Ausstieg wird teuer, Drohnenwall wird konkret – und de Sommer war tödlich
lostineu.eu, 23. September 2025
Die Watchlist EUropa vom 23. September 2025 – Heute mit News und Updates zum geplanten Verbot von Flüssiggas aus Russland, zu neuen Kriegsplanungen der EU und zu den Folgen der Hitzewelle 2024
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Nach massivem Druck von US-Präsident Trump will die EU schneller aus russischem Flüssiggas (LNG) aussteigen. Außerdem will sie gegen Raffinerien, Ölhändler und petrochemische Unternehmen in Drittländern einschließlich China vorgehen.
Dies geht aus dem Entwurf zum 19. Sanktionspaket hervor, den EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen in Brüssel vorgelegt hat.
“Russlands Kriegswirtschaft wird durch Einnahmen aus fossilen Brennstoffen gestützt”, sagte von der Leyen. “Es ist Zeit, den Hahn zuzudrehen.”
Deshalb soll das Importverbot für russisches LNG auf Januar 2027 vorgezogen werden – ein Jahr früher als bisher geplant.
Auch Deutschland bezieht LNG aus Russland
Wie der schnellere Ausstieg vonstatten gehen soll, ist unklar. Russlands Anteil an Erdgasimporten betrug 2024 noch 19 Prozent. Dies ist vor allem auf Flüssiggas zurückzuführen.
Bisher war die Einfuhr von russischem LNG nicht verboten. Als Hauptabnehmer gelten Belgien, Frankreich und Spanien. Über den belgischen Hafen Seebrügge kommt das Gas aber auch nach Deutschland.
Das bundeseigene deutsche Energieunternehmen SEFE hat im laufenden Jahr rund 50 LNG-Lieferungen aus Russland eingeplant. Wert: ca. 2 Milliarden Euro.
Die USA würden vom Verbot profitieren
Die USA würden vom Verbot für russisches Gas profitieren. Sie sind schon jetzt der größte Exporteur von LNG weltweit. Von der Leyen hat Trump weitere Energiekäufe im Wert von 750 Mrd. Dollar zugesagt.
Allerdings ist das US-Gas deutlich teurer als das russische. Amerikanisches Frackinggas kostet 30 bis 40 Prozent mehr als russisches Pipelinegas. Deshalb könnten die Preise steigen.
„Ohne klare Ersatzstrategien riskiert Europa steigende Preise und Marktinstabilität“, warnt der Verband für die Gas- und Wasserstoffwirtschaft. Der Ausstieg würde also verdammt teuer.
Die EU-Kommission beschwichtigt: Man habe alles im Griff. Allerdings sehen das Ungarn und die Slowakei anders. Sie setzen weiter auf Gas und Öl aus Russland und könnten das 19. Sanktionspaket deshalb blockieren…
Siehe auch Von der Leyen beugt sich schon wieder Trumps Druck
News & Updates
- Der “Drohnenwall” nimmt Gestalt an. Bisher war es nur ein vager Plan mit einem abschreckenden Namen: Von der Leyens “Drohnenwall” für Osteuropa erinnert an den Ostwall, den die Nazis im Oder-Warthe-Bogen errichtet haben – vergeblich, wie man heute weiß. Doch nun nimmt das Kriegsprojekt Gestalt an: am Freitag wollen sich sieben EU-Staaten mit der Kommission und der Ukraine beraten, um die Ostfront mit Drohnen aufzurüsten. – Angesichts der russischen Provokationen in Polen und Estland dürfe man keine Zeit verlieren, heißt es in Brüssel. Allerdings stellt sich die Frage, ob die Vorfälle nicht mächtig aufgebauscht wurden. Siehe dazu meine Einordnung hier
- Verhaftungswelle in Moldawien. Kurz vor der Parlamentswahl am Sonntag hat die pro-europäische Regierung in Moldau 74 Menschen verhaften lassen. Sie werden verdächtigt, an einer russischen Verschwörung gegen die Wahlen beteiligt zu sein. Regierungschefin Sandu macht seit Tagen massiv Stimmung gegen Russland – offenbar fürchtet sie eine Wahlniederlage. Dabei hat sich die EU mit aller Kraft in den Wahlkampf geworfen…
- Brüssel plant “Diebstahl” durch die Hintertür. Die EU-Kommission plant den Zugriff auf das eingefrorene russische Vermögen. Es wäre ein “Diebstahl” durch die Hintertür – die “Beute” ist für die Ukraine bestimmt. Mit den “Reparationsdarlehen” würde auch Deutschland ein erhebliches Risiko eingehen. – Mehr im Blog
- Amnesty fordert Aus für Rückführungsverordnung. Die neuen EU-Regelungen sollen es erstmals ermöglichen, Menschen gegen ihren Willen in Länder abzuschieben, zu denen sie überhaupt keine Verbindung haben. Ein Bündnis von 200 Organisationen findet das inhuman – und fordert die Rücknahme.
Das Letzte
Der Sommer war tödlich. Aufgepasst – wir reden nicht vom vergangenen Sommer, der trotz vieler Hitze-Warnungen eher durchwachsen ausgefallen ist. Vielmehr geht es um den “Rekordsommer” 2024: Laut einer aktuellen Studie sind im vergangenen Jahr mehr als 62.000 Menschen an den Folgen extremer Hitze gestorben. Demnach war Italien mit geschätzten 19.000 Todesfällen das Land mit den meisten Hitzetoten, gefolgt von Spanien und Deutschland mit jeweils mehr als 6000 Hitzetoten. Schlimm! Allerdings ist dies nicht nur eine Folge der Hitze, die auf den Klimawandel zurückgeführt wird, sondern auch der mangelnden Vorbereitung. Aus Sicht der Forscher des Barcelona Institute for Global Health könnte ein Frühwarnsystem dazu beitragen, besonders gefährdete Menschen wie Ältere vor gefährlichen Hitzewellen zu warnen. Wann greift die EU diesen Vorschlag endlich auf? Es wird höchste Zeit…
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‹ Russisches Vermögen: EU plant “Diebstahl” durch die Hintertür › Palästina: Macron drängt, Meloni wird bedrängt – und Merz wird abgehängt
2 Comments
Josef Brander
23. September 2025 @ 12:29Reparationen werden, ausser im Friedensvertrag anders festgelegt, vom Unterlegenen bezahlt.
Es sieht nicht so aus, wie wenn Russland den Krieg verliert, also bleibt der Nicht-Diebstahl an den Deutschen hängen.
Karl
23. September 2025 @
06:47
Was soll eine Warnung Älterer vor der Hitzewelle? Die entsprechenden Industrien stehen schon in den Startlöchern, um wohlhabende Eigenheimer und die Büros gehobener Angestellter mit Klimaanlagen auszustatten. Die Klimaanlagen treiben dann die Erdaufheizung weiter in die Höhe. Wir kennen das: „Wie das Industriesystem von seinen Mißständen profitiert“, (Buchtitel von Martin Jänicke zu Beginn der Umweltforschung: bis heute gültig).
Doch am stärksten aufgeheizt sind die Innenstädte, und dort wohnen meist Normalverdiener. Hält das Barcelona Insitute für sie Antworten bereit? Oder streut es uns Sand in die Augen?
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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.
Russisches Vermögen: EU plant “Diebstahl” durch die Hintertür
lostineu.eu, 22. September 2025
Die EU-Kommission plant den Zugriff auf das eingefrorene russische Vermögen. Es wäre ein “Diebstahl” durch die Hintertür – die “Beute” ist für die Ukraine bestimmt.
Ein Zugriff auf das eingefrorene russische Vermögen wäre “Diebstahl” und würde die EU und den Euro in Schwierigkeiten bringen, warnte der frühere deutsche Justizminister Buschmann (FDP). Die alte Ampel-Regierung schreckte denn auch vor dem Zugriff zurück.
Doch die neue Regierung unter F. Merz hat weniger Skrupel. Sie hat ihre grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, die erweiterte Nutzung der ca. 200 Mrd. Euro zu prüfen, die bei “Euroclear” in Belgien liegen. Es dürfe nur nicht nach Diebstahl aussehen, heißt es in Berlin.
Nun liegen erste Pläne der EU-Kommission vor. Sie sehen die Nutzung des russischen Vermögens vor, ohne es direkt anzutasten. Vielmehr soll es als Sicherheit für neue EU-Anleihen genutzt werden, die dann der Ukraine zugute kommen.
„Mit den Barguthaben, die mit diesen russischen Vermögenswerten verbunden sind, können wir der Ukraine ein Reparationsdarlehen gewähren“, sagte Kommissionschefin von der Leyen. „Die Vermögenswerte selbst bleiben unangetastet.“
Deutschland soll für Ukraine bürgen
Dennoch bleibt es Diebstahl – denn das russische Vermögen würde ja genutzt. Die Erträge würden sogar dem Gegner – der Ukraine – zugute kommen. Eine Rückzahlung soll erst erfolgen, wenn Russland sich bereit erklärt, Kriegs-Reparationen zu gewähren.
Auch für Deutschland gibt es eine unangenehme Hintertür: Die EU-Mitgliedstaaten mit der höchsten Kreditwürdigkeit, allen voran Deutschland, würden die “Reparationsdarlehen” mit Garantien absichern. Wenn die Ukraine pleite geht, müßten sie haften.
Finanzminister Klingbeil ist denn auch wenig begeistert. Doch angesichts des enormen Finanzbedarfs der Ukraine – der Krieg wird zu teuer – und knapper Kassen in Deutschland dürfte der SPD-Chef am Ende wohl zähneknirschend zustimmen…
Siehe auch Der Ukraine-Krieg wird zu teuer – nun helfen nur noch Tricks
‹ Luftraum-Verletzung in Estland – der fehlende Kontext › Ausstieg wird teuer, Drohnenwall wird konkret – und der Sommer war tödlich
9 Comments
Helmut Höft
23. September 2025 @ 11:08Sry, Linx vergessen: https://geopoliticaleconomy.com/2024/09/16/senator-lindsey-graham-ukraine-trillion-minerals/ und https://geopoliticaleconomy.com/2024/06/13/ukraine-12-trillion-minerals-west-china-russia/
Ben Norton sollte gelesen und mehr wahrgenommen werden. Seine Berichte/Analysen sind immer sehr gut.
Helmut Höft
23. September 2025 @
11:05
Es gibt noch ‘ne Lösung: Die Amis lösen das Problem! “Trump! Wo du doch “so wunderbare” Deals über Rohstoffe* mit der Ukraine gemacht hast: Gehe hin und schütze deine Deals! That’s easy, buddy, just “send in the marines” (https://de.wikipedia.org/wiki/United_States_Marine_Corps) and you’re done – and perhaps within 24 h(!) there will be peace!”
Das könnte Röschen, als Follower Trumps, doch regeln? Notfalls auf französich.
*hier noch was zu Rohstoffen und “Deals” US/UA: “US Senator Lindsey Graham: Ukraine sits on ‘trillion dollars worth of minerals that could be good for our economy’ “
Monika
23. September 2025 @
10:29
…”Rückzahlung soll erst erfolgen, wenn Russland sich bereit erklärt, Kriegs-Reparationen zu gewähren.“
Das ist ein typisches Text-Beispiel wenn mit KI “gespielt” wird und danach die Texte nur maximal noch “überflogen” werden. Klingt auf den ersten Blick “stimmig”. Ist es aber bei eingehnderer Betrachtung nicht. Diese “schnelle und elegante” Option Ki Texte glätten und redigieren zu lassen wird hier perfekt augenfällig. Will aber im Gewusel des “allzeit und so schnell wie möglich” niemand mehr so recht wahrhaben. Weniger, aber saubere konzentrierte Texte, wären wesentlich wirkungsvoller, da es sich lohn, sie auch aufmerksam zu lesen. Vielleicht ist es gewoll, dass möglichst viel nur noch überflogen und sofort wieder durch die nächste aufgeplusterte “Neuigkeit” (meist alter Wein in neuer Verpackung) überlagert wird und niemand mehr so genau hinsieht, geschweige denn nachdenkt. Die user informieren sich zu Tode…
ebo
23. September 2025 @ 10:48Sorry, aber dieser Text ist nicht mit KI geschrieben, sondern mit EU ????
Im Ernst: die Pläne der EU-Kommission sind noch sehr vage. Entsprechend vage fällt denn auch meine Formulierung aus.
AI (Perplexity) nutze ich nur zur Recherche; von AI generierte Texte werden als solche gekennzeichnet!
Thomas Damrau
23. September 2025 @
07:58
Habe ich das richtig verstanden: Das russische Vermögen soll als Sicherheit für EU-Kredite genutzt werden, die gleichzeitig von EU-Staaten „garantiert“ werden? Also ist die EU Gläubiger und Bürge gleichzeitig. Aha, hätte Loriot jetzt gesagt.
„Eine Rückzahlung soll erst erfolgen, wenn Russland sich bereit erklärt, Kriegs-Reparationen zu gewähren.“ Eine seltsame Formulierung: Reparationen gewährt man nicht, sondern man wird gezwungen, diese zu zahlen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies geschieht, liegt nahe bei null. Deshalb gibt es zwei Varianten:
— Der Krieg endet und im Friedensvertrag steht, dass Russland großzügig akzeptiert, dass das eingefrorene Vermögen der Ukraine zugutekommt. Unwahrscheinlich.
— Der Krieg endet und im Friedensvertrag steht, dass die EU das eingefrorene Vermögen wieder für Russland freigibt. Damit kann die EU als Gläubiger der Ukraine (und Bürge) die 200 Milliarden Kredit als Verlust abschreiben – und nach weiteren Sozialleistungen suchen, die man kürzen kann.
Erneuerung
22. September 2025 @
14:01
Die verwirrten und hasserfüllten Europäer hören nicht eher mit ihren Totentänzen auf, bis alle Länder Europas zahlungsunfähig sind und niemand ihnen mehr eine Bürgschaft gewährt. Dann bleibt den demokratischsten aller Demokraten vielleicht weiter nichts übrig, als das letzte Tafelsilber an BRICS zu verscherbeln. Und somit ist dann Mittel- und Westeuropa ohne russische Militäraktion komplett in deren Einflussbereich. Ist das das eigentliche Ziel?
european
22. September 2025 @
13:33
Super Idee.
Ich geh dann mal zu meiner Hausbank, nehme einen Kredit auf und biete als Sicherheit eine Hypothek auf das Haus meines Nachbarn, oder besser noch, auf das Haus von Friedrich Merz ????
Man kann nichts als Sicherheit bieten, was einem nicht gehört.
Merz ist Rechtsanwalt und sollte das wissen. Keine seriöse Bank wird sich darauf einlassen.
Die Tatsache, dass sie diese olle Kamelle wieder ausgraben, zeigt mir eigentlich nur, wie sehr sie mit ihrem Latein am Ende sind. Da kommt auch nichts mehr.
KK
22. September 2025 @ 16:12Sie sind mit ihrem Geld am Ende – für ein „pecunia non olet“ reicht deren Latein aber sicherlich noch…
KK
22. September 2025 @
13:31
„Wenn die Ukraine pleite geht, müßten sie haften.“
Ist sie das nicht eigentlich längst?
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unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.























Quelle: Sputnik © Ilja Pitalew