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07.11.2024

Informationen zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien - sowie zur US-Wahl   (II von II)

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8. Le Monde Diplomatique: Netanjahus fataler Triumph



https://monde-diplomatique.de/artikel/!6036058


07.11.2024

Netanjahus fataler Triumph


In den vergangenen Monaten hat Israel die führenden Köpfe von Hamas

und Hisbollah getötet. Dennoch ist die Regierung Netanjahu zur

Fortsetzung der Kriege in Gaza und im Libanon entschlossen. Zudem

droht nach wie vor eine Eskalation im Konflikt mit Iran, in den auch

die USA hineingezogen werden könnten.


von Gilbert Achcar


(…)


Trotz des Widerstands aus Washington gab Netanjahu der israelischen

Armee (IDF) am 6. Mai 2024 den Befehl, eine Offensive auf die Stadt

Rafah und den Süden des Gazastreifens bis zur Grenze zu Ägypten zu

starten. Damit nahm er der Hamas-Führung den größten Anreiz für einen

Waffenstillstand.


In der Folge weigerte sich der Regierungschef, die IDF auch nur

zeitweise aus Rafah abzuziehen, was damals selbst die Armeeführung

forderte, ebenso Verteidigungsminister Joaw Galant, sein größter

Rivale innerhalb der Likud-Partei. Damit machte er jegliche Aussicht

auf ein Abkommen mit der Hamas zunichte und empörte zugleich die

Ägypter, denen damit die Kontrolle über den Grenzverkehr nach Gaza

entzogen war. (…)



Das wichtigste Thema für den israelischen Ministerpräsidenten ist Iran

– neben der Einverleibung weiterer palästinensischer Gebiete gemäß der

expansionistischen Pläne der zionistischen Rech­ten.1 Das Regime in

Teheran stellt aus Sicht Israels die größte existenzielle Bedrohung

dar, seit Ägypten Ende der 1970er Jahre seine konfrontative Politik

geändert hat. (…)


2011 brach in Syrien nach dem Volksaufstand ein Bürgerkrieg aus, und

auch der Jemen wurde ab 2014 durch einen Bürgerkrieg zerrissen. In

beiden Ländern nutzte Teheran die Gelegenheit, um seinen Einfluss im

Nahen Osten zu vergrößern. Vor diesem Hintergrund war es kein Wunder,

dass Netanjahu, ebenso wie die Saudis, über den Wahlsieg Trumps im

November 2016 hocherfreut waren.


Die erste Auslandsreise des neuen US-Präsidenten ging im Mai 2017 nach

Riad. Ein Jahr später, am 8. Mai 2018 verkündete Trump den offiziellen

Ausstieg der USA aus dem mühsam ausgehandelten Atomabkommen mit Iran.

Damit erfüllte er ein Wahlversprechen, ungeachtet der Proteste der

europäischen Unterzeichnerstaaten Deutschland, Frankreich und

Großbritannien, wie auch der EU.


Sein letztes Amtsjahr eröffnete Trump dann mit dem Befehl, General

Qasim Soleimani zu ermorden. Der Kommandeur der Quds-Brigade, dem im

Ausland operierenden Arm der iranischen Revolutionsgarde, ­wurde am 3.

Januar 2020 am Flughafen von Bagdad durch eine US-Drohne getötet.4 (…)


Der Überfall der Hamas vom 7. Oktober 2023 hat aufs Grausamste

klargemacht, dass Israel seine Abschreckungsfähigkeit eingebüßt hat.

Bereits der bedingungslose Rückzug aus dem Libanon 2000 war eine

militärische Niederlage – vergleichbar mit dem Rückzug der USA aus Vietnam.


Das nächste Fiasko folgte 2006, erneut bei der Bekämpfung der

Hisbollah, die seitdem erheblich an militärischer Schlagkraft gewonnen

hat. Abgesehen von gelegentlichen Luftangriffen auf syrisches

Territorium, musste Israel also in den letzten zwölf Jahren mehr oder

weniger ohnmächtig der Ausweitung des iranischen Militärnetzes in

seiner unmittelbarer Umgebung zu­sehen. (…)


Mit Sicherheit hegt Netanjahu den Traum, dem Iran einen Schlag zu

versetzen, der sein Nuklearprogramm um mehrere Jahre zurückwerfen

würde und ihm persönlich einen herausragenden Platz auf der

Heldenliste des Zionismus sichern würde.


Zudem steht er unter starkem Druck seitens seiner rechtsextremen

Koalitionspartner wie auch der „zentristischen“ Opposition. Beide

Gruppierungen forderten noch offener als Netanjahu einen Großangriff

gegen die Islamische Republik.


Dass der israelische Gegenschlag vom 26. Oktober relativ begrenzt

ausfiel und vor allem militärische Abwehranlagen ins Visier nahm,

dürfte auch daran liegen, dass eine Bombardierung der iranischen

Erdölanlagen einen Gegenschlag Teherans in der Golfregion provozieren

könnte. Das aber würde eine schwere Krise der Weltwirtschaft auslösen

und die Beziehungen zwischen Israel und den arabischen Erdölmonarchien vergiften.


Um die iranischen Atomanlagen anzugreifen, bräuchte Israel angesichts

der Größe des Landes und der Entfernung ohnehin mehr als eine nur

indirekte Unterstützung der USA – wie in Gaza oder im Libanon. An

einem solchen Schlag müsste sich das Pentagon direkt beteiligen.


Allerdings hat Biden bereits einen Schritt in diese Richtung gemacht,

als er im Oktober das Abwehrsystem Thaad lieferte, das feindliche

Raketen in großer Höhe abfangen kann. Zur Installation dieses Systems

müssen rund einhundert US-Soldaten nach Israel geschickt werden, die

dann womöglich durch einen iranischen Gegenschlag gefährdet wären.


Hier zeigt sich erneut ein flagranter Widerspruch im Handeln der

Biden-Regierung, die den israelischen Bündnispartner bewaffnet und

schützt, zugleich aber zu verstehen geben will, dass sie Druck auf

Netanjahu ausübt, um diesen von bestimmten Aktionen abzubringen.


Für einen effektiven Angriff auf die unterirdischen Atomanlagen Irans

bräuchte Israel mehr als jene Ein-Tonnen-Bomben, von denen Dutzende

abgeworfen wurden, um Nasrallah zu töten; und auch mehr als die zwei

Tonnen schweren bunkerbrechenden lasergelenkten Bomben GBU-28, die

Obama an Israel geliefert hatte.


Für einen solchen Angriff bräuchte Israel Bomben vom Typ GBU-57, von

denen jede zwischen 12 und 15 Tonnen wiegt und eine Durchschlagskraft

bis zu 60 Metern Tiefe hat. Die Israelis besitzen weder diese Bomben

noch die strategischen Bomber, um sie ins Ziel zu bringen.15 Mit dem

Angriff vom 26. Oktober hat sich Netanjahu deshalb zunächst dafür

entschieden, das iranische Verteidigungssystem weiter zu schwächen.


Die Luftschläge vom 26. Oktober waren zugleich ein weiterer Schritt in

Richtung einer direkten Beteiligung der USA, insofern die

Biden-Regierung kein Geheimnis daraus machte, dass sie über den Umfang

wie den Zeitpunkt der Aktion voll informiert war.


Die weitere Entwicklung wird vom Ausgang der Präsidentschaftswahlen am

5. November abhängen. Die Wahrscheinlichkeit einer vereinten

US-amerikanisch-israelischen Offensive würde, falls Trump die Wahl

gewinnt, zunehmen und bei einem Sieg von Harris eher geringer werden.

Es sei denn, die Regierung Netanjahu schafft es, Iran in eine Spirale

hineinzuziehen, die eine solche Offensive unausweichlich macht.


1 Siehe Akram Belkaïd, „Kommt der große Nahostkrieg?“, LMd, Mai 2024. <https://monde-diplomatique.de/artikel/!6036058#anker1>

4 Siehe Gilbert Achcar „USA und Iran – eine nützliche Feindschaft“, LMd, Februar 2020. <https://monde-diplomatique.de/artikel/!6036058#anker4>

15 Siehe „Can Israel destroy Iran’s nuclear facilities by itself?“, The Financial Times, London, 4. Oktober 2024. <https://monde-diplomatique.de/artikel/!6036058#anker15>


Gilbert Achcar ist Professor für Entwicklungsstudien und

Internationale Beziehungen an der School of Oriental and African

Studies (SOAS) in London. Er ist Autor von „Die Araber und der

Holocaust. Der arabisch-israelische Krieg der Geschichtsschreibungen“,

Hamburg (Edition Nautilus) 2012.


Le Monde diplomatique vom 07.11.2024, von Gilbert Achcar



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9. Blätter: Israels Eskalation und das Versagen der Verbündeten



https://www.blaetter.de/ausgabe/2024/november



November 2024


https://www.blaetter.de/ausgabe/2024/november/israels-eskalation-und-das-versagen-der-verbuendeten

Israels Eskalation und das Versagen der Verbündeten


Wie jetzt eine diplomatische Lösung möglich wäre


von  René Wildangel <https://www.blaetter.de/autoren/rene-wildangel>


(…)


Die Chance für eine diplomatische Offensive


Mit der Resolution 1701 wurde die seit 1978 präsente UNIFIL-Mission

verstärkt, welche die libanesische Armee und Regierung jetzt bei der

Ausdehnung ihrer Autorität unterstützen sollte. Auch Deutschland

beteiligte sich mit bis zu 300 Soldatinnen und Soldaten. Zuletzt

verlängert wurde das Mandat im August 2024, als die aktuelle

Eskalation so noch nicht absehbar war. Dabei lag das Hauptaugenmerk

von UNIFIL auf der Seegrenze und der dortigen Verhinderung von

Waffenschmuggel.


UNIFIL gilt als teilweise erfolgreiche, aber zahnlose Mission, denn

sie wurde unter einem begrenzten „Kapitel VI“-Mandat der Vereinten

Nationen beschlossen:


Die UNIFIL-Kräfte mussten den Verletzungen des Waffenstillstandes

durch beide Seiten – Attacken der Hisbollah sowie israelische

Überflüge und Angriffe – ebenso tatenlos zusehen wie dem Schmuggel

iranischer Waffen über die Landgrenzen. Und während die Hisbollah

weiter als „Staat im Staate“ agierte, wankte die libanesische Politik

von einer Krise zur nächsten. Das Projekt der Stärkung der

libanesischen Armee ist vorerst gescheitert.


Doch nach den jüngsten israelischen Attacken ist die Zukunft der

Hisbollah ungewisser denn je. Die Tötung nahezu der gesamten

Führungsriege und die Angriffe auf ihre militärische Infrastruktur

haben sie empfindlich getroffen. Auch wenn sich die Hisbollah wohl

ebenso wenig wie die Hamas ganz ausschalten lassen wird: I


hre massive Schwächung ist offensichtlich. Und dem Iran dürften

aktuell die Ressourcen fehlen, um die enormen Verluste auszugleichen.

Das birgt auch die Gefahr, dass sich die angeschlagene Miliz

radikalisieren und ihre Ressourcen darauf konzentrieren könnte,

Terroranschläge zu verüben und einen neuerlichen Guerillakrieg gegen

Israel zu führen. Andererseits signalisierte einer der wenigen

verbliebenen Führer, der stellvertretende Generalsekretär Naim Kassem,

man sei zu einem Waffenstillstand bereit.


Das Recht Israels, sich gegen Angriffe wie die brutalen Massaker des

7. Oktober oder auch den Dauerbeschuss aus dem Norden seitens der

Hisbollah zu verteidigen, ist international unbestritten. Es umfasst

aber keine völkerrechtswidrigen Aktionen wie die massenhafte Tötung

von Zivilisten oder die gezielte Zerstörung ziviler Infrastruktur.


Wegen der Kriegsverbrechen in Gaza hat bekanntlich der Chefankläger

des Internationalen Strafgerichtshofs Haftbefehle gegen Netanjahu und

seinen Verteidigungsminister beantragt; in Den Haag verhandelt der

Internationale Gerichtshof weiter über die Völkermord-Klage Südafrikas

gegen Israel. Dessen massives militärisches Vorgehen folgt zudem, wie

der jordanische Außenminister deutlich machte, keinem langfristigen Plan.


Zwar kann es die militärische Macht seiner Gegner schwächen, aber wie

hoch der Preis ist, zeigt sich in Gaza: Nahezu das gesamte Gebiet

liegt in Schutt und Asche, seine über zwei Millionen Bewohnerinnen und

Bewohner leben im Elend und ohne jegliche Perspektive. Und auch nach

einem Jahr ständiger Angriffe ist die zahlenmäßig deutlich kleinere

Hamas sogar noch in der Lage, Raketen auf Israel abzufeuern. Zugleich

steht auch das Westjordanland vor einer Gewalteskalation, insbesondere

die Angriffe und Landnahme durch Siedler treiben auch dort immer mehr

Menschen in den bewaffneten Kampf.


Trotzdem gingen die Bemühungen des US-Präsidenten Biden um einen

Waffenstillstand bisher kaum über Appelle an die israelische Regierung

hinaus; konterkariert wurden diese zudem durch die Lieferung von

Waffen im Wert von 18 Mrd. US-Dollar.


Im Wahlkampf ist die Sorge wohl zu groß, von Trump als Israelfeind

gebrandmarkt zu werden. Noch im Juli sprach Netanjahu im US-Kongress

und zeigte, dass er dort noch immer Unterstützung genießt. Auch die EU

konnte keinen Druck entfalten: Wiederholte eindringliche Warnungen

ihres Außenbeauftragten Josep Borrel verhallten aufgrund der

Uneinigkeit der Mitgliedstaaten wirkungslos.


Dennoch bestünde jetzt die Chance, der Region eine Perspektive auf

eine friedliche Zukunft zu eröffnen. Dazu müsste aber endlich eine

diplomatische Offensive erfolgen, die einen Waffenstillstand erzwingt:

im Libanon und in Gaza.


Nur massiver Druck wird Netanjahu von seinem Eskalationskurs

abbringen. Im Zentrum könnte ein UN-Beschluss stehen, der auf der

Resolution 1701 und der Gaza-Resolution 2728 vom März 2024 aufbaut:

Friedenstruppen könnten dann den Waffenstillstand an beiden Fronten

überwachen sowie Waffenschmuggel und Wiederaufrüstung unterbinden. Die

bereits vereinbarte, aber nie erfolgte Stärkung der libanesischen

Armee und ihre Stationierung im Süden müssen dann ebenso umgesetzt

werden, wie die Rückkehr der Palästinensischen Autonomiebehörde nach Gaza.


Klar ist, dass diese Vereinbarungen nur möglich sind, wenn auch

Abkommen mit der Hamas und der Hisbollah, über die bereits seit

Monaten auf Geheiß der USA mittels verschiedener arabischer Staaten

verhandelt wird, geschlossen werden. Ein Ende der israelischen Präsenz

vor Ort, die Stationierung einer Beobachtertruppe und eine Öffnung der

Grenzen für den Warenverkehr würden die humanitäre Krise entspannen,

die Geiseln könnten endlich nach Israel zurückkehren.


Das alles lehnt Israel nicht nur seit Monaten ab, sondern führt einen

regelrechten Krieg gegen die Vereinten Nationen; zuletzt hat es

UN-General-sekretär António Guterres zur „unerwünschten Person“ erklärt.


Daher bedarf es eines international einmütigen und auf der Ebene des

Sicherheitsrates abgestimmten Vorgehens, diesmal möglichst mit

robusten Mandaten, die von Israels engsten Verbündeten mitgetragen und

durchgesetzt werden. Wenn dann ein solcher Waffenstillstand mit einer

langfristigen Perspektive einer regionalen Entspannung verbunden

würde, wie sie der jordanische Außenminister aufgezeigt hat, könnte

dies auch in Israel dazu führen, dass es endlich wieder eine

Alternative zum vorherrschenden Rechtskurs gibt.


Themen:  Antisemitismus <https://www.blaetter.de/themen/antisemitismus>,  Krieg und Frieden <https://www.blaetter.de/themen/krieg-und-frieden>,  Naher und Mittlerer Osten <https://www.blaetter.de/themen/naher-und-mittlerer-osten-0>

Aus:  »Blätter« 11/2024 <https://www.blaetter.de/ausgabe/2024/november>, S. 55-60



10. FAZ: Vorschlag zur Bundestagsresolution gegen Antisemitismus



https://www.faz.net/einspruch/nachrichten/vorschlag-zur-bundestagsresolution-gegen-antisemitismus-110063906.html


Vorschlag zur Bundestagsresolution gegen Antisemitismus


Schutz jüdischen Lebens :  Ein Textvorschlag


Gastbeitrag


Von Ralf Michaels, Jerzy Montag, Armin Nassehi, Andreas Paulus,

Miriam Rürup, Paula-I. Villa Braslavsky


23.10.2024, 07:27


Was soll der Bundestag zum Schutz jüdischen Lebens beschließen?


Formulierungsvorschläge eines Kreises von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern,

gegliedert in sechzehn Punkte.


Bundestagsresolution zum Schutz jüdischen Lebens in Deutschland – Formulierungsvorschläge


(es folgen 16 konkrete Punkte - frei lesbar ohne Bezahlschranke)


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siehe auch:


Wichtiges Thema, falscher Weg



https://www.ipg-journal.de/rubriken/demokratie-und-gesellschaft/artikel/auf-dem-falschen-weg-7893/?utm_campaign=de_40_20241104&utm_medium=email&utm_source=newsletter


Demokratie und Gesellschaft 04.11.2024 |


Herta Däubler-Gmelin <https://www.ipg-journal.de/ipg/autorinnen-und-autoren/autor/herta-daeubler-gmelin/>

Wichtiges Thema, falscher Weg


Der Bundestag will einen Beschluss gegen Antisemitismus fassen

– doch die dringend nötige öffentliche Debatte bleibt aus.


(…)


Jetzt haben der Bundestag und die mit dem Beschluss befassten

Ministerien die Verpflichtung sicherzustellen, dass im Laufe der

weiteren Debatte und Umsetzung auch alternative Definitionen, wie die

Jerusalem Declaration, berücksichtigt werden. Das würde wenigstens

dazu beitragen, auch die Pluralität innerhalb der (jüdischen)

wissenschaftlichen Meinung anzuerkennen.


Es ist falsch, den – mangels Transparenz bisher öffentlich nicht

diskutierten – Antrag jetzt durch den Bundestag zu jagen. Wir brauchen

eine Weitung des gesellschaftlichen und politischen Diskurses – keine

Verengung. Der eingeschlagene Weg ist falsch. Der Bundestag sollte ihn

daher nicht weitergehen, sondern stattdessen die offene Debatte

eröffnen, etwa mit einer parlamentarischen Anhörung. (…)



Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin war von 1998 bis 2002 Bundesministerin

der Justiz und saß von 1972 bis 2009 für die SPD im Deutschen Bundestag.


——


und:


https://www.deutschlandfunk.de/antisemitismus-resolution-bundestag-israel-meinung-100.html


Kommentar


Die Antisemitismus-Resolution des Bundestags ist ein Irrweg


Die Antisemitismus-Resolution, auf die sich Ampelkoalition und Union verständigt haben,


ist für zahlreiche Israelis ein Hohn.


Politisch begründete Kritik am Handeln der israelischen Regierung soll als


antisemitisch gebrandmarkt werden.



Ein Kommentar von Stephan Detjen |


03.11.2024


(…)


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11. IPG: Am Ziel vorbei



https://www.ipg-journal.de/regionen/naher-osten/artikel/am-ziel-vorbei-1-7795/?utm_campaign=de_40_20240924&utm_medium=email&utm_source=newsletter


Naher Osten/Nordafrika 24.09.2024 |


Jessica Montell

Am Ziel vorbei


Jessica Montell ist seit 2017 Geschäftsführerin der israelischen

Menschenrechtsorganisation HaMoked.


Zuvor leitete sie B’Tselem, das israelische Informationszentrum für

Menschenrechte in den besetzten Gebieten.


Der Bundestag arbeitet an einer Resolution zur Bekämpfung von Antisemitismus.


Doch israelische Menschenrechtsorganisationen warnen vor dem Entwurf.


Seit dem Massaker, das die Hamas am 7. Oktober im vergangenen Jahr an

der israelischen Bevölkerung verübt hat, erleben wir eine massive

Zunahme antisemitischer Rhetorik und antisemitischer Vorfälle. Das ist

eine beunruhigende und gefährliche Entwicklung – weltweit und auch in

Deutschland.


Die deutsche Regierung hat eine moralische Verpflichtung, dieser

Entwicklung entgegenzuwirken. Deshalb ist es notwendig und

begrüßenswert, wenn die Bundesregierung und der Bundestag klar und

entschieden auf diese Entwicklung reagieren und eindeutig Stellung

beziehen.


Im Bundestag arbeiten die Partner der Ampelkoalition gemeinsam mit der

CDU/CSU-Fraktion seit Monaten an einer Resolution zur Bekämpfung des

Antisemitismus in Deutschland. Frühere Fassungen dieser Resolution

haben nicht nur bei Rechtswissenschaftlern und Kunstschaffenden,

sondern auch bei Menschenrechtsorganisationen wie der unsrigen heftige

Kritik hervorgerufen.


Ein veröffentlichter Entwurf dieser Entschließung löst bei mir und bei

anderen israelischen Menschenrechtsorganisationen Besorgnis aus, weil

er eine repressive Stoßrichtung hat und für Spaltung sorgt.


Das liegt vor allem daran, dass er Antisemitismus mit Kritik an Israel

verwechselt. Als jüdische Israelin, die sich aktiv in der israelischen

Zivilgesellschaft engagiert und sich berechtigt und in der Pflicht

sieht, die eigene Regierung zu kritisieren, weise ich diese

Gleichsetzung mit Nachdruck zurück.


Diese Verquickung von Antisemitismus und Israelkritik ist so weit

gefasst, dass sie sogar auf Juden und Israelis in Deutschland

zutrifft, die zum Beispiel die Behandlung der Palästinenser durch die

israelische Regierung kritisieren.


Jüdische Vertreter des öffentlichen Lebens in Deutschland sahen sich

veranlasst, in einem offenen Brief den Resolutionsentwurf zu

kritisieren, der paradoxerweise der Vielfalt des jüdischen Lebens in

Deutschland womöglich schadet, statt sie zu schützen.


Der Kern des Problems ist, dass die Resolution auf der umstrittenen

Antisemitismus-Arbeitsdefinition der Internationalen Allianz zum

Holocaustgedenken (International Holocaust Remembrance Alliance, IHRA)

aufbaut.


Sie macht diese Definition zum entscheidenden Maßstab für die

Regulierung und Zuweisung öffentlicher Mittel – mit weitreichenden

nachteiligen Folgen für Wissenschaft, Kunst und Zivilgesellschaft in

Deutschland, aber auch für die Arbeit und Zusammenarbeit zwischen

deutschen Organisationen und ihren ausländischen Partnern vor Ort.


Bundestag und Bundesregierung haben sich 2017 die IHRA-Definition zu

eigen gemacht. In der Folge wurde diese Definition Gegenstand heftiger

Kontroversen und wird in der Wissenschaft intensiv diskutiert.

Führende internationale Antisemitismusforscher (darunter viele

Israelis) haben Alternativdefinitionen erarbeitet – unter anderem die

Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus.


Daher stellt sich die Frage: Wieso ergreift der Bundestag in einem

wissenschaftlichen Streit Partei für eine Seite? Warum ist der Entwurf

nicht offen für Entwicklungen in der akademischen Diskussion und geht

auf andere Definitionen gar nicht ein?


Die Sorge über die Auswirkungen, die sich durch die Verwendung der

Antisemitismus-Definition der IHRA ergeben können, ist keineswegs

bloße Theorie.


Die Sorge über die Auswirkungen, die sich durch die Verwendung der

Antisemitismus-Definition der IHRA ergeben können, ist keineswegs

bloße Theorie. In den vergangenen Jahren haben wir erlebt, dass diese

Definition taktisch genutzt wird, um Zwang auszuüben. Die israelische

Regierung setzt sie als Waffe ein, um öffentlich artikulierten

Widerspruch gegen ihre rechtswidrige und schädliche Politik zum

Schweigen zu bringen.


Die Liste derer, die wegen ihrer Äußerungen zur Palästinenserpolitik

der israelischen Regierung oder ihres Verhaltens gegenüber dieser

Politik als Antisemiten abgestempelt wurden, ist sehr lang und umfasst

sogar den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH), dessen

Chefankläger Karim Khan und die Vereinten Nationen.


Kürzlich schmähte Israels Außenminister Israel Katz den

EU-Außenbeauftragten und spanischen Sozialisten Josep Borrell als

„Antisemiten und Israelhasser“ und warf ihm vor, er führe „eine

Hasskampagne gegen Israel, die Erinnerungen an die schlimmsten

Antisemiten der Geschichte weckt“.


Diverse Gruppen, die sich international schützend vor die israelische

Regierung stellen und Kritik an ihrer Menschenrechtsbilanz zum

Schweigen bringen wollen, nutzen die IHRA-Definition fortwährend und

in zynischer Weise. Mithilfe dieser Definition haben sie Mitglieder

des Irischen Parlaments als Antisemiten gebrandmarkt, weil sie einen

Boykott von Erzeugnissen aus den Siedlungsgebieten ins Spiel gebracht

hatten;


sie haben die Regierungen der Niederlande und Schwedens antisemitisch

genannt, weil sie palästinensische Menschenrechtsorganisationen

finanziell unterstützen; und sie haben dem Europäischen Gerichtshof

Antisemitismus vorgeworfen, nachdem er geurteilt hatte, dass Produkte

aus israelischen Siedlungsgebieten als solche gekennzeichnet werden

müssen.


In Israel nutzen rechte Parlamentarier die Definition der IHRA, um

etablierte Menschenrechtsgruppen und zivilgesellschaftliche

Organisationen zu delegitimieren und sie nach Möglichkeit von ihren

internationalen Finanzierungsquellen abzuschneiden.


Im März 2023 bezeichnete der Likud-Abgeordnete Ariel Kellner zum

Beispiel Breaking the Silence als „antisemitische Organisation“, die

„Soldatinnen und Soldaten der israelischen Streitkräfte verunglimpft

und als Nazis darstellt“. Und weiter: „Mal lässt sie die

Ritualmordlegende wiederaufleben, mal misst sie moralisch mit

zweierlei Maß.


Beides fällt unter die internationale Definition von Antisemitismus.“

Breaking the Silenceist eine gemeinnützige israelische Organisation,

die Übergriffe im Zusammenhang mit der israelischen Besetzung der

Palästinensergebiete aufdeckt und das Ziel hat, die Besatzung zu

beenden.


Alle Beschäftigten und Mitglieder der Organisation sind ehemalige

israelische Soldaten (und Juden). Wie lächerlich es ist, eine solche

Organisation als antisemitisch zu bezeichnen, liegt auf der Hand.

Allen sollte klar sein, dass hier ein israelisches Regierungsmitglied

auf zynische Weise versucht, die Organisation mit möglichst

niederträchtigen Anschuldigungen zu diskreditieren.


Allein die Tatsache, dass der Knesset-Abgeordnete Ariel Kellner sich

zur Untermauerung dieser Anschuldigungen auf die „internationale

Definition von Antisemitismus“ berufen kann, zeigt deutlich, wie

problematisch diese Definition ist.


Die Kernaufgabe von Menschenrechtsorganisationen in aller Welt wird

mitunter auf das Naming and Shaming verkürzt – also darauf,

Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren und öffentlich

anzuprangern, um Aufmerksamkeit zu erregen und die Verantwortlichen zu

zwingen, diese Rechtsverstöße abzustellen.


Diese Arbeit ist überall auf der Welt notwendig und wichtig. Im

israelisch-palästinensischen Kontext ist sie essenzieller als je zuvor

vor dem Hintergrund, dass seit elf Monaten in Gaza ein brutaler Krieg

geführt wird, dass in Israel eine ultranationalistische Regierung an

der Macht ist und Extremisten die Annexion des Westjordanlands und die

Zwangsenteignung der dort lebenden Palästinenser vorantreiben.


Damit sie ihre Arbeit machen können, müssen sich

Menschenrechtsorganisationen frei äußern können.


Damit sie ihre Arbeit machen können, müssen sich

Menschenrechts-Organisationen frei äußern können, zumal sie mitunter

sehr schwerwiegende Vorwürfe erheben. Das heißt nicht, dass wir

unsererseits gegen Kritik abgeschirmt werden müssen. Das lässt

natürlich genügend Raum, um unsere Erkenntnisse infrage zu stellen und

mit unseren Bewertungen nicht einverstanden zu sein.


Fakten können unzutreffend sein. Interpretationen können ihre

Schwachstellen haben. Manche mögen uns für fehlgeleitet oder naiv

halten. Das alles ist legitim. Aber die Meinungsabweichungen in diesen

Fragen als antisemitisch abzustempeln, ist unverantwortlich und darf

nicht sein.


Mit solchen politisch motivierten Anschuldigungen sollen diejenigen,

die Missstände zur Sprache bringen, zum Schweigen gebracht werden,

damit man sich mit der eigentlichen Kritik nicht auseinandersetzen

muss. Durch diese Anschuldigungen gerät der Begriff „antisemitisch“

zur Farce – und das schadet den aufrichtigen Bemühungen, den ganz

realen Antisemitismus zu bekämpfen.


Aus diesen Gründen warnen 15 israelische Menschenrechtsgruppen und

zivilgesellschaftliche Organisationen – meine Organisation HaMoked ist

eine von ihnen – in einer gemeinsamen Erklärung vor der Resolution,

über die der Bundestag derzeit berät. Bei dieser Warnung geht es unter

anderem auch um unsere Möglichkeiten, unsere Kernaufgabe mit deutscher

Unterstützung wahrzunehmen:


Wir befürchten, dass die Resolution des Bundestags, sollte sie auf der

Grundlage des Entwurfs verabschiedet werden, instrumentalisiert wird,

um die finanzielle Unterstützung aus Deutschland für unsere

Menschenrechtsarbeit unter Beschuss zu nehmen und einzuschränken und

im weiteren Sinne unserer Zusammenarbeit mit der deutschen

Zivilgesellschaft die Grundlage zu entziehen.


Dies würde Schmutzkampagnen befeuern und die vielen komplexen

Herausforderungen, die wir in der aktuellen Eskalationssituation

ohnehin schon zu bewältigen haben, noch weiter verschärfen.


Wie wir in unserer Erklärung betonen, begrüßen wir, dass die

Bundesregierung sich ausdrücklich zur Bekämpfung des Antisemitismus

bekennt, und ermutigen den Bundestag, eine auf Inklusivität und

Universalität abzielende Resolution zu verabschieden.


Wir ermuntern ihn, eine Resolution zu verabschieden, die unserer

Menschenrechtsarbeit nicht potenziell schadet, sondern sie schützt und

unterstützt. Alle Versuche, auf Basis der IHRA-Definition finanzielle

Zuwendungen an Bedingungen zu knüpfen, sollten aus dieser Resolution

gestrichen werden – und der Kampf gegen Antisemitismus sollte inklusiv

und in einen universellen Kampf gegen Rassismus in jeglicher Form

eingebettet werden.


Aus dem Englischen von Andreas Bredenfeld


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Zahlreiche Organisationen und Einzelpersonen haben gegen

die Verabschiedung  des Beschlusses Protest eingelegt…..


https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLScyErqrcDRrzrZ1EPuk6iX9x10g8JrwishN2rlnAhRyYZQwPg/viewform?fbzx=-3201418861986962696



… und trotzdem:



https://www.rnd.de/politik/antisemitismus-antrag-vom-bundestag-angenommen-4OQXQBC7YVDW5CHYVQNNJJ2EKY.html


Erste Plenarsitzung nach Ampel-Aus


Verzögertes Zeichen gegen Judenhass:


Umstrittener Antisemitismus-Antrag angenommen


Der Antisemitismus-Antrag der Ampelkoalition und Union wurde heute vom

Bundestag angenommen. Der Resolution gingen monatelange Verhandlungen

und Kritik voraus. In dem Antrag geht es darum, wo Antisemitismus

anfängt und wie man ihm einen Riegel vorschiebt.


07.11.2024, 12:30 Uhr


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12. IPG: Schwätzchen mit Trump



https://www.ipg-journal.de/regionen/nordamerika/artikel/schwaetzchen-mit-trump-7883/?utm_campaign=de_40_20241104&utm_medium=email&utm_source=newsletter


Nordamerika 04.11.2024 |


Sam Kahn <https://www.ipg-journal.de/ipg/autorinnen-und-autoren/autor/sam-kahn/>

Schwätzchen mit Trump


Der Auftritt des Ex-Präsidenten im Podcast von Joe Rogan ist ein

Wendepunkt für die neuen Medien  – und könnte die Wahl entscheiden.


Die Wahl 2024 wird „durch Podcasts entschieden“, prognostizierte Bobby

Kennedy letztes Jahr – und das ist vielleicht der Satz, mit dem er am

meisten in Erinnerung bleiben wird. Die Wahl steht nach wie vor auf

Messers Schneide, aber zuletzt ist Trump im Aufwind.


Sein Auftritt in Joe Rogans Podcast könnte ihm letztendlich den Sieg

sichern. Dieser Moment war historisch und reicht in seiner Bedeutung

über die anstehende Wahl hinaus, denn er markierte den endgültigen

Wechsel von traditionellen zu neuen Medien. (…)


Das Entscheidende ist: Rogan hat eine Zuhörerschaft von 20 bis 30

Millionen Menschen, etwa dreimal so viele wie 60 Minutes. Die

Wahrscheinlichkeit, dass unentschlossene Wähler – und davon gibt es

viele – durch Trumps Auftritt bei Rogan angesprochen werden, ist

erheblich gestiegen.


Die Ausrede des Wahlkampfteams von Kamala Harris, sie habe aus

terminlichen Gründen nicht bei Rogan auftreten können, ist geradezu

lachhaft und, wenn man sie für bare Münze nimmt, absolut

steinzeitlich. Denn egal wie viele Wahlkampfveranstaltungen Harris in

den letzten Tagen vor der Wahl noch abhält, sie wird niemals auch nur

annähernd die Hunderttausenden oder gar Millionen unentschlossener

Wählerinnen und Wähler erreichen, die sie aufgrund ihrer Absage an

Rogan verpasst hat.


Podcasts wie der von Rogan bieten noch etwas anderes, das vom

Washingtoner Establishment völlig verkannt wird und mit Vertrauen zu

tun hat. Rogan fand dafür gleich zu Beginn des Interviews die

perfekten Worte. Stellvertretend für Trump, der bekanntlich gerne mit

den Ursachen seiner Popularität kokettiert, erklärte Rogan, warum sein

Gast so beliebt sei:


„Weil die Leute diesen vorgefertigten und blödsinnigen

Politiker-Sprech leid waren und weil sie, auch wenn sie nicht in allen

Punkten mit Ihnen übereinstimmen, zumindest wussten: Dieser Typ, wer

auch immer er ist, ist wirklich so. Das ist wirklich er“, so Rogan.

„Bei anderen Leuten, die in der Öffentlichkeit stehen, weiß man gar

nicht, wer sie sind. Sie geben vorgestanzte Antworten von sich, alles

klingt wie einstudiert, und sie gehen nie auf das ein, worauf es

ankommt.“


Heute geht es darum, sich so natürlich wie möglich zu geben, statt als

Autoritätsperson aufzutreten.


Was sich in unseren Zeiten verändert, ist das Grundgefüge des

öffentlichen Vertrauens. Dieses entsteht nicht mehr aus dem Gefühl

heraus, dass diejenigen, die im Mittelpunkt stehen und über Autorität

verfügen, die Antworten parat haben – mit Eisenhowers Grinsen, Walter

Cronkites Brille oder einem Präsidenten, der mit gefalteten Händen am

Schreibtisch sitzt und in die Kamera spricht, ist es nicht mehr getan.


Vertrauen entsteht aus dem Eindruck von Unmittelbarkeit und

Natürlichkeit – aus dem Glauben, dass das, was jemand sagt, aus dem

Herzen und aus eigener Erfahrung kommt. Wenn wir die

Entwicklungsgeschichte der Schauspielkunst über die Geschichte der

Politik legen würden, ist der deklamatorische Stil des 19.


Jahrhunderts im Grunde dem naturalistischen Stil der 1960er Jahre

gewichen. Heute geht es darum, sich so natürlich wie möglich zu geben,

statt als Autoritätsperson aufzutreten – getreu der alten Redensart:

„Aufrichtigkeit ist alles. Wenn du sie vortäuschen kannst, hast du es

geschafft.“ (…)


Die Demokraten hatten acht Jahre Zeit, sich an die neue

Medienlandschaft anzupassen. Sie hatten genug Zeit, ein lässigeres,

Social-Media-freundlicheres Auftreten zu entwickeln. Sie hatten Zeit,

in der Partei eine Generation jüngerer und unverbrauchter

Führungskräfte aufzubauen. Sie hatten Zeit, sich von Medienberatern

und Vortragstechniken aus den Zeiten des Kabelfernsehens zu

verabschieden, als es in der politischen Redekultur darum ging,

schlechte O-Töne zu vermeiden.


Sie hatten Zeit, sich auf die neue Welt der Podcasts einzustellen, die

wie geschaffen ist für politische Überzeugungsarbeit. Nichts davon

haben sie getan. Wenn Harris verliert – wonach es momentan eher

aussieht –, haben die Demokraten sich das selbst zuzuschreiben.


Dieser Artikel erschien zuerst im US-Onlinemagazin Persuasion.


——


13. BerlZ: Nach Wahlsieg Trumps: Chinas Xi warnt vor Konfrontation



https://www.berliner-zeitung.de/news/nach-wahlsieg-trumps-chinas-xi-warnt-vor-konfrontation-li.2269762


Nach Wahlsieg Trumps: Chinas Xi warnt vor Konfrontation



Die Beziehungen zwischen den USA und China sind schon länger belastet.

Nach dem Wahlsieg Trumps gratuliert ihm Xi Jinping – und äußert

Erwartungen an das zukünftige Verhältnis.


BLZ / AFP


07.11.2024 06:08 Uhr


Der chinesische Präsident Xi Jinping hat in einer Nachricht an Donald

Trump nach dessen Sieg bei der US-Präsidentschaftswahl zu „stabilen,

gesunden und nachhaltigen“ Beziehungen zwischen Peking und Washington aufgerufen.


Wie das chinesische Staatsfernsehen CCTV am Donnerstag

berichtete, wies Xi in einer „Glückwunschbotschaft“ an Trump darauf

hin, dass „die Geschichte gezeigt hat, dass China und die Vereinigten

Staaten von Zusammenarbeit profitieren und unter Konfrontation leiden.“


„Eine stabile, gesunde und nachhaltige Beziehung zwischen China und

den USA ist im gemeinsamen Interesse beider Länder und steht im

Einklang mit den Erwartungen der internationalen Gemeinschaft“,

erklärte Xi demnach weiter. Er rief Peking und Washington dazu auf,

„einen korrekten Weg zu finden, wie China und die USA in dieser neuen

Ära miteinander auskommen können, damit beide Länder und die Welt

davon profitieren“.


Das Außenministerium in Peking hatte Trump bereits zuvor gratuliert.

Der Republikaner fuhr bei der Wahl am Dienstag einen triumphalen

Erfolg ein, indem er in mehreren der besonders umkämpften Swing States

siegte und auch bei der Kongresswahl wichtige Erfolge für seine

Republikanische Partei verzeichnen konnte.


In seiner ersten Amtszeit als US-Präsident hatte Trump einen

Handelskrieg mit China angezettelt und Zollerhöhungen in Kraft

gesetzt. Im Wahlkampf kündigte er Zölle in Höhe von 60 Prozent auf

Produkte aus China an.



Mit freundlichen Grüßen


Clemens Ronnefeldt

Referent für Friedensfragen beim deutschen

Zweig des internationalen Versöhnungsbundes

________________


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, awie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, kei

07.11.2024

Ampel kaputt, Trump wieder da – für die SPD könnte das eine Chance sein

nachdenkseiten.de, 07. November 2024 um 10:00 Ein Artikel von: Jens Berger

In nur zwei Tagen haben sich die Rahmenbedingungen für Deutschlands Politik grundsätzlich geändert. Allen voran die SPD könnte die Wahl Trumps und das Ende der Ampel dafür nutzen, sich an ihre Tradition zu erinnern und mit einem klaren friedenspolitischen und progressiven Profil in Neuwahlen zu gehen. Das Handlungsfenster dafür steht offen, doch noch findet keine Debatte darüber statt. Wer die SPD und ihre derzeitige Verfasstheit kennt, kann leider auch nicht gerade optimistisch sein, dass die Partei ihre Chance überhaupt erkennt, geschweige denn die richtigen Schlüsse daraus zieht. Ein Kommentar von Jens Berger.

Zum Ende der Ampel lesen Sie bitte auch den gestern erschienenen Artikel „Totales Dilemma: Nach der Ampel kommt’s noch härter!“ von Tobias Riegel.

Ginge es nach geschäftstüchtigen Motivationscoaches, müsste man Krisen wohl vor allem als Chancen begreifen. Zumindest theoretisch ist das ja auch gar nicht mal dumm und ließe sich wunderbar auf die derzeitige politische Großwetterlage über Deutschland anwenden. Hierzulande hat die Ampel endlich ihr Scheitern eingesehen und Neuwahlen in Aussicht gestellt und jenseits des Atlantiks weht schon bald ein neuer Wind. Auch wenn die USA in der zweiten Trump-Ära sicher nicht zur globalen Friedensmacht werden, so scheint der President-elect doch eher desinteressiert an einer Fortsetzung des Stellvertreterkriegs gegen Russland in der Ukraine zu sein. Glaubt man den Talkshow-Auguren, war Biden gar der letzte „transatlantische US-Präsident“. Die alte Weltordnung ist tot, es lebe die neue Weltordnung; nun müsse Europa selbst die Dinge in die Hand nehmen.

Unabhängig davon, dass die Analyse maßlos übertrieben ist, so ließe sich mit der Forderung, Europa müsse seine Interessen selbst verfolgen, ja durchaus etwas anfangen. Das Problem – die Auguren haben eine vollkommen andere Vorstellung, welche Interessen Europa hat und verfolgen solle. Ginge es nach ihnen, soll Europa die Rolle der USA als bis an die Zähne bewaffneter Vorwärtsverteidiger westlicher Werte ganz einfach übernehmen. Stellvertretend für die Gruppe dieser Meinungsmacher sei hier der SPIEGEL-Journalist Timo Lehmann zitiert, der gestern voller freudiger Aufregung twitterte: „Ab heute ist Ursula von der Leyen die Anführerin der freien Welt. Zumindest von dem, was davon noch übrig ist.“

Mehr Rüstung, mehr Militär und eine noch größere Klappe. So schallte es gestern in einer Tour durch den Äther – Europa, und allen voran Deutschland, müsse nun die Rolle der USA als größter „Unterstützer“ der Ukraine übernehmen. Hört man im Interview, das Gordon Repinski von Politico heute morgen mit dem neuen SPD-Generalsekretär Matthias Miersch geführt hat, zwischen den Zeilen, waren die künftigen Mehrkosten für den Ukrainekrieg wenn auch nicht der Grund, aber dafür einer der Auslöser für den Koalitionsbruch. Finanzminister Lindner sah dies nicht als „außergewöhnliche Notlage“ und wollte die Schuldenbremse nicht für zusätzliche Milliarden für die Ukraine außer Kraft setzen. Scholz fand diese Position „schon doof“ und machte dem Schrecken ein Ende. Ampel aus.

Ob diese Erzählung so stimmt, ist unklar. Aber es ist schon tragisch, dass allen voran die SPD die „Krise“, die mit dem anstehenden Regierungswechsel in den USA verbunden ist, nicht als Chance begreift, ihrerseits die transatlantische Ära zu beerdigen, um aktiv an einer neuen Ära zu arbeiten, in der westliches Dominanzstreben durch ein neues europäisches Sicherheitssystem ersetzt wird, in dem Deutschland und Europa die eigenen Interessen definieren und unter Beteiligung Russlands eine neue Sicherheitsarchitektur aufbauen, die tragfähig für dieses Jahrhundert ist. Das wäre die Chance, doch offenbar ist die SPD nicht fähig, sie zu erkennen, geschweige denn zu ergreifen.

Dabei wäre eine „Neue Friedenspolitik“ nicht nur im Sinne Deutschlands, seiner Wirtschaft und seiner Menschen, sondern auch ein ganz hervorragendes Wahlkampfthema für die SPD. Man stelle sich nur einmal vor, die SPD würde im anstehenden Wahlkampf für Frieden, für eine Verständigung mit Russland und für eine dauerhafte Sicherheitsarchitektur in Europa – ohne die Brandstifter aus den USA – werben. Eine Mehrheit bei den kommenden Neuwahlen wäre im Bereich des Möglichen. Wahrscheinlich ist das leider nicht, aber man wird ja wohl mal träumen dürfen.


Titelbild: Shutterstock AI Generator


Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik Bundesregierung SPD


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Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=124323


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07.11.2024

Wie reagiert Lateinamerika auf den Wahlsieg von Donald Trump?

amerika21.de, 07.11.2024 USA / Lateinamerika / Politik, Von

Linke Regierungen gratulieren und äußern sich zurückhaltend. "Demokratie muss respektiert werden." Rechte feiern. Unklarheit über künftige Politik des neuen US-Präsidenten gegenüber Lateinamerika


wandbild_fordert_respekt_der_usa_fuer_venezuela.jpg Wandbild in Caracas mit den Augen von Hugo Chávez fordert Respekt von den USA für Venezuela

Wandbild in Caracas mit den Augen von Hugo Chávez fordert Respekt von den USA für Venezuela

Quelle: celag.org

Bogotá/Brasilia/Caracas etc. "Das amerikanische Volk hat gesprochen, und es wird respektiert. Glückwunsch an Trump zu seinem Sieg," hat Gustavo Petro, Präsident Kolumbiens, am Mittwoch im sozialen Netzwerk X geschrieben. Im selben Text forderte er den neuen Präsidenten der USA auf, die Blockaden gegen Venezuela und Kuba aufzuheben. Zudem wies er darauf hin, wie wichtig der Nord-Süd-Dialog und die gemeinsamen Lösungen des "Klimakollapses" seien.

Auch der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva gratulierte Trump und bekräftigt, dass "die Demokratie die Stimme des Volkes ist und immer respektiert werden muss". Seine Partei PT hingegen fand am Mittwoch deutlichere Worte und erklärte den Wahlsieg als "eine Warnung für das demokratische Lager in der Welt". Die Vorsitzende der PT, Gleisi Hoffmann, warnte vor dem Erstarken der Ultrarechten auf der globalen Bühne.

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro sagte am Tag vor den Wahlen: "Wer auch immer ins Weiße Haus einzieht, ob Trump oder Kamala, er wird auf eine revolutionäre Regierung in Venezuela treffen. Wir mischen uns nicht in die inneren Angelegenheiten der Vereinigten Staaten ein. Wir werden niemals vom Norden abhängig sein, noch werden wir eine Kolonie von irgendjemandem sein."

In einem Kommuniqué beglückwünscht nun Venezuelas Regierung "das Volk der USA zu den Präsidentschaftswahlen und den gewählten Präsidenten zu seinem Sieg." Venezuela sei immer bereit, gute Beziehungen zu den Regierungen der USA aufzubauen, "solange diese im Geiste des Dialogs, des Respekts und der Vernunft gestaltet werden. Die Anerkennung der Souveränität und der Selbstbestimmung der Völker ist von grundlegender Bedeutung für den Aufbau einer neuen Welt, in der ein Gleichgewicht zwischen freien Nationen herrscht", heißt es darin weiter.

Die Präsidentin Mexikos, Claudia Sheinbaum, hob hervor, dass es nach der Wahl weiterhin "gute Beziehungen zur US-Regierung geben wird".

"Wir wünschen seiner Regierung, dass sie die Beziehungen zu Lateinamerika und der Karibik stärkt", schrieb die honduranische Präsidentin Xiomara Castro in ihrer X-Nachricht, mit der sie Trump zu seinem Wahlsieg gratulierte ,"und dazu, dass er vom Volk der USA an einem friedlichen und demokratischen Tag gewählt wurde."

Chiles Präsident Gabriel Boric hatte sich am Mittwoch nicht selbst geäußert, allerdings in den Tagen vor der Wahl mehrfach Trump als Kriminellen bezeichnet. Der chilenische Außenminister Van Klaveren spielte die Situation herunter und wies darauf hin, dass dies "frühere Meinungen sind, die der Vergangenheit angehören" und gratulierte dem US-Präsidenten.

Hingegen war einer der ersten Gratulanten für Donald Trump der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele. "Herzlichen Glückwunsch an den gewählten Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika", schrieb er in einer knappen Nachricht auf seinem X-Account: "Möge Gott Sie segnen und Sie leiten".

Auch der argentinische Präsident Milei hob in einem Tweet in englischer Sprache den "beeindruckenden Wahlsieg" hervor und schrieb an Trump: "Um Amerika wieder groß zu machen, können Sie auf Argentinien zählen". Milei ist seit Jahren ein ausdrücklicher Fan von Trump und hat sich für dessen Rückkehr an die Macht eingesetzt.

Sowohl Bukele als auch Milei hatten im Februar an der Konferenz Conservative Political Action Conference (CPAC) in den USA teilgenommen und dort ihre klare Unterstützung für Trump bekräftigt.

Auch der Präsident Paraguays, Santiago Peña, begrüßte die Wiederwahl und zeigte sich überzeugt, dass sie die Zusammenarbeit zum Wohle ihrer Länder weiter verstärken werden. Ebenso Luis Lacalle Pou, Präsident von Uruguay, der erklärte, sein Land werde mit der neuen Regierung zusammenarbeiten, um die bilateralen Beziehungen weiter zu stärken.

Die peruanische Präsidentin Dina Boluarte schrieb auf dem X-Konto der Präsidentschaft, sie sei sicher, dass während der Amtszeit des Republikaners "die starken strategischen Beziehungen" zwischen den beiden Ländern "in Bezug auf Investitionen, Handel und andere wichtige Bereiche" weiter vertieft und ausgebaut werden.

Der venezolanische Oppositionsführer Edmundo González Urrutia gratulierte Trump zu "seinem Triumph an einem demokratischen Tag, an dem das amerikanische Volk seinen souveränen Willen zum Ausdruck gebracht hat". González nahm die Wahl von Trump zum Anlass, sich als selbsterklärter Amtskollege und "gewählter Präsident Venezuelas" zu äussern.

Auch der ehemalige Präsident Brasiliens, Jair Bolsonaro, gratulierte Trump. "Ich danke dir, mein Gott. Herzlichen Glückwunsch Donald Trump. Psalm 30,5: 'Das Weinen währt eine Nacht, aber die Freude kommt am Morgen'", schrieb der Rechtsextremist und erklärte "sein Verbündeter" habe "gegen alles und jeden" gewonnen. Er schrieb in sozialen Netzwerken: "Heute sind wir Zeugen der Wiederauferstehung eines wahren Kriegers".

In einem Interview mit Telesur hatte die Analystin Silvana Romero vom Forschungsinstitut Conicet aus Argentinien darauf hingewiesen, dass es von Trump wenige klare Aussagen hinsichtlich seiner Politik gegenüber Lateinamerika gebe. Es sei allerdings vorhersehbar, dass die "antikommunistische Strategie" weitergehen werde und er sich auf eine "brutale Gegnerschaft" zu Kuba und Venezuela konzentrieren werde. Seine Regierung könne ein Netzwerk mit den Rechten in Lateinamerika stärken, wovon unter anderem Milei und Bukele profitieren würden.

Der Politikbeobachter Alfredo Jalife erklärte, eines der wichtigsten Themen für Lateinamerika sei Trumps Energiepolitik in der Region. Brasilien hatte unter Lula eine gute Beziehung zur Regierung von Joe Biden gepflegt, die sich auf eine Agenda für saubere Energie und Umweltpolitik konzentrierte. Mit der Rückkehr von Trump, der ein offener Befürworter der Ölindustrie ist, sei diese Beziehung ungewiss. Trumps Politik des Extraktivismus könnte auch zu Spannungen mit anderen Ländern der Region führen. So strebe Mexiko unter Präsidentin Sheimbaum eine umweltpolitische Agenda zugunsten grüner Energie an.


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Info: https://amerika21.de/2024/11/272316/reaktionen-wahlsieg-trump


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07.11.2024

Teheran spielt die Bedeutung der US-Wahlen herunter: Würde Trump Iran-Politik ändern?

freedert.online, vom 6 Nov. 2024 17:43 Uhr

Teheran sieht keinen signifikanten Unterschied, wer Präsident in den USA wird. Im September äußerte Donald Trump gegenüber Reportern, Washington müsse eine Einigung mit Iran erzielen, um dessen Atomprogramm zu stoppen.


Teheran spielt die Bedeutung der US-Wahlen herunter: Würde Trump Iran-Politik ändern?Quelle: AP © Michael Probst


Donald Trump erscheint auf einem Fernsehbildschirm an der Börse in Frankfurt, Deutschland, Mittwoch, 6. November 2024.


Die iranische Regierung sehe "keinen signifikanten Unterschied" darin, wer Präsident in den USA wird, zitierte Nachrichtenagentur Tasnim die Sprecherin der iranischen Regierung, Fatemeh Mohajerani.

Erforderliche Maßnahmen seien im Voraus geplant worden. Mohajerani sagte demnach auch, dass ein Sieg Donald Trumps bei der US-Wahl 2024 "in keiner Verbindung" zu Iran stehe und die "allgemeine Politik der USA und Irans unverändert" bleibe.
Arabische und westliche Beamte sagten gegenüber Reuters, dass Trump seine "Politik des maximalen Drucks" durch verschärfte Sanktionen gegen die iranische Ölindustrie wieder anwenden und Israel ermächtigen könnte, die Atomanlagen des Landes anzugreifen und "gezielte Tötungen" durchzuführen.
"Die Wahlen in den USA sind nicht wirklich unsere Angelegenheit. Unsere Politik ist beständig und ändert sich nicht aufgrund von Einzelpersonen. Wir haben die notwendigen Maßnahmen ergriffen, und es wird keine Veränderungen in den Lebensbedingungen der Menschen geben", sagte Mohajerani laut der Nachrichtenagentur Tasnim.


Nach Trump-Sieg: China stellt sich auf erbitterte Rivalität mit USA ein





Nach Trump-Sieg: China stellt sich auf erbitterte Rivalität mit USA ein






Während seiner ersten Amtszeit hat Trump erneut Sanktionen gegen Iran verhängt, nachdem er im Jahr 2015 aus dem Atomabkommen zwischen Iran und den Weltmächten ausgestiegen war, das Teherans Atomprogramm im Gegenzug für wirtschaftliche Vorteile eingeschränkt hatte.
Die Wiedereinführung der US-Sanktionen im Jahr 2018 hat die Ölexporte Irans beeinträchtigt, die Einnahmen der Regierung geschmälert und sie zu unpopulären Maßnahmen wie Steuererhöhungen und großen Haushaltsdefiziten gezwungen, die die jährliche Inflation bei fast 40 Prozent gehalten haben.

Im September äußerte Trump gegenüber Reportern, Washington müsse eine Einigung mit Iran erzielen, um dessen Atomprogramm zu stoppen. Als Präsident der USA war Trump im Jahr 2018 aus dem Atomabkommen mit Iran ausgestiegen, das Ende 2015 nach über zwölf Jahren internationaler Verhandlungen abgeschlossen worden war. Er gab sich überzeugt, einen "besseren Deal" aushandeln zu können als sein Vorgänger Barack Obama. Doch seine Politik des "maximalen Drucks" auf Iran blieb erfolglos: Ein Jahr nach dem US-Ausstieg begann auch Iran, sich schrittweise von seinen Verpflichtungen aus dem Abkommen zu lösen. Heute ist das Land dem Bau einer Atombombe näher denn je.

Im eskalierenden Konflikt zwischen Iran und Israel hat sich Donald Trump – anders als US-Präsident Joe Biden – für eine Attacke Israels auf iranische Atomanlagen ausgesprochen. Israel betrachtet das iranische Atomprogramm wegen der möglicherweise damit verbundenen Entwicklung von Atomwaffen als existenzielle Bedrohung. Iran warnte Israel vor einem Angriff auf seine Atomanlagen und drohte seinerseits mit einer heftigen Reaktion.

"Ich würde mir wünschen, dass Iran sehr erfolgreich ist", erklärte Trump am 17. Oktober in einem Interview mit dem iranisch-amerikanischen Podcaster Patrick Bet-David. Nur dürfe das Land keine Atomwaffen besitzen. "Das ist das einzige Problem." Auf die Frage, ob er einen Systemwechsel in Iran befürworte, antwortete Trump: "Wir können uns da nicht vollständig einmischen. Seien wir ehrlich, wir können uns nicht mal selbst regieren."


Mehr zum Thema - Medwedew über Trump: "Er hasst es, für Schmarotzer wie die Ukraine zu zahlen"


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Info: https://freedert.online/der-nahe-osten/224976-teheran-spielt-bedeutung-us-wahl


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07.11.2024

Leaks aus Israels Militär    Netanjahus neuester Skandal

taz.de, vom 1. November 2024, 18:01 Uhr, von Felix Wellis

Aus dem Umfeld von Netanjahus Büro sollen während der Geiselverhandlungen mit der Hamas brisante Geheimdokumente an Medien weitergegeben worden sein. Eine Desinformationskampagne?


Benjamin Netanjahu ist mal wieder in einen Skandal verwickelt Foto: Lev Radin/zuma/imago


Jerusalem taz | Die Vorwürfe sind gewaltig: Aus dem Umfeld des Büros von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sollen geheime Dokumente an Medien weitergegeben worden sein – mutmaßlich, um eine Einigung in den Geiselverhandlungen mit der Hamas zu behindern. Einer der Verdächtigen wurde am Sonntag als Eliezer Feldstein identifiziert, nachdem ein israelisches Gericht eine Nachrichtensperre in dem Fall teilweise aufhob. Der Beschuldigte war mit drei anderen Verdächtigen zuvor verhaftet worden und soll als Sprecher in Netanjahus Büro gearbeitet haben. Am Montag wurde ein fünfter Verdächtiger festgenommen.

Laut dem Gericht ging den Verhaftungen eine gemeinsame Ermittlung der Polizei, der Geheimdienste und der Armee voraus. Grundlage sei ein „Verstoß gegen die nationale Sicherheit durch die illegale Weitergabe von klassifizierten Informationen“. Dadurch sei dem Kriegsziel, die noch immer rund 100 in Gaza gefangenen Geiseln zu befreien (https://taz.de/Israelische-Kriegsdienstverweigerer/!6041576), geschadet worden. Auch der Vorwurf der Fälschung von Geheimdienstmaterial sowie die Beschäftigung von Personen ohne ausreichende Sicherheitsüberprüfung stehen im Raum.

Im Zentrum der Affäre stehen zwei Dokumente. In einem von der britischen Zeitung The Jewish Chronicle am 5. September veröffentlichten Text (https://taz.de/Skandal-um-aelteste-juedische-Zeitung/!6035435)wurde unter Berufung auf ein Hamas-Papier berichtet: Der mittlerweile getötete Anführer der Gruppe, Jahia Sinwar, plane, über die ägyptische Grenze in den Iran zu fliehen und israelische ­Geiseln mitzunehmen. Einen Tag später erschien in der Bild ein Artikel unter Berufung auf ein Hamas-Strategiedokument, dem zufolge Sinwar nicht an einer schnellen Einigung mit Israel ­interessiert gewesen sei und stattdessen über die Geiseln weiterhin psychologischen Druck auf Israel habe ausüben wollen.

Israels Armeesprecher Daniel Hagari sagte mit Bezug auf den ersten Bericht, der Armee lägen keinerlei derartige Informationen vor. Israelische Medien berichten von einer Fälschung. The Jewish Chronicle hat den Artikel mittlerweile gelöscht und die Zusammenarbeit mit dem Autor beendet. Zum Bericht der Bild hatte die Armee bereits nach der Veröffentlichung mitgeteilt, das zitierte Papier sei vor rund fünf Monaten gefunden worden. Er stamme jedoch nicht von Sinwar oder der Hamas-Führung, sondern sei von rangniederen Mitgliedern der Palästinenserorganisation geschrieben worden.

Klar ist, dass Netanjahu bei der Veröffentlichung von den Berichten profitierte

Ein eigener Kommunikationskanal für Netanjahus Büro

Klar ist, wer zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von den Berichten profitierte: Netanjahu. Sie untermauerten wesentliche Punkte, mit denen dieser nur Tage zuvor in einer Pressekonferenz weitere Forderungen Israels in den Verhandlungen mit der Hamas begründet hatte. Kritiker werfen Netanjahus Büro nun eine Desinformationskampagne vor, die dazu gedient haben soll, seine Regierung vor dem Auseinanderbrechen zu bewahren. Deren rechtsextreme Mitglieder hatten wiederholt gewarnt, im Falle eines Waffenstillstands die Koalition zu verlassen.

Aufgrund der nur zum Teil aufgehobenen Nachrichtensperre sind viele Fakten in dem Fall noch schwer nachvollziehbar. Doch seit der Verdächtige am Sonntag als Eliezer Feldstein identifiziert wurde, kommen weitere Details ans Licht: Der 32-jährige Feldstein arbeitete laut israelischen Medienberichten in der Vergangenheit als Armeesprecher für das besetzte Westjordanland sowie für die Partei des rechtsreligiösen Polizeiminister Itamar Ben-Gvir. Nach dem Hamas-Überfall vor einem Jahr wurde er Sprecher des Büros des Ministerpräsidenten.

Laut der Nachrichtenseite Ynet-News ist damit ein eigener Kommunikationskanal von Netanjahus Büro geschaffen worden, parallel zu dem etablierten Ansprechpartner für israelische Militärkorrespondenten im Verteidigungsministerium. Wegen einer gescheiterten Sicherheitsüberprüfung soll Feldstein jedoch nicht regulär angestellt gewesen sein. Bekannt sei aber, dass er zusammen mit Netanjahu auch an geheimen Treffen und Besuchen von sicherheitsrelevanten Einrichtungen teilgenommen habe.

Dass die Affäre Netanjahu selbst gefährlich werden könnte, halten trotz der Schwere der Vorwürfe zahlreiche Beobachter für unwahrscheinlich. Dem Regierungschef eine Verwicklung nachzuweisen – wie von Oppositionsführer Jair Lapid nun gefordert – dürfte kurzfristig kaum möglich sein. Netanjahus Büro ist indes bereits zum Angriff übergegangen: Während des Krieges seien zahlreiche klassifizierte Informationen auch von anderen Stellen durchgestochen worden, die Ermittlungen im Fall Feldstein seien „aggressiv und voreingenommen“.

Hinweis: Die Leaks stammen wohl aus dem Umfeld des Büros von Netanjahu, nicht unbedingt aus dem Büro selbst. Wir haben das korrigiert.


Info: https://taz.de/Leaks-aus-Israels-Militaer/!6044014


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, awie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

07.11.2024

Screenshot_2024_11_08_at_00_06_26_Was_bedeutet_der_Ausgang_der_US_Pr_sidentschaftswahlen_f_r_den_Nahen_und_Mittleren_Osten_und_f_r_Westasien

nachdenkseiten.de, 07. November 2024 um 12:00 Ein Artikel von Karin Leukefeld

Der neue Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist ein alter Präsident. Donald Trump (78) war bereits von 2017 bis 2021 der 45. Präsident der USA. Es ist unwahrscheinlich, dass sich die US-Außenpolitik gegenüber den Ländern zwischen dem östlichen Mittelmeer und der Region am Persischen Golf ändern wird. Schon Franklin D. Roosevelt, der 32. US-Präsident, machte bei seinem Treffen mit dem saudischen König Abdul Aziz Ibn Saud am 14. Februar 1945 klar, dass es ihm vor allem um zwei Dinge ging: Das eine war der ungehinderte Zugriff auf die saudischen Ölressourcen, wofür Roosevelt dem saudischen König den Schutz der USA – also Waffenlieferungen und den Bau von Militärbasen – versprach. Das andere war die Zusage des Königs, einen „Judenstaat“ Israel in Palästina zu akzeptieren. Der saudische König lehnte ab und bis heute – November 2024 – ist dieses Ziel nicht erreicht, wie zuletzt die Biden-Administration erfahren musste. Von Karin Leukefeld.

Könnte also eine neue Trump-Administration die während der ersten Amtszeit von Donald Trump erreichten „Abraham Abkommen“ mit Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Sudan und Marokko in einer neuen Amtszeit ausweiten?
Möglich ist es, allerdings wird es Trump ebenso wenig wie seinen Vorgängern darum gehen, die Rechte der Palästinenser anzuerkennen. Den USA geht es um Israel und darum, dass der „jüdische Staat“ als fester und gesicherter Partner von den arabischen Staaten anerkannt werden muss. Den USA geht es, ebenso wie der Europäischen Union, um die geopolitische Kontrolle, die Kontrolle von Rohstoffen, die Kontrolle von Land-, See- und Handelsrouten zwischen Asien und Europa und dem Atlantik.

Erinnert sei hier an den Putsch gegen den iranischen Ministerpräsidenten Mohammad Mossadegh 1953 (!) durch den britischen MI6 und die US-amerikanische CIA. Grund war die Verstaatlichung der iranischen Ölindustrie, was Großbritannien und die USA als unentschuldbaren Verstoß gegen die eigenen britisch-amerikanischen Interessen ansahen. Es ging also nicht um Menschenrechte oder das Recht der Staaten und Völker der Region auf Souveränität, Entwicklung und Selbstbestimmung; wie es die UN-Charta (seit 1945) jedem Staat, egal ob groß oder klein, einräumt. Es geht den USA (und ihren Verbündeten) um die Wahrung eigener Interessen der westlichen Hemisphäre. Ein selbstbestimmtes Bündnis der Staaten der Region, wie es in West-Europa nach dem 2. Weltkrieg möglich war und gefördert wurde – die Europäische Union –, war und ist in den Drehbüchern Washingtons für Staaten zwischen dem östlichen Mittelmeer und der Region des Persischen Golfes nicht vorgesehen. Es ist egal, ob das Weiße Haus von Demokraten oder Republikanern kontrolliert wird. Ziel der US-Politik in der Region ist, eigene Interessen der dortigen Staaten zu verhindern und ein Land, das es wagt, sich frei entwickeln zu wollen, zu unterwerfen.


Das gefährliche Erbe der Demokraten

Diesbezüglich hätten sich Kamala Harris als demokratische Präsidentin und Donald Trump als Republikaner nicht wesentlich unterschieden. Harris trägt das Erbe der Demokraten, die – in den Augen vieler, vor allem junger US-Wähler – in der Politik gegenüber Israel und Palästina versagt haben. „Der Krieg muss stoppen“, so ihr allgemeines Plädoyer zum Genozid gegen die Palästinenser und dem Krieg gegen Libanon. Doch Harris blieb ungenau und vage, es gab keinen Plan, wie sie die israelischen Kriege in der Region beenden wollte.

Trump wird nun an die Entscheidungen der gescheiterten Biden-Administration gebunden sein. Das Pentagon stationierte ein hochmodernes Raketenabwehrsystem in Israel mit 100 Soldaten, die es bedienen sollen, und machte sich damit zum Akteur – und zu einem Ziel – in einem möglichen Iran-Israel-Krieg. Nur eine Woche vor den US-Präsidentschaftswahlen beschloss das Pentagon die Entsendung von B-52-Bombern in die Region und weiterer Flugzeugträger – „zum Schutz von US-Bürgern, von US-Streitkräften, von Israel und „für die Durchsetzung der US-Politik von Deeskalation durch Abschreckung und Diplomatie“.

Damit sandte die US-Biden-Administration kurz vor ihrem Abgang noch ein deutliches Signal für die nächste Administration an Israel: Die USA stehen weiter an Israels Seite. Und ebenso deutlich war das Zeichen an die Palästinenser, Libanesen und an die arabisch-muslimischen Staaten der Region: Die USA bleiben an der Seite Israels, gegen die Interessen der Völker der Region. Es sei denn, sie unterwerfen sich den US-amerikanischen Interessen.

Das Ziel dieser US-Politik ist die Kontrolle des „Großraums Mittlerer Osten“ – von Afghanistan bis zum Atlantik. Diese Kontrolle manifestiert sich in der Errichtung von US-Militärbasen und in der Kontrolle der Meerengen und aller Meere der Region. Israel ist der Stützpunkt, über den die US-amerikanischen Interessen kontrolliert werden. Zu beobachten ist das im Irak, in Syrien und nicht zuletzt auch im Libanon, wo die USA die zweitgrößte US-Botschaft weltweit errichtet hat. Die größte US-Botschaft weltweit steht in Bagdad (Irak).

So, wie die USA die Kontrolle des „Großraums Mittlerer Osten“ anstreben, so strebt die Netanyahu-Regierung ein „Groß-Israel“ an, das mindestens vom Jordanfluß bis zum Mittelmeer reicht. Die rechten und faschistischen Kräfte, mit denen sich Netanyahu in seiner Regierung und mit national-religiösen und zionistischen Siedlern zusammengetan hat, streben ein „Groß-Israel“ an. An den Frontlinien von Gaza und Libanon fordern sie, dort Siedlungen zu bauen. Wie Minister der Netanyahu-Regierung verachten sie ihre arabischen Nachbarn.

Die Entlassung von Verteidigungsminister Yoav Gallant – der wahrlich kein Friedensaktivist ist – am Tag der US-Wahlen und mitten in einem Mehr-Frontenkrieg setzt auf weitere Konfrontation. Gallant forderte Verhandlungen mit der Hamas und einen Waffenstillstand, um die Freilassung der israelischen Gefangenen aus Gaza zu erreichen. Das hätte auch die anderen Fronten beruhigt. Doch Netanyahu ist auf Kriegskurs und erwartet sich Unterstützung vom neuen US-Präsidenten Donald Trump wohl auch für einen Krieg gegen Iran.

Die arabischen Staaten und auch Iran scheinen abzuwarten, ob Trump den Weg Netanyahus mitgehen wird. Die Region geht vorsichtig auf Abstand zur westlichen Hemisphäre und richtet ihre Politik auf regionale Verständigung und neue Beziehungen mit China und Russland aus. Leicht ist das nicht, denn vor allem die arabischen Golfstaaten sind militärisch und wirtschaftlich eng mit den USA verbunden. Doch BRICS und die Shanghai Cooperation Organization bieten viele Möglichkeiten der politischen und wirtschaftlichen Vernetzung, die Türen öffnen. Die USA und die Europäische Union haben mit harter, einseitiger Sanktionspolitik gegen Staaten der Region Türen geschlossen.

Trump äußerte sich während des Wahlkampfes wenig zu den Kriegen Israels gegen die Palästinenser und Libanon. Er erwarte, dass alles beendet sei, wenn er im Januar 2025 sein Amt antrete, ließ Trump verlauten. Im Libanon und in den palästinensischen Gebieten bereitet man sich derzeit auf noch mehr Gewalt von Israel vor.


So ist das: Deutschland und die EU baut, Israel zerstört

Die deutsche Bundesregierung hält sich eng an den von Washington und der NATO vorgegebenen Kurs in der Region. Frühere Beziehungen sind abgebrochen, die einseitige Sanktionspolitik wird von Berlin unterstützt, das zudem der zweitgrößte Waffenlieferant für Israel ist. Eine Neujustierung der deutschen Außenpolitik gegenüber der arabischen muslimischen Welt wäre dringend erforderlich, doch solange Berlin Waffen liefert, aber auch Hilfe für die Menschen leistet, die von Israel mit diesen Waffen gejagt, vertrieben und getötet werden, nimmt niemand in der arabischen Welt das deutsche Auftreten ernst. Seit den 1990er-Jahren gibt es Gespräche auf der Ebene des Bundesnachrichtendienstes, des deutschen Auslandsgeheimdienstes BND. Zuletzt gab es Treffen zwischen BND und einem hochrangigen Vertreter der Hisbollah Anfang 2024 und erneut Ende Juni/Anfang Juli. Für Geheimdienste sind solche Gespräche Routine, um Sicherheitsfragen zu klären. Es ist allerdings an der Politik, an Regierungsvertretern, die so geöffneten Türen auch zu durchschreiten.

In der arabischen Welt kennt man die „Staatsräson“, die historische Verpflichtung Deutschlands gegenüber Israel, und hat schon daher geringe Erwartungen. Deutschland vermittle nur, was in Washington bewilligt worden sei, so die Meinung von Gesprächspartnern der Autorin. Das Gleiche gelte für die Europäische Union. Alles drehe sich um „die Sicherheit Israels“, als gebe es kein Recht auf Sicherheit vor der israelischen Besatzungsmacht und deren Expansionsstreben. „Sie sehen doch, was seit Jahrzehnten hier geschieht“, sagte eine Palästinenserin im Flüchtlingslager Burj Barajneh in Beirut. „Erinnern Sie sich an den Flughafen in Gaza? Er wurde mit europäischen Geldern gebaut und Israel hat ihn zerbombt. So ist das: Deutschland oder die EU bauen etwas, dann kommt Israel und zerbombt es und die Europäer bauen wieder auf und es wird wieder von Israel zerstört.“


Titelbild: noamgalai/shutterstock.co


Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik Militäreinsätze/Kriege


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07.11.2024

Moskau macht sich keine Illusionen über den neuen US-Präsidenten

freedert.online, 7 Nov. 2024 11:25 Uhr

Mit Blick auf Donald Trumps Sieg bei der Präsidentenwahl in den USA erklärt Russlands Außenamtssprecherin Maria Sacharowa, dass Moskau nicht viel von ihm erwarte. Denn die US-Machtelite vertrete eine antirussische Haltung unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit.


Quelle: TASS © Artjom Geodakjan


Aufnahme vom 12. März 2024: Das Gebäude des Außenministeriums der Russischen Föderation in Moskau


Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, hat am Mittwoch eine Stellungnahme im Zusammenhang mit den Präsidentschaftswahlen in den USA veröffentlicht.

Im Hinblick auf den Sieg des republikanischen Kandidaten Donald Trump schreibt sie auf Telegram, dass Moskau sich keine Illusionen über den neuen US- Präsidenten mache, der in Russland gut bekannt sei. Auch setze man keine großen Hoffnungen in die Sitzverteilung im Kongress, in dem die Republikaner nach vorläufigen Angaben künftig die Mehrheit haben würden.

Laut Sacharowa hält die Machtelite in den Vereinigten Staaten von Amerika unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit an einer antirussischen Haltung fest. Die dortigen herrschenden Kräfte verfolgten unbeirrt den Kurs einer "Eindämmung Moskaus". Innenpolitische Veränderungen hätten keine Auswirkung auf Washingtons Politik gegenüber Russland, egal ob es sich um die "America First"-Agenda von Trump und seiner Anhänger handele oder um die "regelbasierte Weltordnung", auf die die US-Demokraten fixiert seien.

Weiter stellt die Außenamtssprecherin klar:   

"Russland wird mit der neuen Regierung zusammenarbeiten, sobald diese sich im Weißen Haus 'registriert', und dabei die russischen nationalen Interessen mit aller Härte verteidigen und sich auf die Erreichung aller erklärter Ziele der speziellen Militäroperation konzentrieren." 


Peskow: Der nächste Präsident Russlands wird "genau wie Putin"





Peskow: Der nächste Präsident Russlands wird "genau wie Putin"






"Unsere Bedingungen sind unverändert und in Washington gut bekannt."

Zuvor hatte auch Leonid Sluzki, Vorsitzender des Ausschusses für internationale Angelegenheiten der russischen Staatsduma, erklärt, dass Russland seine nationalen Interessen entschieden verteidigen werde, "unabhängig davon, wer neuer Präsident der USA geworden ist". "Trump oder nicht Trump, alle Ziele der militärischen Sonderoperation werden auf jeden Fall erreicht", schrieb der Politiker auf Telegram.

Mit Blick darauf, dass Donald Trump den USA ein "Goldenes Zeitalter" verspricht, betonte Sluzki, dass "ein 'Goldenes Zeitalter' nur im Rahmen einer multipolaren Weltordnung und unter Bedingungen gleicher und unteilbarer Sicherheit möglich ist, nicht auf Kosten anderer Länder".


Mehr zum Thema - Kreml über US-Wahlen: "Das ist ein unfreundliches Land"


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Info: https://freedert.online/international/225053-aussenministerium-moskau-macht-sich-keine


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07.11.2024

US-Hilfspaket für Urkraine / massive Fahnenflucht

aus e-mail von Doris Pumphrey, 7. November 2024, 14:09 Uhr


_RT DE 7.11.2024


_*Letztes Hilfspaket für die Ukraine: Biden will Kiew in "bestmögliche

Position" bringen


*Die US-Regierung unter dem scheidenden Präsidenten Joe Biden bereitet

ein umfangreiches Hilfspaket für die Ukraine vor, das in den kommenden

Wochen ausgeliefert werden soll. Berichten aus dem Weißen Haus zufolge

wird dies die letzte große Lieferung vor dem Amtsantritt von Donald

Trump im Januar sein. Angesichts der Unsicherheit, ob Trump die Hilfe

fortsetzen wird, will Biden Kiew mit bis zu sechs Milliarden US-Dollar

in eine "stärkere Position" versetzen, berichtet /Politico/.


Die geplante Unterstützung umfasst sowohl Waffen, die bereits in den

Beständen des Pentagon lagern, als auch neue Rüstungsaufträge für

US-Waffenhersteller. Insgesamt 4,3 Milliarden US-Dollar sollen für

bereits gelagerte Bestände ausgegeben werden, weitere 2,1 Milliarden für

neue Aufträge. Ein hochrangiger US-Beamter, der anonym bleiben wollte,

sagte der Nachrichtenagentur /Reuters/: "Es geht darum, die Ukraine in

eine bestmögliche Position zu bringen."


Donald Trump, der aus den Präsidentschaftswahlen als Sieger hervorging,

hat wiederholt erklärt, dass er die US-Hilfe für die Ukraine erheblich

kürzen oder sogar ganz einstellen wolle. Während seines Wahlkampfes

behauptete er, den Krieg in der Ukraine innerhalb von 24 Stunden beenden

zu können – nicht mit militärischen Mitteln, sondern durch

Verhandlungen. Auch sein Vizepräsidentschaftskandidat James David Vance

hat wiederholt kritisiert, dass die USA deutlich mehr für die

Unterstützung der Ukraine ausgeben als europäische Länder.


Laut dem ehemaligen Pentagon-Beamten Jim Townsend würde Trump als

Präsident die Militärhilfe wahrscheinlich sofort einstellen. "Das erste,

was er tun würde, wäre, die Hilfe für die Ukraine zu kürzen", sagte er.

/"Ich würde erwarten, dass er daraus eine große Show macht."/


Trotz aller Bedenken scheint das Pentagon entschlossen, die Militärhilfe

so schnell wie möglich zu leisten. Charlie Dietz, ein Sprecher des

US-Verteidigungsministeriums, erklärte, die Unterstützung für die

Ukraine werde im Rahmen der bereits genehmigten Pakete fortgesetzt. Seit

Februar 2022 hat der US-Kongress bereits mehr als 174 Milliarden

US-Dollar an militärischer und finanzieller Hilfe bewilligt.


Der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij hat laut eigenen Angaben

bereits mit Trump telefoniert und eine engere Zusammenarbeit vereinbart.

"Ich hatte ein wunderbares Telefongespräch mit Präsident Donald Trump

und gratulierte ihm zu seinem historischen und sehr überzeugenden Sieg.

Ein Ergebnis, das durch eine großartige Kampagne gesichert wurde",

schrieb Selenskij. "Wir haben vereinbart, einen intensiven Dialog zu

führen und unsere Zusammenarbeit zu fördern."


_

RT DE 7.11.2024


_*Fahnenflucht ukrainischer Soldaten nimmt für Kiew bedrohliches Ausmaß an

*/Von Alex Männer/


Inzwischen gehen die meisten Beobachter davon aus, dass die ukrainische

Armee wegen massiver Verluste bald am Ende ihrer Kräfte angelangt sein

könnte. Vor allem die steigende Zahl der Desertionen könnte den baldigen

Kollaps der Ukraine noch schneller herbeiführen.

Ungeachtet ihrer ambitionierten "Siegespläne" steuert die Ukraine im

Krieg gegen Russland langsam, aber sicher auf eine Katastrophe zu. So

ist ihr militärisches Verteidigungssystem im Donbass mittlerweile

dermaßen geschwächt, dass die ukrainischen Streitkräfte vor dem Ansturm

des Gegners bald völlig zusammenbrechen könnten.


Besonders die Niederlagen der vergangenen Monate wiegen schwer.

Beispielsweise die Aufgabe der Stadt Ugledar, die bereits vor dem Beginn

der russischen Militärintervention im Jahr 2022 zu einer "uneinnehmbaren

Festung" ausgebaut wurde und dennoch nicht gehalten werden konnte.


Dass die Ukrainer im gesamten Jahresverlauf konsequent zurückgedrängt

wurden, hat laut Militärexperten mehrere Ursachen. Genannt werden etwa

das Missmanagement der ukrainischen Armeeführung, Defizite bei Waffen

und Munition oder die schlechte Kampfmoral. Daneben führe ein Anstieg

der Fälle von Desertion beziehungsweise unerlaubtem Verlassen der Truppe

zu einer weiteren Verschlimmerung der ohnehin desaströsen

Personalsituation, heißt es.


Offiziell sollen in der Ukraine in der ersten Jahreshälfte 2024 fast

30.000 neue Strafverfahren wegen Desertion eingeleitet worden sein,

meldete

<https://www.dw.com/ru/dezertirstvo-v-vsu-nakazyvat-ili-prosat/a-69833699

im August die /Deutsche Welle/. Das ist deutlich mehr als in den Jahren

zuvor. Im Jahr 2023 wurden noch 24.000 Verfahren registriert, 2022 waren

es weniger als 10.000 Fälle.


*Massenhafte Desertionen und Befehlsverweigerungen*

Vor diesem Hintergrund kann die ukrainische Politik das Problem offenbar

nicht länger ignorieren und schlägt nun Alarm. Laut dem Abgeordneten der

Werchowna Rada Ruslan Gorbenko gab es seit Kriegsbeginn im Jahr 2022

mehr als 80.000 Strafverfahren

<https://zeitungderarbeit.at/international/mehr-als-80-000-ukrainische-soldaten-sind-bereits-desertiert/

in diesem Zusammenhang. Die Rada-Abgeordnete Anna Skorochod geht sogar

von einer noch größeren Zahl der Deserteure aus. Ihren Angaben nach

hätten sich bislang etwa 100.000 Soldaten

<https://infobrics.org/post/42631> eigenmächtig von der Truppe entfernt,

Tendenz steigend.


Als Begründung führt Skorochod zum einen Fehler der ukrainischen

Militärführung an. Viele Offiziere würden falsche taktische

Entscheidungen treffen, was der Kampfmoral schade. Zum anderen seien

viele Soldaten frustriert darüber, an vorderster Front eingesetzt zu

sein, obwohl ihnen das militärische Wissen und die nötige Ausbildung

fehlen. Zudem betrachten sie es als ungerecht, kämpfen zu müssen,

während ihre Vorgesetzten sich hinter der Front aufhalten, so die

Abgeordnete.


Auch der Vize-Kommandeur der ukrainischen Sondereinsatzkräfte, General

Sergei Kriwonos, und der Vorsitzende des Obersten Gerichtshofs der

Ukraine, Stanislaw Krawtschenko, verweisen auf das Problem der

massenhaften Desertionen und der Verweigerung von Befehlen in den

ukrainischen Streitkräften. Während Kriwonos kürzlich in einem Interview

mitteilte

<https://en.news-front.su/2024/11/01/ex-general-of-the-afu-krivonos-told-about-mass-desertion-in-ukraine/>,

dass nur etwa zehn Prozent der heute eingezogenen Rekruten am Ende

wirklich an der Front ankommen, führt Krawtschenko an, dass viele der

kursierenden Zahlen deutlich übertrieben seien. Dennoch konstatiert

<https://iz.ru/1782411/2024-10-30/verhovnyi-sud-ukrainy-priznal-tendenciu-k-rostu-dezertirstva-v-radah-vsu

auch er einen deutlichen Anstieg der Fälle in diesem Jahr.


*Kiew mildert Strafen für Deserteure*

Es ist schwer zu sagen, wie viele ukrainische Soldaten bislang wirklich

desertiert sind, weil sich die Zahlen kaum verifizieren lassen. Wenn

allerdings die Kiewer Politik beschließt, die Strafe für diejenigen

abzuschwächen, die nach der Desertion den Dienst in der Armee wieder

aufnehmen, muss das Problem bereits ein bedrohliches Ausmaß angenommen

haben.


Darüber berichteten vor Kurzem auch westliche Medien, etwa die /Berliner

Zeitung/. Sie schreibt

<:" rel="noopener">https://www.berliner-zeitung.de/news/ukraine-beklagt-immer-mehr-deserteure-bedrohlicher-trend-li.2267373>: 

"Das Parlament in der Ukraine hatte Anfang [Oktober] einen

Gesetzesentwurf angenommen, der die Strafen für Deserteure mildert,

damit die Hemmschwelle für sie gesenkt wird, zur Armee zurückzukehren.

Demnach sollen Deserteure, die ihre Militäreinheit unerlaubt verlassen

haben, nicht mehr sofort bestraft werden. Stattdessen wird den

Fahnenflüchtigen 72 Stunden Zeit gegeben, um zur Truppe zurückzukommen.

Falls die Soldaten dem Folge leisten, werden sie mit keinerlei

Sanktionen belegt; Gehälter und anderweitige Leistungen dürfen sie dann

ebenfalls wieder in Anspruch nehmen."


Trotzdem scheint eine Lösung für das Personalproblem angesichts der

schwindenden militärischen Kräfte der Ukraine in weite Ferne zu rücken:

Die Lage verschlechtert sich mit jedem Tag und die Erschöpfung der

Soldaten nimmt weiter zu. Außerdem ist den meisten von ihnen längst

klar, dass sie den Russen zahlenmäßig sowie bei der Anzahl der Waffen

unterlegen sind und sie deshalb im weiteren Kriegsverlauf keine Chance

haben. Aus diesem Grund und wegen der hohen Sterberate werden sich

künftig wohl noch mehr Ukrainer weigern, an Kampfhandlungen

teilzunehmen, während Russland vermutlich auch weiterhin in der Lage

sein wird, Hunderttausende neue Soldaten zu rekrutieren.


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07.11.2024

Israels Parlament verabschiedet Gesetz, um ganze Familien zu deportieren

freedert.online, 7 Nov. 2024 22:03 Uhr

Selbst während des Krieges, der gegen die Palästinenser im Gazastreifen und inzwischen auch gegen die Bevölkerung des Libanon geführt wird, scheinen der israelischen Politik die kollektiven Bestrafungen noch nicht zu genügen. Jetzt wurde es ermöglicht, ganze Familien zu deportieren.


Quelle: www.globallookpress.com © Omar Ashtawy Apaimages


Vertriebene in Gaza, 05.11.2024


Am Mittwoch verabschiedete das israelische Parlament, die Knesset, ein Gesetz, das eine kollektive Bestrafung ganzer Familien ermöglicht. Dies meldete die israelische Zeitung Haaretz.


Israel der gezielten Tötung von Journalisten beschuldigt





Israel der gezielten Tötung von Journalisten beschuldigt







Familienmitglieder von Terroristen ‒ oder jenen, die in Israel als solche gelten ‒ können durch das Innenministerium nach Gaza "oder ein anderes Ziel, je nach den Umständen", deportiert werden, wenn herausgefunden werden sollte, dass sie "im Voraus vom Plan des Terroristen wussten und nicht die nötigen Maßnahmen ergriffen, ihn zu verhindern". Auch Angehörige, die "Unterstützung oder Sympathie" ausgedrückt hätten, wären von der Maßnahme betroffen.

Eingebracht hatte das Gesetz die Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Likud. Betroffen wären Eltern, Geschwister, Kinder und Ehepartner. Für israelische Bürger soll eine Deportation von sieben bis 15 Jahren, für Nichtbürger von zehn bis 20 Jahren möglich sein.

Damit wurde die Palette der Kollektivstrafen gegen Palästinenser, die sich Widerstand gegen die Besatzung zu Schulden kommen lassen, erweitert. Bisher wurden bereits die Häuser der Familie zerstört. Auch diese neue Maßnahme verstößt gegen das Völkerrecht.


Mehr zum Thema ‒ "Beispielloser Präzedenzfall" – UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA erhält Arbeitsverbot seitens Israel


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

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07.11.2024

Bloomberg: Vorgezogene Bundestags-Neuwahlen spielen EU-Politik ebenso in die Hände wie Kiew

Die Führungsriege vieler EU-Staaten begrüßt die Aussichten auf einen Rücktritt des Kanzlers Scholz, der die Vertrauensfrage angekündigt hat, und damit auf Bundestagsneuwahlen und eine mögliche Kanzlerschaft des CDU-Konkurrenten Merz – weil der die Militärausgaben, auch für Kiew, erhöhen würde.


Quelle: www.globallookpress.com © Keystone Press Agency/Filippo Attili


Gipfeltreffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft, Budapest, 7. November 2024.


Neuwahlen zum Deutschen Bundestag, sofern sie vorgezogen werden, würden die Politik der EU als gemeinsames Projekt der Mitgliedsstaaten aus der Sackgasse ziehen. Diese Meinung scheinen viele der Staats- und Regierungschefs des Wirtschaftsbündnisses zu teilen, die sich zu einem Treffen in Budapest eingefunden haben – insbesondere angesichts der Rückkehr des Republikaners Donald Trump ins Weiße Haus. Hierauf macht die Nachrichtenagentur Bloomberg aufmerksam.


Koalitionsbruch: Was die Restkoalition Deutschland und der Ukraine aufbürdet





Meinung

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Ein infolge solcher Neuwahlen zu erwartender Rücktritt würde Olaf Scholz des Bundeskanzlerpostens entheben. Dieser habe bislang die meisten Vorstöße der EU nicht mittragen wollen, auch darum nicht, weil der nunmehr als Finanzminister entlassene Christian Lindner auf dem Beibehalten der Schuldenbremse bestanden habe. Doch nun werde alles anders, denn

"Wenigstens bietet der Zusammenbruch der schwachen und gespaltenen Regierung Scholz die Aussicht auf einige Klarheit – aus dem Blickwinkel der anderen EU-Anführer, die Wege zum Aufpäppeln ihrer Streitkräfte und zum Ausbau ihrer wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit suchen."

Die Regierungskrise in Berlin habe Scholz' Kollegen in den anderen EU-Staaten Sorgen bereitet – Polens Premier Donald Tusk zufolge erhalte die Situation dadurch "noch mehr Salz und Pfeffer". Auch Finnlands Ministerpräsident Petri Orpo begrüßt die anstehenden Neuwahlen – Bloomberg zitiert ihn mit den Worten:

"Es ist wichtig, dass Deutschland bald Wahlen durchführt, weil wir ein starkes Deutschland brauchen."

Europa hat die Wahl: Gemeinsam mit Russland blühen oder im Elend enden




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Vor allem die Aussicht auf eine Kanzlerschaft des CDU-Favoriten Friedrich Merz werde in diesem Zusammenhang positiv gewertet – und das, obwohl der nicht gerade als knallharter Verfechter der Ideale der EU gelte. Gründe hierfür sind wohl in den Hoffnungen des Wirtschaftsbündnisses zu suchen, Merz werde zu größeren Militärausgaben bereit sein als Scholz – zwei anonyme höhergestellte Vertreter osteuropäischer Staaten äußerten sich gegenüber Bloomberg in ungefähr dieser Richtung, heißt es. Dies, wohlgemerkt, vor dem Hintergrund des Sieges von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen, der mehrfach Kürzungen der Militärhilfen für die Ukraine in Aussicht gestellt hat.

Die Trommel rühre aber auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kräftig. Er wird mit den Worten zitiert:

"Dies ist ein Moment der geschichtsträchtigen Entscheidung für uns Europäer. Wollen wir die Geschichte lesen, die andere schreiben? Kriege, die Wladimir Putin beginnt, US-Wahlen, von den Chinesen getroffene Entscheidungen zu Technologie oder Handel? Oder wollen wir sie selber schreiben?"

Derweil haben einige der bisherigen Unterstützer der Ukraine begonnen, im Privaten auszuloten, ob der amtierende Präsident in Kiew, Wladimir Selenskij (übrigens ebenfalls in Budapest), nicht doch die Möglichkeiten für Verhandlungen mit Russlands Staatschef Wladimir Putin ausloten sollte. Auch versprach der erwähnte Donald Trump, auf eine schnelle Beilegung hinsteuern zu wollen.


Mehr zum Thema – Die Ukraine reißt ganz Europa mit in ein schwarzes Energieloch


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Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.

Info: https://freedert.online/europa/225139-bloomberg-vorgezogene-bundestags-neuwahlen-spielen-eu-kiew-hande


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07.11.2024

Neuer EU-Verteidigungskommissar: EU muss wegen der russischen Aggression dringend aufrüsten

freedert.online, 7 Nov. 2024 14:47 Uhr

Der designierte EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius drängt die EU-Mitgliedstaaten, mehr für ihre Verteidigung auszugeben und in eigene Rüstungsindustrie zu investieren. Europa muss fähig sein, Russland abzuschrecken und so den Frieden zu sichern.


Neuer EU-Verteidigungskommissar: EU muss wegen der russischen Aggression dringend aufrüsten© Thierry Monasse/Getty Images


Der designierte EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius nimmt an einer Anhörung im EU-Parlament am 6. November 2024 in Brüssel teil.


Am Mittwochabend haben die zuständigen Ausschüsse des EU-Parlaments den ehemaligen litauischen Premierminister Andrius Kubilius für das Amt des EU-Kommissars für Verteidigung und Raumfahrt, des ersten in der Geschichte des Blocks, gebilligt. Die Kandidatur von Kubilius sowie die Einführung dieses Postens wurde von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgeschlagen.

Die EU müsse auf einen möglichen Angriff Russlands auf einen der EU-Mitgliedstaaten vorbereitet sein, behauptete Kubilius am Mittwoch im Rahmen einer Anhörung im EU-Parlament. Seine Forderung nach höheren Investitionen in die Sicherheit der EU hat Kubilius damit begründet, dass Russland eine Bedrohung darstelle. "Der Weg, Putin davon zu überzeugen, keine weitere militärische Kampagne gegen die EU-Mitgliedsstaaten zu starten, besteht darin, zu zeigen, dass wir in der Lage sind, uns selbst zu verteidigen", sagte er. Falls die EU keine Schritte unternähme, müsste der Block "den Frieden zu Putins Bedingungen akzeptieren, bei dem alle um dich herum kapitulieren".

Zudem wies Kubilius darauf hin, dass laut Angaben der Geheimdienste könnte "Russland die Entschlossenheit der EU oder der NATO bis zum Ende des Jahrzehnts testen". Die EU-Länder müssten daher aufrüsten, um Russland von einem Angriff abzuhalten und so den Frieden zu gewährleisten. "Deshalb müssen wir die Bereitschaft der EU für eine mögliche militärische Aggression dringend verbessern. Nur so können wir sie abschrecken", sagte er.


Nach US-Vorbild: Transatlantische Kommissionschefin Ursula von der Leyen soll eine EU-CIA schaffen





Nach US-Vorbild: Transatlantische Kommissionschefin Ursula von der Leyen soll eine EU-CIA schaffen





Kubilius hält die Verteidigungsausgaben der EU-Mitgliedstaaten in Höhe von einer Billion Euro in der aktuellen politischen Situation für unzureichend. "Unsere Gegner und strategischen Konkurrenten sind dabei, uns zu überholen. Die Verteidigungshaushalte von Ländern wie Russland und China sind in den letzten zwei Jahrzehnten viel schneller gewachsen als die der EU", sagte Kubilius. Er wies darauf hin, dass Russland im nächsten Jahr wahrscheinlich mehr für Verteidigung ausgeben wird als alle 27 EU-Staaten zusammen.

Er glaubt, dass die EU eine echte Verteidigungsunion schaffen sollte. "In meinen ersten 100 Tagen als EU-Kommissar werde ich einen europäischen Verteidigungsplan vorbereiten und vorlegen", kündigte Kubilius an.

Die EU-Mitgliedstaaten diskutieren derzeit über einen gemeinsamen Luftabwehrschild, der etwa 500 Milliarden Euro kosten würde, schätzte Kubilius bei seiner Anhörung. Die Nachrichtenagentur Bloomberg weist darauf hin, dass von der Leyen zuvor geschätzt habe, dass die EU in den nächsten zehn Jahren zusätzliche Verteidigungsausgaben in Höhe von 500 Milliarden Euro benötigen werde. Einige Mitgliedstaaten fordern eine Schaffung eines europäischen Luftverteidigungsschildes sowie eine Verstärkung der östlichen EU-Landesgrenze. Allein die Kosten für den Luftschutzschild würden diese Summe erreichen, schreibt Bloomberg weiter. Kubilius sagte bei der Anhörung, dass weitere Milliarden für die Finanzierung eines Verteidigungsschildes an der Nordostgrenze bereitgestellt werden müssten.

Die Schaffung des Luftschildes gehöre zu den wichtigsten EU-Verteidigungsprojekten, der ein gemeinsames Interesse für die EU-Mitglieder darstelle, so Bloomberg. Allerdings sei noch nicht klar, woher das Geld kommen könnte.


Mehr zum Thema Realsatire: EU-Kommission hält Zwangsrekrutierung in Ukraine für "verhältnismäßig"


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

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07.11.2024

Trumps Plan: Ukraine verzichtet für 20 Jahre auf NATO-Beitritt

freedert.online, 7 Nov. 2024 13:25 Uhr

Einem Bericht zufolge hat Trumps Team einen Plan zur Beendigung des Ukraine-Konflikts ausgearbeitet, der eine Verschiebung der NATO-Mitgliedschaft für Kiew um mindestens 20 Jahre sowie eine entmilitarisierte Zone entlang der Frontlinie vorsieht.


Quelle: Gettyimages.ru © Anadolu


Bild vom 16. Oktober 2024: Blick auf beschädigte Gebäude, als die Behörden im Gebiet Charkow den Beginn der Zwangsevakuierung der Stadt Kupjansk ankündigen.


Donald Trumps Berater haben noch keinen konkreten Plan zur Beendigung des Konflikts in der Ukraine ausgearbeitet. Einer der diskutierten Vorschläge sieht vor, dass Kiew für mindestens 20 Jahre nicht in die NATO aufgenommen wird. 

Der Plan, über den das Wall Street Journal berichtet, sieht außerdem die Einrichtung einer rund 1.300 Kilometer langen entmilitarisierten Zone entlang der Frontlinie vor. Diese soll nicht von US-Truppen oder UN-Friedenstruppen, sondern von europäischen Streitkräften kontrolliert werden. Im Gegenzug würden die USA die Ukraine weiterhin "mit Waffen beliefern, um künftige Angriffe Russlands zu verhindern". Eine Quelle erklärte:

"Wir können Ausbildung und andere Unterstützung leisten, aber die Waffen werden die Europäer halten. Wir schicken keine Amerikaner, um den Frieden in der Ukraine zu sichern. Und wir werden nicht dafür bezahlen. Das sollen die Polen, die Deutschen, die Briten und die Franzosen tun."

Außerdem würde Moskau die Gebiete beibehalten, die es bereits kontrolliert: die Volksrepubliken Donezk und Lugansk sowie die Gebiete Saporoschje und Cherson.


Kreml über US-Wahlen: "Das ist ein unfreundliches Land"





Kreml über US-Wahlen: "Das ist ein unfreundliches Land"







Ob der Plan umgesetzt werden kann, ist fraglich. Die russischen Truppen rücken weiter im Donbass vor und es ist unklar, ob der Kreml bereit ist, eine festgelegte Frontlinie zu akzeptieren. Auch Kiew hat deutlich gemacht, dass man nicht zu territorialen Zugeständnissen bereit sei. Zudem könnten einige NATO-Mitgliedstaaten, die in dem Konflikt eine Bedrohung ihrer eigenen Sicherheit sehen, Trumps Vorschlag ablehnen.

Im Jahr 2022 hatte die Ukraine einen Antrag auf NATO-Mitgliedschaft gestellt, jedoch bislang keine Einladung erhalten.

Bevor der jetzt bekannt gewordene Plan vorgeschlagen wurde, hatten Trumps Berater auch andere Möglichkeiten zur Lösung des Konflikts diskutiert, darunter die Idee, die US-Hilfe für die Ukraine einzustellen, um Kiew zu Friedensgesprächen mit Moskau zu zwingen.

Die Zeitung vermutet, dass der ehemalige US-Außenminister Mike Pompeo, der Verteidigungsminister werden könnte, auf eine Lösung des Konflikts drängen würde, die Russland keine ernsthaften Vorteile bringt. Andere, darunter Richard Grenell, der Außenminister werden könnte, setzen auf ein schnelles Ende des Konflikts, das die Ukraine wahrscheinlich zu erheblichen Zugeständnissen zwingen würde.

Trump hatte im Wahlkampf versprochen, den Krieg in der Ukraine schnell zu beenden und beide Seiten an den Verhandlungstisch zu bringen. Kremlsprecher Dmitri Peskow betonte mehrfach, dass man an einer Lösung des Konflikts interessiert sei, dass dies aber kein Prozess sei, der über Nacht abgeschlossen werden könne.

Am Donnerstagmorgen hat der ukrainische Präsident laut eigenen Angaben bereits mit Trump telefoniert und eine engere Zusammenarbeit vereinbart. "Ich hatte ein wunderbares Telefongespräch mit Präsident Donald Trump und gratulierte ihm zu seinem historischen und sehr überzeugenden Sieg. Ein Ergebnis, das durch eine großartige Kampagne gesichert wurde", schrieb Selenskij.


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07.11.2024

Was Trumps Sieg für die Welt bedeutet

freedert.online, 7 Nov. 2024 15:32 Uhr, Von Timofei Bordatschow

Weniger Krieg, mehr Krisen? Ein Sieg Trumps könnte die Weltpolitik erneut aufrütteln. Während USA und Russland Eskalationen vermeiden, dürften China und Europa die größten Herausforderungen erleben. Wohin steuert die Welt mit einem neuen Trump an der Macht?


Quelle: AP © Rajesh Kumar Singh


Symbolbild: indische Zeitungen mit Meldungen des Wahlsiegs von Donald Trump.


Für die internationale Politik bedeutet der Sieg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen eine gesteigerte Wahrscheinlichkeit von kleineren Krisen und Umbrüchen, allerdings eine Verminderung der Wahrscheinlichkeit eines allgemeinen Krieges und eines dramatischen Ausgangs für die gesamte Menschheit. Dies ist eine gute Nachricht, denn die Lage der USA in der Welt ist an sich bereits eine Quelle von Ärger für die anderen. Kleinere Turbulenzen sind also unvermeidbar.

Aus der Sicht einer absoluten Mehrheit der Beobachter kann heute eine direkte militärische Konfrontation zwischen Russland und den USA nicht die Folge einer Absicht, sondern einer tragischen Verkettung von Umständen und einfacher menschlicher Dummheit werden. Mit Demokraten im Weißen Haus, deren meiste Führer aus der Epoche der völligen Dominanz der USA in den 1990er Jahren hervorkamen, wäre die Eintrittswahrscheinlichkeit Letzterer viel höher – allein wegen ihrer Abstammung und Lebenserfahrung.

Dennoch sind Trump und sein Team sicherlich kein Geschenk. Sie können die Verwirklichung der Pläne nicht nur Russlands, sondern auch einer Menge anderer Staaten erschweren. In einer Reihe von Fällen stellt es für die russische Außenpolitik ein Problem dar, in anderen spielt es keine größere Rolle.


Trumps Sieg ist auch einer für alle Amerikaner, die keiner Gehirnwäsche unterzogen wurden




Meinung

Trumps Sieg ist auch einer für alle Amerikaner, die keiner Gehirnwäsche unterzogen wurden





Generell hat man in den USA noch nicht wirklich darüber nachgedacht, ob das Land auf die Notwendigkeit verzichten kann, aus allem, was in der Weltwirtschaft und -politik geschieht, Kapital zu schlagen. Dazu gibt es bisher keine intellektuellen Ressourcen und Ideen. Doch es ist durchaus wahrscheinlich, dass sich das Verständnis, dass man nicht ewig ein globaler Parasit sein kann, allmählich durchsetzen wird. Und eine neue Generation US-amerikanischer Politiker, die hinter Trump stehen, könnte kreativer an die Frage herangehen, durch was ihr Staat überlebt und sich entwickelt.

Zunächst wird die noch egoistischere offensive Politik Washingtons die Entwicklung dessen begünstigen, was wir als Weltmehrheit zu bezeichnen gewohnt sind: eine Ansammlung von Ländern auf der ganzen Welt, die versuchen, die wichtigsten Entscheidungen für sich selbst zu treffen. Nicht umsonst erschienen die ersten Anzeichen dieses Phänomens gerade während Trumps letzter Amtszeit. Ihre erklärten Ziele basierten damals auf der Idee, dass die US-Politik nur dem eigenen Vorteil dienen sollte.

Es ist allen klar geworden, dass den Amerikanern die Ressourcen ausgehen, die sie mit dem Rest der Welt teilen müssen. Und es ist notwendig, die Erreichung der Entwicklungsziele irgendwie selbst sicherzustellen. Das Streben der meisten Länder der Welt nach Selbstständigkeit vom Westen ist kein Kampf gegen den Westen, sondern ein Ringen um die eigene Zukunft unter veränderten Bedingungen. Unter dem "neuen" Trump werden die USA sicher nicht mehr für die Bestechung anderer Staaten ausgeben können, und werden stattdessen weniger geben und eindringlicher fordern. Das heißt, dass die Strategie der selbstständigen Entwicklung immer mehr Anhänger finden wird.

Dabei bedeutet die Außenpolitik unter Trump und den Republikanern, dass eine Neubewertung der BRICS notwendig wird. Einerseits erlebt diese Vereinigung gerade einen großartigen Aufschwung. Und wenn sie in der Lage sein wird, für sich zu beanspruchen, einen beträchtlichen Teil der früheren globalen Organisationen zu ersetzen, so wird Trumps Verhalten hierbei nur hilfreich sein: Alle werden nach Schutz vor den rauen und unvorhersehbaren USA suchen. Andererseits werden Trumps verschiedene Initiativen und "Vorstöße" die BRICS-Länder vorsichtig werden lassen, um keine Situationen zu schaffen, die ihnen riskant erscheinen. Daher ist mit einer gewissen Verlangsamung der Zusammenarbeit zu rechnen, deren Hauptziel darin besteht, sich an die Veränderungen in der Strategie der Amerikaner als Hauptgegner aller Veränderungen auf globaler Ebene anzupassen.


Nach Trump-Sieg: China stellt sich auf erbitterte Rivalität mit USA ein





Nach Trump-Sieg: China stellt sich auf erbitterte Rivalität mit USA ein






Eine schlechte Nachricht stellen die Ereignisse in den USA für Russlands nächsten strategischen Partner, die Volksrepublik China, dar. Vor allem deswegen, weil Peking sämtliche Kräfte und Ressourcen in die Politik einer langsamen Auszehrung der USA im wirtschaftlichen Wettbewerb, der Jahrzehnte hätte dauern sollen, investierte. Die Chinesen sind im Prinzip sehr zufrieden mit den Demokraten im Weißen Haus, mit ihrer Trägheit, ihrer Unfähigkeit, außergewöhnliche Entscheidungen zu treffen, und ihrer Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Konkurrenz. Auf diesem Gebiet fühlen sich die Chinesen sicher und sind bereit, jahrelang zu verhandeln und teilnahmslos zuzusehen, wie die Mächte ihren Hauptkonkurrenten um die Ressourcen der Menschheit langsam aufgeben. Kamala Harris und ihr Team schienen aus dieser Perspektive ein sehr vielversprechender Partner für China zu sein.

Trump wird den wirtschaftlichen Wettbewerb mit China härter machen, Handelskriege beginnen und versuchen, Peking zu irgendeiner ehrenhaften Kapitulation zu zwingen. Für Russland könnte die Gefahr hier sowohl in einer starken Eskalation der chinesisch-amerikanischen Rivalität als auch in einem erzwungenen Rückzug Chinas unter dem Ansturm von Trump und seinem Team bestehen. China ist für eine direkte (oder durch Taiwan vermittelte) militärische Konfrontation mit den Vereinigten Staaten ebenfalls schlecht gerüstet und fürchtet sie in gewisser Weise sogar.

Im Gegensatz zu Russland und den USA ist die nukleare Abschreckung zwischen Washington und Peking noch nicht voll in Kraft. Daher besteht die Möglichkeit, dass die Chinesen als eine rein friedliche Zivilisation einen Kompromiss vorziehen werden. Das mag für Russland nicht sehr günstig sein, wenn auch nicht dramatisch. China wird ohnehin nicht unser Gegner werden, und Russland erhält so oder so keine direkte militärische Unterstützung von ihm.

Für Westeuropa ist das, was jetzt geschieht, ein schwerer Schock. Die Staats- und Regierungschefs von Ländern wie Frankreich oder Deutschland, ganz zu schweigen von den weniger bedeutenden Europäern, stützen ihre Zukunftsvisionen auf die Möglichkeiten, die die Vereinigten Staaten ihnen persönlich bieten. Dies ist der Hauptgrund dafür, dass die europäische Außenpolitik in den letzten Jahren zu einer Ableitung der amerikanischen Außenpolitik geworden ist: Der Prozess, der nach dem Zweiten Weltkrieg begann, hat endgültige Formen angenommen. Schwerwiegende interne Veränderungen in Amerika bedeuten nicht, dass die USA ihre Kontrolle über ihre Satelliten in der Europäischen Union lockern werden. Aber diese Kontrolle könnte jetzt viel weniger nachgiebig und anspruchsvoller sein als zuvor.


Trump wird wieder US-Präsident: Was heißt das für Deutschland?



Trump wird wieder US-Präsident: Was heißt das für Deutschland?






Mit anderen Worten: Wenn die Amerikaner zuvor die politische Bedeutungslosigkeit Europas mit relativem Feingefühl ausgenutzt haben, so werden sie es jetzt auf grobe Weise und ohne Gegenleistung tun. Es ist sehr wahrscheinlich, wenn auch nicht garantiert, dass die außenpolitische Position Europas nach 2024 vollständig von der berühmten Redewendung "wehe den Besiegten" bestimmt wird.

Unter Trump und seinen ideologischen Anhängern kann die EU nicht mehr darauf zählen, ein relativ gleichberechtigter, wenn auch schwächerer Partner zu sein. Früher gaben die Demokraten den europäischen Führern die Möglichkeit, mit Sitzen im Vorstand zu rechnen: Jetzt können sie nur noch auf mittlere Führungspositionen hoffen.

Für Russland hat das, was mit seinen Nachbarn im Westen passiert, keine große Bedeutung. Europa als globaler Partner gehört der Vergangenheit an. Und Russlands neue Strategie in Bezug auf die EU sollte von dieser Grundlage ausgehen, und nicht von früheren Erwartungen, dass die Alte Welt auf eine wundersame Weise eine eigenständige Stimme in internationalen Angelegenheiten erhalten werde. Viel wichtiger ist es, wie sich Trumps Politik auf Russlands unmittelbaren Nachbarn auswirkt. Im Fall Kiews können sich die Folgen als besonders dramatisch erweisen, für Transkaukasien wird sich kaum etwas ändern, und zentralasiatische Staaten können mit einem gewissen Nachlassen des Drucks auf sie wegen ihrer Verbindungen zu Russland rechnen.

Mit Ausnahme der Europäer und der Vertreter des Kiewer Regimes hoffen alle, dass die Rahmenbedingungen für die Verwirklichung ihrer eigenen Ziele günstiger werden, wenn Trump auf wundersame Weise zu einer Einigung mit Russland in der Ukraine-Frage kommt. Allerdings könnten sich alle in ihren Erwartungen täuschen.

Die Besonderheit der US-Außenpolitik besteht gegenwärtig darin, dass sie eine umfassende innere Krise und eine qualitative Transformation erlebt. Wie diese aussehen wird, weiß niemand. Vor allem ist unbekannt, wie der neue Staatschef der USA in der Praxis das umsetzen wird, was er während seiner Wahlkampagne versprochen hat.

Übersetzt aus dem Russischen. Zuerst erschienen am 6. November 2024 bei Wsgljad.

Timofei W. Bordatschow, Jahrgang 1973, ist ein russischer Politikwissenschaftler und Experte für internationale Beziehungen, Direktor des Zentrums für komplexe europäische und internationale Studien an der Fakultät für Weltwirtschaft und Weltpolitik der Wirtschaftshochschule Moskau. Unter anderem ist er Programmdirektor des Internationalen Diskussionsklubs Waldai.


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07.11.2024

Koalitionsbruch: Was die Restkoalition Deutschland und der Ukraine aufbürdet

freedert.online, 7 Nov. 2024 16:23 Uhr, Von Gert Ewen Ungar

Mit dem Rausschmiss von Finanzminister Christian Lindner ist der Weg zur Aussetzung der Schuldenbremse frei. Kanzler Olaf Scholz plant die weitere Finanzierung des Ukraine-Krieges über die Aufnahme von Schulden. Für die Ukraine ist das eine schlechte Nachricht – und für die Deutschen auch. Der Krieg geht weiter.


Koalitionsbruch: Was die Restkoalition Deutschland und der Ukraine aufbürdetQuelle: Legion-media.ru ©

ZUMA Press, Inc.


Der Koalitionsbruch macht den Weg frei für die Finanzierung des Krieges in der Ukraine durch die Aufnahme neuer Schulden.


Die Ampelkoalition ist gescheitert. Bundeskanzler Olaf Scholz hat Neuwahlen angekündigt, es gibt ein Hin und Her um Posten und Parteizugehörigkeiten. Was auf den ersten Blick aussieht wie Chaos, folgt einer inhärenten Logik.

Mit der Wahl von Donald Trump ist klar: Die USA werden sich aus der Finanzierung des Ukraine-Krieges zurückziehen. Das hat sich auch unter Joe Biden schon angedeutet, wurde aber verhaltener kommuniziert. Trump macht keinen Hehl daraus, dass er an einer Verlängerung des Konflikts kein Interesse hat. Er werde den Krieg innerhalb eines Tages beenden, versprach er im Wahlkampf. Die Waffenlieferungen will er einstellen. Alles deutet darauf hin, dass er aus der Unterstützung der Ukraine aussteigt. Die Möglichkeit eines Endes des Konflikts wird in der EU jedoch nicht als Chance, sondern als Bedrohung wahrgenommen.


"Alles oder nichts": was das ukrainische Militär plant





Analyse

"Alles oder nichts": was das ukrainische Militär plant






Auch aus Deutschland folgte die Reaktion prompt: Ein Diktatfrieden müsse verhindert werden, war der Tenor unter den Vertretern der etablierten Parteien. Unter Diktatfrieden verstehen deutsche Politiker, dass Zugeständnisse an die Sicherheitsinteressen Russland gemacht werden. Diktatfrieden ist, wenn die Ukraine zur Neutralität zurückkehrt, die Pläne eines NATO-Beitritts aufgibt, sie die Gebiete, die sich in einem Referendum für die Abspaltung und den Beitritt zur russischen Föderation im Osten des Landes entschieden haben, dauerhaft an Russland abtritt und ein breites internationales Bündnis die Sicherheit der Ukraine garantiert.

Das ist der Vorschlag, der auf dem Tisch liegt. Deutschland lehnt ihn ab. Die Ukraine könne dem nicht zustimmen und müsse weiterkämpfen. Dafür brauche es deutsche Unterstützung, deutsche Waffen und deutsches Geld. Dem stand bisher vor allem der Finanzminister entgegen, der auf die Einhaltung der Schuldenbremse drängte. Er hat ganz nach dem Blindes-Huhn-Prinzip aus falschen Gründen versehentlich das Richtige getan.

Mit dem Rausschmiss von Christian Lindner als Finanzminister ist nun der Weg frei für das Aussetzen der Schuldenbremse. Der Kanzler hat es angekündigt, die Erhöhung der Unterstützung der Ukraine ist das Ziel. An einer Verhandlungslösung hat er weiterhin kein Interesse. Der Krieg soll von Deutschland finanziert und in die Länge gezogen werden. Für die Ukraine ist der Bruch der Ampelkoalition daher eine schlechte Nachricht.

Sicherlich, auch Lindner ist kein Russlandfreund. Auch Lindner verbreitet Desinformation über Russland und ist der deutschen Propaganda hörig. Dem Narrativ vom brutalen Überfall Russlands auf die Ukraine ohne Grund und Anlass hängt auch er an. Aber sein Beharren auf die Einhaltung der Schuldenbremse hatte für die Ukraine den Vorteil, dass die Verlängerung des Kriegs und damit die Zerstörung des Landes für Deutschland nicht finanzierbar war. Dieser der finanz- und geldpolitischen Naivität Lindners geschuldete Schutz der Ukraine entfällt nun. Der Frieden aus Gründen deutscher Sparsamkeit fällt aus.


Einwegticket nach Kiew für Annalena – bevor Deutschlands Wirtschaft unwiederbringlich verkümmert




Meinung

Einwegticket nach Kiew für Annalena – bevor Deutschlands Wirtschaft unwiederbringlich verkümmert





Die rot-grüne Übergangsregierung bleibt weiter unrealistischen militärischen Zielen verpflichtet. Sie setzt trotz der täglichen Verluste an Mensch und Material noch immer auf einen Sieg der Ukraine über Russland. Für das unrealistische Ziel einer strategischen Niederlage will sie sich verschulden. Deutschland verlängert den Krieg, erhöht die Anzahl der Opfer und betreibt die weitere Zerstörung der Ukraine. Einen Plan B gibt es weiterhin nicht.

Dabei ist schon heute klar, dass es früher oder später auf den von einer breiten internationalen Allianz unterstützten Vorschlag einer neutralen Ukraine hinauslaufen wird. Er hat das Potenzial, den Konflikt dauerhaft zu befrieden, und bietet die Grundlage dafür, eine neue, stabile Sicherheitsarchitektur für Europa zu schaffen. Ein Sieg über Russland mit einer in der Folge zerfallenden Russischen Föderation an den Grenzen der EU bietet diese Möglichkeit nicht.

Der unbedingte Wille der rot-grünen Restkoalition zum Krieg wird die Ukraine nicht zum Sieg führen und am Ausgang des Konflikts nichts ändern. Dass Deutschland jede Chance auf eine Verhandlungslösung nicht nur verstreichen lässt, sondern sich aktiv gegen Frieden einsetzt, ist im Gegenteil für die Zukunft Deutschlands eine schwere Bürde. Das Land ist zum Lernen aus der eigenen Geschichte und zum Frieden unfähig, bricht seine völkerrechtlichen Verpflichtungen aus dem Zwei-plus-Vier-Vertrag und setzt auf militärische statt auf diplomatische Lösungen. Dass es für diesen zivilisatorischen Rückfall auch noch bereit ist, sich zu verschulden, kommt als Tüpfelchen auf dem I lediglich obendrauf.


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RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

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07.11.2024

Liveticker Regierungskrise: Merz zu Scholz: Kooperation nur, wenn Ampel schnell weg ist

freedert.online, 7 Nov. 2024 14:55 Uhr

Die ebenso unbeliebte wie handlungsunfähige Ampel-Koalition ist gescheitert. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) entlässt Finanzminister Christian Lindner und weitere Kabinettsmitglieder. Zuvor hatten sich SPD, FDP und Grüne über die Wirtschaftspolitik zerstritten.


Liveticker Regierungskrise: Merz zu Scholz: Kooperation nur, wenn Ampel schnell weg istQuelle: AP © Markus Schreiber


Friedrich Merz (CDU)


Die Ampel-Koalition in Berlin ist geplatzt. Für Deutschland wird der Weg zu Neuwahlen frei. Noch ist nicht klar, wie der beschritten werden soll. Friedrich Merz fordert, dass Olaf Scholz schon in der kommenden Woche die Vertrauensfrage stellt. Alle Entwicklungen in unserem Liveticker.

  • 7.11.2024 15:52 Uhr

15:52 Uhr

Scholz reist wegen Ampel-Aus nicht zur Weltklimakonferenz in Baku

Nach dem Bruch der Ampel hat Kanzler Scholz seine Reise zur UN-Klimakonferenz in Baku abgesagt. Das teilte ein Regierungssprecher am Donnerstag auf Anfrage in Berlin mit. Scholz wollte eigentlich an diesem Montag in die aserbaidschanische Hauptstadt fliegen und dort am Dienstag an den Beratungen teilnehmen. 

Nächste Woche will sich Kanzler Olaf Scholz per Regierungserklärung an den Bundestag wenden, wie BILD erfuhr.

  • 15:06 Uhr

    Merz zu Scholz: Kooperation nur, wenn Ampel schnell weg ist

    Kanzler Olaf Scholz und Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz berieten eine halbe Stunde lang über den Fahrplan nach dem Bruch der Ampelregierung. Nach BILD-Informationen machte Merz Scholz eines klar:

    "Wir reden nur, wenn klar ist, dass Sie schnell weg sind!"

    Merz machte im Gespräch mit dem Kanzler deutlich, dass die Union erwartet, dass es in Deutschland nun keine mehrere Monate dauernde Hängepartie geben kann. Die Lage in Deutschland, Europa und der Welt erfordern eine innen- wie außenpolitisch handlungsfähige Bundesregierung.

    Man könne über für das Land unaufschiebbare Entscheidungen reden – aber vorher müsse klar sein, dass Scholz so schnell wie möglich im Bundestag die Vertrauensfrage stellt. Noch in diesem Jahr. Noch in der nächsten Woche.

    Der Bundeskanzler will aber Berichten zufolge am Zeitplan für die Vertrauensfrage im kommenden Jahr festhalten. Das Gespräch endete damit ohne Ergebnis. 

  • 15:00 Uhr

    CDU-Ministerpräsidenten fordern von Scholz Neuwahlen

    Mehrere christdemokratische Ministerpräsidenten haben sich ihrem Parteichef Friedrich Merz angeschlossen und schnelle Neuwahlen gefordert.

    Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst sagte, "sofortige Neuwahlen wären ein Akt der politischen Vernunft". Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther forderte ebenfalls eine rasche Neuwahl des Bundestags. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff mahnte, es sei eine handlungsfähige Bundesregierung nötig, die eine eigene Mehrheit habe. Neuwahlen im März 2025 seien zu spät. 

    Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher hingegen nannte die Forderung nach schnellen Neuwahlen verantwortungslos. Tschentscher, wie Scholz ein Sozialdemokrat, sagte, vorher seien dringende Entscheidungen zu treffen. 

  • 14:45 Uhr

    Özedemir bestätigt Doppel-Funktion

    Bundesagrarminister Cem Özdemir wird bis zu den Neuwahlen auch das Bildungs- und Forschungsministerium übernehmen, so der Spiegel. Özdemir bestätigte vorher kursierende Gerüchte persönlich vor Journalisten.

    Vizekanzler Robert Habeck habe ihn "nach Abstimmung mit dem Bundeskanzler gebeten, die Leitung des Ministeriums mit zu übernehmen", so der Grünen-Politiker.

    Sein Amt als Agrarminister werde er demnach parallel fortführen.

  • 14:20 Uhr

    Özdemir soll zusätzlich Bildungsministerium übernehmen - Wissing zusätzlich das Justizministerium

    Die Entlassungszeremonie der FDP-Ministerinnen und Minister im Schloss Bellevue hat begonnen.

    Gleichlautende Medieninformationen lauten, dass der Grünen-Politiker und Landwirtschaftsminister Cem Özdemir zusätzlich das Ministerium für Bildung und Forschung übernehmen soll, welches zuvor die zurückgetretene Bettina Stark-Watzinger inne hatte.

    Laut Stern- und Bild-Informationen soll der mittlerweile parteilose Volker Wissing neben dem Verkehrsministerium auch das Justizministerium übernehmen und damit Marco Buschmann ablösen.

    Am Ende der Verabschiedung der Ex-Minister bestätigt Steinmeier dann Wissing als neuen Justizminister. Als Nachfolge Lindners im Finanzressort wurde anschließend dann auch Jörg Kukies (SPD) vereidigt.

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bedankt sich zuvor bei den FDP-Ministern, "die neben ihm stehen, ebenso wie Kanzler Olaf Scholz". Der Stern zitiert den Bundespräsidenten mit den Worten:

    "'Leicht wird es keinem von Ihnen fallen, jetzt unabgeschlossene Projekte liegen lassen zu müssen'. Er wünsche den FDP-Ministern alles Gute."

    Der Spiegel kommentiert zur Zeremonie:

    "Beim anschließenden Fototermin gab es steinharte Gesichter. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) blickte weit am Rand stehend verkniffen, Lindner mochte zunächst kaum zum ehemaligen Parteifreund Wissing aufrücken."     RT

  • 14:12 Uhr

    "So. Doof" - Der Spiegel erfuhr, mit welchen Sätzen Scholz seinen Finanzminister am gestrigen Abend bedachte

    Der Spiegel berichtet über den Ablauf des Ampel-Endes am gestrigen Abend. In Koalitionskreisen hieß es demnach, Lindner habe beim Krisentreffen im Kanzleramt zuerst Neuwahlen vorgeschlagen, Scholz dies aber abgelehnt. Die FDP habe daraufhin um eine Unterbrechung gegeben.

    Scholz habe nach den Forderungen und Ankündigungen seitens Lindners, dass er eine Abweichung von der Schuldenbremse nicht mittragen würde, wörtlich seinem FDP-Minister mitgeteilt:

    "Dann, lieber Christian, möchte ich nicht mehr, dass Du meinem Kabinett angehörst und werde morgen früh dem Bundespräsidenten mitteilen, dass Du entlassen wirst."

    Weiter heißt es demnach laut der Quelle:

    "Lindner habe gesagt, dann gebe es immerhin Klarheit. Daraufhin habe etwa zehn Sekunden Schweigen geherrscht, bis Scholz gesagt habe: 'So. Doof.'"

  • 13:50 Uhr

    GEZ-Gebührenjournalismus

    Der stellvertretende Studioleiter des ARD-Hauptstadtstudios berichtet:

  • 13:44 Uhr

    LGBTQ+-Gemeinde fürchtet durch Ampel-Ende das Aus für mehrere regierungsunterstützte politische Ziele

    Mit dem gestrigen Ende der Ampelkoalition "gelangen auch alle noch angedachten LGBTI*-Projekte ins Abseits, allen voran die geplante Reform des Abstammungsrechts", so die Webseite Schwulissimo ernüchtert resümierend

    Demnach "bereits vorab kaum mehr denkbar", drohe nun zudem die Gefahr des Scheiterns einer anscheinend geplanten "Grundgesetzänderung mit dem Passus der 'sexuellen Identität', der die Rechte von LGBTI*-Menschen noch stärker rechtlich schützen hätte sollen".

    Bezogen auf drohende angepasste Haushaltspläne und Budgetkürzungen lauten die Befürchtungen des Weiteren:

    "Ebenso sehr fraglich bleibt, ob und wie der angedachte Nationale Aktionsplan für mehr Akzeptanz von LGBTI*-Menschen überhaupt noch umgesetzt werden wird, erste Projekte waren frühestens für 2025 eingeplant."

    Die queer-politische Sprecherin der Linksfraktion, Kathrin Vogler, zeige sich laut dem Artikel "in einem ersten Statement kämpferisch und vorausschauend" mit Blick auf die angekündigten Neuwahlen, bei denen jedoch die Partei mehr als realistisch den erneuten Einzug in den Bundestag verpassen könnte. Vogler erklärte:

    "Trump ist gewählt, die Ampel ist aus. Wir sind bereit, den Kampf aufzunehmen. Challenge accepted! Gegen den Rechtsruck hilft nur entschlossene linke Politik. Für ein Land, in dem Würde groß geschrieben und niemand zurückgelassen wird." 

  • 13:05 Uhr

    Christian Lindner: Vertrauensfrage sofort - Koalitionsbruch ging vom Kanzler aus

    Der geschasste Finanzminister Christian Lindner erklärte sich am Vormittag vor der Hauptstadtpresse. Lindner stellte wörtlich einleitend fest, dass ihn die letzten Wochen der Ampel "menschlich betroffen gemacht haben, ich habe gelitten, dass ich oft nicht sagen konnte: 'Wir werden jetzt handeln, wir werden das Notwendige tun'."

    Demnach habe er SPD-Kanzler Olaf Scholz "bereits am Sonntag Neuwahlen vorgeschlagen", falls sich die Koalition weiterhin zu seinem Positionspapier nicht einigen könnte.

    Zum Thema der Neuverschuldung, unter für Lindner dann fadenscheinigen Begründungen seitens Scholz', erklärte Lindner in Anwesenheit der ebenfalls geschassten FDP-Bundesminister:

    "Mit einem so fahrlässigen Umgang mit dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland hätte ich meinen Amtseid verletzt. Das wusste der noch amtierende Bundeskanzler. Das dennoch ultimativ von mir zu verlangen, war der vorsätzliche Bruch der Koalition. Deshalb ist es gut, dass das Land nun eine neue Wahl hat."

    Lindner kritisiert dann zusehends offensiver in der Wortwahl den Kanzler dafür, dass dieser laut Ankündigung erst im Januar die Vertrauensfrage stellen und Neuwahlen ermöglichen will. Lindner wörtlich:

    "Das Bundeskanzleramt darf keine Wahlkampf-Zentrale werden. Unser Land braucht eine Regierung, die nicht nur amtieren, sondern agieren kann. Das richtige für unser Land wäre die sofortige Vertrauensfrage und Neuwahlen."

  • 12:48 Uhr

    EU-Partner besorgt auf Gipfel in Budapest
    "Europa ist nicht stark ohne ein starkes Deutschland", sagte EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola vor dem Gipfeltreffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft in Budapest, der neben der EU auch Großbritannien, die Türkei und weitere Länder angehören. Der finnische Regierungschef Petteri Orpo nannte schnelle Neuwahlen in Deutschland "sehr wichtig".

    NATO-Generalsekretär Mark Rutte gab sich dagegen unbesorgt. Deutschland könne weiterhin seine Verpflichtungen in der Verteidigungs- und Außenpolitik erfüllen, sagte der Niederländer. "Olaf Scholz ist eine starke Führungspersönlichkeit", sagte Rutte.

  • 12:45 Uhr

    Bananenrepublik mit Hang zu Masochismus – Sacharowa kommentiert Ampel-Zusammenbruch

    Der Zusammenbruch der deutschen Regierungskoalition hat das Hauptproblem des modernen politischen Systems der BRD offengelegt – es ist eine klassische "Bananenrepublik". Der Begriff ist übrigens amerikanisch – er wurde erstmals 1904 von O. Henry verwendet. Kein anderer Staat auf der Welt hat nach den Ergebnissen der US-Wahlen am selben Tag damit begonnen, die eigene Regierung umzubilden. Außer Deutschland.

    Was haben Sie gewollt? Berlin hat es versäumt, das russische Gas zu behalten, das für seine Bürger und seinen Industrie- und Wirtschaftskomplex lebenswichtig ist, hat die Gelegenheit verpasst, das Tempo des Wirtschaftswachstums beizubehalten, sieht gehorsam der Abwanderung seiner Industrien und Unternehmen in die USA zu - solange es Washington gefällt.

    Und zu all diesem Masochismus hat Berlin aufgehört, so zu tun, als ob die deutsche Regierung autonom wäre und als ob sie nicht der Vizekönig der amerikanischen Neoliberalen in der Europäischen Union wäre.

  • 12:30 Uhr

    Jugendverband der Werte Union mit Meme gegen Scholz

    Die Werteunion wurde unter dem Namen Freiheitlich-Konservativer Aufbruch im März 2017 im baden-württembergischen Schwetzingen gegründet. Der ehemalige Chef des Verfassungs­schutzes, Hans-Georg Maaßen, ist seit 2023 der Vorsitzende. Im Januar 2024 trat Maaßen aus der CDU aus. 

    Die offizielle Jungendorganisation der Partei veröffentlichte am 6. November, nach Bekanntwerden vom Ende der Ampel, folgendes X-Posting:

  • 12:12 Uhr

    "Gut, dass das Trauerspiel der Ampel-Koalition jetzt zu Ende ist"

    So die unmissverständliche Kritik seitens des Deutschen Richterbunds (DRB). Bundesjustizminister Buschmann bat mittlerweile Bundeskanzler Scholz offiziell um seine Entlassung aus dem Amt. Das teilte das Justizministerium am Vormittag mit.

    Weiter heißt es in dem Bild-Artikel, in dem DRB-Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn den Ex-Justizminister scharf attackiert:

    "Gut, dass das Trauerspiel der Ampel-Koalition jetzt zu Ende ist. Das dysfunktionale Dreierbündnis hat das Land nur noch politisch gelähmt. Der Bundesjustizminister hat der Justiz bei seinem Amtsantritt viel versprochen und dann drei Jahre lang wenig geliefert, weil die FDP dringend notwendige Investitionen in eine effektive Strafverfolgung und für mehr Sicherheit im Land bis zuletzt blockiert hat."

    Rebehn fordere daher "jetzt schnell einen neuen Aufbruch und neue Dynamik für Deutschland". Die künftige Bundesregierung müsse "rasch den Bund-Länder-Pakt für einen starken Rechtsstaat auf dem Weg bringen, den die Ampel nicht hinbekommen hat". 

  • 12:10 Uhr

    Innenministerin Nancy Faeser übernimmt doch nicht Justizressort

    Die hauptstädtische Gerüchteküche sorgte am frühen Morgen für Irritationen, da es laut Medienbericht hieß, dass Faeser kommissarisch die Amtsgeschäfte im Justizministerium von FDP-Mann Marco Buschmann übernehmen könnte. Dazu informierte das Magazin Der Spiegel kurze Zeit später:

    "Regierungskreise haben nun gegenüber dem Spiegel den Bild-Bericht dementiert. Unter anderem Verfassungsressorts wie etwa das Justizministerium und das Innenministerium dürfen demnach gar nicht von ein und derselben Person geleitet werden."

    Faeser gab dann am Vormittag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zu Protokoll:

    "Die deutsche Bevölkerung muss sich aus Sicht von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) keine Sorgen machen, was Sicherheit und Stabilität angeht. 'Wir sind und bleiben voll handlungsfähig'. Die Entscheidung des Kanzlers sei 'konsequent und richtig und zeugt von Verantwortung für unser Land in schwierigen Zeiten'."

    Ihre eindeutige Kritik am Ex-Regierungspartner FDP lautet nun offen formuliert, dass diese "viel zu oft reine Partei-Ideologie vertreten hat, statt pragmatische Entscheidungen zu treffen". Faeser repostete zudem diesbezüglicher Wahrnehmung die gestrige X-Mitteilung ihres Parteikollegen Olaf Scholz:

  • 11:55 Uhr

    Der baldige Ex-Grünen-Chef Omid Nouripour wünscht sich Robert Habeck als Kanzlerkandidaten

    Nouripour war geladener Gast im "ntv-Frühstart", wo er zur Fortsetzung der grünen Regierungsbeteiligung und Kanzler-Plänen seines Parteikollegen Habeck zu Protokoll gab:

    "Ich würde mich freuen, wenn er derjenige wäre, den wir ins Rennen schicken."

    Er glaube zudem, Habeck sei "ein gutes Angebot" an die Bürger. Deutschland brauche für sein Verständnis "auch einen modernen Kanzlerkandidaten". Ob dabei der Wirtschaftsminister seine anvisierte Kanzlerkandidatur aufgrund der jüngsten politischen Ereignisse final noch am Donnerstag oder Freitag dieser Woche verkünden wird, ließ der scheidende Parteichef dabei aber offen. 

    Zum Ende der Ampelregierung kommentierte Nouripour: "Die Stimmung war sehr gefasst".

  • 11:40 Uhr

    Bundespräsident Steinmeier beruhigt die Bürger: "Ende der Koalition nicht das Ende der Welt"

    Wie seitens desBundespräsidialamts am Morgen angekündigt, meldete sich nun auch Präsident Frank-Walter Steinmeier zu Wort, um der Bevölkerung seine persönliche Wahrnehmung zu der politischen Erosion in Berlin kundzutun. So erklärte er, dass für solche Dynamiken "unsere Verfassung Vorkehrungen getroffen hat". Weiter heißt es unter anderem wörtlich seitens Steinmeier:

    "Das Ende einer Koalition ist nicht das Ende der Welt. Es ist eine politische Krise, die wir hinter uns lassen müssen – und werden. Unser Land braucht stabile Mehrheiten und eine handlungsfähige Regierung. Das wird mein Prüfungsmaßstab sein. Es ist nicht die Zeit für Taktik und Scharmützel. Ich erwarte von allen Verantwortlichen, dass sie der Größe der Verantwortung gerecht werden."

    Die gesamte Ansprache dauerte laut Bild "zwei Minuten und 35 Sekunden" und wurde von der Redaktion als "Wischi-Waschi-Rede" bezeichnet.

    Den Entlassungsersuchen aller FDP-Minister, mit Ausnahme von Volker Wissing, der nun als parteiloser Minister der Restregierung weiterhin angehören wird, werde er entsprechend zustimmen.

    Er stehe zudem laut dpa-Mitteilung "auch bereit, über Neuwahlen zu entscheiden, falls der Bundeskanzler ihm dies nach einer gescheiterten Vertrauensfrage vorschlage". Laut Grundgesetz muss der Bundespräsident über die Auflösung des Bundestags entscheiden, wenn dieser dem Kanzler das Vertrauen entziehe. "Ich stehe zu dieser Entscheidung bereit", so Steinmeier.

  • 11:20 Uhr

    SPD forderte Ausnahme von der Schuldenbremse
    Politico hat ein Papier veröffentlicht, das die SPD am Mittwoch den Koalitionspartnern unterbreitet haben soll. Darin fordern die Sozialdemokraten, die Schuldenbremse erneut auszusetzen und die Ausgaben, die mit dem Ukraine-Krieg im Zusammenhang stehen, durch zusätzliche Schulden zu finanzieren. "Nur auf diesem Wege können die nötigen zusätzlichen Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft ermöglicht, zugleich der soziale Zusammenhang gewahrt und dennoch eine schuldenregelkonformer Bundeshaushalt aufgestellt werden", heißt es.

  • 11:10 Uhr

    Industrie will schnellstmöglich neue Regierung
    Industriepräsident Siegfried Russwurm fordert rasch stabile Verhältnisse. "Angesichts der weltpolitischen Lage und der schlechten wirtschaftlichen Entwicklung des Standorts Deutschland brauchen wir jetzt so schnell wie möglich eine neue, handlungsfähige Regierung mit eigener parlamentarischer Mehrheit", sagt der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). "Anhaltende Unsicherheit, wer Deutschland mit welchem Programm regiert, schadet dem Land und dem Wirtschaftsstandort."

  • 11:05 Uhr

    Mit Jörg Kukies rücken erneut BlackRock-Kontakte in das engere Regierungsumfeld

    Nach anfänglichen Gerüchten, dass Vize-Kanzler Habeck auch kurzzeitig kommissarischer Finanzminister wird, informierte die ARD-Tagesschau zu den vorerst jüngsten politischen Dynamiken innerhalb der Restregierung:

    "Der Nachfolger von Finanzminister Christian Lindner wird nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios Jörg Kukies. Er ist bislang Staatssekretär im Kanzleramt und gilt als wichtiger Berater von Kanzler Scholz."

    Bevor Kukies im Jahr 2021 in das Kanzleramt wechselte, war er Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, geleitet vom vormaligen Finanzminister Olaf Scholz. Dazu heißt es in einem Artikel aus dem Jahr 2018:

    "Rechnet man das hoch, dürften also die Aktien, die Blackrock für seine Kunden allein in den 30 DAX-Konzernen hält, auf etwa 5.000 Briefkastenfirmen verteilt sein. Ob Bundesfinanzminister Olaf Scholz davon schon gehört hat? Was sagt sein Staatssekretär Jörg Kukies dazu? Kukies war vormals bei Goldman Sachs – Blackrock ist dort Großaktionär."

    Im November 2022 lautete eine themenbezogene Spiegel-Schlagzeile:

    "Bekämpfung der Energiekrise - Ehemalige BlackRock-Ökonomin Elga Bartsch wechselt ins Wirtschaftsministerium von Robert Habeck"

    Nachweislich hat zudem der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz einige Jahre für den US-Finanzriesen BlackRock gearbeitet. Merz war von 2016 bis 2020 Aufsichtsratsvorsitzender von BlackRock 'Asset Management Deutschland', einer Tochter des britischen Arms des umtriebigen US-amerikanischen Vermögensunternehmens.

  • 10:55 Uhr

    Wagenknecht: Umgehender "Einstellungs- und Beförderungsstopp" in den Bundesministerien nötig

    "Jetzt darf es nicht noch eine 'Operation Abendsonne' geben, in der die gescheiterten Ampel-Minister ihre Parteisoldaten mit Beförderungen in den letzten Wochen belohnen", teilte Wagenknecht am Morgen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin mit.

    Der Begriff "Operation Morgensonne" bezieht sich auf politische Realitäten, in denen amtierende Bundesregierungen vor einem erwarteten Regierungswechsel wohlwollend und auf Kosten der Steuerzahler "verdiente Mitarbeiter" mit höheren Besoldungsstufen und Posten belohnen.

    In Berlin hat sich die Formulierung als Synonym für fragwürdige Beförderungen mittlerweile fest etabliert.

  • 10:45 Uhr

    Außenministerin Baerbock erkennt keine Eile in der Vertrauensfrage

    Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat den gestern genannten Termin für die nun anstehende Vertrauensfrage verteidigt.

    Der 15. Januar reiche laut der "deutschen Chefdiplomatin" als Terminierung vollkommen aus, um den "Weg für einen geordneten Übergang" zu organisieren, so Baerbock im ARD-Morgenmagazin.

    "Denn Ordnung ist das Wichtigste in diesen unsicheren Zeiten", so Baerbock wörtlich für die Zuschauer erklärend.

  • 10:40 Uhr

    CDU-Chef Merz erzwingt Krisengespräch im Kanzleramt

    CDU-Chef Friedrich Merz wird laut Hauptstadtpresse um 12.30 Uhr ein Gespräch mit Olaf Scholz führen.

    Um 15 Uhr steht dann ein weiteres Gespräch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an. Zudem will der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sich noch am Vormittag zur aktuelle Entwicklung im Regierungsviertel äußern.

    Er werde demnach um 11 Uhr ein Statement abgeben, teilte das Bundespräsidialamt mit. Um 14 Uhr wird Steinmeier demnach mehrere Minister entlassen und einen neuen ernennen.

  • 10:30 Uhr

    Merz fordert, dass der Bundeskanzler umgehend Vertrauensfrage stellt

    Nach einer einberufenen Sondersitzung der Unionsfraktion am Donnerstagvormittag erklärte CDU-Chef Friedrich Merz vor Journalisten, dass er die "Vertrauensfrage im Bundestag" seitens Bundeskanzler Olaf Scholz "schon diese oder spätestens Anfang nächster Woche" erwarte und nicht wie gestern seitens des Kanzleramts mitgeteilt, erst im Januar.

    Merz erklärt zu seiner Forderung:

    "Wir können es uns einfach nicht leisten, jetzt über mehrere Monate hin eine Regierung ohne Mehrheit in Deutschland zu haben und anschließend über weitere Monate einen Wahlkampf und möglicherweise mehrere Wochen Koalitionsverhandlungen zu führen. Das muss jetzt schnell gehen."

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    07.11.2024

    Waldai-Treffen in Russland: Der „Globale Süden“ wird immer selbstbewusster

    Gábor Stier

    nachdenkseiten.de, 07. November 2024 um 11:00 Ein Artikel von Gábor Stier

    Die derzeitige bröckelnde Weltordnung ist veraltet, ihre Institutionen sind leer, sie dienen nur der Aufrechterhaltung der Hegemonie des Westens – und der nichtwestliche Teil der Welt akzeptiert dies nicht mehr. Er fordert Gleichberechtigung und ein Mitspracherecht bei der Gestaltung des Weltgeschehens. Auf der 21. Jahreskonferenz des Diskussionsklubs Waldai Anfang November im Süden Russlands sagten die Redner, sie würden auch die modernen Formen des Kolonialismus ablehnen. Sie seien doch die globale Mehrheit, mit deren Potenzial jetzt gerechnet werden müsse. Der ungarische Auslandsjournalist und Gründungs-Chefredakteur des Fachportals Moszkvater, Gábor Stier, ist vor Ort und berichtet über das Treffen. Aus dem Ungarischen übersetzt von Éva Péli.

    Anlässlich seines 20-jährigen Bestehens haben sich die Mitglieder des Waldai-Klubs zum 21. Mal getroffen, um ihre Gedanken über den Wandel der Weltordnung auszutauschen. In einer zu dem internationalen Treffen vorbereiteten Studie geht es vor allem um die Frage, wie eine stabile Weltordnung erreicht werden kann. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass sich die Welt auf eine polyzentrische Ordnung zubewegt, sie jedoch nicht auseinanderfällt, sondern ihre Einheit bewahrt. Daher müssen die Herausforderungen auch gemeinsam angegangen werden.

    Der Westen kann nicht mehr bestimmen, in welche Richtung die Welt gehen soll. Die sogenannte globale Mehrheit, der Globale Süden, akzeptiert diesen Ansatz nicht mehr. Sie bittet nicht um ein Mitspracherecht in den Angelegenheiten der Welt – sie fordert es.

    140 Experten und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus 50 Ländern kamen zusammen an der vertrauten Basis des Waldai-Klubs, dem Hotel Poljana 1389 im Gebirgsdorf Krasnaja Poljana oberhalb von Sotschi. Die Konferenz ist ein Versuch, zu zeigen, wie der „Globale Süden“ über das Weltgeschehen denkt. Es wird ebenfalls gezeigt, welche Lösungen er für die Herausforderungen bietet, vor denen wir stehen. Dementsprechend dominieren auf der Konferenz die Vertreter des Globalen Südens – genau wie im Leben, wie die Organisatoren anmerkten.

    Dieses Verhältnis hat sich nach dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine sichtbar verändert, hauptsächlich Vertreter des westlichen Blocks sind weggeblieben. Nicht nur die Veränderungen in der Welt beschleunigten diesen Prozess, sondern auch die Abkehr der westlichen Welt von Russland. Der Westen will Russland eine strategische Niederlage zufügen, scheint aber gleichzeitig die Haltung der Sowjetunion gegenüber der „imperialistischen Welt“ zu kopieren und interessiert sich nicht einmal dafür, wie sein dämonisierter Feind denkt. In einigen Ländern ist es sogar verboten, neugierig zu sein. Nicht nur, indem sie russische Medien nach sowjetischer Art blockieren, sondern auch Analysten sollten Angst haben, wenn sie einen Fuß auf russischen Boden setzen.


    Die Mehrheit der Welt fordert mehr Respekt

    Diese realitätsfremde Mentalität, die auf die nichtwestliche Hälfte der Welt herabblickt und die sich verändernden Machtverhältnisse nicht wahrnimmt, wird von Russland nicht akzeptiert. Und Moskau wird in dieser Hinsicht vom sogenannten Globalen Süden inbrünstig unterstützt.

    Wie die Redner auf der Konferenz immer wieder betonen, ist das westliche Entwicklungsmodell erschöpft, die Autorität des Westens ist geschmolzen, seine moralische Überlegenheit ist nicht mehr gerechtfertigt und er ist nicht in der Lage, der Welt eine neue Idee anzubieten. Der Neokolonialismus, der die nichtwestliche Hälfte der Welt beraubt hat, ist vorbei. Niemand kann seine Macht missbrauchen, die Wirtschaft und das Finanzsystem als Waffen benutzen, niemand kann die internationalen Institutionen im Interesse der eigenen Nation vereinnahmen, um seine Hegemonie aufrechtzuerhalten.

    Die Welt ist an einem gefährlichen Punkt angelangt, und es bedarf einer ruhigen Herangehensweise, um noch größere Schwierigkeiten zu vermeiden, als wir sie derzeit erleben. Das neue Gleichgewicht der Kräfte bildet sich langsam heraus, währenddessen werden die Spannungen andauern und Kriege sind unvermeidlich.

    Die nichtwestliche Welt spürt ihre Stärke und wird immer selbstbewusster. Wie ein malaysischer Experte sagte, können die Interessen der globalen Mehrheit nicht unter den Tisch gekehrt werden. Es müsse endlich verstanden werden, dass es nicht die Minderheit, sondern die Mehrheit ist, deren Werte nicht schlechter sind als die des Westens. Der Analyst, der die Stimmung des „Globalen Südens“ widerspiegelte, erklärte selbstbewusst, dass dieser Teil der Welt sein Schicksal selbst in die Hand nimmt und sich verbittet, als „Dritte Welt“, „Entwicklungswelt“ bezeichnet zu werden. Wie er betonte, ist dies keineswegs antiwestlich, sondern die Mehrheit der Welt fordert einfach mehr Respekt.

    Diese nichtwestliche Welt bricht mit den alten Stereotypen einer Weltordnung, die auf europäischen Traditionen und US-amerikanischen Interessen beruht – einer Ordnung, die so dysfunktional ist, dass sie nicht einmal ihre eigenen Probleme lösen kann. Sie will nichts weniger als eine gerechte, demokratische Weltordnung.

    Darüber hinaus betonen die Redner immer wieder, dass ein neues Gleichgewicht der Kräfte und eine berechenbare Weltordnung notwendig seien. Mit der Blockmentalität, dem Neoliberalismus, dem Neokolonialismus und der ausbeuterischen Mentalität, die auf die Mehrheit der Welt herabsieht, müsse gebrochen werden. All dies sei notwendig, damit sie sich gemeinsam den globalen Herausforderungen stellen können. Gelinge dies nicht, könnte dies schwerwiegende Folgen haben.


    Der Beitrag ist im ungarischen Original hier erschienen.


    Titelbild: Valdai Discussion Club


    Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik Länderberichte Veranstaltungshinweise/Veranstaltungen


    Schlagwörter:


    Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=124329


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, awie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    07.11.2024

    Europäischer Menschenrechtsgerichtshof weist Beschwerden von US-amerikanischen und deutschen Atomkraftgegnern zurück (auch in Englisch)


    aus e-mail von Marion Küpker, 7. November 2024, 14:30 Uhr


    Hallo Ihr Lieben,

    auch John's Beschwerde wurde nun abgelehnt.

    Zur weiteren Veröffentlichung kann der Text gerne benutzt werden.

    LG, Marion


    *NUKEWATCH*


    /*ZUR SOFORTIGEN VERÖFFENTLICHUNG, 30. Oktober 2024*/


    Kontakt: Marion Küpker, +49-172-771-3266, marion@gaaa@gmx.de,/**/John

    LaForge, 715-491-3813, nukewatch1@lakeland.ws


    *Europäischer Menschenrechtsgerichtshof weist Beschwerden von

    US-amerikanischen und deutschen Atomkraftgegnern zurück*


    Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat die

    Beschwerden von drei Atomwaffengegnern abgewiesen, die erfolglos gegen

    strafrechtliche Verurteilungen wegen Hausfriedensbruchs vor deutschen

    Gerichten geklagt hatten. Die Fälle gehen auf Verurteilungen wegen

    Hausfriedensbruchs und/oder Sachbeschädigung zurück, die im Anschluss an

    gewaltfreie „Go-In“-Proteste gegen die Stationierung und den drohenden

    Einsatz von US-Atombomben auf dem deutschen Luftwaffenstützpunkt Büchel

    ergangen waren.


    In seinen Entscheidungen vom 21. Oktober 2024 entschied der EGMR in

    Straßburg, dass die Beschwerden der Angeklagten keine „Verletzung der in

    der Verfassung verankerten Rechte und Freiheiten“ des Gerichtshofs

    darstellten. Der EGMR prüft Beschwerden von Einzelpersonen,

    Nichtregierungsorganisationen oder Staaten innerhalb des 46 Mitglieder

    zählenden Europarates, jedoch erst, nachdem die Antragsteller alle

    Rechtsmittel in ihrem eigenen Land ausgeschöpft haben.


    Das Gericht wies die Klagen der Deutschen Marion Küpker aus Hamburg und

    Stephanie Augustin aus Dortmund sowie von John LaForge aus Luck,

    Wisconsin, in den Vereinigten Staaten ab. Alle drei waren wegen

    Hausfriedensbruchs und/oder Beschädigung der Umzäunung des deutschen

    NATO-Stützpunkts Büchel, 130 km südöstlich von Köln, verurteilt worden.

    Gegen den Stützpunkt gibt es seit Jahrzehnten Proteste wegen seiner

    Instandhaltung und der Bereitschaft zum Einsatz der dort stationierten

    US-Thermonuklearbomben (bekannt als B61). Deutsche

    Tornado-Kampfjetpiloten auf dem Stützpunkt planen, bereiten sich vor und

    trainieren den Einsatz der Atombomben bei Angriffen gegen Russland,

    zuletzt bei der Übung „Steadfast Noon“ im Oktober^[1] .


    LaForge, ein langjähriger Co-Direktor der gemeinnützigen

    Watchdog-Organisation Nukewatch in Wisconsin, Küpker, die

    Anti-Atomwaffensprecherin des Versöhnungsbundes Deutschland, und die

    Friedensaktivistin Augustin hatten zuvor beim Bundesverfassungsgericht

    in Karlsruhe, dem höchsten deutschen Gericht, gegen ihre Verurteilung

    geklagt. Das höchste deutsche Gericht hat in insgesamt 20 Fällen von

    Atomwaffenprotesten ähnliche Beschwerden routinemäßig abgelehnt. Im

    Januar 2023 war LaForge der erste US-Bürger, der im Rahmen der

    langjährigen Kampagne des zivilen Widerstands gegen den drohenden

    Einsatz der in Büchel gelagerten US-Atombomben zu einer Haftstrafe in

    Deutschland verurteilt wurde. Die Weitergabe der US-Atombomben an

    Deutschland ist Teil einer Praxis, die oft als „nukleare Teilhabe“

    bezeichnet wird. LaForge weigerte sich, die vom Gericht verhängten

    Geldstrafen zu zahlen und wurde für 50 Tage inhaftiert. (Ein zweiter

    US-Bürger, der wegen Hausfriedensbruchs in Büchel verurteilt wurde,

    Dennis DuVall aus Prescott, Arizona, verbüßte im Jahr 2023 eine

    60-tägige Ersatzfreiheitsstrafe).


    LaForge machte in seiner Beschwerde geltend, dass die deutschen Gerichte

    gegen die Anforderungen des EGMR verstoßen und ihm das Recht verweigert

    hätten, eine vollständige Verteidigung zu präsentieren. In der

    Beschwerde, die am 9. Juni 2023 eingereicht wurde, wird argumentiert,

    dass das deutsche Gericht in Koblenz einen Fehler begangen hat, indem es

    sich weigerte, die Aussage eines Sachverständigen zu berücksichtigen,

    die seiner Meinung nach seine Verteidigung der „Verbrechensverhütung“

    bestätigt hätte. Er hatte die Aussage des renommierten Völkerrechtlers

    Francis Boyle von der Universität Illinois angeboten, der erklärt hatte,

    dass internationale Verträge jegliche Planung oder Vorbereitung von

    Atomwaffenangriffen verbieten und die „gemeinsame Nutzung“ von

    Atomwaffen durch Parteien des Atomwaffensperrvertrags von 1970

    untersagen. In der Entscheidung des EGMR wurde jedoch festgestellt, dass

    die Entscheidungen des deutschen Gerichts nicht unfair waren und „nicht

    willkürlich oder offensichtlich unvernünftig“ erschienen. Das Urteil ist

    endgültig und kann nicht angefochten werden.


    „Wir haben dem Gerichtshof die Möglichkeit gegeben, die fragwürdige

    Rechtmäßigkeit der Weitergabe von US-Atomwaffen an Deutschland zu

    prüfen. In einer Zeit, in der fast täglich über Drohungen und Risiken

    von Atomwaffenangriffen auf die Ukraine berichtet wird, hat der EGMR die

    Gelegenheit versäumt, diesen Verstoß der USA und Deutschlands gegen den

    Atomwaffensperrvertrag zu verurteilen“, sagte LaForge.


    Insgesamt haben sechs AtomkraftgegnerInnen beim EGMR Beschwerde

    eingelegt, darunter LaForge, Küpker, Augustin sowie die Deutschen Ariane

    Dettloff aus Köln und Johanna Adickes aus Emden. Der Antrag von Susan

    Crane aus Redwood City, Kalifornien, die derzeit eine 229-tägige

    Ersatzfreiheitsstrafe in der JVA Koblenz, Deutschland, verbüßt, wurde

    wegen eines Formfehlers abgelehnt. -end-


    ^[1] „NATO hält jährliche Nuklearübungen ab: Steadfast Noon“, NATO, 14.

    Oktober 2024, https://www.nato.int/cps/en/natohq/news_229447.htm; ‚/NATO

    Flexes with Simultaneous Nuclear Strike and Naval Warfare Exercises‘,

    Thomas Newdick, The War Zone, 25. Oktober 2024, //https://www.twz./

    <https://www.twz.com/air/nato-flexes-with-simultaneous-nuclear-strike-and-naval-warfare-exercises?utm_source=AM+Nukes+Roundup&utm_campaign=ce1360c1f6-EMAIL_CAMPAIGN_2018_07_25_12_19_COPY_01&utm_medium=email&utm_term=0_547ee518ec-ce1360c1f6-391880373>

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    </./" rel="noopener">https://www.twz.com/air/nato-flexes-with-simultaneous-nuclear-strike-and-naval-warfare-exercises?utm_source=AM+Nukes+Roundup&utm_campaign=ce1360c1f6-EMAIL_CAMPAIGN_2018_07_25_12_19_COPY_01&utm_medium=email&utm_term=0_547ee518ec-ce1360c1f6-391880373>/./


    *NUKEWATCH*


    */FOR IMMEDIATE RELEASE/**/, October 30, 2024/*


    Contact: *//*Marion Küpker, +49-172-771-3266,

    marion@gaaa@gmx.de,*//*John LaForge, 715-491-3813, nukewatch1@lakeland.ws


    *European Human Rights Court Rejects Complaints by U.S. and German

    Nuclear Resisters*


    The European Court of Human Rights has rejected the complaints of three

    nuclear weapons opponents who unsuccessfully appealed criminal trespass

    convictions in German courts. The cases stem from trespass and/or

    property damage convictions that followed nonviolent “go-in” protests

    against the stationing and threatened use of U.S. nuclear bombs at

    Germany’s Büchel Air Base.


    In decisions handed down October 21, 2024, the Strasbourg-based ECHR

    ruled that the defendants’ complaints failed to show “a violation of

    rights and freedoms set out in the Constitution” of the Court. The ECHR

    considers appeals from individuals, NGOs or states within the 46-member

    Council of Europe but only after applicants have exhausted all the paths

    of recourse in their own country.


    The Court rejected complaints by Germans Marion Küpker of Hamburg,

    Stephanie Augustin of Dortmund, and by John LaForge of Luck, Wisconsin,

    in the United States. All three were convicted of trespass and/or damage

    to perimeter fencing at Büchel, the German NATO base 80 miles southeast

    of Cologne. The base has been the object of decades of protests because

    of its maintenance and readiness to use U.S. thermonuclear bombs (known

    as B61s) stationed there. German Tornado fighter jet pilots at the base

    plan, prepare, and train to use the H-bombs in attacks against Russia,

    most recently in October’s “Steadfast Noon” exercise.^[1]


    LaForge, a long-time co-director of the nonprofit watchdog organization

    Nukewatch in Wisconsin, Küpker, the nuclear weapons spokesperson with

    Fellowship of Reconciliation Germany, and peace activist Augustin had

    earlier appealed their convictions to the Constitutional Court in

    Karlsruhe, Germany’s highest. The high court has routinely rejected

    similar appeals in a total of 20 separate cases of nuclear weapon

    protests. In January of 2023, LaForge became the first U.S. citizen

    ordered to prison in Germany in the long-running campaign of civil

    resistance against the threatened use of the U.S. H-bombs kept at

    Büchel. The transfer of the U.S. nuclear bombs to Germany is part of a

    practice often called “nuclear sharing.” LaForge refused to pay

    court-ordered financial penalties and was incarcerated for 50 days. (A

    second U.S. citizen convicted of trespassing at Büchel, Dennis DuVall

    formerly of Prescott, Ariz., served 60 days in prison in 2023.)


    LaForge argued in his complaint that the ECHR’s judicial requirements

    were violated by the German courts which he claimed had denied him the

    right to present a complete defense. The complaint, filed June 9, 2023,

    argued that the German trial court in Koblenz erred by refusing to

    consider expert witness testimony, which he claimed would have

    corroborated his defense of “crime prevention.” He had offered the

    testimony of the eminent international law scholar Francis Boyle of the

    University of Illinois who has said that international treaties prohibit

    any planning or preparation for nuclear weapons attacks and forbid

    nuclear weapons “sharing” by parties to the 1970 Nonproliferation

    Treaty. However, the ECHR decision found that Germany’s trial court’s

    decisions were not unfair and did “not appear arbitrary or manifestly

    unreasonable”. The ruling is final and is not subject to appeal.


    “We gave the Court a chance to examine the questionable legality of

    transferring U.S. nuclear weapons to Germany. At a time when threats and

    risks of nuclear attacks over Ukraine are reported almost daily, the

    ECHR ducked the opportunity to condemn this U.S./German violation of the

    Nonproliferation Treaty,” LaForge said.


    A total of six nuclear resisters have filed complaints with the ECHR

    including LaForge, Küpker, Augustin, along with Germans Ariane Dettloff

    of Cologne, and Johanna Adickes of Emden. Susan Crane from Redwood City,

    California, who is currently serving a 229-day prison sentence in JVA

    Koblenz, Germany, had her application dismissed on a technicality. -end-


    ^[1] “NATO holds annual nuclear exercise: Steadfast Noon”, NATO, Oct.

    14, 2024, https://www.nato.int/cps/en/natohq/news_229447.htm; “/NATO

    Flexes with Simultaneous Nuclear Strike and Naval Warfare Exercises,”

    Thomas Newdick, The War Zone, Oct. 25, 2024,

    //https://www.twz.com/air/nato-flexes-with-simultaneous-nuclear-strike-and-naval-warfare-exercises?utm_source=AM+Nukes+Roundup&utm_campaign=ce1360c1f6-EMAIL_CAMPAIGN_2018_07_25_12_19_COPY_01&utm_medium=email&utm_term=0_547ee518ec-ce1360c1f6-391880373/

    </./" rel="noopener">https://www.twz.com/air/nato-flexes-with-simultaneous-nuclear-strike-and-naval-warfare-exercises?utm_source=AM+Nukes+Roundup&utm_campaign=ce1360c1f6-EMAIL_CAMPAIGN_2018_07_25_12_19_COPY_01&utm_medium=email&utm_term=0_547ee518ec-ce1360c1f6-391880373>/./


    --

    Nukewatch

    740A Round Lake Road

    Luck, WI 54853

    (715) 472-4185

    www.nukewatchinfo.org <http://www.nukewatchinfo.org>


    --

    Marion Küpker

    Friedensreferentin beim deutschen Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes


    Beckstr. 14

    20357 Hamburg - Germany

    Tel.: +49 (0)172 771 32 66

    mariongaaa@gmx.de

    www.versoehnungsbund.de



    Aufgaben und Funktionen:


    • Sprecherin des Kampagne des Aktionsbündnises "atomwaffenfrei.jetzt!":

    www.buechel-atombombenfrei.de und www.atomwaffenfrei.de

    • Koordinatorin der Gewaltfreien Aktion Atomwaffen abschaffen: www.gaaa.org


    Auszeichnungen:


    • Trägerin des Aachener Friedenspreises 2019 für die Kampagne Büchel ist überall! atomwaffenfrei.jetzt: www.aachener-friedenspreis.de

    •       Oberhausener Preis des Kirchenkreises Oberhausen 2018 für die Kampagne Büchel ist überall!

             atomwaffenfrei.jetzt und den Initiativkreis gegen Atomwaffen.

             www.atomwaffenfrei.de/home/artikel/b1bacf1952ded57ebfffc2e7088261f8/-c4dfbb432a.html


    Mitglied in den Frauenorganisationen:


    • Sisters. e.V.: https://sisters-ev.de.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, awie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    07.11.2024

    Heute im Bundestag: Umstrittener Antisemitismus-Antrag angenommen

    aus e-mail von Clemens Ronnefeldt, 7. November 2024, 13:58 Uhr


    Liebe VB-Mitglieder,


    alle Proteste konnten die Annahme der Resolution im Bundestag nicht verhindern,

    waren aus meiner Sicht aber dennoch sehr wichtig und bleiben dies auch.


    Besorgte Grüße


    Clemens


    ----



    https://www.rnd.de/politik/antisemitismus-antrag-vom-bundestag-angenommen-4OQXQBC7YVDW5CHYVQNNJJ2EKY.html


    Erste Plenarsitzung nach Ampel-Aus


    Verzögertes Zeichen gegen Judenhass:


    Umstrittener Antisemitismus-Antrag angenommen


    Der Antisemitismus-Antrag der Ampelkoalition und Union wurde heute vom

    Bundestag angenommen. Der Resolution gingen monatelange Verhandlungen

    und Kritik voraus. In dem Antrag geht es darum, wo Antisemitismus

    anfängt und wie man ihm einen Riegel vorschiebt.


    07.11.2024, 12:30 Uhr


    Berlin. Der Bundestag hat in seiner ersten Plenarsitzung nach dem

    Ampel-Aus mit breiter Mehrheit einen Antrag mit dem Titel „Nie wieder

    ist jetzt: Jüdisches Leben in Deutschland schützen, bewahren und

    stärken“ verabschiedet. Der Inhalt des Antrags, den SPD, Grüne, FDP

    und Union gemeinsam erarbeitet haben, ist zwar nicht

    rechtsverbindlich, dürfte aber politische Wirkung entfalten.


    Für ihn stimmten, wie Bundestagspräsidentin Bärbel Bas verkündete, CDU/CSU,

    SPD, Grüne und FDP sowie die AfD. Dagegen votierten demnach das

    Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW). Die Gruppe Die Linke enthielt sich.


    Mit dem Antrag werde klargestellt, dass es „auch in den Reihen von

    Kunst, Kultur und Medien“ keinen Platz für Antisemitismus gebe, sagte

    Michael Breilmann (CDU). Er trat dem Vorwurf von Wissenschaftlern

    entgegen, die vor allem die darin verwendete Definition von

    Antisemitismus kritisierten.


    Berlin. Der Bundestag hat in seiner ersten Plenarsitzung nach dem

    Ampel-Aus mit breiter Mehrheit einen Antrag mit dem Titel „Nie wieder

    ist jetzt: Jüdisches Leben in Deutschland schützen, bewahren und

    stärken“ verabschiedet. Der Inhalt des Antrags, den SPD, Grüne, FDP

    und Union gemeinsam erarbeitet haben, ist zwar nicht

    rechtsverbindlich, dürfte aber politische Wirkung entfalten. Für ihn

    stimmten, wie Bundestagspräsidentin Bärbel Bas verkündete, CDU/CSU,

    SPD, Grüne und FDP sowie die AfD. Dagegen votierten demnach das

    Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW). Die Gruppe Die Linke enthielt sich.


    Mit dem Antrag werde klargestellt, dass es „auch in den Reihen von

    Kunst, Kultur und Medien“ keinen Platz für Antisemitismus gebe, sagte

    Michael Breilmann (CDU). Er trat dem Vorwurf von Wissenschaftlern

    entgegen, die vor allem die darin verwendete Definition von

    Antisemitismus kritisierten.


    Repressive Möglichkeiten sollen konsequent genutzt werden


    Der Antrag von SPD, Grünen, FDP und Union hat das Ziel, Antisemitismus

    zu bekämpfen. Darin wird dazu aufgerufen, „Gesetzeslücken zu schließen

    und repressive Möglichkeiten konsequent auszuschöpfen“, insbesondere

    im Strafrecht sowie im Aufenthalts-, Asyl- und

    Staatsangehörigkeitsrecht. Die vier Fraktionen kritisieren einen

    „relativierenden Umgang und vermehrt israelbezogenen und

    links-antiimperialistischen Antisemitismus“ und fordern die

    Bundesregierung auf, sich „aktiv für die Existenz und die legitimen

    Sicherheitsinteressen des Staates Israel“ einzusetzen. Gegenüber

    Ländern und Kommunen solle sie darauf hinwirken, bei Entscheidungen,

    etwa über die Förderung bestimmter Projekte, die sogenannte

    IHRA-Antisemitismusdefinition als maßgeblich heranzuziehen.


    Kontroverse um Definition von Antisemitismus


    Die Definition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA)

    hält unter anderem fest, dass sich Erscheinungsformen von

    Antisemitismus „auch gegen den Staat Israel, der dabei als jüdisches

    Kollektiv verstanden wird, richten“ können. Die Rektorin des

    Wissenschaftskollegs zu Berlin, Barbara Stollberg-Rilinger, sagte vor

    Beginn der Debatte, die IHRA-Definition sei unbestimmt, und „das führt

    dazu, dass sie unglaublich missbrauchsanfällig ist“. Der

    Antisemitismus-Vorwurf eigne sich „in hervorragender Weise, um

    politische Gegner zum Schweigen zu bringen und zu diffamieren“, warnte

    die Historikerin.


    Der Grünen-Innenpolitiker Konstantin von Notz sagte in der Debatte,

    die IHRA-Definition werde in dem Antrag „nicht für absolut“ erklärt,

    sondern solle als maßgeblich herangezogen werden.


    Beatrix von Storch (AfD) sagte, in dem Antrag fänden sich die

    Warnungen ihrer eigenen Partei vor „importiertem Antisemitismus“

    wieder. In einem von den Grünen mitinitiierten Antrag sei das

    bemerkenswert. In dem verabschiedeten Text heißt es: „In den

    vergangenen Monaten ist nicht zuletzt das erschreckende Ausmaß eines

    Antisemitismus deutlich geworden, der auf Zuwanderung aus den Ländern

    Nordafrikas und des Nahen und Mittleren Ostens basiert, in denen

    Antisemitismus und Israelfeindlichkeit, auch aufgrund islamistischer

    und antiisraelischer staatlicher Indoktrination, verbreitet sind.“


    An diesem Passus stört sich unter anderem Hakan Demir von der SPD. In

    der Debatte sagte er, anstatt Menschen aus bestimmten Regionen hier

    pauschal zu benennen, wäre es besser zwischen Demokraten und

    Anti-Demokraten zu unterscheiden.


    Gleichzeitig seien antisemitische Verschwörungstheorien sowie

    völkisches Denken auf dem Vormarsch, heißt es weiter im Text des

    Antrags. Seine Autoren kritisieren zudem einen „relativierenden Umgang

    und vermehrt israelbezogenen und links-antiimperialistischen

    Antisemitismus“.


    -----------


    Clemens Ronnefeldt

    Referent für Friedensfragen beim deutschen

    Zweig des internationalen Versöhnungsbundes

    ________________


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, awie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    07.11.2024

    Ein schändlicher Kanzler bis zum Schluss

    schändlicher Kanzler6. Nember 2024 86 Kommentare

    Vlada Republike Slovenije from Ljubljana, Slovenia, Public domain, via Wikimedia Commons (Bild)


    overton-magazin.de, 6. November 2024: 

    Die Achse des Guten bricht jenseits und diesseits des großen Teiches auseinander.

    Heute Morgen erwachte Deutschland und sah, wie jene US-Administration, die einen Stellvertreterkrieg zum Nachteil Europas nicht beendet wissen wollte, in deren Zeit der größte Anschlag auf bundesdeutsche Infrastruktur stattfand und den Umstand nicht aufklärte – oder gar selbst mitmischte? –, abgewählt wurde. Und dies – nach amerikanischen Standards – mit Pauken und Trompeten.

    Und am Abend desselben Tages bricht die Berliner Koalition nach langer Leideszeit endgültig auseinander. Nachdem im Koalitionsausschuss Christian Lindner dem Bundeskanzler Neuwahlen abringen wollte, entließ dieser den Finanzminister. Kurz darauf trat Olaf Scholz vor die Presse. Seine Erklärung war gespickt von Selbstgerechtigkeit und Phrasen. Als Kanzler mit reinem Gewissen sprach er die Bürger an. So viel Kleingeist hat man zuvor bei keinem Bundeskanzler gesehen.


    Der Lindner war‘s

    Nach einer nur wenige Minuten anhalten Erklärung, tat Olaf Scholz die wichtigsten Informationen erst am Ende kund: Am 15. Januar des kommenden Jahres wird der Bundestag über seine von ihm gestellte Vertrauensfrage entscheiden können. Bis Mitte Dezember wolle er allerdings mit seiner Rumpfregierung – ohne die FDP – noch wichtige Gesetzesvorhaben verwirklichen. Hierzu führt er auch Gespräche mit dem Oppositionsführer Friedrich Merz. Spätestens im März kann dann der Bundestag gewählt werden. So schnell ist noch keine Bundesregierung bislang an ihr Ende geführt worden.

    Vorher äußerte sich der Bundeskanzler zu den Querelen innerhalb der Ampelkoalition. Schuld am Scheitern, so muss man nach seinen Worten zwangsläufig annehmen, sei nur eine Person: Christian Lindner. Denn er habe dem Finanzminister mehrere Vorschläge gemacht, wie man den Haushalt bewerkstelligen könne. Scholz bliebt dabei relativ vage – verwies nochmals auf die Möglichkeit von Sondervermögen in Notsituationen. Aber Lindner biss nicht an. Wie man so verantwortungslos handeln könne, verstehe er als Kanzler nicht. Mehrfach bezichtigte er Lindner als Egoisten – insbesondere an einem Tag wie diesen so zu handeln, da in den USA ein solcher Wahlsieg den Tag einleitete, wollte dem Kanzler nicht in den Kopf gehen.

    Linder hätte bei den Ärmsten sparen wollen – aber mit ihm als Richtlinienkompetenz sei das nicht zu machen. Immer wieder bringt Scholz die heimtückische und arglistige Verhaltensweise Linders aufs Tapet. Und natürlich, Lindner ist keine Figur, die sich in ihrer gesamten politischen Laufbahn mit Ruhm bekleckert hätte, von Finanzpolitik weiß er nicht viel. Er betet zum Beispiel die Schuldenbremse an – er ist ein mieser Betriebswirt, der Volkswirtschaft machen will. Aber andererseits: Wo ist die eigene Einsicht des Kanzlers, wo einige Worte zum eigenen Versagen? Kein Wort über die Grünen, die diese Regierung am allermeisten belastet haben. Über die schrecklichen Ministerleistungen im Wirtschaftsressort und im Außenamt. Und er? Hat er selber Fehler gemacht? Bürger diffamiert zum Beispiel? Deren Forderungen ignoriert und teils pathologisiert? Man denke nur an jene »gefallenen Engel aus der Hölle«.

    Ist diese Ampel etwa nur deshalb so unbeliebt und ihre Parteien in etlichen Landtagen geschrumpft oder gar verschwunden, weil die Bürger nur Lindner nicht mehr leiden mochten?


    Eine kleinkarierte Kauergestalt

    Für den Bundeskanzler scheint das ganz offensichtlich genau so zu sein: Denn er hebt hervor, was der Bundesregierung alles gelungen sei. Ohne sie wäre es wirtschaftlich noch schlechter. Über Sanktionen gegen Russland, die Deutschland schadeten, verlor er auch keine Silbe. Aber über Christian Lindner. Denn der bringe nun, weil er so handle, all das in Gefahr. Nach seiner Kanzelrede wider die abscheulichen Umtriebe des Christian Linder erklärt der Kanzler, wie oben bereits dargelegt, den weiteren Verlauf. Dann will er noch persönliche Worte an die Bürger richten. Kommt jetzt etwa doch noch die Einsicht, ein Wort der Entschuldigung für drei Jahre Missmanagement, Spaltung und eine Politik gegen die Interessen des Landes, aber auch der Bürger?

    Leider nicht, Fehlanzeige: Er sagt, man müsse kompromissfähig bleiben. Wer nach Amerika geblickt hätte im US-Wahlkampf, der könne erkennen, wie wichtig das sei. Kompromissfähig war aber sein Finanzminister nicht. Olaf Scholz stand wie ein Kleingeist an diesem Mikrofon – ohne Würde, ohne Rückgrat, als Kreatur ohne aufrechtem Gang. Stattdessen Ausreden und ein einziger Sündenbock. Selten war ein Kanzler in der Stunde seines Scheidens so korinthenkackerisch, so eine kleinkarierte Kauergestalt, wie eben jener Olaf Scholz an diesem Abend des 6. November 2024. Der Abgang – oder diese Abgangsankündigung – war wie die gesamte Zeit seiner Kanzlerschaft: Inhaltsleer, selbstgerecht und peinlich. Oder nein, dieser Abgang toppte alles, was man von diesem Kanzler bislang gesehen hat. Den Bürger zum Narren halten zu wollen, indem Lindner für das Ende dieser Koaliton alleine verantwortlich gemacht wird, ist überdies eine grandiose Respektlosigkeit.

    Dieser Olaf Scholz war ein schändlicher Kanzler schon zu Beginn seiner Amtszeit, als er »rote Linien« für sich als nicht geltend erachtete. Er war eine Schande, als er in seiner Amtszeit zu einer Art von Moralkanzler wurde, zum Kanzler der Guten, »unserer Demokratie«, indem gewisse Bürger kriminalisiert wurden, weil sie angeblich den Staat delegitimierten – was immer das bedeuten mag. Und er war schändlich, in dem Moment, da er das Ende seiner Kanzlerschaft verkündete. Man sah ihm heute deutlich an: Er wähnte sich als einer, der für das Gute eintritt. So wie seine Partner in Übersee, die heute – am selben Tag, um es nochmals zu sagen – abgewählt wurden. Die Achse dieser unglaublich Guten, die Weltpolitik moralisierten und ihre Innenpolitik spalteten, ist mit dem heutigen Tag zerbrochen. Die zerbrochene Achse kann nun darüber sinnieren, woran sie gescheitert ist: Wurde sie nicht verstanden? Oder wurde sie ganz im Gegenteil verstanden und landete deswegen dort, wo sie jetzt gelandet ist?


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    86 Kommentare

    1. geil

    Antworten

    Hier passiert gerade ein Rechtsruck, was immer das heutzutage noch bedeuten mag.
    Scholz bekommt die Quittung für seine Nicht-Politik.
    Lindner verabschiedet sich aus dem Dschungelcamp und wird der beste Freund von Merz.
    Die Achse ist nur am amerikanischen Ende gebrochen und wird hier verschärft um sich selbst rotieren.

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    1 Antwort auf diesen Kommentar anzeigen ▼

    Ich glaube ja, dass es darum geht, als Minderheitsregierung in Absprache mit der CDU und den Grünen endlich diese Schulden aufnehmen zu können, um sie als Waffen in die Ukraine pumpen zu können, ohne dass dafür auch nur ein Stück Infrastruktur geschaffen würde. Und dazu steht ihnen Trump im Rücken, der das ja schon immer gefordert hatte: mehr Investitionen in die NATO. (Also mehr Waffen in den USA kaufen). Den USA (die nicht so eine Schuldenbremse haben) quasi etwas von ihrer eigenen Schuldenlast abnehmen. Und das zeitgleich mit dem konzertiert orchestrierten Niedergang des Exportüberschusses, der (nicht nur) die USA stark belastet hat (bald kommen dazu sogar noch 10% Zölle, sagt Trump). Alles andere in Scholz’ Rede war nur (schlecht gemachter) Zierrat für die Plebs. “Nur für euch nehmen wir Schulden auf, damit ihr nicht hungern müsst”. Scheinheilig.

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    “Kurz darauf trat Olaf Scholz vor die Presse. Seine Erklärung war gespickt von Selbstgerechtigkeit und Phrasen.”

    Habe mir das in voller Länge angesehen und mir ist jetzt noch schlecht. Die “Rede” lag wahrscheinlich schon länger fertig in der Schublade, staatstragend dramatisch, vorbildlich unauffällig von top-modernen Telepromptern abgelesen. Diese Figuren können nichts, noch nicht einmal ein paar Minuten frei reden…

    Was mich empfindlich stört an den derzeitigen Politikdarstellern, ist, daß sie ein extremes, vehement vorgetragenes Interesse haben, daß in der Ukreine das Schlachten weitergeht. Was hat der Natokrieg gegen Rußland mit unserem Staatshaushalt zu tun? (Würden rechtsradikale jetzt fragen.)

    Ich sehe schwarz für uns Deutsche, als nächste kommen Merz & Kiesewetter an die Schalthebel, das wird noch schlimmer als die letzten 3 Jahre.

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    @BertT.0 >Ich sehe schwarz für uns Deutsche, als nächste kommen Merz & Kiesewetter an die Schalthebel, das wird noch schlimmer als die letzten 3 Jahre.<
    Sie haben vollkommen recht, deshalb muss es jetzt einen Generalstreik geben und das Volk auf die Straße, dass diese Kriegstreiber von Blackrock verhindert werden.

    Antworten

    Olaf Scholz geriet in Panik wegen des Wahlsiegs von Trump. Er befürchtet, diesem könne es doch gelingen, in kurzer Zeit irgendwie ein Ende des Ukrainekriegs herbei zu führen. Während sich die Amerikaner daran gewöhnt haben, Kriege zu verlieren, und es ihnen deshalb am Arsch vorbei geht, wird man sich in Deutschland fragen, war das die Milliarden an die Ukranazis und die verhängnisvollen Russlandsanktionen wert? Scholz müsste die Niederlage eingestehen und sich für alles verantwortlich machen lassen. Da zieht er lieber den Schwanz ein und macht sich davon. Soll ein anderer die Suppe auslöffeln. Ganz abgesehen von der Wirtschaftskrise. Von der Oppositionsbank kann er dann den Spieß umdrehen, und die Regierung kritisieren, und ihr Unfähigkeit vorwerfen.

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    “Man denke nur an jene »gefallenen Engel aus der Hölle«.” Genau. Erst spricht er davon dass die USA ein gespaltenes Land sei und er das für Deutschland nicht zulassen wolle. Dabei war er derjenige der die Spaltung in Deutschland vorangetrieben hat. Was er in den USA moniert, das blendet er in Deutschland aus. Selektive Wahrnehmung. Kennt man ja schon von ihm. Schuld sind immer nur die anderen. z.B. Linder dem er mangelnde Kompromissfähigkeit vorwirft, dabei gehören zu einem Kompromiss zwei. In Wirklichkeit wirft er Lindner vor nicht nachgegeben zu haben.

    Nationalisten konnten sich bis jetzt die Stellung zur Ukraine als Vasallentum gegenüber den USA schön reden. Das funktioniert nun nicht mehr. Die Deutsche Regierung ist auch ohne die USA ein Russenfresser.

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    Frage: Wird jetzt noch schnell ein Haushalt beschlossen, inkl. Not“Vermögen“, und dann Vertrauensfrage mit/ohne Neuwahl oder wird der Haushalt komplett verschoben auf den SanktNimmerleinsTag?

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    Am bizarrsten und dummdreistesten fand ich, als Scholz lamentierte, der Lindner habe sein Vertrauen gebrochen.
    Jaja, Lindner… FDP… Vertrauensbruch… da war doch schonmal was:
    https://www.youtube.com/watch?v=F2iOAtNlleg

    Und ausgerechnet Scholz, der Sozialdemokrat, dem die NSII Energiezufuhr Deutschlands unterm Allerwertesten weggesprengt wurde, will jetzt Schulden machen um den Krieg Bidens, Blinkens und Nuland’s vollends zu unserem Krieg zu machen.
    Man kann es ja garnicht mehr fassen…

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    Der Artikel bringt die ganze Jämmerlichkeit seines absurden Auftrittes auf den Punkt.
    Im Worte um Größe bettelnd nur ein inhaltsleerer, verschlagen grienender Scheinriese.
    Eine “schändliche, kleinkarierte Kauergestalt”. Ja, das war er immer. Und wird es immer sein.

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    Das größte Blei an den Füßen, was uns gerade unter die Wasseroberfläche zieht, ist die Dauerkrisenstimmung. Klimakrise, Kriegs(krise), Corona-Krise usw. Seit 2008 haben wir immer irgendwelche Krisen. Die neuerliche Krise der deutschen Automobilindustrie passt hier ebenfalls gut hinein. Eine Entspannung ist überhaupt nicht in Sicht. Dafür wird aber unser aller Leben immer teurer, weil die Kosten der Krisen irgendwo reingeschafft werden müssen. Das ganze kostet halt und macht unsere Gesellschaft genauso mürbe wie die Wirtschaft. Was kommt nach der Ampel?? Merz-Scholz und weiter so?? Durchwurschteln bis die Karre über’s Kliff geht??

    Manchmal habe ich das komische Gefühl, dass du dem deutschen Michel auf dem Tisch schei*en kannst, aber der verlangt noch nach einem Löffel. Dumm ist, wer Dummes tut.

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    Im Film “Thirteen Days” vermuteten Generäle wie zum Beispiel Curtis LeMay Russische Hunde die im Vorgarten des weißes Hauses rumschnüffeln. Tja, was soll ich sagen Sie sind wieder da! Also, die Russischen Hunde.

    https://t.me/DDGeopolitics/129047

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    Ganz unabhängig von “politischen” und “weltanschaulichen” Differenzen, die Leute mit mir haben mögen:
    Es ist einer Kreatur mit einem Verstand, der einen Haufen Daten prozessieren kann, doch bitte zumutbar, wenn unerwartet etwas geschieht, einen Moment zu überlegen, bevor sie in politisches und weltanschauliches Geheul und Gezeter ausbricht?
    Für mich als einem nicht mehr sonderlich begierigen Nachrichtenkonsumenten ist seit etwa 10 Tagen sonnenklar gewesen, daß die Führungsfiguren der Koalition und besonders Scholz und Lindner einander unentwegt mit Koalitionsbruch bedrohten und erpressten. Aufmerksameren Leuten mag das schon seit vielen Wochen bekannt geworden sein.
    Der unmittelbare Grund dafür ist ebenfalls lagerübergreifend nicht schwer zu ermitteln: Spätestens seit den Wahlen im Ostteil der Republik wissen SPD- und FDP-Parteistrategen, daß ihre Koalition unter den gegebenen Bedingungen ein Vernichtungslager für künftige Regierungsambitionen auf föderaler wie Bundesebene ist, und somit bleibt nur zu klären, warum der schmierenkomödiantisch inszenierte “Bruch” just heute vollzogen worden ist, und nicht gestern.
    Oder in zwei Monaten, nachdem Scholz die “Vertrauensfrage” ja nicht ohne Grund auf den Januar verschoben hat.
    Was könnte wohl der Grund für die inszenierte Koinzidenz mit der Wahl Trumps sein?

    Hm?

    Hä?

    Richtig: Euer heißgeliebtes Nahrungsergänzungsmittel, euer Antiamerikanismus von der Morgenmilch bis zum Nachtschnaps!
    Jetzt haben es die Parteistrategen eilig, sich vor Neuwahlen glaubhaft antiamerikanisch aufstellen zu können und wissen, daß Trump ihnen dazu schon ab morgen jede Menge Gelegenheiten verschaffen wird.

    Es ist nicht das erste Mal, daß ich mich gefragt habe, ob Roberto …. nun ja, so ist, wie er ist, oder in kalkuliertem Auftrag schreibt.
    Nun ja, das ist eine rhetorische Frage an mich selbst. Roberto nimmt solche Aufträge nicht an, davon bin ich überzeugt.

    Antworten

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    Scholz hat, wenn er das was er im Zusammenhang der Ukraine sagte selbst glaubt, nichts begriffen.
    Gebetsmühlenhaft wiederholt er das Narrativ, dass der russische Angriffskriege die Energiepreise hochgetrieben habe. Kein Wort von den eigenen Russlandsanktionen, welche die wahren Ursachen waren. Kein Wort auch von der Zerstörung von 3 Nord Stream Strängen, von welchen 2 Deutschland mit günstigem Erdgas versorgten. Als Biden im Februar 2022 die Beendigung Nordstreams in einer Pressekonferenz ankündigte, stand er als deutscher Kanzler blöde grinsend daneben.
    Kein Wort darüber, dass Putin die Lieferung von günstigem Erdgas über die eine verbliebene Nordstream 2 Pipeline angeboten hatte.

    Stattdessen will er die Ukraine weiterhin unterstützen, im Krieg gegen Russland, egal ob sie bald Frauen und Kinder rekrutieren wird, Russland dürfe nicht siegen.
    Wenn selbst Trump-USA sich aus dem UkraineAbenteuer zurückzieht, will Scholz gegen Russland weitermachen.

    Wenn er zukünftig auf Zustimmung von Black Rock Merz angewiesen sein sollte, dürften sogar bald die deutschen Taurus gegen Russland fliegen.

    Ich fürchte, unsere Zeitenwenden- Politiker werden in ihrem blinden Russlandhass erst aufhören, wenn sie die russische Antwort zu spüren bekommen. Dann wird es aber zu spät sein.

    Antworten

    3 Antworten auf diesen Kommentar anzeigen ▼

    Als Kanzler mit reinem Gewissen sprach er die Bürger an.

    Bei dem Gedächtnis ist das auch nicht verwunderlich.

    Schuld am Scheitern, so muss man nach seinen Worten zwangsläufig annehmen, sei nur eine Person: Christian Lindner.

    ‚Schuld’ am terminierten Scheitern der Ampel-Koalition im Schatten des trumbschen Hurrikans ist das Bündnis SW, welches zur nächsten Bundestagswahl antreten wird.

    .

    PS: Was ist, wenn die AfD im Januar dem Bundeskanzler Scholz das Vertrauen ausspricht?

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    Der einzige Ausweg wäre >50% für Sahra! Das müssen auch AfD Anhänger einsehen. Zumindest einmal müssen auch all jene, welche mit Frau Waagenknecht nicht soviel am Hut haben, über ihren Schatten springen. Nur dann hat Deutschland zumindest eine Chance. Eine Bundestagswahl weiter eröffnen sich vielleicht weitere Optionen. Jetzt aber gilt im Rahmen der begrenzten Möglichkeiten alles auf eine Karte. Auf diese Karte! Alles oder nichts. Nichts heisst genau die Richtung, in welche es derzeit läuft. Alles heisst >50% für Sahra bei der kommenden Wahl. Nichts heisst: Wir können uns künftig sämtliche Texte sparen, soviel ist sicher! Ich selbst bin längst weg; alle die hier bleiben wollen bzw. müssen, stellen ihre individuellen Ansichten besser für eine Legislaturperiode zurück! As simple as that!

    Antworten

    1 Antwort auf diesen Kommentar anzeigen ▼

    Was für eine jämmerliche Wurst. Ich würde aber viel mehr in die Vergangenheit zurück gehen und noch mal rückblickend analysieren wieso wir diese Versager überhaupt gewählt haben? Achso wegen 16 Jahre Schwarzer Regierung.

    Und um etwas im Land zu verbessern wollen wir jetzt was machen? Wieder schwarz für 16 Jahre an die Regierung lassen damit uns Amerikanische Räuberbanden noch weiter ausnehmen können, weil die Pratei irgendwas mit Jesus im Namen drin stehen haben.

    Das muss mir nochmal einer genau erklären ansonsten hau ich hier ab.

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    Sind wir also im Vormerz. Gab es ein Angebot, dass man nicht mehr an den Sesseln klebt?

    Es könnte schlimmer kommen…

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    Naja, Lindners Statement war auch nicht besser. Hätte er noch ein paar verbale Ausfälle eingemischt, wäre er glatt als Trump-Double durchgegangen.

    Antworten

    Heute Morgen erwachte Deutschland

    Wenn Deutschland erwacht, ist das meistens nicht gut für die Geschichte…

    und sah, wie jene US-Administration (…) abgewählt wurde.

    Lieber Roberto, auch Dir will ich mal den Glennon hier ans Herz legen. Für den bürgerlichen Einstieg. Es ist doch wirklich nicht die ominöse „US-Regierung“, die man sich ja gerne als Monolithen vorstellt, die das alles entschied. Allenfalls exekutierte sie formal.

    Aber man muss wirklich mal auf die Akteure dahinter blicken, auf Macht-, Kapital- und sonstige Einflussgruppen, ich schreib es schon unter zwei anderen Artikeln gestern. Zumal jener Stellvertreterkrieg bereits unter den Vorgängerregierungen Obama II und Trump (I) fleißig aufgebaut worden ist. Und dann landet man bei Glennons Frage: “Why has U.S. security policy scarcely changed from the Bush to the Obama administration?” Und ergänzt: “And why has it even less changed from the Obama administration to the Trump administration to the Biden administration to the second Trump administration…?”

    Seine Erklärung war gespickt von Selbstgerechtigkeit und Phrasen. Als Kanzler mit reinem Gewissen sprach er die Bürger an. So viel Kleingeist hat man zuvor bei keinem Bundeskanzler gesehen.

    Ja, aber die Phrasen kommen an. Nicht in einem kritischen, gebildeten Forum wie Overton, aber diese kühl-rational-hanseatische Fels-in-der-Brandung-Masche war schon gut gewählt. Dieses staatsmännisch-kalibrierte. Das hat er schon perfekt im Wahlkampf 2021 vorgebracht und darauf wird er auch jetzt wieder setzen (siehe unten). Nach dem Motto:

    Alle hetzen alle fetzen alle rocken um mich rum
    Alle jumpen alle raggen nur ich allein sitz rum
    Warum? Das sag ich euch später

    (…)

    Alle feieren, alle leiern alle eiern um mich rum
    Alle rocken alle zocken, ich mach keinen Finger krum
    Warum? Ich hab’s einfach nicht nötig Freunde

    Der ganze Auftritt war bereits Eigenwerbung und Wahlkampf. Und natürlich sprach er mit „reinem Gewissen“? Womit sollte er auch sonst sprechen? Was sollte er denn sonst tun? Den Trump würde ihm keiner abkaufen. Doch genau darum geht es ja bei Wahlen: um den Wahlwarenfetisch. Ums verkaufen. Scholz preist sein Produkt Seriöser-Fels-in-der-Brandung an. Schon 2021 hatten ihn alle abgeschrieben – damals wegen den Hamburger Altlasten. Niemand hat auf die Type gesetzt. Kann sein, dass es dieses Mal tatsächlich niemand mehr tut. Aber noch am 25.06.2021 lag die SPD bei 14 %, die Union bei 29 % (laut Forschungsgruppe Qualen). Und dann? Wir alle hier kennen die Geschichte. Das Produkt Scholz verkaufte sich besser als das Produkt Laschet, als das Produkt Baerbock (natürlich gab es kräftige Marktverzerrung durch die Medien etc. – so ist das eben). Heute liegt Scholz bei 16 % und Merz bei 31 %.

    Und was sagt Scholz eigentlich? Na das: „Ich bin die seriöse Alternative zu den Radiaklinskis von AfD und BSW. Gerade in Zeiten von Trump! Ich halte meinen Amtseid und schütze den Sozialstaat – im Gegensatz zum Lindner. Ich lache nicht / habe keine antisemtischen Flugblätter / Privatjets / sonstige krumme Hunde, die uns noch einfallen, im Keller wie der Merz.“ Leute, das zieht! Der deutsche Dackel will keine Experimente. Er will ein Gefühl von Sozialstaat (auch wenn es Hartz V heißt). Er will vom Feeling her ein Gefühl von Eintracht und Nestwärme, auch wenn massive Verarmung aller Orten betrieben wird – egal, das Feeling ist entscheidend. Und er will, dass der Neger, der Tschusch, der Pleitegrieche, der Kameltreiber der Ami und der Kinäs einen vor den Latz geknallt kriegen. Aber durch die Blume, nicht so direkt. Nicht mit der Tür durch die Angel, sondern im Stil von „Abhören unter Freunden, das geht gar nicht!“.

    Bis Mitte Dezember wolle er allerdings mit seiner Rumpfregierung – ohne die FDP – noch wichtige Gesetzesvorhaben verwirklichen. Hierzu führt er auch Gespräche mit dem Oppositionsführer Friedrich Merz.

    Auch das ist geschickt gemacht. Man kann davon ausgehen, dass Scholz und seine Unterstützer diesen Fahrplan schon seit einigen Monaten konzipiert haben. Scholz wird in den fünf Monaten nichts unversucht lassen sich wieder zurück auf Startplatz 1 zurück zu bringen. Manche mögen das für ausgeschlossen, ihn für verbrannt halten. Und ja – für manche im Herrscherzirkel ist er bloß ein Investment. Aber abschreiben kann man ihn deswegen noch lange nicht.

    Ebenso diese Absprachen mit Merz – man erinnere sich an deren Gespräch Ende August. Merz meinte vorher, eigentlich hätte man über die internationale Lage reden wollen, doch Solingen habe alles überschattet. Es ging nicht um Solingen. Es ging um die Neukonfiguration der Bundesregierung aufgrund der anstehenden Neukalibrierung der Regierung in Übersee und der allgemeinen Verschiebungen zwischen den einzelnen Machtgruppen im Westen. Wurde da bereits die nächste Groko, Deutschland- oder gar eine Afghanistan-Koalition (SPD, Union, Grüne) vorbereitet? Der Name der Letzteren wäre Programm und Riegel auf den NDS hat recht – nach der Ampel kommt’s noch härter. Zumindest für die, die unten stehen und ohnehin im Dunkeln sitzen.

    Immer wieder bringt Scholz die heimtückische und arglistige Verhaltensweise Linders aufs Tapet.

    Auch das ist geschickt – und riecht auch etwas nach Absprache. Damit verschafft er Lindner Luft für den Wahlkampf. Dummheit oder Absicht? Ich sage, da ist viel Show zwischen Lindner und Scholz gewesen. Letzterer kann sich jetzt auf jeden Fall als Mehrtürer präsentieren. Hätte die Ampel weitergerumpelt bis in den Sommer, wäre die FDP sicher versenkt gewesen. So kann sie sich jetzt in Szene setzen, ebenfalls ihre „Inhalte“ ins Warenschaufenster stellen und Lindner dazu wieder sein „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren“ anbringen. „Wir sind bei unserem Wort geblieben! Und als es nicht mehr ging, dann gingen wir! Seht wie ehrlich und toll wir sind!“

    So schnell ist noch keine Bundesregierung bislang an ihr Ende geführt worden.

    Definiere „an ihr Ende geführt“.

    Kabinett Scholz: 2 Jahre und 334 Tage (and counting)

    Kabinett Erhard I: 2 Jahre und 2 Tage

    Kabinett Erhard II: 1 Jahr und 35 Tage

    Ach und falls wir noch Reichsregierungen betrachten wollen, es wird allseits ja immerzu vom „neuen Weimar“ gesprochen:

    Kabinett Müller I: 86 Tage

    Kabinett Stresemann I: 52 Tage

    Kabinett Stresemann II: 55 Tage

    Da ist noch Luft nach oben!

    Er sagt, man müsse kompromissfähig bleiben.

    Oh, diese inhaltsleere Phrase ist sehr wichtig – das war schon unter Merkel und Co. ein Dauerbrenner. Typen wie Roberto und ich mögen das als Stilblüte empfinden – aber glaubt mir, es gibt Leute da draußen, die kommen angerannt wie Pawlowsche Hunde, wenn sie solchen Sabbel hören. Einigkeit! Kompromissfähigkeit! Keine Experimente! Ruhig bleiben! TINA, TINA, TINA! Kompromissfähigkeit ist das Kreuz-Ass des TINA-Sprechs.

    Inhaltsleer, selbstgerecht und peinlich.

    Und auch hier: Das kommt auf den Betrachtungswinkel und die Zielgruppe an. Lasst uns fünf Politologen finden und bekommen wir sieben Einschätzungen. Mal als Teufelsadvokatenexperiment und sich des Baukastens eines politikwissenschaftlichen Proseminars bedienend:

    „Die Rede ist logisch aufgebaut, mit einer klaren Einleitung, Erläuterung der Problematik, Darstellung seiner Lösungsvorschläge und einer Schlussfolgerung. Die Sätze sind knapp und nicht so verschachtelt wie beim Altlandrebell oder Thomas Mann. Diese Struktur fördert das Verständnis und die Nachvollziehbarkeit der Argumente – selbst wenn sie selbstgerecht und inhaltsleer erscheinen mögen.

    Scholz setzt daneben auf direkte Ansprache und Antithesen. Mit geschickt gesetzten Kontrasten stärkt er seine Position, da er die Vorschläge seiner Gegner (Lindner! Merz! Die Neoliberalen, er selber ist ja keiner!) als unvernünftig und gefährlich darstellt. Durch diese Dichotomien wird der Widerstand beim Zielpublikum gegen bestimmte politische Forderungen verstärkt, der Wahlkrampf eingeläutet und die eigene Haltung als ausgewogen und verantwortungsbewusst positioniert – wie gesagt: staatsmännisch-hanseatisch-kalibriert.

    Gleichermaßen betont Scholz zudem immer wieder seine Verantwortung als Bundeskanzler und die Notwendigkeit, pragmatische Lösungen zum Wohle des Landes zu finden. Mittels emotional aufgeladenen Begriffen wie „Schaden“, „verantwortungslos“, „Egoismus“, „Gefährdung der Demokratie“ und „Respektlosigkeit“ markiert er die gegnerischen Positionen und delegitimiert sie zugleich. Die Betonung auf „Vertrauen“ und „Verantwortung“ verstärkt das moralische Gewicht seiner Aussagen und hilft Scholz sich als ethisch überlegen darzustellen (Wirecard, Warbug und Co. haben die Leute eh vergessen).

    Scholz appelliert auch an anderer Stelle an den moralischen Kompass der Zuhörer, beispielsweise indem er betont, dass „Politik mit der Betrachtung der Wirklichkeit“ beginnt. Solcher Schmonz, äh Scholz lässt Bobo-Herzen höherschlagen! Genauso wie subtile Appelle Dialog zu fördern oder die (historischen) Anspielungen, mit denen er seine Argumente verstärkt und Deutschland als eine Nation präsentiert, die auf Zusammenarbeit und Kompromisse setzt, um nicht in destruktive ideologische Konflikte zu geraten (man muss sich ja nicht die Wirklichkeit vor Augen führen…).

    Scholz versteht es auch seine Zuhörer auf eine zentrale Botschaft einzuschwören. Die wiederholte Nennung von „wir brauchen eine handlungsfähige Regierung“, „wir müssen“ und ähnlichen Phrasen verstärkt die Dringlichkeit der Situation. Sie beschwört das Gefühl, dass eine kollektive Anstrengung notwendig sei, sich alle Rechtgläubigen um (s)eine Flagge zu scharen hätten und Geschlossenheit (zieht in Deutschland immer!) das Gebot der Stunde sei.

    Die Abschlusspassage wirkt in der Tat nicht besonders tiefgründig, da hat Roberto recht, zumal sie keine konkreten Beispiele oder Lösungsvorschläge bietet, aber sie ist auf ihre Weise prägnant. (Genauso wie die Schuldzuweisung zuvor!) Scholz verbindet am Ende die rhetorische Bekräftigung eines allgemein anerkannten Werts (Kompromissbereitschaft) mit dem Einrammen von Wahlkampfthemen („Soziales“, „Sicherheit“, „Schutz vor neoliberalen Geisterfahrern…) und Eigenwerbung.

    Summa summarum: Durch die geschickte Nutzung von Sprache, Tonalität und Stilmitteln gelingt es Scholz sich als verantwortungsvoller, pragmatischer und zukunftsorientierter Formateur und Führer zu positionieren.“

    Überzeugt euch nicht? Ja, verdammt noch mal, es soll auch nicht euch, die ihr nachts in einem Spartenforum abhängt, überzeugen! Wir sind keinen Pfifferling wert, um uns geht es nicht. Aber an meiner Alma Mater und einigen anderen Orten – da finden wir die Pawlowschen Hunde, die solcher gescholzter Sabbel überzeugt und die solche „Analysen“ des Scholzen Schlotzes sofort abdrucken würden.

    Abschließend, weil Roberto es nicht erwähnte, tue ich es:

    Entweder Sicherheit oder Zusammenhalt, entweder die Ukraine unterstützen oder in Deutschlands Zukunft investieren – diesen Gegensatz aufzumachen, ist falsch und gefährlich. Das ist Wasser auf die Mühlen der Feinde unserer Demokratie.

    Hier erneuert Scholz seinen Blankoscheck an Kiew. Wenn Trump zurückfährt, dann wird eben Scholz liefern. Oder Merz. Oder sonst wer. Aber geliefert wird. Was auch immer und in welcher Form auch immer (und sei es Rheumadecken). Man hat dort schließlich Investments versenkt.

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    und schon setzt sie wieder ein, die deutsche schwafelmaschine, die solange schwafelt bis wieder alles beim alten ist und nur der bossanova schuld an allem…
    wenn man etwas mit sicherheit sagen konnte über diese koalition, dann daß lindner so ziemlich alles blockierte was ging, mitsamt seiner seilschaft. das darf man natürlich nicht so sehen, wenn scholz es sagt, denn man darf ja nur sagen, daß scholz an allem schuld ist. der scholz der angeblich immer so soft und watteweich regiert und nix macht, keine durchsetzungskraft und so.
    jetzt hat er mal deutliche worte gefunden und schon jault alles auf “WIE KANN ER NUR” “ACH SO EINER IS DAT”
    scholz hat das einzig richtige getan und den verhinderer gefeuert, der union den wind aus den segeln genommen, der lindner-fdp den rest verpasst und für demnächst quasi neuwahlen ausgerufen bzw. die neugroko. mal sehen, ob noch genug resthirn in der fdp vorhanden ist, daß noch machthungrig genug ist eine neue parteilinie zu etablieren. sehr wahrscheinlich wird es auch zu umgruppierungen von ministerposten kommen.

    man kann aber auch alles wie die afd/das trumplager völlig hysterisieren bzw. wie so ziemlich jede rechte ecke in europa.

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    Schmunzel, der Vertrauensbruch war diesmal eine Kollektivleistung aller Koalitionsparteien.
    Was die Schuldenbremse betrifft, es sind massive Investitionen in die Infrastruktur erforderlich.
    Nur, die wollen mit dem Geld ihr eigenes Unvermögen zukleistern und ein Strohfeuer entzünden, um von ihrem Vollversagen abzulenken.
    So wie es aktuell aussieht, würde eine gesteigerte Schuldenaufnahme kaum substanzielle Verbesserungen für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft bringen. Ausgaben in Rüstung sind beispielsweise, in meinen Augen, keine Investitionen sondern Konsum.
    Wir wären hinterher nur noch näher an der Staatspleite und die Neoliberalen könnten danach endgültig alles schleifen, was vom Sozialstaat noch übrig ist.

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    “Linder hätte bei den Ärmsten sparen wollen”

    Die gesamte Bundesregierung ist ein Haufen dilettierender Blender, und Olaf Scholz als ihr Chef strahlt dabei mit am hellsten.

    Aber wer wie Lindner als Finanzminister sich konsequent und fortgesetzt weigert, das fehlende Geld zuerst mal bei denen zu holen, wo es im Überfluss vorhanden ist, und stattdessen den Ärmsten ans Existenzminimum will, der ist ein Schuft!

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    Ein schöner Nachruf auf einen Kleingeist. Mehr muss zum Scholzomat nicht gesagt werden – zum Lindner: auch nicht. Das wird die staatstragenden Medien nicht davon abhalten, uns mit endlosen Elogen zu belästigen, auf mich hört ja keiner. Dabei steht bereits jetzt fest: nächsten März kriegen wir einen März. Offen ist nur noch, mit welchem Lametta, also ob der Blackrocker mit Rot, Grün, Gelb oder Braun behängt wird.

    Mit den US-Wahlen bringe ich den Vorgang nicht in Verbindung, soviel strategische „Größe“ ist dem Scholz nicht zuzutrauen. Es ist ohnehin ziemlich wurscht, zugunsten welcher Kapitalfraktion sich die Erdachse angeblich verschoben hat: Dem gemeinen Pöbel scheint die Sonne dadurch nicht länger, das deutsche Kapital arrangiert sich.

    Nein, der Kleingeist im Kanzleramt bleibt bei dem, was er bei den Jusos gelernt hat: Taktisches Klein-Klein, Winkelzüge zum Nachteil politischer Gegner. Das ist nicht die FDP, die sich bereits selbst ins Aus geschossen hat, und nicht eine CDU, die ihm einen Platz an den Berliner Futtertrögen verschaffen wird, schon damit die AfD nicht zu laut grunzt.

    Auf vorgezogene Neuwahlen freuen sich fast alle Parteien: Die AfD schwimmt auf einer Erfolgswelle, die CDU steht bereit, die Grünen kommen mit einem blauen Auge davon, bevor ihr Karren für alle sichtbar vor die Wand fährt… Richtig blöd ist eine März-Wahl nur für das BSW: Die Landesverbände befinden sich bestenfalls im Aufbau, für viele Wahlbezirke wird das Bündnis so schnell keine Kandidaten anmelden können.

    Der kleine Scholz hat also nur die Konsequenz aus den Landtagswahlen im Osten gezogen: Um seiner Verräterpartei mehr Stallplätze am Berliner Trog zu sichern, grätscht er der aufsteigenden SPD-Konkurrenz dazwischen. Nix Weltpolitik. Mehr als parteitaktisches Ränkespiel kann er nicht, dafür ist er zu klein (oder zu vergesslich).

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    Trump hat die Arbeit aufgenommen:

    In der ersten Stunde nach seinem Wahlsieg löste er das Problem mit der deutschen Ampel und für den Frieden in der Ukraine benötigt er für den Feinschliff noch ein paar allerletzte Stunden.

    Respekt!

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    1 Antwort auf diesen Kommentar anzeigen ▼

    LIeber Roberto, der Kanzler hat zwei Schuldige benannt, einen davon haben sie nicht erwähnt. Ausser Lindner noch Putin und Russland.
    Schändlicherweise hat er angekündigt noch mehr Geld in der Ukraine und für die Rüstung versenken zu wollen.

    Von Friedensdiplomatie und Abrüstungsverhandlungen keine Spur.

    Spätestens jetzt wäre der Zeitpunkt zu einer radikalen Umkehr gewesen.
    Das er sich jetzt dem Merz andient der für einen noch radikaleren Sozialabbau steht ist bezeichnend.

    Man kann nicht zwei Herren dienen, den USA und der eigenen Bevölkerung.


    Info: https://overton-magazin.de/hintergrund/politik/ein-schaendlicher-kanzler-bis-zum-schluss


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, awie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


    unser weiterer Kommentar: Ist "schändlicher Kanzler" der neuer Overton-Stil?

    07.11.2024

    Nach ersten Gerüchten – Habeck übernimmt doch nicht das Finanzministerium

    freedert.online, 7 Nov. 2024 07:03 Uhr

    In der Hauptstadt überschlagen sich die Ereignisse. Nach der Entlassung von Finanzminister Lindner durch Bundeskanzler Scholz werden bisherige FDP-Ministerien kommissarisch von Grünen-Politikern übernommen. Zudem wurde am Donnerstagmorgen bekannt, dass ein FDP-Minister der Regierung vorerst weiter als Parteiloser angehören wird.


    Quelle: Legion-media.ru © Michael Kappeler


    Robert Habeck von den Grünen dementierte am Donnerstagmorgen die Medieninformation, dass er Deutschlands zukünftiger "Superminister" wird, 06.11.24


    Bundeskanzler Olaf Scholz hat den FDP-Vorsitzenden und Bundesfinanzminister Christian Lindner am Mittwochabend entlassen.

    Die Hauptstadtmedien berichteten am Donnerstagmorgen, dass die Spitzen der rot-grünen Regierung planen, dass nach dem Ende der Ampel bis auf Weiteres Wirtschaftsminister Robert Habeck den Finanzposten übernehmen wird. Kurze Zeit später erfolgten umgehende Dementis aus dem Kanzleramt. So informiert die Bild-Zeitung:

    "SPD-Generalsekretär Matthias Miersch dementierte diese Meldung. 'Es wird einen anderen Minister geben', sagte er im ARD-Morgenmagazin. Wer es machen wird, sagte Miersch nicht."

    Gegen 09:00 Uhr informiert dann die ARD-Tagesschau zu den vorerst jüngsten politischen Dynamiken innerhalb der Restregierung:

    "Der Nachfolger von Finanzminister Christian Lindner wird nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios Jörg Kukies. Er ist bislang Staatssekretär im Kanzleramt und gilt als wichtiger Berater von Kanzler Scholz."

    Bevor Kukies im Jahr 2021 in das Kanzleramt wechselte, war er Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, geleitet vom vormaligen Finanzminister Olaf Scholz. Dazu heißt es in einem Artikel aus dem Jahr 2018:

    "Rechnet man das hoch, dürften also die Aktien, die Blackrock für seine Kunden allein in den 30 DAX-Konzernen hält, auf etwa 5.000 Briefkastenfirmen verteilt sein. Ob Bundesfinanzminister Olaf Scholz davon schon gehört hat? Was sagt sein Staatssekretär Jörg Kukies dazu? Kukies war vormals bei Goldman Sachs – Blackrock ist dort Großaktionär."

    Die Bild-Zeitung erfuhr zuvor, dass die Grünen damit "gleich drei der bislang vier FDP-Posten innerhalb der Bundesregierung übernehmen sollen, solange Bundeskanzler Olaf Scholz keine neuen Minister ernennt."


    Ampel bricht zusammen: Scholz entlässt Lindner





    Ampel bricht zusammen: Scholz entlässt Lindner







    Zudem hieß es, dass Innenministerin Nancy Faeser vorläufig die Amtsgeschäfte im Justizministerium von FDP-Mann Marco Buschmann übernehmen könnte. Dazu informiert das Magazin Der Spiegel am frühen Morgen:

    "Regierungskreise haben nun gegenüber dem Spiegel den Bild-Bericht dementiert. Unter anderem Verfassungsressorts wie etwa das Justizministerium und das Innenministerium dürfen demnach gar nicht von ein und derselben Person geleitet werden. Habeck bezeichnete die Bild-Recherche im Deutschlandfunk als 'Ente'. Das Finanzministerium strebe er demnach nicht an."

    Mit der Entlassung von Christian Lindner waren auch die anderen FDP-Minister der Ampel zurückgetreten. Habeck äußerte sich am gestrigen Abend noch vor Journalisten zu den Hintergründen dieser Dynamik:

    Da ist Habeck, die Wahrheit raus gerutscht. Freudscher Versprecher pic.twitter.com/A1zR9XejS5

    — marc friedrich (@marcfriedrich7) November 6, 2024

    Von den vier Ministerposten, die von der FDP besetzt wurden, sollen nach bisherigen Plänen künftig zumindest zwei von Grünen-Politikern besetzt werden. So heißt es laut vorläufigen Informationen aus dem Kanzleramt:

    "So vertritt die grüne Familienministerin Lisa Paus die liberale Bildungsministerin Bettina Stark-Watzinger, die Aufgaben von Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) übernimmt Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne)."

    Aus der hauptstädtischen Gerüchteküche berichtete die Bild-Zeitung wiederum, dass "Wissing möglicherweise Minister bleiben wird und zur SPD überlaufen könnte." Dieses Gerücht wurde dann noch im Verlauf des Morgens politische Realität. So titelt das Springer-Blatt:

    "Nächster Ampel-Hammer: Wissing tritt aus FDP aus und bleibt Minister."

    Der Bundeskanzler habe Wissing demnach "in einem persönlichen Gespräch" gefragt, ob er weiterhin Minister bleiben wolle, erklärte der nun Ex-FDPler in einer Pressekonferenz am Donnerstagmorgen, "er habe dies bejaht." Weiter heißt es:

    "Das entspräche seiner Vorstellung von Verantwortung und er habe deswegen 'heute Morgen Christian Lindner meinen Austritt aus der Partei erklärt'."

    Wissing erklärte zudem, dass er vorerst der Regierung als Parteiloser angehören wird. Noch in der Nacht zuvor veröffentlichte Habeck ein offizielles Video-Statement:

    Bundesminister #Habeck: "Inmitten der großen geopolitischen Herausforderungen ist die Regierungskoalition mit der FDP zerbrochen. Bis zu einer zügigen Neuwahl werde ich mit großer Entschlossenheit die Regierungsgeschäfte weiterführen, um das Land handlungsfähig zu halten." pic.twitter.com/sf2mZ8zKcs

    — Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (@BMWK) November 7, 2024

    Die SPD-Vorsitzende Esken erklärte gegenüber dem Sender RTL den vermeintlichen Ablauf im Kanzleramt:

    "Anderthalb bis zwei Stunden habe man verhandelt – am Ende stand Christian Lindners (FDP) Entlassung. Das Problem sei die FDP gewesen, so Esken: 'Dass wir nicht zu einer Lösung gekommen sind, lag nicht am Bundeskanzler.' Es sei besprochen worden, dass man es gemeinsam hinbekommen müsse, mit einem Haushalt, der auch durchfinanziert sei. Lindner habe den Vorschlag von Kanzler Olaf Scholz (SPD) abgelehnt, wegen des Ukrainekrieges ein Notlageverfahren einzuleiten. 'Und damit war für den Bundeskanzler die Notwendigkeit gegeben, zu sagen, gut: Dann müssen wir es ohne Sie machen', schilderte Esken. Das müsse der Finanzminister dann hinnehmen, 'und dann ist Lindner gegangen', so Esken."

    Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hatte Bundeskanzler Olaf Scholz bereits am gestrigen Abend aufgefordert, umgehend die Vertrauensfrage zu stellen und damit den Weg für Neuwahlen freizumachen. "Deutschland braucht eine Wirtschaftswende. Dafür braucht es eine Richtungsentscheidung und handlungsfähige Mehrheiten", so Verbandspräsident Stefan Wolf gegenüber der Bild-Zeitung.

    Die AfD-Spitze bezeichnete das Ende der Ampel als "Befreiung". Die Parteivorsitzende Alice Weidel forderte den Bundeskanzler Olaf Scholz im MDR auf, die Vertrauensfrage sofort zu stellen. Zuvor hatten bereits CDU-Chef Friedrich Merz und CSU-Chef Markus Söder dieselbe Forderung erhoben.

    Scholz gab dann am späten Mittwochabend noch bekannt, dass vorgezogene Neuwahlen im März 2025 angestrebt würden. Esken betonte gegenüber RTL, dass sie fest damit rechne, dass Scholz erneut als Kanzlerkandidat antreten werde.

    "Wir gehen gemeinsam in den Wahlkampf, und wir sind überzeugt, dass wir die Wahl auch gewinnen."


    Mehr zum Thema - Nach Entlassung von Lindner: Scholz strebt Neuwahlen im März 2025 an


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    Info: https://freedert.online/inland/225041-berliner-geruechtekueche-habeck-uebernimmt-bis


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, awie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

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