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05.03.2025

Pepe Escobar: Im Herzen des Donbass, vor dem US-Russland-Treffen in Riyadh

seniora.org, vom 3. März 2025, von Pepe Escobar 20.02.2025


Ukraine, USA, Russland, Geopolitik, Donbass


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AVDEYEVKA - Es ist ein verschneiter Mittag in Avdeyevka an diesem vergangenen Samstag   – genau ein Jahr und zwei Tage nach der Befreiung der jetzt völlig zerstörten Stadt, und ich spreche mit zwei Überlebenden der Tortur, Nadezhda und Elena, beide in ihren 60ern, die die Willenskraft von Riesen zeigen, in ihren wieder aufgebauten Wohnungen.

Awdejewka war eine erklärtermaßen uneinnehmbare Festung, die von den Ukrainern genutzt wurde, um Donezk und seine Umgebung ununterbrochen zu beschießen. Ähnlich wie die Palästinenser im Gazastreifen haben die zivilen Opfer im Donbass in der kollektiven westlichen Darstellung des Krieges nie existiert.

Nadeschda erinnert sich schmerzlich daran, wie sie als Geisel in einem engen Keller ohne Wasser und Strom, nur mit einem kleinen Generator, überlebte und das Nötigste von russischen NGOs und Soldaten bekam.

Anhand von Schwarz-Weiß-Fotos erinnert sich Elena an die goldenen Zeiten von Awdejewka als Unternehmensstadt, in der rund 40.000 Arbeiter in der riesigen Koks- und Chemiefabrik Avdeyeka beschäftigt waren, die 1964 von der UdSSR gebaut wurde und die das nahe gelegene Stahlwerk Mariupol mit Koks versorgte.

Was bei Elenas Zeitreise auffällt, ist, dass sie keinen Groll gegen Ukrainer oder Russen hegt   – deren tödlicher Zusammenstoß ihre Stadt nach und nach zerstörte. Die ehemalige Kindergärtnerin mit der sanften Stimme und der ausgezeichneten Ausdrucksfähigkeit führt alles auf ein Missverständnis zurück, das man als toxisch bezeichnen könnte.

Avdeyevka ein Jahr nach der Befreiung erneut zu besuchen, ist eine ungeheuer emotionale Erfahrung. Inmitten des Ödlands, das nun Frieden heißt   – was an Tacitus erinnert   –, kann man winzige Anzeichen des Wiederaufbaus entdecken: ein paar funktionierende Geschäfte und Schilder, auf denen angegeben ist, welches Unternehmen aus welcher russischen Region für den Wiederaufbau ganzer Wohnblocks verantwortlich ist.

Das ist die Realität des Krieges und der Nachkriegszeit, die die auf der Münchner Sicherheitskonferenz versammelten EU-Kraten unmöglich begreifen konnten   – so sehr sie auch nach der Abreibung, die sie von den Vertretern von Trump 2.0 erhielten, wie ahnungslose Kakerlaken umherflogen.

Im Donbass gibt es jetzt einige Anzeichen von Normalität. Lugansk fühlt sich wie eine Boomtown an   – mit florierenden Geschäften, nagelneuen chinesischen Autos überall und glänzenden neuen Parks. Am Freitag strömten die Menschen, um rote Rosen am Fuß des Denkmals niederzulegen, das an die Befreiung der Stadt von den Nazis im Jahr 1943 erinnert.

Der gelegentliche laute Knall ist immer noch in ganz Donezk zu hören   – aber das ist nichts im Vergleich zu vor einem Jahr, als die Frontlinie noch bis zu 4 km entfernt sein konnte. Das Nachtleben spielt sich in einer funky Untergrundbar ab, in der junge Rapper ihre Texte auf ihren Smartphones lesen.

Die Kommandeure erklären selbstbewusst, wie die Frontlinie immer weiter nach Westen in Richtung Pokrowsk vorrückt   – und darüber hinaus. Zurück auf der Straße teilen sie einige privilegierte Informationen darüber mit, wie die Frontlinien in einem Monat oder so aussehen werden. Als kampferprobte Profis tun sie die Gerüchte aus München als belangloses Geschwätz ab   – und machen sich keine Illusionen über die Verhandlungen zwischen den USA und Russland in Riad.


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7. Februar

Minenfelder und Geigen

Die Magie des Donbass wirkt auf mysteriöse Weise. Am Morgen fühlt man sich wie ein apokalyptischer Gefangener in einem Katastrophenfilm, der in Awdejewka spielt. Am Nachmittag steht man der Staatlichen Akademischen Philharmonie Donezk gegenüber, die in all den Kriegsjahren nie aufgehört hat zu spielen, obwohl einige Musiker an die Front zogen und andere im Kampf starben.

Dmitrij Karas, der freundliche stellvertretende Direktor der Philharmonie, führt mich durch das Museum, das voller Kostbarkeiten ist, von denen einige direkt mit Prokofjew in Verbindung stehen. Das Orchester spielt an diesem Samstag vor allem populäre Lieder aus den 60er Jahren und erntet stürmischen Applaus, vor allem wenn die umwerfend schöne Sängerin Anna Bratus   – eine verdiente Künstlerin der Ukraine   – ihr Können zeigt. Die spektakuläre Orgel hinter dem Orchester wurde in der Vergangenheit von Tschaikowsky gespielt.

Zurück auf der Straße, auf dem Weg nach Ugledar   – das erst vor vier Monaten befreit wurde   – schleicht sich die Realität des Krieges wieder ein. Auf der linken Seite der Straße liegen unter dem Schnee verlassene Schützengräben: das waren Stellungen der Donezker Volksrepublik. Auf der rechten Seite ein Meer von nicht explodierten Minen, die von den Ukrainern auf den Feldern platziert wurden. Die Minenräumung wird noch lange dauern   – die Teams sind bereits aktiv und beginnen in den Außenbezirken von Donezk.


Wir erreichen das Dorf Nikolskoe, das ganz in der Nähe von Ugledar liegt und das prächtige Kloster St. Nikolas und St. Basil beherbergt. Es ist wie zwei Klöster, ein Männer- und ein Frauenkloster, in einem, mit einer Kirche und umliegenden Konventen. Die gesamte Anlage wurde praktisch ununterbrochen von den Ukrainern beschossen, die auf einem Hügel auf der anderen Seite der Hauptstraße standen.


Wir fahren dorthin: Die Klöster lagen direkt in der Schusslinie. Es wurde richtig hässlich; ein Frauenkloster mit Nonnen wurde von nicht weniger als fünf HIMARS getroffen. Viele Menschen starben. Versuchen Sie einmal, diese Tatsache des Krieges der estnischen Schwachbirne zu erklären, die sich als Chefin der EU-Außenpolitik aufspielt und 450 Millionen Europäer vertritt, während sie in München murmelt, dass im Ukraine-Konflikt keine Russen sterben.

Im Inneren der Kirche leben und beten noch mindestens 50 Menschen, meist ältere Menschen, die keinen Platz mehr haben; ihre Betten sind ordentlich aufgestellt und es gibt eine Gemeinschaftsküche. Mindestens 250 Menschen lebten in dem Gebäude, das mehrere Monate lang als der einzige sichere Ort galt.

Die knifflige Aufgabe, wegen dringender Verpflichtungen eine Mitfahrgelegenheit zurück nach Moskau zu finden, löst meine Crack-Produzentin Masha Lelyanova auf die „Hand Gottes“ Donbass-Art: Wir werden von zwei Mitgliedern der Gruppe PeresVet 9 mitgenommen, die jeden Monat in ihrem mit humanitären Hilfsgütern vollgepackten Tank-Geländewagen, der in einer Kirche am Stadtrand von Moskau deponiert ist, den ganzen Weg in den Donbass und zurück fahren.


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Flüchtling beschreibt die Schrecken der Exekutionen von Zivilisten in der DVR durch ukrainische Streitkräfte


5. Februar

Lawrow legt das Gesetz fest

Es könnte nicht lehrreicher sein, den schwarzen Boden von Noworossija   – wo die „regelbasierte internationale Ordnung“ zu Grabe getragen wurde   – wieder zu besuchen, gerade als die Mitglieder von Trump 2.0 in München den europäischen Kriegstreibern eine Lektion erteilten und kurz vor dem ersten ernsthaften persönlichen Treffen zwischen russischen und amerikanischen diplomatischen Vertretern in Riad.

In Donezk sind die Kommandeure zutiefst skeptisch gegenüber einer Kette von Ereignissen, die sich wie ein Waffenstillstand bis Ostern, ein Austritt Kiews aus der NATO, die Anerkennung Noworossijas als russisches Territorium und vor allem eine von einem europäischen Kontingent überwachte DMZ lesen würden.

Selbst Bewohner des Donbass, die nicht auf geopolitische Tricksereien eingestellt sind, wissen, dass es die kriegstreiberischen EURO-Klassen in den Fingern juckt, Truppen zu schicken, insbesondere Polen, Frankreich und die baltischen Chihuahuas. Apropos Chihuahua-Armee: so gut wie keine Munition, militärisch ungebildete Truppen und ein deindustrialisiertes Umfeld, das nicht in der Lage ist, die Verluste auszugleichen.

Der Wiederaufbau des Donbass ist bereits im Gange   – und die Kosten werden auf mehrere russische Unternehmen und Regionen aufgeteilt. Im Gegensatz dazu wird Europa erstaunliche 3 Billionen Dollar benötigen   – die es nicht hat   –, um einen Krieg fortzusetzen, den es bereits verloren hat, und sich damit de facto selbst eine „strategische Niederlage“ zufügt.

Die Rumpf-Ukraine wird Noworossija niemals „zurückerobern“   – wie von Trump selbst verordnet. Von Luhansk bis Donezk, sogar vom zerstörten Awdejewka bis Ugledar und mit einem kurzen Blick auf Mariupol, das in Rekordzeit fast vollständig wieder aufgebaut wird, ist deutlich zu sehen und zu spüren, wie Russland seine Position stärkt: Es ist Europa in der Militärproduktion weit voraus, kontrolliert die Frontlinien und beobachtet das langsame, stetige Schauspiel, wie die EU/NATO in einen Abgrund stürzt, den sie selbst verursacht hat.

Unmittelbar vor Beginn der Verhandlungen in Riad war es wieder einmal an Sergej Lawrow, dem führenden Diplomaten dieser Zeit, alles klarzustellen:

„Ein russisches Team wird in Saudi-Arabien Gespräche mit den USA führen, vor allem, um herauszufinden, was die Regierung von US-Präsident Donald Trump zur Beilegung des Ukraine-Konflikts vorschlägt.“

Das bedeutet sicherlich nicht, dass sie sich auf einen Fahrplan einigen werden. Klar ist, wie auch Lawrow betonte, dass die Euro-Kriegstreiber bei der Gestaltung einer Lösung für die Ukraine nichts zu suchen haben.

Mal sehen, wie das schlagkräftige US-Team es mit Lawrow aufnehmen kann. Es gibt keine Illusionen   – von Moskau bis zum Donbass   –, denn die militärische Sonderoperation (SMO) geht weiter.


Quelle: THE INTEL DROP; Sputnik International Sputnikglobe.com

Quelle: https://sputnikglobe.com/20250219/pepe-escobar-in-the-heart-of-donbass-before-us-russia-meet-in-riyadh--1121584757.html

Die Übersetzung besorgte Ursula Cross


Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acym&ctrl=fronturl&task=click&urlid=54&userid=3998&mailid=2646


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

05.03.2025

[fb-info] Friedenstermine im März


aus e-mail von Friedensbüro Hannover, 5. März 2025, 22:51 Uhr


Liebe Friedensfreundinnen und -freunde


Vor uns liegen zwei gewerkschaftliche Veranstaltungen, die im Zusammenhang mit den Rüstungsausgaben und der „Zeitenwende“ stehen:


Streikkundgebung zum TVöD - Krankenhäuser: Do 6.3. 10 h vorm Nordstadtkrh. 11 h Goseriede, KRH auch am 7.3.


15.3. IGM Kundgebung 12 h Georgengarten: Industriestandort gg Kriegswirtschaft?


Dazu wollen wir mit Flyern Stellung nehmen.


Vielleicht kommt von euch jemand dazu.


Nächster interessanter Termin ist Montag, 31.3. um 19 h bei verdi: Oberst a.D. Wolfgang Richter zu den neuen Mittelstreckenwaffen. Der Flyer dazu ist jetzt auf unserer Webseite.


Unsere Friedens-Mahnwachen jeweils donnerstags von 16.30-17.30 gehen im März weiter. Wir sammeln dabei Unterschriften für den Berliner Appell gegen die neuen Mittelstreckenwaffen.


Der Ostermarsch am 19.4.25 ist jetzt weitgehend klar:

Wir beginnen um 11 h in der Aegidienkirche mit einem Redebeitrag der Landesfrauenpastorin Susanne Paul. Bei der Demo durch die Innenstadt gibt es am Kröpcke oder Platz der Weltausstellung eine Zwischenkundgebung, die wir der Jugend zur Verfügung gestellt haben. Für die Abschlußkundgebung etw um 13 h auf dem Bahnhofsvorplatz konnten wir keinen Promi gewinnen, deshalb gibt es Redebeiträge zu Palästina, zum Klima, zu den Sozialen Problemen angesichts der Ausrichtung auf Krieg und schließlich zu Ukraine, USA und die Welt. Dazu spielt wieder die Peace Development Crew.


Noch weiter voraus aber von uns zu unterstützen liegt das ÖFZ (Ökumenische Friedenszentrum) beim Ev. Kirchentag (1.-3.5.): der Kirchentag hat keinen Platz für Friedensbewegung, deshalb wurde das verdi-Gebäude für ein Ökumenisches Friedens-Zentrum angemietet. Wir unterstützen, auch durch Suchen nach Quartieren für die dort Aktiven: Wer kann für diese Zeit (evtl. schon ab 30.4.) eine Schlafmöglichkeit anbieten. Bitte gebt den möglichen Zeitraum an, wo das ist und um welche Art es sich handelt: Platz für eine Isomatte – Platz auf Sofa oder Couch – oder ein richtiges Gästezimmer. Insbesondere suche ich ein Zimmer mit Doppelbett für ein älteres Ehepaar. Bitte gebt diese Anfrage auch in anderen Verteilern weiter.



Herzliche Grüße

Agnes Hasenjäger

Friedensbüro Hannover e.V.

0176 4350 8325

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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

05.03.2025

Sie TREIBEN uns in den KRIEG! || Patrik Baab warnt!


Balthasar Becker



youtube.com, 04.03.2025

In diesem Interview spreche ich mit dem Journalisten und Buchautor Patrik Baab, der die Ukraine vor und während des Krieges bereist hat. Vor Beginn des Konflikts erkundete er den Westen des Landes, nach dem russischen Einmarsch recherchierte er im Osten. Nun diskutiere ich mit dem Kriegsreporter Patrik Baab darüber, wie es in diesem Krieg weitergeht, nachdem sich die USA zunehmend zurückziehen. Ist die EU nun auf sich allein gestellt? Wird der Krieg eingefroren? 

Buch von Herrn Baab: https://www.amazon.de/Auf-beiden-Seit...


Info: Video https://www.youtube.com/watch?v=YDNp4Sm6cmM Dauer 55:14 min


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

05.03.2025

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nachdenkseiten.de, 05. März 2025 um 10:57 Ein Artikel von: Albrecht Müller

Gestern habe ich mehr als sonst ferngesehen. Es war faszinierend anzusehen und anzuhören, wie sie alle mehr Geld für Rüstung ausgeben wollen, herausragend die Kommentatorin der ARD, Anna Engelke. Alle klagten auch darüber, dass sich Amis und Russen so gut verstehen. Was ist das für eine verrückte Welt! – Man sollte sich keine Illusionen machen: Der Unsinn bleibt haften. Ich höre mich um und finde überall das Gleiche. Der Russenhass ist wiederauferstanden. Und der Glaube ans Militär auch.

Die meisten Menschen glauben, was sie hören und sehen. Woran sollen sie sich ansonsten auch orientieren, wenn es keine anderen, keine anderslautenden Stimmen gibt?

So bedrückend das auch ist – Sie können dessen sicher sein, dass sich die NachDenkSeiten nicht gleichschalten lassen. – Bitte weisen Sie in Ihrem Umfeld auf nachdenkseiten.de hin.


Titelbild: Screenshot Tagesschau


Rubriken: Aufrüstung Kampagnen/Tarnworte/Neusprech


Schlagwörter:


Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=129707


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05.03.2025

Demos und Kriegskredite: Die SPD und der Erste Weltkrieg

spiegel.de, 24.09.2013, 00.00 Uhr, Von Rainer Traub

Kriegskredite 1914 Der Sündenfall der SPD Im Juli 1914 organisierte die SPD noch Massendemos gegen den drohenden Waffengang - wenige Tage später stimmte die Partei den Krediten für den Ersten Weltkrieg zu. Wie kam es zu dem fatalen Meinungswechsel?


Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?


Dieser Text stammt aus SPIEGEL Geschichte. Das Magazin finden Sie hier.


Noch Tage vor Kriegsausbruch, am 25. Juli 1914, rief der SPD-Parteivorstand zu Massendemonstrationen gegen das "verbrecherische Treiben der Kriegshetzer" auf; mehr als eine halbe Million Menschen folgten. Sie wandten sich vor allem gegen die provokative Politik der Donaumonarchie. Die Demonstranten forderten, das Deutsche Reich solle seinen ganzen Einfluss auf den österreichischen Bündnispartner nutzen, um den Frieden zu wahren; keinesfalls dürfe es sich in einen Krieg hineinziehen lassen.

Die Sozialdemokraten und ihre Anhänger wussten zu diesem Zeitpunkt nicht, dass Berlin über Geheimkanäle Wien bereits absolute Solidarität versichert, also im Kriegskurs klar ermutigt hatte. Die Herrschenden des wilhelminischen Reichs verheimlichten ihre Ziele, weil sie mit Widerstand rechnen mussten. Für Militär und Politik war der gefährlichste Gegner die SPD.


Denn die Parteigründer August Bebel und Wilhelm Liebknecht hatten schon im Reichsgründungs-Krieg von 1870/71 energisch die Annexion von Elsass-Lothringen bekämpft und ihre Solidarität mit Frankreichs arbeitender Bevölkerung erklärt. Sie hatten daraufhin mit Festungshaft für ihre kühne, klare Haltung gebüßt. Ihretwegen waren Sozialdemokraten im Reich als "vaterlandslose Gesellen" verfemt: Dem imperialen Nationalismus setzten sie Bebels berühmte Losung "Diesem System keinen Mann und keinen Groschen!" entgegen.


Die SPD stellte die größte Fraktion im Reichstag. Sie hatte bei den letzten Vorkriegswahlen von 1912 mehr als ein Drittel der Stimmen geholt. Auch über die mit ihr verbundenen Gewerkschaften übte sie großen Einfluss auf die Arbeiterschaft aus. Sie war die Führungsmacht und das allseits bewunderte Vorbild jener Parteien, die sich 1889 zur sozialistischen Internationale zusammengeschlossen hatten. Die Vertreter der europäischen Arbeiterschaft, die SPD voran, hatten einander seither immer wieder geschworen, den drohenden Krieg durch Verbrüderung zu verhindern.

Wilhelm II. und der Generalstab erwogen deshalb zunächst, die SPD-Führer präventiv zu verhaften - als eine Art Enthauptungsschlag gegen den erwarteten Widerstand. Sie kamen dann aber mit subtileren Mitteln ans Ziel.

Denn Kanzler Theobald von Bethmann Hollweg setzte auf Beschwichtigung statt Konfrontation. Er nutzte den Umstand, dass Teile der Arbeiterbewegung am Stigma der "Vaterlandslosigkeit" litten und sich trotz der offiziellen Klassenkampfrhetorik danach sehnten, als Patrioten anerkannt zu werden. Er ließ die SPD mit einem Lügengewebe umgarnen, das auf ihre verwundbarste Stelle zielte: die Russenfurcht.

Mehrfach wurden in den letzten Julitagen SPD-Vertreter ins preußische Innenministerium bestellt: Die Regierung wünsche selbst den Frieden und wolle Demonstrationen keineswegs verbieten. Nur solle die SPD bitte nicht der massiv antideutschen Stimmung in Russland durch unbedachte Kritik an der eigenen Staatsführung Vorschub leisten. Albert Südekum, Vertreter des rechten Parteiflügels, versicherte dem Reichskanzler daraufhin ehrerbietig, er müsse keinerlei Kampfaktion der SPD befürchten.

Schlau schürte die Regierung die in der Arbeiterbewegung tief verwurzelte Angst vor dem Despotismus im Osten: Seitdem die Zarentruppen 1849 die Niederwerfung der Freiheitsbewegung in Österreich-Ungarn angeführt hatten, war Russland allen europäischen Demokraten, vor allem den Sozialdemokraten, als Bollwerk der Reaktion verhasst. Sogar Parteichef Bebel hatte 1904, damals schon 64 Jahre alt, im Reichstag erklärt, gegen einen Angriff des Zarismus würde er persönlich das Gewehr schultern.


Aus SPIEGEL Geschichte 5/2013

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Die Taktik, das Deutsche Reich als argloses Opfer einer russischen Aggression darzustellen, ging perfekt auf. Am Abend des 31. Juli 1914 teilte das Kriegsministerium den militärischen Kommandos mit, "nach sicherer Mitteilung" habe die SPD "die feste Absicht, sich so zu verhalten, wie es sich für jeden Deutschen unter den gegenwärtigen Verhältnissen geziemt". Buchstäblich über Nacht schlug die Stimmung auch bei den Arbeitern um.

Dazu trug die sozialdemokratische Presse bei, die nun insgesamt auf die offizielle Propaganda hereinfiel, die Armee werde nur zur Verteidigung mobilisiert - russische Barbarenhorden seien schon im Anmarsch. Instinktiv entschied sich die Arbeiterschaft für ihre vermeintlich bedrohte Heimat.


Die deutschen Gewerkschaftsvorstände riefen bereits am 2. August zur Einstellung aller Lohnkämpfe auf, zur patriotischen Zusammenarbeit mit dem alten Klassenfeind. Mit dieser Haltung, die als "Burgfrieden" in die Geschichte des Ersten Weltkriegs einging, nahmen sie in vorauseilendem Gehorsam den berühmten Appell Wilhelms II. vorweg, der erst zwei Tage später kam: "Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur Deutsche!" An diesem 4. August 1914 geschah dann auch im Reichstag, was bis Ende Juli unvorstellbar gewesen war: Die SPD-Fraktion erklärte ihre Zustimmung zu den Kriegskrediten.


In einer gewundenen Erklärung zum Protokoll gab sie der "imperialistischen Politik" die Verantwortung für den Krieg und verwies darauf, "noch bis in die letzten Stunden hinein durch machtvolle Kundgebungen für die Aufrechterhaltung des Friedens gewirkt" zu haben. Alle Anstrengungen seien "vergeblich gewesen. Jetzt stehen wir vor der ehernen Tatsache des Krieges. Für unser Volk und seine freiheitliche Zukunft steht bei einem Sieg des russischen Despotismus viel, wenn nicht alles auf dem Spiel".

So einhellig, wie die sozialdemokratische Bewilligung der ersten Kriegskredite im Reichstag ausfiel, war sie zwar keineswegs zustande gekommen. Denn nach dramatischen Diskussionen in der SPD-Fraktion hatte sich tags zuvor eine Minderheit ihrer Abgeordneten gegen die Kriegskredite ausgesprochen. Aber die geheiligte Parteidisziplin verlangte, die einmal getroffene interne Mehrheitsentscheidung nach außen geschlossen, also einstimmig zu vertreten. Deshalb votierte sogar Karl Liebknecht, der Sohn des Parteigründers und hellsichtigste Kriegsgegner, im Reichstag mit Ja.


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(aus) Fotostrecke Demos und Kriegskredite: Die SPD und der Erste Weltkrieg

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz


Am Abend jenes Tages versammelte Rosa Luxemburg, die nach der Abstimmung zwischen Verzweiflung und unbändigem Zorn schwankte, in ihrer Berliner Wohnung ein Grüppchen von Kriegsgegnern aus der Parteiintelligenz. Aber nur ein winziger Teil der Arbeiter trat dem patriotischen Taumel offen entgegen - wie einige junge Brandenburger mit ihren satirischen Flugblatt-Versen:


"Ihr ungezählten Millionen / Aus Schacht und Feld, aus Stadt und Land, / Ihr seid nun Futter für Kanonen, / Die schuf des Proletariers Hand! / Jetzt schießt man auf den Bruder gern, / Weil es der Wunsch der hohen Herrn! / Vernichtung vieler Menschenleben, / Das ist das Ziel, das wir erstreben./ Das nennt man jetzt den heil'gen Krieg, / Mit uns das Volk, mit uns der Sieg!"


Es brauchte einige Zeit, bis der vermeintliche Verteidigungskampf zur Rettung des Vaterlandes in den Schützengräben als imperialer Eroberungskrieg verstanden wurde. Während sich Sozialdemokraten und gutgläubige Arbeiter Pickelhauben aufsetzten, verfielen auch die Linksparteien der anderen kriegführenden Länder zumeist dem Chauvinismus und riefen zu den Waffen.

Mit der Mobilmachung am 1. August 1914 wurde nach einem preußischen Gesetz von 1851 der Belagerungszustand verhängt, den die Propagandisten des Burgfriedens bereitwillig hinnahmen. Die kriegsrechtlichen Befugnisse gingen an die stellvertretenden Militärbefehlshaber der 24 Armeekorpsbezirke über, in die das Reich aufgeteilt war. Sie waren direkt dem Kaiser unterstellt und hatten de facto diktatorische Vollmachten. Der US-Historiker Gerald Feldman argumentiert, in dieser Art Militärdiktatur trete der autoritäre Wesenskern des auf "Blut und Eisen" (Bismarck) gegründeten Kaiserreichs rein hervor: "Die Bismarcksche Revolution von oben, aus der das vereinigte deutsche Reich hervorging, war eine Tat des Heeres gewesen; die Aufgabe, erster Hüter der inneren und äußeren Sicherheit des Reiches zu sein, fiel nunmehr dem Heer zu."


Zensur und Armee hatten die Aufgabe, Opposition gegen den Krieg im Keim zu ersticken. Offen ausgetragene Debatten über einen möglichen Widerstand waren nahezu unmöglich geworden.

Dennoch mobilisierten die linken Kriegsgegner, nachdem sie ihren Schock überwunden hatten, alle Kräfte. Karl Liebknecht, der seine Unterordnung unter die "Parteidisziplin" längst bereute, schrieb einem Genossen Ende September 1914: "Selbst vom denkbar 'nationalsten' Standpunkt aus hat unsere Fraktion einen ungeheuerlichen Fehler gemacht. Durch ihre Zustimmung hat sie zugleich alle Dämme niedergerissen, die im Auslande dem Kriege und der äußeren und inneren Beteiligung der Volksmassen an diesem Kriege entgegenstanden."


Die SPIEGEL Gruppe ist nicht für den Inhalt verantwortlich.


Als am 2. Dezember 1914 weitere Kriegskredite bewilligt werden sollten, stimmte Liebknecht als einziger SPD-Mann mit Nein. Doch bis Dezember 1915 war bei der Abstimmung in der SPD-Fraktion die Zahl der Nein-Stimmen auf 44 gestiegen, die nun fast die Hälfte der Partei vertraten. Im Reich griffen Hungerunruhen um sich.


Im Januar 1916 entzog die Mehrheit der SPD-Abgeordneten im Reichstag Liebknecht die Rechte eines Fraktionsmitglieds, um den - aus ihrer Sicht wie jener der Militärs - gefährlichsten Kriegsgegner zu isolieren. Sie erreichte das Gegenteil. Im März 1916 wurden bereits 18 Dissidenten aus der SPD-Fraktion verbannt; sie bildeten die "Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft".

Im schweizerischen Dorf Zimmerwald waren im September 1915 Vertreter der europäischen Linken - von der SPD unter anderem der entschiedene Kriegsgegner Georg Ledebour - zusammengekommen, die die Burgfriedenspolitik ihrer Parteien ablehnten. Sie forderten, wie bei einer zweiten Konferenz im April 1916, die Rückkehr zum Internationalismus und Frieden ohne Annexionen und Kriegsentschädigungen. Auf der äußersten Linken stand jeweils der russische Delegierte Wladimir Iljitsch Lenin von der Partei der Bolschewiki allein mit seiner Forderung, den Krieg in einen Bürgerkrieg zum Sturz des internationalen Kapitalismus umzuwandeln.


In der neutralen Schweiz erschien im Frühjahr 1916 auch die Broschüre eines gewissen Junius: "Die Krise der Sozialdemokratie". Hinter dem Pseudonym verbarg sich Rosa Luxemburg, die ihre leidenschaftliche Kritik am "Selbstmord der europäischen Arbeiterklasse" aus dem Königlich-Preußischen Weibergefängnis in Berlin hatte herausschmuggeln können:


"Das im August, im September verladene und patriotisch angehauchte Kanonenfutter verwest in Belgien, in den Vogesen, in den Masuren in Totenäckern, auf denen der Profit mächtig in die Halme schießt. Das Geschäft gedeiht auf Trümmern, Städte werden zu Schutthaufen, Dörfer zu Friedhöfen, Länder zu Wüsteneien, Bevölkerungen zu Bettlerhaufen, Kirchen zu Pferdeställen; Völkerrecht, Staatsverträge, Bündnisse, heiligste Worte, höchste Autoritäten in Fetzen gerissen."


Lückenlos reihte sie die Beweise aneinander, die zeigten, wie die deutsche Regierung und Wilhelm II. das Volk mit der Rede von der "aufgezwungenen Notwehr" getäuscht hatten.

Aber in diesem Jahr 1916 mehrten sich auch die Anzeichen für wachsende Unruhe in der Arbeiterschaft, die weit schwerer an der Kriegslast trug als die Oberschicht. Zum ersten Mal seit Kriegsbeginn wurde am 1. Mai in mehreren Großstädten demonstriert. Noch beschränkten sich die Forderungen zumeist auf höhere Zulagen und bessere Lebensmittelversorgung.

Aber am Potsdamer Platz in Berlin rief Karl Liebknecht an der Spitze der Demonstranten lauthals: "Nieder mit dem Krieg! Nieder mit der Regierung" - und wurde auf der Stelle verhaftet. Als er Ende Juni wegen Hochverrats vor Gericht stand, traten in Berlin Zehntausende Rüstungsarbeiter in Proteststreik. In Stuttgart, Bremen und Braunschweig folgten andere.

"Liebknecht ist heute der populärste Mann in den Schützengräben", schrieb Karl Kautsky, der bekannteste Theoretiker der SPD, Anfang August 1916 einem Genossen. "Die unzufriedenen Massen sehen in ihm den Mann, der für das Ende des Krieges wirkt, und das ist ihnen jetzt die Hauptsache."


Zu Beginn des Jahres 1917 verschärften die immer kritischere Ernährungslage im Reich und die Nachricht von der russischen Februarrevolution die politische Situation. Es gärte an der Front, in den Fabriken und in der SPD. Spontane Streiks nahmen zu. Die aus der Partei verbannten Kriegsgegner konstituierten sich im April 1917 als Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD). Deren linken Flügel bildete die "Spartakusgruppe", wie sich der Kreis um die Inhaftierten Liebknecht und Luxemburg seit 1916 nannte.

Im Sommer 1917 veränderte die Hoffnung auf Frieden auch die Fronten der bürgerlichen Parteien im Reichstag. Die Kräfte der Mitte, Zentrum und Fortschrittspartei, hatten im Gegensatz zur Militärkamarilla und zur Rechten den Glauben an einen "Siegfrieden" verloren. Sie forderten nun wie die USPD und die SPD einen Verständigungsfrieden - wobei letztere unter Führung von Friedrich Ebert und Philipp Scheidemann an ihrer Geschichtsversion vom aufgezwungenen Verteidigungskrieg festhielt. Die Nachkriegskoalition zeichnete sich ab.

Die Oktoberrevolution, die mit der Parole "Brot und Frieden" siegte, und der deutsch-russische Separatfrieden von Brest-Litowsk im März 1918 entzogen der Propaganda von der Gefahr durch reaktionäre Barbarenhorden im Osten endgültig den Boden. Die Proteste wurden politischer, Streiks griffen auf das gesamte Reich über. Hunderttausende legten im Januar 1918 die Arbeit nieder, viele Rüstungsbetriebe standen still.

Ein letztes Mal gelang es der Reichsleitung, die Proteste zu ersticken. Streikführer wurden an die Front strafversetzt, willfährige Gewerkschaftsführer und rechte Sozialdemokraten warben für Ruhe und Ordnung. Doch im Frühsommer 1918 endete der verzweifelte Versuch einer letzten deutschen Großoffensive mit riesigen Verlusten; Desertionen nahmen bald sprunghaft zu.

Als Ende Oktober 1918 ein Flottenbefehl in Kiel die deutsche Hochseeflotte im bereits verlorenen Krieg zur "Entscheidungsschlacht gegen England" schickte, meuterten die Besatzungen mehrerer Schiffe. Schnell breitete sich unter roten Fahnen ein Matrosenaufstand aus. Überall im Reich bildeten sich Arbeiter- und Soldatenräte. Sie forderten Frieden, Republik und Sozialismus.

Das Kaiserreich war am Ende.


Info: https://www.spiegel.de/geschichte/spd-im-ersten-weltkrieg-wie-es-zur-kriegskredite-zustimmung-kam-a-976886.html?sara_ref=re-so-app-sh


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

05.03.2025

Church and Peace ruft angesichts aktueller Entwicklungen zu klarer Orientierung an Gerechtigkeit und Frieden auf

church-and-peace.org, Wethen, 5.3.2025 – Der Vorstand von Church and Peace hält am biblischen Ruf nach Gerechtigkeit und Frieden fest. Die aktuelle Gefährdung der Rechtstaatlichkeit, des internationalen Rechts und der Klimagerechtigkeit erfordern eine klare Orientierung.

Die Sorge, dass angesichts der aktuellen Entwicklungen politische Koordinaten verrutschen und Angst und Resignation um sich greifen, beschäftigte den Vorstand des europäischen friedenskirchlichen Netzwerks Church and Peace bei seiner Sitzung in der ökumenischen, vor fast 50 Jahren von Mennonit*innen gegründeten Hausgemeinschaft Bammental bei Heidelberg.

Rechtsstaatlichkeit und internationale Rechtsordnungen wie Haftbefehle des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und des Internationalen Strafgerichtshofes, aber auch das international gültige Recht auf Religionsfreiheit drohen unterlaufen zu werden. Diese Bedenken kamen in den Berichten aus dem Netzwerk zum Ausdruck, so zur Republik Srpska, zu Serbien, den USA, Israel/Palästina, aber auch zur Ukraine und zu Deutschland.

Der biblische Ruf nach Gerechtigkeit und Frieden wird konterkariert, wenn die internationale Rechtsordnung verletzt wird. Auch unleugbar schwerwiegende Sorgen vor Unruhen oder drohendem politischen Vakuum, ein brutaler Angriffskrieg, die Gefährdung bilateraler Beziehungen oder die Konfrontation mit einer autokratischen Regierung und politischer Machtübertragung an Oligarchen rechtfertigen nicht den Bruch des Rechts. Stattdessen müssen gerade in diesen Zeiten die multilateralen Ordnungen und ihre Institutionen gestärkt werden.

Der Fokussierung auf Militarisierung als Ausweg aus der Verschiebung der politischen Koordinaten fällt auch die Klimagerechtigkeit zum Opfer. Diese Tatsache wurde deutlich durch den Bericht über die Tagung zum Thema ‚Klima und Militär – Den Mächten und Gewalten widerstehen‘, die Church and Peace Ende 2024 zusammen mit dem Internationalen Versöhnungsbund und dem Deutschen Mennonitischen Friedenskomittee veranstaltet hat.

Rüstungsproduktion, Aufrüstung, Krieg sind in hohem Maße direkt für Umweltzerstörung und Hungersnöte verantwortlich und damit Ursache für weitere Konflikte und Kriege. Sie gefährden Menschen und Ökosysteme, zerstören Infrastrukturen, Ökonomien und das demokratische Klima – und führen zu Flucht und Vertreibung.

Ziel der Europäischen Union ist „den Frieden, ihre Werte und das Wohlergehen ihrer Völker zu fördern“. Daher ist es unverantwortlich, so der Vorstand von Church and Peace, eine ‚Pre-War-Situation‘ zu deklarieren und damit massive Aufrüstung zu legitimieren, zumal die Gefahr der ‚self-fulfilling-prophecy‘ droht. Angesichts der anstehenden Abkehr der USA von ihren europäischen Bündnispartnern scheinen letztere nur noch in militärischer Aufrüstung eine Lösung zu sehen und verschleiern die Tatsache, dass die NATO auch ohne die USA gegenüber Russland ein Mehrfaches an einsatzbereiten militärischen Großwaffensystemen besitzt.

Der drohenden Aufrüstungsspirale setzt Church and Peace die biblisch begründete Hoffnung auf Frieden entgegen. Der Vorstand erinnert an erfolgreiche Friedensprozesse trotz vermeintlicher Aussichtslosigkeit. Er hält fest an der Vision von gewaltfreien Strategien und Prozessen, die zu Frieden führen, trotz der auch aktuell propagierten Aussichtslosigkeit. Wenn wir Geschichte als eine unvermeidbare Kette von Hass und Gewalt lesen, verstellen wir uns den Blick darauf, in ihr ein Zeugnis für immer wieder aufbrechende Möglichkeiten zu entdecken und zu nutzen. Deswegen ruft der Vorstand von Church and Peace dazu auf, die derzeitige Lage als ‚Pre-Peace-Situation‘ zu betrachten und dementsprechend zu handeln!

Anstatt in einen maßlosen Rüstungswettlauf mit unabsehbaren Folgen für den sozialen und demokratischen Zusammenhalt unserer Gesellschaften einzusteigen (Für Deutschland allein ist eine Erhöhung des BIP auf 3,6 % für den Verteidigungshaushalt im Gespräch, was eine Erhöhung auf ca. 144 Milliarden Euro bedeuten würde, bei geplanten rund 489 Milliarden Euro für den gesamten Haushalt.), sollten in Europa z.B. zivilgesellschaftliche Initiativen gegen die von Russland und den USA mobilisierten autoritären und rechtsextremistischen Tendenzen gefördert werden. Ebenso müsste Europa “strategisch sehr viel stärker in die Instrumente ziviler Krisenprävention, ziviler Krisenintervention und Friedensförderung sowie in inklusive Sicherheitssysteme wie die OSZE, die UNO und in die Anerkennung internationaler Gerichte und internationaler Polizei investieren als in militärische Sicherheitspolitik“.

„Drei Jahre nach dem Beginn des brutalen russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und angesichts der eskalierenden globalen Krisen unterstreichen wir: Dauerhafter und gerechter Frieden setzt die Achtung von Rechtsstaatlichkeit, internationalem Recht und den Einsatz für Klimagerechtigkeit voraus. Indem die europäischen Staaten das immer wieder einfordern und selbst glaubhaft danach handeln, können sie einen überzeugenden Beitrag zum Frieden in der Welt leisten,“ so der Vorstand von Church and Peace.

Der Vorstand lädt zur nächsten Konferenz von Church and Peace vom 24. bis 26. Oktober 2025 nach Herrnhut ein mit dem Thema: „Du, lass dich nicht verhärten in dieser harten Zeit…Widerstehen – Versöhnen – Transformieren“


Pressekontakt:

OKRin i.R. Antje Heider-Rottwilm, Vorsitzende von Church and Peace, +49 172 5162 799

Laden Sie diese Pressemitteilung als PDF herunter. (https://www.church-and-peace.org/wp-content/uploads/2025/03/PM-Church-and-Peace-D.pdf)


Info: https://www.church-and-peace.org/2025/03/church-and-peace-ruft-angesichts-aktueller-entwicklungen-zu-klarer-orientierung-an-gerechtigkeit-und-frieden-auf/


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

05.03.2025

Informationen zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien (I von II)

aus e-mail von Clemens Ronnefeldt, 5. März 2025, 13:15 Uhr


Liebe Friedensinteressierte,


nachfolgend sende ich Informationen zu den

Kriegen in der Ukraine und in Westasien.


1. n tv: Ukraine-Krieg im Liveticker

2. FR: US-Militärhilfe ausgesetzt - Was das für Kiew bedeutet


3. Tagesspiegel: Sieht sich Putin schon als Sieger?:


    Experten beobachten veränderte russische Taktik – Soldaten werden sparsamer eingesetzt


4. SZ: Lage im Überblick: Trump lobt Selenskyjs Versöhnungsversuch


5. Petra Erler: Bei TIME nachzulesen: Wie Biden die Ukraine opferte.


    Zur Entscheidung über Krieg und Frieden in Europa


6. IPPNW: Bundesregierung soll langfristigen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen unterstützen



7. taz: Pressefreiheit in Israel - Regierung will Aufklärung von Kriegsverbrechen bestrafen


8. n tv: "Wollen Erinnerungen auslöschen“


   Israel bombardiert mehrere Flüchtlingslager in Westbank


9. Haaretz: Wenn die dritte Intifada ausbricht, vergesst nicht, dass Israel sie angestiftet hat


10. SZ: Krieg in Nahost: Arabische Länder beraten über den Wiederaufbau von Gaza


11. BerlZ: Atomgespräche mit dem Iran:  Putin will Trump bei der Vermittlung helfen



12. IPG: Verlorene Staatskunst - Aufrüstung ersetzt Diplomatie:


     Europa steuert blindlings in die nächste Konfrontation mit Russland.


13. Lobbying4peace: Kein Sondervermögen 2.0!



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1. n tv: Ukraine-Krieg im Liveticker



https://www.n-tv.de/politik/11-11-Fuer-die-Zukunft-der-Ukraine-musste-Selenskyj-Kreide-fressen--article23143824.html


05.03.2025

 <https://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Fuer-Zukunft-der-Ukraine-musste-Selenskyj-Kreide-fressen-article25607364.html>

Ukraine-Krieg im Liveticker


11:11 Für die Zukunft der Ukraine "musste Selenskyj Kreide fressen"


Nach der Demütigung im Weißen Haus und dem umgehenden Stopp aller

Hilfslieferungen entscheidet sich Wolodymyr Selenskyj "deutlich leiser

zu treten", wie ntv-Reporterin Nadja Kriewald berichtet. Im Land gehen

die russischen Angriffe unvermindert weiter.



10:43 Merz redet mit Scholz über Ukraine-Kurs


CDU-Chef Friedrich Merz trifft zur Stunde mit Bundeskanzler Olaf

Scholz im Kanzleramt zusammen. Dabei soll es um die Ukraine-Politik

und weitere sicherheitspolitische Fragen gehen.


Merz hatte am Dienstag erneut darauf gedrungen, Soforthilfen für die

Ukraine im Umfang von mindestens drei Milliarden Euro umgehend freizugeben.


Scholz wollte seinen möglichen Nachfolger Merz unter anderem über das

internationale Ukraine-Krisentreffen am vergangenen Sonntag

unterrichten, bei dem es insbesondere um den Kurswechsel der USA ging.

(…)



09:25 Dänemark: Französisch-britischen Vorschlag für Waffenruhe diskutieren


Dänemark wirbt dafür, den von Frankreich und Großbritannien

unterbreiteten Vorschlag für eine Waffenruhe zu diskutieren. Diese

Möglichkeit solle geprüft werden, sagt Außenminister Lars Lokke

Rasmussen in Helsinki.


(…)


08:06 Paris will Beziehungen zwischen Kiew und Washington kitten


Die französische Regierung arbeitet nach eigenen Angaben an einer

Wiederherstellung der Beziehungen zwischen den USA und der Ukraine, um

einen dauerhaften und stabilen Frieden zu erreichen. "Wir haben einen

Waffenstillstand vorgeschlagen", sagt Regierungssprecherin Sophie

Primas dem Fernsehsender LCI.


 „Dies wird im Rahmen der Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten

 geprüft. Frankreich und Europa versuchen, die Verbindung zwischen den

 Vereinigten Staaten und der Ukraine wiederherzustellen.“


Präsident Emmanuel Macron zufolge haben Frankreich und Großbritannien

eine teilweise Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine über einen

Monat vorgeschlagen. Dies ist dem französischen Präsidenten zufolge

Teil der europäischen diplomatischen Bemühungen, die westliche

Unterstützung für die Ukraine zu stärken.



———


2. FR: US-Militärhilfe ausgesetzt - Was das für Kiew bedeutet



https://www.fr.de/politik/us-militaerhilfe-ausgesetzt-was-das-fuer-kiew-bedeutet-zr-93605709.html


US-Militärhilfe ausgesetzt - Was das für Kiew bedeutet


Stand: 04.03.2025, 18:19 Uhr


US-Präsident Trump setzt die Militärhilfe für die Ukraine aus, während

sie im russischen Angriffskrieg ohnehin unter Druck steht. Es drohen

verheerende Folgen. Können Deutschland und Europa helfen?


Washington/Kiew/Moskau - Ohne die US-Hilfen, hieß es immer, ist die

Ukraine nicht in der Lage, im russischen Angriffskrieg zu bestehen.

Nun hat die US-Regierung unter Präsident Donald Trump die

Unterstützung ausgesetzt, um nach dem Eklat im Weißen Haus Druck auf

den ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj auszuüben, sich auf

Friedensverhandlungen einzulassen.


Die Botschaft kam an: Selenskyj reagiert schnell und geht auf Trump

zu. Was bedeutet die Aussetzung der US-Hilfen - nicht nur für die

Ukraine, sondern auch für Deutschland und Europa?


Hier einige Fragen und Antworten dazu:


(…)


Enden auch geheimdienstliche Informationen aus Washington und Starlink?


Ob die USA auch die Weitergabe ihrer Aufklärungsdaten einstellen, ist

unklar. Eine Einstellung wäre für die ukrainischen Streitkräfte ein

herber Schlag. Präzisionsschläge hinter der Frontlinie auf

Logistikhubs und Stäbe der russischen Armee würden dadurch erschwert.


Auch die ukrainische Flugabwehr ist stark auf US-amerikanische Daten

beispielsweise über Raketenstarts und in der Luft befindliche

strategische Bomber Russlands angewiesen.


Der vor allem für das Frontgebiet wichtige Einsatz der

Starlink-Systeme für Internetverbindungen per Satellit scheint

zumindest nicht gefährdet zu sein. Trump-Berater und Starlink-Besitzer

Elon Musk dementierte Berichte prompt, dass Washington mit einer

Abschaltung drohe.


Finanziert wird der Betrieb von etwa 25.000 Starlink-Terminals derzeit

durch Polen. Und diese Finanzierung ist nach Auskunft des polnischen

Digitalisierungsministeriums mindestens bis Ende September gesichert.


Was bedeutet das für die Ukraine?


Es ist nicht so, dass die Front nun sofort zusammenbricht, weil das

Land noch Reserven hat. Allerdings sind die Nachrichten aus Washington

für den Kampfgeist der ukrainischen Verteidiger ein schwerer Schlag.


Schon als der US-Kongress zu Beginn des Jahres 2024 neue

Ukraine-Hilfen blockierte, fiel die Industriestadt Awdijiwka im

ostukrainischen Gebiet Donezk in russische Hand. Die gut ausgebaute

Frontlinie war vor allem aus Mangel an Artilleriegranaten nicht mehr

zu halten, und die ukrainischen Truppen wurden um teils einige Dutzend

Kilometer zurückgedrängt. Dieses Mal könnten die Folgen wesentlich

dramatischer sein.


Wie Präsident Selenskyj vor einem Monat erklärte, stammen gut 30

Prozent der Waffen und der Technik, die von der ukrainischen Armee

eingesetzt werden, aus den USA. Bei den Waffen selbst lag der

US-Anteil demnach sogar bei 40 Prozent, während die Europäer bisher

weniger als 30 Prozent beisteuerten. Die Ukrainer und ihre

verbliebenen Verbündeten sind dabei nicht in der Lage, einen Ausfall

der US-Hilfen zu kompensieren.


Wie lange kann das von Russland angegriffene Land durchhalten?


Bisher gingen Experten in Schätzungen davon aus, dass die ukrainische

Armee allenfalls bis zum Sommer in der momentanen Intensität

weiterkämpfen könne. Spätestens dann würde ihr die Munition vor allem

bei US-amerikanischen Waffensystemen, wie den Himars-Raketenwerfern

oder auch der Patriot-Flugabwehr, ausgehen. Schläge auf die russische

Logistik im Hinterland würden seltener werden; und russische Raketen

und Drohnen könnten im Gegenzug leichter die ukrainische Flugabwehr

durchbrechen.


Sollten die US-Hilfen längere Zeit ohne Ersatz ausfallen, dann sind

auch stärkere Frontverschiebungen mit drastischen Konsequenzen auch

für das ukrainische Staatsoberhaupt selbst nicht mehr ausgeschlossen.

Bisher hat Selenskyj einen in den USA geforderten Rücktritt

kategorisch abgelehnt.


(…)


Können die Europäer einspringen?


Unter den europäischen Staaten tragen bisher Deutschland und

Großbritannien die Hauptlast der militärischen Hilfe, wie der Ukraine

Support Tracker zeigt. Andere große Staaten - Spanien, Italien und

teils auch Frankreich - waren zurückhaltend.


Der militärische Chefkoordinator der deutschen Ukraine-Hilfe,

Generalmajor Christian Freuding, war im Februar in der Ukraine und

sagte danach, mit dem nötigen Willen könnten die Europäer US-Hilfen

kompensieren. Schon jetzt leisteten sie mit Kanada 60 Prozent der

Militärhilfe.


Bei kritischer Munition stellten die Europäer und andere Partner nach

ukrainischen Angaben sogar 80 Prozent des Materials bereit. Neben mehr

Luftverteidigungssystemen brauchen die Ukrainer nach Freudings Worten

für ihre 100 kämpfenden Brigaden auch mehr gepanzerte

Gefechtsfahrzeuge - als Ersatz für Ausfälle.


Gibt es schon konkrete Pläne der EU?


Auf einem EU-Sondergipfel am Donnerstag wollen die 27 Staats- und

Regierungschefs über einen Milliarden-Verteidigungsplan sprechen, den

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgeschlagen hat.

Dieser sieht etwa einen neuen Fonds von 150 Milliarden Euro vor, um

die Verteidigungsinvestitionen in der EU zu erhöhen - unter anderem

für Militärhilfen für die Ukraine.


Von der Leyen hofft, dass ihr Vorschlag zusammen mit privatem Kapital

und zusätzlichen Mitteln für die Europäische Investitionsbank nahezu

800 Milliarden Euro für die Verteidigung mobilisieren könnte.


Doch der Gipfel könnte auch Unstimmigkeiten innerhalb der EU in Bezug

auf die Ukraine aufzeigen, denn weitreichende Entscheidungen in der EU

müssen einstimmig getroffen werden. Der ungarische Ministerpräsident

Viktor Orban und sein slowakischer Amtskollege Robert Fico haben

bereits ihren Widerstand gegen eine gemeinsame Gipfelerklärung

zugunsten der Ukraine signalisiert. Beide befürworten Trumps Kurs im

Ukraine-Konflikt und pflegen enge Beziehungen zu Russlands Präsident

Wladimir Putin.


(…)


Welche Folgen hätten zusätzliche Ukraine-Hilfen für die Bundeswehr?


Sollte die Hilfe für die Ukraine ausgeweitet werden, müssten womöglich

industrielle Kapazitäten für die Aufrüstung der Bundeswehr umgeleitet werden.


Aktuell sind weitere Lieferungen in die Ukraine angekündigt,

darunter 20 Schützenpanzer und mehr als 20 Kampfpanzer, zudem drei

kombinierte Feuereinheiten des Luftabwehrsystems Iris-T.


Außerdem sollen Flugabwehrpanzer vom Typ Gepard, Radhaubitzen

und Panzerhaubitzen, zudem 300 geschützte und gepanzerte

Transportfahrzeuge und „viel Munition“ an Kiew gehen. dpa



——



3. Tagesspiegel: Sieht sich Putin schon als Sieger?:


    Experten beobachten veränderte russische Taktik – Soldaten werden sparsamer eingesetzt



https://www.tagesspiegel.de/internationales/sieht-sich-putin-schon-als-sieger-experten-beobachten-veranderte-russische-taktik--soldaten-werden-sparsamer-eingesetzt-13313638.html?utm_source=firefox-newtab-de-de


Sieht sich Putin schon als Sieger?:


Experten beobachten veränderte russische Taktik – Soldaten werden sparsamer eingesetzt


Russland hat seine Angriffe an der Ukraine-Front jüngst


zurückgefahren. Einem Medienbericht nach könnte es daran liegen, dass

Putin nun vor allem auf Trump setzt – und weniger auf die eigenen

Soldaten.


Von Tobias Mayer


04.03.2025, 15:39 Uhr


(…)


Russlands neue Taktik: Trump holt den Sieg


Allerdings steht hinter dem nach wie vor stetigen, jedoch

verlangsamten Vorrücken der Russen auch eine taktische Entscheidung

Moskaus, sagt Politikanalyst Patrick Haasler. Die Generäle hätten

beschlossen, „mit Soldaten sparsamer umzugehen und

Umzingelungstaktiken zu fördern, die mehr Zeit in Anspruch nehmen.“


Das könnte an Donald Trump liegen. Offensichtlich will der

amerikanische Präsident zu seinem innenpolitischen Vorteil einen

möglichst schnellen Waffenstillstand im Ukrainekrieg erreichen. Dabei

setzt er die sich verteidigende Ukraine massiv unter Druck – zuletzt

durch den angeordneten Stopp der wichtigen Militärhilfe.


„Die Russen wissen auch, dass sie sich mit Donald Trump im Weißen Haus

nicht beeilen müssen, um jeden Preis Boden zu gewinnen“, wird

Poniscjakova bei „France 24“ zitiert. „Moskau hofft vielleicht, seine

Forderungen allein durch diplomatischen Druck und ohne tödliche

Offensiven durchsetzen zu können.“


„Moskau ist der Ansicht, dass der Krieg bereits gewonnen ist“, sagt

Experte Haasler. Mit den verlangsamten Angriffen könnte die Ukraine

nun weiter erschöpft werden, während die russischen – insgesamt sehr

hohen – Verluste minimiert würden. (TMA)



——


4. SZ: Lage im Überblick: Trump lobt Selenskyjs Versöhnungsversuch



https://www.sueddeutsche.de/politik/lage-im-ueberblick-trump-lobt-selenskyjs-versoehnungsversuch-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-250305-930-394052



Lage im Überblick:


Trump lobt Selenskyjs Versöhnungsversuch


5. März 2025, 6:42 Uhr


In seiner Rede vor dem US-Kongress äußert sich Donald Trump

wohlwollend über versöhnliche Töne des ukrainischen Präsidenten

Wolodymyr Selenskyj. An der Front sind dessen Truppen in der Defensive.


Washington/Kiew (dpa) - Nach dem Eklat im Weißen Haus gibt es wieder

Zeichen für eine Annäherung zwischen Donald Trump und Wolodymyr

Selenskyj. Trump begrüßte, dass sich der ukrainische Präsident in

einem Brief zu Friedensverhandlungen bereiterklärt habe.


„Ich weiß das zu schätzen“, sagte der US-Präsident bei einem Auftritt

vor dem Parlament in Washington. Selenskyj habe in dem Brief auch

seine Dankbarkeit für die Hilfe der USA betont.



(…)


Der US-Präsident zitierte nun bei seiner Rede Passagen aus dem Brief

Selenskyjs. Der Ukrainer habe darin erklärt: „Mein Team und ich sind

bereit, unter der starken Führung von Präsident Trump daran zu

arbeiten, einen dauerhaften Frieden zu erreichen.“


Die Ukraine sei auch jederzeit bereit, das von den USA gewünschte

Rohstoffabkommen zu unterzeichnen, behauptete Trump unter Verweis auf

das Schreiben Selenskyjs. Der ukrainische Präsident hatte sich zuvor

auch ähnlich lautend auf der Plattform X zu Wort gemeldet.


„Partnerschaftliche Beziehungen zu Amerika wichtig“


In seiner abendlichen Videobotschaft sagte Selenskyj, die Ukraine sei

zwar auf die aktuelle Lage vorbereitet und könne sich verteidigen.

„Aber für uns sind normale, partnerschaftliche Beziehungen zu Amerika

wichtig für eine tatsächliche Beendigung des Kriegs.“


Auch Militärexperten zufolge wird die Front in der Ukraine nach dem

Stopp der US-Waffenlieferungen wohl kaum sofort zusammenbrechen.

Insgesamt verschlechtert sich die Lage für die Verteidiger dadurch

aber deutlich, da die russischen Truppen weiter Druck machen und die

USA bislang der wichtigste Unterstützer und größte Waffenlieferant der

Ukraine waren.


Der Generalstab in Kiew sprach in seinem abendlichen Lagebericht von

zuletzt rund 100 Zusammenstößen auf den Schlachtfeldern entlang der

Front. Die ukrainischen Streitkräfte sind dabei weiter in der

Defensive. Aus dem Bericht geht hervor, dass die Kämpfe auch entlang

der über lange Zeit stabilen Front im Süden der Ukraine wieder

verstärkt aufgeflammt sind. Schwerpunkt der Kämpfe ist aber weiterhin

die Kleinstadt Pokrowsk im Gebiet Donezk.


Selenskyj bedauert Eklat - und will gegenseitigen Respekt


Die Hilfe der USA sei zurzeit das Wichtigste, räumte Selenskyj ein. Er

habe seine Gefolgsleute angewiesen, offizielle Informationen aus den

USA zum bisher nur über die Medien verkündeten Lieferstopp für

Rüstungsgüter einzuholen. Den Eklat bei seinem Treffen mit Trump

bezeichnete er noch einmal als bedauerlich.


„Aber jetzt ist es nötig, die Kraft dafür zu finden, weiterzugehen,

einander zu respektieren, so wie wir immer Amerika, Europa und alle

Partner respektiert haben, und gemeinsam alles zu tun, um den Frieden

näherzubringen“, sagte Selenskyj. Den USA dankte er erneut für die

bisher bereits geleistete Hilfe.


Schon zuvor hatte Selenskyj in sozialen Netzwerken sein Bedauern über

die gescheiterten Verhandlungen im Weißen Haus zum Ausdruck gebracht

und seine Bereitschaft erklärt, „die Dinge in Ordnung zu bringen“.

Durch den Streit beim Treffen mit Trump und Vance am Freitag wurde

auch die Unterzeichnung der angedachten Rohstoff-Vereinbarung zwischen

den USA und der Ukraine abgesagt.


Trump: Müssen mit beiden Seiten reden


Trump sagte beim Auftritt im US-Kongress, seine Regierung führe

ernsthafte Gespräche mit Moskau und habe „starke Signale“ erhalten,

dass auch Russland bereit sei, Frieden zu schließen. „Wäre das nicht

schön?“, schob Trump nach.


„Es ist an der Zeit, diesen Wahnsinn zu beenden. Es ist an der Zeit,

das Töten zu beenden. Es ist an der Zeit, den sinnlosen Krieg zu

beenden.“ Dazu sei es nötig, mit beiden Seiten zu reden.



——



5. Petra Erler: Bei TIME nachzulesen: Wie Biden die Ukraine opferte.


    Zur Entscheidung über Krieg und Frieden in Europa



https://petraerler.substack.com/p/bei-time-nachzulesen-wie-biden-die


Bei TIME nachzulesen: Wie Biden die Ukraine opferte.


Zur Entscheidung über Krieg und Frieden in Europa


 <https://substack.com/@petraerler>



Petra Erler <https://substack.com/@petraerler>


Mar 02, 2025


Bevor man sich über das „große Kino“, den offenen Eklat zwischen der

Trump-Administration und Selenskyj im Weißen Haus am Freitag

echauffiert,rate ich, erstens sich darüber im Klaren zu werden, dass

sich unser Land in einer militärischen Allianz mit den USA befindet,

und zweitens, aufmerksam den TIME-Artikel vom 18. Januar 2025 zu lesen.


Unter der Überschrift „Warum Biden`s Ukraine-Sieg Selenskyis Niederlage ist“


https://time.com/7207661/bidens-ukraine-win-zelensky-loss/


wird die Biden`sche Ukraine-Politik erklärt. Der Artikel stützt sich

auf ein Gespräch mit dem für Russland und Ukraine zuständigen

Mitarbeiter, Eric Green, im Nationalen Sicherheitsrat der

Biden-Harris-Administration.


Zu den Zielen dieser Administration gehörte niemals ein

(militärischer) Sieg der Ukraine, liest man gleich im zweiten Satz.

Deshalb wären auch alle Zusicherungen (wie bespielsweise: So lange es

dauert…) so vage geblieben. Im Weißen Haus habe man gewusst, dass es

trotz aller westlichen Hilfe der Ukraine nie gelingen würde, an

Russland verlorenes Territorium zurückzuerobern. Das sei „außerhalb

der Möglichkeiten der Ukraine“ gewesen.


Statt dessen sei es Biden darum gegangen, mittels der Ukraine die Nato

zu stärken und Russland zu schwächen.


Aber auch die Biden-Harris-Administration wollte keine direkte

militärische Konfrontation mit Russland. Deshalb zeigte Biden in der

Frage einer Nato-Mitgliedschaft der Ukraine nur verbale Flexibilität,

im Grund blieb es beim eisernen Nein, woran TIME ebenfalls erinnert.


Wohin die Biden-Harris-Strategie führte, lässt sich ebenfalls bei TIME

nachlesen: „Er achtete (Anm.: am Ende seiner Amtszeit) sorgfältig

darauf, keine Versprechungen zu machen, dass die Ukraine weitere

Gebiete zurückgewinnen oder gar bis zum Ende des Krieges überleben würde.“


Wenn etwas ruchlos ist, dann, dass ausweislich von TIME die

Biden-Administration wusste, was sie tat. Sie schickte die Ukraine in

einen militärisch Kampf, den sie nicht gewinnen konnte und verhinderte

- gemeinsam mit Großbritannien unter Boris Johnson - einen frühen

Friedensschluss, zu dem damals sowohl Selenskyj als auch Putin bereit waren.


Letzteres ist inzwischen durch glaubwürdige Zeugen belegt.

Einer davon ist der ehemalige ukrainische Botschafter in den USA,

Tschalyj (ab Min 28).


https://www.youtube.com/watch?v=t2zpV35fvHw&ab_channel=GenevaCentreforSecurityPolicy%28GCSP%29


Dank Victoria Nulands Äußerungen zu diesen Friedensverhandlungen

zwischen Russland und der Ukraine ist völlig klar: Das war nicht das,

was die Biden-Administration erreichen wollte.


https://responsiblestatecraft.org/ukraine-russia-2669196351/


Die wollte Russland schwächen, ganz so, wie das die RAND Corporation

2019 entworfen hatte. Wer diese Studie heute erwähnt, so RAND,

befördert russische Desinformation.


https://www.rand.org/pubs/research_reports/RR3063.html


Das Strategieberatungsunternehmen vergaß allerdings, seiner

Zusammenfassung dieser Studie „Russland überdehnen und aus dem

Gleichgewicht bringen“, einen ähnlichen Disclaimer beizufügen.


https://www.rand.org/content/dam/rand/pubs/research_briefs/RB10000/

RB10014/RAND_RB10014.pdf


Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass RAND besagte Studie

während der ersten Trump-Präsidentschaft vorlegte. Damals

distanzierten sich weder Trump noch das Pentagon von einem Kurs, der

auf das Anheizen von Spannungen und Konflikten mit Russland

ausgerichtet war. Im Gegenteil, die Abkehr vom INF-Vertrag und die

Weigerung, START zu unterschreiben, machten die Beziehungen noch

konfliktreicher.


Die Biden-Harris-Administration hat START unterschrieben, sie hat auch

die russische Initiative zu einer gemeinsamen Erklärung von fünf

Atommächten mitgetragen, dass ein Atomkrieg nicht zu gewinnen ist und

daher auch nicht geführt werden sollte.


Sie, aber auch die Nato, haben allerdings nichts getan, um den

heraufziehenden Krieg zu verhindern. Ein Verhandlungsangebot Russlands

vom Dezember 2021 wurde auf Botschafterebene verhandelt und verbal und

schriftlich zurückgewiesen. Darin ging es unter anderem um den

Streitpunkt um eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine.


Biden war eine erklärter Verfechter des amerikanischen

Hegemonialanspruchs. Er glaubte, die besseren Karten zu haben und

Russland in die Knie zwingen zu können: mit schweren ökonomischen

Sanktionen, mit diplomatischer Isolation. Diesem Kurs schloss sich die EU an.


Propagandistisch wurde auf „Siegfrieden“ gesetzt, die militärische

Bezwingung Russlands. Nun schreibt TIME, man habe immer gewusst, dass

das nichts werden würde. TIME vergaß zu erwähnen, dass Biden in

Helsinki 2023 fernab der Realität verkündete, dass Putin den Krieg

gegen die Ukraine bereits verloren habe.



https://www.cbsnews.com/news/joe-biden-helsinki-european-trip-vladimir-putin-war-in-ukraine/


„Alles ist falsch“, fasste kürzlich ein ehemaliger spanischer

Botschafter in Georgien, José Zorrilla, bei Neutrality Studiesdie

Natur des Narrativs zusammen, das Jahr für Jahr politisch und medial

im Westen vorgebetet wurde (Gespräch existiert in deutscher Übersetzung).


Sie, die professionellen Diplomaten, aber auch die Militärs hätten die

Wahrheit gekannt, über die regime change-Politik der USA, den Maidan,

über alle späteren Entwicklungen im Konflikt mit Russland, auch über

die Verhandlungen in Istanbul. Aber sie hätten geschwiegen. Denn sie

stünden im Dienst der Politik.


Den Mund mache nur auf, wer keine Karrierechancen mehr vor sich habe.

Nicht erklären konnte sich der Botschafter, warum Deutschland, das im

Jahr 1990 im Zusammenhang mit der deutschen Einigung eine integrative

europäische Sicherheitsstruktur bevorzugte, nicht daran festhielt.

Zorrilla sagte auch, dass 2022 der Westen Georgien gedrängt habe, eine

zweite Front gegen Russland zu eröffnen.


Die georgische Regierung habe das abgelehnt. Sie habe nicht gewollt,

dass das Land zwischen Ost und West so zerrieben werde wie die Ukraine.


Zweifellos endete das Treffen zwischen Selensky und Präsident Trump im

Weißen Haus in einem beispiellosen politischen Eklat. Der war nicht

von vornherein angelegt, denn Trump gab sich eingangs des

presseöffentlichen Treffens recht versöhnlich.


Er erklärte das Interesse seiner Administration an der Nato in Europa,

lobte Polen.


Trump legte Wert darauf, dass es ihm um Frieden ginge, in Europa, für

die Ukraine, für Europa und die Welt. Ganz wie Biden will auch Trump

den Konflikt mit Russland nicht auf die Spitze treiben. Er will keinen

Dritten Weltkrieg. Trump erklärte, er stünde auf der Seite des Friedens.


Aber Trump sprach auch das aus, was bei TIME als Hinterlassenschaft

der Biden-Administration nachzulesen war: Kämpft Selenskyj militärisch

weiter gegen Russland, hat er bald kein Land mehr.


An dem Punkt wurde Trump am Ende ganz drastisch. Selenskyj kann den

Kampf nicht gewinnen, aber mit Hilfe der USA könne er noch aus dem

Krieg noch „ok“ rauskommen. Wenn er allerdings weiter kämpfen möchte,

dann… Nur dann ohne die USA. Trump beschuldigte Selenskyj, mit einem

Dritten Weltkrieg zu spielen und das Leben von Millionen zu riskieren.


JD Vance fragte Selenskyj, ob er nicht verstehe, dass die USA mit

diplomatischen Mitteln versuchten, die Zerstörung der Ukraine

aufzuhalten. Trump war direkter: Die Ukraine habe das schlechtere

Blatt in der Hand.


Zuvor hatte auch Selenskyj gesagt, dass er die USA braucht, aber er

hängt nach wie vor der Strategie „Siegfrieden“ an. Selenkyj weiß: Was

immer die europäischen Verbündeten in der Ukraine tun, ohne die US ist

das alles nichts wert. Das spielte Trump in die Hände, denn der weiß

das auch.


Nach dem Pressetreffen eskalierte der Streit weiter. Das vorgesehene

Mittagessen wurde von US-amerikanischer Seite gekippt, der

Rohstoff-Deal ebenfalls. Trump beschied Selenskyj, er könne

wiederkommen, wenn er Frieden wolle.


https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/114082877976878390


Damit schuf Trump eine völlig transparente Konstellation: Jeder, der

den Ukraine-Krieg weiterführen möchte, tut das fortan gegen die USA.

Prompt erhoben die US-Demokraten wieder Vorwürfe, dass Trump in den

Händen von Putin sei.


https://www.nbcnews.com/politics/national-security/trump-zelenskyy-

clash-marks-defining-turn-away-us-defense-democracies-rcna193975


Die das tun, und die sogenannte „liberale Presse“ ist immer mit an

Bord, missverstehen, dass das bei der Mehrheit der Bevölkerung der USA

nicht mehr zieht. In der europäischen Öffentlichkeit ist das etwas

anders, denn die allermeisten europäischen Medien haben nicht sehr

viel dafür getan, dass sich Wahrheit von Lüge scheidet.


Tatsächlich geht es um die Wahl zwischen Krieg oder Frieden in Europa.


Drei Besuche in Washington in einer Woche haben deutlich gemacht: Die

USA werden sich nicht in ein Manöver hineinziehen lassen, das in den

direkten Krieg mit Russland führen kann. Macron und Starmer wurden

freundlich, aber entschieden davon in Kenntnis gesetzt. Bei Selenskyj

eskalierte es vor den Augen der Welt zum offenen Eklat.


Trump war in der presseöffentlichen Begegnung nicht so feindlich

gegenüber Putin eingestellt wie Selenskyj. Er erinnerte daran, wie

ungerecht Putin vom Westen in den letzten Jahren behandelt wurde, an

das sogenannte „Russiagate“, an den Hunter-Biden-Laptop, der 2020 zur

russischen Desinformation hochstilisiert wurde.


Das sei wegen ihm passiert. Er erinnerte daran, dass die

Abqualifizierung oder Diffamierung eines anderen Staatschefs kein

Problem löse sondern jede Verständigung nur schwieriger mache. Trump

verlangte von Selenskyj, seine Haltung zu ändern, auch gegenüber Russland.


Aber wie kann Selenskyj das? Er spricht vom gleichen Skript, das die

Biden-Administration wider besseren Wissens entwarf und dem auch die

europäischen Alliierten der USA allesamt bis heute folgen. Er, der

einst nicht vom Russenhass beseelt war, seine Präsidentschaft damit

gewann, dem Land Frieden mit Russland bringen zu wollen, hat den Hass

nun komplett verinnerlicht.


Bei Trump beschwerte sich Selenskyj über Putin. Für den sei die

Sprache der Diplomatie nur ein Vorwand. Dass in der Ukraine die

Sprache der Diplomatie schon vor Kriegsausbruch als „Kapitulation“

gegenüber Russland gebrandmarkt wurde, war ihm entfallen. Dass er

selbst mit Putin 2022 verhandelte ebenfalls.


Selenskyj zeigte beim Treffen im Weißen Haus Nerven. Er war weder

gelassen noch kühl, aber vor allem ritt er das falsche Ross. Er glaubt

(oder will es glauben), dass das Jahr 2025 den entscheidenden

Unterschied bringt, die Ukraine wieder in eine „Position der Stärke“ gerät.


Denn Selenskyj hat ein Zukunftsproblem: Wie soll er es überleben, wenn

er in der Ukraine als der angesehen wird, der entgegen dem eigenen

Dekret aus 2022 schließlich mit Putin verhandelt? Extreme

Nationalisten bedrohten ihn schon 2019 mit dem Tod, falls er das

Minsk-Abkommen 2 implementieren würde.


https://incident.obozrevatel.com/crime/dmitrij-yarosh-esli-zelenskij-

predast-ukrainu-poteryaet-ne-dolzhnost-a-zhizn.htm


und


https://www.kyivpost.com/post/10595


Macht er aber weiter mit dem Krieg, ist er derjenige, der sein Land

völlig ruiniert, ob ihm nun die USA oder die EU weiter zur Seite

stehen oder nicht.


Dank der freimütigen Einschätzungen in TIME wird die Frage auch in der

Ukraine aufkommen, warum Selenskyj beim bösen Spiel immer weiter

mitmachte, und ob es das alles wert war, all die Toten, all die

Verwundeten, das verheerte Land?


Wenn sich am Sonntag die Europäer nun schon zum dritten Mal innerhalb

weniger Tage zu einem Spitzentreffen zusammenfinden, sollten sie sich

auch mit dieser Frage beschäftigen. Denn wie kann es sein, dass ein

vergleichbares Spitzentreffen angesichts der bevorstehenden

Konfliktexplosion mit Russland Anfang 2022 nicht zustande kam, und man

lieber den USA Gefolgschaft leistete, als an den eigenen Kontinent zu

denken, zu dem die Ukraine, aber auch Russland gehören?


Wie konnte es sein, dass man die Chance auf einen frühen

Friedensschluss in Istanbul vergab und keine EU-Position formulierte?


Wie kann es sein, dass so viele 2025 immer noch nicht begreifen, dass

zwischen politischen Zielen und Kommunikationslinien ein Unterschied

besteht. Anders ausgedrückt: Es wird gelogen, geschwindelt,

vereinfacht, verdreht, um das herrschende Ukraine-Krieg-Narrativ

aufrecht zu erhalten, das die Trump-Administration gerade zertrampelt.

Die hat andere Sorgen.


Die schaut nach China und hat schon mal die „Ein-China-Politik“ ihrer

Vorgänger fast aus dem Internet-Gedächtnis gelöscht.


(...)



Wenn die Europäer den Kriegskurs wählen, zeigt es nur, dass sie immer

noch nicht anerkennen wollen (können), dass Biden nicht nur mit dem

Schicksal der Ukraine spielte, sondern auch mit dem ganz Europas.

Zuletzt hat Biden ausweislich TIME noch nicht einmal mehr an das

Überleben der Ukraine geglaubt.


--------—



siehe auch:


https://www.perlentaucher.de/buch/petra-ehrler-guenter-verheugen/der-lange-weg-zum-krieg.html


Petra Ehrler <https://www.perlentaucher.de/autor/petra-ehrler.html>, Günter Verheugen <https://www.perlentaucher.de/autor/guenter-verheugen.html>

Der lange Weg zum Krieg


Russland, die Ukraine und der Westen - Eskalation statt Entspannung


Heyne Verlag, München 2024

ISBN 9783453218833

Gebunden, 336 Seiten, 24,00 EUR



Petra Erler, geboren 1958, promovierte am Institut für Internationale

Beziehungen an der Akademie für Staat und Recht in Potsdam.


Nach der Volkskammerwahl 1990 war sie zunächst Beraterin und Mitglied

des Planungsstabs von Außenminister Markus Meckel, wurde dann zur

Staatssekretärin im Amt des Ministerpräsidenten de Maizière berufen,

zuständig für EG-Fragen.


Nach der Deutschen Einigung arbeitete sie ab 1991 als Referatsleiterin

für EG-Politik an der Vertretung des Landes Brandenburg in Bonn. 1999

wurde sie Mitglied des engsten Mitarbeiterkreises von EU-Kommissar

Günter Verheugen, den sie zwischen 2006 und 2010 leitete.



————

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05.03.2025

Informationen zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien (II von II)


6. IPPNW: Bundesregierung soll langfristigen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen unterstützen



https://www.ippnw.de/startseite/artikel/de/bundesregierung-soll-langfristigen-w.html



IPPNW-Pressemitteilung vom 4. März 2025



Bundesregierung soll langfristigen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen unterstützen


Pläne von Großbritannien und Frankreich für die Ukraine


Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW begrüßt, dass sich jetzt auch

Großbritannien und Frankreich für einen Waffenstillstand in der

Ukraine einsetzen wollen. Sie fordert die noch amtierende

Bundesregierung auf, sich nach dem Eklat im Weißen Haus und der

Aussetzung der US-Militärhilfen an eigenen diplomatischen

Lösungsvorschlägen der EU zu beteiligen.


Die Friedensnobelpreisorganisation fordert jedoch eine dauerhafte

Waffenruhe und eine internationale Friedenskonferenz unter

Einbeziehung aller Kriegsparteien und relevanten Gruppen statt

weiterer Waffenlieferungen und Milliarden für die Aufrüstung.


Sicherheitsgarantien müssen letztlich aus der „Friedenslogik“

entwickelt werden auf dem Weg über vertrauensbildende Maßnahmen hin zu

einer gemeinsamen Sicherheitspolitik. Sie sollten auf

Demilitarisierung, Rüstungskontrolle und Abrüstung beruhen.


Falls die beteiligten Parteien zusätzlich eine militärische

Absicherung für unverzichtbar halten, müsste eine UN-Friedensmission

beschlossen werden. Länder wie China und Brasilien, die BRICS-Staaten

oder die afrikanische Union, die eigene diplomatische Vorschläge für

den Ukrainekrieg vorgelegt haben, sollten an der Lösungssuche

beteiligt werden.


So haben Brasilien und China im Mai letzten Jahres einen 6-Punkte-Plan

zum Ukrainekrieg veröffentlicht, der Maßnahmen zur Deeskalation

auflistete. Unter anderem unterstützen beide Länder eine

internationale Friedenskonferenz, die sowohl von Russland als auch der

Ukraine anerkannt wird, mit gleichberechtigter Teilnahme aller

Parteien. Beide Länder lehnen die Aufteilung der Welt in isolierte

politische oder wirtschaftliche Blöcke ab und rufen zur Intensivierung

der internationalen Zusammenarbeit auf.


„Die EU muss sich als Friedensprojekt begreifen, statt in den nächsten

Jahren Milliarden für Hochrüstung und `Kriegstüchtigkeit´ auszugeben,

die für soziale Belange und den Klimaschutz fehlen werden. Die

UN-Charta verbietet nicht nur den Einmarsch in andere Staaten, sondern

fordert auch eine friedliche Lösung kriegerischer Konflikte.


Der 2+4-Vertrag, dem Deutschland seine Wiedervereinigung verdankt,

gebietet in seiner Präambel und Artikel 2 wirksame Maßnahmen zur

Rüstungskontrolle und Vertrauensbildung sowie, dass von deutschem

Boden nur Frieden ausgehen wird. Die aktuelle Militarisierung der

Gesellschaft und das Festhalten an der atomaren Abschreckung stehen im

Widerspruch zur notwendigen Deeskalation“, erklärt

IPPNW-Vorstandsmitglied Ralph Urban.




siehe dazu auch:


https://www.spiegel.de/ausland/ukraine-krieg-grossbritannien-und-frankreich-arbeiten-mit-ukraine-an-waffenruhe-plan-a-c2d1e832-ea02-4012-b5ff-e0e70da56257


Russlands Angriffskrieg Großbritannien und Frankreich arbeiten


mit der Ukraine an Plan für Waffenruhe


London und Paris wollen gemeinsam mit Kyjiw einen Weg suchen,

die Gefechte in der Ukraine zu beenden.


Der Plan soll im Anschluss den USA vorgelegt werden.

Möglicherweise sind noch weitere Länder an dem Vorhaben beteiligt.


02.03.2025, 16.21 Uhr


(…)



——



7. taz: Pressefreiheit in Israel - Regierung will Aufklärung von Kriegsverbrechen bestrafen



https://taz.de/Pressefreiheit-in-Israel/!6068408/


Pressefreiheit in Israel


Regierung will Aufklärung von Kriegsverbrechen bestrafen



Dem Internationalen Strafgerichtshof Ressourcen zu liefern, soll in

Israel strafbar sein. Verfassungsrechtler sind besorgt über die Pläne.


24.2.2025 7:14 Uhr


Von Lisa Schneider


Vergangene Woche hat Israels Regierung einen

Gesetzesentwurf in der Knesset präsentiert: Er soll es unter Strafe

stellen, dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) Dienstleistungen

oder Ressourcen zur Verfügung zu stellen – das gilt auch für Privatpersonen.


Weiter soll die Zusammenarbeit von Behörden und staatlichen

Institutionen mit dem IStGH verboten werden. Bis zu fünf Jahre Haft

drohen bei Verstößen. Und wer für den Strafgerichtshof arbeitet, soll

künftig weder nach Israel einreisen noch sich dort aufhalten oder

Vermögen im Land besitzen dürfen.


Der Entwurf schlägt außerdem vor, dass der Justizminister einen Posten

schaffen soll, dem jede Kommunikation von öffentlichen Einrichtungen

Israels mit dem IStGH vorgelegt werden muss, und der diese dann genehmigt.


Mit 28 Für- und 5 Gegenstimmen, so berichtet es die Knesset in einem

Pressestatement, ist der Entwurf in erster Lesung durchgegangen und

wird nun dem Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung

vorgelegt.


Kritiker bemängeln Gesetz


Kritiker bemängeln, ein solches Gesetz hätte weitreichende Folgen. Die

israelische Zeitung Haaretz zitiert dazu Tamar Megiddo, Rechtsexpertin

an der Hebräischen Universität Jerusalem: „Die Definitionen in diesem

gefährlichen Gesetzentwurf sind so weit gefasst, dass selbst jemand,

der in den sozialen Medien ein Foto oder ein Video von einem Soldaten

teilt, der sich selbst dabei dokumentiert, wie er ein scheinbares

Kriegsverbrechen begeht, mit einer Haftstrafe rechnen muss.“


Auch die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten wäre von dem

Gesetz beeinträchtigt: Recherchen, etwa von Haaretzoder +972Mag, haben

in den vergangenen fünfzehn Monaten immer wieder Vorwürfe gegen Israel

für seine Kriegsführung im Gazastreifen hervorgebracht.


So veröffentlichte Haaretz zudem immer wieder Meinungsstücke, in denen

die Autoren Israel Kriegsverbrechen in Gaza vorwarfen, dafür Argumente

nannten – und damit, so könnte Israels Justiz künftig darauf blicken,

dem Strafgerichtshof Ressourcen zur Verfügung gestellt haben.


Dass die Dokumentation möglicher Kriegsverbrechen zu einer Straftat

werden könnte, wenn sie ihren Weg zu internationalen Gerichten finde,

bemängelt auch Itamar Mann, Verfassungsrechtler an der Universität Haifa.


Er sieht die Wissenschaftsfreiheit in Gefahr: „Wissenschaftler, die

sich mit potenziellen Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht

befassen, stehen vor einer unmöglichen Wahl: Entweder sie führen ihre

Forschung unter der ständigen Bedrohung einer strafrechtlichen

Verfolgung durch oder sie geben wichtige Bereiche ihrer juristischen

Untersuchungen ganz auf.“


Israel und der IStGH: Ein schwieriges Verhältnis


Dass der Staat Israel und der Internationale Strafgerichtshof kein

gutes Verhältnis haben, ist bekannt. Israel ist kein Mitgliedsstaat

des IStGH, das international nicht von allen Ländern als Staat

anerkannte Palästina aber schon.


Und so ist der IStGH nach eigener Auslegung zuständig für sowohl von

palästinensischen Militanten auf israelischem Boden als auch vom

israelischen Militär auf palästinensischem Boden begangene Taten.


Seitdem der IStGH unter Chefankläger Karim Khan im November 2024 einen

Haftbefehl für Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ausgestellt hat,

ist das Verhältnis noch schlechter geworden. Der IStGH untersucht

bereits seit 2019 mögliche Kriegsverbrechen unter Beteiligung von

Palästinensern wie Israelis auf palästinensischem Gebiet.


Vorgeworfen werden Netanjahu selbst derzeit das Kriegsverbrechen des

Aushungerns als Methode der Kriegsführung, sowie Verbrechen gegen die

Menschlichkeit – Mord, Verfolgung und andere unmenschliche Handlungen.



——



8. n tv: "Wollen Erinnerungen auslöschen“


Israel bombardiert mehrere Flüchtlingslager in Westbank



https://www.n-tv.de/mediathek/videos/panorama/Israel-bombardiert-mehrere-Fluechtlingslager-im-Westjordanland-article25591954.html



26.02.2025 20:10 Uhr – 02:25 min

"Wollen Erinnerungen auslöschen“


Israel bombardiert mehrere Flüchtlingslager in Westbank


Nachdem in einem Vorort von Tel Aviv mehrere Busse explodiert sind,

ordnet Netanjahu einen massiven Militäreinsatz im Westjordanland an.

Die Streitkräfte der IDF bombardieren und räumen das Zuhause von

Zehntausenden Palästinensern - unter dem Vorwand, Strukturen

militanter Truppen treffen zu wollen. (…)


-----


9. Haaretz: Wenn die dritte Intifada ausbricht, vergesst nicht, dass Israel sie angestiftet hat


https://www.haaretz.com/opinion/2025-02-27/ty-article-opinion/.premium/when-the-third-intifada-breaks-out-dont-forget-that-israel-instigated-it-deliberately/00000195-4324-de32-ad9d-73b71f450000


Haaretz


Meinung


Wenn die dritte Intifada ausbricht, vergesst nicht, dass Israel sie angestiftet hat


Gideon Levy


27.2. 2025



Zum ersten Mal in der Geschichte Israels geschieht etwas: Ein Krieg

ist noch nicht ganz abgeklungen, aber Israel schürt bereits den

nächsten. Uns wurde der Luxus eines Augenblicks zum Atmen oder ein

bisschen Täuschung und Hoffnung verwehrt. Israels "diplomatischer"

Horizont besteht nur noch aus einem Krieg nach dem anderen, ohne dass

eine andere Alternative auf dem Tisch liegt.


Nicht weniger als drei stehen auf der Tagesordnung: die Wiederaufnahme

des Krieges in Gaza, die Bombardierung des Iran und die Führung eines

Krieges im Westjordanland.


Die letzten davon begannen am Tag nach dem 7. Oktober 2023 geschürt zu

werden. Wenn die dritte Intifada ausbricht, sollten sich die Menschen

daran erinnern, wer sie absichtlich angezettelt hat. Auch die

Behauptung, dass sie bei tödlichen Angriffen Opfer geworden seien,

wird nichts an den Fakten ändern.


Dämonisierung der "menschlichen Tiere" im Westjordanland und ihrer

Verwandten in Gaza. Israel allein wird die Verantwortung für den

nächsten Krieg im Westjordanland tragen. Sagen Sie nicht, wir seien

überrascht worden; Ich wage nicht zu sagen, wir hätten es nicht

gewusst. Die Schrift ist seit 16 Monaten an der Wand, buchstabiert in

Feuer und Blut – und niemand hält sie auf. Es wird kaum darüber berichtet.


Das ist nicht mehr das Westjordanland, das wir einst kannten. Die

Dinge haben sich geändert. Die Besatzung – die nie nur schrittweise

vorangetrieben wurde – ist brutaler denn je geworden. Am Tag nach dem

7. Oktober hat Israel die drei Millionen Einwohner des

Westjordanlandes faktisch inhaftiert. Seitdem haben mindestens 150.000

Menschen – die meisten von ihnen fleißige und engagierte Arbeiter –

ihre Lebensgrundlage verloren.


Sie hatten nichts mit dem Massaker an der Grenze zu Gaza zu tun. Sie

versuchten nur, für ihre Familien zu sorgen. Aber Israel hat ihnen die

Chance auf ein menschenwürdiges Leben genommen – eines, das

wahrscheinlich nicht zurückkehren wird. Hunderttausende sind zu einem

Leben im Elend verurteilt worden. Die Jüngeren werden nicht schweigen.


Das war erst der Anfang. Auch das Westjordanland wurde von innen

abgeriegelt. Rund 900 Checkpoints – teils permanent, teils

provisorisch – haben das Westjordanland und das Leben seiner Bewohner

geprägt. Jede Reise zwischen den Gemeinschaften ist zu einem Spiel

russisches Roulette geworden. Wird der Checkpoint geschlossen oder

geöffnet sein? Als ich sechs Stunden am Jaba-Checkpoint wartete, war

ein Bräutigam auf dem Weg zu seiner Hochzeit hinter mir. Die Hochzeit

wurde abgesagt. Die Straßen im Westjordanland sind leer geworden.


Die Checkpoints sind nur ein Teil des Bildes. Auch unter den Soldaten

der Besatzung hat sich etwas verändert. Vielleicht beneiden sie ihre

Kameraden in Gaza, oder vielleicht ist es einfach der derzeit

vorherrschende Geist des israelischen Militärs. Aber die meisten haben

die Palästinenser noch nie so behandelt, wie sie es jetzt tun.


Es geht nicht nur um das einfache Betätigen des Abzugs oder den Einsatz

von Waffen, die noch nie zuvor im Westjordanland eingesetzt wurden, wie

Kampfjets und tödliche Drohnen. Es ist vor allem die Art und Weise,

wie sie die Palästinenser sehen – als "menschliche Tiere", so wie man

es ihnen von den Menschen in Gaza erzählt hat.


Die Siedler und ihre Unterstützer sind mit großem Eifer mit von der

Partie. Für sie ist dies eine historische Gelegenheit zur Revanche.

Sie wollen einen umfassenden Krieg im Westjordanland, unter dessen

Deckmantel sie ihren großen Plan zur Massenvertreibung umsetzen

können. Erschreckenderweise ist dies der einzige Plan, den Israel zur

Lösung der Palästinenserfrage hat.


Währenddessen vergeht keine Woche, in der nicht ein weiterer nicht

autorisierter Siedler-Außenposten auftaucht – eine einzelne Hütte, die

von Tausenden gestohlener Dunums umgeben ist, die als "Weideplatz"

beansprucht werden. Es vergeht kein Tag, an dem es nicht schon wieder

ein Pogrom gibt. Diese Angriffe funktionieren. Die schwächsten Teile

der palästinensischen Gesellschaft im Westjordanland – die Hirten –

geben einfach auf. Ganze Gemeinschaften verlassen das Land ihrer

Vorfahren und fliehen in Angst vor den Gangstern mit Kippa.


Und dann kam die organisierte Vertreibung der Flüchtlingslager. Sagen

Sie nicht, dass es keinen Plan gibt. Es gibt einen, und er ist

monströs. Geplant ist, alle Flüchtlingslager im Westjordanland zu

leeren und dann dem Erdboden gleichzumachen. Das ist die "Lösung" des

Flüchtlingsproblems. Es begann mit der Demontage des UN-Hilfswerks und

setzt sich mit D-9-Bulldozern fort. 40.000 Menschen wurden bereits

vertrieben, einige von ihnen wurden bereits zerstört. Die drei

Flüchtlingslager im nördlichen Westjordanland sind heute Ödland ohne

Menschen.


Dies ist kein Krieg gegen den Terror. Man bekämpft den Terror nicht,

indem man die Wasserinfrastruktur, Stromnetze, Straßen und

Abwassersysteme zerstört. Dabei handelt es sich um die systematische

Zerstörung von Flüchtlingslagern. Es wird nicht am Lager Nur al-Shams

in Tul Karm oder den Lagern Askar und Balata in der Nähe von Nablus

Halt machen. Es geht weiter bis zum Lager Al-Fawwar in der Nähe von

Hebron, im südlichen Teil des Westjordanlandes, bis nichts mehr übrig ist.


Das ist es, was Israel jetzt tut, nur um das klarzustellen: eine Nakba.



——


10. SZ: Krieg in Nahost: Arabische Länder beraten über den Wiederaufbau von Gaza



https://www.sueddeutsche.de/politik/kairo-gaza-trump-arabische-liga-li.3213212



Krieg in Nahost:


Arabische Länder beraten über den Wiederaufbau von Gaza


4. März 2025, 16:54 Uhr


Die Arabische Liga reagiert auf die Vertreibungspläne Donald Trumps

mit einem eigenen Vorschlag zur Zukunft des Gazastreifens.  


Die strittigen Fragen bleiben allerdings ungeklärt.


Von Bernd Dörries, Kairo



Seit fast einem Monat bemühen sich die Staaten der Arabischen Liga

unter Führung von Ägypten, einen Plan auszuarbeiten, der eine

Alternative bieten soll zur Drohung von Donald Trump. Der US-Präsident

hatte eine ethnische Säuberung des Gazastreifens angekündigt und will

aus dem Küstenstreifen ein Immobilienprojekt machen. Er verbreitete

ein Video, in dem Casinos und Hotels mit dem Logo „Trump-Gaza“ zu

sehen sind.


Am Dienstag trafen sich die Vertreter von 22 arabischen Ländern in

Kairo, um sich nach langen Vorbereitungen auf eine gemeinsame

Erklärung zu einigen, wie sie sich die Zukunft Gazas vorstellen. Die

entscheidende Sitzung fand erst am späten Abend statt, wegen der

Fastenzeit im Ramadan.


Und weil viele Fragen offen sind. Grundlage des Treffens war der Plan

Ägyptens, der von den Teilnehmern unterstützt wurde. Er enthält aber

viele Allgemeinplätze und bleibt in strittigen Belangen vage.


Ägypten schlägt einen Wiederaufbau Gazas in drei Phasen vor, der 53

Milliarden Dollar kosten soll. Das Geld soll von arabischen Staaten

kommen, aber auch von internationalen Institutionen. Es scheint

bislang aber keinerlei konkrete Zusagen geben, Ägypten selbst ist erst

vor wenigen Monaten knapp am Staatsbankrott vorbeigeschrammt. Länder

wie Saudi-Arabien und Katar sehen sich auch mit Wünschen aus Libanon

und Syrien konfrontiert, die ebenfalls viele Milliarden für den

Wiederaufbau brauchen.


Arabische Staaten sollen eine Stabilisierungstruppe stellen


Regiert werden soll Gaza vorerst durch einen „Lenkungsausschuss“, der

aus wichtigen arabischen Ländern, Mitgliedern der Organisation für

Islamische Zusammenarbeit, den USA, Großbritannien und der EU bestehen

soll.


Der Plan sieht eine internationale Stabilisierungstruppe vor, die

hauptsächlich arabische Staaten stellen sollen. Sie soll Sicherheit

gewährleisten und eventuell eine neue örtliche Polizei aufbauen.


Hier beginnen die Probleme. Unter den arabischen Staaten ist es

bislang umstritten, ob Gaza ohne eine Beteiligung der

Palästinensischen Autonomiebehörde regiert werden kann. Die Hamas hat

zwar Bereitschaft erkennen lassen, einen Teil der Macht im

Gazastreifen abzugeben.


Die Waffen aber nicht. Das wiederum macht Israel zur Bedingung, um

überhaupt in die zweite Phase des Waffenstillstands einzutreten, in

der weitere Geiseln ausgetauscht werden könnten.


Die erste Phase war am Samstag abgelaufen. Israel lässt seit drei

Tagen keine Hilfslieferungen mehr nach Gaza, um die Hamas zu zwingen,

die erste Phase des Waffenstillstands zu verlängern. Die Staaten der

Arabischen Liga werfen Israel vor, Hunger als Waffe zu benutzen.


Länder wie die Vereinigten Emirate wollen langfristige Hilfe für Gaza

aber durchaus davon abhängig machen, dass Hilfsgelder nicht wieder an

die Hamas fließen, die damit einen neuen Krieg beginnen könnte, was

jeden Wiederaufbau sinnlos machen würde.


Wird es einen Staat für die Palästinenser geben?


Wie mit den Waffen der Hamas umzugehen sei, erwähnt der

Resolutionsentwurf der Ägypter bislang nicht explizit. „Der

vollständige Rückzug Israels aus allen palästinensischen Gebieten wird

voraussichtlich das Ende aller damit verbundenen palästinensischen

Widerstandsoperationen markieren“, heißt es in Entwürfen der

Abschlusserklärung des Gipfels, die ägyptische Medien zitieren.


Die Länder sind sich zumindest einig, dass jeder langfristige

Friedensplan für Gaza eine Perspektive für eine Zwei-Staaten-Lösung

enthalten muss. Konkreter wird es bislang nicht. Die israelische

Regierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat immer wieder

deutlich gemacht, dass es mit ihr keinen Staat für die Palästinenser geben wird.



——



11. BerlZ: Atomgespräche mit dem Iran:  Putin will Trump bei der Vermittlung helfen


https://www.berliner-zeitung.de/news/atomgespraeche-mit-dem-iran-putin-will-trump-bei-der-vermittlung-helfen-bericht-li.2304211



Atomgespräche mit dem Iran:  Putin will Trump bei der Vermittlung helfen


Im Gespräch mit dem russischen Präsidenten soll Trump sein Interesse

an Atomverhandlungen mit dem Iran ausgedrückt haben. Putin habe

zugestimmt, Trump zu helfen.


Sophie Barkey


04.03.2025 14:52 Uhr


Russland hat sich einem Bericht zufolge bereit erklärt, die Regierung

von US-Präsident Donald Trump bei der Kommunikation mit dem Iran zu

unterstützen. Dabei soll es nach Informationen des amerikanischen

Nachrichtenportals Bloomberg auch um das Atomprogramm der Islamischen

Republik gehen.


Trump drückte demnach sein Interesse an Atomverhandlungen mit dem Iran

in seinem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im

Februar aus. Spitzendiplomaten seiner Regierung sollen die

Angelegenheit zudem Tage später bei Gesprächen in Riad mit ihren

russischen Amtskollegen erörtert haben, berichtet Bloomberg unter

Berufung auf russische Quellen.


Beamte des Weißen Hauses reagierten demnach nicht sofort auf eine

Bitte um Stellungnahme. Auch Russland und der Iran haben die Anfrage

öffentlich nicht bestätigt oder dementiert.


Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte jedoch in einer Antwort auf Fragen

von Bloomberg, dass „Russland glaubt, dass die Vereinigten Staaten und

der Iran alle Probleme durch Verhandlungen lösen sollten“, und dass

Moskau „bereit ist, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um dies zu erreichen“.


Laut einem vertraulichen Bericht der Internationalen

Atomenergiebehörde (IAEA) von Ende Februar hatte der Iran seine

Urananreicherung in den vergangenen Monaten deutlich ausgeweitet.

Teheran hatte bereits im vergangenen Dezember damit gedroht, seine

Urananreicherung hochzufahren, nachdem ein IAEA-Gremium zuvor dessen

mangelnde Kooperation bei Atomfragen gerügt hatte.


Trump hatte Atomabkommen mit Iran einseitig aufgekündigt


In den vergangenen Jahren hat Teheran seine Zusammenarbeit mit der

IAEA immer weiter zurückgefahren. Im Jahr 2015 hatte das Land mit den

USA, China, Russland, Frankreich, Großbritannien und Deutschland ein

Abkommen zur Einschränkung seines Atomprogramms geschlossen.


Die USA hatten das Abkommen 2018 unter Präsident Trump aber einseitig

aufgekündigt und Sanktionen gegen Teheran wieder eingeführt, woraufhin

der Iran sich schrittweise nicht mehr an seine Verpflichtungen hielt.


Der Iran beharrt darauf, Atomkraft zu zivilen Zwecken nutzen zu

dürfen, und bestreitet Absichten zum Bau einer Atombombe, für die eine

Anreicherung von Uran auf 90 Prozent nötig ist. Die IAEA verweist

allerdings darauf, dass bereits die Anreicherung auf 60 Prozent höher

sei, als es für die Nutzung von Atomkraft zur Energiegewinnung nötig

wäre. Zudem sei der Iran der einzige Staat ohne Kernwaffen, der

solches Nuklearmaterial herstelle.


Seit seinem Amtsantritt vor etwa sechs Wochen versucht Trump, die

Beziehungen zu Putin wiederherzustellen, die die USA nach Russlands

Invasion in der Ukraine 2022 abgebrochen hatten. Trump versucht dabei

nicht nur ein Ende des Ukrainekrieges mit Putin auszuhandeln – beide

Seiten haben seither auch signalisiert, dass sie für eine

Zusammenarbeit bei anderen geopolitischen Fragen offen sind. (mit AFP)



-------



12. IPG: Verlorene Staatskunst - Aufrüstung ersetzt Diplomatie:


     Europa steuert blindlings in die nächste Konfrontation mit Russland.



https://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/verlorene-staatskunst-8119/


Außen- und Sicherheitspolitik


27.02.2025 | Roland Popp <https://www.ipg-journal.de/ipg/autorinnen-und-autoren/autor/roland-popp/>

Verlorene Staatskunst


Aufrüstung ersetzt Diplomatie: Europa steuert blindlings in die nächste Konfrontation mit Russland.


Dr. Roland Popp forscht an der Militärakademie (MILAK) an der ETH

Zürich zu militär- und gesamtstrategischen Fragen, Nuklearwaffen,

technologischer Innovation und internationaler Geschichte. Er ist

Historiker des Kalten Krieges und Islamwissenschaftler.


Henry Kissinger galt als eine der prägendsten Figuren der

internationalen Politik – bewundert für seine strategische Weitsicht,

kritisiert für seine opportunistische Wendigkeit. Selbst seine

zahlreichen Fehleinschätzungen vermochten seinen Nimbus als große alte

Erklär-Eule der Weltpolitik nicht zu schmälern.


Bei aller berechtigten Kritik zeigt sich heute, dass Kissinger ein

tieferes historisches Verständnis besaß als diejenigen, die in den

Folgejahren das Verhältnis mit Moskau maßgeblich bestimmen durften.


Der ehemalige US-Außenminister erkannte die enorme Widerstandskraft

Russlands (im Neusprech „Resilienz“) – eine Fähigkeit zur Erholung und

zum geopolitischen Comeback, die sich durch die Jahrhunderte zog.


Niederlagen und Krisen bedeuteten für Moskau selten das Ende, sondern

oft den Auftakt zur nächsten Phase strategischer Neuorientierung.

Entsprechend plädierte Kissinger in seinen letzten Lebensjahrzehnten

für einen integrativen Ansatz gegenüber Russland.


Er warnte unermüdlich vor einer übermäßigen Ausdehnung des

amerikanischen Einflusses in die unmittelbare russische Peripherie und

vor den Risiken einer konfrontativen Politik.


Kissinger erkannte bereits 1990, dass die Schwächephase der russischen

Großmacht – damals noch in das größere sowjetische Kostüm gehüllt –

nur von begrenzter Dauer sein dürfte. Im Gegensatz zur Mehrheit der

sogenannten Strategic Community in den USA sah er die langfristigen

Gefahren, die mit der Versuchung einhergingen, Moskaus Schwäche

auszunutzen.


In dieser Haltung erinnerte er stark an den großen amerikanischen

Strategen George Kennan, der – von der Nachwelt oft missverstanden –

bereits im frühen Kalten Krieg nicht vor der Stärke, sondern vor der

Schwäche und Furcht der Sowjetunion gewarnt hatte. Kennan wehrte sich

vehement gegen die Militarisierung seiner Eindämmungskonzeption –

sodass er bald ins politische Abseits gedrängt wurde. Kissinger hätte

sich über diesen Vergleich mit Kennan übrigens kaum gefreut.


Spätestens mit der Invasion der Ukraine ist das Belächeln russischer

Macht vorbei. Die anfängliche Zuversicht, die haushohe wirtschaftliche

und militärische Überlegenheit des Westens werde das Scheitern des

russischen Abenteuers quasi zwangsläufig herbeiführen, ist inzwischen

einer regelrechten Panik gewichen.


Spätestens mit der Invasion der Ukraine ist das Belächeln russischer

Macht vorbei.


Nun lohnt es sich, genau hinzuschauen, welche Stimmen aus dem

Kommentariat und der deutschen Strategic Communityderzeit vor

überlegenen russischen Streitkräften und einer angeblich

bevorstehenden Absicht Moskaus, zeitnah NATO-Länder anzugreifen,

warnen.


Tatsächlich sind es fast genau jene Akteure, die sich zuvor für eine

konfrontative Ukraine-Politik und ein NATO-Beitrittsversprechen für

Kiew starkmachten – und dabei jede Eskalationsgefahr in Kauf nahmen.

Dieselben Stimmen argumentierten nach Kriegsausbruch vehement für

westliche Intervention und Waffenlieferungen, während sie gleichzeitig

einen baldigen militärischen Zusammenbruch der – damals noch als weit

unterlegen dargestellten – russischen Streitkräfte herbeifantasierten.


Dass sich das gleichzeitige Beschwören eines militärischen Sieges in

der Ukraine – aufgrund russischer Schwächen – und die Warnung vor

einer direkten Bedrohung des NATO-Bündnisses durch ein angeblich

übermächtiges Russland in einem Maße widersprechen, das selbst

unvoreingenommene Beobachter an der tatsächlichen Expertise dieser

Experten zweifeln lässt, scheint die deutschen Medien wenig zu stören.


Keine Talkshow im Fernsehen kommt ohne die Mitglieder dieser Gruppe

aus – bisweilen sind sie dort sogar ganz unter sich.


Auch ein Blick über den großen Teich liefert wenig Klarheit – dort von

Chaos zu sprechen, ist fast eine Untertreibung. Die in Deutschland

womöglich erhoffte 360-Grad-Wende hat Trump exakt in der Mitte

abgebrochen, und die neue Administration in Washington scheint sich

auf eine Politik zu konzentrieren, die einen Deal mit Moskau zur

Beendigung des Krieges anstrebt – egal zu welchem Preis.


Aus europäischer Sicht könnte man zumindest hoffen, dass dieser

unfreiwillige und erzwungene Frieden zu einer allgemeinen

Stabilisierung des Kontinents führt. Doch gleichzeitig stellt Trump

die amerikanische Sicherheitsgarantie für Europa offen infrage – oder

hat sie mit seinen Äußerungen bereits spürbar entwertet.


Ein Europa, das über Jahrzehnte darauf sozialisiert wurde, im

Lippenlesen amerikanischer Politiker stets eine Bestätigung zu suchen,

um bloß keine eigenständigen Entscheidungen über die eigene

Verteidigung treffen zu müssen, fühlt sich nun im Stich gelassen.

Beraten von einer durch und durch transatlantisch geprägten Strategic

Community wirken die sicherheitspolitischen Technokraten in Brüssel

nun wie „Servants without Masters“ – wie es der britische Journalist

Aris Roussinos angemessen bösartig auf den Punkt brachte.


Vielleicht ist der wichtigste Schritt zur Wiederherstellung

europäischer militärischer Glaubwürdigkeit zunächst, sich von diesen

Stimmen zu emanzipieren. Und sich auf das zu besinnen, was in der

Tradition des Kontinents einst als Staatskunst bezeichnet wurde.


Ein genauerer Blick auf die Working Papers, Berichte und Analysen

anglo-amerikanischer sicherheitspolitischer Denkfabriken zeigt

schnell, dass viele alarmistische Prognosen auf denselben Quellen

basieren – jenen, die bereits im Ukraine-Krieg maßgeblich die

westliche Berichterstattung beeinflussten. Angesichts der enormen

wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stakes, die ein groß

angelegtes europäisches Aufrüstungsprogramm mit sich bringen würde,

sollte man sich auf fundiertere Analysen stützen – und nicht auf die

oft frei erfundenen Mondzahlen panzerzählender „Experten“ der

sogenannten Open-Source-Community.


Die hohen Materialverluste in der Ukraine dürften in absehbarer Zeit

kompensiert sein.


Unbestreitbar ist, dass Russland weitgehend auf Kriegswirtschaft

umgestellt hat und das Ausmaß der Anstrengungen über die aktuellen

Operationen in der Ukraine hinausweist. Im Grunde wäre von einer

rationalen Streitkräfteplanung auch nichts anderes zu erwarten. Die

hohen Materialverluste in der Ukraine dürften in absehbarer Zeit

kompensiert sein – was langfristig zu einer technologisch moderneren

Streitmacht führen könnte als jener, die vor dem Krieg existierte.


Die geplante Aufstockung der Sollstärke auf bis zu 1,5 Millionen

Soldaten wird zwar viel Zeit in Anspruch nehmen, doch selbst wenn

dieses Ziel nicht vollständig erreicht würde, blieben die russischen

Streitkräfte mit Abstand die größten und schlagkräftigsten des Kontinents.


Anders als die Armeen der europäischen NATO-Mitglieder sind sie zudem

kampferprobt in hochintensiven Gefechten – und möglicherweise

selbstbewusster denn je, sollte der Krieg in der Ukraine mit einem

russischen Sieg enden. Ein solcher Erfolg würde bedeuten, dass

Russland die zahlenmäßig zweitstärksten Streitkräfte Europas besiegt

hätte, obwohl diese massiv von der „mächtigsten und erfolgreichsten

Militärallianz der Geschichte“ unterstützt wurden – wie es

US-VerteidigungsministerLloyd Austin großspurig formulierte.


Letzterer war allerdings selbst kaum einer der erfolgreichsten

Verteidigungsminister der amerikanischen Geschichte.


Dass die Verteidigungsbudgets der europäischen NATO-Staaten

zusammengenommen ein Vielfaches des russischen betragen, mag zutreffen

– ist aber letztlich irrelevant. Spätestens die gescheiterte westliche

Militärstrategie in der Ukraine sollte uns gelehrt haben, wie wenig solche

Zahlen über die tatsächlichen Machtverhältnisse in einem Krieg aussagen.


Dasselbe gilt für diverse Quervergleiche zwischen Waffensystemen, mit

denen die Medien gerne ihre Analysen schmücken. All das wäre relevant

– gäbe es keine Geografie. Doch aus geografischer Perspektive wäre

eine militärische Konfrontation im Baltikum, an der polnischen

Ostgrenze oder entlang der nun durch Finnlands Beitritt stark

verlängerten NATO-Grenze im Norden am wahrscheinlichsten.


Wie schwierig es wäre, in einem Ernstfall dorthin effektiv militärische

Macht zu projizieren, war allerdings schon vor Putins

Ukraine-Abenteuer bekannt.


Die Wahrscheinlichkeit eines neuen Nordischen Krieges ist durch den

Ukraine-Konflikt, die NATO-Norderweiterung und die

De-facto-Aufkündigung der amerikanischen Sicherheitsgarantie

zweifellos gestiegen. Und selbst eine sofortige Verdopplung der

Verteidigungshaushalte Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens

würde aus militärischer Sicht keine glaubwürdige Verteidigung dieser

Peripherie ermöglichen.


Niemand kann seriös die russischen Intentionen vorhersagen.


Wenig überraschend setzen die NATO-Planer daher auf eine Neuauflage

der Vorwärtsverteidigung des Kalten Krieges – nur dieses Mal an der

neuen Ostgrenze der Allianz. Militärisch mag dies logisch erscheinen,

doch angesichts der enormen Entfernungen und der technologischen

Veränderungen der letzten Jahrzehnte ist es kaum umsetzbar – und

darüber hinaus politisch wenig durchdacht.


Die „Staatskünstler“ des 19. Jahrhunderts, die in der heutigen

scheinmoralisierenden Zeit so gerne verachtet werden, hätten auf eine

solche Lagebeurteilung vermutlich völlig anders reagiert. Niemand kann

seriös die russischen Intentionen vorhersagen. Doch außer Frage steht,

dass die europäische Haltung diese maßgeblich beeinflussen kann.


Der gegenwärtige europäische Kurs – die Fortsetzung und Vertiefung der

Konfrontation mit Russland, selbst über ein mögliches Ende der

Kampfhandlungen in der Ukraine hinaus – könnte tatsächlich in eine

künftige militärische Auseinandersetzung münden, sei es auch nur aus

Mangel an Alternativen.


Die in Brüssel agierende sicherheitspolitische Elite – längst

entkoppelt von den öffentlichen Meinungen der europäischen

Bevölkerungen – mag den Aufbau eines rein europäischen militärischen

Abschreckungssystems für machbar und finanzierbar halten. Doch sie

überschätzt dabei die Bereitschaft der Zentral- und Westeuropäer, nach

der Ukraine ein weiteres Mal osteuropäische Wunschvorstellungen

bedingungslos zu unterstützen.


Der Blowback des Ukraine-Krieges wird die zahlreichen Konflikte und

Bruchlinien offenlegen, die hinter dem Trugbild europäischer Einigkeit

während des Krieges verborgen blieben. Staatskunst muss in diesem Fall

mehr sein als bloße Aufrüstung. Letztere wird angesichts des maroden

Zustands der kaputt gesparten europäischen Armeen zwar unvermeidlich sein.


Doch sie sollte nicht vorrangig auf Extremszenarien einer

Vorwärtsverteidigung in einem zeitlich begrenzten Bewegungskrieg an

der Suwalki-Lücke – der einzigen Landverbindung zwischen den

baltischen Staaten und dem restlichen NATO-Territorium – ausgerichtet

werden. Denn je glaubwürdiger eine solche europäische Kapazität

erscheint, desto wahrscheinlicher wird letztlich das Eintreffen genau

jenes Szenarios.


Selbst für ein militärisch wiedererstarktes Russland wären die

polnischen und finnischen Streitkräfte eine ebenso große

Herausforderung wie die ukrainischen – zumal sie in einem solchen Fall

massiv von einem inzwischen auf einen Abnutzungskrieg vorbereiteten

Europa unterstützt würden. Zudem wären die urbanen Zentren im Baltikum

als Operationsraum weit weniger attraktiv.


Gleichzeitig könnte eine Begrenzung – oder besser noch die

Nichtpräsenz – anderer Streitkräfte im Nordosten dazu beitragen, den

Einkreisungstheoretikern im Kreml den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Doch all das, so lehrt es die alte Staatskunst, könnte nur dann

erfolgversprechend sein, wenn es von dem begleitet würde, was einst

eine europäische Spezialität war: Diplomatie.




13. Lobbying4peace: Kein Sondervermögen 2.0!



https://www.lobbying4peace.de/kein-sondervermoegen


28. Februar 2025


Kein Sondervermögen 2.0!


„Mehr Geld fürs Militär muss her!“ Bei dieser Forderung sind sich auch

nach der Wahl die Union, die SPD und die Grünen einig. Jetzt wird

diskutiert, ob noch mit den aktuellen Mehrheitsverhältnissen des

„alten“ Bundestages ein milliardenschweres Aufrüstungspaket

verabschiedet werden kann.


Diesmal soll es gleich um voraussichtlich 200 Milliarden Euro gehen.

Ein solches schuldenfinanziertes Sondervermögen würde nicht nur den

Rüstungswettlauf befeuern, sondern dieses Vorgehen wäre obendrein eine

fragwürdige Umgehung der Ergebnisse der Bundestagswahl.



Unter dem Link


https://www.lobbying4peace.de/formsteps-nur-einzeladresse/formstep2-einzel/?aktion=Aktion14


können e-mails geschrieben werden an:


Friedrich Merz

CDU

friedrich.merz@bundestag.de


Lars Klingbeil

SPD

lars.klingbeil@bundestag.de


Robert Habeck

GRÜNE

robert.habeck@bundestag.de


——


Mit freundlichen Grüßen


Clemens Ronnefeldt

Referent für Friedensfragen beim deutschen

Zweig des internationalen Versöhnungsbundes


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Pal

05.03.2025

PATRIK BAAB | Anschläge & Migration | Merz | Weidel | BSW | Trump & Vance | Putin | Dutschke


Screenshot_2025_03_05_at_13_40_08_PATRIK_BAAB_Anschl_ge_Migration_Merz_Weidel_BSW_Trump_Vance_Putin_Dutschke_YouTube


MC BOGY & B-LASH



youtube.com, vom Premiere am 02.03.2025 MC Bogy & B-LASH - 100% Realtalk Podcast (Komplette Folgen)

► KANAL-SUPPORT: https://www.paypal.com/donate/?hosted... ► MC BOGY & B-LASH Kanal abonnieren: http://ytb.li/MCBogy ► Den Podcast via Patreon supporten:   / 100realtalk   ► MC Bogy folgen: http://mcbogy.fty.li/social ► B-LASH folgen: http://blash.fty.li/social ► Rabattcode: Realtalk10 https://zecplus.de


Info: Video https://www.youtube.com/watch?v=ywEmc-l_bd4 Dauer 2:22:15 h


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

05.03.2025

General Vad packt aus | Deutschland in Gefahr! | Trump & Putin mit Geheimstrategie!

Screenshot_2025_03_05_at_13_37_30_General_Vad_packt_aus_Deutschland_in_Gefahr_Trump_Putin_mit_Geheimstrategie_YouTube


Meet Your Mentor



youtube.com, 02.03.2025 Meet Your Mentor Podcast


???? Das Buch von Erich Vad „Ernstfall für Deutschland“ gibt's hier: https://amzn.to/3D3MrfH Während Putin und Trump strategische Allianzen schmieden, taumelt Deutschland unter planlosen Politikern. General Vad schlägt im Video "⚠️ General Vad packt aus ???? | Deutschland in Gefahr! ???????? | Trump & Putin mit Geheimstrategie!" Alarm: Der aggressive Kurs gegenüber Russland könnte sich rächen. Haben wir mit Selenski aufs falsche Pferd gesetzt? Droht eine Zeitenwende, die unsere Wirtschaft und Sicherheit erschüttert? JD Vance und andere kritische Stimmen warnen – doch die Regierung hält an alten Narrativen fest. ???? Jetzt das brisante Interview ansehen – bevor es zu spät ist! ????


Info: Video https://www.youtube.com/watch?v=O6OdllMtKt8 Dauer 41:21 min


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

05.03.2025

Der Krieg zweier Welten hat begonnen  – Teil 4

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seniora.org, vom 4. März 2025, von Peter Hänseler 04.03.25  – übernommen von voicefromrussia.ch

Der Krieg zweier Welten hat begonnen  – Teil 4

Das grosse Spiel nicht aus den Augen verlieren: Der Hegemon kämpft um die Vorherrschaft gegen eine multipolare, aber heterogene Welt. Die Kehrtwende der USA ist lediglich ein Mosaikstein im grossen Spiel.

Einleitung Im 1. Teil haben wir die Strategie der Briten und der Amerikaner im 1. und 2. Weltkrieg erörtert und herausgearbeitet, dass die Narrative dieser beiden Grosskonflikte des 20. Jahrhunderts einer faktischen Überprüfung nicht standhalten. Weiter haben wir die gegenwärtige schwierige Lage beschrieben, in welcher sich der Kollektive Westen zurzeit befindet. Im 2. Teil beschrieben wir die Stärke des Globalen Südens, welcher Unabhängigkeit vom jahrhundertlangen Korsett des Kollektiven Westens sucht und dazu eine Organisation namens BRICS geschaffen hat, welche bereits heute die grösste wirtschaftliche Gemeinschaft bildet, die unsere Welt je gesehen hat. Der Umstand, dass diese Organisation im Westen bis vor kurzem nicht wahrgenommen und somit nicht ernstgenommen wurde, hilft dem Westen nicht.

Im 3. Teil ging es um die Kehrtwende der USA gegenüber Russland, die Beendigung des Ukrainekonflikts sowie die Bemühungen der USA und Russland, ihre Beziehungen auf eine neue Grundlage zu stellen.

Die Entwicklungen in den letzten Tagen rufen wiederum nach einer Einordnung und somit sehe ich mich veranlasst, die langfristige Sicht zu verschieben, um eine mittelfristige Sicht einzubringen. Alle Welt ist von der Abkehr der amerikanischen Politik gegenüber Russland gefangen und viele sind versucht, die gesamte geopolitische Strategie der USA in Frage zu stellen. Da wäre ich äusserst vorsichtig, denn bezüglich des Nahen Ostens oder Südamerika hat sich die Politik der USA überhaupt nicht verändert.

In Zeiten grosser geopolitischer Spannungen ist es nicht ungewöhnlich, dass Kehrtwenden vollzogen werden   – diese muss man erwarten. Somit sind meine Aussagen zum weiteren Verlauf mit grösster Vorsicht zu geniessen, denn trotz meines Bemühens einen faktenbasierten und objektiven Trend herauszuarbeiten, können sich die Grundlagen schlagartig verändern, was eine neue Beurteilung notwendig machen würde.

Etwa habe ich bereits mehrmals darauf hingewiesen, dass die instabile Situation in den Finanzmärkten   – vor allem im Kollektiven Westen   – jederzeit zu riesigen wirtschaftlichen Verwerfungen führen kann, welche die Parteien zu einer kompletten Richtungsänderung ihrer Politik zwingen würde. Das ist der grosse Vorbehalt zu alldem, was ich in dieser Artikelserie schreibe und ich möchte meinem Erstaunen Ausdruck geben, dass die Instabilität in den Finanzmärkten und die astronomische Verschuldung dieser Welt von der grossen Mehrheit der geopolitischen Beobachter ausser Acht gelassen werden. Ich nehme gerne in Kauf, meinen Lesern etwas auf die Nerven zu gehen, wenn ich im Lauf dieser Serie regelmässig auf dieses Risiko aufmerksam mache: Es ist das grösste geopolitische Risiko, das ich zu identifizieren vermag. Die Frage stellt sich nicht, ob, sondern wann sich dieses Risiko zum Fiasko drehen wird, schlagartig und «unerwartet». Wir werden ganz sicher von «Experten» zu hören bekommen, dass man mit einer solchen Wendung nicht habe rechnen können. Wirklich?   – Dieser Kollaps wird ganze Länder ins Elend stürzen und Millionen von Menschen das Leben und vielen Politikern den Verstand kosten. Es ist mir ein Rätsel, dass diese Gefahr von so wenigen erkannt wird.

Abgesehen von meinem grossen Vorbehalt bezüglich Finanzkollaps möchte ich anführen, dass mein «Wissen» beschränkt ist. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht dazulerne, denn es gibt mehr relevante Fakten in der Geopolitik als ich je in meinem Leben verinnerlichen kann. Das ist auch einer der Hauptgründe, dass ich mich davor hüte, apodiktische Aussagen zu machen. In diesem Teil werde ich versuchen, die mittelfristigen Entwicklungen zu erahnen.

Mittelfristige Entwicklung

Keine Chance für Europa, den Konflikt gegen Russland weiterzuführen

Ich habe die Kehrtwende der USA und die feindlichen Reaktionen Europas auf die amerikanischen Friedensbemühungen in Teil 2 beschrieben. Die Europäer suchen den Krieg zu verlängern und die westlichen Medien unterstützen diese menschenverachtende Strategie, ein Verhalten Europas, das an Zynismus und Unehrlichkeit kaum zu überbieten ist. Präsident Macron und der Brite Starmer gemeinsam mit Friedrich Merz versuchen, den Krieg irgendwie am Leben zu erhalten, falls notwendig im Alleingang. Über den Eklat im Oval Office vom 28. Februar haben wir bereits berichtet: Kurzanalyse: «Selenski zerstört sich selbst und schadet seinem Volk». Am Sonntag, 2. März 2025 rief Starmer die «Koalition der Willigen» aus. Ich weiss nicht, ob Starmer dumm, zynisch oder beides ist. Die Losung «Koalition der Willigen» wurde ab 2002 vom damaligen Premier Tony Blair benutzt, um Unterstützung für einen illegalen Krieg   – den Irak-Krieg   – zusammenzutrommeln. Heute wissen alle, was für ein Krieg das war: ein «phony war». Die Wiederverwendung dieses Begriffs ist somit nicht sonderlich weise. Diesmal richtet sich die Koalition der Willigen nicht nur gegen Russland, sondern auch gegen die USA.

Ich erlaube mir anzumerken, dass diese Idee auf komplett lächerlichen Vorstellungen beruht: Die Armeen Deutschlands, Frankreichs und Grossbritannien sind potemkinsche Dörfer. Grossbritannien etwa verfügt über mehr Admiräle als Kriegsschiffe, ein Zeichen dafür, dass alles nur Show ist. Von den insgesamt 92’000 Soldaten sind lediglich die Hälfte Frontsoldaten und 25% davon nicht einsatzbereit: Starmer droht somit mit gut 34’000 Soldaten (bei einer Frontline von etwa 1’200 km in der Ukraine kommen somit etwa 28 Soldaten auf den Kilometer). Weiter verfügen die Briten über ca. 40 einsatzbereite Panzer. Bei den anderen «Koalitionspartnern» sieht es ähnlich aus. Diese Koalition der Willigen wird ein Haufen schlecht ausgebildeter und schlecht geführter Soldaten, die keine Ahnung haben, was Krieg ist. Über den Zustand und die Führung der Nato und ihren Streitkräften verweise ich auf Andrei Martianov.

Donald Trump wird ein solches Unterfangen, das bereits im Papiertigerstadion im Papierkorb enden wird, nicht unterstützen. Seine Ziele lauten anders: Normalisierung der Beziehungen mit Russland und Business.

Donald Trump liess denn Premier Starmer mit dem Satz «Could you take on Russia by yourselves?» in der Pressekonferenz vom 27. Februar 2025 bereits im Regen stehen. Starmers Antwort: «Well, ha, ha, ha».


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Video https://www.youtube.com/watch?v=SH62pDkFZIw Dauer 1:05 min


Russland wird keine europäischen Truppen in der Ukraine akzeptieren, Trump wird keine US-Truppen entsenden. Dieses Kaspertheater der Europäer dient lediglich dazu, die Europäer an den Verhandlungstisch zu bringen   – mit einem europäischen Vorschlage. Ich bin verwegen genug zu behaupten, dass die Europäer keine Truppen in die Ukraine senden werden.

Selenski agiert weiter ungeschickt als er gestern verlauten liess, dass das Ende des Krieges gegen Russland «weit, weit, weg sei.».

Darauf reagierte Donald Trump mit folgenden Worten:

„Das ist die schlechteste Aussage, die Zelenskyy hätte machen können, und Amerika wird sich das nicht mehr lange gefallen lassen!“

Präsident Trump

Weiter reagierte Trump mit der sofortigen Einstellung der Militärhilfe für die Ukraine   – das betrifft überigens alle Lieferungen, welche noch nicht in der Ukraine sind   – somit auch Waffen und Munition, welche etwa bereits in Polen angekommen sind. Interessant in diesem Zusammenhang ist für mich eine Frage, ob darin die Satetelitennavigation und Überwachungshilfe eingeschlossen ist   – ohne diese werden auch die Europäer keinen Krieg führen können, da sie selbst über keine ganzheitlichen Systeme verfügen und auf amerikanische Infrastruktur angewiesen sind.

Schliesslich verkündete Donald Trump, heute, am 4. März 2025, eine Rede zu halten. Es würde mich nicht überraschen, wenn wiederum eine diplomatische Bombe gezündet würde: Etwa die Aufkündigung der Mitgliedschaft bei der NATO?   – Heute Abend wissen wir mehr.

Der Deal zwischen Russland und Amerika wird hinter verschlossenen Türen verhandelt   – nicht in der Öffentlichkeit

Donald Trump ist enthusiastisch und Präsident Putin ist kühl, aber hoffnungsvoll, dass ein Deal zustande kommt. Es scheint so, dass sich die beiden Parteien über Grundsätzliches einig sind, ansonsten würde sich der Kreml auf keinen Fall vorsichtig-positiv äussern. Auf das Geschwätz in den Medien kann man getrost verzichten, speziell auf das Geschwätz in den westlichen Medien. Seit Jahren verbreiten die westlichen Medien ausnahmslos Propaganda, welche mit Berichterstattung nichts zu tun hat. Jetzt ist klar ersichtlich, dass die Medien mit ihren «Prognosen», die keine waren, komplett falsch lagen   – an ihrer Stelle würde ich wohl den Freitod wählen, aber diese Huren erröten nicht einmal.

Gesamthaft bin ich   – ähnlich übrigens wie die russische Bevölkerung   – hoffnungsvoll und vorsichtig optimistisch, passend zur Skepsis, welche fester Bestandteil der russischen Seele ist. Man hofft, dass eine Einigung zwischen den USA und Russland zustande kommt und damit das Sterben an der Front ein Ende hat.

Diese Einigung wird nicht in der Öffentlichkeit verhandelt, sondern hinter verschlossenen Türen. Die Europäer werden mit einem Vorschlag kommen, ein Vorschlag, welcher mit Sicherheit eine Einigung erschweren wird. Dies, und der Umstand, dass Donald Trump die Früchte eines Abkommens ohne die Europäer ernten möchte, sind ein Hinweis darauf, dass Trump die Europäer nicht an den grossen Tisch, aber möglicherweise am Katzentisch dulden wird.

Weitere Gebiete an Russland?

Wie diese Einigung genau aussehen wird, kann ich nicht abschätzen, denn eine Einigung wird sich nicht auf den Ukrainekonflikt beschränken. Bezüglich der Ukraine gehe ich davon aus, dass die vier von Russland nach einer Volksabstimmung annektierten Gebiete Donetzk, Lugansk, Saporischschja und Cherson bei Russland verbleiben werden, zumal sie jetzt nach der aktuellen Verfassung der Russischen Föderation russisches Staatsgebiet sind. Weitere russischstämmige Gebiete könnten nach weiteren Referenden dazukommen, denn es ist durchaus denkbar, dass man zum Schluss kommt, dass ukrainische Gebiete   – nach dem Grundsatz der Selbstbestimmung   – über ihr Schicksal abstimmen werden   – eine solche Idee hatte Elon Musk bereits im Oktober 2022.

Wir haben nach Zahlen bezüglich Bevölkerungszusammensetzung in verschiedenen Gebieten der Ukraine gesucht. Es gibt keine aktuellen Zahlen; die meisten stammen aus dem Jahre 2001. Gemäss Wikipedia   – somit mit Vorsicht zu geniessen   – stellen die Russen ausserhalb der Krim die größte ethnische Gruppe in Donezk (48,2 %) und Makiivka (50,8 %) im Oblast DonezkTerniwka (52,9 %) im Oblast DnipropetrowskKrasnodon (63,3 %), Swerdlowsk (Dowschansk) (58,7 %), Krasnodon Raion (51,7%) und Stanyzja Luhanska Raion (61,1 %) im Oblast LuhanskIsmail (43,7 %) im Oblast OdessaPutywl Raion (51,6 %) im Oblast Sumy.

Der Grad der Russischstämmigkeit ist somit in diesen Gebieten nicht riesig, aber die Bevölkerung in diesen Gebieten spricht russisch und lebt russisch. Die Ergebnisse der Referenden auf die Frage, ob sie damit einverstanden seien in die Russische Föderation eingegliedert zu werden, waren überwältigend; über 90% Zustimmung bei einer Stimmbeteiligung von ebenfalls über 90%. Siehe unser Artikel «Selbstbestimmung der Völker   – der Westen biegt das Recht nach Gutdünken» vom Februar 2023 mit dortigen Verweisen.

Somit entschieden sich viele nicht-russischstämmige Bewohner dieser Gebiete, zu Russland gehören zu wollen. Das hat neben patriotischen Gründen somit auch handfeste, praktische Gründe. Die Infrastruktur Russlands ist um Jahrzehnte fortgeschrittener als in der Ukraine, Saläre und Pensionen betragen ein Vielfaches des ukrainischen Niveaus und die Menschen fühlen sich sicher in Russland. Weiter funktionieren die Dienste der öffentlichen Hand tadellos. Hier spreche ich als Schweizer, der Russland wirklich kennt und vergleiche somit die öffentliche Hand mit jener in der Schweiz. Weiter möchte ich darauf hinweisen, dass das Bruttosozialprodukt in der Ukraine im Jahre 1991 höher war als das in Russland. Russland hat sich wirtschaftlich positiv und die Ukraine negativ entwickelt. Russland hat übrigens nicht das geringste Interesse daran, Gebiete zu übernehmen, deren Bevölkerungen nicht zu Russland gehören möchten. Das Ziel Russlands ist es, die westliche Grenzregion des Riesenreiches nachhaltig zu stabilisieren. Die westliche Propaganda der baltischen Staaten, Polens und sogar Deutschlands, die Russen hätten imperialistische Interessen im Westen, ist ein komplettes Hirngespinst, das mit keinen Fakten zu unterlegen ist.

Abtretungen westlicher Teile der Ukraine an Anrainerstaaten?

Es ist denkbar, dass Amerika   – um die Europäer zu beschwichtigen   – westliche Gebiete der Ukraine Polen, Rumänien und Ungarn zuschlägt. Ob das eine gute Idee sein wird und was danach mit der Rest-Ukraine passieren wird, weiss niemand.

Die Empörung im Westen über eine solche Einigung wird grenzenlos sein, selbstverständlich abgesehen von jenen Ländern, welche ein Stück des Kuchens erhalten werden. Das hat aber lediglich damit zu tun, dass die heutige woke und ungebildete Gesellschaft im Westen nicht weiss, dass nach Kriegen regelmässig Länder beschnitten, filetiert, geteilt oder kreiert wurden, um die Kriegsbeute zu teilen und sehr oft sind neue Länder daraus entstanden   – auf Kosten anderer.

Die Liste ist lang: Nach dem 1. Weltkrieg etwa wurden auf Kosten von Österreich-Ungarn, das unterging, die Tschechoslowakei, das Königreich Serbien, Österreich, Ungarn und Polen (galizischer Teil) gebildet. Auf Kosten von Russland wurden Lettland, Estland, Litauen, (nördlicher und östlicher Teil), Finnland und Polen (östlicher Teil) gebildet. Deutschland ging Danzig verlustig und Böhmen und Mähren ging an die Tschechoslowakei und ein Teil ging an Litauen.

Die Frage, ob das fair oder rechtens sei, ist müssig: Es ist Realität und der Sieger verteilte die Beute   – das wird immer so bleiben. Die Empörten im gegenwärtigen Konflikt störte es übrigens keineswegs, dass etwa Israel 1948 widerrechtlich ausgerufen wurde, auf Kosten der Palästinenser, die man seit 1948 Terroristen schimpft, um über diesen Landraub nicht zu erröten.

Aufhebung der Sanktionen

Die Amerikaner haben handfeste wirtschaftliche Interessen an einer Beilegung des Konflikts mit Russland   – siehe Teil 2 dieser Serie.

Eine Wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Russland und den USA wird als logische Konsequenz die Aufhebung der Sanktionen nach sich ziehen. Falls dies eintrifft, sehe ich persönlich keine reelle Möglichkeit für Europa, die Sanktionen aufrechtzuerhalten. Der Zwergenaufstand, welcher nach dem Fiasko im Weissen Haus in London aufgeführt wurde, inklusive Königsbesuch und Treffen mit weiteren Führern Europas, wird an den Fakten nichts ändern. Mittelfristig wird sich das Verhältnis Russland-USA entspannen und normalisieren, da dies im Interesse beider Grossmächte liegt: Realpolitik.

Warum nur mittelfristig?

Es wäre jedoch komplett naiv zu glauben, dass diese Kehrtwende der USA langfristig Bestand haben wird. Diese Wende ist opportunistisch, d.h. Präsident Trump kann damit kurzfristig sein Land stärken, denn er ist sich bewusst, dass gute Beziehungen mit Russland gegenwärtig zu seinem Vorteil sind, denn die Attacke seit 2014 ist schlicht und einfach fehlgeschlagen   – Zeit für die USA, sich an dieser Front zu konsolidieren. Dafür brauchen sie Zeit und diese verschaffen sie sich durch diesen Frieden.  

Um Russland muss man sich keine Sorgen machen. Sie ordnen dieses Tauwetter genauso ein, wie es ist und werden möglichst viel in Vereinbarungen mit den USA packen. Hätten die Russen Vertrauen in die USA, so wären sie bereit gewesen, mit den USA eine Lösung zu finden, welche lediglich die Ukraine betroffen hätte. Doch da ist kein Vertrauen, und das ist gut so. Ich verweise auf die sechs Arbeitsgruppen, welche aufgrund der Ergebnisse von Riad gebildet werden.

Die Menschen haben ein kurzes Gedächtnis. Das letzte Mal als Frühlingsgefühle von den Amerikanern gegenüber Russland initiiert wurden, ist noch gar nicht lange her. Die Georgier griffen im Jahre 2008 Russland an, nachdem die Amerikaner President Mikheil Saakashvili in Georgien installiert hatten und die georgischen Streitkräfte mit amerikanischen Waffen ausrüsteten und ausbildeten, kam es zum Fünftagekrieg, welchen die Russen klar für sich entschieden. Die Amerikaner hatten sich   – wie jetzt   – eine blutige Nase geholt. Selbstverständlich wurden die Russen   – wie jetzt   – für den Konflikt verantwortlich gemacht, bis dann im September 2009 Reuters verlauten liess, dass ein unabhängiger Report der EU zum Schluss kam, dass Georgien den Konflikt begonnen hatte.

Das Ergebnis veranlasste die USA im März 2009 dazu, eine Charmoffensive gegenüber Russland zu starten, um Zeit zu gewinnen. Hillary Clinton übergab Sergei Lawrow einen «reset-button»   – eine Reset-Taste, um die Beziehungen zu erneuern.  

Das Ergebnis veranlasste die USA im März 2009 dazu, eine Charmoffensive gegenüber Russland zu starten, um Zeit zu gewinnen. Hillary Clinton übergab Sergei Lawrow einen «reset-button»   – eine Reset-Taste, um die Beziehungen zu erneuern. 


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Sergei Lawrow und Hillary Clinton 2009  – Ein Neuanfang, der keiner war


Die Amerikaner gewannen Zeit, um Maidan vorzubereiten und ab 2014 erneut Russland zu attackieren. Glauben die Amerikaner wirklich, die Russen hätten dies vergessen?

Zwischenergebnis

Ich nehme Präsident Trump ab, dass er eine Einigung mit Russland bezüglich der Ukraine erreichen möchte. Seine Interessen sind jedoch opportunistischer Natur, denn er kann es sich zurzeit schlicht und einfach nicht leisten, die Russen zum Feind zu haben. Sein Waffenarsenal ist erschöpft und falls er jetzt keinen Frieden schliesst, verliert er den Einfluss auf dem Gebiet der Ukraine komplett. Weiter möchte er die Russen für seine Strategie gegen die Chinesen instrumentalisieren. Das wird nicht erfolgreich sein, aber die Amerikaner werden dies versuchen, da sie das Prinzip von Loyalität nicht in ihrem Wörterbuch finden können.

Die Russen verlangten in Riad ein breites Spektrum von Themen zu besprechen, der Ukraine-Konflikt ist lediglich eines von sechs Themen [(1) Gruppe für strategische Sicherheit und Rüstungskontrolle; (2) Gruppe zur Überprüfung der globalen Sicherheitsarchitektur; (3) Gruppe für bilaterale diplomatische Beziehungen; (4) Gruppe Energie und Sanktionen; (5) Gruppe für die Beilegung des Konflikts in der Ukraine; (6) Gruppe Internationale Angelegenheiten (Naher Osten, Arktis)]. Der Grund dafür ist banal: Die Russen vertrauen den Amerikanern nicht und erwarten eine Wiederholung von 2009, d.h. sie verstehen, dass Trump lediglich Zeit schindet oder erwarten diese Haltung der Amerikaner.

Es liegt im Interesse der Russen, eine langfristige Einigung mit den USA zu erreichen und bieten den USA dafür ein Zückerchen an: Das Zückerchen sind Verträge über den Abbau von seltenen Erden in Russland. Diese Rohstoffe sind von zentraler Bedeutung für die Amerikaner   – sie haben zu wenig und China   – der Weltmarktführer   – ist dabei, den Handel mit den USA zu unterbinden. Für die Russen ist das ein gutes Geschäft, denn sie haben diese Rohstoffe, fördern jedoch noch nicht viel   – ein gemeinsames Projekt mit den USA kommt da wie gerufen. Damit untergraben die Russen gleichzeitig die Notwendigkeit eines Seltenen-Erden-Abkommens zwischen den USA und der Ukraine.

Falls es zu einer Einigung zwischen den USA und Russland kommen wird, werden die US-Sanktionen fallen.

Die Europäer veranstalten einen Zwergenaufstand, denn sie haben weder die militärischen, noch die finanziellen Mittel, um irgendetwas auf die Beine zu stellen, das Russland schaden könnte. Das Einzige, das sie erreichen, ist ihren Kolonialherrn in Washington zu erzürnen.

Die Russen warten ab und Donald Trump wird den Herren Merz, Macron und Starmer wohl eine Einzelabreibung in Washington verabreichen. Das kann er, wie wir dies am letzten Freitag erleben durften. Ob dies in aller Öffentlichkeit geschehen wird, liegt im alleinigen Ermessen von Donald Trump.

Eine Einigung zwischen Russland und den USA hat reelle Chancen erreicht zu werden   – mittelfristig.

Dennoch, die Amerikaner verhalten sich gegenüber China, Südamerika, Kanada, Mexiko, Panama, dem Iran etc. (und nebenbei auch Europa) weit weniger konziliant. Ein Hinweis dafür, dass die USA bereit sind, ihre Vorherrschaft   – oder besser: ihre geglaubte Vorherrschaft   – aggressiv weiter zu verteidigen; mit allen Mitteln und gegen alle, die diese Vorherrschaft bedrohen.

Im Teil 5 geht es dann um das grosse Spiel, falls wir nicht wieder von Ereignissen überrannt werden, die einen weiteren Zwischenteil erheischen.


Quelle: Stimme aus Russland

Quelle: https://voicefromrussia.ch/der-krieg-zweier-welten-hat-begonnen-teil-4/

Mit freundlicher Genehmigung übernommen.


USA, Geopolitik, Europäische Union, Ost und West, Ukrainekonflikt

Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acym&ctrl=fronturl&task=click&urlid=53&userid=3998&mailid=2645


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

05.03.2025

“Klare Gefahr, ernste Lage”: Wovon reden von der Leyen, Merz & Co (I von II)

lostineu.eu, 5. März 2025

Brüssel und Berlin im Panikmodus: Am selben Tag präsentieren EU-Chefin von der Leyen und Kanzler in spe Merz (beide CDU) gigantische Aufrüstungs-Pläne. Doch wovor haben sie Angst?

Europa sei mit einer „klaren und gegenwärtigen Gefahr“ konfrontiert, wie sie „keiner von uns in seinem Leben gesehen hat“, betont von der Leyen in einem Schreiben an die 27 Staats- und Regierungschefs, in dem sie ihr 800-Milliarden-Euro-Programm zur “Wiederbewaffnung” begründet. Es sei „nicht nötig, die ernsten Bedrohungen zu beschreiben“.

So klar, wie die Kommissionschefin behauptet, ist die Lage allerdings nicht. Ihre Behörde konnte oder wollte am Dienstag nicht einmal sagen, ob sie US-Präsident Trump noch als Alliierten oder schon als Gegner betrachtet. Ob die “klare und gegenwärtige Gefahr” aus den USA oder aus Russland kommt – oder von beiden – blieb offen. Worin sie genau besteht, auch.

Genauso vage war Merz. Angesichts der weiter zunehmenden Bedrohungslage müsse Deutschland “sehr schnell, sehr große Anstrengungen” unternehmen, um die Verteidigungsfähigkeit zu erhalten, sagte er. Für die Verteidigung müsse gelten: “whatever it takes”. Doch gegen wen will der CDU-Chef Deutschland denn plötzlich verteidigen?

Frieden als Sicherheitsrisiko?

Vor der Bundestagswahl war weder in Berlin noch in Brüssel von einer akuten Gefährdungslage die Rede. Ist sie nun über Nacht eingetreten, weil US-Präsident Trump die Militärhilfe für die Ukraine auf Eis gelegt hat? Bedroht der geplante Friedensdeal mit Russland die deutsche und europäische Sicherheit? Und wenn ja, wie? Warum schon jetzt, warum die große Eile?

Vielleicht meinen Merz und von der Leyen ja, durch Trumps Deals und seine mangelnde Bündnistreue könnten Risiken für EUropa entstehen. Dann sollten sie es aber auch deutlich sagen – und erklären, mit welchen Gefahren sie genau rechnen und wann diese eintreten könnten. Nur so wären die geplanten Milliardenschulden für Militär und Krieg zu rechtfertigen.

Nicht zu rechtfertigen ist schon jetzt, dass Merz nun das Gegenteil von dem macht, was er vor der Wahl versprochen hat: “Keine Sondervermögen und keine Lockerung der Schuldenbremse” – das war seine Devise. Nun kommt beides – und abnicken soll es der alte Bundestag (mit SPD, FDP und Grünen), den die Wähler gerade abgewählt haben.

Wahlbetrug im Eilverfahren

Das ist Wahlbetrug – und das von einem Mann, der noch nicht einmal in Amt und Würden ist! Wenn Wahlversprechen und demokratische Verfahren so schnell – quasi über Nacht – vergessen und ausgehebelt werden, dann hätten wir uns die Bundestagswahl auch gleich sparen können. Denn diesen Merz mit diesem Programm hat niemand gewählt!

Und von der Leyen erst recht nicht…

Siehe auch “Trump stoppt Ukraine-Militärhilfe – Von der Leyen will einspringen”

P. S. Die EU-Pläne lagen schon vor der Wahl in Deutschland so gut wie fertig in der Schublade, wie Außenministerin Baerbock ausgeplaudert hat. Sie haben mit Trumps jüngsten Eskapaden also wenig zu tun – umso mehr mit von der Leyens  Größenwahn!

‹ Vor EU-Gipfel: Costa will Orban umstimmen

16 Comments

  1. Sabine Bürgermeister
    5. März 2025 @ 11:51

    Herzliche Einladung zur Demo in Wiesbaden am Samstag 29. März:

    https://wiesbadener-buendnis.de/bundesweite-demonstration-in-wiesbaden-am-29-maerz/

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Info: https://lostineu.eu/klare-gefahr-ernste-lage-wovon-reden-von-der-leyen-merz-co/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres:




Vor EU-Gipfel: Costa will Orban umstimmen


lostineu.eu, vom 4. März 2025

Vor dem nächsten EU-Krisengipfel am Donnerstag hat Ratspräsident Costa erstmals europäische Meinungsverschiedenheiten über den Weg zum Frieden in der Ukraine eingeräumt. Die Kritiker des aktuellen EU-Kurses sollten sich jedoch nicht quer stellen, heißt es in einem Brief an Ungarns Regierungschef Orban, über den “Euronews” berichtet. Schließlich sei man sich über das zentrale Ziel einig, “einen dauerhaften Frieden zu erreichen”, so Costa. Zuvor hatte Orban entschiedenen Widerstand gegen weitere Waffenlieferungen an die Ukraine angekündigt, wie sie auch EU-Kommissionschefin von der Leyen plant. Ähnlich wie der slowakische Regierugnschef Fico fordert Orban direkte Gespräche mit Russland. Außerdem befürwortet er den Stopp der US-Militärhilfe.

‹ Trump stoppt Ukraine-Militärhilfe – Von der Leyen will einspringen › “Klare Gefahr, ernste Lage”: Wovon reden von der Leyen, Merz & Co?

9 Comments

  1. Arthur Dent
    5. März 2025 @ 00:00

    Costa ist hier zuzustimmen, wenn er sich müht, eine gewisse Disziplin in die EU zu bringen. Frau von der Leyen hat bisher keine Initiative gezeigt, fliegt nach Indien statt nach Washington. Frau Kallas lässt sich von Marco Rubio vorführen. Donald Tusk zeigt bisher auch keine Initiative. Macron und Nicht-EU-Mann Starmer fliegen in die USA. Frau von der Leyen muss eine gesamteuropäische Strategie erarbeiten (Nur Waffenlieferungen sind keine Lösung). Diese muss sie in Washington, Moskau und Kiew zu Gehör bringen. Kiew muss man reinen Wein einschenken, dass man die Unterstützungsleistungen der USA nicht ersetzen kann. Den USA muss man klarmachen, dass sie die Beistandsverpflichtungen aus dem Natovertrag nicht zu Erpressungsversuchen missbrauchen dürfen – man könnte sonst darüber nachdenken, die US-Militärbasen in Europa zu schließen.

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Info: https://lostineu.eu/vor-eu-gipfel-costa-will-orban-umstimmen/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




Weiteres:




Trump stoppt Ukraine-Militärhilfe – Von der Leyen will einspringen


lostineu.eu, vom 4. März 2025

Es ist der Worst Case für die Ukraine und ihre Unterstützer in der EU: US-Präsident Trump hat nach neuerlichem Streit mit dem ukrainischen Staatschef Selenskyj die überlebenswichtige US-Militärhilfe für das Land ausgesetzt.

“Der Präsident hat deutlich gemacht, dass es ihm um Frieden geht. Wir brauchen Partner, die sich ebenfalls für dieses Ziel einsetzen. Wir legen eine Pause ein und überprüfen unsere Hilfe, um sicherzustellen, dass sie zu einer Lösung beiträgt”, erläuterte ein US-Regierungsvertreter.

Wenige Stunden später kündigte EU-Kommissionschefin von der Leyen an, dass Brüssel einspringen wolle. In einem Brief an die 27 Staats- und Regierungschefs kündigte sie einen “Rearm Europe”-Plan an, der bis zu 800 Mrd. Euro freisetzen soll.

Aus EU-Mitteln kämen aber nur maximal 150 Mrd. Euro, für die Ukraine fällt noch weniger ab. Zu dem Vorwurf Trumps an Selenskyj, dieser wolle gar keinen Frieden, äußerte sich von der Leyen nicht. “Wir halten zur Ukraine”, erklärte die EU-Kommission trotzig.

Einen eigenen Friedensplan ist die deutsche CDU-Politikerin auch noch immer schuldig geblieben. “Europa wiederbewaffnen” lautet ihre Antwort – egal, wie sich die Lage “on the ground” oder in der Welt verändert.

Ihr Aufrüstungs-Plan geht schon auf die Zeit vor der Europawahl zurück. Bereits im Frühjahr 2024 wollte von der Leyen die “Verteidigung” EUropas organisieren. Damals hieß der US-Präsident noch Biden, und die Ukraine träumte von “Sieg”.

Nun droht ein bitteres Erwachen…

Siehe auch “Narren regieren EUropa”

‹ Die Watchlist EUropa vom 04. März 2025 › Vor EU-Gipfel: Costa will Orban umstimmen

14 Comments

  1. Arthur Dent
    4. März 2025 @ 23:29

    @Helmut Höft
    “Wie hat Tante Ursula Gertrud von der Leyen das bloß ausgrechnet?”
    – Gar nicht, sie weiß das aussem lameng. Und schließlich hat sie Berater. Und es sind haargenau soviele Milliarden, wie sie gesagt hat – sonst hätte sie es ja nicht gesagt. (im Wahrheitsministerium werden Aussagen immer den Umständen entsprechend angepasst – aber das ist meine persönliche VT).
    ????

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  • Helmut Höft
    5. März 2025 @ 10:19

    Mal sehen wer schneller am Rhein ist, die Panzer aus Washington oder die aus Moskau.

    Reply

    • KK
      5. März 2025 @ 12:10

      Die aus Washington sind schon da ????

      Reply

  • Uli H.
    5. März 2025 @ 09:50

    Unser Spitzenpersonal in Brüssel und Berlin ist seit langem USA/NATO-besoffen, dazu grenzenlos überheblich und dekadent. Jetzt bin ich mir sicher: die haben tatsächlich nur dumpfe Angst vor den Russen und hassen sie auch und Selenski ist immer noch ihr großer Held. Sie können den Blickwinkel von Trump und Vance ja überhaupt nicht verstehen. Zu diplomatischem Geschick und Menschlichkeit sind sie nicht fähig. Die nächste Dummheit ist: zu glauben, sich mit noch viel mehr Geld zu retten (… natürlich unserem). Unsere Hasardeure könnens gar nicht anderst und reiten uns da jetzt richtig rein, das kann nicht gut gehen.

    Reply

    • ebo
      5. März 2025 @ 11:00

      Nun ja. Die jüngsten Pläne deuten ja darauf hin, dass sie ihre eigene “Verteidigungsunion” gründen wollen, weil sie den USA nicht mehr vertrauen. Damit wäre die Nato, wie wir sie kenne, tot.

      Reply

  • KK
    5. März 2025 @ 09:40

    Gestern hatte sich ein Militärexperte, der in der Schweiz an einer Militärakademie unterrichtet, geäussert und Diplomatie statt Rüstung gefordert. Leider jetzt hintzer der bezahlschranke, aber mir ist der angesprochene Widerspruch im Gedächtnis geblieben, dass hier immer gesagt werde, Russland sei so schwach, dass die Ukraine siegen könne – und man uns dann aber weismachen will, Russland werde sich in wenigen Jahren mit der NAhTOd anlegen.

    Und noch hat der Merz ja nie irgendwo einen Amtseid geleistet, da meint er wohl, das deutsche Volk belügen und betrügen zu können, wie er will. Und Klingbeil hilft ihm dabei… die zwei wollen Vorsitzende von VOLKSparteien sein?

    Reply

    • KK
      5. März 2025 @ 10:27

      Falls jemand bezahlen möchte, die erwähnte Bezahlschranke befindet sich in der Berliner Zeitung ????

      Reply

    • Pjotr
      5. März 2025 @ 10:45

      Ein Amtseid hilft da auch nicht, der ist juristisch nicht bindend, sondern nur Folklore sozusagen.

      Reply

  • Reykjavik
    5. März 2025 @ 09:30

    Ihre Überschrift „Frieden als Sicherheitsrisiko?“ ist (ohne Fragezeichen) absolut zutreffend. Man hat unser Kontinent scheinbar bereits in das Orwellsche Ozeanien transformiert, wir leben bereits die reine Dystopie. (Ich kann gar nicht sagen, wie viele Gedankenverbrechen mir gerade durch den Kopf gehen. Wenn ich hier nicht mehr posten sollte, dann wissen Sie, warum)

    Reply

    • KK
      5. März 2025 @ 09:42

      Wenn Sie hier nicht mehr posten KÖNNEN, wird vielleicht eine KI übernehmen, damits nicht auffällt ????

      Reply

  • Erneuerung
    5. März 2025 @ 08:39

    Wann gab es nochmal die letzten Kriegskredite und wie ging es aus?

    Reply

  • hugo
    5. März 2025 @ 08:32

    “Sie müsden den Menschen Angst machen, dann können sie mit ihnen machen, was sie wollen!”
    Hermann Göring, einer der Menschheitsverbrecher

    Reply

  • european
    5. März 2025 @ 07:40

    Für vonderLeyen geht es nur um das Scheinwerferlicht. Sie musste von ihren ganzen „tollen Plänen“ kräftig zurückrudern und Probleme lösen, die wir ohne sie gar nicht gehabt hätten. Frollein Rottenmeier gingen ganz einfach die trockenen Brötchen aus doch nun kommt Geld ins Spiel und die „europäische Verteidigung“, die sie mit ihrer grenzenlosen Erfahrung im Militär natürlich auch sehr gern zentralisieren würde. Der Spectator beschrieb es so „She has always left a trail of disaster…“

    https://www.spectator.co.uk/article/ursula-von-der-leyen-has-always-left-a-trail-of-disaster/

    Da beruhigt es schon fast, dass aus Italien ein klares Nein zu Bodentruppen in der Ukraine gekommen ist. Da wird auch ein klares Nein zu einer zentralisierten „Verteidigung“ kommen. Die Franzosen werden auch nicht begeistert sein.

    Ich habe die Schuldenbremse immer für Unsinn gehalten, weil sie nicht in unser Geldsystem passt, aber das, was sich da abspielt, ist in meinen Augen ein glatter Wählerbetrug, insbesondere seitens der CDU, der doch immer die „künftigen Generationen“ so sehr am Herzen gelegen haben. Nun freut man sich auf „endlich wieder Krieg“ und da spielen diese Generationen offensichtlich keine Rolle mehr.

    Nach wie vor glaube ich, dass diese Kriegswirtschaft nur übertünchen soll, dass man kein Konzept hat. Bisher habe ich nichts darüber gehört oder gelesen, was eigentlich der Plan für Deutschland und die EU sein soll. Wir haben uns mit dem Rest der Welt verkracht, diplomatische Beziehungen zerstört und uns mit unserer grenzenlosen Überheblichkeit nicht nur unglaubwürdig gemacht, sondern als Partner zu Recht disqualifiziert.

    Heute lese ich, dass Selenskyj zu Friedensverhandlungen bereit ist, Russland ebenso. Weltpolitik geht an Europa vorbei. Weiterhin kann man lesen, dass Putin Trump angeboten hat, den Krisenherd rund um den Iran gemeinsam zu lösen. Erstaunliche Entwicklungen.

    https://economictimes.indiatimes.com/news/international/us/putin-to-broker-peace-talks-between-donald-trump-and-his-arch-enemy-iran-heres-what-reports-are-saying/articleshow/118717581.cms?from=mdr

    Reply

  • Thomas Damrau
    5. März 2025 @ 07:31

    Die EU ist ziel- und planlos durch den Ukraine-Krieg gestolpert.
    Das identische Bild beim Thema Verteidigungsfähigkeit der EU ohne die USA. Niemand analysiert ernsthaft, was die EU benötigt, um im Falle eines Falles die russische Armee zurückschlagen zu können:
    — Welche Art von Waffensystemen in welcher Menge?
    — Wie viel Personal mit welcher Ausbildung?
    — Wie kooperiert man EU-weit bei der Beschaffung?
    — …

    Nichts von dem wird ernsthaft diskutiert. Die EU weiß nur, dass es sehr, sehr, sehr teuer werden wird. Täglich werden neue Beträge in den Raum gestellt und diskutiert, mit welchen Taschenspielertricks diese Beträge an den aktuell geltenden Regeln vorbei aufgenommen werden können. Besonders aberwitzig ist der Ansatz der künftigen deutschen Regierung, einen klinisch toten deutschen Bundestag noch einmal zu reanimieren, damit er mal kurz mit zitternder Hand an der Verfassung schraubt.

    Die Rüstungsindustrie beauftragt inzwischen ihre Kreativabteilungen, sich neue überteuerte Spielzeuge auszudenken, mit denen man den ausgabefreudigen Regierungen das Geld aus der Tasche ziehen kann. Wir erinnern uns: Vor Scholz‘ Zeitenwende war die Bundeswehr „blank“ – 100 Milliarden € später ist sie immer noch „blank“. Geld erfolgreich verbrannt?

    Und warum die ganze Panik? Weil einige „Militärexperten“ erfolgreich das Narrativ in die Welt gesetzt haben, dass Putin mindestens das Zarenreich wiedererrichten möchte – oder gar ein russisches Großreich bis hin nach Lissabon plant. Schon die Wiedererrichtung des Zarenreiches würde nicht nur die Eroberung der Ukraine, des Baltikums und Moldawiens erfordern, sondern auch Krieg im Kaukasus und vor allem in Mittelasien. Für ein solches Projekt müsste Putin in der Tat übergeschnappt sein – was er aus meiner Sicht nicht ist.

    Die einfache Interpretation, dass Putins Ziel beim Angriff auf die Ukraine die Verhinderung einer weiteren NATO-Osterweiterung war, wird mit Feuereifer abgelehnt: So simpel kann das nicht sein – meinen die Rüstungsfans.
    Wer eine offensichtliche Erklärung ablehnt und finstere Pläne unterstellt, wird in anderen Kontexten als Verschwörungstheoretiker bezeichnet. Schicken wir also unseren Regierungen mal einen Satz Aluhüte.

    Reply

    • Michael
      5. März 2025 @ 09:48

      Wunschdenken, Phantasterein, Hysterie und Ideologisiererei sind psychopathologische Befindlichkeiten und entbehren jeglicher empirischer Grundlage! Angst ist ein schlechter Berater – sagt der Volksmund! In der Politik aber dient Angstmacherei demagogischem Kalkül! Das ist das derzeitige Geschäft der Kriegstreiber, besonders auch in Brüssel und Berlin!
      M

      Reply

  • Guido B.
    5. März 2025 @ 07:19

    Die mit Abstand größte Sicherheitsbedrohung für Europa sind Politiker wie von der Leyen und Merz. Sie predigen Hass, schüren Angst, verweigern Diplomatie, beschwören den Krieg und betrügen die Wähler. Sie gebärden sich als Beschützer der freien Gesellschaften. In Tat und Wahrheit setzen sie sie in Brand. Sie sind Brandstifter der schlimmsten Sorte. Gemeinsam mit den Medien, die sich nur noch als Propagandaschleudern betätigen, verwandeln sie Europa in einen Schadenplatz – ohne das geringste Zutun Russlands. Diese Politiker sind so verantwortungslos in ihren Worten und Taten, dass Russland EUropa nur sich selber überlassen muss, falls es seine Zerstörung planen würde. Dieses EUropa geht zugrunde, ohne dass ein einziger Schuss aus einem russischen Gewehr fallen muss. Vance und Putin haben recht: Die Gefahr geht allein von EUropas Führungspersonal aus.

  • Skyjumper
    4. März 2025 @ 18:56

    Da zeigt sich das Problem welches entsteht wenn man die Sprache erst einmal aus opportunistischen Gründen verhunzt hat. Das Ergebnis ist ein modernes Babylon: Alle benutzen die gleichen Worte, sprechen aber von vollkommen unterschiedlichen Dingen.

    Nein: Man ist über zentralen Punkte gänzlich uneinig. Denn es ist nicht das gleiche wenn die einen einen Nebeneinander-Frieden erreichen möchten welcher dauerhaft ist weil es einen Interessenausgleich gab, während die anderen sich unter einen dauerhaften Frieden vorstellen das man zunächst mal die Gegenpartei tot schiesst.

    Aber das lernen wir schon noch. Spätestens dann, wenn die Gegenpartei sich unsere Vorgehensweise zu eigen gemacht hat.

    Reply

    • Michael
      4. März 2025 @ 20:43

      Aha, Sie sind Optimist! Hoffentlich behalten Sie Recht!

      Reply

    • garno
      5. März 2025 @ 07:52

      Viele Konflikte in der Welt resultieren in der Tat daraus die Welt mit westlicher Demokratie missionieren zu wollen. Und genau hier vollzieht Trump einen Bruch, was eines der wenigen positiven Aspekte von Trumps Politik ist.

      Reply

      • KK
        5. März 2025 @ 10:23

        Stimmt – Trump will nicht missionieren, er will dominieren. Aber das wollten seine Vorgänger neben dem missionieren ja auch, nur macht Trump keinen Hehl daraus.

        Ich mag beides nicht.

  • Guido B.
    4. März 2025 @ 18:46

    Das EU-Establishment entpuppt sich mit seinem antirussischen Kriegskurs gegen die Interessen der USA als größtes Sicherheitsrisiko für Europa. Die Behauptung, dass die Ukraine weiter im Kampf unterstützt werden müsse, um einen imperialistischen Angriff auf ganz Europa abzuwenden, ist eine hanebüchene Verschwörungstheorie. Damit sabotiert die EU nicht nur den Frieden mit Russland, sondern auch mit den USA. Die EU zerstört den Frieden auf dem ganzen Kontinent und erklärt sich mit seinem idiotischen Russenhass selbst den Krieg. Es wird höchste Zeit, dass das europäische Volk aufwacht und gegen diese Sicherheitsbedrohung vorgeht. Entweder verjagt es die Kriegstreiber aus ihren Ämtern oder es lässt sich ins Verderben führen. Nieder mit den Lumpenbellizisten!

    Reply

    • Michael
      4. März 2025 @ 20:41

      Messerscharf ausgedrückt! Bravo!

      Reply

  • Michael
    4. März 2025 @ 18:30

    Unglaublich: selbst Selenskyj scheint allmählich zu begreifen dass Frieden und nicht Krieg angesagt ist – auch wenn seine heute unterbreiteten „Friedensvorschläge“ bzw. „Verhandlungsvorschläge“ die tatsächlichen Sachverhalte noch bei weitem nicht erfassen – und die EU will Orban umstimmen und auf Krieg einschwören! Ist man in Brüssel jetzt von allen guten Geistern verlassen!?

    Reply

  • Ursula Möllenberg
    4. März 2025 @ 17:33

    Es fehlen einem die Worte angesichts des unbedingten Durchhaltewillens und der angepeilten Kosten für Kriegstüchtigmachung der EU. Totale Blindheit und
    ungehemmter Aufrüstungs- u. Kriegsfuror …

  • Helmut Höft
    4. März 2025 @ 17:24

    “In einem Brief an die 27 Staats- und Regierungschefs kündigte sie einen “Rearm Europe”-Plan an, der bis zu 800 Mrd. Euro freisetzen soll.” Man kann (besser muss) an solchen Schwadronaden erkennen, dass unsere tätige Politniki eine Beleidigung für jeden mit IQ > als 1 ist. Wieso 800 Mrd.? Warum nicht 615? oder 930? Wie hat Tante Ursula Gertrud von der Leyen das bloß ausgrechnet? Hat sie sich verrechnet? Hoffentlich nicht, denn: Was dann? *zähneklapper*

    Reply

    • Skyjumper
      4. März 2025 @ 19:12

      „ Hat sie sich verrechnet? Hoffentlich nicht, denn: Was dann? *zähneklapper*“

      Ganz ruhig. Das ist nicht schlimm. Echt nicht. Dann schiessen wir eben noch mal 800 Mrd. nach. Und dann noch mal 2.400 Mrd. ….. wegen dem Inflationsausgleich.

      Reply

  • Michael
    4. März 2025 @ 15:57

    Ist Starmer nach/trotz Brexit nach Brüssel eingeladen? Obwohl hier ein Fliegengewicht ständig vortäuscht ein Schwergewicht zu sein! Und, der Inhalt des Telefonats von gestern Abend mit Trump wird eisern verschwiegen!

    Reply

  • Stef
    4. März 2025 @ 13:26

    Das dürften die Mittel sein, die Baerbock bereits vor der Wahl gegenüber einem US-Nachrichtenportal ausgeplappert hat. Diese Mittel sind von der Bundesregierung und ihren im Wahlkampf befindlichen Vertretern bereits vor der Bundestagswahl avisiert worden. Vorher drehte sich die Aurüstungsdebatte im Wahlkampf, wenn sie denn überhaupt eine Rolle gespielt hat, um Prozente vom BIP. Das klingt so klein und unverfänglich, was machen zwei bis drei Prozent schon für einen Unterschied? Auf einmal geht es aber um hunderte von Millionen Euro, das klingt auch für Unbedarfte dramatisch. Das musste wohl unbedingt vor dem Deutschen Wähler unmittelbar vor einer Richtungswahl geheim gehalten werden. Frei nach DeMaiziere: Es könnte die Öffentlichkeit ja beunruhigen. Für mich war und bleibt das eine Lüge der alten und mumaßlich neuen Regierungsparteien durch Verschweigen ihrer tatsächlichen Pläne. Diese Lüge wurde systematisch gedeckt durch die Mainstreampresse. außer der Berliner Zeitung und diesem Blog hat nach meinem Wissen keiner vor der Wahl darüber berichtet. Ein Versehen ist undenkbar. J.D. Vance hat mit seinen an Europa gerichteten Vowürfen betreffend Meinungsfreiheit und Demokratie vollkommen recht, das dürfte damit erneut als bewiesen gelten.

    Wenn die EU jetzt ihre Zugewinn an Souveränität und Staatlichkeit durch eine europäische Militärkomponente auf dem Feindbild Russland aufbauen will, dann wird dieses Feindbild eine institutionelle Einrichtung werden. Es wird dann dauerhaft für die Legitimation zunehmender EU-Staatlichkeit gebraucht, als Gründungsmythos gewissermaßen. Will damit sagen, dass die EU gerade dabei ist, dem Russenhass indirekt Verfassungsrang zu geben.

    Ich kann sehen und partiell auch verstehen, dass ein beträchtlicher Teil unserer Mitbürger ein belastetes Verhältnis zu Russland hat. Russland aber wieder den Status eines Erz- und Erbfeindes zu verleihen wird unserem Kontinent großen und dauerhaften Schaden zufügen. Diesbezüglich muss es in Deutschland eine offene Debatte und den Versuch einer Verständigung geben. Im Augenblick haben wir nur eine Instrumentalisierung der Ressentiments, die in eine Katastrophe münden werden.

    Reply

    • KK
      4. März 2025 @ 14:50

      “Auf einmal geht es aber um hunderte von Millionen Euro…”

      Das wäre ja quasi aus der Portokasse finanzierbar – es geht allerdings tatsächlich um hunderte von Milliarden €uro!

      Reply

    • Michael
      4. März 2025 @ 18:19

      Wenn man fehlgeleitet an „Souveränität“ glaubt haben Sie m. E. recht mit Ihren Schlußfolgerungen. Richtig wäre es allerdings von Autonomie und Interdependenz auszugehen und zu einer anderen Schlußfolgerung (Synthese) zu gelangen: Kooperation! Letzteres läuft allerdings dem vorherrschenden Zeitgeist zuwider auch wenn in ihm das Scheitern schon angelegt ist!

      Reply

  • Skyjumper
    4. März 2025 @ 13:19

    Yeah …. Flinten-Uschi voran. Die hat schon als Verteidigungsministerin mit der Bundeswehr ihre überragende Kompentenz überzeugend demonstriert. Wir bauen einfach Kindergärten und malen die Panzer rosa an. Die Kindergärten müssen natürlich mobil sein, schließlich verschiebt sich die Frontlinie täglich.

    Die eingeschränkten Finanzmittel von nur 150 Mrd. kompensieren wir einfach mit Besenstielen statt Kanonenrohren. Das merken die Russen erstens nicht, und zweitens können sich die europäischen Kindersoldaten damit auch nicht so doll verletzen . Win-Win.

    Reply

    • Michael
      4. März 2025 @ 15:47

      Allerdings ist die außereuropäische Welt zu schlau und aufgeklärt als dass sie auf Trojanische Pferde und Potemkinsche Dörfer hereinfiele! Letztlich zum Besten unser Aller, der kritischen und geschichtsbewussten Kriegsgegner!

      Reply

  • Guido B.
    4. März 2025 @ 13:12

    Man darf nicht vergessen, dass die Russenhasser-Union und Kleinbritannien in den letzten mindestens zehn Jahren keine Gelegenheit ausgelassen haben, Russland als Reich des Bösen und Putin als Fürst der Finsternis anzufeinden. Ab 2021 sind dann in Sachen Russenhass alle Dämme gebrochen. Es hagelte seitdem Beleidigungen, Verurteilungen und Sanktionspakete. Angeführt von der Bandera-Junta in Kiew hat sich Europa zum schlimmsten Feind Russlands formiert.

    Ich verstehe Uschi von der Leyen und ihren Russenhasser-Mob, dass die neue Politik der USA eine gewisse Panik auslöst. Mit dem Ausfall des Security Backstops hat niemand gerechnet. Nun steht man relativ nackt einem schlecht gelaunten Bären gegenüber.

    Wo sind eigentlich all die mediengeilen Militärexperten, die den baldigen Sieg der Ukraine und den Untergang Russlands prophezeit haben? Könnte Markus Lanz diese Lachnummern nicht einmal in seine Sendung einladen und zur aktuellen Lage befragen?

    Mein Beileid gilt Ursula von der Leyen und all den hart arbeitenden Steuerzahlern, die den hemmungslosen Russenhass jetzt mit schmerzhaftem Wohlstandsverlust bezahlen müssen.

    Reply

    • KK
      4. März 2025 @ 14:53

      “Mein Beileid gilt Ursula von der Leyen… ”

      Wenn eins sicher ist, dann der Umstand, dass die Familie vdL sich um ihren Wohlstand keinerlei Gedanken wird machen müssen – das Mitlöeid diesbezüglich ist völlig fehl am Platze.

      Reply

  • Reykjavik
    4. März 2025 @ 13:02

    So viel zum heiligen Narrativ “Putin ist derjenige, der nicht verhandeln will “. Es ist die Führung der EU, die schlicht alles tut, um die US-Strategie zur Beendigung des Ukraine-Kriegs zu hintertreiben und zu boykottieren. Pathologischer Realitätsverlust, ich nenne es mal “Ukraine-Syndrom”: Russland ist unser Feind, die USA sind nun auch unser Feind, China und alle, die uns widersprechen, sowieso – nur erlauben uns unsere Größe und unsere Möglichkeiten nicht, so mächtige Feinde zu haben und aus der Sache auch noch gut oder wenigstens lebendig rauszukommen. Wie im Fall der Ukraine. Und nun, wie weiter? Steht demnächst wieder die Frage “Wollt ihr den totalen Krieg” im Raum? Große Teile der EU-Führung scheinen mit ihren Taten diese Frage bereits mit ja zu beantworten. Ich persönlich habe weder vor Russland noch vor den USA Angst, von diesen wildgewordenen “Wafennarren” schon. Unfassbar, dass sie in 3 Jahren nicht eine einzige diplomatische Initiative gestartet haben – sie kennen nur Waffen, Waffen, Waffen…

    Reply

  • 05.03.2025

    “Klare Gefahr, ernste Lage”: Wovon reden von der Leyen, Merz & Co (II von II)

    Michael
    4. März 2025 @ 12:59

    Und wann werden Trump/ Musk die Satelliten und Starlink abschalten, also gewissermaßen das Licht in der Ukraine ausschalten!?

    Reply

    • Skyjumper
      4. März 2025 @ 13:28

      Lieber gleich das GPS. Dann finden 20 % der Bevölkerung in DE zwar ihren Weg nach Hause nicht mehr und bleiben hilflos vor der nächsten Schaufensterscheibe stehen, aber die Politiker finden auch den Weg in den Plenarsaal nicht mehr. Das wäre gar nicht so schlecht.

      Ach ja. Die meisten smarten Waffensysteme, nebst Munition, finden dann auch nicht mehr ihren Weg zum Ziel. Satellitenaufklärung und Frontkommunikation ist dann sowieso überflüssig.


    Info: https://lostineu.eu/trump-stoppt-ukraine-militaerhilfe-von-der-leyen-will-einspringen/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    05.03.2025

    Nachrichten von Pressenza: Studie zeigt katastrophale Umweltauswirkungen von Rechenzentren

    aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, 5. März 2025, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 05.03.2025


    Studie zeigt katastrophale Umweltauswirkungen von Rechenzentren


    Untersuchungen des konzernkritischen Kollektivs ETC Group zeigen, dass die Umweltauswirkungen der riesigen Rechenzentren der Big Tech-Unternehmen die weltweite Klimakrise weiter verschärfen könnten. Rohstoffabbau, Elektroschrott und die Vertreibung von Gemeinden sind einige der Phänomene, die im neuen Bericht „Hinter den Wolken“&hellip;

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    Wettern der Woche: Großartig! Trump ist Gott!


    “Wir bringen die Waage der Gerechtigkeit wieder ins Gleichgewicht. Eine Welle des Wandels erfasst das Land, Sonnenlicht scheint auf die ganze Welt. Der Weg zur Rückeroberung unserer Republik war nicht einfach. Ehrgeiz ist das Lebenselixier einer großen Nation. Wir sind&hellip;

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    Das Denken der Diskriminierung durchbrechen: Ein Aufruf zum Universellen Humanismus


    Seit über einem Monat setzt der oberste Diskriminator seine furchtbaren politischen Versprechen in die Tat um &#8211; er baut eine Bundesbehörde nach der anderen ab, entlässt Tausende von Beamten, schiebt Einwanderer ab, blockiert die Finanzierung von Diversity-Programmen, legt USAID still&hellip;

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    Nein zu einem weiteren Sondervermögen für die Bundeswehr!


    pax christi und DFG-VK protestieren mit Nachdruck gemeinsam gegen den Plan ein zweites Sondervermögen für die Bundeswehr in Höhe von mehreren Hundert Milliarden Euro einzurichten und die dazu notwendige Grundgesetzänderung vom gerade abgewählten Bundestag beschließen zu lassen. Sie appellieren an&hellip;

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    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    05.03.2025

    Rüsten ohne Grenzen   Unionsparteien und SPD öffnen den Weg zu unbegrenzter Aufrüstung. EU mobilisiert mit neuem Programm 800 Milliarden Euro für den Kauf von Kriegsgerät und will die Ukraine von US-Rüstungsgütern unabhängig machen.

    german-foreign-policy.com, 5. März 2025

    BERLIN/BRÜSSEL/KIEW (Eigener Bericht) – Die Unionsparteien und die SPD öffnen den Weg zu einer finanziell nicht mehr begrenzten Aufrüstung der Bundeswehr. Wie die künftigen Regierungsparteien am gestrigen Dienstag beschlossen, soll nicht nur ein 500 Milliarden Euro schweres Schuldenprogramm die Instandsetzung maroder Infrastruktur in Deutschland ermöglichen, etwa militärisch wichtige Verkehrswege nach Osten. Rüstungsausgaben, die ein Prozent der Wirtschaftsleistung übersteigen, werden in Zukunft von der Schuldenbremse ausgenommen sein. Damit können beliebig hohe Aufwendungen für die Bundeswehr getätigt werden. Der Schritt geht mit der Schaffung eines neuen EU-Aufrüstungsprogramms einher, das laut Kommissonspräsidentin Ursula von der Leyen bis zu 800 Milliarden Euro für die Beschaffung von Kriegsgerät in der EU mobilisiert. In einem Papier zur Aufrüstung heißt es, Berlin müsse ein „SPARTA“ genanntes Projekt initiieren, das europaweit „das unverzügliche Aufsetzen großer Rüstungsprogramme mit Fokus auf neuen Technologien und souveräner innereuropäischer Beschaffung“ forcieren soll. Beschleunigt wird all dies durch die Konfrontationspolitik der Vereinigten Staaten unter Präsident Trump.


    US-Unterstützung eingestelltDie Trump-Administration hatte am Montag mitgeteilt, sie werde jegliche militärische Unterstützung für die Ukraine umgehend einstellen. Das werde sich erst ändern, wenn der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bereit sei, mit Russland Frieden zu schließen, hieß es in Washington.[1] Von der Entscheidung betroffen sind Lieferungen von Waffen und Munition im Wert von mehr als einer Milliarde US-Dollar, die für die nähere Zukunft geplant waren, jetzt aber unterbleiben. Laut Angaben aus Kiew stammten zuletzt noch gut 30 Prozent aller Lieferungen an die ukrainischen Streitkräfte aus den USA. Unklar sei, wie lange man ohne sie durchhalten könne, war aus der Ukraine zu hören. Noch nicht bekannt ist, ob von der Liefersperre auch US-Waffen betroffen sind, die europäische Staaten aus ihren Beständen an die ukrainischen Streitkräfte weitergeben. Ungewiss ist zudem, ob das Einfrieren der US-Unterstützung auch für die Aufklärungsdaten gilt, mit denen die USA die Ukraine bislang versorgten.[2] Wäre dies der Fall, dann wäre die Fähigkeit der ukrainischen Streitkräfte, russische Stellungen anzugreifen, ab sofort erheblich eingeschränkt. Noch schwerer wöge es, bezöge die Trump-Administration auch Kommunikationssatelliten in ihr Embargo ein.


    Die Vereinigten Staaten ersetzen

    Die EU-Länder – nicht gewillt, rasche Waffenstillstands- und Friedensverhandlungen unter Führung der Vereinigten Staaten zu unterstützen – stehen nun zweifach unter Druck. Sie haben sich in den vergangenen Tagen als letzte verbliebene Unterstützer der Ukraine in Szene gesetzt. Da die US-Hilfen für Kiew jetzt wegfallen, müssen sie so weit wie möglich ersetzt werden. Dies verlangt von den Staaten Europas drastische Anstrengungen sowohl finanzieller als auch rüstungsindustrieller Art. Es kommt hinzu, dass sie bei wichtigen militärischen Fähigkeiten entweder von der NATO oder sogar unmittelbar von den Vereinigten Staaten abhängig sind. Wollen sie die Abhängigkeit durchbrechen und perspektivisch selbst zur militärischen Weltmacht werden, müssen sie ihre eigene beispiellose Aufrüstung beginnen. Ob sie punktuell bereits US-Kapazitäten ersetzen können, wird aktuell bei Satellitensystemen erprobt. Die ukrainischen Streitkräfte sind in ihrer Kriegsführung gegenwärtig auf Starlink-Satelliten des US-Konzerns SpaceX angewiesen, der dem Tech-Oligarchen und Trump-Mitarbeiter Elon Musk gehört. Aktuell prüft das französische Unternemen Eutelsat, inwieweit es die Funktionen der Starlink-Satelliten nachahmen könnte [3], sollte Musk sie, wie einige vermuten, in das US-Embargo einbeziehen. Dabei kooperiert Eutelsat eng mit der EU.


    „ReArm Europe“

    Zudem bereitet die EU ein gigantisches eigenes Rüstungsprogramm vor, dessen Grundzüge Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am gestrigen Dienstag in Brüssel präsentierte. Der Name des Programms, „ReArm Europe“ („Europa wiederbewaffnen“), suggeriert irreführend, die europäischen Staaten seien nicht oder schlecht bewaffnet. Tatsächlich geben die EU-Staaten und Großbritannien gewaltige, stets wachsende Summen für ihre Streitkräfte aus. Von 2014 bis 2024 haben sich die Militärausgaben der EU-Mitgliedstaaten von insgesamt 147 Milliarden Euro auf 326 Milliarden Euro mehr als verdoppelt.[4] Schon nach den bisherigen Planungen war bis 2027 von einer weiteren Steigerung um mehr als hundert Milliarden Euro auszugehen. Großbritannien, das im Ukraine-Krieg eng mit der EU kooperiert, gibt im aktuellen Haushaltsjahr umgerechnet knapp 69 Milliarden Euro für seine Streitkräfte aus und will seinen Militäretat in hohem Tempo weiter aufstocken. Im Rahmen von ReArm Europe will die EU nun 150 Milliarden Euro für Kredite bereitstellen, um die Mitgliedstaaten bei der Beschaffung von Kriegsgerät zu unterstützen. Außerdem sollen die nationalen Militärausgaben von den Schuldenregeln der EU ausgenommen werden. Laut von der Leyen können damit auf nationaler weitere gut 650 Milliarden Euro für die Aufrüstung mobilisiert werden – in der Summe also bis zu 800 Milliarden Euro.[5]


    Von der Schuldenbremse ausgenommen

    Ergänzend zu den EU-Planungen haben sich am gestrigen Dienstag die Unionsparteien und die SPD, die mutmaßlich die nächste Bundesregierung stellen werden, auf eine vollständige Entgrenzung der Aufrüstung der Bundeswehr geeinigt. Demnach soll es nicht nur ein neues Schuldenprogramm mit einem Volumen von 500 Milliarden Euro geben, aus dem allerlei Infrastrukturvorhaben finanziert werden können. Damit soll zum einen die Wirtschaft allgemein angeschoben werden. Darüber hinaus gilt jedoch die Instandsetzung von Straßen, Brücken und Schienen als Beitrag zur Verbesserung der „militärischen Mobilität“, die unumgänglich ist, soll Deutschland seine Funktion als NATO-Drehscheibe für den Transit von Truppen und Material an die NATO-Ostflanke erfüllen.[6] Vor allem aber sollen künftig sämtliche Rüstungsausgaben, die ein Prozent der Wirtschaftsleistung übersteigen, von der Schuldenbremse ausgenommen sein. Damit können zukünftig beliebig hohe Schulden aufgenommen werden, um die Hochrüstung der Bundeswehr zu finanzieren – passgenau auf die Beschaffungswünsche der Militärs ausgerichtet.[7] Die Maßnahme hat gegenüber dem zunächst geplanten weiteren Schuldenprogramm („Sondervermögen“) in Höhe von 400 Milliarden Euro den Vorteil, dass sie unbegrenzte Rüstungsschulden möglich macht – sogar weit oberhalb von 400 Milliarden Euro.


    „Souveräne innereuropäische Beschaffung“

    Wozu die Mittel genutzt werden könnten, zeigt ein Hintergrundpapier, das ursprünglich verfasst wurde, um das Schuldenprogramm von 400 Milliarden Euro zu begründen. Unterzeichnet wurde es vom Präsidenten des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Moritz Schularick, dem ehemaligen Airbus-Vorstandschef und heutigen Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), Thomas Enders, dem ehemaligen Telekom-Chef und heutigen Airbus-Aufsichtsratschef René Obermann und der Risikokapitalunternehmerin Jeanette zu Fürstenberg. Wie es in dem Papier heißt, komme es darauf an, „asymmetrische Überlegenheit“ auf dem „modernen Gefechtsfeld“ herzustellen. So gelte es etwa, einen „weiträumigen Drohnenwall über der NATO-Ostflanke“ zu schaffen, für den man mehrere zehntausend Kampfdrohnen benötige.[8] Auch müsse die Unterwasserüberwachung im Baltikum verstärkt werden. Übergreifend solle Deutschland ein „SPARTA“-Projekt (Strategic Projection and Advanced Resilience Technology Alliance) initiieren, um europaweit „das unverzügliche Aufsetzen großer Rüstungsprogramme mit Fokus auf neue Technologien und souveräner innereuropäischer Beschaffung“ voranzutreiben. Vom weiteren Kauf von US-Rüstungsgütern, etwa des Kampfjets F-35, raten die Unterzeichner des Papiers ab – man ende sonst in „einer fortdauernden Abhängigkeit“.[9]

     

    [1] Erica L. Green, Eric Schmitt, David E. Sanger, Julian E. Barnes: The order came just days after Trump had a heated exchange with Zelensky in the Oval Office. nytimes.com 03.03.2025.

    [2] Jill Lawless: Trump’s halt on military aid will hurt Ukraine’s defenses. But it may not be fatal. apnews.com 04.03.2025.

    [3] Peggy Hollinger, Maxine Kelly: Starlink rival in talks to boost satellite services to Ukraine. ft.com 04.03.2025.

    [4] Die Verteidigung der EU in Zahlen. consilium.europa.u.

    [5] Press statement by President von der Leyen on the defence package. ec.europa.eu 04.03.2025.

    [6] S. dazu Freie Marschrouten und Damit die Panzer rollen.

    [7] Was bringt Friedrich Merz‘ wuchtiger Milliardenplan? spiegel.de 04.03.2025.

    [8], [9] Ökonom Schularick konkretisiert Rüstungsvorschläge. Frankfurter Allgemeine Zeitung 05.03.2025.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9892


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    05.03.2025

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    04.03.2025

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    04.03.2025

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    04.03.2025

    Billionenkredit ‒ Merz schaltet die Plünderung auf Turbo

    freedert.online, 4 Mär. 2025 16:36 Uhr, Von Dagmar Henn

    Das letzte Mal, als in der deutschen Politik derart mit Milliarden herumgeworfen wurde, war in der Bankenkrise. Wie praktisch, dass man die anstehende Kreditaufnahme, die die Billionengrenze durchbrechen dürfte, heute als "Sondervermögen" tarnen kann.


    Quelle: www.globallookpress.com © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elme


    Friedrich Merz


    Die Börsen meldeten gleich freudig einen Anstieg der Rüstungsaktien um mehr als zehn Prozent, nachdem die Meldungen über die finanziellen Absichten des künftigen Bundeskanzlers Friedrich Merz bekannt geworden waren. Offiziell stehen mindestens 800 Milliarden Euro im Raum, die als "Sondervermögen", sprich, als zusätzliche Kredite aufgenommen werden sollen, aber auch von 900 Milliarden ist schon die Rede, und dann ist auch noch das, was über die EU als Finanzierung für die Ukraine geplant ist... Zahlen, die schwindeln machen. Und die ‒ wenn man nicht verdrängt, dass für Kredite immer auch Zinsen fällig werden, die dank der blendenden deutschen Wirtschaftslage auch nicht gerade sinken ‒ locker die Billionengrenze überschreiten werden.


    Schulden machen für den Krieg gegen Russland





    Schulden machen für den Krieg gegen Russland







    Wir reden hier von mehr als zwei Bundeshaushalten. Angeblich 400 Milliarden für die Bundeswehr und 400 oder 500 Milliarden für "Infrastruktur". Und damit das Ganze auch sauber an der Schuldenbremse vorbeirutscht, hat Friedrich Merz eine Sondersitzung des alten Bundestags ins Spiel gebracht, in dem es leichter fällt, die nötige Zweidrittelmehrheit zu schaffen, als im neuen.

    Geschickt eingefädelt, kann man da nur sagen. In all den Jahren, in denen die Zinsen für von deutschen Regierungen aufgenommene Kredite an oder sogar unter null Prozent lagen, war es sowas von verboten, daran überhaupt nur zu denken, und jetzt, da die Wirtschaft in einer Rezession steckt, aus der ‒ auch dank der fortgesetzt feindlichen Haltung gegenüber dem günstigsten Energielieferanten Russland ‒ kein Ausweg in Sicht ist und auch der Leitzins deutlich höher liegt, geht eine Bundesregierung so richtig in die Vollen, um Geld für die unsinnigsten Produkte auszugeben, die man sich vorstellen kann. Rüstung nämlich. Die kein Land so dringend braucht wie eines, das von lauter Freunden umgeben ist...

    Und auch beim Punkt Infrastruktur sind Zweifel angebracht. Da dürfte nämlich mehr Geld dafür geplant sein, die Brücken mit Sprengschächten zu versehen, als selbige Brücken zu erneuern. Selbst wenn sich mittlerweile eine ganze Menge davon in einem Zustand befinden, dass besagte Sprengschächte gar nicht mehr nötig sind, weil sie bei ausreichender Belastung schon von allein zusammenbrechen würden.

    Für das eigentlich vordringlichste Problem jedenfalls, für eine Lösung der Wohnungsfrage, ist da nichts vorgesehen. Was auch so bleiben dürfte. Selbst wenn es heißt, die Gelder für Infrastruktur sollten "Bund und Ländern [...] bereitgestellt werden" (Tagesschau), weiß man doch, wie es mit Bundesmitteln ist ‒ da wird dann vorgegeben, wofür diese Mittel einzusetzen sind, die Entscheidung bleibt auf der Ebene des Bundes, Wohnungsbauförderung ist aber Ländersache. Und das, was da als Beschluss angedacht ist, hebt eben nicht die Schuldenbremse für die Länder auf, für die sie auch gilt, sondern nur über eine Ausnahmeregelung für den Bund.


    Schnell abgenickt: Regierung beglückt Rüstungsindustrie mit milliardenschwerem "Weihnachtsgeschenk"





    Meinung

    Schnell abgenickt: Regierung beglückt Rüstungsindustrie mit milliardenschwerem "Weihnachtsgeschenk"




    Nun, das Gesundheitswesen wurde mithilfe von Corona und Privatisierungen erfolgreich geschrottet, da wird auch weiter nichts dagegen getan, und die Infrastrukturausgaben werden auch nicht die zerfallenden Strecken für die Personenzüge in Schuss bringen, sondern eher die Güterverkehrsstrecken für den Panzertransport, den man so herbeizusehnen scheint. Viel Geld, von dem man im Grunde nichts für die Menschen Nützliches erwarten darf. Schließlich stand die Bewältigung aller Probleme, die das Leben der Eingeborenen betreffen, schon die ganze Zeit am Ende der Prioritätenliste, wenn überhaupt.

    Was diese Nummer aber auf jeden Fall kann, ist, den finanziellen Spielraum für künftige Regierungen auf null zu bringen. Dabei sollte man sich bei der Gelegenheit mal daran erinnern, was der Schuldenbremse vorausging ‒ sie wurde nämlich eingeführt, nachdem im Zuge der Bankenrettung im Oktober 2008 mal eben 500 Milliarden Euro für die Erhaltung der deutschen Banken ausgegeben worden waren.

    Und ziemlich bald danach tauchte diese Idee von der Schuldenbremse auf. Die dann natürlich auch verhinderte, auf den Einwohnerzufluss im Jahr 2015 mit entsprechendem Wohnungsbau zu reagieren. Bis dann ganz viele Milliarden für "Impfstoffe" benötigt wurden, und noch mehr, um die Folgen von Lockdowns abzufangen, auf die man auch hätte verzichten können ‒ oder war das andersherum, und die Lockdowns dienten dazu, eine weitere Finanzmarktkrise abseits der öffentlichen Aufmerksamkeit auszubremsen?

    Jetzt jedenfalls steht also ein doppelt so tiefer Griff in die Staatskasse, anders gesagt, ins kollektive Eigentum der Deutschen (was davon noch übrig ist) an wie 2008, und der Grund dafür ist der große böse Wolf, Verzeihung, Russland, versteht sich. Denn man würde ja gern etwas tun, was auch dem Pöbel zugutekommt, aber da ist ja die Gefahr aus dem Osten und die gute, liebe Ukraine, der man unbedingt helfen muss bis zum letzten Ukrainer.


    Medienbericht: Sondervermögen Klima- und Transformationsfonds schon bald aufgebraucht?





    Medienbericht: Sondervermögen Klima- und Transformationsfonds schon bald aufgebraucht?





    Man kann auch die ganz kurze Version nehmen und sagen, Merz war Chef von BlackRock Deutschland, BlackRock Deutschland ist Großaktionär bei Rheinmetall, und Rheinmetall freut sich gerade gewaltig. Das Schöne an Rüstungsgütern ist ja, dass es sich weitgehend um politisch abgesicherte Monopolmärkte handelt ‒ wenn es einfach nur um die Metallwaren ginge, könnte man die schließlich in Russland für einen Bruchteil des Preises bestellen. Klar, das ist ein wenig schwierig, wenn man sie ausgerechnet gegen Russland einsetzen will. Aber wenn es wirklich nur um Landesverteidigung ginge?

    Geht es halt nicht. Genauso wenig wie es um irgendeine Verbesserung geht. Jedenfalls nicht für die unteren 90 Prozent der Bevölkerung, die auch von den steigenden Rüstungsaktien nichts hat. Da wäre es sinnvoller, den ganzen Klimaquark zurückzudrehen, Verbrennerverbot eingeschlossen, und die Reallöhne in Deutschland mal wirklich anzuheben. Wird nicht passieren. Eher gefriert die Hölle.

    Das kommt einem fast so vor wie ein Zocker, der zum Kredithai muss, um weiterzocken zu können. Ja, Diplomatie ist eine Sparmaßnahme. Billiger als Bunker- und Panzerbau, und ganz mit menschlichen Ressourcen zu bewältigen (sofern solche vorhanden sind, woran man angesichts der letzten Jahre auch zweifeln mag). Aber die ganze Berliner Bagage ist mit wenigen Ausnahmen auf Krawall gebürstet und kann sich nichts Besseres vorstellen, als das Geld für solchen Kram mit vollen Händen rauszuwerfen. Übrigens, wenn man daran denkt, wo sich unsere Zocker das Geld holen, um den Kredithai zu bedienen, sollte man nicht vergessen, dass der größte Brocken der Steuereinnahmen inzwischen die Umsatzsteuer ist, und dass dazu noch viele weitere Verbrauchssteuern kommen wie die Luftsteuer, und sie alle sich das Geld von den Armen holen und nicht von den Reichen. Die schon freudig auf den großen Sprung warten können, den die besagte Luftsteuer in weniger als zwei Jahren machen wird, wenn der Spekulationsmarkt dazu startet. Wer braucht schon Butter aufs Brot, wenn das Brot nicht mehr bezahlbar ist?


    Leistungslos reich trotz Krise: Führungspersonal des deutschen Kapitals kassiert ab





    Analyse

    Leistungslos reich trotz Krise: Führungspersonal des deutschen Kapitals kassiert ab





    Vor wenigen Tagen erst gab es in Griechenland einen Generalstreik und gigantische Demonstrationen, weil ein Zugunglück mit 57 Toten, das die Folge einer kaputtgesparten Bahn war, bis heute keine Konsequenzen hatte. Wären die Deutschen so gestrickt wie die Griechen, wären solche Demonstrationen zum Ahrtal fällig gewesen. Bis heute ging dafür niemand ins Gefängnis. Die Deutschen gehen lieber auf die Straße, wenn ihnen die Regierung das sagt.

    Wenn dieser Billionenkredit beschlossen wird, wird er auf jeden Fall zu höheren Steuern führen. Höheren Verbrauchssteuern, versteht sich. Und weniger Leistungen für die Eingeborenen. Und eine noch schlechter funktionierende staatliche Verwaltung, weil die Kommunen sowieso schon auf dem Zahnfleisch gehen, aber die meiste Arbeit verrichten. Wer glaubt, dass das eine Zukunftsperspektive ist, wird sich gewaltig täuschen. Unser Zocker will nur den Einsatz verdoppeln. In einer Dimension, die sich schon den Schulden annähert, die Deutschland einst durch den Versailler Vertrag auferlegt wurden. Danach wächst kein Gras mehr, bleibt kein Auge trocken. Aber weil die Mehrheit im Bundestag für Rüstungswahn so überwältigend ist, und außerhalb des Bundestags nur noch Demonstrationen "gegen Rechts" erwartet werden können, wird es wohl problemlos gelingen, das Land für die nächsten 20 Jahre zu verpfänden.


    Mehr zum Thema ‒ Merz will Sondersitzung: Neue Milliardenschulden schon nächste Woche?


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    Video https://rumble.com/v6q1oca-ukraine-mit-soldaten-und-flugzeugen-untersttzen-westliche-verbndete-treffen.html Dauer 1:19 min


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    Info: https://freedert.online/meinung/238550-billionenkredit-merz-schaltet-pluenderung-auf


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    04.03.2025

    Bhadrakumar: USA richten eine Brandmauer auf, um das Ukraine-Abkommen mit Russland zu schützen


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    (Red.) Die Inder haben bekanntlich eine lange leidvolle Geschichte mit den britischen Schattenstrukturen und kennen sich da aus. Dieser ganze europäische Wanderzirkus ist von der City of London inspiriert und gesteuert. Trump wird dem ganzen Theater den Stecker ziehen müssen, damit endlich "Frieden" möglich wird. (am)


    seniora.org, 4. März 2025von M. K. Bhadrakumar 03.03.2025  – übernommen von indianpunchline.com

    Der britische Premierminister Keir Starmer (L) gab eine sehr öffentliche Show der Unterstützung für Volodymyr Zelenskyy (R) und begrüßte den ukrainischen Präsidenten auf den Stufen von Downing Street Nr. 10, ging auf ihn zu und umarmte ihn sofort. In Nr. 10 sagte Starmer zu Zelenskyy, er habe „die volle Unterstützung im gesamten Vereinigten Königreich“. London, 1. März 2025


    Die verbale Auseinandersetzung im Oval Office am vergangenen Freitag brachte die Wut von Präsident Wladimir Selensky zum Ausdruck, dass Donald Trump und Wladimir Putin kurz vor einem Abkommen über die Ukraine stehen, während das Konklave im Lancashire House in London am Sonntag, an dem 18 europäische Staats- und Regierungschefs teilnahmen, zeigte, dass Selensky in guter Gesellschaft ist.

    Der scharfsinnige Stephen Bryen, ein führender Experte für Sicherheit, Strategie und Technologie, der zuvor leitende Positionen im Pentagon und auf dem Capitol Hill innehatte, schrieb auf Substack: „Trump lud [den französischen Präsidenten] Macron und [den britischen Premierminister] Starmer nach Washington ein, um sie zu informieren, was er offenbar auch tat. Die Franzosen waren ziemlich unzufrieden, aber Starmer schien im Großen und Ganzen einverstanden zu sein. Starmer plädierte dafür, Artikel 5 und die NATO in jedes Abkommen einzubeziehen; Trump lehnte diesen Appell ab. Putin telefonierte unterdessen mit [dem chinesischen Präsidenten] Xi und schickte Sergei Shoigu (der den russischen Sicherheitsrat leitet, so etwas wie den Nationalen Sicherheitsrat) nach Peking, um sich mit Xi zu treffen. Trump hat Selensky eingeladen. Der Vorwand für Selenskys Besuch in Washington war der 'Mineralien-Deal', den die beiden Staatsoberhäupter unterzeichnen sollten... Der eigentliche Grund für den Besuch von Selensky war, ihn über die Verhandlungen mit Putin zu informieren und seine Unterstützung zu gewinnen.“

    Letztlich konnte Trump weder Selensky über das Ukraine-Abkommen informieren noch das „Mineralienabkommen“ unterzeichnen, da der ukrainische Präsident jegliche Verhandlungen mit Putin strikt ablehnte. Er tat dies öffentlich, direkt vor Trumps Gesicht und vor der Presse. Das Ergebnis war, dass es kein privates Treffen gab und Trump Selensky mitteilte, dass er erst dann wieder willkommen sei, wenn er bereit für den Frieden sei.

    So sieht es derzeit aus. Die Strategiesitzung, die Trump heute Nachmittag mit seinen Top-Beratern abhalten wird, wird zeigen, wie es weitergeht. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Trump Waffenlieferungen und/oder finanzielle Unterstützung für die Ukraine einstellen wird.

    Da der Rubikon nun überschritten wurde, ist es unwahrscheinlich, dass Trump seinen Kurs gegenüber Russland ändern wird   – es sei denn, Selensky ergibt sich bedingungslos, was ebenfalls unwahrscheinlich erscheint. Die Russen begrüßen natürlich seine Absetzung.

    Es ist höchst unwahrscheinlich, dass Trump sich von den Wutanfällen der EU einschüchtern oder von Großbritanniens Selbstdarstellung beeindrucken lässt. Deutschland ist in den nächsten Wochen ohne Regierung, was die Schlagkraft der Europäer schwächt.

    Tatsächlich hat die Kommunikation über inoffizielle Kanäle zwischen Moskau und Washington an Zugkraft gewonnen. Moskau schätzt ein, dass Trump die Oberhand hat. Dies spiegelte sich in dem wachsenden Optimismus in Putins Äußerungen am vergangenen Donnerstag wider, als er vor dem Vorstand des Föderalen Sicherheitsdienstes (Kollegium der führenden russischen Geheimdienstmitarbeiter im Ausland) sprach.

    Putin begann mit der Aussage, dass sich die Welt und die internationale Lage rasch verändern und „die ersten Kontakte mit der neuen US-Regierung gewisse Hoffnungen wecken“.

    Er sagte: „Es gibt eine gegenseitige Verpflichtung [mit Trump], daran zu arbeiten, die zwischenstaatlichen Beziehungen wiederherzustellen und die enorme Menge an systemischen und strategischen Problemen in der globalen Architektur, die einst die Krisen in der Ukraine und anderen Regionen provoziert haben, schrittweise anzugehen... Wichtig ist, dass unsere Partner Pragmatismus und eine realistische Sicht der Dinge zeigen und zahlreiche Stereotypen, die sogenannten Regeln und messianische, ideologische Klischees ihrer Vorgänger aufgegeben haben.“

    Putin schätzte, dass die Voraussetzungen für einen Dialog „über eine grundlegende Lösung der Ukraine-Krise“ bestehen, „einen Dialog über die Schaffung eines Systems, das wirklich eine ausgewogene und gegenseitige Berücksichtigung der Interessen gewährleistet, ein unteilbares europäisches und globales Sicherheitssystem auf lange Sicht, bei dem die Sicherheit einiger Länder nicht auf Kosten oder zum Nachteil der Sicherheit anderer Länder gewährleistet werden kann, schon gar nicht die Russlands.“

    Putin wies jedoch auch darauf hin, dass Teile der westlichen Eliten „immer noch entschlossen sind, die Instabilität in der Welt aufrechtzuerhalten, und dass diese Kräfte versuchen werden, den neu aufgenommenen Dialog zu stören oder zu kompromittieren“. Daher sei es von entscheidender Bedeutung, „jede Möglichkeit, die der Dialog und die Sonderdienste bieten, um solche Versuche zu vereiteln“, zu nutzen.

    Tatsächlich hat Verteidigungsminister Pete Hegseth, wie die New York Times heute berichtete, das U.S. Cyber Command angewiesen, „im Rahmen einer umfassenderen Neubewertung aller Operationen gegen Russland“ die offensiven Operationen gegen Russland einzustellen. Ebenso gibt es Berichte, dass Putin ähnliche Anweisungen zur Einschränkung der russischen Behörden erteilt hat.

    Was den Blick besonders reizvoll macht, ist die Tatsache, dass viele der ausgeklügeltsten US-Operationen gegen Russland vom britischen Government Communications Headquarters (GCHQ) aus geleitet werden   – der legendären Geheimdienstbehörde, die im Zweiten Weltkrieg die Enigma-Codes geknackt hat. Es genügt zu sagen, dass die USA sich offenbar von langjährigen gemeinsamen Operationen mit Großbritannien gegen Russland lösen.

    Ein Bericht der Zeitung „Guardian“ hat die Enthüllung der „Times“ über eine Änderung der US-Politik separat bestätigt. Er fügte hinzu, dass die Verbesserung der Beziehungen zwischen den USA und Russland auch in bestimmten anderen Vorfällen der letzten Zeit zum Ausdruck kommt, die darauf hindeuten, dass die USA „Russland nicht mehr als Bedrohung für die Cybersicherheit einstufen“.

    In dem Artikel wurde behauptet, dass Analysten der supergeheimen Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (Cisa) der Vereinigten Staaten unter der Bedingung der Anonymität mit dem Guardian gesprochen hätten und dass sie „mündlich darüber informiert wurden, dass sie russischen Bedrohungen nicht nachgehen oder darüber berichten sollten, obwohl dies zuvor ein Schwerpunkt der Agentur gewesen war“.

    Ganz offensichtlich ist in der „besonderen Beziehung“ zwischen den USA und Großbritannien eine Vertrauenskrise entstanden   – oder anders ausgedrückt: Die Trump-Regierung unternimmt Schritte, um das Cisa vor Schurkenoperationen zu schützen.

    Es gibt eine Geschichte von Schurkenoperationen von Spionageagenturen aus dem Kalten Krieg. Einer der bekanntesten Fälle war der Vorfall am 1. Mai 1960, als ein amerikanisches U-2-Spionageflugzeug, das von Francis Gary Powers gesteuert wurde und in einer Höhe von 24.000 Metern flog, über dem sowjetischen Luftraum abgeschossen wurde, was eine diplomatische Krise auslöste, die zum Scheitern einer Gipfelkonferenz in Paris zwischen dem damaligen US-Präsidenten Dwight Eisenhower und dem sowjetischen Staatschef Nikita Chruschtschow führte   – und zum plötzlichen Tod des von beiden Staatsoberhäuptern gehegten Traums von einer Entspannungspolitik.

    Eine ähnliche Situation besteht heute. Sowohl Washington als auch Moskau sind sich dessen bewusst. Die Notwendigkeit einer solchen Geheimhaltung um den hochrangigen Dialog zwischen dem Kreml und dem Weißen Haus ist offensichtlich. Es gibt zu viele Kritiker im kollektiven Westen, die sich nur mit einer russischen Niederlage in der Ukraine zufriedengeben und den Krieg lieber weiterführen würden.

    In einem derart angespannten Szenario setzt sich auf russischer Seite letztlich die Meinung des Kremls durch, ungeachtet aller abweichenden Stimmen im militärisch-industriellen Komplex oder unter den Superfalken mit Rachementalität. In den USA ist dies jedoch nicht der Fall, da dort, wie der Guardian-Bericht anschaulich darlegt, Überbleibsel des alten Regimes nach wie vor sensible Positionen innehaben. Letztlich könnte es daher durchaus sein, dass   – um Stephen Bryan zu zitieren   – Trump „die Ukraine zusammenbrechen lässt, aber möglicherweise ein Abkommen mit Putin über die Ukraine anstrebt, sobald Selensky nicht mehr im Amt ist.“


    Quelle: Indian Punchline

    Quelle: https://www.indianpunchline.com/us-puts-firewall-to-protect-ukraine-deal-with-russia/

    Mit freundlicher Genehmigung übernommen


    USA, Russland, Geopolitik, Ukrainekonflikt, M.K. Bhadrakumar, Der Westen gegen Russland


    Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acym&ctrl=fronturl&task=click&urlid=52&userid=3998&mailid=2644


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

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