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26.03.2025

Nachrichten von Pressenza: Zusammen für Frieden und Umwelt: Das 2. Peacewave Festival am Heldenplatz

aus e-mail von <newsletter@pressenza.com>, 26. März 2025, 7:15 Uhr


Nachrichten von Pressenza - 26.03.2025


Zusammen für Frieden und Umwelt: Das 2. Peacewave Festival am Heldenplatz


Am Ostermontag, 21. April 2025 ab 17 Uhr, kann man zum zweiten Mal das Peacewave Festival am Wiener Heldenplatz besuchen. In ganz Österreich sollen Lichtermeere, Friedensfeuer und Friedensmärsche stattfinden – in Nieder-, Oberösterreich, Salzburg, Kärnten und Regina/Kanada gibt es schon&hellip;

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Wettern der Woche: Tacheles reden!


Wenn Diktatoren jubeln, ist die Kacke am Dampfen. Momentan erleben die Wiederkäuer des Weltuntergangs ihre inneren Reichsparteitage: die Trumputins, die Orbáns, Kaczyńskis, Lukaschenkos – und weil&#8217;s so schön ist, mit Vornamen: die Receps Tayyips Erdoğans und tausend andere. Die ideologischen&hellip;

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Regeneration: Wirtschaften im zarten Netz des Lebens


Generation Restoration &#8211; Pioniere der regenerativen Wirtschaft  &#8222;Wir müssen das zarte Netz des Lebens behüten und ihm erlauben, sich zu regenerieren”. so sagte es der Dalai-Lama und beschrieb damit nicht nur die Regeneration unseres Umfeldes, unseres Lebensraums, sondern auch unsere&hellip;

https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/03/regeneration-wirtschaften-im-zarten-netz-des-lebens/


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Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

26.03.2025

„Amerikanische Waffen vermeiden“  Debatte um Beschaffung des US-Kampfjets F-35 in Deutschland und weiteren NATO-Staaten spitzt sich zu. Die F-35 kann nur mit Zustimmung Washingtons eingesetzt werden. Berlin ist in der Frage gespalten.

german-foreign-policy.com, 26. März 2025

BERLIN/WASHINGTON/PARIS (Eigener Bericht) – Die Debatte um einen möglichen Ausstieg aus der Beschaffung des US-Kampfjets F-35 in Deutschland und in anderen Staaten Europas spitzt sich zu. Hintergrund ist, dass der Jet nur mit Zustimmung der US-Regierung eingesetzt werden kann und Knebelbestimmungen etwa in puncto Ersatzteile und Software es unmöglich machen, bei militärischen Operationen mit der F-35 aus der Abhängigkeit von den USA auszubrechen. Ein konservativer Parlamentsabgeordneter aus Dänemark warnt, die Trump-Administration könne die dänischen F-35 durch die Verweigerung von Wartung und Ersatzteilen lahmlegen und Kopenhagen damit zum Verzicht auf Grönland zu nötigen suchen. Portugal denkt bereits darüber nach, anstelle des US-Kampfjets ein anderes Flugzeug zu beschaffen. In Frage käme die französische Rafale. Deren Hersteller Dassault Aviation hofft jetzt auf Milliardengeschäfte. In Berlin dringen insbesondere überzeugte Transatlantiker darauf, aus der F-35-Beschaffung auszusteigen, um militärische Unabhängigkeit zu erreichen. Für die nukleare Teilhabe, in deren Rahmen deutsche Jets US-Atombomben abwürfen, ist keine Alternative zur F-35 in Sicht. Allerdings steht auch die nukleare Teilhabe zur Debatte.


Zitat: Das nationale Interesse der USA

In der vergangenen Woche war ein Exemplar des Kaufvertrags für die 35 Kampfjets F-35, die zu beschaffen Berlin im März 2022 beschlossen hatte, an die Zeitschrift Stern durchgestochen worden.[1] Darüber hinaus wurden Angaben zu den Rahmenbedingungen des gut 8,3 Milliarden Euro teuren Kaufs bekannt. Dieser wird im Rahmen des Foreign Military Sales-Verfahrens (FMS) abgewickelt, das strikten Regeln unterliegt. Der F-35-Kaufvertrag erlaubt Washington, „wenn es das nationale Interesse der USA verlangt“, ohne weiteres „die Leistungserbringung ganz oder zum Teil zu kündigen oder auszusetzen“.[2] Die USA dürfen damit den Lieferzeitraum und die Liefermenge jederzeit einseitig ändern. Vertragsstrafen sind im FMS-Verfahren prinzipiell nicht vorgesehen; der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ist ein F-35-Kampfjet ausgeliefert, dann sind keinerlei Veränderungen mehr an ihm erlaubt; Ersatzteile sowie die regelmäßig erforderlichen Software-Updates dürfen ausschließlich über den US-Hersteller Lockheed Martin bezogen werden. Im Kaufvertrag heißt es: „Der Auftraggeber ist nicht befugt, Instandsetzungen und über die Truppeninstandsetzungsebene hinausgehende Wartungsarbeiten durchzuführen.“ Bereits damit ist praktisch gewährleistet, dass die F-35 der deutschen Luftwaffe nur fliegen, wenn die US-Administration es will.


Immer dabei

Es kommt hinzu, dass die Kernsoftware für die F-35 geheimgehalten wird. Ob der Jet von außen beeinflusst werden kann, ist deshalb nicht überprüfbar; viele gehen freilich davon aus. Die Daten, die während des Betriebs und insbesondere auch während etwaiger Einsätze anfallen, werden gesammelt und müssen anschließend bei Amazon Web Services gespeichert werden; damit sind sie für US-Stellen ohne besonderen Aufwand zugänglich. Nicht zuletzt erlaubt der US-amerikanische Foreign Assistance Act den Vereinigten Staaten jederzeit die „Überwachung der Endverwendung“ der F-35. „Alle Missionen, die wir vorhaben, sehen die“, zitiert die Zeitschrift „Stern“ einen „gut informierte[n]“ Bundestagsabgeordneten: „Ziele, Routen, indirekt auch Taktiken – immer sind US-Techniker am Flugzeug dabei.“[3] Ein „Insider ... mit Geheimdienstwissen“ bestätigte dem Blatt ausdrücklich: „Die gesamte Missionsplanung wird in den USA überwacht.“ Christian Mölling, Experte für Militär sowie für Militärpolitik, aktuell bei der Bertelsmann Stiftung tätig, plädiert explizit dafür, die Bundesregierung müsse „sicherstellen“, dass die F-35-Jets auch dann „nutzbar“ seien, wenn Washington einen konkreten Einsatz ablehne. Wie das durchsetzbar sein soll, ist allerdings nicht ersichtlich.


US-Waffen als Sicherheitsrisiko

Seit der vergangenen Woche werden in Europa die Rufe lauter, nach Möglichkeit auf die Beschaffung von F-35-Jets zu verzichten oder, wenn ein Vertragsabschluss schon erfolgt ist, aus der Vereinbarung auszusteigen. Auslöser waren einerseits die Entscheidung der Trump-Administration, der Ukraine die Nutzung von US-Satellitendaten zu untersagen, andererseits die fortgesetzten Bestrebungen Washingtons, sich das zu Dänemark gehörende autonome Gebiet Grönland unter den Nagel zu reißen. So erklärte beispielsweise der konservative dänische Parlamentsabgeordnete Rasmus Jarlov auf X, er bedaure es jetzt, die Entscheidung zum Kauf von 27 F-35-Jets für Dänemarks Luftwaffe mitgetragen zu haben. Er könne sich ohne weiteres „eine Situation vorstellen, in der die USA von Dänemark Grönland einfordern und drohen, unsere Waffen zu deaktivieren“. Kopenhagen wäre dann nicht mehr in der Lage, sich zu verteidigen. US-Waffen zu kaufen sei deshalb „ein Sicherheitsrisiko, das wir nicht eingehen können“. Dänemark werde in den kommenden Jahren riesige Summen in die Aufrüstung stecken – „und wir müssen amerikanische Waffen vermeiden, wo dies nur irgend möglich ist“. „Ich fordere unsere Verbündeten und Freunde auf“, schloss Jarlov den Post, „dasselbe zu tun“.


Ausstiegspläne

Erste NATO-Staaten ziehen inzwischen den Verzicht auf die F-35 in Betracht. Kanada etwa erwägt einen Ausstieg aus der Beschaffung der F-35, hat allerdings 16 Kampfjets, die Anfang kommenden Jahres geliefert werden sollen, bereits bezahlt.[4] Portugal, das bislang ebenfalls vorhatte, den US-Kampfjet zu kaufen, ist laut Aussage seines Verteidigungsministers Nuno Melo dabei, es sich anders zu überlegen.[5] Der französische Konzern Dassault Aviation hat der portugiesischen Regierung inzwischen angeboten, Rafale-Jets zu liefern.[6] Die Rafale ist ein Kampfjet der vierten Generation, nicht der fünften wie die F-35; sie ist allerdings billiger, und sie kommt vollständig ohne US-Bauteile aus, bietet also Unabhängigkeit von den USA. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat bereits am 16. März dafür plädiert, die Staaten Europas sollten grundsätzlich von der F-35 auf die Rafale umsatteln; zudem stehe – als Ersatz für das US-Flugabwehrsystem Patriot – das neue französisch-italienische Flugabwehrsystem SAMP/T zur Verfügung.[7] Eine gewisse Schwierigkeit liegt darin, dass eine ganze Reihe europäischer NATO-Staaten bereits F-35-Jets besitzt, so etwa Großbritannien, Norwegen, die Niederlande, Belgien und Italien. Viele weitere haben das Flugzeug verbindlich bestellt, darunter die offiziell neutrale Schweiz. Das erschwert den Ausstieg.


In der Klemme

Widersprüchliche Stimmen werden in Deutschland laut. Dabei gehen vor allem überzeugte Transatlantiker zur Beschaffung der F-35 auf Distanz. „Niemand braucht eine F-35“, erklärte bereits in der vergangenen Woche Thomas Enders, früher Airbus-Chef, heute Präsident der einflussreichen Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP); Enders äußerte, er würde sie „als Erstes streichen unter diesen neuen geopolitischen Bedingungen“.[8] Auch der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter plädierte dafür, „bestehende Verträge mit den USA [zu] überprüfen“, etwa den F-35-Kaufvertrag; es sei „absolut zwingend, sich bereits jetzt nach Alternativen umzusehen“.[9] Verteidigungsminister Boris Pistorius dagegen spricht sich dafür aus, an der F-35-Beschaffung festzuhalten. Er begründet dies unter anderem mit der nuklearen Teilhabe, in deren Rahmen Kampfjets der deutschen Luftwaffe im Kriegsfall US-Atombomben abwerfen könnten.[10] Beobachter weisen darauf hin, dass der Abwurf von US-Kernwaffen ohnehin nur auf Kommando aus Washington möglich ist und es daher für die F-35, insofern sie allein für die nukleare Teilhabe bereitstehen, keine Rolle spielt, ob sie von den Vereinigten Staaten lahmgelegt werden können. Allerdings gilt mittlerweile auch die nukleare Teilhabe als nicht mehr zuverlässig gesichert (german-foreign-policy.com berichtete [11]). Berlin hat in Vorleistung für die F-35 bereits rund 2,42 Milliarden US-Dollar nach Washington überwiesen und mit kostspieligen Umbauten am Fliegerhorst Büchel begonnen, wo die US-Kampfjets stationiert werden sollen. Berlin steckt daher in der Klemme.

 

[1] Sondervermögen: Bundeswehr kann 35 F-35A für rund 8,3 Milliarden Euro kaufen. bmvg.de 14.12.2022. S. auch Festtage für die Rüstungsindustrie (II).

[2], [3] Christian Schweppe: Könnte Trump verhindern, dass die neuen Kampfjets F-35 abheben? stern.de 20.03.2025.

[4] Murray Brewster: Canada reconsidering F-35 purchase amid tensions with Washington, says minister. cbc.ca 14.03.2025.

[5] F-35: Europeos receiam que os americanos “desliguem” as armas, o chamado “kill switch”. auto.sapo.pt 25.03.2025.

[6] Baptiste Morin, Nicolas Cuoco: Éric Trappier, PDG de Dassault Aviation : « Nous étudions la possibilité de produire cinq Rafale par mois ». lejdd.fr 23.03.2025.

[7] Giorgio Leali: Macron to EU colleagues: Stop buying American, buy European. politico.eu 16.03.2025.

[8] Gerald Braunberger, Sven Astheimer, Niklas Záboji: „Niemand braucht eine F-35“. faz.net 16.03.2025. S. auch Drohnenwall über der NATO-Ostflanke.

[9] Kampfjet-Kauf: Geheime Klauseln für die USA. t-online.de 21.03.2025.

[10] Pistorius hält an Kauf von F35-Kampfjets fest. tagesschau.de 21.03.2025.

[11] S. dazu Alte Fesseln lösen.


Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/9921


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


unser weiterer Kommentar: Ohne ein grundlegendes Umdenken führen allein die vorhandenen militärtechnischen Verwicklungen zu Instabilität, und verbunden mit einer daraus entstehenden allgemeinen Verunsicherung, zu weiter eskalierenden Schritten. Dumm gelaufen ist das für "unsere Aufrüstungs- und Aggressionsdiplomat*innen" und wir alle sollen nun den Kopf dafür hinhalten!

26.03.2025

Artikel zu den Kriegen in d. Ukraine und in Westasien - sowie zum Thema Militarisierung  (I von III)

aus e-mail von Clemens Ronnefeldt, 26. März 2025, 16:34 Uhr


Liebe Friedensinteressierte,


nachfolgend sende ich einige Artikel zu den

Kriegen in der Ukraine und in Westasien - sowie

zum Thema Militarisierung.


Auch heute wieder einmal mit dem Hinweis, dass

ich nicht allen Aussagen aller Artikel zustimme, diese

aber für relevant halte:


1. n tv: Ukraine-Krieg im Liveticker


2. FAZ: Verhandlungen in Riad :  Moskau und Kiew stimmen Waffenruhe im Schwarzen Meer zu

3. DLF: Ukraine-Krieg - Emeritierter Bundeswehr-Professor sieht russische Armee in „katastrophalem Zustand“


4. IPG: In der Hysterie-Falle - Wie Politik, Medien und Wissenschaft anhand der Ukraine eine Rüstungslogik befeuern


    – und warum wir Abrüstung neu denken müssen.


5. Berl.Z: Bundeswehr-General Breuer:  Russland könnte ab 2029 Nato angreifen -  „Wir müssen gewinnen!“

6. Focus: Schürt unnötig Putin-Panik: Alarm-Aussage zu „letztem Friedenssommer“ ist überzogen



7. Der Spiegel: Krieg in Nahost -  Israels Armee greift erneut Militärstützpunkte in Syrien an


8. IPG: Nach Assads Sturz ringt Syrien um seine Zukunft und Souveränität –

    im Schatten der Regionalmächte und eines Kampfes der Narrative.


9. SZ: Gazakrieg - Deutschland macht es sich mit seinen Waffenlieferungen für Israel zu einfach


10. FAZ: Westjordanland :  Israelische Polizei nimmt F.A.Z.-Korrespondenten fest

11. DLF: US-Militär-Leak - Kommentar: App statt Abhörsicherheit



12. Stop ReArm Europa


13. Connection: Mehr als 20 Organisationen rufen auf: Aktionswoche zum Internationalen Tag


      der Kriegsdienstverweigerung (15. Mai) - Kriege verhindern statt „Kriegstüchtigkeit“


14. Friedenskoooperative: Zeitungsanzeige zum Ostermarsch 2025:  Kriege stoppen - Frieden und Abrüstung jetzt!



——


1. n tv: Ukraine-Krieg im Liveticker



https://www.n-tv.de/politik/13-56-Reisner-Wird-Trump-emotional-kann-es-zur-Eskalation-kommen--article23143824.html


26.03.2025

Ukraine-Krieg im Liveticker



06:27 Will Putin Frieden? US-Geheimdienste äußern sich zu Chancen eines Abkommens


Die Ukraine und Russland wollen laut einer Einschätzung der

US-Geheimdienste möglicherweise lieber den Krieg verlängern als sich

sich mit einem ungünstigen Friedensabkommen zu begnügen. Dies schreibt

die Agentur Bloomberg.


Laut einem Bericht der Direktorin des US-Geheimdienstes, Tulsi

Gabbard, sehen die Führer der Ukraine und Russlands "im Moment

wahrscheinlich immer noch die Risiken eines längeren Krieges als

geringer an als die einer unbefriedigenden Einigung", heißt es.


Für Russlands Machthaber Wladimir Putin "erlauben positive Trends auf

dem Schlachtfeld eine gewisse strategische Geduld, und für die Ukraine

könnte die Abtretung von Territorium oder Neutralität an Russland ohne

substanzielle Sicherheitsgarantien des Westens zu innenpolitischen

Gegenreaktionen und zukünftiger Unsicherheit führen", so die jährliche

Geheimdienstbewertung. US-Präsident Donald Trump will eigentlich ein

Friedensabkommen bis Ostern.



04:13 Trump: Putin zögert Verhandlungen vielleicht gezielt hinaus


US-Präsident Donald Trump schließt nicht aus, dass Russlands Präsident

Wladimir Putin die Gespräche über eine Waffenruhe im Ukraine-Krieg

gezielt herauszögert. Noch wisse er es zwar nicht genau, sagt Trump im

Fernsehsender Newsmax.


Er selbst habe das aber auch manchmal gemacht, wenn er sich bei einem

Vertrag unsicher war - um nicht gleich unterschreiben zu müssen und

"sozusagen im Spiel zu bleiben". Zugleich betont Trump, er sei sich

sicher, dass sowohl die russische als auch die ukrainische Führung den

Krieg beenden wollten.


——


23:49 Lawrow: Wir reden mit den USA auch über andere Dinge als den Krieg



Bei den Gesprächen zwischen den USA und Russland geht es dem

russischen Außenminister Sergej Lawrow zufolge auch um andere Dinge

als den Ukraine-Krieg. Diskutiert werde, wie Hindernisse für andere

gemeinsame Projekte aus dem Weg geräumt werden könnten, zitiert die

staatliche russische Nachrichtenagentur Tass ihn.


Dazu gehörten die Bereiche Energie, Weltraum und die Arktis. Seine

Regierung gehe nach dem Prinzip "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist

besser" vor, sagt Lawrow der Agentur. Eine Stellungnahme der USA liegt

zunächst nicht vor.


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2. FAZ: Verhandlungen in Riad :  Moskau und Kiew stimmen Waffenruhe im Schwarzen Meer zu



https://www.faz.net/aktuell/politik/ukraine/moskau-und-kiew-stimmen-waffenruhe-im-schwarzen-meer-zu-110379058.html


Verhandlungen in Riad :


Moskau und Kiew stimmen Waffenruhe im Schwarzen Meer zu


Von Friedrich Schmidt , Othmara Glas


 Kiew 25.03.2025, 19:46


Russland stimmt einer Waffenruhe im Schwarzen Meer zu – aber nur unter

weitreichenden Bedingungen, die auch die Europäer erfüllen sollen. Das

ist das wohl wichtigste Ergebnis der amerikanisch-russischen Gespräche

vom Montag in Riad. Dazu veröffentlichten das Weiße Haus und der Kreml

zwei Erklärungen – getrennte und unterschiedliche. (…)



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Hier die US-Erklärung:



https://www.whitehouse.gov/briefings-statements/2025/03/outcomes-of-the-united-states-and-russia-expert-groups-on-the-black-sea/


(in der angebotenen - ungenauen - deutschen Übersetzung)

Ergebnisse der Expertengruppen der Vereinigten Staaten und Russlands am Schwarzen Meer


Das Weiße Haus


25. März 2025


Ergebnisse der Expertengruppen der Vereinigten Staaten und Russland

am Schwarzen Meer in Riad, Saudi-Arabien


23.-25. März 2025


Im Einklang mit den Gesprächen auf Präsidentschaftsebene zwischen

Präsident Donald J. Trump und Präsident Wladimir Putin, die

Vereinigten Staaten, ermöglichten bilaterale Gespräche auf technischer

Ebene mit der russischen Delegation vom 23. bis 25. März in Riad,

Saudi-Arabien. Im Anschluss an diese Diskussionen:


Die Vereinigten Staaten und Russland haben vereinbart, eine sichere

Navigation zu gewährleisten, den Einsatz von Gewalt zu beseitigen und

die Nutzung von Handelsschiffen für militärische Zwecke im Schwarzen

Meer zu verhindern.


Die Vereinigten Staaten werden dazu beitragen, Russlands Zugang zum

Weltmarkt für Agrar- und Düngemittelexporte wiederherzustellen, die

Kosten für die Seeversicherung zu senken und den Zugang zu Häfen und

Zahlungssystemen für solche Transaktionen zu verbessern.


Die Vereinigten Staaten und Russland einigten sich darauf, Maßnahmen

zur Umsetzung der Vereinbarung von Präsident Trump und Präsident

Putins zu entwickeln, Angriffe gegen Energieanlagen Russlands und der

Ukraine zu verbieten.


Die Vereinigten Staaten und Russland begrüßen die guten Dienste von

Drittländern, um die Umsetzung der Energie- und Seeabkommen zu unterstützen.


Die Vereinigten Staaten und Russland werden weiterhin auf einen

dauerhaften und dauerhaften Frieden hinarbeiten. Die Vereinigten

Staaten wiederholten Präsident Donald J. Trumps Imperativ, dass die

Tötung auf beiden Seiten des Russland-Ukraine-Konflikts aufhören muss,

als der notwendige Schritt zur Erreichung einer dauerhaften Friedenslösung.


Zu diesem Zweck werden die Vereinigten Staaten die Verhandlungen

zwischen beiden Seiten weiter erleichtern, um eine friedliche Lösung

im Einklang mit den in Riad getroffenen Vereinbarungen zu erreichen.


Die Vereinigten Staaten danken Kronprinz Mohammed bin Salman für seine

Führung und Gastfreundschaft dafür, dass er diese wichtigen

Diskussionen im Königreich Saudi-Arabien erneut unterstützt.



-------—



Hier die russische Erklärung:


(in der angebotenen - ungenauen - deutschen Übersetzung)


http://www.kremlin.ru/events/president/news/76526



Die wichtigsten Ergebnisse des Treffens von Expertengruppen Russlands und der Vereinigten Staaten


25 März 2025


18:55


1. Gemäß der Zustimmung der Präsidenten Russlands und der Vereinigten

Staaten einigten sich die russische und amerikanische Seite darauf,

die Umsetzung des „Schwarzen Meeres“ zu gewährleisten.


Initiativen, einschließlich der Sicherheit der Navigation im Schwarzen Meer,

Nicht-Nutzungskraft und Verhinderung des Einsatzes von Handelsschiffen

im Militär Ziele bei der Organisation geeigneter Kontrollen durch

Inspektion solcher Schiffe.


2. USA wird zur Wiederherstellung des Zugangs russischer Exporte

beitragen Agrarprodukte und Düngemittel auf den Weltmarkt,

Wertminderung maritime Versicherung sowie mehr Zugang zu Häfen und

Zahlungssystemen für solche Transaktionen.


Hinweis :


Die Absätze 1 und 2 treten nach:


Aufhebung der Sanktionsbeschränkungen von der Rosselkhozbank und

anderen Finanzorganisationen, die an der Bereitstellung beteiligt sind

Internationaler Lebensmittelhandel (einschließlich Fischwaren) und

Düngemittel, ihre Verbindungen zu SWIFT, Öffnungen notwendige

Korrespondenzen;


Aufhebung der Beschränkungen für Handelsfinanzierungen;


Aufhebung der Sanktionsbeschränkungen von Unternehmen, Produzenten und

Exporteure von Lebensmitteln (einschließlich Fischprodukte) und

Düngemittel sowie die Aufhebung der Beschränkungen für die Arbeit der

Versicherung Unternehmen mit Lebensmitteln (einschließlich Fischwaren)

und Düngemitteln;


Aufhebung der Beschränkungen für den Dienst in den Häfen von Schiffen

und Sanktionen von Schiffen unter russischer Flagge, am Handel mit

Lebensmitteln (einschließlich Fischprodukten) und Düngemitteln beteiligt;


Aufhebung der Beschränkungen für die Lieferung von Landmaschinen an

die Russische Föderation sowie andere Güter, Beteiligt an der

Herstellung von Lebensmitteln (einschließlich Fischwaren) und Düngemitteln.


3. Rußland und die Vereinigten Staaten vereinbarten, Maßnahmen zur

Umsetzung der Abkommen der Präsidenten zu entwickeln Zwei Länder

verbieten Angriffe auf Energieanlagen Russlands und der Ukraine für

einen Zeitraum von 30 Tagen, beginnend am 18. März 2025, mit der

Möglichkeit einer Verlängerung und des Rückzugs aus dem Abkommen im

Falle der Nichteinhaltung einer der Parteien.


4. Rußland und die Vereinigten Staaten begrüßen die guten Dienste von

Drittländern, die die Umsetzung von Vereinbarungen im Energie- und

Seebereich.


5. Rußland und die Vereinigten Staaten werden weiterhin auf einen

dauerhaften und dauerhaften Frieden hinarbeiten.



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3. DLF: Ukraine-Krieg - Emeritierter Bundeswehr-Professor sieht russische Armee in „katastrophalem Zustand“



https://www.deutschlandfunk.de/emeritierter-bundeswehr-professor-sieht-russische-armee-in-katastrophalem-zustand-102.html

Ukraine-Krieg


Emeritierter Bundeswehr-Professor sieht russische Armee in „katastrophalem Zustand“



Die Osteuropaexpertin Pagung hat die Einigung zwischen den USA und

Russland auf eine 30-tägige Angriffspause auf Energieinfrastruktur im

Ukraine-Krieg als „cleveren Schachzug Moskaus“ bezeichnet. Der frühere

Professor der Bundeswehr-Universität Hamburg, Pradetto, sieht einen

Zusammenhang mit dem Zustand der russischen Armee.


20.03.2025


Pagung, Politikwissenschaftlerin der Körber Stiftung, sagte im

Deutschlandfunk, der Plan würde auch einen Stopp der ukrainischen

Angriffe auf russische Infrastruktur bedeuten, die immer wieder

gezielt angegriffen werde. Moskau und Washington streben darüber

hinaus beide eine Normalisierung ihrer Beziehungen an. Für die USA sei

die Ukraine ein Problem, das auf diesem Weg schnellstmöglich gelöst

werden müsse.


Der emeritierte Professor der Bundeswehr-Universität Hamburg,

Pradetto, sieht ein Interesse auf russischer Seite, den Krieg zu einem

Ende zu bringen. Er sagte im Deutschlandfunk, dafür seien nun erste

Schritte vereinbart worden.


Man hätte nicht erwarten können, dass der Krieg innerhalb von zwei

Stunden beendet würde. Pradetto betonte, die russischen Truppen seien

in einem katastrophalen Zustand und seien kaum über die Frontlinie vom

November 2022 hinausgekommen.


Der personelle Kern der russischen Armee sei vernichtet worden. Das

Land habe Nachschub von der japanischen, von der chinesischen sowie

von der Nord-NATO-Grenze heranschaffen müssen.


Jetzt versuchte Putin das kleine Gebiet in der Region Kursk, das im

August letzten Jahres von ukrainischen Truppen besetzt worden war,

zurückzuerobern. Das umfasse nicht mehr als 1.500 Quadratkilometer,

das sei zweimal Hamburg.


Putin habe das in all den letzten Monaten nicht geschafft. Das werde

jetzt noch versucht vor dem Beginn von ernsthaften Verhandlungen. Die

Situation für die russische Armee sei keine gute, fügte der frühere

Bundeswehr-Professor hinzu.


Diese Nachricht wurde am 20.03.2025 im Programm Deutschlandfunk

gesendet.



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4. IPG: In der Hysterie-Falle - Wie Politik, Medien und Wissenschaft anhand der Ukraine eine Rüstungslogik befeuern


    – und warum wir Abrüstung neu denken müssen.



https://www.ipg-journal.de/rubriken/aussen-und-sicherheitspolitik/artikel/in-der-hysterie-falle-8184/?utm_campaign=de_40_20250325&utm_medium=email&utm_source=newsletter


Außen- und Sicherheitspolitik


25.03.2025



| Stephan Hensell <https://www.ipg-journal.de/ipg/autorinnen-und-autoren/autor/stephan-hensell/> & Klaus Schlichte <https://www.ipg-journal.de/ipg/autorinnen-und-autoren/autor/klaus-schlichte/>

In der Hysterie-Falle - Wie Politik, Medien und Wissenschaft anhand der Ukraine eine Rüstungslogik befeuern


– und warum wir Abrüstung neu denken müssen.


Dr. Stephan Hensell ist assoziierter Wissenschaftler am Institut für

Interkulturelle und Internationale Studien (InIIS) der Universität

Bremen.


Dr. Klaus Schlichte ist Professor für Internationale Beziehungen und

Weltgesellschaft an der Universität Bremen.



Peter Sloterdijk hat die modernen Gesellschaften als Sorgen- und

Erregungsgemeinschaften beschrieben, die zum Selbsterhalt darauf

angewiesen seien, sich eine permanente gemeinsame Unruhe zu bewahren.

„Die Nation ist ein tägliches Plebiszit, aber nicht über die

Verfassung, sondern über die Priorität der Sorgen.“


In der Tat befindet sich die Öffentlichkeit in einem mehr oder weniger

andauernden Erregungszustand: Klimawandel, Naturkatastrophen,

Terrorismus, Nahostkonflikt, Energieversorgung oder Pandemie sind

Bestandteile einer ausgeprägten Krisenwahrnehmung und werden mitunter

sogar als Elemente einer einzigen „Polykrise“ wahrgenommen.


Auch der Krieg Russlands gegen die Ukraine hält die Menschen in

Deutschland und Europa nicht nur in Atem, sondern versetzt sie in

Alarmismus und offenbar zunehmend in Hysterie.


Zwei Bedrohungsnarrative stehen derzeit im Mittelpunkt der

sicherheitspolitischen Debatte. Beim ersten Narrativ wird davon

ausgegangen, dass Russland nach dem Überfall auf die Ukraine als

Nächstes weitere Länder in Osteuropa oder sogar NATO-Staaten angreifen

könnte.


Das zweite, jüngere Narrativ geht davon aus, dass Europa in diesem

Fall ohne den Schutz der USA wäre, weil sich Amerika unter Donald

Trump von seinen NATO-Verpflichtungen verabschieden könnte. Die Krisen

der europäischen Sicherheit und der transatlantischen Partnerschaft

legitimieren offenbar radikale Maßnahmen.


So riefen jüngst ein Dutzend Politikwissenschaftlerinnen und

Politikwissenschaftler, vom liberalen bis ins konservative Lager, in

seltener Einigkeit und mit einem dramatischen Appell die Parteien der

alten und der neuen Bundesregierung zur raschen Einigung auf, um

potenziell unbegrenzte Rüstungsausgaben zu ermöglichen. Die Frage der

Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und Europas, so das Argument,

dürfe „kein Preisschild haben“.


Es dominiert das Denken in Worst-Case-Szenarien, das Frontstellungen

verstärkt und offenbar keinen anderen Gedanken zulässt als den der

massiven Aufrüstung.


In Krisenzeiten ist offenbar Dezisionismus gefragt. Doch weder ein

Angriff Russlands auf die NATO noch eine dauerhafte Abkehr der USA von

Europa sind ausgemacht oder auch nur absehbar.


Eine fundierte wissenschaftliche und politische Analyse zu beiden

Szenarien fehlt bisher ebenso wie eine offene Debatte darüber, worauf

genau und mit welchen Mitteln überhaupt zu reagieren wäre. Stattdessen

dominiert das Denken in Worst-Case-Szenarien, das Frontstellungen

verstärkt und offenbar keinen anderen Gedanken zulässt als den der

massiven Aufrüstung. Die daraus resultierende Hysterie lässt sich mit

drei ineinandergreifenden Logiken erklären.


Die erste Logik betrifft die Rolle wissenschaftlicher Expertise.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler rufen öffentlich zu mehr

Rüstungsanstrengungen auf und mahnen die Politik, keine Zeit zu

verlieren. Dabei entwerfen sie Bedrohungsszenarien und stellen

Vermutungen über die russische Politik an, nicht selten ohne

tiefergehende Regionalexpertise. Ihr Wort hat Gewicht, nicht zuletzt

aufgrund ihrer medialen Dauerpräsenz und ihrer Inszenierung als

„Experten“.


Gerade die Politikwissenschaft, die sich als „problemorientierte“

Disziplin versteht, hat ein strukturelles Interesse an Problemen: Denn

mit der Größe des Problems wächst auch ihre eigene Bedeutung. In der

Logik massenmedialer Aufmerksamkeit spielt die Frage nach

wissenschaftlicher Relevanz oder tatsächlicher Forschungsleistung so

gut wie keine Rolle mehr. Das Kernmerkmal wissenschaftlicher Arbeit,

nämlich die Belegpflicht für Einschätzungen, bleibt dabei in der Regel

auf der Strecke.


Die zweite Logik betrifft die mediale Repräsentation politischer

Wirklichkeit. Sie lebt von Dramatisierung und der Zuspitzung auf

vermeintliche Entscheidungsmomente. Unter dem Druck der

Geschwindigkeit, mit der neue Medien Nachrichten – oder auch bloße

Gerüchte – verbreiten, neigen etablierte Medien dazu, die

Dramatisierung zu überziehen statt abzuwägen.


Gegenargumente oder alternative Perspektiven kommen immer seltener zu

Wort, komplexe Zusammenhänge werden nicht mehr erklärt. Ein zentrales

Symptom dieses Trends ist die Vermischung von Nachricht und Kommentar

– quer durch Rundfunk und Tageszeitungen. Gerade diese Unschärfe

erschwert es der Öffentlichkeit, eine eigene Einschätzung zu

entwickeln.


Die dritte Logik findet im politischen Feld statt: Regierungen und

EU-Institutionen stehen unter dem Druck von Öffentlichkeit und

Opposition, die das Krisennarrativ beständig befeuern. Das schafft

Handlungszwänge – eröffnet aber zugleich Spielräume, um lange

undenkbare politische Vorhaben auf den Weg zu bringen, wie etwa die

Harmonisierung der europäischen Rüstungsindustrie. Weitreichende

Entscheidungen werden mit dem Verweis auf historische Umbrüche und

eine Zeitenwende legitimiert.


Im Zentrum stehen weniger die Schrecken des Krieges als vielmehr das

historische Drama: Die Ukraine kämpfe – so die gängige Erzählung – für

die Freiheit und die Sicherheit ganz Europas.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen etwa erklärte, das

ukrainische Volk halte „die Fackel der Freiheit stellvertretend für

uns alle aufrecht“. Politische Fragen werden auf diese Weise zur

Existenzfrage überhöht – das Schicksal ganz Europas stehe auf dem

Spiel.


Die Dauerhysterie hat potenziell hohe Kosten. Die Einordnung von

Kriegen und Gewaltereignissen und die Abschätzung ihrer Folgen waren

immer schon schwierige Unterfangen. Bereits im Ost-West-Konflikt

beurteilten die USA die Kriege in Korea und Vietnam nach einer

verhängnisvollen Maxime:


Wer gegenüber den Sowjets Schwäche zeige, fordere weitere Aggressionen

heraus. Es galt, Stärke und Entschlossenheit zu demonstrieren, was im

Ergebnis zu exzessiver Gewalt und Millionen von Todesopfern führte.

Auch anlässlich von 9/11 wurde ein neues „Zeitalter des Terrorismus“

ausgerufen – eine aus heutiger Sicht mehr als fragwürdige

Etikettierung. Festzuhalten bleibt, dass auch 2022 eine Zeitenwende

für weite Teile der Welt nicht stattgefunden hat.


Weder in Subsahara-Afrika noch in Indien, Lateinamerika oder

Südostasien dürften sich die politischen Rahmenbedingungen fundamental

verändert haben. Wahrscheinlich war für viele dieser Regionen die

Abschaffung von USAID bedeutsamer als der Krieg Russlands gegen die

Ukraine.


Der Konflikt wird stilisiert als Existenzkampf zwischen liberalen

Demokratien und kriegerischen Autokratien, zwischen Gut und Böse.


Die geopolitische Deutung des russischen Krieges gegen die Ukraine

mündet letztlich in einer Überhöhung: Sie stilisiert den Konflikt zu

einem manichäischen Existenzkampf zwischen liberalen Demokratien und

kriegerischen Autokratien, zwischen Gut und Böse.


Diese Lesart und die damit verbundene moralische Aufladung werden eine

Ausweitung und Verstetigung des Konflikts befördern, weit über das

eigentliche Ende von Kampfhandlungen hinaus. Der Krieg erhält dadurch

eine Bedeutung, die weniger aus dem Geschehen selbst erwächst, sondern

vielmehr aus der Reaktion darauf.


Eigentlich bestünde der Auftrag der Wissenschaft darin, aus ihrem

eigenen Schatz jene Argumente zu präsentieren, die nicht ohnehin schon

ständig vertreten werden. Gerade deshalb irritiert an den

Stellungnahmen von Politikwissenschaftlerinnen und

Politikwissenschaftlern die Abwesenheit eines Arguments, das bereits

1950 in der Literatur von John Herz formuliert wurde – und seitdem zum

klassischen Lehrbuchstoff gehört:


In der internationalen Politik bedeutet die Stärke des einen stets die

Bedrohung des anderen. Die Aufrüstung der einen Seite zur Abwehr von

Bedrohungen und Verteidigung verunsichert die andere Seite, die sich

ihrerseits bedroht sieht und ebenfalls zum Zweck der Verteidigung

aufrüstet. Was defensiv gemeint ist, wird als offensiv wahrgenommen.


So entstehen Rüstungswettläufe: Unter Bedingungen des Nichtwissens und

ohne vertrauensbildende Maßnahmen kann kein Akteur über die Absichten

des politischen Gegners sicher sein. Das Ergebnis ist für beide Seiten

kostspieliger, als es sein müsste. Der historische Ausweg aus dem

Sicherheitsdilemma des Ost-West-Konflikts bestand in der Schaffung von

internationalen Regimen der Rüstungskontrolle.


So unerhört es im Moment erscheinen mag – wer an Stabilität in Europa

interessiert ist, wird schon jetzt über die Anbahnung eines neuen

Abrüstungsprozesses nachdenken müssen. Der in Eile beschlossene

Freibrief zur Aufrüstung müsste eigentlich für alle, die sich als

Expertinnen und Experten verstehen, Anlass sein, über Auswege aus dem

Sicherheitsdilemma nachzudenken. Das wäre der historische Auftrag der

Friedensforschung.


------—



5. Berl.Z: Bundeswehr-General Breuer:  Russland könnte ab 2029 Nato angreifen -  „Wir müssen gewinnen!“



https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/general-breuer-russland-ab-2029-nato-angriff-li.2310548


Bundeswehr-General Breuer:  Russland könnte ab 2029 Nato angreifen -  


„Wir müssen gewinnen!“


Auf der Sicherheitstagung von Verfassungsschutz und Wirtschaftsallianz

warnt der Generalinspekteur der Bundeswehr vor „Putins Machtstreben“.

Differenzierte Töne fehlen.


Raphael Schmeller


25.03.2025. 19.18 Uhr



Im schicken Allianz-Forum am Pariser Platz in Berlin fand am Dienstag

die 18. Sicherheitstagung des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV)

und der Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft (ASW) statt.


Unter dem bedeutungsschweren Titel „Die Neuvermessung der Welt –

Deutschlands Wirtschaft und die Rückkehr der Geopolitik“ diskutierten

Experten aus Wirtschaft, Sicherheitsbehörden und Wissenschaft „die

unterschiedlichen Aspekte dieses Themas“.


So zumindest war die Veranstaltung angekündigt. Doch wer deshalb eine

ausgewogene Diskussion erwartet hatte, wurde bitter enttäuscht. Der

Hauptredner der Veranstaltung, Bundeswehrgeneral Carsten Breuer, gab

gleich zu Beginn die Marschrichtung vor.


„Die Realität lässt sich nicht länger verdrängen. (...) Deutschland

ist täglich hybriden Angriffen ausgesetzt“, sagte Breuer, um dann

gleich zum Kern seines Vortrags zu kommen: Russland.


Generalinspekteur Breuer: „Ende des Ukrainekriegs bedeutet nicht Frieden“


Der „Kreml“ teste derzeit bewusst „unsere Handlungsbereitschaft, die

der Nato und unserer Gesellschaft“, so Breuer, „es soll Verunsicherung

geschaffen werden“. „Wir“ müssten daher nach Lösungen suchen, um

darauf zu reagieren – und zwar so schnell wie möglich.


Denn: „Russland wird in vier bis sieben Jahren in der Lage sein,

Nato-Territorium anzugreifen“, sagte der Generalinspekteur der

Bundeswehr. Das Land produziere jährlich 1500 Kampfpanzer, die fünf

größten europäischen Nato-Staaten hätten nur die Hälfte im Bestand.


Putin werde nicht bei der Ukraine haltmachen, sondern weiter nach

Westen marschieren – und zwar deshalb, weil „unsere westlichen Werte“

und „unsere demokratische Gesellschaft“ „Putins Machtstreben“

bedrohten, so Breuer. Er warnte ausdrücklich davor, dass ein Ende des

Krieges in der Ukraine nicht dazu führen werde, „dass wir wieder

Frieden haben“.


Vor diesem Hintergrund hält Breuer eine massive Aufrüstung

Deutschlands und Europas für alternativlos. Die Bundeswehr müsse in

der Lage sein, das Land zu verteidigen. Dem Gegner müsse gezeigt

werden, dass sich ein Angriff nicht lohne.


Interessant an Breuers Ausführungen war, was er unter Verteidigung

versteht: „Abschreckung muss nicht immer reaktiv sein, sie hat auch

aktive Komponenten“, sagte er. Die Bundeswehr müsse bis 2029 schnell

„kriegstüchtig“ und „einsatzbereit“ werden, so Breuer. Das sei nur zu

erreichen, wenn man trotz der aktuellen Spannungen mit Washington

weiter auf die Nato setze und Waffen aus den USA beziehe. Die

europäische Rüstungsindustrie allein könne den Bedarf nicht so schnell

decken.


Breuer schloss seinen Vortrag mit viel Pathos: „Allen Soldaten ist

klar, dass wir kämpfen können und gewinnen wollen, weil wir gewinnen

müssen“. Deutschland brauche die geballte militärische und zivile

Kraft. Wer glaube, er wolle mit seinen Worten Angst machen, dem wolle

er sagen: „Nicht ich mache Angst, sondern der eine, der in Moskau

sitzt. Ich versuche, einer der Guten zu sein“.


In die gleiche Kerbe schlug der Vizepräsident des Verfassungsschutzes,

Sinan Selen. Die regelbasierte internationale Ordnung werde derzeit

untergraben, sagte er. Die aktuellen geopolitischen und

geoökonomischen Umwälzungen stellten seine Behörde wie alle

Nachrichtendienste vor größere Herausforderungen als je zuvor.


„Wir sehen uns mit sich ständig ändernden Allianzen sowie neu

formierenden Machtzentren konfrontiert. Unsere Gegner gehen immer

aggressiver und komplexer vor“, so Selen. Vor allem Russland agiere

„zunehmend offensiver gegen die Demokratien in Europa und weitet seine

nachrichtendienstlichen Methoden aus“. Er beobachte zum Beispiel

zunehmend den Einsatz sogenannter Low-Level-Agenten, also von

Akteuren, die für Aktionen wie Propaganda oder Sabotage eingesetzt

würden, sagte Selen.


Bertelsmann-Experte: „Müssen mehr für die Verteidigung tun“


Der ASW-Vorstandsvorsitzende Alexander Borgschulze sieht die zentrale

Herausforderung darin, Wirtschaft und Sicherheit in der geopolitischen

Zeitenwende grundsätzlich neu zu denken. Die Geoökonomie habe in den

letzten Jahren rasant an Relevanz gewonnen. Handels- und

Investitionsströme würden zunehmend geopolitisch beeinflusst, was zu

einer Gefährdung der Wachstums- und Wohlstandsgewinne der

international verflochtenen Wirtschaftsordnung führe.


Deutschland müsse eine gute Balance zwischen Offenheit und Sicherheit

finden, so Borgschulze weiter. „Dabei dürfen wir nicht die Fehler der

Vergangenheit wiederholen und erneut einseitige Abhängigkeiten

schaffen“, so Borgschulze. Angesichts von „Bedrohungen durch bewusste

feindliche Maßnahmen im Bereich der Wirtschaft durch Drittstaaten“

seien Maßnahmen zur Stärkung der wirtschaftlichen Sicherheit

unverzichtbar.


Christian Mölling, Sicherheitsexperte der Bertelsmann-Stiftung,

appellierte anschließend an die anwesenden Unternehmer: „Sie müssen

anfangen, über den Krieg nachzudenken!“ Dabei zeichnete er das Bild

eines hollywoodreifen Kampfes zwischen Gut und Böse: Europa habe mit

seinen Werten Autokraten verdrängt, nun würden sie sich in Russland

neu sortieren. Das alles müsse „uns“ beunruhigen, aber: „Es geht

darum, zu gewinnen. Und ich glaube, dass Europa das kann“, so Mölling.


Dazu müsse man, ob mit oder ohne die USA, „mehr für die Verteidigung

tun“. Im Kampf gegen Russland werde die EU allein nicht ausreichen.

Gerade wenn die USA wegbrächen, brauche man neue Partner außerhalb der

Union. Mölling nannte hier Großbritannien, die Türkei und Norwegen.


Historische Bedrohungslage


Vom neuen Bundeskanzler erwarte er, dass er nach der Regierungsbildung

als Erstes vor die Bevölkerung trete, um ihr die historische

Bedrohungslage klarzumachen. Danach müsse die „Handbremse gelöst“ und

massiv aufgerüstet werden. Natürlich werde es angesichts der enormen

Summen, die dafür ausgegeben würden, „Skandale“ geben, so Mölling.

Damit müsse man aber leben, das gehöre zum Wirtschaften dazu.


„Was wir heute schaffen, entscheidet darüber, wie unsere Kinder in 20

Jahren leben oder ob sie überhaupt noch leben“, schloss der

Bertelsmann-Experte seinen Vortrag.


—————————

26.03.2025

Artikel zu den Kriegen in d. Ukraine und in Westasien - sowie zum Thema Militarisierung  (II von III)

6. Focus: Schürt unnötig Putin-Panik: Alarm-Aussage zu „letztem Friedenssommer“ ist überzogen


https://www.focus.de/politik/ausland/neitzels-aussagen-zum-letzten-friedenssommer-foerdern-kriegspanik_905279b9-0848-47f0-8bb4-74a3f30c1b43.html


Gastbeitrag von Wolfgang Richter



Schürt unnötig Putin-Panik: Alarm-Aussage zu „letztem Friedenssommer“ ist überzogen


Mittwoch, 26.03.2025, 11:55


Sönke Neitzels Aussagen zu einem bevorstehenden Krieg mit Russland

sind überzogen. Moskau fehlt es an militärischer Stärke und Absichten

für einen Angriff. Statt Panik zu schüren, braucht es Diplomatie für

Sicherheit.


Sönke Neitzels Aussagen zu einem bevorstehenden Krieg mit Russland

(womöglich jetzt „letzter Friedenssommer“) sind völlig überzogen und

unverantwortlich, denn sie verunsichern die Bevölkerung und schüren

Kriegspanik. Sie entbehren einer nüchternen Analyse der militärischen

Fähigkeiten und politischen Absichten Moskaus.



Russland fehlen die militärischen Fähigkeiten für einen Angriff auf Europa


Für einen kurzfristig oder 2029 bevorstehenden Angriff auf Europa

fehlen Russland die militärischen Fähigkeiten. Zwar ist die russische

Wirtschaft zur Kriegsproduktion übergegangen, doch ist der hohe

Ausstoß an schweren Waffen vor allem auf die Instandsetzung älterer

Lagerbestände zurückzuführen.


Sie sollen die hohen materiellen Verluste im Krieg gegen die Ukraine

ersetzen. Nun neigen sie sich dem Ende entgegen.


Die russische Armee hat drei Viertel ihrer Landstreitkräfte im

Ukrainekrieg gebunden und selbst aus der baltisch-finnischen Region

Kräfte abgezogen.


Sie hat es in drei Jahren Krieg nicht geschafft, die Ukrainer

entscheidend und nachhaltig zu besiegen oder auch nur die ukrainische

Luftverteidigung niederzuringen, um die uneingeschränkte

Luftherrschaft zu erzwingen. Im Schwarzen Meer musste sich die

russische Flotte sogar in das östliche Küstengebiet zurückziehen.


Zwar ist Kiew vor allem wegen des akuten Personalmangels in eine

schwierige Lage geraten; und in Kursk und im Donbas neigt sich die

Waagschale jetzt zugunsten der Russen; aber ihre begrenzten

Landgewinne haben sie mit hohen Verlusten erkauft und noch immer haben

sie nicht einmal das Minimalziel erreicht, nämlich die Kontrolle über

die Verwaltungsgrenzen des Gebietes Donezk.



Die europäische Nato wäre Russland konventionell überlegen, auch ohne

USA und Türkei


Auch wenn es noch im ersten Halbjahr 2025 zu einem Waffenstillstand

kommen sollte, was keineswegs sicher ist, werden die russischen

Streitkräfte noch über lange Zeit in der Ukraine gebunden bleiben.

Denn sie müssen dem Risiko begegnen, dass die Ukrainer in einer

günstigeren Lage die Kampfhandlungen wieder aufnehmen.


Mit welchen Kräften sollen denn nun die Russen sich auch noch gegen

das stärkste Militärbündnis der Welt wenden? Selbst die europäische

Nato ohne die USA und die Türkei wäre den russischen Streitkräften in

allen klassischen konventionellen Kategorien wie Kampfpanzer,

Schützenpanzer, Artillerie, Kampfflugzeuge überlegen.


Mit einem Angriff auf Nato-Staaten würde Russland das Risiko eines

großangelegten militärischen Konflikts mit 32 Staaten

heraufbeschwören, darunter mit drei Atommächten.


Solche Risiken eignen sich nicht für ein „Testen“ (Carlo Masala).

Gleichwohl verkennt meine Bewertung keineswegs, dass Europa und vor

allem die Bundeswehr Ausrüstungsmängel und Fähigkeitslücken schließen

müssen, um die Abschreckung auch langfristig zu erhalten.



Sicherheitsbedenken der russischen Eliten


Auch eine entsprechende politische Absicht Moskaus, europäische

NATO-Länder anzugreifen, ist nicht nachweisbar. Im Gegenteil, die

russische Führung hat diese Diskussion in Europa als Unsinn

bezeichnet.


Dass möglicherweise dieses Ziel bestehen könnte, ist eine

Interpretation, die von einigen Think-Tanks auch in Deutschland

gepflegt und mit selektiven Zitaten aus russischen Meinungsbeiträgen

unterfüttert wird.


Solche Theoriegebäude sind jedoch ungeeignet, um eine strategische

Analyse zu ersetzen und einen bevorstehenden russischen Angriffskrieg

gegen NATO-Europa zu prognostizieren.


Es geht vielmehr im Kern um das, was wir in über 30 Jahren Diplomatie

mit Russland erfahren haben, was die strategischen Eliten dort

umtreibt, mit oder ohne Putin, nämlich um russische

Sicherheitsbedenken.


Deren Risikoperzeptionen mag man teilen oder nicht; aber sie sind real

und der Stoff für Diplomatie und im besten Fall für gegenseitige

Rüstungskontrolle.


Die Konsequenz daraus ist es jedoch, einen neuen Dialog über die

zukünftige europäische Sicherheitsordnung zu suchen, statt ihn zu

verweigern, ihn als „Appeasement“ oder gar „Verrat“ zu brandmarken und

Kriegspanik zu schüren. Ein diplomatischer Ansatz könnte die

Bemühungen um einen Waffenstillstand stärken.



Die Kriegshysterie entspringt dem Selbstzweifel


Tatsächlich ist der Kern der zunehmenden Kriegshysterie der

Selbstzweifel in manchen Nato-Staaten, ob wir Europäer und die USA

noch zu unseren Beistandsverpflichtungen nach Artikel 5 des

Nato-Vertrags stehen.


Dieser Zweifel ist nicht neu. Um ihm zu begegnen und die Abschreckung

zu stärken, hat die Nato bereits seit 2014 die Luftverteidigung über

den baltischen Staaten und Polen verstärkt und dort multinationale

Kampfgruppen stationiert.


Deutschland hat dabei eine besondere Verantwortung für Litauen

übernommen und zugesagt, die schon präsente Kampfgruppe unter

deutscher Führung zu einer dauerhaft stationierten Kampfbrigade zu

erweitern.


Dies bedeutet, dass ein russischer Angriff sofort auf Verbände von

über 20 Nato-Staaten einschließlich der Atommächte USA, Großbritannien

und Frankreich stoßen würde. Daran hat sich bisher auch unter der

Trump-Regierung nichts geändert.


Die Kommando- und Streitkräftestrukturen der Nato arbeiten unverändert

wie vorher, einschließlich der wichtigen amerikanischen Führungs- und

Fähigkeitsbeiträge.



Russland ist für Trump nur noch ein Störfaktor


Richtig ist zweifellos, dass Trump sich auf den Hauptrivalen China

konzentrieren will und dazu eine andere militärische und finanzielle

Lastenverteilung zugunsten der USA sucht.


Dass die Europäer mehr Lasten schultern sollen, ist nicht neu und seit

Obamas „pivot to Asia“ bekannt. Dies wird in den USA

parteiübergreifend geteilt. Wir sollten also nicht überrascht sein.


Neu ist allerdings, dass Trump Russland nicht mehr als Hauptrivalen

sieht, sondern nur noch als Störfaktor. Er bewertet den Krieg in der

Ukraine als unnütze Vergeudung von Ressourcen, die er in eine andere

Richtung lenken will.


Dazu möchte er den Krieg rasch und gesichtswahrend beenden und einen

diplomatischen Ausgleich mit Russland suchen. Vielleicht hofft er

auch, dadurch Russland von China entfremden zu können.


Zudem geht es für die USA darum, die strategische nukleare Stabilität

zu wahren. Der New Start-Vertrag läuft im Februar 2026 aus. Ein Ersatz

dafür ist noch nicht in Sicht. Aber Trump will offenbar einen neuen

nuklearen Rüstungswettlauf verhindern. Dazu hat er mit Russland

vereinbart, die strategischen Stabilitätsgespräche nun formell

wiederaufzunehmen. Dies war auch bisher bilateralen Verhandlungen

vorbehalten.



Ohne Russland ist eine europäische Friedensordnung nicht möglich


Für Europa könnte sich als Folge der Neuausrichtung der US-Politik ein

Fenster der Gelegenheit öffnen. Es muss darum gehen, eine dauerhafte

und stabile europäische Friedensordnung wiederherzustellen, die mehr

ist als eine instabile Dauerkonfrontation. Sie ist ohne Russland nicht

zu erreichen.


Statt sich in die „Festung Europa“ einzuigeln, wären also

diplomatische Initiativen geboten, um im europäischen

Sicherheitsinteresse an einer kooperativen Ordnung zu arbeiten.


Eine solche Ordnung ist nach dem Ende des Kalten Krieges schon einmal

erfolgreich umgesetzt worden. Sönke Neitzel sollte diese Zusammenhänge

analysieren, statt Kriegspanik zu schüren.



Über den Gastautor


Wolfgang Richter ist ein deutscher Oberst a.D. und war

Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Wissenschaft und Politik

(SWP) in Berlin, konkret in der Forschungsgruppe Sicherheitspolitik.

Inzwischen arbeitet er als Associate Fellow beim Genfer Zentrum für

Sicherheitspolitik (GCSP).



——


Den nachfolgenden Kommentar halte ich für

sicherheitspolitisch höchst gefährlich - und

möchte daher Leserbriefe an die FAZ empfehlen.


https://www.frankfurterallgemeine.de/kontakt/herausgeber


Auf der FAZ-Homepage steht der Artikel hinter einer Bezahlschranke:


https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/der-zwei-plus-vier-vertrag-beschraenkt-deutschlands-moeglichkeiten-110375172.html


Unter dem folgenden Link ist er vollständig lesbar:


https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/kommentar-zum-zwei-plus-vier-vertrag-fesseln-noch-gerechtfertigt/ar-AA1Bytk9



Kommentar zum Zwei-plus-vier-Vertrag:


Fesseln noch gerechtfertigt?


Artikel von Reinhard Müller


24.3.2025


Frei ist, wer sich nicht fesseln lässt. Das schließt selbst gesetzte

Bindungen nicht aus. Aber auch von denen kann man sich auf

vorgesehenem Wege lösen. Das geschieht zurzeit durch die deutsche

Volksvertretung im Wege von Verfassungsänderungen aufgrund akuter

Bedrohungen.


Nicht vergessen werden sollte aber auch, die internationalen Bindungen

zu überprüfen. Auch das geschieht schon, wenn etwa über Reformen des

europäischen Asylsystems gesprochen wird. Doch was ist mit der

außenpolitischen Handlungsfähigkeit, wenn der amerikanische

Schutzschirm fehlt und die (atomaren) Fähigkeiten anderer

Bündnispartner nicht ausreichen oder gar nicht zur Verfügung stehen?


Deutschlands Rechtslage bietet hier eine Besonderheit und ein

Lehrstück. Denn es erlangte seine staatliche Einheit und seine volle

Souveränität erst durch den Zwei-plus-vier-Vertrag zurück, den Vertrag

über die „abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland“.


Dieses Abkommen zwischen den beiden deutschen Staaten und den vier

Hauptsiegermächten des Zweiten Weltkriegs, die anfangs das besiegte

Deutschland in Besatzungszonen aufgeteilt und teils unter vorläufige

Verwaltung gestellt hatten, beendete 1990 gleichsam die

(Nach-)Kriegszeit.


Eine Obergrenze für deutsche Streitkräfte


Die Siegermächte annektierten das Land nicht, machten auch kein

Agrarland aus dem vormaligen Aggressorstaat, der schwerste Verbrechen

begangen hatte. Das sollte immer vor Augen haben, wer heute sogar vom

Aggressionsopfer Ukraine endgültige Gebietsabtretungen an den

Aggressor Russland fordert.


Deutschland verlor letztlich ein Viertel seines Staatsgebiets

endgültig erst mit dem Zwei-plus-vier-Vertrag – es gewann aber die von

vielen lange nicht mehr für möglich gehaltene Vereinigung von

Bundesrepublik und DDR und staatliche Souveränität – in freier

Selbstbestimmung, aber zu einem Preis, der über die Ostgebiete

hinausging. Deutschland verpflichtete sich nämlich auf den Verzicht

von atomaren, biologischen und chemischen Waffen und auf eine

Obergrenze seiner Streitkräfte von 370.000 Soldaten.


Die Bundesrepublik hatte sich schon zuvor vertraglich verpflichtet,

auf solche Waffen zu verzichten. Doch seitdem ist es zusätzlich durch

einen mehrseitigen Vertrag gebunden. Ein Kündigungsrecht ist nicht

vorgesehen. Eine Änderung ist grundsätzlich nur durch alle

Vertragsstaaten möglich.


Wollte also Deutschland eigene Atomwaffen entwickeln oder erwerben

oder die Bundeswehr, sagen wir, wieder auf 500.000 Soldaten aufstocken

(so stark war am Ende des Kalten Krieges die alte Bundeswehr der

Bundesrepublik), so brauchte es die Zustimmung der USA,

Großbritanniens, Frankreichs – und Russlands.


Abhängigkeit von Russland


Also jenes ständigen Mitglieds des UN-Sicherheitsrats, das einen

Vernichtungsfeldzug gegen die Ukraine führt und weitere Staaten

bedroht. Es gäbe gute Gründe, hier von einem Wegfall der Grundlage für

den Zwei-plus-vier-Vertrag zu sprechen, einer wesentlichen Änderung

der Umstände, solange Deutschland sich durch die Beschränkungen des

Vertrages nicht mehr wirksam verteidigen könnte.


Würde Deutschland sich darauf berufen, stellte sich allerdings die

interessante Folgefrage, wie es die anderen, die westlichen

Vertragsparteien damit hielten, Deutschland aus den Bindungen des

Zwei-plus-vier-Vertrages zu entlassen. Es ist schließlich etwas

anderes, einem Verbündeten anzubieten, ihn mit unter den eigenen

Atom-Schirm zu nehmen und ihm zu versichern, ihn mit zu schützen, wie

das Frankreich gegenüber Deutschland tut – oder ihm zu erlauben,

selbst Atommacht zu werden.


Was sagen Amerika, Frankreich und Großbritannien?


Somit kommt es also auch für die Verbündeten zum Schwur. Der größte

unter ihnen stellt freilich neuerdings das westliche Bündnis

unverhohlen und wiederholt selbst infrage, indem er etwa

Gebietsansprüche gegenüber Dänemark äußert, den Einsatz militärischer

Gewalt gegenüber einem NATO-Partner nicht ausschließt und Kanada wie

einen (künftigen) US-Bundesstaat anspricht.


Wer wie Deutschland in letzter Zeit sich gern als völkerrechtlicher

Musterknabe geriert (und sich dabei durchaus auch verheddert, siehe

Israel und den Internationalen Strafgerichtshof), der muss eine

Loslösung von – gar multilateralen – Verträgen mit Augenmaß prüfen.

Denn das Signal darf nicht sein: Verträge gelten nichts mehr. Eine

Bindung freilich, die dem Land schadet oder nur einem Gegner und

bisherigem Vertragspartner dient, könnte keinen Bestand haben.


Deutschland stellt keine Menschenrechte infrage, keine Grenzen, nicht

die territoriale Integrität anderer Staaten. Im Gegenteil: Es schützt

sie. Es darf dabei aber selbst nicht untergehen. Die Verteidigung der

eigenen Existenz in Freiheit – was ist gerade unter einer

„wertebasierten Außenpolitik“ wichtiger?



Hier noch einmal der Link für Protest-Leserbriefe:


https://www.frankfurterallgemeine.de/kontakt/herausgeber



——


7. Der Spiegel: Krieg in Nahost -  Israels Armee greift erneut Militärstützpunkte in Syrien an



https://www.spiegel.de/ausland/israel-armee-greift-erneut-zwei-militaerstuetzpunkte-in-syrien-an-a-a6341cf0-1ff7-4625-b38c-76a1da0fe9b0


Krieg in Nahost -  Israels Armee greift erneut Militärstützpunkte in Syrien an



Um Waffenbestände zu zerstören, hat Israels Armee zwei militärische

Einrichtungen in Syrien bombardiert. Derweil versuchten jemenitische

Huthi-Milizen, den Flughafen von Tel Aviv zu beschießen.


25.03.2025, 08.10 Uhr


Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben binnen weniger Tage

erneut zwei Militärstützpunkte in Syrienangegriffen.


Es seien »militärische Einrichtungen getroffen« worden, »die in den

syrischen Militärstützpunkten Tadmur und T4 verblieben sind«, erklärte

die israelische Armee am Dienstag mit Bezug auf eine Militärbasis in

Palmyra und einen etwa 50 Kilometer westlich der zentralsyrischen

Stadt gelegenen Militärstützpunkt.


Bereits am Freitagabend hatte Israel die beiden Stützpunkte ins Visier genommen.


Seit dem Sturz des langjährigen syrischen Machthabers Baschar al-Assad

im vergangenen Dezember hat Israel Hunderte Luftangriffe in Syrien

geflogen, um die dortigen Waffenbestände zu zerstören.


Die Regierung Netanyahu will dadurch nach eigenen Angaben verhindern,

dass strategische Waffen in feindliche Hände fallen. Zudem verlegte

Israel Soldaten in eine von Uno-Truppen überwachte Pufferzone in den

umkämpften Golanhöhen.


Schon vor dem Ende der Assad-Herrschaft hatte Israel während des

syrischen Bürgerkriegs Hunderte Luftangriffe geflogen und dabei

überwiegend Regierungstruppen und mit dem Iran in Verbindung stehende

Ziele angegriffen, darunter Waffenlager der proiranischen

Hisbollah-Miliz im Libanon.


Rakete aus dem Jemen abgefangen


Derweil haben die jemenitischen Huthi-Rebellen zwei ballistische

Raketen in Richtung des Ben-Gurion-Flughafens in der Nähe von Tel Aviv

abgefeuert. Zudem habe man den US-Flugzeugträger »Harry S. Truman« mit

Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen angegriffen. In Tel Aviv,

Jerusalem und anderen Teilen Israels heulten demnach die Alarmsirenen.


Die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen hatten nach

US-amerikanischen Angriffen auf Ziele im Jemen eine Eskalation ihrer

Angriffe auf Schiffe im Roten Meer und in Israel angekündigt. Das

israelische Militär hat nach eigenen Angaben eine Rakete über

israelischem Territorium abgefangen.


——



8. IPG: Nach Assads Sturz ringt Syrien um seine Zukunft und Souveränität –

im Schatten der Regionalmächte und eines Kampfes der Narrative.



https://www.ipg-journal.de/regionen/naher-osten/artikel/the-devil-we-knew-8186/?utm_campaign=de_40_20250325&utm_medium=email&utm_source=newsletter


Naher Osten/Nordafrika


25.03.2025 |


Marcus Schneider <https://www.ipg-journal.de/ipg/autorinnen-und-autoren/autor/marcus-schneider/>

The devil we knew


Nach Assads Sturz ringt Syrien um seine Zukunft und Souveränität –

im Schatten der Regionalmächte und eines Kampfes der Narrative.



Marcus Schneider leitet das FES-Regionalprojekt für Frieden und

Sicherheit im Mittleren Osten mit Sitz in Beirut, Libanon. Zuvor war

er für die FES unter anderem als Leiter der Büros in Botswana und

Madagaskar tätig.


Noch nicht einmal vier Monate sind vergangen seit dem Sturz Baschar

al-Assads in Syrien. Der Untergang des Baath-Regimes nach über 50

Jahren markiert für den Nahen Osten ein monumentales geopolitisches

Ereignis, das die Regionalpolitik neu aufmischt.


Doch die neue Regierung steht vor gewaltigen Herausforderungen. Dabei

geht es keineswegs nur um die Fähigkeiten des neuen

Interimspräsidenten Ahmed al-Sharaa, sein zerrissenes Land über alle

politischen und konfessionellen Grenzen hinweg zusammenzuführen.

Viele, womöglich zu viele externe Akteure haben ein handfestes

Interesse daran, dass Syrien scheitert.


In einer seltsamen Ironie der Geschichte knickte dieses blutrünstigste

aller arabischen Regime im Dezember letzten Jahres fast lautlos weg.

„Assad oder wir verbrennen das Land“ – diese grausame Drohung

schleuderten seine Anhänger dem rebellierenden syrischen Volk einst

entgegen.


Hunderttausende wurden ermordet, Millionen vertrieben – um den Klan an

der Macht zu halten. Und doch war zuletzt kein einziger Soldat mehr

bereit, auch nur einen Schuss für den Diktator abzugeben.


Iran raus, Türkei rein – prägnanter lässt sich der geopolitische

Wandel in Damaskus nicht beschreiben.


Iran raus, Türkei rein – prägnanter lässt sich der geopolitische

Wandel in Damaskus nicht beschreiben. Syrien war für den Iran das

entscheidende Bindeglied seiner „Achse des Widerstands“, der über

Jahrzehnte einzige stabile staatliche Verbündete der isolierten

Mullahrepublik.


Dass Assad überhaupt bis 2024 überlebt hat, war allein dem Iran zu

verdanken. Dessen strategisches Mastermind Qasem Soleimani

organisierte die Hilfe durch Hisbollah und andere Milizen, die Syriens

Volksaufstand im Blut ertränkten. Diesmal allerdings brach das Regime

schneller zusammen, als der Iran reagieren konnte. Für Teheran ist es

die größte anzunehmende Katastrophe. 40 Jahre iranischer

Levantestrategie haben sich in Luft aufgelöst.


Die Hisbollah, einst Kronjuwel im Gefüge der iranischen

Vorwärtsverteidigung, sitzt nun im Libanon wie auf einer Insel fest,

ohne Hoffnung auf Nachschub und Wiederbewaffnung. In Damaskus

herrschen derweil die Salafisten – ob geläutert oder nicht, ist noch

unklar. Doch die neuen Machthaber machen keinen Hehl daraus, dass sie

den Iran als Feind betrachten – und ihm nicht vergeben wollen.


Dass ein arabisch-nationalistisches Regime überhaupt ein Bündnis mit

den ideologisch so gegensätzlichen persischen Islamisten eingehen

konnte, lag nicht allein am geteilten Antiimperialismus. Sondern auch

daran, dass das Assad-Regime, auch wenn es diesen Vorwurf stets von

sich wies, von vielen als „Alawitenregime“ wahrgenommen wurde.


Die Märzmassaker an der syrischen Küste, bei denen Milizen mit Nähe

zur neuen Regierung zahlreiche Angehörige dieser schiitischen

Minderheit abschlachteten, sind nicht nur Ausdruck eines fanatischen

Salafismus. Sie spiegeln auch tiefsitzende Ressentiments gegen eine

vormals als privilegiert wahrgenommene Gruppe wider.


Es gehört zur Tragödie der iranischen Revolution, dass sie die

innerislamische konfessionelle Scheidelinie nie überwand. In der

Region fand der Iran allein bei schiitischen Minderheiten dauerhaften

Rückhalt.


Das alawitisch dominierte Regime in Syrien gehörte dazu, inszenierte

sich Assad doch gerne als Schutzmacht der nicht-sunnitischen

Volksgruppen. Nun darf der Iran als Spoiler Nummer 1 für eine neue

Konsolidierung Syriens gelten. Teheran ist der natürliche Verbündete

jener Überreste der Assad-Armee, die sich nun im alawitischen

Küstenland neu organisiert. Ihr Angriff auf die Sicherheitskräfte des

Regimes ging den jüngsten Massakern voraus.


In einer bitteren Ironie der Geschichte teilen hier Teheran und sein

Erzfeind Israel ein Interesse. Beide setzen offensichtlich auf den

Zerfall Syriens unter Inkaufnahme eines neuen Bürgerkriegs.


Assads Fall war nur auf den ersten Blick ein Sieg für Israel, zumal

indirekte Folge des Enthauptungsschlags gegen die Hisbollah. Doch

Assad war the devilwe knew, das vertraute Übel. Syrien war innerhalb

der iranischen Achse nie ein Aktivposten. Der Diktator tat provokant

wenig, um der Hisbollah zu helfen, wirkte mit seinen Avancen Richtung

Golfstaaten eher wie ein Verräter an der Sache.


Schon vor dem Sturz Assads kontrollierte Israels Luftwaffe den

syrischen Luftraum. Doch erst nach seinem Abgang wurden Militärgerät

und Flugabwehr vollends ausgeschaltet. Offenbar fürchtet Israel die

neuen Machthaber, trotz ihrer zarten Avancen, mehr als Assad. Das

israelische Narrativ ist darauf ausgerichtet, das neue Syrien als

Todesgefahr für Minderheiten darzustellen. Ganz aktiv sucht Israel nun

nach Verbündeten unter Drusen und Kurden.


Es ist das Wiederaufleben der alten Peripherie-Doktrin, mit der

Tel-Aviv einst Allianzen suchte jenseits der sunnitisch-arabischen

Mehrheitsregime. Der jüdische Staat als Schutzmacht der Minderheiten –

das ist als Narrativ im Westen anschlussfähig sowohl auf rechts wie links.


Hiermit lässt sich die aktuelle Besetzung syrischen Territoriums an

der Grenze zu Israel rechtfertigen. Doch gerade ein übersteigerter

Konfessionalismus bedroht die Minderheiten – besonders s in Syrien, wo

Landkarten wenig über die konfessionelle Verteilung aussagen. Hier

wird der Hass gesät, der die konfessionelle „Flurbereinigung“ erst

möglich macht.


Nebenan wartet das multikonfessionelle Pulverfass Libanon nur darauf,

entzündet zu werden. Syrien ist das einzige arabische Land, mit dem

sich ein Abraham-Abkommen für Israel nicht lohnt. Der Preis wäre der

völkerrechtswidrig annektierte Golan, den niemand in Tel-Aviv zu

räumen bereit ist. Der Umsturz in Damaskus ist für Israel auch deshalb

ein Fall „vom Regen in die Traufe“, weil man statt des Iran plötzlich

die sehr viel potentere Türkei an den eigenen Grenzen wähnt.


Mit dem aufstrebenden 80-Millionen-Staat am Bosporus und seiner den

Muslimbrüdern anverwandten Regierung empfinden die sunnitischen Araber

im Maschrek weit mehr kulturell-politische Affinität als mit den

irrealen Glitzerwelten vom Golf oder dem klerikalen Regime in Teheran.


Für Erdoğans Türkei bietet das neue Syrien endlich die Möglichkeit,

innerhalb der arabischen Welt einen gleichgesinnten Staat zu installieren.


Für Erdoğans Türkei bietet das neue Syrien nach dem Scheitern in

Tunesien und Ägypten endlich die Möglichkeit, innerhalb der arabischen

Welt einen gleichgesinnten Staat zu installieren.


Es wäre nicht nur ein Triumph für neo-osmanische Träume, es würde

Ankara auch erlauben, in unmittelbarer Nähe zu Jerusalem als

Schutzherr der Palästinenser aufzutreten. Ein beispielloser

Prestigegewinn für ein Land, das nach seinem langen kemalistischen Weg

nach Westen die Führung der muslimischen Welt anstrebt. Dieses

Experiment birgt zwei Risiken.


Zum einen ist die siegreiche HTS-Milizunter Interimspräsident

al-Sharaa zwar pro-türkisch, sie stammt ideologisch jedoch aus dem

radikaleren Salafismus. Gerade diese Strömungen gaben sich in den

letzten Wochen der konfessionellen Gewalt hin.


Das Resultat könnte ein erneuter Bürgerkrieg sein oder ein Regime, das

international zum Paria wird. Zweitens ist es gerade die Nähe zur

Türkei, die die Spoiler antreibt. Niemand will in Damaskus einen

türkischen Satellitenstaat sehen. Je unabhängiger sich al-Sharaavon

Ankara machte, desto bekömmlicher würde er auch für die Gegner Erdoğans.


Denn auch die moderaten Araber blicken mit großem Misstrauen nach

Damaskus. Für sie ist das neue Syrien ein Spätprodukt des verhassten

arabischen Frühlings. Ob in Kairo, Amman, Riad oder Abu Dhabi: keinem

Herrscher ist daran gelegen, dass in Syrien eine Spielart des

politischen Islams reüssiert. Für Arabiens Potentaten gilt der

Islamismus als die größte Bedrohung ihrer Herrschaft. Aus Ägypten

kennt man das Drehbuch der Konterrevolution.


Auf Syrien lastet nicht nur die Geopolitik wie ein Albtraum – auch ein

Krieg der Narrative tobt. So marschiert die israelische Propaganda im

Gleichschritt mit dem Erzfeind aus Teheran.


Westliche Antiimperialisten, die den diskreditierten Assad zum

Bollwerk gegen Washington stilisierten, bilden eine unausgesprochene

Allianz mit MAGA-Ideologen, die Amerika im Kampf gegen den globalen

Islam wähnen. Liberale Skeptiker im Westen fühlen sich durch die

ausbrechende Gewalt an Syriens Küste in ihren Zweifeln bestätigt.


Dazwischen Moskau, gerade noch Verlierer, aber auch Meister der

Desinformation. Für die Russen bietet Syrien die Möglichkeit, bei

geringem eigenem Einsatz geopolitische Rivalen zu binden.


Die Rebellenoffensive im Spätherbst 2024 war ein seltenes Beispiel

rein syrischer Handlungsmacht. Der Zusammenbruch lief zu schnell.

Plötzlich wurden sie alle zu Zaungästen: Teheran und Moskau, ebenso

wie Tel-Aviv und Washington.


Selbst Ankara war überrascht. Doch dieser Moment ist vorbei. Das

Schicksal des Landes wird nicht nur unter Syrern ausgemacht. Doch die

Sterne stehen nicht günstig. Es gilt: Je besser die Befriedung und

Versöhnung im Innern gelingt, desto größer ist auch die Chance, sich

außenpolitisch freizuschwimmen. Niemand hätte einen solchen Erfolg

mehr verdient als das syrische Volk.



——


9. SZ: Gazakrieg - Deutschland macht es sich mit seinen Waffenlieferungen für Israel zu einfach



https://www.sueddeutsche.de/meinung/israel-deutschland-staatsraeson-kommentar-waffen-lux.UVdhH13aweUUeny646szfw


Meinung


Gazakrieg:


Deutschland macht es sich mit seinen Waffenlieferungen für Israel zu einfach


Kommentar von Bernd Dörries


25. März 2025, 15:20 Uhr


Angela Merkel und Olaf Scholz haben den Beistand für den jüdischen

Staat zur Staatsräson erklärt. Der Gedanke ist ehrenwert, entstammt

aber einer Epoche, aus der sich die Regierung in Jerusalem längst

verabschiedet hat.


Vor wenigen Tagen rief die Bundesregierung erneut Israel dazu auf, die

Angriffe auf Gaza zu beenden. Man sei „entsetzt“ über die zivilen

Opfer, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung mit Frankreich und

Großbritannien.


Der Text schloss mit der Einsicht, dass „dieser Konflikt nicht durch

militärische Mittel gelöst werden“ könne. Konsequenzen wurden keine

angekündigt, Deutschland wird also weiter Israel mit jenen

Rüstungsgütern beliefern, die es braucht, um genau jenen Krieg zu

führen, den die Regierung mittlerweile für falsch und entsetzlich hält.


Im Oktober hatten sich Friedrich Merz und Olaf Scholz im Bundestag

sehr vehement dafür ausgesprochen, wieder mehr Rüstungsgüter zu

schicken, unter anderem die Getriebe für Merkava-Panzer – mit denen

israelische Truppen kurz zuvor die UN-Friedenstruppen in Südlibanon

angegriffen hatten, zwei Soldaten wurden von einem Wachturm

geschossen, auch Bundeswehrsoldaten befanden sich auf dem Gelände.


Im Bundestag spielte das keine Rolle. Die Debatte wirkte, als würden

sich die Vertreter der damaligen Ampel und der Union einen Wettkampf

liefern, wer der eifrigste Verfechter angeblicher deutscher

Staatsräson ist, und wer deshalb am schnellsten Waffen liefern will.

Daran hat sich nichts geändert. Vergangene Woche beschoss ein

israelischer Panzer auch die wenigen in Gaza verbliebenen

UN-Mitarbeiter.


Im Grunde ist „Staatsräson“ kein demokratisches Konzept


Die Verteidigung der Existenz Israels nicht nur als

Selbstverständlichkeit zu nehmen, sondern zur Staatsräson erhöht zu

haben – das war eine sympathische Idee, in den Augen vieler sogar eine

zwingende: wie ein Eid, den man vor der Welt ablegt, das Versprechen,

aus der Geschichte gelernt zu haben. Wer wollte dem widersprechen?


Nun denn, der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages formulierte es

2023 so: „In der liberalen und naturrechtlichen Denktradition steht

die Idee der Staatsräson im Gegensatz zur Idee des Rechts und des

Rechtsstaats.“


Mit anderen Worten, es ist im Grunde ein autoritäres Konzept, dessen

Prämissen nicht im demokratischen Diskurs entstehen, sondern

ausgerufen werden – zuerst von Rudolf Dressler, der 2005 als

Botschafter in Israel dessen Sicherheit zum „Teil unserer Staatsräson“

machte.


Kanzlerin Angela Merkel wiederholte die Worte 2008, Olaf Scholz tat

dies nach dem Terror der Hamas. Es klang damals richtig und ist heute

auch nicht völlig falsch. Eineinhalb Jahre später sieht man aber auch

die Gefahren: Staatsräson bedeutet vor allem wieder Waffenlieferungen.

Diese waren anfangs richtig, um Israel gegen die Hamas zu verteidigen.


Sie sind jetzt falsch, weil eine weitgehend rechtsextreme israelische

Regierung den Gazastreifen in Grund und Boden bombt – und sich der

wegen Korruption angeklagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nur

durch den endlosen Krieg an der Macht hält.



Palästinenser werden nicht gesehen als Frauen, Kinder, Sanitäter


Es ist ein Krieg, der sich nicht nur gegen die Hamas richtet, sondern

immer wieder auch gegen unschuldige Männer, Frauen, Kinder, gegen

Journalisten, und auch gegen die UN, das Völkerrecht, die Humanität.


Nur 18 Prozent der Deutschen finden diese Art dieser Kriegführung gut,

60 Prozent wollen nicht, dass weitere Waffen an Israel geliefert

werden. Auf diese Zweifel hat die Staatsräson keine Antwort. Viele

Deutsche ringen zwischen der historischen Verantwortung, die nie enden

kann, und der Gegenwart, die so verstörend ist.


Als Rudolf Dressler 2005 sprach, war Israel ein anderes Land. Heute

will es in seiner Mehrheit keine Zwei-Staaten-Lösung mehr. Die

Staatsräson kennt diese Wirklichkeit nicht, sie kann sich nicht

anpassen, sie stützt in erster Linie militärische Lösungen, keine

politischen. Letztere sind schwer, die Staatsräson ist bequem. Sie

verhindert unangenehme Fragen, begrenzt letztlich die Empathie auf

eine Seite.


Palästinenser existieren nur noch im Kontext von Terror, sie werden

nicht gesehen als Frauen, Kinder, als Sanitäter oder Lehrer.

Staatsräson ist auch die Verweigerung des Wissenwollens, was im

Westjordanland passiert, wo viele israelische Siedler sich in ihrer

Gewalt kaum von den Terroristen der Hamas unterscheiden.


Die Staatsräson ist ein Lernen aus der Geschichte, sie ist aber auch

ein Nichtdazulernen-Wollen, sie kann Israel nur als Opfer sehen. Die

Staatsräson soll Härte und Entschlossenheit demonstrieren, dass sich

der Holocaust nie wiederholen darf.


Sie führt aber schnell zu kalten Herzen, etwa dazu, dass in Erfurt

eine Ausstellung mit Kinderzeichnungen aus Gaza in städtischen Räumen

abgesagt wurde, weil sie als zu politisch gilt. Führt die Staatsräson

wirklich dazu, dass man Antisemitismus bekämpft und Israel tatsächlich

schützt?


Oder resultiert daraus vor allem ein deutsches Selbstgespräch? Warum

ist es eigentlich nicht deutsche Staatsräson, zu einer Friedenslösung

zu finden? Was Israels Sicherheit am meisten gewährleisten würde.



———



10. FAZ: Westjordanland :  Israelische Polizei nimmt F.A.Z.-Korrespondenten fest



https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/israel-polizei-nimmt-faz-korrespondenten-fest-110376768.html

Westjordanland :  Israelische Polizei nimmt F.A.Z.-Korrespondenten fest


24.03.2025, 16:12



Christian Meier, unser Korrespondent in Israel, wurde am Freitag bei

Recherchen im Westjordanland festgenommen und erst nach mehreren

Stunden wieder freigelassen. Das Auswärtige Amt übt scharfe Kritik.


Der Korrespondent der F.A.Z. für Israel und die palästinensischen

Gebiete, Christian Meier, ist bei Recherchen im Westjordanland am

Freitag festgenommen und erst nach mehreren Stunden wieder

freigelassen worden.


Siedler hatten ihn und weitere Journalisten sowie eine Gruppe

israelischer Menschenrechtsaktivisten auf palästinensischem Privatland

an der Weiterfahrt gehindert. Videoaufnahmen zeigen, dass die Siedler

aus einem auch nach israelischem Recht illegalen „Außenposten“ sich

bedrohlich verhielten, während Meier und die übrigen Anwesenden passiv

blieben.


Die von der Gruppe gerufene israelische Polizei sicherte schließlich

die Weiterfahrt, nahm aber Meier und einen der Israelis fest, offenbar

auf Drängen der Siedler und ohne Befragung der übrigen Anwesenden.


Nach mehreren Stunden auf einer Polizeiwache wurde Meier unter der

Auflage entlassen, dass er fünfzehn Tage lang das Westjordanland nicht

betritt. Er unterzeichnete die Vereinbarung, gab aber zu Protokoll,

dass er die Auflage für inakzeptabel halte.


„Inakzeptabler und willkürlicher Eingriff“


Meier war am Rande des Jordantals unterwegs, um zu Übergriffen auf

palästinensische Hirten zu recherchieren. Es kommt immer wieder vor,

dass Israelis und Ausländer im Westjordanland aufgrund haltloser

Vorwürfe radikaler Siedler festgenommen werden.


Den Sicherheitsbehörden wird zudem vorgeworfen, dass sie mit Siedlern

kooperierten und Gewalt tolerierten. Dass Journalisten festgenommen

werden, ist indessen unüblich. Die Vereinigung der Auslandspresse in

Israel(FPA) reichte eine Beschwerde ein.


Die F.A.Z. bezeichnete den Vorfall als inakzeptablen und willkürlichen

Eingriff. Sie forderte die israelischen Behörden auf, die Arbeit von

Korrespondenten nicht zu behindern. Die Pressefreiheit müsse auch im

Westjordanland gewährleistet werden.


Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes teilte mit: „Wir verurteilen die

vollkommen unbegründete und unrechtmäßige Festsetzung des deutschen

F.A.Z.-Journalisten Christian Meier durch israelische Siedler am

letzten Freitag auf das Schärfste. Solche willkürlichen Aktionen

verwischen die Grenze zwischen israelischen Siedlern und regulären

israelischen Sicherheitskräften immer weiter.


Unser Vertretungsbüro in Ramallah und unsere Botschaft in Tel Aviv

haben sofort mit der israelischen Polizei Kontakt aufgenommen und die

unverzügliche Freilassung von Herrn Meier eingefordert. Wir sind

erleichtert, dass er direkt am Freitag wieder freigelassen worden ist.


Die erzwungene Unterzeichnung einer Erklärung, wonach Herr Meier sich

verpflichtet, das Westjordanland in den nächsten zwei Wochen nicht

mehr zu betreten, ist ebenso rechtswidrig wie die Festsetzung selbst.

Dies werden wir auch gegenüber der israelischen Regierung

thematisieren.“


——

26.03.2025

Artikel zu den Kriegen in d. Ukraine und in Westasien - sowie zum Thema Militarisierung  (III von III)

11. DLF: US-Militär-Leak - Kommentar: App statt Abhörsicherheit



https://www.deutschlandfunk.de/kommentar-us-regierung-signal-chat-leak-huthis-kriegsplaene-100.html



US-Militär-Leak


Kommentar: App statt Abhörsicherheit


Die US-Regierung bespricht einen Angriff auf den Jemen im

Signal-Gruppenchat. Der Leak macht klar, wie gefährlich die

„Effizienz“ genannte Geringschätzung von Vorsichtsmaßnahmen ist:

Entlassungen mit drastischen Folgen und App statt Abhörsicherheit.


Ein Kommentar von Doris Simon | 25.03.2025


Kein Wunder, dass der Journalist zuerst dachte, jemand wolle ihn auf

die Schippe nehmen: Was hatte er in einem Gruppenchat zu suchen, in

dem höchste US-Militär- und Sicherheitsverantwortliche einen Angriff

auf den Jemen besprechen?


Aber es war kein Schwindel, amerikanische Bomben trafen die Huthis so,

wie in den Textnachrichten angekündigt. In Trump-freundlichen Medien

und Posts winden sich seither die Unterstützer des US-Präsidenten, um

die peinliche Geschichte zu banalisieren: Jeder habe doch schon mal

den Falschen per E-Mail oder SMS angeschrieben.


Aber hier gehts nicht um Bürotratsch. Der Gruppenchat wirft ein

Schlaglicht auf die Stümperei, die Gedankenlosigkeit und die

Geringschätzung von Vorsichtsmaßnahmen durch Menschen, die mit dem

Schutz ihres Landes betraut sind und von denen auch im Rest der Welt

eine Menge abhängt.


Als gefährliche Anfänger blamiert


Verteidigungsminister Hegseth redet immer von seiner militärischen

Erfahrung. Hätte er sie, dann wäre er in seinen abhörsicheren Raum zu

Hause oder im Pentagon gegangen, um US-Piloten und andere am Angriff

Beteiligte nicht in Gefahr zu bringen.


Aber der frühere Fox-Moderator ist ein arroganter Dilettant, der nach

Bekanntwerden des Leaks alle Energie darauf verwendete, den

Journalisten zu verleumden und alles zu leugnen. Zumindest Mike Waltz,

der Nationale Sicherheitsberater oder die anwesenden Geheimdienstchefs

hätten auf das Einhalten der Sicherheitsvorschriften bestehen müssen.


Es ist kein Geheimnis in Washington, dass US-Regierungshandys das

ausgemachte Ziel Nummer eins chinesischer Hacker sind. Aber

Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard ist offenbar derzeit voll

damit beschäftigt, drakonische Maßnahmen zu planen gegen alle

Mitarbeitenden, die Informationen nach außen leaken.


Und es war der Nationale Sicherheitsberater des Präsidenten, der den

Journalisten in den Gruppenchat eingeladen hatte. Es passt nicht zum

Präsidenten, der Amerika wieder großartig machen will, wenn seine

Leute sich vor aller Welt als gefährliche Anfänger blamieren.


Aber Trump setzt darauf, dass er und seine Umgebung über die

entsprechenden Medien schon dafür sorgen werden, dass die Dramatik

hinter der Sicherheitspanne viele US-Bürger nie erreichen wird.


Verschlüsselte App für Angriffsplanungen


Umso mehr passt die Geschichte des Gruppenchats in das Dauerrauschen

von vorgeblicher Effizienz dieser US-Regierung und von Musks DOGE:

Nicht lange fackeln mit dem umständlichen Weg über den Kongress oder

den Rechtsweg.


Stattdessen chaotische Kürzungen und Entlassungen mit dramatischen

Folgen. Oder eben praktisch-schnelle Messenger-Nachrichten anstelle

immer in den Keller zu müssen in den abhörsicheren Raum.


Eine verschlüsselte App soll reichen für Angriffsplanungen, die in

jedem Fall Menschenleben kosten: Die Hybris in dieser US-Regierung

zwei Monate nach dem Amtsantritt von Donald Trump ist nicht nur für

US-Bürger beunruhigend.



------


12. Stop ReArm Europa



https://stoprearm.org/


Stop ReArm Europa


(Stop der Wiederbewaffnung Europas)

Aufruf zum Handeln


Organisieren wir eine europäische Bewegung gegen ReArm Europe! Begleiten Sie uns!



„Wir sind gegen die Pläne der EU, zusätzliche 800 Milliarden Euro für

Waffen auszugeben. Das werden 800 Milliarden Euro gestohlen. Gestohlen

aus Sozialdiensten, Gesundheit, Bildung, Arbeit, Friedensbildung,

internationaler Zusammenarbeit, von einem gerechten Übergang und

Klimagerechtigkeit. Es kommt nur den Rüstungsherstellern in Europa, in

den USA und anderswo zugute.


Es wird den Krieg wahrscheinlicher machen, und die Zukunft für alle

weniger sicher! Es wird mehr Schulden, mehr Sparmaßnahmen, mehr

Grenzen schaffen. Es wird den Rassismus vertiefen. Es wird den

Klimawandel anheizen. Wir brauchen nicht mehr Waffen, wir müssen uns

nicht auf weitere Kriege vorbereiten. Was wir brauchen, ist ein ganz

anderer Plan: real, sozial, ökologisch und gemeinsame Sicherheit für

Europa und für die Welt.“


Stehen Sie gegen Krieg auf.


Stop ReArm Europe.



——


13. Connection: Mehr als 20 Organisationen rufen auf: Aktionswoche zum Internationalen Tag


der Kriegsdienstverweigerung (15. Mai) - Kriege verhindern statt „Kriegstüchtigkeit“



https://de.connection-ev.org/article-4395


Mehr als 20 Organisationen rufen auf: Aktionswoche zum Internationalen Tag


der Kriegsdienstverweigerung (15. Mai) - Kriege verhindern statt „Kriegstüchtigkeit“


20.03.2025


Aktuell werden in den verschiedensten Ländern Kriege

geführt – sei es in der Ukraine, in Israel/Palästina, Türkei, Syrien,

Myanmar oder in der Demokratischen Republik Kongo.


Kriege und Kriegsgefahren: Die Antwort der Regierungen heißt Militarisierung


Weltweite Waffenexporte, auch in bewaffnete Konflikte, nehmen zu. Die

Rüstungsproduktion wird angekurbelt. Der Etat für Militär und Rüstung

soll deutlich erhöht werden und mit zusätzlichen Krediten finanziert

werden. Statt Kriege zu verhindern, wird darauf gesetzt, Kriege führen

zu können – und sie auch zu führen. Forderungen werden erhoben zur

Einführung einer „neuen Wehrpflicht“ oder einer „allgemeinen

Dienstpflicht“.


Kriegsdienstverweigerung ist ein Menschenrecht – Offene Grenzen für

Kriegsflüchtlinge – Aufnahme und Bleiberecht für verfolgte Kriegsgegner*innen!


Krieg bedeutet Tod und Zerstörung


Kriege führen zu Zigtausenden von Toten, unzähligen Schwerverletzten,

massiven Zerstörungen. Auch wenn über die Kriege kaum berichtet wird,

so gibt es doch auf allen Seiten zahllose Opfer und Grausamkeiten.

Über die Militärdienstpflicht werden Menschen zu Kanonenfutter

gemacht. All diese Kriege treiben ungezählte Menschen in die Flucht,

einen Teil auch nach Europa und Deutschland.


Abwehr von Geflüchteten


Die Festung Europa wird militärisch gesichert. Asylsuchende werden auf

Lager außerhalb der Europäischen Union verwiesen und der Zugang zu

Asylverfahren faktisch gestoppt. Das Asylrecht soll außer Kraft

gesetzt werden. Widerrechtlich werden an vielen EU-Außengrenzen

Geflüchtete über Pushbacks zurückgewiesen. Grenzkontrollen werden auch

innerhalb der EU wieder eingeführt.


Kriegsgegner*innen unterstützen


In all den Ländern, die sich im Krieg befinden, gibt es aber auch

Menschen, die sich dem Krieg verweigern, die sich aktiv für Frieden

einsetzen, die dort Widerstand gegen Militarisierung und Krieg

leisten. Soldat*innen an der Front wollen angesichts des Grauens ihre

Waffen niederlegen. Andere entziehen sich den Zwangsrekrutierungen.

Sie wollen keine anderen Menschen töten und auch nicht in einem Krieg

sterben. Ihnen allen drohen dafür Repression und Gefängnisstrafen.


Wir sehen die Kriegsdienstverweigerung als einen wichtigen Baustein,

um Krieg und damit Tod und Zerstörung im Krieg zu überwinden. Wir

fordern die uneingeschränkte Einhaltung des Rechts auf

Kriegsdienstverweigerung, auch und gerade in einem Krieg. Wir fordern

Schutz und Asyl für alle Kriegsflüchtlinge, verfolgte

Kriegsdienstverweiger*innen und Kriegsgegner*innen. Ihnen gilt unsere

Unterstützung!


Stoppt Militarisierung und Wehrpflicht


Die Pläne der vermutlich neuen Regierungsparteien CDU/CSU und SPD in

Deutschland sehen eine umfassende Erfassung und eine verstärkte

Rekrutierung neuer Soldat*innen vor. Perspektivisch sollen

Zwangsverpflichtungen möglich sein, wenn die gewünschten Zahlen für

die Bundeswehr nicht erreicht werden. Die Union fordert gar eine

allgemeine Dienstpflicht für Männer und Frauen.


Wir wenden uns entschieden gegen jegliche Form der Wehrpflicht und die

Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht. Das würde einer

Militarisierung Vorschub leisten. Stattdessen brauchen wir eine

Stärkung des vorhandenen sozialen Engagements und eine breite

Unterstützung von Ansätzen und Maßnahmen aus der Friedensarbeit und

Konfliktforschung, die sich gegen Spaltung und Ausgrenzung in der

Gesellschaft wenden.


Aufruf zu Aktionen zum 15. Mai 2025


Am 15. Mai ist der Internationale Tag der Kriegsdienstverweigerung.

Wir rufen Gruppen und Organisationen dazu auf, sich mit Aktionen und

Veranstaltungen vor Ort daran zu beteiligen. An vielen Orten wollen

wir die Stimmen von Kriegsdienstverweiger*innen mit eigenen

Erklärungen an die Öffentlichkeit bringen. In einer gemeinsamen

öffentlichkeitswirksamen Aktion sollen diese schließlich in Berlin

präsentiert werden.


- Sammelt Stimmen und Erklärungen von Kriegsdienstverweiger*innen;


- Organisiert Aktionen und Veranstaltungen. Vorschläge finden sich

unter https://objectwarcampaign.org/mitmachen/


Initiiert von: Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF);

Arbeitskreis Asyl Tribsees; Bund für Soziale Verteidigung (BSV);

Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz e.V.; Connection e.V.;

Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen

(DFG-VK) Bundesverband, Gruppe Stuttgart; Evangelische

Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK);

Forum Friedensethik in der Evangelischen Landeskirche in Baden (FFE);

Forum gewerkschaftliche Linke Berlin; Frauennetzwerk für Frieden e.

V.; Friedensbüro Salzburg; Friedensinitiative Nottuln; Greifswalder

Initiative Frieden Jetzt; GrüneAlternative; Initiative Solidarität

für/mit Pazifistinen aus Osteuropa; Internationale der

Kriegsdienstgegner*innen (IDK); Internationaler Versöhnungsbund -

österreichischer Zweig; IPPNW - Ärzt*innen für die Verhütung des

Atomkrieges / Ärzt*innen in sozialer Verantwortung e.V.; KURVE Wustrow

- Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion e.V.;

Lebenshaus Schwäbische Alb - Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit,

Frieden und Ökologie e.V.; NaturFreunde Deutschland; Netzwerk

Friedenskooperative; pax christi Deutsche Sektion; pax christi

Rottenburg-Stuttgart; Redaktion und Verlag Graswurzelrevolution;



——


14. Friedenskoooperative: Zeitungsanzeige zum Ostermarsch 2025:  Kriege stoppen - Frieden und Abrüstung jetzt!



https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2025/zeitungsanzeige



Zeitungsanzeige zum Ostermarsch 2025:


Kriege stoppen - Frieden und Abrüstung jetzt!


Ostermärsche 2025 vom 17.-21. April


Wir fordern: Kriege stoppen – Frieden und Abrüstung jetzt!


Die Welt rüstet auf, tausende Menschen sterben in Kriegen und die

Gefahr eines Atomkrieges ist weiterhin nicht gebannt. Jetzt soll

Deutschland kriegstüchtig gemacht werden. Abschreckung durch Stärke

und Militär ist aktuell die einzige Lösung, die unsere Regierenden

kennen. Doch Aufrüstung und Militarisierung werden uns dem Frieden

nicht näherbringen.


Wo sind die friedenspolitischen Alternativen? Wo bleiben Diplomatie,

Kooperation und Dialogbereitschaft?


Wir nehmen die neue Bundesregierung in die Pflicht und fordern von ihr:


Beenden Sie Kriege! Stärken Sie diplomatische Initiativen für Frieden

in der Ukraine, in Israel und Palästina, im Sudan, in der DR Kongo und

überall auf der Welt!


Stehen Sie für internationales Recht und Kooperation ein! Verurteilen

Sie Verstöße gegen das Völkerrecht und setzen Sie sich für deren

Aufarbeitung ein. Völkerrecht muss für alle gleichermaßen gelten.

Erteilen Sie nationalen Egoismen eine klare Absage.


Entwickeln Sie einen Friedensplan für Europa! Wir brauchen eine neue

Friedensordnung, die auf gemeinsamer Sicherheit basiert, der Ukraine

Frieden garantiert und Russland langfristig miteinschließt.


Zeigen Sie sich solidarisch mit den Opfern von Kriegen! Gewähren Sie

Menschen Schutz und Asyl, die vor Kriegen fliehen oder sich diesen

entziehen wollen.


Rüsten Sie ab! Sozialabbau oder neue Schulden für militärische

Aufrüstung auf Kosten von u. a. Bildung, Klimaschutz und dringend

benötigten Investitionen, die unser Leben verbessern, sind inakzeptabel.


Verhindern Sie die Stationierung von Mittelstreckenwaffen! Setzen Sie

sich stattdessen für neue internationale Abrüstungsverträge ein.


Setzen Sie sich für eine atomwaffenfreie Welt ein! Sorgen Sie für den

Abzug der US-Atombomben aus Büchel und treten Sie dem

UN-Atomwaffenverbotsvertrag bei. Erteilen Sie Überlegungen für

EU-Atombomben eine klare Absage.


Führen Sie die Wehrpflicht nicht wieder ein! Junge Menschen sollten

Frieden lernen, nicht den Krieg üben. Beschließen Sie ein restriktives

Rüstungsexportkontrollgesetz! Rüstungsexporte müssen massiv reduziert

werden und strengsten Regeln unterliegen. Gemeinsam setzen wir zu

Ostern ein Zeichen für Frieden, Abrüstung und Völkerverständigung.

„Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“ ist und bleibt für uns

handlungsleitend. Dafür gehen wir auf die Straße. Mach auch du mit und

beteilige dich an einem der über 100 Ostermärsche!

Infos und Termine unter www.friedenskooperative.de  <http://www.friedenskooperative.de/>


Mit freundlichen Grüßen


Clemens Ronnefeldt

Referent für Friedensfragen beim deutschen

Zweig des internationalen Versöhnungsbundes


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


26.03.2025

Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien sowie zur Militarisierung in Deutschland ( I von II)


aus e-mail von Clemens Ronnefeldt, vom 19. März 2025, 12:05 Uhr


Liebe Friedensinteressierte,


nachfolgend sende ich Artikel zu den

Kriegen in der Ukraine und in Westasien

sowie zur Militarisierung in Deutschland.


1. n tv: Ukraine Ticker


2. BBC: Putin stimmt Trumps Anruf zu, die Energieangriffe auf die Ukraine zu stoppen, aber keiner vollständigen Waffenruhe

3. RND: Putin knüpft Waffenruhe mit Ukraine an Bedingungen – Trump: „Bekommen gute Signale“


4. Politico: Ukraine-Verbündete planen Treffen der Militärchefs nächste Woche



5. ARD: Die deutsche ARD-Korrespondentin Sophie von der Tann berichtet über die Lage junger Menschen im Westjordanland

6. Der Spiegel: Westjordanland Radikale Siedler zünden Häuser in palästinensischem Dorf an


7. taz: Deutsche Nahostpolitik - Verlogen und verloren


8. n tv: "Universitäten sind der Feind“ - Trump will Exempel statuieren - und treibt Kulturkrieg auf die Spitze


9. RND: UN-Generalsekretär empört über Israels Vorgehen  - US-Militär setzt Angriffe auf Huthi im Jemen fort


10. DPG: Das Völkerrecht kennt keine Staatsräson


    Offener Brief an CDU/CSU & SPD anlässlich der Koalitionsverhandlungen


11. Budrich-Journals: Ontologische Dissonanz:


      Die deutsche Überforderung mit dem Israeldiskurs seit dem 07.10.



12. Freitag: Alter Bundestag stimmt Grundgesetzänderung zu: Zum Aufrüsten verdammt


13. Funke: Der Operationsplan Deutschland (OPLAN DEU) - eine gesamtstaatliche und gesamtgesellschaftliche Aufgabe

14. SWR: Pistorius informiert sich in Mayen über psychologische Kriegsführung


15. SWR: Kriegstüchtige Friedensbotschafter – Militärseelsorge in der Zeitenwende


16. Domradio: Papst schickt aus der Klinik Brief über Abrüstung - "Worte können verbinden oder trennen"


17. Friedenskooperative: Zeitungsanzeige zum Ostermarsch 2025:  Kriege stoppen - Frieden und Abrüstung jetzt!



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1. n tv: Ukraine Ticker


https://www.n-tv.de/politik/10-20-EU-Top-Diplomatin-Putin-zu-keinerlei-Zugestaendnissen-bereit--article23143824.html


09:25 Politologe hält Trump-Verhandlung für Teilerfolg für Ukraine


Der ukrainische Politologe Wolodymyr Fesenko hält das gestrige

Gespräch zwischen Putin und Trump für einen Teilerfolg für die

Ukraine. Im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte

er, das Gesprächsergebnis spiegele teilweise die Verhandlungsposition

der Ukraine wider.


So basiere die Vereinbarung einer Waffenruhe für die

Energieinfrastruktur auf einem Vorschlag, den Wolodymyr Selenskyj

bereits vor den Verhandlungen im saudi-arabischen Dschidda vergangene

Woche vorgeschlagen hatte. Der Politologe hält einen schrittweisen

Plan für einen vollständigen Waffenstillstand für wahrscheinlich.


"Die erste Phase ist ein Waffenstillstand für Häfen und

Energieinfrastruktur." Wenn alles gut gehe, sei die zweite Stufe ein

Waffenstillstand in der Luft und auf See. "Die dritte und schwierigste

Stufe ist ein Waffenstillstand an Land."


(…)



03:36 US-Sondergesandter Witkoff: Weitere Gespräche mit Russland am Sonntag in Dschidda


Nach Angaben des US-Sondergesandten Steve Witkoff werden am Sonntag

weitere Gespräche mit Russland über den Krieg in der Ukraine in der

saudiarabischen Stadt Dschidda stattfinden. "Der Teufel steckt im

Detail. Wir haben ein Team, das nach Saudi-Arabien reist, angeführt

von unserem nationalen Sicherheitsberater Mike Waltz und unserem

Außenminister Marco Rubio, und ich denke, wir müssen diese Details

herausfinden", sagt Witkoff im US-Fernsehsender Fox News.


(…)


20:59 Ukraine einverstanden mit Stopp der Angriffe auf Energieversorgung


Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj befürwortet einen

befristeten Stopp der Angriffe auf die Energieversorgung. Er hoffe,

mit US-Präsident Donald Trump über dessen Gespräche mit dem russischen

Präsidenten Wladimir Putin zu sprechen, erklärt Selenskyj.


"Ich denke, es wird richtig sein, dass wir ein Gespräch mit Präsident

Trump führen und im Detail erfahren, was die Russen den Amerikanern

angeboten haben oder was die Amerikaner den Russen angeboten haben",

sagt Selenskyj Reportern.



——



2. BBC: Putin stimmt Trumps Anruf zu, die Energieangriffe auf die Ukraine zu stoppen, aber keiner vollständigen Waffenruhe


(übersetzt mit deepl. translator)


https://www.bbc.com/news/articles/cd65pz1p7d9o


Putin stimmt Trumps Anruf zu, die Energieangriffe auf die Ukraine zu

stoppen, aber keiner vollständigen Waffenruhe


19.3.2025


 Tom Bateman Korrespondent des BBC-Außenministeriums


 Wladimir Putin hat nach einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump

 einen sofortigen und vollständigen Waffenstillstand in der Ukraine

 abgelehnt und sich nur bereit erklärt, die Angriffe auf die

 Energieinfrastruktur einzustellen.


Der russische Präsident weigerte sich, die einmonatige Waffenruhe zu

unterzeichnen, die Trumps Team kürzlich mit den Ukrainern in

Saudi-Arabien ausgehandelt hatte. Er sagte, ein umfassender

Waffenstillstand könne nur funktionieren, wenn die ausländische

Militärhilfe und der Austausch von Geheimdienstinformationen mit der

Ukraine beendet würden.


Die europäischen Verbündeten der Ukraine haben solche Bedingungen

zuvor abgelehnt. Die US-Gespräche über die Ukraine sollen am Sonntag

in Jeddah, Saudi-Arabien, fortgesetzt werden, sagte der US-Gesandte

für den Nahen Osten, Steve Witkoff. (…)


——


siehe auch die us-amerikanische Zusammenfassung des Telefonats,

von Karoline Leavitt, der Pressesprecherin des Weißen Hauses:


https://x.com/PressSec/status/1902049487457071248



Readout of President Donald J. Trump's Call with President Vladimir Putin:


Auszug aus dem Telefonat von Präsident Donald J. Trump mit Präsident Wladimir Putin


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Siehe auch die ausführlichere russische Zusammenfassung des Telefonats des Kremls,

die bei Aufruf der Homepage direkt in die deutsche Sprache übersetzt werden kann:


http://kremlin.ru/events/president/news/76477

Telefongespräch mit US-Präsident Donald Trump


(…)



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3. RND: Putin knüpft Waffenruhe mit Ukraine an Bedingungen – Trump: „Bekommen gute Signale“



https://www.rnd.de/politik/waffenruhe-mit-ukraine-wladimir-putin-stellt-bedingungen-LCLG6XNHZ5KQTKETEUALZREYGU.html


Kein Abrücken von Maximalforderungen

Putin knüpft Waffenruhe mit Ukraine an Bedingungen – Trump: „Bekommen gute Signale“


Kiew hat einer von Washington vorgeschlagenen Waffenruhe zugestimmt.

Nun hat Kremlchef Wladimir Putin sich dazu geäußert – und doch vieles

offen gelassen. US-Präsident Donald Trump wiederum sieht „gute Signale“

aus Moskau.


13.03.2025, 19:59 Uhr


Moskau. Kremlchef Wladimir Putin hat die Zustimmung zu einer von den

USA vorgeschlagenen Waffenruhe im Krieg gegen die Ukraine an

Bedingungen geknüpft. Bei einer mit Spannung erwarteten

Pressekonferenz forderte er eine dauerhafte friedliche Lösung des

Konflikts - rückte aber nicht von bereits geäußerten

Maximalforderungen ab. Am Abend war noch ein Treffen von Putin und dem

US-Sondergesandten Steve Witkoff in Moskau geplant.


„Wir sind einverstanden mit dem Vorschlag, die Kampfhandlungen

einzustellen“, sagte Putin und dankte US-Präsident Donald Trump für

die Initiative zur Beendigung des Krieges. „Aber wir gehen davon aus,

dass dieser Stopp so sein sollte, dass er zu einem langfristigen

Frieden führt und die Ursachen für den Konflikt beseitigt.“


(…)


Putin: Ukraine darf Waffenruhe nicht zur Wiederbewaffnung nutzen


Putin deutete zudem an, dass die Ukraine die Waffenruhe zu einem

Durchatmen, zur Wiederbewaffnung und Rekrutierung neuer Soldaten

nutzen könne, um anschließend weiter Krieg zu führen. Dies sei nicht

hinnehmbar. Die Ukraine sieht ihrerseits die Gefahr, dass die

russischen Truppen eine Waffenruhe zur Neuaufstellung nutzen könnten.


Der Kreml betonte zudem noch einmal seine Ansprüche auf ukrainisches

Gebiet. Die Lage am Boden müsse bei den Verhandlungen berücksichtigt

werden, sagten Putin und der neben ihm bei der Pressekonferenz im

Kreml sitzende Machthaber von Belarus (früher Weißrussland), Alexander

Lukaschenko, übereinstimmend. Belarus ist der engste Verbündete

Russlands.



Moskau erhebt Anspruch auf ukrainische Gebiete


Von der Ukraine fordert die Moskauer Führung, dass sie die Gebiete

vollständig räumt, die Russland zu seinem Staatsgebiet erklärt hat -

das sind Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson. Der verbliebene

Teil der Ukraine soll nach russischen Vorstellungen weitgehend

entwaffnet werden. Außerdem spricht Russland in seiner Propaganda von

einer „Denazifizierung“ der Ukraine, worunter das Einsetzen einer

moskautreuen Führung in Kiew verstanden wird.


Die Ukraine besteht darauf, dass sie für einen langfristigen Frieden

weitgehende Sicherheitsgarantien bekommt. Die USA wollen solche

Verpflichtungen nicht übernehmen. Sie sehen dafür aber die Europäer in

der Pflicht. Die Regierungen Frankreichs und Großbritanniens treiben

derzeit die Diskussion über Pläne für die Entsendung von

Friedenstruppen europäischer Länder voran.


Russland hat laut Putin Lage in Kursk unter Kontrolle


In der Pressekonferenz zeigte sich der Kremlchef siegesgewiss. Die

Lage an der Front ändere sich schnell - und sie ändere sich zugunsten

der russischen Truppen, sagte er. Gerade in der westrussischen Region

Kursk sei die Lage inzwischen völlig unter Moskaus Kontrolle, sagte

Putin nach einem Besuch dort am Vortag. Ukrainische Truppen hatten

dort im Sommer bei einem überraschenden Gegenstoß Land erobert und

somit erstmals den Krieg auf den Boden des Angreifers zurückgebracht.

(…)



Gespräche zwischen USA und Russland in Moskau


Unterhändler der USA waren am Donnerstag auf dem Weg nach Moskau zu

Gesprächen, wie Kremlsprecher Dmitri Peskow mitteilte. Ihm zufolge

sprachen am Vortag Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow und

Sicherheitsberater Waltz über den Krieg. Details nannte Peskow nicht.

Er kündigte ein „internationales Telefonat“ Putins an, ohne

Einzelheiten preiszugeben. Erwartet wird ein weiteres Gespräch mit Trump.


Bisher hat Russland stets einen vorübergehenden Waffenstillstand in

der Ukraine abgelehnt und darauf gedrungen, den Konflikt ganzheitlich

zu lösen. Als Ursache sieht Moskau die Ostausdehnung der Nato und die

Möglichkeit, dass auch die Ukraine ins westliche Bündnis aufgenommen

werden könnte.


RND/dpa


——



4. Politico: Ukraine-Verbündete planen Treffen der Militärchefs nächste Woche



https://www.politico.eu/article/ukraine-coalition-of-the-willing-military-chiefs-to-meet-on-thursday/


Ukraine-Verbündete planen Treffen der Militärchefs nächste Woche



Der britische Starmer kündigte das Londoner Treffen nach einem Anruf

mit 29 Verbündeten an - aber nicht die USA.


Dennoch bestand er darauf, dass jeder ukrainische Friedensplan einen

amerikanischen Sicherheitsvorschuss braucht.


15. März 2025 15:22 Uhr MEZ


Von Dan Bloom LONDON - Militärchefs von etwa 30 Kiewer Verbündeten

werden am Donnerstag in London ein neues „Operational Planning

Meeting“ abhalten, um auszuspielen, wie sie Friedenstruppen zu einer

Nachkriegsukraine verpflichten würden. (…)


Unterdessen sagte Trump am Samstag, dass Keith Kelloggs Rolle in der

Regierung vom Sondergesandten für die Ukraine und Russland in die

Ukraine verengt wurde. Der Schritt folgt Berichten, dass Moskau

versucht habe, Kellogg von Gesprächen über einen Waffenstillstand in

der Ukraine auszuschließen.


Kellogg "wird direkt mit Präsident Zelenskyy und der ukrainischen

Führung verhandeln", sagte Trump in einem Beitrag über Truth Social.

"Er kennt sie gut, und sie haben eine sehr gute Arbeitsbeziehung.“



——


siehe auch:


https://foreignpolicy.com/2025/03/18/russia-ukraine-war-ceasefire-peace-negotiations-trump-zelensky-putin/?tpcc=editors_picks&utm_source=Sailthru&utm_medium=email&utm_campaign=Editors' Picks - 08182025&utm_term=editors_picks <https://foreignpolicy.com/2025/03/18/russia-ukraine-war-ceasefire-peace-negotiations-trump-zelensky-putin/?tpcc=editors_picks&utm_source=Sailthru&utm_medium=email&utm_campaign=Editors%27%20Picks%20-%2008182025&utm_term=editors_picks>


It's Time for Ukraine to Accept an Ugly Peace


Seven things for Zelensky to keep in mind as cease-fire negotiations start.


By Graham Allison, a professor of government at the Harvard Kennedy School.




Es ist an der Zeit, dass die Ukraine einen hässlichen Frieden akzeptiert


Sieben Dinge, die Selenskyj beim Start der Waffenstillstandsverhandlungen im Hinterkopf behalten sollte.


Von Graham Allison, Professor für Regierungslehre an der Harvard Kennedy School.


March 18, 2025


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5. ARD: Die deutsche ARD-Korrespondentin  Sophie von der Tann berichtet über die Lage junger Menschen im Westjordanland


https://www.ardmediathek.de/video/y-kollektiv/inside-westjordanland-oder-reportage/ard/Y3JpZDovL2JyLmRlL3ZpZGVvLzk2OTY0ZDQ5LWFhNTQtNGJiMC04NzM3LWFhM2ZkMDY0NDZhNS9icm9hZGNhc3Q



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6. Der Spiegel: Westjordanland Radikale Siedler zünden Häuser in palästinensischem Dorf an



https://www.spiegel.de/ausland/israel-radikale-siedler-zuenden-haeuser-in-palaestinensischem-dorf-im-westjordanland-an-a-17d2f381-0a3a-43dd-8bff-deecb80052d3


Westjordanland Radikale Siedler zünden Häuser in palästinensischem Dorf an


Israelische Siedler haben Berichten zufolge in Duma im besetzten Westjordanland mehrere Häuser und Autos in Brand gesetzt.


Es ist nicht die erste Brandstiftung in dem palästinensischen Ort.


14.03.2025, 15.09 Uhr


(…)


Bereits 2015 hatte es in dem Ort im Westjordanland einen Brandanschlag eines radikalen israelischen Siedlers gegeben.


Damals waren ein 18 Monate altes Kleinkind und seine Eltern getötet worden.


Nur ein vierjähriger Junge überlebte die Tat schwer verletzt.


Ein Gericht in Tel Aviv verurteilte den Täter 2020 zu dreimal lebenslänglicher Haft.



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7. taz: Deutsche Nahostpolitik - Verlogen und verloren



https://taz.de/Deutsche-Nahostpolitik/!6071887/

Deutsche Nahostpolitik - Verlogen und verloren



Gastkommentar von Hanna Al-Taher und Benjamin Schütze


Die Verurteilungen von Trumps Gaza-Plänen aus Deutschland sind

scheinheilig. Denn die hiesige Politik unterstützt Israels Vorgehen.


15.3.2025 18:29 Uhr


(…)


Die deutsche Unterstützung der genozidalen Politik und die Indifferenz

gegenüber einem immer gewaltsameren Besatzungsregime wird

komplementiert durch willentliche Ignoranz gegenüber den regionalen

Implikationen. Jordanien etwa nimmt seit 1946 Millionen Geflüchtete

aus umliegenden Ländern auf. Die Mehrheit der Bevölkerung hat eine

Fluchtbiografie.


Palästinensische Geflüchtete in Jordanien, die laut UN-Resolution ein

Recht auf Rückkehr haben, besitzen größtenteils eine jordanische

Staatsangehörigkeit. In diesem Kontext ist das Land einer der

Hauptempfänger deutscher „Entwicklungszusammenarbeit“.


Als Großbritanniens vermutlich erfolgreichstes Kolonialprojekt ist

Jordanien noch heute abhängig von Hilfszahlungen, willentlicher

Stützpunkt für US-amerikanischen Imperialismus – auch für 150 deutsche

Sol­da­t*in­nen – und, trotz fehlender Unterstützung der Bevölkerung,

verlässlicher Sicherheitspartner Israels.


US-amerikanische Sol­da­t*in­nen dürfen ohne Kontrolle ein- und

ausreisen und in jedem Ministerium befinden sich europäische oder

US-amerikanische Ex­per­t*in­nen für vermeintlich technische

Fortbildungsprogramme.


Demokratieförderprogramme tragen dabei eher zur Konsolidierung

autoritärer Regierungspraktiken bei – so sind auch Lobpreisungen auf

Jordanien als vermeintlich reformorientierter Stabilitätsanker zu

verstehen.


Sie ignorieren seit der Staatsgründung die systematische Unterdrückung

oppositioneller, insbesondere palästinensischer Ak­teu­r*in­nen – und

zeigen, dass westliche Unterstützung für Jordanien nicht

missverstanden werden darf als Interesse an der Sicherheit oder

politischen Teilhabe der Bevölkerung.


Die zunehmenden Einschränkungen der Wissenschaftsfreiheit, das

Scheitern der deutschen Nahoststudien, die Genozidverharmlosung in

deutschen Medien und das Fehlen einer einzigen etablierten politischen

Partei, die internationales Recht ernst nimmt und sich kohärent

solidarisch mit Pa­läs­ti­nen­se­r*in­nen zeigt, machen eine

Veränderung deutscher Nahostpolitik unwahrscheinlich.


Deutschland unterstützt einen mutmaßlichen Genozid und es mangelt an

Bereitschaft, ein Waffenembargo sowie ein Ende der Besatzung zu

verlangen und umzusetzen. Das zeigt, dass es sich bei Forderungen nach

Achtung des Völkerrechts, wie denen des Bundespräsidenten, nur um

verlogene Bemühungen zur Selbstdarstellung handelt.


Was Taten betrifft, ist deutsche Nahostpolitik genozidal und

pro-ethnischer Säuberung. Nur wird es weniger offen formuliert als von Trump.



————



8. n tv: "Universitäten sind der Feind“ - Trump will Exempel statuieren - und treibt Kulturkrieg auf die Spitze



https://www.n-tv.de/politik/Trump-will-Exempel-statuieren-und-treibt-Kulturkrieg-auf-die-Spitze-article25632252.html?utm_source=firefox-newtab-de-de


Politik

"Universitäten sind der Feind" Trump will Exempel statuieren - und treibt Kulturkrieg auf die Spitze


Von Roland Peters, New York


16.03.2025, 08:20 Uhr



Die Studierendenproteste gegen die Nahostpolitik der USA im

vergangenen Jahr nimmt Donald Trumps Regierung zum Anlass, um gegen

ausländische Studierende vorzugehen. Es ist eine der Schlachten im

Kulturkrieg um die Zukunft des Landes.


Die Angriffe kommen fast täglich. Eine Auswahl:


Die Einwanderungsbehörde nimmt Uni-Demonstranten aus dem vergangenen Jahr

fest. Die Regierung kündigt Abschiebungen von Studierenden an.

Razzia auf dem Campus in New York.


US-Präsident Donald Trump droht per Dekret und über soziale Medien den

Hochschulen. Behörden kürzen als Druckmittel öffentliche Gelder für

Forschung und Stipendien.


Die Regierung fordert die Übergabe von Daten über Studierende. Die

Bildungsministerin hält ihr eigenes Ressort für unnötig. Gender werden

nun totgeschwiegen. Das ist die US-Bildungspolitik im Jahr 2025.


Es ist Donnerstagmittag in Manhattan. Demonstranten drängen in den

Trump Tower, um sich gegen die Festnahme eines Anführers der

propalästinensischen Studierendenproteste gegen den Gaza-Krieg im

vergangenen Jahr zu wehren.


"Befreit Mahmoud Chalil", rufen die von der linken Organisation "Juden

für Frieden" organisierte Aktion durch die golden glänzende Lobby.

"Bekämpft Nazis, keine Studenten!" Auf ihren roten T-Shirts stehen

Slogans wie "Nicht in unserem Namen" oder "Juden sagen: Stoppt die

Bewaffnung Israels" Die Polizei nimmt fast 100 Personen fest.


Chalil sitzt derzeit in Haft. Die Regierung beruft sich auf ein

Gesetz, mit dem Ausländer abgeschoben werden können, falls sie eine

"Gefahr für die nationale Sicherheit" sind. Darüber wird nun vor

Gericht gestritten.


Doch Trump geht es nicht nur um den 30-Jährigen. "Er ist der Erste von

vielen", sagte er über Chalil. Trump hatte ein entsprechendes Dekret

unterzeichnet; demnach will die Regierung propalästinensischen

Demonstranten ihre Visa entziehen.


"Wir werden euch finden und abschieben", heißt es in einem offiziellen

Faktenblatt martialisch. Schulen und Hochschulen, die "illegale

Demonstrationen" erlaubten, soll die finanzielle Unterstützung

entzogen werden.



-------



siehe dazu auch:


https://foreignpolicy.com/2025/03/18/trump-columbia-universities-attack-education-global-leader/?tpcc=editors_picks&utm_source=Sailthru&utm_medium=email&utm_campaign=Editors%27%20Picks%20-%2008182025&utm_term=editors_picks



Trump’s War on Universities Is More Dangerous Than You Think


What his attack on Columbia means for America’s entire democratic system.


By Howard W. French


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Trumps Krieg gegen die Universitäten ist gefährlicher, als man denkt


Was sein Angriff auf Columbia für das gesamte demokratische System Amerikas bedeutet.


von Howard W. French



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9. RND: UN-Generalsekretär empört über Israels Vorgehen  - US-Militär setzt Angriffe auf Huthi im Jemen fort


https://www.rnd.de/politik/nahost-liveticker-un-generalsekretaer-guterres-empoert-ueber-israels-angriffe-in-gaza-19-03-2025-TENB5YC2Y5C45LMULAZY62C2DA.html



UN-Generalsekretär empört über Israels Vorgehen


US-Militär setzt Angriffe auf Huthi im Jemen fort——



Erstmals seit Beginn einer Waffenruhe vor zwei Monaten hat die

israelische Luftwaffe wieder massiv Ziele im Gazastreifen bombardiert.


Alle Entwicklungen zu den Konflikten in Nahost im Liveblog.



Jan-Henrik Petermann, Axel Schürgels, Jens Strube, Moritz Speer, Nico

Schwieger und Sebastian Heintz


19.03.2025, 06:21 Uhr



02:32 Uhr


Das Wichtigste im Überblick


Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat eine

fortschreitende Steigerung der massiven Angriffe auf Hamas-Ziele im

Gazastreifen angekündigt.


Zu den Angriffen der Nacht zu Dienstag mit mehr als 400 Toten sagte er:

„Dies ist erst der Anfang.“


UN-Generalsekretär António Guterres hat sich empört über Israels

Angriffe in Gaza gezeigt. Er rief Israel auf, die Waffenruhe-Vereinbarung

einzuhalten. Das US-Militär hat erneut Stellungen der vom Iran unterstützten

Huthi-Miliz im Jemen angegriffen.


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Bericht: 14 Palästinenser bei Beschuss Israels in Gaza getötet


Bei neuem Beschuss Israels im Gazastreifen sind nach palästinensischen

Angaben mindestens 14 Menschen getötet worden. Die palästinensische

Nachrichtenagentur Wafa berichtete, zwei Menschen seien bei einem

Drohnenangriff in Al-Mawasi ums Leben gekommen, einem als humanitäre

Zone ausgewiesenen Gebiet in dem Küstenstreifen. Auch im Gebiet von

Chan Junis, im Süden des Gazastreifens, seien mehrere Zivilisten

getötet worden, darunter eine Frau und ein Kind. (dpa)


Sebastian Heintz


———


Heute 04:03 Uhr


UN-Generalsekretär Guterres empört über Israels Angriffe in Gaza


UN-Generalsekretär António Guterres fordert Israel auf, die

Waffenruhe-Vereinbarung im Gazastreifen einzuhalten. „Ich rufe

dringend dazu auf, die Waffenruhe zu achten, die ungehinderte

humanitäre Hilfe wiederherzustellen und die verbleibenden Geiseln

bedingungslos freizulassen“, schrieb er am Abend auf der Plattform X.


„Ich bin empört über die israelischen Luftangriffe in Gaza.“ Bei den

Angriffen in der Nacht zu Dienstag waren nach Angaben der von der

Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde mehr als 400 Menschen getötet

worden. (dpa)


——


Heute 02:19 Uhr


US-Militär setzt Angriffe auf Huthi im Jemen fort


Das US-Militär greift erneut Stellungen der vom Iran unterstützten

Huthi-Miliz im Jemen an. Die Operationen gegen die Terrormiliz würden

fortgesetzt, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom in der

Nacht auf der Plattform X mit. Dazu wurden zwei Videos veröffentlicht,

auf denen von einem Flugzeugträger startende Kampfflugzeuge sowie ein

Raketenangriff zu sehen sind. Weitere Einzelheiten zu den Angriffen

nannte Centcom nicht.


Arabische Medien berichteten unter Berufung auf Augenzeugen, dass

Stellungen in der Provinz Sadah im Norden des Landes angegriffen

worden seien. Die Provinz gilt als eine Hochburg der Huthi.


Das US-Militär attackiert auf Befehl von Präsident Donald Trump seit

Samstag massiv Stellungen der Miliz. Nach Darstellung der Huthi wurden

mindestens 53 Menschen getötet. Am Dienstag wurden Luftangriffe im

Raum der Hafenstadt Hudaida sowie der etwa 230 Kilometer entfernt

gelegenen Hauptstadt Sanaa gemeldet. (dpa)


Sebastian Heintz


——



Gestern 20:53 Uhr


Scholz besorgt über neue Attacken Israels im Gazastreifen


Kanzler Olaf Scholz fordert angesichts der jüngsten israelischen

Angriffe im Gazastreifen erneut eine politische Lösung des Konflikts.

„Wir sind in großer Sorge um die zivilen Opfer in Gaza, nachdem die

Kämpfe dort wieder aufgenommen worden sind“, sagte der SPD-Politiker

bei einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in

Berlin. Die besondere Sorge gelte den verbliebenen Geiseln – die

größte Gruppe unter ihnen seien deutsch-israelische Doppelstaatler.


„Meine klare Aufforderung an die Hamas bleibt: Lassen Sie die Geiseln

endlich frei“, verlangte Scholz. Es sei wichtig, dass über die

politische Zukunft des Gazastreifens insgesamt gesprochen werde. Der

Kanzler nannte den Plan der Arabischen Liga dafür eine gute Grundlage.

(dpa)


Sebastian Heintz




Gestern 19:43 Uhr


Netanjahu: Gaza-Angriffe sind „nur der Anfang“


Im Gaza-Krieg bahnt sich eine weitere Eskalation an. Der israelische

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Dienstag, die

Luftangriffe auf das Palästinensergebiet seien „nur der Anfang“ und

eine „notwendige Bedingung für die Befreiung von Geiseln“. Jegliche

Waffenruhe-Verhandlungen würden nur „unter Feuer“ stattfinden.


Israel werde weitermachen, bis es all seine Kriegsziele erreicht habe,

sagte Netanjahu in einer aufzeichneten Stellungnahme, die im Fernsehen

ausgestrahlt wurde. Israel hat das Ziel ausgelobt, die Hamas zu

zerschlagen und alle Geiseln aus ihrer Gewalt zu befreien. „Die

bisherigen Freilassungen haben bewiesen, dass militärischer Druck eine

notwendige Voraussetzung für die Freilassung von Geiseln ist“, sagte

Netanjahu. (AP)


Moritz Speer




Gestern 19:05 Uhr


Proteste in Tel Aviv gegen Neubeginn des Gaza-Krieges


Zahlreiche Menschen haben in der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv

gegen eine Fortsetzung des Gaza-Krieges und für eine Freilassung der

Hamas-Geiseln demonstriert. Der Krieg bedeute ein „Todesurteil für die

Geiseln“, stand auf einem langen Banner, das Demonstranten vor sich

hielten. „Warum sind sie immer noch in Gaza?“, fragten Teilnehmer der

Proteste in Sprechchören. Im Gazastreifen werden nach israelischen

Informationen noch 24 Geiseln festgehalten sowie die Leichen von 35

Verschleppten.


Moritz Speer


(…)



Gestern 18:15 Uhr


EU fordert von Israel Ende der Militäroperationen in Gaza


Die Europäische Union fordert von Israel ein Ende der neuen

Militäroperationen im Gazastreifen. Die EU bedauere den Bruch des

Waffenstillstands in Gaza und den Tod von Kindern und erwachsenen

Zivilisten bei israelischen Luftangriffen, heißt es in einer untere

der Federführung der Außenbeauftragten Kaja Kallas veröffentlichten

Erklärung. Man dränge Israel, Zurückhaltung zu üben und die

ungehinderte Einfuhr humanitärer Hilfe sowie die Stromversorgung für

Gaza wieder aufzunehmen.


„Die EU ist der Ansicht, dass die Wiederaufnahme von Verhandlungen der

einzige gangbare Weg ist“, heißt es weiter in der Erklärung.

Palästinenser und Israelis hätten in den vergangenen eineinhalb Jahren

unermesslich gelitten. Es sei an der Zeit, den Kreislauf der Gewalt zu

durchbrechen. Stabilität sei eine Voraussetzung für einen schnellen

Wiederaufbau. Die Hamas müsse unverzüglich alle Geiseln freilassen.

(dpa)


Moritz Speer


(…)


Gestern 13:01 Uhr


Ben-Gvir kehrt in Israels Regierung zurück


Itamar Ben-Gvir und dessen rechtsextreme Partei Otzma Jehudit treten

nach den massiven Angriffen Israels auf Hamas-Ziele im Gazastreifen

wieder in die israelische Regierung ein. Das teilten Otzma Jehudit

sowie die Likud-Partei von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu

mit. Der bisherige Polizeiminister und seine Partei waren im Januar

aus Protest gegen die Waffenruhe-Vereinbarung mit der Hamas aus

Israels Regierung ausgetreten.


Die Regierungskoalition ist dringend auf Ben-Gvir angewiesen, um

Neuwahlen abzuwenden. Bis Ende des Monats muss Israels Parlament den

Haushalt verabschieden, andernfalls löst sich das Parlament

automatisch auf. Ohne Ben-Gvirs Unterstützung ist die Verabschiedung

des Haushalts kaum möglich. Er fordert eine Wiederaufnahme des

Gaza-Kriegs. (dpa)


Moritz Speer


(…)


Gestern 08:53 Uhr


Netanjahus Verbündeter begrüßt Angriffe auf den Gazastreifen


Der ultrarechte Koalitionspartner des israelischen Ministerpräsidenten

Benjamin Netanjahu hat die Wiederaufnahme der Angriffe im Gazastreifen

begrüßt. „Wir sind trotz unserer Ablehnung des Waffenruheabkommens in

der Regierung geblieben und sind entschlossener denn je, die Aufgabe

zu erfüllen und die Hamas zu vernichten“, schrieb Finanzminister

Bezalel Smotrich auf der Plattform X.


Smotrich hatte gedroht, die Regierung zu verlassen, falls die Kämpfe

nicht wieder aufgenommen würden, was Netanjahus Koalitionsregierung

gefährden würde. Kritiker sagten, solche politischen Erwägungen

beeinflussten die Entscheidungen des Ministerpräsidenten zum Umgang

mit der Hamas. (AP)


Axel Schürgels


(…)



US-Angriffe gegen Huthi-Miliz im Jemen gehen weiter


Die USA setzen ihre Militärschläge gegen die Huthi-Miliz im Jemen

fort. Die Einsätze gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Terroristen

gingen weiter, teilte das zuständige US-Regionalkommando Centcom in

der Nacht auf der Plattform X ohne weitere Einzelheiten mit.


Die jemenitische Nachrichtenagentur Saba, die von der Huthi-Miliz

kontrolliert wird, berichtete von zwei Luftangriffen in den frühen

Morgenstunden im Raum der Hafenstadt Hudaida, etwa 230 Kilometer

südwestlich der Hauptstadt Sanaa. Nach Angaben des arabischen

Fernsehsenders Al-Dschasira stieg die Zahl der Todesopfer durch die

US-Angriffe auf 53. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte zuvor

die von Präsident Donald Trump am Samstag angeordneten Angriffe als

klare Botschaft an die Huthi und den Iran bezeichnet.


Sobald die Miliz mitteile, dass sie aufhören würde, auf Schiffe zu schießen,

würden die USA mit ihren Angriffen aufhören, fügte der Pentagonchef hinzu. (dpa)


(…)


Sonntag 19:57 Uhr


Israelischer Premier Netanjahu will Geheimdienstchef loswerden


Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will in dieser

Woche den Direktors des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet entlassen.

Netanjahu sagte am Sonntag, er misstraue dem amtierenden Direktor

Ronen Bar, und dieses Misstrauen sei mit der Zeit gewachsen.

Vorausgegangen war ein zunehmend erbitterter Streit zwischen den

beiden Männern um die Verantwortung für den Terrorangriff der Hamas

vom 7. Oktober 2023.


Der Schin Bet ist für die Überwachung palästinensischer

Extremistengruppen zuständig. Er veröffentlichte vor knapp zwei Wochen

einen Bericht, in dem er die Verantwortung für sein Versagen im

Zusammenhang mit dem Terrorangriff übernahm. In dem Bericht wurde

jedoch auch Netanjahu kritisiert; es hieß, eine verfehlte

Regierungspolitik habe das Klima geschaffen, das zu dem Angriff

führte. (AP)


Sebastian Heintz


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siehe auch:



ANALYSIS


Why Did Israel Restart the War in Gaza?


The likelihood of the cease-fire being salvaged in the near future appears extremely low.


By John Haltiwanger, a reporter at Foreign Policy.


March 18, 2025


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ANALYSE


Warum hat Israel den Krieg in Gaza wieder aufgenommen?


Die Wahrscheinlichkeit, dass die Waffenruhe in naher Zukunft gerettet werden kann,  erscheint äußerst gering.


Von John Haltiwanger, Reporter bei Foreign Policy.


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26.03.2025

Artikel zu den Kriegen in der Ukraine und in Westasien sowie zur Militarisierung in Deutschland ( II von II)


10. DPG: Das Völkerrecht kennt keine Staatsräson


    Offener Brief an CDU/CSU & SPD anlässlich der Koalitionsverhandlungen



https://dpg-netz.de/wp-content/uploads/NewsHome/Offener-Brief-an-die-CDU-CSU-und-SPD_Das-Voelkerrecht-kennt-keine-Staatsraeson.pdf


Palästina / Israel


Das Völkerrecht kennt keine Staatsräson



Offener Brief an CDU/CSU & SPD anlässlich der Koalitionsverhandlungen



Seit mehr als 17 Monaten erleben wir eine erschütternde Eskalation an

Gewalt, Leid und Rechtlosigkeit in ganz Palästina, in Gaza und im

Westjordanland, im Libanon, in Syrien und in Israel.


Wir erleben zugleich, dass die politische Debatte in Deutschland sowie

politische Entscheidungen zu einer fundamentalen Erosion

völkerrechtlicher Standards beitragen und die von politi- schen

Entscheidungsträger:innen angewandten Doppelstandards im Umgang mit

den Rechts- brüchen Israels zu einer nachhaltigen Schwächung der

Glaubwürdigkeit deutscher Außen- politik in der Welt führen.


Im Kontext der Palästina-Solidarität erleben wir darüber hinaus

Polizeigewalt sowie massive Eingriffe in die Meinungs- und

Versammlungsfreiheit, eine problematische Politisierung der

Antisemitismusdebatte und eine Kriminalisierung von legitimen Protesten.


Als Organisationen und Initiativen, die sich für einen gerechten

Frieden in Palästina und in Israel einsetzen, wenden wir uns an Sie

als Verhandler:innen eines möglichen Koalitionsvertrags und

appellieren in aller Dringlichkeit, im Koalitionsvertrag zentrale

völker- und menschenrechtliche Leitplanken mit Blick auf Palästina und

Israel festzuschreiben.



Als Organisationen der Zivilgesellschaft werden wir diese Anliegen und

Forderungen auch in der kommenden Legislaturperiode in die

Öffentlichkeit und auf die Straße tragen.


Völker- und menschenrechtliche Leitplanken in den Koalitionsvertrag:


● Bekennen Sie sich uneingeschränkt zur grundgesetzlich verankerten

Geltung des in- ternationalen Rechts und seiner Institutionen, vor

allem des Internationalen Gerichtshofs (IGH) und des Internationalen

Strafgerichtshofs (IStGH), und bekennen Sie sich dazu, deren

Entscheidungen, Urteile, Haftbefehle und andere Maßnahmen vollstän-

dig und unverzüglich umzusetzen.


● Respektieren Sie das Gutachten des Internationalen Gerichtshofs vom

19. Juli 2024 und die zugehörige Resolution der UN-Generalversammlung

und verpflichten Sie sich im Koalitionsvertrag konkret, auf ein

unverzügliches Ende der illegalen Besatzung, des völkerrechtswidrigen

Siedlungsbaus und der Vertreibung der palästinensischen Bevöl- kerung

im Westjordanland einschließlich Ostjerusalem hinzuarbeiten.


● Verankern Sie im Koalitionsvertrag explizit die Anerkennung des

Rechts auf kollektive Selbstbestimmung, und zwar nicht nur für

Jüd:innen, sondern auch für die Palästinen- ser:innen. Dieses Recht

stellt ein zentrales Prinzip und Fundament des Völkerrechts dar.

Versuchen, das kollektive Selbstbestimmungsrecht der

Palästinenser:innen zu negieren, muss die Bundesregierung entschlossen

entgegentreten.


● Bekennen Sie sich zur Unterstützung der deutschen Bundesregierung

für Organisatio- nen der palästinensischen und israelischen

Zivilgesellschaft (NGOs), die sich für Menschenrechte, das

internationale Recht und für einen gerechten Frieden einsetzen. Die

deutsche Bundesregierung muss Bestrebungen der Kriminalisierung, der

Diskreditie- rung und der unzulässigen Einschränkung der Spielräume

dieser Organisationen durch die israelische Regierung und auch durch

die palästinensischen Behörden entschlossen entgegentreten. Sie darf

diese nicht durch das Vorenthalten von außenpoliti- schen

Unbedenklichkeitsbescheinigungen oder durch die Streichung

öffentlicher Mittel mittragen.


● Verankern Sie im Koalitionsvertrag ein Bekenntnis zur Unterstützung

der Vereinten Nationen einschließlich des UN-Hilfswerks der Vereinten

Nationen für Palästina-Flücht- linge im Nahen Osten (UNRWA). Die

Arbeit der UNRWA in Palästina, im Libanon, in Jordanien und in

Syrien ist unverzichtbar. Den seit Jahren andauernden Versuchen

israeli- scher Regierungen, die Arbeit der UNRWA, aber auch der

Vereinten Nationen insgesamt zu diskreditieren, zu behindern und

schließlich zu verbieten, muss sich Deutschland mit einem klaren

Bekenntnis zu den VN entgegenstellen.


● Verpflichten Sie sich, auch bei allen Verträgen und

Kooperationsvereinbarungen mit Israel, sowohl bilateral als auch auf

EU-Ebene, die Einhaltung von Menschenrechten und völkerrechtlichen

Standards einzufordern.


● Verpflichten Sie sich, sämtliche – direkten und indirekten –

Transfers von Waffen, Munition und anderer militärischer Ausrüstung

an Israel einzustellen, weil das eindeutige Risiko besteht, dass sie

zu schwerwiegenden Verletzungen der Menschenrechte und des humanitären

Völkerrechts, einschließlich Völkerrechtsverbrechen, beitragen.


Einschränkungen von Meinungsfreiheit klar entgegentreten Wir erleben

seit geraumer Zeit ein erschütterndes und nicht hinnehmbares Maß an

Diskreditierung und pauschaler Kriminalisierung

Palästina-solidarischer Akteure und Äußerungen und damit einhergehend

einen immer enger werdenden Raum für eine kritische Auseinan-

dersetzung mit israelischer Regierungspolitik und insbesondere für

eine klare Benennung und Verurteilung von Völkerrechts- und

Menschenrechtsverletzungen durch Israel.



Wir appellieren in aller Dringlichkeit an Sie:


● Verankern Sie im Koalitionsvertrag das Bekenntnis,

zivilgesellschaftliche, wissen- schaftliche und künstlerische Räume

für kritische Meinungsäußerungen offen zu halten und zu schützen. Die

Grundrechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit müs- sen gewahrt

bleiben, auch und gerade, wenn Themen gesellschaftlich und politisch

divers und kontrovers diskutiert werden.


● Legen Sie im Koalitionsvertrag den Grundstein dafür, den Einsatz

gegen Rassismus, An- tisemitismus und alle Formen von Diskriminierung

zu verstärken. Sorgen Sie dafür, dass dieses wichtige politische Ziel

nicht dazu benutzt wird, Minderheiten gegeneinander aus- zuspielen und

das Grundrecht auf Meinungsfreiheit einzuschränken. Eine Strafrechts-

verschärfung, die zur politischen Verfolgung von

Palästina-solidarischen Stimmen miss- braucht werden kann, darf nicht

eingeführt werden.


Unterzeichnende Organisationen:


Allianz für Kritische und Solidarische Wissenschaft (KriSol) • Amnesty

International Deutschland • Arbeitskreis Palästina Brühl-Battir •

Bremer Friedensforum • Bundesweite Arbeitsgruppe Globalisierung und

Krieg • Bündnis für Gerechtigkeit zwischen Israelis und Palästinensern

(BIP) • Café Palestine Colonia • ChanceMaker Foundation •

Deutsch-Palästinensische Gesellschaft (DPG) • EYE4PALESTINE –

Palästina Stimme • Flüchtlingskinder im Libanon e. V. • Frauen wagen

Frieden • Freunde von Sabeel Deutschland • Humanistische Union •

Internationale der Kriegsdienstgegner*innen (IDK) • Israelisches

Komitee gegen Hauszerstörungen (ICAHD) • Lebenshaus Schwäbische Alb –

Gemeinschaft für soziale Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie • medico

internatio- nal • Nahostgruppe Mannheim • Netzwerk Friedenskooperative

• 4neukoellnplusberlin e. V. • Palästina Initiative Region Hannover •

Partnerschaftsverein Bonn-Ramallah • pax christi, Deutsche Sektion •

pax christi – Kommission Nahost • Pegah Wuppertal e. V. • SALAM SHALOM

Arbeitskreis Palästina-Israel e.V. München • Terre des Hommes

Deutschland • Wuppertaler Friedensforum



———


11. Budrich-Journals: Ontologische Dissonanz:


      Die deutsche Überforderung mit dem Israeldiskurs seit dem 07.10.



https://www.budrich-journals.de/index.php/gwp/article/view/45707

Ontologische Dissonanz:


Die deutsche Überforderung mit dem Israeldiskurs seit dem 07.10.



Peter Lintl


(…)


Abschließende Betrachtungen



Dan Diner hat einmal glücklich formuliert, dass in den

deutsch-israelischen Beziehungen die „Kernbestände des jeweils eigenen

Selbstverständnis[ses] aufgerufen“ (Diner, 2015) werden. Dies kann man

in der dieser deutschen Debatte sicherlich erkennen.


Der verheerende Terroranschlag hat in Deutschland die Unmittelbarkeit

deutscher Verantwortung für Israel und Jüdinnen und Juden

hervorgerufen. Die israelische Kriegsführung und die katastrophale

Situation in Gaza haben dazu geführt, dass deutsche Politik sich –

spät – gezwungen sah, das israelische Vorgehen vor dem Hintergrund

menschenrechtlicher und völkerrechtlicher Überlegungen zu kritisieren.


Verschärft wurde diese Spannungslage durch den Vorwurf und dann auch

die völkerrechtliche Klage, Israel begehe einen Genozid. Stärker

können historische Verantwortung und völkerrechtliche Überzeugungen

kaum in Konflikt miteinander gebracht werden. Parallel dazu zeigt sich

der deutsche Diskurs zunehmend polarisiert und wird begleitet von

einem zunehmenden Antisemitismus, aber auch Fragen, ob das Verständnis

von israelbezogenen Antisemitismus nicht zu weit reicht.


Diese Gemengelage führt zu einer Situation, in der sich grundlegende

Werte staatlicher Identität nicht nur konfliktiv gegenüberstehen,

sondern auch in Anschlag gebracht werden. Es zeichnet ein Bild, das

dieser Essay als ontologische Dissonanz bezeichnen will: Es scheint

kaum mehr möglich zu sein, allen fundierenden Werten gleichermaßen

gerecht zu werden, sondern Deutschland findet sich in einer Situation,

in der eine Positionierung entweder den partikularen oder den

universalistischen Aspekt deutscher Israelpolitik – und damit

deutscher Identität – verletzt.


Um dieser komplexen, moralisch sensiblen wie auch emotional

angespannten Situation zu begegnen, muss offensiver eine Debatte

geführt werden, wie man historische Verantwortung und universelle

Werte, sowie Antisemitismustheorie und Realkonflikt zusammen denken

kann. Eine der größten Herausforderungen wird darin bestehen, wie in

den partikularen Blickwinkeln der historischen Verantwortung Israel

als Konfliktakteur stärker wahrgenommen und reflektiert werden kann.


Zudem muss auf gesellschaftlich-innenpolitischer Ebene das Verhältnis

von Antisemitismus zum realen Konflikt besser bestimmt werden (vgl.

Lintl/Ullrich 2024). In diesem Kontext muss auch stärker debattiert

werden, welchen Platz palästinensische Positionen in Deutschland

finden können.


Dazu müssen einerseits die politischen Realitäten anerkannt werden,

aber auch ausbuchstabiert, wie sich Deutschland auf Grund der

historischen Verantwortung positioniert.


Letztlich muss eine deutsche Regierung in der Lage sein, die  eigene

außenpolitische Position zu vertreten und auch zu erklären. Ansonsten

verliert Deutschland nicht nur Glaubwürdigkeit weltweit, sondern auch

an eigener Integrität.


Dies gilt gleichermaßen für die deutschen innenpolitischen Debatten.

Das ist der letzten Regierung – aber auch der Opposition – nur

unzureichend gelungen



——



Zur Militarisierung:


12. Freitag: Alter Bundestag stimmt Grundgesetzänderung zu: Zum Aufrüsten verdammt


https://www.freitag.de/autoren/sebastianpuschner/alter-bundestag-stimmt-grundgesetzaenderung-zu-kriegsgtuechtig-und-klimaneutral


Alter Bundestag stimmt Grundgesetzänderung zu: Zum Aufrüsten verdammt



Union, SPD und Grüne bringen ihre Grundgesetzänderung durch den alten

Bundestag – und damit die Möglichkeit zu grenzenlosen

Rüstungsausgaben. Ein schwarzer Tag für die Demokratie, deren

Verteidigung dies dienen soll


Von Sebastian Puschner



18.03.2025


Immerhin spricht er noch nicht wie ein Feldherr. Obwohl Friedrich Merz

nun alle Mittel in der Hand hat für das Werk eines solchen. Der 20.

Deutsche Bundestag hat mit 512 zu 206 Stimmen und damit der nötigen

Zwei-Drittel-Mehrheit einer weitreichenden Änderung der Verfassung zugestimmt.


CDU, CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen haben vor allem dafür gesorgt,

dass eine Bundesregierung fortan unbegrenzt Geld ausgeben kann für

Soldaten, Waffen, Geheimdienste und Militärhilfe für andere Staaten:

„Whatever it takes“. (…)



————



13. Funke: Der Operationsplan Deutschland (OPLAN DEU) - eine gesamtstaatliche und gesamtgesellschaftliche Aufgabe


https://fachtagung-funke.de/wp-content/uploads/2025/02/Schaus_A._Funke-2025.pdf



Der Operationsplan Deutschland (OPLAN DEU) - eine gesamtstaatliche und gesamtgesellschaftliche Aufgabe


FUNKE – Bevölkerungsschutz 360°


München, 8. Februar 2025


Oberst i.G. Armin Schaus


Abteilungsleiter J9 (Zivil-militärische Zusammeanarbeit)

Operatives Führungskommando der Bundeswehr


——


siehe auch:



https://www.feuerwehrverband.de/app/uploads/2024/09/BFK-2024-A.-Schaus-Oplan-DEU_Booklet.pdf


OPERATIONSPLAN DEUTSCHLAND


Eine gesamtstaatliche und gesamtgesellschaftliche Aufgabe


--------


14. SWR: Pistorius informiert sich in Mayen über psychologische Kriegsführung



https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/koblenz/bundesverteidigungsminister-pistorius-besucht-zentrum-operative-kommunikation-bundeswehr-mayen-100.html


Besuch im Zentrum Operative Kommunikation der Bundeswehr


Pistorius informiert sich in Mayen über psychologische Kriegsführung


Stand 16.4.2024, 18:04 Uhr Mike Roth


Bundesverteidigungsminister Pistorius hat am Dienstag das Zentrum für

operative Kommunikation der Bundeswehr in Mayen besucht. Er

informierte sich über psychologische Kriegsführung.


Die Spezialisten für psychologische Kriegsführung sollen künftig den

Bundeswehreinsatz in Litauen an der Grenze zu Russland unterstützen.


(…)



Nach Angaben eines Sprechers sollen die Experten aus Mayen ab

kommendem Jahr die Bundeswehr beim Einsatz in Litauen beraten und

unterstützen. Die Bundeswehr wird dort im Auftrag der NATO die

litauische Grenze zu Russland schützen. Einzelne Experten aus Mayen

seien bereits aktuell bei Übungen und Manövern in Litauen im Einsatz,

so der Sprecher. Zu ihren Aufgaben könnten aber auch mögliche

Kampf-Einsätze gehören.


Die Methoden der psychologischen Kriegsführung


Pistorius ließ sich einige der Methoden der psychologischen

Kriegsführung bei seinem Besuch in Mayen demonstrieren. Soldaten der

so genannten "taktischen Direktkommunikation" schilderten dem Minister

zum Beispiel, wie sie über Lautsprecherdurchsagen oder persönliche

Gespräche gezielt feindliche Truppen oder die Bevölkerung "lenken,

täuschen oder demoralisieren" können.


Zu den Methoden gehören auch Lautsprecheranlagen. Sie spielen aus

großer Entfernung Geräusche von Panzern oder Drohnen ab, um Angst zu

erzeugen. Außerdem können die Spezialisten vor Ort Flugblätter drucken

und sie mit Ballons aus großer Höhe zielgenau auf Städte oder kleine

Inseln abwerfen.


Taktische Methoden im Internet bleiben geheim


Neben solchen eher herkömmlichen Methoden der psychologischen

Kriegsführung führten die Soldaten des Zentrums operative

Kommunikation Minister Pistorius modernste Anwendungen der

Kriegsführung in den Sozialen Medien und im Internet vor. "Ich habe

einiges gesehen, was geheim bleibt", sagte Pistorius im Anschluss.


Medienarbeit informiert über Einsatz der Bundeswehr


Dem Zentrum Operative Kommunikation gehören etwa 1.000 Menschen an. Es

unterstützt unter anderem auch die Bundeswehr im Auslandseinsatz mit

selbst produzierten Medieninhalten. Es betreibt unter anderem den

Soldatensender Radio Andernach und den Fernsehsender Bundeswehr-TV.


Mit seiner Medienarbeit informiert das Zentrum aber auch die

Bevölkerung über den Einsatz der Bundeswehr, wie in der Vergangenheit

in Afghanistan.


——

15. SWR: Kriegstüchtige Friedensbotschafter – Militärseelsorge in der Zeitenwende



https://www.swr.de/swrkultur/leben-und-gesellschaft/kriegstuechtige-friedensbotschafter-militaerseelsorge-in-der-zeitenwende-glauben-2025-02-16-100.html



Glauben


Kriegstüchtige Friedensbotschafter – Militärseelsorge in der Zeitenwende


Stand 27.1.2025, 9:00 Uhr


Jasper Riemann


„Geistlicher Operationsplan Deutschland“: Die evangelische

Militärseelsorge will auf das Schlimmste vorbereitet sein.


Kann die Kirche Krieg?


Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine scheint plötzlich

möglich, dass die Nato angegriffen werden könnte. Deutsche Soldatinnen

und Soldaten wären im Krieg, es gäbe täglich zahlreiche Tote und Verletzte.


Die evangelische Militärseelsorge will auf so einen Fall vorbereitet

sein - mit einer Art "Geistlichem Operationsplan Deutschland". Denn

gerade in Zeiten existenzieller Not käme es auf seelischen Beistand an.


Doch nicht allen ist wohl dabei, wenn sich Christinnen und Christen

für den Kriegsfall rüsten. Sie fragen: Wo bleibt da die Arbeit für den

Frieden?


Das Manuskript zur Sendung <https://www.swr.de/swrkultur/leben-und-gesellschaft/glauben-2025-02-16-manuskript-100.pdf>

Sendung vom So., 16.2.2025 12:04 Uhr, Glauben, SWR Kultur


——


16. Domradio: Papst schickt aus der Klinik Brief über Abrüstung - "Worte können verbinden oder trennen"



https://www.domradio.de/artikel/papst-schickt-aus-der-klinik-brief-ueber-abruestung


18.03.2025

Papst schickt aus der Klinik Brief über Abrüstung


"Worte können verbinden oder trennen"



Die italienische Tageszeitung "Corriere della Sera" hat einen von

Papst Franziskus unterzeichneten Brief aus der Gemelli-Klinik

veröffentlicht. Zentrales Thema ist die Abrüstung als Weg zur

Überwindung des Krieges.


Wörtlich heißt es in dem Schreiben an den Chefredakteur Luciano

Fontana, das am Dienstag veröffentlicht wurde: "Wir müssen das Reden

abrüsten, das Denken abrüsten, die ganze Erde abrüsten." Der

Journalist hatte dem Papst schriftliche Genesungswünsche geschickt.


In der Antwort mit der auf den 14. März datierten Papstunterschrift

heißt es weiter, für den Frieden brauche es "Nachdenken, innere Ruhe

und einen Sinn für die Komplexität".


Der Krieg zerstöre Gesellschaften und die Umwelt und bringe keine

Lösung für Konflikte. Stattdessen müssten die Diplomatie und die

internationalen Organisationen neu belebt werden.


Der Papst wiederholt in dem Brief seine Aussage, wonach ihm der Krieg

in der Situation eines Erkrankten noch absurder erscheine als sonst.


"Die menschliche Zerbrechlichkeit macht uns noch hellsichtiger in

Bezug auf die Dinge, die bleiben und jene, die vergänglich sind. Und

in Bezug auf das, was Leben fördert und was tötet."


Alle, die im Bereich der Kommunikation arbeiten, ermahnte er, auf die

Wirkung von Worten zu achten: "Worte können verbinden oder trennen,

können der Wahrheit dienen oder sie ausnutzen."



——



18. Friedenskooperative: Zeitungsanzeige zum Ostermarsch 2025:  Kriege stoppen - Frieden und Abrüstung jetzt!



https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2025/zeitungsanzeige


Zeitungsanzeige zum Ostermarsch 2025:


Kriege stoppen - Frieden und Abrüstung jetzt!



Mit unserer Zeitungsanzeige eine Woche vor Ostern wollen wir die

Mobilisierung zu den Ostermärschen 2025 unterstützen.


Die Anzeige soll noch einmal deutlich machen, warum es

aktuell so wichtig ist aktiv zu werden.


Die Anzeige erscheint am 12. April 2025 in der "taz" und kann sowohl

von Einzelpersonen, als auch von Organisationen und Gruppen

unterschrieben werden. Die Frist für die Unterschriften ist der 6.

April. Unter der Zeitungsanzeige in der "taz" werden alle

Unterzeichner*innen mit Vor-, Nachname und Wohnort genannt.


Um die Anzeige zu finanzieren, bitten wir um eine Spende von

mindestens 25 Euro für Einzelpersonen sowie 50 Euro für Organisationen

und Gruppen. Höhere Spenden zur Finanzierung unserer Ostermarscharbeit

sind herzlich willkommen!


Auch können wir dann Menschen eine Unterzeichnung ermöglichen, die

sich 25 Euro nicht ohne Weiteres leisten können. Zudem ist es uns

durch mehr Spenden möglich, größer zu planen und die Anzeige in

weitere Zeitungen zu bringen, wie z.B. in „Die Zeit“ und „Neues

Deutschland“!



+++ Text der Zeitungsanzeige +++



Ostermärsche 2025 vom 17.-21. April



Wir fordern: Kriege stoppen – Frieden und Abrüstung jetzt!


Die Welt rüstet auf, tausende Menschen sterben in Kriegen und die

Gefahr eines Atomkrieges ist weiterhin nicht gebannt. Jetzt soll

Deutschland kriegstüchtig gemacht werden. Abschreckung durch Stärke

und Militär ist aktuell die einzige Lösung, die unsere Regierenden

kennen. Doch Aufrüstung und Militarisierung werden uns dem Frieden

nicht näherbringen.


Wo sind die friedenspolitischen Alternativen? Wo bleiben Diplomatie,

Kooperation und Dialogbereitschaft?


Wir nehmen die neue Bundesregierung in die Pflicht und fordern von ihr:


Beenden Sie Kriege! Stärken Sie diplomatische Initiativen für Frieden

in der Ukraine, in Israel und Palästina, im Sudan, in der DR Kongo und

überall auf der Welt!


Stehen Sie für internationales Recht und Kooperation ein! Verurteilen

Sie Verstöße gegen das Völkerrecht und setzen Sie sich für deren

Aufarbeitung ein. Völkerrecht muss für alle gleichermaßen gelten.

Erteilen Sie nationalen Egoismen eine klare Absage.


Entwickeln Sie einen Friedensplan für Europa! Wir brauchen eine neue

Friedensordnung, die auf gemeinsamer Sicherheit basiert, der Ukraine

Frieden garantiert und Russland langfristig miteinschließt.


Zeigen Sie sich solidarisch mit den Opfern von Kriegen! Gewähren Sie

Menschen Schutz und Asyl, die vor Kriegen fliehen oder sich diesen

entziehen wollen.


Rüsten Sie ab! Sozialabbau oder neue Schulden für militärische

Aufrüstung auf Kosten von u. a. Bildung, Klimaschutz und dringend

benötigten Investitionen, die unser Leben verbessern, sind

inakzeptabel.


Verhindern Sie die Stationierung von Mittelstreckenwaffen! Setzen Sie

sich stattdessen für neue internationale Abrüstungsverträge ein.


Setzen Sie sich für eine atomwaffenfreie Welt ein! Sorgen Sie für den

Abzug der US-Atombomben aus Büchel und treten Sie dem

UN-Atomwaffenverbotsvertrag bei. Erteilen Sie Überlegungen für

EU-Atombomben eine klare Absage.


Führen Sie die Wehrpflicht nicht wieder ein! Junge Menschen sollten

Frieden lernen, nicht den Krieg üben.


Beschließen Sie ein restriktives Rüstungsexportkontrollgesetz!

Rüstungsexporte müssen massiv reduziert werden und strengsten Regeln

unterliegen. Gemeinsam setzen wir zu Ostern ein Zeichen für Frieden,

Abrüstung und Völkerverständigung. „Nie wieder Krieg! Nie wieder

Faschismus!“ ist und bleibt für uns handlungsleitend.


Dafür gehen wir auf die Straße. Mach auch du mit und beteilige dich an

 einem der über 100 Ostermärsche!



Infos und Termine findest du unter www.friedenskooperative.de  <http://www.friedenskooperative.de/>

Ostermärsche finden u. a. in folgenden Städten statt:

[Hier erscheinen die Termine der Ostermärsche chronologisch und alphabetisch.]


Wir fordern Friedensfähigkeit statt Kriegstüchtigkeit und setzen uns dafür ein:

[Hier erscheinen die Unterzeichner*innen in alphabetischer Reihenfolge]


 —


Mit freundlichen Grüßen


Clemens Ronnefeldt

Referent für Friedensfragen beim deutschen

Zweig des internationalen Versöhnungsbundes


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

25.03.2025

Der Sündenfall 1999: Die NATO überfällt Jugoslawien

freedert.online, 25 Mär. 2025 17:45 Uhr,Von Gert Ewen Ungar

Der Überfall der NATO auf Jugoslawien stellt einen zivilisatorischen Bruch dar. Die Gründe für den Überfall waren gelogen. Als Schutzverantwortung fand die Begründung dennoch Eingang ins Völkerrecht. Allerdings gilt dieses Recht nur selektiv, wird am Ukraine-Krieg deutlich.


Quelle: www.globallookpress.com © SVEN SIMON


Der damalige Außenminister Joschka Fischer und Verteidigungsminister Rudolf Scharping begründeten die Beteiligung am völkerrechtswidrigen Überfall auf die Bundesrepublik Jugoslawien mit einer Schutzverantwortung. Der konkrete Grund, ein Genozid an der albanischen Bevölkerung im Kosovo, war erfunden.


Am 24. März jährte sich der Überfall der NATO auf Jugoslawien zum 26. Mal. 1999 griff die NATO Jugoslawien mit der Begründung an, dort einen Genozid verhindern zu müssen. Der Kriegsgrund war gelogen, den vom damaligen Außenminister Joschka Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) und Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) behaupteten "Hufeisenplan" und die damit verbundene Genozidabsicht hat es nie gegeben. Auch Kanzler Gerhard Schröder (SPD) rechtfertigte den Angriff damit, in Jugoslawien müsse mit militärischen Mitteln eine humanitäre Katastrophe verhindert werden. Schröder hat später zugegeben, dass er mit dem Befehl zum Angriff Völkerrecht gebrochen hat.


Die dunkle Vergangenheit des Westens: Eine Geschichte der Aggression und Intervention





Meinung

Die dunkle Vergangenheit des Westens: Eine Geschichte der Aggression und Intervention





Ungeachtet der Fakten leugnete die Regierung der Ampelkoalition bis zum letzten Amtstag, dass es sich beim NATO-Angriff auf Jugoslawien um Völkerrechtsbruch handelte. Ein UN-Sicherheitsratsbeschluss lag nicht vor, die NATO hat sich selbst ermächtigt.

Florian Warweg, Redakteur bei den NachDenkSeiten, fragte in der Bundespressekonferenz, ob sich die Bundesregierung für den Angriff auf Jugoslawien entschuldigen werde. Als Antwort erhielt er, dass die Bundesregierung und allen voran das Auswärtige Amt ihre Bewertung des Angriffs nicht geändert habe. Er diente nach Auffassung des Baerbock-Ministeriums der Verhinderung eines Genozids. Diese Auffassung ist nachweislich falsch. Das Beharren darauf disqualifiziert die deutsche Außenpolitik international. Sie ist zur Einsicht unfähig.

Allerdings hatte die damalige Begründung ganz unabhängig von ihrem faktischen Gehalt weitreichende Konsequenzen: Die Schutzverantwortung, auf die sich die NATO und mit ihr Deutschland beriefen, fand Eingang ins Völkerrecht. Gilt sie für den Westen, gilt sie für alle.

Russland hat sich am 24. Februar 2022 darauf berufen. Im Gegensatz zur Begründung für den NATO-Überfall war der Grund jedoch nicht frei erfunden. Die Ukraine hatte ab Januar den Beschuss der Donbass-Republiken intensiviert. Die Dokumente der Special Monitoring Mission to Ukraine der OSZE geben darüber detailliert Auskunft. Die USA hatten dazu grünes Licht gegeben, was Joe Biden ermöglichte, den Angriff Russlands vorherzusagen.


Vučić: Russland hat Serbien im Gegensatz zum Westen nicht bombardiert





Vučić: Russland hat Serbien im Gegensatz zum Westen nicht bombardiert






Die Ukraine brach die Minsker Vereinbarung. Die Legitimation, aus dem völkerrechtlich bindenden Abkommen auszusteigen, hat sich Kiew zuvor bei seinen westlichen Verbündeten geholt. Auch im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt sind die Brüche des Völkerrechts durch den Westen zahllos. Dennoch gelingt es der westlichen Propaganda, davon abzulenken und Russland des Völkerrechtsbruchs zu bezichtigen.

Die Absicht, alles Russische zu vernichten, ist dabei offizielles Programm des Kiewer Regimes. Es macht aus seiner Genozidabsicht kein Geheimnis, dessen ungeachtet wird diese Tatsache von den Parteien der Ampelkoalition, der CDU und der Partei Die Linke geleugnet. Man tut sich in Deutschland vor allem dann schwer mit Fakten zum Ukraine-Konflikt, wenn sie nichts ins Narrativ vom guten Ukrainer passen, der gern sein Leben für die Zementierung der bestehenden deutschen Verhältnisse lässt.

Russland wird das Recht auf Intervention aus der Responsibility to protect, aus Schutzverantwortung abgesprochen. Was für Deutschland und die NATO gilt, gilt für Russland noch lange nicht. Vor der deutschen Auffassung des internationalen Rechts sind eben nicht alle Staaten gleich. Das macht Deutschland international unglaubwürdig. Die deutschen Bekenntnisse zum Völkerrecht wirken geheuchelt, denn die deutsche Politik misst klar erkennbar mit zweierlei Maß. Was wir, verstanden als der kollektive Westen, dürfen, dürfen andere noch lange nicht. Dabei ist der militärische Beistand Russlands gegenüber den Donbass-Republiken völkerrechtlich deutlich sauberer begründet, als er beim Überfall der NATO auf Jugoslawien war. Die Responsibility to protect ist seit 2005 Bestandteil des internationalen Rechts. Russland hat die Donbass-Republiken anerkannt, diese haben um militärischen Beistand gebeten, die UNO war involviert.

Fakt ist, der Überfall auf die NATO stellt eine zivilisatorische Zäsur dar. Konnte man vor dem 24. März 1999 nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion noch einigermaßen an ein "Ende der Geschichte" glauben, war es an jenem Tag damit vorbei. Der imperialistische Krieg war zurück in Europa. Die neue unipolare Weltordnung war keineswegs friedlich, sondern forderte rigorose Unterordnung. Das Ende der Geschichte, verstanden als eine geopolitische Ordnung mit nur einem Machtpol in Washington, ist eine Ordnung der Gewalt.


"Hunderte Millionen Tote, Hunderttausende Verschleppte" – Strack-Zimmermann rechnet mit Putin ab


"Hunderte Millionen Tote, Hunderttausende Verschleppte" – Strack-Zimmermann rechnet mit Putin ab






Jugoslawien war der Sündenfall, die Zäsur. Ab diesem Tag war der Blick auf die internationale Ordnung ein anderer. Für die Russische Föderation war der Vorfall einschneidend, denn er machte deutlich, dass der Westen keine guten Absichten hegte. Das Prinzip souveräner Staaten ist ihm fremd.

Die deutsche Politik hält an dieser überkommenen Ordnung fest. Das Verhalten im Ukraine-Konflikt legt den deutschen Anspruch offen, dass es der Westen ist, der die Regeln vorgibt, die von der Russischen Föderation zu akzeptieren sind. Wenn die NATO die Ukraine aufnehmen will, hat sich Russland zu fügen. Der Ukraine-Krieg ist damit ein Krieg, der dem westlichen Dominanzanspruch, wie er sich im Überfall auf Jugoslawien manifestierte, ein Ende bereitet. Der Westen verliert diesen Krieg. Die Zeit der unipolaren Weltordnung ist zu Ende. Ihr Ende hat der Westen selbst am 24. März 1999 eingeleitet. In Deutschland hat man das und die sich daraus ergebenden geopolitischen Konsequenzen noch nicht verstanden.


Mehr zum Thema – "Ansehen im Ausland auf Schmalspur abgeschoben" – Hochrangige Ex-UN-Mitglieder kritisieren Baerbock


Video https://rumble.com/v6r6hr6-das-ist-unheimlich-mahnmal-gegen-nato-aggression-in-belgrad-soll-trump-hote.html Dauer 1:59 min


RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://freedert.online/meinung/240635-suendenfall-1999-nato-ueberfaellt-jugoslawien


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

25.03.2025

Nach Rekord-Schulden für Aufrüstung: Merz kündigt Milliardenkürzungen im Sozialbereich an

freedert.online, 25 Mär. 2025 15:26 Uhr

So überraschend (oder auch nicht) seine Wende beim Thema Schuldenbremse auch gewesen sein mag, ein Versprechen aus der Zeit vor der Wahl will CDU-Chef Merz halten: Der künftige Kanzler hat drastische Einschnitte beim Bürgergeld, den Renten und anderen Sozialausgaben angekündigt.


Quelle: www.globallookpress.com © IMAGO/dts Nachrichtenagentur


In der vergangenen Woche konnte der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Friedrich Merz, mit den Stimmen der SPD und der Bündnisgrünen eine Änderung des Grundgesetzes und ein Milliarden-Schuldenpaket auf den Weg bringen, das für die (militärische) Ertüchtigung der Infrastruktur und für Aufrüstung vorgesehen ist. Dieser zusätzliche Milliardensegen – 500 Milliarden Euro "Sondervermögen" – kann jedoch nicht dazu verwendet werden, bestehende Haushaltslöcher zu stopfen.

Die künftige schwarz-rote Regierungskoalition will daher den Haushalt zusammenstreichen und massive Kürzungen insbesondere im Sozialbereich vornehmen. Im Interview mit dem Fernsehsender RTL sagte Merz:

"Wir haben mittlerweile so überbordende Sozialausgaben, auch auf der kommunalen Ebene, dass wir das jetzt alles auf den Prüfstand stellen müssen."

Merz plant, das erst im Jahr 2023 von der Ampelkoalition eingeführte "Bürgergeld" (früher "Hartz IV") abzuschaffen. Stattdessen beabsichtigt Merz, die "Neue Grundsicherung" einzuführen. Das neue System soll Missbrauch verhindern und die "Eigenverantwortung stärken", wie es heißt. Sozialleistungen sollen strikt an die Mitwirkungsbereitschaft der Bezieher geknüpft werden. Sogenannten "Totalverweigerern" würde die komplette Streichung der Leistung drohen.


Nach Kriegskrediten: Merz-Propaganda für Sozialabbauorgie





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Die "Jobcenter" sollen wieder schärfere Sanktionsinstrumente erhalten: Schon ein verpasster Termin könne dann zu Leistungskürzungen führen. Mehrfaches Nichterscheinen würde zur vollständigen Streichung der Leistung führen, so die CDU-Pläne. Außerdem sollen die sogenannten Bedarfsgemeinschaften strenger kontrolliert werden: Wer mit anderen Grundsicherungsbeziehern in einem Haushalt lebt, wird künftig genauer überprüft, inwiefern ein Anspruch auf Sozialleistungen besteht.

Klaffende Milliarden-Lücke

Seine Kürzungspläne im Sozialen begründet Merz bei RTL mit den Sachzwängen, auf die er bereits vor der Wahl verwiesen habe:

"Wir müssen Prioritäten neu ordnen. Das habe ich als Oppositionsführer immer gesagt. Das bleibt auch nach der Bundestagswahl richtig. Das bleibt für eine neue Bundesregierung richtig."

Und Merz weiter:

"Wir haben eine Lücke von rund 80 Milliarden Euro." Zwar könne man einen Teil über Schulden im Rahmen der normalen Schuldenbremse decken. Hinzu komme, dass man sich, wie bereits ausgeführt, für den Verteidigungsetat einen wesentlich größeren Spielraum verschafft habe. Merz mahnt: "Aber auch dann fehlen noch 30 bis 40 Milliarden Euro."

Kassensturz

CDU-Chef Merz gab sich zerknirscht, wie der Münchner Merkur berichtet: "Ich mache kein Geheimnis daraus, dass mich das natürlich beschwert, dass so viel Kritik jetzt auch geübt wird, auch aus unseren eigenen Reihen, von den Wählerinnen und Wählern." Schließlich hatte es deutliche Kritik von Anhängern der Union gegeben, weniger dagegen aus den Schwesterparteien selbst. Merz gab sich kämpferisch:

"Das alles lässt sich nur rechtfertigen, wenn wir damit eine umfassende Reformagenda für unser Staatswesen verbinden. Und das müssen wir jetzt mit der SPD noch ausverhandeln."

Der frühere BlackRock-Manager versprach, den gesamten Sozialbereich einer scharfen Prüfung zu unterziehen. Nicht nur die jüngere Generation müsse belastet werden. Die steigenden Ausgaben für Renten, Krankenkassen und den Pflegebereich müssten gerecht verteilt werden.


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Die SPD möchte das Rentenniveau bei 48 Prozent belassen. Doch daran könnte sich noch etwas ändern. Merz: "Darüber haben wir mit den Sozialdemokraten nicht abschließend gesprochen." Auch gegenüber der Schwesterpartei CSU gibt sich der CDU-Vorsitzende hart. Die Bayern wünschen sich eine Ausweitung der Mütterrente. Daraus könnte nichts werden. Merz dazu schmallippig: "Diese Ausgaben können nicht mit Schulden finanziert werden." Das klingt nach schlechten Karten für die CSU in der Auseinandersetzung mit dem Wirtschaftsliberalen Merz.

Außerdem soll nach dem Willen von Merz das Heizungsgesetz einer Überprüfung unterzogen werden. Kürzungen könnte es auch beim Elterngeld geben. So forderte Achim Brötel (CDU), Präsident des Landkreistages, in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung: "Neue Schulden allein können nicht die Antwort sein. Wir brauchen deshalb besonders im Bereich der Sozialausgaben unbedingt auch den Mut und die Kraft zur finanziellen Konsolidierung." Brötel sieht im Bürgergeld und im Elterngeld "Baustellen" für die neue Koalition.

Widerspruch

Allerdings wurde auch Kritik an diesen Kürzungsplänen aus der Union laut. So stellt der Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel, die Ausgewogenheit der Merz-Pläne infrage:

"Weil man das Gefühl hat, die Politik gibt für alles Mögliche Geld aus. Und zwar ganz erhebliche Summen. Aber was ist eigentlich das Projekt für die junge Generation?"

Eine mögliche Streichung des Elterngeldes bei gleichzeitiger Ausweitung der Mütterrente wäre aus der Sicht Winkels das falsche Signal. Gegenüber der Welt habe Winkels erklärt, in der jungen Generation "brodelt es gerade".


Wahlen ohne Überraschungen, aber mit Signalwirkung





Analyse

Wahlen ohne Überraschungen, aber mit Signalwirkung






Wie die Frankfurter Rundschau berichtet, beabsichtigt die CDU, den Kinderfreibetrag an den Grundfreibetrag der Eltern anzugleichen. Allerdings liegen dazu noch keine konkreten Einzelheiten vor. Gegenwärtig liegt der Grundfreibetrag bei 11.784 Euro pro Person. Das Kindergeld solle entsprechend ansteigen. Es sei daran gedacht, den Beitrag künftig direkt nach der Geburt automatisch auszuzahlen – statt wie bisher erst nach Antragstellung. Dazu habe es aus der CDU geheißen: "Wir bündeln Familienleistungen, damit sie einfach und unbürokratisch zur Verfügung stehen."

Im Zuge dieser Vereinfachungen könne es auch zu Kürzungen kommen: Wie gemeldet wird, setzen sich Merz und seine Partei dafür ein, dass "das Kindergeld für im EU-Ausland lebende Kinder an die Unterhaltskosten des jeweiligen Landes angepasst werden kann". Dies würde bedeuten, dass in Ländern mit niedrigeren Lebenshaltungskosten als in Deutschland das Kindergeld reduziert werden könnte. Seit längerem sind die Überweisungen von deutschen Sozialleistungen ins Ausland Gegenstand der sozialpolitischen Debatten. Beispielsweise sind im Jahr 2023 über 500 Millionen Euro Kindergeld ins Ausland überwiesen worden.


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25.03.2025

Oscar-Gewinner von israelischen Siedlern angegriffen

freedert.online, 25 Mär. 2025 22:05 Uhr

Hamdan Ballals Dokumentarfilm "No Other Land" zeigt die Zerstörung einer palästinensischen Gemeinde im Westjordanland. Nun wurde der Regisseur auf der Straße in der Nähe seiner Heimatstadt Hebron überfallen und von israelischen Soldaten fortgebracht.


Quelle: www.globallookpress.com © IMAGO


Hamdan Ballal bei der Oscar-Verleihung, 02.03.2025


Der palästinensische Co-Regisseur des oscarprämierten Dokumentarfilms "No Other Land" (Kein anderes Land) Hamdan Ballal wurde von der israelischen Polizei festgehalten, nachdem ihn ein Siedlermob im Westjordanland verprügelt hatte, berichten ein Augenzeuge und ein weiterer Filmemacher.

Der Film, der 2024 den Preis für den besten Dokumentarfilm gewann, zeigt die Zerstörung einer palästinensischen Gemeinde in dem seit 1967 von Israel besetzten Gebiet.

Yuval Abraham, israelischer Journalist und Mitregisseur des Films, sagte, Ballal sei von einem Mob geschlagen und anschließend festgenommen worden. "Eine Gruppe von Siedlern hat gerade Hamdan Ballal gelyncht. Er hat Verletzungen an Kopf und Bauch, blutet. Soldaten drangen in den Krankenwagen ein, den er gerufen hatte, und nahmen ihn mit. Seitdem kein Zeichen mehr von ihm", schrieb Abraham am Montag auf X.

Später präzisierte er, mit "gelyncht" habe er gemeint, das Ballal überfallen worden, aber nicht ermordet worden sei, und fügte hinzu, der Filmemacher werde jetzt in einer Polizeistation festgehalten und seinem Anwalt sei noch nicht erlaubt worden, ihn zu sehen.

Nach dem britischen Guardian ereignete sich der Vorfall in Susja, einem Dorf südlich der Stadt Hebron. Fünf jüdische US-Aktivisten aus dem Zentrum für jüdische Gewaltlosigkeit sagten der Zeitung, dass etwa 15 bewaffnete Siedler Ballal umringt und angegriffen hätten. "Sie fingen an, Steine in Richtung der Palästinenser zu werfen und zerstörten einen Wassertank bei Hamdans Haus", sagte einer der Zeugen unter Zusicherung der Anonymität.

"Die Gruppe von bewaffneten, an den Ku-Klux-Klan erinnernden Siedlern, die den Co-Regisseur von 'No Other Land' lynchte, wurde von der Kamera aufgezeichnet."

Abraham hat auch einen zehn Sekunden langen Clip veröffentlicht, der aus der Dashcam von Ballals Wagen stammen soll. Er zeigt eine Gruppe maskierter Männer – einige davon mit Stöcken –, die nachts auf den Wagen zurennt, wobei einer davon einen Stein auf die Windschutzscheibe wirft. Ein anderes Video, das in den sozialen Medien zirkuliert, zeigt etwas, das ein kurzer Zusammenstoß zwischen Ballals Team und den Siedlern zu sein scheint.

"Eine Gruppe israelischer Terroristen versuchte, Ballal Hamdan, den Co-Regisseur des oscarprämierten Dokumentarfilms 'No Other Land' zu lynchen, früher am Tag in der Nähe seiner Heimatstadt Hebron. Hamdan wurde ernsthaft verletzt und wurde von der israelischen Armee fortgebracht." 

Die israelische Armee bestätigte den Zusammenstoß, ohne aber die Namen der Beteiligten zu nennen. "Mehrere Terroristen warfen Steine auf israelische Bürger und beschädigten ihre Fahrzeuge bei Susja. Danach brach eine gewaltsame Konfrontation aus, die wechselseitige Steinwürfe zwischen Palästinensern und Israelis einschloss."

Die israelische Armee gab bekannt, ihre Kräfte hätten "drei Palästinenser festgenommen, die im Verdacht stehen, sie mit Steinen beworfen zu haben, wie auch einen israelischen Zivilisten, der an der gewaltsamen Konfrontation beteiligt war". Mit der Erklärung wurden indirekt auch Abrahams Aussagen über die Umstände von Ballals Festnahme bestritten, "kein Palästinenser wurde aus einem Krankenwagen heraus festgenommen".

Inzwischen scheint Ballal wieder frei zu sein.

"Er wurde von Soldaten und Siedlern am ganzen Körper geschlagen. Die Soldaten hielten ihn über Nacht auf ihrem Militärstützpunkt mit verbundenen Augen und Handschellen gefangen."

Der Vorfall reiht sich ein in die seit Langem bestehenden Spannungen zwischen palästinensischen Einwohnern und israelischen Siedlern. In den vergangenen Jahren haben israelische Gerichte wiederholt Anweisungen bestätigt, die die gewaltsame Vertreibung von Palästinensern anordneten und Hunderte Personen betrafen. Seit Beginn des Gaza-Krieges im Oktober 2023 wurden die Auseinandersetzungen häufiger.


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25.03.2025

Politico: Insider im Weißen Haus wollen Waltz wegen Jemen-Leak entlassen

freedert.online, 25 Mär. 2025 21:31 Uhr

Einem Medienbericht zufolge soll der Nationale Sicherheitsberater der USA, Michael Waltz, für das "versehentliche" Leak über US-Luftangriffe im Jemen verantwortlich gewesen sein. Nun hängt es von Trump ab, ob die Angelegenheit noch ein Nachspiel hat.


Quelle: www.globallookpress.com © Lev Radin/Keystone Press Agency


Michael Waltz (Archivbild)


Der Nationale Sicherheitsberater der USA, Michael Waltz, – oder ein anderer hochrangiger Beamter – könnte für ein "versehentliches" Datenleck über US-Luftangriffe im Jemen verantwortlich gewesen sein. Dies berichtet Politico unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Am Montag veröffentlichte der Journalist Jeffrey Goldberg von The Atlantic einen Artikel über angebliche Gespräche zwischen hochrangigen Mitgliedern der Regierung von US-Präsident Donald Trump, die sich um militärische Strategien und Luftangriffe gegen die Huthi-Miliz im Jemen drehten.


Pentagon-Panne: US-Journalist wird in Chat-Gruppe für Huthi-Luftangriff eingeladen





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In dem Artikel behauptet Goldberg, er habe Zugang zu einem Gruppenchat in der verschlüsselten Messaging-App "Signal" von einem Nutzer namens "Mike Waltz" erhalten. An dem Chat "Houthi PC small group" sollen Vizepräsident J.D. Vance, Verteidigungsminister Pete Hegseth, die Direktorin der Nationalen Geheimdienste, Tulsi Gabbard, und andere Kabinettsmitglieder teilgenommen haben.

"Alle im Weißen Haus sind sich in einem Punkt einig: Mike Waltz ist ein verdammter Idiot", wird eine anonyme Quelle von Politico zitiert.

"Die Hälfte von ihnen [sagt], dass er dies niemals politisch überleben wird oder nicht überleben sollte", sagte ein anderer Beamter dem Blatt. "Es war leichtsinnig, nicht zu überprüfen, wer in dem Thread war. Es war leichtsinnig, dieses Gespräch auf 'Signal' zu führen. Als nationaler Sicherheitsberater darf man nicht leichtsinnig sein."

Andere Quellen wiesen darauf hin, dass die Folgen weitgehend von Trumps Reaktion auf den Vorfall abhängen würden und für Vance oder Hegseth wegen ihrer angeblichen Äußerungen in dem Gruppenchat ein Nachspiel möglich sei. Politico kam zu dem Schluss, dass "noch nichts entschieden sei".

Hegseth hat die undichte Stelle heruntergespielt und Goldberg als "betrügerischen und hochgradig diskreditierten, sogenannten Journalisten" bezeichnet, "der es sich zum Beruf gemacht hat, mit Falschmeldungen hausieren zu gehen". Der Verteidigungsminister hat bestritten, Goldberg Pläne für den Jemen-Krieg übermittelt zu haben und wies die in dem Artikel aufgestellten Behauptungen zurück.

Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, teilte Trumps positive Einschätzung der Luftangriffe gegen die Huthi, der diese als "äußerst erfolgreich und effektiv" bezeichnet habe. Sie betonte auch das "größte Vertrauen des Präsidenten in sein nationales Sicherheitsteam", einschließlich Waltz.


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Video https://rumble.com/v6r2pw8-weitere-welle-von-luftangriffen-usa-bombardieren-jemen.html Dauer 0:38 min


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://freedert.online/nordamerika/240666-politico-insider-im-weissen-haus


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25.03.2025

Verschwörungstheorien werden Wahrheit: Trump enthüllt Geheimoperationen der CIA

freedert.online, 25 Mär. 2025 20:14 Uhr, Von Wiktor Schdanow

Terrorismus, Staatsstreichversuche, Vergiftung sowjetischer Staatsbürger – über ein halbes Jahrhundert lagen in den Archivregalen Beweise für Geheimoperationen der USA. Zufällig oder beabsichtigt wurden die überraschenden Details des Kalten Krieges heute bekannt.


Verschwörungstheorien werden Wahrheit: Trump enthüllt Geheimoperationen der CIAQuelle: AP © Carolyn Kaster


Symbolbild


Weißes Gift

Zusammen mit Dokumenten über den Mord an John F. Kennedy hat der US-Präsident Donald Trump zahlreiche Materialien über die Arbeit der CIA in den 1960er bis 1980er Jahren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bei weitem nicht alle davon betreffen die Schüsse in Dallas. Vielmehr charakterisieren sie zusätzlich Washingtons Politik am Höhepunkt des Kalten Krieges.

So wurde bekannt, dass im Juni 1973 einer der Mitarbeiter der CIA auf Anfrage des Leiters der Behörde, William Colby, eine Dienstnotiz verfasste, in der er Beispiele für Überschreitungen der Befugnisse durch einen der Hauptgeheimdienste der USA während vieler Jahre aufzählte.

In einem der Punkte werden Operationen mit kubanischen Exporten in die UdSSR erwähnt. Noch in den 1960er Jahren trafen Moskau und Havanna eine Übereinkunft über die jährliche Lieferung von Millionen Tonnen Rohrzucker. Die Sowjetbürger ahnten nicht, dass das Produkt, das sie zum Süßen von Tee und zum Einlegen von Früchten nutzten, von CIA-Agenten vergiftet wurde.

Später wurden in dem Dokument, das auf der Webseite des Nationalarchivs der USA veröffentlicht ist, Teile des Texts mit der Erwähnung dieser Sabotage geschwärzt, es blieb nur eine gespeicherte Kopie übrig. Ein anderes Dokument, das die Einzelheiten bekannt gibt, wurde hingegen nicht geändert.

Im August 1962 meldete General Edward Lansdale, dass es den Amerikanern gelungen sei, ein westeuropäisches Schiff ausfindig zu machen, das von Havanna nach Odessa segelte. Wegen einer Panne machte das Schiff einen Nothalt in einem karibischen Hafen, ein Teil der 90-Kilogramm-Säcke wurde an Land abgeladen. Und hier schlugen amerikanische Agenten zu.

"Im Rahmen einer geheimen Operation, die nicht nachverfolgt werden kann, gelang es uns, 800 Säcke mit einem chemischen Stoff zu verunreinigen, der bei Alkoholentwässerung genutzt wird", berichtete Lansdale.


Immer schön wachsam bleiben: Die US-"Geschenke" an Russland





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Dieser Stoff machte nach seinen Angaben den Zucker für jeglichen Verzehr ungeeignet und konnte dabei während der Raffinierung nicht entdeckt werden. Angeblich sei er für die Gesundheit ungefährlich, verschlechtere aber erheblich den Geschmack des Zuckers. Der General schätzte den Schaden für die UdSSR auf 350.000 bis 400.000 US-Dollar.

Solche Operationen entsprechen durchaus dem Stil der Agency. Der US-Historiker William Blum merkte an, dass Langley auch Nazis unterstütze, die Kühe in der DDR vergiften und Seife zur Trockenmilch für Kinder hinzugeben würden.

Amerikanische Manguste

Kuba war eine der Hauptrichtungen von Kennedys Außenpolitik. Nach dem Scheitern der Landung in der Schweinebucht begann der Präsident, sich besonders für geheime Einsätze zum Sturz von Fidel Castro zu interessieren. Die Operation erhielt den Decknamen "Manguste".

Dokumente berichten, wie Washington vorsichtig die Varianten des Verlaufs der Ereignisse abschätzte. Die "Falken" waren überzeugt: Die Sowjetunion würde Havanna keine direkte militärische Unterstützung leisten, weil Kuba nicht zum Warschauer Pakt gehörte. Dennoch wurde das Projekt streng geheimgehalten. Für die Wahrung des Geheimnisses wurden Mittel aus dem Haushalt der NSA bewilligt.

Die größte Aktivität entfaltete die CIA zwischen 1960 und 1962. Die Kubakrise brachte indes so manchen Hitzkopf zu Besinnung. Zuvor war das Weiße Haus bereit, beliebige Vorschläge in Betracht zu ziehen, um den Comandante und seine Anhänger zu beseitigen.

"Es gab keine Einschränkungen. Ich erinnere mich nicht, dass jemand zu mir gesagt hätte: 'Tue das nicht'", erinnerte sich Richard Helms, der damalige Vizechef der CIA.

Explosionen in Städten und auf dem Land sollten für Panik und die Zunahme oppositioneller Stimmungen sorgen. Mögliche Opfer unter der Zivilbevölkerung wurden dabei nicht beachtet.


Details über Gedankenkontrollversuche der CIA veröffentlicht






Details über Gedankenkontrollversuche der CIA veröffentlicht






Zur Unterstützung von kubafeindlichen Aktionen organisierte die CIA Kundgebungen in lateinamerikanischen Staaten. Außerdem subventionierte Washington die "richtigen" Kandidaten bei Wahlen in Brasilien, Paraguay, Griechenland, Finnland und Italien.

Um die Lage auf Kuba selbst zu eskalieren, setzte das Weiße Haus auf eine Hungerrevolte und Wirtschaftskrise. So versuchten die Geheimdienste, die Zuckerernte zu sabotieren, allerdings ohne Erfolg. Ergebnislos blieben auch Operationen zur Verschmutzung des Treibstoffs, der auf die Insel geliefert wurde.

Der Hauptangriff

Neben der UdSSR und Kuba sollte auch China zum Ziel der geheimen Einsätze werden. Im Jahr 1964 testete Peking erfolgreich eigene Atomwaffen. Das Ausmaß von Washingtons Sorge wird dadurch verdeutlicht, dass die USA ernsthaft einen Militäreinsatz gegen chinesische Nuklearobjekte in Erwägung zogen.

Der Einfluss der Geheimdienste nahm merklich zu. Dies beunruhigte Kennedys Spezialassistenten, Arthur Schlesinger den Jüngeren. In seinem 15-seitigen Bericht an den Präsidenten wird beschrieben, wie die CIA die Deckung des Außenministeriums für ihre Mitarbeiter in anderen Staaten missbrauchte. Dem Beamten zufolge habe sich die Agentur an den "traditionellen Funktionen" des Ministeriums vergriffen.

Unter Ausnutzung der Lage entfaltete der Geheimdienst eine breite Tätigkeit in zahlreichen Ländern. In Japan hörten die Amerikaner die Telefonleitung der sowjetischen Botschaft ab. Im Jahr 1967 meldete die CIA, ein Stenogramm des Gesprächs zwischen sowjetischen Diplomaten und japanischen Aktivisten der Antikriegsorganisation Beheiren verfasst zu haben.

Beim "Ausspionieren der Russen" erhielten die USA offenbar Unterstützung von ihren kleineren Partnern. So unterstützte Mexikos Präsident Adolfo López Mateos eine gemeinsame Operation zur Überwachung von sowjetischen Staatsbürgern in der Republik.

Freilich überwachten die USA auch Freunde. Aus den Archiven wurde bekannt, dass die CIA in den 1970er Jahren nicht nur über Kollegen aus ausländischen Geheimdiensten, sondern auch über diplomatische Mitarbeiter aus befreundeten Staaten Daten sammelte. Berichtet wird vom Sammeln von Daten "sämtlicher israelischer Diplomaten" sowie der Mitarbeiter der britischen Dienste MI-5 und MI-6.

In nur drei Tagen veröffentlichten die Archive über 77.000 Dokumentenseiten. Wie ein Artikel der New York Times anmerkt, werde es den Erforschern der dunklen Seite der US-Politik an Enthüllungen nicht mangeln. Doch in den nächsten Tagen könnten neue Materialien hinzukommen. Das Spannendste dabei ist, wie weit Washington gehen wird.

Übersetzt aus dem Russischen. Zuerst erschienen am 25. März bei "RIA Nowosti".


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Weiteres:




Details über Gedankenkontrollversuche der CIA veröffentlicht


freedert.online, 25 Dez. 2024 08:54 Uhr

Historische Memos über Gehirnwäsche bei "russischen Agenten" und Drogenversuche mit LSD an US-Gefängnisinsassen wurden online gestellt. Es geht dabei unter anderem um das berüchtigte Programm MKULTRA. Dessen Enthüllung liegt fünfzig Jahre zurück.


© Dr. Sidney Gottlieb's approval of an w:en:MKULTRA subproject on LSD., Public domain, via Wi

kimedia Commons

Ein Dokument aus dem MKULTRA-Programm


Eine Gruppe für Transparenz hat Dokumente veröffentlicht, die Licht auf die berüchtigten Gedankenkontrollprogramme der CIA vor Jahrzehnten werfen.

Das Nationale Sicherheitsarchiv, eine Organisation, die Anfragen mithilfe des Gesetzes für Informationsfreiheit nutzt, um Regierungsgeheimnisse offenzulegen, hat am Montag im Internet einige Aufzeichnungen veröffentlicht, um an den 50. Jahrestag der Enthüllung der Aktivitäten der CIA in der New York Times zu erinnern. Bei ProQuest, einer Firma, die wissenschaftliche Forschung unterstützt, wurde eine Sammlung von mehr als 1.200 Dokumenten hochgeladen.


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Analyse

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Seit Anfang der 1950er suchte die CIA heimlich nach Wegen, menschliches Verhalten durch Drogen zu kontrollieren, darunter auch dem damals neuen Halluzinogen LSD, durch Hypnose und durch extreme Misshandlung wie sensorische Deprivation.

Diese Experimente, auch die an ahnungslosen Opfern durchgeführten, entsprangen weitgehend dem Interesse an der Kriegsgegnerschaft, die US-Soldaten ausdrückten, die im Koreakrieg gekämpft hatten und in Gefangenschaft geraten waren. Die Medien erfanden dafür den Begriff "Gehirnwäsche", um zu erklären, warum Soldaten mit dem kommunistischen Feind sympathisierten. Die CIA hoffte, den Effekt reproduzieren zu können, und führte Forschungen unter den Kodebezeichnungen BLUEBIRD, Artischocke und MKULTRA durch.

Die meisten Originalaufzeichnungen wurden 1973 vom damaligen CIA-Direktor Richard Helms und dem Leiter von MKULTRA Sidney Gottlieb vernichtet, in einer Aktion, die das Nationale Sicherheitsarchiv die "vielleicht niederträchtigste Vertuschung der CIA-Geschichte" nennt. Die meisten nun veröffentlichten Dokumente stammen vom Autor John Marks, der 1979 ein Buch über dieses kontroverse Programm geschrieben hat.

In einem der Memos, die die NGO hervorhebt, wurde von Erfolgen bei der Auslösung einer Amnesie bei "russischen Agenten berichtet, die im Verdacht standen, Doppelagenten zu sein". In einem anderen genehmigte Gottlieb, Insassen eines Bundesgefängnisses in Atlanta als Teil der Forschung größere Mengen LSD zu verabreichen. Das Archiv deutet dabei mit dem Finger auf den Pharmagiganten Eli Lilly & Co. als Lieferanten der "Tonnenladungen" von LSD an die CIA.


US-Einfluss auf deutschen Journalismus: NDR knickt ein – "Berliner Zeitung" publiziert Dokumentation




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Es ist "eine Geschichte, die von der beinahe völligen Straflosigkeit auf institutioneller wie individueller Ebene für zahllose Missbräuche über Jahrzehnte geprägt ist", erklärte die Gruppe. Einige der Versuche glichen dem, was zuvor von "den Naziärzten, die in Nürnberg vor Gericht standen", getan worden war.

Die Enthüllungen über MKULTRA in der New York Times im Jahr 1974 entstammten der Feder des Investigativjournalisten Seymour Hersh. Der Reporterveteran hat im Verlauf der Jahrzehnte reihenweise explosive Geschichten verfasst, zuletzt einen Bericht, der der US-Regierung die Verantwortung für die Sprengung der Nord-Stream-Pipeline zwischen Russland und Deutschland im Jahr 2022 zuwies.


Mehr zum Thema – MKUltra: Wie die CIA geheime LSD-Experimente an ahnungslosen Bürgern durchführte


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Video https://rumble.com/v615r6k-bystron-zu-rt-verbot-und-panikmache-eu-will-von-us-einmischungen-und-propag.html Dauer 2:46 min.


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25.03.2025

Koalitionsverhandlungen: Habecks "Heizgesetz" doch vor der Abschaffung?

freedert.online, 25 Mär. 2025 18:46 Uhr

Die Union veranstaltet gegenwärtig eine Kürzungswelle im Bundeshaushalt. Alles gehöre auf den Prüfstand, insbesondere Soziales und Umweltthemen. Nun könnte auch das berüchtigte sogenannte Heizgesetz kippen, für das sich in der Ampelkoalition besonders Robert Habeck mit Vehemenz stark gemacht hatte.


Quelle: www.globallookpress.com © IMAGO/dts Nachrichtenagentur via www.imago-images.de


Koalitionspartner Christian Lindner (FDP) und Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) während der Debatte im Bundestag über das sogenannte Heizungsgesetz, 8. September 2023


Aus den gerade erst angelaufenen Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und CDU/CSU verlautet, dass Unterhändler der Parteien vorgeschlagen haben, das sogenannte Heizungsgesetz (auch: Heizgesetz) wieder abzuschaffen. Wie die Deutschen Wirtschaftsnachrichten (DWN) unter Bezug auf das Portal Table Media schreiben, habe sich bereits die Arbeitsgruppe, die sich mit "Verkehr und Infrastruktur, Bauen und Wohnen" beschäftigt, auf die Rücknahme von Robert Habecks Lieblingsprojekt geeinigt. Allerdings sei die Sache noch nicht endgültig beschlossen. Inzwischen liege diese Frage zur Entscheidung bei den Chefunterhändlern der Parteien.

Wie die dpa berichtet, soll das Gebäudeernergiegesetz (GEG), so der eigentliche Name des Heizuungsgesetzes, durch ein neues Gesetz ersetzt werden. Statt der kurzfristigen Fixierung auf die Energieeffizienz einzelner Gebäude solle nun stärker auf Emissionseffizienz Wert gelegt werden.


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Wichtig: Dabei soll nun auch die Förderung von Heizungsanlagen weiter Bestand haben. Wegfallen sollen dagegen die oft kritisierten Vorgaben zum Heizungsaustausch, die sehr in die Einzelheiten gehen.

Keine Überraschung: Kritik von den Grünen

Katharina Dröge, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, erklärte zu den Plänen von Union und SPD:

"Ich appelliere an CDU & SPD: Machen Sie keine schlechten Deals zu Lasten des Klimaschutz. Es wäre fatal, wenn CDU & SPD sich von den wirksamen Klimaschutzmaßnahmen des Gebäudeenergiegesetzes verabschieden. Damit würden Merz & Klingbeil sich vom Klimaziel 2030 verabschieden."

Deutschland, so Dröge weiter, hinke ohnehin beim "Klimaschutz im Gebäudebereich" hinterher. Rückschritte auf diesem Gebiet seien "verantwortungslos", erklärte die Grünen-Politikerin gegenüber der dpa.


Das Ergebnis der Bundestagswahl: Mit Volldampf gegen den Eisberg




Meinung

Das Ergebnis der Bundestagswahl: Mit Volldampf gegen den Eisberg






Das GEG trat erst vor gut einem Jahr in Kraft. Auch die Ampelkoalition hatte länger als geplant und zudem kontroverser als gedacht für dessen Verabschiedung gebraucht. Kernpunkt des Gesetzes ist die schrittweise Abschaffung von Öl- und Gasheizungen, womit der "Klimaschutz" bei Immobilien gefördert werden sollte. Zwar dürfen funktionierende Heizungen auch weiterhin genutzt werden, aber für den Austausch der Heizungsanlagen sind bislang Fördermittel in Milliardenhöhe eingeplant. Um Löcher im Haushalt zu stopfen, will CDU-Chef Merz auch das Heizgesetz auf den Prüfstand stellen.

Im Wahlkampf hatte die Union versprochen: "Wir schaffen das Heizungsgesetz der Ampel ab. Mit dem bürokratischen Reinregieren in den Heizungskeller muss Schluss sein. Wir fördern technologieoffen emissionsarme Wärmelösungen."

Wie es heißt, könne die Union bei diesem Vorhaben teilweise mit Stimmen aus der SPD rechnen.

Wie Table Media schrieb, hätten die Unionsvertreter in der betreffenden Arbeitsgruppe bereits zugestimmt, die Mittel für das Programm "Junges Wohnen" mittelfristig zu verdoppeln, sollte das GEG fallen. Es handelt sich dabei um eine Summe von rund 500 Millionen Euro. Im Wahlkampf hatte die SPD dafür geworben, dass Studierende und Auszubildende für ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft nicht mehr als 400 Euro zahlen sollten.


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25.03.2025

Trump und Putin beginnen, die angesammelten geostrategischen Trümmer zu beseitigen ... inmitten von Trumps Ultimatum an den Iran

seniora.org, 25. März 2025, 24. März 2025 Von Alastair Crooke - übernommen von strategic-culture.su

Alastair Crooke, ehemaliger britischer Diplomat, Gründer und Direktor des Conflicts Forum in Beirut.


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Sieht Trump den Iran durch eine gestörte Brille   – dass er durch die Zerstörung des Iran Frieden durch Stärke schafft?

(Red.) Alastair Crooke hat diese Analyse in einem Gespräch mit Judge Napolitano* drastisch geschildert: (s. das Video am Ende des Beitrags).
In diesem Artikel präsentiert er nun seine Quelle: ein gründlich recherchierter Report eines investigativen Journalisten. Dass solche Kriegsspiele als Entscheidungsgrundlage für den US Präsidenten erstellt werden, ist Routine. Ken Klippenstein greift die finsterste der möglichen Szenarien/Optionen heraus. Das ist sehr verdienstvoll und die Welt muss das wissen. Ob allerdings diese Option verwirklicht wird, hängt von vielen weiteren Umständen ab. Crooke erwähnt etwa die Bedeutung Russlands und Chinas auf eine solche Entwicklung   – die gut zu einem Weltkriegs-Szenario führen könnte.
Hinzu kommt die Bedeutung des weltweiten Öl-Marktes: Wenn die Strasse von Hormus gesperrt würde, könnte das leicht zu einer weltweiten Wirtschaftskrise ungeahnten Ausmasses führen, die insbesondere auch die amerikanische Wirtschaft zerstören könnte   – eine Trump-Administration dürfte das politisch kaum überleben.
Vor diesem Hintergrund wird sich die Trump-Administration gut überlegen, ob sie dieses schwärzeste aller Szenarien eines Krieges gegen den Iran wirklich umsetzen will. Allerdings sind dies rationale Erwägungen und ob diese in einer derart geisteskranken Phantasiewelt der amerikanischen „Eliten“ einen Platz haben, darf doch bezweifelt werden. Schliesslich ist seinerzeit auch das grosse Land der Dichter und Denker einem verrückten Postkartenmaler nachgelaufen.
Und wo ist der positive Ausblick? Der Phönix wird sich aus der Asche erheben und die Menschen werden alles wieder aufbauen   – schöner und besser als vorher und sie werden sich eines Tages auch auf ihre Sozialnatur besinnen.(am)



Das Telefongespräch zwischen den Präsidenten Trump und Putin am 18. März hat stattgefunden. Es war insofern ein Erfolg, als beide Seiten das Ergebnis als „positiv“ bezeichnen konnten. Und es führte nicht zum Abbruch des Dialogs (aufgrund des winzigsten Zugeständnisses von Putin   – eines Waffenstillstands in der Energieinfrastruktur)   – was leicht hätte passieren können (d.h. in eine Sackgasse, in der Trump dann Putin kritisiert hätte, wie er es auch bei Selensky getan hat) angesichts der fantastischen und unrealistischen Erwartungen, die im Westen gewebt wurden, dass dies das „entscheidende Treffen“ für eine endgültige Teilung der Ukraine sein würde.

Es hätte auch ein Erfolg sein können, da es die Grundlage für die fehlenden Hausaufgaben geschaffen hat, die nun von zwei Expertenteams für die detaillierte Umsetzung des Waffenstillstands behandelt werden müssen. Es war immer ein Rätsel, warum dies nicht schon früher vom US-Team in Riad in Angriff genommen wurde (Mangel an Erfahrung?). Schließlich wurden die Erwartungen des Westens dadurch in die Höhe getrieben, dass der Waffenstillstand aufgrund einer amerikanischen Unterschrift als eine sich selbst erschaffende Einheit behandelt wurde, und man glaubte, dass Details keine Rolle spielten. Alles, was zu tun bleibe   – so diese (fehlerhafte) Einschätzung   – sei, den Kuchen aufzuteilen.

Bis die Mechanismen eines Waffenstillstands   – der umfassend sein muss, da Waffenstillstände fast immer scheitern   – geklärt sind, gab es am Dienstag wenig zu diesem Thema zu besprechen. Wie vorherzusehen war, schien sich die Diskussion (Berichten zufolge) anderen Themen zugewandt zu haben: hauptsächlich wirtschaftlichen Themen und dem Iran, was erneut unterstreicht, dass es bei den Verhandlungen zwischen den USA und Russland nicht nur um die Ukraine geht.

Wie also kann die Umsetzung des Waffenstillstands vorangetrieben werden? Ganz einfach. Man muss damit beginnen, das komplexe, verschlungene oder verwirrende Geflecht [cats cradle   – Fadenspiel] der Hindernisse zu entwirren, die einer Normalisierung der Beziehungen im Wege stehen. Putin, der nur einen Strang dieses Problems herausgezogen hat, bemerkte dazu Folgendes:

„Sanktionen [allein] sind weder vorübergehende noch gezielte Maßnahmen. Sie stellen vielmehr einen Mechanismus des systemischen, strategischen Drucks gegen unsere Nation dar. Unsere Konkurrenten versuchen ständig, Russland einzuschränken und seine wirtschaftlichen und technologischen Kapazitäten zu verringern ... sie produzieren diese Sanktionspakete ununterbrochen.“

Es gibt also viel kumulierten geostrategischen Schutt zu beseitigen, der viele Jahre zurückreicht, bevor eine Normalisierung des Gesamtbildes ernsthaft beginnen kann.

Offensichtlich ist, dass Trump es offenbar sehr eilig hat, Putin hingegen nicht. Und er lässt sich nicht drängen. Seine eigene Wählerschaft wird ein übereiltes Abkommen mit den USA, das später aufgrund von Betrugsvorwürfen   – und der Vorwürfe, Moskau sei erneut getäuscht worden   – implodiert, nicht gutheißen. Russland hat viel in diesen strategischen Normalisierungsprozess investiert. Er muss funktionieren.

Was steckt hinter Trumps offensichtlicher Eile? Ist es die Notwendigkeit, im Inland mit halsbrecherischer Geschwindigkeit voranzukommen, bevor die geballten Kräfte der Opposition in den USA (und ihre Brüder in Europa) Zeit haben, sich neu zu formieren und die Normalisierung mit Russland zu torpedieren?

Oder befürchtet Trump, dass eine lange Pause vor der Umsetzung des Waffenstillstands den Oppositionskräften die Möglichkeit gibt, auf die Wiederaufnahme der Waffenlieferungen und des Geheimdienstaustauschs zu drängen   – während die russische Militärdampfwalze ihren Vormarsch fortsetzt? Ist es die Befürchtung, wie Steve Bannon gewarnt hat, dass Trump durch die Wiederaufrüstung der Ukraine den Krieg „besitzen“ und die Schuld für eine massive Niederlage des Westens und der NATO auf sich nehmen wird?

Oder vielleicht rechnet Trump damit, dass Kiew unerwartet in einen systemischen Zusammenbruch stürzt (wie es der Regierung Karzai in Afghanistan ergangen ist). Trump ist sich der politischen Katastrophe, die Biden widerfahren ist, aufgrund der Bilder von Afghanen, die sich an den Reifen abfliegender US-Transportflugzeuge festklammerten (à la Vietnam), als die USA das Land evakuierten, sehr bewusst.

Aber es könnte auch etwas anderes sein. Ich habe aus meiner Zeit als Vermittler bei Waffenstillständen in Palästina/Israel gelernt, dass es nicht möglich ist, einen Waffenstillstand an einem Ort (z.B. Bethlehem) zu schließen, während israelische Streitkräfte gleichzeitig Nablus oder Dschenin in Brand steckten. Die emotionale Ansteckung und der Zorn in einem Konflikt können nicht auf einen Ort beschränkt werden; sie würden auf den anderen übergreifen. Es wurde versucht. Der eine kontaminierte die impliziten aufrichtigen Absichten hinter dem anderen.

Ist der Grund für Trumps Eile hauptsächlich, dass er vermutet, seine uneingeschränkte Unterstützung für Israel könnte ihn letztlich dazu bringen, einen großen Krieg im Nahen Osten zu befürworten? Die Welt von heute ist (dank des Internets) viel kleiner als früher: Ist es möglich, gleichzeitig ein „Friedensstifter“ und ein „Kriegstreiber“ zu sein   – und ersteren ernst zu nehmen?

Trump und die US-Politiker, die von der pro-israelischen Lobby „kontrolliert“ werden, wissen, dass Netanjahu und andere wollen, dass die USA dabei helfen, den regionalen Rivalen Israels   – den Iran   – zu beseitigen. Trump kann nicht sowohl die USA als „Einflussbereich“ der westlichen Hemisphäre zurückfahren und gleichzeitig weiterhin das Gewicht der USA als Welthegemon in die Waagschale werfen, was dazu führt, dass die US-Regierung pleite geht. Kann Trump die USA erfolgreich zur Festung Amerika umbauen oder werden ausländische Verstrickungen   – z.B. ein instabiles Israel   – zu einem Krieg führen und Trumps Regierung zum Scheitern bringen, da alles miteinander verflochten ist?

Welche Vision hat Trump für den Nahen Osten? Er hat sicherlich eine   – sie ist in seiner uneingeschränkten Loyalität gegenüber den israelischen Interessen verwurzelt. Der Plan besteht entweder darin, den Iran finanziell zu zerstören oder ihn zu enthaupten und ein Groß-Israel zu stärken. Trumps Brief an den obersten iranischen Führer Ali Khamenei enthielt eine zweimonatige Frist für den Abschluss eines neuen Atomabkommens.

Einen Tag nach seinem Schreiben sagte Trump, die USA stünden „kurz vor dem Ende“ mit dem Iran:

„Wir können nicht zulassen, dass sie eine Atomwaffe besitzen. Es wird sehr bald etwas geschehen. Mir wäre ein Friedensabkommen lieber als die andere Option, aber die andere Option wird das Problem lösen.“

Der US-Journalist Ken Klippenstein hat festgestellt, dass am 28. Februar zwei B-52-Bomber, die von Katar aus flogen, Bomben auf einen „nicht genannten Ort“ abwarfen   – den Irak. Diese nuklearwaffenfähigen Bomber trugen eine Nachricht, deren Empfänger „sonnenklar war: die Islamische Republik Iran“. Warum B-52 und nicht F-35, die auch Bomben tragen können? (Weil „Bunker-Buster“-Bomben zu schwer für F-35 sind? Israel hat F-35, aber keine B-52-Bomber).

Am 9. März, so Klippenstein, fand eine zweite Demonstration statt: Eine B-52 flog an der Seite israelischer Kampfjets auf Langstreckenmissionen und übte Luftbetankungsoperationen. Die israelische Presse berichtete korrekt über den wahren Zweck der Operation   – „Vorbereitung des israelischen Militärs auf einen möglichen gemeinsamen Angriff mit den USA auf den Iran“.

Am vergangenen Sonntag prahlte der nationale Sicherheitsberater Mike Waltz damit, dass mehrere Luftangriffe der Anglo-Amerikaner hochrangige Huthi-Funktionäre „ausgeschaltet hätten“, was sehr deutlich macht, dass es hier um den Iran geht:

„Dies war eine überwältigende Reaktion, die tatsächlich mehrere Huthi-Führer ins Visier nahm und ausschaltete. Und der Unterschied hier ist, dass man erstens die Huthi-Führung ins Visier nimmt und zweitens den Iran dafür verantwortlich macht.“

Marco Rubio erläuterte gegenüber CBS: „Wir tun der ganzen Welt einen Gefallen, indem wir diese Typen loswerden.“

Trump knüpfte dann mit demselben Thema an:

„Jeder Schuss, der von den Huthis abgefeuert wird, wird von nun an als ein Schuss betrachtet, der von den Waffen und der Führung des IRAN abgefeuert wird, und der IRAN wird dafür zur Verantwortung gezogen und die Konsequenzen tragen, und diese Konsequenzen werden schrecklich sein!“

In einem weiteren Beitrag schreibt Klippenstein:

„Trumps Optionen für den Umgang mit Teheran umfassen nun eine, die er in seiner ersten Amtszeit nicht hatte: einen umfassenden Krieg   – mit ‚nuklearen Waffen‘ auf dem Tisch“ (die Trident-II-Option mit geringer Sprengkraft). Die mir vorliegenden Vertragsunterlagen des Pentagons und anderer Unternehmen beschreiben eine „einzigartige gemeinsame Planungsinitiative“ in Washington und im Nahen Osten, um die nächste Generation eines „großen regionalen Konflikts“ mit dem Iran zu planen. Die Pläne sind das Ergebnis einer Neubewertung der militärischen Fähigkeiten des Iran sowie einer grundlegenden Änderung der Art und Weise, wie Amerika Krieg führt.“

Neu ist, dass die „multilaterale“ Komponente erstmals Israel einschließt, das entweder indirekt oder direkt mit arabischen Golfpartnern zusammenarbeitet. Der Plan umfasst auch viele verschiedene Eventualitäten und Kriegsstufen, wie aus den von Klippenstein zitierten Dokumenten hervorgeht, von „Krisenmaßnahmen“ (d.h. Reaktion auf Ereignisse und Angriffe) bis hin zur „geplanten“ Planung (d.h. festgelegte Szenarien, die sich aus außer Kontrolle geratenen Krisen ergeben). In einem Dokument wird vor der „eindeutigen Möglichkeit“ gewarnt, dass der Krieg „außerhalb der Absicht der Regierung der Vereinigten Staaten eskaliert“ und sich auf den Rest der Region auswirkt, was einen vielschichtigen Ansatz erfordert.

Die Kriegsvorbereitungen gegen den Iran sind so streng geheim, dass es selbst den an der Kriegsplanung beteiligten Vertragsfirmen verboten ist, nicht geheime Teile auch nur zu erwähnen, bemerkt Klippenstein:

„Während den Präsidenten oft eine Reihe militärischer Optionen zur Verfügung gestellt werden, um sie auf die vom Pentagon bevorzugte Option zu lenken, hat Trump bereits seine Neigung gezeigt, die provokativste Option zu wählen.“

„Ebenso kann Trumps grünes Licht für die israelischen Luftangriffe auf Gaza, bei denen am vergangenen Montag Hunderte Menschen getötet wurden, die aber angeblich auf die Hamas-Führung abzielten, als im Einklang mit dem Muster der kriegerischen Option gesehen werden.“

Nach der erfolgreichen Ermordung des iranischen Top-Generals Qassim Suleimani im Jahr 2020 scheint Trump die Lehre gezogen zu haben, dass aggressive Maßnahmen relativ kostengünstig sind, wie Klippenstein anmerkt.

Wie Waltz in seinem Presseinterview feststellte:

„Der Unterschied ist, dass es sich bei diesen [Angriffen im Jemen] nicht um Nadelstiche hin und her handelte, die sich letztlich als wirkungslose Angriffe herausstellten. Dies war eine überwältigende Reaktion, die tatsächlich mehrere Huthi-Führer ins Visier nahm und ausschaltete.“

Klippenstein warnt davor, dass „das Jahr 2024 zwar hinter uns liegt, die Lehren daraus jedoch nicht. Die Ermordung hochrangiger Hisbollah-Funktionäre im Libanon durch Israel wurde von Washington größtenteils als durchschlagender Erfolg mit wenigen Schattenseiten wahrgenommen. Trump hat wahrscheinlich dieselbe Botschaft aufgegriffen, was zu seinem Angriff auf die Huthi-Führung in dieser Woche führte.“

Wenn westliche Beobachter das, was vor sich geht, als eine Wiederholung von Bidens „Wie du mir, so ich dir“ oder als begrenzte Angriffe Israels auf die Frühwarn- und Luftabwehrsysteme des Iran betrachten, dann missverstehen sie möglicherweise, was hinter den Kulissen vor sich geht. Was Trump jetzt tun könnte, was direkt aus dem israelischen Drehbuch stammt, wäre ein Angriff auf die Führung und Kontrolle des Iran, einschließlich der iranischen Führung.

Dies hätte mit Sicherheit tiefgreifende Auswirkungen auf Trumps Beziehungen zu Russland   – und China. Es würde in Moskau und Peking jegliches Gefühl dafür zerstören, dass Trump zu einer Einigung fähig ist. Welchen Preis hätte dann sein „Friedensstifter“-„Big Picture“-Neustart, wenn er nach den Kriegen im Libanon, in Syrien und im Jemen einen Krieg mit dem Iran beginnen würde? Sieht Trump den Iran durch eine gestörte Brille   – dass er durch die Zerstörung des Iran Frieden durch Stärke schafft?


*Hier das erwähnte Video mit Judge Napolitano:

Quelle: Strategic-Culture - Mit freundlicher Genehmigung übernommen

Quelle: https://strategic-culture.su/news/2025/03/24/trump-and-putin-begin-addressing-cumulated-geo-strategic-debris-amidst-trump-ultimatum-to-iran/

Die Übersetzung besorgte Andreas Mylaeus



Info: https://seniora.org/index.php?option=com_acym&ctrl=fronturl&task=click&urlid=82&userid=3998&mailid=2673


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

25.03.2025

Vertreibung von Palästinensern im Jordantal (+972 Magazin, 19.3. 2025)

aus e-mail von Ingrid Rumpf, 25. März 2025, 18:30 Uhr


Am 24.03.2025 um 10:22 schrieb Götz Schindler:

>

*Die Gewalt der israelischen Siedler führt zu einer raschen

Vertreibung  von Palästinensern im Jordantal*


*Khirbet Samra ist eine der wenigen verbliebenen palästinensischen

Hirtengemeinschaften im Gebiet C des nördlichen Jordantals, das

vollständig unter israelischer Kontrolle steht. Wie viele andere

Beduinengemeinschaften in diesem Gebiet sind ihre Bewohner seit Beginn

des israelischen Krieges gegen den Gazastreifen im Oktober 2023 mit

der eskalierenden Gewalt der Siedler konfrontiert, insbesondere dort,

wo die Siedler illegale Außenposten in der Nähe ihrer Dörfer errichtet

haben.*

Der ganze Bericht unter:

Israeli violence is rapidly emptying Jordan Valley of Palestinians

<https://www.972mag.com/jordan-valley-khirbet-samra-settler-violence/?utm_source=972+Magazine+Newsletter&utm_campaign=f5cb344086-EMAIL_CAMPAIGN_9_12_2022_11_20_COPY_01&utm_medium=email&utm_term=0_f1fe821d25-f5cb344086-318940841>


Mit besten Grüßen

Götz Schindler


*Die Gewalt der israelischen Siedler führt zu einer raschen

Entvölkerung des Jordantals

Khirbet Samra ist eine der letzten palästinensischen

Hirtengemeinschaften an der Ostflanke des Westjordanlandes. Staatlich

unterstützte Siedlermilizen vertreiben sie.

*


*Von Dikla Taylor-Sheinman und Georgia Gee 19. März 2025 *


Am ersten Tag des Ramadan saß Yasser Abu Aram und starrte verzweifelt

auf sein Grundstück in Khirbet Samra im besetzten Westjordanland.

Monate unerbittlicher Schikanen durch junge israelische Siedler - die

sein Vieh stahlen und die kleine Hirtengemeinschaft Tag und Nacht

umzingelten - hatten ihren Tribut gefordert.

„Alles, was hier geschieht, geschieht auch in den umliegenden

Gemeinden“, sagte Abu Aram dem Magazin +972. „Heute bin ich es. Morgen

ist es jemand anderes.“

Abu Aram ist einer von rund 60.000 Palästinensern, die im Jordantal

leben, das sich entlang der Ostflanke des Westjordanlands erstreckt

und fast 30 Prozent des Gebiets ausmacht. Die Bewohner von Khirbet

Samra sind Nachkommen von Beduinenstämmen, die 1948 aus der

Naqab/Negev-Wüste vertrieben wurden. Abu Arams Familie wurde zweimal

im Westjordanland entwurzelt, bevor sie sich 2005 in Khirbet Samra

niederließ.

Nach einer Zunahme von Siedlerangriffen und der Errichtung eines neuen

Außenpostens auf dem Hügel über der Gemeinde im Februar hat Abu Aram

beschlossen, den Ort zu verlassen, den er seit zwei Jahrzehnten sein

Zuhause nennt.

„Das Land wurde eins mit unserer Familie; der Berg ist einer von uns“,

sagte Abu Aram. „Er birgt unsere Erinnerungen.“ Er und seine Familie

packten am 1. März ihr Hab und Gut zusammen. Jetzt sind von seinem

Haus nur noch verstreute Überreste und ein mit Graffiti beschmiertes

Schild übrig, das die Siedler zurückgelassen haben - die sich selbst

spöttisch „Shabab Samra“ nennen, arabisch für „Jugend von Samra“.

Khirbet Samra ist eine der wenigen verbliebenen palästinensischen

Hirtengemeinschaften im Gebiet C des nördlichen Jordantals, das

vollständig unter israelischer Kontrolle steht. Wie viele andere

Beduinengemeinschaften in diesem Gebiet sind ihre Bewohner seit Beginn

des israelischen Krieges gegen den Gazastreifen im Oktober 2023 mit

der eskalierenden Gewalt der Siedler konfrontiert, insbesondere dort,

wo die Siedler illegale Außenposten in der Nähe ihrer Dörfer errichtet

haben.


Von Viehdiebstählen im großen Stil bis hin zu Hausdurchsuchungen und

Schlägen - die Gewalt und die Vertreibung nahmen im Jordantal zu,

nachdem das israelische Militär im Januar die „Operation Eiserne

Mauer“ gestartet hatte - eine Offensive, durch die mehr als 40.000

Palästinenser, vor allem in den Flüchtlingslagern im nördlichen

Westjordanland, vertrieben wurden - und das einen Tag nach der

Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump.

„Sie ist sehr systematisch und gut geplant“, erklärte Dror Etkes,

Gründer der israelischen Organisation Kerem Navot, die die

Siedlungsaktivitäten im Westjordanland überwacht. Trumps Rückkehr und

der neue Militärangriff im Westjordanland, so Etkes weiter, seien „ein

klares Zeichen für die Siedler, ihre Gewalt zu eskalieren, um noch

mehr Palästinenser zu vertreiben“.

Nun ist die Übernahme des Jordantals durch Israel fast abgeschlossen.

Khirbet Samra liegt östlich der Allon Road, einer Nord-Süd-Autobahn,

die Israel in den 1970er Jahren gebaut hat, um Siedlungen miteinander

zu verbinden und den Grundstein für die Annexion des Gebiets östlich

der Straße zu legen, die entlang der Grenze zu Jordanien verläuft.

Während Israel seit Jahrzehnten an der ethnischen Säuberung des

Jordantals arbeitet, hat es in den letzten zwei Jahren seine

Bemühungen in alarmierendem Tempo beschleunigt: 100.000 Dunams Land

östlich der Allon Road wurden fast vollständig von Palästinensern

geräumt, so ein demnächst erscheinender gemeinsamer Bericht von Yesh

Din, einer israelischen gemeinnützigen Anti-Besatzungsorganisation,

und Physicians for Human Rights Israel.

Während Abu Aram mit seinen drei kleinen Kindern in der Nähe der

Überreste seines Hauses saß, luden Dutzende seiner Familienmitglieder

- viele von ihnen aus der Gemeinde Masafer Yatta, die ebenfalls von

anhaltender Gewalt und Vertreibung betroffen ist - Hunderte seiner

Ziegen und Schafe auf Viehwagen, während andere Solarzellen abbauten

und Wassertanks transportierten. „Wenigstens sind wir an den

Feiertagen zusammen“, scherzte Abu Arams Schwägerin, die anonym

bleiben möchte.


*Von der Besatzung zur Annexion*

Seit Israel 1967 das Westjordanland besetzt hat, war das Leben für die

Palästinenser im Jordantal nie einfach. In den darauffolgenden

Jahrzehnten, als Israel mit dem Bau von Siedlungen in dem Gebiet

begann, stufte es etwa 50 Prozent des Jordantals als „Staatsland“ ein,

wobei große Teile zu Naturschutzgebieten oder geschlossenen

Militärzonen wurden. Dies hat dazu geführt, dass die Palästinenser im

Gebiet C des Jordantals auf mindestens 85 Prozent des Territoriums

weder schäfern noch bauen oder Landwirtschaft betreiben dürfen.

In den frühen 1980er Jahren wies das israelische Militär das Gebiet in

und um Khirbet Samra als Teil einer Schießzone aus - riesige

Landstriche, die oft nicht eindeutig gekennzeichnet sind.

Palästinensische Gemeinden innerhalb der Feuerzone leiden unter einer

besonders hohen Abriss- und Räumungsrate und müssen ohne Vorwarnung

Militärübungen über sich ergehen lassen, manchmal nur wenige Meter von

ihren Zelten entfernt.


Im Jahr 2018 wurde der 3-jährige Enkel von Abu Aram während einer

solchen Übung im Schlaf in den Kopf geschossen. Das örtliche

Krankenhaus verfügte nicht über die Technik, um die Kugel zu

entfernen, die in sein Gehirn eindrang und in seinem Kopf stecken

blieb. Nach Angaben von Abu Aram leidet sein Enkelkind deshalb unter

starken Kopfschmerzen. Die IDF teilte +972 mit, dass eine Untersuchung

der Militärpolizei ergab, „dass nicht bestätigt werden konnte, dass

der Minderjährige von IDF-Schüssen getroffen wurde“.

Die israelischen Behörden schränken auch den Zugang der Palästinenser

zu den reichhaltigen Wasserressourcen des Jordantals stark ein und

leiten den größten Teil der Hauptgrundwasserleiter für die Nutzung

durch die Siedler ab. Da Abu Aram keinen Zugang zu fließendem Wasser

hatte, war er gezwungen, Wasser in Tanks zu kaufen, was sowohl teuer

als auch anfällig für Diebstahl durch Siedler ist. Bevor er Khirbet

Samra verließ, bat er seinen Nachbarn - einen der wenigen in der

Gegend verbliebenen Palästinenser -, ihm seine Wassertanks zu

überlassen, bis er eine dauerhafte Bleibe gefunden habe. „Er lachte“,

erinnert sich Abu Aram. „'Unsere Situation ist die gleiche', sagte er

mir. Die Siedler würden einfach kommen und auch sie stehlen.“

Auch die Erlangung von Baugenehmigungen ist für Palästinenser im

Jordantal und im gesamten Gebiet C äußerst schwierig: Zwischen 2016

und 2021 genehmigte Israel weniger als 1 Prozent der eingereichten

Genehmigungsanträge. Im Jahr 2015 zerstörte die israelische Armee

unter dem Vorwand des „Bauens ohne Genehmigung“ die örtliche Schule in

Khirbet Samra und den umliegenden Dörfern und zwang die Kinder dazu,

in eine 25 Kilometer entfernte Schule zu gehen, um ihren Unterricht

fortzusetzen.

Gegen Ende der ersten Trump-Regierung versprach Premierminister

Benjamin Netanjahu, das Jordantal formell zu annektieren, und Trump

gab Israel grünes Licht dafür. Zwar entschied sich Netanjahu

angesichts des heftigen internationalen Widerstands letztlich gegen

eine formelle Annexion, doch beschleunigte sich Israels

De-facto-Annexion des Gebiets mit der Errichtung von 46 neuen

Siedlerfarmen und Außenposten zwischen 2017 und 2021 dramatisch.

Zwei dieser Außenposten, die die israelischen Siedler Uri Cohen und

Asael Kurnitz 2016 bzw. 2019 in der Nähe von Khirbet Samra

errichteten, dienten schnell dazu, palästinensischen Hirten den Zugang

zu ihrem Weideland zu versperren. Im Gegensatz zu etablierten

Siedlungen, die grob definierte Grenzen haben und beträchtliche

Ressourcen erfordern, dehnen sich diese Hirtenaußenposten - die in der

Regel auf israelisch ausgewiesenem „Staatsland“ errichtet werden - so

weit aus, wie der Hirte weiden möchte, benötigen nur minimale

Infrastruktur und bestehen oft nur aus einer jungen Familie und ein

paar Freiwilligen. Infolgedessen erleichtern sie den Diebstahl

schneller als traditionelle Siedlungen und haben die gewaltsame

Vertreibung von Palästinensern im gesamten Westjordanland vorangetrieben.

Auch die Siedler, die diese Außenposten errichten, sind in der Regel

sehr viel gewalttätiger und aggressiver gegenüber Palästinensern. Im

Jahr 2021 reichten Palästinenser aus Khirbet Samra beim israelischen

Obersten Gerichtshof eine Petition ein, in der sie mehr als 30

Vorfälle von Siedlergewalt auflisteten, darunter Steinwürfe,

Beschädigung ihres Eigentums und Bedrohung von Hirten und ihren Herden

durch das Fahren von ATVs oder Pferden. Den Petenten zufolge hat die

Gemeinde nie eine Antwort erhalten.

In ihrem kommenden Bericht stellt Yesh Din fest, dass die Siedler der

Hirtenaußenposten als „staatlich unterstützte bewaffnete Milizen“

agieren. „Israel benutzt die Siedler, um das Land zu übernehmen - es

gibt ihnen Geld, Sicherheit und Infrastruktur“, erklärt Yonatan

Kanonich, Forschungsleiter von Yesh Din. „Der Staat profitiert von den

Ergebnissen dieser Gewalt.“

Das Landwirtschaftsministerium hat von 2018 bis 2024 1,66 Millionen

NIS (450.000 US-Dollar) an Fördergeldern für illegale

landwirtschaftliche Betriebe bereitgestellt, die größtenteils im

Rahmen der Unterstützung für die „Erhaltung von Freiflächen durch

Tierweiden“ überwiesen wurden. In den Jahren 2022 und 2023 erhielt

Asael Kurnitz über 255.000 NIS (70.400 $), während Uri Cohen von der

Farm Nof Gilad über 595.000 NIS (164.000 $) erhielt. Es gibt

dokumentierte Fälle, in denen Cohen in seiner Militäruniform Gemeinden

belästigt hat.

Abu Aram und seine Familie versuchen, so weit wie möglich von den

Siedlern wegzuziehen, und sind auf dem Weg nach Tammun, einer Stadt im

Gebiet B, wo die Palästinensische Autonomiebehörde nominell die volle

Verwaltungskontrolle ausübt, aber die Sicherheitskontrolle mit Israel

teilt. Aber selbst dort könnten sie noch israelischer Gewalt

ausgesetzt sein; zum ersten Mal seit den Osloer Verträgen wurden im

vergangenen Jahr mindestens acht Siedleraußenposten im Gebiet B errichtet.

„Die Siedler und die Armee wollen mich fertig machen“, sagte Abu Aram.

„Wir wollen einfach nur nachts schlafen können.“


*Von Siedlern belagert *

Im Schatten des israelischen Krieges gegen den Gazastreifen wurden die

Bewohner von Khirbet Samra in rasantem Tempo von ihrem Land

vertrieben. Tareq Hmeid, der Nachbar von Abu Aram, war der erste, der

im Oktober 2023 mit seiner Familie floh. „Wir wurden von den Siedlern

belagert“, sagte Hmeid gegenüber +972. „Wir konnten unsere Herde nicht

hüten, und es wurde extrem schwierig, Wasser zu bekommen.“

Die Schikanen gegen Hmeid und seinen Besitz durch Siedler,

einschließlich wiederholter Uriniervorgänge auf seinem Land, nahmen

schon vor dem Krieg dramatisch zu. Im Sommer 2023 versuchte Hmeid, die

Siedler daran zu hindern, in das Dorf zu fahren, indem er Reifen

entlang der unbefestigten Straße, die zur Gemeinde führt, aufstellte,

was jedoch nichts bewirkte. Im Oktober desselben Jahres, nach Ausbruch

des Krieges, stürmten Uri Cohen und zwei weitere Siedler sein Haus und

griffen Hmeid, seinen Bruder und seinen 15-jährigen Cousin mit Stöcken

an. Einer der Siedler schlug Hmeid mit einem Gewehr unter dem linken

Ohr und am linken Bein, so dass er eine Woche lang blutete und hinkte.

Laut Hmeid traf die israelische Polizei zwar ein, als der Angriff noch

andauerte, doch unternahmen die Beamten nichts, um die Siedler

aufzuhalten. Stattdessen wurden Hmeid und sein Bruder verhaftet und

später am Abend wieder freigelassen. Während sie inhaftiert waren,

bauten Hmeids Familienmitglieder ihre Zelte ab und evakuierten die

Frauen und Kinder. Hmeid kehrte nach seiner Freilassung nicht mehr

nach Khirbet Samra zurück (die Polizei reagierte nicht auf eine Bitte

um Stellungnahme zu dem Vorfall).

„Es war tragisch“, sagte Hmeid. „Ich hatte keinen Zaubertrick in der

Hand, um es besser zu machen. Letzten Endes will man nur seine Kinder

und seine Familie schützen.

Die israelische Polizei, die für die Durchsetzung des Strafrechts für

israelische Zivilisten im Westjordanland zuständig ist, hat es

systematisch versäumt, gegen Verbrechen gegen Palästinenser

vorzugehen. Zwischen 2005 und 2024 wurden 94 Prozent der Fälle, in

denen es um ideologisch motivierte Straftaten von Israelis gegen

Palästinenser in den besetzten Gebieten ging, ohne Anklageerhebung

eingestellt.

„Die israelische Regierung und ihre Regierungsorgane, einschließlich

der Polizei und des Militärs, unterstützen die Siedler“, sagte Etkes

aus Kerem Navot. „Das geht gerade weiter. Während wir hier sprechen,

sind andere Gemeinden einem solchen Terror ausgesetzt.“

Die Gewalt der Siedler, die von den israelischen Behörden unterstützt

oder bestenfalls ignoriert wird, hat laut Yesh Din die

Widerstandskraft der palästinensischen Hirtengemeinschaften ernsthaft

und systematisch untergraben. „Wir sprechen nicht darüber, aber die

Schikanen und die Gewalt der Siedler beeinträchtigen die Privatsphäre

dieser Gemeinschaften vollständig“, sagte Ayman Gharib, ein

palästinensischer Menschenrechtsaktivist der Volkswiderstandskomitees

im Jordantal. „Viele Gemeinschaften, die Schikanen erleben, zögern,

darüber zu sprechen oder es zu melden, weil sie sich schämen.“


Fotos siehe Link zum englischen Original:

https://www.972mag.com/jordan-valley-khirbet-samra-settler-violence/?utm_source=972+Magazine+Newsletter&utm_campaign=f5cb344086-EMAIL_CAMPAIGN_9_12_2022_11_20_COPY_01&utm_medium=email&utm_term=0_f1fe821d25-f5cb344086-318940841


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

25.03.2025

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Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" - Russland/Belarus steigen aus


aus e-mail von Doris Pumphrey, 25. März 2025, 17:10 Uhr


https://t.me/RusBotschaft


Gemeinsame Erklärung von Russland und Belarus zu den Plänen, die

Mitgliedschaft der beiden Staaten im Kuratorium der deutschen Stiftung

"Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" auszusetzen


Die Leitung der deutschen Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und

Zukunft“ plant, die Mitgliedschaft der Russischen Föderation und der

Republik Belarus im Kuratorium dieser Organisation auszusetzen.


Die Stiftung wurde unter anderem mit Unterstützung Russlands und

Belarus' als spezialisierte Institution im Interesse der Opfer des

Nationalsozialismus aus den Staaten Mittel- und Osteuropas gegründet –

insbesondere aus Russland, Belarus und der Ukraine, die am stärksten

unter der nationalsozialistischen Besatzung der UdSSR gelitten haben.


Unter vorgeschobenen Begründungen wird nun die weitere Beteiligung

russischer und belarussischer Vertreter infrage gestellt. Ihnen wird

vorgeworfen, die satzungsgemäßen Ziele der Stiftung, ihre Interessen und

ihren Ruf zu gefährden – ja sogar eine Bedrohung für die Sicherheit der

an den Stiftungsprojekten beteiligten Personen darzustellen.


Wir betrachten dieses von deutscher Seite initiierte Vorgehen als

Respektlosigkeit gegenüber den Ländern und Völkern, die unter dem

deutschen Faschismus gelitten haben – ebenso wie gegenüber den Opfern

des Nationalsozialismus und ihren Nachkommen. In den letzten Jahren

haben sich die Aktivitäten der Stiftung radikal gewandelt und eine klare

antirussische und anti-belarussische Ausrichtung angenommen. Ihre

ursprünglichen Ziele – Versöhnung, gegenseitiges Verständnis zwischen

den Völkern und Unterstützung der Überlebenden des

nationalsozialistischen Regimes – sind damit völlig entwertet worden.


Wir verurteilen dieses zynische und beschämende Vorgehen der deutschen

Seite aufs Schärfste. Es ist ein weiterer Beleg für den zunehmenden

Geschichtsrevisionismus und die Politisierung der Erinnerungskultur in

den politischen Eliten Deutschlands.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

25.03.2025

Paris: 500 Straßen zu Grünanlagen, nur 2,66 % der Wähler haben dafür gestimmt

aus e-mail von Doris Pumphrey,


Berliner Zeitung 24.3.2025

<https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/paris-wird-autofrei-und-die-berliner-gruenen-reiben-sich-die-haende-kommentar-li.2310058>


*Paris wird autofrei, und die Berliner Grünen reiben sich die Hände –

Kommentar


Paris macht 500 Straßen zu Grünanlagen, nachdem 2,66 Prozent der Wähler

dafür gestimmt haben: *

ein Erfolgsmodell für die Berliner Grünen. Doch hier droht ein Bürgerkrieg.


Alexander Reich


Paris wird ein einziger Garten. Ohne Autos. Das ist demokratisch so

entschieden worden. Und zwar auf eine Weise, die stark an

Bürgerbeteiligungen der Berliner Grünen

<https://www.berliner-zeitung.de/wirtschaft-verantwortung/die-grosse-klimaluege-hat-habeck-die-gruenen-verraten-li.2309471

erinnert. In den Bezirken, in denen sie an der Macht sind, stellen sie

Poller auf. Und geben dabei natürlich vor, die Anwohner gefragt zu haben

– es habe nur leider niemanden interessiert.


In Paris hat die sozialdemokratische Bürgermeisterin Anne Hidalgo am

Sonntag über die Einrichtung von 500 Gartenstraßen (rues-jardin)

abstimmen lassen. Gerade einmal vier Prozent der Pariser nahmen an der

Abstimmung teil, 66 Prozent von ihnen stimmten für die Ersetzung des

Autoverkehrs durch Büsche und Bäume. Eine klare Mehrheit – von nicht

einmal 37.000 der insgesamt 1,4 Millionen Wahlberechtigten. Das gilt als

Mehrheit, weil es keine Mindestbeteiligung gibt.


„Bürgermeisterin Anne Hidalgo macht vor, wie’s geht“, jubelte die

Berliner taz am Montag und ergänzte, dass „in Berlin viele träumen“

würden von so viel Durchsetzungsvermögen.


Welche 500 Verkehrsadern in Paris nun genau zu Botanik werden, steht

noch nicht fest. Es wird nun erst einmal untersucht, welche sich dafür

eignen. Klar ist, dass die Straßen in der jeweiligen Umgebung gleich mit

beruhigt werden – und etwa 10.000 Parkplätze vernichtet.


Die konservative Opposition in der französischen Hauptstadt betont, dass

die Renaturierung schon vor der Volksabstimmung beschlossen war. Vor

Wochen habe ein „bioklimatischer“ Plan das Stadtparlament passiert, in

dem die „végétalisation“ (Begrünung) festgelegt sei.


*Auch die achtspurigen Champs-Élysées sollen zu Gärten werden


*Außerdem warnt die Opposition vor Dauerstaus in den verbliebenen

Straßen, vor der ewigen Suche nach Parkplätzen und kaum absehbaren

Folgen für Gewerbetreibende. So ähnlich mahnt in Berlin derzeit die CDU

in den grün-regierten Pollerhochburgen Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg.


Dass sich Verkehrslärm gegen den Lärm in begrünten Partymeilen mitunter

ausnimmt wie ruhiges Klaviergeklimper, ficht Hidalgo nicht an. Sie hat

bereits die Schnellstraßen entlang der Seine zu Gärten gemacht, nun

sollen die achtspurigen Champs-Élysées folgen.


*Wenn die Welt das Klima nicht retten will, machen wir das allein


*Wenn sich die Welt nicht zur Rettung des Klimas durchringen kann,

machen wir das in Paris eben ganz alleine, lautet das Credo der

Bürgermeisterin. Hybris ist gar kein Ausdruck, aber die taz sieht keine

Alternative: „Hidalgo macht vor, wie wichtig es heute für

Kommunalpolitiker:innen ist, die Handlungsfenster zu nutzen, die ihnen

offenstehen. Gerade wenn die Verkehrswende und der Klimaschutz auf

nationaler oder internationaler Ebene ausgebremst werden, braucht es

mutige Politik in Städten und Gemeinden.“


Die Berliner Grünen werden sich das kaum zweimal sagen lassen. Derart

angefeuert, werden sie nun wohl mindestens die Karl-Marx-Allee den

Landschaftsgärtnern übereignen wollen, Unter den Linden sowieso: Da

stehen schließlich schon Bäume.


*Berlin müsste bürgerkriegsähnliche Zustände befürchten


*Bei einer Volksabstimmung à la française wäre in Berlin mit einer

kräftigen Mobilisierung der Autoliebhaber zu rechnen. Sollten die

regierenden Grünen sich an ihre bewährten Rezepte halten und stille

Bürgerbeteiligungsverfahren ablaufen lassen, von denen kaum jemand etwas

mitbekommt – Berlin müsste bürgerkriegsähnliche Zustände befürchten.

Manch Pollergegner hat schon jetzt einen Hang zur zumindest verbalen

Militanz.


In der Stadt der Liebe könnte die Begrünung übrigens auch ohne brennende

Barrikaden und gelbe Westen noch verhindert werden. Im kommenden Jahr

wählt die Stadt eine neue Regierung. Sollten die Konservativen an die

Macht kommen, dürften sie Hidalgos Pläne stillschweigend fallen lassen.

Auch in Berlin werden Bezirksämter und Landesparlament 2026 neu besetzt.

Angesichts des Behördentempos scheint das beruhigend wenig Zeit,

botanische Fakten zu schaffen. Aber man sollte den Tag nicht vor dem

Abend loben.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

25.03.2025

Milei-Stabschef: Argentinien gibt Nazi-Akten frei

berliner-zeitung.de, 25.03.2025 12:11 Uhr, Katerina Alexandridi

Nach dem Zweiten Weltkrieg galt Argentinien als sicherer Hafen für Nazis. Jetzt will Präsident Javier Milei Regierungsakten freigeben.


Argentiniens Präsident Javier Milei will Regierungsdokumente über Nazis freigeben.Luis Robayo/AFP


Argentinien plant die Freigabe von Regierungsdokumenten über Nazis, die nach der Kapitulation Deutschlands 1945 in das lateinamerikanische Land geflohen sind. Dies hat der Stabschef von Präsident Javier Milei bekanntgegeben.

In einem am Montag ausgestrahlten Interview mit dem Fernsehsender DNews sagte Guillermo Francos, Milei habe diese Entscheidung nach einem Treffen mit dem US-Senator Steve Daines im vergangenen Monat getroffen. Daines, ein Republikaner aus dem US-Bundesstaat Montana, setzt sich seit Jahren für die Freigabe der Dokumente ein.

Nach Angaben der argentinischen Regierung wird sich die Anordnung auf Dokumente im Zusammenhang mit Bank- und Finanztransaktionen sowie auf Akten des Verteidigungsministeriums erstrecken. „Präsident Milei hat die Freigabe aller Dokumente angeordnet, die sich im Besitz der staatlichen Behörden befinden, da es keinen Grund gibt, diese Informationen weiterhin zurückzuhalten“, erklärte Francos.

Milei hatte zuvor ein Dekret unterzeichnet, mit dem die Freigabe von geheimen Unterlagen über die Handlungen der argentinischen Streitkräfte während der Militärdiktatur von 1976 bis 1983, nach dem Sturz von Isabel Perón, beschleunigt werden sollte. Beide Entscheidungen zielen darauf ab, entscheidende Momente der argentinischen Geschichte aufzuklären.

Nazi-„Rattenlinien“: Argentinien will Licht ins Dunkel bringen

Bereits im Februar hatte Milei bei einem Treffen mit Vertretern des Simon-Wiesenthal-Zentrums volle Zusammenarbeit bei der Gewährung des Zugangs zu den Dokumenten zugesagt. Insbesondere geht es um Akten, die sich auf die Finanzierung der so genannten „Rattenlinie“ beziehen, die Nazis in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg die Flucht aus Europa ermöglichte. Bis zu 10.000 Nazis und andere Kriegsverbrecher entzogen sich der Justiz, indem sie nach Argentinien und in andere Länder flohen.

Mit der Freigabe der Nazi-Akten will nun Buenos Aires bisher unbekannte Details über den Aufenthalt und die Aktivitäten von NS-Verbrechern wie dem Holocaust-Architekten Adolf Eichmann und dem berüchtigten KZ-Arzt Josef Mengele in Argentinien enthüllen.


Wegen Mileis Sparpolitik: Argentinische Rentner und Fußballfans geraten mit Polizei aneinander

Von Anika Schlünz

Inflation

13.03.2025


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Info: https://www.berliner-zeitung.de/news/argentinien-gibt-nazi-akten-frei-milei-stabschef-li.2310458


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25.03.2025

Fritz Streletz: Der im Wendeherbst den Frieden sicherte

aus e-mail von Doris Pumphrey, 25. März 2025, 14:25 Uhr


Berliner Zeitung 25.3.2025

<https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/der-im-wendeherbst-den-frieden-sicherte-nachruf-auf-den-oberkommandierenden-fritz-streletz-li.2310445>


*Der im Wendeherbst den Frieden sicherte –

Nachruf auf den Oberkommandierenden Fritz Streletz


*Fritz Streletz arbeitete 1989 den Befehl aus, der Schüsse auf

Demonstranten verbot. Die Friedliche Revolution ist auch ihm zu danken.

Nun ist der letzte hohe DDR-Militär gestorben.


/Von Maritta Adam-Tkalec

/

Der Nichtschießbefehl erging am 3. November 1989, einen Tag vor der

Demonstration der Hunderttausenden für eine neue DDR auf dem

Alexanderplatz. Egon Krenz, seit zwei Wochen der führende Mann der DDR,

hatte in seiner Funktion als Vorsitzender des Nationalen

Verteidigungsrates befohlen: „7. Die Anwendung der Schusswaffe im

Zusammenhang mit möglichen Demonstrationen ist grundsätzlich verboten.“

Die Ausarbeitung des insgesamt elf Punkte umfassenden Befehls Nr. 11/89

hatte Fritz Streletz übernommen, Stellvertreter des Ministers für

Nationale Verteidigung der DDR, Chef des Hauptstabes der Nationalen

Volksarmee und Sekretär des Nationalen Verteidigungsrates.


Nicht mit Waffengewalt gegen das eigene Volk auf den Straßen der DDR

vorzugehen, diese Grundhaltung trug maßgeblich zum Wunder der

Friedlichen Revolution bei. Generaloberst Fritz Streletz sicherte die

Einhaltung der Anweisung, bis er am 31. Dezember 1989 abgesetzt wurde.

Er hatte die Befehlsgewalt im Herbst 1989. Er nutzte diese Macht, um

großes Leid zu verhindern. So konnte er sein Gewissen frei von schweren

Fehlern halten.


Am 24. März 2025 ist Fritz Streletz im Alter von 98 Jahren nach langer

schwerer Krankheit in einer Pflegeeinrichtung in Oranienburg gestorben.


*NVA-Soldaten vor Gewissenskonflikten bewahrt


*Fritz Streletz muss zu jenen gehört haben, die der damalige

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) 2011 im Auge hatte, als

er vorschlug, jene Angehörigen der Nationalen Volksarmee als Vorbilder

in den Traditionskanon der Bundeswehr aufzunehmen, die „zuverlässig und

diszipliniert ihre Waffen- und Munitionsbestände vor Missbrauch“

schützten. Streletz war als Oberkommandierender aller Streitkräfte deren

Vorgesetzter, sie handelten offenkundig im Geiste seiner Anweisungen.

Den etwa 150.000 zu jener Zeit aktiven NVA-Soldaten blieb ein schwerer

Gewissenskonflikt erspart. Sie durften davon ausgehen, dass sie in den

Kasernen bleiben würden.


Streletz sorgte mit seinen exzellenten Verbindungen zu den sowjetischen

Streitkräften dafür, dass weder in Leipzig Panzer rollten noch die

sowjetischen Truppen zu ihren eigentlich routinemäßig anstehenden

Herbstmanövern ausrückten.


De Mazière hob in seiner Rede auch Oberstleutnant Harald Jäger hervor,

der am Grenzübergang Bornholmer Straße am 9. November 1989 entschieden

hatte, den Schlagbaum zu öffnen. Die Entscheidung wurde getragen von

denen, die in jener Nacht über die Geschicke des Landes entschieden:

Egon Krenz, der die Gesamtverantwortung trug, an seiner Seite

Politbüromitglieder Siegfried Lorenz, Wolfgang Herger und der Sekretär

des Nationalen Verteidigungsrates Fritz Streletz.


De Mazières Ansinnen von 2011, die Menschen anzuerkennen, die im

Wendewinter das Richtige getan hatten, fand kein Echo. Die Initiative

versandete, seine Rede, die er bei der Eröffnung des Militärhistorischen

Museums Dresden im Oktober 2011 hielt und in der er einen erweiterten

Begriff von Traditionsbildung für die Bundeswehr anregte, wurde nicht

öffentlich aufgegriffen. Die Männer in Uniform, die in ihren Kasernen

die Ruhe bewahrten, sinken ohne Anerkennung ins Grab.


*Ein Leben als Soldat


*Bei einem Telefonat anlässlich einer Interviewanfrage vor etwa zwei

Jahren meldete sich der alte Herr aus seinem Haus in Strausberg so, dass

man innerlich strammstand: feste Stimme, kurze, klare Sätze – ein

Militär durch und durch. Tatsächlich trat er früh in das Leben als

Soldat ein.


Geboren wurde Fritz Streletz am 28. September 1926 als Sohn eines

Bergmanns im oberschlesischen Friedrichsgrätz/ Kreis Oppeln. Nach der

Schule wurde er sofort, als Fünfzehnjähriger, Schüler an der

Heeres-Unteroffiziers-Vorschule in Deggendorf, wo er von 1941 bis 1943

blieb. 1944/ 45 war er als Unteroffizier der Wehrmacht im Einsatz. Das

Kriegsende kam für den 18-jährigen Infanteristen, als er im Februar 1945

in Kriegsgefangenschaft geriet.


Während der drei Jahre in der Sowjetunion ließ er sich durch Lehrgänge

und Gespräche von der kommunistischen Weltanschauung überzeugen. 1948

heimgekehrt, wurde er Volkspolizist. In den 1950er-Jahren absolvierte er

in der Sowjetunion eine gehobene Militärausbildung: erst einen Lehrgang

für Regimentskommandeure, später studierte er an der dortigen

Generalstabsakademie.


Mitte der 60er-Jahre wurde Generalmajor Streletz Stellvertreter des

Chefs des Hauptstabes der NVA, was er zwölf Jahre blieb. 1971, als Erich

Honecker an die Spitze der SED trat, folgte ihm Streletz als Sekretär

des Nationalen Verteidigungsrates der DDR und blieb das bis 1989. Egon

Krenz schreibt in seiner Autobiografie zu diesem Amtswechsel: „Die

Funktion war fortan ohne inhaltliche Vollmachten. In allen wesentlichen

Sicherheitsfragen hatte der Vorsitzende des Verteidigungsrates, Erich

Honecker, das letzte Wort.“


An mächtigen Positionen saß Streletz gleichwohl: 1979 wurde er

Stellvertreter des Verteidigungsministers, gehörte als Stellvertreter

des Oberkommandierenden der Streitkräfte des Warschauer Vertrages der

militärischen Führung des Ostblocks an.


Was Fritz Streletz von Loyalität hielt, sagte er Egon Krenz kurz und

knapp, als dieser den Militär über die Absicht informierte, Erich

Honecker im Politbüro abzusetzen: „Ich bin nicht auf Personen vereidigt,

sondern auf die Deutsche Demokratische Republik.“


Im Mai 1991 ließ die Staatsanwaltschaft Berlin Streletz verhaften; im

Februar 1992 wurde Anklage erhoben. Das Landgericht Berlin verurteilte

ihn nach 28 Monaten U-Haft im September 1993 als Mitverantwortlichen des

Grenzregimes an der Berliner Mauer wegen Anstiftung zum Totschlag zu

fünfeinhalb Jahren Haft. Im Oktober 1997 wurde der Generaloberst a.D.

vorzeitig entlassen.


Das Urteil hat Streletz nicht akzeptiert. Seine Haltung hat er in einem

2011 erschienenen Buch dargelegt, geschrieben gemeinsam mit seinem

früheren Chef, Verteidigungsminister Heinz Keßler. Es trägt den Titel:

„Ohne Mauer hätte es Krieg gegeben“. Noch als 90-Jähriger trat der

vitale Herr öffentlich auf, gern auch mal in Uniform, vor allem bei

Treffen mit alten Genossen, und beharrte: „Die BRD hätte mir einen Orden

verleihen müssen, anstatt mich ins Gefängnis zu werfen.“


Das letzte Urteil bleibt späteren Generationen überlassen.


unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

25.03.2025

Alterspräsident Gregor Gysi eröffnet 21. Deutschen Bundestag – und kommt ganz im Mainstream an

freedert.online, 25 Mär. 2025 13:17 Uhr

Der 21. Deutsche Bundestag ist in Berlin zusammen getreten. Die konstituierende Sitzung des Parlaments wurde von Gregor Gysi (Die Linke) eröffnet. Gysi ist der dienstälteste Abgeordnete. Der Bundestag hatte seine Geschäftsordnung dahingehend geändert, dass nicht mehr das älteste Parlamentsmitglied diese Rolle übernimmt.


Quelle: www.globallookpress.com © Juliane Sonntag via www.imago-images.de


Gregor Gysi, Abgeordneter der Fraktion Die Linke, hält als Alterspräsident die Eröffnungsrede während der konstituierenden Sitzung des 21. Deutschen Bundestages in Berlin, 25. März 2025


Nach der bis 2017 bestehenden Regelung hätte eigentlich Alexander Gauland (AfD, 84 Jahre) als Alterspräsident den 21. Bundestag eröffnen sollen. Da nun die Dienstjahre im Parlament zählen, kommt heute Gregor Gysi (Die LINKE, 77 Jahre) dieser Aufgabe nach.

Ein Antrag zur Geschäftsordnung, der vom Geschäftsführer der AfD-Fraktion eingebracht wurde, wurde nach Interventionen von Abgeordneten der CDU, Grünen und Linken von den Mitgliedern des Bundestages abgelehnt.

Bauman hatte es als "perfide und erbärmlich" bezeichnet, dass ausgerechnet Gregor Gysi als dienstältester Abgeordneter die Sitzung eröffne – anstelle von Alexander Gauland.


Liveticker Bundestagswahl – CSU-Hinterbänkler wirft AfD Manipulation der Wähler vor





Liveticker Bundestagswahl – CSU-Hinterbänkler wirft AfD Manipulation der Wähler vor






Russlands "völkerrechtswidriger Angriffskrieg"

In seiner Eröffnungsrede kam Gysi, der sich als Vertreter einer Minderheit bezeichnete, schon nach wenigen einleitenden Worten auf den Krieg in der Ukraine zu sprechen. Russland habe die Ukraine völkerrechtswidrig angegriffen. Die NATO und die Bundeswehr müssten daher in der Lage sein oder wieder versetzt werden, Russland von einem Angriff auf die europäischen Länder abzuschrecken. Wenn Frankreich eine Armee habe, die dazu fähig sei, das Land zu verteidigen, müsse Gleiches auch für die Bundeswehr gelten.

Was den Umgang mit deutscher Geschichte betreffe, müsse sowohl ein Otto von Bismarck als bedeutende historische Persönlichkeit und Konservativer gewürdigt werden. Man solle an ihn erinnern, solle ihn aber auch kritisieren dürfen. Das Gleiche sollte nach Gysis Meinung aber auch für eine Sozialistin wie Clara Zetkin gelten, nach der beispielsweise Straßen benannt werden sollten. Gysi machte darüber hinaus den Vorschlag, die Universität Trier nach Karl Marx zu benennen, schließlich zähle er zu den bedeutendsten "Söhnen unseres Volkes", worüber man sich im Ausland einig sei.

Im weiteren Verlauf seiner Rede betonte Gysi die Notwendigkeit, die Lehren aus der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts zu beherzigen. Die Erinnerung an den faschistischen Holocaust dürfe nicht relativiert werden. Daraus resultiere auch eine Verpflichtung für die Bundesrepublik Deutschland, Israel zu unterstützen. Der jahrzehntelange Nahost-Konflikt verpflichte Berlin aber gleichfalls zur Solidarität mit den Palästinensern.


Im Herbst ist Krieg – Deutscher Professor irritiert mit Panikmache





Meinung

Im Herbst ist Krieg – Deutscher Professor irritiert mit Panikmache





Proteste, Aufarbeitung und Soziales

An die junge Generation gewandt, mahnte Gysi an, Protestformen zu finden, die die Bevölkerung gewinnen könnten – bei allem Verständnis für den "Klimaschutz".

Zur "Aufarbeitung" der Corona-Maßnahmen trat Gysi für die Einsetzung einer Enquetekommission ein, da zu häufig über die Gegner der Corona-Politik gesprochen worden sei, aber zu wenig mit ihnen.

Gysi bemängelte den Umstand, dass zu viele Jugendliche ohne Schul- und Bildungsabschluss in das Berufsleben eintreten müssten. Der Zugang zu Bildung, aber auch Kunst und Sport dürfe nicht beschränkt oder von den finanziellen Möglichkeiten des Elternhauses abhängig sein.

In diesem Zusammenhang plädierte Gysi dafür, das für die Bundesländer bestehende Kooperationsverbot auf dem Bildungsgebiet in ein Kooperationsgebot umzuwandeln, damit Gleichwertigkeit und Vergleichbarkeit von Schulzeugnissen in allen Bundesländern gegeben seien. Bildungspolitisch sollte sich Deutschland beispielsweise an Frankreich oder Finnland orientieren.

Gysi gab dem neuen Bundestag und der kommenden Bundesregierung mit auf den Weg, im Sinne der sozialen Gerechtigkeit eine Regelung zu treffen, wonach die Löhne und Gehälter an die Inflation angepasst werden, wie dies in Belgien der Fall sei. Die Anpassung läge auch im Interesse der Unternehmen, da so die Kaufkraft der abhängig Beschäftigten erhalten bliebe.


Zoff mit der SPD: Scheitern Merz' Koalitonspläne an der Migrationsfrage?





Zoff mit der SPD: Scheitern Merz' Koalitonspläne an der Migrationsfrage?






Migration und andere übergreifende Fragen

Was die Migrationsproblematik angeht, hält Gysi die Zuwanderung von 400.000 Fachkräften für notwendig. Zur Lösung anderer drängender Fragen schlug Gregor Gysi die Einsetzung von überparteiliche Gremien innerhalb des Bundestages vor, die sich etwa mit der Sicherung der Rente, der Steuergerechtigkeit und dem Abbau der Bürokratie beschäftigen sollen.

In einem weiteren außenpolitischen Exkurs bemerkte Gysi zu Wahl von Donald Trump, dass die deutsche Politik die Entscheidung des US-amerikanischen Volkes respektieren müsse. Allerdings könnten die Pläne des neuen US-Präsidenten in Bezug auf Panama, Kanada oder Grönland zum Zerfall des westlichen Bündnisses führen. Gysi wörtlich:

"Wir müssen Dänemark unterstützen. Doch dann wäre die NATO tot."

Im Schlussteil seiner Eröffnungsrede schlug Gysi unter Bezugnahme auf die Rede Richard von Weizsäckers vom 8. Mai 1985 vor, wenigstens in diesem Jahr, in dem sich das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa zum achtzigsten Mal jährt, den 8. Mai zum Feiertag zu erklären, wobei er für eine dauerhafte Regelung eintrat. Schließlich sei in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern auch der 8. März ein Feiertag – und solle dies auch bundeseinheitlich werden.


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                                                                                                                                   (Screenshot)

Video https://rumble.com/v6r4uue-deutschland-und-eu-planen-einen-krieg-gegen-russland.html

Dauer 20:55 min   (ggf. Falschauslegung Artikel 51 Charta der Vereinigten Nationen ab min. 6:49)


Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Info: https://freedert.online/inland/240593-alterspraesident-gregor-gysi-eroeffnet-21


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