jederzeit erteilt werden. Solange die

Gefahr für die Zivilbevölkerung fortbesteht, müssen solche

Waffenlieferungen vollständig ausgesetzt bleiben.


Zweitgrößter Waffenlieferant an Israel


Als zweitgrößter Waffenlieferant Israels trägt Deutschland konkrete

Verantwortung. Deutsche Panzergetriebe des Unternehmens Renk sind ein

Herzstück der in Gaza eingesetzten Merkava- und Namer-Panzer. Ohne sie

wäre der Bodenkrieg in dieser Form nicht möglich. Solche Panzer werden

in großer Zahl in dicht besiedelten Gebieten eingesetzt, auch in der

Nähe von Zeltlagern, Verteilstellen für Nahrungsmittel und anderen

zivilen Einrichtungen.


UN-Organe, der Internationale Strafgerichtshof und zahlreiche

Menschenrechtsorganisationen dokumentieren seit über zwei Jahren

schwerste Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht in Gaza. Dazu

gehören Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und

Genozid. Dennoch genehmigte die Bundesregierung weiterhin

Rüstungsexporte, trotz klarer Hinweise auf deren völkerrechtswidrigen

Einsatz zulasten der Zivilbevölkerung.


Deutschland verstärkt durch seine Exporte die Risiken für die

Zivilbevölkerung


Dr. Alexander Schwarz, Co-Programmleiter Völkerstraftaten und

rechtliche Verantwortung beim ECCHR: „Die tödlichen Folgen deutscher

Rüstungsexporte dürfen nicht länger ausgeblendet werden. Die

Bundesregierung trägt Mitverantwortung für die fortgesetzten

Völkerrechtsverstöße in Gaza. Wenn Deutschland Panzergetriebe

genehmigt, leistet es einen Beitrag zu einer Kriegsführung, in der

systematisch Kriegsverbrechen begangen werden. Das ist mit der

verfassungsrechtlichen Pflicht Deutschlands, elementare Grundrechte zu

schützen, nicht vereinbar."


Völkerrecht gilt universell – auch für Israel


Deutschland verstößt gegen seine völkerrechtlichen und

verfassungsrechtlichen Verpflichtungen, indem es weiterhin

Rüstungsgüter liefert, obwohl seit Monaten schwerwiegende Verstöße

gegen das humanitäre Völkerrecht dokumentiert werden. Das Völkerrecht

gilt universell – auch für Israel und für den Krieg in Gaza. Die

Bundesregierung fordert zwar öffentlich die Einhaltung dieser Normen,

ermöglicht durch ihre Waffenexporte jedoch zugleich deren Verletzung.

Wer Israel faktisch von den allgemeinen Regeln des Völkerrechts

ausnimmt, stellt die palästinensische Zivilbevölkerung praktisch

schutzlos: ohne wirksamen Rechtsschutz und der militärischen Gewalt

ausgeliefert.


Eine solche Politik widerspricht den verfassungsrechtlichen

Schutzpflichten Deutschlands, die auch gegenüber Menschen außerhalb

des eigenen Staatsgebiets bestehen. Rüstungsexporte, die vorhersehbar

zu völkerrechtswidrigen Angriffen auf Zivilpersonen beitragen, sind

selbst rechtswidrig. Solange die Gefahr für die Zivilbevölkerung in

Gaza fortbesteht, müssen Waffenlieferungen vollständig ausgesetzt

werden.


Zeitdruck: Eilantrag notwendig


Mit dem Eilantrag drängt das ECCHR auf eine rasche gerichtliche

Entscheidung, bevor weitere Panzergetriebe ausgeliefert werden. Eine

Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts könnte verhindern, dass

Panzer mit deutscher Technologie weiterhin gegen die Zivilbevölkerung

in Gaza eingesetzt werden. Der Beschwerdeführer hatte bereits im

Oktober 2024 beim Verwaltungsgericht Frankfurt Eilrechtsschutz

beantragt. Sowohl dieser Antrag als auch die Beschwerde beim

Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel wurden abgewiesen.


Der Beschwerdeführer wird anwaltlich vertreten durch Geulen & Klinger

Rechtsanwälte. Das ECCHR arbeitet in diesem Verfahren gemeinsam mit

den palästinensischen Partnerorganisationen Palestinian Centre for

Human Rights (PCHR), Al Mezan Center for Human Rights und Al Haq.


——



12. Correctiv: Die neue deutsche Kriegsmaschine



https://correctiv.org/aktuelles/sicherheit-und-verteidigung/2025/12/17/neue-deutsche-kriegsmaschine-miliaer-aufruestung-bundeswehr-verteidigung/?utm_source=firefox-newtab-de-de


Die neue deutsche Kriegsmaschine



Deutschlands Umbau zur Militärmacht ist in vollem Gange: Geheime


Regierungspapiere zeigen, dass Milliardensummen in Munition und


umstrittene Waffensysteme fließen sollen. Ist das Land bereit für die Konsequenzen?



von Till Eckert <https://correctiv.org/team/till-eckert/>

17. Dezember 2025



Jahrzehntelang diskutierte Deutschland über jedes Gewehr und jede

Granate. Jede militärische Beschaffung war ein Politikum, jedes

Rüstungsprojekt ein Streitfall. Dann kam es zum radikalen Kurswechsel.


Aus Sorge, Russland könne bis 2029 Staaten innerhalb des NATO-Gebiets

angreifen, will Deutschland eine Armee neuen Zuschnitts aufbauen –

funktionsfähig, einsatzbereit, kriegsfähig.


Wie weit die Regierungspläne gehen, zeigen jetzt geheime Dokumente aus

dem Verteidigungsministerium, die CORRECTIV einsehen konnte. Sie sind

der Fahrplan für den Umbau Deutschlands zur Militärmacht. Auf

Hunderten Seiten wird skizziert, wie die Bundeswehr sich in den

kommenden Jahren aufstellen will.


Die Pläne beinhalten eine weitreichende Bestellliste: Rund 400

Milliarden Euro sollen in den kommenden Jahren in Munition und in neue

Waffensysteme fließen. Darunter sind auch solche, deren Einsatz lange

kategorisch ausgeschlossen wurde, weil sie entweder autonom agieren –

oder eine nukleare Eskalation provozieren könnten. Experten mahnen die

Regierung daher zur Zurückhaltung.


Das Verteidigungsministerium äußerte sich gegenüber CORRECTIV „aus

Gründen der militärischen Sicherheit“ nicht auf Detailfragen zur

Liste. „Die Beschaffung für die Bundeswehr wird abgeleitet aus den

Bedarfen der Streitkräfte für ihre Aufträge“, schreibt eine Sprecherin

allgemeiner. „Der Beschaffungsprozess unterliegt strengen Vorschriften

und der engen politischen Kontrolle.“


Doch gerade wie die Bestellliste zustande kam, ist für Experten und

Bundestagsabgeordnete nicht nachvollziehbar.


Deutlich wird durch die Liste auch, dass die Regierung in vielen

Fällen längst weiß, wie und an welche Unternehmen sie Rüstungsaufträge

vergeben will. Das soll in mehr als 40 Fällen ganz ohne

Ausschreibungsverfahren geschehen, durch die Firmen sich um Aufträge

bewerben können. Es geht um mehr als 64 Milliarden Euro.


Weiterhin zeigen die Dokumente, wie nach der Einführung des neuen

Wehrdienstes die Ausbildung von Soldatinnen und Soldaten umgestaltet

werden soll. Ein Fokus liegt auf der Umstrukturierung des sogenannten

Heimatschutzes: Soldatinnen und Soldaten, die im Kriegsfall im Inland

kritische Infrastrukturen schützen sollen.


Die Regierungspapiere verdeutlichen einen tiefgreifenden Wandel, der

in den kommenden Jahren in alle Lebensbereiche der Deutschen greifen

wird. Unsere Recherche zeigt: Das Land steht vor gewaltigen

gesellschaftlichen und ethischen Herausforderungen. (…)



„Dass die deutsche Rüstungsindustrie drängelt, finde ich politisch

bedenklich“, sagt Experte Brzoska. „Was passiert denn mit all den neu

aufgebauten Kapazitäten, wenn der Bedarf der Bundeswehr gedeckt ist?

Oder wenn es hinsichtlich Russlands anders kommt, als wir glauben?“

Den Unternehmen bliebe dann, so analysiert der Forscher, nur noch der

Waffenexport.


80 Jahre sind seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges vergangen. Die

Erfahrung von Vernichtungskrieg, Schuld und dem Zusammenbruch der

Nation führte dazu, dass breite Teile der Bevölkerung das Thema Krieg

lange Zeit mieden. Deutschland setzte auf Wiederaufbau,

wirtschaftliche Stabilität und eine politische Kultur der Abrüstung

und der internationalen Zusammenarbeit.


Text: Till Eckert

Recherche: Martin Böhmer, Till Eckert, Stella Hesch, Alexej Hock

Design: Mohamed Anwar, Rose Mintzer-Sweeney, Hans Spieß, Phillip Waack

Redaktion: Anette Dowideit, Gesa Steeger

Faktencheck: Gesa Steeger



————


13. ARD: Y-Kollektiv - Vom Abi an die Front


https://www.ardmediathek.de/video/y-kollektiv/y-kollektiv-vom-abi-an-die-front/ard/Y3JpZDovL3JhZGlvYnJlbWVuLmRlLzU1MmJiM2M4LTgyNTgtNGMyYS05NWE3LTJkMjJkMjY1MWMwMS9lcGlzb2RlL3VybjphcmQ6c2hvdzo2MjA5YjVhYmQ4ODZhN2Fj


Y-Kollektiv - Vom Abi an die Front


16.12.2025


Mit 18 direkt von der Schulbank in den Krieg: "Lefty" und andere junge

Deutsche schließen sich der ukrainischen Armee an – aus Idealismus,

Überzeugung oder der Suche nach Sinn. Die Y-Kollektiv-Reporter Samuel

und Patrick begleiten sie an die Front, ins Trainingslager und in ihr

Safehouse und zeigen dabei, wie schnell vermeintliches Abenteuer in

tödlichen Ernst umschlagen kann.


Was treibt diese jungen Männer an – und wie gehen ihre Familien mit

der ständigen Angst um? Ihre Entscheidungen werfen zugleich ein

Schlaglicht auf die aktuelle deutsche Debatte über Wehrpflicht,

militärische Verantwortung und gesellschaftliche Erwartungen an die

junge Generation.


——



https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__109h.html


Strafgesetzbuch (StGB)

§ 109h Anwerben für fremden Wehrdienst



(1) Wer zugunsten einer ausländischen Macht einen Deutschen zum

Wehrdienst in einer militärischen oder militärähnlichen Einrichtung

anwirbt oder ihren Werbern oder dem Wehrdienst einer solchen

Einrichtung zuführt, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu

fünf Jahren bestraft.


(2) Der Versuch ist strafbar.



——



Mit freundlichen Grüßen und guten Wünschen für 2026



Clemens Ronnefeldt

Referent für Friedensfragen beim deutschen

Zweig des internationalen Versöhnungsbundes


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

07.01.2026

Venezuela und der Petrodollar: Warum das US-Dollar-System von militärischen Interventionen abhängt

thinkbrics.substack.com, vom Jan 07, 2026, Denken Sie an BRICS,    (übersetzt aus dem Englischen mit beta, unkorrigiert)

Venezuelas 303B-Fässer bedrohen den Petrodollar. Von Kissingers Saudi-Abkommen von 1974 bis zur heutigen Iervention verbindet diese Analyse das Überleben des Dollars mit einem Regimewechsel im Irak, in Libyen und in Venezuela.

Screenshot_2026_01_08_at_00_31_10_Petrodollar_Krise_Warum_die_USA_2026_in_Venezuela_einmarschiert_sind

Editorial Hinweis: Der folgende Artikel stammt von einer gut informierten (US-)Quelle, die anonym bleiben möchte. Die geäußerten Ansichten und Behauptungen stellen die Perspektive und Analyse der jüngsten geopolitischen Ereignisse des Autors dar. Unsere Publikation übernimmt keine Verantwortung für die hier präsentierten Inhalte, aber wir glauben daran, unseren Lesern vielfältige Perspektiven auf internationale Angelegenheiten zu bieten, insbesondere solche, die Mainstream-Erzählungen in Frage stellen. Wir ermutigen die Leser, die präsentierten Informationen kritisch zu bewerten und ihre eigenen Forschungen durchzuführen.

Die Petrodollar-Krise hinter der Invasion

Der wahre Grund, warum die USA in Venezuela eindringen, geht auf einen Deal zurück, den Henry Kissinger 1974 mit Saudi-Arabien geschlossen hat. Und ich werde erklären, warum es hier eigentlich um das ÜBERLEBEN des US-Dollars selbst geht.

Keine Drogen. Nicht Terrorismus. Nicht „Demokratie“. Hier geht es um das Petrodollar-System, das Amerika seit 50 Jahren zur dominierenden Wirtschaftsmacht hält. Und Venezuela drohte damit, es zu beenden.

Hier ist, was wirklich gerade passiert ist: Venezuela hat 303 Milliarden Barrel nachgewiesener Ölreserven. Der größte auf der Erde. Mehr als Saudi-Arabien. 20% des gesamten Öls der Welt.

Aber hier ist der Teil, der zählt: Venezuela verkaufte dieses Öl aktiv in chinesischem Yuan. Keine Dollars. Im Jahr 2018 kündigte Venezuela an, sich „vom Dollar zu befreien“. Sie begannen, Yuan, Euro, Rubel, alles AUSSER Dollar für Öl zu akzeptieren. Sie haben beantragt, sich den BRICS anzuschließen. Sie bauten Direktzahlungskanäle mit China, die SWIFT vollständig umgehen. Und sie saßen auf genug Öl, um die Entdollarisierung jahrzehntelang zu finanzieren.

Warum der Petrodollar wichtig ist

Warum ist das wichtig? Denn das gesamte amerikanische Finanzsystem basiert auf einer Sache: dem Petrodollar. 1974 schloss Henry Kissinger einen Deal mit Saudi-Arabien: Alle weltweit verkauften Öle müssen in US-Dollar bewertet werden. Im Gegenzug bietet Amerika militärischen Schutz. Diese einzige Vereinbarung schuf eine künstliche Nachfrage nach Dollars weltweit. Jedes Land der Welt braucht Dollar, um Öl zu kaufen. Damit kann Amerika unbegrenzt Geld drucken, während andere Länder dafür arbeiten. Es finanziert das Militär. Der Wohlfahrtsstaat. Die Defizitausgaben. Der Petrodollar ist für die US-Hegemonie wichtiger als Flugzeugträger.

Und es gibt ein Muster, was mit Führungskräften passiert, die es herausfordern:

  • 20002000: Saddam Hussein kündigt an, dass der Irak Öl in Euro statt in Dollar verkaufen wird.

  • 2003: Einmarsch. Regimewechsel. Das irakische Öl hat sofort wieder auf Dollar umgestellt. Saddam lynchte. Die Massenvernichtungswaffen wurden nie gefunden, weil sie nie existierten.

  • 2009 : Gaddafi schlägt eine goldgedeckte afrikanische Währung vor, die als „Golddinar“ für den Ölhandel bezeichnet wird. Hillary Clintons eigene durchgesickerte E-Mails bestätigen, dass dies der PRIMÄRE Grund für die Intervention war. E-Mail-Zitat: "Dieses Gold sollte eine panafrikanische Währung auf der Grundlage des libyschen goldenen Dinar etablieren."

  • 20112011: Die NATO bombardiert Libyen. Gaddafi wurde sodomisiert und ermordet. Libyen hat jetzt offene Sklavenmärkte. "Wir kamen, wir sahen, er starb!" Clinton lachte vor der Kamera. Der Gold-Dinar starb mit ihm.

Und jetzt Maduro. Mit FÜNFMAL mehr Öl als Saddam und Gaddafi zusammen. Aktiv verkaufen in Yuan. Bau von Zahlungssystemen außerhalb der Dollarkontrolle. Petition für den Beitritt zu BRICS. Partnerschaft mit China, Russland und dem Iran. Die drei Länder führen die globale Entdollarisierung an.

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Das Muster des Regimewechsels

Das ist kein Zufall. Fordern Sie den Petrodollar heraus. Lassen Sie sich ändern. Jeder. Single. Zeit. Stephen Miller (US-Heimatsicherheitsberater) sagte vor zwei Wochen wörtlich laut: „Amerikanischer Schweiß, Einfallsreichtum und Mühe haben die Ölindustrie in Venezuela geschaffen. Seine tyrannische Enteignung war der größte Diebstahl von amerikanischem Reichtum und Eigentum. " Er versteckt ihn nicht.

Sie behaupten, dass das venezolanische Öl zu Amerika gehört, weil US-Unternehmen es vor 100 Jahren entwickelt haben. Nach dieser Logik war jede verstaatlichte Ressource in der Geschichte „Diebstahl“. Aber hier ist das TIEFERE Problem: Der Petrodollar stirbt bereits.

  • Russland verkauft Öl in Rubel und Yuan seit der Ukraine.

  • Saudi-Arabien diskutiert offen über Yuan-Siedlungen.

  • Der Iran handelt seit Jahren mit Nicht-Dollar-Währungen.

  • China baute CIPS, eine eigene Alternative zu SWIFT mit 4.800 Banken in 185 Ländern.

  • BRICS baut aktiv Zahlungssysteme, die den Dollar vollständig umgehen.

  • Das mBridge-Projekt ermöglicht es den Zentralbanken, den Handel sofort in lokalen Währungen abzuwickeln.

Venezuela, das sich BRICS mit 303 Milliarden Barrel Öl anschließt, würde dies exponentiell beschleunigen.

Die wahren Gründe für Intervention

Darum geht es bei dieser Invasion wirklich. Drogen nicht stoppen. Venezuela macht weniger als 1% des US-Kokains aus. Nicht Terrorismus. Es gibt keine Beweise dafür, dass Maduro eine "Terrororganisation" betreibt. Nicht die Demokratie. Die USA unterstützen Saudi-Arabien, das null Wahlen hat. Es geht darum, ein 50 Jahre altes Abkommen aufrechtzuerhalten, das es Amerika ermöglicht, Geld zu drucken, während die Welt dafür arbeitet.

Und die Konsequenzen sind erschreckend: Russland, China und der Iran verurteilen dies bereits als „bewaffnete Aggression“. China ist Venezuelas größter Ölkunde. Sie verlieren Milliarden. Die BRICS-Staaten beobachten, wie ein Land für den Handel außerhalb des Dollars überfallen wird. Jede Nation, die eine Entdollarisierung in Betracht zieht, hat gerade die Botschaft verstanden: Fordere den Dollar heraus und wir werden dich bombardieren.

Aber hier ist das Problem... Diese Botschaft könnte die Entdollarisierung beschleunigen und nicht stoppen. Denn jetzt weiß jedes Land im Globalen Süden, was passiert, wenn man mit Dollar-Hegemonie droht. Und sie erkennen, dass der einzige Schutz darin besteht, sich schneller zu bewegen.

Historische Parallelen

Das Timing ist auch verrückt: 3. Januar 2026. Venezuela ist einmarschiert. Maduro gefangen.

3. Januar 1990. Panama ist eingedrungen. Noriega gefangen. 36 Jahre auseinander. Fast auf den Tag. Das gleiche Spielbuch. Die gleiche "Drogenhandel" -Ausrede. Derselbe wahre Grund: Kontrolle der strategischen Ressourcen und Handelswege. Die Geschichte wiederholt sich nicht. Aber es reimt sich.

Was als nächstes passiert: Trumps Pressekonferenz in Mar-a-Lago stellt das Narrativ fest. Die US-Ölkonzerne stehen bereits an. Politico berichtete, dass sie über die „Rückkehr nach Venezuela“ angesprochen wurden. Die Opposition wird installiert. Öl wird wieder in Dollar fließen. Venezuela wird ein weiterer Irak. Ein Weiteres Libyen.

Das Ende der Dollar-Dominanz?

Aber hier ist, was niemand fragt: Was passiert, wenn Sie sich nicht mehr den Weg zur Dollar-Dominanz bombardieren können? Wann hat China genügend wirtschaftliche Hebelwirkung, um Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen? Wenn BRICS 40% des globalen BIP kontrolliert und sagt: "Keine Dollars mehr"? Wenn die Welt erkennt, dass der Petrodollar durch Gewalt aufrechterhalten wird?

Amerika hat nur seine Hand gezeigt. Die Frage ist, ob der Rest der Welt den Bluff faltet oder nennt. Denn diese Invasion ist ein Eingeständnis, dass der Dollar nicht mehr auf eigene Faust konkurrieren kann. Wenn Sie Länder bombardieren müssen, um sie mit Ihrer Währung zu behalten, stirbt die Währung bereits. Venezuela ist nicht der Anfang. Es ist das verzweifelte Ende.


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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

07.01.2026

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nachdenkseiten.de, 06. Januar 2026 um 9:00 Ein Artikel von Alexander Neu

In der Nacht vom 2. auf den 3. Januar 2026 griffen die USA den souveränen Staat Venezuela unprovoziert an. Der Präsident des Landes, Nicolás Maduro, wurde gewaltsam in die USA entführt. Über 40 Leibwächter Maduros wurden von US-Kräften getötet, daneben eine unbekannte Zahl von Zivilisten. Die Begründungen für die militärisch erzwungene Entführung sind abenteuerlich: Maduro wird Verschwörung zum Drogenterrorismus, zur Einfuhr von Kokain sowie Besitz von Maschinengewehren und Sprengstoffen vorgeworfen. Ob diese Vorwürfe in der Sache richtig sind oder nicht, ist nicht Gegenstand dieses Beitrags. Nur eine kurze Anmerkung: Es ist schon besonders skurril, einem Staatsoberhaupt eines anderen Landes Verstöße zum Waffenbesitz in seinem Land vorzuwerfen. Doch, was ist den USA vorzuwerfen?

Trumps ehrliche Erklärung für den Regime Change

US-Präsident Trump selbst erklärte, entsprechend seiner selbstherrlichen Art, die wahren Motive für den Angriff der USA auf Venezuela: Es geht ihm um das venezolanische Erdöl, das in seinen Augen den USA gehöre. Und um das „US-amerikanische Eigentum“ in venezolanischer Erde sicherzustellen, wurde Maduro verschleppt. Darüber hinaus beabsichtigen die USA, Venezuela auf absehbare Zeit selbst zu regieren.

Wir haben es mithin mit einer Vielzahl von Handlungen zu tun, die eine rechtliche Bewertung erfordern:

Gewaltsamer Regime Change inklusive gewaltsamer Entführung eines Staatschefs, Angriffskrieg sowie beabsichtigter Raub venezolanischen Eigentums. Mit Blick auf den Regime Change muss konzediert werden, dass es sich um einen teilweisen Regime Change handelt, dessen Abschluss gegenwärtig noch unbestimmt ist; unbestimmt deswegen, weil die venezolanische Regierung mehr ist als ihr entführter Präsident. Der Enthauptungsschlag ist also bislang personell sehr begrenzt. Es wird sich erst in den nächsten Wochen zeigen, ob die venezolanische Regierung und ihr Militär sich der US-Gewalt beugen oder Widerstand leisten werden. Und wenn ein Widerstand geleistet werden sollte, stellt sich die Frage, ob dieser erfolgreich sein kann bzw. wie viel Kraft die US-Administration bereit sein wird, in einen ausgewachsenen Eroberungskrieg zu investieren.

Im Folgenden sollen drei Themenbereiche beleuchtet werden: Erstens werden die Reaktionen maßgeblicher bundesdeutscher Politiker und Parteien auf den US-amerikanischen Angriff skizziert. Zweitens werden die aus dem finalen Todesstoß des Völkerrechts erwachsenen Konsequenzen in gebotener Kürze erörtert. Drittens wird eine völkerrechtliche Einordnung des Angriffskrieges vorgenommen, um auch das Geheimnis dieses „komplexen“ Falles zu lüften.

Reaktionen aus dem politischen Berlin

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz drückt sich um eine klare völkerrechtliche Positionierung. Ganz lapidar erklärt er, die rechtliche Einordnung des US-Einsatzes sei komplex und man benötige Zeit zur Klärung. Erstaunlicherweise lässt die „Tagesschau“ ihm diese Ausrede nicht durchgehen. Sie ist so zutreffend, dass sie hier zitiert wird:

„Wenn Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schreibt, die rechtliche Einordnung des US-Einsatzes sei “komplex” und man brauche dazu Zeit, dann formuliert er damit eine diplomatische Ausrede. Tatsächlich ist es ein eindeutiger Völkerrechtsbruch, den Regierungschef eines missliebigen Staates mit einer Militäroperation zu stürzen und zu entführen, so schlimm das Regime von Nicolás Maduro auch gewesen sein mag. Komplex daran ist nur die Tatsache, dass es die USA sind, die diesen Völkerrechtsbruch durchgeführt haben.
Auch die Aussage des deutschen Außenministers, die USA sollten den Einsatz rechtlich beurteilen, hält bei genauer Betrachtung einer Überprüfung nicht stand. Man stelle sich vor, Johann Wadephul hätte gesagt, man überlasse Russland die rechtliche Bewertung des Überfalls auf die Ukraine: ein kaum denkbares Szenario. Aber hinter all dem steckt Kalkül: Nur nicht Donald Trump vor den Kopf stoßen.“

Bundeskanzler Merz und Außenminister Wadephul wollen aus transatlantischer Treue und parteipolitischem Selbsterhaltungstrieb keine ehrliche Positionierung vornehmen. Zum einen, weil es sich um die USA handelt, Deutschlands wichtigsten Verbündeten, wie die Bundesregierung nicht müde wird zu beteuern. Und zum anderen will man speziell Trump nicht provozieren, da die Trump-Administration eine besondere Vorliebe für die AfD hegt, was der Union und den übrigen Parteien der Mitte ohnehin gewaltig zu schaffen macht. Auch über den Parteien der Mitte schwebt das Damoklesschwert eines subtilen Regime Changes light, da die US-Administration offensichtlich gerne eine AfD-Regierungsbeteiligung in Deutschland sähe.

Interessant sind die Positionierungen aus den Reihen der SPD und der Grünen. So berichtet das SPD-nahe Medium Vorwärts über die Kritik des SPD-Vorsitzenden und Finanzminister Lars Klingbeil hinsichtlich des Vorgehens der USA als Rechtsbruch, womit in der Regierungskoalition sodann mit unterschiedlichen Stimmen gesprochen wird.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge kritisiert den US-Angriff als klar völkerrechtswidrig – eine erstaunliche Feststellung bei den Grünen angesichts ihres seit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der NATO auf Jugoslawien doch eher ambivalenten Verhältnisses zum Völkerrecht. Ob es sich hierbei um eine ehrliche Feststellung handelt oder ob eher das Problem darin besteht, dass Trump und nicht eine von Demokraten geführte US-Administration diesen Angriffskrieg geführt hat und diesen Krieg nicht einmal mit menschenrechtlichen Motiven garnierte, sondern blanke Machtinteressen formulierte, bleibt ein Geheimnis der Grünen.

Ja, selbst Marie-Agnes Strack-Zimmermann von der FDP findet relativ klare Worte in Richtung Völkerrechtsbruch, wenn auch mit ideologisierter Begleitmusik:

„Die USA finden die Weltlage offenkundig nicht so komplex wie der Bundeskanzler. Er sollte sich inzwischen hoffentlich sortiert haben und seinen guten Draht zum US-Präsidenten nutzen, um klarzumachen, dass nach dem Ende einer Diktatur freie und demokratische Wahlen folgen müssen, auf die die Menschen in Venezuela seit Jahrzehnten hoffen.“

Das BSW wiederum vertritt seine völkerrechtliche Positionierung konsequent. So twittert Sahra Wagenknecht:

„Was für eine Doppelmoral! Merz weigert sich, den staatsterroristischen Angriff der USA auf einen souveränen Staat einschließlich der Entführung von dessen Staatsoberhaupt als Völkerrechtsbruch zu verurteilen. Mit ihrer blinden Gefolgschaft gegenüber den USA macht die Bundesregierung Deutschland in der Welt lächerlich und trägt zur Zerstörung des Völkerrechts bei.“

In der AfD wiederum scheinen Programmatik auf der einen und Trump-Treue sowie antikommunistische Ideologie auf der anderen Seite in einen Konflikt zu geraten:

So werden, wie von Beatrix von Storch, der US-Angriff und die Entführung Maduros als Befreiung des venezolanischen Volkes vom Kommunismus gefeiert:

„Venezuela gehört nicht einem kommunistischen Machthaber, sondern seinem Volk. Wer durch Wahlbetrug an der Macht bleibt, kann sich nicht auf „Souveränität“ berufen. Mögen freie, demokratische Wahlen einen Neuanfang für Rechtsstaat und Demokratie bringen. Mit einer legitimen Regierung endet dann die Straflosigkeit – auch für Nicolás Maduro.“

Und auf der anderen Seite hebt gerade die AfD-Programmatik den Schutz des Völkerrechts hervor. So heißt es noch im Wahlprogramm:

„Die AfD bekennt sich zu den Grundsätzen des Völkerrechts, (…). Die AfD stimmt im Geiste des Vertrages von Helsinki dafür, dass sich kein Land in die inneren Angelegenheiten eines anderen einmischen darf. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker darf nicht durch die Agenden zwischenstaatlicher Organisationen, von Nichtregierungs-Organisationen (NGO) und durch den Machtzuwachs global agierender Konzerne ausgehöhlt werden.“

Damit verteidigte die AfD die entsprechenden Normen des gültigen Völkerrechts und steht somit dem außenpolitischen Verständnis fast aller übrigen Parteien (Ausnahme BSW) entgegen, die mit der westlichen Eigenkreation der „regelbasierten Ordnung“ das Interventionsverbot aushebeln und geradezu zu einem Interventionsgebot erheben wollen. Und nun? Offensichtlich entzaubert sich die AfD gerade selbst als neoliberal ideologisierte und transatlantische Partei, der der Kampf gegen den venezolanischen Kommunismus an der Seite Trumps näher zu sein scheint als das im Wahlprogramm hochgelobte Internationale Recht. Alle, die glaubten, die AfD sei eine Friedenspartei, weil sie keinen Krieg mit Russland wolle, sollten die AfD etwas differenzierter sehen. Auch die Aufrüstung und Militärausgaben auf fünf Prozent werden von der AfD unterstützt.

Und die oben zitierte Argumentation von Beatrix von Storch ist besonders wirr: Tatsächlich ist die staatliche Souveränität nicht an ein Regierungs- und Gesellschaftssystem gebunden, ja nicht einmal die Frage, ob Demokratie oder Diktatur, beeinträchtigt das Souveränitätsprinzip. Ob Maduro nun von den USA und der EU als rechtmäßiger Staatschef anerkannt oder nicht anerkannt wurde, ist völkerrechtlich erst einmal völlig unerheblich, da es eine innere Angelegenheit der jeweiligen Staaten und ihrer Gesellschaften ist, wie sie sich konstituieren. Das Völkerrecht kennt keine an die inneren Angelegenheiten gebundene konditionierte Souveränität. Selbst die unilaterale Responsibility-to-protect-Doktrin konnte sich nicht völkerrechtlich etablieren, weil ihr Missbrauch mit der NATO-Intervention in Libyen 2011 zu offensichtlich wurde. Natürlich kann ein Staat seine diplomatischen Beziehungen aufgrund einer für ihn unliebsamen Regierung eines anderen Staates einstellen, aber das ist ein bilateraler Aspekt und hat keine universell völkerrechtliche Bedeutung.

Diese Argumentationsfigur des illegitimen Staatschefs durchzieht direkt oder indirekt nahezu alle Parteien mit Ausnahme des BSW. Direkt, wie bereits ausgeführt, indem versucht wird, Souveränität zu konditionieren; und indirekt, wenn der gewaltsame Regime Change anerkannt wird, indem Neuwahlen und das Wohl des venezolanischen Volkes gefordert werden, statt eine Rückkehr zum Status quo ante zu fordern. Um ein Missverständnis zu vermeiden: Mit dieser Feststellung spreche ich mich natürlich nicht gegen freie Wahlen und das Wohl des Volkes aus. Meine Feststellung bezieht sich lediglich auf die beiden Möglichkeiten, wie auf einen gewaltsamen Regime Change reagiert werden kann. Und das bedeutet: Wer eine Rückkehr zum Status quo ante ablehnt, akzeptiert logischerweise den Regime Change.

Es handelt sich hierbei also um nichts weniger als um eine implizite Akzeptanz dieses Angriffskrieges einschließlich erfolgter Verschleppung des Staatschefs. So auch eine Erklärung der EU, in der dann auch noch zynischerweise auf die Gültigkeit des UNO-Völkerrechts verwiesen wird, verfasst von der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas:

„Die Europäische Union fordert Ruhe und Zurückhaltung aller Akteure, um eine Eskalation zu vermeiden und eine friedliche Lösung der Krise zu gewährleisten.
Die EU erinnert daran, dass unter allen Umständen die Grundsätze des Völkerrechts und die Charta der Vereinten Nationen eingehalten werden müssen. Die Mitglieder des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen tragen eine besondere Verantwortung, diese Grundsätze als Säule der internationalen Sicherheitsarchitektur aufrechtzuerhalten.
Die EU hat wiederholt erklärt, dass Nicolás Maduro nicht die Legitimität eines demokratisch gewählten Präsidenten hat, und hat sich für einen von Venezuela geführten friedlichen Übergang zur Demokratie im Land eingesetzt, der in seiner Souveränität respektiert wird. Das Recht des venezolanischen Volkes, seine Zukunft zu bestimmen, muss respektiert werden.
Die EU teilt die Priorität der Bekämpfung der grenzüberschreitenden organisierten Kriminalität und des Drogenhandels, die weltweit eine erhebliche Sicherheitsbedrohung darstellen. Gleichzeitig betont die EU, dass diese Herausforderungen durch eine nachhaltige Zusammenarbeit im uneingeschränkten Recht und den Grundsätzen der territorialen Integrität und Souveränität angegangen werden müssen.
Wir stehen in engem Kontakt mit den Vereinigten Staaten sowie mit regionalen und internationalen Partnern, um den Dialog mit allen Beteiligten zu unterstützen und zu erleichtern, was zu einer ausgehandelten, demokratischen, inklusiven und friedlichen Lösung der Krise führt, die von den Venezolanern angeführt wird.
Der Respekt vor dem Willen des venezolanischen Volkes bleibt der einzige Weg für Venezuela, die Demokratie wiederherzustellen und die aktuelle Krise zu lösen.“

Der Rechtsnihilismus hat sein Werk vollendet – das Internationale Recht ist tot

Dass die offenen und verkappten Protagonisten dieser mannigfaltigen Völkerrechtsbrüche auf diese Weise das Internationale Recht vollends zerschlagen, scheinen viele dieser Superstrategen in ihrem ideologischen Wahn gar nicht zu kapieren. Der Prozess des völkerrechtlichen Nihilismus begann mit der Intervention und Zerschlagung des alten Jugoslawiens und der völkerrechtswidrigen Anerkennung der jugoslawischen Teilrepubliken 1991/92. Fortgesetzt mit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der NATO 1999 und 2003 mit dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der von den USA geführten „Koalition der Willigen“ gegen den Irak. Es folgten Libyen, Syrien und nun Venezuela mit den gewaltsamen Regimewechseln. Hinzu kommt eine Vielzahl von den USA begangenen illegalen militärischen Schlägen, Interventionen und illegalen Hinrichtungen von Gegnern – darunter auch Zivilisten – durch Drohnen. Dazwischen auch der rechtswidrige Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine.

Der völkerrechtswidrige Angriff der USA auf Venezuela, die illegale Verschleppung des venezolanischen Staatschefs und der beabsichtigte Raub venezolanischer Rohstoffe sind nicht nur ein weiterer sehr eklatanter Schritt der USA. Er ist der finale Schritt! Nun verstehen auch die letzten Optimisten auf dieser Welt, dass der Schutz des eigenen Staates und der eigenen Regierung nicht durch das Völkerrecht, nicht durch die UNO gewährleistet werden kann und wird. Es bleibt die katastrophale und eigentlich anachronistische Erkenntnis, dass nur die Organisation des Selbstschutzes durch Aufrüstung – und das möglichst auch mit Atomwaffen – ein relativer oder absoluter Sicherheitsgarant sind. Die fatale Staatenanarchie mit dem ihm inhärenten Sicherheitsdilemma wird das Unordnungsweltbild der nächsten Dekaden des 21. Jahrhunderts sein. Klimakrise war gestern, Aufrüstungswettlauf ist heute.

So hat die serbische Regierung auf einer eigens einberufenen Sondersitzung des serbischen Nationalen Sicherheitsrates angesichts des US-amerikanischen Angriffs und der damit einhergehenden Erkenntnis des endgültigen Ablebens des Völkerrechts beschlossen, massiv aufzurüsten. Der serbische Präsident Vucic wird mit folgenden Aussagen zitiert:

„In der heutigen Welt existiert das Völkerrecht praktisch nicht, die Weltpolitik wird ausschließlich durch das Recht des Stärkeren bestimmt, und Serbien muss von dieser Realität ausgehen. (…) Seiner Ansicht nach könne Serbiens Stärke eine ausreichende Abschreckung darstellen, und das oberste Ziel bleibe die Wahrung des Friedens. Das Staatsoberhaupt sprach auch über die weitere Stärkung der Spezialeinheiten und erklärte, Serbien werde in den nächsten anderthalb Jahren seine militärischen Fähigkeiten verdoppeln, nicht zahlenmäßig, sondern hinsichtlich Feuerkraft und technischer Kapazitäten.“

Und Russlands früherer Präsident und jetziger Vize-Vorsitzender des Nationalen Sicherheitsrates Russlands sowie führender Politrowdy Dmitri Medwedew erklärt: Der Besitz von Atomwaffen sei die beste Sicherheitsgarantie: „Mit einem guten Wort und einer Pistole erreicht man mehr als nur mit einem guten Wort.“ Und er ergänzte dies mit einem Angebot an interessierte Länder, sie könnten unter den russischen Nuklearschirm schlüpfen, wie auch bereits Weißrussland.

Und all diese Superexperten, die die Rechtsbrüche verharmlosen und sich auch im Fall Venezuela in transatlantischer Nibelungentreue ergeben, werden demnächst die Möglichkeit haben, auch Dänemark schönzureden, wenn die Trump-Administration Grönland okkupieren oder gar annektieren sollte. Man darf schon jetzt seiner Phantasie freien Raum lassen, wie sie Trumps Grönlandabenteuer irgendwie als rechtsverträglich erklären werden. Und Dänemark? Nun, Dänemark hat sich als einer der loyalsten US-Verbündeten der letzten Dekaden bewiesen – aber Dankbarkeit ist in einer von purer Macht bestimmten internationalen Politik nicht zu erwarten.

Die Ironie der Geschichte ist: Dänemark hat die gewaltsame Sezession des Kosovo von Serbien politisch und militärisch unterstützt. Als damaliger Mitarbeiter der OSZE in Kosovo hatte ich immer wieder Kontakt mit dänischen K-FOR-Offizieren. Diese waren ganz und gar der Überzeugung, den Kosovo von Serbien befreit und demokratisiert zu haben, so ihre tatsächlich getätigten Aussagen mir gegenüber. Ob sie die Okkupation und mögliche Annexion Grönlands durch die USA auch als Befreiung von Dänemark sehen werden, ist wohl eher zweifelhaft. So ist das mit den Doppelstandards, sie können zum Bumerang werden.

Rechtliche Einordnung

  1. Selbstverteidigungsfall

    Venezuela hat die USA nicht militärisch angegriffen. Und selbst wenn die Drogenbehauptung richtig sein sollte, so wäre eine militärische Reaktion darauf nicht rechtskonform. Militärische Reaktionen des Staates A sind nur aufgrund militärischer Aktionen des Staates B gegen Staat A zulässig. Daher kann sich die USA nicht auf den Selbstverteidigungsfall des Artikels 51 der UNO-Charta berufen – im Gegensatz zu Venezuela, das sich als angegriffenes Land tatsächlich auf diesen Selbstverteidigungsfall berufen kann.

  2. Sicherheitsratsmandat für die USA

    Die USA haben für ihre militärischen Maßnahmen gegen Venezuela kein Mandat des UN-Sicherheitsrates gemäß Kapitel VII der UNO-Charta. Sie haben sich kraft ihrer Macht erneut selbst mandatiert und damit das Völkerrecht eindeutig gebrochen.

  3. Androhungs- und Anwendungsverbot von Gewalt sowie Interventionsverbot

    „Artikel 2

    Die Organisation und ihre Mitglieder handeln im Verfolg der in Artikel 1 dargelegten Ziele nachfolgenden Grundsätzen:

    1. Die Organisation beruht auf dem Grundsatz der souveränen Gleichheit aller ihrer Mitglieder.

    2. Alle Mitglieder legen ihre internationalen Streitigkeiten durch friedliche Mittel so bei, daß der Weltfriede, die internationale Sicherheit und die Gerechtigkeit nicht gefährdet werden.

    3. Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt.

    (…)

    7. Aus dieser Charta kann eine Befugnis der Vereinten Nationen zum Eingreifen in Angelegenheiten, die ihrem Wesen nach zur inneren Zuständigkeit eines Staates gehören, oder eine Verpflichtung der Mitglieder, solche Angelegenheiten einer Regelung auf Grund dieser Charta zu unterwerfen, nicht abgeleitet werden; die Anwendung von Zwangsmaßnahmen nach Kapitel VII wird durch diesen Grundsatz nicht berührt.“

Die USA haben eindeutig Venezuela zunächst militärische Gewalt durch die massiven Flottenkonzentration vor Venezuela angedroht. Das Kapern von Tankern mit venezolanischem Öl ist bereits als offensiver und rechtswidriger Kriegsakt zu kategorisieren. Die dann vollzogene Luft- und Bodenoperation stellt einen klaren rechtswidrigen Angriff dar. Die Entführung und Verschleppung des venezolanischen Präsidenten ist ebenso ein rechtswidriger Akt, da sie gegen den Immunitätsstatus von Staats- und Regierungschefs sowie Außenministern verstößt. Der Immunitätsstatus entspringt den Rechtsquellen des Völkergewohnheitsrechts und der internationalen Rechtsprechung (IGH-Urteil).

Was daran im Sinne unseres Kanzlers „komplex“ sein soll, bleibt wohl sein Geheimnis.

Fazit

Die offene Schlacht im Weltneuordnungsprozess hat nun für jeden sichtbar begonnen. Das normative Ordnungssystem ist am Boden. Die Frage, ob die neue Weltordnung mit Diplomatie oder Krieg geformt werden wird, ist endgültig beantwortet.

Titelbild: Miha Creative / Shutterstock

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Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik Militäreinsätze/Kriege


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07.01.2026

Bremer Friedensforum

bremerfriedensforum.de,  Seite besucht am 7. Januar 2026, 23:59 Uhr


»Die Monroe-Doktrin ist wieder da« –


Bremer Politiker:innen bleiben weg

Veröffentlicht am 06.01.2026

Bremer Marktplatz, ohne empörte Politiker:innen. Foto: privat




Die Monroe-Doktrin ist zurück, Venezuela wird überfallen, demnächst vielleicht auch Kuba, und Bundeskanzler Friedrich Merz behauptet, ohne rot zu werden: „Die rechtliche Einordnung des US-Einsatzes ist komplex“, womit der Überfall und die Entführung des gewählten Präsidenten Maduro von der Bundesregierung gutgeheißen werden.

Zur Protestkundgebung am 04. Januar auf dem Bremer Marktplatz hatte ein Bündnis aus (mindestens) 13 Organisationen aufgerufen. Mit mehr als 200* TeilnehmerInnen war die Veranstaltung überraschend gut besucht.

Nur die Vertreterinnen und Vertreter der Bremischen Bürgerschaft, 


Weiterlesen… „»Die Monroe-Doktrin ist wieder da« –
Bremer Politiker:innen bleiben weg“

Veröffentlicht am 05.01.2026


Bremer Marktplatz, mit zahlreichen empörten Bürger:innen. Foto: privat



Am 4.1.2026 fand auf dem Marktplatz in Bremen eine Protestkundgebung gegen den völkerrechtswidrigen, brutalen Angriffskrieg der USA gegen Venezuela statt. Wir dokumentieren die Rede von Barbara Heller:

„Wir töten sie. Wir töten sie einfach! Wir machen das einfach.“ So kommentierte der US-Präsident Trump vor wenigen Wochen die völkerrechtswidrigen Angriffe auf venezolanische Schiffe in internationalen Gewässern.

Mehr muss man dazu nicht sagen. Es ist die absolute Rechtlosigkeit. Es ist die nackte Gewaltpolitik. Während früher noch über Demokratie und Freiheit geschwafelt wurde, geht es jetzt auch verbal nur noch um Macht. Um die US-Macht zu demonstrieren, wird in einer unglaublichen Provokation der Weltöffentlichkeit gezeigt, dass sich dieses Land alles erlauben kann. Mord und Totschlag, Folter und Entführung, Raub und Verbrechen aller Art.

Dass es hierbei um Drogen ginge, ist ein lächerliches Konstrukt. Trump selbst hat begründet, worum es geht. 


Weiterlesen… „„Hände weg von Venezuela“:
Redebeitrag von Barbara Heller vom Bremer Friedensforum“

Veröffentlicht am 03.01.2026

Der Angriff auf Venezuela und die Entführung seines Präsidenten Maduro durch die USA müssen als das benannt werden, was sie sind: eine imperialistische Einmischung in die Souveränität eines anderen Landes und eine völkerrechtswidrige, kriminelle Aggression. Es geht nicht um Drogenkartelle, es geht um Öl, um Einfluss, um Macht. Die USA brechen damit mal wieder das Völkerrecht, um ihre Interessen in ihrem „Hinterhof“ durchzusetzen.

Wir fordern: 


Weiterlesen… „USA: Hände weg von Venezuela!
Kundgebung Sonntag 4.1.2026, 14:00, Marktplatz Bremen“


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07.01.2026

Neues vom Wirtschaftskrieg (286): Trump führt Ölmultis nach Venezuela

lostineu.eu, 7. Januar 2026

Die EU plant das 20. Sanktionspaket gegen Russland. Die Schweiz friert alle Vermögenswerte von Maduro ein. Und US-Präsident Trump drängt amerikanische Ölfirmen, in Venezuela zu investieren – um die gewaltigen Reserven auszubeuten und den Ölpreis zu drücken.

  • Trump drängt amerikanische Ölfirmen, in Venezuela zu investieren. Während US-Präsident Donald Trump seine Intervention in Venezuela offiziell mit dem Kampf gegen den Drogenschmuggel begründet, macht er zugleich keinen Hehl daraus, dass es ihm vor allem um die gewaltigen Ölreserven des Landes geht. (…) In einem Interview mit NBC News behauptete er, das Vorhaben, wonach US-Ölkonzerne ihre Aktivitäten in Venezuela ausweiten sollen, könne „in weniger als 18 Monaten“ anlaufen. (…) „Ein Venezuela als Ölexporteur ist gut für die Vereinigten Staaten, weil es den Ölpreis niedrig hält.“ Möglicherweise setzt der US-Präsident also darauf, dass seine von steigenden Lebenshaltungskosten frustrierten Wähler noch vor den Zwischenwahlen im Herbst sinkende Benzinpreise an den Tankstellen bemerken und ein noch niedrigerer Ölpreis das Wirtschaftswachstum unterstützt. (Süddeutsche) – Die Grenzen zwischen Krieg und Wirtschaftskrieg sind fließend, wie das Beispiel Venezuela zeigt. Allerdings ist es nicht so einfach, den Ölpreis zu manipulieren. Und die US-Konzerne ziehen auch nur widerwillig mit – um zu profitieren, müssten sie massiv investieren. Immerhin zogen die Aktienkurse der Ölmultis an…
  • Schweiz friert alle Vermögenswerte von Maduro ein. Die Schweiz hat nach der Festnahme von Nicolás Maduro durch US-Spezialeinheiten mit sofortiger Wirkung sämtliche Vermögenswerte eingefroren, die der entmachtete venezolanische Staatschef oder Personen aus seinem Umfeld in der Schweiz halten. (…) Die Sperre gilt vorsorglich für vier Jahre und soll verhindern, dass mögliche Gelder in der aktuellen politischen Umbruchphase außer Landes gebracht werden. Mitglieder der derzeit amtierenden Regierung in Caracas sind von der Maßnahme nicht betroffen. (…) Entscheidend für den Schritt sei allein der eingetretene Machtverlust in Venezuela, heißt es aus Bern. Ob dieser im Einklang mit dem Völkerrecht zustande gekommen sei, habe bei der Entscheidung keine Rolle gespielt. (Berliner Zeitung) – Die Schweiz folgt also nicht nur den Sanktionen der EU, sondern auch den Strafaktionen und Kriegen der USA. Das Völkerrecht scheint dabei ebensowenig eine Rolle zu spielen wie das Zivilrecht. Selbst Schweizer Staatsbürger sind nicht mehr vor Verfolgung sicher – siehe den Fall Baud
  • EU plant das 20. Sanktionspaket gegen Russland. Die EU-Staaten planen (…) zum 4. Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine die Verabschiedung eines 20. Sanktionspakets gegen Russland. (…) Geplant sind Reisebeschränkungen und das Einfrieren von Vermögenswerten in der EU von weiteren Einzelpersonen und Organisationen, wobei insbesondere Personen, die für die Verschleppung und ideologische Umerziehung von Kindern verantwortlich sind, in den Blick genommen werden sollen. Auch weitere Sanktionen im Energiebereich und Bankensektor sind nach Angaben von Diplomaten vorgesehen. Außerdem sollen Schlupflöcher zur Umgehung der bisherigen Sanktionen geschlossen werden. Überlegt wird in Brüssel, den Import von russischem Uran zu verbieten und damit die Föderale Agentur für Atomenergie Russlands zu sanktionieren. (Die Welt)Vor dem Hintergrund des US-Angriffs auf Venezuela und der amerikanischen Drohungen gegen Grönland wirken diese Pläne nur noch grotesk. Wenn neue Sanktionen nötig sein sollten, dann doch wohl gegen die USA.

Mehr zum Wirtschaftskrieg hier

P. S. Die OECD-Staaten haben sich auf eine globale Mindeststeuer geeinigt – ohne die USA. Deutschland und die EU haben der Ausnahme für US-Multis wie Exxon Mobile, GE und Apple ohne mit der Wimper zu zücken zugestimmt und Trump damit einen weiteren Dienst erwiesen, gleich nach dem Angriff in Venezuela. Es ist das genaue Gegenteil von Sanktionen…

9 Comments

  1. Arthur Dent
    7. Januar 2026 @ 17:44

    @Helmut Höft
    Und es geht gegen China, China ist Hauptabnehmer venezolanischen Öls.

Antworten

  • KK
    7. Januar 2026 @ 15:20

    “Wenn neue Sanktionen nötig sein sollten, dann doch wohl gegen die USA.”
    So sehe ich das auch!
    Und ausserdem: Alle US-Truppen aus eigenem Sicherheitsinteresse rausschmeissen. Wenn sie dennoch bleiben, ist es damit eine völkerrechtswidrige Besatzung.

    MAGA: Make America Go Away!

    Antworten

  • Helmut Hoeft
    7. Januar 2026 @ 10:12

    Da freuen sich die amerikanischen Ölkonzerne: Venezuela besitzt zwar die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt, doch bei der Qualität handelt es sich überwiegend um schweres bis extraschweres und saures Rohöl, *) das anspruchsvolle und kapitalintensive Verarbeitung benötigt. Es gibt viele Probleme mit diesem zähen Brei aus dem Orinoco-Becken. Aber es ist ideal für die Herstellung von Bitumen/Asphalt (Venezuela war lange ein Hauptexporteur für Straßenasphalt).

    *) Heavy crude oil has an API gravity below 22.3° (i.e., 920 to 1000 kg/m3) – Extra heavy oil has an API gravity below 10.0° (i.e., greater than 1000 kg/m3) https://en.wikipedia.org/wiki/API_gravity

    Trotz allem macht der Kommentar von Ann-Kathrin Büüsker von gestern Sinn: Trump hat kein ökonomisches Ziel im Sinn, es geht mehr um Geo-Ökopolitik, genauer um Anti-Klimapolitik: https://www.deutschlandfunk.de/kommentar-zu-venezuela-donald-trumps-oel-ambitionen-sind-fossile-geopolitik-100.html

    Und die Schweiz, hoppla, die Schweiz. Vorauseilender Gehorsam ggü. dem dicken Knüppel? Eigentlich hackt doch ein Mafioso dem anderen doch kein Auge aus, oder?

    Antworten

    • Guido B.
      7. Januar 2026 @ 10:54

      “Und die Schweiz, hoppla, die Schweiz. Vorauseilender Gehorsam ggü. dem dicken Knüppel? Eigentlich hackt doch ein Mafioso dem anderen doch kein Auge aus, oder?”

      Als Schweizer möchte ich Ihren Einwurf positiv würdigen. Es ist in der Tat ein Armutszeugnis, wie sich die offizielle Schweiz den USA und der Ukrainischen Union unterwirft. Keine Spur von Souveränität. Total würdelos. Aber es hat Tradition, sie Sie richtig anmerken. Die offizielle Schweiz hat sich schon immer mit korrupten Potentaten, industriellen Ausbeutern und Steuerbetrügern gemein gemacht. Der Wohlstand der Schweiz basiert zu einem guten Teil auf rückgratloser Geschäftstüchtigkeit. Lieber wirft man sich vor Tyrannen in den Staub, als sich ein Geschäft entgehen zu lassen. Der Schweizer Patriotismus und die Neutralität müssen als sublimierte Kategorien des Söldnerwesens verstanden werden. Der Schweizer dient jedem, der Geld bietet.

      Antworten

  • garno
    7. Januar 2026 @ 09:46

    Die Wirkung von 80 Jahren Propaganda und Indoktrination hat die Europäer zu fügsamen Vasallen der USA gemacht.

    Antworten

  • Erneuerung
    7. Januar 2026 @ 09:31

    Wovor Jeffrey Sachs vor der UN warnte, ist längst Realität. Es gibt keine Regeln mehr, die Barbarei hat eingesetzt. Der Starke knüppelt den Schwachen nieder. Da es zurzeit wohl etwa 4 Starke in der Welt gibt (USA mit Israel und Nato, EU und Japan auf der einen Seite sowie China und Russland auf der anderen), die sich in Zweiergruppen gegenseitig niederknüppeln wollen, ist nichts Gutes für die nähere Zukunft zu erwarten. Die einzige Hoffnung besteht darin, dass die neuen Starken stärker werden als die alten und damit überhaupt wieder irgend welches Recht Einzug halten kann. Von den Wackelkandidaten Indien und Brasilien ist nicht viel zu erwarten, die schleimen sich dann den Stärkeren an.

    Antworten

    • Michael
      7. Januar 2026 @ 10:05

      Jeffrey Sachs hat’s gut getroffen. Gegenwärtig sondiert er seine Chancen als Kandidat für die Position des UN Generalsekretärs. Guterres‘s Amtszeit endet am 31.12.‘26. M. E. hat er bessere Chancen als andere Kandidaten. Allerdings (!) werden die USA im UN Sicherheitsrat Widerstand leisten gegen die absolute Mehrheit der BRICS+ und des Globalen Südens!

      Antworten

  • Michael
    7. Januar 2026 @ 09:06

    Habe mir gestern Abend auszugsweise 15 Min. Maischberger genehmigt! Sehr lehrreich weil wieder eine Bestätigung über die fortwährende Niveaulosigkeit des ÖRR, Infotainment ohne fundierte Information und ohne Unterhaltungswert, Einseitigkeit ohne kritische Hinterfragung, und Gabriel und Laschet als hilflose und überforderte Opfer – wie auch Merz – eines komplexen Sachverhalts! Einfach nur trostlos!

    Antworten

  • Guido B.
    7. Januar 2026 @ 09:00

    Die Europäer haben immer noch nicht bemerkt, dass sie und die Russen zusammen die Leidtragenden der imperialen Hegemonieansprüche der USA sind, welche die NATO als MAGA-Agentur missbrauchen. Die Europäer sind so einfältig und dumm, dass ihr Untergang als selbstverschuldetes und somit verdientes Schicksal betrachtet werden muss. Treudoofe Vasallen verdienen keinen Platz an der Sonne.



  • Info: https://lostineu.eu/neues-vom-wirtschaftskrieg-286-trump-will-venezuelas-oel-ausbeuten/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    Selenskyj holt kanadische Hardlinerin Freeland


    lostineu.eu, vom 6. Januar 2026

    Das Geld für die Ukraine kommt aus Deutschland und der EU – die Berater kommen aus den USA und jetzt auch Kanada. Das jüngste Beispiel ist Chrystia Freeland, die frühere kanadische Finanzministerin.

    Präsident Selenskyj hat sie ⁠zu seiner Wirtschaftsberaterin ernannt. Er begründet dies mit ihrer Erfahrung bei der Anwerbung von Investitionen. “Die Ukraine muss jetzt ihre innere Widerstandsfähigkeit stärken”, schrieb Selenskyj auf X.

    Stimmt, denn das Land steht kurz vor der Pleite. Ob Freeland die Richtige ist, darf man allerdings bezweifeln. Sie wollte Kanada einen harten Sparkurs verordnen, um das Land auf den Handelskonflikt mit Us-Präsident Trump vorzubereiten.

    Selenskyj hingegen will die Ukraine vor allem für die USA öffnen. Böse Zungen behaupten, er wolle es an Trump verkaufen. Bei kritischen Rohstoffen gibt es ja schon einen einschlägigen Deal…

    Allerdings war Freeland auch die Frau, die in der Coronakrise ohne Not harte Notstandsgesetze einführte und willkürlich Konten sperrte. Damit passt sie dann doch wieder zu Selenskyj und sogar zur EU…

    Dieser Beitrag stand zuerst in unserem Newsletter. Mehr Newsletter hier. Abonnement hier (via STEADY)

    P.S. Selenskyj traf auch andere kontroverse Personalentscheidungen. So hat er SBU-Chef Maljuk gefeuert. Maljuk hat spektakuläre Kommandoaktionen gegen Russland gesteuert; seine Absetzung sorgt für Unruhe in der ukrainischen Armee. Zum Trost bekam er einen anderen Geheimdienst-Posten, auch dort soll er verdeckte Angriffe führen… – Mehr News aus der Ukraine hier

    3 Comments

    1. Robert Fitzthum
      7. Januar 2026 @ 08:11

      Freeland ist die Enkelin eines Nazi-Kollaborateurs, Michael Chomiak. Er hat in Abstimmung mit den Nazis in besetzten Gebieten eine Zeitung herausgegeben.
      Siehe u.a. https://ottawacitizen.com/news/national/defence-watch/chrystia-freelands-granddad-was-indeed-a-nazi-collaborator-so-much-for-russian-disinformation

    Antworten

  • Reykjavik
    6. Januar 2026 @ 19:18

    Sie passt hervorragend zur Ukraine, nicht nur wegen ihren ukrainischen Wurzeln; wer Kanada mit britischen Atomwaffen gegen Trump schützen möchte, ist intellektuell dem ukrainischen Präsidenten mindestens ebenbürtig: https://www.telegraph.co.uk/us/politics/2025/03/03/british-nuclear-weapons-canada-trump-chrystia-freeland/ .
    Passt perfekt, ein großer Gewinn für die Ukraine!

    Antworten

  • Erneuerung
    6. Januar 2026 @ 19:14

    Selenskyj wird als Totengräber Europas und seine Koalitionäre der Willigen als dessen Gehilfen in die Geschichte eingehen. Allerdings wird dies, analog zum 3.Reich, erst nach Komplettabsturz der Öffentlichkeit präsentiert w


  • Info: https://lostineu.eu/selenskyj-setzt-auf-freeland-passt/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    Grönland: Noch ein Dokument der Hilflosigkeit


    lostineu.eu, vom 6. Januar 2026

    Die US-Drohung, Grönland zu annektieren, ruft die großen EU-Staaten auf den Plan. Eine neue Erklärung betont die europäische Solidarität – doch von Garantien oder gar Truppen ist keine Rede.

    Die Sicherheit der Arktis sei eine “wichtige Priorität für Europa”, heißt es in der Erklärung, die von Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Spanien, Großbritannien und Dänemark unterzeichnet wurde. Sie werde von der Nato gewährleistet, die auch in Grönland präsent ist.

    Damit gehen Merz & Co. mal wieder auf US-Präsident Trump zu. “Die USA sind ein essentieller Partner”, heißt es in dem Text weiter. Erst ganz am Schluß wird betont, daß das EU-Mitglied Dänemark und Grönland allein über Angelegenheiten entscheiden, die diese Länder betreffen.

    Die Nachrichtenagenturen präsentieren dies als Warnung an Trump und betonten die “klaren Worte”. Für mich liest es sich eher wie Beschwichtigung. Zwischen den Zeilen sagen die EUropäer, daß die USA militärisch auf Grönland machen können, was sie wollen, denn sie führen ja die Nato!

    Von europäischen Garantien oder gar Truppen ist dagegen keine Rede mehr. Dabei hatte Frankreichs Staatschef Macron noch vor einem Jahr von einer möglichen Truppenentsendung gesprochen und immer mal wieder militärische Präsenz auf Grönland gezeigt.

    Der französische Europaabgeordnete Glucksmann fordert gar eine “dauerhafte europäische Militärbasis”. Doch damit steht er – jedenfalls bisher – allein. Die EUropäer sind wie Hunde, die laut bellen – aber beißen wollen und können sie nicht…

    Siehe auch “Trumps nächste Ziele” (Newsletter) sowie Venezuela: Das Dokument der Hilfslosigkeit

    9 Comments

    1. Georg
      7. Januar 2026 @ 18:36

      @palman bitte Vorsicht mit den Äußerungen: das sind keine “ver-kackten” (Euro-zentrierten) Kartendarstellung”… das sind Mercatorsche Seekarten, da sieht
      Grönland so groß aus wie Afrika, ist aber 14-mal kleiner. Das sind Karten für die Navigation von Seeschiffen.

    Antworten

  • Helmut Hoeft
    7. Januar 2026 @ 09:25

    Wie wäre es denn mit “Boots on the ice”? D, F, DN, N, S, FIN je 1 Division … äh, einen Zug reitende Gebirgsmarine auf Grönland stationieren, mit aufgepflanztem Bajonett un d Donald John ist ausgekurvt! * hihi *

    Antworten

  • umbhaki
    6. Januar 2026 @ 21:58

    Bei der Diskussion um die unwürdige Reaktion unserer europäischen Führungspersönlichkeiten sollte auch noch bedacht werden, dass ganz Europa auf keinen Fall in der Lage wäre, den USA militärisch entgegen zu treten. Dazu haben wir hier viel zu viele US-Waffensysteme, die mit großer Sicherheit von den USA aus mit ein paar Mausklicks wertlos gemacht werden könnten.

    Gegen den US-Willen hebt keine F-35 ab, verlässt keine Patriot-Rakete die Abschussvorrichtung usw.

    In der letzten Zeit wird zwar öfter mal davon gesabbelt, dass man sich technologisch von den USA abnabeln müsse, aber es geschieht ja ganz genau das Gegenteil. Gerade jetzt, weil man sehr schnell aufrüsten will, kauft man doch wie bekloppt in den USA ein, weil man in Europa nicht schnell genug entwickeln und erst nicht liefern kann. Damit dürfte man nun den US-amerikanischen „Freunden“ gegenüber relativ wehrlos sein.

    Ähnliches gilt aus wirtschaftlicher Sicht. Auch auf diesem Gebiet sind wir von den USA abhängig, weil die ein unverzichtbarer Markt für die die EU-Wirtschaft sind, und weil wichtige Dinge von dort kommen, die hier nicht substituiert werden können – Stichworte: Energie, Software.

    Wir sind längst wirklich die Vasallen der USA, das liegt nicht einfach an der willfährigen Unterwürfigkeit unserer Führungspersönlichkeiten, das ist objektiv so, und das wurde von den USA über Jahrzehnte geduldig so entwickelt. Die Trump-Junta fährt jetzt bloß noch die Ernte ein. Allerdings hätte es eine Chance gegeben, sich dagegen zu wehren, wenn alle EU-Staaten an einem Strang ziehen würden. Wenn …

    Sollte nächste Woche das US-Militär tatsächlich Grönland okkupieren, dann werden sie das einfach tun. Vermutlich, ohne einen Schuss abgeben zu müssen. Ganz unterkomplex.

    Btw: Hat jemand den Herrn Rutte in den letzten Tagen gesehen, irgendwo?

    Antworten

    • Steinbrecher
      7. Januar 2026 @ 14:12

      Ich weiß nicht, warum sich Dänemark so auflistet, haben sie doch gerade selbst erst vor 250 Jahren diese “Insel” annektiert?!

      Antworten

  • Arthur Dent
    6. Januar 2026 @ 18:00

    Auf dem Blog „Ständige Publikumskonferenz der öffentlich-rechtlichen Medien“ sind zwei umfang- und aufschlussreiche Artikel über Venezuela erschienen. „Analyse: „Die unsichtbaren Architekten hinter der Venezuela-Intervention“ von Michael Hollister und „Was geschieht wirklich in Venezuela“ von Harri Grünberg. Ich finde beide sehr lesenswert.
    Mittlerweile sollte doch der Bornierteste begriffen haben, dass die USA nicht unsere Schutzmacht sind.

    Antworten

  • Helmut Hoeft
    6. Januar 2026 @ 15:49

    Nachtrag zum gesamten Trump-Venezuela-Komplex (von hier https://www.n-tv.de/politik/politik_kommentare/Merz-Unaufrichtigkeit-zu-Venezuela-schadet-mehr-als-sie-ihm-nutzt-id30207193.html) [Hervorhegungen von mir]:
    “Schwarz-Rot stellt sich dumm
    Merz’ Unaufrichtigkeit zu Venezuela schadet mehr, als sie ihm nutzt
    Die Bundesregierung kann sich nicht zu einer klaren Haltung zur US-Intervention in Venezuela durchringen. So nachvollziehbar [?? Hä? Han die sich inne Butz jedrisse?] das Motiv dahinter ist: Den Leuten weismachen zu wollen, Berlin sei die Lage zu komplex für eine Beurteilung, richtet immensen Schaden an [okee, das versteh’ ich: Aus CDSUSPDFDPGrüneBSW-Sicht sind die Leute halt dumm!].

    War ja klar, dass auch der CSU-Landesgruppenchef dem Bundeskanzler und CDU-Vorsitzenden zur Seite springt. Die völkerrechtliche Bewertung des US-Militäreinsatzes gegen Venezuela sei “gar nicht so einfach zu beantworten”, sagt Alexander Hoffman in der ntv-Sendung Frühstart. [zefixsackerlzement, dös is fei kompliziert] Das Verschwinden des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro sei aber “per se zunächst eine gute Nachricht”[Tzja, wir lernen: Es gibt auch gute Rechtsbrüche]. Von “Komplexität” spricht Hoffmann auch noch und übernimmt damit das am Sonntag vom Kanzleramt veröffentlichte Wording zum Thema. Die übrigen Koalitionsvertreter, insbesondere aus der Union, halten es genauso: Man gibt sich doof [Schriebvähler! Muss heißen “ist”], um des lieben Friedens mit Donald Trump willen. Dabei ist der so entstehende Flurschaden gewaltig. …” [Schaun merr ma’, dann seng merr scho!]

    Antworten

  • Guido B.
    6. Januar 2026 @ 14:41

    Trump zieht die Europäer bis auf die Unterhosen aus. Er kann sie anschliessend auch begatten. Sie sind ihm ausgeliefert, denn die Europäer wollen Russland besiegen und können es nicht ohne die USA. Trump muss nur mit dem Austritt aus der NATO drohen, und schon lassen die Europäer alles mit sich machen. Wirklich alles.

    Antworten

  • palman
    6. Januar 2026 @ 14:39

    … und irgendwie gehört “Grönland” ja gar nicht (ganz) zu Dänemark – soll quasi ein “Privat-Besitz” eines Königs sein ??!!?? – Mir fallen grad die Augen zu – bitte mal selber “recherchieren” !?! – übrigens passt die, bis zu DREI Kilometer dicke und hohe EIS-INSEL, gut “15” (fünfzehn) MAL in / auf AFRIKA !?! – also nicht von der “ver-kackten” (Euro-zentrierten) Kartendarstellung “ver-anU$-Aftern” lassen !?! – guckt man seinen “Leucht-Globus” (?!?) oder gleich auf “google-earth” oder auch “earth-nullschool.net” – da hat man gleich das “KLIMA” (Wetter komplett) dort “zur Hand !!! ????

    Antworten

    • Helmut Hoeft
      6. Januar 2026 @ 15:33

      @palman
      Ärgerlich, das!
      1) …DREI Kilometer dicke und hohe Eisinsel?
      wat denn nu: Dick oder hoch? (oder breit?) bitte mal selber “recherchieren” !?!
      2) … gut “15” (fünfzehn) MAL in / auf AFRIKA !?!
      ~2,2 mio km2 passt 15x in / auf 30.2 mio km2 ? Wat denn nu: in oder auf (oder drumrum?)
      bitte mal selber “recherchieren” !?!


  • Info: https://lostineu.eu/groenland-neue-europaeische-erklaerung-aber-keine-truppen-oder-garantien/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    07.01.2026

    Nachrichten von Pressenza: Die Unterwerfung Lateinamerikas

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>,  7. Januar 2026, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 07.01.2026


    Die Unterwerfung Lateinamerikas


    Bundesregierung verweigert trotz offener Morddrohungen von Trump weiterhin jede Kritik am US-Überfall auf Venezuela. US-Sicherheitsstrategie sieht Unterwerfung Lateinamerikas und Verdrängung Chinas aus der Region vor – mit allen Mitteln. Trotz neuer Morddrohungen von US-Präsident Donald Trump gegen Venezuelas Interimspräsidentin Delcy&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2026/01/die-unterwerfung-lateinamerikas/


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    Echt oder falsch? Die merkwürdigen Bilder von Nicolas Maduro


    Rund um die Welt veröffentlichen Medien unzählige Bilder von Nicolas Maduro. Echte und falsche sind kaum auseinanderzuhalten. Marco Diener für die Online-Zeitung INFOsperber Auch Infosperber brachte gestern ein Bild des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro in Handschellen. Möglicherweise hätten wir das&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2026/01/echt-oder-falsch-die-merkwuerdigen-bilder-von-nicolas-maduro/


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    Gnade oder Fluch? Der Spruch von der „Gnade der späten Geburt“ gehört vom Kopf auf die Füße gestellt


    Einer der dümmsten Sprüche der Nachkriegszeit ist der von der „Gnade der späten Geburt“, den der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl geprägt hatte. Er legt nahe, dass man, weil spät geboren, in der Nazizeit keine Schuld mehr auf sich habe laden&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2026/01/gnade-oder-fluch-der-spruch-von-der-gnade-der-spaeten-geburt-gehoert-vom-kopf-auf-die-fuesse-gestellt/


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    Wer sind heute die verfolgten Juden, von wem und warum? Gespräch mit Rabbi Weiss, Vertreter von Neturei Karta


    Hinweis für die Leser:innen. Der Artikel behandelt ein heikles Thema, an dem die heutige westliche Sensibilität Anstoß nehmen könnte. Lesende, die überzeugt sind, dass die Werte der Kritik und Auseinandersetzung unverzichtbare Errungenschaften und Emanzipationen sind, werden wenig an der Geschichte&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2026/01/wer-sind-heute-die-verfolgten-juden-von-wem-und-warum-gespraech-mit-rabbi-weiss-vertreter-von-neturei-karta/


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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    Wer sind heute die verfolgten Juden, von wem und warum? Gespräch mit Rabbi Weiss, Vertreter von Neturei Karta



    06.01.26 - New York, USA - Marina Serina

    Dieser Artikel ist auch auf Italienisch verfügbar


    Screenshot_2026_01_07_at_15_51_47_Wer_sind_heute_die_verfolgten_Juden_von_wem_und_warum_Gespr_ch_mit_Rabbi_Weiss_Vertreter_von_Neturei_Karta


    Hinweis für die Leser:innen. Der Artikel behandelt ein heikles Thema, an dem die heutige westliche Sensibilität Anstoß nehmen könnte. Lesende, die überzeugt sind, dass die Werte der Kritik und Auseinandersetzung unverzichtbare Errungenschaften und Emanzipationen sind, werden wenig an der Geschichte finden, die ich erzähle, und könnten irritiert sein; daher empfehle ich ihnen, davon abzusehen. Um diese Welt zu verstehen, muss man einige gewohnte Gedankenkategorien aussetzen; erst dann kann man ihre Schönheit erkennen, so wie sie ist, wie eine uralte Rose.

    Der Rabbiner erwartet uns lächelnd im Stehen; auf dem großen Tisch steht eine kleine Erfrischung mit Schokoladenkeksen, Mandarinen und Pfirsichsaft bereit. Er dankt für den Besuch; es ist eine Ehre für ihn, die Wahrheit gemäß der Tōrāh zu erzählen. Dass ich mich an ihn gewandt habe und zu ihm gefahren bin (in ein Wohngebiet im Staat New York) ist für ihn der Wille Gottes. Im Stillen denke ich das Gleiche.

    Ich möchte den Leser:innen von Pressenza ein korrektes Bild von euch geben, denn es herrscht viel Verwirrung in Bezug auf die orthodoxe jüdische Welt. Können Sie mir das kurz erklären?

    Wir sind Juden, die den von Gott auferlegten Verhaltenscode nie verändert haben. Wir gehören zu den Haredim. Heute sind wir eine Minderheit, aber bis vor etwa dreihundert Jahren waren alle Juden wie wir. Damals begann in Europa ein Reformismusprozess, der viele verlockte. Ein ganzes Leben lang Einschränkungen bei Ernährung, Kleidung, Frisuren, Beziehungen einzuhalten … das ist nicht einfach, vor allem für Frauen. Unser ganzes Leben ist Gott geweiht, ohne wenn und aber.

    Wir haben uns bei der letzten Pro-Palästina-Demonstration in New York City kennen gelernt, denn auch ihr verteidigt die Palästinenser:innen, träumt von einem freien Land ohne Besatzung und bezeichnet euch als Antizionisten. Das ist die Position der orthodoxen Juden von Neturei Karta, nicht wahr?


    Screenshot_2026_01_07_at_15_53_24_Wer_sind_heute_die_verfolgten_Juden_von_wem_und_warum_Gespr_ch_mit_Rabbi_Weiss_Vertreter_von_Neturei_Karta


    Ja. Neturei Karta ist keine Organisation, sondern eher eine Bewegung. Sie entstand 1938, um religiösen Juden eine Stimme zu geben, die in den Schriften der Propheten erkannten, welche Gefahr die Einrichtung eines jüdischen Staates darstellte, und die sich daher den zionistischen Manövern widersetzten, die seit langem in diese Richtung zielten. Nach der Zerstörung des Tempels wurde uns klar, dass Gott uns nicht erlaubt, selbst einen Staat zu gründen, und dass dieses Land anderen gehört. Vor dem Land haben wir, wo auch immer wir uns befinden, einen tiefen, geradezu sakralen Respekt – es ist uns sogar verboten, Bäume zu entwurzeln. Der Zionismus ist das genaue Gegenteil der jüdischen Religion, er ist das Ergebnis eines progressiven Abrutschens in die Säkularisierung und den Materialismus. Er ist die Degeneration des Reformismus, den ich vorher erwähnte.

    Während er spricht, blättert Rabbi Weiss durch Bücher, liest Abschnitte vor und zeigt Fotos von Juden, die wie er in der Altstadt von Jerusalem geschlagen, verhaftet und erniedrigt wurden.


    Screenshot_2026_01_07_at_15_54_34_Wer_sind_heute_die_verfolgten_Juden_von_wem_und_warum_Gespr_ch_mit_Rabbi_Weiss_Vertreter_von_Neturei_Karta


    Schauen Sie hier, David Ben-Gurion, Vladimir Ze’ev Jabotinsky und andere feiern die Gründung Israels und haben nicht einmal den Kopf bedeckt. Die Religion war ihnen völlig gleichgültig, erst später haben sie erkannt, dass unsere Symbole ihnen nützlich sein könnten, um Gefühle zu wecken und die normalen Menschen zu manipulieren. Sie haben sie sich angeeignet, und von da an waren sie nicht mehr aufzuhalten, heute ordinieren sie Rabbiner nach eigenem Gutdünken und Gefallen.

    Können Sie Zahlen nennen, wie viele Juden der Bewegung Neturei Karta folgen?

    Nach dem, was unsere Verleumder schreiben, scheinen es nur ganz wenige zu sein, aber Sie leben doch in Brooklyn: Haben Sie je eine israelische Flagge gesehen? Sie werden gesehen haben, dass wir ziemlich viele sind.

    Ja, sicher, ich treffe euch regelmäßig auf der Straße, ich würde sagen überall.

    Dies ist eine große jüdische Gemeinschaft, machen Sie einen Rundgang und Sie werden nicht eine israelische Fahne finden. In Jerusalem haben Zionisten korrupte Elemente unter den Orthodoxen ausgemacht, und es gibt Haredim im Parlament; am Anfang wollten sie sich auf diese Weise schützen, aber heute erhalten sie sogar Geld. Ich heiße das nicht gut, aber in jedem Fall ist der Großteil von uns Religiösen antizionistisch, hier wie in Jerusalem, Istanbul, London und überall. Häufig lassen sie es nicht erkennen, sie verbergen es, denn wenn du entdeckt wirst, bist du Repressionen ausgesetzt, du kannst die Arbeit verlieren, die Karriere wird blockiert, alles Mögliche.

    Sie meinen also praktisch, dass ihr Juden seid, die von anderen, dem Zionismus nahestehenden Juden verfolgt werden? Glauben Sie, dass sie euch überwachen?

    Ganz sicher. Wenn ich nach Jerusalem fahren würde, würden sie mich verhaften. Um die vorige Frage abzuschließen: Wir sind nicht so wenig, wie sie immer bemüht sind zu schreiben, und das Bewusstsein nimmt zu.

    (Zum Antizionismus gibt die Website eine bemerkenswerte Zahl an: 35 % der Weltbevölkerung sollen sich als antizionistisch bezeichnen.)

    Die Stadt New York hat einen Bürgermeister gewählt, der für die Eliten unbequem ist, den muslimischen Sozialisten Zohran Mamdani. Was erwarten Sie von ihm?

    Ich weiß nicht. Wir haben ihn mit Enthusiasmus unterstützt, aber Politiker leben unter einen unvorstellbaren psychologisch-politischen Druck und irgendwann verändern sich viele. Einmal traf ich Alexandria Ocasio-Cortez; nach kurzer Zeit wurde mir klar, je mehr ich Gottes Position darlegte, also dass die Juden im Exil sein müssen, umso verlegener wurde sie; das tat mir leid, ich wollte sie nicht in Verlegenheit bringen.

    Arbeiten Sie mit jüdischen pazifistischen Gruppen zusammen wie Jewish Voice for Peace?

    Ich kann nicht sagen, dass wir zusammenarbeiten, wir treffen uns bei den Demonstrationen und marschieren zusammen, aber unsere Grundsatzpositionen sind weit entfernt. Es tut mir leid, Sie zu enttäuschen; von außen kann das frustrierend scheinen und vielleicht habe ich mich auch manchmal so gefühlt, aber ich habe die Entscheidung getroffen, Gott an erste Stelle zu setzen, vor meine Person, und meine erste Aufgabe ist, ihm zu gehorchen. Ich habe nichts gegen sie als Menschen, aber als Juden sind sie für mich auf dem falschen Weg und ich fände es schön, wenn sie das einsehen würden. Immerhin sind sie keine Zionisten.

    Aber auch ihr strebt nach Frieden. Seid ihr Pazifisten?

    Ja, sicher, seit Jahrhunderten. Wir haben keine Probleme mit den Arabern, die uns auch in ihren Ländern aufgenommen haben, als wir in Europa verfolgt wurden. Auch hier im Viertel gibt es eine palästinensische Familie, mit der wir uns sehr gut verstehen. Wir stellen uns nicht die Frage, ob wir Pazifisten sind. Seit wir im Exil sind, haben wir akzeptiert, dass wir keine Art von Waffen verwenden dürfen, wir dürfen nicht einmal ein Taschenmesser in der Tasche haben. Sicher, wenn mich jemand angreifen würde, würde ich mich instinktiv verteidigen. Wir suchen den Frieden und den Dialog, weil Gott es so will, mit diesem Geist sind wir in den Iran, in den Libanon, nach Gaza und in andere Orte gegangen, und wir hatten nie Probleme. 2010 war ich bereit, an Bord der Marmara-Flottille zu gehen, die von der Türkei aus startete. Dann erhielt ich den Beschluss von unserem Hohen Rat: Er hielt es nicht für zweckmäßig, die Aktion sei zu weit entfernt von unserer Policy und ich wäre ein perfektes Ziel gewesen. Ich habe gehorcht.

    Eben hat er mir erzählt, wie ihm klar wurde, dass er Alexandria Ocasio-Cortez in Verlegenheit gebracht hätte, aber was tue ich denn gerade? Ich dränge ihn mit Themen, die mir selbst am Herzen liegen. Ich beschließe, die Frage zum zivilen Ungehorsam und den Techniken des gewaltlosen Widerstands zu überspringen. Ich erinnere mich an die Gespräche im staubigen Zimmer des Dharmananda Jain (ich habe einige Monate in der jainistischen Community in Delhi gelebt), ich kenne die Welt mit ihren geschlossenen Kreisläufen, Gruppen, deren einziges Interesse ist, ihren eigenen Kanon zu bewahren und unaufhörlich zu wiederholen. Auch die Yoga-Welt, der ich angehöre, macht da keine Ausnahme. Nachdenklich macht, dass diese Realitäten sehr gut miteinander kommunizieren, Absprachen treffen und sich gegenseitig respektieren können. Reibungen entstehen uns gegenüber.

    Über drei Stunden sind vergangen und Rabbi Weiss ist wie ein Fluss, er erzählt von seiner Familie, die zum großen Teil im Holocaust umkam, von der Bewegung Neturei Karta, den zahllosen Widersprüchen der Zionisten, dem großen Leid der Palästinenser:innen, dem Reich Gottes, das nicht nur ihnen vorbehalten ist – im Gegenteil, betont er, obwohl er mir nicht erklären kann, wie das geschieht, wird der Wandel metaphysisch sein und wir alle werden in der göttlichen Freude zusammenfinden.

    Er scheint mich nicht wegschicken zu wollen: „Ich freue mich, wenn Sie bis heute abend bleiben; Sie können so lange bleiben, wie Sie wollen“, sagt er mir.

    Wie lange ist es her, dass ich eine solche Gastlichkeit, eine solche Aufmerksamkeit genoss? Zeit, die mir und meinen Fragen gewidmet wird, ohne dass dieser würdige Herr einmal auf die Uhr geschaut, Müdigkeit oder Ungehaltenheit gezeigt hätte über die Dummheiten, die ich vielleicht gefragt habe? Welche Institution, ob religiös oder laizistisch, hätte mich heute empfangen und mir ihre ganze Zeit gewidmet? Wir, die wir alles mit einem Preis taxieren. Und wir als offene, progressive, hochentwickelte Gesellschaft – wie sehr sind wir in der Lage, neben uns ein geschlossenes System zu tolerieren?  

    Heute sind wir damit beschäftigt, uns dem muslimischen Hijab zu widersetzen, und sind überzeugt, dass jemand, der seine Notdurft lieber im Wald als auf der Toilette verrichtet, ein Fall für den Psychiater sei, aber was tun wir, wenn wir feststellen, dass auch verheiratete orthodoxe Jüdinnen den Kopf bedecken müssen? Dass orthodoxe Juden ihre Kinder nicht auf öffentliche Schulen schicken und sie geschützt in der Gemeinschaft behalten? Welche bürgerrechtliche Kampagne erfinden wir dann? Rabbi Weiss ist sich bewusst, dass er nicht sicher lebt, aber mehr als alles andere weiß er, dass er reformierten Juden, Zionisten und anderen ein Dorn im Auge ist, und darunter leidet er. Einen Rabbi Weiss wird es immer geben, eingeschlossen in seiner strengen Trauerkleidung, die uns daran erinnert, wie man im Exil leben sollte. Man kann ihm zuhören oder ihn ignorieren, aber sicher kann man ihn nicht ändern. Er kann uns nie wirklich etwas antun. Gott hat ihm politische und militärische Macht verboten – er kann nur sprechen. Das ist die Funktion von Neturei Karta: die Stimme zu erheben. Wir verabschieden uns herzlich voneinander und er schenkt mir die Kekse.


    Screenshot_2026_01_07_at_15_55_42_Wer_sind_heute_die_verfolgten_Juden_von_wem_und_warum_Gespr_ch_mit_Rabbi_Weiss_Vertreter_von_Neturei_Karta


    Übersetzung aus dem Italienischen von Annette Seimer vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam. Wir suchen Freiwillige!


    Info: https://www.pressenza.net/?l=de&track=2026/01/wer-sind-heute-die-verfolgten-juden-von-wem-und-warum-gespraech-mit-rabbi-weiss-vertreter-von-neturei-karta/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    07.01.2026

    Die Partei der neuen Ordnung   Führende AfD-Außenpolitiker billigen die US-Gewaltpolitik gegenüber Venezuela, erweitern damit ihre Gemeinsamkeiten bzw. Koalitionsfähigkeit mit CDU/CSU und profilieren sich als Partei, die Deutschland „auf eine neue Ordnung ausrichtet“.

    german-foreign-policy.com, 7. Januar 2026

    BERLIN/WASHINGTON (Eigener Bericht) – Führende Außenpolitiker der AfD billigen die US-Gewaltpolitik gegenüber Venezuela, stimmen darin mit führenden CDU-Politikern bis hin zu Bundeskanzler Friedrich Merz überein und weiten die Gemeinsamkeiten im Hinblick auf eine mögliche künftige Koalitionsbildung aus. Zuvor hatten sie mit diversen Besuchen bei Repräsentanten der Trump-Administration sowie der MAGA-Bewegung den klaren Willen zu transatlantischer Kooperation gezeigt, der für eine Regierungsbeteiligung in Deutschland als unverzichtbar gilt. Schon im Herbst hatten Abgeordnete von CDU, CSU und AfD gemeinsam mit konservativen und ultrarechten Abgeordneten aus anderen Ländern im Europaparlament den „cordon sanitaire“ („Brandmauer“) zu Fall gebracht – ein gravierender Präzedenzfall. Die Einbindung ultrarechter Parteien in Regierungskoalitionen in Europa wird von der Trump-Administration in ihrer neuen Nationalen Sicherheitsstrategie explizit unterstützt. Dabei kann sich die AfD mit ihrer Akzeptanz für die US-Gewaltpolitik gegen Venezuela als eine Partei profilieren, die laut einem Experten der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) Deutschland und Europa „auf eine neue Ordnung ausrichtet“.


    Zitat: Im Weißen Haus

    Seit dem Herbst vergangenen Jahres hat sich der Austausch zwischen der AfD und Teilen der Republican Party bzw. der MAGA-Bewegung spürbar intensiviert. Im September wurde die stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Beatrix von Storch, zu Gesprächen im Weißen Haus empfangen. Dort traf sie laut eigenen Angaben unter anderem mit Mitarbeitern von Vizepräsident JD Vance zusammen.[1] Ende September brachen die AfD-Bundestagsabgeordneten Markus Frohmaier, außenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, und Jan Wenzel Schmidt, Mitglied im Fraktionsarbeitskreis für auswärtige Angelegenheiten, nach Washington auf, wo sie unter anderem mit Darren Beattie Gespräche führten, einem einflussreichen Mitarbeiter des Außenministeriums. Umgekehrt hielt sich Ende Oktober einer der Social-Media-Wahlkampfstrategen von US-Präsident Donald Trump, Alex Bruesewitz, in Berlin auf, um der AfD-Bundestagsfraktion erprobte PR-Techniken für den Onlinewahlkampf zu vermitteln. Bruesewitz erklärte damals unter dem Beifall von AfD-Abgeordneten, man stehe gemeinsam im „spirituellen Krieg“ gegen „Marxisten“ und „Globalisten“.[2]


    Vom Young Republican Club geehrt

    Mitte Dezember reisten dann rund 20 AfD-Politiker erneut in die Vereinigten Staaten – nach New York, wo sie an der jährlich abgehaltenen Galaveranstaltung des New York Young Republican Club teilnahmen. Die Organisation, der Mitglieder der Republican Party im Alter von 18 bis 40 Jahren angehören, wird zum rechten Flügel der Partei gezählt und besitzt gute Beziehungen auch in führende Kreise der MAGA-Bewegung. Anlass der Teilnahme der AfD-Politiker war die Verleihung des Allen-Welsh-Dulles-Preises an Frohnmaier. Der Preis, nach dem CIA-Chef der Jahre 1953 bis 1961 benannt, wird an Personen vergeben, die nach Ansicht der New York Young Republicans Dulles‘ „aggressiven Anti-Marx-Spirit“ besonders gut verkörpern. Zur Verleihung an Frohnmaier hieß es, dieser habe die Ehrung durch „mutige Arbeit im besonders repressiven und feindseligen politischen Klima Deutschlands“ hoch verdient.[3] Kurz zuvor hatte Frohnmaier Sarah Rogers, getroffen, eine Unterstaatssekretärin aus dem US-Außenministerium, die in einem Anfang Dezember veröffentlichten Video Fälle angeblicher politischer Zensur in Europa beklagt hatte. Es ging um Maßnahmen gegen die extreme Rechte.


    „Zivilisatorische Auslöschung“

    Frohnmaier teilte anschließend mit, er habe sich mit Rogers insbesondere über die neue Nationale Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten ausgetauscht. Diese ist von der Trump-Administration Anfang Dezember publiziert worden. Sie legt nicht nur einen Schwerpunkt auf die Unterwerfung Lateinamerikas und der Karibik unter die komplette Dominanz der USA.[4] Sie lobt daneben auch den „wachsenden Einfluss patriotischer Parteien in Europa“ – gemeint sind Parteien wie etwa die AfD sowie weitere, die dem Zusammenschluss Patriots for Europe (PfE) angehören –, und sie kündigt an, deren „Widerstand“ gegen den „gegenwärtigen Kurs“ der bislang in Europa dominierenden Kräfte, beispielsweise gegen die Aufnahme von Flüchtlingen, zu „kultivieren“. Die Aufnahme von Flüchtlingen werde in die „zivilisatorische Auslöschung“ führen, heißt es in dem Papier (german-foreign-policy.com berichtete [5]). Auf der Basis solcher Gemeinsamkeiten zwischen der AfD und der MAGA-Bewegung soll die Zusammenarbeit weiter intensiviert werden. Frohnmaier teilte mit, er habe Mitarbeiter des US-Außenministeriums sowie Kongressabgeordnete zu einer Veranstaltung nach Deutschland eingeladen, die in zeitlicher Nähe zur Münchner Sicherheitskonferenz stattfinden soll.[6]


    Das Handeln von Großmächten

    Die intensive Annäherung an die MAGA-Bewegung bzw. die Trump-Administration ist für die AfD ein wichtiger Schritt, um Koalitionsfähigkeit zu erlangen: Sie demonstriert, ohne dass sie ihre inhaltlichen Positionen aufgeben müsste, den Willen zu transatlantischer Kooperation, der für ihre potenziellen Koalitionspartner CDU und CSU unverzichtbar ist; zugleich wird sie den Ruch der alleinigen außenpolitischen Fixierung auf Russland los. Der US-Überfall auf Venezuela gibt ihr nun erneut die Chance, Nähe zu den Unionsparteien zu demonstrieren. Frohnmaier hat sich, wie Bundeskanzler Friedrich Merz und Außenminister Johann Wadephul, in seinen Reaktionen jeder Kritik an der US-Gewaltpolitik enthalten; er hat behauptet, die venezolanische Bevölkerung weine Maduro keine Träne nach – und wer sich nun „gegen die USA“ wende, reagiere „hypermoralisch“.[7] „Großmächte tun, was Großmächte schon immer getan haben“, erklärt Frohnmaier; es gelte jetzt zu „lernen, damit besser umzugehen und darauf zu reagieren“.[8] Auch der AfD-Außenpolitiker Matthias Moosdorf bekräftigt, „entscheidend“ sei „das faktische Handeln von Großmächten“.[9] Der Experte Jacob Ross von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) wird dazu mit der Feststellung zitiert, mit ihrem Bezug auf reine Großmachtpolitik profiliere sich die AfD nun als diejenige Partei, „die das Land und den Kontinent auf eine neue Ordnung ausrichtet“.[10]


    Die Koalitionsgrundlage wächst

    Die mit der Mehrheit in den Unionsparteien geteilte Bereitschaft, auf jegliche Kritik an der Gewaltpolitik der Vereinigten Staaten zu verzichten, fügt den bisherigen Gemeinsamkeiten mit CDU und CSU eine weitere hinzu. Im November hatten die konservativen und die Rechtsaußenparteien im Europaparlament, darunter CDU/CSU und AfD, gemeinsam für eine massive Aufweichung der Lieferkettenrichtlinie gestimmt, die mit den Sozialdemokraten und den Grünen nicht durchsetzbar war; damit hatten sie erstmals den „cordon sanitaire“ („Brandmauer“) bei einer politisch bedeutenden Entscheidung gebrochen. Gleichzeitig hatten sich mittelständische Kreise der deutschen Wirtschaft öffentlich zum Austausch mit der AfD bereit gezeigt (german-foreign-policy.com berichtete [11]). Bereits vor der Bundestagswahl hatte der heutige Bundeskanzler Merz einen Antrag zur Flüchtlingsabwehr mit einer Mehrheit durch den Bundestag gebracht, die sich lediglich der Zustimmung durch die AfD verdankte. Die Grundlage für eine mögliche Koalitionsbildung, die er damit schuf, erweitert sich seitdem kontinuierlich.

     

    [1] S. dazu „Kein Platz für Brandmauern“.

    [2] James Angelos, Sascha Roslyakov: Trump adviser to Germany’s far-right AfD: “We are in this together”. politico.eu 06.11.2025.

    [3] Kilian Pfeffer: Die AfD sucht Anschluss in den USA. tagesschau.de 13.12.2025.

    [4] S. dazu Die Unterwerfung Lateinamerikas.

    [5] National Security Strategy of the United States of America. November 2025. S. dazu Der neue Transatlantikpakt.

    [6] Hussein Waaile, Sarah Marsh: German far-right lawmaker calls for US-German nationalist alliance at MAGA gala. reuters.com 14.12.2025.

    [7] The Pioneer: Das Briefing. 05.01.2026.

    [8] „Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass es eine regelbasierte Ordnung nie richtig gab“. welt.de 05.01.2026.

    [9], [10] The Pioneer: Das Briefing. 05.01.2026.

    [11] S. dazu „Kein Platz für Brandmauern“ (II).


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10251


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


    unser weiterer Kommentar: Opportunisten mit Feingespür haben ihren Mantel längst in die neue Windrichtung gehängt.

    06.01.2026

    Experten: KI-basierte Dienste erhöhen Gefährlichkeit von Cyberkriminalität

    freedert.online, 6 Jan. 2026 21:37 Uhr

    Wird es bald noch riskanter, sich in der Online-Welt zu bewegen? Experten sagen voraus: Im neuen Jahr werden Kriminelle immer häufiger KI-basierte Dienste nutzen. Dadurch könnten ihre Aktionen um ein Vielfaches gefährlicher werden.


    Experten: KI-basierte Dienste erhöhen Gefährlichkeit von CyberkriminalitätQuelle: Sputnik © RIA Nowosti / 

    Wladimir Trefilow


    Symbolbild


    In diesem Jahr dürfte der Einsatz spezialisierter KI-Dienste durch Cyberkriminelle massiv zunehmen, vermuten die russischen IT-Experten einstimmig. Dadurch werden Angriffe an Umfang, Komplexität und Zielgenauigkeit gewinnen. Die Hauptbedrohungen – gezielte Werbung, Ausnutzung von Schwachstellen und Angriffe auf Lieferketten – werden jedoch auch im Jahr 2026 bestehen bleiben.

    Aleksej Korobtschenko, der Leiter der Abteilung für Informationssicherheit des Unternehmens "Code Security", erklärt beispielsweise in einem Gespräch mit der Zeitung Iswestija:

    "Künstliche Intelligenz wird in diesem Jahr eindeutig zur Erstellung von Phishing-Texten, tiefgreifenden Fälschungen, zur Automatisierung der Aufklärung und zur Anpassung von bösartigem Programmcode eingesetzt werden."

    Künstliche Intelligenz: Angst vor einer Blase am Aktienmarkt wächst




    Analyse

    Künstliche Intelligenz: Angst vor einer Blase am Aktienmarkt wächst






    Dmitri Galow, der Leiter von Kaspersky GReAT in Russland, geht davon aus, dass Cyberangriffe auf Durchschnittsnutzer mithilfe von KI immer präziser, komplexer und vielschichtiger werden. Neue Schemata und Bedrohungen durch Cyberkriminelle werden im neuen Jahr durch den aktiven Einsatz künstlicher Intelligenz in Verbindung mit Social Engineering entstehen, prognostiziert auch Jewgeni Pankow, Datenanalyst des Koordinationszentrums für .RU/.РФ-Domains. KI wird die Erstellung und Verbreitung von schädlichen Inhalten, Audio- und Video-Fakes, betrügerischen Chatbots und gefälschten Dokumenten sogar geschickt automatisieren. Pankow betont:

    "Social Engineering wird dazu genutzt werden, die Wachsamkeit der Nutzer durch realistische und psychologisch ausgefeilte Vorgehensweisen zu schwächen. Die Symbiose aus Technologie und Manipulation wird Angriffe nicht nur umfangreicher, sondern auch präziser machen. Dadurch wird der Schaden für Unternehmen und Privatpersonen zunehmen."

    Aus diesem Grund werden wir in naher Zukunft höchstwahrscheinlich den Niedergang der auf Gesichtserkennung basierenden Authentifizierungstechnologien erleben, meinen Branchenexperten, da sich die Deepfake-Technologien weiter verbessern werden, sodass Unternehmen sich gezwungen sehen, in diesem Bereich etwas prinzipiell Neues zu entwickeln.

    Mehr zum Thema - Ersatz für Menschen? In Russland gibt es erste Gerichtsverfahren gegen Entlassungen wegen KI


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    Audio https://mcdn.podbean.com/mf/download/p7shkczkih6kr7di/Europol-Studie_Polizei_mit_Drohnen_Robotern_und_KI9kbro.mp3 Dauer  Min. 


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

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    06.01.2026

    Staatsstreich in Venezuela lässt Goldpreis sprunghaft ansteigen

    freedert.online, 6 Jan. 2026 20:38 Uhr

    Gold und andere Edelmetalle steigen angesichts der Ereignisse in Venezuela im Wert, berichten die Medien. Und das deutet darauf hin, dass Investoren Schutz vor ernsten geopolitischen Risiken suchen.


    Staatsstreich in Venezuela lässt Goldpreis sprunghaft ansteigenQuelle: Sputnik © RIA Nowosti / 

    Ilja Najmuschin


    Symbolbild


    Gold und andere Edelmetalle verteuerten sich am Montag im Zuge der Geschehnisse in Venezuela, die den Bedarf an sogenannten "sicheren Häfen" bei den Anlegern erhöht haben. Das berichtet die Agentur Interfax unter Berufung auf verschiedene internationale Medien und Experten. So stieg der Spotpreis für Gold im Laufe der jüngsten Handelsaktivitäten um 2,1 Prozent auf 4422 Dollar pro Unze. Gold mit Lieferung im Februar an der Rohstoffbörse Comex verteuerte sich um 2,4 Prozent auf 4433,3 Dollar pro Unze, so die Agentur. Wie auch die britische BBC berichtet, sind die Preise für Gold und Silber auf ein Rekordhoch gestiegen, da Investoren Schutz vor der Instabilität der Weltwirtschaft suchen. Tim Waterer, Analyst bei KCM Trade, kommentiert den beispiellosen Anstieg der Goldpreise nach der Festnahme von Nicolás Maduro durch die USA und den Versuchen, die Kontrolle über Venezuela zu erlangen, wie folgt:

    "Die Ereignisse in Venezuela haben die Nachfrage nach sicheren Anlagen angekurbelt, da Investoren sich vor geopolitischen Risiken schützen wollen. Gold und Silber gehörten dabei zu den größten Gewinnern."

    Systemcrash: "Platzt die Goldblase, platzen alle Blasen"





    Meinung

    Systemcrash: "Platzt die Goldblase, platzen alle Blasen"






    Auch Silber zeigt eine starke Dynamik: Am Spotmarkt stieg sein Preis am Montag um 3,8 Prozent auf 75,33 Dollar pro Unze. Im vergangenen Jahr hat sich der Wert von Silber um das 2,5-Fache erhöht und erreichte am 29. Dezember einen Rekordwert von 83,62 Dollar pro Unze.

    Platin und Palladium sind ebenfalls deutlich teurer geworden: Der Spotpreis für Platin stieg um 3,7 Prozent auf 2220,3 Dollar pro Unze, der für Palladium um zwei Prozent auf 1671,7 Dollar pro Unze.

    In einem Bericht des World Gold Council (WGC) heißt es, dass die weltweiten Goldpreise im Jahr 2025 einen der stärksten Anstiege der letzten Jahrzehnte erlebt haben: Bis zum 28. November 2025 legte das Edelmetall um 60,6 Prozent zu und erreichte in weniger als einem Jahr mehr als 50 historische Rekordhöhen.

    Die Analysten des WGC erklären diesen Anstieg damit, dass gleich mehrere Faktoren zusammengekommen seien: geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheit, ein schwächerer US-Dollar und ein positiver Preistrend. So haben Investoren und Zentralbanken den Goldanteil in ihren Portfolios erhöht – als Mittel zur Diversifizierung und als "sicherer Hafen" in turbulenten Zeiten. Dabei gehen Experten bei der Diskussion über die möglichen Goldpreise im neuen Jahr von einem weiteren Anstieg aus – und davon, dass Gold seinen Status als einer der wichtigsten Schutzwerte behalten wird.

    Mehr zum Thema – Gold knackt erstmals die Marke von 4.400 US-Dollar


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    06.01.2026

    Solidarität mit Grönland - Gemeinsame Erklärung von sieben europäischen Ländern

    freedert.online, 6 Jan. 2026 16:14 Uhr

    US-Präsident Trump erklärte jüngst, dass sein Land das grönländische Staatsgebiet "zur Verteidigung" der USA brauche. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen empfand diese Äußerung als Drohung. Nun erklärten führende Köpfe der "Koalition der Willigen" ihre Solidarität mit Grönland.


    Quelle: Gettyimages.ru © picture alliance / Kontributor


    Grönland erfährt politische Solidarität seitens der "Koalition der Willigen" (Archivbild)


    Sieben EU-Mitgliedsländer haben eine gemeinsame Erklärung zu Grönland veröffentlicht, laut der die "Sicherheit in der Arktis von entscheidender Bedeutung" ist. Dies erfolgte als Reaktion auf die erneute Aussage von US-Präsident Donald Trump, der seinerseits regelmäßig den sicherheitspolitischen Aspekt des grönländischen Territoriums allein für die USA deklariert. Laut der EU-Erklärung soll zukünftig die Sicherheit in der Arktis "gemeinsam mit den NATO-Verbündeten, einschließlich der Vereinigten Staaten" geregelt und gewährleistet werden. 

    Die dänische Regierungsspitze hat Präsident Donald Trump dazu aufgefordert, seine Drohung, Grönland komplett zu übernehmen, zurückzunehmen, nachdem dieser erneut erklärt hatte, die USA bräuchten "dieses Gebiet unbedingt". Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen erklärte dazu am vergangenen Sonntag:


    Trump will Grönland annektieren – zum Schutz vor "russisch-chinesischer Bedrohung"





    Trump will Grönland annektieren – zum Schutz vor "russisch-chinesischer Bedrohung"






    "Es macht absolut keinen Sinn, davon zu sprechen, dass die USA Grönland übernehmen müssen. Die USA haben kein Recht, eines der drei Länder des dänischen Königreichs zu annektieren."

    Am 6. Januar veröffentlichten daher sieben EU-Mitgliedsländer eine gemeinsame Erklärung, die den EU-Blick auf die Causa Grönland klären soll. Im Wortlaut:

    "Die Sicherheit in der Arktis bleibt eine wichtige Priorität für Europa und ist für die internationale und transatlantische Sicherheit von entscheidender Bedeutung.

    Die NATO hat deutlich gemacht, dass die Arktisregion eine Priorität ist, und die europäischen Bündnispartner verstärken ihre Anstrengungen. Wir und viele andere Bündnispartner haben unsere Präsenz, unsere Aktivitäten und unsere Investitionen verstärkt, um die Sicherheit in der Arktis zu gewährleisten und Gegner abzuschrecken. Das Königreich Dänemark – einschließlich Grönlands – ist Teil der NATO.

    Die Sicherheit in der Arktis muss daher gemeinsam mit den NATO-Verbündeten, einschließlich der Vereinigten Staaten, durch die Wahrung der Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen, darunter Souveränität, territoriale Integrität und Unverletzlichkeit der Grenzen, gewährleistet werden. Dies sind universelle Grundsätze, und wir werden nicht aufhören, sie zu verteidigen."


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    Zu den Unterzeichnern gehören der französische Präsident Macron, der deutsche Bundeskanzler Merz, die italienische Ministerpräsidentin Meloni, der polnische Ministerpräsident Tusk, der spanische Ministerpräsident Sánchez, der britische Premierminister Starmer sowie die dänische Ministerpräsidentin Frederiksen.


    Grönland wird zu einem vorrangigen Ziel für die USA





    Analyse

    Grönland wird zu einem vorrangigen Ziel für die USA






    Die Sicherheit in der Arktis bleibt laut der Mitteilung "eine wichtige Priorität für Europa" und sei für die "internationale und transatlantische Sicherheit" von entscheidender Bedeutung. Auf diesen Punkt angesprochen erklärte Trump in der Vorwoche in einem Interview:

    "Wir brauchen Grönland aus Sicht der nationalen Sicherheit, und Dänemark wird dazu nicht in der Lage sein."

    Die Ministerpräsidenten von Dänemark und Grönland, Mette Frederiksen und Jens-Frederik Nielsen, erklärten im Dezember des Vorjahres in einer gemeinsamen Erklärung zu den Andeutungen Washingtons:

    "Wir haben es bereits zuvor sehr deutlich gesagt. Jetzt sagen wir es erneut. Nationale Grenzen und die Souveränität von Staaten sind im Völkerrecht verankert … Man kann andere Länder nicht annektieren."

    Geografisch liegt Grönland zwischen der Nordwestpassage und der Transpolaren Route, die als kürzeste Verbindung zwischen Atlantik und Pazifik quer durch den Ozean über den Nordpol führt. Als autonomer Bestandteil des Königreichs Dänemark hat Grönland eine eigene Regierung und ein eigenes Parlament und ist dabei in den meisten Bereichen politisch von Dänemark unabhängig.

    Laut einer Erhebung im Januar des Vorjahres erklärten rund 85 Prozent der Grönländer, sie möchten nicht, dass ihr Land Teil der USA wird.

    Mehr zum Thema – Das Zeitalter der imperialen Barbarei


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    06.01.2026

    Venezuelas Gold verschwindet: Maduro flog 127 Tonnen in die Schweiz, Spur verliert sich in Genf

    freedert.online, 6 Jan. 2026 20:00 Uhr

    Venezuela brachte 127 Tonnen Gold im Wert von 4,7 Mrd. Franken in die Schweiz, um es für Kredite zu sichern. Ein Großteil verschwand anschließend in Privatbanken und bleibt unauffindbar.


    Quelle: Legion-media.ru © Ste

    fan Rotter


    Auf mehrere Hundert Konten bei Schweizer Banken flossen fragwürdige Gelder aus Venezuela – insgesamt rund 9 Milliarden.


    Zwischen 2012 und 2016 transportierte Venezuela unter Präsident Nicolás Maduro 127 Tonnen Gold im Wert von rund 4,7 Milliarden Franken in die Schweiz. Ziel war, die Goldreserven des Landes in Schweizer Raffinerien umschmelzen und zertifizieren zu lassen, um drohenden Zahlungsausfällen entgegenzuwirken.

    Obschon diese Maßnahme getroffen wurde, trat im Jahr 2017 der Staatsbankrott ein: Venezuela war außerstande, seine auf schätzungsweise 170 Milliarden Dollar bezifferten Auslandsschulden zu bedienen, was dem Doppelten der jährlichen Wirtschaftsleistung des Landes entspricht.


    Botswana: Gesundheitsnotstand und Diamanten-Deal mit Genfer Skandal-Bank





    Botswana: Gesundheitsnotstand und Diamanten-Deal mit Genfer Skandal-Bank






    Nach der Verarbeitung in der Schweiz wurde ein Großteil des Goldes in Offshore-Strukturen weitergeleitet. Später verschwanden beträchtliche Mengen in Schweizer Privatbanken, was zu Spekulationen und Untersuchungen führte.

    Die Schweiz fungierte als internationale Drehscheibe für Gold, da sie über mehrere Raffinerien verfügt, die Edelmetalle in standardisierte Barren umschmelzen.

    Die Verlagerung der Goldreserven spiegelte die wirtschaftliche Not Venezuelas wider: Nach dem Einbruch des Ölpreises 2014 sank das Bruttoinlandprodukt um rund 80 Prozent, und neue Kredite waren nur noch gegen Sicherheiten erhältlich. Parallel florierte ein Schwarzmarkt für Fremdwährungen, der von der politischen Elite und privilegierten Akteuren genutzt wurde, um Milliarden aus Öleinnahmen abzuschöpfen.

    Schweizer Banken profitierten indirekt von diesen Transfers, obwohl Untersuchungen später zu Verfahren und scharfen Rügen wegen mangelhafter Sorgfaltspflichten führten.


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    Zahnlose Bankenaufsicht: Trotz diverser Geldwäscherei-Rügen – diese Bank machte einfach weiter - Der BundPrintscreen Der Bund


    Einige prominente Geldwäscheschemata involvierten den venezolanischen Medienunternehmer Raul Gorrin und ehemalige Finanzminister wie Alejandro Andrade. Über Konten bei Schweizer Instituten, darunter die Genfer CBH Bank, wurden Milliardenbeträge verschoben.

    Abseits der Goldgeschäfte ist der Handel zwischen der Schweiz und Venezuela heute marginal: 2024 exportierte die Schweiz Waren im Wert von knapp 36 Millionen Franken nach Venezuela und importierte Güter im Wert von 2,4 Millionen Franken.

    Als Vorsichtsmaßnahme sperrte der Schweizer Bundesrat sämtliche Vermögenswerte von Maduro und seinem Umfeld, um die Abflusskontrolle sicherzustellen und mögliche Rechtshilfeverfahren zu ermöglichen.

    Der Versuch, den Staatsbankrott durch Goldtransfers zu verhindern, ist gescheitert. Venezuela bleibt wirtschaftlich bankrott und weitgehend von internationalen Märkten abgeschnitten.

    Mehr zum Thema – Lervoss International Ltd. – oder das gestohlene Geld der ukrainischen Eisenbahn in der Schweiz


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    Video https://freedert.online/schweiz/266646-venezuelas-gold-verschwindet-maduro-flog/ Dauer 3:12 Uhr


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    Info: https://freedert.online/schweiz/266646-venezuelas-gold-verschwindet-maduro-flog/


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    06.01.2026

    Durchgesickertes Memo: BBC zensiert die Bezeichnung "Entführung" Maduros durch die USA

    freedert.online, 6 Jan. 2026 19:28 Uhr

    Wie aus einem durchgesickerten Memo hervorgeht, hat die BBC ihre Mitarbeiter angewiesen, die Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA nicht als solche zu bezeichnen. Die Richtlinie wirkt wie "orwellscher Stoff", so der britische Journalist Owen Jones.


    © Urheberrechtlich geschützt


    Die BBC hat ihre Mitarbeiter angewiesen, die Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA nicht als solche zu bezeichnen, sondern weniger belastete Alternativen wie "Festnahme" zu verwenden. Dies geht aus einem durchgesickerten internen Memo hervor, das der britische Journalist und Guardian-Kolumnist Owen Jones online veröffentlicht hat.

    Maduro war am Wochenende bei einem US-Militärangriff auf Caracas festgenommen und nach New York geflogen worden, um sich dort wegen Drogenhandels und Waffenbesitzes zu verantworten. Maduro bestritt dies bei seiner ersten Vorführung vor Gericht allerdings und beharrte darauf, dass er "entführt" worden sei.


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    Laut dem durchgesickerten Memo verbietet die BBC-Geschäftsführung nun jedoch "de facto ... Journalisten, zu sagen, dass die USA Maduro 'entführt' haben". Die Begriffe "festgenommen" und "gefangen genommen" seien jedoch akzeptabel.

    In seinem Beitrag bezeichnete Jones "beschlagnahmt" als "bestenfalls eine Beschönigung", brandmarkte die Politik des Senders als "orwellschen Stoff" und erinnerte daran, dass US-Präsident Donald Trump selbst eingeräumt habe, dass "entführt" "kein schlechter Begriff sei".


    Merz verzichtet auf Kritik an US-Intervention in Venezuela: "Rechtliche Einordnung zu komplex"




    Merz verzichtet auf Kritik an US-Intervention in Venezuela: "Rechtliche Einordnung zu komplex"






    Zuvor hatte der britische Premierminister Keir Starmer es abgelehnt, sich dazu zu äußern, ob der Angriff der USA auf Venezuela gegen das Völkerrecht verstößt, und betont, dass die Priorität Großbritanniens weiterhin ein "friedlicher Übergang zur Demokratie" sei.

    Das durchgesickerte Memo reiht sich in eine Reihe von Zensurrichtlinien und Verfehlungen ein, für die die BBC bereits häufig kritisiert wurde. Im November 2025 veröffentlichte der Sender eine offizielle Entschuldigung, nachdem eine Sendung eine Rede von Trump vom 6. Januar 2021 (vor genau fünf Jahren) bearbeitet hatte, als Trump-Anhänger den Kongress gestürmt hatten. Trump verklagte den Sender daraufhin auf zehn Milliarden US-Dollar.

    Die BBC sah sich auch wiederholt Kritik wegen ihrer Berichterstattung über Israel und den Gazastreifen ausgesetzt, wobei Kritiker ihr eine starke Pro-Israel-Voreingenommenheit vorwarfen und ihr vorhielten, das Leiden der Palästinenser herunterzuspielen.

    Mehr zum Thema – Venezuela: Vizepräsidentin Rodríguez fordert von den USA Maduros Freilassung


    Screenshot_2026_01_07_at_00_08_30_Durchgesickertes_Memo_BBC_zensiert_die_Bezeichnung_Entf_hrung_Maduros_durch_die_USA_RT_DE

    Video https://rumble.com/v73wdx6-us-angriff-auf-venezuela-vlkerrechtswidrig-britischer-premier-starmer-winde.html Dauer 1:15 Min.  (doppelt vorhanden)


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    06.01.2026

    Fico: Großmächte haben das Völkerrecht außer Kraft gesetzt

    freedert.online, 6 Jan. 2026 21:09 Uhr

    Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hat die USA für ihren Angriff auf Venezuela scharf kritisiert und die US-Invasion in dem lateinamerikanischen Land als "das neueste amerikanische Ölabenteuer" bezeichnet.


    Fico: Großmächte haben das Völkerrecht außer Kraft gesetzt© Urheberrechtlich geschützt


    Robert Fico (Archivbild)


    Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hat den Angriff der USA auf Venezuela scharf verurteilt und Washington vorgeworfen, ungestraft das Völkerrecht zu "untergraben", um an Ressourcen zu gelangen.

    US-Streitkräfte haben am Samstag Caracas überfallen und Präsident Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores in der Hauptstadt des ölreichen Landes entführt. Beide wurden in den USA wegen Drogenhandels angeklagt und plädierten am Montag vor einem New Yorker Gericht auf nicht schuldig. Venezuela hat den Überfall als "imperialistischen Angriff" verurteilt, der darauf abziele, die Ressourcen des südamerikanischen Landes zu plündern.


    Trump: "Wir werden Venezuela bis zum geordneten Machtwechsel regieren"



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    "Ich muss dieses jüngste amerikanische Öl-Abenteuer unmissverständlich verurteilen und ablehnen ... auch wenn meine klare und konsequente Haltung vorübergehend zu einer Verschlechterung der slowakisch-amerikanischen Beziehungen führen könnte", sagte Fico in einer Erklärung am Montag und warf Washington vor, das Gesetz zu missachten. "Die Großmächte tun heute buchstäblich, was sie wollen. Sie haben die Existenz des Völkerrechts und die Notwendigkeit, es einzuhalten, vollständig ausgelöscht."

    Fico bezeichnete Maduros Festnahme als "Entführung" und merkte an, dass selbst der UN-Sicherheitsrat (UNSC) machtlos zu sein schien, darauf zu reagieren.

    "Die UNO ist am Boden zerstört. Ohne Reformen und eine echte Stärkung ihrer Befugnisse ist der UNSC völlig zahnlos", sagte er. "Wir können nur fassungslos zusehen, wie amerikanische Eliteeinheiten den Präsidenten eines souveränen Landes entführen und die USA verkünden, dass sie über 30 Millionen Venezolaner herrschen werden."

    Die USA wurden bei einer Dringlichkeitssitzung des UNSC am Montag vielfach verurteilt, wobei viele Länder davor warnten, dass dieser Schritt einen gefährlichen Präzedenzfall schaffe. Zu den Kritikern gehörten Brasilien, China, Kolumbien, Kuba, Eritrea, Russland, Südafrika und Spanien. Einwände kamen auch von den US-Verbündeten Mexiko und Dänemark, die beide kürzlich vom US-Präsidenten bedroht wurden – Mexiko wegen angeblichen Drogenhandels und Dänemark wegen seiner Weigerung, sich von Grönland zu trennen, einem selbstverwalteten Gebiet, dessen Ressourcen und strategische Lage in der Arktis es für Trump begehrenswert machen.


    US-Angriff auf Venezuela völkerrechtswidrig? – britischer Premier Starmer windet sich



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    Dem Sicherheitsrat gelang es jedoch nicht, eine einheitliche Antwort zu finden. Dies ist unter anderem auf den Status Washingtons als ständiges Mitglied des UNSC mit Vetorecht zurückzuführen, das es ihm ermöglicht, jede Resolution, die den USA kritisch gegenübersteht, selbst bei breiter Opposition zu blockieren. US-Botschafter Mike Waltz behauptete, die Operation sei eine rechtmäßige "Strafverfolgungsmaßnahme" gegen einen "illegitimen Führer" und berief sich dabei auf die Selbstverteidigungsklausel in Artikel 51 der UN-Charta.

    Trump beharrt darauf, dass die USA nun "die Verantwortung" für Venezuela übernommen hätten, und beruft sich dabei auf die Monroe-Doktrin aus dem 19. Jahrhundert, die Lateinamerika als Einflussbereich Washingtons definiert. Nach dem Überfall am Samstag drohte er Kolumbien und Kuba mit möglichen militärischen Maßnahmen.

    Mehr zum Thema – Entführung Maduros beweist fehlendes Völkerrecht


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    06.01.2026

    Der US-Blitzkrieg gegen Venezuela: Niemand ist mehr sicher

    freedert.online, 6 Jan. 2026 18:27 Uhr, Von Tarik Cyril Amar

    Die militärische Intervention und die Entführung von Nicolás Maduro zeigen, wie selbstverständlich das Ungeheuerliche geworden ist.


    © Urheberrechtlich geschützt



    Nach fünf Monaten – in Wirklichkeit aber zweieinhalb Jahrzehnten – sich ständig verschärfender Vorbereitungen, die durch zunehmende diplomatische, wirtschaftliche und verdeckte Kriegsführung gekennzeichnet waren, wurde von den USA schließlich eine vollständige Invasion zur Herbeiführung eines Regimewechsels in Venezuela durchgeführt. Die letzte Phase dieser Offensive war kurz und konzentrierte sich auf die Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seiner Frau Cilia Flores aus der venezolanischen Hauptstadt Caracas. Aber diese Kampagne verlief keineswegs ohne Blutvergießen. Über den genauen Ablauf vor Ort ist zwar wenig bekannt, doch die eindeutig als kriminell zu bezeichnenden Angriffe Washingtons auf mutmaßliche Schmugglerboote auf See – die den Kern der propagandistischen Vorbereitungsmaßnahmen für diese Offensive bildeten – führten bereits zu über 100 Todesopfern, ganz zu schweigen von den oft übersehenen Opfern der Sanktionen.

    In den frühen Morgenstunden des 3. Januar führten die USA dann einen – wie sie es nannten – "großangelegten Angriff" gegen Venezuela durch, der sich nicht nur gegen Caracas, sondern gegen mehrere Orte im ganzen Land richtete. Aus welchem Grund auch immer: Der Widerstand gegen diese "düstere und tödliche" (so US-Präsident Donald Trump) Militäraktion scheint eher gering gewesen zu sein. Angesichts der lange andauernden und sehr offensichtlichen Militäraufrüstung sowie der psychologischen Kriegsführung, die diesen nächtlichen Angriffen vorausging, ist es schwer zu glauben, dass sie tatsächlich völlig überraschend erfolgten. Verrat, Subversion und geheime, üble Absprachen könnten dabei ebenfalls eine Rolle gespielt haben.


    Entführung Maduros beweist fehlendes Völkerrecht





    Analyse

    Entführung Maduros beweist fehlendes Völkerrecht






    Auch wenn diese Aspekte der US-Invasion in Venezuela wohl noch eine Weile – oder sogar für immer – geheim bleiben werden, lassen sich andere, wichtigere Aspekte eindeutig klar erkennen: Dieser Angriff ist absolut rechtswidrig und stellt einen massiven und offenen Verstoß gegen das in der Charta der Vereinten Nationen verankerte Verbot von Angriffskriegen dar. Selbst einige der loyalsten "atlantischen" Vasallen der USA in Europa sahen sich gezwungen, dies zuzugeben, wie es etwa kürzlich in einem Artikel in der deutschen Mainstream-Zeitung Die Zeit zu lesen war.

    Die von Washington vorgebrachten Ausreden sind – wie so oft – für jeden, der über ein Mindestmaß an Intelligenz verfügt, offensichtlich fadenscheinig. Venezuela und Maduro spielen keine nennenswerte Rolle – wenn überhaupt – für die endlosen Drogenprobleme der USA, weder in Bezug auf Kokain noch auf Fentanyl. Ob Maduros Wahl im Jahr 2024 fair erfolgte oder nicht, ist eine andere Frage. Ausschlaggebend ist letztlich, dass solche Fragen auf nationaler Ebene geregelt werden müssen und niemals eine militärische Intervention von außen rechtfertigen können. Was kommt als Nächstes? Deutschland? Denn die dortigen Mainstream-Parteien haben die Neue Linke (Bündnis Sahra Wagenknecht, BSW) auf äußerst fragwürdige Weise (um es höflich auszudrücken) aus dem Parlament verdrängt, was durchaus als "stiller" Staatsstreich gewertet werden könnte.

    Die kürzlich geäußerten bizarren Äußerungen über den Iran und Venezuela dienen ebenfalls als Vorwände. Indirekt weisen sie jedoch auf einige wahre Umstände hin. Maduro wurde deshalb bestraft, weil er es gewagt hatte, sich offen für die palästinensischen Opfer des von Israel und den USA derzeit gemeinsam begangenen Völkermords auszusprechen. Und israelische Politiker, die stets als absolute Aggressoren auftreten, nehmen Trumps Angriff auf Venezuela bereits zum Anlass, Iran mit ähnlicher Gewalt zu drohen. Gleichzeitig stellt Trump seinen Angriff bewusst in den Kontext der Ermordung des iranischen Generals Qassem Soleimani und des ebenso kriminellen Angriffs auf Iran im Rahmen der Operation "Midnight Hammer".

    Es ist keine schwere Aufgabe, die wahren Gründe für den US-Angriff auf Venezuela herauszufinden, teilweise weil dies von US-Beamten, einschließlich Trump selbst, unverblümt geäußert wurde. Venezuela verfügt über die größten Ölreserven weltweit und darüber hinaus über beträchtliche Vorkommen an Gold, Seltenen Erden und anderen Rohstoffen.

    Trump hatte behauptet, dass viele dieser Reichtümer irgendwie den USA und ihren Unternehmen gehörten (was für ihn ohnehin dasselbe ist), und versprochen, sie zurückzuerobern, was er nun auch tut. Nichts anderes als Gier ist die Haupttriebkraft für diesen schmutzigen Blitzkrieg gegen ein militärisch de facto hilfloses Opfer. Wie Trump selbst zugegeben hatte, geht es hier um "enorme Reichtümer".


    Venezuela und der US-Imperialismus





    Meinung

    Venezuela und der US-Imperialismus






    Aber Gier ist nicht der einzige Grund. Auch geopolitische Aspekte spielen eine Rolle. Zu nennen sind hier Washingtons jüngste Einmischung in die Wahlen in Argentinien und Honduras sowie der anhaltende Druck auf Brasilien (das Land ist derzeit etwas geschwächt, aber wer weiß, wie lange noch), Kolumbien (dem Trump ein ähnliches Schicksal wie Venezuela androht), Nicaragua und Kuba. Hinzu kommen die schamlose Begnadigung eines echten Drogendealer-Politikers aus Honduras sowie der Angriff auf Venezuela – all dies fällt unter die sogenannte "Donroe-Doktrin". Die Bedeutung dieser Doktrin ist im Grunde einfach: Es handelt sich um die "schlechte alte" Monroe-Doktrin – die bereits über 200 Jahre zurückreicht – jedoch in einer noch schlimmeren Form.

    Marco Rubio, ehemaliger Trump-Verleumder und nun unterwürfiger Berater und Vollstrecker (in seiner Doppelfunktion als Außenminister und Nationaler Sicherheitsberater – eine Kombination, die seit den finsteren Zeiten von Henry Kissinger, dem Kriegsverbrecher par excellence, nicht mehr vorkam), wies vor allem auf die gegen Kuba gerichtete US-Drohung hin. Die Außenpolitik der USA liegt also – neben Trump – in den Händen eines absolut gnadenlosen Mannes, der in der Karibik und in Lateinamerika insgesamt sein persönliches Interesse verfolgt und Ambitionen hat, Trumps Nachfolger als Präsident zu werden.

    Wie in der neuen US-Sicherheitsstrategie dargelegt, wird Washington seinen langjährigen südlichen Nachbarn und Opfern besondere Aufmerksamkeit widmen. "Trumps-Korollar", das absichtlich an das alte imperialistische "Korollar" von US-Präsident Theodore Roosevelt anknüpft, zielt darauf ab, die US-Dominanz mit allen Mitteln zu festigen und den "Hinterhof" des US-Imperiums durch die Einsetzung und Unterstützung von Marionetten und die Unterdrückung von Widerstand noch stärker zu sichern.

    Ferner wollen die USA auch ihre bisherige Politik fortsetzen, lateinamerikanischen Ländern ihre eigene Außenpolitik – ein weiteres wesentliches Element der Souveränität – zu entziehen. Sie bestrafen sie dafür, dass sie Beziehungen zu "Außenstehenden" aufbauen, vor allem zu China, aber auch zu Russland. Das war eine der vielen "Sünden" Venezuelas, und niemand in der Region dürfte diese harte Lektion, die Washington gerade erteilt hat, übersehen haben.


    Trump will Grönland annektieren – zum Schutz vor "russisch-chinesischer Bedrohung"





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    Für Trump ist ein Misserfolg undenkbar. Er erklärt, dass "die Vorherrschaft der USA in der westlichen Hemisphäre nie wieder infrage gestellt werden wird. Das wird nicht geschehen". Aber natürlich ist ein Scheitern für ihn genauso real wie für andere arrogante Sterbliche. Auf lange – oder auch nicht so lange – Sicht könnte seine aggressive hyperimperialistische Strategie durchaus scheitern. Sie könnte sogar zerstörerische Gegenreaktionen hervorrufen. Doch, wie so oft im Falle der USA, führt ihr Fiasko allerdings dazu, dass auch ihre Opfer in Trümmern liegen.

    Selbst der sonst so zuverlässige Befürworter des US-Imperialismus, Hal Brands, hat inzwischen davor gewarnt, dass Trumps Methoden ein Eigentor sein könnten, indem sie einen Präzedenzfall schaffen, beispielsweise dafür, wie China eines Tages mit Taiwan umgehen könnte. Dieser Vergleich ist jedoch zutiefst demagogisch und fehlerhaft: Peking beansprucht Taiwan aus berechtigten Gründen für sich, während Washington keinerlei Anspruch auf Venezuela oder die Festnahme von Maduro und seiner Frau hat, wie Brands in seiner Argumentation peinlicherweise zu verbergen versucht.

    Offen gesagt – auch wenn Brands dies aus seiner Position als Henry-Kissinger-Lehrstuhlprofessor nicht zu bemerken scheint – schaffen die USA seit Langem einen Präzedenzfall nach dem anderen, indem sie gegen alle Gesetze, alle Regeln und alle grundlegenden moralischen Normen verstoßen, wie etwa durch die Mitwirkung am Völkermord in Gaza zusammen mit Israel. Aber der Angriff auf Venezuela fügt der rechtslosen Politik der USA eine weitere Facette hinzu.

    Ironischerweise sind einige Möchtegern-Freunde Washingtons nicht in der Lage, die absolute Selbstsucht und Unmoral der US-Politik zu begreifen. Zwei solche grotesk verfehlte Persönlichkeiten sind Wladimir Selenskij aus der Ukraine und María Corina Machado aus Venezuela.


    "The Guardian" nennt potenzielle weitere Zielländer für US-Angriffe





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    Früher berichtete Selenskij über das "Aufspüren" russischer Agenten in Venezuela und versuchte, sich durch einen persönlichen Beitrag zur US-Belagerung dieses Landes einzuschmeicheln. Nun könnte er als ungehorsamer und zunehmend nutzloser "Klient" selbst zum Ziel eines Regimewechsels durch die USA werden. Machado, die mit aller Kraft versuchte, den USA zu demonstrieren, wie bereit sie ist, ihnen zu gehorchen und ihr Land und dessen Ressourcen zu verraten, wurde nun von Trump wie eine gebrauchte Fußmatte entsorgt. In seiner triumphalen Pressekonferenz erwähnte der US-Präsident sie nur beiläufig – als jemanden, der nicht dazu in der Lage ist, Venezuela zu regieren. Damit wird deutlich, welchen Preis Verrat und Schleimerei haben. Hör auf damit, Maria, du bist gerade gefeuert worden. Jolani schaffte es in die Endauswahl, du nicht.

    Ironischerweise erwies sich die skandalöse Verleihung des Friedensnobelpreises an Machado letztlich als nachteilig für sie. Trump ist ein neidischer Mensch, und es besteht kein Zweifel daran, dass er überzeugt war, der Preis hätte stattdessen ihm zugestanden. Und in gewisser Weise hat er sogar recht. Auch wenn er ihn überhaupt nicht verdient hat, kann man nicht behaupten, dass Machado ihn mehr verdient hätte. Der Friedensnobelpreis wurde schon lange als schlechter Scherz angesehen. Aber seine Instrumentalisierung als Teil einer Kampagne zur Vorbereitung einer Invasion ist dennoch besonders abscheulich. Es ist an der Zeit, diese schändliche Farce zu beenden.

    Im Allgemeinen war die Pressekonferenz des US-Präsidenten eine typische Trump-Darbietung, bei der er sich in gewohnter großspuriger Manier präsentierte. Er schrieb sich selbst die Verdienste für den "beeindruckenden" Angriff auf Venezuela zu und bezeichnete ihn als "eine der beeindruckendsten, effektivsten und mächtigsten Demonstrationen der militärischen Stärke und Kompetenz der USA" und als eine Leistung, die seit dem Zweiten Weltkrieg ihresgleichen sucht. Trump war zu sehr mit Prahlen beschäftigt, um zu bemerken, dass seine eigenen Enthüllungen über die Operation ein weniger heroisches Szenario implizierten: Es wurde "überwältigende" US-Gewalt angewendet, und kein einziger US-Soldat oder auch nur "ein Stück Militärausrüstung " ging verloren. Was auch immer dies war, es war kein großartiger – oder fairer – Kampf.

    Der US-Präsident bestätigte im Wesentlichen das, was wir bereits wissen: Die USA streben im Grunde den Zugang zu allen Ressourcen Venezuelas an, wobei Öl ganz oben auf ihrer Wunschliste steht. Washington meint, dass es das Land "verwalten" sollte, bis ein "Führungswechsel" herbeigeführt werden könne, was offensichtlich die Errichtung einer Marionettenregierung zur Folge hätte. Mit anderen Worten: Es handelt sich um eine offenkundige Anwendung des Grundsatzes vom Recht des Stärkeren, mit nur minimalen rhetorischen Ausschmückungen darüber, wie die einfachen Venezolaner davon profitieren und "auch versorgt" würden. Wenn das etwas bedrohlich klingt, liegt es daran, dass es tatsächlich so ist. Und all das würde begleitet von der US-Armada, die gerade das Land angegriffen hat und bereit ist, dies erneut zu tun, wenn Washington es für notwendig erachtet. Gangsterpolitik im Grundkurs.


    Serbien erklärt Ende des Völkerrechts nach US-Angriff auf Venezuela – und kündigt Aufrüstung an




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    In gewisser Weise offenbarte die Pressekonferenz des US-Präsidenten etwas Wichtiges über diesen Krieg. Nämlich, dass das absolut Unnormale mittlerweile seltsamerweise zur Normalität geworden ist. Was Washington gerade getan hat, ist ein Akt der Kriminalität, Gier und Arroganz. Aber es ist auch genau das, was zu erwarten war. Das Gleiche gilt für die lächerlich heuchlerischen Reaktionen seiner NATO-EU-Vasallen. Diese sind der Ansicht, dass "Beobachten" das Beste ist, was sie derzeit unternehmen können. Viel Glück dabei!

    In einer zwar nicht perfekten, aber dennoch einigermaßen normalen Welt würde endlich jeder verstehen, dass die USA derzeit der gefährlichste Schurkenstaat der Welt sind. Dies trifft sowohl in Bezug auf ihre Stärke als auch hinsichtlich ihrer moralischen Verwerflichkeit, Korruption und Brutalität zu. In einer normaleren Welt würden selbst die schlimmsten Gegner einen gemeinsamen Weg finden, um diesen geopolitischen "Godzilla auf Speed" einzudämmen und abzuschrecken. Aber derzeit ist eine solche Welt noch nicht in Sicht. Multipolarität allein reicht nicht aus.

    Übersetzt aus dem Englischen.

    Tarik Cyril Amar ist Historiker an der Koç-Universität in Istanbul. Er befasst sich mit Russland, der Ukraine und Osteuropa, der Geschichte des Zweiten Weltkriegs, dem kulturellen Kalten Krieg und der Erinnerungspolitik.

    Mehr zum Thema – Das Zeitalter der imperialen Barbarei


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    RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

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