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23.09.2025

Ausstieg wird teuer, Drohnenwall wird konkret – und de Sommer war tödlich

lostineu.eu, 23. September 2025

Die Watchlist EUropa vom 23. September 2025 – Heute mit News und Updates zum geplanten Verbot von Flüssiggas aus Russland, zu neuen Kriegsplanungen der EU und zu den Folgen der Hitzewelle 2024

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Nach massivem Druck von US-Präsident Trump will die EU schneller aus russischem Flüssiggas (LNG) aussteigen. Außerdem will sie gegen Raffinerien, Ölhändler und petrochemische Unternehmen in Drittländern einschließlich China vorgehen.

Dies geht aus dem Entwurf zum 19. Sanktionspaket hervor, den EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen in Brüssel vorgelegt hat.

“Russlands Kriegswirtschaft wird durch Einnahmen aus fossilen Brennstoffen gestützt”, sagte von der Leyen. “Es ist Zeit, den Hahn zuzudrehen.”

Deshalb soll das Importverbot für russisches LNG auf Januar 2027 vorgezogen werden – ein Jahr früher als bisher geplant.

Auch Deutschland bezieht LNG aus Russland

Wie der schnellere Ausstieg vonstatten gehen soll, ist unklar. Russlands Anteil an Erdgasimporten betrug 2024 noch 19 Prozent. Dies ist vor allem auf Flüssiggas zurückzuführen.

Bisher war die Einfuhr von russischem LNG nicht verboten. Als Hauptabnehmer gelten Belgien, Frankreich und Spanien. Über den belgischen Hafen Seebrügge kommt das Gas aber auch nach Deutschland.

Das bundeseigene deutsche Energieunternehmen SEFE hat im laufenden Jahr rund 50 LNG-Lieferungen aus Russland eingeplant. Wert: ca. 2 Milliarden Euro.

Die USA würden vom Verbot profitieren

Die USA würden vom Verbot für russisches Gas profitieren. Sie sind schon jetzt der größte Exporteur von LNG weltweit. Von der Leyen hat Trump weitere Energiekäufe im Wert von 750 Mrd. Dollar zugesagt.

Allerdings ist das US-Gas deutlich teurer als das russische. Amerikanisches Frackinggas kostet 30 bis 40 Prozent mehr als russisches Pipelinegas. Deshalb könnten die Preise steigen.

„Ohne klare Ersatzstrategien riskiert Europa steigende Preise und Marktinstabilität“, warnt der Verband für die Gas- und Wasserstoffwirtschaft. Der Ausstieg würde also verdammt teuer.

Die EU-Kommission beschwichtigt: Man habe alles im Griff. Allerdings sehen das Ungarn und die Slowakei anders. Sie setzen weiter auf Gas und Öl aus Russland und könnten das 19. Sanktionspaket deshalb blockieren…

Siehe auch Von der Leyen beugt sich schon wieder Trumps Druck

News & Updates

  • Der “Drohnenwall” nimmt Gestalt an. Bisher war es nur ein vager Plan mit einem abschreckenden Namen: Von der Leyens “Drohnenwall” für Osteuropa erinnert an den Ostwall, den die Nazis im Oder-Warthe-Bogen errichtet haben – vergeblich, wie man heute weiß. Doch nun nimmt das Kriegsprojekt Gestalt an: am Freitag wollen sich sieben EU-Staaten mit der Kommission und der Ukraine beraten, um die Ostfront mit Drohnen aufzurüsten. – Angesichts der russischen Provokationen in Polen und Estland dürfe man keine Zeit verlieren, heißt es in Brüssel. Allerdings stellt sich die Frage, ob die Vorfälle nicht mächtig aufgebauscht wurden. Siehe dazu meine Einordnung hier
  • Verhaftungswelle in Moldawien. Kurz vor der Parlamentswahl am Sonntag hat die pro-europäische Regierung in Moldau 74 Menschen verhaften lassen. Sie werden verdächtigt, an einer russischen Verschwörung gegen die Wahlen beteiligt zu sein. Regierungschefin Sandu macht seit Tagen massiv Stimmung gegen Russland – offenbar fürchtet sie eine Wahlniederlage. Dabei hat sich die EU mit aller Kraft in den Wahlkampf geworfen…
  • Brüssel plant “Diebstahl” durch die Hintertür. Die EU-Kommission plant den Zugriff auf das eingefrorene russische Vermögen. Es wäre ein “Diebstahl” durch die Hintertür – die “Beute” ist für die Ukraine bestimmt. Mit den “Reparationsdarlehen” würde auch Deutschland ein erhebliches Risiko eingehen. – Mehr im Blog
  • Amnesty fordert Aus für Rückführungsverordnung. Die neuen EU-Regelungen sollen es erstmals ermöglichen, Menschen gegen ihren Willen in Länder abzuschieben, zu denen sie überhaupt keine Verbindung haben. Ein Bündnis von 200 Organisationen findet das inhuman – und fordert die Rücknahme.

Das Letzte

Der Sommer war tödlich. Aufgepasst – wir reden nicht vom vergangenen Sommer, der trotz vieler Hitze-Warnungen eher durchwachsen ausgefallen ist. Vielmehr geht es um den “Rekordsommer” 2024:  Laut einer aktuellen Studie sind im vergangenen Jahr mehr als 62.000 Menschen an den Folgen extremer Hitze gestorben. Demnach war Italien mit geschätzten 19.000 Todesfällen das Land mit den meisten Hitzetoten, gefolgt von Spanien und Deutschland mit jeweils mehr als 6000 Hitzetoten. Schlimm! Allerdings ist dies nicht nur eine Folge der Hitze, die auf den Klimawandel zurückgeführt wird, sondern auch der mangelnden Vorbereitung. Aus Sicht der Forscher des Barcelona Institute for Global Health könnte ein Frühwarnsystem dazu beitragen, besonders gefährdete Menschen wie Ältere vor gefährlichen Hitzewellen zu warnen. Wann greift die EU diesen Vorschlag endlich auf? Es wird höchste Zeit… 

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2 Comments

  1. Josef Brander
    23. September 2025 @ 12:29

    Reparationen werden, ausser im Friedensvertrag anders festgelegt, vom Unterlegenen bezahlt.
    Es sieht nicht so aus, wie wenn Russland den Krieg verliert, also bleibt der Nicht-Diebstahl an den Deutschen hängen.

Antworten

  • Karl
    23. September 2025 @ 06:47

    Was soll eine Warnung Älterer vor der Hitzewelle? Die entsprechenden Industrien stehen schon in den Startlöchern, um wohlhabende Eigenheimer und die Büros gehobener Angestellter mit Klimaanlagen auszustatten. Die Klimaanlagen treiben dann die Erdaufheizung weiter in die Höhe. Wir kennen das: „Wie das Industriesystem von seinen Mißständen profitiert“, (Buchtitel von Martin Jänicke zu Beginn der Umweltforschung: bis heute gültig).

    Doch am stärksten aufgeheizt sind die Innenstädte, und dort wohnen meist Normalverdiener. Hält das Barcelona Insitute für sie Antworten bereit? Oder streut es uns Sand in die Augen?

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    Info: 

    https://lostineu.eu/ausstieg-wird-teuer-drohnenwall-wird-konkret-und-der-sommer-war-toedlich/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    Russisches Vermögen: EU plant “Diebstahl” durch die Hintertür


    lostineu.eu, 22. September 2025

    Die EU-Kommission plant den Zugriff auf das eingefrorene russische Vermögen. Es wäre ein “Diebstahl” durch die Hintertür – die “Beute” ist für die Ukraine bestimmt.

    Ein Zugriff auf das eingefrorene russische Vermögen wäre “Diebstahl” und würde die EU und den Euro in Schwierigkeiten bringen, warnte der frühere deutsche Justizminister Buschmann (FDP). Die alte Ampel-Regierung schreckte denn auch vor dem Zugriff zurück.

    Doch die neue Regierung unter F. Merz hat weniger Skrupel. Sie hat ihre grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, die erweiterte Nutzung der ca. 200 Mrd. Euro zu prüfen, die bei “Euroclear” in Belgien liegen. Es dürfe nur nicht nach Diebstahl aussehen, heißt es in Berlin.

    Nun liegen erste Pläne der EU-Kommission vor. Sie sehen die Nutzung des russischen Vermögens vor, ohne es direkt anzutasten. Vielmehr soll es als Sicherheit für neue EU-Anleihen genutzt werden, die dann der Ukraine zugute kommen.

    „Mit den Barguthaben, die mit diesen russischen Vermögenswerten verbunden sind, können wir der Ukraine ein Reparationsdarlehen gewähren“, sagte Kommissionschefin von der Leyen. „Die Vermögenswerte selbst bleiben unangetastet.“

    Deutschland soll für Ukraine bürgen

    Dennoch bleibt es Diebstahl – denn das russische Vermögen würde ja genutzt. Die Erträge würden sogar dem Gegner – der Ukraine – zugute kommen. Eine Rückzahlung soll erst erfolgen, wenn Russland sich bereit erklärt, Kriegs-Reparationen zu gewähren.

    Auch für Deutschland gibt es eine unangenehme Hintertür: Die EU-Mitgliedstaaten mit der höchsten Kreditwürdigkeit, allen voran Deutschland, würden die “Reparationsdarlehen” mit Garantien absichern. Wenn die Ukraine pleite geht, müßten sie haften.

    Finanzminister Klingbeil ist denn auch wenig begeistert. Doch angesichts des enormen Finanzbedarfs der Ukraine – der Krieg wird zu teuer – und knapper Kassen in Deutschland dürfte der SPD-Chef am Ende wohl zähneknirschend zustimmen…

    Siehe auch Der Ukraine-Krieg wird zu teuer – nun helfen nur noch Tricks

    9 Comments

    1. Helmut Höft
      23. September 2025 @ 11:08

      Sry, Linx vergessen: https://geopoliticaleconomy.com/2024/09/16/senator-lindsey-graham-ukraine-trillion-minerals/ und https://geopoliticaleconomy.com/2024/06/13/ukraine-12-trillion-minerals-west-china-russia/

      Ben Norton sollte gelesen und mehr wahrgenommen werden. Seine Berichte/Analysen sind immer sehr gut.

    Antworten

  • Helmut Höft
    23. September 2025 @ 11:05

    Es gibt noch ‘ne Lösung: Die Amis lösen das Problem! “Trump! Wo du doch “so wunderbare” Deals über Rohstoffe* mit der Ukraine gemacht hast: Gehe hin und schütze deine Deals! That’s easy, buddy, just “send in the marines” (https://de.wikipedia.org/wiki/United_States_Marine_Corps) and you’re done – and perhaps within 24 h(!) there will be peace!”

    Das könnte Röschen, als Follower Trumps, doch regeln? Notfalls auf französich.

    *hier noch was zu Rohstoffen und “Deals” US/UA: “US Senator Lindsey Graham: Ukraine sits on ‘trillion dollars worth of minerals that could be good for our economy’ “

    Antworten

  • Monika
    23. September 2025 @ 10:29

    …”Rückzahlung soll erst erfolgen, wenn Russland sich bereit erklärt, Kriegs-Reparationen zu gewähren.“
    Das ist ein typisches Text-Beispiel wenn mit KI “gespielt” wird und danach die Texte nur maximal noch “überflogen” werden. Klingt auf den ersten Blick “stimmig”. Ist es aber bei eingehnderer Betrachtung nicht. Diese “schnelle und elegante” Option Ki Texte glätten und redigieren zu lassen wird hier perfekt augenfällig. Will aber im Gewusel des “allzeit und so schnell wie möglich” niemand mehr so recht wahrhaben. Weniger, aber saubere konzentrierte Texte, wären wesentlich wirkungsvoller, da es sich lohn, sie auch aufmerksam zu lesen. Vielleicht ist es gewoll, dass möglichst viel nur noch überflogen und sofort wieder durch die nächste aufgeplusterte “Neuigkeit” (meist alter Wein in neuer Verpackung) überlagert wird und niemand mehr so genau hinsieht, geschweige denn nachdenkt. Die user informieren sich zu Tode…

    Antworten

    • ebo
      23. September 2025 @ 10:48

      Sorry, aber dieser Text ist nicht mit KI geschrieben, sondern mit EU ????
      Im Ernst: die Pläne der EU-Kommission sind noch sehr vage. Entsprechend vage fällt denn auch meine Formulierung aus.
      AI (Perplexity) nutze ich nur zur Recherche; von AI generierte Texte werden als solche gekennzeichnet!

      Antworten

  • Thomas Damrau
    23. September 2025 @ 07:58

    Habe ich das richtig verstanden: Das russische Vermögen soll als Sicherheit für EU-Kredite genutzt werden, die gleichzeitig von EU-Staaten „garantiert“ werden? Also ist die EU Gläubiger und Bürge gleichzeitig. Aha, hätte Loriot jetzt gesagt.

    „Eine Rückzahlung soll erst erfolgen, wenn Russland sich bereit erklärt, Kriegs-Reparationen zu gewähren.“ Eine seltsame Formulierung: Reparationen gewährt man nicht, sondern man wird gezwungen, diese zu zahlen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies geschieht, liegt nahe bei null. Deshalb gibt es zwei Varianten:
    — Der Krieg endet und im Friedensvertrag steht, dass Russland großzügig akzeptiert, dass das eingefrorene Vermögen der Ukraine zugutekommt. Unwahrscheinlich.
    — Der Krieg endet und im Friedensvertrag steht, dass die EU das eingefrorene Vermögen wieder für Russland freigibt. Damit kann die EU als Gläubiger der Ukraine (und Bürge) die 200 Milliarden Kredit als Verlust abschreiben – und nach weiteren Sozialleistungen suchen, die man kürzen kann.

    Antworten

  • Erneuerung
    22. September 2025 @ 14:01

    Die verwirrten und hasserfüllten Europäer hören nicht eher mit ihren Totentänzen auf, bis alle Länder Europas zahlungsunfähig sind und niemand ihnen mehr eine Bürgschaft gewährt. Dann bleibt den demokratischsten aller Demokraten vielleicht weiter nichts übrig, als das letzte Tafelsilber an BRICS zu verscherbeln. Und somit ist dann Mittel- und Westeuropa ohne russische Militäraktion komplett in deren Einflussbereich. Ist das das eigentliche Ziel?

    Antworten

  • european
    22. September 2025 @ 13:33

    Super Idee.

    Ich geh dann mal zu meiner Hausbank, nehme einen Kredit auf und biete als Sicherheit eine Hypothek auf das Haus meines Nachbarn, oder besser noch, auf das Haus von Friedrich Merz ????

    Man kann nichts als Sicherheit bieten, was einem nicht gehört.
    Merz ist Rechtsanwalt und sollte das wissen. Keine seriöse Bank wird sich darauf einlassen.

    Die Tatsache, dass sie diese olle Kamelle wieder ausgraben, zeigt mir eigentlich nur, wie sehr sie mit ihrem Latein am Ende sind. Da kommt auch nichts mehr.

    Antworten

    • KK
      22. September 2025 @ 16:12

      Sie sind mit ihrem Geld am Ende – für ein „pecunia non olet“ reicht deren Latein aber sicherlich noch…

      Antworten

  • KK
    22. September 2025 @ 13:31

    „Wenn die Ukraine pleite geht, müßten sie haften.“

    Ist sie das nicht eigentlich längst?

    Antworten

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    23.09.2025

    Nachrichten von Pressenza: Europa protestiert!

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 23. September 2025, 7:15 Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 23.09.2025


    Europa protestiert!


    In Frankreich, England, Deutschland, Serbien, der Türkei und anderen Ländern treiben sozialer und politischer Ärger, sowie die Angst vor Krieg, die Bewohner auf die Straßen. Es sind die Generationen der Jugend und der erfahrenen Älteren. Franzosen rufen lautstark „Allons enfants!“&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/09/europa-protestiert/


     -----------------------


    Mexico: Claudia Sheinbaum Aufruf


    Am 15. September 2025 erlebte Mexiko eine historische Nacht mit dem ersten Unabhängigkeitsruf unter der Leitung von Claudia Sheinbaum. Ihre Rede fand großen Anklang – nicht nur wegen der Feierlichkeit des protokollarischen Akts, sondern auch wegen ihres klaren feministischen Charakters.&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/09/mexico-claudia-sheinbaum-aufruf/


     -----------------------


    Die Zukunft, diesmal als Utopie


    „An dem Tag an dem die Welt unterging, saß Lenk Sketlish- CEO und Gründer des sozialen Netzwerks Fantail – an an einem für seine Naturschönheit berühmten Ort unter Mammutbäumen und bemühte sich, durch den Bauchnabel einzuatmen.“ So beginnt Naomi Aldermans&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/09/die-zukunft-diesmal-als-utopie/


     -----------------------


    Wissenschaftler und Mediziner fordern sofortigen Stopp von mRNA-Impfungen


    Experten: Überprüfung der Präparate durch Paul-Ehrlich-Institut mangelhaft / Fehlende Untersuchungen zum Krebsrisiko und zur Auswirkung auf kommende Generationen / Verdachtsfälle: Außergewöhnlich hohe Rate an Nebenwirkungen und Todesfällen / Weitere mRNA-Impfstoffe in EU zugelassen, zusätzliche Ausweitung geplant Hunderte Experten aus Medizin&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/09/wissenschaftler-und-mediziner-fordern-sofortigen-stopp-von-mrna-impfungen/


     -----------------------


    Der Begriff «Militäroperation» verharmlost das Kriegsgrauen


    Es wird nicht «operiert», sondern bombardiert, mit Drohnen angegriffen oder Land besetzt. Es wird zerstört, getötet und verletzt. Urs P. Gasche für die Online-Zeitung INFOsperber Begriffe wie «Militäroperationen», «Militäreinsätze» oder «Militäraktionen» sollen von Gewalt ablenken und das Kriegsgrauen verschleiern. Gleichgültig,&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/09/der-begriff-militaeroperation-verharmlost-das-kriegsgrauen/


     -----------------------


    pax christi fordert Anerkennung Palästinas


    Hoffnung und Zukunftsperspektiven für Menschen in Israel und Palästina Die deutsche Sektion von pax christi fordert die Bundesregierung auf, bei der UN-Vollversammlung in diesem Monat den Staat Palästina anzuerkennen. Die Umwandlung der seit 1967 von Israel besetzten Gebiete in einen&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/09/pax-christi-fordert-anerkennung-palaestinas/


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    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    23.09.2025

    „Einfach abschießen“   In Europa werden stets neue Eskalationsforderungen laut: Abschuss russischer Kampfjets im Luftraum von NATO-Staaten, Seeblockade gegen russische Tankschiffe in Nord- und Ostsee. NATO erwägt Bau von Drohnenwall an ihrer Ostflanke.

    german-foreign-policy.com, 23. September 2025

    BERLIN/MOSKAU (Eigener Bericht) – Im Konflikt mit Russland um das Eindringen russischer Drohnen und Kampfjets in den Luftraum europäischer NATO-Staaten werden in Deutschland Forderungen nach einer ungehemmten Eskalation laut. „Jede militärische Grenzverletzung“ müsse künftig „mit militärischen Mitteln beantwortet“ werden – „bis hin zum Abschuss russischer Kampfjets“, fordert der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Jürgen Hardt. Identische Forderungen werden etwa in den baltischen Staaten laut. Hinweise, es gebe für den Umgang mit Kampfjets im eigenen Luftraum klare Regularien der NATO, die einen Abschuss aus gutem Grund allenfalls als „Ultima Ratio“ zuließen, verhallen weithin ungehört, obwohl sie auch von einer bekannten Hardlinerin kommen. Im Gespräch ist außerdem die Option, russische Flugobjekte über ukrainischem Territorium abzuschießen – also in den Ukraine-Krieg zu intervenieren –, darüber hinaus die Möglichkeit, die Ostsee für russische Öltanker zu sperren; eine faktische Seeblockade wäre ein Kriegsgrund. Einstweilen hat die NATO einen neuen Einsatz an ihrer Ostflanke gestartet („Eastern Sentry“), der auch Pläne für den Bau eines Drohnenwalls umfasst – eventuell durch deutsche Unternehmen.


    Zitat: Baltic Sentry, Eastern Sentry

    Die NATO-Operation Eastern Sentry, die am 12. September gestartet wurde, knüpft an die NATO-Operation Baltic Sentry an. Diese wurde am 14. Januar 2025 initiiert und dient dazu, die Gewässer der Ostsee sowie deren Unterwasserinfrastruktur – Pipelines und Kabel – unter Kontrolle zu nehmen (german-foreign-policy.com berichtete [1]). Eastern Sentry kontrolliert nun den Luftraum über dem östlichen Teil der Ostsee und über den dortigen Küstenstaaten von Estland über Lettland und Litauen bis nach Polen; außerdem dient die Operation der Überwachung der weiteren Länder an der NATO-Ostflanke von der Slowakei über Ungarn und Rumänien bis Bulgarien. In einem ersten Schritt sind Kampfjets in einige der Länder der Region entsandt worden; Deutschland hat vier Eurofighter zugesagt, Frankreich drei Rafale und Dänemark zwei F-16. Auch Großbritannien ließ Ende der vergangenen Woche zwei Eurofighter über polnischem Territorium patrouillieren.[2] Vor allem aber sollen entlang der NATO-Ostflanke neue Rüstungstechnologien installiert werden – Sensoren und Waffen etwa, um feindliche Drohnen aufzuspüren, zu verfolgen und zu zerstören.[3] Dabei soll das Allied Command Operations (ACO) im belgischen Mons mit dem in Norfolk (US-Bundesstaat Virginia) ansässigen Allied Command Transformation kooperieren.


    Drohnenwall an der Ostflanke

    Die Installation einer High-Tech-Sperre, eines Drohnenwalls, an der NATO-Ostflanke ist in Deutschland schon im Gespräch, seit sie im März in einem Papier der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) vorgeschlagen wurde.[4] Mittlerweile hat das deutsche Rüstungs-Startup Helsing erklärt, zur Schaffung eines solchen Drohnenwalls bereit und in der Lage zu sein.[5] Kürzlich hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sich für das Vorhaben ausgesprochen; der NATO-Oberbefehlshaber für Europa, US-General Alexus Grynkewich, bestätigt, es stehe „im Einklang mit einigen unserer Überlegungen zur Stärkung unserer Ostflanke zu Land und zu Luft“.[6] Für die Produktion in Frage kämen – neben Helsing – weitere deutsche Rüstungs-Startups wie Tytan Technologies, das zur Zeit autonome Abfangdrohnen entwickelt, oder Donaustahl, das an Gefechtsköpfen für Abfangdrohnen arbeitet. Ergänzend zum Drohnenwall-Aufbau an der NATO-Ostflanke wird die Aufrüstung der Bundeswehr mit Drohnen auf nationaler Ebene vorangetrieben. Um sie zu beschleunigen, müsse der „Spannungsfall“ ausgerufen werden, verlangt der CDU-Militärpolitiker Roderich Kiesewetter; nur so ließen sich die Beschaffung von Drohnen und die Genehmigung neuer Einsatzoptionen signifikant beschleunigen.[7]


    „Militärische Antworten“

    Ergänzend zur weiteren Hochrüstung der NATO-Ostflanke dringen Politiker aus mehreren europäischen NATO-Staaten auf Maßnahmen, die die Spannungen mit Russland erneut verschärfen. Dabei handelt es sich zunächst um die Drohung, russische Flugzeuge, sobald sie in den Luftraum eines NATO-Mitglieds eindringen, einfach abzuschießen. So fordert etwa der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jürgen Hardt, dass „jede militärische Grenzverletzung“ in Zukunft „mit militärischen Mitteln beantwortet wird, bis hin zum Abschuss russischer Kampfjets über NATO-Gebiet“.[8] Auch Tschechiens Präsident Petr Pavel, ein ehemaliger hochrangiger NATO-General, verlangt Reaktionen „einschließlich des möglichen Abschusses russischer Maschinen“. „Wir dürfen keine Schwäche zeigen“, erklärte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas auf X. Litauens Verteidigungsministerin Dovilė Šakalienė schrieb gleichfalls auf X: „Wir müssen es ernst meinen.“ Man solle sich die Türkei zum Vorbild nehmen, die im Jahr 2015 einen russischen Kampfjet, der in Syrien operierte und dabei in den türkischen Luftraum geriet, schon nach 17 Sekunden abgeschossen habe.[9] Russische Kampfjets hätten daraufhin den türkischen Luftraum nicht mehr verletzt, behauptete Šakalienė.


    „Bizarr“

    Šakalienė verschwieg freilich – unklar ist, ob sie das aus Unwissenheit oder zur Täuschung des Publikums tat –, dass der Abschuss des russischen Kampfjets von Moskau mit schroffen Gegenmaßnahmen insbesondere ökonomischer Art beantwortet wurde, die der türkischen Wirtschaft ernste Schäden zufügten und erst aufgehoben wurden, als Ankara zur intensiven Kooperation mit Russland überging.[10] Nach Lage der Dinge wäre Moskau heute kaum fähig, den Abschuss eines seiner Kampfjets durch NATO-Staaten mit wirtschaftlichen Mitteln zu beantworten, würde also zu anderen Maßnahmen greifen. Völlig unabhängig davon hat die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europaparlament, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), die Forderung, man solle russische Kampfjets im Luftraum von NATO-Staaten einfach abschießen, „bizarr“ genannt.[11] Strack-Zimmermann, allgemein als Hardlinerin bekannt, wies darauf hin, dass es für den Umgang mit fremden Kampfjets im Luftraum von NATO-Staaten feste Regeln gebe und NATO-Piloten eigens dafür ausgebildet seien. Wer „eine Grundsatzdiskussion“ führen wolle, „wann der Pilot was zu machen“ habe, bewege sich „sehr weit in einen Bereich ..., von dem die Wenigsten ... eine Ahnung haben“, konstatierte Strack-Zimmermann. Ein Abschuss könne allenfalls „Ultima Ratio“ sein.


    Kriegshandlungen

    Vorschläge, die auf eine weitere Eskalation bis hin zu einem möglichen Kriegseintritt der NATO-Staaten Europas hinauslaufen, hat in der vergangenen Woche Polens Außenminister Radosław Sikorski gemacht. Sikorski äußerte nach dem Eindringen von rund 20 russischen Drohnen in den polnischen Luftraum, „der Schutz für unsere Bevölkerung“ etwa „vor herabfallenden Trümmern“ sei viel größer, wenn man „Drohnen und andere Flugobjekte“ schon über ukrainischem Territorium abschießen dürfe. Das läuft zwar faktisch auf einen Eintritt der europäischen NATO-Staaten in den Krieg hinaus. Der polnische Außenminister riet dennoch dazu: „Wir sollten darüber nachdenken.“[12] Ergänzend schlug Sikorski vor, „Deutschland oder auch die NATO“ sollten „eine maritime Kontrollzone in der Nordsee errichten“, um die Einfahrt von Tankern der sogenannten russischen Schattenfloote in die Ostsee zu verhindern. Faktisch käme dies einer Seeblockade gegen Russland gleich – in Gewässern, in denen die Freiheit der Seefahrt gilt, für die der Westen im Südchinesischen Meer eintreten zu müssen vorgibt.[13] Eine Seeblockade wäre für Russland – wie auch für jeden anderen Staat – ein möglicher Kriegsgrund. In Deutschland hat einen derartigen Vorschlag bislang nur der Kovorsitzende der Linkspartei Jan van Aken gemacht (german-foreign-policy.com berichtete [14]).

     

    [1] S. dazu Die Ostsee-Wache.

    [2] Jessica Rawnsley: RAF jets join Nato air defence mission over Poland. bbc.co.uk 20.09.2025.

    [3] Eastern Sentry to enhance NATO’s presence along its eastern flank. shape.nato.int 12.09.2025.

    [4] S. dazu Drohnenwall über der NATO-Ostflanke.

    [5] S. dazu Die Rüstungsregierung im Amt.

    [6], [7] Oliver Georgi, Thomas Gutschker, Eneko Mauritz: Kann ein Drohnenwall uns schützen? Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 21.09.2025.

    [8], [9] Stefan Locke, Peter Carstens: Das nächste Mal: Abschuss. Frankfurter Allgemeine Zeitung 22.09.2025.

    [10] S. dazu Ein Rückschlag für Syrien und Keine Ordnungsmacht.

    [11] Abschuss russischer Flugzeuge? Strack-Zimmermann nennt Debatte „bizarr“. web.de 22.09.2025.

    [12] „Wir haben keine Zeit zu verlieren“. Frankfurter Allgemeine Zeitung 15.09.2025.

    [13] S. dazu Piraterie in der Ostsee (III).

    [14] S. dazu Piraterie in der Ostsee.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10126


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    23.09.2025

    Harald Kujat / Johannes Varwick im Interview

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 23. September 2025, 20:37 Uhr


    *Harald Kujat: Ex-General deckt Lügen im Ukraine-Krieg auf

    */im Video:/ https://www.youtube.com/watch?v=6kUtUWNnXcY


    ---------------------------


    (…) Es gibt keine realistische europäische Strategie – nur

    Durchhalteparolen, Wunschkonzert und fundamentalistische

    Maximalpositionen: Der letzte russische Soldat müsse die Ukraine

    verlassen, Russland solle Entschädigungen zahlen, Kriegsverbrecher

    müssten verurteilt werden. Im Prinzip sei das Einzige, worüber man mit

    Russland verhandeln könne, die Größe von Putins Zelle in Den Haag. Ich

    überspitze, aber das ist die Linie. Eine politische Vorstellung, wie ein

    Endstadium des Konflikts aussehen soll, fehlt. (…)


    Berliner Zeitung 23.9.2025

    <https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/johannes-varwick-ueber-die-ukraine-die-nato-befindet-sich-faktisch-im-krieg-mit-russland-li.2359046>


    *Johannes Varwick über den Ukrainekrieg:

    „Europäer zahlen, Amerikaner machen das Geschäft“


    *Raphael Schmeller


    Während Drohnenvorfälle in Polen die Angst vor einer Eskalation schüren

    und die neue Merz-Regierung Deutschland „kriegstüchtig“ machen will,

    bleibt der Politikwissenschaftler Johannes Varwick bei seiner Warnung:

    Europa hat im Ukrainekrieg keine realistische Strategie, sondern

    verliert sich in Durchhalteparolen.


    Chancen auf Verhandlungen seien schon 2022 verspielt worden, und auch

    heute verweigere sich die EU <https://www.berliner-zeitung.de/topics/eu> 

    einer Kurskorrektur. Stattdessen riskiere man, die Ukraine in einen

    endlosen Abnutzungskrieg zu treiben – mit unkalkulierbaren Folgen bis

    hin zur nuklearen Eskalation.


    Doch welche Alternativen gibt es? Braucht es schmerzhafte Kompromisse?

    Müssen westliche Maximalforderungen neu gedacht werden? Und wie ließe

    sich verhindern, dass Europa in eine noch größere Katastrophe

    schlittert? Im Gespräch mit der Berliner Zeitung gibt Varwick Antworten.


    /Herr Varwick, einer aktuellen Umfrage zufolge befürchten 61 Prozent der

    Deutschen eine Ausweitung des Ukrainekriegs. Teilen Sie diese Sorge?/


    Ja. Die Gefahr bestand von Beginn an. Man könnte meinen, es sei schon

    schlimm genug, aber der Krieg kann sehr wohl weiter eskalieren – für die

    Ukraine, die noch stärker unter die Räder kommen könnte, oder hin zu

    einem offenen Konflikt zwischen der Nato und Russland. Beides ist

    möglich. Ich habe Verhandlungen immer als präventive

    Eskalationsverhinderung verstanden und dafür argumentiert. Genau das

    zeigt sich jetzt: Dieser Krieg sollte so schnell wie möglich durch

    Verhandlungen beendet werden, um weitere Eskalation zu verhindern.


    /In Polen kam es zuletzt zu einem Drohnenvorfall. Wie groß ist die

    Gefahr, dass solche Zwischenfälle zu einer unkontrollierten Eskalation

    führen?/


    Das ist ein erhebliches Risiko – ob bewusst oder unbewusst verursacht.

    Ich vermag nicht zu beurteilen, ob es ein provokanter Test Russlands,

    ein Fehler in der russischen Kommandostruktur, eine False-Flag-Operation

    der Ukraine oder etwas anderes war. Klar ist: Aus solchen Vorfällen kann

    eine Dynamik entstehen, die sich nicht mehr einfangen lässt. Was wäre

    gewesen, wenn die Nato <https://www.berliner-zeitung.de/topics/nato> 

    unbesonnener reagiert hätte oder wenn tatsächlich Schlimmeres passiert

    wäre? Ab einem bestimmten Punkt gerät man in eine Eskalationsspirale bis

    hin zum Atomwaffeneinsatz. Das will man sich nicht vorstellen, aber die

    Möglichkeit existiert.


    /Moskau wirft dem Westen regelmäßig vor, die Nato sei „de facto“

    Kriegspartei. Ist die Nato das Ihrer Meinung nach?/


    Ich sage das seit mehr als zwei Jahren: Ja, die Nato befindet sich

    faktisch im Krieg mit Russland. Schauen Sie sich die Unterstützung für

    die Ukraine an: Zehntausende ukrainische Soldaten werden ausgebildet –

    auch in Deutschland. Dazu kommt massive Waffenhilfe,

    Zielerfassungsdaten, Eingriffe in das Kampfgeschehen. Man kann nicht so

    tun, als sei man keine Kriegspartei. Völkerrechtlich mag das anders

    aussehen – Juristen können das zurechtrücken. Aber politisch sind wir

    längst Kriegspartei.


    /Sie haben früh gewarnt, dass die europäische Strategie, Kiew vor allem

    mit Militärhilfe zu stützen, nicht aufgeht. Wo läuft etwas schief?/


    Es gibt keine realistische europäische Strategie – nur

    Durchhalteparolen, Wunschkonzert und fundamentalistische

    Maximalpositionen: Der letzte russische Soldat müsse die Ukraine

    verlassen, Russland solle Entschädigungen zahlen, Kriegsverbrecher

    müssten verurteilt werden. Im Prinzip sei das Einzige, worüber man mit

    Russland verhandeln könne, die Größe von Putins Zelle in Den Haag. Ich

    überspitze, aber das ist die Linie. Eine politische Vorstellung, wie ein

    Endstadium des Konflikts aussehen soll, fehlt.


    /Was werfen Sie den Europäern konkret vor?/


    Es gab drei große Versäumnisse. Erstens im Vorfeld des Krieges im Herbst

    2021, als man das Thema Nato-Mitgliedschaft der Ukraine und die damit

    verbundenen Folgen nicht vom Tisch nehmen wollte. Zweitens im Frühjahr

    2022, als die Friedensgespräche in Istanbul von westlicher Seite

    sabotiert wurden. Und drittens verweigern sich die Europäer auch heute,

    nach der US-Kehrtwende unter Trump, weiterhin einer Verhandlungslösung.

    Sie treiben die Ukraine stattdessen zu Durchhalteparolen an. Würden die

    Amerikaner ihre Vorschläge mit europäischer Unterstützung einbringen,

    müsste auch die Ukraine zustimmen. Das würde zwar nicht gleich den

    ewigen Frieden bringen, aber eine realpolitische Stabilisierung der Lage

    wäre das allemal.


    /Warum sabotieren die Europäer die Bemühungen für Frieden?/


    Ich unterstelle den europäischen Staaten nicht, kriegslüstern zu sein.

    Aber sie tun nichts, damit der Krieg aufhört – und das ist der Vorwurf.

    Sie scheinen inzwischen selbst an ihre eigenen Parolen zu glauben: dass

    man Russland mit Waffenlieferungen und Sanktionen in die Knie zwingt.

    Das ist zynisch, weil es den Abnutzungskrieg verlängert und die Ukraine

    zerstört. Diese Strategie kann nicht aufgehen.


    /Was sollten die Europäer jetzt tun?/


    Sie sollten sich dem amerikanischen Kurs anschließen, der Kompromisse

    vorsieht – bittere, aber notwendige. Die Ukraine wird territorial

    verändert aus dem Krieg hervorgehen. Die Krim sowie Donezk und Luhansk

    sind für die Ukraine verloren. Über die beiden anderen von Russland

    beanspruchten Regionen könnte man verhandeln. Zweitens: Die Ukraine darf

    nicht eindeutig ins westliche Militärlager gezogen werden. Genau dazu

    wären die Amerikaner bereit. Europa aber verweigert sich – stattdessen

    redet man über Sicherheitsgarantien zu Bedingungen, die Russland nie

    akzeptieren wird. Der Kern der amerikanischen Wende: Auch russische

    Sicherheitsinteressen müssen berücksichtigt werden. Europa ist dazu

    nicht bereit – und deswegen hakt es.


    /Die EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas sagt, dass man mit Russland nicht

    verhandeln könne. Hat sie nicht recht? Es gab bereits mehrere Gespräche

    zwischen Trump und Putin

    <https://www.berliner-zeitung.de/topics/wladimir-putin>, doch konkrete

    Ergebnisse blieben aus. Im Anschluss hat Putin Kiew sogar noch stärker

    angegriffen./


    Ich glaube nicht, dass man sagen kann, Russland wolle nicht verhandeln.

    Russland hat Bedingungen formuliert, auf die der Westen bisher nicht

    eingehen will. In Deutschland und Europa wird dies als „Diktatfrieden“

    oder „Kapitulation“ dargestellt. Wenn man Verhandlungen so versteht,

    kann es keine Lösung geben. Das bedeutet: Entweder der Krieg dauert

    Jahre, in der Hoffnung, dass Russland irgendwann einknickt – zum Preis

    unzähliger Menschenleben. Oder Russland setzt mit brutaler Gewalt

    Schritt für Schritt seine Ziele durch und die Lage der Ukraine

    verschlechtert sich täglich. Was soll an dieser Strategie sinnvoll sein?


    /Diese europäische Strategie, die sie kritisieren – wer treibt sie

    voran, und gibt es Gegenstimmen?/


    Ungarn und die Slowakei vertreten eine abweichende Linie. Südeuropäer

    wie Spanien oder Portugal halten sich zurück, sind nicht begeistert vom

    Kurs, aber tragen ihn mit. Den Ton geben die großen Staaten an:

    Deutschland, Frankreich, Polen, Italien, Großbritannien – zusammen mit

    den baltischen Staaten, die seit langem radikal auftreten. Da ist

    derzeit keine Änderung zu erwarten.


    /Auch nicht mit dem Regierungswechsel in Deutschland?/


    Es gibt keine Verbesserung mit der neuen Merz-Regierung, im Gegenteil.

    Außenminister Wadephul erklärte gleich zu Beginn, mit Russland sei nie

    wieder ein Arrangement möglich. Das ist eine vertane Chance. Merz mag in

    Washington mehr Gewicht haben als Scholz – aber er nutzt es in die

    falsche Richtung. Für die deutsche Politik bedeutet das: Es ist

    schlimmer geworden.


    /Die Bundesregierung von Merz will Deutschland „kriegstüchtig“ machen.

    Wie bewerten Sie das?/


    „Kriegstüchtigkeit“ ist für mich das Unwort des Jahrzehnts. Merz selbst

    verwendet es nicht so oft, spricht eher von „Verteidigungsfähigkeit“,

    was ich richtig finde. Aber in allen Dokumenten taucht es auf, in der

    Bundeswehr wird es selbstverständlich genutzt. Das ist ein

    verhängnisvoller Irrweg: eine Militarisierung der Außen- und

    Sicherheitspolitik, die ich mir nie vorstellen konnte – und dazu

    unseriös. Der Verteidigungshaushalt ist von 32 Milliarden Euro im Jahr

    2014 auf heute 86 Milliarden Euro gestiegen und soll bis 2029 auf 152

    Milliarden Euro steigen. Das wären fast ein Drittel des Bundeshaushalts

    – finanziert durch Schulden. Am Ende ginge das zulasten des

    Sozialstaats. Es ist politisch falsch und ökonomisch nicht tragfähig.


    /Die von Emmanuel Macron

    <https://www.berliner-zeitung.de/topics/emmanuel-macron> und Keir

    Starmer angeführte „Koalition der Willigen

    <https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/sicherheitsgarantien-war-treffer-der-koalition-der-willigen-schuss-ins-lehre-li.2354332>“ 

    will als Sicherheitsgarantie für die Ukraine Soldaten in das Land

    entsenden. Was halten Sie davon?/


    Die Ukraine braucht nach einem Abkommen Sicherheitsgarantien. Aber

    westliche Truppen auf ukrainischem Boden wären eine rote Linie für

    Russland – also keine Lösung. Denkbar ist höchstens das

    „Stachelschwein-Modell“: Die Ukraine wird ertüchtigt, sich selbst zu

    verteidigen. Alles andere – westliche Truppen – ist unverantwortlich,

    unehrlich und würde die Ukraine verheizen.


    /Eine andere Idee, die im Raum steht, ist der Schutz durch chinesische

    oder brasilianische Truppen. Wäre das realistisch?/


    Das wäre kein Sicherheitsgarantie-Modell, sondern klassisches

    UN-Peacekeeping: Truppen wären nur zum Eigenschutz bewaffnet und könnten

    ein Abkommen stabilisieren. Das ginge nur mit UN-Mandat, dem auch

    Russland zustimmen müsste. Ob China

    <https://www.berliner-zeitung.de/topics/china> oder Brasilien das Risiko

    eingehen würden, ist fraglich. Wichtig ist: Erst braucht es ein

    Abkommen, dem beide Seiten zustimmen. Ohne politische Lösung helfen

    militärische Modelle gar nichts.


    /Donald Trump <https://www.berliner-zeitung.de/topics/donald-trump> gilt

    als erratisch. Befürchten Sie nicht, dass er seinen Ukraine-Kurs wieder

    ändert?/


    Das muss man befürchten. Aber die Kerninteressen der USA sind klar:

    Erstens wollen sie keine nukleare Eskalation mit Russland, da beide in

    dieser Frage auf Augenhöhe sind. Russland ist in dieser Hinsicht ein

    wirklich ernst zu nehmendes Problem aus amerikanischer Sicht. Zweitens

    wollen die USA Waffen verkaufen. Die Europäer zahlen den Krieg, die

    Amerikaner machen das Geschäft. Beides sind stabile Interessen, alles

    andere kann schwanken.


    /Die Kriegskosten steigen, die Ukraine kann sie nicht allein tragen, die

    USA zahlen nicht mehr. Ist das für Europa tragbar?/


    Nein, jedenfalls nicht auf Dauer. Frankreich steht kurz vor der

    Staatspleite und auch Deutschland, Italien und Polen stehen in Bezug auf

    die weitere Unterstützung der Ukraine

    <https://www.berliner-zeitung.de/topics/ukraine> politisch unter Druck.

    Die Bevölkerung wird diesen Kurs nicht ewig mittragen. Dass Russland

    eher einknickt als die westliche Hilfe, halte ich für unrealistisch.


    /Zwischen Frankreich und Deutschland gibt es Streit: Paris will sich von

    den USA <https://www.berliner-zeitung.de/topics/usa> lösen, Berlin hält

    an Washington fest. Welche Linie wird sich durchsetzen?/


    Der Weckruf von 2016, als Trump zum ersten Mal gewählt wurde, wurde

    damals nicht gehört. Ich habe den Eindruck, dass es dieses Mal anders

    ist. Es scheint mir, als hätte man es jetzt endlich verstanden: Die

    amerikanische Schutzgarantie ist Geschichte, die Nato verliert an

    Relevanz, Europa muss mehr tun. Das Problem ist jedoch, dass die

    Europäer keinen realistischen Kompass haben. Sie tun so, als könnten sie

    die USA ersetzen, doch das ist finanziell und machtpolitisch unmöglich.

    Was gebraucht wird, ist ein Interessenausgleich. Doch dafür gibt es in

    Europa keine Stimme. Die Lage ist düster.


    /Was sollte Friedrich Merz konkret tun, um Fortschritte in der

    Ukrainefrage zu erreichen?/


    Er sollte von den Realitäten ausgehen, nicht von Parolen. Konkret: eine

    realistische Frontbegradigung akzeptieren, sich dem amerikanischen Kurs

    anschließen und dafür werben, dass Europa diesen Weg mitgeht. Garantien,

    dass das funktioniert, gibt es keine – aber die Chancen auf einen

    schmutzigen, aber stabilisierenden Interessenausgleich mit Russland

    <https://www.berliner-zeitung.de/topics/russland> stehen gut. Selbst

    wenn nicht, wäre es immer noch besser, als so weiterzumachen wie bisher.



    /Zur Person: Johannes Varwick (57) ist seit 2013 Inhaber des Lehrstuhls

    für Internationale Beziehungen und Europäische Politik an der

    Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Von 2019 bis 2021 war er

    Präsident der Gesellschaft für Sicherheitspolitik. Zuletzt erschien im

    Verlag Wiley-VCH sein Buch „Internationale Beziehungen für Dummies“.


    /


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres:




    Harald Kujat: Ex-General deckt Lügen im Ukraine-Krieg auf


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    Harald Kujat: Ex-General deckt Lügen im Ukraine-Krieg auf


    youtube.com, 20.09.2025, Glenn Diesen Deutsch

    General Harald Kujat ist ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr und ehemaliger Vorsitzender des NATO-Militärausschusses. Nachdem er die höchsten militärischen Positionen sowohl in Deutschland als auch in der NATO innehatte, erläutert General Kujat seine Expertise darüber, wie es dazu kam, dass der Westen und Russland in der Ukraine einen Stellvertreterkrieg führen. General Kujat spricht über das Scheitern, nach dem Kalten Krieg zu einer gemeinsamen Verständigung zu gelangen, den Sturz von Präsident Janukowitsch in der Ukraine, die Sabotage des Minsker Abkommens und der Istanbuler Friedensverhandlungen sowie über die Lügen des Westens bezüglich einer „unprovozierten“ und „groß angelegten Invasion“ der Ukraine. Als Boris Johnson 2022 in die Ukraine kam, um die Friedensverhandlungen zu sabotieren, fasste einer von Selenskyjs engen Vertrauten das Wesentliche von Johnsons Besuch zusammen: „Johnson brachte zwei einfache Botschaften nach Kiew. Die erste ist, dass Putin ein Kriegsverbrecher ist; er sollte unter Druck gesetzt und nicht verhandelt werden. Und die zweite ist, dass selbst wenn die Ukraine bereit ist, irgendwelche Vereinbarungen über Garantien mit Putin zu unterzeichnen, sie es nicht sind. Wir können [eine Vereinbarung] mit euch [der Ukraine] unterzeichnen, aber nicht mit ihm. Er wird sowieso alle über den Tisch ziehen.“ Das Wesentliche von General Kujats Position ist, dass der Krieg hätte verhindert werden können und kurz nach seinem Beginn oder im weiteren Verlauf hätte beendet werden können. Es lässt sich nicht leugnen oder bestreiten, dass Russland einen Krieg begonnen hat, der gegen das Völkerrecht verstößt. Folgen Sie Prof. Glenn Diesen: Substack: https://glenndiesen.substack.com/


    Info: Video https://www.youtube.com/watch?v=6kUtUWNnXcY Dauer 52:08 Min.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    23.09.2025

    Israelische Minister fordern Annexion des Westjordanlands

    rtnewsde.site, vom 22 Sep. 2025 21:37 Uhr

    Die Forderung tauchte abermals auf, nachdem Großbritannien, Kanada, Portugal und Australien Palästina als Staat anerkannt haben. Seit Beginn der israelischen Besetzung Gazas und des Westjordanlands 1967 wurde sie in vielen UN-Resolutionen verurteilt.


    Quelle: www.globallookpress.com © Ayman Nobani


    Israelisches Militär in Ramallah, Westjordanland, 17.09.2025


    Mehrere Minister im Kabinett des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu haben die sofortige Annexion des besetzten Westjordanlands gefordert, während mehr und mehr Länder international den Staat Palästina anerkennen.

    Im Verlauf des Wochenendes haben Großbritannien, Kanada, Portugal und Australien Palästina als Staat förmlich anerkannt. Dies geschah, während sich mehr als 140 Regierungschefs der Welt darauf vorbereiteten, an der jährlichen Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York diese Woche teilzunehmen, auf der die Fragen zum Nahen Osten dominieren werden.


    Palästina-Anerkennung: Deutschland hadert weiterhin – Israels Regierungsspitze reagiert aggressiv




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    Die Erklärungen lösten in Israel verärgerte Reaktionen aus, und Netanjahu erklärte am Sonntag, es werde "keinen palästinensischen Staat" geben.

    Der Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, eines der radikalsten rechten Mitglieder von Netanjahus Koalition, bezeichnete die Anerkennung als "Belohnung für Mörder" und verlangte "sofortige Gegenmaßnahmen". In einer Nachricht auf X vom Sonntag drängte er Israel, Souveränität über Judäa und Samaria auszuüben ‒ die Begriffe, mit denen es das Westjordanland bezeichnet, in dem mehr als drei Millionen Palästinenser leben. Er sagte außerdem, die palästinensische Autonomiebehörde müsse "zerschlagen" werden.

    Ben-Gvir sicherte zu, auf der kommenden Kabinettssitzung einen Plan für die Annexion des Westjordanlands vorzulegen.

    Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich drängte Netanjahu ebenfalls, israelische Souveränität auf das Gebiet auszudehnen und "die närrische Idee eines palästinensischen Staates für immer von der Tagesordnung zu nehmen".

    Beide Minister drängen schon lange auf die Annexion des Westjordanlands und eine Wiedererrichtung von Siedlungen in Gaza, wo die israelische Armee einen Feldzug führt, den die UN jüngst als Genozid bewertete.

    Verteidigungsminister Israel Katz und mehrere Minister der Likud-Partei haben ebenfalls wiederholt ihre Unterstützung für eine Annexion des Westjordanlands bekundet.

    Nach anonymen Beamten und Diplomaten, auf die sich die Financial Times beruft, haben Netanjahu und seine Verbündeten mehrere Optionen geprüft, wollen aber sichergehen, dass jeder Schritt von den USA gestützt wird.


    Großbritannien, Kanada und Australien erkennen Palästina an





    Großbritannien, Kanada und Australien erkennen Palästina an






    Anfang des Monats unterstützte die Vollversammlung der Vereinten Nationen abermals die Zweistaatenlösung, und nur die USA, Israel und acht überwiegend pazifische Länder stimmten dagegen.

    Der Krieg begann, als bei einem Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 auf Israel 1.200 Personen umkamen und mehr als 250 Israelis als Geiseln genommen wurden. Bis heute ist unklar, wie viele der Toten des 7. Oktober auf das Konto des israelischen Militärs gehen, dessen Doktrin es vorsieht, mögliche Geiseln zu töten. Dem darauf folgenden Angriff der israelischen Armee auf Gaza sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums von Gaza bisher fast 65.000 Palästinenser zum Opfer gefallen. Zudem blockiert Israel seit Monaten sämtliche Grenzübergänge nach Gaza und schneidet die Bevölkerung so von der Versorgung ab. Das führte zu wachsendem internationalem Druck und veranlasste einige Länder, Palästina als Staat anzuerkennen.

    Russland, das, wie auch viele Mitgliedsländer des damaligen Warschauer Pakts, Palästina bereits zu sowjetischen Zeiten anerkannte, bestätigte, der einzige Weg zu einem Ende des Gaza-Kriegs sei eine Zweistaatenlösung.


    Mehr zum Thema ‒ Bei Annexion des Westjordanlands: VAE wollen Beziehungen zu Israel herabstufen


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    Video https://rumble.com/v6zb7ki-schlagabtausch-chinesischer-politikwissenschaftler-weist-israelischen-milit.html Dauer 2:58 Min.


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://rtnewsde.site/der-nahe-osten/256770-israelische-minister-fordern-annexion-westjordanlands/


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    Weiteres: 




    Ausweitung der Offensive in Gaza: 200.000 Menschen auf der Flucht


    Screenshot_2025_09_23_at_22_11_25_Ausweitung_der_Offensive_in_Gaza_200.000_Menschen_auf_der_Flucht

    rumble.com, 23. September 2025, ca. 11 uhr


    Bei den heutigen israelischen Angriffen auf den Gazastreifen sollen mehr als 31 Menschen getötet worden sein, darunter 27 in Gaza-Stadt. Dies teilte das örtliche Gesundheitsministerium mit.

    [Auszug aus den RT-DE-Nachrichten live am 22. September 2025]

    Mehr dazu: https://rtde.online/


    Info: https://rumble.com/v6zcifg-ausweitung-der-offensive-in-gaza-200.000-menschen-auf-der-flucht.html


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    22.09.2025

    Yanis Varoufakis: Technofeudalism and the Death of Capitalism

    Screenshot_2025_09_23_at_08_05_07_Yanis_Varoufakis_Technofeudalism_and_the_Death_of_Capitalism_YouTube


    youtube.com, 22.09.2025; Glenn Diesen

    Yanis Varoufakis is an economist, the former Finance Minister of Greece, and the author of numerous bestselling books. Yanis Varoufakis discusses his book "Technofeudalism: What Killed Capitalism". Varoufakis argues that capitalism as we knew it is dead — replaced by something more dangerous. Instead of markets and competition, our world is increasingly ruled by digital platforms that act like new-age lords, extracting rents from our clicks, data, and attention. Varoufakis traces how Big Tech dismantled the old capitalist order and built what he calls “cloud fiefdoms,” where we are less consumers and more digital serfs. Blending history, economics, and sharp storytelling, he shows how this transformation threatens democracy and concentrates power in unprecedented ways — while also pointing to how we might resist and reimagine the future. Technofeudalism: https://www.penguin.co.uk/books/45179...


    Yanis Varoufakis ist Ökonom, ehemaliger Finanzminister Griechenlands und Autor zahlreicher Bestseller. Yanis Varoufakis spricht über sein Buch „Technofeudalismus: Was den Kapitalismus zerstört hat“. Varoufakis argumentiert, dass der Kapitalismus, wie wir ihn kannten, tot ist – ersetzt durch etwas Gefährlicheres. Anstelle von Märkten und Wettbewerb wird unsere Welt zunehmend von digitalen Plattformen beherrscht, die wie Feudalherren der neuen Zeit agieren und aus unseren Klicks, Daten und unserer Aufmerksamkeit Profit schlagen. Varoufakis zeichnet nach, wie Big Tech die alte kapitalistische Ordnung demontiert und etwas aufgebaut hat, das er als „Cloud-Lehnsherrschaften” bezeichnet, in denen wir weniger Verbraucher als vielmehr digitale Leibeigene sind. Mit einer Mischung aus Geschichte, Wirtschaft und pointierter Erzählkunst zeigt er, wie diese Transformation die Demokratie bedroht und Macht auf beispiellose Weise konzentriert – und weist gleichzeitig darauf hin, wie wir uns dagegen wehren und die Zukunft neu gestalten können. 
    Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)


    Info: https://www.youtube.com/watch?v=PFRrTuVyhNg


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    22.09.2025

    Putin im O-Ton 
    Putin macht einen Vorschlag zur nuklearen Abrüstung

    anti-spiegel.ru, 22. September 2025 14:04 Uhr


    Der russische Präsident Putin hat den USA einen Vorschlag zur Rettung der Reste der nuklearen Abrüstungsverträge gemacht, denn der letzte noch bestehende Vertrag läuft im Februar aus und es droht ein neues nukleares Wettrüsten.

    Screenshot_2025_09_22_at_22_45_29_Putin_macht_einen_Vorschlag_zur_nuklearen_Abr_stung_Anti_Spiegel

    von Anti-Spiegel, 22. September 2025 14:04 Uhr


    Die USA haben seit den 2000er Jahren einen nuklearen Abr üstungsvertrag nach dem anderen gekündigt. Die Verträge wurden seit den 1970er Jahren abgeschlossen. Heute existiert nur noch der New-START-Vertrag, der die Zahl der aktiven strategischen Atomwaffen regelt. Die Details zu den Abrüstungsverträgen der Vergangenheit und deren Kündigungen finden Sie hier.

    Heute fand in Russland eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates statt und die Einleitungsrede Putins wurde veröffentlicht. Man darf davon ausgehen, dass das ein Signal an die US-Regierung war. Ich habe die Rede übersetzt.

    Beginn der Übersetzung:

    Wir haben heute mehrere Fragen, darunter auch solche zur Migrationspolitik. Ich möchte jedoch mit einem anderen Thema beginnen, einem Thema, das für den Schutz unserer nationalen Interessen, die Souveränität Russlands und, ohne Übertreibung, für die Gewährleistung der internationalen Sicherheit im Allgemeinen von außerordentlicher Bedeutung ist. Ich meine die Lage im Bereich der strategischen Stabilität, sie verschlechtert sich leider weiter, verursacht durch das Zusammenspiel einer Reihe von Faktoren, die negativen Charakter haben und bestehende strategische Risiken verschärfen und neue entstehen lassen.

    Als Ergebnis der früher von den westlichen Ländern unternommenen, recht zerstörerischen Schritt wurde das Fundament der konstruktiven Beziehungen und praktischen Zusammenarbeit zwischen den Atomwaffenstaaten erheblich untergraben. Die Grundlagen für den Dialog in relevanten bilateralen und multilateralen Formaten wurden erschüttert. Schritt für Schritt wurde das System der sowjetisch-amerikanischen und russisch-amerikanischen Abkommen über die Kontrolle von Atomraketen und strategischer defensiver Rüstung fast vollständig demontiert – ein System, das sowohl zur Stabilisierung der Lage zwischen den Staaten mit den beiden größten Atomwaffenarsenalen als auch zur Stärkung der globalen Sicherheit insgesamt beigetragen hatte.

    Ich wiederhole erneut: Wir haben mehr als einmal über die Ursachen und möglichen Folgen dieses Zustands gesprochen. Wir führen die zahlreichen Probleme, die sich seit Beginn des 21. Jahrhunderts im strategischen Bereich angehäuft haben, auf die destruktiven Aktionen des Westens zurück, auf seine destabilisierenden doktrinären Konzepte und militärtechnischen Programme, die darauf abzielen, die globale Parität zu untergraben und eine absolute, überwältigende Überlegenheit zu erreichen oder zu versuchen, diese zu erreichen.

    Wir haben diese Fragen konsequent und gründlich aufgegriffen und diese Position kritisiert. Dabei haben wir nicht nur die extreme Gefahr einer weiteren Verschlechterung der Lage betont, sondern auch wiederholt konkrete Ideen für eine gemeinsame Bewältigung vorgebracht. Unsere Warnungen und Initiativen blieben jedoch ohne klare Antwort.

    Ich möchte betonen, und daran sollte niemand zweifeln: Russland ist in der Lage, auf alle bestehenden oder aufkommenden Bedrohungen nicht nur mit Worten, sondern auch mit militärtechnischen Maßnahmen zu reagieren. Ein Beispiel dafür ist unsere Entscheidung, das einseitige Moratorium für die Stationierung landgestützter Kurz- und Mittelstreckenraketen aufzuheben. Dies war ein notwendiger Schritt, der durch die Notwendigkeit diktiert wurde, angemessen auf Programme zur Stationierung ähnlicher amerikanischer und anderer westlicher Waffen in Europa und im asiatisch-pazifischen Raum zu reagieren, die Russlands Sicherheit direkt bedrohen.

    Unsere Pläne zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit des Landes basieren auf der sich verändernden globalen Lage und werden vollständig und zeitnah umgesetzt. Wir vertrauen auf die Zuverlässigkeit und Wirksamkeit unserer nationalen Abschreckungskräfte, haben aber gleichzeitig kein Interesse an einer weiteren Eskalation der Spannungen oder einer Anheizung des Wettrüstens. Russland ging und von der Präferenz und Priorität politischer und diplomatischer Methoden zur Wahrung des internationalen Friedens aus, die auf den Prinzipien der Gleichheit, der unteilbaren Sicherheit und der gegenseitigen Berücksichtigung von Interessen beruhen.

    Ich erinnere daran, dass der letzte bedeutende politische und diplomatische Erfolg im Bereich der strategischen Stabilität der Abschluss des russisch-amerikanischen Vertrags zur Reduzierung strategischer Waffen im Jahr 2010 war. Allerdings wurde seine vollständige Umsetzung 2023 durch die äußerst feindselige Politik der Biden-Administration, die gegen die Grundprinzipien des Vertrags verstieß, ausgesetzt.

    Dennoch haben beide Seiten ihre Absicht erklärt, die zentralen quantitativen Beschränkungen des Vertrags zur Reduzierung strategischer Waffen bis zum Ende seiner Laufzeit freiwillig einzuhalten.

    So hat dieses Abkommen seit fast 15 Jahren einen bedeutenden positiven Beitrag zur Aufrechterhaltung des Kräftegleichgewichts und der Sicherheit im Bereich strategischer Offensivwaffen geleistet.

    Der New-START-Vertrag läuft am 5. Februar 2026 aus und markiert damit das bevorstehende Ende des letzten internationalen Abkommens zur direkten Begrenzung des Potenzials an Atomrakeren. Eine vollständige Abkehr vom Erbe dieses Abkommens wäre aus vielerlei Hinsicht ein falscher und kurzsichtiger Schritt, der sich unserer Ansicht nach auch negativ auf die Ziele des Vertrags über die Nichtverbreitung von Kernwaffen auswirken würde.

    Um ein weiteres strategisches Wettrüsten zu vermeiden und ein akzeptables Maß an Vorhersehbarkeit und Zurückhaltung zu gewährleisten, halten wir es für gerechtfertigt, den durch den New-START-Vertrag geschaffenen Status quo in dieser recht turbulenten Zeit aufrechtzuerhalten. Russland ist daher bereit, die zentralen quantitativen Beschränkungen des New-START-Vertrags auch nach dem 5. Februar 2026 noch ein Jahr lang einzuhalten.

    Auf Grundlage unserer Lageanalyse werden wir anschließend über die Aufrechterhaltung dieser freiwilligen Selbstbeschränkungen entscheiden. Wir halten diese Maßnahme nur für tragfähig, wenn die USA in ähnlicher Weise handeln und keine Schritte unternehmen, die das bestehende Gleichgewicht der Abschreckungspotenziale untergraben oder stören.

    In diesem Zusammenhang bitte ich die zuständigen Behörden, die relevanten amerikanischen Aktivitäten, insbesondere im Hinblick auf das Arsenal strategischer Offensivwaffen, weiterhin aufmerksam zu beobachten. Besondere Aufmerksamkeit sollte auch den Plänen zum Ausbau der strategischen Komponenten des US-Raketenabwehrsystems, einschließlich der Vorbereitungen für die Stationierung von Abfangmitteln im Weltraum, gewidmet werden. Wir gehen davon aus, dass die praktische Umsetzung solcher destabilisierenden Maßnahmen unsere Bemühungen zur Aufrechterhaltung des Status quo im Bereich strategischer Offensivwaffen untergraben könnte. Wir werden entsprechend reagieren.

    Ich bin überzeugt, dass die Umsetzung der russischen Initiative einen wesentlichen Beitrag zur Schaffung einer Atmosphäre leisten könnte, die einem substanziellen strategischen Dialog mit den USA förderlich ist – vorausgesetzt natürlich, dass die Voraussetzungen für seine vollständige Wiederaufnahme geschaffen werden und dass alle Bemühungen zur Normalisierung der bilateralen Beziehungen und zur Beilegung der grundlegenden Widersprüche im Bereich der Sicherheit berücksichtigt werden.

    Kommen wir nun zur aktuellen Tagesordnung. Sergej Lawrow und Andrej Belousow haben das Wort.

    Ende der Übersetzung


    Info: https://anti-spiegel.ru/2025/putin-macht-einen-vorschlag-zur-nuklearen-abruestung


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    22.09.2025

    „Selenskij macht heute, was er will. Seine westlichen Unterstützer akzeptieren alles“

    Präsident Selenskij am 18.9.2025 beim Besuch der 79. Tavriyska Luftsturmbrigade an der Front in der Region Donezk. Bild: president.gov.ua/CC BY-NC-ND-4.0 (Bild)


    overton-magazin.de, 21. September 2025, Thomas Kaiser

    Andrej Konovalov über Selenskij, Gewalt, Zensur und Spitzeltum in der Ukraine.


    Das von Thomas Kaiser geführte Interview erschien zuerst in der aktuellen Ausgabe des Zeitgeschehen im Fokus. Wir danken für die Möglichkeit der Übernahme.

     

    Thomas Kaiser/Zeitgeschehen im Fokus:  Wie stark beeinflussen die rechtsradikalen Nationalisten die Politik in der Ukraine?

    Andrej Konovalov: Wenn man über ihren Einfluss spricht, muss man wissen, dass die Nationalisten nicht im Parlament vertreten sind. Der Einfluss, den sie haben, geht nicht über den politischen Weg, sondern liegt in der Androhung von physischer Gewalt im öffentlichen Raum.

    Am 31. August 2015 kam es vor dem ukrainischen Parlament in Kiew zu schweren Ausschreitungen bei einer Demonstration nationalistischer Kräfte gegen die geplanten Verfassungsänderungen im Rahmen der Minsker Vereinbarungen. Ein Demonstrant warf eine Handgranate in die Reihen der Nationalgarde. Dabei wurden über 140 Personen verletzt, darunter viele Polizisten, und drei Nationalgardisten kamen ums Leben. Auch mehrere Journalistinnen und Journalisten wurden verletzt. Der Hauptverdächtige, Ihor Humenjuk, ein ehemaliger Freiwilliger des Bataillons „Sitsch“ (eines freiwilligen Karpaten-Bataillons), wurde festgenommen und angeklagt. Im Juli 2023 verübte er einen weiteren Terroranschlag, diesmal im Gerichtsgebäude in Dnipro, wo er sich in einem Toilettenraum mit einer Sprengvorrichtung (vermutlich Handgranaten) selbst in die Luft sprengte und dabei zwei Polizisten verletzte.

    Man lässt die Nationalisten einfach gewähren?

    Andrej Konovalov: Der ukrainische Staat ist nicht bereit, etwas gegen die rechtsradikalen Nationalisten zu unternehmen. Zum Beispiel war der ukrainische Nationalist Serhyj Sternenko in eine Auseinandersetzung mit zwei Männern verwickelt, wobei er einen mit mehreren Messerstichen tötete, was ein medizinisches Gutachten bestätigte. Bei der Gerichtsverhandlung erhielt er Unterstützung von nationalistischen Organisationen, die das Gericht und die Richter unter Druck setzten. Das Verfahren endete mit einem Freispruch. Heute ist er als YouTuber einer der Hauptinfluencer der neuen ukrainischen Nationalistenelite.

    Wie reagierte die Politik darauf?

    Andrej Konovalov: Es ist bemerkenswert, dass Sternenko nicht nur von den rechts-nationalistischen Organisationen unterstützt, sondern auch öffentlich von der damaligen Gesundheitsministerin, Ulana Suprun, verteidigt wurde. Suprun, eine US-amerikanische Staatsbürgerin ukrainischer Herkunft, gilt als politisch gut vernetzt in liberalen und transatlantischen Elitekreisen der USA, insbesondere im Umfeld der Demokratischen Partei und westlicher NGOs mit finanzstarken Förderstrukturen.

    Der Fall zeigt deutlich, wie außergerichtlicher Einfluss und politisch motivierter Druck in der Ukraine gerichtliche Verfahren – selbst bei klarer Beweislage – entscheidend verzerren und beeinflussen können.

    Man kann also sagen, dass der rechte Block, obwohl er nicht im Parlament vertreten ist, dennoch einen großen Einfluss auf die Politik hat?

    Andrej Konovalov: Ja, das ist hundertprozentig so.

    Wie ist die Stimmung heute im Land? Die Zahl der Toten ist immens. Hinter jedem Toten sind Familien, Freunde, ganze Gemeinschaften, die trauern.

    Andrej Konovalov: Die öffentliche Stimmung ist schwer zu fassen, denn der mediale Raum in der Ukraine steht seit Beginn des Krieges weitgehend unter staatlicher Kontrolle. Die meisten Menschen haben Zugang nur zu den Fernsehsendern, die über die üblichen digitalen Pakete (zum Beispiel T2 oder Kabel-TV) verbreitet werden – insbesondere in ländlichen Regionen, wo viele weder Satellitenschüsseln noch schnellen Internetzugang haben.

    Kurz nach Kriegsbeginn wurden im Rahmen des sogenannten „Telemarathons“ fast alle dieser großen Fernsehsender zu einem gemeinsamen 24-Stunden-Nachrichtenprogramm zusammengeschaltet. Dieses Programm wird auf nahezu allen großen Kanälen gleichzeitig ausgestrahlt und ist inhaltlich eng mit der offiziellen Linie der Regierung abgestimmt. Offiziell geschieht dies zur Stärkung der nationalen Einheit im Krieg. In der Praxis bedeutet es aber auch, dass abweichende Meinungen kaum noch öffentlich sichtbar sind.

    Zugleich hat der Staat mehreren Fernsehsendern, die oppositionellen Politikern oder kritischen Stimmen nahestanden, bereits vor oder kurz nach Kriegsbeginn die Lizenz entzogen – teils unter Berufung auf die nationale Sicherheit, teils mit dem Vorwurf prorussischer Propaganda. Auch Online-Medien und Journalisten, die von der offiziellen Linie abweichen, stehen häufig unter Druck oder werden diffamiert.

    Das alles führt dazu, dass die öffentliche Auseinandersetzung heute stark eingeschränkt ist, insbesondere wenn es um Themen wie Verhandlungen, Kriegsdienstverweigerung oder Kritik an der Regierung geht. Zwar existieren formell noch unabhängige Medien, doch ihr Einfluss ist gering, und Zensur ist, auch wenn sie nicht immer gesetzlich festgeschrieben ist, in der Realität spürbar vorhanden.

    Gibt es Umfragen, die Auskunft geben, welche Einstellung die Menschen haben?

    Andrej Konovalov: Laut einer Umfrage der „Gruppe Rating“ vom Februar 2025 befürworten 64 Prozent der Ukrainer direkte Verhandlungen mit Russland, und 81 Prozent halten einen kompromissorientierten diplomatischen Weg unter internationaler Beteiligung für realistisch.

    Gleichzeitig zeigt eine Umfrage des Kiewer Instituts für Soziologie (KIIS) vom Juni 2025, dass 48 Prozent der Befragten kategorisch gegen eine faktische Anerkennung der russischen Kontrolle über besetzte Gebiete sind – auch nicht  zur Friedenssicherung. 43 Prozent wären hingegen zu solch einem Kompromiss bereit, solange keine formelle (de jure) Anerkennung erfolgt.

    Trotz dieser Zahlen vermitteln viele Medien den Eindruck, die Bevölkerung sei nahezu geschlossen gegen Verhandlungen oder territoriale Zugeständnisse. Angesichts eingeschränkter Meinungsfreiheit und gesellschaftlichem Druck bleibt jedoch unklar, wie frei sich Menschen tatsächlich äußern können.


    Wie geht der Staat mit Menschen um, die den Krieg kritisieren?

    Andrej Konovalov: Wenn man kritisch gegenüber dem Krieg eingestellt ist beziehungsweise nicht in den Krieg gehen will, wird man für seine Einstellung bestraft, indem man mit Zwang in den Krieg geschickt wird. So will man die kritischen Stimmen zum Schweigen bringen. Das kann bis zum Tod führen.

    Ich möchte das gerne an zwei Beispielen verdeutlichen. Es gibt in der Ukraine einen Influencer namens Batya Prokop, auf Deutsch „Vater Prokop“. Er berichtet über Gesundheit und Lifestyle. Er lebt in Odessa, einer russischsprachigen Stadt. Er hatte einen Stream auf Instagram gestellt und die Frage aufgeworfen, ob man in die Armee gehen soll oder lieber ins Gefängnis. Seine Erklärung war für die Regierung ein Problem.

    Er verbreitete seine Auffassung über Social Media. Wenn man ins Gefängnis gehe, sei man ein politischer Häftling und habe dadurch eine bessere Position. Man könne dort ein bisschen lesen und Sport treiben und wenn man nach ein paar Jahren wieder entlassen werde, habe man noch beide Arme und beide Beine und komme lebend wieder heraus.

    Wie waren die Reaktionen von staatlicher Seite darauf?

    Andrej Konovalov: Nachdem er dieses Statement abgeben hatte, bekam er Besuch von ukrainischen Armeeangehörigen, die ihn wohl kaum für seine Aussage gelobt haben. Danach „entschied“ er sich für den Dienst in der Armee. Er war bei einer Sturmbrigade und ist in der Zwischenzeit im Krieg gefallen.

    Das zweite Beispiel ist ein Fitnesstrainer in Odessa namens Sewastjan Gogowytsch. Er wollte nicht in den Krieg und hat die Rekrutierungsoffiziere beleidigt, als sie ihn rekrutieren wollten. Man spekuliert, er sei provoziert worden. Das Ganze wurde auf Video aufgenommen und veröffentlicht.

    Ein ukrainischer rechtsradikaler Nationalist hat ihn später mit einer Gruppe von Gleichgesinnten zusammen mit Journalisten besucht, und sie haben ihn verprügelt. Das blutig geschlagene Gesicht wurde auf ukrainischen Mainstream-Medien publiziert mit dem Kommentar: „Er holte sich eine blutige Nase, weil er die ukrainische Armee beleidigt hatte.“ Tatsache ist, dass Menschen, die das „Heiligtum“ der ukrainischen Armee kritisieren, in eine Situation geraten, in der die Gesetze nicht mehr gelten. Die ukrainischen Rekrutierungsoffiziere gratulierten den Nationalisten, die Sewastjan Gogowytsch verprügelt hatten.

    Ein Video mit Glückwünschen an ihn ist ab Minute sieben in meinem YouTube-Video zu sehen. Auch er wurde gezwungen, in die Armee zu gehen. Ein Tag nach der Veröffentlichung sagte er in einem weiteren Video, dass er in der ukrainischen Armee dienen werde. In der Ukraine war das die Geschichte der Woche, aber niemand hat die Verantwortung für die Gewalt übernommen. Es stellt sich die Frage, wie es um die ukrainische Armee steht.

    Sind das Ausnahmen oder ist die Mehrheit bereit, in den Krieg zu ziehen?

    Andrej Konovalov: Laut dem ukrainischen Verteidigungsministerium waren im November 2024 rund 75 Prozent der aktiven Soldaten, die eingezogen wurden, nicht freiwillig eingetreten. Gleichzeitig berichtete die Uno über Folter, Schläge und psychische Gewalt in ukrainischen Rekrutierungszentren (TЦК).

    Laut dem 42. Bericht des Uno-Menschenrechtsbüros (Dezember 2024 bis Mai 2025) kam es dort unter anderem zu Schlägen, Fesselung der Hände über Stunden, Todesdrohungen, Nahrungsentzug über 11 Tage bei Uniformverweigerung sowie zu systematischer Demütigung und schlechten Haftbedingungen.

    Der ukrainische Ombudsmann registrierte allein im Jahr 2024 bereits über 7000 Beschwerden im Zusammenhang mit der Mobilmachung – dreimal mehr als im Vorjahr. Zugleich verstärkt das Faktum den Eindruck der Ungerechtigkeit, dass privilegierte Schichten der Gesellschaft – darunter auch Mitarbeitende westlicher NGOs oder großer Beratungsfirmen wie Deloitte – vollständig vom Wehrdienst befreit sind, während in der breiten Bevölkerung nahezu täglich Meldungen und Berichte von Angehörigen über in den TЦК zu Tode gekommene Bürger auftauchen – oftmals mit deutlichen Spuren schwerer Misshandlungen und mit gefälschten medizinischen Gutachten. Solche Nachrichten tragen zusätzlich dazu bei, dass die Bereitschaft, in der Armee zu dienen, in der Gesellschaft weiter sinkt.

    In ukrainischen Leitmedien ist inzwischen offen von der „Gesetzlosigkeit der Rekrutierungsstellen“ die Rede – von Schlägen, Entführungen und Folter, für die niemand zur Rechenschaft gezogen wird.

    Wie ist die Stimmung in der Bevölkerung, in der doch ein erheblicher Anteil russischsprachig ist?

    Andrej Konovalov: Die Stimmung ist angespannt. Man kann beispielsweise keinerlei russische Bücher legal kaufen, denn der Import ist gesperrt. Schon vor dem Krieg war es so, dass kein Buch auf Russisch publiziert werden konnte, wenn nicht die gleiche Anzahl auf Ukrainisch produziert wurde. Im Theater oder im Kino darf nicht mehr Russisch gesprochen werden – formell ist es erlaubt, aber nur mit gleichzeitiger ukrainischer Übersetzung, was in der Praxis unmöglich ist. Das führt zu einem faktischen Verbot. In der Schule darf nicht mehr auf Russisch unterrichtet werden, auch wenn es eine Privatschule ist.

    Es gibt in einigen Städten eine freiwillige Sprachpolizei. Sie geht in Cafés oder Restaurants. Sie dokumentiert, wenn das Bedienungspersonal einen Gast auf Russisch begrüßt. Sie leiten das weiter, und das Restaurant muss schließen, weil man dem Besitzer die Lizenz entzogen hat. Wenn Straßenmusiker russische Lieder singen, dann werden sie von den rechtsradikalen Nationalisten verprügelt. Ein Teil der Gesellschaft ist aktiv unterdrückt und hat keinerlei Möglichkeit, sich zu wehren oder politische Autoritäten zu finden, die sie schützen könnten.

    Kommen wir noch auf Selenskij zu sprechen. Ist er noch ein rechtmäßiger Präsident?

    Andrej Konovalov: Die Tatsache, dass man keine Wahlen durchführt, signalisiert, dass man seine Niederlage erwartet. In der ukrainischen Verfassung ist festgelegt, wie das Land, wenn es sich im Kriegszustand befindet, trotz dem Ende der Amtszeit des Präsidenten weiter regiert werden kann. Wenn die Regierungszeit abgelaufen ist, muss der Parlamentspräsident interimsmäßig die Regierungsgeschäfte übernehmen, bis es zu Neuwahlen kommt. Deswegen sollte das Verfassungsgericht konsultiert werden. Selenskij und seine Anhänger blockierten das, um zu verhindern, dass er sein Präsidentenamt abgeben muss. So geht es weiter wie bisher.

    Wie reagiert das Verfassungsgericht darauf?

    Andrej Konovalov: Die Auseinandersetzung zwischen Selenskij und dem Verfassungsgericht bestand schon vor dem Krieg. Der ehemalige Chef des Verfassungsgerichts wurde unter Missachtung der Gesetze abgesetzt. Er floh nach Österreich und wurde dort vergiftet.

    Selenskij macht heute, was er will. Seine westlichen Unterstützer akzeptieren alles. Er hat freie Hand, allein zu entscheiden. In seiner Wahlkampagne hat er versprochen, alle wichtigen Entscheidungen dem Referendum zu unterstellen. Das hat er nicht eingehalten. Wenn heute gewählt würde, ist sicher, dass er die Präsidentschaft nicht erneut gewinnen würde.

    Herr Konovalov, vielen Dank für das Gespräch.

     

    Andrej Konovalov ist in Kirowohrad in der Mitte der Ukraine aufgewachsen. Sein Bachelor-Biochemiestudium an der Universität Kiew hat er abgeschlossen. Nachdem er im Stadtzentrum ein aufgehängtes Banner der nazistischen Kollaborateure – der UPA – entfernt hatte, wurde gegen ihn ein Strafverfahren wegen „groben Rowdytums“ eingeleitet, das mit bis zu vier Jahren Haft bestraft werden kann. Daraufhin verließ er die Ukraine. Sein mit Auszeichnung abgeschlossenes Bachelorstudium eröffnete ihm die Möglichkeit, kurzfristig ein Masterstudium an der Universität zu Köln aufzunehmen. Heute lebt er in Köln, arbeitet als Metabolic Engineer in einem Biotech-Startup. Er engagiert sich zugleich gegen den Krieg, indem er internationale Proteste für die Rechte zwangsrekrutierter Ukrainer mitorganisiert.

    Thomas KaiserThomas Kaiser

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    37 Kommentare

    1. Zu dem was in Gaza-Stadt und in Gaza passiert:
      Bei den Luftangriffen auf die bewohnten Häuserblock im Al-Sabra Viertel wurden mindestens fünfundzwanzig Menschen getötet. Es werden noch bis zu fünfzig Menschen unter den Trümmern vermutet.
      Es wurden die Wohngebäude der Dughmosh, Haddad, und Mohsen Familien angegriffen. Die Familien haben die Wohngebäude nicht verlassen und wurden ohne Vorwarnung angegriffen.
      Ein Mitglied der Dughmosh-Familie berichtet dass Drohnen vier von fünf Männer töten die versuchen noch Lebende aus den Trümmern zu bergen. Sie können ihre Kinder nicht aus den Trümmern bergen.

      Am Vortag wurden über neunzig Menschen ermordet.
      Es wurden an diesem Tag bisher zweiundfünfzig Menschen ermordet.
      Es ist ebenfalls jemand verhungert.

      Im Video sieht man wie Sprengstoff vor einem Wohngebäude abgeladen wird. Dazu werden ausgemusterte Soldaten-Transportfahrzeuge genutzt. Mit dem Sprengstoff werden Wohnviertel zerstört. Der Sprengstoff wird in bewohnte Viertel gefahren und die Einwohner werden vertrieben.

      https://vimeo.com/1120584033

      Länge: 00:10 Minuten

      Sie können den Link gerne rumschicken, wenn Sie möchten.

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      4 Antworten auf diesen Kommentar anzeigen ▼

    2. Wunderbar, nachdem die vorherige Koalition sparsam Umwelt freundlich ihre Persönlichkeiten mit dem Zug in die Ukraine brachten, sahen diese Politiker nur blühende Landschaften.
      Dann sprachen die unschuldigen gewählten westlicher Politiker, mit dem legitimien Präsidenten, der ursprünglich versicherte mit Russland Frieden zu machen, das Russland einen sprachlosen Überfall in der Ukraine veranstaltete..
      Zumindest haben alle westlichen Vertreter ihre ökologischen Kriterien erfüllt, denn fast alle reisten mit dem Zug Indien Ukraine. Sehr nachhaltig und progressiv für das Klima.
      Für ideologisch geblendete ein totaler Sieg über den Faschismus…

      Funktioniert das?, ja die goldene Mrd nimmt alles hin für diesen Erfolg

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    3. Ich würde gerne die Information ergänzen, die das Fundament der Macht der Ultranationalisten beschreibt.

      Als Selenskij sein Amt antrat und Verhandlungen mit den Russen beginnen wollte, wurde er ja umgehend von an Asowskis bedroht. Aber diese standen damals – und heute – nicht allein. Hinter ihnen stand der Wertewesten, dessen angebliche Werte auf Souveränität, Demokratie und Recht bestehen. Hier aber nutzten die USA einen Zusammenschluss von 71 „ukrainischen““NGOs“ im Ukraine Crisis Media Center, um dem frisch gewählten Präsidenten die angekündigte Friedenspolitik zu verbieten.

      Man hat sich mit einem Papier hinter die Asowskis gestellt, in dem die roten Linien des Westens aufgeführt sind, die Friedensverhandlungen unmöglich machten. Weder die Drohungen der Extremisten noch die Aktionen der NGOs dürften dem Normalbürger im Westen bekannt sein.

      Mike Benz gibt in diesem Interview einen Einblick in die Vorgehensweise der USA und ihrer NGO-Truppen und ab Min 53 geht es um die Ukraine.
      https://www.youtube.com/watch?v=4gnaUg8DZMg&t=4211s

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    4. Übrigens, der in Deutschland allseits beliebte Herr Kuleba, musste bei Nacht und Nebel
      aus Kiew flüchten, weil sein Chef in nicht mehr ganz so gern mochte. Kuleba durfte sich im Deutschen Fernsehen
      so ziemliche jede Frechheit gegen die Regierung rausnehmen, die man sich nur vorstellen kann.

      Er hat das bei einem Interview in Polen zum Besten gegeben.

      Thomas Röper behandelt das in Tacheles etwas ausführlicher.
      https://www.youtube.com/watch?v=wiSy5HoaY8s

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    5. Der Kokser bittet ja längs nicht nur um Waffen, er fordert sie direkt.
      ….und unsre blutgeilen Kriegshelden, die Krieg nicht kennen, liefern wie gefordert.

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    6. Ja, warum soll man auch auf Gewalttätigkeit verzichten, wenn man so seinen Willen durchsetzen kann?

      Mir ist die folgende Aussage besonders aufgefallen:

      „Es ist bemerkenswert, dass Sternenko nicht nur von den rechts-nationalistischen Organisationen unterstützt, sondern auch öffentlich von der damaligen Gesundheitsministerin, Ulana Suprun, verteidigt wurde. Suprun, eine US-amerikanische Staatsbürgerin ukrainischer Herkunft, gilt als politisch gut vernetzt in liberalen und transatlantischen Elitekreisen der USA, insbesondere im Umfeld der Demokratischen Partei und westlicher NGOs mit finanzstarken Förderstrukturen.“

      Das sind dieselben „Demokraten“, die nicht müde werden, Trump und seine Truppe als rechtsradikal und totalitär zu framen. Sie müssen’s ja wissen, könnte man erwidern.

      Das ist nicht mal mehr eine Frage von Doppelmoral, da diese Leute, und das eint sie alle – den Deep State der USA, die EU, die Ukraine, Israel -, einfach gar keine Moral zu haben scheinen.

      Team Trump reiht sich da auf sein Weise ein, wobei dort m.E. manchmal Reste von Moral durchscheinen. Allerdings zu wenig und zu selten, und ohne dass von anderen Unterstützung dafür käme, abgesehen von Ungarn und der Slowakei.

      Die Trostlosigkeit dieser Gesamtsituation ist eigentlich nicht zu ertragen. Die berichteten Umfrageergebnisse aus der Ukraine reihen sich da auch ein. Ähnlich wie in Israel scheint sich die Bevölkerung selbst dann noch hinter der Regierung zu versammeln, wenn deren kriminelle Natur eigentlich niemandem mehr verborgen geblieben sein kann. Wir kennen das natürlich auch, da muss man nur 90 Jahre zurückgehen.

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    7. So ein Quatsch!
      Strategisch, gesehen macht selenskij ganz genau nur das, was die Imperialen ihm vorschreiben.
      Innenpolitisch, mag er schon noch gewisse Freiheiten haben.

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    8. Colonell Douglas Macgregor veröffentlichte seine Einschätzung, dass Selenskyj 1,1 Milliarden Dollar an Privatvermögen und dazu etliche Immobilien besitzt. Er ist also im Unwertewesten ganz gut vernetzt, trotzdem geht die Ukraine den Bach runter, nur wegen der europäischen Geldverbrennung ggf. etwas später. Und unsere nationale Unterstützungsfront macht sich lächerlich, haben die Damen und Herren auch jeweils so ein Vermögen? Aber es ist ja nicht ihr Geld, welches im Anus von Selenskyj landet, der deutsche Michel zahlt gerne, zur Not auch mit Arbeit bis ins Grab, das wurde ja schon gefordert. Es solle nur noch derjenige in Rente gehen dürfen, der ein ärztliches Attest vorlegen kann, dass er nicht mehr arbeiten kann. Aber den Wahlen und Umfragen nach zu urteilen, wollen das die meisten so.

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    9. Auch wenn es eine Minderheitenmeinung ist, glaube ich inzwischen, dass ein Einsatz taktischer Nuklearwaffen durch Russland im Herbst 2022 erstens den Krieg beendet und viele Menschenleben verschont hätte und es zweitens wahrscheinlich ohnehin dazu kommen wird.

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    10. https://www.fdpbt.de/ukraine-verteidigt-unsere-gemeinsamen-freiheitlichen-westlichen-werte

      Die Ukraine verteidigt unsere gemeinsamen freiheitlichen, westlichen Werte

      https://de.linkedin.com/pulse/sagen-ist-die-ukraine-verteidigt-unsere-europ%C3%A4ischen-werte-karoline

      Sagen, was ist: Die Ukraine verteidigt unsere europäischen Werte

      https://ec.europa.eu/stories/slava-ukraini/index_de.html

      „Die Ukraine verteidigt an vorderster Front, was uns in Europa lieb und teuer ist: unsere Freiheit, unsere Demokratie, unsere Meinungs- und Gedankenfreiheit.“

      Ursula von der Leyen

      Stellt sich die Frage, wer mit „unsere“ gemeint ist.

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    11. Na endlich! Hier kommen wir der Sache näher. Es sei ja die Ukraine kein faschistischer Staat, denn diese Parteien hätten ja nur zwei Prozent der Stimmen, wie beispielsweise die Grünen argumentieren. Wählerstimmen will aber der Nazi nur in zweiter Linie, was ihm wichtig ist, ist das Gewaltmonmopol. Und das haben sie. Herr Konovalov bringt ja Beispiele. Ich möchte noch den Maidan ergänzen. Präsident Janukowitsch konnte nicht nach Kiew zurückkehren, weil der Rechte Sektor im Großraum Kiew die militärische Oberhand hatte, trotz massig anwesender Berkut-Polizei. Warum waren die so stark? Ohne das Ausland ging das wohl nicht. Dann das Massaker von Odessa am 2.5.14. Kein einziger der Täter wurde bestraft. Seht her, wir können hier machen, was wir wollen, es passiert uns nichts, das war die Botschaft. Das haben die Nazis in der ganzen Ukraine sofort kapiert.
      Allerdings schmeckt den Ukrainern der Faschismus gar nicht. Nach 2014 fiel der Stimmenanteil auf genannte zwei Prozent. Diese müssen daher bis zum Letzten kämpfen, denn wenn hier wieder ein Rechtsstaat existiert, kommen sie alle in den Knast. Das sind die Bussifizierer, die ihre Landsleute an der Front verheizen. Das sind auch die, die Selenskij mit dem Tod gedroht haben, falls er Russland nachgibt.
      Das sind auch die, die die Gelder des Auslands aufgrund ihres Gewaltmonopols einfach einsacken. Worauf die EU über Korruption klagt. Sind die wirklich so dumm? Leute wie die Kallas kapieren so etwas nicht. Es kann durchaus Dummheit sein. Und wenn nicht? Dann fürchten die Europäer das, was dann zutage kommt, wenn die Nazis weg sind. Erpressung also.
      Die Europäer haben nicht nur eine, sondern mindestens fünf Arschkarten gezogen. Wir werden das merken.

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    12. Lufraumverletzung als nächste NATO-Propaganda

      https://tkp.at/2025/09/21/lufraumverletzung-als-naechste-nato-propaganda

      Ein angeblicher Angriff auf von der Leyen, dann eine vermeintliche Drohneninvasion in Polen, jetzt offenbar Kampfjets über Estland:

      Seit einigen Tagen suggeriert die NATO, dass Russland vor einem Angriff auf den Westen stünde.

      Der GPS-Angriff auf von der Leyen wurde als Lüge entlarvt, die Drohnen in Polen waren harmlos, und auch die Luftraumverletzung Estlands dürfte sich als Desinformation herausstellen.

      „Russische Flugzeuge fliegen über neutralen baltischen Gewässern, sicher über drei Kilometer von der Insel Vaindloo entfernt.

      Sie befanden sich nur im Luftraum über der EEZ [Exklusiven Wirtschaftszone, Anm.] Estlands (jenseits von 12 Seemeilen vor der Küste).

      Dies ist eindeutig keine Verletzung des estnischen Luftraums.

      Dennoch behauptet der litauische Verteidigungsminister, diese Jets seien direkt über Tallinn geflogen. Warum verbreitet Litauen diese falsche Geschichte?“

      SO LÜGT SICH DER WERTEWESTEN IN EINEN WELTKRIEG !!

      Antworten

    13. Bereits im Rahmen der Deutschen Wiedervereinigung 1990 hat man Russland zugesagt, dass sich die NATO nicht über Deutschland nach Osten ausdehnen werde.

      Osterweiterung: Wie die Nato wortbrüchig wurde

      https://www.telepolis.de/features/Osterweiterung-Wie-die-Nato-wortbruechig-wurde-6347016.html

      Die NATO verfolgte stattdessen eine Politik der Expansion nach Osten. Polen, Tschechien und Ungarn haben 1999 den Anfang gemacht.

      In den 2000er Jahren folgten Estland, Lettland, Litauen, Slowakei, Rumänien, Bulgarien, Albanien, Nordmazedonien, Schweden und Finnland.

      RUSSLAND HAT ALSO VOLLKOMMEN RECHT WENN ES SICH NUR AUF EINEN FRIEDENSVERTRAG & DEN NICHTBEITRITT DER UKRAINE ZU NATO BESTEHT !!

      Antworten

    14. FREIE WELT berichtet

      Beatrix von Storch im Interview zu ihrem Empfang im Weißen Haus – »In den USA gibt es keine Brandmauer gegen die AfD!«

      WELTWOCHE.CH schreibt

      Umfrage zeigt: Zwei Drittel der Deutschen sind unzufrieden mit Friedrich Merz – so viele wie noch nie zuvor

      Nur 26 Prozent stellen ihm noch ein positives Zeugnis aus.

      Antworten

    15. Kiews Botschafter – Neo-Nazis sind Teil unserer Armee (Artrikel vom 20. Februar 2015)

      http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2015/02/kiews-botschafter-neo-nazis-sind-teil.html

      Während der Talkshow von Günther Jauch am vergangenen Sonntagabend hat Andrij Melnyk, der ukrainische Botschafter in Berlin, eine schockierende Aussage gemacht.

      Auf die Frage von Jauch: „Herr Botschafter, wissen Sie immer, welche seltsame Leute auf Ihrer Seite kämpfen … da gibt es rechtsradikale Verbände mit SS-Runen … und mit Hakenkreuzfahnen …“, gab Melnyk zu, die Neo-Nazis der Asow und des Rechten Sektors sind Teil der ukrainischen Streitkräfte und werden vom Regime in Kiew koordiniert und kontrolliert.

      FAZIT: DEUTSCHLAND & EU UNTERSTÜTZEN NAZIS UND SIND DEHALB AUCH NAZIS !!

      Antworten

    16. All die aktuellen US – Deep-State-Bombenliebhaber von DE & EU s-o-f-o-r-t in die geschlossenen Psychiatrien!

      Ehe es zu spät ist und unser einst blühendes Europa binnen 25 Minuten atomar verdampft!

      Ich hätte niemals daran geglaubt, daß uns Europäer einmal Nenas 99 Luftballons indikativ & historisch finalisieren!

      Inklusive einer total versagenden 4. Gewalt !!

      Antworten

    17. Man versucht mit LUG & TRUG, den Bündnisfall auszulösen.

      Die NATO will sozusagen „zurückschießen“ und Friedensverhandlungen sind undenkbar für die „Falken“.

      Sie glauben, sie könnten gewinnen. Doch ist das ein Irrtum!

      China steht hinter Russland und weitere BRICS.

      Während der Westen total ausgesaugt ist, kein Geld mehr und keine konventionellen Waffen.

      Die westlichen Söldner sind mittlerweile unbezahlbar und die normalen Leute wollen nicht in den Krieg ziehen.

      Die meisten Leute haben trotz Desinformation der Staatsmedien alles durchschaut !

      Sie sind Russlandfreunde trotz massiver Hetze und Propaganda!

      Will sich EUropa opfern, weil die Marionetten nicht abdanken wollen oder werden die einfach ferngesteuert von ihren Strippenziehern?

      Was ist denn gar so tragisch, zuzugeben, dass Russland die russischen Gebiete im Donbass befreit hat und man nun aufhört, weil Russland sonst immer mehr „befreit“?

      Leider hat Schneelenski schon wieder ein Treffen mit Trump.

      Er wird ihn wieder anschnorren und vermutlich auch erpresen wollen !

      Antworten

    18. Ich bin voll auf der Seite von Russland in diesem Konflikt !!

      Alle Russen und die intelligenteren Leser und Denker im Westen wissen, dass Russland sich im Krieg mit der NATO befindet, provoziert von eben dieser !!

      Krieg ist ein grausiges Geschäft. Wichtig ist den Gegner zu kennen.

      Provokationen sind ein Werkzeug um die Gedankengänge, Taktiken, Waffen etc. des Gegners kennenzulernen und zu studieren.

      Wenn der Westen so weiter macht hat er bald ausstudiert !!

      Antworten

    19. Der Interviewte sagt :

      „Nachdem er dieses Statement abgeben hatte, bekam er Besuch von ukrainischen Armeeangehörigen, die ihn wohl kaum für seine Aussage gelobt haben. Danach „entschied“ er sich für den Dienst in der Armee. Er war bei einer Sturmbrigade und ist in der Zwischenzeit im Krieg gefallen.“

      Ein Staat, der Oppositionelle entsorgt, indem er diese in den Krieg zwingt und zu einem Himmelfahrtskommando abkommandiert , was ist das ? : Das ist Faschismus, nichts weniger ! ;
      und diese Methode bequemer und endgültiger Entsorgung von Nonkonformisten würden Männer wie Marco Seliger ( https://www.ddbnews.de/ruestungs-pr-nzz-redakteur-fordert-wehrdienst-zwang-fuer-deutsche/ ) anscheinend auch gerne in der BRD einführen.
      Der Kampf gegen die Wehrpflicht wird mehr und mehr zu einem Freiheitskampf !

      Antworten


    22.09.2025

    Drohnen-Firma lässt im Donbass Russen töten – und ist stolz darauf

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 22. September 2025, 17:47 Min.


    (…) Die Drohne, deren Erprobung /Bild/ während des Interviews zeigt, ist

    mit einer deutschen und einer ukrainischen Flagge geschmückt.

    Offenbar ist man stolz darauf, dass deutsche Waffen Russen auf ihrem

    eigenen Gebiet umbringen, und möchte das auch zeigen.

    Die Russen sollen anscheinend genau wissen, mit wem sie es zu tun haben.


    _RTDE 22.9.2025


    _*Niedersächsische Drohnen-Firma lässt im Donbass Russen töten – und ist

    stolz darauf


    *Die "Bild"-Zeitung begleitet den technischen Leiter eines

    deutsch-ukrainischen Gemeinschaftsprojekts zur Entwicklung von Drohnen

    in die umkämpfte Gegend von Pokrowsk und erläutert die neuesten

    Entwicklungen, wie man Russen töten kann.


    Drohnen-Firmen schießen in Deutschland wie Pilze aus dem Boden. Kein

    Wunder, denn das Augenmerk beim Aufbau deutscher Kriegstüchtigkeit liegt

    vornehmlich auf dem Drohnen-Krieg. Gerne auch in Form von

    deutsch-ukrainischen Joint-Ventures, denn somit kann man – solange

    deutsche Soldaten noch nicht offiziell in die Kämpfe verwickelt sind –

    die neu ersonnenen Entwicklungen im Drohnenbereich schon mal unter

    Kampfbedingungen testen.


    Erst kürzlich hatte Carsten Breuer, der Generalinspekteur der

    Bundeswehr, verkündet

    <https://www.welt.de/politik/deutschland/article68cfc216b5e2466829220f1f/General-Carsten-Breuer-Kamikazedrohnen-fuer-die-Bundeswehr-Loitering-Munition-soll-russische-Drohnen-stoppen.html>,

    dass er sowohl die Drohnenabwehr der Bundeswehr stärken als auch

    sogenannte "Loitering Ammunition" in die deutschen Streitkräfte

    implementieren wolle. Bei Letzterer handelte es sich um

    Kamikaze-Drohnen, die laut /Welt/ "mit Gefechtsköpfen versehen in großer

    Zahl auf Ziele gesteuert werden können oder diese auch KI-unterstützt

    selbst suchen", was eher nach Angriff denn nach Verteidigungsstrategie

    klingt.


    Einer dieser neuen Entwickler von Kamikaze-Drohnen ist die im Raum

    Hannover ansässige Firma UUS ("United Unmanned Systems" aus Bad

    Nenndorf), die /Bild/-Reporter Julian Röpcke für das Reportage-Format

    "Lagezentrum vor Ort" bei einer Drohnen-Lieferung in den Donbass

    begleitet hat. Diese Lieferung ging geradewegs in die Volksrepublik

    Donezk, die seit dem Referendum von 2022 ein Teil Russlands ist.


    Die Stadt Pokrowsk (vor 2016 Krasnoarmeisk) ist noch von ukrainischen

    Soldaten besetzt und derzeit zwischen beiden Kriegsparteien hart

    umkämpft. In einem auf YouTube veröffentlichten Video wird Julian

    Kelterborn, der technische Direktor von UUS interviewt

    <https://www.youtube.com/watch?v=IMM4EtjH6wM>. Kelterborn dürfte mit dem

    gleichnamigen Bad Nenndorfer CDU-Stadtrat und Vorsitzenden der dortigen

    deutsch-ukrainischen Gesellschaft identisch sein.


    Röpcke berichtet, die Drohnen seien teilweise mit deutschen Geldern und

    mit deutschem Know-how hergestellt worden. Nun sollen sie an das

    "Antares"-Bataillon der vierten Brigade der Nationalgarde "Rubisch"

    ausgeliefert werden. Firmendirektor Kelterborn erläutert, man habe sich

    gerade "Rubisch" ausgesucht, weil in dieser Brigade viele des Englischen

    mächtig seien, hochprofessionelle Leute und von der NATO ausgebildet.

    Man wolle den Drohnenmarkt professionalisieren, von den mit chinesischen

    Materialien hergestellten "Hobby-Drohnen" wegkommen. Und für die

    Entwicklung neuer Drohnen sei eben Feedback vonnöten, was auf Englisch

    leichter gehe. Denn:


    /"Es wird irgendwann so sein, dass Deutschland, Europa, NATO das auch

    alles brauchen."/


    Also Vorbereitung auf den kommenden Krieg mit Russland, könnte man als

    Zuhörer hinzufügen.


    Die Drohnen würden nach ihrer Entwicklung aus Deutschland per

    Transporter in die Ukraine gebracht, so Kelterborn weiter, wo sie dann

    endgültig für den Einsatz fertiggestellt würden. Makhmud, ein

    Angehöriger von "Rubisch" zeigt sich im Interview hochzufrieden mit den

    von den Deutschen gelieferten FPV-Drohnen. Derzeit würden diese Drohnen

    hauptsächlich gegen "Gebäude, Keller und Personal" eingesetzt. Man

    versuche – wie die Gegenseite auch – besonders die Drohnenpiloten

    auszuschalten. Die Unterstützung aus Deutschland sei sehr wichtig.


    Ab Minute 5 zeigt dann eingespieltes Video-Material von "United Unmanned

    Systems", wie eine ihrer Drohnen mittels einer Explosion einem

    russischen Soldaten den Garaus macht. Julian Kelterborn erläutert, dass

    man anstelle von 7-Zoll-Drohnen nunmehr 10-Zoll-Drohnen entwickele, die

    gegen "Hochwertziele" eingesetzt würden, das heiße, Fahrzeuge, Panzer,

    Stellungen. "Manhunting", wie früher mit den 7-Zoll-Drohnen geschehen,

    betreibe man nun nicht mehr. Auch Bomberdrohnen, die ebenfalls gegen

    Panzer und Fahrzeuge gerichtet seien, seien Teil des Produktsortiments

    seiner Firma. Außerdem habe man die "Furia"-Interceptor-Drohne zur

    Drohnenabwehr gegen russische Schahed- und Geran-2-Drohnen entwickelt.


    Die Drohne, deren Erprobung /Bild/ während des Interviews zeigt, ist mit

    einer deutschen und einer ukrainischen Flagge geschmückt. Offenbar ist

    man stolz darauf, dass deutsche Waffen Russen auf ihrem eigenen Gebiet

    umbringen, und möchte das auch zeigen. Die Russen sollen anscheinend

    genau wissen, mit wem sie es zu tun haben.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    22.09.2025

    Russische Kampfjets: was EU-Länder bezwecken..

    aus e-mail von Doris Pumphrey, 22. September 2025


    (…) "Das Misstrauen gegenüber der eigenen Regierung wächst nicht nur in

    Deutschland. Deshalb wird jede Gelegenheit zur Eskalation der

    Beziehungen zu Moskau von den europäischen Staats- und Regierungschefs

    als Begründung für "mutige und entschlossene Maßnahmen" genutzt. Mit der

    "Bedrohung durch Russland" begründen sie die Kürzung von

    Sozialleistungen und die Umverteilung von Finanzmitteln für militärische

    Zwecke."(…)



    _RTDE 22.9.2025


    _*Was Europa mit dem Mythos des "Eindringens" russischer Kampfflugzeuge

    bezweckt


    *Aus den EU-Ländern sind Drohungen laut geworden, russische

    Kampfflugzeuge abzuschießen. "Es liegt eine übermäßige und unangemessene

    Feindseligkeit vor", erklären Experten. Warum sind alle Behauptungen

    über "Luftraumverletzungen" durch russische Kampfjets unbegründet und

    unbewiesen – und was beabsichtigen EU und NATO tatsächlich?


    /Von Jewgeni Posdnjakow/


    Am 22. September wird der UN-Sicherheitsrat zu einer außerordentlichen

    Sitzung über die angebliche Verletzung des estnischen Luftraums durch

    russische Kampfflugzeuge zusammenkommen. Zur Erinnerung: Am Freitag

    hatte der estnische Premierminister Kristen Michal ein angebliches

    "Eindringen" von drei russischen MiG-31 in den Luftraum seines Landes

    gemeldet. Nach Angaben Tallinns hielten sich die Flugzeuge 12 Minuten

    lang im Hoheitsgebiet Estlands auf. Vor diesem Hintergrund wurde der

    Vertreter Russlands ins Außenministerium des Landes einbestellt.


    Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurde der Flug

    "unter strikter Einhaltung der internationalen Regeln für die Nutzung

    des Luftraums und ohne Verletzung der Grenzen anderer Staaten"

    durchgeführt. Die Kampfflugzeuge seien von Karelien aus in Richtung des

    Gebiets Kaliningrad geflogen, wobei ihre Route über neutralen Gewässern

    verlaufen sei.


    Trotzdem setzten die europäischen Länder ihren Kurs der Eskalation fort.

    So forderte der tschechische Präsident Petr Pavel die NATO auf,

    "angemessen" auf die Bedrohung durch Russland zu reagieren. Seiner

    Meinung nach sei die Luftraumverletzung ein Grund, die

    Verteidigungsmechanismen zu aktivieren und "solche Flugzeuge" in Zukunft

    "abzuschießen".


    Auch Jürgen Hardt, Außenpolitischer Sprecher der

    CDU/CSU-Bundestagsfraktion, vertritt

    <https://freedert.online/europa/256653-cdu-aussensprecher-hardt-nato-muss-russische-kampfjets-notfalls-abschießen/>eine 

    ähnliche Meinung. So betonte er insbesondere, dass man als Gegenreaktion

    gegenüber Moskau "das gesamte militärische Potenzial der NATO" einsetzen

    müsse.


    Im Zusammenhang mit diesem Vorfall verwies die litauische

    Verteidigungsministerin Dovilė Šakalienė auf das "türkische Vorbild" vor

    zehn Jahren, wobei sie wahrscheinlich den Abschuss eines russischen

    Su-24-Bombers im Jahr 2015 im Sinn hatte. Allerdings scheint die

    Verteidigungsministerin zu vergessen, dass der türkische Präsident Recep

    Tayyip Erdoğan sich für diesen Vorfall bei der russischen Staatsführung

    entschuldigt hatte und die Verantwortlichen dafür bestraft wurden.


    Somit erweist sich Europa in der aktuellen Situation als unkonstruktive

    Partei. Bereits während des ebenfalls Moskau vorgeworfenen "Überflugs

    russischer Drohnen" über Polen schlug das russische

    Verteidigungsministerium Warschau gemeinsame Konsultationen vor. Von

    polnischer Seite erfolgte jedoch keine positive Reaktion.


    Gleichzeitig eskaliert gerade die EU die Lage im Ostseegebiet. Bereits

    im Mai versuchte Estland, den unter gabunischer Flagge fahrenden Tanker

    "Jaguar" in internationalen Gewässern zu kapern. Doch nicht nur Tallinn

    war für ähnliche Vorfälle verantwortlich: Ende Dezember letzten Jahres

    brachte Finnland den Öltanker "Eagle S" unter der Flagge der Cookinseln

    wegen des Verdachts der Beschädigung des Unterwasserkabels EstLink 2 auf.


    Der Militärexperte Alexei Anpilogow sagt dazu:

    /"Es wurden vom russischen Verteidigungsministerium bereits ausführliche

    Erklärungen zu den Umständen des Überflugs der Kampfflugzeuge in der

    Nähe von Estland abgegeben. Diese Flugzeuge bewegten sich im Einklang

    mit den Normen des internationalen Rechts. Außerdem ist der

    Bewegungskorridor in der Zone der mutmaßlichen Grenzverletzung extrem

    schmal – er beträgt lediglich drei Kilometer."/


    Er fährt fort:

    /"Daher kann man davon ausgehen, dass Tallinn einfach falsche

    Informationen von seinen Radaranlagen erhalten hat. Solche Störungen

    treten bei der Verwendung solcher Technologien häufig auf. Es ist

    wichtig zu verstehen, dass die Berechnung der Staatsgrenzlinie an sich

    oft eine äußerst komplexe Angelegenheit darstellt. Dabei kann es zu

    erheblichen Abweichungen zwischen verschiedenen Ländern kommen."/


    In der Tat unterscheidet sich die Bewegung im Luftraum – und ihre

    Verfolgung – physikalisch von jener auf dem Land oder auf See. In vielen

    Fällen ist es aus technischen und navigatorischen Gründen nicht möglich,

    den Standort eines Flugzeugs zu einem bestimmten Zeitpunkt mit absoluter

    Genauigkeit zu bestimmen.


    Es sollte daran erinnert werden, dass in der Zivilluftfahrt der

    festgelegte Bewegungskorridor zehn Kilometer beträgt. In dem

    betreffenden Ostseeabschnitt betragen die neutralen Gewässer (und der

    Luftraum) nur drei Kilometer. Auch wenn man davon ausgeht, dass

    russische Kampfflugzeuge tatsächlich den estnischen Luftraum verletzt

    haben, sieht dies in jedem Fall wie ein Zufall aus, der beispielsweise

    mit starkem Wind zusammenhängt. Selbst auf der von den estnischen

    Behörden veröffentlichten "Verletzungskarte" ist zu sehen, dass die

    Flugzeuge die estnische Grenze nur tangential passierten und nach

    Kaliningrad flogen, also gar nicht tief in das estnische Hoheitsgebiet

    hinein.


    In jedem Fall handelt es sich also nicht um ein "Eindringen", sondern

    höchstens um einen Navigationsfehler. Und dieser liegt auf estnischer

    Seite, da auch Radargeräte die Position von Flugzeugen in der Luft nicht

    metergenau bestimmen können.


    Alexei Anpilogow betont:

    /"Darum ist es wichtig, bei Streitfällen oder Konfliktsituationen in

    einer ruhigen Atmosphäre einen bilateralen Ausschuss einzuberufen, um

    den Vorfall zu untersuchen. Derzeit hat Estland jedoch eine gänzlich

    unkonstruktive Haltung eingenommen. Es bringt unbegründete

    Anschuldigungen vor, obwohl noch nicht einmal Radardaten vorgelegt wurden."/


    An dieser Stelle sei daran erinnert, dass die baltischen Staaten bereits

    seit vielen Jahren ähnliche Vorwürfe gegen russische Flugzeuge erheben

    (wie, dass sie "ohne Transponder fliegen") – dies war beispielsweise vor

    sechs Jahren der Fall. Experten betonten damals, dass es gerade die

    estnische Seite ist, die alle diesbezüglichen Vereinbarungen und

    Kontakte mit Russland sabotiere. Und 2018 erhob Estland ähnlich lautende

    Vorwürfe sogar gegen das Flugzeug, an dessen Bord sich die russische

    Führungsspitze befand. Bereits im Jahr 2016 hatte Russland der NATO

    vorgeschlagen, Transponder bei Flügen von Militärflugzeugen über das

    Ostseegebiet einzuschalten, doch das Bündnis lehnte diesen Vorschlag ab.


    Alexei Anpilogow führt weiter aus:

    /"Es ist wichtig zu verstehen, dass die Beweislast für den eigenen

    Standpunkt grundsätzlich die Partei trägt, die die Anschuldigungen

    vorbringt. Allem Anschein nach ist Europa nicht bereit, das Problem

    konstruktiv zu besprechen. Daraus resultieren die Äußerungen über die

    angebliche Bereitschaft, russische Flugzeuge abzuschießen. Dennoch ist

    die EU offensichtlich nicht bereit, mit Russland in eine offene

    Konfrontation zu treten."/


    Er ist der Ansicht:

    /"Allem Anschein nach versucht die Europäische Union, die

    Voraussetzungen zu schaffen, um die Blockade des Gebiets Kaliningrad zu

    verstärken und die Maßnahmen gegen Schiffe unter der Flagge von

    Drittländern, die unsere Energieressourcen transportieren, zu

    verschärfen. Brüssel neigt dazu, Moskau zu provozieren, aber für einen

    vollwertigen Konflikt fehlt ihm der Mut."/


    Laut Wadim Kosjulin, dem Leiter des Zentrums des Instituts für aktuelle

    internationale Probleme an der Diplomatischen Akademie des russischen

    Außenministeriums, diene ein solcher drastischer Eskalationsschritt in

    den Beziehungen zu Russland, der auf einem so fadenscheinigen Vorwand

    beruhe, den Staaten der Alten Welt dazu, ihre internen Probleme zu

    lösen. Er betont:

    /"Mehr als die Hälfte der Bevölkerung Deutschlands unterstützt die

    aktuelle Politik Berlins in Bezug auf die Ukraine nicht."/


    Der Experte argumentiert:

    /"Das Misstrauen gegenüber der eigenen Regierung wächst nicht nur in

    Deutschland. Deshalb wird jede Gelegenheit zur Eskalation der

    Beziehungen zu Moskau von den europäischen Staats- und Regierungschefs

    als Begründung für "mutige und entschlossene Maßnahmen" genutzt. Mit der

    "Bedrohung durch Russland" begründen sie die Kürzung von

    Sozialleistungen und die Umverteilung von Finanzmitteln für militärische

    Zwecke."/


    Er fügt hinzu:

    /"Das gleiche Argument wird verwendet, um die Stationierung von

    US-Raketen auf deutschem Territorium zu rechtfertigen. Die Umgestaltung

    ziviler Logistikketten zugunsten der Verteidigungsbedürfnisse ist

    mittlerweile zur Normalität geworden. Der Trend zur Militarisierung

    Europas hat bereits 2022 begonnen und setzt sich seitdem fort."/


    Abschließend merkt Kosjulin an:

    /"Unter solchen Umständen lässt sich natürlich kein konstruktiver Dialog

    aufbauen. In Zukunft könnten die EU-Staaten sogar aggressive Maßnahmen

    gegen uns ergreifen, denn Staaten, die auf Diplomatie setzen, werden

    nicht die Absicht bekunden, fremde Flugzeuge abzuschießen. Das ist eine

    übermäßige und unangemessene Feindseligkeit."/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    22.09.2025

    Michael Hudson: Europas Stockholm-Syndrom

    Screenshot_2025_09_22_at_22_08_58_Michael_Hudson_Europas_Stockholm_Syndrom_YouTube


    youtube.com, vom 20. September 2025, Glenn Diesen, Automatisch synchronisiert

    Prof. Michael Hudson, ein weltbekannter klassischer Ökonom, diskutiert, wie die USA ihren Verbündeten Tribut abpressen. Bitte unterstützen Sie Michael Hudsons wichtige Arbeit auf: patreon.com/michaelhudson 

    Folgen Sie Prof. Glenn Diesen: Substack: https://glenndiesen.subst


    Info: https://www.youtube.com/watch?v=PCDcpc2UNTE


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    22.09.2025

    Screenshot_2025_09_22_at_16_26_44_Deutschlands_Todessehnsucht_nicht_kriegst_chtig_aber_kriegss_chtig

    nachdenkseiten.de, 22. September 2025 um 9:00 Ein Artikel von Oskar Lafontaine

    Kriegstüchtig wird Deutschland nicht werden. Im Atomzeitalter muss man anders denken als zur Zeit des Ersten oder des Zweiten Weltkrieges, als ein gewisser Joseph Goebbels die Deutschen ebenfalls aufrief, kriegstüchtig zu werden. Das haben Friedrich Merz, Boris Pistorius und all die anderen deutschen Kriegstreiber immer noch nicht begriffen. Von Oskar Lafontaine.


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    Gegen eine aggressive Atommacht, die unser Land erobern oder zerstören wollte, könnte auch die stärkste konventionelle Armee nichts ausrichten. Gegen Atomraketen sind all die schönen Panzerchen, Schiffchen und Fliegerchen nutzlos. Über deren Bestellung freut sich nur die Rüstungsindustrie, vor allem in den USA. Und Donald Trump, der wie praktisch alle US-Politiker auch von der Rüstungsindustrie gesponsert wird, kann melden: „Mission accomplished“. Und BlackRock-Chef Larry Fink wird sicherlich seinem ehemaligen Angestellten Friedrich Merz auf die Schultern klopfen.

    Verantwortungslose Wichtigtuer

    Die Lügen der Kriegstreiber sind leicht zu durchschauen. Russland braucht, um nur ein Beispiel zu nennen, keinen „Lebensraum im Westen“, und es muss im Gegensatz zu den USA auch keine Rohstoffkriege führen, weil es selbst genügend Rohstoffe hat.

    Bedenklich ist nur, was der ehemalige Schweizer Bundespräsident Ueli Maurer, soeben aus China zurückgekehrt, berichtet hat: „Die Chinesen fragen: Was läuft schief in Europa? Will Deutschland wirklich einen neuen Krieg? Der Westen hält sich nicht an Versprechen, will mit der NATO seinen Einfluss ausbauen und greift damit die Kultur und die Lebensweise des Ostens an. Besonders die Ukraine-Politik wird als Provokation gesehen.“

    Das kommt nicht von ungefähr. Die deutschen Politiker und Journalisten sind kriegssüchtig geworden. Kein Tag vergeht, an dem nicht einer dieser verantwortungslosen Wichtigtuer zum Krieg gegen Russland aufruft. Als die ehemalige Außenministerin Annalena Baerbock sagte: „Wir führen Krieg gegen Russland“, galt das noch als Ausrutscher. Und auch der Appell des irrlichternden CDU-Politikers Roderich Kiesewetter: „Wir müssen den Krieg nach Russland tragen“, wurde von vielen noch nicht ernst genommen. Aber seit Friedrich Merz, unterstützt von Grünen und FDP, Taurus-Marschflugkörper in die Ukraine liefern wollte, sein Außenminister Johann Wadephul feststellte: „Russland wird immer unser Feind sein“, und deutsche Journalisten täglich die Kriegstrommel rühren, fragen sich viele, wann Russland der Geduldsfaden reißt.

    Den Vogel abgeschossen hat jetzt der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages, der CDU-Politiker Thomas Röwekamp. Nachdem russische Drohnen in den polnischen Luftraum eingedrungen waren, forderte er, die NATO müsse jetzt endgültig Kriegspartei werden und russische Drohnen schon in der Ukraine abschießen. Dabei war es möglicherweise eine False-Flag-Aktion der Ukraine, denn die Technik ermöglicht es heute, Drohnen umzuleiten oder die Steuerung vollständig zu übernehmen. Selenskyj ist in dieser Frage jedenfalls Wiederholungstäter, hat er doch einmal behauptet, eine von der Ukraine nach Polen geschossene Rakete sei eine russische Rakete gewesen. Selbst der ehemalige US-Präsident Joe Biden, einer der Hauptverantwortlichen des Ukraine-Krieges (er war 2014 beim Maidan-Putsch der zuständige Vizepräsident), ließ ihm diese Lüge nicht durchgehen, weil er einen dritten Weltkrieg vermeiden wollte.

    Unverzeihliche Ahnungslosigkeit

    Was treibt die Kriegshetzer der „christlichen Partei“? Ist es unverzeihliche Ahnungslosigkeit oder eine Art Todessehnsucht, ein Drang zur Vernichtung, zur Selbstzerstörung und zur Rückkehr in einen leblosen Zustand, den Sigmund Freud als Gegenpol zum Lebenstrieb analysierte?

    Wie auch immer, kein Mensch hat das Recht, Millionen seiner Mitmenschen dem Risiko eines nuklearen Infernos auszusetzen. Waren Hiroshima und Nagasaki wirklich nicht genug?

    Dieser Artikel ist zuerst in der Weltwoche Deutschland Nr. 38.25 erschienen.


    Titelbild: Mike Mareen/shutterstock.com


    Rubriken: Außen- und Sicherheitspolitik Audio-Podcast


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    Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=139403


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    22.09.2025

    Screenshot_2025_09_22_at_16_37_15_EU_und_Bundesregierung_sanktionieren_deutschen_Journalisten_wegen_kritischen_Tweets_zu_Kanzler_Merz

    nachdenkseiten.de, 22. September 2025 um 13:19 Ein Artikel von: Florian Warweg

    Der vom Rat der Europäischen Union – mutmaßlich auf Initiative der Bundesregierung – sanktionierte, in Berlin lebende Journalist und deutsche Staatsbürger Hüseyin Doğru hat mittlerweile die „Belege“ im sogenannten „Beweismaterialpaket“ der EU veröffentlicht. Als „Belege“ für die „Veröffentlichungen von Falschinformationen, die die Stabilität der EU und ihrer Mitgliedstaaten untergraben und bedrohen“, führt die EU ausschließlich Tweets an. Unter anderem einen, der die NATO-Karriere von ehemaligen Wehrmachts-Offizieren thematisiert, einen zu Protesten gegen die Lage in Gaza und zwei Tweets, die den Aufrüstungsdiskurs von Kanzler Merz kritisieren. Auf dieser Grundlage wird die Sperrung aller Konten, ein EU-weites Anstellungs- sowie Ein- und Ausreiseverbot aufrechterhalten. Die NachDenkSeiten hatten so einige Fragen auf der BPK. Von Florian Warweg.


    Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

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    Hintergrund

    Wie die NachDenkSeiten bereits mehrfach berichteten (hier, hier und hier), hatte der Rat der Europäischen Union (auch EU-Ministerrat genannt) ab dem 20. Mai 2025, nach aktuellem Wissensstand auf Initiative der Bundesregierung, den Chefredakteur des Portals Red Media, Hüseyin Doğru, mit Verweis auf dessen Berichterstattung zu Pro-Palästina-Protesten in Deutschland vollumfänglich sanktioniert: Kontosperrung und Anstellungs- sowie Ein- und Ausreiseverbot in den gesamten EU-Raum. Doğru lebt mit seiner Familie und mittlerweile drei Kindern in Berlin. In Folge der Sanktionen hatte ab 1. Juli sogar die Krankenkasse die Leistungen für seine Familie zwischenzeitlich eingestellt, obwohl die Ehefrau sich im 7. Monat einer Risikoschwangerschaft mit Zwillingen befand.

    Sein Fall ist in vielen Aspekten noch gravierender und mit weitreichenderen Folgen verbunden als die Sanktionierung von Alina Lipp und Thomas Röper – sowohl was sein persönliches Schicksal (er lebt wie erwähnt voll EU-sanktioniert in Deutschland), aber auch was die allgemeine Zukunft der Pressefreiheit in Deutschland und der gesamten EU angeht.

    Berichte über propalästinensische Proteste sind jetzt „russische Desinformation“

    Denn erstmals sanktionierte die EU, mutmaßlich auf Initiative der Bundesregierung, einen Chefredakteur und dessen Medium auf Grundlage des „Beschlusses (GASP) 2024/2643 über restriktive Maßnahmen angesichts der destabilisierenden Aktivitäten Russlands“ nicht wegen deren Berichterstattung zum Krieg in der Ukraine (Red hat diesbezüglich eine explizit russland-kritische Haltung), sondern weil deren Berichterstattung über Pro-Palästina-Proteste in Deutschland angeblich „unter seinem überwiegend deutschen Zielpublikum ethnische, politische und religiöse Zwietracht“ säen und damit „die Stabilität und Sicherheit in der Union sowie mehrerer ihrer Mitgliedstaaten untergraben und bedrohen“ würde. Der Zirkelschluss der EU-Bürokraten lautete dann, der Chefredakteur von Red würde mit Berichterstattung über angeblich gewaltsame Pro-Palästina-Proteste „Handlungen der Regierung der Russischen Föderation“ unterstützen, „indem er gewaltsame Demonstrationen indirekt unterstützt und erleichtert und koordinierte Informationsmanipulation betreibt“.

    Die angeblichen „Belege“ der EU zur Aufrechterhaltung der Sanktionen

    Doğru besorgte sich unter großen Mühen (wie mit gesperrtem Konto einen Anwalt bezahlen …) rechtlichen Beistand. Seine Anwälte reichten bei der EU einen Antrag ein, die gegen ihn verhängten Sanktionen zurückzunehmen. Dies wurde ihm mit einem Schreiben datiert auf den 1. September 2025 mit Verweis darauf verweigert, dass er weiterhin „Falschinformationen“ verbreiten würde, „die Handlungen der Regierung der Russischen Föderation, die die Stabilität und Sicherheit der Union und eines oder mehrerer ihrer Mitgliedstaaten untergraben oder bedrohen“ würden. Der EU-Ministerrat schickte auf Forderung seiner Anwälte ergänzend zu dem Ablehnungsschreiben auch das gesamte „evidence pack“ („Das entsprechende Begleitdokument ist beigefügt“) – also die „Beweisunterlagen“, auf deren alleiniger (!) Grundlage die umfassenden Sanktionen und massiven Grundrechtseingriffe gegen ihn gerechtfertigt werden. In dem Schreiben heißt es zudem:

    „Sie erhalten Zugang zu diesem Dokument ausschließlich zum Zweck der Wahrung der Interessen Ihres Mandanten im Zusammenhang mit dessen Aufnahme in die oben genannten Anhänge („privilegierter Zugang“). Es wird gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1049/2001 nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, und Sie dürfen es nicht veröffentlichen.“

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    Am 3. September entschloss sich Doğru dann, wenn ihm die EU auch untersagt, das „evidence pack“ zu veröffentlichen, so zumindest die in dem „Beweismaterialpaket“ aufgeführten „Belege“ auf X der Öffentlichkeit in einem mehrteiligen Thread bekannt zu machen.

    Das „Beweismaterial“ umfasst nach Doğrus Darlegung ausschließlich Tweets, sechs an der Zahl, von seinem privaten X-Account sowie von Red Media.

    Anbei die von der EU angeführten „Beweise“ für „Falschinformation“, die angeblich „die Stabilität und Sicherheit der Union und eines oder mehrerer ihrer Mitgliedstaaten untergraben oder bedrohen“:


    Beweise 1 und 2

    Screenshot_2025_09_22_at_20_18_26_EU_und_Bundesregierung_sanktionieren_deutschen_Journalisten_wegen_kritischen_Tweets_zu_Kanzler_Merz

    Screenshot_2025_09_22_at_20_19_31_EU_und_Bundesregierung_sanktionieren_deutschen_Journalisten_wegen_kritischen_Tweets_zu_Kanzler_Merz

    Screenshot_2025_09_22_at_20_20_41_EU_und_Bundesregierung_sanktionieren_deutschen_Journalisten_wegen_kritischen_Tweets_zu_Kanzler_Merz

    Screenshot_2025_09_22_at_20_21_23_EU_und_Bundesregierung_sanktionieren_deutschen_Journalisten_wegen_kritischen_Tweets_zu_Kanzler_Merz

    Screenshot_2025_09_22_at_20_31_01_EU_und_Bundesregierung_sanktionieren_deutschen_Journalisten_wegen_kritischen_Tweets_zu_Kanzler_Merz

    Screenshot_2025_09_22_at_20_32_03_EU_und_Bundesregierung_sanktionieren_deutschen_Journalisten_wegen_kritischen_Tweets_zu_Kanzler_Merz

    Screenshot_2025_09_22_at_20_32_32_EU_und_Bundesregierung_sanktionieren_deutschen_Journalisten_wegen_kritischen_Tweets_zu_Kanzler_Merz

    Screenshot_2025_09_22_at_20_33_12_EU_und_Bundesregierung_sanktionieren_deutschen_Journalisten_wegen_kritischen_Tweets_zu_Kanzler_Merz


    Diese sechs Tweets, veröffentlicht zwischen November 2024 und August 2025, sollen aus Sicht des EU-Ministerrats ausreichen, um einen deutschen Staatsbürger und Journalisten in dieser Weise zu sanktionieren und in seine Grundrechte einzugreifen? Kann das stimmen?

    Die NachDenkSeiten können die Authentizität der vom Rat der Europäischen Union vorgelegten „Beweise“ bestätigen

    Den NachDenkSeiten ist es durch eine Quelle in der EU-Administration gelungen, das „evidence pack“ des Ministerrates einzusehen. Wir können daher bestätigen, dass es sich bei den vom Red-Media-Chefredakteur aufgeführten Tweets tatsächlich um die einzigen „Belege“ handelt, mit denen die EU und die Bundesregierung die Aufrechterhaltung der Sanktionierung eines Journalisten und deutschen Staatsbürgers rechtfertigen.

    Unfreiwillig bestätigte dies auch der Sprecher des Auswärtigen Amtes. Hatte dieser bisher immer die alleinige Verantwortung der EU für die Sammlung der angeblichen „Beweise“ betont, wechselte er diesmal in die 1. Person Plural und erklärte auf Nachfrage der NachDenkSeiten:

    „Wir sind davon überzeugt, dass die Belege ausreichend sind.“

    „Wir“ steht in diesem Fall eindeutig für das Auswärtige Amt und die Bundesregierung.

    Auszug aus dem Wortprotokoll der Regierungspressekonferenz vom 17. September 2025

    Frage Warweg

    An das Auswärtige Amt: Der von der EU mutmaßlich auf Initiative der Bundesregierung sanktionierte in Berlin lebende Journalist und deutsche Staatsbürger Hüseyin Doğru hat jetzt die Belege im „evidence pack“ der EU-Kommission veröffentlicht, auf deren Grundlage die Sperrung aller Konten, das Anstellungsverbot sowie das Ein- und Ausreiseverbot in den EU-Raum aufrechterhalten werden. Als Belege für die angeblich veröffentlichten Falschinformationen, die politische und gesellschaftliche Zwietracht säen würden, führt die EU-Kommission allerdings lediglich Tweets an: einen Tweet, der die NATO-Karriere von ehemaligen Wehrmachtsoffizieren thematisiert, und zwei Tweets, die den Aufrüstungsdiskurs von Merz kritisieren. Da würde mich interessieren: Sieht die Bundesregierung es als angemessen an, dass ein deutscher Staatsbürger und Journalist für kritische Tweets über Kanzler Merz mit so massiven Eingriffen in seine Grundrechte sanktioniert wird?

    Giese (AA)

    Wir haben über diesen Fall hier schon mehrfach gesprochen, aber ich spreche gerne noch einmal darüber. Das ist eine EU-Entscheidung, und dagegen gibt es Rechtsmittel. Der Betroffene ist herzlich eingeladen, diese Rechtsmittel auch zu nutzen, und dann werden Gerichte darüber entscheiden, ob das so ist, wie Sie es gerade erzählt haben.

    Zusatzfrage Warweg

    Herr Giese, wie erklären Sie eigentlich, dass Sie am 2. Juli hier in der BPK proaktiv verkündet haben „Wir können heute verbindlich sagen, dass Red von Russland gezielt zur Informationsmanipulation eingesetzt wird“, aber im aktuellen „evidence pack“ der EU-Kommission von August 2025 kein einziger Beleg für die behauptete Verbindung zu Russland präsentiert wird? Angesichts der massiven Maßnahmen ist das ja durchaus eine relevante Frage.

    Giese (AA)

    Ich habe dem, was ich damals gesagt habe, nichts hinzuzufügen. Wir sind davon überzeugt, dass die Belege ausreichend sind. Wie gesagt, alles andere kann man ja vor Gericht klären.


    Titelbild: Screenshot NachDenkSeiten, Bundespressekonferenz 17.09.2025


    Mehr zum Thema:

    Auswärtiges Amt als Sturmspitze im Kampf gegen unliebsame Journalisten und deren Berichterstattung

    Bundesregierung instrumentalisiert Russland-Sanktionen, um gegen kritische Gaza-Berichterstattung vorzugehen

    Das Ende von red.media – Berichte über propalästinensische Proteste sind jetzt „russische Desinformation“

    Pressefreiheit in Gefahr: EU-Sanktionen gegen deutsche Journalisten schaffen beunruhigenden Präzedenzfall


    Rubriken: Audio-Podcast Erosion der Demokratie Kampagnen/Tarnworte/Neusprech Medienkonzentration, Vermachtung der Medien


    Schlagwörter: 


    Info: https://www.nachdenkseiten.de/?p=139433


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.



    Weiteres: 




    *EU und Bundesregierung sanktionieren deutschen Journalisten wegen

    kritischen Tweets zu Kanzler Merz


    aus e-mail von   , 22. September 2025


    *Der vom Rat der Europäischen Union – mutmaßlich auf Initiative der

    Bundesregierung – sanktionierte in Berlin lebende Journalist und

    deutsche Staatsbürger Hüseyin Doğru hat mittlerweile die „Belege“ im

    sogenannten „Beweismaterialpaket“ der EU veröffentlicht. Als „Belege“

    für die „Veröffentlichungen von Falschinformationen, die die Stabilität

    der EU und ihrer Mitgliedstaaten untergraben und bedrohen“, führt die EU

    ausschließlich Tweets an. Unter anderem einen, der die Nato-Karriere von

    ehemaligen Wehrmachts-Offizieren thematisiert, einen zu Protesten gegen

    die Lage in Gaza und zwei Tweets, die den Aufrüstungsdiskurs von Kanzler

    Merz kritisieren. Auf dieser Grundlage wird die Sperrung aller Konten,

    ein EU-weites Anstellungs- sowie Ein- und Ausreiseverbot

    aufrechterhalten. Die NachDenkSeiten hatten so einige Fragen auf der

    BPK. Von *Florian Warweg


    Hintergrund*

    Wie die /NachDenkSeiten/ bereits mehrfach berichteten (hier

    <https://www.nachdenkseiten.de/?p=135478>, hier

    <https://www.nachdenkseiten.de/?p=133956> und hier

    <https://www.nachdenkseiten.de/?p=133340>), hatte der Rat der

    Europäischen Union (auch EU-Ministerrat genannt) ab dem 20. Mai 2025,

    nach aktuellem Wissenstand auf Initiative der Bundesregierung, den

    Chefredakteur des Portals /Red Media/, Hüseyin Doğru, mit Verweis auf

    dessen Berichterstattung zu Pro-Palästina-Protesten in Deutschland

    vollumfänglich sanktioniert: Kontosperrung und Anstellungs- sowie Ein-

    und Ausreiseverbot in den gesamten EU-Raum. Doğru lebt mit seiner

    Familie und mittlerweile drei Kindern in Berlin. In Folge der Sanktionen

    hatte ab 1. Juli sogar die Krankenkasse die Leistungen für seine Familie

    zwischenzeitlich eingestellt, obwohl die Ehefrau sich im 7. Monat einer

    Risikoschwangerschaft mit Zwillingen befand.


    Sein Fall ist in vielen Aspekten noch gravierender und mit

    weitreichenderen Folgen verbunden als die Sanktionierung von Alina Lipp

    und Thomas Röper– sowohl was sein persönliches Schicksal (er lebt wie

    erwähnt voll EU-sanktioniert in Deutschland) aber auch was die

    allgemeine Zukunft der Pressefreiheit in Deutschland und der gesamten EU

    angeht.


    /Hier weiterlesen:

    /https://www.nachdenkseiten.de/wp-content/uploads/2025/09/Screen2.jpeg


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    22.09.2025

    Luftraum-Verletzung in Estland – der fehlende Kontext

    lostineu.eu, 22. September 2025

    Die (angebliche) Verletzung des estnischen Luftraums durch russische Kampfjets wird zur Staatsaffäre. Der UN-Sicherheitsrat kommt deshalb am Montag zu einer Sondersitzung zusammen. Auch der Nato-Rat wird sich mit dem Vorfall befassen. Was ist da los?

    Ich habe versucht, den Vorfall einzuordnen. Und siehe da: Die Sache sieht gleich ganz anders aus, wenn man den politischen und militärischen Kontext einbezieht.

    Zum politischen Kontext gehört eine Ankündigung des Pentagon, die US-Hilfe für das Baltikum einzuschränken. Das dürfte Estland und die anderen Balten aufgeschreckt haben.

    Nun stellen sie selbst kleine Vorfälle wie den über der winzigen Insel Vaindloo als riesige Bedrohung dar – vermutlich, um das Pentagon und US-Präsident Trump umzustimmen.

    Das könnte sogar gelingen: Jedenfalls sicherte Trump den Baltenstaaten und Polen den Beistand der USA im Falle einer Eskalation durch Russland zu.

    Zum militärischen Kontext gehört, dass Estland versucht, seinen “exklusiven” Luftraum über der Ostsee auszuweiten. Nach offizieller Lesart reicht er bis zur Grenze der EEZ – Russland sieht dies aber anders.

    Die von Estland veröffentlichte Flugroute zeigt, dass die russischen Jets schnurgerade entlang der EEZ-Grenze geflogen sind, womöglich ein wenig innerhalb. Sie haben nicht versucht, auf Tallin zuzusteuern.

    Zum militärischen Kontext gehört auch, daß die umstrittene Flugroute in die russische Enklave Kaliningrad führt. Die Russen provozieren nicht und greifen nicht an – sie fliegen auf einen Airport in ihrer Heimat.

    “Kein Grund zur Panik”

    Dabei hat es schon öfter  Luftraum-Verletzungen gegeben – ein Experte nennt 40 Fälle seit 2014. Estland und die Nato haben seither auch eine gewisse Routine des “Air policing” entwickelt.

    Zwar dauerte der Vorfall diesmal länger als gewöhnlich. Außerdem ist die Öffentlichkeit durch die Drohnen-Vorfälle in Polen alarmiert. Dennoch bestehe “kein Grund zu Panik“, so der o.g. Experte. Zitat:

    Despite appearances – carefully cultivated by Moscow – this was a cautious infringement. The Russians deviated only slightly from their usual route, left themselves the excuse of a navigational error, carried no visible armaments, and complied when NATO fighters forced them out.

    Dementsprechend gelassen gibt sich die Nato. Sie hat es mit Gegenmaßnahmen nicht eilig – warum auch? Es bestand keine Gefahr. Und nicht nur Russland verletzt regelmäßig den alliierten Luftraum.

    Türkei ist viel aggressiver

    Wesentlich aktiver – und aggressiver – geht das Nato-Mitglied Türkei vor. Allein 2022 registrierte Griechenland mehr als 200 unerlaubte Luftraumverletzungen durch türkische Kampfjets.

    Oftmals wurden dabei auch bewohnte griechische Inseln wie Agathonisi und Samos überflogen, in einigen Fällen kam es sogar zu simulierten Luftkämpfen (sog. Dogfights).

    Doch das wird in den aufgeregten Berichten über Estland verschwiegen. Wenn die Türkei mal erwähnt wird, dann als “Vorbild”, weil sie 2015 einen russischen Jet abgeschossen hat.

    Danach war aber keineswegs Ruhe, wie viele Heißsporne behaupten. Vielmehr heizte sich der Konflikt bedrohlich auf; erst ein Gipfeltreffen konnte die Krise beenden. Die Nato war machtlos…

    P. S. Übrigens stößt Israel derzeit wilde Drohungen gegen die Türkei aus – es könne das nächste Katar sein. Dazu hören wir aber nichts aus der Nato oder der EU. Warum nur?

    5 Comments

    1. european
      22. September 2025 @ 09:40

      Bisher hat sich noch jedes hysterische „Die Russen warn’s“ anschliessend in Luft aufgeloest. Angefangen vom Hunter-Biden Laptop ueber Nordstream bis hin zu den aktuellen Vorfaellen.

      Immer nach dem Motto „Kein Rauch ohne Feuer“ oder es wird schon etwas bei den Buergern haengenbleiben. Es wird aber fuer die EU nicht gut ausgehen, wenn man weiterhin den oestlichen Laendern die Fuehrung ueberlaesst. Deren „schlechte“ Erfahrung bezieht sich auf die Sowjetunion, die es seit Dezember 1991 nicht mehr gibt.

    Antworten

    • Bogie
      22. September 2025 @ 10:13

      @european: „Deren „schlechte“ Erfahrung bezieht sich auf die Sowjetunion, die es seit Dezember 1991 nicht mehr gibt“ … und deren mitgestaltende Teile die baltischen Länder waren (wie im Übrigen auch die Ukraine), was keinesfalls vergessen werden sollte.

      Antworten

  • Bogie
    22. September 2025 @ 08:59

    Wir werden auf den großen Krieg mit Russland eingestimmt.
    Möglichst täglich mit irgendwelchen angeblichen Provokationen, wovon sich mindestens die Hälfte als erlogen und der Rest als aufgebauscht darstellt.
    Das ist auch keine Verschwörung, sondern das geschieht offen und für jeden (der will) leicht erkennbar. Gleichwohl verfehlt es seine Wirkung nicht. Auch bei weniger kriegsaffinen Menschen in meiner Bubble (und das sind fast alle) steigt die auch für sie selbst rational kaum erklärbare Furcht vor Russland. Dagegen fürchten sich nur wenige Leute vor den derzeit in Deutschland und EUropa Regierenden, obwohl das, lässt man die ideologischen Scheuklappen weg und betrachtet es mal historisch, viel angebrachter wäre: Wann immer sich Deutschland militärisch stark wähnte in den letzten gut 100 Jahren, kam es zur Katastrophe. Unsere jetzigen Eliten (in D, unterstützt von der EU) steuern aber (ganz offen und ohne jede Scham) genau diesen Zustand an.
    Ich sehe derzeit auch keinen Hoffnungsschimmer am Horizont, der das noch abwenden könnte.
    Ist das Pessimismus?
    Ich hoffe es und hoffe dazu, dass ich Unrecht habe.

    Antworten

  • WBD
    22. September 2025 @ 08:45

    Merke: Gleiwitz ist überall…

    Antworten

  • hg
    22. September 2025 @ 08:37

    Auch in PL war s wohl ganz anders, als Propaganda es glauben machen wollte!

    Antworten

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    Info: 
    https://lostineu.eu/luftraum-verletzung-in-estland-der-fehlende-kontext/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    UK, Kanada und Australien erkennen Palästina an – Deutschland isoliert


    lostineu.eu, vom 21. September 2025

    Einen Tag vor einem Gipfeltreffen in New York, das Frankreich und Saudi-Arabien ausrichten, haben auch Großbritannien, Kanada und Australien einen künftigen Staat Palästina anerkannt. Die Hoffnung auf eine Zweistaatenlösung müsse aufrechterhalten werden, erklärte der britische Premier Starmer. Die israelische Regierung arbeite systematisch daran, die Entstehung eines palästinensischen Staates zu verhindern, sagte der kanadische Regierungschef Carney. Deswegen erkenne Kanada nun einen palästinensischen Staat an. Demgegenüber hält Deutschland an seiner ablehnenden Haltung fest. Damit ist es zunehmend isoliert – nicht nur in der EU, sondern auch in der Uno und sogar in der G-7. Großbritannien und Kanada sind die ersten G-7-Nationen, die Palästina anerkennen. 

    Siehe auch “Eine unmögliche Israel-Politik” (Newsletter)

    6 Comments

    1. Thomas Damrau
      22. September 2025 @ 12:15

      Die deutsche Regierung hat inzwischen die Denkweise Netanjahus verinnerlicht:
      — Wenn die israelische Armee ein Krankenhaus in Schutt und Asche legt: Da war bestimmt ein Hamas-Kämpfer im Keller versteckt.
      — Wenn ein palästinensisches Kind zu Tode kommt: Das war ein künftiger Hamas-Terrorist.
      — Wenn Gaza unbewohnbar gemacht wird und das Westjordanland filetiert: Nur so kann man verhindern, dass morgen die palästinensischen Horden die Existenz Israels gefährden.
      — Wenn manche Länder auf das Existenzrecht der PalästinenserInnen pochen und eine Lösung ohne Völkermord verlangen: Das würde den Terror der Hamas belohnen.
      — Wenn Israel und die USA den Iran angreifen: Das ist ein Präventivschlag, der einen iranischen Atomschlag verhindert hat.

      Das sind alles schräge Denkfiguren – aber offensichtlich für die Herren Merz, Klingbeil und Wadephul ausreichend, um die eigene Selbstgerechtigkeit am Leben zu halten.

    Antworten

  • hg
    22. September 2025 @ 08:40

    „Jede Kritik aus Deutschland an Israel wird als antisemitisch ausgelegt!“, Helmut Schmidt
    Daher D und sein BK sind befangen und entziehen sich ihrer Verantwortung! Das ist überaus beschämend und zeigt keine Haltung und, was soll eine “ westliche Wertegemeinschaft sein?

    Antworten

  • Ulla
    21. September 2025 @ 18:17

    Ach was, Deutschland ist doch nicht isoliert, das buegelt die neue Praesidentin der UNO Vollversammlung wieder gerade, ich komm nur grad nicht auf den Namen, sorry!

    Antworten

    • ebo
      21. September 2025 @ 18:49

      Frau B. aus D. ????

      Antworten

  • Erneuerung
    21. September 2025 @ 16:22

    , bei den Briten wurde es auch höchste Zeit, denn die Staatsgründung Israels 1948 auf britischem Mandatsgebiet mit Nakba war keine zufriedenstellende Lösung, es hätte der Rest gleich als palästinensischer Staat mit vorgesehen werden müssen.

    Antworten

    • Michael
      21. September 2025 @ 18:00

      Und schon 31 früher , 1917, hieß es in der Balfour Declaration explizit :“… nothing shall be done which may prejudice the civil and religious rights of existing non-Jewish communities in Palestine … !“
      Gehandelt hat die Kolonialmacht Great Britten nie nach ihren höchsteigenen Worten!

      Antworten

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    Weitere Kommentare hier (Forum)


    Info: https://lostineu.eu/grossbritannien-kanada-und-australien-erkennen-palaestina-an-deutschland-isoliert/?utm_campaign=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_content=Lost%20in%20EUrope%20Update&utm_medium=email&utm_source=getresponse


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.




    Weiteres: 




    Eine unmögliche Israel-Politik, Krise in Frankreich & Sanktionen für Trump


    lostineu.eu, 20. September 2025 (evtl. teilw. doppelt vorhanden)

    Die Watchlist EUropa vom 20. September 2025 – heute mit der Wochenchronik.

    Die vergangene Woche hat endgültig gezeigt, daß eine kohärente und wirksame europäische Israel-Politik derzeit so gut wie unmöglich ist. Und das auf zwei entscheidenden Ebenen – in der EU und in Deutschland.

    Für die EU hat Kommissionspräsidentin von der Leyen mehrere Sanktionen vorgeschlagen, die von der Streichung bilateraler Hilfen für Israel über die Einschränkung des Freihandels bis hin zu politischen Sanktionen gegen rechtsextreme israelische Minister gehen.

    Doch das Maßnahmen-Paket kommt angesichts der Vernichtung – die Uno spricht von einem Genozid – in Gaza viel zu spät, und es ist halbherzig.

    Von der Leyen macht Symbolpolitik

    Selbst scheinbar harte Maßnahmen im Handel sind nur weiche Sanktiönchen – es geht um Datteln! Von der Leyen macht Symbolpolitik – am fatalen Kurs der Regierung Netanjahu wird sie nichts ändern.

    Dabei hätte die EU als größter und wichtigster Handelspartner Israels durchaus wirksame Hebel, um Netanjahu zum Einlenken zu bewegen. Sie werden nicht genutzt, in Brüssel fehlt der politische Wille.

    Noch frustrierender ist die Lage in Berlin. Mit seiner Politik zugunsten Israels hat sich “Außenkanzler Merz” in eine Sackgasse manövriert. Selbst die halbherzigen Sanktionen der EU-Kommission will er nicht mittragen!

    Merz ist in schlechter Gesellschaft

    Nun befindet sich Merz in denkbar schlechter Gesellschaft – nur US-Präsident Trump und Ungarns Regierungschefs Orban halten Israel noch unbedingte Treue. Bei der Uno-Vollversammlung am Montag droht die nächste Pleite – dann geht es um die Anerkennung Palästinas.

    Einen entsprechenden Antrag Frankreichs wollen Australien, Belgien, Großbritannien, Kanada, Luxemburg, Malta, San Marino und Andorra sowie Portugal mittragen. Viele andere EU-Länder erkennen Palästina längst an – Deutschland ist international isoliert.

    Die deutsche “Führungsrolle” ist der EU nicht zu erkennen. Das liegt aber nicht etwa an von der Leyen, wie manche in Berlin meinen – sondern an Merz, der offenbar nicht erkennen will, dass seine unmögliche Israel-Politik auf hoffnungslose Abwege führt…

    P. S. Der Besuch in Madrid hat gezeigt, wie isoliert und starrsinnig Merz ist. Nicht einmal sein sozialistischer Gegenspieler Sanchez konnte ihn zu Konzessionen bewegen. Trotz des Streiks über Gaza und Israel behauptet Merz, die deutsch-spanischen Beziehungen seien super…

    Was war noch?

    • Krise in Frankreich. Die politische Krise in Frankreich beschäftigt nun auch die Finanzminister der Eurozone. Der deutsche Kassenwart Klingbeil macht sich Sorgen – warnt aber vor Panik: Eine neue Eurokrise sei nicht zu erwarten. – Selbst wenn – die französische EZB-Chefin Lagarde wird schon Feuerwehr spielen. Das war einer der Gründe, weshalb Präsident Macron vor sechs Jahren für von der Leyen kämpfte – um die Zentralbank französisch zu besetzen… – Mehr im Blog
    • Sanktionen für Trump. Der US-Präsident Trump hat den vollständigen Ausstieg der EUropäer aus Gas und Öl aus Russland gefordert. Nun folgt von der Leyen: Sie will den Ausstieg aus russischem LNG um ein Jahr vorziehen. Allerdings dürfte das Trump nicht reichen. – Weiteres Problem: die Slowakei blockiert das neue Sanktionspaket unter Hinweis auf sie Energiesicherheit. Das Land hängt, wie Ungarn, immer noch an russischen Lieferungen. Bisher war das NICHT verboten…
    • Ein Jahr Draghi-Bericht. Ein Jahr nach dem Bericht des früheren EZB-Chefs Draghi hat sich die Wirtschaftskrise in der EU verschärft. EU-Chefin von der Leyen will trotzdem alles richtig gemacht haben. Man habe Draghis wirtschaftsliberale Reformen umgesetzt, mehrere “Omnibusse” zur Entbürokratisierung seien auf dem Weg, heißt es in der Kommission. – In Wahrheit hat sie fast alles falsch gemacht – und Investitionen in die USA und das Militär umgeleitet…

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    2 Comments

    1. Michael
      20. September 2025 @ 16:55

      … damit würden 156 von 193 Staaten Palästina offiziell und formell als Staat anerkennen, fast 80% oder über 3/4 der UN Mitgliedstaaten! Aber Merz/Deutschland verweigern sich, ganz weitere Sinnentleerung der scheinheiligen sog. Erinnerungskultur! Zutiefst beschämend!

    Antworten

    • Helmut Höft
      21. September 2025 @ 10:47

      Siehe hier, grafisch aufbereitet ein “eindrucksvolles” Bild ???? https://geopoliticaleconomy.com/2023/10/28/us-vote-peace-gaza-un/

      Es gibt einige Beiträge bei Ben Norton der Kategorie “The West vs. The Rest”, jeweils grafisch aufbereitet, Fazit: Die USA – und idR D an ihrer Seite – sind gewohnheitsmäßige(!) Störenfriede(!!) von allem was ihre Interessen gefährden könnte. Und “gefährdet unser Interessen” ist sehr, sehr weit gefasst.

      Antworten

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    Info: https://lostineu.eu/eine-unmoegliche-israel-politik-krise-in-frankreich-sanktionen-fuer-trump/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    22.09.2025

    Nachrichten von Pressenza: Da gab es ein Boot. Das war das Einzige, was stimmte.

    aus e-mail von  <newsletter@pressenza.com>, 22. September 2025, 7:15. Uhr


    Nachrichten von Pressenza - 22.09.2025


    Da gab es ein Boot. Das war das Einzige, was stimmte.


    Dies ist die vom Präsidenten der Vereinigten Staaten als erstes in die Welt gesetzte Lüge: „Heute früh haben die US-Streitkräfte auf meinen Befehl im Zuständigkeitsbereich des SOUTHCOM einen &#8222;kinetischen Schlag&#8220; gegen eindeutig als Drogenterroristen identifizierte Mitglieder der Organisation Tren de&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/09/da-gab-es-ein-boot-das-war-das-einzige-was-stimmte/


     -----------------------


    Mein Name ist Mensch – ein Aufruf zum Widerspruch


    Am 20. September 2025 eröffnete der Stuttgarter Kabarettist, Autor und politische Aktivist Peter Grohmann in Rottenburg am Neckar die Ausstellung „Mein Name ist Mensch“ mit einer eindrücklichen Rede. Inmitten weltweiter Krisen und wachsender Gewalt erinnerte Grohmann an die ungebrochene Kraft&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/09/mein-name-ist-mensch-ein-aufruf-zum-widerspruch/


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    Acht Jahre Atomwaffenverbotsvertrag


    Acht Jahre Atomwaffenverbotsvertrag – ein starkes Signal gegen neue nukleare Bedrohungen In dieser Woche jährt sich die Eröffnung des Atomwaffenverbotsvertrags (AVV) zur Unterzeichnung bei den Vereinten Nationen zum achten Mal. Seit dem 20. September 2017 haben 94 Staaten den Vertrag&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/09/acht-jahre-atomwaffenverbotsvertrag/


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    Abtreibungsgegner:innen mit Rückenwind vom Staat Marsch für das Leben


    Auch dieses Jahr versammeln sich wieder Abtreibungsgegner:innen in der Bundesrepublik, um dafür zu protestieren, dass die Rechte von Schwangeren weiter eingeschränkt werden. Aktionen soll es in Berlin und Köln am 20.9. geben. Letztes Jahr wurden in beiden Städten jeweils 3.500–4.000&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/09/abtreibungsgegnerinnen-mit-rueckenwind-vom-staat-marsch-fuer-das-leben/


     -----------------------


    Ankunft in Gaza – Logbuch der Global Sumud Flotilla


    Die Global Sumud Flotilla ist kurz vor dem Start. Mit dem Eintreffen der tunesischen und spanischen Delegationen umfasst unsere Flottille nun etwa 50 Boote – überwiegend Segelschiffe, einige wenige Motorboote. Die Kommunikation mit der Studentin Nancy Hamad, die gerade ihren&hellip;

    https://www.pressenza.net/?l=de&track=2025/09/ankunft-in-gaza-logbuch-der-global-sumud-flotilla/


     -----------------------


    Pressenza - ist eine internationale Presseagentur, die sich auf Nachrichten zu den Themen Frieden und Gewaltfreiheit spezialisiert hat, mit Vertretungen in Athen, Barcelona, Berlin, Bordeaux, Brüssel, Budapest, Buenos Aires, Florenz, Lima, London, Madrid, Mailand, Manila, Mar del Plata, Montreal, München, New York, Paris, Porto, Quito, Rom, Santiago, Sao Paulo, Turin, Valencia und Wien.


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    22.09.2025

    Auf Rechtskurs à la Trump    Trumps extremer Rechtskurs führt zu Nachahmungseffekten in der EU: Mehrere Staaten und die AfD wollen „die Antifa“ als „terroristisch“ einstufen. Die AfD ist aktuell stärkste Partei und könnte Teil einer Regierungskoalition werden.

    german-foreign-policy.com, 22. September 2025

    WASHINGTON/BERLIN (Eigener Bericht) – Der dramatische politische Rechtskurs der Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump führt zu ersten Nachahmungseffekten bei zwei Staaten und diversen Parteien in der EU. Nachdem Trump am Donnerstag erklärt hatte, er wolle antifaschistische Organisationen („die Antifa“) als „terroristische Vereinigungen“ einstufen, forderte das Parlament der Niederlande die Regierung des Landes auf, dies ebenfalls zu tun. Am Freitag kündigte Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán an, sich dem US-Präsidenten anschließen zu wollen. Identische Forderungen äußern unter anderem auch der Präsident der belgischen Regierungspartei Mouvement réformateur (MR) sowie die AfD. Die AfD ist mittlerweile in zwei Umfragen zu Deutschlands stärkster Partei noch vor CDU und CSU aufgestiegen. In den Unionsparteien heißt es intern, sollte sich die SPD in der Bundesregierung weiterhin dem gewünschten extremen Sozialkahlschlag verweigern, seien auch andere Regierungskoalitionen denkbar – eine Anspielung auf eine Koalition mit der AfD. Diese könnte demnach nötig werden, um die drastischen Berliner Aufrüstungspläne zu realisieren. Die Trump-Administration zeigt unterdessen Faschisierungstendenzen.


    Zitat: Autoritäre Formierung

    In den USA treibt die Trump-Administration den Aufbau autoritärer Strukturen, die gesellschaftliche Formierung und auf mittlere bis lange Sicht die Faschisierung des Landes mit aller Macht voran. Eines der jüngsten Beispiele ist der Versuch, jegliche Kritik an dem am 10. September ermordeten Charlie Kirk zu unterbinden, einem extrem rechten Agitator, der schwarze Frauen „intellektuell minderwertig“ nannte und Schwangerschaftsabbrüche explizit als „schlimmer als den Holocaust“ einstufte. Trump verdankt Kirks Propaganda zahlreiche Stimmen junger Wähler. Er hat nun einen liberalen TV-Moderator, der sich unbotmäßig über den Mord an Kirk äußerte, feuern lassen und damit ein Exempel statuiert, das weitere Liberale aus der Medienöffentlichkeit drängen soll.[1] Trump überzieht eine zunehmende Zahl an Medien – darunter einflussreiche wie das Wall Street Journal oder die New York Times – aufgrund kritischer Berichterstattung mit milliardenschweren Prozessen und will die Publikation aller nicht von der Regierung abgesegneten Recherchen über das Pentagon verbieten.[2] Kritische Artikel über die US-Streitkräfte werden damit unmöglich. Prominente Gegner des Präsidenten gehen seit geraumer Zeit davon aus, Trump werde keinerlei freien Wahlen mehr zulassen. Er sei daher mit demokratischen Mitteln nicht mehr aus seinem Amt zu entfernen.[3]


    Antifaschismus als „Terror“

    In der vergangenen Woche haben erstmals zwei EU-Staaten einen von Trumps Vorstößen explizit aufgenommen und mitgeteilt, ihn in ihre eigene Gesetzgebung integrieren zu wollen. Dabei handelt es sich um den Plan, antifaschistische Organisationen – die Rede ist von „der Antifa“ als Bewegung – als terroristisch einzustufen. Er sei „erfreut“ über das von Trump am Donnerstag angekündigte Vorhaben, erklärte am Freitag Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán: „In Ungarn ist für uns ebenfalls die Zeit gekommen, Organisationen wie die Antifa als terroristische Vereinigungen einzustufen“ – und zwar „nach amerikanischem Vorbild“.[4] In Ungarns Hauptstadt Budapest demonstrieren antifaschistische Organisationen etwa gegen einen alljährlich abgehaltenen Gedenkmarsch von Faschisten zur Erinnerung an eine Schlacht der Wehrmacht und der Waffen-SS gegen die Streitkräfte der Sowjetunion.[5] Bereits am Donnerstag hatte das Parlament der Niederlande auf Antrag des Rechtsaußen-Politikers Geert Wilders (Partij voor de Vrijheid, PVV) die Regierung aufgefordert, „die Antifa“ gleichfalls als Terrororganisation zu klassifizieren.[6] Dies geschah unter anderem mit den Stimmen der Regierungspartei VVD (Volkspartij voor Vrijheid en Democratie), der nicht zuletzt NATO-Generalsekretär Mark Rutte entstammt.


    „Faschistische Vorgehensweisen“

    Forderungen, antifaschistische Organisationen zu verbieten oder zumindest ihre Aktivitäten zu behindern, werden auch in anderen EU-Staaten laut. In Österreich etwa verlangt der „Sicherheitssprecher“ der FPÖ, Gernot Darmann, unter Verweis auf Trumps Vorstoß: „Dieser linke Sumpf“ – „die Antifa“ – „muss trockengelegt werden.“[7] In Belgien will der Präsident der Regierungspartei Mouvement réformateur (MR), Georges-Louis Bouchez, „die Antifa-Struktur“ nach Trump’schem Vorbild behördlich „auflösen“ lassen. Seine Partei werde „auf den Ebenen der Regierung und des Parlaments“ darauf hinarbeiten, erklärt Bouchez, der „der Antifa“ explizit vorwirft, „eine Struktur mit faschistischen Vorgehensweisen“ zu sein.[8] In Deutschland plädieren Politiker der AfD für eine Klassifizierung der antifaschistischen Bewegung als „terroristisch“. AfD-Abgeordnete im Europaparlament hatten dies bereits vor Jahren im Rahmen ihrer parlamentarischen Aktivitäten nahegelegt. Jetzt erklärt etwa der AfD-Bundestagsabgeordnete Alexander Wolf in den sozialen Medien: „Donald Trump möchte gegen die Antifa vorgehen. ... Sehr gut!“ Wolfs Fraktionskollege Dario Seifert äußert ebenfalls in den sozialen Medien, Trumps Vorhaben solle „auch in Deutschland und Europa Vorbild sein“: „Antifa als Terrorgruppe einstufen!“


    Stärkste Partei

    Die AfD erhebt diese Forderung zu einer Zeit, zu der sie in Umfragen Rekordwerte erzielt und zudem zunehmend Gegenstand von Koalitionsüberlegungen ist. Erstmals zog sie in einer am 17. September publizierten YouGov-Umfrage an den Unionsparteien vorbei und lag mit 27 Prozent (CDU/CSU: 26 Prozent) auf Platz eins. Eine am 20. September publizierte INSA-Umfrage sah die AfD (26 Prozent) ebenfalls vor CDU und CSU (25 Prozent).[9] Die SPD folgte jeweils weit abgeschlagen mit 15 Prozent. Im Bundesland Sachsen-Anhalt kommt die AfD in Umfragen zur Zeit auf 39 Prozent; ihr Spitzenkandidat Ulrich Siegmund strebt nach der Landtagswahl im September kommenden Jahres eine Alleinregierung an.[10] In drei Großstädten im bevölkerungsreichen westdeutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen – in Duisburg, Gelsenkirchen und Hagen – haben AfD-Kandidaten in der Kommunalwahl vor gut einer Woche den Einzug in die Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters an diesem Sonntag erreicht.


    „Andere Mehrheiten möglich“

    Zugleich schwillt die Debatte über eine Einbeziehung der AfD in eine Regierungskoalition – womöglich sogar auf Bundesebene – an. So berichtet die konservative, den Unionsparteien nahe stehende Frankfurter Allgemeine Zeitung, es gebe Politiker in CDU und CSU – und zwar „auch führende“ –, „die hinter vorgehaltener Hand die Auffassung äußern“, auf Dauer könne man die AfD „zumindest“ bei organisatorischen Fragen, so etwa bei „der Vergabe von Posten als Ausschussvorsitzende, nicht unberücksichtigt lassen“.[11] Vor zwei Wochen erklärte Carina Hermann, Beisitzerin im CDU-Bundesvorstand, in einer Vorstandssitzung, sollte die SPD den gewünschten Sozialkahlschlag nicht mittragen, dann seien im Bundestag „auch andere Mehrheiten“ möglich.[12] Daraufhin äußerte Karl-Josef Laumann, NRW-Sozialminister und stellvertretender Bundesvorsitzender, nicht kühl den üblichen Satz, eine Mehrheit unter Rückgriff auf eine Partei der extremen Rechten sei in den Unionsparteien undenkbar. Laumann warnte stattdessen, dieses Szenario offensichtlich nicht ausschließend: „Viele würden austreten und ich auch“.[13]


    Gewalt

    Der Rechtskurs in Europa ist dabei nicht nur das Ergebnis von Nachahmungseffekten; die Trump-Administration sowie ihr politisches Umfeld treiben ihn aktiv voran (german-foreign-policy.com berichtete [14]). Dies schließt mittlerweile sogar Interventionen nicht aus, die als Aufruf zu Gewalt verstanden werden können. So befeuerte Ex-Trump-Adlatus Elon Musk den Aufmarsch von bis zu 150.000 Rechtsextremisten am 13. September in London mit einer Videoansprache, in der er nicht nur eine Parlamentsauflösung und einen Regierungswechsel im Vereinigten Königreich forderte, sondern auch behauptete, mit zunehmender Immigration komme „Gewalt auf euch zu“.[15] Musk fuhr fort: „Ob ihr zu Gewalt greift oder nicht, die Gewalt kommt zu euch. Ihr schlagt zurück oder ihr sterbt, das ist die Wahrheit.“ Zu den 150.000 Demonstranten zählten auch solche, die für ihre Gewaltbereitschaft bekannt sind.

     

    [1] Natalie Andrews, Aaron Zitner: In Kimmel Suspension, Trump Campaign Against Critics Escalates. wsj.com 18.09.2025.

    [2] Ken Bensinger: Pentagon Expands Its Restrictions on Reporter Access. nytimes.com 20.09.2025.

    [3] Melanie Mason, Dustin Gardiner: Gavin Newsom: ‘I don‘t think Donald Trump wants another election’. politico.com 27.08.2025.

    [4] Gábor Tanács, Gavin Blackburn: PM Viktor Orbán follows Trump and says Hungary will designate antifa a terrorist organisation. euronews.com 19.09.2025.

    [5] S. dazu Die Spitze eines braunen Eisberges.

    [6] Carlos Robles: Dutch parliament adopts motion to classify antifa as a terrorist organization. bnonews.com 18.09.2025.

    [7] FPÖ – Darmann: „Realitätsverweigerung der Justizministerin ist Schutz für Linksextremismus!“ ots.at 21.09.2025.

    [8] Caroline Vandenabeele: Georges-Louis Bouchez menace de “dissoudre les Antifa” : pourquoi ce n’est pas si simple. rtbf.be 19.09.2025.

    [9] Sprung auf Rekordwert – AfD zieht in YouGov-Umfrage erstmals an der Union vorbei. welt.de 17.09.2025.

    [10] AfD strebt Alleinregierung an. deutschlandfunk.de 07.09.2025.

    [11] Eckart Lohse: Adenauer-Stiftung warnt CDU vor Zusammenarbeit mit AfD. Frankfurter Allgemeine Zeitung 19.09.2025.

    [12], [13] Florian Kain: CDU-Minister droht mit Parteiaustritt. bild.de 10.09.2025.

    [14] S. dazu Die transatlantische extreme Rechte (III) und „Vom Trump-Tornado lernen“.

    [15] Haroon Siddique: What did Elon Musk say at far-right UK rally and did his remarks break the law? theguardian.com 15.09.2025.


    Info: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/10124


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    21.09.2025

    Rolle der Computerspiele im Fall Kirk    Alles ein zynischer Spaß

    Mahnwache für Charlie Kirk in Utah Foto: Lindsey Wasson/ap (Bild) 


    taz.de, vom 20. September 2025, 13:02 Uhr, Von Tilman Baumgärtel

    Charlie Kirk und sein Attentäter wurden in einem Onlineparalleluniversum sozialisiert. Dort fließen Gewalt und rechtsextreme Ideologien ineinander.


    Möglicherweise wird man sich in einigen Jahren an das Attentat auf Charlie Kirk als eine amerikanische Version des Reichstagsbrands erinnern. Die Nationalsozialisten nutzten damals das Feuer als Rechtfertigung, um mit der Verfolgung ihrer politischen Gegner zu beginnen, obwohl diese nichts mit der Brandstiftung zu tun hatten.

    Jetzt dient der Anschlag auf den rechten Influencer Charlie Kirk der amerikanischen Regierung als Vorwand, um die Existenz politisch missliebiger Menschen zu zerstören und sie einzuschüchtern. Justizministerin Pam Bondi machte „linke Radikale“ für das Attentat verantwortlich und drohte: „Sie werden zur Rechenschaft gezogen.“


    Stephen Miller, stellvertretender Stabschef im Weißen Haus, kündigte an, man werde „diese terroristischen Netzwerke ausrotten und zerschlagen“; einige Tage zuvor hatte er schon die Demokratische Partei als „inländische, extremistische Organisation“ bezeichnet. Auch Vizepräsident J D Vance wurde deutlich: „Wir werden gegen das Netzwerk von NGOs vorgehen, das Gewalt schürt, fördert und ausübt.“

    Die Alt-Right-Bewegung

    Wenn es die US-Regierung mit der Verfolgung der Hintermänner des Anschlags wirklich ernst meinte, dann müsste sie wohl eher das amorphe Netzwerk von Trollen und extremistischen Politaktivisten ins Visier nehmen, das sich einst auf der Internetplattform 4Chan zusammenfand und in den 10er Jahren als Alt-Right bekannt war.

    Während seines ersten Wahlkampfs 2016 half die Alt-Right-Bewegung Donald Trump mit Memes und aggressiver Onlinekulturkampfrhetorik dabei, im Netz eine junge, internetaffine Basis zu gewinnen – auch wenn Trump sich später von der Bewegung distanzierte. Sein Berater Steve Bannon nannte das Blog Breitbart News, dessen Chefredakteur er von 2012 bis 2016 war, „die Plattform der Alt-Right“ und gab rechten Provokateuren wie Milo Yiannopoulos ein Forum, das zentrale Narrative der Bewegung (Migration, Islam, Political Correctness) salonfähig machte.

    Die Motive von Kirk-Attentäter Tyler James Robinson sind unklar; bisher weigert er sich, mit den Strafverfolgungsbehörden zu kooperieren und eine Aussage zu machen. Und vielleicht ist er einfach nur wahnsinnig.


    Für das FBI ist der gewalttätige Online­nihilismus eine neue Terrorkategorie

    Aber diese Art des Wahnsinns hat vielfältige Berührungspunkte mit dem gewalttätigen, rechtsextremen Onlinenihilismus, der sich in den letzten Jahren aus dem Bodensatz der Alt-Right entwickelt hat und für den das FBI 2022 sogar eine neue Kategorie für inländischen Extremismus geschaffen hat: Nihilistic Violent Extremism (NVE).

    Anspielungen auf obskure Computerspiele

    Diese Art von politischen Terrorismus verbindet rechtsextreme Ideen und Gewaltobsessionen mit Internetironie, mit netzkulturellen Referenzen, Memes und Anspielungen auf obskure Computerspiele, bei denen die Grenzen zwischen Ernst und „Sarkasmus“ verwischt werden und die man nur versteht, wenn man extremely online ist.

    Viele der schrecklichsten Attentate der letzte Jahre waren von dieser wirren Internet­ideologie motiviert: 2019 erschoss in Christchurch (Neuseeland) ein Rechtsradikaler 51 Menschen in zwei Moscheen, übertrug das Massaker im Ego-Shooter-Stil per Livestream und spickte sein Manifest mit Memes wie „Subscribe to PewDiePie“. Im selben Jahr ermordete ein rechtsterroristischer Attentäter in El Paso (USA) 23 Menschen in einem Supermarkt und veröffentlichte ein Schreiben, das die Meme-Ästhetik und die „Große Umvolkungs“-Ideologie dieses Attentats aufgriff.

    Kurz darauf erschoss ein rechter Spinner in einer Synagoge im kalifornischen Poway eine Frau und bezog sich ebenfalls ausdrücklich auf Christchurch. Im selben Jahr versuchte ein deutscher Rechtsextremer in Halle in eine Synagoge einzudringen und kommentierte seine Mordpläne mit Insiderwitzen aus rechtsextremen Onlineforen und Referenzen auf Christchurch; als dies scheiterte, erschoss er zwei Menschen und streamte das im Videospielstil.

    2022 ermordete ein weiterer Rechtsextremer in Buffalo (USA) zehn Leute in einem Supermarkt, übertrug die Tat live auf Twitch und orientierte sich dabei offen an diesen Gewalttaten, inklusive der Verwendung von Alt-Right-Memes und Onlinecodes.

    Was meinte Robinson mit Bella Ciao?

    Und nun also der Mörder von Charlie Kirk, der in seine Kugeln obskure Botschaften voller Anspielungen auf Computerspiele und 4Chan-Terminologie eingeritzt hat. Und wieder geht das große Rätselraten los – was genau war mit „Bella Ciao“ gemeint? Ist das nicht ein linker Partisanensong aus Italien?

    Nein, es ist eine Botschaft aus einem Onlineparalleluniversum, in dem jede Art von Selbstäußerung immer auch das schiere Gegenteil bedeuten kann und in dem letztlich alles for the lulz ist, also ein großer zynischer Spaß, den nur Eingeweihte verstehen. „Weißt du noch, wie ich die Kugeln graviert habe?“, hat Robinson seinem Mitbewohner laut New York Times in einem Chat nach dem Attentat geschrieben. „Das war ein großes Meme. Wenn ich ‚notices bulge uwu‘ auf Fox News sehe, drehe ich durch.“

    Man könnte an dieser Stelle das „notices bulge uwu“-Meme erklären („notices bulge, uwu“ stammt aus der Furry- und Anime-Rollenspielszene und bezeichnet eine Ausbeulung im Schritt …). Und würde damit einen Weg in den ganzen Alt-Right-Kaninchenbau mit seinen ganzen Referenzen und popkulturellen Bezügen aufmachen.

    Aber vielleicht kann man den Mord an Charlie Kirk auch viel einfacher erklären. Auf einem Bild, das seit dem Attentat aufgetaucht ist, imitiert Robinson im gelb-schwarzen Adidas-Jogginganzug in der Russenhocke (slav squat) sitzend den Stil der Groypers-Szene.

    Rechtsradikales Offline­trollen

    Die Groypers sind Anhänger des amerikanischen Alt-Right-Rechtsradikalen Nick Fuentes, die seit 2020 aufgehetzt wurden, um bei den öffentlichen Auftritten von Charlie Kirk zu provozieren. In der ungeschriebenen Geschichte des rechtsradikalen Offline­trollens ist diese Episode als die „Groyper Wars“ verzeichnet.

    Nick Fuentes hat diese Auseinandersetzung damals verloren. Dem Sicherheitsapparat von Kirk – der ja angeblich mit jedermann diskutieren wollte – gelang es nach und nach, diese Troll-Störer von seinen Veranstaltungen fernzuhalten. Beim Wahlkampf im vergangenen Jahr spielte Kirk dann eine wichtige Rolle bei der Wiederwahl von Donald Trump.

    Die kurzen Videoclips, die seine Organisation Turning Point USA in die sozialen Medien einspeiste, in denen er seine reaktionären Einstellungen bewarb, waren so gut gemacht, dass sie oft viral gingen und ihn als souveränen Diskursmeister in Debatten unter 30 Sekunden zeigten.

    Diese Clips kursieren jetzt wieder im Netz, um zu beweisen, dass Kirk ja eigentlich nur reden wollte. Tatsächlich waren diese Campusdebatten Teil des Geschäftsmodells von Charlie Kirk, für die er zwischen 50.000 und 100.000 Dollar pro Veranstaltung verlangte. Diese Diskussionen haben ihn zum Multimillionär gemacht – und gleichzeitig anschlussfähig für breitere Kreise.

    Der Unterschied zwischen Charlie Kirk und Nick Fuentes besteht weniger in einem Konflikt von Ideologien – beide sind misogyne Ethnonationalisten ohne Zukunftsprogramm. Beide sind keine ernstzunehmenden politischen Theoretiker – oder, bei Licht betrachtet, überhaupt Personen mit irgendeiner Ausbildung oder irgendeinem Hintergrund, der sie qualifiziert, etwas Relevantes zu irgendwas zu sagen.

    Es geht nur um Aufmerksamkeit auf Social Media

    Sie sind einfach nur Influencer, deren Erfolg in Klicks, Reichweiten und Spenden messbar ist. Dass es solche Gestalten überhaupt gibt, sagt mehr über eine Medienlandschaft aus, in der es vor allem darum geht, Aufmerksamkeit zu generieren und weniger um Inhalte.

    Dass Kirk am Ende erfolgreicher war, lag nicht an seiner inhaltlichen Überlegenheit, sondern an seiner Fähigkeit, sein Produkt – politische Provokation – in eine institutionell abgesicherte Form zu überführen – Trumps MAGA-Bewegung.

    Und diesmal ist MAGA gut vorbereitet. Die Zeit der Memes-Spiele, der witzigen, selbstreferentiellen Pseudodebatten und ironischen Internetcodes, die nur Leute verstehen, die auch auf Tumblr sind, ist in den USA vorbei.

    Jetzt werden random Leute von vermummten Gestalten in nummernlose weiße Lieferwagen gezerrt und finden sich in El Salvador wieder und niemand traut sich mehr, etwas zu sagen, weil man sonst als Nächstes dran sein könnte. Ist wohl auch just for the lulz, was offenbar neuerdings ein Regierungsprogramm ist.


    Info: https://taz.de/Rolle-der-Computerspiele-im-Fall-Kirk/!6114235/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


    unser weiterer Kommentar: So verdreht man die Köpfe der Truther- und sonstiger und lenkt ihre Aufmerksamkeit als Leimspur auf künstlich erzeugte Plätze um und alles bereits im großen Stil, während sich die braven Bürger bisher von sowas distanzieren.

    Vielleicht ist der Trick, erst wenn´s ganz wirr wird (und denkbar werden soll), werden die braven Bürger in ihrer Not auch für dieses Niveau (vorbereitend) anschlussfähig zu machen!

    Deswegen ist man in diesem Umfeld womöglich auch in zweifelhafter Gesellschaft!


    Und das Bild dahinter scheint mir immer sichtbarer zu werden. Wobei fast alle Politiker und Regierungsbeauftragte ganzgleich ob in USA, GB, EU und sonstwo, auch Teil dieser langristigen strukturellen Agenda sind. Wenn mitunter auch sehr unfreiwillig.

    21.09.2025

    Wolfgang Eggert

    d2.wikimannia.org, Seite besucht am 21. September 2025, 23:19 Uhr






    Wolfgang Eggert
    Wolfgang Eggert.jpg
    Geboren1962
    BerufAutor, Historiker

    Wolfgang Eggert (* 1962) ist ein deutscher Historiker und auf Sachbücher zu verschwörungs­theoretischen Themata spezialisierter Autor.


    Zitat:«Wolfgang Eggert ist Journalist und Historiker. Er verfasste acht Bücher, die das schmutzige Wirken von Geheimdiensten und Okkult­netzwerken thematisieren. "Wer wissen will, wie sich extremer Fundamentalismus mit der laufenden US-Politik überschneidet, sollte dieses Buch lesen", schreibt Emmy-Preisträger Saul Landau, Professor an der California State Polytechnic University, über Eggerts jüngstes Werk "Erst Manhattan, dann Berlin".»[1]
    Zitat:«Wolfgang Eggert, Jahrgang 1962, aufgewachsen im Ruhrgebiet, studierte nach Absolvierung des Wehrdienstes an den Universitäten von Berlin (FU) und München (LMU) Geschichte, Politologie und Journalistik. Nach redaktioneller Ausbildung bei SAT1 und einer für VOX arbeitenden Produktions­gesellschaft beschäftigt er sich nun seit über 17 Jahren intensiv mit politischen Übergriffen von Geheimdiensten und Messianischen Sekten[wp]. Eggert lebt vom Erlös seiner Bücher ledig in München und London.»[2]

    Inhaltsverzeichnis

    Veröffentlichungen (Auswahl)

    Bücher

    • Die MH17-Falle. (= Edition Zeitgeschichte. Band 61). Homilius 2015, ISBN 3-89706-822-2
    • Flug MH370. Die Geheimdienstspur. (= Edition Zeitgeschichte. Band 60). Homilius 2014, ISBN 3-89706-823-0
    • London - die Lizenz zum Töten. Die Verstrickung der Geheimdienste in den Terrorismus., Chronos 2005, ISBN 3-935845-10-3
    • Erst Manhattan - Dann Berlin. Messianisten-Netzwerke treiben zum Weltenende., Chronos 2005, ISBN 3-935845-09-X
    • Herausgeber: Die geplanten Seuchen. AIDS, SARS und die militärische Genforschung., Chronos 2003, ISBN 3-935845-08-1[3]
    • Angriff der Falken. Die verschwiegene Rolle von Mossad und CIA bei den Anschlägen vom 11. September., Chronos 2002, ISBN 3-935845-05-7
    • Out of the blue. Spuren des Terrors in Amerika., Chronos 2001, ISBN 3-935845-04-9
    • Israels Geheimvatikan. 3 Bände. Beim Propheten! Verlag 2001, ISBN 3-935845-00-6

    Interviews

    Vorträge

    Interview

    MM: Sehr geehrter Herr Eggert , schaut man sich die Liste Ihrer Veröffentlichungen an, so könnte man auf die Idee kommen, dass Sie ein so genannter Verschwörungs­theoretiker sind. Wie antworten Sie auf diesen Vorwurf? Eggert: Mein Hauptforschungsgebiet ist das Wirken des organisierten Verbrechens, von Lobby­gruppen, Geheimdiensten, Polit-Logen, militärischen Under-Cover-Einrichtungen, apokalyptischen Sekten, geo­politischen Netzwerken. Alle diese häufig untereinander verwobenen Gruppen arbeiten vorsätzlich verdeckt und konspirativ. Ob Betrug oder Mord, Kauf oder Kompromittierung von Journalisten und Politikern, Organisierung von Putschen, Pogromen, Terror­anschlägen und Kriegen: Verschwörung ist Teil ihres Tages­geschäfts. Investigative Rechercheure müssen auf diesem Themengebiet Verschwörungs­theoretiker sein, sonst sind sie lediglich Hofbericht­erstatter[wp]. MM: Die weitaus überwiegende Mehrheit der Medien vertritt andere Ansichten. Eggert: Dazu muss man den Einfluss kennen, den gerade die Geheimdienste auf die so genannte Freie Presse ausüben. Ende der 40er Jahre startete die CIA ein regelrechtes Programm zur Infiltration und Steuerung der Medien­land­schaft: "Operation Mockingbird"[wp]. Die Sonder­budgets zur Lenkung der Öffentlichen Meinung betragen seitdem bei der Agency Milliarden Dollar-Summen - jährlich. Investiert wird am Markt über Rundfunk- bzw. Beteiligungs­gesellschaften, seltener über Einzel­spieler. Als solcher nahm Silvio Berlusconi[wp] seinen kometenhaften Aufstieg zum Global Player des Medien­geschäfts direkt aus der CIA-Loge P2 heraus. Der israelische Milliardär Haim Saban[wp] übernahm 2003 mit einem Schlag die Fernseh­sender Pro7, Sat1, Kabel 1, N24 und die Nachrichten­agentur ddp. Sabans Entourage rühmte sich gern ihrer Verbindungen zum israelischen Geheimdienst Mossad[wp]. Robert Maxwell[wp], der europäische Pressezar, war ebenfalls bis kurz vor seinem Tod ein Mann des Mossad. Maxwell spielte eine einflussreiche Rolle in der Gründungs­periode des deutschen Springer Konzerns. Die Firma Springer ist bekannt dafür, dass jeder Arbeitnehmer fünf Unter­nehmens­grund­sätze unterzeichnen muss, deren zweiter "die Unterstützung der Lebensrechte des israelischen Volkes" fordert und deren dritter "die Unterstützung des trans­atlantischen Bündnisses und die Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika" verlangt. Diese Worte könnten auch als Sinnspruch über dem Schreibtisch von Rupert Murdoch[wp] stehen. Der neo­konservative Australier führte eine kleine Zeitung, als er sich mit dem CIA-Repräsentanten in Australien, Ted Shackley[wp], befreundete. Von da an ging's im Hand­umdrehen steil bergauf. Zum Murdoch-Konzern gehören heute weltweit Hunderte von Zeitungen, sowie TV- und Radio­stationen. ... Beresowski... Gussinski.... Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Soweit zur obersten Chefetage. Natürlich schüttet das immer prallgefüllte Geheimdienst­füllhorn auch ein wenig nach unten aus. Es gehen Gelder an Chef­redakteure und Rund­funk­räte, geheim­dienst­gesteuerte Stiftungen vergeben Stipendien, Think-Tanks verteilen Einladungen und Reise­gutscheine. Es gibt jede Menge Zuckerbrot. MM: ... nur Zuckerbrot? Eggert: ... und natürlich auch die Peitsche! Haben Sie sich nicht schon einmal gewundert, warum so viele altlinke Presse-Erzeugnisse heute in Amerikanismus machen? Dafür gibt es eine simple Erklärung: Als die CIA Bundeskanzler Kohl Anfang der 90er Jahre die brisanten Rosenholz-Dateien unter der Nase wegschnappte, hatte sie eine komplette Übersicht über die Stasi-Seilschaften in der BRD eingesackt. Darunter die zahlreichen MfS-Mitarbeiter in der westdeutschen Medien­landschaft. Um nicht ihren Ruf und ihre Rentenbezüge zu verlieren, arbeiten die seitdem kostenlos für die CIA. Wer das nicht will, wird öffentlich gemacht. Dafür gibt es Beispiele. "Die CIA besitzt jeden von irgendeiner Bedeutung in den Massenmedien." So sprach der ehemalige CIA-Chef William Colby[wp] zur Zeit des Mauerfalls. Als er einmal gefragt wurde, ob die CIA ihren Presse-V-Leuten jemals gesagt habe, was diese schreiben sollten, antwortete er: "Aber sicher, das wird ständig gemacht." Kontrolle des Fußvolks ist Teil des politischen Spiels, gerade in Spannungs­zeiten wie diesen. Auch Kriegs­fanfaren brauchen Mundstücke. Als solches dient die Medien­landschaft. MM: Warum beschäftigen Sie sich schwerpunktmäßig mit Geheimdiensten? Eggert: Als studierter Historiker hatte ich es schon immer mit den großen Eckpunkten unserer Geschichte zu tun. Die auffallendsten und physisch nach­haltigsten Umwälzungen sind zweifellos die Kriege. Wenn Sie sich intensiv genug mit dem Entstehen von Kriegen beschäftigen, werden Sie automatisch darauf kommen, dass diese nicht zufällig, quasi als Betriebsunfall "passieren" oder als Gottesstrafe vom Himmel gelassen werden. Wenn Sie ihre Forschung ernst nehmen, werden Sie feststellen, dass es immer eine kriegs­führende Seite gibt, welche aus der gewaltsamen Aus­einander­setzung Profit schlägt. Und die ist es dann auch meist, welche in entsprechenden Strategie­zirkeln den Kampf lange im Voraus geplant hat. Bis hin zu einem kriegs­auslösenden Ereignis, welches das eigene Vorgehen legitimieren und den Gegner in eine schlechte Anfangs­position bringen soll. Für diesen wichtigen Job sind die Geheimdienste zuständig. Sie legen und aktivieren die Zündschnur in den Krieg. Das war immer und überall so: Der Thron­folger­mord von Sarajewo[wp] als Auftaktakt des Ersten Weltkriegs; der Überfall auf den Sender Gleiwitz[wp], der Hitlers Angriff auf Polen rechtfertigen sollte; die Lavon-Affäre[wp], als israelische Agenten unter falscher Flagge amerikanische Einrichtungen in Ägypten bombardierten, um die USA im Vorfeld des Suezkanal­krieges[wp] auf die "richtige Seite" zu ziehen; der erlogene Tonkin-Zwischenfall[wp], der Amerika das scheinbare Recht gab, in den Vietnamkrieg[wp] einzutreten; die Provokationen Kuwaits gegen den Irak und das grüne Licht des Pentagon an Saddam Hussein[wp], mit dem Nachbarstaat militärisch abzurechnen, um Bush Seniors[wp] ersten Öl-Wüstensturm[wp] als "Befreiungs­unter­nehmen" zu tarnen; die auf tschetschenische Extremisten geschobenen Hochhaus­bombardierungen in Russland, die Putin 1999 die Begründung für den Kaukasus­einsatz der Armee lieferten; die Entführung zweier Israelis zur Legitimierung des letzten Libanonkrieges. Jeder einzelne Vorfall ein geheim­dienst­gesteuerter Schachzug. Man muss die Geheimdienste und ihre Machinationen[wikt] betrachten, um geschichtliche Dynamik in ihrem Kern zu begreifen. MM: In einer Veröffentlichung von 2003 beschuldigen Sie die militärische Genforschung am Ausbruch von Seuchen wie AIDS Mitschuld zu sein. Was sollte die Motivation dafür sein, denn schließlich leiden alle in der Welt an jenen Seuchen? Eggert: Jahrzehnte unter Verschluss gehaltene Protokolle des amerikanischen Kongresses belegen, dass am 9. Juni 1969 Dr. McArthur, der stellvertretende Leiter der Forschungs­abteilung beim US-Verteidigungs­ministerium, den Antrag auf die Bewilligung von 10 Millionen USD stellte. Mit diesem Geld sollte laut seiner Aussage ein neuartiges Virus entwickelt werden, das den Immun­apparat des Infizierten zerstört und gegen therapeutische Abwehr­maßnahmen unempfindlich ist. Das Geld wurde bewilligt und die Forschungs­arbeit in streng geheimen Hoch­sicherheits­laboratorien aufgenommen. Die fähigsten Wissenschaftler ihrer Zeit, darunter der spätere "Entdecker" des Aids-Virus Robert Gallo[wp], arbeiteten dem Projekt zu, das laut Planung innerhalb von 10 Jahren zum Abschluss kommen sollte. Nach exakt dieser Zeitspanne tauchten die ersten HIV-Fälle in den USA auf. Die Beweiskette erscheint in mehrfacher Hinsicht bruchlos, auch was die genetischen Rekombination des Virus anbelangt. Das Ergebnis war die erste Genwaffe der Geschichte. Wenn auch eine unfertige, da sie anders als ihre heutigen Nachfolger nicht gebiets- oder rassen­selektiv töten kann und sich wahllos verbreitet. Deshalb würde ich für die Freisetzung des Virus keine US-Regierungsstelle verantwortlich machen, auch nicht den geheimdienstlich-militärischen Komplex. Da sind vielmehr über- oder neben­staatliche Gruppen im Spiel, die zum Teil malthusianischen, zum Teil religiösen Antrieben folgen. Jüdische[wp] und Christliche Messianisten[wp] vom Zuschnitt eines Shoko Asahara, der die japanischen U-Bahnen mit Giftgas flutete, weil er meinte, damit die Welt dem prophezeiten Ende näher zu bringen. Es gibt da nur einen Unterschied: Asahara war ein weitgehend isolierter Sektenguru. Seine biblischen Gesinnungs­genossen stehen dagegen an den Pforten der Macht. In Amerika, in England, in Israel. MM: Einen Monat vor dem 11. September 2001 veröffentlichten Sie ein Buch mit dem Titel "Im Namen Gottes - Israels Geheimvatikan als Vollstrecker biblischer Prophetie". Wurde Ihr Buch schon einen Monat nach der Veröffentlichung "überholt"? Eggert: Nein, da hatte ich den 11. September natürlich noch nicht im Blickfeld. Es geht in dem Buch um das Wesen überstaatlicher Gruppen und deren Einflüsse auf die Geschichte im Allgemeinen. Auf Revolutionen, Kriege, den Kommunismus, den Faschismus, den Holocaust. Von der französischen Revolution[wp] angefangen bis zum Ende der Regierungszeit Clintons[wp]. "Israels Geheimvatikan" ist mehr ein Grundlagenwerk. Was ich voraussah war die Tatsache, dass die endzeitlichen Gruppen in den Religionen durch ihre politischen Netzwerke an der Vorbereitung des 3. Weltkriegs arbeiteten. Und wie in jedem Krieg bedurfte es auch hierfür wieder eines konkreten Anlasses, und das war der 11. September 2001. Eigentlich passt 9/11 nahtlos in die Liste der Kriegs­auslöse­kampagnen, die ich bereits genannt habe. Es ist daher nicht verwunderlich, dass man in der Vorbereitungszeit dieses Terrorcoups wieder allerorten auf die Spuren der Geheimdienste stößt. MM: Ein Jahr später folgte Ihr Buch "Angriff der Falken". Warum glauben Sie steht die deutsche Politik derzeit so extrem stark an der Seite jener Falken? Eggert: Ich habe mich das zum ersten Mal gefragt, als der regierungsnahe US-Nachrichtenkanal Fox-News am 12. September 2007 meldete, die Deutschen sanktionierten Amerikas Iran­kriegs­pläne. Thema der Sendung war ein Iran­spezifisch zusammen­gesetztes Sicherheitsrats­treffen in Berlin. Dort hätte die Bundesregierung erklärt, die anti­iranische Sanktionsfront aus national-wirtschaftlichen Gründen zu verlassen - wobei sie gleichzeitig die Amerikaner zu einem Bombardierungs­feldzug gegen Irans nukleare Einrichtungen ermuntert haben sollen. Fox beruft sich dabei auf Diplomaten aus verschiedenen Ländern. Wenn das keine vorsätzliche Lüge aus dem Hause Murdoch ist, sondern eine auf Tatsachen gründende Indiskretion, dann sehen wir hier in seiner krassesten Form den Schwenk unserer - nach wie vor sozial­demokratisch bestimmten - Außenpolitik. Für mich erklärt sich dieses Verhalten mit dem Druck der Vereinigten Staaten, die Deutschland nur dann als ständiges Mitglied in den Weltsicherheitsrat aufnehmen werden, wenn es sich gegenüber seiner aktuellen Politik wohlgefällig zeigt. MM: Wird das zum erwünschten Ziel für Deutschland führen? Eggert: Ich bezweifele, ob die Rechnung aufgehen wird, durch Unterstützung des Imperialismus mit blutenden Händen in den Sicherheitsrat einzuziehen, um von dort dann - im Herzen rein geblieben - zur moralischen Erneuerung der Welt zu schreiten. Gerade kurzfristig ist dieses Spiel mit dem Feuer gefährlich: Berlin würde sich als antreibende Kraft für ein NATO-Terror­bombardement bildhaft gesprochen in George W. Bushs Kanonenboot setzen. Klassischer ist ein Motiv für einen islamistischen Provokations­anschlag gegen die Bundes­hauptstadt kaum aufzubauen. Es ist meines Erachtens auch zu früh darauf zu bauen, dass die neo­konservative US-Regierung das Wahljahr 2008 nicht übersteht und Deutschland es dann schon mit einem neuen Partner im Sicherheitsrat zu tun haben wird. MM: Ihr jüngstes Buch "Erst Manhattan, dann Berlin" geht von der Gefahr eines erfolg­reichen Terror­anschlages in Deutschland aus. Wie kommen Sie darauf? Eggert: Als Antreiber der menschlichen Geschichte nehme ich unter anderem wie bereits erwähnt messianische Netzwerke wahr. Es gibt ganz zentrale Ereignisse, die ausschließlich von diesen radikalen Sekten gesteuert waren, darunter die Ermordung des israelischen Staatschefs Rabin[wp]. Gerade auf die explosive Lage im Mittleren Osten, die sie zum prophezeiten Armageddon[wp] vorantreiben wollen, gelingt es ihnen stärksten Einfluss auszuüben. Einerseits über die Schiene Israel, wo führende Politiker wie Benjamin Netanjahu vor schwerwiegenden Entscheidungen den Rat okkulter[wp] Rabbiner einholen. Auf der anderen Seite haben in Amerika im Gefolge von George W. Bush bekennende christliche Fundamentalisten das Weiße Haus erobert. Wöchentlich werden endzeitliche[wp] Schrift­gelehrte hierher und ins Pentagon geladen, um in bizarren Bibel­sitzungen Politiker und Militärs für das Tagesgeschäft zu instruieren. Wesentlich länger ist diese gefährliche Vision von der Auserwähltheit vor Gott in einfluss­reichen Kreisen des britischen Establishments verbreitet. Viele Freimaurer­logen, die bekanntlich das öffentliche Leben des Vereinigten Königreichs stark prägen, sind von der Idee des Britischen Israelismus befangen. Diese besagt, dass die Mission des Judentums, die Welt ihrem geoffenbarten Ende entgegenzuführen, mit der Kreuzigung Jesu beendet und auf die Briten übertragen worden sei. MM: ... Sie nennen oft christliche und jüdische Gruppen in einem Atemzug ...? Eggert: Den christlichen und jüdischen Gruppen gemein ist die Tatsache, dass sie sich auf die Bibel berufen, dass sie auf Prophetien referieren, deren Inhalt sie sich als politischen Auftrag zu eigen machen, dass sie mittels Entschlüsselungs­codes geheime Doppel­bedeutungen aus der Heiligen Schrift heraus­arbeiten. Hier wie dort wird 9/11 anhand von Bibel­text­stellen als erfüllte Prophetie betrachtet. Hier wie dort wird über das Kommen eines Parallel­ereignisses, nennen wir es 11/9 getuschelt. Immer wieder genannt wird ein atomarer Anschlag; und Berlin. Als mein Buch im November 2005 auf den Markt kam, schien dieses Schreckensbild noch in weiter Ferne zu liegen. Heute ist das anders, die Warnungen von neo­konservativen Politikern und staats­tragenden Medien erreichen uns nun auch wöchentlich in deutscher Sprache. Stil und Inhalt gleichen der Propaganda in den USA: Wenn es zu dem großen Knall kommt, so lautet das "briefing" für den gutgläubigen Michel, werden die Täter Muslime sein. Das mag dann vielleicht wirklich stimmen, aber wer im Terror-Hintergrund die alles in Gang haltenden Strippen zieht, davon erfahren wir aus guten Gründen herzlich wenig. MM: Unter anderem behaupten Sie, dass die Interessen von extremen Fanatikern, die im missbrauchten Namen des Islam agieren sich erstaunlich oft mit den Interessen der Falken überschneiden. Wie erklären Sie das? Eggert: Sie meinen die Symbiose zwischen radikalen Muslimen und Geheim­dienstlern? Nehmen wir das bekannteste Beispiel: Osama bin Laden[wp] und Al Kaida[wp]. Beide sind Geschöpfe der amerikanischen Geopolitik. Als das Weiße Haus beschloss, noch in der Amtszeit Ronald Reagans[wp] den Kalten Krieg zu gewinnen, war ein zentraler Eckpfeiler dieses Unternehmens der Plan, den Russen in Afghanistan ein neues Vietnam zu bereiten. Zu diesem Zweck stampfte das Pentagon mit Milliarden­beträgen eine islamistische Bürger­kriegs­armee aus dem Boden, deren Aufgabe darin bestand, der Moskau­treuen Regierung in Kabul die Hölle heiß zu machen. Das gelang auch, und als die Russen "zu Hilfe" kamen, waren sie in die Falle getappt. Der verlustreiche Afghanistan­krieg[wp] war ein dicker Nagel zum Sarg der Sowjetunion. Und die Totengräber dort, das waren die Mudschaheddin[wp]. Die Sammel- und Durchgangs­stelle der muslimischen Afghanistan­kämpfer nannte man Al Kaida. Ihr Organisator war Osama bin Laden, der unter dem Namen Tim Osman auf den Gehaltslisten des CIA stand. Er und seine Leute wurden in Amerika ausgebildet, bezahlt, bewaffnet. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion soll diese Zusammenarbeit durch eine Attentats­serie von Al Kaida gegen amerikanische Einrichtungen beendet worden sein. Mir scheint das ein vorgeschobenes Alibi zu sein, hinter dem die Zusammenarbeit fortdauerte. Fakt ist, dass Washington das kommunistische Riesenreich nicht deshalb niederrang, um die Menschen dort zu befreien, sondern dass es darum ging, sich die dortigen Märkte und Ressourcen zu erschließen. Und die Haupt­ressource, auf die man es ganz besonders abgesehen hatte, war das Erdöl, das in den südlichen Teil­republiken der alten UdSSR gefördert wird. Diese muslimisch geprägten Regionen suchte man nun durch Putsche, Bürgerkriege und bezahlte Aufstände vom russischen Einfluss­system wegzulösen. Wer taucht nun wieder als zentraler Aktivposten in diesen Kämpfen auf, die fast ausschließlich den geo­politischen Erfordernissen der Amerikaner entgegenkamen? Richtig, die bärtigen Gotteskrieger bin Ladens. Die tummelten sich übrigens bald auch auf dem Balkan, als die USA dort seit Mitte der 90er Jahre geo­strategische Interessen ausmachten. In diesem Zusammenhang - das belegen Untersuchungs­berichte des US-Kongresses - arbeiteten die Amerikaner als echte Verbündete mit Al Kaida; Hand in Hand. Obwohl die Regierung Clinton nach außen hin Osama bin Laden als "Most wanted Terrorist" zur Fahndung ausgeschrieben hatte. Und dafür astronomische Ergreifungs­summen ausschrieb. Was hinter all diesem Tamtam steckte, durften verschiedene islamisch regierte Staaten erfahren, als sie in Washington mit der Nachricht vorstellig wurden. "Der Gesuchte befindet sich gerade in unserem Land. Wollen Sie ihn tot oder lebend?" In jedem dieser Fälle wurde die Auslieferung seitens der amerikanischen Regierung hinter­trieben. Der besonders hartnäckig auf eine Auslieferung drängende Sudan erhielt als Denkzettel sogar ein Luft­bombardement; mit der heraus­fordernden Begründung, das Land unterstütze den Terrorismus. Währenddessen unterhielt Osama alias Tim unter den Augen der amerikanischen und englischen Agentenwelt offizielle Büro- und Wohn­adressen in London. 1996 war er Gast des Britischen Auslands­geheim­dienstes MI6[wp], der den umtriebigen Hansdampf als Sub­unternehmer für ein Attentat der Al Kaida Zelle "Libyan Islamic Fighting Group" auf Muammar Gaddafi[wp] anstellte. Der libysche Staatschef hatte gerade seinerseits eine stattliche Summe auf die Ergreifung bin Ladens ausgesetzt. Ich könnte die Koalitions­geschichte zwischen Al Kaida und dem geheim­dienstlich-militärischen Komplex des Westens noch lange fortführen. Sie reicht bis in die Zeit des 11. September. So enthüllten in Frankreich die regierungs­kontrollierte Radiostation "Radio France International" und die Tagszeitung "Le Figaro", dass sich Osama bin Laden noch im Juli 2001 im Amerikanischen Krankenhaus von Dubai einer Nieren­behandlung unterzog - wobei er vom örtlichen CIA-Kontaktmann am Krankenbett besucht wurde. Nachschlag gefällig? Anfang Juli 2002, also nach den Terrorflügen von New York und Washington, meldete das amerikanische Time-Magazin mit Bezug auf hochrangige europäische Geheim­dienst­kreise, dass der spirituelle Kopf des Al Kaida Netzwerkes, Abu Qatada, mit seiner Frau und seinen Kindern im Norden Englands lebt. In einem abgesicherten Haus, das ihm - zusammen mit einer ansehnlichen Bezahlung - der britische Geheimdienst zu Verfügung stellt. Bin Laden[wp], Al Kaida[wp], die Mudschaheddin[wp] sind allesamt Kinder der USA. Die Taliban[wp] sind eine direkte Folge. Und wenn man es genau nimmt, haben diese Gruppen vom Anfang bis zum Ende im Interesse der USA gearbeitet. Sie tun es heute noch, wenn man der Pentagon-Story Glauben schenkt, dass bin Laden-Leute hinter dem 11. September stecken. Warum? Nun, das neo­konservative Machtzentrum in Washington hatte die Eroberungs­feldzüge gegen Afghanistan und den Irak fest auf ihrem Plan, als Bush die Macht ergriff. Sie wussten aber, dass so ein offenkundig imperiales Unternehmen nur dann international durchsetzbar war, wenn es vorher - so schreiben es die Neo­konservativen im Jahr 2000 - wenn es zu einem neuen Pearl Harbor[wp] käme. Begreifen Sie? Die Truppen standen bereit und 9/11 war der Türöffner in den Krieg. Nun will man den Iran aufrollen. Der amerikanische Geheim­dienst­apparat ist finanziell reich, aber schwerfällig und geistig arm - die wiederholen sich gern. Die Welt darf sich also schon mal auf den nächsten Türöffner vorbereiten. MM: Warum gab es nicht schon eine Terror­provokation vor Beginn des Irakkriegs? Eggert: Weil der Irakeinsatz gefühlsmäßig noch dem 11. September zugeschlagen wurde. Die Erinnerung an die Gewalt des 11. September war damals noch sehr präsent. Sie hatte dem Weißen Haus ein übervolles Emotionskonto beschert, von dem Bush nach wie vor abbuchen konnte. So zog das Schreckens­bild, dass "der Massen­mörder amerikanischer Zivilisten, Osama bin Laden, tatsächlich oder zumindest sinnbildlich in der Nähe von Bagdad lauern würde". Der Wortlaut stammt übrigens von dem amerikanischen Exsenator Gary Hart[wp], der heute selbst vor einem durch die CIA provozierten oder gar fabrizierten Terror­anschlag warnt. Der zweite Teil der zum Krieg hinleitenden Propagandalügen war den Massen­vernichtungs­mitteln gewidmet, mit denen Saddam angeblich das westliche Bündnis - und Israel - bedrohte. Das wiederholt sich jetzt. Die Massen­vernichtungs­kampagne läuft bereits auf vollen Touren. Die Al-Kaida-Kampagne bezeichnender­weise nicht. Sie hätte es auch schwer. Die "Wir-fangen-Bin" Eroberungs­feldzüge beginnen nach Afghanistan und Irak langsam durch­sichtig werden. Hierzulande wirkt außerdem die Kampagne der rot-grünen Schröder-Regierung gegen den Irakkrieg nach, die auch Zweifel an der Authentizität des 11. September gesät hat. Trotz allem Engagement gelten wir in den Vereinigten Staaten nach wie vor als unsicherer Kantonist. Das ist es, was mir Sorge bereitet. Eine Anschlags­serie mit schmutzigen Atombomben in Amerika und Deutschland, deren Spuren man in den Iran legte, würde den Falken im Weißen Haus augenblicklich sehr zupass kommen: Erstens würde die deutsche Öffentlichkeit, die Regierung, ja selbst die Opposition langfristig an die US-Politik gebunden werden. Zweitens liefert ein Angriff mit ABC-Waffen Cheney & Co. genau jene rauchenden Colts, nach denen sie im Irak vergebens suchten; und noch dazu den Kriegsgrund, um ihre Kriegspläne gegen Teheran in die Tat umzusetzen. Drittens bietet eine solche Tat an, die US-Verfassung außer Kraft zu setzen - wodurch die Neo­konservativen 2008 ihrer sicheren Abwahl entgingen... MM: Sie schreiben ja nicht nur über die Gegenwart sondern auch über die Vergangenheit und behaupten, dass es bestimmte Interessen gab, die Hitler vereinfacht ausgedrückt, am Leben hielten. Gibt es Ihrer Meinung nach einen Roten Faden durch jene Geschichte bis heute? Eggert: Es gibt einen roten Faden - ganz konkret was das politische Schicksal bestimmter Führer anbelangt. Nehmen wir wie vorgeschlagen Hitler. In den 20er Jahren hatten die späteren Siegermächte und mit ihnen ein ganzer Sack voll Eliten Interesse am Aufstieg einer Person, die das national­sozialistische Programm ausfüllte. Sie müssen sich in die damalige Zeit zurück­versetzen: Im Kreml war Lenin zur Macht gekommen. Sein Verstaatlichungs­regime stellte für die Kapitalisten dieser Welt das Schreck­gespenst schlechthin dar. Führende Unternehmen wie der Mineralöl­konzern Shell hatten in Russland Unsummen investiert, die nun mit einem Schlag verloren waren. Wie der amerikanische Automobil­könig Ford gab auch der Chef der Shell große Summen an Hitler, in der Hoffnung, dass dieser an die Macht kommen und die Sowjets in einem Krieg nieder­ringen würde. Auf die gleiche Karte setzten einflussreiche Teile der britischen Konservativen, denen die Wirksamkeit von Lenins anti­kolonialistischer Kampagne ein Dorn im Auge war. Indien, Ägypten, Irland, das halbe Empire befand sich in Aufruhr, weil die Roten die Schätze des Zaren zur Finanzierung der Welt­revolution einsetzten. So fand, wie gesagt, Hitler auch Unterstützung von englischer Seite. Und schließlich gab es noch die Karte, die "stechen" sollte. Den un­aus­gesprochenen Common Sense zwischen Roosevelt[wp] und Stalin[wp], dass ein im Herzen Europas entzündeter Krieg letzten Endes nur jenen Mächten helfen würde, die über das größte Hinterland verfügten: Amerika und Russland. Wenn sie zusammen­hielten, das war klar, würden sie einen neuen Weltkrieg gewinnen und sich in der Mitte eines abgekämpften und ruinierten Europa die Hände reichen. Genau das passierte auch. Die Mittel, mit denen Roosevelt das zusammen­brechende Sowjetregime nach 1941 am Leben erhielt sind atem­beraubend. Aber sie haben sich verzinst, denn die USA haben ihre Stützpunkte in alle Welt getragen und England als Weltmacht abgelöst. Das ist der Grund, warum Hitler so grundlegend wichtig für dieses Spiel war. Sein Autarkie­programm, welches auf die Eroberung der Sowjet-Ukraine setzte, garantierte den Krieg, während die politische Physiognomie des Nationalsozialismus dessen Drahtziehern ein entwickeltes Feindbild bot, eine sich ständig neu aufbauende Argumentations­plattform zum Krieg führen "müssen". Und solange Hitler lebte, blieb der Krieg in Gang. Nach Pearl Harbor[wp] brachte jeder neue Tag in Hitlers Amtszeit die Amerikaner und Russen einen Kilometer weiter in das Herz Europas. MM: ... und heute ...? Eggert: Amerika verfolgt in seiner imperialen Strategie heute gegenüber dem Iran die gleiche Politik wie damals gegenüber Deutschland. Wie soll das Weiße Haus einen Krieg gegen einen saturierten, sich dem Westen zuwendenden Staat begründen? So was geht nicht, und das war die Situation in Deutschland in den 20er Jahren, so wie es auf die iranische Entwicklung vor der Präsidentschaft Ahmadinedschad[wp] zutraf. Von dessen Aufstieg versprachen sich die US-Geopolitiker das, was ihnen schon das Emporkommen des "Führers" frei Haus geliefert hatte: Ein funktionelles Feindbild. Aufrüstung ... Antisemitismus ... Antimodernismus ... Eroberungs­gelüste. Ob stimmig oder nicht, die Parolen muten vertraut an. Auch manches Ziel: Shell finanzierte die NSDAP, weil man durch Hitler an die Ölquellen Russlands kommen wollte. Und heute? Nach dem "World Factbook" der CIA besitzt Iran mit 133 Giga-Barrels weltweit die zweitgrößten Reserven an konventionellem Rohöl. Es gibt genügend Strategie­papiere der Neo­konservativen, die zeigen, dass man es genau auf diese Ressource abgesehen hat. George W. Bush ist selbst im Ölgeschäft, so wie ein Gutteil seiner Administration über Öllobby­verbände erst in die Politik gefunden hat; sie alle können den Wert dieser bereits seit Jahren mit amerikanischen Fahnen abgesteckten Claims sehr gut ermessen. Das ist der Grund, warum das Weiße Haus die Präsidentschafts­wahl Ahmadinedschads[wp] so behände unterstützte. Im Vorfeld dieser schicksal­haften Abstimmung lancierte man über Wochen die Meldung, das Pentagon schicke von Irak und Afghanistan aus amerikanische Kampf­flugzeuge in den iranischen Luftraum, um für einen künftigen Krieg die Standorte von Radar­abwehr­systemen auszutesten. Es liegt auf der Hand, dass der Entrüstungs­sturm im Iran die anstehende Abstimmung zuungunsten der aufstrebenden pro­westlichen Reformer beeinflusste. Ebenso wie die Tatsache, dass die Perser in einer merkwürdigen Koalition, die vom Weißen Haus bis in linke europäische Kreise reichte, massiv zum Wahlboykott aufgerufen wurden. Viele Linke und Liberale hielten sich daran. Die Traditionalisten auf der anderen Seite hatten wenig Grund, diesen Aufrufen Folge zu leisten. Heraus kam der Sieg der Rechten. Was mir als Zweck der Übung erscheint. Ist der iranische Staatschef damit ein Agent des amerikanischen Imperialismus? Nein, er ist es genauso wenig, wie Hitler. Aber ohne es zu wollen spielt er ihr Spiel. Vielleicht, das wäre in der Tat fatal, aus einer Perspektive des "Gott mit uns". Während Hitler und sein Umfeld weitgehend frei von religiösem Empfinden waren, ist Ahmadinedschad wie Olmert[wp] in Israel oder Bush in den USA der Führer einer Nation, die sich als integraler Bestandteil göttlicher Vorhersehung versteht. Und so wie die Evangelikalen in der amerikanischen Regierung fest von der zweiten Wiederkunft Christi[wp] überzeugt sind, so wie das konservative politische Establishment Israels vom Kommen des Messias[wp] träumt, so erwarten die schiitischen Ayatollahs den himmlischen Herabstieg ihres eigenen Verkünders, des Mahdi[wp]. Das Problem liegt im Klein­gedruckten: Die irdische Geburt jeder dieser Heils­gestalten ist auf einer Welle von Blut verkündet. Erst die globale Vernichtung verheißt die Erlösung. Erst das Ende bringt den Anfang. MM: So ganz schlüssig ist das aber nicht, denn nach jener Logik müsste der Iran den Atomwaffen­sperr­vertrag kündigen, die Juden aus dem eigenen Land vertreiben und auch sonst alles tun, was den Krieg beschleunigt. Eggert: Dass Teheran sich im Vergleich zu Washington eher passiv verhält, steht außer Frage. Das widerspricht nicht einer angenommenen Mahdi-Observanz, da die muslimische Überlieferung ihrer Anhängerschaft einem breiten Verständnis nach das kriegerische Vorpreschen verbietet. Nichts­desto­weniger wird sein Kommen erwartet und mit Freude aufgenommen. Das lässt gefühlsmäßig wenig Raum, der sich abzeichnenden Katastrophe, die mit seinem Erscheinen ja verbunden ist, mit aller Macht ent­gegen­zuarbeiten. MM: Kann es nicht sein, dass die USA - wie jede Großmacht in der Geschichte der Großmächte - mit dem Iran erstmalig auf einen Gegner gestoßen ist, den zu besiegen zumindest ideologisch nicht so einfach ist, denn die Sympathien für Ahmadinedschad sind selbst in Deutschland - natürlich nur hinter vorgehaltener Hand - nicht gering, und das trotz Bild-Zeitung? Eggert: Die Entscheidung fällt leider auf den Schlacht­feldern und nicht wie im alten Indien an den Pforten der Universitäten. So wird Amerika für den Fall, dass Armageddon noch aufgehalten werden kann, allenfalls irgendwann an China scheitern. Aber das ist Zukunftsmusik. Im militärischen Sinne hat der Iran für sich alleine genommen nicht den Hauch einer Chance gegen die USA. Vielleicht würden sie es in offener Feldschlacht, in einem Kampf Mann gegen Mann schaffen, wer weiß. Aber so einem Kampf stellen sich die Amerikaner seit Dutzenden von Jahren nicht mehr. Warum auch? Wenn es sein muss, bombardieren sie ihren Gegner aus 10 oder 20 Kilometern unerreichbarer Höhe so lange, bis sich das Land unter ihnen in ein einziges Dresden oder Hiroshima verwandelt hat. Dann erst erscheinen die mutigen "Befreiungs­truppen" auf der Bildfläche. Die einzige Chance des Iran ist die Einschaltung Russlands. Aber selbst dieser Eventualfall wird den Krieg nicht gewinnen helfen, denn ein Kräfte­messen Washington-Moskau führt mittel­fristig zum biblischen Endzeit­szenario Gog gegen Magog[wp]. Das Ergebnis ist dann ein globaler nuklearen Holocaust. Ohne Sieger. MM: Und einen Rettungsanker sehen Sie nicht? Eggert: Es gehört zu den Wider­sprüchlich­keiten der Demokratien, dass hier die Medien den Staat (also das Gemeinwohl) lenken, und nicht umgekehrt. So kann ein einzelner wohlhabender Investor Wahlen beeinflussen, Entscheidungen steuern, Abstimmungen entscheiden, politische Karrieren zu Fall bringen, und braucht dafür noch nicht einmal Bürger dieses Landes zu sein. Die neo­konservative Kabale aus England, Amerika und Israel nutzt diese strategische Nische intensiv. Die muslimische Welt, die zum Teil sehr reich ist, sollte sie vielleicht nicht ihren entschiedendsten Gegnern überlassen.
    – Muslim-Markt[2]

    Einzelnachweise

    1. Der verratene Widerstand, Quer-Denken.TV am 12. Juli 2014
    Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Wolfgang Eggert (27. Februar 2016) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Der Wikipedia-Artikel steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar, die vor Übernahme in WikiMANNia am Text mitgearbeitet haben.
  • Wolfgang Eggert, Nexus-Magazin (Autorenprofil)
  • Muslim-Markt interviewt Wolfgang Eggert, Autor des Buches "Erst Manhatten, dann Berlin", Muslim-Markt am 25. Oktober 2007
  • Wolfgang Eggert als Herausgeber zusammen mit Thomas Möller, A Lubensky, J Clayton, E Bousquet, L Horowitz, T. Marshall und M. Lai
  • Interview mit einem Historiker - Themenliste: 00:02:07 - 00:17:20 - Verantwortung des Judentums?00:17:20 - 00:23:30 - UNTERBRECHUNG00:23:30 - 00:29:25 - Balfour-Deklaration / Dolchstoßlegende00:29:25 - 00:40:28 - Ausbruch des ersten Weltkriegs00:40:28 - 01:00:25 - Freimaurer - Die böse Kraft, die das Gute schafft? / |Trump & AfD - gesteuerte Opposition? / Multikulti01:00:25 - 01:05:30 - UNTERBRECHUNG01:05:30 - 01:16:48 - Bürgerkrieg? Weltkrieg? NWO? Jüdisches Jahr 5777 / Armageddon01:16:48 - 01:32:46 - UNTERBRECHUNG, Musik und lustiges Gespräch :P01:32:46 - 01:45:19 - Putin der Gute? Libertarismus / Staat01:45:19 - 01:48:37 - Deutsches Reich 1871 - Vernichtung?01:48:37 - 01:53:41 - Was treibt die okkulten Kräfte an?01:53:41 - 02:28:26 - 2. Weltkrieg / Hitler: Agent? / Präventivkrieg? / Churchill / Wall Street02:28:26 - 02:34:43 - Ursula Haverbeck / Holocaust? / Protokolle der Weisen von Zion - Fälschung?02:34:43 - 02:43:37 - Okkulte Verbindungen Hitlers? Agent der Wall Street?02:43:37 - 02:57:18 - PAUSE, Eggert macht Party :P02:57:18 - 03:05:25 - Hitler: Agent? Fehlentscheidungen?03:05:25 - 03:10:06 - Absetzbewegung? Neuschwabenland?03:10:06 - 03:22:41 - Die Rassenfrage? Multikulti: jüdische Agenda? Antisemitismus: zionistische Agenda?03:22:41 - 03:28:37 - Israel / Palästina - Lösung des Konflikts?03:28:37 - 03:37:10 - Bau des 3. Tempels? Armageddon? Weltkrieg? Endzeit?03:37:10 - 03:46:05 - Rolle des Islams für die Endzeit? Ausrottung der Völker und Kulturen?03:46:05 - 04:19:55 - Themensprünge: Hexenverfolgung? EMP-Angriff? Fukushima? Chemtrails? Außerirdische? Reptilienmenschen? Wirst du bedroht? Bilderberg? Zukunft der "Wahrheits­bewegung"? Eggerts Dorf

  • Info: https://d2.wikimannia.org/Wolfgang_Eggert


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.

    21.09.2025

    Großbritannien, Kanada und Australien erkennen Palästina an

    rtnewsde.site, 21 Sep. 2025 15:44 Uhr

    Großbritannien, Kanada und Australien haben die Anerkennung des Palästinenserstaats bekannt gegeben. Das teilten die Premierminister der Länder am Sonntag mit. Frankreich und Belgien könnten dem Beispiel folgen, nicht aber die aktuelle deutsche Bundesregierung.


    Quelle: Gettyimages.ru © Suzanne Plunkett-Pool/Getty Images


    Von links nach rechts: Der kanadische Premierminister Mark Carney, US-Präsident Donald Trump und der britische Premierminister Keir Starmer während des G7-Gipfels am 16. Juni 2025 in Kananaskis, Alberta.


    Australien, Kanada und Großbritannien haben am Sonntag in einer offenbar koordinierten Aktion ihre Anerkennung der palästinensischen Staatlichkeit bekannt gegeben. Damit erhöhen sie den Druck auf Israel und geraten in Konflikt mit den USA.

    Als Erster hat der kanadische Regierungschef Mark Carney die Entscheidung gegen 15 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit publik gemacht, die Erklärungen aus Australien und dem Vereinigten Königreich folgten wenige Minuten später. Es wird erwartet, dass Frankreich und andere Länder in der kommenden Woche bei der UN-Generalversammlung diesem Schritt folgen werden.

    Der kanadische Premierminister schrieb in einem Beitrag auf der Plattform X:

    "Kanada erkennt den Staat Palästina an und bietet seine Partnerschaft beim Aufbau einer friedlichen Zukunft sowohl für den Staat Palästina als auch für den Staat Israel an." 

    USA verhindern erneut Gaza-Resolution: Veto gegen Waffenruhe und humanitäre Hilfe 









































    USA verhindern erneut Gaza-Resolution: Veto gegen Waffenruhe und humanitäre Hilfe 






    Carney hatte bereits im Juli erklärt, dass sein Land beabsichtige, den Staat Palästina bei der UN-Generalversammlung anzuerkennen. Damals stieß dieser Plan auf Kritik seitens israelischer Regierungsvertreter, die diese Entscheidung als "Belohnung für die Hamas" bezeichneten.

    Im Vorfeld von Carneys Erklärung wiesen hochrangige kanadische Beamte die negative Reaktion Israels auf die Entscheidung zurück und erklärten gegenüber dem US-Sender CNN, dass die Anerkennung Palästinas "nicht dazu dient, Israel zu konfrontieren oder zu bestrafen".

    Der australische Premierminister Anthony Albanese und Außenministerin Penny Wong verkündeten in einer gemeinsamen Erklärung:

    "Damit erkennt Australien die legitimen und seit langem bestehenden Bestrebungen des palästinensischen Volkes nach einem eigenen Staat an."

    Die Anerkennung Palästinas durch Australien sei Teil einer "koordinierten internationalen Initiative, um neue Impulse für eine Zweistaatenlösung zu setzen, beginnend mit einem Waffenstillstand im Gazastreifen und der Freilassung der Geiseln, die bei den Gräueltaten vom 7. Oktober 2023 genommen wurden", heißt es in der Erklärung weiter.

    Der britische Premierminister Keir Starmer gab etwa 20 Minuten nach der kanadischen Erklärung bekannt, dass auch das Vereinigte Königreich die palästinensische Staatlichkeit offiziell anerkennt und damit die Hoffnung auf eine Zwei-Staaten-Lösung wiederbelebt, ebenso wie Australien und Kanada.


    Belgien plant Anerkennung Palästinas und Sanktionen gegen Israel





    Belgien plant Anerkennung Palästinas und Sanktionen gegen Israel






    "Angesichts der zunehmenden Schrecken im Nahen Osten", so Starmer, handle das Vereinigte Königreich, um die Möglichkeit des Friedens aufrechtzuerhalten. Starmer fügte hinzu, die Anerkennung sei "keine Belohnung für die Hamas, wie Israel behauptet". Die Forderung des Vereinigten Königreichs nach einer Zweistaatenlösung bedeute, dass die Hamas keine Zukunft haben werde, sagte er.

    Starmer sagte auch, dass die "unerträgliche Zerstörung in Gaza" ein Ende haben müsse.

    Deutsche Mainstreammedien betonen derweil in ihrer Berichterstattung über den Schritt der drei Commonwealth-Länder, dass es ausgeschlossen ist, dass Deutschland dem Beispiel folgen werde. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe Ende August betont, dass man sich der Anerkennungswelle nicht anschließen werde. Die Voraussetzungen seien dafür "in keinster Weise" erfüllt. Eine Anerkennung müsse der letzte Schritt in einem Friedensprozess sein, aus dem eine Zweistaatenlösung hervorgehe.

    Bundesaußenminister Johann Wadephul bekräftigte zuletzt die Position der Bundesregierung, "dass ein Palästinenserstaat jetzt nicht anzuerkennen ist, aber dass eine Zweistaatenlösung möglich sein muss".

    Etwa drei Viertel aller Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen erkennen einen Staat Palästina – vertreten durch die palästinensische Autonomiebehörde im Westjordanland – bereits an.


    Mehr zum Thema – Antwort auf Netanjahu-Brief: Macron beharrt auf Gründung eines Palästinenserstaates 


    Screenshot_2025_09_21_at_18_08_58_Gro_britannien_Kanada_und_Australien_erkennen_Pal_stina_an_RT_DE

    Video  https://rumble.com/v6z9fjc-palstina-bluse-abgeordnete-muss-sich-umziehen.html Dauer 0:41 Min.


    Screenshots daraus


    Screenshot_2025_09_21_at_18_11_50_Gro_britannien_Kanada_und_Australien_erkennen_Pal_stina_an_RT_DE


    Screenshot_2025_09_21_at_18_12_20_Gro_britannien_Kanada_und_Australien_erkennen_Pal_stina_an_RT_DE


    Screenshot_2025_09_21_at_18_22_39_Gro_britannien_Kanada_und_Australien_erkennen_Pal_stina_an_RT_DE


    Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

    Info: https://rtnewsde.site/der-nahe-osten/256669-grossbritannien-kanada-und-australien-erkennen-palaestina-an/


    unser Kommentar: Als Information zur Kenntnisnahme, wobei für uns das kriegerische Geschehen, wie z. B. in der Ukraine sowie in Israel, Palästina und sonstwo, keinerlei Zustimmung bzw. Rechtfertigung erhält.


    unser weiterer Kommentar: So wird die Staatsvernunft zur Staatsunvernunft .

    21.09.2025

    CDU-Außensprecher Hardt: NATO muss russische Kampfjets notfalls abschießen

    rtnewsde.site, 21 Sep. 2025 12:56 Uhr

    Immer mehr Politiker im NATO-Raum fordern militärische Antworten auf angebliche russische Luftraumverletzungen. Neben dem tschechischen Präsidenten, der dies als Kampf gegen "das Böse" bezeichnete, will auch ein CDU-Außenexperte die russischen Kampfjets notfalls abschießen.


    CDU-Außensprecher Hardt: NATO muss russische Kampfjets notfalls abschießenQuelle: Sputnik © Ilja Pitalew


    Russische Kampfflugzeuge MIG-31I während einer Flugschau in Moskau.


    Nach Meldungen über mutmaßliche Verletzungen des Luftraums von NATO-Staaten durch Russland fordert der CDU-Außenexperte Jürgen Hardt harte Gegenmaßnahmen bis zum Abschuss russischer Kampfjets. "Der Kreml braucht ein klares Stoppschild", sagte der außenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

    Wirkung werde nur die "klare Botschaft an Russland" zeigen, "dass jede militärische Grenzverletzung mit militärischen Mitteln beantwortet wird", sagte Hardt, "bis hin zum Abschuss russischer Kampfjets über NATO-Gebiet". 


    Estland baut Panzergraben an Grenze zu Russland





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    Ihm zufolge handelt es sich russischerseits um Provokationen und Tests der NATO-Reaktionsfähigkeit. Diese würden nur enden, "wenn wir sämtliche militärischen Grenzverletzungen klar beantworten", sagte der CDU-Politiker. Andernfalls werde "die russische Kriegslogik immer weiter zündeln", sagte Hardt. "Jetzt sind es Luftraumverletzungen, bald der Beschuss einzelner Ziele, dann kommen russische Soldaten."

    Die SPD-Fraktionsvize und Verteidigungsexpertin Siemtje Möller rief die NATO auf, bei ihren Konsultationen Anfang der Woche über den Ausbau ihrer Luftüberwachung an der Ostflanke zu beraten. "Unsere Verteidigungsmechanismen im Bündnis greifen", sagte Möller dem RND. Das hätten die jüngsten Fälle gezeigt. Die NATO solle jetzt beraten, ob das "Air Policing" im Baltikum weiter gestärkt werden müsse. Sie erwarte eine entschlossene und zugleich besonnene Reaktion der NATO, sagte die frühere Verteidigungsstaatssekretärin dem RND.

    Petr Pavel: Militärisches Handeln nötig

    In seiner Forderung einer militärischen Reaktion ist der CDU-Außenpolitiker nicht allein in der Allianz. Bereits am 20. September meldete Radio Prague International, dass sich der tschechische Präsident Petr Pavel für eine militärische Reaktion der NATO auf russische Verstöße ausgesprochen habe. Wenn die NATO das russische Vorgehen weiterhin nur verbal verurteile, würden die russischen Provokationen weitergehen, sagte Pavl, General a. D. und Ex-Vorsitzender des NATO-Militärausschusses, und verwies auf seine früheren Verhandlungen mit russischen Offiziellen.


    Nach Drohnenvorfall: Polen bittet Verbündete um Flugabwehrmittel





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    Die Antwort der Russen sei stets gewesen, dass sie so provokant vorgingen, "weil wir es können". Deshalb sei entschlossenes, auch militärisches Handeln vonseiten der NATO erforderlich, auch wenn man damit am Rande eines Konflikts balanciere. Aber dem Bösen (womit Pavel offensichtlich Russland meint) nachzugeben, sei einfach unmöglich.

    Estland: Konsultationen nach NATO-Artikel 4 beantragt

    Auch Estlands Ex-Geheimdienstchef Eerik-Niiles Kross hat laut Bild-Zeitung indirekt mit dem Abschuss russischer Kampfjets gedroht: "Das heißt aber nicht, dass wir es uns beim nächsten Mal nicht noch einmal überlegen werden."

    Nach Angaben des estnischen Außenministeriums waren am Freitag drei russische Kampfflugzeuge nahe der zu Estland gehörenden Insel Vaindloo über dem Finnischen Meerbusen vorgedrungen und dort für insgesamt zwölf Minuten geblieben. An der NATO-Luftraumüberwachung über Estland beteiligte F-35-Kampfjets der italienischen Luftwaffe fingen die Flugzeuge nach Angaben der Allianz ab.

    Der NATO-Rat befasst sich Anfang der Woche mit den sicherheitspolitischen Konsequenzen aus dem Vorfall. Eine NATO-Sprecherin bezeichnete ihn als "weiteres Beispiel für das rücksichtslose Verhalten Russlands". Estland will Konsultationen nach NATO-Artikel 4 beantragen. Zuvor hatte bereits Polen wegen angeblicher Luftraumverletzungen durch russische Drohnen NATO-Konsultationen veranlasst.


    Polnische Medien zum beschädigten Dach nahe der Grenze: "Es war eine F-16-Rakete"





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    Konsultationen nach Artikel 4 werden immer dann anberaumt, wenn ein NATO-Land die Unversehrtheit seines Gebiets, die politische Unabhängigkeit oder seine Sicherheit bedroht sieht und die anderen Mitgliedsstaaten darüber informieren möchte. Sie beinhalten keinen verpflichtenden Reaktionsmechanismus.

    Russland dementiert Luftraumverletzung 

    Russland dementierte am Samstag die Luftraumverletzung durch Kampfjets. "Der Flug wurde unter strikter Einhaltung der internationalen Luftraumregeln durchgeführt, ohne die Grenzen anderer Staaten zu verletzen, wie durch unabhängige Kontrollen bestätigt wurde", erklärte das russische Verteidigungsministerium in einem Beitrag auf Telegram zu den drei MiG-31-Kampfflugzeugen.

    "Während des Fluges wichen die russischen Flugzeuge nicht von der vereinbarten Flugroute ab und verletzten nicht den estnischen Luftraum."

    In der Erklärung heißt es, die Route der Kampfflugzeuge aus der nordwestrussischen Region Karelien habe "über neutralen Gewässern der Ostsee in einer Entfernung von mehr als 3 Kilometern von der Insel Vaindloo" gelegen, die vor der estnischen Küste liegt.


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    Video https://rumble.com/v6z89g2-nato-luftraum-ber-estland-angeblich-verletzt-russland-dementiert.html Dauer 4:32 Min.


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    Info: https://rtnewsde.site/europa/256653-cdu-aussensprecher-hardt-nato-muss-russische-kampfjets-notfalls-abschie%C3%9Fen/


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